erner Anzei Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht; dürch die Posi monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger7 Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöhe 4 Pf., im Textteil 25 Pf. Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Siffer= und Auskunftsgebübr 28 Pf.7 Fernsprecher: Sammel= Nummer 52541" Drahtanschrift: Anzeiger Herne. Nr. 267(Erstes Blatt) Montag, den 14. November 1938 34. Jahrgang Keine Provokation ohne Antwort „Reichsminister Dr. Goebbels zerreißt das Lügengewebe der internationalen Judenpresse 7 In kürzester Frist Ueberführung der jüdischen Geschäfte in deutschen Besitz 7 Schon bald restlose Lösung der Judenfrage Eine Rede vor den Heifern des Berlin, 13. Nov. Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels brachte am heutigen Eintopssonntag den 70000 freiwilligen Helfern und Helferinnen, die seit Jahr und Tag neben ihrer eigenen Berufsarbeit für das Winterhilfswerk in Berlin tätig sind. seinen Dank und seine Anerkennung für ihren selbstlosen und opferfreudigen Einsatz dadurch zum Ausdruck, daß er im Kreise von 500 Helfern und Helferinnen in den festlich geschmückten Germania=Festsälen im Norden der Reichshauptstadt das Eintopfessen einnahm. Dr. Goebbels leitete diese Stunde der Gemeinschaft mit einer Ansprache ein, in der er nach Abstattung seines Dankes und seiner Anerkennung für die Helfer des WHW. auch auf den Pariser Meuchelmord des Juden Grünspan gund die entsprechenden Vergeltungsmaßnahmen der Reichsregierung zu sprechen kam, die zusammen mit der vom Minister in Form einer neuerlichen scharfen Abrechnung gegebenen Begründung durch immer wieder aufbrechende, stürmische Zustimmungskundgebungen als eine Willenskundgebung der Nation als solcher eindeutig unterstrichen wurden. Dr. Goebbels, auf dessen persönliche Anregung die Einführung der Eintopssonntage zurückzuführen ist, wies zunächst darauf hin, daß diese Solidaritätsbekundung des deutschen Volkes von Jahr zu Jahr volkstümlicher geworden sei und sich zu einem charakteristischen Kennzeichen des vom Volk und vor allem vom deutschen Arbeiter selbst getragenen Sozialismus der Tat entwickelt habe. Wie einst schon mit heiligem Ernst gerade hier in Berlin um die Seele des deutschen Arbeiters gerungen worden sei, so sei auch heute der Staat Adolf Hitlers zutiefst von dem Wunsche beseelt. vom Vertrauen und von der Liebe der breiten Schichten des deutschen Volkes getragen zu werden. Eine Regierung, hinter der nicht die eigentliche Kraft der Nation, die Arbeiter und die Bauern, stünden, werde zu großen innen= und außenpolitischen Handlungen völlig unfähig sein. Sie könne sich nicht lediglich auf eine dünne und “ meist wankelmütige Oberschicht von Intellektuellen stützen. Wenn Geschichte gemacht werde, dann müsse das Volk in seiner Gesamtheit die Nerven behalten. Von nichts komme auch in der Politik nichts. Und es sei meist ein großes Risiko nötig, um einen großen Erfolg zu erzielen. Gestützt auf die deutsche Nation, die einmütig und geschlossen hinter ihm stand, habe der Führer in den vergangenen fünf Jahren auch diese Risiken nicht gescheut, und es sei dabei aus einem ohnmächtigen, getretenen und verachtet am Boden liegenden Deutschland eine Weltmacht geworden, die zugleich auch die stärkste Militärmacht der Erde sei. Es sei sehr kurzsichtig, die Behauptung auszustellen, daß in einem Staatswesen, in dem ein Mann befehle, und das Volk ihm folge, sehr leicht zu regieren sei. Wenn eine Regierung so wie die nationalsozialistische an ihrem Volk hänge, wenn sie mit dem Herzen bei seinem Schicksal sei, ja, wenn sie ihr eigenes Schicksal mit dem des Volkes identifiziere, so bedeute es im Gegenteil ein Unmaß von Verantwortung, gewagte Entschlüsse zu fassen, von deren Ausgang Führung und Volk zugleich in ihrem Bestande abhängig sind. Der Minister nahm auch hier wieder Gelegenheit, dem deutschen Volk und insonderheit der großen Masse seiner Werktätigen des Führers Dank dafür zum Ausdruck zu bringen, daß sie sich bei den weltpolitischen Ereignissen dieses Jahres so treu, so tapfer, so verstehend und so einsichtsvoll hinter seine Führung gestellt haben. Der Lohn dafür sei nicht ausgeblieben. Mit tiefer Beglückung. so stellte der Minister unter stürmischem Beifall fest, stünden wir dank dieser Einmütigkeit der Nation heute vor der Tatsache, daß nicht ein einziger dieser großen und schweren Entschlüsse des Führers zu einem Fehlschlag geführt habe, daß sie im Gegenteil alle von nie geahnten Erfolgen gekrönt worden sind. Ein großartiger Beweis für dieses grenzenlose Vertrauen des Volkes zu seiner Führung sei die in der ganzen Welt ahne Beispiel dastehende Aktion des Winterhilfswerkes. Vas könne die Welt ihm gegenüberstellen! Das ruchlose Attentat von Paris habe unser Volk neut nicht zu der an sich wohlverdienten Ruhe kommen lassen. Dr. Goebbels erinnerte, von stürmischen Entrüstungskundgebungen begleitet, an den Hergang und die ersten Auswirkungen dieses seigen Mordanschlages, mit dem ein gedungener Judenjunge nicht einen einzelnen Mann, sondern, nach seinen eigenen Erklärungen, das deutsche Volk habe tressen wollen. Aber bei diesem zweiten Anschlag sei die Geduld des Volkes und der Regierung zu Ende gewesen. Immer wieder von stürmischer Zustimmung unterbrochen, zerriß Dr. Goebbels das Lügengewebe, mit dem die internationale Judenpresse das Verbrechen des Juden Grünspan zu bemänteln und zu beschönigen versucht. Er legte den eigentlichen Plan dar, den das Judentum mit dieser Tat verfolgte.„Man wollte“, so erklärte Dr. Goebbels unter stürmischer Zustimmung,„einen deutschen Diplomaten niederschießen, um damit eine Trübung des Verhältnisses zwischen Deutschland und den europäischen Großmächten herbeizuführen und so die sich aufhellende internationale Atmosphäre aufs neue zu stören.“ Der Schuß ist allerdings nach hinten losgegangen. Das deutsche Volk wurde hellhörig und reagierte dementsprechend. Mit Nachdruck wandte sich der Minister in diesem Zusammenhang gegen die Behauptung der internationalen Judenpresse, daß die Aktionen gegen jüdische Geschäfte und Synagogen von der Regierung provoziert oder organisiert worden seien.„Das deutsche Volk war“— und stürmischer Beifall unterstrich diese Feststellung— „von einer nie dagewesenen Empörung erfüllt, es hat sich übrigens nicht gegen die Personen, sondern nur gegen die Sachen gewandt.“ Dr. Goebbels schilderte dann die am Samstag beschlossenen einschneidenden Verordnungen und Maßnahmen der nationalsozialistischen Staatsführung. wobei er unter stürmischem Beifall feststellte, daß ihr Erfolg besonders dem außerordentlich schnellen und radikalen Durchgreisen Generalfeldmarschalls Göring zu verdanken sei. Er habe nicht gefackelt und das Problem mutig beim Schopfe gesaßt. Diese Verordnungen sind wie Dr. Goebbels betonte, erlassen worden, weil nach nationalsozialistischer Staatsaussassung das Handein der Regierung sich stets in Uebereinstimmung mit dem Willen des Volkes befinden muß. Der immer wieder aufbrausende stürmische Beifall zeigte, wie sehr die vom Minister im einzelnen erläuterten Maßnahmen dem einmütigen Willen des deutschen Volkes entsprechen.„Der Jude Grinspan hat erklärt, er habe das deutsche Volk treffen wollen. Dieses Volk hat jetzt durch seine Regierung eine entsprechende Antwort erteilt. Es hat sich als Volk zur Wehr gesetzt gegen die Rasse, die durch den Juden Grünspan auf einen deutschen diplomatischen Vertreter geschossen hat.“(Lebhafte Zustimmungskundgebungen.) In überzeugender Weise führte. Dr. Goebbels seinen Zuhörern vor Augen, wie lächerlich die Behauptungen einer gewissen übelwollenden Auslandspresse ist, die deutschen Juden könnten für das in Paris begangene Verbrechen nicht verantwortlich gemacht werden. Er stellte demgegenüber unter stürmischer Zustimmung fest, daß gerade die deutschen Juden die eigentlich Schuldigen sind. Sie arbeiten in aller Welt gegen Deutschland und müssen nun auch die Folgen ihrer vielfachen Verbrechen tragen. Dr. Goebbels verwies in diesem Zusammenhang darauf. daß es in Wirklichkeit den Juden in Deutschland bisher wirtschaftlich viel zu gut gegangen sei. Man habe sie allzu lange geschont aus deutscher Großzügigkeit und Gutmütigkeit. Nun aber sei Schluß damit! Mit besonders stürmischem Beifall dankten die Anwesenden dem Minister für die Mitteilung, daß im Rahmen der jetzt ergriffenen Maßnahmen jüdische Geschäfte aus dem deutschen Wirtschaftsleben überhaupt zum Verschwinden gebracht und in arischen Besitz überführt würden. Mit dem gleichen Jubel wurde die weitere Mitteilung über die von Dr. Goebbels erlassene Verordnung ausgenommen, wonach es Juden verboten ist, deutsche Theater, Kinos oder Varietees zu besuchen.