erner Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Bezugspreis balbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto Dortmund 1007. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe 4 Pf., im Textteil 26 Pf.7 Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen je mm 3½ Pf.; Sifser= und Auskunftsgebühr 28 Pf.7 Fernsprecher: Sammel= Nummer 5254]„ Drahtanschrift. Anzeiger Herne. Nr. 236(Erstes Blatt) Samstag, den 8. Oktober 1938 34. Jahrgang Streiflichter Plumpe Störungsmanöver Das war herr Benesch! Wenn die spätere Geschichtsschreibung sich einmal mit ker Frage zu befassen hat, welches der größte Dienst ist, den #uard Benesch dem tschechischen Volke erwiesen hat, so bürfte es wohl nicht schwerfallen, in diesem Zusammenhang den Rücktritt des bisherigen Staatspräsidenten am 5. Oktober 1938 zu nennen. Dieser Rücktritt ist nicht nur der größte, sondern auch der einzigste Dienst, des Herrn Benesch gegenüber dem tschechischen Volke, das er durch eine von vornherein grundfalsch ausgerichtete Politik nach innen und nach außen an den Abgrund einer Katastrophe führte. Am Anfang der politischen Laufbahn des Herrn Benesch stand die Lüge, und mit ihrer Hilfe wurde das bisherige Gebäude der Tschecho=Slowakei errichtet, das nun zusammengebrochen ist und zusammenbrechen mußte, weil sein Fundament überhaupt nicht tragfähig war. Dem tschechischen Volke wäre die gegenwärtige Situation erspart geblieben, wenn Benesch von jeher nicht gefordert hätte, was zu fordern unrecht war, und wenn nicht zum Prinzip sowohl der Nationalitätenpolitik wie auch der Außenpolitik der Tschecho=Slowakei der Deutschenhaß erhoben worden wäre. Aus dieser antideutschen Einstellung des politischen Systems, zu dessen Repräsentanten Eduard Benesch wurde, ergaben sich jene Fehler, die in der nach Moskau ausgerichteten Paktpolitik gipfelten und das tschechische Volk in die Abhängigkeit außenstehender Mächte brachten. In völliger Verkennung und Verleugnung geopolitischer Erkenntnisse sollte die TschechoSlowakei ein Bollwerk gegen den sogenannten Germanismus sein, wurde aber in Wirklichkeit zum Vorspann der imverialistischen Gelüste des Bolschewismus. Für die Tschecho=Slowakei seibst war dieser Zustand ein Herd ständiger Gefahren und nach außen hin verkörperte Benesch ein System, das für den Frieden Europas eine ständige Bedrohung darstellte. Es ist zu hoffen, daß mit Benesch auch endgültig sein System abgetreten ist. Niemand weint diesem Manne. der in den letzten Wochen und Monaten ganz besonders Europa soviel Beunruhigung gebracht hat, eine Träne nach. Er wird auch niemals den Anspruch erheben können, Nationalheld seines Volkes gewesen zu sein, denn die Rolle, die er spielte, war nicht die eines politischen Kämpfers. sondern die eines Hasardeurs und politischen Abenteurers. Der Tummelplatz seiner Politik waren die Salons der Diplomatie. In den Reihen der tschechischen Legion oder sonst irgendwo auf einem Posten, wo es darum ging, auch einmal den höchsten Einsatz zu wagen, hat ihn niemand gesehen. Aber hinter den Kulissen der europäischen Politik war er immer zu finden. Er liebte nicht das offene Visier. Das war Benesch, aus dessen Leben sich noch viele Beispiele für die unselige Rolle anführen ließen, die nun ausgespielt ist. Das tschechische Volk richtet seinen Blick von der Vergangenheit weg in die Zukunft. Auch wir schlagen das Buch der Vergangenheit zu und schlagen die noch unbeschriebene erste Seite des neuen Buches der Zukunft auf. * Englands Palästina=Sorge Nachdem am Donnerstag der britische Kommissar für Palästina. Sir Harold Mac Michael, in Begleitung eines Vertreters des Oberkommandos der britischen Palästinastreitkräfte und eines Vertreters der Mandatsregierung in London eingetroffen ist, haben dort am Freitag eingehende Beratungen mit dem Außenminister Lord Halifar. dem Kolonialminister Macdonald und dem Kriegsminister Hore Belisha begonnen. Die Besprechungen, bei denen die gesamte Lage in Palästina einer eingehenden Prüfung unterzogen wird. sind von außerordentlicher Bedeutung. Durch die ständige Zunahme der Zusammenstöße zwischen Militär und Zivilbevölkerung ist nämlich eine Situation entstanden, die arnste Gefahren für die Behauptung der britischen ##rrschaft in Palästina in sich birgt. Schon jetzt ist es den britischen Mandatsbehörden kaum mehr möglich, die Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Welches Ausmaß die blutigen Auseinandersetzungen in Palästina angenommen haben, zeigt eine Bilanz über den Monat September. in dem mehr als 350 britische Soldaten und Polizisten. Araber und Juden getötet wurden. Die Zahl der Verletzten soll mehr als das Doppelte der Zahl der Getöteten betragen. In den letzten Tagen nun hat, wie zahlreiche vorliegende Berichte zeigen. die Krise ein derartiges Ausmaß angenommen, daß der britische Kommissar sich entschloß, zu den nunmehr begonnenen Sonderberatungen nach London zu fliegen. Im Augenblick sind natürlich zahlreiche Kombinationen über die eventuelle Haltung der englischen Regierung aufgetaucht. Nach der Bereinigung der tschecho=slowakischen Krise hat auch die Oeffentlichkeit dem PalästinaProblem wieder größere Teilnahme zugewandt. Eine Zeitlang sprach man von einer Dreiteilung Palästinas in einen arabischen und jüdischen Staat und einen britischen Korridor zwischen beiden Gebieten. Doch mit der Heimkehr des sogenannten Woodhead=Ausschusses Mitte August wurde es still um diesen Plan. Er soll, wie die neuesten Informationen besagen. fallen gelassen worden sein zu Gunsten eines neuen, für die Araber günstigen Planes. über den in den letzten Tagen berichtet wurde. Die Lügenfabrikanten wieder am Werk 7 Sabotage am Münchener Friedenswerk Törichte Greuelmärchen nach bekanntem Muster Berlin, 7. Okt. Das Abkommen von München, durch das dank dem Friedenswillen und dem Verantwortungsbewußtsein der leitenden Staatsmänner der europäischen Großmächte ein Schlußstrich unter eines der schmachvollsten Kapitel der Nachkriegszeit gezogen wurde, liegt gerade eine Woche zurück, und schon hat wieder eine jener üblen Presskampagnen eingesetzt, mit der die bekannten internationalen Drahtzieher die von den Völkern der ganzen Welt mit freudiger Genugtuung begrüßte Entspannung hintertreiben wollen. Mit aufgelegten Lügen und plumpen Verdrehungen wird versucht, Deutschland bei der friedlichen Durchsetzung seiner durch ein internationales Abkommen garantierten Rechte zu verdächtigen und Mißtrauen unter den Partnern des Münchener Friedenswerkes zu säen. Daß daneben wieder krasse Greuelmeldungen nach dem Muster der berühmten abgehackten Kinderhände auftauchen, nimmt nicht wunder. So veröffentlichen schweizerische Zeitungen„Protestkundgebungen“, des Pressebüros der tschechoslowakischen Delegation in Genf gegen die von der Berliner Kommission getroffene Festsetzung der letzten Besetzungszone. Diese Entscheidung, so wagen die Tschechen zu behaupten, stehe im Widerspruch zu den Buchstaben und dem Geist des Münchener Abkommens. Es würden völlig tschechische Gebiete von den Deutschen annektiert werden, ohne Abstimmung und ohne daß die Bevölkerung irgendeine Möglichkeit habe, sich gegen den Mißbrauch von Gewalt zu schützen. Diese Annexion erfolge gegen jedes Recht und gegen das Prinzip der freien Selbstbestimmung, auf das sich Deutschland berufen habe, um das von den Sudetendeutschen bewohnte Gebiet für sich in Anspruch zu nehmen. Mit der Besetzung von Troppau, Hohenstadt, Lundenburg und gewisser Gebiete von Nordmähren sowie der Sprachinsel von Zwittau würden eein strategische Ziele verfolgt und verschiedene Hauptlinien zwischen Böhmen und Mähren unterbrochen, so daß das Wirtschaftsleben und die künftige Entwicklung der tschecho=slowakischen Wirtschaft in Gefahr stehe. Adolf Hitler grüßt die befreite Bevölkerung von Schluckenau KE-G 1 * Während seiner Fahrt durch die befreiten nord böhmischen Städte und Dörfer machte der Führer auch halt in Schluckenau, wo die Bevölkerung Kopf an Kopf auf dem Marktplatz stand und Adolf Hitler begeistert zujubelte(Scherl-Bilderdienst-M) In einer anderen Verlautbarung wird erklärt, das, was über die Arbeiten der Berliner Kommission durchgesickert sei. verdiene die Aufmerksamkeit Westeuropas. Die Delegierten und die Sachverständigen des Reiches hätten neuerdings territoriale Forderungen gegen die Tschecho=Slowakei erhoben, die über den rein ethnischen Rahmen hinausgingen und lediglich dem deutschen Wunsche entsprängen, ein möglichst großes Gebiet mit reichen Städten und mit Industriezentren und mit wichtigen Verkehrswegen dem Reiche anzugliedern(!). Diese Städte und Zentren seien nach ihrem Volkstum rein tschechisch oder hätten eine starke tschechische Mehrheit. Das Reich verlange eine Volksabstimmung in Bezirken, wo die deutsche Bevölkerung nur 0,2 bis 6.5 v. betrage. Es stütze sich dabei auf die österreichischen Vorkriegsstatistiken, die nicht von der Muttersprache, sondern der im Verkehr mit den Behörden ähnlichen Umgangssprache ausgingen. Auch im Leitartikel des Kovenhagener„Berlingske Aftenavis“ beschäftigt sich der durch seine deutschfeindliche Einstellung sattsam bekannte Herr Blödel mit der Besetzung der 5. Zone Sudetendeutschlands durch deutsche Truppen. Blädel behauptet, nach Prager Meldungen bedeute die Eingliederung der 5. Zone in Deutschland, daß eine große Zahl von Tschechen ans Reich käme. Ihre Lage werde nicht leicht sein. Weiter behauptet dieser üble Hetzer. nach einem Bericht der„Times“ habe in der Mittwochsitzung' des Unterhauses der liberale Politiker Acland. der gerade im Flugzeug aus Prag gekommen sei, mitgeteilt, er hätte eine junge tschechische Frau gesehen, der das Hakenkreuz mit glübendem Eisen auf der Brust eingebrannt sei, und ein tschechischer Arzt hätte ihm erzählt, daß er ein acht Monate altes Kind behandelt hätte, auf dessen Stirn ebenfalls ein Hakenkreuz eingebrannt gewesen sei.(!) Natürlich kann in diesem mißtönenden Chor auch die durch ihre bösartige Deutschenhetze berüchtigte„New Vork Herald Tribune“ nicht fehlen. Sie behauptet. der Reichsaußenminister habe am Dienstagabend dem britischen und dem französischen Botschafter in Berlin ein „Semi=Ultimatium“ gestellt und Frankreich und England zu einer neuen Kapitulation gezwungen. Die neue Grenze werde jetzt von der deutschen Armee und nicht von der Internationalen Kommission gezogen. Das ganze deutsche Volk weist im Bewußtsein seines guten Rechtes und im Hochgefühl dieser Freudentage derartige plumpe Störungsmanöver mit überlegener Ruhe zurück und erwartet, daß auch die anderen Völker den verbrecherischen Einflüsterungen dieser Saboteure am wiedergewonnenen Frieden mit Entschiedenheit entgegentreten. Die Lügenfabrikanten lagen seit dem Abschluß des Münchener Friedenswerkes auf der Lauer. um ein neues Hetzmanöver in Szene setzen zu können. Denn für diese Lügner und Hetzer von Beruf war die Durchkreuzung der Kriegshetze, war die Rettung des Friedens eine tiefe Enttäuschung. Die Fäden, die von den Prager Hetzern zu den internationalen Cliquen liefen, waren längst bloßgedeckt. Die neue üble Brunnenvergiftung hat dieselbe Quelle. Die von Prag ausgehenden Versuche, die in sachlicher und mühevoller Arbeit getroffenen Entscheidungen der Grenzziehungskommission zu diskreditieren und zu sabotieren, haben mit der Wahrheit nichts zu schaffen. Die Behauptung. diese Entscheidungen widersprächen dem Münchener Abkommen, ist völlig falsch. Es ist eine offenkundige Lüge, die zu dem Zweck erfunden wurde. die Weltöffentlichkeit erneut zu beunruhigen und das verantwortungslose Spiel der Brunnenvergiftung gerade jetzt zu spielen. Tatsache ist, daß die neue Reichsgrenze sich mit der ethnographischen Grenze(Volkstumsgrenze) deckt. Nur die einwandfrei von Deutschen besiedelten Gebiete sind die tschechischen Rechte durchaus gewahrt worden. Wichtige Beschlüsse des Großen Faschistischen Rates Die Friedenspolitik des Duce Neue Richtlinien zur Rassenfrage Verbot der Eheschließung mit nichtarischen Rassen Die faschistenfeindliche Haltung des Weltjudentums7 Begrenzte Einwanderung europäischer Juden nach Aethiopien? Am Montag Abreise der englischen Abstimmungspolizei nach der Tschecho=Slowakei London, 7. Okt. Das Hauptquartier der Britischen Legion gab am Freitagabend bekannt, daß das für die Tschecho=Slowakei bestimmte Kontingent der Britishen Legion nicht, wie ursprünglich erwartet, am Samstag abjahren wird. sondern voraussichtlich erst am Montag, dem 10. Oktober Rom, 7. Okt. Der Große Faschistische Rat trat am Donnerstag um 22 Uhr zu seiner außenpolitisch wie innenpolitisch gleich wichtigen Herbsttagung zusammen. Nach dem amtlichen Bericht wurde zu Beginn der 4% stündigen Nachtsitzung zunächst eine Tagesordnung angenommen, in der der Große Nat des Faschismus dem italienischen Volk seine Anerkennung für die Haltung ausspricht, mit der es in der letzten Zeit„einen neuen Beweis für den tiefgreifenden Wandel gegeben hat, der durch die Revolution der Schwarzhemden im Geist und im Charakter der Italiener vollzogen worden ist. Der Große Rat des Faschiemus ist ebenso wie alle Italiener stolz darauf, mit dem Glauben, den Werken und den Wafsen dem Duce dienen zu können, dessen entschlossenes Eingreifen in die Ereignisse, deren abschließende Entwicklung noch im Gange ist, den Sieg des Friedens auf der Grundlage der Gerechtigkeit und den Anbruch jenes neuen Europas gekennzeichnet hat, das dem Duce selbst vor Augen schwebt und von ihm seherisch verlangt und gefordert wird.“ Nach einer Ehrung des anwesenden Quadrumvirn General de Bono. der vor drei Jahren auf Befehl des Duce Adua eingenommen und damit die Eroberung des Imperiums begonnen hat, behandelte der Große Rat des Faschismus die Rassenfrage. zu der nach eingehender Aussprache und wiederholter Intervention des Duce folgende Erklärung genehmigt wurde: „Der Große Rat des Faschismus betont als Folge der Eroberung des Imperiums die aktuelle Dringlichkeit der Rassenfrage und die Notwendigkeit eines Rassenbewußtseins. Er erinnert daran, daß der Faschismus seit 16 Jahren stets eine positive Tätigkeit entfaltet hat, die auf die quantitative und qualitative Hebung der italienischen Rasse abzielt, eine Hebung, die durch Kreuzungen und Bastardbildungen mit unberechenbaren politischen Folgen ernsthaft gefährdet werden könnte. Die Judenfrage ist nur die für das Mutterland geltende Seite eines Problems allgemeinen Charakters. Der Große Rat des Faschismus ordnet an: a) Das Verbot der Eheschließung von Italienern und Italienerinnen mit Angehörigen der hamitischen, semitischen und anderen nichtarischen Rassen. b) Das für Zivil= und Militärpersonen, die im Dienste des Staates und öffentlicher Körperschaften stehen, geltende Verbot der Eheschließung mit Ausländerinnen jedweder Rasse. c) Die Ehe von Italienern und Italienerinnen mit Ausländern selbst arischer Rasse bedarf der vorherigen Zustimmung des Innenministeriums. d) Die Maßnahmen gegen Personen, die das Ansehen der Rasse in den Gebieten des Imperiums schädigen, müssen verschärft werden.“ Weiter erinnert der Große Rat des Faschismus daran, daß„Jus Weltjudentum, insbesondere nach der Aushebung der Freimauerei, die treibende Kraft des Antifaschismus auf allen Gebieten ist und daß das ausländische oder abtrünnige italienische Judentum in einigen entscheidenden Zeitabschnitten, wie in den Jahren 1924 und 1925 und während des abessinischen Krieges, einmütig faschistenfeindlich war. Die Einwanderung fremder Elemente, die seit 1933 stark zugenommen hat, hat die Stimmung der italienischen Juden, die nicht ehrlich genommen wird, gegenüber dem Regime verschlechtert. da dieses im Gegensatz zu der Psychologie, der Politik und der internationalistischen Einstellung Israels steht. Sämtliche antifaschistischen Kräfte werden von jüdischen Elementen angeführt. Das Weltjudentum steht in Spanien auf der Seite der Bolschewisten von Barcelona.“ Zum Verbot der Einwanderung und der Ausweisung ausländischer Juden erklärt der Große Rat des Faschismus,„daß das Gesetz über das Verbot der Einwanderung fremder Juden nicht länger verzögert werden konnte und daß die Ausweisung der Unerwünschten— um das Wort zu gebrauchen, das von den großen Demokratien zum Schlagwort gemacht und zur Anwendung gebracht wird— unerläßlich ist.“ Die Richtlinien für die Zugeyorigreit zur jüdischen Rasse sehen u. a vor, daß das Kind zweier jüdischer Elternteile sowie das Kind eines jüdischen Vaters und einer ausländischen Mutter und weiter derjenige, der sich zur jüdischen Religion bekennt, obwohl er aus einer Mischehe stammt, als zur jüdischen Rasse gehörend gelten. Es folgen dann Bestimmungen über Aufnahme von bestimmten Gruppen von Juden italienischer Staatsangehörigkeit, wie z. B. Kriegsteilnehmer mit Auszeichnung. In Erwartung eines neuen Gesetzes über die Erwerbung der italienischen Staatsangehörigkeit sind über alle übrigen italienischen Staatsangehörigen jüdischer Rasse besondere Grundsätze ausgestellt. Danach können sie nicht in die Faschistische Partei aufgenommen werden, sie können keine Betriebe irgendwelcher Art besitzen oder leiten, die hundert oder mehr Personen beschäftigen, sie können nicht mehr als 50 Hektar Land besitzen, sie können weder in Friedens= noch Kriegszeit militärische Dienste leisten. Für die Ausübung von Berufen sind weitere Bestimmungen vorgesehen. Die weiteren Beschlüsse sehen u. a. vor. daß in bezug auf die Ausübung des Kultes nichts geändert werden soll und, daß neben den Grundschulen die Einrichtung mittlerer Lehranstalten für Juden zugestanden werden soll. Zu der Frage der Einwanderung von Juden nach Acthiovien schließt der Große Rat des Faschismus die Möglichkeit nicht aus, in einigen äthiopischen Gebieten eine kontrollierte Einwanderung europäischer Juden zuzulassen, auch um die jüdische Einwanderung von Palästina abzulenken. Abschließend wird festgestellt, daß sich die Handhabung der Maßnahmen immer nach der jeweiligen Haltung des Judentums richten werde. Mit Genugtuung nehme der Große Rat davon Kenntnis, daß der Unterrichtsminister an den Hauptuniversitäten Italiens Lehrstühle zum Studium der Rassenfrage eingerichtet hat. Schließlich erklärt der Große Rat des Faschismus, daß das gesamte Rassenproblem im italienischen Volk außerordentliches Interesse gefunden hat, daß die Richtlinien der Partei in dieser Frage für alle als grundlegend und verpflichtend anzusehen sind, und daß die Richtlinien des Großen Rates den Gesetzen zugrunde liegen müssen, die von den einzelnen Ministerien beschleunigt ausgearbeitet werden sollen. die ts##schen Rechte, durchaus gewahrt worden. Sr.. kur o. Wn. sWrten., an Buns einer guten Karte senenen, das im Sinne der Sportvalast=Rede des Führers die Lebensrichte der anderen Seite reipektiert werden. Deutschland will keinen einzigen Tschechen und keinen einzigen tschechischen Industieort. Tatsache ist ferner, daß die großen Steinkohlen= und Eisenerzlager südlich und südwestlich von Prag. die Braunkoblenlager am unteren Lauf der Moldau wie bisher auf tschechischem Gebiet liegen. Grotesk, das feststellen zu müssen. Die Zahl der Standorte der übrigen Industrien auf dem neuen tschechischen Staatsboden beweist, daß es ein durchaus gesundes, einheitliches Wirtschaftsgebiet ist, das Prag verbleibt. Die Bebauptung. die deutsche Armee bestimme jetzt die Grenzen, bedeutet eine unverschamte Beleidigung der an der Komnission beteiligten Großmächte. Die Nachricht, der deutsche Außenminister habe ein Ultimatum gestellt, ist ebenso verlogen und frech wie die Greuelmeldung des Deutschenbassers Blaedel. Von den zahlreichen tschechischen Greueln scheint dieser Agent der Lügenfabrikanten nichts gehört zu haben. Seinem schlechten Gedächtnis kann nachgeholfen werden. Gegen ihn und seinesgleichen steht die Wahrheit!— Einmarsch in die restlichen Gebiete DR8. Berlin, 8. Okt. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die deutschen Truppen beginnen heute(§. 10.) mit dem Einmarsch in die restlichen bis zum 10. 10. zu besetzenden suderendeutschen Gebiete. vierzu gehen ab 12 Uhr vor: a) Truppen unter Führung des Generals der Insanterie List aus dem Gau Niederdonau über die ehemalige deutschetschecho=slowakische Grenze zwischen Lundenburg und Laa an der Taya sowie zwischen Drosendorf und Neu=Biestritz. b) Truppen unter Führung des Generaloberst Ritter von Leeb aus dem Gebietsabschnitt 1 über die ehemalige deutschetschecho=slowakische Grenze zwischen Gmünd und Oberhaid und zwischen Eisenstein und Furth. c) Truppen unter Führung des Generaloberst von Bock aus dem Ostteil des Gebietsabschnittes 2 zwischen Machendorf und Hoffnungsthal, ferner über die ehemalige deutsch=tschecho=slowakische Grenze zwischen Hoffnungsthal und Schatzlar sowie zwischen Friedland und Wünschelburg d) Truppen unter Führung des Generaloberst von Rundstedt aus dem Gebietsabschnitt 4 zwischen Mährisch= Schönberg und Braunsdorf. ferner über die ehemalige deutschetschechisch=slowakische Grenze zwischen Braunsdorf und westlich Oderberg. Besetzung des Abschnittes 4 beendet DRB. Berlin, 7. Okt. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Truppen des Generaloberst von Rundstedt haben heute(7. 10.) die Besetzung des Gebietsabschnittes 4 beendet. Nochmals: Kleine Blumen oder andere Gegenstände in den Wagen des Führers wersen! DNB. Berlin, 7. Okt. Der Stabsleiter des Stellvertreters des Führers, Reichsleiter Martin Bormann, gibt auf Befehl des Führers folgende Anordnung bekannt: Trotz mehrfach ergangener Veröffentlichungen, nach denen das Wersen von Blumen und anderen Gegenständen in den Wagen des Führers oder seiner Begleitung unbedingt verboten ist, sind in den letzten Tagen wieder mehrfach Blumen in den Wagen des Führers geworfen worden. Der Führer wurde heute von einem Blumenstrauß im Gesicht leicht verletzt. Um jedes Wersen von Blumen für die Zukunft unmöglich zu machen, sind alle Führer der Partei und ihrer Gliederungen verpflichtet, vor einer Durchfahrt des Führers sämtlichen Personen, die Blumen in der Hand halten, diese abzunehmen. Die Ortsgruppenleiter und die Führer der örtlichen Gliederungen sind für die Innehaltung dieser Anordnung persönlich haftbar. Venesch nicht mehr in Prag Ist er seinem verschobenen Vermögen nachgereist? Prag, 7. Okt. Expräsident Benesch hat Prag verlassen. Es ist bisher nicht bekannt geworden, ob Benesch sich nach der Schweiz gewandt hat, wo er einen Teil seines großen Vermögens seit Jahren deponiert hat, oder nach dem Osten. Fahrt des Führers in die 4. Zone Generalfeldmarschall Göring begleitete ihn 7 Endloser Jubel DNB. Neustadt(O.=S.), 7. Okt. Freitag vormittag setzte der Führer von Neustadt(O.=S.) aus bei wundervollem, sonnigem Herbstwetter.seine Fahrt in das Sudetenland fort. Gleichzeitig mit den deutchen Truppen begab er sich in die Zone 4, die erst eit gestern von unserer Wehrmacht besetzt wird. Es handelt sich bei diesem Abschnitt um das weitgedehnte Bergland, das im Westen von der Grafschaft Glatz und im Osten von dem Gebiet um Leobschütz und Ratibor umsäumt wird. Die heutige Besichtigungsfahrt des Führers galt dem östlichen Teil der Zone 4. Mit dem Führer nahm auch der Oberbefehlshaber der Luftwasse, Generalfeldmarschall Hermann Göring, an der Fahrt teil. Dem Führer und dem Generalfeldmarschall wurden von der Bevölkerung des eben befreiten sudetendeutschen Landes um Jägerndorf und Freudenthal beispiellose, überwältigende Kundgebungen zuteil. Man merkte den Menschen dieses Gebietes die überglückliche, überschäumende Freude darüber an, daß schon so unmittelbar nach dem Beginn der Besetzung durch die deutschen Truppen der Führer und Generalfeldmarschall Göring zu ihnen kamen. Nachdem der Sonderzug gegen 10.15 Uhr auf dem Bahnhof von Neustadt(O.=S.) eingelaufen war, begrüßte als erster Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring den Führer. Kurz nach 10,30 Uhr bestieg der Führer am Bahnhofsausgang seinen Wagen, in dem diesmal der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 1, Generaloberst v. Rundstedt, Platz nahm. Hinter den Adjutanten= und Begleitwagen des Führers fuhren dann der Wagen des Generalfeldmarschalls und die der übrigen an der Fahrt teilnehmenden führenden Persönlichkeiten. Die Bevölkerung der oberschlesischen Grenzstadt, die an diesem Tage erheblichen Zustrom aus dem ganzen Neißegebiet erhalten hatte und zu vielen Tausenden den festlich geschmückten Bahnhofsvorplatz und die Durchfahrtsstraßen umsäumte, bereitete dem Führer wie dem General= feldmarschall begeisterte Kundgebungen. Gegen 11 Uhr überschritt der Führer zwischen Eichhäusel und Arnsdorf die ehemalige Reichsgrenze in Richtung auf Olbersdorf und Jägerndorf. Mit jubelnder, aus übervollem, dankbarem Herzen kommender Begeisterung hieß die Bevölkerung dieses Landesteiles ihren Befreier Adolf Hitler willkommen. Besonders herzlich wurde auch Generalfeldmarschall Göring bei diesem seinen ersten Besuch auf sudetendeutschem Gebiet gefeiert. Ein besonders festlicher Empfang wird dem Führer in Olbersdorf zuteil. Ein einziger Begeisterungssturm empfängt den Führer auf dem Marktplatz. Der Ortsleiter der SDP. begrüßt den Führer, der vom Wagen aus nach allen Seiten zur begeisterten Bevölkerung mit erhobener Rechten herzlich dankt. Wie überall, so läuten auch hier die Glocken zur Stunde der Befreiung, und vom hohen Kirchturm weht eine riesige Hakenkreuzfahne. Wenige Minuten nur weilt der Führer unter der Bevölkerung von Olbersdorf. Diese Minuten haben den Männern und Frauen und der Jugend die glücklichsten Augenblicke ihres Lebens gegeben. Jägerndorf grüßt seinen Befreier Ueber Schönwiese und Kohlbach erreichen wir um 11.45 Uhr Jägerndorf, den ersten größeren Ort im östlichen Teil der Zone 4. Die Bevölkerung von Jägerndorf hat sich im inneren Teil der Stadt zusammengeballt. wo sie dem Führer einen beispiellosen triumphalen Empfang bereitet. Ueberströmendes Glücksgefühl und unendliche Dankbarkeit bringen sie dem Führer dar. als er langsam durch die Straßen von Jägerndorf fährt. Mit Zehntausenden von Hakenkreuzfähnchen winken sie dem Führer und Hermann Göring zu. Alle Fenster der spitzgiebligen Häuser sind über und über besetzt mit glückstrahlenden und vor Freude weinenden Menschen. Die dumpfen Klänge der Kirchenglocken vereinigen sich mit dem hellen Jubel und den Klängen der Musik zu einer einzigartigen wunderbaren Sinfonie der Freude und des Jubels. Auf dem Marktplatz mitten in der Stadt erreicht die unermeßliche Begeisterung der Jägerndorfer ihren Höhepunkt. Bis zum letzten Winkel ist der herrliche Platz dichtgedrängt von der Bevölkerung besetzt. Unter dem tosenden Jubel der Tausende schreitet der Führer mit Generalfeldmarschall Göring und Generaloberst v. Rundstedt die Front der Ehrenkompagnie vor dem Rathaus ab. Als der Führer dann mit Hermann Göring und Konrad Henlein aus dem Balkon des Rathauses erscheint und die gewaltige Menschenmenge überblickt, schlägt ihm ein ungeheurer Orkan unsagbarer Begeisterung entgegen. All die Not und das Leid der vergangenen Jahre und Monate sind in diesem Augenblick von diesen deutschen Menschen gewichen. Sie geben sich ganz ihrer unbeschreiblichen Freude über ihre endliche Befreiung hin. Minutenlang währt dieses einzigartige Bild der Verbundenheit des sudetendeutschen Volkes mit dem Führer aller Deutschen. Dann spricht Konrad Henlein, dem ebenfalls eine herzliche Begrüßung zuteil wird: „Mein Führer! Als vor 20 Jahren schier 3½ Millionen Deutsche gegen unseren Willen und gegen jedes Recht einem Staat einverleibt wurden, da wurde dieses große Verbrechen von der Welt gutgeheißen.(Stürmische Zurufe gellen über den weiten Platz.) In diesen 20 Jahren hat man uns unsere Schulen, unseren Arbeitsplatz und unser Brot genommen. Aber eines konnte man nicht: aus unseren Herzen die tiefe Liebe zu Deutschland reißen!“ Und wieder stimmen die Jägerndorfer Konrad Henlein begeistert zu, als er mit den Worten schließt:„Wir sind bereit, mein Führer, für Sie unser Leben einzusetzen.“ Der Führer dankt Konrad Henlein mit einem festen Händedruck für das Gelöbnis der Sudetendeutschen. Wieder schlägt ihm dann minutenlanger Jubel und eine unvorstellbare Begeisterung entgegen, als er selbst nun das Wort ergreift. In mitreißenden, packenden Worten spricht der Führer von der neuen deutschen Volksgemeinschaft, die alle Deutschen umfaßt, und von der starken neuen deutschen Wehrmacht, der Vollstreckerin des Willens dieser Volksgemeinschaft. Tosender Jubel schlägt dem Führer entgegen, als er erklärt, daß man vielleicht drei oder sechs Millionen Deutsche entrechten und unterdrücken kann, daß aber 80 Millionen Deutsche niemand in dieser Welt beugen kann. Zum Abschluß dieser seiner ersten Reise durch das Sudetenland dankt der Führer sodann den Sudetendeutschen noch einmal für die langjährige Treue, die sie unter schwersten Umständen ihrem Volkstum gehalten haben. Er schließt mit den Worten, daß am 10. Oktober nun auch der letzte Rest des Sudetenlandes unter dem Banner des Hakenkreuzes stehen werde. Dann sei dieses Lasiwagenzüge der NSV unterwegs Hinter den Kanonen der Wehrmacht die Gulaschkanonen der NSV. Die Betreuung der Eudetendeutschen in Zone 4 DNB. Neiße, 7. Okt. Das Wort, das Reichsminister Dr. Goebbels am Mittwochabend gelegentlich der Eröffnung des Winterhilfswerkes 1938 39 sprach, wonach hinter den Kanonen unserer Wehrmacht die Gulaschkanonen ins Sudetenland einziehen, hat sich auch in dem Schlesien benachbarten, am Donnerstag zur Hälfte besetzten Abschnitt 4 bewahrheitet. Wie in allen anderen Zonen, die von den deutschen Truppen besetzt werden, hat auch im Gau Schlesien sofort die NS.=Volkswohlfahrt die Betreuung der sudetendeutschen Brüder und Schwestern ausgenommen. Zugleich mit den Truppen hat sie ihren Einzug in das sudetendeutsche Gebiet gehalten. Die Hilfsmaßnahmen, die fast durchweg Sofortmaßnahmen sind, erstrecken sich in erster Linie auf die Betrenung der notleidenden Familien und der Kleinkinder, insonderheit aber auf die Sicherstellung der Ernährung der Gesamtbevölkerung des sudetendeutschen Raumes, Gleichzeitig wurden allerorts Beauftragte der NS.=Volkswohlfahrt eingesetzt und mit den organisatorischen Arbeiten begonnen. Noch am Donnerstagabend fuhren aus den vielen, von der NSV. vorsorglich eingerichteten Proviantlagern längs der ehemaligen Grenze die ersten Verpflegungstransporte ab, mächtige Lastwagenzüge, die alles geladen hatten, was zur Verpflegung der Bevölkerung notwendig ist. Ebenfalls noch am Donnerstag fuhren für die Verpflegung der Bevölkerung vier Feldküchen mit einem Fassungsvermögen von je 3000 Liter über die ehemalige Grenze. Im Zuge dieser Maßnahmen haben am Donnerstag die ersten hundert schlesischen NS.= Schwestern die ehemalige Grenze überschritten und ihre Fürsorge= und Betreuungstätigkeit aufgenommen. Besonders wird sich die NSV. der Kleinkinder annehmen. deren Ernährung bisher gänzlich unzureichend war. So sind u. a., um in dieser Hinsicht erste Hilfe zu leisten, allerorts Milchküchen eröffnet worden, aus denen die Kinder verpflegt werden. Gebiet endgültig frei und für alle Zeiten unwiderruflich ein Reichsgau der deutschen Nation Wenige Minuten nach der erhebenden Kundgebung auf dem Marktplatz verläßt der Führer wieder Jägerndorf, noch einmal umtost von der unbeschreiblichen Begeisterung der überglücklichen Menschen, die ihm ununterbrochen für seine Worte danken. Generalfeldmarschall Göring verabschiedet sich hier von dem Führer. um später in Freudenthal erneut mit ihm zusammenzutreffen. Auch ihm gilt der herzliche Gruß der Jägerndorfer. Gegen 13 Uhr macht der Führer auf dem Burgplatz bei Jägerndorf eine kurze Rast, wo er im Freien mit seiner Begleitung aus der Feldküche das Eintopfessen, einen Schlag Gemüsesuppe, einnimmt. Dann besichtigt wenige Kilometer hinter Jägerndorf der Führer bei dem Ort Neuerbersdorf, im Tale der Offa, einige tschechische Bunker. die erst heute morgen um 5 Uhr von den Tschechen verlassen worden waren. Gerade in diesem kleinen Dorf wurde dem Führer ein besonders freudiger Empfang von der Bevölke. ng zuteil, denn diese Menschen mußten lange Zeit im Schatten der tschechischen Befestigungsanlagen leben. Sie sind nun überglücklich, daß diese drohende Zwingburg von ihnen genommen ist und sie wieder frei geworden sind. Durch das reizvolle Hügelland und die Ausläufer der Glatzer Berge geht die Fahrt an diesem herrlichen sonnigen Herbsttag nach Freudenthal. Hier erwartet wieder Generalfeldmarschall Göring den Führer, und minutenlang werden Adolf Hitler und Hermann Göring von den vielen Tausenden aus dem Marktplatz von Freudenthal versammelten Sudetendeutschen stürmisch gefeiert. Alle Fenster und Dächer der malerischen Häuser um den Marktplatz sind dicht besetzt. Ein einziger Sturm der Begeisterung umtost den Führer und seinen Feldmarschall. Der Führer schreitet mit Hermann Göring die Front der angetretenen Ehrenkompagnie der Luftwafse ab. Dann setzt der Führer seine Fahrt fort, während###r Generalfeldmarschall in einer machtvollen Kundgehu## auf dem Marktplatz zur Bevölkerung spricht. An vielen Stellen der Fahrt haben die Truppen. die die 4. Zone besetzen, am Wege des Führers Aufstellung genommen. Im Schritt fährt unsere Kolonne an ihnen vorbei. Aufrecht im Wagen stehend, grüßt der Führer seine Soldaten und blickt prüfend auf ihre Waffen. Ueber Würbenthal, Einsiedel und Hermannstadt nähert sich die Kolonne des Führers der ehemaligen Grenze. In allen Dörsern, die wir passieren, sind die Straßen in einen Blumenteppich verwandelt und jedes Haus ist mit Hakenkreuzfähnchen und Girlanden festlich geschmückt. Die Einwohner haben sich zumeist in der Mitte des Ortes versammelt und bringen dem Führer bei seiner Durchfahrt aus übervollem, dankerfülltem Herzen immer und immer wieder begeisterte Huldigungen dar. In Zuckmantel wird der Wagen des Führers minutenlang ausgehalten. Von allen Seiten recken sich dem Führer die Hände entgegen. Unzählige Hände drückt der Führer und immer wieder grüßt er vom Wagen aus die ihm von allen Seiten zujubelnde Menge. Nach wenigen Minuten ist die alte Reichsgrenze bei Arnoldsdorf gegen 16,25 Uhr erreicht und gegen 17 Uhr trifft der Führer wieder in dem oberschlesischen Grenzstädtchen, dem Ausgangspunkt seiner heutigen Fahrt, ein. Begeisterte Kundgebungen in Freudenthal für Hermann Göring Generalfeldmarschall Hermann Göring, der sich in Jägerndorf vom Führer verabschiedet hatte, war diesem in Begleitung von Staatssekretär Milch, dem Chef des Generalstabes der Luftwaffe Stumpff, Staatssekretär Körner, Staatsrat Gritzbach und Generalmajor Bodenschatz nach Freudenthal vorausgefahren. Freudenthal war zuerst von Abteilungen der Luftwaffe besetzt worden, die von der Bevölkerung mit ungeheurem Jubel begrüßt worden waren. Der Jubel hatte seinen Höhepunkt erreicht, als nach der Ankunft Hermann Görings auch die Durchfahrt des Führers durch den Ort erfolgte. Nach seiner Durchfahrt richtete der Generalfeldmarschall an die Bevölkerung eine kurze und kernige Ansprache, in der er den Versammelten auch die Grüße des Führers übermittelte und unter tosendem Beifall seiner Freude darüber Ausdruck gab, im befreiten Sudetenland weilen zu können. Nach der Kundgebung nahm Hermann Göring den Vorbeimarsch der Truppen der Luftwaffe ab. Sodann setzte der Generalfeldmarschall seine Reise nach Neiße fort. Auch dort waren zahlreiche Abteilungen der Luftwaffe vertreten. Die Bevölkerung umdrängte jubelnd den Wagen Görings, der nach kurzer Zeit in den Menschenmauern eingekeilt war. Der Generalfeldmarschall konnte seine Fahrt erst fortsetzen, nachdem er an die Bevölkerung eine Ansprache gehalten hatte, die von brausenden Heilrufen begleitet worden war. Festliche Rückkehr in die befreite Heimat Triumphaler Einzug des sudetendeutschen Freikorvs DNB. Karlsbad, 7. Okt. Die Männer, die als erste den aktiven Kampf gegen tschechische Unterdrückung und bolschewistischen Terror ausgenommen haben, die Männer des sudetendeutschen Freikorvs, sind am Donnerstag in Der Zauberer vom Abenteuetroman von ETSTTT 1D Buron-- C. tiland Vileleimpass Copyrisht by Wilhelm Goldmann Verlag. Leipzig 31. Fortsetzung 20. Kapitel. „Ich dachte. Sie würden nie wieder wach werden.