ung des Beschlusses öffentlicht in Nr. ecke, wonach die aren, die nach ht werden, vom Angabe des Beuzeigen sind, S es Reichskanzlers wird folgendes en Seife uut abgeben. kermarke berechtigt ise(Toilettenseif Zeife oder Seifen e auf der Rückseite auf die Rückseite Zummistempel ein seltes S(= 500 ickermarke mit der , Z a h n t e c h n i k e r n ch die Ortspolizeier zum Empfange Framm im Mona# zung des Ausweise erken ist. s 10 Arbeiter beesonderen Ausweizung des Betriebes bgabe, welche nur darf, ist auf den fer, für technisch schriften der§§ 4 1916. efäugnis bis zu ie bestraft. o Lübbecke Landrat Landkranken d. M., vormittag al d. M., nachm ten; stag, 18. d. M. stri Arning; 3. S. M., nachn mann; 19. 5. M. 1 Lampe. htung erraschen Morgen dendort ohnung inger. wurde mir ein inle gestohle er einem dunkelb: zwischen Belm die über den Verbimaehend dem Am n. nok, telingen I. W Tageszeitung Erscheint läglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn= und Feiertagen Preis ¼ jährlich 2,00 oll. ½ jährlich frei ins Haus bei Vorauszahlung 7 MK, nachher 7,50+, durch die Post ¼jährlich 1,58 mit Bestellgeld 2,00 l Druck, Verlag und verantwortlicher Schriftleiter: Franz Schlüter, Bad Essen für den Kreis Lübbecke (Amtlicher Anzeiger) Anzeigen kosten für 45 mm Breite(1spaltig) 1 mm Höhe 3 c, Reklamen für 90 mm Breite(2spaltig) 1 mm Höhe 10 Schluß der Anzeigen=Annahme: Mittags des vorhergehenden Tages, größere Anzeigen früher Telegramme:„Tageszeitung, Bad Essen“. Fernruse Nr. 7 Nr. 115 Preuß. Oldendorf, Mittwoch, 17. Mai 1916 10. Jahrgang Sin neues Reichsamt. Die Leute, die in den letzten Wochen mit zunehmender Heftigkeit nach einem„Wirtschaftsdiktator" riefen, weil sie glaubten, daß wir anders der Schwierigkeiten unserer Volksernährung nicht würden Herr werden können, haben sich die Sache offenbar leichter gedacht als sie ist. Das deutsche Reich ist ein Bundesstaat, dessen Verfassung Rechte und Pflichten sorgfältig auf das Reich und die Einzelstaaten verteilt und mit dieser Ordnung der Dinge auch für den Kriegsfall Unantastbarkeit beansprucht. Der militärischen Notwendigkeit eines einheitlichen Oberbefehls ist selbstverständlich im vollen Umfange Rechnung getragen, im übrigen aber sollen die Glieder des Reiches ihr Eigenleben auch im Kriege weiterführen, weil die Vielgestaltigkeit des Daseins, wenn nur die Übereinstimmung seiner Ziele gesichert ist, immer nur eine Quelle des Segens sein kann. So bleibt den Einzelstaaten die Befugnis zur selbstverantwortlichen Durchführung der Reichsgesetze und Bundesratsverordnungen ungeschmälert erhalten, da nur sie auch über den Verwaltungsapparat verfügen, dessen es bedarf, um papierne Vorschriften in die Wirklichkeit zu übertragen. Ein Diktator muß aber, was befohlen wird, auch selbst in die Tat umsetzen oder zum mindesten mit Befehlsgewalt über diejenigen Organe des Staates ausgestattet sein, denen die Ausführung obliegt. Ob er außerdem die Macht erhalten soll, die notwendigen Befehle zu erlassen, oder ob sie ihm von einer übergeordneten Stelle zur weiteren Veranlassung zugehen sollen, das ist eine Zweckmäßigkeitsfrage, die verschieden beantwortet werden kann, wenn man auch von einem wirklichen Diktator nur da zu sprechen pflegt, wo unbegrenzte Befehls= und Vollzugsgewalt in einer Hand vereinigt ist. Aber der Mann, nach dem man in Deutschland rief, um dem Wirrwarr auf dem Lebensmittelmarkt ein Ende zu machen, wurde von vornherein nur als ein Diktator in Gäusefüßchen bezeichnet. Daß wollte besagen, daß niemand etwa daran dachte, ihn als die höchste und einzige Instanz für alle diese Fragen einzusetzen und den Bundesrat kurzer Hand auszuschalten. Was zu geschehen hat zur Sicherung der Volksernährung, das soll vielmehr nach wie vor die oberste Körperschaft des Reiches, in der die Souveränität der Einzelstaaten vereinigt ist, prüfen und anordnen. Daß es aber, nachdem einmal die für richtig befundenen Maßnahmen erlassen sind, unverzüglich und ganz im Sinne und nach dem Willen des Bundesrates im ganzen Reiche zur Durchführung gelangt, dafür muß allerdings in höherem Grade, als es bisher der Fall war, gesorgt werden, wenn nicht die Klagen über ungleichmäßige Belastung der verschiedenen Teile des Landes überhandnehmen und durch Versäumnisse aller Art Schäden entstehen sollen, die sich nachher nicht wieder einbringen lassen. Auf der Suche nach einem geeigneten Wege zu diesem Ziel scheint die Reichsleitung jetzt zu bestimmten Entschlüssen gelangt zu sein. Man spricht von der Schaffung eines Reichsamts für Lebensmittel, das neben Reichsamt des Innern und losgelöst von dem sonstigen gewaltigen Aufgabenkreise dieser Behörde sich ausschließlich mit der Ordnung der Nahrungsmittelfragen befassen soll. Dem Bundesrat unterstellt, hätte es dafür zu sorgen, daß dessen Verordnungen überall im Deutschen Reiche sinngemäß zur Ausführung kommen, daß keine Einzelinteressen, sei es von Landesteilen oder Berufsständen, ihnen hindernd in den Weg treten und daß Mißstände, die etwa wider Erwarten in ihrem Gefolge(auftauchen, rechtzeitig erkannt und bekämpft werden. Die neue Behörde soll in direkte Verbindung mit den Verwaltungsorganen der Bundesstaaten gebracht werden. Das wäre natürlich der eigentliche Kern der ganzen Regelung. Wie das geschehen soll, ist noch nicht bekannt geworden; man denkt es sich aber, da es anders wohl kaum möglich sein wird, in der Weise, daß das zu schaffende Reichsamt neben der bürgerlichen auch eine militärische Leitung erhält, die vielleicht auf dem Wege über die stellvertretenden Generalkommandos sich durch das ganze Reich hindurch den Einfluß sichert, der ein fehlerloses Arbeiten der neuen Behörde gewährleistet. Ist die Sache so geplant, dann käme es für den Erfolg natürlich auch in hohem Maße auf die richtige Auswahl der Personen an. Die Erfahrungen, die wir in dieser Beziehung, z. B. bei der Wahl der General= gonverneure für Belgien und Russisch=Polen gemacht haben, berechtigen zu der bestimmten Zuversicht, daß auch hier der richtige Mann sich finden wird. Seine Aufgabe wird es nicht sein, ganz Deutschland, was die Ernährung betrifft, über einen Kamm zu scheren, dazu sind die Verhältnisse und die Gewohnheiten in den verschiedenen Landesteilen zu verschieden. Aber unberechtigte Sonderinteressen müssen allerdings rücksichtslos bei Seite geschoben werden, und wenn es nur gelingt, dem schändlichen Treiben der Lebensmittelwucherer den Garaus zu machen, dann ist schon viel gewonnen. An neuen Behörden fehlt es uns zwar nicht; der Krieg hat sie zu Dutzenden ins Leben gerufen. Das Reichsamt für Lebensmittel kann aber, wenn der rechte Geist mit unbeugsamer Tatkraft sich in ihm zusammenfindet, als notwendiger Schlußstein des Kriegswirtschaftsgebändes dem Vaterlande zum Seten gereichen. Dolitische Kundschau. Deutschee Reich. * Über die Steuervorlagen, die gegenwärtig den Reichstag beschäftigen, fand Montag im Reichsschatzamt eine Besprechung des Staatssekretärs Staatsministers Dr. Helfferich mit den Finanzministern der Einzelstaaten statt, der sich Dienstag eine Besprechung des Reichskanzlers mit den leitenden Ministern der größeren Bundesstaaten über dieselbe Angelegenheit auschloß. Im Reichstage ist bekanntlich die Neigung hervorgetreten, durch eine einmalige Vermögensabgabe einen Teil der indirekten Steuern zu mildern oder ganz zu vermeiden. Diesen Vorschlägen gelten die obigen Besprechungen. * Der Hauptausschuß des Reichstages, der Montag vormittag eine Beratung über die Fragen der Volksernährung beginnen wollte, beschloß, diese Beratungen vorläusig zu vertagen, bis nach Regelung der Lage, die durch den Rücktritt des Staatssekretärs Dr. Delbrück und die damit in Zusammenhang stehenden Pläne geschaffen ist. * Im preußischen Herrenhause zu Berlin haben die abschließenden Verhandlungen von Vertretern der deutschen Handwerks= und Gewerbekammern— mit Ausnahme derer von Bayern, Sachsen und Württemberg— zur Begründung einer„Hauptstelle für gemeinschaftliche Handwerkslieferungen G. m. b. H.