Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebeacht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. zeitungsgebübr. dierzu Bestellgeld 36 Pj.— Postscheckkonto Dortmund 1007. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe 4 Pf., im Certteil 26 Pf. Vereinskalender(im Cextteil) je mm 10 Pf. Bäder und Sommerfrischenanzeigen je mm 3½ Pf.; Ziffer und Auskunftsgebüdr 25 Pf., Vermprecher: Samme!=Nummer 52641„ Drabianschrift Anzeige Herne. Nr. 105(Erstes Blatt) Streiflichter Kursänderung shen Tiplomatie, n M o s k a u? A u f r i c h t u n g e i n e s n e u e n P a k t PSee= systems irgendeinen Einfluß guf die künftige Entwicklung der Dinge in Europa zu pewinnen, sind natürlich in einem gewissen Sinne durch en plötzlichen Sturz Litwinow=Finkelsteins stark berührt porden. Noch ist das Geheimnis, das die Gründe für diesen überraschenden Sturz umhüllt, nicht gelüftet, und gerade diese Unsicherheit und Ungewißheit über die eigentlichen Hintergründe der jüngsten Ereignisse in Roskau machen die politischen Kreise in London etwas nervös. Deshalb ist es auch begreiflich, wenn die Nachricht über eine am Donnerstag im Krem! unter dem Vorsitz Stalins und im Beisein des Oberkommandeurs der sowjetrussischen Armee, Woroschilow, und des neuen Außenkommissars Molotow abgehaltene Konferenz als eine nicht gerade angenehme Sensation empfunden wurde. In dieser fünfstündigen Konferenz soll nämlich, wie verlautet, beschlossen worden sein, daß sämtliche maßgebenden Beamten des Moskauer Außenamtes von ihren Stellen enthoben werden. Eine solche Maßnahme würde ja noch diel mehr als der Sturz Litwinow=Finkelsteins auf eine böllige Kursänderung der sowjetrussischen Außenpolitik schließen lassen, wobei es natürlich zunächst offen bleiben muß, ob es sich dabei um eine Aenderung in den Grundlagen oder nur in der Taktik und in den Methoden der Außenpolitik handelt. Jedenfalls ist die Nervosität in London und auch in Paris am Freitag noch größer gewesen als am Donnerstag In dieser die politische Oeffentlichkeit beherrschenden Stimmung versammelte sich zur gleichen Stunde. als die erwähnte Konferenz im Kreml stattfand, in der Downing Street das britische Kabinert, um sich mit dem Stande der Paktverhandlungen mit Sowjetrußland zu beschäftigen. Diese Sitzung des Kabinetts war noch vor dem Eintreffen der Nachricht vom Sturze LitwinowFinkelsteins einberufen worden zu dem Zwecke, die letzte sowjetrussische Note, die noch von Litwinow unterzeichnet war, zu erörtern. In dieser Note hatte der schlaue Fuchs Litwinow=Finkelstein bekanntlich die Bildung einer Tripel=Allianz England=Frankreich=Sowjetrußland als Voraussetzung für den Beitritt der Sowjetunion zu dem von England gewünschten neuen Paktsystem gefordert. Wie in Londoner politischen Kreisen verlautet, soll nun der gestrige Kabinettsrat diese Forderung abgelehnt haben. Bemerkenswert ist, daß sich zur gleichen Zeit in der britischen Oeffentlichkeit die Stimmen mehren, die gegen den neuen Kurs der Regierung Chamberlain und vor allem gegen die Paktverhandlungen mit Sowjetrußland laut werden. Die großen Blätter in London, und vor allem die„Times“, werden mit Zuschriften überschwemmt. in denen diese Stellungnahme deutlich zum Ausdruck kommt. Die Kritik am Verhalten der Regierung ist dabei zum Teil sehr scharf. So ist es nicht zu verwundern, wenn man in Londoner politischen Kreisen der Meinung Ausdruck gibt, daß Chamberlain mit seinen neuen außenpolitischen Versuchen eigentlich jetzt schon gescheitert ist. * Wann endlich wird die Welt zur allgemeinen Nicht Worte, sondern Taten! Erkenntnis kommen, daß die Politik des Deutschen Reiches seit dem Jahre 1933 ausschließlich eine Politik des Friedens war, nach außen hin genau so wie im Innern? Und wann wird dann der Zeitpunkt kommen, an dem man aus diesen Erkenntnissen auch die praktischen Folgerungen zieht? Die friedliche und in jeder Beziehung so segensreiche Lösung der heikelsten Probleme Europas und die Beseitigung der gefährlichsten Konfliksherde— wir meinen damit die Rückgliederung der Ostmark und des Memelgebietes sowie die Liquidierung des tschechoslowakischen Problems— wurden im Ausland in unerhörter Verdrehung der wirklichen Tatbestände zu verbrecherischen Raubzügen gestempelt. Um wieviel ruhiger ist es seit der Beseitigung dieser Konfliktsherde in Mitteleuropa geworden! Selbst die größten Hasser des deutschen Volkes und des Nationalsozialismus müssen heute vergeblich suchen, wenn sie in diesem Teile unseres Kontinentes auch nur die kleinste und geringste Möglichkeit zur Heraufbeschwörung eines neuen kriegerischen Konfliktes finden wollten. Deutschland und Italien haben die tiefste Freundschaft der übrigen mitteleuropäischen Staaten gefunden, und diese enge Freundschaft gab dem ganzen Raume eine Sicherdest, die in der Geschichte Mitteleuropas schon seit langer, langer Zeit nicht mehr vorhanden war. So liegen die Dinge in Wirklichkeit! Während Herr Roosevelt seine lächerlichen und schein. heiligen Forderungen hinausposaunte, hat das Deutsche Reich den ersten Grundstein zu einer dauernden Sicherung des Friedens im nordosteuropäischen Raum gelegt. Die Richtangriffspakte mit Lettland und Estland. deren Abschluß unmittelbar bevorsteht, sind eine neue Friedenstat des Führers, gerade in einer Zeit. in der andere krampfhaft versuchen, die Welt in immer stärkere Unruhe zu versetzen. Wieder hat sich der Grundsatz der nationalsozialistischen Außenpolitik, daß nicht unklare, verschwommene Kollektivpakte, sondern nur bilaterale Abkommen auf Grund einer offenen und ehrlichen Aussprache zwischen zwei Staaten den Frieden erhalten und fördern können, bewährt. Wie richtig dieser Schritt war, zeigt, daß Lettland und Estland nicht nur willig und sofort in diesen Meinungsaustausch eingetreten sind, sondern daß es jetzt schon gelungen ist, sowohl in Riga als auch in Reval den Abschluß der Nichtangriffspakr zu sichern. Das Gefühl des Friedenund der Sicherheit, das Deutschland durch seine Politik der Freundschaft und der Verständigung bereits dem Südosten Europas gegeben hat, wird nun auch dem Nordosten zuteil. Nicht Worte, sondern Taten schufen auch hier die Klarheit. Samstag, den 6. Mai 1939 35. Jahrgang Oberst Beck will ausweichen Mißglückter Versuch, das deutsche Angebot zu diffamieren7 Wortführer der polnischen Chauvinisten angetroffen habe, sondern auch eine Einstellung dem polnischen Staat gegenüber, die es mir möglich gemacht hat, alle wesentlichen Fragen offen und vertrauensvoll zu besprechen und ohne daß Zweifel hinterblieben wären. Außenminister Beck ging dann auf die Rede des Führers ein, mit der der deutsch=polnische Vertrag von 1934 außer Kraft gesetzt sei.„Die Tatsache“, erklärte Beck, „daß ich die Ehre hatte, aktiven Anteil am Abschluß und an der Durchführung dieses Abkommens zu nehmen, verpflichtet mich, es zu analysieren. Im Jahre 1934 war das Abkommen ein Ereignis großen Ausmaßes. Es war dies ein Versuch, den Lauf der Geschichte zwischen zwei großen Völkern irgendwie besser zu gestalten, ein Versuch, aus der ungesunden Atmosphäre fast täglicher Reibungen und tiefergreifender feindseliger Absichten herauszukommen, sich über die seit Jahrhunderten angehäuften Animositäten zu erheben, und tiefere Grundlagen gegenseitiger Achtung zu schaffen. Die Außerkraftsetzung des Abkommens ist keine Sache von geringer Bedeutung. Andererseits ist jedes Abkommen so viel wert, wie die daraus sich ergebenden Konsequenzen. Und wenn die Politik und das Vorgehen des Partners vom Grundsatz des Abkommens abweichen, dann haben wir nach dessen Abschwächung oder Verschwinden keine Ursache, Trauer zu tragen. Das deutsch=polnische Abkommen vom Jahre 1934 war ein Abkommen über gegenseitige Achtung und gute Nachbarschaft, und als solches trug es in das Leben unseres Staates, in das Leben Deutschlands und in das Leben ganz Europas einen positiven Wert hinein. Mit dem Augenblick jedoch, da Tendenzen zutage traten, das Abkommen sei es als Beschränkung der Freiheit unserer Politik zu interpretieren, sei es als Motiv, um von uns einseitige und mit unseren vitalen Interessen unvereinbare Zugeständnisse zu verlangen— mit diesem Augenblick hat es seinen wahren Charakter verloren. Zu der aktuellen Lage übergehend, erklärte Außenminister Beck, das Deutsche Reich habe die Tatsache des polnisch=englischen Einvernehmens zum Anlaß für die Beendigung des Abkommens vom Jahre 1934 genommen. Zu der Frage der juristischen Einwände verwies Beck auf den Text der polnischen Antwort auf das deutsche Memorandum, welches noch heute der deutschen Regierung eingehäudigt werde eck bejaßte sich sodann mit den Fragen der Fühlungnahme bei der Außerkraftsetzung des deutsch=polnischen Vertrages. Höchstgeschwindigkeit für Kraftfahrzeuge neu geregelt Warschau, 5. Mai. Außenminister Beck hielt heute vormittag vor der Vollversammlung des Seims seine angekündigte Rede über die polnische Außenpolitik, in der er noch einmal die Ablehnung der von Deutschland Polen angetragenen Forderungen begründete. Der polnische Außenminister wies eingangs seiner Rede zunächst auf die in letzter Zeit erfolgte Schwächung der internationalen kollektiven Institutionen und auf die tiefgreifenden Revisionen der Methoden der zwischenstaatlichen Arbeit hin. Diese Ereignisse hätten in ihren Konsequenzen eine ganze Reihe von neuen Problemen in verschiedenen Teilen der Welt eröffnet. Dieser Prozeß und seine Wirkungen seien in den letzten Monaten bis an die Grenze der Republik vorgedrungen. Was man ganz allgemein von diesen Erscheinungen sagen kann, fasse ich dahin zusammen, so sagte der Minister wörtlich, daß die Beziehungen zwischen den einzelnen Staaten einen mehr individuellen Charakter, ein immer mehr ausgeprägteres eigenes Gesicht angenommen haben. Die allgemeinen Normen haben eine Abschwächung erfahren. Es wird jetzt immer unmittelbarer von Staat zu Staat gesprochen. Soweit es um Polen geht, sind hier ernste Ereignisse eingetreten. Mit einigen Staaten sind Polens Beziehungen tiefer und besser geworden, in anderen Fällen sind ernste Schwierigkeiten entstanden. Um die Dinge chronologisch zu nehmen, denke ich hier in erster Reihe an unser Abkommen mit England. Nach mehrfachen Fühlungnahmen auf diplomatischem Wege, die eine Bestimmung des Bereiches und der Ziele unserer künftigen Beziehungen bezweckten, sind wir gelegentlich meines Londoner Besuches zu einem direkten Abkommen gelangt, das sich auf den Grundsatz gegenseitigen Beistandes für den Fall einer unmittelbaren oder mittelbaren Bedrohung der Unabhängigkeit eines unserer Staaten stützt. Die Formel des Abkommens ist aus der Erklärung des Premierministers Chamberlain vom 6. April bekannt, einer Erklärung, deren Text vereinbart und als das zwischen den beiden Regierungen abgeschlossene Abkommen zu betrachten ist. Ich halte es für meine Pflicht, hier hinzuzufügen, daß die Art und Form der erschöpfenden, in London durchgeführten Gespräche dem Abkommen besonderen Wert verleiht. Ich möchte, daß es der polnischen Oeffentlichkeit bekannt sei, daß ich bei den englischen Staatsmännern nicht nur ein tieses Verständnis für die allgemeinen Fragen der europäischen Politik Berlin. 5. Mai. Im Reichsgesetzblatt ist eine Verordnung zur Aenderung der Verordnung über das Verhalten im Straßenverkehr(Straßenverkehrsordnung— StBO.) vom 3. Mai 1939 erschienen, nach der die Verordnung über das Verhalten im Straßenverkehr vom 13. November 1937 in der Fassung der Verordnung vom 13. Oktober 1938 geändert wird. Ueber die Neuordnung sprach am Freitag der Chef der Ordnungspolizei. SS.=Obergruppenführer General der Polizei Daluege, vor Vertretern der Presse. Innerhalb der letzten Wochen hat sich eine große Zahl schwerer Verkehrsunfälle mit zahlreichen Toten und Schwerverletzten ereignet. Angesichts dieser Tatsache und bei der Unvernunft so vieler Kraftfahrzeugführer waren einschneidende Maßnahmen erforderlich. Der Führer hat daher eine Begrenzung der Fahrgeschwindigkeiten für Kraftfahrzeuge befohlen. Im Reichsgesetzblatt wird eine Verordnung zur Aenderung der Straßenverkehrsordnung veröffentlicht. durch die mit Wirkung vom 7. Mai 1939 für den Kraftfahrzeugverkehr folgende böchstzulässige Fahrgeschwindigkeiten festgesetzt werden: Innerhalb geschlossener Ortschaften für Personenkraftwagen sowie Krafträder mit und ohne Beiwagen 60 Klm. je Stunde: für Lastkraftwagen, Omnibusse und alle übrigen Kraftfahrzeuge 40 Klm. je Stunde. Außerhalb geschlossener Ortschaften und auf allen Reichsautobahnen für Personenkraftwagen sowie für Krafträder mit und ohne Beiwagen 100 Klm. je Stunde: für Lastkraftwagen, Omnibusse und alle übrigen Kraftfahrzeuge 70 Klm. je Stunde. Ausdrücklich sei dorauf hingewiesen, daß die für geschlossene Ortschaften bestimmten Höchstgeschwindigkeiten insbesondere auch auf der Ost=West=Achse in Berlin und auf gleichartigen oder ähnlichen Verkehrsadern gelten. Auch auf der Ost=West=Achse dürfen also Personenkraftwagen und Kraftrüde= nicht schneller als mit 60 Klm.= Std. und Lastkraftwagen sowie alle übrigen Kraftfahrzeuge nicht schneller als mit 40 Klm.=Std. fahren. Die Pollceibehörden sind angewiesen worden, die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeiten durch motorisierte Streisen— auch in Zivil und mit Kraftfahrzeugen ohne Pol.=Nummer— wirksam zu überwachen. Die Partei und ihre Gliederungen. insbesondere das NSKK., werden bei der Ueberwachung mitwirken. Es ist vortesehen, weitere Maßnahmen technischer Art zur Ueberwachung der festgesetzten Höchstgeschwindig keiten zu regeln. Ueberschreitung der Höchstgeschwindigkeiten wird strengstens, in der Regel mit Polizeistrafen nicht unter 20 RM., in schweren Fällen durüber hinaus mit Entziehung des Führerscheins geahndet werden. Die Polizei wird allerdings, was eigentlich nicht besonders betont zu werden braucht, keineswegs kleinlich verfahren. Sie wird bei ihrer Ueberwachungstätigkeit vor allem auch berücksichtigen, daß in gewissen Verkehrslagen eine vorübergehende Ueberschreitung der höchstzulässigen Fahrgeschwindigkeit zur Umgehung drohender Verkehrsgefahren sogar notwendig sein kann. Bei den Kontrollen werden die Polizeistreisen auch dem vorschriftsmäßigen Rechtsfahren und Ueberholen ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden: beides läßt, namentlich auf den großen Durchgangsstraßen. noch sehr zu wünschen übrig. Auch Verstöße gegen die Vorschrift des Rechtsfahren haben in den letzten Wochen wiederholt zu schweren Verkehrsunfällen geführt. Der Volksgenosse muß endlich einsehen, daß scharfes Rechtsfahren die unbedingte Voraussetzung für einen geordneten. reibungslosen und damit sicheren Straßenverkehr ist und daß die Polizei keineswegs etwa nur aus Lust an der Handhabung einmal erlassener Vorschriften immer wieder an die Verkehrsteilnehmer appelliert. Die Maßnahme der Geschwindigkeitsbegrenzung trifft nicht den vernünftigen. d. h. rücksichtsvollen und einsichtigen Volksgenossen, der auch schon bisher nicht schneller gefahren ist. Außenminister Beck behauptete sodann, daß es für den einsach denkenden Menschen klar sei, daß nicht Charakter, Ziel und Rahmen des polnisch=englischen Abkommens entschieden hätten, sondern die Tatsache allein, daß ein solches Abkommen abgeschlossen worden sei. Denn. so erklarte Beck, wenn die Reichsregierung die zwischen Deutschland und Polen im Jahre 1934 abgeschlossene Nichtangriffserklärung als das Bestreben interpretiert hätte. Polen zu isolieren und zu verhindern, daß Polen mit den Westmächten in normaler und freundschaftlicher Weise zusammenarbeitet— so hätten wir selbst eine solche Interpretation immer zurückgewiesen. Zu den deutschen Vorschlägen, welche die Zukunft der Freien Stadt Danzig. den Verkehr zwischen dem Reich und Ostpreußen durch Pommerellen betreffen, machte Minister Beck folgende nicht gerade von historischen Kenntissen zeugende Feststellungen:„Die Freie Stadt Danzig ist keine Erfindung des Versailler Vertrages, sondern eine seit vielen Jahrhunderten bestehende Erscheinung. Wenn man das Gefühlsmoment beiseite läßt, so ist die Freie Stadt Danzig das„Ergebnis der positiven Kreuzung polnischer und deutscher Interessen". Nicht nur die Entwicklung. sondern seine Daseinsberechtigung verdanke Danzig dem Umstand, daß es an der Mündung des einzigen großen Stromes Polens gelegen sei.“ „Polen steht entschlossen auf dem Boden der Rechte und Interessen seines Seehandels und seiner Seepolitik in Danzig.“ Unter Bezugnahme auf die Forderung auf Rückgliederung Danzigs und auf den Vorschlag Polens vom 25. März bezüglich einer gemeinsamen Garantie Danzigs stellte Beck die Frage, um was es in diesem Augenblick gehe. Er verstieg sich dabei zu der Behauptung, daß das Wort„Korridor“ eine künstliche Erfindung sei und es sich hierbei um uraltes polnisches Land handele. Beck ging dann auf die bekannten belanglosen Transitvorschläge Polens ein, mit denen er ein nach Lösung drängendes politisches Problem glaubte aus der Welt schaffen zu können. Beck behauptete, Deutschland verlange einseitige Zugeständnisse und stellte die Frage,„wo bleibt die Gegenseitigkeit"?— Polen denke nicht daran, sich darauf einzulassen. Minister Beck spielte sodann den Unwissenden und erklärte, daß die wichtigen deutschen Vorschläge, die der Führer in seiner Rede erwähnte, ihm nur inoffiziell zur Kenntnis gelangt seien, so z. B. sei auch der Vorschlag einer Verlängerung des Nichtangriffspaktes auf 25 Jahre nicht in konkreter Form vorgelegt worden. Minister Beck erklärte sodann bezüglich des Angeboten des Führers, daß die Anerkennung und endgültige Annahme der bestehenden volnisch=deutschen Grenze lediglich eine Anerkennung des de jure und de facto bestehenden Eigentums sein werde. Beck ging zum Schluß auf den bekannten letzten Absatz des deutschen Memorandums ein, in dem es heißt:„Wenn die polnische Regierung darauf Wert legt, eine,neue vertragliche Regelung der polnisch=deutschen Beziehungen herbeizuführen, dann ist die deutsche Reichsregierung dazu bereit". Wenn die Reichsregierung in ihrem Verhältnis zu Polen von friedlichen Absichten und friedlichen Verhandlungsmethoden ausgehe, dann seien alle Unterredungen möglich, soweit sie früher erwähnte Grundsätze respektierten. Beck schloß, falls es zu Unterredungen kommen solle, dann werde die polnische Regierung ihrem Brauch gemäß die Fragen sachlich behandeln. Sie werde mit den Erfahrungen der letzten Zeit rechnen, werde es aber keineswegs am besten Willen fehlen lassen. Beck beendete seine Rede mit den pathetischen Worten: „Wir in Polen kennen nicht den Begriff eines Friedens um jeden Preis. Es gibt im Leben der Menschen, der Völker und der Staaten eine Sache, die unschätzbar ist: Das ist die Ehre!“ * Zu der Erklärung des polnischen Außenmininers Beck schreibt der„Deutsche Dienst": Die Rede des polnischen Außenministers stellt nichte mehr als einen schwachen Versuch der rhethorischen Verteidigung gegen die harten Tatsachen dar. die der Führer im Hinblick auf die letzten Ereignisse im deutsch=polnischen Verhältnis mit seiner Reichstagsrede aufgezeigt hat. Oberst Beck hat sich mehrfach auf das Glatteis einer Polemik begeben, und der Beifall in der Vollversammlung des Seim zeugt davon. daß er den in Polen sich ungehemmt austobenden Chauvinismus das Wort redete. Was Beck als chronologischen Aufriß der Ereignisse hinstellen will, ist nichts anderes, als der gefährliche Versuch, die Meinung des Weltöffentlichkeit zu täuschen und die Schuldfrage zugunsten Polens zu klären. um Deutschland die Verantwortung für den Bruch des Abkommens von 1934 zuschieben zu können. Wenn Oberst Beck ernsthaft bemüht gewesen wäre, einen wayrheitsgetreuen chronologischen UeberDanzig- polnisch? Die polnische Presse überbietet sich in ihren Forderungen. Immer wieder kehrt die Behauptung wieder, daß Danzig, obwohl hier noch nicht einmal 10 v. H. Polen wohnen, eine polnische Stadt sei. Am schlagendsten wurde diese Behauptung Lügen gestraft am 1. Mai und am 3. Mai. Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes prangte die Stadt im Schmuck der Hakenkreuzjahnen. Am polnischen National= feiertag(3. Mai) war kaum eine polnische Fahne in den Straßen zu sehen. Unsere Aufnahme links wurde am 1. Mai in der Langgasse in Danzig gemacht, während die rechts fast auf genau demselben Standpunkt am 3. Mai aufgenommen wurde und nur eine einzige polnische Fahne (im Kreis) erkennen ließ. GSeheri-Bilder diessr-MA dlick zu geben, dann hätte er an den Anfang seiner Ausfübrungen die Zeststellung setzen konnen, das ihm die deutschen Vorschlage im Hinblick auf Danzig und den Korridor nicht erst seit der Ueberreichung der deutschen Vorschläge, sondern loon Monate vorder dekannt gewesen sind. Es ist uns nicht in Erinnerung, daß im Oktober 1938 und im Februar und Marz dieses Jahres, als dem polnischen Botschafter in Berlin, wie auch dem volnischen Außenminister versönlich in konkreter Zorm das vom Fuhrer in seiner Rede mitgeteilte Angebot zur Aenntnis gebracht wurde. Beck ein Argument entgegengehalten hatte. derartige Vorschlage entzogen dem deutsch=polnischen Abkommen von 1934 den Boden. Wie datte auch am 26. Marz die volnische Regierung die einer Ablehnung des deutschen Angebotes gleichkommende Antwort erteilen können, wenn nicht Polen von dem deutschen Angedot Kenntnis gebadt hatte. Wir wollen auch die Erinnerungskraft des polnischen Außenministers insofern starken. als wir noch einmal nachdrücklich feststellen: Die Hetzoresse der westlichen Lander hat— mit oder ohne Zutun verantwortlicher Regierungskreise— den notigen Nervendruck auf die volnische Oeffentlichkeit ausgeübt mit der Mitteilung an die erstaunte Umwelt, daß eine deutsche Mobilisierung den Bestand Polens bedrobe. Obwohl Deutschland in Wirklichkeit nicht einen einzigen Mann mobilisiert hatte, hat die volnische Regierung eine verleumderische Zwecklüge zum Anlaß einer Mobilisierung ihrer Streitkräfte genommen. Oberst Beck trat auf eigenen Wunsch bin die Reise nach London an und schloß dort— mit Rücksicht also auf einen nicht vorhandenen Tatbestand— den Beistandspakt mit England ab. Der für die polnische Außenvolitik verantwortliche Minister hat sich damit der englischen Einkreisungsvolitik angesclossen, die klar und eindeutig gegen Deutschland gerichtet ist. Ee bedurfte also nicht einmal der von Beck angeführten „Presseinformationen“, um den Charakter des Abkommens zu prüfen, das Polen mit England traf, um die Absicht der beiden Regierungen zu kennen... Polen war im Rahmen der britischen Einkreisungspakte jene Rolle zugedacht, die die Tschecho=Slowakei einst nach dem Willen der Versailler Mächte zu spielen bestimmt war. Wir können uns eher Abkommen zwischen Polen und anderen Staaten, etwa Südamerika, vorstellen, die eine weniger entscheidende Wirkung gehabt hätten, als ein gegenseitiger Beistandspakt zwischen Polen und England, dessen Einkreisungscharakter außer jedem Zweisel steht. Polen hat mit diesem Abkommen Verpflichtungen übernommen, die, wenn es nicht vertragsbrüchig werden will. seine gegenüber Deutschland eingegangenen Verpflichtungen aufheben. Polen hat ganz seinen Willen kundgetan, die Gewalt zwischen Deutschland und Polen nicht auszuschalten und damit dem deutsch=polnischen Vertrag die Grundlage entzogen. So wurde es Herrn Beck auch unmöglich, eine Vereinbarung des polnisch=englischen Einkreisungspaktes mit dem Geiste und dem Buchstaben des polnisch=deutschen Uebereinkommens zu konstruieren. Stattdessen war er lediglich bemüht, Deutschland die Absicht zu unterschieben. die freundschaftliche Zusammenarbeit Polens mit den Westmächten verhindern und Polen isolieren zu wollen. Beck wich auch hier den klaren Formulierungen des Führers aus, der in seiner Rede ausdrücklich feststellte, daß das Abkommen von 1934 den bis dahin getroffenen Beistandspakt mit Frankreich nicht berührt habe. Diese ausdrücklich anerkannte Ausnahme konnte Deutschland machen, weil zwischen ihm und Frankreich keine Aonfliktsmöglichkeiten bestanden. Der polnische Außenminister hat uns darüber hinaus keinen Aufschluß gegeben, wie er jene ungeheuren Ausschreitungen gegenüber den Deutschen in Polen. über die die deutsche Presse lange genug geschwiegen hat. und die Mobilisierung der volnischen Streitkräfte an den Grenzen des Reiches angesichts einer Nichtgefährdung mit dem Geiste des deutsch=polnischen Abkommens in Einklang zu bringen versucht. Bei Behandlung der deutschen Vorschläge ist es dem volnischen Außenminister nicht gelungen, die nach polnischer Auffassung bestehende Unannehmbarkeit dieser deutschen Vorschläge mit überzeugenden Argumenten zu belegen. Er hat stattdessen nichts anderes gewußt. als die in freundschaftlicher Form gemachten deutschen Vorschläge, die in keiner Weise die Ehre Polens berührten, sondern zur endgültigen und friedlichen Regelung der Probleme zwischen Deutschland und Polen und damit zur Stabilisierung der Verhältnisse in Osteurova einen wertvollen Beitrag lieferten, zu diffamieren, indem er von eindeutigen Forderungen der Annektierung Danzigs und dem deutschen Versuch spricht. Polen den Zugang zur Oitsee zu verwehren. Der Welt ist bekannt, daß der Führer in seiner Rede den Jugang Polens zum und Hetze bis zum Irrsinn Polnische Chauvinisten sordern nunmehr auch Breslau und Stettin und faseln von einer„Schlacht bei Berlin“.7 Neue Gemeinheiten und Ueberfälle AE in vielen Hetzversammlung schmäht den Führer Warschau, 5. Mai. In Polen fand in den Abendfrunden des Donnerstag eine von allen polnischen Parteien einberufene Hetversammlung statt, in der wieder einmal die Besetzung Danzigs und Ostvreußens und die Herbeiführung der„Oderarenze“ einschließlich Breslau gefordert wurde. In der Menge wurde eine Puppe mitgeführt, die den Führer am Galgen darstellte.(!) Jedes Mal. wenn das Wort„Hitler“ fiel, brach die Masse in wilde Schmährufe gegen den Führer aus. Nach Absingen deutschteindlicher Lieder begab sich die aufgehetzte Menge zum deutschen Generalkonsulat, wo wüste Schmäbrufe gegen Deutschland und gegen Adolf Hitler ausgestoßen wurden. Eine dichte Polizeikette hatte Mübe. den aufgestachelten Mob vor tatlichen Angriffen zurückzuhalten. Dafür aber hielten sich die verherzten Elemente an volksdeutschem Eigentum schadlos. So wurde die stadtbekannte Konditorei Erborn übel zugerichtet. Die großen Schaujensterscheiden wurden eingeschlagen, die Gardinen zerrissen. Stüble aus dem Lokal auf die Straße geschleudert. ganze Torten in die Menge geworfen. Ein Wagen deutscher Marke, der vor dem Eingang zur Konditorei parkte, wurde von der Menge schwer beschädigt, umgedreht und die Reisen zerschnitten. Höchst veinlich war allerdings die Ueberraschung, als ein volnischer Ulanenoffizier aus einem nabegelegenen Kino herauskam und sich als Besitzer des Wagens erwies. Auch in der Kosmos=Buchdiele wurden die Schaufensterscheiben eingeschlagen. In der Aula der Posener Universität sand am Donnerstag eine„Kundgebung" der Posener polnischen Studentenschaft statt, der auch Vertreter des akademischen Senats beiwohnten. Während sich der Leiter der militärischen Akademischen Legion. Major Tabaczonski. noch eine gewisse Zurückhaltung auserlegte und lediglich erhöhte Opfer der Studenten für die polnische Armee forderte. verstiegen sich die anderen Redner zu maßlosen Haßausbrüchen gegen Deutschland. Der eine Redner. der als stellvertretender Vorsitzender des„Allpolnischen Jugendverbandes" vorgestellt wurde, verzapfte seine Weisheit dahingehend. Deutschland sei aus einem ehemaligen Vasallenstaat Polens(!), nämlich aus Preußen. entstanden. 1410 habe man die Deutschen bei Tannenberg geschlagen, jetzt aber werde man sie bei Berlin(!) zusammenhauen. Dieser offenbar von allen guten Geistern verlassene„Akademiker" verkündete dann außenpolitische Forderungen der volnischen Jugend: die Rückgabe Danzigs. die Einverleibung Ostvreußens und Schlesiens seien als„Mindestforderungen“ zu betrachten, deren Erfüllung die„gerechte Odergrenze“ für Polen mit sich bringen würde. Ueber dieses„Minimum“ hinaus forderte der Redner auch noch das Lausitzer Gebiet für Polen. In diesem Augenblick brachen die Studenten in Hochrufe auf die„polnische Lausitz" aus. Als dritter Redner trat ein gewisser Nowacki mit der Behauptung hervor, nicht Deutschland werde heute eingekreist. vielmehr lei Polen von Deutschland um klammert worden. Die gemeinsame Grenze betrage heute ca. 2700 Ailometer. Nach der Besetzung Ostvreußens und nach der Errichtung der Odergrenze bis Stettin werde sie nur 700 Kilometer lang sein, aber nach dem Siege von Berlin wurde sie kaum mehr als 400 betragen. Durch diesen„gewaltigen polnischen Sieg“, der den unvermeidlichen Krieg mit Deutichland, das Europa unterwerfen wolle, krönen werde. wurde Polen ganz Europa beberrschen.(!) Wieder eine deutsche Bücherei in Ostoberschlesien vernichtet und ausgeplündert Kattowitz, 5. Mai. Die Jagd auf deutsches Eigentum und die Vernichtung deutschen Besitzes in Ostoberschlesien halten unvermindert an. Nach dem Heim des Deutschen Volksbundes in Königshütte und in Swientochlowitz. der deutschen Bücherei in Bismarckhütte und der Geschäftsstelle der Jungdeutschen Partei in Biala ist in der Nacht zum Freitag auch die deutsche Volksbücherei in KattowitzZalenze restlos zerstört worden. Polnische Elemente brachen die Türen zu dem Hause und zur Bücherei gewaltsam auf, zerschlugen die Inneneinrichtung, zerrissen Druck auf Danzig unmittelbar auszuüben. Daß der Wille einen Teil der Bücher und begossen sie mit Tinte. Ein11.### Saramelnu Palenvellen Neberiremdung der anderer Teil der 1000 Bände zählenden Bücherei wurde habe. Wir müssen demgegenüder feststellen, daß elen Besprechungen mit den volnischen Vertretern auf die Lösung der slowakischen Frage hingewiesen worden ist, zwar nicht, wie Beck erklärt, im Sinne eines Handels mit fremden Interessen, sondern im Hinblick auf die deutsche Bereitschaft, an der endgültigen Befriedung der Slowakei die beiden Anrainerstagten teilnehmen zu lassen. Beck behauptet weiter, die Verlängerung des Nichtangriffspaktes auf 25 Jahre sei Polen in keinerlei konkreter Form vorgeschlagen worden. Auch in diesem Falle würde Beck Recht haben, wenn wiederholte diplomatische Beiprechungen zwischen Außenministern und Botschaftern keine Form eines konkreten Vorschlages bedeuten. Selbst der Führer hat Herrn Beck versönlich auf diese 25 Jahre hingewiesen. Wenn Herr Beck sich darauf beruft, daß das Gebiet des Korridors nur in einem geringen Prozentsatz deutsche Ansiedler aufweise, so stellen diese Worte wahrhaftig kein Argument gegen den deutschen Wunsch nach einem Zugang zu seiner Provinz im Osten dar. und der polnischen Regierung dürften eigentlich die Mittel bekannt sein, mit denen man es verstanden hat, das bereits am Ende der volnischen Herrschaft 1772 überwiegend deutsche alte Ordensland nach Versailles systematisch zu entdeutschen. Beck selbst hat den deutschen Charakter der freien Stadt Danzig nur als„deutsche Mehrheit“ vermerkt und versichert, daß Polen bewußt keinen Druck auf die freie Entwicklung dieser Mehrheit ausübe. Diese Feststellung ist sehr billig. denn Polen hat bisher keine Gelegenheit gehabt, solchen gestohlen und wahrscheinlich mit einem Kraftwagen fortgeschafft. Daß der Ueberfall auf die Bücherei von langer Hand sorgfältig vorbereitet war, geht schon daraus bervor, daß bereits vor etwa sechs Wochen versucht worden ist. die Bücherei zu vernichten. Damals wurden die Täter an ihrem Vorhaben dadurch gehindert, daß die Bewohner die Polizei telefonisch benachrichtigten. Diesmal konnte nichts unternommen werden, weil vor dem Ueberfall sämtliche in das Haus führenden Telesonleitungen zerschnitten worden waren. Polnische Messerstecher Thorn, 5. Mai. In Eichfelde(Kr. Zempelburg) wurde der volksdeutsche Arbeiter Will, weil er eine an seinem Argumenten eigenen Haus angebrachte, von niedrigster Gesinnung und abgefeimter Gemeinheit zeugende Karikatur des Führers entfernt hatte. von mehreren Polen niedergeschlagen und durch Messerstiche schwer verletzt. einer nationalen und kulturellen Ueberfremdung der deutschen Stadt Danzig durch Polen nicht vorhanden ist. muß jedenfalls zweiselhaft erscheinen, angesichts der Lektüre der polnischen Presse, die unverhohlen die Eingliederung Danzigs in den volnischen Staatsverband verlangt und angesichts jener Argumente, deren sich Polen bei der Vertretung der gleichen Forderung in Versailles bediente. Das deutsche Danzig will zurück ins Reich. Darüber gibt es in der Welt keinen Zweisel mehr. Wenn Beck feststellt, die Weichsel sei ein polnischer Strom, in dessen Mündung Danzia liege, das zwar eine deutsche Stadt sei, auf die Polen deswegen aber den notwendigen Einfluß nehmen müsse, so könnten wir heute mit diesen zur Die Deutschen können sogar totgeschlagen werden! Thorn, 5. Mai. Kürzlich wurden die jungen Burschen des Dorses Grabowic. Kreis Strasburg. eingezogen und nach Strasburg gebracht. Hier hielt der Starost eine Rede. in der er betonte, daß die Deutschen ihr Recht verloren hätten und daß jeder mit ihnen machen könne. was er wolle. Die Deutschen könnten beschimpft, mißhandelt und sogar totgeschlagen werden. Es werde deshalb keiner zur Verantwortung gezogen werden! Meer wiederholt als ein vitales Interesse des volnischen Staates gewürdigt und anerkannt hat. In dem deutschen Vorschlag wurde nicht nur diese Lebensnotwendigkeit Polens berücksichtigt, sondern auch der wirtschaftlichen Verflechtung zwischen Danzig und Polen in jeder Weise Rechnung getragen. Das alles hat Herr Beck der Weltverschwiegen und er hat auch kein Wort darüber verloren, daß Polen den deutschen Vorschlag in einer Form abgelehnt hat, die jeder kühlen staatsmännischen Ueberlegung entbehrte und die auch auf den Hinweis möglicher kriegerischer Aktion nicht verzichtete. Sowohl der Reichsaußenminister wie auch der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes haben entgegen den Behauptungen des Obersten Beck dem polnischen Botschafter in Berlin keinen Zweifel darüber gelassen, daß diese volnische Antwort vom 26. März die Ablehnung des deutschen Vorschlages bedeute. Wir wissen den Wunsch Becks zu schätzen, den deutschen Botschafter empfangen zu wollen. Es ist indes ein diplomatischer Brauch, bei Abwesenheit des Botschafters dem Geschäftsträger entsprechende Aufklärung zu geben, und es hätte der polnischen Regierung frei gestanden, ihre Mitteilung dem Auswärtigen Amt durch die polnische Vertretung in Berlin zugehen zu lassen. Warum dies nicht geschehen ist, bleibt Becks Geheimnis, und wir warten auch nach der Rede Becks auf die Erklärung. warum der polnische Außenminister, statt nach Berlin zu kommen. wohin er zur freundschaftlichen Besprechung aller Fragen von der deutschen Regierung eingeladen worden war, nach London ging und dies angesichts der Tatsache, daß das deutsche Angebot an Zugeständnissen an Polen weit über das hinausging, was mit dem polnischen Außenminister bei seinen Besprechungen mit dem Führer und beträchtliche Forderungen Einverleibung von Hafenstädten in Eurova stellen. Die grundsätzliche Bereitschaft des dem Reichsaußenminister in der Danziger und Korridorfrage erörtert worden war. Beck sagt weiter:„Mit dem Augenblick. in dem Tendenzen zutage traten, das Abkommen mit Deutschland sei als eine Beschränkung der Freiheit unserer Politik zu interpretieren, sei es als Motiv, um von uns einseitige und mit unseren vitalen Interessen unvereinbare Zugeständnisse zu verlangen— mit diesem Augenblick hat es seinen wahren Charakter verloren.“ Wenn Beck an Stelle von Piljudski 1934 den Freundschaftsvertrag mit Deutschland hätte unterzeichnen wollen und uns gesagt hätte, daß mit der Aufrollung der offenen Frage eine Beschränkung der Freiheit der polnischen Politik interpretiert würde, dann hätte uns niemand zumuten können. einen solchen Vertrag abzuschließen, denn in diesem Falle hätten wir gerade die These von der Gegenseitigkeit aller Verträge für uns in Anspruch nehmen können, die Beck in seiner Rede so stark vertritt. Wenn der polnische Außenminister gesteigerten Wert auf die Beantwortung der Frage legt, wo bei den deutschen Vorschlägen die Gegenseitigkeit bleibe und hinzufügen zu müssen glaubt, daß ohne Gegenseitigkeit kein Vertrag geschlossen werden könne, so sehen wir uns gezwungen, die Frage aufzuwersen, wo die Zugeständnisse von Gegenseitigkeit waren, als man Deutschland von Danzig und Ostpreußen trennte und Oberschlesien überfiel. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß Polen seine heutige geographische Lage ausschließlich dem historischen Unrecht des Versailler Vertrages verdankt, war Polen bei dem deutschen Vorschlag der einzig Nehmende. Oberst Beck stellte die Behauptung auf, daß er von dem dreifachen Konduminium über die Slowakei durch die Reichstagsrede des Führers zum ersten Male Kenntnis Führers in seiner Rede und das Memorandum vom 28. April, die beide das Bestreben verfolgen, zu einer neuen vertraglichen Regelung der Beziehungen zu Polen zu gelangen, beantwortet Beck abschließend mit der allgemeinen Redewendung, daß die Voraussetzungen hierfür „friedliche Verhandlungsmethoden“ seien. Abgesehen davon, daß die polnische Regierung bisher nichts unternommen„Hhat, um die eindeutig aggressiven Forderungen der polnischen Presse zu unterbinden, abgesehen davon, daß sie auch nicht die Absicht zeigt, die anerkannt überflüssige Mobilisierung ihrer Streitkräfte rückgangig zu machen, wartet Deutschland auch nach der Rede Becks auf eine Geste der polnischen Regierung, mit der diese der Bereitschaft des Führers zu friedlichen Bereinigung der zwischen beiden Ländern stehenden Fragen Rechnung trägt. Grundsätzlich aber müssen wir zum Schluß noch die ernste Frage stellen:„Ist die Antwort des Obersten Beck die Antwort Polens und des polnischen Volkes, oder ist die Antwort vielmehr in jenen Ausfällen zu sehen, deren sich die polnische Presse gegenüber Deutschland nicht erst seit gestern und heute schuldig macht?