“ sagte Mr. Andrews, als er in Vivians Schlafzimmer guckte. „Und ich kann immer noch nicht glauben, daß dies alles kein Traum ist,“ entgegnete das junge Mädchen und sah sich in dem einfach ausgestatteten Zimmer um, als ob es ein Feengemach wäre. „Wissen Sie, daß Sie 24 Stunden geschlafen haben?" Mr. Andrews zog sich einen Stuhl an ihr Bett und setzte sich. „Mich wundert nur, daß es nicht 24 Tage waren,“ rief sie lebhaft.„Ich war so erschöpft, daß ich nicht einmal mehr weiß, wie ich hierher gekommen bin. An den Ritt erinnere ich mich noch,“ fügte sie hinzu.„Die Nacht schien nicht enden zu wollen, und als ich am Morgen Gyangtse unter uns in der Ebene liegen sah, glaubte ich an eine — Luftspiegelung. Wo ist Alec? Hat er alles gut überstanden?“ „Das schon,“ versetzte Andrews zögernd,„nur.. „Was ist denn?“ fragte sie ängstlich. „Es... es handelt sich um Ihren Vater,“ sagte Andrews leise.„Er ist noch nicht zurück.“ Vivian richtete sich auf und sah ihn ungläubig an. „Noch nicht zurück? Aber am Dienstag ist er dech weggeritten, am Samstag sollten wir ihn zufällig' finden und heute ist schon wieder Dienstag. Was kann geschehen sein?“ „Das fragen wir uns auch. Die nach ihm ausgesandten Leute waren zur rechten Zeit am vereinbarten Platz. warteten stundenlang. aber er kam nicht.“ Nimmt Alec an, Vater hat sich in Wirklichkeit verirrt?“ „Natürlich glaubt er das.“ beruhigte sie Andrews. „Aber er macht sich eben Sorgen. Er ist heute selbst ausgezogen, um zu sehen, ob er irgend etwas erfahren kann.“ „Ich stehe sofort auf.“ sagte sie. „Das werden Sie nicht tun, mein Kind Alec kann kaum vor dem Abendessen zurück sein, und wir müssen abwarten, was für Nachrichten er bringt. Sie bleiben liegen. Versuchen Sie zu schlafen. Das sind meine Vorschriften, die ich Ihnen in Vertretung unseres Arztes gebe.“ „Kann ich wirklich gar nichts tun?“ fragte sie. „Nein, mein Kind. Außerdem hat Alec angeordnet. daß Sie auf keinen Fall die Residenz verlassen dürfen.“ „Mr. Andrews“.— Vivian sah ihn angstvoll an— „Sie glauben doch nicht, daß meinem Vater etwas.. etwas Schreckliches zugestoßen ist?“ „Ach wo.“ sagte er bestimmt.„Die beiden haben sich in den Bergen verirrt, haben ein Zelt und auch genügend Lebensmittel bei sich. Sie brauchen sich wirklich nicht zu ängstigen. Vivian. Warten Sie, bis Alec kommt.“ Er stand auf und ging nach der Tür. „Ich lasse Ihnen jetzt ein kräftiges Frühstück bringen," sagte er lächelnd,„das halte ich für das wichtigste.“ „Ich glaube, ich könnte ein ganzes Rind aufessen und dann noch das Kalb dazu verlangen.“ lachte Vivian Aber als sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, wurd: ihr Gesicht ernst und nachdenklich. Warum war ihr Vater nicht zurückgekehrt? Sie erinnerte sich undeutlich, daß sie sich in den letzten Stunden ihres Rittes nur mit aller Willenskraft im Sattel halten konnte, daß man sie im Hofe der Residenz vom Pferde hob und in ihr Schlafzimmer trug. Sie war gerade noch imstande gewesen, das für sie bereitete Bad zu nehmen und in ihr Bett zu kriechen— und dann kam der traumlose, erlösende Schlaf. Außer steifen und schmerzenden Giedern und einem durch Hitze und Kälte verbrannten Gesicht hatten die Anstrengungen dieser fürchterlichen Tage keine weiteren Merkmale hinterlassen. Das ganze Abenteuer schien ihr ein scheußlicher Traum zu sein, aber jetzt. in den Räumen der Residenz in Sicherheit, wußte sie, daß es bitterste, traurigste Wirklichkeit war. Immer wieder ertappte sie sich, daß sie eine Stimme zu hören erwartete. Tonys vergnügte, laute Stimme, die sonst durch alle Räume schallte. Vivian fürchtete sich, nach unten zu gehen. Das Eßzimmer, das Wohnzimmer, waren voller Erinnerungen Dort hatte sie gelacht, gescherzt und gespielt. Erst vor wenigen Tagen hatte er angeklopft und ihr mit lachendem Gesicht einen kleinen jungen Hund gebracht, nicht größer als ein Wollball. mit kleinen schwarzen Perlenaugen. Wie hatten sie über das kleine Geschöpf gelacht, das mit seinen scharfen Zähnchen so wütend ihre Pantofseln angriff und sich nicht anfassen lassen wollte. Tony hatte. wie jeder Engländer. Tiere gern. Wie oft hatte es ihn gekränkt, daß die großen bissigen Wachbunde ständig an Ketten liegen mußten. Wie oft hatte er sie gefuttert, wenn die tibetischen Wachen nicht aufpaßten, und die Hunde hatten ihn kennen und lieben gelernt. Auch sie hatten einen Freund verloren. Ich muß seiner Mutter schreiben, dachte sie, und schreckte doch vor dieser Aufgabe zurück. Wie könnte sie der Mutter schreiben, was hier vorgefallen war, wie könnte sie erklären, daß ein junges wertvolles Leben— warum nur, wofür nur?— verloren gehen mußte? Vivian sehnte sich fort aus diesem Lande. Wie hatte sie sich zuerst gefreut, nach Tibet zu kommen und England mit all seinen Erinnerungen hinter sich lassen zu können, und jetzt sehnte sie sich zurück nach dem Lande, wo Ruhe, Frieden und Sicherheit herrschten. Am Abend stand Vivian auf. Jede Muskel ihres Körpers schmerzte noch, aber sonst fühlte sie sich überraschend frisch und munter. Sie zog ein einfaches, dunkelrotes Spitzenkleid an— sie hatte nur wenig weibliche Garderobe nach Gyangtse mitnehmen können— und ging langsam nach unten. Alec war noch nicht zurück, und so saßen Mr. Andrews und Vivian allein in dem unheimlich ruhigen Eßzimmer. Ihre einsilbige Unterhaltung stockte bald ganz. Beide lauschten auf jedes Geräusch, das vom Hofe hereindrang; beide waren sich des leeren Stuhles bewußt, auf dem sonst Tony zu sitzen pflegte. „Was kann ihn nur aufgehalten haben?" fragte Vivian schließlich. Ihre Stimme klang rauh und heiser vor Angst. Aber während sie noch sprach, hörte sie den Anruf der Wache, hörte sie, wie das große hölzerne Tor aufgezogen wurde, hörte Hufschläge auf dem Pflaster des Hofes. Vivian und Mr. Andrews sprangen instinktiv auf und blickten nach der Tür, die wenige Sekunden später von Alec geöffnet wurde. Ein Blick in sein Geicht, und Vivian wußte, er brachte schlechte Nachrichten. Sie ging zu ihm, griff nach seiner Hand. Alec war blaß, seine Haare hingen ihm zerzaust in die Stirn, sein Anzug war voller Flecken und mit Staub bedeckt. Er mußte lange Zeit und sehr schnell geritten sein Seine Hand schloß sich mit festem Griff um die ihrige. „Nun. Alec?“ fragte Andrews. Aber die leise Antwort war nicht an ihn, sondern an Vivian gerichtet. „Ihr Veter ist gefangen genommen worden“ Vin an zickte zusammen. Das Zimmer schien sich um se zu dreben, und nur Alecs Hand verhinderte, daß sie 'end stützte sie sich mit der anderen Hand aus den Tisch. „Allmächtiger Gott!" rief Mr. Andrews.„Woher wissen Sie das?“ Alec führte Vivian zu ihrem Stuhl. Erst als sie saß, wandte er sich dem anderen zu. „Geben Sie mir etwas zu trinken, Andrews— und dann werden Sie alles erfahren.“ Er ließ sich, völlig erschöpft, auf einen Stuhl fallen, und goß das Glas Whisky=Soda, das Andrews ihm hinreichte, mit einigen wenigen Schlucken hinunter. „Heut morgen fanden wir Surdar“— seine Stimme klang hart vor Erregung—„tötlich verwundet. Er# im Sterben, als wir auf ihn trafen. Er konnte mir noc mitteilen, was geschehen war, dann starb er— in meinen Armen.“ Vivian saß wie zu Stein erstarrt. Ihre dunklen, traurigen Augen hingen an seinen Lippen. Andrews stieß einen leisen Fluch aus. „Das russische Syndikat steckt dahinter,“ fuhr Alec fort. „Surdar war ganz sicher, daß die meisten von ihnen Russen mit zwei tibetischen Führern waren. Sie stießen ganz unvermutet auf den Professor und Surdar. Mr. Carrow versuchte zu erklären, daß sie sich verirrt hätten und so weiter, aber sie ließen ihm gar keine Zeit. Wie Surdar erzählte, sprach einer der Männer englisch mit ihm, dann fielen sie über ihn her, durchsuchten ihn, fanden seine Aufzeichnungen, Feldstecher und Kompasse. Mit vorgehaltenem Revolver zwangen sie ihn auf sein Pferd und ritten nach Westen davon. Auf den Befehl der Russen wandte sich einer der Tibeter um und schoß kaltblütig Surdar durch die Brust.“ „Die verfluchten Hunde,“ knirschte Andrews. Alec stand auf und schenkte sich ein Glas voll. Erst jetzt ließen Vivians Augen von ihm ab. Ihr Kopf fiel vornüber, und tränenloses Schluchzen schüttelte sie. Alecs Hand legte sich auf ihre Schulter. „Ein einziger Trost, Vivian,“ sagte er ruhig.„Ihr Vater wird gut behandelt werden. Die... die Menschen brauchen ihn.“ „Glauben Sie das wirklich?“ „Ich bin davon überzeugt,“ erklärte Alec bestimmt. „Das stimmt übrigens mit unseren Informationen überein. Die Russen sind schon in allen Gegenden Tibets beobachtet worden, kamen aber nirgendwo zur Ruhe. Das bedeutet, daß sie selbst noch nicht wissen, wo die Mineral= lager zu finden sind. Sie mussen erfahren haben, wer Ihr Vater ist, und sind sich natürlich sofort klar geworden, daß er ihnen von größtem Nutzen sein kann“ (Fortsetzung folgt.) Nr. 236(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 8. Oktober 1938 — Er fordert seinen Tribut von jeder Zigarette, die er erreichen kann. DRO6, das Schreckgespenst der Trockenheit, raubt mit seinem trocknenden Hauch die natürliche Frische des Tabaks und vernichtet das schöne Aroma. Damit stiehlt er Ihrer Zigarette das Beste. Wehren Sie sich dagegen! Rauchen Sie ALVA, denn über ALVA hat„DROG“ keine Macht. Sicher geschützt vor seinem trocknenden Hauch, ruht sie in einem Tresor aus Stanniol, der ihr Frische und Aroma bewahrt. Nur der ALVA-Raucher erhält mit jeder Packung den Schlüssel zu diesem Tresor. Offnet er ihn, duftet ihm köstlicher Tabak in aromatischer Frische entgegen. Werbung für Herne Aflicht eines jeden Beherzigenswerte Anregungen und Ratichläge.— Stadtwerbung ilt nicht nur Sache des Verkehrsvereins Was kann der Herner für seine Stadt tun? Es gibt nur wenige Volksgenossen, denen zum Be wußtsein kommt, auf welche Weise sie sich in die Werbung für Stadt und Heimat einschalten können. Es genügt nicht, wenn die mit der Verkehrsarbeit betrauten Stellen und Organisationen sich dieser wichtigen wirtschaftlichen Aufgabe annehmen, vielmehr muß auf breitester Grundlage mit der Unterstützung jedes einzelnen in der Bevölkerung auch auf dem Gebiete der Reisewerbung der Kampf egen falsche Vorstellungen, um Anehen der Stadt und wirtschaftlicher Vorteile willen geführt werden. Jeder muß mithelfen, denn jedem kommt es schließlich ugute. Jeder muß jede passende Gelegen: eit wayrnehmen, um zum Besuch der Stadi anzuregen. Es bietet sich im alltäglichen Umgang, im privaten und geschäftlichen Briefwechsel hierzu Gelegenheit, ohne daß es für den einzelnen eine nennenswerte Belastung bedeutet. Entfernungen und Grenzen dürfen nicht verhindern, daß Menschen und Völker einander näher kommen und sich achten und #ehen lernen. In der im vergangenen Jahre er###ienen 16seitigen Werbeschrift der Stadt Herne besitzt auch unsere Stadt ein Werkzeug, das jedem von uns dazu dienen soll, Werber für die Stadt Herne zu sein. Die Schrift stellt mit ihren zahlreichen gut gelungenen Bildern, die von einer Beschreibung umrahmt sind, einen hohen Erinnerungswert dar und verdient, im Interesse der Stadtverwaltung weiteste Verbreitung zu finden. Die Bevölkerung wird deshalb aufgerufen, hierbei mitzuhelfen mit dem Ziel, recht viele Fremde für unsere Stadt mit ihren hohen Werten der Arbeit zu interessieren und zum Besuch anzuregen. Wieviele Briefe mit belanglosen Nichtigkeiten werden oft geschrieben, ohne über den Heimatort selbst und seine Umgebung etwas zu schildern. Die Schrift ist in der Geschäftsstelle des Verkehrsvereins oder im Städt. Verkehrsamt kostenlos erhältlich und sollte von jedem an auswärtige Verwandte, Freunde, Bekannte oder auswärtige Geschäftsfreunde verschickt werden, falls sie nicht persönlich überreicht werden kann. Der Empfänger wird sich über diese Aufmerksamkeit be stimmt freuen und dafür dankbar sein. Er wird den Prospekt immer wieder zur Hand nehmen und ihn wieder anderen zeigen. Auch geyort in jedes Herner Hotel eine genügende Anzahl dieser Werbeschrift, die den Gästen zum Mitnehmen, ins Zimmer gelegt oder schon bei ihrer Ankunft ausgehandigt wird. Die Verteilung erstreckt sich auf Personengruppen, Vereine usw., welche die Stadt vorübergehend besuchen. Auch die Schulen könnten einmal eine Aktion durchführen, indem die Schüler an außerhalb Hernes wohnende Verwandte Briefe mit einer Schilderung der Heimat und des Stadtbildes richten. Aber nicht nur auf dem Wege des privaten Brief wechsels kann hier viel getan werden, sondern auch unsere heimische Industrie und Geschäftswelt sollte es sich zur Aufgabe machen, für die engere Heimat Propaganda zu treiben. Die mannigfachen Geschäftsverbindungen bieten genügend Gelegenheit, durch persönliche Einladungen und Prospekte bzw. Stempelaufdruck Herne bekannt zu machen. Herne ist mit seinen nahezu 100 000 Einwohnern, die größtenteils aus der Zuwanderung der letzten Jahrzehnte stammen, durch Bande des Blutes und der Familie mit einem Teil unseres Volkes außerhalb unseres Heimatbezirkes verbunden. Wie oft kommt es vor, daß Herner Familien Besuch von auswarts bekommen, und wenn die Familienverhältnisse eingehend durchgekaut sind, für den Besuch Tage gähnender Langeweile beginnen. Woran liegt das? Weil viele Herner ihre Stadt gar nicht einmal genau kennen. Man muß den Besuch zu dem Sehenswerten und in die Stätten der Unterhaltung führen. Der Herner Stadtprospekt gibt Auskunft und sollte jedem Besucher in die Hand gegeben werden. Auch verwende man bei belanglosen Mitteilungen weniger die einfache, schmucklose Postkarte der Reichspost als vielmehr gute Ansichtskarten. Es gibt gute Ansichtskarten von Herne, die es wert sind, versandt zu werden. Auch das ist eine gute Werbung. Aber noch etwas gehört zur guten Verkehrswerbung. Es ist die Sauberhaltung und Pflege des Stadtbildes, eine Ermahnung, die nicht oft genug ausgesprochen werden kann. Wie der Gast sich trotz freundlichster Begrüßung nicht wohlfühlt, wenn er in einem unfreundlichen Raum empfangen und bewirtet wird, so muß es einem Fremden ergehen, der von einer Stadt mit unsauberen und unschönen Straßenbildern empfangen wird. Das Straßenbild läßt unsehlbare Schlüsse auf den seelischen Wert der Bevölkerung zu; niemand aber ist gern zu Gast bei seelenlosen Menschen. Es tut einem immer weh, wenn man an manchen Stellen noch alte, schadhafte Bretterbuden und Bretterzäune, ungepflegte Vorgärten, rissige Mauern sieht und vernachlässigte Häuserfronten, von denen der Verputz abgefallen ist. Papier und leere Zigarettenschachteln gehören nicht auf die Straße, sondern in die Papierkörbe, denn dazu sind sie angebracht. Auch alte und verrostete, kaum noch leserliche Reklameschilder gehören nicht in das Ortsbild und sind zu entfernen. Jeder Firmeninhaber, wie überhaupt jeder, der ein Besitztum hat, sollte sich einmal überlegen, ob er nicht den primitiven Pflichten gegenüber der Gemeinschaft nachkommen und durch Beseitigung von Mißständen an der Verschönerung des Ortsbildes mithelfen will. Das ist jeder seiner Stadt schuldig, daß er mit beiträgt zur Schönheit der Stadt. Es ist unnötig zu sagen, daß bei der starken Beachtung der Schaufenster auf deren übersichtliche und geschmackvolle Gestaltung besonders Wert gelegt werden muß. Das Schaufenster ist gewissermaßen die Visitenkarte eines Geschäfts und eine Einladung zugleich an die Kunden. Blumenschmuck auf Balkonen und an Fenstern, Licht in der Reklame, gute Programme in den Kinos, Förderung des kulturellen Lebens, behaglich eingerichtete Hotels und Gaststätten u. a. m. sind ebenfalls wichtige Faktoren von werberischem Wert. So kann jeder, der nach obigen Leitsätzen handelt, mitarbeiten, das Ansehen der Stadt zu fördern und Besucher anzuziehen. Herne bekommt Feuermelder Ein Netz mit 37 Feuermeldern wird angelegt.— Finanzierung gesichert. Cin alter Wunsch findet Erfüllung. Schon seit vielen Jahren erschallt, wenn die Herner Freiw. Feuerwehr ihre Wünsche kundtut, der Ruf nach Schaffung einer Feuermelderanlage, aber trotz der allgemein anerkannten Dringlichkeit war es bisher aus finanziellen Gründen nicht möglich, zur Anschaffung dieser Einrichtung zu schreiten. Dabei gehört zur wirksamen Bekämpfung des Feuers oder eines sonstigen Notstandes unbedingt schnelles Zufassen. Dies aber setzt schnelle Benachrichtigung der Feuerwache voraus. Daß diese selbst wieder auf schnellstem Wege die Wehrleute alarmiert, ist seit nunmehr 25 Jahren durch drei elektrische Alarmschleifen sichergestellt, an die Alarmglocken in den Wohnungen der Wehrleute angeschlossen sind, und durch die von der Feuerwache aus je nach der Größe des erforderlichen Einsatzes die Wehrmänner einer oder mehrerer Alarmschleifen alarmiert werden können. Daß dies ein erheblicher Fortschritt gegenüber der alten Methode ist, die Wehrleute durch Trompetensignale oder Geläute der Kirchenglocken herbeizurufen, leuchtet ein. Man würde uns heute für kräwinklerisch halten, wenn wir solch altmodische Alarmierungsmethoden noch hätten. Dennoch liegt die Benachrichtigung der Feuerwache selbst bei Brand oder sonstiger Gefahr sehr im Argen. Zwar hat man etwa sechzig Telefonanschlüsse im Stadtgebiet zu Feuermeldestellen gemacht, weil ihre Besitzer sich bereit erklärt haben, Tag und Nacht ihr Telefon für Anrufe an die Feuerwache zur Verfügung zu stellen, aber das ist keine ausreichende Lösung. Besonders bei Nacht ist es schwierig, an ein solches Telefon heranzukommen. Ehe der Telefonbesitzer geweckt ist, kann schon unabsehbarer Schaden entstanden sein. Daher ist es erfreulich, zu hören, daß nunmehr endlich die Schaffung einer Feuermeldeanlage in Herne vor der Tür steht. Die finanziellen Mittel sind gesichert und in Kürze wird die Ausschreibung erfolgen. Vorgesehen sind 37 über das ganze Stadtgebiet verstreute Feuermelder. Da man für die Feuermelderanlage kein bestehendes Leitungsnetz, etwa Telefonnetz, benutzen kann, müssen durch das ganze Stadtgebiet bis zur Feuerwache Leitungen gelegt werden. Das ist eine gewaltige Arbeit. Um sie nicht zu teuer werden zu lassen, ist man vorerst gezwungen, die Leitungen zumeist als Freileitungen, nicht als Erdkabel zu legen. Man hat auch vor, die Feuermelderanlage so mit den Alarmschleifen zu verbinden, daß mit einer Alarmierung der Feuerwache zugleich eine Alarmierung der Wehrleute in ihren Wohnungen erfolgt. Diese Maß nahmen werden die Schlagfertigkeit unserer Wehr noch bedeutend erhöhen und uns die letzte Gewißheit geben, bei Brand und sonstigen Gefahren, die den Einsatz der Wehr erforderlich machen, auf schnelle und wirksame Hilfe rechnen zu können. Das neue Fahrzeughaus kommt. Wir haben schon vor Monaten darüber berichtet, daß geplant ist, an der Hermann=Löns=Straße im Anschluß an die Schule Breddestraße ein großes Gebäude für die Unterbringung von Feuerlösch= und Luftschutzfahrzeugen zu errichten. Wie wir jetzt erfahren, sind die Mittel dazu nunmehr zugesagt. Man hofft, im nächsten Frühjahr mit dem Bau zu beginnen. Beide Maßnahmen, die Schaffung der Feuermelderanlage wie die Errichtung des genannten Gebäudes, werden rd. 100000 Mark kosten. Schon Tausende waren im neuen Museum Interessante Einblicke in das Besucherbuch.— Was am meisten fesselt. Die mit großer Spannung erwartete Neueröffnung des Emschertal=Museums auf Schloß Strünkede liegt nun schon gut 3 Wochen hinter uns. In dieser kurzen Zeit haben Tausende Herner das Museum besucht. Vielfach erschienen sie mit ihrem Besuch, dem sie stolz das Schloß und das Museum zeigten. Dabei haben sie gewiß nicht schlecht abgeschnitten, denn mehr als einer sagte erstaunt:„Daß man so etwas in Herne hat, hätten wir nie erwartet!" Natürlich versäumten besonders die auswärtigen Besucher nicht, sich in das Besucherbuch einzutragen. Darin finden wir neben den üblichen Eintragungen von Besuchern aus Recklinghausen, Wanne=Eickel, Bochum, Castrop=Rauxel usw. solche aus Saarbrücken, Siegen, Lüdenscheid. Soest, Heeßen, Woltersdorf, Flensburg, Ratingen Rendsburg, Emmerich, Oldenburg usw. Als einzige Ausländerin hat sich neuerdings eine Italienerin eingetragen. Bei den Museumsbesuchern finden die einzelnen Abteilungen des Museums starke Beachtung. Die Frauen halten sich am längsten in dem großen Raum mit den schönen, schweren Eichenmöbeln auf, die aus Alt=Herne auf unsere Zeit gekommen sind. Manche Hausfrau äußert den Wunsch, einen solch schönen Schrank oder eine solch schöne Truhe als Aufbewahrungsort für die Wäsche zu besitzen. Die Männer haben besonderes Interesse an der Steinsammlung. Das mag zum großen Teil mit ihrem Beruf zusammenhängen. Besonders Versteinerungen aus den Herner Zechen locken immer wieder zu eingehender Betrachtung. Die Abteilung Vor= und Frühgeschichte finden die stärkste Beachtung. Kein Wunder, denn jeder Mensch hat Interesse an den Menschen früherer Jahrtausende, ihrer Kultur, ihrer Lebensweise usw. Eindrucksvoll zeigt ja diese Abteilung, wie sich das Menschengeschlecht von der Steinzeit an allmählich zu der Bronzeund Eisenzeit und weiterhin zur rein geschichtlichen Zeit durchgekämpft hat. Wir wollen noch einmal auf die Besuchszeiten hinweisen. Jeden Sonntag ist das Museum von 10 bis 12½ Uhr von von 15 Uhr bis zum Eintritt der Dunkelheit. geöffnet. Wochentags gelten die selben Besuchszeiten, außer Montags; an diesem Tag ist das Museum geschlossen. Keine„Arbeitnehmer“ mehr Bei der Vorbereitung des neuen Arbeitsverhältnisgesetzes wurde vereinbart, in arbeitsrechtlichen Gesetzen statt Arbeitnehmer nur noch Gefolgsmann zu sagen und das Wort Arbeitgeber durch Betriebsführer zu ersetzen.(nsg.) DROb, der Unsichtbare liegt auf der Lauer! Der Schneiderberuf richtig gesehen Arbeitstagung der Herrenichneider-Innung Herne Berufskamerad Löbbering berichtete über die bevorstehende Herbstwerbung. Ueber den Werbefeldzug des Reichsinnungsverbandes gab er einen eingehenden Ueberblick. Die beste Werbung ist nach wie vor die Qualitätsarbeit des guten Meisters. Daher hat der Reichsinnungsverband des Herrenschneiderhandwerks das Gütezeichen einzelnen Herner Handwerksmeistern bereits zuerkannt Es wurde immer von der Innung darauf hingewiesen, daß für Pfuscher und Nichtskönner in den Reihen des ehrbaren Schneiderhandwerks in Zukunft kein Platz mehr sein. An den Meister, an den das Gütezeichen verliehen wird, werden hohe Anforderungen gestellt. Entscheidend für die Verleihung des Gütezeichens ist in erster Linie das fachliche Können, gute handwerkliche Qualitätsarbeit und gute kaufmännische Betriebsführung des Werkstattinhabers. Für den Kunden erwächst hieraus allerdings die Pflicht, vor Auftragserteilung sich zu erkundigen, welcher Herrenschneidermeister ihm eine einwandfreie Arbeit liefert. Kreishandwerkerschaft und Innung erteilen nach Rückfrage gern Auskunft. Berufskamerad Horstbrink erstattete einen eingehenden Bericht über seine Teilnahme an dem Reichsinnungsverbandstag in Berlin. Von den großen Veranstaltungen interessierten die breite Oeffentlichkeit in erster Linie die Modetagung mit Modellausstellung und Modellvorführung, sowie die Lieferantenschau. Bekanntlich war die letzte Tagung im Sommer in Düsseldorf. Bei dieser Tagung wurde zum ersten Male in ganz überzeugender Weise deutlich, welch ungewöhnlich starkes Interesse auch das Schneiderhandwerk des Auslandes an den deutschen Modetagungen der Berufskameradschaft nimmt. Es kann heute schan gesagt werden, daß 1940 die erste große internationale Herrenschneiderausstellung in Deutschland abgehalten wird, ein Beweis dafür, wie der Qualitätsarbeit des deutschen Herrenschneider=Handwerks auch seitens des Auslandes Anerkennung gezollt wird. Auch ist bezeichnend, daß gerade im Schneiderhandwerk das AusIn den letzten Tagen hielt die Herrenschneider=Innung Herne unter Leitung ihres Obermeisters August Lamkemeyer sowohl in Castrop=Rauxel wie auch in Herne gut besuchte Mitgliederversammlungen ab. Unter den allgem. organisatorischen Fragen wurde die Lehrlingseinstellung behandelt. Diejenigen Betriebsinhaber, die zum 1. Avril 1939 Lehrlinge einstellen, haben bei der Kreishandwerkerschaft Herne bis zum 1. November entsprechende Anträge einzureichen, die dem Arbeitsamt Herne geschlossen weitergeleitet werden. Der Obermeister sprach in diesem Zusammenhang nochmals über die Anforderungen, die bei Eingehung eines Lehrvertrages sowohl an den Lehrmeister, wie auch an den Lehrling gestellt werden. Nur einwandfreie Betriebe, die die Gewähr für eine ordnungsmäßige Ausbildung geben, können damit rechnen, daß sie einen Lehrling zugeteilt erhalten. Ueber die Berufsaussichten im Herrenschneiderhandwerk wurde folgendes mitgeteilt: Der Beruf des Schneiders wird sehr zu Unrecht von unserer Jugend und deren Eltern vernachlässigt. Er ist weder wirtschaftlich wenig aussichtsreich, noch kann er von denen als letzte Zuflucht ergriffen werden, die anderweitig wegen körperlicher oder geistiger Zurückgebliebenheit nicht unterkommen können. Der Schneiderberuf bietet im Gegenteil jungen, strebsamen, geistig und körperlich gesunden Menschen eine entwicklungsreiche Existenz und kann ihnen auch sicher eine volle seelische Befriedigung verschaffen. Wer Sinn für Farben, künstlerische Formgebung, wer Freude an edlem Material hat, wer sich an der Vorstellung erwärmen kann, wie schön es sein muß, den Menschen ein gutes und schönes Kleid zu gestalten, der findet im Schneiderhandwerk für die Auswirkung dieser Anlagen ein weites und sich nie erschöpfendes Betätigungsfeld. Tüchtige Facharbeiter im Schneiderhandwerk sind zur Zeit sehr gesucht. Selbständige Betriebe, die ihr berufliches Dasein auf der Basis unbedingter Leistung aufbauen, können sich zu höchst achtbaren Unternehmungen mit sicherer Existenzgrundlage entwickeln. Ueber die wirtschaftliche Seite hinaus soll der tüchtige Schneider mit seiner Arbeit aber auch Beiträge liefern zur Schaffung und Vervollkommnung einer echten deutschen Kleidkultur. Diese Art der Kleidgestaltung setzt Geschmack. Schönheitssinn und Fantasie voraus. Hier bietet sich eine Aufgabe, bei der die besten Köpfe, die geschicktesten Hände zum Einsatz kommen sollten. Wer eine solche Begabung besitzt und diese seine natürlichen Anlagen im Schneiderberuf mit Fleiß und Strebsamkeit zur Reife entwickelt, der wird einmal sicher sein können, in und mit diesem Beruf eine hochgeachtete Lebensstellung zu gewinnen. Er wird einen Beruf haben, der ihm tiefste Befriedigung gibt, weil er ihm immer neue Schöpferfreuden vermittelt. Unsere großen Könner im Schneiderhandwerk bauen an wichtiger Stelle an dem Werk deutschen Ansehens und deutscher Kultur. Es ist notwendig, in diesem Lichte den Schneiderberuf zu sehen. Die landläufige Vorstellung vom kleinen Schneider wird dann verichwinden, denn sie wird dem Berufsideal nicht gerecht. Der Schneiderberuf als schöpferische Leistungsgemeinschaft verdient die Aufmerksamkeit unserer geistig regsten und körperlich gesündesten jungen Menschen. Ueber die stattgefundenen Zwischen= und Gesellenprufungen verbreitete sich der Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses, Berufskamerad Horstbrink. In den Zwischenprüfungen und Gesellenprüfungen wurde festgestellt, daß die Leistungen der Lehrlinge als durchaus zufriedenstellend gegenüber den früheren Jahren bezeichnet werden können. In den letzten Gesellenprüfungen war die Leistung eines Lehrlings so hervorragend, daß er mit einer Prämie bedacht werden konnte. Die Innung legt den größten Wert darauf, daß Qualitätsarbeit und fachliches Können schon in den Prüfungen der Lehrlinge als Grundforderungen aufgestellt werden. Die Herrenschneider=Innung hat hier unter Leitung ihres Maurerpolier Jüttemann erzählt von seinen Obermeisters Vorbildliches geleistet. Aus diesem Anlaß wurde Obermeister Lamkemeyer vom Kreishandwerksmeister zum Kreislehrlingswart der Kreishandwerkerschaft ernannt. land wissen will, wie es denn nun wirklich mit den deutschen Rohstorsen bestellt ist. In den Fachblättern und in den Tageszeitungen lesen sie jenseits der Grenze, daß die gezeigten Modelle aus den neuen deutschen Werkstoffen gefertigt wurden. Das in Berlin Gezeigte bringt zum Ausdruck, daß praktische Belehrung überzeugender ist als jeder Vortrag. Hier konnte sich jeder Ausländer davon überzeugen, wie die Organisation der deutschen Wirtschaft in der Praxis arbeitet, welche Absichten und Pläne im Vierjahresplan bestehen. Die Lieferantenschau des deutschen Schneiderhandwerks hat gezeigt, daß das Schneiderhandwerk, obwohl die Konsumkraft des einzelnen teilweise gering ist, in seiner Gesamtheit mit dem Handel und der Industrie viele hundert Millionen jährlich umsetzt, daß also im Herrenschneiderhandwerk mehr Lebenskraft steckt, als vielleicht oberflächlich gedacht wird. An dieser Tatsache kann auch nichts geändert werden, wenn hier und da ein Handwerker aus diesem oder jenem Grunde seine Existenz aufgeben muß. Die Zeiten sind vorüber, wo man diese Erscheinung als Anfana vom Ende des Handwerks dezuren„u müssen glaubte. Man kann ruhig darauf hinweisen, daß das Handwerk den Rückgang der Betriebszahlen bewußt als einen Auslesevorgang ansieht, der vom Gesetzgeber gewollt und vom Berufsstand gewünscht wird. Für die Wintermonate sind innerhalb der Innung Verarbeitungskurse vorgesehen, die zum Teil vom Obermeister und von anderen bewährten Innungsmitgliedern geleitet werden. Gewerbeoberlehrer Nößler gab im Laufe der Innungsversammlung manchen praktischen Fingerzeig für die Durchführung dieser Fachabende und der zu leistenden Arbeit. Neben dieser intensiven Facharbeit in der Innung vergißt diese nicht, praktische Gemeinschaftsarbeit für das Staatsganze zu leisten. Die Adolf=HitlerSpende der Deutschen Wirtschaft wird von jedem Innungsmitglied restlos bei der Kreishandwerkerschaft avgeführt. Für das Sudetendeutsch= tum wurde ein nennenswerter Betrag in der Innungsversammlung, die fünf Stunden währte, gesammelt, wofür Obermeister Lamkemeyer seinen Berufskameraden seinen herzlichsten Dank aussprach. Die eingesammelten Beträge werden über die Kreishandwerkerschaft an den Reichsstand des Deutschen Handwerks abgeführt. Herner Frauen bauten ein Haus Als 1918 die Herner Mauerleute noch im Felde lagen. Frauen und Mädchen erhalten die Schwerstarbeiterzulage. Gegen Ende des Weltkrieges, als die Lebensmittelblockade der Feindmächte uns den Brotkorb immer höher hängte, gab es auch in Herne wenig zu essen. Die Männer waren im Schützengraben, die Frauen fast täglich auf Hamsterfahrt. Es gab aber auch eine große Zahl von[Frauen, die zu Fahrten in die Bauerndörfer keine Zeit hatten. Frauen und Mädchen waren nämlich begehrte Arbeitskräfte als Uebertagearbeiterinnen auf den Zechen, als Dreherinnen und Hilfskräfte in den Fabriken, als Schaffnerinnen auf der Straßenbahn, als städtische Gartenarbeiterinnen, in Handwerk, Handel und Gewerbe. Die Frau ersetzte auch in unserer Heimatstadt nach Möglichkeit den für das Vaterland kämpfenden Mann, Vater, Bruder und Bräutigam. Daher stand diesen schaffenden Volksgenossinnen auch von amtswegen eine bessere Ernährung zu. Sie erhielten Schwestarbeiterzulage, d. h. sie bekamen Scheine für einen zusätzlichen Bezug von Fetten und Lebensmitteln. 