„Es ist eine Entwürdigung unseres deutschen Kunstlebens, daß einem Deutschen zugemutet werden soll, in einem Theater oder Kino neben einem Juden zu sitzen!“(Langanhaltender Beifall.) An die Schilderung dieser gesetzlichen Maßnahmen knüpfte der Minister eine ernste Mahnung an die Bevölkerung. Durch alle diese Gesetze und Verordnungen, so erklärte er, wird das Geschäftsleben des Judentums in deutsche Hände überführt. „Es gibt also heute keine Möglichkeit mehr“, betonte Dr. Goebbels mit Nachdruck,„durch Aktionen gegen Geschäfte oder Unternehmungen den Juden überhaupt zu treffen, da sein Besitz in kürzester Frist in deutsche Hände gelangt. Wer sich mithin künftig gegen solche Geschäfte oder Betriebe wendet, schädigt nur das deutsche Volksvermögen. Es darf also in Zukunft solche Aktionen nicht mehr geben. Wer sie unternehmen wollte, vergeht sich jetzt nur noch am deutschen Volksvermögen und hat die entsprechende Strafe zu gewärtigen.“ „Die Regierung steht auf der Wacht!“ stellte der Minister unter immer neuen Zustimmungskundgebungen fest.„Sie wird keine Provokation des internationalen Judentums unbeantwortet lassen! Ich habe vorgestern den Vertretern der Auslandspresse in Berlin in aller Deutlichkeit vor Augen gehalten, daß jede Aktion des internationalen Judentums in der Welt nur den Juden in Deutschland Schaden zufügt. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß sich die deutsche Regierung damit in vollkommener und restloser Uebereinstimmung mit dem deutschen Volke befindet! Die Judenfrage wird in kürzester Frist einer das deutsche Volksempfinden befriedigenden Lösung zugeführt! Das Volk will es so, und wir vollstrecken nur seinen Willen!" Daß ein Teil der Auslandspresse noch Haß ausstreue, berühre uns nicht. Deutschland sei gefestigt und gesichert und niemand habe ihm dareinzureden, wenn es sich gegen lästige Parasiten zur Wehr setze. Dr. Goebbels schloß mit einem herzlichen Dank an die vielen selbstlosen ehrenamtlichen Helfer des Winterhilfswerkes. Er empfinde tiese Freude darüber. so viele Menschen als Mitarbeiter zur Verfügung zu haben. Daß in Berlin und im Reich Hunderttausende freiwillig daran mitarbeiteten, sei ein wunderbares Zeichen für unsere Berliner Bevölkerung wie für unser ganzes deutsches Volk. „Als der Führer die Führung des deutschen Volkes übernahm, befand es sich in einem erbarmungswerten, heute kaum noch vorstellbaren Zustand. Er hat in diesen fünf Jahren gewaltige Erfolge zu verzeichnen gehabt. Er hat große Gebiete und zehn Millionen Deutsche dem Reich wieder zugeführt, eine Armee errichtet, Autobahnen gebaut, ein Winterhilfswerk durchgeführt. Alles das wiegt nur wenig gegenüber der Tatsache, daß er ein anderes Volk erzogen hat, daß das von Neid und Haß zerrissene Volk von 1933 mit dem von 1938 gar nicht mehr zu vergleichen ist. Das deutsche Volk von heute ist eine wirkliche große, kameradschaftliche Gemeinschaft! Im Geiste dieser Kameradschaft wollen wir diese schöne Stunde gemeinsam verleben.“ Das Echo der neuen Verordnungen Lebhafte Beachtung in Polen 7„Maly Dziennik“ wünscht Maßnahmen gegen die polnischen Juden Warschau, 13. Nov. Die von dem Reich ergriffenen und angekündigten Maßnahmen gegen das Judentum werden in Polen stärkstens beachtet. „Maly Dziennik“ fordert, daß auch das nationale Leben in Polen entjudet und wirklich polnisch wird. Die Ziffern, die sich einem darbieten, sprächen indessen eine furchtbare Sprache. 42,5 Prozent aller Juden in Europa lebten in Polen. Von 100 Handwerkern in Polen seien 62 Juden, von 100 Kaufleuten 74. von 100 Aerzten 58 und von 100 Rechtsanwälten 61. Besonders tragisch sei, daß diese jüdischen Rechtsanwälte polnische Angelegenheiten vertreten, die jüdischen Literaten und Journalisten für den Gebrauch der Polen schreiben und die jüdischen Lehrer die polnische Jugend erziehen. Ein solch ungesunder Zustand lasse sich nicht aufrechterhalten. Ihn zu beseitigen, sei die größte und dringendste Aufgabe. Alle lebenswichtigen Gebiete in Polen müßten vollkommen und rücksichtslos entjudet werden. Man dürfe nicht gestatten, daß sich die Juden in polnische Angelegenheiten einmischen, ja, daß sie am wirtschaftlichen und kulturellen Leben in Polen, so wie das heute leider der Fall ist, mitwirken. Die Bedeutung der Geldbuße Berlin, 13. Nov. Die Antwort der Reichsregierung auf den jüdischen Meuchelmord in Paris wird von der ganzen deutschen Presse mit äußerster Genugtuung ver zeichnet. Dabei wird einhellig hervorgehoben, daß nun endlich die schon lange fällige Abrechnung mit den Juden vollzogen und ihre Ausscheidung aus dem kulturellen und wirtschaftlichen Leben erfolgt sei. „Das Weltjudentum“, so heißt es in der„Berliner Börsenzeitung",„muß jetzt zur Kenntnis nehmen, daß seine Annahme, der deutschen Geduld auch die blutige Provokation von Paris zumuten zu konnen, irnig ge wesen ist. Die Empörung des deutschen Volkes, die Beschlüsse der Reichsregierung führen dem Weltjudentum dramatisch vor Augen, wie Deutschland auf derartige Herausforderungen reagiert. Die Reichsregierung gibt Bombenwürfe in Jerusalem Neue Verschärsung des Kampfes 7 Zerstörungen an der Delleitung Angriff auf Fericho Jcrusalem. 13. Nov. In den letzten Tagen erfolgten in Jerusalem wieder zwei Bombenwürfe. Jetzt ist auch über das Musrara=Viertel ein Ausgehverbot von 24 Stunden verhängt worden. Die Verordnung des Oberkommandierenden des Jerusalem=Bezirks besagt, es müsse angenommen werden, daß die Bomben aus der Jerusalemer Altstadt stammten. Falls weitere Bombenwürfe erfolgen würden, werde über die Altstadt wieder das durchgehende Ausgehverbot verhängt werden. Gleichzeitig wird die Bevölkerung vor Ausschreitungen gewarnt. Das Ausgehverbot für die Altstadt ist gegenwärtig etwas verkürzt worden, und zwar von 20 bis 3 Uhr, um den Mohammedanern während der Festzeit ihre religiösen Handlungen zu ermöglichen. Heute nacht kam es in Jerusalem im Katamon=Viertel zu heftigen und langen Schießereien. Das Musrara=Viertel ist jetzt militärisch abgesperrt. In Jaffa wurden erneut Telephonleitungen zerstört. auch an der Oellinie erfolgten wieder Zerstörungen. Von Jerusalem gingen größere Truppenaufgebote zu militärischen Operationen in der Richtung nach Jericho ab. Die Wasserzuführung nach Jerusalem ist in den letzten Tagen durch schwere Wolkenbrüche unterbrochen worden. Es sind Rohre zerstört worden, sodaß Jerusalem zum Teil ohne Wasser ist und mit diesem Zustand auch wohl noch für mehrere Tage rechnen muß. Zahlreiche Ehrungen für den ermor deten Gesandtschaftsrat vom Rath Am Sarge des von jüdischer Verbrecherhand ermordeten Gesandtschaftsrats vom Rath, der in d deutschen Botschaft in Paris ausgebahrt war, wurden im Laufe der letzten Tage zahlreiche Krän niedergelegt, als äußeres Zeichen der Anteilnahme. Auch eine italienische Delegation hatte sich zur Botschaft begeben und legte hier im Namen Mussolinis einen Kranz nieder. Unser Bild zeigt den deutschen Botschafter Graf von Welczeck und den italienischen Geschäftsträger Prunas mit der italienischen Delegation nach der Kranzniederlegung.(Scherbönlderdienst-M) dem Weltjudentum exemplarisch zur Kenntnis, mit welchen Mitteln sie die Ermordung von Deutschen durch Juden zu vergelten gezwungen ist.“ Der„Berliner Lokalanzeiger“ stellt fest:„Die Geldbuße, die die in Deutschland wohnenden Juden für das Verbrechen ihres Rassegenossen zu erlegen haben, trifft bei dem innigen Verwobensein der Menschen dieses Blutes untereinander auch das Weltjudentum. Es soll es treffen, soll es davor warnen, die Dinge weiterzutreiben. Das Maß ist übervoll! Deutschland steht zu jedem einzelnen seiner Söhne. Wenn irgendwo noch einmal einem Deutschen von Juden oder von ausgehaltenen Helfershelfern des Indentums auch nur ein Haar gekrümmt wird, dann wird man nicht mehr so milde umgehen, wie es in diesem Falle noch einmal, zum letzten Mal. geschah! Was einem von uns angetan wird, das wird uns allen angetan. Das Dritte Reich aber weiß darauf zu antworten!“ „Präzise Trennung.“ Das„Neue Wiener Tagblatt“ weist darauf hin, daß jetzt wie im kulturellen Leben auch in der Wirtschaft die Politik der sorgfältigen Ausscheidung des Judentums. die präzise Trennung zwischen Juden und Deutschen fortgeführt werde. Die„Wiener Zeitung" schließlich sieht in den Verordnungen gegen das Judentum„eine klare, allgemein verständliche Antwort der Reichsregierung an das Weltiudentum, die beim deutschen Volke dankbarsten Widerhall und bei allen Vernünftigen im Auslande vollstes Verständnis finden werde.“ „Wir glauben an das Recht der Idee!“ Dr. Len auf der Führertagung des Gaues Koblenz=Triex der NSDA P. in Kovlenz.