Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15. frei ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pl.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger7 Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböhe 4 Pf., im Textteil 25 Pf. Vereinskalender(im Cextteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf., Siffer= und Auskunftsgebühr 29 Pf. Fernsprecher: Sammel=Nummer 52541 Drahianschrift. Anzeiger Herne. Nr. 252(Erstes Blatt) Donnerstag, den 27. Oktober 1938 34. Jahrgang Seiehung des Erziehers Südmähren dankt dem Führer Zur Einweihung der Reichsschule des Nationalsozialistischen Lehrerbundes Von Carl Wolf, Reichsschulungswalter des NSLB. Durch die nationalsozialistische Revolution führte die bee unserer Weltanschauung ein neues Zeitalter der ziehung herauf. Der Erziehungsbegriff ist in seiner edeutung wesentlich ausgeweitet worden. Neben der schulischen Erziehung steht heute die Formationserziehung in den verschiedenen Gliederungen, im Arbeitsdienst und in der Wehrmacht. Das durch den Führer eingeleitete große Erziehungswerk der Menschenführung und=formung ist allein der Partei vorbehalten. Innerhalb dieses gewaltigen Aufgabenkreises ist dem RSLB. unter Leitung des Hauptamtes für Erieher der Reichsleitung der NSDAP. als Arbeitssektor die Durchführung der nationalsozialistischen Revolution auf dem Gebiete der schulischen Erziehung verantwortlich übertragen. Die erste Voraussetzung zur Erfüllung einer solch gewaltigen Aufgabe ist die planmäßige Auslese eines nationalsozialistischen Erzieherführerkorns und damit verbunden der Einsatz nationalsozialistischer Lehrerpersönlichkeiten. Denn eine Idee soll nicht nur gelehrt, sondern sie muß auch gelebt werden. Das gute Beispiel des Lehrers in seiner Haltung ist dabei ausschlaggebend. Durch die Lagerschulung in den Kreisen und Gauen wird die Erziehung der Erzieher in engster Zusammenarbeit mit den Gauschulungsämtern zur Gemeinschaftshaltung laufend vorgenommen. Die politische Willensbildung steht im Vordergrund. Die Arbeit im Lager vollzieht sich auf dem Gebiete der körverlichen, musischen und geistigen Erziehung. Im Mittelpunkt der geistigen Schulung stehen die Erkenntnisse der Rassen= und Volkskunde sowie die der deutschen Vorgeschichtsforschung. Der Schulungsaufbau in der Breiten=, Tiefen= und Ausleseschulung(A=, B= und C=Lager) ermöglicht einen Einblick von den einfachsten Grundgesetzen über eine wissenschaftliche Tiefenwirkung hinauf bis zur geistigen Auseinandersetzung unserer Tage. Die vom Reichswalter des NSLB., Gauleiter Fritz Wächtler, ins Leben gerufene Reichsschule des NSLB. Bayreuth=Donndorf bildet den Schlußstein unseres Schulungswerkes im NSLB. Die gesamte Inneneinrichtung in ihrer Einfachheit und Stilechtheit entspricht dem Ausdruck höchster neuzeitlicher Wohnkultur. Jeder Besucher kann sich eines einheitlichen, geschlossenen Eindrucks der Stilführung nicht erwehren. Mit überzeugender Anschaulichkeit wird deshalb jedem Besucher klar. daß auch der Raum erzieht. Wenn Reichsleiter Alfred Rosenberg am 27. Oktober die Schule weihen wird, so mag vielleicht schon nach außen hin die Bedeutung dieser Einrichtung für das Erziehungsleben klargeworden sein. Die Voraussetzung zur Teilnahme an einem Lehrgang an der Reichsschule ist nur für solche Erzieher gegeben, die sämtliche Schulungseinrichtungen der Partei und des NSLB. mit Erfolg durchlaufen haben, die in Charakter und Leistung auch haltungsmäßig„die inneren Werte unserer Idee vertreten" und als Persönlichkeiten aktiv im Dienste der deutschen Volksgemeinschaft stehen. Während in der A= und B=Schulung die gesamten Schulungsmaßnahmen in der Gemeinschaft durchgeführt werden, sollen in der Reichsschule die Teilnehmer in kleinen Arbeitsgemeinschaften Gelegenheit haben, vordringliche Probleme auf dem Gebiete der schulischen Erziehung zu klären. Für einzelne besonders schöpferisch begabte Persönlichkeiten sind Einrichtungen getroffen, die ihnen in Ruhe und Abgeschlossenheit ein vertieftes Studium letzter weltanschaulich=pädagogischer Fragen ermöglichen. Denn auch hier gilt der Satz: Alles Große in der Welt wurde in der Einsamkeit geboren. Wenn Glaube und Wissen sich vermählen und im deutschen Erzieher lebendig geworden sind, und somit durch die gesamte Haltung nach außen hin auch sichtbar werden, dann wird im deutschen Volke und in der deutschen Jugend eine neue Lebensführung sich immer mehr anbahnen, und unsere nationalsozialistische Idee . zgewinnt mehr und mehr Gestalt auch in der deutschen Schalle Adolf Hitler sprach in Znaim7„Recht wird nur dem zuteil, der stark genug ist, sich das Recht zu erkämpfen“. Inaim, 26. Okt. Der Führer besuchte heute von Wien aus das südmährische Gebiet. Wenige Minuten nach 12 Uhr traf der Führer im südmährischen Gebiet ein. Die ehemalige deutsch=tschecho=slowakische Grenze wurde zwischen Fratres und Zlabings passiert. Obwohl ein unfreundlicher Herbsttag über dem Lande liegt, haben die Menschen seit Stunden die Dorfeingänge besetzt gehalten und sich an den Wegkreuzungen zusammengefunden, die der Führer aller Wahrscheinlichkeit nach passieren könnte. Das Land ist nur dünn besiedelt. und weit liegen die Dörfer auseinander, aber die Menschen der deutschen südmährischen Erde haben die stundenweiten Anmarsch= wege nicht gescheut, um wenigstens eine Minute lang dem Führer zujubeln zu können, wenn er an ihnen vorüberfährt. Der Führer fährt die ganzen Grenzwege ab, und er besichtigt eingehend die tschechischen Befestigungslinien und die deutschen Truppen, die an der Demarkationslinie treue Wacht halten. So geht es südostwärts über Slawathen und Piesling an der Thava entlang. Kurz hinter Piesling läßt der Führer halten, er besichtigt einen der Bunker. die dort den Dorfausgang beherrschen. Die Pieslinger haben erspäht, daß der Führer hinter ihrem Ort gehalten hat. Sie sehen die Wagenkolonne auf der Straße stehen, und nun stürmen sie heran. Sie kommen heran, als wollten sie den Bunker erobern, auf dem weithin sichtbar der Führer steht. Gendarmen wollen sie zurückhalten, aber der Führer winkt. und nun ist der Bunker mit einem Schlage ringsum eingefaßt von einer dicken Mauer jubelnder, winkender, lachender. weinender Menschen, die alle nur den einen Wunsch haben, dem Führer einmal auf Minuten nahe sein zu dürfen, ihm ins Gesicht sehen zu können, ihm zuzujubeln und vielleicht auch seine Hand auf kurze Sekunden halten zu können. Als der Führer dann langsam wieder seinen Wagen bedeutsche Auszeichnung für Francois=Honcet von Ribbentrop überreicht das Großkreuz des Verdienstordens des Deutschen Adlers träger Sir Ogilvie Forbes und Frau, sowie von deutscher Seite Reichsleiter Dr. Ley, Reichsleiter Bouhler und Frau, Staatssekretär Freiherrn von Weizsäcker und Frau und den Chef des Protokolls, Gesandten Freiherrn von Doornberg und Frau. Der Reichsminister des Auswärtigen überreichte im Auftrage des Führers und Reichskanzlers dem französischen Botschafter das Großkreuz des Verdienstordens des Deutschen Adlers. Berlin, 26. Okt. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und Frau von Ribbentrop hatten heute in ihrem Hause in Dahlem zu Ehren des aus Berlin scheidenden französischen Botschafters Francois=Poncet und Frau Francois=Poncet zu einem Frühstück geladen. Unter den Gästen sah man den italienischen Botschafter Attolico, den Botschafter der Vereinigten Staaten, Wilson, den britischen GeschäftsNeuer Wirtschaftskurs handelsminister Gentin setzt sich für eine staatlich ausgerichtete Wirtschaft ein Der Kongreß in Marseille Marseille, 26. Okt. Am Nachmittag des ersten Tages des radikalsozialen Parteikongresses in Marseille, der neben Fragen der Landwirtschaft auch den Problemen des Handels und der Industrie gewidmet war, hielt Handelsminister Gentin eine viel beachtete Rede, in der er sich für eine staatlich ausgerichtete Wirtschaft (Economie orientée) einsetzte. Gentin erklärte zur Begründung seiner Auffassung. Frankreich lebe ohne Zweifel nicht mehr unter einem liberalen Regime, und das vielleicht weniger deshalb, weil die Regierenden es wollten. sondern weil die Regierten selbst es verlangten. In vielen Staaten sei die Wirtschaft nicht mehr„frei“ oder nicht mehr für die Ergebnisse verantwortlich, weil der Staat sie entweder selbst leite oder sie unterstütze oder die Unterschüsse auf seine Rechnung übernehme. Frankreich habe ebenso wenig ein Regime der staatlich geleiteten Wirtschaft(Economie dirigée), da ein politisches Regime eine einheitliche, alle Stadien der Erzeugung und des Verbrauchs umfassende Oberleitung nicht zulasse. Er, der Minister, halte ein System der staatlich ausgerichteten Wirtschaft(Economie orientée) für möglich. „Ich verstehe darunter ein Wirtschaftssystem, in dem einerseits das Kapital und die Arbeit im Rahmen der privaten Unternehmungen durch das Privatrecht geregelt bleiben, in dem andererseits, wenn die Privatinitiative sich als unzureichend erweist oder wenn allzuviele Privatinitiativen zu einer Anarchie der Erzeugungswirtschaft zu führen drohen, der Staat die Initiativen zusammenfaßt oder neue Initiativen anregt.“ Das sei eine Politik, die sich entschlossen auf die Zukunft ausrichte und die dem Staat die Aufgabe überlasse, zu überprüfen, welchem neuen Wirtschaftszweig oder neuen Ausfuhrweg das Land sich in nützlicher Weise widmen könne, eine Politik, die dem Staat die Aufgabe stellt, durch zeitweilige Unterstützung, die die verschiedensten Formen annehmen kann, Industrien zu schaffen, die geeignet sind, die als möglich erachteten Wege der Erzeugung und des Handels zu beschreiten und— wenn irgend angängig— spä er sich selbständig fortzuentwickeln. „Die praktische Verwirklichung einer staatlich ausgerichteten Wirtschaft, die ich im Auge habe, weist mehrere Etappen auf. Diese Verwirklichung setzt die technische Modernisierung der Erzeugung, die Beschaffung der notwendigen Kapitalien und die Anwerbung oder Umschulung der notwendigen Arbeitskräfte voraus.“ Minister Gentin ist der Ansicht, daß die Verwirklichung der staatlich ausgerichteten Wirtschaft je nach dem Grade der Einschaltung des Staates in verschiedenen Formen vor sich gehen könne. In den meisten Fällen würde die Form von Handelsgesellschaften genügen, die sich vertraglich zu einem bestimmten Arbeitsplan verpflichten und die entsprechende zeitweilige Unterstützung vom Staate erhalten. Nötigenfalls könne zur Ueberwachung der Durchführung des Arbeitsplanes die Ernennung eines Regierungskommissars ebenfalls vertraglich festgelegt werden. In anderen Fällen, wo eine Kapitalbeteiligung des Staates notwendig sei, müßten gemischtwirtschaftliche Gesellschaften vorgesehen werden, in deren Verwaltungsrat der Staat je nach seinem Kapitalanteil vertreten sein würde. In den Fällen schließlich, wo die Privatinitiative völlig versage, könnten rein staatliche Gesellschaften geschaffen werden. Diese Rede des Handelsministers Gentin ist die erste amtliche Aeußerung zu dem in letzter Zeit in unterrichteten Kreisen sehr eingehend besprochenen Problem der künftigen Gestaltung der französischen Wirtschaft, um sie aus der anhaltenden Krise herauszuführen. von Ribbentrop nach Rom abgefahren Berlin, 26. Okt. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop verließ Mittwochabend die Reichshauptstadt, um sich auf seinen bereits gemeldeten kurzen Besuch nach Rom zu begeben. Zu seiner Verabschiedung hatten sich auf dem Anhalter Bahnhof der italienische Botschafter Attolico, Botschaftsrat Graf Magistrati, sowie die leitenden Beamten des Auswärtigen Amtes und Vertreter der Dienststelle des Beauftragten für außenpolitische Fragen eingesunden. Der Reichsaußenminister wird am Donnerstag um 22.15 Uhr in Rom eintreffen. Konrad Henlein Major der Reserve des Infanterieregimentes 52 Reichenberg, 26. Okt. Der Oberbefehlshaber des Heeres. Generaloberst von Brauchitsch hat an den Reichskommissar für die sudetendeutschen Gebiete. Konrad Henlein. nachstehendes Schreiben gerichtet: „Seor geehrter Herr Reichskommissar! In Würdigung Ihrer hohen Verdienste und in Anerkennung des überaus großen Verständnisses, das Sie bei dem Befreiungskampf um Ihre Heimat allen Dienststellen des Heeres entgegengebracht haben, sowie in Anbetracht der daraus entstandenen guten Zusammenarbeit. ist es mir eine große Freude. Ihnen mitteilen zu können. daß Sie mit Wirkung vom 1. November 1938 als Major der Reserve des Insanterieregiments 52 in Bautzen in das Heer übernommen worden sind. Gleichzeitig verbinde ich hiermit meine besten Glück wünsche Von der Eroberung der Jerusalemer Altstadt durch die Engländer Von der tagelangen Belagerung und endlichen Eroberung der Altstadt Jerusalems durch die Engländer trafen jetzt die neuesten Bilder ein. Unsere Aufnahme zeigt englische Truppen vor dem Damaskus=Tor in Jerusalem, wo alle Araber, welche hier zu flüchten versuchten, gesangengenommen wurden.(Associated-Preß-M.) steigt, da braust ergreisend und unvergeßlich das immer wiederholte„Wir danken, wir danken!" über das Feld. Weiter geht die Fahrt Frain zu, das lieblich und schön von einem gewaltigen Felsenschloß überragt, in einem Talkessel am Ufer der Thaya liegt. Unmittelbar an der Talsperre in einer Arbeiterbaracke nimmt der Führer einen kurzen bescheidenen Imbiß ein, zusammen mit seinem Gefolge und den Offizieren der Wehrmacht, die hier in Frain ihre Truppen gemeldet haben. u. a. General Schubert, dem Kommandeur der 44. Division und dem Stab des Schützenregiments 2, das die Ehrenkompagnie gestellt hatte. Um 2,30 Uhr ging die Fahrt weiter nach Znaim. Ein vaar Tschechen, die nicht geflohen sind. stehen an der Einfahrt zur Stadt. Als der Führer vorüberkommt. ziehen sie alle den Hut und verbeugen sich mit betonter Hochachtung vor dem Führer aller Deutschen. Sie leben frei und ungehindert, und sie danken dem Führer durch ihren Gruß. Der Jubel schwillt riesengroß an. Dann ist der Führer am Marktplatz, wo er die Meldung General Hubickis, des Kommandeurs der 4. leichten Division. entgegennimmt. Das Musikkorps der Panzertrupven spielt die Hymnen, während der Führer die Front der Ehrenkompagnie des Krad=Schützenbataillons 2 abschreitet. Ein Sturm der Begeisterung schlägt dem Führer immer wieder entgegen. Dann tritt der Führer auf die Tribüne, die mitten auf dem Marktplatz aufgerichtet ist, und die von allen Seiten umgeben ist von einer nach vielen Tausenden zählenden jubelnden Volksmenge. Der Führer spricht Minuten vergehen, bis der Kreisleiter der SDP in Znaim sich Gebär verschaffen kann. Und dann tritt der Führer vor und spricht zu den südmährischen Volksgenossen und dankt ihnen für die Treue, die sie im jahrzehntelangen Kampf dem Deutschtum bewahrt haben. Satz für Satz seiner packenden und zugleich erschütternden Worte wird von der Znaimer Bevölkerung mit unendlichem Jubel ausgenommen. Der ganze Spuk der jahrzehntelang erduldeten Grenzherrschaft ist in diesem Augenblick verflogen, da der Führer mitten unter ihnen weilt und sie persönlich heimholt in ihr größeres Vaterland. Der Führer erklärt einleitend. indem er als Sprecher und Revräsentant der deutschen Nation hier stehe, wolle er bekunden, daß die Macht des Reiches niemals wieder von hier weggehen werde. Minutenlange tosende Beifallsstürme folgen diesen Worten. Und wiederum stimmen die Tausende dem Führer begeistert zu, als er ausruft:„Wie stolz können heute alle Deutschen sein, daß sie einer Gemeinschaft angehören, die das größte und stärkste Reich Europas ist!" In eindringlichen Worten spricht der Führer nun von dem schwersten Entschluß, vor dem er vor wenigen Wochen gestellt war. Aber über die Entscheidung konnte kein Zweifel bestehen, und der Führer spricht es offen aus in dieser denkwürdigen Stunde auf dem Marktvlatz von Znaim:„Am 2. Oktober, morgens 8 Uhr, wären wir hier einmarschiert, so oder so! Das Reich war bereit zum letzten Einsatz. Das deutsche Volk aber war entschlossen. diesen Einsatz zu vollziehen.