Erscheint täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn= und Feiertagen Dreis ¼ jährlich 2.00 ott. ½ jährlich frei ins Haus bei VVorauszahlung 7 M. nachher 7,50+, durch die Post ¼ jährlich 1,58 K, mit Bestellgeld 2,00 f Druck, Verlag und verantwortlicher Schriftleiter: Franz Schlüter. Bad Essen für den Kreis Lübbecke (Amtlicher Anzeiger) Nr. 240 Oldendorf, Donnerstag, 12. Oktober 1916 Anzeigen kosten für 45 mm Breite(1spaltig) 1 mm Höhe 3 J7, Rellamen für 90 rm Breite(2spaltig) 1 mm Höhe 10• Schluß der Anzeigen=Annahme: Mittags der vorhergehenden Tages, größere Anzeigen früher Telegramme:„Tageszeitung, Bad Esser“ Fernrufe Nr. 7 10. Jahrgang Im Kreuzerkrieg. Jeder Tag schüttet jetzt wieder ein wahres Füllhorn oon herzerfrischenden U=Bootnachrichten über uns aus. Bald im Mittelmeer, bald in der Nordsee, heute im nördlichen Eismeer, morgen fernab im Atlantischen Ozean tummeln sich unsere wackeren kleinen„Hornissen" und versenken feindliche Handelsschiffe, daß es eine wahre Lust ist. Auch ungezählte neutrale Dampfer müssen daran glauben, weil sie immer noch in der Beförderung von Bannware für England und seine Vasallen ihren Vorteil zu finden glauben. Und doch: das alles ist nicht der U=Bootkrieg, um den jetzt im Reichstag so schwer gekämpft wird, nicht die Kampfesweise, die dieser neuen Waffe eigentlich allein angepaßt wäre. Es ist der Kreuzerkrieg, der schon lange vor der Erfindung des Tauchbootes bekannt und durch internationale Abmachungen fein säuberlich in Paragraphen gebracht war. Das scheint allmählich wieder einigermaßen in Vergessenheit geraten zu sein, und deshalb tut es not, den Tatbestand in Erinnerung zu bringen. Wir haben den U=Bootkrieg als solchen, soweit er gegen andere als unzweifelhafte Kriegsfahrzeuge des Feindes gerichtet war, nach den diplomatischen Verhandlungen mit Amerika eingestellt und uns auf die Regeln des Kreuzerkrieges zurückgezogen. Das will heißen: unsere U=Boote können im Kampfe gegen feindliche und neutrale Handelsschiffe nur in aufgetauchtem Zustand, also über Wasser Gerechtigkeit und Vergeltung üben und müssen sich dabei allen den Beschränkungen fügen, die für diese Art von Kriegführung völkerrechtlich festgelegt worden sind. Man verlangt damit von ihnen ungefähr dasselbe, wie wenn für den unterirdischen Minenkrieg auf dem Lande plötzlich die Forderung aufgestellt würde, daß er nur durch Bohrarbeiten über Tage vorbereitet werden dürfe. Auch ihn kannte man in früheren Kriegen nicht, und läßt ihn sich doch jetzt seiner Eigenart gemäß entwickeln. Aber auf dem Wasser haben die Neutralen ein Wort mitzureden, weil hier internationale Verkehrsstraßen in Frage kommen, und infolgedessen spielen Rücksichten mit hinein, die der Landkrieg nicht zu nehmen braucht. Unsere I=Boote müssen für die Sicherheit der Besatzungen und Fahrgäste Sorge tragen, wenn sie ein Handelsschiff, sofern es nicht in einen deutschen Hafen als Prise eingebracht werden kann, versenken wollen; sie dürsen in dieser Weise gegen neutrale Frachtdampfer nur verfahren, wennn ihre Ladung mndestens zur Hälfte aus Bannware besteht und was vergleichen einengender Vorschriften mehr sind. Und wenn in einem bestimmten Falle Streit barüber entsteht, ob diese Vorschriften eingehalten worden sind oder nicht, haben sie auch noch die Beweislast zu tragen. Nu, und wie gründlich diese oder jene neutrale Macht zuweilen auf ihrem Schein zu bestehen beliebt, ist uns allen ja sattsam bekannt geworden. Das ist der Kreuzerkrieg, auf den wir der ersten und gewaltigsten Flotte der Welt gegenüber zu unerer Selbstverteidigung angewiesen sind! Und nun vergegenwäctige man sich, was es unter diesen Umständen heißen will, daß unsere U=Boote diesen Kreuzerkrieg nicht nur in der Nord= und Ostsec, sondern auch in weit entfernten Meeren zu führen vermögen. Kein Wort des Ruhmes und der Anerkennung ist stark genug, um diese Leistungen nach Gebühr zu würdigen. Wir wollen sie auch fernerhin für sich selbst sprechen lassen und uns als bewundernde Zuschauer still ihrer Heldentaten freuen. Nur zu einer Verkleinerung dessen, was dieser Kreuzerkrieg für unsere Marine bedeutet, dürfen wir es nicht kommen lassen. Deshalb ist es gut, sich gerade inmitten der Auseinandersetzungen über die größere oder geringere Schärfe unserer See=Kriegführung diesen Tatbestand immer wieder zu vergegenwärtigen. Dic Behandlung der Kriegsgefangenen. Berlin, 10. Oktober. Nachdem der Reichstags=Haushaltsausschuß in seiner letzten Sitzung bei der fortgesetzten Besprechung der auswärtigen Politik folgenden Antrag des Zentrums unter Ablehnung der nationalliberalen und fortschrittlichen Anträge angenommen hatte:„Der Reichstag ermächtigt die Budgetkonmission, zur Beratung von Angelegenheiten der auswärtigen Politik und des Krieges während der Vertagung des Reichstages zusammenzutreten“, wandte sich Dienstag die Besprechung der Gefangenenbehandlung zu. Ein Antrag der Konservativen forderte Besserung der Lage deutscher Gefangener in Frankreich und Rußland auf alle Weise, unter Umständen auch durch entschiedene Vergeltungsmaßregeln. Das Zentrun beantragt Vereinbarungen zwischen den Kriegführenden durch Vermittlung des Heiligen Stuhles zur Verbesserung des Loses der Gefangenen. Beseitigung von Repressalien aller Art. Ausduusch sämtlicher Zivilgefangener. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und andere Regierungsvertreter legten dar, was bisher erreicht sei unter Beobachtung der aufgestellten Richtlinien. Für materielle Hilfe steht unbeschränkter Kredit zur Verfügung. Mit Frankreich sind die Meinungsverschiedenheiten über die Behandlung des Sanitätspersonals beigelegt. Die deutschen. Gefangenen sind aus tropischen Ländern zurückgebracht, die Übelstände in den Gefangenenlagern in Frankreich zum Teil beseitigt. Gewisse Gefangenenklassen sind freigelassen oder sind in die Schweiz gebracht worden. Auch von Rußland sind gemäß einem Abkommen bestimmte Gefangenenklassen freigelassen worden. Das Abkommen wird allerdings nicht völlig durchgeführt. Die Verschleppten aus Ostpreußen sollen alle von der russischen Regierung zurückgegeben werden mit Ausnahme der Männer von 17 bis 45 Jahren. Die Invaliden und das Sanitätsversonal werden gegenseitig ausgetauscht. In einzelnen russischen Lagern beständen allerdings unerhörte Zustände. Die Regierung suche zu bessern, manches könne sie aber nicht mehr mit ansehen. Repressalien seien hier mit Vorsicht anzuwenden, Rußland sel eben ein unzivilisiertes Land, unsere Gefangenen zivilisierte Leute. Auf dem Gebiet der Barbarei könne Deutschland mit Rußland nicht rivalisieren. Der Vermittlungs= und Hilfstätigkeit des Heiligen Stuhles und der Schweiz wurde besonderer Dank ausgesprochen. Darauf wird die Besprechung nach einigen Bemerkungen abgebrochen und noch über die Eingaben zum Etat des Auswärtigen Amtes verhandelt. Die meisten sind der Offentlichkeit bekannt, sie werden für erledigt erklärt. Dann vertagt sich der Ausschuß auf Donnerstag, den 12. Oktober. Holitische Kundschau. * Die zur Vermehrung des Goldschatzes der Reichsbank einerichtete Organisation zum Ankauf von Goldschmuck und Goldgeräten aller Art ist jetzt nahezu vollendet, Üveraul sind unter Leitung der Verwaltungsbehörden Ehrenausschüsse gebildet, die die Goldsachen zum Ankauf annehmen, abschätzen lassen, ihren Wert auszahlen und sie an die Reichsbank abführen, die sie einschmelzen läßt und das gewonnene Feingold ihren Beständen hinzufügt. Diese Organisation ist zunächst in den westlichen Landesteilen eingeleitet und allmählich nach Süden und Osten ausgebreitet worden, und zwar so, daß mimmehr mit der unmittelbar bevorstehenden Eröffnung von Goldankaussstellen in Groß=Berlin die Organisation im ganzen Reichsgebiet vollendet ist. An die Ablieferung von Trauringen ist zunächst nicht gedacht. Wie bis jetzt bei jeder Reichsanleihe der Ruf des Vaterlandes nicht ungehört verhollt ist, so muß auch erwartet werden, daß an dieser bedeutsamen Aufgabe ein jeder mitwirkt und gibt, was er nur irgend entbehren kann. * Aus parlamentarischen Kreisen vernimmt man, daß