20 Herner Frauen und Mädchen bauen ein Haus. Es ist tatsächlich wahr, daß Herner Frauen und Mädchen im Herbst 1918 allein ein Haus im Rohbau fertiggestellt haben. Und zwar handelt es sich um jenes zweistöckige Wohnhaus auf der Straße„Am Bergelmanns Hof“, gegenüber dem Haupteingang des alten ev. Friedhofes, in dem jetzt die Stadtpolizei ihre Räume hat. Natürlich mußte ein Fachmann den Hausbau leiten. Das war der Maurerpolier Jüttemann, jetzt Hausmeister der Sparkassenzweigstelle in Sodnigen, der in diesen Tagen sein 70. Lebensjahr vollendete. treuen Hausbauerinnen. Im Jayre 1910, so erzählte uns Jüttemann, der beim Werden von fast 100 städtischen Bauten die Aufsicht geführt hat, waren Maurer in Herne fast ga: nicht mehr vorhanden. Es fehlte auch an den notwendigen Ziegelsteinen. Aus diesem Grunde wollte man Häuser mit neuem Material bauen. Das Haus am alten ev. Friedhof sollte das erste Probehaus werden. Zum Bau wurden keine Ziegelsteine, sondern Bimskies und Zement verwandt. Die Bauweise ähnelt dem heutigen Eisenbetonverfahren. Es wurde zuerst eingeschalt und dann die BimskiesZement=Mischung in die Verschalung hineingeschüttet. Die Arbeit konnte, da die Facharbeiter fehlten, nur mit Frauen und Mädchen durchgeführt werden. Diese nahmen, ein Beweis für ihre Tüchtigkeit, die gesamten Ausschachtungsarbeiten auf dem Grundstück vor. Unter Jüttemanns Leitung besorgten sie auch die Misch= und Stampfarbeit. Für die Einschalung wurden aus Holzmangel Bretter eines alten MilitärDepotschuppens am Stichkanal verwandt, der zu diesem Zweck abgebrochen wurde. Je höher der Rohbau stieg, desto besser arbeiteten sich die Frauen und Mädchen ein. Das Material wurde von Bühne zu Bühne hinaufgekippt, bis es an Ort und Stelle war. Und wer sich heute das 20 Jahre alte Haus ansieht, der wird. sich über seine Baufestigkeit wundern und kaum daran denken, daß der Rohbau durch Frauenhände entstanden ist. Die inneren Handwerkerarbeiten wurden natürlich später von Männern fortgesetzt. Die Eignung der Herner Frauen und Mädchen. Ueber die Eignung von Frauen und Mädchen für solche Arbeiten befragt, erklärte Jüttemann, sie hätten alle gut gearbeitet und ihren„Mann“ gestellt. In 8 Wochen sei der Rohbau fertig gewesen. Mähner als Fachleute hätten zwar die gleiche Arbeit in 4 Wochen beendet, aber es sei zu bedenken, daß nicht nur ein großer Unterschied zwischen ungelernten Männern und Fachkräften bestehe, sondern ein noch viel größerer zwischen Fachleuten und ungelernten Frauen und Mädchen. In der ersten Zeit sei es ihm eigenartig vorgekommen, Frauen und Mädchen zu befehlen, doch ihre Willigkeit habe alle Schwierigkeiten überwinden helfen. Die Arbeitszeit habe mindestens 10 Stunden am Tag betragen. Der Verdien habe zwischen 40 und 60 Pfennig je Stunde ge schwankt, wobei auch Unterschiede betreffs des Alterhätten gemacht werden müssen. Im Durchschnitt seien die Frauen und Mädchen 18—25 Jahre alt gewesen, doch habe er auch fast 50jährige Frauen in seiner „Kolonne“ gehabt. Den ledigen Mädeln sei es darum zu tun gewesen, sich ein Stück Aussteuer zu verdienen. Die verheirateten Frauen hätten für ihre Kinder gesorgt, die während der Arbeitszeit bei Verwandten oder unter der Obhut der größeren Kinder geblieben seien. Täglich habe man das eigenartige Bild sehen können, daß Kinder ihren Müttern und Schwestern den Henkelmann zur Arbeitsstelle brachten. Andere Arbeitsleistungen unserer Herner Frauen und Mädel. Auch das Straßenbauamt, so erzählte uns Jüttemann weiter, hat zur Kriegszeit die Hilfe des„schwachen“ Geschlechts in Anspruch nehmen müssen. Nach der Fertigstellung des Rohbaues am ev. Friedhof sei man dazu übergegangen, die Ausschachtungen des heutigen Wohnblocks an der Hermann=Göring=Straße hinter dem Rathaus vorzunehmen. Die gesamten Erdarbeiten seien durch Frauen und Mädchen erfolgt. Der Häuserbau mit Bimskies und Zement sei zwar nach dieser einmaligen Probe nicht mehr weitergeführt worden, da inzwischen der Krieg zu Ende gegangen, die Männer heimgekehrt und bald auch wieder Ziegelsteine verfügbar gewesen seien. Aber noch bei vielen anderen städtischen Bauten habe man die Tüchtigkeit und Arbeitswilligkeit der Herner Frauen und Mädchen kennen und schätzen gelernt. Meldung der Ruhestandsbeamte.. Der Obervrälidenr von Westfalen erläßt folgenden Aufruf an Ruhestandsbeamte: Zu statistischen Zwecken ist eine Feststellung der in der Provinz Westfalen vorhandenen Ruhestandsbeamten erforderlich, die mit Ablauf dieses Jahres das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und der Beamten, die nach§ 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1938 behandelt worden sind. Diese Feststellung beschränkt sich auf Ruhestandsbeamte, die früher als a) Beamte des mittleren, gehobenen mittleren und höheren Dienstes der allgemeinen und inneren Verwaltung, der Polizei und der Gendarmerie, b) Beamte von Gemeinden(Gemeindeverbänden) einschl. technische Beamte und Lehrer, mit Ausnahme der Beamten, die denen des unteren Dienstes gleichzustellen sind, tätig waren. Ich fordere diese Ruhestandsbeamten auf, sich, bei den für ihren Wohnort zuständigen Behörden spätestens bis zum 13. Oktober 1938 zu melden, und zwar: in den Landkreisen bei den Landräten, in den Stadtkreisen bei den staatlichen Polizeiverwaltungen, soweit es sich um Beamte handelt, die früher in Diensten des Reiches oder der Länder gestanden haben; bei den Oberbürgermeistern, soweit es sich um frühere Beamte von Gemeinden und Gemeindeverbänden handelt, oder staatl. Polizeiverwaltungen nicht bestehen. Von der Meldepflicht sind die Beamten entbunden, die nach§ 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. Avril 1933 behandelt worden sind. Die Meldung soll persönlich und lediglich im Krankheitsfall durch Dritte erfolgen. Dabei ist folgende schriftliche Angabe erforderlich: Name, Vorname. Amtsbezeichnung, Geburtsjahr, Familienstand, Wohnort und Straße, Zeitpunkt und Grund der Versetzung in den Ruhestand. letzte Beschäftigungsbehörde, Art der letzten dienstlichen Verwendung, Angabe etwaiger derzeitiger Berufstätigkeit, Wünsche etwaiger Wiederverwendung. Es ist nicht beabsichtigt, mit dieser Meldung in bestehende Beschäftigungsverhältnisse einzugreifen. Familienunterstützung zwlichen und Wehrdienst Die Reichsarbeitsdienstmänner dieses Sommers werden, wie der Reichsinnen= und der Reichsfinanzminister in einem Runderlaß bestimmen, am 25. Oktober entlassen. Auch für sie gilt wie für alle späteren Jahrgänge der Runderlaß über die Familienunterstützung für die Zeit zwischen Reichsarbeitsdienst und Wehrdienst. Dabei wird klargestellt, daß die Angehörigen eines zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht in die Wehrmacht Einberufenen, der bis zum Gestellungstage oder bis kurz vor diesem Zeitpunkt seiner Arbeitsdienstpflicht genügt hat oder im Reichsarbeitsdienst bis zur Dauer eines weiteren halben Jahres als freiwillig länger Dienender verblieben ist, unterstützungsberechtigt sind, wenn der Einberufene während des letzten halben Jahres, unter Umständen auch während eines kürzeren Zeitraumes, vor der Aushändigung des Gestellungsbefehles zum Reichsarbeitsdienst oder in der Zwischenzeit zwischen Reichsarbeitsdienst und Wehrdienst mindestens die Hälfte des Lebensunterhalts der Angehörigen aus eigenen Mitteln und Kräften getragen hat. Dieser Runderlaß gilt für das Reichsgebiet. mit Ausnahme von Oesterreich. Richter und Angeklagter Stichel- und Stachelverse von Stichel=Stacheldorn. 1. Vorbemerkung. Der Richter urteilt beim Gericht Stets nach Gewissen und nach Pflicht, Der Angeklagte aber sagt, Wonach der Richter ihn befragt. Bei solchen ernsten Sachen Ist kaum wohl Spaß zu machen, Und dennoch kommt auch der Humor Zuweilen beim Gerichte vor. Wir wollen nun berichten Von solchen Scherzgeschichten, Die man als lustig dann und wann In Zeitungsblättern lesen kann. 2. Ein Vorschlag. Richter: Sie stehen nun in diesem Saale Zum fünfundzwanzigfachen Male, Bestraft sind Sie auch jedesmal Für Ihre große Unmoral, Nun sagen Sie nach all' den Sachen, Was sollen wir mit Ihnen machen? Angeklagter: Die Zahl kann stimmen, werter Herr! Doch ganz genau weiß ich's nicht mehr, Bedecken wir's mit einem Schleier Durch eine Jubiläumsfeier. 3. Die Frage nach dem Alter. Richter: Wie alt sind Sie, Frau so und so? Geboren wann? Geboren wo? Die Antwort auf die beiden Fragen, Die müssen Sie genau uns sagen. Angeklagte: Geboren bin ich in Berlin, Doch mußte ich nach hier verziehn, Ich zähle fünfundzwanzig Lenze, Das heißt, ich steh' erst an der Grenze. Richter: Nun zählen Sie mal etwas weiter Die Sprossen Iher Altersleiter, Doch schnell, Sie könnten sonst auf Erden Beim Zählen immer älter werden. 4. Eine Ausrede. Richter: Wie sind Sie denn dazu gekommen, Daß Sie zwei Krüge gleich genommen, Um sie mit aufgeregten Nerven Dem Kläger an den Kopf zu werfen? Angeklagter: Die Sache, die war nämlich die, Bedenken und vernehmen Sie: Ich zielte zwar nach dem Gesicht, Der erste aber traf ja nicht. 5. Schon vorbestraft. Sie sind bekannt als Autodieb, Der immer folgt dem bösen Trieb, Auch heute stehn Sie wieder hier Infolge Ihrer bösen Gier. Sind Sie schon vorbestraft für Sachen, Die Sie so oft mit Autos machen? Angeklagter: Schon vorbestraft? Ich wüßte nicht, So fragt der alte Bösewicht. Bedenken Sie, ich bitte sehr, Die Strafe kommt doch hinterher. 6. Ein Dieb, der nicht stehlen wollte. Richter: Durch Zeugen ist hier festgelegt, Daß Sie die Uhr gestohlen, Was hat Sie denn dazu bewegt, Sie heimlich sich zu holen? Angeklagter: Herr Richter, nur ein kurzes Wort: Ich wollte sie nicht stehlen, Ich wollte grad zum Bahnhof fort Und nicht die Zeit verfehlen. Richter: Die Zeit, die Sie vermissen, Sie ist, so sag' ich Ihnen jetzt, Damit Sie's richtig wissen, Auf sieben Monat festgesetzt. 7. Die Versöhnung. Richter: Nun, haben Sie sich überlegt, Was ich soeben angeregt? Denn Ihre Frau ist ja bereit, Sich zu versöhnen jederzeit, Vertrauen Sie auf Ihre Frau, Dann wird der Himmel wieder blau. Angeklagter: Nun ja, ich fühle mich als Mann Und nehme diese Strafe an. 8. Die Strafmilderung. Richter: Der Strafantrag, vernehmen Sie: Zwei Jahre Zuchthausgarantie. Nun, haben Sie noch was zu sagen Bezüglich der Beratungsfragen, Was Ihre Strafe mildern könnte, Wenn man dem Wunsch Beachtung gönnte. Angeklagter: Herr Richter, ja, ich wäre froh, Gäb's in der Zelle Radio, Ich könnte dann die Zeit vertreiben Und mit ihr in Verbindung bleiben. 9. Der Vorschlag. Richter: Sie griffen neulich diesen Mann Urplötzlich auf der Straße an, Er wehrte sich, Sie schlugen ihn, Um sich dann plötzlich zu verziehn. Nun, wollen Sie das noch bestreiten, Derweil wir jetzt zum Urteil schreiten? Angeklagter: Das will ich gern, wenn Sie so meinen, Es könnte nützlich mir erscheinen, Es würde alles wieder glätten Und mich vor einer Strafe retten. 10. Wörtlich genommen. Richter: Es ist doch wirklich sonderbar, Wie das mit Ihrem Diebstahl war, Sie wollten die Kassette holen Und haben nur den Ring gestohlen. Angeklagter: Nun machen Sie's wie meine Frau, Sie sagt dasselbe, ganz genau, Sie hielt mir meine Dummheit vor Und nannte mich den größten Tor. 11. Die Schimpfkanonade. Richter: Durch Zeugen ist vor aller Welt Und gegen Sie hier festgestellt, Daß Sie dem Kläger Namen gaben, Die nur die schlimmsten Menschen habeSie drohten ihm mit einem Hieb Und nannten ihn dann Tagedieb, Sie drückten ihn auch an die Wand Und haben Säufer ihn genannt, Ein Straßenräuber sollt' er sein, Gestehen Sie das endlich ein? Angeklagter: Das geb ich zu, ich bin so frei, Doch dachte ich mir nichts dabei. Richter: Dann haben Sie ihn Bummelant Und Vagabund auch noch genannt. Angeklagter: Das streit ich ab, das hätt' gesessen, Das hab' ich wirklich ganz vergessen. 12. Die Erpressung. Richter: Der Kläger ist bereit, will sich bequemen, Die Klage dann zurückzunehmen, Wenn Sie das Geld ihm wiedergeben Und so den Schaden ganz beheben. Angeklagter: Herr Richter, eben fällt mir ein, Das könnte doch Erpressung sein. 15. Schlußbemerkung. So kommt zuweilen der Humor Auch selbst bei ernsten Sachen vor, Und kommt er manchmal ungewollt, Man ist und bleibt ihm immer hold. Man freut sich seiner und man lacht, Wenn er sich breit im Leben macht, Man nimmt ihn auf zu jeder Frist, Besonders, wenn er treffend ist. Herne chrhobehe77 Die neuen Modelle der diesjährigen Rundfunk-Ausstellung: TOmsbarer: Tmeißreiser* Kromsparer De Te De Graetz Nora Telefunken Tweißtreiser: Superhets RM. 135.— Emud RM. 151.40 Loewe „ 138.90 Blaupunkt.„ 167.40 Schaub 192.90 Mende„ 167.40 Blaupunkt „ 144,#0 Schaub„ 171.90 Lorenz — Kocienlose Vorillhrung und Beratung RM. 190.90 196.40 205. 218.25 Nr. 236(Drittes Blatt). Herner Anzeiger Vom Brukterergau zur Grafschaft Mark Das Gericht Strünkede Es erhebt sich nun die Frage: Welches Verhältnis hat Herne bzw. das Gericht Strüniede zur Grafschaft Bochum gehabt? Darüber kann bei der Betrachtung der Karte und der geographischen Lage Hernes kein Zweifel sein, daß die Grafschaft Bochum ursprünglich bis zur Emscher gereicht hat, daß aber hier eine auf die Burg Strünkede gestützte selbständige Gerichtsherrlichkeit aufkam, die sich von der Grafschaft Bochum löste. Wann dies geschah, ist nicht genau festzustellen. Wenn die Nachricht bei Joh. v. der Berswordt(„West. Adel. Stammbuch“ aus dem Jahre 1624) stimmt, daß im Jahre 1210„Herr Bernd von Strünkede, Ritter“ der Kirche zu Herne einige Kornrenten vermacht habe, müßte damals schon Strünkede eine Herrschaft gewesen sein, aber v. d. Berswordt nennt Bernd„Herr zu Strünkede, Castrop und Hattingen", trotzdem die Strünkeder erst nach 1266 Castrop erhielten. Urkundlich überliefert ist erst, daß 1316 den Söhnen Bovos von Strünkede der den Ausgangspunkt des Gerichts Castrop bildende Hof Castrop vom Grafen von Cleve 'n Pfandschaft gegeben wurde. Daher ist die Nachricht ## Berswordts als ebenso unzutreffend anzusehen wie ei von Steinen für diese frühe Zeit mehrfach vorkommende Titulatur„Hert" selbst bei der Inhaltsangabe von heute noch nachkontrollierbaren Urkunden, die wohl von Ritter(miles), nicht aber von Herr (dominus) sprechen. Infolgedessen ist auch v. Steinens Angabe, auf dem Hause Strünkede habe er einen Brief gesehen, kraft dessen der Goslarer Dechant nach dem Tode des Herrn Gerlach(Domini Gerlaci) im Jahre 1222 seinem Bruder Herrn Bernhard(Domino Bernhardo) den Hof zu Mengede aufgetragen habe, wahrscheinlich eine ungenaue Zitierung. Wenn auch die Strünkeder Ritter eine ausgedehnte Grundherrschaft in Herne und Baukau und darüber hinaus hatten, wenn sie Marken=, Fischerei=, Jagd= und Brückenrecht an der Emscher, wenn sie Mahlbann und Kirchenpatronat besaßen, so ist doch zweifelhaft, ob sie selbst darauf eine autonome Gerichtsherrschaft aufgebaut haben, wie Marg. Frisch es darstellt. Nach Ilgens Meinung(Herzogtum Cleve I. Amter und Gerichte 1. Bd. S. 405 A, S. 488, S. 490 f) ist das Gericht Strünkede erst von den Grafen von Cleve, die schon 1266 als östlichen Vorposten Hof und Gericht Castrop besaßen, wo sie einen Amtmann und einen Richter hatten, errichtet worden. Ihnen mußte Gerlach von Strünkede 1263 Burg Strünkede als Offenhaus überlassen, offenbar. weil die Klever eine militärische Sicherung ihres vorgeschobenen Besitzes erstrebten. Die Strünkeder selbst wurden Burggrafen. Diese Burggrafschaft ist dann scheinbar zu einer Gerichtsherrschaft und einem klevischen Amt ausgebaut worden. Zunächst wurde mit der Burggrafschaft Hof und Gericht Castrop verbunden, das Bovos Söhne Giselbert und Bruno 1316 in Pfandschaft erhielten, 1320 wurden Hermann und Bernd von Strünkede Amtleute des Grafen von Kleve mit dem Auftrag, Haus und Herrschaft Strünkede treulich zu wahren; die Herrschaft Strünkede wurde ihnen für 800 Mark brabantischer Pfennige zum Unterpfand gegeben. Dies ist die älteste urkundliche Erwähnung der in ihrer Entwicklung jetzt offenbar abgeschlossenen Herrschaft Strünkede, die von den Herren von Strünkede aufs engste mit dem Gericht Castrop verbunden wurde. Zum Gericht Strünkede gehörten in dieser Zeit Herne und Baukau, zum Gericht Castrop Horsthausen, Pöppinghausen, Sodingen, Börnig und Holthausen. Natürlich war den Grafen von der Mark die klevische Enklave an der Emscher ein unerwünschtes Hindernis bei dem Ausbau ihrer Landesherrschaft. Wenn daher auch die Zerstörung der Burg Strünkede im Jahre 1317 durch Engelbert von der Mark mit der Begründung erfolgte, er sei von ihr„geroyft und gebrant“ worden, so ist doch die Auffassung nicht von der Hand zu weisen, daß es sich um einen Versuch handelte, auch den klevischen Abspliß von der alten Grafschaft Bochum, die dem Märker nach der Achtung des Engelbertmörders, bestimmt aber 1243 wenigstens zur Hälfte zugefallen war, an sich zu bringen. Indes blieb das Gericht Strünkede mit der Grafschaft Kleve weiterhin verbunden. Erst dadurch, daß die Grafen von der Mark 1368 die Grafschaft Kleve erbten, kam das Gericht Strünkede zur Grafschaft Mark, jedoch nicht sofort, sondern erst im Jahre 1393. In diesem überließ Graf Adolf von Kleve seinem Sohne Dietrich die Grafschaft Mark und„die borgh, land ind die ganze heyrlicheit van Strünckd als die van ayldz der graeschap van Cleue toebehoert heuet". Das ist der Zeitpunkt, von dem an Herne wieder landesorganisatorisch zum alten Bruktererland(jetzt Grafschaft Mark) zurückkehrte. Allerdings finden wir 1486 im Märkischen Schatzbuch Herne und Baukau unter Niederamt Bochum aufgeführt, während das Gericht Castrop als besondere Einheit dem Oberamt angehört. Man könnte annehmen, dies habe darin seinen Grund gehabt, daß es sich um eine Steuersache handelte, die nicht zum Zuständigkeitsbereich des Gerichtes Strünkede bzw. Castrop gehörte, aber dann hätten Herne und Baukau wenigstens unter Gericht Strünkede zusammengefaßt sein müssen, wie Börnig, Holthausen usw. unter Gericht Castrop stehen. Man muß also annehmen, daß das Gericht Strünkede 1486 nicht mehr bestand und dem Amt Bochum eingegliedert worden war. Bis zum Jahre 1645, wo es mitsamt dem Gericht Castrop den Strünkedern wiedergegeben wurde, hat es tatsächlich zum Amt Bochum gehört, aber die Clevische Kanzlei und die Freiherrn von Strünkede haben sich lange und ohne endgültige Klärung darum gestritten, wann denn das Gericht Strünkede aufgehört habe, zu bestehen. Wahrscheinlich ist es 1478 gewesen, als der Herzog von Cleve Schloß Strünkede belagerte und einnahm und Wessel Paschendael von Bochum zum Amtmann auf Strünkede einsetzte. Dieser wirkte bis 1482, wo eine Begnadigung und Wiederbelehnung mit der Burg stattfand, wobei ausdrücklich bekundet wurde, daß der Hof zu Castrop nebst Gericht, Leuton und Gütern den Strünkedern nicht mehr gehören sollte. Daß das Gericht Castrop den Strünkedern tatsächlich genommen war, beweist auch die 1493 erfolgte Anstellung Johanns von Aldenbochum zum Amtmann über Hof und Gericht Castrop. Dagegen ist die Erledigung des Gerichts Strünkede strittig. Die Strünkeder haben behauptet, es sei ihnen nicht genommen worden, sondern es sei in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, als Goddert von Strünkede„verstandesblöde“ war, verkümmert, weil Godderts Curatoren nicht gebührlich aufgepaßt hätten. Jedenfalls ist aber der Bereich des Gerichts Strünkede schon 1486 dem Amt Bochum einverleibt und damit in den alten Grafschaftskreis zurückgekehrt, von dem er sich gelöst hatte, und wenn auch 1645 bis 1812 das Gericht Strünkede mit dem Gericht Castrop — in dieser zweiten Periode sind Pöppinghausen und Horsthausen vom Gericht Castrop weggenommen und zum Gericht Strünkede gezogen, das durch Hiltrop erweitert wird— neu ersteht, so reißen die Beziehungen zum Amt Bochum doch nicht mehr ganz ab; nach den Befreiungskriegen erscheint das Amt Bochum im Kreise Bochum wieder und in ihm bildet das Amt Herne ein Untergebilde, bis 1906 seine Kreisfreiwerdung erfolgt. Hatte der Graf von der Mark das Kirchenpatronat in Herne? So haben wir also die territorialgeschichtliche Entwicklung vom alten Brukterergau bis zur Grafschaft Mark und in diesem Rahmen die klevisch orientierte Sonderentwicklung des Gerichts Strünkede dargelegt. Bevor wir diese Untersuchung abschließen, sei noch kurz auf die Frage des Kirchenpatronats eingegangen. Weiter oben, wo von„Hof, Gericht und Grafschaft Bochum nebst dem Kirchenpatronat daselbst" gesprochen wurde, haben wir schon auf die Elemente hingewiesen, auf denen die Grafen von der Mark ihre Landesherrschaft aufgebaut haben. Dazu gehörte auch das Kirchenpatronat. Nach der Festschrift zum 75jährigen Bestehen der St.=Bonisatius=Pfarrei in Herne soll nun zu den Kirchen, über die der Graf von der Mark das Patronat hatte, nicht nur Bochum, sondern auch Herne gehört haben. Gestützt wird diese Behauptung auf das von Binterim und Mooren veröffentlichte Liber collatorum, ein Verzeichnis der Patronate über die Pfarrkirchen der alten Erzdiözese Köln aus dem 15. Jahrhundert. Hier werden unter dem Patronate des Grafen von der Mark aufgeführt: Hulte(Holten), Dynslaken, Hisuelt(Hiesfeld), Goterswyk, Altena, Beiske(oder Geiske— Geseke), Loenheren(Lünern), Reyner(Rhynern), Marcka(Mark), Kentrop(Kentrup), claustrum Hamone(Norden=Kloster Hamm), Herne, capitulum Boichemen(Bochum), Wattenscheid, parua Tremonia(Lütgendortmund), Wingenscheen superius(Wenigern), Volmenstein und Wetteren(Wetter). Es sind also deutlich drei Gruppen von Kischen zu unterscheiden, über die der Graf von der Mark das Samstag, den 8. Oktober 1938 „ictopfonntag „Wir marschieren zusammen im gleichen Schritt, gib Deine Eintopfspende, hilf wieder mil.“ Nachdem der Führer in seiner letzten Rede am Mitt. woch das Winterhilfswerk 1938 39 eröffnet hal. steht das ganze deutsche Volk schon am Sonntag, dem 9. Oktober, zum Einsatz bereit. Jeder volksverbundene Deutsche ist stolz und froh, einen kleinen Teil seines Dankes an unsern großen Führer durch sein Opfer und seine Arbeit zum ersten Eintopssonntag abzustatten. Wir werden mit dazu beitragen, daß das kommende Winterhilfswerk sich der geschichtlichen Größe des Jahres anpaßt. Es muß unser aller Ehrgeiz sein, ein monumentales Ergebnis zu erzielen, damit wir der Not unserer neuen deutschen Brüder aus dem Sudetenland und der Ostmark so schnell wie möglich ein Ende bereiten. gez. Boat. gez. Nieper. Kreisbeauftragter des WHW. Kreisleiter. Patronat hatte: eine niederrheinische, eine Hammer und eine Bochumer Gruppe. Schon daß Herne vor dem bedeutenderen Bochum genannt ist(den Ausdruck capitulum Boichemen deuten die Herausgeber des Liber collatorum dahin, daß der Graf von der Mark das Recht behauptete, das Bochumer Landkapitel zu besetzen oder den Rural=Dechant von Wattenscheid zu ernennen), läßt es wahrscheinlich erscheinen, daß dieses Herne in der Hammer Gruppe zu suchen ist. Den letzten Zweifel aber beseitigt die Tatsache, daß in einem älteren, jedoch nicht vollständigen Coder des Liber collatorum hinter Herne noch steht: Camen quatuor pastorias. Daraus ergibt sich eindeutig, daß wir es hier mit Herne(heute Heeren) bei Kamen und nicht mit unserem Herne zu tun haben. Die Behauptung, vor den Herren von Strünkede habe der Graf von der Mark das Kirchenpatronat in Herne gehabt, ist also unzutreffend. Dr. L. Reiners. UND illingen Geigen die Wecchecreic far&dm erbst uudd Würcter?. 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Jede Landschaft zeigt ein wunderlich verwandeltes Bild: die Birken im Moor tragen goldblonde Locken; alte Landstraßen, die in kleine Städte führen, säumt Ahorn in Weinrot getaucht; im Hochgehölz, zwischen dunklen Tannen, flammt es in allen Gluten, vom zitronengelb bis zum edlen Rubin der Buchen. In tiefem Blau über den Fluren flimmern die Silberfäden des Herbstes; hoch droben zieht ein Vogelschwarm wie in liniierter Keilform dem Süden zu. Die Felder sind abgeerntet. Doch schon hat der Pflug neue Furchen gezogen. Was lange brach lag am Boden, genährt durch der Urstoffe Kraft, zieht nun wieder ein in den Kreislauf neuen Wachskums. Während auf den Höfen der goldene Segen im Summen der Dreschmaschinen rinnt, schreitet der Landmann den sorgsam bestellten Acker ab, die Wintersaat zu werfen. Sie wird wohlgeborgen im Schoße der Erde, damit des Winters harte Herrschaft dem schlummernden Leben keinen Schaden tue. Was jetzt der deutsche Nährstand sät, weist mit verheißendem Zeiger schon wieder auf ein keimend neues Jahr, auf einen sprossenden Frühling, auf einen segenspendenden Erntesommer. Möge die Saatzeit auch dieses Herbstes die ergebene Hoffnung, das Gottvertrauen begleiten und die Zuversicht auf Erhaltung ehrlichen Friedens, wie er sich nun angebahnt hat, und seiner höchsten menschlichen Güter! Saatzeit im Herbst ist tätiger Glauben an eine helle Zukunft: Saatzeit im Herbst ist wie Sinnbild eines alle Stürme des Lebens überwindenden Willens. Eine gute Tat geht nicht unter, sie wirkt weiter wie ein Naturgesetz, und aus dunklen Schicksalswolken, nach Nacht und Frost und Wettern, erstrahlt sie plötzlich wieder als heller Stern. Sie verleiht uns das Glück der Seele, schenkt uns die schwererkämpfte Zufriedenheit mit uns selbst. Der deutsche Bauer sät goldenes Korn. Ringsum, im Schmucke deutschen Herbstes, rauschen die Wälder; auf den Wiesen blüht die zierliche Lilatulpe des Herbstes. Der Herrgott segne sein Volk. das die Arbeit liebt und dem Frieden dient, starken Herzens, aufrechten Sinnes! *** Hernes SA sammelt Schrott Wie wir bereits berichteten, wird auch in Herne die Sammlung von Alteisen durch die SA durchgeführt. Die Sammeltage stehen nunmehr fest. Gesammelt wird am Dienstag. 11. 10., in Herne-Alt, am Mittwoch. 12. 10., in Herne-Mitte, am Donnerstag 13. 10., in Herne-Nord, am Freitag, 14. 11., in Herne-Sodingen. Die Hausluftschutzwarte werden gebeten, dafür Sorge zu tragen, daß alles Alteisen, das in Haushaltungen, in Kellern, auf Böden, auf Höfen usw. herumliegt oder sonst entbehrlich ist, gesammelt und bereitgelegt wird. ** Achtung, Jahrgang 1910! Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß seit dem 5. September 1938 in Bochum, Witten, Wattenscheid, Herne, Wanne=Eickel und Castrop=Rauxel die Untersuchung der Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1910 stattfindet. Wer noch keine Vorladung zur Untersuchung erhalten hat, hat sich sofort unter Vorlage der in der roten Bekanntmachung vom 5.8. 1938 geforderten Papiere und zweier Paßbilder in seinem zuständigen Polizeirevier zwecks Anlegung einer Wehrstammkarte zu melden. *** Die Berginvaliden geben ein glänzendes Beispiel Die ersten Spenden für das Wnw.— Ueber 50 Prozent mehr als sonst. Kaum ist das Winterhilfswerk 1938=39 eröffnet, da melden die Knappschaftsinvaliden und=witwen bereits ihr erstes Spendenergebnis. Bei der Auszahlung der Oktoberrenten bei der Knappschaftszweigstelle Herne wurden 684,29 Mark für das Winverhilfswerk gespendet, Das sind über 50 Proz. mehr, als die früheren Spendenergebnisse betrugen, ein Beweis dafür, wie freudig gerade diejenigen, die selbst kaum mehr als das Lebensnotwendige haben, zum Opfern bereit sind, und wie sehr es sie drängt, dem Führer ihren Dank für sein Befreiungs= und Friedenswerk durch Spendenerhöhung abzustatten. Wer will sich von diesen Beweisen der Treue und Opferbereitschaft beschämen lassen, indem er nicht ihrem Beispiel folgt? Morgen beim Eintopfsonntag ist Gelegenheit dazu. *** Bernhard Köhler über Sparen und Vermögensbildung Bernhard Köhler, der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, ist seit Jahren bekannt insbesondere durch seinen Kampf gegen das Borgunwesen und sein nachdrückliches Eintreten für eine ordnungsgemäße Wirtschaftlichkeit. Auf der unlängst in Salzburg abgehaltenen Tagung der deutschen Sparkassen nahm Bernhard Köhler in Weiterführung früher von ihm in Wort und Schrift geäußerter Gedankengänge das Wort zum Thema: „Sparen und Vermögensbildung nach nationalsozialistischer Wirtschaftsauffassung". Die deutsche Volkswirtschaft strebe danach, so führte er u. a. aus, von einer möglichst großen Zahl wirtschaftlich gesicherter Perionen getragen zu sein. Dies drücke sich auch in dem Programmpunkt„Schaffung eines gesunden Mittelstandes" aus. Für die nationalsozialistische Volkswirtschaft, d. h. ganz einfach für den deutschen Menschen, sei das Sparen überhaupt der wichtigste Teil wirtschaftlichen Verhaltens. Wirtschaft ohne Sparen ist, so bemerkte Bernhard Köhler zu den Sparkassenvertretern aus dem ganzen Reich, überhaupt Widersinn. So sehen wir auf allen Gebieten, auf denen Stoffe und Kräfte eingesetzt und verwaltet werden, heute das Bewußtsein von der Notwendigkeit des Sparens mit Macht durchbrechen. Zu dem volkswirtschaftlich notwendigen Sparen gehört auch alles, was unter„Kampf dem Verderb“, Altstoffsammlung usw. vor sich geht. Je stärker diese natürliche und unentbehrliche Sparsamkeit das Volk durchdringt, desto schneller wird auch die neue Vermögensbildung des Volkes nach der ungeheuren Ausbeutung vor sich gehen, und desto höher wird auch die Lebenshaltung des Volkes sein. **** Basketball=Lehrgang für Betriebssportwarte Das Kd F.=Sportamt teilt mit, daß am kommenden Mittwoch, dem 12. Oktober, ein Basketball=Lehrgang für alle Betriebssportwarte und Uebungsleiter zur Durchführung kommt. Der Lehrgang wird vom Reichsfachschaftssportlehrer des RfL. Clausen, Berlin geleitet. Alle Betriebsübungsleiter des Kreisgebietes Herne—Castrop=Rauxel sind verpflichtet, an diesem einmaligen Lehrgang teilzunehmen. *** Die Deutsche Sammlergemeinschaft Ortsgruppe Herne, in der NSG.„Kraft durch Freude" lädt alle in Herne wohnenden Sammler von Briefmarken, Sonderstempeln, Münzen, Notgeld usw. ein, die Zusammenkunft und den Tauschabend am Sonntag um 18 Uhr in der Wirtschaft Borgmann, MontCenis=Straße 247, zu besuchen. *** * 40jähriges Ehejubiläum. Die Eheleute Karl Kersting und Frau Margarete, geb. Hahn, Schulstraße 13, feiern heute ihr 40jähriges Ehejubiläum. Dem Jubelpaar, das seit Bestehen des HA. zu unseren treuen Beziehern gehört, herzlichen Glückwunsch! * Silberhochzeit. Die Eheleute Schneidermeister Anton Sominka und Frau Ida, geb. Lungwitz, Herne=Sodingen, Horst=Wessel=Straße 17, feiern am Sonntag das Fest ihrer Silbernen Hochzeit. Herzlichen Glückwunsch! * Gruß dem Alter. Heute begeht Frau Witwe Elisabeth Harig. die mit ihrer Tochter Frau Rohaus zusammen im Hause Franz=Seldte=Str. 89 wohnt, ihren 80. Geburtstag. Welch körperlicher und geistiger Frische sie sich erfreut, beweist, daß sie noch täglich den H. A. ohne Brille liest und noch allein ihren Haushalt versieht. Sie stammt aus Uedem, Kreis Kleve, und kam vor 60 Jahren nach Herne. 5 Kinder, 15 Enkelkinder und 9 Urenkel samt den Anverwandten beglückwünschen sie heute zu ihrem Ehrentag. Auch wir wünschen ihr noch manches Jahre eines schönen Lebensabends. * J u b i l a r e d e r A r b e i t. In diesen Tagen konnten der Schießmeister Karl Stutzmann, der Hauer Hermann Welz und der Schreinermeister Konrad Busold ihr silbernes Arbeitsjubiläum auf der Zeche Friedrich der Groß begehen. Stutzmann, dessen Vater schon Schießmeister auf Friedrich der Große war, stammt aus Recklinghausen=Süd. Er begann seine bergmännische Laufbahn erst nach Vollendung der kaufmännischen Lehre. Bei den Pionieren und nachher den Minenwerfern machte er den Weltkrieg mit. Auch Welz wurde in Recklinghausen=Süd geboren und entstammt einer alten Werksfamilie. Sein Vater war 20 Jahre auf Friedrich der Große, und sein Bruder konnte dort bereits sein 25jähriges Jubiläum seiern. Er war im Weltkrieg Matrosen=Artillerist. Busold stammt aus Wolfshagen(Hessen), erlernte in Werdohl das Schreinerhandwerk, war als Geselle jahrelang„auf der Walze", wurde 1909 als Schreiner auf Zeche Lothringen in Gerthe seßhaft und kam 1913 zur Zeche Friedrich der Große, wo er Mitbegründer der Werksfeuerwehr war und heute noch als Löschmeister tätig ist. Im Kriege war er bei der Infanterie. Den Jubilaren auch unsererseits herzl. Glückwunsch! * 25 Jahre im Polizeidienst. Kriminalassistent Hans Gemmerich, Poststr. 1, konnte sein 25jähriges Dienstjubiläum begehen. Er ist ein Polizeibeamter von altem Schrot und Korn. Nach seiner 12jährigen aktiven Militärdienstzeit trat er in Herne in die Polizei ein, wo er jetzt 25 Jahre tätig ist. Schon früh fand er den Weg zur NSDAP; der SA gehört er seit vielen Jahren an; im Trupp 2 der SA(Reserve) 1.457 ist er Oberscharführer und als solcher stets zur Stelle, wenn ihn die Pflicht ruft. Von seinen Berufs= und SA=Kameraden durfte Hans Gemmerich zahlreiche Ehrungen entgegennehmen. Den Glückwünschen schließen auch wir uns an. * Von der Polizei. Die Zivilanwärter Gustav Lohmann aus Herne und Wilhelm Klupsch aus Gelsenkirchen=Buer sind mit Wirkung vom 1. Oktober zur staatlichen Polizeiverwaltung Recklinghausen, Polizeiamt Gelsenkirchen, als Polizeibüroassistenten auf Probe für die Laufbahn des einfachen mittleren Polizeiverwaltungsdienstes einberufen worden. * Herner Markthändler spendeten für die Sudetendeutschen. Auf Anregung der Ortsgruppe Herne=Alt der NSDAP, die in ihrer letzten Mitgliederversammlung einen namhaften Betrag für unsere notleidenden Sudetendeutschen aus den Spenden der Versammlungsteilnehmer zusammenbrachte, veranstalteten die Herner Markthändler am letzten Wochenmarkttage eine Sammlung unter den Standinhabern, wobei rund 113 Mark einkamen. Hoffentlich wird dieses schöne Beispiel der Volksverbundenheit in reichem Maße Nachahmung finden. * Warnung vor einer Betrügerin mit Klöppelspitzen. Am 5.10. 1938 suchte in Bochum eine Frau verschiedene Familien auf und bot ihnen Klöppelspitzen zum Kauf an. Sie gab sich als Oesterreicherin und alte Kämpferin aus und wollte angeblich auf Empfehlung der Frauenschaftsleiterin kommen. Diese Angaben entsprechend nicht der Wahrheit. Bei den Klöppelspitzen handelt es sich um minderwertige Maschinenarbeit. Beschreibung: 28—32 Jahre alt, erwa 1,65 Meter groß, schwarzes Haar, dunkelbraunes Gesicht Bekleidung: schwarzer Hut(Zuckerhutform), rötlich brauner Mantel, schwarze, lange Lackstiefel, drug eine große moderne braune Ledertasche bei sich. Vor der Betrügerin wird gewarnt. Geschädigte werden gebeten, bei der Kriminalpolizei vorzusprechen. * Vermißt wird seit dem 28. 9. 1938 der Invalide Wilhelm Reuen, geboren am 11. 5. 78 zu Mühfort, in Castrop= Rauxel, Beckenstraße 14 wohnhaft gewesen. Der Vermißte ist 1,75 Meter groß, schlank, dunkelbl. Haar, latt rasiert. Zieht beim gehen das rechte Bein nach. Auf der rechten Wange hat er eine 2 cm lange Narbe. Bekleidung: Helle Windjacke, blaue Mütze, grüne Weste, schwarze Hose mit weißen Streifen, Einsatzhemd, weißer Umlegekragen, schwarzer Binder, schwarze Strümpfe und schwarze hohe Schuhe. Wer kann über den Verbleib des R. Angaben machen? * Wem gehört die Geldbörse? Bei der Kriminalpolizei in Herne ist eine braune Geldbörse mit 3,42 Mark sichergestellt. Der Eigen tümer kann sie auf Zimmer 233 im Polizeiamt Herne in Empfang nehmen. * J a h r r a d d i e b s t ä h l e. Am Montag zwischen 9 und 9.30 Uhr wurde vor dem alten Amtsgericht an der Bahnhofstraße in Herne Das Herner Ernährungshilfswerk spricht Es dürfen keine Küchenabfälle ungenutzt bleiben.— Ein Wort an Hausbesitzer, Hausfrauen, Wirte und Metzger. ein Herrenfahrrad Marke NSU, Nummer unbekannt gestohlen. Ein schlechteres Rad ohne Markenbezeich nung, Nr. 9761 oder 9751, wurde zurückgelassen.— Am Mittwoch in der Zeit zwischen 1 und 2 Uhr wurde vor einer Wirtschaft auf der Bahnhofstraße in Herne ein Herrenfahrrad, Marke und Nummer unbekannt, gestohlen. * Das Deutsche Frauenwerk Herne-Alt hielt am Donnerstag im großen Saale der Gaststätt Koopmann seinen ersten Pflichtabend nach den Fe rien ab, der unter dem Zeichen des Erntekranzer stand. Der Saal war entsprechend geschmückt. Nach dem die Ortsgruppenleiterin die geschäftlichen Frager erörtert und die großen Ereignisse der letzten Zeit ge würdigt hatte, begann der unterhaltende Teil, den die Jugendgruppe und die Singschar mustergültig ausgestalteten. * Das 30jährige Jubiläum des Gebrauchshundevereins Herne d8 e. V. beginnt heute morgen mit einer Schutzhundeprüfung in den Wiesen an der Wiescherstraße. Hier wird die Sucharbeit erledigt. Die Gehorsamsübungen und der Sicherheitsdienst werden heute und morgen nachmittag auf dem Uebungsplatz am Gaswerk durchgeführt. Am Sonntagabend wird im Lokal Möller, Von=derHeydt=Straße, die Jubiläumsfeier mit Ehrung der Jubilare begangen. * Königsschießen bei„Wildschütz“. Am kommenden Sonntag findet auf dem Stand an der Wiescherstraße das Königsschießen der„Wildschützen“ statt. Jeder darf nur bis zu fünf Schuß abgeben, so daß ein jedes Mitglied die Möglichkeit hat, den Königsschuß zu tun. Voriges Jahr war es W. Kroos, der den entscheidenden Schuß abgegeben hat. * 20 Jahre Herner Zeitgeschichte in Bildern. Am nächsten Donnerstag hält der Sauerländische Gebirgsverein im Hotel Meinhardt eine Versammlung ab, in der Studienassessor Schlüter einen Lichtbildervortrag über„Herner Zeitgeschichte seit 1918“ halten wird. Aus seinem reichen Bilderschatze wird er etwa 100 der interessantesten Aufnahmen zeigen.— Morgen nimmt der Sauerländische Gebirgsverein, Otsgruppe Herne, an der Ehrenmalweihe auf dem Kohlberg teil. * Der Frauenarbeitskreis im Verein Heimattreuer Ost- und Westpreußen, Bundesgruppe Herne-Nord, veranstaltete am Donnerstagnachmittag im Saale Strickmann ein Kuffeefest. Man war der Einladung so zahlreich gefolgt, daß der Saal und die Nebenräume bis auf den letzten Platz besetzt waren. Nach einem Musikstück der Hauskapelle trug Fräulein Luer einen Prolog vor der auf die Heimat abgestimmt war und mit viel Beifall ausgenommen wurde. In der Begrüßungsansprache gab die Leiterin des Frauenarbeitskreises ihrer Freude über den guten Besuch Ausdruck. Sie begrüßte besonders die Vertreterinnen der Ortsgruppen der heimattreuen Ost= und Westpreußen Herne=Mitte, des Vereins Herne=Börnig, der zwei Vereine aus Bochum=Riemke, Wanne=Eickel und des Turnerbundes Herne, und wünschte allen Gästen einen frohen Nachmittag. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken hielt der Bundesgruppenleiter, Landsmann Stobbe. die Festansprache. Er behandelte die der heimattreuen Vereine und streifte die Arbeiten, die die Bundesgruppe der Heimat gegenüber zu leisten hat(Uebernahme der Patenstelle für Schulen, Heimatspenden für bedürftige Landsleute zu Weihnachten usw.). Die Rückgliederung des sudetendeutschen Gebietes gab dem Redner Veranlassung, dem Führer für die große Tat zu danken und auf ihn ein Siegheil auszubringen. Die Theaterspieler der Bundesgruppe warteten nun mit einem reichhaltigen Programm auf. Ihre Darbietungen bevorzugten das Heimat= und das humoristische Gebiet. Eine Verlosung und Tanz ließen die Stunden allzu schnell verfließen. Um das deutsche Volk auch auf dem Gebiete der Ernährung in weitestgehendem Maße unabhängig vom Auslande zu machen, ist es notwendig, daß planmäßig alle in Deutschland bisher unverwertet gebliebenen Küchenabfälle zur Schweinemast erfaßt werden. Auch im Stadtkreis Herne ist seitens des Kreisamtes der RSV das Ernährungshilfswerk aufgebaut worden. 