“ Und wieder donkten minutenlange Kundgebungen der Znaimer dem Führer für diese Worte, für die Tat der Befreiung. Unter stärksten Zustimmungskundgebungen stellt der Führer als Lehre aus diesen ereignisreichen Wochen fest, daß das Recht nur denjenigen zuteil werde, der stark genug sei. sich dieses Recht zu erkämpfen. In einem mitreißenden Apvell ruft der Führer die Sudetendeutschen auf. sich in die große deutsche Volks= und Schicksalsgemeinschaft einzugliedern mit dem festen Entschluß, die eigene Kraft und Entschlossenheit des ganzen Volkes einzusetzen für sein Recht. Dann werde keine Macht der Welt mehr imstande sein, dieses 80=Millionen=Volk zu beugen, geschweige dann es zu zerbrechen. Der Sieg=Heil=Ruf des Führers auf Deutschland findet bei den südmährischen Volksgenossen ein vieltausendstimmiges begeistertes Echo, das sich nach dem feierlichen Gesang der deutschen Hymnen solange fortsetzt. bis der Führer die Stadt wieder verlassen hat. Zum Abschied stattet der Führer noch dem Rathaus von Znaim einen Besuch ab und nimmt als Spende der dankbaren Znaimer Bevölkerung eine deutsche Werkmannsarbeit, die silberne Nachbildung des Znaimer Rathausturmes. des Wahrzeichens dieser südmährischen Stadt. entgegen. Auch auf der Fahrt zum Bahnhof wird der Führer von den nicht endenwollenden Begeisterungskundgebungen der Bevölkerung von Znaim begleitet, die an diesem Tage. da der Führer mitten unter ihr weilte. ihre größte Stunde erlebt hat. Der Große Rat des Faschismus Neues Statut für Libnen— Glückwunsch an Japan. Rom, 26. Okt. Der Große Rat des Faschismus hat in der Dienstagnacht in der fünften über vierstündigen Sitzung der diesjährigen Herbsttagung Japan anläßlich der von den japanischen Truppen mit der Einnahme von Kanton und Hankau errungenen Siege seinen Glückwunsch ausgesprochen und dabei betont, daß„das italienische Volk sich ideologisch, geistig und politisch mit Japan durch eine tiefe und aufrichtige Solidarität verbunden fühlt, die im italienisch=deutsch=japanischen Pakt von Rom ihren konkreten Ausdruck gefunden hat“. Ferner hat der Große Rat des Faschismus den 20 000 Siedlern, die am Neujahrstage des 17. Jahres der faschistischen Zeitrechnung von italienischen Häfen nach Libyen ausfahren,„um den Geist des Imperiums und die Macht der Arbeit des faschistischen Vaterlandes in die neuen Provinzen zu tragen“, seinen Gruß entboten und nach Prüfung der Lage Libyens auf Vorschlag des Berichterstatters Marschall Balbo, Generalgouverneur von Libyen, eine Tagesordnung angenommen. In ihr wird darauf hingewiesen, daß nach der Arbeit des Faschismus in den letzten 16 Jahren die geistigen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse Libyens eine völlig neue Form angenommen haben, wodurch die „künftigen Provinzen infolge der bereits erreichten Erzeugungsleistungen und der immer stärkeren italienischen Bevölkerung tatsächlich zu einem integrierenden Bestandteil des nationalen Gebietes geworden sind“. Der Große Rat des Faschismus erinnert in diesem Zusammenhang an die„ununterbrochenen Beweise der Treue der muselmanischen Bevölkerungen, die ihren Höhepunkt in der freiwilligen Teilnahme an der Eroberung des Imperiums erreichte. Er bestimmte deshalb, daß die vier Provinzen Libyens von jetzt ab zum nationalen Gebiet gehören. Der Große Rat des Faschismus beschließt, daß fur die Bevölkerungen Libvens auf dem Gesetzeswege ein neues Statut erlassen wird, das in einer neuen Tagung des Großen Rates geprüft werden soll“ Der deutsche Einsatz im Sudetenraum 30 Divisionen— 500 Flugzeuge Der deutsche Vormarsch hat glänzend funktioniert7 Die Schlagkraft unserer Wehrmacht Ein Rundsunkgespräch Berlin, 26. Okt. Der Deutschlandsender verbreitete am Dienstagabend ein Zwiegespräch zwischen dem Leiter der Pressegruppe des Oberkommandos der Wehrmacht, Major von Wedel, und dem Leiter des Drahtlosen Dienstes, Oberregierungsrat Fritzsche, über Fragen des Einsatzes der Wehrmacht bei der Besetzung des sudetendeutschen Gebietes. Zu Beginn des Gespräches führte Oberregierungsrat Fritzsche aus: Das deutsche Volk weiß in seiner Gesamtheit aus der bitteren Erfahrung der erst 15 Nachkriegsjahre, daß ein noch so klarer Rechtsanspruch nicht gilt. wenn nicht hinter ihm die Macht zu seiner Durchsetzung steht. So fühlt jeder deutsche Volksgenosse, daß die Durchsetzung des klaren Rechtsanspruches auf das deutsche Sudetenland niemals gelungen wäre, wenn nicht hinter dem Wort des Führers die Wehrmacht gestanden hätte, von der wir ebenso wie die Welt wußten, daß sie imstande war, das Recht zu erzwingen, wenn man es uns nicht gab. Auf diese Einleitung antwortete Major v. Wedel: Die Wehrmacht ist stolz darauf, daß sie bei den beiden großen Ereignissen dieses Jahres, der Wiedervereinigung Deutsch=Oesterreichs mit dem Reich und der Befreiung des deutschen Sudetenlandes, von ihrem Führer und Obersten Befehlshaber eingesetzt wurde, um das klare deutsche Recht und damit den Willen des Führers zu vollstrecken Sie ist glücklich gewesen, daß sie dies in beiden Fällen in friedlicher Form und damit den deutschen Volksgenossen in den neuen Gebietsteilen reines Glück und ungetrübte Freude bringen konnte. Wir sind uns aber auch alle völlig darüber im klaren, daß es neben der Willens= und Tatkraft des Führers zwei Tatsachen sind, die den Erfolg brachten. Die eine Tatsache ist, daß wir jetzt im Jahre 1938 im umfassenden Sinn gerüstet sind, und die zweite, daß der Führer bereit war, diese Rüstung zur Verfechtung des deutschen Rechtes auch voll einzusetzen und daß das deutsche Volk innerlich und äußerlich bereit war zum Einsatz auch im Aeußersten, im Kriegsfalle Nur diesen beiden Tatsachen verdanken die zehn Millionen großdeutschen Volksgenossen ihre Befreiung. „Was da so glatt gegangen ist.. Oberregierungsrat Fritzsche: Es ist fast immer so, daß man nur von jenen Dingen spricht, die nicht funktionieren, und daß man wenig von dem redet, was glatt geht. In diesem Falle ist es aber eigentlich anders. Man möchte gern mehr wissen von dem, was da so glatt gegangen ist. Der Mann auf der Straße hat den Eindruck, viel zu wenig gehört zu haben von der deutschen Wehrmacht, die das sudetendeutsche Gebiet besetzt und die, für alle Zwischenfälle gerüstet, mit einer in aller Welt bewunderten Präzision und Disziplin in das zu besetzende Gebiet einrückte. Es ist für die Oeffentlichkeit von allergrößtem Interesse. Näheres über die Kampfkraft zu erfahren, mit der die deutsche Wehrmacht die Grenze des Reiches in diesem Raum bis zur Grenze des deutschen Volkstumes vorschob. Major von Wedel: Das deutsche Volk wird Verständnis dafür haben, daß bisher über den Umfang der militärischen Aktion, die zur Befreiung des Sudetenlandes führte, von der Wehrmacht keine Einzelheiten bekanntgegeben wurden. Solange auch nur die entfernteste Möglichkeit bestand, daß es zu kriegerischen Handlungen käme. konnte das Oberkommando der Wehrmacht solche Einzelheiten nicht veröffentlichen, ohne gleichzeitig dem Feind gegenüber die Karten aufzudecken. Der Führer hat am 20. Oktober die militärische Aktion öffentlich als abgeschlossen bezeichnet. Damit besteht nunmehr die Möglichkeit, der Oeffentlichkeit gegenüber den Schleier über die Aktion zu lüften. Oberregierungsrat Fritzsche: Wie stark waren— wenn Sie das jetzt beantworten, können— die einrückenden Verbände? Major von Wedel: Aus den Veröffentlichungen des Oberkommandos der Wehrmacht ging bereits hervor. das fünf Heeresgruppen von den verschiedenen Seiten aus konzentrisch einrückten. Insgesamt gehörten hierzu zehn Armeekorps mit annähernd 30 Divisionen. Fast die Hälfte dieser Divisionen waren motorisiert oder Panzerdivisionen. Ich muß aber feststellen daß außerdem nicht geringere Kräfte vorsorglich bereitgestellt waren für den Fall, daß der friedensmäßige Einmarsch durch offenen Widerstand der Tschechen in eine kriegsmäßige Operation übergeleitet werden mußte Die Luftsicherung Oberregierungsrat Fritzsche: Welche Teile der Luftwaffe nahmen denn am Einmarich teil? Major von Wedel: Am eigentlichen friedensmäßigen Einmarsch war die Luftwaffe mit etwa 500 Flugzeugen beteiligt. Diese Zahl stellt aber nur h. Zudes einen kleinen Bruchteil dessen dar, was an Luftstreitkräften für die ganze Aktion bereitgestellt war und bei kriegerischen Verwicklungen sofort hätte eingesetzt werden können. Fritzsche: Können Sie etwas erzählen von der Sicherung auch des Luftraumes? Und sind ja noch Karten bekannt, auf denen Luftlinien von ausländischen Waffenzentren nach lebenswichtigen Gebieten des Reiches gezogen waren, an denen vielsagende Bemerkungen standen:„In einer halben, in eineinhalb oder in zweieinhalb Stunden kann ein Bombengeschwader von dort zu uns gelangt sein.“ von Wedel: Selbstverständlich ist das mö nächst wissen wir alle, daß dank der Tätigkeit Reichsluftschutzbundes das deutsche Volk überall auf die passive Abwehr feindlicher Luftangriffe eingestellt ist. Luftschutzkeller, Fliegeralarm, Gasmasken usw. sind auch in den entlegensten Orten heute selbstverständliche Begriffe. Der bis ins einzelne vorbildlich organisierte Luftmelde= und Luftwarndienst gewährleistet, daß in allen Städten und lebenswichtigen Betrieben der Anflug feindlicher Geschwader so rechtzeitig bekannt wird, daß alle Schutz= und Abwehrmaßnahmen planmäßig und wirksam durchgeführt werden können. Der Heimatluftschutz hatte darüber hinaus viele Tausend von Flakgeschützen und Maschinengewehren eingesetzt, um die Heimatgebiete zu schützen. Die Flakwaffe hatte ebenfalls Hunderte von Flakbatterien mit Tausenden von Geschützen aller Kaliber im Raum rings um die Tschechei eingesetzt und damit hier schon einen wirksamen Abwehrring gelegt. Berücksichtigt man außerdem die zahlreichen, zur Bekämpfung feindlicher Kampfflugzeuge bereitgestellten Jagd= flieger der deutschen Luftwaffe, so kann wohl ohne Ueberheblichkeit festgestellt werden, daß es tschechischen oder sowjetrussischen Bombern aus der Tschecho=Slowakei wohl kaum gelungen wäre, ins deutsche Heimatland vorzustoßen, um hier ihr Zerstörungswerk durchzuführen. Das gleiche gilt in vollem Umfang fü Anflugsrichtungen. für die anderen möglichen Die deutschen Westbefestigungen Fritzsche: Sie bedeuteten mit der Erwähnung anderer Anflugsrichtungen darauf hin, daß auch an die Möglichkeit des Eingreifens anderer Mächte in den Konflikt gedacht war. von Wedel: Ja. Sie wissen wie das ganze Volk, daß die Möglichkeit eines Eingreifens anderer Mächte gegen uns erörtert wurde und erst durch die mannhaften Entschlüsse der vier Staatsmänner in München behoben wurde. Selbstverständlich war auch für diesen Fall Vorsorge getroffen. Der Führer selbst hat dem deutschen Volk in diesem Zusammenhang von dem gigantischen Werk der deutschen Westbefestigungen Kenntnis gegeben. Diese Befestigungen waren und sind in der Lage, das deutsche Land gegen jeden Angriff zu Lande zu schützen. Selbstverständlich waren die erforderlichen starken Truppenverbände zum Einsatz in und hinter diesen Befestigungen vorhanden, ohne daß die tschechische Aktion irgendwie in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Daß auch in der Luftabwehr entsprechende Maßnahmen getroffen waren, sagte ich schon. Tschechische Grenzbefestigung und deutsche Wehrmacht Fritzsche: Die Berichterstatter, die noch den Weltkrieg miterlebt hatten, waren von den tschechischen Befestigungsanlagen, die sie besichtigten, sehr Verständigung mit Deutschland Chamberlain will seine Befriedungspolitik weiterführen7 Frankreich soll im Rahmen kommender Fühlungnahme Deutschland entgegenkommen London, 26. Okt.„Daily Expreß"(Beaverbrook) setzt sich in einem Leitartikel für die Politik Chamberlains ein und schreibt u. a., Chamberlain wünsche eine Verständigung mit Deutschland. Er wolle den gerechten und vernünftigen Forderungen Deutschlands entsprechen. Chamberlain werde in diesem seinem Wunsche die ganze britische Nation hinter sich haben. Die öffentliche Meinung Englands sympathisiere mit dem Ziel, es zu einer ehrenvollen Bereinigung mit Hitler zu bringen und weise die Auffassung zurück, daß Feindseligkeiten zwischen Deutschland und England unvermeidlich seien. Das englische Volk sei fest davon überzeugt, daß die Welt für die beiden Nationen groß genug sei. Allerdings gebe es noch eine zweite wichtige Frage, nämlich die der britischen Aufrüstung. Für beide Fragen benötige England einen starken Mann. Chamberkain sei der beste Mann für eine solche Aufgabe. Das Blatt schreibt bann, die britische Aufrüstung sei dadurch gerechtfertigt, daß England praktisch sich nicht auf ehemalige Verbündete verlassen könne. Der diplomatische Korrespondent der„Daily Mail“ meldet, Ministerpräsident Chamberlain habe während des Wochenendes in Chequers zahlreiche führende wirtschaftliche und politische Persönlichkeiten empfangen, um die internationale Lage mit ihnen zu besprechen. Im Anschluß daran habe Chamberlain jetzt den Beschluß gefaßt, seine europäische Befriedungspolitik fortzusetzen, die er in München begonnen habe. Frankreich werde aufgefordert werden, im Rahmen kommender Fühlungnahmen Deutschland entgegenzukommen. Feuer auf der„Deutschland“ Brand mit Vordmitteln gelöscht 7 Musterhaftes Verhalten von Fahrgästen und Besatzung 7 Fortsetzung der Reise mit voller Fahrt Neuyork, 26. Oktober. Auf dem Hapagdampfer „Deutschland“, der am 20. Oktober Hamburg mit Ziel Neuyork verlassen hatte, brach am Dienstag in den späten Abendstunden im Laderaum Nr. 4 ein Brand aus. Um 23,22(GMT.) ließ der Kapitän des Schisses SOS.= Rufe sunken, die von mehreren Dampfern, die sich in der Nähe befanden, ausgenommen wurden. Das Schiff befand sich zur Zeit des Brandes annähernd 320 Kilometer südöstlich von Cap Race(Neusundland). Unter den zwölf Schissen, die in höchster Fahrt der„Deutschland“ zu Hilfe eilen, befindet sich auch der deutsche Dampfer „Bremen“. An Bord der„Deutschland“ sind, wie Reuter berichtet, 591 Fahrgäste und 400 Besatzungsmitglieder. Der norwegische Dampfer„Europe“ sowie der Amerikaner „Collamer“, besanden sich zur Zeit der SOS.=Ruse in etwa 75 Meilen Entfernung von der„Deutschland“; sie dürften inzwischen zur Hilfeleistung eingetroffen sein. Die Hamburg=Amerika=Linie teilt mit: Auf dem Dampfer„Deutschland“ der Hamburg=Amerika=Linie, der am 20. Oktober von Hamburg über Southampton und Cherbourg nach Neunark abgefahren war, ist am Dienstag spät abends im Lagerraum 2 ein Feuer entstanden Der Kapitän teilte der Reederei am Mittwochfrüh 5.45 Uhr radiotelesonisch mit, daß das Feuer unter Kontrolle gebracht worden sei und daß keine Gefahr für Passagiere, Besatzung und Schiff besteht. Niemand an Bord sei zu Schaden gekommen. Das Wetter ist gut. Mehrere Schifse befinden sich in der Nähe der„Deutschland“. Der Brand auf der„Deutschland“ konnte weiter erfolgreich eingedämmt werden, so daß eine weitere Gefahr für den Dampfer nicht mehr besteht. Die Passagiere legten sich gegen Morgen bereits wieder schlafen. Der Kapitän hat am Mittwochvormittag um 10.40 Uhr seiner Reederei radiotelesonisch mitgeteilt, daß das Feuer, das am Spätabend des Dienstag im Laderaum 2 ausgebrochen war, mit Bordmitteln vollkommen gelöscht worden ist. Das Schiff setzt mit voller Fahrt seine Reise nach Neuyork fort. Fahrgäste und Besatzung sind nach dem Bericht des Kapitäns wohlauf. Es ist niemand durch das Feuer verletzt worden. Während der Löscharbeiten bewahrten die Fahrgäste absolute Ruhe. Der Kapitän meldete, daß die Besatzung sich bei der Durchführung der Feuerlöscharbeiten in musterhafter und aufopfernder Weise eingesetzt habe. Es ist damit zu rechnen. daß das Schiff noch am Freitag, dem fahrplanmäßigen Ankunftstage, abends in Neunork eintreffen wird. beeindruckt, da sie mit den, was man im Weltkrieg an solchen Befestigungsanlagen besaß, kaum noch zu vergleichen waren. 4 von Wedel: Es ist mehrfach in der deutschen Oeffentlichkeit über diese Dinge gesprochen worden. Ich muß hierzu zweierlei feststellen. Erstens: Die tschechische Befestigungslinie ist in ihrer Planung sicherlich gründlich und sachgemäß angelegt gewesen. Das Urteil allen Fachleute hat aber bestätigt, daß das gesamte Befestigungswerk vollig unvollendet war, daß die einzelnen Anlagen größtenteils noch im Bau begriffen und unbewaffnet oder wenigstens nur behelfsmäßig bewaffnet waren. Zweitens: Die zum Einmarsch bestimmten deutschen Verbände waren in umfassendster Weise mit Angriffsmitteln gegen die Befestigungen ausgestattet. Eine große Zahl von Geschützen bis zu den schwersten Kalibern war bereitgestellt worden. Geschwader von Panzerkampfwagen aller Größen waren angesetzt. Außerdem aber waren zur schnellen Bezwingung der Besestigungen auch noch andere Mittel bereitgestellt, die in kürzester Zeit in der Lage gewesen wären, die feindliche Waffenwirkung lahmzulegen und die Besatzungen zu zermürben. Fritzsche: War denn die Wehrmacht auch ausbildungsmäßig auf den Kampf um Befestigungen vorbereitet? von Wedel: Schon seit längerer Zeit wird im gesamten Heer dieser Kampf um Befestigungen als besonderes Ausbildungsgebiet betrieben. Alle Waffen, besonders Infanterie, Pioniere und Panzerkampfwagen sind zusammen mit der Artillerie bis in alle Einzelheiten mit dieser Kampfweise vertraut gemacht worden. Ich kann insgesamt aus fester Ueberzeugung sagen, daß durch die vortreffliche Ausstattung und Ausbildung unserer Truppen und besonders auch angesichts des tatsächlich mangelhaften Zustandes der Befestigungen ein sehr schneller und dur schlagender Erfolg absolut sicher gewe wäre. Das Wunderwerk der Besetzungsorganisation Fritzsche: Die ganze Welt hat die reibungslose und fast wie ein Uhrwerk ablaufende Durchführung der Besetzung bewundert. Können Sie noch etwas über die Organisation im Großen sagen? von Wedel: Gewiß. Es liegt auf der Hand, daß eine eingehende, peinlich genaue Vorbereitung die Grundlage bildete. Sehr genaue Generalstabsarbeit zur notwendig. Daß sie in allem Umfange richtig und gut geleistet war, hat der Verlauf des Einmarsches gezeigt. Im letzten Augenblick noch war es notwendig, die kriegsmäßig„vorgesehene Aktion in friedensmäßigen Einmarsch umzuwandeln, womit sich natürlich die Ziele, die Wege usw. änderten. In wenigen Stunden ist das alles geschafft worden, ohne daß sich Reibungen ergaben. Besonders anzuerkennen ist hierbei auch die Tätigkeit der Nachrichtentruppe. Ein neuzeitliches Heer läßt sich nur mit guten Nachrichtenverbindungen schnell, gut und beweglich führen. Fernsprech= und Funksprechverbindungen müssen rechtzeitig und störungsfrei zur Verfügung stehen, sonst kann die Führung nicht klappen. Beim Einmarsch ins Sudetenland hat diese Organisation vorbildlich funktioniert. Ausgezeichnete Fahr- und Straßendisziplin Ich kann in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, daß die Führung der zahlreichen motorisierten Truppen reibungslos verlaufen ist. Ich bin selbst im Besetzungsabschnitt lll im Kraftwagen nach vorn. nach rückwärts und kreuz und quer durch das Gebiet gefahren. Trotz der Zehntausende von Kraftfahrzeugen, die dort auf den keineswegs immer erstklassigen Straßen marschierten oder hielten, habe ich keine einzige ernstliche Straßenverstopfung gesehen. Ueberall herrschte eine ausgezeichnete Fahrund Straßendisziplin, angesichts der vielen Reservisten als Fahrer besonders anerkennenswert. Die fortschreitende Motorisierung des deutschen Volkes hat hier bereits gute Früchte getragen. Ein anderes Gebiet der Führung darf ebenfalls nicht vergessen werden: Die Versorgung der Truppe mit Verpflegungs=, Betriebsstoffen usw. hat ebenfalls reibungslos funktioniert. Den besten Beweis hierfür liefert die Tatsache, daß nicht nur die Truppe selbst rechtzeitig und gut verpflegt wurde, sondern daß auch die notleidende Zivilbevölkerung schon in den ersten Stunden in größtem Umfange mit Lebensmitteln versorgt werden konnte. Lob des deutschen Reservisten Fritzsche: Wie hat sich denn der deutsche Reservist bewährt, der ja erst seit der Wiederherstellung der Wehrhoheit wieder ausgebildet werden konnte. während andere Länder die Reservistenausbildung ununterbrochen fortgeführt haben? von Wedel: Es ist festzustellen, daß sich die Reservisten und Reserveverbände in ausgezeichneter Weise in den Gesamtrahmen eingefügt haben. Die Reserveübungen besonders im letzten Sommer, die sicherlich manch einem als starke Belastung erschienen und die das ganze Volk trotzdem willig und verantwortungsDie Frau im Spiel Roman von HANNS PETER STOLP Urheber-Rechtsschutz: Romanverlag OREISER-Rastat 10. Fortsetzung Hanny antwortete nicht gleich. Sie saß nachdenklich am Tische. Die Geschwister drängten sie nicht und warteten, bis sie sprach „Sie haben schon recht, Paul“. sagte Hanny nach einer Weile.„die Liebe darf uns Menschen auch nicht den Kopf verdrehen, und die Liebe ist ja schließlich ein Prüfstein und sie hilft mit über Wert und Unwert eines Menschen zu entscheiden. Ich habe Henry Warner schon als Kind kennengelernt und unsere Freundschaft reicht viele, viele Jahre zurück. Es war damals eigentlich etwas Selbstverständliches für uns, daß wir zusammenkommen mußten. Er war ein hübscher Junge und ich mochte ihn sehr gut leiden. Seine Fehler hatte er ja auch. o ja. sogar ein gerüttelt Maß davon. Er war leicht erregbar, ein wenig eitel und manchmal sogar ungerecht. Aber darüber habe ich hinweggesehen, weil ich mir sagte, daß sich das mit der Zeit legen würde. Ich war fest überzeugt, daß ich ihn über alles liebhatte, aber ich weiß heute doch, daß es ein Irrtum war. Es war wohl nur Freundschaft und nicht die große Liebe.