dem Reichstag ein neuer Kriegskredit von 12 Milliarden Mark vorgelegt werden wird. Da die Summe zweifellos bewilligt werden wird, steigen damit die für den Krieg bewilligten Ausgaben auf 64 Milliarden Mark. Bis zum nächsten Frühjahr ist das Reich infolge des glänzenden Ausfalls der fünften Kriegsanleihe in der Lage, mit Zuhilfenahme von kurzfristigen Schatzanweisungen bei Fortdauer des Krieges auszukommen. Schweden. &a Nach Blättermeldungen teilte die britische Botschaft in Stockholm mit, daß die neuen Warenursprungszeugnisse, die von England gefordert werden, nur für Großbritannien und seine Kolonien gelten, jedoch nicht für die neutralen Länder. Die Ausfuhr von Holz und Holzwaren nach England werde unverändert fortgesetzt. Rußland am Die sott Wochen umlaufenden Gerüchte über den Rücktritt des Ministerpräsidenten Stürmer nehmen festere Gestalt an. Dem„Rußko Slowo" zufolge besuchte Stürmer nach seiner Rückkehr aus dem Großen Hauptquartier den Petersburger Metropoliten Pitirin." Er teilte diesem dabei mit, der Zar habe ihm Urlaub bewilligt, um eine Erholungsreise antreten zu können. Stürmer fügte noch hinzu, daß er die Reise bald antreten werde. In den letzten Tagen sind der jetzige russische Botschafter in Rom v. Giers und der frühere Ministerpräsident Kokowzow vom Zaren zu wichtigen Beratungen ins Hauptquartier berufen worden. Man nimmt an, daß diese Beratungen mit der Entlassung Stürmers zusammenhängen. Japan. &a Englischen Blättern aus Tokio zugehende Nachrichten beschäftigen sich mit den Wirkungen des Kabinettswechsels in Japon und sind einhellig der Meinung, daß die neue Regierung entschieden eine schärfere Stellung zu den Bereinigten Staaten von Amerika bedeute. Der zurückgetretene Ministerpräsident Okuma galt als Amerikafreund und als nicht geneigt, die peinliche Landfrage in Kalifornien zum Austrag zu bringen. Dagegen glaubt man, daß sein Nachfolger Terauchi eine energische Politik verfolgen, der antisamerikanischen Stimmung in Japan Gehör #eh Smnsmn##n Auf dunklen Pfaden Noman von A. Hottner=Grefe 148 Nachdruck verboten Langsam, mit zitternden Füßen gingen sie weiter. Nach rechts hinein durchbrachen dort und da schmale Einschnitte und Gänge die Höhlenwand. Die führten wohl noch tiefer in das Innere des Verges. Die Aga aber blieb immer auf dem breiteren Weg, der rings um den Abgrund zu führen schien. Endlos fand Hadmar die Wander##ng. Aber er wußle es ja; jetzt mußte er vorwarts „Dort schimmerk's hell herein!“ sagte Aga auf einmal. Hadmar blickte auf. Ja— dort brach siegreich durch einen Spalt das Tageslicht. Der Gang weitete sich plotzlich die Wand rechts trat zurück. Sie standen am einer Art Plateau Da fühlte Hadmar, wie die Frau, deren Hand er noch immer festhielt, zu zittern begann. Es war, als ob ein Sturm über sie hinbrauste. „Dort—“ Ihre andere Hand hob sich, wies nach einer Stelle der kleinen freien Fläche.„Dort—“ Eine Sekunde lang war es, als schwanke sie. Dann aber raffte sie ihre ganze Kraft zusammen, riß sich von Hadmar los und stürzte vorwärts. Im nächsten Moment lag sie neben dem Körper auf den Knten, den nun auch Hadmar in der halben Beleuchtung erkannte. „Fritz!“ Der eine markerschütternde Schrei füllte den ganzen Raum aus. Er sagte mehr, als tausend Worte#etan hätten. Erschüttert stand einen Augenblick spater umy Hadmar von Werbach neben dem lang hingestreckten Körper Fritz Armanns. Die Aga hatte ihren Kopf an die Brust des Liegenden gepreßt. Sie horchte. „Es ist noch ein Funkerl von Leben da!“ stieß sie zitternd hervor.„Aber schnell müssen wir sein— sehr schnell! Fassen Sie an, Herr Baron! Dort ist ein Ausgang! Wir zwei, wir zwingen's schon!“ Schwer war die Last, aber sie ertrugen sie doch. Schwankend, taumelnd kamen sie bis zum Ausgang. Voll fiel die Morgensonne auf Fritz Axmanns stilles Gesicht. Kein Muskel rührte sich darinnen. „Und da— da soll noch ein Leben sein?" Hadmar würgte die Worte förmlich hervor. Er hatte sich nahe zu dem Ohnmächtigen hinabgebeugt. Jetzt streifte ihn etwas— ein seiner, schwüler Duft. Ach, wie gut kannte er ihn Und da sah er, daß zwischen den steisen Fingern der linken Hand etwas steckte. Ein heller, seiner Lederhandschuh Sanst zog Hadmar das Stückchen Leder aus den Fingern Axmanns. Das also, das war das letzte gemesen, wonach diese Hand getastet hatte. Ein Handschuh von Hadmärs Mutter! Aga Hormayer aber war ein Stückchen weiter gelausen auf dem Wege. Jetzt pfiff sie kunstgerecht dreimal. Aus der Ferne antwortete der gleiche Pfiss. Dann kehrte sie zurück. Und jetzt war's glötzlich, als ob ihr, der Starken, Selbstsicheren, die Kräfte versagten. Sie tauerte sich nieder, dicht neben den bewegungslosen Korper des Försters. „Fritz! Fritz!“ Immer wieder flüsterte sie den Namen vor sich hin. immer wieder streichelten ihre bebenden Hande sein Haar, seine Stirn. Immer wieder neigte sie sich und lauschte, ob nicht ein Alemzug über seine Lippen wehte. Dann trafen ihre Augen wohl manchmal in Hadmars Augen. „Leblei denn?“ fragte der junge Mann zaghaft „Er muß leben!" entgegnete sie bestimmt.„Das kann doch unser Herrgott nicht dulden, daß Frit Agmann 1 so zugrunde geht!“ Und fast schlen es, als ob der sellenfeste Kinderglaube dieser Frau recht behlelte. Fritz Axmann lebte wirtlich. Als er endlich drunten in der Oberförsterei auf seinem Bette lag, fallerdings in tieser Bewußtlosigkeit, da hob nach langen Bemühungen Doktor Wichmanns ein tieser Atemzug seine Brust. „Es war die höchste Zeit, daß sie ihn sanden,“ sagte der Arzt,„noch eine Stunde ohne Hilfe, und es wäre zu spat gewesen. Die Schutzwunde ist eine weit schwerere als die des Forstadjunkten, aber ich hoffe, daß sie heilbar ist. Heute nachmittag muß ich trachten, die Kugel heraus zubringen. Wenn er das übersteht, dann ist viel ge wonnen!“ Und Fritz Axmann überstand auch das. Nach Stunden vall unsäglicher Qual war die Kugel entfernt. Aga Hormayer hatte dem Arzt unermüdlich jeden nötigen Handgriff geleistet. Jetzt trat sie mit ihm vor das Haus. Hadmar saß auf der Bank. „Nun?“ fragte er ausspringend. „Ich hoffe— gerettet!“ sagte Wichmann.„Sein Leben verdankt er eigentlich Ihnen, Frau Hormayer. So haben Sie wettgemacht, was Ihr Mann verbrochen hat!“ Die Frau hob, wie in einer starken Abwehr, die Hand. „Da kommnen sie“, sagte sie laut, und ihre Augen blickten nach dem Wald. Und in der Tat— eben traten die Arbeitsleute aus dem Dunkel des Forstes. Sie trugen eine Bahre. Aber übei den darauf ruhenden Körper hatten sie ein großes Tuch gebreitet. Das lüsteten sie auch nicht, als sie nun, herangekommen, die Tragbahre niederstellten. Dann traten sie vor. Fast unwilltürlich wich die Aga zurück. „Der Hormayer=Heini ist's, Herr Baron,“ sagte der Arbeiter, wie Bericht erstattend, zu Hadmar, der sich erhoben hatte,„da ist sein Stutzen; vier Schuß fehlen! Und da sein kleines Messer und die Uhr. Der Herr Doktor, bitt schön, sollt' ihn anschauen, sonst niemand. Auch die Frau net. Er is arg zug'richt't! Muß gleich tot g’wesen sein! So hat er sich halt selber sein„Recht g'sprochen! Der Herr schenk' ihm die ewige Ruh'!“ schenken und eine Lösung der Frage suchen wird. Der Grund für den Sturz Okumas war auch die Unzufriedenheit mit seiner Chinapolitik. Die älteren Staatsmänner waren überzeugt, daß Okuma Japans Aussichten gegen Amerika nicht voll ausgenutzt habe. Terauchi ist ein eifriger Anhänger einer Vorwärtsbewegung in China und wird sich diesem Verdacht schwerlich aussetzen. Aus In- und Ausland „ Kopenhagen, 10. Okt.„Daily Erpreß“ zufolge bereite zwischen England und Deutschland in den letzten sechs Jahren vor dem Kriege behandeln soll. Athen, 10. Okt.(Reuter.) Das Kabinett wird morgen seinen Amtseid leisten. Zum Minister des Innern wurde Tselos ernannt. Zalocastas übernimmt das Ministerium des Außern, General Dracos das Kriegsministerium, Admiral Damianos bleibt Marineminister. Ottawa(Kanada), 10. Okt. Der stellvertretende Kriegsminister Roggers erklärte einer Abordnung von Arbeitern, daß Kanada keine Dienstuflicht einführen werde. Der Krieg. Trotz ihrer schweren Verluste setzen unsere Feinde an der Somme ihre Massenangriffe fort. Mit demselben Mißerfolg wie bisher. Im Osten fügten wir den Russen empfindliche Niederlagen bei. In Siebenbürgen geht es auf der ganzen Front vorwärts. Reiche Beute bei Kronltadt. Die Rumänen auf der ganzen Front geworfen Großes Hauptquartier, 10. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auch gestern führte der Feind, vorwiegend in den Abend= und Nachtstunden starte Angriffe auf der großen Kampffront zwischen Anere und Somme. Sie blieben erfolglos, Augriffsversuche der Franzosen östlich von Vermandovillers wurden verhindert. Heeresgruppe Kronprinz. Beiderseits der Maas lebhafte Artillerie= und Minenwerserkämpfe. Ostlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzea Leopold von Bayern. Bei Kolostrow(am Stochod nordwestlich von Luck) warfen wir die Russen aus einer vorgeschobenen Stellung und wiesen Gegenstöße ab. Westlich von Luck keine Infanterietätigkeit.— Deutsche Abteilungen stürmten mit ganz geringen eignen Verlusten das Dorf Herbutow westlich der Narasowka, nahmen 4 Offiziere, 200 Mann gefangen und erbeuteten einige Maschinengewehre Frout des Generals der Kavallerie Erzherzogs Karl. In den Karpathen sind russische Gegenangriffe vor unseren am 8. Oktober genommenen Stellungen an der Baba Ludowa gescheitert. Kriegsschauplatz in Siebenbürgen. An der Ostfront ging es überall vorwärts. Der Austritt aus dem Hargitta= und Baroler=Gebirge in die obere und untere Osik(Alt=Tal) ist erzwungen.— Beiderseits von Kronstadt(Brasso) drängen die siegreichen Truppen den geschlagenen Rumänen nach. Bisher sind aus der dreitägigen Schlacht von Kronstadt eingebracht 1175 Gefangene, 25 Geschütze, darunter 13 schwere, zahlreiche Munitionswagen und Wafsen, außerdem sind erbeutet 2 Lokomotiven, 800 meist mit Verpflegung beladene Waggons. Der Feind hat nach übereinstimmenden Meldungen aller Truppen sehr schwere Verluste erlitten.— Westlich des Vulkau=Passes wurde der Grenzberg Negrului genommen. Balkan=Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die Lage ist unverändert. Maredonische Front. Der Feind setzte seine Angriffe gegen die bulgarischen Truppen im Cerna=Bogen(östlich der Bahn Monastir— Florina) fort. Er erreichte bei Skocivir kleine Vorteile, sonst wurde er überell abgeschlagen. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. * Osterreichtsch-ungarischer Deereebericht. Amtlich wird verlautbart: Wien, 10. Oktober. Ostlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich von Cernaheviz wiesen unsere Truppen rumänische Angriffe ab. Im Grenzraum südlich von Hatszeg wurde dem Feind der Berg Negrului entrissen. Die in der Schlacht bei Brasso eingebrachte Beute beläuft sich bis jetzt auf 1175 Gesangene, 25 Geschütze(darunter 13 schwere), zahlreiche Munitionswagen und Wassen, 2 Lokomotiven, über 800 meist mit Verpflegung beladene Eisenbahnwagen und viel anderes Kriegsgerät. Die geschlagene zweite rumänische Armee wird ms Gebirge verfolgt. Die Armee des Generals von Arz hat die sich stellenden Nachhuten des Feindes geworsen und ist im Begriff, die Ausgänge in die Ebene des Czik und in das Gyergyo=Becken zu gewinnen. Von der russischen Front ist nur die Abwehr feindlicher Vorstöße im LudovaGebiet und die Ersturmung des Dorfes Herbutow an der Narajowka durch deutsche Truppen zu melden. Sie knieten nieder im slammenden Abendschein und murmelten, den Hut in der Hand, ein Gebet. Die Stimme der Aga klang vor: „Und das ewige Licht leuchte ihm!— Der Herr lasse ihn ruhen in Frieden! Amen!“ # Gebei war zu Ende. Die Männer hoben die Bahre von neuem. „Nach der Totenkammer!“ sagte Doktor Wichmann. Er wai neben die Aga getreten. Fast fürchtete er irgendeinen Schwächeanfall für die Frau, die heute sast Uebermenschliches geleistet hatte. Aber die Aga war eine Prachtnatur, die hatte Nerven wie Eisen. „Diese Nacht und solang Sie mich brauchen können, Heri Doktot, bleib ich da“, sagte sie.„Pflegen tu' ich den Verwundeten!" Das klang vollständig einfach und natürlich, aber Hadmar swußte, daß da noch ein anderer Ton durchklang. Und wieder dachte er erschüttert: „Liebe! Sie ist das Höchste, das Beste auf dieser Erde! Ueberall tritt ihre Macht uns entgegen, und überall müssen wn uns ihr beugen!“ Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Front schritten die Itcliener nach achttägiger starker Vorbereitung durch Artillerie und Minenfeuer gestern nachmittag im Abschnitte zwischen San Grado di Merna und dem Doberdo=See zum allgemeinen Angriff gegen unsere Stellungen auf der Karsthochfläche. Es war ein Ehrentag für unsere dort fechtenden Truppen, das ande ernde Feuer hatte sie nicht zu erschüttern vermocht. N. ungebrochener Kraft schlugen sie den wuchtigen Ansturm unter schwersten Verlusten des Gegners zurück und behielten ihre Siellungen ausnahmslos im Besitz. Die Kämpfe an der Fleimstalfront dauern fort. Im Lusia=Gebiet brachte eine unserer Patrouillen 53 Gefangene ein. Mehrere starke Angriffe der Italiener gegen den Abschnitt Gardinal—Busa Alta wurden abgewiesen. Auch zwischen Suganer= und Etsch=Tal ist der Feind stellenweise sehr rührig. Am Pasubio ist ein größeres Gefecht im Gange. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In Albanien keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. In der Nacht vom 8. auf den 9. d. Mts. belegte eines unserer Seeflugzeuggeschwader die Flugstation und Hafenanlagen von Vlora sehr erfolgreich mit Bomben. In der Nacht vom 9. auf den 10. d. Mts. griff eines unserer Seeflugzeuggeschwader die militärischen Objekte von Monfalcone, die feindliche Seeflugstation bei Grado, ein anderes den Bahnhof und die militärischen Anlagen von San Giorgio di Nogaro sehr wirkungsvoll an. Flottenkommando. Deutsche G-Boote an der Murmankilfte. Beschietzung der drahtlosen Station Jepnavalak. Über neue Unternehmungen deutscher U=Boote im nördlichen Eismeer teilt die Vadsöer Zeitung„Finmarkens Amtstidende“ mit: eemei deutsche U=Boote haben am* Oktober die drahtlose Station in Jepnavalak an der Murmanküste beschossen. Einer ihrer Masten ist heruntergeschossen, mehrere Menschen wurden getötet. Die Tätigkeit der deutschen U=Boote hat einen großen Anteil daran, daß die Russen die Hoffnung auf die Vollendung der großen Murmanbahn und der damit in Verbindung stehenden Bahnanlagen des Eismeerhafens Alexandrowsk in diesem Jahr aufgegeben haben, obgleich sie 20.000 Kriegsgefangene an dem Bau beschäftigt. Es wurden mehrere Dampfer in den Grund gebohrt, die wichtiges Eisenbahnmaterial an Bord hatten. Dazu kam die Niederbrennung eines großen Walzwerkes in der Nähe von Archangelst, das Eisenschwellen lieferte, und die immer größeren Schwierigkeiten des Geländes, wodurch die Arbeiten bedeutend verzögert wurden. Der I=Boots=Kreuzertrieg im Atlantik. Wie aus Nantucket gemeldet wird, sind an der amertkanischen Küste drei dentsche U=Boote an der Arbeit. Der versenkte Dampfer„Stefano" wurde angeblich durch „O61“ angehalten. Bisher sind nenn Schiffe als versenkt gemeldet worden. Der Dampfer„Stefano"(3449 Tonnen) wurde von seinem Schicksal auf der Höhe von Newyork ereilt. Wie Reuter behauptet, hatte er 80 bis 90 Passagiere an Vord, meist Touristen, die von Neufundland nach Newyork zurückkehrten. Reuter hebt mit erkennbarer Absicht hervor, daß dreißig von diesen Passagieren, darunter eine Frau, amerikanischer Nationalität waren. Ferner sind als versenkt gemeldet worden der englische Dampfer„Kingston". der niederländische Dampfer„Blommersdijk" und der norwegische Dampfer„Christian Knudsen", die letzten beiden an der Küste von Massachusetts. Die Bemannungen wurden gerettet, zum Teil durch amerikanische Zerstörer. in englischen Schiffahrtstreisen. Der Kölnischen Zeitung wird aus Washington unterm 8. Oktober gemeldet: In der heutigen Mitternachtsstunde sind schon sechs englische Schifse als versenkt gemeldet worden, die aus kangdischen Häfen ausgefahren waren. Drahtlose Hilferufe laufen den ganzen Tag über ein. Siebzehn amerikanische Zerstörer=Boote sind zur Hilfeleistung abgegangen. Die Aufregung ist ungeheuer. In Schiffahrtskreisen herrscht eine Panik. Ausreisende Schiffe wurden zurückgehalten. Schiffe auf See gemahnt, ihren Weg zu ändern. Versenkung eines großen Truppendampfers. Wie die amtliche französische Telegraphenagentur mirteilt, ist der 14996 Tonnen großse Transportdampfer „Gallia“, der ungefähr 2000 französische und serbische Soldaten beförderte, am 4. Oktober im Mittelmeer von einem I' Boot versenkt worden. Es sind angeblich 1362 Mann gerettet worden. Der Torpedo rief eine Explosion in der Munitionskammer hervor und zerstörte die Funkenstation, wodurch das Schifi von sieder Verbindung abgeschnitten wurde.