— Die Ausscheidung der Juden. Koblenz, 13. Nov. Das Führerkorvs des Gaues Koblenz=Trier der NSDAP. sand sich am Sonntagvormittag in der Koblenzer Stadthalle mit Gauleiter Gustan Simon an der Spitze zu einer Tagung zusammen, in deren Mittelpunkt nach einem Reserat des Leiters der Kommission für Wirtschaftspolitik. Bernhard Köhler. eine Rede des Reichsorganisationsleiters der NSDAP., Dr. Ley. stand. Dr. Ley untersuchte eingehend die Gründe des Verfalls der Systemzeit. Keineswegs habe ausschließlich Böswilligkeit zur inneren Svaltung des Volkes geführt. sondern Unverstand. Faulheit des Denkens und die dunklen Irrwege einer unverdaulichen Mystik hätten zu einer Drosselung jedes gesunden Instinktes und damit zur Katastrophe geführt. Instinkt und Verstand seien zwei ausschlaggebende Eigenschaften unserer Rasse.„Wir glauben", rief Dr. Ley aus.„an das Recht der Idee.“ Wir glauben an die Gesetzmäßigkeit unseres Wollens, und das heißt:„den Herrgott in unserem Volk wieder lebendig machen!“ In seinen mit begeisterter Zustimmung ausgenommenen Ausführungen forderte Dr. Ley eine Stärkung des Instinktes. den wissenschaftliche Tresore nicht ersetzen könnten. Dr. Ley beschäftigte sich dann eingehend mit den Vorgangen der letzten Tage. des Pariser Verbrechens des jüdischen Mörders Grünspan und den Auswirkungen im deutschen Volk. Er kennzeichnete die Jnden als die Parasiten an jedem Volkskörver und lehnte jedes Mitleid ihnen gegenuber ab. Gegenüber der Notwendigkeit der Ausscheidung der Juden aus dem deutschen Volk gebe es keinerlei Kompromiß. Nie dürfte das Elend vergessen werden, das die Juden in all den Systemjahren über Deutschland gebracht haben. Mit dem sogenannten „Taktgefühl der seinen Leute“ käme man den Parastten nicht bei. Unser Abwehrkampf möge raub erscheinen, aber er führe zum Erfolg!„Wir haben es lange genua ertragen und hingenommen, daß am Kurfürstendamm Geschäft neben Geschäft mit ihren jüdischen Firmenschildern uns in Leuchtbuchstaben anstrahlten und heraussorderten. Wir geben uns nicht dem Fatalismus hin: wir müssen jähe und fleißig sein. Wir lehnen den Zufall ab. wir bekennen uns zum Handeln. Es darf kein Problem geben, das die Partei nicht angreift. Eine Angst vor dem Problem kennen wir nicht. Jemehr den Menschen die Natur assenbar wird, desto besser ist das für unsere dee. Wir lassen uns von niemand die Existenz unserer Rasse wegleugnen!". Dank für die Haltung der französischen Behörden Paris, 13. Nov. Staatssekretär von Weizsäcker hat dem französischen Außenminister persönlich seinen Dank für die Haltung der französischen Behörden anläßlich des Attentats in der deutschen Botschaft ausgedrückt. Das Staatsbegräbnis Ueberführung des Sarges in französischem Sonderzug bis Aachen 7 Mittwoch Aufbahrung in der Rheinhalle 7 Die offizielle Trauerfeier am Donnerstag Düsseldorf, 13. Nov. Das Staatsbegräbnis für Gesandtschaftsrat Ernst vom Rath findet am Donnerstag, dem 17. November. in Düsseldorf statt. Für die Ueberführung= und Beisetzungsfeierlichkeiten ist folgendes Programm festgelegt: Der Sarg mit den sterblichen Ueberresten Ernst vom Raths wird in einem französischen Sonderzug am Dienstaa zunächst nach Aachen geleitet, wo er am Mittwochfrüh eintrifft. Kurz nach Eintreifen des Sonderzuges wird die Umbahrung vom französischen auf einen deutschen Sonderzug vorgenommen. Hieran schließt sich auf dem Bahnhof eine kurze Feier. Darauf setzt sich der deutsche Sonderzug zu seiner Fahrt nach Düsseldorf in Bewegung. die über Köln und KölnMülbeim über die rechtsrheinische Strecke führt. Auf allen Bahnhöfen, die der Sonderzug in langsamer Fahrt passiert. und wo die Angevörigen der Parteigliederungen Spalier bilden. ist der Bevölkerung der westdeutschen Grenzgaue Gelegenheit gegeben, dem für Deutschland Gefallenen ihren letzten Gruß zu entbieten. Beim Eintreffen des Sonderzuges auf dem Bahnhof in Düsseldorf findet eine Feier statt, die auf dem Bahnhofsvorplatz, wo sich inzwischen der Trauersug aufgestellt haben wird. und auf die umliegenden Straßen, wo die Bevölkerung aus dem ganzen Gaugebiet Spalier bilden wird. übertragen wird. Alsdann setzt sich der große Trauerzug zur Rbeinballe in Bewegung. An den berührten Straßen, die einen würdigen Trauerschmuck erhalten, stebt das Volk. Inmitten von Blumen und Kränzen wird dann Ernst vom Ratbs Leiche in der Rheinhalle aufgebahrt. Ihrem Wunsche entsprechend wird die Bevölkerung dort an dem Sarge vorbeiziehen. In der Rheinhalle findet dann am Donnerstag um 12 Uhr die offizielle Trauerfeier statt. Anschließend wird die Leiche zum Nordfriedhof übergeführt, wo die Beisetzung in einer Familiengruft erfolgt. Trauerseier des Auswärtigen Amtes Staatssekretär Reppler zeichnet ein Lebensbild des Ermordeten. Berlin, 13. Nov. Im Auswärtigen Amt fand gestern eine Trauerfeier für Gesandtschaftsrat Erster Klasse vom Rath statt, an der die gesamte Gefolgschaft des Auswärtigen Amtes teilnahm. Im Namen des von Berlin abwesenden Reichsministers des Auswärtigen gedachte Staatssekretär Keppler des Ermordeten in einer längeren Ansprache, wobei er besonders betonte, daß Gesandtschaftsrat vom Rath als Vorbild treuer erfüllung eines nationalsozialistischen Auslandsbeamten in der Erinnerung des Auswärtigen Amtes fortleben werde. Vorläufige Sendungen aus Karlsbad 7 Nebensender Troppau Berlin, 13. Nov.. Im Rahmen der Veranstaltungen, die der Reichssender Breslau in der Hauptstadt des Sudetengaues, in Reichenberg, am letzten Sonntag durchführte, nahm auch Reichsamtsleiter Hans Kriegler, Präsident der Reichsrundsunkkammer, das Wort. Präsident Kriegler brachte einleitend zum Ausdruck, daß es den deutschen Rundfunk und besonders den Reichssender Breslau mit Stolz und Freude erfülle, nunmehr auch unter der sudetendeutschen Bevölkerung unmittelbar weilen und Sendungen veranstalten zu können, nachdem in den vergangenen schicksalsschweren Zeiten der deutsche Rundfunk in dem Volkstumskampf unserer sudetendeutschen Brüder die Stimme der Heimat und ihre einzige Verbindung mit dem Reich gewesen sei. In diesem Zusammenhang gab Präsident Kriegler bekannt, daß Reichskommissar und Gauleiter Konrad Henlein an Reichsminister Dr. Goebbels herangetreten ei mit der Bitte, unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse im Sudetenland und in Würdigung der volitischen, kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung des Rundfunks für den sudetendeutschen Raum dem Sudetengau einen eigenen Reichssender zu geben. Reichsminister Dr. Goebbels habe grundsätzlich dieser Bitte zugestimmt. Bis der neue Reichssender gebaut und in Betrieb genommen werden könnte, würden mit einem BehelfsOstrau mit sofortiger Wirkung den Namen„Troppau erhalten. Dieser Nebensender Troppau werde künftig an den Reichssender Breslau angeschlossen und sein Wirkungsbereich von Breslau mitbetreut werden. Die Ansage des Reichssenders Breslau werde in Zukunft lauten: „Hier ist der Reichssender Breslau mit seinen Sendern Görlitz, Gleiwitz und Troppau.“ Im weiteren Verlauf seiner Ansprache wies Präsident Kriegler darauf hin, daß die Eingliederung des Sudetengaues in das Reich der Rundsunkentwicklung in diesem Gebiet einen neuen Auftrieb geben werde. Der Zuwachs von neuen Rundfunkteilnehmern aus dem Sudetengau werde sich besonders auch auf den Absatz der neuen Volksgeräte auswirken. Außerdem konnte Präsident Kriegler noch bekanntgeben, daß zum Schutze des Rundfunkeinzelhandels im sudetendeutschen Gebiet, der noch eine Reihe von Markengeräten aus früheren Lieferungen der tschechischen Industrie auf Lager hätte, zwischen den zuständigen Stellen Vorsorge dafür getroffen werde, daß vorläufig die Belieferung des sudetendeutschen Einzelhandels Markengeräten aus dem Altreich unterbliebe. Die französischen Notverordnungen Maßnahmen zur Hebung der Erzeugung und zur Gesundung der Währung Paris, 13. Nov. Die erste Liste der vom Ministerrat am Samstag bewilligten und vom Staatspräsidenten unterzeichneten Notverordnungen, die im amtlichen Gesetzblatt erscheint, enthält u. a.: Dekrete für die Arbeitsdauer. über die Arbeitszeit bei den Eisenbahnen, ein Dekret, das sich auf Abänderungen in dem Versöhnungsund Schiedsverfahren bezieht, ein weiteres über Abänderungen des bezahlten Urlaubs, eines über das Statut der Arbeiter= und Bergarbeiterobmänner(Delegierten), ferner über Sühnemaßnahmen für Verstöße gegen die Reglementierung der Arbeitsdauer, über die Verweigerung von Ueberstunden in den Industriezweigen der Landesverteidigung, ein Dekret über den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, besonders durch Berufserziehung und Umschulung und eins, das eine neue Regelung der amilienzulagen einführt mit dem Ziel der Hebung der