“ London argert sich über die baltischdeutschen Nichtangriffspakte London, 5. Mai. Die Verhandlungen über Nichtangriffspakte zwischen Deutschland und Lettland bew. Estland we=den von den Londoner Blättern lediglich kurz verzeichnet. Bei aller Knappheit lassen die Blatter jedoch erkennen, wie ärgerlich man in London darüber ist, daß die baltischen Staaten den englischen Einkreisungsbestrebungen damit unmißverständlich den Rucken kehren. So meldet die„Daily Mail“ resigniert aus Helsinti. daß weder Finnland noch die baltischen Staaten in die„Antiangriffeirontbemühungen“, der britischee Politik einbezogen zu werden wünschten. Richtangriffspakt in Lettland mit Genugtuung ausgenommen Riga, Mai. Der lettische Rundsunk und die Presse brachten am Freitagmorgen die Meldung, daß Deutsch= land und Lettland übereingekommen sind, einen Nichtangriffspakt abzuschließen. Die Nachricht wird im ganzen Lande mie Genugtuung ausgenommen. Schicksal Kriminal-Roman von BRUNO HOFMANN Minmmmmmmmmmm in der Drektür 18. Fortsetzung. Unten schien jemand zu kommen. Stimmen wurden laut. Eine Klingel schlug an. Mit einem Ruck fuhr Dina van den Besche aus ihrer verzweifelten Haltung auf und hetzte zur Treppe, die sie bilig hinauflief. Unmittelbar darauf glitt der Aufzug als helles Viereck an der verglasten Tür vorüber, er hielt weiter oben. in welchem Stock konnte Ostwald nur unbestimmt nach den Geräuschen schließen. Er hatte in dem Lift zwei Schattenumrisse bemerkt. Den des Hausdieners und den eines fremden Mannes. Ostwald beschloß, sich endlich in sein Zimmer zurückzubegeben. Die Tür stand, wie er sie verlassen hatte. spaltbreit offen. Ehe er aber eintrat, zögerte er einen Augenblick vor Nummer 14. Es war dunkel in dem Raum, kein Lichtschimmer drang durch das Schlüsselloch. Und doch kam es ihm vor, als hätte er ein leises Geräusch vernommen. Vielleicht hatte die Frau sich im Schlaf oder in Schlaflosigkeit herumgeworfen? Eine ziemlich aufregende Nacht, dachte er, als er in ein Zimmer trat. Licht machte, die Tür verriegelte und sich zu entkleiden begann. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, daß es halb drei Uhr war. Er fiel wie ein Klotz in sein Bett und löschte das Licht. Fast augenblicklich lag er in tiefem Schlaf. Blendendes Tageslicht fiel Ostwald in die Augen, als wiederholtes Klopfen an seine Zimmertür ihn endlich aus dumpfem Traum aufschreckte.„Ja,“ murmelte er, sich halb aufrichtend.„Ja. Augenblick, bitte!“ Er hatte eben die Füße aus dem Bett gestreckt, um sich zu entschließen, den Riegel von der Tür zurückzuschieben, als sie schon von draußen geöffnet wurde, und ter Meulen seinen Kopf hereinsteckte. „Hendrik! Woher kommst du denn schon—?“ Aber das Wort erstarb ihm auf den Lipven, er hockte auf dem Bettrand und starrte den Kommissar an, der seinerseits mit einem Ausdruck tiesen Erschreckens auf den Kleiderschrank blickte, der halb abgerückt ino Zimmer ragte Mit einer hastigen Bewegung schloß ter Meulen die Tür hinter sich, mit einigen Schritten kam er wortlos durchs Zimmer und verschwand hinter dem Schrank: Ostwald war sofort hellwach, aus dem Bett und stand im Schlafanzug mitten im Zimmer. Er sah. wie ter Menlen nach der Klinke jener Tür griff. die sich hinter dem Schrank befand, und sie herunterdrückte. Zu Ostwalds maßlosem Erstaunen gab die Tür nach. Aber ter Meulen schloß auch diese Tür sofort wieder. Irgend etwas mußte den Kommissar innerlich heftig bewegen, denn er stand unbeweglich an seinem Platz und blickte den Freund fragend an. In dieser merkwürdigen Stille vernahm Ostwald. daß nebenan leise gesprochen wurde, anscheinend befanden sich mehrere Personen im Zimmer. Endlich holte ter Meulen ties Atem.„Hast du diesen Schrank abgerückt?“ „Ja, gestern nacht“. Sich über das Verblüffende dieser Erklärung selbst klar werdend, fügte er hinzu:„Ratürlich hatte ich dazu einen Grund.“ .—9—. murmelte ter Meulen und ging auf den Stuhl zu, über dem Ostwalds Kleider lagen, das Unterzeug und der Bademantel. Diesen zog er ein wenig auseinander, und Ostwald. der dem rätselhaften Gebahren mit verständnislosen Blicken gefolgt war, stand plötzlich mit einem Satz neben ihm. „Verdammt!", stieß er hervot,„Hendrik, was ist das?“ „Blut.“ sagte der Kommissar und ließ die Falten des Bademantels wieder zusammenfallen. Dann setzte er sich auf den zweiten Stuhl, der neben dem Tisch stand. „Bitte, erzähle jetzt mal.“" forderte er Ostwald auf. mit einer leisen Stimme, die zu seiner sonst keineswegs zaghaften Redeweise in beängstigendem Gegensatz stand „Was soll ich denn erzählen? Die Sache mit dem Schrank“. Aber, bitte— Hendrik—, was ist denn eigentlich geschehen?“ „Frau Kraspin ist heute nacht erstochen worden!“ „Großer Gott!“ „Ja.“ nickte ter Meulen.„Die Mordkommission ist nebenan. Man wird dich vermutlich gleich vernehmen wollen. Das heißt— zunächst habe ich diese Aufgabe übernommen. Ein Glück, daß der Schrank noch so stand, und daß deine Tür offen war.“ „Wieso?“, fragte Ostwald, der schon dabei war, sich hastig anzukleiden.„Ich begreife nicht, wieso meine Tür offen war? Ich weiß nämlich bestimmt, daß ich sie verriegelt hatte.“ „Aber sie war offen.“ „Versteh' ich nicht. Und dann das—!“ Er deutete mit dem Rasierapparat nach dem Bademantel. „Du hattest dich also nicht verletzt— vielleicht beim Rasieren geschnitten?“ Keine Spur. Aber ich begreife noch nicht, wieso du auf die offene Tür Wert legst?“ „Weil sie dich entlastet.“ antwortete ter Meulen.„Es sei denn, du hättest sie absichtlich offen gelassen. Aber das bestreitest du ja entschieden!" „Willst du damit sagen, daß man mich— etwa verdächtigt? Ich soll etwas mit der gräßlichen Sache zu tun haben? Meinst du das?“ „Nein. Paul. Natürlich nicht. Ich nicht. Aber— die Beweisaufnahme hat mit persönlichen Auffassungen nichts zu tun. Die Tür von nebenan— Frau Kraspins Zimmer war nämlich verschlossen und von innen verriegelt. Also kann ihr Mörder nur durch diese—“ er deutete mit dem Kopf nach der Tür hinter dem Schrank, „das Zimmer nach der Tat verlassen haben, wobei die Frage offen bleibt, ob er es auch durch sie betrat.“ Ostwald nickte. Jetzt begriff er.„Wie hat man sie denn gefunden, wenn die Tür zu war?“ „Halte dich nicht auf.“ mahnte ter Meulen.„Mach dich fertig. Die Sache war so: sie hatte ihren Tee für 9 Uhr bestellt, aufs Zimmer. Das Mädchen kanr auch. klopfte, erhielt aber keine Antwort und ging wieder. Um halb zehn kam sie noch einmal. Dasselbe. Da faßte sie also nach der Tür, fand sie aber verschlossen. Gleichzeitig hörte sie aber drinnen im Zimmer das Telephon andauernd klingeln. Frau Kraspin war über die Zentrale verlangt worden. Daraufhin hat man die Tür gewaltsam geöffnet. Man fand sie im Bett, tot. Dolchstich im Hals.“ „Furchtbar! Hendrik. dieser Mord hängt mit dem ersten zusammen, das scheint mir sicher.“ „Ich habe diesen Gedanken auch schon gehabt. Aber wer— hat sich hier in der Nacht Zutritt verschafft" Ostwald band mit unruhigen Fingern den Schlips und redete vor sich hin:„Nicht unmöglich— gar nicht auszeschlossen. Er wird— halt mal—“ grübelnd ließ er ie Arme sinken und schob die Hände in die Taschen.„Ich war hundemüde— muß wie ein Klotz geschlafen haben. Wie spät ist es eigentlich jetzt?“ zehn vorbei.“ Wiederum wurde die Tür hinter dem Schrank bewegt, und ein fremdes Gesicht tauchte darin auf. „Bitte!“ Ostwald wandte sich an den Fremden Der Angeredete öffnete die Tür jetzt ganz und kam ins Zimmer. Ein grauhaariger Mann, mit ernster sachlicher Miene. „Kriminalinspektor de Beer“, stellte ter Meulen ihn vor.„Mein Freund. Doktor Ostwald. Deutscher." „Ein internationales Gremium— gewissermaßen,“ erwiderte de Beer ruhig, aber nicht unsreundlich.„Darf ich Platz nehmen?“ „Bitte.“ Ostwald schlüpfte in seinen Rock. „Vermutlich wünschen Sie mich wegen der Vorgänge der letzten Nacht zu befragen, ich stehe zur Verfügung. Mynheer." Sehr gut, daß Sie unsere Sprache beherrschen!" Der Inspektor sah sich im Zimmer um.„Das ist Ihr Mantel dort, wenn ich nicht irre— ja, legen Sie ihn jetzt ruhig weg, ich habe gesehen.— Sie haben eine Aussage zu machen, nehme ich an.“ Die klugen Augen des älteren Mannes waren aufmerksam und offenbar unbefangen auf Ostwald gerichtet, der jetzt ihm gegenüber am Tisch Platz nahm „Ja, das habe ich.“ bestätigte Ostwald. „Soviel ich weiß, waren Sie gestern mit unserem Kommissar ter Meulen zusammen bei Zeilinga. Sie kamen dann nach Hause. Wann?, Bitte, schildern Sie von da ab alle Einzelheiten. Sie begaben sich sogleich auf Ihr Zimmer?" „Ja.“ Ostwald nickte.„Das heißt, wenn man von einem Zögern auf der Treppe absehen will.“ „Warum zögerten Sie?“ „Weil ich einen Schrei zu hören glaubte, und außerdem befremdete mich vorher schon der Umstand, die Halle des Hotels leer, also unbewacht vorgefunden zu haben.“ „Der Portier befand sich also nicht in seiner Loge und auch sonst niemand?“ Ostwald schilderte die Vorgänge der verflossenen Nacht genau so. wie sie sich seinen Beobachtungen gemaß zugetragen hatten. Nur eins ließ Ostwald unerwahnt: daß er eine zweite Person beobachtet: Dina van den Besche. Erst als er geendet hatte, fragte de Beer:„Sie sagen, Sie haben das Gesicht des Mannes, der das Zimmer verließ, nicht gesehen, da er es abgewandt hielt. wohl aber seine Hand. die rückwärts nach dem Schalter tastete und das Licht im Zimmer löschte. „Ja.“ „Würden Sie die Hand wiedererkennen?" „Möglich.“ „Sie hatte keine Eigentümlichkeiten? Trug keinen Ring oder dergleichen?" Ostwald wurde der Antwort durch ein Klopfen an der Tür enthoben. „Herein!“ rief statt seiner der Inspektor. Ein Schutzmann öffnete die Tür, die zum Gang führte. Der Portier Lund möchte den Herrn Inspektor sprechen,“ meldete er.„Wir mußten ihn erst wecken. weil er Nachtdienst gehabt hatte und noch schlief.“ „Gut— lassen Sie ihn hereinkommen. Ich hoffe Herr Doktor, Sie haben nichts dagegen?" Ostwald schüttelte den Kopf. Der Polizist ließ Arel Lund herein, der, die Mütze in der Hand. die drei versammelten Herren mit einer knappen Verneigung begrüßte „Also.“ redete de Beer ihn an.„Sie sind der Portier hier und hatten heute nacht Dienst. Ihr Name ist Arel Lund?“ Ein kleiner Ruck ging durch die hochgewachsene Gestalt des Mannes.„Nein.“ sagte er. Verblüfft drehte de Veer sich auf seinem Stuhl herum auch ter Meulen und Ostwald blickten ihn an „Nicht?“ erwiderte de Beer ruhig, als wäre er auf ein unerhebliches Mißverständnis gestoßen.„Sie heißen nicht Lund?“ „Nein. Herr Inspektor.“ (Fortsetzung folgt.) * Nr. 105(Zweites Herner Anzeiger Samstag, den 6. Mai 1939 Sitzung und Belichtigungsfahrt der Ratsherren Gestern nachmittag um 5 Uhr versammelten sich die Ratsherren und Stadträte im großen Sitzungs saale des Rathauses zu einer kurzen Sitzung, die von Oberbürgermeister Meister geleitet wurde. Der erste Punkt der Tagesordnung betraf den Erlaß einer neuen Hundesteuerordnung. Wie Bürgermeister Meyerhoff hierzu ausführte, handelt es sich um eine Mustersteuerordnung, die für das ganze Reich zwingend vorgeschrieben ist und in die nur die Steuersätze einzufügen sind. Diese bleiben in Herne dieselben wie bisher. Die neue Steuerordnung tritt am 1. Juli 1939 in Kraft. Nach ihr ist jeder über 3 Monate alte Hund steuerpflichtig. Die Steuer beträgt für einen Hund jährlich 20 Mark, für mehrere 40 Mark. Für Wachhunde, Ziehhunde, artistisch abgerichtete sowie geprüfte Melde=, Sanitäts=, Schutzund Fährtenhunde ermäßigt sich die Steuer auf Antrag auf die Hälfte. Erleichterungen werden weiter für Hundezüchter unter bestimmten Bedingungen gewährt. Blindenführhunde, Hunde, die im öffentlichen Dienst gehalten werden und ähnliche sind steuerfrei. Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die Enklaftung der Jahresrechnungen 1936 und 1937. ür diese Jahresrechnungen, so teilte Bürgermeister keyerhoff mit, hat der Regierungspräsident die Entlastung erteilt und dabei ausgeführt, die Stadt Herne sei trotz der Schwierigkeit ihrer Lage mit Erfolg bemüht gewesen, die aus der Krisenzeit übernommenen Fehlbeträge aus eigener Kraft zu beseitigen, so daß die Gesundung der Gemeindefinanzen in den Jahren 1936 und 1937 erhebliche Fortschritte habe machen können. Die Beibehaltung dieser mit Sparsamkeit verbundenen Finanzpolitik werde die Stadt dank der gebesserten Steuerkraft befähigen, den Haushaltsausgleich bei Schaffung von Rücklagen und Verminderung des noch zu hohen Schuldenstandes für die Zukunft dauernd zu sichern. Oberbürgermeister Meister dankte Bürgermeister Meyerhoff und seinen Mitarbeitern herzlich für ihre Arbeit, denn auf diesen Schultern habe in all den Jahren die Hauptlast der Finanzpolitik geruht. Zu Bürgermeister Meyerhoff gewandt, der nun fast zwölf Jahre in Herne tätig ist, erklärte der Oberbürgermeister:„Hoffentlich bleiben Sie noch Jahrzehnte lang bei uns, damit wir alle Pläne, die wir für die Stadt, für große Gebäude usw. haben, mit Ihrer Hilfe noch durchführen können" Ein Rundfahrt. Nachdem der öffentlichen Sitzung eine kurze nicht öffentliche gefolgt war, bestieg man vor dem Rathaus einen prachtvollen neuen Autobus mit Anhänger der Bestischen Kleinbahnen, die bekanntlich die Straßenbahn Herne—Recklinghausen verwaltet, und begann eine Rundfahrt, die über die mit Radwegen und einer neuen Decke ausgestattete Hermann=Göring= Straße zur neuen Shamrockstraße führte. Hier wurde die neue Bedürfnisanstalt mit Verkaufsraum besichtigt, dann erläuterten Baurat Boß und Architekt Volmert an der Evgl. Kirche die Pläne für die neue Platz= und Denkmalgestaltung. Hierbei teilte Baurat Voß mit, daß im engeren Bereich der Kirche zunächst rote Ziegelasche verwendet werden soll, da die geplanten Natursteinplatten vorerst nicht zu haben sind. Man fuhr dann zum Fuhrpark an der Düngelstraße, wo die neue große Hebebühne und die neue schöne Reparaturwerkstatt besichtigt wurden. Hierbei wurde mitgeteilt, daß die ganzen Werkstätten= und Garagenräume mit der Zeit durch neuzeitliche massive und schöne Bauten er setzt bzw. erweitert werden sollen. Jährlich sollen dafür 20000 Mark aufgewandt werden. Die Fahrt ging dann zum neuen Kirmesplatz an der Schillerstraße, wo die Bedürfnisanstalt mit Verkaufsraum und Transformator in Augenschein genommen und mitgeteilt wurde, daß das eiserne Gerüst des Steigerturmes in der Mitte des Platzes verschwinden soll. Dafür soll ein neuer massiver Turm zwischen Schule Breddestraße und dem neuen Feuerwehrdepot, das jetzt im Bau ist, entstehen. Als nächstes Besichtigungsobjekt wurden die Stadtwerke am Grenzweg aufgesucht, wo auf die Schönheit des neuen Verwaltungsgebäudes und die untragbare Geruchbelästigung der Schweinemastanstalt, die in großerer Form in Oestrich=Kray erstehen soll, hingewiesen wurde. Gezeigt wurden weiter die Stelle, wo die neuen Werkstatt gebäude entstehen sollen, sowie die im Bau begriffenen Garagen für neun KdFWagen von Gefolgschaftsmitgliedern. Ueber Holsterhausen kam man dann in die schön ausgebauten und mit hellen Radfahrstreifen versehenen Straßen Juliaund Cranger Straße zur Schule Forellstraße, neben der, wie bekanntgegeben wurde, das zweite Herner HJ=Heim entstehen soll, für das man bisher noch keinen Platz ausgewählt hatte. Einweihungsfeier in der Schule Forellstraße. Pimpfe und Jungmädel waren bereits anmarschiert, die auf dem Schulhof Spalier bildeten, während der HI=Bannmusikzug musizierte. Als die Ratsherren, zu denen sich die Schulbeiräte gesellten, den schönen mit Grün geschmückten Erweiterungsbau betraten, empfingen sie auf dem oberen Flur die Erzieherschaft der Schule und ein Schülerchor, der unter Rektor Konseks Leitung ein mehrstimmiges Lied sang. Dann ergriff Oberbürgermeister Meister das Wort. Er freue sich, so sagte er, hier die erste neue Schule nach vielen Jahren der Raumnot im Herner Schulwesen in einer kleinen Feier ihrer Bestimmung, der sie allerdings schon seit Ostern diene, übergeben zu können. Ihr würden weitere neue Schulräume in anderen Stadtteilen folgen. So schöne Räume, wie sie hier geschaffen worden seien, müßten ein guter Hort der Jugend sein, er sei überzeugt, daß hier ein echt nationalsozialistischer Geist in die Jugend hineingepflanzt werde. Stadtschulrat Lutz dankte als Vertreter der staatlichen Schulaufsichtsbehörde und der Herner Erzieherschaft dem Oberbürgermeister für seine verständnisvolle Förderung der Schulbelange. Das hier errichtete Haus gebe einen erfreulichen Begriff davon, wie der Oberbürgermeister die Schulfrage in zu lösen gedenke. Es sei ein stolzer, heller, luftiger und peinlich sauberer Bau, in dem gedeihliche Schularbeit möglich sei. Für die Erzieherschaft lege er das Versprechen ab, in diesem Hause wie in den noch geplanten Neubauten die Jugend zu wahren Bausteinen für das große Reich heranzubilden Rektor Konsek begrüßte als Hausherr die Gäste. Wohl niemand habe seine Schulzeit in einem so lichten, großen und schönen, auf Ordnung und Sauberkeit ausgerichteten Schulgebäude verbracht. Um so mehr danke er für sich, die Erzieherschaft und Schuljugend der Stadtverwaltung und ihren Organen für diesen Schulbau, der an die Stelle der Schulbaracken unseligen Angedenkens getreten sei, und quittere dafür mit dem Versprechen, die Jugend in diesem Hause auszurichten auf den Gleichschritt der Nation unn zu Menschen zu bilden, die ihr Bestes hergeben für Führer und Vaterland. Nach einem Siegheil auf den Führer, einem weiteren Liede des Schülerchors und einem Dank des Oberbürgermeisters an Baurat Voß und seine Mitarbeiter Volmert und Schnitzler erfolgte ein Rundgang durch den prachtvollen vierstöckigen Schulanbau mit seinen vorbildlichen Räumen und Einrichtungen. Danach bestieg man die Autobusse und begab sich nach Maris an der Bochumer Straße, wo ein Kameradschaftsabend den Tag beschloß. much Dein Ovser ist ein Baustein! Heute und morgen sammelt die Herner 53. für das Deutsche Jugendherbergswerk. Die deutschen Jugendherbergen sind Erziehungsstätten und geben der Jugend die Möglichkeit, Deutschlano zu erleben. Die Jugendherbergen sind verbunden mit der deutschen Geschichte und der deutschen Landschaft. Sorgen wir dafür, daß der Reichtum der deutschen Kuttur und des deutschen Lebens sich in ihnen widerspiegelt. Das bisherige Jugendherbergswerk war erfolgreich, sorgen wir alle dafür, daß es auch in Zukunft so bleiben wird. Allein im Jahre 1938 verzeichneten die deutschen Jugendherber gen insgesamt 8720 700 Uebernachtungen. Auch Dein Junge und Dein Mädel, Herner Volksgenosse, war unter diesen jungen Gästen, die nach einer Tageswbanderung Unterkunft in einer Jugendherberge fanden. Heute und morgen sammelt die Herner 53, unterstützt durch die Herner Ortsgruppenleiter und 125 Politische Leiter, für das Deutsche Jugendherbergswerk. Beweise auch Du Deinen Willen zu tatkräftiger Mitarbeit an diesem großen und schönen Werk! Es darf keinen Herner Volksgenossen geben, der nicht ein Abzeichen tragt. Auch die Heftchensammlung, von der Schuljugend in Herne durchgeführt, hilft mit den Erfolg vergrößern. Auch Dein Opfer ist ein Baustein für das Deutsche Jugendherbergswerk! Ab Montag Reichsluftschutzwoche 1939 Vom S. bis 14. Mal Luttlchutzwerbung in Herne. NSG. Der Luftschutz, insbesondere der Selbstschutz, gehört zu denjenigen Zielsetzungen des Dritten Reiches, die sich an das ganze deutsche Volk wenden. Wenn auch die Luftschutzarbeit das ganze Jahr über nachhaltig betrieben wird, so tritt doch in einer Woche des Jahres der Reichsluftschutzbund ganz besonders vor das Forum der Oeffentlichkeit. Er legt dann im ganzen und im einzelnen Rechenschaft ab (soweit dieses bei einer Einrichtung, die der Landesverteidigung dient, überhaupt möglich ist) und weist die Wege für die Zukunft. Die diesjährige Reichsluftschutzwoche findet in der Zeit vom 8. bis 14. Mai 1939 statt. Jeder einzelne Volksgenosse muß erkennen lernen, nie notwendig und auch zweckmäßig die Ausbildung im Selbstschutz, und wie wichtig es ist, daß die erforderlichen Gerätschaften immer bereit stehen. Der Einsatz von Millionen RLB=Amtsträgern, Luftschutzlehrern, Mitgliedern und Selbstschutzkräften wird in der Reichsluftschutzwoche dem deutschen Volke zeigen, wie notwendig der Luftschutz ist und wie wertvoll die Erfahrungen und Kenntnisse, die man sich bei der Ausbildung erwirbt, schon im Frieden, wie unentbehrlich sie aber erst im Falle eines Krieges sind. An der Reichsluftschutzwoche soll, wie in den Vorjahren, außer dem RLB vor allem die deutsche Jugend aktiv teilnehmen. Am Jugend-Luftschutztag, dem 10. Mai 1939, wird am Vormittag die Schule sich des Luftschutzes besonders annehmen, während am Nachmittag diese Arbeit mit der HI und dem BDM fortgesetzt, abgerundet und vollendet wird. Ein anderer Tag, der 12. Mai 1939, wird der Arbeit der Irau im Luftschutz gewidmet sein. Ungeheuer wichtig ist die Mitarbeit der Frau im Luftschutz. Deshalb, deutsche Frauen, bekennt euch an diesem eurem Ehrentage zur Sache des Luftschutzes. Zeigt, was ihr könnt, auf daß diejenigen, die eurer Arbeit noch fernstehen, zu erkennen vermögen, wie einfach, aber wie unendlich wichtig diese Arbeit für den Bestand unseres Reiches ist! Der Reichsluftschutzbund wird wieder seine ganze propagandistische Kraft in dieser Woche einsetzen. Jedes der 13 Millionen Mitglieder ist berufen, mitzuwirken und die Arbeit der vielen hunderttausend ehrenamtlichen RLB=Amtsträger zu unterstützen. In Herne sind die Vorbereitungen für die Reichsluftschutzwoche eifrig im Gange. Beabsichtigt sind zunächst Schauvorführungen größeren und kleineren Stiks an möglichst vielen Tagen und Stellen. Da aber die Luftschutzarbeit sich hauptsächlich in den Häusern abspielt, ist vorge sehen, daß jede Luftschutzgemeinschaft eine Selbstschutzübung im Laufe der Reichsluftschutzwoche abhält und die Luftschutzbereitschaft jedes Hauses in bezug auf Entrümpelung, Bereitstellung der Luftschutzgerätschaften überprüft. Am Mittwoch, dem 10. Mai, findet auch in Herne der Jugendluftschutztag statt, der morgens in der Schule beginnt und nachmittags in H3 und BDM fortgesetzt wird. Am Freitag, dem 12. Mai, soll unter Einsatz der NS=Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes der„Tag der Frau im Luftschutz" durchgeführt wer den. Abends 20 Uhr findet für das Deutsche Frauen werk von Herne=Alt,=Mitte und=Nord in der West falenschänke eine Versammlung statt, in der ein Ver treter des RLB über Aufgaben und Ziele des Luft schutzes und die Stellung der Frau im Rahmen der Landesverteidigung und im Luftschutz sprechen wird Am Sonntag, dem 14. Mai, findet bei Koopmann morgens 11 Uhr die Gründungsfeier des Reichsluftschutzbundes statt(er wurde am 29. 4. 1933 gegründet) Hier wird Ortsgruppenführer LS=Hauptführer Dr Hohmann den Rechenschafts= und Tätigkeitsbericht geben und über die Zukunftsarbeit sprechen. Als besondere Aufgabe ist dann der verstärkte Vertrieb von Volksgasmasken vorgesehen. Zur Wer bung für den Luftschutz sollen auch mehrere entspre chend ausgestaltete Schaufenster— damit wird ein Preisausschreiben verbunden— dienen. Mehrere größere Firmen haben sich bereits zur Verfügung gestellt 600 Zähler in Herne eingesetzt Schulungsabend für alle Herner Jähler bei Koopmann Zu dem die am 17. Mai stattfindende Volks=, Berufs= und Betriebszählung vorbereitenden Schulungsabend, der auf Einladung des Oberbürgermeisters am Donnerstag im Saale Koopmann stattfand, waren die 690 Zähler und 90 Oberzahler der Stadt Herne nahezu ausnahmslos erschienen. Sie setzten sich aus ehrenamtlichen Helfern der Stadtverwaltung, des Finanz= und Arbeitsamtes, der Post= und Eisenbahnverwaltung, der Erzieherschaft aller Schularten, der Werke sowie aus Schülern der oberen Klassen der Oberschule für Jungen, für Mädchen und der Berufsund Handelsschule zusammen In Vertretung des Oberbürgermeisters begrüßte Bürgermeister Menerhoff die Erschienenen und führte dann folgendes aus: Die Stadtverwaltung wisse, daß die hier Versammelten mit ihrem Zähleramt reichlich Arbeit haben würden, um so mehr freue sie sich, daß sie trotzdem das so bedeutsame Ehrenamt eines Zählers oder Oberzählers übemommen hätten. Die großen Volks=, Betriebs= und Berufszählungen fänden alle 5 Jahre statt. Die letzte sei 1933 gewesen, die Zählung von 1938 sei bereits vorbereitet gewesen, wegen des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland aber auf 1939 verschoben worden Wie jeder kaufmännische Betrieb alljährlich eine Bilanz mache, so müsse auch das Reich von Zeit zu Zeit eine Bevölkerungsbilanz anstellen, nach der sich dann die bevölkerungs=, finanz=, berufspolitischen und Die deutlche Jugend braucht Jugendherbergen! Spendet am 6. und 7. Mai! anderen Maßnahmen des Reiches und der Gemeinden zu richten hätten. Seien die Ergebnisse einer Zählung falsch, so würden es auch die ihr entsprechenden Maßnahmen. Deshalb sei das Zähleramt überaus wichtig. Jeder Zähler müsse seine Zählpapiere vorher einer genauen Durchsicht unterziehen, denn kein noch so eingehender Vortrag könne sie genügend erläutern. Sodann müssen die Zähler auf ihre Verschwiegenheit aufmerksam machen, auch sollten sie sich durch nichts beeinflussen lassen. Alle Angaben dienten zu statistischen und nicht zu steuerlichen Zwekken. Bei der Frage nach der Volksangehörigkeit müsse die Muttersprache angegeben werden. Die Ausgabe der Zählpapiere an die Bevölkerung erfolge am 13. Mai. Nach diesen grundlegenden Ausführungen nahm Verwaltungsdirektor Koppe eine Besprechung der einzelnen Zählpapiere vor, die sehr umfangreich war. Während einer kurzen Pause konnten schriftliche AnGE SIE #. E E-C 6 der Mai ist gekommen Stichel- und Stachelverse. Von Stichel=Stacheldorn. k. So hat der Mai sich eingeführ!. So hat der Mai sich eingeführt Die Trommel wurde früh gerührt, Musik erscholl dann weit und breit Schon in der ersten Morgenzeit die Häuser waren schön geschmückt, Es waren alle hoch entzückt, Es zogen Züge durch die Stadt, Wobei es viel geregnet hat. Der Regen, ja, der war nicht schön, Das müssen wir hier eingestehn, Doch sagt man wohl:„Mai kühl und naß, Der füllt den Bauern Scheun' und Faß.“ 2. Der Maibaum. Wenn der Maibaum sich erkühnt Und im Herner Stadtkern grünt, Wird er fleißig hier besucht, Und die Jugend jauchzt und jucht. Wenn er mitten in der Stadt Seinen Platz erhalten hat, Wird er schon zur Abendzeit Seinem Dienst und Zweck geweiht Uns're Jugend tritt sodann Schnell zu einem Reigen an, Steht um ihn in Reih' und(lied Und singt manch ein Maienlied. Diesen alten, schönen Brauch leben wir in Herne auch, Viele sehen dann und wann Dieses schöne Sinnbild an. Ist verwelkt das grüne Laub, Wird es oft des Sturmes Raub; Steht er da und ist enthüllt, Hat er seinen Zweck erfüllt. 3. Grün ist die Parole. „Grün“ ist die Parole Auch im Land der Kohle, Die Natur und ihre Welt Ist auf„Grün“ jetzt eingestellt. Man sieht grüne Walder, Grüne Wiesen, grüne Felder, Grüne Saaten, grüne Hecken, Darin Vögel sich verstecken. Grün sind nun auch die Alleen, Die am Straßenrande stehen, Grün die Ufer am Kanal, Grün das ganze Emschertal, Grün das Ruhr= und Kohlenland Wie ein grüner Diamant. In dem ersten zarten Grün Bunte Blumen auch erblühn, Alle leuchten klar und hell, Treten an zum Maiappell. So ist nun die Welt geschmückt, Wenn man sie im Grün erblickt 4. Die Wiese im Mai. Alle Wiesen sind nun grün, Bunte Blumen darin blühn, Und die ersten Schmetterlinge Ziehen schaukelnd ihre Ringe Bienen sammeln Honig ein Von den Wiesenblümelein, Sammeln immer unverdrossen, Bis der helle Tag verflossen. Eine Weide steht am Rand, Von dem schönsten Grün umspannt, Vöglein fröhlich darin singen, Ihren Dank dem Mai zu bringen. Wenn die Gräser Grün in Grün Später auf den Wiesen blühn, Dann erscheint auch bald der Schnitter, Und dann stirbt der grüne Flitter. 5. Alle Jahre wieder. Alle Jahre wieder Steigt der Mai hernieder, Und er bringt bei diesem Schritt Die gestrengen Herren mit. Alle Jahre wieder Blüht im Mai der Flieder, Er erfüllt mit seinem Duft Ueberall die Maienluft. Alle Jahre wieder Singen Vöglein Lieder, Schmettern sie mit aller Lust In den Mai aus voller Brust. Alle Jahre wieder Bräunen wir die Glieder, Glückt's noch nicht, man fasse Mut, Später geht's noch mal so gut. 6. Ein Maiabend. Wie erquickend und wie labend Ist ein schöner Maienabend, Wenn die Arbeit man erfüllt Und der Hunger ist gestillt. Opa und der Schwiegersohn Sitzen dann auf dem Balkon, „Trinken hier ein Gläschen Bier, Opa eins, der and're vier. Mutter tritt auch wohl dazu, Denn sie hat nun endlich Ruh, Schaut mal in die warme Luft Und genießt den Blumenduft. Wenn die Oma noch erscheint, Sitzen alle hier vereint, Sprechen von dem schönen Mai Und noch sonst von allerlei. Otto und Ottilie Haben etwas Liebesweh, Doch im Abendsonnenschein Stimmen sie bald überein. Geht der Jäger durch den Wald, Jeder Schritt hier widerhallt, Auch das Lied der Nachtigall Findet einen Widerhall. Stille bald in der Natur, In dem Wald und auf der Flur, Stille, die so glücklich macht, Wenn der Mond am Himmel lacht 7. Der Mai ist da Angelika, Der Mai ist da! Wir wollen mal spazierengehn, Den Gysenberger Wald besehn, Den Zoo einmal begucken. Ein Täßchen Kaffee schlucken, Dann weiter in die Ferne, Durchs Zillertal nach Herne, Dann siehst du mal ganz anders aus, Als sitzt du immer yier im Haus. Konstantia, Der Mai ist da! Die Sonne scheint so klar und hell, Heraus mit dir zum Sportappell! Du kannst nun wieder Tennis spielen, Dein Glück sogar und Ruhm erzielen, Die Glieder kannst du wieder stählen Und dir den rechten Gegner wählen. Also los, bedenk dich nicht! Denn gebräunt wird dein Gesicht. Veronika, Der Mai ist da! Nun lege ab das Winterkleid, Es ist fürwahr die höchste Zeit! Der Pelz, schon ausgerottet, Wird sorglich eingemottet. Dann ziehe an die dünnen Sachen, Die leichter dich und jünger machen, Dann wirst du gar ein Luftikus, So meint der Bruder Julius. 8. Ein altes Maikäferlied in neuer I Maikäfer kriech Nun aus der Erd' und flieg! Du warst zuerst ein Engerling, Gehörst jetzt zu dem Fliegerring. Maikäfer summ Nun in der Welt herum! Besieh dir das Westfalenland, Das ist dir ja nicht unbekannt. Maikäfer friß! Du hast ja dein Gebiß, Doch mach es nicht zu radikal, Sonst sind die Bäume wieder kahl. Maikäfer stirb, Vergeh bald und verdirb! Du hast den Hunger nun gestillt Und damit deinen Zweck erfüllt. K LTITSTSE N Nr. 10 fragen eingereicht werden, die darin desprochen und geklärt wurden Zum Schlusse betonte Bürgermeister Meyerhoff, daß bei allseitigem gutem Willen eine korrekte Durchführung des großen für Grotzdeutschland so bedeutsamen Werkes erwartet werden könne. Jeder moge sein Bestes hergeben. Mit dem Führergedenken wurde die Besprechung geschlossen. Aus und für Herne der Große angehört, wurde beschlossen, der auf den 25. Mai einzuberufenden HV. eine Dividende von wieder 8 Prozent in Vorschlag zu bringen, die voll zur Ausschüttung gelangt(i. V. wurde nach Abschreibungen von 6,32 Mill. RM. ein Reingewinn von 3,91 RM. bei 42,60 Mill. RM. AK. erzielt). zum Sonntag Die Tage rinnen an uns vorüber, rasch und geschäftig, im Tempo der Zeit, jeder einzelne beladen mit Pflicht und Arbeit, dieweil unser starkes Volk den gesunden Atem deutscher Geschichte vernimmt im steten Flusse neuen Werdens. Doch laßt uns jetzt scherzend greifen in des rollenden Jahres glühendste Speiche, um dem sanften Szepter des Maien zu huldigen mit Lied und Tanz und fröhlichem Lachen! „Verweile doch, du bist so schön“, du wonniglicher Ritter Mai! Du hast auf deiner reisigen Fahrt wieder jegliches Marchen zu quellendem Leben erweckt. Nun grünt es im Dornengehege und selbst der steinige Bahndamm, den nur des Warters Fuß betritt, ist geschmückt mit den bunten Funken des Maien. Der Birken grune Fahnen wehen nun im Winde, und des Maien Morgennebel selbst scheinen gewoben aus blühweißer Seide. Mit Tagesanbruch sollen wir jetzt streifen durch deutsches Land. In noch stiller Feierfrühe begrüßt uns überall als Siegelbewahrer uralten bäuerlichen Herkommens der Maibaum in sinniger Zier, in der Frohheit sich harmonisch verbündend mit dem heiligen Gerät der Arbeit. In der Stille des Morgens ist sein Zeugnis beredt: da horchen wir mit ihm tief hinein in den Maiensang verrauschter Jahrhunderte, denn manches Mal im Zeitenlauf war auch er herb und rauh, und dennoch siegte immer wieder der deutschen Maienhoffnung Kraft und Vertrauen. Wonnemonat: Sinnbilo glücklicher Jugend! Er sei uns hold unser Leben lang, dann bleiben wir jung! Beschaue jetzt Gottes Schönheit ringsum mit offenen Augen und aufgeschlossenem Herzen! Siehe des Himmels hehres Spiegelbild im stillen Wasser, so daß du in Naturandacht mit hohler Hand die flüssige Köstlichkeit göttlicher Bläue zu schöpfen vermeinst! Als hätte es Blüten geschneit über Nacht vom bestirnten Firmament herab, so steht Baum an Baum in starrendem Schmuck von Weiß und zartem Rosa, im Feierkleid des Maien. So kündet festlich im Mai die Frucht des Herbstes sich an mit Myriaden leuchtender Sternchen. Des Flieders duftschwere Dolden öffnen wieder ihre Kelche, und wie zum Preise ewiger Geheimnisse erfreut unser Herz im Maienmondenschein der Nachtigallen melodischer Schlag. Sind nicht unseres Lebens glücklichste Tage in der Erinnerung innig verwoben mit der seligen Hochzeit des Blütenmonds? Wenn jetzt die Kerzen der Kastanien brennen, wenn unsere lieben Kinder mit leuchtenden Augen über blumige Hügel und durch den Wald marschieren und schallende Maienlieder singen, wenn uns heilig sind die alten deutschen Maiensitten, dann ist unsere Welt noch jung und in frohem Takte schlagen unsere Pulse mit ihr. In Gottvertrauen verbleibe uns der Schatz des Maienalaubens, der auch in dunklen Tagen sein tröstlich Licht nicht ganz verlöschen läßt und uns immer wieder verklärt auch den rauhen Pfad eines lange rüstigen Daseins. *** Mitgliederversammlung in Herne=Alt Am Sonntag, dem 7. Mai, findet für die Ortsgruppe Herne=Alt um 10 Uhr vormittags ein Appell für die Politischen Leiter, Walter und Amtsleiterinnen im Saalbau Koopmann statt. Anschließend um 11 Uhr ist eine Mitgliederversammlung mit Ausgabe von roten Mitgliedskarten und Mitgliedsbüchern. Gleichzeitig weisen wir auf die öffentliche Kundgebung hin, die am Montagabend um 20 Uhr im gleichen Saale stattfindet und in welcher der Stoßtruppredner Parteigenosse Koch spricht. Acht Eisenbahner des Bahnhofs Herne erhielten das silberne Treudienst-Ehrenzeichen. Gestern wurde beim Bahnhof Herne das vom Führer gestiftete Treudienst=Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienste nachträglich ausgehändigt: den Rangiermeistern Hecker. Schönemann und Wieberneit, den Rangieraufsehern Schalau, Sasse und Witsch, dem Bahnhofsschaffner Schaper und dem Betriebsarbeiter Konieczynski. Der Dienstvorsteher des Bahnhofs Herne, ReichsbahnOberinspektor Hirtmann, überreichte den Jubilaren die silbernen Ehrenzeichen in einer würdigen Feierstunde. **** Mütter, laßt eure Kinder kochen lernen! Nächsten Dienstag beginnt ein Kursus für Anfänger. Wir haben heute längst jenen Standpunkt über wunden, der die Mädels hinter dem Kochtopf und dem Küchentisch nicht mehr gelten lassen wollte. Sport, Sport und nochmals Sport, dazu Tanz, das waren die Dingen, mit denen sich ein junges Mädel nach der Meinung verbohrter Menschheitsverbesserer und komischer Fanatiker für die„Neugestaltung" der Lebenshaltung befassen sollte. Eine derbe Küchen schürze, womöglich noch aus Gummi, wurde als un sein angesehen und verächtlich als für ein modernes Madchen unmöglich kurz abgetan. Der Nationalso zialismus hat auch hier grundlegend Wandel geschaf fen. Vielleicht mag das Wort„Zurück zum Kochpott!“ von Spöttern geprägt worden sein, denen diese Wandlung zum Vernünftigen„gegen den Strich“ ging. sie haben aber damit, vielleicht unbeabsichtigt, das Richtige gesagt. Das deutsche Mädel weiß, welche Aufgaben es innerhalb des Volksganzen zu erfüllen hat. Es soll später die Frau und Kameradin eines Mannes sein. Und auch die Liebe geht heute immer noch mit durch den Magen. Herner, Mütter, laßt eure Mädel kochen lernen, schickt sie in einen Koch kursus des Herner B0M. An diesen Kursen können alle Herner Mädel unter 21 Jahren, auch wenn sie nicht dem BDM angehören, teilnehmen. Die Unkosten für jeden Kursusabend betragen nur wenige Pfennige. Der nächste dieser Kochkurse für Anfän ger beginnt am nächsten Dienstag, dem 9. Mai abends 19.30 Uhr in der Gaslehrküche, Bahnhofstraße. Anmeldungen werden erdeten an die Dienststelle des BDM-Untergaues m Herne, Polizeiamt. „„* Verbilligte 943-Karten für das Gastspiel des Circus Hagenbeck in Herne. Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Für das Gastspiel des Circus Hagenbeck in der Zeit vom Donnerstag, dem 11. 5., bis Sonntag, dem 14. 5. 1939, erhalten alle DAF-Mitglieder verbilligten Eintritt für alle Vorstellungen. Karten zum Preise von 1,10 RM. für den zweiten Platz sind nur erhältlich bei der KdF=Kreisdienststelle, Herne, Schulstraße 28. *„* Theateradende zum Besten der Herner Blinden Der Herner Blindenverein tagte. Recht zahlreich hatten sich am Donnerstagnachmittag die Blinden mit ihren sehenden Freunden im Kolpinghause zur Monatsversammlung eingefunden. Besondere Aufmerksamkeit wandte man den Theateraufführungen zu, die der 1. Herner Theaterverein, wie schon öfter für die Blindensache, am Samstag im Koopmannschen Saale und am Sonntag bei Borgmann in Sodingen in Szene setzen wird. Schon seit Wochen sind die Blinden bemüht, Karten für diese Theaterabende zu verkaufen, und angesichtsihres bedauerlichen Schicksals finden sie überall wohlwollendes Entgegenkommen. Der Erlös der Aufführungen dient dazu, den Blinden einen Ausflug und später eine bescheidene Weihnachtsbescherung zu ermöglichen. Man hofft auf guten Besuch des Lustspiels„Feimliche Brautfahrt“ von Lang, das allen Blinden und Gästen viel Freude bereiten wird. Die blinden Musiker werden die Pausen ausfüllen.— An die Mitglieder wurde sodann ein „Ratgeber für Blinde“, herausgegeben von dem Geschäftsführer des Westfälischen Blindenvereins, Meurer, verteilt. Das Büchlein, 160 Seiten umfassend, enthält alles, was mit dem Blindenwesen zusammenhängt, insbesondere Hygiene, Blindenschulen, Blindenberufe, Blindenverkehr, Steuer= und Versicherungsangelegenheiten, Fürsorge, Organisationsfragen usw. Der Ratgeber soll in jeder Versammlung stückweise durchgearbeitet werden. Herr Tripp vom Evgl. Wohlfahrtsamt begann sofort mit der ersten Arbeit. Er behandelt die Zusammenarbeit der öffentlichen Blindenpflege mit dem Landesfürsorge verband. und die freie Wohlfahrtspflege in der Blindenfürsorge. * I l s e d e r H ü t t e w i e d e r 8 P r o z e n t. In der Bilanzansetzung des Aufsichtsrats der Ilseder Hütte, der bekanntlich auch die Zeche Friedrich * Die braunen Glücksmänner sind wieder da. Jetzt sind auch in den Herner Straßen wieder die braunen Glücksmänner aufgetaucht. Gestern fanden sie auf dem Wochenmarkt regen Zuspruch. Er konnten bereits die ersten Gewinne ausgezahlt werden. * I m S i l b e r k r a n z e. Die Eheleute Aloys Kruse und Johanna, geb. Zumholz, Poststraße 1, begehen heute das schöne Fest der Silbernen Hochzeit. Gleichzeitig sind sie 25 Jahre Bezieher des Herner Anzeigers.— Am Sonntag können dasselbe Fest ehelicher Gemeinschaft die Eheleute Michael und Maria Garlas, Schwarzer Weg la, begehen. Auch sie sind langjährige treue Bezieher des Herner Anzeigers. Beiden Jubelpaaren herzlichen Glückwunsch! * Verkehrsumleitung auf der Reichsstraße 51 in Bochum. Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Aus Anlaß des Kreistages der NSDAP in Bochum am Sonntag ist während des Aufmarsches in der Zeit von 10.30 bis etwa 12.30 Uhr in der Innenstadt Bochum die Umleitung des Durchgangsverkehrs der Reichsstraßen 51 und 226 erforderlich. Die Umleituno des Verkehrs der Reichsstraße 51 geschieht wie folgt: Von der Hattinger Straße über Kohlenstraße— Wattenscheider Straße— Darpering— Schlageterring— Löbkerring— Herner Straße und umgekehrt. * Zeugen und Wagenführer gesucht. Am Donnerstag gegen 10 Uhr wurde, wie bereits berichtet, auf der Bahnhofstraße in Herne in Höhe des Hauses 249 ein 5jähriges Kind von einem Personenkraftwagen überfahren. Das Kind erlitt an beiden Beinen einen Oberschenkelbruch und außerdem noch eine Kopfverletzung. Lebensgefahr besteht, wie die Polizei mitteilt, zur Zeit nicht. Zeugen, die den Vorfall gesehen haben, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Herne, Zimmer 221 des Polizeiamtes, oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. Der Wagenführer, der das Kind überfahren und dann zum Krankenhause gebracht hat, wird hiermit aufgefordert, den Verkehrsunfall unverzüglich der Polizei mitzuteilen. * F e s t n a h m e w e g e n D i e b s t a h l s. Ein Mann aus Herne=Sodingen, der aus einer Wohnung eine Geldbörse mit 29 Mark Inhalt gestohlen hatte, konnte festgenommen werden. * Ein Lastauto bestohlen. In der Nacht zum 3. d. M. wurden von einem Lastkraftwagen, der vor dem Hause Horsthauser Straße 19 stand, zwei Kisten mit je 35 Pfund Toma ten, ein Sack mit etwa 60 Pfund frischen Kartoffeln und zwei Pakete mit je 10 Pfund Studentenfutter gestohlen. Von dem Täter wurde ein Leibriemen am Tatort zurückgelassen, der bei der Kriminalpolizei zu besichtigen ist. * Wem gehört das Fahrrad? Am 28. v. M. wurde vor dem Hause Grenzweg.7 das Herrenfahrrad Marke Hercules Nr. 249 534 her renlos aufgefunden. Der Eigentümer kann seine An sprüche bei der Kriminalpolizei geltend machen. Ein herner Totschlag vor 15 Jahren jeht vor bericht Neue Schwurgerichtsperiode in Bochum. Am 5. Juni beginnt am Landgericht Bochum die dritte diesjährige ordentliche Schwurgerichtsperiode. Zum Vorsitzenden ist Landgerichtsdirektor Schneider ernannt worden. Die Schwurgerichtsperiode wird sich an mehreren Tagen mit einem Verbrechen des Totschlages zu befassen haben, das mehr als 15 Jahre zurückliegt und sich am 5. November 1923 in Herne ereignet hat. Der unter dem Verdacht der Begehung der Tat gegenüber seiner eigenen Frau verhaftete Angeklagte befindet sich steckbrieflich verfolgt seit Anfang Januar 1938 in Untersuchungshaft. Bei diesem Falle handelt es sich um eine Angelegenheit, die zur Zeit, wo der Angeklagte verhaftet wurde, im H. A. in die Erinnerung gerufen wurde. Der Totschlag, der zur Anklage steht, hat sich im Hause Auguststraße 28 zugetragen. Am Montag, dem 5. 11. 1923, kehrte der damals 34 Jahre alte Schachtmeister Franz Litzner nach Hause zurück und fand seine 28 Jahre alte Frau mit durchschnittener Kehle tot in einer Blutlache unter dem Küchentisch liegen. Die Wohnung selbst war völlig in Ordnung. Nichts deutete darauf hin, daß ein Kampf oder eine Auseinandersetzung stattgefunden hatte. Es stellte sich dann noch heraus, daß der Kostgänger; ein arbeitsloser Platzarbeiter namens Bruno Josef, seit dem Tatnachmittag verschwunden war. Er ist auch trotz polizeilicher Fahndungen nicht wieder aufgetaucht. Damals nahm man an, daß er der Täter war oder daß der Täter auch ihn als lästigen Mitwisser oder Belastungszeugen entfernt hatte. Alle Versuche der Polizei, die geheimnisvolle Bluttat zu klären, blieben erfolglos. Der ebenfalls unter Tatverdacht gestellte Ehemann der Toten konnte nicht überführt werden. Jetzt aber, nachdem 15 Jahre vergangen sind, hat die Polizei offenbar Beweismaterial genug zusammengetragen, um den Ehemann als den Täter vor Gericht stellen zu können. Wie die Tat damals im Stadtteil Horsthausen größtes Aufsehen erregte, so wird es sicherlich auch die Gerichtsverhandlung tun, handelt es sich doch darum, eine grausige Bluttat zu sühnen. Betrug mit alten Suten Amnestie wandelle das Berufungsgericht in erhedliche Freiheitsstrafen um. Zwei Angeklagte, Vater und Stiessohn, hatten unbemittelte Leute durch gemeinsame Schwindeleien durch Umherziehen erheblich geschädigt. Sie waren daher wegen Betrügereien zur Verantwortung gezogen, hatten aber vor dem Schöffengericht erreicht, daß sie auf Grund des Straffreiheitsgesetzes amnestiert wurden. Der Staatsanwalt kämpfte mit der Berufung bei der Kleinen Strafkammer gegen dieses Erkenntnis an. Es handelte sich um einen bejahrten Hermann W. und dessen Stiefsohn Albert Schm. Beide hatten gemeinsam in Herne und Bochum unbemittelte Leute aufgesucht mit dem Angebot, ihre alten Hüte billig zu erneuern. In einer ganzen Reihe von Fällen sahen sich jedoch die Leute von ihnen übers Ohr gehauen. Entweder war der Auftrag überhaupt nicht ausge führt worden, obwohl eine Anzahlung gemacht war, oder doch so schlecht, daß der sonst in seinem per alteten Zustande noch tragbare Hut nicht mehr zu be nutzen war. In der Berufungsverhandlung stellte sich heraus, daß der Vater W. schon eine ganz bedenklich hohe Anzahl von Vorstrafen hinter sich hat, darunter auch mehrere wegen Betruges. Bei dieser Sachlage war das Berufungsgericht der Ansicht, daß mildernde Umstände für ein solches Verhalten nicht am Platze sei. Die Angeklagten hätten sich an dem Wohle von Mitmenschen schwer versündigt, die bei ihrer finan ziellen Lage den Verlust eines Bekleidungsstückes nicht verschmerzen könnten. Es hob die Erkenntnis des Vordergerichtes auf und verurteilte den Vater W. zu einem Jahre Gefängnis und den Stief sohn zu drei Monaten Gesänanis. Bei der Höhe der Strafen kommt das Straffreiheitsgesetz nicht in Anwendung. Rückfälliger Dieb Ein Oskar Sch. von Herne=Sodingen war vor dem Schöffengericht wegen rückfälligen Diebstah les in fünf Fällen angeklagt gewesen. Er sollte auf drei verschiedenen Arbeitsplätzen Gegenstände ent wendet haben. Bei einer gelegentlichen Haussuchung war man auf die Sachen gestoßen. In der Schöffen gerichtsverhandlung konnte er jedoch nur in zwei Fällen des Diebstahls überführt werden, und zwar bezüglich eines Bettuches und einer Rolle Schießdraht. Bei der großen Zahl seiner Vorstrafen— es wurden 16 aufgezählt, darunter einige wegen Eigentumsvergehens— mußte die Strafe, obwohl der Wert der Gegenstände nicht erheblich war, angezogen werden, und so lautete das Urteil auf fünf Monate Gefängnis. Gegen dieses Urteil hatte nun der Angeklagte bei der Großen Strafkammer des Landgerichtes Bochum Berufung eingelegt. Er bestritt, in den noch übrig gebliebenen zwei Fällen sich des Diebstahls schuldig gemacht zu haben. Bezüglich des Bettuches konnte denn auch ein hinreichender Nachweis, daß der Angeklagte das bei ihm vorgefundene Bettuch gestohlen hatte, nicht geführt werden. Bezüglich der Menge Schießdraht gab der Angeklagte an, er habe diese bei der Einkellerung der Deputatkohlen gefunden. Infolge Krankheit habe er seine Absicht, den Schießdraht der Zeche wieder zuzuführen, nicht durchführen können. Doch ließ die Beweisaufnahme diesen Einwand des Angeklagten als durchaus unglaubwürdig erscheinen Er wurde auch in diesem Falle wegen rückfälligen Diebstahles verurteilt. Da Rückfall vorlag, war die gesetzlich zulässige Mindeststrafe drei Monate Gefängnis. Unter Aufhebung des ersten Urteiles und unter Freisprechung in einem Falle wurde er, seine große Zahl Vorstrafen berücksichtigend, zu vier Monaten Ge fängnis verurteilt. * Dreirad umgetippt. Ein Dreiradwagen, dessen Fahrer eine Kurve der Mont=Cenis=Straße im Stadtteil Sodingen zu kurz nahm, kam ins Schleudern, so daß er umkippte. Zum Glück erlitt der Fahrer keine Verletzungen. Das Fahrzeug konnte mit Hilse von Passanten wieder aufgerichtet und die Fahrt fortgesetzt werden. * Beim Herausnehmen der Straßenbahnschienen an der Ueberführung der Zechenbahn Constantin 4•5 in der Wiescherstr. geriet der Vorarbeiter der Kolonne mit der Hand zwischen zwei Schienen und zog sich eine starke Quetschung zu. Arbeitskameraden brachten ihn in das Ev. Krankenhaus. * In die Jauchegrube gefallen. Am Donnerstag gegen 14 Uhr trug sich in Sodingen in der Kantstraße ein tragischer Unglücksfall zu. Das dreijährige Söhnchen der Eheleute W. fiel kopfüber in die offene Jauchegrube und erlitt dabei so schwere innere Vergiftungen, daß sofort ärztliche Hilfe nötig wurde. * Ein unfreiwilliges Bad mußte Donerstag abend gegen 19 Uhr ein älterer Herr, der in einer Gesellschaft dem Alkohol zu sehr zugesprochen hatte, am Gysenberg nehmen. Er strebte dem Forsthaus zu, hatte aber vergessen, daß sich an der rechten Seite der Straße ein Bach befindet. Ehe er sich versah, fiel er hinein. Von Kopf bis zu Fuß durchnäßt, zog er von dannen, immer die Worte lallend: „Ich hab' meine Strafe, ich hab' meine Strafe“. * Zertrümmerung einer Straßenlaterne. In ganz kurzer Zeit ist die Laterne am Eingang zum Stadtgarten schon zum zweiten Male von ruchlosen Händen zertrümmert worden. Hoffentlich wird solchen Frevlern bald das Handwerk gelegt. * Lustiger Abend der Hausgehilfinnen. Einen lustigen Abend veranstalteten die Hausgehilfinnen in der DAF Herne=Alt, im Lokale Mumme. Der Abend stand unter dem Motto: Freut euch des Lebens. In diesem Sinne wickelten sich auch alle Darbietungen ab. Schon die Begrüßungsansprache von Frl. Cläre Meier wies auf das Motto hin. sprach über die Maisitten und Gebräuche und über das erwachende Leben, das der Wonnemonat Mai mit sich bringt. Gemeinsame Lieder trugen zur Unterhaltung bei. Auch für die Magenbedürfnisse war in Gestalt eines Wurstessens aufs beste gesorgt. * Generalversammlung des Haus- und GrundbesitzerAm Sonntag, dem 14. Mai, hält der Haus= und Grundbesitzerverein für den Stadtkreis Herne, der früher jedes Frühjahr und jeden Herbst seine großen Versammlungen abhielt, seine diesjährige Generalversammlung im Hotel Schlenkhoff ab. * Deutsche Stenografenschaft. Ortsverein 1876 1894, Herne. Zu einem Leistungsschreiben innerhalb des Ortsvereins trafen sich eine größere Anzahl Mitglieder, von denen folgende Stenografinnen und Stenografen mit einer Urkunde bzw. mit einem wertvollen Bücherpreis ausgezeichnet wurden: 200 Silben: Willy Prinz. 160 Silben: Anneliese Boedecker. 140 Silben: Theodor Berke, Bernhard Rofahl, Ruth Eisbach, Gertrud Haensel, Lieselotte Nuyken, Arno Fickel, Anneliese Ochel, Ilse Biebris. 120 Silben: Anneliese Tiedemann, Anneliese Müller, Wanda Fechner, Hedwig Iwan, Adolf Görgen, Alfred Wedekind, Karl Friedrich Pohlmann, Horst Ibe, Hermann Braunschweig, Günter Meyer, Herbert Sasserath, Karl Heinz Bochenek. 100 Silben: Karl Schütz, Ilse Hanke, Elsbeth Jäger, Gertrud Szyska, Emil Gersdorf, Rudolf Kuhn, Anny Spalter, Herbert Pillkahn, Edith Lange, Marianne Berke, Lisbeth Kropla, Hedwig Wilshaus. 80 Silben: Hans Thering, Aennchen Germscheidt, Margarete Nagel, Friedrich Wagner, Elfriede Ellermann. Heinrich Wellensiek, Erwin Scheurich. 60 Silben: Else Magdalinski, Walter Weiher, Heinz Hegerfeld, Wilhelm Dominik, Fritz Wapner, Arnold Barthoff, Ernst Elbrecht, Elfriede Dünnwald, Josef Stepniak, Marianne Budny, Heinz Spielbrink, Margarete Szesny. Die Verteilung der Ehrenurkunden bzw. der Bücherpreise erfolgt am kommenden Samstag im Vereinsheim. Angorakaninchen mit Staatszuschussen Klein und bescheiden ist das Kaninchen. Man siebt es ihm wahrhaftig nicht an, was für Werte in ihm stecken Es wir deshalb auch heute noch oft genug verächtlich über die Schutter angesehen.„Es ist ja nur ein Kaninchen", sagt man und vergißt dabei, daß diese kleinen Kaninchen ganz erhebliche Werte jährlich erzeugen helfen, auf die wir nicht verzichten können. Und nun erst das Angorakaninchen— das ist schon etwas besonderes. Etwas besonderes nicht nur deshalb. weil es so nett aussieht, weil es wie ein Schneeball in seinem Käsig sitzt, sondern vor allem wegen seiner hohen Leistungen. Oder ist es etwa keine Leistung, wenn so ein kleines Tierchen jährlich etwa 300 Gramm Wolle liefert, für die je Kilogramm bis zu 30 RM. gezahlt werden? Den teuersten und wertvollsten Spinnstoff. den die Textilindustrie überhaupt verarbeitet, den gewinnen wir nur vom Angorakaninchen. Viel zu wenig dieser wertvollen Wolle wird heute erzeugt, der Bedarf der deutschen Industrie ist etwa zehnmal so groß, wie die jetzige Erzeugung. Und dabei kann jeder mithelsen, kann auch seinen Teil beitragen zur Erzeugung dieses edlen Rohstofses. Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt Zuschüsse für denjenigen, der sich Angorabäsinnen kauft. und zwar 3 RM. oder 5 RM. je nach Alter des Tieres. Jeder kann also, wenn er zwei Häsinnen erwirbt. 6 RM. oder 10 RM. Zuschuß bekommen, den er nicht zurückzuzahlen braucht. Auch für den Bau von Kaninchen=— ställen gibt es Beihilfen, leichter geht es doch wahrlich nicht Aus der Bewegung NS-Reiterkorps. Am Dienslag, dem 9. Mai, 20•15 Uhr, findet im Deutschen Haus(Besitzer Franke), an der engl. Rirche, eine Zusammenkunft auer Zivilreiter stakt. Es werden besprochen: 1. Festiegung der Schulreitstunden, 2. Die Tage für Geländeritte, 3. Versichedenes. Das Erscheinen jedes Ziollreiters ist undedingt erforderlich. Aue Stinen HERNE Bahnhofstraße wenn schöne Tage locken, dann macht es Freude, gut angezogen zu sein!— Aber erst die neuen Schuhe vollenden das modische Aussehen! Zweigstente Recklinchausen Di Die Die: früheren rd. 50 2 von städ dem Ostf bildet s# Grundbe Aufschlie liegende Der Schulte mit dem wig, süd sprünglich Wilhelm die ihn zu der Hof kauft hat, Schulte zartens hi bruch“. 6 Die G dessen Gri gen den ä dete, reicht linghäuser besteht. 2 Gericht Ce dericus de dem Castr und dem bei auch§ Im Jahre Rotger va Pfennige, castrop ve van Ulent von Eickel Bernds vo 1359 bewe castrop hat saßen sie ten sich da vestischen Eulenbi Hof Uhlent der ist zwa übereinstin des heutig und ist stat wie etwa d schen Fami Annahme Grundlage nahegelegt, „Schulte ir daß es sich sehr vielen zu Alstede, gen usw.)d dann ein familie ver wäre es d Uhlenbruch Obercastrop ter bewirtse spruch zu? bruch zum sehr wohl schaft u. de horster ge Besitz w zwischen der von Viermi Erbteilung Arnold, Hal Kotten, dart 1621 und 5 Schwager C horst und gaben sich se frone Hein Radte, u. a. 27. 11. 1624 mit mehrer den früher dem Hofee erklärten, de Erbherren a Pächte zu v Der Hof 1486 nachwe das aus die Ulenbrsok" höchste Steu pflichtigen. „Vlenbrok", „Schuldte z1 Castrop von sten steht d mit an der (nach Schult Für die Uhlenbruch d Bedeutung berg, Hofri Der Feue die gern den Best Herner 2 Nr. 105 Drittes Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 6. Mai 1939 Die Stadt Herne kauft den Hof Schulte=Uhlenbruch 50 Morgen zwilchen Stadtgarten und Horlthauler Friechof./ Wertvolle Abrundung des Itädtilchen Grundbelitzes. Aufschließungspläne werden ausgearbeitet. Die Stadtverwaltung teilt mit Die Stadt Herne hat von der Reichsknappschaft den früheren Hof Schulte-Uhlenbruch in einer Größe von rd. 50 Morgen angekauft. Der Hof. der fast rundum von städtischem Gelände, nämlich dem Stadtgarten, dem Ostfriedhof und dem Trimbusch=Hof umgeben ist, bildet so eine wertvolle Abrundung des städtischen Grundbesitzes. Das Stadtbauamt ist beauftragt, neue Aufschließungspläne für das gesamte an dieser Stelle liegende städtische Gelände auszuarbeiten. * Aus der Geschichte des Hoses Der jetzt von der Stadt erworbene Hof Schulte=Uhlenbruch ist nicht zu verwechseln mit dem Hof Schulte=Uhlenbruch in Vellwig, südlich der Castroper Straße. Dieser war ursprünglich der Tönnishof. Der jetzige Besitzer, Wilhelm Schulte=Uhlenbruch, hat ihn von seiner Tante, die ihn zum Generalerben einsetzte, geerbt. Aber auch der Hof Schulte=Uhlenbruch, den die Stadt jetzt ge kauft hat, ist nicht der ursprüngliche. Der alte Hof Schulte=Uhlenbruch liegt östlich des Stadtzartens hinter den Häusern der Straße„Im Uhlen bruch“. Er ist zu Wohnungen umgebaut. Die Geschichte des Hofes Schulte=Uhlenbruch, dessen Grundbesitz an Aeckern, Wiesen und Holzun gen den äußersten Teil Sodingens gegen Herne bildete, reicht weit zurück. Es ist möglich, daß eine Beziehung zu dem vestischen Dienstmannen= und Reck linghäuser Ratsherrengeschlechte von Uhlenbrock besteht. Dieses Rittergeschlecht ist schon 1335 auch im Gericht Castrop nachweisbar. Damals war ein Theodericus de Ulenbruke Zeuge in einem Vergleiche vor dem Castroper Gericht zwischen Rötger von Düngelen und dem St. Catharinen=Convent zu Dortmund, wo bei auch Hermann von Strünkede als Zeuge auftrat. Im Jahre 1359 schuldete Goswin van Ulenbroke dem Rotger van Overencastorp 22 Schillinge Dortmunder Pfennige, wofür er diesem seine Kottenstatt in Obereastrop verpfändete. Im Jahre 1377 war Heinrich van Ulenbroke Zeuge bei einenk Verzicht Goswins von Eickel zugunsten Rotgers von Obercastrop und Bernds von der Schadeburg. Die Verpfändung von 1359 beweist, daß die von Ulenbro Besitz in Ober castrop hatten. Nach Fahne(Westfälische Geschlechter) saßen sie sogar auf dem Rittersitz Obercastrop, nann ten sich danach und siegelten mit der auch bei dem vestischen Teil der Familie üblichen Eule(Ulenbrok = Eulenbruch). Es ist möglich, daß ihnen auch der Hof Uhlenbruch in Sodingen gehört hat. Naheliegen der ist zwar, anzunehmen, daß eine zufällige Namens übereinstimmung vorliegt, also das Gelände östlich des heutigen Stadtgartens— es senkt sich sehr tief und ist stark wasserhaltig')— ebenso Uhlenbruch hieß, wie etwa das Uhlenbruch, dem der Rittersitz der vestischen Familie seinen Namen verdanken dürfte. Die Annahme einer Flurbezeichnung Uhlenbruch als Grundlage für den Hofnamen wird auch dadurch nahegelegt, daß der Hof in seinen ältesten Formen „Schulte im Uhlenbruch“ hieß. Doch ist auffallend, daß es sich um einen Schulte handelt. Man kann an sehr vielen Beispielen(Schulte zu Sodingen, Schulte zu Alstede, Schulte im Gysenberg, Schulte=Uemmingen usw.) den Beweis erbringen, daß ein adliger Hof dann ein Schultenhof wurde, wenn ihn die Adels familie verließ und einen Bauer darauf setzte. So wäre es durchaus möglich, daß der Hof Schulte Uhlenbruch dem Adelsgeschlecht von Ulenbrock auf Obercastrop gehörte und von einem Schulte als Päch ter bewirtschaftet wurde. Das steht nicht im Wider spruch zu der Tatsache, daß der Hof Schulte=Uhlen bruch zum Hause Bladenhorst gehörte, denn er kann sehr wohl durch Kauf, Tausch, Verschreibung, Erbschaft u. dergl. von den Ulenbrocks an die Bladen horster gekommen sein. Als Bladenhorster Besitz wird er um 1600 in einer Erbteilung zwischen den Brüdern Philipp Arnold und Hermann von Viermund zur Bladenhorst erwähnt. In dieser Erbteilung erhält der ältere der Brüder, Philipp Arnold, Haus Bladenhorst mit zahlreichen Höfen und Kotten, darunter auch„Schulte im Ulenbrug". Als er 1621 und Hermann 1624 gestorben waren und ihr Schwager Caspar von Rombera vom Hause Bladen horst und der übrigen Erbmasse Besitz ergriff, be gaben sich seine Beauftragten, der Castroper Gerichts frone Heinrich Radte und dessen Vater Serries Radte, u. a. auch zum Hofe Schulte=Uhlenbruch. Am 27. 11. 1624, nachmittags gegen 4 Uhr, sind sie dort mit mehreren Zeugen erschienen und haben(unter den früher hierbei üblichen Zeremonien) Besitz von dem Hofe ergriffen,„deren Inhaber auch gutwillig erklärten, den von Romberg und seine Frau als ihre Erbherren anzuerkennen, sowie die Dienste und Pächte zu verrichten.“ Der Hof Schulte=Uhlenbruch ist urkundlich zuerst 1486 nachweisbar. Nach dem Märkischen Schatzbuch, das aus diesem Jahre stammt, mußte„Schult in den Ulenbrsok!“ 6 Gulden Steurn bezahlen, das war der höchste Steuerbetrag von allen Sodinger Steuer pflichtigen. In der Türkensteuerliste von 1542 steht „Vlenbrok“, in der Türkensteuerliste von 1598 „Schuldte zue broick“, im Schatzzettel des Gerichts Castrop von 1625„Uhlenbroich". Auch in diesen Li sten steht der Steuerbetrag des Schulte=Uhlenbruch mit an der Spitze, allerdings jetzt erst an 2. Stelle (nach Schulte=Alstede). Für die Familiengeschichte der SchulteUhlenbruch dürfte eine Urkunde von 1592 von großer Bedeutung sein. In dieser entläßt Johann Callen= berg, Hofrichter des freien Reichshofes Castrop, Der Feuerreiter, die gern gelesene illustrierte Wochenschrift, wird den Bestellern mit der heutigen Ausgabe des Herner Anzeigers ins Haus gebracht Wyllem, ehelichen Sohn von Gert Smes zu Soeyin gen, aus der Hofeshörigkeit. In der Urkunde wird auch noch gesagt, Wilhelm„Smedes“ sei„yizo Schulte ym Wulenbruck". Danach war also damals ein Wilhelm Schmidt zu Sodingen Schulte im Uhlenbruch geworden. Da weitere Nachrichten, vor allem Kirchenbücher, aus jener und der nächstfolgenden Zeit fehlen, ist nicht nachzuweisen, aber durchaus möglich, daß die späteren Schulte=Uhlenbruchs blutsmäßig Schmidt=Sodingen waren. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts besaß Johann Wilhelm Schulte=Uhlenbruch(geb. 1771) den Hof, der 1805 die Elise Tönnis aus Vellwig geheiratet hatte. Deren ältester Sohn Johann Joseph(geb. 1806, gest. 1873), der Hofeserbe wurde, heiratete 1833 in erster Ehe Therese Schulte=Ladbeck(gest. 1842), in 2. Ehe jetzigen Hof. Da aber Heinrich der sich im Jahre hausen verheiratet,') vor der Vermählung stand, verhausen verheiratete, vor der Vermählung stand, verpachtete er den neuen Hof an den Landwirt Kölling aus, Werden, der im Frühjahr 1911, als die Handwerker noch im neuen Hause tätig waren, den Hof bezog und dessen Söhne ihn auch heute noch bewirtschaften. Während eines Urlaubs aus dem Felde verraufte Heinrich Schulte=Uhlenbruch im Jahre 1917 den Hof mit dem noch übriggebliebenen Gelände an den Allgemeinen Knappschaftsverein in Bochum(heute Reichsknappschaft), der dort ein Knappschaftskrankenhaus errichten wollte. Die Auflassung erfolgte am 11. 4. 1918. Die Knappschaft beließ den Hof dem bisherigen Pächter. Ihre Absicht, in Herne ein KnappAnna Maria Christine Winkelmann aus Altenbochum. Beide Frauen gebaren je vier Kinder. Der 1835 geborene älteste Sohn Johann Wilhelm aus erster Ehe übernahm später den Hof, sein Bruder Johann Hermann blieb bei ihm(gest. 1907), eine Schwester Christine aus zweiter Ehe(geb. 1850, gest. 1871) heiratete den ersten katholischen Lehrer der Herner Missionsgemeinde, den bekannten Lehrer Joh. Tigges, der jüngste Bruder Karl(geb. 1855, gest. 1934) heiratete Anna Wittenberg vom Gysenberg, war als Brenner in Recklinghausen tätig und erbaute später die Wirtschaft Plumpe an der Kirchstraße. Der bereits genannte Hofeserbe Johann Wilhelm Schulte Uhlenbruch(geb. 1835, gest. 1909, verheiratet 1870 mit Clementine Lücker aus Dorstfeld), hatte 6 Kinder, von denen drei früh starben. Die 1874 geborene Philippine heiratete 1901 den Gutsbesitzer Sümpelmann zu Kirchlinde, der älteste Sohn Joseph Wilhelm(geb. 1873, verheiratet seit 1900 mit Christine Große=Lahr) erbte, wie schon eingangs erwähnt, den Hof Tönnis in Vellwig, den er heute noch bewohnt, während der jüngste Sohn Heinrich(geb. 1883) zunächst auf dem elterlichen Hofe blieb. Am 18. 3. 1909 starb der Vater, im Februar 1910brannte der Hof zum Teil ab. Das Wohnhaus und der Kuhstall blieben stehen. Da das Gelände infolge bergbaulicher Einflüsse be reits um 5 Meter gesunken und versumpft war, sah man von einem Wiederaufbau ab. Man verkaufte noch im gleichen Jahre den alten Hof an die Gewerkschaft Mont Cenis, die schon 1906 Gelände zwischen Hof und Mont=Cenis=Straße erworben hatte. Sie baute ihn zu Wohnungen um. Die Witwe Schulte=Uhlenbruch und ihr Sohn Heinrich erbauten nun auf dem am höchsten gelegenen Teil des Hofesbesitzes, dem„hintersten Felde“) den schaftskrankenhaus zu errichten, hat sie, nachdem die So sieht man den Hof SchulteUhlenbruch vom Stadtgarten aus.(Aufn.: Reiners.) Herner Krankenhäuser umfangreiche Erweiterungen vorgenommen hatten, aufgegeben. Und jetzt hat die Stadtverwaltung den Hof mitsamt dem Grundbesitz, auf den es ihr hauptsächlich ankam, von der Knappschaft erworben. Bereits im Jahre 1901, bei der Anlegung des Stadtgartens, hatte sie einen Teil der Flur„im hintersten Felde“ von Schulte=Uhlenbruch gekauft. Es handelt sich um den Nordrand des heutigen Stadtgartens. Was die Stadtverwaltung mit dem neuen Gelände machen wird, steht noch nicht genau fest. Wie verlautet, soll keine Siedlungsbebauung, sondern eine großzügige Grünflächengestaltung in Verbindung mit dem Stadtgarten ins Auge gefaßt sein. Dr. L. Reiners. )) B e w e i s d a f ü r i s t a u c h d a s V o r h a n d e n s e i n v o n R a s e n eisen= oder Sumpferz. Dieses wurde 1850 auf der Wiese von Schulte=Uhlenbruch unter einer 14 Zoll starken Dammerde, 10 Zoll hoch auf dem gelblichen Sande abgelagert, gefunden. Die Mutung wurde Oberweier genannt(nach dem Kampfort Oberweier, wo die preußischen Truppen unter Prinz Wilhelm die badische Mairevolution 1849 niederwarfen). Zwar ist den Gewerken, an deren Spitze der Landwirt Schlingermann in Obercastrop stand, das gemutete Feld verliehen worden, doch ist die Ausbeutung des Erzvorkommens über die Anfänge nicht hinausgekommen. *) Der alte Hof, zu dem 1826 178 preußische Morgen ge hörten, lag in der Flur„im Busche", vor dem Hofe, bis nahe an die heutige Mont=Cenis=Straße heran, lag die Flur„un vordersten Felde“, hinter dem Hofe, zwischen dem heutigen Stadtgarten und dem am Horsthauser Friedhof bzw. Hof Trimbusch vorbeiführenden, die Grenze gegen Horsthausen bil denden Wege, die Flur„im hintersten Felde". Diese drei Fluren bildeten im wesentlichen den Grundbesitz des Hofes Schulte=Uhlenbruch. Heute sind von den ursprünglich 178 Morgen nur noch 50 vorhanden, die das Kaufobjekt dargestellt haben. *) E r w a r ü b r i g e n s n a c h d e m K r i e g e— b i s 1 9 3 3— Reichstagsabgeordneter. ich hab' meine Mütze verloren!“ Versicherung gegen Schulmarder. Eine nachahmenswerte Einrichtung. Geringfügige Kosten. „Mutti, ich hab' meine Mütze verloren", heißt es lanchmal. wenn der kleine Junge aus der Schule nach möglichkeit. Sich mit einer geringen Gebühr vor Ver lusten zu schützen, die im Einzelfall ein erkleckliches Loch Fest steht nur, daß es innerhalb der Schulel in den Geldbeutet reißen könnten, ist ein Vorteil, der Bause kommt. Er weiß nicht, wo und wann er sie verloren hat. gewesen sein muß. Wenn die Eltern recht genau rechnen müssen, ist der Aerger groß. Aber es hilft nichts. Die Mütze ist weg und die Schule kam dafür nicht auf. Man mußte also mit dem kleinen Lausebengel in ein Geschäft gehen und eine neue Mütze erstehen. Was hier eine Mutter mit der Mütze erlebt hat, erlebten andere Eltern mit Mänteln, mit Jacken. Halstüchern und was es noch alles an solchen Dingen gibt. die man in der Schule verlieren kann. Und es war durchaus nicht immer so. daß den Jungen die ganze Schuld traf. weil er vergeßlich war und auf seine Sachen nicht genügend ausgepaßt hatte. Sehr oft las man von Schulmardern, also von Dieben, die sich in Schulen einzuschleichen verstehen und dann auf den Korridoren und in den Garderoben stehlen, was sie nur in der Eile erwischen konnten. Auch in einem solchen Falle war die Schule bisher nicht zum Schadenersatz verpflichtet. Klar, daß es deswegen und aus solchen Gründen recht oft Aerger und Streitigkeiten gab. Die Eltern konnten nichts dafür und die Schule auch nicht. Um solchen Unerquicklichkeiten künftig aus dem Wege zu gehen, hat jetzt die Stadt Berlin für die städtischen Schulen der Reichshauptstadt eine Regelung getroffen, die nach jeder Hinsicht als vorbildlich bezeichnet werden kann. Die Eltern zahlen für das ganze Schuljahr eine ganz kleine Versicherungsprämie von dreißig Reichspfennigen und sind dann gegen das Abhandenkommen, Vertauschen und den Diebstahl aller Bekleidungsstücke versichert, die ein Schüler oder eine Schülerin normalerweise mit in die Schule bringt. Für sechzig Pfennige wird auch das Fahrrad versichert, mit dem viele ältere Schüler, die nicht in der Nähe der Schule wohnen, zum täglichen Unterricht fahren. Von der Versicherung ausdrücklich ausgenommen sind die Sachen, die sich unter Umständen in den Bekleidungsstücken befinden. also zum Beispiel Bargeld oder Fülljederhalter. Es wird gut sein, die Kinder dazu anzuhalten, solche Gegenstände aus den Kleidern herauszunehmen, bevor sie ins Klassenzimmer geben. Die Versicherungsidee, die einen so großen Raum im gesamten wirtschaftlichen Leben einnimmt und aus viele Zweige einen geradezu bestimmenden Einfluß hat. greift damit auch auf die Schule über und erobert sich damit vielleicht eine neue und recht segensreiche Anwendungskaum besonders dargetan und hervorgehoben werden muß. Wenn sich jemand als einzelner gegen solche Verluste schützen wollte, käme das ohne Zweisel erheblich teurer. Wenn aber das Risiko mit einer hohen Schüleranzahl zu sammenfällt, entfallen auf den einzelnen kaum nennens werte Beiträge. Und die kleinen Jungens brauchen jetzt keine Angst mehr zu haben, wenn sie ohne Mütze oder vielleicht sogar ohne Mantel nach Hause kommen. Denn die Versicherung deckt gegen Schäden bis zu hundert Reichsmark. und höher dürfte der Einzelschaden wirklich nie gehen. Wenn die Fahrradversicherung dabei ist, erhöht sich diese Summe sogar auf zweihundert Reichsmark im Höchstfall. obwohl diese Summe im Ernstfall wohl als Schaden nie aus gewiesen wird. Wenn also künftig Märchen ohne Mütze heimkommt, dann macht die Mutter eine entsorechende Meldung bei der Schule. der Fall wird untersucht und die Entschädigung ausbezahlt. Das schließt natürlich keineswegs aus, daß Märchen zur Ordnung angehalten wird. Er muß auf seine Sachen aufpassen und das Seinige tun, um Verluste zu vermeiden Hälfte der Invalidenrente, unter Umständen noch mehr Durch den Bezug von Kriegsbeschädigtenrente. Wehrmachtversorgung. Beamtenpension usw. wird der Bezug der Altersrenten überhaupt nicht mehr beeinträchtigt. Die Renten der Invaliden=. Angestellten, oder Knapp schaftsversicherung werden daneben in voller Höhe gezahlt Allein in der Angestelltenversicherung werden durch daneue Gesetz eingesrorene Renten im Jahresbetrag von 5 bis 6 Millionen Mark wieder ausgetaut. Für den Gesamtbereich der sozialen Rentenversicherung dürften weitmehr als 20 Millionen Mark jährlich Renten. die wegen der Ruhensbestimmungen bisher nicht gezahlt wurden. künftig wieder zu zahlen sein. Handwerkskunst in Zugendherbergen. Stilvolle Einheit zwischen Außenarchitektur und Innenraumgestaltung. Man könnte sich heute einen kubistischen Jugenoherbergsbau nicht mehr vorstellen und selbst der in architektonischen Dingen ungeschulte Volksgenosse würde eine solche bolschewistische Form als Fremdtorper empfinden, da wir durch Bild. Film und Beispiel der herrlichen und gigantischen Bauten des Dritten Reiches das Stilbewußtsein wieder geweckt haben. Wir begnügen uns aber nicht damit, lediglich den Baukörver äußerlich recht zu gestalten, sondern legen auch bei der Ausführung der Innenräume denselben Maßstab an. Die wandernde Jugend soll sich in diesen Kulturstätten wohlfühlen und überdies Auge und Geschmack schulen für die künftige Gestaltung des eigenen Heimes. Bei aller Zweckmäßigkeit, die nun Jugendherbergen aufweisen müssen, wird dem Schönheitssinn höchste Rech nung getragen. Damit ist Luxus nicht gemeint, da dies den Begriff des Ueberflüssigen in sich schließt und zudem nicht im Sinne einer vernünftigen Jugenderziehung liegt Wir bleiben mit beiden Füßen auf der Erde. Bei der Innenausstattung kommt heute wieder die alte, gute Handwerkskunst zu Worte. Formgerechte Tische und Stüble werden wie Wandverkleidungen aus deutschen Hölzern gefertigt. Statt gestanzter Blechlampen sehen wir handgeschmiedete Leuchter. die jeden Besucher erfreuen und zu eingehender Be sichtigung der geschmiedeten Inschriften und Symbole einladen. Die hellen Wände werden mit Bildern aus Ge schichte und Volkstum des in der Gegend vorwiegend ansässigen Stammes ausgemalt oder durch ein Spruchband in markigen, gotischen Lettern verziert. Die Fensterbehänge sind meist aus Handdruckleinen gemacht und erinnern die Besucher daran, daß dieses Handwerk noch nicht ausgestorben ist. Die Fensterbänke, früher als Rucksackplatz sehr beliebt. sind mit Blumen geschmückt, die in Tövien und Vasen aus Jecklenburg Ruch Dein Opfer ist ein Baustein für das Deutsche Jugendherbergswerk Reichswerbe- und Opfertag 6. und 7. Mai 1939 Ton und Keramik wiederum als Erzeugnisse des heimischen Tövferhandwerks zur Abrundung der schönen Raumwirkung beitragen. Für 20 Millionen RM. Renten werden aufgetaut Ueber die Bedeutung des von der Reichsregierung zum Geburtstag des Führers verabschiedeten Gesetzes zum weiteren Abbau der Notverordnungen in der Reichsversicherung macht die„Deutsche Volkswirtschaft" aufschlußreiche Mitteilungen. Durch das Gesetz wird der größte Teil jener Renten wieder aufgetaut, die infolge der Ruhensbestimmungen der Notverordnung eingefroren waren. Das Ruhen der Renten wird neben Bezügen aus der Reichsversicherung auf die Hälfte beschränkt. neben anderen Bezügen ganz auf gehoben. Wer Rente aus der Unfallversicherung bezog. dem wurde bisher die Rente aus der Invaliden=. Angestellten= und Knappschaftsversicherung voll darauf an gerechnet, was in vielen Fällen bedeutete, daß der Unfallrentner überhaupt keine Rente aus der Invaliden= versicherung usw. erhielt. Künftig erhält der Unfallrentner auf jeden Fall neben der Unfallrente auch die Aus Wanne=Eickel. Ehrung für treue Dienste. Die Wanne=Eickeler Betriebe werden in diesem Monat wieder Gelegenheit haben. eine Reihe von Arbeitskameraden für langjährige treue Dienste gebührend zu ehren. Da ist zunächst die Reichsbahn, bei der dem Weichenwärter Jahnke, Hüller Straße 8. das silberne TreudienstEhrenzeichen für 25jährige treue Dienstzeit. verbunden mit den Glückwünschen des Präsidenten der Reichbahndirektion Essen überreicht wurde. Auch im Bergbau ist wieder eine Reihe von Jubilaren zu verzeichnen. darunter mit 40=jähriger Dienstzeit auf den Kruppzechen„Hannover" und„Hannibal“ der stell vertretende Bürovorsteher Josef Weichert und der Zimmerhauer Wilhelm Berensmeier. 25 Jahre im Dienste der genannten Betriebe stehen die Hauer Karl Kurzhals. August Nagel, Johann Polowczyk. Karl Seidemann. Wilhelm Walter und Josef Rößler. der Schmied August Reinsch. der Reparaturhauet Richard Klenke, die Kokereiarbeiter Friedrich Müller und Anton Piontek. der Reviersteiger Wilhelm Kleiber und der Destillateur Alois Meurer. Die„Shamrock"=Zechen beglückwünschten in diesem Monat für 25jährige treue Dienste auf Zeche „Shamrock“, 1/2 den Steiger Gustav Fiebinger. Revier steiger August Keßler und Schlosser Fritz Scheurich. auf „Shamrock“ 3/4 die Hauer Paul Pawellek und Heinrich Lenz. Allen Jubilaren auch unseren Glückwunsch Die Feuerlöschvolizei unterwegs. Starker Qualm verbreitete sich beim Brande einer Schreinerei im Stadtteil Eickel. die aus bisher noch nicht geklärten Gründen in Brand geraten war. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle und konnte. durch Gasmasken gegen die starke Rauchentwicklung geschützt. die Flammen schnell löschen. Wanne=Eickels Modellflieger am Start. Eifrig haben die Modellflieger der Wanne=Eickeler Schulen, die bekanntlich schon seit Jahren im engeren Bezirk führend in der Arbeit an den Flugmodellen sind. in den letzten Monaten für den Reichsmodellwettbewerb auf der Rhön gearbeitet. Die besten Wanne=Eickeler Modelle haben bei dem Ausscheidungsfliegen des Sturms einen guten Playz erhalten und werden bei dem am 6. und 7. Mai in Borkenberge steigenden Modellwettbewerb der Grunze Westfalen unter Beweis stellen müssen, wer von en eifrigen jungen Modellbauern unserer Stadt das Glück haben soll, sein Flugmodell beim Reichsmodellwettbewerb zu starten. Schweinevest erloschen. Die unter dem Viehbestand des Fritz Figura. Bergstraße 25. ausgebrochene Schweinpest in erloschen. Die angeordneten Schutzmaßnahmen sind aufgehoben worden Was kochen wir nachste Woche? Küchenzetlei des Deutschen Frauenwerks. Gau Westsalen-Süd. Montag: Kerbelsuppe, Kartoffelschichtsoeise von Resten und Rote Beete. Dienstag: Fischfrikadellen, Butterkohl und Salzkartoffeln, Rhabarderquarg. Mittwoch: Geröstete Grießsuppe. Spinat, Bratkarkoffeln, Bratwurst Donnerstag: Stielmuseintopf mit Schweinebauch, Fiammer aus 0PM., Rhabarberkunke. Freitag: Milchsagosuppe, Sauerkrautauflauf mit Fisch Sonnabend: Weiße Bohnensuppe mit Einlage Sonntag: Königinsuppe, Schmordraten mit Kopffalaf, Karamellpudding. Stromsparer: nnuß RMI 115.— Tmud RM 126.10 Graetz RM 138.90 Jiemens RM 138.40 Zweikreiser: Brandt RM 146.50 Emud RM 151.50 Mende RM 167.10 Nora RNI 177.40 Amflerdfeüer 4 Deutsche„Erdkugeln erobern die WeltDie Wunderkugel auund Gariet— Zwolf Papternreisen bilden von 19 bie 192 Zentimeter Durcmesser einen Glodus— Erdinzeln Mit tatkraftiger Unterstünung der Reichstugendführung bringt eine Berliner Globusjabrik demnacht einen für die Hitler=Jugend bestimmten Glodus von 34 Zentimeter Durchmesser deraus der als Erganzung zu dem bereits vorbandenen Handatlas gedacht ist. und tron deiter Ausfuhrung und arotter Genauigkeit dennoch im Preis so niedrig gehalten werden soll. das seine Anichaifung jedem 53.