“ mit dem Sitze in Berlin stattgefunden. Vertreter von o6 Handwerkskammern Preußens und aller Bundesstaaten, die preußischen Armeekorps zugeteilt sind, nahmen an den Verhandlungen teil. Für die Bundesstaaten mit eigener Militäroberhoheit, Bayern, Sachsen und Württemberg, werden gleiche Lieferungshauptstellen des Handwerks gegründet. Die Hauptstelle wurde als Gesellschaft mit beschränkter Haftung errichtet. Die Dauer der Gesellschaft ist unbestimmt. Ihre Tätigkeit ist ein gemeinnütziges Unternehmen. Das Stammkapital beträgt 500000 Mark. In der an die erste Hauptversammlung sich anschließenden ersten Gesellschafterversammlung wurde Obermeister Rahardt einstimmig zum Vorsitzenden des Vorstandes, Klempnerobermeister Herrenhausmitglied Plate (Hannover) zum stellvertretenden Vorsitzenden und Stadtrat Groß(Mannheim) zum dritten Vorstandsmitgliede gewählt. * Die Abordnung der bulgarischen Sobranje traf Montag früh in Hamborn zur Besichtigung der Gewerkschaft Deutscher Kaiser ein. Die ausgedehnten Schachtund Hüttenanlagen wurden im Laufe des Vormittags eingehend besichtigt. Am Nachmittag fand in Schloß Landsberg bei Kettwig, dem Besitztum August Thyssens, ein Essen statt, an dem die Spitzen der Behörden teilnahmen. Von hier geht die Reise nach Köln, auf einem Rheindampfer nach Mainz, daran anschließend nach Wiesbaden, Frankfurt a. M., nach München, von wo aus die Rückfahrt nach Sofia im Balkanzuge erfolgt. Italien. * In Italien mehren sich die bedrohlichen Anzeichen der Unzufriedenheit des Volkes. In Pontefelcino bei Perugia gab es blutige Unruhen. Nach den vorliegenden Berichten mußten sich die vom Volke mit Dolchmessern und Steinwürfen bedrängten reichen Leute in der Kirche verbarrikadieren, ihre Wohnungen und Automobile wurden geplündert. Spät abends erschien Militär aus Perugia, das die Belagerten befreite. Die Erregung im Städtchen dauert an. Die wahren Ursachen der Revolte werden von der Zensur vertuscht. In vielen Provinzen besteht ein beängstigender Mangel an Korn, der in der Bevölkerung gefährliche Erregung hervorruft. Großbritannien. a Bei der Niederwerfung des irischen Aufstandes sollen nach dem Zeugnis englischer Soldaten furchtbare Grausamkeiten gegen die Sinn=Feiner begangen worden sein. Nach der Erstürmung der Aufständischenstellung in Sankt Stephans=Park traten englische Offiziere schwerverwundete, wehrlose Sinn=Feiner mit Füßen. Wer den Regierungstruppen in die Hände fiel, ob Mann oder Weib, verAuf dunklen Pfaden. Roman von A. Hottner=Grefe. 19 Nachdruck verboten Lächeln Sie nicht so sarkastisch, Doktor! Zum Lächeln ist da ja kein Grund! Ich bin entschieden zu alt und zu vernunftig, um mich so— so aussichtslos zu verlieben! Sie als mein alter Freund und Lehrer, Sie sollten mich doch genauer kennen! Ein törichter Schwärmer bin ich nicht! Und daß Baronin Otta mir absolut kein anderes Gefühl als das einer aufrichtigen Freundschaft entgegenbringt, das wissen Sie so gut wie ich! Es ist zu hoffen, daß ich mit noch weiter zunehmendem Alter mich ganz gut in die mir zugetellte Freundesrolle finden werde! Aber sorgen kann ich mich doch trotzdem, nicht wahr? Und Sie müssen selbst zugeben, daß die Baronin schon ganz besonders elend aussah, als sie gestern früh zu unserer Jagdgesellschaft stieß! Sie schien um Jahre gealtert; ihre tiefe Blässe, die fieberhaft glänzenden Augen, das leichte Beben ihrer Hände, all das wies darauf hin, daß sie ernstlich unwohl sei. Und sie war es auch, sonst wäre sie bestimmt nicht ganz allein in dem einsamen Forsthause bei der tauben Försterswitwe geblieben, anstatt mu zu der nächtlichen Treibsagd zu reiten. Als ich ihr schriftlich meine Einladung zur Jagd sandte, antwortete sie mir gleich, daß sie sich nicht wohl fuhle und wahrscheinlich nicht mitkommen werde. Desto größer war mein Erstaunen, als sie gestern dennoch zur festgesetzten Stunde ankam. „Hatie sie ihr Auto oder den Wagen?" fragte Christians dazwischen. „Den Wagen; ihr Auto ist zu groß und schwerfällig für unsere Gebirgsstraßen hier. Sie schickte den Wagen nach Schloß Werbach zurück und schloß sich unterer Jagdgesellschaft an. Mittags aina sie noch mit mir nach dem großen Schuppen, wo ich und meine Gäste unsere kleinen, leichten Kraftwagen eingestellt haben. Sie interessierte sich ungemein für die Autos, und es tal ihr leid, zu hören, daß wir unsere Chauffeurs zum Uebernachten nach Salzburg zurückgesandt haben. Sie hätte ganz gern einen der Wagen probhiert—“ Die Baronin ist ja selbst eine sehr gute Fahrerin,“ bemerkte Doktor Christians;„wenn ich nicht irre, hat sie sogar eine Chauffeurschule in Wien durch einige Zeit besucht!“ „Ja, aber sie fühlte sich doch zu unsicher, um selbst zu fahren. Auch klagte sie über heftigen Kopfschmerz. Dieser Kopfschmerz steigerte sich dann in so arger Weise, daß die Baronin nicht mit uns nach den Jagdhütten droben im Gelände ausbrechen konnte. Sie hoffte aber, abende noch nachzukommen. Daß dies nicht der Fall war, wissen Sie sa. Also ist meine Aengstlichkeit doch begründet.“ Doktor Christians antwortete nicht. Er kannte seinen ehemaligen Schüler, den Grafen Heinrich Steinberg, viel zu genau, um nicht zu wissen, daß hier kein noch so gutgemeintes Zureden helfen würde, daß hinter dieser Maske einer ruhigen Freundschaft für die schöne Baronin Otta von Werbach in Wahrheit weit mehr steckte, und daß es am klügsten war, still zu sein und angeblich alles zu glauben, was der Graf in dieser Beziehung sagte, damit nicht Wunden, welche niemals ganz verheilt waren, neu zu bluten begönnen. Ueberdies tauchte jetzt schon aus den dunkelgrünen Waldmassen der spitze Giebel des Forsthauses auf, in dem— seit der alte Förster Schwarzer gestorben war— dessen Witwe mit einer einzigen Magd hauste. Graf Heinrich Steinberg gab seinem Pferde die Sporen und galoppierte der Gesellschaft voraus auf das Haus zu. Gemächlicher folgte Doktor Christians. Als er ankam, hörte er schon, wie die Witwe Schwarzer in einem breiten Wortschwall dem Grafen Auskunft gab auf seine Fragen nach dem Befinden Otta von Werbachs. „Na, na— es ist ihr gar net gut, der Frau Baronin!“ sagte die alte Frau, bekümmert den Kopf schüttelnd.„Wirklich gar net gut! Gestern— wie die Herrschaften alle fort sind— hat sie sich gleich ein bisserl niedergelegt. Dann hat s’ einen kleinen Spaziergang gemacht und ein paar Bissen gegessen. So um drei Uhr nachmittags, da hab' ich sie g'fragt, ob sie nicht was brauchet von Salzburg, well ich mit dem Steirerwagerl hineing'fahren bin, allerhand einkaufen für die heutige Mittagstafel. Sie hat gesagt, sie braucht gar nichts, nur Ruhe möchte sie haben. Ich ollte gar nicht anklopfen bei ihr, wenn ich zurückkomm', enn sie wolle sich niederlegen und schlafen. Im Notfall war so die Sust da, Herr Graf. Also bin ich ruhig abgefahren!“ „Nun— und hat die Baronin Sust gebraucht?“ unterbrach sie Graf Heinrich Steinberg etwas ungeduldig. Die Försterswitwe schüttelte den Kopf. „Aber nein, Herr Graf! Sie hat nicht geläutet, und wie die Susi an ihrer Tür einmal probiert, da war sie verschlossen und ist keine Antwort gekommen. Also hat die Frau Baronin wohl sehr gut und fest geschlafen. Dafür hat sie freilich dann in der Nacht nicht schlasen können. Ich war schrecklich müd, wie ich heim gekommen bin, und hab' nichts mehr g'hört und g'sehn vor lauter Schlaf. Aber so gegen dei Früh', da bin ich doch munter geworden. Ich hab' die Frau Baronin über mir immerfort bin und her gehen geyört. Da bin ich aufgestanden und hab' bei ihr angeklopft. Sie hal von drinnen gefragt, wer da ls. Ich hab' mich gemeldet und hab' gesagt, ich möcht ihr gern einen Tee machen, oder was sie sonst mag. Aber sie hat wieder nicht aufgemacht und nur geantwortet, daß sie gar nichts will. und daß ihr auch weiter nichts fehlt, sondern daß sie nur nicht schlafen kann, wie sehr häufig. Ich war froh, day es nichts Besonderes war, und bin wieder in mein Fortsetzung folgt Bett getrochen. wundet oder unverletzt, wurde niedergemacht. 26 SinnFeiner erlagen den Mißhandlungen, ehe sie noch die Portobellokasernen erreicht hatten, wo ihre kriegsrechtliche Aburteilung stattfinden sollte. Ob die Leute den Tod verdienten, danach fragte keiner. Mitleid gab es nicht. An verschiedenen Stellen wurden Brände gelegt, damit die Leichname nicht mehr herausgezogen werden können und eine nähere Untersuchung ausgeschlossen ist. Kumänsen. * Wie aus Bukarest gemeldet wird, ist das kürzlich angekündigte Abkommen zwischen Österreich=Ungarn und Rumänien vor einigen Tagen abgeschlossen worden. Es bestimmt im wesentlichen, daß die Donaumonarchie dem deutsch=rumänischen Abkommen beitritt, so daß aus Mitteleuropa für Rumänien bestimmte Warenzüge unbehindert durchlaufen können. China. X Die Berliner Chinesische Gesandtschaft teilt über die Lage in China mit: Trotzdem fünf Provinzen sich für unabhängig erklärt haben, steht es fest, daß die Kämpfe nicht fortdauern werden. Der Militär=Gouverneur von Nanking, Generalfeldmarschall Fong Kuo=Chang', der Militär=Gouverneur von Anhui General Ni Shih=chung und der General=Inspektor der Streitkräfte im YangtseTal Chang Hsün haben gemeinsam den Präsidenten Yuan telegraphisch gebeten, auf seinem Posten zu verbleiben. Sie haben die Provinzen aufgefordert, vor dem 15. Mai Vertreter zur Nationalkonferenz nach Nanking zu entsenden. Es steht außer Frage, daß die politischen Schwierigkeiten auf friedlichem Wege überwunden werden. Aus In- und Aueland. Berlin, 15. Mai. Wie verlautet, werden die sozialdemokratischen Abgeordneten im demächst zusammentretenden preußischen Landtag den Antrag auf Haftentlassung des Abgeordneten Liebknecht und Aussetzung des Verfahrens gegen ihn stellen. Budapest, 15. Mai. Wie die Zeitung„Dreptatea“ meldet, wurde im Kriegsministerium ein Staatssekretariat für Flugwesen errichtet. Kopenhagen, 10. Mat.