1 Herner Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht: durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböhe 4 Pf., im Textteil 25 Pf. Vereinskalender(im Cextteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Ziffer= und Auskunftsgebühr 28 Pf. 7 Fernsprecher: Sammel=Rummer 52541" Drahtanschrift: Anzeiger Herne. Ni. 230(Erstes Blatt) Samstag, den 1. Oktober 1938 34. Jahrgang Die Welt feiert die Friedenstat von München . Der Führer machte den Weg frei für eine Aera der Zusammenarbeit in Europa v. Brauchitsch an die Truppe: Stammesbrüder von heute an unter dem Schutz der deutschen Waffen Start in ein neues Europa Das alte Europa, wie man es jenseits des großen Wassers mit mitleidigem Augenzwinkern gern nennt. erlebt seit gestern ein neues„kontinentales“ Gefühl. Furoväisches Gemeinschaftsbewußtsein: Wie lange gab es das nicht mehr! Gestern kam es irgendwo an der deutsch=französischen Grenze zu einem spontanen, gutnachbarlichen Umtrunk. In London wurden vor dem Gehände des Außenamtes rote Stänker, die sich einen Zwischenruf gegen München gestatten wollten, mit einem Gelächter, das deutlicher als Fausthiebe war, von dannen geschickt. Und in München selbst! Als die Münchener den Führer zusammen mit dem französischen Ministerpräsidenten sahen, brachten sie Adolf Hitler ihre herzliche Ovation dar und riefen zugleich:„Es lebe Frankreich!". Die Leute von gestern und vorgestern, die von dem salschen Lehrsatz„Erbfeindschaft" leben, werden sagen, daß Zeichen und Wunder geschehen seien. Und das ist wahr. Von einem zum anderen Tage ist ein frischer Herbststurm, der frühlingshafte Gewalt hat, über das Abendland hinweggebraust, hat die Nebelwolken über eine gewisse Ostgrenze gejagt und die politische Atmosphäre so gründlich gereinigt, daß eine englische Zeitung mit überzeugtem Optimismus erklärt: München bedeutet den Start in ein neues Europa. Diesmal ist wirklich der Friede vor dem riege. d. b. ohne Krieg. abgeschlossen worden. Dank der Initiative des Führers. der die Besprechung der „Vier" in München ermöglicht hat, und dank der Bereitwilligkeit der Regierungschefs Englands und Frankreichs. eine letzte Anstrengung zur Ermöglichung einer friedlichen Lösung zu unternehmen, ist das große Friedenswerk erreicht worden. Besonderer Dank gebührt Mussolini, der sich in diesem Endstadium des Kampfes um das deutsche Sudetenland als treuester Freund des Reiches bewährt hat, obwohl Italien nicht unmittelbar an dem strittigen Problem beteiligt war. Friede ohne Krieg: Das muß als besonders wichtig und symbolisch für den Tag in München gelten, der die Monate der„Friedens"=Verhandlungen von Versailles korrigieren und liquidieren konnte. Das Verantwortungsbewußtsein der Euroväer, die aus der furchtbaren Katastrophe, die den Namen Frieden trug. gelernt haben, hat bei dem Münchener Abkommen Pate gestanden. Darum kann der„Popolo d'Italia“ sagen? In der Atmosphäre der Erwartung. der Ungewißheit und der Leidenschaft habe in München eine historische Zusammenkunft der vier Staatsmänner stattgefunden, in deren Entscheidung das Schicksal Europas liege. Die Erfahrungen der letzten Jahre von den Sanktionen bis zum Zusammenbruch Genfs hätten gezeigt. daß 50 Staaten nicht in der Lage seien, das Schicksal Europas zu leiten, wenn die vier Großmächte in Mittelund Westeuropa nicht ein Mindestmaß von Verständnis und Zusammenarbeit finden. Nunmehr habe die Gewalt der Ereignisse die vier Großmächte und ihre Staatsmänner in einer der dram atischsten Stunden nach langen Mißgeschicken zusammengeführt. Deutschland sei Gerechtigkeit zuteil geworden, indem man die nationalen Rechte in den Sudetengebieten anerkannte.„Der Grundsatz der Volkszugehörigkeit triumphiert. Die Irrtümer von Versailles sind ohne Blu.vergießen durch freie Uebereinkunft der Westmächte und Italiens, das ein Recht darauf hatte, ein Wort der Gerechtigkeit über das Schicksal der Donaugebiete mitzureden, nachdim es das Habsburger Reich zerschlagen hatte, zum Teil wieder gutgemacht worden.“ Jeder Deutsche hat das Münchener Kommuniquee gelesen. und jeder weiß, daß es ein Dokument der unbeirrbaven Haltung des Führers in dem Schicksalskampf um die Heimführung von dreieinhalb Millionen Deutscher in das Reich ist. Glück und Freiheit bringt der Führer mit diesem Abkommen den Sudetendeutschen, die wir alle heute, am Tage des Einmarsches der deutschen Truppen. als Brüder und Schwestern des einen großen Achtzig=Millionen=Volkes begrüßen. Jubelnde Freude ist darum heute in allen deutschen Gauen, und alle gedenken in diesen Stunden des großen. verantwortungsbewußten Einsatzes, mit dem der Führer das Werk zu Ende geführt hat. Und wenn heute im Sudetenland alle Glocken den Tag der Freiheit einläuten und alle Herzen von der Gewißheit tief bewegt sind, daß nun die Schrecken des Krieges gebannt sind, dann dürfen unsere sudetendeutschen Volksgenossen die Gewißheit haben, daß das ganze deutsche Volk wetteifern wird ir dem Bestreben. die Not zu bannen und die Grundlage für den wirtschaftlichen Aufbau zu schaffen. Dr. R. Belgrad:„Der größte Sieg in der Geschichte Europas“ Belgrad. 30. Sept.„Samouprawa“, das Zentral= ergan der Regierungspartei. schreibt zum Münchener Ergebnis, daß die ganze Menschheit erleichtert aufatme. Man müsse aus dieser zwanzigtägigen Krise aber Lehren ziehen, damit sie sich nie mehr wiederhole. Es handele sich in München um ein weltgeschichtlichee Ereignis, das Eurova für lange den Frieden zu sichern scheine. Europa habe sich zugleich selbst geholfen. Jetzt gelte es, diesen größten Sieg in der Geschichte Eurovas auszunutzen, was aber nicht allein von den verantwort lichen Staatsmännern vollbracht werden könne. Alle müßten daran mitarbeiten, damit Eurova stärter und besser aus der ganzen Krise hervorgehe. Erklärungs.= Führers uus Chamberlains Münchener Abkommen und deutsch=englisches Flottenabkommen symbolisch für den Friedenswunsch beider Nationen 7 Nie wieder englisch=deutscher Krieg! München, 30. Sept. Der Führer und Reichskanzler und der britische Premierminister haben nach ihrer heutigen Unterredung folgende gemeinsame Erklärung herausgegeben: Wir haben heute eine weitere Besprechung gehabt und sind uns in der Erkenntnis einig, daß die Frage der deutsch-englischen Beziehungen von allererster Bedeutung für beide Länder und für Europa ist. Wir sehen das gestern abend unter zeichnete Abkommen und das deutsch-englische Flottenabkommen als Symbole für den Wunsch unserer beiden Völker an, niemals wieder gegeneinander Krieg zu führen. Wir sind entschlossen, auch andere Fragen, die unsere beiden Länder angehen, nach der Methode der konsultation zu behandeln und uns weiter zu bemühen, etwaige Ursachen von Meinungsverschiedenheiten aus dem Wege zu räumen, um auf diese Weise zur Sicherung des Friedens Europas beizutragen. Adolf Hitler, Neville Chamberlain. Tagesbefehl an die Truppe Berlin. 30. Sept. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, hat folgenden Tagesbefehl an die Truppe erlassen: Mit dem 1. 1b. beginnend, wird das deutsche Heer in die von unserem Führer befreiten deutschen Gebiete der Tschechei einrücken. Das deutsche Heer betritt die erlösten Gebiete in der stolzen Freude, Künder deutscher Zucht und Ordnung zu sein und als Werkzeug seines Obersten Befehlshabers von nun an seinen deutschen Stammesbrüdern den starken Schutz der deutschen Waffen gewähren zu dürfen. Heil dem Führer! Der Oberbefehlshaber des Heeres gez. von Brauchitsch. Konrad Henlein dankt dem Führer „Worte sind zu schwach, den Dank der Eudetendeutschen auszudrücken“ Bayrenth. 30. Sept. Der Führer der Sudetendeutschen Partei, Konrad Henlein, hat an den Führer folgendes Telegramm gesandt: Mein Führer! Im Namen des seit 20 Jahren gequälten und unterdrückten Sudetendeutschtums danke ich Ihnen, mein Führer, tiefbewegten Herzens für die uns erkämpfte Freiheit. Kinder und Kindeskinder werden noch den Tag loben, an dem durch den Anschluß an das Großdeutsche Reich Sie, mein Führer, unsagbares Leid von Millionen in tiese Freude und stolze Zuversicht verwandelten. Worte sind zu schwach, um Ihnen das auszudrücken, was wir alle in diesem Augenblick für Sie empfinden. In tiefer Dankbarkeit wird das gesamte Sudetendeutschtum jederzeit in treuester Gefolgschaft hinter seinem Befreier stehen. In Treue grüßt Sie, mein Führer, Ihr ergebener Konrad Henlein. Schluckenau, 30. Sept. Nach den Tagen der Unterdrückung und der Unsicherheit bemächtigte sich der Bevölkerung der von den Tschechen kürzlich geräumten sudetendeutschen Bezirke Heilspach, Schluckenau und Rumburg in den Morgenstunden des Freitags eine unbeschreiblich freudige Stimmung. Kaum hatte der deutsche Rundfunk das Ergebnis der Besprechungen in München mitgeteilt und die einzelnen Punkte des Abkommens bekanntgegeben, da eilte die Bevölkerung der Städte auf Straßen und Plätze, wo sich ergreifende Szenen der Freude und der Begeisterung abspielten. Bereits in den ersten Vormittagsstunden prangten die Straßen und Plätze der Städte und Dörfer des sudetendeutschen Niederlandes in reichem Schmuck unzähliger Hakenkreuzfahnen. An den Rathäusern und Stadtämtern wurden Bilder des Führers und Symbole des Reiches angebracht. Ueberall schmückt die Bevölkerung die Häuserfronten mit Fahnen und Girlanden. Allenthalben leuchten Spruchbänder:„Wir danken unserem e Unser Bild zeigt den Führer und den Duce nach dem Verlassen des Bahnhofs in München. Hinter ihnen Außenminister Graf Ciano und Generalseldmarschall Göring.(Scherl-Bilderdienst-M) Führer— wir sind wieder frei“.—„Ein Volk, ein Reich, ein Führer". Besonders in jenen Orten, in denen noch vor wenigen Tagen kommunistische Banden im Verein mit tschechischen Soldaten ihr Unwesen getrieben haben, erreichte die Begeisterung unbeschreibliche Höhepunkte. Alle beseelt nur ein Gedanke:„Wir werden den Soldaten der deutschen Wehrmacht einen festlichen Empfang bereiten!“ Der Jubel in München München, 30. Sept. Die Münchener Bevölkerung. die durch ihren gestrigen Massenaufmarsch auf den Straßen ihre außerordentliche Anteilnahme an den großen und entscheidenden Besprechungen der Staatsmänner der vier Großmächte gezeigt hatte, hat das glückliche, für das Leben der europäischen Völker so bedeutsame Ergebnis der weltgeschichtlichen Beratungen mit ganz besonderer Freude und tiefinnerer Bewegung ausgenommen. Das Miterleben der großen Stunden war schon gestern den ganzen Tag über und weit in die Nacht hinein in den stürmischen Kundgebungen der Bevölkerung für den Führer und den Duce. aber auch in den freundlichen, sich bei jeder Gelegenheit wiederholenden Begrüßungen für den englischen Premierminister und den französischen Ministerpräsidenten Daladier zu bewegtem Ausdruck gekommen. Als dann in der Nacht durch den Rundfunk und heute früh durch die Spätausgaben der Morgenzeitungen das glückliche Ergebnis der Viermächtebesprechung allgemein bekannt wurde, setzten sich im Anschluß an die stürmische nächtliche Verabschiedung des Duce durch die Münchener Bevölkerung diese Kundgebungen der Anteilnahme auch am Freitag in starkem Maße fort. Die freudige Bewegung der Volksgenossen über den erfolgreichen Abschluß der Besprechungen kam immer wieder spontan zum Ausdruck. Das zeigte sich im Laufe des Freitags besonders vor den beiden großen Hotels, in denen die ausländischen Staatsmänner und hervorragende deutsche Persönlichkeiten Wohnung genommen hatten. Im Regina=PalastHotel begrüßte eine große Menge aufs freundlichste den Premierminister Chamberlain bei seinem Erscheinen am Fenster und bei seiner Abfahrt vom Hotel. Auch vor dem Hotel„Vierjahreszeiten“ bildeten sich den ganzen Vormittag über große Menschenansammlungen, die besonders stürmisch den Generalfeldmarschall Hermann Göring begrüßten, als er das Hotel verließ, aber auch dem französischen Botschafter Francois Poncet bei seiner Abfahrt zum Flughafen eine freundliche Begrüßung zuteil werden ließen. Freudige Anteilnahme bekundeten die Angesammelten auch, als Ministerpräsident Daladier sich am Fenster des Hotels zeigte. Großes Interesse machte sich in der Bevölkerung schon vom frühen Morgen an für die Stunde der Abreise der ausländischen Gäste geltend, was durch fortwährende Anfragen an die Zeitungen und an den Rundfunk zum Ausdruck kam. So werden mit den führenden deutschen Persönlichkeiten auch die ausländischen Regierungschefs von einer Welle lebendiger Anteilnahme der Münchener Bevölkerung bis zur Stunde ihrer Abreise umgeben sein. Abfahrt des Führers von München Begeisterte Kundgebungen der Bevölkerung. München, 30. Sept. Der Führer verließ am Freftag spät abends die Hauptstadt der Bewegung, um sich nach Berlin zu begeben. Obwohl Tatsache und Zeitvunkt der Abfahrt des Führers nicht bekannt waren, hatte sich auf dem Hauptbahnhof eine vieltausendkönfige Menschenmenge versammelt, die dem Führer begeisterte Kundgebungen bereitete. Chamberlain über eine Stunde beim Führer München, 30. Sept. Der britische Premierminister Neville Chamberlain stattete heute mittag dem Führer in seiner Wohnung am Prinzregentenplatz einen mehr als einstündigen Besuch ab, der den beiden Staatsmännern Gelegenheit zu einer längeren Aussprache gab. Freudenkundgebungen an der deutsch=französischen Grenze Zwei Völker feiern den Frieden. Saarbrücken, 30. Sept. Im deutsch=französischen Grenzgebiet ist das in München geschlossene Abkommen mit ganz besonderer Herzlichkeit begrüßt worden. Da die Bevölkerung beiderseits der Grenze stets in gutem Einvernehmen miteinander gelebt hat, ist von ihr ein großer Druck genommen worden. Zahlreich sind die Kundgebungen herzlicher Freude. Besonders eindrucksvoll war eine solche Kundgebung auf der Brücke zwischen dem auf dem deutschen Gebiet liegenden Groß=Rosseln und dem französischen Klein=Rosseln. Die deutschen und französischen Grenzbeamten gaben ihrer Freude über das Ergebnis Ausdruck. Eine französische Firma stiftete eine Kiste Wein und Sekt, die gemeinsam mit der von beiden Seiten zusammengeströmten Bevölkerung unter Hochrufen geleert wurde. Auf deutscher Seite wurde die Hakenkreuzfahne aufgezogen, während die Franzosen die Trikolore hißten. Auf französischer Seite ertönten immer wieder Hochrufe auf den Führer, während gleichzeitig „Nieder mit dem Kommunismus!“ gerufen wurde. Feier des Erntedanktages auf dem Bückeberg fällt aus Berlin. 30. Sept. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda gibt bekannt: Durch die verständliche Inanspruchnahme aller Transportmittel ist es notwendig geworden, die Feier des Erntedanktages auf dem Bückeberg und die damit verbundenen Empsänge in Hannover und Goslar ausfallen zu lassen. S Berlin in Erwartung des Führers Beifall; wie ihn Chamberlain noch nie erlebte Aufruf Dr. Goebbels an die Berliner Bevölkerung Berlin, 1. Okt. Reichsminister Dr. Goebbels hat als Gauleiter von Berlin folgenden Aufruf an die Bevölkerung der Reichshauptstadt erlassen: Volk von Berlin! den entscheidenden historischen Viermächtebesprechungen in München trifft der Führer heute um 10,40 Uhr wieder in Berlin ein. Die dankbare Reichshauptstadt wird=ihn mit den tiesen und herzlichen Gefühlen empfangen, die uns in diesen geschichtlichen Stunden alle bewegen. Volk von Berlin, heraus auf die Straßen! An den Anfahrtstraßen des Führers vom Anhalter Bahnhof über Askanischen Platz, Anhaltstraße, Wilhelmstraße bis zur Reichskanzlei wird Spalier gebildet. Wir wollen dabei dem Führer den Dank zum Ausdruck bringen, der uns angesichto der in München gesällten historischen Entscheidungen alle erfüllt. Beflaggt Eure Häuser, schmückt die Straßen der Stadt! Es lebe der Führer, unser nationalsozialistisches Volk und unser nationalsozialistisches Großdeutsches Reich! Der Gauleiter von Berlin: Reichominister Dr. Goebbels. * Der Reichominister des Innern, Dr. Frick, ersucht alle Vertreter der öffentlichen Dienstgebäude Berlins, bis auf weiteres zum Empfang des Führers zu flaggen. Triumphaler Empfang des Duce München, 30. Sept. Nach 14stündigem Aufenthalt in München, verließ der italienische Regierungschef Benito Mussolini am Freitagfrüh wieder die Hauptstadt der Bewegung. Er trat vom Hauptbahnhof aus die Rückfahrt nach Italien an und wurde vom Führer bis zum Sonderzuge geleitet. Auf dem Wege zum Bahnhof. den der Duce im Wagen Adolf Hitlers zurücklegte, waren die beiden großen Staatsmänner noch einmal umwogt von dem brausenden Jubel der Münchener Bevölkerung, die trotz der späten Stunde zu Zehntausenden die Straßen und den Bahnhof säumte. Nachdem der Duce mit dem Führer unter den Klängen der Giovinezza die Front der Ehrenkompagnie der Wehrmacht und einer Ehrenkompagnie der SS. abgeschritten hatte. geleitete ihn Adolf Hitler zum Sonderzug. Vor der Tür des Wagens verabschiedete sich Adolf Hitter von Benito Mussolini. Beide schüttelten sich lange und herzlich die Hände. Dann nahm der Duce Abschied von Generalfeldmarschall Göring und den übrigen deutschen Persönlichkeiten, die dem Duce das Geleit gaben. neben dem Stellvertreter des Führers und dem Reichsaußenminister der Gauleiter des Traditionsgaues, der bayerische Ministerpräsident und der Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung. Sodann bestieg der Duce den Wagen und trat ans Fenster. Neben ihm stand Außenminister Graf Ciano. Langsam rollte um 1.40 Uhr der Sonderzug aus der Halle. Mussolini in Verona Jubel um den Duce längs der ganzen Bahnstrecke. Rom, 30. Sept. Mussolini ist um 10.07 Uhr in Verona eingetroffen. Wie vor einem Jahr— auf den Tag genau— als der Begründer des faschistischen Imperiums von seiner Triumphfahrt durch Deutschland zurückkehrte, war längs der ganzen Strecke von der Brennergrenze bis Verona schon seit den frühen Morgenstunden die Landbevölkerung aus den Dörfern der Umgebung herbeigeströmt. Auf den Bahnhöfen hatten sich Tausende und aber Tausende eingefunden, die alle dem Duce bei der Durchfahrt des Sonderzuges zujubeln wollten. In Verona, wo Mussolini noch vor kaum vier Tagen den Standpunkt und die Einsatzbereitschaft Italiens bekräftigt und dem Volk zugerufen hatte:„In dieser Woche wird sich das Schicksal Europas entscheiden, und in dieser Woche kann das neue Europa der Gerechtigkeit für alle und der Versöhnung zwischen den Völkern erstehen,“ verließ der Duce füre kurze Zeit den Sonderzug. Er trat auf den festlich geschmückten Bahnhofsplatz, wo ihm von der Menge begeisterte Huldigungen dargebracht wurden. Die Ovationen wollten auch dann noch kein Ende nehmen, als der Zug gegen 10.30 Uhr aus dem Bahnhof rollte, um seine Fahrt nach Rom fortzusetzen. Im Münchener Abkommen sieht das Mittagsblatt des „Giornale d'Italia“ mehr als nur ein Protokoll, das die Fehler von Versailles wiedergutmache, denn es regele die Grenzen Mitteleuropas neu und erkenne auch das Selbstbestimmungsrecht der Völker an. Das Einvernehmen der vier Mächte biete die Gewähr dafür, daß Europa sich selbst wiedererkannt habe, und daß aus den gesunden Kräften des Kontinents die Versöhnung zwischen den Völkern erstehen konne. Rom, 30. Sept. Als der Sonderzug um 18 Uhr einrollt. braust Mussolini in der Bahnbosshalle unter den Klängen der italienischen Nationallieder begeisterter Jubel entgegen. Nach Begrüßung der italienischen Nationallieder begeisterter Jubel entgegen. Nach Begrüßung der Vertreter von Partei und Staat sowie des deutschen Botschafters und der Herren des divlomatischen Koros schreitet der Duce in Begleitung von Außenminister Graf Ciano die Front der Ehrenkompagnie ab und begibt sich sofart auf den Bahnhofsplatz, wo der Duce mit Freudenstürmen gefeiert wird. Im offenen Wagen begibt sich dann Benito Mussolini sofort zum Palazzo Venizia. Auf dem Wege dorthin nimmt der tosende Jubel der Menge orkanartige Formen an. während von den dichtbesetzten Fenstern der Straßenfront Fahnen geschwenkt und Blumen gestreut werden. Unter nicht endenwollenden„Duce=Duce!"=Rufen trifft Mussolini im Wagen stehend und nach allen Seiten grüßend— neben ihm Außenminister Graf Ciano— auf der Piazza Venezia ein, wo die Kundgebung ihren Höhepunkt erreicht. Es ist 18.20 Uhr. Die Klänge der Giovinezza klingen auf und Mussolini erscheint auf dem geschichtlichen Balkon des Palazzo Venezia, umtost von den in endloser Folge sich wiederholenden Dankesovationen. Sein Blick schweift lange und immer wieder voll Stolz über die Hunderttausende zählende Menschenmenge. Dann grüßt er mit erhobener Rechten und verläßt langsam den Balkon. Bald muß sich Mussolini ein zweites und ein drittes Mal zeigen. Dabei erklärt er in dieser feierlichen Stunde: „Kameraden! Ihr habt denkwürdige Stunden erlebt. In München haben wir für den Frieden der Gerechtigkeit gearbeitet. Ist das nicht das Ideal des italienischen Volkes?“(Stürmische Ja=Ruse). Dann zieht sich Mussolini wiederum vom Balkon zurück. Doch das Aufbrausen immer neuer Duce=Duce=Ruse, die oft durchsetzt sind mit Heil=Hitler=Rusen, bewegt ihn. noch wiederholt auf den Balkon zu treten. Der König von Italien und Kaiser von Aethiovien hat sich von seinem Landsitz San Rossore nach Florenz begeben, um Benito Mussolini auf der Rückfahrt von dem weltgeschichtlichen Treffen in München versönlich zu begrüßen und den Duce des Faschismus zu seiner Begegnung mit dem Führer und Reichskanzler und mit den Premierministern Englands und Frankreichs zu beglückwünschen. Nicht endenwollende Ovationen der riesigen Menge in= und außerhalb des Bahnhofs gaben der Begrüßung zwischen dem König und dem Duce. der gegen 14.30 Uhr in Florenz eintraf. inmitten eines Meers von Fahnen und Wimveln einen ebenso herzlichen wie feierlichen Charakter. Die stürmische Begeisterung, mit der Mussolini auf der Fahrt von Verona nach Florenz. von Stadt zu Stadt. von Gemeinde zu Gemeinde und überall entlang der Bahnstrecke von Hunderttausenden umiubelt wurde, steigerte sich in Florenz zu wahren Freudenausbrüchen. Auch auf dem letzten Teil seiner Rückreise nach Rom, das bereits reichen Flaggenschmuck angelegt hat. wird Mussolini überall die gleiche herzliche Begeisterung und Dankbarkeit finden. Rom bereitet dem Duce einen triumphalen Empfang vor. Ein Zeichen guten Willens Brüssel, 30. Sept. Der französische Konsul in Verviers teilte am Donnerstagabend mit, daß die französische Regierung beschlossen habe, als Zeichen des guten Willens gegenüber Belgien eine Kavallerie=Division von der belgisch=französischen Grenze zurückzuziehen. Dieser Beschluß sei auf Besprechungen zwischen dem belgischen Ministerpräsidenten Spaak und dem französischen Botschafter Bargeton einerseits und dem französischen Außenminister Bonnet und dem belgischen Botschafter in Paris andererseits zurückzuführen. Diese Besprechungen hätten ergeben, daß Frankreich nicht die geringste Absicht habe, eine militärische Operation irgendwelcher Art in Belgien durchzuführen. London, 30. Sept. Das Flugzeug. das den britischen Premierminister aus München in die Heimat zurückbrachte, ist um 17.40 Uhr auf dem Flugplatz Heston gelandet. Seit mehr als woei Stunden wartete eine ungeheure Menschenmenge geduldig. um Chamberlain den ihm gebührenden Empfang zu bereiten. Als Chamberlain das Flugzeug verließ. trat Außenminister Lord Halisar auf ihn zu, begrüßte ihn und überreichte ihm ein versönliches Schreiben des Königs. Chamberlain zog dann aus seiner Tasche das von ihm und dem Reichskanzler unterzeichnete Dokument, das den Weg ebnen soll für eine neue deutschrenglische Verständigung. Unter dem Jubel der vieltausendkönfigen Menge verlas Premierminister den Inhalt dieses Dokuments und erklärte: „Heute früh hatte ich eine weitere Unterredung mit dem Deutschen Reichskanzler Hitler, und hier ist das Dokument, das ebenso seinen wie meinen Namen trägt. Einige von Ihnen haben vielleicht schon gehört, was es enthält. Ich möchte es aber trotzdem Euch vorlesen.“— Chamberlain las alsdann die deutsch=englische Friedenserklärung vor, immer und immer wieder von dem brausenden Jubel der Menge unterbrochen. Anschließend begab sich Chamberlain, erneut von dem Beifall der Menge begleitet, im Wagen direkt zum Buckingham=Palast, wo er vom König empfangen wird. Auf dem 15 Kilometer langen Weg. aus dem überall Absverrungen vorgenommen waren, wurde er von einer vieltausendkönfigen Menge immer wieder mit einem Beifall begrüßt, wie ihn Chamberlain in seinem Leben noch nicht gekannt und wie ihn auch England bieher noch nie erlebt hat. Selbst vor dem Buckingham=Palast hatte sich eine nach Tausenden zählende Menge eingefunden. die schon seit den frühen Nachmittagsstunden dort wartete, um das Eintrefsen des Premiers beim König mitzuerleben. Mit einer halben Stunde Verspätung traf der Wagen Chamberlains vor dem Buckingham=Palast ein. Dort hatte sich nicht nur wiederum eine vieltausendkönfige Menge eingefunden, sondern auch sämtliche Minister und hobe Beamten des Staates und des Hofes standen im Hof des Buckinabam=Palastes, um persönlich Chamberlain begrüßen und beglückwünschen zu können. Nachdem Chamberlain sich in das Königliche Schloß begeben hatte, erschien er darauf in Begleitung seiner Frau und des englischen Königsvaares aus dem Balkon des Buckingham=Palastes. Als die Menge die vier auf dem Balkon erblickte, brach sie in einen unbeschreiblichen Jubel aus. Immer und immer wieder wurden Hochrufe auf den König. insbesondere auf den Premierminister ausgebracht. Und immer wieder erschollen die Ruse: „Friedensmacher Chamberlain— Hoch lebe Chamber. lain!“ usw. Schließlich sang die Menge spontan die Nationalhymne. Fast fünf Minuten lang mußten der König. die Königin. Chamberlain und seine Frau im Scheinwerserlicht auf dem Balkon stehen, und immer wieder dankten sie der Masse für die Kundgebungen der Freude und Verehrung. Kurze Zeit darauf begab sich Neville Chamberlain in Begleitung von Lord Halisax im Kraftwagen nach der Dewningstreet, wo er gegen 19 Uhr eintraf. Auch dort wurde er von dem gleichen stürmischen Beifall wie auf dem Flugplatz und vor dem Buckingham=Palast empfangen.„„ Im Buckingham=Palast hatte Chamberlain den König lediglich kurz über seine Münchener Reise unterrichtet. „Werst sie hinaus!“ Die englische Bevölkerung gegen marxistische Hetzer. London, 30. Sept. Bezeichnend für den ungeheuren Stimmungsumschwung, der sich in den letzten 24 Stunden in England vollzogen hat, ist ein kleiner Zwischenall. der sich am Nachmittag in der Downingstreet ereignet hat. Eine marxistische Abordnung versuchte sie Einlaß in Downingstreet 10 zu verschaffen, um dort gegen die Politik Chamberlains zu protestieren. Die Mena## die diesen Vorfall beobachtete, brachte sofort ihr Miß fallen zum Ausdruck, Ruse wie„Werst sie hinaus!“ wurden laut. Schließlich wurde die Haltung der Menge so drohend, daß eine Polizeiabordnung die Marxisten aus der Downingstreet herausführen mußte. Begeisterungssturm um Daladier München, 30. Sept. Die Menschenmenge, die sich vor dem Hotel„Vierjahreszeiten“ seit den frühen Morgenstunden versammelt hatte, brachte dem französischen Ministervräsidenten herzliche Kundgebungen dar. Auf die wiederholten Rufe„Daladier. Daladier!" trat der Ministerpräsident an das offene Fenster seines Arbeitszimmers, worauf die Menge ihn mit lebhaftem Beifall und Heilrufen begrüßte. Ministerpräsident Daladier erklärte dem Vertreter des DNB:„Ich hatte die Freude, selbst festzustellen, daß i. Deutschland keinerlei Gefühle des Hasses oder der Feindseligkeit gegen Frankreich herrschen. Seien Sie sicher, daß die Franzosen ihrerseits keinerlei Gefühle der Feindieligkeit gegen Deutschland empfinden. Das trifft auch für die Zeit der divlomatischen Spannungen und der militärischen Vorbereitungen zu. die wir soeben durchgemacht haben. Die beiden Völker müssen sich herzlichst verständigen, und ich bin glücklich, meine Kräfte dieser notwendigen und fruchtbaren Verständigung zu widmen. Ich habe bereits dem Führer. Marschall Göring und Reichsaußenminister von Ribbentrop für die Herzlichkeit ihres Empfanges gedankt. Uebermitteln Sie meinen ganzen Dank auch der Münchener Bevölkerung.“ Paris, 30. Sept. Ministerpräsident Daladier ist Freitag. gegen 16 Uhr. auf dem Pariser Flugplatz Le Bourget eingetroffen und mit unbeschreiblichem Jubel von der Pariser Bevölkerung empfangen worden. Auf den Zufahrtsstraßen zum Flugplatz und auf dem Flughafen hatten sich Tausende und Zehntausende angesammelt, die den französischen Ministerpräsidenten bei seiner Landung und bei seiner Fahrt in das Innere der Hauptstadt zujubelten. Als Daladier unter den Klängen der Marseillaise die Ehrenkompagnie abschritt, wurden ihm von den anwesenden Frauen kleine Blumensträuße zugeworfen. Immer wieder brach die Menge in den Ruf aus:„Es lebe Frankreich! Es lebe Daladier! Es lebe der Frieden!“ Eine Abordnung der Waisenkinder von französischen Kriegsgefallenen überreichte dem Ministerpräsidenten einen Strauß roter Rosen. Ministerpräsident Daladier gab bei seinem Eintreffen auf dem Pariser Flugplatz Le Bourget folge Erklärung ab: „Ich kehre aus Deutschland zurück. Die Verhandlungen sind sicherlich schwierig gewesen, aber ich hatte die tiefe Ueberzeugung, daß das getrofsene Abkommen für die Aufrechterhaltung des Friedens in Europa unvermeidlich war. Ich habe heute ebenfalls die Ueberzeugung, daß der Frieden dank dem Wunsch gegenseitige: Zugeständnisse und dank dem Geist der Zusammenarbei., der die Tätigkeit der vier großen Westmächte beseelte, gerettet ist.“ Um 18 Uhr trat unter dem Vorsitz des Präsidenten ein einstündiger Ministerrat zusammen. Zu Beginn der Sitzung dankte der Präsident der Republik im Namen des Landes Ministerpräsident Daladier für die schwere und heikle Mission, die er auf sich genommen und zu einem guten Ende geführt habe. Der Ministervräsident gab anschließend ein Ervosee über die Verhandlungen von München und die Bedingungen, unter denen eine Einigung erzielt werden konnte, die Europa die Aufrechterhaltung des Friedens sichert. Einstimmig schloß sich der ganze Rat den Ausführungen des Staatspräsidenten an und drückte Daladier seine Glückwünsche und seinen herzlichsten Dank für die Bemühungen aus, die er im Interesse Frankreichs und des Friedens auf sich genommen habe. Daladier dankte seinen Kollegen und ersuchte sie. ebenfalls dem Außenminister Bonnet ihre Glückwünsche abzustatten. Die Internationale Kommission an der Arbeit Staatssekretär von Weizsäcker zum Vorsitzenden er nannt Verhandlungen im Geiste der Freundschaft Berlin, 30. Sept. Die Internationale Kommission die mit der Regelung der Anwendung des Münchener Abkommens voln 29. September beauftragt ist, hat heute um 17 Uhr in Berlin ihre erste Sitzung abgehalten. Sie hat den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes. Herrn von Weizsäcker, zum Vorsitzenden ernannt. Dieser dankte seinen Kollegen und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß ein Geist der Freundschaft und des Ausgleichs die Verhandlungen beseele. Die Kommission ernannte eine Unterkommission für militärische Fragen, die sich sofort mit der Frage der Festlegung der Bedingungen für eine reibungslose Ueben gabe der fraglichen Gebiete der 1. Zone befaßte. In der Vollsitzung hat die Internationale Kommission alsdann die Vorschläge der genannten Unterkommission angenommen. Vor der Aufhebung der Sitzung gaben die Mitglieder der Kommission der Ueberzeugung Ausdruck, daß in den beteiligten sowie in allen übrigen Ländern nichts unterbleiben wird. was geeignet ist, um die für eine erfolgreiche Beendigung ihrer Arbeiten nötige Atmosphäre aufrecht zu halten. Der Zauberer vom Abenteuerroman von K 12 Barbara Cartland Orleleimpass Copyrisht dr Wilhelm Goldmann Verlag. Leipzig. 24. Fortsetzung „Surdar hat das kleine Zelt mitgenommen“, beruhigte sie Alex.„Bevor die beiden„gefunden“ werden, muß das Zelt natürlich beiseite gebracht worden sein. Sie brauchen sich wirtlich keine Sorgen zu machen, Vivian auch ihr Vater ritt zuversichtlich ab. Ich weiß, wie Sie fühlen“, fügte er freundlich hinzu.„Ich wünschte, ich könnte Ihnen helfen.“ „Ich danke Ihnen; ich weiß. Sie meinen es gut. Ich bin weit genug gereist, um mich nicht über Kleinigkeiten aufzuregen, aber das Klima hier ist so voll Gegensätzen. und mein Vater ist kein junger Mann mehr.“ Alec ergriff ihre Hand. Gute Nacht! Versuchen Sie zu schlasen und machen Sie sich, bitte, nicht allzu viele Sorgen.“ Es lagen so viel Freundlichkeit und Verstehen in seiner Stimme, daß trotz seiner beruhigenden Worte Vivian sich beinahe versucht fühlte, ihm von dem Vorgefühl einer ihren Vater bedrohenden Gefahr zu sprechen; sie war sonst nicht ängstlich, doch bedrückte sie der Gedanke an ihren Vater, der Sturm und Kälte dieser unbekannten Berge ausgesetzt war. Noch lange Zeit ging sie in ihrem Zimmer hin und her. bis sie sich endlich zu Bett legte. Aber der Schlaf floh sie. Immer wieder sah sie die beiden Männer vor Augen. die sich auf unwegsamen Pfaden in wilder, grau samer Dunkelheit verloren. Endlich stand sie auf. schlüpfte in einen Morgenrock zündete eine Kerze an und schlich nach dem Wohnzimmer, um sich ein Buch zu suchen. Durch die angelehnte Tür glitt ein Lichtschein in den dunklen Gang. Vorsichtig lugte sie in das Zimmer. Alec saß, den Rücken ihr zu gewendet, am Schreibtisch. aber er las nicht und schrieb nicht. In Gedanken versunken, lehnte er in seinem Stuhl. Sie konnte die Finger seiner linken Hand unablässig auf der polierten Tischplatte trommeln sehen. Leise, ganz leise ging sie in ihr Zimmer zurück. Also auch Alec konnte nicht schlafen! Auch er wachte, schien sich sorgenvolle Gedanken über den Verlauf des Unternehmens zu machen... Und in der Dunkelheit ihres Zimmers betete Vivian für ihren Vater, für seine Sicherheit. Trotz allem, was man ihr gesagt hatte, fühlte sie, nein, wußte sie, daß Unheil ihren Vater bedrohte. Sechzehntes Kapitel „Ich würde Mäntel mitnehmen“, rief Alec aus der Haustür Vivian und Tony zu, die ihre Ponys bestiegen, um sich auf die„Suche" nach dem Professor zu machen. „Glauben Sie, daß wir sie nötig haben?“ rief Tony zurück. Der strahlende Sonnenschein ließ dunkle Brillen und Tropenhelme angemessener erscheinen. Alec kam langsam über den Hof auf sie zu und sprach so leise, daß die auf den nach der Küche führenden Steinstufen sitzenden Diener, die mit Gemüsereinigen beschäftigt waren, seine Worte nicht hören konnten. „Dehnen Sie Ihren Ritt so weit und so lang wie möglich aus“, sagte er zu Vivian.„Vergessen Sie nicht. daß Sie den Anschein erwecken müssen, Sie hätten Sorge um Ihren Vater.. „Anschein?“ wiederholte Vivian scharf.„Sch mache mir ernste Sorgen genug.. „Und vergessen Sie nicht", fuhr der Hauptmann fort. ohne die Unterbrechung zu beachten,„daß Sie, auch wenn Sie sich völlig allein glauben, immer Ihre Rolle als Suchende zu spielen haben. Nach links, nach rechts blicken, hierhin reiten, dorthin reiten. In diesem Teile der Welt weiß man nie, wie viele Augen einem folgen.“ Jetzt kam Tony mit den Mänteln aus dem Hause. Die schweren, ungefärbten und warm gefütterten Schaffelle bieten den tibetischen Reisenden die einzige Möglichkeit, sich einigermaßen gegen den schneidenden Nachmirtagswind zu schützen. Vivian legte ihren Mantel vor sich auf den Sattel. „Möglicherweise kommen Sie erst am späten Nachmittag zurück“, sagte Alec sanft,„und ich möchte nicht, daß Sie krank werden.“ Er sprach beinahe zärtlich, aber Vivian zog es vor, ihn falsch zu verstehen. „Lieber nicht, dar würde noch mehr Umstände bereiten“, entgegnete sie, berührte ihr Pferd leicht mit der Reitpeitsche und trabte dem Hofausgang zu. „Auf Wiedersehen. Alec“, rief Tony laut.„Wir kommen sobald wie möglich zurück und werden den Doktor schon finden" „Viel Glück auf Ihrer Suche“, rief Alec ebenso laut zurück. Auf ihrem Ritte durch die engen Straßen der Stadt begrüßte Tony Freunde und Bekannte, erzählte allen. daß sie auszögen, um den Doktor zu suchen. Seine vergnügte Stimme lockte die schwarzen, fetten Frauen auf die Türschwellen, während überall. wo er anhielt, ein Hausen zerlumpter Kinder und Neugieriger sein Pferd umgab. Häufig genug wurde er auch angesprochen und antwortete in fehlerhaftem Tibetisch. „Jetzt wissen sie schon“, sagte er zu Vivian,„daß Ihr Vater sich verirrt haben muß. Jede Neuigkeit verbreitet sich hier wie ein Lauffeuer. Wenn Sie einem Menschen hier etwas erzählen, ist das genau so, als ob Sie in England im Rundfunk sprechen.“ „Ich fand es furchtbar dumm, daß Alec jetzt schon darüber gesprochen hatte. Ich dachte, wir sollten möglichst lange damit warten. „Das ließ sich wohl kaum vermeiden", entgegnete Tony.„Alles, was wir tun, wird von den Dienern weiterberichtet. Ich bin überzeugt, daß die Hälfte von ihnen Spione sind, und daß mehr als einer ganz gut englisch sprechen kann.“ „Unsinn“, rief Vivian spöttisch.„Sie bilden sich alles möglihe ein und übertreiben genau so wie Alec.