eburtenziffer und schließlich eins über die regelung. Nach zwei Verordnungen, die die Regelung des Marktwesens in den Gemeinden und Städten bestimmen, folgt dann eine unter der Sammelüberschrift „Finanzdekrete“ zusammengefaßte Reihe von Notverordnungen: Neubewortung des Goldvorrats in der Bank von Algerien und in den Kolonialbanken, ein Dekret, das sich aus die Ausgabe von Schatzanweisungen und Wertpapieren mit Staatsgarantie bezieht, ein weiteres, das die Rückkehr zum gemeinen Recht für Hypothekenschulden vorsieht, ferner über die Koordinierung des Transportwesens von Groß=Paris. Weitere Verordnungen befassen sich mit der Aufbesserung der Beamtengehälter und Pensionsempfänger, wofür ein Gesamtkredit von 1.8 Milliarden Franken bewilligt wird, sowie mit der Abschaffung der Nationallotterie ab 1. Januar 1940. Ein Dekret behandelt den Kampf gegen die Steuerhinterziehung, ein anderes die Heraufsetzung der Verkehrstarife der Untergrundbahnen der Pariser Autobusgesellschaft. Ein anderes Dekret befaßt sich mit der Bewilligung des Haushalts der örtlichen Gemeinden, und eins schließlich mit der Kontrolle der Eisenbahnen. Ein weiteres Dekret ordnet die Neubewertung und Revalvation(— Höher= bewertung) des Goldbestandes der Bank von Frankreich auf der Grundlage von 170 Franken für 1 Pfund Sterling an. Ein Dekret betrifft die Schaffung eines Ausschusses zur Verwaltungsreorganisation, ein anderes sieht eine Revision des bisherigen Programms für große öffentliche Arbeiten vor. Ein Dekret betrifft die Einführung gewisser Steuermaßnahmen: a) eine außerordentliche nationale Kontribution von 2 v. H. auf alle Berufseinkommen, b) Erhöhung der Steuersätze für das Einkommen und für die mobilen Werte. c) der Satz für die Lohnsteuer wird von 7,56 auf 8 v. H. erhöht. d) die Steuer für Coupons französischer Wertpapiere wird um einen Punkt und die Steuer für Coupons ausländischer Wertpapiere um drei Punkte erhöht, e) Erhöhung der indirekten Steuerabgaben(insbesondere für Kafsee, Benzin, Zucker, Tabak, Wein), f) Erhöhungen der Abgabensätze für die Produktion (von 8.70 auf 9 bzw. von 2.20 auf 3 v. H.). Schließlich sind folgende Steuererleichterungen vorgesehen: a) für neugegründeete Unternehmen, b) für Familienzulagen, um die Erziehungsmöglichkeiten der Kinder zu verbessern. c) Festsetzung einer Steuerhöchstgrenze(die Gesamtsumme der Besteuerung eines Steuerzahlhers darf auf keinen Fall 50 v. H. seines Gesamteinkommens überschreiten). „Die Stunde der großen Buße gekommen“ Paris, 13. Nov. Die in ihren großen Linien bekannten Notverordnungen haben in der Presse keine einbeitliche Aufnahme gefunden. Wenn in den großen Informationsblättern schon keine reine Freude. vor allem über die steuerlichen Maßnahmen. herrscht, so findet sich in der marxistischen und kommunistischen Presse eine einheitliche Ablehnung und Verurteilung des Reynaud=Planes. Der„Erzelsior" erklärt, die Stunde der großen Buße sei angebrochen. Der„Petit Parisien“ spricht von einem tragischen Akt des Mutes. den Finanzminister Reynaud und die Regierung vollzogen hätten, um der Nation einen Sturz in den Abgrund zu ersparen. Das„Journal“ erklärt, die Gesamtheit der Maßnahmen entspreche einem logischen Plan. der auf die Wiederherstellung einer sozialen Blüte der französischen Wirtschaft abziele. Da Reynaud angekündigt habe, daß der Erfolg seines Planes zum großen Teil von der Stabilität der Regierung abhänge, werde es also von dem Willen und der Entschlußkraft des Ministervräsidenten und seiner Regierung abhängen, daß ihre Pläne den gewünschten Erfolg hätten. Haussuchung bei Abraham Grünspan Neuer Haftbefehl wegen Mittäterschaft gegen Abraham und Chana Grünspan. Paris, 13. Nov. Der Untersuchungsrichter Tessingiere, der mit der gerichtlichen Voruntersuchung über den Mordanchlag auf den Gesandtschaftsrat vom Rath betraut ist, hat gegen den Onkel und die Tante des Attentäters, Abraham und Chana Grünspan, einen neuen Haftbesehl wegen Mittäterschaft am Mord erlassen. Die beiden Mitangeklagten haben zu den bisher bereits herangezogenen zwei Verteidigern einen dritten Advokaten, den bei früheren antideutschen Hetzkampagnen hervorgetretenen Rechtsanwalt de Moro=Giafferi, hinzugezogen. Bei einer auf Veranlassung des Untersuchungsrichters vorgenommenen Haussuchung in der Wohnung des Abraham Grünspan wurden zahlreiche in deutscher und jiddischer Sprache abgefaßte Schreiben beschlagnahmt, die einem vereidigten Uebersetzer zugeleitet werden. Wann endlich schreitet Prag ein? 7 Immer neue Schikanen gegen die deutschen Aerzte und Kliniken in Prag Prag, 13. Nov. Trotz der Zusage der Prager amtlichen Stellen, die deutschen Kliniken in vollem Umfange freizugeben und den Zustand, wie er vor der widerrechtlichen Beschlagnahme bestand, wiederherzustellen, muß leider festgestellt werden, daß die Schikanen und Willkürakte gegen die deutschen Institute kein Ende nehmen. Im Allgemeinen Krankenhaus, wo die deutschen und die tschechischen Kliniken gemeinsam untergebracht sind, war die Aufnahme der Kranken seit Jahrzehnten zur Zufriedenheit beider Nationen so geregelt, daß umschichtig an einem Tage die deutschen und am anderen Tage die tschechischen Kliniken die neueingelieferten Kranken behandelten. Die deutschen Kliniken wurden allerdings wegen der hervorragenden Ausbildung der deutschen Aerzte von der tschechischen Bevölkerung besonders gern aufgesucht. Neuerdings ist nun auf Betreiben der Benesch=Elique, gegenüber der sich die Regierung anscheinend nicht durchzusetzen vermag, besonders aber des Chirurgen Professor Jirasek, der als Deutschenhasser in den letzten Wochen besonders in Erscheinung getreten ist, und des jüdise versippten Krankenhausdirekters Dr. Puchwein ei: Boykott gegen die deutschen Kliniken inWerk gesetzt worden, der in seinen Methoden und Formen an die schlimmsten Tage des Benesch=Regimes erinnert. Die bisherige Handhabung der Krankenhausbehandlung ist praktisch unterbunden worden, da die Krankenträger, die noch aus der Systemzeit ihren Dienst versehen, nach den Weisungen des Puchwein unter Drohungen alle Patienten in die tschechischen Kliniken schaffen. Durch Nichteinstellung und Nichtbezahlung von deutschen Aerzten und Schwestern versucht man ferner, die Krankenpflege und die Arbeit der deutschen Institute unmöglich zu machen. Es ist nun an der Zeit, daß die zuständigen Prager Stellen dem deutschfeindlichen Terror Einhalt gebieten, soll ein Verhältnis zwischen den beiden Völkern angestrebt werden, wie es von beiden Seiten gewünscht wird. Dazu gehört aber auch die Unterbindung aller Maßnahmen, die eine Zusammenarheit der beiden Völker in den Betrieben des Allgemeinen Krankenhauses hintertreiben wollen. Die Bochumer Bühne in neuer Gestalt Festlicher Auftakt zur Jubiläumsspielzeit 7 Dr. Goebbels Schirmherr der Hebbel=Woche Bochum, 13. Nov. Die Bühne der Stadt Bochum, die sich in den 20 Jahren ihres Bestehens durch die Pflege des klassischen Schauspiels, durch die zuklischen Aufführungen der Werke Goethes, Schillers und Kleists und durch die Shakespeare=Zyklen wie durch die Förderung des jungen Schafsens, so durch die Woche„Dramatiker der HJ.“ einen weit über Stadt und Gebiet hinauswirkenden Ruf im deutschen Theaterleben geschaffen hat, eröffnete am Samstagabend zugleich mit ihrem großzügig neugestalteten Haus die Jubiläumsspielzeit 1938 39. Die Jubiläumsspielzeit, in deren Aahmen die Bochumer Bühne ihr 20jähriges Bestehen unter der Leitung ihres Intendanten Professor Dr. Saladin Schmitt begehen kann. wurde mit der festlichen Aufführung von Hebbels„Nibelungen“ eröffnet. Das festlich gestimmte Haus dankte mit herzlichem Beifall den Schauspielern und ihrem Intendanten für die bervorragende Leistung. Mit einem großen Kreis führender Männer des öffentlichen und kulturellen Lebens wohnten auch Reichsdramaturg Ministerialdirigent Dr. Rainer Schlösser. der Präsident der Reichstheaterkammer, Körner. der Präsident der deutschen Shakespeare=Gesellschaft. Professor Detien. der Rektor der Universität Münster. Prof. Dr. Movius. Landeshauptmann Kolbow. Reichsamtsleiter Dr. Stang. Regierungspräsident Dr. Runte u. a. m. dem Festabend bei. Oberbürgermeister Dr. Piclum gab in seiner Begrüßungsansprache einen Rückblick auf die erfolgreiche Theaterarbeit der letzten 20 Jahre in Bochum, die der Förderung des Kulturwillens im Land der Kohle und des Eisens diente. Auch in Zukunft werde die Bochumer Bühne ihre ganze Kraft und alles Können einsetzen, um Kulturträger im besten Sinne des Wortes zu sein. In diesem Sinne übergab der Oberbürgermeister das neue Haus seiner alten Bestimmung. Reichsdramaturg Dr. Schlösser verbreitete sich in seiner Ansprache über die Aufgaben, die