=Angeborigen möglich ist. Die Nachtrage nach den„Erdtugeln“ aus denen man o beicht das volitische Gescheden der Welt verfolgen kann da# in letzter Zeit einen Umiang angenommen, wie man es noch vor wenigen Jahren nich: für moglich gebalten hatte. Der Glodus hat die Welt erodert! Wie ern Glodus ausfieht. weiß alle Welt. nicht aber dürfe jedermann wissen, wie ein Glodus entnebt. und welche Un kumme genauester Arbeit und sorgialtigster Beobachtun notwendig ist. um einen mit der Wirklichkeit übere simmenden Glodus berzustellen. Davon erhalten einen ungefähren Begriff bei einem Besuch in der gros den Glodusfabrik der Welt, die in Berlin=Lichterfelde einem versteckt hinter Bäumen liegenden Haus unter gebracht ist. Zwölfmal schneidet die Schere Der Besuch in einer Globusfabrik hat etwas Erregendes an sich. Schon von der Parade der hier aufgestellten Globen gebt ein eigentumlicher Zauber aus; da steben ke. Globus an Globus, große und ganz große. kleine und ganz kleine, aus denen bald in deutscher, bald in fremder, bieweilen sogar in unlesbarer Sprache alle Namen aufgetragen find, die nun einmal zu einem Globus gehören. In diesem Hause werden nämlich Erdtugeln für die ganze Welt dergestellt. An langen Tischen sitzen Dutzende von Madchen und Frauen. in der Hand die Schere, vor sich große, bunte Pavierbogen mit den auffallendsten Farden und mit Zeichen und Strichen verseben, mit Buchstaben und Worten, die nichts anderes sind als die Namen von Ländern und Erdteilen. von Städten. Flüssen und Meeren Haarscharf schnappen die Scheren den seinen Linien entlang. und auf den Millimeter genau wird der Bogen auseinandergeschnitten Rücksichtslos werden Namen und Linien von der unerbittlichen Schere mitten durchgeschnitten, ganz gleich. ob der Anfang des stebenbleibenden Wortes auch noch so finnlos. das Ende noch so unverständlich ist. Immer aufs neue gleitet die Schere durch den bald blau oder grün, bald rot oder gelb gefärbten Bogen— einmal. zweimal. swölfmal. Kaum aber Die Globns=Lampe Taglich werden so Erdtugeln dergestellt. Ausücht. Dieser bat dem Schreidtisch ist in der Tat eine pbantasiebeschwingende Angelegenbeit, die beute scon medr Freunde dat. als man abn:, und die sicher der Glodus der Zukunft ist Was man aber in der Glodusfabrik nicht seben kann. ist die große und ständige Vorarbeit, die von den Gewabrsmännern der Firma auf der ganzen Welt geleittet wird. Sie teilen jede Veränderung auf der Erde, sei es durch Grenzziebung, sei es durch Entdeckung oder wissenchaftliche Forschung. auf dem schnellsten Wege an das Berlin=Lichterfelde Zu des 400 in Leipzig eingerichtete Kartograpdische Institut des BerSie nedmen auf jeden Geschmack liner Werkes mit. damit diese dort bei der Herstellung nen Erdmesser, mit dem man jede der neuen Globen derucksichtigt werden. Sorgsam werden Entfernung auf der Erdkugel leicht ablesen kann, bei jenem, die„Neubeiten“ aufgearbeitet und in Druck gegeben. Das wurde die Stand= oder Aufdangevorrichtung aus einem„neue Gesicht" der Welt aber wandert wieder in den besonderem Holz verfertigt. Ganz große Mode aber sind bunten Papierbogen nach Berlin. um bier in zwolf die wunderdaren Gloden aus Glas. die von innen elek= Ellipsen zerschnitten und zu einem neuen Glodus vertrisch beleuchtet werden. Solch eine Globuslampe auf wandt zu werden. R. Westermann. Neues Ichallen) Forschung und Wissen #: Künstler Haus Pfinner zum 70. Geburtstag am 5. Mai. Ale Jahre 1929 ern Kreis deutschbewußter Musiker chzigtten Geburtstag Hans Piinners feierte. nahm das damalige offizielle„Deutschland“ keine Kenntnis von der Persönlichkeit und dem Schaifen eines seiner grorten lebenden Tondichters. In Berlin dirigierte Erich Kleider ein Staatsovernkonzert. das als zeitgenossisches Werk nicht etwa eins von Pfinner. ondern von dem Schonberg=Schuler Alban zur Aufführung brachte. Und auf die Frage eines Kritikers, ob in diesem Uebergeben des sechzigjahrigen deutichen Meisters Absicht oder bodenlose Nachlassigkeit liege, fand eine Zeitungseinsendung die richtige Antwort:„Es ist ganz bewußte Absicht!“ Wenn das Deutschland des Jahres 1989 Pfitzner zu einem siebeigsen Geburtstage feiert, ebrt es in ihm den Gestalter eines Lebenswerkes, das von deutscher Seele kündet, den Kämpfer für die Reinbeit der deutschen Musik zur Zeit ihres Verfalls und den Mahner zur Besinnung auf das Wesen der deutschen Kunst. Hans Psitzner ist am 5. Mai 1869 in Moskau als Kind deuticher Eltern geboren worden. Nach Frankfurter Studienjahren wird er in schwerem Aufstieg Konservatoriumslehrer in Koblenz und Theaterkavellmeister in Mainz. Lebrer am Sternichen Konservatorium zu Berlin und Kavellmeister am Berliner Theater des Westens endlich Leiter der Münchener Kaim=Orchester=Konzerte Vielerlei Frondienste in der musikalischen Tagesarbeit können das Schaften des reisenden Meisters nicht bemmen. Als Pfinner im Jahre 1908 zum städtischen Musikdirektor ist der Boden in zwölf ellivsenförmige Streifen ge## m## Su.eud#t#g in Straßburg schnitten, da greift auch schon die sinke Hand des scheren= Konservatoriumsleiter und Overndirektor in Straßburg bewaifneten Mädchens nach einem neuen Bogen. und das Spiel beginnt von neuem. Aus Pappe werden Sterne und Zugeln Aber was hier zunächst als Spiel erscheint. ist ernste berufliche Arbeit. Wieder einmal triumphzert die Handarbeit über die Maschine: keine Stanz= oder Schneidemaschine kann diese Arbeit hier besorgen, die von den Madchen und Frauen tagein, tagaus. wochen= und monate=, ja jahrelang erledigt wird. Während sie ihre slinke Arbeit verrichten. werden in einer anderen Abteilung des Hauses riesige Bogen Pappe unter die Stanzmaschine gelegt, wo sie in große und kleine„Sterne“ aufgeteilt werden, die genau der Größe entiprechen, die der Globus nachber erhalten soll. Sorgfältig werden die berufen wird. sind neben Liedern. Gesangen mit Orchester. Kammermusikwerken und Musiken zu Schauspielen dre: große Bühnenwerke herangereist: das Musikdrama„Der arme Heinrich“, die romantische Oper„Die Rose vom Liebesgarten“ und die Spieloper„Das Christelflein". Pfinners Straßburger Tätigkeit, die 1916 ihr Ende findet. steht im Zeichen einer zahen und zielstrebigen Kulturarbeit. Mit den Mitteln einer nicht eben großen Bühne sucht er das Gesamtkunstwerk nach der Idee Richard Wagners durchzusetzen, den Geist der Aufführungen zu läutern. Musik und Darstellung innigst zu verbinden, den Stil der Darstellung aus der Musik beraus zu schaffen. die Overnregie zur lebendigen Kunst zu machen und den Spielplan zu reinigen. Der Straßburger Zeit entwächst sein zeistes Werk. die in Text und Musik von Pfinner gestaltete musikalische „Sterne“ zusammengetaltet und geleimt— jeder zu einer#gende„Palestrina“, deren Uraufführung im KriegsHalbkugel, die durch bodraulische Pressen die notwendige gaore 1917 als Sombol fur den Heist und die Kraft des Festigkeit erhalten. Zwei völlig auseinandervassende unneren Deutschland gilt. Nach den Wirren der ersten Halbtugeln werden jedesmal auseinandergesent und zu. Nachkriegsjahre findet Pfinzner im Jahre 1920 sein Amt sammengeleimt, sodaß eine richtige Kugel entsteht. lals Leiter einer Meisterklasse an der Preußischen Akagegenwärtig, odne einer Koniunktur nachzugeben. Romantik als eigentümliche deutsche Gemuts= und Bewußt#ernsstellung ist der Grundzug des Gegenwartsromantikers Hans Pfinnen In einer Periode. die mit der Ueberscharung des künstlerischen Subjektivismus die Musik von ihren völk:schen und geschichtlichen Bindungen loslösen wollte, bekennt sich Pfinner zu den verpflichtenden Werten der deutschen Musik:„Wir. die wir deutiche Kunst lieben. in der wir leben, wir wenden uns nicht von der Vergangenbeit ab: wir wurzeln in ihr, denn sie ist berrlich und tief.“ Symbol dieses im organischen Ablauf der Geschichte gebundenen Schopfertums ist die Gestalt seines„Palestrina“, der sein Werk nicht im subjektiistischen Rausche schreibt. nicht auf Gebeiß des Papstes oder auf Drangen des Kardinals. sondern weil die verstorbenen Meister der Tonkunst es ihm gebieten, weil er schaffen muß, um das Geisteserbe der Nation zu bewahren und lebendig fortzufübren: „Nun ichmiede mich den letzten Ste#n An einem deiner tausend Ringe Du Gott— und ich will guter DingeUnd friedvoll sein.“ Kunst solchen Geistes. mag sie romantisch sein oder nicht. mündet nicht in ein Uebermaß zerfließender Empfindungen, in ein Schwelgen mit sentimenthaften Stimmungen. in weichliches Träumen oder in dammerhafte Gefühligkeiten. Der„Romantiker“ Pfitzner ist zugleich Streiter fur die Echtbeit und Wabrhaitigkeit der deutschen Kunst und für die Reinheit der völkischen Musikkultur, kein gegenwartsferner Träumer, kein wirklichkeitsabgewandter Phantast. sondern ein kämpferischer Mann Dieses Kämpfers für die deutsche Kultur und ihre Musik gedenkt insbesondere die deutsche Jugend zu seinem fiebeigken Geburtstag in Dankbarkeit und Verebrung Als in den Jahren nach der Novemberrevolte die Werte der deutschen Kunst in den Staub gezogen und unter die Ideologien eines internationalen“ modernen Kunstbetriebes gestellt wurden. ist Hans Pfinner einer der wenigen gewesen, der gegen die jüdischen Wortführer des Kunstbolschemesmus in Wort und Werk zu Felde 3og In einer Zeit, die die nationale Verwurzelung der Kunst als Beschränkung der individualisischen Freibeit verdammte. erkennt Pfitzner, daß man nicht von nationaler oder internationaler Kunst ernsthaft reden kann. ohne an die tieisten Wurzeln alles Kunstentstehens rühren zu müssen. und daß jedes Gebiet des deutschen Geisteslebens mit der Eristenzfrage des deutschen Volkes überhaupt verbunden ist.„Das Antideutsche“, so schreibt er 19....in welcher Form es auch auftritt. als Atonalität. Internationalitat, Amerikanismus, deutscher Pazitismus. berennt unsere Existenz. unsere Kultur von allen Seiten und mit ihr die europgische." Dem Künstler und Kampfer Hans Pfitzner gilt zu seinem siebzigsten Geburtstage der Dank seines Volkes daß er in seinem Schatien und Streiten die Forderung ann aber tritt wiederum die Handarbeit in ihr demie der Künste in Berlin, um als Sechzigjähriger an füllt ho; die sein Lieblingsdichter Eichendorff dem Recht: Stück für Stück der zwolf ausgeschnittenen ellinsen formigen Pavierstreisen wird mit Klebestoff versehen und auf die Rugel aufgelegt. Immer deutlicher tritt auf der so bespannten Rugel das Gesicht unserer„Mutter Erde“ bervor. Jenzt versteht man auch. warum das Zerschneiden der Papierbogen so soreiältig vor sich geben muß: Jede der zwölf Ellio#en muß haargenau ausernanderpassen. und wenn die zwölite Ellivie in den noch freien Raum auf der Augel eingefügt wird, dann dar sie auch nicht ein winziges Stückchen über die beiden benachbarten Ellivsen hinüberreichen, oder was ebenso gleichbedeutend wäre mit ungenauer und schlechter Arbeit. ein Stück frei lassen. Der Nord= und der Südvol aber werden besonders ausgeschnitten und die Münchener Akademie der Tonkuns berusen zu werden Pfitzner ist kein Vielschreiber, und die Zahl seine: Werke in verhältnismäßig klein gegenüber den Ergüssen sensationshungriger und erfolglüsterner Zeitgenossen. Die Jahre nach dem Kriege lassen an größeren Werken entstehen ein musikalisches Drama„Das Herz“, die romantische Kaniate„Von deutscher Seele" nach Gedichten Eechendorffs, eine Chorfantasie„Das dunkle Reich“, je ein Klaneer= und Violinkonzert. ein Streichquartett und seine Umformung zu einer Sinionie. Keines dieser Werke ist„aktuell“ und wird zum sensationellen Ereignis einer Musikelique, keines ist„modern“ im Sinne eines Experimentierens mit klanglichen, formalen oder technischen Besonderheiten. Alles deutschen Menschen als„Mahnung“ entgegenruft: „Den deutschen Ruhm aus der Verwüstung beben. das will der alte Gott von seinen Söhnen!" Gotthold Frotscher. reisig geslochten und innen mit etwas zerfaserter Baumrinde ausgelegt ist. Seit etlichen Tagen sitzt das Weibchen brütend auf den fünf rostrot gefleckten Eiern. Kirk streunt nun allein durch Busch und Wald. Die Sonne strahlt wohlig wärmend von einem blauen Himmel berab, die von einem fröhlichen Bach durchmurmelten Wiesen leuchten satt die Talwände hinauf. und an den Hangen schwenkten Lärchen und Birken die lichtgrünen Fahnen des Frühlings. Aber Kirk hat weder Neigung noch Zeit, sich lorischen Stimmungen hinzugeben. Für ihn gibt es nur die Magenfrage, die er jetzt nicht nur für sich allein zu lösen bat. sondern auch für sein Weibchen. Das muß nun drei Wochen lang über den Eiern sitzen und darf daber von Kirk erwarten, daß er ihm von Zeit zu Zeit einen blutwarmen Happen auf den Rand des Neutes niederlegt. Man muß sich also anstrengen und von früh bis spät auf der Lauer sein. Umsomehr, als es nicht mehr ganz so leicht ist. Beute zu machen wie vor etlichen Wochen. Damals führte man nach einem langen Hungerwinter. in dem man sich hauptsächlich von mageren Spapzen nährte. ein wahres Schlarafienleben. Denn es wimmelte von Vogelscharen, die aus dem Süden heimkehrten und über die man nie hersiel, ohne etwas zu ergattern. Aber diese schöne Zeit ist vorbei, die meisten Heimkehrer sind weitergezogen: und was von ihnen blieb, dat sich wie Kirk und Frau. paarweise zusammengetan und findet in Busch und Hecken leicht gute Deckung Natürlich ist es kein Kunststück, gelegentlich eine Graudrossel zu überrumpeln, wenn sie. in Andacht versunken. von einem Baumwipsel berab, ihre Abendstrovhe flötet. Oder in den Tannen einen verliebt gurrenden Ringeltauber. Aber nicht jeder Tag bringt die Gelegenheit zu einem glückhaften Ueberfall. Es fehlt auch nicht an Fehlschlägen und Enttäuschungen. So etwa. wenn die drunten im Mühlenbach gründelnden Teichhühnchen. auf die man blinschnell niederstößt. slink untertauchen und sich unter Wasser in den Schutz der Userböschung retten. Gerade ist Kirk nach einem solchen mißglückten Angriff auf einer hoben Espe am Bach aufgebäumt und hält mit scharfen Augen Ausschau. Ein Trupo Dohlen. der in der Ferne über einem Steinbruch mit viel Lärm seine gautelnden Flüge ausführt, erregt einen Augenblick seine Gelüste; aber er widersteht der Versuchung. weil er es aus Erfahrung nicht für rätlich hält, sich an diese ruppigen schwarzen Gesellen heranzumachen, wenn sie in Scharen beisammen sind und sich mit wütenden Schnabelbieben Beistand leisten. Lieber wartet man, dis man sie eingeln erwischt. Aber was ist denn das kribbelnde Durcheinander drüben auf dem frischgenflügten Acker bei der Mühle? Tatsächlich, da trippelt auf der Futtersuche ein Flug Tauben hin und der. Eine weißgescheckte vor allem, deren belle Farbe weithin leuchtet, erregt Kirks Verlangen Sekundenlang satzt ex sie wie verzaubert ins Auge, dann chnellt er von seinem Sitz und ist nach ein vaa: Schwingenschlägen am Ziel. Aber vor dem heranbuschenden Schatten fährt das Taubenvolk boch und stiebt auseinander. Kirk beitet sich an den weißen Vogel. doch der schlägt in seiner Todesangst einige flinke Haken und — n g t ü b e r d a s H a u s d a c h i n d e n H o f d e r M ü h l e. K i r l serzt ihm blindwütend nach, aber gerade da er zuschlagen will. buscht der Vogel durch das Flugloch in seinen binter einem Drahtgatter versteckten Schlag. Kirk kommt, da er im Eiser der Verfolgung nachsent. irgend etwas nicht gebeuer vor. aber erst als die Taube in ihrem Nestkasten verichwunden ist. weiß er, daß er sich verflogen hat. Er vermißt plörzlich den freien Himmel über sich: aber nachdem er einige Male gegen das Pappdach der Voliere gerannt ist. setzt er sich mit benommenen Kopf auf eine Stange und ergibt sich in sein Schicksal. Der Müller hat pfeiserauchend im Hof gestanden, als Kitk vinter der Taube per in den Schlag stieß. Nun springt er flink hinzu und läßt das Türchen des Fluglochs herunterschnavven. Dann holt er sich gemächlich einen leeren Meblsack, faltet ihn etliche Male der Länge nach und schiebt sich vorsichtig durch die Tür in das Gatter. Schlägt dann Kirk mit seinem Sack von der Stange herunter und macht dem am Boden Flatternden mit einem zweiten Hieb den Garaus. Er bebt dann den toten Rirk auf. betrachtet bewundernd seine zierlichen goldgelben Fänge. die schönen bernsteinfarbenen Augen. die bübsche schiefergraue Oberseite des Vogels und die seingetunfte und bebänderte helle Brust. Und fast tur es ihm leid, daß er dem schmucken Rauber. dessen brechenden Blick er als eine leise Anklage empfindet, das Lebenslicht ausblasen mußte. Ricks Ende Eine Sverbergeschichte von Peter Eiten. aufgelegt. Wird jert der Globus noch mit einem beson=wird genahrt aus einer einheitlichen musikaliichen Geistig deren Lack überstrichen, der ihn wetterfest macht und ihm keit. alles ist universal und zugleich im persönlichen Ausein glänzendes Ausseben verleibt, so ist der große Wurf druck verankert, durch persönliches Erleben bestimmt. aber gelungen: eine neue„Erd verleibt, so ist der große Wurf druck verankert. durch persönliches Erleben bi kugel" ist entstanden!l nicht in Form und Ausdruck subjektivist: In den ersten Tagen des Mai hat das Sperberparchen. das im zeitigen Frühjahr in der Bergledne über die was Piinner schreibt. Mudle sein Standauartier bezog und gelegentlich durch sein schrilles„kirk kirk kirk“ seine Anwesenheit verriet. seinen Horst gebaut. Er steht in einem Steilbang in der dichten Schirmkrone einer alten Kiefer und bat die Form sch begrenzt, einer langlichen flachen Mulde, die aus dünnem LärchenOrüfe die Leistungen des Winterhilfswerkes und vergleiche Deine Leistungen für das IHUN— Hast Du Deine Oflicht ertüllt? Deei wandern in die weite Welt on Willy A. LehneCoryright by PrometheusVerlag. München-Gröbenzeil 25. Fortsetzung. Heiße Angst packte Ursula: der Hund war schwerkrank! Ihr einziger, treuener Freund starb? Er mußte zum Arzt! Keine Minute war zu verlie##en! In tiebernder Hast kleidete sie sich an und begab sich. das bewegungslose Tier in den Armen, zur Halle hinunter. stürzte zur Office: „Ich muß einen Tierarzt haben! Wo wohnt ein Tierarzt?“ Man nannte ihr eine Adresse, und sie fuhr bin. den Rikschakuli durch ein Trinkgeld zu höchster Eile antreibend. Der Arzt. ein Inder, der in Kalkutta studiert hatte. untersuchte den Hund in der liebevolle Art. die der Buddbist dem Tiere entgegenbringt, und stellte eine Nierendlutung fest, die durch eine Verletzung bervorgerufen sein müsse. „Die Ava! Sie stieß ihn mit dem Fuß, als der Hund mich verteidigen wollte! O. diese— diese——!“ Kurz. ohne Namensnennung, erklärte Ursula den Vorgang. wädrend Mitleid und Zorn ihr Tränen in die Augen trieb. Der Inder schüttelte besorgt den Kopf: „Ein schwerer Fall. Aber vielleicht——. Ich werde jetzt eine Einspritzung machen. die wahrscheinlich heute nochmals wiederholt werden muß. Außerdem erhalten Sie von mir einige Pulver. die Sie dem Hund nach Vorschrift eingeben werden. Daneben machen Sie ihm beiße Umschlage. Von der strengen Einbaltung dieser Vorschriften hängt es ab. ob er am Leben bleibt.“ Urula versicherte leidenschaftlich: „Ich werde bestimmt alles tun, was Sie für guthalten.“ Zärtlich streichelte sie Fibbos matt bingesunkenen Kovf. während der Arzt ihm die Sorite gab. Dann kehrte sie mit dem völlig teilnahmslosen Tier ins Hotel zurück. Nach dem Diner klovfte Mis Flint wieder an Ursulge Tür, die jetzt sogar öffnete und flüsterte:„Leise. bitte! Ach. Sie wissen ja noch nicht— mein armer Hund!“ Und während sie sich wieder an sein Lager von Decken und Kissen auf der Bodenmatte setzte, berichtete R ader das Geschebene. Ein Wort ergab das andere und so erfuhr Miß Flint von dem Ueberfall der Ava. den Ursula als den Grund ihrer Rückkehr aus Kando anführte. Denks Namen jedoch erwahnte sie nicht, bis die Besucherin selbst es 1at. „Eine tolle Sache, kleine Ursula, das mit dieser braunen Pantderkaue! Aber es ist gut. daß es so kam. glauben Sie mir. Je eber sich Ihre und dieses coloured man Wege trennten, um so besser. Warum—? Nun. die Troven bergen unbegrenzte Möglichkeiten, unter den berrlichsten Blumen lauern die giftigsten Schlangen! Uebrigens habe ich Denk nun doch nicht mehr zu Gesicht bekommen. Unten an der Oifice sagte man mir, daß er vom Bahnhof aus seinen Aoifer telepdonisch zu dem Mittagszug nach Badulla bestellt habe und nicht mehr ins Hotel kommen werde. Ich nahm mir sofort einen motor car und fuhr nach Moradana Junction. um gerade noch den leuzten Wagen aus der Station rollen zu seben. Zu dumm!" Ursula nickte geistesabwesend— alles, selbst der große Schmerz ihrer getauschten Liebe. die geheime Eisersucht auf Mitz Flint. alles schien plötzlich fern, unwirklich über der sie ganz erfüllenden Augst um das Leben des einzigen Wesens, das ihr noch geborte. ihre Zuneigung selbstlos und treu erwiderte. Nur ein Hund— aber wenn er stard. hinterließ er eine Lücke. die ibr im Augenblick nichts und niemand auszufüllen vermochte Miß Flint. die sie beobachtete. schüttelte verwundert den Kopf:„Romisches kleines Ding! Vorbin noch ganz aufgelöst in Schmerz und Zorn und jetzt beinah gleichgültig. Wer kennt sich in den Menschen. und vor allem den Frauen, aus?! Richt umsonst nennt ein japanisches Sprichwort ihr Herz„unbeständig wie den berbstlichen Mond“. Aber es ist besser so. als verzehrten Sie sich in untruchtbarem Gram. Niemand. dearest. und vor allem kein Mann. ist das wirklich wert! Ich bin frob. daß ich Sie nun beruhigt verlassen kann, denn der brave. alte Junge da wird schon bald wieder auf seinen vier strammen Beinchen steben. Eine gute Nacht denn. o Tiuki San. kleine Frau Mond!“ Sie nickte Ursula verzlich zu und ging. den frischen Duft ihres diskreten Pariüms. ein wenig von ihrer ruhigen Ausgeglichenheit zurücklassend. Auf dem menschenleeten Gang b##rd bo steben und die freundliche Gelassenheit ihrer Züge wich grüblerischer Besorgnis. Tho. 45! Wie sollte sie ihn nur erreichen? Ihre sofort angestellten Erkundigungen hatten ergeben daß Denk keinen Dampferplatz für die nächste Ueberjahrt nach Tutticorin belegt hatte. So konnte er tatsächlich nach Babulla, aber auch ebenso gut weitergejahren sein. hatte er die Bahn über Mannar und die Damofjähre über den Pambankanal benutzt, um das Festland via Madras zu erreichen. Unerklätlich, daß er sich überhaupt nicht mehr mit ihr in Verbindung gesetzt, sie weder durch Chiffrenachricht noch mündlich über den Stand der weirverzweigten Angelegenheit unterrichtet hatte, soweit diese von ihm bearbeitet wurde. Und die Endjäden, das glaubte sie jetzt mit Bestimmtheit zu wissen, liefen hier in Colombo zusammen über jene Clique. der die Ribeira. Saabir und mehrere andere Eurasier und Inder ange hörten. Nur die Person des Hauptdrabtziebers, der Kopf des vielaxmigen Polvven. gerade er fehlte noch wenn sich ein bestimmter Verdacht auch immer mehr in ihr befestigte. Ihn hätten aber die Ermittlungen von Tho. 45 bestätigen oder widerlegen können. um damit die Richtung für das weitere Vorgehen zu weisen. Verdammt— was machte man da?! Es blieb nichts übrig als auf eigene Jaust vorzugeben und die einmal ausgespürte Fährte weiter zu verfolgen, riskierte man, war der Tiv falsch, auch so ziemlich alles dabei. Jetzt aber schleunigst zurück in die Halle, zu der Alten, damit ihr odnehin stets waches Mißtrauen keine unnotige Nahrung erhielt! Eilig stieg Miß Flint die Trevve zum Vestibüt hinab und betrat die Emvore des maurischen Saals. Unter ihr wogte die Schar der Tänzer, zum Surren der elektrischen Fächer. im Rbuthmus eines Tangos dahin, eng umschlungen, gierig den Augenblick nützend. da der nächste schon für die meisten dieser wurzellosen Existenzen Ruin oder Tod bedeuten konnte. Kaum einer in diesem großen Saal war ja. was er schien, einschließlich Donna Ribeiras und ihrer bübschen, englischen Gesellschafterin, die ganz besorgte Liebenewürdigkeit, sich entschuldigend über sie beugte:„Verzeibung. padrona. daß ich warten lieb. aber diese arme kleine Missee Thomos hielt mich auf. Ihr engliicher For liegt im Sterden—“ Ab—? Escogido! Mochten doch alle diese Bestien krevieren!" Mit funkelnden Augen starrte die Alte ino Weite und es blieb ewig ungeklärt, ob ihr uachristlicher Wunsch nur dem englischen— For gegolten hatte. Seit Tagen hatte Ursula mit verbissener Leidenschaftlichkeit um das Leben ihres treuen kleinen Freundegekampft. nichts als ihn und seine Pflege gekannt. Wie im Traum strich das Leben auserbalb ihrer vier Wande vorüber, ohne irgendwelche nachhaltige Eindrucke bei ibr zu hinterlassen. Kaum kam es ihr zum Bewußtsein, da Miß Flints sonst so ruhig=gehaltenes Wesen nervös verändert erschten, wenn sie ab und zu einmal hereinsab, um nach ein paar hastigen Worten wieder zu verschwinden In den langen. stillen Stunden, die Ursula bei ihren kleinen, geduldigen Patienten verbrachte, die Umschläg wechselnd oder ihm ein Redikament einilößend, hatte### all ihr Denken geflissentlich auf das leidende Tier kon zentriert. Die Sorge hatte tatsächlich jeden anderen Ge danken in ihr zum Schweigen gebracht. Die schmerzhait Erinnerung an ihren Mann und die endgültige Trennung von ihm waren nicht überwunden. aber im Augendli# wurden sie überwuchert von der Furcht vor völliger Vereinsamung. Erst als diese durch die langsame Besserung in dem Befinden des Hundes allmählich nachließ, traauch jenes andere. ihr Leben in seinen Grundfesten erschütternde Leid erneut in den Vorderarund ihres Denkene Durch die Unkosten, die Fibbys Krankbeit verursacht hatten. waren ihre Ersparnisse erschöpft. und es blieb ihr schließlich nichts übrig. als auf Denks Scheck zurück. zuareifen. Sie tat es nur ungern und zogernd. doch soniel sie auch hin und her überlegte, es war im Augenblick der einzige Weg. um für die nächsten Wochen wenigstens die Annahme einer neuen Stellung hinauszuzögern, die sie ja wahrscheinlich von dem noch schwachen Hunde trennen mußte. Als sie dann aber auf der Bank das ominöse Stuckchen Papier zur Einlösung vorlegte, kam sie sich wie eine Verräterin am eigenen Stolze. an der eigenen Sache vor. Trotzdem sie sich zum Trost sagte, daß ibe Mann doch verpflichtet war. für ihren Unterhalt amenkommen. wollte das Gefühl schwerer Bedrücktbeit nicht weichen. Die dumpfe, gewitterdrohende Schwüle des Nachmittags steigerte dieses Empfinden dis zur onasvollen Vorahnung irgendeines neuen Unbeile. Als Arlule die Halle des Galle Face durchauerte, meinte#e Gebeliches in den gelpannt=nervösen Mienen der berumstvenden Hotelgaste wahrzunehmen. Die ganze Atmospdäre en ichten von einem Ungreifbar=Drobenden erfüllt Urlule suchte sich diese Gedanken als Phantasterei auszureben de begegnete ihr auf dem Gang in der Nähe ihres Zimman= Donna Ribeira und sprach sie. sichtlich erregt an: „Ab— Sennora! Gut, daß ich Sie treise! Ich hätte sie sonst ausgesucht um Sie zu fragen. od Sie wissen. wo Donna Julia ist? Wann war sie zuleut bei Obnen?“ elet Dunkle Walpurgisnacht — leichte Maienpracht Gebeimnisvolle Dinge geben ver.— Die Kinder geben nuit grünen Zweigen ins Freie. „Johann, spann an! Drei Katten voran, Orei Mus vörupp! Nao'n Blocksberg rupp!“ So singen die Kinoer in der Altmark uno Pommern am Walpurgisabend, an dem„bekanntlich die alten Weiber und jungen Hexen sich zur Fahrt zum Brocken und anderen bergigen Versammnlungsorten rüsten; Katen, Ratten, Böcke, Stöcke, Besenstiele und Forken sind ihre Reit= und Zugtiere; feurige Karossen, Sarg deckel und Kuhhäute sind ihre Fahrzeuse. Ein altes deutsches Sprichwort sagt:„Zur Walpursisnacht fährt der Saft in die Bilken und der Teufel in die alten Weiber!" Das deutet ganz klar auf den Charakter des Walpurgistages, des 1. Mlkai, und seines Vorabende als eines Frühlingsfestes mit Vegetationssymbolik hin. Daraus ergibt es sich auch, daß oer Bauer am Walpurgisabend gern Regen rinnen sieht; in Schwaben sagt man:„Regnet's am Walpernabeno odek taut es am Ilkaienmorgen vor Sonneslaufgang, so gibt es ein gutes Weinjahr!“ Ueberhaupt wird dem Ilaientau große (egenskraft zugeschrieben; er macht Kranke besund, Häßliche schon, schützt auch oas Vieb vor Gesundheits störungen; drum sammelt man ihn am frühen Ilkaienmorgen mn Näpfen uno füllt ihn in Flaschen zum Jahles gebrauch. Aber auch wunderlicher Zauber wurde mit ihm getrieben. Eine alte Bauernfrau der Oberpfalz — berichten Volkskundler aus der Vorkkiegszeit— ging jeden ersten Maitagmorgen, wenn das Dunkel der Walpursisnacht sich noch nicht gelichtet hatte, ins Feld, schlug mit der Sichel dkeimal kreuzweis durch die Luft, schnirt drei Grasbalme ab uno sprach: „Du guter Walberntau! bringe mir, so weit ich schau, i jedem Hälmlein Gras ein Tröpflein Schmalz!" Das Mütterchen wünschte sich also vom Walpurgiseon, daß er auf den Wiesen und Aeckern gutes Futter and viel Frucht gäbe, sodaß die Kube und Schweine — keichlich ernahrt— viel Butter und Fett bringen wurden.— Auch heißt es in verschiedenen Gauen Dentschlands, die Hausfrau solle an diesem Tage reichlich Schmalz und Butter an die Speisen geben, dann fehle es ihr im ganzen Jahre nicht daran: es liegt auf der Hand, daß hier die Erinnerung an alte Iaiopfer nachwirkt: gede ich, so wiro mir gegeben welden! Irgendwie scheint auch der Gedanke an ein Opfer eder an einem Gemeinschafteschmaus in der fast ver klungenen pommerschen Volkssitte zu ruhen, die er fruher üblich machte, am Walpurgisabend den Kindern und dem Gesinde Teller mit Kuchen, Aepfeln und Süßigkeiten— wie die„bunten Tellek“ zur Weibnacht— bereitzustellen. In Bohmen empfiehlt man, in der Walpurgienacht auf Sternschnuppen und Illeteore zu achten; fällt ein solcher Himelsoalabund auf die Erde, so soll man an der Stelle des Niederganges nachgraben, denn dort ist ein Schatz verborgen. Auch sonst gehen geheimnisvolle Dinge vor, bevor der Ilkaienfesttag anblicht: Quellen uno Brunnen geben zur Mitternacht Wein statt Wasser, und wer um die gleiche Geisterstunde einen (Spiegel mit dem Glas nach unten— also zur Höllen seite gekehrt— auf dem Kreuzweg vergräbt, wird„Hellsichtig" und kann Diebe bei ihker hennlichen„Arbeit“ beobachten. Am Ilkaientage beginnen die Hirtenknaben ihre Weidenflöten zu schneiden; denn unn löst sich die Rinde gut von dem durchsafteten Holze. Da liegt der Drei sesselberg im Böhmerwald; er ist 1311 Meter boch und ist ans Granitblöcken wuchtig getürmt; sie bilden drei Rielensessel gerade dokt, wo Böhmen, Bavern und Oberösterreich zusammenstoßen, und man sagt, dort haben sich ebedem die drei Nachbarfürsten zu Besprechungen ge troffen, bei denen jeder in seinem Reiche und alle doch dicht beisammen sitzen konnten: Dort am Dreisesselberge und un Regentale— Donanzufluß!— haben die Jungens allerlei„Pfeiserloekslein" beim„Bastlösen“ am Taitage; einer heißt: „Pfeiferl, geb ober! I gib dir a(chober(Geschabtes), ; g e b d i r a n B r e i. aber mein Pfeiferl muaßt sei!“ Diese„Beschwörung“ ist notwendig, wenn das Pfeiferl gut geraten soll, denn unter der Rinde verbergen sich die Walpurgisheren gern; deshalb werden auch in Bavern und Oesterreich die IlXaibäume„geschält" oder „geringelt“, damit sich keine hämische Unholdin dort verbergen und das frohe Ilkaienfest stöken kann. Rehmen die Ilkädels Walpurgis= oder Maientau gegen„Rotzmucken", wie man in Wurttemberg die Sommersprossen nenne, so empfiehle man auch die kräftige Maienerde; beispielsweise reibt man sie Pferden auf entzündete Augen. Am Maientage tritt seit altersber der volkliche Gemeinschaftsgedanke stark zurage. Zünfte und Schulen machten ihre gemeinsamen IXkaiausflüse an diesem Festtage: Gemeinschaftsspiele und Vogelschießen wurden veranstaltet. Die Soldaten— berichtet ein sächsischer Chronist aus dem Jahre 1789— steckten ihren Vorgesetzten Ilkaien zu Gruß und Ehre vor Beginn des Maienmokgens, meist Birken, seltener Tännchen; daß es dabei streng nach der Rangordnung ging, versteht sich fast von selbst; so bekam der Korporal 1 Bäumlein vors Fenster; dem Wachtmeister wurden 2, dem Fähnrich 4, dem Leutnant 6, dem Kapitän 8, dem Ilkajor 12 und dem Obristen gar 24 Maien gesetzt. Auch übek einen anderen netten Soldatenbrauch berichtet unser Gewährsmann: „Maven=Bier ist eine gewisse Lust, welche an theilOrten, insonderheit von denen Soldaten, am ersten Ilan angestellet wird. z Es wird aber von denen selben gemeinigli5 zu solchek Zeit bey denen so genannten IlkayenBieren ein Aufzug bemachet und dem commandirenden Officier, der oas Mayen Bier giebt, mit einer angenehmen Ilkusic oerer Regiment=Hauboisten aufgewartet. Es werden auch die würcklichen Ober=Officiers dazu ein geladen. Die Over=Officiers aber haben hier nicht zu befehlen, sondern es werden aus den gemeinen Soldaten gewisse Ober= und Unterofficiere nebst einem so genannten Il#ay Konige gemacht. Und wenn auch ein Ober=Offizier wider die dabey eingeführten Gesetze handeln sollte, so wuo er nach selbigen gestrafft und ent weder ins Wasser geraucht oder auf das sogenannte Mayen=Pfero gesetzet, dabeo er sich dann billig lösen muß.“ So ging es also am Maitase auch im strengen Heeresverbande gemütlich und brüderlich zu, und daß in deutschen Ganen auch der Fremoe an diesem Tage der Freude bewillkommnet wurde, geht aus diesem ebe maligen Gebrauche der schwäbischen Stadt Nürtingen beroor: Da ziehen am Maientag die Kinder mit bunt bebänderten grünen Zweigen ins Freie, tummeln sich vor dem Stadtwalde und auf dem Marktplatze sowie im Gemeindewäldchen; dort werden sie bewirtet: die Lehrer stellen Sangeschöre zusammen und richten Spiele ein: „inzwischen“— berichtet der Chronist—„hat der arme Turmwächter an diesem Tage einen schweren Stand; er muß, wenn er Reisende zu Pferde und Wagen kommen sieht, die oberen Turmglocken anschlasen— so viel Pferde so viel Glockentöne". Dann wurden die Fremden zur Teilnahme am Fest eingeladen; denn an solchem Tage sind alle Volksgenossen Kinder der gleichen Maienlust. W. Lenz. Bauernkopf Photo Walter Danz (Delke-Mater) Sein Arbeitskamerad Geschichte von einem Arbeitsjubilar von Herm. Mlküller. Der Kameradschaftsabend der Betriebsgemeinschaft war auf seinem Höhepunkte angelangt. Alles war in bester Stimmung. Der Betriebsfuhrer hatte seine Rede zu Ehren Wilbelm Lennes beendet. Wilhelm Lenne, dem keiner seine fünfundsechzig Jahre ansah, nahm mit strahlendem Gesicht die Glückwünsche seiner Arbeitskameraden entgegen. Schließlich gebot der Betriebszellenobmann dem stürmischen Gratulieren Einhalt und sagte:„Nun, orückt man unseren Lenne=Papa net dot, son' habe wir en drei Tagen unsern Jubilar zu beerdigen.“ Da legte sich der Gratulationesturm. Ritt ins Grüne (Schirner-M.) Der Betriebsführer der Druckerei erhob sich:„Lieber Herr Lenne, wir wissen es alle, es dränst(Sie, uns zu danken. Aber sparen Sie sich Ihre Worte. Wir sehen es an Ihren glückerfüllten Augen, daß Ihnen unsere Glückwünsche und Geschenke Freude gemacht haben. Und das ist uns Dank genug.“ „Bravo, Bravo“, klatschte die Betriebsgemeinschaft. „Also von Dank, lieber Herr Lenne. kein Wort. Aber Sie würden uns alle eine große Freude bereiten, wenn Sie uns erzählen wollten, was in den fünfzig Jahren, die Sie treu dem Betriebe dienten, Ihre schönste GStunde war. Wir wissen, fünfzig Jahre in eine sehr, sehr lange Zeit. uno wer wie Sie, Herr Lenne, in diesem Betriebe viele hat kommen und viele auch wieder hat gehen sehen, der hat Erfahrungen sammeln konnen, gute und schlechte. Und die schönste aus Ihrem reichen (Schatz an Erfahrungen, die, lieber HHerr Lenne, erzählen Sie und.“ Der Jubilar nickte und fuhr sich mit der Dand durch das greise Haar, wie es seine Kameraden von ihm gewohnt waren, wenn er eiwas besonders Wichtiges zu sggen hatte. „Sammeln Sie sich noch einige Minuten. Lieber Herr Lenne, die AUusik spielt Ihnen zur Mlluße den Marsch„Alte Kameraden'.“ Und während die Klänge des flotten Ilkarsches durch den Saal rauschten, dachte Wilhelm Leune nach. Er innerunsen? Ja, gewiß, da orangten sich ihm viele in den Ginn. Wie er am Tage nach der Schulentlassung mit dem blauen Päckchen unterm Arme in der Druckerei als Lehrling angefangen hatte. Die Lehrzeit, die Gesellenzeit, wie er seine Frau kennen gelerne hatte, wie sie beirateten und die vier Jungens sich einstellten. Wie der Krieg kam, sein Aeltester fiel. Dann die Revolte, wie die Spartakisten den Papierkeller beraubten, um mit den Rollen Zeitungspapier Barrikaden zu errichten. Wie die Druckerei Geldscheine druckte und diese schon ast wertlos waren, ale sie druckfeucht die Illaschine per ließzen. Und dann die Hungerjahre 193032; zwei (Sohne lungerten erwerbelos zu Hause umher;## zweitältesten, der verheiratet war, mußte er mit Fraund zwei Kindern, wie man so sagt, mit durchschleppen Ach ja, das waren Erlebnisse. Und oann, wie es seit dem 30. Januar 1933 wieder aufwärte ging, der Betrieb mehr Aufträge erhielt, als er leisten konnte. fünfzig Jahre sind eine lange Zeit. Er konnte ein Buch oavon schreiben, ein dickes Buch von all den vielen frohen und traurigen Dingen Doch, das schönste Erlebnis sollte er erzählen. Da endete die Illusik, und er mußte anfangen. Und, wei der Himmel, wie das zuging, auf einmal war es lebendig in ihm, als ob es gestern geschehen ware, das Erlebnie, uno war doch schon, ja fast auf den Tag, achtundvierzig Jahre ber. Wilhelm Lenne stand auf, strich sich wieder gedankenvoll mit der Linken durch das Haar und begann: „Arbeitskameraden, wenn wir heute meine fünfzigjährige Zugehörigkeit zum Betrieb feiern können, so habe ich es ganz allein einem Kameraden zu danken, der leider nicht mehr unter un: Lebenden weilt. Die Aelteren unter (uch haben ihn noch gekannt, den alten Licht. Ich war damale im drieten Lehrjahr, und wir hatten einen 9Neister, der war ein ebenso großer Klotz wie heimlicher Leisetreter; wißt ihr, so ein Radfahrer, nach unten treten und nach oben katzbuckeln. So einer, der den besten Betrieb mie seinen Ilkanieren verderben kann. Also wie gesagt, oa passierte mir oas Pech oder vielleiche nenne ihr'e Unachtsamkeit. Ich setzt, die Flachpresse in Betrieb, und in einem Bosen sausten Satz und Buchstaben aus der Presse. Meinen Schrecken brauche ich nicht zu schildern. Da war auch schon der alte Licht bei mir.„Mensch', brüllte er,„hab ich dir ner hundertNachruf an Storm Du warst ein Dichter und du warst ein Künstler! Ein Dichter: Wohl aus tausend Quellen rinnt es, Die unterirdisch laufen, rinnt's ihm zu, JToch fand kein Mensch je, was den Dichter schuf. Wie tief doch sahst du in ein Menschenherz Und unser Heimatland, das ernste, treue, Mlit ew'ger Feuchte, seltnem Sonnenblick, Du kanntest seine Art. Kein anderer wohl Nahm so den Erdgeruch aus Wald und Feld In seine Schrift wie Du Derlef von Liliencren. mal gesagt, erst gucke, ob die Form fest geschlosse ist, ebe die Maschin angestellt wird? Da haben wir de' Salat.“ Und ich fuhlte mit einem Male eine Ohrfeige in meinem Gesicht brennen, daß mir Hören und Sehen verging.„Wenn oas der Alte gewahr wird', sagte Licht weiter,„Gnade dir, Wilhelm, der schmeißt dich raus und schreibt dir'n Zeugnis, daß dich keiner mehr einstellt. Zur Gesellenprüfung kommste erst recht nicht.“ Ich war todunglucklich; ich mußte an meine Ilkutter denken, die froh war, in einem Vierteljahr mich aus der Lehre zu haben, und schon mit den Groschen rechnete, die ich dann beimbrüchte. Ich stand da und wußte nicht, was ich tun sollte, bis mich Licht anbrüllte:„Los, heb' den(atz vom Boden auf.' Und er bückte sich mit. und das tust du Lausebengel mir an, mir, der ich's gut vor hatte mit dir, wie ein Vater.? Da begriff ich, wie der alte Licht sich für den Fehler, den ich gemacht hatte, verantwortlich fühlte. Und ich heulte wie ein Schloßbund.„Laß das Geflenne', sagte der alte Licht weich. „Wir müssen sehen, wie wir den Schaden wieder gut machen'.“ Wilhelm Lenne schwieg einen Ausenblick. „Und der alte Licht hat ihn gut gemacht. Zum Gluck war es ein Viertel vor der Mittagspause, als ich den Drucksatz vermasselte. Um halb ein Uhr waren der alte Licht und ich wieder im Druckersaal, und da hättet ihr den alten Licht beim Setzen sehen sollen. Er war ein Schweizerdegen und kannte sich im Setzen und Drucken gleich gur aus, und um halb zwei Uhr hatte der alte Licht die Satzform druckfertig in der Maschine, als ob nichts gescheben wäre. Seht, Kameraden, das ist meine schönste Erinnerung aus der fünfzigjährigen Oruckerzeit. Ich habe erlebt, was es heißt, einen Kameraden zu haben.