“ „Das ist jedenfalls Alecs Ansicht", versetzte Tony. „Es muß Ihnen doch aufgefallen sein, wie vorsichtig er zum Beispiel bei den Mahlzeiten spricht, wenn irgendeiner der Diener in der Nähe ist. Uebrigens“, fügte er plötzlich hinzu,„Sie können wohl Alec nicht leiden?“ Seine Frage überraschte sie so, daß sie für einige Sekunden keine Antwort finden konnte. „Das weiß ich nicht, wirklich nicht“, sagte sie langsam.„Ich glaube sogar, ich hasse ihn.“ „Sie hassen Alec?“ rief Tony.„Das ist doch unmöglich! Er ist der beste Mensch, den man sich nur denken kann.“ „Vielleicht kennen Sie ihn nicht so gut wie ich?“ „Ich kenne ihn sogar sehr genau“, sagte Tony heftig. „Kenne ihn seit drei oder vier Jahren und habe gute und schwierige Zeiten mit ihm durchgemacht. Ich sage Ihnen, es ist ein Vergnügen, mit ihm oder unter ihm zu arbeiten. Aus Frauen scheint er sich im allgemeinen nicht viel zu machen“, fügte er überlegend hinzu,„obwohl ich weiß, daß er dem anderen Geschlechte gegenüber außerordentlich höflich und zartfühlend ist.“ „Den Eindruck hat mir Hauptmann Alexander bestimmt nicht gemacht“, entgegnete Vivian ironisch „Und ich möchte“, fuhr Tony eifrig fort.„daß Sie und Alec sich gut verständen. Alec ist der beste Freund, den ich je gehabt habe, und Sie... Er brach ab. „Und ich?“ Vivian lächelte ihn mutwillig an. Tony wurde rot und suchte nach Worten. „Das kann ich Ihnen jetzt nicht sagen“, stieß er hastig hervor.„Wollen sehen, wer von uns beiden zuerst bei den großen Felsblöcken da hinten ist.“ Lachend nahm Vivian seine Herausforderung an und im nächsten Augenblick flogen sie in halsbrecherischem Galopp über die mit Geröll bedeckte Ebene. Eine Stunde später zogen sie durch eine öde, flache Wüste, die sich meilenweit bis zu den entfernten Bergen hinzog; hier und da kleine Büschel Gras, das fast di Farbe des Bodens hatte und die einzige Nahrung der Antilopen und wilden Esel bildete. Eigenartig, wie völlig verlassen man sich in einer solchen Welt fühlt, in der man Stunden und Stunden hintereinander reiten kann, ohne ein Lebewesen zu sehen. Keine Vögel, keine Kaninchen oder andere kleine Tiere in dieser unendlichen Einsamkeit. Füchse und Wölfe halten sich in der Nähe der Berge, und selbst die Nomaden vermeiden diese Region und ziehen mit ihren Herden nach den höher gelegenen Weideplätzen. Unter Mittag wurde die Hitze drückend, als Vivian und Tony, ohne von ihren Pferden zu steigen, den mitgebrachten Mundvorrat verzehrten. „Glauben Sie nicht, daß wir nun weit genug geritten sind?“ fragte Vivian und wischte sich die Schweißtropfen von der Stirn. „Alec sagte, wir sollten unsere Rolle gut spielen“, antwortete Tony und blickte sich nach allen Seiten um. „Es ist besser, wir reiten noch ein paar Meilen weiter.“ Langsam trabten sie weiter, durchritten tiefe, ausgetrocknete Flußbetten und begannen gerade über den einzuschlagenden Rückweg zu sprechen, als in der Ferne ein Reiter auftauchte. Vivian beobachtete ihn einige Augenblicke gleichmütig, bis sie sah, daß er zu winken schien. „Glauben Sie, der Mann meint uns?“ fragte sie Tony. „Welcher Mann?“ Tony blickte auf. Bevor er aber noch antworten konnte, tauchte hinter dem ersten eine ganze Anzahl anderer Reiter auf. Alle blickten sie zu Vivian und Tony. „Möchte wissen, was das für Kerls sind“, sagte Tony nervös.„Wie Reisende sehen sie nicht aus.“ „Glauben Sie, es sind Räuber?“ fragte Vivian, die an den Diebstahl ihres Pferdes in der Schlucht dachte. „Hofentlich nicht“, brummte Tony.„Umdrehen und zurückreiten!“ (Fortsetzung folgt.) Nr. 230(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 1. Oktober 1938 Erntedankfest □ Deutscher Erntedank Der Glocken weihevoller Klang gilt heute dem deutschen Erntedank. Weit zurück, bis zu den Urspüngen niedergeschriebener germanischer Geschichte, reicht des Landbebauers ehrfürchtiges Gedenken an die glückliche Vollendung eines mühevollen Arbeitsjahres. Durch aller Zeiten Wende blieb das Dankovfer an den himmlischen Spender der Gabe des heiligen Brotes lebendig. Es gab eine Zeit, an der wir ein Ackervolk waren, im Glück und Unglück auf Gott und unsere Kraft vertrauend; es kam eine Zeit, in welcher der Bauer „mißachtet, ja gequält wurde von verblendeter errschsucht wimmelnder Despoten im zerstückelten sich: eine Zeit. in welcher der volkserhaltende, sittsche und kulturelle Wert des Landmanns im raschen Wachsen der großen Städte in Vergessenheit geriet. Aber wie der Riese Antäus der griechischen Sage nach stets neue Kraft erhielt, sobald er die Erde berührte, so konnte auch des deutschen Bauern Stärke in Fleiß, Glauben und Brauchtum nicht zuschanden werden im Wechsel der vaterländischen Geschicke. Ihm war seit jeher der Boden heilig, auf dem er stand und dem er die Brotfrucht verdankte, im Ver trauen auf Gott und auf das Werk unverdrossener Hände. Diesem Adel der Arbeit und der Naturverwach senheit entsprang auch der im deutschen Brauchtum bis heute erhaltene sinnvolle Ernteopferdienst. Dem Schöpfer zum Danke und zur Weihe des Brotes sind die Altäre geschmückt mit Gaben des Feldes; den Lobgesang der Gemeinde begleiten der Orgel brau sende Akkorde. Im Erntemahl des ländlichen Hofes vereinigt sich die große Familie aller, die mit starken Armen die schwere Arbeit vielen Wochen bewältigen. Und dann gehört der Tag des Erntedanks seit seher der frohen Geselligkeit, dem Festspiel und dem Tanz von jung und alt: Saure Wochen, frohe Feste! Heute ist das Erntedankfest ein freudiges Ereignis des ganzen deutschen Volkes. Das Wort Adalbert v. Chamissos, des deutschen Dichters, der jetzt genau vor hundert Jahren starb:„Wäre nicht der Bauer, so hättest du kein Brot“, ist zum völkischen Kulturgut geworden. Kostbar geschirrte Rosse, wie der Deutsche sie seit je an vaterländischen Festen liebte, sind das stolze Gespann der bäuerlichen Erntewagen, die jetzt auch durch die Straßen der Städte ziehen, mit Jubel begrüßt, geziert mit Ehrenkränzen und bestückt mit dem friedlichen und gediegenen Geräte des Nährstandes und seiner segensvollen Erzeugnisse. Am Tag des deutschen Erntedankes danken wir alle Gott für das Glück des Friedens und für den Segen der Felder. Der Ruhmeskranz der Arbeit und der Mühen um der Gemeinschaft unseres Volkes willen gebührt heute dem deutschen Bauern. Ihm sei der Ehrenplatz gewiesen im großen Vaterlande, ihm, der die Brotfrucht baut, und der die Vätersitte wahrte in guten wie in schlimmen Zeiten. Das Erntesträußchen NSG. In diesen Tagen wird das kleine bunte Erntesträußchen zum Kauf angeboten, das alljährlich zum Erntedankfest von Millionen Deutschen getragen wird. Dieses schmucke Abzeichen ist in den vergangenen Wochen von geschickten Händen im sächsischen Grenzland hergestellt worden. Durch die Mitarbeit der Partei sind rund 7000 Fabrikarbeitern und 13000 Heimarbeitern dieses Industriezweiges, der bei der Machtübernahme zu 70 v. H. vor dem Ruin stand, neue Aufträge zugeführt worden. Mit dem Erntesträußchen sind etwa 20 000 Volksgenossen 6 Wochen lang voll beschäftigt worden. Solche Aufträge bereiten natürlich bei den Menschen des Grenzlandes besondere Freude, wissen sie doch, daß ihre Erzeugnisse in allen Gauen des Reiches getragen werden. Auch in diesem Jahre bildet die Aehre, das Wahrzeichen des täglichen Brotes, den überragenden Bestandteil des Sträußchens. Die dunte Mohnund Kornblume sind als Symbole landschaftlicher Schönheit unseres Vaterlandes beigegeben. Als Zeichen befriedigender Fruchternte gilt die Birne im Strauß, und mit dem Weinlaub und der Weinbeere soll die Vielfältigkeit des Erntesegens zum Ausdruck kommen. Millionen dieser hübschen Erntegebinde sind in die deutschen Gaue verschickt worden. Auch die Kreisleitungen der NSDAP im Gau Westfalen=Süd haben Tausende Erntesträußchen erhalten. Sie sollen am kommenden Sonntag in Stadt und Land die Anteilnahme am Erntedank versinnbildlichen. Die Feiern im Stadtteil Sodingen In diesem Jahre hat man in Herne die Feiern des Erntedanktages in den Stadtteil Sodingen verlegt, weil er der am ländlichsten gebliebene Teil Hernes ist. Die Veranstaltungen des Tages, die von der Ortsgruppe H.=Sodingen der RSDAP ausgerichtet werden, haben durch die Absage des Staatsaktes auf dem Bückeberg eine kleine Aenderung erfahren. Sie beginnen in der Morgenfrühe mit dem Wecken. Am Nachmittag wird dann auf dem Hindenburgplatz die große Erntekirmes eröffnet. Der Hauptanziehungspunkt dürfte aber der große Jestzug sein. Die„nuuriner von Börnig und Holthausen, die bisher in beiden Stadtteilen einen eigenen Festzug durchführten, nehmen in diesem Jahre geschlossen, am Sodinger Erntefestzug teil. Doch zuvor werden sie mit mehreren Festwagen und Gruppen durch Holthausen und Börnig ziehen. Vom Kasino Teutoburgia aus ziehen sie durch die Baare=, Garten=, Schadeburg=, Dorf=, Kirch= und Saarstraße zum Sammelplatz am Amtshaus. Hier treffen sie, auf den Hauptfestzug. Die Reihenfolge des Festzuges, der sich um 16 Uhr in Bewegung setzt, ist folgende: SA=Reitersturm, Gaumusikzug, Fahnenabordnungen, SA, SA=Reserve, Politische Leiter, Mitglieder der DAF, Werkschar, Volksgenossen des ehem. Amtes Sodingen, HJ, HI=Bannmusikzug,, DI, Kriegerkameradschaften, Sportvereine, Festwagen und Gruppen. Den Abschluß bilden die Schützen. Der Festzug bewegt sich vom Amtshaus aus durch folgende Straßen: Kirchstraße, Saarstraße, Mont=Cenis=Straße, Am Kricken, Wilhelm=Busch=Straße, Uhlandstraße, Mont=Cenis=Straße, Schwarzer Weg, Kantstraße, Mont=Cenis=Straße zum Amtshaus zurück, wo sich der Zug auflöst. Die Teilnehmer des Festzuges begeben sich hierauf zum Saalbau Borgmann, wo die Krönungsfeier des Volksschützenkönigs vor sich geht. Während hier die Feier ihren Anfang nimmt, setzt sich vom Amtshaus ein weiterer Festzug in Bewegung. Es sind SA=Männer und Politische Leiter, die die Schützen, die am vergangenen Sonntag ebenfalls ihren Scheibenkönig ausgeschossen haben, zum Saalbau Borgmann geleiten, wo die Ehrung für die besten Schießleistungen vorgenommen wird. Anschließend steigt dann bei Borgmann die Bauernstunde, die durch Mitwirkung des Sodinger Theatervereins, H3 und B0M, die Volkstänze und Lieder bringen, verschönt wird. Anschließend spielt dann, wie auch in einer Parallelveranstaltung im Saale des Wirtes Luke, der Gaumusikzug zum Tanz auf. An die Sodinger Bevölkerung richten wir die Bitte, die Straßen, durch die sich der große Festzug bewegt, zu schmücken, um ihre Verbundenheit mit dem Nährstand, der sein schönstes Fest feiert, zu bekunden. Am Abend treffen sich alle Volksgenossen zum großen Erntetanz. FEFFFEHFIER EEEDE FAE ETTEES Weie Der Sommer schwand, der Herbst erstand Stichel- und Stachelverse von Stichel=Stacheldorn. 1. Vorbemerkung. Der Sommer hat sich nun verdrückt, Der Herbst ist wieder eingerückt, Der Sommer ist schon auf dem Trab, Der Herbst nahm ihm die Führung ab, *So stehn wir wieder an der Wende: DDes Herbstes Anfang, Sommers Ende. 2. Wie der Sommer Abschied nahm. Wie der Sommer Abschied nahm, Das war wirklich lobesam, Blauer Himmel, hell und klar, Schöner als die Ankunft war, Hat zum Abschied uns beschert, Was wir vorher oft entbehrt, Hat noch einmal sich erneut Und uns alle hoch erfreut. In der neuen Sonnenwärme Tanzten viele Mückenschwärme, Schmetterlinge, weiß und bunt, Zogen wieder schwebend rund, Alle Bienen summten wieder Um die Blumen auf und nieder, Und die Sängerwelt da oben Hat die Reise aufgeschoben. Ja, was doch der Sommer kann, Fängt er alles richtig an. 3. Wie der Herbst sich eingeführt. Wie der Herbst sich eingeführt, Hat uns alle tief berührt, Schöner, warmer Sonnenschein Lud uns zur Begrüßung ein, Selbst die Nächte waren lau Unter tiefem Himmelsblau, Und das Eis, das schon gemieden, Schmeckte wieder wie im Süden. An dem Donnerstag erschien Auch der neue Zeppelin, Langsam zog er über Herne Und verschwand dann in der Ferne. Höher stieg das Thermometer Und die Wärme in dem Aether, Auch der Barometerstand Stets den Weg nach oben fand.“ Leichte Kleider, schon umhegt, Wurden wieder angelegt, Und die Bräune, die schon schwand, Wieder neue Stärkung fand. Ja, so kann der Herbst schon sein, Sommerlich mit Sonnenschein. 4. Die Kartoffelernte. Da sich der Sommer nun entfernte, Beginnt auch die Kartoffelernte, Die Konllen warten bis wir kommen Und sie ans Tageslicht genommen. Willkommen bei der Feldarbeit Ist immer auch die schöne Zeit. Die Knollen in der Sonne liegen, Wenn wir sie aus der Erde kriegen, Sie liegen hier zu einem Zwecke Und kommen trocken in die Säcke, Am Abend bringt man sie nach Haus Und schüttet hier die Säcke aus. Die Kinder freu'n sich ungeheuer Dann auch auf das Kartoffelfeuer, Zur Probe, ob sie gut geraten, Läßt man sie in dem Feuer braten, Und kommen sie dann aus der Glut, So schmecken sie den Kindern gut. Der Sonnenschein und auch mal Regen Befördern den Kartoffelsegen. Wenn alle dann im Keller liegen Und so und so viel Zentner wiegen, Dann kann man schon zufrieden sein, Wie auch der Winzer mit dem Wein. 5. Die Obsternte. Das letzte Obst wird auch gepflückt, Sobald der Herbst nun weiter rückt, Im Keller wird es aufbewahrt, Allwo es seinen Zwecken harrt. Die Aepfel alle und nicht minder Die Birnen essen gern die Kinder, Die Zwetschen ferner und die Nüsse Bereiten ihnen Hochgenüsse, Wenn all' die Früchte stillverschwiegen Im Keller ausgestapelt liegen. Die Mutter nimmt den Kellerschlüssel Und füllt mit Obst die große Schüssel, Es macht den Kindern viel Vergnügen, Wenn sie dann eine Probe kriegen. Die Mutter kann nun Kuchen backen, Derweil die Kinder Nüsse knacken, Doch immer bleibt zurück ein Rest, Der ist bestimmt fürs Weihnachtsfest. 6. Die Traubenlese. Ein Herbst mit schönem Sonnenschein Kann auch den Trauben nützlich sein, Und meint's die Sonne immer gut, Dann kommt auch Geist ins Rebenblut, Doch kommt der Herbst mit Regen, Vergeht der Traubensegen. Der Herbst mit seinem Wettel war In dem September wunderbar, So recht dem Weinstock angepaßt Mit seiner schweren Traubenlast, Drum wird auch bei der Lese Die Winzerin nicht böse. Wenn man hernach den Traubensaft Zum Gären in die Fässer schafft, Dann schwört der Winzer: dieser Wein Wird später mal der beste sein. Wir trinken um so fleißiger Dann auch den Achtundreißiger. 7. Das Laub fällt von den Bäumen. Das Laub fällt von den Bäumen, Das braucht man nicht zu träumen, Es ist die reinste Wirklichkeit Am Schlusse der Septemberzeit. Das Laub beginnt zu welken Wie Rosen oder Nelken, Und dann, fällt es vom Baum herab, Setzt der Oktober sich in Trab. Das Laub liegt auf den Straßen, Damit ist nicht zu spaßen, Man macht mitunter rutscherutsch, Und dann geht die Balance futsch. Das Laub dient auch als Dünger, Ob älter oder jünger, Und wenn es dann verwandelt ist, Gibt's kostenlos auch guten Mist. 8. Fragen an den Herbst. Nun sag' uns mal, du junger Herbst, Warum du jetzt die Blätter färbst? Sie waren doch so wunderschön Im grünen Kleide anzusehn. Nun sag' uns mal, du junger Stürzer, Warum machst der die Tage kürzer? Das kostet Geld, das kostet Licht, Doch du bezahlst es selber nicht. Nun sag uns mal, du junger Held, Warum veränderst du die Welt? Du brauchst die Welt nicht anzutreiben, Drum laß es doch beim alten bleiben. Der Herbst nimmt nun das Wort und spricht: „Warum?, das weiß ich selber nicht, Es ist mal so der Lauf der Welt, Es kommt, es geht, wie's ihr gefällt!“ 9. Die letzte Hitzewelle. Die letzte Hitzewelle Betrat des Herbstes Schwelle, Sie kam mit schönem Sonnenschein, Doch ohne allzu große Pein. Die Hitze tat dem Alter gut, Sie wärmte auf das alte Blut, Und auch die Jugend freute sich, Wenn sie durch Wald und Felder strich. Die Tiere auch in Feld und Wald Bemerkten diese Hitze bald, Der Fuchs, der Dachs und alle Hasen Begannen durch den Wald zu rasen. Die ganze Welt war frühlingsfroh Bei dieses Sommers Ultimo, Und manches Blümchen neu entsproß, Das munter in die Höhe schoß. So kann der Herbst bei Sonnenschein Auch schön für uns und alle sein, Er kann mit allen diesen Sachen Uns nur die größte Freude machen. Wenn er nun weiter sich so macht, So wird ihm das auch nicht verdacht, Im Gegenteil, man freut sich sehr, Je länger nämlich, desto mehr. 10. Schlußbemerkung. Wie dieser Herbst im Anfang war, So ist nicht in jedem Jahr, Er kann auch sehr rebellisch sein, Tritt er in seine Herrschaft ein. Doch diesmal meint er's wirklich gut, Was er mit Wind und Wetter tut, Drum sei ihm Dank dafür gebracht, Damit er es so weiter macht. AANEEEEESNEE Ae Sin MeM S IF! Aus und für Herne SA=Obergruppenführer Schramme 40 Jahre alt NSG. heute wird der Führer der SA-Gruppe Westfalen, SA- Obergruppenführer Otto Schramme, 40 Jahre alt. Als im Ruhrgebiet die entscheidende Schlacht zwischen der nationalsozialistischen Weltanschauung und dem alles in den Strudel der Vernichtung reißenden Bolschewismus ausgetragen wurde, da gehörte Otto Schramme(der bekanntlich im Oktober 1923 an das Finanzamt in Herne kam) zu jenen, die sich vorbehaltlos zu der Idee eines Mannes bekannten, der Jahre vorher irgendwo in der feldgrauen Front mit ihnen um das Schicksal des deutschen Volkes rang. Von der Schulbank rückte Otto Schramme damals in den Weltkrieg und blieb auch nach dessen unglückseligem Ausgang nur noch Soldat. Wo deutsche Männer gebraucht wurden, um frechen Angriffen verhetzter Volksgenossen auf die deutsche Ehre zu begegnen. war Otto Schramme zu finden. Und als dann aus, diese Freikorpskämpfer den damaligen Machthabern in Deutschland unbequem wurden, weil sie wohl befürchteten, daß diese auch ihnen eines Tages Kampf ansagen würden, da mochten jene zwar gezwungen werden, den Waffenrock mit dem Anzug des wohlachtbaren Bürgers zu vertauschen, ihr Geist änderte sich jedoch nie. Diese Männer, in den Stahlgewittern des Weltkrieges hart und in den Jahren der deutschen Schmach verbissen geworden, konnte der Führer gebrauchen, als er zum großen deutschen Freiheitskampf aufrief. Wir wissen, daß wir Obergruppenführer Schramme keinen Gefallen damit erweisen, wenn wir aus Anlaß der Vollendung seines vierten Jahrzehntes alle Verdienste aufzählen würden, die sich dieser aufrechte deutsche Mann im Kampf um die Befreiung Deutschlands erwarb. Wenn wir ihm als dem Führer der westfälischen SA auch an dieser Stelle unsere Glückwünsche aussprechen, dann dürfen wir uns wohl zum Sprecher aller westfälischen SA=Männer machen, die ihn versichern, stolz darauf zu sein, an ihrer Spitze einen Mann zu wissen, der mutig und treu unter der Fahne des Führers der Sache seines Volkes diente und der in Opferwilligkeit und Einsatzbereitschaft täglich Vorbild ist. Ihr Glückwunsch an den Obergruppenführer ist der westfälischen SA Verpflichtung, die immer nur die sein kann, wie der Führer der westfälischen SA nie müde zu werden im Dienst für Adolf Hitler! *** Neuer Führer im Inspektionsgebiet Westialen des Ns=Reichskriegerbundes Für Major a. D. Boeinke Major a. D. Wetzel, Dortmund. Seit einigen Jahren gehören die Kriegerkameradchaften der ehemaligen Provinzialverbände von Westfalen und Rheinland zum Landesgebiet West, unterstellt dem Landesgebietsführer Generalleutnant a. D. Koch, Köln. Führer des Inspektionsgebietes Westfalen war Landgerichtsrat i. R. Major d. Res. a. D. Boemke, Dortmund. Nach der neuen Umorganisation des NS=Reichskriegerbundes erhält das Inspektionsgebiet Westfalen zwei Gebietsinspektionen, Münster und Dortmund. Unter der Führung Boemkes hat das Kriegerkameradschaftswesen in der Provinz Westfalen eine wesentliche Förderung erfahren. Landgerichtsrat Boemke übernahm im August 1933 die Führung des Kriegerkameradschaftswesens der Provinz Westfalen. Bei seiner Uebernahme zählte der Proyinzialverband Westfalen 48 Kreisverbände mit 1452 Kameradschaften und 182 964 Kameraden. Die Zahl der Kameraden im Inspektionsgebiet Westfalen stieg bis 1938 über 220000. Nach der Vollendung der neuen Umorganisation des NS=Reichskriegerbundes wird die Zahl der Kameraden durch Zuwachs der Kameradschaften des aufgelösten Soldatenbundes, der Waffenringe und der zur Reserve abgehenden Soldaten der jungen deutschen Wehrmacht eine starke Steigerung erfahren, weshalb auch das Gebiet Westfalen mehrere Verwaltungsgebiete erhalten hat. Inspektionsgebietsführer Boemke konnte im vorigen Jahre seinen 70. Geburtstag begehen. Aus diesem Anlaß erfuhr er zahlreiche Ehrungen, auch seitens der Reichskriegerführung. Nach erfolgreichem jahrzehntelangen Wirken im westfälischen Kriegerkameradschaftswesen tritt Major d. Res. a. D. Boemke nunmehr bei seinem hohen Alter von seinem Posten zurück. Zum Nachfolger für das Inspektionsgebiet Dortmund, das das Gaugebiet Westfalen=Süd umfaßt, ist Major a. D. Wetzel, Dortmund, ernannt worden. Der Neuernannte steht gleichfalls seit Jahrzehnten führend in der Organisation des westfälischen Kriegerkameradschaftswesens. Zum Führer des Insvektionsgebietes Münster wurde Generalmajor z. V. Kloebe, zum Gebietskriegerführer Düsseldorf Generalmajor z. V. Noak und zum Gebietsführer Köln Generalmajor z. V. Freiherr v. Rotberg ernannt. *** „Hallo, hier Wien!“ Eine große Original-Wiener=Revue. Heute abend beginnt im Saal von Koopmanns Gaststätten das Gastspiel der Wiener mit ihrer großartigen Revue. Am Sonntag sind zwei Vorstellungen. Wer möchte nicht das Bild der Frau Venus und acht Wiener Püppchen, Gretl Rath und acht ganz andere, das verpatzte Rendezvous und die elf in der Marybar in fröhlicher Heiterkeit miterleben? Wenn zum Abschluß die Wogen der Freude in dem herrlichen Farbenspiel„An der blauen Donau“ vorüberrauschen, dann ist jeder überzeugt: es war ein herrlicher Abend, den uns die Deutsche Arbeitsfront—. NSG.„Kraft durch Freude“ bereitet hat. *** Wer will auf die Ordensburg? NSG. Zu dem am Ende dieses Jahres beginnenden zweiten Führerausbildungslehrgang an der Ordensburg werden noch Bewerber angenommen. Parteigenossen oder Parteianwärter, Angehörige der SA, SS, H3, des RSKK, RSFK und der Werkscharen wollen sich bei ihrer Ortsgruppe melden. Der Bewerber darf nicht jünger als 23 Jahre und nicht älter als 26 Jahre sein. Er muß frei von körperlichen Fehlern und völlig gesund sein(kein Brillenträger). Der Bewerber muß eine Mindestgröße(ohne Schuhzeug) von 160 cm haben. *** Ehrung von Hausgehilfinnen durch die Deutsche Arbeitsfront. Die Deutsche Arbeitsfront verleiht für langjährige treue Pflichterfüllung in ein und derselben Betriebsbzw. Hausgemeinschaft Ehrenurkunden. Durch die Verleihung der Ehrenurkunden für Arbeitsjubilarinnen wird das Treueverhältnis der Jubilarin zum Haushaltungsvorstand geehrt. An Hausgehilfinnen werden Ehrenurkunden für 10=, 15=, 20=, 25=, 30=, 35= und 40jährige Tätigkeit in ein und derselben Hausgemeinschaft verliehen. Die Kreisfachgruppe„Hausgehilfen“ ruft nunmehr alle Hausgehilfinnen, die die obigen ganze Volk dankt dem Führer für die Herbeiführung einer friedlichen Lösung in der tschechischen Frage. Denk in Deiner Freude an diejenigen, die um ihres Deutschiums willen von Haus und Hof vertrieben wurden. Spende für die notleidenden sudetendeutschen Volksgenossen. Voraussetzungen erfüllen, auf, sich umgehend bei der Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Herne, Schulstraße 28, Zimmer 10, zu melden, damit für dieselben eine Ehrenurkunde der Deutschen Arbeitsfront beantragt werden kann. Letzter Meldetermin ist der 15. Oktober 1938. *** Kursusbeginn in der Mütterschule. Am Montag, dem 3. Oktober, abends 19.30 Uhr findet eine Vorbesprechung für die Aufbaukurse Kochen und Nähen in der Mütterschule, KaiserWilhelm=Straße 375, statt. Dienstag nachmittag 16.30 Uhr beginnt der Kursus „Häusliche Krankenpflege“ in der Mütterschule. Einige Anmeldungen für diese Kurse werden noch entgegengenommen. *** Neue Zugverbindung zwischen Dortmund und Wanne=Eickel. Der Pressedienst der Reichsbahn teilt mit, daß zur besseren Verkehrsbedienung zwischen Dortmund und Wanne=Eickel ein Triebwagen mit 2. und 3. WagenMit dem heutigen Tage tritt der Direktor des Gas= und Elektrizitätswerkes der Stadt Herne und der Straßenbahn Herne— Castrop=Rauxel, Otto Brauckhoff, aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand. Dazu wird uns von der Stadtverwaltung geschrieben: Mit Herrn Direktor Brauckhoff scheidet ein äußerst tüchtiger, allseits geachteter und beliebter Beamter aus den Diensten der Stadtverwaltung. Herr Brauckhoff kam im Jahre 1913 aus Wernigerode a. Harz nach Herne und ist mit Ausnahme des Weltkrieges, den er von Anfang bis Ende als Frontsoldat mitgemacht hat, ununterbrochen bei den städtischen Betriebswerken tätig gewesen. Am 23. Juni dieses Jahres konnte er sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Stadtverwaltung begehen. An der Entwicklung des damals noch kleinen Unternehmens zu dem heutigen modernen Versorgungsbetrieb einer Industrie=Großstadt hat er maßgebenden Anteil. Ebenso daran, daß die Werke die Krisenjahre gut überstanden haben und heute auf einer durchaus gesunden finanziellen Grundlage stehen. Als im Jahre 1933 der Nationalsozialismus die Macht übernahm, war Herr Brauckhoff der Partei 15 aus unserem Kreisgebiet RSG. Im idyllisch gelegenen Bergmanns=Erholungsheim Rosenau bei Königswinter am Rhein werden das ganze Jahr hindurch Berginvaliden aus allen Gauen in 14tägigen Erholungskuren untergebracht. Auch die Deutsche Arbeitsfront, Gau Westfalen=Süd, Fachabteilung Bergbau, entsendet zu jeder Erholungskur 7 Berginvaliden, wodurch bisher bei 17 Kuren 120 Bergleute aus den Bergbaugebieten an Ruhr, Livve. Emscher(15 aus dem Kreise Hern=— Castrop=Rauxel) und Sieg in den Genuß einer kostenfreien Erholung kamen. Ab 1. Oktobet können diese Kuren für Berginvaliden nicht mehr durchgeführt werden. Das Heim wird sudetendeutschen Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden. Mit welcher Dankbarkeit die Invaliden diese Einrichtung der Deutschen Arbeitsfront begrüßen, lassen die Briefe, die die DAF erhielt, erkennen. Einige Auszüge davon seien nachstehend wiedergegeben. So schreibt ein Invalide aus dem Siegerland: „Wir machten täglich Ausflüge. Die Verpflegung war sehr gut, ich habe mehr als 2 Kilo zugenommen. Da ich von Jugend an immer schwer arbeiten mußte, waren für mich diese Tage eine seltene Erholung. Leider vergingen die schönen und frohen Stunden, deren Erlebnis ich nie vergesse, zu schnell. Der Dank hierfür aber gehört nur dem Führer. Hätten wir Adolf Hitler nicht, so wären wir nicht hier.“ Ein anderer:„... Alles einzeln zu schildern, wäre zu lang. Ich bin 60 Jahre alt und habe Aehnliches noch nicht gesehen, aber diese 14 Tage war ich im Paradies; leider sind sie zu schnell verflossen. Was uns früher immer vorgegaukelt wurde, ist jetzt durch unseren Führer Adolf Hitler Wirklichkeit geworden, klasse vor Sonn= und Feiertagen nach folgendem Plan verkehren wird: 15.24 ab Dortmund Hbf. an 16.40 15.52„ Mengede„ 16.31 15.50„ Rauxel„ 16.26 15.45„ Herne„ 16.18 15.49 an Wanne=Eickel Hbf. ab 16.14 *** * Der 1. Oktober als Umzugstermin zeigte schon am Monatsletzten eine eifrige Tätigkeit der Möbeltransportfirmen in den Herner Straßen. Man konnte auch feststellen, daß manche Familien von auswärts zugezogen sind. * Neue Freimarkenhesichen. Die Deutsche Reichspost gibt in nächster Zeit neue Freimarkenheftchen in derselben Form und Zusammenstellung wie die bisherigen heraus. Die Uebersicht der Gebührensätze auf dem Umschlag ist auf den neuesten Stand berichtigt worden. * D e r R a d f a h r w e g h i n t e r d e m R a t h a u s. Die Bodenanschüttung für den Radfahrweg hinter dem Rathaus zwischen„Bergelmanns Hof“ und Behrensstraße ist jetzt beendet. Demnächst wird man die Fahrwegdecke aufbringen. Später wird als neuer Radwegabschnitt der Teil hinter der Großmarkthalle bis zur Franz=Seldte=Straße in Angriff genommen werden. * Das Schachtgerüst erhält einen Anstrich. Gleich der Schwesterzeche Julia erhält nun auch das Schachtgerüst des Schachtes 2 der Zeche Mont Cenis einen wetterfesten Oelanstrich. * Glückwünsche der Stadtverwaltung. Der Oberbürgermeister der Stadt Herne übersandte den Eheleuten August Cremer und Frau Elisabeth, geb. Kirst, Marienstraße 15, sowie den Eheleuten Wilh. Sollmann und Frau Ida, geb. Henkelmann, Leibnizstr. 37, zu ihrer Goldenen Hochzeit ein Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe. * Bestandene Prüfung. Ihre Kaufmannsgehilfenprüfung bestanden vor der Prüfungskommission der Industrie= und Handelskammer Bochum Paul Gronefeld. Kirchhofstr. 5, und Wilh. Cramer, Franz=Seldte=Str. Wir gratulieren! * Arbeitsjubilare. Ihr silbernes Arbeitsjubiläum begingen im Monat September der Vermessungssteiger Otto Müller bei der Zechengruppe Herne der Harpener Bergbau AG., weiter der Tagesarbeiter Friedr. Rickelmann. der Hauer Wilhelm Koch, der Hauer Friedrich Hechler und der Kesselheizer Karl Schiwy von der Schachtanlage Julia, ferner von der Zeche Mont Cenis der Druckmaschinist Matthias Trzeciak. der Zimmerhauer Heinrich Wagenrad. der Hauer Friedrich Reinhardt und der Hauer Leo Kowalk und auf der Zentralaufbereitungsanlage der Bürobeamte Otto Seiffert sowie der Wäscheschon lange kein Unbekannter mehr. Es wurde ihm später die freigewordene Direktorstelle bei den städtischen Werken übertragen. Mit unermüdlicher Schafsenskraft, Umsicht und Sachkenntnis hat Herr Direktor Brauckhoff in den darauf folgenden Jahren die Werke geleitet und weiterhin auswärts geführt. Der Oberbürgermeister der Stadt Herne spricht an dieser Stelle dem scheidenden Direktor im Namen der Stadtverwaltung und damit auch im Namen der gesamten Einwohnerschaft der Stadt Herne seinen aufrichtigen Dank und seine Anerkennung für die geleisteten treuen Dienste aus. Diese Dankesworte verbinden sich mit dem Wunsch für eine baldige Genesung, damit Herr Brauckhoff sich noch an dem weiteren Aufstieg der Werke und seines Vaterlandes erfreuen kann. * Weitere Uebertritte in den Ruhestand Außer Direktor Brauckhoff treten zum 1. Oktober dieses Jahres aus gesundheitlichen Rücksichten folgende Beamte der hiesigen Stadtverwaltung in den Ruhestand: Stadtsekretär Kühl, Fürsorgerin Hoischen und Gelderheber Basseck. und in meinem weiteren Leben werden mir diese Tage unvergeßlich sein.“ Ein Invalide aus Dortmund bemerkt:„... Die Rosenau„ist ein schöner Erholungsort. Die größte Freude haben wir erlebt, als Reichsorganisationsleiter Dr. Ley zu uns kam. Den Jubel und die Freude kann ich nicht beschreiben. Auch ein Aufnahmewagen der Reichsrundfunkgesellschaft hat Aufnahmen gemacht, die über den Reichssender Köln gesendet wurden.“ Ein anderer wiederum teilt mit:„... Die größte Ueberraschung war, als der Führer zum Petersberg kam, eine halbe Stunde von Rosenau entfernt. Am Nachmittag traf Adolf Hitler mit seinem Stab ein. Die Berginvaliden haben alle den Führer gesehen. Zweien von uns drückte er die Hand und wechselte einige Worte mit ihnen. Für uns alle war es eine Herzensfreude, denn wer weiß, ob wir dem Führer jemals wieder auf einen Schritt Entfernung gegenüberstehen.“ Noch ein anderer schreibt:„... Die ganze Kameradschaft war überaus glücklich, im Erholungsheim leben zu dürfen. Wir haben daher auch stets des Mannes gedacht, der uns den Aufenthalt in diesem schönen Heim ermöglichte, nämlich unseres geliebten Führers Adolf Hitler, der durch seine unerschütterliche Tatkraft uns in den Genuß dieser Erholung brachte. Ihm gilt daher unser größter Dank, und wir geloben, ihm allezeit treu zu sein und zu ihm zu stehen bis zum letzten Atemzug.“ Nichts könnte die Freude und das Glück der Berginvaliden trefflicher schildern, als die kurzen Auszüge aus den begeistert geschriebenen Briefen. Wie das Herz des ganzen Volkes, so schlägt ihr Herz nur für den Führer, dem sie alles verdanken. Direktor Brauckhoff tritt in den Ruhestand Alte Kumpels in Erholung 120 Kumpels aus dem Gau Westfalen-Süd waren im Erholungsheim Rosenau. arbeiter Gottlieb Günster. Wir gratulieren allen Jubilaren. * Einer neuen Berufung gefolgt. Mit dem gestrigen Tage schied der Leiter der Anlernwerkstätten der Harpener Zechen Julia, Recklinghausen 2 und Mont Cenis, Dipl.=Ing. Kirchhoff. aus den Diensten der Harpener Bergbau AG. und damit auch von Herne, um ab heute die Gesamtleitung der Anlernwerkstätten der Mannesmann=AG. im Rheinland zu übernehmen. Unter Dipl.=Ing. Kirchhoffs Leitung haben die Anlernwerkstätten Julia, Recklinghausen 2 und Mont Cenis einen bedeutsamen Aufschwung genommen. * Silberne Arbeitsjubiläen. Auf eine 25jährige Tätigkeit auf Zeche Shamrock 12 können zurückblicken Gesteinshauer Gust. Marks, Jobststr. 17, Zimmerhauer Fritz Jankers. Shamrockstr. 62, Schachtaufseher Friedrich Ruhnau, Schillerstr. 10, und Schießmeister Paul Fieberg, Von=der=Heydt=Str. 70. Marks begann am 1. Oktober 1913 als Lehrhauer. Im Jahre 1927 wuroe er Hauer. Jankers fing am 2. Oktober 1913 als Lehrhauer an, nachdem er vorher auf verschiedenen Schachtanlagen beschäftigt gewesen war. Im Jahre 1920 wurde er Hauer und ist seit 1937 als Zimmerhauer tätig. Ruhnau. der am 2. Oktober 1913 als Lehrhauer eintrat, ist seit dem Jahre 1930 als Schachtaufseher tätig, Fieberg, der ebenfalls am 2. Oktober 1913 als Lehrhauer anfing, übt seit 1934 das Amt des Schießmeisters aus. Den vier Jubilaren, die sich bei den Vorgesetzten und Arbeitskameraden größter Beliebtheit erfreuen, auch unserseits herzlichen Glückwunsch. * Arbeitshublläum beim Masserwerk. Joh. Schwarz, Bismarckstraße 59, ist am hen tigen Tage 25 Jahre bei der Betriebsstelle des Wasserwerkes Herne tätig. Dazu auch unsern Glückwunsch! * Silbernes Geschäftsjubiläum. Die Wirtschaft„Zur Glocke“(Inh. Borgmann) an der Altenhöfener Straße kann heute auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Ihre Gründung hatte eine gewisse ortsgeschichtliche Bedeutung, denn sie erfolgte im Zusammenhang mit dem Abbruch des alten Eckerschen Kottens(der„Reuster") auf dem Haranniplatz. Dieser gehörte damals dem Friseur Gierbez, dem die Stadt das Anwesen abkaufte. Gierbez erbaute sich von dem Kauferlös die Wirtschaft„Zur Glocke". * 25jähriges Geschäftsjubiläum. Das Kolonialwarengeschäft Pietrus, KaiserWilhelm=Straße 56, feiert heute das 25jährige Bestehen. Wir wünschen noch recht viele weitere Jahre guter geschäftlicher Entwicklung. k Gemeinschaftsabend der Hausgehilfinnen. Die Abteilung der Hausgehilfinnen in der DAF, Herne=Alt hatte im Anschluß an die Treuekundgebung im Lokale Padberg(Mumme) einen Gemeinschaftsabend, der bei Spiel und Sang einen schönen Verlauf nahm. Die Leiterin der Abteilung, Cläre Meier, wies dabei auf den am 4. Oktober stattfindenden größeren Gemeinschaftsabend mit den anderen Abteilungen und auf die stattfindenden Lehrkochkurse hin und empfahl den Besuch beider Veranstaltungen. * Manövervall beim ehem. 15. A.-K. Die Kriegerkameradschaft der ehem. Angehörigen des 15. A.=K.(Elsaß=Lothr.) veranstalte auch in diesem Jahre wieder ihren großen Manöverball. Er findet heute abend im Saalbau Strickmann an de: Shamrockstraße statt. Es ist ein vorzügliches Programm aufgestellt. Den Besuchern stehen auch diesmal wieder genußreiche Stunden bevor. Die Bevölkerung ist zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen. * Briefsendungen nach Australien. Die englische Postverwaltung läßt nur Briefe aus ihrem eigenen Lande ohne Luftpostzuschlag mit Flugzeugen nach verschiedenen überseeischen Ländern befördern. Sendungen aus anderen Ländern, für die der Luftpostzuschlag nicht entrichtet ist, werden auf gewöhnlichem Wege weitergesandt. Es ist also irrig anzunehmen, daß die Briefe ohne Luftpostzuschlag aus Deutschland nach Australien, die von den Absendern mit der Leitangabe„via London“ versehen worden sind, wenn sie erst in London vorliegen, auch mit der englischen Luftpost nach Australien weitergesandt werden. Diese Sendungen erleiden vielmehr bei der Leitung über England erhebliche Verzögerungen. * Fernsprechdienst mit Island. Nachdem die Gesprächsgebühren mit Dänemark herabgesetzt worden sind, werden sie auch für Gespräche mit Island, die über die Funkverbindung Kopenhagen—Reykjavik abgewickelt werden, vom 1. Oktober 1938 an ermäßigt. 