Kriegs. ehr der in nterliegt in das Vorngen, dem en unsichtlistige VerAuf diese Nachrichten schwersten und seinen erscheint, sland heimor gewarnt gsgefangenlwenden. tSzwecken e Baronin is Alfons n, den ihr sorgezwecke ne geborene bekannten kochter des Schützen. egung zum Schützen der auf rund ochwarzwald Bis gegen ein winterHerzogenZentimeter m Sommer zur Verfüeihre Güllich reichen schen Hauskochen. Die z hat daher eitsätze über ser Leitsätze gnisse auch essenten auf Bonn, Bischüler. Von gung ist eine vorden, deren und deutschen ider Sprachen an I er auf. gens 9 Uhr aufer den. auf dem u einfinden Tageszeitung Erscheint täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn= und Feiertagen Preis ¼ jährlich 2,00 o. ½ jährlich frei ins Haus bei Vorauszahlung 7#, nachher 7,50 K, durch die Post ¼ jährlich 1,58#, mit Bestellgeld 2,00 M Druck, Verlag und verantwortlicher Schriftleiter: Franz Schlüter, Bad Essen Haus bei r. 141 für den Kreis Lübbecke (Amtlicher Anzeiger) Preuß. Oldendorf, Sonntag, 18. Juni 1816 Anzeigen kosten für 45 im Breite(1spaitig) 1 mm Höhe 3 42, Reklamen für 90 mm Breite(2spaltig) 1 mm Höhe 10 Schluß der Anzeigen=Annahme: Mittags des vorhergehenden Tages, größere Anzeigen früher Telegramme:„Taneszeitung, Bad Essen“ Fernrufe Nr. 7 10. Jahrgang Orälidentlchafts-Kampf. (Am Wochenschluß.] Er. Das war ein großer Tag im nordamerikanischen Sinne, als Herr Woodrow Wilson persönlich in Washington einer Flaggentag=Parade, an der sich, wie es heißt, 75000 Männer, Frauen und Kinder beteiligten, voranmarschierte. Es galt der Werbung für#tärkeres Heer und für einestärkere Flotte. Schon das be#ichtie politische Stellung, die Herr Woodrow Wilsonsin der Politik, fern von allen Überlieferungen des demokratischen Programms, angenommen hat. Der demokratische Kongreß hat ihm seine Heeresvorlage abgelehnt; er selbst verabscheut den Krieg und hat gegenüber Mexiko sich mit dem Mittel des wirtschaftlichen Ausblutens, der künstlichen Selbsterwürgung des Landes in ewigen Bürgerkriegen geholfen: trotzdem aber fordert er für die Vereinigten Staaten eine ganz außerordentliche Verstärkung der Wehrmacht. Im voraus wird dadurch angekündigt, daß in dem kommenden Präsidentschafts=Kampfe die alten Begriffe und Gegensätze von„republikanisch" und„demokratisch" nicht mehr ausreichen oder überhaupt nicht Platz finden. Zwar dürfen wir uns, an dem Maßstab der deutschen Parteiverhältnisse, so ungefähr vor Augen stellen, daß die Republikaner etwa die Konservativen und Nationailiberalen darstellen, während die Demokraten drüben etwa unsere fortschrittlich und demokratisch Gesinnten umfassen würden. Eine nationalistische Strömung geht aber durch beide Parteilager so stark hindurch, daß manchmal der Republikaner als in allen Fragen der Machtvolitik Ge##äßigter erscheint und daß anderseits mancher Demokrat in dieser Beziehung wie ein Radikaler wirkt. Etwas ähnlich s haben wir im Zeichen des Imperialismus ja seinerzeit in Eugland erlebt, als der Radikale Ivé Chamberlain plötzlich zu den Konservativen, zu den Tories hinüberschwenkte; und noch viel schlagender wirkt der Vergleich mit dem französischen Parlamentarismus, wenn wir uns darauf besinnen, daß die Links=Radikalen Dekcassé und Clemenceau mit dem verstorbenen König Eduard VII. von England zusammen die kriegerische Einkreisungspolitik gegen Deutschland gemacht, daß sie in auswärtigen Fragen gleiche Bänder und gleiche Kappen getragen haben, wie die flammendsten Revanche=Politiker der nationalistischen Rechten. An jenem Flaggentag in Washington hat der derzeitige Präsident Wilson auch abermals eine Rede gehalten gegen die Deutsch=Amerikaner, indem er von den „Versuchen“ der im Auslande geborenen Amerikaner sprach, gegen die kämpfenden Parteien im Interesse einer fremden Regierung„politische Erpressungen" zu machen. Er hat bekanntlich dann noch hinzugesetzt:„Dem muß ein Ende gemacht werden!" Vorher hatte er schon einmal in dem Lande, das wie keines Ausnahmegesetze verwirft, nach einem„Ausnahmegesetz“ gegen die DeutschAmerikaner gerufen. Nicht mit Unrecht konnte Reuters deutschfeindliches Bureau hieraus folgern, daß der Kampf gegen die DeutschAmerikaner Plante, wo nicht gar Plattform Wilsons im Wahlkampf um seine neue Präsidentschaft werden solle. In allem hat ja Woodrow Wilson so sehr den Standomkt Auf dunklen Pfaden Roman von A. Hottner=Grefe 44 Nachdruck verboten Wenn sie Siegerin blieb im Kampfe gegen jene schwerkranke junge Frau und deren Kind— und Frau Otta zweiselte im innersten Herzen nicht im eine Sekunde, daß ihr dies gelingen werde—, dann war allerdings für Hadmar, ihren Aeltesten, die Bahn frei. Als Majoratsherr von Werbach zählte er zu den begütertsten Adligen des Landes; er war ein König im kleinen, der freie Herr eines ungeheuren Besitzes. Wenn er dann zur Wahl einer Lebensgefährtin schreuen würde, konnte er an die stolzesten Palasttüren anklopsen. jede würde ihm willig geöffnet werden. Also für Hadmar war glänzend gesorgt. Er würde als ein Kind des Gluckes auf der hellsten Sonnenseite des Dasems stehen, wen Ja. wenn Es war Frau Otta, als höre sie von fern hei wieder das Weinen des kleinen Knaben, welcher Ludwig von Wernachs Sohn sein sollte. Aber sie verscheuchte diesen Gedanken tapfer. Weichheiten waren hier nicht am Platzel Wenn das Schicksal mit ihr so hart verjuhr, weshalb sollte nicht auch sie hart und gefühllos werden gegen andere? Frau Otta schauerte zusammen— ein Frost überfiel sie. Es war ihr, als streckte sich aus dem wallenden, grauen Nebel eine Hand nach ihr, welche sie hineinzog in das Ungewisse, Unsichere. Beinahe ahne es zu wissen, klammerie sie sich jester an Graf Steinbachs Arm. „Baronin, Sie sind krank?" fragte er mit einem besorgten Blick in ihr jahles Gesicht.„Sie haben zuoiel durchgemacht heute und geltern!“ Er sprach die letzten Worte mit schwerer Beionung. Sie nickt nur. In diesem Augenblick hieß es, sie mußte diesem Manne, welcher so treulich an ihr bing, eine Auftlarung geben über ihr seltsames Gevaren in dem Schunpen. Sie mußte ihm zu erklaren suchen, was ihr der Republikaner, ja, in dem Kampf gegen die DeutschAmerikaner hat er sogar so sehr die früheren Schlagworte seines Gegners Theodore Roosevelt angenommen, daß ein demokratisches Wahlprogramm für ihn kaum noch zu finden ist. Man könnte also folgern: daß jetzt nur noch republikanische Präsidentschafts=Kandidaten zur Wahl stehen. Wenn wir uns nun nach dem einzigen Nebenbuhler Wilsons im Wahlkampfe, wenn wir uns nach Herrn Evans Hughes umsehen, so läßt sich nicht leugnen, daß dieser bisherige Oberrichter als ein sehr würdiger, ernsthafter, tatkräftiger und eifriger Mann erscheint. Genau, wie einst Wodrow Wilson. Von Hause aus Rechtsanwalt, hat er als Richter das Gemeinwohl gegen die großen Versicherungsgesellschaften so erfolgreich verteidigt, daß ihm alsbald die Bürgermeisterschaft der Stadt Newyork angeboten wurde. Klug=bescheiden lehnte er ab, um wenige Jahre darauf sofort zum Staatsgonverneur von Newyork zu avancieren. Als dann mit dem Präsidenten Wilson die Demokraten wieder ans Ruder kamen, sagte er scheinbar der Politik valet, indem er seine Ernennung zum Richter beim Obersten Bundesgericht annahm. Präsident Wilson glaubte, den gejährlichen Wahlbewerber auf diese Weise für immer losgeworden zu sein; aber siehe da— als soeben der„Ruf“ der Republikaner an Mr. Hughes erging, legte dieser unverzüglich seine hohe Richterstellung nieder und stellte sich„dem Vaterlande" wieder auf politischem Gelände zur Verfügung. Es sind ihrer zwei— und nicht mehr drei Roosevelt hat sich von der Bewerbung um die Präsidentschaft zurückgezogen, als er telephonisch aus Chicago erfuhr, daß sein republikanischer Nebenbuhler, der bisherige Richter am Obersten Bundesgericht, Herr Evans Hughes, schon im ersten Wahlgange fast viermal so viel Stimmen erhalten habe, wie er, und daß auch jeder weitere Wahlgang zwar das Verschwinden anderer Wahlbewerber aus den Stimmurnen, aber kein Anwachsen der Stimmen Roosevelts, sondern nur ein stetiges Steigen der Wahlstimmen für Hughes gebracht habe. Diejenigen seiner Freunde, die noch weiter ##r Ian kämpfen wollten, zürnen ihm jetzt aufs heftigste. Allerdings besteht der Verdacht, daß er insgeheim mit der Wahlgruppe Hughes ein Abkommen getroffen habe, dahingehend, daß er um der Einigkeit der Partei willen verzichten wolle, daß er aber dafür nachher, wenn Hughes gewählt werden sollte, von ihm zu seinem Staatssekretär für das Auswärtige gemacht werden solle. Das wäre also der Weg, auf dem einst Wilson und Bryan zur Einigkeit auf dem demokratischen Wahlkongreß vor vier Jahren kamen. Es gibt sogar Nordamerikaner, die da behaupten: Roosevelt habe dies Geheimabkommen vielmehr mit dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Wilson getroffen. Ja, man hält es nicht für ausgeschlossen, daß Roosevelt mut Hughes und mit Wilson solch ein Geheimabkommen hinter der Szene getroffen hat. Nach dern, was er geleistet hat, vor allem: nach dem, was wir von ihm erfahren mußten, können wir eine Wiederwahl Wilsons nicht wünschen. Ob wir aber mit Enans Hugbes nicht aus dem Regen in die Traufe kommen, steht auch noch keineswegs fest. Es kann sein, selbst beinahe noch unerklärlich war. Sonst oerlot sie vielleicht auch diesen Freund und mit tym die Aussicht, welche sich ihr für ihren jüngeren Sohn Erich bot Da war sie schon wieder, diese kühle, berechnende Erwägung! Wenn sie einwilligte, Steinbergs Gattin zu werden, dann konnte sie ihn mit Leichtigkeit bestimmen, sein eigenstes, enormes Besitztum, welches nicht durch strenge Vererbungsgesetze an die Familie Stemnbergs gebunden war, ihrem jüngsten, ihrem Lieblingssohne Erich zu geben. Dann war auch Erich an allererster Stelle Dann hatte sie alle die ungeheuren Opfer nicht umsonst gebracht.