unsere Zeit an das deutsche Nationaltheater stellt. Aufgaben, an denen alle Kräfte zu ihrem Teil mitwirken müßten. Er überbrachte die Grüße des Reichsminister Dr. Goebbels, der, wie er mitteilen konnte, auch die Schirmherrschaft über die Hebbel=Woche der Bochumer Jubiläumsspielzeit übernommen hat. Bochum. so führte er weiter aus, stehe durch die Leistungen seiner Bühne in der Reihe der ersten Theaterstädte des Reiches und es sei zu begrüßen, daß dem inneren Wert durch das neugestaltete Haus nun auch der äußere Rahmen gegeben sei. Die bisherigen Leistungen der Bochumer Bühne bewiesen einmal den hohen künstlerischen Einsatz zum anderen aber auch die hohe Verantwortung einer Stadt wie Bochum gegenüber ihren kulturellen Aufgaben. Die Idee des Nationaltheaters sei hier aufs beste verwirklicht, und diese Feststellung möge ein Ansporn für die weitere Arbeit sein. Präsident Körner würdigte ebenfalls Arbeit und Leistung der Bochumer Bühne, die beisvielgebend sei für ganz Deutschland. Nach der durchgreifenden architektonischen und raumkünstlerischen Umgestaltung des Bochumer Hauses, dessen Zuschauerraum, Rundgänge und Vorraum von Grund auf verändert und neugestaltet worden sind. stellt die Bochumer Bühne neben dem Dessauer Theater und dem Saarpfalz=Theater in Saarbrücken, die als moderne Theaterneubauten des neuen Deutschland errichtet wurden, den größten Theaterumbau in Deutschland seit 1933 dar. * Die Frau im Spiel Roman von HANNSPETER STOLP Urheber-Rechtsschutz: Remanverlag GREISER-Rastatt 27. Fortsetzung. „Gewiß ein sehr hübsches Mädchen. Mister Hofer.“ „Oh, danke, ich bin zufrieden. Vor allem ist sie ein richtiger Kerl, ein Mädel, das in die Welt paßt, und das gewillt ist, Pflichten zu übernehmen. Gott sei Dank keine Luxusdame.“ Henry spürte, daß Hofer am liebsten hinzugefügt hätte:„Wie Maggie Dowson“. Und das ärgerte ihn. Gleichgültig sagte er nur:„Ich würde mich freuen. Ihre Tochter kennenzulernen, Mister Hofer.“ * Bunny hatte Wort gehalten. Heute setzte er sich früh an die Maschine und schrieb auf einen Schlag zwanzig Seiten des sensationellen Berichtes„Mister Green, der Zeitungsmann und große Amateurdetektiv“. Und als Green die ersten Seiten las, da war er tief gerührt und fühlte sich glücklich, wie noch nie in seinem Leben. Wahrhaftig, da stand es schwarz aus weiß, was er für ein Kerl war. Aber dann schämte er sich doch ein wenig, denn Bunny häufte in seinem großen Edelmut bald allen Ruhm auf ihn. Er war der große Kriminalist, der große Könner, der tüchtigste und beherrschteste Mensch, und Frederick Green empfand doch, daß Bunny ein wenig zu viel des Guten tat. Schüchtern sagte er drum:„Aber Bunny, du vergißt dich doch. Du hast doch mehr am Erfolg gearbeitet wie ich. Mir ist es bloß so in den Schoß gefallen. Wenn nicht der Zufall gewesen wäre, daß ich mit diesem Hill zusammengesessen hätte.. „Dann wäre der Stein nicht ins Rollen gekommen. Du siehst also, lieber Frederick, daß alles zu etwas gut ist, selbst wenn man sieben Monate unschuldig im Zuchthaus sitzt. Der Bericht wird noch mit interessanten Bildern ausgeschmückt, morgen gehen wir und machen die Aufnahmen, die dich bei deiner Tätigkeit zeigen sollen Du mußt dir langsam ein Fotografengesicht angewöhnen. Frederick!“ Seufzend entgegnete Green:„Soweit habe ich es noch icht gebracht.“ „Dann mußt du eben zu einem Verschönerungsrat gehen. Stell dich mal dort auf, ich will dich genau betrachten.“ Green tat das und Bunny sah ihm aufmerksam ins Gesicht. „No, Frederick“, sagte er dann traurig,„von vorn geht es nicht. Nimm es mir nicht übel, aber da siehst du ausgesprochen dämlich aus. Wir wollen mal sehen, wie du im Profil wirkst.“ Frederick drehte sich zur Seite, und wiederum musterte ihn Bunny. „Ist es im Profil besser?“ erkundigte sich Green schüchtern. „Ja, eigentlich“, gestand Bunny bekümmert,„stehst du im Profil wiederum ausgesprochen blöd aus, das heißt nein, man kann ja auch sagen, interessant. Wie man es nehmen will. Mach mal ein sehr ernstes Gesicht. Nein, das ist auch nichts für dich. Schau mich mal mit einem kleinen Lachen an, ungefähr wie der Präsident, denke dabei an ein keepsmiling.“ Und Frederick lächelte verlegen. „Großartig“, schrie Bunny überglücklich,„das kleidet dich fabelhaft. Jetzt siehst du aus wie ein Junge, der beim Honigtopfausschlecken ist. Wir wollen es noch einmal so probieren.“ Und auch die zweite Probe fiel gut aus, und Bunny klatschte begeistert in die Hände.„Ausgezeichnet, ich mache einen neuen Typ für Amerika aus dir. Paß auf, du löst künftig die Micky=Maus ab.“ Das Telefon furrte. Bunny meldete sich. „Jawohl, soll kommen, wir warten auf ihn.“ Dann legte er den Hörer auf und rief Green zu: „Hill kommt. Frederick! Willst du nicht so liebenswürdig sein und Whisky bestellen?" Green nickte und gab telefonisch den Auftrag. Kurz darauf betrat Dowson— wir wollen ihn der Uebersicht halber so nennen— das Zimmer, und wurde von Bunny und Green herzlich begrüßt. „Also wie steht es, Mister Dowson“, er“ ndigte'ch Bunny, hat sich etwas Neues ereign „Ja“, sagte Dowson ernst.„Ich habe Gele#####heit gehabt, Maggie in einem Gespräch mit diesem schkren Fred zu belauschen. Was ich immer scho. ohnte, daß sie mich schmählich betrügt, ist durch dieses Gespräch restlos klar geworden. Was denken Sie sich, meine Heeren. sie haben gegen mich ein Komplott vonn dergestalt. daß sie von den hunderttausend Dollar, die Butler zahlen will, neunzigtausend abkassieren, und ich soll dann mit zehntausend abgespeist werden. Dann wollen sie sich schleunigst verduften, und zwar hat dieser schöne Fred einen Besitz auf der Insel Jamaika gekauft, wo sie die nächsten Jahre verbringen wollen.“ „Was wir ihnen mächtig versalzen werden", lachte Bunny grimmig. „Und ob wir das tun werden“, stimmte ihm Dowson zu.„Ich habe kein Erbarmen mehr mit dieser Maggie, die so schlecht ist, wie ein Mensch nur sein kann. Uebrigens habe ich von dem Präsidenten Tomber eine Einladung erhalten zu seiner Gesellschaft. Ich weiß nicht, ob ich gehen soll, aber Maggie drängt darauf.“ „Unbedingt müssen Sie gehen, Dowson“, sagte Bunny rasch.„Wissen Sie, warum diese Gesellschaft stattfindet?“ „Ich habe keine Ahnung.“ „Ganz einfach, Dowson. Hanny Tomber ist der Star der Revue, die jetzt in Parkers Etablissement gespielt wird, und sie ist zugleich die Nichte dieses Herrn Präsidenten. Sie war doch früher mit dem Herrn Warner verlobt, der jetzt Maggie nachstellt.. „.. wir wollen sagen, den sich Maggie gekauft hat", warf Dowson dazwischen. „Auch richtig, Dowson. Also jedenfalls soll dieser Mister Warner einmal eine kleine Lektion erhalten, er soll erfahren, daß der berühmte Star der Revue in Wirklichkeit Hanny Tomber ist, und er soll auch erfahren, daß seine Braut die Nichte und die künftige Erbin des Herrn Präsidenten ist, und dann soll er einmal vergleichen, hie Maggie, hie Hanny, und wir hoffen alle sehr stark, daß er zur Vernunft kommt.“ „Ich möchte es dem dummen Jungen gönnen“, sagte Dowson,„jetzt freue ich mich tatsächlich auf die Gesellschaft.“ * Am nächsten Tage erschien Hanny plötzlich im Michigan=Hotel und suchte dann zusammen mit Paul Tyler Bunny auf. „Lieber Bunny“, sagte sie.„Sie großer Kriminalist, ich brauche Ihren guten Rat. Mir ist da ein ulkiger Brief ins Haus geflattert.. „Sie machen mich neugierig. Miß Hanny.“ „Es ist ein Erpressungsbrief. unterzeichnet mit dem Namen„Pelikan". Wollen Sie ihn nicht einmal lesen Bunny?“ Und Bunny las mit größtem Interesse den Brief, der folgendermaßen lauteteIn meinem Besitz befinden sich einige Briefe, die Sie an Ihren früheren Verlobten Henry Warner geschrieben haben, der Ihnen später dann den Laufpaß gab. Wir erhielten diese Briefe selbstverständlich nicht von ihm, sondern ein Zufall spielte sie uns in die Hände. Da wir nun annehmen, daß Ihnen die Ta sache, daß Sie mit einem jungen Ingenieur der Ve einigten Stahlwerke verlobt waren, der Ihnen## Laufpaß gab, in der Presse öffentlich bekanntgemacht nicht erwünscht ist, da wir weiter annehmen, daß die Briefe Ihnen fünftausend Dollar wert sein werden so bitten wir Sie, falls Sie Unangenehmes vermeiden wollen, um die Einsendung des Betrages in einen gewöhnlichen Brief unter folgender Adresse: Miste: Soederbloem, Postamt des dreißigsten Bezirks, post lagernd. Sollten Sie die Polizei zu Rate ziehen, si dürfte Ihre Laufbahn als erfolgreicher Star in alles Kürze beendet sein.“ Unterzeichnet war der Brief mit„Pelikan“. Bunny lachte schallend auf, und dann gab er migrimmiger Miene Frederick den Brief zu lesen. Als der das getan hatte, sagte er nicht gerade geist voll:„Der Brief stammt vom Pelikan.“ „Unbedingt, und der Pelikan ist sicher der berüchtigt Erpresser. Du hast recht, Frederick.