220 Schweine werden hier mit Küchenabfällen unter Zusatz von Kraftfutter gemästet, damit auch hier in Herne dazu beigetragen wird, die Fettversorgung der deutschen Bevölkerung sicherzustellen. Zur Erfassung sämtlicher Küchenabfälle wie Kartoffelschalen, Rohgemüse, Frühstück= und Mittagessensreste ziehen Beauftragte des Ernährungshilfswerks, meist ältere Invaliden, mit ihrem rotgestrichenen vierräderigen Handwagen täglich durch Hernes Straßen. Zweimal in der Woche sprechen sie in jedem Hause vor. Sie gehören bereits zu unserem Straßenbild, und wenn man das wohlgerundete Schweinchen mit der Bezeichnung EhW auf der hinteren Wagenklappe und die Binde am Arme der Sammler sieht, dann weiß man, daß hier ein wertvolles Werk im Kampf gegen den Verderb und für die Ernährungsfreiheit des deutschen Volkes vollbracht Hausfra wird. Aber noch nicht alle Hausbesitzer und Hausfrauen erfüllen ihre Pflicht gegenüber dem EhW. Auch zu ihnen will der Sammler des Ernährungshilfswerks nicht umsonst kommen. Daher geht unsere Bitte dahin, daß du, Hausbesitzer, dafür sorgst, daß auf dem Hofe oder an einer sonstigen passenden Stelle deines Hauses ein Gefäß für Abfälle steht. Sollte die Beschaffung dieses Gefäßes schwierig sein, so wende dich vertrauensvoll an deinen Blockwalter der NSV, der dir für die preiswerte Kaufsumme von 4 Mark ein entsprechendes Gefäß mit Deckel liefern kann. Du, liebe Hausfrau, bringe dem EhW Verständnis entgegen, indem du stets deinen Abfall in das bereitstehende Gefäß bringst. Auch für die flüssigen Abfälle haben wir Verwendung, und du brauchst nur den Abholern Bescheid zu geben, so wird er die flüssigen und gekochten Abfälle mitnehmen. Ihr Metzgermeister von Herne, laßt euch sagen daß uns Reste der Wurstbrühen für die Mästung der Schweine hochwillkommen sind. Und ihr Wirte, gebt uns euer Dröppelbier! Ausgleich von Härten für Studierende bei militärischen Uebungen Semesterbeginn allgemein erst am 2. November. Das Oberkommando des Heeres gibt bekannt, daß Anträge von Soldaten. aus Gründen ihres Studiums oder ihrer sonstigen Berufsausbildung vorzeitig aus dem aktiven Wehrdienst entlassen zu werden. nicht berücksichtigt werden können. Es wird auf die vom Reichserziehungsminister zum Ausgleich von Härten für die Studierenden an Technischen Hochschulen getroffene Regelung erinnert, die eine Verlängerung der Fristen für die Einreichung von Prüfungsarbeiten und eine ausnahmsweise Verkürzung der Vorpraxis bringt. Der Reichserziehungsminister sei gebeten worden. über diese Regelung hinaus zu veranlassen, daß der Semesterbeginn an den Höheren Technischen Lehranstalten ebenso wie an den Universitäten, Hochschulen, Akademien und Hochschulen für Lehrerbildung erst auf den 2. November 1938 festgesetzt werde. Einer eigenartigen Begebenheit soll unsere Bezeichnung„isabellfarben“ ihre Entstehung verdanken. Isabella, die Tochter Philipps II., soll bei Beginn der Belagerung Ostendes geschworen haben, ihre Wäsche nicht vor Beendigung der Belagerung zu wechseln. Und das dauerte immerhin drei volle Jahre! Die schmutzige. gelbweiße Farbe der Wäsche wurde dann als„isabellfarben“ eine beliebte Modefarbe— bis auf den heutigen Tag. in der Woche vom 9.—15. Oktober Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Dionysius Franz Borgias Burkhard Maximilian Donnerstag Eduard, Daniel Freitas Kallistus, Henriette Samstas Theresia Spenden Sie Freude durch ein schönes Geschenk! en Als Geschenke empfehlen wir: Das gute Buch belehrenden, praktischen, schöngeistige oder religiösen Inhalts.— Für Kinder: Unterhe fungs- und Erzählungsbücher, Malbücher. Gerahmte Bilder, Kleinformat, 0.45, 0.80, 1.— 1.40, 1.60 und höher. Brleikassetten mit feinem Briefpepler, eleg. Packungen, 1.— 1.30, 1.60, 1.80, 1.90, 2.40, 2.50, 2.80 usw. Eindruck des Namens besonders beliebt. Visltkarten, moderne Kartons und Schritten, 50 Stück 2.40, 100 Stück 3.—. Füllhalter, altbewährte Febrikate, 1.50, 1.80, 3.50, 4.—, 5.50, 6.50, 7.50, 10.— und höher. Füllbleistifte, sehr prektisch, 0.50, 0.60, 0.70, 0.80, 1.20, 1.50, 1 80, 2.25 und höher. Schüleretuis mit einfacher und sehr guter Füllung, 0.95, 1.10, 1.45, 1.60, 1.80, 2.95, 3.85, 4.50. Schreibmappen für Damen und Herren, 3.50, 4.75, 4.80, 6.50, 8.90, 11.50, 15.—. Schrelbzeug-Garnituren in feinster Holzausführung, 6 80, 18.50, 19.50 Pholo-Alben, Poesle-Alben, eparte Neuheiten, 0.60, 0 95, 1.50, 1.80, 2.50, 2.80, 3.25, 4.50 u. höher. Schulreihzeuge(Original Richter), 1.45, 1.70, 2.30, 2.75, 3.25, 3.60, 5.40, 6.55. Erdgloben 9.—, 16.—, 24.—, 28.—. Alle Schulbücher und Lehrmittel. Glückwunschkarten zum Namenstag in sehr großer Auswahl. Koethers& Röttsches Japier u. Schreibwaren Hermann-Göring-Straße 8, neben dem Postemt.— Fernrut S 23 41. Fördere Dein Heimatblatt. den Herner Anzeiger. Heute— wie vor 50 Jahren— ist die„Deutsche Moden-Zeitung“ Bergaterin und Freundin einer großen Zahl unserer Frauen. Denn: sie bringt nicht nur schöne Mode zum Selbstarbeiten, sondern jedes Heft umfaßst mit vielen praktisch erprobten Dingen für die fägliche Arbeit, mit Unterhaltung und Beehrung das gesamte Schaffensgebiet der Fraul Nahezu 300000 Frauen sind treue Anhängerinnen ihrer„Deutschen Moden-Zeifung“— sie ist auch für Sie das rechte Blatt! Vierzehntäglich mit Schnittbogen 45 Pfennig Deutsche Moden-Zeitung vereinigt mit Beyers Modenblatt Frau— Volk— Weit Deyer-Verleg! Leipzig T gme Illustrierte Unterhaltungs-Beilage des Herner Anzeige KRM FS T# WATZ Es will Abeno werden. Die dichte Kiefernschonung, die sich massig wie ein grunes Bollwerk auf dürrsandigem Hügelrücken erhebt, ist mit Harzgeruch erfüllt. Der Feuerbrand des Herbst tages atmet in ihr.(taub flimmert im Spiel der scheidenden Gonnenstrahlen auf und nieder. Ab und zu brummelt ein Käfer mit tiesem Flügelbaß vorüber. (Spinnennetze zittern allerorten wie graue Geide um die violetten Blütenbüsche der anspruchslosen Ertka, und am Rande der Dickung gaukeln geschäftig Trauermäntel und schimmernde Bläulinge über den leuchtenden Teppichen des Thymians. Tiefer sinkt indes das Tagesgestirn. Die Gold= und Blumenfliegen schwirren langsamer um die stolzen IITaienkerzen und die Falter werden mäh lich still. Goldammer flattern zirpend zur Nachtruhe herzu. #käusebussarde gleiten rufend ins nahe Altholz, und das ferne Klappern beladener Ackerwagen auf der Feldmark zieht gemächlich heim. Tiefer Frieden umfängt wohltuend den sandigen Wall. Da knistert es plötzlich in der Nähe des Quells. Ist's Trug, ist's Illusion?. Die toten Reisigzacken werden wach, das Farrenlaub schüttert hin und ber? „Wuff!“ grunzt es dazwischen irgendwo, gedämpft und tief. Die Goldammern tun darüber ganz erschreckt. Starr die Hälse reckend, äugen sie entsetzt auf den groben Dämmerspuk. Und der Waldkamz. der alle Tage hier in einer breiten Fichte seinen Einstand hat, regt sich schon gar nicht mehr darüber auf. Er ist es längst gewöhnt, das Schnüffeln und Schubbern und Prusten unter sich um diese seine Zeit. Wohlgelaunt kann er aber nicht umhin, von seinem Echlafbaume abzustreichen, im Gleitfluge laut mit dem (Schnabel knappend dicht über die Rücken der zottigen Gesellschaft hinwegzustreichen und sie weidlich zu er schrecken. „Woff!“ vernimmt er es noch verhalten hinter sich und klaftert eilig zur Mausejagd hinüber auf die Stoppelfelder. Watz, der alte Wildeber, hat sich im Iu von seinem Lager erhoben. Mit aufgestellten Gehören und vorgestrecktem Windfang geht er ein wenig spreizbeinig im Kreise berum. Doch ehe er ihn vollendet, bleibt er eiötzlich stehen. Die schlanken Birken am Heidwege, oer unweit am Rande der Dickung vorbeiführt, neigen ihre flatterhaarigen Häupter. Kosend und flüsternd spielt darin der Ostwind. Der Basse hat ihn soeben sorglich geprüft und ist zufrieden. Beifällig ermuntern ihn die übrigen Tiere von ihrer Lagerstätte durch leises Grunzen. Mit einem Male stehen alle im Kessel auf, strecken sich, gähnen, reiben den dunkelhaarigen Rüssel an flecht bärtigem Stamm, wühlen an armdicken Kiefernwurzeln, sichern zwischendurch und treten langsam schließlich zu sammen. Grauen Unterseebooten gleich gleiten ihre dunklen Rücken durch das Laub der Farne, durch Alt gras und Grünwuchs der Gengen, der Keiler allen voran. Auf schmalem Wechsel treten sie am Heidwege lang sam und sichernd aus. Verheißende Witterung weht ihnen von Feld und Flur entgegen. Den Weg überfallend, ziehen sie suchend durch Hoch wald, nehmen hier einige Pilze auf, brechen dort nach Engerlingen und setzen sich allmählich in gelinden Trab. Der Hunger macht sie behende, und die Erinnerung an die gestrige Hafermast auf dem große Gutsschlage be schleunigt ihre Hast. Der Mond tritt lächelnd aus dem Wolkenmeer. Sein milchiges Licht weist ihnen guten Weg. Die Stämme der Kiefern stehen mächtig aufgereckt. Wie dicke Kohlestriche lagern ihre Schatten über Ge knick, Sprockelfall und moosige Breiten. Schnell ist der Spuk vorbei. Wo die hünenhaften Randkiefern am Ende des Forstes auf langen knorrigen Armen ihre weiten bar; duftigen Nadelschirme über den blühenden Kartoffelschlag breiten, verhoffen die Ueberläufer, die grobe Bache und hauendes Schwein. Dann schieben sie sich vorsichtig ein, drücken noch durch ein schinales Lurinenbeet und fangen gieriglüstern den Wind, der verheißenden Dunst von Stoppelacker und Haferschlag trägt. „Wuff!“ das schmeckt! Watz, der Alte, ist aus dem Haferschlaa berausgetreten. Breitspurig steht er vor einer Mlandel berrlicher Garben. Ilit seinem hellblitzenden Gewaff fichelt auseinander, prustet und schmatzt nach Herzenslust, daß der Feldhüter des Gutes vor Ungeduld in seiner Strohpuppe fast vergeht. Lange genug hatte er schon die plündernde Horde gewahrt, jede ihrer Bewegungen gespannt verfolgt und nicht zum Schuß kommen können. Ilkal standen die „Luders“ zu weit ab, bald hielten sie sich zu spitz von * Von KURT KNAAK vorn, aber jetzt...! Breit wies das Hauptschwein nun das Blatt!— Watz, der Keiler, mahlt mit Behagen die süß schmeckenden Haferrispen zu Schrot.(eine Gefährten trotten langsam an den fruchtschweren Doken entlang herzu, kauend und mit deim Pürzel schlenkernd. Plötzlich wirft der Basse auf. Der Wind trug ihm seeben fremde Witterung herbei. Irgenowo knisterte es, klang es metallisch auf... Gespannt suchte das Hauptschwein mit seinen listigen Aeuglein nach der Ursache der Störung, die Gefährten taten desgleichen. Ihre. Rückenhaare, die Federn, schwellten voller Erregung auf, als Watz im selben Augenblick jählings herumfuhr und unter Blitz und Donner, abermals die Richtung wechselnd, mit Ungestum blasend und schnaubend dem schützenden Hochwalde zustürmte, gefolgt, überholt von der entsetzt flüchtigen Kavalkade. Immer mehr blieb er zurück, obwohl er vorwärtsdrängte. Ein beißes Brennen schnitt ihm durch den satten Leib. Mit jedem Sprung wurde es stärker, es schnitt und zuckte heimtückisch in die Lenden und Keulen hinein. Es brannte wie höllisches Feuer. Der Gequälte preßte die mächtigen Kinnladen zusammen, daß die Zähne knirschten. Er rannte vor Wut wie toll durch Lupinen und Kartoffeln zurück, schlug auf seiner Todesfahrt rechts und links die Standen aus der tauigen Erde und blieb endlich nach verzweifelten, taumligen Fluchten am Rand des Hochwaldes ermattet stehen. „Wuff!“ stöhnte der Basse voller Schmerzen. Heute hatte ihm das heimtückische Blei aus dem Hinterhalte ins Leben gefaßt. Zitternd hörte er in der Ferne Rebhühner rufen, Heidlerchen vermeldeten, zwar schüchtern noch, den neuen Tag, und die ersten Hasen wechselten bereits zurück in die Heide. Erschöpft legte sich der todwunde Schwarzritter nieder. Die Erde spendete seinen Wunden Kühlung, und der Aorgenwind dämpfte in ihm Wut und Schmerzen. Aber nicht lange hielt es ihn nieder. Ebe die Dämmerung sich leichtbeschwingt erhellte, zwang es ihn unwiderstehlich in die Heimlichkeit. Iminer beschwerlicher, immer unsicherer wurden seine Schritte. Unter Aufbietung seiner letzten Kräfte schob er sich in eine kleine, flache Bodensenke, die rings von Kiefernauflug bestanden, ihm letzten Schutz gewährte. Als die Morgensonne auf goldener Brücke über das Meer der Wolken stieg, leuchteten ihr zwei irrende Sternlein zu, und ehe sie in ihrem schmerzlichen Glanze zerbrachen, durchfuhr den wartenden Körper des zottigen Recken das erlösende Wort seines Schöpfers:„Nun komm, es ist alles vorbei!“ * W Bildnis einer jungen Frau Bronzeplastik des sudetendeutschen Bildhauers Oswald Hoftmann (Deike-Mater) Ein kleiner Held Von WILH. LENNEMANN Nach der Mahlzen(Delke-Mater) Die ersten reifen Aepfel lugten durch die Blätter. Die Wespen taten sich gütlich daran: aber auch die zwölfjährigen Jungen meiner Klasse wußten sie wohl zu schätzen.(chon des öfteren hatten sich einige Bauern über ihre Stibitzereien beklagt, sodaß ich schließlich ge droht hatte, der nächste Sünder werde mit der un gebrannten Asche Bekanntschaft machen.„Unweigerlich!“ hatte ich ernst hinzugefügt,„auch in der Not sollt ihr ehrlich bleiben!“ Wie zum Hohne darauf wurde mir am folgenden Tage gemeldet, der Helmut Lengerig, der Sohn einer armen Witwe, habe gestern abend Aepfel gestohlen. „Der!“ entfuhr es mir erstaunt. Der Junge war ein sehr artiger und lieber Kerl, der zarteste und kleinste der Klasse, von fast mädchenhafter Scheu und Art. Ich ließ ihn vortreten. Angst flackerte in seinen Augen: ein Zittern bebte in den schwächlichen Gliedern. Da bedurtte es keines Fragens und keines Zugeständ nisses mehr. Er dauerte mich in seinem Bangen: aber ich mußte bart sein, schon um der andern Schüler wegen. Ich hatte die Strafe angedroht und durfte nicht den Gedanken einer Bevorzugung aufkommen lassen. Doch ich gedachte, es gelinde zu machen. Aber kaum rührte ich ihn an, da tropften auch schon die ersten Tränen. Da schrie es vor mir:„Das ist der Helmut nicht gewesen! Ich hab's geran!“ Und der Junge stand auf; Karl Osterkamp war's, ein Rauhbein und Wildfang, der bei jedem Dummenjungenstreich un weigerlich dabei war. So war ihm auch diese Frechheit wohl zuzutrauen. Doch immerhin; fragend und zweifelnd sah ich von einem zum andern. „Die Frau hat sich im Dunkeln versehn!“ erklärte Karl. Ich sah den andern an. Der schwieg und sah zu Boden. Fur ihn antwortete Karl, als kenne er das:„Er hat noch die Angst im Halse und kann nicht sprechen!“ Also bekam der Karl auch die Schläge und wenn die jetzt etwas fühlbarer und härter ausfielen, so war das bei der kraftvolleren Art des Jungen und seinen wieder holten Tangenichtsereien nur angebracht. Doch er vergeß keine Träne, saß danach unbewegt, und wie mir schien, trotzig in seiner Bank. Schon wollte ich nach dem unlieben Strafvollzug wieder un Unterricht fortfahren, da warf der Helmut plötzlich den Kopf auf die Bank und weinte zum Herzzerbrechen. Aus tiefstem aufgewühltem Leid schluchzte es herauf. Ich sprang erschrocken hinzu. „Ich hab' die Aepfel doch gestohlen!“ stieß er schütternd hervor. „Ist nicht wahr!“ rief es zornig hinter mir. Der Karl war heftig aufgesprungen. „Ruhe!“ gebot ich.„Ihr beide bleibt in der Pause mal hier.“ Iun fühlte ich mich als Sünder und ungerechter Richter. Kaum vermochte ich meine Unruhe zu meistern. Der endliche Glockenschlag erschien mir wie eine Erlösung. Als dann die Schulstube sich geleert hatte, vernahm ich zuerst den Helmut. „Als ich die Zeitung austrug und an dem Baum vorbeikam, da hab' ich zwei Aepfel abgerflückt! Mehr sind es wirklich nicht gewesen, Herr Lehrer!" Das sprach die Wahrheit uno war nicht gelogen. I sah auf den Karl. Dessen Blicke gingen wie die eines ertappten Günders verloren am Boden. „Aber sage mir“, fragte ich, schon ganz milde gestimmt,„warum bist du für den Helmut eingesprungen und hast seine Tat auf dich genommen Der Junge sah mich vielsagend an und den Stock und den schwächlichen Helmut... Ich verstand, lächelte: „Glaubst du, ich hätte den kleinen Kerl totgeschlagen?“ Und da offenbarte er das Wunder einer treuberzigen Kameradschaft:„Ich meint', er wär' drunter zusammengebrochen: mir aber tut's nicht viel!“ Ich wußte vor aufbrechender Rührung nichte zu sagen und suchte mich zu reiten.„Ano was soll ich nun mit euch beiden anfangen?“ „Mich noch einmal schlagen, weil ich gelogen hab', und den Helmut laufen lassen!" Da lachte ich hellauf. Die Situation war gerettet. Ich hab' hernach den Karl als einen richtigen Helden gefeiert und die ganze Klasse hat vor ihm aufstehen müssen. Da hatte er den Lohn für sein Opfer. Aber die beiden Jungen sind fortab zwei unzertrennliche Freunde geworden und sind es geblieben bis in ihre Ilannesjahre. Die Tür P. FEICHTEN „Sonderbar ist es um die Türen bestellt,“ meinte Josef Hinzelmann, als er mit seinem Wagen durch Tirols Dörfer fuhr,„alte Bauernhäuser, unverfälscht in ihrer Bauweise erhalten, mit geschnitzten Balkonen, oft am Balkenwerk noch eine Jahreszahl aus dem sechzehnten Jahrhundert, liegen am Wege. Schwarze schindeln decken die schiefen Dächer, meterdick sind die Fensterbänke, die Fenster selbst mit barocken Fresken umrankt, uno die eichenen Türstöcke weisen Schnitzereien längst verklungener Jahrhunderte auf, nur die Türen selbst— jedes Haus hat eine moderne, sachliche und häßliche Tür.(eben das die Bewohner nicht? Es ist eine (Schande, ein so schönes Haus sein eigen zu nennen und an der Tür achtlos vorüber zu gehen. Wenn ich einmal ein solches Haus besäße———.“ Der Gedanke an die alte Tür ließ Josef Hinzelmann nicht mehr los, immer tiefer ergriff die Tür Besitz von seinem Denken, und als er eines Tages bei einem Einodbauern eine uralte Tür sah, mit Holznägeln genagelt, beschloß er, um jeden Preis diese Tür zu erwerben. Der Bauer, dem der Hef gehörte, war längst gestorben, die Pächtersleute, die nichts dagegen hatten, eine neue Tür zu bekommen, wiesen Hinzelmann mit seinem Begehr an die Erben. Uno hier erlebte Hinzelmann eine neue Ueberraschung: die Tür selbst war nicht zu verkaufen, hingegen wurde ihm das ganze Haus mit der Tür zu einem so billigen Preis angeboten, den er gern für die Tür allein gezahlt hätte. Go kam es, daß Hinzelmann, der in eine alte Tür verliebt war, ein altes Haus kaufte und beschloß, es mit Möbeln aus der Zeit einzurichten und darin zu leben. Josef Hinzelmann erwarb zunächst ein Barockbett mit einem gemalten Himmel, auf dem sich zwei Schutzengel Gute Nacht sagten, eine etwas verfehlte Geste, denn Schutzengel sollen doch über uns wachen, wenn wir uns schlafen legen. Dann kaufte sich Hinzelmann einen alten Tisch, einige Stühle, einen bunten Schrank mit den vier Juhreszeiten und jedes MNkal, wenn er mit den neuerworbenen alten Gtücken an der Tür vorüberging, nickte er der Tür wie einer Geliebten zu, als wollte er sagen: Giebe, das tne ich für dich! Ilen den Käufen kam die Freude am Kaufen, die Freude an den alten Dingen, die Freude am Suchen und Entdecken allein, viel Unnützes brachte Hinzelmann ins Haus, schmiedeeiserne Steigbügel und Grabkreuze, gotische Madonnen, Spindeluhren, Betpulte, Engelsköpfe, die ein Vermögen kosteten und immer teurer wurden, je freundlicher sie in die irdische Welt blickten, während finster schauende und übellaunige Engelsköpfe für billiges Geld zu haben waren, woraus junge Fräuleins etwas lernen könnten— alles dies brachte Hinzelmann in sein Haus, das immer wertvoller wurde, da auch die Handwerker ein= und ausgingen, Platz und Dach für die gesammelten Schätze zu schaffen. Die Futzböden wurden erneuert, die windschiefen Fensterstöcke ersetzt, nur die Tür blieb in ihrer alten, adeligen Schönheit mit ihrem schweren eingerosteten Schloß, das keinem Schlüssel auch nur eine kleine Bewegungsfreiheit gab. An windstillen Abenden lehnte man die Tür an und ihre eigene Schwere hielt sie an der Stelle. Herbststürmen jedoch gab sie allzuwillig nach, und Riegel, vom Schmiedemeister des Dorfes angebracht, fanden nur kurzen Halt in dem müden Holz. Die alte Tür betreute nicht den Eingang, die war wie ein alter Mensch, leicht zu überreden. Und als Josef Hinzelmann eines Tages, um eine praktische Feuerversicherung abzuschließen, den Wert seines Housrates schätzen ließ, erschrak er über die hohe Summe, o#e nun wohl gegen Feuer, aber keinesfalls gegen Dieberhände geschützt war. Er sah die alte Tür nicht mehr wohlgefällig an die nur noch das Gnadenbrot aß und ihn hinderte, das Haus mehrere(tunden allein zu lassen. Als er eines Illorgens( puren eines ungebetenen Nachtgastes in der Küche entdeckte, war es mit seiner Geduld zu Ende. Er warf der windschiefen Tür einen bösen Blick zu und ging zum Echreiner des Ortes, sich eine neue, sachliche Tür mit festem Holz und festem Schloß zu bestellen.— „Conderbar ist es um die Türen bei diesen alten Häusern bestellt,“ sagten dann die Leute, die an Hinzelmanns Haus vorüberkamen,„siey dieses schöne Haus, wie unverfälscht es in seiner Bauweise erhalten ist, mit seinem geschnitzten Balkon und seinen tiefen Fenstern, nur diese moderne und häßliche Tür! Wenn ich einmal ei solches Haus besäße——“ *** K Sommerliche Freundschaft (Delke-Materl Die Liebesprobe H. WILLUMSEN Die Halbzeit des Lebens Von J. H. Rösler. Die erste Halbzeit des Lebens ist abgepfiffen. Hast in den Pfiff gehort? Er hält deinen Schritt nach vorwarts auf, läßt dich zur Seite treten, gibt dir einige INinuten zum Nachdenken, wie alles war, wie alles kam. Und eine Minute zum Entschluß, wie alles sein wird, wie alles kommen soll. * Du bist ein Mensch, wie alle. Du hast deinen Broterwerb, vielleicht sogar deinen Beruf. Du hast eine Frau, ou hast Kinder. Du hast Nachbarn, Freunoe, Feinde. Du hast deine Liebhaberei, die dir Freude macht, und Unsicherheiten, die dir Gorge bereiten. Du bist den Weg geradeaus gegangen, zwischen vielen Dahinschreitenden. Doch plötzlich stockt der Schritt. Wie weit noch? Wie lange noch? Du bist ja schon so lange gegangen, du kommst ja schon so weit her, das halbe Leben ist vor bei. War es so, wie du es dir als Kind geträumt hast? * Deine Ehe, Freund, ist eine gure Ebe. Du gibst deiner Frau den Zehnten, Genntags gehst du mut ihr spazieren, ihr geht immer nebeneinander her, die Worte fließen euch nicht so vom Ilkunde, es ist wenig in Euch, das gesagt werden muß. Euer Tag hat vierundzwanzig Stunden und jede Stunde hat ihre ehrlichen sechzig INiuten. Aber damals, als du dein Mädchen zum ersten IKale sahst, damals, als ou zum ersten Ilkale mit ihr allein warst, da waren es keine ehrlichen IKinuten, da verflog die Zeit, oa konnten die Lippen nicht nachkommen, alle die Worte auszusprechen, die das Herz überfluten ließen. Es ist immer noch dieselbe Frau, die an deiner Geite steht, es ist immer noch dieselbe Hand, die dich einst liebkoste, es ist immer noch dasselbe Herz, für das ou einst lieber sterben wolltest, als es zu ver lieren. Denk an die Berge, die du im Ueberschwang versetztest, denk an dein Leid, das dir die Liebe und die Sebnsucht brachte, jetzt ist sie dein, immer noch dein, und jeder Taa mit ihr hat vierundzwanzig Stunden und jede Stunde ihre ehrlichen sechzig Minuten. Jetzt sprich die Worte aus, die damals im Herzen zurückgeblieben sind, jetzt erfülle die Stunden, die damals zu schnell verrannen. Denn nur noch kurz und immer kür zer wird die Zeit, wo ihr nebeneinander geht. ihr habt euch ja auch noch viel zu sagen— ihr zwei Menschen. * Deine Kinder, Freund, wachsen gesund auf gutem Beden heran. Du sorgst für sie, sie sind sauber gekleidet, ihr Teller nahrhaft gefüllt. Du tadelst sie, wenn sie ungezogen sind, du lobst sie, wenn sie brao waren. Und so wurden sie größer und groß, sie lernten gehen, sprechen, dann rechnen und schreiben, jetzt schon sich vertragen und sich einer Gemeinschaft einfügen. Dein Stolz auf sie ist groß, aber wie klein ist— wenn du es recht betrachtest— der Beutel Freuoen, den on dir mit ihnen gesammelt hast. Wäre es nicht schöner gewesen, damals in der Stube zu sitzen, als sie ihre ersten Gehversuche machten, mit ausgestreckten Aermchen und hell kräbend, statt am Himmelfahrtstage die Herrenpartie zu machen? INochtest ou heute nicht gern die tausend nie endenwollenden Fragen„Warum, Papa?“ und„Wieso, Papa?“ des Kleinen beantworten, wenn dein vierzehnjähriger Junge, schon ein wenig verschlossen, sich schweigend an den Mittagstisch setzt? Jetzt fragst du ihn, aber er hat schon gelernt zu schweigen. Seine Gedanken kreisen jetzt schon um Dinge, die dir freind sind, du studierst in seinem Gesicht viel länger als du einst gebrauchst hättest, das ganze kleine Herz zu erforschen. Hier war' die Zeit, als dein großer Gegenspieler schneller war, sei du in der zweiten Halbzeit deines Lebens gewandter. Denn die Kinder wachsen heran und was sie einst an Zärtlichkeit und Liebe und Vertrauen mit hilflosen Händen überreich verschenkten, mußt du dir später schwer erkämpfen. Aber noch ist es Zeit, noch liegt ein letztes Kind in der Wiege. noch sind die Kinder im Haus und sind nicht in die Welt gezogen, ein neues Heim zu gründen. Roch kannst du dein Herz mit Freude an ihnen zum Ueberfluß füllen, daß es für die kalten Tage des einsamen Alters reicht. Deine Umwelt, Freund, achtet dich und findet dich nett und umgänglich, eu hast mit keinem Streit, man setzt sich gern mit dir zusammen und weiß, wenn du auf gestanden bist, kein böses Wort über dich zu sagen. Vielleicht hat einer sogar ein gutes Wort über dich im Herzen, denn du hast ihm einmal geholfen, als er in Ilot war. Aber er sagt es nicht. Es wurde auch unter gehen in den vielen Bitternissen, wo du nicht halfest. Nicht mit Geld geholfen, von dem du meinst, es reiche kaum für dein nacktes Leben, trotzdem es die so vielen INenschen unbekannte Kraft besitzt, sich dehnen und strecken zu können, wenn du von ihm etwas für die Rot des Nächsten nimmst. Hilfe, Freund, ist nicht von deiner Tasche abhängig. Bring den Verzweifelten in den Frieden deines Hauses, geh mit ihm ein paar Schritte, wo er sich allein zu gehen fürchtet, laß ihm vort nicht im (Stich, wo er über eine Grube, die er nicht sah oder die man ihm heimtückisch schaufelte und verbarg, strauchelte. Denk immer daran, daß jeder Mensch du selbst bist, und wenn er dir noch so unähnlich dunkt. Es gibt kein Un recht, das begangen wurde, das man nicht wieder gut machen kann. Darum nütze die wenigen Ilkinuten, die vor der letzten Halbzeit deines Lebens liegen, gut zu machen, was schlecht war. Und wenn du dann wieder auf oas(pielfeld des Lebens hinaustrittst und deinen dir zugewiesenen Platz zwischen den Mitspielern einge nommen hast, dann steh deinen Ilkann und vergiß nie, wie kurz die Zeit ist, die dir noch zum vollendeten Leben zur Verfügung steht. Im Strandhotel war die Saison abgeflaut. Die Anzahl der Gäste schwand täglich immer mehr. Const war es in diesem Jahr außergewöhnlich gut gewesen, alles was Ramen, Stellung und Geld hatte, hatte sich ein Stelldichein gegeben. Die Bäume im Park waren Zeuge lebhafter Flirts gewesen, und außer unkontrollierbaren Verbindungen wurden drei heimliche und zwei öffentliche Verlobungen bekannt. Ilan munkelte auc von zwei Scheidungen... Alles in allem: eine Gation voller Geschehnisse! Karin Hauch hielt immer noch aus, oder richtiger gesagt, ihre beiden Verehrer waren es, die immer noch blieben. Jensen und Jörgensen hielten einander in Schach. Die übrigen Gäste warteten gespanne auf das Resultat. Kari Hauch ebenfalls. Welchen sollte sie dem anderen vorziehen? „Ich liebe(Die,“ sagte Jeusen,„ich verstehe nicht, wie man ohne Gie leben kann. Verlangen Gie von mir, was Gie wollen, ich werde es run. Ohne Sie ist das Leben mir nichts werr. Werden Gie mein.“ „Ich liebe(Die,“ sagte Jörgensen„Niemals ist mir eine Frau begegnet, die mch in solchem Grade bezaubert hat, wie(die. Isch könnte durchs Feuer für Gie gehen. Illein Leben würde ich geben, falls Gie es wunschen. Werden Gie mein.“ „Was soll ich nur tun?“ fragte Karin Hauch ihre beste Freundin.„Ich mag Jensen sehr, sehr gerne, und ich habe niemals bisber einen Ilkann gekannt, in den ich mich mehr verliebt hätte, als in Jörgensen. Ich befinde mich oa in einer schönen Lage.„ch weiß selber nicht, wen ich von beiden will— und im nächsten Jahre werde ich schon 26 Jahre alt!“ „27!“ sagte die Freundin. „26!“ sagte Karin Hauch.„Gib mir einen Rat. Wen von beiden soll ich wählen? Stell sie auf die Probe. Auf eine Liebesprobe.“ „Warum'so romantisch?“ „Eher praktisch! Cieb mal. In diesem Augenblick liegen sie am Gtrand. Nun solltest ou ins Wasser gehen und einen Film spielen:„Ich ertrinke!". Der von ihnen, der dich am meisten liebt, wird selbstverständlich alles tun, wird sein Leben einsetzen, um dich zu retten.“ „Glaubst du denn, ich könnte einigermaßen natürlich ertrinken?" „Bestimmt. Du hast dich immer gut verstellen können. Gelbst, wenn es dir auch nicht immer geglückt ist, alle Männer dazu zu veranlassen, für dich ins Wasser zu gehen!“— setzte sie— für sich selbst— hinzu. Jensen und Jörgensen lagen im Gand und betrachteten, wie Fräulein Hauch graziös über die Badebrücke ging. „Sie reist am Montag ab,“ sagte Jensen und glättete die Bügelfalten in seinen tadellosen Flauellbeinkleidern.% „Ja, 10, 12 Uhr, sagte Jörgensen. zum Strandhof.“ Er bürstete etwas Sand von seinem eleganten Anzug. „Jklir scheint doch, als sei sie in mich verliebt,“ sagte Jensen. „Dieser Narr," dachte Jörgensen.„Er sollte nur gissen—.— Draußen von der See her ertönte ein Schrei. Roch einer. „Hilfe!!“ Es war Karin Hauch. Jörgensen und Jensen waren aufgesprungen. „Hilfe, Hilfe!!“ „Sie ertrinkt!“ „Ja, es hört sich fast so an,“ sagte Jörgensen. „Kannst du sie noch sehen?“ „Ja— da— rechts vom Seezeichen— zweihundert Meter weit draußen— Wir müssen helfen.“ „Das müssen wir— laß mich——“ „Iein, ich——“ „NTein, bleib du hier liegen——“ „Unsinn, laß mich zum Hotel hinauflaufen und Hilfe holen, du kannst hier bleiben— und wirst sie nicht aus den Augen verlieren.“ Conderbarerweise kam Fräulein Hauch bald ganz von alleine ans Land. Gie übersah sowohl Jensen wie auch Jorgensen, als sie an ihnen vorbei zum Hotel hinaufging. „Ich fahre heute abend ab,“ sagte sie zu der Freundin. „Heute abend! Und wer ist der Glückliche?!“ „So war es,“ antwortete Fräulein Hauch und dann erzählte sie „Von mir aus können die beiden bleiben, wo sie wollen,“ war das letzte, was sie sagte, ehe sie auf ihr Zimmer ging, um zu packen. „Ju,“ meinte die Freundin.„Da sieht man mal wieder. So sind die Männer!“ Dann ging sie zu Jensen und Jorgensen an den Strand. Ein halbes Jahr später war die Freundin mit Jensen verlobt Und vier Jahre darauf von Jörgensen geschieden... (Berechtigte Uebertragung aus dem Dänischen von Karin Reitz) Elisaberhfurm in Breslau Holzschnitt von Bodo Zimmermann (Deike-Mater) „Jean, holen Sie mir den Brief von meinem Schreibtisch.“ „Sofort, gnädiger Herr! Den, worin Sie Ihre Fräulein Cousine einen sußen Geldjungen nennt, oder den, worin Sie Ihre Frau Tante mit verkommenes Subjekt anredet?“ Er:„Ich mache schon Fortschritte, Schatzi. Ich glaube, du kannst die Schneiderbüste schon wegnehmen und dich selbst hinstellen!" Der gemütliche Kaunitz. Der Reichsfürst von Kaunitz, nacheinander Kaiserlicher Gesandter an den bedeutendsten Höfen, Leiter der Politik Maria Theresias, war ein seltsamer Herr mit robusten Gewohnheiten, die man in Anbetracht seiner Stellung ertragen mußte. Er hatte die Gewohnheit, nach dem Diner sich angesichts der Gäste in aller Gemütlichkeit mindestens eine Viertelstunde lang in den Zähnen zu stochern. ITun gut, es war der Fürst von Kaunitz! Als er aber einmal bei dem französischen. Botschafter Breteuil zu Gast war und unter Ausbreitung eines mit Nadeln, Spiegeln zum Betrachten der Zähne vorn und hinten usw. ausgestatteten Bestecks mit seiner Reinigungs zeremonie beginnen wollte, stand der Botschafter mit seiner Gesellschaft auf, indem er sagte: „Levons=nous, le prince veut etr: seul!"(„Erheben wir uns, der Furst wünscht allein zu sein!") Galant. Ein französischer Offizier war am Wiener Hofe eingetroffen. Die Kaiserin, die gehört hatte, daß er Tage zuvor in Gesellschaft einer großen Dame gewesen war, fragte ihn, ob es wahr sei, daß diese die hübscheste Furstin ihrer Zeit sei. Der Offizier antwertete galant: „Majestät, bis gestern hab ich das geglaubt!“ * Bill und Tom. Bill:„Ia, wie ist's mit dem Dollar, den du mir schuldest?“ Tom:„Freitag ist dein Geburtstag. Dann bringe ich ihn dir zusammen mit meinen Glückwünschen.“ Bill:„Bring bloß das Geld, oann kann ich mir selbst gratulieren!“ Pläne. Gefängnisdirektor:„Und haben Sie irgendwelche Pläne für die Zukunft, wenn Ihre Strafzeit um ist?“ Gefangener:„za, ich habe die Pläne von zwei Juwelieren und einem Postamt!“ * Glück und Unglück. Zwei Irländer bereiligen sich an einem Probeflug. Es kam aber nur einer wieder zurück. „Wo ist denn dein Kamerad?“, fragte der Pilot. „Tja,“ berichtete der Ire,„unglücklicherweise fiel er knapp nach dem Start beraus— glücklicherweise gerade über einem Heuhaufen— unglücklicherweise spießte aber eine Heugabel ans dem Haufen— glücklicherweise fiel er. aber nicht auf die Zacken— tja— unglücklicherweise fiel er aber nicht auf's Heu!“ Zum Beispiel. „INan muß Widersacher immer mit ihren eigenen Waffen schlagen!“ „So, dann beißen Sie mal einen tollen Hund!“ * Vater und Sohn. „Du hast nichts, als dein Tennisspiel im Kopf, Junge. Es gibt doch schließlich noch ernstere Dinge auf der Welt, als ausgerechnet Tennis!“ „Weiß ich, Vater, weiß ich— aber Boren liegt mir nun einmal nicht!“ ** Der Trinkspruch. Der schwäbische Dichter und Kapellmeister Schubart wurde einst zu einem Festessen geladen. Seine Tischdame war ein schon älteres Fräulein, von der allgemein bekannt war, daß sie bei jeder Gelegenheit kleine Reimchen machte. Und richtig, nach dem Essen erhob sich das lyrisch gestimmte= Fräulein, nahm ihr Glas, wandte sich an Schubart und rief: „Meister, seht, zu Euer Ehr' Trinke ich mein Gläschen leer!“ Schmunzelnd leerte der Dichter sein Glas und rief der Dame unter dem fröhlichen Gelächter der Tischgenossen zu: „Schau, das freut mich königlich, Daß die Julgfer sauft wie ich!“ * Billiger Sprachunterricht. „Wie ich höre, haben Sie einen Jungen adoptiert? Zwei Monate alt?“ „Ja, einen kleinen Engländer!“ „Wozu das?“ „Wenn er zu sprechen anfängt, wollen wir bei der Gelegenheit gleich Englisch lernen!“ * „(o, und nun der erste der beiden Herren!“ „Das bin ich.“ „Nein, wissen Sie denn nicht mehr— ich hatte doch das Vorfahrtsrecht!“ Bedeutung der einzelnen Wörter: a) von link: ach rechts: 1 Fluß in Belgien, 4 Säugetier, deutsches Alpengewässer, 9 Nebenfluß der Donau, 0 Teil des Wagens, 12 kleine Insel, 13 altes Musikistrument, 14 erdkundlicher Begriff; b) von oben nach unten: 2 asiatische Münze, Sportboot, 5 großer Abstand, 6 Bekräftigung, römische Gottheit, 9 ITebenfluß des Rheins, 11 vort. Jedes Quadrat bedeutet eine Ziffer, gleichgemusterte Quadrate immer die gleichen Ziffern. Es sind die Ziftern zu finden, die, in die runden Felder eingesetzt, zu einer richtigen Lösung der waagerechten und senkrechten Rechenaufgaben erforderlich sind. Auflösung der Rätsel aus der Unterhaltungsbeilage. Auflösung des Kreuzwoxträrsele a) 1 Stab, 4 Alba, 7 Aula, 8 Kulm, 9 Hut. 10 Kran, 12 Emir, 14 Veto, 17 Eile, 20 Bad, 21 Rate, 22 Ehre, 23 Star, 24 Roer:— b) 1 Sack, 2 Tuer, 3 Bahn, Akte, 5 Blei, 6 Amor, 11 Amt, 13 Mai, 14 Vers, lo Etat, 16 Ober, 17 Eder, 18 Lore, 19 Eger. Anflösung des Bilderrätsels: Was wir denken, reden, schreiben, das sei deutschen Herzens voll.