1938- ein vorzügliches Seidenbaujahr 1938 war unser bisher bestes Seidenbaujahr! Der Schlupf der ausgelegten Brut war überall gut. Auch der Gesundheitszustand der Raupen ließ nichts zu wünschen übrig. Krankheiten sind so gut wie gar nicht aufgetreten. Die Kokonernte hat gegen die früheren Jahre nicht allein mengenmäßig eine Steigerung erfahren, auch der Güte nach übertrifft sie alle vorhergehenden Jahre. Zu diesem volkswirtschaftlichen Erfolge tritt der höhere Gewinn des Seidenbauers selbst. Seidenbauer sind mit den Erlösen dieses Jahres# zufrieden. Zum ersten Male wurde ihnen auch in die Jahre die Spinnerbrut vom Seidenwerk„Spi# hütte“ in Celle umsonst geliefert. Das Seidenwerk „Spinnhütte“ ist die einzige Stelle im Reiche, die Spinnerbrut liefern und weiter Kokons aufkaufen darf. Man errechnet, daß durch dieses Entgegenkommen der Erlös je Kilogramm Kokons sich für den Seidenbauer um eine Mark erhöht hat. Zu dieser Vergünstigung treten noch die Beihilfen, die das Ernährungsministerium zur Förderung des Seidenbaues gibt. So werden zunächst an Private die Maulbeersträucher zuermäßigten Preisen abgegeben. Für den Bau Zuchträumen gibt es außerdem erhebliche Zuschüsse. Dadurch werden viele Seidenbauer in den Stand gesetzt, ihre bisher unzulänglichen Wirtschaftsräume zu verbessern. Eine Folge der Zuschußgewährung zum Kauf von Maulbeersträuchern sind die hohen Bestellungen jetzt zum Herbst. Zwischen 1934 und 1938 hat sich bisher der Maulbeerbestand in Deutschland schon auf das Zweiundzwanzigfache erhöht. Allerdings ist unsere Erzeugung noch nicht ausreichend. Wir brauchen noch mehr Seidenbauer! Es glaube aber keiner, er könne durch den Seidenbau reich werden! Er beschäftigt den Mann nur # srent„Prei. Sommermonate, er kann darum nicht Wirtschaftsgrundlage, sondern nur Nebenbetrieb sein. Immerhin aber wirft eine mittlere Zucht etwa 200 bis 300 R M. Reingewinn ab. Wer Lust und Zeit zum Seidenbau hat, erhält bei den LandesSue gche 1, oder bei der Reichsfachgruppe Seidenbau Nr. 230(Drittes Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 1. Oktober 1938 Vom Brukterergau zur Grafschaft Mark * Die Grafschaft Bochum II. Die Teilung des Amtes Bochum. Nach dem Märkischen Schatzbuch von 1486 war das Amt Bochum in ein Ober= und Niederamt einge teilt. Zum Oberamt gehörte der östliche, zum Niederamt der westliche Teil. Die Grenze bildete die Linie Eppendorf— Bochum— Herne. Was östlich davon lag, gehörte zum Oberamt, das waren alle Bauerschaften von Grumme, Hiltrop über Gerthe, Harpen, Lütgendortmund bis Kirchlinde und Marten sowie südlich von Bochum die Bauerschaften von Weitmar über Wiemelhausen, Querenburg, Laer, Langendreer bis Stockum und Oespel. Außerdem zählte zum Oberamt der Bezirk des Gerichts und Hoses Castrop mit Castrop, Obercastrop, Rauxel, Merk linde, Holthausen, Börnig, Sodingen, dem Hof zu Frohlinde und denjenigen Hofesleuten in Herne, die zum Hof Castrop gehörten. Das Niederamt Bochum dagegen reichte von Hofstede, Riemke, Herne, Baukau über Holsterhausen, Eickel, Gelsenkirchen bis Schalke u. Heßler, von Hunthamm über Wattenscheid bis Leithe und südlich Bochum von Eppendorf bis Kö nigssteele. Auch die Türkensteuerliste von 1542 zeigt och die Zweiteilung in Ober= und Niederamt, die Kaminsteuerliste von 1664 dagegen weist eine Drei teilung des Amtes in Ober=, Mittel= und Niederamt auf. Das Mittelamt ist aus Riemke, Grumme, Hiltrop, Herne, Baukau, Crange, Holsterhausen, Bickern, Eickel, Hordel, Hamme, Weitmar, Wiemelhausen, Querenburg, Laer usw. gebildet, nördlich von Bochum besteht es also aus Teilen des Nieder=, süd lich von Bochum aus Teilen des Oberamtes. Der Streit um die zwei Hältten. Die Unterscheidung von Ober= und Niederamt dürfte mit dem Streit um die Grafschaft Bochum zu sammenhängen, der zwischen den Grafen von der Mark und den Isenbergern und anschließend zwischen den märkischen Grafen und den Erzbischöfen von Köln geführt worden ist. Wie oben erwähnt, wurde der Kampf um die isenbergischen Güter und Lehen zwi schen Graf Adolf von der Mark und dem jungen Dietrich von Isenberg bzw. dessen Oheim Herzog Heinrich von Limburg, Graf von Berg, 1243 mit einem Vergleich beendet, wonach Adolf und Dietrich sich in Hof, Gericht und Grafschaft Bochum sowie das dortige Kirchenpatronat teilen sollten. Allerdings glaubt Darpe nicht, daß dies zu einer realen Teilung geführt hat, er setzt vielmehr voraus, daß damals schon eine Teilung in eine östliche und eine westliche Hälfte bestand. Es ist also nötig, auf die Kämpfe um die Hälften der Grafschaft Bochum näher einzugehen. Wie eine Urkunde von 1272 erkennen läßt, hat Dietrich den ihm 1243 zugesprochenen Anteil an der Grafschaft Bochum später verloren. Er versuchte 1271 durch ein Bündnis mit dem Grafen von Berg die Burg Isenberg, die Essener Vogtei sowie Grafschaft und Gericht Bochum wiederzuerlangen, mußte aber 1272 in einem Vertrag mit Erzbischof Engelb. rt von Falkenburg auf seine Absichten verzichten. Zur Entschädigung für Burg, Vogtei und Grafschaft erhielt er vom Erzbischof 120 Mark jährliche Einkünfte aus verschiedenen Ortem. Kampf zwilchen Mark und Köln. Diesen Vertrag darf man für den Ursprung der nun auftretenden Besitzrechte der Kölner Erzbischöfe an der halben Grafschaft Bochum halten. Von Steinen hat allerdings behauptet, schon der Erzbischof Adolf von Altena habe seinem Bruder die halbe Grafschaft Bochum zu Lehen gegeben(demnach müßte sie kölnischer Besitz gewesen sein, aber die den Kölner Erzbischöfen 1180 übertragene Stellung eines Herzogs von Westfalen machte sie noch nicht zu Inhabern von Grafschaften), und auch Darpe nimmt an, daß der Vertrag von 1243, wonach Adolf von der Mark und Dietrich von Isenberg sich Hof, Gericht und Grafschaft teilen sollten, nur eine Hälfte, nämlich die nicht=kölnische, betraf. Nach seiner Meinung war es die östliche Hälfte; also das Oberamt, während die westliche im Besitz Kölns geblieben war und blieb. Wahrscheinlich aber ist— und dies stimmt auch mit unseren Darlegungen über die westliche Grafschaft überein—, daß das Haus Altena=Isenberg schon längst im Besitz der ganzen Grasschaft Bochum war, 1243 eine Teilung zwischen Adolf von der Mark und Dietrich von Isenburg erfolgte, wobei die Halbierung in Oberund Niederamt vorgenommen wurde(in dem Vertrag von 1243 heißt es ja: aequaliter condivident, und in der Tat sind Ober= und Niederamt gleich groß), und 1272 die isenbergische Hälfte an Köln kam. Daß zwischen Mark und Köln keine territoriale Tetlung erfolgt sei, ist auch Marg. Frischs Meinung. Sie weist zur Begründung darauf hin, daß es zwei Amtmäner nebeneinander gegeben habe, so 1353 Henrich von uttelenowe dictus van der Hevele von kölnischer, nthonius von Marten von märkischer Seite; 1358 ernannte der Erzbischof Caesarius de Gysenberghe zum Amtmann und Richter zu Bochum, zur selben Zeit war Gerlach von Westhusen Amtmann von märkischer Seite. Aber dies ist u. E. kein Beweis dafür, daß keine Teilung des Amtes erfolgt sei, wir sehen darin eher einen Beweis für die Teilung. Die Doppelbesetzung der Amtmannsstellung fand nicht statt, wenn beide Hälften der Grafschaft in märkischer Hand waren. Das war schon Ende des 13. Jahrhunderts einmal der Fall, als die kölnische Hälfte von Erzbischof Sigfrid von Westerburg, der 1288 die schwere Niederlage bei Worringen hatte über sich ergehen lassen müssen, an den Grafen Eberhard von der Mark verpfändet worden war, der sie nun als eine ihm gehörige Einheit zum Amt umzugestalten begann. Im Jahre 1339 mußte jedoch Adolf von der Mark der Kölner Kirche das Recht der Einlöse gestatten, und 1347 und 1349, als der Erzbischof sich durch Krönung Karls IV. gegen Ludwig von Bayern in einer starken Stellung befand, schiedsrichterliche Vergleiche eingehen, wonach das„hogericht van Boicheim“ halb Köln, halb Mark gehören sollte, desgleichen die freie Grafschaft auf 10 Jahre von Lichtmeß 1350 an. Dieser Teilung, der die Bestellung von zwei Amtmännern entsprach, die, wie die Bestellung des Cäsarius von Gysenberghe 1358 beweist, zugleich Richter waren, wurde im Jahre 1392 ein Ende gemacht, indem Erzhischof Friedrich von Saarwerden im Zusammenhang mit der Erwerbung des bis dahin klevischen Landes Linn, das Heinrich von Strünkede in Pfandschaft hatte, für einen Teil der Kaufsumme neben Aspel=Rees und den Höfen Schwelm und Hagen die kölnische Hälfte des Gerichts Bochum an Adolf von der Mark verpfändete, der seit 1368 Graf von Cleve war und 1391 seinem Bruder Engelbert als Graf von der Mark gefolgt war, wodurch beide Grafschaften vereinigt wurden. Adolf übertrug 1393 seinem Sohne Dietrich die Grafschaft Mark, aber dieser ist einige Jahre danach gestorben. So finden wir bald einen anderen Sohn, Adolf,, im Besitz von Cleve und Mark. Adolf wurde 1417 Herzog von Cleve, führte aber seit 1409 einen erbitterten Kampf mit seinem jüngeren Bruder Gerhard, der Mark für sich beanspruchte und damit auch Erfolg hatte. Mit Ausnahmen, darunter Wetter, Blankenstein, Volmarstein, die allerdings mehrfach Ausgangspunkt von Brandschatzungen waren(Neuenrade, Schwerte, Bochum und Hattingen wurden von den drei klevischen Amtmännern der genannten drei Burgen nachts in Brand geschossen), gehörte ihm bis zu seinem Tode die Grafschaft Mark. Als 1428 über einen Waffenstillstand zwischen beiden Brüdern verhandelt wurde, suchte der Erzbischof die Gelegenheit zu benutzen, die Pfand summe für das halbe Gericht Bochum zurückzuzahlen, da es aber gerade strittig war, ov Adolf oder Ger hard empfangsberechtigt war, konnte der Erzbischo sein Pfand nicht einlösen. Im Jahre 1437 kam au Vermittlung des Erzbischofs eine Einigung zwischen den Brüdern dahin zustande, daß Herzog Adolf die Hälfte von Stadt und Amt Bochum erhalten sollte Dadurch trat wieder der Zustand ein, daß zwei Amt männer, zwei Richter uno zwei Freigrafen(angeblich einträchtig) die Geschicke des Amtes leiteten, die einen waren von Gerhard, die anderen von Adolf bzw. sei nem Sohne Johann bestellt. Der Erzbischof war aber weiter auf die Rückgewinnung seiner Häflte von Bochum bedacht. Als er daher 1443 dem Herzog Adolf von Cleve die Pfandschaft aufkündigte, wußte dieser durch einen Streit um Währung und Zahlungsort der Pfandsumme die Auszahlung wieder zu verhindern Im folgenden Jahre kam es zur Soefter Fehde (Soest hatte sich im Streit mit dem Erzbischof um seine Privilegien mit dem Clever Herzog Adolf ver bündet). Gerhard stand auf Seiten Kölns und gab das Amt Bochum dem Ritter Joh. v. Gemen in Pfandbesitz, der Dietrich von Nordkirchen zum Ver walter bestellen sollte, Adolfs Sohn Johann dagegen — 1444 trat Adolf seinen Anteil an der Grafschaft an seinen Sohn Johann ab, dem auch Soest bald darauf als Landesherrn huldigte— verpfändete die Hälfte von Stadt und Land Bochum gegen eine stattliche Leihsumme an Robert Stael von Holstein, der 1444 Amtmann von Bochum wurde. Im Jahre 1447 ließ der Erzbischof die Pfandsumme nach Rheinberg schaffen und ein Protokoll darüber aufnehmen, daß er bereit gewesen sei, das Geld zu zahlen, aber es kam wiederum nicht zur Auslieferung des Betrages. Nach der Soester Fehde, in der dem Erzbischof diese reiche Stadt verloren ging, war Köln so verschuldet, daß auf lange Zeit nicht mehr an die Einlösung der Hälfte von Bochum zu denken war. Im Jahre 1461 starb auch Gerhard, und jetzt wurde Mark und damit Stadt und Amt Bochum wieder mit Cleve verbunden Mit diesem kam es 1609 an Brandenburg. (Fortsetzung folgt.) Dr. L. Reiners. Eine„Iellbliche Fahrt“ steht entgegen D 13 hat keine Einfahrt— Der Fahrdienstleiter das Gehirn des Bahnhofs.— Unbedingte Sicherheit gehl über alles. Die ersten Häuser der Vorstadt fliegen schon vorüber, in wenigen Minuten muß der D-Zug 13 in den Herner Hauptbahnhof einlaufen. Die Fahrgäste stehen mit ihren Koffern in den Gängen der Wagen — da kreischen plötzlich die Bremsen, einige hundert Meter vor dem Bahnhof steht der Zug: Keine Einfahrt! Ein, vielleicht auch zwei oder drei Minuten. dann setzt sich der Zug wieder langsam in Bewegung. um gleich darauf in die Bahnhofshalle einzulaufen. Frohe Begrüßung auf dem Bahnsteig. die übliche Frage, ob man eine angenehme Fahrt gehabt hat... Wer von den Reisenden weiß, daß das Haltsignal kurz vor dem Bahnhof mit zu der„angenehmen“ Fahrt beigetragen hat? Wer von den Reisenden weiß, welch komplizierter Vorgang sich in den wenigen Minuten abspielte, die der Zug vor dem Bahnhof warten mußte? Wer weiß, daß in diesen wenigen Minuten dem Zuge erst im wahrsten Sinne des Wortes eine Straße gebaut werden mußte, auf der er sicher in die Bahnhofshalle fahren konnte? Eine Straße gebaut, wo der Zug doch auf Schienen, auf einem Gleise fährt? Trotz aller zweifelnden Fragen, es ist richtig: Dem Zuge wird erst eine Straße, die„Fahrstraße“ gebaut, ehe er auf dem Bahnsteig einlaufen kann. Nicht nur aus Bahnsteigen besteht ein großer Bahnhof. auf seinem Gelände entdeckt man außerhalb der weiten Halle tausendfaches Gewirr von Schienen. Weichen, Kreuzungen, und kein Lokomotivführer würde es wagen, seinen Zug durch dieses Gewirr zu fahren, wenn ihm nicht ein Blick auf den schräg stehenden Arm des Signalmastes sagen würde: Du kannst ruhig deinen Zug in den Bahnhof bringen, mitten durch dieses Gewirr von Gleisen. Weichen und Kreuzungen hindurch ist ihm eine sichere Straße gebaut. Besuchen wir einmal den Fahrdienstleiter auf seinem Feldherrnstand. sehen wir einmal zu, wie er unserem Jug eine Straße baut, ihn vor anderen Zügen, den„feindlichen Fahrten“ schützt: Unser D-Zug 13 bat soeben den letzten Vorbahnhof — in diesem Falle Wanne=E.— durchfahren. Telegraphisch mit dem Morseapparat bekommt der Fahrdienstleiter— ein Telegraphist ist sein Gehilfe— von diesem Vorbahnhof die Meldung, daß der D 13 in der Anfahrt ist. 14.31 Uhr soll er einlaufen. 14.24 Uhr durchfuhr er nach Aussage der Meldung den Vorbahnhof. 7 Min. benötigt der Zug für Ein Mann auf dem Bahnhof ist es, der jedem Zuge, ob er einfahren oder wieder den Bahnhof verlassen will. diese Fahrstraße baut: Der Fahrdienstleiter. Ungesehen von den Reisenden sitzt er in einem der vom Rauch der Lokomotiven geschwärzten Stellwerktürme, in einem der hoch über die Schienen ragenden Häuser mit den vielen Fenstern und den Buchstaben, die dem Fahrgast stets ein Buch mit sieben Siegeln bleiben werden. der Fahrdienstleiter, den man das Gehirn des Bahnhofs nennt. Der Mann. von dessen Betriebserfahrung. Entschlußschnelligkeit und Nervenruhe in engster Zusammenarbeit mit den technischen Mitteln die Sicherheit des Zugverkehrs auf dem Bahnhofsgelände. Leben und Gesundheit der Reisenden abhängt. Ungesehen von den Reisenden und deshalb unbeachtet und unbekannt wacht er hier oben, stets auf dem Posten, ob nicht eine„feindliche Fahrt“, wie der Eisenbahner sagt, der Ein= oder Ausfahrt eines Zuges entgegensteht. Vom Stellwerk aus läßt sich die Strecke gut überschauen. die Strecke, wie der Fahrdienstleiter aus dem graphischen Fahrplan weiß, also wird der Zug pünktlich und planmäßig einlaufen. Und in diesen wenigen Minuten spielt sich nun im Stellwerksturm des Fahrdienstleiters eine Arbeit ab, die in Zeiten dichtesten Zugverkehrs, wo sich Ankünfte und Abfahrten auf den einzelnen Bahnsteigen überschneiden, zu einer Gedanken= und Nervenkonzentration führt, vor der man die allergrößte Hochachtung haben muß. Allein kann der Fahrdienstleiter das weite Bahnhofsgelände nicht überschauen, deshalb sind die Enden des Bahnhofsgeländes noch durch weitere Stellwerke gesichert, in denen die Gehilfen des Fahrdienstleiters sitzen. Hat er die Meldung von der Anfahrt des Zuges bekommen, erkundigt er sich bei den anderen Stellwerken. ob die Gleise. über die der Zug seinen Weg nehmen muß, um auf den richtigen Bahnsteig zu kommen, auch frei für die Zugfahrt sind, da sie vielleicht durch Rangierfahrten besetzt sein können. Sind tatsächlich Rangierfahrten auf diesen Gleisen, dann veranlaßt der Stellwerksbeamte den Rangierleiter, die Gleise sofort freizumachen. Ist das geschehen, werden die Weichen für die Fahrstraße gestellt und nun geben die Stellwerke dem Fahrdienstleiter die Nachricht, daß einer Einfahrt des Zuges nichts im Wege steht, sie geben die sogenannte„Zustimmung". Hat der Fahrdienstleiter von allen mitwirkenden Stellwerken diese„Zustimmung“ erhalten, dann legt er auf elektrischem Wege die„Fahrstraße fest“. d. b. in sömtlichen mitwirkenden Stellwerken werden vom Fahrdienstleiterstellwerk aus die Weichenhebel so verriegelt, daß keiner der Stellwerksbeamten sie wieder umlegen und auch kein Signal ziehen kann. das vielleicht einem anderen Zug den Weg auf das vom einfahrenden Zuge befahrene Gleis freigeben könnte. Und jetzt erst. nachdem der Fahrdienstleiter sozusagen auf mechanischem Wege einen Ueberblick über die Bahnhofsanlagen und die Gewißheit erhalten hat, daß alle Sicherungsmaßnahmen für den ankommenden Zug getroffen sind. kann er dem Stellwerk am Ausgang des Bahnhofs in Richtung Wanne=Eickel den Befehl geben. das Einfahrtssignal zu ziehen, vor dem unser D 13 vorhin eine Minute warten mußte, weil vielleicht ein Gleis nicht schnell genug von einer Rangierfahrt freigemacht werden konnte. Der Wiederausfahrt des Zuges geht der gleiche Vorgang voraus, auch hier kann das Ausfahrtssignal erst dann gezogen werden, wenn der Fahrdienstleiter festgestellt hat, daß die Ausfahrtstraße frei von anderen Zügen ist. Bei normaler Fahrvlandurchführung hört sich das alles noch verhältnismäßig einfach an. Aber was dann, wenn einmal Verspätungen eintreten. wenn Sonderzüge, Vor= und Nachzüge eingeschoben werden müssen. wie das in der Ferien= und Reisezeit an der Tagesordnung ist? Dann vielleicht erst kommt das Wort zu seiner richtigen Bedeutung, daß der Fahrdienstleiter das Gehirn des Bahnhofs ist. Dann hat er blitzschnell zu überlegen, wie er die Züge innerhalb des Bahnhofs umdirigieren kann— der eine Bahnsteig ist von einem Feriensonderzug besetzt— wie er die Rangfolge der Züge einhält— Schnellzug— Eilzug— Personenzug— Güterzug. welche neuen Fahrstraßen im Weichengewirr des Bahnhofs geschaffen werden müssen, um den innerhalb des Bahnhofs umgeleiteten Zug doch wieder auf das richtige Streckegleis zu bringen. Dann wird er zum wirklichen Beherrscher des Verkehrs auf dem Bahnhof und ist vollkommen frei in seinen Entschließungen. Er kann Aufenthalte verlängern und abkürzen, kann Züge auf anderen als den vorgesehenen Bahnsteigen einfahren lassen usw. Nur einem einzigen Gedanken bleibt er immer untergeordnet: Die unbedingte Sicherheit für Leben und Gesundheit der Fahrgäste zu gewährleisten Das alles wissen die Fahrgäste nicht. Wüßten sie es, würden sie, wenn der Zug einmal vor dem Bahnhof liegen bleibt, nicht gleich den Kovf zum Fenster hinausstecken, nach Schaffner und Zugführer rufen und auf die Bummelei“ schimpfen. Es ist keine Bummelei, wenn der D 13 einmal keine Einfahrk hat; das Haltsignal für den Zug ist nichts anderes als das äußerlich sichtbare Zeichen dafür, daß der Fahrdienstleiter seine Aufgabe erfüllt: Die erste Poraussetzung für die„angenehme“, Fahrt des Reisenden zu schaffen— die unbedingte Sicherheit. Heraus mit dem Alteisen Jedes Dorf hat einen Schuttabladeplatz. In einer alten Kiesgrube, in Gräben, in Waldtiefen, manchmal sogar in Teichen verschwindet außerdem der„Unrat“, den das Dorf nicht mehr braucht. Auf den Höfen selber gibt es oft genug Ecken und Winkel, die voll von„Gerümpel“. stehen. Bei irgendeiner Gelegenheit ist irgendein Gegenstand aus dem Betrieb oder der Hauswirtschaft ausgeschieden worden und hat hier seinen endgültigen Ruheplatz gefunden. Kein Mensch kümmert sich mehr darum. Wind und Wetter und andere Umstände sorgen dafür, daß alle diese Gegenstände allmählich, aber sicher der Auflösung verfallen. Jeder Hof beinahe hat bei uns in Deutschland seinen„Friedhof“, auf den all die teueren Maschinen und Geräte wandern, wenn sie ausgedient haben. Mögen Neuanschaffungen den Geldbeutel des Betriebsführers belasten, bei weitem größer sind die Werte, die Jahr um Jahr dem Volksvermögen verioren gehen, weil gewaltige Mengen an Rohmaterial in Gestalt der alten Maschinen auf den„Friedhöfen“ der Vernichtung anheimfallen. Mit einer unbrauchbaren Maschine verschwindet nämlich nicht nur der Gegenstand, der in der Wirtschaft keine Verwendung mehr finden kann, sondern vor allen Dingen der Rohstoff, den man zu seiner Herstellung verwendete. Nicht nur zu einer Notregelung, sondern einer dauernden Einrichtung muß deshalb das Bestreben führen, alle diese Altmaterialien planmäßig zu sammeln und sie einer weiteren Verwertung zuzuführen. Gerade das flache Land birgt heute noch gewaltige Mengen an Altmaterialien, insbesondere an Eisen, die bei den bisherigen Sammelaktionen nicht erfaßt wurden. Generalfeldmarschall Göring hat deshalb den Reichskommissar für Altmaterial= verwendung beauftragt, das auf dem flachen Land nutzlos herumliegende herrenlose Alteisen restlos sammeln zu lassen und der Eisen= und„Stahlindustrie als Schrott zuzuführen. Die Oberste SA.=Führung hat sich bereit erklärt, die SA. für eine Sammelaktion auf dem flachen Lande in der Zeit bis zum 31. Oktober 1938 einzusetzen. Sie wird dabei an keinem Hof und keiner Wirtschaft vorübergehen. In den Gebieten mit Maul= und Klauenseuche wird die SA. die Bauernhöfe allerdings nicht betreten. Bauern und Landwirte solcher Gegenden bringen das gesamte Alteisen, das sich auf ihren Höfen befindet, auf einem Vorsammelplatz des Dorfes zusammen oder schaffen es wenigstens vor ihre Höfe. Heraus mit den alten unbrauchbaren Pflügen, heraus mit den Geräten. Wagenreifen. Düngerstreuern. Bolzen, Schrauben. Nägeln usw.! Auf keinem Dorf darf es in Zukunft mehr einen Maschinenfriedhof geben. Auf keinem Schuttabladeplatz darf in Zukunft mehr„Gerümpel“ zu finden sein, das auch nur ein Stück irgendwie verwertbaren Materials enthält. Knten Tie timn Eiten 1Das Bürgerliche Gesetzbuch enthält eine Reihe von Paragraphen(so§§ 823, 833, 836), die jedem eine Haftpflicht für von ihm verursachte Schäden auferlegen. Ob Geschäftsmann oder Privatmann, Hausbesitzer oder Wohnungsinhaber, Tierhalter oder Autofahrer— jeder übernimmt im täglichen Leben immer wieder neue Verantwortungen. Für unzählige Schäden kann er haftbar gemacht werden, an denen er mittel- oder unmittelbar die Schuld trägt! Wic beruhigend ist cs, wenn man sich durch eine Versicherung vor Haftpflichtansprüchen geschützt weiß— wenn man sicher sein darf, daß im Ernstfall sofort Hilfe da ist. Ein ruhiger Fußballsonntag in Herne Nur Weittalia Ipielt hier Der erste Meisterschaftssonntag gehört der Vergangenheit an, der zweite beginnt mit einer merksichen Einschränkung in den Punktespielen. Allgemein hatte man sich schon auf den Besuch des Ex=Meisters Schalke 04 am Schloß Strünkede eingestellt, aber in letzter Stunde wurde auch diese mit Spannung erwartete Begegnung abgeblasen, da die Schaiker einzelne Leute zum Länderspiel gegen Bulgarien abstellen müssen. Wir kommen so um einen großen Fußballgenuß, doch nehmen die Strünkeder den Fall nicht zu tragisch, können sie doch nun ihre verletzten und angeschlagenen Spieler auskurieren und dann mit frischer Mannschaft den Kampf in der 3. PokalSchlußrunde aufnehmen. Wir werden uns also vorläufig mit der Abwicklung von Meisterschaftsspielen am Schloß Strünkede gedulden müssen, erst der 16. Oktober bringt den nächsten Punktekampf. Ein ereignisreicher Monat hat im Herner Fußball seinen Abschied genommen. Mit der Ausbeute können wir zufrieden sein. Der Name Herne hat in Fußball=Deutschland einen Klang bekommen. Der Pokalsieg Westfalias über Viktoria Hamburg, die Meisterschaftssiege der Strünkeder über Arminia Bielefeld und Herten haben aufhorchen lassen. Westfalia Herne ist unbestreitbar in das Blickfeld des Fußballgeschehens gerückt. Wir Herner haben Ursache zur Freude, nämlich eine Elf zu besitzen, die bisher so tapfer ihren Mann stand. Das Publikum versteht derartige Leistungen zu würdigen, die letzten guten Besuche am Schloß Strünkede bestätigen diese Annahme. Hoffentlich hält die führende Rolle der Strünkeder noch lange an, damit uns noch manche große Fußballspiele beschert werden. Bekanntlich haben die Blau=Weißen als nachsten Pokalgegner MannheimWaldhof, die bekannte Siffling=Elf, erhalten. Morgen erwarten sie Solingen 95. Auch unser Vertreter in der Bezirksklasse, der VfB Börnig, hat sich nun gefunden. Der Punktegewinn über Erle und vor allen Dingen das 2:2 in Bottrop bezeugten die Stärke der Schadeburger deutlich. Dabei wurde die Elf in Bottrop zu kraß benachteiligt und einwandfreie Tore nicht gegeben, sonst hätten die Schadeburger auch dieses Spiel für sich entschieden. Immerhin wird man mit dem BfB Börnig in der Gelsenkirchener Gruppe wiederum wohl ernstlich zu rechnen haben, und schon das Spiel am 9. 10. gegen Union Gelsenkirchen an der Schadeburg kann den BfB Börnig in die Spitzengruppe rücken lassen. Weniger gut ist die Ausbeute in der 1. Kreisklasse gewesen. In all den letzten Jahren lagen immer eine Reihe Herner Vereine in Front, diesmal ist das Bild aber etwas anders. Wanner haben die Herner abgelöst, zwei Wanner Vereine haben die ersten Plätze inne, nämlich Reichsbahn und Preußen, an dritter Stelle steht Teutonia Riemke und dann erst folgen Constantin Herne, Fortuna Herne, Germania Herne und Sodingen. Alle sechs Herner Vertreter dieser Klasse wurden bereits schon geschlagen, ungeschlagen sind nur die ersten drei Vereine, von denen wiederum die Reichsbahner noch ohne Verlustpunkte geblieben sind. Mit am Ende der Tabelle liegen: Viktoria Herne und vor allen Dingen der BV HerneSüd. Hier wollen wir aber mit einer baldigen Wendung der Dinge rechnen. Etwas besser gestellt sind wir aber schon in der 2. Kreisklasse, hier zählt VfL Herne noch den Ungeschlagenen, und diese Elf hat das Zeug in sich, die augenblicklich gute zweite Stelle noch lange zu halten, eventuell sogar auf den ersten Platz vorzustoßen. Rasensport Holthausen hält noch einen guten Mittelplatz und wird kaum zu verdrängen sein. In der 3. Kreisklasse sind wir durch den SpV 16 Herne vertreten. Selbiger ist zur Zeit in guter Form und der Aufstieg müßte den Baukauern in diesem Jahr endlich glücken. In allen Kreisklassen herrscht morgen aus Anlaß des Erntedanktages Ruhe, erst der 9. Oktober bringt uns wieder vollen Betrieb. 850 Kilogramm vorschreibt. In diesen Tagen nun liefen verschiedene ausländische Delegationen in einer Sitzung der Sportkommission des internationalen Verbandes anerkannter Automobflklubs(AJACR) Sturm gegen die neue Formel, die sie selbst vor Jahresfrist gewünscht hatten. Aber von zwölf Werken, die neue Formelwagen bauen wollten, konnte nicht einmal die Hälfte ihr Versprechen erfüllen, und außer den Italienern gelang es keiner ausländischen Firma, einen Wagen herauszubringen, der den deutschen Modellen von Mercedes=Benz und der AutoUnion Kampf ansagen konnte. Stabsführer von Bayer=Ehrenberg teilte nunmehr dem Sportdienst des DNB mit, daß die Oberste Nationale Sportbehörde für die Deutsche Kraftfahrt unbedingt darauf bestehen wird, daß die jetzige Formel unverändert bleibt. Deutschland und Italien hätten eine moralisches Recht darauf, da sie — mit Ausnahme der französischen Ecurie Bleue (Delahaye)— die einzigen brauchbaren Formelwagen herausgebracht hätten. Der Bau dieser Wagen habe nicht nur große finanzielle Opfer, sondern auch die Einsatzbereitschaft seiner Konstrukteure, der Arbeiter, Monteure und der Fahrer gefordert. Gau= und Bezirkshandballer mit vollem Punkteprogramm Der Tabellenführer Gevelsberg beim Tus Hollterhaulen. Weittalis Herne hat beim VII. 48 die Spitze zu verteidigen. Solinger Gäste der Westfalia Nur Herten— Marten.- Höntrop gelperrt! In der Gauliga Westfalen wird am kommenden Sonntag nur ein Punktekampf steigen: SpVag Berten- Arminia Marten. Ursprünglich war auch am Hellweg des Spiel SV Höntrop— Arminia Bielefeld angesetzt worden. Nach dem nunmehr vorliegenden Entscheid des Reichsamtes Fußball ist aber der SV Höntrop gesperrt, so daß Arminia daheim wohl nun im Gesellschaftsspiel gegen Bielefeld 06 07 spielen wird. Das einzige Treffen des 2. Oktober wird am Katzenbusch sicherlich mit einem Siege der Gastgeber enden. Bei allem Einsatz wird Arminia Marten dort, wo sogar Schalke nur mit einem 3:3 wegkam, nicht bestehen können. Höntrov- Bielefeld findet nicht statt. Das Fußball=Reisterschaftsspiel in der westfälischen Gauliga zwischen S9 Höntrop und Arminia Bielefeld. das am kommenden Sonntag stattfinden sollte, ist kampflos für die Bielefelder gewonnen, da Höntrops Einspruch von der Reichsfachamtsleitung zurückgewiesen wurde und der Verein bis auf weiteres für Gauligaspiele gesperrt ist. Weitsalia Herne- FK 1895 Solingen. Vor mehr als einem Jahr waren die Herner Gäste der Solinger, wo sie mit zahlreichem Ersatz antretend, eine empfindliche Niederlage einstecken mußten. Diesen kleinen Schönheitsfleck zu bereinigen, haben die Strünkeder morgen Gelegenheit. Sie boten bekanntlich in den letzten Wochen, also nach Beendigung der Sperre, eine Leistung, die nicht nur gleichmäßigen Charakter trug, sondern in ihrer Entwicklung merklich fortschrittliche Tendenz verriet. Wo ein Aufstieg zu verzeichnen ist, ist auch ein dementsprechender Kräfteverbrauch zwangsläufig, so daß es uns eigentlich nicht ganz ungelegen kommt, wenn die Auseinandersetzung gegen Schalke 04 einen kleinen Aufschub erfahren hat. Schließlich haben ja die Herner bereits acht Tage später eine Aufgabe zu lösen, die eine vollkommen intakte Mannschaftseinheit einem glücklichen und vielleicht sieghaften Ende zuführen kann. Die Gäste aus Solingen sind in ihrer Klasse ein nicht zu unterschätzender Gegner, der bei seinem Besuch am Schloß Strünkede aber wohl klar den kürzeren ziehen wird. Westfalia 04 Altliga—. Preußen Duisburg. Heute nachmittag findet auf dem Westfalia=Sportplatz, ein interessantes Freundschaftsspiel statt. Die sburger Preußen, die schon in früheren Jahren in der alten westdeutschen Zehner=Liga tätig waren, gehören mit zu den ältesten deutschen Fußballvereinen. Heute trägt Preußen Duisburg bekanntlich keine Meisterschaftsspiele mehr aus, sondern betätigt sich nur in Privatspielen. In der Mannschaft wirkt ein alter Herner Fußballer, Josef Bok, mit, der zuletzt über 10 Jahre als Mittelläufer bei Köln 99 tätig war. Die alten Westfalen haben ihre Form in den letzten Spielen unter Beweis gestellt, und so verspricht das Spiel sehr interessant zu werden. Westfalia tritt wie folgt an: Krämer Clases Heidkamp Niklas Kroll Ruhe Enkemann Krein Grau Niederdräing Dr. Gerbsch. 07 Gelsenkirchen— Gelsenguß Gelsenkirchen VfB Bottrop— Union Gelsenkirchen Beide Spiele haben für die Spitze der Tabelle größte Bedeutung. Werden die 07er auch Gelsenguß schlagen können? Dann hätten sie die Führung ziemlich sicher. Wir rechnen aber eher mit einem Sieg der Gelsenguß=Elf. Union Gelsenkirchen müßte das Spiel in Bottrop glatt gewinnen können, wenn sie den Gegner ernstlich behandelt. Weitere Treffen in der Bezirksklalle Bochum: TB Eickel— SC Dahlhausen Dortmund: BV Brambauer— BfR Heeßen Sportgem. Mengede— Alemannia Dortmund VfL Altenbögge— SC Hörde Minden: SpVg. Schildesche— VfL Geseke BfI Paderborn— Union Herford Teutonia Lippstadt— Borussia Lippstadt Sauerland: Hagen 72— Menden 09 Deutschland will keine Aenderung. Die Rennwagenformel soll bleiben. Deutschland hat nicht nur während der Gültigkeit der letzten Rennwagenformel— die ein Mindestgewicht von 750 Kilogramm bei offener Motorstärke vorschlug— eine Vormachtstellung besessen, gegen die die ausländischen Wagen und Fahrer vergebens anrannten, sondern sich auch mit den neuen Formelwagen sofort an die Spitze gesetzt und alle Große Preis=Rennen— der Große Preis von DoningtonPark(England) steht nur noch aus— gewonnen. Bis 1940 soll die neue Formel gelten, die eine Motorbeschränkung bei einem Mindestgewicht von Der Hanballsport hat morgen ein volles Meisterschaftsprogramm. Die guten Sonntage sollen eben voll ausgenutzt werden, damit man die erste Serie pünktlich unter Dach und Fach bringt. Im September konnten die Spiele nach dem angesetzten Programm abgewickelt werden, es gab keine Ausfälle. Nachdem noch am Vorsonntag der Neuling Jöllenbeck die westfälische Gauliga anführte, mußten die Jöllenbecker die Spitze letzten Sonntag an die Gevelsberger abtreten, die anscheinend in die Fußtapsen des Vorjahres treten wollen. Jedenfalls kamen die Gevelsberger schon zu zwei großen Siegen. Hart auf den Fersen ist den Geveisbergern aber der ewige Zweite Westfalens, die Dortmunder Eintracht, die ebenfalls nach zwei Erfolgen noch ungeschlagen ist. Die ganze Angelegenheit in der Gauliga wird sich vorläufig auf Eintracht und Gevelsberg zuspitzen, bis zum 30. Oktober, dann haben beide in Dortmund um die endgültige Führung zu kämpfen. Dann aber greift Hindenburg Minden in die Spiele ein, und alle werden auf die Begegnungen mit dem Altmeister gespannt sein. Weniger erfolgreich war bisher unser Nachbar aus Holsterhausen, nach drei Spielen hat er erst einen Punkt erobert, er kann anscheinend noch nicht richtig in Tritt kommen. Neben dem Neuling Jöllenbeck zeigte auch der zweite Neuling, Hüttenverein Dortmund, gutes Können und verbuchte aus drei Begegnungen schon drei Punkte. Schalke 04 ist unbeständig wie im Vorjahr, doch dürfte sich diese Mannschaft auch in diesem Jahr behaupten. Die schwächste Partie lieferte bisher Westfalia Somborn, und wir glauben, die Somborner werden nur noch dieses Jahr in der Gauliga zu finden sein. Ungemein hart und erbittert geht es auch in der Bezirksklasse zu. Die Staffel 7, zusammengestellt aus einem erlesenen Feld, liefert sich Kämpfe, die restlos begeistern. Westfalia Herne schlug bisher als Neuling in dieser Klasse eine gute Klinge und brachte das Kunststück fertig, sich nach drei Begegnungen an die Spitze der Tabelle zu setzen. Alle drei Siege wurden aber erst nach erbittertstem Ringen erkämpft, nichts wurde den Strünkedern geschenkt, nun liegt man vorn, und die Verfolger werden alles versuchen, die Strünkeder zu Fall zu bringen. 8:7, 8•6, 11:10 lauteten die bisherigen Ergebnisse für die Herner. Hoffentlich halten sie sich weiterhin so, bis zum Spiel gegen Henrichshütte, dann wird es sich zeigen, welche Mannschaft zur Zeit die bessere ist, der Neuling oder der Altmeister. Für die größere Ueberraschung sorgte letzten Sonntag der Wanner Turnklub, als er die Henrichshütter um einen Punkt brachte. Die Wanner haben also die Flinte noch nicht ins Korn geworfen, man wird mit ihnen weiterhin zu rechnen haben. Ernstlicher Favorit bleibt aber auch noch trotz seiner Herner Niederlage Vorhalle 79. Auf derem Gelände wird noch manche Elf zu Fall ge bracht werden. Zwischen Vorhalle, Henrichshütte und Westfalia Herne sollte der Meister zu suchen sein, dabei sind wir noch nicht über die Stärke der Schwel mer im Bilde. Reichlich schwach scheint uns Hagen 72 zu sein. Abwarten müssen wir aber auch, wie sich VfL Bochum und der MBV Linden weiterhin schla gen werden. Es ist noch alles„drin“ in dieser Staffel. Mit dem letzten Septembersonntag setzte auch die 1. Kreisklasse mit ihren Spielen ein. In unserem Kreis gab es durchweg erwartete Siege. Der Herner Turn=Club begann mit einem Sieg, ebenso auch Westfalia Bochum und die SpVgg Röhlinghausen. Man wird aber hier erst einige Sonntage verNachwuchs spielt in Sofia Deutlche Elt am Sonntag gegen Bulgarien. Anläßlich des Königsjubiläums in Bulgarien spielt am Sonntag in der Hauptstadt Sofia eine deutsche Fußballmannschaft gegen die Vertretung Bulgariens. Wenn es auch kein offizielles Länderspiel ist, so beansprucht diese egnung doch großes Interesse, vor allem natürlich bei den Bulgaren, die im Fußballsport eine Leistungssteigerung bärksten hervo aufweisen, was am stärk hervortrat, als sie in der WeltNur zwei Spiele in der Bezirtsklasse, Gruppe Gelsenkirchen Der BfB Börnig ebenfalls frei. Nur zwei Begegnungen wurden in der Bezirksn G e l s e n k i r c h jasse der Gruppe Gelsenkirchen angesetzt: meisterschafts-Ausscheidung gegen die Tschecho-Slowakei im ersten Zusammentreffen 1:1 spielten. Deutschland hat schon einmal in einem offiziellen Länderkampf den Bulgaren gegenübergestanden und sie am 20. Oktober 1935 in Leipzig vor 40000 Zuschauern 4:2 (2:0) besiegt. Die stämmigen Bulgaren verrieten große kämpferische Eigenschaften, und die deutsche Elf, die sich aus so starken Spielern wie Buchloh, Münzenberg, ringer, Gramlich, Goldbrunner, Warnken, Lehner, Siffling, Pörtgen, Szepan und Siementsreiter zusammensetzte, mußte sich mächtig strecken, um zum Erfolg zu kommen. Es ist also der zweite Kampf gar nicht so leicht zu nehmen, um so weniger, als die Gastgeber alles daransetzen werden, auf heimischem Boden und mit starker Rückendeckung durch das Publikum diesmal den Spieß umzudrehen. Nach den schönen Erfolgen von Chemnitz und Bukarest, wo Polen bzw. Rumänien jeweils mit 4:1 besiegt wurde, ist nunmehr einer deutschen Nachwuchsmannschaft das Vertrauen geschenkt wordem in Sofia die deutschen Interessen wahrzunehmen. Die ursprünglich aufgestellte Eff ist erheblich geändert worden, sie hat dadurch aber keineswegs eine Schwächung erfahren. An Nachwuchs fehlt es nicht, und Herberger hat sogar Mühe, aus dem umfangreichen Reservoir an talentierten Spielern die Mannschaft zu finden, die sich auch verstehen wird. Nun ist die Wahl auf eine Vertretung gefallen, in der nicht weniger als sechs Spieler zum ersten Male den Nationaldreß tragen. Die Mannschaft steht wie folgt: Remmert(Rot-Weiß Franfurt); Billman(1. FC. Nürnberg), Kubus(B/R Gleiwitz); Rohde(Eimsbüttel), TI bulski(Schalke 04), Männer(Hannover 96): Malekt (Hannover 96); Weyer(DfL Köln 99), Gauchel(Tus Neu endorf), Fiederer(SpDg Fürth), Arlt(SD Riesa). Remmert, Kutus, Tibulski, Weyer, Fiederer und Arlt sind die ausgesprochenen Neulinge für eine Ländermannschaft, sonst aber keineswegs undekannt, denn in den Spielen ihrer Vereinself haben sie sich schon mehr als einmal hervorgetan. Das gilk in erster Linie von Schalkes Mittelläufer Tibulski, der in den letzten beiden Jahren mehrfach für die Ländermannschaft vorgeschlagen wurde. Wegen der etwas kleinen Statur des Schalkers wollte man sich aber nie so recht entschließen, und nun kommt dieser taktisch kluge und technisch ganz famose Mittelläufer endlich einmal in eine deutsche Auswahl. Er wird sicherlich nicht enttäuschen. In Rohde und Männer hat er zwei Spieler zur Seite, die schon schwere Kämpfe hinter sich haben und durchaus ihren Mann standen. Man darf auch der Tordeckung Vertrauen entgegenbringen, nur werden sich Billmann und Kubus erst einspielen müssen. Den Sturm führt Gauche und da dürften Tore nicht ausbleiben. Weyer wird sicherlich mit Malecki gut harmonieren; und wenn die linke Seite ebenfalls einschlägt, ist nichts zu befürchten. Bulgariens Elf steht noch nicht fest, doch wird die Mannschaft in bestmöglicher Besetzung antreten. Wir dürfen uns auf einen schneidigen Gegner gesaßt machen, der harten Widerstand entgegensetzen wird und auch spielerisch nicht unterschätzt werden darf. streichen lassen müssen, ehe man nähere Schlüsse zie hen kann. Für diesen Sonntag hat die 1. Kreisklass gleich einen Ruhetag, dann aber geht es ununterbrochen weiter. Die vier Treffen der Gauligisten. Tus Holsterhausen— Sportring Gevelsberg Schalke 04— Hüttenverein Dortmund TV Spenge— Eintracht Dortmund Westfalia Somborn— Einigkeit Jöllenbeck Tus Holsterhausen— Sportring Gevelsberg. Eine Zugnummer besondert Art wird diese Begegnung auf dem Horst=Stadion in Holsterhausen sein. Ungemein harte und erbitterte Kämpfe lieferten sich diese Mannschaften bisher in all den Jahren. Dabe war es so, daß die Gevelsberger fast immer in Holsterhausen gewannen und die Holsterhauser wiederum dort. Wird das auch diesmal so sein? In den Reihen der Gevelsberger befindet sich auch der ehemalige Rechtsaußen Vogt von TuS. Ob er schon morgen gegen seinen früheren Verein mitwirken wird, steht noch nicht fest. Wir glauben, daß nach den bisherigen Leistungen beider Gegner ein Gevelsberger Sieg näher liegt. Schalke 04 wird selbst auf eigenem Boden schwer zu kämpfen haben, wenn es den Dortmunder Hüttenverein schlagen will.