“ „Und trotzdem hat Ihnen Henrys Brief so weh getan?" warf Helen leise ein „Ja. Helen“, entgegnete Hanny,„ich war enttäuscht Man trägt ja von einem Menschen, der einem nahesteht, immer das beste Bild im Herzen, und wenn dieses Bild eine jähe Wandlung erfährt, dann überfällt uns die Enttäuschung und dies tut immer sehr weh.— Aber ich glaube doch. daß es das Schicksal so richtig gemeint hat. Vielleicht passen wir doch nicht so ganz zusammen, so wie wir es uns eingebildet haben Aber nun ist etwas anderes eingetreten, Helen Paul hat uns eben gesagt, daß die Frau, die ihn mir genommen hat. so ziemlich die schlechteste Frau der Staaten sei. und drum tut mir Henry jetzt leid. Ich weiß, wir werden nie Mann und Frau werden, seibst wenn er sich von dieser Frau lösen könnte. Sein Entschluß hat es klar erkenntlich gemacht. Ich weiß heute eins daß ich ihn doch nicht so liebhalte, wie man einen Mann lieben oll, so von ganzem Herzen, aber es tut mir doch leid, daß der Freund meiner Kindheit an eine so schlechte Frau geraten soll und ich möchte.. „Halt. stop“, fiel Paul Tyler ein,„lassen Sie mich mal ein Wört dazu sagen, liebe Hanny! Sie haben sehr vernünftig gesagt, es war Schicksal, daß es so kommen mußte, und Sie haben bekannt, daß die Enttäuschung sogleich die Erkenntnis gebracht hat. Gut, aber nun bitte ich Sie um das eine: jetzt überlassen Sie ihn einmal seinem Schicksal. In solchen Situationen kann man Männern nicht helfen, dann sind sie wie. verzeihen Sie den harten Ausdruck, wie Geisteskranke. Die Affäre mit Maggie Dowson wird für Henry Warner wahrscheinlich die stärkste Belastungsprobe seines Lebens sein. Er wird durch eine große Enttäuschung gehen, denn Maggie Dowson hat kein Herz, sie hat noch nie einen Mann geliebt und wird nie einen lieben, weil sie nur sich selbst liebt. Das wird Henry Warner erfahren, und dann kommt es darauf an, ob er nach dieser Enttäuschung ein richtiger Kerl wird oder ob er darag zugrunde geht. Das muß er ader selber ausfechten, dabei kann ihm kein Mensch helfen.“ Hanny nickte gedankenvoll zu seinen Woten. „Uebrigens werden Sie ja bald Gelegenheit haben, in Chikago zu sein. Das Ensemble der Revue geht in vierzehn Tagen nach Chikago und tritt dort in Parkers Etablissement auf. Direktor Farkus wird morgen das gesamte Personal davon unterrichten. Ich habe es heute schon erfahren.“ Hanny sah ihn überrascht an. „So. nach Chikago, das ist interessant!“ „Sie können sich in Chikago ein wenig um Maggie Dowson kümmern. Ihr Vater ist, soviel ich weiß, ein Direktor der Vereinigten Stahlwerke. Sicher wird sich da einmal Gelegenheit geben, daß Sie diese Frau kennenlernen. Vielleicht geht aber dann in Chikago auch Ihr Herz wieder durch und Sie versöhnen sich mit Henry Warner.“ Nein“, entgegnete Hanny fest,„ich bin heute dem Schicksal dankbar, daß es mir Klarheit gegeben hat. Es ist richtig so und es mußte so kommen aber wenn ich eines kann: meinem Jugendfreund beizustehen, dann will ich das gern tun" Drittes Kapitel „So. lieber Warner“, sagte Ingenieur Hofer,„jetzt sind wir fertig bis auf die Hängekonstruktion, die Sie nun allein weiter entwerfen. Ich habe mich von heute an um die technische Seite an Ort und Stelle zu kümmern und werde nicht oft hier im Büro sein können.“ Henry Warner war stolz, daß man ihm diese letzten, verantwortlichen Entwürfe zur alleinigen Ausführung überließ. „Ich danke Ihnen, Herr Hofer, für das Vertrauen, das Sie meinen Leistungen entgegenbringen. Ich werde die peinlichste Arbeit liefern und Sie werden bestimmt zufrieden mit mir sein.“ „Davon bin ich auch überzeugt!“ Hofer nickte dem jungen Manne freundlich zu. „Hier ist der Schlüssel zu dem Safe, in dem die übrigen Zeichnungen verwahrt sind und in den Sie ebenfalls die Ihrigen allabendlich zu verschließen haben. Sie haben von heute an eine große Verantwortung zu tragen, lieber Warner!“ fuhr er eindringlich und mahnend fort.„Lassen Sie niemals den Safe unverschlossen und niemals Teile der konstruktiven Zeichnungen hier außen liegen. Wir müssen sie in zwei Monaten der Regierung vorlegen. Wir sind dazu verpflichtet bei einer hohen Konventionalstrafe. Fertig werden wir ja auf alle Fälle damit, aber wenn uns Teile oder gar die ganzen Entwürfe abhanden kommen würden, wäre die Katastrophe da. Und in diesem Raume hier hat außer Ihnen und mir niemand etwas zu suchen. Ich nehme an, daß Sie mich in allen Punkten verstanden haben, und daß ich mich klar genug ausgedrückt habe!“ „Gewiß, Herr Hofer!“ sagte Warner ernst und erhielt den Safeschlüssel ausgehändigt. * Hanny hatte die schwere Enttäuschung ihres jungen Lebens überwunden. Ja, sie erkannte sogar, daß das Schicksal wider ihren Willen wieder einmal richtig gehandelt hatte und fand sich ohne weiteres damit ab. Früher war sie sich über die Stärke ihres Gefühls für Henry nie so recht klat geworden. Sie mochte Henry gut leiden, und das schien ihr genug, um ein Leben lang an seiner Seite als Frau glücklich zu werden. Aber in der kurzen Zeit, da aus dem kleinen Girl ein überaus beliebter Star geworden war, ging' auch innerlich mit dem Mädchen eine Wandlung vor Sie sah das Leben plötzlich mit anderen Augen an. Vielleicht geschah es, weil sie jetzt oben stand und von oben alles schärfer sah Sie gönnte also Henry das Glück. Aber war's denn ein Gli's? Hier lag der Hase im Pieiser! Paul Tyler hatte ihr##rsagt, daß diese Frau so ziemlich die schlechteste Frau sei, die in den Staaten lebe, und es war menschlich nur zu verständlich, daß sie darüber erschrocken war und viel über diesen Umstand nachdachte. Sie hatte, wie schon gesagt, die Enttäuschung hinter sich, und es war weder Zorn noch irgend ein anderes böses Gefühl gegen den einstigen Geliebten in ihr, aber wenn sie jetzt so darüber nachdachte, dann tat er ihr eigentlich doch leid. Schließlich war Henry Warner als funger, unerfahrener Mensch nach Chikago gekommen. Verdiente er es nun, daß ihm das Schicksal eine so schwere Enttäuschung bereitete, wie sie ihm Paul Tyler voraussagte. Oder übertrieb Paul Tyler? Unwillkürlich mußte sie an den Freund und Partner denken. Sie sah ihn im Geiste vor sich stehen in seiner Schlankheit, seiner wundervollen Ruhe. Sie war glücklich, die Freundschaft Pauls und seiner Schwester zu besitzen. Das waren Menschen seltener Art, Menschen, die sicher und aufrecht im Leben standen, denen das Schicksal schon bitter mitgespielt hatte, ohne sie zu treffen. Und ihre Gedanken waren immer noch bei Paul Tyler, als sie die„Alhambra“ betrat. Johnson, der Portier. der sich eben mit einem jungen Manne unterhalten hatte, mit dem Reporter Bunny Hodd, grüßte äußerst liebenswürdig und sagte geheimnisvoll: „Auf einen Augenblick. Miß Tomber. Haben Sie schon gehört, daß der Laden hier zugemacht wird und daß es nach Chikago geht?“ „Ja“, sagte Hanny und reichte dann Bunny die Hand. Bunny war, obwohl er erst vierundzwanzig Lenze zählte, ein mit allen Wassern gewaschener Reporter und hatte sich in Neuyork durch seine humorgewürzten Gesellschaftsschilderungen und Theaterberichte einen Namen gemacht. Kritiken konnte man nicht gut sagen, denn obwohl sich Bunny als ein fixer, schreibgewandter Bursche erwies, war er mit Kunstverständnis in keiner Weise überfüttert. Im Grunde genommen verlangte das auch keiner von ihm, denn er wurde meistens nur zur Besprechung von Revuen und Operetten eingesetzt. Bunny war eher klein als groß. sagen wir mittel, seine Beine gingen in der Mitte auseinander, um sich unten wieder zu vereinen, sodaß er einem Jockei ähnlicher sah als einem Reporter. Er trug eine kleine Andeutung von Schnurrbart und war immer schlecht gekämmt, sodaß es aussah, als wenn er eben das Bett verlassen habe. (Fortsetzung folgt.) * (Zweites Blatt) Nr. 252 — Dann berichtete Stadtoberinspektor König Städt. Gas= und Elektrizitätswerk über die Eir Am Dienstagabend fand bei Schlenkhoff eine Sitzung der Ortsstelle Herne der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel statt, an dem außer den Fachgruppenund Fachabteilungsleitern die Herren Eckey, König und Düppe vom Gas= und Elektrizitätswerk und Obermeister Göbel teilnahmen. Nach Eröffnung der Versammlung und Begrüßung der anwesenden Gäste gedachte Ortsstellenleiter Niehage der verstorbenen Mitglieder Wilhelm Kersting und Frau Witwe Helene Papencordt, deren Andenken geehrt wurde. Statistische Erhebungen für die Einführung des neuen Stromtarifs. vom Elektrizitätswerk über die Einführung des neuen Stromtarifs auf Grund der Verordnung des Preiskommissars vom 25. Juli 199c. Nach dieser Verordnung will der Reichskommissar für die Preisbildung dem Durcheinander auf dem Gebiete des Stromtarifes ein Ende machen und für das ganze Reichsgebiet einheitliche Tarifsätze einführen. Der Redner schilderte in eingehender Weise die beabsichtigte Neuregelung, wobei der Abnahmepreis aus einem Grund= und einem Arbeitspreis bestehe. Auf Grund des§ 8 des Gesetzes bestehe für die Abnehmer die verpflichtende Bindung, dem Werk alle zur Ermittlung des Preises auf dieser Grundlage notwendigen Angaben zu machen. Das Werk müsse nun seine Zähler losschicken, um das Material zu erhalten. Das koste viel Zeit und Mühe, und deswegen sei er mit Geschäftsführer Ibing dahin einig geworden, die Mitglieder der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel zu bitten, von sich aus die der Erhebung zugründegelegten Formularblätter auszufüllen. In eingehender Aussprache wurden nun die beiden Formulare erläutert und durchgesprochen. Abschließend stellte sich die Versammlung auf den Standpunkt, daß den Mitgliedern die Ausfüllung der Formulare zur Ersparung von unnötigen Unkosten empfohlen werden solle. Die Organisationsarbeit der letzten Zeit. Geschäftsführer Ibing wies vor Beginn seines kurzen Ueberblickes über die Organisationsarbeit auf die Bedeutung des Anschlusses Oesterreichs und des Sudetenlandes hin. Das ungeheure Verdienst des Führers liege nicht nur in der epochalen historischen Bedeutung der Erreichung dieses Anschlusses, sondern vor allem darin, daß die deutschen Volksgenossen jenseits der Grenze in das Deutsche Reich eingeliedert worden seien, ohne daß auch nur ein Tropfen Blut geflossen oder irgendein Gut vernichtet worden wäre. Sodann gab der Geschäftsführer einen Bericht über das, was die Arbeit der letzten Monate bewegte. Er hob zunächst hervor, daß der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Dr. Hayler, München, durch den Reichswirtschaftsminister unlängst zum Leiter der Gesamtgruppe Handel ernannt worden sei. Dann berichtete er eingehend über den neuen Gehaltstarif für die Gefolgschaftsmitglieder und über die Erfahrungen, die mit dem Mittagladenschluß gemacht wurden(hierbei wies er noch einmal darauf hin, daß den Angestellten in freigebiger Weise Freizeit für den Einkauf bewilligt werden müsse). Er berichtete dann kurz über die verschiedenen Tagunen innerhalb der Bezirksgruppe Westfalen der zirtschaftsgruppe und im Kammerbezirk Bochum. Herner Anzeiger Donnerstag, den 27. Oktober 1938 Eine Besprechung im Herner Einzelhandel Erhebungen für den neuen Stromtarif.- Verliert Herne lein Zollamt?- Märchenzug und Weihnachtswerbung noch beller als im Vorjahr.- Ein Herner Bürgerbuch geplant. Er machte dann Ausführungen zur Frage der Berufsforderung, berichtete abschließend über die Einführung der Buchführungspflicht ab 1. 1. 1939 und den Ablauf des neuen Buchführungskurses. Zur Frage des Nachwuchses führte er aus, der Bedarf an Lehrpersonal sei außerordentlich schwer zu befriedigen.: Das sei wohl zunächst zurückzuführen auf den vom Präsidenten der Reichsanstalt angeordneten Arbeitseinsatz(Pflichtjahr für Mädchen). Es stehe aber zu hoffen, daß sich nach Ablauf dieses ersten Uebergangsjahres die Verhältnisse wesentlich bessern würden. Man müsse aber in Einzelfälten vom Arbeitsamt ein größeres Entgegenkommen erwarten. Bleibt das Zollamt in Herne? In letzter Zeit sei noch das Bestreben des Zollamies von Beachtung gewesen, Herne zu verlassen und die Geschäfte von Bochum aus für Herne zu erledigen. Aeußeren Anlaß dazu habe die Aufkündigung der Mieträume im Finanzamt gegeben. Angeblich hätten keine angemessenen Ersatzräume gefunden werden können, und so sei man am amt auf die merkwürdige Idee gekommen, das Zollamt in Herne zu schließen und nach Bochum zum Hauptzollamt zu überführen. Auf die wirtschaftlichen Notwendigkeiten sollte dabei überhaupt keine Rücksicht genommen werden. Der Geschäftsführer berichtete dann über die hoffentlich erfolgreichen Bemühnn gen der Geschäftsführung um die Er amtes in Herne. Erhaltung des ZollAussprache über die Werbung zu Weihnachten. Der Geschäftsführer wies dann hin auf die Verhandlungen in der letzten Fachabteilungssitzung Textil, in der der Wunsch nach erneuter Durchführung einer Weihnachtswerbung in genau der gleichen Aufmachung wie im Vorjahre gefordert wurde. Die Geschäftsleitung sei mit Rücksicht auf diese Anregungen an die Stadtverwaltung, an den Verkehrsverein und an die RSG.„Kraft durch Freude“ herangetreten mit der Bitte, sich der guten Sache ebenfalls anzunehmen. Der Oberbürgermeister habe ihm, dem Geschäftsführer, daraufhin geschrieben, daß die Stadtverwaltung durch das Städt. Verkehrsamt schon seit längerer Zeit die Vorbereitungen für den auch in diesem Jahre stattfindenden Märchenzug getroffen habe. Die Stadtverwaltung sei aber dem Einzelhandel dankbar für die Zusage, daß er sich an den Arbeiten und an der Durchführung des Zuges beteiligen wolle. Er bitte daher, die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, in Gemeinschaft mit dem Verkehrsverein die notwendigen Arbeiten durchzuführen. Die Stadtverwaltung werde auch in diesem Jahre wieder einen Beitrag zur Verfügung stellen. Das Städt. Gas= und Elektriitätswerk teile mit, daß den Mitgliedern für sie Weihnachtswerbung dieselben Vergünstigungen bei der Mehrentnahme von Strom zugestanden würden, wie im Vorjahre, d. h. es werde auf den Mehrverbrauch gegenüber 1934 der frühere Rabatt zugestanden. Im vorigen Jahre seien infolge der Dunkelheit die Farben des Märchenzuges nicht in der wünschenswerten Weise in die Erscheinung getreten. Das Elektrizitätswerk sei daher gebeten worden, zu überlegen, ob nicht zweckmäßig Scheinwerfer die Straße in der Länge beleuchten sollten. Das Werk glaube aber dies wegen der Knappheit des dazu erforderlichen Materials nicht machen zu können.(Das wäre schade, doch müßte dann ein anderer Weg zur Beleuchtung der Wagen gefunden werden). In der Aussprache wurde die Absicht, die Werbung In der gleichen Weise durchzuführen wie im Vorjahre, freudig begrüßt. Von besonderer Wirkung müsse es sein, daß ein Teil der jüdischen Geschäfte arisiert und dadurch in die Lage versetzt sei, sich an der AusIn der Heimat angekommen Herner Reservisten fuhren heim. In den letztenTagen, besonders aber im Verlaufe des gestrigen Tages und der vergangenen Nacht kehrten nicht nur viele Arbeitsmänner, die ihr Halbjahr beim Reichsarbeitsdienst hinter sich gebracht haben, sondern auch zahlreiche Reservisten in ihre Heimatstadt Herne zurück. Sie standen zwei Jahre in den benachbarten in in weit entfernten Garnisonstädten im Dienste für Volk, Heimat und Vaterland. Gerne und freudig folgten sie damals dem Rufe, nicht ahnend, welch gewaltigen Erlebnisse ihnen besonders das Ende ihres zweiten Dienstjahres bringen würde. Doch jetzt liegt auch dies unvergeßliche Erleben hinter ihnen. In dem stolzen Bewußtsein, ihre soldatische Pflicht treu erfüllt und besonders in historisch großen Wochen und Tagen, Deutschlands Ehre und Macht verkörpert und mit zum Erfolge beigetragen zu haben und durch die Jahre des soldatischen Dienstes echt deutsche Männer geworden zu sein, fuhren sie jetzt zu uns zurück. Der Entlassungstag ist für sie ein Ehren= und Freudentag zugleich. Der Soldatenrock wurde zwar mit dem Zivilanzug vertauscht, aber die soldatische Haltung und Gesinnung bleibt fürs ganze Leben. Schon die letzten Diensttage standen ganz im Zeichen der Parole:„Reserve hat Ruth!“ Es galt, die „Brocken“ zusammensuchen, in Ordnung zu bringen und abzuliefern. Der gestrenge Kammerunteroffizier hielt an Hand des Bekleidungsbuches genaue Kontrolle über alle von ihm empfangenen Sachen ab. Als letzte Diensthandlung wurde den Reservisten der Wehrpaß ausgehändigt, in dem die Dienstzeit, der Dienstgrad und alle Beförderungsdaten eingetragen sind. Außerdem erhielt jeder ein besonderes Führungszeugnis. Ein letztes Grüßen durch eine stramme Parade vor dem Regimentskommandeur, dann marschierten die Reservisten in stolzer Haltung in geschlossenen Abteitungen, begleitet von ihren Offizieren, zum letztenmal durchs große Kasernentor, nun aber nicht mehr zu strengem Dienst, sondern zur Fahrt in die Heimat, wo sie freudig empfangen wurden. Nun heißt es, sich wieder umgewöhnen in das„zweite" Leben, aber mag auch jetzt ein neuer Lebensabschnitt beginnen, die Erinnerung an die harte, aber schöne Soldatenzeit wird niemals schwinden, und die hier geschlossene treue Kameradschaft stirbt niemals aus. Er kam, spielte und siegte! Hermann Hagestedt wiederum auf dem Bochumer Presseball! Erinnern wir uns noch, wie es am Neujahrstag 1938 gewesen ist, als das erste Bochumer Pressefe vom Stapel lief? Hermann Hagestedt, der bekannte Kölner Kapellmeister, war mit seinm Westdeutschen Tanzorchester verpflichtet, der persönlich in Bochum noch ein Unbekannter war, und Skeptiker sind ja überall da— infolge vereister Straßen kam er dazu noch mit kleiner Verspätung im Parkhaus an. Aber dann spielte Hermann Hagestedt, und sofort war der Kontakt da, sofort hatte er alle musikfreudigen Herzen erobert. Er kam, spielte und siegte,— und so wird es diesmal wiederum sein, wenn er als guter, alter Bekannter erscheint und sich und seine Mannen in den Dienst des Bochumer Presseballs stellt. Eintrittskarten zum Bochumer Presseball sind in der Geschäftsstelle des„Herner Anzeigers“ zu haben. schmückung der Fronten mit den bekannten stilisierten Weihnachtsbäumen zu beteiligen. Es hänge wesentlich von dem Geiste ab, der sämtliche Mitglieder der Wirtschaftsgruppe beleben müsse, um das Werk zu einem guten Erfolge zu führen. Vertrauenserklärung für den Leiter der Ortsstelle. Unter der Leitung des stellvertretenden Ortsgruppenleiters Otto Hunfeld wurde darauf Herrn Niehage und dem Geschäftsführer das unbedingte Vertrauen der Anwesenden ausgesprochen. Damit wurde zugleich der Dank für die geleistete Arbeit und Hoffnung verbunden, daß auch in Zurunft die Arbeiten der beiden Herren von Erfolg für die gesamte Kaufmannschaft gekrönt sein möchte. Ein Bürgerbuch mit den Ortsgesetzen. Es lag dann ein Schreiben des Oberbürgermeisters vor, wonach dieser ein Bürgerbuch in Form einer Sammelmappe herausgeben will. Das Werk soll sämtliche ortsgesetzlichen Bestimmungen und Anordnungen, die für die Herner Bürgerschaft von Bedeutung sind, enthalten. Aenderungen und Neufassungen von Bestimmungen sollen den Bestellern des Werkes fortlausend gegen einen angemessenen Preis zugestellt werStärker als DROG, der Unsichtbare ALVA-Raucher sind sicher vor DROG, dem Schreckgespenst der Trockenheit, das dem Tabak die natürliche Frische nimmt und damit das Aroma vernichtet. ALVA-Raucher haben immer den vollen Genuß von ihrer Zigarette! Denn über ALVA hat DROG keine Macht. Sicher geschützt vor seinem trocknenden Hauch, ruht sie in ihrem Tresor aus Stanniol, der ihr Frische und Aroma bewahrt. NiALVA-Raucher erhält den Schlüssel zu diesem T. ihn, duftet ihm köstlicher Tabak in arom □ 6 ja nicht. *.