“ Dann wandte sich Bunny an Hanny und sagte:„Ia weiß, was Sie tun werden, Hanny.“ „Nun, ich opfere jedenfalls keine fünf Dollar. Ich halte das alles für Bluff, daß dieser Mann Briefe an Henry in der Hand hat, die ich einmal schrieb. n wenn er sie auch besitzen sollte, brauche ich mich keines Wortes zu schämen, und daß sich Henry von mir trenu#e, weil er in die Netze dieser schönen Frau lief, ach, da fühle ich mich moralisch auch nicht bedrückt davon.“ „Sehr richtig. Und nun lassen Sie sich von mir einen guten Rat geben. Wissen Sie, was Sie machen müssen, Hanny? Heute abend vor Beginn der Revue treten Sie vor den Vorhang und sagen: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin sehr glücklich, daß ich in Chikago ein so.. bes und charmantes Publikum sand. Man hat mich so herzlich aufgenommen, daß ich mich in dieser schönen Stadt überaus wohlfühle. Gestern erreichte mich aber ein Brief, der mir keine Freude machte, denn es war ein Erpresserbrief. Ich möchte dieser Brief jetzt hier zur Verlesung bringen.“ „Sehr gut“, lobte Tyler die acht Nr. 267(2. Blatt) Herner Anzeiger Montag, 14. Nov. 1968 Festakt an der Anschlußstelle Recklinghausen=Herne Eröffnung der Reichsautobahnitrecke nach Brackwede durch Generalinipekter Dr. Todt. Am Samstagvormittag erfolgte durch den Generalinspektor Dr. Todt die feierliche Verkehrsübergabe der neuen Reichsautobahnteilstrecke Recklinghausen— Brackwede(Bielefeld) im Zuge der großen Reichsautobahnverbindung von Rhein und Ruhr zur Reichshauptstadt, die damit von Köln bis Bielefeld durchgehend befahrbar und insgesamt bis auf das Teilstück Bielefeld— Hannover vollendet ist. Dem Festakt an der Anschlußstelle RecklinghausenHerne, die wie die ganze Stadt Recklinghausen festlich geschmückt war, und den weiteren festlichen Veranstaltungen bei der Befahrung der neuen 110,6 Kilometer langen Strecke und der Ankunft in Bielefeld ging nach kurzer Begrüßung der Gäste durch den Kreisleiter ein Empfang im Rathaus der Stadt Recklinghausen voraus. bei dem Oberbürgermeister Niemeyer den Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen als den Organisator und Schöpfer des Werkes der Reichsautobahn begrüßte und ihm eine Grubenlampe, das Wahrzeichen des Reviers, als Erinnerungsgabe überreichte. Zugleich würdigte der Recklinghausener Oberbürgermeister die hohe wirtschaftliche und verkehrspolitische Bedeutung des Zweiten nunmehr in Recklinghausen zu eröffnenden Teil#stcks der großen RAB.=Linie Köln—Berlin. Generalinspektor Dr. Todt dankte dem Oberbürgermeister für die Ueberreichung der Grubenlampe, die nicht nur ein Symbol der Bergmannsarbeit sondern für ihn zugleich auch ein Symbol des gesamten schaffenden deutschen Volkes sei. Dr. Todt kündigte dabei an, daß nun in wenigen Tagen auch im Sudetenland mit dem Reichsautobahnbau begonnen werde. Die Reichsautobahnen seien mehr als nur ein Verkehrsmittel, sie seien zugleich ein Symbol der Kraft des Dritten Reiches. Der Festakt im Recklinghausener Rathaus wurde mit dem Schlußwort des Kreisleiters Böhnert und der Führerehrung beendet. Mit Generalinspektor Dr. Todt. dem Gauleiter von Westfalen=Nord, Dr. Meyer, dem stellvertretenden Gauleiter von Westfalen=Süd. Vetter. und den Vertretern der Obersten Bauleitungen Essen und Hannover, Baudirektor Bätzing und Baudirektor Bauer, nahmen zahlreiche führende Männer des Gebietes aus Partei und Staat, Wehrmacht und Wirtschaft und nicht zuletzt die Männer, die mit ihrer Hände Arbeit in rastlosem Schaffen das Werk des Führers vollendeten, an den nun folgenden Eröffnungsfeierlichkeiten am Anschluß Reckling= hausen=Herne teil. Formationen der Bewegung bildeten an der Anschlußstrecke Spalier. Generalinspektor Dr. Todt und die beiden Gauleiter besichtigten nach ihrer Ankunft die angetretenen Formationen. Sodann richtete Baudirektor Bätzing an die Gäste Worte herzlicher Begrüßung, wobei er besonders Generalinspektor Dr. Todt und den beiden Gauleitern für ihr Erscheinen dankte. Besonders aber dankte er auch allen Mitarbeitern und Unternehmungen, die an der Fertigstellung der neuen Teilstrecke mitgewirkt haben. Er gab ein anschauliches Zahlenbild von dem, was an der neuen Strecke wie auch an der bisherigen Ruhrgebietsstrecke Duisburg-„Oberhausen—Recklinghausen an Arbeit geleistet worden ist. Der 12 Arbeitskameraden, die an der Strecke Köln—Hannover der RAB. auf dem Felde der Ehre fielen, wurde unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden in ehrender Weise gedacht. Gauleiter Reichsstatthalter Dr. Meyer dankte Generalinspektor Dr. Todt für seinen Besuch im Gau Westfalen=Nord und gab dem Wunsche Ausdruck, daß nun bald auch der Befehl zum Beginn der Nord— Süd=Verbindung Industriegebiet—Küste und der West— Ost=Verbindung Industriegebiet—Mitteldeutschland gegeben werden möge. Für die am Reichsautobahnbau beschäftigten Arbeiter bezeichnete der Gauleiter diesen Tag als einen Tag ganz besonders berechtigten Stolzes. Nach der Vollendung dieser Arbeit harrten andere Aufgaben ihrer Inangriffnahme. Herzlichst begrüßt nahm dann Generalinspektor Dr. Todt das Wort, um im besonderen Auftrage des Führers den an dieser Teilstrecke beschäftigten Reichsautobahnarbei tern für ihre Arbeitsleistung zu danken. Trotzdem ein großer Teil bei der Herstellung der Befestigungsanlagen an den Reichsgrenzen habe beschäftigt werden müssen, sei dennoch das Programm 1938 des Reichsautobahnbaues fertiggeworden. Die Worte des Generalinspektors endeten mit einem Dank an den Führer dafür, daß er nach der Machtübernahme dieses gewaltige Arbeits programm in Auftrag gegeben und damit sofort den deutschen Arbeitern Arbeit und Brot verschafft habe. Mit der Führerehrung endete die Eröffnungsfeier an der Anschlußstrecke. Sodann wurde die stattliche Kolonne der Kraftwagen bestiegen und mit Generalinspektor Dr. Todt und den beiden Gauleitern an der Spitze zum erstenmal das neue Streckenstück Recklinghausen—Brackwede(Bielefeld) befahren. Unter dem Jubel der Tausende durchschnitt der erste Wagen, in dem sich der Generalinspektor und die beiden Gauleiter befanden, das weiße Band, womit dann die Strecke nach Bielefeld freigegeben war. Der künftige deutsche Volksschullehrer Eine neue Studienordnung Nachdem das Ausbildungsziel für die Studenten der Hochschulen für Lehrerbildung bereits in einer Prüfungsordnung festgelegt war, hat der Reichserziehungsminister jetzt eine Studienordnung für das Lehramt an Volksschulen erlassen. Die Ausbildung gliedert sich in drei Abschnitte. die politische und leibliche Erziehung, das wissenschaftliche Studium und die berufspraktische Ausbildung. Diese drei Ausbildungsgruppen stellen an den Hochschulen für Lehrerbildung im besonderen Maße eine Einheit dar. Es ist für den künftigen Lehrer sehr wichtig. das vielseitige Leben einer Hochschule nicht nur von der Seite der wissenschaftlichen Arbeit her kennenzulernen, sondern es in all seinen Formen mitgestalten zu helfen. Von den Studenten wird ferner erwartet, daß sie einer studentischen Kameradschaft angehören und sich in der studentischen Arbeit, im Reichsleistungskampf. in den sportlichen Wettkämpfen, in Fabrikdienst, Erntehilfe oder Grenzlanddienst einsetzen. Die Dauer des Studiums für das Lehramt Volksschulen beträgt in der Regel nur vier Semester, weshalb die verfügbare Zeit voll ausgenutzt werden muß. Das wissenschaftliche Studium umfaßt Er ziehungswissenschaft, Charakterkunde und Jugendkunde. Vererbungslehre und Rassenkunde. Volkskunde und Unterrichtslehre. Außerdem sind Vorlesungen und Uebungen in einem Wahlfach zu belegen. 