— Eintracht Dortmund wird aus Spenge zwei weitere Punkte mitbringen. — Jöllenbeck dürfte sich die Punkte aus Somborn holen. Vier Treffen auch in der Bezirksklasse Wird Westfalia Herne sich in Bochum behaupten? In der Staffel 7 der Bezirksklasse stehen vier äußerst interessante Spiele auf dem Programm. So müssen unsere Strünkeder zum BfL 48 Bochum und werden dort harte Arbeit zu leisten haben, wenn sie das Spiel gewinnen und die Spitze behalten wollen — Der Turnklub Wanne spielt in Linden und hat dort gute Aussichten, einen Sieg zu landen.— Gespannt kann man auf das Eingreifen von Schwelm 06 sein. Selbiges stellt sich in Henrichshütte vor und wird gleich auf Herz und Nieren geprüft werden. Wir erwarten Henrichshütte in Frou..— In Vorhalle stehen sich zwei der hartnäckigsten Rivalen gegenüber, doch sollte Vorhalle 79 die Herdecker knapp abfertigen. Um die acht Punkte der Staffel 7. VfL 48 Bochum— Westfalia Herne MBV Linden— Turnklub Wanne Henrichshütte— Schwelm 06 Vorhalle 79— Herdecke 63. BfL 48 Bochum— Westfalia Herne. Das vierte Meisterschaftsspiel führt die Westfalia nach Bochum zum dortigen TuS=Stadion an der Castroper Straße. Nachdem die Strünkeder sich nun an die Spitze der Tabelle gesetzt haben, werden sie in allen Spielen auf erbitterten Widerstand stoßen, denn alle Vereine werden eine Ehre darin sehen, dem Tabellenführer die erste Niederlage beizubringen. Die Aussichten sind für die Strünkeder nicht die besten. Man muß vor allen Dingen auf den Halbrechten Padberg verzichten, welcher beim Militär weilt, aber gerade dieser Spieler war in den letzten Spielen in bester Form und stellte durch seinen Einsatz die Siege sicher. Man wird nun umstellen müssen. Vor allen Dingen aber muß jede eigennützige Spielweise verschwinden. Es bleibt sich gleich, wer die Tore wirft, nur der gemeinschaftliche Sieg kommt in Frage. Die Bochumer sird nach der Vereinigung mit Germania zu einer der gefährlichsten Mannschaften geworden und werden den Hernern schwer zu schaffen machen. Wir lassen daher den Ausgang dieses Spieles offen, wünschen uns aber einen neuen Sieg der VfL 48 Bochum 2— Westfalia Herne 2. Stankovits Begräbnis. Am Mittwoch wurde in Budapest der Präsident der Europakommission, S. Stankovits, unter riesiger Beteiligung der ungarischen Sportlerschaft zu Grabe getragen. Im Trauergefolge befanden sich der Vertreter des Ministers für Körperkultur, der Oberbürgemeister von Budapest, zahlreiche ehemalige Minister und Vertreter der Sportverbände und Behörden sowie des Frontkämpferverbandes. In Vertretung von Reichssportführer von Tschammer und Osten und Reichsfachamtsleiter Dr. Ritter von Halt würdigte Fritz Haßler die Verdienste des Dahingeschiedenen als Wahrer des Rechts und der Gerechtigkeit in der internationalen Athletik und insbesondere als Freund er deutschen Leichtathletik. Im Namen des ungarischen Verbandes sprach Moldovanyi, der darauf hinwies, daß Stankovits bei acht Olympiaden den ungarischen Sport vertrat und in der Tat der„Vater der internationalen Athletik“ genannt werden konnte. Seine Verdienste um die Propagierung des ungartschen Sports im Ausland seien unvergänglich. Die Beisetzung erfolgte in einem von der Budapester Stadtgemeinde gewidmeten Ehrengrab. SCHU KÖULER ECKE — KJ HERNE Bahnhofstraße Zweigstelle Recklinghausen e ch Statistiken beweisen: 90% aller Menschen haben ein schmerzendes Fußübel. eiigrgg am 3.—5. Okt. anwesend Lassen Sie sich unverbindlichst beraten duich eine Suplinator-Spezialistin aus Frankfurt —— Nein Schneebock Rr # T SE Re cch R Wir gehen einholen Photo E. Hase (Deike-Mater) Nur ein Mädchen Von G. E. BRUNING Die Höfe der Bauern Gräfft und Schramm lagen am Ausgang des Dorfes einander gegenüber. In den blanken Fensterscheiben des einen Hauses spiegelten sich die ebenso blanken des anderen, und gute Freundschaft verband sie hüben wie drüben von Väterzeiten her. Leider war diese Freundschaft seit zwanzig Jahren schwer in die Brüche gegangen, und es wäre zum Tachen gewesen, wenn man nur beiderseits die ganze Angelegenheit nicht so ungeheuer ernst genommen hätte. Erst hatte die Bäuerin Gräfft ein Kind gekriegt, den Buben Karl. Wenige Illonate darauf brachte die (SSchrammbäuerin ihr Mädel zur Welt. Wie das nun so ist: die Gräfftsche rühmte sich ihres männlichen Erben und lachte spottlustig über das frohe Ereignis im Hause Schramm. „Nur ein Mädchen?“ meinte sie achselzuckend und ohne Glückwunsch zu Vater Schramm, dabei nicht abnend, daß diese drei Worte einen bösen Stachel in die Herzen senken sollten. Seit jenem Tage war es jeden falls mit der alten Freundschaft aus, und diesseits wie jenseits der Straße ging ein jeder seine eigenen Wege. Es gab keine guten Worte mehr; auch die tatenfrohen Hilfeleistungen waren sanft entschlafen. Das alles war nun endlos lange her. Doch die sonst so heilsame Zeit vermochte nicht, die verbindende Brücke zu schlagen. Nur die Kinder gingen ihre be sonderen Wege, die wahre Wege der Liebe wurden. „Girri,“ sagte Karl zu vem Mädchen,„jetzt komme ich zu den Soldaten, und wenn meine Jahre herum sind, halten wir zwei Hochzeit. Vergißt Mutter diese alten Geschichten nicht, muß sie eben ohne mich fertig werden!" Girri— wo hatte sie wohl den hubschen Namen her? machte sich das kleine Herz mit schwarzen und herben kunftsgedanken recht unnötig schwer. Ohne elterlichen n sollte das Band geschmiedet werden, das einmal ein Illenschenalter aushalten und zusammenhalten mußte? ITein, so etwas ging nicht gut. Ihr Karl würde, fern vom angestammten Hofe, nie und nimmer die Frohnatur bleiben, die sie so glücklich machte. Gie wußte das besser als er, der große, dumme Bub. Beinabe hätte sie trotz aller Trübsal über ihn lachen mögen, wie sie jetzt mit weitausbolenden Schritten dem Dorfe zu marschierte, den schwer bepackten Rucksack auf dem Rücken und die Gedanken an ihn im Kopfe. Nach langer Trennung konnte sie nun als Arbeitsmaio Urlaubstage in der Heimat verbringen. Sie grüßte jede Wildblume am Wege in vertrauter Freundschaft und die roten Beeren der Ebereschen schienen ihr zuliebe die leuchtende Glut als Willkommensschmuck angelegt zu haben. Die Minuten verrannen im Ru auf diesem lieben Wege, und im Geschwindmarsch der Zeit war eine runde (Stunde daraus geworden. Bald mußte an dieser Weghälfte der heimatliche Kirchturm auftauchen, nach dem sie sich in ihrem Leben noch nie so sehnte, wie in diesem Augenblick. Da trat um die Wegbiegung eine kräftige Frauen gestalt. Dem Mädchen ging ein schmerzlicher Schreck durch die Glieder.„Gräfftbäuerin!" stammelten leise ihre Lipven. Die unversöhnliche Gegnerin mußte ihr zur ersten Begegnung werden? Unwillkürlich blieb sie stehen. Doch auch die Frau am anderen Ende mußte mit ihren hellen und scharfen Augen, die nur die Weite der Felder und Wiesen bringt, erkannt haben, wer ihr oa entgegengeschritten kam. IXan merkts ihr das Entschlossene ihres Wesens an, wie sie sich kurz und bündig abwendete und auf einen schmalen Wiesenweg zur Seite hinaustrat, um das Zusammentreffen von ihrer Stelle aus zu vermeiden. Schnell stapfte sie durch die Wiesen, um durch größere Eile einen Teil des Zeitverlustes durch den weiteren Weg aufzu belen; denn der Zug in die Stadt wartete nicht. Gir. steckte sich die gelöste Locke in der blonden aarrolle zu recht und hatte beinabe einen Teil ihres Frohsinns wiedergefunden.„Was kann ich dafür," entschuldigte sie sich im Selbstgespräch,„ich hab ihr noch kein einziges böses Wort gesagt. Und ein Glück, daß ich ein Mäochen geworden bin. Wer weiß, was der Karl sonst für eine bekommen hätte!"— Die Gräfftbäuerin sah sie bereits weit draußen wandeln, wo bald der schmale Bachübergang Vorsicht gebot. Unwillkürlich verweilte sie abermals, um den schwarzen INenschenpunkt am Horizont nicht aus den Augen zu verlieren. Aber jetzt war er doch verschwunden. Dem Ilädel lief es eiskalt über und es schüttelte sich. War das ein Schrei, der zu ihr drang, oder klagte so ein ferner Vogel? Girri wußte es nicht. Ihre Augen tasteten wieder und immer wieder die Ferne nach dem wandelnden Auf und Nieder ab, das die Bäuerin darstellte. Doch es kam nichts. „Hallo!“, schrie sie in Aufregung und unbändiger Angst über den Plan.„Hallo!" und imer erneut „Hallo!“ Es ließ sich nichts sehen und hören. ITun dachte sie nicht mehr an Gegensatz und Feind schaft, nicht an Groll und manches ungute Wort; nur Hilfe und Besorgnis um die alte Frau beseelten sie. Da flog auch schon der Rucksack auf den Rain, und ihre Beine liesen wie von selbst den grasigen Weg entlang, den vor kurzem die Bäuerin mit ihrem Grimm in der Brust beschritten war. Und innner wieder schmetterte sie ihr überlautes„Hallo!“ hinaus, ohne darüber nachzudenken, ob eine Antwort kommen konnte, die freundschaftlichen Gegengruß bot oder nötige Hilfe erheischte. Endlich tauchte die Brücke vor ihr auf. Ach was, Brücke, ein schmales Brett war alles, was hinüberführte zum anderen Feldufer, und unten gurgelte das schwarze Gumpfwasser der Zemnitz, in dem wie ein Ungetum von Ball die aufgeblähten Kleider der Hineingestürzten kreiselten. Was nun folgte, darauf konnte sich Girri später nur noch undeutlich entsinnen. Aber das eine wußte sie, wie ungehener schwierig es ihr wurde, den schweren, leblosen Leib der Erau die steile Böschung hinaufzuziehen. Dann vumpte sie in unermüdlichem Auf und Ab der Arme Luft in die lahmgelegten Lungen. Daß sie diese Fertigkeit als Arbeitsmaid mit nach Hause nehmen konnte, verdankte letzten Endes die Gräfftschen das Leben. Als sie die Augen aufschlug und vor verwundertem Staunen nach Sekunden wieder schloß, sprach dafür oer Mlkund die zwei Worte:„Du, Girri?“ Die rief ihre Hilfeschreie in die Unendlichkeit der Landschaft hinein, die nach vielem Mühen auch 9länner und einen Ackerwagen an die Unglückestelle führten. Am Abend lag die Bäuerin, zwar noch ein wenig blaß, aber doch schon wieder recht munter, in ihrem rot karierten, dickwulstigen Federbett. Die Hand des Mäd chens ließ sie nicht mehr los. Plötzlich richtete sie sich in ihren Kissen hastig boch und sprach in Gedanken, die von weither zu kommen ,schienen:„Freilich bist du nur ein Mädchen... Aber was meinst du, Girri Gräfft war doch ein schöner Name?“ Da küßte das junge Mädchen die alte Frau.— Ende Geptember ist's. Der Bergahorn steht schon welk auf den Matten; alle Kämme und Kare der Hohen Tauern liegen in Eis und Schnee. Jede Nacht füllt der Brunfthirsch die Täler und die Schluchten mit seinem urigen Ruf. Gestern, in der eiskalten Frühe, schoß ich am tosenden Wildbach den Berghirsch und schaffte ihn mit Gori, dem Jagei, ins Tal hinab. Spät abends waren wir wieder zurück in unserer künerlichen Walohütte, hockten gemütlich bei einem herben Kräutertee, erzählten uns dies und das uno planten für heute einen Aufstieg hinauf zur Hochalm. Steil ist der Steig zur Hochalm hinauf und rutschig dazu. Der Atem fliegt und der rinnende Schweiß beizt mir die Augen. Der Gori ist ohne Fett und Furcht. Ich habe zuweilen meine liebe Not, nachzukommen. „I schwitz' als wie a Schmoalztreaga!“ keuchte der Gori. Ich keuche natürlich auch und schwitze schweigend weiter. Im oberen Wald liegen Schneebatzeln die Mlenge; und wo die Fichten spärlicher und die Latschen und Knieerlen reichlicher werden, ist alles weiß und weich vergraben. Körnig glitzert es vor den stapfenden Füßen. Die Augen schmerzen. Aber immer weiter hinauf geht's. Wir wollen in eine knieholzbestockte Rachel hinüber, wo Gori Hirsche vermutet. Fährten haben wir genug gequert. Sogar ein paar Gamsfährten waren dazwischen. Wir haben keinen festen Plan für heute. An einem solch märchenhaft schönen Tag wie diesem macht es ja tausendmal mehr Freuo= auf blauen Dunst zu jagen. Mit den Hirschen in der Rachel ist es nichts. Auch die Gemsen können wir nirgends in die„Gucker"-kriegen. Dann aber stehen wir plötzlich stocksteif da! Rechter Hand, auf einer Mlatte boch droben, äsen sich drei Stück Wild! Hirsche? Rein! Gamsen?— Auch nicht! Der Gori schaut mich an, ich schaue den Gori an:— Rehwild? Hat man denn an so etwas gedacht? Rehwild boch droben in 1800 Meter Höhe? Wahrlich, so etwas sieht man nicht alle Tage. „D's untere is'n Bock!“ flüstere ich „Un a braver d’zua!“ sagt der Gort und schaut sich den Bock noch um etliches genauer an. „Heilig's in d'r Welt!“ frohlockt der Jager,„dös is joa d’r Bock, dem m'rsch scho all die letzte drei Joahr z' G'falla ganga sei, ei joa freili, un den m'rsch no im letzten Gummer zwoamoal sauba g'fehlt hoaw'n!“ Ich sage gar nichts, schaue mir nur alldieweil mit sehnsuchtsvollen Augen den Bock da droben an, ach, wie der wohl so lustig da herunterpurzeln würde, wenn ihm die Kugel durch das Leben ginge! „Schiaß'n G'n runt, woann's sich's g'trau'n!" flüsterte der Gori mit heißem Atem. Das nun freilich hätte der Gori nicht sagen dürfen: denn„g'trau'n“— das muß man sich ja schon! Nur wegen d: Jagdherrn hab= ich noch einige Hemmungen. Er gab mir alles frei: Hirsch und Gams,— aber von Rehböcken haben wir nicht gesprochen. Der bruve Janer aber meint: „Woaml's mei Härr d'n Bock da heroben irgendswem vagunnt,— dann Jahna!“ „Auf dein' Hals, Gori?“ „Auf mein heiligst'n Hals!!“ Und so nimmt denn die Sache ihren Lauf. Ich schätze die Entfernung, Teufel ja, 500 gute Gänge! Das ist natürlich zu weit und selbst im Hochgebirge ein under antwortlicher Lotterieschuß. Go werfen wir uns länge lang in den Schnee, kriechen— mit dem Schweißhune im Rucksack— etwa 30 Meter vor, drücken uns in einen Graben hinein, springen auf und schinden uns ein mit 100 glitzernden Eiszapfen verziertes Wandl hinauf, über dessen Hochrand fünf eng an eng stehende Wetter zirbeln finstern. Wir wühlen uns durch das garstige Genadel hindurch und kommen gerade noch recht, um die Die alte Windmühle Phote Willl Engel (Deike-Mater) soeben drohend im Wald verschwindenden Spiegel der Rehe bewundern zu können. „Himmikreuz un alle siebene!“ tobt der Gori. Ich überlasse Gori schweigend seinem Zorn, werfe mich schweißtriefend in den weichen Schnee, baue den Rucksack vor mir auf und mache Zielubungen nach der atte vort droben. 250 Gänge sind's! Das ginge zur Iot! Zwar ist die Matte neben dem Waldstreif leer aber irgend eiwas ist da wach in meinem Herzen, dai singt und klingt, als hätte ich den Bruch schon am Hute stecken. Gori hat merkwürdigerweise wenig Hoffnung. Der Waldstreif stößt einem mächtigen Latschenkar in die Flanke,— wer darin untertaucht, ist sicher und geborgen.(o meint der Gori,— und Goris Meinung hat gewiß fiel für sich. Ich aber habe diesmal guten Vor dem Herbst Ein stiller Mond stieg, den wir fürchtig schanten Ein Sommer glutet— Laß ihn, Herr, uns leben! Ein dunkler See ergibt sich, spiegeleben. Ein Boot zieht weiß über den tief erblauten Herbsuße Früchte und die tränbetauten, Die dunklen Rosen mit den hellen Reben Hast du uns, Herr, mit auf den Weg gegeben, Dem wir seit jenem Ilkonde uns vertrauten. Gebiete, Herr, der Wolke und den Winden! Gieb unser schmales Boot in Gnaden an! Führ uns hinab in einen milden Herbst! Und wenn du uns die Schläfen bleicher färbst, Laß ineinander uns Erfüllung finden! Dies ist das Letzte über allem Wahn. Josef Weinheber. Mut, und so denke ich anders. Heller Mittag ist's, denke ich, die Sonne prallt warm vom Himmel herab, das Latschenkar und die Bergzacken darüber sind wein und frostig vergraben, nirgends ist eine apere Matte zu entdecken wie nur just vort droben die. Ich kann mir alse ganz gut vorstellen, daß die Rehe gar so keine große ehnsucht nach dem Latschenkar haben, sondern auf die sonnige Matte wiederkehren, wenn sie ein bißchen im Valo berumgestanden und das Mißtrauen vergessen ben, oas aus ünendeinem Grunde in ihnen wach geworden ist.— Uno richtig! Noch ebe zehn Minuten verungen sind, tauchen sie schon wieder am Waldrand auf ur usen sich vertramt auf die Olkatte hinaus. Nur der Bock will nicht so recht heraus ins helle Mittagslicht. Aber auch ihn lockt schließlich die Sonne und die Aesung vom Waldrand fort. Brettelbreit steht er da,— der (chuß bellt den Steilhang hinauf,— den Bock wirft'um,— in eine Wolke von Schnee gehüllt kugelt er holterdiepolter bis dicht vor unsere Köpfe nieder! „Dös woar'n Gaudi!“ juchzt der Gori und klatscht sich vor Vergnügen blaue Flecken auf die Schenkel. Restlos hat er mich seit diesem Schuß in sein Her, geschlossen. Es ist ein alter, eselsgrauer Bock. Die Stangen sind heller und rötlicher als alle Rehkronen, die ich je erbeutet habe. Sechszackig sind sie und für die ursteinigen Tauern, wo es an Kalk und guter Aesung fehlt, als recht stark anzusprechen. Gonntag ist's! Juchzend, als hätt' ich einen Achtzehnender umgelegt, trage ich meinen„Schnee“bock ins Tal hinab. Dragoner Raumer Die schöne Unbekannte# fiel aus dem Rahmen Skizze von ECKERT Napoleon III., Kaiserin Eugenie und Prinz Lulu nahmen eines Tages in Chalon die Parade vieler frau zosischer Regimenter ab. Glanzend bestand bieher vor ihnen immer das schneeweiße Kürassier=Regiment der Kaiserin. Doch— was war denn heute los? Sollte man das überhaupt in einem Regiment der Kaiserin für möglich halten? „MNein lieber Gemahl!" wandte sich plötzlich die Kaiserin an Napoleon.„Was bedeutet eigentlich der blaurete Dragoner dort in meinem Regiment?" „Liebste!“ antwortete ihr Napoleon,„ich weiß es auch nicht, aber vielleicht M#arschall le Fono.— Illarschallle Fond!“ „Majestät?". „Im Kürassier Regiment der Kaiserin sehe ich einen blutjungen Dragoner! Wie ist oas nur möglich: Fragend blickte der Kaiser seinen INarschall an. „INajestät, ich muß gestehen, ich bin ahnungslos! Ich weiß es auch nicht! Ich werde sofort Erkundigungen einziehen, Gire!“ 9Narschall le Fond begab sich zum Befehlshaber der Kaiserlichen Garde, Marschall Bizet. „MNarschall! Der Kaiser wundert sich, warum der blutjunge Dragoner dort bei den Kürassieren der Kaiserin mitmarschiert!“ Marschall Bizet war entsetzt. „Ich werde mich sofort nach diesem Dragoner erkundigen! Ich geve dann sofort Rapport!“ Marschall Bizet ritt im Galopp zum General und Kommandeur der Garde=Kavallerie=Oivision. „Unerhört, General!“ schimpfte Marschall Bizet. „Der Kaiser ist entsetzt über den bei den Kürassieren der Kaiserin befindlichen Dragoner!" „Ich bin genau so emport wie Majestät! Ab, jetzt bemerke ich den Alann auch! Ich werde sofort Nachricht bringen!“ Und der General preschte zum BrigadeKommandeur. „Sagen Sie mir um Gottes willen, was der Dragoner unter den Kürassieren der Kaiserin zu suchen hat! Das ist ja eine Schande!" „Keine zwei Ilkinuten, General, und Sie haben von mir den Bericht!" Der Brigade=Kommandeur stürmte zum Kommandeur des Kürassier=Regiments der Kaiseria. „Wie kommt der Dragoner unter die Kürassiere der Kaiserin?" wollte der Brigade=Komman###r wissen. „Ich bitte Sie, sich an meinen Stellvertreter zu wenden!" brüllte wütend der Kommandeur des Küras sier=Regiments, da er auf keinen Fall die Spitze des Regiments jetzt verlassen konnte. Der Brigade=Kommandeur befahl mit lauter Stimme den Regiments=Adjutanten zu sich. „Treffen Sie sofort die Feststellung, wie der Dragoner unter die Kurassiere der Kaiserin kommt, verstanden““ Der Regiments=Adjutant hatte verstanden. Er raste los und kam zum IKajer. „Herr MNajor, ich muß im Auftrage des Kaisers die Feststellung treffen, wie der Dragener dort in unser Regiment kommt!“ „ein Dragoner?“ fragte der Ilkajor erstannt.„Tat sächlich! Da ist er ja!"— Der Major wandte sich an den Leutnant Beaumont.„Wie kommt nur der Dragoner in unser Regiment?“ „Keine Ahnung! Das hat der Wachtmeister Longue erledigt! Der fehlt aber heute infolge Krankheit!" „Vielleicht konnten wir ausnahmsweise— unter Umgehung des vorschriftsmäßigen Dienstweges— den Dragoner selbst fragen!?" erlaubte sich der Leutnant vorzuschlagen. „Eigentlich dürfen wir das nicht! Aber immerhin: der Kaiser wünscht Aufklärung Also fragen Sie den Oragoner!" „Oragoner! Ja. Eie! Kemmen Sie doch einmal her!— Wie ist Ihr Iame?“ „Dragoner Raumer!“ „Wie kommen Sie eigentlich hierber?“ „Ich bin gestern erst zum Kürassier=Reaiment der Kaiserin gekommen und habe noch keine Ilkontur erhalten!“ antwortete Dragoner Raumer. „Und deshalb kommen Gie als Dragoner unter die Kurassiere der Kaiserin?— Fünf Tage Stubenarrest!" Der Leutnant rast zum Ilkajor und erstattet Be richt. „Zehn Tage Mittelarrest für den Kerl!" brüllte der Ilkajor und ritt zu seinem Kommandeur, der den Dragoner zu sechs Wochen scharfen Arrest verdonnerte. Der Kommandeur des Kürassier=Regiments preschte zum Brigade=Kommandeur und gab seinem Pferde die Eporen. „Waas?“ brüllte der Kommandeur der GardeKavallerie=Division, nachdem er Bericht erhalten hatte. „Der Dragener ist wohl verrückt! Ins Gefängnis mir ihm!“ „Ins Zuchthaus kommt der Kerl!" befahl Marschall Bizet nach der Meldung. wird zum Tode verurteilt!“ sagte Marschall le Fond düster. „Wollen Exzellenz nicht Majestät über den Dra gener Meldung erstatten?" fragte Marschall Bizet 9Narschallle Fond. „MNajestät ist gerade bei der Ordensverteilung! Da darf ich ihn eigentlich nicht stören. Aber, Majestät wollte ja Bericht über den Dragoner haben.“ Und MNarschallle Fond nahte sich dem Kaiser. „Majestät!“ „Nun?“ „Es handelt sich um den Dragoner... Er heißt Raumer „Ist ant!“ sagte MXajestät.„Uebergeben Sie ihm diesen Orden. Go kam es, daß der Dragoner Raumer für vor dem Feinde bewiesene Tapferkeit einen Orden bekam... Digü. „Donnerwetter!“ sagte Günther Droste, als sie seinen Weg kreuzte und ging ihr nach, anstatt in den Wagen zu steigen und zu seiner Fabrik zu fahren. Die Frau da vor ihm war schön, sogar vollendet schön! Gesicht, Figur, Haltung, ihr Schreiten, alles ein beglückender Zusammenklang. Und er härte nicht Gunther Droste sein müssen, der Günther Droste mit dem leicht erregbaren Blut und der ständigen Leidenschaft nach immer neuen Abenteuern, wenn diese zufällige Begegnung nur Begegnung bleiben sollte! Er überholte und riskierte dabei einen seiner entzückten, bewundernden Blicke, die er meistens nicht ohne Erfolg verschleuderte. Die junge (Schönheit schien aber nichts zu bemerken und blickte fast starr geradeaus. Und Günther Droste sah jetzt, daß ihre Kleidung nicht nur sehr einfach, sondern auch schon ein wenig abgetragen war. Jca, zum Besten geht es ihr bestimmt nicht! dachte Klein-Rotraut (Deike-Mater) er bei dieser Feststellung. Also ist sie wohl das, was man ein anständiges IIkaochen neunt. Uno schön ist sie; am schönsten, daß sie nicht einmal zu wissen scheint, wie schön sie ist! Ich muß sie kennen lernen! Aber wie— bei dieser Unnahbarkeit! Günther Droste brauchte über das Wie nicht lange nachzugrübeln. Die begehrenswerte Unbekannte bog in eine Seitenstraße ein. Beim Einbiegen prallte sie mit jemandem so heftig zusammen, daß ihr kleines Pakeichen, das sie unter dem Arm trug, zu Boden fiel. Wie ein Blitz scheß Gunther Droste hin, hob es auf und reichte es ihr. „Vielen Dank, mein Herr!“ Noch klang ein wenig von dem Schreck über den Zusammenstoß in ihrer weichen Altstimme. „Ja, das ist eine scheußlich unübersichtliche Ecke hier!" beeilte sich Günther Droste zu sagen und steuerte mit aller IlTacht auf ein Gespräch zu. Es gelang ihm auch wirklich, eine Unterhaltung in Gang zu bringen. Aber wie aus allen Himmeln gerissen war er, als sie vor einem Hause stehen blieb und erklärte, daß sie hier wohne. Erklärung A.:„Was ist denn eigentlich ein Temperenzler?“ B.:„Ach, das ist ein Mann, der sich öfter als andere IIkänner vormimmt. nie wieder zu trinken!" Dilemma „Ich weiß wirklich nicht, was ich mit meinem 9Kann anfangen soll," sagte Frau Robinsen,„der Doktor sagte zu mir, wenn ich ihm etwas anderes zu trinken gäbe als Wasser, dann würde ich ihn töten!“ „Ia, und?“, fragte die Freundin. „Ja, und wenn ich ihm nur Wasser gebe, dann tötet er mich!“ * Geschäftsgeheimnis. Jones hatte wieder einmal gestohlen. Diesmal eine Uhr. Der Richter fragte ihn: „Wie war es möglich, daß Sie die Uhr aus der Tasche Ihres Opfers ziehen konnten, ohne die Sicherheitskette zu beschädigen?“ „Ja— Euer Gnaden.“ wand sich Jones,„im allgemeinen erhalte ich zwei Guineas für eine Unterrichtsstunde!“ * : Gut gedient. Der große 9Kr. Black trat in das kleine Geschäft und fragte von oben berab: „Haben Sie in ihrer traurigen Bude überhaupt Hundekuchen zu verkaufen?" „Gewiß," verbeugte sich der nett bescheidene Besitzer, „wollen Sie ihn hier essen oder soll ich Ihnen ein Päckchen machen?" * Schwer zu sagen. Jimmy war wegen seiner unübertrefflichen Krawatten, seiner totschicken Anzüge und seines— na, sagen wir, leeren Blickes=beruhmt. Als er sich eines Tages auf den so bekannten Stuhl des Zahnarztes setzte, zögerte der Assistent einen Augen blick mit der Betäubung und flüsterte dem drängenden Arzt zu: „Woran erkennt man eigentlich bei ihm, wenn er ohne Bewußtsein ist?“ * Noch ein Schottenwitz. Paty war wegen seiner Trauben, die er züchtete, im ganzen Land bekannt. Eines Tages sandte er auch der Königin einen Korb von diesen köstlichen Früchten und erhielt einen eigenhändig geschriebenen Dankesbrief dafür. Um seinen alten Gärtner zu erfreuen, zeigte er auch diesem das Schreiben. Der besah sich den Brief von allen Seiten, wendete ihn hin und her und sagte schließ lich unwillig: „Waß sie den Korb wieder zurückschickt, schreibt sie aber nicht!“ „Schon hier?“ fragte er ganz fassungelos und entsetzt. Sie lächelte. :„Ja, warum soll ich hier denn nicht wohnen? Ich bin MKalerin und habe in diesem Hause mein Atelier!“ Und plötzlich war Günther Droste ein begeisterter Verehrer der Malkunst. „Leider ist es eine Kunst, die im Augenblick wenig einbringt und es gehört schon ein gmi Stück Illut cazu, den Kopf oben zu behalten!“ meinte sie auf seinen Redeschwall hin. Da sah er wieder ihre einfache, ein wenig abgetragene Kleidung und ein Gedanke durchfuhr ihn. „Wenn es nicht unbescheiden ist, gnädiges Fräulein, würde ich mir gern mal Ihre Bilder anschauen. Ich suche nämlich schon seit langem nach etwas Passendem für mein Arbeitszimmer. Da der Zufall mich Sie treffen ließ, läßt er mich vielleicht auch in Ihrem Atelier ein geeignetes Bild finden.“ „Aber gern zeige ich Ihnen meine Bilder, Herr..“ „Dreste, Gunther Droste!“ „Ich'heiße Herma Delius!“ „Ein schöner Name für eine schöne Frau!“ Eie überhörte seine Schmeichelei, öffnete die Haustür und sie stiegen die sechs Treppen hinauf zum Atelier. Dort führte ihn Herma Delius von Bild zu Bild, erklärte und nannte die Preise. Als sie inn der Besichtigung fertig waren und Herma Delius ihn erwartungsvoll anblickte, zeigte er auf irgend eins der Bilder. „Ich denke, das wird gut in den Raum passen und es gefällt mir ausgezeichnet. Hier, Fräulein Delius, haben Sie 200 Mark Anzahlung. Darf ich morgen kommen, den Rest bringen und das Bild holen „Gie dürfen sogar morgen eine Tasse Tee mittrinken!“ sagte sie mit glücklichem Lächeln und so liebem Blick, daß er selig erschauerte. Er verabschiedete sich, denn er wußte, Frauen wie diese wollten langsam er obert werden... Am anderen Tage um die Teezeit stieg Günther Drosie wieder die sechs Treppen zum Atelier hoch. Herma Delius öffnete. Gie sah bezaubernd aus und am liebsten hätte er sie gleich an sich gerissen. „Zuerst das Geschäftliche, dann das Vergnügen, Fraulein Herma!“ sagte er und reichte ihr den Kauf preisrest, drei Hundertmarkscheine. „Danke, Herr Droste. Mlein...Mann packt nevenan gerade Ihr Bild... Hein, bitte, komm doch mal her. damit ich dich m Herrn Droste bekanntmache!" Das Gesicht, das Günther Droste in diesem Augenblick aufsteckte, war alles andere als geistreich. Das fand auch der große, blonde Ilkann, der jetzt eintrat und seiner Frau zulächelte. Günther Droste hatte leider keine Zeit. eine Tasse Tee mit dem Ehepaar Delins zu trinken. Er nahm sein Bild. verabschiedete sich hastig und ging. Ich(sel! dachte er beim Hinuntergehen und hätte sich selber ohrfeigen mögen. Sein leicht erregbares Blut und seine Abenteuersucht hatten eine schöne kalte Dusche bekommen.. Oben, sechs Treppen hoch, saßen zwei Glückliche dicht beieinander. „Heini. 500 Mark! So viel Geld!“ „Weißt du. Herma. mir scheint, als ob sich der Käufer den Kaufabschluß doch ein wenig anders vor gestellt hat!“ „#e wohl. aber nicht ich!“ „Hätt ich mir auch schwer verbeten!“ sagte Heini und küßte seine Frau. Kreuzworträtsel. Bedeutung der einzelnen Wörter: a) von linksnach rechts: 1 länglicher Gegen stand, 4 spanischer Heerführer im 16. Jahrhundert, 7 Saal, 8 Stadt an der Weichsel, 9 Kleidungsstück, 10 Umlademaschine, 12 morgenländischer Titel, 14 Ein spruch, 17 Mangel an Zeit, 20 Erfrischung, 21 Teil zahlungsbetrag, 22 sittlicher Begriff, 23 Vogel, 24 JTebenfluß der Illaas: b) vonoben nach unten: 1 Behälter, 2 Durch gang, 3 Fahrweg, 4 Schriftstück, 5 Metall, 6 Liebes gott, 11 Obliegenheit, 13 Monat, 14 Bestandteil eines Gedichts, 15 Haushaltsplan, 16 deutsche Spielkarte, 17 Nebenfluß der Fulda, 18 kleiner Schienenwagen, 19 Stadt in Böhmen. Bilderrätsel. Kuiche Innsbruck, die Hauptstadt Tirols Federzeichnung von R. Anheisser(Deike-Mater) Mein Freund, der Entdecker Auflosung der Rätsel aus der Unterhaltungsbeilage. Auflösung des Kreuzworträtsels: a) 1 Snob, 4 Iser, 8 Tabu, 9 Otto, 10 Ase, 11 Rad, 12 Nero, 14 Bote, 15 Schuh, 17 Hus, 19 Aster, 22 Enge, 24 Name, 26 Bee, 27 Ton, 28 Erna, 29 (toa, 30 Latz, 31 Wert:— b) 1 Stand, 2 Nase, 3 Obere, 5(Stroh, 6 Etat, 7 Rodel, 13 Ochse, 14 Busen, 16 Hut, 18 Nebel, 19 Agent, 20 Ratte, 21 (enat, 23 Nora, 25 JNoor. Auflösung des Bilderrätsels: Urlaubereise. Von ERICH GRISAR Es gibt Menschen, die fahren im Sommer an die Gee, lassen sich von der Sonne bräunen, sammeln Seesterne und Kiesel, und wenn sie zurückkommen, haben sie nichts als Wasser gesehen. Es gibt andere, die bleiben zu Hause und erleben i einem Wassertropfen die ganze Welt. Illem Freund Wolfgang braucht wenigstene einen Garten, aber der genügt ihm. Ileulich waren wir bei ihm zu Besuch. Wir wollten Johannisbeeren pflücken und sehen, ob wir nicht einen Strauß bunter Blumen mit heimnehmen könnten, aber dazu kamen wir nicht. Roch ebe der Kaffeetisch in der freundlichen Laube gedeckt war, hielt Wolfgang uns einen Vortrag. So ein Garten, dozierte er, das ist die Welt im Kleinen. Sozusagen ein MNusterbeispiel der Natur und ihrer Gesetze. Nicht nur die Urkraft, die in jedem vor uns so gut wirkt wie in dem kleinen Samenkorn, audem eine Pflanze entsteht, nein, auch die mechanischen Gesetze der Erde können wir in jedem Garten studieren. Hat doch ein ITewton aus einem fallenden Apfel oas Gesetz der Schwerkraft abgelenet und James Watt hätte seine Dampfmaschine ebensowohl in einem Gartenhäuschen erfinden können; denn ein Teekessel fehlt dort nicht. Aber davon später. Sehen Sie dieses Wasserbecken hier, wenn Gie einen Stein hineinfallen lassen, so erleben Sie die Fortpflanzung der Bewegung als Welle, wie sie der Verbreitung des Schalles und auch des Lichtes zugrunde liegt. So geht es mit bundert Dingen und es wäre nicht erstaunlich, wenn eines Tages ein neuer Iewton kame und im Handumdrehen ein neues Iaturgesetz entdeckte, das in seiner Auswirkung wichtiger wäre als die Entdeckung der Elektrizität. Freilich, es gehört ein Köpfchen dazu; irgendein simpler Alltagsmensch, der an den Blumen nur das Buute sieht, würde böchstwahrscheinlich an der einfachsten Entdeckung vorübergehen. Coweit war Wolfgang gekommen, als meine Frau, die gelangweilt eine bunte Glaskugel, die am Eingang des Gartens auf einer Stange steckte, berührt hatte, fragte: Uno wie erklären. Gie es, daß diese Kugel auf einer Seite kalt, auf der anderen aber warm ist? Ganz einfach, sagte Wolfgang und lächelte mild, weil auf der einen Geite die Kraft der Sonne wirkt, während die andere im Echatten liegt und von dieser Kraft natürlich nichts profitiert. „u, widersprach meine Frau, es ist aver doch gerade umgekehrt. Soviel ich sehe, ist gerade die Schattenseite warm, während die der Gonne zugekehrte Seite kühl ist. Ausgeschlossen, sagte Wolfgang, doch dann tastete er „ selbst die Kugel ab. Er schien zuerst erstannt zu sein. doch dann sah man ein triumphierendes Lächeln über##### Gesicht huschen. Ha, rief er, was habe ich aei### seden Tag kann man in so einem Gärtchen eine### Entdeckung machen. Gratulieren Sie mir! Ich habe einen Widerspruch der Physik aufgedeckt. Sie, fragte ich, ich denke, meine Frau... Ia, ja, die Tatsache der Entdeckung ist ja nicht das wichtigste, aber die Schlüsse, die daraus zu ziehen sind. Wie hätten Sie sich diese Sache wohl erklärt? Sie schweigen. Ich will's Ihnen verraten und ich sage Ihnen, Sie erleben einen nicht unwichtigen Augenblick in der Geschichte der Physik. Niemand ist bieher auf diesen Gedanken gekommen und doch ist er so einfach. (So einfach wie der Fall eines Apfels im Herbst. Sehen ie, diese Geite hier, die von der Sonne beschienen wird, z# igfelgs iorer Frummung nicht in der Lage, die mie den Lichtstrahlen kommende Wärme aufzunehmen. Sie eitet sie nach oben und unten weiter. Nach rechts und trifft die so abgeleitete Wärme wieder zusammen? Nun, wo anders als auf der sogenannten Schattenseite! Hier ruft sie jene Erwarmung hervor, die uns soeben noch als ein Wunder „en war,, wenn ich nicht in der Lage wäre, sie auf so einfache und überzeugende Weise zu erklären. Oder ###nen soie, wandte er sich triumphierend an den alten Gärtner, der vorüberkam. „Ich, sagte oer. o, ich würde meinen, es käme daber, wezl ich die Rugel vorym umgedreht habe, damit sie nicht ## einen Ceite zu heiß wird und am In Bavern Lehrer:„Also oas Sprichwort sagt: Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte. Warum wohl, Hiall?" „Weil er mitrauf'n kann!