— Der Dampfer„Gallia" ist erst 1913 vom Stapel gelaufen; er war in Vordeaux beheimatet und gehörte bis zum Beginn des Krieges der Compagnie de Nav. Sud=Atlantique. Dann wurde er von der französischen Regierung zu Transportzwecken angekauft. Berlin, 10. Oktober. Eines unserer Unterseeboote hat in der Zeit vom 30. September bis zum 5. Oktober im englischen Kanal sieben feindliche Handelsschiffe mit einem Gesamttonnengehalt von 4131 Tonnen und wegen Beförderung von Vannware zum Feind drei neutrale Dampfer von zusammen 2357 Tonnen versenkt. Ein anderes Unterseeboot versenkte am 4. Ottober an der englischen Ostküste drei englische Fischdampfer. Kleine Kriegspolt. Konstantinopel, 10. Okt. In Persten wurde der Feind. dei zwischen Abed und Hamadan vorzudringen versuchte, in der Richtung auf Karadahm zurückgeworfen Bern, 10. Okt. Drei Sonderzüge mit von den Russen gefangenen Österreichern italienischer Zunge wurden in Turin mit großem Jubel enwfangen Geuf, 10. Okt.„Petit Parisien meldet: Der aus Neu; fundland kommende französische Dreimaster„Fraternité" wurde von einem deutschen Unterseeboot versenkt. London, 10. Okt. Der Flschdampter„Magnus“ aus Whitvy ist versenkt worden: die Bemannung von nern Köpfen ist gelandet. Brief Kaiser Wilhelme an Gilfon. Rotterdam, 10. Oktober. Nach einer Reutermeldung hat das deutsche Unterseeboot„U 53“ einen Brief Kaiser Wilhelms an den Präsidenten Wilson nach Amerika gebracht, der dem letzteren von dem deutschen Botschafter Grafen Bernstorff überreicht wurde. Der Brief war eine Erwiderung auf ein persönliches Schreiben des Präsidenten an den Kaiser über die Nöte der polnischen Bevölkerung und die Frage der amerikanischen Hilfeleistung. In der Unterredung mit Wilson soll auch der U=Bootkrieg zur Sprache getommen sein. Bernstorff soll dabei gesagt haben, er habe aus Deutschland reine Nachrichten über den U=Bootkrieg erhalten, sei aber sicher, daß die U=Boote die von der deutschen Regierung den Vereinigten Staaten gegebenen Zusagen genau beobachten würden. Die nicht zu erschütternde Trutzburg. Zürich, 10. Oktober. Bei einer Würdigung des Ergebnisses der fünften deutschen Kriegsanleihe schreiben die„Neuen Zürcher Nachrichten": Das deutsche Volk hat in diesen Wochen mehr als eine Siegesanleihe zustande gebracht, nämlich eine Friedensanleihe. Auch die letzte Hoffnung, Deutschland finanziell niederzuringen, muß min erlöschen. Lloyd George sagte, die letzte Milliarde werde der Sieger des Weltkrieges sein. Vielleicht findet er heute, daß die letzte Milliarde nicht bei England liegen wird, sondern bei Deutschland. Unüberwindlich in seiner militärischen Riesenkraft zu Land, zu Wasser und in der Luft, durch keinen Hungerkrieg zu beugen, steht Deutschland sogar unbesiegbar in seiner finanziellen Leistungsfähigkeit da, mehr denn je als nicht zu erschütternde Trutzburg gegenüber seinen Feinden und als starker Hort für seine Freunde. Sine Verzwoiflungeltimme aue Fankreich. Bern, 10. Oktober. Aus einem in die Öffentlichkeit gekommenen Privatbrief einer Französin lassen folgende Einzelheiten bezeichnende Schlüsse auf die Stimmung im französischen Volke zu: „Alles schreit Hilfe— Du glaubst es kaum, wie überall der Tod einkehrt.— Es ist wirklich kein Krieg mehr, sondern eine Schlächterei. Die Zeilungen lügen, soviel sie können. Albert ist auf Urlaub gekommen; er wurde an der Somme verwundet. Du weißt, er ist kein Aufschneider, aber was er erzählt, ist schrecklich. Diese verfluchten Engländer! Albert erzählt uns, daß die Unserigen bei Dompierre ungefähr 12 Kilometer vorgerückt waren, aber die Engländer, anstatt mitzumachen, haben sich nach hinten zu den Weibern gedrückt.“ Die Franzosen hätten infolge des Versagens der Engländer tüchtige Schläge erhalten, sagt die Briefschreiberin weiter. Man solle sich nicht über die Engländer täuschen lassen, sie seien die Ursache der großen Verluste. Das höchste Unrecht sei es, wenn das Voll alles so weitergehen lasse. Der Verbandk eine vorübergehende Erscheinung. Genf. 10. Oktober. Das„Journal de Geneve“, dieses streng im französischenglischen Fahrwasser schwimmende Blatt, das sich nicht genug in der Anfeindung Deutschlands bisher leisten konnte, scheint wohl oder übel zu einer wenig hoffnungsfrohen Ansicht über die Möglichkeit der bisher gepredigten „Zerschmetterung" Deutschlands zu gelangen. In einem Leitartikel über die jetzige militärische Lage und die etwaigen Folgen des Krieges schreibt es: Deutschland lämpft wohl nicht gerade, um im Westen oder Osten Landeroberungen zu machen, sondern um ein viel höheres Ziel. Es will den Block eines Kaiserreiches von Zentraleuropa gründen, der von Hamburg bis zum Persischen Golfe reicht und dessen Hauptlebensader die Bagdadbahn bilden würde. Es ist nicht zu erkennen, wer aus dem europäischen Kontinent auf die Länge der Zeit imstande sein wird, diesem Plane zu widerstehen, denn die Liga der Völker, welche heute gegen Deutschland kämpft, ist wegen ihrer geographischen zerrissenen Lage notwendigerweise eine vorübergehende Erscheinung. Man braucht keinen besonderen Wert auf die Enthüllungen über Deutschlands angebliche Pläne zu legen und darf deshalb doch dem„Journal de Geneve“ dantbar für das Eingeständnis sein, daß die Vereinigung der jetzt gegen Deutschland stehenden Staaten eine vorübergehende Erscheinung ist. Ein Heldenlied in Zahlen (565 feindliche Flugzeuge in 13 Monaten) Der amtliche deutsche Tagesbericht vom 9. Oktober gibt uns Kunde von der ungeheueren Ausdehnung der Fliegerkämpfe im Westen. Nicht weniger als 129 feindliche Flugzeuge sind im September von unseren Fliegern und Abwehrgeschützen heruntergeholt worden, denen auf unserer Seite nur ein Verlust von 21 Flugzeugen gegenübersteht. Seit unsere Heeresleitung allmonatlich über das Ergebuis der Luftkämpfe berichtet, und das geschieht seit September 1915, hat kein Monat einen solchen schlagenden Beweis für die Ueberlegenheit der Deutschen im Lustkamp; erbracht wie der September 1916. Visher waren die besten Beutemonate der Juli mit 81 und der August 1916 mit 78 feindlichen Flugzeugen. Der September hat nun auf einmal eine Steigerung um mehr als ein Drittel gebracht. Vergegenwärtigen wir uns kurz das Gesamtergebnis der Fliegerkämpfe in den 13 Monaten seit September 1915. Es gingen an Flugzeugen verloren: zusammen 145 565 710 Ein Heldenliev in trockenen Ziffern füe unsere Flieger! 