— Mit einem scharfen Rück hielt der Wagen vor dem Hauptportal des Schlosses Werbach. Zwei Diener stürzten herbei. Der eine riß den Schlag auf, der andere wollte der Baronin beim Aussteigen helien. Aber Grai Steinberg war bereits herausgesprungen und winkte dem Diener ab. Er selbst faßte nach Ottas Hand und führte sie dann sorgsam und ritterlich die Stusen der breiten, schonen Freitreppe empor, welche nach dem ersten Stock führte. „Sie werden jetzt endlich ruhen wollen, Baronin ich werde mich zurückziehen,“ sagte er, oben angelangt, und blieb stehen. Eine Sekunde lang wai Frau Otta unschlüssig. Ruhen? Nein, das wurde sie wohl kaum können! Aber endlich, endlich allein sein, sich nicht mehr verstellen mussen vor anderen, Fremden. Endlich hören dürten auf die eine gewaltige Stimme in ihrer Seele, die immer wieder aufschrie in einem wilden, grausamen Schmerz. Ludwig ist tot! Eo ist alles voruber für alle Zeit! Aber als Frau Otta aufblickte, da sab sie mieder die stumme Frage in den Augen Steinbergs. „Kommen Sie, Gras,“ sagte sie und schritt ehm voran nach ihrem kleinen Salon.„Ich bin Ihnen eine Erklarung schuldig, und ich will sie Ihnen geben!“ Sie waren allein in dem lauschigen Gemach, welches mit seinem herrlichen Pflanzenschmna, den weichen Seidensantentls und schonen Teppichen so recht ein Rahmen daß der richterlich gerechte Mr. Hughens nicht so rechthaberisch und verrannt ist, wie der derzeitige Präsident; es kann sein, daß er den Begriff der Neutralität unparteiischer auslegt und daß er gleichmäßig Sprüche der Gerechtigkeit verteilt zwischen Englisch=Amerikanern und Deutsch=Amerikanern. Aber es kann auch sein, daß er in der auswärtigen Politik den nordamerikanischen Egoismus mit stärkeren Mitteln versicht. Auch wenn daher die Deutsch=Amerikaner auf jeden Fall begreiflicherweise gegen Wilson stehen, dürfen wir im Reiche doch dem nordamerikanischen Präsidentschafts=Kampfe mit ziemlicher Kühle zuschauen. Nur auf eine heitere und nach nordamerikanischen Begriffen höchst seltsame Gegensätzlichkeit zwischen Wilson und Hughes und zwischen den beiden vorausbestimmten Vizepräsidenten Marshall und Fairbanks erlauben wir uns zum Schluß hinzuweisen: Die beiden demokratischen Wahlbewerber, Wilson und Marshall, sind nach englischer Sitte bartlos: die beiden Republikaner Hughes und Fairbanks dagegen tragen— shocking— einen kräftigen Backenbart. Über diese beiden Backenbärte beginnt sich bereits leichter Unmut und tiessinniges Philosophieren in der nordamerikanischen Presse zu erheben. So etwas ist noch gar nicht dagewesen! Es ist in allem Ernst nicht ausgeschlossen, daß diese beiden Backenbärte Herrn Hughes und Herrn Fairbanks Zehntausende von Wählerstimmen kosten. Das Weltkind in der Mitte ist auch in dieser Bartfrage Teddy Roosevelt. Herr Roosevelt trägt bekanntlich— einen Schnurrbart. Er steht also„in der Mitte“ zwischen Hughes und Wilson. Und er hat vielleicht auch daher das Recht geschöpft, heimlich mit beiden zu verhandeln. Oolitische Rundschau. Deutsches Reich * Über die Milderung der Zeufur hat sich der Reichskanzler in einem Schretben ausgesprochen, das er auf eine Eingabe an den Reichsverband der deutschen Presse gerichtet hat. Herr v. Bethmann Hollweg schreibt, er verkenne die Berechtigung der Hinweise auf die Mißstände bei Handhabung der Zensur nicht. Dann heißt es weiter: Maßnahmen der Zensur außerhalb des rein militärischen Gebietes kann ich nur insofern als wünschenswert ansehen, als sie dem obersten Zwecke, dem wir alle dienen, der siegreichen Durchführung des Krieges, nützen. Eine unbeschränkte Freigabe der sogenannten Kriegsziele kann ick zu meinem Bedauern noch nicht in Aussicht stellen, dock entspricht es durchaus meinen Wünschen, wenn auch au diesem Gebiete die Zensur milde gehandhabt wird. Zun Schluß stellt der Kanzler dem Reichsverband anheim etwaige praktische Vorschläge zur Milderung der Zensur der Reichskanzlei einzureichen. * Die bessere Ausgestaltung der Arbeitsvermittlung die der Reichstag bereits in seiner Resolution vom 20. Mär1915 befürwortet hat, will eine Bundesratsverordnung fördern, die soeben ergangen ist. Nach dieser Verordnung können die Landeszentralbehörden oder die von ihnen be zeichneten Behörden Gemeinden oder Gemeindeverbändwar für eine verwöhnte Frau von seinem Geschmack, Otta wars den Mantel und das Hülchen aus den nächsten Stuhl. Dann trat sie dicht vor Steinberg, der wie wartend neben dem reichgeschnitzten Schreibtisch stand. „Sie werden mich fragen. Graf,“ sagte Otta rasch und ohne viel zu überlegen,„was iih heute vormittag in Ihrem Schuppen, in Ihrem Kasten und mit Ihrem Pelz tat? Ich sehe es ein, daß ich Ihnen eine Aufklärung schuldig bin, und ich möchte Sie nur um eins bitten versuchen Sie es, sich in mich hineinzudenken! Versuchen Sie es, mein Tun zu begreisen!" „Otta!“ Er sagte sonst nichts. Aber sie wußte, daß sie ihn siegen würde. „Ich habe in dieser letzten Nacht mut Ihrem Auto eine wahnsinnige Fahrt unternommen!“ stieß die Baronin hervbr. „Wirklich? Sie— Sie waren es?“ rief Graf Steinberg. Er starrte sie ungläubig an. Sprach sie nicht wie im Fieder? Aber sir schlug den Blick nicht nieder#or ihm. „Ich war es, die im Auto den Wagen, welcher jene— Frau von der Bahn abholle, verfolgte," fuhr Otta fort. „Welch ein Wahnsinn!“ Graf Steinberg hatte seine Fassung vollständig verloren, sie aber blieb ruhig. „Sie haben meinen Schwager Ludwig so genan gekannt, Sie waren sein bester, treuester Freund,“ fuhr sie gelassen sort.„Sie wissen auch, wie gerschlossen sein ganzes Wesen wat, wie schwei und ungern er über sich selbst sprach und über das, was ihn allem beiras. Und doch ist er vor einigen Tagen hier in diesem selben Zimmer gestanden und hat mir von Elisabeth Ambros erzählt, welche er in Brasilten kehnen und— lieben lernte.“ Das Wort kam um schwer über ihre Lippen, aber sie bezwang sich. Fortsetzung folgt verpflichten, öffentliche und unparteiische Arbeitsnachweis# zu errichten und auszubauen, sowie zu den Kosten solcher von anderen Gemeinden oder Gemeindeverbänden errichteter Arbeitsnachweise beizutragen. Die Behörden können An ordnungen über die Einrichtung und den Betrieb solcher Arbeitsnachweise treffen.