Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Bezugspreis balbmonatlich Mark 1.08. monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger 7 Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann-Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöhe 8 Pf., im Tertteil 25 Pf. Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen je mm 3½ Pf.; Ziffer= und Auskunstsgebühr 28 Pf.7 Fernsprecher: Sammel=Nummer 52541 Drahianschrift. Anzeiger Herne. Nr. 239(Erstes Blatt) Mittwoch, den 12. Oktober 1938 34. Jahrgang Streiflichter London muß eingreifen Die Verhältnisse in Palästina haben sich im laufe der letzten Tage so zugespitzt, daß man schwer entscheiden kann, ob man von einer arabischen Revolution sprechen muß oder den Zustand als verschärften Kleinkrieg kennzeichnen soll. Wenn die auf dem Umwege über Kairo eingetroffenen Nachrichten aus Jerusalem zutreffen(und es ist eigentlich nicht einzusehen, weshalb sie falsch sein sollten), dann hat die nationale Ausstandsbewegung der Araber heute bereits insofern einen sicheren Sieg errungen, als London sich nun der Notwendigkeit gegenübersieht, Entscheidungen zu treffen, die England bisher mit allen Mitteln verzögerte. Die außerordentliche Verstärkung der britischen Militär= und Polizeikräfte in Palästina, die dieser Tage durch die Entsendung großer Kontingente vorgenommen wurde, läßt darauf schließen, daß man die letzten Vorgänge in Palästina mit Sorge verfolgt hat und nun zu retten sucht, was noch zu retten ist. Denn darüber ist man sich in London bereits klar geworden: das englische Prestige hat im nahen Osten eine starke Abwertung erfahren und benötigt eine neue Stütze, wenn der durch den Suez=Kanal führende Weg zur indischen Kronkolonie nicht unmittelbar gefährdet werden soll. Die fieberhaften Besprechungen, die in diesen Tagen im Londoner Kolonialministerium stattfinden, bezeugen den Wunsch der Leitung des britischen Weltreiches, durch eine umfassende Regelung des palästinensischen Problems die erschütterte englische Stellung im nahen Osten wieder zu festigen. Daß man, um dieses Ziel zu erreichen, heute zu Zugeständnissen bereit ist, die man gestern noch auch nur zu diskutieren sich weigerte, beweist der vorerst allerdings nur zaghaft geäußerte Wunsch, mit dem Hauptakteur der arabischen Aufstandsbewegung, dem Großmufti von Jerusalem, selbst zu verhandeln Die Londoner Erkenntnis, Entscheidungen treffen zu müssen, trägt der Tatsache Rechnung, daß die in der Vorwoche in Palästina gebildete„arabische National= regierung“ bereits drei Viertel des Mandatslandes be herrscht und daß der britische Einfluß im restlichen Drittel ebenfalls schon in Frage gestellt ist. Tatsächlich hat es eine klug geleitete Propaganda der Aufstandsbewegung ja auch erzielt, die arabischen Sympathien nicht nur im nahen Osten, sondern auch in viel weiter gezogenen Bezirken der Welt zu wecken. Aufgaben, denen Benesch auswich Der bisherige tschechische Staatspräsident Benesch hat es vorgezogen, sich in der Schweiz nach seinem dort seit Jahren aufgestapelten Riesenvermögen umzusehen. Seinem Volke hat er ernste Sorgen zurückgelassen. 20 Jahre hindurch hat er ihm das Truggebilde eines Staates zugemutet, der, auf die Dauer gesehen, nicht lebensfähig war und nun zusammengebrochen ist. Die neue tschechische Regierung steht vor der Aufgabe, einen neuen Staat aufzubauen, dessen Voraussetzung im Verhältnis zur Vergangenheit eine völlige Neuausrichtung im Innern und nach außen ist. Die innere Neuordnung des Staatswesens ist sehr umfangreich. Eine ihrer Kernfragen ist die Lösung der Präsidentenkrise. Es liegt die Vermutung nahe, daß sie zunächst noch nicht geklärt werden wird, und daß wahrscheinlich der Ministerpräsident als vorläufiger Träger der Vollmachten des bisherigen Staatspräsidenten eine Zeitlang ohne Parlament regieren wird. Im Augenblick kann das Parlament und der Senat, die beide innerhalb von sechs Monaten zur Wahl des Staatsoberhauptes zusammentreten müßten, nicht als maßgebend für einen solchen Akt betrachtet werden. Eine Neuwahl des Parlamentes ist aber erst möglich, wenn die neuen Grenzen des künftigen tschechischen Staates endgültig gezogen sind. Im Augenblick ist aber gerade diese Frage noch in der Schwebe, so daß also bis auf weiteres der Posten des Staatspräsidenten nur pronisorisch vom Ministerpräsidenten mitbetreut wird. Den rößten Umfang der gegebenen Aufgaben über den Imbau des tschechischen Staates nehmen die verwaltungsrechtlichen Fragen ein. Die größte Bedeutung aber haben für die Zukunft die wirtschaftlichen Fragen, die im Augenblick im Vordergrunde der Erörterungen innerhalb der tschechischen Regierung stehen. Nach der Eingliederung der Sudetenländer in das deutsche Reichsgebiet hat die bisherige Industrie des tschecho=slowakischen Staates an Produktionskapazität eingebüßt. Hinzu kommt die Einbuße des Exports aus dem Sudetengebiet ins Reich und das künftige Fehlen beträchtlicher Einnahmen aus den Bädern. Für die Zukunft wird die Exportindustrie des tschechischen Staates sich auf die Metallindustrie stützen und nicht zuletzt auch auf die bedeutenden landwirtschaftlichen Reserven des Landes. Was den Agrarexport des neuen tschechischen Staates betrifft, so ergibt sich angesichts der nunmehrigen Konkurrenzstellung zu den Balkanstaaten die Notwendigkeit einer Neuausrichtung dieser Ausfuhr. Sie dürfte wohl in Richtung nach dem Reiche fließen. Parallel mit den Fragen der wirtschaftlichen Neugestaltung laufen die Aufgaben eines neuen verkehrspolitischen Aufbaus, der wohl schon in der nächsten Zeit bewältigt werden dürfte. Darüber hinaus gibt es Aufgaben, die sich erst nach und nach auf Grund der Erfahrungen einstellen werden, die man in den nächsten Wochen und Monaten machen wird. Tatsache ist, daß der neue, Tschechen, Slowaken und KarpathoUkrainer umfassende Staat eine durchaus gesunde wirtschaftliche Basis hat. Polnische Besetzung vollzogen DNV. Warschau. 11. Okt. Die polnischen Truppen lesetzten heute die letzte Zone im Olsa=Gebiet, die auf brund der zwischen der Warichauer und Prager Regieung getrofsenen Vereinbarung ohne Abstimmung an Volen abgetreten wird. Das Volk stand in eiserner Ruhe hinter dem Führer Dr. Goebbeis sprach in einem nationalsozialistischen Musterbetrieb Rückblick auf schwere Wochen: Volk und Führung haben die Nervenprobe bestanden 7„Wir sind wieder eine anständige Nation geworden“ Berlin, 11. Okt. Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels stattete am Dienstagnachmittag einem nationalsozialistischen Musterbetrieb in Berlin=Marienfelde einen Besuch ab, um auf einem großen Betriebsappell zu den Arbeitern der Stirn und der Faust zu sprechen. Nach seiner, mit stürmischer Begeisterung ausgenommenen, aufrüttelnden Rede in der reich ausgeschmückten Festhalle des Werkes nahm der Gauleiter gemeinsam mit der Betriebsführung und der Gefolgschaft das Mittagsmahl ein und besichtigte dann, immer wieder herzlich begrüßt, die vorbildlichen sozialen Einrichtungen, so insbesondere die für die Erholung in der Freizeit bestimmten umfassenden Grünanlagen und Sportplätze, die Gemeinschafts= und Umkleideräume; die betriebswichtigen Fabrikationsstätten und die hervorragend ausgestatteten Lehrlingswerkstätten, in denen rund 150 Lehrlinge ihre Ausbildung erhalten. Dr. Goebbels weilte mehrere Stunden in dem Betriebe und wurde auch bei seiner Abfahrt von der Gefolgschaft und der Marienfelder Bevölkerung lebhaft gefeiert. Bei seiner Ankunft wurde Gauleiter Dr. Goebbels vom Betriebsführer und Betriebsohmann empfangen und unter brausenden Heilrufen von 3000 Mitgliedern der Belegschaft in die Halle geleitet, während die Werkscharkapelle einen schneidigen Marsch spielte. Dann betrat der Betriebsführer das Rednerpodium, um den Betriebsappell zu eröffnen. Er begrüßte mit Worten bewegter Freude den Besuch und erklärte: Wir alle sind unbändig stolz über die hohe Auszeichnung Ihres Besuches und hoffen, daß Sie nicht nur einen guten Eindruck von unserem Betrieb mitnehmen, sondern vor allem auch von den Menschen, die diesem Werk Leben und Gestalt geben. Dann nahm, mit erneuten Beifallsstürmen empfangen, Gauleiter Dr. Goebbels das Wort, um in seiner mitreißenden Art ein plastisches Bild von der dramatischen politischen Entwicklung der schicksalentscheidenden vergangenen Wochen zu geben. Er führte aus: Deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen! Das deutsche Volk und das Deutsche Reich haben schwere Wochen hinter sich. Es wird vielen im Volke nicht immer ganz klar geworden sein, welche Bürde an Sorge und Verantwortung der Führer in den vergangenen Monaten getragen hat. Wenn sich manchmal Gewitterwolken am Horizont zeigten und ich die wunderbare Reichsmark=Währung im Sudetenland Erste Verordnung Generalseldmarschalls Göring Die Durchführung des Vierjahresplans Berlin. 11. Okt. Im„Reichsgesetzblatt“ wird eine Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan. Generalfeldmarschall Göring, über die Durchführung des Vierjahresplans in den sudetendeutschen Gebieten veröffentlicht. Danach ist die Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplans vom 18. Oktober 1936 in den sudetendeutschen Gebieten sinngemäß anzuwenden. Die neue Verordnung, die bereits am 10. Oktober. dem Tag ihrer Verkündung. in Kraft getreten ist, läßt erkennen, daß der Wirtschaftsaufbau in den sudetendeutschen Gebieten nach denselben Grundsätzen und Methoden und mit der gleichen Tatkraft wie alle bisherigen Aufgaben der Wirtschaftspolitik und Wirtschaftslenkung im nationalsozialistischen Deutschland in Angriff genommen wird. Das alles andere beherrschende Problem der Wirtschaftslenkung ist im Altreich der Vierjahresplan:=durch die neue Bestimmung wird die rechtliche Grundlage für eine entsprechende Ordnung im Sudetenland geschaffen. Die neue Verordnung ist das Fundament für den gesamten wirtschaftlichen Aufbau und zugleich auch die rechtliche Untermauerung der Verordnung über die Einführung der Reichsmark=Währung im Sudetenland. Eine entscheidende wirtschaftliche Maßnahme wurde hier bekanntlich bereits getroffen, und zwar der beschleunigte Einsatz arbeitsloser Sudetendeutscher, vor allem bei volkswirtschaftlich und staatspolitisch wichtigen Arbeiten des Vierjahresplans. Die neue Verordnung ist ein Zeichen dafür, daß planmäßig sofort alles getan wird, um der Not der Sudetendeutschen ein Ende zu bereiten. Eine Tschechenkrone gleich 12 Reichspsennig. NB. Berlin, 11. Okt. Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, hat über die Einführung der Reichsmarkwährung in den sudetendeutschen Gebieten am 10. Oktober 1938 folgende Verordnusg erlassen: S§ 1. Gesetzliches Zahlungsmittel in den sudetendeutschen Gebieten ist neben der tschecho=slowakischen Krone die Reichsmark. Eine tschecho=slowakische Krone ist gleich 12 Reichspfennig. * S 2. Der Reichswirtschaftsminister erläßt die zur Ergänzung und Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Vorschriften. § 3. Diese Verordnung tritt am 11. Oktober 1938 in Kraft. Franco lehnt Vermittlung ab Sofortige Anerkennung als kriegführende Macht gefordert London. 11. Okt. General Franco hat einem Vertreter der englischen Nachrichtenagentur Reuter eine Unterredung gewährt, in der er im Hinblick auf die Zurückziehung von 10000 italienischen Freiwilligen die sofortige Anerkennung der kriegführenden Rechte für Nationalspanien fordert. Er erklärte u. a., daß der Nichteinmischungsausschuß in seinem letzten Vorschlag die Zahl derjenigen Freiwilligen, die für die Zugestehung der kriegführenden Rechte zurückgezogen werden sollte. auf 10000 festgesetzt habe. Der Nichteinmischungsausschuß habe jedoch eine völlig undurchführbare Prozedur vorgeschlagen. Dagegen öffne Nationalspanien mit der tatsächlichen Zurückziehung von 10 000 Freiwilligen einen wirklichen Weg. Was den Gedanken einer Vermittlung anbelange, so geb es und könne es auch kein anderes Ende für den Krieg in Spanien ceben als bedingungsloso Uebergabe der Besiegten. Zur Frage der kriegführenden Rechte erklärte General Franco weiter, es sei eine ungeheure Ungerechtigkeit. daß die Rechte Nationalspaniens nicht anerkannt worden seien, obwohl die Regierung von Burgos von 11 Nationen, darunter von zwei Großmächten, de jure und von 10 anderen de facto anerkannt worden sei. Zur Frage der Freiwilligen auf sowjetspanischer Seite erklärte Franco, daß dort noch 60000 Mann vorhanden seien, obgleich man sie als Kanonenfutter verwendet habe, sodaß mehr als 50000 gefallen und viele aus der roten Hölle geflohen seien. Die Ankündigung ihrer Zurückziehung sei aber weiter nichts als eine neue Farce, denn inzwischen werde die Rekrutierung in Europa und Amerika verschärft, und neue Freiwillige würden in verschiedenen Häfen eingeschifft. Neue Konstanzer Rheinbrücke eingeweiht Am Sonntag wurde in badischen Ministerpräsid Doppelbrück die unser Rheinbrücke errichtet. Konstanz unter starker Beteiligung der Bevölkerung in Anwesenheit des ten die neuerbaute Rheinbrücke ihrer Bestimmung übergeben Die neue Bild zeigt. wurde in zweijähriger Bauzeit an der Stelle der alten (Scherb-Bilderdienst-M) Haltung des deutschen Volkes dieser so außerordentlichen Lage gegenüber in Betracht zog. dann nahm ich mir immer fest vor: Sind wir durch diese Wochen hindurch. dann werde ich jede Gelegenheit benutzen, um dem Volk für seine in dieser Spannungszeit bewahrte Haltung den Dank des Führers zum Ausdruck zu bringen. Sie wissen, daß wir Nationalsozialisten sehr wohl mit dem Wort umzugehen verstehen, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist. Aber auf der anderen Seite gibt es auch gewisse Entwicklungen, bei denen es besser ist, zu schweigen, als zu reden. In den letzten Wochen wurde allmählich dem Volke klar, daß sich irgendetwas vorbreitete. Was. das wußte man noch nicht, darüber war man sich noch nicht immer im reinen. Daß aber im Laufe der nächsten Zeit etwas geschehen würde und geschehen müßte, das fühlte allmählich jedermann. Es wäre nun allzu natürlich gewesen, wenn sich des deutschen Volkes darüber eine gewisse Unruhe bemächtigt hätte. Denn die Entscheidungen. die der Führer treffen mußte, griffen auf das tiefste in das persönliche und in das Famslienleben des einzelnen ein. Es wäre auch nicht einmal sehr verwunderlich gewesen, wenn hier und da geklagt worden wäre, das Volk sei nicht genügend orientiert, obwohl es um seine Zukunft gehe. Das Volk tat das nicht. Es stand in eiserner Ruhe und festem Vertrauen auch in den kritischen Wochen hinter dem Führer. Wenn wir es in dieser gespannten Lage mit dem Volk von 1918. 1919 oder 1920 oder mit dem deutschen Volk von 1925 oder auch noch mit dem von 1930 zu tun gehabt hätten, dann wäre die Politik des Führers überhaupt nicht möglich gewesen. Der Führer konnte seine großen Entscheidungen nur im Vertrauen auf die Haltung und die Diszivlin des deutschen Volkes treffen. Und das, meine deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen. ist das Ausschlaggebende: Wenn eine Staats= und Volksführung einmal einen Entschluß gesaßt hat. dann genügt nicht die Ueberzeugung, daß sie selbst in der entscheidenden Stunde die Nerven behalten werde, dann muß sie auch wissen, daß das hinter ihr marschierende Volk bei guten Nerven bleibt. Die Haltung des Volkes und die ganze Einstellung der Nation zu den großen nationalen Schicksalsproblemen muß es sein, daß niemals, wenn es nun hart auf hart geht, das Ausland die Möglichkeit besitzt. sich in der entscheidenden Stunde auf irgendeinen ovvositionellen Teil dieses Volkes zu beziehen und ihn gegen die eigene Regierung auszuspielen.“ Unter dem stürmischen Jubel der Arbeiterschaft stellte Dr. Goebbels dann fest: „Wir konnten uns bei allen Entscheidungen darauf verlassen, daß das deutsche Volk seinen Führer in schweren Stunden niemals im Stiche lassen würde.“ „Es hat früher in Deutschland in der Arbeiterschaft die Ansicht gegeben:„Ich habe meine Arbeit, bekomme meinen Lohn. Alles andere geht mich nichts an." Das deutsche Volk von heute weiß, ein wie schwerer und verhängnisvoller Trugschluß das ist und wie teuer wir diese Einstellung bezahlt haben Es weiß auch, daß der Führer und seine Mitarbeiter, wenn sie einmal eine auch gewagte Politik betreiben, das nicht als Spieler tun. die in der Politik eine vornehme Passion sehen, sondern es tun zum Wohle und für die Zukunft der deutschen Nation. Wir alle stammen ja mitten aus dem Volk. kennen seine Wünsche und seine Sorgen und haben bei jeder Handlung nur sein Wohl im Auge. Heute gibt es nur ganz seltene Exemplare von Menschen, die es uns niemals verzeihen können, daß wir in den letzten fünf Jahren so große Erfolge errungen haben. weil diese Erfolge ihnen vielfach die Ruhe und Bequemlichkeit nahmen(Stürmische Heiterkeit). Wenn es nach ihnen gegangen wäre. dann gäbe es noch heute das Deutschland von 1932. das Deutschland der Armut und des Niederganges. der Feigheit und der Knechtschaft. Wir gingen bei unserer Politik von der Erkenntnis aus, daß das deutsche Volk eine so große moralische Kraft besitzt, daß es sich in jeder Lage selbst zu helfen vermag. wenn nur diese Kraft in Anspruch genommen, angesetzt und gelenkt wird. Wir reisen nicht mehr in der Welt von Hauntstadt zu Hauptstadt herum und bitten um Kredite. Wir haben in all den Jahren nicht einen ausländischen Kredit in Anspruch genommen, im Gegenteil. wir haben viele Milliarden Auslandsschulden zurückgezahlt, um das deutsche Volk von internationaler Zinsknechtschaft freizumachen. Wenn wirklich in diesen Wochen jemand schlechte Nerven gehabt haben sollte, dann sind das gewisse Intellektuelle gewesen, die zuviel zu wissen glaubten und diesem Wissen nicht gewachsen waren. Aiber das Volk stand hinter dem Führer in eiserner Entschlossenheit bereit, sich mit Klauen und Zähnen zu verteidigen, wenn jemand in der Welt uns angreifen sollte. Wenn es sich um die Ehre und um den Bestand unserer Nation handelt, dann ist das Volk da. wenn es dazu aufgerufen wird!(Immer wieder unterbrechen jubelnde Zustimmungskundgebungen die Rede des Ministers.) Wir kennen das Volk und wissen, daß es viel tapferer und männlicher denkt als eine gewisse intellektuelle Schicht, die von ihrer eigenen Entschlußlosigkeit auf das ganze Volk schließt. Heute allerdings, wo der Erfolg da ist, da erklären diese Besserwisser wie so oft:„Wir haben es ja immer gesagt.“ Und wenn sich irgendwo in gewissen Kreisen Stimmen erhoben, die erklärten, wir gingen zu scharf und zu aggressiv vor. so sei ihnen geantwortet: „Wenn man einmal nachgegeben hat, dann merkt man erst, wieviel leichter, aber auch gefährlicher es ist, seige zu sein, und wieviel schwerer, aber auch erfolgreicher, tapfer zu bleiben. Es ist allzu natürlich, daß jedes Wagnis, bevor man es wagt, schwerer aussieht, als wenn man das Wagnis schon gemagt hat. Die großen Wagnisse der letzten fünf Jahre beisvielsweise erscheinen heute als nichtige Kleinigkeiten. Schließlich kann niemand in der Lotterie gewinnen, wenn er nicht ein Los kauft.“ Mehr Sorgen und schlaflose Nächte hat in der letzten Jeit niemand imolke gehabt als seine Führung. Es war eine Nervenprobe für das deuliche Volk und seine Führung: beide haben sie bestanden. Und weil beide sie bestanden, blieb In diesem Kampf um die Zukunft der Sudetendeutschen das Recht siegreich. Jeder Satz des Berliner Gauleiters wurde von den Tausenden von Arbeitern und Arbeiterinnen mit einem Beifall quittiert, der der schönste Beweis für die Gläubigkeit ist, mit der besonders die deutsche Arbeiterschaft in unzerbrechlicher Geschlossenheit hinter dem Führer und seiner Politik steht. Reichsminister Dr. Goebbels wandte sich dann sozialen Fragen zu. Er hob insbesondere bervor, daß das sozialistische Prinzip für die nationalsozialistische Bewegung nie eine blasse Theorie gewesen sei. Vom Tag der Machtergreifung an sei der ernsthafte Versuch gemacht worden, all die Dinge, die uns in den Jahren des Kampfes als großes sozialistisches Ideal vorschwebten. nun in die Tat umzusetzen. Heute gebe es schon eine außerordentlich große Zahl von Unternehmungen, die das in einer geradezu musterhaften Form betrieben. Je sozialer man seine Arbeiter behandle, um je besser die Arbeitsbedingungen seien, die man ihnen schaffe, um so rentabler werde schließlich auch der Betrieb. Es müsse der besondere Ehrgeiz eines Betriebsführers sein. von seinen Arbeitern als Freund und Kamerad betrachtet zu werden und nicht nur als der Herr im Hause. Dieser sozialistischen Einstellung ist es zu danken, wenn in diesen Wochen. Monaten und Jahren, in denen aus dem so erniedrigten und am Boden liegenden Volke wieder eine Weltmacht wurde. hinter eine starke Führung auch eine gläubige und entschlossene Gefolgschaft trat. Wir haben es immer so gehalten, daß wir nach großen Entscheidungen zusammenkamen und uns über das Erreichte aussprachen. Darum bin ich heute zu Ihnen in diesen Musterbetrieb(tosender Beifall) gekommen, um Ihnen ein Bild vorl den Geschehnissen der letzten Wochen zu geben.