145:565— das ist ein Verhälints von nahezu 1:4 zu unseren Gunsten. Der Feind verlor im letzten Monat fast soviel Flugzeuge, wie wir in 13 Monaten eingebüßt haben. Fortsetzung folgt Deutscher Kriegsbericht Großeo Hauptquartier, 11. Oktober 1916 Westlicher Kriegsschauplatz In einzelnen Abschnitten der Armee des Generalfeldmarschalls Herzog Albrecht v. Württemberg und auf der Artois=Frout der Heeresgruppe Krouprinz Rupprecht v. Bayern entfalteten die Engländer wieder lebhafte Patrouillen= tätigkeit. An der Schlachtfront an der Somme folgten dem starken, weit über die Ancre nach Norden übergreifenden feindlichen Feuer abends und nachts zahlreiche Teilangriffe, die aus der Linie: Morval—Buchavesnes besonders kräftig wiederholt wurden. Hier hat sich südwestlich von Sailly der Gegner auf schmaler Front in unserer Linie festgesetzt, während er im übrigen durch Feuer und im Nahkampf abgeschlagen wurde. Nordöstlich von Thieppval ist der Kampf um einen kleinen Stützpunkt noch nicht abgeschlossen. Südlich der Somme gelang es den Franzosen nach dem mehrere Tage andauernden Vorbereitungsfeuer in den auf Vermandovillers vorspringenden Bogen unserer Stellung! einzudringen und unsere Truppen auf die vorbereitete, den Bogen abschließende Linie zurückzudrängen. In der aufgegebenen Stellung liegen die Höhen Genermont und Bovent. Unsere Flieger schossen 4 Flugzeuge hinter der feindlichen Linie, 4 hinter unserer Linie ab. Front des Deutschen Kronprinzen Bei Prunay(südöstlich von Reims) stieß eine deutsche Erkundungsabteilung bis in den dritten französischen Graben vor und machte Gefangene. Die bereits in den letzten Tagen erhöhte Feuertätigkeit im Maasgebiet nahm östlich des Flusses zeitweise noch zu. Abends kam es zu kurzen Handgranaten=Kämpfen im Abschnitte von Thiaumont—Fleury. Ostlich von Fleury wurde ein französischer Vorstoß abgewiesen Oestlicher Kriegsschauplatz Von beiden Fronten nichts Neues. ont in Siebenbürgen Im Maros=Tale leistete der Feind noch zähen Widerstand. Im Görzeny=Tale und nordöstlich von Parajd gab er erneut nach. Oestlich von Osik=Szereda und weiter südlich im Alttale wurde er geworfen. Die Verfolgung der bei Kronstadt(Brasso) geschlagenen rumänischen 2. Armee wurde fortgesetzt. Balkan Kriegsschauplatz Front des Generalseldmarschalls von mackensen. An der Donau in der Dobrudscha keine Ereignisse. Unsere Flieger=Geschwader bombardierten mit Erfolg Truppen=Verkehr bei Constantza. Macedonische Front Neben stellenweisen lebhaften Feuerkämpfen kam es an der Czerna, an der Nidze=Planina und in Gegend von Ljimmica zu ergebnislosen feindlichen Vorstößen. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff Aus der Heimat— für die Heimat 5 über angemessene Sänglingspflege hat der preußische Minister des Innern einen neuen Erlaß an die ihm nachgeordneten Behörden gerichtet. In dem Erlaß wird darauf Minden, 10 Okt. Das große Los der RotenKreuz=Lotterie ist auf Nr. 46 666 nach hier gefallen. Wie die„Mind. Ztg.“ erfährt, ist ein kaufmännischer Angestellter der glückliche Gewinner. Stinn nute guram. Paderborn, 10. Okt. Ein schweres Unglück, das hingewiesen, daß die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeitz zwei Menschenleben kostete, ereignete sich in der Nähe der und die Gesunderhaltung, der heranwachsenden Jugend des 1 Almebrücke. Eine Anzahl jugendlicher Rottenarbeiter ging den. Eines der Mitel, um hierin Wandel au schafen, It 1— Lchmellzusg Höm=sheiwpsg fuhr bei Paderhorn in eine Nrie Belehrung der schulentlassenen weiblichen Jugend und der I Nachtschnellzug Köln=Leipzig fuhr bei Pe ungen Mütter durch öffentliche Vorträge und ähnliche Ver= i beitergruppe. Zwei Arbeiter wurden getötet. durch den infolge des Krieges entstandenen Verlust von Hunderttausenden blühender Männer größte Bedeutung gewonnen hat. Unter den zur Besserung dieser Verhältnisse erforderlichen Maßnahmen, ist von besonderer Wichtigkeit die Ausbildung der weiblichen Jugend in den Grundsätzen der Säuglings= und Kleintinderpflege, da gerade die mangelhaften Kenntnisse vieler Mütter hinsichtlich zweckmäßiger Ernährung und Pflege die Ursache für den Tod von Tausenden von Kindern bilden. Eines der Mittel, um hierin Wandel zu schaffen. ist lungenBinneroneh..g und ahmichePr. anstaltungen, wie dies in vielen Orten schon vor dem Kriege mit Erfolg versucht worden ist. Angesichts des Ernstes der Stunde müssen diese Bestrebungen nunmehr ohne Zögern und in allen Bezirken ausgenommen und mit Nachdruck verfolgt werden. Die örtlichen Behörden werden angewiesen, schleunigst Schritte zu tun, um die Ausbildung der reiferen weiblichen Jugend und der Mütter durch Einführung von Lehrgängen in Säuglings= und Kleinkinderpflege, durch Veranstaltung von öffentlichen gemeinverständlichen Vorträgen. Mütterabenden und ähnlichen Maßnahmen zu fördern. Zur Erreikhung dieses Zieles ist es erforderlich, mit dem Roten Kreuz. dem Valerländischen Frauenverein und gleichartigen Wohljahrtsorganisationen wegen Durchführung einer umfassenden Werbung im Sinne der Heranziehung der Frauenwelt in Verbindung zu treten. Weiter sind die Kreisärzte, die Kommunglärzte, Kinderärzte und Arztinnen. Lehrerinnen. Geistliche, Gemeindevorsteher und sonstige geeignete Persönlichkeiten heranzuziehen, um selbst solche Vorträge u übernehmen oder geeignete Personen für diesen Zweck zu gewinnen Von großem Wert wird es sein, im Anschluß an derartige Belehrungen Fiugschriften oder Merkblätter über Säuglings= und Kleinkinderpflege zu verteilen. Der Minister weist hin am die von Schwester Antonie Verwei unter Mitwirkung des Direktors des Kaiserin Auguste Viktoria=Hauses zur Bekämpfung der Säug den Bahndamm entlang, wich dabei einem Güteruge aus. wurde aber von dem fast gleichzeitig durchfahrenden, von Hagen kommenden D=Zug erfaßt, wobei zwei sofort getötet wurden. Der eine. Fr., ist aus Paderborn, der andere soll aus Verne sein. Die übrigen kamen mit dem Schrecken davon. Haltern, 10. Okt.(Durch Schüsse verletzt.) In der Nähe der Blockstation Boerste wurden gestern abend der Bahnarbeiter Maibaum und der Landwirt Goos durch Gewehrschüsse verletzt. Als Täter wuren zwei Knechte ermittelt. Sie waren, wie sie angeben, auf der Verfolgung von zwei Einbrechern begriffen und hätten in der Dunkelheit die Erstgenannten für die Gesuchten gehalten. Die Angeschossenen, beide im benachbarten Sinsen wohnhaft, wurden ins Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr besteht nicht. Dieringhausen, 10. Okt.(Zwischen die Puffer.) Durch Unvorsichtigkeit geriet im hiesigen Bahnhof ein Laufbursche der Firma Steinmetz, die hier die Bahnhofsumbauten ausführt, mit dem Kopf zwischen die Pufser zweien Wagen. Der Tod trat sofort ein. Bochum, 10. Okt.(Ein interessanter Prozeß.) Die Magdeburger Bergwerks=Aktiengesellschaft betreibt im benachbarten Röhlinghausen Bergbau. Die Folge davon war, daß die katholische Kirche Risse und sonstige Schäden davontrug. Die Kirchengemeinde verlangte im Klagewege chadenersatz in Höhe von 30 000 Mark. Die Beklagte wandte Auguste Hulbeia=hamfer In Gelamösting der Gungtinger Schauenenlagmeeneernurrr sterblichkett im Deutschen Reiche in Eharlottenburg. Profesior; dagegen ein, daß die Klägerin bei Errichtung der Kirche in Dr. Langstein, herausgegebene Säuglingssibel, die im Ver den Jahren 1902 bis 1912 die von dem Bergbau drohenden lage von Julius Springer. Berlin W. 9. Linkstraße 23, bei l Gefahren wohl habe voraussehen können und müssen und Abnahme von mindestens 100 Stück zum Preise von 1 doch bei dem Bau nicht die erforderliche Sorgfalt aufge60 Pfennig für das Einzelheft, zu beziehen ist. wendet habe, wezyalb nach§ 150 des Allgemeinen Preuß. * Dlenächsten Sprechstunden der gemein Berggesetzes der Schadenersatzanspruch hinfällig werde. Das nützigen Rechtsauskunftsstelle(für Minderbemittelte) 1 Landgericht Essen verurteilte die beklagte Gesellschaft zur finden am Freitag, 13. Okt. statt, und zwar vorm. von 10¼ Zaylung von 8500 Mark und wies im übrigen die Klage ab. bis 12 Uhr in Pr. Oldenvorf bei Gastw. Nordsieck und; Hiergegen legten beide Parteien Berufung beim Oberlandesnachm. von 3—6 Uhr in Lübdecke bei Gastwirt Spilker. gericht Hamm ein, das mit dem Urteil vom 21. März 1916 eergann kostenlos. sür gerechtserigt anertannten 10. Okt.