— Der organisatorische Gedanke der der Einrichttung eines Netzes von unparteiischen Arbeitsnachweisen zugrunde liegt, soll also schon während des Krieges nutzbar gemacht und ausgebaut werden. Man hofft, daß die Organisation bis zum Friedensschluß durchgeführt sein wird. * Für die Aufrechterhaltung des bayerischen Postreservates traten im Finanzausschuß der bayerischen Kammer die Redner aller Parteien mit Ausnahme des Vertreters der Liberalen ein. Die Einführung der Einheitsmarke wurde verworfen. Der Vorsitzende des Ausschusses, Abgeordneter Pichler, erklärte, es berühre eigenartig, daß der Reichstag gerade in der gegenwärtigen Zeit einen Antrag auf Beseitigung der bayerischen Briefmarke angenommen habe. Der Finanzausschuß der Kammer solle sich durch einen ausdrücklichen Beschluß für die Beibehaltung der bayerischen Marken aussprechen. Verkehrsminister von Seidlein erklärte, die deutschnationale Gesinnung und Opferwilligkeit Bayerns stünden außer Frage: aber die bayerische Briefmarke bedeute einen Teil der Selbständigkeit der bayerischen Postverwaltung. Holland. * In der Zweiten Kammer fand eine Besprechung über die Lebensmitteltenerung statt. Der Vertreter der Regierung verteidigte die Ausfuhrpolitik und erklärte, es sei nicht zu leugnen, daß Wohlstand im Lande herrsche, daß hohe Löhne erzielt würden und daß die Arbeitslosig= keit nicht größer als in normalen Zeiten sei. Ebenso sei der Kredit unerschüttert. Er vergesse selbstverständlich nicht, daß diese Zeit für viele Leute Härten mit sich bringe, und die Regierung werde ihre Pflicht nicht versäumen, bei einer Teuerung der Lebensmittel einzugreisen. Der Mangel an Kartoffeln erkläre sich nicht daraus, daß zuviel ausgeführt worden sei, sondern daraus, daß für die Industrie ein großes Quantum der für den Konsum berechneten Kartoffeln gekauft worden sei. Ferner daraus, daß in der Zeit, als die Kartoffeln sehr billig waren, große Mengen als Viehsutter bemntzt worden sind. Die neue Ernte stehe bevor und der dann eintretende Überfluß an Kartoffeln werde die Preise abwärts drücken. Schweiz. a Im Nationalrat wurde eine Interpellation über die Friedensvermittlung der Neutralen verhandelt. Dabei erklärte Bundesrat Hoffmann, die Nachrichten über vermittelnde Tätigkeit neutraler Staaten seien äußerst vorsichtig aufzunehmen. Obwohl es das unzweifelhafte Recht der Neutralen sei, ihre guten Dienste zur Vermittlung anzubieten, so scheint doch der gegenwärtige Augenblick, der die höchste Spannung birgt, zur Vermittlung wenig geeignet. Auch die Frage der Einberufung einer allgemeinen Staatenkonferenz, die im Interesse einer internationalen Rechtsordnung wünschenswert sei, müsse als noch nicht spruchreif bezeichnet werden. Frankreich. 2 An der in Paris tagenden Wirtschaftskonferenz des Vierverbandes übt der„Temps“ herbe Kritil. Das Blatt schreibt:„Wir meinen mit Lloyd George, daß es sich zunächst darum handelt, den Krieg zu gewinnen. Wollte man für die Zeit nach dem Friedensschluß eine Zollunion schaffen, um der deutsch österreichischen Zollunion einen Damm entgegenzusetzen, so würde man den schlimmsten Fehler bee hen. Wir müssen vielmehr mit allen Mitteln die Verwirlichung des deutsch=österreichischen Planes verhindern, nämlich die Schaffung dieses Mitteleuropas. Die Schaffung dieses Mitteleuropas ist ein Hauptziel der Mittelmächte. Ist dieses Ziel erreicht, so ist Deutschland Sieger. Alle Zolltarife der Welt werden dann nichts mehr daran ändern. Darum heißt es, durch den Krieg selbst sich dieser Gründung zu widersetzen. Nur Gewalt führt hier zum Erfolg, nicht Konserenzen und Zolltarise.“ Aus In- und Musland Berlin, 10. Juni. Im Anschluß an die Beralungen der Bundesratsbevollmächtigten und bundesstaatlichen Minister im Reichsamt des Innern über den Wirtschaftsplan für das kommende Erntejahr ist der parlamentarische Ergährungsbeirat einbernsen worden, damit auch er sich gutachtlich äußern kann. Berlin, 15. Juni. Das Gesetz über die Erhöhung der Tabaksabgaben sowie die bezüglichen Übergangsvorschriften ist heut im Reichsanzeiger veröffentlicht worden. Lörrach, 10. Juni. Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnts wurden bei der Reichstagsersatzwahl im britten badischin Wahlkreis(Schopsheim=Waldshut=St. Blasien) bei 18 844 Wahlberechtigten 4##6 Stimmen abgegeben. Davon erhielt Georg van Eyck. Fabrikant in Oflingen(Zentrum). 4707 Stimmen. Er ist damit gewählt. Heidelberg, 10. Juni. Bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreis Heidelberg= Ebersbach= Mosbach wurde der nen nalliberale Kandidat Geheimrat Prosessor Dr. Riesser. der Präsident des Hansabundes, mit rund 4000 Stimmen gewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Kopenhagen, 10. Juni. Nach Blättermeldungen hal das Marineministerium Maßnahmen getrossen, um die Leichen, die in der letzten Zeit in der Nähe der dänischen Nodseeküste treibend gesehen wurden, soweit als möglich zu bergen. Butarest, 10. Juni. Eine Versammlung der Sozialdemokraten beschloß aus Anlaß des Zwischenfalles in der Moldau, mit allen Kräften den Eintritt Rumäniens in den Krieg zu bekämpfen. Washingion, 10. Juni. Der demokratische Konvent hat durch Zuruf Wilson und Marshall wieder für die Präsidentschaft und die Vizepräsidentschaft nominiert. Der Krieg. Die Franzosen haben wieder einmal vergeblich versucht, unsere Stellungen am„Toten Mann“ zurückzugewinnen. Sie trugen unr schwere Verluste davon. Im Oiten hält die Armee des Generals Grafen Bothmer den heitigen russischen Stürmen weiter unerschütterlich stand. Französische Niederlage am„Coten Mann“. Großes Haupiquartier, 16. Juni Westliche: Kriegsschauplatz. Links der Maas griffen die Franzosen mit starken Kräften den Südhang des„Toten Mannes“ an. Nachdem es ihnen gelungen war, vorübergehend Gelände zu gewinnen, wurden sie durch einen kurzen Gegenstoß wieder zurückgeworfen. Wir nahmen dabei acht Offiziere 238 Mann gefangen und erbeuteten mehrere Maschinengewehre. Eine Wiederholung des feindlichen Angriffs am späten Abend und Unternehmungen gegen die beiderseits anschließenden deutschen Linien waren völlig ergebnislos. Der Gegner erlitt schwere blutige Verluste.— Rechts der Maas blieb die Gefechtstätigkeit, abgesehen von kleineren für uns günstigen Infanteriekämpfen an der ThiaumontSchlucht, im wesentlichen auf starke Feuertätigkett der Artillerien beschränkt. Ostlicher Kriegsschauplatz. Gegen die Front der Armee des Generals Grafen Bothmer nördlich von Przewloka setzten die Russen auch gestern ihre Anstrengungen fort. Bei der Abwehr des Feindes blieben über 400 Mann gefangen in der Hand des Verteidigers. Balkan=Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Amtlich durch das W.T.B. Osterreichisch-ungarticher Heeresbericht. Amtlich wird verlau##art: Wien, 16. Juni. Russischer Kriegsschauplatz. Südlich des Dujestr schlugen unsere Truppen feindliche Kavallerie zurück. Sonst in diesem Raume nur Gepläntel. — Westlich von Wisniowezyk dauern die Anstürme russischer Kolonnen gegen unsere Stellungen fort. In der Hand der Verteidiger blieben zwei russische Offiziere und vierhundert Mann.— Bei Tarnopol keine besonderen Ereignisse.— In Wolhrnien entwickeln sich an ganzer Front neue Kämpfe. Am Stochod-Styr wurden abermals mehrer Übergangsversuche abgeschlagen, wobei der Feind wiee immer schwere Verluste erlitt. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe am Südteil der Hochfläche von Doberdo endeten mit der Abweisung der feindlichen Augriffe. Ebenso scheiterten erneuerte Vorstöße der Italiener gegen einzelne unserer Dolomiten=Stellungen.— Auf der Hochfläche von Asiago sind lebhafte Artilleriekämpfe im Gange. — Im Ortlergebiet nahmen unsere Truppen die Tutattund hintere Madatschspitze in Besitz. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Hoefer, Feldmarschallentnant. Ereignisse zur See. Ein Geschwader von Seeflugzeugen hat in der Nacht vom 15. auf 16. die Bahnanlagen Portogruaro und Latisana und die Bahnstrecke Portogrugro-Latisana, ein zweites Geschwader Bahnhof und militärische Anlagen von Motta di Livenza, ein drittes die feindlichen Stellungen von Monfalcone, San Canzian, Pieris und Bestrigna erfolgreich mit Bomben belegt, mehrere Volltreffer in Bahnhöfen und Stellungen erzielt, starke Brände wurden beobachtet. Alle Flugzeuge sind trotz heftiger Beschietzung unbeschädigt eingerückt. Flottenkommando. Kampf zwischen Flugzeug und G-Boot. Über einen aufregenden Kampf zwischen einem Flugzeug und einem U=Boot wird dem Kopenhagener„Ekstrabladel" aus Malmö gemeldet: Am 15. Juni sand in der Nähe der schwrdischen Küste unweit Ystad ein heftiger Kampf zwischen einem Unterseeboot und einem Flugzeug statt. Dieses bewarf das Unterseebont mit einem Hagel von Bomben. Das Unterserboot richtetr ein kräftiges Feuer aus Kanonen und Gewehren gegen den Angreifer. Nach zehn Minuten Dauer hörte der Kumpf auf. Die Nationalität beider Kämpfer war nicht zu erkennen. Doch glaubt man, daß das Unterserboot russischer oder englischer, das Flugzeug deutscher Herkunft war. Das Flugzeug flog anscheinend unbeschädigt davon, dagegen schien das U=Boot gelitten zu haben. Die russische Flottenstation Kilden. Wie aus Bergen gemeldet wird, ist die russische Flottenstation Kilden an der Murmanküste fertiggestellt. In England gebaute leichte Kreuzer, Torpedoboote und Unterseeboote sollen dort stationiert werden. Der Hafen liegt am Halasjord, ist das ganze Jahr eisfrei und steht mit der Murmanbahn in Verbindung. Die„Hampfhire mit Lord Kitchener sollte dort landen. Kitchener sollte dann nach Semevada, dem Endpunkt der Murmanbahn, und von dort nach Petersburg fahren. Der russisch-rumänische Grenzzwischenfall. Die rumänische Regierung hat für die Untersuchung des Zwischenfalls