„ P 5 dbewußtsein Zinunter. Ein n 2. 32,0%##n S.% ffelhaften Lage ig nicht über sich. 43 e.2-2% tand, daß sie den 2 2 T“ weiß wo. verloren von der Stelle verZwürde ihr glauben, daß Waffe nicht ins Wasser 2.3 K%, ich der Krach mit Tutschek ###es und alles. Nein, es war „ aufzutun und sich selber ans a# 2#%%. Josi. das mit diesem dummen 2.764* Frage von Tagen, dann muste klären. Wenn aber nicht, dann ## d.%#%i und gesteben, mochte es zugeben. R## *"(Fortiovung folgte) . 7 den. So soll dieses Werk stets das gültige Ortsrecht enthalten. Um einen Ueberblick über den interessierten Kreis zu erhalten, bat der Oberbürgermeister in dem Schreiben um Angabe, wieviel solcher Bücher voraussichtlich in der Wirtschaftsgruppe abgenommen würden. Der Geschäftsführer befürwortete die Unterstützung dieser guten Absicht, die einem von ihm selbst vor Jahren schon vertretenen Antrage entspreche. Im übrigen werde er durch Rundschretben die notwendigen Ermittlungen anstellen. Zum Schluß wurde noch mitgeteilt, daß am Mittwoch nächster Woche die kaufmännischen Gehilfenprüfungen für den Lebensmitteleinzelhandel in Herne stattfänden. Die Fachgruppen= und Fachabteilungsleiter wurden dringend gebeten, an den Veranstaltungen teilzunehmen. Handwerksarbeit unter jeden Lichterbaum Die Werbewarte der Kreishandwerkerschaft besprachen die Weihnachtswerbung. Im Rahmen der Vorbereitungen für eine erfolgreiche Weihnachtzwerhung tagten die Werbewarte der neunzehn in der Kreishandwerkerschaft Herne— Castrop=Rauxel zusammengeschlossenen Innungen in der Gaststätte Grünendahl. Kreiswerbewart Wilhelm Brinkmann sprach über die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Weihnachtswerbung für die Handwerksarbeit und führte u. a. folgendes aus: Die Weihnachtswerbung ist eine gemeinsame Werbeaktion des gesamten deutschen Handwerks, wobei dieses geschlossen auftritt, um zu zeigen, was es zur Erfüllung der Weihnachtswünsche von groß und klein anzubieten hat. Der Reichsstand des Deutschen Handwerks unterstützt diese Rahmenwerbung durch ein vierfarbiges Gemeinschafts=Werbebild, das in allen Handwerksbetrieben, in Schaufenstern und Schaukästen aufruft:„Handwerksarbeit unter jeden Lichterbaum!“ Um diesem Aufruf einen vollen Erfolg zu sichern, müssen alle Handwerker der Kreishandwerkerschaft Herne— Castrop=Rauxel sich beteiligen, da der Einsatz des Einzelnen bei jeder Werbung von entscheidender Bedeutung ist. Die Grundfragen der handwerklichen Werbung. Um die Innungswerbewarte für ihre besonderen Aufgaben zu schulen, gehen ihnen seitens des Reichsstandes Merkblätter zu, die alle Grundfragen einer fachlichen Werbung eingehend behandeln, wie richtige und falsche Werbung, die Bedeutung der Zeitungsanzeige, der Werbedrucksachen, der Lichtbilderwerbung, der Außenwerbung(Daueranschlag, Leuchtwerbung), der persönlichen Werbung(Kundenbehandlung, Kundenbesuche), Werbeveranstaltungen, Nachwuchswerbung u. a. Aufgabe der Werbewarte ist es sodann, ihre Handwerkskameraden in den einzelnen Innungen für die Gemeinschaftswerbung zu gewinnen und zur Mitarbeit heranzuziehen. Lust und Liebe zur Werbung und der Wille zu einsatzbereiter Mitarbeit des Einzelnen sind für den Erfolg entscheidend. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen stellte der Kreiswerbewart die Bedeutung einer größeren öffentlichen Werbeversammlung für den Erfolg der handwerklichen Weihnachtswerbung heraus. Hierzu sollen die Partei und ihr Gliederungen, insbesondere die NS=Frauenschaft und der BdM, sowie alle Kreise der Bevölkerung eingeladen werden. In Vorträgen und Lichtbildern soll die oft verkannte und unterschätzte Güte und Schönheit der Handwerksarbeit geschildert und veranschaulicht und sollen die vielseitigen Vorzüge handwerklicher Erzeugnisse gegenüber mancher Fabrikware unter Beweis gestellt werden. In der Aussprache wurden von einigen InnungsWerbewarten persönliche Erfahrungen und Erfolge auf dem Gebiete der handwerklichen Werbung erörtert und damit weitere Anregungen und Hinweise für die jetzt einsetzende Werbetätigkeit gegeben. Hierbei fand auch die Mitwirkung der Herner Presse bei der Förderung des Handwerks und der Handwerkerorganisation dankbare Anerkennung. Werbewart Krebs von der Friseur=Innung berichtete über die Tagung des Weltkongresses der Friseure vom 2. bis 9. Oktober d. J. in Köln wo insbesondere die grundsätzliche Haltung der Werbung im Dritten Reiche durch Reichsinnungsmeister Renz behandelt wurde. Danach muß jede Werbung vor allem klar und wahr sein. Leistung und Haltung sind die besten Garanten für eine erfolgreiche Werbung. In seinem Schlußworte betonte Kreiswerbewart Brinkmann, daß die heute aufgezeigten Richtlinien mit dazu beitragen sollten, daß Handwerksarbeit wieder geschätzt und erworben werde. Dadurch werde es alsdann dem einzelnen Handwerker möglich, durch einen neuen Handwerksstil bei der Schaffung neuer Kulturgüter mitzuwirken. Die Tür zum Erfolge sei jedem durch die Bemühungen der Reichsregierung und der Kreishandwerkerschaft geöffnet. Deshalb laute die Parole für die diesjährige Weihnachtswerbung:„Alle Handwerker werben fleißig und freudig mit!“ betreuenden B#######d. Glaut den und Blockleitern der RSDAP müssen sie die ersten Glaubensträger unerer Weltanschauung in dem Kampfabschnitt„Berufsbeamtentum“ sein. Ihre Arbeit und die daraus entspringenden Aufgaben setzen eine ständige weltanschauliche und fachliche Schulung an sich selbst voraus. Der Vertrauensmann muß der unermüdliche Arbeiter für den Führer und seine Idee, der Vertraute und Berater der von ihm zu betreuenden Berufskameraden sein. Er war daher zunächst mit dem nötigen Rüstzeug für seine Arbeit zu versehen. Die mit so großem Erfolg im Sommer dieses Jahres begonnenen Kameradschaftsläger für Vertrauensmänner werden von Ende dieses Monats bis Mitte Januar fortgeführt werden. In ihnen werden 1475 Vertrausmänner geschult. Die Le###### bezinnen Samstags 16 Uhr und bis Sorntags 14.30 Uhr. a25n# Für die Kreise Herne und Bochum findet der Lehrgang am 19. und 20. November in der Jugendherberge in Hattingen statt. Ab 15. November Recklinghausen - Bieleseld auf der Reichsautobahn. Gelegentlich eines Vortrages im Bielefelder Museum, in dem zur Zeit die Ausstellung„Reichsautobahn, Mensch und Werk“ gezeigt wird, teilte Baudirektor Bauer(Hannover) von der Obersten Bauleitung der Reichsautobahn mit, daß die Teilstrecke Recklinghausen—Bielefeld voraussichtlich am 1 5. November dem Verkehr übergeben wird. Herbstfest der Holthauser Schützen Das Königspaar stiftet einen Wanderpreis für jede Kompanie. Schulungsabend des Reichskolonialbundes Koloniale Betrachtungen haben auszugehen von den Nöten des Mutterlandes! Am vergangenen Donnerstag hatte der Kreisverbandsleiter Pg. Bergwerksdirektor Hotzel die Amtswalter und Referentinnen für kulturelle Aufgaben im Hotel Schlenkhoff zu einem Schulungsabend einberufen. Der Kreisschulungsredner Pg. Petersmann gab Richtlinien für die kommende Schulung. Er führte aus: Politik ist soviel wert, als sie der Erhaltung des Volkes dienk.(Rosenberg). Nationalsozialistische Kolonialpolitik ist weltanschaulich gebunden und bestimmt. Die koloniale Willensbildung wird beeinflußt von unterer Auffassung über die Grundwerte Rasse, Recht, Ehre und Freiheit. Eine planvolle Vermittlung kolonialen Wissens von den einzelnen Lebensräumen in Uebersee wird ausgehen von den Nöten des Mutterlandes. Die Belehrung soll dem deutschen Volke die Notwendigkeit von Kolonien für die heimische Volkswirtschaft und die bisherigen Erfolge deutscher Kolonialarbeit vor Augen führen. Der Neuanbau tropischer Pflanzen und die Entdeckung mineralischer Rohstoffe fußt fast restlos aus deutscher Vorarbeit. Wir beanspruchen unseren Kolonialbesitz von 1914 in vollem Umfange! Welchen Wert haben die Kolonien für die Aufbauarbeit im Dritten Reich? Im Vordergrund steht für uns natürlich die Rohstoffbeschaffung im eigenen Währungsraume. Kolonien sind die gegebenen Märkte und Absatzgebiete fur die heimische Wirtschaft und ein reiches Betätigungsfeld für die deutschen Unternehmer(Eisenbahnen, industrieelle Anlagen u. a.). Für Massensiedlungen kommen die Kolonien nicht in Frage, wohl aber ist eine begrenzte Siedlung zur Entwicklung der Rohstoffquellen erwünscht. Die deutsche Jugend hat in den überseeischen Besitzungen Gelegenheit zur Charakterschulung und Erweiterung des Gesichtsfeldes. Der deutschen Wissenschaft bietet sich ein reiches Betätigungsfeld im Interesse der Eingeborenen. Die Stellung zu Rassenfragen wird es gerade uns ermöglichen, Andersrassigen gerecht zu werden! Unsere Vorkriegskolonialpolitik und das Verhalten der Ueberseedeutschen sind vorbildlich. Deutscher Kolonialbesitz gewährleistet den Weltfrieden und hilft zur Gesundung der Weltwirtschaft! Er bildet das Rückgrat gegen bolschewistische Angriffe in den Kolonialländern und stärkt durch Vermehrung der deutschen Wirtschaftskraft den Widerstand gegen eine Bolschewisierung Europas. Das Ansehen und die Autorität der weißen Rasse werden durch deutschen Kolonialbesitz gemehrt. Zum Schluß sei erwähnt, daß der Redner die Stellung des Auslandes zur deutschen Kolonialforderung eingehend beleuchtete und die Einwände rechtlicher, wirtschaftlicher und politischer Art entkräftete. Bieten doch die kolonialen Sünden der Alliierten Angriffspunkte in Menge: Bruch der Kongoakte, Uebertragung des Krieges ins Kolonialgebiet, Einsatz Farbiger in der Front des Weltkrieges, Mißachtung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker, Enteignung deutschen Privateigentums, Verschleuderung deutscher Pflanzungen u. a. m. Werdet Mitglieder des Reichskolonialbundes! Herner Vertrauensmänner werden geschult Wochenendlehrgänge des Amtes für Beamte der ASDAp. NSG. Die große Bedeutung des Reichsbundes der deutschen Beamten ist an den umfassenden und weittragenden Aufgaben, die ihm gestellt sind, klar zu erkennen. Es ist ihm die Pflege und Lösung von Aufgaben anvertraut worden, die an die Politischen Leiter des Amtes für Beamte und an alle Amtswalter des RDB die größten Anforderungen stellen. Der RDB wird diesen Aufgaben aber auf mannigfache Weise gerecht. Für die politische Erziehungsarbeit stehen ihm insbesondere die Gauschulen der Aemter für Beamte zur Verfügung. Bisher sind im Reiche neun solcher Schulen mit einer Belegstärke von zusammen 325 Mann errichtet worden, an denen in den beiden letzten Jahren 250 Lehrgänge mit rund 18000 Teilnehmern durchgeführt wurden. Drei weitere Schulen befinden sich im Bau. Die Schulung erfolgt in jedem Falle durch nationalsozialistische Gemeinschaftserziehung. Ihre erste Stufe ist das Wochenendlager, das Endziel der dreiwöchige Lehrgang an einer Gauschule. Die Hauptaufgabe der Winterarbeit des RDB im Gau Westfalen=Süd ist die fachliche Schulung der Vertrauensmänner und Hauptvertrauensmänner in Wochenendlehrgängen. Die Vertrauensmanner stehen in engster Berührung mit den zu Am Sonntagabend veranstaltete in den Räumen des Kasinos Teutoburgia das Schützenbataillon Holthausen sein traditionelles Herbstfest. Oberst Tappe begrüßte zunächst Ortsgruppenleiter Pflüger als Vertreter der Partei und das Königspaar Friedrich I. und Elisabeth I., sodann die recht zahlreich mit ihren Familienangehörigen erschienenen Schützenkameraden und eine stattliche Anzahl Gäste. Er führte aus, daß schießfnar““, en Betäti nach der regen schießsportlichen Betätigung des Sommers das Bataillon das Recht habe, sich einmal in frohen Stunden zusammenzufinden. Wie in den vergangenen Jahren überreichte er den besten Schützen des Jahres die verdienten Schießauszeichnungen. Es errangen die Kameraden K. Szybey (2. Komp., 33 Ringe) die Schützenschnur, J. Stuhrmann(1. Komp., 34 Ringe) die grüne Eichel, I. Podeswa(2. Komp., 34 Ringe) die grüne Eichel, J. Kluger(2. Komp., 34 Ringe) die silberne Eichel, Th. Schüth(3. Komp., 34 Ringe) die silberne Eichel, W. Neuhaus(2. Komp., 34 Ringe) die goldene Eichel. Anschließend begrüßte auch König Friedrich l. die Erschienenen und sprach begeisternde Worte über Sinn und Ziel der heutigen Schützenarbeit. Er führte aus: Das Schützenvereinswesen hat seit einigen Jahren eine neue Note erhalten. Zwar werden nach wie vor frohe Schützenfeste gefeiert, man pflegt immer noch, und das soll auch in Zukunft so bleiben, alte, hergebrachte Sitten und Gebräuche, aber darüber hinaus hat ein frischer Wind den Urzweck der Schützenvereine, die Wehrertüchtigung und Wehrhafterhaltung der deutschen Männer, in den Vordergrund gerückt. Damit folgen sie dem Befehl unseres Führers. Es ist erfreulich, daß sich auch der Schützenverein Holthausen wieder seinem ureigenen Gebiet, der Pflege des Schießsports, zugewandt und darin recht schöne Erfolge aufzuweisen hat. Um das Interesse für schießsportliche Uebungen noch zu steigern und den letzten Schützen regelmäßig auf den Schießstand zu holen, stiftet das Königspaar für jede Kompanie einen eigenen Wanderpreis. Diese Trophäe soll das Heiligtum jeder Kompanie werden; der beste Schütze des Jahres, dessen Name auf dem Sockel des Schießpreises eingraviert wird, darf da.„Schmuckstück bis zum folgenden Jahre in seinem Heim aufbewahren. Oberst Tappe sprach unter dem Beifall des ganzen Bataillons dem Königspaar für seine hochherzige, von wahrem Schützengeist zeugende Stiftung den Dank der Versammlung aus. Die geschmackvollen Wanderpreise, die nach Form und Ausführung allseitigen Beifall fanden, werden im kommenden Jahre in den einzelnen Kompanien neuen Wetteifer entfachen und mit dazu beitragen, das schießsportliche Können jedes einzelnen Schützen zu steigern. Bei Musik und Tanz verbrachten die Holthauser Schützen dann noch manche Stunde in kameradschaftlichem Beisammensein. * Heute Schweinemarkt in Sodingen. Heute findet aus dem Platz am früheren Amtshaus im Stadtteil Sodingen ein Schweinemarkt statt. * Ein Mann ging über die Straße. Es war gestern nachmittag gegen 16.30 Uhr auf der Bahnhofstraße, in der Nähe der Neuen Apotheke. Plötzlich ein Quietschen von Bremsen, ein Aufschrei vieler Passantinnen, die mit weitgeöffneten Augen und erhobenen Händen zur Straßenmitte starrten. Man lief, da ein hoher Lastwagen die Sicht behinHerner Schöffengericht. Der weinende Angeklagte Sein dreizehnter Fall Wenn man nicht gewußt hätte, daß Stefan, ein junger Mann von 31 Jahren, gern den Simulanten spielt, hätte man Mitleid mit ihm gehabt, denn er weinte vor Gericht herzzerbrechend. Er sprudelte immer wieder die Beteuerung heraus, sich jetzt endlich bessern und sich auch stark gegenüber allen Versuchungen des Alkoholteufels zeigen zu wollen, durch den er immer wieder auf Abwege gekommen sei. Aber der zur Anklage stehende Fall war schon sein dreizehnter Abweg. Bereits der zwölfte Fall hatte ihm eine einjährige Zuchthausstrafe gebracht, und jetzt winkt ihm die gleiche„Ferienstätte“. Seine Tränen waren daher zu einem großen Teil von der Furcht, wieder ins Zuchthaus zu müssen, beeinflußt.„Nur nicht ins Zuchthaus, Herr Richter!“ jammerte er. Bei Stefan handelt es sich um einen alten Gewohnheitsdieb, der es bisher immer auf Mäntel, Hüte, Handtaschen, Handkoffer und ähnliche Sachen abgesehen hatte. Immer wieder versuchte er sein Glück, sobald sich eine Gelegenheit dazu fand. In diesem Falle besuchte er, ohne mit einem Mantel bekleidet zu sein, eine Herner Vergnügungsstätte auf, wo er in der Nähe des vollbesetzten Garderobenständers Platz nahm. Zum Schaden eines Mantelbesitzers hätte er sich auch eingekleidet, wenn nicht das„Auge des Gesetzes“ gewacht hätte. Einem Herner Kriminalbeam= ten, der Spezialist für gefährliche Langfinger ist, war Stefan gleich auf der Bahnhofstraße aufgefallen. Er folgte ihm, und als Stefan Kurs auf die Vergnügungsstätte nahm, wußte der Beamte, was die Glocke geschlagen hatte. Er verständigte unauffällig die Inhaberin und das Personal. Richtig, Stefan hatte einen hübschen Mantel erwischt und wollte nun wie ein harmloses Schäfchen türmen gehen. Aber schon im Lokal legte sich ihm die schwere Hand des Gesetzes auf die Schulter, und geknickt folgte er ihr, nachdem Führertagung der westsälischen 9 T a g e i n d e r G r u p p e n s c h u l e z u F r e d e b u r g. SG. heute Donnerstag, 27. Okt., findet in der Druppenschule der SA=Gruppe Westfalen in FredePurs eine Arbeitstagung der westfälischen SA statt, en der sämtliche westfälische Brigade= und Standarenführer, sämtliche Kassenverwalter der Brigaden sowie die Referenten der SA=Gruppe auf vir### un= Herur grrgte r..9., #omme#e gzehmen. Da die westsälische SA für die ein Versuch, einen Irrtum vorzutäuschen, mißlungen vornege#####n mehrere Großveranstaltungen war. Bei der Vernehmung stritt er die Diebstahls# kommt dieser Arbeitstagung erhöhte Be= absicht entschieden ab, um später jedoch ein Geständnis ver der 891— Arheitstagung wird auch der Füh= abzulegen. bruppe Westfalen, SA=Obergruppenfüh!" Das Vorstrafenregister des Angeklagten bewog den dar meiteältich#dnen, um vor dem Führerkorps Vertreter der Anklage, gegen Stefan ein Jahr Zucht####chen Sa zu grundsätzlichen, die Arbeit der haus zu beantragen und mitzuteilen, beim nächsten “.#7#ragen Stellung zu nehmen. Im Mal werde er die Sicherungsverwahrung fordern. z#en..