(Erneute Kundgebungen des Dankes unterbrechen den Minister.) Wir wollen uns dabei so als Kameraden in die Augen blicken. wie das immer geschah. Ich will mich bei Ihnen davon überzeugen, wie es Ihnen geht, was Sie denken, fühlen und wünschen. Ich weiß nicht, vor welche Aufgaben uns die nächsten Monate oder Jahre stellen werden. Das kann niemand voraussagen. Eins aber weiß ich, daß das aus dieser Svannung gestärkt und gestählt hervorgegangene Volk in jeder Situation mit demselben blinden Vertrauen hinter dem Führer stehen wird wie in diesen Wochen.(In jubelnden Zurufen und Sprechchören bestätigen die Arbeiter diese Feststellung.) Auch in der Zukunft gilt unsere ganze Arbeit und unsere Sorge einzig dem deutschen Volke, dessen Interesse allein Richtschnur unseres Handelns ist. Wir sind keine Kapitalisten, wir besitzen keine Aktien, wir sind nicht an großen Betrieben beteiligt. Wir wollen nur die Diener des Volkes sein. In der Vorkriegszeit stand die Führung dem Volke fern. In der Nachkriegszeit versuchte die Führung sich beim Volke anzubiedern. In unserer Zeit aber sind Führung und Volk eins geworden. (Erneute Kundgebungen der Begeisterung und der Zustimmung.) Daß es für die alle Zukunft so bleibt, ist nun Eure und unsere Aufgabe. Ich bin überzeugt, daß das deutsche Volk heute jeder Charaktervrobe standhalten wird. Es heißt jetzt tavfer sein und stark werden! Daran arbeiten Sie mit. jeder an seinem Platze. ob er nun Spiralen dreht. Pläne zeichnet. Projekte entwirft oder im Dienste der Staatsführung steht. Dann braucht uns allen um die Zukunft unseres Volkes von 80 Millionen nie mehr bange zu sein. Ich möchte meine Ausführungen schließen mit einer tiefen Verbeugung der Achtung vor dem deutschen Volk. das sich in diesen vergangenen Wochen und Monaten so tapfer und männlich benommen hat. Jeder. der unser Volk in den kritischen Stunden beobachtete, kann nur sagen: Wir sind wieder eine anständige Nation geworden! Hut ab vor diesem deutschen Volk!(Die letzten Worte des Ministers gehen in einem unvorstellbaren Jubelsturm unter.) Fast eine Stunde lang sprach Dr. Goebbels und gespannt, mit glücklich leuchtenden Augen lauschten ihm die 3000 Arbeiter der Stirn und der Faust, die sich hier wie eine große festverbundene Familie versammelt hatten. Immer wieder schlug ihm jubelnde Zustimmung entgegen, die sich am Schluß seiner zündenden Ausführungen zu stürmischen Kundgebungen des Dankes und der Freude steigerte. Bei dem gemeinsamen Mittagessen in dem freundlichen hellen Speisesaal mit seinen weißgedeckten Tischen herrschte Bombenstimmung. Nach dem Essen besichtigte der Gauleiter eingehend die weitläufigen Fabrikanlagen. Zum Abschied wurde ihm zur Erinnerung an diese Stunden eine handgeschmiedete Schmuckkassette überreicht, ein prachtvolles Stück deutscher Wertarbeit, das ein Arbeitskamerad des Betriebes gefertigt hatte. In der Kassette befand sich ein Geldbetrag in Höhe von 10000 RM., die dem Gauleiter von der Betriebsführung zur Verwendung für soziale Zwecke zur Verfügung gestellt worden sind. Außerdem überreichte ihm der Betriebsobmann ein ledergebundenes Album mit Aufnahmen des Werkes und seiner sozialen Einrichtungen. Einmarsch der ungarischen Truppen Große Begeisterung in Ipolysag und Satoraljauihely Budavest. 11. Okt. Die ungarische Morgenpresse schildert in ausführlichen Berichten die grenzenlose Begeisterung, die in Ivolnsag und Satoraljauihely über das Einrücken des ungarischen Militärs herrscht. Die beiden Stadtgemeinden wurden durch die Beschlüsse von Komorn an Ungarn abgetreten. Ipolysag ist ein kleines Städtchen von rd. 6000 Einwohnern; als Eisenbahnknotenpunkt besitzt es einige Bedeutung. Bei dem am Dienstag von Ungarn besetzten Gebiet von Satoraljaujhely handelt es sich um eine alte große Eisenbahnstation. Sie wurde beim Friedensvertrag von Trianon deshalb abgetrennt, weil sie jenseits des Flüßchens Nonyva gelegen ist, das ebenso wie der IpolyFluß. in Trianon für„schiffbar“ erklärt worden var. Die Blätter schildern ergreifende Einzelheiten von der Begeisterung der ungarischen Bevölkerung beiderseits der Grenzen. Als am Montag die Beschlüsse von Komorn bekannt wurden, setzte in beiden Gegenden eine wahre Völkerwanderung zur alten Grenze ein. Selbst auf den tschechischen Amtsgebäuden wurde schon die ungarische Nationalflagge gehißt. Das tschechische Militär ist bereits vor einigen Tagen abmarschiert. Die angesiedelten tschechischen Beamten beeilen sich, all ihr Hab und Gut, das sie nicht mitnehmen können, noch schnell zu verkaufen. Kulturelle Zentrale des Sudetenlandes Schaffung eines Groß=Reichenbergs durch Eingemeindungen Die Befreiungsstunde der Stadt Prachatitz DNB. Reichenberg, 11. Okt. Die Verkündung des Reichskommissars Konrad Henlein in der Feierstunde des letzten Samstag, daß Reichenberg zur Hauptstadt des Sudetengaues auserseben wurde, hat bier große Freude für die weitere Entwicklung der Stadt ausgelöst. Belanntlich war schon vor Jahren geplant. die Vororte Reichenbergs. Ruppersdorf. Neupaulsdorf. AltHarzdorf, Dörsel. Röchlitz, Hanichen. Oberrosenthal. Rosenthal I. gegebenenfalls auch Maffersdorf einzugemeinden und dadurch ein Groß=Reichenberg zu schaffen. Die Frage der Eingemeindung der Reichenberger Vororte wird bereits in nächster Zeit positiv gelöst werden. Durch die Einbeziehung dieser Gemeinden erhöht sich die Einwohnerzahl der Stadt von 40000 auf mehr als 80 000. Die Hauptleitung der Sudetendeutschen Partei ist bereits nach Reichenberg übergesiedelt und amtiert bis auf weiteres im Hotel„Imperial". Mit dem Reichskommissar übersiedelt auch ein großer Teil der Abgeordneten der Sudetendeutschen Partei und der Parteistab nach Reichenberg. Vermutlich wird auch ein großer Teil der kulturellen Zentralstellen des Sudetendeutschtums nach Reichenberg verlegt werden. Es ist in diesem Zusammenhang ziemlich sicher, daß die Deutsche Musikakademie ihren neuen Sitz in Reichenberg erhalten wird. Die industrielle Entwicklung der Stadt wird von zuständiger Stelle durchaus sehr günstig beurteilt. Sollte die eine oder die andere nordböhmische Textilindustrie Exportplätze verlieren, so wird dieser Ausfall nach dem Ermessen Reichenberger Industrieller weitaus durch den starken Vorteil aufgehoben, den der Anschluß an das Wirtschaftsgebiet Großdeutschlands mit sich bringt. Die Zerschlagung der altösterreichischen Monarchie war ja eine Hauptursache des Siechtums der nordböhmischen Industrie, die die einseitige tschechische Wirtschaftspolitik zugrunderichten wollte. Freudenkundgebungen im Erlitztal DRB. Glatz, 11. Okt. Am Montag schlug auch den im Südwesten der Grafschaft Glatz gelegenen sudetendeutschen Gemeinden diesseits und jenseits des Adler= gebirgskammes die so lang ersehnte Befreiungsstunde. In Kronstadt. Schwarzwasser, Bärenwald. Hohenerlitz und Batzdorf sind die Häuser und Fenster mit Hakenkreuzfahnen. Führerbildern. Spruchbändern und Kränzen festlich geschmückt. Die Menschen stehen im Sonntagsstaat mit Blumensträußen überall bereit, um sie den deutschen Soldaten als Willkommensgruß zu überreichen. Pünktlich um 12 Uhr marschierten die bereitstehenden Truppenteile bei Kaiserswald und am Schlagbaum in Marienthal über die Grenze. Hier wenden sich die Kommandeure der Truppen in kurzen Worten an die Soldaten, würdigen die historische Stunde und entbieten der sudetendeutschen Bevölkerung. die immer wieder in begeisterten Jubel ausbricht. Gruß und Dank. Ueber die stark befestigten Kämme der Deschneyer Koove geht der Marsch von Grünborn aus in Richtung Deschney und Tanndorf. und auf der Straße von Marien= thal wird über Batzdorf bald das Städtchen Rokitnitz erreicht. Als die deutschen Truppen in Sicht kommen, beginnen die Glocken zu läuten und die Fabriksirenen zu ertönen Die Stiebnitzer Dorfkapelle intoniert den Egerländer Marsch. dessen Weisen bald durch die immer wieder aufbrausenden Heilrufe und die nichtendenwollenden Sprechchöre übertönt werden. Frauen und Mädchen. die die Soldaten mit Blumen überschütten, weinen Freudentränen. Auf dem Markt begrüßt der Bürgermeister die Truppen mit herzlichen Worten. Dann dankt er dem Führer und schließt, an die Wehrmacht gewandt, sein echtes deutsches Bekenntnis mit den Worten:„Ihr habt uns heimgeholt ins Reich. ihr schützt von nun an uns mit euren starken Waffen, ihr seid unsere Brüder und wir sind die euren, und so soll es ewig bleiben" Darauf nahm der Kommandeur der Truppen im Namen des Führers das Gebiet in deutsche Oberhoheit. Ergriffen sangen alle Anwesenden die deutschen Nationallieder. DRB. Prachatitz, 11. Okt. Nun ist der Befreiungsjubel auch über die uralte deutsche Stadt Prachatitz eingebrochen, diese Stadt, die als Posten des Deutschtums in Südböhmen unter den brutalen Tschechisierungsmethoden Unglaubliches zu leiden hatte. Am Samstag gegen 17 Uhr rückten die deutschen Truppen ein. Am Stadteingang grüßte sie ein Triumphbogen mit der Inschrift„Wir danken unserem Führer". Auf blumenbestreuten Straßen ziehen unsere Soldaten unter dem unglaublichen Jubel der Bevölkerung ein. Man sieht Freudenausbrüche, die man kaum für möglich gehalten hätte. Vor Freude weinend fallen uns die von den Tschechen besonders bedroht gewesenen Einwohner um den Hals. Fast endlose Heilrufe brechen los. Die ganze Stadt ist in einen grenzenlosen Freudentaumel getaucht. Auf dem schönen alten Marktvlatz, flankiert von dem historischen Rathaus und rechts begrenzt von den wuchtigen alten ehrwürdigen Kirchtürmen, drängen sich die Menschen Kovf an Kopf. Hier läßt der General seine Truppen unter den freudigen Jubelstürmen der ganzen Bevölkerung vorbeimarschieren. Wie an anderen Orten, so ist auch in Prachatitz und im nahen Sablat die NS.=Volkswohlfahrt mit ihren Lebensmittelwagen dem Einmarsch der deutschen Truppen auf dem Fuße gefolgt. Am Sonntagabend wurden Fleischkonserven. Reis. Weizenmehl. Zucker. Palmin und andere Lebensmittel verteilt. Am Montagnachmittag kamen die armen Bewohner von Prachatitz in Scharen und nahmen mit leuchtenden Augen die Lebensmittel in Empfang. Daß der Nationalsozialismus nicht nur weit entfernt von kleinlicher Rache ist, sondern auch in der Tat unparteiische Nächstenliebe besitzt, beweist die Tatsache, daß auch an die bedürftigen Tschechen Lebensmittel ausgehändigt wurden. Mährisch=Ostrau deutscher Sender Berlin, 11. Okt. Der bisherige tschecho=slowakische Sender Mährisch=Ostrau, der westlich der Oder bei Schönbrunn liegt, ist mit der Besetzung dieses Gebietes durch die deutschen Truppen in deutschen Besitz übergegangen. Seit heute. 19 Uhr. ist dieser Sender für vorläufig an das Programm des Reichssenders Breslau angeschlossen, das er auf der Welle von annähernd 249 Meter oder 1204 kbz. sendet. Brückenkopf an der Donau besetzt Das alte deutsche Engerau befreit. DNB. Engerau, 11. Okt. Am Montagmittag nahmen heutsche Truppen Engerau und den Preßburg gegenüberliegenden Brückenkopf an der Donau in Besitz. Punkt 12 Uhr erteilt der Kommandeur seinen Hornisten den Befehl, Signal zu blasen. Es ist das altösterreichische„Vorwärts“, das die Kolonnen in Bewegung setzt. Spähtrupps und Pioniere sichern die Spitze. Dann kommen Infanterie, Artillerie usw. Deutsche Zollund Polizeibeamte sind auch zur Stelle und werden in die Kolonne eingeschaltet. Schon auf den Betonklötzen der alten tschechischen Straßensperre steht die Jugend von Engerau und begrüßt die deutschen Soldaten mit herzlichen Zurufen Den ganzen 6 Kilometer langen Weg zur Stadt steht ein dichtes Spalier von Männern, Frauen und Kindern, die glücklich sind, der tschechischen Zwingyerrschaft entronnen zu sein. Die neue deutsch=tschechische Grenze verläuft bei Preßburg in der Mitte der Donau. Deutsche Truppen sichern das Brückenende am linken Ufer und deutsche Zollbeamte haben bereits ein provisorisches Zollamt eingerichtet. Wir gehen über die Brücke nach der tschecho=slowakischen Seite zu. Preßburg mit seiner Burgruine und seinen großen Handelshäusern bietet eine eindrucksvolle Silhouette. Man sieht eine große schweigende Menschenmenge auf einem einige 100 Meter vom Ufer der deutschen Seite hinüberschauen. Tschechische Soldate patrouillieren durch die Straßen und verhindern jede Zutritt zur Uferpromenade, um Kundgebungen fu Deutschland zu unterdrücken. Man spürt den Sinn, der in dem Schweigen der nach Deutschland sehenden Menschen liegt! Vor den Toren Pilsens DNB. Kottiken, 11. Okt. Je nähl es der neuen Grenze zugebt, um so größer wird die Zahl der Wegsperren, der Verteidigungsanlagen, der Tankfallen und dergleichen. Oft sind fast 100 Meter lang sämtliche Bäume zu beiden Seiten der Straße gefällt, mit Stacheldraht. großen Steinblöcken oder auch Ziegelmauern durchsetzt. Alle Straßenbrücken, das ist jetzt noch deutlich erkennbar. waren zur Sprengung vorbereitet. Auf allen Abhängen dieses bügeligen Gebietes siebt man stark befestigte Stellungen in ständig wachsender Zahl. Die neue Grenze ist durch Fähnchen abgesteckt. Als wir ankommen, schreitet gerade ein deutscher Unteroffizier zusammen mit einem tschechischen Gendarm die neue Grenzlinie ab, um in gegenseitigem Einvernehmen einige„Grenzkorrekturen“ vorzunehmen. Jenseits des Schlagbaumes stehen drei tschechische Grenzgendarmen. zwei davon mit umgehängtem Gewehr, die ihrerseits die Papiere der Grenzgänger prüfen. Darunter befinden sich zahlreiche Tschechen. die. gewiß nicht voreingenommen, erzählen, daß sich in Pilsen bereits eine Knappheit an Kartoffeln. Gemüse und auch an Brotgetreide bemerkbar mache, da die Stadt überwiegend aus dem jetzt besetzten Landbezirk beliefert worden sei. Auch die Brauhäuser hätten ihren Betrieb einschränken müssen. Von Pilsen selbst sind von der Grenzstelle aus nur ein paar Schornsteine und besonders hohe Häuser zu sehen. Dagegen gewährt eine weiter zurückliegende Anhöhe einen guten Ueberblick über die ganze Stadt. Als wir bereits in der Dunkelheit zurückfahren, rüste sich auch hier alles zur Feier der Befreiung durch Ill# mination der Häuser und Fackelzüge. Nun steht alles deutsches Land unter dem sicheren Schutz unserer stolzen Wehrmacht. Konrad Henlein an den Führer DNB. Berlin, 11. Okt. Konrad Henlein hat aus Reichenberg im Sudetengau an den Führer und Reichskanzler das nachstehende Telegramm gerichtet: „Mein Führer! Mit dem heutigen Tage haben die deutschen Truppen die Besetzung des sudetendeutschen Gebietes beendet. Von den Bergen des Sudetenlandes brennen die Freudenfeuer. Das Land, das Schwert und Pflug unserer Väter zu unserer Heimat gemacht haben, steht nun unter dem Schutz der Wafsen der 80 Millionen des Großen Deutschen Reiches. So wie wir immer deutsch waren, so waren wir immer entschlossen, eher zu sterben, als unser Deutschtum zu verlieren. Ihrem herrlichen Werke, mein Führer, danken wir heute die Gewißheit, daß wir nicht untergehen werden, sondern weiter berufen sind als deutsche Wacht im Osten gemeinsam mit dem ganzen deutschen Volke den Siegesweg in die Zukunft anzutreten. Für das gesamte Sudetendeutschtum sprechen in diesen Stunden die Tausende, die an der heutigen Kundgebung in Gablonz teilnehmen. In tiefster Dankbarkeit grüßen sie ihren Führer. Heil mein Führer! Konrad Henlein.“ Der Umrechnungskurs Eingliederung der sudetendeutschen Wirtschaft auf gesunder Grundlage. Berlin, 11. Okt. Durch die heute veröffentlichte Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan wird die Reichsmark neben der Tschechenkrone als geschäftliches Zahlungsmittel in den sudetendeutschen Gebieten eingeführt. Der Umrechnungskurs ist abweichend vom Devisenkurs, der rund 8.7 Pfennig für die Krone beträgt, auf 12 Pfg. für die Krone festgesetzt worden. Die Festsetzung ist nach eingehender Prüsung der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Absicht erfolgt, die sudetendeutsche Wirtschaft auf einer gesunden Grundlage an das Reichanzugliedern. Durch das gewählte Umtauschverhältnis sollen Preissteigerungen in den sudetendeutschen Gebieten vermieden werden. Die Kaufkraft der Lohn= und Gehaltsempfänger soll damit gewahrt und der Sparer vor einer Entwertung seines Sparkapitals geschützt werden. Die rasche und reibungslose Durchführung des Anschlusses der sudetendeutschen Wirtschaft an die Wirtschaft Großdeutschlands wird dadurch erleichtert. Erste Sitzung des slowakischen Ministerrates Errichtung je einer deutschen und ungarischen Nationalitätensektion. Preßburg, 11. Okt. Am Montagabend trat zum erstenmal der slowakische Ministerrat zusammen, an dem alle Mitglieder der neuen autonomistischen slowakischen Regierung teilnahmen. Der Ministerrat nahm den Erlaß der Prager Zentralregierung zur Kenntnis, welcher Bauberer vom Sileleimpass Abenteuerroman von Barbara Cartland Copyright br Wilhelm Goldmann Verlag. Leipzig. 35. Fortsetzung „Vater“, rief sie mit einem Aufschluchzen, kniete neben ihm nieder und streichelte seine abgemagerten Hände. Langsam öffnete er die Augen und sah sie liebevoll an. „Wie geht es dir, mein Kind?“ fragte er schwach. Nur mit größter Anstrengung konnte Vivian die Tränen zurückhalten. „Und dir?“ fragte sie heiser.„Was hat man dir getan, Vater?“ „Ich habe sie doch besiegt", flüsterte er.„Sie haben mich nicht zwingen können.“ Und er lächelte zufrieden. Einer der Lamas sprach leise mit Alec, der jetzt zu ihr trat. „Ihr Vater darf nicht zu viel sprechen, Vivian.“ „Natürlich nicht“, antwortete sie lebhaft.„Vater, Alec kann mir alles erzählen.“ Ernst blickte Alec auf das kniende Mädchen, sah die tränenschweren Augen und den zitternden Mund. „Professor Carrow hat den Russen in jeder Hinsicht falsche Inform tionen gegeben. Sie glaubten erreicht zu haben, was sie wollten, und ließen ihn onne Nahrungsmittel an eine. nie betretenen, unzugänglichen Stelle der Berge zurück. Nach ihrer Ansicht bestand für ihn keine Möglichkeit, auf Menschen zu stoßen oder gefunden zu werden. Ihr Vater hatte nur die eine Sorge, daß sie zurückkehren und ihn ermorden würden, wenn sie hinter seine Täuschung gekommen waren.“ „O Vater“, murmelte sie.„Warum das alles? Dein Leben ist doch tausendmal mehr wert als alle Goldfelder der Welt.“ Der Professor öffnete die Augen und versuchte zu lächeln Vivian drückte ihre Lippen auf seine Hand. Er konnte die Tränen nicht sehen, die aus ihren Augen strömten. „Sie dürfen ihn nicht aufregen“, sagte Alec leise. „Er braucht Ruhe.“ „Ist er wirklich so krank?“ fragte sie ebenso leise „Sagen Sie mir die Wahrheit. Ich muß es wissen.“ Alec antwortete nicht „Bitte, Alec, die Wahrheit! Begreifen Sie benn nicht, daß er der einzige Mensch ist, den ich in der ganzen weiten Welt habe?“ Ihre Stimme brach. „Er ist sehr krank“, sagte Alec ernst. „Können wir keinen Arzt kommen lassen? Können wir nichts, gar nichts für ihn tun?“ fragte sie wild. „Im ganzen Lande gibt es keinen Menschen, der mehr von Medizin und Heilkunst versteht, als diese beiden Lamas hier. Sie müssen Vertrauen zu ihnen haben, Vivian, aber Wunder können auch die beiden nicht vollbringen. Fast drei Tage hat Ihr Vater ohne jede Nahrung und bei bitterster Kälte in jener Hütte zubringen müssen. Er ist kein junger Mann mehr. Wir können nur hoffen und— beten.“ Vivian strich sich mit der Hand über die Augen und sagte überraschend gefaßt und ruhig: „Ich bleibe die Nacht bei ihm.“ „Es wäre besser, Sie ruhen sich aus“, entgegnete Alec. „Im Augenblick können Sie ihm in keiner Weise helfen.