„Nationaltidende“ meldet aus Petersburg, daß Finanzminister Bark diese Woche nach Paris reist, wo er mit Ribot zusammentrifft. Beide begeben sich darauf nach London, wo sie mit Mesenna und Lloyd George Besprechungen abhalten. Wie es heißt, sollen auch amerikanische Finanzleute daran teilnehmen. Kopenhagen, 10. Mai. Der Reichstag hat das Gesetz betreffend Einführung der Sommerzeit vom 14. Mai abends 11 Uhr bis zum 30. September angenommen. Haag, 15. Mai. Auf eine Anfrage des Abgeordneten King im Unterhause, ob von den Alltierten Verhandlungen mit Italien über die Frage der Kriegserklärung an Deutschland geführt worden selen, antwortete Sir Edward Grey mit„Nein!“ Athen, 15. Mai. Vom 23. Mai ab wird das Athener Armeekorps Manöver zwischen Theben und Athen ausführen. Der König wird den Manövern beiwohnen. Bordeaux, 15. Mai. Die sog. montenegrinische Regierung hat sich neu konstituiert. Ministerpräsident Radowitsch und die übrigen neuen montenegrinischen Minister haben dem König den Eid geleistet und ihre Amter übernommen. London, 15. Mai. Die Gewerkschaft der Frachtverlader in Manchester beschloß, eine Lohnerhöhung von 10% zu verlangen. Der Beschluß wurde nahezu einstimmig angenommen. Der ausführende Ausschuß wird dem Arbeitgeberverband die Kündigung des Arbeitsvertrages sofort übermitteln. Der Krieg. Auf der Westfront ist nach stürmischen Kampftagen wieder eine Zeit verhältnismäßiger Ruhe in den Infanterie=Aktionen eingetreten. Die starke Artillerie= und Aufklärungstätigkeit deuten aber auf bevorstehende neue größere Unternehmungen. Der deutsche Generalltabsbericht. Großes Hauptquartier, 15. Mal. Westlicher Kriegsschauplatz. In vielen Abschnitten der Front war die beiderseitige Artillerie= und Patrouillen=Tätigkeit lebhaft.— Versuche des Gegners, unsere neugewonnene Stellung bei Hulluch wieder zu nehmen, wurden, soweit sie nicht schon in unserem Artilleriefeuer zusammenbrachen, im Nahkampf erledigt.— Im Kampfgebiete der Maas wurden Angriffe der Franzosen am Westhange des Toten Mann und beim Caillette=Walde mühelos abgewiesen. Oftlicher und Balkan=Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Amtlich durch das W.T.B. Osterreichisch-ungarischer Deeresbericht. Amtlich wich verlautbart: Wien, 15. Mai. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern Nachmittag entwickelten sich in mehreren Abschnitten lebhafte Artilleriekämpfe, die auch heute fortdauern. — Nachts belegten unsere Flieger die Adriawerke bei Monsalcone, den Bahnhof von Cervignano und sonstige milltärische Anlagen ausglebig mit Bomben. Alle Flugzeuge kehrten unversehrt zurück.— Westlich von San Martino warf unsere Infanterie den Feind aus seinen vorgeschobenen Gräben und schlug mehrere Gegenangriffe ab. Vorstöße der Italieuer nördlich des Monte St. Michele brachen zusammen. Die Stadt Görz stand abends unter Feuer. Auch nördlich des Tolmeiner Brückenkopfes drangen unsere Truppen mehrfach in die italienischen Gräben ein. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Am 19. nachmittags hat ein Geschwader von GeeLugzeugen militärische Anlagen Valonas und der Insel Gaseno erfolgreich mit Bomben belegt und ist trotz sehr heftigen Abwehrfeuers wohlbehalten eingerückt. Flottenkomman do. Untergang eines franzölischen Luftschiffes. Die amtliche französische Telegraphen=Agentur verbreitet die folgende Meldung aus Toulon vom 15. Mai: Ein französisches Lenkluftschiff ist an der Küste von Sardinien ins Meer gestürzt. Die aus sechs Mann bestehende Besatzung ist ertrunken. Über die näheren Umstände, die den Verlust des Luftschiffes herbeiführten, fehlt bisher jede Nachricht. Amerika und die Versenkung der„Cymrie“. Englische Blätter behaupten, daß das amerikanische Staatsdepartement eine amtliche Untersuchung über die Versenkung der„Cymric“ angeordnet hat. Es hege Zweifel über den Charakter des Schiffes. Wenn die„Cymric“ von der englischen Admiralität geschartert war, Munition beförderte oder Transportdienste für die Regierung tat, dann würde das Staatsdepartement sie als Kriegsschiff ansehen, das ohne Warnung torpediert werden dürfe. Vormarsch des„Salonikibeereo? Die griechischen und italienischen Zeitungen bringen fast täglich Nachrichten über auffällige Bewegungen des Vierverbandsheeres an der griechisch=macedonischen Grenze. So wird berichtet: Die Franzosen besetzten Florina. Gleichzeitig überschritt eine französische Division den StrumaFluß. An vielen Punkten stehen sich die feindlichen Heere auf nur vier Kilometer Entfernung gegenüber. Die Serben werden den linken Flügel der Verbündeten einnehmen. Man ist angeblich in Athen der Meinung, daß mit dieser Bewegung, die längs der ganzen Front durch Kavallerieunternehmungen zu verschleiern gesucht wurden, der erste Abschnitt der Offensive begonnen habe. Überall würden Wege für Artillerie und Train angelegt. Follwährend kämen an Bord französischer und italienischer Schiffe serbische Truppen an, die im Norden der Halbinsel Chalkidike versammelt werden. Außer Artillerie= und Kavalleriekämpfen haben bisher keine Zusammenstöße stattgefunden. Die Lage in Ostafrika. Der belgische Kolonialminister teilt mit, daß eine belgische Brigade Kigali, den Hauptort der Provinz Ruanda in Deutsch=Ostafrika, besetzt hat. Englische Depeschen bestätigen den Beginn der deutschen Gegenoffensive unter persönlicher Führung des Oberkommandierenden v. LettowVorbeck bei Condoa=Irangi. Die Deutschen hätten ein Geschütz der„Königsberg". Die deutschen heftigen Angriffe seien aber zurückgeschlagen worden. Lir Grep über Krieg und Frieden. Kopenhagen, 15. Mai. Der Vertreter der Zeitung„Politiken“ und der„Chicago Daily News“ in London hatten Unterredungen mit dem Minister des Außern Sir Edward Grey. Es war die erste Unterhaltung, die Grey seit dem Ausbruch des Krieges mit Pressevertretern pflog. Gren sagte, Serbiens und Belgiens Widerherstellung seien die einzigen Kriegsziele Englands. Es gebe zwei Methoden zur Beilegung internationaler Streitigkeiten, das eine sei die schiedsgerichtliche Behandlung das andere der Krieg. Der Krieg, der diesmal wieder gewählt worden sei, habe hinsichtlich des Zweckes einen völligen Zusammenbruch erlitten. Die deutsche Behauptung, der Krieg sei ihm aufgezwungen worden, sei unrichtig. Diese Auffassung teile nlemand, auch nicht Italien. Niemand wollte Deutschland angreifen. Keiner wünsche den Frieden ernstlicher als die englischen Staatsmänner, aber einen Frieden, der Recht schaffe und Achtung vor dem Völkerrecht. Großbritannien habe niemals an den Wahnsinn gedacht, das einige Deutschland zu zerstören. Der Krieg sei so fürchterlich geworden, daß er ein unmögliches Mittel der Politik darstelle. Grey, einer der Haupttreiber zum Kriegsausbruch, versucht sichtlich mit seinen falschen und schiefen Darstellungen die Schuld am Kriege von sich abzuschieben und sich den Neutralen als unschuldsvoller Friedensfreund zu präsentieren. Komisch wirkt es einfach, wenn er von der Achtung vor dem Völkerrecht spricht, derselbe Grey, unter dessen Einfluß Großbritannien in diesem Kriege alle Schranken gesitteter Kriegführung, alle Hemmnisse des Völkerrechts niederstieß. Der sichtlich unter dem Eindruck großer Enttäuschung stehende Sir Grey wird trotz seiner Weißwaschungsversuche vor der Geschichte ein gerüttelt Maß von Schuld für diesen Krieg tragen müssen. Amerika gegen Englands Völkerrechtefrevel. Berlin, 15. Mai. Aus Washington wird gemeldet, die Regierung bereite einen kräftigen Protest an England gegen dessen Politik vor, Verschiffungen von Hilfsmitteln des amerikanischen Roten Kreuzes, die für die Mittelmächte bestimmt sind, aufzuhalten. Staatssekretär Lansing empfing einen Brief von dem früheren Präsidenten Taft, der jetzt Vorsitzender des Zentralkom##es des Roten Kreuzes ist, in dem dieser eine solche Maßnahme dringend fordert. Tafts Brief brachte zum erstenmal an den Tag, daß England es formell abgelehnt hat, die erlaubnis für die Verschiffung von Hilfsmitteln an die Mittelmächte zu geben, außer wenn sie für amerikanische Hespitäler und sonstige Anstalten bestimmt sind. Taft weist darauf hin, daß die auch von England unterzeichnete Genfer Konvention unzweifelhaft das Recht festlege. Artikel für Kranke und Verwundete an die Mittelmächte frei zu verschicken. 