17 solcher Wahlfächer stehen zur Auswahl: deutsche Sprache, deutsche Geschichte, deutsche Vorgeschichte. Volkskunde. Erdkunde. Biologie. Vererbungslehre und Rassenkunde, MatheDie Stelle Redner=Organisation und=Vermittlung der Gaupropagandaleitung des Gaues Westfalen=Süd hat das Gaugebiet in sieben Redner=Ringe eingeteilt. Der Rina 1 umfaßt die Kreise Bochum, Wanne=Eickel=Wattenscheid und Herne=Castcop= Rauxel; der Ring 2 die Kreise Ennepe=Ruhr, Hagen und Witten; der Ring 3 den Kreis Dortmund; der Ring 4 die Kreise Hellweg, Soest und Lippstadt; der Ring 5 die Kreise Aitena=Lüdenscheid, Iserlohn; der Rina 6 die Kreise Arnsberg, Meschede und Brilon, d der Ring 7 die Kreise Olpe, Siegerland und Wittgenstein. Die in den Kreisen wohnenden Redner, und zwar alle Gau= und Kreisredner, Gaufachredner und Kreisfachredner der Gliederungen und angeschlossenen Verbände werden in den jetzt gebildeten Redner=Ringen alle 4—0 Wochen einmal zu einer Tagung zusammengerufen, die den Zweck erreichen soll. die Redner mit speziellen propagandistischen Aufgaben vertraut zu machen. An diesen Tagungen nehmen die Kreisleiter und Vertreter der Gauleitung und der einzelnen Gauamtsleitungen teil. Nach den Vorträgen sollen die Redner in kameradschaftlicher Form zusammenbleiben, um Erfahrungen auszutauschen, um von den ebenfalls anwesenden Kreispropagandaleitern Wünsche entgegenzunehmen und ihnen Anregungen über die Durchführung von Versammlungen zu geben. Der Tagung sollen sich Betriebsbesichtigungen, Führungen durch Anstalten und Einrichtungen der Provinzialverwaltung, der RSV u. a. anschließen. Vierteljährlich einmal werden die Redner des gesamten Gaues zu einer Tagung zusammengezogen, die im wesentlichen den gleichen Zweck verfolgt. Ueberweisung aus der Motor=H3 in das NSKK. In diesen Tagen findet in allen Stürmen der Motorgruppe Westfalen die Ueberweisung der MotorHitler=Jugend in das RSKK statt. Die jungen Männer finden in dieser Formation jetzt alles, was sie zu ihrer Weiterbildung in motortechnischer Hinsicht brauchen. Außerdem erwirbt jeder Junggenosse im RSKR den Führerschein der Klasse IV für Motorräder bis zu 250 ccm und Zugmaschinen mit einer Geschwindigeit bis zu 20 Kilometer. nig. Die Rs=Rechtsbetreuung in 2500 Fällen RSG. Die RS=Rechtsbetreuungen sind geschaffen worden, um allen deutschen Volksgenossen, die zur Aufbringung der gesetzlichen Rechtsanwaltsgebühren und Auslagen nicht im Stande sind, die erforderliche Rechtshilfe angedeihen zu lassen. Die Tatsache, daß die Rechtsbetreuungsstelle in Westfalen=Süd z. B. im zweiten Vierteljahr in rund 2500 Fällen in Anspruch genommen wurde, beweist, daß man mit den Rechts betreuungsstellen eine segensreiche Einrichtung geschaffen hat. 51 O O 0 O matik. Physik, Chemie, Religionslehre. Leibeserziehung. Musikerziehung. Kunsterziehung, Werkerziehung. Handarbeit und Hauswerk. Im Wahlfach sollen sich die Studenten entsprechend ihrer besonderen Begabung und Neigung in ein Gebiet gründlicher einarbeiten. Das Wahlfach bietet vorzugsweise Gelegenheit, sich besonderen Aufgaben zuzuwenden, die für das politische und wirtschaftliche Leben des Volkes oder für die spätere Arbeit des Lehrers in Gemeinde und Schule von Bedeutung sind. Die Studienordnung behandelt im einzelnen weiter die Leibeserziehung. die Musikerziehung. die Sprecherziehung, die Kunst= und Werkerziehung. In der Leibeserziehung muß sich der Student so ausbilden, daß er die gesamte Leibeserziehung der Volksschule übernehmen kann. Die Studentinnen sollen sich in Handarbeit und Hauswerk fortbilden. Unmittelbar in die Praxis führen die Unterrichtsbesuche, eigene Lehrversuche der Studenten, Uebungen in Unterrichtslehre und das Schulpraktikum. Der Student soll im Laufe der Semester immer schwierigere Unterrichtsaufgaben übernehmen. Während seiner Studienzeit hat jeder Student zwei mehrwöchige Praktika abzuleisten: ein Praktikum in einer Klasse einer Volksschule des Hochschulortes als Stadtschulpraktikum, ein weiteres in einer Landschulklasse als Landschulpraktikum, und zwar in Klassen verschiedener Altersstufen. Die neue Studienordnung ist mit dem Wintersemester in Kraft getreten. Redner=Ringe im Gau Westfalen=Süd Der Kreis Herne-Castrop-Rauxel gehört zum Ring 1. Die Leistungshöhe des Berufswettkampfes. Westfalen-Süd über dem Reichsdurchschnitt. NSG. Das vom Leiter des Berufswettkampfes aller schaffenden Deutschen herausgegebene Buch„Der Reichsberufswettkampf“.(Verlag Junker u. Dünnhaupt) ermöglicht interessante Einblicke in die Leistungshöhe der jugendlichen Wettkämpfer in den verschiedenen Gauen. Ein allgemeiner Vergleich der berufspraktischen und der berufstheoretischen Leistungen der männlichen Jugendlichen zeigt ein allgemeines Ueberwiegen der praktischen Leistungen. Der Gau Westfalen=Süd gehört zu den leistungsstärksten Gauen. Mit besten berufspraktischen und berufstheoretischen Leistungen steht er über dem Reichsdurchschnitt. Das zeigt folgende Uebersicht: Erzielte Leistungen nach v. H.=Sätzen errechnet: Westfalen=Süd: Note 1: Praktisch 9,2, Theoretisch 6,7: Note 2: Praktisch 36,0, Theoretisch 38,6; Note 3: Praktisch 43,0, Theoretisch 35,4; Note 4: Praktisch 11,4, Theoretisch 19,03. Reichsdurchschnitt: Note 1: Praktisch 8,0, Theoretisch 6,7; Note 2: Praktisch 34,6, Theoretisch 35,0; Note 3: Praktisch 45,9, Theoretisch 38,2; Note 4: Praktisch 11,5, Theoretisch 20,1. Für den Berufswettkampf 1939 wird man mit einer stärkeren Beteiligung Erwachsener zu rechnen haben. Deren Ergebnisse des Wettkampfes werden mit den Leistungen der Jugendlichen das Leistungsbild der Arbeitskameraden wirkungsvoll abrunden. Erinnern Sie sich noch? Helgoland— das war wohl der einzige Ort in Deutschland, an dem der Feinschmecker unter den Rauchern auch die oft und lang vermißte LxURENS ZIGARETTE erhalten konnte. Seit über 15 Jahren kannten wir sonst diese kostbare Zigarette, die zu den besten der Welt gerechnet wird, nur mehr so: als seltenen— nur im Ausland erhältlichen oder aus dem Ausland importierten Gcnuß Zeiten des Niederganges verhinderten die weitere Herstellung der LAURENS ZIGARETTZ in Deutschland— Zeiten des Aufstiegs, in denen das Bedürfnis nach hoher Qualität wieder erwachte, gestatteten die Wiederaufnahme der deutschen Produktion. Nach den Original-Rezebten der ZD.LxURENs Alexandrien wird dic LiURENS GRUN in Bremen von erfahrenen deutschen Facharbeitern und unter laufender Kontrolle eines Tabak-Meisters des Hauses ED. LKURENS hergestellt. Daß jede Zigarette der deutschen Herstellung eine LxUREN nach der alten Tradition des Alexandriner Hauses ist, dafürbürgt der Namenszug: SCHUTZ MARKE 10 Stück 40 P. □ 5 Shi 25 Stück RM 1.IN 2S KULTURSTAATEN AKKREDITIERT ED. LAURENS CIGARETTEN-MANUFAKTUR G. M. B. H Aus und für Herne „Frühling" im November Der gestrige Sonntag vereinte wieder die gesamte zroßdeutsche Nation am Gemeinschaftstische des Eintopfes, aber danach wurde jeder in den Bann des ungewöhnlich linden, sonnenüberstrahlten Sonntagswetters gezogen. Mancher ließ sogar seinen Mantel zu Hause, als er mit den Seinen zum Nachmittagspaziergang auszog. War dieses völlig unkalen dermäßig warme Wetter nun Märzenfrühling oder eine Spätherbstnachlese? November war das jedenfalls nicht, und wenn das noch lange so bleibt, werden wir wohl Weihnachten auf Ostern verlegen müssen. **** Tag der deutschen Hausmusik Ein Musizierabend in der Oberschule für Mädchen Aus Anlaß des Tages der deutschen Hausmusik findet morgen in der Aula der Oberschule für Mädchen ein Musizierabend statt, der von der Herner Privatmusiklehrerschaft veranstaltet wird und eine recht stattliche Zahl von Musikstücken auf der Vortragsfolge sieht. *** ergeht es Verkehrssündern Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Im Monat Oktober 1938 ist fünf Personen der Führerschein entzogen, fünf Personen der Führerschein versagt und zwei Personen das Führen von Fahrrädern untersagt worden. In 17 leichteren Fällen wurden Verkehrssünder ernstlich verwarnt mit dem Hinweis, daß sie im Wiederholungsfalle vom Fahrzeugverkehr ausgeschlossen würden. Während in 12 Fällen die Veranstaltungsmaßnahmen wegen grober Verstöße gegen die Verkehrsvorschriften oder andere Strafgesetze ergriffen wurden, war in 17 Fällen Trunkenheit im Verkehr die Ursache. **** Dein Weg zur Ingenieurschule Anfang Januar 1939 beginnt der Fernunterricht der Deutschen Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung und Betriebsführung, zur Vorbereitung auf die Ingenieurlaufbahn. Das besondere Merkmal des geplanten Ausbildungsweges ist die Verbindung zwischen dem vorbereitenden Fernunterricht und dem abschließenden Studium auf einer ordentlichen Ingenieurschule. Der Fernunterricht ist die Brücke zwischen Werkbank und Tagesschule. Für denjenigen, der fernab jedes Berufserziehungswerkes wohnt, ist er das einzige Hilfsmittel, sich zum Besuch einer Ingenieurschule vorzubereiten. Wer sich im Vorstudium bewährt und den Ingenieurberuf kennen und lieben gelernt hat, dem muß die Gelegenheit geboten werden, sich zu einem vollwertigen Ingenieur auszubilden und zu erziehen. Das ist normalerweise nur auf einer gut eingerichteten Tagesschule möglich. Der vollwertige Ingenieur wächst nicht allein durch das Studium der Fachwissenschaften heran, sondern hierzu gehört unbedingt die Entfaltung seiner Persönlichkeit im Kreise von Kameraden, d. h. im studentischen Einsatz. Die glückliche Verbindung zwischen Fernunterricht und Besuch einer Ingenieurschule bietet die Gewähr dafür, daß die zum Ingenieurberuf wirklich veranlagten jungen Deutschen gefunden werden und die bestmögliche Ausbildung erhalten. Da es für den einzelnen, der Neigung zum Ingenieurberuf hat, leicht gemacht ist, seine Befähigung zu überprüfen, ergeht an ihn der Appell, den vorgezeichneten Weg zu gehen. Nähere Auskunft und auch das Anmeldeformular gibt die Kreiswaltung der DAF. Herne, Schulstr. 