“ Aber Vivian sah ihn so flehend, so sprechend an, daß er nichts mehr sagte. Jedes Wort wäre vergeblich gewesen. Er verstand sie. Ihr Platz war an der Seite ihres Vaters. Nach einem letzten Blick auf den Kranken schloß er leise die Tür hinter sich. Dreiundzwanzigstes Kapitel Die Nacht verlief ruhig. Der Professor bat einige Male um Wasser, schlief aber sofort wieder ein, und die beiden Lamas schürten ab und zu das Feuer, füllten die vor der Buddhastatue brennende Lampe auf und beobachteten den Kranken. Einmal betrat Alec das Zimmer und sah nach dem Professor. Er sprach nicht zu Vivian, legte ihr nur die Hand auf die Schulter, und sie blickte„it einem schwachen Lächeln dankbar zu ihm auf. Beim Morgengrauen ließ sich das entfernte Echo der Muschelhörner hören, und die Lamas entfernten sich schweigend, um an dem gemeinsamen Gebet der Mönche teilzunehmen. Vivian ging geräuschlos durch das Zimmer und schlug die Fensterläden auf. Schon schimmerten die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne auf den weißen Bergspitzen, und blaßblauer Nebel stieg langsam aus dem Tale empor. Vivians Augen waren schwer und von tiefen Sche##n umrandet, aber die frische, scharfe Morgenluft, die### ihr Gesicht strich, belebte sie und schien alle Müdigkei vertreiben. Als sie sich dem Bett wieder zuwandte, fand sie die Augen des Professors auf sich gerichtet. Mit einem wundervoll zärtlichen Lächeln beugte sie sich über ihn. „Bitte, werde gesund, Vater! Ich habe dich doch so lieb!“ Im Laufe des Vormittags erschien der Abt selbst, segnete den Kranken und brachte ihm eine kleine, künstlerisch ausgeführte Statue der Göttin der Gesundheit, die neben dem Lager Carrows aufgestellt wurde. Oft lagen die Augen des Professors bewundernd auf diesem kleinen Meisterwerk eines unbekannten tibetischen Künstlers. Alec bestand darauf, daß Vivian ihren Vater der Sorge der beiden Lamas überließ und sich ausruhte. Er führte die Widerstrebende beinahe gewaltsam in ihr Zimmer. „Ich bin nicht müde“, wehrte sie sich.„Ich will bei meinem Vater bleiben.“ „Letzte Nacht haben Sie Ihren Kopf durchgesetzt, Vivian“, antwortete er.„Jetzt bin ich wieder an der Reihe. Ich bleibe in den nächsten Stunden bei dem Professor. Sollte sich irgendeine Veränderung in seinem Zustand zeigen, hole ich Sie sofort.“ „Versprechen Sie mir das?“ fragte sie ihn angstvoll und zweifelnd. „Habe ich jemals mein Wort nicht gehalten?" war seine ernste Gegenfrage, und sie ließ beschämt den Kopf sinken. „Ich fürchte, daß Sie immer nur das tun, was Sie für mich als gut und richtig finden, und nicht das, was ich selbst will“, sagte sie schließlich leise. „Und eines Tages werden unsere beiden Wünsche übereinstimmen, Vivian“, erwiderte Alec— und sie lachte plötzlich auf. „Das wäre wirklich mal etwas Außergewöhnliches!“ Und einen Augenblick lang standen sich zwei junge Menschen einander gegenüber, die sich unbeschwert und freimütig zulächelten. Aber schnell schwand dieser Moment in der wieder erwachenden Angst und Sorge. Langsam wandte sie sich ihrem Lager zu. „Sie versprechen mir, mich zu rufen, sobald er erwacht — und wenn es nur für wenige Minuten sein sollte.“ „Ich verspreche es.“ Leise zog er die Tür hinter sich zu. Vivian hatte ihre Kräfte überschätzt. Kaum hatte sie sich hingelegt, als der Schlaf sie überfiel, aber doch zar ihr letzter, argerlicher Gedanke, daß Alec wieder einmal recht gehabt hatte und daß sie müde, unendlich müde war. Die Strahlen der Mittagssonne drangen durch die halb offenen Fensterladen und fielen auf ihre Augen. Vivian richtete sich auf und blickte einen Augenblick verständnislos um sich. Dann sprang sie auf, kämmte schnell ihr Haar und lief zur Tür hinaus und zu ihrem Vater. Langsam verging der Nachmittag. In den letzten drei Stunden hatte der Professor sich nicht gerührt, jetzt öffneten sich seine Augen, und seine Hand bewegte sich, schwach. Vivian beugte sich über ihn und küßte ihn auf die Stirn. Seine Lippen öffneten sich und sie mußtrsich Mühe geben, die kaum gehauchten Worte zu verstehen. „Gott segne dich, mein Kind.“ Und dann fiel er wieder in Schlaf. Eine Stunde nach der anderen verging. Aengstlich wartete Vivian auf Alec. den sie bitten wollte, einige Fragen an die beiden ernstblickenden Lamas zu richten. Die völlige Reglosigkeit ihres Vaters erschreckte sie. Endlich kam er, trat sofort auf sie zu und sagte leise: „Der Abt möchte Sie sprechen, Vivian.“ Ohne ein Wort folgte sie ihm. Ohne ein Wort zu wechseln, schritten sie Seite an Seite durch die langen Gänge, bis sie das Privatzimmer des Abtes erreichten. Ein Lama empfing sie und öffnete ihnen die Tür. Der Abt saß hinter seinem Tisch und begrüßte sie mit freundlichem Lächeln. Sie setzte sich, und der unvermeidliche Tee wurde gebracht. Alec ergriff als erster das Wort. „Ich habe Miß Carrow bis jetzt noch nichts erzählt.“ Seine Stimme klang eigenartig erregt, und Vivian blickte furchtsam zu ihm auf. „Was ist geschehen?“ fragte sie. „Hauptmann Alexander“, begann der Abt,„hat mich gebeten, Ihnen die schwierige Lage auseinanderzusetzen, in der wir uns befinden. Wir haben Nachrichten erhalten, daß die Russen, von denen Ihr Vater entführt wurde, herausgefunden haben, daß sie getäuscht wurden, daß außerdem Professor Carrow sich ihrer Rache entziehen konnte. Sie haben einen Teil der Bevölkerung aufgewiegelt und sich mit den kämpfenden Mönchen des Kun=wa=pa=Klosters verbündet. Sie sind auf dem Wege hierher und verlangen, daß Ihr Vater und jeder Fremde, der sich zur Zeit innerhalb der Klosterwälle befindet, an sie ausgeliefert wird.“ (Fortsetzung folgt.) Herner Anzeiger Mittwoch, den 12. Oktober 1933 Nach Traditionsübergabe und kirchlicher Feier marschierten die Formationen der alten Soldaten und die Abordnung des Traditionsbataillons zum neuen Hitleriugendheim„Hacketau" am Mülheiheimer Stadtgarten. Zum erstenmal ist hier ein Weg gewählt worden, der die Ehrenpflicht gegenüber den Gefallenen mit den gegenwärtigen Forderungen des Dienstes am Vaterland verbindet, es wurde eine Erinnerungsstätte geschaffen, die Tod und neues Leben symbolhaft verbindet. Das Heim stellt sich als ein eingeschossiger langgestreckter und sehr schmucker Bau mit ausgebauter Mansarde dar. Durch den dreitürigen Haupteingang betritt man zunächst die zu einer Ehrenstätte der Gefallenen des Inf.=Regts. Nr. 16 ausgestattete Halle, hinter der sich das Traditionszimmer der Hacketäuer befindet. Links und rechts der Halle liegen die für die Zwecke der HJ. bestimmten und vorbildlich eingerichteten Räume. In einer Ansprache hieß Oberstleutnant a. D. cramm im Namen des Verbandes ehemaliger Festsetzung von Höchstpreisen für Westsalen Schwindler in der landwirtschaftlichen Arbeitsvermittlung Nr. 239(Zweites Blatt) Was kosten die Winterspeisekartoffeln? Der Oberpräsident hat für den Umfang der 10 vinz Westfalen bezüglich der Winterspeisekartoffeln in den Monaten September, Oktober und November 1938 folgende Höchstpreise festgesetzt: 1. Bei Abgabe ab Hof oder Ver kaufsstelle des Erzeugers an den Verbraucher 2. Bei Abgabe durch den Erzeu zeuger frei Keller bzw. Woh nung des Verbrauchers 3. Bei Abgabe ab Waggon des Empfangsverteilers an den Kleinverteiler od. Verbraucher 4. Bei Abgabe ab Lager des Empfangsverteilers oder frei Verkaufsstelle(Lager, Keller) des Kleinverteilers 5. Bei Abgabe des Empfangsoder des Kleinverteilers an den Verbraucher frei Keller Beim Auspfunden der Kartoffeln durch den Empfangsoder Kleinverteiler je 5 Kilogr. Die Festsetzung der Preise für die späteren Monate folgt besonders. Die Versandverteilerspanne ist in den in Ziffern 3—0 festgesetzten Höchstpreisen enthalten. Werden die Speisekartoffeln unter Umgehung des Versandhandels durch den örtlichen Handel unmittelbar vom Erzeuger aufgekauft, so liegen die vorgenannten Höchstpreise um mindestens 0.15 RM. je 50 kg und mindestens 1 Rpf. je 5 kg niedriger. Die Höchstpreise der Ziff. 2—0 dürfen jederzeit unterschritten werden; der in Ziff. 1 für die unmittelbare Abgabe vom Erzeuger an den Verbrauche festgesetzte Preis darf auch nicht unterschritten werden (Festpreis). Bei Abholung der Speisekartoffeln durch den Verteiler ab Hof des Erzeugers ist dagegen eine Unterschreitung bis zu 0,15 RM. je 50 kg zulässig. Die Preise frei Keller verstehen sich einschließlich Anfuhr, Abladen und Einbringen in den Keller. Besondere Zuschläge für das Auslesen von Kar toffeln oder beim Verkauf von Mengen unter 5 kg sind nicht zulässig. Die für die gelben Sorten festgesetzten Höchstpreise dürfen beim Verkauf der Sorte„Juli“(Nieren) um 1 RM je 50 kg und beim Verkauf der Sorten„Hörnchen" und„Rote Mäuse" um 2 RM. je 50 kg überschritten werden. Jeder Verteiler, der die vorgenannten Kartoffeln feilhält, hat auch gewöhnliche Speisekartoffeln in ausreichender Menge vorran#g#u halten und zum Kauf anzubieten. Ueber jeden Verkauf von Kartoffeln an Wiederverkäufer ist eine mit Firmenangabe versehene Rechnung oder Verkaufsbestätigung zu erteilen, aus welcher die Kartoffelsorte und deren Preis je 50 kg ersichtlich sein muß. Diesen Herkunfsnachweis hat der Wiederverkäufer auf dem Transport und an der Verkaufsstelle für etwaige Kontrollen zur Verfügung zu halten. ** Lieserverbot für Speisekartosseln in das Industriegebiet. Auf Anweisung der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft Berlin sollen die im September dieses Jahres im Industriegebiet und in den sonstigen Großstädten eingelagerten Speisekartoffeln dem sosortigen Verbrauch zugeführt werden. Um dies in möglichst kurzer Zeit zu erreichen, ist es notwendig. die Zufuhr weiterer Speisekartofseln auf gewisse Zeit vom Markt sernzuhalten. Der Kartoffelwirtschaftsverband Westsalen hat daher mit Wirkung vom 7. Oktober 1938 eine Anordnung erlassen. in der bestimmt wird, daß jede Lieserung von Speisekartosseln in das Industriegebiet und in sonstige in der Anordnung genau bezeichnete Städte untersagt ist. Dieses Lieserverbot gilt sowohl für die Kartofselverteiler als auch für die Erzeuger, deren Betrieb innerhalb des betreffenden Sverrgebietes gelegen ist. In der Anordnung ist weiter festgelegt, daß der Bezug von Speisekartosseln nur aus den in den genannten Stadtgebieten eingelagerten Beständen erfolgen darf. Da lediglich höhere Gesichtspunkte Veranlassung für die einschneidende Anordnung sind, muß von den Erzeugern und Verteilern unbedingte Einhaltung der wirtschaftlich bedingten Vorschriften erwartet werden. Bei Verstößen gegen die Bestimmungen der Anordnung können Ordnungsstrafen verhängt werden. herner Söver bei der Ehrenmalweihe auf Der regenverhangene, windumtoste Sonntag bildete den rechten Rahmen zu der Heldengedenkfeier des Sauerlädischen GebirgsVereins, hätte man auch diesmal gerade wegen der Einweihung des neuen Ehrenmals einen sonnigen Herbsttag gewünscht. In endlosem Zuge zogen die Wanderer und Wanderinnen, alt wie jung— es waren trotz des ungünstigen Wetters mehr denn 2000, darunter rd zwanzig Herner SGVer—, zunächst vom SGV=Kohlberghaus hinauf zum neuen Aufmarschplatz auf dem Gipfel des Kohlberges. In Sechserreihen marschierten die gut 150 laubgeschmückten Wimpel der verschiedenen Abteilungen des Vereins auf und nahmen zu beiden Seiten des neuen Denkmals Aufstellung. Unter den am Mal versammelten Ehrengästen befanden sich u. a. Kreisleiter Borlinghaus, Lüdenscheid, und zahlreiche Ortsgruppenleiter, Landesrat Dr. Kühl für den Landeshauptmann der Provinz„Westfalen, Kolbow, Regierungsdirektor Gildemeister für den Regierungspräsidenten von Arnsberg, Dr. Runte, zahlreiche Landräte und Oberbürgermeister der Kreise und Städte des Sauerlandes, Siegerlandes, Bergischen Landes und des Industriegebietes, 1. Beigeordneter Dr. Hövel für den Ruhrsiedlungsverband und Dr. Runte für den Westfälischen Heimatbund. si Fern aus dem Walde erklang ein mahnender Hornruf„Es ist ein Schnitter, der heißt Tod“. Ein passender Vorspruch von Baldur von Schirach leitete über zu der großen Kantate von Jünnemann=Nowottny, die die vereinigten Singgruppen der SGVAbteilungen Hagen und Wuppertal und der SAMusikzug 1/31 Neuenrade ausgezeichnet vortrugen. Einem den Soldaten des großen Krieges gewidmeten Gedicht von Baldur von Schirach schloß sich der vierstimmige Kanon von Lahusen an:„Uns folgt ein Ruhm, der ewig bleibt“. Ein kurzer Regenguß, der bei Beginn der eindrucksvollen Feier einsetzte, wurde vom Winde fortgetragen. Die fernen Höhenzüge tauch ten wieder etwas klarer aus dem Grau heraus. Still lauschten die Tausende nun der Ansprache des Führers vom SGV, Vizepräsidenten des Oberpräsidiums der Rheinprovinz Karl Eugen Dellenbusch, Koblenz, in der er nach der Begrüßung aller, namentlich auch der im Kohlberghaus weilenden Gruppe sudetendeutscher Flüchtlinge, ein großange legtes Bild von der Entwicklung der Kohlbergschöpftugen des Vereins gab, der Opferwilligkeit und AAfsbereitschaft sowohl vor 14 Jahren bei Errichtung des Wanderheims als auch jetzt bei der Gestaltung der neuen Waldweihestätte gedachte und besonders die Mitarbeiter daran, wozu vornehmlich Hauptleyrer Schmidt, Dahle(früher Herne) gehörte, hervorhob. Da der Wald des Wanderers Ziel sei, so glaubte der SGV für die Ehrung seiner tausend im Weltkrieg gebliebenen Mitglieder auch keinen besseren Standort wählen zu können, als einen Waldwinkel auf Bergeshöhe. Ein schlichter, doch wuchtiger Block aus heimischem Ruhrsandstein mit einem dem freien Himmel geöffneten Innenraum und darin einem symbolischen Grab, auf das ein kunstvoll geschiedetes Tor den Blick frei gibt, umgeben von Laub= und Nadelwald und zu Füßen ein großes Gelände für den Aufmarsch und für Sonnwendfeiern, entstand in einnütiger Zusammenarbeit der Architekten Wentzler Dortmund) und Hellmuth(Iserlohn), des Kölner Bildhauers Meller, des Gartenbaumeisters Schmidt(Essen) wie des Stadtbaurats Finkbeiter(Lüdenscheid). Der Opfergang der Toten des sroßen Krieges habe nicht besser gesegnet werden könlen, als durch die Heimkehr der deutschen Brüder ind Schwestern erst in der Ostmark und nun im Susetenland. Der Auftrag der Toten sei durch einen koldaten des Krieges übernommen und herrlicher vollbracht worden, als sie es geahnt hätten; ein ganzes Volk trage mit Würde und Stolz seine Dankesschuld an die Helden ab. Die Führerratsmitglieder Kracht und Sluet waren schon während der letzten Worte des Redners mit einem großen Kranz hinter ihn getreten. Während die SA=Kapelle die Weise vom guten Kameraden langsam und feierlich über das weite Land erschallen ließ, legte der Führer vom SGV den Kranz im Innern des Denkmals nieder. Noch einmal sangen die Singgruppen:„Grüßet die Fahnen, grüßet die Zeichen". Vizepräsident Dellenbusch ehrte den Führer, und mit den beiden Nationalhymnen klang die einstündige Feier aus. Die Wimpelgruppe des SGV marschierte ab. Das Denkmal ward zur Besichtigung freigegeben. Herner Hacketäuer in Köln=Mülheim 125-Jahrfeier mit Traditionsübergabe und Ehrenmalweihe. Am Sonnabend fuhren zahlreiche Mitglieder der Herner Kameradschaft ehem. 16er(Hacketäuer) nach Köln=Mülheim, wo das Infanterieregiment Freiherr von Sparr, 3. Westf. Nr. 16, das im Jahre 1813 gegrürddet wurde, die Feier seines 125jährigen Bestehens in Verbindung mit der Weihe des als Ehrenmal für die Gefallenen des Regiments in Köln=Mülheim errichteten Hitlerjugendheims„Hacketau" beging. Am Sonntagnachmittag erfolgte auf dem Mülheimer Kasernenhof die feierliche Traditionsübergave an das 2. Bataillon des Infanterie=Regiments Nr. 77 und seinen Kommandeur Oberst Herbst. Anschließend fand ein Feldgottesdienst beider Konfessionen statt, bei dem der ehemalige Divisonspfarrer Sparre, gleichfalls ein alter Hacketäuer, und der stellvertretende Standortpfarrer, Kaplan Lotz, Ansprachen hielten. Im Gegensatz zu vielgestaltigen Zerfallserscheinungen ausländischer Wirtschaftssysteme und der damit zusammenhängenden Arbeitslosigkeit und Verelendung der werktatigen Bevölkerung ist bei uns der letzte arbeitsfähige Mann eingesetzt und sogar ein Mangel an Arbeitskräften eingetreten. Das titt u. a. besonders in der Landwirtschaft zutage. Maßnahmen und Vorkehrungen des Reichsnährstandes, der Arbeitsämter und anderer Dienststellen und Organisationen sichern die Lenkung des Arbeitseinsatzes und die Bereitstellung der Erntehilfe auf dem Lande. Hier und da haben aber volksschädigende Elemente den Landarbeitermanges zu gewissenlosen Schädigungen der Bauern ausgebeutel. Unter der Maske des freundlichen Helfers ziehen sie über das Land und erbieten sich zur Vermittlung von Arbeitskräften, obwohl sie dazu gar nicht in der Lage sind. Manche Bauern gehen im Vertrauen auf die Ehrlichkeit des Angebots auf die Vermittlung ein und entrichten in der Hoffnung auf die baldige, dringend benötigte Arbeitshilfe auch die von dem angeblichen Agenten unter mannigfachen Vorwänden sogleich geforderte Vorauszahlung in meist beachtlicher Höhe. Die Erkenntnis des Hereinfalls auf betrügerische Vortäuschungen kommt zu spät und erst dann, wenn der „Freund" und„Helfer“ des Bauern nach Mitnahme des Geldes auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist. Zu spät erfährt der Geschädigte infolge seiner Leichtgläubigkeit, daß die gewerbsmäßige, also entgeltliche, private Arbeits- und Dienststellenvermittlung gesetzlich verboten ist, und daß die Vorspiegelung einer solchen Tätigkeit in der Regel den Verdacht betrügerischer Absichten begründet. Zu spät merkt der Geprellte, daß er, wenn er nicht in der Lage war, einen ohne Vermittlung gefundenen Erntehelfer einzustellen, nur mit dem Arbeitsamt oder dem immer hinreichend durch Ausweise kenntlich gemachten Außenbamten dieser Behörde hätte verhandeln dürfen. Meist gelingt es der Polizei und den Staatsanwaltschaften, solche Betrüger schon nach kurzer Zeit dingfest zu machen, nicht selten aber ist auch schon erheblicher Schaden eingetreten, bis einer der Geschädigten diese Behörden durch eine Anzeige von dem frevelhaften Treiben solchr Schwindler in Kenntnis setzt. Die Täuschungsmittel der Betrüger sind vielgestaltig und den Umständen des Einzelfalles angepaßt Einzelne Beispiele mögen dies belegen: Ein inzwischen verhafteter und verurteilter Händler hat im Laufe der letzten Monate Bauern und Landwirte, von denen er wußte, daß sie landwirtschaftliche Arbeitskräfte brauchten, aufgesucht und versprach gegen Vorauszahlung von 8 bis 15 RM. Arbeitskräfte zu vermitteln, obwohl er dazu nicht imstande und zur Stellenvermittlung nicht befugt war. Zahlreiche Bauern sind diesem Betrug zum Opfer gefallen. Ein anderer Schwindler gleicher Art konnte kürzlich durch die Aufmerksamkeit eines Ortsbürgermeisters festgenommen werden, nachdem er einen Bauern durch den betrügerischen Abschluß eines Arbeitsvermittlungsvertrages für Landwirtschaftliche Arbeiter zu einer Scheckzahlung von nahezu 40 RM. veranlaßt hatte. Ein z. Z. noch gesuchter Volksschädling hat unter falscher Namensangabe zahlreiche bäuerliche Betriebe aufgesucht, sich als Beamter eines Arbeitsamtes ausgegeben und erklärt, daß durch Regierungsmaßnahmen aus Landarbeitsdienststellen Arbeitskräfte zugewiesen würden. Außer einem Taschengeld seien lediglich Krankenkassen= und Invalidenbeiträge für ein Jahr im voraus zu zahlen. Das sichere Auftreten des Betrügers hatte zur Folge, daß zahlreiche Bauern versäumten, die Legitimation des angeblichen Beamten zu prüfen. Sie sind infolgedessen in den Einzelfällen um Beträge von 30—68 RM. geschädigt worden. Durch die Bekanntgabe dieser Vorkommnisse wird die bäuerliche Bevölkerung gewarnt, auf solche oder ähnliche Arbeitsvermittlungsvorschläge unbekannter Personen einzugehen. Nur bei der ausschließlichen Inanspruchnahme der allgemein bekannten Dienststellen der Arbeitsämter oder des Reichsnährstandes kann der Verlust des schwer verdienten Geldes durch das leichtfertige Eingehen auf Betrügereien gewissenloser Menschen vermieden werden. Ein„Brieftaubengesetz“ Die Reichsregierung hat ein„Brieftaubengesetz“ erlassen, das am 10. Oktober in Kraft getreten ist und das folgende wesentliche Bestimmungen enthält: Wer Brieftauben halten oder Handel mit Brieftauben betreiben will(Brieftaubenhalter), bedarf der Erlaubnis. Die Erlaubnis darf nur zuverlässigen Personen erteilt werden. Jeder Brieftaubenhalter muß einer von der Ausichtsbehörde bestimmten Fachorganisation für das Briefaubenwesen angehören. Die Fachorganisation untersteht der Aufsicht des Reichsministers des Innern, der sie, soweit die Geschäftsbereiche des Oberkommandos der Wehrmacht und des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft berührt werden, im Einvernehmen mit diesen Stellen ausübt. Für bestimmte Gebiete kann das Halten und das Auflassen von Tauben jeglicher Art verboten werden. Jede im Inland gehaltene Brieftaube muß mit einem