914 Ob Sir Edward Grey, der so salbungsvoll die Achtung vor dem Völkerrecht proklamiert, sich auch in diesem Falle herauszureden weiß? Man kann es ihm und seinen Ministerkollegen schon zutrauen. Überfall auf englische Friedensfreunde. Amsterdam, 15. Mai. Im Londoner ethischen Institut fand eine geheime Versammlung zugunsten des Friedens statt. Nach Londoner Blättern schützte die Polszei die Persammtuse und verhinderte eine wütende Volksmenge sich den Eingang zum Versammlungslokal zu erzwingen. als die Teilnehmer der Versammlung aber das Gebäude verließen, wurden sie angegriffen, und mehrere von ihnen wurden ene ud. Tcung der Volizei kann es nicht weit her gewesen sein, wenn die Friedensfreunde zum Tell als Verwundete vom Schlachtfelde getragen werden mußten. Die„wülende" Volksmenge, welche die Polizei nicht abhalten konnte, erinnert auffällig an die echt russischen Leute, die im Lande des Zaren je nach Gefallen der Regierenden als besoldete Helfer der duldsamen Polizei aufzutreten pflegen. Die Arbeiter mißtrauen der Dienstpflicht. Amsterdam, 15. Mai. Die inneren Gegensätze in der Dienstpflichtfrage sind in England durchaus nicht erledigt. Eine Konferenz des Bergarbetterverbandes von Großbritannien nahm mit 583000 gegen 185000 Stimmen eine Resolution an, in der die Konferenz sich gegen den Geist der Dienstpflicht ausspricht. Die Resolution erklärt, daß sie bei jeder neuen Erweiterung des Dienstpflichtgesetzes Wachsamkeit üben wird. Ein Teil der englischen Arbeiterverbände bereitet sich auf energische Kundgebungen gegen die Anwendung des neuen Wehrpflichtgesetzes vor, die ernste Unruhen in den Industriegegenden erwarten lassen. Die Gefahr erscheint der Regierung so groß, daß in den bedrohten Landesteilen militärische Vorsichtsmaßregeln angeordnet wurden. Kleine Kriegepoft. Berlin, 15. Mai. Auf Grund amtlicher Ermittelungen wurde festgestellt, daß sich zurzeit in Deutschland an englischen Kriegsgefangenen befinden: 762 Offiziere und 26002 Mann. Czernowitz, 15, Mai. Große Scharen der Zivilbevölkerung aus Beßarabien flüchten auf rumänisches Gebiet und die Desertionen unter den dort konzentrierten Truppen nehmen überhand. In den letzten Tagen sind über 500 Mann eines beßarabischen Regiments nach Rumänien desertiert. Kopenhagen, 15. Mai. Der Dampfer„Phönix" begegnete in der Nordsee einem treibenden englischen Wasserflugzeug ohne Besatzung. Stockholm, 15. Mai. In Kiem und Moskau sollen große Ausschreitungen stattgefunden haben wegen der neuerlich angeordneten Einberufung von Landsturmleuten, die bereits als nicht geeignet befunden waren. Auch Frauen und Kinder beteiligten sich. Darauf sei dann die Verschiebung der angeordneten Einberufungen erfolgt. Genf, 15. Mai. Die französische Flotte ist jüngst um ein neues U-Boot vermehrt worden, das den Namen „Morillot“ erhielt, nach dem untergegangenen Kommandanten des versenkten französischen Unterseeboots„Monge". Meuterei auf holländischen Kriegsschiffen. Im Haag eingetroffene Depeschen berichten, daß auf drei holländischen Schiffen in Holländisch=Indien 300 Mann der Besatzung gemeutert haben und ohne Urlaub gelandet sind. Die Kommandanten weigerten sich, mit den Deserteuren zu verhandeln und forderten bedingungslose Übergabe. 200 Mann versteckten sich in Batavia und Umgebung und werden jetzt von Patrouillen aufgesucht. 60 sind bereits gefangengenommen worden. Alle Urlaubserteilungen wurden aufgehoben. Kein Matrose darf an Land gehen. Krieg Chronik Wichtige Tagesereignisse zum Sammeln. 30. April. Die seit fünf Monaten in Kut el Amara eingeschlossene englische Armee des Generals Townshend hat sich den Türken bedingungslos ergeben. 5 Generale, 277 britische und 274 indische Offiziere und 13 300 Soldaten wurden zu Gefangenen gemacht 1. Mai. Im Rigaischen Meerbusen wurden die militärischen Anlagen am Moonsund von einem Marineluftschiff mit gutem Erfolg angegriffen. Gleichzeitig belegte ein Geschwader von Seeflugzeugen die russischen milltärischen Anlagen auf der Insel Oesel mit Bomben. Dagegen mußte ein feindliches Flugzeuggeschwader über unseren Marineanlagen in Windau, durch Abwehr gezwungen, unverrichteter Sache zurückkehren. 2. Mai. Zwei englische Kriegsfahrzeuge laufen im Mittelmeer auf Minen und sinken.— Französische Angriffe südlich Douaumont werden abgeschlagen. 4. Mai. In der Nacht vom 2. zum 3. Mai griff ein deutsches Marineluftschiffgeschwader die englische Ostküste an und bombardierte zahlreiche Militär= und Fabrikanlagen. Küstenbatterien und englische Kriegsschiffe am Eingang zum Firth of Forth. Ein Marineflugzeug bombardiert englische Küstenbatterten bei Sandwich und die Flugstation bei Deal. Im Osten belegen deutsche Wasserflugzeuge russische Kriegsschiffe im Moonsund erfolgreich mit Bomben, ebenso werden russische Bahnanlagen bei Minsk und Pinsk durch Flugzeuge bombardiert. 8. Mai. Umfangreiche französische Stellungen am linken Maasufer gelangen nach hartnäckiger Gegenwehr in deutsche Hände, so daß unsere Stellungen abermals vorgeschoben werden konnten. Angesichts der außerordentlich schweren, blutigenVerluste der Franzosen wurden nur 40 Offiziere und 1280 Mann unverwundet gefangengenommen. Französische Entlastungsangrisse am„Toten Mann“ wurden abgewiesen und dabei 300 Gefangene gemacht. 11. Mai. Eine russische Stellung beim Bahnhof Selburg wird in Breite von 500 Melern gestürmt. 809 Mann werden gefangen, einige Maschinengewehre und Minenwerfer erbeutet.— Französische Angriffe beim„Toten Mann“ und Höhe 304 werden verlustreich abgeschlagen— Dünkirchen und die Bahnanlagen von Adinkerie mit Fliegerbomben belegt. 12. Mai. Pfalzische Bataillone stürmen mehrere Linien der englischen Stellung südöstlich des Hohenzollernwerks bei Hulluch. Schwere blutige Verluste der Franzosen.— Der Bahnhof Horodziesa an der Linie Kraschin—Minst von einem deutschen Flugzeuggeschwader erfolgreich angegriffen. 13. Mai. Französische Angriffe bei Avocourt, Malancourt. südwestlich des Toten Mannes und westlich des AlbainWaldes wurden unter schweren Verlusten für den Feind abgewiesen.— Ein russischer Versuch, die am Bahnhof Selburg verlorenen Stellungen wiederzunehmen, wird im Keime erstickt. 14. Mai. Im Monat April 1916 sind 96 feindliche Handelsschiffe mit rund 225000 Bruttoregistertonnen durch deutsche und österreichisch=ungarische Unterseeboote versenkt oder durch Minen verlorengegangen.— Französische Angriffe gegen die Höhe 804 bei Verdun abgeschlagen. 15. Mai. Im Nahkampf werden Versuche des Gegners, die neugewonnenen Stellungen bei Hulluch wiederzunehmen, zurückgewiesen. Angriffe der Franzosen am Westhange des Toten Mannes und beim Caillettewalde zersolittern. Deut Großes Haupt Kleinere Stellen der Fre Anzahl Englät sem westlichen schwächere franz auf Höhe 304 Maschinengewek gleiche Schicksa nördlich Baux=le gegen einen vi unternahm. Keine bese Die 3 Köln. 15. 1 meldet kamen Besatzung des„I der Rückreise na durch. Alle bestä völkerung eine zurückbleibenden wohlauf seien. Poincart Bern, 15. 1 Peincaré eine 2 gehalten, indem gesicherte Erfüllr Landeskinder na in ihrer Heimat seine Söhne nich Die Mittelmächte der Entfesselung rüstung und den zugezogen haben, Vierverband alle antwortlich sei täuschen kann. Feinde uns jema nicht, daß sie un darum bitt nicht unterwerfen Wir wollen keine die Bestimmung ginnen, was fül bedeuten würde. wiederhergestellter Gleichgewicht un Friede nicht ges für befiegt erklär Auß der * Aufzucht v Mischknappheit ist es geboten, so möglichste Vern lindert wird. 1 können in wirk Haltung der ver „Kuh des kleinen die Ziegenzüchte Um dies zu erme ßische Landwir### vorgesehen, die sammenarbeit n rung gelangen Gewährung vor Lämmer, die Be Ziegenlämmern, Kreisstädten, die nossenschafts=, K denen hierfür M Kürze mit entspi wenden. Da in sichkeit der Mut auch im eigenster richtiger, das Bei stellen und mör * Die S ärztlicher Seite über den frühen zahl der Schulk Schule gehen als dieser Bedenken Diese haben erg kleinsten, gerade und frischesten nicht folgte, es bei näherer Unter Zeitungen ausgel war. Der Schu zeit hat sich au sind damit fasto über Schlaffheit, Mit der Einführ günstigen Eifahr Lübbecke, Lumven. 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Mal 1916 Westlicher Kriegsschauplatz Kleinere Unternehmungen an verschiedenen Stellen der Front führten zur Gefangennahme einer Anzahl Engländer und Franzosen.— Auf dem dem westlichen Maasufer wurden mehrere schwächere französische Angriffe gegen unsere Stellung auf Höhe 304 durch Artillerie=, Infanterie= und Maschinengewehrfeuer blutig abgewiesen.— Das gleiche Schicksal hatte ein Angriff, den der Feind nördlich Vaux=les=Palameix(südwestlich von Combres) gegen einen vorspringenden Teil unserer Stellung unternahm. Oestlicher und Balkan=Kriegsschauplatz Keine besonderen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Die Freigelassenen von„L. 20“ Köln. 10. Mai. Wie die„Köln. Ztg.