“ Steuerflüchtige wit 10 J.S. 2 Millionen Amerikaner leben auf Rädern. Probleme, die die„Aera des Wohnwagens“ mit sich bringt. „Was wird aus dem amerikanischn Leben einmal werden, wenn der Siegeszug des Wohnwagens im bisberigen Tempo weitergeht?" Mit dieser ängstlichen Frage beschäftigen sich die Bundesbehörden der Vereinigten Staaten, mit der Tatsache, daß gegenwärtig bereits rund 2 Millionen Menschen in USA. ständig„auf Rädern“. leben und nach der jüngsten Statistik nicht weniger als 450000 motorisierte Wohnwagen, bequeme fahrende Bungalows. durch das weite Land rollen, die dem Zug der Schwalben folgen und im Herbst gen Süden reisen, um im Frühjahr wieder nach Norden zurückzukehren. Es ist kein Zweifel mehr. die Amerikaner sind das moderne Nomadenvolk des 20. Jahrhunderts geworden! Die Wohnwagenfahrer in USA. haben bereits ihre eigene über das ganze Land verbreitete Organisation mit einem Präsidenten, der selbst auf Rädern lebt, mit juristischen und technischen Beratern und einem eigenen Nachrichtenblatt. Darüber hinaus gibt es schon drei bedeutende Zeitschriften, die sich ausschließlich mit den Broblemen der modernen Nomaden befassen und ständig eue Anregungen für eine Verbesserung dieses Wander#aseins geben. Zahlreiche Städte des Mittelwestens. des * S ü d e n s. S ü d o s t e n s u n d S ü d w e s t e n s h a b e n f ü r d a s „fahrende Volk“ eigene Camps mit Lichtleitungen, Warmwasseranlagen und Lebensmittelzelten errichtet, mehrere Städte Floridas verfügen über ständige Wohnwagenkolonien von einigen hundert Wagen, wie sie früher die Städte Europas für reisende Zigeuner anlegten, und die Stadt Omaba im Staate Nebraska kann sich rühmen. über 600 Wohnwagenfamilien zu verfügen. Selbst Neuyork geht nun. dem dringenden Bedürfnis Rechnung tragend. daran. ein neues ausgedehntes„Trailor Camp“. einen Parkplatz für Wohnwagen, zu errichten, und die Organisation der motorisierten Nomaden veranstaltete unlängst ein 50 000=Dollar=Preisausschreiben, um zu ermitteln, wie der ideale Wohnwagen=Parkplatz aussehen soll. Die Finanzämter haben das Nachsehen. Zwei Millionen Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben und ständig auf Rädern leben, die bald durch jenen. bald durch diesen Staat gondeln, ihre fahrbare Werkstatt oder ihr fahrbares Arbeitszimmer mit sich führend— das stellt die Behörden vor völlig neue, gar nicht so leicht zu lösende Probleme! Es beschwört gewichtige Fragen herauf. an die man früher nie gedacht hat, und so kommt es, daß die Bundesbehörden, ganz besonders aber die Steuerämter. nur seufzend von dem gewaltigen Siegeszug des Wohnwagens Kenntnis nehmen.„Wenn in Amerika tatsächlich eine Wolnnwagen=Aera hereinbricht.“ so sagen sie. „üssen besondere gesetzliche Bestimmungen für Leute ohne festen Wohnsitz geschaffen werden, wenn man nicht will, daß die Amerikaner zu einer Nation von Steuerflüchtlingen und— Analphabeten werden." Es ist in der Tat so. daß mancher wohlhabende Geschäftsmann, der sein Haus auf Rädern gestellt hat, sich jeweils nur solange in einem Bundesstaat aushält. bis er die Aufmerksamkeit der Steuerämter erregt hat. Dann drückt er auf den Anlasser und gondelt seelenruhig in einen anderen Staat. und bis die schwerfällige Bürokratie ihn hier ausfindig macht, ist er längst wieder über alle Berge. Eine andere Frage ist die der Schulpflicht für Kinder. Familien, die im Wohnwagen von Norden nach Süden und von Süden nach Norden ziehen, können ihre Kinder nicht in eine ständige Schule schicken. Viele nehmen das nicht weiter tragisch, sie unterrichten ihre Kinder entweder selbst oder schicken sie gelegentlich, wenn sie sich irgendwo länger aufhalten, in eine Ortsschule, wo die an ihr ungebundenes Leben gewohnte Jugend ein paar Wochen „absitzt“, um dann wieder, ohne Zeugnis und Leistungsmaßstab, zu verschwinden. Ganz besonders mißmutig aber verfolgt diese überraschende Entwicklung das Hotel= und Gaststättengewerbe. Was soll geschehen, wenn das so weiter geht und jeder seine Wohnung und seine Küche selbst mitbringt, der in eine fremde Stadt kommt? Heute sind es zwei Millionen, die unabhängig von Oberkellner und Zimmermädchen leben, morgen vielleicht schon fünf. Das bedeutet nicht nur eine Revolutionierung des Reiselebens. sondern auch den Ruin der Hotels und Pensionen! Mit lauten Protestrufen warnt man die Stadtverwaltungen. weitere Wohnwagenplätze anzulegen und diesen „reisenden Zechprellern“ das Leben zu erleichtern. Fahrendes Volk mit allem Komfort. So haben sich Volkswirtschaftler und Soziologen in gleicher Weise mit dem Wohnwagen zu befassen, von den Postbehörden und Rundfunkgesellschaften ganz zu schweigen. Unterdessen können sich die 300 Firmen, die sich mit der Herstellung von Wohnwagen beschäftigen. vor Aufträgen nicht mehr retten. Eine Firma in Michigan, die 1933 Bestellungen für 1000 Wagen hatte, lieferte im Jahre 1937 bereits über 10000 und kam damit immer noch nicht allen Aufträgen nach. Eine andere Firma in Los Angeles vermietet Wohnwagen auf Tage, Wochen und Monate, und kann mit dem besten Willen nicht genügend Wagen herbeischaffen. Dabei kommen ständig neue verbesserte Modelle heraus. Neben Wagen, die ausschließlich Wohnzwecken dienen und die eine eigene Küche, eingebaute Schränke, Hausbar. Rundfunk und sogar mitunter ein Brausebad haben. kommen auch Spezialwagen auf den Markt, die. je nach Bedarf. in fahrende Werkstätten umgewandelt werden können und sich ganz besonders für reisende Handwerker eignen. Beinahe jeden Beruf kann man schon als Nomade ausüben, vom Schreftsteller und Maler bis zum Techniker. Kunstgewerbler, Naturforscher. Photographen oder Schuhmacher. Der Wohnwagen macht Mode— hat man die Leute. die auf Rädern lebten, vor ein vaar Jahren noch als Sonderlinge betrachtet, so sieht man sie heute als selbstverständlich an, und der Umstand, daß sich unter den motorisierten Nomaden heute eine ganze Reihe von angesehenen und in der Oeffentlichkeit bekannten Leuten befinden, trägt dazu bei, daß der Schrei nach der neuen Romantik. die das Wanderleben mit sich bringt, immer lauter wird. Politiker und Künstler. Sporthelden und Schauspieler. Erfinder und Modeschöpfer leben in raffiniert ausgestatteten Wohnmagen, und die Bilder. die von ihnen in den Zeitungen erscheinen, sind ein neuer Ansvorn für stadtmüde Leute, es ihnen gleichzutun. Leine ehrliche Mleinung Skizze von Herbert Eckert. Mittagspause! Gottlob! Das bekannte, knurrende Gefühl in der Magengegend beflügelt auch Hans=Georgs Schritte.— Er weiß, zu Hause wartet auf ihn das Mittagessen. das Friedel meisterlich anzurichten versteht. Friedel ist seit zwei Jahren Hans=Georgs Frau, und sie leben ausgezeichnet miteinander, abgesehen von den kleinen Plänkeleien, wie sie auch in ausgezeichneten Ehen vorkommen. Bei ihnen ist der Grund für diese leichten Verstimmungen fast immer der gleiche. HansGeorg kann es nun einmal nicht begreifen, warum seine Frau soviel Geld für ihre Kleidung ausgeben muß! „Davon verstehst du nichts!“ das ist ihre sich immer wiederholende Antwort. Nein, davon versteht er wirklich nichts, oder doch nur soviel, daß er stets zahlen muß!... Hans=Georg kommt heim. Friedel hat noch ihre Wirtschaftsschürze um, ist sehr lieb und friedlich. „Nun, Friedel, das Essen fertig?“ „Sofort. Hans=Georg! Eine Minute noch!“ „Gut. Liebes. die wart' ich gern!“ Plötzlich streift Friedel mit kühnem Ruck die Wirtschaftsschürze runter. Ihre sanften blauen Augen strahlen ihn an. Er sieht nur ihre Augen, die wunderschön sind. und das sagt er ihr auch. „Aber. Hans=Georg. und das Kleid? Denk dir, ich hab das selber aus einem alten Schrankhüter verändert. Toll. was? Wie gefällt es dir? Aber bitte, ganz ehrlich, so ehrlich, wie Eheleute untereinander sein sollen! Hab ich Talent oder hab ich keins?" Nun erst betrachtet Hans=Georg Friedels Kunstwerk... und ist erschrocken, ehrlich entsetzt! Was hat Friedel aus dem hübschen Kleid gemacht, das ihr so entzückend stand? Nichts ist davon übrig! Wie ein Büßergewand hängt es jetzt an ihr herunter. Es ist grausam zugerichtet. Hans=Georg ist derart erschüttert, daß er darüber fast sein Hungergefühl vergißt. Und er kann diese Erschütterung nur schlecht verbergen, sucht nach Worten. die Friedels strahlende Augen nicht in trüb blickende verwandeln sollen. Und er soll doch seine ehrliche Meinung äußern! „Ja. Friedel, also. na ja. Das hast du selber zu Wege gebracht?" stochert er herum.„Bist wohl arg fleißig gewesen und hast dich mächtig angestrengt, was?“ „Hans=Georg“, fällt ihm Friedel ins Wort.„Tu mir den Gefallen und laß dies Geschwafele! Deine ehrliche Meinung: gefällt es dir oder gefällt es dir nicht!" Hans=Geort glaubt, noch nie in seinem Leben in solch veinlicher Situation gewesen zu sein. „Ja, Friedel“, sagt er schließlich.„Gewiß, du hast das an sich ganz gut gemacht!“ „Was heißt„an sich“?“ unterbricht sie ihn.„Du weißt, an sich' und.eigentlich' sind scheußliche Worte, die gar nichts bedeuten und die ich nicht ausstehen kann, besonders nicht an meinem Mann!“ Jetzt wird Hans=Georg doch leicht erregt, leicht gereizt und deshalb auch ein wenig mutiger, „Na, wenn ich ganz ehrlich sein soll(aber das kann er ja doch nicht sein!), dann muß ich dich auf einige, natürlich nur kleine Mängel hinweisen.“ „Mänge!?“ „Ii. Fricdel! Mir will scheinen, du halt die das Kleid ein bißchen zu weit gemacht!“ „Zu weit?“ echote sie maßlos erstaunt und ihre nicht mehr so strahlenden Augen tasten an ihrem Büßergewand herunter.„Ich finde im Gegenteil, daß meine Figur bei diesem Schnitt viel besser zur Geltung kommt!“ „Das eben finde ich nicht! Und dann sitzen die Aermel. verzeih, nicht richtig. Sie sind verrutscht! Auch dürfte der Halsausschnitt um einige Zentimeter zu tief geraten sein, und zipplich ist er außerdem! Dazu sind die Nähte reichlich kraus und krumm!" „Genug!“ begehrt jetzt Friedel auf. und irgend etwas von Tränen blinkt in ihren Augen.„Das ist nicht wahr. was du sagst! Aber so ist es ja immer! Der Prophet gilt nie etwas in seinem Vaterland! Hätte dieses Kleid zufällig nicht deine eigene Frau gemacht, sondern irgend eine andere, oh ja, dann wäre es herrlich, bezaubernd und ach, was weiß ich gewesen! Darin seid ihr Männer alle gleich! Was die eigene Frau macht, das ist von vornherein schlecht!“ „Aber, Friedel!" sucht Hans=Georg die Aufgeregte zu beruhigen. „Geh. laß mich! Ich will nichts mehr hören!" Mit dem Taschentuch vor den Augen eilt sie aus dem Zimmer. Hans=Georg macht sich bittere Vorwürfe wegen seiner allzu ehrlichen Ehrlichkeit, zu der sie ihn durch spitze Bemerkungen gereizt hat. Er geht ihr nach. Friedel hockt auf einem Stuhl, den Kovj auf dem Tisch und der Körver bebt wie im Schluchzen. Er sagt ihr jetzt viele liebe Worte, und als er ihr verspricht, daß sie sich das Keild kausen darf. auf das sie schon seit acht Tagen scharf ist und das er nicht hatte bewilligen wollen, da hebt sie wieder den Kopf. und er ist froh, daß ihre Augen wieder das alte Strahlen haben. Wie schnell doch eine Frau Aerger vergessen kann! denkt Hans=Georg. Aber das Kleid hat sie dabei doch rausgeschunden! Eigentlich toll sowas!... Einige Tage gehen hin. Friedel ist selig über das neue Kleid. Eines Abends wollen sie ausgeben. „Du. Hans=Georg, ich hab mir zu diesem Kleid einen alten Hut höchstselbst auf neu umgearbeitet! Wie findest du ihn? Ganz ehrlich gesagt!“ Friedel wiegt ein fürchterliches Ungetüm auf ihrem sonst so reizenden Kopf. eine glatte Katastrophe! „Glänzend gelungen! Wie du ausschaust, Friedel! Ganz toll! Fabelhaft! Du bist die geborene Hutkünstlerin!" „Sooo!“ meint Friedel ziemlich gedehnt. Es scheint, als hätte sie eine andere Antwort erwartet. „Bestimmt! Du wirst damit heute abend Aufsehen erregen!“ „Aber daran liegt mir gar nichts! Nein, das will ich auf keinen Fall! Weißt du, ich setze da doch lieber den breitkrempigen auf. Und der paßt doch noch besser zu diesem Kleide!" „Wenn du glaubst?“ sagt Hans=Georg und lächelt. Es ist ein wenig das Lächeln eines Siegers. Wenn die Joldaten... Soldatenleben, das wissen schon die Pimpfe von ihren Vätern und älteren Brüdern. ist ein schönes Leben. Am schönsten aber ist es, wenn nach Monaten harter Arbeit die Probe auf das Exemvel gemacht werden soll. wenn man draußen in Gottes freier Natur und in der schönen Heimat beweisen muß, was man auf dem Kasernenhof. auf dem Exerzierplatz und im Unterricht Foga bringt ein Mädchen moRoman von WALTHER KLOEPFFER Copyright 1936 by Aug. Scherl C.m.b.H., Berlin 11. Fortsetzung. „Jetzt hab' ich's mit ihr verschüttet. Eisersüchtig ist die, nicht zum Sagen! Aber sonst, alles, was recht ist, könnt' ich mich nicht beklagen. Sie ist eine gute Haut. Nicht so bissig wie die vom Ameiser oder so geizig wie die vom Kern. Was ich noch sagen will— gel. wenn du mich braucht oder eins von den Kindern, wir sind immer da für dich. Jetzt am Anfang wird's einen Hausen zu tun geben.“ „Vergelt's Gott. Fenzl. Ist schon recht. Also am Abend beim Wirt!“ „Servus, Josef.“-—— Mit dem Eintritt des Postboten Ameiser war der „Beritt“ vollzählig. Der Postbote. ein schmächtiger, bescheidener Mensch mit einem Gesicht, das ständig nach Kummer aussah, wurde von Fenzl mit Hallo empfangen und spöttisch gefragt, ob die Afra den Hausschlüssel denn gutwillig herausgegeben habe. Der Ameiser lächelte verlegen. Ganz Schellenberg wußte, daß er unter dem Pantoffel stand und sein ältliches, zänkisches Weib eine Höllenstrafe war. Wenn es gerecht zuging nach dem Tode, mußte der Ameiser nach dem letzten Schnaufer geradewegs die Fahrt in den Himmel antreten. Vielleicht ware die Ameiserin weniger hart und sauer geworden, wenn sie Kinder gehabt hätte. Andere hatten Kinder, oft viel zuviel, und sie hatte keine, das war ihr Gram. Es war heute nicht leicht geworden, sie zu überzeugen, daß Wirtshausbesuch eine Ehrensache war: aber Ameiser hatte ihn durchgesetzt. Fogg zuliebe wäre er sogar ohne Hausschlüssel gegangen: denn er hing an Foag. der ihn draußen stets ein wenig unter seine Fittiche genommen hatte. In seiner verhaltenen, leise besorgten Art hatte er all die Jahre her für den Abwesenden geschwärmt. und nun saß dieser leibhaftig da. hielt interessante Reden. und man durfte zuhören und Freibier trinken, soviel man wollte Einen so guten Tag hatte der Ameiser schon lange nicht mehr gehabt. 4u n1 Der Wirt Kern stand von Zeit zu Zeit aus und füllte die Krüge nach. Er schaukelte eine schwarze Virginia zwischen den Zähnen, und wenn er saß, quoll sein Bauch über die Tischplatte. Er war wie die anderen um die Vierzig herum und es tat ihm wohl, daß wieder mal ein richtiger Betrieb am Stammtisch war, während sonst nur der Steuerbote dort saß oder einer vom Amtsgericht und Papier vollkritzelte, anstatt zu trinken. Denn bei den Schellenbergern war seit Jahren das Geld rar. und sie gingen nur an hohen Festtagen in die„Sonne". Kerns magere Frau saß strickend am Nebentisch. und ihre zwei erwachsenen Töchter klaubten Erbsen in eine Schüssel. Kern war der Wohlhabendste im Ort. aber das machte der Viehhandel und nicht etwa die Wirtschaft. Fogg erzählte. Von den ausgewanderten Landsleuten. von Peru im allgemeinen und von Santa Agatha im besonderen. Er nahm schwer auszusprechende Worte wie Moniakwurzel, Kaziken und Mangroven mit einer Leichtigkeit in den Mund, als wären sie alltäglich und hinter jedem Schellenberger Gartenzaun zu finden. Er schilderte, wie drüben der Urwald durch Brennen gerodelt wird, wie billig man den besten Boden bekommt und daß die Hauptsache der Reis, das Zuckerrohr und die Farbhölzer sind. Zwischenhinein streute er spannende Anekdoten und Jagdabenteuer. „Teifl. Teifl“, sagte der Fenzl ein über das andere Mal und zog aufgeregt sein Schmalzlerglasl.„Das ist ein Land. das lob' ich mir! Magst vielleicht auch ein Schnüpferl. Josef?“ Der Fogg nahm eine Prise und mußte heftig niesen. Na. die Anna wird ja schöne Augen machen, wenn sie das Taschentuch in die Wäsche bekommt! dachte er beklommen: aber anderseits war doch eine diebische Freude dabei wie bei allen Männern. die etwas Verbotenes tun. etwa die Stiefel auf das Sofa legen oder in vernachlässigter Kleidung im Hause herumlaufen. Der Fenzl tat einen tiefen Zug aus seinem Glas, um die Begeisterung hinunterzuschwemmen. Und dann redeten und fragten sie durcheinander. und alle auf einmal— niemand wußte wie— waren sie mitten im Krieg drin und mitten in den Erinnerungen. Den kannten aule. und nicht zu knapp. Und sie hieben einander auf die Schulter und freuten sich, daß er sie verschont hatte, und schämten sich insgeheim ein bißchen, daß ihr Zusammenhalten und ihre Frontkameradschaft im Lauf der Jahre etwas aus dem Leim gegangen war. Und es schien. als ob diese nur auf den verflossenen Gruppenführer Fogg gewartet habe. um wieder aufzuleben. * Fogg stiefelte mißmutig über seine nasse Wiese. Ueber Nacht war der Weißzelbach über die Ufer getreten und hatte die angrenzenden Grundstücke überschwemmt. Ein neuer Schlag für die betroffenen Schellenberger. Der Bach. ein Nebenflüßlein der Ilz. floß in normalen Zeiten gesittet zwischen den Wiesen dahin und war ein Labsal für Mensch und Tier. Sobald aber im Frühjahr der Schnee von den Bergen schmon#, benahm er sich unbotmäßig und war nicht wiederzuerkennen. Foggs Blicke glitten über die versaute Wiese hin, die voll Geröllbrocken und Schlamm lag. Plötzlich stutzte er. Stand da nicht eine junge Dame, einbeinig wie ein Storch und ziemlich ratlos, in dem Gsodmair seiner Hecke und winkte? Fogg eilte hinüber. Seinen gesetteten Schuhen und Wickelgamaschen schadete ein bißchen Wasser nicht. Er hatte eine Lodeniovve mit Hirschhornknöpfen an und sah wie ein Einheimischer aus. „Wo fehlt's denn, Fräulein?" „Ich habe mich verlaufen und finde nun nicht mehr heraus. Ich dachte, das Brücklein sei noch da, aber der Bach hat es mitgenommen. Ich bin schon ganz naß“, sagte sie kläglich. „Wart, ich trag' Sie heraus", erwiderte er gutmütig und nahm sie kurzerhand auf seine Arme. Donner und Doria, dachte er dabei, das ist mal eine Hübsche! Hellbraunes Haar. blaue Augen, ein vikant geschnittenes Gesichterl und gewachsen, daß es ein wahrer Staat ist... bei der Erschaffung von der hat der liebe Gott eine extra gute Hand gehabt! Mit starkem Genuß trug er dies Bündelchen Wärme und Frau, das zart nach einem unbe kannten Parfüm duftete, ins Trockene und ertapote sich bei dem Wunsche, es noch ein wenig oven zu behalten. Aber das ging wohl nicht an. „Danke“. sagte die junge Dame freundlich. „Oh. gerne geschehen! Schade um die armen netten Schuherl.." „Ich glaube, das läßt sich wieder in Ordnung bringen.“ „Ihre Strümpfe müssen doch ganz feucht sein? Setzen Sie sich mal auf diesen Balken, er ist ganz sauber. So. und jetzt geben Sie mal den Fuß her.“ Er streifte, ohne viel zu fragen, den Schlangenhautschuh ab und rieb mit seinem Taschentuch den dünnen Strumpf leidlich trocken. Als er den zweiten mit einem abschließenden Klaps aus der Behandlung entließ, riet er:„Am besten gehen Sie gleich heim uno zieben sich um.“ „Sie haben recht. Also vielen Dank nochmals und Grüßgott!“ Sie blieb noch ein vaar Sekunden unschlüssig stehen, dann schritt sie rasch davon. Fogg starrte ihr nach. auf eine durchdringend süße und beklommene Art verzaubert. Aus Schellenberg ist die meiner Lebtage nicht. überlegte er. Eher vom Schloß. Vielleicht ein Besuch. Ich bin ein Esel, daß ich mich nicht vorgestellt habe; dann wüßte ich jetzt den Namen. Herrlich aufgestöbert und durcheinandergebracht trat er den Heimweg an. Als er pfeisend die Haustür öfinete, staubte Anna gerade die Bilder ab. Eins stellte Navoleon auf St. Helena vor. Der Korse sah wie ein betrübter kleiner Krämer aus, der mit der Steuerbilanz nicht zurechtalles gelernt hat. Wenn's ins Manöver geht. wenn's mit Sang und Klang hinaus geht ins weite, herbstliche Land. wenn man auf den Märschen, Ritten und Fahrten oder hoch oben in der Luft ein neues Stück Deutschland kennen lernt, wenn in den Dörfern und Städten die Das schmeckt! Genau so wie bei Muttern! Nicht einmal mehr für die blitzsauberen Mädel haben die hungrigen Vaterlandsverteidiger einen Blick übrig! (Weltbild). Mädel die verzen. die Fenster und die Türen öffnen. wenn die Jugend sich um die Rastplätze und Biwaks drängt, wenn in den Quartieren geputzt und geplaudert wird, wenn's mit Schneid und Hurra draufgeht auf den „Feind“. Aber das alles ist mitunter eine recht anstrengende Sache. Und Anstrengung macht nicht nur müde, sie macht auch hungrig. Ist es zudem nicht nur anstrengend, sondern darüber hinaus auch noch schön, so gibt das dopvelten Apvetit: denn nach einer mit Liebe und Freude verrichteten Arbeit schmeckt's bekanntlich erheblich besser als nach mürrischen und mißliebigen Stunden! Darum kommen die„Schlachtenbummler“ auch garnicht aus dem Staunen heraus, wenn sie sehen, was so ein hungriger Vaterlandsverteidiger, der nicht gerne „Kohldampf schiebt", für ein„Fassungsvermögen“ hat. Alles. aber auch alles vergißt er. sobald an der Gulaschkanone die Ration gefaßt ist oder das Stullenvaket ausgenackt wird. das die freundlichen Quartiergeber„ihrem“ Soldaten mit auf den heißen und staubigen Weg gaben. Sogar die Mädchen sind vergessen. Und das will schon was heißen! Aber die Grete. die Inge, die Ilse. die Trude, die Annemarie, die Berta oder die Anneliese nehmen es ihrem Feldgrauen garnicht übel, wenn seine. Gedanken nicht bei der himmlischen Liebe, vielmehr bei bedeutend realeren Dingen verweilen. Letzten Endes kommt diese leibliche Stärkung ja doch der allgemeinen Freude zugute: beim Manöverball muß jeder stramm auf dem Posten sein. und es klingt wahrhaftig nicht gut, wenn just beim hinreißendsten Walzer dem Tanzpartner der Magen ganz vernehmlich knurrt! Erbsensuppe mit Sveck— und die wird nirgends so wunderbar gekocht wie in der Gulaschkanone— hält besser als„blauer Heinrich“ Leib und Seele zusammen. läßt alle überstandenen Strapazen vergessen und die noch bevorstehenden als Kinderspiel erscheinen. Und Erbsensuppe mit Speck gibt die gediegene Grundlage ab für jene gemütliche Stimmung. ohne die keine wahre Unterhaltung und kein Tanz im Freien möglich ist. Je fester der wackre Aktive oder Reservist einhaut, um so vergnügter sind die Mädel. Das ist kein rechter Mann. der nicht mit Feuereifer rangeht an den Teller. das heißt hier an den Kochgeschirrdeckel. Das ist kein echter Soldat, der keinen Hunger hat— und das ist kein echtes deutsches Mädel, dem nicht die Augen strahlen, wenn es dem Musketier oder Oberfeldwebel guten Appetit wünscht! kommt. Sie stand auf einer Leiter, und ihr kurzes Röckchen wippte vor Eifer. „Hör mal. Anna, du bist mir zu fleißig. Du mußt dich mehr schonen. Wenn du zusammenklappst, wie stehe ich dann da. du tüchtige kleine Hausfrau?" Ihr Gesichtchen glühte vor Freude. „Oh. ich bin zäh. Josi. Und ich tue es doch gern. Heute mittag gibt es Pfannkuchen. Eigentlich wollte ich ja Eisbein mit Sauerkohl machen, aber das Rat nicht geklappt. Denk mal an, die hier kennen das gar nicht!“ „Kennen sie schon. Nur heißt das hier anders. Du mußt Schweinshare und Sauerkraut verlangen. Na. diese Mundartschwierigkeiten geben sich mit der Zeit. Vielleicht kannst du die Pfannkuchen bald machen? Ich habe einen schandbaren Hunger!" „Sofort. Josi.“ Sie eilte in die Küche Diese Küche war ein richtiger Nagel zu ihrem Sarg. Ein uralter Herd. der nicht rect zog. keine Wasserleitung. rußige Töpfe. komisches Geschirr— wie sollte man da Freude am Kochen haben? Auch Fliegen gab es. Es war zum Heulen. Und Anna wollte doch alles so gut und schön wie nur möglich machen. Wegen Josi. Sie hatte eine schwärmerische Zuneigung zu ihm gefaßt, man durfte schon sagen— Liebe. Was in Hamburg noch unklarer. unbewußter Drang gewesen war, brannte jetzt als verzehrende Flamme. Sie hatte noch nicht viel mit Männern gehabt und nichts Ernstliches. Einmal hatte sie der Jochen Brinkmann im Pitterschen Hausflur geküßt, und das Abenteuer hatte mit einer Maulschelle geendigt, weil es ihr zu plötzlich gekommen war. Das war in Hamelskoog. Aber in Josi war sie stark und inständig verknallt. Er glich in jedem Punkt dem Helden in der„Blutgräfin Batbory". und er war ihr einziger Freund auf der Welt. Josi hatte vorhin„Tüchtige kleine Hausfrau“ gesagt, und das war ein gutes Zeichen. Während des Essens begann sie plötzlich:„Ich brauche Haushaltungsgeld, Josi!“ Fogg gab ihr einen Zwanzigmarkschein und dachte sorgenvoll: Nun wird's aber höchste Zeit, daß ich zu Geld komme! Ich muß das Haus herrichten lassen, ich muß die ärztliche Einrichtung kaufen, und leben müssen wir schließlich auch. Auch ein Motorrad sollte her oder noch besser ein kleines Auto; es braucht ja nicht neu zu sein. Als Anna sich am Nachmittag an den Beeten zu schaffen machte— so einen Garten hatte sie sich schon lange gewünscht— kam ein junger, flotter Herr an den Zaun und sagte: „Sapverment. sind Sie aber fleißig! Die Salatpflänzchen würde ich an Ihrer Stelle etwas weiter auseinanderstecken. Ja. so ist's richtig. Kann ich vielleicht den Doktor Fogs sprechen?" (Fortsetzung folgt) * Für das junse Oolke* Mntreimmmmrtamm mmmammm Jugendfahrten waren einst„kostspielig“! Ein altes Zeitungsblatt beschwört Erinnerungen In diesen Tagen fanden wir ein altes Zeitungsblatt. Erst sechs Jahre war es alt und— schon verzilbt Und der Blick fiel auf eine zweispaltige Ueberchrift:„Forderung des— Wohlfahrtsministers!" Auch so ein Ministerposten, den sich die Verflossenen und Abgeflossenen leisteten:„Wohlfahrts“minister. Statt in Arbeitsbeschaffung machten sie nämlich damals in sogenannter Wohlfahrt. Und was forderte denn jener sagenhafte Minister? Was wird er schon gefordert haben:„Durchgreifende Maßnahmen auf dem Gebiete der Jugendpflege!" Durchgreifend, wie alles. was damals geschah. Und wenn man näher zuchaute, dann waren es„durchgreisende— Sparmaßnahmen.. wohldurchdacht, wie alles damals Verordnete und Durchgreifende, waren auch diese Forderungen:„Unter keinen Umständen werden alle Beratungsstellen für Jugendliche, die letzthin in stets teigender Anzahl errichtet worden sind. in ihrer Ge amtheit aufrechterhalten werden können. Unter keinen Umständen können dafür dieselben Beiträge zur Verfügung gestellt werden. Die Zahl der Lehrgange muß eingeschränkt werden. Größte Zurückhaltung muß bei Neubauten für Heime, Jugendverbergen. Turnhallen usw. und in der Anlage von Sportplätzen, Badeanstalten usw. geübt werden... Ebenso steht es mit der Not der Zeit nicht im Einklang. wenn Jugendgruppen Wanderungen in enternt gelegene Gegenden sowie insbesondere in das weitab liegende Ausland unternehmen und dazu staatiche Beihilsen erbitten. Es werden nur noch in beonderen Einzelfällen Wanderungen in die nähere heimat berücksichtigt. Auch Beihilfen für Lehrgängund Freizeiten werden nicht mehr in demselben Maße vie bisher bewilligt werden können.. So sah die„Jugendpflege“ aus, als man in Deutschland das gnadenreiche Jahr 1932 schrieb. Wir Heutigen vermogen nur voller Verwunderung zu agen: Wie einfallsreich, wie durchgreifend waren die Erlasse der Damaligen in der— Regative, im Abbau! Das war ihr einziges Wissen und Können: die Bechränkung und Einschrünkung! Es war alles mehr ergreifend als durchgreifend. Ein Satz in diesem Erlaß ist immer noch erschütternder als der andere. Was sich wohl jene„Negierung" davon versprach. wenn sie die Lehrgänge zur Ausbildung der Jugend, die Fortbildungslehrgänge, abdrosselte? Hieß denn das nicht, die Jugend oder doch einen großen Teil einfach ihrem Schicksal der„ungelernten Arbeit" überantworten! Das war das berüchtigte Prinzip: einer Krise mit einer Krise beizukommen versuchen, ohne daß man auch nur den leisesten Begriff davon hatte, daß dadurch jede Krise nur noch schlimmer und schließlich vernichtend wurde. Das war die berüchtigt gewordene Ratlosigkeit und die katastrophale Entschlußunfähigkeit, das war die verheerende Einsallosigkeit: eine Regierungs.kunst" des Treibenlassens. Immer mit dem vermaledeiten Glauben an irgendein von außen her kommendes Wunder einer„weltwirtschaftlichen Belebung", die auch sie selbst, diese Nichtskönner, wieder auf ihrem schwankenden Sitz festigen würde Ueberlegt es einmal für wenige Augenblicke, welch ein Gegensatz das ist zwischen einst und jetzt: daß da in Staat hilf= und machtlos zusah, wie Jugendheime n Konkurs gerieten, daß ein Staat kalt und ungerührt ein großes Herbergswerk verkommen und verallen ließ, daß aber heute ein Staat da ist, dessen führer verfügt:„Die Heime der HJ. sind Erziehungstätten einer Generation, die dazu ausersehen ist, die Zukunft des Volkes zu sichern!“ Erst mit der Vorenntnis jener tieftraurigen, verwahrlosten Lage vor echs Jahren vermag man zu ermessen, wenn gegeniber der Unlust und Ohnmacht früherer Zeiten heute der Führer verfügt:„Staat und P-rtei sind darum zerpflichtet. unsere Jugend beim Bau ihrer Heime atkräftig zu unterstützen!“ War es denn nicht ein Streich, eines Schilda würdig, daß da noch vor•53 Jahren ganz kühl und kalt verfügt wurde: Jugindvanderungen über die nähere Heimat hinaus haben n unterbleiben, und Auslandsreisen gibt es schon an, und gar nicht... Ihr Jungen in der HJ. und hr Mädel im B0M., die ihr auf herrlichsten Fahrten urch weite deutsche Gaue euch nicht nur die ganze nbeschreibliche Schönheit eurer Heimat erwandert ##oi, sondern die ihr auch den deutschen Menschen in herauf, die nicht vergessen werden sollten Früher wollte man ausgerechnet an der Erholung der Jugend sparen. Heute wandern unsere Jungen und Mädel hinaus in die deutsche Heimat. Die schönsten Stunden verbringen sie in ihren Jugendherbergen und Zeltlagern, und so wachsen sie zu gesunden und starken Menschen herau.(Weltbild- M) Nord, Ost und Süd kennengelernt und schätzen gelernt habt, die ihr auf unzähligen Begegnungen und Fahrten das unzerreißbare Band der Volksverbundenheit und Kameradschaft geknüpft habt, schickt heute noch den Kümmerlingen jener Tage eine vernichtende Lachsalve hinterher! Und ihr, die ihr das wunderbare, unvergeßliche Erlebnis der Gemeinschaftslager über alle Jahre hinaus bewahren werdet, und ihr. die ihr jenseits der deutschen Grenzen auf Auslandsfahrten mehr für die Verständigung und den Frieden unter den Völkern gewirkt habt als jene„regierenden“ Gemütsathleten in allen Jahren, weil ihr als Jugend zur Jugend und damit als die Kommenden zu den Kommenden gesprochen habt— ihr könnt heute voll und ganz ermessen, was das für ein himmelweiter Gegensatz ist: Jugendpflege einst und Jugendbewegung heute?! War nicht Jugend„pflege“ gleichbedeutend mit Stillstand und Rückschritt? Wie garstig klingt uns das heute: Jugend.pflege". Das riecht nach Tanten und Bürokraten, das rauscht wie von langen Bärten — das mutet so verstaubt an. Das klingt nach Muttersöhnchen oder pfleglicher Betreuung durch jugendfremde Theoretiker! Die Pflege sparte nicht mit ermahnenden Worten, dafür aber kargte sie mit Geld. Die Bewegung aber führt ein knappes Wort,— zwei ganze Sätze des Führers über die Heimbeschaffung, und: zur selben Stunde stand sie. Knapp, doch klar das Wort, kurz der Befehl, entschlossen das Handeln. die Mittel fließen, und zukunftsfroh jubeln die Lieder. All das Große rundum ist oft so unbegreiflich groß für alle die, die sich noch der Zeiten von„einst" erinnern, und dieses„einst" liegt doch erst so kurz zurück, und es dünkt uns doch schon so fern. Zuweilen müssen wir im Marsch in die neue Zeit innehalten und rückschauen, um im Vergleich der Größe des Geschehens mit der Armseligkeit des Gestern ganz der Wende und Wandlung und des Wunders wie seines Segens inne zu werden. und auch um all denen, die erst zu uns gestoßen sind oder die zu jung für eigene Rückschau sind. zu zeigen: welch eine Erlösung aus der„Pflege“ doch die Bewegung in Wahrbeit in! Erlebnis einer Sommerfahrt Bayerische Ostmark— das war für uns, die wir zum erstenmal hinunterfuhren, die große Frage. Wohl wußten wir: Notstandsgebiet. Aber es gab ja noch mehr Notstandsgebiete, warum nun gerade die Bayerische Ostmark? Was würde sie uns geben, was würden wir heimbringen? Und dann standen wir voller Ehrfurcht vor dem ragenden, aufstrebenden gotischen Dom in Regensburg, wir fühlten die Kraft und Erdverbundenheit der Menschen nach, die die frühromanische Schottenkirche bauen konnten. Wir erlebten bewundernd den Schwung und die Leichtigkeit des Barocks in Passau. In allem aber war uns deutsches Wesen und deutsche Art lebendig. Mit dem Erlebnis dieser kerndeutschen Städte angefüllt, ging es hinein in den Bayerischen Wald. Was kommt nun? Wir sind voller Erwartung und Spannung. Ist es wirklich so schlimm mit der Not dort unten? Ist der Boden wirklich so karg? Auf alle diese Fragen wird uns bald Antwort. Als erstes sehen wir die Häuser, durchweg klein und ärmlich sind sie. Sie scheinen gar nicht Platz zu haben für die meist großen Familien. Der Boden ist steinig und reicht nicht einmal für ein wenig Korn. In den meisten Fällen können nur einige Kartoffeln angebaut werden, die in ungünstigen Jahren nicht einmal die Aussaat lohnen. Gemüse kennt man fast gar nicht. Die Herbergsmutter in Mauth erzählt uns, daß sie im Winter nur von Kartoffeln und etwas Fleisch leben. Die Kinder unterschätzen wir alle im Alter, weil sie so schwächlich und klein sind. Sie müssen ja auch von früh an mit zum Lebensunterhalt beitragen. Alle Kräfte werden zur Heimarbeit gebraucht. Aber auch das bringt nur kümmerlichen Verdienst. Wir haben selbst den Pinsel in der Hand gehabt und die kleinen Holzschuhe bemalt, die man für 15 oder 20 Pfg. kauft. Wieviel Mühe steckt in dieser kleinen Arbeit. Wir haben dort in der Ostmark in den Dörfern mit den Mädeln zusammengesessen und uns von ihrer Arbeit im Bund erzählen lassen. Da ist uns erst einmal klar geworden, wie gut wir es doch haben. Die Mädel dort müssen noch immer all die Vorurteile niederkämpfen, die ihnen entgegenstehen. Da gilt es nicht nur die zu überzeugen, die mit dem Einwand „zu meiner Zeit gab es das auch nicht“ kommen, sondern sie müssen auch gegen den Gewissenszwang ankämpfen. Da ist der Kampf härter und schwerer. Aber tapfer und unverwüstlich gehen sie ihren Weg. Sie haben erfaßt, was auch wir alle da unten erkannt haben: Alles Kleine muß ausgeschaltet werden zugunsten des einen Gedankens. Stärkung der Bayerischen Ostmark, Bollwerk des Deutschtums gegen den andrängenden Osten, gegen den Bolschewismus, gegen die russischen Flugplätze in der Tschecho=Slowakei. Wir müssen alle helfen, daß ihre Menschen hart und widerstandsfähig bleiben, nicht durch„Hilfe“, sondern durch Arbeit. Und wissen sollen sie, daß sie nicht allein stehen, sondern daß wir alle um ihren Kampf wissen und mit ihnen für das gleiche Ziel kämpfen. Als wir dann auf der Heimfahrt in Nürnberg und Bamberg stumm und andächtig vor all den Schönheiten deutschen Kunstschaffens standen, da spürten wir noch einmal, was es für uns zu verlieren gibt und wie deutsch doch das Land ist, das wir durchwandert haben. „Macht euch stark! Wer baut im Osten, dem wird keine Not erspart. Doch ein Land gibt uns die Antwort, und es trägt ein deutsch Gesicht. Dafür haben viele geblutet, und drum schweigt der Boden nicht.