von Marmornitza eine Kommission unter Vorsitz des Generalsekretärs im Ministerium des Innern Dimitriu ernannt, welche den an dem zerstörten Zollgebäude in Marmornitza verursachten Schaden feststellen soll. Die russische Regierung hat inzwischen zugestanden, daß der Kommandant der russischen Abteilung, die die rumänische Grenze überschritt, mit seinen Truppen in Gefahr stand, gefangengenommen zu werden. Deshalb sei es ihnen zweckmäßig erschienen, auf rumänisches Gebiet zu flüchten. Die konservative rumänische Partei gab ihrem Bedauern darüber Ausdruck, daß bewaffnete russische Truppen dreieinhalb Tage auf rumänischem Gebiet verweilen konnten, össentliche Gebäude okkupiert und dabei den Kampf mit dem Gegner fortgesetzt haben. Die Partei bedauert weiter, daß den Russen trotz alledem gestattet worden ist, sich zurückzuziehen, ohne daß man sie entwaffnet hat. Petersburgs Furcht vor Luftangriffen. Zur Abwehr seindlicher Fliegerangrisfe auf Petersburg ist, wie schweizerische Blätter melden, die Hauptstadt in 2 Bezirke eingeteilt worden, von denen jeder seine eigene Abwehrstation mit Mannschaften und Kanonen erhält. Außerdem sollen sich westlich, südlich und nördlich von Petersburg drei Fliegerstationen befinden. Neue Stimmen zum ruflischen Vorstoße. Trotz der russischen Siegesberichte herrsche in London, wie aus Amsterdam berichtet wird, eine vessimistische Stimmung. Kein englischer Kritiker will daran glauben, daß die in den letzten Kämpfen eroberten Gebiete gehalten werden könnten. Sogar der optimistische Oberst Repington erklärt, daß nach dem Durchbruch der Schutzlinien und dem Vorrücken um 25 Kilometer im Verlauf von fünf Tagen ein Umschwung durch einen allgemeinen Gegenangriff mit Hilfe deutscher Truppen eintreten werde. Repington bereitet die englische öffentliche Meinung sogar auf die Möglichkeit eines kommenden Rückzuges vor. Und der militärische Mitarbeiter des Stockholmer „Svenska Dagblades“ schreibt über die russische Offensive: Der Moment der Überraschung ist jetzt vorbei. Wenn die russischen Feuerrachen die für diese lange vorbereitete Offensive angesammelte Munition ausgespien und wenn die russischen Insanteriemassen, von deren Verlusten man noch keine Ziffern hat, ihre Kräfte durch unaufhörliche Sturmläufe verschleudert haben, dann bleibt das Ganze stehen wie ein Wellenschlag, der sich legt. Es scheint noch zu früh zu sein, sich mit einer strategischen Operation im Hindenburg= oder Mackensenstil zu rühmen. Die russischen Kommandierenden. Soweit man neutralen Blättern entnehmen kann, steht die nördliche russische Gruppe unter dem Befehl des Generals Schtscherbatiew, der vor dem Kriege Kommandierender General des IX. Korps in Kisew war. Die Mittelgruppe an der Strypa führt General Sacharow, früher Kommandierender General des Xl. Korps in Romno, und den Südflügel General Leschitzki, früher Oberbeseishaber im Militärbezirk Amur, dessen Truppen schon eit langer Zeit nach Europa gebracht worden sind. O# erbefehlshaber der ganzen Südarmee ist General Bru####, früher Kommandierender General de: XII. Korps in Winniza, der an die Steile des Generals Zwanow getreten ist. Die Russen werden kleinlaut. Der deutsche Erfolg bei Baranowitschi und das: lingen ihrer neuerlichen Angriffe macht die Russen, die in Phantasieberichten förmlich schwelgten, auf einmal kleinlaut. Sie geben zu, daß sie b Baranowitschi zurückgeschlagen wurden. Ferner### es in der neuesten russischen Meldung: Der Fein## seine Gegenangriffe an mehreren Stellen fort und sagt in seinem neuen Gelände festen Fuß. Daß die Russen trotz dieser osfenbaren Niederlagen fortfahren, ihre angeblichen Gefangenenzissern systematisch zu erhöhen, dürfte nirgends mehr Eindruck machen. Rußlands Lohn. Amsterdam, 16. Juni. Wie Londoner Blätter aus Newyork melden, ist dort eine neue russische Anleihe im Betrage von 10 Millionen Pfund abgeschlossen worden. Die von England und Frankreich seit langem geforderte und jetzt ins Werk gesetzte Offenstve der Russen finder damit ihren Lohn. Wie oft war der russische Finanzminister Bark vergeblich in London, um dem erschöpften Kriegsschatz neue Mittel zuzuführen. Jetzt hat ohne Zweifel England die Garantie für die neue Anleihe übernommen, wie man es Herrn Bark schon vor Monaten versprachen hatte. England bezahlt das Blut der Völker immer bar. Und wenn nun die Russenosfeusive zusammenbricht? Englands Doffnungmn 181 Berlin, 10. Juni. Das alte Lied von der großen, letzten, entscheidenden Offensive des Vierverhandes ist wieder einmal von Herrn Winston Churchill angestimmt worden. Nur ist es sel das Jahr 1917, für das er den Zusammenbruch der eisernen deutschen Front erhofft, während man uns noch vor einem halben Jahre erzählte, daß dieses Ereignis schon 1916 eintreten wurde. Im ersten Kriegswinter war der Blatterwald der Entente sogar voll von Prophezeiungen auf die herrliche Frühjahrs= oder Sommeroffensive von 1915 gewesen. Die Herren haben also warten gelernt. Auch ihre Mittel zum unfehlbaren Sieg haben sich mit der##t geändert. Früher hoffte man entweder auf das schon vorhandene russische oder auf das neu zu schaffende englische Millionenheer. Heute träumt Herr Churchill von ein paar Dutend schwarzen oder braunen Divisionen, die im ahre 1917 aus Indien oder Afrika kommen und den Sieg verbürgen sollen. Churchill selbst hatte am 15. November 1915 ini Unterhaus erklärt, daß 1916 der Feldzug gewonnen werden müsse, da in Deutschland Mangel an Männern eintrete. Am 23. Mai 1916 gestand Churchill ein, daß an eine Wiederholung der unglücklichen Offensive vom Herbst 1915 nicht zu denken sei, und er hoffe, daß man diesen Irrtum nicht noch einmal begehen werde. Jetzt will er nochmals einen großen Angrisi gegen unsere Westiront vorbereiten. Uns kann es recht sein, wenn er und seine Landsleute durch Schaden immer noch nicht tlug geworden sind. Kleine Kricgepolt. Kopenhagen, 16. Juni. In Skagen fand unter großer Vettingung der Behörden und der Bevölkerung die feierliche Beerdigung von sieben deutschen Matrosen aus der Nordseeschlacht statt. Dänische Kriegervereine und Seesoldaten hielten die Ehrenwache. Esbjerg, 16. Juni. Da hier die Leiche eines englischen Matrosen vom Kreuzer„Carysfort“ angeschwemmt wurde, glaubt man, daß dieses Schiff. ein 1914 vom Stavel gelaufener kleiner Kreuzer von 3800 Tonnen mit 400 Mann Besatzung untergegangen ist. Stockholm, 10. Juni. Bei Oeland wurde ein schwedischer Dampfer trotz deutlich sichtbarer Reutralitätsabzeichen durch ein russisches U.Vo. beschossen, das drei Kanonen an Deck führte. Rotterdam, 16. Juni. Auf Veranlassung des englischen obersten Gerichts wird das Eigentum der in Nigeria ansässigen deutschen und österreichischen Firmen am 31. Oktober in London öffentlich versteigert. Basel, 16. Juni. General Richard. Befehlshaber der neuse eländischen Truppen vor Verdun, ermielt das Kreuz der Ehrenlegion. Christiania, 16. Juni. Die Engländer beschlagnahmten in Kirkwall von einem norwegischen Dampfer 588 Postsäcke und gaben nur sieben frei. Zwei Deutsche, die mit dem Dampfer reisten, wurden festgehalten. Athen, 16. Juni. Wie französische Offiziere in einer diplomatischen Gesellschaft zugaben, belaufen sich die Verluste Frankreichs vor Verdun auf 400000 Mann. Amniden, 16. Juni. Die Besatzung des norwegischen Dampfers-Orkehal“, der zu gleicher Zeit wir der Dampfer Burn“ in dei Nordsee durch Mine oder Torpcoo versentt worden war. sagt aus, daß sie kurz vor und nach der Explosion dar ennlische U=Voo. gesichtei habe Deut Großes Haupta Westl Ein franz Beaulne, nö gewiesen.— Artillerietätigkeit sich in den fri besonderer Heftigk wir nördlich von Gegner beträchtli von Wellheim zurück, die vorül eindringen könner Die Flieger Unsere Geschwade in Berques(fran im Raume T Blainville ausgie Bei der§ sich an dem St entwickelt.— T v. Bothmer im Gefechte. Bal Abgesehen Flieger auf sein berichten. Die geheim Paris, 16. J. Kammer beschloßn sitzung abzuhalten. mittags unterbroch vorzunehmen. Der n# Peking, 16. Präsident L. Yuang Präsidenten Yuanse im Lande mit a verstorbenen Präsid Trauerzelt von 27 Graf Cieza Der ungaris unseren Gegnern dem er kürzlich störerischen Politi jetzt nach, daß Militarismus, mi gehen, eine abgese Nicht ein tarismus sei es, land ist er sich Grunblage der Einigung ist kor verfolgt diese England führt der demschen V Wettbewerb. E Kräfte des Rebe Die englisch starken Mann, de Österreich=Ungarn reiten wie Deutse aufteilen. Solche Zweck von Friede es, den Kampf i Sin Kabi Nach wieder die Kabinettsbilk bisherige Ministe Amte zu verblei nicht fehl, daß d Kabinettsbildner geisterten Freund halten. Sonnino Florenz geboren Kriegserklärung zu wissen warun und Bulgarien u ihn noch, un die zi iinen. Das Liiung England Der Geist des n Sonninos gekem klären allerdings tritt in das neue Die interess der„Minister fü auf seinen Post mehr, in Tätigk oder will er war größer wird? Aus der§ * Die Siche Die vom Präsident Maßnahmen zur nunmehr in Forn Danach sollen K geeignet sind, mi von Milchkühen, genefert haben, u minbestens so v## llefern. Die B Deutscher Kriegsbericht Großes Hauptquartier, 17. Juni 1916 Westlicher Kriegsschauplatz Ein französischer Patrouillen=Augriff bei Beaulne, nördlich der Aisne, wurde leicht abgewiesen.