(Gleim.) SEN uch ihre ruc, und in den beiß selber 11 en Rat. be.“ ugenblick Wasser Der von ständlich retten.“ natürlich verstellen geglückt Wasser nzu. betrachabebrucke sen und Flauell= • 9 n Anzug. #t,“ sagte ollte nur ei. Noch sörgensen. seihundert und Hilfe nicht aus bald ganz ensen, als zu der e2!“ und dann , w o s i e ie auf ihr man mal n an den nit Jensen dieden. Dänischen on link Säugetier, der Donau, tes Musikche IIlunze, ekräftigung, , 11#80/64 ∆ ichgemusterte d die Ziffern etzt, zu einer chten Rechenngsbeilage. trärsels ur, 10 Kran. ate, 22 Ehre, er, 3 Bahn, aI, 14 Vers, ger. ers: Was chen Herzens Blicke in deutsches Silmschaffen! „Jede Rolle muß ein Gesicht haben“ Hannes Stelzer— vom„Traumulus“ Hannes Stelzer eine der Hauptgestalten in dem neuen Tobis=Film „Spieler". Mater: HA=Archiv. Spätjahr 1935. Carl Froelich dreht die Schüler=Lehrer= iragödie„Traumulus“. Emil Jannings spielt, nein lebt den veltfremd-verträumten Professor, dem eine Welt zusamnenbricht, als er sich von seinem Lieblingsschüler, dem Primaner Kurt von Jedlitz, getäuscht glaubt. Der große Künstler selber hat den Darsteller dieses Primaners ins Filmatelier mitgebracht. Er hat ihn vom Hessischen Landestheater in Darmstadt geholt, wo er ihm zuerst begegnete, als er auf der Suche nach dem jungen Fritz für seinen Film„Der alte und der junge König“ war. Damals meinte Jannings, in Hannes Stelzer den geeigneten Darsteller gefunden zu haben, und es war ihm nicht leicht gefallen, auf ihn zu verzichten. Doch Hannes Stelzer hat braune Augen, und ein braunäugiger Fritz—? Nein, das war nicht möglich! Also ein andermal, sagte der Staatsschauspieler zum Abschied, und er hielt Wort. Als er an die Rollenbesetzung des„Traumulus“ ging, erinnerte er sich des jungen Künstlers und führte ihn persönlich in die Geheimnisse der Filmdarstellungskunst ein. Er hätte keinen passenderen Nachwuchsschauspieler für den Kurt von Zedlitz finden können; Hannes Stelzer spielte sich mit dieser einen, seiner ersten Filmrolle sofort in den Vordergrund. Das ist noch keine drei Jahre her, und schon steht der jugendliche Künstler in seiner neunten Filmrolle vor Kamera und Mikrophon. Eine beachtliche Leistung, zumal Hannes Stelzer sich seine künstlerische Aufgabe nicht leicht macht. Er gehört zu den denkenden Schauspielern, gestaltei also nicht lediglich aus dem Gefühl heraus. Vielmehr spürt er den Charakter, denen er Leben leihen will, bis in die geheimsten Regungen ihrer Seele nach, zerlegt sie und baut dann den Menschen neu wieder auf. So hat er es auch jetzt mit der Rolle des Alexey in dem Tobis=Film „Der Spieler“ gehalten. Natürlich kennt er die literarische Vorlage des Films, den Roman des Russen Dostojewski. Er weiß Bescheid um die Abweichungen des Drehbuchs vom Romanoriginal und um die inneren Gründe dieser Abweichungen. Dostojewski läßt vieles offen; die Personen verschwinden sozusagen im Nebel. Anders im Film. Die Menschen retten sich aus dem wogenden Flammenmeer der Spielhölle und alles läutert sich bei ihnen zum Guten. Nur einer geht zugrunde— der Sekretär Alerey. „Das ist ein Mensch“, sagt Hannes Stelzer,„der von seinen Gefühlen hin= und hergeworfen und von den Menschen gehetzt und getrieben wird. Er hegk eine an Wahnsinn grenzende Liebe für Nina, die Tochter des Generals, seines Brotherrn, und seine Liebe zu ihr macht einen Spieler aus ihm. Er spielt anfänglich für sie. Er tut das in der Hoffnung, sie durch einen ansehnlichen Gewinn aus ihrer verzweifelten Lage befreien zu können, und wird nicht gewahr, wie er selbst sich damit mehr und mehr ans Spiel verliert, und wie seine Leidenschaft zu Nina von der Leidenschaft zum Spiel überwuchert wird. Einmal Spieler, bleibt er Spieler. Im Innersten angewidert, kehrt sich bis zum„Spieler Er ist ein verlorener Mensch das Mädchen von ihm ab. aus angeborener Schwäche— dos ist das Gesicht dieser Nolle, und jede Rolle muß ein Gesicht haben, wenn sie eine Wirkung haben soll.“ So sieht Hannes Stelzer diesen Charakter, der keiner ist. Seine Art der Wiedergabe dieses haltlosen Menschen hat etwas Erregendes. Dieser Alerey vernachlässigt sein Aeußeres. Das Haar hängt ihm wirr um die Stirn. Die Leidenschaft des Spiels hat seine Augen stumpf gemacht und sie tief in die Höhlen zurücksinken lassen. Blaß und übernächtig, geht sein Blick glanzlos und unruhig flackernd ins Weite. Man meint, daß er die Dinge und Menschen um sich her gar nicht wahrnimmt. Die Hände können die Finger nicht stillhalten; es ist, als tasteten sie auch dort nach Jetons, Münzen und Geldscheinen, wo es keine gibt. Ein seelisches Wrack, dem alle ausweichen, weil die Begegnung mit ihm ihr eigenes Lebensschiff in Gefahr bringt— das ist das Bild des Sekretärs Alexey in der Darstellung Hannes Stelzers.— un— isch. Begegnung in der hellen Nacht In einer der hellen Nächte oben in Schwedens schönster Provinz. in Jämtland, traf ich sie. Das Zaubergeweb des schimmernden Nordlichts lag ausgebreitet über den unendlich sich dehnenden Tannenwäldern. in der Ferne ragte glitzernd ins Dämmerlicht das langgestreckte Felsengerück des Gebirges auf. Dus müchtige Massiv des Aereskutan lag wie ein schlasender Riese in der Einsamkeit der dunklen Wälder. Ein unsäglich reiner Duft von frisch gefälltem Tannenholz zog über die steilen Wiesenhänge. Die Stille der hellen Nordnacht war erfüllt von einem einzigen fernher brausenden Orgelton: der Donner des riesigen Ristafalles dort unten im Tal. wo der breitstürmende Indalself seine schäumende Flut in die Tiefe der Felsenenge stürzte. In dieser von magischem Licht durchwebten Nacht vermochte ich nicht zu schlafen. Ich stieg den steilen Bergpfad hinauf zu den Koppeln, wo die Pferde des mir befreundeten schwedischen Bauern grasten. „Die vier Gesellen“ Montage Ufa-Herbst Vier Männer und„ Oben: Heior Weizel, Sabine Petere, Carsta Löck, Erich Ponto Unten: Ureula Herking, Ingrid Bergman, Hans Söhnkes, Lee Sterak Des Nordlands helle Nacht war wie ein unwirklicher, unfaßbarer Traum—, da wurde ich plötzlich aus meinem verlorenen Dahinschreiten aufgeschreckt! Ein paar Steine rollten hellklingend den Bergpfad hinunter... eine junge schwedische Frau kam mir entgegen! Sie trug im Arm einen Strauß blauglühenden Rittersporns, wie er hier oben in wilder Schönheit wuchs. Das Blond ihres Haars schimmerte zaubrisch im magischen Zwielicht der Mitternacht und in ihren Augen lag das gleiche blauschimmernde „Rote Orchideen“ Zeichen der Bewunderung, der Verehrung, der Liebe ist ein Blumengeschenk. Die königliche Rose, die zarte Nelke, die anspruchsvolle Chrysantheme, der vornehme Flieder, die bizarre Orchidee sprechen ihre vielfältigen Sprachen vom Gebenden zum Nehmenden. Aber nicht nur die Blume in ihrer Gestalt und Form hat ein Gesicht, auch ihre Farbe findet den Weg zu unserem Herzen. Es gibt Menschen, denen kann man keine größere Freude machen, als wenn man ihnen gelbe Blumen schenkt. Gelb ist für sie der Ausdruck der Sonne, des Lichtes, der Lebensfreude. So wird ein gelber Strauß im Zimmer für sie ein wohl mit den Sinnen empfundener, aber nicht mit Worten wiederzugebender Quell der Anregung für unermüdliches=Schaffen und künstlerische Tätigkeit. Rot bezeichnen wir als die Farbe der Liebe. Rote Orchideen— bizarr in ihrer eigenwilligen Blütenform, geheimnisvolles Fluidum ausströmend, verlangend und lockend wirkt ihre Farbe, sammetweicher Purpurflaum sitzt auf den Blütenblättern, wo sie der lange, grazile Kelch freiläßt. In dem FDF-Film der Märkischen-Panorama-Schneider mit dem Tite!„Rote Orchideen“ sind diese bizarren Blumen mehr als ein Requisit. Sie sind das raffinierte Versteck für einen Geheimcode, nach dem eine tolle Jagd entbrennt, und von dem das Leben und die Ehre zweier bekannter Erfinder abhängen. Olga Tschechowa Albrecht Schoenhals Niva(Albrecht Schoenhals), ein bedeutender Konstrukteur, steht in dem Verdacht der Werksspionage. Es geht um seine Freiheit, Ehre und sein Leben. Der Mut und die Liebe einer schönen Frau(Olga Tschechowa) sind Bundesgenossen im Kampf um das Recht in „Rote Orchideen“, ein FDF=Film der Märkischen=Panorama=Schneider. Matern: HA=Archiv. Herner Filmschau „Die vier Gesellen“ Lichtburg. Die Geschichte von den vier Mädchen, die nach der Schulenklassung fest zusammenstehen, aber es schwer haben, sich dem Leben gegenüber zu behaupten, hat schon der Fum „Die unruhigen Mädchen“ behandelt. Wenn sie in„Die vier Gesellen" wiederkehrt, so liegt nicht nur eine veränderte Idee zugrunde; die Regie von Prof. Carl Froeiich sichert auch eine andersartige Behandlung des Themas. In„Die„unruhigen Mädchen“ wurde die Idee der Kameradschaft verherrlicht. in„Die vier Gesellen“ handelt es sich um die Kraftprobe von Liebe, Freundschaft und Berufshingabe, bei der in drei Fällen die Liebe, in einem die künstlerische Berufung siegt. Fein sind die vier Mädchencharaktere gezeichnet. An der Spitze steht die stolze, hübsche und ehrgeizige Marianne(Ingrid Bergmann), die den Männern und besonders ihrem jungen Lehrer von der Graphikerschule, der sie liebt, dessen überlegene Art aber ihren Widerspruch herausfordert, zeigen win, daß sie beuflich auf eigenen Füßen stehen kann, und die auch mit packender Führernatur dem gemeinsamen Werk und ihren Freundinnen dient, bis die Liebe doch die Firma der vier Gesellen untergräbt und Mariannes Stolz sich dem Herzen unterwerfen muß. Dann ist da die Käthe der Sabine Peters, ein weiches, liebes Geschöpf, das zu Marianne aufschaut, ober am hilflosesten der Liebe einer Straßenbahnbekanntschaft, dem energischen Feinmechaniker Martin (Helnz Welzel), verfällt. Weniger von Gefühl als Vernunft geleitet ist die drikte im Bunde, Lotte(Carsta Löck), die es in einer Steuersache fertig bringt, auf dem Finanzamt den Junggesellen Regierungsrat Hintze(Erich Ponko stellt hier eine gute Type ins Bild) für sich zu interessieren. Das vierte Mädel endlich, Franziska(Ursula Herking), ist unter allen die am wenigsten mit fraulichen Reizen bedachte, aber die wirklich begabte Künstlerin, die„Talentbestie“, die die Firma verläßt, um in die Hallen der„zeikgenössischen Kunst“ einzuziehen. Den jungen Lehrer und nachherigen Reklamechef einer Zigarettenfirma, bei der die Mädel ihren ersten beruflichen Triumph als Graphikerinnen erleben, spielt männlich frisch und forsch Hans Söhnker. Gut ist auch Leo Slezak als seine Mädel bevaternder Professor Lange(ein Gegenstück zu Hans Mosers Schuldiener in„Die unruhigen Mädchen"). Der Film entbehrt nicht der reich angewandten und gut verteilten humoristischen Lichter, so daß er nicht nur dem Ideengehalt nach fesselt, sondern auch menschlich aufs beste unterhält, zumal die Handlung straff vowärts schreitet und in vorzüglicher Weise sowohl veranschaulicht(z. B. das ermüdende Rennen, das Treppauf, Treppab in der Jagd nach einer Stellung oder Aufträgen) wie von einer Szene zur andern überleitet. Jedenfalls ein Film, der Format hat und wahrhaft künstlerische Gestaltung aufweist.— Im Beiprogramm kann man u. a. bereits Bilder von dem jubelnden Empfang des Führers im befreiten Sudetenland sehen. L. Reiners. „Nach Meriko verschleppt“ Schauburg. Nach einem Kriminulroman haben hier die Amerikaner einen Film gedreht, in dem auch nichts fehlt, was man an Spannung, atemraubenden Geschehnissen. Tempo, tod sverachtendem Mut und Humor verlangen könnte. Da ist an der merikanischen Grenze, ein Juwelenräuber von dem Haupt einer anderen Gangsterbande niedergeknallt worden. Ein edler Merikaner nähert sich dem Mörder und will gemeinsame Sache mit ihm machen. Er bringk ihn auf seine entlegene Hazienda. Zur gleichen Zeit will ein bekannter amerikantscher Kriminalreporter dem Mord an der Grenze auf die Spur kommen. Unterwegs rettet er eine notgelandete Fliegerin, die Tochter eines schwerreichen Senators. Sie muß mit nach Meriko, doch dort soll sie auf die Bahn gesetzt und heimbefördert werden. Die Fliegerin findet aber Gefallen an dem Reporter und dessen Beruf und fährt nicht ab, sondern landet— in den Händen der Gangsterdande. Hier findet der Kriminalreporter sie wieder. Er kennt alle Gangster und Verbrecher und weiß, wo er sich befindet. Ein Fluchtversuch wird vereitelt. Der edle Merikaner führt die Gangsterbande in die merikanische Wüste, von wo aus man mit einem modernen Kurzwellensender das Lösegeld einfordert. Wie nun die Fliegerin, von Gertrude Michael reizvoll gespielt, wieder befreit wird, wie das Schicksal des mutigen Reporters(Georg Murphy) endet, und was in Wirklichkeit der edle Merikaner ist, das verrät der Schluß der Handlung, soll aber von uns verschwiegen werden. Interessant spielt Akim Tamiroff den edlen Merikaner. Der Witz und die Satire(z. B. die Verdurstung in einer Wüste, wo hundert Schritt weiter ein Quell sprudelt) sind in guten Einfällen in die Handlung eingewebt. Noben einem Kurzfilm„Das wirkliche Amerika“ sehen wir in der Tobis-Wochenschau den Einzug der deutschen Soldaten und sogar die Triumphfahrt des Führers ins befreite Sudetenland. Franz Semglaty. „Der Katzensteg“ Gloria-Palast. Wie kein anderes Werk von Sudermann zeichnet sich „Der Katzensteg" durch dramatische Geschlossenheit und realistische und verinnerlichte Darstellung aus. Fritz Peter Leuchten, das von den Blüten des Rittersporns ausstrahlte. Es war Christina.. Christina, die Tochter des Bauern, bei dem ich zu Gast war. Von Schwedens nordländischen Wäldern bis nach Berlin ist es ein weiter Sprung Doch als ich Kristina Söderbaum in ihrem Berliner Heim begegnete, da wurde ich unversehens an das Erlebnis oben in Schwedens Wäldern erinnert. Die Frische und Natürlichkeit, die Ungezwungenheit der Bewegungen und der Sprache, das Ungemachte des ganzen Gehabens, all das. was gerade auch dem schwedischen Menschenschlag so zu eigen ist,— und was mich sogleich an die Landsmännin der jungen Schauspielerin mit dem seltsam gleichen Mädchennamen gemahnte— spricht sich auch in Wesen und Erscheinung von Kristina Söderbaum aus. Natürlich erzählte ich ihr von meiner Begegnung mit der anderen Christina oben in Jämtlands Gebirge. Kristina Söderbaum weist lächelnd in das Zimmer. das voller Blumen ist:„Sie sehen, auch ich liebe Blumen über alles! Und die Liebe zur Natur ist in mir nicht eingeschlafen, seitdem ich in Deutschland bin. Gerade während der Aufnahmen zu meinem zweiten Film„Verwehte Spuren" im vergangenen Frühjahr mußte ich viel an den Zauber des nordischen Frühlings in meiner Heimat denken." „Ist das eigentlich nicht schon ihr dritter Film—?“ „Ja. Sie haben recht! Während ich in Berlin noch Schauspielunterricht hatte, bot mir eines Tages Erich Waschneck ganz beiläufig eine Rolle an. Ich griff sofort zu, spielte, und so erschien ich zum ersten Mal auf der Leinwand in dem Waschneck=Film„Onkel Bräsig". Ich setzte danach meinen Unterricht fort, bis mich Veit Harlan für die herrliche Rolle des Annchen in„Jugenb“ engagierte. Und jetzt nach den Aufnahmen zu„Verwehte Svuren", wo ich wieder eine große Rolle spielen durfte. mache ich Ferien, bis— ich für die Tobis den neuen Veit=Harlan=Film vom Erfinder=Schicksal Peter Henleins „Der Titan" beginne. Das Künstlerleben Kristina Söderbaums ist schon jetzt von großen Erfolgen gezeichnet. Weiter alles Gute auf diesem Wege, Kristina Söderbaum! „Heimgeleuchtet“ ist tatsächlich einmal jemandem g### worden. Als 1232 der Landgraf von Thüringen die Stadt Fritzlar belagerte, mußte er schließlich wieder unverrichteter Dinge abziehen. Und da sollen die Bewohner der Stadt große Feuer auf den Mauern angezündet haben, um den Abziehenden„heimzuleuchten“. „Hans Dampf in allen Gassen“ ist der Titel eineheiteren Novelle von Zschokke. Von der Hauptfigur heißt es:„.. er war kenntnisvoll ohne Schulfuchserei: denn er hatte seine Kenntnisse aus Romanen, Journalen und gelehrten Zeitungen geschöpft, die ihm das Lesen pedantischer Bücher ersparten und doch deren Fünftelsaft mitteilten.“ Zschokke übersetzt also„Quintessenz“ neit—„Fünftelsaft". Buch, der Regisseur des Films, hat die dramakische Lebendigkeit des Romans ins Filmische übersetzt. Hannes Stelzer hat sich ganz in die Rolle des jungen Grafen Schranden hineingelebt. Er zeichnet mit überzeugendet Kunst den Charakter des jungen Freiheitskämpfers und des schwer mit dem Schicksal des Verfemten ringenden Mannes. Die stärkste schauspielerische Leistung ist die Reine, die junge unglückliche Gefährtin des Verfemten, die kolle Brigikte Horneys. Sie wird mit ihrer verinnerlichten Darstellung auch der Auffassung des Dichters gerecht. Ein Ensemble von Könnern zeichnek für die anderen Rollen: von Winterstein, O. Wernicke, Fr. Reitt Willi Schur und Else Elster. Husaren heraus“ Apollo-Horsthausen. Daß die Sache mit vielen spaßhaften Einfällen erzählt wird kann man schon erwarten. wenn man weiß, daß Georg Jacoby die Regie führk und in seiner munteren Weise eine gelungene Situation nach der anderen aufbaut. Die jungen Leute werden von Maria Andergast und Hans Holt, ihre nicht minder glücklichen Genossen von Mady Rahl und Jupp Hussels in aufgeräumter Laune gespielt. Eine humorgesegnete Rolle hat wieder Leo Slezak, der den Tag mit einem Sang auf die Frühstücksplatte beginnt und am Abend mit einem Lobgesang auf den Rolspon ins Bett schwankt. Ida Wüst ist die Mama, und man weiß, wie sie das spielt. R. A. Roberts ist der Onkel Ekkehard mit dem Bären, Rudolf lafte, der Langgesuchte, der mit seinem Flötenspiel das schwache Geschlecht noch schwächer macht, bis es auch ihn erwischt hat. Man stellt fest, daß das Publikum voll bei der Sache ist und den Ulk mit schallenden Lachsalven begleitek. Roberk Stolz hat eine schneidige flotte Musik beigesteuert. in großer Auswahl zu niedrigen Preisen dazui nach wie vor die bekannte bequeme Zahlungsweise Schmitz 4Ce. Fachgeschäft für Herren- und Jünglingskleidung HERNE, Bahnhofstraße 62. Kuriosa um einen beliebten Teitvertreiß Wenn Frauen die besten„Trümpse“ in der Hand haben Die Kartenmacher=Werkstatt im Museum In diesem Jahre werden die Deutschen Skatmeisterschaften, die bisher immer in dem beruhmten Skotstädichen Altenbura stattfanden. vom 8. bis 9. Oktober erstmals in Berlin, Chausseestraße 64. ausgetragen. Altenbura wird daher in diesem Jahre auf die vielen Skatspieler aus dem ganzen Reich, die sich sonst in jedem Herbst in seinen gastlichen Mauern zu versammeln pflegten, verzichten. Das Städtchen besitzt bekanntlich zahlreiche Sebenswürdigkeiten, an denen kein Kartenspieler achtlos vorübergehen kann. Auf dem Marktplatz findet man ein Skat=Denkmal und auf dem Bahnsteig zwei Skat=Brunnen, durch die auch der Durchreisende auf die Bedeutung des Ortes aufmerksam gemacht wird. Außerdem ist im herzoglichen Schloß von Altenburg das einzige Svielkarten=Museum der Welt untergebracht, das außer einer vollkommen betriebsfertigen Kartenmacherei aus dem 18. Jahrhundert mit historischem Handwerkszeug Spielkarten aller Zeiten und Länder enthält. Man kann daraus ersehen, daß schon im Mittelalter die deutsche Spielwarenfabrikation in hoher Blüte stand. Augsburg. Nürnberg und Ulm waren damals die Hauptniederlassungen des deutschen Kartenmachergewerbes. Von dort aus gingen die Spielkarten in viele fremde Länder. was schon im 15. Jahrhundert England und Italien zu Einfuhrsperren und anderen Kampfmaßnahmen Deutschland gegenüber veranlaßte. Eintausend Jahre altes Kartenspiel Das Kartenspiel an sich ist uralt. Als seine Heimat darf man wahrscheinlich das Wunderland Indien bezeichnen. Wohl die ältesten Spielkarten der Welt findet man im Museum der Asiatischen Gesellschaft in London. Es handelt sich um Karten indischer Herkunft, die auf das ehrwürdige Alter von über tausend Jahre zurückblicken können. Die Hauptfigur dieses Sviels ist ein König. der teils auf einem Elefanten. teils auf einem Thron sitzend abgebildet ist. Die einzelnen Serien tragen Blumen. Früchte. Schwerter. Sonnenschirme. Köpfe. Aerte oder allerlei wilde Tiere als Unterscheidungsmerkmale. Auch die Chinesen kannten das Kartenspiel schon vor mehr als achthundert Jahren. Sie benutzten zuerst Knochenoder Elfenbeintäselchen zu ihren Svielen. Erst später kamen die Münzen. Kuchen und Ketten tragenden Papierkarten auf. Europa dürfte mit den Spielkarten erst durch die Kreuzzüge bekannt gemacht worden sein. Es war das Skatspiel, das in unseren Breiten bereits um das 13. Jahrhundert heimisch wurde. Im Laufe der Jahrbunderte erfuhr es dann eine Reihe von Verbesserungen und Vervollkommnungen. Das Wort„Skat“ ist seinem Ursprung nach wahrscheinlich auf die italienische Bezeichnung„scartare", was soviel wie Weglegen verdeckter Karten bedeutet, zurückzuführen. Im Mittelalter gab es eigene„Kartenmacher", deren Gewerbe recht ertragreich gewesen zu sein scheint. Im Jahre 1832 wurde Altenburg im ehemaligen Herzoatum Schasen=Altenburg als Herkunftsort des deutschen Skatsviels bekannt. Auf einer Tagung im Jahre 1934 wurde dort beschlossen. das Skatspiel von allem unreinen Beiwerk zu befreien. worunter vor allem Kontra und Re zu verstehen sind. Allerdings läßt sich dies nicht ohne weiteres überall durchführen. Es geht meist nur um Pfennige.. Die Zahl der Skatklubs in Deutschland gebt wohl in die Tausende. wenn auch nicht alle im Vereinsregister eingetragen sind. Der Spieleinsatz beträgt meist nicht mehr als 1 Pfennig. ¼ Pfennig gilt schon als hoher Einsatz. Es hat daher noch kein Skatspieler wegen seiner Verluste zum Strick oder Revolver greisen müssen, wie dies beim Roulette in Monte Carlo nicht selten der Fall ist. Man kommt ja beim Skat nicht zusammen, um Geldgewinne zu erzielen oder ein Vermögen zu verlieren. sondern um sich durch das Spiel anregen und unterhalten zu lassen. Die Blütezeit des Skatspiels scheint in Deutschland allerdings vorbei zu sein. Man kann dies daran erkennen, daß noch um die Jahrhundertwende in der Reichshauptstadt große internationale Skat=Turniere abgehalten wurden, während heute das Skatspiel auf Klubs und Vereine beschränkt ist. Hauptsächlich buldigt dem Sviel noch die ältere Generation, während die Jugend ihre freie Zeit mehr dem Sport widmet. Nichtsdestoweniger wird das Skatspiel noch lange nicht aussterben. Das vergangene Jahr soll sogar wieder ein sehr gutes Skat=Jahr gewesen sein, in dem es besonders viele„Jungen“ gegeben hat. Im Jahre 1937 wurde zu den offiziellen Skat=Wettbewerben in Altenburg erstmals das„schwache Geschlecht“ mit herangezogen. das auch diesmal in Berlin wieder Gelegenheit haben wird, seine Spielfreudigkeit zu beweisen. Man erhofft davon eine Neubelebung des Skatspiels. Frauen. die— wie böse Zungen behaupten— in Leben ohnedies die besten Trümpfe in der Hand haben, werden sich also auch am Spieltisch mit ihren„Buben“ gegenübertreten, bis zum„Grand" und„Null Ouvert“ reizen oder es gar bis auf.„80“ oder„100“ bringen. Und die Ehemänner werden dann schmunzelnd dabeistehen und sich darüber freuen, wie der Eiser ihrer Gattinnen in der Hitze des Gefechts zunimmt. Ein Gutes mag die Sache auf jeden Fall haben. Man wird es nun auch den Männern nicht mehr verargen können, wenn sie ihre Abende am geliebten Stammtisch mit Skatklopfen verbringen. Auch Dresden und Halle waren früher„Skatstädte“ Außer in Altenburg wurden früher auch in Dresden und Halle Skatkongresse abgehalten. An erster Stelle steht jedoch von jeher Altenburg. das im vergangenen Jahr sogar lebende Bilder, durch die das Skatsviel verherrlicht wurde, seinen Gästen bot. Selbst aus Amerika und Australien kamen nach alter Tradition die Kartenspieler, die an dem alljährlichen Kongreß und den hiermit verbundenen Meisterschaften teilnehmen wollten. Dieses ruhmreiche Erbe hat für dieses Jahr wenigstens die Reichshauptstadt angetreten. Die Berliner jedenfalls werden den Skatfreunden aus aller Welt, die sich Anfang Oktober in der Reichshauptstadt treffen, einen ebenso herzlichen wie„fachmännischen“ Empfang bereiten. Kochwasser Als sich der Tag in den Abend verlor und der Mond in das Stromtal silberte, pfiff der Schiffseigner dem Bootsmann, denn es war an der Zeit, einen endgültigen Entschluß zu fassen. Während der eine dem anderen den Platz am Rad abtrat, besprachen die Männer zum wiederholten Male alles Für und Wider, ohne jedoch trotz ihrer Uebereinstimmung ins Reine zu kommen. Um sie gurgelte im stetig steigenden Hochwasser der Fluß. die bewegten Fluten schepperten gegen die Zille, die schwerbeladen im Wasser lag und dem fernen Hafen zuschwamm. Schon blinkten die ersten Sterne, eine tiese Brücke wurde durchfahren. und voraus zitterten hinter einer Krümmung lockende Lichter. Dort war ein Anlegeplatz, und dort war auch eine Stadt, nicht das Ziel. aber ein Ort mit einer Klinik. mit Aerzten. Hebammen und Pflegerinnen. Dort. hinter den Lampenreihen, war das vorhanden. was jetzt benötigt wurde. Der Schiffseigner gab dem Kameraden einen entschlossenen Wink, daß er dem Ufer zuhalten möge: dann prang er klappernd über den Decksgang und verschwand vorderschiffs im Niedergang zur Wohnkajüte. Unten war es dunkel. aber er brauchte kein Licht, denn ein Eine Schifsergeschichte von Herbert Reinhold. leises Stöhnen wies ihm den Weg zum Lager seiner Frau. Er hockte sich neben sie und strich ihr mit der Hand übers Haar. Trotz der Dunkelheit sab er ihre Augen brennen, und er sab Sehnsucht. Verzweiflung. Liebe. Abneigung. Noi und Freude beieinander. Sie klagte nicht, aber wenn sich ihr Leib krümmte, stöhnte sie und rief seinen Namen. Sie hielt seine Hand. er fühlte ihre bange Frage, und schon wollte er antworten, daß er gern auf eine Rücklast verzichten werde, nur um die Geburt des Kindes abzuwarten. als jemand die Kajütentür aufklinkte und gleich darauf die Lampe anzündete. Es war die Frau des Bootsmannes. die mit einer wichtigen Nachricht gekommen war. Sie keuchte und sah nicht die Eintracht in Sorge und Hoffnung von Mann und Frau; sie lärmte und trampelte und suchtelte aufgeregt mit den Armen. Sie schwämmen jetzt hart neben der Anlegestelle und könnten die Trossen überwerfen. aber erst habe sich auf wiederholtes Rufen vom Lande her niemand gemeldet. und ihr Mann dürfe das Steuer nicht lassen, während sie den Sprung auf die Ufermauer nicht wagte: ja, und da sei endlich einer von der Stromvolizei gekommen und habe, mit seinem Kahn immer längsseits haltend. nach Namen. Schiffsladung. Woher und Wohin gefragt und schließlich den dringenden Rat gegeben, doch weiterzufahren, da höchster Wasserstand ge meldet sei. der die ganze Schiffahrt auf Wochen hinaus lahmzulegen drohte. Sie kleidete ihren Bericht in beschwörende Worte, die nach der Weiterfahrt verlangten. Warum das Boot anlegen sollte, hatte sie vergessen. Ihr ging es darum. vor dem Höchstwasserstand zu fliehen, um raschestens ans Ziel zu gelangen, damit das Schiff entladen und neu befrachtet werden konnte. Sie war eine Rechnerin, das mußte sie sein, nicht umsonst war sie eines Bootsmannes Frau. Der Schiffseigner fühlte den Druck der Hand seiner Frau, er spürte ihre flebende Bitte, aber er hörte im Augenblick der Störung nur die Nachricht vom bedrohlichen Wasserstand. Er wußte, daß es ein Ausfall von Hunderten werden mußte, verpaßzten sie jetzt die Weiterfahrt und das rechtzeitige Eintreffen am Ziel. Er war nicht nur Ehemann, sondern auch Besitzer und verantwortlich, daß sein Bootsmann ungeschmälerten Verdienst hatte. Sein Verlust durfte nicht der des Kameraden werden. aber auch ihm war gerade jetzt jede Einbuße zuwider. Sacht zog er seine Hand aus der seiner Frau, stand auf. schlich sich auf Zehenspitzen in den Niedergang und hetzte die Treppen hinauf. Er kam zurecht, um den letzten Zuruf des Strompolizisten zu vernehmen, und das war Warnung und wohlmeinende Aufforderung zur schleunigsten Fahrt der Reise. Er rief eine Frage. aber das Gurgeln zerriß den Klang seiner Stimme. Noch hätte er anlegen lassen können. noch war Gelegenheit. aber er zögerte, während er mit sich kämpfte. In diesen Sekunden entschied sich das Schicksal gegen die Frau. Ein Zuruf nach dem Hinterschiff genügte, um die Zille in die Mitte des Fahrwassers zu bringen. Bald senkten sich die Lichter des Anlegevlatzes in die Ferne, das Land duckte sich hinter breite Dämme, und das Boot schwamm rasch mit der starken Strömung. Der Schiffseigner winkte dem Bootsmann zu und stapfte schwer in die Kaiüte zurück. Nun hockte er wieder neben der Frau, die im Augenblick ohne Schmerzen war und seiner Rede zuvorkam. Sie lächelte, als sie sagte, ibretwegen möge er ohne Sorgen bleiben, selbstverständlich gehe angesichts der gegebenen Umstände die Reise nach dem Ziel allem anderen vor. Sie fühle, daß das Kind bis in den nächsten Tagen warten wolle, und hernach sei immer noch Zeit, eine Klinik aufzusuchen oder eine Hebamme zu rufen. Der Schiffseigner war so zwischen Genuatuung und Scham verstrickt, daß er nur mit halbem Ohr zuhörte. Immerhin haftete es in ihm, daß sie wohlauf war und ihm jede Sorge nehmen wollte. Er sah über sie weg. denn er brachte es nicht über sich, ihr zu sagen, daß sie längst weitergefahren seien. Knucksend, unbeholfen hockte er da und sehnte sich in die Freiheit am Steuerrad zurück. Da kam sie ihm zu Hilfe. Sie bat ihn, doch nach oben zu gehen; ja, sie schob ihn vom Lager weg. und nur als die Frau des Bootsmannes, die die ganze Zeit in der Kajüte geblieben war, ihm folgen wollte. verlangte sie ihr Bleiben. Er aber ging. tävvisch, froh und doch irgendwie besorgt. Er sah nicht mehr, wie sich ihr Leib in einer plötzlichen Wehe krümmte: sah nicht, daß sich ihre Fäuste ineinander krallten. Das Boot schwamm lautlos durch die Nacht. In den Himmel waren Sterne gesät. der Mond fiel hinter die Erde. die Dämme rechts und links wuchsen, aber vom erhöhten Platz am Rand konnte man tief ins schlafende Land schauen, so hoch waren die Wasser während einer kurzen Stunde gestiegen. Passierten sie ein Dorf. einen Ort. wo eine Fähre den Strom querte, dann geschah es zuweilen, daß man ihnen Wasserstandsmeldungen und Warnungen zuschrie. Die Männer am Rad kannten die Größe der Gefabr. aber sie konnten und wollten ihr nicht weichen. Was begonnen war, mußte beendet werden. Noch galt es eine Fahrt von fünf. sechs Stunden. dann aber waren sie im Hafen, am Ziel. frei der Sorgen um künftigen Verdienst, denn während das Hochwasser die Schiffahrt lahmlegte, durften sie in aller Ruhe für die Rückfahrt mit voller Fracht rüsten. Schiffseigner und Bootsmann standen beim Rad. Ihre Augen wanderten mit den Fluten, und ihre Gedanken eilten dem Boot voraus. Die Reisegeschwindigkeit und das Steigen der Wasser erfüllten ihr Denken und Handeln. Keiner erinnerte sich der Frauen, die vorderschiffs in der Wohnkajüte weilten. Die Arbeit am Steuerrad erforderte alle Kräfte; oft galt es. das Rad blitzschnell zu wenden, um einer Gegenströmung rechtzeitig auszuweichen, und dann waren vier Arme fast zu wenig Ein Boot. das 900 Tonnen Kohle geladen hat. ist nicht leicht zu steuern. aber wenn Hochwasser den Strom entstellt und seine Gewalten tückisch wirft, gilt es zu kämpfen. Die Männer wagten den Kampf. der sie veinigte und begeisterte. Jeden Kilometer, den sie gewannen, war ein Markstein zum endgültigen Sieg. Lange nach Mitternacht, als sie müde und mutle geworden nach einem Ankerplatz Ausschau hielten. gerieten sie wie durch ein Wunder in die Kraft der auslausenden Ebbe. die vom Meere her bis weit in den Strom wirkte. Der Soa enthob sie aller Nöte und Fragen. nun waren sie durch, das Ziel war so gut wie erreicht. der Kampf war gewonnen. Sie atmeten auf. und nun hatte nach der befreienden Erschlajfung der Schiffseigner eine neue Sorge: wie stand es um die Frau? Er knurrte eine Entschuldigung und einte vom Rad weg. Noch war er auf der Laufplanke, als ihm die Frau des Bootsmannes in den Weg trat. Sie kam langsam. fast feierlich.„Die Frau wartet,“ sagte sie und ließ ihn vorbei.„Ich bin gleich wieder vorn.“ rief sie ihm nach. Ihm strömte das Blut zu Kopfe, seine Schläfen hämmerten, und scheu stieg er in den Niedergang. Vor der Kajütentür blieb er stehen. Er wagte nicht einzutreten. Unendlich vorsichtig klinkte er schließlich die Tür auf und ging einen Schritt vorwärts. Da lag die Frau, gebettet, bleich. aber seltsam glücklich. Sie wandte ihm den Kopf zu. und er erschrak über den Glanz ihrer Augen „Ist es geschafft?“ fragte sie ihm entgegen. Und als er gleichgültig nickte, lächelte sie froh. Sie wartete, bis er neben ihr war, dann zog sie ihn zu sich nieder. Er wollte sie umfassen, aber sie wehrte ab.„Sieh dir deinen Sohn an.“ sagte sie und wies auf einen Korb. der neben ihrem Lager stand. Nun lehnte er über dem Korb, sah das Kirlahf zur Frau. und er hätte wohl noch lange dagestattorn. aber die Frau des Bootsmannes kam zurück. Sie drängte ihn nach oben, und er ging. An der Tür straffte er sich und winkte. Lächelnd stieg er auf das Deck. Dort sah er über die Fluten, dachte an sich und die Seinen, an das Leben und an die Zukunft. Buntes Allerlei Auf Sardinenfang. An der Küste von Westeuropa spielt der Sardinenfang eine bedeutende Rolle. Für Portugal stellt er einen der wichtigsten Erwerbszweige dar. Zum Beispiel gibt es bei Lissabon das Fischerdorf Nazare, das ausschließlich vom Sardinenfang lebt. Zu gewissen Zeiten des Jahres streben die Sardinen in gewaltigen Schwärmen der Küste zu. und dann ist in Nazare alles auf den Beinen. Barfüßig, mit hochgekrempelten Hosen und bunten Hemden stechen die Fischer in See. Sie rudern in großem Bogen durch die oft sehr starke Brandung hinaus und werfen das feinmaschige Treibnetz aus. Dann wird wieder an Land gerudert, wobei man die Netzseile mitzieht. Erst wenn das Boot auf Grund stößt, springen die Fischer ins Wasser, worauf sie nun im Verein mit den an Land Gebliebenen das Netz unter fröhlichem Aufsang einzuziehen beginnen. Endlich ist das mit Fischen reich gefüllte Netz an Land. Nun werden die Sardinen in Körbe geschaufelt. die die Frauen forttragen. Wenn alles besorgt ist, wird der glückliche Fang im Wirtshaus mit einem Glase roten„Tinto" begossen, dem starken Landwein aus dem Douro=Bezirk. Die neueste Erfindung des Ozeanfliegers Lindbergh. Der Ozeanflieger Charles Lindbergh beschäftigt sich mit allen möglichen Erfindungen. Jetzt soll er einen Apparat konstruiert haben. der einem Menschen beien Ausruhen die nötige Bewegung verschafft. Der Apparut ist nur so groß, daß man ihn überallhin mitnehmen kann. Man kann sich bequem hinlegen und braucht sich nicht vom Fleck zu rühren. während der Apparat mit Hilfe der Elektrizität die Muskeln des Menschen bewegt, wie das zum Beispiel bei einem flotten Spaziergang von etwa 2 Stunden der Fall ist. Die Muskeln werden genau wie bei einem wirklichen Spaziergang massiert. Auch Boxen. Rudern und andere Sportarten kann man durch diesen Apparat seinen Muskeln zugute kommen lassen, ohne in Wirklichkeit einen Finger zu rühren. Wenigstens wird dies alles von der neuen Erfindung behauptet. G# Im Hilfewerh„Mutter und Kind“ liegt unler Behenninis zur deutschen mutter ale Trägerin des oölhischen kedene. Foga bringt ein Mädchen mit von WALTHER KLOEPFFER Copyright 1936 by Aug. Scherl C.m.b.H., Berli## Sss 17. Fortsetzung. Einer von den Büchlkamern schrie nicht faul dawider: „Hennerl. bi bi. Hennerl. bo bo. Wennst mir koa Oa net legst. Stich i di o.