geschlossenen, nicht Kumpel tagen in Essen Wichtige Probleme des Bergbaues werden behandelt. Vom 26. bis 30. Oktober NSG. Das Fachamt Bergbau ruft die von ihm erfaßten Betriebe und Arbeitskameraden zur Reichsarbeitstagung vom 26. bis 30. Oktober in Essen, der Stadt der Kohle und des Eisens, auf. Die Tagung wird am Mittwoch, dem 26. Oktober, nachmittags, mit einer Pressebesprechung eingeleitet. Abends findet ein Empfang der Tagungsteilnehmer durch den Oberbürgermeister von Essen statt, und die Hauptarbeitstagung eröffnet Fachamtsleiter Padberg dann am 27. Oktober, morgens 9 Uhr, im großen Saal des Städt. Saalbaues, wo in einer bergmännischen Feierstunde DAF=Gauobmann Johlitz spricht. Am ersten Tage wird der Leiter des Fachamtes seinen Arbeitskameraden aus dem Bergbau den Leistungsbericht seines Amtes für das zurückliegende Jahr erstatten. Ferner wird Generaldirektor Wisselmann über die Entwicklung des deutschen Bergbaues im Jahre 1938 sprechen, und anschließend wird Hauptamtsleiter Claus Setzner zu dem „Wettkampfgedanken in der deutschen Sozialpolitik“ Stellung nehmen. Der nächste Tag bringt im Rahmen der Hauptarbeitstagungen einen Vortrag über die Aufgaben und die Bedeutung des deutschen Bergbaues von dem Leiter der Bergbauabteilung des Reichswirtschaftsministeriums, Parteigenossen Gabel, sowie eine Rede des Leiters des Amtes für Soziale Selbstverantwortung in der DAF, Parteigenossen Dr. Hupfauer, über„Die Grundsätze der Arbeitspolitik im deutschen Wirtschaftsleben“. Vom Freitagnachmittag ab werden ferner im Städtischen Saalbau und in den Räumen des Hauses der Technik eine ganze Reihe von Sondertagungen für die einzelnen Bergbaugebiete, wie Steinkohle. Braunkohle, Erz, Kali und Erdöl, durchgeführt, in denen zum erstenmal in dieser Form alle wichtigen, die einzelnen Fachgruppengebiete betreffenden Fragen zur Erörterung gelangen. Abgeschlossen wird der Freitag durch eine Besichtigung der Krupp=Bergwerke und der besten Arbeiten aus dem Wettbewerb„Waschkaue schwarz= weiß" des Amtes Schönheit der Arbeit sowie durch einen Kameradschaftsabend aller Tagungsteilnehmer. Am Vormittag des Sonnabends eröffnet dann Fachamtsleiter Padberg die große Gemeinschaftstagung, in deren Mittelpunkt eine Rede des Hauptdienstleiters Schmeer über„Arbeitspolitik und Wirtschaftsordnung" steht. Ihren Höhepunkt erreicht die Tagung schließlich am darauffolgenden Sonntag mit der Einweihung einer nach den Vorschlägen der Deutschen Arbeitsfront gebauten neuzeitlichen Waschkaue mit Höhensonnenbestrahlungsgang und mit der Großkundgebung in den Essener Ausstellungshallen, in der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley selbst das Wort ergreifen wird. dehnbaren Fußring versehen sein, der die Taube und ihre Herkunft kenntlich macht. Wer Brieftauben erwirbt, veräußert oder öffentlich anbietet, ist verpflichtet, unter Angabe der Fußringzeichen Buch darüber zu führen, von wem er Brieftauben erworben und an wen er Brieftauben weiterveräußert hat. Jedermann ist verpflichtet, fremde, ihm zugeflogene, von ihm aus entschuldbarem Versehen getötete oder verletzte sowie tot oder verletzt aufgefundene Brieftauben jeglicher Herkunft nebst Fußring, Meldehülsen und dergleichen sowie lose aufgefundene Brieftaubenfußringe, Meldehülsen und dergleichen unverzüglich unter Angabe des Sachverhalts bei der nächsten Ortspolizeibehörde abzuliefern. Die Einfuhr von Brieftauben ist verboten. Ausnahmen bedürfen der Erlaubnis. Wer fremde Brieftauben vorsätzlich oder fahrlässig tötet oder verletzt, wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren oder mit Haft oder mit Geldstrafe bestraft, soweit die Tat nicht nach anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist. Der Versuch ist strafbar. * Sperrzeit für Tauben Auf Grund der Verordnung zum Schutze der Felder und Gärten gegen fremde Tauben vom 4. 3. 1933 in der Fassung vom 13. 12. 1934 hat der Oberbürgermeister als Ortspolizeibehörde folgendes angeordnet: Die Taubenbesitzer sind verpflichtet, ihre Tauben in der Zeit vom 15. Oktober bis 14. November 1938 einschl. so einzusperren, daß ein Ausfliegen auf die Felder und Gärten nicht möglich ist. Zuwiderhandlungen werden mit 1 bis 150 RM. bzw. mit Haft bestraft. Vierraumwohnung im Vordergrund In der Zeit vom 25. bis 31. Oktober d. J. werden die in der DAF auf dem Gebiet des Wohnungs= und Siedlungswesens der DAF in Frankfurt a. M. zu einer Reichsarbeitstagung zusammentreten. Die langjährige Forderung des Reichsheimstättenamtes der DAF. die „Vierraumwohnung“, die heute zu einem sozialpolitischen Begriff innerhalb des Wohnstättenwesens geworden ist steht im Vordergrund der Beratungen. Reichsarbeitsminister Seldte hat ebenfalls diese sozialpolitische Wohnforderung der DAF uneingeschränkt unterstrichen. Daneben wird sich die Reichsarbeitstagung mit dem Volkswohnungsbau und dem Landarbeiterwohnungsbau beschäftigen. Zu der letzteren Angelegenheit wird Reichsstatthalter und Gauleiter HildebrandtMecklenburg Stellung nehmen. Der Gau Mecklenburg hat mit besonders großer Vielstrebigkeit die Wohnstättenfrage angenackt. Aus und für Herne Inl Zeitlupentempo dem Winter entgegen Quartiermacher Herbst/ 8 Uhr erst— und schon dunkel? „Kinder. auf dem Balkon ist es doch schon zu kalt. wir wollen lieber drinnen Kaffee trinken!" Draußen scheint zwar noch die Sonne. aber es ist schon eine müde. nicht mehr recht wärmende Herbstsonne. Ein paar Tage weiter. und die Türe zum Balkon bleibt untertags ganz geschlossen. Die Blumenkästen werden bereingebolt. und die gelben, verwelkten Pflanzen, denen kein Mensch mehr ansieht, wie herrlich sie im Sommer den Balkon geschmückt haben, werden ausgerissen und in die Müllkübel gesteckt. Die Kinder schauen diesem Tun ein wenig traurig zu, als käme ihnen plötzlich eine Ahnung vom ewigen Werden und Vergeben. von dem ebernen Gesetz alles Lebendigen. dem alles auf dieser Welt unterworfen ist. Draußen wirbelt inzwischen an windigen Tagen das dürre braune Laub und wird in großen Wagenladungen von der Straßenreinigung fortgefahren. Ein ganzes schönes Jahr fährt mit diesem Laub fort. Die Bäume lassen jetzt gegen den herbstlichen Himmel ihr Astwerk abzeichnen, man sieht jetzt, wie schön, klar und sein gezogen die vielen bundert Arme sind, die einen Sommer lang die Last des grünen Laubes getragen haben. Die kleinen Kinder finden ein leidenschaftliches Vergnügen darin, in diesem fußhohen Laub herumzuwaten: es ist. als ob man in bewegtem Wasser schritte. An vielen Bäumen hält sich indes dieses Laub, auch wenn es ganz dürr geworden ist, sehr lange. Hin und wieder noch ein grünes Blatt dazwischen, das anscheinend die Zeichen der Jahreszeit noch nicht degriffen hat. Hier vollendet dann oft eine einzige regnerische und stürmische Herbstnacht das Werk der Zerstörung. Am Morgen ist ein Baum kahl, der am Tag vorher noch sein farbiges Laub trug. Ueber den Bäumen dehnt sich weit und frei der Horizont, viel weiter als im Sommer. Der Winter kommt behutsam ins Land. Der Herdst ist nur sein milderer Zwillingsbruder. Sozusagen der Quartiermacher. Er schüttelt die Bäume und Sträucher. er tut mit sanfter Ueberredung kund. daß ein gestrenger Herr im Anzug ist, den man wohlvorbereitet empfangen muß, wenn man sich nicht kalte Finger holen will. Der Baum muß seine Säfte zurückziehen, den Hunden muß ein dichteres Fell. den Vögeln ein stärkeres Federkleid wachsen. Igel und Maulwurf müssen langsam in Schlaf verfallen, die Fledermäuse müssen sich im Turmgedälk festklammern, und alles, was dem Winter nicht gewachsen ist, muß weit fort sein, wenn der erste kalte Wind über die Felder streicht. „Was? Sechs Uhr— und schon dald Racht?“ ruft die Mutter und schaut verwundert zum Fenster hinaus. Tatsächlich, auch dieses Kützerwerden des Tages pflegt zunächst ziemlich unbemerkt vor sich zu geben, man wird es ganz plötzlich gewahr, wie sehr sich die Nacht schon in den Tag vorgeschoben hat. Jeden Tag waren es ein vaar Minuten, schließlich sind Stunden daraus geworden, und mit einem Male. so scheint es, beginnt die Nacht schon um sechs Uhr abends. Und dann kommen die Nebel, der Reif und die Fröste: tiefer und tiefer fällt das Quecksilber im Thermometer. die roten Nasen mehren sich, und man sieht den Atem in Form einer seinen Dunstwolke. Die Zeitlupe des Winters nähert sich ihrem Ende: eine letzte Aufnahme noch... weiße Flocken fallen vom Himmel und bedecken Flur und Feld. Baum und Strauch. Und man könnte sich einen feinen Scherz denken, bei dem der Overateur den Film dann noch einmal ablaufen läßt. Aber nicht von Anfang bis zum Ende. sondern umgekehrt: von den Schneeflocken zum Reif. vom Reif zum Nebel. vom Nebel zum Herbststurm, vom welken Laub zurück zur Ernte. ** Es liegt zuviel Schrott herum! Räumt den Boden und Keller auf! Gebt das Alteisen der SA!(nsg.) Veranstaltungsring der Hitler=Jugend Ab 12. Oktober 1938 liegen die Einzeichnungslisten für den Veranstaltungsring der HI bei den Einheitsführern, Einheitsführerinnen, Betrieben und bei der Dienststelle, Bahnhofstraße 70, aus. Der Veranstaltungsring der Herner Hitler=Jugend sieht in diesem Jahr drei Schauspielaufführungen im Stadttheater Bochum vor. Als vierte und fünfte Veranstaltung sind in Aussicht genommen ein Dichterabend und ein Konzert bzw. eine Vorführung des Dortmunder Marionettentbeaters. Der Gesamtpreis einschl. Aufnahme beträgt 2.40 RM. und ist wie folgt zu zahlen: 1. Rate von 1 RM. bei Anweldung, die zweite und dritte Rate von je 70 Pf. am 1. November und 1. Dezember 1938. Als besondere Vergünstigung werden auf alle Schauspiel=, Oper= und Konzertveranstaltungen des Bochumer Stadttheaters 50 Prozent Ermäßigung erteilt. Ebenso bei allen Veranstaltungen von KdF. Die Anmeldungen müssen bis zum 25. Oktober 1938 erfolgen. Der Veranstaltungsring der HJ ist die einzige Besucherorganisation der deutschen Jugend für alle kulturellen Veranstaltungen. Hitler=Jugend und BDM=Mädel! Reiht euch ein in den Veranstaltungsring der 93.! „„* Orchester ungarischer Zigeunerknaben in Gerne Das Orchester der 20 ungarischen Zigeunerknaben vom Radiosender Budapest gab auf der Durchfahrt von Budapest nach London im Vorjahr verschiedene Konzerte im Ruhrgebiet und spielte auch auf der Ausstellung„Schaffendes Volk“ in Düsseldorf. Der vorjährige Erfolg des Orchesters war so groß, daß diese einzigartig begabten 14= und 15jährigen Knaben auch jetzt auf der Durchfahrt nach England und Neuyork zur Weltausstellung einige Gastspiele im Ruhrgebiet geben. U. a. werden sie auch in Herne die feurig glutvollen Rhythmen des echten, unverfälschten Czardas und ihre wundersam weichen Heimatmelodien der ungarischen Pußta zu Gehör bringen. „** Dienstzeit wird auf Berufszugehörigkeit angerechnet Der„Kyffhäuser", Reichsblatt des NS.=Reichskriegerbundes, schreibt über Dienstpflicht und Berufszugehörigkeit folgendes: Zur Erhaltung der aus der Berufs= und Betriebszugehörigkeit herzuleitenden Anwartschaften ist eine Reihe von Anordnungen ergangen. Zunächst ist ausgesprochen, daß die Zeit der erfüllten aktiven Dienstpflicht auf die Zeit der Berufszugehörigkeit angerechnet werden muß, falls Ansprüche aus dem Beschäftigungsverhältnis von der Dauer der. Berufszugehörigkeit abhängen. Vom 1. Oktober 1937 an wird solchen Soldaten, die, ohne Berufssoldat zu werden, freiwillig länger als zwei Jahre dienen, die ganze Zeit ihres Wehrdienstes auf die Zeit ihrer Berufszugehörigkeit angerechnet. Hat ein Soldat beispielzweise nach dreijähriger Gesellenzelt 4 Jahre gedient, so sind nach dem 1. Oktober 1937 für die Höhe der geltend zu machenden Lohnansprüche insgesamt 10 Jahre„Verufszugehörigkeit anrechnungsfähig. Voraussetzung ist dabei immer, daß der Zivilberuf der gleiche geblieben ist, also kein Berufswechsel vorgenommen wurde. Soldaten, die nach ihrem Ausscheiden aus dem Heeresdienst erstmalig in der freien Wirtschaft tätig werden, können erst nach sechsmonatiger Zugehörigkeit zu einem Betriebe der freien Wirtschaft Anspruch auf Anrechnung der Dienstzeit auf die Dauer der Berufszugehörigkeit erheben. Bei Lehrlingen ist eine Anrechnung der Dienstzeit auf die Berufszugehörigkeit erst nach Abschluß der Lehrzeit möglich *** Herbstkirmes in Sicht Morgen Biehmarkt. Gestern sind auf dem Schützenplatz die ersten Wagen für die Herner Herbstkirmes, die noch nicht auf dem neuen Platz an der Schillerstraße stattfindet, aufgefahren. Zu ihnen werden sich bis Sonnabend noch viele andere gesellen, und dann wird die bunte Kirmeswelt wieder ihr lärmendes Bild entfalten. Vorher aber, und zwar am Donnerstag, findet auf dem Schützenplatz ein Pferde=, Rind= und Schweinemarkt statt. Er ist zum ersten Male nach Jahrzehnten wieder mit der Herbstkirmes verbunden. Da Herne von der Maul= und Klauenseuche frei ist, findet der Viehmarkt in vollem Umfange statt. *** Lehrfrauentressen in Bochum veranstaltet von der Abteilung B.-H. des Deutschen Frauenwerks. Der Abteilung Volkswirtschaft Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerks ist mit der Einrichtung der „Hauswirtschaftlichen Lehre“ eine große Aufgabe ge stellt worden, deren praktischen Erfolge voll und ganz erst der Zukunft vorbehalten bleiben. Die heutigen kleinen Erfolge haben jedoch den Beweis erbracht, daß der eingeschlagene Weg der richtige ist, für den es sich lohnt, die ganze Kraft einzusetzen. Wenn durch die Schaffung der zwelfährigen„Hauswirtschaftlichen Lehre“ erreicht werden soll, daß einerseite der Berufsstand der Hausgehilfin als solcher gehoben, ferner der Hauswirtschaft leistungsfähige, planmäßig ausgebildete Kräfte herangebildet werden sollen, so muß hier — dem nationalsozialistischen Prinzip der Gemeinschaft folgend— auch die deutsche Hautsfrau sich willig einspannen lassen, kommt doch die Auswirkung ihr selbst wieder zugute. An dem Treffen der Lehrfrauen mit ihren Lebrlingen aus den Kreisen Bochum, Dortmund, Herne=Castrop=Rauxel, Wanne=Eickel, Witten und Wattenscheid, das auf Einladung der Abteilung V.=H. am Freitag, dem 14. Oktober, um 15 Uhr im Parkhaus zu Bochum stattfindet, können sich auch solche Hausfrauen beteiligen, die sich mit dem Gedanken tragen, ebenfalls ein junges Mädel in zweijähriger Lehrzeit auszubilden. Die Gauabteilungsleiterin von der Abteilung V.=H., Frau Natorp, wird zu allen notwendigen Fragen Stellung nehmen, während die Lehrfrauen ihre für alle lehrreichen Erfahrungen bekanntgeben. Mieterschutz für Umbauräume Auskunft durch die Gauwaltung der DAJ. RSG. Im Zusammenhange mit der„Grundsätzlichen Entscheidung" des Reichskommissars für die Preisbildung vom 1. August 1938 über die Kündigung mieterschutzfreier Räume steht insbesondere auch die Frage, ob Neubauwohnungen und Wohnungen, die durch Umbau oder Wohnungsteilung gewonnen wurden oder werden, den Kündigungsschutz des Mieterschutzgesetzes genießen. Dazu ist zu bemerken, daß gemäß 1 der Kündigungsschutzverordnung vom 4. Dezember 1937 ob der Kündigungsschutz des Mieterschutzgesetzes für Neubauten oder durch Um= oder Einbauten neu geschaffene Räume besteht, die nach dem 1. Juli 1918, aber vor dem 1. Dezember 1937 bezugsfertig geworden sind. Mieterschutz besteht ferner für Wohnungen, die durch Teilung einer Wohnung oder durch den Umbau gewerblicher oder sonstiger Räume als räumlich oder wirtschaftlich selbständige Wohnungen gewonnen wurden, sofern die Teilung oder der Umbau nach dem 1. Juli 1918, aber vor dem 1. Dezember 1937 erfolgt ist. Daraus folgt also, daß Umbauwohnungen und Wohungen, die durch Teilung gewonnen wurden oder werden, keinen Mietschutz genießen, wenn sie erst nach dem 1. Dezember 1937(genau gesagt: nach dem 30. November 1937) bezugsfertig wurden oder werden. Auskunft erteilt die Abteilung Haus und Heim, Fachgruppe Haus= und Grundstückswesen, bei der DAF=Gauwaltung Westfalen=Süd, Bochum, Wiemelhauser Straße 38—42. *** Urlaubsrecht der Jugendlichen Es erweist sich als notwendig, darauf hinzuweisen, daß die Urlaubsansprüche der Jugendlichen(nach § 21 des Jugendschutzgesetzes) nicht erst wie dieses Gesetz am 1. Januar 1939 in Kraft treten, sondern bereits für das laufende Urlaudsjahr Geltung besitzen. Kein Betriebsführer wird daher versäumen, seinen jugendlichen Gefolgschaftsmitgliedern zu ihrem Anspruch auf Freizeit zu verhelfen.(nsg.) *** * Gauleiter Oberpräsident Josef Wagner spricht in Bochum zur Feler der Eröffnung des Wintersemesters 1938 39 der Verwaltungsakademie Industriebezirk am Sonnabend, dem 15. Oktober d. J., in der Verwaltungsakademie über das Thema:„Der praktische und politische Sinn der Verwaltungsakademie". Der Vortrag ist öffentlich und frei. * Aenderungen im Schlafwagenverkehr. Ab 2. Oktober führen die Züge D 374 und D 373 Dortmund—München und zurück einen Schlafwagen. Züge D 308/108/308 bzw. D 307/107/307 Dortmund —Ulm—Oberstdorf führen einen Schlafwagen 1., 2. und 3. Klasse. In den Zügen D 290/289 Dresden— Leipzig—Halle—Nordhausen—Soest—Düsseldorf wird an Stelle eines Schlafwagens 1./2. Klasse ein Wagen 1./3. Klasse Dresden—Köln eingestellt, zwischen Soest und Köln in D 190/189 verkehrend. * Die Meisterprüfung als Polsterer und Dekorateur bestand der Gehilfe Erich Wullenkord, Herne=Sodingen, vor der Prüfungskommission in Arnsberg mit dem Prädikat „gut". Wir gratulieren. * Neuerungen auf der Bahnhofstraße. Im Hofe des Geschäftshauses Bahnhofstraße 41 baut eine auswärtige Firma, die auch das Haus gekauft und später in Benutzung nehmen will, ein einstöckiges, hallengroßes Gebäude, das zum Teil als Lager, zum Teil als Reparaturwerkstätte dienen soll. Die Verbindung zum Vorderhaus stellen Buroräume her. Der Obst= und Gemüsestand, der sich seit vielen Jahren in der Einfahrt befand, hat ein festes Ladenlokal bezogen. * Sperrung der hermann-Göring-Straße. Das Polizeiamt Herne teilt mit: Aus Anlaß der Vornahme von Ausbauarbeiten ist die HermannGöring=Straße in Herne zwischen Shamrockstraße und Hiberniastraße bis zum 2. November 1938 für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Umleitung durch die Shamrock=, Hiberniastraße einerseits und die Shamrock=, Kronprinzen=, Schlageter=, Bochumer Straße anderseits. * T ö d l i c h e r V e r k e h r s u n f a l l. Am Montag gegen 14.45 Uhr wurde auf der Horsthauser Straße in der Nähe seiner elterlichen Wohnung ein achtjähriger Junge von einem Lastkraftwagen angefahren und schwer verletzt. Er wurde in das Krankenhaus eingeliesert, wo er noch am gleichen Tage verstarb. a Motorraddiebstahl. In der Nacht zum 2. d. M., zwischen 1.45 und 2 Uhr, wurde vor einer Wirtschaft auf der Bahnhofstraße das Motorrad X— 25 458 Marke NSu gestohlen. * Z i g a r e t t e n a u t o m a t b e r a u b t. In der Nacht zum 8. d. M. wurden aus einem Zigarettenautomaten, der an einem Hause in d Franz=Seldte=Straße hängt, nach Zertrümmerung einer Scheibe mehrere Schachteln Zigaretten der Marken Privat und R 6 gestohlen. * Hühner gestohlen. In der Nacht zum 8. d. M. wurden einem Manne aus seiner verschlossenen Gartenlaube in der Friedrichstraße drei weiße Hühner und in der gleichen Nacht aus einer verschlossenen Gartenlaube in der Roonstraße vier graue Kaninchen gestohlen. * T a s c h e n d i e b e a m W e r k. Auf dem Herner Wochenmarkt wurden am Freitag in zwei Fällen Frauen die Geldbörse mit Inhalt aus der Handtasche und aus der Einkaufstasche getohlen.