— eim Maasgebiet hielt sich die Artillerietätigkeit auf erheblicher Stärke und steigerte sich in den frühen Morgenstunden teilweise zu besonderer Heftigkeit.— in den Vogesen fügten wir nördlich von Celles durch eine Sprengung dem Gegner beträchtliche Verluste zu und schlugen westlich von Wellheim eine kleinere feindliche Abteilung zurück, die vorübergehend in unseren Graben hatte eindringen können. Die Fliegertätigkeit war beiderseits rege.— Unsere Geschwader belegten militärisch wichtige Ziele in Berques(französisch Flandern), Bar=le=Duc sowie im Raume Dombasle— Einville— Luneville Blainville ausgiebig mit Bomben. Gestlicher Kriegsschauplatz Bei der Heeresgruppe Linsingen haben sich an dem Stochod= und Styr=Abschnitt Kämpfe entwickelt.— Teile der Armee des Generals Grafen v. Bothmer stehen nördlich von Przewloka erneut im Gefechte. Balkan= Kriegsschauplatz Abgesehen von erfolgreichen Angriffen unserer Flieger auf feindliche Anlagen ist nichts Neues zu berichten. Oberste Heeresleitung Die geheime französische Kammersitzung Paris, 16. Junl.(Meldung der Agence Havas.) Die Kammer deschloß mit 412 gegen 138 Stimmen, eine Geh. msitzung abzuhalten. Die Sitzung wurde um ½3 Uhr nachmittags unterbrochen, um die Räumung der Tribünen vor zunehmen. Der neue Präsident von China Peking. 16. Juni. Der bisherige stellvertretende Präsident L. Yuang Hung ist der Nachfolger des verstordenen Präsidenten Yuanschikal geworden. Sein Amtsanteitt wurde im Lande mit großem Beifall aufgenommen. Für den verstorbenen Präsidenten hat die chinesische Rezierung eine Trauerzelt von 27 Tagen angeordnet. Graf Cisza über Suropas Militariemus. Budapest, 16. Juni. Der ungarische Ministerpräsident Graf Tisza hat unseren Gegnern erneut eine derbe Lektion erteilt. Nachdem er kürzlich mit der hinterhältigen und friedensstörerischen Politik Sir Greys abgerechnet hatte, wies er jetzt nach, daß das billige Schlagwort vom deutschen Militarismus, mit dem inere Feinde noch immer hausieren gehen, eine abgeschmackte Heuchelei ist. Nicht ein deutscher, sondern ein europäischer Militarismus sei es, der auf den Völkern laste. In Deutschland ist er sicherlich am wenigsten herausfordernd. Die Grunblage der Politik des Deutschen Reiches seit seiner Einigung ist konservativ und desensiv. Eine Ausbreitung verfolgt diese Politik bloß auf wirtschaftlichem Gebiete. England führt den Krieg aus Furcht vor der Entwicklung der demschen Volkswirtschaft, vor dem ehrlichen deutschen Wettbewerb. Es will die Vernichtung der wirtschaftlichen Kräfte des Rebenbuhlers. Die englische Presse schreit ganz offen nach dem starken Mann, der Deutschlands Handel zerschmettern soll. Österreich=Ungarn wollten die Feinde dasselbe Los bereiten wie Deutschland und die habsburgische Monarchie aufteilen. Solcher Gesinnung gegenüber habe es keinen Zweck von Friedensbedingungen zu sprechen, sondern heiße es, den Kampf mit aller Kraft fortzusetzen. Sin Kabinett von Englands Gnaden. Lugano, 16. Juni. Nach wiederholten Besprechungen mit Boselli, dem die Kabinettsbildung übertragen ist, hat Sonnino, der bisherige Minister des Außeren eingewilligt, in seinem Amte zu verbleiben. Man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß die englische Botschaft in Rom auf den Kubinettsbildner eingewirkt hat, um Sonnino, den begeisterten Freund Englands der neuen Regierung zu erhalten. Sonnino, der von einer englischen Mutter in Florenz geboren ist, hat auf Betreiben Euglands die Kriegserklärung an Österreich unterzeichnet, er hat— ohne zu wissen warum— die Kriegserklärung an die Türkei und Bulgarien unterzeichnen müssen. Nun braucht man ihn noch, um die Kriegserklärung an Deutschland zu unterzi men. Das ist noch immer das Problem, an dessen Lisung England und Frankreich seit Monaten arbeiten. Der Geist des neuen Kabinetts ist mit dem Verbleiben Sonninos gekennzeichnet.— Einige römische Blätter erklären allerdings, Sonnino habe endgültig auf den Eintrin in das neue Kabinett verzichtet. Die interessanteste Meldung aber ist, daß Barzelai, der„Minister für die unerlösten Gebiete“, nicht wieder aus seinen Posten zurückkehrt. Hat er keine Hoffnung mehr, in Tätigkeit zu treten, ist er des Harrens müde, oder will er warten, bis die Zahl der unerlösten Gebiete größer wird?— Aus der Heimat— für die Heimat * Die Sicherstellung unserer Fettversorgung. Die vom Präsidenten des Kriegsernährungsamtes angekündigten Maßnahmen zur Sicherstellung der Fettversorgung liegen nunmehr in Form einer Verordnung des Reichskanzlers vor. Danach sollen Kühe, die vorzugsweise zur Mischerzeugung geeignet sind, möglichst nicht geschlachtet werden. Besitzer von Milchkühen, die im Mal 1916 Milch in eine Molkerei geliefert haben, werden verpflichtet, auch fernerhin monatlich minbestens so viel Milch wie bieher an ihren Abnehmer zu llefern. Die Verpflichtung der Molkereien wird dahin erweitert, daß bis zu 50 v. H. der Im Vormonat hergestellten Buttermenge der Zentral=Einkaufs=Gesellschaft zu überlassen sind. Molkereien dürfen vom 1. Juli an Butter mit der Post oder Eisenbahn außer an Behörden sowie an Kaufleute zum Weiterverkauf nur gegen vorherige Einsendung eines Bezugsscheines verschicken. Auf der Verpackung muß die Sendung ausdrücklich als Buttersendung unter Angabe des Gewichts gekennzeichnet werden. Gemeinden mit über 5000 Einwohnern müssen bis zum 1. Juli den Verkehr und den Verbrauch von Speisefetten, oweit dies nicht bereits geschehen ist, regeln. Als Speisefett gelten Butter, Butterschmalz, Margarine, Speisefett, Schweineschmalz und Speiseöle. 5 Verstehen zwischen Stadt und Land. Einen wie großen Wert das gegenseitige Sichverstehenlernen zwischen der Stadt= und Landbevölkerung namentlich in der Kriegszeit hat, ist wiederholt betont und darauf hingewiesen worden, wie gefährlich das Ausspielen der städtischen Bevölkerung gegen die ländliche und umgekehrt in der gegenwärtigen Zeit ist. Verallgemeinerte Vorwürfe gegen einzelne Berufsstände und gegen die Wahrheit verstohende Übertreibungen während des Krieges dienen nur unseren Feinden und müssen sie in ihrem Widerstande gegen uns bestärken. Vor allem wird es notwendig, sein, daß sich der Städter von der Vorstellung freimacht, der Landwirt habe ganz unbelümmert um die Notlage weiter Volkskreise nur seinen eigenen Vorteil in der Kriegszeit erstrebt, wie auch der Landwirt sich davor hüten muß, den klagenden und wirklich in schwieriger Lage sich befindenden Städter für seinen geborenen Widersacher und Feind zu halten. Eine Verständigung zwischen Stadt und Land ist auch im Interesse der Ertüchtigung unseres Volkes unbedingt notwendig. Volkswirtschaftler und Arzte fordern mit gleicher Eindringlichkeit, daß unsere gesamte Kultur. wenn sie gesunden soll, einen ländlich=bäuerlichen Einschlag bekommen muß in Ernährung, Lebensweise, Einfachheit und Abhärtung, Freude an körperlicher Arbeit. In dem Gedanken an die Zukunft unseres Volkes müssen Stadt und Land sich zusammenfinden.„Land und Stadt machen das Volk!