“ Die Arbeitskameraden klatschten Wilhelm Lenne Beifall. Der aber winkte, sie möchten ruhig sein. „Und das hab' ich immer erfahren: wenn Kameraden eine Arbeit anfassen, dann gerät sie gut.“ Der Sänger Delke-Mater Des Ministers Schwager Skizze von GEORG BERTRAM Eme INenichenschlange stane der dem Schalter der klemen Jestamtet in einem Jendener Verert und wartete carauf, das der Pam: ointer gesch.enemnster schen sen einer Vierte.stunde grunnu# den(Schalter mit sichtlichem Versungen die Aeußerungen der Unge Nienen der Wortenden eicker Herr mu einer Aktemasche kam den entrusteten esprachen der(Steden sich handelte, une degab uch ungesaum: * er enerauch gegen dn(Scheiden klertte. der Beamte auf und effnete###### en aus et Ein kle: berein, derte aus denwer: zum° chalter. i ntene fprang Geniter „Was fallt I nen ein zu klersen“ Im Frühlingslicht (Dette-Ma#er) 2Uann ich eifne, benimme i allem. vernanden“ 1#tellen (Die sich gefalligst hinten an une warten Eie! In orei Illmuten i meine Pause zu lende““ sagte der Herr.„Hier steht es ja auf der gedruckten Dienstorenung. Und ich will ein eringendes Telegramm an meinen(Schwager richten.“ „Drei Illinuten wirc es ja wohl Zeit haben““ drummte der Beamte, wart ein Telearammtormular auf da:(Ochalterbrett un schleß eas „Lassen Sie nur, meine Herrschaften!" berubiste der DOrcke die emrerten Kunden,„er wire so klein werren: rassen(Sie nur auf!“ Dann schried er sein Fermular und scheb es als der Beamte den Echalter englich effnete, cem Raubbein hin. Der Beamte ariente spettisch, setzte sich nach umstandlichem Putzen eine Brille auf uno uberlas das Telegramm. Plotzlich wurde er leichenblaß une begann zu zittern. Das Telegramm hatte folgenden Wortlaut: „An den Herr Pestminister, Londen Lieber(Schwager, der Beamte un Pestamt 56 ist ein Grebian und be bandelt die Leute skandalos und gegen seine Dienstvorschriften. Herbert Hunter." „Oh... Sir.... stotterte der Beamte in gänzlicher Verwirrung,„es ist... ich bedauere es tief... wenn ich gewußt hatte, daß Gie der(Schwager des Herrn Pestministers sind, so „Sie haben Ihre Pflicht zu tun!“ unterbrach 9Nr. Hunter den Reoestrem.„Ihre Dienstverschrift der lanat Hoflichkeit gegen jedermann. Beferdern Sie also cos Telegramm!“ Zur Genuainung aller Wartenden wurde der Beamte nun wirklich ganz klein une haßlich.„Hochver ehrter INr. Hunter!“ flehte er zerknirscht,„bitte, haben (ie noch einmal Nachsicht und nehmen Eie oas Tele9ramm zurück! Ich habe Frau und Kinder! Ich der spreche Ihnen, nie wieder undeflich zu sein und die Nente ungebubrlich lange warten zu latien!“ „Nun ant!“ sagte INr. Junter greßmutia.„Lassen (ie ucd eietes zur Warnung d#enen. Und geden Sie nur sum SStadtpestkarten!" Der Beamte berankte sich ergriffen und überaab Nr. Hunter Telegramm une Pestkarten. MNn ausasuchter Hoflichkeit fragte er die Nachsten nach ihren Wunschen, wahrene der(Schwager des Herrn Ilkinister: wurdevell das Destamt verließ.— In einem kleinen Cafe unwent des Pestamtes schrieb Nr. Hunter bei einer Tasse Kaffee seine Karten. Dler lich fiel ein Schatten uber seinen Tisch, er sab am un erdlickte eine elegante, stark geschminkte junae Dame, eie ihn freundlich ansab und ihm die Hand entgegenstreckte „Nun, was sagen(###, MNr. Hunter? Ist oas nicht eine Ueberraschung? Gerade in diesem kleinen Cafe massen wir uns treifen!“ INr. Hunter schuttelte verwundert den Kopf.„Etur mir sehr less, angeides Fraulein“, saate er hoflich, „aber ich habe bisder noch nicht das Veranugen gehabt „Aber, MNr. Hunter!“ rief ne heiter,„wir haben uns ooch auf der letzten Gesellschaft gesehen, die der err Pesiminister(ir Ilaugbam gab(ie haben je oft mit mir getanzt— aber dann haben Eie wobl zu viel Cectails getrunken, une carum erkennen Eie mich nicht!“ „Coso!“ nickte INr. Hunter,„ja sicher, so war es wohl! Verzeiben(Die vielmals meine Vergeßlichkeit, MNiß.— äb „INabel Cole!“ half sie lachend nach.„Aber es ist gut, daß ich Sie bier treffe, JNr. Hunter. Ich habe eine veinliche Angelegenbeit mit Ihnen zu besorechen.“ Sie setzte sch neben Hunter an den Tisch und begann eine lange Geschichte zu erzahlen. Als sie camit fertig war, faßte Hunter oas Geborte noch einmal zusammen:„Sie besitzen alse— hin, sagen wir, intime Briefe, die mein (Tchwaser, der Herr Illinister, Ihnen schrieb, als er schon mehrere Jahre verbeiratet war. Und aus diesen Briefen ergibt sich dentlich, daß mein Schwager seiner Frau tatsächlich untren war. Ja— das ist wirklich sehr uberraschend für mich. Aber sagen Eie, Miß Mabel, warum vernichten(ie diese Briese eigentli nicht?“ ###oo bin mdräckende Netlage geraten dn aua dam bat mich damals untersinßt, und zuletzt erklarte er sich derett, tansene Prund als einmaliae Abtineung für mich und sein Aid zu zadlen. Aber das bai er nich: getan. Ich werde mich an seine Frau wenden oder einen effentlichen Skamal herbeundren, der ihn als INmister unmeglich macht“ „Das ist ja entseglich!“ rief 9Nr. Hunter.„Was machen wir denn da?“ „Ee aibt nur einen Ausweg!“ rief sie eneraisch „enn Ionen etwas an dem Ruf Ihrer Schwester und Ihres Schwagere liegt, so kaufen Sie nur die Briefe ab! Andernfalls schicke ich einen Teil der Briefe an die ungluckliche, betregene Frau und cie übrisen an die bienigen Skandalzeitungen.“ „Wieviel verlangen Sie?“ fragte Hunter zogernd. „Tausend Pjund““ MNiß Madel wischte eine Trane aus dem Anae.„Ich muß doch für eie arme Isabel sergen! Se beißt namlich oas Kino „Isabel?“ fragte Hinter interesüiert.„Hieß das Kino nicht das letztemal Lienel oder James?“ Iabel zuckte entletzt zusammen.„Was meinen Sie camit, Ir. Hunter“ muß Idnen leider eine Enttäuschung bereiten, INiß INabel— ich bin gar nicht der Schwager des Herrn Postminisiers!“ „Aber Sie haben doch verhin im Pestamt selbst...“ Sie bielt erschrocken inne „Ab, daber siammt Ihre Wissenschaft!" lachte Hunter.„Das war nur so ein Scherz. Ich wollte den greben Beamten nur ein dißchen bessern und das in mir ja auch gelungen. Aber den Herrn Pesiminister habe ich nie gesehen!" „Dann sine Gie ase aar nicht IKr. Hunter?“ rief Miß Colo verblufft. „Dech, dech, ich beiße Hunter", erwwoerte er froh lich.„Od der operr Illmister einen(Schwager aleichen Jsamens hat, in mir unbekannt. Une nun. Ilkis Colo eder INiß Campson, muß ich Sie bitten, mich freundlichst zu bealeiten. Ich bin namlich Kriminalmirekter Hunter von der Abteilung„Erpressungen', und ich bin schon lange hinter Ibnen ber. Sie haben es bieber alanzend vernanden, die Bruder, Gchwestern, Vettern und sonstigen Verwandten bechgestellter Personlichkeiten mit Ihren intimen Briefen und Ihren James, Lio nel und Jiabel zu erpreisen. Leider hat der Zufall Sie heute an die unrechte Stelle gefuhrt.“ Der vermeintliche Schwager des Herrn Minisiers fuhrte die Eroresserin auf die Straße, rief ein Tari verbei une befahl:„Scotland Daro!“ Reich gelebf— arm gestorben Die meisten großen Dichter sind von ihren Frauen uberiebt worcen, Lessing, Wieland, Geetbe oggegen narben als Wuwer. Der große Romanschriftsteller Grimmelshausen, der ja nicht nur den„Sim elizius Simplizissimus“, sondern noch eine ganze Reibe weiterer Bucher schrieb, erreichte nur ein Alter von ctwa 52 Jahren und wurce von seiner Gattin Catbarina um 8 Jadre überlebt. Grimmelsbausen hatte alo Gastwirt, Gutsverwalter und Schultheiß in der zweiten Halfte seines Lebens recht annehmbare Einkunfte gehabt, cenn er hinterließ einigen Land= une Hausbesitz. Was ihm seine Bucher an Honoraren emtrugen, ist leider nicht bekannt geworden, viel jedenfalls nicht. Catbarina Grimmelsdausen muß aber als Wittve nicht sehr aut gestellt gewesen sein, denn es haben sich Nachrichten erhalten, daß sie mit(varn und Leinwand handelte, sich auf das Weinkeltern verstand u daß sie einem Baron die Wasd= zusch. Balo nach dem Tode des Gatten mußte Catbarina ihren Hausbesitz aufgeben, wohl um den sechs Tochtern oas Erbteil auszuzahlen. Friedrich Schille-, oer mein als armer Dichter im Geoachtnis der Nachwelt fortlebt. läßt zwar seine Leeten in seinem vielziierten Gedicht bei der Teilung der Erde zu spat kommen, aber er selbst war nicht vollig ohne kaufmannische Talente. Ale außererdentlicher Professer an der Universitat Jena erbielt er 1790 einen Jahreszuschuß von 200 Taler.. Diese Summe schien ihm ausreichend, damit einen Hausstand zu bearnnden unde die vermegenslose Charlotte vor Lengefeld heimzufuhren. Die Ebeleute mußten anfangs getrennt wohnen, da des Dichters Wohnung zu klein war, um noch ein:weites Bett aufzunehmen. Erst zehn Jahre spater wurcen Schillers Unirersuatsgelder erbebt, und er bezeg zum Schluß 800 Taler Jahresaebalt. Desbalb mußte er unablassig schreiben, Zeitschriften rediaieren. Almanache berausgeben, Bucher übersetzen und befurwerten. Prezeß akten auswerten. Diese Tätiakeit gina neben der dichterischen Taiiakent einber. Als Schille rüarb, konnte dichterischen Tätiakeit einber. Als Schiller starb, konnte lassen. Dazu kamen die Einkunfte aus seinen Ge sammelten Werken und gelegentliche Einnahmen aus den Amfübrungen der Theaterstucke. Die Witwe Schillers lebte alse in sicheren Verhältnissen, und Cetta, der Ver leger, hat an die Erben wahrend der Schutzfrist der Bucher über 100 000 Taler ausbezahlt. Der Dichter, der schlecht wirtschaftete. In sehr schlechten Verbaltnissen befand sich die Witwe Heroers, und so ist ihr Aerger, der sich in zahlreichen Briefen, in Klatsch und Angriffen in cemn kleinen Weimar Luft machte, immerbin erklarlich. Trotzdem Herder in beamieter(tellung stand, waren seine Einnadmen gering: das Ebepaar mußte zur Er ziehung seiner zahlreichen Kinder immer wieder das „„„ Prienschorrle bitten. Careline lebte nach dem ode des Gatten hauptachlich ven einerensten. die tor dn Wreßverzegin Louise, die Gaitin Karl Augusts, aussetzte. Schlimmer erama es den lerden Buraers, uber ceisen Nachlaß der Konkurs verbangt wurde, sowie der Witwe E.. A. Koffmanns, die Erbverzicht leisten mußte. Als E. T. A. Heffmann starb, war eine außerordentliche 1 chuldenlast vorbanden. Umem nüchtern pruenden Anae in das nicht ganz verstanglich. Hoffmann, der gewiß eine geraume Zeit buchstablich mit dem Hunger kamreen hatte, verfügte in den letzten neben Jahren ine Lebens über aroße Einkunfte. fer bezog als kammergerichtsrat 1800 Laler und war der beliebteste (=chrutsteller seiner Zeit, der ganz erstaunlich hohe denerare bezea. Trotzoem mußte er ewig um Verschuß ritten. Gein Nachlaß wurde versteigert, die Witwe zeg nach auswarts, um dert vor dem Zugriff der Glaubiger □ # Der Frühling schickt seine Boten (De ke-Mater) durch kluge Verhandlungen mit den Verlegern dafür, mu der schmalen Pension noch einiae Einkunftg aus Buchern ervielt. Und so ist dann die „verwitwete Kammergerichtsrätin“, wie sie in der Todes ameige genannt wird, sogar als Kapitalistin generren, cenn ne omterneß 10000 JKark, die sie, wie ihr „50 Taler mehr sind nicht übel.“ Der Dichter Luewia Ublano war nicht nur der Verfasser von Balladen und Dramen, sondern auch Universttats#refesser. Er besaß, was nur wenigen Dichtern gegeben ist, die Tugend der Sparsamkeit, werin er ven seiner Gartin Emilie vortrefflich unterstützt wurce. Ulbland erwarb in Tubingen einen schonen Besitz, ein bubsches Haus mit einem Park. In dieser Besitzung berrschte Eminie Ulbland dann als Gralsbuterin, wie Isolde Kurz, die als Kind in Tubiggen lebte, ee so bübsch geschileert hat. Cie war wie eine strenge Aebtissin #enken, daß dieser strenge Illuno je gelachelt habe, die Ublandsche ANuse in ja auch an Liebesliedern kara. Lebenslänglicher Pensionär der( chillerstiftung war Wilbelm Raar#e, deien Remane sich nur langsam durchsetzten. Auch seire Wuwe wurde von der(Schiller= sintung beracht, rne cie Erinnahmen aus den Gesammel= ten Werken verschafften ihr einen sorgenfreien Lebensabend. Als Theoder Fontane den Schillerpreis in obe von 3000) Juark erhielt, netierte er:„Ich berechne die Zinsen für meine alte Frau und stelle schmunzelnd fest: 50 Taler mehr sind nicht übel“. In den letzten Lebensjahren erhiele Theodor gontane dann hobe Ionorare, von denen gespart werden konnte. Der Kaiser setzte der Wuwe Emilie Femane eine Ehrenvension den 2010 Mark im Fahre aus. Die Flasche. (ie:„Nanu, ou kommst ja mit zerschnittenen Reisen nach Hause? Wie kommt cenn das?“ Er:„Ich bin uder eine Flasche gefahren.“ (Zie:„Na, die hattest ou aber ooch verher seben mussen.“ Er:„Ausgeschlossen, der Mann hatte sie in der Tasche." (uter Rat. Schmitz ist bei Bekannten zu Gast. „Mein Mann ist ein komischer Mensch“, saat eie Hausfrau zu Schmitz,„nie ist er mut dem lessen zu frieden, ich kann ihm vorsetzen, was ich will, nichts schmeckt ihm!“ „Ich will Ihnen einen Rat geben“, meint Schmitz, „versuchen Gu einmal, Ihrem Ilkanne etwas per zusetzen, was er will!“ Er war beim Chef. K'e „Eine prima Zigarre gefällig!“ Heiratsgrung. „Konnen Sie meiner Tochter den Lurns bieten, an den sie gewohnt ist?“ „Nicht mehr langer: deshalb will ich sie ja heiraten!“ Gan; genau. „Ist es wahr, daß Die zehntausend Pfund in 9Nonte Carlo gewonnen haben?" „Iun, um ganz genau zu sein: es passierte nicht in Meme Carlo, songern in Little Ditztling. Es handelte sich auch nicht um zehntausend Pfuno, sondern um zehn (Schillinge, une gewonnen habe ich sie auch nicht— ich verlor sie.“ Der Ueberfall. „Warum lassen Sie mir denn zwei Schillinge in der Tasche", fragte oas Opfers eines Ueberfalls den Räuber. „Der Kerl an der nächsten Ecke wird unangenehm, wenn ich ihm nicht eiwas ubriglasse", erklärte bissig der Ranber. * Geburtstagsgeschenk. „Higgins, alter Junge“, trat Tim ins Warenbaus der Provinzstaot.„Ich brauche deinen Rat! Wir haben 20 Pfund gesammelt, um unserem Chef ein Geburtstags geschenk zu machen.“ Aber es muß etwas sein, oas greß, gewaltig und nach schrecklich viel aussieht! Was sollen wir da nur machen?" „Hm“, überlegte Hiagins,„dann aeb in meine Lebensmittelabteilung, kauf für oas Geld ein raar(Täcke Reis und kocht ihn dann!“ Kreuzwerträtsel. Rosselsprung. „Was ich nicht verstehen kann, oas ist, Flieger da oben nicht schwinolig werden!" die Der Grund. „Wenn ou so zu später Stunde nach Hause gehst, brennt dann noch Licht bei dir?“ „Ja, meine Frau mag nicht im Dunkeln mit mir schimpfen.“ Der Ctorch. Der Arzt besuchte Miß Rastus, die Verade das zwolfte Kino bekommen hatte. Vor dem Haus sah er eine Taube und fragte den Ehemann: „Wem gehort die Taube?“ „Das ist keine Taube, Herr Doktor“, seufzte Rastus,„das ist der Storch, der sich bei uns die Beine abgelaufen bat.“ * Verzweifelt. „Was ist denn mit dir los, alter Bursche? Du siebst ga so verzweifelt aus?“ „Dae bin ich auch. Vor seche(Sunden tele sonierte ich meiner Frau, daß ich nich nach ause kemmnen kann. Ich habe ihr auch gesagt, warnin. Jinn habe ich aber den Grund vergessen, den ich ihr gesagt habe!“ Bedentung der einzelnen Worter: a von links nach rechts: 1 Zugvogel, 7 Kopfbedeckung, 9 Gewurz, 10 tierisches Erzeugnis, 12 Ansturm, 14 Lausoogel, 15 Rauboogel, 17 elektrische Leitung, 19 Nebenfluß der Denau, 21 Trovenvogel, 22 baumbestandene Etraße, 24 Druckwerk, 25 landwirtschaftlicher Betrieb, 26 buntschillernder Vegel: b) von oben nach unten: 2 asiatischer Staat, 3 bohmischer Reformater, 4 norwegischer Schriftsteller, Nebensluß der Gaale, 6 katbolischer Würgenträger, 8 Hühnervogel, 111 Zuneigung, 11 Bad an der Lahn, 13 ubsal, 16 Geländevertiefung, 18 Musikinstrument, 20(Schwermerall, 23 erfrischende Speise, 24(Schiffsteil, 25 Breitspiel.— Auflösung der Rätsel aus der Unterbaltungsbeilage: Auflosung des Krenzworträtsels: a) 1 MKars, 4 Malz, 7 Haag, 8 Giam, 9 Dilettant, 11 Lee, 12 Witterung, 16 Esen, 17 Unna, 18 Ruth, 19 Gera:— b) 1 Maho, 2 Real, 3 Gegeltuch, 4 Musterung, 5 Apia, 6 Zimt, 10 Tee, 12 Wehr, 13 Text, 14 Unze, 15 Gala. Auflosungdes Rosselsorungs: Ou berst kaum vom Fehler flüstern Und gebst schon strenge ins Gericht? Laßt Jngenostol: dem Werz umdustern“ O ensch, halt ein, verdamme nicht! Kennst er des Armen bange Stunden. Die ihn entfremde# iner Pflicht? Der Geele ner gebeime Wunden? Eh gebört, verdamme nicht! Uno liegt auch offen sei Verschulden. Wenn wider ihn anch aules spriche 2uch seine(Schwache zu erdulden Und beil von! Doch versamme nicht! Wer weiß, wie bald der(turm des Lebens Auch deine stolze Tugeno bricht! Um Schonung lebst du dann vergebens! Darum, o Mensch, verdamme nicht! Ernst Scherenberg. Glicke in deutsches Filmschaffen! Phot. Ufa-Hämmerer(4a) Scherl-Ma Iwa Wanja In dem Ufa-Film„War es der Im dritten Stock“, den Carl Boese nach dem Roman von Frank P. Braun inszenierte rechtigt die Befürchtungen der dänischen Andersenfreunde sind. Wohl hat man in Amerika einen Stad von auserlesenen Darstellern für den Andersen-Film mobilisiert. Gary Coover wird den Dichter spielen, obgleich er äußerlich dem Aussehen Andersens nur wenig entspricht. Die schöne Sängerin Jenny Lind, Andersens unglückliche Liebe, verkörpert Siegrid Gurie, eine Künstlerin skandinavischer Herkunft. Aber was man aus dem von Bitternissen und Enttäuschungen erfüllten Leben Andersens gemacht hat, ist eine rührselige, historisch völlig unhaltbare Filmgeschichte, die dem Leben und Schaffen des Dichters nur wenig gerecht wird und in unverzeihlicher Weise seine Gestalt nach ameritzanischem Rezept verzerrt. Nun hat Dänemark zur Selbhilfe gegriffen. Kann es schon die Herstellung eines historisch verfälschten Andersen-Filmes in Hollywood nicht verhindern, so wird es selbst einen Andersen-Film drehen, und zwar mit dänischen Künstlern in der dänischen Heimat des Dichters, Das ganze Volk soll sich an diesem nationalen Werk beteiligen, damit seine Verwirklichung ermöglicht wird. Kopenhagen contra Hollywood— das Duell beginnk! Wohl ist Dänemark von vornherein etwas im Hinkertreffen, denn die dänischen Filmerzeuger können nicht mit dem kapitlkräftigen Hollywood konkurtieren, und ein Tonfilm, der an die dänische Sprache gebunden ist, hat weit geringere Aussichten, ein Weltgeschäft zu werden, als ein amerikanischer Tonfilm, der durch 5 Kontinente gejagt wird. Aber diese Hindernisse schrecken Dänemark nicht ab. Es gilt das Andenken eines nationalen Dichters zu wahren und sein Bild rein zu erhalten. So rührt man die Werbetrommel und fordert das dänische Volk auf, Aktien für den großen dänischen Andersen-Film, der der Welt den Dichter zeigen will, wie er wirklich war, zu zeichnen. Der Erfolg der in den Zeitungen erschienenen Aufrufe zur finanziellen Unterstützung eines nationalen Werkes ist überraschend groß und stellt dem Idealismus der Dänen ein glänzendes Zeugnis aus. Große und kleine Spenden fließen in den Kassen der Andersen-Gesellschaft. die das Museum des Meisters in seiner Geburtsstadt Odense verwaltet, zusammen, Die Aktien zu je 100 Kronen finden einen reißenden Absatz, die ärmsten Familien haben zusammengesteuert, und so kann das Werk, für das man Dänemarks Lieblingsschauspieler Paul Neumert gewonnen hat, mit großen Hoffnungen begonnen wenden. Nr P 34 M Foto: Tobis-Malestie R. A. Roberts verkörpert die Gestalt des unfähigen Königs von Frankreich Karl X. in dem Majestic-Film der Tobis„Tanz auf dem Vulhan“. Unter Hens Steinhoffs Regie spielen in diesem Film weiter Gustaf Gründgens, Sybille Schmitz, Theo Lingen, Hans Leibelt, Gisela Uhlen, Hilde Hildebrand u. a. Nr. P 22 M. Foto: Tobis-Styrte Aussprache vor aller Ohren Peter fordert— ungeachtet der Situation— von Steffi restlose Klarheit über ihren Lebenswandel.(Eine Szene mit Hilde Krahl und Frits van Dongen aus dem Styria-Film der Tobis„Hampelmann“.) Deburau Gustaf Gründgens in der Hauptrolle des mit großem Erfolg uraufgeführten Tobis-Films„Tanz auf dem Bulkan“, den Hans Steinhoff, inszenierte. stimmt! Ein kämpferisches Jahrhundert kann keinen geruhsamen Menschen vertragen, deren geistige Haltung— Stoizismus ist. So hat jede Zeit ihre Vertreter, ihre typischen Menschen, und wenn unsere Zeit heute das Leben eines Debureau in den Vordergrund stellt, so ist dies nicht nur das Intersse an dem schicksalsreichen Dasein eines vergangenen Schauspielers, sondern Interesse an einem unserer Zeit seelisch verwandten Menschen. Nicht Ruhm, nicht Ehren, auch nicht ein künstlerisches Traditionsempfinden haben diesen Mann in den Bannkreis unseres Denkens gebracht! Dafür war er zu unbeWer war Debureau? Tanz auf dem Bulkan— Ein Schicksal des 19. Jahrhunderts. war der Hüler des heiteren Theakers, dessen Pflege er sich einmal gewidmet hatte.“ So wird dieser große Schauspieler mn den Annalen der nach ihm kommenden Zeit geschildert. Sonst nichts! Und doch hat dieses Leben einen ganz anderen Inhalt, prengt in seiner Auswirkung den Rahmen des hier Mitgeteilten um ein Vielfaches Debureau war nicht nur Schauspieler, er war vor allem ein Mensch seiner Zeit, erfüllt vom kämpferischen politischen Impuls seiner Epoche, der französischen Revolution. Schmähsüchtige Couplets nennt das Lexikon den Stil seiner heatralischen Mission— wohlweislich verschweigend, daß dieser Mensch eine ganz andere Mission ausfüllte. Debureau erfüllte eine politische Sendung! Abend für Abend sang er vom Podium des Theaters herab seine„Vorwürse an die Zeit“ und schleuderte die Brandfackel seiner pathetischen Warnerstimme gegen die Loge des Königs. Geistreich und voll versteckter Anzüglichkeit waren seine Zitate, offene Wahrheiten in der Form eines zweideutigen Bonmots. Er war der Günstling der Oeffentlichkeit, umgeben vom schützenden Mythus der Volkssympathie. Das Volk jauchzte ihm Abend für Abend zu. Er war der Sprecher sener unterdrückten Volksschichten, die das Frankreich des 19. Jahrhunderts desaß. Sein privates Leben war verdunkelt von der leidenschaftlichen Liebe zur— Geliebten des Königs, der Gräfin Heloise, jener Frau, deren sozialer und gesellschaftlicher Stellung sein ganzer Kampf galt. Seine Aufrichtigkeit und sein ungeheures Pflichtbewußtsein half ihm über die tragischen Episoden dieses Konflikts hinweg. Immer bissiger wurden seine Reden, immer offener, sein Kampf, bis ihn eines Tages die Häscher holten, bis er das Podium des Schauspielers mit dem Gefängnis verkauschen mußte. Der König verurteilte ihn. Das Volk raste, während es die Tuilerten stürmte, um seinen Liedling zu retten, führten ihn die Henker des Königs zur Gusllotine. Das war Jean Gaspard Debureau! Ein Mensch seiner Zeit, den nichts davon abhalten konnte, seine Mission zu erfüllen und sein Opfer zu bringen. Unter der schnezweißen Maske des Pierrot lebte ein geniales, leidenschaftliches Herz, ein Herz, das erfüllt war von einer Aufgabe, die höher stand als das Theater— von dem glühenden kämpferischen Geist seiner Zelt. M. Harvester. Filmkrieg um Andersen Kopenhagen contra Hollywood— Dänemark verteidigt seinen großen Dichter. Der Mensch ist immer an seine Zeit gebunden, und der einzelne, ob er der gestaltende Exponent ist oder in der grozen tragenden Kraft dem Volke lebt, er kann seiner Zeit licht entfliehen, lebt in ihr, mit ihr und ist in ihre Aufaben hineinverflochten. Damit ist auch sein Schicksal bekannt! Wer war Debureau? Rein Lexikon nennt seinen Namen. Einige wenige Fachbücher der französischen Schauspielkunst nennen gerade seinen Geburtsort und das Dalum. Nichts von dem historischen Geschehen, das diese Persönlichkeit umgidt, nichts von der besonderen theatralischen Bedeutung geschweige denn von seinem persönlichen Schicksal. Ein altes französisches Lexikon aus dem Jahre 1856 gibt uns weniges biographisches Material, es nennt ion „einen jener fahrenden Gaukler, die von Bühne zu Bühne durch die ganze Welt wanderten, ihre ganze Habe im Zelt mit sich führten und sich überall in der Welt damals einsanden. Ihr mühseliges Leben machte ste oft zu ganz verschrobenen Menschen, so daß sie manchmal sehr niedergeschlagen waren, manchmal aber auch voll außergewöhnlicher Energie. Zu diesen gehörte Jeon Gaspard Debureau, geboren in Neukolin in Böhmen am 13. Juli 1786, gestorben am 18. Juni 1846.“ „Er hat sich in seinem Lebenskampf besonders für die Pantomime eingesetzt und gilt als der Schöpfer der schauspielerischen Figur des Pierrot, den er selbst vortrefflich darzustellen wußte. Ganz vergeistigt, mit einer schneeweißen Maske über dem Gesicht, hatte er eine ungeheuere Faszinationskraft auf das Publikum. Sein Lachen brachte alle zum Weinen, und sein Weinen ließ das ganze Theater in Lachstürme ausbrechen. Das war seine große tragische Kunst. Voll seinsinniger Ironie und mit beißendem Spokt — für Applaus war er immer unempfänglich— sang er seine schmähsüchtigen Couplets, ebenso unterhaltsam wie interessant, und war der Liebling des Volkes. Debureau genoß nicht nur das Ansehen eines großen Schauspielers— er war der Pierrot aller Zeiten— sondern auch den Ruf eines höchst eigentümlichen Menschen. Seine Redlichkeit, seine Charatzterfestigkeit, seine Aufrichligkeit und die Anmut seines Benehmens wurden allgemein gerühmt, edenso seine auffallende Geistesschärfe. Er Kopenhagen contra Hollywood— man ahnk, daß es sich hier um einen Filmkrieg handeln muß. Und zwar steht im Mittelpunkt dieses Duells der große dänische Märchendichter Hans Christian Andersen. Hollywood hat diesen Mann, der vom Sohn eines armen Schuhmachers zu einer unsterdlichen Gestalt der Literatur wurde, zum Filmhelden auserkoren. Amerikanische Autoren, Produzenten und Regisseure haben sich eines nationalen Dichkers bemächtigt, um sein Leben und Schaffen nach amerikanischem Geschmack und ohne es mit der historischen Treue sonderlich genau zu nehmen, zu gestalten und der Welt vorzusetzen. „daß Amertka das Leben unseres größten Dichkers verkitscht. Wir protestieren gegen die Vergewaltigung eines Mannes, der zu den größten Söhnen Dänemarks gehört!“ Hollywood läßt sich dadurch in seinen Plänen nicht beirren. Aber ein Blick in das Manuskript zeigt, wie beDas hat nun die Literakurfreunde und Filmschaffenden Dänemarks alarmiert.„Wir wollen nicht“, sagen sie, Herner Filmschau „Jas Verlegenheitskind Lichtburg. Wieder einmal gehört hier die Mosel zum Thema emer lustigen Filmhandlung. Bekanntlich gab sie zu Heinz Rühmanns„Wenn wir alle Engel wären“ weniger die Landschaft, als in einem prachtvollen Ausschnikt die innere„Musik“ ihrer Menschen, die Fröhlichkeit und Sonnenwärme. Diesmal sieht man sie dahinfließen unter der alten Burg Kochem, in deren Schatten auch so mancher drave Herner schon manchen guten Becher leerte. In Kochem selbst und in seinen Weinbergen ist der Film gedreht. Aber die wundervolle Mosellandschaft als Atmospäre und poetischer Wert kommt trotz dieser bildlichen Gegenständlichkeit diesmal zu kurz. Der Schwerpunkt liegt bei den Menschen, beim Moselvölkchen, richtiger bei den Menschlich-Allzumenschlichkeiten einiger besonderer Exemplare, dieser weinfrohen Menschengattung. Wenn man hier sogleich verrät,, daß Ludwia Schmiß als windigpfiffiger Küfermeister und Weinbergbesitzer Vierköttel im Mittelpunkt einer ereignisvollen Handlung steht, dann ist über den Stil des Füms schon fast alles gesagt. Also kein Lustspiel im höheren Sinne, sondern eine handfeste, dicht an den Schwank herangespielte Angelegenheit, zu der das Moselland die Kulisse stellt. Wer das Verlegenheitskind ist? Besser, wir lüften den Schleier nicht vorzeitig. Nur daß sich die derb-lustige, sehr bewegte Handlung im wesentlichen darum dreht, einem losen und lebensfrohen Kleeblatt, bestehend aus Küfermeister Peter Vierköttel und seinem Sohn Bartel, sowie dem Gärtnereibesitzer Jupp Spriestersbach, das vom weiblichen Geschlecht finanziell knapp gehalten wird, immer die reichlich benötigten Trintgroschen zuv erschaffen, sei verraten. Zu diesem Zweck wird die gute Mutter Vierköttel dabeigekriegt, ein Weinberg hin und her„geschoben“, das schon ganz lieblich ausgewachsene Verlegenheitskind geboren, die fliegende Reblaus entdeckt und sogar die sonst ebenso züchtige wie kratzbürstige Sprielersbach=Schwägerin Ramilla als Aktmodell entlatof. Allerdings drängk sich manchmal die Frage auf. ob diese ausgewählten Moselaner nicht doch einige Nuancen zu kräftig nach der leichtsinnig-nichtsnutzigen Seite hin verzeichnet sind. Hauptsache, alles kommt gut in die Reihe, vornehmlich, weil der junge Bartel auf dem Draht ist. Und am Ende fahren in blumengeschmückten Kähnen vier mehr oder weniger glückliche Paare die Mosel abwärts. Gelacht wird natürlich ordentlich ob der drastischen Fröhlichkeit, für die sich alle Darsteller rechtschaffen einsetzen. Jeder ist restlos bei der Sache: Ludwig Schmitz sein Freund Josef Sieber, die prächtige Ida Wüst, der ein Schuß„Frankforder" Zusatz zum Mosellanddeutsch augezeichnet zu dem in lauter Wärme und Heiterkeit strahlenden Gesicht steht. Paul Klingers auch dialektisch einwandfrei rheinländischer, unbekümmert draufgängerischer Bartel. Maria Paudlers zungenfertige Kamilia mit elwas Wienerischer Mollertheit. Marianne Simsons blondes Binchen und vor allen Hilde Schneiders liebreizendes Gesicht und Wesen der Lore. Der Spielleiter Peter Paus Brauer wickelt das Ganze äußerlich schwungvoll und stabil#od. Das Drehduch schrieben nach dem Bühnenstück von Franz Streicher Ottokar Vomhof und Franz Rauch. Musik: Hans Ebert. Friedrich Böhmer. * „Der Zlorentiner Hul“ Schauburg. Hauptdarsteller ist Heinz Rühmann! Regie: Wolfgang Liebeneiner! Die schon bewährte Koppelung hat auch hier wieder zum erwarteten Erfolge geführt. Nach einer Komodie von E. Labiche schrieben Bernd Hofmann und Horst Budjuhn ein lustiges Drehbuch, dessen Dialogpointen auf den trockenen Witz des Hauptdarstellers ergötzlich abgestimmt wurden. Wer sonst noch am Zustandekommen des Films beteiligt war, wird übrigens diesmal nicht schriftlich, sondern in einem Bänkelsängerlied mitgeteilt. Auch an sonstigen filmtechnischen Ueberraschungen fehlt es nicht. So wirkt beispielsweise die Kamera ale Darsteller mit. Sie tritt in einer Nacherzählung an die Stelle des Sprechers, bewegt sich wie er und blickt gewissermaßen aus seinen Augen, während die anderen Darsteller sie als den Partner apostrophieren.(Der Schreiber dieser Zeilen entsinnt sich, daß er diese kameratechnische Idee schon vor mehreren Jahren einreichte, sie aber als unverwendbar zurückerhielt.) Wolsgang Liebeneiner war der rechte Mann, die lustspielhaften Unwahrscheinlichkeiten zu einem Spiele von liebenswürdiger Phantasie zu binden und sie einem mutwilligen, auch beherzt ins Komische greisenden Humor dienstbar zu machen Mit dem Florentiner Hut verhält es sich nämlich so! Des jungen Farina alias Heinz Ruhmann grasendes Pferd hat in einem unbewachten Augenblicke der schönen Pamela (Christl Mardayn) kostbaren Florentiner Hut aufgefressen, und der jähzornige Galan Pamelas(Hannsgeorg Laubenthal) verlangt auf der Stelle Ersatz in Gestalt eines neuen Florentiner Hutes. Das wäre an sich nicht so schlimm, denn Farina hat Geld genug, ihn zu bezahlen. Leider hat er keine Zeit, dieweil ihn ein zwar dicklicher, aber keineswegs gemütlicher Schwiegervater(Viktor Janson) nebst Verwandtschaft zum Standesamte schleppen wollen, wo er mit der reizenden Helene(Herti Kirchner, die soeben durch einen Autounfall tödlich verunglückte, verkörpert sie mit bestem Erfolg) den Bund fürs Leben schließen soll. Die Geschichte mit dem Hut muß gewisser Umstände halber verheimlicht werden, und so ist die Fahrt zum Standesamte von einer Serie von tollen und unvorhergesehenen Zwischenfällen begleitet. Diese grotesken und turbulenten Unterbrechungen erreichen ihren Höhepunkt, wenn Farina=Rühmann in einem feudalen Hause irrtümlich für den berühmten Tenor Strizzi gehalten und gezwungen wird, sich als„Befun der Töne" zu produzieren. Daß bei solchen Situationen die Wogen des Gelächters besonders hoch branden, ist selbstverständlich. Und wenn das junge Paar endlich im„Frieden" des Hauses geborgen ist dann können sich auch die Lachmuskeln der Zuschauer eine wohlverdiente Ruhepause gönnen. Neben den schon erwähnten Darstellern wirken in weiteren Rollen Waul Henckels. Karl Stepanek(Felix). Gerda Mario (Virginia), Hans Hermann Schaufuß(Onkel Florian), ferner Elsa Wagner, Hubert Menerinck, Edith Meinhardt und andere verdienstlich mit. Die stilentsprechende launige Musik schrieb Michael Jaro. Iranz Brune „Kein Wort von Liebe“ Gloria-Palast. Ganz wörtlich zu nehmen ist der Titel freilich nicht Richtig gesagt, es dreht sich sogar sehr heftig um die Liebe. Und damit können alle Besucher beruhigt sein, die sonst den Hauptreiz vermissen würden. Diesmal also ist ein junger Mann das begehrenswerte Objekt weiblicher Wünsche. Besagter junger Mann ist ein trotz seiner Jugend weltbetzannter Modeschöpfer, der sich aus Furcht vor Modespionen von der Umwelt hermetisch abschließt. Daß er eine Modespionin ohne Besinnen und nähere Prüfung als Zeichnerin einstellt, ist zwar nicht ganz verständlich, aber in der unbekümmert zusammenfabulierten Handlung fällt diese Unwahrscheinlichkeit nicht weiter auf. Es kam den Verfassern wohl in der Hauptsache darauf an, alle Situationen hübsch zu entwickeln, die sich aus einer Verkleidungskomödie herleiten. Denn der nette Boy, den Herr Kersten eingestellt hat, ist in Wirklichkeit ein noch nekteres Mädel. Sie hat sich unter dieser Maske eingeschlichen, um ihrem Chef. dem Inhaber eines Pressebüros, Stoff für eine Reportage aus dem Modeafelier zu liefern. Dabei verliebt sie sich in den eleganten Herrn Kersten. Als eines Tages der lange geplante Diebstahl ausgeführt wird, beschuldigt die Spionin den„Boy". Der wirkliche Dieb aber wird durch einen Zufall festgestellt, und dann steht nichts mehr im Wege, daß sich alles in Liede und Wohlgefallen auflöst.