— In einem weiteren Falle wurde einer Frau in einem Kaufhause an der Bahnhofstraße eine Belddörse mit Inhalt aus der Manteltasche gestohlen. Rekordeintopf am Winteranfang 28 Prozent mehr als im Oktober 1937. Schon der erste Eintopssonntag dieses Jahres hat ein Ergebnis gehabt, das alle Erwartungen übersteigt. Allerdings war derjenige schon darauf vorbereitet, der sich am Sonntagabend von Blockwaltern der RSV etwas über seine Erlebnisse hatte erzählen lassen. Dann hatte er gehört, daß noch nie so freudig, noch nie so demonstrativ zum Winterhilfswerk gegeben worden ist, wie am ersten Eintopssonntag des Winters 1938.39. Jeder fühlte sich gebrängt, durch eine freudige oder gar erhöhte Spende seinen Dank für die glückliche Lösung der sudetendeutschen Frage und für die Abwehr der Kriegsgefahr zum Ausdruck zu bringen. Mancher Spender hat das auch ausdrücklich gesagt. So wußte man schon aus den Erzählungen der Blockwalter, daß ein erhöhtes Spendenergebnis zu erwarten war, daß aber nach der vorläufigen Abrechnung im Kreis Herne—Castrop=Raurel 17 541,48 Mark gegenüber 13 711,59 im Oktober 1937 zusammengekommen sind, hätte wohl niemand erwartet. Fast 4000 Mark, genau 28 Prozent, mehr als im vorigen Jahr, das ist fürwahr ein schönes und beredtes Ergebnis. * Heute Eröffnung des WöW in Herne Alle Volksgenossen, Betriebsleiter, Behördenleiter und Angehörigen der Betriebe und Behörden sind zu der Eröffnungsfeier des Winterhilfswerks 1938 39 am Mittwoch, dem 12. Oktober 1933, abends 20 Uhr im Saalbau Strickmann, Herne, Shamrockstraße 44, herzlichst eingeladen. gez. Bogt. gez. Rieper. Kreisbeauftragter des WHW. Kreisleiter. Schaffende sammeln und geben Erste Straßensammlung des WHW. mit der D2J. RSG. Unter der Parole„Schaffende sammeln, Schaffende geben“ findet am 15. und 16. Oktober wiederum die erste Straßensammlung des WHW. durch die Deutsche Arbeitsfront statt. Das Sammlerkorps setzt sich aus Waltern der Deutschen Arbeitsfront, den Warten der RS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Betriebsführern, Vertrauensmännern und Werkscharen Zusammen. Diese Reichsstraßensammlung wird wieder im Zeichen der kleinen Bücher stehen, von denen diesmal 25,1 Millionen gegenüber 20 Millionen des Vorjahres in Auftrag gegeben sind. An der Herstellung dieser Bücher sind Buchdruckereien und Buchbindereien in Berlin, Wien, München und Leipzig beteiligt. Die Titel der Bücher sind:„Der Führer und sein Volk“,„Der Führer und seine Bauten",„Der Führer und das WHW.“, „Der Führer und Mussolini".„Der Führer und seine Heimat“. Wie immer sind auch in diesem Jahr die Werkscharen mit ihren Spielmannszügen, Musikzügen, Fanfaren und Chören eingesetzt. Das Amt Feierabend und das Sportamt der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ werden sich auch in diesem Jahre in Straßen= und Platzveranstaltungen dem Winterhilfswerk des Deutschen Volkes zur Verfügung stellen. * Straßensammlung der H3 im Dezember. Die Dezember=Straßensammlung des Winterhilfswerkes wird stets von der Hitlerjugend durchgeführt. Sie findet in diesem Jahre am 18. Dezember statt. Die Jugend wird hübsche Holzabzelchen an den Mann bringen. Verletzung der Luftschutzdienstpflicht strafbar Nicht alle, die es angeht, sind sich darüber klar, daß der Luftschutzdienst eine Pflicht ist, deren Verletzung eine Bestrafung nach sich zieht. Vom Reichsführer S. und Chef der Deutschen Polizei sind im Einvernehmen mit dem Reichominister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe ein Runderlaß herausgegeben, der das polizeiliche Einschreiten auf den Gebieten des Werkluftschutzes und des erweiterten Selbstschutzes regelt. Beim Werkluftschutz haben die Betriebsführer die Pflicht, den Werkluftschutz unter Leitung der Reichsgruppe Industrie durchzuführen. Die zuständigen Polizeibehörden haben das Recht, diese Verpflichtung durch polizeiliche Verordnung oder Verfügung aufzuerlegen. Kommt ein Betriebsführer den Weisungen der zuständigen Stelle der Reichsgruppe Industrie nicht nach, so können die Polizeibehörden einschreiten. Verstößt der Betriebsführer auch gegen polizeiliche Verordnungen oder Verfügungen, so kann er auch polizeilich bestraft werden. Die Werkluftschutzleiter werden polizeilich herangezogen. Auf Grund dieser Heranziehung sind sie zur gewissenhaften Erfüllung aller Dienstobliegenheiten verpflichtet, wozu insbesondere die Befolgung der Weisungen, die sie von den Betriebsführern oder über diese von den Stellen der Reichsgruppe Industrie erhalten, gehört. Verstößt der Werkluftschutzleiter gegen diese Pflichten, so kann er bestraft werden. Die polizeilich herangezogenen Werkluftschutzleiter haben die Gefolgschaft der Betriebe zur Luftschutzdienstpflicht heranzuziehen. Diese Heranziehung verpflichte zur gewissenhaften Grfüllung aller Dienstobliegenheiten, insbesondere zur Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen und Uebungen. Die Erfüllung dieser Verpflichtungen kann durch die Polizeibehörde verlangt werden. Nichterfüllung dieses Verlangens wird bestraft. Die nicht zur Luftschutzdienstpflicht herangezogenen Gefolaschaftsmitglieder können nötigenfalls durch die Polizei zu. luftschutzmäßigem Verhalten herangezogen werden. Sinngemäß gelten diese Bestimmungen auch für den erweiterten Selbstschutz.— Neben der Bestrafung können die Betreffenden auch verwarnt und durch polizetliche Zwangsmittel(Zwangsgeld, Zwangshaft) zur Erfüllung ihrer Pflichten angehalten werden. Ein schlechter Verkehrsregler Ein Betrunkener verwirrte den Verkehr. Vor dem Herner Amtsgericht stand der 36jährige Johann unter der Anklage, die Reichsstraßenverkehrsordnung übertreten und sich der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht zu haben. In den Tagen der Cranger Kirmes hatte er gut gelebt, und nach dem Besuch einiger Wirtschaften war er blau wie ein Veilchen. Er muß wohl in seiner Jugend den Drang in sich gehabt haben, Schutzmann zu werden. Das sah man daran, daß er sich mitten auf den Fahrdamm der Cranger Straße stellte und, während die Menschengruppen und die Autobusse, Fahrräder= und Motorräder an ihm vorbeisausten, unentwegt mit den Armen hin und her schlenkerte. Die Menschen dachten: ein Betrunkener! Aber Johann hielt sich für einen Verkehrsschupo. Er wollte den Verkehr zur und von der Cranger Kirmes„regeln“. Aber bald ergab sich, daß er, statt den Verkehr zu regeln, den Verkehr behinderte und noch schlimmere Sachen verübte. Er lief mit hocherhobenen Händen einem Motorrad entgegen, als habe es zu stoppen. Der Motorradfahrer und dessen Soziusfahrer sielen vom Rad. Der Soziusfahrer erlitt neben kleineren Verletzungen Kleiderschäden, und auch das Motorrad wurde erheblich beschädigt. Nach zwei Monaten ernüchtert in die Gerichtsschranken gefordert, bat Johann, ihn nicht so hoch zu bestrafen, da er alles wieder gutmachen wolle. Der leidige Suff habe ihn zu dieser Dummheit auf dem Fahrdamm verführt. Das Gericht beließ es bei einer Geldstrafe von 20 Mark oder ersatzweise 4 Tagen Gefängnis. * Ueble Nachrede und ihre Folgen. In einem Hause fragte jemand nach einem jungen Gewerbetreibenden. Eine alte Frau sagte, der Gesuchte liege aus den und den Gründen noch im Bett. Und diese Gründe stellten eine ehrenrührige Behauptung dar. Als der junge Gewerbetreibende später davon hörte, stellte er die alte Frau und ihren Mann zur Rede. Er zerschlug dabei die Petroleumlampe, und als sich der Mann ihm in den Weg stellte, seine Frau zu schützen, wurde er angegriffen. Vor Gericht zeigte die alte Frau eine Stelle am Kopfe, aus der ihr der junge Mann Haare ausgerissen habe. Da der Angeklagte bereit war, den Schaden zu ersetzen und Schmerzensgeld zu zahlen, wurde der Fall einstweilen vertagt. in Schanghai“ Schauburg. In diesem Film, der das internationale Gemisch des Völkerdadels der astatischen Küste in manchen pachenden Bildern veranschaulicht, geyr es um rassische und gesellschaftliche Fragen. Ein ehemaliger russischer Offizter muß in Schanghal Rikschahkull spielen, um seinen Vater, einen edemaligen General, zu ernädren. In dieser Rolle lernt ihn eine verwöhnte, junge Weltdame kennen. Nach dem Tode seines Vaters findet er bei dem Sohne des ehemallgen chinesischen Botschafters in Petersburg, Anstellung in dessen Bank. Die junge Weltdame findet ihn hier als Bankangestellten wieder. Sie fördert ihn, und nach kurzer Zelt ist er der mächtigste und gefürchtetste Geldmohn Schanghals. Der alte chinesische Botschafter rät ihm die Materialismus, die Gier nach der Macht nicht zu überspannen und sich auch nicht an eine Europcherin zu dinden, da er als Sohn eines russischen Generals und einer mandschurischen Prinzessin auf Vorurteile stoßen würde, die tonangebenden Weißen würden einen Eurasier nie als voll ansehen. Der junge Geldmann läßt es auf eine Probe ankommen, und auf einer Gesellschaft, die er gibt und wo er das Geheimnis seiner Herkunft verrät, wird er offen gemieden. Trotzdem fährt ihm, als er nun resigniert und sich in die Einsamkeit zurückzieht, die Geliebte nach, aber bei der Rückkehr, als beide erneut den Kampf mit der Gesellschaft aufnehmen wollen, entschließen sie sich zur freundschaftlichen Trennung, da der Mann seinen Aufstleg der Liebe vorziebt. Charles Bover gidt dem jungen Russen sympathische Jüge, und eine verwirrend schöne Weltdame ist Loretta Toung. Dazwischen wirkt Warner Oland als weiser chinesischer Diplomat sehr stark auf die Handlung. Franz Semglatv. „Stärker als Paragraphen“ Glorio=Palast. In diesem Film wird das Prodlem der Schweigepflicht eines Rechtsanwalts bedandelt, der um den wirklichen Täder weiß und nicht zusehen hann und will, wie ein Unschuldiger zum Tode verurteilt wird. Er findet den richtigen Weg und rettet dadurch das Glück zweier junger MenPaul Hartmann gibt den Anwalt in vollreifer Darstellung wieder und weiß für die letdenschaftliche Verteidigung seiner ethischen Auffassung zu erwärmen. Artbert Wäscher bringt eine seiner bekannten Verbrechertypen ins Bild. Hilde von Stolz verkörpert des Verbrechers lebenslustige Frau. Dem Unschuldigen gibt Karl Steoanek die Gequältheit eines fätschlich Angeklagten. Mansa Behrens ist die Trägerin der Liebeshandlung dieses Fümes, wodurch die Düsterheit des Bildes, die durch das Gericht und seinen Staatsanwalt(Walter Frank) besonders gekennzeichnet ist, merkliche Milderung erfährt. Amherdfeüer Altbrandenburger im Sudetenland Die Geschichte eines Regiments von Oberstleutnant a. D. Benarv. Dem Junker Otto Christovb von Sparr ist die Luft zu dumpf in der Heimat. in dom kleinen Kurfürstentum Brandenburg. Es ziedt ihn hinaus in die Welt. Er sicht in des Kaisers Dienst auf allen Schlachtfeldern des Dreißigjährigen Krieges. Er steigt von Stufe zu Stufe. Er ist. als 1648 in Münster und Osnabrück der Friede geschlossen wird. Kaiserlicher Generalwachtmeister. Inzwischen weht auch daheim in der Mark ein anderet Wind. Ein junger Kurfürst— den Großen nannte ihn später die dankdare Nachwelt— hält die Zügel der Regierung in festen Händen. Er weiß, daß nur ein starkes Heer sein Land vor dem Zugriff begehrlicher Nachbarn. Eranzosen. Polen und Schweden schützen kann. Er braucht einen Mann. der ihm zur Seite steht, wenn er sich an die Arbeit macht, ein solches Heer zu schaffen. Spare ist dieser Mann: kein großer Feldherr, aber ein gründlicher Kenner des Waffenbandwerks. Er bittet ihn vom Kaiser frei und ernannt ihn zum Oberkommandierenden aller Festungen in Pommern und Preußen: er unterstellt ihm an Truppen, was er irgendwie zusammenkratzen kann, und Sparr schweißt sie zu einem Regiment zusammen. das## nesgleichen sucht. In der Festung Kolberg steht er in nison. Es trägt tressenbesetzte blaue Waffenröcke. kurzs Hosen, Gamaschen bis ans Krie, Blechhauben und später breitkremvige, runde Hüte. Vor Warschau besteht es vom 27. bis 30. Juli 1656 die Feuerprobe. Sein Sturm auf die Höhen von Praga. „allwo sich der Feind verknickt, verschanzt und eingegraben hat", bringt am deitten Schlachttag die Entscheidung. Sein Chef. der ihm vorangeschritten ist. wird zum Lohn der erste„drandenburgische Generalfeldmarschall". Das Regiment aber zieht weiter durch Polen und Ostvreußen und bewährt sich so in manchem Gefecht und Scharmützel. daß der Kurfürst deim Friedensschluß es zu seiner Leibwache bestimmt und ihm Berlin als Garnison anweist. Aber die Kassen des Staatsschatzes sind leer. Das beer muß verringert werden. Der Kaiser aber braucht Soldaten in seinen Fehden wider Türken und Franzosen. So beläßt ihm der Kurfürst das Regiment, das— 1500 Mann stark — unter dem Neffen des Feldmarschalls. Oberst Graf Ladislaus von Sparr. im Septemder 1661 nach Schlesten abrückt und zu Breslau dem Kaiser Treue schwört. Lange Kriegsjahre folgen von Ehre und Ruhm. bald an der Donau, bald an der Raab, bald am Rhein, bald an der Maao. Ein Mann steht an der Svitze des Regiments. der Verteidiger von Wien gegen die Türkenheere Kara Mustaphas: Graf Ernst. Rüdiger von Stathemberg. Das Regiment ist während der langen Wochen der Belagerung im Sommer und Herbst 1683 seine stärkste Stütze. Das Burgravelin, die Burg= und Löwenbastei sind ihm zur Verteidigung anvertraut. 30 000 Janitscharen verbluten bei den vergehlichen Versuchen. sle zu nehmen. Sprengen Minen die Wälle in die Luft. füllen die Grenadiere des Regiments Starhemberg mit ihren Leibern die Bresche, bis die Pipbiere mit Pallisaden und Sandsäcken herbeigeeilt sind. Kehren die Muselmanen erschöpft in ihr Lager zurück, stoßen die Grenadiere nach. machen einen Ausfall nach dem andern. Voll Bewunderung sagt das österreichische Generalstabswerk:„Die entschlossene Haltung und die großen Taten des Regiments übertrafen alles, was von einer so kriegstüchtigen Truppe nur immer erwartet werden konnte.“ Unter Prinz Eugen sicht das Regiment während der nächsten Jahre in Ungarn und Italien. Alte Kameraden kann es begrüßen: brandenburgische Regimenter, die dem Kaiser zu Hilfe gesandt sind. Schulter an Schulter streiten ste bei Zentha und vor Belgrad. Auch in den Feldzügen wider Ludwig XIV. die das erste Jahrzehnt des 18. Jahrbunderts füllen, bei Turin und Malplaquet, stehen„AltStarhemberg“ und die„Brandenburgischen Regimenter“ In Treue zusammen. Der Trennungsstrich erfolgt erst, als Könia Freidrich von Preußen der Kaiserin Maria Theresia den Fehdehandschuh hinwirft. Colin. des Schlachtenmeisters erste Niederlage, wird zum Ehrentag des Regiments. Sein damaliger Kommandeur ist nach dem siegreichen Feldberrn, Feldmarschall Daun, der erste Ritter des von der Kaiserin zum Andenken an die Schlacht gestifteten Maria=Theresia=Ordens, des höchsten Kriegsordens der Monarchte. Auch bei Hochkirch, bei Runersdorf. beim Finkensang von Maren ist es dabei. Sein sprichwörtliches Glück läßt es am Unglückstag der österreichischen Waffen dei Leuthen, am 5. Oktober 1757. fern vom Schlachtfeld weilen. Es ist mit dem FeldmarschallLeutnant Hadik auf Streife im Hinterland der Preußen und hat dabei Ende Oktoder 1757 seiner alten Garnison Berlin einen, wenn auch kurzen Besuch abgestattet. Freilich des Preußenkönigs genialen Plan hat die vorübergehende Besetzung seiner Landeshauptstadt nicht zu durchkreuzen vermocht. aber die Bewohner der Stadt haben tief in den Säckel greifen müssen, um ihre ehemaligen militärischen Mitbürger zum Abzug zu bewegen. Es würde zu weit führen, das Regiment auf seinem späteren Heldenweg überall hin zu begleiten. Es sei nur gesagt, das es in den Befreiungskriegen bei Kulm und Nollendorf noch einmal gemeinsam mit den Preußen reiche Lorbeeren erntet, daß im Bruderkrieg 1866 ihm ein Fechten gegen die Brandenburger erspart dleibt, da sein Schicksal es auf italienischen Kriegsschauplatz führt. In den letzten Jahren vor dem Weltkrieg beherbergt Olmütz das k. und k. Infanterie=Regiment Nr. 54„AtStarhemberg“. Es gehört zu den gemischten Reghmentern Oesterreichs. Sudetendeutsche und Hannaken bilden seinen Ersatz. Die Mischung ist nicht schlecht! Das Regiment hat auf allen Kriegsschauplätzen des Weltkrieges Hervorragendes geleistet. Mit dem Kriegsende, das seinen Standort den Tschechen auslieferte, ist es zugrunde gegangen. Seine Geschichte aber verdient es, treu bewahrt zu bletden, nicht nur in dem Gedächtnis aller jener, die seinen Rock tragen, sondern jedes deutschen Soldaten, der gleich diesen Grenadieren die Wurzeln seines Regiments auf die drandendurg=preußischen Regimenter zurückführt. „Nein, nein, nicht in Rio, auch nicht in Bombay, da war ich noch nicht,“ sagt Goede. Pause, lang und leer. Nur Augenbaare wandern. Gedanken arbeiten, ein Schnavsglas wird leer. Beide sinnieren, studieren in ihren Gesichtern, die raub und verwildert, hart und vom Erlebnis geformt. „Du...“ dabei haut er Goede nicht sanft auf die Schultern,„du, ich habs... wenn nicht in Rio. vielleicht wars auf der Seemannsklivve in Hamburg.. „Nein, nein, da war ich auch nicht," lacht Goede. „Mensch, jetzt weiß ich... wars vielleicht in Gardeleben?“ „Ja, da din ich der.“ meint Goede,„da bin ich her. du wohl auch?“ „Ich... dabei lacht er unbändig und trinkt auf den Grund.„schnell einen Schnaps der, ich kenne dich jetzt. wir sind Nachbarn in Gardeleben gewesen!“ „Komm, setz dich her, ich weiß jetzt genau, woher wir uns kennen.“ Beide setzen sich an den wackeligen Tisch, stützen die Arme breit auf die ungehobelte Platte, seben sich in ihre Gesichter und qualmen dabei aus ihren am Mundstück zerbissenen Pfeisen. Und der Seemann erzählt: „Ich bin Kufat. kennst du mich jetzt? Unsere Eltern sind Nachbarn gewesen. Vielleicht sind sie's auch heute. Wir gingen miteinander zur Schule. Saßen auf einer Bank. Ich war bei uns zu Hause der Aelteste von sieben Geschwistern. Die anderen waren lauter Mädchen und alle jünger als ich. Ja, war so das Kindermädchen daheim, die Eltern auf Arbeit, du weißt ja.. „Ja. ja. richtig.“ stimmt Goede ihm zu, gespannt, eingewebt in die Geschichte der Kindheit, die aufgerührt wird hier in der einsamen Steppe. „Ich war das Mädchen für alles, zu Hause.“ fährt der Seemann jetzt fort.„ich mußte für alle die Schuhe putzen. die Windeln auswaschen, die Mädels waren alle noch klein.“ dabei deutet er mit der Hand auf den Hocker, um ihre Größe zu deuten,„und mußte aufpassen auf alle zusammen. Eines Tages war auf dem Anger. binter der Wohnung vom Pastor. ein Karussell aufgefahren und andere Buden. Da mußten wir hin, du und ich! Aber wohin mit den Mädels. Die größeren sperrten wir ein und die Kleinste nahmen wir mit. Du auf der einen und ich auf der andern Seite. so schleppten wir sie hinaus auf den Anger. Da standen wir nun vor dem Karussell mit der Kleinen und wußten nicht, wohin mit der Rike. Wir hatten einen seltsamen Einfall... eigentlich hast du ihn gehabt. Wir wußten nicht allzuwett weg. vorm Fenster des Pastors. einen riesigen Hausen mit Sand. Dahin sind wir mit dem Unsterbliches LebenDer Kampfgewohnte wird ein Lächeln finden und fallen. O unsterbliche Gebärde! Der Marmor steigt aus strengen Felsenschründen und Götter wandeln leiblich auf der Erde. Der Hirt, kein irdischer, führt seine Herde zum Quell. Und Meer, tiefblau, mit Wog und Winden rauscht ferne auf. Vor lehen Himmelsgründen im Abend grasen weiße Wolkenpferde. Du schönes Leben! reich erfüllt in Schmerzen und stark im Traum und in der Treue fest: Früh neigt zu sterben, wen die Götter lieben. Doch stirbt nicht, wer sich keiner Zeit verschrieben; nicht, wer den Stern in Ehrfurcht walten läßt: Der Weise mit dem abeligen Herzen. Mädel gegangen. Wie wild buddelten wir ein riesiges Loch. setzten die Rike hinein und buddelten wieder zu bis an ihren Hals. Dabei schrie sie mächtig. Dann sind wir los auf den Jahrmarkt, rauf auf das Schaukelpferd und nicht mehr herunter. Immer rundum, immer rundum. den Bummelvetrus spielte der Leierkasten dabei. Einen Kreuzer hatten wir noch. „Für den du Heringe geholt hast" fällt ihm Goede ins Wort. „Ja, für den einen, die andern hatten wir alle verfahren. Mächtig Dresche hat das gegeben. Und nichts zum Abendbrot. Wir batten doch die Kreuzer verfahren. Aber weiter... jetzt holten wir die Rike wieder, die vor Schreien ganz rot war. Mächtig Angst bekamen wir deshald. Wir glaubten sie schon halb erstickt.. „Dafür kriegten wir beide gewaltige Haue. Ich auch „Ich weiß. Jung. es waren die schlimmsten während der ganzen Schulzelt... dann bin ich fort, in der Nacht. fand einen Sealer Und in der einsamen Schenke am Rande der Steope gab es einen lustigen Abend. Es lachten die beiden. es lachte der Wirt und die Schenke. Drüben. irgendwo in Bolivien in einer dürftigen Schenke... Darüber glänzten die Sterne, der silberne Mond Bunte GeschichtenDrüben, in einer windigen Ecke... Stitze von Josef Cl. Lohr. Drüben, irgendwo in der Welt. in der bolivischen Landschaft, da war es. In einer Schenke, roh gezimmert und dürftig verschalt. Von Einzelgängern besucht. Einsam gelegen am Rande der jungfräulichen Steppe, die noch nie den Segen des Pfluges gespürt. Sie war nicht ohne Gefahr und Erleben. In der Schenke. am rauh gehobelten Tisch aus Brettern von Kisten, auf verbeultem Kanister, der hier seine gezählten Tage beschließt, sitzt ein Mann. Karl Goede. Müde und ausgedörrt. Stiert in sein Glas und hat den Kopf ganz woanders. Bei seinem letzten Erlebnis, dem Sandsturm in der gefürchteten Steppe. Nochmals. nach dem überstandenen Kampf mit dem Sande. dem Durst, mit dem Tod. ziehen die Bilder an ihm vorbei.