##er Führertagung in Fredeburg, die sich Mildernde Umstände halte er für durchaus unangeEin#e# mis#######erstreckt, wird ein Mannschafts= und bracht. Das Schöffengericht ließ sich aber von dem Einzel=Pistolenschießen ausgetragen. Umstand leiten, daß es sich hier um einen versuchten, keinen vollendeten Diebstahl gehandelt habe. So sah es die Straftat als eine solche an, die noch im Gefängnis zu büßen sei. Eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten erscheine angebracht. So lautete denn auch das Urteil, und Stefan zögerte nicht, dieses sofort anzunehmen. * 1 Jahr Zuchthaus für einen Fahrraddieb Die Diebe, die das Bewegungsmittel des kleinen Mannes stehlen, scheinen nicht aussterben zu wollen. obwohl horrende Strafen gegen sie, sobald man sie faßt, verhängt werden. Willy war mit seinen 28 Jahren wiederholt vor den Gerichtsschranken gewesen und hatte auch schon eine einschlägige Vorstrafe aufzuweisen. Aus der Untersuchungshaft vorgeführt, war er nach der Beweisaufnahme auch geständig, in Herne ein Fahrrad gestohlen und damit nach Dortmund gefahren zu, sein, um es dort zu verkaufen. Bei der Versilberung fiel er als sehr verdächtig auf und wurde verhaftet, nach Herne zurücktransportiert und inhaftiert. Der Vertreter der Anklage bezeichnete Willy als einen unverbesserlichen Gewohnheitsverbrecher. Als solcher sei er eine Gefahr für die Allgemeinheit. Denn wer dem kleinen Manne sein Fahrrad, das er mit seinem schwer verdienten Geld kaufe, um damit zur Arbeit fahren zu können, stehle, der verdiene keine Milde. Fahrraddiebstahl bedeute Ehrund Gesinnungslosigkeit und könne im Rückfall erst recht keine mildernden Umstände beanspruchen. Entsprechend dem Antrage des Staatsanwalts wurde Willy zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. ter derte, zur Seite und sah noch gerade, wie sich ein älterer Herr müselig, bleich im Gesicht. vom Fahrdamm erhob und benommen zum Bürgersteig taumelte. Jetzt setzte er langsam seinen Zylinder auf, er kam wahrscheinlich von einer Beerdigung. Und drei Meter vor der Stelle, wo er gelegen hatte, stand ein Personenwagen, der in Richtung„Recklinghausen wollte. Dieser Wagen war es, der bald einen Mann überfahren hätte, allerdings ohne die Schuld der Lenkerin, die den Wagen energisch zum Stehen gebracht hatte. Der Mann im Zylinder stand immer noch bleich und benommen auf dem Bürgersteig und putzte umständlich am Zylinder herum, wahrscheinlich um sich zu sammeln. Die Umstehenden erzählten, er von der Stoßstange des Personenwagens drei Mete weit fortgeschleudert worden. Noch lange sah man, wie ein Verkehrsschupo, der Mann im Zylinder und die Lenkerin in einer Seitenstraße den Fall diskutierten. * Sudelendeutschland„einverleibt". Auf dem Platz der Zeche Shamrock befindet sich als eine Art Mosaikgebilde eine plastische Landkarte, die täglich dem Kumpel die Größe des Deutschen Reichen vor Augen führt. Seit ihrem Bestehen ist diese aus Tausenden von Steinchen in allen Farben zusammengesetzte Karte schon einige Male einer Korrektur unterzogen worden. So 1935, als das Saargebiet ins Reich heimkehrte, dann im Frühjahr, als die Deutsche Ostmark die Vereinigung mit dem Reich erlangte, und jetzt hat die Riesenkarte abermals eine Vergrößerung erfahren, da Sudetendeutschland hinzugekommen ist. * Drei Personen unter Vergiftungserscheinungen dem Krankenhaus zugeführt. Nach dem Genuß von Lebensmitteln wurden Dienstag abend der Ehemann Friedrich K. vom Schwarzen Weg, sein Sohn Fritz und ein sich bei K. zu Besuch aufhaltendes Kind der Eheleute Johann St. von der Thorner Straße dem Börniger Krankenhaus zu#führt, da sich bei ihnen Vergiftungserscheinungen gezeigt haben. * Eine Fußquetschung erlitt gestern auf einem Herner Werk ein August N. aus der Cranger Stroße. Er fand Aufnahme im Marienhospital. * Immer wieder Fahrraddiebstähle. Am 19. d. M. wurde gegen 22 Uhr aus dem Hausflur des Hauses Bahnhofstraße 122 ein Herrenfahrrad Marke Föhn, am 22. d. M. gegen 23 Uhr vom Hofraum der Wirtschaft Nordsiek, Von=der=Heydt=Straße, ein Herrenfahrrad Marke Westfalen Nr. 404 913 und am 23. d. M. gegen 2 Uhr aus dem Hausflur der Wirtschaft Köster an der Bahnhofstraße ein Damenfahrrad Nr. 0946 gestohlen. * Schwerer Grubenunfall. Von einem bedauerlichen Grubenunfall wurde auf einer Wanne=Eickeler Schachtanlage ein Bergmann aus dem Regenkamp betroffen, der in bedenklichem Zustand dem Bergmannsheil zugeführt werden mußte. * Arbeitsunfall. Der auf der Zeche Shamrock beschäftigte Eisentraut aus der Flottmannstraße erlitt am Samstag einen Unfall und wurde dem Bergmannsheil zugeführt. * NS-Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk. Herne=Alt. Heute findet der Heimabend für Zelle 17—24 im Heim, Willi=Woide=Straße, Ecke Straßburger Straße, statt. Es ist nichts so sein gesponnen... Wer guten Büchern Freundschaft hält, erbaut sich eine neue Welt. Das Thema Schuld und Sühne gehört zum unveräußerlichen Besitz aller Dichtung, sei es im Roman, auf der Bühne oder im Film. Namentlich der Film hat schon früh zur Schilderung der Aufdeckung von verbrecherischen Handlungen gegriffen. Dem Kriminalfilm sind aber in jüngster Zeik verschiedentlich Gegner erwachsen. In Unrecht. Der Kriminalfilm hat im Filmschaffen genau die gleiche Berechtigung wie ein Film aus irgendeinem anderen Gebiete des täglichen Geschehens. Wenigstens, solange wir noch nicht alle Engel sind. Zugegeben, es ist ein Unterschied zwischen Kriminalfilm und Kriminalfilm. Wollte er etwa das Verbrechen— glorifizieren, so wäre er natürlich abzulehnen. Aber auch die moralische oder sozialethische. Seite ist nicht das Entscheidende am Kriminalfilm. Wichtig ist z. B. aufzuzeigen, daß jeder Verbrecher eine Dummheit begeht, wenn er sich dem Glauben hingibt, er— gerade er!— werde als Täter unentdeckt bleiben. Das ist nicht der Fall. Irgendwann und irgendwie verrät sich auch der klügste Kopf. Das Beispiel eines solchen überklugen Verbrechers ist der Dr. Tindel in dem Paramounk-Film„Unter Mordverdacht". Er glaubt sich nicht nur mit allen möglichen Sicherungen gegen jede Entdeckung umgeben zu haben; er leitet sogar bewußt die Spur auf einen Unschuldigen, und die Polizei nimmt die Fährte auf. Sie meint, in Frank Marlan den Mörder der Gaktin Tindels festgenommen zu haben, und das Gericht verurteilt ihn zum Tode. Erst im letzten Augenblick kommt die Wahrhett an den Tag. Dieser Dr. Tindel ist eine gewaltige Aufgabe für den roßen Schauspieler John Barrymore. Seine Mitspieler ind Harvey Stephens als Frank Marlan, Charles Bickord als Kriminalbeamter. Lonne Overman als Journalist, der den wahren Täter entlarvt, und Louise Campbell als die Schwester Frank Marlans. IEEN ELEEENE LIIEIE e UTFLTALIGE R 3Würfel 9 Pf. 1Oongetbiicheict 0— 2 AmherdfeuerFoga beingt ein Mädchen mit Roman von WALTHER KLOEPFFER Copyright 1936 by Aug. Scherl O.m.b.H., Berlin 30. Fortsetzung. „Und wie ist das mit der Magd?“ „Die Magd pflegte Tutschek, das heißt, sie tut es noch. Ich bat sie. noch mal warmes Wasser aus dem Schloß zu holen. Sie blieb ziemlich lange aus. Wahrscheinlich mußte das Wasser erst wanm gemacht werden. Als sie endlich zurückkam, war ich mit dem Suchen bereits fertig und schrieb gerade ein Rezept. Dann erklärte ich ihr noch einiges hinsichtlich der Pflege des Patienten. Darüber habe ich die Kugel ganz vergessen.“ „Sie haben sie also nicht beauftragt, nach dem Geschoß nochmals tüchtig zu suchen oder beim Zusammenkehren achtzugeben?“ „Nein, das habe ich leider nicht.“ „Auch später nicht?“ „Doch. Als der Gendarm Häberlein so großen Wert auf das Geschoß legte, habe ich die Magd gebeten, alles von oben bis unten umzukehren.“ „Hm. da war es ja wohl zu spät“, sagte Dr. Jung. seinen Bart streichelnd.„Wie erklären Sie sich, daß Wachtmeister Häberlein das Geschoß draußen im Freien gefunden hat?" „Vielleicht hat die Aufwärterin es beim Saubermachen zusammengekehrt oder mit einem Teppich unwissentlich hinausgeschüttelt. Ich kann das nicht sagen.“ „Aber Sie werden immerhin zugeben, daß dies alles sehr belastend für Sie ist, nicht?“ Fogg zuckte die Schulter. Dr. Jung fuhr fort:„Der Schießsachverständige hat festgestellt, daß das beim Verwalterhaus gefundene Geschoß aus Ihrer Wafse abgefeuert wurde. Betrachten Sie es, bitte. Ist es dasselbe, das Sie aus der Wunde entfernt haben?" „Es scheint so. Herr Untersuchungsrichter.“ „Zwischen Ihnen und Herrn Tutschek bestand seit längerem eine gewisse Feindschaft?“ „Feindschaft ist vielleicht zuviel gesagt. Herr Untersuchungsrichter. Wir mochten uns nicht. Er war mir unsympathisch, seit er mich beim Verkauf meines Waldes übervorteilt hatte. Außerdem hat er mir einen durchaus unmöglichen Vorschlag bezüglich eines anderen Geschäfts Alexandra David=Neel in dieser Zeit wiederum Ceylon und Indien, auch den Himalaja. und suchte und fand enge Berührung mit den oft so mißtrauischen Volksstämmen Tibets. Auf einer ihrer Pilgerfahrten lernte sie in einem Dorf am Himalaja den Dalai Lama kennen, der sich auf seiner Flucht vor den Chinesen unter englischen Schutz begeben hatte. Wie sie selbst in ihrem packenden Buch „Ariova— Die erste Pilgerreise einer weißen Frau nach der verbotenen Stadt des Dalai Lama“ erzählt, verdankt sie ihm die erste Anregung. Sprache, Mystik und Glauben in Tibet selbst zu ersorschen. Daß sie dieses Abenteuer als erste und bisher einzige Europäerin erfolgreich durchführen konnte. verdankt sie neben ihrer eisernen Energie nur der bewundernswerten Selbstentäußerung, mit der sie das armselige Bettlergewand einer tibetanischen Pilgerin trug und sich an die denkbar einfachste Lebensführung gewöhnte. Die Forscherin lebte jahrelang zurückgezogen in der fast unzugänglichen Einsamkeit des wilden Berglandes. wo sie das Leben der asiatischen Mystiker führte und miterlebte. Sie machte hier ihre geistige Schulung durch und erforschte die Kunst des konzentrierten Denkens. die in Tibet gewaltig ausgebildet ist. Hier legte sie auch den Grund zu ihren so lesenswerten und aufschlußreichen Büchern. die in deutscher Sprache sämtlich im Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. erschienen sind. So schildert sie Glauben und Aberglauben im Lande des Lamaismus in „Heilige und Herer". In„Mönche und Strauchritter“ sind die gewaltigen Schwierigkeiten, in die verbotene Stadt Tibets. Lhasa einzudringen, in lebendigen Farben geschildert. In„Meister und Schüler" zieht sie den Schleier von den Geheimnissen der lamaistischen Weihen, und in ihrem in der Literatur wohl einzig dastehenden Roman „Mivam“, folgt sie den seltsamen Wegen eines jungen Träumers im geheimnisvollen Lande. Hier erzählt sie auch vom tibetischen Volk als solchem, von den kleinen armen Bauern, aus denen sich ja die große Masse der Bevölkerung zusammensetzt. Das jüngste Werk der Verfasserin trägt den Titel„Vom Leiden zur Erlösung". Sinn und Lehre des Buddhismus. der Kern und die Eigenart der buddhistischen Weltanschauung wird hier herausgestellt und ein Bild von der Mannigfaltigkeit der buddhistischen Schulrichtungen geboten. Alexandra DavidNeel versucht auch eine Deutung des oft genannten Begriffes„Nirwana“ zu geben. und wenn irgend einer so ist sie die in die innersten Geheimnisse des Fernen Ostens eindrang, gewiß dazu berufen. Die Forscherin hat keine Müben und keine Opfer gescheut, ihr großes Ziel. Lhasa zu schauen, zu erreichen. Alle körverlichen Strapazen. Schmutz und stete Gefahr durch Räuberbanden nahm sie auf sich. Die französische Hochschule für Leibesübungen erkannte ihr für diese viermonatige Fußwanderung zur verbotenen Stadt, den sie mit schwerer Last auf dem Rücken durch die wildzerklüfteten Berge Tibets zurücklegte, den ersten Preis für weiblichen Sport zu. Auch das Band der Ehrenlegion wurde der tapferen Frau verliehen. Zu der Zeit, wo sie ihren 60. Geburtstag feiert, weilt sie, wie berichtet wird. wiederum auf einer neuen Expedition. Dem Land. dem einst ihre Jugendliebe galt. gehört ihr Herz auch heute noch. Geheimnisvolles Tibet, wer könnte je alle deine Rätsel enthüllen? gemacht. Zudem hat er eine Zeitlang meiner Haushälterin nachgestellt, und das paßte mir nicht.“ „Na gut, wir werden ja sehen“, murmelte Dr. Jung. „Wo bewahrten Sie die Waste auf? Im Schreibpult steht in den Akten. Stimmt daa?" „Ja. Sie lag in einem Fach, das ich nur selten benutze.“ „Verschlossen?“ „Nein, nicht verschlossen. Es ist nur ein Zugknopf daran. Ich habe den Colt bis heute nicht vermißt, weil ich das Fach seither nicht öffnete.“ „Ein bißchen sorglich finde ich das“, bemerkte Dr. Jung mißbilligend. „Es sind keine Kinder im Haus. Nur ich und die Anna", entschuldigte sich Fogg. „Sie haben den Revolver in der letzten Zeit also nicht mehr bei sich getragen?" „Nein, nicht mehr. Nur im Anfang, als ich herkam. Das war so eine Gewohnheit von drüben. Die späteren Wochen lag er im Pult. und ich habe ihn vergessen.“ „Sie kommen aus Südamerika, aus Peru, habe ich mir sagen lassen. Da gehört es wohl zum guten Ton, daß jedermann so ein Schießeisen bei sich trägt?" „In den Städten weniger, wohl aber auf dem Land. Ein Mann ohne Waffe ist dort nicht gut denkbar.“ „Sind Sie ein guter Schütze, Herr Doktor?" „Ich glaube, das von mir behaupten zu können. Ich schieße sehr selten daneben.“ „Wer hat denn von Ihrem Revolver gewußt? Ich meine: Wem in Schellenberg war denn bekannt, daß Sie eine Waffe besaßen?" Der Untersuchungsrichter fragte gern kreuz und quet: er war für diese Methode berühmt. „Moment mal. Der Anna. Herrn und Frau Professor Engasser, sonst wüßte ich niemand. Ja. das werden sie alle sein.“ „Sind Sie in der Lage. noch etwas anzuführen, das die Sache klärt und Sie entlastet?" Fogg strengte seinen Verstand an. Viktoria fiel ihm ein, die damals in der Nähe gewesen war und wahrscheinlich bezeugen könnte, daß kein Schuß gefallen war, nachdem sie sich am Mühlhölzel von Fogg getrennt hatte. Er dachte an Engassers eisiges Benehmen vorhin und an dessen eheliches Zerwürfnis. Sollte er durch eine Aussage, deren Wichtigkeit ihm zweifelhaft erschien, das Zusammensein mit Frau Engasser der Oeffentlichkeit preisgeben und den eifersüchtigen Ehemann noch mehr gegen seineGattin aufbringen? Teufel noch eins, man hat doch ein gutes Gewissen, und dieser blödsinnige Verdacht muß in Kürze von selber zusammenkrachen! dachte Foga „Bedaure. Herr Untersuchungsrichter, ich habe nichts anzugeben. Ich kann nur wiederholen: Ich bin an dem Unglück, das Herrn Tutschek betroffen hat. völlig unschuldig.“ Auch der Professor Engasser dachte flüchtig an Foggs oder dem Töpfermeister zubörte, der aus seinen Lehrzeiten und Wanderjabren komische Schnurren und Geschichten erzählte, wenn dann in ihrem Gesichte ein frisches Lächeln svielte. aus einem froben Herzen kommend. dann kam es mitunter vor, daß den Tövfermeister ein eigenaktiges Gefühl beschlich, daß ihm eine Traurigkeit in die Seele klomm und er nachzurechnen begann. um wieviel Jahre er sich verspätet hatte. Diese Rechnungen erleichterten ihn aber nicht: sie machten ihn trüber und einsamer als je. und aus seinem süßen Geheimnis. aus seinem wunderschönen Traum ward ein Leid, das schließlich auch Gisela fühlte, die vergebens nach dem Grunde suchte... An einem milden sommerlichen Tag. der mit blauem Rauch und seinem Gespinst über den Weingärten bing. saßen die beiden nach dem Tagewerk wieder an dem Abendtisch. „Ich habe dir Blumen auf dein Zimmer gestellt!— Geranien!“ sagte Gisela.„und ich habe dir etwas besonders Gutes gekocht, heute sind es zehn Jahre her, daß ich bei dir sein konnte!" „Zehn Jahre!“ dachte der Töpfer.„das macht also— ja.. zweiunddreißig.— zweiundvierzig Jahre! Und noch kein einziges silbernes Haar.— und Mut für das Leben, ohne bang zu werden. aber—“ „Du gibst mir keine Antwort! Du bist in letzter Zeit oftmals traurig. Ich bin in Sorge um dich! Was betrübt dich?— Bin ich es?“ Er lächelte. „Willst du nicht etwas von mir erzählen?“ „Ich von dir?" „Ja. Ich kam voch aus dem Hause der Eintönigkeit zu dir. O. ich weiß es noch sehr gut, als wir einmal in deinem Hofe Besuch machten. Und du standest da und lachtest.“ „Ja“, sagte er und es war ihm, als löse sich ein dichter Schleier, der seinen Traum seit geraumer Zeit verhüllte. Er sah Gisela an und versuchte, sich die ganze seltsame. verlockende. leidvolle Geschichte zusammenzureimen. Sie machte ihn froh und unselig. Sie bedeutete für sein Leben Kummer und Glück. Sie brachte ihm Schatten und dann wieder hellen Sonnenschein. Es war alles so wundersam und wehmütig. Er fühlte, daß er jetzt ein Tor vor sich hatte, durch das er aus den Dämmerungen, aus den Unsicherheiten in das Freie gelangen konnte. Es war nun der Augenblick gekommen, da er ihr alles sagen mußte. Und eben, als er beginnen wollte, stand das Mädchen bei ihm, ganz nahe. Und er bemerkte am Beben ihres Mundes, am Glänzen ihrer Augen, daß das Mädchenherz seine Ruhe verloren hatte. Ein Strom der Sterne flog sanft berauffunkelnd über den Nachthimmel. „Ja.“ sagte Gisela unvermittelt,„du sollst wieder froh werden!" Das Lächeln, das auf seinen Lippen spielte, wurde stärker: er wollte nach ihrer Hand greifen. „Vaterle!“ sagte sie leise und doch so voll einer kindlichen Güte und Zuneigung. Seine Hand fiel schwer nieder. Alles brach zusammen. Seine Zuknuft stürzte ein, begrub ihn. Sein Herz, seine Sehnsucht, alles. Ein Wort genügte, und alles war zu Ende. Dämmern und Dunkelheit war rings um ihn. Wie schön hätte es werden können! Sein großer, wunder„Schmieren Sie selbst meine Brötchen mit Butter, Frau Knickrig?" „Gewiß, wer denn sonst!" „Dann möchte ich wirklich wissen, wer nachher die Butter wieder runterkratzt!" barer Lebenswunsch, seine lichtvolle Zukunft, sein Heim der Zufriedenheit, sein woblgebüteter Traum... „Vater!" wiederholte er leise. in der Stimme ein Zittern der Enttäuschung. Konnte er denn mehr verlangen? Sprach diese Jugend nicht die Wahrbeit? Wo batte er seine Gedanken? Herr werden über sein Denken. das war alles. Wo dachte er bin? Er sammelte seine Gefühle. Ganz so rasch wollte er nicht verzichten. Er empfand, daß jetzt der Sies errungen werden müsse. „Gisela“, meinte er etwas mühsam, mit einem Versuch zu lächeln.„es ist... so schön... was du sagst. Bin ich dir wirklich wie ein Vater?“ „O du!“ sagte Gisela und sah in seine Augen.„Sieh. ich muß dir endlich einen Namen geben. Du hast für mich gesorgt, du hast mir mehr als notwendig Gutes erwiesen. ich muß einen Namen haben, einen Namen. der meiner Dankbarkeit Ausdruck verleibt, in dem du meine Liede zu dir fühlen sollst!“ „Ja,“ sagte er leise. Es wurde ganz still draußen. Gisela sah nach den funkelnden Sterngärten. Er stand neben ihr. Beide schwiegen. Es gibt Augenblicke. in denen nicht gesprochen wird. und die doch beredt sind. Es gibt Augenblicke der Zwiesprache der Herzen. Gisela verstand ihn wohl. sie brauchte nur in seine Augen zu sehen. Aber es war ju alles so eigenartig. „Träumst du?“ fragte Gisela plötzlich in die Stille hinein. Er sah auf. „Ich träume schon lange. Gisela!“ Sie sah ihn mit großen Augen an. „Es ist der schönste Traum in meinem Leben. Eden nur ein Traum!" Sie wollte nach seiner Hand greifen. Da flimmerte eine Sternschnuppe am Himmel auf und schlug einen prachtvollen goldenen Bogen durch die Nacht. „Ach!