— Ellen Schwannecke hat in der Verkleidungsrolle eine hübsche Aufgabe zu erfüllen, der sie auch mit schon oft bewährtem Können und drolligem Spiel nachkommt. Rolf Wanka, der Modeschöpfer, ist für solche Herren mit grauen Schläfen, ebenfalls hervorragend geeignet. Die Spionin stellt Morglk Symo glaubwürdig dar. Als Bürovorsteher Stössel ist Richard Romanowini mit aufgeregtem und gutherzigem Humor zur Stelle. Erich Fiedler als Reporter Treff. Hans Hermann Schaufuß als Steffies=Stefans Vater und Walker Szurovo ols dunker Auftraggeder bereichern das Spiel mit vielfardigen Topen. Dr. Alwin Elling leitete die Handlung mit Tempo und Munkerkeit. Franz Bruns. enrmachantn, Aunsiader Gausat, Sir Aeinr-Manintensieshen Beilage zum Herner Anzeiger 8 Ebefrau gewährt Von Dr. Ilse Buresch-Riebe Mit den hohen Arbeitsansorderungen, die zur Zeit an das deutsche Volk gestellt werden machn auch die Zahl der in das Berufsleden eintretenden Ehefrauen aller Schichten. und das Prodlem, das heute am brennendden zur Debatte steht, ist das der bestmöglichen Lastenverteilung, die in einem gesunden und rechten Verhältnis zu den Schultern vorgenommen werden muß, denen man de aufburdet. Ee ist nun längst kein Geheimnie mehr, daß tron aller Bemühungen, den Frauen im Arbeitsleben der Nation den Arbeitsplatz zuzuweisen, der ihre biolo gische Aufgabe am wenigsten gefahrdet, von vielen Ehe zrauen die im Beruf stehen, heute noch ein geruttelt Mat Rehr an Arbeit verlangt wird, ale sie auf die Dauer. leisten können. Viele Männer sehen es zwar nicht ungern, wenn ihre Frau auch einen finanziellen Beitrag zum Anterhalt der Familie beitragen kann, ja, manche halten es sogar schon für selbstverständlich, daß sie nicht mehr allein für das aufkommen müssen, was die Familie per gehrt Sie haben sich sehr schnell in die Tatsache hineingefunden, daß ihre Frauen regelmäßig in die Fabrik oder ms Büro gehen, aber bei weitem nicht allen ist die Revo lution zum Bewußtsein gekommen, die sich damit in ihrem eigenen Haushalt vollzogen hat; er ist zum„berufstätigen Haushalt" geworden Das bedeutet für die Frau viel, für den Mann wenig. Die meiszen Manner merken zunachst garnichts davon; sie kommen von der Arbeit wie sonst und finden wie immer dieder ein Heim vor, in dem die Frau schon wieder schafft und wo die gewohnte Gemütlichkeit weiter herrscht. Sie würen erst allmählich gewisse Veränderungen, vielleicht klappt es mal nicht so mit den gewohnten Zeiten, vielleicht ### auch die Frau jetzt abgespannter und manchmal unge duldiger: sie scheint nicht mehr so hilfsbereit und dies oder senes— Stiefelputzen. Sachen forträumen— muß der Mann auf einmal selber machen Da gidt es vielleicht schon die ersten kleinen Diffegenzen. Der Mann besteht auf seiner„Gemütlichkeit", er will, wenn er nach Hause kommt, seinen beruflichen Kram Zinter sich werfen können und seine Zeitung lesen. Oder er hat sich mit Freunden verabredet. Früher war er ge alles zurechtgelegt. Nun bittet seine Frau ihn auf einmal, er möchte dies oder jenes für sie erledigen, möchte noch schnell zum Kaufmann gehen, oder Holz klein machen oder den Mülleimer hinuntertragen. Vielen Männern braucht das nur einmal gesagt zu werden, und die kleinen Dienste werden willig übemnommen. Leider gibt es aber andere, die jegliche häusliche Betätigung für ihrer„unwürdig" erachten, die nicht verstehen wollen, warum die Frau das auf einmal nicht mehr selbst machen will. Es braucht nicht einmal böser Wille dabei zu sein, nur Gedankenlosigkeit, so daß sie nicht einsehen, daß auf ihrer Frau ja zweierlei Lasten liegen, die Berufsarbeit und die häus lichen Sorgen und Pflichten. Wir müssen bekennen, daß diese Einstellung viel weniger in Arbeiterkreisen zu finden ist, als gerade bei den Angestellten, wo Mann und Frau ins Büro gehen. Hier ist es oft so, daß der Mann durchaus nicht unzufrieden damit ist, wenn seine Frau, besonders im Anfang der Ehe. mitverdient, daß er aber die Beanspruchung der durch den Beruf völliaunterschätzt. Was kann das schon groß anstrengen, meint er bei sich, sie sitzt ja den ganzen Tag auf dem Stuhl, im Kontor oder hinter der Maschine und braucht ja keine körperlich angreifende Arbeit zu leisten, wie etwa die Arbeiterin in der Fabrik. Da wird sie doch das„bißchen Haushalt nebenbei machen können. Und abends will er sie selbstverständlich für sich haben, will mit ihr ins Kino gehen oder Sport treiben Nähen und Flicken, Plätten und Aufräumen kann sie ja auch ein andermal. Er kommt gar nicht darauf, daß die Frau auch einmal ein Ruhestündchen braucht, weil für sie der Arbeitstag mit dem Verlassen der Arbeitsstätte nicht beendet ist, sondern im Haushalt von neuem beginnt. Er macht sich keine Gedanken darüber, wann sie ie Lebensmittel herbeischafft, obwohl sie vielleicht morgens früher das Haus verläßt und abends später wieder zurück ist als er. Das ermüdende Stehen in den Geschäften, das schwere Tragen, wenn sie müde von der Arbeit heimgeht, sind das nicht Dinge, die er ihr zum Teil ersparen, ja gelegentlich ganz abnehmen könnte? Wie mancher Mann besteht darauf. zu Hause zu essen, anstatt eine Hauptmahlzeiten in der vielleicht sehr guten Werkkantine einzunehmen. Warum? Weil er meint, seine häusliche Gemütlichkeit könnte darunter leiden. Anstatt dessen sollte er sich überlegen, wieviel Arbeit und Lauferei er seiner Frau ersparen könnte, wenn sie nur noch für Abendbrot im Haushalt zu sorgen hätte, das dann zweifellos viel gemütlicher sein wird, weil die Frau weniger abgespannt ist. Wo Kinder sind, verdoppelt und verdreifacht sich die Burde der häuslichen Lasten für die Frau und auch hier gibt es nieles, was der Mann durch vernünftige Arbeitsteilung von ihren Schultern nehmen könnte. Er braucht deohalb nicht gleich von„amerikanischen Zuständen" zu jeden, wie das leider mancher Mann tut, der von anfangs ungewohnten Pflichten nichts wissen mochte. Es ist weder unmannlich. noch gefährdet es das Familienleben, wenn der Vater sich darum kümmert, daß seine Buben mit gebürsteten Anzügen und geputzten Schuhen in die Schule kommen, daß die Schulranzen ordnungsgemäß gepackt und die Hände sauber gewaschen sind. Es tut auch der väterlichen Würde keinen Abbruch, wenn der Haushaltungsvorstand Kohlen trägt oder den Wäschekorb zur Waschküche bringt oder auch einmal einen Teppich klopft. Wer sich seinen„berufotätigen Haushalt“ einmal mit offenen Augen willigen Herzens besieht, der findet tausend und ein Ding, womit sich die Frau ganz unnötig quält und aufhält. Die Haushaltführung hat man lange zu Unrecht nur als Beschäftigung ohne die Vollgeltung eines Berufs angesehen. Wie vielseitig u. mühsam sie ist u. wieviel Kräfte sie verlangt, wird der Mann sehr rasch mer ken, der seiner Frau wirklich ernstlich und regelmäßig in Teil der Mü“ einen Te kühe abnimmt. Der unmittelbare Gewinn wird sehr bald zutage treten. Auch für die Frau werden auf diese Weise ein paar entspannende Abendstunden herauskommen, wo sie sich ohne Hast und ständiges schlechtes Gewissen ihrem Mann und den Kindern widmen kann, wenn auch mit dem unentrinnbaren Stopfkorb zur Seite. Aber ein Stopfkorb ist für eine arbeitsgewohnte Frau ja schon ein Teil, der zum Feierabend gehört. Wir werden auf absehbare Zeit die Ehefrauen im Berussleben nicht mehr entbehren können. Deshalb werden wir— soll die beiderseitige Berufstätigkeit nicht allein auf Kosten der Frau gehen— auf ein zunehmendes Verständnis, auf eine wachsende Ritterlichkeit und eine daraus sich entwickelnde Arbeitskameradschaft des Mannes nicht nur draußen am Arbeitsplatz, sondern vor allem auch dahetm in den vier Wänden rechnen müssen Annaliese will Kapitän werden Deutschlands erste Frau mit dem Seefahrtsbuch. Zuerst hat man ja in den Matrosenkneipen Altonas die Nase gerümpft und derbe Witze über sie gerissen, man ließ sie absichtlich„abseits" stehen, und so manch oller Seebär gab mit Nachdruck seine Meinung kund, daß ein weibliches Geschöpf im rauhen Handwerk der christlichen Seefahrt nichts zu suchen habe. Aber Ansichten sind gewöhnlich da, um geändert zu werden, und keine Tradition in so heilig, daß sie nicht einmal durchbrochen werden könnte. Das ist nun im Falle der Hamdurger Oberlehre= rin Annaliese Sparbier gründlich geschehen, die eines Tages Studium und Schule satt hatte und sich dem Meere verschwor. Sie faßte einen Entschluß, zu dem schon ein ganz gehöriger Schuß Abenteurerblut und Draufgängerium gehört, aber auch eine leidenschaftliche Liebe zu einem Beruf. von dem man wahrhaftig nicht sagen kann, daß er für zarte Seelen tauge. Wenn Fräulein Annaliese heute bereits als„Jantje Annalie“ zufrieden ihre Heuer einstreichen kann, so hat sie das ihrem zähen Trotz zu verdanken, der all die tausend Hindernisse überwand, die sich ihr entgegenstemmten. Nun hat sie bereits das Seefahrtsbuch in der Tasche und nachdem sie soeben vom Reichsverkehrsministerium den Bescheid bekommen hat, daß„einer Zulassung zur nautischen Prüfung nichts im Wege stehe, wenn sie die vorgeschriebenen Bedingungen hinsichtlich der praktischen und theoretischen Ausbildung der Seeschiffer u. Seesteuerleute erfüllt habe“, so wird man ihr über kurz oder lang als Steuermann und schließlich als Kapitän die nötige Reverenz erweisen müssen. Vorerst hat Annalie nur die eine Sorge, die vorgeschriebenen Fahrten so bald als möglich ausführen zu können. Das ist gar nicht so leicht, denn eine Frau an Bord— da wehrt meist ein Schiffsführer mit beiden Händen ab! Nun, es hat sich inzwischen bereits herumgesprochen, daß der weibliche Jankje keinem Mann an Tüchtigkeit und Fleiß nachsteht, daß er kräftige Arme hat und zuzupacken weiß auch in der gröbsten und schwersten Arbeit. Und wer es versuchen sollte, dem weiblichen Matrosen nahezutreten, müßte das unweigerlich mit einem blauen Auge büßen, denn in dieser Beziehung versteht er wahrhaftig keinen Spaß. Selbstverständlich hat Annaliese boxen gelernt und ihre Schwinger sind wahrhaftig nicht von Pappe. Diese Erfahrung mußte so mancher auf jenem lettischen Dampfer machen, auf dem sie als Stewardeß ihre Laufbahn begann, und als sie schließlich, als Junge verkleidet, sich auf einen Fischkutter geschmuggelt hatte, wußte sie sich auch hier unter den Altersgenossen Respekt zu verschaffen. Freilich hatte von der Besatzung außer dem Kapitän kein Mensch eine Ahnung, daß sich ein Mädchen hinter der tranigen Jantie=Verkleidung verbarg. Es folgten nach dieser„Premiere“ Seefahrten mit und ohne Verkleidung, wie es der jeweilige Kapitän eben ge rade haben wollte, man drückte ihr schließlich das See fahrtsbuch in die Hand und machte sie zum Leicht matrosen. Als solcher gibt es höhere Heuer, die Fräulein Annaliese gut gebrauchen kann. Vorerst tut sie nach wie vor brav und redlich ihre schwere Arbeit, hiert das Netz ein, schlachtet und salzt die Fische und knotet kunstgerecht das Tau. Niemand denkt daran, daß sie Akademikerin ist und daß man sie eigentlich mit„Fräulein Oberlehrerin“ titulieren müßte. Als„Jantje=Annalie“ fühlt sie sich jedoch weit glücklicher, was nur der verstehen kann, der von der großen Liebe zu Wind und Wasser weiß. Wenn unsere Kinder lügen... Was treibt sie, die Unwahrheit zu sagen? Die Furcht vor harter Strafe. Jede Unart des Kindes, sein Trotz, seine Heftigkeit, seine Ungebärdigkeit, enthält gewissermaßen eine Hoffnung, die Hoffnung, daß seine sich noch ungezügelt äußernde Kraft einmal, in die rechten Wege geleitet, sich zu einem starken und erfreulichen Wesenszuge zu entwickeln vermoge. Aber in der Lüge ist keine Kraft und keine Hoffnung. sondern nur Ernst und Traurigkeit. Manche Mutter ringt dann in bitterm Schmerz die Hände. wenn ihre Kinder sie belogen haben, und mancher Vater greift zornig zum Stock. Und es kann soweit kommen. daß zwischen den Eltern ein scheuer, mißtrauischer Blick fällt:„Von wem haben sie das?— Von mir gewiß nicht!“ Von wem lernen die Kinder das Lügen? Wenn sie sprechen lernen, bezeichnen sie kurz, klar und fest die Gegenstände und ihre Wünsche. Es fällt ihnen gar nicht ein, die schwarze Farbe weiß zu nennen. Sie sind von Natur so wahrheitsliebend, daß sie nicht selten Eltern und Bekannte in Ungelegenheiten bringen. Sie erzählen in seliger Unbefangenheit, daß Papa seine Zähne herausnehmen kann und dergleichen. Dafür werden sie dann oft gescholten und bestraft und der kleine Sünder zieht natürlich den Schluß: diese Dinge sind so, aber man darf sie nicht wahr haben. Das ist der erste kleine Schritt abseits vom Wege der Wahrheit. Die Umgebung eines Kindes muß so beschaffen setn, daß es über sie sprechen kann; man darf es nicht dahin führen, wo es Dinge findet, die es nicht in sich aufnehmen soll. Ist es aber geschehen, so hat man die Unan nehmlichkeit, die vielleicht daraus erwächst, als verdiente Strafe für die eigene Schuld zu tragen. Man führe seinen Kindern Bilder vor die Seele, die Trübes auslöschen und gute Nahrung des Geistes sind genommen Glaswände besitzen, wo nichts verheimlicht zu Das Heim unserer Kleinen soll idyllisch sein, soll bildlich werden braucht, wo das Auge nur Reines und Gutes schaut. Ein Streit zwischen Vater und Mutter vor den Augen des Kindes kann tiefe Wunden in sein Herz schlagen und es wird sich ferner scheuen, wahr und ver trauensvoll beiden zu begegnen. Wie manche Mutter sagt schon zu ihrem Kinde:„Sage und zeige es dem Vater nicht", und umgekehrt. Dadurch lernt das Kind die Wahrheit verbergen und nur zu oft entsteht die Lüge daraus. Dies alles sind Versuchungen, denen nicht alle Kinder unterliegen, aber einer verfallen die meisten: das ist die Furcht, der fruchtbarste Boden für die Lüge. Wenn die Kinder hart bestraft werden für Ungeschicklichkeiten und für kleine Vergehen, wie sollten sie sich nicht namenlos ängstigen, Größeres zu gestehen! So lügen sie, denken der Strafe zu entgehen und verwickeln sich immer tiefer in die Unwahrheit, denn jede Lüge zeitigt zehn neue. Sie wür Sonnenplissee 1 K 16662 Der gerade Plisseerock des Jumverkleides aus geblumter Seide kann auch gruppenweise in Falten ge brannt werden. Die Bluse ist boch geschlossen, mit breitem Schärpengurtel. Erf.: etwa“ 40 m Stoff. 90 cm breit. Bever=Schnitte für 92 und 100 cm Oberweite. K 26652. Dieses graziöse Sommert Seide zeigt den neuen weiten Sonnenplisseerock. An der Bluse sind breite Quersaume abgenäht und mit Perlbörtbegrenzt. Erf.: etwa 5 m Stoff, 90 cm breit. Bunte =Schnitte für und 9 K 21088. Ein elegantes Tanzkleid aus Georgette für schöne Sommerabende. Der leuge weite Rock und die Bund chenarmel sind fein plissiert. Das vorn geraffte Kleidchen hat den kleidsamen eckigen Halsausschnitt. Erf.: ctwa 8.50 m Stoff, 90 cm br. Bunte Beyer=Schn. f. 96 u. 101 cm Obw. K° 30810 8994 ½ S 29484. Der gerade Rock dieses dreiteiligen Complets ist in Plisseefalten gebrannt. Die Bluse hat einen plisster ten Einsatz, die kragenlose Jacke plissierte Brusttaschen. Erf.: etwa 5 m Stoff, 90 cm breit. Bunte Beyer=Schnitte für 84 und 88 cm Oberweite. K 36479. Ein hübsches Nachmittagskleid aus leichter Seide mit einem Blutenstreifenmuster. Der Rock ist ringsum plissiert. Die Bluse wird linksseitig geknöpft und hat weite Bündchenärmel. Erforderlich: erwa 4,90 m Stoff, 80 em hr. Beyer=Schnitte f. 84 und 92 cm Obw. K 26648. Hier sehen wir den modischen Sonnenplisscerock an einem gemusterten Seidenkleid. Er ist in Zackenlinie an gesetzt. Ueberkreuzte plissierte Vorderteile und Plissecsalten auch in den Aermeln. Erforderlich: etwa 4,35 m Stoff, 90 em breit. Beyer=Schnitte für 88 und 96 cm Oberweite. den eine gerechte Strafe für eine Unart ruhig hinnehmen, die harte aber fur die Lüge, die Verachtung, die erfolgt, nehmen sie mit Ervitterung, ja mit Haß auf. Sie fühlen von selbst, daß sie nicht dahin wollten, wohin man sie tried. Wir wollen den Worten unseres Kindes glauben und es nie bezweifeln, bis wir vom Gegenteil überzeugt wurden. Verirren sich unsere Kinder aver einmal von der Wahrheit, so wollen wir sie, ruhig bei der Hand nehmen und sie sanft zurückfuhren, wie Kinder, die sich im Garten verliesen. Fallen unsere Ermahnungen jedoch auf fruchtlosen Boden, so gilt es, alle Mittel, und seien sie noch so hart, in Anwendung zu bringen, um das Kind wieder wahrheitsliebend zu machen. In diesem Falle ist es angebracht, zuvor den Arzt zu fragen, denn nicht selten tritt das Lügen bei Kindern krankhaft auf. Der neue Teppich Ein Wohnraum ohne Teppich wirkt beinahe so kahl und ungemütlich wie ein Zimmer ohne Vorhänge an den Fenstern. Allerdings ist ein Teppich auch eine verhältnismäßig teure Anschaffung, die man sich meist nur zu einem besonderen Anlaß leistet. Natürlich möchte man den neuen Teppich recht lange schön und neu erhalten und ihm eine möglichst lange Lebensdauer sichern; zumal heutzutage, wo wir ganz beonders darauf bedacht sein müssen, Sachwerte zu schonen Es wäre aber verkehrt, dies einfach dadurch erreichen zu wollen, daß man ihn möglichst wenig benützt und den neuen Teppich womöglich aufrollt, wenn nicht gerade Besuch in Aussicht ist. Die Haltbarkeit des Teppichhängt vielmehr von seiner sachgemäßen Pflege ab, besonders in der ersten Zeit nach seiner Anschaffung. Sehr oft macht die Hausfrau den großen Fehler, daß sie dem neuen Teppich, sobald er säuberungsbedürftig ist, gleich mit dem Staubsauger oder der Teppichkehrmaschine zu Leibe geht. Dabei wird die bei der Herstellung zurückgebliebene Schurwolle gewaltsam entfernt, und wir finden sie dann ballenweise im Staubsaugerbeutel oder in der Teppichkehrmaschine wieder. Je nachdem ob es sich um einen hochflorigen Smyrnateppich oder einen fester gewebten oder geknüpften Tournay oder Axminster handelt, muß man mit dieser Methode des Säuberns längere oder kürzere Zeit warten— mindestens aber ein vaar Monate—. bis die Schlingen im Grundgewebe festgetreten sind und sich keine wolligen Flocken mehr absondern. Bis dahin reinigt man den Teppich durch vorsichtiges Absegen mit einem weichen Besen, uno zwar hält man den Besen stets schräg beim Fegen und vergißt dabei nicht, das Fenster zu 6ffnen. Auch nachdem der Teppich schon festgetreten ist, schont dieses Fegen, selbst wenn es dann mit einem etwas härterem Besen erfolgt, den Teppich mehr, als wenn er ständig mit dem Staubsauger gereinigt wird. Dabei ist genau darauf zu achten, daß man sowohl beim Saugen als auch beim Fegen immer mit dem Strich gebt. Der vielfache Brauch. Teppiche mit feuchten Teeblättern oder rohem Sauerkohl zu reinigen, schadet einem neuen Tevpich mehr, als es ihm nützt: denn auf diese Weise wird der Staub angefeuchtet, die schönen Farben verlieren an Frische und lassen den Teppich schmutzig und grau erscheinen. Ueberhaupt gerät übermäßiger Reinigungsdrang der Hausfrau dem neuen Tevvich nicht zum Vorteil. Im ersten halben Jahr sollte man ihn überhaupt nicht klovfen. und wenn dies dann späterhin in größeren Zeitabständen geschieht, in darauf zu achten, daß nur von der Rückseite geklopft wird, um das Gewebe nicht anzugreifen. So wird man Freude an dem neuen Teppich haben und er wird die gute. sachgemäße Pflege durch entspreche Lebensdauer danken. und Was wir zur Eierzeit wissen müssen. Da es jetzt reichlicher Eier gibt, werden die Hausfrauen froh sein, allerlei wohlschmeckende Gerichte daraus herstellen zu können. Eier sind ein wertvolles Nahrungsmittel. Man soll Eier stets an einem kühlen. trockenen Ort aufbewahren. Am besten ist es, sie in Eierständern aufzustellen, da sie dann weniger der Gefahr des Zere brechens ausgesetzt sind. Was die Frische der Eier betrifft, so wird behauptet, daß die Schale eines frischen Eies rauber sei als die eines schon vor einiger Zeit gelegten. Wenn man ein Ei gegen helles Licht hält und es innen klar erscheint, ist es frisch. In kräftigem Salzwasser wird ein einigermaßen frisches Ei untersinken, während ein nicht mehr gutes Ei oben schwimmt. Bei der Verwendung von Eiern soll man immer jedes für sich in eine Tasse schlagen und nicht etwa das Ei sofort, ohne es vorber geprufr zu haben, einem Gericht hinzutun. In Zeiten der Erschönfung, zum Beispiel nach Krankheiten oder großen Anstrengungen oder Aufregungen soll man täglich ein frisches Ei essen, das man noch mit einem Kinderlöffel voll flüssigem Honig und etwas Zitronensaft verquirlt Unser Kindchen fährt aus! Ein kleines Kind sollte sich so viel wie möglich in frischer Luft aushalten. Allerdings muß die Mutter dafür sorgen, daß das Kind an kühlen Tagen warm genug angezogen und eingenackt wird. Besonders im Frühjabe muß immer daran gedacht werden, daß die Luft doch noch sehr kühl ist. Bei den etwas größeren Kindern sind deshalb die wollenen Trainingsanzüge noch immer die beste Bekleidung. Kann man mit dem Kinde nicht hinausgehen, so soll man den Kinderwagen oder das Bettchen auf den sonnigen Balkon oder an eine sonnige Stelle des Gartens stellen. aber so, daß das Kövschen des Kindes gegen die Sonne geschützt ist. Für die etwas größeren Kinder sind die Spielgitter eine sehr gute Erfindung. Die Kleinen haben genügend Spielraum. und die Mütter können doch ganz ruhig sei. weil sie einen gefahrensicheren Aufenthalt haben. Kleine Winke Schon wieder Messingschlösser putzen? Sie machen sich wirklich ganz unnütze Mühe, wenn sie allwochentlich die Schlösser, Messingstangen und dergleichen putzen. Wenn Messinggegenstände einmal ordentlich sauber und blankgeputzt sind, bepinseln Sie sie dünn mit Zaponlack und diese können nun nicht mehr anlaufen. Nun war das Bügeleisen doch zu heiß und der Kragen ist versengt! Wenn aber die Fäden des Stoffes noch nicht verbrannt sind— dann gibt es allerdings keine Rettung— brauchen Sie die versengten Stellen nur mit Borwasser abzureiben, dann mit klarem Wasser nachzuspülen und die häßliche braune Verfärbung ist bald verschwunden. Wenn der Herd nicht zieht, muß er wahrscheinlich gereinigt werden. Zuweilen wird aber der Rauchabzug auch nur dadurch erschwert, daß die Sonne über dem Schornstein liegt. In diesem Fall erwärmt man die Luft im Abzugsrohr durch ein kleines Papierfeus=nd zündet erst dann die Kohlen im Herdloch an. WISEARECTENE K Nicht mehr Ullstein-Schnitte sondern„Altra“-Schnittmuster: Das ist der neue Name des altbet-ährten wprecnenden“ Vllstein-Schnitte. # Dresden oder Schweinfurt? Wer wird Fortunas Gegner?/ Schalbe erwartet Wormatia Werms./ Gruppe 1 pauliert. 7 Sechs Meilterichaftskämpfe Gruppenspiele zur Deutschen Fußball=Meisterschaft bringen am 7. Mai nur sechs Begegnungen, da die Gruppe 1 eine Ruhepause einlegt. Hier ist denn auch die Entscheidung schon so gut wie gefallen, da der Hamburger Sportverein nur noch einen Punkt benötigt, um den ersten Platz endgültig sicher zu haben. Nachdem in der Gruppe 2a in Fortuna Düsseldorf der erste Abteilungssieger ermittelt worden ist, wiro nun auch in der Gruppe 2b die Entscheidung herbeigeführt, denn Dresdner Sportklub und Schwein# stehen sich in Chemnitz im Rückspiel gegenüber. Die Schweinfurter haben den Vorteil, mit einem P##entschieden zufrieden sein zu können, während der DSC auf jeden Fall gewinnen muß. In der Gruppe 3 kommt es zur Vorentscheidung in Stuttaart, wo die Kickers auf Admira Wien treffen. Aber auch hier ist mit dem württembergischen Meister einer der beiden Partner in der bevorzugten Lage, mit einer Punkteteilung auszukommen und dann sehr wahrscheinlich den Gruppensieg zu haben. Durch den Erfolg in Breslau ist Schalke 04 in der Gruppe 4 ungefährdet. Die Elf wird in Dortmund auch das Rückspiel gegen Wormatia Worms gewinnen und damit die führende Position weiter befestigen. Die einzelnen Spiele sind: Gruppe 2a: Viktoria Stolp— Fortuna Düsseldorf Gruppe 25: Dresdner SC— Schweinfurt 05 Gruppe 3: VfR Mannheim— Dessau 05 Stuttgarter Kickers— Admira Wien Gruppe 4: V R Gleiwitz— SC Kassel 03 FC Schalke 04— Wormatia Worms hat Ohne Bedeutung Viktoria Stolp— Fortuna Düsseldorf. Nach dem abermaligen Sieg über Sülz 07 Fortuna Düsseldorf in der Gruppe 2 die Abteilungs meisterschaft sicher, und der Niederrheinmeister kann nun in Ruhe den beiden entscheidenden Gängen mit dem Vertreter der Gruppe 2b entgegensehen. Fur die Spiele mit Schweinfurt 05 oder dem Dresdner Sportklub end bereits der 14. u. 21. Mai als Termine anund zur ersten Begegnung muß Fortuna reibung. Es bleibt abzuwaten, ob der Dresdner Sturm diesmal die starke Schweinfurter Läuferreihe überwinden kann oder erneut daran scheitert. In Bamberg war dies der Fall, in Chemnitz kann es ahnlich sein. Vorentlcheidung in Gruppe 3 Stuttgarter Kickers— Admira Wien Nach der 2:6=Niederlage in Wien, mit der Württembergs Gaumeister die Gruppenspiele einleitete, hat er keinen Punkt mehr abgegeben und am Vorsonntag sogar den schweren Kampf auf Mannheimer Boden eindrucksvoll mit 4:1 gewonnen. Dieser Sieg, an dem Edmund Conen mit vier Toren hervorragend beteiligt war, hat den Stuttgarter Kickers die Führung mit zwei Punkten vor Admira Wien und BfR Mannheim eingebracht. Es ist also auch hier in den Stuttgartern die eine Mannschaft in der glücklichen Lage, mit einem Unentschieden zufrieden sein zu können, während der Gegner Admira Wien auf jeden Fall gewinnen muß, will er noch Gruppensieger werden. Ganz gleich in welcher Höhe der Sieg zustandekommt, wird Admira auf jeden Fall Tabellenführer, da die Württemberger im Torverhaltnis durch die eingangs erwähnte 2:6= Schlappe stark benachteiligt sind. Stuttgart wird also wieder einen großen Kampf erleben. Gelingt es den Wiener Abwehrspielern, den gefährlichen Conen zu halten, ist schon viel gewonnen. Aber auf heimischer Statte ist den Stuttgartern viel zuzutrauen. DfR Mannheim— Dessau 05. Wenn auch dem BfR Mannheim in Mannheim ein Sieg über den Mitte=Gaumeister gelingen dürfte, so wird doch die Meisterschaft kaum noch zu holen ein, denn es steht noch der schwere Rückkampf in Wien aus. Die Dessauer sollten sich auch hier hartnäckig zur Wehr setzen, aber die bessere Mannschaftsarbeit und die größere Entschlossenheit im Mannheimer Angriff werden den Ausschlag zugunsten des badischen Titelhalters geben. Ver einem neuen Schalbe-Sieg Schalke 04— Wormatia Worms Durch den Sieg über Gleiwitz hat Schalke 04 seine Führung in der Gruppe 4 so stark befestigt, daß dem Westfalenmeister die Teilnahme an der Vorschlußrunde kaum noch streitig gemacht werden sollte. Die beiden restlichen Spiele gegen Wormatia Worms und Vorwärts Rasensport Gleiwitz finden in Dortmund bzw. Gelsenkirchen statt, so daß die„Knappen“ nichts mehr zu befürchten haben. In der Dortmunder Kampfbahn„Rote Erde“ wird Schalke aber doch nicht so leicht zum Erfolge kommen, wie man das annehmen möchte. Die Wormser können zwar nicht mehr zur Meisterschaft kommen, aber isie werden doch alles daransetzen, um gerade gegen die savorisierten Westfalen so günstig wie eben moglich abzuschneiden. Schalke ist technisch auch diesem Gegner klar überlegen, mußte aber beim Hinspiel in Frankfurt viel Kampfgeist aufbringen, um mit 1•0 die Oberhand zu behalten. Der von Eckert geführte Angriff der Wormatia ist schnell und entschlossen und kann mit seinem gefährlichen Fligelspiel auch der Schalker Abwehr zu schaffen machen. Auf der Gegenseite wird aber die Hintermannschaft nicht ständig den Schalker Schachzügen gewachsen sein und trotz tapferster Gegenwehr erliegen müssen. An einem sicheren Siege der Schalker ist kaum zu zweiseln. 3 R Gleiwitz— SC Kassel 03. Wenn die Gleiwitzer gegen den Hessenmeister einen ganz glatten Sieg feiern können, haben sie noch eine Chance, denn sollte ihnen im Rückspiel ein Sieg über Schalke gelingen, würde das Torverhältnis ausschlaggebend sein. In Gleiwit wird der Schlesienmeister sich also voll und ganz ausspielen und voraussichtlich auch in ziemlich sicherer Manier die beiden Punkte an sich bringen. Am den Aufstieg zur Bezirksklasse Die Bochumer Grupenmeister unter sich./ SC Altenbochum— Preußen Wanne verschoden. Phönix Lindenhorst— SC 95 Dortmund(vormitlags) gesetzt, sen. Das Stolper Treffen ist also völlig bedeutungslos geworden, und Fortuna wird kaum in stärkster Be setzung antreten. Dennoch glauben wir nicht an einen Ueberraschungssieg des Pommernmeisters, obwohl er sich vor drei Wochen im Düsseldorfer Hinspiel ganz prachtig schlug und erst in der letzten Spielminute mit 0:1 unterlag. Aber die spielerischen Vorteile der Fortuna waren doch so groß, daß die Düsseldorfer fast ständig vor dem Stolper Tor lagen, sich hier allerdings immer wieder festliefen. Die Westdeutschen können in der Heimat des Gegners mit starkem Widerstand rechnen, aber auf Grund ihrer reiferen Technik und größeren Spielerfahrung werden sie auch diesmal die Oberhand behalten. Dresden muß gewinnen Dresdner Sportklub— Schweinfurt 05. Im letzten Spiel fällt nun auch in der Gruppe 2b die Entscheidung. Schweinfurt ist in diesem in Chemnitz zum Austrag kommenden Kampf insofern begunstigt, als die Mannschaft mit einem Unentschieden zufrieden sein kann, da sie den Dresdner Sportklub im Hinspiel mit 1:0 bezwang. Die Möglichkeit, sich sogar eine knappe Niederlage leisten zu können, um trotzdem noch durch das bessere Torverhältnis zum Abteilungssieg zu kommen, verscherzten sich die Schweinfurter am letzten Sonntag durch die beiden Gegentreffer, die sie von Warnsdorf hinnehmen mußten. Der DSC muß also auf jeden Fall siegreich bleiben, und dabei genugt schon ein 1:0, um durch ein geringes Plus im Torverhaltnis der Partner Fortunas zu werden. Für die Dresdner spricht der Vorteil der heimischen UmgeMit zwei weiteren Begegnungen sollten die Spiele um den Aufstieg zur Bezirksklasse ihren Fortgang nehmen. Nur in der Gruppe Dortmund stehen sich diesmal die beiden Dortmunder Vertreter gegenüber. Das Treffen zwischen Altenbochum und Preußen Wanne wurde abgesetzt, weil in Bochum an diesen Tagen der Kreistag stattfindet. In Dortmund=Lindenhorst steigt das Aufstiegsspiel wegen des Vorrundentressens um die Deutsche Meisterschaft Schalke— Worms bereits am Vormittag. Der Sieger des Aufstiegespieles hat berechtigte Hoffnungen, als dritter Verein aufzusteigen. Wir glauben, daß der SC 95 Dortmund die Lindenhorster abhangen wird. König Fußballs großse Tage Vorrundenlpiele um die Deutiche Meilterichaft. 7 Die 2. Pokal-Verlchlußrunde Iteigt. Aufltiegslpiele zur Gau- und Bezirksklalle Eine große Zeit ist für„König Fußball“ gekommen. Hunderttausende von Menschen stehen nun Sonntag für Sonntag in seinem Bann. Schon die Vorrundenspiele um die Deutsche Meisterschaft brachten Zuschauerrekorde ungeahnten Ausmaßes. 45.000 Menschen umjubelten am Vorsonntag Westfalens großen Meister in der Hauptkampfbahn des HermannGöring=Sportfeldes, auf dem Plan des 1. Deutschen Turn= und Sportfestes. 32000 waren in Mannheim, 22000 in Wien, 20000 in Düsseldorf usw. usw. Selten hat man eine solche Anteilnahme beobachten können. König Fußball regiert die Massen stärker denn je. Zu diesen Massen gesellen sich noch Tausende von Interessenten zu den Aufstiegsspielen zur Gau= oder Bezirksklasse. Wer will da behaupten, das Interesse am Fußball sei entschwunden?: Wer noch daran glaubt, wird morgen neue Zuschauerrekorde erleben. Warum? Morgen steigt neben den schon erwähnten Begegnungen die 2. Vorschlußrunde um den Tschammer=Pokal. Deutschlands Gauliga, soweit sie nicht in den Vorrundenspielen steht oder schon ausschied, bestreitet den zweiten Gang. Wir Herner sind stark daran beteiligt, denn Westfalia Herne ist noch im Rennen und zieht morgen zum deutschen Rhein, nach Koln=Mulheim. Der dortige Mülheimer Sportverein ist der 3. Mittelrheinpartner für die Strünkeder in wenigen Wochen. Erst wurden die Herner daheim von Köln 99 geschlagen, dann verloren sie in Aachen, und nun hat Mülheim das Wort. Die Strünkeder werden wissen, daß sie vor einem schweren Spiel stehen, dessen Ziel natürlich ein sehr verlockendes ist. Es zu erreichen, bedarf einer großen Leistung, und solche hat uns die Westfalia in letzter Zeit nicht immer gezeigt. Gelingt trotzdem ein Sieg, so ist es möglich, daß bereits am 21. Mai ein Gegner von Ruf bei den Strunkedern erscheinen wird. Hoffentlich klappt es mal, es wird auch hohe Zeit Die Aufstiegsspiele zur Bezirksklasse, soweit sie uns interessieren, hatten für uns einen guten Auftakt. Unsere beiden Bochumer Gruppenmeister landeten hohe Siege und haben berechtigte Aussichten, beide in höhere Klassen zu kommen, wodurch eventuell weitere Vereine zur 1. Kreisklasse aufrücken können, wo die Meisterschaftsspiele nun endgültig abgeschlossen sind, denn durch Urteilsspruch ist das Spiel Preußen Wanne— Constantin Herne für die Preußen verloren. Auf den Schlußstand der Tabelle hat dieser Entscheid aber keinen Einfluß mehr. Zu dem sehr umfangreichen Pflichtprogramm im Fußballsport gesellt sich diesen Sonntag noch ein Aufgebot an Freundschaftsbegegnungen, an welchem unsere Herner Mannschaften auch beteiligt sind, soweit sie es nicht vorziehen, Zeugen größerer Spiele zu sein. Der BfB Börnig spielt zum Beispiel an der Schadeburg gegen den SV Erkenschwick aus der Bezirksklassengruppe Münsterland. Hier wird auch der Bf B Börnig einen schweren Stand haben, doch sollte er es schaffen. Weiterhin steigen eine Reihe Freundschafts spiele unserer Kreisklassenmannschaften Wir können uns also nicht beklagen über die sportliche Auslese dieses Sonntags, und doch sind wir Her ner nicht so recht zufrieden, da wir persönlich großen Treffen kaum beiwohnen können, denn alle größeren Spiele sind kaum in unserer Nähe. Nach MillheimRhein ist es reichlich weit, bleibt noch Dortmund. Ueberlassen wir es den Interessenten, wohin sie pilern wollen. Wir wollen nur hoffen, daß„König ußball“ alle zufriedenstellt. Der BfB Vornig spielt an der Schadeburg UfB Börnig— SpB Erkenschwick. Für den morgigen Sonntag hat der BfB Börnig eine spielstarke Mannschaft der Bezirksklasse, Gruppe Münsterland, verpflichtet, den SpV Erkenschwick. Diese Mannschaft hat in der Tabelle einen guten Mittelplatz, wie auch der BfB Börnig. Es wird daher an der Schadeburg zu einem spannenden Kräftevergleich kommen. Die Börniger arbeiten zur Zeit stark an der Hebung der Durchschlagskraft ihrer ersten Garnitur, denn sie haben manche Schwachen auszugleichen. An dem Gast aus Erkenschwick haben sie einen zähen Widerpart, vor allen Dingen wird der Sturm des B/B Börnig mit den drei Gebrüdern Pachurka mit der guten Hintermannschaft der Gäste seine liebe Not haben. Wir sind gespannt, ob die Börniger diesen Gast niederhalten können. Da auch die Börniger Hintermannschaft ziemlich schlagsicher ist, rechnen wir nur mit einem knappen Ergebnis, wobei wir dem Bfe Börnig wegen des eigenen Platzes größere Aussichten einräumen BfB Börnig 2.— Erkenschwick 2. Constantin Herne- Preußen Wanne Da die Wanner nicht zum Aufstiegsspiel gegen Alsbochum anzutreten brauchen, erscheinen sie bei Constantin Herne. Hier fragt es sich, mit welchen Vorsatzen die Besucher den Kampf aufnehmen werden. Diese werden nämlich für einen wirklichen Ein5 Jahre Germania Herne Wenn wir bereits darüber berichteten, daß die Germanen anlaßlich ihres 30jährigen Bestehens noch in diesem Monat eine größere Veranstaltung durchführen, wobei auch Pokalspiele um den SCG=Pokal vorgesehen sind, so können wir jetzt die genauen Paarungen veröffentlichen. Es spielen: 13. 5. UfB. Börnig— Sportv. Sodingen 16. 5. Phönix Bochum— BV Herne-Süd 17. 5. B6 Erin Castrop— Constantin Herne Die Zwischenrunde steigt bereits am Himmelfahrtstage, wahrend das Schlußspiel für Sonntag, den 21. Mai vorgesehen ist. Die Germania selbst aber tritt um diese Zeit zweimal auf den Plan. Am 14. Mai besucht die Westfalia Herne den Jubilar auf eigenem Grund und Boden, um in einem Freundschaftskampfe eine jahrzehntelange Tradition erneut zu beleben. Am Samstag, dem 20. Mai, stellt sich ein weiterer Gauligist Spielv. Röhlinghausen, den Germanen. Diese kurze Skizzierung verrät jedenfalls eine gediegene Programmgestaltung, zu der sich noch eine Siegerehrung und Jubiläumsfeier zur Vervollständigung des Ganzen gesellen. Was liegt da näher, als dem Jubelverein schon jetzt vollen Erfolg zu wünschen, um aus ihm Kraft zu weiteren Taten zu schöpfen. Karlchen will Schüsse sehen Nun mitten im Mai...] Der Tanz um die Viktoria./ Schalke vor dem Ziel. Die totgehetzten Gleiwitzer. 1 Der wiederauferstandene Edmund Conen. 7„Wunderbarer Jußball, aber keine Torschützen". Bleiben wir im Pokal-Wettbewerb? Also war das mal wieder ein frohbewegtes Leben am nationalen Feiertag des deutschen Volkes. Aus allen Herner Lokalen scholl froher Gesang, leerten die Menschen ihr Glas auf den 1. Mai, der für das neue Deutschland zum Sinnbild der freudigen Lebensbejahung geworden ist. Karlchen erinnert sich noch der Zeiten, in denen man froh war, wenn dieser Tag hinter einem lag, als durch die Bahnhofstraße hinter den roten Fetzen der Hause verhetzter Männer, Frauen und Kinder zog, die gröhlend die„Internationale“ sangen. Das alles liegt nun wie ein Spuk hinter uns, und so hat auch Karlchen den 1. Mai gefeiert, wie es sich gebührt, hat er dem Lenzesmonat seine Reverenz erwiesen. Wenn nicht alles täuscht, scheint sich der Mai ja nun in der Tat darauf zu beinnen, was er seinem Namen schuldig ist. An die Stelle des naßkalten Wetters, bei dem sich so mancher einen tüchtigen Schnupfen geholt hat, werden wir jetzt wieder mal mit sonnigen, warmen Tagen bezlückt. Hoffentlich bleibt das so, bringen uns die„drei gestrengen Herren“, die Pankratius, Servatius und Mamertus keinen allzu bösen Rückfall. Denn einmal stehen jetzt die Obstbäume in schönster Blüte, und Karlchen möchte am nächsten Weihnachtsfest mehr Aepfel haben als es das letzte Mal der Fall war, zum andern haben die Herner Badelustigen ja auch einen berechtigten Anspruch darauf, daß es in Balde los geht, daß sich die Tagestemperatur des Wassers in unseren Freibadern auf einer bestimmten Höhe bewegt, damit man den Sprung in das nasse Element wagen kann, ohne gleich eine Gänsehaut zu bekommen. Die ganz Abgebrühten, wie Dohlenheinrich, haben die Badesaison bereits begonnen, aber wir„gewöhnlichen Sterblichen“ warten eben sehnsüchtig darauf, bis es wirklich mollig warm geworden ist. Also in diesem Sinne: Lieber Mai, mach uns keinen Kummer! Allzuviel los war im sportlichen Leben unserer Stadt ja nicht, so daß Karlchen sich zunächst einmal Dingen zuwenden möchte, die sich außerhalb unserer eigenen vier Pfahle abspielen. Da ist in erster Linie der Kampf um die„Viktoria“, der die Freunde des Lederballs in Aufregung und Spannung hält. Mit dem Hamburger Sportverein hat es einer der Favoriten bereits geschafft. Die Rothosen von der Waterkant sind in ihrer Gruppe überlegener Sieger geworden und stehen damit als Erster der vier Teilnehmer an der Vorschlußrunde fest. Wer zweifelt daran, daß Nr. 2 Schalke 04 sein wird. Die wackeren Schlesier mußten in Breslau vor nahezu 40000 Landsleuten erfahren, daß der„Löwe aus dem Kohlenpott“ noch immer fähig ist, zu einem grimmigen Schlage auszuholen. Der Sieg der Mannen um Szepan und Kuzorra fiel zwar zahlenmäßig mit 2:1 recht knapp aus, aber namentlich in der zweiten Halbzeit, als der „Schalker Kreisel" richtig zu lausen begann, war Gleiwitz mit seinem Latein zu Ende und wurde förmlich zu Tode gehetzt. Am morgigen Sonntag haben wir das Rückspiel Schalke— Worms in der Kampfbahn „Rote Erde“ in Dortmund. Auch ohne Kuzorra, der sich für die letzten großen Kämpfe richtig auskurieren will, wird der Westfalenmeister sich auch hier die beiden Punkte zu Gemüte führen, so daß er mit aller Seelenruhe am übernachsten Sonntag die Gleiwitzer in der Glückauf=Kampfbahn erwarten kann. Fortuna Düsseldorf wartet auf seinen Kontrahen= ten. Wird es der Dresdner SC oder 1. FC Schweinfurt sein, das ist, um mit Hamlet zu reden, hier die Frage. Na, am Sonntagabend werden wir ja auch in dieser Hinsicht klar sehen, wissen die Mannen um Janes, mit wem sie es auszumachen haben, wer als Dritter seinen Einzug in die Vorschlußrunde hält. Zu einer Preisfrage hat sich der Kampf in der vierten Gruppe gestaltet. Wer wird nun das Rennen machen: Stuttgarter Kickers, Admira Wien oder BfR Mannheim? Die Wiener, die sich die Sache bei Beginn der Gaugruppenspiele so einfach vorgestellt und geglaubt hatten, sie könnten der Mannschaft des Altreichs einfach etwas vorzaubern, haben inzwischen allerhand Lehrgeld zahlen müssen. Vier Punkte sind futsch. Am letzten Sonntag haben sie zum Entzücken des Wiener Publikums allerdings wieder mächtig aufgedreht und die armen Dessauer mit 5:1 in Grund und Boden gespielt. Nun müssen sie morgen nach Stuttgart, der schönen Hauptstadt des Schwabenlandes. Daß nach dem sensationellen 4:1=Sieg der Kickers in Mannheim der Platz ausverkauft sein wird, daran braucht man nicht den geringsten Zweifel zu hegen. Die Stuttgarter bauen auf Edmund Conen, den wieder auferstandenen Mittelstürmer unserer Nationalelf. Wenn Karlchen den Berichten über das Mannheimer Spiel Glauben schenken darf, hat Conen allein das Spiel gewonnen. Auf sein Konto kommen alle vier Tore. Alles äußert sich in den begeisterten Worten über den früheren Saarbrückener, der als das Ideal des Mittelstürmers bezeichnet wird. Auch Dr. Nerz, der unter den Zuschauern weilte, ist einfach weg. Wenn es nach ihm geht, wird Conen schon im nächsten Länderspiel wieder den deutschen Sturm führen. Morgen gegen Admira Wien muß Conen beweisen, ob die hohe Meinung, die man allgemein wieder von ihm hat, zu Recht besteht. Schießt er wieder wie an den letzten Sonntagen seine Tore, ist er wieder, wie eine süddeutsche Sportzeitung schreibt, der„unbarmherzige Kanonier“, dann ist ein abermaliger Triumph der Stuttgarter das Wahrscheinliche, würde mit den Kickers der Sieger in dieser„Bombengruppe“ feststehen. Wo wir gerade bei Conen sind, hier zeigt sich wieder einmal, wie es sich für eine Elf auswirken kann, wenn im Zentrum ihres Sturms ein Mann steht, der kaltblütig jede Torgelegenheit wahrnimmt und über' die erforderliche Schußkraft verfügt. Wann werden wir Aehnliches wieder einmal bei unserem heimischen Gauligisten erleben, so eine Neuauflage des unvergeßlichen Conrad Dietermann? Da liest Karlchen in der Fachpresse, daß die Westfalia in Aachen einen„wunderbaren Fußball“ hingelegt und die Münzenberg=Elf lange Zeit völlig eingeschnürt hat. Dem gleichen Bericht ist aber zu entnehmen, daß es mit dem Schußvermögen des Herner Sturms geradezu kläglich bestellt gewesen ist. Alle schöne Kombination versandete vor dem gegnerischen Tor, wo man entweder das Leder in die Wolken knallte oder dem Ball solch ein sanftes Stößlein versetzte, daß es dem Aachener Tormann wirklich keine Mühe machte, ihn liebevoll in seine Arme zu nehmen. So, Herrschaften vom Schloß Strünkede, geht das nun nicht. Es ist ja gut und schön, wenn man durch seine Spielweise einen guten Eindruck hinterläßt, aber letzten Endes wird nur das Resultat, werden die zählbaren Ergebnisse gewertet, und da nimmt sich so ein 0:3 alles andere als schmeichelhaft aus. Am morgigen Sonntag geht ja nun wieder die Fahrt zum Rhein. Und zwar nicht zum friedlichen Freundschaftsspiel, sondern zum grimmigen Pokalkampf. Und wenn man hier zum Ziele kommen will, dann muß erst recht geschossen, muß wirklich scharf geschossen werden. Also: wer von den Strünkedern will in dem Pokaltreffen gegen den SV Mülheim, seines Zeichens früherer Mittelrheingaumeister, die Rolle eines Edmund Conen übernehmen? Falls sich dazu keiner der blauweißen Stürmer bereitfinden sollte, sieht Karlchen schwarz, werden wir Herner am Sonntagnachmittag wohl aus dem„Pokal" raus sein. Und das wäre immerhin schade... Die Tips: Schalke— Worms 3:1 Gleiwitz— Kassel 4•2 Dresden— Schweinfurt 2:1 Stuttgart— Wien 1:1 Mannheim— Dessau 3:1 Stolp— Fortuna 0:3 SB Mülheim— Westfalia Herne 2•3 Herten— BfB Mülheim 3:1 VfL Geseke— Röhlinghausen 1:3 Schw. Weiß Essen—. Borussia Dortmund 3•2 Arminia Bielefeld— Westende Hambern,?1 Lindenhorst— 95 Dortmund 2•2 * letz deim Sptel nicht das rechte Verständnis aufbringen, sondern ihre Krafte für einen höheren Einsatz aufsparen wollen. Dann aber werden die Gastgeber besonders bei der Sache sein und die Wanner sogar geschlagen heimschicken Germania Herne- Südstern Herten Cinen tüchtigen Vertreter erwarten die Germanen morgen auf ihrem Gelande in Südstern Herten. Diese Mannschaft spielt in der 1. Kreisklasse des Kreises Recklinghausen eine führende Rolle und wird durch ihr abwechslungsreiches Spiel den Germanen ein an Spannungen reiches Treffen liefern. Daher werden die Gastgeber gut tun, ihrem Gast mit entsprechender Vorsicht gegenüberzutreten, um nicht auf die Verliererstraße zu geraten. Sodingen A. L. Germania Herne A. H. Dieses vor Wochen schon einmal angesetzte Spiel findet heute aus dem Gelände des SpV Sodingen seine Erledigung. Vorher trefsen sich: SpV Sodingen 1a=Jgd.