“ aus Keistiania meldet kamen Leutnant Schirlitz und 5 Mann von der Besatzung des„L. 20“, die freigegeben wurden, heute auf der Rückreise nach Deutschland über Bergen in Kristlania durch. Alle bestätigten, daß sie bei der norwegischen Bevölkerung eine gute Aufnahme gefunden hätten, daß ihre zurückbleibenden Kameraden gut verpflegt würden und wohlauf seien. Poinears über Frankreichs Kriegoziel Bern, 10. Mai. Bei einem Besuch in Nancy hat Peincaré eine Ansprache an die lothringischen Flüchtlinge gehalten, indem er die durch Vereinigung von ganz Frankreich gesicherte Erfüllung der Wünsche der armen verjagten Landeskinder nach Herstellung von Ruhe und Sicherheit in ihrer Heimat zusagte. Er sagte u. a: Frankreich wird seine Söhne nicht den Gefahren neuer Angriffe aussetzen. Die Mittelmächte suchen, gequält von Gewissensbissen, wegen der Entfesselung dieses Krieges und entsetzt über die Entrüstung und den Haß, den sie sich bei der ganzen Menschheit zugezogen haben, die Welt glauben zu machen, daß der Vierverband allein für die Verlängerung des Krieges verantwortlich sei— eine plumpe Ironie, die niemand täuschen kann. Weder direkt noch indirekt haben unsere Feinde uns jemals Frieden angeboten; aber wir wollen auch nicht, daß sie uns ihn anbieten, wir wollen, daß sie uns darum bitten. Wir wollen uns ihren Bedingungen nicht unterwerfen, wir wollen ihnen die unsrigen diktieren. Wir wollen keinen Frieden, der dem kaiserlichen Deutschland die Bestimmung darüber ließe, einen neuen Krieg zu beginnen, was für ganz Europa eine dauernde Bedrohung bedeuten würde. Wir wollen einen Frieden, der von dem wiederhergestellten Rechte eine ernsthafte Gewähr für das Gleichgewicht und seine Dauer empfängt. Solange dieser Friede nicht gesichert ist, solange unsere Gegner sich nicht für besiegt erklären, werden wir nicht aufhören zu kämpfen. Aus der Heimat— für die Heimat. Pr. Oldendorf, 10. Mai 1916 * Aufzucht von Alllchziegen. Da mit der Fortdauer der Milchknappheit im nächsten Winter gerechnet werden muß, ist es geboten, schon jetzt dafür Sorge zu tragen, daß sie durch möglichste Vermehrung des Bestandes an Milchziegen gelindert wird. Weite Kreise geraoe der ärmeren Bevölkerung können in wirksamster Weise vor einer Milchnot durch die Haltung der verhältnismäßig wenig Futter beanspruchenden „Kuh des kleinen Mannes" bewahrt werden. Deshalb müssen die Ziegenzüchter die Mutterlämmer möglichst alle aufziehen. Um dies zu ermöglichen oder doch zu erleichtern, hat der preußische Landwirtschaftsminister eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen, die durch die Landwirtschaftskammern in Zusammenarbeit mit den Ziegenzüchtervereinen zur Ausführung gelangen werden. Hierher gehören insbesondere die Gewährung von Aufzuchtsprämen für zweite und dritte Lämmer, die Vermittelung von Angebot und Nachfrage bei Ziegenlämmern, die Abhaltung von Ziegenmärkten in den Kreisstädten, die Unterbringung von Ziegen auf Weiden(Genossenschafts-, Kreisweiden). Die Landwirtschaftskammern, denen hierfür Mittel zur Verfügung stehen, werden sich in Kürze mit entsprechenden Mitteilungen an die Ziegenzüchter wenden. Da im übrigen mit hohen Preisen und guter Verkäufsichkeit der Mutterlämmer gerechnet werden kann, liegt es auch um eigensten Nutzen der Ziegenhalter und ist wirtschaftlich richtiger, das Verlangen nach Ziegenmilch zeitweilig zurückzustellen und möglichst viel Mutterlämmer durchzuhalten. * Die Sommerzeit und die Schule. Von ärztlicher Seite(In Berlin) waren Bedenken laut geworden über den frühen Schulbeginn am 1. April d. I. Die Mehrzahl der Schulkinder müssen zwei volle Stunden früher zur Schule gehen als im Winter. Die Schulleitungen sind infolge dieser Bedenken veranlaßt worden, Erhebungen anzustellen. Diese haben ergeben, daß die Kinder, auch die jüngsten und kleinsten, gerade in den Morgenstunden am aufmerksamsten und frischesten sind. Wo einmal ein Kind dem Unterricht nicht folgte, es an Aufmerksamkeit fehlen ließ, da stellte sich bei näherer Untersuchung heraus, daß es entweder schon vorher Zeitungen ausgetragen hatte oder sehr spät zur Ruhe gegangen war. Der Schulanfang um 7 Uhr nach der neuen Sommerzeit hat sich ausgezeichnet bewährt. Auch die Lehrpersonen sind damit fast ohne Ausnahme zufrieden. Die Befürchtungen über Schlaffheit, Kränklichkeit u. dgl. sind nicht eingetreten. Mit der Einführung der Sommerzeit werden überall dieselben günstigen Erfahrungen gemacht worden sein. Lübbecke, 16. Mai. Beschlagnahme von Lumpen. Am heutigen Tage ist eine Bekanntmachung des stellvertretenden Generalkommandos betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Lumpen und neuen Stoffabsällen aller Art in Kraft getreten. Lübdecke, 10. Mai. Kandiszucker nur gegen Zuckerkarten. Gegenüber mehrfach hervorgetretenen Zweifeln wird amtlicherseits darauf hingewiesen, daß Kandiszucker unter die Verordnung vom 10. April d. J. über den Verkehr mit Verbrauchszucker fällt. Insbesondere unterliegt daher der Verbrauch von Kandiszucher der Regelung durch die Kommunalverbände; soweit diese vorgeschrieben haben, daß Zucker an Verbraucher nur auf Zuckerkarte abgegeben werden darf, gilt diese Vorschrift auch für Kandiszucker. Ferner findet die Bestimmung, nach der die Kommunal= verbände Höchstpreise für den Verkauf von Zucker an die Verbraucher festzusetzen haben, auch auf Kandiszucker Anwendung. Pr. Oldendorf, 15. Mai. Rehbockjagd. Der irrtümlicherweise schon für Anfang Mai gemeldete Termin der Eröffnung der Rehbocksagd war am heutigen Tage endlich herangekommen. Kaum konnten unsere Nimrods diesen Termin abwarten. Und das hat diesmal seinen doppelten Gcund. Zu der ldealen Freude am edlen Weidweik tritt in diesem Jahre der materlelle Gedanke der„Fleischversorgung", und zwar nicht etwa nur für den eigenen Haushalt, sondern auch für den lieben Mitmenschen. Deshalb sei unsern Jägern diesmal ein besonders herzliches„Weidmannsheil!" zugerufen. Obermehnen, 15. Mai. Der Reservist Heinrich Bussik von hier wurde mit dem Elsernen Kreuz ausgezeichnet und gleichzeitig zum Gefreiten befördert. Dielingen, 15. Mai. Pferd gestohlen. Dem Kolon Buck in Oppendorf Nr. 93(st in der Nacht vom 11. zum 12 Mai(Donnerstag auf Freitag) ein Blauschimmel aus dem Stalle gestohlen. Am Freitag in aller Frühe ist ein verdächtiges Gespann, ein dunkelbraun lackiertes Gia(leichter zweitädriger Einspänner) mit niederhängendem Kasten In Stemshorn und im Laufe des Vormittags zwischen Belm und Osnabrück gesehen worden. Ein Beobachter glaubt, daß dem Schimmel in hiesiger Gegend das Fell eines braunen Pferdes umgehängt sei, um ihn unkenntlich zu machen. Man darf aber auf solche Vermutung nicht viel Wert legen. Nach dem Dieb wird gefahndet. Für den Wiederbringer ist eine Belohnung von 500+ ausgesetzt worden.(Vergl. Anzeige.) — Wiederbolt, weil nur in einem Tell der Auflage der gestrigen Nummer enthalten. Nahden, 15. Mai. Besitzwechsel. Vlehhändler Max Ginsberg verkaufte seine an der Bahnhofstraße belegene Besitzung nebst 2 Morgen großer Welde an den Viehhändler Hermann Ginsberg hierselbst. Der Kauspreis soll 30 000 M betragen. Espelkamp, 15. Mai. Jagdglück. Oestlich der hiesigen Haltestelle wurden heute morgen von den neuen Jagdpächtern zwei kräftige Rehböcke erlegt, der eine von Kaufmann Weißkampf=Minden, der andere von Photograph W. Schröder=Lübbecke. Minden, 11. Mai. Umfangreiche Hühnerdiebstähle waren im Januar und Februar in nächster Umgebung der Stadt verübt worden. Als Hehlerin wurde von der Polizei die Ehefrau Marie Stefanowsky und als Täter deren Sohn Hermann ermittelt. Wegen Diebstahls im wiederhalten Rückfalle erhlelt dieser von der Bielefelder Strafkammer 1 Jahr Gefängnis, während seine Mutter zu einem Jahre und drei Monaten Zuchthaus verurteilt wurde. Bielefeld, 10. Mai. Strafkammer. Wegen Meuterei und schweren Diebstahls hatte sich der vielfach und schwer vorbestrafte Glasarbeiter Theodor W. aus Mülheim a. d. Ruhr zu verantworten. Der Angeklagte, welcher im Juli v. J. eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 3 Wochen zu verbüßen hatte, ist in der Nacht zum 11. Juli v. J. von der Arbeitestelle in Linteln, wo er untergebracht war, in Gemeinschaft mit einem schon im Dezember v. J. abgeutteilten Gefangenen ausgebrochen und davongelaufen. Um nun ihre Gefangenenkleidung ablegen zu können und unerkannt fortzukommen, sind sie in der bezeichneten Nacht durch ein Oberlicht in den Laden des Kaufmanns W. zu Rheda eingestlegen und haben sich daraus 2 Anzüge, Hüte usw. gestohlen. Der Angeklagte, der geständig war, erhielt 1 Jahr und 2 Monate Gefängnis. — Jagdvergehen. Der 17jährige Knecht Stephan P. aus Rletberg war angeklagt, am 2 November v. J. in der Feldmark Rletberg mit dem Jagdgewehr seines Dienstherrn einen Fasan in der Nähe des Gehöftes geschossen zu haben. Das Schöffengericht zu Rletberg hatte ihn zu der milden Strafe von 3 0 verurtellt, wogegen die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte. Der Bursche will den ihm unbekannten Vogel für einen Habicht gehalten haben. Dies wird ihm jedoch nicht geglaubt. Er wurde wegen Jagdvergehens und unbefugten Waffentragens zu einer Geldstrafe von 30 a oder 6 Tagen Gesängnis verurteilt. Zu gleicher Zeit wurde auf Einzlehung des Gewehrs erkannt. Osnabrück, 15. Mai. Zum Obermusikmeister befördert wurde Musikmeister Schellbach im InfanterieRegiment Nr. 78. Bramsche, 14. Mai. Zur Besichtigung verschiedener Heide=Neukulturen Im Gebiete von Bramsche besuchten 63 Krieasverwundete aus den Osnabrücker Lazaretten am vergangenen Sonnabend unter Leitung des Oekonomierats Bergmann den Landwirtschaftlichen Verein in Bramsche. Bei der Ankunft in Hesepe standen für die Aufnahme der Verwundeten etwa 30 Wagen zur Verfügung, mit denen zunächst nach dem Heseper=Gefangenenloger gefahren wurde, um hier die verschiedenen in der Heide vorgenommenen Kulturarbeiten In Augenschein zu nehmen; die neuen Grünländereien zeigten einen üppigen Stand, und für die Kriegsteilnehmer war es besonders interessant, zu sehen, was aus dem sonst fruchtlos dallegenden Heideland unter Zuhilfenahme von Kunstdünger geschaffen werden kann. Sodann ging die Fahrt durch die Heseper=Feldmark, wobe die Teilnehmer sich von dem üppigen Stande der Feldfrüchte überzeugen konnten. Im Kaffeehause Glindkamp an der Ueffelner Landstraße wurden alsdann in gastfreundschaftlicher Weise den Verwundeten Kaffee und Butterbrot gereicht, wozu bei dem prachtvollen Witter im Garten Platz genommen werden konnte. Der Vorfitzende des Landwirtschaftlichen Vereins Bramsche, Hofbesitzer Ed. Zur Horst In Epe, begrüßte namens des Verelus die erschienenen Feldgrauen in einer sohr begeisterten und zu Herzen gehenden Ansprache. Hofbesitzer Gr.