“ rief Gisela und hob die Hand. als wollte sie das goldene Flimmern fassen. Er tat dasselbe und beider Hände trafen sich. Sie batten sich während der zehn Jahre oftmals getroffen, oftmals gehalten, und doch war es nie von solcher Zauberkraft wie diesmal. Die Hände hielten sich fest. „Du sagtest. Gisela," begann der Meister nach einem Weilchen.„du müßtest einen Namen für mich haben, das ist wie ein Wunsch. Ich verstehe dich jetzt. Gisela. Aber auch ich habe einen Wunsch!" „Nun?“ fragte das Mädchen rasch. „Du wirst immer bei mir bleiben, ich bin io fro#. dich in meiner Nähe zu wissen!“ Sie sah ihn an.„Du!“ sagte sie. „Mein Leben liegt in deinen Händen, mein Gbück. meine Zukunft!" „Ich will sie tragen, ich will sie treu bewahren...“ „Gisela. du willst meine Frau werden?" Da reichte ihm das Mädchen beide Hände und er legte seine Arme um sie,— lächelnd und wortlos. Flüchtig und glücklich reichte ihm Gisela die Stirn zum Kuß... Wissenswertes Alterkei Das Wort Knickerbocker, das aus dem Englischen stammt. kam in England 1859 auf. Damals erschien nämlich unter dem Pseudonym Knickerbocker ein Buch, das von W. Irving verfaßt war. Es war eine Geschichte von Neuyork mit Illustrationen, von denen einige auch holländische Einwanderer mit halblangen, weiten Beinkleidern darstellten. * Von englischer Seite wurde eine neue Form der Luftverteidigung gegen Bombenangriffe vorgeschlagen. Eine kleine, leichte. schnellsliegende Maschine wird unbewaffnet gegen das angreifende Flugzeug ausgeschickt und rammt dieses, so daß es abstürzt. Der Führer des Verteidigungsflugzeuges muß kurz vor dem Zusammenstoß mit dem Bombenflugzeug sich von seinem Sitz ganz hinten im Flugzeug in den Fallschirm retten. Im Hilfewerh„Mutter und Rind“ liegt unser Behenninis zur deutschen mutter als Trägerin des völkischen kebene. In Jibets verbotener Stadt Sie suchte das„Nirwana“ zu ergründen 7 Alerandra David=Neel 80 Jahre. Die bekannte Tibetforscherin Alexandra DavidNeel seierte am 25. Oktober ihren 60. Geburtstag. Sie gehört zu don eigenartigsten Frauengestalten der Gegenwart. Im Jahre 1878 wurde sie in Paris geboren, wo sie. ebenso wie in Brüssel, einen Teil ihrer Jugend verbrachte. Die unstillbare Sehnsucht nach der Ferne hat sie wohl als Erbteil von ihren Ahnen mitbekommen. Ihre Vorfahren väterlicherseits entstammen einer alten HugenottenDie Tibetforscherin Alexandra David=Neel feiert ihren 60. Geburtstag. (Verlag Brockhaus— M.) Famtlie. Es waren Bergbewohner aus den Cevennen im Südosten Frankreichs. Von der Mutterseite her rollt seit einer Reihe von Geschlechtern bolländisches und norwegisches Blut in ihren Adern. An der Pariser Sorbonne studierte das äußerst begabte Mädchen neben orientalischen Sprachen die philosophischen Anschauungen des Ostens und seine Religionen. unter diesen vor allem das Weda und den Buddbismus. Die Auswahl dieser gewiß für ein Mädchen ungewöhnlichen Fachgebiete zeigt schon ihren Hang zum Mystischen. Ihre erste Reise nach Indien. Ceylon, Indochina und Südchina unternahm sie im Jahre 1898 im Alter von erst 20 Jahren, um die religiösen Lehren des Fernen Ostens an der Stätte ihrer Entstehung zu erforschen. Dann sieht man sie als Professorin in Brüssel, wo sie an der„Neuen Universität“ über orientalische Philosophie liest. Besuche Italiens. Griechenlands und Spaniens folgen unterdessen. In Tunis nimmt sie Aufenthalt in einem alten arabischen Schloß. Sie bereist Nordafrika und die Sahara, doch überall bleibt ihr der Ferne Osten als hobes Forschungsziel vor Augen. Im Jahre 1911 begab sie sich für vierzehn Jahre lang (bis zum Jahre 1925) nach Innerasien, um hier ganz ihren Studien und Forschungen zu leben. So besuchte Iriumph des Kerzens Erzählung von Franz Friedrich. In einem von sienabraunen Dächern umsäumten großen Hof arbeitet ein Töpfer. Er ist ein einfacher Mann mit einer frohen Lebensart. Wenn ihm ein Topf in Scherben fällt, denkt er nicht daran. Er ist nicht abergläubisch: Scherben bringen Glück; er wäre der glückliche Mensch. wenn er alle seine Geschirre in Scherben schlüge. Es hätte aber niemand geahnt, daß dieser Mann ein Geheimnis mit sich trug, das ihn innerlich erwärmte, das ihm Freude spendete und eine dauernde Befriedigung gab. Er war das Gegenteil eines Träumers. und doch hing dieses Erlebnis wie ein Traum in seinem Leben. Unweit der Werkstatt lag ein Waisenheim. Und eines Tages hatte nun unser Töpfermeister die Idee, für so ein Waisenkind zu sorgen und seine Ersparnisse anzulegen. Er tat es insgeheim. niemand wußte davon. Von Zeit zu Zeit trug er ein Päckchen Geld in die Anstalt für das von ihm ausgesuchte Mädchen, dem er eine gute Erziebung zuteil werden ließ. Er schuf sich damit einen Lebenszweck, der mit einem seligen Traume Hand in Hand ging.— So geschah es, daß eines Tages. nach Jahren. dieses Mädchen in das Haus des Tövfers kam. Es sorgte für die Wäsche, hielt die Wirtschaft in Ordnung, kochte. und spielte des Abends ein wenig Klavier. Sie war nicht schön, aber sie hatte ein seines, liebes Gesicht, flinke Hände, einen klugen Geist. Die Jahre gingen hin: der Töpfer fühlte sie nicht. Es lag ein lichter Schein über den beiden. Gisela dachte wohl niemals daran, daß ihr freundliches Wesen, ihre Art, das Haus in Ordnung zu halten. im Hofe zwischen dem bunten Geschirr herumzuwirtschaften. dem Töpfersmann langsam die Erkenntnis seiner Einsamkeit bringen mußte. Wenn sie abends beisammen saßen, er in einem Buche las. sie eine Handarbeit fertigte oder Klavier spielte. Zusammentreffen mit Viktoria. Vielleicht hatte Fogg von Tutscheks Angeberrolle irgendwie erfahren und ihn dafür niedergeschossen? Nun. es war nicht seine Sache, solche Möglichkeiten und Vermutungen hier auszusprechen. „Es ist genug, meine Herren", erklärte Dr. Jung.„Sie können jetzt geben. Wachtmeister. Sie warten draußen. Rufen Sie mir die Haushälterin jetzt berein.“ Die drei entfernten sich. und Anna erschien in der Tür. Dr. Jung war angenehm enttäuscht. Er hatte ein grobes Gesicht. eine Person vorgerückten Alters erwartet, und nun nahte sich ein junges Ding. schüchtern. bebend vor Unsicherheit und Ehrfurcht, mit einem gar lieblichen, verstörten Ausdruck „Na. Fräuleinchen, so schlimm ist das nun nicht. Wir fressen schon keinen. Sie sagen jetzt schön alles. was Sie wissen: dann dürfen Sie wieder geben“, meinte er freundlich.„Ja?“ Anna nickte. „Sie sind also die Anna Stransky?“ „Jawohl.“ „Welchen Eindruck hatten Sie. als Ihr Chef Ihnen die Nachricht brachte, man habe auf Herrn Tutschek einen Ueberfall verübt?“ „Er war sehr aufgeregt“, bekundete das Mädchen. „Aufgeregt also?“ „Ja. Er verlangte seine Instrumententasche und kommandierte:„Rasch, rasch. Anna!“ Er war ganz atemlos und hatte eine Masse hinter sich, den Schreck, den Transvort. das Gerenne auf dem Schloß und das Gerenne heim: ich bitte Sie, wie soll er denn da nicht aufgeregt gewesen sein! Eine solche Menge Zeug kann auch Josi mal umwerfen", erzählte sie angelegentlich. Die erste Scheu vor dem gestrengen Herrn war schon verflogen. „Josi? Wer ist das?“ „Ach. das ist nur so ein Name für Doktor Fogg". erläuterte sie verlegen. „Steht Doktor Fogg zu Ihnen in näheren Beziebungen?“ fragte er schnell und sah sie scharf an. „Das nicht", sagte sie und wurde ein bißchen rot.„Nein, das ganz und gar nicht. So ist der Doktor Fogg nicht.“ „Wie ist er denn dann?“ „Er tut keinem Käfer was zuleide. Mal hatten wir einen Spatz im Garten. dem der Fuß gebrochen war. Josi hat ihn geschient. und da ist er wieder geworden. Und dann grämt er sich um die Leute hier ab. Gut ist er, das muß man schon sagen“, versicherte sie eifrig. „Kommen wir auf das andere zurück. Ihr Chef machte also damals nicht den Eindruck, als ob er verstört oder schuldbewußt wäre?" „Gar nicht. Wieso denn? Er hat dem Tutschek doch nichts getan: wer so etwas glaubt, kennt Josi nicht". Dieses muntere Mädchen legt sich ja ordentlich ins Zeug! dachte Dr. Jung und blätterte in seinen Papieren. Plötzlich sagte er:„Und wie ist das mit Tutschek und Ihnen? Ich hörte da von gewissen Nachstellungen. In das richtig?“ „Ich hatte ihn gern. und wir hatten ein bißchen was miteinander. Zu Anfang war er wirklich nett. Aber später ist das aus dem Leim gegangen, weil es eben docz nicht die richtige Liebe war", stotterte Anna. Wenn er nur mein Herz nicht schlagen hört! dachte sie ängstlicht Und wenn er nur nicht von dem Revolver erfährt... „Sie haben also auch gewußt, daß die Waffe in de# Doktors Pult lag?“ Sie nickte und hatte das Gefühl, daß die Wände auf sie zukämen. „Könnten Sie denn mit so einem Ding umgeben?" „Ich habe das mal in einer Schießbude probiert. In St. Pauli. Man muß erst zielen und dann losdrücken.“ „Falsch! Zuerst muß man entsichern. Fräulein Stransky“, lächelte Dr. Jung. „Ach ja. Seben Sie, das hätte ich total vergessen", stammelte sie. „Ich danke Ihnen. Sie können jetzt geben. Fräulein Stransky“, verabschiedete sie der Untersuchungsrichter mit freundlicher Miene. „Ja?“ Wunderbar war das gegangen— „Selbstverständlich. Haben Sie nur noch die Güte. wie die beiden Schellenberger hereinzuschicken. Guten Tag. Fräulein Stransky.“ Anna richtete draußen ihren Auftrag aus, dann trat sie an Fogg heran und strich zart über seine kalten Finger. „Du mußt das nicht tragisch nehmen, Jost". tröstete sie flüsternd.„Mach dir nichts draus, du warst es ja nicht. Der Richter war übrigens sehr nett zu mir.“ „Laß nur. Anna“, lächelte Fogg mit schiefem Mund. Das Mädchen Anna. voll Angst und Schuldbewußtsein wendete sich schnell und ging die Stiege hinunter. Ein Wort von ihr hätte Fogg aus seiner zweifelhaften Lage befreit. Aber sie gewann es vor Dr. Jung nicht über sich. dieses Wort zu sprechen. Wenn sie gestand, daß sie den Revolver an sich genommen. vor Tutscheks Augen damit herumgesuchtelt und ihn dann. Gott weiß wo. verloren hatte— würde man sie dann nicht von der Stelle verhaften und einsperren? Und wer würde ihr glauben, daß sie gar nicht geschossen und die Waffe nicht ins Wasser geworfen hätte? Dann kam auch der Krach mit Tutschek auf und ihr enges Verhältnis und alles. Nein. es war ganz unmöglich, den Mund aufzutun und sich selber ans Messer zu liefern. Das mit Josi. das mit diesem dummen Verdacht, war ja nur eine Frage von Tagen. dann mußte sich alles von selber aufklären. Wenn aber nicht, dann würde sie schon sprechen und gesteben, mochte es zugeben, wie es wollte. (Fortievung folgte) Beton und Stahl haben Deutschlands Westgrenze gesichert und bilden ein Bollwerk des Friedens Seit Monaten sind im Westen des Reiches viele Tausende von Volksgenossen mit der Errichtung der Westbesestigungen beschaftigt, die ein Riesenhollwerk aus Beton und Stahl darstellen und jedem Feind das Eindringen in deutsches Land unmöglich machen. Mit der Leitung der Arbeiten hat der Führer bekanntlich den General= inspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, beauftragt. Diese ersten Bilder von den Westbefestigungen geben einen Begriff von der Größe der Anlagen. Links sieht man betonierte Lager für Straßensperren und dahinter Arbeiter beim Bau von Tankhindernissen. Das rechte Bild zeigt ein Panzerabwehrgeschütz in offener Feuerstellung innerhalb der Befestigungsanlagen. (Scherl-Bilderdienst-M) k. hei Aullfn 4% ee u FTEI 7 8 Sechs Spieler von Westfalia Herne Ohne Schalke. Weltfälllche„Fußball-Prüfung“ in Münlter. Auf der Suche nach einer spielstarken Gau=Auspahl— Reichsbundpokal usw.!— führt Westfalen am November in Münster so etwas wie eine erste Prüung von Spielern durch, die sich durch ihre Leistung m der jüngsten Zeit empfohlen haben. Es ist zu heachten, daß an diesem ersten Novembersonntag im Preußen=Stadion zu Münster zwei Einheiten aufmarschieren, in denen kein Mann von der Schalker Meisterelf zu finden ist. Es sollen spielen: Auswahl A: Berlau(Spielvgg. Röhlinghausen); Krüger, van Haaren(beide Westfalla Herne); Niklas(Westfalia Herne), Kranefeld(Arminia Bielefeld), Jeziersti 2(MBV Linden); Unger(TB Eickel), Idkowiak(Westfalia Herne), Schwarz(Arminia Bielefeld), Bonner(Westfalia Herne), Marx(Arminia Bielefeld). * Auswahl B: Kronsbein(Arminia Marten); Hülsmann(Preußen Münster), Nawrocki(Röhling= hausen); Büttner(Borussia Dortmund), Althoff, Voß(beide Preußen Münster); Bölting(MBV Linden), Rutecki(SpVgg. Herten), Lieber(Arminia Marten), Stetzka(Wattenscheid), Bäumker(Marten). Ersatzspieler sind Gappa und Rabeneck(Preußen Münster), Klein 2(Westfalia Herne), Weber(Preußen Wanne) und Walden(Arminia Bielefeld.— Schiedsrichter ist Rosenkranz(Gelsenkirchen). Stoke Eity geschlagen Die Fußballelf des Racing-Clubs de France Paeis trug in London vor 10000 Zuschauern ein Freundschaftsspiel gegen die erstklassige englische Berufsspieleret von Steke City aus. Zwei Minuten vor Schluß gelang es den Franzosen, die in der Verteidigung mit Hiden, Diagne und Duwuis sehr stark waren, durch Perez zum Siegestreffen zu kommen, da Stoke City trotz aller Bemühungen des Mittelstürmers Steele, den aber Jordan als Mittelläufer meisterte, zu keinem Erfolg gekommen war. Eintracht 1 führt knapp Die am vergangenen Sonntag im 1. Gang ausgetragene Rlubmeisterschaft wurde, wie schon in der Vorschau erwähnt, ein Zweikampf zwischen Klub Unter uns I und Klub Eintracht I. Eintracht I hatte insofern Glück, ihren beständigen Kegler K. Szibey in Höchstform zu haben, der 528 Holz umlegte, während Meister M. Kubiak auf der anderen Seite nur 483 Holz warf, somit der Eintracht einen knappen Vorsprung von 14 Holz verschaffte. Will Unter uns nun wieder Klubmeister werden, muß dieses Minus im 2. Gang aufgeholt werden, was nicht leicht fallon dürfte. Die Ergebnisse: Klub Eintracht I 1499 Holz Klub Unter uns 1485 Holz Klub Viktoria. 1387 Holz Klub Sportfreunde I„ 1384 Holz Klub Eintracht II 1372 Holz Klub Olympia 1348 * Zwetter Gang der Vereinsmeisterschaft Am kommenden Sonntag sind die zweiten 100 Kugeln um die Vereinsmeisterschaft der Sportkegler fällig. M. Kubiak führt knapp von seinem Klubkameraden B Storch und dem Eintrachtler K. Szibey. Es ist sehr gut möglich, daß der kommende Sonntag schon kleine Verschiebungen in der Spitzengruppe bringt, muß doch auf der Bahn, auf der im ersten Gang in die Vollen gekegelt wurde, diesmal abgeräumt werden, und abgeräumt auf der Bahn werden. auf der im ersten Gang in die Vollen gekegelt wurde. Also volle Konzentration eines jeden Sportkeglers ist nötig, um den Anschluß an die Spitzengruppe nicht zu verlieren. Jedenfalls ist die Vereinsmeisterschaft offener als in den letzten Zahren. Kreismeisterschaften und Turniere Neue Wege im westfälischen Tennissport. Gaufachwart Clemens Fischer(Kamen) gab gelegentlich eines Schiedsrichterlehrganges einen eingehenden Bericht über die künftige Gestaltung des Turnierwesens im Gau Westfalen=Lippe. Ab 1939 werden außer dem Gauturnier und zwei allgemeinen Turnieren erstmalig sogenannte KreisMannschaftsmeisterschaften durchgeführt. Zu diesem Zweck wird der Gau in folgende Kreisgruppen eingeteilt: Gruppe Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Emscher; Gruppe Hellweg. Mark, Lenne, Volme; Gruppe Ostwestfalen, Siegen, Sauerland: Gruppe Ravensberg, Wittekiand, Lippe; GrupOffener Sonntag! Am nächsten Sonntag, dem 30. Oktober, sind die Geschäfte von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Benutzen Sie diese Gelegenheit zu einer guten Insertion im Herner Anzeiger. Geben Sie uns bitte frühzeitig Ihre Wünsche bekannt. Schluß der Anzeigenannahme für die Samstagsausgabe: Morgen 18 Uhr. Geschäftsstelle des Herner Anzeigers Ruf 5250—42. pe Münster=Nord und Westmünsterland. Jede Kreisgruppe stellt eine 1. und 2. Kreisklasse, bestehend aus je sechs Mannschaften, und zwar für Männer und Frauen. Es spielt jeder gegen jeden. Die Vereine, die der westfälischen Gauklasse angehören, wurden bereits festgesetzt: Männer: Gruppe WestfalenNord: TC. Münster 08, TC. Preußen Münster, SuS Bielefeld, TTC. Bielefeld, TC. Rheine 22, TTC. Gütersloh; Gruppe Westfalen=Süd: Dortmunder TG., BSG. Hoesch Dortmund, Dortmunder TC. 98, TC. Rot-Weiß Hagen, TC. Gelsenkirchen, TC. Rechener Wald Bochum.— Frauen: Gruppe Westfalen=Nord: TC. Münster 08, TC. Preußen Münster, TC. Rheine 22, TTC. Bielefeld. SuS Bielefeld(der 6. Verein fehlt noch); Gruppe WestfalenSüd: Dortmunder TG., Dortmunder TC. 98, Postsportverein Dortmund, TC. Rot-Weiß Dortmund, TC. Gelsenkirchen, TC. Rechener Wald Bochum. Dr. Junghans Präsident des DDAC Der Führer der deutschen Kraftfahrer, Korpsführer Hühnlein, hat Dr. Fritz Junghans, den bisherigen Generalsekretär des 2DAC und langjährigen treuen Mitarbeiter des an den Folgen eines tragischen Unglücksfalles verstorbenen Präsidenten des DDAC, Freihr. von Egloffstein, zu cessen Nachfolger ernannt. Dortmunder Turfschluß im November Zwei aufeinanderfolgende Renntage.— Riesenzahlen beim Nennungsschluß. Mit Siebenneilenstiefeln geht das Turfjahr 1938 nunmehr seinem Ende zu. Nach einem Jahr, reich an Erfolgen, bereitet sich im westdeutschen Turfgebiet eine Bahn nach der anderen auf den Winterschlaf vor. Alsbald wird nun auch die volkstümliche und vorbildliche Dortmunder Rennbahn in Wambel an der Reihe sein. Sie wird ihre Pforten mit einer für die Jahreszeit recht großzügigen Turffolge, schließen. Im Gegensatz zu den bisherigen Meetings werden die beiden Turftage im November unmittelbar aufeinander folgen. Am Samstag, dem 5. November, und am Sonntag, dem 6. November, wird Dortmunds gepflegte Pferdesportstätte noch einmal der Schauplatz spannender Ereignisse auf dem grünen Rasen sein. Die unmittelbare Aufeinanderfolge der beiden Renntage— Samstag und Sonntag— bringt es auch mit sich, daß auf diese Weise vom ersten zum zweiten Tag eine Steigerung erzielt werden kann. Daher wird der Schlußakkord des Dortmunder Rennjahres 1938 besonders klangvoll und nachhaltig sein. Am 5. und 6. November werden sich also noch einmal die Augen und die Renngläser der westdeutschen Turfgemeinde auf Dortmund richten. Schon der erste Renntag entbehrt ohne einen besonderen„Schlager“ auf der Rennkarte keineswegs eines gewissen Reizes. Im Mittelpunnt dieses ersten Tages steht ein mit 3000 Mark ausgestatteter Ausgleich III, der„Preis der Ruhr“, der über 2400 Meter geht. Zwei Jagdrenen lragen weitere Abwechslung in den Ablauf der bunken Geschehnisse. Und am Sonntag, dem 6. November, liegt der Schwerpunkt des westdeutschen Rennsports in dem Dortmunder Ausgleich, einem Ausgleich II über 1800 Meter, der nicht weniger als 6000 Mark Geldpreise aufweist. Was die Dortmunder November-Renntage aber besonders hervortreten läßt, ist die Tatsache, daß beim Nennungsschluß Riesenzahlen in Erscheinung traten. Die Ausschreibungen haben auch bei den Berliner Ställen, die nach dem Hoppegartener Schluß mehr auf Reisen gehen, größte Anteilnahme gefunden. Dabei galt die Aufmerksamkeit der Berliner Ställe nicht nur den„fetten Happen", sondern selbst in den kleineren Rennen findet sich manches gute Pferd vor. Beni dem Rennungsschluß für 8 Ausgleiche und 6 Altersgewichts-Rennen der beiden November= Renntage, deren Tageskarten insgesamt 14 Prüfungen aufweisen, liegen nicht weniger als 413 Unterschriften vor. Mit einem Durchschnitt von fast 30 Anmeldungen für ein Rennen eröffnen sich die besten Aussichten auf stark besetzte Felder. Für das Hauptereignis, den Dortmunder Ausgleich, wurden 31 Pferde eingeschrieben. Das ist ein Ergebnis, wie man es bei einem Ausgleich II recht selten erlebt. Dieses hervorragende Nennungsergebnis bildet das Sprungbreit zu einem erfolgreichen Ausktang des Dortmunder Turfjahres. Unsere Voraussagen Langchamp. 