— Er denkt an den Gaul. an den dreitägigen Ritt im Kreise. an den verlorenen Kompaß, kurz und gut, das waren keineswegs die schönsten Stunden des Lebens. Er hebt den Kovf. sieht sich gelangweilt um in der Schenke, streift die Theke. an der ein robuster, kräftiger Mann lehnt. Grobschlächtig und stark wie ein Riese, mit Schultern wie Goliath. Händen, die Eisen zerbrechen. Ein Seemann, denkt Goede. Besieht sich den Mann, er hat Joga beingt ein Mädchen mit Roman von WALTHER KLOEPFFER Copyright 1936 by Aug. Scherl d.m.b.H., Berlin Zeit jetzt und Muße, ab und zu wirft der Fremde einen Blick an den Tisch, der dann Goede das volle Gesicht zeigt. Goede, der ihn aufmerksam immer wieder betrachtet, stutzt, se länger er hinsieht, und denkt: Den dast du schon einmal geseben... aber wo? Der Seemann, neugierig in der fremden Umgebung und mißtrauisch. Areht sich des öfteren um, streift Goede mit forschendem Blick und tut, als beschaue er sich die verräucherte Decke. Der überlegt doch auch, sagt sich Goede. An der Decke ist ja gar nichts zu sehen. Fragst ihn einmal... Langsam und überlegt erhebt sich Goede von seinem harten Kanister, schlendert gemächlich hin an die Theke. ganz nabe zum Seemann und fragt: „Du, dich habe ich schon einmal gesehen.. Der Seemann, eigentlich gar nicht verwundert über die plötzliche Frage, hat er doch das gleiche gedacht, starrt in Goedes Gesicht, jetzt ganz nahe und meint: „Ich dich auch... aber wo. In Hongkona...?“ „Nein“, sagt Goede,„nicht in Hongkong. wo anders muß es gewesen sein...“ „In Rlo... oder in Bombay.“ Zanstbar— das Frauenvaradies. Wo geht es auf dem afrikanischen Kontinent den Frauen am besten? Ein amtlicher Bericht über das britische Protettorat Zanstbar an der afrikanischen Küste beantwortet diese Frage in überraschender Weise. Auf der Insel Zanstbar haben dem Bericht nach die Frauen die Hosen an. das heißt, ihre Ehemänner stehen unter dem Pantoffel. Der Dienst im Haushalt wird fast vollständig von den Männern besorgt. während die Frauen durchweg dem füßen Nichtstun buldigen. Sogar die kleinen Kinder werden von den Männern gepflegt und gehütet. und. so fährt die Schilderung fort,„selbst die Waschfrauen sind in der Mehrzahl Männer“. Im allgemeinen sind bei den Eingeborenen Aftikas die Frauen wahre Arbeitstiere, und niemand findet etwas dabet. wenn sich die Frau zu Tode plagt, während ihr Herr und Gebieter auf der faulen Haut liegt. Umso überraschender ist die Feststellung, daß auf Zansibar die Weider Herr Im Hause sind und selbst Haus=, Putz= und Wascharbeit den geduldigen Ehemännern aufbürden. Womit wir aber beileibe nicht eine Auswanderungswelle nach Zansibar heraufbeschwören wollen. Mit der Untergrundbahn in die Freiheit. Ein gefährlicher Gangster, der mehrere Banküberfälle im Staate Neuyork verübt hatte, vermochte sich, weil er die Gebräuche des auch in den Staaten wiehernden Amtsschimmels kannte, dem Zugriff der Gerechtigkeit zu entzieben. Man war ihm dicht auf den Fersen, als er einen Unterarundbahnzug bestieg. der von Neunork aus unter dem Hudson hindurch nach Neutersey führt. Auf diese Weise gelangte er innerhalb einer Minute von einem Bundesstaat in den anderen, die Neuyorker Polizei aber mußte haltmachen. Sie hat keine Berechtigung. die Staatsarenzen zu überschreiten— in Neujersey ist die Polizei des Staates Neuiersey zuständig. und bis man die verständigt hatte, war der Gangster längst über alle Berge. Aber selbst, wenn man ihn erwischt hätte, hätte der Staat Neuyork erst an den Generalstaatsanwalt von Neutersen ein offizielles Auslieferungsgesuch stellen müssen. Wer diese Bestimmungen kennt. vermag sich durch ein Untergrundbahn=Billett die Freibeit zu erkaufen. denn die Grenze darf von den Polizisten nicht verletzt werden, selbst wenn es sich um einen Mörder handelt. Der singierte See. Bei den jüngsten Manövern der schweizerischen Armee war ein großer Wald als„fingierter See“ bezeichnet worden und durfte darum nicht betreten werden. Ein ehrgeiziger eidgenössischer Unteroffizier jedoch wollte die ihm gestellte Aufgabe, eine feindliche Stellung zu umgeben. unter allen Umständen lösen. Darum schlich er sich in Mißachtung des Verbotes mit seiner Patrouille durch das Waldgelände, hatte aber das Mißgeschick, bei dieser Gelegenheit von einem Stabsoffizter ertappt zu werden. der ihn wütend anschnauzte:„Wie kommen Sie Teufelskerl denn hierher? Wissen Sie denn nicht, daß das ein fingierter See ist?"—„Zu Befehl. Herr Major,“ erwiderte der Unteroffizier mit pfiffigem Lächeln.„Aber wir sitzen ja in einem fingierten Kahn!" 19. Fortsetzung. „Also Schulden machen. Noch mehr Schulden auf jeden Kopf. Ein sauberes Rezept ist das!" kicherte der Schellori. Gsodmair überhörte diese Ungehörigkeit und erklärte: „Mich kommt es auch nicht leicht an. das dürft ihr mir glauben. Geldaufnehmen tut keiner gern, und ein Tausender ist ein Tausender. Aber wißt ihr etwa einen besseren Rat? Soll sich der Doktor um einen fremden Geldaeber umschauen, der bloß den Gewinn einschiebt und seine Arbeiter schlecht bezahlt? Bedenkt doch. wir haben dann den ganzen Betrieb in der Hand. und niemand kann uns dreinreden. Wir können dann die Löhne machen und die Zinsen nach Gerechtigkeit festsetzen, und jeder kommt zu seinem Sach'.“ Diese Rede verfehlte ihren Eindruck nicht. Das leuchtete ein und schob das gehässige Gebelfer des alten Kranewitter in den Hintergrund. Wenn nur ein einziges nicht wäre— das Geld! Die Schellenberger sind halt wie die Menschen überall. Gutartig und bilfebereit, solange es kein Geld kostet. Aber wenn das Zahlen angeht, zieben sie die Fühler ein und gebärden sich wie eine Schnecke. Und dann gleich so einen Haufen Geld! Bu! Das muß man überlegen, das muß man hinum und herum dreben. und die Frau daheim hat doch schließlich auch ein Wört! mitzureden. „Und Risiko ist natürlich gar keines dabei.“ krähte der Schellori angriffslustig.„Wenn ihr jetzt da hinuntergrabt und immer weiter hinunter, und es kommt nichts mehr. kein Graphit und so'n Zeug— was dann? Mach dir keine Sorge. Schellort! Das hat der Ingenieur doch schon längst festgestellt. Mit seinem Avparat. Wir waren selber dabei.“ versetzte der Gsodmair spöttisch. „Auf so Apparäter alb ich gar niz. Hast es etwa schwarz auf weiß. Bürgermeister?“ Mit dir ist kein Fertigwerden. Du bist ein Rindvieh, someit du warm bist. Schellor!“, Halt endlich ma deinen Schnabel und laß die anderen reden! Also. will noch temand das Mort?“ Es meldete sich niemand mehr. Der Kranewitter datte ihre Bedenken bereits ausgesprochen. Risiko. Schulden und das Lamento dabeim von den Weidern blieden übrig, wenn man es richtig bedachte. Ja, der alte Schellort war ein Heller... Die Schellenberger schoben das Jür und Wider bin und der in ihren schweren Kövfen wie auf einem Schachbrett. Alodann lassen wir'e halt sein: ist ja so etwas im Gange, dachten sie und nahmen ein Schnüpferl. „Rtomand? Gut. Dann lasse ich jetzt die Einzeichnungelisten herumgehen, und jeder soll den Betrag binschreiben, für den er gut ist und den er meint.“ Eine plötzliche Unruhe ging durch den Saal. ein Aufstehen und Stuhlrücken und Gescharre. Flucht. Erst drückten sich die Jungen hinaus, die nur aus Neugier gekommen waren und längs der Wand lungerten. Dann die gestandenen Männer, Bauern. Gütler, Tagwerker, Heimarbeiter. Immer leerer wurde der Saal. und wer den Doktor Jogg genau ansab. konnte feststellen, daß er blaß wurde. Es war ein teils verlegener, teils ganz unverblümter Aufbruch. eine Absage ganz einfach. „So hab' ich mir's vorgestellt. Genau so und nicht anders,“ brummte der Gsodmair an den blassen Doktor Fogg bin.„Aber du hast ja nicht bören wollen. Josef!“ Was zurückblieb, waren ganze zwölf Mann. Den Fenzl. den Ameiser und den Wirt eingerechnet. Als der letzte seinen Namen hingemalt hatte, sammelte der Bürgermeister die Listen ein. „Wieviel. Stefan“ fragte Fogg. „2200 Mark ohne das deinige.“ „Meine Herren, damit kann man keine Genossenschaft aufrichten, wie ich sie brauche. Aber ich danke Ihnen für Ihren guten Willen!“ murmelte Fogg. und die Niederlage brannte wie Pfeffer in seinem Blut. Der Fenzl stieß wilde Beschimpfungen aus gegen die Schellenberger und schrie:„Ich mit meinen fünfzig Markl hab' ja auch nicht recht gewußt, wo hernehmen. Aber es wär' schon gegangen. Schämen sollen sie sich. die verbohrten Stößl!“ „Du,. Josef.“ flüsterte der Ameiser Foga ins Ohr. „weißt, ich hab' ein Sparbüchl, von dem meine Afra nichts spannt. es sind 128 Mark drauf. Wenn ich das abheb’. tät das langen, meinst?“ „Ich danke dir schön. Ameiser! Aber lasse das Geld nur auf der Sparkasse. Ich brauche viel. viel mehr. flüsterte Fogg zurück. „Also dann erkläre ich die Versammlung für geschlossen,“ sagte der Gsodmair und schichtete seine Papiere zusammen „Und die Kuhleiten wird abgebaut, so oder so. darauf gebe ich euch mein Wort!“ schrie Fogg wütend. stieg vom Podium und verließ mit wahren Landsknechtsschritten den Saal. Andern Tags fuhr er nach München. Der Mißerfolg des gestrigen Abends hatte ihm einen Stoß versetzt. aber thn nicht aus der Bahn geworfen. Er war in diese Idee nun einmal verbissen, auf eine zäbe, ja fanatische Weise. und würde die Taten folgen lassen. Nachdem die Schellenberger versagt hatten, mußte ein anderer Kapitalgeber gesunden werden. Bei der zuständigen Behörde hörte man Fogg bereitwillig an, zollte seinem Eiser Lob und zeigte volles Verständnio für die schwierige Lage des Ortes Schellenberg. Aber man mußte ihn leider darauf binweisen, daß die vorgesehenen Mittel bereits eingetellt seien. Vor allem müßte einmal das Regierungsvrogramm durchgeführt werden: Sonderaktionen wie diese seten an sich zwar äußerst erwünscht, aber, wie gesagt. die Mittel. die leidigen Mittel—— Fogg bedankte sich und trat in„Schorschis“ verkratzten Polstern die Rückfahrt an. Er war niedergedrückt. aber gleichzeitig fest entschlossen, es bei diesem Bescheid nicht bewenden zu lassen. sondern nach einem anderen Ausweg zu suchen. Abgehetzt, wie er war, und schläfrig kam er heim und überfiel Anna mit der klassischen Arztfrage: „Ist was los?“ „Ja. Herr Tutschek war da. Er sagte, es wäre sehr wichtig. Und er kommt später noch mal vordet. Und außerdem sollen Sie zu einem kranken Kind nach Götzenreutb.“ Die Anna titulierte ihn neuerdings mit„Sie" und vermied das„Josi“. was Fogg ganz recht war. Ein bißchen Abstand konnte nicht schaden. Als Fogg aus der Ortschaft Götzenreuth zurückkehrte, wartete der Verwalter bereits im Wohnzimmer. „Nun. Herr Tutschek?“ „Durchlaucht schicken mich. Wir vom Schloß sind von Ihrer Entdeckung natürlich sehr überrascht. Aus der Versammlung ist nichts geworden, habe ich gehört? Ja. die Schellenberger! Es steckt eben kein Unternehmungsgeist in den Bridern. Alles' gehen lassen, wie's dem lieben Gott gefann— das ist so ihre Art. Solchen Leuten ist nicht zu helfen. Sie gestatten doch, daß ich mich setze?“ „Entschuldigen Sie. ich vergaß vollkommen—!“ Tutschek konnte seine Schadenfreude über Foggs Schlavve nur schwer verbergen. „Nun lassen Sie sich mal einen Vorschlag machen. lieber Herr Doktor! Schieben Sie die Gemeinde vollkommen beiseite und verhandeln wir zwei. Sie brauchen mir nicht lange zu erzählen, ich bin ziemlich im Bilde. Man hat so seine Vigilanten unter dem Volk. Besserer Graphit kommt nicht aus Ceylon und nicht aus Madagaskar. Also kurz und hündig— die Fürstin will Ihnen das erforderliche Kapital zur Verfügung stellen. Wieviel brauchen Sie?" Im Hillewerk„Mutter und Kind“ legt unser Behenntnis zur deutschen mutter ale Trägerin des völhischen kebene. Schon mies, wenn der seine Hände drinnen hat! dachte Foga unbebaglich.„Herr Dolschi und ich haben für den Anfang an fünfzigtausend Mark errechnet. Löhne. Wertzeug. Grubenholz, die nötigsten Maschinen. Haben Sie denn soviel flüssiges Geld?“ „Das lassen Sie nur meine Sorge sein. Verehrter! Also fünfzigtausend Mark sagen Sie? Hm. Schön, das geht. Wenn Sie wollen, können wir gleich die Bedingungen festlegen.“ „Lassen Sie mal bören!“ „Das Grundstück gebt wieder in unsern Besitz über, Wir bekommen uneingeschränktes Verfügungsrecht über den ganzen Betrieb. Sie selbst würden mit einem sehr anständigen Hundertsatz, den wir noch vereinbaren, am Reingewinn beteiligt—“ „Abgelehnt! Sie brauchen gar nicht weiterzureden, Herr Verwalter.“ „Wieso?, Und warum so aufgeregt?“ „Weil ich Ihr Spiel durchschaue. Herr Tutschek. Gott, die Fürstin—!. Die versteht wohl nicht viel von derartigen Geschäften und verläßt sich auf Sie. Ich soll mich also Ihnen auf Gnade und Ungnade ausliefern? Und mit den Schellenberger Arbeitern springen Sie dann um. wie es Ihnen behagt? Möglichst niedere Löhne. was? Damit sie ja nie aus ihrem Dreck und ihren Sorgen herauskommen! Und das Schloß schiebt die fetten Profite ein. Für wie töricht und für wie gemein halten Sie mich eigentlich werter Herr?“. Fogg schrie und hatte sich in eine richtige Wut hineingeredet. So ein Halsabschneider, so ein miserabler! dachte er zornig. „Sie brauchen durchaus nicht so zu brüllen!" erwiderte Tutschek gehässig.„Ich höre tadellos. Gott sei Dank! Und ich muß Ihnen leider sagen: Sie sind kein sachlicher Partner. mit dem man in Ruhe verhandeln kann.“ „Geben Sie mir mit Ihrer Sachlichkeit! Wo so etwas anfängt, bört für mich die Sachlichkeit auf. Die Kubleiten wird so abgebaut, daß die Bevölkerung auch einen greifbaren Nutzen davon hat. Läßt sich das nicht machen, weil ich das Geld nicht auftreibe, dann bleibt das Lager eben liegen. bis einmal die Gelegenheit kommt. So. und nun kennen Sie meine Ansicht!“ „Ich werde bestimmt nicht verfehlen. Durchlaucht davon in Kenntnis zu setzen.“ antwortete Tutschek höhnisch. „Davon bin ich restlos überzeugt. Adien. Herr Verwalter!" Während Tutschek im Hausgang in seinen Ueberzieher schlünfte, forschte Anna ängstlich:„Was bat es denn gegeben, Basil? Ihr wart ja schrecklich laut.“ „Ich habe dem Kumpan da drinnen ein Geschäft vorgeschlagen, harmkos und in aller Güte. Und er schreit mich an wie den größten Verbrecher! Und so was will studiert haben und ein gebildeter Mann sein...? Das ist ein Rowdo!"(Fortsetzung folgt) m##n n Turnen: Sport: Spiel den Ereignissen ständig aus den Fersen Der Sport, Schrittmacher für die Rundfunktechnik. Der Rundsunk ist das gegebene Instrument für aktuelle Stoffe. Der Bericht, den der Sprecher vom Schauplatz eines großen sportlichen Ereignisses in die Welt sendet, z zeitgleich mit dem Geschehen selbst. In demselben Augenblick. in dem sich ein international bedeutender 800=Meter=Lauf zur dramatischen Entscheidung zuwitzt. fiebert eine ganze sportlich interessierte Welt um den Ausgang des Kampfes. und in der gleichen Sekunde. in der der Tribünenbesucher— erfreut oder enttäuscht— den Namen des Siegers in das Programm einträgt. ist auch bereits der Mann auf dem letzten Fleckchen des Erdballes„im Bilde"— durch den Hörbericht des Rundsunks. Einsan der Mittel Die meisten Hörer, die voller Ungeduld ihren Lautsprecher einschalten und mit dem Programmheft in der Hand auf der Stationenskala die Jagd nach Sportrevortagen aufnehmen, können sich kaum eine Vorstellung von dem Umsang und der Schwierigkeit der technischen und organisatorischen Vorbereitungen eines großangelegten Sporthörberichtes machen. Rundfunkkabine und Verstärkerplätze müssen bezeichnet. Mikrophonanschlüsse. Sprech= und Signalleitungen gelegt werden. Telephonverteiler, die den Verkehr zwischen Sprecher. Techniker und Funkhaus vermitteln, werden aufgestellt, trausvortable„Verstärkungsapparaturen eingesetzt. Wachsmaschinensätze. Schalljolienaufnahme= und Wiedergabemaschinen montiert. Schneide= und und Abhörverstärker reihen sich aneinander. Antennen werden gezogen. Empfänger angesetzt. Strom=Reserveaggregate aufgebaut. stationäre Batterien ausgestellt. Ortsleitungsentzerrer an die Verteilerschienen gelegt... Das ganze Wunderwerk der Rundfunktechnik muß in Anspruch genommen werden. wenn ein Großereignis, wie zum Beispiel die Olympischen Sviele, seinen Wiederball im Rundsunk finden soll. 3000 Sendungen in 16 Tagen Die Schwierigkeiten, mit denen Techniket. Sprecher und die„oberste Regie“ bei den Olymvischen Sviele 1936 zu kämpfen hatten, waren in der Tat unvorstellbar. 3000 Olymvische Sendungen gingen in den 16 Tagen der Spiele in alle Welt hinaus. 3000 Sendungen liefen von den zahllosen Aufnahmeplätzen durch die Mikrophone. mußten in der„40=Länder=Zentrale“ geschaltet und ausgesteuert werden. Eine ganze Welt war auf die 21 Meter ange Schalttafel konzentriert: ein winziger der insgesamt 10000 Kontakte auf der Schalttafel versorgte die Sender Frankreichs, ein anderer verband die Hörer Japans oder Südafrikas mit dem Olymvischen Geschehen. Ein Fehlgriff um einige Millimeter, ein nicht bedienter Stöpsel— und 200 nordamerikanische Sender mit Millionen enttäuschter Hörer wären ohne Verbindung mit dem Olympia=Stadion in Berlin gewesen. In Grünau erste Außenberichterstattung Als im Juli 1925 die Berliner Funkstunde den ersten Versuch einer funkischen Außenberichterstattung— es handelte sich um die große Grünauer Ruder=Regatta— unternahm, da konnte noch ein vorüberfahrender Schleppzug eine halbstündige Unterbrechung des Programms verursachen. Mit diesen Schwierigkeiten und Zwischenfällen braucht der Rundfunkreporter heut nicht mehr zu rechnen. Vom Standort— zum Stafselbericht Neben die technische Sicherheit und die Schnelligkeit ist in den letzten Jahren die Beweglichkeit des Berichtes getreten. Wie der Film nicht ewig mit der Standkamera auskommen konnte, machte sich auch im Rundsunk der Wunsch nach einem dem Ereignis ständig„nahen Blickwinkel" geltend. Der„stationäre Bericht" als StandardSnstem der Rundfunkübertragung erfuhr— und zwar erstmalig im größeren Rahmen bei der Uebertragung des Leichtatbletik=Länderkampfes Deutschland gegen Finnand 1934— eine Erweiterung und Verbesserung durch den sogenannten„Staffelbericht", auf der technischen Grundlage der„Konferenzschaltung". So wie bei einem Staffellauf der Stab von Mann zu Mann weitergegeben wird. so gibt ein Funkrevorter, wenn sich das sportliche Geschehen seinem Gesichtskreis zu entziehen beginnt. den Bericht an seinen Sprecherkollegen weiter. Da die Rundsunksprecher untereinander durch Kovihörer verbunden sind. ist die Unterbrechung einer Revortage nicht möglich. Der Staffelbericht mit Konferenzschaltung ist die moderne Form der Rundfunkübertragung bei allen Ereignissen, die InI. Kubiak hnapper Sieger im ersten Gang Sonntag wurde der erste Gang der Vereinsmeisterschaften der Herner Sportkegler mit 100 Kugeln(50 in d. Vollen und 50 Kugeln Abräumen) eröffnet. Restlos hatten hierzu sämtliche Sportkegler ihre Meldung abgegeben. Ja, man mußte die Feststellung machen: neben den alten bekannten Gesichtern sind sehr viele neue aufgekaucht, junger vielversprechendger Nachwuchs. Schon die in den Vormittagsstunden erzielten Ergebnisse ließen erkennen, daß den alten Könern nichts geschenkt wird, nur wenige Holz trennen hier den Nachwuchs von den Stammkeglern. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob sich nicht der beschwerliche Weg über 600 Kugeln doch noch bemerkbar macht und den einen oder anderen jungen Kegler zurückwirft. Im einzelnen die Ergebnisse: Kubiak(Unter uns) 508, B. Storch(Unter uns) 503, Szibey(Eintracht) 498, Stemper(Sportfreunde) 486, Janski(Unter uns) 481, Müller(Eintracht) 477, Pott(Sportfreunde) 476, Mantke (Sportfreunde) 472, Kruckow(Eintracht) 467, Rieck(Viktoria) 466 Holz. Bei den Senioren holte sich wie erwartet H. Landwehr mit 646 Holz vor M. Neuhoff 623 Holz die Führung. Nach Beendigung der Kämpfe hielt Dieswart P. Reinhardt vor den zahlreich erschienenen Keglerschwestern und-brüdern einen lehrreichen Vortrag über Zweck und Ziele der Dietabende, vor allem über Pflege der Kameradschaft, des Mannschaftsgeistes und der damit verbundenen Leistungssteigerung im Verein Herner Kegler. Vereinsführer H. Blankenburg dankte dem Dietwart für seine lehrreichen Worte und versprach, in Zukunft öfter diese Abende einzulegen. Dann nahm der Vereinsführer die Ehrung der„Goldene-Nade!“=Sieger 1938 vor. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer beschloß der Vereinsführer H. Blankenburg den Abend. * M. Kruckow bei den Frauen Bei den Sportkeglerinnen holte sich nach 100 Kugeln in die Vollen Frau Kruckow die Führung mit 624 Holz vor Frau Schade 615 Holz. Frau Lilli Uhtbrock konnte infolge Erkrankung nicht teilnehmen, wird aber bald wieder hergestellt sein und in den Kampf um die Spißenführung eingreifen. Die Ergebnisse lauten hier: Frau Kruckow 624, Frau Schade 615, Frau Dienhart 613, Frau Kopshoff 588, Frau Rotzmann 580 Holz. sich nicht auf einem ständig zu überschauenden Raum abspielen, also bei Autorennen. Ruder=Regatten. Großstaffelläufen. Skilangläufen usw. Die neue Reichskernmannschaft Schwarzmann und Steffens sind zugleich Mitglieder der neuen Reichskernmannschaft, der weiterhin folgende Turner angehören: Innozenz Stangel-München, Alfred Müller=Leuna, Kurt Krötzsch-Lützen, Hans Friedrich-München, Reinhard Stutte=Eichen, Georg Sich=Düsseldorf, Uffz. Karl Stadel-Wünsdorf, Willi StadelKonstanz, Kurt Haustein=Leipzig, Matthias Volz=Schwabach, Wilhelm Kippert-Villingen, Josef Renner-Geislingen, Emil Hlinetzky-Frankfurt Main, Hans Pludra-Villingen, Konrad Frey-Kreuznach, Franz Bayer=Kassel, Fritz BeckertNeustadt Schwarzwald, Gefr. Wurm=Münster und Kiefer-Kreuznach. Der Lehrgang wird gleichzeitig die deutsche Nationalmannschaft für den am 18. Oktober in Helsinki statkfindenden Länderkampf gegen Finnland ermitteln. Olympiaschulung unserer Turner Die deutschen Geräteturner haben in Helsinki fünf Goldene, eine Silberne und sechs Bronzene Medaillen zu verteidigen. Das ist Grund genug, um mit allem Ernst zu beginnen. Fast volle zwei Jahre vor Helsinkl findet daher vom 24. bis 28. Oktober in Leipzig die erste Olympiaschulung unserer Gerätturner statt. Die Leitung des Lehrgangs liegt in den bewährten Händen des Reichsmännerturnwarts Martin Schneider, der die deutschen Nationalturner von Erfolg zu Erfolg geführt hat und dessen wertvoller Schulungsarbeit nicht zuletzt die großen Triumphe der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und auch in den Länderkämpfen zu verdanken sind. Ihm zur Seite stehen in Leipzig Badens Gaumännerturnwart Eugen Kopp, Heeressportlehrer Lt. Alfred Schwarzmann und die DRL-Fachlehrer Walter Steffens und Heinz Sandrock. Schi=Großkämpfe im Sudetenland Nach der Heimkehr der Sudetendeutschen zum Groß deutschen Reich gewann Deutschland mit den Bergen des Sudelenlandes ein neues großartiges Winkersportgebiet Jetzt schon sind Vorkehrungen gekroffen, um die enge Fühlungnahme zwischenn dem sudetendeutschen Schisport und dem in den angrenzenden Gebieten von Schlesien und Sachsen weiter auszubauen. Der Reichsführung des DRL. und das Fachamt Schilauf werden daher im Anschluß an die im polnischen Jakopane stattfindenden Schi-Weltmeisterschaften am 25. und 26. Februar 1939 in Harrachsdorf-Neuwelt im Riesengebirge eine internationale Großveranstaltung durchführen. Ausgetragen werden Lang- und Sprungläufe als Spezialund Kombinations-Wettbewerbe. Lommy Farr- Lou Nova? Während man dieser Tage noch lesen konnte, das Mit Jacobs, der große Neuyorker Veranstalter, den Englände Tommy Farr aus dem Ausscheidungswettbewerb in Schwergewicht ausgebootet habe, heißt es heute, das Jacob: einen Kampf zwischen Farr und dem Bezwinger Bob Pa stors. Lou Nova, plane. Der Kampf soll am 16. Dezem ber im Neuyorker Madison Square Garden ausgetrager werden. Am 2. November wird an der gleichen Stelle de zweifache Weltmeister Henrz Armstrong seinen Wel tergewichtstitel gegen Ceferino Garcio vertei digen. Außerdem soll Mike Jacobs beabsichtigen, im Janua in Kalifornien einen Weltmeisterschaftskampf zwischen Jo# Louis und Max Baer durchführen. erwartete Nachspiel Zum Düsseldorfer Boxkampf=Tag. Nach dem letzten großen Aufräumen im deutschen Berufsborsport war mit Sicherheit zu erwarken, daß auch die Düsseldorfer Veranstaltung, die den vielleicht größten finanziellen Mißerfolg bei einer Berufshorkampf=Veranstaltung in den letzten Jahren aufzuweisen hatte, nicht ohne Nachspiel bleiben würde. Der Berufsverband Deutscher Faustkämpfer hat den verantwortlichen Veranstalter und technischen Leiter Hans Grimm bis auf weileres suspendiert, da er die sportlichen Verpflichtungen, die in der Sportordnung festgelegt sind, außer acht Kelassen hat. Dortmunder Mittwoch=Rennen Der Dortmunder Rennverein hat für seine Wochentagveranstaltung eine Karte zusammengestellt, die jedem Geschmack etwas bietet und besonders die Freunde des illegitimen Sports anreizen wird, da diesmal zwei Heute Baskelball=Lehrgang für Betriebssport-Uebungsleiter in der Turnhalle der Gräffschule. Für alle männlichen Uebungsleiter der Betriebssportgemeinschaften des Kreisgebietes Herne-Castrop-Rauxe kommt am heutigen Mittwochabend, wie schon mitgeteilt, der Basketdall-Lehrgang für Betriebsübungsleiter zur Durchführung. Jede Betriebssportgemeinschaft ist verpflichtet, für diesen einmaligen Lehrgang, welcher vom Reichsbundsportlehrer Clausen(Berlin) geleitet wird, mehrere Uebungsleiter abzustellen. Der Lehrgang beginn pünktlich um 19 Uhr in der Turnhalle der Schule an de Gräffstraße. Sportzeug ist mitzubringen. Eine weiter Mitteilung geht den Betriebsspor'gemeinschaften nich mehr zu. K So-Sefnn ae Tark Prüfungen zwischen den Flaggen vorgesehen sind und das Hauptereignis des Tages das Freiherr=Clemens=v.=Rom berg=Jagdrennen bildet. Die einzelnen Prüfungen werden auch zahlenmäßig recht gut besetzt sein, sodaß Langeweile nicht auskommen kann und bei dem schweren Geläuf sicher auch wieder mit mehreren kräftigen Ueberraschungen gerechnet werden muß. Den Sportreigen eröffnet oas„HobertsburgRennen" über 1400 Meter. das nach einer reisen Frucht für Forstgraf aussieht, der sich erst am Vorsonntag von guter Seite zeigte und als ausgesprochener Flieger über Pribora, Hesverion und Dickwurz die Oberhand behalten sollte. Den„Buschmühle=Preis" über 1600 Meter sprechen wir Polarstern zu, der unter seinem günstigen Gewicht den Vorzug vor Wildsang. Wolkenflug und Pont Levis verdient. Im„Herbst=Jagdrennen" über 3200 Meter schenken wir Palander unser Vertrauen. Der Hengst kommt mit einem frischen Sieg von der Flachbahn und hat auch über grobe Gegenstände so gutes Können gezeigt, daß er hier über Voltaire II. Le Nex und Finotrie die Oberhand behalten sollte. Das„Audolf=Then=Berah=Rennen über 2200 Meter wird sich Heidekönig so leicht nicht##eitig machen lassen. Der Hengst ist Spezialist für tiefer Boden und wird Graf Haa, Smike. Kukuruz und Mark Aurel nicht allzu stark zu fürchten brauchen. Das Ereignis des Tages ist das„FreiherrClemens= v.„Pomher o# Einnerungs=Jagd. rennen über 3500 Meter. Bei der starken Anzahl der Teilnehmer ist die Wahl nicht leicht. Nach Form kommen am ehesten Jungritter. Nußknacker. Patroklus. Sonny Boy und Sauhatz für die engere Entscheidung in Frage. während vom Rest Galeopsis. Herkules und Prior einen Hinweis verdienen. Im„Damen=Preis" über 1800 Meter fällt sofort Manzanares auf. der an Klasse alle Gegner weit überragt und vor Alte=Liebe, Nostrus. Erdwall und Item einkommen sollte. In dem stark bestrittenen„Wilhelm=RüschePonnen“ über 1800 Meter entscheiden wir uns nach Pavierform für Helmwiege, die in erster Linie Infant. Aviatik. die allerdings weichen Boden nicht liebt. Tinos und Kurigalsu zu schlagen hat. Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Forstgraf— Dickwurz. 2. Rennen: Polarstern— Pont Levis 3. Rennen: Palander— Le Rex. 4. Rennen: Heidekönig— Gabler. 5. Rennen: Nußknacker— Herkules. 6. Rennen: Manzanares— Alte Liebe. 7. Rennen: Helmwiege— Kurigalsu. Le Tremblay: 1. R.: Borrachin— La Mirandule; 2. R.: Olympiade— Turkish Blend: 3. R.: Evianker— Lokrum; 4. R.: Nagor— The Spey; 5. R.: Smaragda— a L'Arrivee; 6. R.: Apex— Tamalfi. * 11 100 Mark für einen Fährling Die traditionelle Jährlings-Auktion in Hoppegarten hatte am Montag einen recht zufriedenstellenden Erfolg aufzuweisen, wenn auch die Kauflust allgemein betrachtet etwas zu wünschen übrig ließ. Immerhin wechselten 57 Pferde ihren Besitzer, die einen Gesamterlös von 175000 RM. einbrachten. Das entspricht einem Durchschnitt von rund 3100 RM. Am meisten gefragt wurden die Römerhofer, von denen keiner unter 5000 RM. wegging. Markomanne erzielte mit 11100 RM. die Rekordsumme und wurde zusammen mit Eilbote(6100) sowie dem aus Neustadt stammenden Fortissimo(8300) von dem bekannten westdeutschen Privakstall Gebr. Rösler erstanden. Neue Blusen B 35397. Diese elegante Bluse aus Lamé oder Krepp Satin ist in sportlicher Form verarbeitet, schließt mit kleinen Knöpfen und wird über dem Rock getragen. 85 cm breit. B 35393 B 35391 B 35392. Sehr kleidsam ist der vorn glockig fallende Kragen dieser Bluse, die in einen breiten Gürtelbund gefaßt ist. Erf.: etwa 1,75 m Stoff, 90 cm breit. Bunte Beyer=Schnitte sind für 84, 92, 100 cm Oberw. erhältl. R 35399. Elegante Abendbluse aus Krepp Satin mit geschlitzten Armeln und dekorativen Schmuckknöpfen. Erf.: 1,60 m Stoff, 92 cm breit. Bunte Bever=Schnitte sind für 92, 100, 104 und 112cm Oberwelte erhältlich. B 35382. Karierte Tastbluse in sugendlicher Form mit leicht abstehenden Schößchenteilen und vorderem Knopfschluß. Erf.: 1,35 m Stoff, 90 cm breit. Bunte BeyerSchnitte sind für 84, 92, 100 cm Oberweite erhältlich. B 35393. Elegante Spitzenbluse mit umgelegten Kragenecken und breitem Einsatz, der mit Knöpfen schließt. Erf.: 1,60 m Stoff, 90 cm breit. Bunte BeverSchnitte sind für 92 und 100 cm Oberw. erhältl. B 35391. Jugendliche Bluse aus zartfardigem Spitzenstoff mit rundem Kragen und gefälliger Jabotgarnitur. Erf.: etwa 1,50 m Stoff, 90 cm breit. Beyer=Schnitte für 88, 96 cm Oberw. B 35358. Westenbluse aus kariertem Waschstoff oder auch Seide. Das Karomuster ist schräg und gerade verarbeitet. Vorn verschlungene Schalenden. Erf.: 2,35 m Stoff, 90 cm breit. Beyer=Schnitte für 88, 96, 104, 112 cm Oberweite. B 35398. Für Tast ist die Schnittform dieser Bluse geeignet, die mit einem breiten Miederteil über dem Rock getragen wird. Erforderlich: 1,55 m Stoff, 85 cm breit. Bunte Beyer=Schnitte sind für 88, 96, 101 cm Oberweite erhältlich. B 35358 Alles, was Sie für richtige, hochmodische Kleidung brauchen, halten wir für Sie bereit 048 CRONE P40OE SPEIIALMA ToAs HAUS DER GUTEN QUALITATEN Früher Gebr. Kaufmann G. m. b. H. Notizer Der 11#### tutische Rechtswahrerbund veranstaltete aus Anlaß der Wiederkehr des Gründungstages im Haus der Deutschen Rechtsfront in Berlin eine eierstunde, zu der sich zahlreiche Gäste aus Partei, Staat und Wehrmacht eingefunden hatten. Zwischen dem Führer und Dr. Frank fand ein Telegrammwechsel statt. * In der„Stunde der jungen Nation“ am 12. Oktober bringt der Reichsrundfunk von 20,15 bis 21 Uhr unter dem#.el„Der Marsch ins Sudetenland“ eine geschlossene Darstellung besonders ausgewählter Hörberichte, die von den Rundfunksprechern in den historischen Tagen aus dem Sudetenland gegeben wurden. Vertreter Reichswirtschaftsminister Funk empfing isländischen Presse, denen er e„er Funk empfin der Istanbuler und der ausländischen Presse, einen Ueberblick über die naturlichen Voraussetzungen#er„Handelsbeziehungen zwischen Großdeutschland und dem Südosten E und besonders der Türkei gab. Furopas Am Dienstag traf in Prag eine zehnköpfige karpatho=ukrainische Abordnung ein, die über die Bildung einer eigenen karpatho=ukrainischen Regierung nach slowakischem Muster verhandeln wird. * Vom japanisch=chinesischen Kriegsschauplatz läuft die Meldung ein, daß die japanischen Truoven an der Südfront im Süden des Dangtse die Hügel im Vorgelände der Südostbasis der Luschan=Bergkette in der rovinz Kwangst einen nach dem andern eingenommen haben. Die neue slowakische Regierung nahm heu Bratislawa ihre Tätigkeit auf. * Ministerpräsident und Landesverteidigungsminister Daladier hat an das französische Heer einen Tagesbefehl herausgegeben, in dem der Dank Frankreichs für die bewiesene Einsatzbereitschaft ausgedrückt wird. den Präsidien aller Ministerien sowie allen Ministern ohne Amtsbereich übersandt wurde. In dem Erlaß wird mitgeteilt, daß bei der Sitzung des Prager Zentralen Ministerrats am 7. Oktober das Abkommen mit den slowakischen Ministern darüber genehmigt wurde, daß die Zuständigkeit in den slowakischen Angelegenheiten bis zur endgültigen verfassungsrechtlichen Regelung auf die slowakischen Minister übergeht, wobei die Ausübung ihrer Zuständigkeiten im Rahmen der Rechtsordnung und des Finanzgesetzes erfolgen wird. Der Erlaß bestimmt ausdrücklich, daß die in diesen Grenzen festgesetzte Zuständigkeit sich sowohl auf sachliche Fragen als auch auf Personalfragen bezieht.— Als amtliches Organ für die Slowakei wurde„Uradne Nowiny" erklärt.— Der Vorsitzende der slowakischen Regierung, Dr. Tiso. erstattete einen ausführlichen Bericht über den bisherigen Stand der tschecho=slowakisch=ungarischen Verhandlungen. Weiter faßte die Regierung den Beschluß, daß wenigstens eines ihrer Mitglieder stets an den Sitzungen des Prager Zentralen Ministerrats teilnehmen wied. Ferner wurde beschlossen, die unterbrochenen staatlichen Arbeiten sofort wieder aufzunehmen und ein Verwaltungskomitee für die Verwaltung der Staatsgüter in der Slowakei zu errichten.— Als wichtigsten Beschluß kann man den ansehen, daß je eine ungarische und eine deutsche Nationalitätensektion errichtet wird, welche die Interessen dieser beiden Volksgruppen in der Slowakei zu wahren haben werden. Der slowakische Ministerrat wird jeden Montag zusammentreten. Emigrantendämmerung in der Tschecho=Slowakei? DRB. Prag, 11. Okt. Der tschechisch=agrarische „Wenkow“, sordert am Dienstag die Lösung des Emigrantenproblems in der Tschecho=Slowatei. Das Blatt verlangt, daß diese Lösung mit möglichster Beschleunigung durchgeführt werde. Wenn man vielleicht auch nicht zur sofortigen Tat übergehen könne, müsse doch das Volk sobald wie möglich wissen, wie man dieses wichtige Problem anzufassen gedenke. Sojortiger Schluß müsse jedoch mit dem Unsug gemacht werden. die Stellungnahme für die Emigranten als„Fortschrittlichkeit", die Stellungnahme gegen sie aber als„Rückschrittlichkeit“ zu bezeichnen. Ebenso müsse einmal das leere Geschwätz von der„Demokratie" verschwinden. „In erster Linie kommen die Bedürft isse des Volkes und seines Lebens“, ruft das Blatt aus.„Wir haben jetzt für unsere eigenen Leute, Tschechen. Sorge zu tragen. die aus den Grenzgebieten in die Heimat zurückkehren mußten. Wir müssen eben aus diesem Grunde die Heimat von den Parasiten des Emiarantentums säubern. und zwar gründlich, hart und schnell.“ Berliner Börse Aktien nachgebend. Renten behauptet. Die Aktienmärkte boten zum Börsenbeginn allgemein ein recht ruhiges Bild. Die Unternehmungslust war sowohl bei der Bankenkundschaft als auch dem berufsmäßigen Börsenhandel gering. Das Interesse richtet sich in erster Linie auf die neue Reichsanleihe, auf die die Zeichnungen in durchaus erfreulichem Maße eingehen. Die Kursveränderungen an den Aktienmärkten blieben wiederum verhältnismäßig gering. nur vereinzelt waren größere Wertschwankungen zu beobachten. Im allgemeinen neigten die Kurse aber leicht zur Schwäche. Von Montanen war lediglich der Rückgang von Uchnnesmann um sowie von Klöckner um 1½ Prozent #rkenswert. Am Braunkohlen=Aktienmarkt stiegen Rheinische Braun um 1¾ Prozent, während von Kaliwerten Kali=Chemie gegen den letzten Kassakurs um 1 Prozent nachgaben. In der chemischen Gruppe büßten Farben ¼ Prozent auf 131 7 ein. Stärker gedrückt lagen Kokswerke, die%. und Goldschmidt, die 1¼ Prozent verloren. Elektro= und Versorgungswerte lagen nicht einheitlich. Während Deutsche Atlanten, Licht u. Kraft und Schlesisch=Elektrische Gas je um ½ Prozent heraufgesetzt wurden. schwächten sich AEG. um ½. Berliner Kraft u. Licht um ¾. Lieferungen um 1 und Siemens um 1½ Prozent ab Im variablen Rentenverkehr stellte sich die ReichsaltDeutschlands Westbefestigungen keine Drohung „Suisse" belehrt die französische Presse Genf, 11. Okt. Der außenpolitische Leitartikler der „Suisse“ behandelt die Aufnahme der Saarbrücker Rede des Führers in der französischen Presse. Die französischen Blätter zeigten eine Nerposität, die völlig ungerechtfertigt sei. Der klare Sinn der Rede sei der: Um diplomatische Erfolge zu erzielen, und sei es selbst mit friedlichen Mitteln, müsse man stark sein. Diese offenkundige Wahrheit dränge sich heute den meisten Ländern auf. sie werde aber da nicht hinreichend verstanden, wo sie am besten verstanden werden müßte, nämlich in Frankreich. Der Führer habe sich zu einer Verständigungspolitik bekannt, aber auch darauf hingewiesen, daß ein starkes Deutschland die Voraussetzung diese: Politik sei. Deshalb werde das Reich seine Befestigungen an der Westgrenze ausbauen. Diese Maßnahme, so erklärt die „Suisse“, bedeute keine Bedrohung für Frankreich. Sie bringe den Willen Deutschlands zum Ausdruck, sein Gebiet wirksam zu schützen, so wie Frankreich sich mit der Maginotlinte gegen jede neue Invasion habe wappnen wollen. Derartige Vorkehrungen seien hüben wie drüben nur berechtigt, und seien auch dazu angetan, jeden Angriffsversuch von vornherein aussichtslos erscheinen zu lassen. Zur richtigen und vernünftigen Auslegung der Handlungen und politischen Kundgebungen der totalitären Mächte fehle es in Frankreich noch sehr stark an dem notwendigen Verständnis. Das Verfälschen der Tatsache und die Leichtfertigkeit gewisser Urteile, die man in der letzten Krise habe feststellen können, seien auch für den wohlwollendsten Beobachter wahrhaft erstaunlich. französische Volk will keinen Krieg“. Warnung an die Gewerkschaften: Hände weg von der Außenpolitik] Französische Marxisten rechnen mit dem Ende der Volksfront Paris, 11. Okt. Bei der Fortsetzung seiner Vollsitzung am Montagnachmittag machten sich im Vorstand der marxistischen CGT.=Gewerkschaften auch diesmal wieder die verschiedensten Ansichten bezüglich der Haltung bemerkbar, die die Gewerkschaften zur Außenpolitik und überhaupt zur Politik schlechthin einzunehmen haben. Während einige Redner sich in Aussprüchen gegen den „Faschismus“ ergingen, wie z. B.„gegen die Verständigungspolitik, die die Macht des Faschismus verstärkt“, vertrat die Mehrheit der Redner den Standpunkt, daß die Gewerkschaften sich mit sozialen Fragen zu befassen haben, daß ihnen aber eine Einmischung in die allgemeine Politik und besonders in die Außenpolitik nicht zukomme. Ein Redner führte u. a. aus, wenn die Gewerkschaften den Grundsatz fallen ließen, ständige Bündnisse mit den Parteien abzulehnen. so würde die Gewerkschaftsbewegung ihre Daseinsberechtigung verlieren. Ein anderer Redner wandte sich gegen eine„allzu nachgiebige Politik“. die letzten Endes nur zu einem Kriege führe, aus dem kein Mensch und kein Land seinen Nutzen ziehen würde. Spanien gegenüber bestehe die Pflicht der französischen Gewerkschaften darin, sich für die Zurückziehung aller ausländischen Freiwilligen einzusetzen. Wenn die Volksfrontbewegung am Ende angekommen sei, so solle doch einfach jeder wieder seine Aktionsfreiheit für sich beanspruchen. Ein anderer Redner stellte fest, das französische Volk wolle keinen Krieg führen. Die Gewerkschaften hätten sich schon früher gegen den Geist von Versailles aufgelehnt. Die Münchener Abmachungen seien gewiß kein Wunderwerk, aber sie hätten doch wenigstens den Frieden erhalten. Die so gewonnene Gnadenfrist solle man in der Form ausnützen, daß man die Welt und Europa auf festere Formen als 1919 wieder neu aufbaue. Vor allem aber müsse die gedankliche Freiheit innerhalb der französischen Gewerkschaftsbewegung vollkommen erhalten bleiben. Pariser Schmähartikel gegen Italien Scharse Antwort des„Giornale d'Italia“ 7„Italien wird nicht vergessen“ besitzanleibe auf 130% gegen 131.„Die Gemeindeumschuldungsanleihe war um 5 Pfg. auf 94.15 rückgängig. Am Geldmarkt erforderte Blanko=Tagesgeld unveränderte Sätze von 2½ bia 9¼ Prozent. Bei der amtlichen Berliner Devisennotierung gaben das englische Pfund auf 11.88(11.905), der französische Franc auf 6.64(6.655) nach. Der Dollar blieb mit 2.498 unverändert. Der holl. Gulden zog auf 135.60 (135.34) an. Der Schweizer Franken wurde mit 56.72 gegen 56.84 bewertet. Von den zu Einheitskursen gehandelten Bankaktien stiegen Deutsche Uebersee um 1 Prozent, während Halle Bankverein ½ Prozent verloren. Bei den Hypothekenbanken wurden Deutsche Hypotheken und Meininger Hypotheken je um ½ Prozent heraufgesetzt. Am Mark der Kolonialwerte waren die Umsätze wiederum recht lebhaft. Schantung gewannen 2.,Otgoi ½ Prozent. Bei den Industriepavieren, lagen Pittler Werkzeug nach Unterbrechung um 1 Prozent böher. Christoph u. Unmack gewannc Huust ach Pause 4 Prozent., WandererRom, 10. Okt. Unter der Ueberschrift„In der Fabrik des Krieges— Französische Dokumente“ wendet sich der Direktor des„Giornale d'Italia“ in schärfster Form gegen den„in seiner Feindseligkeit gegen Italien nunmehr giftig gewordenen französischen Geist, der nicht einmal mehr die auf die Svitze getriebene Unbilligkeit der gewählten Themen bei seinen täglichen Ergüssen zu erkennen vermag.