— Germania Herne 1a-Igd. Kreußen Quisburg A. S. - Westfalia Herne A. H. Bereits heute schnüren die„alten“ Westfalen ihr Bündel, um mit den Preußen aus Duisburg erneut einen Kräftevergleich zu wagen. Da die Be ucher voraussichtlich in stärkster Besetzung antreten werden, könnte ihnen ein Unentschieden glücken. Jahn Holsterhausen— Viktoria Herne. Da die Viktorianer im Augenblick nicht besonders spielstark sind, werden sie von ihren Gastgebern nicht viel Entgegenkommen zu erwarten haden. Die Herner werden sich natürlich energisch wehren, um die Niederlage in erträglichen Grenzen zu halten. Holsterhausen 1. u. 2. Jgd.— Viktoria 1. u. 2. Jgd. während die Ostmärker doch immerhin eine spielerisch, recht gute Elf stellen. Einen erbitterten Kampf wer den sich in Mannheim Waldhof und Post München liefern. Die Bayern führen ungeschlagen die Tabelle an, während die Waldhöfler nur knapp in Wien verloren und kampflos ihr Spiel gegen die Postler in München abgeben mußten. Diesmal dürfte die Entscheidung fallen, ob Post nun Gruppensieger wird, oder ob der Weg doch noch verlegt wird, denn noch stehen einige schwere Kämpfe bevor. Um die Deutsche Zugendmeisterschaft Bann 259— Bann 130 Dortmund 1. Nach einem zweimaligen Siege der Herne Castrop= Rauxeler über den 2. Bann von Groß=Dortmund erwarten sie morgen vormittag 10,30 Uhr auf dem Germania=Platz den Bann 130 l; in deren Reihen stehen hauptsächlich Kräfte von Borussia und Hoesch Dortmund. Die Herner erscheinen diesmal in stärkster Besetzung, und zwar mit: Michalski(Westsalia); Blatt I(Sodingen), Reuter(Castrop 11); Weschollek(Fortuna Herne), Lenz(Germania), Slaby(Sodingen): Patzmann(Habinghorst), Artin(Sodingen), Pillkan (Westfalia), Heinrich(Westfalia), Rieger(Börnig). Ersatz: Witschek(Westfalia), Brokop(Castron 02). Vorher findet ein Ausscheidungsspiel um die Jungbann=Meisterschaft statt. Weitere Treffen um die Deutsche Jugendmeisterschaft. Bann 300 Wanne=Eickel— Bann 67 Bochum Bann 251 Gelsenkirchen—. Bann 262 Bottrop Bann 135 Hagen— Bann 138 Siegen Bann 158 Bielefeld— Bann 183 Herford Bann 305 Rheine— Bann 13 Münster Bann 260 Ahlen— Bann 131 Hamm Bann 281 Paderborn— Bann 264 Arnsberg Westfalig Herne beim Spielverein Köln-mülheim Zweite Hauptrunde zum Pokal J 17 Spiele in den weltdeutlchen Gauen Spielverein Mulheim- Westsalia Herne Nach dreiwöchiger Pause wird der TschammerPokal=Wettbewerb in der Gaugruppe West an diesem Sonntag mit der zweiten Hauptrunde fortgesetzt. Ins gesamt finden 17 Treffen statt, die sich auf die einzelnen Gaue verteilen. Das Freilos zog der BfB Bielefeld, der damit schon in der dritten Hauptrunde steht. Nur vier Begegnungen finden im Gebiet des Westfalen=Gaues statt. Armania Bielefeld hat es mit dem SV Westende Hamborn zu tun, der dreimal mit Union Gelsenkirchen remis machte und dann erst durch Los in die zweite Runde kam. Die Bieleselder sind spielerisch stärker und werden auf eigenem Platz auch wohl die Oberhand behalten. Die SpVg Herten, die aus der Gauliga abtreten muß, erwartet in dem BfB Mülheim einen spielstarken Vertreter der Niederrhein=Bezirksklasse. Beim VfL Geseke ist die SpVg Röhlinghausen als Sieger zu erwarten. Das Spiel Linden— Hamborn 07 fällt dagegen aus. Das Hauptspiel am Niederrhein führt den Tabellenzweiten, ETB Schwarz=Weiß, mit den Dortmunder Borussen zusammen. Auf Grund ihrer reiferen Spielweise müßten die Essener die Oberhand behalten. Dem VfL Benrath sollten daheim Sportfreunde Katernberg kaum gefährlich werden. Dagegen ist der Ausgang der übrigen Spiele ziemlich offen. Der Duisburger Spielverein trifft auf den SpV Höntrop, der aus Westfalens Gauliga absteigt, beim Meidericher Spielverein gastiert Preußen Münster, und der Homberger Spielverein hat sich mit dem BfR Köln auseinanderzusetzen. Mit VfoB Alsum und Edelstahl Krefeld sind zwei Bezirksklassenvertreter unter sich. Der Gau Mittelrhein sieht sieben Spiele vor. Köln 99 ist erklärter Favorit gegen Viktoria Kellersberg, und Beuel wird in Altenseelbach siegreich bleiben. Tus Neuendorf kann durch den BfL Preußen Krefeld gestürzt werden, Eintracht Trier ist als Aufstiegskandidat vom SSB Troisdorf sehr ernst zu nehmen. Alemannia Aachen ist wieder gut in Form und somit den Gladbacher Borussen zumindest eben bürtig. Schließlich treffen in Bonn der Fußballverein und die Tura=Elf zusammen. Der Spielplan hat folgendes Aussehen: Westfalen: Arminia Bielefeld— Westende Hamborn SpVg Herten— BfB Mülheim VfL Geseke— SpVg Röhlinghausen MBV Linden— Hamborn 07 fällt aus BfB Bielefeld Freilos. Niederrhein: VfL Benrath— Sportfreunde Katernberg Duisburger SpV— S3 Höntrop Schwarz=Weiß Essen— Borussia Dortmund Meidericher SpV— Preußen Münster BfB Alsum— Sieger Edelstahl— Alstaden Homberger SpV— BfR Köln Mittelrhein: SV Altenseelbach— SV Beuel Eintracht Trier— SSB Troisdorf Tus Neuendorf— VfL Preußen Krefeld VfL Köln 99— Viktoria Kellersberg Bonner FV— Tura Bonn Alemannia Aachen— Borussia M.Gladbach Mülheimer SV— Westfalia Herne Von den Hernern kann man nun nicht behaupten, daß sie bei der diesjährigen Auslosung zu den Pokalspielen etwa vom Glück begünstigt seien. Mußten sie schon beim ersten Gang nach Bottrop, so geht morgen die Fahrt schon merklich weiter. Aber schließlich weiß niemand, wofür diese immerhin etwas eigenartige Ansetzung gut sein kann. Die Gastgeber wirken im Oberhaus des Gaues Mittelrhein, hatten allerdings im fast abgelaufenen Meisterschaftsjahr alle Mühe, sich in diesem zu halten. Schließlich mußten dort Alemannia Aachen und Tus Neuendorf weichen. Was aber die Aachener können, haben die Westfalen am letzten Sonntag selbst am eigenen Leibe erfahren. Hier muß aber doch eingeflochten werden, daß die Strünkeder unter einem außerst unglücklichen Stern sochten, was auch der Mitarbeiter der„Fußballwoche" unumwunden in seiner Berichterstattung zugab. Wie dem auch sei, die Mülheimer aber als Gastgeber der Westfalia fertigten noch vor 8 Tagen Duisburg 48=99 aus der Gauliga Niederrhein mit 5:2 ab. Was also den Hernern unter Umständen morgen wiederum blühen kann, ist eine weitere Niederlage, aber unseres Erachtens nur dann, wenn ein weiteres Mal die Herner Stürmer bei Abgabe ihrer Schüsse „verkehrtes Maß" nehmen und zuviel„rucken" und „zucken". Nun auch Nieder= und Mittelrhein Um den Aufstieg zur Gauliga. An diesem Sonntag beginnen nun auch in den Gauen Nieder= und Mittelrhein die Fußball=Aufstiegsspiele zur Gauliga. In Westfalen wurden bereits einige Treffen zur Erledigung gebracht. Da ein Teil der westfälischen Bewerber noch im Pokalsampf steht, herrscht im Aufstiegskampf des Gaues 9 diesmal Ruhe. Am Niederrhein bewerben sich sechs Vereine um einen„Platz an der Sonne“. In der Gruppe 1 stehen Rot=Weiß Oberhausen, Tus Helene Essen und BlauGelb Wuppertal, in der Gruppe 2 Borussia M. Glad bach, Union Krefeld und BfB Hilden. Rot-Weiß Oberhausen, im Vorjahr aus der Gauliga abgestiegen, hat in letzter Zeit eine recht gute Form gezeigt und gilt allgemein als erster Anwärter auf den Aufstieg. In Oberhausen müßte denn auch ein knapper Sieg über Tus Helene Essen gelingen, zumal die Essener in der Hintermannschaft nicht ganz sattelfest sind. In der Gruppe 2 stehen sich im ersten Kampf Union Kre seld und der BfB Hilden gegenüber. Es ist hier mit einem ausgeglichenen Kampf zu rechnen. Hilden dürfte technisch etwas besser sein, dafür haben die Krefelder den wertvollen Platzvorteil aufzuweisen. Im Gau Mittelrhein sind Vingst 05, SpVg Andernach und Westmark Trier in Gruppe 1 sowie Eintracht Kreuznach, Bonner FV, BfL 99 Düren und SV Brachbach in der Gruppe 2 die Anwärter auf den Aufstieg. Infolge der Pokalrunde kann an diesem Sonntag jedoch nur mit einer Begegnung gestartet werden, die zwischen dem BfL 99 Düren und dem SV Brachbach fällig ist. Auf eigenem Platz ist den Dürenern ein knapper Sieg zuzutrauen. Deutsche Handballmeisterschaft Die deutsche Handballmeisterschaft ist schon beträchtlich gefördert worden und das Bild hat sich noch keineswegs verschoben. Neben dem MSTA Leipzig in Gruppe 1 scheint der SV Lintfort in Gruppe 3 einem sicheren Gruppensieg zuzusteuern. In Grupe 4 liegt die Münchener Post noch ungeschlagen vorn und hat die besten Aussichten auf einen Endsieg, während in Gruppe 2 noch Minden und Weißenfels für den Endsieg in Frage kommen. Im übrigen sind die Gaumeister sich vollkommen ebenbürtig, so daß es auf der ganzen Linie erbitterte und gleichwertige Gefechte g1b).: Gruppe 1. Von den fünf Mannschaften dieser Gruppe stehen am Sonntag wieder vier im Kampf. Das wichtigste Spiel steigt in Carlowitz, wo MSV IR 49 Carlowitz den deutschen Meister MSTA Leipzig zu Gast hat Die Leipziger stellen die ausgeglichenere Elf, die auch im Angriff durchschlagskräftiger ist und ihren bisherigen Siegen einen neuen Erfolg anreihen wird. In Berlin spielt der junge brandenburgische Mei ster SV Elektra Berlin gegen MSV Bischofsburg Die Reichshauptstädter besitzen wieder eine sehr gute Elf, die mit nur zwei Minuspunkten an zweiter Stelle liegt und auch diesmal die Ostpreußen sicher bezwin gen wird. MTSA Leipzig, Lintfort und Post München. Gruppe 3. Linisorter SB— TS6 61 Ludwigshasen. Der Niederrheinmeister hat seinem Gau zu weiterem Ansehen verholfen und scheint einem überlegenen Gruppensieg zuzusteuern. Bereits das Hinspiel in Ludwigshafen wurde sicher gewonnen, und diesmal kann man keinen Grund sehen, warum die Rheinländer nicht erneut beide Punkte an sich bringen sollten. Uebrragende Spieler wie Torwart Körvers und die Stürmer Ladage und Bründgens geben der Elf doch einen mächtigen Rückhalt. Fast in allen Beziehungen sind die Lintforter im Vorteil, und daß sie Tore werfen können, haben sie ja auch zur Genüge bewiesen. BfB 08 Aachen— SS Arolsen. Der Mittelrheinmeister bezog von den Hessen in derem Gebiet eine nette Abfuhr und wird nun versuchen wollen, die Sache umzudrehen. Für den Gruppensieg kommen die beiden Mannschaften nicht mehr in Betracht und spielerisch sind sie sich ziemlich ebenbürtig Gruppe 4. TV Altenstadt erwartet den Wiener AC, dem er kaum den Weg zum Siege verlegen kann. Die Würtkemberger sind schwächer, als man erwartet hatte, Wird hindenburg minden noch Gruppenmeister? Ein wichtiges Spiel gegen den MSV Lüneburg. In der Gruppe L ist noch„alles drin“. Zwar bedauerte man allgemein in Westfalen die Niederlage von Hindenburg Minden gegen den MSV Weißensels, aber gibt nicht dieser Punktverlust der Pioniere allen weiteren Spielen in der Gruppe den größten Reiz? Weder Minden noch Weißensels dürfen einen Punkt abgeben, sonst könnte es mit der Meisterschaft vorbei sein. Das trifft besonders für Weißenfels zu, das bisher einen Verlustpunkt aufzuweisen hat und noch nach Minden zum Rückspiel muß. Aber auch Minden muß sich in Acht nehmen. Und da flößt besonders das Treffen in Lüneburg den westfälischen Handball=Anhängern Schrecken ein. Man denkt unwillkürlich an das Spiel Lüneburg— Weißenfels, in dem sich der Gast mit einem glücklichen Unentschieden begnügen mußte. Hier war es kein Zufall, sondern mit unerhörtem Eifer und nicht zuletzt durch das Plus des eigenen Platzes schafften die Lüneburger Soldaten das 5:5. In Minden mußten sie schon einen Sonntag später mit 13:8 ein klare Niederlage einstecken. Daß aber ihre Kampfkraft nicht gebrochen war, bewies der letzte Sieg über die bekannte Hamburger Mannschaft Oberalster, die schon jetzt vollkommen aussichtslos im Rennen liegt. Alles in allem wird dieses Spiel für die Pioniere eine ungeheure Nervenprobe sein, und man wird auch so die Kameraden aus der Heidestadt nicht unterschätzen. Wir hoffen nur, daß dies so entscheidende Spiel sportlich ausgetragen wird, was man in Anbetracht der letzten Vorrundenspiele immer wieder betonen muß. Gegen den Mittemeister verlor Hindenburg seinen Rechtsaußen Helligrath, der in schwersten Spielen oft der Dirigent des Spiels war. Er wurde wegen unfairen Spiels des Platzes verwiesen und kann auch diesmal nicht mitmachen. Das wird eine Lehre gewesen sein, denn in den schweren Kämpsen kann eine Elf auch nicht einen Stammspieler missen. Wer bleibt Sieger in diesem Spiel? Wir glauben trotz der Niederlage der Pioniere in Weißenfels an einen knappen Erfolg in Lüneburg. Der erste Sieg n Minden wird dem Westfalenmeister das nötige Selbstvertrauen geben, diesen Kampf siegreich zu bestehen. Denn Hindenburg Minden spielt mit der heutigen Elf wie in seinen besten Tagen, daran ändert auch die Niederlage am letzten Sonntag nichts. Wir wollen hoffen, daß im Sturm für Helligrath ein guter Ersatzmann gefunden wird, dann wird und muß es klappen. Technisch gutes Spiel zeichnet die Westfalen aus. Eifer und Platzvorteil sind das Plus des Gastgebers. Bei aller Anerkennung für das Können Lüneburger Reiter wird für sie ein Punkteverlust kaum zu vermeiden sein. Lüneburg hat dennoch über eine tapfere Mannschaft zu verfügen, das wird das Ergebnis am Sonntag beweisen. Vor einer leichteren Aufgabe steht der MSB Weißenfels, der gegen Oberalster Hamburg antreten muß. In diesem Spiel ist Weißensels hoher Favorit, aber.., über einen Punktverlust würde man sich in Westfalen freuen. Handball=Abschlußtabelle Bezirksklasse, Staffel 7. Linden und Hagen 72. Hamburg— Trivolis— Helsinki Dreifronlenkampf des deutschen Motorsports. Auf dreifacher Front kämpft am Wochenende der deutsche Motorsport. Im Hamburger Stadtpark werden Meisterschaftsläufe der Krafträder und Sportwagen durchgeführt. In Tripolis starten zwei kleine Mercedes=Benz=Rennwagen erstmalig beim Großen Preis von Tripolis und beim Tiergartenrennen von Helsinki, Finnlands bedeutendstem Motorsportwett bewerb, ist die Hälfte aller Fahrzeuge deutschen Ursprungs. Die Spitzenklasse startet. Die Hamburger Motorsportfreunde werden wieder zwei mit großem Sport erfüllte Tage erleben. Insgesamt 219 Meldungen wurden für das diesjährige Stadtpart=Rennen für Krafträder und Wagen abgegeben. Sämtliche Vorjahrssieger, wie überhaupt die gesamte deutsche Spitzenklasse, sind vertreten. so daß in allen Klassen mit spannenden Wettbewerben gerechnet werden kann, zumal das Rennen als zweiter Lauf zur Deutschen Motorradmeisterschaft und erster der neu ausgeschriebenen Sportwagenmeisterschaft überdurchschnittliche Bedeutung besitzt. Mit dem„Tag der Jugend“ wird am Samstag die Veranstaltung eingeleitet. Hier werden vor allem die 86 Ausweisfahrer ihr Können zeigen, während die 85 Lizenz= und 48 Sportwagenfahrer zum größten Teil am Sonntag starten werden. Aus dem Ausland liegen wiederum zahlreiche Nennungen vor. England, Belgien, Italien und Luxemburg sind vertreten. Sämtliche deutschen Rennmannschaften sind geschlossen am Start wie Auto=Union DKW, NSl und BMW. Auch die Vorjahrssieger fehlen nicht. Bei den Krafträdern verteidigt Ewald Kluge in der 250ccm=Klasse auf Auto=Union DKW seinen Sieg, den er mit 122.2 kmistd herausfuhr. In der 350er Klasse ist Bodmer zur Stelle, der auf NSll 115.3 kmistd herausholte, und in der Halbliterklasse wird Gall ver suchen, einen noch höheren Durchschnitt als 135 kmistd zu erreichen. Die Vorjahrssieger bei den Sportwagen waren bis 1,5 Liter Dr. Wiswedel(Berlin) auf MG mit 107.4 kmistd, bis 2 Liter Heinemann(Köln) auf BMW mit 118.4 kmistd. Diese Geschwindigkeiten wurden im Vorjahr teilweise bei Regen und Hagel ausgefahren, so daß man für dieses Jahr bestimmt mit Verbesserungen rechnen kann. Einen sehr scharfen Kampf erwartet man in der 350er Klasse zwischen den Kompressor=Neukonstruktionen von Auto=Union DKW und NSU. Im Training wird man auch Feldwebel Georg Meier bewundern können, der sich auf der Halbliter BMW, dem schnellen Leichtbauwunder aus Mün chen, auf die englische T.T. vorbereitet. Meier wird außerdem an den beiden Tagen mit Auto=UnionRennwagen einige Runden ziehen. Was kann der kleine Mercedes? Der Große Preis von Tripolis, der seit 1934 ausnahmslos von den deutschen Formelwagen gewonnen wurde, ist in diesem Tahre für die Klasse der 1.5=Liter=Wagen ausgeschrieben worden. Deutschland besaß bis heute keine Konstruktion dieser Art, aber Mercedes=Benz hat in wenigen Monaten einen 1.5 Liter=Rennwagen entwickelt, der nun seine Feuertaufe auf der Mellaha=Rundstrecke erhalten soll. Die Neukonstruktion aus Untertürkheim wird von Rudolf Caraciola und dem zweifachen Sieger von Tripolis, Hermann Lang, gesteuert. Ob der „Kleine“ sein erstes Rennen schon durchsteht, muß natürlich abgewartet werden. Schnell genug scheint er auf jeden Fall zu sein, zumal man in Untertürkheim in den letzten Jahren große Erfahrungen im Bau hochtouriger Kompressormotoren gewonnen hat. Bei den Prüfungen in Hockenheim hat der Wagen sich jedenfalls bestens bewährt. Er stand ein richtiges Rennen über 400 Kilometer glatt durch, und es wurden Runden von nicht weniger als 192 kmistd. erzielt, eine erstaunliche Leistung, die dem großen Formelwagen, dessen genaues Abbild der„Kleine" ist. nur wenig nachsteht. Die beiden deutschen Fahrer werden es in der lybischen Wüste auf jeden Fall schwer haben. Sie stehen im Kampf gegen 2 Maserati=Wagen und sechs Alfa Romeo=Konstruktionen, Wagen, die schon seit Jahren in vielen Rennen erprobt sind und von so großen Könnern wie Dr. Farina, Pintacuda, Biondetti, Graf Trossi, Villoresi, Taruffi, Balestrero usw gesteuert werden. Kampf in der Olympiastadt. Am Tiergartenrennen in Helsinki nehmen 30 Krafträder, Renn= und Sportwagen teil. Weit über die Hälfte davon ist deutscher Herkunft und wird von Rumänen, Finnen und Esten gefahren. Deutschlands Aufgebot besteht aus den Sportwagenfahrern Uli Richter(München) auf BMW, Karl Häberle (Hannover) auf Hanomag und Otto Löhr(Frankfurt), auf Adler. BMW und Adler kamen schon in früheren Rennen hier zu Siegen. Bei den Krafträdern startet Siegfried Wünsche für Auto=Union DKW in der Klasse bis 250 ccm. Billardsport Stadtmeister Elsenbein— Herne-Stamm 28. Morgen findet der Freundschafts=Revanchekampf zwischen dem Stadtm. Elfenbein und dem Zweiten der Meisterschaft Herne=Stamm 28 statt. Wer wird diesen Kampf gewinnen? Es wird dieses eine Kraftprobe werden, zumal Herne=Stamm die Scharte wieder auszuwetzen sucht, während Elsenbein seinem Sieg einen neuen anreihen möchte. Um jede Partie wird erbittert gekämpft werden und jeder Spieler diese nicht eher verloren geben, bis sein Gegner den letzten Ball gestoßen hat. Auf dieses Treffen sind alle Billardsportler gespannt, sie werden deshalb am Sonntag das Interesse für diesen Kampf zeigen und ihm den nötigen Rahmen geben. Austragungslokal ist das Klublokal des BSp.=Vereins Herne=Stamm 28(JägerWand). Auslejetag im westdeutschen Turj. Die Mai-Ereignisse auf der Bahn in Dortm.-Wambei Wer von den zahlreichen westdeutschen Rennsportanhängern möchte nicht dabei sein, wenn auf der volkstümlichen Turfkampfstätte in DortmundWambel sich wieder einmal sportliche Großereignisse abwickeln werden! Mit großen Hoffnungen sehen sowohl der Veranstalter als auch die Turfler den Dortmunder Renntagen am Sonntag, dem 14. Mai, und Donnerstag(Himmelfahrt), dem 18. Mai entgegen. Von jeher wurde die sportliche Karte der Dortmunder Rennen mit großer Liebe und Sorgfalt betreut, jetzt aber ist für beide Tage die Zusammenstellung einer Rennfolge gelungen, die nicht nur alle Erwartungen erfüllen sollte, sondern sie vielleicht noch übertreffen kann, wenn die unerläßlichen Vorbedingungen dazu, ein einigermaßen günstiges Wetter und ein spannender Verlauf der Kämpfe, erfüllt werden. Alle Anzeichen sprechen dafür. Der 1. Tag gipfelt in dem August-Klönne=Rennen, dessen materieller Wert in 6000 Mark Geldpreisen einem Ehrenpreis und Andenken deutlich zum Ausdruck kommt. Durch diese Entscheidung über 1200 Meter wird alljährlich das Gedächtnis an einen der größten Förderer der Dortmunder Turf=Großereig= nisse und einen Pionier im deutschen Rennsport wachgerufen. Dieses traditionsreiche Rennen hat bei den Ställen lebhaften Zuspruch gefunden. Nicht wenrger als 16 Flieger waren beim Nennungsschluß eingeschrieben, und zwar befanden sich darunter aus dem Derbyjahrgang Kumbuke, Aschenbrödel, Cundry Ingwer und Nanette und von den älteren Fliegern so gute Pferde wie Cyrillus, Herzober, Purpurrose Janiculus, Barsdorf, Weltruf, Hanseat, Forstgraf, Orione und Heimfahrt. Der Name August Klönne zieht dann auch mit der Benennung der Rahmenkämpfe, nach den besten Vollblütern seines früheren Gestüts, wie ein roter Faden durch die Turfkarte des ersten Dortmunder Mairenntages. Der Nennungsschluß für diese Prüfungen, sowohl für die verschiedenen Ausgleiche als auch die Altersgewichtsrennen, ist durchweg ausgezeichnet ausgefallen. Für die sechs Rahmenkämpfe wurden insgesamt 140 Pferde genannt. Freer Mit einem besonderen Schlager wartet der Dortmunder Rennverein am Himmelfahrtstage auf. Hier richten sich die Blicke aller Pferdesportler auf„Stahl und Kohle", einen Allgemeinen Ausgleich uver 2000 Meter, der neben einem wertvollen Ehrenpreis zum ersten Male 10000 Mark als Ausstattung aufweist. Das ist jetzt der dritte Zehntausender, um. den im Laufe des Dortmunder Rennjahres ein heißer Kampf entbrennen wird. Damit gehört dieser Renntag mit zu den wertvollsten der westfälischen- Metropole. Mit nicht weniger als 30 Unterschriften schnitt diese wertvolle Prüfung ganz vorzüglich ab. Die sportlichen Ereignisse, die die beiden Mai=Renntage in Dortmund zu Auslesetagen im westfälischen Turf stempeln, werden die Zuschauer von Anfang bis zum Schluß fesseln. 7 Der Bergarbeiterstreik vor 50 Jahren Schwerwiegende politilche Folgen des Streiks an der Ruhr 1889. In den ersten Maitagen des Jahres 1889 begann im kuhrkohlenbezirk ein Streik der Bergarbeiter, bessen politische Nachwirkungen in ihrem ganzen Umfange selbst heute noch nicht von der Geschichtsschreibung dargestellt worden sind. Es wäre abwegig, heute noch zu bestreiten, daß das Volk an der Ruhr, in der großen Aufstiegszeit aus allen Teilen Deutschlands zusammengelaufen, aus dem heimatlichen Boden gerissen und noch nicht wieder verwurzelt, vielfach in düsteren, vom Spekulationsgeist errichteten Häuserreihen dicht zusammengepfercht, für die den glückhaften Zukunftsstaat predigende Sozialdemokratie ein verlockendes Arbeitsfeld bieten mußte. Die schnell wachsenden unternehmerischen Kräfte der frühkapitalistischen Zeit haben sich zwar mit großem Ernst bemüht, der sozialen Probleme Herr zu werden, die durch die überstürzte industrielle Entwicklung des Ruhrbezirks aufgeworfen wurden. Aber die Größe dieser Probleme und ihrer letzten Auswirkungen ganz zu überschauen, war der damaligen Gegenwart doch noch nicht möglich In den problemschwangeren Industriebezirk warf die Sozialdemokratie nach einem schon 1888 gesaßten Plan ihre Streik=Agitation. Durch große Arbeiter=Ausstände sollten die Reichstagswahlen von 1890 beeinflußt werden Den Ansatzpunkt fand die Agitation bei den Maurern, die zuerst in Berlin, 25000 Mann stark, in den Ausstand traten und fast gleichzeitig, im Februar 1889, in Dortmund die Arbeit niederlegten. Von der Dortmunder Bewegung her schlugen die Funken in die Bergarbeiterschaft über, ohne daß das Dortmunder Revier, in dem das Streikkomitee zusammentrat, gleich erfaßt worden wäre. Am 3. Mai traten plötzlich die Belegschaften von„Königsgrube",„Christian Levin“ und „König Wilhelm“ in den Streik ein. Am Tage darauf ergriff die Bewegung die Zechen„Consolidation",„Graf Bismarck".„Prosper“,„Unser Fritz" und„Pluto“. Auf Zeche„Hibernia" forderten an diesem Tage 80 Pferdejungen und Schlepper eine Lohnerhöhung von 15 Prozent. Sie benahmen sich dabei, durch sozialdemokratische Drahtzieher verhetzt, so herausfordernd, daß sie entlassen werden mußten. Das war das Zeichen für den ersten großen Tumult Am 5. Mai mußten alle Gelsenkirchener Schänken geschlossen und durch das herangezogene Militär die Aufruhr-Akte verlesen werden. Am 7. Mai gab es gelegentlich von Kämpfen zwischen dem Militär und den Strerkenden bei der Gladbecker Jeche„Graf Moltke“ 3 Tote Bis dahin hatten die Streikführer ausschließlich die Lohnfrage als Ursache der Bewegung hingestellt. Im Bergbau, der eine 15jährige schwere Krise hinter sich hatte, war die Verbesserung des Absatzes zwar ohnehin von einer Tendenz der Lohnsteigerung begleitet. Auf den Fortgang dieser natürlichen Entwicklung wollten die Drahtzieher aber nicht warten, weil sie für ihre politischen Zwecke der Unruhe in den Belegschaften bedurften. Der Vorstand des Bergbaulichen Vereins faßte am 11. Mai eine Entschließung, in der er zwar den Streik als unberechtigt und ungesetzlich verwarf, gleichzeitig aber erklärte,„daß jede einzelne Grubenverwaltung unseres Bezirks bereit und ernstlich entschlossen sei, den Arbeitern. wenn sie die Arbeit wieder aufgenommen haben werden, erhöhte Löhne zu bewilligen". Angesichts dieses Versprechens änderten die Streikführer ihre Taktik, indem sie nicht mehr die Lohnfrage, sondern die vom Bergbau abgelehnte Schichtzeirverkurzung in den Vordergrund stellten. Unter Vermittlung christlich=sozialer Zentrumskreise war nämlich inzwischen der Plan gereift, eine Abordnung der Bergarbeiter zu dem jungen, idealistisch gesinnten Kaiser zu senden. Am 14. Mai— es streikten nun 90000 Mann, neun Elftel der Belegschaft— empfing denn auch der Kaiser drei Arbeiter=Delegierte, die mit folgenden Worten vor den Monarchen traten:„Wir fordern, was wir von unseren Vätern ererbt haben, nämlich die 8stündige Schicht. Auf die Lohnerhöhung legen wir nicht Wert. Die Arbeitgeber müssen mit uns in Unterhandlungen treten. Wir sind nicht starrköpfig. Sprechen Majestät ein Wort, so würde es sich gleich ändern, manche Träne würde getrocknet sein“. Die Lohnfrage, d. h. die Kernfrage des Streiks, wurde also dem Kaiser als nebensächlich hingestellt, der in seiner Antwort sagte, daß die Arbeiterschaft sich durch den Kontraktbruch ins Unrecht gesetzt habe, auch durch die Bedrohung und Gewaltanwendung gegenüber Arbeitswilligen und durch tätlichen Widerstand gegen die militärische Macht. Wenn sich ein Zusammenhang der Bewegung mit sozialdemokratischen Kreisen herzusstellen sollte, so fügte der Kaiser hinzu, so würde er ticht imstande sein, die vorgetragenen Wünsche wohlvollend zu erwagen; denn für ihn sei jeder Sozialdemokrat gleichbedeutend mit Reichs= und Arbeiterfeind. Am Tage darauf empfing der Kaiser eine Abirdnung der Bergbau=Unternehmer und regte bei ihr an, die Arbeitgeber möchten den Arbeitern Gelegenheit geben, ihre Wünsche zu formulieren. Daraufhin trat sofort eine Kommission zusammen, bestehend aus den drei Bergarbeiter=Abgesandten und dem Vorsitzenden des Bergbau=Vereins, Dr. Hammacher. Es kam zu einer gemeinsamen Niederschrift, durch die 10 Forderungen der Vergarbeiterschaft formuliert wurden, nachdem Dr. Hammacher diese Forderungen als eine geeignete Grundlage zur Verständigung bezeichnet hatte. Die Formulierungen waren, da viele Fragen offen blieben, nicht glücklich und führten zu Streitigkeiten in beiden Lagern. Im Bergbauverein einigte man sich am 18. Mai auf eine ausführliche Stellungnahme zu den Arbeiterforderungen. Vor allem wurde das Versprechen einer Lohnerhöhung auf das Bestimmteste wiederholt. Die Abgesandten der Bergarbeiter stimmten mit Mehrheit in einer zu Bochum am 19. Mai abgehaltenen Versammlung den Beschlüssen des BergbauVereins zu und forderten die Belegschaft auf, den Streik avzubrechen. Am 22. Mai arbeiteten denn auch schon wieder 74.000 von der 110000 Mann zahlenden Belegschaft. Die Sozialdemokratie, wenig zufrieden mit dieser Entwicklung, an der Spitze der Kaiser=Delegierte Schröder, versuchte mit der falschen Behauptung, daß die BergbauUnternehmer ihre Versprechungen gebrochen hätten, die Bewegung noch einmal zum Aufflammen zu bringen. Das hatte nur vorübergehendon und unzureichenben und scheiterte an dem gesunden Sinn der Belegschaften, so daß auch die Arbeiverführer, die den Streik fortführen wollten, am 29. Mai die allgemeine Wiederaufnahme der Arbett am 31. Mai empfohlen mußten. Der Bergarbeiter=Ausstand an der Ruhr brachte großen Teilen der Oeffentlichkeit zum ersten Male blitzartig die Gefahr zum Bewußtsein, die die Stillegung der Kohlensörderung im größten deutschen Bergdaurevier für Wirtschaft und Verkehr, unter Umständen auch für eine Mobilmachung bedeutet. So war es kein Wunder, daß dieser Ausbruch sozialer Leidenschaften zum Mittelpunkt schwerer politischer Kämpfe wurde, die sich vor und hinter den Kulissen der Parlamente, in der Reichsregierung sowie am Hofe des Kaisers abspielten und im Ruhrgebiet jahrelang nachzitterten. Aus dem Maistreik von 1889 ergab sich eine Fülle von Ereignissen, so die berühmte Enzyklika„Nerum novarum“ (Von neuen Dingen) des Papstes Leo XIII., die Arbeitererlasse des jungen Kaisers, der Sturz Bismarcks und ein gegen den Ruhrbergbau gerichteter Staatssozialismus. Emil Kirdors hat in für seine Familie niedergeschriebenen Erinnerungen die„falsche Auffassung der Arbeiterbewegung der Jahre 1889 bis 1891 durch den Kaiser, die Regierung und die weitesten bürgerlichen Kreise“ als den Ausgangspunkt bezeichnet„der ganzen falschen inneren Politik des unfähigen Herrschers, die schließlich zur Zersetzung und zum Verfall Deutschlands führte“. Und in der Tat: Niemals vorher oder nachher hat ein Arbeiterstreik so schwere Folgen gehabt, wie der von 1889. Kampf gegen die Tuberhulose in Der Oberpräsident gründete die Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose In Westfalen. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt gab die Richtlinien und und den Einsatz bekannt. Im Landeshaus der Provinz Westsalen in Münster fand am Mittwochmorgen die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Westfalen zur Bekämpfung der Tuberkulose statt. Landeshauptmann Kolbow begrüßte zunächst Gauleiter und Reichsstattbalter Dr. Meyer und von der Reichsleitung der NSDAP. den Haupiamtsleiter Erich Hilgenseldt. Weiterhin galt sein Willkommen den Vertretern von Partei. Staat, Gemeinden und allen Vertretern der Sozialversicherungsträger. Gauleiter Dr. Meyer führte anfangs seiner Ansprache aus, daß die Anfänge der Abwehrmaßnahmen gegen die Tuberkulose schon weit zurücklägen. Besonderes Verdienst hätten sich in dem Kampf gegen die Lungenschwindsucht. gegen den weißen Tod der Völker, Robert Koch und der Westfale Konrad Röntgen erworben. Die von ihnen geschaffenen wirksamen Kampfmittel müßten jetzt durch die Arbeitsgemeinschaft voll eingesetzt werden. Zwar haben Partei, Staat. Gemeinden und Sozialversicherungsträger schon viel getan. die Erkrankungsziffern seien aber noch so nennenswert, daß es des stärksten Einsatzes gegen die Tuberkulose bedürse. Der Gauleiter stellte dann heraus, warum die Arbeitsgemeinschaft begründet werden müsse. Der Kampf gegen die Tuberkulose seitens vieler Stellen nebeneinander sei letzthin nicht geeignet, die entscheidende Schlacht gegen diese Volksseuche zu gewinnen. Die Arbeitsgemeinschaft habe für schnellste und weitest gehende Heilung zu sorgen. Der Kampf gegen die Tuberkulose sei ein politischer Kampf, und die Partei sei entschlossen, jene großen Lücken zu schließen. die bislang noch in der Tuberkulosenbekämpfung vorhanden gewesen seien. Partei und Staat hätten sich darum im Reichs=Tuberkulosen=Rat zusammengeschlossen. indem der Stellvertreter des Führers, der Reichsinnenminister und der Reichsminister für Volksaufklärung und Provaganda vertreten seien. Dieser Reichs=TuberkulosenRat gäbe die bindenden Richtlinien, für deren Durchführung die Arbeitsgemeinschaft zu sorgen habe. Der zweite Grund der Gründung der Arbeitsgemeinschaft sei eine mangelnde Vorsorge auf dem Gebiete der Tuberkulosenerkrankung. Es müßten unbedingt die vorbeugenden Maßnahmen verwirklicht werden. z. B. durch Rörtgen=Reihenuntersuchungen ganzer Altersklassen. Es dürfte eine fruchtbringende Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft sein. derartige Massenuntersuchungen sinnvoll zu organisieren und die Ergebnisse auszuwerten. Zahllose tuberkulöse Erkrankungen, die bisher ihren Trägern nicht bewußt waren, wurden auf diese Weise rechtzeitig entdeckt und geheilt. und dadurch würden wertvolle deutsche Menschen der Nation erhalten werden. Zum Schluß betonte der Gauleiter, daß er in der Arbeitsgemeinschaft Westfalen des Reichs=TuberkuloseRates das schlagsertige Instrument erblicke, um den Kampf gegen diese Volksseuche gründlich zu Ende zu führen. Sie müsse bestrebt sein, mit allen Stellen, die bisher auf diesem Gebiete Verdienste sich auf das Engste zusammenzuarbeiten. Damit erklärte Gauleiter Dr. Mever die Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose in Westfalen für gegründet Sie unterstebe seiner Führung. Sein Stellvertreter sei der Landeshauptmann der Provinz Westsalen, Parteigenosse Kolbow, und die Geschäftsführung liege in den Händen des Amtes für Volkswohlfahrt. Er selbst werde die Arbeitsgemeinschaft sowohl als Oberpräsident als auch als Gauleiter von Westfalen=Nord alle Unterstützung zuteil werden lassen. Dasselbe sei auch vom Gau Westfalen=Süd gewiß. Nach Gauleiter Dr. Mever ergriff Hauptamtsleiter Hilgenfeldt das Wort. Er betonte, daß die Arbeitsgemeinschaft die bisherige Dezentralisation in der Tuberkulosenbekämpfung beseitigen solle. In der Tuberkulosenbekämpfung seien große Lücken festzustellen, die vor allem durch die Heilung auch jener Volksgenossen geschlossen werden müssen, die nicht versichert seien und nicht die Mittel hätten, die Heilung zu bezahlen. Damit sei man auf dem Wege zu einer Reform der Tuberkulosenbekämpfung in Deutschland überhaupt. Sinn der Arbeitsgemeinschaft sei es. die Bekämpfung zentral. geistig und praktisch zu leiten, Fehlleitung der Kräfte zu vermeiden und im übrigen sich auf dem Gebiete der Tuberkulosenbekämpfung betätigenden Einrichtungen verantwortlich, aber ausgerichtet weiterarbeiten zu lassen. Vor allem sei für eine rechtzeitige, breiteste und schnellste Heilung zu sorgen, ganz abgeseben von der breitesten Erkenntnis der Krankheit im gesamten Volkskörper. Erst in zweiter Linie habe die Arbeitsgemeinschaft die Frage der Kostenträgerschaft zu lösen. Alle Stellen, so auch das Tuberkulosehilfswerk. das heute schon 25 Prozent aller Betten in den Heilstätten belege, seien nur für die Menschen da und nicht umgekehrt. Im Nationalsozialismus sei jedermann und jede Einrichtung dem Wohl des Volkes verpflichtet, und fanatisch müsse gerade auf diesem Gebiete der gemeinschaftliche Einsatz durch die Arbeitsgemeinschaft garantiert werden. Die Partei sei verpflichtet, in der Tuberkulosenbekämpfung zu führen. Zum Schluß wandte sich Hauptamtsleiter Hilgenfeldt den vosstiven Aufgaben der Gesundheitsführung und damit der verbundenen Menschenführung zu. Zum Schluß sprach Landeshauptmann Kolbow über die Arbeitsweise der Arbeitsgemeinschaft in der Provinz Mestfalen. Sie habe alle an der Tubertulosebekämpfung Beteiligten geistig auszurichten. Erfahrungen zu sammeln und zu vermitteln und für die Durchführung des nationalsozialistischen Willens und Zieles zu sorgen Mehr aus 100 000„wilde Rabdler“ Ueber 30 000 deutsche Paddler sind in mehr ale 1200 Gemeinschiften und Einzelmitgliedergruppen im Fachamt Kanusport des RSRL. zusammengeschlossen Mehr als 100000 andere deutsche Paddler haben noch nicht den Weg in diese Gemeinschaften gesunden. Als ogenannte„Wilde“ üben sie ihren Sport aus und überlassen rs ihren organisierten Rameraden, alle die Einrichtungen zu schaffen, die zur Forderung des Wasserwanderns notwendig sind, wie— um einige Beiviele zu nengen— Einbau von Kleinbootschleusen oder Bootsschleppen in die Wehre und Kraitwerke. Sicherung von Zeltplätzen. Triptyks für Faltbootfahrten ins Ausland. Aufhedung von Befahrungsverboten. Ermäßigung von Schleusen= und Befahrungsgebühren. Ein Teil dieser Einrichtungen kommt oder kam dieber jedem Kanufahrer zugute, und man muß leider sagen. daß diese Tatsache genügte, um die„Wilden“ vom Beitritt zu den Kanugemeinschaften abzuhalten und sie zu Nutznießern von dem zu machen, was andere unter vielen Opfern von Zeit. Arbeit und auch Geld erstellten. In Zukunft wird hier eine Aenderung eintreten. Der Reichsminister des Innern hat gemeinsam mit dem Reichssportführer eine Verordnung über die Einführung eines Sportbootregisters und einer Wassersportflagge erlassen. die jetzt in Kraft getreten ist. Nur der. dessen Boot in diesem Register eingetragen ist, darf die Wassersportflagge führen und erhält den Flaggenschein, der in Zukunft allein zum billigen Genuß aller Vorteile berechtigt. Alle anderen werden die Berechtigung zum mindesten mit hohen Kosten erkaufen müssen, wenn sie nicht gar verweigert wird, wie z. B. Befreiung vom Rummernzwang (25 Zentimeter hobe Ziffern und Buchstaben am Boot!). Es werden aber nur die Paddelboote in das Register eingetragen. deren Eigner Mitglied einer Paddlergemeinschaft des NSRL. sind. Das Fachamt Kanusport des RSRL. fordert am Tage des deutschen Kanusports noch einmal alle nichtorganisierten Paddler auf. sich einer Paddlergemeinschaft des RSRL. anzuschließen oder die Einzelmitgliedschaft zu erwerben. Auskunft über die Anmeldung und die bescheidenen Beiträge erteilen die Gauämter des RSRL. oder die einzelnen Paddlergemeinschaften des RSRL. Woran erkennt man Qualität? Nun, bei Schuhcreme ist das recht einfach. Wenn Sie zum Beispiel die Marke Erdal mit dem roten Frosch wählen, dann können Sie sicher sein, eine wirklich gute Schuhcreme , in altbewährter, alterprobter Qualität zu erhalten. erwarben. Die Schuhe halten länger und bleiben länger schön. Kurze Sportnachrichten Dr. Bauwens(Köln) wird den Fußball=Länderkampf Italien— England am 13. Mai in Mailand leiten. Verfahren gegen Crawford und Bromwich Der australische Tennisverband hat gegen die Davispokalspieler Jack Crawford und John Bromwich eine Untersuchung wegen ihrer Tätigkeit als„Tennislehrer“ eingeleitet. Wie es heißt, sollen auch Vivian McGrath sowie die beiden australischen Meisterspielerinnen Joan Hartigan und T. Coyne in den Fall hineingezogen sein. Ihnen wird vorgeworfen, Schülern und Schülerinnen Tennisunterricht erteilt zu haben, was gegen die Amateurbestimmungen verstößt. Die Olympia-Lotterie, die vom nationalen finnischen Olympia=Ausschuß zur Beschaffung von Geldmitteln für die Vorbereitungen der finnischen Olympiakämpfer veranstaltet worden war, muß als eine Pleite angesehen werden, da das Ergebnis weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Unsere Voraussagen Düsseldorf. 