=Thlemann=Hesepe schilderte die Entwicklungsgeschichte der Meliorations=Genossenschaft Hesepe und erörterte des näheren die Art und Weise der Durchführung der Neukultivierungen auf den dortigen Oedländereien. Sodann wurden den Verwundeten die dort untergebrachten drei Hengste des Landgestäts Celle vorgeführt. Nachdem alsdann von Oekonomierat Bergmann namens der Kriegsverwundeten den Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Vereins Bramsche und deren Frauen der gebührende Dank abgestattet war, brachte die lange prächtige Wagenreihe die ämtlichen, von diesem recht lehrreichen Ausflug sehr beriedigten Krieger wieder nach dem Bahnhofe Hesepe zurück, wo wo aus die Rückreise nach Osnabrück angetreten wurde. Diepholz, 15. Mai. Als dritte Vlehlieferung fürs Heer hat der hiesige Kreis 127 Stück Rindvieh, 25 Schafe und 107 Schweine sofort aufzubringen. Syke, 14. Mai. Eine Hundesteuer wird außer der Kreishundesteuer auch jetzt im Flecken Syke erhoben. Die Steuer beträgt für einen Hund 4 J, für den zweiten 8 4, und 12 c für jeden welteren Hund. Nah und Fern. 0 Minderwertige Soldatenuhren werden nach einem dem sächsischen Ministerium des Iunern von der Gewerbekammer Chemnitz erstatteten Bericht auch in Sachsen vielfach in den Handel gebracht. Das Ministerium hat sich darauf, wie es der Gewerbekammer mitgeteilt hat, wegen einer Warnung der sächsischen Truppenteile mit dem Kriegsministerium ins Vernehmen gesetzt. a Ungarische Kriegsanleihe. Wie„Az Est aus guter Quelle erfährt, ist auf Grund der von den Zeichnungsstellen eingetroffenen Berichte festzustellen, daß bisher auf die vierte ungarische Kriegsanleihe, wiewohl erst die Hälfte der Zeichnungszeit abgelaufen ist, mehr als 1200 Millionen Kronen gezeichnet worden sind. Hierbei muß betont werden, daß die Zeichnungen der kleinen Leute weit größer sind als bei den ersten drei Kriegsanleihen. 8 Wiedereröffnung der Czernowitzer Universität. An der Czernowitzer Universität wurden vorgestern sämtliche Vorlesungen wieder aufgenommen. Anläßlich der Wiederaufnahme des vollen Lehrbetriebes trafen von mannigfachen Körperschaften, Schwesteruniversitäten und verschiedenen Persönlichkeiten zahlreiche Kundgebungen ein, in welchen der freudigen Genugtnung über die Wiedereröffnung der den Namen des Kaisers Franz Josef tragenden Universität in der Bukowina Ausdruck gegeben wird. 0 Militärische Maßnahmen gegen die LebensmittelZurückhaltung. In der Stadtverordusten=Versammlung zu Frankfurt a. M. teilte Oberbürgermeister Voigt folgende Depesche mit, die der Stellvertretende Kommandierende General in Frankfurt a. M. an das Ministerium des Innern in Darmstadt, an die Regierungspräsidenten in Kassel, Koblenz, Wiesbaden gerichtet hat: Ersuche um Veranlassung sofortiger Bestandaufnahme von Fleisch und Fleischwaren aller Art für Metzger, Lebensmittelgeschäfte, Konservenfahriten, Kühlhäuser, Lagerhäuser, Agenten, Hotels und Wirtschaften, Kontrolle der Anmeldung und Durchsuchung und Beschlagnahme zurückgehaltener Waren zugunsten der Gemeinden. a Schwedische Spitzbergen=Expedition. Die schwedische Spitzbergen=Expc# tion, welche die für die dortige Kohlenförderung nötigen Vorbereitungen erledigen soll, steht vor der Ausreise. Die von Schweben auf Spitzbergen gemachten Kohlenfunde reichen, wie die Untersuchungen ergeben haben, aus, um die Bedürfnisse Schwedens auf lange Zeit hinaus zu befriedigen. Eine neue künstliche Hand. Nachdem das Deutsche Museum in München seine Beziehungen zu wissenschaftlichen, technischen und industriellen Kreisen, swie die Tätigkeit seiner Angestellten bereits bei den verschiedensten Gelegenheiten in den Dienst der Kriegsfürsorge gestellt hat, ist es jetzt wiederum mit einer neuen Anregung für die Kriegsbeschädigten hervorgetreten. Das Deutsche Museum hat nämlich seinem Mechaniker Will. der eine neue Konstruktion für eine künstliche Hand erdacht hat. Zeit und Mittel zur Verfügung gestellt, um seine Idee so weit zu verwirklichen, daß sie jetzt der Oeffentlichkeit bekanntgegeben werden konnte. Bei der Konstruktion der neuen künstlichen Hand wurde als Haupterfordernis betrachtet, daß sich die einzelnen Finger selbsttätig, wie bei der natürlichen Hand. jedem Gegenstand genau anpassen, daß die Hand den ergriffenen Gegenstand beliebig lange festhalten kann und daß die Griffe nicht von einer Zwangslage des Arme abhängig sind, sondern daß das Greifen und Festhalten der Gegenstände in jeder Armlage erfolgen kann. Die Betätigung der Hand wird durch eine äußerst sinnreiche Konstruktion er möglicht, deren Grundgedanke im folgenden kurz angedeutet G. Jeder Finger besteht aus drei aus dünnen Stahlblechen gefertigten Gliedstücken, die unter sich und mit dem Handteller durch Scharniere verbunden sind. Durch einfache Hebevorrichtungen kann jedes Fingerglied in ganz ähnlicher Weise bewegt werden, wie bei der natürlichen Hand, und jedem der fünf Finger kann eine beliebige Stellung gegeben werden, ganz wie es der zu erfassende Gegenstand erfordert. Es können beispielsweise Federhalter, Eßbestecke, Trinkgefäße, Werkzeuge oder was es sonst immer sei, so erfaßt und festgehalten werden, wie es der Gegenstand zum sicheren Halten und sicheren Gebrauch erfordert. Ein Zug von nur wenigen Zentimetern genügt, um die gestreckte Hand in die Faustlage zu bringen, so daß die Betätigung des Griffes durch ein geringes Strecken des Ellenbogens oder beim Fehlen der Unterarmes durch eine kleine Bewegung des Achselgelentes erfolgen kann. Durch eine selbsttätige Sperrvorrichtung wird dann die Hand in jeder durch den zu erfassenden Gegenstand bedingten Lage jestgehalten, auch kann sie, ohne einen Gegenstand zu halten, in einer beliebig gewählten zwanglo##en Stellung verbleiben. Ebenso einfach, wie die Herstellung des Griffes, ist seine Lösung. Durch Auflegen der Hand auf## Tischplatte oder durch Andrücken des Oberarmes an den Körper wird die Sperrvorrichtung freigegeben, und langsam und allmählich strecken sich die Finger, ganz so, wie dies bei der natürlichen Hand der Fall ist. Eine genaue Konstruktionsbeschreibung ist allen in Betracht kommenden Fachzeitschriften zugegangen, so daß sich die Fachleute eingehend über die neue Stohlhand unterrichten können. Das Deutsche Musemn stellt die Anregung allen Wertstätten und Fabriken ahne jede Entschädigung zur Verbesserung und zur besiebigen Herstellung gur Verfügung. Caktiker und Stratege. Zur Klärung einer vielbesprochenen Streitfrage. „Strategos“ heißt Feldherr. Strategie ist also die Kunst des Feldherrn.