“ Möchten diese Worte eines großen Volkswirtschaftlers überall da auf fruchtbaren Boden fallen, wo das richtige Verständnis von der Notwendigkeit gegenseitigen Kennenlernens und gegenseitiger Verständigung zwischen Stadt und Land noch nicht vorhanden ist, und dazu beitragen, daß die Brücke zwischen Stadt und Land immer fester gefügt und breiter ausgestaltet und das gegenseitige Verstehen und die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land immer mehr gefördert und gefestigt werde. Lübbecke, 16. Juni. Die Neuregelung der Schlachtungen. Die von der Staatsregierung in Aussicht gestellten zusammenfassenden neuen Vorschriften über die Schlachtungen, insbesondere die Hausschlachtungen, sind jetzt in einem gemeinsamen Erlaß der Minister für Landwirtschaft, Handel und des Innern veröffentlicht worden. Die Minister ordnen u. a. folgendes an: Verteilung der Schlachtungen: Den Kommunalverbänden(Stadt= und Landkreisen) wird die Höchstzahl der für ihren Bezirk für einen bestimmten Zeitraum zugelassenen Schlachtungen an Rindvleh, Schafen und Schweinen durch den Oberpräsidenten oder den Regierungspräsidenten nach Maßgabe der diesen von der Reichsfleischstelle für ihre Proviaz oder ihren Bezirk mitgeteilten Höchstzahl zur eteilt. Die Kreise sind dafür verantwortlich, daß die ihnen zugewiesene Zahl der Schlachtungen nicht überschritten wird. Minderschlachtungen in einer Viehgattung dürfen dabei nicht durch Mehrschlachtungen in einer anderen Vlehgattung ausgeglichen werden. Gewerbliche Schlachtungen. Die Leiter der Kommunalverbände(Landickte, Oberamtmänner, Oberbürger= meister) haben für die für ihren Bezirk zugelassenen gewerblichen Betriebe Schlachterlaubnisscheine auszustellen. Diese Schlachtscheine sind nicht übertragbar und haben Gültigkeit für den Zeitraum, für den sie ausgestellt sind. Die Bestimmungen gelten auch bei den Schlachtungen, die Im Auftrage der Heeresverwaltung vorgenommen werden. Die Ausstellung dieser Scheine erfolgt von der für den Schlachtort zuständigen milltärischen Dienststelle. Die bestehenden Hausschlachtungsverbote werden aufgehoben. Für Schlachtungen, die ausschließlich für den eigenen Wirtschaftsbedarf des Viehhalters erfolgen (Hausschlachtungen) gelten folgende Vorschriften, von denen wir die wichtigsten wiedergeben: die zur Schlachtung bestimmten Tiere müssen vom Besitzer mindestens sechs Wochen in seiner Watschaft gehalten sein. Das aus solchen Schlachtungen gewonnene Fleisch darf nur unentgeltlich oder an solche Personen abgegeben werden, die zum Haushalte des Viehhalters gehören oder in seinem Dienst stehen. Die Schlachtungen sind nur mit schriftlicher Geuehmigung des Leiters des Kommunalverbandes gestattet; die Genehmigung ist zu versagen, wenn nach Prüfung der vorhandenen Vorräte aus früheren Schlachtungen ein Bedürfnis nicht anerkannt werden kann. Das Fleisch aus unerlaubten Hausschlachtungen verfällt dem Kommunalverbande, ohne daß ein Entgelt dafür gezahlt wird. Notschlachtungen fallen nicht unter die vorstehenden Vorschriften; sie sind unverzüglich, spätestens innerhalb 24 Stunden nach der Schlachtung dem Landrat usw. anzuzeigen. Das Fleisch aus Notschlachtungen ist gegen eine festzusetzende Entschädigung abzuliefern. Ein Verderben des Fleisches ist unter allen Umständen zu verhüten. Pr. Oldendorf, 15. Juni. Für die Kaninchenzucht macht sich hier in letzter Zeit ein zunehmendes Interesse bemerkbar. Da sich besonders auch die Jugend der Aufzucht von Kaninchen angenommen hat, so Ist die Zahl der Kantuchen hier in letzter Zeit auf eine ansehnliche Höhe gebracht worden. Pr. Oldendorf, 16. Juni. Beschlagnahme der Hans= und Flachsernte. Von Händlern und Verbrauchern wird jetzt vielfach die bevorstehende Hauf= und Flachsernte aufgekauft. Wie von amtlicher Seite mitgeteilt wird, wird demnächst diese Ernte beschlagnahmt werden, so daß ihre Lieferung nur an die Kriegsflachsbaugesellschaft erfolgen darf. Diese Gesellschaft wird den Flachs zu einem angemessenen, mit Zustimmung der Behörde festgesetzten Preise erwerben und bestimmten Röst= und Aufarbeitungsanstalten zur Verarbeitung zuführen. Der Verkauf der Ernte an Häudler oder Verbraucher ist unter diesen Umständen zwecklys, da später ihre Lieferung doch nicht erfolgen kann. Das Rösten des Strohs und die Ausarbeitung der Fasern durch die Landwirte wird dagegen auch später erlaubt und erwüncht bleiben. Rahden, 15. Juni. Der Verein zur gem. Tragung v. Brandschäden zu Sielhorst veröffentlicht seinen Verwaltungsbericht für 1915. Der Verein zählt 2539 Mitglieder, davon sind neu eingetreten 61, ausgeschieden 14. Es betragen: Versicherungswert 12 131 675 Zunahme des Versicherungswertes 346 337 K. Bargewinn 1915: 5019 K. Zinsen usw. 600o 0, Reservefonds 140 000 M. Betriebsfonds 6953 J6, Vereinsvermögen Ende 1915 146 953 K. Bohmte, 14. Juni. Eine Erziehungsanstalt in der Bohmterheide. Wie man hört, beabsichtigt eine evangel. Erziehungsanstalt aus dem Kreise Herford in der Bohmterheide die Errichtung einer Zwelgniederlassung nach Bodelschwingh'schem Muster. Vorgestern wurde von dem Pastor einer solchen Erzlehungsanstalt das Besitztum des verstorbenen Markkötters Krabbenschmidt in Bohmterheide zum Preise von 23 000 a käuflich erworden. Gleichzeitig erwarb der Käufer die ganze aufstehende Ernte zu einem angemessenen Preise. Eine größere Fläche Oedlandes soll außerdem noch angekauft und sofort mit den Kultivierungs= arbeiten begonnen werden. Kunstdünger wurde bereits in größeren Mengen bestellt. Auch das tote und lebende Inventar des Hoses will die neue Besitzerin mit übernehmen, um sogleich den landwirtschaftlichen Betrieb wieder aufnehmen zu können. Harpstedt. 14. Juni. Die ViehverwertungsGenossenschaft hat im verflossenen Jahre mehr als 10000 Schweine und rund 1200 Stück Graßvleh und Kälber geliefert. Der Erlös dafür betrug annähernd 2 Millionen Mark. Der größte Teil des Viehes wurde von der Heeresverwaltung angekauft. Lengerich i. W., 15. Juni. Der heute am Bahnhof abgehaltene Viehmarkt war sehr gut beschickt. Das reichliche Angebot in Ferkel ergab ein Nachlassen im Preise. 5—6 Wochen alte Tiere kosteten 43 bis 50 J. Der Markt wurde beizeiten geräumt. Haltern, 16. Juni. Zu einem Zusammenstoß zwischen zwei Förstern und drei Wilderern kam es im Merfelder Bruch an der Wildbahn des Herzage von Croy. Bei dem regelrechten Feuergefecht wurde der Förster Kreuznach schwer verletzt und einer der Wildeter der Bergmann Riering aus Hamm=Bossendorf, getötet. Die beiden anderen Wilderer entkamen, doch sind unter dem Verdacht der Täterschaft zwei Personen von hier in Haft genommen worden. Büren, 16. Juni. Die Kartoffelversorgung der Großstädte ist eine der Hauptaufgaben, die in letzter Zeit den Landkreisen oblag. In dieser Hinsicht hat der Kreis Büren alles getan, was geleistet werden konnte. Was niemand im Kreise nach den Erfahrungen der Friedenszetten für näöglich gehalten hälte, ist zur Tatsache geworden; aus dem Kreise sind Kartoffeln in einer Menge herausgekommen die alle Erwartungen übertroffen hat. 120000 Zentne: wurden laut„Wests. Vbl.“ bereits den verschiedenen Großstädten zugeführt, ungerechnet die Mengen, die in ganz kleinen Posten von den einzelnen Einwohnern vor Erlaß der Liefe rungsregelung verschickt sind. Weeze, 16. Juni. Einen guten Fang machte die Grenzwache in Wemb. Durch einen radelnden Holländer aufmerksam gemacht, sah die Wache, wie sich fünf elegant gekleidete Herren der Grenze näherten. Sie wurden ange halten und gaben vor, einen Pfingstausflug machen zu wollen Auffällig war es sofort, daß nur einer der Herren das Wort führte. Bei näherem Verhör stellte sich heraus, daß es vier aus einem Gefangenenlager entwichene Russen waren. Der fünfte war ein Deutscher aus der Gegend von Essen. An geblich hatte er den Russen Zivilkleider verschafft und sich erboten, ihnen für 400 Mark zu helfen, daß sie nach Helland entkommen könnten. Eisenach, 16. Juni.(Die deutschen Lehrer. An Stelle der deutichen Lehrerversammtung. deren Avhanam Breslau der Weltkrieg zunichte gemacht, hat man in die Wartburgstadt eine Abgeordnetenversammtung des Deutschen Lehrervereins einberufen. Wichtge Erzieh#ngs Standes= und Wirtschaftsfragen, die der Krieg aufgerollt und die unaufschiebbare Erledigung heischen, sind der Grund deeser Kriegstagung. Eisenach ist mit der Geschichte des D iische Lehrervereins eng verbunden; denn hier wurde 1848 di erste deutsche Lehrerversammlung abgehalten und der nae meine Deutsche Lehrerverein“ gegründel, aus welchem am 28. Dezember 1871 der heme sämtliche Lehrerverbände Alldeutschlands umfassende 128 408 Mitglieder zählende Deutsche Lehrerverein hervorging. Die Tagung. zu der sich gegen 600 Abgeordnete aus allen Staaten Deutschlands und den aus befreundeten Nachbarländern eingefunden haben, wurde durch ein Kirchenkonzert eingeleitet. Am Dienstag erö#fne## der Vorsitzende des Deutschen Lehrervereins. Köh die Vertreterversammtung. Er gab der Hoffnung Ausdruck daß der geplante Treubund der Lehrervereine der europäischen Mittelmächte zu treuer Gemeinschaftsarbeit erstehen möge. und gedachte ehrend der im Felde stehenden Amtsgenossen und der bereits Gefallenen. Nicht weniger als 50 v. H. der Lehrerschaft ist dem Ruf zur Fahne gefolgt; ein Achtel von hnen ist bereits gefallen. Redner schloß mit dem Wunsch: daß die große Zeit den Einheitsbau des Schulwesens und der Lehrenden in diesem Bau verwirklichen möge. Von den 128 408 Mitgliedern des Deutschen Lehrervereins waren