1. R.: Tenor— Fangschuß: 2. R.: Ideolog— Ahnherr: 3. R.: Dukaten— Morgengruß: 4. R.: Kameradschaftler— Cyrillus; 5. R.: Finor— Aiwanz 6. R.: Virgilius—. Sense; 7. R.: Steinmetz— Hausmarke; 8. R.: Melle— Torgowy. Beilagen-Kinweis (Außer Verantwortung der Schriftlettung.) Unsere heutige Ausgabe enthält eine Beilage der Firma Loosen u. Co. Essen, auf die wir unsere Leser aufmerksam machen. Hauptschriftleiter: Dr. Leo Reiners, Herne. Stellv. des Hauptschriftleiters Jos. Möller, Herne. Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert. Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Dr. Leo Reiners, Herne; für Unterhaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport Josef Möller, Herne; für Anzeigen Hubert Beyer, Herne. Bildverantwortliche: Ressortleiter. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, Hermann=Göring=Straße 8), nicht an ihre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. IV. 39 über 3500. Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig.— Mengenstaffel E. Reichssender Köln Samstag, den 6. Mai. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05 Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! (Gustav Weinkötz). 6.30 von Hamburg: Morgenmusik auf dem„Hein Godenwind“ anläßlich des Reichswerbe= und Opfertages des Deutschen Jugendderbergswerkes. 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Nachrichten, Wetter. 7.10 von Hamburg: Fortsetzung d. bose kangs Paer! Diese und 100000 weldare Fragen beantwortet Ihnen schnell und zuverbesig das neuartige nach Sochgebieten übersichtlich geordnete Bildungswerk Schladna Auf 640 Seiten mit 982 Obersichten und 387 Abb. eine unerschopfliche Fundgrobeleben digen Wissens. Zu haben in der sach! Buchhandlung Koethers& Röltsches Hermann Göring-Straße 6— neden dem Morgenmusik auf dem„Hein Godenwind“. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. (Ellen Derenbach.) 8.30 von Danzig: Wohl bekomm's. Musikkorps der Schutzpolizei d. Freien Stadt Danzig unter Musikdirektor Ernst Stieberitz 9.15 Fröhliches Spiel für die Kleinsten. 9.45 Nachrichten. 10.00 Männer um den Führer: Robert Ley— Wort und Tat. (Manuskript: Günther Hoffmann). 10.30 Sendepause. 11.45 Etwas für den Rübenanbauer. 11.45 Wetter— Marktberichte des Reichsnährstandes. 12.00 von Wien: Musik am Mittag Das Kleine Orchester(Leitung: Heinz Sandauer). Mitwirkend: Zithertrio Friedrich Weder. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche 13.15 von Wien: Forts. der Musik. 14.00 Nachrichten— Sportvorschau 14.10 Wochenendkonzert. (Industrie=Schallplatten). 15.30 aus Nideggen: Auf froher Fahrt zur Frühlingszeit 16.00 Spaß muß sein! Ein klingender Bilderbogen. Das Spielbuch schrieb Erich Wippermann. Musik: Ralf Justmann. Spielleitung: Günther Bungert. Leo Eysoldt mit seinem Orchester. 18.00 Eine Viertelstunde Sport. 18.15 Wer recht in Freuden wandern will. 19.00 Spiegel des Lebens. 19.10 Volksmusik. Es spielt das Akkordion-Orchester„Solo“ unter Jakob Ochl— Marga Bäumi(Gitarre). 19.55 Und heute? 20.00 Nachrichten. 20.15 Nachrichten in englischer Si ache. 20.30 Düsseldorf 1 0441— erwartei Ihren Anruf. Wunschkonzert zugunsten des Jugendherbergswerkes. 22.00 Nachrichten putzt und reinigt schsell! Betffeder Stepp-und Daunendecken Seh-inlert für Selbstfahrer Julius Seifert. Rechlingh.=Süd. Boch. Str. 242, Haltestelle Timmerdrink.(Nähe Kanal). Telefon Recklingh. 4605 22.15 Nachrichten in englischer Sprache 22.30 Alles kanzt mit Hermann Hagestedt und seinem Tanzorchester. 0.05 Musik zur Unterhaltung. 2.00—3.00 von Saarbrücken: Nachtmusik. Das Große Orchester unter Dr. H. Hörner Hugo Reker(Violine). Sonnlag, den 7. Mai. 6.00 aus Duisbungs Binnenhafen: Hafenkonzert. Kreismusikzug der RSDAP, Duisburg.(Leitung: Kreismusikzugf. Jean Frank). 8.00 Wetter, Wasserstand. 8.05 Morgenständchen. Ellen Bosenius Sopran), das KastertQuartekt— Alse Mühlen(Cembalo und Klavier). 9.00 Ja. das Jodeln, das muß man verstehn. Anekdoten von Schauspielern, Sängern und anderen Musikern 9.10 Musik am Sonntagmorgen. Industrie=Schallplatten). 10.30 Singen der Rundfunkspielschar. 11.00 Eine Viertelstunde bildende Kunst. Fritz Flimsch und Georg Kolbe. 11.15 Soldalen— Kameraden. Beim Einstellungsoffizier des 2. Admivals der Nordsee 12.00 aus Siegen: Blasmusik. Regimentsmusik des InfanterieRegts. 57 Siegen unter Musikmeister Deisenroth. 13.00 Nachrichten/ Glückwünsche. 13.10 Berühmte Orchester und ihre Dirigenken.(Industrie=Schallpl.) 14.00 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.30 Für große und kleine Kinder Eine lustige Wette. Ein Märchenspiel von Markin Dolota. 16.00 Nachmittagskonzert. Leo Eysoldt mit seinem Orchester Willi Schneider(Baß-Bariion), Irz. Willy Neugebauer(Trompete). Das Kölner Klavier=Duo: Hermann Faßzbender, Paul Mauel. Darin: Berichte vom Radrennen „Rund um Köln" und vom Hamburger Stadtpark-Rennen. 18.00 Wo bist du, Kamerad? Rundfunkappell alter Frontsoldaten. 18.30 Der lustige Rätselfung. 18.50 Der Sonntag im Rundfunkbericht. Darin: Bericht vom KöFf-Wandertag und vom Segelflug-Weilbewerb in den Borkenbergen. 19.10 Sportvorbericht. 19.20„Paganini“. Operekte von Iranz Lehar. Funkberarbeitung: Peter A. Horn. Es wirken mit: Das Große Orchester und der Chor unter Josef Breuer. (Spiellettg.: Werner Vielhaber) Darin: 20.00 Nachrichten und 20.15 Nachrichten in englischer Sorache 22.00 Nachrichken. 22.15 Nachrichten in englischer Sprache. 22.35 Jur Unterhaltung und zum Tanz. Hermann=Hagestedt-Orchester und Solisten(Aufnohme). 24.00—2.00 von Frankfurt: Nachtkonzert. 1. Teil: Werke von Wogner, 2. Teil: Musik zur Unterhaltung.(Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen). Montag den 8. Mai. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05 Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauern 6.10 Knie—e beugt! (Gustav Weinkötz) 6.30 Freut euch des Lebens! (Industrie=Schallplatten u. Aufnahmen). 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Wetter, Nachrichten 7.10 von Frankfurt(aus Freiburg): Frühkonzert. Musikkorps des Infanterie-Rgts. 75. Freiburg(Leitung: Odermusikmeister Dr. Fr. Hodick). 8.00 Wetter= Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. (Ellen Derenbach). 8.30 Die drei Rusikanten spielen. 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten. 10.00 von München: Hans Zimperliche wundersame Reise. Ein Spiel von Josef Steck. 10.30 Sendepause. 11.45 Die Reichsnährstandsausstellung wächst. 11.55 Wetterbericht Heinrch Schlenkhoff! Llelerune Hohlen Hoks Briketts ab lager Grabenstraße 16. Anthrazit . Ruf: 12.00 Die Werkpause bei der Schokoladenfabrik Gustav und Ernst Brenner, GelsenkirchenBuer. Es spielf das Streichorchester d. Jeche„Bergmannsglück“. (Leitung: Matthias Herzogenrath) 13.00 Nachrichten] Glückwünsche. 13.15 von Leipzig(aus Dresden): Mitlagskonzert. Das Dresdner Orchester(Leitung und am Klavier: Hans-Hendrik Wehding). 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Zur Unterhaltung. Hans Balzer spricht vergnügliche Verse von Wilhelm Busch; Prof. T. Zumbusch plaudert über unser täglich Brot— sprachlich gesehen. 15.30 Für große und kleine n dei: Krach auf dem Fenste#brett. 16.00 vom Deutschlandsenden Musik om Nachmittag. Orchester Okto Dobrindt. Darin: 17.00—17.15 Das gese Buch: Spanien ist erwacht. 18.00 Wir suchen und sammeln. Alte Grobsteine erzählen. 18.10 Eine Viertelstunde Spork. 18.25 Musik unserer Jeit. Werde von Friedrich Karl Grimm. Ausführende: Else Schmitz=Gohr (Violine), Ria Schmitz=Godr (Klavier) 18.50 Der Brief. Höldertin an Suette Gontard. 19.00 Wunschkonzerk des Reichssenders Köln. 20.00 Nachrichten. 20.15 Nachrichten in englischer Sprache. 20.30 Aus dem Reich der Operetfe Darin: 21.00—21.20 Westdeutsche Wochenschau. 22.00 Nachrichten. 22.15 Nachrichten in englischer Sprache. 22.35 Neues vom Film. 22.50 Das Klavierkonzert. Das Große Orchester— Drofessor Hermann Drews(Klavier).(Leitung: Generalmusikdirektor R. Schulz-Dornburg) 23.45—24.00 Leo Eysolt spielt. Aufnahmen). —— Bisssnsensberienen Statt besonderer Anzeige. — Die Liebe höret nimmer auf! 1. Kor. 13.8 eute mitteg. 12.50 Uhr, entschlief sanft nech langer Krankheit mein herzensguter Mann, unser lieber Vater. Schwiegervater, Großvater. Bruder. Schwager und Onkel, der Stukkateurmeister Johann Stöver nach einem arbeitsreichen Leben, im Alter von 71 Jahren In tiefer Trauer: Im Namen der Hinterbliebenen Frau Auguste Stöver ges. Anseker Herne. Dortmund, Recklinghausen, Wardenburg-Oldenburg, den 4. Mei 1930. Die Beerdigung findet am Montag, dem 8. Mai 1939, 15.30 Uhr, vom Trauerhause, Iierne, Bochumer Straße 90, aus statt. Trauerleise! Stunde vorher. EESDETE SI SLTEINAIZITELTEIN Sele TUe ZTTe Iee e ee LRE TEEE Einrahmungen sauber und geschmeckvoll. Niedrige Preise. Koethers& Röttsches Hermenn-Oöring-Sfr. 8 Statt Karten Luise Linnemann Viktor Halstrick Verlobte Nach Gottes hl. 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Pfr Kiehl(Taufen): 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Waldschule Constankin: 10 Uhr Gotteszdienst, Pfr Schaub; 10.45 Uhr Taufen: 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Evgl. Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst. Pfr. Schaub. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfr. Harlmann; 11 Uhr Kindergottesdienst, Pfr. Kichl; 11.45 Uhr Taufen. Amtswoche: Pfarrer Vohwindel. Vorsitz im Presbyterium: Pfarrer Helmich Baukau. Sonntag(Kankate) 10 Uhr Gottesdienst. Pfr. Wendt: 11.15 Uhr Kindergottesdienst: 12.15 Uhr Taufen Mittwoch 20 Uhr Betstunde in der Rirche Sodingen. Sonntag 9.30 Uhr Gottesdienst, Pfr. Leybrink; 11 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Tauffeier. Bladenhorst. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst; 11 Uhr Kindergoltesdienst Holsterhausen bei Wanne=Eiche Sonntag 10 Uhr Gottesdienst(Richenchor), Potor Steil: 11.10 Uhr Kindergottesdienst: 12 Uhr Taufen, Postor Netz Je eine abgeschl., berrschaftliche mit 2 Balkons, Bad usw. zum 1. Juli billig zu vermieten. C. 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Paris und London befürchten eine Annäherung Berlin-Moskau London befürchtet das Ende der Einkreisungspolitik London, 5. Mai. Litwinow=Finkelsteins Entlassung a f ü r d i e L o n d o n e r B l ä t t e r n a c h w i e v o r e i n R ä t s e l. S i e erbrechen sich den Kapf über die Bewegaründe seiner Entlassung. und mit tiefer Sorge fragen sich die Zeituneen, ob mit dem Verschwinden Litwinow=Finkelsteins loch ein Umschwung in der Außenpolitik der Sowietinion kommen werde. Wenn auch kein Blatt ein endfültiges Urteil über die Bedeutung des Abtritts Litinow=Finkelsteins abgibt, so geht doch aus gewissen Indeutungen der Londoner Presse deutlich hervor. wie ehr man befürchtet, daß im Falle eines Umschwunges der sowietrussischen Außenvolitik eine Annäherung weichen Sowietrußland und Deutschland kommen könne. was selbstverständlich der Todesstoß für die Einretsungspolitik der Westmächte sein wurde. Der divlomatische Korrespondent der„Times“ schreibt. der Moskauer Rundiunknachrichtendienst habe mitgeteilt. saß der Wechsel des Außenministers keinen Umschwung m der Außenvolitik der Sowietunion bedeute. Diese Erklärung habe man in London zur Kenntnis genommen. ich sofort aber die Frage gestellt, warum denn überhaupt der Außenminister gewechselt worden sei. Ganz anders klingt schon der heutige Bericht Vernon Bartletts in der„News Chronicle". Viele Divlomaten m London glaubten, daß jetzt ein tiefgebender Umschwung in der sowietrussischen Außenpolitik bevorstehe. Die Sowjetunion habe schon des öfteren deutlich ihre Zweisel an der Aufrichtigkeit der Absichten der britischen Rezierung zum Ausdruck gebracht, und man könne die Möglichkeit, daß diese Zweifel ihren Einfluß auf die Sowietpolitik gehabt hätten, nicht von der Hand weisen. Die Pessimisten erklärten jetzt, daß Hitler stets den Kommunismus, niemals aber Sowjetrutzland als solches angegriffen habe und daß es für Stalin offenstehe, daraus die Konsequenzen zu ziehen. Man dürfe außerdem nicht vergessen, daß zwischen Rußland und Deutschland bzw. dem saschistischen Italien in der Vergangenheit herzliche Beziehungen bestanden hatten. Gegen alle die Befurchtungen einer sowietrussischen Isolierung— oder Verständigungs politik mit Deutschland— ständen jedoch die scharfen Worte Stalins in der Verteidigung der kleinen Länder Die britische Regierung, so meint er abschließend. werde in den nächsten Tagen die Verhandlungen mit Moskau mit mehr Energie betreiben, als sie das in den letzten Wochen getan habe. „Dailv Ervreß“ meldet in großer Aufmachung. daß samtliche Beamte des russischen Außenamtes, selbst die engsten Mitarbeiter Litwinow=Finkelsteine, nach dem Verschwinden Litwinow=Finkelsteins entlassen worden leten.e 1 „Daily Mail“ meldet aus Helsinki, in Finnland rechne man mit einem weitreichenden Wechsel in der Außenvolitik Sowietrußlands. In Helsinki glaube man daß Sowietrußland beabsichtige. in Anbetracht der ernsten inneren Lage neutral zu bleiben und sich von allen Kom plikationen, die gegebenenfalls in Europa auftreten konnten, fernzuhalten. Die französische Presse voller Widersprüche Paris, 5. Mai. Die Ungnade Litwinow=Finkelsteins gibt auch am Freitag den Frühblättern ausgleoig Gesprachsstoff und An'-“ zu den widerspruchsvollsten Hypotbesen. Einerseits will man es für sicher halten, daß der Wechlel im sowjetrussischen Außenkommissariat keine Aenderung der Sowjetpolitik gegenüber den Westmächten bedeute, ja sogar noch eine energischere Zusammenarbeitspolitik erwarten lasse. Andererseits erblicken zahlreiche französische Blätter in diesem„Moskauer Theatercoup“ eine Erpressertaktik der Sowjets, um auf die Enaländer einen Druck auszuüben, und befürchten weiterhin, daß Sowjetrußzland sich gegebenenfalls auf eine mehr oder weniger ausgeprägte Isolierung zurückziehen konnte oder gar sich in irgendwelche Abmachungen Mit Deutschland einlassen würde. Es fehlt auch heute an scharfen Artikeln gegen jegliche Einbeziehung der Sowjets in die westeuropäische Politik und gegen irgendwelche Bündnispolitik mit den weltrevolutionären Bolschewisten. Der„Matin“, gibt in diesem Zusammenhang eine Zusammenfassung der verschiedenen Hypothesen, die in mehr oder weniger veranderter Form in fast allen Blättern wiederkehren. Neuer Kurs der Sowjetpolitik. ei es im Sinne der Neutralität, sei es im Sinne einer Annäherung an Deutschland. Die Anhänger dieser Hypothese betrachteten Litwinow=Finkelstein als den Vertreter der französisch=sowjetrussischen Politik der Theorie des unteilbaren Friedens und der Annäherung mit den Westmachten; diese Leute stützten sich darauf, daß der Führer in seiner Reichstagsrede davon abgesehen habe, Sowjetrußland anzugreifen. Die Gegner dieser Hypothese unterstreichen dagegen, daß Litwinow=Finkelstein gar keine Mittel zu einer persönlichen Politik gehabt häatte und daß die augenblicklichen Verhandlungen Moskaus mit den Westmächten den Ideen Stalins und der Leiter der Komintern genau entsprächen Die zweite Hypothese gehe darauf hinaus, daß es sich nur um einen Personenwechsel, nicht aber um eine Wand lung der sowjetrussischen Außenpolitik handele. Hiernach sei der Augenblick für die Ausbootung Litwinow=Finkelsteins gut gewählt. und auf Grund der Wichtigkeit der laufenden internationalen Verhandlungen bzw. der aufgetauchten Schwierigkeiten sehr vorteilhaft, denn nach Ansicht Stalins würde die Ungnade Litwinow=Finkelsteins unweigerlich die Westmächte und unmittelbaren Nachbern Sowjetrußlands, die eine Annäherung MoskauBerlin befürchteten, verwirren und veranlassen, sich in den Verhandlungen geschmeidiger zu zeigen Der Außenpolitiker des„Petit Parisien“, der einleitend zugibt, daß die Absetzung Litwinow=Finkelsteins in der ganzen Welt eine große Sensation verursacht hat. verweist auf die Unterhaltung, die Außenminister Bonnet im Rahmen des gestrigen Frühstücks im Quai d’Orsay mit dem sowjetrussischen Botschafter Suritz gehabt habe. Suritz habe erklärt, daß der Personenwechsel im Außenkommissariat keineswegs die Orientierung der Moskauer Außenpolitik ändern würde. Man müsse bezweifeln, so fährt das Blatt fort, daß Sowjetrußland in einer Stunde. wo sich das Schicksal Europas entscheiden werde, sich aus schalten und in eine vorsichtige Isolierung einschließen wolle. Die„Action Francaise“ fragt, welche Politik Stalin einschlagen werde. Werde er sich, nachdem der Bruch mit der Genfer Politik und der kollektiven Sicherheit feststehe, mit England und Frankreich binden, oder im Gegenteil neue Abkommen mit Deutschland schließen, oder wolle er freie Hand behalten, um zu gegebener Zeit gemäß den sowjetrussischen Interessen zu handeln? Die englische Antwort auf die sowjetrussischen Vorschläge London. 5. Mai. Der auswärtige Ausschuß des Kabinetts billigte in seiner 11 stündigen Sitzung am Freitagnachmittag die englische Antwort auf die sowjetrussischen Vorschläge. Wie verlautet, wird die Antwort sofort dem britischen Botschafter in Moskau übermittelt werden. Es wird in hiesigen politischen Kreisen auf die Tatsache hingewiesen, daß der„endgültige Beschluß" über die britische Antwort erst nach Eingang der französischen Stellungnahme in London gesaßt worden ist. Denselben Kreisen zufolge dürften England und Frankreich an dem Vorschlag festgehalten haben, daß ein „Versprechen sofortigen Beistandes im Falle eines werteren Angrisis in Europa“ gegeben werden solle. Sowietrußzland hatte bekanntlich einen Dreimächte=Pakt einschließlich militärischer Vervilichtungen vorgeschlagen. Polnischer Ueberfall auf deutsche Privatschule Kattowitz, 5. Mai. In der Nacht zum Donnerstag wurde von polnischen Aufständischen auch die deutsche Prevatschule in Kostuchna(Kr. Pleß) heimgesucht. Zwolf oroße Fensterscheihen der Schule wurden durch Steinwürfe zertrümmert. In Rybnik wurden in der gleichen Nacht die Schausenster der deutichen Geschafte mit Teer besemiert und mit Heuschriften beklebt. Zu dem gemeldeten Sturm auf die Geschaft#stelle der Jungdeutschen Partei in Biala wird noch erganzend gemeldet, daß nicht nur sämtliche 24 große Fensterscheiben der Geschäitsstelle zertrummert, sondern auch samtliche Fensterkeutze von den volnischen Aufständischen herausgerissen wurden. Die Täter drangen dann auch in die Räume ein und zerstörten die gesamte Einrichtung. Deutscher Flüchtlingsstrom infolge polnischer Terrormaßnahmen Thoen. 5, Mai. In Walddorf(Kr. Graudenz) drangen zwei Polen in das Haus des volksdeutschen Landwirte Oskar Pomerenke ein und sorderten mehrere anwesende Volksdeutsche auf. das Haus zu verlassen. während eine etwa 20 Mann starke polnische Gruppe vor dem Haus wartete. Als die Volksdeutschen. um Streitigkeiten zu vermeiden, das Haus verließen, zerstörten die Eindringlings die gesamte Einrichtung des Hauses. Die draußen wartende Menge. die zum Teil mit Karabinern bewaffnet war. schlug indessen die Fensterscheiben ein. Als die Hausinsassen auf den Boden flüchteten, holten die Polen eine Leiter, bestiegen das Dach. rissen die Dachsparren ab und bombardierten die Eigentümer des Hauses mit Steinen. Darauf schoß der Sohn Pomerenkes in Notwehr auf die Polen. von denen zwei verletzt wurden. Die Polizei. die kurz darauf eintraf. verhaftete Pomerenke und sechs andere Volksdeutsche. Das Dorf Walddorf ist für jeden Verkehr gesvorrt worden Die deutsche Bevölkerung des Dorfes Wolz(Kreis Graudenz) wurde von polnischen Banden ebenfalls in unglaublichster Weise terrorisiert. Fast allen Volksdeutschen wurden die Fenster eingeschlagen. Ferner versuchte man. die Bewohner aus den Häusern zu vertreiben. Ein großer Teil der Einwohner konnte sich in höchster Eile über die nabeliegende Grenze nach Deutschland bringen. Das zum größten Teil von Deutschen bewohnte Dorf ist jetzt fast menschenleer. Es sind nur noch wenige Deutsche anwesend, die von Haus zu Haus geben, das Vieh der geflohenen Volksdeutschen füttern und versuchen. einen Teil der Habe zu retten. „Ha 139“ zum 50. Male über dem Südatlantik Hervorragende Leistungen der deutschen Grohsluazeuge. Hamburg,“ Me: Am Freitag startete eine Maschine de: Tops Blohm& Votz„Ha 139“ zur 50. Ueberauerung des Südatiantite Die die: Transo#eanflugsruge von Blohm& Voß. Baumuster„Ha 139“ und„Ha 139 b“, konnten seit ihrem Einsatz über den Suditlantikim Dienste der Deutschen Lusthanse insgesamt 50 Fluge zwischen Airika und dem üdamerikanischen Kontinent zurücklegen. Nach Abschluß des Nordatluntikaienstes im Oktober v. J. wurden die drei Hochie=Schwimmer=Flugzeuge„Nordmeer".„Nordwind" und„Noiustern“, die mit je vier Jumo 205 CNotoren ausgerustet sind. auf der Sudatlantikstrece der Deutschen Lufthensa eingesetzt. Die Strecke Batburit— Natal betragt 3010 Klm., wahrend die Stracke Bathurst— Recise 3193 Aim. beträgt. Auf de: Strecke Airika—Südamerika wurde eine Gesamtdurchichnitts=Geschwindigkeit von 280.79 Alm.=Std., auf der Strecke Südamerika. Afrika ein Durchschnitt von 80.20 KAln.=Std., d. b. ein Gesamtdurchschnitt von 264.0 Klm.=Sto. erzielt. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten des Norditern", lagen mit einem Gesamtdurchschnitt von 282,95 Klm.=Std. bedeutend höher. Das Präsidium des Obersten Sowiet der Union der Sowietrepubliken beichlok. den Obersten Sowjet zur 3. Session am 25. Mai nach Maekau einzuberufen. * Die französische Regierung hat den Beamten des italienischen Konsulate Carlo Vatteroni. ausgewiesen. Die gleiche Maßnahme war seinerzeit bereits gegen die Sekretärin des italienischen Konsuls in Toulon ergrissen worden. Ribbentrop und Ciano prüfen die Lage im„trockenen Krieg“ gegen die Achsenmachte; Norditalienische Presse begrüßt den Reichsaußenminister Mailand, 5. Mai. Die Begegnung der beiden Außenminister der Achsenmachte bildet das Hauptthema der norditalienischen Presse, die in Schlagzeilen auf das unmittelbar bevorstehende Ereignis und seine Bedeutung für die europäische Politik hinweist. Die Mailänder Blätter widmen dem hohen Gast aus dem Reich in herzlichsten Worten gehaltene Begrüßungsartikel. Die Mailänder Organisationen der Faschistischen Partei, schreibt der„Corriere della Sera“, und eine gewaltige Volksmenge werde Herrn von Ribbentrop, dem getreuen Interpreten des Friedenswillens seines Landes, mit dem Italien dank der unantastbaren Achse so feste Bindungen verknüpfen, mit den begeisterten Evviva=Rufen den Willkommensgruß entbieten, in dem die aufrichtigen Gefühle der Mailänder zum Ausdruck kommen werden. Ribbentrop und Ciano verkörperten die Diplomatie der neuen An, die keine Vorzimmermanöver, sondern der koyale Austausch von Ideen, die realistische Prüfung der aktuellen Probleme und die Festlegung praktischer Lösungen bedeute. Nach der Reihe der zahlreichen Ministerbesuche und der Aussprachen in Berlin, Rom und Venedig sei es natürlich, daß die beiden Außenminister die Gelegenheit wahrnehmen, gemeinsam ihre Gedanken auszutauschen. Die Achsenmächte müßten sich auf dem elementaren Grundsatz der berechtigten Verteidigung gegenüber den Isolierungs= und Einkreisungsversuchen der„demokratischen“ Regierungen darauf vorbereiten, der heimtückischen Belagerungsaktion einen hartnäckigen Widerstand entgegenzusetzen. Es handele sich um eine gemeinsame und lebenswichtige Notwendigkeit, die ein einträchtiges Werk des Schutzes nicht nur auf militärischem, sondern auch auf wirtschaftlichem, finanziellem und geistigem Gediet nahelegen. Die Lage müsse täglich überwacht werden, weil d.; Plan der Gegner, den sie selbst zunisch als „trockenen Krieg“ dezeichneten, bereits durchgeführt werde Schon habe die demoliatisch=freimaurerische Clique Polen, das konservative und autoritälsLand, gewonnen, indem sie es Deutschland entgegenstellte wegen einer Frage, in der Deutschlands Rechte bis gestern von allen anerkannt wurden. Die Begegnung von Como ertolge. nachdem Potens Haltung nach der Rede Becks besse##klargestellt sein werde. Rom, 5. Mai. Am Vorabend der Jusammenkunnt Ribbentrop-Ciano und wenige Stunden vor der Rede des polnischen Außenministers richtet die römische Morgenpresse noch einmal eine ausführliche Warnung an Polen, ja nicht den Ratschlägen der jüdisch=freimaurerischen Kriegshetzer Folge zu leisten, sondern vielmehr eine verständige und versöhnliche Haltung einzunehmen, wie sie seinen wohlverstandenen Interessen entspreche. Sollte Polen in den kritischen Augenblicken, die Europa durchmache, dem Druck des Weltjudentums, das den Krieg vom Zaune brechen möchte, nachgeben, so würde es, wie „Popolo di Roma“ betont, eine ungeheure Verantwortung auf sich laden. Die Tatsache, daß die Besprechungen zwischen Reichsaußenminister von Ridbentrop und Außenminister Graf Ciano unmittelbar nach der Stellungnahme Becks erfolgen, beweise, daß es für die Achsenmächte gelte, jene Entscheidungen zu treffen, die den jüngsten Ereignissen und der zukünftigen Entwicklung der Lage entsprechen. Völlig abwegig sei jedoch das über die Zusammenkunft angestellte=Rätselraten oder die Voraussagen der demokratischen Presse, die darin nur allzu deutlich ihre Absicht verraten, die Atmosphäre zu trühen oder gar zwischen den beiden Achsenpartnern Mißtrauen äen zu wollen. Rheinisch-Westsälische Börse Düsseldors. 5. Mai. An der Rheinisch= Westialischen Börse war das Geschaft sehr ruhig. Von der Bankenkundschaft wurden wiederum kleinere Anlagekaute vorgenommen. Im allgemeinen übte man jedoch Zurückhaltung. Kursbesserungen bis zu ¼ Prozent überwogen. Bei den Montanwerten waren Hoesch mit vlus Prozent und Ver. Stahlwerke mit vlus ½8 Prozent im Handel. Klöckner und Mannesmann lagen ziemlich unverandert. wahrend Rheinstahl". Prozent verloren. Von Maschinenwerten gingen Rheinmetall etwas billiger um Felten gewannen ¼ Prozent. Farben eröffneten höher und gewannen bei der zweiten Notiz nochmals Prozent. Kaliaktien ohne Notiz. Anleihen teilweise etwas leichter bei ruhigem Geschäft. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Hülsenfrüchte: Infolge des bearenzten Angedots ging der Handel in Hülsenfrüchten auch heute nicht über den kleinen Rahmen der letzten Zeit hinaus. Die Preise lauten wie am Vortage Kautschuk: Ruhig. Sheets loko 82 16. Juni=Juli 87 32. Juli=August 8¼. Zucker: Efiektivmarkt: Ruhig und abwartend. Preise unv.— Terminmarkt: Ruhig und meist unverändert. zum Teil ergaben sich geringe Erhöhungen von 5 Rvig. Ocle und Fette: Das Kaufinteresse richtete sich vornehmlich auf Anstreicherfirnis, das— da verschiedene Zuteilungen erfolgten— auch rege gehandelt wurde. Fabrikationsleinöl hingegen lag eher vernachlässigt. Fettläuren sucht man weiter dringend zu kaufen. Im internationalen Verkehr. wo der Geschäftsverlauf ein ruhiger war. werden für holl. Leinöle leicht erhöhte Preise gefordert. während Sajoöl etwas leichter tendierte. Kokosöl unv.— Holländ. Leinöl prompt 19¾4. per Mai=August 19¾4, per Sept.=Dez. 196. Sojabohnenöl, mandsch., roh. per April=Mai 17. 15.—. Rest unv Gewürze: Die Nachfrage ist weiterhin für alle Sorten recht lebhaft. Die gestern bekanntgegebenen Preise anderten sich nicht. Rohkaka=: Bei stetiger Grundstimmung ergaben sich in den Preisen sowohl am Weltmarkt als auch im deutschen Geschäft keinerlei Veränderungen. Die Umsatze blieben auf ein Mindestmaß beschrankt. Kakaohalbfadrikate: Die Kaufwünsche der Abnehmer wurden im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mengen befriedigt. Preise unv Reis: Der Verteilerhandel ist noch mit der Abwicklung der getätigten Verkäufe beschäftigt. wobei die bisberigen Preise als Grundlage genommen wurden. Von den sernöstlichen Rohreismärkten wird eine unv. jeste Stimmung gemeldet. Auf Grund werterer Käufe Vorderindiens ergaben sich teils nochmalige Erhöhungen. auch verteuerte Frachten trugen zu der Steigerung bei. Baumwolle: Rubig. Suverfine 3.70. Fine Omra 1.10 Dollar Kaffee: Vom Binnenland besteht unn. rege Nachlo daß der Handel dorthin und auch im Transit weiie befriedigend verläuft. Die Preise lauten wie an den Vortagen. Schmals: Stetia. unv.— Fettwaren: Unv. RaubfAtter: Markt= und Preislage unverändert. eine halbe Million streiken Nahezu die ganze Braunkohlenindustrie in USA. stillgelegt Churchill und Genossen sind schuld Opposition kritisiert Chamberlaine Politik. London, 5. Mai. Im Verlauf der Unterhausaussprache, die am Donnerstag nach abschließenden Erklärungen des Arbeitsministers Brown auf Montag nächster Woche vertagt wurde, kam es zu erneuten Angriffen der Opposition gegen die Politik der englischen Regierung im Zusammenhang mit der teilweisen Aufgabe des Freiwilligenprinzips. Der Labourabgeordnete Lees Smith brachte hier zunächst einen Mißtrauensantrag ein, bei dessen Begründung er u. a. Chamberlain vorwarf, daß dessen Politik Schritt für Schritt von den Leuten wie Churchill und Genossen diktiert worden sei. Es sei klar, daß die Politik der Regierung England dem Kriege näherbringe. Der Abgeordnete Bevan warf Chamberlain gleichfalls vor, daß er unter dem Druck Churchills handele. Die zwangsmäßige Ausbildung von 200000 Mann mache im übrigen auf niemanden im Auslande Eindruck. Auch der Oppositionsliberale Sinclair kritisierte die Methoden des englischen Premierministers und warf Chamberlain und Hore Belisha vor, daß ihre Erklärungen bezüglich der „Wehrpflicht“ nicht mit ihren wirklichen Absichten übereinstimmten. Wenn gesagt werde, daß man in anderen Ländern Eindruck machen müsse, so erkläre er. daß England mit der„Wehrpflicht" die„Strafe für seine außenpolitischen Experimente" bezahle Kein anderer als der unvermeidliche Herr Eden stellte sich im Gegensatz zu seinen Vorrednern schützend vor dle Regierung. Insbesondere auf die Mühle der Einkreisungspolitik ließ er dabei ebenso unvermeidlich wie selbstverständlich einen Schuß Wasser insofern laufen, als er keine modifizierte, sondern eine absolute Garantie für Polen sowie eine Fortsetzung der Bemühungen vor allem um Somjetrußzlands, aber auch um anderer Staaten, Eintritt in die Einkreisungsfront forderte. Die Oppositionsliberalen haben im übrigen am Donnerstagabend deschlassen, ihre ablehnende Haltung gegenuber dem„Wehrpflicht"=Gesetz auszugeben Neunork, 5. Mai. Am Freitag traten wieder nahezu 100 000 Mann in der Brannkohlenindustrie Amerikas in den Ausstand, sodaß die Gesamtzahl der Streikenden jetzt 458 000 beträgt. Damit sind nahe zu samtliche Bergwerke der Vereinigten Staaten durch Streik stillgelegt. Dieser Ausstand ist der größte seit dem Sommer 1922. Damals streikten rund eine halbe Million. Die Kohlenknappheit in den Großstädten nimmt stündlich ernstere Folgen an. Der Streik in der amerikanischen Braunkohlenindustrie trifft die Allgemeinheit immer schwerer Das gesamte Verkehrsleben Neuyorks ist bedroht. Der U.=Bahn= und Hochbahnverkehr, muß ab sofort um ein Viertel eingeschränkt werden. Wenn der Streik noch weitere acht Tage andauert, muß der gesamte elektrifizierte Bahnverkehr in Neuvork und seiner weiteren Umgedung eingestellt werden. Auch in den Industriebezirken im Osten und Mittelwesten machen sich ähnliche Erscheinungen be mertbat. Verschiedentlich kam es zu Zusammenstößen zwischen Streikposten und Arbeitswilligen. Unter Giftmordverdacht auf der Anklagebank Der Sohn verdächtigte die eigene Mutter 7 Zeugenvernehmung im Linkenheil=Prozeß Wuppertal, 5. Mai. Im Wuppertaler Giftmordprozeß vernahm das Gericht als ersten Zeugen den heute 20 Jahre alten Sohn aus erster Ehe der angeklagten Frau Linkenheil. Der Zeuge, der beim Auftreten des Linkenheil erst zehn Jahre alt war. wußte sich der ersten Vorgange kaum mehr zu erinnern. Im Laufe der Jahre, so vor allem in den Jahren 1931 und 1932, ist ihm das häufige Zusammentreffen des Hauslehrers Linkenheil mit seiner Mutter doch aufgefallen. Als sein Vater dann überraschend stard, habe er sich zunächst keine weiteren Gedansen gemacht. Erst als er durch seine Großmutter anläßlich eines Giftmordprozesses darauf aufmerksam gemacht worden sei. ob sein Vater nicht auch durch Gift beiseite gebracht worden sei, seien ihm die Umstände des Jodes verdächtig vorgekommen. Er erinnere sich auch bestimmt, daß im Hause seiner Eltern stets ein destimmtes Gift vorhanden gewesen und auch gebraucht worden sei. Betroffen hätten seine Mutter und ein nachmaliger Stiefvater Linkenheil geschwiegen, ale er ihnen gegenüber zum erstenmal den Verdacht des Giftmordes geäußert habe. Ein guter Bekannter des Schneider sagte aus. nach seiner Meinung sei die Ehe Schneiders nur durch Linkenheil zerstört worden. Einem früheren Vertreter der Firma Schneider gegenüber hat Schneider wiederhelt seinen Kummer über die Antreue seiner Frau zum druck gebracht. Diesen Jeugen, der oft den schwerkranken Schneider im Krankenhaus besuchte, hatte Schneider wenige Tage vor seinem Tode in einem lichten Augen blick um ein Butterbrot gebeten mit dem Bemerken, daß er andere ihm zugetragene Speisen nicht mehr essen wolle. da er den Verdacht habe, man wolle ihn vergiften Wen Schneider allerdings damit gemeint habe, könne er nicht sagen, denn das Mißtrauen des Kranken habe sich auch auf Krankenhausangestellte und die Aerzte bezogen Der Vormund des jungen Schneider sagte, daß Schneider ein Vermögen von 50 000 Mark hinterlassen habe, doch seien ihm, dem Vormund. größte Schwierigkeiten gemacht worden, wenn er auch nur die bescheiden sten Ansprüche für sein Mündel gestellt habe. Seiner Meinung nach sei in dem Schneiderschen Geschäft unter Linkenheile Führung sehr übel gewirtschaftet worden Viehmärkte Dortmunder Schlachtviehmarkt. Austrieb: Rinder gesat T.dorupter: Ochsen 53, Bullen 11“ Kühe 511. Färiest-Kalbinnens Uj, 222 Kälber 1065. Schafe, Lämmer und Hammel 113—ene 5116. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Och####### Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 4611, sonstige vollfleischige 42#. Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 4413, sonstige vollfleischae oder ausgemästete 3912—40):. Kühe: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 437—44½.Tsonstige vollfleischige oder ausgemästete 39—40½, fleischige 31—34½. gering genährte 25. Farsen(Kalbinnen): Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts 441—45 vollfleischige 41½. fleischige 30—36½. Kälber; Dopvellender bester Mast 72—78, beste Mast= und Saugkälber 62—63. mittlere Mast= und Saugkälber 55—57. geringe Saugkälber 45—48. geringe Kälber 35—38. Lämmer, Hammel und Schafe: Beste Weidemastlämmer 51. Weidemasthammel, beste, jüngere 50. beste Schafe 40—42. mittlere Schafe 35—39. geringe Schafe 23—32. Schweine: Fettschweine über rd. 150 Kla. Lebendgewicht 58. vollfleischige Schweine von 135—149 Klg. Lebendgewicht 57. vollfleischige Schweine von ca. 120—134 Kla. Lebendgewicht 56. vollfleischige Schweine von 100 bie 120 Kla Lebendgewicht 52. vollfleischige Schweine von ca. 80—100 Klg. Lebendgewicht 49. fleischige Schweine von ca. 60—80 Klg. Lebendgewicht 49. fleischige Schweine unter 60 Klg. Lebendgewicht 49. fette Specksauen, 57. Altschneider 56. Marktverlauf: Rinder zugeteilt. Ausstichtiere über Notiz. Kälber zugeteilt. Schafe flott. Schweine zugeteilt. Oferdesport Rennen zu Maisons=Lassitte. 1. Rennen: 1. Sao Luiz(Hatton), 2. La Roche Giffard 3. Villaret. Toto: Sieg 258:10. Platz 54. 20. 29:10. Lg.: K., 1½. H. werner liesen 5 Pferde 2. Rennen: 1. Samnigny(Chemoal), 2. Gengones, 3. Fazulbai. Toto: Sieg 428:10. Platz 106. 102. 29:10. La.: 1. 1½. 1. Ferner liefen 8 Pferde 3. Rennen: 1. Requin(Ferre). 2. Infernal nI. 8. Oriflamme UI. Toto: Sien 126:10. Platz 35. 63. 29•10. La.: 1:. 1½. R. Ferner liesen 14 Pferde. l. Rennen: 1. Sesterce(Toche) 2. Grand Atlas, 3. Juro. Tcto: Sieg 24:10. Platz 12. 25. 15:10. Lo.: 2. J.. Ferner liefen 5 Pferde 5. Rennen: 1 Valrosa(Johnstone). 2. Dorylee. 3 Fadet:r II. Toto: Sieg 85:10. Platz 38. 70. 59:10. Ls.: . 1. A Ferner liefen 15 Pferde 6. Nennen: 1. Le Boophare(Toche). 2. Sun Benm. 8. Beile 2 ermande. Toto: Sieg 60:10. Plan 20, 23. 31·10. L S. 3 1¼ Ferner liefen 13 Pferde 7 Aennen: 1. Massia(Frigonl), 2. Calabrasse. 3 Noga! Parth Toto: Sieg 53:10. Plar 22. 21. 68 10. La 2. 2n 2. Ferner siesen 9 Pferde. Wie wird das Wetter? Im großen und ganzen freundlich. Wahrend Süd= und Südostdeutschland auch beute Einer Hausbesitzerin gegenüber soll sich die Angeklagte weiterhin von einem Schlechtwettergebiet beherrscht wurFrau Linkenheil einmal geaußert haben, sie sei mit H. gmand, wie Smartel###ee sehr vertraut, da sie eine Tachnrütung„12 Dit Storungstatigkeit im Endosten des Reiches wird sich wisten sehr vertraut, da sie eine Fachprüfung als morgen weiter verstärken, sich jedoch in Westdeutschland nur durch zeitweise stärkere Bewölkung und einzelne unwesentliche Niederschläge bemerkbar machen. Für die Folgeseit ist weiterhin mit freundlichem Wetter zu rechnen. Vorhersage für Samstag: Bei frischen Winden aus Ost und Südost wolkig. aber vorwiegend trocken. Temveraturen auf 16 dis 18 Grad ansteigend. Für Sonntaa: Wenig verandert. Weiterentwicklung: Freundlich. 1 — eine Fachprusung als Drogistin abgelegt hade. Die beiden Angeklagten stellten diese Zeugin als unglaubwürdig hin, weil sie in den letzten Jahren zahlreiche Prozesse miteinander geführt hätten. Ein früherer Nachbar des Schneider sagte aus, daß Schneider einmal die Befürchtung ausgesprochen habe. er müsse sterden, um dem„Kleinen“(damit war offenbar Linkenheil gemeinz) Platz zu machen. Gloria-Palast Heute und moren. 22.30 Uhr 2 Spälvorstellungen Der Pilm der spannendsten Sensationen Menschen ohne Nerven Ein Mlm von Menschen, die den Tod nicht fürchten, von Mrrechen, die es mit dern Teufel eufnehmen. Im Tapespresramm Neu Iür Herne! Der tolle und lustige Pilm Das Buch als Geschenk: In den Stunden des Abschieds wird das Weh durch die Gabe eines Buche ert, In den Stunden des Wiedersehene prägt sich die Freude am tiefsten im verschenkten Buche aus. Der Beschenkte best aus dem Buche die Liebe des Spenders, der es verstehen muß, den Neigungen und dem Geschmack des zu Beschenkenden auf die Spur zu kommen. W. Waldenburg. 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