“ E. D. Familie Hase, in einem Zuge zu zeichnen NIEIN GARTEN• Ratgeber für Obst- und Gemüsebau, Blumenpflege und Kleintierzucht u t er Das Umgraben im Herbst Bevor man die Gartenarbeit im Spätherbst einstellt und der Boden gefriert, soll er noch einmal bearbeitet werden. Wenn das letzte Gemüse abgeerntet ist, räumt man alle Pflanzenreste weg. Besonders wichtig ist das Beseitigen von Strünken usw., die von erkrankten Pflanzen stammen; sie dürfen nicht auf den Komposthaufen geworfen werden, sondern sind zu verbrennen. Mit dem Umgraben der Beete verbinden wir die Düngung. Die Dungart richtet sich nach den Bodenverhältnissen, aber auch danach, was für Dünger zur Verfügung steht. Für schwere Böden kommt der warme strohige Pferdedünger in Frage. Er erwärmt den Boden und lockert ihn. Für leichte Böden ist es angebrachter, den kälteren Rinderdung zu verwenden. Dung von Kaninchen, Schafen, Ziegen und Schweinen ist besonders für leichtere Böden angebracht. Vorteilhaft ist es, die Dungarten gemischt auf Haufen aufzusetzen. Sehr nährstoffreich und gut zu verwerten ist Hühner= und Taubendung. Enten= und Gänsedung wird mit Schweine=, Kaninchen= und Ziegendung gemischt. Der Dünger soll mit jedem Spatenstich gut verteilt und möglichst flach untergebracht werden. damit durch den Luftzutritt das Verrotten gefördert wird und die Nährstoffe freiwerden. Liegt der Dünger zu tief, verrottet er nicht, sondern vertorft, und die Pflanzen haben nichts davon. Alle mehrjährigen Unkräuter, wie Quecken, Disteln, Schachtelhalm und Huflattich sind beim Umgraben sorgfältig auszulesen. Diese Arbeit erleichtert die Grabegabel. Sie zersticht die ausdauernden Wurzeln im Boden nicht wie der Spaten. * Obstblüten, aber keine Früchte Die wissenschaftlichen Versuche der letzten Jahre brachten wertvolle Aufschlüsse über die Fruchtbarkeit unserer Obstgehölze. Man beobachtete, daß einige Birnen= und Apfelsorten Früchte ohne Bestäubung der Blüten bilden, die dann samenlos sind. Wenn auch die sogenannte Jungfernfrüchtigkeit gelegentlich volle Ernten von Birnen und Aepfeln bringen kann, verlassen kann man sich nicht darauf, selbst nicht in wärmeren Gebieten, in denen einzelne Sorten sehr zur Jungfernfrüchtigkeit neigen. Bei der Prüfung der Befruchtungsverhältnisse ist zunächst zu entscheiden, ob die zu untersuchenden Sorten zu den Selbstbefruchtern gehören oder ob sie auf die Bestäubung durch sortenfremde Pollen angewiesen sind. Es gibt einzelne Pfirsiche und eine ganze Anzahl von Pflaumensorten, die in ihren Blüten keinen Pollen entwickeln, also aus morphologischen Gründen sich nicht selbst befruchten können. Wichtiger ist jedoch die physiologisch bedingte Selbststerilität, die auf der Tatsache beruht, daß die Pollenschläuche im sorteneigenen Griffelgewebe nicht wachstumfähig sind. Sie ist allgemein verbreitet bei den Apfel=, Birnenund Süßkirschensorten und kommt häufig vor bei Sauerkirschen. Hauspflaumen und Mandeln. Dagegen ist sie bei Aprikosen nur vereinzelt beobachtet und bei Pfirsichen und Quitten gar nicht nachgewiesen worden. Bei einigen selbststerilen Obstsorten, namentlich bei Süßkirschen, tritt die Erscheinung auf, daß Sorten mit vollwertigen Pollen sich gegenseitig nicht zu befruchten vermögen(Intersterilität). Diese Unfruchtbarkeit ist durch eine Verhinderung des Pollenschlauch wachstums im Griffelgewebe aller der gleichen Intersterilitätsgruppe angehörenden Sorten bedingt. Ferner spielt bei den Apfel= und Birnensorten die sogenannte Pollensterilität eine große Rolle. Diese Sorten sind unfähig, irgendeine andere Sorte in genügendem Maße zu befruchten, weswegen sie nur im Gemisch mit normalpolligen Sorten erfolgreich angebaut werden können. Bei dem Vorkommen der unterschiedlichen Befruchtungsverhältnisse ist das Nebeneinanderpflanzen gleichzeitig blühender und sich gegenseitig befruchtender Sorten wichtig. Im allgemeinen ist zu empfehlen, nicht mehr als zwei bis vier Reihen der gleichen Sorte nebeneinander und in der Anordnung so zu pflanzen, daß günstige Befruchtungsverhältnisse gesichert sind. Da die Honigbiene die wichtigste Pollenträgerin ist, muß dem Bienenklug größte Aufmerksamkeit geschenkt werden Mehr Nistkästen für Insektenfresser Wetterschutz für die Der praktische Vgelschutz ist keine Liebhaberei für Tierfreunde, sondern eine Maßnahme von volkswirtschaftlicher Bedeutung. Der Wert unserer insektenfressenden Vögel als Vertilger von Pflanzenschädlingen wird immer mehr erkannt und damit wird es zur Selbstverständlichkeit, daß wir diesen Vögeln in ihrem Lebenskampfe alle mögliche Hilfe angedeihen lassen. Im Gegensatz zu den chemischen Bekämpfungsmitteln, die meist erst angewandt werden, wenn schon (Deutscher Provinz-Verlag) großer Schaden entstanden ist, wirkt sachgemäß durch geführter Vogelschutz vorbeugend. Er bietet uns die Möglichkeit, Massenvermehrungen von Ungeziefer, das unseren Kulturpflanzen gefährlich werden kann, zu verhindern. Eine sehr wichtige Arbeit, die hierher gehört, ist das Aufhängen von Nistkästen. Dafür eignen sich die kommenden Wochen besonders gut. Die bei uns überwinternden Höhlenbrüter benutzen sie schon im Winter als Unterschlupf und gewöhnen sich an sie. In einem Merkblatt der Biologischen Reichsanstalt sind bestimmte Richtlinien aufgestellt worden, wie solche Nistkästen aus Holz zweckmäßig anzufertigen sind. Danach sind als brauchbar nur die Geräte anzuerkennen, die ohne Störung der Brut bequem zu überprüfen sind. Sie sollen sich im übrigen durch werkgerechte Gestaltung auszeichnen und gediegen und dauerhaft hergestellt werden. Noterle und Lärche verdienen dabei den Vorzug, Birke, Kiefer. Fichte und Pappel sind nur in Verbindung mit Imprägnierung verwendbar. Ganz ungeeignet sind Weißtanne, Eichen, Vögel im Winter Weide. Das Dach kann aus Eiche, Asbestzement, nichtrostendem Blech von 0.5 Millimeter Stärte bestehen,„aus Weichholz nur dann, wenn dies mit teerfreier Dachpappe oder dünnem Blech überzogen ist. Abzulehnen ist die Verwendung von größeren Metallklammern und rostenden Winkeleisen. Die aus künstlichem Stoff gefertigten Deckel sollen seitlich überstehen. Nistkästen dürfen nur aus gesunden, gut getrockneten Brettern gebaut werden. Sie sollen mir Karbolineum angestrichen oder sonst dauerhaft gegen schnelles Verwittern getränkt sein. An Nisthöhlen wie Nistkästen ist ein besonderer Fluglochschutz aus nichtrostendem Blech von 0,5 Millimeter Stärke erwünscht. Der Beschlag soll wenigstens 10mal 10 Zentimerer messen. Er darf keine scharfen Kanten haben, au denen sich die Vögel verletzen könnten. Werden Leisten zum Aufhängen verwendet, so müssen diese aus Eiche, Lärche oder Esche bestehen und mindestens 1,5mal 3 Zentimeter vom Querschnitt messen. Bei Gebrauch von Metallnägeln ist an beiden Enden der Leiste ein nichtrostender Oesenschutz anzubringen. Verschlüsse und Aufhängevorrichtungen dürfen nicht aus rostendem Metall bestehen. Zum Aufhängen werden empfohlen Robiniennägel, Leichtmetallnägel(z. B. Duraluminium 681 B), eiserne Schraubennägel oder geschlagene Nägel. An der dünnsten Stelle sollen die Bretter wenigstens 20 Millimeter stark sein. Nistkästen sind vollständig aus Brettern von wenigstens 18 Millimeter Stärke zu fertigen. Der Boden des Nistkastens soll von den Seitenwänden umschlossen sein. Im Boden der Höhlen ist ein Ablaufloch von wenigstens 5 Millimeter Durchmesser anzubringen, im Boden der Nistkästen wenigstens zwei solcher Löcher. Vom Beschauer aus sind die Leisten zum Aufhängen der Geräte stets hinten oder links von der Fluglochseite zu befestigen. Für Nisthöhlen gelten folgende Größenverhältnisse: Lichte Weite unterhalb des Daches oder am Flugloch 9 Zentimeter, größte lichte Weite wenn us 11,5 Zentimeter im Durchmesser. Ristkästen sollen für Kleinvögel wenigstens 12mal 12 Zentimeter innen messen, für Stare wenigstens 14mal 14 Zentimeter. Die Fluglochweite fordert für Kleinvögel 2,7 bis 3,7 Zentimeter, für Stare 4,6 bis 5 Zentimeter Durchmesser, die Höhe der Höhlen und Kästen soll für Kleinvögel wenigstens 20 Zentimeter betragen, für Stare wenigstens 25 Zentimeter. Von dem Dach soll das Flugloch höchstens 4 Zentimeter entfernt sein, von der Bodensohle wenigstens 15 Zentimeter Johannisbeersorten Johannisbeeren fehlen wohl in keinem Garten, und sie verdienen ihre Verbreitung wegen ihres frühen und reichen Ertrages und der vielseitigen Verwendbarkeit ihrer Früchte. Kräftige Sträucher setzen schon im zweiten Jahre nach der Pflanzung mit regelmäßigem Ertrage ein, und bei verhältnismäßig geringer Pflegearbeit steigern sich die Ernten rasch von Jahr zu Jahr. Auf guten Kulturhöden liefern die Johannisbeersträucher bei weiter Pflanzung mit Gemüsezwischenbau höhere Erträge als bei engem Stande ohne Zwischenkultur. Auf keinen Fall pflanze man die Sträucher enger als 1½ Meter in der Reihe voneinander und mindestens mit zwei Meter Reihenabstand. Will man zwischen den Reihen Gemüse bauen, dann muß man sie vier bis sechs Meter voneinander abrücken. Schwarze Johannisbeersträucher nehmen noch größeren Umfang an als rote und weiße und brauchen deshalb in der Reihe etwa zwei Meter freien Raum. Von den verschiedenen Johannisbeersorten wird in Norddeutschland wohl am meisten die Rote Holländische gepflanzt, während im Westen und Süden die rote Kirschjohannisbeere vorherrscht. Beide Sorten sind verschiedene botanische Arten. Die Rote Holländische hat rotbraune Blüten, die je nach der Frühjahrswitterung eine bis zwei Wochen später erscheinen als die grünen Blüten der Kirschjohannisbeere. Das straffe, dunkelgrüne Laub der Roten Holländischen fällt durch seine schöne Form auf und ist widerstandsfähig gegen die Blattfallkrankheit, während das Laub der roten Kirschsorten oft schon im Juli erkrankt und bis Ende Juli völlig abfällt. Dadurch werden die Sträucher sehr geschwächt, da sie ohne Blätter nicht genug Nährstoffe für den nächstjährigen Austrieb und Fruchtansatz aufnehmen können. Gepflegte Sträucher bleiben bis zu den Frösten grün. Infolge späteren Austriebes leidet bei der Holländerin die Blüte sehr selten, die Sträucher wachsen kräftig aufrecht und liefern reiche Ernten. Durchschnittserträge von 7 bis 12 Klg. vom Strauch sind keine Seltenheit. Die Sorten Fays Fruchtbare, Rote Versailler und Große rote Kirsch unterscheiden sich im Strauch und in der Fruchtbarkeit wenig, sondern nur in der Reise und Entwicklung der Beeren. Alle drei Sorten sind großfrüchtig, nicht so säuerlich wie die Holländische. wachsen aber auch nicht so stark und tragen dadurch nicht so reich. Die Fruchtbarkeit tritt aber früher ein. Bei der Sorte Fays Fruchtbare erschwert der breite hängende Wuchs die Bodenbearbeitung. Die Sorte Erstling aus Vierlanden ist wahrscheinlich durch Kreuzung zwischen der Roten Holländischen und einer roten Kirschart entstanden. Sie ist ls Frühsorte und reicher Träger beliebt. Keine sehr große Früchte, aber viele und wohlschmeckende bringt Houghton Castle. Sie zeichnen sich auch durch lange Haltbarkeit am Strauch aus. Die Büsche wachsen schneller als die der Roten Holländischen. Weiße Johannisbeeren sollte man nur in besten Lagen und Böden anbauen, da sie viel höhere Ansprüche in jeder Beziehung stellen als die roten Sorten. Von ihnen ist die Weiße Verlailler die des Rußland und der Sport in der Eschecho-Slowahei einem Rotbuch über die Bolschewisierung der Tschecho-Slowake!„Verrat an Europa“, erschienen im Nibelungen-Verlag Berlin=Leipzig, dehandelt der Verfasser Karl Vietz anschaulich die Durchdringung des Sports in der Tschecho-Slowakzei mit Moskauer Jdeologie. Wir entnehmen dem Buch den lesenswerten Abschnitt „Selbst der Sport bleibt nicht verschon!“. Die„Totalltät“ des bolschewistischen Angriffs mit dem Ziel der inneren Croberung der Tschecho-Slowakei bringt es mit sich, daß Moskau nicht nur nach der Politik und der Kultur, der Wirtschaft und auch den Konfessionen seine, Fühler ausstreckt, sondern sich auch im Sportleben eine Basis schafft. Mit Genugtuung verzeichnet die„Komunl= stische Internationale“ im Juni 1937:„Die Sportbewegung, trägt große Möglichkeiten zur Movilisterung und Organisterung der Massen für den antifaschistischen Kampf in sich. Im Interesse des Kampfes gegen den Faschismus besteht jetzt für alle Antifaschisten und in Besonderheit auch für die Kommunisten die Notwendigkeit, von Grund auf ihre Verhältnisse zur Sportbewegung zu revidieren. In der Durchführung der Aktionseinheit innerhalb der Sportbegung sind in der Tschecho-Slowakei einige Erfolge zu verzeichnen. 1936 organisierten verschiedene Sportverdände, um die faschistischen Olympischen Spiele in Berlin zu bozkottieren, ein Volks-Sportfest in Prag. Für die Vorbereitung dieses Festes wurde ein Ausschuß gebildet, in dem Vertreter von 28 verschiedenen Sportorganisationen saßen. Zum erstenmal trafen sich dan im Prager Stadion Mitglieder=Sportverbände, soztaldemokratische Bourgeoise Sportler. Das Sportfest wurde zu einer politischen Demonstration. Unsere Leute hielten Reden über die Notwendigkeit des Systems der kollektiven Sicherheit. Auch nach dem Fest blieb der Ausschuß für Volkssport, wie er sich nannte, beisammen. Er ergriff in einer Reihe von Fragen, die für er echr eucden brunr e nahm die Mitglieder des Sokolverbandes unter Schutz, die für ihre Leistungen während der Berliner schn Spiele eine offensichtliche kendenziöse, zu schlechte Beurteilung durch die faschistischen Schiedsrichter erfahren hatten. Die antifaschistischen Sportler brachten der ganzen tschecho-slowakischen Oeffentlichkeit die Wahrheit zum Bewußtsein, wie sich die Faschisten dem tschechischen Sokol gegenüber in Berlin verhalten hatten und knüpften auf diese Weise zum ersten Male nähere Beziehungen zu diesem mächtigen Turnverband an. Der 28. Oktober ist ein National-Feiertag der Tschecho-Slowakei. An diesem Tage organisierten der Ausschuß für Volkssport gemeinsam mit dem tschechischen„Friedenskomitee“ einen Stafettenlauf zum Schloß des Präsidenten Benesch. Die Läufer überbrachten dem Präsidenten eine Kollektiv-Adresse, die die Forderung der Sportler enthielt. In diesem Brief wurde gefordert, aus sozialen und millkärtschen Interessen den Sportgedanken unter den Massen zu fördern, Stadien zu bauen usw. Wie an dem Beispiel er Tschecho-Slowakei zu ersehen ist, können die sportlichen Organisationen der Arbeiter sehr wohl in nähere Verbindung mit den anderen Mitgliedern finden und die Initiative ergreifen, alle fortschrittlichen Elemente im Sportwesen zusammenzuschweißen. Ein solches Vorgehen wird den Sportorganisationen der Arbeiter nicht nur dazu belen, die Massen der anderen Sportler in den ankifaschistichen Kampf hineinzuziehen.— Es wird ihnen auch helfen, elbst an Stärke zuzunehmen. „Ardeiter“ heißt in diesem Falle, wie immer in der Moskauer Terminologie, natürlich Kommunisten, und so seden wir, wie sich der Bolschewismus auch auf dem Gebiete des Sportes eine Basis schafft, von der aus er das gesamte sportliche Leden unter seine Fittiche bekommen will. Um den„dürgerlichen“ Sportlern das Aufgehen in der„antisaschistlschen“ Front zu erleichtern, richtete es Moskau unter geschickter Ausnutzung der tschechtschen Großmannsucht so ein, daß ein Tscheche Tennismeister der Sowjetunion wurde. Der Kerntrupp der kommunistischen Sportler=Bewegung ist der ATUS, der immer mehr die halddolschewistischen Verbände um sich schart. Es llegt im Rahmen der politischen Tendenzen, die die Bolschewisten mit den Sportlern verfolgen, wenn sie den tschechischen Gewichtheber Psenicka in die Sowjetunlon einluden und dort gebührend, d. h. über alle Gebühr, feierten. Am 12. und 13. Juni 1937 wurde in Arnau ein„Internationaler Volks- und Sporttag“ abgehalten, der unter der Parole„Kampf dem Faschismus“ sozialdemokratische und kommunistische Sportler vereinigte. Im Kino„Kapito!“ in Prag sand am 7. November 1937 eine Kundgebung statt, In der sich, natürlich auf Vorschlag der Kommunisten, die tschechischen Sportorganisationen für enge tschechisch=sowjetische„Sportbeziehungen“ einsetzten. Die„patriottschen Schakale“ waren wieder einmal auf einem Sondergebiet in das Netz gegangen. Saumeister führen auch in der Rangliste. Engelbert Koch und Mieze Strauch an der Spihze. In der westfälischen Tennis=Rangliste, die nach Ablauf der Spielzeit 1938 von Schultze=Rhonhoff (Münster) herausgegeben wurde, stehen naturgemaß mit Engelbert Koch(Münster) bei den Männern und mit Mieze Strauch(Bochum) bei den Frauen die Gaumeister an der Spitze. Im übrigen haben die beiden Ranglisten folgendes Aussehen: Männer: 1. Koch=Münster, 2. Saß=Bielefeld, 3. Dr. Adam-Münster, 4. Aisch=Dortmund, 5. FreitagDortmund, 6. W. Müller=Dortmund, 7. G. Schöppner=Münster, 8. Dr. Semmelroth=Dortmund, 9. Dr. Kanthak=Münster, 10. H. Möller=Bochum, 11.—30. Cronemeyer=Dortmund, Diersen=Hagen, DischingerDortmund, Dr. Felix=Bielefeld, Harras=Dortmund, Helmus=Münster, Kaumanns=Dortmund, E KümpersRheine, Kurschat=Dortmund, Dr. Meyer=Bielefeld, B. Müller=Lüdenscheid, Münninghoff=Dortmund, Dr. Prüßmann=Dortmund, Schäfer=Münster, SchellinSalzuflen, Schulte=Bielefeld, Schultze=Rhonhoff=Münster, Tils=Münster, Wolf=Dortmund, mund. Frauen: 1. Strauch=Bochum, 2. Ernst=Münster, 3. Kerkhoff=Rheine, 4. Gonnermann=Gelsenkirchen, 5. Murmann=Dortmund, 6. Lange=Dortmund, 7. Unckenhold=Wendele=Bielefeld, 8. Frenzel=Dortmund, 9. Bühner=Recklinghausen, 10. Niemeyer=Dortmund 11.—30. vom Berge=Hagen, Becker=Arnsberg, Gün ther=Münster, Heidmann=Bochum, Harras=Dortmund Hundt=Gelsenkirchen, Jackson=Rheine, Kohlmeyer Dortmund, Koeber=Isenbeck=Hamm, Klupsch=Dort mund, Müller=Dortmund, Oleschkowitz=Dortmund Panzl=Dortmund, von Skal=Hamm, Timmermann Rheine, Trentmann=Münster, Wilde=Münster, Terbrüggen=Hagen, Wohlgemuth=Bochum, ZivroviusDortmund. Abschluß des Flugjahres 1938 Mit dem Derbyflug am letzten Sonntag, der ab Lehrte durchgeführt wurde, beendete die Herner Brieftaubenreisevereinigung das diesjährige Flugjahr. Die Saison, die äußerst günstig war, berechtigt jetzt zu einem kleinen Rückblick. Im ganzen gesehen, macht sich eine erfreuliche Zunahme der Taubenfreunde bemerkbar. Obwohl Herne heute mit eine der Hochburgen des Taubensports im Ruhrgebiet ist, wird es doch noch etwas dauern, bis die Vorkriegsverhältnisse erreicht sind. Einen schweren Schaden erlitt der heimische Sport durch die Inflation und die Krisenzeit der Erwerbslosigkeit, wo die Taubenliebhaber in ganzen Scharen ihren Lieblingssport aufgeben mußten. Diese Zeiten sind nun vorbei, und in den 50 rleiner Vereinen kann man jetzt nicht nur die Feststellung machen, daß der einzelne Züchter mehr Tauben hat, sondern daß auch die Mitgliederzahl infolge der wirtschaftlichen Lage im Ansteigen begriffen ist. So liegen jetzt bereits über 100 Neuanmeldungen vor, so daß man im kommenden Jahr mit einer noch stärkeren Beschickung der einzelnen Touren rechnen kann. Die diesjährigen Touren brachten gegenüber dem Vorjahre eine Mehrbeschickung von 20—25 Prozent. Es gab nur wenige Touren, die vom Wetter beeinträchtigt wurden und somit zu Verlusten führten. Im allgemeinen errechnet man bei normal durchgeführten Flügen einen Verlust von 5 Prozent der Tiere, bei Flügen, in denen die Tauben aber vom Unwetter überrascht wurden, jedoch mit einem solchen von 20 Gäste aus Mandschukuo bei Tschammer. Die augenblicklich in Deutschland weilende mandschurische Freundschafts= und Studienkommission unter Führung des Ministers Han Yun Chieh stattete am Donnerstag in Begleitung von Vertretern des Auswärtigen Amtes und des Büros Ribbentrop dem Reichssportfeld in Berlin einen Besuch ab. Sie wurden von Reichssportführer Staatssekretär v. Tschammer und Osten empfangen und in einem Rundgang durch die gesamten Anlagen des Reichssportfeldes führt, wobei Dr. Diem und Prof. Dr. Murch, der Erbauer dieser wundervollen Sportstätte, die notwendigen Erläuterungen gaben. Prozent. Ein verhängnisvolles Gebiet für den Herner Brieftaubensport bildet der Teutoburgerwald mit seinem Raubvogelreichtum. In erster Linie ist es dort der Sperber, der sich neben dem Habicht und dem Falken die erschöpften Tiere aus der Luft holt. Er heblich sind auch die Verluste, die sich gleich beim Auflassen der Tiere an den Bahnhöfen einstellen, da die Tiere in ihrem Eifer gegen Drahtleitungen fliegen und sich dann hierbei vielfach den Kopf vom Rumpf schlagen. Ferner hat mancher Herner Züchter in diesem Jahre auch Verluste durch eine leidige Unsitte gehabt, die auf dem Lande zuhause ist. Junge Burschen hatten mit Schrotflinten in eine Schar Tauben geschossen, um auf billige Art zu einem Braten zu kommen. Die letzten der diesjährigen Flüge wurden von den Jungtauben bestritten, von denen gleichfalls ein verhältnismäßig hoher Prozentsatz nicht wieder heimkehrte, woran aber in erster Linie die Flugunerfahrenheit der Tiere die Schuld trägt. Es ist vielfach so, daß die Tauben einen fremden Schlag am Abend aufsuchen und in 80 von 100 Fällen von dem Besitzer des Schlages nicht als zugeflogen gemeldet werden. Die Tiere werden als Zuchtmaterial verwandt und wandern nachher, wenn die Brut da ist, in den Schmortopf. Jedoch hat auch die Herner Reisevereinigung es sich zu einer ihrer ersten Aufgaben gemacht, diese schädigende Erscheinung in Herne nicht aufkommen zu lassen. Au. scheidungsturnen in Lagen erst am 9. Oktober. Zur Ermittlung der stärksten westfälischen Mannschaft für den Kunstturnkampf mit Baden und Hessen am 23. Oktober in der Durtmunder Westsalenhalle sollte am kommenden Sonntag in Hagen ein Ausscheidungsturnen stattfinden. Diese Prüfung der 15 besten westfälischen Gerätturner moßte jetzt auf den 9. Oktober verschoben werden. Germania Brötzingen bestraft. Am 18. September kam es bei einem Fußballspiel zwischen Germania Brötzingen und SpVag Dillweißenstein in der badischen Bezirksklasse zu unlieb samen Szenen. Der Hauptübeltäter, der Spielführer von Brötzingen, wurde auf die Dauer von zwei Jahren gesperrt, ein weiterer Brötzinger Spieler erhielt einjährige Sperre, ferner wurde Platz Brötzingens bis einschließlich 2. Oktober 1938 gesperrt. Das beim Stande 1:1 abgebrochene Spiel wurde für Dillweißenstein gewertet. Unsere Voraussagen Le Tremblay: 1. R.: Bergere— Turonde; 2. R.: Epelor— Thalamite; 3. R.: Clairiere— Netascha III: 4. R.: Billy of Spain— Turbulent; 5. R.: Asperella— Asthael; 6. R.: Scottisch— Mignon. Hoppegarten. 1. R.: Prinzenweg— Milo; 2 R.: Lonard— Tameran; 3. R.: Gestüt Mydlinghoven— Prinzregent; 4. R.: Götterdämmerung—. Pfeiferkönig; 5. R.: Perost— Plesade; 6. R.: Athenagild— Indio; 7. R.: Gestüt Mydlinghoven—. Nerry; 8. R.: Luzie— Jebst. Kleintierwirtschaft in millionen-Ziffern Beachtliche Rangfolge— Weitere Steigerung möglich. Unter der Kleintierwirtschaft nehmen als Reserve für die Volksernährung das Geflügel sowie die Kaninchen, Ziegen und Bienen die erste Stellung ein. Alle diese Arten zeichnen sich durch ihre Anspruchslosigkeit an Raum aus; dabei sind sie schnell vermehrungsfähig; auch in ihren Futteransprüchen sind sie bescheiden. Zum großen Teil leben sie von Abfällen aus Haushalt, Garten, Acker sowie von sonstigen Futtermitteln, die einesteils an Wege, und Grabenrändern anfallen, anderenteils selbst aus Unkräutern bestehen. Dem steht gegenüber der hohe Wert der erzeugten Eiweißnahrungsmittel, wie Eier, Fleisch und Milch. Da auch kleinste Einheiten gehalten werden können, sind gerade die Kleintiere in hohem Maße geeignet, in Zeiten der Verknappung eine Ausgleichsmöglichkeit in der Ernährung zu schaffen. In der Zeit von 1914 bis 1918 hat sich der deutsche Kaninchenbestand von 2.5 auf 9.2 Millionen Stück steigern lassen. Was dies heißt, geht daraus hervor, daß eine Zuchthäsin im Jahre eine Erzeugung von 25 Klg wertvollen Fleisches und Fettes gewährleistet, wie Oberregierungsrat Küthe vom Reichsernährungsministerium kürzlich angab. Es ist also ganz natürlich, daß die nationalsozialistische Volkswirtschaft nicht daran vorbeigehen konnte, auch die Kleintierzucht in den Dienst der Erzeugungsschlacht zu stellen. Von Jahr zu Jahr hat sie erhöhte Leistungen aufzuweisen. Es ist veranschlagt worden, daß im Jahre 1937 aus der gesamten Kleintierwirtschaft ein Wert von rund 1.2 Milliarden RM. herausgeholt werden konnte. Auf die Geflügelwirtschaft entfällt davon rund die Hälfte; die Ziegenhaltung und Ziegenzucht ist mit fast 250 Mill. RM., das Kaninchenfleisch, die Kaninchenfelle sowie die Angorawolle sind mit 118 Mill. RM. und Bienenhonig sowie Bienenwachs mit über 40 Mill. RM. beteiligt. Daß die Kleintierhaltung sich auf Millionen von kleinen und kleinsten Betrieben verteilt, ist von besonderem Wert. So wird angegeben, daß die Hühnerhaltung in weit über 5 Millionen kleingärtnerischen, landwirtschaftlichen Kleinbetrieben, bäuerlichen Betrieben und Großbetrieben gepflegt wird. Bei der Gänsehaltung sind es eine Million, bei der Ziegenhaltung 1,3 Millionen Betriebe. Viele Kleintierhalter sind gleichzeitig Selbstverbraucher. So gilt als erwiesen, daß die Kaufkraft der landwirtschaftlichen Bevölkerung weitgehend durch ihre ierhaltung bestritten wird, bei der gerade die Kleintiere #eine große Rolle spielen. * 2. Weite Kreise der Wirtschaft sind mit dem Umsatz und Weiterverarbeitung von Erzeugnissen der Kleintierwirtschaft befaßt. An Geflügelerzeugnissen ist z. B. auch die Lebkuchen=. Keks= und Süß, warenindustrie interessiert, ebenso Bäckereien. Konditoreien und Brotfabriken, ferner die Manonnaise= und Fleischwarenindustrie; sogar die Textilindustrie, Kürschnereien und die Lederindustrie sowie natürlich auch das Fleischergewerbe beliefert. Die Geflügelhalter sind ferner auch wichtige Lieferanten für die Bettfedern=, Schmuckund Zierfedernindustrie. Lichtziehereien, Wachspressereien und=schmelzereien sowie Schmiermittel, und ReinigungsFettindustrie sind auf die Bienenhaltung angewiesen. Weniger bekannt ist, daß aus der Geflügelhaltung allein jährlich bis zu 800000 Tonnen besonders hochwertigen Düngers geliefert werden können. Der Wert des Dunges von Geflügel. Ziegen und Kaninchen kann mit etwa 40 Millionen RM. jährlich veranschlagt werden. Daß die Bienen für die Befruchtung beim Baumund Beerenobst, ferner auch bei Oelfrüchten und Klee von hoher Wichtigkeit sind, darf ebenfalls nicht außer acht gelassen werden. Küthe gibt an, daß der Verbrauch des Fleisches von Kleintieren in den letzten Jahren rd. 5 v. p. des Gesamtfleischverbrauches ausmachte, wobei allerdings die Einfuhr miteingerechnet ist. Wird diese aber in außer, gewöhnlichen Zeiten eingeschränkt und geht der Anfall von Fleisch des Großviehs zurück, so steigt entsprechend die Versorgung aus heimischen Kleintierbeständen. In Kriegszeiten sind Ziegenmilch und Ziegenkäse für weite Bevölkerungskreise oft die einzige Form, in der den Kindern tierisches Eiweiß zugeführt werden kann. Von Taubenfleisch und Honig aber ist bekannt, daß sie bei den verschiedensten Erkrankungen vorzügliche Dienste leisten. Die neue Organisation der letzten Jahre hat die frühere Vielzahl von Vereinen, Bünden und Verbänden der Kleintierzucht im Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter zusammengefaßt. Leistungszuchten auf natürlicher, gesunder, bäuerlicher Grundlage sind das Hauptziel der jetzigen gemeinsamen Bestrebungen. Außer dem Geflügelgesundheitsdienst ist ein weitverzweigter Geflügelzucht=Beratungsdienst eingerichtet worden. Auch fördert das Reich die Kleintierzucht, indem es in gegebenen Fällen Zuschüsse für die Beschaffung von Leistungsgeflügel, für Stallverbesserungen, Stallneubauten und künstliche Glucken gewährt. Zum Teil gilt dies auch für die Kaninchen= und Ziegenzucht Die Selbstversorgung in Eiern stieg innerhalb der letzten fünf Jahre von 72 auf 80 v. H. des Verbrauches. Bei Geflügelfleisch und Honig blieb sie anteilmäßig gleich, doch muß in allen Fällen das ständige Anwachsen der Bevölkerungszahl und der dadurch stark gestiegene Gesamtverbrauch berücksicht werden. Im vorigen Jahre wurden z. B. auch viel weniger Eier eingeführt, denn die Einfuhr sank von 2,4 auf 1,58 Milliarden Stück. Beim Honig stieg der Verbrauch um mehr als die Hälfte gegenüber dem Jahre 1932. Seit Jahrzehnten erfreut sich die Kleintierhaltung auch in den Industriegebieten großer Beliebtheit. Hier trägt sie dazu bei, den Arbeiterhaushalt krisenfester zu machen. Insbesondere ist die Ziegenzucht bei der Industriebevölkerung vielfach anzutreffen. Auch dort wäre ihre noch weitere Verbreitung und eine Leistungssteigerung sehr vorteilhaft. Bei den Ziegen will man erreichen, daß die Milchleistung in den nächsten vier Jahren um etwa 100 Liter je Tier gesteigert wird. nk. bedrehtes vorzellan und Tapetenmusterkarte „Schönheit der Arbeit“ von volkswirtschaftlicher Seite.— Kritische Voraussagen, die nicht zutreffen. Zwei Beispiele Es muß grundsätzlich daran festgehalten werden, daß „Schönheit der Arbeit“ ihrem innersten Wesen nach eine kulturelle Tat ist; diese Tat ist nicht mehr und nicht weniger als die Verwirklichung jahrzehntelanger Sehnsucht schaffender deutscher Menschen. Das Amt„Schönheit der Arbeit“ ist in klarer Erinnerung dieser Dinge mit schärfster Konsequenz vorgegangen: Ordnung und Sauberkeit an der Arbeitsstätte als Voraussetzung für den Adel der Arbeit; technische Verbesserungen als Voraussetzung für die zu fördernde Volksgesundheit; und zuletzt bewußte Schönheit der Arbeit als Voraussetzung für die innere Anteilnahme des einzelnen an den kulturellen Gütern der Volksgemeinschaft! Der wirkliche deutsche Arbeiter hat unter den von ihm ersehnten Menschenrechten niemals etwa eine Lohnerhöhung verstanden; vor einer solchen rein materiellen Einstellung bewahrte ihn die instinktive Gewißheit, daß auch ein unfreier Sklave eine Brotzulage bekommen kann. wenn er nur recht brav ist. Achtung vor seiner Arbeit, würdige Gestaltung seines Arbeitsplatzes, Mitbesitz an allem Schönen. was eine Volksgemeinschaft zu bieten hat: das war seine Sehnsucht. Das Amt„Schönheit der Arbeit“ kann für sich die stolze Genugtuung in Anspruch nehmen, aus einem sinnlosen Song des Klassenkampfes eine Melodie wahrer Menschenrechte geformt zu haben. Aber es ist immer so gewesen: die Wirkungen einer guten Tat beschränken sich nie auf den vorher gedachten Kreis, ebenso wie es„der Fluch der bösen Tat ist, fortzeugend immer Böses zu gebären.“ Daß sich alle Maßnahmen auf dem Gebiete„Schönheit der Arbeit“ auch wirtschaftlich auswirken, ist inzwischen bekannt genug geworden, sei es durch zusätzliche Arbeitsbeschaffung oder durch das Resultat steigender Leistungsfähigkeit seitens der betreuten Gefolgschaft. Daß aber „Schönheit der Arbeit“ zugleich auch ein gewichtiger Faktor auf dem Gebiete der Produktionsverbilligung sein kann, dürfte im ersten Augenblick unwahrscheinlich klingen. Denn der erste Eindruck wird in folgendem Gedankengang festgehalten: Wenn„Schönheit der Arbeit“ aktiviert wird, müssen Arbeitsstätten u. Arbeitsplätze irgendwie erneuert und verbessert werden; das erfordert eine Anlage von Geldern— und infolgedessen liegt es im Bereich der Wahrscheinlichkeit, daß„Schönheit der Arbeit“ die Produktion verteuert! Das wäre an sich Auswirkung nicht mächtig genug Wahrscheinlichkeitsrechnung ins richtig, wenn die letzte wäre, die erwartete Gegenteil zu verkehren. Zwei Beispiele aus der Tätigkeit des Amtes„Schönheit der Arbeit" beweisen es: Das Amt kümmert sich nicht nur darum, daß der deutsche schaffende Mensch schöne Kantinen und Speiseräume sein eigen nennen kann, sondern auch darum, daß die mit diesen Räumen irgendwie verbundenen Gegenstände ebenfalls dem Prädikat„schön" entsprechen. Dazu gehört u. a. auch Porzellangeschirr. Verschiedene Teile dieses Geschirrs wurden früher der Billigkeit halber gegossen. Um beim Beginn der ersten Arbeitsschlacht auch der darnieberliegenden Porzellanindustrie zu helfen, verfügte seinerzeit das Amt„Schönheit der Arbeit“, daß diese bisher gegossenen Stücke gedreht werden sollten. Damit war ohne Preissteigerung die Notwendigkeit verbunden, mehr Arbeitskräfte einzustellen. Nachdem heute die Porzellanindustrie auf gesunden Füßen steht und in lebenswichtigen Arbeitszweigen ein kaum noch zu deckender Bedarf an Arbeitskräften in Erscheinung getreten ist, konnte die obengenannte Anordnung zurückgezogen werden. Das heißt: die Stücke können jetzt wieder gegossen und damit Arbeitskräfte ausgesparrt werden. Die dadurch eintretende Entlastung des Lohnkontos ist unbedingt als Weg zur Preisverbilligung anzusprechen. Das zweite Beispiel: Das Amt„Schönheit der Arbeit“ hat zur Verwendung in Büros, Kantinen, Kameradschaftsräumen und Wohnungen eine Tapetenmusterrarte geschaffen, die 104 verschiedene Muster= und Farbarten enthält. Diese Musterkarte verfolgt den Zweck, den in den letzten Jahrzehnten auf den Markt gebrachten Tapetenkitsch zu beseitigen. Was bisher schon gut war, soll natürlich weiterhin bestehen bleiben. Die Tapetenherstellung im Rahmen der neuen Musterkarte ist nun aber nicht etwa das Monopol einer einzigen Firma. Im Gegenteil: jede Firma, die gewillt ist, die Ziele des Amtes zu fördern, kann sich an der Herstellung beteiligen, sofern sie bereit ist, saubere Zusammenarbeit mit den anderen Firmen als Grundsatz anzuerkennen. Für die neuen Tapeten„Amt Schönheit der Arbeit“ gibt es für ganz Deutschland nur eine Auslieferungsstelle: damit entfällt der belastende Zwang früherer Zeiten, wonach jede Fabrik in Großstädten und Provinzen eigene Auslieferungslager unterhalten mußte. Auch das Kapitel„Werbekosten“ kann gesenkt werden, weil die neue Tapete für sich selbst spricht und die Gleichheit der Fabrikation einen besonderen Werbefeldzug unnötig macht. Auch hier sind die Voraussetzungen geschaffen, durch Preissenkung den Meg nationalsozialistischer Volkswirtschaft zu ebnen. Dieser Weg wird erfreulicherweise seitens der Betriebsführer in steigendem Maße als richtig erkannt. Es gilt nun, in kameradschaftlicher Zusammenarbeit sich der Aufgabe zu unterziehen, die einmal erkannte Marschroute zu beschreiten und aus der Theorie des Erkennens zur Praxis des Handelns zu kommen. Die Vergangenheit hat bewiesen, daß der Lebensstandard des deutschen Volkes auf dem Wege über Lohnerhöhungen nicht zu verbessern ist, weil sie durch Preissteigerungen mehr als illusorisch gemacht würden. Der richtige Weg ist, bei stabilen Löhnen durch eine fortschreitende langsame Produktionsverbilligung die Kaufkraft der Löhne zu steigern und auf diese Weise Lebensstandard und Verbrauch zu erhöhen. Damit ist nicht nur dem einzelnen, sondern auch der Volkswirtschaft als Einheit am besten gedient. Pi. Die neue Waldweihestätte des vor der Weihe. 20 Jahre nach Beendigung des großen Weltkrieges verwirklicht der Sauerländische Gebirgs=Verein den schon vor 15 Jahren von ihm gefaßten, damals jedoch nur zum Teil in seinem Wanderheim umgesetzten Plan der Errichtung eines Denkmals zur steten Erinnerung an seine auf dem Felde der Ehre gebliebenen nayezu 1000 Mitglieder. In engster Gemeinschaftsarbeit zwischen dem Dortmunder Architekten Josef Wentzler und dem Lüdenscheider Stadtbaurat Finkbeiner wie dem Kölner Bildhauer Willy Meller, der auch die Bildhauerarbeiten auf der Ordensburg Vogelsang schuf, und dem Schöpfer der Gruga, dem Essener Gartenbaumeister Schmidt, ist in aller Stille auf der Höhe des Kohlberges eine Waldweihestätte geschaffen worden, welche die rechte Einstimmung zu den alljährlich am zweiten Oktobersonntag stattfindenden Heldengedächtnisfeiern des S G V. geben wird. Dort, wo der Hochwald etwas vom Wege zurückspringt und eine Art Halbkreis um eine heidebewacsene Stelle bildet, ist das Steinmal errichtet worden, das, 5 Meter hoch, weit über deutsches Land schaut. Vom Eingang aus blickt man durch ein kunstvolles schmiedeisernes Tor in den stimmungsvollen Innenraum, in den des Himmels Bläue auf zwei von Künstlerhand getriebene bronzene Lanzen und eine schlichte Grabplatte niederfällt. So wird jeder, der hier oben vorüberwandert, ergriffen und gemahnt an den Zweck dieses Baumes, der außen durch zwei Inschriften gekennzeichnet wird. Die Vorderseite, nach Westen ausgerichtet, trägt einen aus einem einzigen Sandsteinblock wuchtig herausgearbeiteten riesigen Stahlhelm, umkränzt von Eichenlaub; die Steine zu beiden Seiten des Helms tragen die Inschrift:„Liebet die Heimat, mahnen die Toten“. Auf der Südseite des Males, neben dem Eingang, lesen wir:„Seinen im großen Krieg für Heimat und Volk gefallenen Wanderkameraden in Dankbarkeit und Treue. Der Sauerländische Gebirgs=Verein.“ Denkmal und Platz werden am 9. Oktober um 13.30 Uhr ihre Weihe erhalten. Die Hunderte von Wandergruppen des SGV. marschieren schon eine Vietelstunde vorher mit ihren blumen= und laubgeschmückten Wimpeln vom Heim aus zum Festplatz. Der Feuerreiter, die gern gelesene illustrierte Wochenschrift, wird den Bestellern mit der heutigen Ausgabe des Herner Anzeigers ins Haus gebracht. -e e ete PALMOLIVE-SEFE Der historische Tag Münchens Bild links: Die Besprechung der vier Staatsmänner Europas, in der die Freiheit der Sudetendeutschen besiegelt wurde.— Bild rechts: Unser Bild zeigt Adolf Hitler in Unterhaltu Ministerpräsidenten Daladier; zwischen beiden sieht man Gesandtschaftsrat Dr. Smior.„ Der Führerbau Das Monument der Gesinnung am Königsplatz in München. Der Führerbau am Königsplatz in München stellt das repräsentativste Dokument nationalsozialistischer Baugesinnung dar und ist gleichzeitig das steingewordene Zeugnis unserer-krafterfüllten aufrechten Zeit und Weltanschauung. Obwohl er sich ganz in die Gesamtanlage einordnet, ist er das Kernstück der architektonisch einzigartigen Platzgestaltung, die das Verwaltungsgebäude der Partei, die Ehrentempel der Blutopfer der Bewegung und die Glyptothek zu einem geschlossenen marmorenen Festsaal vereint. Der Führerbau erhielt seine feierliche Weihe und trat in das Bewußtsein des ganzen Volkes, als vor Jahresfrist der Führer seinen hohen Gast und den Freund des deutschen Volkes, den Duce des faschistischen Italiens. Benito Mussolini, in diesen Räumen begrüßen konnte. Zum erstenmal betraten der Führer und Mussolini den wuchtigen Balkon des kurz zuvor fertiggestellten Bauwerkes, um die jubelnde Bevölkerung zu grüßen. Inzwischen hat der Führer dort bei großen Ereignissen der Partei und der Nation seine Gäste empfangen und das Führerkorps der Partei in diesem würdigen und verpflichtenden Rahmen um sich versammelt. In seinem Aeußeren gleicht der Führerbau in seiner klassischen Einfachheit und inneren Wucht dem Verwaltungsgebäude, durch das edle Baumaterial den Geist der Gesinnung, der hier Baumeister war, verkündend. Beide Bauten haben die gleiche betonte Vertikallinie und Fensterflucht, die gleichen ehernen Hoheitszeichen an den Eingängen. Hervorgerufen durch den hellen Gundelsheimer Marmor und den roten Juramarmor strahlt das ganze Gebäude eine Symphonie der Schönheit und Würde aus, die man wohl nirgends in dem gleichen Maße empfindet. Es ist nicht so, daß sich die Kühnheit und Monumentalität dieses Baues in der Fassade erschöpft. Die innere Gestaltung läßt den, der durch diese Räume schreiten kann. eine dauernde Steigerung erleben. Was hier bauschopferisch geleistet wurde, hat kein Vorbild— es sei denn in den strahlenden Idealen der nationalsozialistischen Bewegung—. sondern ist es selbst. Die Großzügigkeit und Mannigfaltigkeit der Raumgestaltung wird einem ganz bewußt beim Betreten der wohl schönsten Halle, die es gibt. In dieser repräsentativen Wohnhalle offenbart sich die majestätische Größe unserer Zeit durch die Sprache der neuen deutschen Kunst. 