“ — was gegen die Schellenberger ging, die rundum als Notnickel verschrien waren. Der Wirt Kern suchte Ruhe zu stiften. Er gab den Musikanten einen Wink. einen flotten. lauten Ländler aufzuspielen. Tutschek drängte sich zu Anna durch, die mit roten Backen an einer Säule lehnte. Der Kognak hatte ihn aufgepulvert und aufs neue unternehmungslustig gemacht. War's die Engasserin nicht, würde es eben die Anna sein. Dieses Schäfchen von der Wasserkante kam ihm gerade recht. War ja viel zu schade für diese Schellenberger Muhagl und Tölpel. Er begann gewandt: „Ach. Fräulein Anna. wie nett! Auch da? Eben sehe ich Sie. Darf ich um den nächsten Tanz bitten?" „Ich möchte eine Zeitlang aussetzen. Herr Tutschek. Bißchen schwindlig. verstehen Sie. Die Burschen hier sind so wild.“ „Dann rate ich Ihnen. ein wenig an die frische Luft zu geben. Ich begleite Sie. wenn Sie gestatten. Uebrigens herrscht ziemlich dicke Luft hier: wenn mich nicht alles täuscht, wird es heute noch eine Rauferei geben, und dem mochte ich Sie nicht aussetzen.“ „Wirklich?“ meinte die Anna erschrocken. „Ja. leider. Die Leute können ja nicht Maß halten.“ Er sagte„Bitte!“ und ging ihr voran die Treppe hinunter. „Wie das guttut! Droben war es so heiß. Ich glaube. ich bin auch ein bißchen betrunken. Sie haben ja keine Ruhe gegeben. Wenn einer ein volles Glas hatte, mußt' m ihm Bescheid tun... lachte die Anna und sächelte sich die erhitzte Stirn. „Wenn ich mir ein offenes Wort erlauben darf. Fräulein Anna— aber, bitte. nicht übelnehmen!—. ist das überhaupt keine Gesellschaft für Sie. Die Herren droben in Ehren, aber schließlich ist das doch nicht das. was Sie suchen. Hinter dem Haus ist ein Obstgarten mit einer Bank. Darf ich Sie hinführen?" Anna hatte gegen den Obstgarten nichts einzuwenden Tutschek gab sich sichtlich Mühe, nett zu sein und ihr Vertrauen zu erringen. Er plauderte interessant von allem möglichen und gefiel Anna immer besser. Da verschiedene andere Paare sich gegen den Obstgarten zubewegten und gleichzeitig im Saal droben ein heftiges Geschrei losging, machte der Verwalter den Vorschlag, noch ein bißchen spazierenzugehen oder eine Tasse Tee bei ihm zu trinken, weil es zum Heimgehen noch zu früh wäre. Anna dachte an ihren Kummer und an das ihr verleidete Doktorhaus und nickte. Dann schritten sie durch schlafende Felder dem Schloß zu. und Tutschek redete unbefangen, obwohl alles in ihm nach dem Mädchen schrie. Vor dem Verwalterhaus hatte Anna leise Bedenken. aber Tutschek gelang es, diese zu zerstreuen. Die Nacht war frisch. aber nicht kalt, und senkrecht über dem Schloß stand ein einzelner großer Stern.„Bitte. einzutreten!“ sagte Tutschek und drehte das Elektrische im Hausflur auf. Anna war noch ein wenig wirbelig im Kopf. aber im großen ganzen war ihr Zustand nicht unangenehm. Tutscheks kleine Junggesellenwohnung versetzte sie in helles Entzücken.„Ach.“ sagte sie nur und strich mit den Fingern scheu über die Damastbespannung eines Sessels. Dieses Wohnzimmer, zartblau und mit honiggelben Biedermeiermöbeln ausgestattet, war ja noch viel schöner als jenes im Alsterbotel, das sie durch Tränen verdunkelt gesehen hatte. Wer in einem solchen Zimmer wohnte, konnte kein böser Mensch sein... „Nichts Besonderes. aber gemütlich.“ meinte Tutschek beiläufig und war um einen Platz für sie besorgt.„Sessel? Ja? Halt. Sie müssen auf das Sofa; dann haben Sie das ganze Zimmer im Blickfeld. Hier sind die Teesachen. Ich fände es reizend, wenn Sie sich ihrer annehmen würden.“ Das war der Tee. und das war das Zimmer. Anna fand, daß sie es schon lange nicht mehr so nett gehabt hatte. Sie taute auf und erzählte von Hamelskog. von sich, von ihrer Arbeit. Nur über Fogg schwieg sie hartnäckig. Später stieg Tutschek in den Keller und brachte eine verstaubte Flasche Wein. „Oh. Wein? Heute nicht mehr, danke!" „Ein ausgesprochener Damenwein. Fräulein Anna. „Wein auf Bier, das rat' ich dir. Nicht? Geh. Sie werden mir doch keinen Korb geben? Ich will Ihnen verraten, daß die Fürstin diese Sorte besonders bevorzugt.“ lächelte Tutschek. Anna ließ ihren Widerspruch fallen. Sie versuchte einen Schluck.„Fein. wunderbar! Ich habe noch nie etwas so Schönes getrunken!" „Das freut mich.“ sagte Tutschek. hob gegen Anna das Glas und zwang sie, mitzutrinken. Später stammelte Anna:„Mir ist jetzt ganz komisch. So leicht, so schwebend. Aber müde bin ich, Herrgott! Gleich schlafe ich Ihnen ein.“ Tutschek lachte. „Darf ich mich ein bißchen zu Ihnen setzen? Was für kleine Hände Sie haben! Und diese kleinen Patscher! müssen so schwere Arbeit tun? Sie passen nicht nach Schellenberg. Anna. Man müßte Ihnen ein Schloß bauen an der Moldau oder ein Feenhäuschen an der ligurischen Küste „Was bauen?“ murmelte Anna schläfrig. „Irgend etwas Wunderschönes, das nur Ihnen gehört! Merken Sie denn nicht, was mit mir los ist...? Ich bin ja so verliebt in Sie! Willst du mir nicht einen Kuß geben, Anna?“ „Doch! Gerne.“ „Der Postbote ist draußen.“ „Er soll nur hereinkommen, erwiderte Fogg. der gerade an seiner Stummelpfeise herumkratzte. Es fiel ihm auf, daß die Anna seit heute morgen anders war als sonst. Traumverloren, unsicher, knapp. Auch geheult schien sie zu haben. Er schob dem gestrigen Vorfall im Wohnzimmer die Schuld zu und urteilte: Das sind so Launen, das gibt sich schon.„Kannst ihm einen Kirsch einschenken. Den mag er.“ „Na. Ameiser, altes Haus, was bringst du?“ „Ein Telegramm hätte ich und außerdem eine vortopflichtige Dienstsache.“ „Zeig mal her!" Fogg riß zuerst das Telegramm auf.„Ankomme heute mittag 12.35 Uhr. Bitte abholen, Dolschi.“ Famos. dachte Foag. Nun kam wenigstens das mit der Kuhleiten in Schwung. Lange genug hatte er sich nicht blicken lassen. der Herr Ingenieur. Der Brief hingegen war aus Hamburg und von der Polizei. Die Buchstaben wackelten ein bißchen vor Fogas Augen. Der Inhalt besagte in dürren Worten, daß man den Einbrecher, ein vielfach vorbestraftes Subjekt. nunmehr dingfest gemacht habe. Den größeren Teil des gestohlenen Geldes habe man sichergestellt. Wohin Dr. Fogg den Betrag von RM 8194.— überwiesen haben wolle? „Du. Ameiser, heut ist ein prima Tag für mich. So einer gehört vergoldet. Magst noch einen Kirsch? Doppelt genäht hält besser. Und da sind fünf Mark. Wieder ein Geld. von dem die Frau nichts weiß. Mach dir einen guten Tag damit!" „Ich dank' dir halt schön. Josef! Aber soviel hätte es nicht gebraucht. Ist was Gescheites dringestanden? Das ist recht. Die anderen schimpfen immer, wenn ich einen Brief für sie habe.".= „Wie lange bist du denn schon bei der Post? Ich denke, du bist Schuster?" „Weißt, mit der Schusterei ist's nimmer recht weit her. Und wenn kein Geld ins Haus kommt, werden die Weiber spinnegiftig, vorab meine Alte. Da hab' ich die Postbotenstelle angenommen. Ist eine arge Lauferei, laß dir sagen. Aber ein sicheres Einkommen ist es doch. Ich muß jetzt um ein Haus weiter. Pfüat di. Josef!" Nach dem Essen holte Fogg„Schorschi“ aus dem Stall und fuhr an die Bahn. War doch eine rechte Wohltat, so ein Wagen. Zwar war„Schorschi“ das verrottetste Gefährt in ganz Niederbayern und hatte Launen wie eine Primadonna. aber wenn er in Schuß war. sauste er los wie ein Achtzylinder. Ehrgeiz hatte er. das mußte man ihm lassen. Fogg bootete den Ingenieur ein steuerte zurück nach der Kuhleiten. „Also hier liegen die Goldfelder von Alaska.“ sagte Dolschi. Sie umschritten erst einmal das ganze Gelände und besichtigten den aufgelassenen Steinbruch. Dann packte der Ingenieur den Avvarat aus dem Lederköfferchen und setzte ihn an verschiedenen Stellen an. Er machte sich fortwährend Notizen und rauchte eine Zigarre um die andere. Foga lief wie das fünfte Rad am Wagen mit und hatte Herzklopfen. Wie denn anders? Es hing ja soviel vom Ausfall dieser Untersuchung ab. Nach geschlagenen zwei Stunden. die Fogg wie zwei Tage vorkamen. versorgte Dolschi seinen Apparat wieder in den Koffer und meinte vafsend: „Wir können zufrieden sein. Es sind zwei ganz große Nester und zahlreiche schöne Adern da. Ich will Ihnen das nachher noch genau erklären. Das eine Nest hat zwei bis zehn Meter Mächtigkeit und erstreckt sich in einer Länge von fünfzig Meter. Es liegt nur ziemlich tief. Aber das tut nichts, wenn die Anlage einmal funktioniert.“ „Großartig!“ murmelte Fogg und atmete auf.„Vielleicht gehen wir jetzt einen Bissen essen; dann können Sie mir gleich raten, wie ich die Sache am besten anpacke.“ „Aber vorher möchte ich Ihnen noch den Beweis liefern, daß Sie sich auf meinen Anparat verlassen können. Sie bestellen einige Leute, die an den von mir bezeichneten Stellen nachgraben müssen. Sie sollen sich selbst überzeugen.“ Foga war Feuer und Flamme. Sie fuhren zum Doktorhaus. und ein Kind aus der Nachbarschaft wurde mit einem Zettel zu Foggs vier Kameraden geschickt. „Das sind nämlich meine Vertrauensleute hier. Ich habe sie auf die Kuhleiten bestellt, damit sie mir beim Nachgraben helfen. Sie sehen dann gleich mit eigenen Augen das Ergebnis,“ erläuterte Fogg. (Fortsetzung folgt) Sport-Rundschau Westfalia Herne morgen in Mannheimer Gefilde Der Welten noch dreifach vertreten.- Nur Rot-Weiß Ellen daheim.— Dritte Pokal-Schlußrunde. Von den drei westdeutschen Mannschaften, die aoch im Tschammer=Pokalwettbewerb stehen, spielt nur Rot=Weiß Essen zu Hause, das den Berliner Altmeister Hertha=BSC empfängt. Fortuna Düsseldorf muß zum FSV Frankfurt und Westfalia Herne besucht den SV Waldhof. Die zu lösenden Aufgaben sind also allgemein als recht schwer anzusehen. Die„Letzten Acht“, die am Sonntag übrig bleiben, werden am 6. November in der vierten Schlußrunde die„Letzten Vier" ermitteln, zu denen dann vier Wiener Mannschaften kommen. Die Wiener werden dann mit den vier Vertretern aus dem Altreich den neuen Pokalsieger ausspielen. Frankfurt- Fortung Düsseldorf. Ein schwerer Gang für den Niederrhein=Gaumeister, der es in Bornheim bei weitem nicht so leicht haben wird wie in der zweiten Schlußrunde, als er in Düsseldorf Opel Rüsselsheim mit 7:1 niederhalten konnte. In dieser Runde schaltete der FSV Frankfurt Den, Sachsenmeister BC Hartha mit 3:1 aus. ließen die letzten Ergebnisse im Punktekampf horchen. Alle drei Meisterschaftsspiele wurden gewonnen und im dritten Treffen sogar der Südwestmeister Eintracht Frankfurt mit 4:3 bezwungen. Die Frankfurter sind technisch nicht so gut wie Fortuna, aber überaus kampffreudig und vor allem im Sturm sehr durchschlagskräftig. Namentlich Mittelstürmer Dosedzahl ist ein Sturmführer von besonderen Qualitäten. Aber er wird an Bender nicht so schnell vorbeikommen, wie überhaupt die FortunaAbwehr mit Janes stark genbg sein sollte, auch diese wuchtige Fünferreihe zu halten. Eine andere Frage ist es, ob der Düsseldorfer Sturm etwas erreichen kann. Mit Maring in der Mitte muß viel Entschlossenheit und Schußfreudigkeit gezeigt werden, sonst könnte es eine Enttäuschung geben. Wir glauben, daß die größere Routine auch diesmal der Fortuna zum Siege verhelfen wird. Essen- Hertha=BSC. Durch Verzicht von Hindenburg Allenstein kam Hertha=BSC in die dritte Schlußrunde, in der sie in Essen dem spielstarken Niederrheinvertreter gegenübertreten muß. Rot=Weiß hat einen famosen Siegeszug hinter sich, sowohl im Pokalkampf als auch in der Meisterschaft. Das größte Aufsehen erregte der Pokalsieg in Bremen über Werder. Die Elf ist ausgeglichen gut, hat ihre Hauptstärke in der von Hein geführten Läuferreihe und ist zudem energisch und schußstark im Angriff. Die Berliner Elf ist etwas verjüngt und daher nicht mehr so sattelfest wie früher. Es wäre aber falsch. Rot=Weiß zum Favoriten zu stempeln. An Erfahrung ist Hertha=BSC jedenfalls überlegen, aber dafür hat Essen den wertvollen Platzvorteil, so daß voraussichtlich ein knapper Sieg des Gauliga=Neulings herausspringen wird. Waldhof- Westsalia Herne. Nicht Schalke 04, sondern Westfalia Herne trägt die letzten Hoffnungen der westfälischen Fußball; gemeinde. Die Herner sind sehr stark geworden. Auf ihre Abwehr mit der Verteidigung Krüger— van Haren war schon immer Verlaß, nun aber rücken sie auch mit einem wuchtigen und gut kombinierenden Angriff an, der in Bonner und Idkowiak die überragenden Kräfte besitzt. Gewiß, die Herner lassen sich oft viel Zeit, so wird man einwenden, wenn man die Chancen der Herner als Besucher in Mannheim abwägt. Das stimmt schon, aber ob unbedingt, das ist denn doch eine weit andere Frage. Einmal ist es einfach unmöglich, für 1½ Stunden eine immer gleichbleibende Stürmerleistung zu bieten. Erst recht jetzt, wo man sich in eine Sphäre hineingearbeitet hat, die nur noch mit Könnern, teilweise ganz gewiegten Routiniers besetzt ist. Man sagt schon mal „Köppken hat die Frau“, jetzt muß es auch mal heißen:„Köppken hat der Mann“. In einer derartigen illustren Umgebung genügt einfach nicht mehr etwa Kondition und Technik, nein, ein ganz wesentlich wichtiges drittes Moment muß zwangsläufig eingeschaltet werden, will man nicht unter die Räder kommen. Mit taktischen Erwägungen müssen auch gestellte Aufgaben zu lösen versucht werden. Erst recht dann, wenn man es mit einem so erfahrenen Ringfuchs zu tun hat, wie ihn doch schließlich der SV Mannheim=Waldhof darstellt. Es kann möglich sein, daß die Waldhofer den Hernern in technischen Möglichkeiten leicht überlegen sein könnten, ob aber beim Einsatz der letzten Kampfkraft, muß das Treffen zeigen. Wir halten es in dieser Beziehung doch mit den Hernern, nicht etwa aus Lokalpatriotismus denn damit kann man nie eine Mannschaft, journalistisch gesehen, vorwarts bringen. Tatsache ist es vielmehr, daß, wir betonten es vor Wochen schon einmal, die Elf an Siegeswillen ungemein gewonnen hat. Eine bange Frage aber wird, aus berechtigten Gründen natürlich, hier und da auftauchen, ob die Herner in stärkster Besetzung das Spiel in Mannheim aufnehmen können. Hier aber können wir versichern, daß die spieltüchtigste Einheit auf die Beine gebracht wird, d. h. also. Niklas, Krüger und auch Klein 2 sind zur Stelle. Ob es sich nun um den Oberstudienrat Kracht als Vereinsführer, Karl Niklas als Geschäftsführer und Jupp Schlicker als Fußballobmann handelt, für sie sind letzten Endes auch die schwierigsten Hindernisse nur dazu da, um überwunden zu werden. So ist es verständlich, wenn sich organisatorische Leistungen, von denen kaum die Oeffentlichkeit etwas erfährt, befruchtend auf die Aktiven, also im Training und erst recht im Spie' uswirken. So recht gilt hier mal das Wort: Ohne Mühen kein Preis, vom Obersten bis zum Untersten ist hier im Laufe der Jahre eine Gemeinschaft zusammengeschweißt worden, die über gelegentliche Unebenheiten einfach hinwegsieht und nur ein Ziel kennt: Vorwärts! Dieses Wort scheint uns das beste Geleitwort, die vorzüglichste Parole des Tages für den schweren Kampf zu sein, den die Westfalia=Elf morgen in Mannheim zu bestehen hat. Sie fährt bereits heute mittag 1.28 Uhr vom Bahnhof Herne ab. Das Treffen findet übrigens im Stadion zu Mannheim statt, einer Stätte, auf der schon Ländertreffen abgewickelt wurden und wo im vorigen Jahr, beim Spiel Waldhof— Borussia Dortmund, 20 000 Zuschauer versammelt waren. Wir nennen nochmals diese Zahl, ob sie erreicht wird, wissen wir nicht. Wir haben sie nur erwähnt, damit die Repräsentanten von Herne auch nach dieser Richtung hin vorbereitet sind und einfach kein Lampenfieber kennen, nur noch das Wort——— vorwärts! Fortuna Herne 1. Jgd.— Westfalia Herne 1. Igd. Fortuna Herne 2. Jgd.— Westfalia Herne 2. Jgd. * Auch die restlichen Spiele sind in ihrem Ausgang als offen zu bezeichnen. Der„Club" empfängt den BfR Mannheim, München 60 spielt gegen den Dresdener SC, der BfB Mühlburg erwartet den Namensvetter aus Stuttgart, Phönix Lübeck ist mit Blauweiß Berlin gepaart und Brandenburg 05 trifft auf Schlesiens Meister Vorwärts=Rasensport Gleiwitz. Hernes Sportgemeinde blickt nach Mannheim Pokalrunde der letzten 16.— Fortsetzung der Meisterschaftsspiele in allen Klassen.— Westfalia Herne ringt in Mannheim=Waldhof um die 4. Schlußrunde— Union Gelsenkirchen an der Schadeburg. Interessante Kreisklassenspiele.— Vormittags am Schloß Strünkede Handball-Vorentspeidung im Bezirk. Selten hat man wohl in den letzten Jahren einem Sportsonntag mit so viel Spannung und Interesse entgegengesehen, wie dem 9. Oktober. Das auch mit Recht, denn selten gab es. ein so spannendes und interessantes Programm für uns Herner. Im Vorderarund des Sportgeschehens steht die 3. PokalSchlußrunde gerade für uns Herner, denn noch haben wir mit dem Gauligisten Westfalia Herne ein gutes Eisen im Feuer. Morgen nun haben die Strünkeder in MannheimWaldhof gegen die Siffling=Elf ihre derzeitig gute Form unter Beweis zu stellen, und nicht aussichtslos ziehen die Herner in dieses wichtige Spiel, begleitet von den besten Wünschen ihres Anhangs und der Herner Sportwelt. Viele Anhänger werden mit gen Mannheim reisen, um der Elf den Rücken zu stärken, der größte Teil aber wird in Herne mit Spannung auf das Ergebnis warten. Hoffentlich verkündet uns der Draht ein gutes, zufriedenstellendes Resultat. Auch an dieser Stelle sprechen wir der bereits heute abreisenden Elf unsere besten Wünsche aus. Wir wissen, daß der Name Herne ihnen Ansporn sein wird, sie werden ihn daher auch nach bestem Können würsig vertreten. Also: Hals= und Beinbruch in Mannheim und glückliche Reise! In Herne gibt es zudem noch guten und interessanten Sport. Gespannt wird man das Spiel an der Schadeburg in Börnig verfolgen, hier erwarten die Platzherren die Jonier aus Gelsenkirchen. Die Unionisten haben in Herne einen guten Ruf und waren einst für unsere Herner Großvereine einer der gefürchtetsten Gegner. An der Schadeburg wird daher Hochbetrieb herrschen, ma will den BfB Börnig in seinem wohl schwerster. Spiel bei der Arbeit sehen und hofft auf ein gutes Abschneiden. Schadeburger, seit daher auf der Hut und versucht zu siegen. Der Großteil unserer Vereine gehört bekanntlich der Kreisklasse an und ist auch voll beschäftigt. Nur der SpV 16 Herne hat einen Ruhetag und versucht sich in einem Gesellschaftsspiel gegen Westfalia Herne Res. Lokal= und andere interessante Paarungen stehen auf dem Programm. Schwere Spiele haben alle Herner Mannschaften zu bewältigen, sei es in der 1. oder 2. Kreisklasse. Es wird für unsere Vereine der 1. Kreisklasse aber auch hohe Zeit, sich in den engeren Wettbewerb einzuschalten, denn nicht auzu günstig ist ihre Stellung in dieser Klasse. Noch führen die wenigen Mannschaften anderer Städte, dabei sind wir aber mit sechs Vereinen am stärksten vertreten. Wir wollen nicht hoffen, daß erneut eine auswärtige Mannschaft unseren Vertretern den Rang ablaufen wird, wie es in den letzten Jahren der Fall war. Es ist daher notwendig, jedes Spiel von der ernstesten Seite zu behandeln und jeden Punkt zu sichern zu versuchen. So erwarten wir denn von diesem 9. Oktober im Fußball für uns Herner große Erfolge und reichlichen Punktegewinn. Nicht nur im Fußball, nein, auch im Handball hat der morgige Sonntag eine besondere Bedeutung für uns Herner. Auch hier stehen die Strünkeder im Vorderarund des Interesses, denn ihre 1. Handballmannschaft hat am morgigen Vormittag wohl das entscheidendste Spiel der ersten Serie zu erledigen. Im Kampf mit dem Altmeister aus Henrichshütte fällt die Vorentscheidung Wir wollen hoffen, daß diese zugunsten der Westfalia ausfallen wir, dann dürfte man die erste Serie gewissermaßen als gesichert betrachten, und das wäre für den Neuling ein durchschlagender Erfolg. In der 1. Kreisklasse versucht der Herner TurnClub sein Glück und hat beste Aussichten, hier eine führende Rolle zu spielen. Allem Sportgeschehen in= und außerhalb unserer Stadt wünschen wir für morgen gutes Wetter und besten Erfolg. 3 Starts in der Gauliga Westfalens Ohne Schalke.* Bielefeld— Müniter und noch zwei Punktekämpfe. Der 9. Oktober wird den Kampf um die Punkte in der Westfalen=Gauliga nur unwesentlich mehr fördern als der zurückliegende Sonntag mit seinem einen Spiel. Schalke setzt aus, Westfalia Herne kämpft in Mannheim im Tschammer=Pokal, der VfL 48 Bochum spielt als Stadtelf gegen Breslau und der SV Höntrop ist gesperrt. Immerhin haben auch die drei Kämpfe des kommenden Sonntags ihre Bedeutung: Arminia Bielefeld— Preußen Münster SpVgg Herten— Borussia Dortmund Arminia Marten— SpVag Röhlinghausen Allem voran steht natürlich die Auseinandersetzung zwischen den Neulingen. Man ist in Ostwestfalen stolz auf die Arminia, aber auch auf die Preußen schwören gerabezu die Anhänger. Einer wird ja nun Federn lassen müssen, wir glauben— Münster.— Wie August Lenz und seinen Kameraden die Fahrt zum Katzenbusch bekommen wird, ist auch erst einmal abzuwarten. Wenn es um die Punkte geht, ist mit Herten nicht zu spaßen.— Arminia Marten wird es daheim gegen Röhlinghausen wohl schaffen. Bielefeld— Münster. Das Spiel des Sonntags. Die Preußen wird sicherlich das schmale 3:3 der Arminia im freundschaftlichen Lokalkampf gegen 06/07 aufgemuntert haben, aber es will nicht viel besagen. Gegen Münster wird Bielefeld wieder in stärkster Besetzung spielen, also auch mit Kranefeld, der nach den großen Tagen des SV Rotthausen nun auch die Stütze der Arminia wurde. Es ist natürlich müßig, mit Zahlen zu spielen. Fest steht nur, daß es ein schwerer Kampf werden wird. Wir erinnern uns, wie schwer es Westfalia Herne hatte, ungerupft aus Bielefeld heimzukehren, aber trotzdem ist es reine Gefühlssache, wenn wir erwarten, daß Arminia die Punkte„sturmsicher verschanzen“ wird. Herten— Dortmund. Die Borussia läßt sich nicht gerne an den Katzenbusch erinnern. Sie weiß selbst noch zu gut, wie sie in der letzten Spielzeit lange, selbst von Schalke, ungeschlagen blieb, Hüsten wurde 5:0 bepackt, Bochum gar 7:1, und nach dem 5:2 über Höntrop bereitete Herten den sieggewohnten Borussen eine empfindlich kühle Dusche. Der Nimbus war dahin, das 1:2 die einzige Niederlage der ersten Serie. Natürlich hat Dortmund das noch nicht vergessen, aber ob die Borussia nun Herten etwas„heimzahlen“ kann, das ist doch sehr fraglich. Einmal führt Herten stolz die Tabelle an, zum anderen ist die spielstarke Borussia des Vorjahres auch nicht ungeschwächt durch die Monate gekommen. Der„Vizemeister“ hat schon seine Sorgen, ob es auch diesmal zum zweiten Rang hinter Schalke reichen wird? Und leicht könnte ihn Herten zwingen, die Ansprüche zurückzuschrauben. Marten— Röhlinghausen. Röhlinghausen hat es diesmal wirklich schwer, über den Berg zu kommen. Wie ganz anders war Karlchens Tip für Mannheim Siffling im Kampf gegen Krüger van Haren.— Wie Karlchen sich die Dinge denkt.— Hauptsache, ein famoses Spiel hinlegen.— Schalke 04 wieder als Nachzügler.— Warum Freundschaftsspiele während der Meisterschaftssaison?— Union beim BfB Börnig.— Hochbetrieb in den Kreisklassen. Also, da waren wir soweit... Unter den letzten 16 Mannschaften aus dem Altreich, die am Sonntat zum Kampf um den Tschammer=Pokal antreten, stehl auch unsere Westfalia. Schon allein diese nackte Tatsache gibt uns Hernern Grund, etwas stolz zu sein. denn schließlich ist es ja kein Pappenstiel, daß sich die Strünkeder als einzige westfälische Mannschaft in die dritte Schlußrunde hineingespielt haben, und das mit überzeugenden 5:1=Siegen über so starke Mannschaft##ie Sportfreunde Katernberg und Viktoria HamDie Tatsache, daß die Viktoria am vergangenen Sonntag eine der norddeutschen Spitzenmannschaften, Eimsbüttel, klar mit 2:0 schlug, unterstreicht den Wert des Sieges der Blauweißen. Nun gehts nach Mannheim=Waldhof, nach der berühmten Siffling=Elf. So benannt nach dem Namen des vielfachen Nationalstürmers, eines Technikers von hohen Graden, dem man aber die Launen einer Primadonna nachsagt. Er soll, wenn er bei Lust und Laune ist, einfach nicht zu halten sein und mit der gegnerischen Verteidigung machen, was er will. Andererseits aber hat man von ihm auch schon gesehen, wo er es, wenn es nicht nach Wunsch ging, einfach aufsteckte. Also eine Art Sphinx, bei der man nicht weiß, woran man ist. Nun, Karlchen hat das Vertrauen zu der Herner Deckung, zu Sobota, Krüger, van Haren, zu Klein 2, Niklas, Kroll, daß sie sich um die Launen des guten Herrn Siffling den Deut kümmern, sondern ihr Spiel spielen, so wie Karlchen es von ihnen damals im 0:0=Spiel gegen Schalke 04 und kürzlich in der ersten Halbzeit gegen Viktoria Hamburg gesehen hat. Dann können uns die Primadonnaallüren Sifflings kalt lassen. Aber die Waldhofer haben auch sonst gefährliche Stürmer in ihren Angriff stehen, so den jüngeren Bruder Sifflings, von dem man behauptet, daß er besser sei als der Nationalstürmer. Die Hintermannschaft der Mannheimer ist von anerkannter Qualität. Unsere Herner Stürmer werden es hier nicht leicht haben, aber für zwei, drei Törchen müßte es bei Klein 1, Idkowiak, Bonner, Genderski und Joswiak langen. Das wäre nach Adam Riese folgende Rechnung: Die Mannheimer schießen keins oder nur ein Tor, wir Herner aber zwei oder noch besser drei, und damit wären wir unter den letzten Acht... So denkt sich wenigstens Karlchen die Geschichte und würde sich bannig freuen, wenn er damit Recht behalten würde. Denn es wäre doch eine zu feine Sache, wenn am Sonntag der Draht oder vielmehr der Rundfunk, der die letzte Viertelstunde des Spiels ja überträgt, uns den Sieg unserer Herner Jungens melden würde. Dann würden wir die große Chance haben, das letzte Spiel, bevor die vier besten Wiener Mannschaften eingreifen, auf eigenem Boden austragen zu können. Dieses Bewußtsein wird unserer Elf ein mächtiger Ansporn sein, wie sie ja überhaupt allen Anlaß hat, im Mannheimer Stadion ein Spiel hinzulegen, das sich gewaschen hat. Denn wenn man in den letzten Wochen einen Blick in die Fußbalkzeitungen warf, dann konnte man die Feststellung machen, daß die Westfalia mächtig im Kurs gestiegen ist. Man sieht in ihr allgemein den gefährlichsten Bedroher der Vormachtstellung Schalkes im Westfalenaau. Mit besonderem Nachdruck wird auf die Tatsache hingewiesen, daß die Schalker es vor 8 Tagen nicht gewagt haben, mit Ersatz für die beiden Soldaten Urban und Gellesch und Tibulski, der in Sofia den Beweis erbrachte, daß er einer der besten deutschen Mittelläufer ist, nach Herne zu kommen. So etwas sei seit langen Jahren nicht dagewesen, Schalke selbst habe vor den„Trabanten im Westfalengau", wie es früher in der Presse hieß, anscheinend mächtigen Respekt bekommen. Nun, die Begegnung mit Schalke ist ja einstweilen auf die lange Bank geschoben worden. Der Altmeister ist nicht nur am kommenden Sonntag, sondern auch übernächsten Sonntag vom Meisterschaftsbetrieb befreit. Er trägt an diesem Tage ein Freundschaftsspiel in Dessau aus. Wie man hört, soll Schalke auch im November einen Sonntag für ein zweites Freundschaftsspiel freibekommen haben. Damit werden wir also erneut das Schauspiel erleben, daß Schalke mit seinen Meisterschaftsspielen hinterhertrödelt. Karlchen seinen Meisterschaftsspielen hinterher trödelt. Karlchen schlagartigen Durchführung der Meisterschaftsspiele hat man sich in diesem Jahr eine starke Belebung und eine Steigerung des Interesses beim Publikum versprochen. Und nun will man anscheinend wieder „Tröppelbier“ verzapfen, anstatt den westfälischen Fußballfreunden den vollen Becher zu kredenzen. Nach Karlchens Auffassung darf es während der Meisterschaftsspiele überhaupt keine Konzessionen in dieser Hinsicht geben. Zu einem Freundschaftsspiel Dessau— Schalke ware nach Karichens Auffassung immer noch Zeit gewesen, man hätte für diesen Termin das mit so großer Spannung erwartete Tceffen Westfalia— Schalke 04 ansetzen müssen. Doch nun zurück nach Mannheim=Waldhof. Also es ist Karlchens Herzenswunsch, daß die Westfalia mit einem Siege nach Hause kommt. Die Hauptsiche aber ist, daß unsere blauweiße Elf ein Spiel hinlegt, wodurch man in Mannheim und im ganzen Süden beeindruckt wird und dort zu der Erkenntnis kommt, daß auch außer Schalke 04 im Westfalengau ein erstklassiger Fußball gespielt wird. Gelingt unseren Jungens dieser Nachweis, dann wäre auch eine knappe Niederlage nicht tragisch zu nehmen, würde Karlchen und mit ihm ganz Herne auch so stolz auf die Strünkeder sein. In diesem Sinne: der Worte sind genug ewechselt, nun auf nach Mannheim, laßt uns Taten ehen! Hinter dem großen Spiel in Waldhof tritt diesmal alles andere zurück. Immerhin werden die Herner Fußballfreunde— nur ein paar Auserwählte oder„Gutbetuchte" fahren mit nach der badischen Metropole— nicht um ihr gewohntes Sonntagsvergnügen kommen. An der Schadeburg stellt sich die Gelsenkirchener Union dem BfB Börnig zum Meisterschaftskampf. Die Gelsenkirchener genießen beim Herner Publikum einen guten Ruf. Die Elf spielt einen gepflegten Fußball, und wenn im letzten Jahr nicht alles kraus gelaufen wäre, würde vielleicht sie anstelle von Preußen Münster ihren Einzug in die Gauliga gehalten haben. Die Börniger müssen hier zeigen, was sie können. Sie sind in diesem vorigen Jahr. Ein Sieg über Union gäbe ihnen die vorigen Jahr. Ein Sieg über Union gibt ihnen die Möglichkeit, zur Spitzengruppe aufzurücken. Also wird es im Herner Osten heiß hergehen. Ebenso warten auch die Kreisklassen mit Begegnungen auf, die ihr Publikum finden werden. Nach dem Schlußpfiff dieser Spiele wird sich aber alles in der Frage vereinigen: Wie hat Westfalia in Mannheim gespielt? Und nun noch Karlchens Tips: Mannheim=Waldhof— Westfalia Herne 132 FSV Frankfurt— Fortuna Düsseldorf 224 Rat=Weiß Essen— Hertha=BSC Berlin 220 Spielvereinigung Herten— Borussia Dortmund 3:1 Arminia Bielefeld— Preußen Münster 3:1 Arminia Marten— Spielvereinig. Röhlinghausen 1:1 BfB Börnig— Union Gelsenkirchen 3:2 Preußen Wanne— Viktoria Herne 4:1 Herne=Süd— Germania Herne 2:2 Constantin Herne— Reichsbahn Wanne 3:2 Sportverein Sodingen— Rasensport Bochum 2:1 Constantin Bochum— Teutonia Riemke 3:3 BfB Gerthe— Fortuna Herne 2:3 Rasensport Wanne— VfL Herne 2:3 BC Hordel— Carolinenglück 2:2 Wanne 1911— SuS Gerthe 3:1 Hannibal Wanne— Rasensport Holthausen 1:4 Wattenscheid=Ost— Harpen 3:1 Handball: Westfalia Herne— Henrichshütte 6•4 SS Bochum— Turnklub Herne 3:7 Zum neuen Kleid Rinzia Rechinchauss den Reuent 99 -Sch doch das Vorjahr. Da war der damalige Neuling Röhlinghausen in sieben Spielen der ersten Serie immer noch unbezwungen. Jetzt aber will es schwer halten, eine schlagkräftige Elf auf die Beine zu bekommen. Eppenhoff ist fort, Verlau nicht mehr da, und auch sonst muß man immer wieder experimentieren. Das kostet wertvolle Punkte— und auch in Marten wird wohl noch nichts zu machen sein. Die Bezirksklasse wartet mit 4 Begegnungen auf Union Gellenkirchen beim VIB Börnig Gab es am Erntedanktag nur zwei Spiele in der hiesigen Bezirksgruppe, so steigen morgen vier Treffen, zwei Mannschaften pausieren erneut. Der VfB Börnig, welcher sich bisher in dieser Klasse gut hielt und schon wieder einen achtbaren Tabellenplatz einnimmt, steht diesen Sonntag vor einer schweren Aufgabe, empfängt er doch daheim den Vorjahrsmeister, Union Gelsenkirchen. Der Name des Gegners besagt genug, er fordert von den Börnigern vollsten Einsatz und unbeugsamen Siegeswillen. Union liegt wieder mit in Führung und wird an der Schadeburg alles versuchen, die Punkte mitzunehmen. Wir halten das für möglich, aber schwer wird es doch halten.— Gelsenguß Gelsenkirchen führt zur Zeit die Tabelle an und wird auch diesmal die Führung behalten, denn auf eigenem Boden wird es mit Schwarz=Gelb Gladbeck fertig werden.— Die Werkssportgemeinschaft Hassel wird dem BfB Bottrop wohl einen Punkt abnehmen können, zumal sie Platzherr ist.— Der DSC Rotthausen hat bei den Sportfreunden aus Gladbeck kaum Erfolgsaussichten. Der BfB Börnig will es an diesem Sonntag schaffen. BfB Börnig— Union Gelsenkirchen Gelsenguß Gerlsenkirchen— Schwarz=Gelb Gladbeck Bergmannsglück Hassel— BfB Bottrop Sportfreunde Gladbeck— DSC Rotthausen BfB Börnig— Union Gelsenkirchen. Ungefähr nach Jahresfrist stellt sich Union GelsenArchen wieder an der Schadeburg vor, um das fällige Punktespiel zu erledigen. Damals war es ein prachtvolles Spiel, welches sich beide Patreien lieferten, und erst im Endspurt mußte sich der BfB Börnig beugen, dann aber auch ganz klar mit 0:4. Fast ein ganzes Spiel hindurch hatte er eine gleichmäßige sartie geboten, um dann schwächer zu werden. Im Rückspiel in Gelsenkirchen konnte Union knapp 3:1 fiegen. An der Schadeburg brennt man aus begreiflichen Gründen darauf, endlich den Joniern einmal eine Niederlage beizubringen, wodurch die wahre Stärke des BfB Börnig endlich ins richtige Licht gerückt würde. Das Zeug dazu haben die Börniger bestimmt in sich, vor allen Dingen haben sie im heimischen Gelände eine gute Stütze, hier mußte schon manch guter Gegner die Stärke der Platzherren verspüren und ohne Punkte abziehen. Wir wollen aber nicht das Können der erfahrenen Unionisten verkennen. welche alles auf eine Karte setzen werden, um hier keinen Punkt einzubüßen. Wir lassen den Spielausgang offen. * Weitere Treiten in der Bezirksklalle Bochum: SC Dahlhausen— Westfalia Bochum (sonst aus Anlaß Bochum— Breslau Spielverbot) Dordmund: Alemannia Dortmund— VfR Heeßen SC Hörde— BV Brambauer S6 Mengede— SpVag Kaiserau VfL Altenbögge—. Sportfr. Dortmund SuS Ahlen— BC Bövinghausen Münster: Münster 08— BV Rheine Viktoria Recklinghausen— SpVgg Beckum Borussia Rheine—. Vorwärts Gronau Sus Hüls— SuS 13 Recklinghausen Minden: VfB Bielefeld— Borussia Lippstadt Teutonia Lippstadt— Sus Herford BV Lemgo— SpVgg Schildesche Union Herford— VfL Geseke BfI Paderborn—. Grün=Weiß Bielefeld Sauerland: Union Haspe— Menden 09 BC Schwelm— SuS 09 Hüsten Sportring Gevelsberg— Hagen 72 SV Herdringen— Tus Milspe DSC Hagen— SpVag Welper Siegerland: SpVgg Klafeld— RSV Eiserfeld Eintracht Siegen— SV Altenseelbach VfL Altena— Tus Eiringhausen Fortuna hat schon zwei Siege verbuchen können und will auch auf dem Gerther Gelände Punkte erobern, was im übrigen schwer, aber nicht unmöglich ist. Schon manches Spiel in Meisterschaft und Freundschaft trugen diese Gegner mit wechselndem Erfolg aus, immer aber waren es harte und unerbittliche Auseinandersetzungen, so wird es auch morgen sein. Das unzugängliche Gelände des BfB Gerthe ist den Hernern zur Genüge bekannt, sie kennen es und müssen sich darauf einstellen. Nur nicht vorzeitig darf die Flinte ins Korn geworfen werden, es könnte doch wenigstens ein Punkt gerettet werden. Wir rechnen jedenfalls damit. Constankin Bochum— Teutonia Riemke. Die Riemker Ortsgegner stehen sich morgen auf der Kampfbahn der Constantiner gegenüber. Das Ortstreffen wird in Riemke seine Zugrraft nicht verfehlen. Der Neuling, Constantin, steht den alten Riemkern gegenüber. Selbige sind in dieser Meisterschaft anscheinend wieder in guter Form, wie es jedenfalls die bisherigen Spiele bewiesen, denn noch ungeschlagen sind die Teutonen. Ihre Gastgeber stehen am Tabellenende und sind noch ohne jeden Punkt nach drei Spielen. Wir glauben daher, daß es den Teutonen gelingen wird, den Ortsgegner selbst auf seinem Boden zu schlagen. Die 2. Kreisklasse ebenfalls voll beschäftigt BfL Herne bei Rasensport Wanne.— Holthausen bei Hannibal Wanne. Die 1. Kreisklasse vollzählig zur Stelle Lokaltreffen: BV Herne-Süd— Germania Herne.* Reichsbahn Wanne beim SC Constantin Herne. Sodingen erwartet die Rasensportler aus Bochum.* Viktoria Herne bei Preußen Wanne und Fortuna Herne in Gerthe.