1. R.: Gunmate— Braderie; 2. R.: Hacdouk— Descderio; 3. R.: Lactone— Iskandar; 4. R.: Theobroma— Stall Masurel; 5. R.: Tramek— Tiepoletto; 6. R.: Ostean— Pandoru. Der deutsche Straßenrennsport 1939 Das: Gesicht des deutschen Straßenrennsports wird im kommenden Jahre ein völlig anderes sein. Besonders im Lager unserer Berufsstraßenfahrer sollen Reformen vorgenommen werden, die geradezu eine Umwälzung der bisher herrschenden Verhältnisse bedeuten. Man will die internationale Kampfkraft unserer Fahrer stärken; denn darüber, daß unsere Verkreter in diesem Jahre bei den Rundfahrten durch Frankreich, Italien und der Schweiz, bei den Weltmeisterschaften in Holland und bei verschiedenen anderen Gelegenheiten nicht die erwarteten Erfolge ernleten, darf kein Zweifel herrschen. Dies was auch in erster Linie Veranlassung, sich mit Reformen grundlegender Art zu beschäftigen. Startmöglichkeiten für alle. In Kreisen der Verantwortlichen wurde immer wieder der Wunsch laut, daß die deutschen Straßenrennen nicht nur einer bestimmten Gruppe, sondern allen deutschen Straßenfahrern, die auf deutschem Material fahren, offen sein müssen. 1939 soll das nun Tatsache werden. Alle deutschen Berufsstraßenfahrer, die keinen Fabrikvertrag von irgendeiner deutschen Markenfahrradfabrik besitzen, aber auf einem deutschen Markenfahrrad starten, wird die Teilnahme an den Wettbewerben gestattet. Damit wird jungen, aufstrebenden Talenten die Möglichkeit gegeben, sich zu entwickein, und talentierte Fahrer aus dem Lager der Amateure werden wieder Mut bekommen, den Schritt ins Lager der Berufsfahrer zu wagen. Unter diesen Umständen müßte sich normalerweise die Kampfkraft unserer Fahrer heben. Sonntag Lehrgang für alle weiblichen Betriebssport=Uebungsleiterinnen Für alle Betriebssport-Uebungsleiterinnen des ebietes Herne—Castrop-Raurel beginnt am kommenden Sonntag in der Turnhalle des Oberlyzeums in der Herm.= Löns=Straße ein Lehrgang. Betriebsspertgemeinschaften, wo Frauen beschäftigt werden, find verpflichtet, Uebungs leiterinnen zu melden. Die Leitung des Lehrganges ha Sportlehrerin Frl. K. Graul, Dortmund. Beginn de Lehrgangs pünktlich um 10 Uhr vormittags. Heute Reichssportabzeichen=Vorbereitungskursus In der Turnhalle der Bismarckschule an der Bismarch straße kommt am heutigen Donnerstag ein Reichssport abzeichen=Vordereitungskursus für Frauen und Männer zur hüte, 1 Fahne, 1 Damenfahrrad, 1 Herrenfahrrad, 2 SchlüsAnmeldungen werden noch in der Turnhalle entgegengenommen. Rundfahrt verlaufen. Dreißig deutsche und ebensovie ausländische Straßenfahrer werden teilnehmen. In 22 bzw 23 Etappen, durchsetzt mit etwa vier bis fünf Ruhetagen wird sie einen ganzen Monat in Anspruch nehmen. Einig Tage nach Pfingsten, also Anfang Juni, wird der Star erteilt. Der genaue Tag liegt noch nicht fest. Schulung der Amateure für Helsinki. Im Lager der Amateure werden wie bisher Auswahlrennen zur Ermittlung einer Nationalmannschaft dienen Länderkämpfe und einige internationale Etappenfahrter dürften der Schulung unserer Besten dienen. Im Hinblick auf das Olympische Straßenrennen in Helsinki werden die Vorbreitungen natürlich schon 1939 beginnen. Aus der großen Masse der deutschen Amateurstraßenfahrer sollen geeignete Vertreter herausgefunden werden und unter Anleitung von erfahrenen Lehrern für die Olympischen Spiele 1940 herangebildet werden. Einen Maßstab der olympischen Schulungsarbeit will man bei den Straßenweltmeisterschaften des nächsten Jahres anlegen. Ein vollkommen verändertes Aussehen erhält also das Gesicht des deutschen Straßenrennsports. Hoffentlich zeitigen die Reformen die Auswirkungen, die diese Umwälzungen erwarten lassen. Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt Dortmund, 26. Oktober. Dem heutigen Zuchf- und Faselviehmarkt wurden zugeführt: 345 Stück Großvieh, 141 Ferkel, 50 Läufer und ältere Futterschweine, 11 Kölber. Hochtragende und frischmelke Kühe kosteten je nach Qualität 350—590 R), Rinder kosteten 285—430 Ru. Der Handel in Großvieh war mittel. Beste Tiere über Notiz. Am Schweinemarkt war der Handel ruhig. Es kosteten(Durchschnittsqualitäten und Durchschnittsvreise): Ferkel: 5 bis 6 Wochen alt 17 Rf. 6 bis 8 Wochen alt 23—28 70, 8 bis 10 Wochen alt 29—34 Rf. 10 bis 12 Wochen alt 35—39 RN. Läuferschweine: über 3 bis 4 Monale alt 40—48 N. über 4 bis 5 Monale alt 49—60 Rf, über 5 Monate alt 61—70 Rll. Der nächste Markt findet am 2. November statt. Zahl der Rennen wird erhöht. Auch daran, daß die Verdienstmöglichkeiten der Berufsstraßenfahrer bessere werden müssen, wurde gedacht. Statt des bisher obligatorischen Pflichttrainings vor jedem Rennen sollen jetzt am jeweiligen Austragungsort der Industrierennen einige Tage vorher Rundstreckenrennen zwischen 75 und 100 Kilometer durchgeführt werden. Rennen waren von jeher das beste Training. Besteht dazu noch Aussicht, einen Geldpreis zu gewinnen, müßten schon diese Umstände genügen, Auftrieb zu schaffen. Das starre System hatte keine Vorteile. Im Laufe der Jahre hat man sich restlos davon überzeugt, und das war gut. Großdeutschlandfahrt über 5000 Kilometer. Die Anzahl der zur Durchführung kommenden Straßenrennen steht zur Zeit noch nicht fest, doch daß es mindestens acht und ebensoviele Rundstreckenwettbewerde geben wird, ist sicher. Hauptereignis ist und bleibt die Deutschlandfahrt, der man diesmal die Bezeichnung Großdeutschlandfahrt geben wird. Ueber 5000 Kilomeler lang wird der Weg sein. Vom Start in Berlin durch Pommern nach Schlesien ins befreite Sudetenland, dann durch Sachsen wieder ins Sudetenland, durch Bayern über Nürnberg und die Ostmark nach Wien. Ueber die Alpen und die Höhen des Schwarzwaldes zum Saargebiet, weiter durch Westdeutschland und die Küstengebiete der Norsee über Mitteldeutschland mit Ueberquerung des Harzes zur Messestadt Leipzig und im Triumphzug zurück zum Ziel in der Reichshauptstadt. So wird die Streckenführung dieser gewaltigen Wir bringen für die kalte und nasse Jahreszeit: 4 SCHOHHAUS kräftige, dauerhafte Schuhe Springer Aus amtlichen Bekanntmachungen Beschulung blinder und taubstummer Kinder. Die Eltern und gesetzlichen Vertreter der noch nicht in Anstalten untergebrachten taubstummen und blinden Kinder werden hierdurch aufgefordert, die Anmeldung der Kinder im städt. Fürsorgeamt, Sparkassengebäude, Zimmer 13, bis spätestens 1. November 1938 vorzunehmen. Anmeldepflichtig sind Kinder, die entweder: a) blind oder sehr schwachsichtig sind und das 4. Lebensjahr vollendet haben, oder b) taubstumm, sehr schwerhörig oder auch nur stumm oder ertaubt sind, und das 5. Lebensjahr beendet haben. Herne, den 22. Oktober 1938. Der Oberbürgermeister. Fundsachen. Folgende Gegenstände wurden als gefunden in Herne abgegeben: 1 Handschuh, 1 Damenarmbanduhr, 2 Herrenhüte, 1 Fahne, 1 Damenfahrrad, 1 Herrenfahrrad, 2 Sch#l= selbunde, 4 Geldbörsen mit Inhalt und 1 Ballen Glaswolle Fogende Tiere wurden als zugelaufen bzw. als zugeflogen gemeldet: 1 Jagdhund, 2 Enten und 1 Silberfasan. Eigentumsansprüche sind binnen Jahresfrist beim Polizesamt in Herne(Zimmer 66) geltend zu machen. * In unser Handelsregister, Abt. A. Nr. 859— Hote Schmitz, Inh. August Friedrich Schmitz in Herne— ist am 24. Oktober 1938 folgendes eingetragen worden: Die Firma ist jetzt ohne Zusatz und laute::„Hotel Schmitz“ in Herne Inhaber ist jetzt der Gastwirt Paul Burmester in Herne Der Uebergang der in dem Betriebe des Geschäfts begründeten Verbindlichkeiten des bisherigen Inhabers auf den jetzigen Inhaber ist ausgeschlossen. Amtsgericht Herne. In unser Handelsregister, Abt. B. Nr. 209— Firma Schmitz& Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Herren- und Jünglingskleidung in Berlin, Zweigniederlassung in Herne— ist am 18. Oktober 1938 folgendes eingetragen worden: Die Firma ist geändert in„Schmitz& Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Bitterfeld, Zweigniederlassung in Herne“. Durch Gesellschafterbeschluß vom 9. Mai 1938 ist der Sitz der Gesellschaft nach Bitterfeld verlegt. Die bisherige Zweigniederlassung in Bitterfeld wird Hauptniederlassung. Die bisherige Hauptniederlassung in Berlin wird aufgehoben. Die Veröffentlichung im Reichsanzeiger ist am 1. 10. 1938 unter Nr. 229 erfolgt. Amtsgericht Herne. für die ganze Familie. Unsere große Auswahl und unsere niedrigen Preise sind bekannt. HE S! bewußt auf sich genommen hat. haben wesentlich dazu beigetragen, daß die gesamte Aktion in diesem Umfange und so reibungslos hat durchgeführt werden können. Sicherster Schutz: Die deutsche Wehrmacht Das deutsche Volk hat selbst den Nutzen aus dieser Anstrengung ziehen können. Es unterliegt keinem Zweifel, daß gerade hierdurch mit die ganze Stärke der deutschen Rüstung in Erscheinung treten konnte. Abschließend möchte ich noch einmal feststellen: Nur das Vorhandensein dieser Rüstung und besonders das Einfügen des gesamten, zu jedem Einsatz bereiten Volkes in diese Rüstung hat es dem Führer ermöglicht Großdeutschland zu schaffen, ohne einen Schug abzugeben. Fritzsche: Dann darf ich zum Fchluß feststellen: Jeder deutsche Volksgenosse sieht heute in der Wehrmacht den Schutz für all das, was erreicht und was aufgebaut wurde, für die neuen Teile des Reiches, für die neuen Straßen, die neuen Wohnungen, die besser bearbeiteten Felder der Heimat. für die Städte im Reich, die ein neues Gesicht erhalten, für die neuen Fabriken, die im eigenen Land herstellen, was früher draußen gekauft werden mußte, kurz für die Heimat der Deutschen, die schöner und liebenswerter wird, als sie jemals in der deutschen Geschichte war. Für dies alles, das ja noch von so viel Unverständnis und wohl auch wohl Mißgunst umbrandet ist, ist nach unser allem Gefühl die deutsche Wehrmacht der einzige sichere Schutz, der Garant für Dauerhaftigkeit. Die neue tschecho=slowakische Verfassung Die Ansichten des Minister präsidenten Dr. Tiso Prag, 26. Okt. Die Prager Blätter veröffentlichen eine Unterredung mit dem zur Zeit in Prag weilenden lowakischen Ministerpräsidenten Dr. Tiso, in welcher der Ministerpräsident seine Ansichten über die zukünftige gemeinsame Verfassung der neuen tschecho=slowakischen Republik darlegte. Die Tschechen, Slowaken und Karpatho=Ukrainer müßten, so erklärte Dr. Tiso. einander vollständig gleichgestellt werden. In das Zentralparlament müßten die zurünftigen drei Landtage ihre Vertreter entsenden. Die Slowaken wünschten aber der Entscheidung der Tschechen und Karpathoner über die Zusammensetzung der Vertretung vorfen. lerdings entsprächen die bisherigen Verfassungsläge nicht dem Grundsatz der vollständigen Gleichberechtigung der Völker in der Tschecho=Slowakei. Denn, so fuhr der Ministerpräsident fort, wenn die drei Landtage und das Zentralparlament aus Vertretern verschiedener Parteien zusammengesetzt sein würden, so bestünde die Gefahr der Zersetzung der nationalen Gemeinschaft. Das würde zu dem unseligen Majorisierungssystem der Ver Was die Schaffung des so sei vom Standpunkt der 9 zurückführen. weikammersystems betreffe lowaken zu sagen, daß nach ihrem Wunsche die künftigen Landtage nur noch nach dem Einkammersystem eingerichtet werden sollten. Die Ziele des neuen slowakischen Propagandaamts Ausschaltung des jüdischen Einflusses im öffentlichen Leben. Preßburg, 26. Okt. Der Leiter des neuen Propagandaamtes für die Slowakei. Mach, machte am Dienstag über die Ziele dieser neugeschaffenen Einrichtung nähere Mitteilungen. Das Propagandaamt will sich die Ausmerzung der noch vorhandenen Positionen des BeneschSystems, des Marxismus, der Freimaurerei und des Judentums sowie die Verankerung des autoritären Staatsgedankens und eines gesunden Naiionalgefühls in den breitesten Schichten der slowakischen Bevölkerung zur Hauptaufgabe machen. Mach erklärte, daß das große Vorbild für seine Aufgabe das deutsche Propagandaministerium sei, dessen Tätigkeit ihn mit Bewunderung erfülle. Die Arbeit des slowakischen Propagandaamtes werde sich auf Presse, Film, Rundfunk, auf das Schrifttum, Veranstaltungen von Versammlungen und Aufklärungsaktionen sowie auf die Förderung des Fremdenverkehrs beziehen. Auf dem Gebiet der Presse gehe die slowakische Regierung bereits jetzt daran, gesunde Verhältnisse zu schaffen und den für die Interessen des Landes verderblichen jüdischen Einfluß gänzlich auszuschalten. Auch im Filmwesen greife eine große Säuberungsaktion Platz. Bisher seien im Lande von 110 Filmkonzessionen nur 13 an Slowaken verliehen gewesen, während alle übrigen in den Händen jüdischer und tschechischer Gesellschaften waren. Hier werde grundlegend Wandel geschaffen. Straffe personelle, organisatorische und räumliche Zusammensassung werde das Propagandaministertun schaffen, dessen die Regierung bei Verwirklichung ihre: Aufbauwerkes bedürfe. Kommunistische Partei auch in der KarparthoUkraine verboten Ushorod. 25. Okt. In einer Sitzung der karpathoukrainischen Landesregierung, die vor dem Abflug der karpatho=ukrainischen Minister nach Prag stattfand wurde der Beschluß gefaßt, die Tätigkeit der kommunistischen Partei im Gebiet der Karpatho=Ukraine sofort einzustellen. Die Regierung hat alle Maßnahmen getroffen um die durch diesen Beschluß notwendigen Maßregeln gegen die Tätigkeit der Kommunisten in der KarpathoUkraine durchzuführen. Der Beschluß wurde von der nationalen ukrainischen Bevölkerung mit großer Befriedigung ausgenommen. Lnaufhalisames Vordringen der Japaner Versuche, den Chinesen den Rückzugsweg abzuschneiden Tokio, 26. Okt.(Ostasiendienst des DNB.) Die vollständige Besetzung von Hankau und Wutschang ist hier zwar noch nicht offiziell bekanntgegeben worden, doch melden die Frontberichte, daß die japanischen Truppen die Reste der Chinesen aus Hankau vertreiben, während Wutschang sich bereits völlig in ihren Händen befindet. Nach den amtlichen Mitteilungen haben motorisierte Abteilungen den nordöstlichen Teil von Hankau bereits am Dienstagabend besetzt: seitdem sind sie immer weiter in das Stadtinnere vorgedrungen und haben alle wichtigen Gebäude besetzt. Wutschang wurde von den Abteilungen genommen, die von Kotien(am Südufer des Jangtse) aus ebenfalls am Dienstagabend aufgebrochen waren. Sie setzten ihren Vormarsch die ganze Nacht über fort und drangen“ in den frühen Morgenstunden des Mittwochs(nach japanischer Zeit) in die Stadt Wutschang ein. Wie der Heeresbericht meldet, ziehen sich nach dem England schlägt Kontinent=Elf 3:0 Die Mannschaft siegte, die Auswahl der Solisten verlor 7 65000 begeisterte Menschen Das„Sviel des Jahres“ ist aus. Die Gemüter der Fußballfreunde im großen europäischen Sportraum. die am Mittwoch nur eine Blickrichtung— London— kannten, haben ihre Ruhe wieder. Die Frage nach dem Sieger aus der Kraftprobe England— Kontinent wurde von den Engländern mit einem klaren 3:0 beantwortet. Und daran ist nicht zu rütteln. Die Ziffer zeigt nicht einmal den Schönheitsfehler des Kontinent=Ehrentores auf. Sie war die souveräne, selbstsichere Antwort des Lehrmeisters auf eine wißbegierige Frage des Schülers. Und es war ein Glück, daß Englands Stürmer nicht gerade mit Feuereifer und Ehrgeiz bei der Sache waren — es hätte sonst noch etliche Male im Kontinent=Tore eingeschlagen. Das 3:0 hat jene Ansicht im Sviegel der Meinungen, daß für noch so hervorragende els Einzelspieler des Kontinents gegen eine einheitliche Spielauffassung und gegen ein Spielsystem. kurzum gegen die Mannschaft Englands nichts zu wollen sei, deutlich unterstrichen. Die Mannschaft siegte, die Auswahl der Solisten verlor. 65000 bewiesen eindringlich, wie ernst auch Old England diesen Kampf nahm. Auf der Ehrentribüne sah man neben den ehrwürdigen Grauköpsen der Football Association, die nun schon 75 Jahre auf dem Buckel hat und deren Jubiläum Anlaß zum großen Spiel war, fast alle Fußballsport=Persönlichkeiten der Alten Welt. So u. a. den FÖFA=Präsidenten Rimet=Frankreich, LotsyHolland, Mauro=Italien, Professor Dr. Nerz und Reichstrainer Herzberger als Vertreter des deutschen Fußballs und Halvorsen, der nach seiner HSV.