28 Meter breit und 13 Meter hoch breitet sich dieser feierliche Raum im Halbrund mit einem Radius von 14 Meter aus. Er ist bis zu einem Drittel der Höhe mit Palisander in wuchtiger Maserung getäfelt, unterbrochen von sechs in rotem Saalburger=Marmor eingefaßten symmetrisch angeordneten Türen. Aus dem Führerbau und seinen Steinen sprechen die wirksamen Kräfte der Seele und des Blutes. Aus ihm wachst langsam der neue Baustill des nationalsozialistischen Volkes. Professor Troost, der erste Baumeister des Führers, hat die Entwürfe zu diesem Bau, die bis 1931 zurückgehen, geschaffen, seine Gattin und Professor Gall haben diese Pläne, in denen der Bauwille des Führers überall lebendig ist. in Gemeinschaft mit den deutschen Arbeitern, Handwerkern und Künstlern vollendet. NSK. Unser Bildtelegramm zeigt den französischen Ministerpräsidenten Daladier mit Reichsaußenminister v. Ribbentrop aus der Fahrt durch München.(Scherl-Bilderdienst-M) Englands Premierminister schreitet die Ehrenkompagnie der SS. ab. Man erkennt von links: Gauleiter Wagner, Oberbürgermeister Fiehler, Reichsstatthalter Ritter v. Epp, und weiter rechts Premierminister Chamberlain,(halb verdeckt) der britische Botschafter, Sir Nevile Henderson und Reichsaußenminister v. Ribbentrop.(Scherl-Bilderdienst-N.) „Der Frieden ist in München geboren worden“. Ungarn begrüßt die ersten Nachrichten vom Münchener Abkommen. Budapest, 30. Sept. Die Nachricht von der welthistorischen Einigung der vier Mächte in München traf in Budapest zu stät ein, als daß die Morgenblätter dazu in Kommentaren hätten Stellung nehmen können. Die Ueberschriften der Münchener Meldungen lassen aber erkennen, daß die endgültige Regelung der sudetendeutschen Frage als die größte europäische Friedenstat der letzten 20 Jahre gewertet wird und daß sie unter Umständen den Beginn einer neuen Epoche der friedlichen Zusammenarbeit in Europa bedeuten könnte.„Der Frieden ist in München geboren worden“ lautet die Ueberschrift des Regierungsblattes„Függetlenseg“. Der klerikale„Nemzeti Ujsag" und der rechtsradikale „Magyarsag“ des Abgeordneten Hubay setzen in großen Lettern das Wort„Frieden“ über das Schlußkommunique. In den Unterüberschriften wird unter Hinweis auf die dreimonatige Frist für die Lösung des ungarischen und polnischen Minderheitenproblems der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß damit auch die Forderungen ebenso ihre Erfüllung finden werden, wie sie die sudetendeutsche Frage gefunden hat. „Rettung des Friedens“ Das Münchener Ergebnis beherrscht auch die schwedische Morgenpresse. Stockholm, 30. Sept. Der überwiegende Teil der schwedischen Morgenpresse ist voller Jubel über die „Rettung des Friedens“ in München. Die Berichte über das Ergebnis und den Verlauf der Verhandlungen der vier Mächte beherrschen vollends das Bild der Zeitungen Nach„Svenska Dagbladet“ habe die tschechische Krise zu einem großen deutschen Siege geführt.„Stockholms Tidningen“ schreibt u. a.:„Größtes Ergebnis, das ohne Gewalt erreicht wurde“. Sehr unzufrieden mit dem Ergebnis ist natürlich das Hauptblatt der Regierungspartei„Social=Demokraten“, das im Leitartikel mit echt marxistischer Engstirnigkeit feststellt, die Westmächte hätten„einen demokratischen Kleinstaat, den sie selbst geschaffen hätten, geopfert.“(!) Ganz Deutschland dankt dem Führer Danktelegramme aus allen Schichten der Bevölkerung München, 30. Sept. Nach dem glücklichen Abschluß der Viermächtebesprechungen läuft beim Führer aus allen Schichten des deutschen Volkes eine Fülle von Telegrammen ein, die ihn zu dem Erfolg des Abkommens und der Heimkehr der Sudetendeutschen ins Reich beglückwünschen. Aus allen diesen Dankeskundgebungen spricht die tiese Freude darüber, daß der Führer nach der Ostmark nun auch die Sudetendeutschen ins Reich zurückführt. „Die Großen Vier“. Ein alter Name neu und ehrlich verliehen Die freudige Stimmung in England Der Jubel in London London, 30. Sept. Die Nachricht von dem Abkommen der vier Mächte in München ist für London wie eine Erlösung gekommen. Als die ersten Gerüchte über ein Zustandekommen eines Abkommens in London in den späten Abendstunden eintrafen, wurden teilweise in der Theatern und Kinos die Vorstellungen unterbrochen, um dem Publikum diese neue und so sehnlichst erwartete Nachricht mitzuteilen. Ungeheurer Jubel war überall die Antwort auf diese Freudenbotschaft. Die Begeisterung sand zum Teil auch ihren Ausdruck in lang andauernden Jubelrufen auf den König und Chamberlain. Dasselbe Gefühl der Erleichterung spiegelt sich auch in der Londoner Morgenpresse wider, obgleich für ihre ersten Ausgaben die Mitteilung des tatsächlich erreichten Abkommens noch nicht vorlag. Der„Daily Expreß“, erscheint so z. B. unter der Riesenüberschrift„Es ist Frieden“.— Der„Daily Herald“ hat die Balkenüberschrift„Viermächte=Abkommen über den Tschechenplan“. In ihren Leitartikeln behandeln die Blätter ebenfalls ausschließlich das Abkommen. von München, obwohl sie mit einer gewissen Zurückhaltung schreiben müssen, weil bei Abfassung der Leitartikel eine offizielle Bestätigung für den Abschluß noch nicht vorlag. Die„Times“ unterstreicht es in ihrem Leitartikel unter anderem als bezeichnend, daß der Spitzname „Die Großen Vier“(„Big Four“) bereits den in Munchen versammelten Staatsmännern gegeben worden sei. Das erinnere einen an jene Verhandlungen in Paris— die Friedensverhandlungen— deren Ergebnisse jetzt zum Teil rückgängig gemacht würden. Damals wie heute hätten Frankreich, England und Italien zu den Verhandlungsmächten gehört. Die Tatsache, daß ein deutscher Führer jetzt an Stelle eines Amerikaners den vierten Platz einnehme, sei symbolhaft. Das Fehlen eines deutschen Vertreters bei den Friedensverhandlungen in Paris sei hauptsächlich für die Tatsache verantwortlich, daß Deutschland die Revision selbst in die Hand nehmen müßte. „Daily Telegraph“ schreibt, daß bei allen Völkern der Schrecken vor dem Kriege und das Gefühl, daß der Krieg Wien, 30. Sept. Nach Bekanntwerden der Ergebnisse der Münchener Besprechungen haben die Tschechen mit einer verstärkten Fortführung ihres Terrors eingesetzt. Nach längstverteilten Plänen wurde entlang der Grenze mit dem allgemeinen Zerstörungswerk begonnen. Auf dem tschechischen' Bahnhof gegenüber Gmünd zündeten die Tschechen ihr riesiges Kohlenlager an. Viele hundert Tonnen Kohlen bildeten ein einziges Flammenmeer. Der Brandherd wütet noch immer unmittelbar an der deutschen Grenze. Aus Kallendorf wird gemeldet, daß die Tschechen dort in der Nacht sämtliche Weinkeller verwüsteten. Die Fässer wurden eingeschlagen und der Wein für den menschlichen Genuß unbrauchbar gemacht. Ein bezeichnendes Licht auf die wahren Hintermänner und Drahtzieher der Tschechen wirft eine Meldung aus Krumau. Der Jude Spiro, Besitzer der Botetschmühle und Papierfabrik, hetzt dort nach wie vor seine Arbeiter mit wüsten Beschimpfungen gegen Deutschland auf und ermuntert sie zu neuen Ueberfällen auf sudetendeutsches Land. In einer Betrriebsanordnung wird bekanntetwas Dummes sei, gleich stark sei. Der Unermüdlichkeit Chamberlains sei es zuzuschreiben, daß der Streitfall jetzt wieder, obwohl es schon hoffnungslos geschienen habe, zur Schlichtung in den Konferenzraum gebracht sei. Das Blatt schreibt u. a. in einem neuen Leitartikel, daß die Nachricht von dem Abkommen mit tiefer und allgemeiner Erleichterung begrüßt wurde. Die neuen Bedingungen müßten jetzt den Tschechen zur Annahme vorgelegt werden. Verschiedene Zweifelsfragen, so meint das Blatt, die einem bei der ersten Prüfung aufsteigen, würden sicherlich bei der Rückkehr Chamberlains am Freitag weitere Aufklärung finden. „Daily Mail“ schreibt u. a., alle vernünftig denkenden Menschen müßten sehen, daß die Münchener Besprechungen die wichtigsten seit dem Kriege seien. Verschärfung des Terrors im Oisa=Gebiet Warschau, 30. Sept. Die polnische Presse bringt auch am Freitag wieder zahlreiche Berichte über den blutigen tschechischen Terror, der sich in dem polnischen OlsaGebiet immer mehr verschärft.„Kurjer Poranny“ schreibt, man könne die Ortschaften, in denen es zu Kämpfen zwischen der polnischen Bevölkerung und den Tschechen im Laufe der letzten 24 Stunden gekommen sei, gar nicht mehr aufzählen. Ueberall tobe der Kampf, der ein Protest sei gegen die Rechtlosigkeit, die in dem OlsaGebiet herrsche. An den Kämpfen gegen die tschechische Tyrannei beteiligten sich nicht nur Männer, sondern auch Frauen und selbst Kinder. Ihr entschiedener Wille könne nicht im Feuer der tschechischen Maschinengewehre und in den Verfolgungen, denen sie ausgesetzt seien, und auch nicht im Gefängnis zerbrechen. Die blutigen Kämpfe an der Olsa seien ein Beweis dafür, daß dieses Land zum offenen Aufstand gegen Prag übergegangen ist. Europa müsse mit dieser Tatsache rechnen. Schlechte Nerven in Prag Dresden, 30. Sept. Der Sonderberichterstatter des „Dresdener Nachrichten“ meldet aus Prag: Während die übrige Welt die in München erziel# Einigung der Staatsmänner mit großer Freude un##dem Gefeühl der Erleichterung begrüßt, wächst die Panikstimmung bei den tschechischen Machthabern immer noch weiter. Wohl zur Beruhigung wurde von dem Kommandanten des Prager Flugplatzes mitgeleilt, daß die Piloten der dort bereitstehenden Flugzeuge„zuverlässig“ seien. Mitten in der Nacht fand eine Konferenz bei Benesch statt. Die Unruhe der Bevölkerung wurde besonders durch Nachrichten gesteigert, daß die Frauen zahlreicher Sowjetz russen in drei großen Flugzeugen Prag plötzlich verlassen haben, darunter solche, die erst vorgestern eingetroffen waren und sich luxuriös auf lange Sicht eingerichtet hatten. Die Flucht der Sowjetdamen wird als schlimmes Zeichen betrachtet, zumal die Sowjetbotschaft auf Anfrage erklärte, sie habe über den Grund dieser Flucht nichts zu sagen. Das Braunauer Rathaus geräumt Neurode, 30. Sept. Wie die Tschechen kurz vor Toresschluß noch im sudetendeutschen Gebiet hausen und getreu ihrer stets bewiesenen Veranlagung auf ihrem Rückwege stehlen, was noch zu stehlen ist, beweist z. B. ein Bericht des geflüchteten Prokuristen des größten Textilunter= nehmens der Stadt Braunau, der Firma Schroll& Söhne. Dort entführten die Tschechen in den letzten Tagen für 15 Millionen Tschechenkronen Fertigwaren ins Landesinnere. Auch das zweitgrößte Textilunternehmen. die Firma Hermann Pollak Söhne, hat sehr unter den sprichwörtlich bekannten„langen Fingern“ der Tschechen gelitten. die dort 200 000 Klg. Baumwolle errafften und nach der inneren Tschechei abtransportierten. Das Braunauer Rathaus wird von den Tschechen weiter ausgeräumt, alles Aktenmaterial und besonders die Einwohnerkartei wurden zum Abtransport verladen um den Deutschen Schwierigkeiten zu machen und um diese später betrügen zu können. Das tschechische Vernichtungswerk Riesige Kohlenlager in Brand gesteckt sämtliche Fabrikanlagen zu zerstören seien. Mord! 1000 RM. Belohnung Wer sah den Täter? Die Kriminalvolizei teilt mit: Wie bereits berichtet, wurde die 50jährige Witwe Karoline Hoffmann, geb. Meyer, am 19. d. Mts. in ihrer Wohnung in Hamburg, Herrengraben Nr. 11, ermordet aufgefunden. Sie ist am 14. 9. 1938 zuletzt abends gesehen worden. Geraubt wurden eine Anzahl wertvoller Schmucksachen, ein Silbersuchs und möglicherweise noch andere Wertsachen. Als der Tat dringend verdächtig wird der angebliche Händler Ernst Auch, geb. am 23. 12. 1887 in Brettental (Bezirksamt Emmerdingen) von der Kriminalpolizei in Hamburg gesucht. Der Gesuchte hat sich mehrere Monate, meist unangemeldet, und unter falschen Personalien in Hamburg aufgehalten und, wie festgestellt, den geraubten Schmuck von Frau Hoffmann kaufen wollen. Seit dem 24. 9. 1938 ist Auch flüchtig. Er ist wegen Heiratsschwindels und anderer Betrügereien erheblich vorbestraft und hat sich u. a. früher Josef Stocker, zuletzt auch Ernst Bergmann genannt. Beschreibung: Er ist 1,74 Meter groß, kräftig, hat volles, rundes Gesicht, hellblondes Haar(Glatze), trägt zeitweise Hornbrille. Er war mit grauem Ulster und dunklem Hut bekleidet. Zur weiteren Aufklärung des schweren Verbrechens werden alle Volksgenossen zur Mitfahndung aufgerusen. 1. Wer kennt Auch, und unter welchen falschen Personalien ist er aufgetreten? 2. Wo hat sich Auch seit Anfang September 1938 aufgehalten? 3. Wer kann über den Umgang des Auch Auskunft geben? für Beamte, zu deren Berufopflichten die Verfolgung heidung Handlungen gehört, bestimmt. Die Entso ehrerüber die Auszahlung unter mehrere Berechtigte erfolgt unter Ausschluß des Rechtsweges. Mitteilungen nimmt jede Polizeidienststelle sowie die Mordkommission Hamburg. Stadthaus, Zimmer 330, Fernsprecher 341000, Nebenanschluß 2209, entgegen. Beim Betreffen ist die Festnahme des Auch zu veranlassen. Der Polizeipräsident in Hamburg hat für die Ermittlung und Ergreifung des Täters eine Belohnung bis zu 1000 RM. ausgesetzt. Die Belohnung ist nur für Mitteilungen aus der Bevölkerung und nicht Leute, höret die Geschichte Bänkelsänger und Lieder von der Straßenecke. Jeder Hörer über 40 Jahre wird sich noch mit Lächeln an die Leute erinnern, die bei jedem Jahrmarkt und großerem Kirmestrubel an einer Straßenecke vorfuhren, das Bänkel aufstellten, den Bilderstand errichteten und die neuesten Lieder zur Drehorgel. Harfe oder Gitarre sangen. Zwischen den Liedern wurden Hefichen zum Mitsingen verkauft. Wer ist damals nicht schmunzelnd stehen geblieben und hat die„erschröcklichen“ Geschichten, auf Wachstuch mit grellen Farben— vornehmlich rot— gemalt, angeschaut. Wenn der Rhapsodenstab des Bänkelsängers über die Bilder glitt, fühlte man die Gänsehaut, und diese war wohl den Groschen für die neuesten Lieder wert. Fast unbemerkt sind diese Kirmesgäste vor dem Kriege ausgestorben, nur noch zweie ziehen in Deutschland herum. So verging das Salonlied ebenfalls, und die Drehorgel wird das gleiche Schicksal haben. Trotzdem wird jedes Jahrhundert seinen„Bänkelsang“ haben. Vielen Hörern wird es unbekannt sein, daß sich unsere größten Dichter für die Straßen= und Kirmessänger interessieren, ja, für diese fahrenden Leute Lieder schrieben. Dieses alles mit den Klängen aus vergangenen Jahrhunderten bis heute wird den Hörern noch einmal durch die Sendung des Reichssenders Köln am 8. Oktover von 18.10 bis 19 Uhr in Erinnerung gebracht. Wer allerdings zu den Empfindsamen gehört. mag sich wohl auf die musikalischen Hühneraugen getreten fühlen, die anderen aber werden nach dieser ergötzlichen Stunde lächeln. Das Manuskript schrieb Franz Peter Kürten, der auch die Sendung leitet. Nachfolgend veröffentlichen wir eine kleine Kostprobe des Bänkelsanges. Die Verlassene. Es sauste bang der Abendwind. als trüg er einen Fluch. da klagte laut ein armes Kind. Das einen Säugling trug: Vall Glanz ist meines Vaters Haus. Hier war ein Jüngling mein. In's Leben folgt' ich ihm hinaus. Doch ließ er mich allein. Was diese Welt nur Schönes gibt. Genoß mein schwaches Herz. Den falschen hat es treu geliebt, Und liebt ihn noch mit Schmerz: Sie hob zum blauen Sternenzelt Den jammervollen Blick. Und flehte nun. o. Herr der Welt. Dein Kind nimm hier zurück. Vor einem See stand sie voll Schmerz Verschwiegen wie das Grab. Den Säugling drückte sie ans Hers. Und stürzt mit ihm hinab. Nun ist die Arme. wie es heißt. Um Mitternacht zu seh'n. Als blaue Flamme soll ihr Geist Am Uferschilfe geh'n. Die Ns=Volkswohlfahrt rust! Deutscher Volksgenosse, wie lange willst Du noch fernbleiben. Du bist verpflichtet, mitzu arbeiten am Aufbau der deutschen Nation! Werde Mitglied! Die Bühne der Stadt Bochum. Wichtig für alle bisherigen Theatervormieter. Mit dem heutigen Tage läuft bei allen Vormietern, die bisher noch nicht Gelegenheit gefunden haben, ihr Abonnement zu erneuern, die Sperrfrist, die ihnen ihren früheren Platz sicherte, ab. Die letzte Möglichkeit, sich als Dauerbesucher in die Listen für die Jubiläumsspielzeit einzutragen, ist also heute, Samstag, gegeben, bevor die Aufteilung der Plätze beginnt. Stadt Wanne=Eickel. Das Wanne=Eickeler Dorssippenbuch entsteht. Die Arbeitsgemeinschaft für Sippenkunde und Sippenpflege im Wanne=Eickeler NS=Lehrerbund ist seit Pfingsten mit der Verkartung der Kirchenbücher in der evangelischen Kirchengemeinde Eickel beschäftigt. Seit Anfang dieses Monats betreibt man die gleiche Arbeit in der katholischen Kirche zu Eickel, und im nächsten Monat will man in der Cranger Kirche anfangen. Die Verkartung der Kirchenbücher hat die Aufstellung der Dorfsippenbücher als Ziel.(nsg.) Was alles verloren wird. Seit einiger Zeit werden die Fundsachen bekanntlich von der Polizei aufbewahrt. Man kann sich kaum vorstellen, was alles auf der Verlustliste steht. Wie das Polizeiamt Herne mitteilt. warten die nachstehenden Fundsachen aus Wanne=Eickel auf ihren Besitzer, der das Eigentumsrecht daran binnen Jahresfrist beim Polizeiamt in Herne. Zimmer 66. geltend machen muß: Geldbörsen mit Inhalt. drei Aktentaschen mit Inhalt, eine Herrenarmbanduhr. ein Herrenfahrrad. eine Eisenbahnfahrkarte 2. Klasse. ein Bruchband, zwei Brillen. eine Flöte. 10 Paar Holzschuhe, ein silberner Drehstift(Bleistift), drei Hausschlüssel mit Vorhängeschloß und Ring, zwei Patentschlüssel mit Kette und Schnur. ein Bund Werkzeugschlüssel. eine Segeltuchhandtasche mit Inhalt. ein Eßbesteck. ein Damenschirm. ein Herrenhut, eine Damenhandtasche mit Inhalt. ein Geldschein. Betrüger kassiert Knavvschaftsbeiträge. Am 22. September erschien bei einem Bergmann in der Nachbarschaft ein Unbekannter, der sich als Beauftragter der Ruhrknappschaft ausgab und 3.60 RM. Knavvschaftsbeiträge kassierte. Am nächsten Tage stellte sich dann die Sache als Schwindel heraus. Beschreibung des Täters: Nd. 50 Jahre alt. 1.75 Meter groß, graues Haar. an der rechten Seite der Nase eine 2 Zentimeter lange Narbe. Bekleidung: bräunlicher Anzug. grauer Filzhut, schwarze Halb schuhe, weißer Stehkragen. Der Mann trug eine schwarze Aktentasche bei sich. Wer wurde in Manne=Eickel geschädigt? Es wird gebeten. bei erneutem Auftreten dieses Mannes sofort die Polizei zu verständigen. Gauleiter Wagner besichtigte Flüchtlingslager NSG. Am Dienstag traf Gauleiter und Oberpräsident Josef Wagner in Liegnitz ein, um die Flücht lingslager der sudetendeutschen Frauen und Kinder zu besichtigen. Die Freude über die Anwesenheit des Gauleiters strahlte aus den Gesichtern aller Flüchtlinge. Teilnahmsvoll ließ sich Gauleiter Wagner die furchtbaren Erlebnisse der geflüchteten Frauen berich ten. Für jede hatte er ein Wort des Trostes. Den Kindern ließ er Süßigkeiten reichen, so daß er bald von einer glücklichen Kinderschar umringt war. Was kochen wir nächste Woche? Rüchenzektel des Deutschen Frauenwerks, Gau Westsalen=Süd. Montag: Haferflockensuppe, Reste vom Hammelbraten mit mit Gurkentunke. Dienstag: Fischgemüfesuppe, Kohlrollen mit Fischgehacktem, Pflaumenkompott. Mittwoch: Geschmorte Birnen mit Schweinbauch, Salzkartoffeln. Donnerstag: Buktermilchsuppe, Spinat, Bratwurst, Salzkartoffeln. reitag: Fischfricassee mit Endiviensalat, Pellkarkoffeln. onnabend: Weiße Bohnensuppe mit Tomaten und Speck. Sonnlag: Pichelsteiner mit Rindfleisch. Rezept: Gurkentunke. 1 festfleischige Gurke, 6 Eßlöffel Fekt, 1 Eßlösel Mehl, 1 Zwiebel. Die Zwiebeln in Fett bräunen, die Gurkenstücke, von Kernen befreit, hinzugeben, mit Essig oder Zitrone abschmecken, alles verkochen, bis sich alles durch die Sieb geben läßt; dann mit Salz und etwas Zucker abschmecken. Cvangelische Goltesdienftordnung. Sonntag, den 2. Oklober 1938. Herne. Hauptkirche: 8 Uhr Frühgottesdienst, Pfarrer Vohwinkel; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, Pfarrer Helmich; im Anschluß an den Hauptgottesdienst Feier des hl. Abendmahls; Vorbereitung Samstag 19.15 Uhr, Pfarrer Kiehl; 11.15 Uhr Kindergottesdienst, Pfarrer Helmich; 13 Uhr masurischer Gottesdienst; 15 Uhr Taufen, Pfarrer Helmich.(Die Taufen sind in der Woche vorher bei dem Bezirkspfarrer anzumelden.) Donnerstag 20 Uhr Gebetsstunde, Pfarrer Kiehl. Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Hartmann; Taufen; 11 Uhr Kindergottesdienst. Waldschule Constankin: 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Kiehl; 10.45 Uhr Taufen; 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Evangelisches Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst, Pfr. Kiehl. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfr. Vohwinkel; 11 Uhr Kindergottesdienst, Pfr. Kiehl; 11.45 Uhr Taufen. Amtswoch: Pfarrer Helmich. Vorsitz im Presbyterium: Pfarrer Helmich. Baukau. Sonntag(Erntedankfest) 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Barner; anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahles; 11.30 Uhr Kindergottesdienst; 12.15 Uhr Taufen. Sodingen. Sonntag(Erntedankfest) 9.30 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Lehbrink(Mitwirkung des Kirchenchors); anschließend Beichte und Abendmahl; 11 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Tauffeier. Bladenhorft. Sonntag 10 Uhr Erntedankfest(Frauenchor); anschl. Beichte und hl. Abendmahl: Kindergottesdienst fällt aus. holsterhausen(Eickel II). Sonntag 10 Uhr Erntedankfestgottesdienst, Pfr. Steil; anschl. Beichte und Feier des hl. Abendmahles; 11.15 Uhr Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Taufen. Vereinskalender Der Reichskolonialbund, Abtl. 4. lädt seine Frauen zu einem Arbeitsnachmittag am Montag, dem 3. Okt., bei Koopmann ein. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Krieger= und Landwehrkameradschaft Alt-Herne, gegr. 1865. Sonntag, den 2. Oktober, vorm. 10.30 Uhr, Appell im Kameradschaftsheim Knapp.(2815a O weinet nicht so, ihr Lieben mein, Stillt eure heißen Jähren, Ich darf mich jeht im Himmel freun Mit allen Engelchören. Seht, wie glänzt doch mein Gewand. Wie funkelt meine Krone. Wie wunderschön das sel'ge Land, Das ewig ich bewohne. Heute mittag 1.30 Uhr entschlief nach langem schwerem Leiden, gestärkt durch die Tröstungen der kath. Kirche, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante verw. Linnhoff, geb Berg im Alter von 74 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Herne, Dortmund, Soest, RecklinghausenSüd, den 29. September 1938. Von meinen Herzbeschwerden befreit und zwar durch Klosterfrau=Melissengeist, das berichtet am 22. 4. 1938 Frau Rosalie Sterr(Bild nebenstehend), Hausfrau, Geiselhöring Bay., Hahnengasse 9-10. Sie schreibt wie folgt:„Es ist mir eine Freude, Ihnen meinen Dank und meine Anertennung für Klosterfrau=Melissengeist auszusprechen. Ich hatte unter Herzbeschwerden gelitten und versuchte Klosterfrau=Melissengeist. Ich nahm immer einen Teelössel auf einen Eßlössel Wasser. Der Schmerz war wie weggeblasen. Mein Wunsch ist, daß alle Menschen, die von ähnlichen Herzzuständen geplagt sind. Klosterfrau=Melissengeist versuchen. Zum Dank werde ich ihn weiterempfehlen.“ Diese vorzügliche Wirkung des Klosterfrau=Melissengeistes bei Herzkrankheiten, die nicht auf organischen Fehlern beruhen, ist aus seiner Zusammensetzung erklärlich. Als Heilkräuter=Destillat enthält er neben der Melisse, die bereits seit Jahrhunderten als Herzstärkung bekannt ist, noch eine Anzahl anderer heilkräftiger Pflanzen, Kräuter und Wurzeln. Durch die Vielfältigkeit der in ihm enthaltenen Bestandteile übt Klosterfrau=Melissengeist eine beruhigende Wirkung auf die gesamte Herz= und Nerventätigkeit aus. Er hilft so Beschwerden beseitigen, die auf Störungen der Herz= oder Nerventätigkeit zurückzuführen sind, wie Schlaflosigkeit, nervöse Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen. Diese Erkrankungen überwindet Klosterfrau=Melissengeist auf natürliche Weise, weil er deren Ursachen behebt. 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Allen, denen aus Versehen keine andere Nachricht zuging, diene diese Anzeige als solche. 4. RegenSchirme! Taschenschirme! Bei uns finden Sie stets die schönste Auswahl in allen Preislagen. Neue Sendung eingetrotten! Cal Schluchebier Haus der Schirme Herne, Bahnhofstraße 49 Inserieren bringt Gewinn Ae UE E wird nach den modernsten Formen umgearbeltet, gereinigt und gefärbt bei billigster Berechnung. Herrenhüte können zu Damenhüten umgearbeitet werden. Hutfabrik Jul. Heilmann Herne, Hermann-Göring-Straße 12 gegenüber der Hauptpost Einige gebr. Pianos u. a. Blülhner, Grotrian Steinweg. Ibach, Kuhse, Nagel usw. preisw. zu verkf. Teilzahlung. Pianos z. Miete. Pianohaus Marks Bochum. Kaiser=Wilhelm Straße. Doppelherz=Verkaufsstellen: Herne: E Husemann, vd Hevotstr 25; GlückaufDroa W Jansen, a. d. eg. Kirche:# Klische, Drog. z. Kreuz, Bahnhofstr 56, Fil Bahnhofstr 145; Fach=Drog 2 Kottsiever, Bahnhofstr 82a; Droa Eckey. Behrensstr 6; G J. 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Ein Quartekt junger Kunstschülerinnen beschließt, aus eigener Kraft vorwärtszukommen— allen Männern zum Trotz! Und sie leisten einen feierlichen Eid, daß kein Vertreter des starken Geschlechts sie jemals schwach finden soll. Der ganze trogikomische Schicksalsweg der allzu selbständigen und opposttionellen Frau wird also, übrigens in sehr humorvoller und graziöser Form, wieder einmal aufgerollt. Aber man kann nicht sagen, daß etwa erst die moderne Industrie diesen neuen weiblichen Typ mit dem Anspruch auf„männliche" Leistung geschaffen, hat. Das Mutterrecht der Urvölker, bei denen die Frau oft eine dominierende Rolle spielte, hat geheimnisvolle Spuren hinterlassen. Amazonen und Weiberstaat, Emanzipation, die grotesken Ausbrüche der Suffragetten, der zähe Ein. 1 C Zeichnung Cyran-Ufa(9) Ein heiteres Kleeblatt Carsta Löck, Ingrid Bergman, Sabine Peters und Ursula Herking im Ufa-Film „Die vier Gesellen“ bruch in so viele Männerpositionen der Männerberufe— das alles sind nur wechselnde Formen des gleichen„revolutionären“ Triebs. Die anscheinend so selbstverständliche Weltherschaft der Männer, die Ueberlegenheit der mannlichen Gehirne wurde in steigendem Maße angezweifelt. Wir wollen hier einmal nicht von der Frauenarbeit in der Fabrik, im Kontor, im Atelier oder in den Gefilden der Wissenschaft reden— sondern von der geradezu phantastischen Veränderung unseres Gesellschaftsbildes. In den letzten fünfzig Jahren haben unsere vorwärtsstürmenden sungen Heldinnen die alte Plüschkultur und Mauerblümchenexistenz buchstädlich in Fetzen gerissen. Wo sind die weiten, langen Röcke geblieben, die Schnürpanzer, die Wollstrümpfe und jenes komische, rüschenbesetze Unterzeug aus Flanell, über das heute sogar die Hundertjährigen kichern? Wo die bauschigen, hochgeschlossenen Strandanzüge, deren Anblick unseren Großvätern rätselhafte Seufzer entlockte? In der Tat— unsere Frauen haben reinen Tisch gemacht! Sie reiten im Herrensattel, fahren Rad, sitzen am Steuer ihres Autos. kraxeln in Lederhosen auf sämtliche Berge und holen sich alle vier Jahre Olympische Medaillen. Kein Zweifel— die alte Amazonenrechnung ist glatt aufgegangen. Nur ein ganz kleiner Punkt, ist noch stritlig— nur so eine nette, rundliche Bagatelle, über die man eigentlich kaum flüstern kann. Denn— wie steht es eigentlich mit der Emanzipation der Liebe? Und was sagt Seine Majestät das Kind dazu? Ach— hier ist das Ende aller Revolutionen, hier werden unsere Amazonen auf einmal schrecklich altmodisch. Und es stellt sich heraus, daß Großzmama und Enkelin in diesem einen Punkt noch immer genau die gleiche Geheimsprache reden.„Ich liedte einst glühend einen Herrn mit Vollbart!“ sagte Oma.„Meiner ist glattrasiert!“ seufzte die Enkelin.„Er soll dein Herr sein!“ erklärt die alte Dame weiter und hebt den runzeligen Finger auf. Und wahrhaftig— die kleine„Emanzipierte“, die ihre 90 Kilometer fährt, über Hürden springt, Zigaretten raucht und sogar ihren eigenen Chef anschnauzt, senkt errötend den blonden Kopf:„Jawohl— er soll mein Herr sein, am liebsten schon übermorgen!“ Man sieht, ein paar Eisen haben wir so sehr an die Wand gequetschten Männer auch heute noch im Feuer. Amor saß einst auf dem Plüschsofa— jetzt kanzt er auf den Tasten der Schreibmaschine, spielt Tennis und thront am Steuerrad. Der Effekt ist gottlob immer der gleiche, solange der Mond auf die Erde scheint. Diese alte lustige Weisheit vermittelt auch der neue Film— vier muntere Hochzeitspaare liefern am Schluß die Quittung, Journalisten im Film Es ist sehr leicht verständlich, daß der Betrieb der Zeitung das Tempo und das Milieu der Schriftleitung im kleinen wie im großen Maßstab Filmautoren und Spielleiter zur Darstellung dieser so ungewöhnlichen und zugleich so zeikgemäßen Berufswelt in Filmen reizen. Journalist sein, heißt: schnell und pfiffig sein; kurzentschlossen im Denken und Handeln: Schlagfertigkeit, Wendigkeit und Vielseitigkeit beweisen. Und vor allem klug sein. Sehr klug. Diese äußeren Attribute eines Journalisten sind zweifellos ungewöhnlich und interessant, also ein lohnendes Darstellungsfeld. Die andere Seite: die langjährige Ausbildungszeit, die Mühsal der Praxis, die die Persönlichkeit des echten Journalisten zur Reife wachsen und die ihn später vielleicht auch in die Reihe der Diplomaten der achten Weltmacht, der Publizisten, emporsteigen läßt, diese Seite des Presseberufs zuzeigen, ist mit den Mitteln des Films, der ja stets nur einen kurzen Ablauf aus dem Leben seiner Gestalten zeigt, nicht nur schwierig, sondern für den Film) oft auch undankbar. Die Folge ist, daß man sich meist nicht allzuviel Mühe mit der Zeichnung dieser Figuren macht und sich mit der äußeren Wirkung begnügt. Das sieht in der Praxis des Films dann meist so aus, daß der Zeitungsmann entweder als ein armer Gehetzter gezeigt wird, dem die Minute ewig im Nachen sitzt, und der von ihr bald zu Tode gejagt wird; oder, daß ihm alles mißlingt, daß er als Tolpatsch herumläuft, stets zu spät kommt oder ins Fettnäpschen tritt. Diese maliziöse Darstellung ist zweifellos die wirksomste, der Zuschauer muß sie ja auch kritiklos hinnehmen, fehlt ihm doch meist jegliche Vergleichsmöglichkeit aus der Praxis der eigenen Erfahrung. Dieserart verzeichnet, begegneten wir dem Zeitungsmann In seinem Beruf auch im deutschen Film früher sehr oft. In den letzten Jahren ist hierin erfreulicherweise eine Wandlung zum besseren zu verzeichnen. Im amerikanischen und angelsächsischen Film scheint die Beliebtheit des Zeitungsmanns, insbesondere des sensationsgierigen Reporters, jedoch nach wie vor anzuhalten. Beweis hierfür scheint uns die Tatsache zu sein, daß z. B. von sechs Filmen der ersten diesjährigen Paramount-Staffel in drei Filmen Reporter eine hervorragende, handlungsgemäß unentbehrliche und vorwärtstreibende Rolle pielen. Aber auch hier scheint man von der Karikierung des Presseberufs abzukommen. Wir dürfen freilich schon von vornherein nicht in den Fehler verfallen, strenge Vergleiche mit unseren Presseverhältnissen und unserer Auffassung uder Wesen und Aufgabe der Presse anzustellen, ist die amerikanische Presse doch ganz anders geartet als die unsrige.„Aber von der Lächerlichmachung des Presseberufs rückt man auch drüben schon immer mehr ab. Die Reporter werden heute mehr als durchweg fixe Jungs, liedenswerte Lausbuben, humorvolle, aber doch(immer der dortigen Mentalität gemäß) recht tüchtige Kerle dargestellt, sei es unter„geheimnisvollen Passogieren“, sei es als Verfolger von Verdrechern, die dann den Reporter(George Murpho) und die Millionärstochter(Gertrude Michael) wegen Lösegeldes in eine mexikanische Wüste verschleppen, wie in dem neuen Film mit Akim Tamiroff„Nach Meriko verschleppt.“ Wer spielt wo? Von neuen Filmen und ihren Darstellern. Rudi Godden, Ilse Werner. Hedwig Bleibtreu und Gustav Waldau spielen unter Rolf Hansen in„Ultimo“. Wolfgang Liebeneiner hat die Spielleitung in „Ziel in den Wolken". Darsteller sind Albert Matterstock, Brigitte Horney, Leni Marenbach, Volker v. Collande Werner Fütterer, Kristian Kaysler. Paul Martin ist der Spielleiter des neuen UsaFilmes„Ein Glas Wasser", zu dem Felix Lützkendor das Drehbruch schrieb. Viktor v. Ballasko, Gisela Uhlen. Ellen Bang, Gustav Knuth, Joseph' Sieber und Peter Elsholtz sind die Hauptdarsteller des Reichsautobahnfilmes der Ufa. der den Titel„Mann für Mann“ erhielt. Hans Joachim Gottschalk, Ernst von Klipstein Paul Westermeier, Friedrich Gnas. Willi Rose und Heinz Förster=Ludwig sind die Hauptdarsteller des Filme„Aufruhr in Damaskus“, für den unter Leitung von Gustav Ucicky Außenaufnahmen in Tripolis stattfinden Gustav Diesel, Carola Höhn. Trude Hesterberg Ellen Bang, Herbert Hübner spielen in„Der grüne Kaiser": Spielleitung Paul Mundorf. Filme, die nicht gedreht werden Der Film ohne Menschen und Da lacht und stöhnt der Dramaturg.— Beispielsweise„Jaust 3. Teil". Tiere. keine Aussprache mit Ihnen haben konnte, bitte ich un weitere Nachrichten von Ihnen, beziehungsweise sehe ie Ihren Vorschlägen entgegen. Ueber die Bezahlung woller ste unterbreiten. Wenn Sie be Nachstehend soll einmal von jenen„Filmwerken“ die Rede sein, die nicht gedreht werden. weil sie von„Autoren“ stammen, bei denen zwar das Fleisch willig war, nicht aber— der Geist. In den dramaturgischen Büros der Filmgesellschaften werden im Laufe eines Jahres Zehntausende von Filmvorschlägen, Exposés und Manuskripten geprüft, die von filmfreudigen Kinobesuchern aus allen Gegenden des Reiches eingesandt wurden. Viel Kurioses findet sich da zusammen. Und so sollen heute einmal einige der„verkannten Filmdichter“ in ihren Briefen und Manuskript auszügen zu Worte kommen. Fangen wir bei den „Klassikern“ an. Sie haben sicher noch nicht gewußt, daß es einen„Faust 3. Teil“ gibt. Wir werden Sie davon überzeugen. Bitte: A. H. aus G. schreibt:„Ich habe den dritten Teil des Goethewerkes„Faust“ geschrieben. Im nationalen Geiste aufgebaut, ist dieses Werk doch von unerhörter Spannung. Es sind 79 Seiten Manuskript Geschäftsbogenseiten— einseitig beschrieben. Leserlich, in deutscher Frakturschrift. Geschrieben ist das Werk wie seine Vorgänger im Reim.“ Das Manuskript ist erst gar nicht angefordert worden. Es wäre ja auch unverantwortlich gewesen, einen dritten Faustteil herauszubrin gen, der eventuell besser gewesen wäre als die beiden Teile von Goethe. Und das durfte man unserem Dichterfürsten doch nicht antun. Interessanter noch schreibt ein Herr E. N. aus A., der nur ein Werkzeug der großen Dichter ist:„Schließ lich bin ich so weit gekommen, daß verschiedene Geisteshelden der Vergangenheit angefangen haben, mir große literarische Werke zu diktieren. So hat Goethe mir außer einer beträchtlichen Anzahl von Gedichten(Lieder, deren Verszahl nicht selten in die Hunderte geht) angefangen, ein Drama,„Der Tod“, in 5 Aufzügen, zu diktieren, dessen erster Aufzug eben noch in Bearbeitung ist. Auch diktiert mir der russische Dichter Puschkin einen Roman in Versen, wovon etwa 1700 Verse fertig sind. was ungefähr die Hälfte des Romans ausmachen soll.“ Kommentar überflüssig! Ein tüchtiger Geschäftsmann ist B. L. aus R.