* In Riemke steigt das Lokalspiel: Constantin Bochum— Teutonia Riemke. Spy Sodingen— Rasensport Bochum. Mit den üblichen fünf Spielen setzt die 2. Kreisklasse nach dem Ruhesonntag ihre Meisterschaftsspiele fort und hat interessante Paarungen. Beide Herner Vertreter müssen nach Wanne. UfL Herne wird an der Reimersturnhalle den Rasensportlern gegenüberstehen und hoffentlich weiterhin siegen.— Holthausen steht ebenfalls in Wanne dem Tus Hannibal gegenüber. Die Holthauser werden zu einem sicheren Sieg kommen.— Der mächtig aufgekommene BC Hordel wird auch für Carolinenglück ein großes Hindernis werden und eventuell sogar zum Siege kommen.— Ob Wanne 11 den derzeitigen Tabellenführer, Sp. u. Sv. Gerthe, abhängen kann, ist sehr zweifelhaft.— Wattenscheid-Ost wird sich von Tus Harpen auch daheim schlagen lassen müssen. Die 2. Kreisklasse verteilt 10 Punkte. Rasensport Wanne— VfL Herne Hannibal Wanne— Rasenspoxt Holthausen BC Hordel— Carolinenglück, Bochum SpV 11 Wanne— Sp. u. Sp. Gerthe Wattenscheid=Ost— Tus Harpen Rasensport Wanne— UfL Herne. Die Rasensportler aus Wanne haben bisher noch keinen Punkt erobern können und mußten sich mit zwei Niederlagen zufrieden geben. Etwas anders ist es dagegen beim BfL Herne. Selbiger hat noch keine Niederlage zu verzeichnen und steht mit 5:1 Punkten an zweiter Tabellenstelle. Zwar hatten die Horsthauser alle drei Spiel auf eigenem Boden und müssen nun nach Wanne. Die Rasensportler waren daheim immer gefährlich, aber zur Zeit scheinen sie uns doch zu schwach, um den BfLern gefährlich werden zu können. Wir erwarten jedenfalls einen klaren Sieg von VfL Herne. Tus Hannibal Wanne— Rasensport Holthausen. Verhältnismäßig schwach ist auch der Gegner der Holthauser. Mit 0:6 Punkten stehen die Wanner am Ende der Tabelle. Drei sichere Niederlagen waren die bisherige magere Ausbeute. Holthausen hat nach zwei Spielen schon Sieg und Niederlage zu verzeichnen und hat nur zu gute Aussichten, den 2. Sieg zu landen. Deshalb ist es aber unbedingt notwendig, daß sie in bester Besetzung den Kampf aufnehmen. Sind sie ganz bei der Sache, so dürfte ein Holthauser Sieg nicht ausbleiben. Vier Meisterschaftsspiele in der 3. Kreisklasse Der Spy 16 Herne ist frei, ein Gesellschaftsspiel gegen Westfalia Herne Res. Auch die 3. Kreisklasse setzt ihre Spiele mit vier Begegnungen fort. Dabei ist der SpB 16 Herne frei. Der Bochumer Verein hat gegen den DSC. J Lochum geringe Siegesaussichten.— Teutonia SV das Spiel gegen Tura Fortuna Bochun=att gewinnen.— Auch der BV Gerthe-Hiltrop dürfte sein Spiel gegen die Reserve von BfL 48 Bochum siegreich gestalten.— Die Reserve Höntrops wird als Sieger über Friesen Bochum erwartet. Herne 16— Westfalia Herne Res. Auf dem Sportplatz an der Kaiserstraße treffen sich diese beiden Parteien im Freundschaftstreffen. Die nicht schlechte Elf der Westfalia wird auch auf fremdem Gelände sich ernstlich um den endgültigen Erfolg bemühen, was dem Treffen eine besonders pikante Note gibt. Friedenspokal der Fußballer. Die Leitung des französischen Vereins Cerole A. C. Paris hat beschlossen, ein Fußballturnier um den Friedenspokal mit den Landesmeistern jener vier Nationen zu veranstalten, die an den denkwürdigen Münchener Besprechungen teilggenommen haben. Das Turnier, dessen Termin noch nicht bekannt ist, soll im Pariser Prinzenpark statt“ finden. Die Einladungen an Deutschland, England und Italien, ihre Landesmeister zu entsenden, sind ergangen. Auch die Kreisklassen hatten am Vorsonntag einen Avollständigen Ruhetag, setzen aber jetzt mit vollstänB digem Programm die Spiele fort. Innerhalb unserer Stadt gibt es wieder ein Ortstreffen, diesmal stehen sich an den Flottmannwerken der BU Herne-Süd und Germania Herne gegenüber. Die zur Zeit stärkeren Germanen werden als Sieger erwartet.— Constanlin Herne erwartet den Tabellenführer Reichsbahn Wanne und wird versuchen, diesen zu entthronen; ob es gelingt, bleibt allerdings abzuwarten.— Der Sportverein Sodingen sollte trotz seiner schwachen Leistung am Vorsonntag über die Rasensportler aus Bochum sicher gewinnen.— Schwer wird Viktoria Herne bei den Wanner Preußen zu kämpfen haben und wohl beide Punkte abtreten müssen.— Auch Fortuna Herne wird beim BfB Gerthe harte Arbeit vorfinden und sich strecken müssen, wenn es zum Siege langen soll.— Im Riemker Lokalspiel erwarten wir die Teutonen in Führung. Zwölf Punkte werden ausgespielt, wieviel fallen nach Herne? BV Herne=Süd— Germania Herne Constantin Herne— Reichsbahn Wanne SpV Sodingen— Rasensport Bochum Preußen Wanne— Viktoria Herne PfB Gerthe— Fortuna Herne Constantin Bochum— Teutonia Riemke BV Herne-Süd— Germania Herne. Beide Herner Mannschaften gaben in den bisherigen Spielen wenig überzeugende Rollen und haben schon eine Reihe Verlustpunkte auf ihrem Konto, vor allen Dingen die Platzherren, welche mit 1:5 Punkten an vorletzter Tabellenstelle liegen. Germania Herne kann nur durch einen Sieg den Anschluß an die Spitze herstellen, sonst dürfte schon dieses Meisterschaftsjahr wenig erfreulich für die Germanen aussehen. Noch keinen Sieg haben die Süder zu verzeichten, aber es wird ihr Bestreben sein, nun den Dingen eine Wendung zu geben, um nicht noch weiter zurückzufallen. Harte und unerbittliche Kämpfe waren es immer, welche diese Mannschaften sich lieferten. Doch konnte Germania im Vorjahr auf dem Süder Boden 6:2 gewinnen, hingegen langte es am Bahnhof nur zu einem 2:2. Beide Mannschaften kennen das Gelände zur Genüge, um Vorteile auszunutzen. Wir halten aver zur Zeit die Leute vom Herner Bahnhof für gerüsteter, daher rechnen wir auch mit deren knappem Sieg. Germania 1. Jgd.— Viktoria Herne 1. Jgd. Germania 2. Igd.— Viktoria Herne 2. Jgd. Constantin Herne— Reichsbahn Wanne. Die letzte, unerwartete Niederlage warf den SC Constantin Herne aus der führenden Stellung. Mit 4:2 Punkten liegt er aber immer noch recht gut Die Reichsbahner haben als einzige Elf in dieser Gruppe noch keinen Verlustpunkt zu verzeichnen und werden daher auch diesen Sonntag alles versuchen, ungeschlagen zu bleiben. Es ist das erste Spiel, welches die Wanner auswärts austragen müssen, nun wird es sich zeigen, ob sie auch auf fremdem Boden zu siegen verstehen. Constantin Herne wird die Wanner auf Herz und Nieren prüfen. Im Vorjahr siegten die Herner in Wanne und verloren daheim. Wird es diesmal anders kommen oder werden die Reichsbahner ihre Vormachtstellung erfolgreich verteidigen? Es ist für jede Mannschaft schwer, in der Herner Mark zu siegen, daher halten wir eine Niederlage der Wanner für sehr leicht möglich. Auf eigenem Gelände bietet sich dem Sportverein Sodingen an diesem Sonntag die Möglichkeit, durch einen Sieg die Tabellenstellung erheblich zu verbessern. Beide Einheiten sind unbeständig, sie kamen zu Erfolgen und verloren ebenso glatt. Fast die gleiche Spielweise prägt sich hierin aus. Unbekannt ist dem SpV Sodingen dieser Gegner, daher wird er auch gleich von Beginn sich auf Sieg einstellen müssen und alles versuchen, den Gast zu überrumpeln. Die Bochumer werden sich auf dem schwierigen Gelände des SpV Sodingen schlecht zurechtfinden, aber die Waffen auch nicht ohne Kampf strecken. Wir glauben aber, daß die Sodinger sich derart ins Zeug legen werden, daß Sieg und Punkte in Sodingen bleiben. Preußen Wanne— Viktoria Herne. Vor einer kaum löslichen Aufgabe stehen an diesem Sonntag die Viktorianer aus Horsthausen. Bei den Wanner Preußen hängen die Trauben bekanntlich immer sehr hoch, und zudem sind die Wanner in bester Verfassung, sie gelten zweifelsohne als ernstliche Anwärter auf die Tabellenspitze. Noch sind die Wanner ohne Niederlage, nur ein Punkt ging ihnen am Herner Bahnhof verloren, und auch nach dem morgigen Spiel werden sie kaum geschlagen sein. Die Horsthauser zeigten zwar im letzten Spiel gegen Constantin Bochum eine abgerundete Leistung, aber diese dürfte kaum ausreichen, den Wannern auf deren Gelände etwas anzuhaben. Zudem ist es fraglich, ob die Horsthauser in bester Besetzung antreten können. Die Siegesaussichten sind sehr gering, aber gerade dieser Anlaß müßte die Horsthauser zu größter Kraftentfaltung anspornen. Wir erwarten daher von den Horsthausern größten Einsatz und ein eventuell überraschendes Ergebnis. BfB Gerthe— Fortuna Herne. Immer noch ohne Sieg sind die morgigen Gastgeber der Fortuna Herne. Wird es so bleiben? Ausscheidungen der westfälischen Turner in Hagen Die•18 besten Gerätturner vertreten, darunter auch der Herner Caspelherr. Wer vertritt Westfalen gegen Baden und Hessen? Der Gau Westfalen hat seine derzeikig besten Gerätturner zu einem Ausscheidungsturnen, das in Hagen-Friedrichslust morgen stattfindet, aufgerufen. Insgesamt stellen sich 18 Turner zum Kampf an den verschiedenen Geräten. Nur die 8 Besten haben die Ehre, den Gau Westfalen in dem großen Vergleichskampf, den die Gaue Westfalen — Baden— Hessen am 23. Oktober in der Dortmunder Westfalenhalle durchführen, zu vertreten. Alles, was Namen und Rang im westfälischen Turnerlager hat, ist morgen in Hagen zum Kampf bereit. Es sind dies: Grüdelbach(Klafeld), Bornemann, Herberk,(beide Bielefeld), Wurm(Münster), H. Platzeck(Beckum), Steffens(Lüdenscheid), Meiser, Huber, Hüttemann, Krüger(alle Hagen), Frisch, Stracke, Stutte(alle Eichen), Caspelherr (Herne), Markini, Trostheim(beide Dortmund), Gerard (Iserlohn) und Rinke(Holthausen). Auch diesmal wird es zwischen den beiden Spitzenturnern Steffens und Stutte einen großen Zweikampf geben, der durch die Tagesform entschieden werden dürfte. Besonders hart wird sich der Kampf um die Plätze gestalten, da doch alle den Wunsch hegen, mit zu den 8 Besten zu gehören. Ob es den guten westfälischen Nachwuchsturnern gelingen wird, in die alte kampferprobte Streitmacht der westfälischen Kunstturner eine Bresche zu schlagen, ist abuwarten. Gespannt sind wir auf das Abschneiden des Herners Caspelherr, der durch seine hervorragenden Leistungen in der westfälischen Spitzengruppe der Gerätturner kein Unbekannter mehr ist. Allerdings genügt der Herner zur Zeit seiner Pflicht in der Wehrmacht und wird wohl kaum Zeit für ein iatensives Training in den letzten Wochen gehabt haben. Trotzdem läßt sein augenblickliches Können alle Hoffnungen offen. Ein Erfolg bei diesem Ausscheidungsturnen wäre wohl der schönste aller seiner bisherigen Siege, aber der Weg zu repräsentativen Ehren setzt meisterhaftes Können und größte Einsatzbereitschaft voraus. Den Kampf, der am Reck, Barren, Pferdseik, Pferdquer, Ringen und Freiübung ausgetragen wird, werten die altbekannten Turner Fischbach(Lüdenscheid), Willi Platzeck(Bochum), Braun(Eichen) und Felsing(Dortmund). Villardsport Zwei Tage Titelkämpfe der Schützen Am Samstag beginnen in Wannsec und Kaulsdorf die Meisterschaften des Deutschen Schützenverbandes, für die Reichsminister des Innern Dr. Frick einen Ehrenpreis gestiftet hat. 200 Einzelschützen und 51 Vereinsmannschaften werden am Wochende zu den Titelkämpfen der Schützen antreten. Schon um 8 Uhr wird heute in Wannse mit den KK-Wettbewerben begonnen. Anschließend folgen die Pistolenwettbewerbe sowie das Schießen mit Wehrmann= und Scheibengewehren. Für den Vierwaffenkampf wird am Sonntag in Kaulsdorf geschossen. Von den nachstehend verzeichneten Vereinsmannschaften und Einzelschützen ist bei den fast gleichwertigen Ergebnissen in den Gaukämpfen jeder in der Lage, Titel zu gewinnen. Die besten Leistungen in den Gauen waren: Kleinkaliber mit Anschlag: Sch.=Ges. Ravensburg 645 Rg., Post-München 639 Rg., Sch.=Ges. Paradies-Konstanz 629 Rg., Pol. Stuttgarks und Sch.=Ges. Grötzingen je(27 Rg., Maucher=Ravensburg 169 Rg., Preß-Oberdorf 167 Rg., Klein=Kaiserslautern 166 Ringe. Kleinkaliber, sportlicher Anschlag: Der Verteidiger Sch.=Ges. Grötzingen 644 Rg., Reichsbahn Karlsruhe 655 Rg., Sch.=Ges. Oberndorf 653 Rg., Sch.=Ges. Jella=Mehlis 652 Rg., 963 Berlin 647 Rg., Gehmann-Grötzingen 172 Rg., Menge=Hannover und Annas=Köln je 171 Rg., JungStuttgart, Schröder-Düsseldorf und Sturm=Oberndorf je 170 Ringe. Scheibengewehr: Sch.=Ges. Karlsruhe 946 Rg., Berliner Sch.=Ges. 921 Rg., B. f. Freihandschießen Hannover 921 Rg., Sch.=Ges. Suhl 917 Rg., Späthe=Bremen 255 Rg., Honold-Ulm 250 Rg., Rau-Karlsruhe und Fiene=Hannover je 248 Ringe. Wehrmannsgewehr: Sch.=Ges. Jella-Mehlis 1001 Rg., Sch.=Ges. Suhl 990 Rg. Sch.=Ges. Karlsruhe 990 Rg., Bucherer=Jella-Mehlis 266 Rg., Rau-Karlsruhe 261, Rg., Sturm-Oberndorf 260 Rg., E. Krempel-Suhl 258 Rg. Vierwaffenkampf: Sch.=Ges. Karlsruhe 3640 Rg., Berliner Sch.=Ges. 3605 Rg. Scheibenpistole: Verteidiger Sebastianus=Sch.-Ges. Bonn 4027 Rg., Sch.=V. Gütersloh 3945 Rg., HechtSchkeuditz 1030 Rg., Fr. Krempel-Hannover 1026 Rg. Als Einzelschützen kommen noch der Verteidiger Krafft-Pößneck und der Olympiazweite Erich Krempel=Suhl hinzu. Gebrauchsmäßiges Pistolenschießen: Sch.=Ges. JellaMehlis 1363 Rg., Dresdener Vf. Sportschießen. 1352 Rg., Bärenzwinger=Berlin 1344 Rg., Sch.=Ges. Jella-Mehlis 1340 Rg., Kölner Klub f. KRS. 1332 Rg., Grühle-Dresden und Krafft-Pößneck je 466 Rg. Als Einzelmeisterschaften werden noch das KK-Schießen, je 40 Schuß in den drei Anschlagsarten und das Schnellfeuerschießen mit automatischen Pistolen auf Schaltenrisse entschieden. Beim KK-Schießen werden die Leistungen mit kniendem, stehendem Anschlag als neue deutsche Rekorde gewerket. Steigelman, Gehmann Karlsruhe und E. Spörer=Zella-Mehlis sind hier die aussichtsreichsten Anwärter, während im Schnellfeuerschießen die Entscheidung wohl zwischen dem deutschen Meister Dr. Jasper-Haus Todenwerth. dem Olympiazweiten van Oyen-Berlin und Bucherer-Zella-Mehlis liegt. Dem BSpV. H.=Stamm 28 wurde in letzter Stunde d# Ausrichtung der Austragung der Teil-Endrunde der Gau meisterschaft übertragen. Es spielen in dieser GruppeReckers-1926 Dortmund, Tworek-BFr. Lütgendorkmund, Heden=Amateure Bochum und die beiden Herner Demberg und Kröger=BSpV. H.-Stamm 28. Anstoß: Samstag(8. 10.) nachm. und Sonntag(9. 10.) vormittags, damit ein jeder auch das Turnier des Weltmeisters Hagenlocher besuchen kann. In Anbetracht der kurzen Zeit bittet der Ortsfachwart die einzelnen Vereine um Gestellung einiger guter Schiedsrichter zu dem Gauturnier. Der Gaufachwark hal ebenfalls sein Erscheinen zugesagt. Weltmeister Hagenlocher im Westen. Auch in Herne! Der Billard-Berufsspieler Erich Hagenlocher, der in Amerika zweimal die Weltmeisterschaft erringen konnte, unternimmt in der ersten Oktoberhälfte eien Turnierreise durch Westdeutschland. Durch seine Turnierreise will Hagenlocher zur Belebung des deutschen Billardsportes beitragen. Nachfolgend geben wir den Turnierplan Hagenlochers bekannt: 5. Oktober in Schwelm, 6. Oktober in Lennep-Ruhr, 7. Oktober in Solingen-Ohligs, 8. Oktober in Leverkusen, 9. Oktober in Herne, 10. Oktober in Oberhausen, 11. Oktober in Krefeld, 12. Oktober in Mülheim-Ruhr. Peter Kane verlor einen Finger. Nach seinem Weltmeisterschaftssieg über den Amerskaner Jackie Jurich mußte sich der ausgezeichnete englische Fliegengewichtler Peter Kane sofort in ärztliche Behandlung geben. Der kleine Finger seiner rechten Hand hatte dem„Schmied von Goldborne“ schon in den früheren Kämpfen sehr viel zu schaffen gemacht. Die Aerzte erklärten nunmehr, daß der Finger nicht mehr zu retten sei und entschlossen sich zu einer Operation, die Kane zwar zu einer Pause von zwei Monaten zwingt, ihn aber nicht daran hindern wird, in Zukunft wieder die Vorhandschuhe überzustreifen. Dem amerikanischen Schwergewichtler Jim Ade der von Roscoe Toles so schwer k. o.-geschlagen geht es jetzt besser. Adamick erhielt eine Bluttransfust. und liegt unter einer Sauerstoffmaske; die Aerzte hoffen, ihn auf diese Weise durchbringen zu können. ansfusion Kleine Sportnachrichten Erich Borchmeyer, der neue Leichtathletik=Sportlehrer für den Gau Südwest, hat seinen Wohnsitz in Frankfurt/M genommen. Borchmeyer wird in Zukunft für die Frankfurter Eintracht starten. Es ist durchaus möglich, daß der berühmte italienische Sturmführer Piola dem Auswahlkomitee zum Kampf England— Kontinent am 26. Oktober in London nicht zur Verfügung steht. Pioia hat sich im letzten Meisterschaftskampf Bari— Lazio eine Verletzung zugezogen und kann erst in fünfzehn Tagen das Training wieder aufnehmen. Der Feuerreiter, die gern gelesene illustrierte Wochenschrift, wird den Bestellern mit der heutigen Ausgabe des Herner Anzeigers ins Haus gebracht. Nichage Korn-Katice — haben Sie schon probiert? Kandiert mit Carlsbader Kaffeegewürz daher der kaffeeähnliche Geschmack. In eigener " R ö s t e r e i t ä g l. i r i s c h g e b r a n n t. Versuchen Sie bitte!#n gr 30. Qualität 11 500 Cramm 24,) Ein großes Handball=Programm Weltialia Soinborn bei Tus Hollterhaulen.- Henrichshütte Itellt lich am Schloß Strünkede der Herner Weittalia.— Der Turnklub Herne in Bochum. Umfangreich ist das Handball=Programm des 2. Oktobersonntags. Alle Klassen befinden sich am Start, voran die Gauligisten. Zwar immer noch ohne die Militärsportvereine, aber sonst sind sie vollzählig. Dus Holsterhausen ist erneut Platzverein und erwartei die Westfalia aus Somborn und wird diese mit einer Niederlage heimschicken.— Im Dortmunder Lokaltreffen auf dem Eintrachtstadion wird der Hüttenverein sich den Eintrachtlern beugen müssen.— Schalke 04 hat daheim wenig Erfolgsaussichten gegen Spenge, wenn sie weiterhin so lasch und lustlos spielen wie am Vorsonntag.— Gevelsberg wird daheim dem Jöllenbecker Neuling die Punkte abnehmen. Tus Holsterhausen vor einem neuen Sieg? Tus Holsterhausen— Westfalia Somborn Eintracht Dortmund— Hüttenverein Dortmund Schalke 04— T2 Spenge Sportring Gevelsberg— Einigkeit Jöllenbeck Tus Holsterhausen— Westfalia Somborn. Am Vorsonntag gab Tus Holsterhausen der bis herigen Pechsträhne die Wendung, als er den gefähr lichen Widersacher aus Gevelsberg abhängte. Damit darf es mun nicht zu Ende sein, jetzt heißt es weiterhin Punkte sammeln, damit man sich in Sicherheit bringen kan. Eine solche Gelegenheit zu weiteren Punkten zu kommen, bietet sich morgen. Der Tabellenletzte, Westfalia Somborn, stellt sich auf dem Horststadion vor. Nach dem 11:11 der Somborner gegen Jöllenbeck darf man auch diese Mannschaft nicht zu leicht nehmen. Stellen die Holsterhauser sich ganz auf Sieg ein, so wird Somborn klar geschlagen das Horststadion verlassen. Vorentscheidung im Bezirks=Handball auf dem Westfalia=Stadion Wer sichert sich die Tabellenspitze: Westfalia ooer Henrichshütte? Die Meisterschaftsspiele im Bezirkshandball sind Siedepunkt gestiegen und drängen zur Voruing. Man ist in allen Bezirken erstaunt, daß der Neuting Westfalia Herne sich bisher ungeschlagen behaupten konnte und Namen von Klang hinter sich ließ. Schwere Kämpfe haben die Strünkeder erfolgreich erledigt, knappe und sichere Siege wurden errungen, nun geht es zum schwersten Gang. Man erwartet den mehrmaligen Gruppenmeister aus Henrichshütte, welcher ebenfalls ungeschlagen ist, aber durch ein Unentschieden einen Punkt schlechter liegt als die Strünkeder. Die Vorentscheidung wird also morgen am Schloß Strünkede fallen. Das wird für beide Parteien der schwerste Gang werden und dürfte für beide die Herbstmeisterschaft bedeuten, wenn das Spiel gewonnen wird. Wir wissen, daß die schweren Spiele nicht spurlos an die Strünkeder vorüber gingen, wisnicht spurlos an den Strünkedern vorüber gingen, wisund Bedeutung dieses Kampfes bewußt sind und sich voll einsetzen werden, auch dieses Spiel für sich zu entscheiden. Neben dieser Begegnung steigen drei weitere Spiele in der Staffel 7. So muß der MBV Linden nach Herdecke und wird dort ohne Punkte Abschied nehmen müssen.— VfL 48 Bochum fährt nach Hagen 72 und sollte dort zu Punkten kommen können.— Schwer wird es dem Wanner Turnklub fallen, wenn er in Schwelm irgend einen Punkt holen will. Wir glauben eher an einen Sieg der Schwelmer. Westfalia Herne greift nach der Krone! Westfalia Herne— BSG. Henrichshütte Herdecke 63— MBV. Linden Hagen 72— BfL. 48 Bochum FC. 06 Schwelm— Turnklub Wanne Westfalia Herne— BSG. Henrichshütte. Das bedeutungsvollste Spiel in der Staffel 7 steigt morgen vormittag auf dem Westfalia=Stadion am Schloß Strünkede. Die einzigen ungeschlagenen Mannschaften stehen sich hier gegenüber. Westfalia Herne als Neuling dieser Klasse erwartet den mehrmaligen Meister. Schwer waren alle bisherigen Kämpfe für die Herner, nichts wurde ihnen geschenkt und die Mannschaft stark mitgenommen. So wird es auch morgen sein. Die Herner werden ihre Feuerprobe erst jetzt zu bestehen haben. Das gute Torverhältnis der Gäste gibt zu denken. Der Sturm scheint die beste Waffe zu sein. Wird die Herner Abwehr diesen Angriff stoppen können? In den Reihen der Strünkeder gibt es große Einzelkönner, aber irgend einer hatte in den bisherigen Spielen einen schwachen Tag, wenn es aber einmal zutreffen würde, alle Spieler in Hochform zu haben, so würde auch dieses Spiel weniger Bedenken auslösen. Alle vier gewonnenen Spiele der Herner hatten eine schwache erste Halbzeit, wertvoller Boden wurde manchmal verschenkt und erst der Endspurt brachte die Siege. Das darf diesmal nicht sein, hier muß gleich auf Sieg gespielt werden, wenn es nur eben möglich ist. Der Geist der Kameradschaft muß morgen der Strünkeder größte de sein. Kampf bis zur letzten Minute, jeder an seinem Posten mit vollen Einsatz gekämpft, dann wird auch dieses schwere Spiel bestimmt gut enden, zumal es auf eigenem Boden steigt. Wir hoffen, die Herner in bester Form anzutreffen, und wünschen ihren Sieg. Der zweite Meisterschaftssonntag der 1. Kreisklasse im Handball. Der Herner Turnklub stellt sich den SS-Sportlern aus Bochum. Nach den Nuheigg am Erntedankseit nimmt auch die 1. Kreisklasse im Handball ihre Spiele wieder auf und hat vier Spiele auf dem Programm. Der Herner Turnklub stellt sich in Bochum dem Neuling SSSport Bochum und müßte dort den 2. Sieg anbringen können.— Die Bochumer Polizei wird über Tura Werne die Oberhand behalten.— Die SpVgg. Röhlinghausen muß zum TV. 01 Wattenscheid und hat dort Aussichten auf einen weiteren Erfolg.— Ebenso dürfte Westfalia Bochum im Lokaltreffen gegen Friesen Bochum knapp gewinnen. Wer sichert sich die Punkte in der 1. Kreisklasse? SS=Sport Bochum— Herner Turnklub Polizei Bochum— Tura Werne TV. 01 Wattenscheid— SpVag. Röhlinghausen Friesen Bochum— Westfalia Bochum SS-Sport Bochum— Herner Turnklub. Der Herner Turnklub hat zum 2. Meisterschaftspartner die SS=Sportler aus Bochum vorgesetzt bekommen. Selbige sind aus der 2. Kreisklasse aufgestiegen und gelten als sehr spielstark. Zwar verloren sie bereits ihr erstes Punktespiel gegen Röhlinghausen, aber auf eigenem Boden werden sie sich doppelt anstrengen, diese Scharte auszuwetzen. Die Herner Turner werden sich daher auf einen starken Widerstand gesaßt machen müssen, und dürfen das Spiel bestimmt nicht von der leichten Seite nehmen, wenn sie keine böse Ueberraschung erleben wollen. Jeder jetzt schon ver lorene Punkt ist zu wertvoll. Wir erwarten von den Hernern vollsten Einsatz und so den 2. Sieg in dieser Meisterschaft. Dem Kräfteverhältnis entsprechend müßte ein Herner Erfolg mit Sicherheit zu erwarten ein. Vier Spiele in der 2. Kreisklasse. Die Reserve-Mannschaft im Kampf mit den 1. Mannschaften.— Der Turnklub Weitmar bei der Reserve Westfalia Herne. In der 2. Kreisklasse stehen morgen ebenfalls vier Spiele auf dem Programm, und zwar wurden die Reserve=Mannschaften mit ersten Mannschaften gepaart. So erwartet die Reserve Westfalia Hernes die 1. Elf des Turnklubs Bochum Weitmar, und wird wohl mit einer Niederlage vorlieb nehmen müssen. Das Spiel der 2. Mannschaft steigt vor dem Spiel der ersten Mannschaft.— Durch das Ausscheiden von VfL. Herne haben wir wieder eine Handball=Abteilung weniger innerhalb unserer Stadt, das ist sehr bedauerlich. Für VfL. Herne nimmt Jahn Querenburg an den Punktespielen teil und erwartet die Reserve von TuS. Holsterhausen, gegen welche die Querenburg sich kaum halten könnte.— Langendreer wird die 2. Garnitur der Bochumer Polizei selbst auf deren Gelände sicher schlagen.— Reichsbahn Wanne wird gegen die Reserve von BfL. 48 Bochum kaum bestehen können. Die vier Paarungen der 2. Handball-Kreisklasse. Westfalia Herne, Res.— Turnklub Weitmar 1. Tus. Holsterhausen, Res.— Jahn Querenburg 1. Polizei Bochum 2.— Langendreer BfL. 48 Bochum, Reserve— Reichsbahn Wanne. Westfalia Herne, Reserve— Turnklub Weitmar 1. Die Reserve der Strünkeder zeigte am Vorsonntag annehmbare Leistungen, wobei die Niederlage weniger zu besagen hatte. Morgen wird es ihnen bestimmt schwer fallen, zu Punkten zu kommen, denn die 1. Garnitur der Weitmarer Turner spielt einen guten Ball. Wir werden uns daher mit einer Herner Niederlage abfinden müssen. Tus. Holsterhausen, Reserve— Jahn Querenburg 1. Die Reserve des Gauligisten TuS. Holsterhausen gewann bereits ihr erstes Siel gegen die 1. Elf von Reichsbahn Wane zweistellig, und wird auch dieses Treffen klar für sich entscheiden. Tenel ist anerkannter Verausforderer Obwohl der Weltmetsterschaftskampf im Mittelgewicht zwischen dem Titelhalter Bep van Klaveren(Holland) und dem Griechen Christoforidis noch nicht ausgetragen ist und erst in der Zeit vom 7. bis 15. Novemder in Rotterdam stattfinden soll, hat die Internationale Boxing-Union bereits bestimmt, daß der Sieger dieses Kampfes innerhalb von sechs Monaten den früheren Titelhalter Tenet(Frankreich) als Gegner annehmen und doxen muß. Die 3BU beruft sich bei dieser Maßnahme auf einen besonderen Passus innerhalb ihrer Statuten, der bei„besonderen Umständen“ eine solche Entscheldung zuläßt. Bep van Klaveren wird sich vor dem Kampf gegen Christoforidis am 17. Oktober in Rokterdam einer Prüfung unterziehen und den irischen Meister Paddy Roche boren. * In Neupork traf der ehemalige Mittelgewichts-Weltmeister Lou Broubillard(Kanada) auf Joe Glasgow und siegte in der sechsten Runde durch Niederschlag entscheidend. Kartellrennen der Dreijährigen. Mit dem Kartellrennen der Dreijährigen, das am Sonntag auf der Dortmunder Bahn gelaufen wird, kommt eine der letzten großen Flachprüfungen des westdeutsch. Turfsahres zum Austrag. Dieses über die Derbydistanz von 2400 Meter führende Zuchtrennen wird voraussichtlich auch zahlenmäßig eine gute Besetzung finden, da noch acht Pferde startberechtigt sind, die sämklich am Ablauf erscheinen dürften. Das Rahmenprogramm wird mit dazu beitragen, den Erfolg dieses Renntages sicher zu stellen, da vor allem In den Flachrennen starke Felder am Ablauf erscheinen. Es stehen also auf der ganzen Linie spannende Kämpfe bevor, die ihre Anziehungskraft auf die Freunde des Turfs nicht verfehlen dürften. Um das Kartellrennen der Dreijährigen über 2400 m bewerben sich acht gute Vertreter des Derbyjahrganges. von denen vor allem Blaue Donau, Thronfolger, Pesstmist und Steinbach vor guten Aussichten stehen sollten. Pessimist kam in Baden-Baden zu einigen bemerkenswerten Erfolgen, während Blaue Donau vor allem durch ihren leichten Sieg über Papi empfohlen wird. Steinbach konnte sich im Kölner„Güldenring“ knapo hinter Amaranthus und Poets Fancy placieren und muß gleichfolls mit beim Ende sein. Von den westdeutschen Dreijährigen fällt sofort Herzsolo auf, der sich von Rennen zu Rennen verbessert hat, und nach seinen letzten Leistungen über Brocken und Grimbarts Bruder steht. Der Ausgang ist mehr als offen. In die engere Wahl sind vor allem Blaue Donau, Herzsolo Pessimist, Thronfolger und Grimbarts Bruder zu nehmen. Zweijährige Maiden treffen sich im Preis von Köln über 1200 Meter. Esther, Staakspaladin, Tauperle, Ahnenprobe und Saarpfalz scheinen hier vor den besten Aussichten zu stehen. Im Preis von Düsseldorf(1800 m) finden Palander und Fidalgo, die viel Gewicht zu schleppen haben, eine sehr schwere Aufgabe vor. Eine gunstige Situation finden dagegen Dickwurz und vor allem Pompejus vor, von denen besonders Pompesus mit 51 hg einen Hinweis verdient. Flachpferde guter Klasse treffen sich im Preis von Krefeld, einem Ausgleich III über 1800 Meter. In diesem Handicap seien Natango, Cole Basque II, Irmgard, Sarafan, Palapaia und Armada als die aussichtsreichsten Bewerber herausgegriffen. Im abschließenden Preis von Mülheim(2400 m) wird sich nochmals ein stattliches Feld am Stark einfinden. Aviatik, Sense, Nostrus, Ilmenau und Höllenfahrt sollten in diesem Ausgleich IV das Ende unter sich ausmachen. Unsere Voraussagen: 1. R.: Staatspreis— Forstgraf; 2. R.: Esther— Tau perle; 3. R.: Herzsolo— Blaue Donau; 4. R.: Pompejus— Dickwurz; 5. R.: Heldenfaust— Sonny Boy; 6. R.: Irmgard— Jessie; 7. R.: Tivo— Sorgenwende; 8. R.: No strus— Graf Han. Samstag: Longchamp. 1. R.: Reine d'öfs— Indianeve; 2. R.: Tigre—##racuelo: 3. R.: Vamile— Splendeur; 4. R.: Canzoni—. Emir d,Jran; 5. R.: Saink Preux— Terre d'Ombre; 6. R.: Swansong— Quakre As. Winke für Kraftfahrer Langsam oder schnell? Verpflichtungen hinsichtlich der Fahrgeschwindigkeit. „Die Fahrgeschwindigkeit hat der Fahrzeugführer so einzurichten, daß er jederzeit in der Lage ist, seinen Verpflichtungen im Verkehr Genüge zu leisten, und daß er das Fahrzeug nötigenfalls rechtzeitig anhalten kann. Das gilt besonders an unübersichtlichen Stellen und Eisenbahnübergängen in Schienenhöhe. Wer in eine Hauptstraße einbiegen oder diese überqueren will, hat mäßige Geschwindigkeit einzuhalten. Wenn an Haltestellen von Schienenfahrzeugen die Fahrgäste auf der Fahrbahn ein= und aussteigen, darf nur in mäßiger Geschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, daß die Fahrgäste nicht gefährdet werden; nötigenfalls hat der Fahrzeugführer anzuhalten.“ Das sind die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung hinsichtlich der Fahrgeschwindigkeit, enthalten im§ 9. Sie sind kurz, wie Gesetzesvorschriften sein müssen, und können deshalb die ganze Frage nicht erschöpfend regeln. Dazu gibt es Kommentare. Um dem Kraftfahrer das ganze Straßenverkehrsrecht näherzubringen, ist im Verlag Franz Vahlen das Buch„Straßenverkehrsrecht. Der Verkehr auf der Straße und seine Regelung im Reichsrecht“ erschienen. Es handelt sich um einen Kommentar von Dr. jur. V. Schoor, Dr. jur. F. O. von Unruh und Dipl.=Ing. G. Galle. Die Verfasser haben als Sachbearbeiter an der Gestaltung des neuen Reichsrechts mitgearbeitet. Sie haben die gemeinsame Arbeit an diesem Buch unternommen, um die gesamte jetzt geltende Regelung des Straßenverkehrs in ihren Zusammenhängen zu erläutern und für die Anwendung des Rechts praktische Hinweise zu geben. Dieses Buch ist für jeden Kraftfahrer außerordentlich wichtig. Zweiselsfragen. die ihm immer wieder begegnen, werden hier geklärt, und ein eifriges Studium, selbstverständlich auch Beachtung dieser Erläuterung, wird den Kraftfahrer zu einem Verkehrsteilnehmer erziehen, an dem nicht nur der Gesetzgeber, sondern auch die Verkehrsgemeinschaft ihre Freude haben. Was sagen nun die Verfasser des Kommentars zu der Forderung hinsichtlich der Fahrgeschwindigkeit? Sicherlich ist langsames Fahren ein Mittel zur Sicherung des Verkehrs gerade da, wo seine Sicherheit besonders gefährdet ist. Die absolute Fahrgeschwindigkeit ist jedoch für die Vermeidung von Verkehrsgefahren allein nicht ausschlaggebend; vielfach kann man auch durch ein schnelleres Fahren einen Unfall verhüten. Vollgas in höchster Gefahr ist nicht immer fahrlässig. Der Fahrzeugführer muß nur seine Geschwindigkeit den jeweiligen Verkehrsverhältnissen anpassen. Die Erhaltung der Flüssigkeit des Verkehrs ist für dessen Sicherheit ebenso wichtig wie die Geschwindigkeit als solche, wenn auch die Verkehrssicherheit dem Interesse am raschen Vorwärtskommen in der Regel vorgehen muß. In der Straßenverkehrsordnung wird demnach auf eine rein ziffern mäßige Begrenzung der Fahrgeschwindigkeit verzichtet und lediglich eine mäßige Geschwindigkeit vorgeschrieben, sofern in eine Hauptstraße eingebogen oder diese überquert werden soll. Mit der Beseitigung der Höchstgeschwindigkeiten auch in geschlossenen Ortschaften ist nun nicht etwa erlaubt, ohne Rücksicht auf die Verkehrslage, mit jeder dem Fahrer angemessen erscheinenden Geschwindigkeit zu fahren. Der Fahrzeugführer muß vielmehr jederzeit in der Lage sein, seinen Verpflichtungen im Verkehr Genüge zu leisten. Diese Verpflichtungen bestehen in der Vermeidung von Verkehrsgefährdungen. Schädigungen Behinderungen und Belästigungen, darüber hinaus in der Vermeidung alles Vorschriftswidrigen. Mit welcher Geschwindigkeit gefahren werden darf, richtet sich nicht nur nach den örtlichen Verhältnissen, sondern auch nach den gesamten sachlichen und persönlichen Umständen, namentlich nach der Beschaffenheit des Fahrzeuges und der Fahrtüchtigkeit des Fahrers. So muß er immer darauf Rücksicht nehmen, daß eine Straße regelmäßig nicht von ihm allein benutzt wird; bei plötzlich auftretenden Hindernissen muß er also rechtzeitig halten können. Hierbei braucht er aber jetzt nicht mehr mit unerwarteten Zufällen zu rechnen, die durch unverständiges oder verkehrswidriges Verhalten anderer entstehen; denn das Vorrecht unvernünftigen Verhaltens einzelner besteht nach der neuen Verkehrsregelung nicht mehr. Wenn jedoch ein Fahrer mit einer„langen Leitung", also einem langsamen Reaktionsvermögen, so schnell fährt, daß er nach Auftauchen eines Hindernisses sein Fahrzeug nicht rechtzeitig zum Stehen bringt. dann handelt er schuldhaft. Er ist auch verantwortlich zu machen, wenn er trotz bestimmter Fehler an seinem Fahrzeug bestimmte Geschwindigkeiten überschreitet, wenn er weiß, daß seine Bremsen einen längeren Bremsweg verlangen, dann muß er eben seine Geschwindigkeit so einrichten, daß er sein Fahrzeug doch noch zum Stehen bringt. Ist die Sicht durch die Windschutzscheibe beeinträchtigt, so muß langsam gefahren werden. Im allgemeinen ist die Geschwindigkeit danach einzurichten, daß die Entfernung, auf die gehalten werden kann, nicht größer ist, als die Uebersicht über die Fahrbahn reicht. Unzulässig ist dernnach jede Geschwindigkeit, die einen Bremsweg bedingt, der größer ist als die übersichtliche Strecke der Fahrbahn. Zur Fahrbahn, die der Führer überblicken muß, gehören auch die Geländeteile rechts und links der Straße dann, wenn aus ihnen jederzeit Hindernisse auf die Fahrbahn gelangen können. Kreuzungen und Einmündungen, auch Krümmungen, brauchen nicht den Ueberblick zu behindern. Auf offener, übersichtlicher Landstraße ist die Geschwindigkeit grundsätzlich unbeschränkt. Jeder Verkehrsteilnehmer muß hier mit hohen Geschwindigkeiten von Kraftfahrzeugen rechnen und sein Verhalten danach einrichten. Allgemein muß der Fahrer eines Fahrzeuges seine Geschwindigkeit auch nach der Verkehrslage einrichten. Bei lebhaftem Verkehr muß er seine Bremsstrecke der verschiedenen Schnelligkeit der anderen Fahrzeuge anpassen. Wo aus der Verkehrslage die Pflicht zum langsamen Fahren folgt, kann er sich dieser Verpflichtung nicht schon allein durch Abgabe von Warnzeichen ent ziehen. Die Notwendigkeiten des Langsamfahrens und der Abgabe von Warnzeichen bestehen grundsätzlich neben einander. Auf das Erscheinen unbeleuchteter Fahrzeuge braucht der Kraftfahrer seine Geschwindigkeit jedoch nicht einzurichten. Und wie steht es bei der Ueberquerung von Eisenbahnübergängen? Auch die neue Fassung der Straßen verkehrsordnung weist auf die Pflicht zur gesteigerten Sorgfalt an Eisenbahnübergängen hin, vorausgesetzt, daß diese bei Anwendung der erforderlichen Aufmerksamkeit als solche erkennbar sind. Die Reichsbahn hat die Eisenbahnübergänge an den Reichsstraßen durch Baken gesichert. Auf Grund dieser Ankündigung der Gefahrenquelle soll sich der Fahrer darauf einrichten, daß er die Schienenstränge nicht mit zu hoher Geschwindigkeit über quert und vielleicht die Herrschaft über das Fahrzeug verliert oder bei Niedergehen der Schranken sein Fahr zeug noch rechtzeitig vorner zum Stehen bringen kann. Besondere Aufmerksamkeit ist an den unbeschrankten Uebergängen erfordetlich, aber auch beschrankte Ueber gange darf der Fahrer nicht sorglos überqueren; er muß unter Umständen seine Geschwindigkeit mäßigen. Coangelische Gottesdienstordnung Sonntag, den 9. Oktober 1938. Herne. Hauptkirche: 8 Uhr Frühgoktesdienst, Pfarrer Lethaus Bethel(40. Jahresfest der Evangelischen Gesellschaft); 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, Pfarrer Vohwinkel; 11.15 Uhr Kindergottesdienst, Pfarrer Helmich; 13 Uhr masurischer Goktesdienst mit Feier des hl. Abendmahls, Pastor Schneider; 15 Uhr Taufen, Pfarrei Vohwinkel.