=Zeit heute die norwegische Länderelf betreut, die in wenigen Wochen in Livervool gegen England kämpfen wird. Die Spunnung in der in reichem Flaggenschmuck vrangenden Kampfstätte. in der neben dem Union Jack und der FIFA=Fahne auch die Nationalflaggen der beteiligten Svieler wehen, ist auf den Höbepunkt gestiegen. als der junge Herzog von Kent als Vertreter des englischen Königshauses die Spieler durch Handschlag begrüßt. Wenig später schon lesen Raymond Braine und Hapgood die Seiten aus und dann stehen zum großen Kampf bereit: Kontinent: Olivieri (Italien) Joni. Rava (Italien) Kunfer Andreolo Kitzinger (Deutschland(Italien)(Deutschland) Aston Braine Piola Zsengeller Brustad (Frankreich)(Belgien)(Italien)(Ungarn)(Norweg.) Boves Goulden Lawton Hall Matthews Copving Cullis Willingham Hapgood Sproston England: Woodley Hall. Lawton und Goulden, die Torschützen In der ersten Viertelstunde überrascht die FestlandAuswahl eigentlich. Zwar sind die Briten von Beginn an überlegen, diktieren auch den Kampf. aber der Kontinent stürmt recht vielversorechend. England kann ihn nicht so ohne weiteres überrennen. Groß ist der Beifall für den norwegischen Linksaußen Brustad. als er nach schönem Lauf nur soeben über das Tor schießt. Englands Zuschauer feuern ihre Elf an. Sie gehen stürmisch mit und beweisen damit so recht klar. wie ernst sie doch den Gegner nehmen. In der 17. Minute kommt England zur ersten Ecke und damit ist das Signal zu einer bis zur Pause nicht mehr abreißenden Ueberlegenheit gegeben. Für zwei Minuten kommt der Ball einfach nicht mehr aus der Kontinent=Svielhälfte heraus. Andreolo. Kupfer und Kitzinger mühen sich mit besten Kriften. schaffen das Leder aber nicht weit genug weg. 54 Da erhält auf einmal der kleine untersetzte englische Halbrechte den Ball— und aus 16 Meter schlägt es hinter Olivieri ein. 1:0! Ein prächtiger Schuß in den äußersten linken Winkel. Eine Minute später muß sich Olivieri schon in den Schuß werfen. um das zweite Tor zu verhüten. Die britische Ueberlegenheit wird immer zwingender und beängstigender. Immer wieder bekommt der fast katzenhaft geschmeidige italienische Torhüter Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Nach der dritten Ecke aber heißt es durch Lawton 2:0. In der 29. Minute geschieht es. Copvings Vorlage prallt von Rava ab. der 19jährige Everton=Mittelstürmer Lawton erwischt den Ball und feuert aus drei Meter unhaltbar ins Netz. In der europäischen Abwehr macht sich das mangelnde Verständnis zwischen der italienischen Deckung und den deutschen Außenläufern immer mehr bemerkbar. Kupfer und Kitzinger finden nicht die richtige Einstellung, stehen meist zwischen den Flanken und„schwimmen“. Eine große Chance des Kontinents zerrinnt in der 35. Minute. als Braine mit einem seinen Schuß nur die Latte trifft. Ausgezeichnet ist der englische Halbrechte Hall. Erstaunlich. wie dieser Mann seine Bomben abfeuert. Bei dauernder englischer Ueberlegenheit vergeht die erste Halbzeit. England nimmt ein 2:0 und ein 6:0=Eckenverhältnis in die Pause mit. Ecken für den Kontinent, aber keine Tore Es geht weiter. Braine und Zsengeller haben getauscht. Woodley muß bereits in der zweiten Minute eingreifen, als Europa zur ersten Ecke kommt. Die Briten antworten mit zwei weiteren Eckbällen, die aber ebenfalls abgewehrt werden. Jedoch ist die englische Ueberlegenheit weiter derart kraß, daß Sproston. Hapgood und Cullis auf der Mittellinien stehen, während minutenlang nur auf das Kontinent=Tor gespielt wird. In der 56. Minute ist es Aston. der auf Vorlage von links aus vollem Lauf schießt. aber Woodley nicht überraschen kann. Der Kontinent kommt zu seiner zweiten und kurz darauf auch zur dritten Ecke. In der 70. Minute läßt Goulden einen Volleyschuß los. der zur zehnten britischen Ecke führt. Kaum 60 Sekunden später jedoch heißt es 3:0. Wie in Berlin feuert Goulden aus dem Stand eine unheimliche Bombe ab. die blitzschnell einschlägt und von keinem anderen Torwart der Welt zu halten gewesen wäre. Damit ist der Kampf endgültig entschieden. Das Durcheinander in der Kontinent=Abwehr ist so groß, daß die wenigen Schlachtenbummler vom Festland froh sind. in den letzten Minuten nicht noch mehr Tore sehen zu müssen. Die britischen Stürmer setzen sich nicht mehr restlos ein — es bleibt bei dem 3•0 für England. Jenem Resultat also. das die deutsche Länderelf 1935 auf dem TottenhamPlatz gegen einen gleichen Gegner erzielte. Mit einem blauen Auge davongekommen Mit Ausnahme der ersten Viertelstunde. in der die englische Abwehr einige Schwächen verriet, die aber von dem europäischen„Fünf=Nationen=Sturm" nicht ausgewertet werden konnten, hat die britische Elf gespielt, daß man einfach nicht genug Lobesworte finden kann. Das Prachtstück der Mannschaft war zweifelsohne die Läuferreihe, die einfach eine Klasse besser als die des Kontinents war und der Motor des ganzen britischen Spiels war. So. wie man es vom modernen englischen Fußball gewohnt ist, spielte Cullis den Stovver. während Copving und Willingham souverän das Mittelfeld beherrschten. Wie gerade die Außenläufer auf den Angriff drückten. zeitweilig mit aufgeschlossen und dann mit einem Siebenstürmerspiel die an und für sich schon durcheinander geratene Abwehrfront verwirrten, war immer wieder begeisternd. Im Sturm spielte der rechte Verbinder Hall ausgezeichnet. Seine Torschüsse waren unerhört wuchtig und kamen immer völlig unverhofft. Mit etwas mehr Glück hätte er sicherlich mehr als ein Tor geschossen. Goulden war um den Aufbau und den Einsatz seiner Nebenleute stets bemüht und wartete mit einem unvergleichlich prächtigen dritten Tor auf. Der junge Lawton. von dem die Zuschauer wohl am meisten erwarteten. erwies sich als ein energischer, schußstarker Stürmer mit hervorragendem Kopfballspiel. Beide Außen waren erste Klasse. Olivieri, der held des Tages Bester Mannschaftsteil in der Kontinent=Auswahl war die italienische Abwehr. Olivieri mußte man als den überhaus besten europäischen Spieler bezeichnen. Ohne seine verblüffend sicheren Paraden wäre Englands Sieg weit höher ausgefallen. Rava und Foni bildeten zusammen mit dem Mittelläufer Andreole, der vor allem durch seinen Körpereinsatz gefiel. ein starkes und sicheres Ballwerk, das allen Erwartungen entsprach. Nur schade, daß Kupfer und Kitzinger zu den Italienern nicht die richtige Einstellung fanden, und so bei weitem nicht ihr wirkliches Können zeigen konnten. Im Sturm wirkte Braine zu langsam. Zsengeller und Aston trotz einiger prächtiger Läufe zu überstürzt, während Piola eben die richtigen Nebenleute fehlten, ohne die er einfach nicht zurechtkommt. Brustad auf dem linken Flügel war noch der aktivste Mann und wohl auch erfolgreichste Kontinent=Stürmer. Es war ein wunderschönes Sviel voller Aufschlüsse. Und die wichtigste Lehre aus ihm: noch ist England nicht erreicht! Pferdesport Rennen zu Krefeld. 1. Preis von Hindebeck: 1. Torgowy(Haut), 2. Gärant. 3. Shannon Silver. Sieg 18. Platz 15. 19. 15:10. Ferner: St. Märgen. Festland, Amern. Heidgraf. Lg.: ½, 4. K. EW. 176. 2. Reichswald=Jagdrennen: 1. Leid(Emmers), 2. Nußknacker, 3. Nangali. Sieg 84. Platz 16. 15. 17:10. Ferner: Prior, Jägermeister. Ambrosius, Blumenkönig, Herzfalter. Bärbel. Lg.: 4. 3. 3. EW. 682. 3. Preis vom Niederrhein: 1. Ingwer(H. Schmidt). 2. Noorongoro, 3. Nanette. Sieg 59. Platz 16. 13. 16:10. Ferner: Pikör. Puck. Bamvertus. Ruth. Tauverle, Samara. Lg.: K., 2, 1½. EW. 116. 4. Preis vom Bruchhof: 1. Orendel(Lt. v. d. Groeben), 2. Manzanares, 3. Kukuruz. Sieg 273. Platz 45. 18:10. Ferner: Lockruf. Fenstervarade, Gnom. Terxes. Erdwall. Lg.: 2. 2, 1½. EW. 542. 5. Preis von Monland: 1. Bribora(Schönfisch), 2. Thammo. 3. Goldprobe. Sieg 105. Platz 22. 15. 22:10. Ferner: Janiculus. Adare, Norne, Friedrieke, Gastrecht, Armada. La.: 3. 2½. 3. EW. 224. 6. Groß=Lind=Hürdenrennen: 1. Cote Basque 2 (Dietle), 2. Adagio. 3. Sonnenfalter, 4. Evikur. Sieg 38. Platz 14. 15. 35. 15:10. Ferner: Gastgeber. Finoterie, Georgette, Jessie, Aehre, Tivo. Lg.: 8, 10, 1½. EW. 186. 7. Preis von Kleve: 1. Lauf fix(Schönfisch), 2. Sandmann. 3. Ahnherr. 4. Musterknabe. Sieg 34. Platz 13. 19. 14. 19:10. Ferner: Mauriza. Boreas. Tarantella, Steinmetz. Maharon. Blumenfreude. Ottorico. Lg.: ½. 1½. K. EW. 218. Rennen zu Le Tremblay. 1. Rennen: 1. Lokrum(Bouillon), 2. Romulus. 3. Shindy. Sieg 13, Platz 11. 43:10. Ferner 3 Pferde. Lg.: 2½. K., 4. 2. Rennen: 1. Guilleret(Dupuit), 2. Alcazar. 3. Sucrier. Sieg 39. Platz 24, 55:10. Ferner 3 Pferde. Lg.: 1½. 1½. 1½. 3. Rennen: 1. Metsu(Ramognino), 2. Tandur. 3. La Miranbule. Sieg 56. Platz 21, 22:10. Ferner 4 Pferde. Lg.: 1½. 2, 3. 4. Rennen: 1. Nagor(Bertiglia), 2. Forlight, 3. The Spy. Sieg 134. Platz 43. 51. 64:10. Ferner 10 Pferde. La.: 4. KK., 2½. 5. Rennen: 1. Typewriter(Foot), 2. Pierre de Rose. 3. Maitre Alban. Sieg 333. Platz 47, 15. 35:10. Ferner 5 Pferde. Lg.: 2, K., 3. 6. Rennen: 1. Le Resultat(Laumann), 2. Culotte de Soie, 3. Fazulbhai. Sieg 84. Platz 34. 51, 33:10. Ferner 9 Pferde. Lg.: ½. 3. 2. Einmarsch der Japaner in Hankau und Wutschang große chinesische Truppenmassen entlang der Hankau=KantonBahn in südlicher Richtung zurück. Einzelne Abteilungen, die den Rückzug decken sollen, leisten in den stark befestigten Stellungen an der Ostseite der Bahn verzweifelten Widerstand. Die japanischen Streitkräfte dringen jedoch unaufhaltsam vor und versuchen die chinesischen Stellungen zu durchbrechen, um den Rückzugsweg über die KantonHankau=Bahn abzuschneiden. Schanghai, 26. Okt. Die Stadt Teian an der Kiukiang= Bahn steht seit einer Woche im Brennvunkt heftiger Kämpfe. Die Chinesen leisten in dieser Gegend heftigen Widerstand, wenn auch die Japaner ständig vorankommen. Ihr endgültiger Sieg dürfte Nantschang am Südende des Poyang=Sees in unmittelbare Gefahr bringen. Die im Süden des Hankauer Seengebietes overierenden japanischen Truppen stehen bereits in unmittelbarer Nähe der nach Kanton führenden Bahnlinie, die von einigen Stoßtrupps bereits überschritten worden ist. Japanische militärische Kreise schätzen die Stärke der hier noch Widerstand leistenden chinesischen Divisionen auf etwas über 100 000 Mann. Rheinisch=Westfälische Börse Düsseldorf, 26. Okt. Das Geschäft ließ weiter nach. Einige Glattstellungen fanden hauptsächlich in Montanpapieren statt. Das Publikum war mit Kaufaufträgen kaum noch vertreten. Die Tendenz ist eher als leichter anzusprechen. Nur einige Spezialwerte konnten kleine Kursgewinne buchen. Von den Montanvavieren verkehrten Rheinstahl ¾. Mannesmann 2## Ver. Stahlwerke ¼ Prozent niedriger. Erdöl lagen unverändert. Maschinenwerte weiter fest. Rheinmetall stiegen erneut um ¾ Prozent. Kleinere Umsätze hatten Farbenaktien zu ziemlich gehaltenen Kursen. Kalivapiere ruhig. Von den Elektrowerten mußten Siemens 1¼ Prozent hergeben. RWE. zogen ¾ Prozent an. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Der Geschäftsverlauf ist vorerst ein sehr ruhiger. Auch für den Export kam es nicht zu neuen Abschlüssen. Preise unverändert.— Die aus dem Fernen Osten vorliegenden Meldungen lassen auf unveränderte Tendenz und Preise schließen. Baumwolle: Stetig. Suverfine 3.70. Fine Oomra 4.25 d. Kaffee: Der Markt verkehrt allgemein— also nach dem Inlande und auch im Transit— in ruhiger Haltung und zu unveränderten Preisen. Von den Ursprungsländern lagen nur wenig Anregungen vor. Tendenz und Preise unverändert. Schmalz: Stetig. unverändert. Fettwaren: Unverändert. Hülsenfrüchte: Die Tendenz ist unverändert freundlich und auch die Nachfrage hat sich weiter erhalten, kann aber nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mengen jeweils befriedigt werden. Preise unverändert. Oele und Fette: Der Absatz in Kokoskern=Fettsäuren gestaltet sich infolge stärkeren Anfalles etwas reger. während Erdnuß=Fettsäuren nur wenig im Martt sind. Auch in ausländischen Schweinefetten für technische Zwecke war der Handel lebhaft, das gleiche gilt für Leinöl zu Anstrichzwecken. Preise unverändert. Am Weltmarkt ist das Geschäft ruhig. Preismäßig tendiert holl. Leinöl etwas fester. Holl. Leinöl prompt 17½, per Jan. April 17 3/8. Kokosöl Ceylon per Nov.(Dez. 14/10/—. Baumwollsaatöl per Okt.(Nov. 220—/—. Gewürze: Das Geschäft bewegt sich weiterhin in engsten Grenzen, wenn auch Pfeffer ener etwas reichliche: gehandelt wird. In den übrigen Gewürzsorten kommt es nur zu vereinzelten Bedarfskäufen, die ebenfalls auf unveränderter Basis getätigt werden. Rauhfutter: Ruhig. unverändert. Rohkakao: Kaum stetig. das Geschäft mit dem deutschen Inlande hat durch die Neubewilligungen eine geringe Belebung erfahren. Preise gegen die Vortagraum verändert. Lediglich für Accra=Lokoware sowie Lagos zur Abladung stellen sich die Forderungen leicht ermäßigt. Kakaohalbfabrikate: Die Nachfrage für Kakaohalbfabrikate ist bei meist unveränderten Preisen nach wie vor eine sehr rege. wobei weiterhin Kakaopulver bevorzugt wird. Kautschuk: Stetig. Sheets loko 8 17/32. per Nov.] Dez. 89/16. per Dez.(Jan. 8⅝. Zucker: Effektivmarkt: Abwartend: auf ruhige Auslandsmärkte hin Preise unverändert. Terminmarkt: Ruhig und unverändert. Wie wird das Wettes? Stärker bewölkt und veränderlich. Vorhersage für Donnerstag: Mäßige Winde um West, stärker bewölkt bis bedeckt. einzelne Regenfälle. Tagestemperaturen der Jahreszeit entsprechend. Vorhersage für Freitag: Wenig verändert. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wechselhaft. Rundfunk=Programm Donnerslag, den 27. Oktober 1938 6,00 Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebens! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7,00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 830 Ohne Soegen— jeder Morgen. 9.30 Ach diese Kinder! 9.45 Nachrichten. 10.00 Volksliedsingen— Liederblatt 15. 11.45 Der Bauernwald als Rohstoffquelle. 11.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00 Mittagskonzert. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. des Mittagskonzertes. 13.15 Fortsetzung 14.00 Nachrichten. 14,10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Das gute Buch. 15.20 Heitere Zwischenmusik(Schallplatten). 15.45 Das Recht des Alltags. 16.00 Nachmittagskonzert. Melitta Wittenbecher (Sopran). Kircheis(Tenor), das Kölner Klavier=Duo und andere Solisten. 1. Rixner: havsodie. 2. Ortleb: Walzer=Evisode. Lehar: Wär es auch nichts als ein Traum vom Glück. 6. Plessow: Mexicana. 7. Lehar: Aus der Overette„Der Rastelbinder": a) Wenn zwei sich lieben. b) Es ist eine einfache Rechnung. 8. Kattnigg: Melodien aus„Der Prinz von Thule". 17.00—17,10 Der Erzähler. 9. Pachernegg: Der Kobold. 10. a) Plessow: Svieldose, b) H. Küster: Träumendes Glück. 11. a) Kletsch: Kleine Spielerei. b) Stolzenwald: Buntes Spiel. 12. a) Eysoldt: Du sollst die Rose sein. b) Zeller: Sei nicht böse. 13. Leo Eysoldt=Mausz: Konzertstück über„Ich weiß. daß wir uns wiedersehn“. 14. a) M. Schoefberger: Ja. so ein Schwips am Rhein. b) Stolz: Das Märchen vom Glück. 15. Meisel: Melodien aus„Die Frau im Spiegel". 18.00 Die Vortrecker. Ein Zwiegespräch über die Schicksalsgeschichte lüdafrikanischer Kolonisatoren. 18.30 Ums liebe Brot. Was unsere Hörer uns erzählen. 19.00 Musik zum Feierabend(Schallvlatten). 20.00 Nachrichten. 20.10 Junge Mannschaft. Das Große Orchester und der Rundfunkchor. I. Teil. 1. Stölzel: Concertante Musik für Bläser mit Orchester. 2. Schäfer: Drei Orchesterstücke nach deutschen Volksliedern. 3. H. Spitta: Musik für drei Soloinstrumente und Streichorchester. II. Teil. 4. Beethoven: Fantasie für Klavier. Chor und Orchester. 5. Beethoven: Sinsonie Nr. 1 C=Dur. Fischer: Marabu. 4. Mahr: Russischer Tanz. /22.00 Nachrichten. a Strauß: Draußen in Siebering. b) 122.15—24,00 Nacht= und Tanzmusik Freitag, den 28. Oktober 1938 6.00 Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beug:! 6.30 Freut euch des Lebens! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7,00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Froher Klang zur Arbeitsvause. 9.30 Entdeckungsfahrten für den Winter. 9.45 Nachrichten. 10.00 Lob der Kartoffel. 10.30 Einen Augenblick bitte— ich verbinde... 11.45 Besuch in einer Baumschule. 11.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00 Zur Unterhaltung. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Mittagskonzert. 11.00 Nachrichten. 14.10 Die Werkvause beim Kumpel aus Gelsenkirchen=Buer, anläßlich der Arbeitstagung des Fachamtes Bergbau. 15.00 Wolken überm Land. Sudetendeutsche Städte.— Wo wird das Wetter gemacht?— Die Sonnenflecken sind schuld daran.— Vom Reisen und Wandern. 16,00 Musik zum Nachmittag(Schallvlatten und Aufnahmen). 17.00 Der Erzähler. 17.10 Das deutsche Volkslied. Der Rundsunschor. Mitglieder des Groben Orchesters, Lndia Schnaudt(Sovran). Erich Rodens(Bariton), Ida Gille(Laute). 1. Volksweise: Unterländers Heimweh. 2. Maler: Drei Liebeslieder: a) Klagelied über das verlorene Lieb. b) Mein eigen, c) Liebesplauderei. 3. Zwei Stücke für Laute: a) Albert: Menuett. b) Sohr: Rondo. 4. Drei Lieder: a) Knab: Der wandernde Musikant. b) Tanzliedchen. c) Kauffmann: Wo der Wind weht. 5. Stürmer: Gesellige Lieder: a) Rheinschifferlied. b) Die Spinnerinnen. c) Zur Hochzeit. 6. Drei Lieder: a) H. Albert: Am Waldauell. b). Knab: Sonnenlied. c) Becker: Mein Herz. tu' dich auf. 18.90„Mammi... Mammi!“ 18.15 Besinnliche Musik. 18.40 Der schöpferische Mensch. 19.00 Musik zum Feierabend(Schallvlatten). 20.00 Nachrichten. 20.10 Abendkonzert. Ensoldt mit seinem Orchester. 1. Gade: Ouvertüre zu„Hamlet“. 2. O. Römer: Serenade für Streicher und Orchester. 3. Borodin: Russische Rhapsodie zu„Fürst Igor“. 4. Fischer: Marsch aus den Miniaturen. 5. Anderssen: Impromptu. 6. Bruch: Zweiter Satz aus dem Violinkonzert. 7. Schubert: Impromotu As=Dur. 8. Godard: Walzer. 9. Delibes: Thema und Variationen aus dem Ballett„Coppelia": a) Thema und Variationen. b) Festtanz und Stundenwalzer. c) Nocturno. d) Musik der Automaten und Walzer. 10. Rust: Moderner Orient. 21,30 Das Klavierkonzert. Solistin: Anna Antoniades. Mozart: Konzert A=Dur. 22.00 Nachrichten. 22.15 Musik von Schallblatten. 22.30 5. Internatiorales Konzert(Canadian Broadcasting Corvoration). 23.00—24,00 Tanz und Unterhaltung. Zu Allerseelen Kerzen und Grablichter vorrätig bei Hoethers& Röttsches Herm.-Göring-Straße 8, neben dem Postamt. RADOR bekommen Sie öberall, wo es gute Seifen gibt. KUIITFECATE Das seit Jahrzehnten am Platze bestehende Textilfachgeschäft der Firma Gebr. Rindskopf wird Freitag vormittag 10 Uhr von der Firma KRESS& CO. 6. m. b. H. HERNE als deutsches Unternenmen neu eröffnet. 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Deshalb gib! das beliebte Seiliz nin in Dosen. bleibt es gut und irisch vom erat „Wir fangen an!“ Bochumer Pressebalt 1938 Samstag, 5. Nov., 20 Uhr, in sämtlichen Räumen des Parkhauses, veranstaltet vom Verbandskreis Bochum im Reichsverband der Deutschen Presse, Körperschaff des öffentlichen Rechts Die Kapellen des Abends: Adalbert Lutter(Berlin) mit seinen Solisten, die weltberühmte Tanskapelle des Deutschlandsenders. Hermann Hagestedt(Köln) mit seinem Westdeutschen Tanzorchester, die beliebte Kapelle des Westdeutschen Sendebezirk: Als Solisten wirken mit: Anton Zbik, der Bochumer Bassist am Opernhaus Hannover Willy Mavenknecht, von der Bühne der Stadt Bochum Damen des Duisburger Opernballetts Im Fabarett um Mitternacht treten u. a. auf: Martel Veselv. die jugendliche Dortmunder Tänzerin Irmgard Ertel, die hervorragende Xylophonistin Karten zu 6,— RM. in den Geschäftsstellen der Zeitungen in Bochum, Wattenscheid, Herne, Wanne-Eickel u. Hattingen.Sämtliche Karten sind unnumeriert für den Das Neueste Das Modernste Bei uns finden Sie, was Mode ist und Ihnen gelällt, mn allen Preislagen. Herne, Bahnhofstr. 49 Haus der Hüte! Haupkschriftleiter: Dr. Leo Reiners, Herne. Stellv. des Hauptschriftleiters Jof. Möller, Herne. Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Dr, Leo Reiners, Herne; für Unterhaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möller. Herne; für Anzeigen: Hubert Beyer, Herne. Bildverantwortliche: Ressorkleiter. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, H.-Göring-Str. 8) nicht an ihre einzelnen Mikglieder zu richten. D. A. IX. 38 über 3500.— Druck und Verlag Koethers& Röttsches, Herne. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig.— Mengenstaffe! E. Solbad Könio Luduuig Badezeiten bis 15. April 1939: Werktags: vormittags 9—11 Uhr, nachmittags 14—17 Uhr. 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