“ Das halbamtliche Blatt gibt zum Beleg dieser Geistesverfassung und der von ihr erfundenen Zerrbilder von Italien und Mussolini, mit denen ihre materielle und moralische Handlungsunfähigkeit gezeigt werden soll, eine ganze Blütenlese französischer Pressestimmen, mit denen in bezug auf die Münchener Geste Mussolinis„ihre entscheidende und unbestreitbare Bedeutung entwertet oder ins Gegenteil umgewandelt werden soll.“ Diese Haltung sei, und zwar nicht erst seit heute, der Dank Frankreichs, das sich so in der Rolle dessen gefalle, der auf gefährliche und verhängnisvolle Abenteuer ausgehe. Die Italiener aber werden, wie das halbamtliche Blatt hinzufügt, diese Dinge fest im Gedächtnis behalten, besonders auch„jenen der Wahrheit und dem italienischen Forderungen der französischen Frontkämpfer Pichot befürwortet einjährige Vollmachten für Daladier. Paris, 11. Okt. Henri Pichot, der Präsident der „Union Federale“, des größten französischen Frontkämpfer=Verbandes, gab am Dienstag vor Pressevertretern bedeutsame Erklärungen ab. die in der Forderung nach einer„Regierung des öffentlichen Wohles“ givselten. Frankreich, so erklärte Pichot, befinde sich in einer äußerst schwierigen Lage, die, wenn sie auch nur noch einige Zeit anhalte, das Land an den Rand des Abgrundes bringen könne. Die Frontkämpfer, ohne die es heute kein Frankreich mehr geben würde, seien der Ansicht, daß ihr Opfer ihnen jetzt das Recht gebe, ihre Meinung laut und frei zu äußern. Pichot kündigte eine große Provagandawelle im Umfange Kaufaufträge gegenüber, so daß die Notierungen Schwankungen nach beiden Seiten aufwiesen. welche sich aber unter 1 Prozent hielten. Nach den ersten Notierungen weiterhin still und nicht einheitlich. Auf dem Montanmarkt setzten Ver. Stahlwerke etwas höher ein, fielen dann aber ½ Prozent zurück. Rheinstahl konnten X Prozent gewinnen. Klöckner verloren Prozent. Mannesmann sowie Hoesch, je 2/8 Prozent. Erstere gewannen später ½ Prozent zurück. An der Kurenbörse nahm die Umsatztätigkeit wieder etwas zu. Die Stimmung war auf allen Marktgebieten freundlich. Bevorzugt wurden Kohlenwerte. von denen Constantin und auch Deutschland zu ungefähr letzten Preisen aus dem Markt genommen wurden. Langenbrahm konnten bei einem Umsatz einige hundert Reichsmark gewinnen. Diergardt mußten sich einen Preisabschlag von 150 RM. gefallen lassen. Freiverkehrswerte leicht abgeschwächt. So verloren Humboldt und Walther bis 2. Aleranderwerk 1¾. Dolerit 1½ und Dyckerhoff 1 Prozent.„Westwaggon waren gut behauptet im Handel. Von Kohlenaktien gewannen Berobau Lothringen bei mehrfachen Umsätzen bis 2 Prozent. Auf dem Kassamarkt stellten sich Ankerwerke und Dortmunder Ritter je 2. Mülheimer Berg und Salzdetfurth ¾ Prozent höher. Leicht gebessert verkehrten Gödhardt. Kölner Gummi gut gehalten. Kabel Rheydt büßten 1 Prozent ein. Von Banken waren Dresdner und Rhein. Boden je ¼ Prozent gebessert. Versicherungen ohne nennenswerte Kursänderungen. Schluß still. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Das Geschäft liegt unverändert still. Ebenfalls konnten die Mühlen für den Export keine neuen Aufträge buchen. Preise unverändert. Von den fernöstlichen Ursprungsmärkten ist keinerlei Veränderung in Tendenz und Preisen zu berichten. Baumwolle: Ruhig. Suverfine mdl. 3.75 d. Fine Oomra 4.30 d. Kaffee: Der Abzug nach dem Inlande verläuft in sehr ruhiger Weise, dagegen gestaltete sich der Transithandel lebhaft und in jeder Weise zufriedenstellend. Preise unverändert. Schmalz: Ruhig. unverändert. Fettwaren unverändert. Hülsenfrüchte: Der Handel in Hülsenfrüchten verläuft im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mengen in ruhiger Weise. Die Tendenz ist weiterhin für alle Sorten freundlich. Preise unverändert. Edelmut ins Gesicht schlagenden wüsten Schimpf,„Mussolini habe aus Angst den Münchener Weg eingeschlagen.“ Die Italiener werden es im Gedeichtnis behalten, daß. nachdem sie mit 600 000 Toten Frankreich gerettet haben, ihre heldenhaften Soldaten von den französischen Schmähschriften verleumdet worden sind. Sie werden im Gedächtnis behalten, daß die Friedensgeste nicht zur Wiederherstellung des guten Glaubens und der politischen Einsicht Frankreichs gedient hat, und sie werden es vermeiden, daß diese Geste sich wiederholt.“ Gegenüber diesem erbärmlichen und widerwärtigen Gehabe sei es, so schließt das halbamtliche Blatt,„für die internationale Geschichte der Gegenwart und Zukunft notwendig, die Tatsachen und Feststellungen nicht nur mit Dokumenten der Diplomatie, sondern auch mit jenen aufschlußreichen Dokumenten der Leute zu belegen, die den Gang der diplomatischen Arbeit mit ihrer Musik begleiten. Die Schlußfolgerungen, die aus dieser Haltung wie auch aus anderen, provokatorischen Stellungnahmen, die gerade in einem Augenblick erfolgen, in dem Italien seine Freiwilligen aus Spanien zurückholt, zu ziehen sind, sind von elementarer Einfachheit.“ ganzen Lande an. Man sei sich in Frankreich über die Macht der Frontkämpferbewegung noch nicht genügend klar. Die Union Federale habe ihren Plan. Dieser Plan, der von Männern aufgestellt sei. die keine Parteigänger seien, die außerhalb und über den Parteien ständen, sei auch der des Nationalverbandes der ehemaligen Frontkämpfer(UNC.) und der anderen großen Frontkämpferverbände. Sechs Millionen Männer hätten ihm bereits zugestimmt. In großen Zügen gesehen, besage der Plan folgendes: Frankreich müsse eine Regierung des öffentlichen Wohls haben, möge man sie auch als„nationale“ Regierung bezeichnen, das sei gleichgültig. Sie müsse von charakterfesten Männern gebildet werden, die außerhalb der Parteien und Bünde stünden und überzeugte Republikaner seien. Daladier nehme eine hervorragende Stellung ein. Nach all dem, was er getan habe, um Frankreich einen Krieg zu ersparen, seien ihm die französischen Bürger tiese Dankbarkeit schuldig. Diese Stellung lege ihm aber auch eine entsprechende Verantwortung auf. Es liege an ihm seinen Einsluß zum Wohle des Landes einzusetzen. Er verlange, daß man ihn in Ruhe arbeiten lasse. Was werde dabei herauskommen? Frankreich einige Wochen Zeit zu geben. Was aber werde dann kommen? Daladier müsse als Frontkämpfer einen anderen Ehrgeiz haben. Möge er die ihm durch die Vollmachten gegebene Zeitspanne ausnutzen, um die notwendigen Entschlüsse zu fassen. Das Frankreich der Frontkämpfer verlange des von ihm. Arabische Totalforderungen Kairo, 11. Okt. Der panislamische Palästina=Kongr in Kairo nahm folgende Entschließungen an: 1. Sofortiger Verzicht auf die Balsour=Erklärung: 2. sofortiges endgültiges Abstoppen der Judeneinwanderung nach Palästina; 3. jede Teilung ist unzulässig. Palästina muß unbedingt ungeteiltes Araberland bleiben; 4. sofortige Bildung einer Araberregierung und Ausschreibung von Parlamentowahlen, ferner Abschluß eines Vertrages mit England nach dem Vorbild Jraks; 5. politische Amnestie; 6. die Erfüllung der erwähnten Forderungen ist die Voraussetzung für die Freundschaft zwischen England und den islamisch=arabischen Staaten, eine Nichterfüllung wäre ein Akt der Gegnerschaft und der Feindschaft und würde mit entsprechenden wirtschaftlichen und politischen Gegenmaßnahmen beantwortet werden; 7. bei allen arabischen Fürsten und Regierungen wird die gemeinsame Durchsetzung der vorliegenden Entschließungen befürwortet. Die Entschließungen werden England, Frankreich und dem Völkerbund mitgeteilt: 8. Die Kongreßarbeiten werden durch einen ständigen Araberausschuß, dem die Parlamentsvorsitzenden Syriens, Libanons und des Jraks angehören, weitergeführt. Rache der Araber im ganzen Orient Nabih Azmeh warnt die Juden. Beirut, 11. Okt. Der Präsident des sprischen Palästinakomitees Nabih Azmeh richtete an den Präsidenten des Zionistenkomitees Jerusalems ein Telegramm, in welchem mit scharfen Worten die Haltung der Zionisten in der Palästinafrage angegriffen und die Juden vor der Rache der Araber im ganzen Orient gewarnt werden. In dem Telegramm wird abschließend festgestellt, daß die Araber entschlossen seien, bis zur Vernichtung zu kämpfen, und daß England selbst nicht durch einen Krieg in der Lage sei. die jüdischen Interessen gegen die Araber zu verteidigen. Dr. Ley zur WHW=Sammlung „Schaffende sammeln- Schaffende geben Berlin, 11. Okt. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat anläßlich der Sammlung für das WHW. am kommenden Sonntag nachfolgenden Aufruf erlassen: „Das Winterhilfswerk ist der Ausdruck der nationalen Solidarität aller Deutschen. Während sich die internationale Solidarität, die dem Arbeiter jahrzehntelang als die alleinseligmachende Lehre gepredigt wurde, als Phantom erwiesen hat und vor den harten Tatsachen der Wirklichkeit wie Dunst und Nebel verwehte, hat sich die nationalsozialistische Solidarität des nationalsozialistischen Deutschlands in den vergangenen sechs Jahren als höchste Wirklichkeit bewahrheitet. Die kühnsten Hoffnungen sind durch die Tat und Opferbereitschaft unseres Volkes weit übertroffen worden. In den vergangenen Wintern ist die Deutsche Arbeitsfront mit ihren Ergebnissen der Straßensammlungen weitaus an der Spitze marschiert. Ich erwarte, daß auch in diesem Winter alle schaffenden Menschen, die sich zur größten Selbsthilfeorganisation aller Zeiten und aller Völker bekennen, beweisen werden, daß sie den Sinn des Nationalsozialismus erfaßt haben und ihren Eifer in der Verwirklichung der nationalsozialistischen Solidarität gegenüber den vergangenen Jahren noch verdoppeln werden. Heil Hitler! (gez.) Dr. Robert Leo“ Raubfutter: Ruhig. unverändert. Rohkakao: Abgeschwächt. Ausgehend vom Weltmarkt, machte sich auch am hiesigen Platze eine schwächere Haltung bemerkbar. die in für nahezu alle Sorten ermäßigten Forderungen ihren Ausdruck fand. Die Umsatztätigkeit mit dem Inlande ist nicht sehr groß. Kakaohalbfabrikate: Die Nachfrage ist für alle Artikel weiter recht rege, so daß das Angebot damit meist nicht Schritt halten kann. Besonders gefragt ist vor allem Kakaopulver. In Kakobutter dürfte der Bedarf für die nächste Zeit befriedigt werden können. während für spätere Lieferungen weiteres Material erwartet wird. Preise unverändert. Kautschuk: Sheets loko 8 9/16. per Nov.(Dez. 8¾. per Dez.(Jan. 8 11/16 Pence für ein lb. Zucker: Effektivmarkt: Ruhig abwartend. Notierungen unverändert.— Terminmarkt: Die Tendenz des Marktes ist noch ruhiger geworden. Auch lauten die Forderungen meist weiter(etwa 5 Pfg.) abgeschwächt. Viehmärkte Essener Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder gesamt 840. darunter Ochsen 100. Bullen 278. Kühe 296. Färsen 174. Kälber 437. Schafe. Lämmer und Hammel 303. Schweine 1501. Bezahlt für 50 Kilogr. Lebendgewicht: Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 46.50, sonstige vollfleischige 42.50. Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 44.50, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40.50, fleischige 35.50. Kübe: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 44,50, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39—40.50. fleischige 32—34.50, gering genährte 25. Färsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45.50. vollfleischige 40.50—41.50. fleischige 36.50. Kälber: Dovvellender bester Mast 70—78, beste Mast= und Saugkälber 63, mittlere Mastund Saugkälber 57. geringere Saugkälber 48. geringe Kälber 38. Lämmer, Hammel und Schafe: Beste jüngere Weidemasthammel 46—52, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 43—45. geringere Lämmer und Hammel 25—32, beste Schafe 40—42, mittlere Schafe 35—38, geringe Schafe 15—22. Schweine: Fettschweine über rund 150 Kilogr. 58.50. vollfleischige von 135—149 Kilogr. 57.50, vollfleischige von zirka 120 bis 134 Kilogr. 56.50. vollfleischige von zirka 100—120 Kilogr. 52.50. vollfleischige von zirka 80—100 Kilogr. 49.50, fleischige von zirka 60—80 Kilogr. 49.50. fette Specksauen 56.50—57.50, andere Sauen 51.50. Marktverlauf: Rinder zugeteilt. Kälber zugeteilt. Schafe mittel. 20 Opfer des Soester Unglücks Essen, 11. Okt. Wie wir zu dem schweren Flugzeugunglück bei Soest erfahren, beträgt die Zahl der Opfer 20 Personen, und zwar vier Mann Besatzung und 16 Fahrgäste. Die Familie Kavves. die aus Düsseldorf stammt, bestand aus füns Personen, die sämtlich Opfer des furchtbaren Unglücks wurden. Unter den Opfern des schweren Flugzeugunglücks befinden sich auch Generaldirektor Friedrich Luther und die beiden Direktoren Fischer und Maurach von der Rheinmetall=Borsig=AG. Ihr Tod bedeutet nicht nur für das Unternehmen Rheinmetoll, sondern auch für die gesamte deutsche Wirtschaft einen schweren Verlust. Lastwagen auf dem Bürgersteig Schweres Verkehrsunglück in Aplerbeck.— Zwei Tote, zwei Schwerverletzte. Dortmund, 11. Okt. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich Montagabend im Stadtteil Aplerbeck. Ein aus Richtung Hagen kommender Lastkraftwagen geriet bei dem Versuch, eine Kurve zu nehmen, auf den Bürgersteig. Von dem Fahrzeug wurden vier Frauen erfaßt; zwei von ihnen waren auf der Stelle tot, die beiden anderen erlitten so schwere Verletzungen, daß sie dem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Pferdesport Rennen zu Enghien. 1. Rennen: 1. Glitter(H. Gleizes), 2. Maroussia, 3. Lolotte. Toto: Sieg 45:10. Platz 17, 17, 65:10. La.: 2. 5. 4. Ferner liefen 6 Pferde. 2. Rennen: 1. Jsdes(F. Emanuelli), 2. Porte Bonheur. 3. Souverain. Toto: Sieg 21:10. Platz 14. 19:10. Lg.: 8. 4. 5. Ferner liefen 3 Pferde. 3. Rennen: 1. Cossak(R. Beche), 2. Cook. 3. Licibelle. Toto: Sieg 17:10. Platz 13. 17:10. Lg.: 5. 10, 10. Ferner liesen 2 Pferde. 4. Rennen: 1. Source d'Or(M. Brunet), 2. Theophile de Savoie, 3. Curry. Toto: Sieg 39:10. Platz 22. 48:10. La.: K., 2. P. Ferner liefen 5 Pferde. 5. Rennen: 1. Revocation(A. Bates), 2. Rubia, 3. Love Song. Toto: Sieg 33:10. Platz 12. 14. 13:10. Lg.: k. k. H.. 5. Ferner liesen 6 Pferde. 6. Rennen: 1. Le Resultat(A. Bates), 2. Sableuse. 3. Week End. Toto: Sieg 44:10. Platz 25. 28. 34:10. La.: X. 3. F. Ferner liefen 7 Pferde. Wie wird das Wettes? Noch nicht beständig. Mit der erneut eingedrungenen Kaltluft hat sich eine leichte Beruhigung in der Witterung eingestellt. Die Temperaturen stiegen im Flachland durch die Einstrahluna bis genen 15 fhroh nWie ichon früber er Warum dehn... bis die Beschwerden unerträg lich werden. 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Unter Parken versteht der Gesetzgeber das Aufstellen von Fahrzeugen, soweit es nicht nur zum Ein= oder Aussteigen und Be= oder Entladen geschieht. Aus dem nicht unerheblichen Wort„nur“ ergibt sich, daß allein dann ein bloßes nicht den Begriff des Parkens erfüllendes Halten vorliegt, wenn das Stehen= oder Parkenlassen des Fahrzeuges zum Ein= oder Aussteigen oder zum Be= oder Entladen erfolgt, im anderen Falle aber in der Regel ein Parken vorliegt. Der amtliche Kommentar erläutert das an folgendem Beispiel: Soweit das Anhalten eines Personenkraftwagens zum Zweck der Aufnahme von Fahrgästen, d. h. des Einsteigens erfolgt, liegt daher dann ein Parken nicht vor, wenn der Wagenführer den Kraftwagen nur zu dem Zweck verläßt, um seine Fahrgäste in einer Wirtschaft von seiner Ankunft zu benachrichtigen und sie zum Einst eigen herauszuholen; wenn er jedoch vor dem Einsteigen der Fahrgäste zunächst in dem Lokal noch etwas verzehrt oder Geschäftliches erledigt, so stellt er sein Fahrzeug nicht„nur“ zum Einsteigen, sondern zu anderen Zwecken ab. Auch das Aufstellen von Fahrzeugen zum Be= oder Entladen ist nur insoweit nicht Parken, als es dieser Zweck erfordert. Diesem Zweck dient es jedoch nicht, wenn ein Fahrzeug vor oder nach dem Ein= oder Ausladen auf der Straße aufgestellt wird. Zu beachten bleibt dabei, daß auch das Be= oder Entladen auf den Straßen nur dann erfolgen soll, wenn dies ohne besondere Erschwernis sonst nicht möglich ist. Auf jeden Fall muß das Ladegeschäft in diesem Falle ohne Verzögerung durchgeführt werden. Wenn der Tank leer ilt Bei dem heutigen Verkehr auf der Landstraße und obwohl genügend Tankstellen vorhanden sind, wird jeder Fahrer nach längerer oder kürzerer Zeit von einem Kameraden angehalten werden, der ihn bittet, ihm etwas Kraftstoff abzulassen, damit er wenigstens bis zur nächsten Tankstelle kommt. Man hilft gern, aber wie bekommt man den Kraftstoff aus einem in den anderen Tank? Hier gibt es eine ebenso schnelle wie einfache Hilfe. Man nimmt eine der heute so schönen und großen Radzierkappen ab, reinigt sie innen und füllt mit ihrer Hilfe Kraftstoff um. Eine zur Tüte gedrehte Zeitung ersetzt den Trichter. Hat man ein Stückchen Gummischlauch, der Schlauch der Luftpumpe zum Beispiel, dann kann man, ohne die Verschraubung am Tank unten zu lösen, den Kraftstoff von oben absaugen und abgießen lassen. Spiel in der Lenkung Macht sich bei Krafträdern eine gewisse Unsicherheit in der Lenkung bemerkbar, so wird man zuerst prüfen, ob die Schwinghebel seitliches Spiel haben. Ist das Spiel die Ursache, werden die Schwinghebelbolzen nachgestellt. Man muß aber darauf achten, daß beim Festziehen der Muttern keine nachträgliche Verstellung der Achse eintritt. Die Schwinghebellager müssen spielfrei sein, dürfen aber nicht klemmen. Unsicherheit in der TTchtige Lenkung kann auch durch Spiel in den Lagerschalen entstehen. Um die Maschine nach dieser Richtung zu prüfen, hebt man den Lenker kurz hoch. Macht sich dabei ein geringes Spiel in den Lagern bemerkbar, müssen sie nachgestellt werden Zu diesem Zweck löst man erst den Lenkungsdämpfer, dann die Klemmschraube am Lenkungskopf und schließlich die Gegenmutter der Lenksäule, dann zieht man die untere Nutmutter der Lenksäule so lange nach, bis das Spiel verschwunden ist, die Lenkung sich aber noch sehr leicht drehen läßt. Hat die Lenkung kein Spiel und ist sie dennoch weiter, wird der Fehler in den Radlagern liegen. Im übrigen merke man sich für die Bedienung des Lenkungsdämpfers folgendes: Man fahre stets mit gelöstem Dämpfer an und ziehe ihn erst bei höherer Geschwindigkeit und schlechter Straße fester. fürchtige Kleidung brauchen, halten wir Sachsen im Jugendsport führend Im„Sport der Jugend“ wird eine interessante Aufstellung veröffentlicht, die ein Bild ergibt, welche H3-Gebiete die besten Jugendsportler im Durchschnitt wie in der Spiße besitzen. Um nicht ins Uferlose zu gehen— man müßte sonst auch die BDM- und Jungvolkkämpfe, den Reichssportwettkampf usw. in Rechnung stellen— beschränkt man sich auf die Meisterschaftsergebnisse in der Leichtathletik und im Schwimmen. Beide Sportarten haben ihrem Wesen nach die Berechtigung, als Maßstab für eien gesunden Juegndsport angesehen zu werden, wenn auch der Leistungs=Schwimmsport noch lange nicht die Breite und Spitze der Jugendleichtathletik erreicht hat. Die Ueberraschung der Leichtathletik=Rangliste ist der erste Platz des Gebietes Würktemberg, das mit zwei Siegen, zwei zweiten, zwei dritten und einem sechsten Platz auf 33 Punkte kommt und damit vor Sachsen zu stellen ist, das aber ohne Sieg blieb und in erster Linie auf Grund von vier zweiten Plätzen auf die gleiche Punktzahl kam. Es ; h o c h m o d i s c h e für Sie bereit folgen die Gebiete Ruhr-Niederrhein, Hessen-Nassau, das durch seinen sonnkäglichen Sieg in der Mannschaftsmeister schaft etwas höher zu bewerten ist, und dann erst Berlin. Auch im Schwimmen muß sich Sachsen mit dem zweiten Platz, diesmal hinter Berlin begnügen; das Punkteverhältnis der beiden Ersten ist hier 32:31. Mit beträchtlichem Abstand folgen Westfalen, Mittelelbe überraschend###ch und Ostland überraschend stark. Mit 33:32 Punktc##hmen jedoch die Sachsen in der Gesamtwertung den ersten Platz ein, während Württemberg, im Schwimmen völlig unplaciert, auf den fünften Rang hinter Berlin, Westfalen und Ruhr=Niederrhein zurückfällt. Die Rangliste hat folgendes Aussehen(7:5:4:3:2:1 Punkte für die ersten sechs Plätze): PONT MAODE SPEIIALAA Steiuc )OAS MAUS DER GUTEN QUALITATE Früher Gebr. Kaufmann G. m. b. H.