„Taxis“ heißt die Schlachtreihe. Wie das erste ein griechisches Wort. Von ihm stammt der Ausdruck Taktik. Taktik ist also die Kunst, eine Schlachtreihe zu bauen, die Kunst der Aufstellung. Taktik und Strategie! Zwei in diesen Tagen viel gebrauchte Ausdrücke. Aber auch der Gebildete hat meist keine rechte Vorstellung, worin die beiden Begriffe sich unterscheiden. Sehr erklärlicherweise. Beide werden in der Regel so gebraucht, als bedeuteten sie sachlich Gegensätzliches. Das ist aber keineswegs der Fall, es sind eben so wenig Gegensätze, wie ihre Stammworte„Strategos" und „Taxis", also wie„Feldherr" und„Schlachtreihe". Man hört, irgendein Ossizier sei zwar ein tüchtiger Taktiker, doch keinesfalls ein Stratege. Oder umgekehrt, er sei ein hervorragender Stralege, aber gar kein Taktiker, weil er zum Beispiel zu nervös sei. Beides sind Feststellungen, die durchaus denkbar sind. Daraus folgt noch lange nicht, daß Taktik und Strategie im Begriff verschiedene Dinge sind, oder daß„Taktiker" und„Stratege" als Spaltungen des Begriffs„Militärischer Führer“ ähnlich auseinanderliefen, wie etwa„Schriftsteller",„Redner" oder„Vortragskünstler“ als Spaltungen, sagen wir von„Meister des Worts". Wenn semand Taktiker ist und kein Stratege, so bedeutet das einfach, daß er der militärischen Befehlsführung nicht bis zu jedem Umfang gewachsen ist. Aber auch daß jemand Stratege, aber kein Taktiker ist, wäre denkbar, ohne daß daraus zu folgern wäre, es handle sich um verschiedene Eigenschaften desselben Mannes. von denen die erste ohne die zweite vorhanden sein könnte. Es ist an sich sehr wohl möglich, daß ein Offizier z. B. infolge Nervenschlags im Gefecht oder einer eigentlichen Kriegsverletzung die nötige Ruhe zur Befehlsführung unmittelbar am Feind verloren hat, während er außer Feuer an der Landkarte ganz ausgezeichnet seinen Mann steht und nie in Verlegenheit kommt. Ein Fall aus der Praxis, der sehr wohl möglich ist. Ein Major vom Großen Generalstab, der bis dahin der Operationsabteilung beim Stabe einer Armee angehört hat, und für besonders befähigt gilt, will in die Front und erhält auch ein aus irgendeinem Grunde erledigtes Regiment. Eine Granate schlägt neben ihm ein, er selbst wird nur leicht verletzt, aber sein Adjutant und noch dieser und jener in seiner Umgebung fallen. Leute, die derartiges erlebt haben, erleiden sehr oft für die Zukunft bei aller persönlichen Bravour an ihrer Brauchbarkeit im Feuer Einbuße. Spürt der Major nach seiner Wiederherstellung, daß es auch ihm so geht, so wird er das melden, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß man ihn dann zum Stabe zurück nehmen und ihn wieder wie früher auch bei der Lösung strategischer Aufgaben mit verwenden wird. Wahrscheinlich mit völlig unvermindertem Erfolg. Undenkbar dagegen ist's, daß jemand, der als Taktiker von vornherein nichts leistet, ein Stratege sein sollte. Wer zur Führung kleinerer Verbände ungeeignet ist, der ist es erst recht zu der größerer, geschweige denn zu der ganzer Heere. Strategie ist eben Taktik im Großen. Man kann sagen, sie ist die Taktik des Feldherrn, wie umgekehrt die Taktik die Strategie seiner Frontoffiziere ist. Die landläufige, auch im allgemeinen brauchbare, wenn auch für die Verhältnisse des Krieges der Gegenwart nicht mehr hinlänglich scharfe Erklärung geht dahin, daß Aufgabe der Strategie und damit des Feldherrn der Aufmarsch des Heeres oder der Heere bis zur Schlacht und ihre Weiterverwendung nach der Erledigung des Zusammentreffens mit dem Feinde,— die der Taktik dagegen die Führung der Truppe im Gefecht ist. Unscharf ist die Begriffsbestimmung um deswillen, weil es schwer zu sagen ist, wo beides— Aufmarsch und Gefecht — sich heute scheiden. Nehmen wir folgendes Beispiel. Zwei neuzeitliche Heere ringen, wie es auch in diesem Kriege wiederholt der Fall war, auf 100 Kilometer Frontlänge wochenlang miteinander, ohne die Zeit über auch nur einmal ganz voneinander losgelöst zu sein. Ist es Strategie oder Taktik, die ihre Bewegungen bestimmt? Sicherlich ist es eine Schlacht, um die es sich handelt, ein Zusammentreffen mit dem Feind. Doch ist es zugleich eine Reihe von Schlachten, in die sich der Zusammenprall spaltet. Ein Korps, manchmal auch mehrere, werden irgendwo aus der Front gezogen, und an anderer Stelle nach mehrtägigem Marsch wieder eingesetzt. Ist dies eine strategische Handlung oder eine solche der Taktil? Sie gilt den Bedürfnissen der Schlacht selbst, und ist hiernach ein Akt der Taktik. Es ist aber ebenso sicher eine strategische Operation, insofern als sie den Aufmarsch des Heeres und die Kräfteverteilung innerhalb seines Verbandes nicht unwesentlich ändert— ganz abgesehen davon, daß sie von den Strategos, dem Feldherrn persönlich und ganz unmittelbar angeordnet wird. Man kann es also so nennen, und so. ganz wie es beliebt. Ein anderes Beispiel. Eine Division ist mit der selbständigen Besetzung und Säuberung eines Abschnitts seindlichen Gebiets getrennt von anderen Heerestellen beauftragt. Der Fall wird sellen vorkommen, in der Gegenwart: möglich ist er. Ihr Führer entschließt sich, seine Brigaden beim Vormarsch getrennt anzusetzen und sie konzentrisch auf einen entfernteren Treffpunkt hin wirken zu lassen, wo er den Feind zur Entscheidung zu zwingen beabsichtigt. Treibt er Strategie, oder ist's Taltik? Wieder ist die Antwort so richtig, und anders auch. Im allgemeinen spricht man von der Taktik eines Divisionsführers, nia von seiner Strategie. Die Truppe, die ihm untersteht, ist für moderne strategische Operationen nicht groß genug. Doch baut sich die Anlage des Ganzen im vorliegenden Fall sicherlich am strategische Erwagungen auf. In vergangenen Zeiten begannen die Schlachten irgendwann am Tage, und wenn die Dunkelheit einbrach, war Schluß damit. Nur selten, daß die Gesechtshandlung sich über zwei Tage oder gar drei ausspann. Wenn man gefochten hatte, schwiegen die Kanonen. und man marschierte wieder eine Zeitlang. Damals war es noch einigermaßen möglich, strategische und taktische Abschnitte des Kriegsbildes auseinanderzuhalten. Ebenso die Betätigung der Führer als Strategen und als Taktiker. Und man betrachtete es als das Wesen des großen Soldaten, daß er als Stratege und Taktiker gleich hervorragend war. So bei Friedrich dem Großen oder bei Napoleon. Aus jener Zeit ist uns die Reigung überkommen, auch heute noch Strategie und Taktik als verschiedene Dinge zu betrachten, und demgemäß ihre Gebiete gegeneinander abzugrenzen. Man plagt sich vergeblich damit, und zwar, weil der moderne Krieg aufgehört hat, sich in deutlich gegeneinander abgesetzte Kriegshandlungen zu teilen. wenigstens sowelt die Vorgänge auf demselben Kriegstheater, allo im Bereich derselben Führung in Betracht kommen. Schon ob Moltke bei Gravesotte und bei Sedan als Taktiker voer als Stralege die Schlachi geleltet habe. wäre eine Art Doktorfrage. Wie aber ist's nun mit Hindenburg bei Tannenberg oder in der masurischen Winterschlacht, wie mit Mackensen bei Lodz oder in Galizien und Südpolen? Alle Untersuchungen über die begrifflichen Unterschiede zwischen Strategie und Taktik laufen unter modernen Verhältnissen auf Haarspalterei hinaus. Es besteht kein solcher scharfer Unterschied. Es kommt lediglich darauf an, wen ich als Strategos, als Feldherrn, anerkennen will und wen nicht. Wenn ich von der Strategie eines Leutnants oder Hauptmanns, im Hinblick auf ihre Führung der ihnen anvertrauten Truppen spreche, so wird das als Ironie, vielleicht sogar als direkte Verulkung aufgefaßt werden. Nicht als ob beide nicht in die Lage kommen könnten, ihren Entschließungen dem Wesen nach ähnliche Gedankengänge zu Grunde zu legen, wie der Feldherr es tut! Aber das anspruchsvolle Wort paßt nicht zu ihrem Rang. Ihre Kunst ist die Taktik. Und selbst dem kommandierenden General geht es in diesem Punkte heute kaum mehr besser als ihnen. Erst der Generaloberst und der Generalfeldmarschall, ihre Herren Generalstabschefs natürlich nicht zu vergessen, werden als richtige Strategen anerkannt. Elgentlich gibt es in diesem Kriege überhaupt nur einen reinen Strategen, wenn man zwischen strategischer und taktischer Betätigung durchaus scheiden will. Es ist der Chef des Generatstabs im Großen Hauptquartier. Dafür wird die Leitung von taktischen Handlungen im allen Sinne vielfach aus Entfernungen hinter der Front vorgenommen, die man früher als selbst für den Strategen viel zu entlegen angesehen hätte. Ad. Zimmermann. Volke- und Kriegewirtschaft. a Einschränkung des Bierverbrauchs in Bayern. Die bayerischen Generalkommandos haben in Anbetracht der herrschenden Bierknappheit, um für die Erntearbeiter genügend Bier zur Verfügung zu haben, die Ausschankzeiten in allen Bierabgabestellen sowohl wochentags wie an Sonnund Feiertagen auf gewisse Stunden beschränkt. * Die Preise für Quark und Quarkkäse. Die im Abschnitt 1 der Bekanntmachung über Anderung der Preise für Quark und Quarkkäse vom 18. März 1916(Reichs=Gesetzbl. S. 176) festgesetzten Preise für Quark und Quarkkäse gelten von jetzt ab auch in Bayern, Württemberg, Baden und Elsaß=Lothringen. o Bulgarische Ausstellung in Berlin. Die von dem Verein Berliner Künstler veranstaltete Bulgarische Kunstausstellung wurde unter lebhafter Beteiligung der ersten Kreise der Reichshauptstadt im Künstlerhause eröffnet. Der Oberbefehlshaber in den Marken Generaloberst v. Kessel wurde von dem Präsidenten der Bulgarischen Künstler= genossenschaft Professor Mrkwitschka empfangen und durch die Ausstellung geleitet. Die Ausstellung ist nach allgemeinem Urteil überaus gelungen. Sowohl die Gemälde, unter denen sich viele prächtige Stücke aus dem Besitz des Zarenpaares befinden, wie die kunstgewerblichen Arbeiten, insbesondere vortreffliche Keramiken, wurden lebhaft bewundert. Der Reinertrag der Ausstellung ist für Wohlfahrtszwecke der Königin Eleonore bestimmt. 