(Schuhm Die Stimmung in England. Amsterdam, 11. Ottober. Der Londoner internationale „Leogue" veroffentlicht eine Kundgebung gegen Lloyd Georges jüngste Auslassung, die die völlige Vernichtung Deutschlands als Kriegsziel Das Mauifest erkläut es für Unsinn, ein Volk von 70 Millionen vernichten zu wollen. Das e#glische Volk werde sich zu einem angemessenen Frieden here##t finden, sobald die Deutschen an der allgemeinen euronäischen Abrüstung und an der Schlichtung aller Streitigkeiten zwischen den Völkern durch Schiensgericht teilnehmen würden. Wieder einmal vergessen! Graf Roedern hat am Sonnabend dem Hanshaltsausschuß des Reichstages das Ergebris der fünften Kelegsanleihe veikündet. Er dmnku dabet allen denen, die mitgewirkt uu dem stollen Erfolge, der Resche###ank, den Flnanzverwaltungen, den Beamten, Geistlichen, Lehrern usw. Die Presse ist aber auch olesmal vergessen worden. Jeder Leser weiß es: Wie yat sie gewiirkt, daß auch dem Begriffsstutzigsten das Verständnis dessen aufging, was auf dem Spiele stand. Wie unermüdlich hat sie dem Volke das Pflichtgeboi eingeprägt, auch den letzten versügbaren Scheif zur Sammelstelle zu tragen. Tagtäglich hat sie dieselbe Mahnung gepredtot, immer in neuen Formen und dringlichen Einkleidungen. Ihre Federn und ihre E#findungsgabe. ihr Papter und ihre Druckerschwärze hat sie steudig und selbstlos dem großen Zwecke geopsert. Nicht um eines steundlichen Wortes des Grasen Noedern willen, sondern aus lief innerlichem Drange und vaterländischem Bflichtgefühl. Sie wird es notürlich auch seiner tun, so oit es nötig ist. trotzdem Graf Rordern dem Mohren, der eine Schuldigkeit getan, die kalte Schulter gezeigt hat. Aber was sie nicht vergessen kann, das ist, daß sie verzessen wurde. erfahren, hat das stellvertretende Generalkommando durch Rundschreiben an sämtliche Pollzeibehörden des Korpsbezirks angeordnet, daß den Mitgliedern der Jugendkompanten, welche von ihrer Wohnung bis zum regelmäßigen Versammlungsort der Kompante einen Anmarsch von über drei Kllometer haben, auf Antrag die Benutzung der Fahrradbereifung dafür zu gestatten ist. Die gleiche Berechtigung sollen ferner zwei Jungmannen jeder Kompanie auch währent der Uebungen haben, jedoch sind dazu möglichst solche junge Leute auszuwählen, denen die Genehmigung zur Benutzung der Fahrradbereifung bereits aus anderen Gründen erteilt worden ist. Den Jugendkompanl Führern und Leitern wird die Verwendung der Fahrradbereisung grundsätzlich gestattet. Schröttinghausen, 6 Oktober. Sparsamkeit im Krieae. Die Landwitte und Bauirn trachten jetzt am eifrigsten nach der Elnbringung der Kartoffeln. Zum größten Tell sind die Kartoffeln schon der Erde entnommen, viele werden heutzutage schon mit Kartoffelrodemaschinen aus dem Boden geholt. Die zurückgebliebenen Kartosselranken, welche in Friedenszeiten einfach zusammen geworsen und verbrannt wurden, werden jetzt zu großen Haufen gesammelt und dienen nach längerem Zeitraum dem Landwirt als Streuund Düngemittel. Büttendorf, S. Oktober. Hohes Alter. Die älteste Person unserer Gemeinde, die Frau Witwe Brockmeier, ist am 3. Oktober gestorben. Die hochbetagte Frau hat ein Alter von 1011/ Jahren erreicht. Bielefeld, 9. Okrober. Landgerichtspräsident a. D. Barre ist nach einem Kranksein von wenigen Tagen gestern im Alter von 73 Jahren verschieden. Bückeburg, 10. Oktober. Der Fürst hat angeordnet, daß alles in den Fürstlichen Forsten des Landes geschossene Reh= und Schwa#wll im Lande bleibt und durch Vermittelung des Ministeriums der Bevölkerung nutzbar 1 gemacht wird. Beckum, 7. Okt. Von einem Tiger vorletzt. Gestern nachmittag machte sich ein Schulknabe, während die Wagen des Holzmüller'schen Menagerle=Zirkus am Bahnhof ausgeladen wurde, in einem unbewahren Augenblick an einem Wagen zu schaffen, worin ein Tiaer untergebracht war. Neuglerig, wie Kinder sind, machte er eine kleine Klappe am Wagen auf und schaute hinein, was ihm aber schlecht bekam, da der Tiger den Knaben plötzlich mit seinen Krallen durch das Gesicht fuhr und kym erbedliche Verletzungen 1 beibrachte. Auch ein Ause wurde berletzt. Osnubrück, 9. Oktoder. Zwei Ehenaar= sehr ungleichen Altere schlossen hier in den letzten Tagen den Bund füre Lehen. In dem einen Falle führte ein 68 jähr Eisenbahnbeemter a. D seine 19jährige Braut he'm, im anderen Falle war der Bräuttem, ehenfalls Eisenbahn= beamter, 62. die Bean 22 Jchie alt. Delmold, 10. Okt.(Wieder die Bodenluke.) Ein dauerlicher Unfall ereignete sich auf dem Hofe des Landris Heinrich Nolting in Struchtrup. Ein Soldat aus der sigen Garnison war bei dem Genannten auf dem Boden chäftigt. Er kam hierbei der Bodenluke zu nahe und siel tunter. Ein schwerer Wirbelbruch war die Folge des ures. Auf dem Transport zum Krankenhause starb der dauernswerte; er hinterläßt Frau und fünf Kinder. Münster. 10 raßenraubes ver ter Mito Bogun Juni in Oelde aße überfallen und um 70 Mark beraubt hatte, zu vier en Ar Gelsenkirchen, 10. Okt. meistertag.) Unter bemerkenswert großer Teilnahme fand hier der Obermeistertag der westfälischen Schuhmacher=Innung statt, an dem als Vertreter des Bekleidungsamts in Münster Hauptmann Janssen vom Generalkommando des 7. Armeekorps teilnahm. Nach einem kurzen Bericht des Vorsitzenden Rettig(Münster) über die Tätigkeit des Verbands=Vorstandes in der Lederfrage seit der letzten Konferenz, die im Februar ds. Is. in Münster stattgefunden hat, begannen die eigentlichen Verhandlungen, die sich hauptsächlich auf Militärarbeit. Preistarif und Lederkarte erstreckten. Nach den Erklärungen des Hauptmanns Janssen hat das Bekleidungsamt stets großen Wert darauf gelegt, dem Handwerk Aufträge zuzuführen, dies solle auch in den nächsten Monaten beibehalten werden. Die Anfertigung von Kaval= leriestiefeln sei jetzt auch freigegeben worden. Bei Besprechung der Lederkarte wurde darauf hingewiesen, daß die Kontrolle bei den Angaben schärfer gehandhabt werden müßte. Der Preistarif ist kürzlich auf einer Tagung der Handwerkskammern wie folgt festgesetzt worden: Herrensohlen mit Absätzen: Dicke 3½ Millimeter 6.00 Mk. 4½ Millimeter 6.80 5½ Millimeter 7.60 Mt., genäht je 75 Pfg. mehr; Damensohlen mit Absätzen: 4.50 Mk., 5 Mt., 5.50 Mk. genäht je 50 Pfg. mehr. Diese Preisjestsetzung ist dem Generalkommanso vorgelegt. Es wurde bekannt gegeben, daß die Lohgerber jeden Monat für 750 Mk. nicht beschlagnahmtes Leder freihändig den Schuhmachern verkaufen können. Letztere klagen aber darüber, daß sie dieses Leder für teures Geld von Händlern und Fabriken als„Auslandsleder“ erhielten. Der Verbandsvorstand wurde daher beauftragt, beim Kriegsbekleidungsamt, beim Generalkommando und beim Kriegsministerium in einer Eingabe dahin vorstellig zu werden, daß dieses 750 Mk.=Leder unmittelbar den Schuhmachern verkauft werden solle, daß ferner die Lederabfälle, die das Bekleidungsamt nur an Innungen abgebe, auch wenigstens an die kleinen Schuhmacher zu billgen Preisen verabfolgt würden. Essen, 10. Okt. Mit welchen tollen Schwindel. nachrichten das französische Volk irregeführt wird, zeigt die folgende Havasmeldung:„Wie verlautet, haben die beiden französischen Flieger am 23. September in Essen bedeutenden Schaden angerichtet. Die Stadt bleibt isoliert, bis die Spuren der Zerstörung wieder verschwunden sind.“ Entweder hat die offizielle Telegraphenagentur sich die Meldung aus den Fingern gesogen oder sie ist von Spionen angelogen worden. Wie denkt man sich die Isolierung einer Halbmillionenstadt von der Ausdehnung der Industriestadt Cssen, ohne daß auch nur eine Kompagnie Soldaten dazu ausgewandt wird? Sarstedt, 10. Okt. Großen Schaden hat der Schäfereibesitzer Behmann in Giften erlitten. In der Nacht zum 5. ds. Mts. ist bei ihm eine Herde Hammel ausgebrochen, t von denen 65 Stück durch den Schnellzug überfahren wurden. Wesel, 9. Okt.(Erfolge der Kriegsanleiye.) Am hiesigen Königlichen Gymnasium mit Reatschule haben Schüler durch ihre Werbetätigkeit in der Stadt und Umgegend von Wesel auf die 5. Kriegsanleihe Zeichnungen im Gesamtbetrage von 117 800 Mk. zusammengebracht. An der Anstalt selbst wurden 22600 Mk. gezeichnet. Besonders lobend ist die rührige Tätigkeit eines Untertertianers zu erwähnen, der allein Zeichnungen über 40000 Mt. vorlegen konnte Brannschweig, 8. Okt.