(Die Taufen sind in der Woche vorher bei dem Bezirkspfarrer anzumelden.) Donnerstag 20 Uhr Gebetsstunde, Pfarrer Vohwinkel. Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarree Hartmann; Taufen; 11 Uhr Kindergottesdienst. Waldschule Constankin: 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Schaub; 10.45 Uhr Taufen; 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Evangelisches Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst, Pfe. schaub. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst. Pfr. Kiehl; 11 Udr Kindergottesdienst, Pfarrer Kiehl; 11.45 Uhr Taufen. Amtswoche: Pfarrer Vohwinkel. Vorsitz im Presbykerium: Pfarrer Helmich. Baukau. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Hensenz 14.20 Uhr Kindergottesdienst; 12.15 Uhr Taufen. Mittwoch 20 Betstunde für die Not der Arche. Sodingen. Sonntag 9.30 Uhr Gottesdienst. Pfr. Ruwtsch; 2 UKindergottesdienst; 12 Uhr Tauffeter. Bladenhorst. Sonntag 10 Uhr Pastor Friksch: 11.15 Uhr Kindergokfesdienst. Holsterhausen(Eickel II). Sonntag 10 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Steflz 11.20 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Taufen und Tranungen. kochen wir nächste Woche? Küchenzeklel des Deutschen Frauenwerks, Gau Westfalen=Süd. Montag: Tomakensuppe, Quarkgriesklöße, Endivtensalat. Dienstag: Griessuppe, gekochte grüne Heringe, Pellkarkoffeln, Kräutertunke. Mittwoch:„Grüne Bohnen mit durchwachsenem Speck, Birnenkompott. Donnerstag: Obstsuppe mik Sago, Hackbraken mit Möhren, Salzkartoffeln. Freitag: Fischgemüsesuppe, Königsberger Klops aus Fischgehacktem, Salzkartoffeln, Rote Beete. Sonnabend: Tomatennudelsuppe mit Rindfleisch Sonntag: Blumenkohlsuppe, Schmorbralen, Rotkohl, Salzkartoffeln, Apfelmus. Aus amtlichen Bekanntmachungen Der am 8. Juli 1938 aufgestellte Fluchtlinienplan für den Teil der Ludwigstraße von der Pöppinghauser Straße bis zum Rhein-Herne=Kanal ist am 5. Oktober 1938 förmich festgestellt worden. Der Plan liegt in der Zeit vom 8. Oktober dis einschl. 21. Oklober 1938 im Stadtplanungsamt Sparkassengedäude, 3. Obergeschoß, Zimmer 36, zu jedermanns Einsicht offen. Der Oberbürgermeister. In unser Handelsregister. Abt. A. Nr. 764— Gewerkschaft Dorn in Herne— ist am 5. Oktober 1938 folgendes eingetragen worden: Dem Assessor Dr. jur. Helmut Leissing n Herne ist derartig Gesamtprokurg erteilt, daß er berechigt ist, mit einem weiteren Prokuristen oder einem Handungsbevollmächligten die Firma„# zeichnen und rechtsverbindlich zu verkreten. Amtsgericht Herne. Oeffentliche Mahnung der evang. Kirchensteuer für das zweite Viertel des Rechnungsjahres 1938. Ab 10. Oktober 1938 erfolgt die zwangsweise Beitreibung Von diesem Tage an werden die gesetzlichen Zuschläge erhoben Ilnanzamt Herne Kirchensteuerstelle. 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Sie sind eingezogen in die Heimat, die ihnen der Fühler wierergab und für die sie sich mit ihrem Blute einsetzten. Erschütternde Szenen der Wiedersebensfreude spielten sich ab. Bis weit über die Grenze der inneren Stadt hinein eilten die Angehörigen der Freikorvsmänner den Einmarschierenden entgegen, als ihre Ankunft durch Lautsprecher bekanntgegeben wurde. Blitzschnell bildeten sich zu beiden Seiten der langen in das Innere führenden Straßen ein dichtes Spalier von Menschen, die Blumen und Erfrischungen herbeischleppten. Durch eine Dopvelmauer jubelnder und winkender Menschen zogen die Abteilungen mit klingendem Spiel in Karlsbad ein. Dichter und dichter drängten sich die Menschen zum Adols=Hitler=Platz. dem früheren Becher=Platz. Hier erwartete der Stadtkommandant die sudetendeutschen Freikorpsmänner zusammen mit dem Stabsführer des Sdck. und dem Kommandanten der Ordnungsvolizei im Abschnitt 3. In strammem Schritt marschierten die Männer an ihnen vorbei. Die ersten sudetendeutschen Soldaten aus der tschechischen Armee entlassen Zu Fuß über die Demarkierungslinie. DRB. Karlsbad, 7. Okt. Im Laufe des Donnerstag sind die ersten von den Tschechen auf Grund des Münchener Abkommens entlassenen sudetendeutschen Soldaten in Karlsbad eingetroffen. Rund 400 Mann, die in der Nähe von Prag in Garnison standen, wurde am Samstag voriger Woche der Besehl verlesen, daß sie entlassen würden. Daraufhin wurden ihnen die Wassen sofort abgenommen. Immerhin dauerte es aber noch volle drei Tage, ehe sie ihre Entlassungsscheine erhielten. In einem Sammel= wurden die Sudetendeutschen dann bis zur letzasahnstation vor der deutschen Zone gebracht. Die ersten Geiseln nach Eger zurückgekehrt Eger, 7. Okt. Mit einem Sonderzug der Deutschen Reichsbahn sind am Donnerstagabend in Eger etwa 300 Volksgenossen eingetroffen, die zum Teil von den Tschechen als Geiseln verschleppt worden waren. Es handelt sich um etwa 170 der in Westböhmen am 24. und 25. September verhafteten Geiseln. Der Rest sind militärpflichtige Personen. Unter den Heimgekehrten befinden sich auch zwei Reichsdeutsche, der Zöllner Anton Lutz und der Privatbeamte Johann Neumeier, beide aus München. Die 170 Geiseln waren bis zu ihrer Freilassung im Interniertenlager in Südmähren untergebracht gewesen. Der Lagerkommandant. ein Gendarmeriehauptmann, ließ dann die Geiseln, von denen er bereits wußte, daß sie freigelassen waren, unter schärfster Gendarmeriebedeckung nach Gayda bringen. Er drohte ihnen mit Kerkerstrafen und Erschießen, wenn sie einen Fluchtversuch unternehmen würden. Die Verantwortung über den Transvort der Geiseln nach ihrer Heimat hatte der ehemalige Abgeordnete Ingenieur Kallina aus Karlsbad übernommen. Sofort nach Betreten des befreiten Heimatbodens richtete Kallina an den Führer folgendes Danktelegramm: „Mein Führer! Nach Ueberschreiten der neuen Grenze übermittle ich namens der soeben ins befreite Egerland aus dem tschechischen Konzentrationslager zurückgekehrten ersten 170 Geiseln Ihnen als dem Befreier unserer Heimat vom tschechischen Joch tiefgefühlten Dank und die Versicherung ewiger Treue. Heil Hitler!“ Die Regierung Tiso Preßzburg im Schmuck der neuen Slowakenfahne. DRB. Preßburg, 7. Okt. Die erste slowakische Regierung mit Ministerpräsident Abgeordneter Tiso an der Spitze setzt sich zusammen: Professor Cernak(Schulwesen). Dr. Ferdinand Durcansky(Inneres). Ingenieur Peter Zatko(Landwirtschaft) und Abgeordneter Tepliansky(Posten noch nicht bekannt). Ministervräsident Dr. Tiso ist vorläufig von Prag vereidigt worden. Die Uebernahme der Regierung erfolgt in legaler Form In Preßburg hat sich ein Nationalrat gebildet, der zur Stunde noch tagt. Der größte Teil der Häuser Preßburgs trägt zum Empfang der slowakischen Regierung. der heute abend erfolgen wird. Festschmuck. Die neuen slowakischen Fahnen wehen von allen Dächern, die Fronten der Häuser sind mit Grün geschmückt. Die Bildung einer eigenen Regierung wurde vom ganzen slowakischen Volk mit ungebeurem Jubel ausgenommen. Die Fahne der Slowakei ist dem slowakischen Wapven nachgebildet; sie besteht aus einem blauen Grundtuch mit einem weißen runden Mittelfeld, das ein rotes Dovvelkreuz trägt. Dr. Josef Tiso, der erste Ministerpräsident der Slowakei Dr. Josef Tiso, der Vorsitzende der ersten slowakischen Regierung, steht im 51. Lebensjahre. Er stammt aus Groß=Bytca. Dr. Tiso, der in Wien studiert hatte und 1918 Professor der Theologie wurde, gründete in der Umsturzzeit den Slowakischen Nationalrat in Neutra. 1921 wurde er zum Sekretär des Bischofs von Neutra ernannt. 1924 wurde er Pfarrer in Banovce, später Bezirksdechant. Dem Prager Abgeordnetenhaus gehört Dr. Tiso seit 1925 als führendes Mitglied der Slowakischen Volkspartei an, die er in den Jahren 1927•28 als Minister für Gesundheitswesen vertrat. Auch nach dem Wiederaustritt der Partei setzte sich für die Erfüllung der politischen Forderungen der wakischen Volkspartei ein, die er im Verhandlungszu erreichen suchte. Westfalen Festnahme einer Gköpfigen Diebesbande durch die Hülser Kriminalpolizei. Marl, 7. Okt. In den letzten Monaten wurden in Hüls bei Geschäftsleuten und in dem Ausflugsort„Loemühle", fortgesetzt Diebstähle ausgeführt. Die Diebe gingen so zu Werke, daß sie mit der Beute unerkannt entkommen konnten. Bei einem Geschäftsmann in Hüls wurden fortgesetzt In den Mittagsstunden und abends nach Ladenschluß Gelddiebstähle ausgeführt. Die Täter drangen durch den Keller oder durch die verschlossene Ladentür in das Innere des Lokals ein. Am 4. 10. abends lief einer der Täter in die ihm gestellte Falle. Er konnte festgenommen werden, als er im Begriff war, die Registrierkasse zu öffnen. Im Verlaufe der Ermittlungen gelang auch die Festnahme weiterer fünf Fäter. Es handelt sich um sechs 15—18jährige Burschen aus Hüls, die fortgesetzt gemeinsam Diebstähle ausführten. Dem Hülser Kaufmann haben sie um erhebliche Beträge geschädigt. Die Burschen nahmen Geld. Flinte#, Fahrradteile und sonstige Gebrauchsgegenstände mit. An Sonntagen zogen die Burschen zur Loemühle und beraubten dort partende Autos. Sie hatten es auf Geld, Uhren, Photoapparate und sonstige Wertgegenstände abgesehen. Sogar die Badegäste waren vor dem Treiben der Burschen nicht sicher. So stahlen sie einem Badegast eine goldene Uhr im Werte von 150 RM. In einem Walde in der Nähe der Jahnschule in Hüls kamen die Burschen öfter in der Dunkelheit zusammen und veranstalteten Trinkgelage. Die Getränke(Bier, Wein und Schnaps) stahlen sie einem in der Nähe wohnenden Bierverleger. Sie besaßen sogar die Frechheit, in die Wohnung einer Witwe einzudringen und dort Geld zu stehlen. Der Hülser Kriminalpolizei gelang jetzt die Aufklärung von 26 schweren und 9 leichten Diebstählen. Eine große Menge Diebesgut konnte wieder herbeigeschafft und den Geschädigten ausgehändigt werden. Sturm- und Unwetterschäden Hagen, 7. Okt. Ueber dem westlichen Sauerland tobt seit fast drei Tagen ein Herbststurm, wie wir ihn selten erleben. Ueberall liegen Teile von Baumkronen auf den Wegen, und auf dem felsigen Boden sind die nicht so standfesten Bäume in steter Gefahr. An der Haltestelle Holthausen wurde am Fuße des Weißensteins eine ganze Anzahl schwerer, akter Buchen entwurzelt. Ueber Hagen und dem unteren Lennetale ging ein Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen nieder, das auch starken Hagelschlag im Gefolge hatte. Bei Haus Nachrodt durchschlug ein fallender Baum die elektrische Oberleitung der Straßenbahn und der Straßenbeleuchtung und gefährdete den Verkehr. Ueberall hier in der Gegend ist der Verkehr durch umgewehte Bäume stark behindert. Der Naturschutz im Kreise Büren Büren, 7. Okt. Wir haben wiederholt mit Genugtuung über die sehr regen Bemühungen der zuständigen Stellen berichten können, irgendwie gefährdete Naturdenkmäler unter Schutz zu stellen. Interessant ist es daher, zu hören, was durch den Landrat des Kreises Büren lt. Bekanntgabe im„Amtsblatt der Regierung zu Minden“ unter Naturschutz gestellt und damit für unabsehbare Zeit der Erhaltung gesichert ist: 136 Linden, 24 Eichen, 23 Buchen, 3 Fichten, 6 Eschen, 3 Birken, 2 Ulmen, 4 Eiben, 23 Kastanien, 6 Lärchen. 4 Ahorn. 1 Weide, 5 Pappeln, 1 Akazie, 2 Wacholder, 1 Quelle, 6 Erdfälle, 1 geologischer Aufschluß, 2 Findlinge, 2 Felspartien, 4 Pflanzenschutzgebiete, 16 Baumreihen an Alleen. Straßen= und Wegeabschnitten, 29 Baumgruppen mit mehr als 5 Bäumen, 4 Strauchgruppen, besonders Wacholder= und Stechpalmenbestände, 1 Danddüns, 1 Weißdornfigurenhecke, 3 Findlingsgruppen und 1 Flußhöhle. Es mag noch erwähnt sein, daß bei einer größeren Anzahl von Naturdenkmälern auch die nähere Umgebung mirgeschützt wird, also Rasenplätze, anderer Baumbestand, ebenso der Bestand und Rheinland an Sträuchern, Bildstöcke, erhaltenswerte Ruinen, charakteristische Landschaftsbestandteile, die zugleich auch bei Anlegung der Landschaftsschutzkarte in Frage kommen, ebenso Felsen und Bachläufe. Bei einigen anderen Naturdenkmälern wieder wird die forst=, land= oder viehwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Weise weitergestattet, jedoch unter ausdrücklicher Schonung des geschützten Pflanzenbestandes. Waltrop bekommt ein neues Hebewerk Waltrov, 7. Okt. Wie von zuverlässiger Seite zmitgeteilt wird, soll unsere Gemeinde in absehbarer Zeit ein neues Schiffsbebewerk erhalten, das in der sogenannten Schwarzen Kuhle gebaut werden wird. also in der Bauerschaft Oberwiese. Es wird jedoch nicht, wie von anderer Seite erklärt wird, ein„Riesen=Hebewerk“ werden. sondern sich in der Größe des alten und der Schachtschleuse halten. Der Bau dieser Anlage hat sich als notwendig erwiesen. nachdem das alte und die Schachtschleuse nicht mehr in der Lage sind, die ganz großen Schleppkähne zu bewältigen. Der„Blaue Vogel“ gesangen Essen, 7. Okt. Die Essener Große Strafkammer verurteilte wegen fortgesetzter gemeinschaftlicher Steuerhinterziehung den 25 Jahre alten Angeklagten Mar L. aus Duisburg zu einem Jahr Gefängnis, zu einer Geldstrafe von 610000 RM., ersatzweise zwei weitere Monate Gefängnis und zu einem Wertersatz von 5400 RM., ersatzweise einer weiteren Woche Gefängnis und den 34 Jahre alten Max G. aus Essen=Borbeck zu acht Monaten, einer Woche Gefängnis, zu einer Geldstrafe von 405000 RM., ersatzweise sachs Wochen Gefängnis, zu einem Wertersatz von 3601.50 RM., ersatzweise einer Woche Gesängnis und wegen Devisenvergehens zu einer Geldstrafe von 1800 Reichsmark, ersatzweise drei Tagen Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde beiden Angeklagten voll angerechnet. Der Angeklagte L. hatte als Fahrer eines Kraftwagens nach seinem eigenen Geständnis dreimal sechs Zentner Tabak aus Holland nach Deutschland geschmuggelt und in die Mühle des Angeklagten G. gebracht, der dann für den Absatz sorgte. Schon seit dem Jahre 1936 fahndete die Zollbehörde nach einem Kraftwagen, der des öfteren in schnehler Fahrt an der Grenze durchbrach. Trotz eifrigster Nachforschungen und Sicherungsarbeiten konnte der Wagen nie gestellt werden. In der Nacht zum 29. Juli v. J. lagen die Beamten wieder auf der Lauer, als der„Blaue Vogel“. auf welchen Namen der Wagen getauft war. in schnellster Fahrt wiederum die Grenze durchbrach. Die Zollbeamten machten von der Schußwaffe Gebrauch und trafen den Wagen auch mehrfach. Auf Grund dieser Kugeleinschläge konnte der„Blaue Voge!“ dann in einer Autoreparaturwerkstatt ermittelt werden. L. und G., die beide bereits mehrfach und einschlägig vorbestraft sind. waren der Zollbehörde schon bekannt. der Angeklagte L. batte durchweg nur vom Schmuggeln gelebt. 150=Millionen=Kredit an die Türkei Ankara, 7. Okt. Ueber die Verhandlungen des Reichswirtschaftsministers Funk in Ankara mit dem türkischen Wirtschaftsminister Kesebier wurde ein abschließendes Kommuniquee herausgegeben, in dem es heißt, daß bei den Besprechungen, die in den letzten Tagen zwischen Reichswirtschaftsminister Funk und dem türkischen Wirtschaftsminister geführt wurden, die Grundlagen für einen von Deutschland an die Türkei einzuräumenden Kredit in Höhe von 150 Millionen RM. festgelegt worden seien. Dieser Kredit soll zur Bezahlung von Aufträgen industrieller und militärischer Natur sowie zu Bestellungen auf dem Gebiete der Rüstungsarbeiten und anderen Zwecken Verwendung finden. Trabrennen zu Gelsenkirchen Der Trahrennverein Recklinghausen hält seinen letzten diesjährigen Renntag am kommenden Montag auf der Gelsenkirchener Bahn ab. Das für diesen Tag aufgestellte Programm ist sehr umfang= und abwechslungsreich. Die einzelnen Rennen sind gut besetzt und versprechen interessanten Sport. Die gewinnarme Klasse leitet den Nachmittag mit „Preis von Mariendorf“ ein, für den wir Milanka. Peter Watts. Matador und Norbert Guy in die engere Wahl stellen. Für Zweijährige mit geringer Gewinnsumme ist der „Preis von Regensburg" ausgeschrieben. Hier könnte der Stall Middeldorf, der mit Kalmar und Marietta ins Rennen geht, erfolgreich sein. Sonst sind noch Rauhreif und Henni Mochester zu nennen. Der„Preis von Bahrenfeld“ ist den Amateurfahrern vorbehalten. Rufi könnte hier seine Erfolgsserie fortsetzen. Seine Gegner sind in erster Linie Constantia. Peter Watts und Kardia. Die bessere Klasse der Zweijährigen trifft sich im „Preis von Farmsen".. Für den Ausgang werden Marie Guy. Henrick, Glückauf und Manja in Frage kommen. Im Mittelpunkt des Programms steht der„Preis von Pfarrkirchen“. in dem sich die bessere Klasse trifft. Cito Watts, der mit Lehrlingserlaubnis ins Rennen geht, hat hier gute Aussichten, er hat allerdings in Jean W., Angelus, Herenmeister. David Bingen und National schwere Gegner.— Einen interessanten Verlauf verspricht der„Preis von Ruhleben“ zu nehmen, in dem sich die gute Mittelklasse trifft. Dina Loh. Hanni H.. Hansi Watts. Herodias W.. Handball. Humulus und Nationale werden in erster Linie für den Ausgang in Frage kommen. Eine Wahl zwischen diesen Pferden ist schwer und mehr Gefühlssache. Startet Rufi im„Preis von Daglsing", so muß man ihm hier ebenfalls die erste Chance einräumen. Sonst sind noch Christoph. Hanni H., Natango und Gardefuß zu nennen. Der„Preis von München“ ist als Ausgleich auf der Grundlage von 1:35 ausgeschrieben. Luitvold und Cavitän haben hier große Vorgaben zu leisten, sind aber trotzdem möglich. Sonst sind noch Lederstrumpf. Goldine und Benedikt in Betracht zu ziehen. Unsere Voraussagen: 1. R.: Milanka— Peter Watts— Matador. 2. R.: Stall Middeldorf— Raubreif— Guy Watts. 3. R.:(Rufi)— Tonstantia— Kardia. 4. R.: Marie Guy— Henrick— Manja. 5. R.: Cito Watts— Jean W.— Angelus. 6. R.: Dina Lob— Hansi Watts— Handball. 7. R.:(Rufi)— Hanni H.— Christovh. 8. R.: Goldine— Lederstrumpf— Luitvold. Rennen zu Dortmund Kartellrennen der Dreijährigen als Höbevunkt. Am kommenden Sonntag ist wieder einmal die prachtvolle Wambeler Bahn das Ziel der westdeutschen Sportfreunde. Der Dortmunder Rennverein hat für den ersten Tag seiner Oktoberveranstaltung eine Karte zusammengestellt, die jedem Geschmack etwas bietet und in der Entscheidung des Kartellrennens der Dreijährigen givfelt. Diese über die Derbystrecke führende Prüfung verspricht bei der Teilnahme der Berliner, Dürer. Steinbach. Thronfolger und des Müncheners Pessimist einen spannenden Verlauf. Die umrahmenden Geschehnisse stehen durchweg im Zeichen starker Felder, so daß es an ausreichender Unterhaltung nicht sehlen wird. Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Dickwurz—. Gastgeber 2. Rennen: Staatsvaladin— Tauverle. s. Mennen: Pessimist— Brocken. 4. Rennen: Palander— Allusion. 5. Rennen: Heldenjaust— Seni. 6. Rennen: Forstgraf—. Smike. 7. Rennen: Insant— Melle. 8. Rennen: Perbellina— Graf Han. Rennen zu Enghien. 1. Rennen: 1. Thalissite(Sentier). 2. D. d. Sek. 3, Ferrara. Toto: Sieg 33. Platz 13. 13. 21:10. Ferner 7 Pierde. La.: 4. 1⅛. 3. 2. Rennen: 1. Le Fetiche 2(Bates). 2. Buzzard. 3. El Syba. Toto: Sieg 121. Platz 30. 17. 24:10. Ferner 8 Pferde. Lg.: 6, 2½, 3. 3. Rennen: 1. Lucia 2(Sauli). 2. Quadi. 3. Malik Shah. Toto: Sieg 13. Platz 11. 21:10. Ferner 3 Pferde. Lg.: 4, KK., 3. 4. Rennen: 1. Ingre(Bonaventure). 2. Vimar. 3. Dark Martel. Toto: Sieg 11. Platz 11. 19:10. Ferner 1 Pferd. Lg.: 5. 5. 10. 5. Rennen: 1. Zero(Rochet). 2. Tassili. 3. Calabraise Toto: Sieg 58. Platz 22. 29. 63:10. Ferner 9 Pferde. La.: 1. H., 4. 6. Rennen: 1. Pont Neuf(Bates). 2. Aqueduc. 3. Empressee. Toto: Sieg 44. Platz 16. 22. 16:10. Ferner 5 Pferde. La.: H., 1. 3. Berliner Börse Aktien uneinheitlich. Renten freundlich. Der Geschäftsumgang blieb auch heute wieder enn begrenzt. Obwohl von der Bankenkundschaft eher Kaufaufträge erteilt worden waren, blieben sie ohne kurzsteigernde Tendenz, da der berufsmäßige Handel offenbar noch reichlich Material zur Verfügung hat und dieses abzustoßen bestrebt war. Im allgemeinen vollzog sich daher der Austausch von Angebot und Nachfrage auf wenig veränderter Grundlage. Vielfach konnten Anfangskurse mangels Umsatzes nicht ermittelt werden. Die Tendenz blieb weiter freundlich. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Das Inlandsgeschäft ruht nahezu völlig. Die Mühlen konnten keine neuen Exportaufträge bereinnehmen. Die Märkte im Osten melden keine Veränderungen in ihren Preisen. Kaffee: Der Umsatz mit dem Inlande und auch in der Durchfuhr hat gegen die Vortage kaum eine Zunahme erfahren. Die Preisbasis ist die gleiche geblieben. Schmalz: Ruhig. Unverändert. Fettwaren: unverändert. Hülsenfrüchte: Bei nur mäßigem Angebot ist der Umsatz zwar nicht sonderlich groß, doch bleibt die Haltung freundlich bis fest. Preise unverändert. Oele und Fette: Das Geschäft hält sich weiter in engen Grenzen. Nur ganz vereinzelt kommt es zu kleinen Umsätzen, wobei die bisherigen Preise zugrunde gelegt werden. Besonders begehrt sind Kokoskern. Fettsäuren. die aber meist nur gering zur Verfügung stehen. Im internationalen Verkehr ist die Preisgestaltung ziemlich stabil. Gewürze: Bei unverändert ruhigem Handel und stetiger Tendenz traten Aenderungen in den Preisen nicht ein. Rohkakao: Es kommt nur zu mäßigem Absatz nach dem Inlande, da die Abnehmer sich meist abwartend verhalten. Auch an den internationalen Märkten ist die Geschäftstätigkeit nicht sehr umsangreich. Die Preise lauten meist wie bisher. Kakaohalbfabrikate: Für Kakaohalbfabrikate ist die Markt= und Preislage wie bisher. Kautschuk: Stetig. Sheets loko 8½ Pence für ein lb. per Nov.=Dez. 89/16 Pence für ein lb. Zucker: Effektivmarkt: Ruhig, stetig. Britischer Zucker gab etwas im Preise nach. Tschechen Kristalle fehlt. British fine Granuladet per Okt.=Nov. 6/11¼ sh. für 1 cwt., netto fob London. Terminmarkt: Ruhig und unverändert. Viehmärkte Dortmunder Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder, gesamt 1216. darunter: Ochsen 253. Bullen 369. Kühe 324, Färsen(Kalbinnen) 270 Ziegen 1. Kälber 395. Schafe, Lämmer und Hammel 206. Schweine 780. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige. ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45. sonstige vollfleischige 40—41, fleischige 36. Bullen: Jüngere. vollfleischige höchsten Schlachtwerts 42—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—39, fleischige 33—34, gering genährte 27. Kühe: Jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 42—43. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—39, fleischige 31—33, gering genährte 23—25. Färsen(Kalbinnen): Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44. vollfleischige 38—40, fleischige 33—35, gering genährte 27—28. Kälber: Beste Mastund Saugkälber 63, mittlere Mast= und Saugkälber 57, geringere Saugkälber 48. geringe Kälber 35—38. Lämmer. Hammel und Schafe: Beste Stallmastlämmer 52, beste Weidemastlämmer 52. Stallmasthammel., beste, jüngere 48—50. Weidemasthammel, beste jüngere 48—50, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 40—45, geringe Lämmer und Hammel 40—45. Schafe: Beste Schafe 38—42, mittlere Schafe 38—42, geringe Schafe 18—30. Schweine: Fettschweine über rund 150 Klg. Lebendgewicht 56.5, vollfleischige Schweine von 135—149 Klg. Lebendgewicht 55.5. vollfleischige Schweine von ca. 120—134 Klg. Lebendgewicht 54½. vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 52½. vollfleischige Schweine non ca. 80—100 Klg. Lebendgewicht 49½, vollfleischige Schweine von ca. 60—80 Klg. Lebendgewicht 49¼. fleischige Schweine unter 60 Klg. Lebendgewicht 49½, fette Specksauen 53½ RM. Marktverlauf: Rinder und Kälber zugeteilt. Schafe geräumt. Schweine zugeteilt. Wie wird das Wettes? Die intensive Wirbeltätigkeit über dem Nord=Atlantik bringt uns immer wieder unter ziemlich lebhaften Winden einzelne Regenschauer. Es ist für die nächste Zeit keine Aenderung abzusehen. Leichter Nachtfrost ist jedoch vorerst in den höchsten Lagen zu erwarten. Vorhersage für Samstag: Bei lebhaften bis stürmischen Winden um Südwest stärker und wechselhaft bewölkt, einzelne Regenschauer. mäßig kühl. Vorhersage für Sonntag: Wenig verändert. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Fortbestand der unsreundlichen Westwetterlage. Rundfunk=Programm Samstag. den 8. Oktober 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebens! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter. Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Wohl bekomm's. 9.15 Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 9.45 Nachrichten. 10.00 Geschlagen zieh'n wir nach Haus. Unsere Enkel fechten's besser aus. Hörspiel aus der Geschichte des deutschen Bauernkrieges 1525. 11.45 Herbstgemüse auf dem Küchenzettel. 11.55 Marktberichte des Reichsnährstandes— Wettermeldungen für die Landwirtschaft. 12.00 Mittagskonzert., 1. Streicher: Wir bleiben unserem Führer treu. 2. MozartStüber: Suite aus„Cosi fan tutte": a) Militärmarsch. b) Liebeslied. c) Capriccio. d) Serenade. e) Finale. 3. Beethoven: Romanze in F=Dur. 4. Svendsen: Carneval in Paris. 5. Jascha: Orientalische Legende. 6. J. Strauß=Stala: Walzer aus„Fanny Elßler". 7. Hoffmann: Gruß aus Psaffstätten. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Konzertfortsetzung. 1. Strauß: Fledermaus=Ouvertüre. 2. Jos. Strauß: Perlen der Liebe. 3. Komzak: a) Volksliedchen. b) Märchen. 4. Schönherr=Kemeter: Allerhand vom Donaustrand. 5. Komzak: 84er Regimentsmarsch. 14.00 Nachrichten— Sportvorschau. 4,10 Wochenendkonzert(Schallplatten). 15.30 Jungmädel erzählen: Aus der alten Märchentruhe. 16.00 Wie es euch gefällt. Das tönende Skizzenbuch, geführt von Ganß. bringt den Bunten Samstag=Nachmittag. 18.00 Was bringt der Reichssender Köln in der kommenden Woche? 18.10„Leute. höret die Geschichte“. Sänger auf dem Bänkel und Lieder von der Straßenecke. 19.00 Zur Unterhaltung. Es svielt das Unterhaltungssertett. 19.50 Vom Tage. 20.00 Nachrichten. 20.10 Bunte Melodien. Trude: Wüsten (Sopran). Schabo(Tenor). Schneider(BaßBariton), die Ehrenfelder Mandolinen= Vereinigung u. das Unterhaltungsorchester. 22.00 Nachrichten. 22.15—24.00 Spätmusik. 13.00—13,10 Nachrichten Glückwünsche. Sonntag, den 9. Oktober 1938. 6.00 Hamburger Hasenkonzert. 8.00 Wetter, Wasserstand. 8.05 Mein Hund weckt mich. 8.15 Orgelstunde. 9.00 Morgenseier der Hitlerjugend. 9.30 Musik am Sonntagmorgen(Schallplatt.). 10.45 Der Lautsprecher auf dem Küchenschrank. 11.30 Kleine Werke großer Meister, dazu alte Volkslieder. 12.00 Mittagskonzert. 1. Schubert: Ouvertüre zu„Rosamunde", 2. Grieg: Norwegische Länze Delibes: Ballettmusik aus„Sylvia“. 4. Lanner: Hofballtänze. 5. de Micheli: Erste kleine Suite. 6. Löhr: Ein Fest in Schönbrunn. 7. Pogorelow: Mazurka. 8. Prager: Rheinische Rhavsodie. 9. Kick=Kletzki: Die Auserkorene. 10. Goetze: Melodien aus„Der goldene Pierrot“. 11. Voigt: Ueber alle Sender. 14.00 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Der Kievenkerl packt aus. 15.30 Sang und Sage im Siebengebirge. 16.00 Musik am Nachmittag vom Deutschlandsender: darin 17.00—17,10 Reiseberichte— fremde Gesichte. 18.00 Dichterstimmen auf Schallplatten. 18.35 Musik auf zwei Klavieren. 1. Chovin: Rondo. Werk 73 C=Dur. 2. Nachmaninow: Romanze und Walzer aus der 2. Suite. 19.00 Zum 200. Male! Wo bist du. Kamerad? 19.30 Hacke tau! Zum 125jährigen Jubiläum des Inf.=Reg. Freiherr von Sparr(3. Westf.) Nr. 16. 19.45 Der Sonntag im Rundsunkbericht und Sportvorbericht. 20.00 Nachrichten. 20.10 Gute Laune. Ein buntes Unterhaltungskonzert. Gabriele Possinke(Sopran). Lembach(Tenor) und andere Solisten. Es spielt das Unterhaltungsorchester. 22.00 Nachrichten. 22.30 Unterhaltung und Tanz. 24,00—3.00 Nachtmusik zur Unterhaltung. Montag, den 10. Oktober 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebens! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7,00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert, 8.00 Wetter. Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten. 10.00 WHW. Drei große Zauberbuchstaben leuchten wieder über Deutschland. 11.45 Saubere Blattgewinnung bei der Hackfruchternte. 11.45 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00 Die Werkvause auf der Ordensburg Vogelsang. Es spielt der Musikzug der Ordensburg. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Schloßkonzert. 1. Järnefeldt: Präludium und Wiegenlied. 2. Raff: Reigen der Gnome und Sylpben. 3. Drei Lieder: Wolf: a) Verborgenheit. b) Ich hab in Penna einen Liebsten. c) Reger: Bienchen flimmert im Sonnenschein, 4. Schlemm: Romantischer Walzer 5. Schubert: Andantino quasi Allegretto. 6. H. Blättermann: BallettDivertissement: Graziöser Walzer: Intermezzo und Zweischritt: Gavotte: Saltarello. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Für große und kleine Leute. 15.30 Zwischenmusik. 15.40 Das gute Buch. 16.00 Nachmittagskonzert. 1. Marschner: Ouvertüre zu„Hans Heiling". 2. Volksmann: Serenade Nr. 3 D=Moll für Streich= orchester. 3. Bruch: Schwedische Tänze. 4. Rimski=Korssakow: Hymne an die Sonne. 5. Sczuka: Lustige Ouvertüre. 6. Kaempf: Feierlicher Marsch. 17,00 Der Erzähler. 17.10 Es tönt ein voller Harfenklang. Es singt der Rundfunschor. Kurt Wessel(Harse). 1. Herrmann: Minnespiel für Frauenchor mit Harfe: a) Verlangen. b) Sehnsucht. c) Tanz. 2. Gastoldi: Madrigale: a) Der Tänzer. b) Die Liebste. c) Bacchus. 3. Stücke für Harfe: a) Schuecker: Legende für Harfe. b) Gillmann; Walzer capriccio. 4. Brahms: Gesänge für Frauenchor. Hörner und Harfe: a) Es tönt ein voller Harfenklang. b) Lied des Narren. c) Der Gärtner. d) Gesang auf Fingal. 18.00 Wir suchen und sammeln. 18.10 Neue Lieder sudetendeutscher Komvonisten. 18.30 Schaffende Heimat. Besuch im Sauerland. 19.00 Die Woche fängt gut an(Schallplatten). 19.50 Denken Sie noch daran? 20.00 Nachrichten. 20.10 Das Violinkonzert. Vivaldi: Konzert A=Moll für Violine und Orchester. 20.40 Westdeutsche Wochenschau. 21.00 Leichte Abendmusik. 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik. 22.30 Nachtmusik und Tanz. 24.00—3.00 Nachtmusik. IIy ist jetzt ein deittsches Leschöst und wird in der seifherigen Weise fortgeführt: sämtliche arischen Mitarbeiter werden übernommen. anto9 Lrobe 1o. 0 FT 10Uh S ceVO Wir behalten die gewaltige Auswahl zu niedrigsten Preisen bei und werden alles daransetzen, die Leistungen noch mehr zu steigern. die Ihnen in Zukunft das Kaufen bei uns angenehm und lohnend gestalten: Der Führerdes Betriebes ist ein erfahrener und bewährter Fachmann. der in einem der größten deutschen Unternehmen in führender Tätigkeit sein Können unter Beweis gestellt haf. GLICHTBURG zelgt 2 Spätvorstellungen Samstag, den 8. Okt., und Sonntag, den 9. Oktober abends 10.30 Uhr 1 Früh-Vorstellung vormittags 11 Uhr Neu für Herne Räfsel ier Urwald Hölle Ein gigantischer Ula-Großfilm von Schulz-Kampthenkel und Gerd Kahle, Ein spannender Tatsachen-Bericht aus der geheimnisvollen Dechungelwelt des AmazonasGebietes. Besorgen Sie sich bitte rechtzeitig Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse. Jugendliche zugelassen zelg1 Wie„Heimat“ ist Carl Froclich's neues Meisterwerk ein ganz Großer Erfolg! Die begabtesten Schauspielerinnen der jüngeren Generation, an der Spitze der neue Ufa-Star, die faszinierende junge Schwedin Ingrid Bergman sind die Darstellerinnen des Ufa-Großfilms: Die vier Gesellen mit Sabine Peters Ursula Herking Carsta Löck Hans Söhnker Leo Slezak Erich Ponto Heinz Welzel. Spielleitung Carl Froelich. Wochentags 3 Uhr Sonntag 2 Uhr Jaalbau Schneider La-Roche-Straße 88. Sonntag Konzert und Tanz Es spielt die beliebte Kapelle Tando-Müller. Spiegelglatter Parkettboden Eintritt frei. Gaststätte Althaus Bahnhofstrasse 249 Sonntag: Konzert und Tanz Es spielt die Kapelle Schmidt. Besucht das schöne Ausflugslokal Haus Düppe-Horte Baukauer Straße 111 Sonntag: Honzert und Tanz Saalbau Strichmann Heute Sonnabend: Großes Winteriest des Schwimmklubs Wiking Konzert. Humor. Tam# Verlängerte Polizeistunde Sonntag spielt die Kapelle Hummel Unterhaltungs- und Tanzmusik. Eintritt frei. das weltbekannte Leichen des Ertolges! Café-Restaurant„Kanonengarten“ Bes. Josef Brune, Hlorsthauser Str. 15 Sonntag: Honzert und Tanz Besuchen Sie unsere gemütliche Pilsstube! Täglich geöffnet. Hauptkschriftleiter: Dr. Leo Reiners, Herne. Stellv. des Hauptschriftleikers Jof. Möller, Herne. Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Dr, Leo Reiners, Herne; für Unterhaltung Franz Bruns. Gelsenkirchen; für Sport Jos Möller Herne: für Anzeigen: Hubert Beyer, Herne. Bildverantwortliche: Ressorkleiter. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, H.-Göring. Sti., 81 nicht an ihre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. IX. 38 über 3500.— Druck und Verlag Roeihers& Röttsches, Herne. Jur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig.— Mengenstaffel E. Beziehen Sie sich bei Ihren Anfragen bitte auf den Herner Anzeiger! Gaststätte Stemberg Jeden Samstag und Sonntag großes Ronzert der Kapelle Berger. Humoristische Einlagen. I Sonntag, den 9. Oktober, 13½ Uhr Mittwoch, den 12. Oktober, 14 Uhr RENNEN ZU DORTMUND U. a: Kartellrennen der Dreijährigen, Ehrenpreis und RM 6000.— 2400 Mir. Eintrittspreise: Stehpl. 50 Pf, II. Trib.(Sattelpl) RNI 1— I. Trib. RM 2.—; Res. Trib RM14.—; Loge Res Trib RM. 5, Milität in Unitorm und Kinder halbe Preise. BCDSNE GLORIAPALAST abends 10.30 Uhr: Samstag. 8. Oktober und Sonntag, 9. Oktober 2 Spätvorstellungen Ein packender Film, den das Leben selbst schrieb Der Schicksalswes einer Mutter Im Hampfe um ihr Kind Der Fülm wirft einen Blick in die seellschen Konflikte einer Frau, die nur eine Stunde in ihrem Leben vom Wege abging Jedes Mädchen- jede Frau- jeder Mann muß sich diesen künstlerisch wertvollen Film ansehen. Im Tagesprogramm: Brigitte Horney u. Hannes Stelzer In dem spannenden Film: „Der Katzensteg“ Samstag und Sonntag finden Sie im Saalbau Hnlauf ein Sensations-Programm! Brutus Olympische Sportsensation Berti und Adi Walter Antipodenakt auf lebender Brücke Tante Friean die Urkomische Willi Roller Komiker der Zeit anz Eintritt frei Verlängerte Polizeistunde Lies läglich den Herner Anzeiger! In jeder gewünschten Ausführung für Industrie undHandel Briefbogen Mitteilungen Briefumschläge Rechnungen Zirkulare Preislisten Kataloge Postkarten für Vereine Plakate Programme Eintrittskarten Festbücher Statutbücher Mitgl.-Karten für Private GeburtsVerlobungsVermählungsAnzeigen Totenbriefe Totenzettel Trauerkarten Dankkarten Besuchskarten Koethersaköttsches Buchdruckerei Herm=Göring=Str. 8 neben dem Postamt Sonntag, den 9. Oktober 1938, 17 Uhr im Hotel Schmitz: Winzerfest für gewesene Tanzschüler. Kleidung: Damen mögl. Dirndikleider, Herren mögl. sportlich. 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