stimmberechtigte Abgeordnete erschienen, davon 214 aus den außervreußischen und 241 aus den preußischen Ortsgruppen. Den Einleitungsvortrag hielt Lehrer Päßler=Berlin über das Thema:„Der Deutsche Lehrerverein und seine Aufgaben nach dem Kriege“. An den Vortrag schloß sich eine stundenlange Besprechung, die sich meist auf Organisationsfragen erstreckte, die nur pädagogisches Interesse haben. Ein Be schluß wurde nicht gefaßt. Hervorgehoben wurde unter anderm. daß Erörterungen religiöser und politischer Dinge auch in Zukunft im Deutschen Lehrerverein unberücksichtigt bleiben, daß eine Einheit nach innen und außen erforderlich daß die Standesfürsorge besser bei den Einzelvereinen ausge hoben sei. und daß die Vertreterversammlung als Arbeitsversommlung ausgebaut werden müßte. Im Lausolcum. Augenblicksbilder von M. R. Mann(im Felde). Langsam rollt der Zug aus Bahnhos Prostken einDort soll die berühmte Zeremonie vorgenommen werden! Der Weg von der Ankunits= zur Weiterfahrtsseite ist sorglich behütet, auf daß keiner vom rechten Pfade weiche. Er führt über die„Sanierungsanstalt" Prostken, wie das Lausoleum schamhaft dienstlich heißt. Da muß jeder durch, der hier der Straße kommt. Niemand darf vorüber, ob er„welche“ hat oder nicht. Wer auf dem Wege nach der Heimat über die Grenze will, muß die vorgeschriebene Reinigung über sich und seine Habe ergehen lassen. Ubrigens, was soll man sonst des Nachts in Prostken anfangen? Unser Transport kommt um 10 Uhr abends an, und erst um 4 oder 5 Uhr morgens geht er weiter. Soll man als Gespenst durch die Ruinen des von den Russen niedergebrannten und gesprengten Bahnhofs irren? Wenig verführerisch; außerdem würde es wahrscheinlich zu ernsten Meinungsverschiedenheiten mit irgendeinem Posten führen! Es hilft nichts; die sechs Stunden Aufenthalt sind eben für den Akt der Entlausung bestimmt und für nichts sonst. Wer es zum erstenmal durchmachen soll, fragt sich neugierig, wie das wohl werden wird? Man hat eine unbestimmte Vorstellung von Siedehitze in Verbindung mit verdünnter Luft, in der alles tierische Eiweiß gerinnen und so alles Leben zerstört werden soll. Sehr einleuchtend; nur, wie kommt es, daß nur das Ungeziefer draufgeht, man selbst aber nicht? Schließlich ist doch der eigene Heldenleib auch aus Eiweiß aufgebaut? Nun, es wird sich finden. Vorwärts marsch! Die Artilleristen sind längst angetreten, und festen Tritts voranmarschiert. Die Offiziere werden von dem diensthabenden Oberarzt der Anstalt gebeten, ihnen zu folgen. Sehr einfach; erst geradeaus bis zum anderen Ende des Bahnhofs, dann links, dann rechts, dann wieder ein klein wenig geradeaus, und dann die dritte Baracke links. Es ist stuckenduster, der Regen pladdert, daß es eine Art hat und ein eiskalter Wind pustet von Rußland herüber. Ab io zu flackert ein Lämpchen in den letzten Zügen. Es bremnt nur der Ordnung halber; das Spenden von Licht hat es längst aufgegeben. So stolpert man über die Geleise des Rangierbahnhofs durch seenartige Pfützen vorwärts, an endlosen Zügen entlang und dann vorüber an dem ausgebrannten Gemäuer. Schließlich tauchen die Baracken auf. Ein vollständiges Lager; mächtige, hohe, viereckige Kästen aus beneidenswert blankem Tannenholz, mit breiten, schnurgraden, leider nur ganz aufgeweichten Gassen dazwischen. Eine ganz gewaltige Anlage, angesichts deren die Riesenmaße dieses Krieges wieder einmal unmittelbar an einen herantreten. Was Wunder! Was brandet hier nicht von Truppen hindurch, besonders, wenn wieder einmal größere Verschiebungen im Gange sind! Natürlich ist es nicht ganz einfach, die„dritte Baracke links" zu finden. Doch endlich winken die Inschriften„Offiskersbad" und„Eingang". Da ist's! Hinein also. Wohlige Wärme und eine Fülle von Licht schlägt uns entgegen. Meine Reisegenossen sind schon da und unter tröstendem Zuspruch in weiße Operationsschürzen gehüllter Ehrenmänner dabei, sich zu entkleiden. Was sie ablegen, nehmen die Bademeister mit erstannlicher Fixigkeit an sich. Was in den Taschen ist, bleibt darin, mit Ausnahme der Metallsachen. „Die Brieftasche mit dem Papiergeld auch?“ „Jawohl! Papiergeld ganz besonders. Aber das Portemonnai auch.“ „Soll ich vorher nachzählen?“ „Nicht nötig. Hier kommt nichts weg!“ Die Uhr kommt in einen besonderen Beutel, der im nächsten Augenblick durch eine Klappe verschwunden ist. Zu meiner Beruhigung höre ich, daß sie wenigstens nicht mit entlaust wird. Sie wird nur verwahrt. Ich erhalte für meine sämtlichen Sachen eine Marke und stehe nun mit nur noch drei Herren im Adamskostüm da. Die übrigen sind bereits unsichtbar geworden. Zwei der drei sind Leutnants, die ich aus dem Zuge kenne; der dritte ist über die Leutnantsjahre hinaus. Ich kenne ihn nicht. Was mag er sein? Major? Oberstabsarzt? Oberverdachtschöpfer? Vielleicht gar noch was höheres? Gleichviel. Wenn einer baden soll, trägt er keine Rangabzeichen; nicht einmal an der Badehose, wenn er eine an hat. Aber auch die fehlt uns. Ein Bad! Also darauf läuft die Geschichte zunächst hinaus! Richtig! Wir werden in einen Seitengang gebeten. Dort tun sich unsere Zellen auf. Das Wasser ist bereits im Becken, Laken, Seife, Handtuch und Bademantel fehlen nicht. Ungeahnte Wohltat! Seit langen Monaten sitze ich zum ersten Male wieder in der lauen Flut. Ich schließe die Augen und träume... Als ich mich dann erhebe und mich in den Bademantel hülle, mache ich die Entdeckung, daß die Tür, durch die ich gekommen bin, von innen nicht geöffnet werden kann. Dafür ist auf der entgegengesetzten Seite eine andere mit der Aufschrift„Ausgang“ vorhanden. Intelligent, wie ich immer gewesen bin, verlasse ich durch sie das Lokal. Sie###t hinter mir ins Schloß, und damit liegt die Badeherrlichkeit hinter mir. Denn auch hier kann ich nicht mehr zurück. Sie hat zur Abwechslung außen keine Klinke. Ein vollständiges Rattenfallensystem. Übrigens ist damit meine persönliche Entlausung bereits vollendet. Meine Pflicht ist erfüllt; was ich etwa noch weiterhin für mich tun will, ist freiwillige Zuwendung. Nur die Sachen werden den hohen Hitzgraden und der verdünnten Luft, von denen mir was geschwant hatte, ausgesetzt; die Menschen nicht. Auf die humane Bestimmung ist es zurückzuführen, daß man selbst bei der Sanierung am Leben bleibt, etwaiges Ungeziefer aber und seine Brut draufgehen. Ich trete in einen geräumigen Speiseraumn. Andere Gestalten im unschuldsweißen Bademantel sind bereits vorhanden. Dritte folgen. Auch der ältere Herr, von dem man nicht wissen kann, ob er Major ist, Oberstabsarzt, Oberverdachtschöpfer oder gar General, erscheint. Er trägt jetzt ein Monocle, entpuppt sich im übrigen als Geheimer Intendanturrat, und bombardiert die Gesellschaft ohne jede Verwarnung sofort mit einer Hochflut der verbotensten Witze. Es ist urgemütlich. Weißgedeckte Tafel. Zeitungen liegen aus. Blanke Balkenwände. Kühne Plakate verzieren sie. In mächtigem Kamin loben überlebensgroße Holzscheite tnisternd und trachend auf. Eine Kasinoordonnanz ist da. Und im Nebenraum wirkt ein feldgrauer Barbier. Man kann sich rasieren lassen, die Haare schneiden, sogar maniküren, wenn man mill. Man schlüpft der Reihe nach zu ihm hinein. Domr bekommt die Ordonnanz Arbeit. Zu essen gibt es der vorgerückten Stunde wegen nur noch Käse und Brot, zu trinken dagegen, was man will. Die meisten trinken Bier, einer leistet sich Sekt. Mir bringt der Mann einen sehr annehmbaren Rotwein. Und um 2 Uhr duselt langsam alles ein. Um 3 Uhr werden unsere Sachen und das Gepäck Nummer um Nummer hereingebracht. Hosiannah! Das große Werk ist vollendet und es gibt den Entlausungsschein als Kriegstrophäe besonderer Art zum Andenken für spätere Geschlechter. Man zieht sich an und schreitet dann zu einer ersten Inspektion des Gepäcks. Hurra! Es ist gut gegangen! Die Siegellackstange ist weich geworden und sieht nun aus wie ein Kortenzieher. Doch weshalb habe ich sie, von schmintzigem Geiz betört, nicht im Quartier in Bialystok zurückgelassen? Der Füllfederhalter ist eingetrocknet. Seine Tinte wird somit keinen Unsug mehr anrichten. Und die Lysolflasche im Koffer ist aufgegangen und ihr Inhalt ist als Extrasanierung in die Wäsche gelaufen. Aber sonst ist alles in Ordnung. Und eine Stunde später geht es als neuer Mensch heimwärts. Auf den Bahnsteig natürlich durch eine Tür, die mathematisch genau der gegenüber liegt, durch die wir eingetreten. Denn so will es das Rattenfellensystem. Und auch hier kann, wer erst draußen ist, nicht mehr zurück. Volke- und Krieganirtschaft. *; D i e K a r t o f f e l v e r s o r g u n g 1 9 1 0/ 1 7. D e r d e u t s c h e Landwirtschaftsrat hat zur Frage der Kartoffelversorgung im Wirtschaftsjahr 1916/17 folgenden Antrag gestellt:„Nur der notwendigste Bedarf an Eßkartoffeln für das nächste Erntejahr ist möglichst bald zu ermitteln und durch die eichskartosselstelle und die Provinztalstellen umzulegen. Auf den Bedarf an Industrie= und Trockenkartosseln ist dabei Rücksicht zu nehmen. Die Bedarfsverbände sind verpflichtet, die ihnen überwiesenen Mengen abzunehmen. Sie haben den Verbrauch zu regeln und dofür zu sorgen, daß die ihnen gelieferten Mengen nur zu Speisezwecken verwendet werden. Für die im Wege der Umlegung aufzubringenden Mengen ist ein angemessener, dem Futterwerte entsprechender Preis sesteusetzen. Im übrigen ist die Verwendung und der Handel mit Kartogeln unter Abstand von Höchstpreisen völlig freizulassen.