(Ergebnisse der Kriegsanleihe.) Bei der Reichsbankstelle in Braunschweig und “ d e n m i t i h r a b r e c h n e n d e n V e r m i t t l u n g s s t e l l e n( B a n k e n, " Bankiers. Sparkassen usw.) sind auf die neue Kriegsanleihe 1 46 196 500 Mk. gezeichnet worden. In demselben Bezirk betrug die Zeichnung auf die erste Kriegsanleihe 17 473 600 Mk., auf die zweite 49 690 400 Mk., auf die dritte 64 215 600 Monaten Gefängnis. das hiesige Schwurge einen geborenen Kroaten, der am 4 Mk. und auf die vierte Kriegsanleihe 55 506 500 Mt. Die Italiener Bartanje aus össentlicher 1 bei den Postanstalten und einem großen Teile der Kreditgenossenschaft eingelaufenen Zeichnungen sind in den obigen Beträgen nicht enthalten. Dic Bevölkerungsfrage. Von Professor Wittschewsky=Berlin. Die Bevölkerungsfrage ist Gegenstand ernster Erwägungen in den Kreisen, die der gedeihlichen zutünftigen Entwicklung von Volk und Vaterland Nachdenken und Arbeit zu widmen gewohnt sind. Daß das trotz des trieges geschieht, dessen ungeheuerliches Wüten für die Beschäftigung mit Dingen von nicht unmittelbarer Bedeutung eigentlich kaum noch Raum läßt, kann als Beweis ür die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Angelegenheit getten. Die Frage selbst steht freilich schon seit längerer Zeit auf der Tagesordnung, seine eifrige Behandlung ist übe gerade durch den Krieg uns nahegelegt worden. Die mu derbare Stärke der deutschen Heeresmacht beruht, von ideren Ursachen der Leistungsfähigkeit abgesehen, in den gewaltigen Truppenmassen, die wir in schier unerschöpflicher Fülle fortlaufend immer wieder den Feinden entgegenzustellen imstande sind. Herzinnige Dankesgefühle müssen uns erfüllen, daß die Volkszahl in Deutschland im Laufe eines Menschenalters mit Riesenschritten sich vergrößert hat. Wäre die Bevölkerung auf dem Stande von 1870 verblieben, so hätten wir vielleicht nicht die Hälfte der jetzt aufgebotenen Mannschaften zur Verteidigung des Vaterlandes aufrusen können. Wie verzweifelt solchenfalls das Ringen um unser Dasein gegenüber dem Ansturm der seindlichen Millionenheere sich gestaltet hätte, bedarf keiner Erläuterung. Schon diese eine Tatsache legt uns die vaterländische Pflicht auf, nach Kräften auf das weitere Wachstum der Volkszahl hinzuwirken. Über die Wege, welche hierzu einzuschlagen sind, hat in den Kriegsparlamenten eine eingehende Aussprache stattgefunden und eine Reichstagskommission wird die einschlägigen Fragen demnächst weiter bearbeiten. Jede Lösung der Bevölkerungsfrage hat davon auszugehen, daß die Hemnungen im Wachstum der Bevölkerung zu beseitigen und die Antriebe zu ihrer Vermehrung zu begünstigen sind. Die Aufgabe wäre einfach, wenn es sich nicht um willensfreie Menschen handelte. Die Bevölkerungspolitik wird eine Reihe von Mitteln anwenden müssen, durch das ohne direkte Beeinflussung der einzelnen Persönlichkeiten die Wege und Ziele im Sinne der Allgemeinheit geebnet werden. Im Mittelpunkt solcher Bestrebungen zur Förderung des Volkswachstums wird immerdar die Steigerung der Geburtenzahl stehen, wozu das stärkste Fundament in der Vermehrung der Eheschließungen gegeben ist. Von diesem Punkte gehen die Besorgnisse derer aus, welche aus nationalen Gründen eine fortschreitende Zunahme der Bevölkerung für eine dringende Notwendigkeit halten, an diesem Punkte muß auch der Hebel in erster Linie einsetzen, um zu verhüten, daß das Wachstum der Bevölkerung sich verlangsamt. Weshalb die Abneigung gegen die Gründung eines eigenen Hausstandes in neuerer Zeit so bedenklich um sich gegriffen hat, beantwortet sich unschwer durch den Hinweis auf die gesteigerten Kosten der Lebenshaltung. Natürlich gibt es auch eine stattliche Anzahl von jüngeren Leuten, denen ihre materiellen Verhältnisse sehr wohl gestatten würden, in den Ehestand einzutreten, die aber aus Neigung zu ungebundenem Wohlleben sich nicht entschließen können, den Ehezwang auf sich zu nehmen. Die grote Mehrheit der ledig gebliebenen Männer ist jedoch keineswegs eheschen, sondern glaubt im Hinblick auf ihre Einkünfte die Bedürfnisse des eigenen Haushalts nicht bestreiten zu können. Manche mogen zu dieser Anschauung hauptsächlich durch übertriebene Ansprüche an ihren persönlichen Lebensaufwand verleitet sein; ihnen wird mit obrigleitlichen Bekehrungsversuchen schwer beizukommen sein. Für unzählige Männer bildet aber den Ausschlag für ihren Verzicht auf eine Eheschließung einzig die wirtschaftlich ungünstige oder unsichere Lage. Kann diesen Personen die Möglichkeit geboten werden, eine bescheiden zugeschnittene Ehe einzugehen, so eröffnet sich die erfreuliche Aussicht auf eine willkommene Vergrößerung der Kinderzahl und demgemäß weiterhin auf einen Zuwachs der Bevölkerung. Das Volkswachstum stehl also in engem Zusammenhange mit der wirtschaftlichen Stärke der Nation. Der Nahrungsspielraum muß groß genug sein, um auch bei fortgesetzter Vermehrung der Volkszahl einen angemessenen Lebensunterhalt zu gewähren. Andernfalls wird ein Teil der Landeskinder wie Deutschland zu seinem Nachteil in früheren Zeiten es erlebt hat— zur Auswanderung veranlaßt oder es bilden sich Zustände heraus, unter denen ein wirtschaftlicher und kultureller Rückgang platzgreift. Denn die gegen früher unveränderte Ernährungsdecke muß ummehr für viel mehr Menschen ausreichen. Stellen wir als Zielpmnkt der Bevölterungsfrage das Volkswachstum ein, so muß dayer die Wirtschaftspolitik nach den Grundsätzen veranlagt werden, die gen gesunden Fortschritt auf allen Gebieten der nationalen Arbeit verbürgen. Die Vermehru## der Bevölkerung ist abhängig nicht nur von den einzelnen Persänlichkeiten, sondern auch vom wirtschaftlichen Können des ganzen Landes. In der erfolgreichen Erweiterung des Nahrungsspielraums liegt die stärkste Triebtraft zur Steigerung der Volkszahl. 0 Dora Duncker. In Berlin starb im Alter von 61 Jahren die bekannte Romanschriftstellerin Dora Duniker. — In Seoul starb der deutsche Komponist der japanischen Nationalhymne, Franz Eckert. Er kam als Zivilmusiker nach Japan, wo er Stellung in einer Militärkapelle erhielt. Schließlich wurde er Leiter der Hofkapelle zu Tokio. Der Krieg hatte seine Stelle unberührt gelassen. ∆ Parlamentswahl in den Schützengräben. Kanadische Soldaten, die an der Somme stehen, haben dieser Tage als Wähler an einer Parlamentswahl teilgenommen. Die Wahl galt für Britisch Columbia, und die Kanadier wollten zeigen, daß ihr bürgerliches und politisches Lehen auch durch den Krieg nicht unterbrochen werden könne. Die Wahlurne stand auf einem Automobil, das mit den Mitgliedern des Wahlbnreaus längs der ganzen Front spazieren fuhr Die wahlberechtigten Krieger gaben ihre Stimmzettel ab und kehrten dann in die Kampflinie zurück 5 Schweizerisches Ständchen für Deutsche und Frauzosen. Dieser Tage begab sich die Musikkapelle des in Bonsol stationierten schweizerischen Regiments nach dem Landzipfel an der Grenze des Oberelsaß. Dort spielte ne einige Stücke und, da dort die Schützengräben der beiden kämpfenden Parteien beinahe zusammenstoßen, konnten die im Felde stehenden französischen und deutschen Krieger ein Konzert genießen. Sie haben auch auf beiden Seiten mächtig Beifall gespendet, und es war ein ergreisender Augenblick, als aus beiden Graben das Bravorusen hervorbrach. Bekanntmachung Nach Mitteilung des Herrn Mitisters des Innern gehen dort sowohl wie im Kriegsministerium, Generalkommanbo oder der Königlichen Regierung fortgesetzt Gesuche um Bewilligung der Familienunterstützung oder Aufhebung der darin ergangenen Bescheide ein. Sämtliche Gesuche werden aber an die Lieferungsverbände, das find die Kreise, wieder abgegeben, da dieselben nach§ 6 des Gesetzes vom 28. Februar 1888 nur allein zuständig sind und dessen Entscheidung endgültig ist. Dasselbe gilt auch von den Gesuchen um Kriegswochenhilfe. Es ist daher zwecklos, Gesuche dieser Art an die höheren Staats= oder Militärbehörden zu richten, wodurch die Behandlung der Gesuche, bei der Beschleunigung geboten ist, oft unerwüuschte Verzögerungen erleidet und den höheren Behörden nur unnötige Arbeit verursacht wird. Der Vorsttzende des Lieferungsverbandes des Kreises Lübbecke Freiherr v. Ledebur, Landrat Da verschiedene Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind, wird folgendes angeordnet: 1. Die Butter=Aufkaufsstellen haben den Butter=Lieferern über die gelieferte Menge Quittung zu erteilen. 2. Die Butter=Lieferer haben die Quittungen aufzubewahren und der Polizeibehörde auf Verlangen vorzuzeigen. 