„Da ich Mannhafte Auseinandersetzung. Akim Tamiroff in einer Szene des neuen, deutschsprochigen Paramcunt Kriminalfilm: „Nach Mexiko verschleppt“. Herner Filmschau „Frau Sirta Lichtburg. In den Bergen der Oetztaler Alpen liegt die Posthalterei. Im Hause sitzt man gerade beim Leichenschmaus, denn Frau Sirta hat ihren Mann, den Posthalter, der sich mit der Einsamkeit nicht abfinden konnte und darum zu Tode getrunken hatte, begraben. Schon zu seinen Lebzeiken hat sie die Wirtschaft und das Geschäft führen müssen. Ihr ganzes Leben gilt der Erfüllung der täglichen Pflichten, wobei Haus, Hof und Postangelegenheiten den persönlichen Wünschen vorangesetzt werden. In der Stadt drunken, im Klosterpensionat, wird ihr einziges Kind, die Okti, zu einem tüchtigen Menschen erzogen. Am Beerdigungstage bringt die Postkutsche einen jungen Major a D. ins Haus, der seine seelischen Wunden in der Fremde vernarben lassen will. Er ist Frau Sirla, auf die nun der verwitwete Gemeindevorsteher ein begehrliches Auge geworfen hat, beim Fohlen hilfreich,„# Diensten. Rasch entsteht zwischen beiden eine Zuneigung, und er läßt sich bewegen, ihr Verwalter zu werden, da sie selder Posthalterin geworden ist und eine Eilpoststation einrichten muß. Bei den Dörflern weckt die Reserviertheit des Masors und die unverkennbare Bevorzugung durch die Posthalterin stille Empörung. Inzwischen kommt es zwischen dem Major und der Posthalterin zu einer Aussprache, in der sie sich ihre Zuneigung gestehen. Da platzt Otti. die Tochler, in dieses stille reine Verhältnis zweier gereifter Menschen hinein. Sie raubt der Mutter die Zuneigung des noch jungen Offiziers und zieht sie auf sich. In wunderbarer Weise zeigt sich Frau Sirta nun dem Schicksal der älteren Frau und Mutter gewachsen, und der nächtlich randalierenden Dörflerschaft, die den Fremden aus dem Ort heraushaben will, spricht sie das verzichtende, aber erlösende Wort von der Zusammengehörigkeit der jungen Menschen. Nach einem dramatischen Abschied von beiden kehrt sie von der Zollgrenze zurück in ihre alte Lebenseinsamkeit, nur noch pflichtbewußter Mensch. Diese, nach dem Roman von Ernst Jahn gedrehte Filmhandlung hat einen Menschen nötig gehabt, der wie ein Alpengletscher nach auß hin gefühllos erscheinen kann, aber dem das Feuer eines Besuvs im Herzen drennt. Diese Frau Sirka hätte keine Lil Dagover und auch kein anderer Weltstar spielen können, glauben kann man diese Rolle nur Franzika Kinz, dieser einzigartigen Darstellerin lebensreifer Frauengestalten. Wie eine Königin bewegt sie sich zwischen dem Gesinde und den Dörflern, nirgends ein Punkt an ihr, der sie herabsetzen könnte. Sie läßt die Augen und den Mund sprechen, und wo sie sich beherrscht, da zuckt der Muskel noch und zeigt die Größe ihres Weibund muntterseins. Gustav Fröhlich ist der zwischen den zwei Polen, zwischen Mutter und Tochter schwankende Major, trotzdem ein geläuterter Mensch Schritt für Schritt bis zur Entscheidung. Ilse Werner ist das junge Menschenkind, das glücklich über das Geschenk der Liebe ist, ohne das Opfer der Mutter je zu erfahren. Ein Kreis guter Darsteller erdhaften Gepräges wie Josefine Dora. Josef Eichheim, Beppo Brehm, Gustav Waldau, eine Landschaft inmitten majestätischer Berge, in denen nur die Menschen sich oft als sehr klein zeigen, zeichnen diesen Film weiter aus. Franz Semglaty. „Die Frau am Scheidewege“ Schauburg. Die berufstätige Frau steht im Mittelpunkt dieses Films. Wie in dem Konflikt der Aerztin Dr. Hanna Weigand(nach dem Roman von Alice Lyttkens hat Thea von Harbon das Drehbuch geschrieben) und wird auch im Alltag des Lebens manche berufstätigen Frau vor die Frage gestellt, ob der Verstand oder das Gefühl entscheiden soll, ob die Gesetze der Natur befolgt werden müssen oder nicht. Die junge Frauengeneration steht diesen Fragen mit größerer Klarheit des Denkens gegenüber als die ältere. Sie hat den Mut und das Selbstvertrauen zu eigener Leistung auch auf den Gebieten, die früher der Frau nicht so erschlossen waren wie heute. Aber immer wieder erkennt die Frau, daß sie aus größerer seelischer Ursprünglichkeit lebt als der Mann. Oft muß die Frau nach schweren Kämpfen verstehen leinen, daß die biologische Sendung der Frau ihre Seelenkräfte stärker formt als beim Manne und dem Gefühl ein stärkeres Gewicht gibt Der Konflikt im Leben dieser Aerztin ist deshalb besonders ernst und dramatisch, weil es sich im Beruf der Frauen- oder Kinderärztin um einen wesenentsprechenden Frauenberuf handelt, der die Frau zur Berufsfreudigkeit und persönlichen Erfülltheit führt. Die Unerfülltheit in einer Ehe, die aus einer Augenblicksstimmung heraus geschlossen wurde und allzu ungleiche Partner vereinte, trägt den Konflikt auch in das Berufsleben. Vier Menschen sind von einer Kadastrophe bedroht. Die Schürzung und Lösung des Konfliktes hätte zwar anders gestaltet werden können— das geht die Roman= und Drehbuchautoren an, und ich eine ethische Frage für sich—. aber die lebensnahe und tiefernste filmische Gestaltung verdient Anerkennung. Der Besucher des Filmtheaters wird an ernste Probleme herangeführt, ohne Grübelei, ohne theoretische Debatten. Die Handlung ist immer im Fluß. gefördert durch ausgeSie mir Ihre Angebote unterbreiten. Wenn rücksichtigen, daß dieser Film an etwa 50000 verschiedener Welt zur Vorführung gelo# Frauen ihre Lebensgeschichte zu verfilmen anbieten. Diese Briefe sind oft so ungewollt komisch, daß man herzhaft lachen muß, trotzdem sie einer gewissen Tragik nicht entbehren. P. B. aus L.:„Haben Sie vielleicht Interesse daran, eine wahre Liebesgeschichte in Wort und Film zu verfassen, so bitte ich Sie, mein Erlebnis von Arbeit und Verkehr mit einer ausgekochten Person in Betracht zu ziehen.“ Frau R. P. aus M.:„Hätte nur eine Bitte und Anfrage, ob es mir gewährt werden könnte, mein Lebensschicksal, was ich mir in einer Rolle von 20 ukten zusammengefaßt habe und damit drei Filme entstehen könnten.“ Warum nicht? Alle Filmfirmen wären ihrer Stofssorgen enthoben. Verbrecher wird es zu allen Zeiten geben. Aber da ein Berliner glaubt, wenn er ein Manuskript für einen Film hat, gleich mit einem Verbrecher auf eine Stufe gestellt zu werden, das ist wohl einmalig:„Da ich gar nicht in gesellschaftlichen Kreisen verkehre, habe ich natürlich ein unsicheres Auftreten und wäre ich sehr erfreut, wenn Sie einen Herrn zwecks Besprechung zu mir schicken würden. Es braucht sich niemand schämen, zu mir zu kommen, denn ich sichere Sie Schweigen darüber zu. Sie brauchen auch nicht zu befürchten, was ja in der heutigen Zeit nicht ausgeschlossen ist, daß ich Sie vielleicht in eine Falle locken will...“ Er wird doch nicht? Nein, er hat nicht. Es hat ihn niemand aufgesucht, denn man kann nie wissen!— Die Sachsen sind helle, das weiß die ganze Welt. Kurt H. tritt den Beweis an: „... dieses Manuskript ist aus keinem Roman geschrieben, sondern ist aus meinem Kopf entstanden.“ Aber erst ein Wiener. der ist noch heller. Heinz B.:„Ich habe eine Filmidee. Nur ein Wort. Das Ganze, um das es sich handeln soll. spielt noch vor dem ersten Menschen. Der Titel könnte heißen„Die zweite Welt...“ Ein Film ohne Menschen und Tiere. Großartige Idee! Die singende Sonne. Man soll nie einen Filmstoff mit den größten Verbrechen“ bearbeiten, sonst geht es jedem wie Herrn E. M. jr. in B., dem man einen ablehnenden Bescheid zukommen ließ.„Im Interesse der Filmwelt erlaube ich mir, mich Ihnen vorzustellen. Da ich einen Film geschrieben habe, möchte ich kurz anfragen, ob ich diesen Film bei Ihnen liefern könnte. Es ist ein Kriminalfilm. Er ist mit den größten Verbrechen und Geheimnissen bearbeitet...“ Und nun zum Schluß noch einige bemerkenswerte Manuskriptauszüge:„... wenn ja, ständen Ihnen zwei Sachen zur Verfügung. Erstens, eine Liebe Sache, betitelt, die Verlobten. Worte für vier Schlager sind vorhanden, doch nicht vertont. Der Inhalt ist im Tonfilm noch nicht dagewesen. Ein Drittel graue Vergangenheit. Ein Drittel Gegenwart und ein Drittel Liebe.“ Hans Sp. aus M.=Gl.„Die Sonne war gerade am Untergehen und ließ sich noch am Rande eines Teiches nieder, um noch einige Liedchen zu schmettern...—„... Es ist doch kein Traum— es ist Wahrheit! Fräulein Hilde, ich liebe Sie! Und nun gestatten Sie— einen Kuß. Hilde verstand, fühlte die große Liebe, von welcher sie heute so überraschend begossen wurde, und revanchierte sich.“ —„... Der Korbsessel, in welchen er sich jetzt bequem zurücklehnte, knackte. während es von der großen Standuhr mit dumpfem Tone vier Uhr bimmelte...— Aus der Tonfilmnovelle„Nach vielem Leid das Glück erreicht“ von Fritz St. So ließe sich ein ganzer Band zusammenstellen. Die Einsender kamen nie zum Film und werden auch nie dazu kommen, aber eines haben sie erreicht: uns eine frohe Viertelstunde bereitet, dafür sei ihnen Dank. zeichnet inszenierte Zwischenspiele und Pausen der fröhlichen Entspannung(Regie: v. Baky). Besondere Anerkennung verdankt dieser Film, der mit dem Prädikat „Künstlerisch wertvoll“ ausgezeichnet wurde, weil er den Mitwirkenden Gelegenheit gab, einmal anders zu sein als in früheren Rollen. Das sind keine literarisch konstruierten, unwirklichen Geschöpfe. Es sind Menschen, die auf dieser Erde leben, auf der wir zu Hause sind; sie singen und tanzen nicht zu unpassender Zeit. Magdal Schneider. Karin Hardt und Hans Söhn ker zeigen sich von einer neuen Seite. Sie spielen aus eigenem Erleben heraus, evenso Ewald Balser und Ilse Fürstenberg. Magda Schneider bewährt sich wiederum als Gestalterin einer Rolle, die ernste Sammlung und Verzicht auf reizvollle Aeußerlichkeiten fordert. Wie verwandelt erscheint hier auch Karin Hardt! A. Ruppert. * „Der unmögliche Herr Pitt“ Gloria-Palast. Den Inhalt dieses Films verraten, der eine Mischung von Abenteuer- und Kriminalfilm ist, hieße, dem Zuschauer die Pointe verraten, ehe sie fällig ist. Es soll nur gesagt werden, daß nicht nur Harry Piel seine ganzen darstellerischen Möglichkeiten einsetzt, sondern neben ihm, als sein gekreuer Schatten, auch Will! Schur, daß Hilde Weißner nicht nur blendend aussieht, sondern auch blendend spielt, daß Hans Stiebner einen seiner üblichen, halb schmuddeligen, halh gutmütigen dicken MänMänner vorstellt, daß Ursula Grabley Gelegenheit zu einigen guten Szenen hat, daß um all das herum noch eine ganze Anzahl ausgezeichneter Darsteller zu sehen ist die alle ihre Sache sehr gut machen. Ein Filmabend. von dem man zum Schluß sagen kann, daß es kein verlorener Abend war. Die neuen Modelle der diesjährigen Rundfunk-Ausstellung: TOINDOreF. Stromsparer De Te De Graetz Nora Telefunken Tweikreiser: Superheis RM. 135.— Emud RM. 151.40" Loawe „ 138.90 Blaupunn.„ 167.60 Schaub „0 Pende„ 167,50 Blaupunkt „ 144.80 Schaub 171.40 Lorenz — Kosienlose Vorführung und Beralung. 2M. 190.90 196.40 208.„ 218.25 Nosizen Der„sapanische Ministerpräsident Fürst Konoe wurde mit der Uebernahme des Postens als Außenund Ueberseeminister betraut. * Die IG.=Farbenindustrie hat eine halbe Million für das sudetendeutsche Flüchtlingswerk zur Verfügung gestellt. * Am 30. September feierte Reichsminister und Gauleiter Bernhard Rust seinen 55. Geburtstag. * Der Führer und Reichskanzler hat an Generaladmiral Dr. h. c. Raeder anläßlich seines 10jährigen Dienstjubiläums als Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ein Anerkennungsschreiben gesandt. * Der Führer und Reichskanzler hat für den verstorbenen General der Insanterie a. D. Alfred Krauß ein Staatsbegräbnis angeordnet. Lebhafte Zustimmung in Frankreich Die Pariser Presse gibt der Hoffnung auf dauerhafte Prager Ministerrat für Annahme Es wird protestiert. 30. Sept. Die Prager Regierung hielt am Freitag um 12 Uhr unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten Benesch auf der Prager Burg eine Sitzung ab. In dem amtlichen Bericht darüber heißt es: Nach allseitiger Erwägung und Prüfung aller dringlichen Empfehlungen, die der Regierung durch die französische und britische Regierung übermittelt wurden, und im vollen Bewußtsein der historischen Verantwortung, hat tschecho=slowakische Regierung unter voller Zuug der verantwortlichen Faktoren der politischen en dazu entschlossen, die Münchener Beschlüsse der hroßzmächte anzunehmen. Sie hat dies im Bewußtsein getan, daß die Nation erhalten werden muß und daß eine andere Entscheidung heute nicht möglich ist. Die Prager Regierung richtet, so heißt es in dem amtlichen Bericht am Schluß, gleichzeitig an die Welt ihren Protest gegen diese Entscheidung, die einseitig und ohne ihre Teilnahme erfolgte. Moskau schreit:„Verrat“. Niederschmetternder Eindruck des Münchener Abkommens in der Sowjetunion. Moskau, 30. Sept. Moskau schreit angesichts des Münchener Abkommens natürlich„Verrat" und„Ungeheuerlichkeit". Die ersten Nachrichten über die Ergebnisse der Besprechungen werden in der Moskauer Presse nur in Form von knappen Mitteilungen erwähnt. Wie in der letzten Zeit üblich, fehlen eigene Kommentare der Blätter zur europäischen Lage Lediglich dem Genser Korrespondenten der„Iswestija", der sich dort in nächster Umgebung Litwinow=Finkelsteins aufhält, werden einige Bemerkungen in den Mund gelegt, die die verheerende Stimmung in Moskau wenigstens annähernd erkennen lassen. Dieser Bericht spricht in ausschlußreichen Wendungen von der „abscheulichen Kapitulation“ der Westmächte, von„Verrat“ an der Tschecho=Slowakei usw. Trotz alledem, so tröstet sich dann das Blatt, entserne das Münchener Abkommen die Kriegsgefahr keineswegs, sondern verschiebe sie nur vorläufig.(!) Das Blatt sieht sich schließlich zu der kläglichen Fest stellung gezwungen keinerlei Rolle me beendet die Genfer Wochen der angespannten Krisis, als wirklich die Grund fragen von Krieg und Frieden entschieden wurden, hat die Liga faktisch nicht existiert". Die Prager Informationen der Sowjetblätter sind immer noch darauf abgestellt dem Sowjetleser das Bild einer„heroischen, einigen und bis zum äußersten enlschlossenen Nation“ vorzuspiegeln. Insbesondere wird den Machenschaften der marxistischen Parteien wie gewöhnlich große Aufmerksamkeit gewidmet. Für die parteiamtliche„Prawda“ berichtet seit Freitag der sattsam bekannte Hetzjournalist und Agitator Kolzow(Friedmann) aus Prag. der früher bereits in Spanien eine entsprechende Tätigkeit ausgeübt hat. Schwere Auseinandersetzungen im tschechischen Heer Katholische Tschechen gegen den Bolschewistenterror. Wien, 30. Sept. Im Thaya=Abschnitt liefen von suslowitz her zwei tschechische Grenzjäger vom Regiment kr. 11 in voller Ausrüstung und mit Waffen auf reichseutsches Gebiet über. Sie erklärten, daß die Stimmung inter den tschechischen Truppen im Thaya=Abschnitt inolge der bolschewistischen Wühlereien gespannt sei, daß is innerhalb der Truppenteile bereits zu Schießereien sekommen sei; eine Reihe von katholischen Tschechen setzte ich mit aller Macht gegen die von höherer Stelle beohlene bolschewistische Agitation zur Wehr. Man habe ihnen mit Erschießen gedroht, weil sie sich gegen die Mißhandlung deutscher Flüchtlinge ausgesprochen und diese als mit den Grundsätzen der Menschlichkeit und der christlichen Nächstenliebe unvereinbar bezeichnet hätten. Sie hätten darauf den Entschluß gefaßt, die TschechoSlowakei zu verlassen, nachdem ja doch alles verloren sei und die bolschewistische Führung sie in das tiefste nglück gestürzt habe. Paris, 30. Sept. Der Münchener Sonderberichterstatter der Havas=Agentur meldet, von allen Seiten werde vorsichert, daß die persönlichen Fühlungnahmen zwischen den vier Staatsmännern so herzlich wie nur irgendmöglich gewesen seien. Er schildert dann einige anschauliche Episoden über den Empfang vor allem des französischen Ministerpräsidenten und kleine Privatgespräche der Staatsmänner und ihrer Begleitung untereinander, die in recht freundlichem Tone gehalten sind. Der Leitartikel des„Excelsior“ schretbt, unendlich viel menschliche Hoffnungen seien in die Münchener Besprechungen gesetzt worden. Diese Hoffnungen seien nicht getäuscht worden. Man hätte es nicht verstanden, wenn nur wegen einfacher methodischer Fragen ein Krieg ausgebrochen wäre. Habe Adolf Hitler in seiner Sportpalastrede nicht erklärt, daß die internationale Prozedur der Saarabstimmung das Reich zufriedengestellt habe? Habe er nicht versichert, daß Deutschland mit Frankreich und England in Frieden leben wolle und daß sein Anspruch auf das sudetendeutsche Gebiet seine letzte gebietsmäßige Forderung in Europa sei? Daß Adolf Hitler sich letzten st sich schließlich zu der kläglichen Festn, daß die in Geuf behandelten Fragen ehr spielten und fügt hinzu:„Morgen er Liga ihre Arbeit. In diesen drei Zusammenarbeit Ausdruck Endes mit den vereinbarten Uebergabemethoden einverstanden erklärt habe, sei ebenso für den Führer wie für diejenigen Staatsmänner ein moralischer Sieg, die selbst in den kritischsten Stunden der Krise nicht verzweifelt seien. Selbst de Kerillis schreibt in der„Epoque“, der herzliche Empfang Daladiers durch die Münchener Bevölkerung sei äußerst aufschlußreich. Man könne sich riesig darüber freuen. Der Münchener Sonderberichterstatter des„Journal“ schreibt, Ministerpräsident Daladier habe in deutschen Kreisen eine gute Aufnahme gesunden. Er sei ein Frontkämpfer, und das sei für die Deutschen und besonders für die Nationalsozialisten von großer Bedeutung. Man habe sich von den Sympathien überzeugen können, die Daladier bei der deutschen Bevölkerung genieße. Die einzige Frage sei jetzt nur noch, ob die Tschecho=Slowakei sich mit der von der Konferenz beschlossenen Regelung einverstanden erklären ob sie freiwillig die Sudetengebiete räumen Deutschland zurückbekommen müsse. könne und werde, die deutsche Gesandtschaft in Brüssel in eine Botschaft umgewandelt worden ist. Der Führer und Reichskanzler hat demgemäß den Gesandten von Bülow=Schwante zum deutschen Botschafter in Brüssel ernannt. Gleichzeitig ist der hiesige Königlich=Belgische Gesandte Vicomte Davignon zum Königlich=Belgischen Botschafter in Berlin ernannt worden. Der deutsche Botschafter in Brüssel, von BülowSchwante, vertritt das Reich seit Juli 1938 in der belgischen Hauptstadt. Der Botschafter, der heute im 48. Lebensjahr steht, war bei Ausbruch des Weltkrieges Offizier im 2. Garde=Ulanen=Regiment. Er wurde 1914 zum Auswärtigen Amt kommandiert und Ende des gleichen Jahres an die deutsche Gesandtschaft in Bukarest versetzt. Nach mehrmonatiger Tätigkeit kam er an die deutsche Gesandtschaft in Athen und im Jahre 1917 zur deutschen Botschaft in Wien. Im Jahre 1919 schied der Diplomat aus dem Staatsdienst aus. Im Jahre 1933 wurde Vicco von Bülow=Schwante wieder in das Auswärtige Amt berufen und zum Vortragenden Legationsrat ernannt. 1935 erfolgte seine Ernennung zum Chef des Protokolls mit dem Titel Gesandter. Bis zum Juli 1938 stand von Bülow=Schwante an dieser verantwortungsvollen Stelle, dann wurde ihm die Vertretung des Reiches in Brüssel übertragen. Der deutsche Botschafter ist RSKK.=Brigadeführer und Mitglied der Obersten Nationalen Sportbehörde. Als Major der Reserve gehört er dem Panzerregiment Nr. 6 an. Keine Ueberschreitung der Grenze ohne Auftrag des Freikorpskommandos Berlin, 30. Sept. Die Pressestelle der SDP. meldet aus Dresden: Ohne Auftrag des Kommandos des Sudetendeutschen Freikorps in Bayreuth dürfen Freikorpsmänner weder einzeln noch in Gliederungen die Grenze überschreiten noch einmarschieren. Aenderung des Wohnsiedlungsgesetzes Keine Grundstücksveräußerung bei Verletzung öffentlicher Interessen. Berlin, 30. Sept. Die Reichsregierung hat am 27. September 1938 ein Gesetz zur Aenderung des Gesetzes über die Ausschließung von Wohnsiedlungsgebieten vom 22. September 1933 beschlossen, das soeben im Reichsgesetzblatt verkündet wird Die Aenderung war erforderlich, um das Gesetz an die Regelung anzupassen, die die GrundstücksverkehrsBekanntmachung bereits für land= und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke getroffen hat. Von der Genehmigungspflicht wird nunmehr neben dem Reich und den Ländern die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, die Reichsbank, die Deutsche Reichsbahn und das Unternehmen„Reichsautobahnen“ freigestellt. Die wichtigste Aenderung ist die durch§ 6 des Gesetzes vorgesehene. Danach ist künftig die Genehmigung von Grundstücksteilung und Veräußerung auch dann zu versagen, wenn bei Erteilung der Genehmigung öffentliche Interessen verletzt würden. Diese Vorschrift wurde, wie seinerzeit die entsprechende Regelung in der Grundstücksverkehrs=Bekanntmachung aus allgemein staatspolitischen Gründen notwendig. Provinzielles 100 Jahre Städtische Sparkasse Bochum Bochum, 30. Sept. Aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens der Bochumer Städtischen Sparkasse fand am Mittwoch eine Jubiläumssitzung des Vorstandes statt. Am Tage ihrer Jahrhundertfeier stiftete die Städtische Sparkasse Bochum als Jubiläumsgabe an die Bochumer Bürgerschaft einen Grundstock von 600000 Mark, die zu geeigneter Zeit dem gemeinnützigen Zweck einer Volks= und Heimatbücherei dienen Deutsche und belgische Gesandtschaft in Botschaften umgewandelt Berlin, 30. Sept. Auf Grund eines mit der belgischen kegierung erzielten Einvernehmens über die Umwandung der beiderseitigen Gesandtschaften in Botschaften hat die Reichsregierung ein Gesetz beschlossen, durch das die Rheinisch=Westfälische Börse Nachdem die in der letzten Zeit entstandenen Kursrückgänge wieder ausgeglichen sind, war das Geschäft an der heutigen Börse ruhiger. Lediglich einige Spezialwerte wiesen regere Umsätze auf. Die Kurssteigerungen erfolgten in bescheidenen Grenzen. Nach den ersten Notierungen erfolgten verschiedentlich Glattstellungen. so daß die Kurse leicht abbröckelten. Auf dem Montanmarkt setzten Ver. Stohlwerke 2½ Prozent höher ein, gingen bei regerem Geschäft später aber ¾ Prozent zurück. Dahlbusch gewannen 2. Mannesmann 1¾ und Klöckner ¾ Prozent. Rheinstahl lagen zunächst gut behauptet, büßten dann aber ½ Prozent ein. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Eine Belebung des Inlandgeschäftes ist noch nicht zu verzeichnen. Ebenfallz liegen für die Ausfuhr keine neuen Aufträge vor. Preise wurden zunächst noch unverändert genannt. Baumwolle: Ruhig. Preise unverändert. Kaffee: Nach dem Inlande besteht befriedigendes Abzugsgeschäft, das auf bisheriger Grundlage getätigt wurde. Auch das Transitgeschäft läßt sich zufriedenstellend an, ohne daß es zunächst zu größeren Abschlüssen kam. Schmalz: Stetig. unverändert. Fettwaren unverändert. Hülsenfrüchte: Der Markt für Hülsenfrüchte zeigt bei unverändert fester Tendenz keine Abweichung in den Preisen. Kautschuk: Fest. Sheets loko 8¼ Pence für ein lb., per Okt.(Nov. 8 5/16 Pence für ein lb., Nov.(Dez. 8¾ Pence für ein lb. Zucker: Der Effektivmarkt zeigt eine ruhige Haltung. Die Forderungen für Britisb fine Granulated sind weiterhin nur nominell. aber gegen gestern ermäßigt Tschechen fehlen. British fine per Sept. Okt. 7/3¾ sh nom. für 1 cwt. netto fob London.— Terminmarkt: Bei kaum behaupteter Tendenz gaben die Preise zum Teil um 5 bis 10 Pfg. nach. Oele und Fette: Der Inlandsmarkt war durch geringste Geschäftstätigkeit gekennzeichnet. Die Nachfrage nach Fettsäure hat sich weiter erhalten. Preise unverändert. Gewürze: Bei mäßigen Umsätzen haben sich keine Abweichungen in den Preisen ergeben. Getrocknete Früchte begegnen weiter starker Nachfrage und können im Rahmen der vorrätigen Mengen schlank abgesetzt werden. Rauhfutter: Ruhig. unverändert. Futtermittel: Weizenkleie Grundvreis W 16 11.95 RM., Weizenkleie Grundvreis W 9 11.55 RM., sollen. Fe gestellt, a tungen Maßnahm festigen, ner dem Lzsgeben, s: 1oz1ale Einrich: uno für sonstig Jgdausseher erschossen aufgesunden Siegen 30. Krämer Jagd gech stellte ma tot unter sich beim verfangen aufseher 30. Sept. Der 68 Jahre alte Jagdausseher ger Kitschaft Renkersdorf war morgens zut s er nicht nach Hause zurückkehrte kachforschungen an. Man fand den Mann im Hochsitz vor. Die Untersuchung ergab, daß Slite e. sie a. a. Levenr Kränerslsch verletie, Schud, der den Jagd. Reegenkleie Grundvreis R 15 10.90 RM., Roggenkleie Grundvreis R 9 10.60 RM.. Palmkuchen sofort 13.85 RM., Palmkuchen per Sept. 13.85 RM., Kokoskuchen sofort 14.65 RM., Kokoskuchen per Sept. 14.65 RM., Ravskuchen sofort 14,05 RM., Erdnußkuchen sofort 15.75 RM., Leinkuchen sofort 16.25 RM., Sojaschrot sofort 15.55 RM., Sojaschrot per Sept. 15.55 RM. per 100 Kilogr. brutto netto einschl. Sack an Mühle Groß=Hamburg. ab Palmkuchen sofort Monoplo=Verkaufsvreise einschl. Großhandelsspanne ausschl. Umsatzsteuer. Rohkakao: Stetig. Der Weltmarkt neigt weiter zur Schwäche, so daß auch am hiesigen Effektivmarkt zum Teil ermäßigte Forderungen, u. a. auch für Edelsorten. zu hören waren. Umsatzmäßig hat sich kaum eine Belebung ergeben. Kakaohalbfabrikate: Am Platze hat sich das lebhafte Bedarfsgeschäft in vollem Umfange erhalten können, wenn auch das Angebot in Kakaomasse und Couverture geringer geworden ist. In Kakaobutter läßt sich die vorliegende Nachfrage zumeist glatt befriedigen. Für Kataobutter besteht unverändert reger Begehr. Die Abschlüsse kamen zumeist auf bisheriger Preisgrundlage zustande. Viehmärkte Dortmunder Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder gesamt 1401(direkt zugeführt 47), darunter Ochsen 179(54), Bullen 386(16). Kühe 586 (108). Färsen 250. Kälber 404(16), Ziegen 3. Schafe, Lämmer und Hammel 296(13), Schweine 3713(485). Bezahlt für 50 Kilogr. Lebendgewicht: Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44—45. sonstige vollfleischige 40—41, fleischige 34—36. Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 42—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—39, fleischige 33 bis 34. gering genährte 25—27. Kühe: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 42—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—39. fleischige 30—33. gering genährte 21—25. Färsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 43—44, vollfleischige 38 bis 40. fleischige 33—35, gering genährte 28. Kälber: Beste Mast= und Saugkälber 63. mittlere Mast= und Saugkälber 54—57, geringere Saugkälber 48. geringe Kälber 38. Lämmer, Hammel und Schafe: Beste jüngere Stallmasthammel 46—50. beste jüngere Weidemasthammel 46—50. mittlere Mastlämmer, und ältere Masthammel 30—42. geringere Lämmer und Hammel 30—42. beste Schafe 35—42, mittlere Schafe 35—42. geringe Schafe 18—30. Schweine: Fettschweine über rund 150 Kilogr. 58.50, vollfleischige von 135—149 Kilogr. 57.50, vollfleischige von zirka 120—134 Kilogr. 56.50. vollfleischige von zirka, 100—120 Kilogr. 54.50. vollfleischige von zirka 80 bis 100 Kilogr. 51.50, fleischige von zirka 60—80 Kilogr. 51.50, fleischige unter 60 Kilogr. 51.50, fette Specksauen 55.50. Marktverlauf: Rinder zugeteilt. Kälber zugeteilt, Schafe schleppend. Schweine zugeteilt. Dorcatjen ohne Titel und Rekord worben. T'Dore Patien zu nuu esete zugelassenerden kann amt Leichkbletik im DR9 die Abers. a sprung g Dey Euztetord halten die Deutsk Grätin i. Wünsdodie ungarische Ir-Deuiche Grätin zu und die ündische Meisterin Nellen r Mas. S: Cot Seies chse elise lic Pialeal Gils Ab 23. Oktoberieder spielberechtigt Das endgültige Urten.„an=# 3. Gegen das Urteil des G. Mostfalen h### Höntrov Berufung beim Rezchglate.:... der ist das endgültige Urteil gest“tarden Höntrov ist ab 1. Ottober noch worden.. Der SV. gesperrt und wird so kampflos######lei Spielsonntage die an Arminia Bielefeld. Westfali Bunkte verliegen. Dortmund fallen. Am 23. Oktober###### und Borussia wieder sein erstes Meisterschaftsspiel#S. Dontror Der Spieler Sobrowski vom SV. 1. Oktober 1939 gesperrt worden. t bis Das einzige Treffen des 2. Oktober wird busch sicherlich mit einem Siege der Gastas Bei allem Einsatz wird Arminia Marten dort. Schalke nur mit einem 3:3 wegkam. nicht können. Trabrennnen in Recklinghausen Der letzte diesjährige Rennuug in Recklinghausen steht im Zeichen des Erntedankfestes. Der Rennverein hat aus diesem Anlaß ein gemischtes Programm aufgestellt, das neben den üblichen Trabrennen ein SA.=Flachrennen, ein Trabrennen für Angehöirge der berittenen SA.= und SS.=Formationen und zum Abschluß eine Fuchsjagd vorsieht. Das bunte Programm wird seine Anziehungskraft auf das Publikum nicht verfehlen. Von den Trabrennen sind zunächst der WeizenPreis und der Gerste=Preis hervorzuheben. Im ersteren trifft sich die bessere Klasse auf 2000 Meter. Dieses Rennen ist als Ausgleich ausgeschrieben. Pellus lief am letzten Sonntag ein gutes Rennen und geht auch hier wieder mit besten Aussichten an den Start. Der Wallach hat aber in Herenmeister und Duck. die nur 20 Meter hinter ihm stehen. scharse Gegner. Sonst sind noch Graf Geßler und Luitvold zu nennen. Im Gerste=Preis trifft sich gute Mittelklasse, die von den Amateurfahrern gesteuert werden. Diese Prüfung verspricht einen interessanten Verlauf zu nehmen. Die meisten Anhänger wird Edith Loh mit W. Dahl haben. Die junge Stute hat es aber gegen Rheinstolz. Peter Duffy jr., Desire Guy und Feinsliebchen nicht leicht. Volly, die jetzt im Kommen ist. steht an den Stangen und könnte allen das Nachsehen geben. Auch die Zweijährigen werden sich im HaferVreis ein interessantes Rennen liefern. Mania und Gerta sind hier wohl die besten Pferde. haben aber an ihre Konkurrenten große Vorgaben zu leisten Im Preis der Scholle und im RoggenPreis kommen Pferde mit geringer Gewinnsumme an den Start. Den ersteren könnte Narbert Gun vor Addis und Milanka gewinnen. während im Roggen=Preis Kardia vol Lydia und Rheinmädel gewinnen könnzUnsere Voraussagen: 1. R.: Narbert Guy— Addis— Milanka. 2. R.: SA.=Flachrennen. 3. R.: Mania— Gerta— Henrick 4. R.: Kardia— Lydia— Rheinmädel. 5. R.: Herenmeister— Duck— Vellus 6. R.: Edirh Loh— Volly— Rheinstolz 7. R.: Prinzeß Elisabeth—. Pieizent— GorReuzen zu Maisons=Laffitte. 1. Rennen: 1. Acrovole(P. Villecourt). 2. Delin quante. 3. Lucanie. Tot.: Sieg 20. Platz 13. 24. 53 Lg. H., 1½. 1. Ferner liefen 7 Pferde. 2. Rennen: 1. Fidaniz(de Dionne), 2. Nadar. 3 Jiril. Tot.: Sieg 13. Platz 11. 11. Lg. 3. W. W. Ferne lief 1 Pferd. 3. Rennen: 1. Adaris(C. Elliott). 2. Haricot, 3 Lg. 2. 3 Shangai. Tot.: Sieg 25. Platz 18. 19. Ferner liefen 4 Pferde. 4. Rennen: 1. La Reuß(G. Bridgland). 2. BonnRenommee, 3. Canaletto. Tat.: Sieg 37. Platz 17. 21 Lg. 2. 4. 2. Ferner liefen 8 Pferde 5. Rennen: 1. Birikil(W Johnstone). 2. Brentes. 3 Husson. Tot.: Sieg 31. Platz 14. 14. 19. Lg. 2½. 1½. 1 Ferner liefen 5 Pferde. 6. Rennen: 1. Griffon(H. Maucau), 2. Castor. 3 Grande Reine. Tot.: Sieg 183. Platz 53. 26. 34. Lg. k.K. 2. 2½. Ferner liefen 14 Pferde. 7. Rennen: 1. Chuchoteur(W. Johnstone), 2. ProvoGalant. 3. Bach Agha. Tot.: Sieg 19. Platz 11. 14. 19 Lg. 4, 1½. 1. Ferner liefen 8 Pferde. Wie wird das Wettes? Etwas kühler. Vorhersage für Samstag und Sonntag: Schwache Süd westwinde, stärker bewölkt und hier und da leichte Regenfälle, kühler. Weiterentwicklung: Wieder freundlicher. Rundfunk=Programm Samstag, den 1. Oktober 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch de. Lebens! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7,00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter. Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Wohl bekomm's. 9.15 Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 9.45 Nachrichten. 10,00 Drei setzen sich durch. 11.45 Bouer, merk' auf! Zum Saatgutbezug. 1155 Marktberichte des Reichenährstandes— Wettermeldungen für die Landwirtschaft. 12.00 Mittagskonzert. 3.00 Nochrichten— Glückwünsche. 13.15 Mittagskonzert(Fortsetzung). 14.30 Nachrichten. 14°0 Wochenendkonzert(Schallvlatten) 5 30 Jungmädel auf Fahrt und im Lager. 6.00 Der Frohe Samstaanachmittag des Reichssenders Köln. Mitwirkende: Rosi Seegers(Sovran). Röhling(Tenor), das Heitere Instrumental=Quartett. Beuster (Baß). Engels(Gitarre). die„Drei Frohen Gesellen“ mit ihrer„Laterna magica Kölner Rundfunkorchester 1800 Was bringt der Reichosender Köln in der kommenden Woche? 18.10 Der Kalendermann Johann Pet. Hebel. 19.00 Heitere Volksmusik am Abend. 19.50 Vom Tage. 20.00 Nachrichten. 20.10 Im Walzertakt durch das Reich der Over. Lillo Trautmann. Elly Volkenrath (Sovran) Gusti Bergmann(Alt): Karl Friedrich. Christian Dingarten(Tenor): Felir Knäover. Willi Schneider(Bariton); Kölner Rundfunkorchester u. Rundfunkchor. 22.00 Nachrichten. 22.15—24,00 Spätmusik. Sonntag, den 2. Oktober 1938. (Deutsches Erntedanksest 1938.) 6.00 Hamburger Hafenkonzert. 8.00 Wetter, Wasserstand. 8.05 Lob des deutschen Bauern. 8.15 Kleinee Koniert. 9.00 Land. mein Land, wie leb' ich tief in dir! Eine Morgenseier der Hitler=Jugend. 9.30 Des Sonntags in der Morgenstund“. 10.15 Musik am Sonntagmorgen(Industrie= Schallvlatten and Aufnahmen). 11.00 Reichssendung: Volksmusik mit Kurzberichten vom Leben und Treiben am Bückeberg. 12.00 Reichssendung: Festliche Musik mit Uebertragungen v. Staatsakt des„Deutschen Erntoda-Lages 1938“.—— 14.00 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Für große und kleine Kinder:„Bruder Lustig“. 15.30 Bauerspaß und dies und das! 16.00 Gute Laune. Ein buntes Unterhaltungs= konzert mit Helgar(Tenor), Küster und Kiermeier(an zwei Flügeln). Bremke (Akkordeon). Es spielt das Unterbaltungs= orchester. 18.00„Grabbe.“ Einakter von Reinacher. 18.15 Heitere Abendmusik. 19.00 Wo bist du. Kamerad? Funkappell alter Frontsoldaten. 19.35 Der Sonntag im Rundsunkbericht und Soortvorbericht. 20.00 Nachrichten. 20,10 Musik zum Erntedank. Es svielt Eysoldt mit seinem Orchester und Solisten. 22,00 Nachrichten. 22.30—24,00 Unterhaltungs= und Tanzmusik. Montag, den 3. Oktober 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.05 Durchsprüche für den Bauern 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebens! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7,00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmuüil.— 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten. 10.00 Denn wäre nicht der Bauer. so hättest du kein Brot. 11.45 Aus der Geschichte des Bauerntums nach 1800. 11.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00 Die Werkvause des Reichesenders Köln bei dem Stahlwerk Osnabrück 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Schloßkonzert. 1. Nicolai: Ouvertüre zu„Die lustigen Weiber von Windsor“. 2. Nicolai: Duett Herr Fluth— Falstaff aus „Die lustigen Weiber von Windsor", 3. G. Schumann: Tanz der Nympben und Satorn. 4. Löhr: Sinsonischer Walzer. 5. Pauspertl: Manöverliebe. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Für große und kleine Kinder: Die Zaubergeige. 15.30 Das gute Buch. 15.50 Zwischenmusik(Schallvlatten). 16.00 Nachmittagskonzert. 1. Humverdinck: Ouvertüre zu„Die Heirat wider Willen“. 2. Sinding: Suite a=Moll für Violine und Orchester. 3. Adams: Elegie für Streichorchester und zwri Hörner. 4. Roselius: Sinsonische Suite aus der Legende „Godiva“. Darin: 17.00—17,10 Der Erzähler. 5. Weise: Konzert für Flöte und Orchester. 6. Blume: Harlekinade. 7. Brahms: Ungarische Tänze Nr. 19. 20 und 21. 8. Komzak: An der schönen grünen Narenta. Walzer. 18.00 Wir suchen und sammeln. 18.10 Quartettmusik. 1. Westermann: Streichquartett c=Moll. 2. Schubert: Streichquarteit Es=Dur. 19.00 Die Woche fängt gut an.(Schallpl.) 19.50 Und was meinen Sie? 20.00 Nachrichten. 20.10 Männergesang uns unserem Gau. Es singt der Männergesangverein Wiesdorf. 1. Leivold: Und tausend Vöglein singen. 2. Hößler: Minnelied. 3. Baldamus: Zu Roma auf der Gassen. 4. Die Spinnerin. 5. Ochl: Maienlust. 6. F. Wagner: Dorfreigen. 7. Weinzierl: Wüchsen mir Flügel. 8. Wickenhauser: Das Echo. 9. Basalt: Tiritomba. 20.40 Westdeutsche Wochenschau. 21.00 Blasmusik. 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik. 22.30—24.00 Unterhaltungs= und Tanzmusik. taoGLORIAPALASTA Kunststopferei GLORIATALROPEHaria Firley, Fras-Se die St. 25(ir, Neust. Ein Fllm der Abenteuer und Sensarnen! Harry Piel In einer neren Bombenrde! Der unmöglich Herr Pitt Harry Piel greift ein Ein ganz gefährlicher Buche! Ein Film mit Harry Piel in der Hauolle ist immer eine aufregende Sache. Waoer hier allen Abenteuern geschicht, kann im über„MAL trotten werden. Spannung! Tempo! Abeeser! Maria Pirley. Fianz-Seldte Str. 25(ir Neustr.) führt Kunststopfarbeiten gut und äußerst billig aus. Alle Herren-Hüfe reinigen, modernisieren, weiter oder enger machen nur 1.50 Mt. 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Sonntag spielt die Kapelle Hummel Unterhaltungs- und Tanzmusik. Eintritt frei. HAUS BES.: WILT FLAKEN VON DER HEYOTSTA. 5-7 Ab heute hören Sie: Hapellmeister Fritz Pilz mit seinem singenden Quartett und dem bekannten Pianisten sowie Harmonika- und Vibraphon-Solisten Heinz Chapelier Folgende Schneidermeister in Herne besitzen das Güfezeichen: Wilhelm Boje Merm.-Göring-Str. 14 Otto Gerhard Mont-Cenis-Str. 329 Wiescherstraße 28 Fritz Schröder Berninghausstraße 34 Hermann-Löns-Str. 12 Friedrichstraße 40 in jeder gewünschten Ausführung Eintrittskarten Plakate Programme Festbücher Statutbücher Mitgl.-Karten Besuchskarten GeburtsVerlobungsVermählungsAnzeigen Totenbriefe Koethersakotisches Buchdruckerei Herm=Göring-Str. 8 neben dem Postamt. Café-Restaurant„Kanonengarten“ Bes. Josef Brune, Horsthauser Str. 15 Heute Samstag TANZ Sonntag ab 4 Uhr: Kaffee- Konzert a Kaffee und Kuchen Besuchen Sie unsere gemütliche Pilsstube! H. 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Gerahmte Bilder, Kleinformat, 0.45, 0.80, 1.—. 1.40, 1.60 und höher. Brleikasseiten mit feinem Briefpapier, eleg. Packungen, 1.—, 1.30, 1.60, 1.80, 1.90, 2.40, 2.50, 2.80 usw. Eindruck des Namens besonders beliebt. visitkarten, moderne Kartons und Schritten, 50 Stück 2.40, 100 Stück 3.—. Füllhalter, altbewährte Fabrikate, 1.50, 1.80, 3.50, 4.—, 5.50, 6.50, 7.50, 10.— und höher. Füllbleistifte, sehr prektisch, 0.50, 0.60, 0.70, 0.80, 1.20, 1.50, 1 80, 2.25 und höher. Schüleretuls mit einfecher und sehr guter Füllung, 0.95, 1.10, 1.45, 1.60, 1.80, 2.95, 3.85, 4.50. Schreibmappen für Damen und Herren, 3.50, 4.75, 4.80, 6.50, 8.90, 11.50, 15.—. Schrelbzeug-Garnituren in feinster Holzausführung, 6 80, 18.50, 19.50 Pholo-Alben, Poesle-Alben, aparte Neuheiten, 0.60, 0.95, 1.50, 1.80, 2.50, 2.80, 3.25, 4.50 u. höher. Schulreihzeuge(Originel Richter), 1.45, 1.70, 2.30, 2.75, 3.25, 3.60, 5.40, 6.55. Erdgloben 9.—, 16.—, 24.—, 28.—. Alle Schulbücher und Lehrmittel. 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