“ * Keine Erhöhung der Zeitungspapierpreise. Das Wolffsche Telegraphen=Bureau meldet: Gegenüber der vom Druckvapiersyndikat ab 1. Juli in Aussicht genommenen erneuten Erhöhung der Preise für Zeitungspapier können wir feststellen, daß die Reichsleitung in Anbetracht des öffentlichen Interesses, das für die Kriegszeit an dem gesicherten Erscheinen der Tagespresse besteht, entschlossen ist. die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, der Tagespresse das benötigte Zeitungsdruckpapier auf der derzeitigen Preisgrundlage, soweit als möglich, sicherzustellen. Nah und Fern. 0 Die Kälte. Aus allen Teilen Deutschlands wird über kaltes, regnerisches Wetter berichtet. Abnorme Kälte herrscht im Alpengebiet. Mis zu 1000 Meter liegt Neuschnee, teilweise so tief, daß der Schneepflug die Wege passierbar machen muß. Schneestürme richteten im französischen Jura viel Schaden an. Auch im östlichen Rußland hält die die Erntehoffnungen vernichtende Kälte an. 0 Gegen nrnde, für deutsche Vornamen. Im Königreich Sachien sollen in Zukunft Anträge auf Anderung fremdländischer Vornamen, die aus Anlaß des Krieges gestellt werden, grundsätzlich genehmigt werden. Auch sollen die Standesämter in tunlicher Weise für deutsche Vornamen wirken. 0 Die Fürsorge für erkrankte Kriegsgefangene. Im Interesse der Menschlichkeit ist ein in Kopenhagen gefaßter Beschluß von Vertretern des Roten Kreuzes zu begrüßen, neue Delegationen von Rote Kreuz=Schwestern in die verschiedenen Gefangenenlager der einzelnen Länder zu senden. Schon in nächster Zeit reisen 20 dänische Herren in die Kriegsgefangenenlager in Rußland, Deutschland und Österreich=Ungarn ab. begleitet von Damen des Roten Kreuzes der betreffenden Länder. 6 Den eigenen Sohn gerichtet. Aus dem Brüxer Rösselwald wird eine erschütternde Tragödie zwischen Vater und Sohn gemeldet. Der Sohn Anton Bally war auf der abschüssigen Bahn leichten Lebens so weit gelangt, daß er schließlich vor einem Raubmordversuch nicht zurückschreckte. Er wurde flüchtig, doch sein alter Vater erklärte, er werde ihn zu finden wissen und werde ihn selbst richten. Nach Tagen fand man beide erhängt im Walde auf. Mit Bärenkräften hatte der Alte den Sohn überwältigt, ihm das Leben genommen, das er ihm gegeben, und sich dann selbst aus Gram über sein gestörtes Leben erhängt. a Wiederaufnahme der Arbeit in serbischen Goldbergwerken. Die Bulgaren haben den Betrieb in den von den Serben bei Ausbruch des Krieges geschlossenen Geldbergwerken südlich von Orsowa wieder aufgenommen. Die Bergwerke sind sehr lohnend; die Bulgaren haben bis jetzt anderthalb Millionen an Goldwett gefördert. Auch auf dem Amselfeld, der historischen Kampfstätte Serbiens, wurden neue Goldaruben entdeckt. Bunte Cages-Chronik. Berlin, 16. Juni. Der Verbandstag deutscher Optiker beschloß eine Preiserhöhung für Brillen und Kneifer afolge Verteuerung der Rohmaterialien um 30%. Kassel, 16. Juni. Wegen Verheimlichung großer Vorräte von Getreide und anderer Lebensmittel wurde der 83jährige Gutsbesitzer Nebelung zu 15000 Mark Geldstrafe verurteilt. Herford, 16. Juni. Bei Eisenbahnarbeiten ereignete ich ein Gewölbeeinsturz. Vier Arbeiter wurden getötet, er ist schwer verletzt. Neuestes aue den Witzblättern. Das Höchste.„Was. Sie wollen eine gekränkte Leberwurst sein? Reicht denn dazu Ihre Fleischkarte?"— Kein Wunder.„Der junge Lehmann ist ja ein schrecklich rabiater Kerl!"„Ja, der studiert nämlich Völkerrecht.“— Inserat. Zwei Bände:„Die Kunst, glücklich verheiratet zu sein“ sind wegen Ehescheidung billig zu verkaufen. Offerten usw. (Flieg. Bl.)— Glücklicher Umstand.„Kommst du denn mit deiner mangelhaften Stenographie auf dem Kontor zurecht?“„Vorzüglich sogar, mein Chef stottert.“— Schipper= freuden.„Ich habe die Stiefel schon voll Wasser.“„Da will ich dir meine abtreten, zu denen rinnt's unten wieder hinaus.“(Meg d. Blätter.) Bekanntmachung Wer nicht gezwungen ist, blelbt jetzt den Städten und Industriebezieken fern. Warum? Weil die dort eine sehr viel schwierigere ist. Das sollte auch im Frieden unvergessen bleiben! Wie groß aber die Schwierigkeit in den Städten ist, insbesondere in der Fleischversorgung, davon hat unsere Landbevölkerung immer noch nicht die rechte Vorstellung. Wir dagegen haben aus unseren Hausschlachtungen noch reichliche Vorräte an Schinken, Speck und Wurst. Schon wieder sind geschäftige Leute an der Arbeit, welche unter Hinweis auf dieses Mißverhältnis Stadt und Land gegeneinander zu verhetzen suchen. Bisher haben die maßgebenden Behörden von der vielfach angeregten Beschlagnahme der Fleischwaren in den Haushaltungen noch Abstand genommen, um von der weiteren Erzeugung solcher Fleischwaren nicht abzuschrecken. Wollen wir die Beschlagnahme aber auch ferner verhindern, so müssen wir freiwillig von unserem Ueberschuß verkaufen. Jetzt gilt es, ebenso wie bei den Kartoffeln und anderen Nahrungsmitteln, zu beweisen, daß der Vorwurs hartherziger Zurückhaltung nicht berechtigt ist. Es darf nicht sein, daß=der Riß zwischen Stadt und Land sich von neuem vertieft. Deshalb werden in den nächtten Tagen Listen in den Gemeinden herumgehen, in welche jeder Landwirt eintragen möge, wieviel an Schinken, Speck und Wurst er freiwillig für die bestehenden Höchstpreise abgeben will. Ich bitte auch bei dieser Gelegenheit die oft gezeigte Opferwilligkeit freudig zu beweisen. Auf Grund des Ergebnisses werde ich die Abnahme, Uebermittelung an die Städte und die Bezahlung veranlassen. Lübbecke, 11. Juni 1916 Der Landrat. Freiberr von Ledeou. Bekanntmachung Der am Mittwoch, 21. d. M. in Pr. Oldendorf anstehende Viehmarkt wird hiermit aufgeheben. Der Krammarkt findet statt. Lübbecke, 14. Juni 1916 Der Landrat rhr. v. Ledebur Bekanntmachung Die Ablieferung von Alt-Papier zum Besteu des Roten Kreuzes ist dringend erwünscht. Es isi deshalb bei der Papierfabrik in Lübbecke eine Sammelstelle errichtet, welche bis auf weiteres für 100 kg Alt=Papier 6,50 4 frei Fabrik berechnet und an die Kasse des Roten Kreuzes abführt. Abholung(z. B. bei den Gefangenenlagern) ist wegen Mangel an Fuhrwerk nicht möglich. Dagegen ist die Papierfabrik bereit, Frachtsendungen auf dem Bahnhofe Lübbecke abzuholen. Im Interasse des Roten Kreuzes empfiehlt es sich, die Sendungen frankiert abzuschicken. Zur Kontrolle übergibt die Fabrik dem Ablieferer einen Wiegeschein, welchen dieser beim Landratsamt abzuliefern hat. Lübbecke, 9. Juni 1916 Der Vorsitzende des Zweigvereins vom Roten Kreuz Freiberi von Led- dur, Landot Bekanntmachung Die Hebung der Staate- u. Kommunalstenern im Amtsbezirk Levern für das 1. Vierteljahr 1916 findet nicht, wie in den Steuerzetteln angegeden, sondern in der Gemeinde: am 20. Juni, vorm. von 8—12 U5r Sundern„ 21.„„„ 9—11„ Niedermehnen„ 22.„„„ 9—12„ Destel„23.„„„ 9—12„ Twiehausen„24.„„„ 9—11„ statt. Die Hebelokale bleiben dieselben. Levern, 13 Juni 1916 Der Amtmann. Schauhoff Freitag, 30. Juni Zuchtebermarkt in Herford ###ele Stork, Stiflberg Versteigerung von etwa 100 Zuchteberferkeln im Alter von 2—5 Monaten Beginn vormittags 9½ Uhr. Verband der Landwirte zur Hebung der Schweinezucht in Minden-Ravensberg Werkmeister-Bezirks-Verein Pr. Oldendorf Versammlung am Sonntag, 18. d. im Vereinslokale. Der Vorstand Beste FrischobstMarmelade wieder am Lager in 5= und 10Pfund=Eimern. 10=Pfund=Eimer 5 d. Versand nach jeder Bahnstatlon gegen Nachnahme. Für Wiederverkäufer besondere Preise. Ernst Balshüssmann, Pr. Oldendorf Fernruf 40 Ich rinpfehle Salattunke das Liter zu 60 K. 1 KK. 1,50+ bis 5 Ernst Balshüssmann, Pr. Oldendorf Fernruf 40 Weisskalk wieder vorräti Fr. Schmidt, Pr. im Kochen und allen häuslichen Arbeiten erfahren, sucht Stellung zum 1. Juli oder auch später. Angebote unter Nr. 1329 an diese Zeitung.