0 Mehr Zehn= und Fünfpfeunigstücke aus Eisen. Die vom Bundesrat erlassene Bekanntmachung über die Prägung von Zehn= und Fünfpfeunigstücken ermächtigt den Reichskanzler, von diesen Münzen über die bisherige Grenze hinaus je fünf Millionen Mark prägen zu lassen. a Liebeswerk in der Schweiz. Zugunsten der Krankenpflegerinnen in den Armeen der kriegführenden Staaten ist in der Schweiz ein neues Liebeswerk gegründet worden, das von Bundesrat Hoffmann und seiner Gemahlin sowie Nationalrat Ador gefördert wird. Es handelt sich um unentgeltliche Erholungsausenthalte der in den Armeen der kriegführenden Staaten beschäftigten Krankenschwestern in der Schweiz während des kommenden Sommers. Ein von Nationalrat Seiler(Zermatt) persönlich unternommener Versuch hatte letztes Jahr so befriedigende Erfolge, daß das Werk nunmehr auf breiter Grundlage mit Hilfe schweizerischer Hotelunternehmungen durchgeführt werden soll. Auo dem Gerichtssaal. § 15 Jahre Zuchthaus für einen Geldschrankknacker. Die Strafkammer in Glogau verurteilte den 38 Jahre alten, vielfach vorbestraften Klempner Artur Schawfinski aus Berlin, der im Oktober und November vorigen Jahres mit anderen Berliner gewerbsmäßigen Einbrechern in Glogau und Sagan bei Geldschrankeinbrüchen 1000 Mark Bargeld, einen Scheck über 1900 Mark, Zwischenscheine zur dritten Kriegsanleihe über 10000 Mark und Uhren und Schmucksachen im Werte von 7250 Mark erbeutet hatte, zu 15 Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Die Mittäter sind noch nicht ermittelt. § 13 Millionen Mark Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung. Das Reichsgericht hat die Revision des Fabrikanten Ernst Voetticher in Eitorf, der vom Landgericht Bonn am 18. Dezember 1915 wegen fortgesetzter Branntweinsteuerhinterziehung in drei Fällen zu Geldstrafen von mehr als 13 Millionen Mark und eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und außerdem für die in ähnlicher Höhe erkannten Geldstrafen seiner beiden Mitangeklagten haftbar erklärt worden war. verworfen. § 15 Jahre Zuchthaus. Der Raubmörder Julius Heunig, der die 75 Jahre alte Frau v. Alvensleben in ihrem von ihr allein bewohnten Hause in Dölitz tötete und sie beraubte, hatte sich vor dem Stettiner Gericht des Kriegszustandes zu verantworten. Der Täter bestritt, die Absicht gehabt zu haben. Frau v. Alvensleben zu ermorden. Das Gericht kam in seinem Urteilsspruch auch zu der Ansicht, daß die Tötungsabsicht nicht vorgelegen habe. Hennig wurde daher wegen Raubes mit Todeserfolg zu 15 Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaussicht verurteilt. 8 Fett oder Fettlos? Ein Pollzetbeamter in Liegnitz hatte sich kürzlich an einem fettlosen Tage in einer dortigen Gastwirtschaft Hackfleisch verabreichen lassen, das nach seiner Ansicht mit Butter gebraten war. Die Frau des Gastwirts war deshalb jetzt vor dem Schöffengericht angeklagt und machte geltend, daß bei der Verordnung doch immer noch Zweifel übrigbleiben und legte, auch eine diesbezügliche Zeilungsnotiz vor. Als Fett im Sinne des Gesetzes gelten z. B. nicht Gänse= und Kalbsnierenfett, ebenso wie Boulllon aus Kalbsknochen nicht als Fett anzusprechen sei. Die Pole sei um Aufklärung vergeblich angegangen worden. Des fragliche Hackfleisch sei nun mit Kalbsnierensett zubereitet worden. Die Sache mußte schlleßlich v#e#rtagt werden, um die Köchin zu vernehmen, die das Hacksleisch gebraten hat. Unordnung Auf Grund der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 18. Aprll 1916(R. G. Bl. S 308) wird folgendes bestimmt: 1. Verkäufer von Seife dürfen Seife nur gegen Verlegung der Zucherkarten abgeben. 2. Jede(für einen Monat gültige) Zuckermarke berechtigt zum Empfange von 100 Gramm Feinseife(Tollettenseife und Rasterseife) und 500 Gramm andere Seife oder Seifenpulver oder andere fetthaltige Waschmittel. 3. Der Veräußerer hat die Zuckermarke auf der Rückseite zu entwerten. Dies geschieht, indem er auf die Rückseite der Zuckermarke mit Tlute oder einen Gummistempel ein S(=100 Gramm Feinseife) und ein zweites S(= 500 Gramm andere Seife) setzt. Danach hat er dem Käufer seine Zuckermarke mit der Seife wieder auszuhändigen. 4. Aerzten, Zahnärzten, Tierärzten, Zahntechnikern, Hebammen und Krankenpflegern kann durch die Ortspolizeibehörde ein Ausweis erteilt werden, welcher zum Empfange der doppelten Menge Feinseise, also 200 Gramm Im Monat berechtigt. Die Abgabe darf nur gegen Vorlegung des Ausweises erfolgen, auf welchem die Abgabe zu vermerken ist. 5. Für Wäschereien, welche weniger als 10 Arbeiter beschäftigen, kann die Ortspollzeibehörde einen besonderen Ausweis ausstellen, welcher auf Bezug der zur Fortsitzung dis Betriebes erforderlichen Seifenmenge lautet. Die Abgabe, welche nur gegen Vorlegung des Ausweises erfolgen darf, ist auf dem Ausweise zu vermerken. 6. Für die Abgabe an Wiederverkäufer, für technische Betriebe und für Barbiere gelten die Vorschriften der§§ 4 bis 6 der Bekanntmachung vom 18. Aprll 1916. 7. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 c bestraft. Lübbecke, 12. Mai 1916 Der Kreisausschuß des Kreises Lübbecke Freiherr von Ledebur, Landrat Holzverkauf in der Oberförsterei Minden, Schutzbezirk Levernwald Aus dem Schutzbezirk Levernwald sollen am Mittwoch, 24. Mai 1916 von vorm. 10 Uhr ab. die Holzuummern 309 bis 740, enthaltend elwa Eichen: 10 Stämme mt 2 fm. 0,3 rm Knülppel, 6 rm Reiser III. Kl., Erlen: 1 Stemm mit 0.25 Im. 0,9 rm Scheit, Kiefern: 176 Stämme mit 23 tm, 267 Stangen I., 271 II, 168 III. Klasse, 4 rm Nutzscheit II. Klasse, 18 rm Nutzknüppel, 8 rm Scheit, 54 rm Knüppel, 726 rm Reiser III. Klasse in der Sander'schen Gastwirtschaft zu Twiehausen öffentlich versteigert werden. Am 22. u. 23. Mai 1916 wird der Grasschnitt der Kanaldamm= und Rampenböschungen öffentlich meistbietend verpachtet werden. Der Termin beginnt am 22. Mai 1916 an der Kreiestraßenbrücke bei Schröttinghausen und am 23. Mai 1916 an der Kreisstraßenbrücke Lübbecke—Rahden, vormittags 9 Uhr. Weitere Angaben sind aus den Bekanntmachungen zu ersehen, welche in den Gastwirtchaften der benachbarten Gemeinden aus gehängt sind. Minden, 14. Man 1916 Königl. Wasserbauamt II 00 Für die Feldpost Briefpapier mit Vordruck Feldpostkarten Aufklebezettel Kartenbriefe(Kurzb###fempfiehlt Buohhandlung Franz Schlüter 3 Verkaufsstelle des Osnabrücker Hausfrauenbundes für Stadt u. Land Osnabrück, Kamp 62 Eröffnung am Freitag, 12. Mai, Verkaufszeit von 8 bie 1 Uhr. 3—8 Uhr täglich. Sonntags geschlossen. Verkauf nur an Mitglieder gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. Landwirte und Gartenbesitzer werden um Zusendung ihrer Erzeugnisse gebeten gegen Barzahlung Frachtgut ist zu senden an Speditem Laumberg=Osnabrück. Ziegelsteine und Pflasterklinker empfiehlt Dampfziegelei H. Hansick Buer bei Melle. 500 Mark Belohnung für den Wiederbringer. In der Nacht vom 11. zum 12. Mai wurde mir ein Blauschimmel aus dem Stalle gestohlen Freitag, 12. Mai, vormittags, ist derselbe vor einem dunkelbrau lackierten Gig mit niederhängendem Kasten zwischen Belm und Osnabrück gesehen worden. Ich bitte daher alle, die über den Verble## dieses Pferdes Auskunft geben können, umgehend dem Amt Dielingen(Fernruf 27) Mitteilung zu machen. Kolon Buck, Oppendorf 93 d. Dtelingen i. Westf. Zur Anzeige, daß ich wieder anwesend sein werde m Lruchband ohne Feder, welches bequem auch nachts zu trage ist, wodurch die Bruchöffnung stets gschlossen und Ställerwerden verhindert wird; mit Regulierband, welches verstelldare Pelotter besitzt und daher starken Leuten zu empfehlen ist, schließt die Bruchöffnung und hält ohne Tragen des Schenkeirlemens durch Benzurück, und noch andere meh; mit Muttergürtel für an Vor leidende Damen, bei dessen Tragen Schmerzen sich Undern und Arbeit verrichtet werden kann, ist von jeder Dame selbst anzulegen und belästigt nicht; mit Leibbinden für Fettleidige, an Nadeldenc Leid. usw.; mit Enspensor für Kramptad=, Wasserbr. und stätt Leder für feststeh. Br.; mit Mastdarmgürtel, weicher Zurückhal## des Mastdarmvorsalles dewirkt. Für Bruch= u. Vorsall Leidende in Bad Essen: Donnerstag, 18 Mai, Gasthof Reckum, 1 Zimmer Nr. 1. vorm. 8—12 Uhr; Pr. Oldendorf: Donnerst#g 18. Mal, Westl. Hof am Bahnhof, nachm. v. 1½ 4 Uhr: Rayden Freitag, 19. Mai, Spiekers Gasthof, vorm. 8 bis nachm. 4 UIh: Abdecke: Montag, 22. Mai, Gasthol Wittekind, vorm. von d. nachm. 3 Uhr. Ich lege Muster vor u. nehme Bestellungen entgee M. Rohdie, Bandagin, Hamburg 6, Altonaerstr. 66, St. PaErscheint täg!! der Tage nach St Preis ¼ jährlich 2.00 Haus bei Vorauszahlur durch die Post mit Bestell Druck, Verlag und per Franz Schl Nr. 116 UnserDer neue Verma Is er dem Reichstag und 500 Millionen was anders gedacht bt hat. Er war atte den bekannten volksvertretung für durch Rechnung get ufnahm. Aber die itte: Kriegsgewinnst chläge, Quittungsstei öhung der Tabakste den Reichstagsparteie sald setzte wieder da und halben Ablehmu nungsanträge ein, das er noch so gut im E ag immer noch nicht u haben scheint. Voll Steuervorlagen befa iine Kriegssteuer ger erster Lesung erhalten ein wird. 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