3. Zuwiderhandlungen werden mit der gesetzlichen Strafe belegt. Lübbecke, 9. Oktober 1916 Der Kreisausschuß Freiherr von Ledebur, Landrat Volhe- und Kriegewirtschaft. X Höchstpreise für Apfel. Nach einer neuen Verork darf der Preis für Apfel aus der Ernte 1916 einschließlie Der Kaufmann Kettler in Levern kommt als Buttersammelstelle für den Amtbezirk Levern in Fortfall. An deren Stelle tritt der Kaufmann Steaemöller in Levern. Lübbecke, 9. Oktober 1916 Der Landrat. Frhr. v. Ledebur Viehverkaufs-Genossenschaft Dielingen Es können noch einige angemeldet werden, wofür sofort Mais geliefert werden kann. Lieferung Oktober—Januar. Todes-Anzeige Heute erhielt ich von seinem Leutnant und Kompanieführer die tieferschütternde Nachricht, dass mein innigstgeliebter Mann, meiner zwei Kinder treusorgender Vater, unser lieber Sohn, Neffe, Schwiegersohn, Brudor und Schwager, der Musketier Wilhelm Voltermann 11. Komp. Inftr.-Regt. 136 im Alter von 36 Jahren den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat. Im Namen aller tieftraurigen Angehörigen Frau Lina Voltermann geb. Schäper nehat Kindern. Megerhöfen, Hunteburg, 10. Oktober 1916 Es ist bestimmt in Gottes Rat, Dass man vom Liebsten was man hat, Muss scheiden! Bürolehrling mit guter Handschrift für das Amtsbüro gesucht. Meldung mit Schulzeugnis beim Unterzeichneten. Dielingen, 11. Oktober 1916 Der Amtmann J. V.: Zell Aepfel kanfe ich zu höchsten Tages. preisen. Sie können täglich in meiner Wohnung abgeliefert werden. Fr. Pottkamp, Pr. Oldendor jeden Alters werden für die Arbeiten am Ems=Weser=Kanal bei Hedem gesucht. 5 Anmeldungen haben bei dem Vorarbeiter W. Bullriede in Alswede bei Nr. 25 zu erfolgen. Minden, 7. Okt. 1916 Königliches Wasserbauamt 11 Pflaumensteine Bucheckern Walnüsse zur Oelgewinnung kann jede Menge gebrauche. Heinr. Kröger, Pr. Oldendorf Mechantsche Oelpresserei für gepflückte nicht übersteigen. Diese Preise erhöhen sich vom 18. Oktober ab beim Verkaufe durch den Kleinhandel an den Verbraucher um 5 Mark für den Zentner. Ausgenommen von dieser Preisvorschrift sind Tafeläpfel. Als Tafeläpfel gelten ausschließlich gepflückte, sortierte und in festen Gefäßen verpackte Apfel. Wo gepflückte und sortierte Apfel, die als Tafeläpfel Verwendung finden, ohne besondere Verpackung ortsüblich in Kähnen verladen werden, kann die untere Verwaltungsbehörde diese ausaahmsweise als Tafeläpfel anerkannen. Auf aus dem Auslande eingeführte Apfel finden diese Vorschriften keine Anwendung. * Regelung des Verkehrs mit Taba*. Eine neue Verordnung des Bundesrats sucht die Gleichmäßigkeit der Versorgung mit in= und ausländischem Tabak zu gewährleisten, die Preise zu begrenzen und dabei gleichzeitig, soweit es das Interesse der Erzeuger und Verbraucher trgend zuläßt, die bisherigen Wege und Formen der Verkehrsabwicklung aufcechizuerhalten. Als Zentralstellen der Versorgung sind zwei Gesellschaften, die Deutsch= Tabakhandelsgesellschaft 1916 m. b. H. in Bremen, und die Deutsche Tabathandelsgesellschaft 1916. Abteilung Inland, m. b. H. in Mannheim errichtet worden. In den Gesellschaften sind alle Tabakinteressentengruppen— von den Pflanzern bis zum Kleinhandel— vertreten; das Allgemeininteresse wird durch Kommissare des Reichskanzlers wahrgenommen, gegen deren Einspruch kein Beschluß eines Gesellschaftsorgans ausgeführt werden darf. Für die Auslandgesellschaft sind die Vorräte an unbearbeiteten und bearbeiteten Tabakblättern ausländischer Herkunft(mit Ausnahme der ortentalischen) beschlagnahmt, für die Inlandsgesellschaft die Verräte an unbearbeiteten und bearbeiteten Tabakblättern inländischer Herkunft, sowie an Tabakrippen, Tabakstengeln und Tabakabfällen von inländischem und ausländischem— auch orientalischem— Tabak. Unter die Beschlagnahme für die Inlandsgesellschaft fällt auch die ganze heimische Tabakernte mit der Trennung vom Boden. Die Hersteller von Tabakerzeugnissen sollen aber ihre Vorräte unter Einhaltung gewisser Höchstmengen verarbeiten dürfen. Bezugsscheine und Richtpreise sind vorgesehen. 5 Heubeschaffung für den Heeresbedarf. Es ist der Heeresverwaltung leider nicht möglich gewesen, ihren Bedarf an Heu aus der neuen Ernte im Wege freihändigen Ankaufs zu decken; vielmehr konnten die militärischen Beschaffungsstellen zu den für sie festgesetzten Preisen nur geringe Mengen Heu erwerben, und schließlich hat der Ankauf fast vollkommen gestockt. Die Besitzer glaubten nämlich, entweder an den für Hen aus der alten Ernte von der Heeresverwaltung gezahlten hohen Preisen festhalten zu können, oder hofften auf spätere noch höhere Preise. Auch manche Händler und private Bedarfsstellen haben sie in dieser Ansicht bestärkt, indem sie vielfach für Heu jeden verlangten Preis zahlten. Die Heeresverwaltung konnte diesen Preistreibereien nicht folgen. Eine einmalige Erhöhung der von ihr zu zahlenden Preise hätte erfahrungsgemäß bald weitere Preiserhöhungen zur Folge gehabt, die bei der guten Heuernte dieses Jahres in keiner Weise berechtigt gewesen wären. Es ist daher erforderlich, wiederum auf das in der Vergangenheit bereits bewährte Verfahren der Landlieferungen zurückzugreifen. Ein entsprechender Entwurf einer Verordnung liegt dem Bundesrat vor. Umgelegt werden sollen im ganzen 1 Million Tonnen Heu, die sich auf 10 Monate verteilen. Da dieser Betrag nur einen geringen Bruchteil der gesamten diesjährigen Heuernte darstellt, so ist nicht zu befürchten, daß durch die auszuschreibende Landlieferung eine irgendwie erhebliche Belastung der Besitzer eintreten wird. Die Verteilung soll erfolgen nach der Anbauerhebung, einem durchschnittlichen Hektarertrage und unter Berücksichtigung des Eigenbedarfs, der nach dem vorhandenen Bestande an Großvieh berechnet wird. Die in dem Entwurf vorgesehene Preisfestsetzung entspricht den zurzeit handelsüblichen Preisen; Zinsverlust und Schwund werden durch eine angemessene Staffelung berücksichtigt. Selbstverständlich bezieht sich die Preisfestsetzung auch auf das Heu, das auf Grund der Verordnung für das Heer beschafft werden muß; eine allgemeine Festsetzung von Höchstpreisen für Heu ist nicht in Aussicht genommen. 5 Vorsicht bei angeblichem Ersatz für Eier. Die Eierknappheit, die mit dem Nahen des Winters in Küche und Vorratskammer fühlbarer wird, hat erfindungsreiche Fabrikanten aus den Plan gerufen, sich in allerlei Ersatzmitteln zu versuchen. Dabei ist zu bedenken, daß das Hühnerei in seinen für die Ernährung in Betracht kommenden Eigenschaften und in seinem Geschmack künstlich nicht zu ersetzen ist. Wohl aber ist es möglich, diejenigen Eigenschaften des Eies, die es als Beigabe bei der Zubereitung der Speisen wertvoll machen, nämlich die Fähigkeit, zu binden, zu lockern, zu färben, durch gewisse Mischungen einigermaßen nachzuahmen. Wenn die Hausfrau eines der mannigfachen im Handel angebotenen Eiersatzmittel erproben will, so tut sie gut, das Ersatzmittel nicht nur darauf anzusehen, ob es in der Küche den gewünschten Zwea erfüllt, sondern auch darauf, ob es mit Rücksicht auf diesen Zweck nicht zu teuer ist. Aufgabe der Nahrungsmittelkontrolle und der Preisprüfungsstellen wird es sein, durch ihre Aufsicht dafür zu sorgen, daß die Eiersatzmittel aus einwundfreten Rohstoffen hergestellt, von schädlichen oder unerwünschten Beimengungen frei sind und daß sich ihr Preis in angemessenen Grenzen hält. Ein deutlches Mädchen. In empfehle noch markenfreie gelbbraune Schmierseile Erlatz 20 Pfund-Eimer 18 zu Versand nur noch bis zum 23. Oktober gegen Nachnahme nach jeder Bahnstation. E. Balshüsemann. Pr. Oldendorf Fernruf Nr. 40 Eine Wohnung (3 Zimmer nebst Küche und Zubehör mit elektr. Lichtanlage) hat im 2. Stock jetzt oder zum 1. Januar zu vermieten Frau Wwe Höcher. Engershausen Welch Jubel wird die Stadt durchbrausen, Kehrt heim das alte Regiment! Doch manches Herz wird still erbeben, Das einen lieben Toten kennt. O welch ein Treiben in den Straßen, Von allen Dächern Fahnen weh'n, Allüberall ein Grüßen, Winken.— Nur ich, ich werde abseits steh'n. Und wenn der Schall der Jubelklänge Voll Dankbarkeit erftlllt die Luft,— Wird meine Seele still sich beugen Tief über eine serne Gruft. Ach, eine Kugel ist's gewesen. Die hat getroffen ihn und mich, Sie hat durchbohrt zwei treue werzen,— Ein großes, schönes Glück erblich! Mein Liebster hat in fremder Erde Gefunden seine ew'ge Ruh, Und meine sehnsuchtsvolle Trauer, Sie trägt der Heimat Dank ihm zu. Paul Baehr