28, Zimmer 22. ** 2 Glänzendes Ergebnis am„Deutschen Spartag 1938“ Das Gesamtergebnis am diesjährigen Spartag bei den im Verband ländlicher Genossenschaften der Provinz Westfalen zusammengeschlossenen Spar= und Darlehnskassen ist außerordentlich gut und weist im Vergleich zum Vorjahr eine bedeutende Steigerung auf.— Es erfolgten im„Deutschen Spartag 1938“ bei den westfälischen Spar= und Darlehnskassen 57 462 Einzahlungen mit insgesamt 2097 953.— RM. Außerdem wurden an diesem Tag 7581 neue Sparkonten angelegt. Die Steigerung gegenüber dem Jahr 1937 beträgt bei der Anzahl der Einzahlungen 28,8 Prozent und bei der Summe der eingezahlten Beträge 18,4 Prozent.— Der Durchschnittsbetrag einer Einzahlung, der am Spartag des Jahres 1937 RM. 39,— betrug, hat sich am diesjährigen Spartag ungefähr auf der gleichen Höhe gehalten, er betrug RM. 36.—. Besonders bemerkenswert ist die große Zahl neuer Sparer, die am Spartag gewönnen werden konnte. Veteranenhilfe Weihnachten 1935. NSG. Alle noch lebenden Veteranen und Veteranenwitwen aus den Kriegen 1864=66 und 1870=71, deren Einkommen im Jahre 1200 Reichsmark nicht übersteigt, sollen auch in diesem Jahr einen Ehrensold erhalten. Neben den Rentenbescheiden sind Militärpaß, polizeiliche Aufenthaltsbescheinigung und weitere Einkommensnachweise den Verwaltungsstellen die Anträge auf Veteranenhilfe vorbereiten, vorzulegen. *** Bei 79 preisgekrönten Stallhasen Kaninchenausstellung und Produktenschau der Herner Kreisfachschaftsgruppe. Um die fortschrittliche Zuchtarbeit und die Ergebnisse der Lokalschauen in den einzelnen Kaninchenzuchtvereinen nochmals unter Beweis zu stellen, veranstaltete die Kreisfachschaftsgruppe Herne am Samstag und Sonntag im Saale von Voß(Constantin) eine Kreisgruppenausstellung in Verbindung mit einer Produktenschau. In schön geschmückten, großen und hellen Drahtkäfigen saßen paarweise insgesamt 132 Stallhasen allerbester Rassen wie Angora, weiße und blaue Wiener, Widder, Japaner, Gelbsilber, Alaska u. a. Hierunter waren auch erstklassige Jungtiere. Die Leitung der umfangreichen Ausstellung lag in Händen eines langjährigen und erfahrenen Kaninchenzüchters, des Schriftführers der Kreisfachschaft Küchmann, der von dem Zuchtfreund Rasch vom K 3V. 253, Constantin, unterstützt wurde. Als Preisrichter fungierten die bekannten Züchter und Mitglieder der Landesfachgruppe Vollmer(Bochum=Hordel) und Petersohn(Gelsenkirchen), die bei dem vielen und guten Material keine leichte Aufgabe hatten, denn alle ausgestellten Tiere waren sowohl durch ihre schönen, glänzenden Felle wie durch ihren durchweg fehlerlosen Körperbau würdige Vertreter der besten Wirtschaftsrassen. Die Siegerliste enthielt 14 Ehrenpreise, 22 erste, 15 zweite und 28 dritte Preise. Mit Ehrenpreisen wurden folgende Züchter ausgezeichnet: Sieka für Angora, Regelmann für Widder, Rasch und Küchmann für weiße Wiener, Kraue und Heinz für blaue Wiener, Splithoff und Tröger für Kleinchinchilla, Thiel, Zumbore und Köhler für Marburger Fee, desgl. Retzka und Biermann. Den R. D. K.=Preis erhielt der Züchter Heinz. Erste Preise erzielten die Zuchtfreunde Schmidt für Angora, Regelmann 1. und 2. Preis für Widder, desal. Dickmann einen 1. und 2. Preis für weiße Wiener, ebenso Krause, * R e d n e r e i n s a t z i m K r e i s H e r n e C a s t r o p- R a u x e l. Gauredner Kreisleiter Nieper spricht am 15. November in Frohlinde=Schwerin für die Ortsgruppe der RS=Frauenschaft, Gauredner Steuer am gleichen Tage in Herne=Alt. * J e s t n a h m e w e g e n D i e b s t a h l s. Am Freitag gegen 17.15 Uhr wurde ein Mann festgenommen, der aus einem Möbelgeschüft einen Küchenstuhl gestohlen hatte. * Letzter Sonderzug von Ostpreußen. Der Landesverband heimattreuer Ost= und Westpreußen Rheinland=Westfalen e. V. teilt mit, daß mit Rücksicht auf die vorgerückte Jahreszeit die vorgesehenen Sonderzüge von Ostpreußen am 16. und 30. sammengelegt werden. Es verkehrt bestimmt ein So zug am 23. November von Lyck nach Düsseldorf. Landsleute, die sich noch in Ostpreußen befinden, wollen sich für diesen Sonderzug anmelden, da ein späterer Sonderzug in diesem Jahre nicht verkehrt. * Jernsprechdienst mit der Tschecho-Slowakei. Bisher war der private Fernsprechdienst nach der Tscheo=Slowakei auf eine Reihe Orte in Böhmen und Märisch=Schlesien beschränkt. Von sogleich an nehmen wieder alle Orte in diesen Teilgebieten der Tschecho=Slowakei am zwischenstaatlichen Fernsprechdienst teil. * Postdienst mit Sudetendeutschland. Im Paketverkehr innerhalb des sudetendeutschen Gebiets sowie zwischen diesem Gebiet und dem übrigen Reich wird das Höchstgewicht für Pakete sofort ich noch um Einstellung als Polizeiwachtmei=von 10 auf 20 ka erhoht. ie Schutzpolizei bewerben. Einstellungsgesuche# Postanweisungs- und Zahlkartendienst im Sudeten ragen von Bewerbern sind sofort an die! land. Becker, Rasch, Padberg und Küchmann für blaue Wiener, Hech, Splittho.f] und Dczehalla je einen 1. Preis für Kleinchinchilla. Für Junatiere erhielten die Züchter Heinz und Orlowski 1. Preise. Außerdem wurden 15 Züchtern 2. Preise und 28 Züchtern 3. Preise zugesprochen. Um die Produktionsausstellung hatte sich Frau Rutges sehr verdient gemacht. Hier wurden fertige Sachen aus Kaninchenfellen gezeigt, die Bewunderung und Staunen erregten. Ausgestellt waren: Bettvorlagen, Pelze, Schals, Handschuhe, eine Chaiselonguedecke u. a. Allein im Constantiner Zucht verein waren im letzten Jahre insgesamt 176 Kaninchenfelle verarbeitet worden. Begünstigt durch das schöne Spätherbstwetter lockte die Kreisfachgruppenausstellung an beiden Tagen, insbesondere am Sonntagnachmittag, zahlreiche Besucher herbei. Ihrem Zweck, inner= und außerhalb der Züchterkreise für die Kaninchenzucht und ihre immer erfolgreichere Ausdehnung zu werben, ist daher sehr gedient worden. *** Wachtmeisterersatz für die Schutzpolizei Ehemalige Angehörige der Wehrmacht im Alter bis zu 26 Jahren mit einer Wehrmachtdienstzeit von 2—5 Jahren, die im Herbst 1938 ausgeschieden sind, Lust und Liebe zum Polizeibeamtenberuf haben, eine zuverlässige nationalsozialistische Gesinnung besitzen, körperlich und geistig voll geeignet und ledig sind, können sich ster in die und Anfragen von Bewerbern sind sof Einstellungsstelle des Kommandos der Schutzpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Zimmer 303, zu richten. land. Für den Postanweisungs= und Zahlkartendie## Sudetenland gelten fortan die innerdeutschen Vor im Sudetenland gelten fortan schriften und Gebühren. Westsälische Kumpels in HannoverBraunschweig. Eine Wirtschaftskundliche Studienfahrt ab Dortmund. NSG. 30 Bergmänner aus dem Gau WestfalenSüd starteten in Dortmund zu einer Wirtschaftskundlichen Studienfahrt in den Gau Süd=HannoverBraunschweig. Die Fahrt ging zunächst in Stadt und Kreis Helmstedt, wo sie überaus kameradschaftliche Aufnahme fanden. Am Mittwoch wurde die Fahrt fortgesetzt mit einer Besichtigung der Gewerkschaft Braunschweig=Lüneburg in Grasleben und am Donnerstag von anderen braunschweigischen Kohlenbecg= werken. Sonntag endete die Fahrt. R*** * Beförderung beim Jungbann 259. Der Reichsjugendführer hat zum 9. November den Führer des Jungbannes Herne(259), Fähnleinführer Afflerbach, zum Oberfähnleinführer befördert. Feierstunde der Bergjungmänner der Zeche Friedrich der Große. Anläßlich der Verleihung des Deutschen Reichssportabzeichens, Reichsjugend=Sportabzeichens, Grundund Leistungsscheines der DLRG. an über 30 Bergjungarbeiter der Zeche Friedrich der Große fand zu Ehren dieser tüchtigen Jungarbeiter eine Feierstunde in dem idealen, neuerbauten und reichgeschmückten Schulungsraum der Zeche Friedrich der Große statt. Der Schulungsraum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Eingangs begrüßte Ausbildungsleiter Dipl.=Ing. Pg. Tillmann alle Anwesenden, darunter auch den Gefolgschaftsführer der Zeche Fr. d. Große, Pg. Tönnesmann, den Kreis=Sportwart der DAF. Pg. Kassert, Schwimmeister Brehm, und Vertreter der HI.. Ausbildungsleiter Pg. Tillmann dankte besonders dem Gefolgschaftsführer Pg. Tönnesmann für seine wirkungsvolle Unterstützung, welche er der körperlichen Ertüchtigung der Bergjungarbeiter entgegenbringe. Die herrlichen, direkt auf dem Zechenplatz gelegenen Sportanlagen, wie Turnhalle, Schwimm= und Sprungbecken und Sportplätze, waren Zeugen großer Leistungen. Seinen Dank sprach er weiterhin dem Kreissportwart, Pg. Kassert, und Schwimmeister Brehm für ihre sportliche Betreuungsarbeit aus; beide hatten sich lobenswert und uneigennützig für den Betriebssport immer eingesetzt. Anschließend überreichte Schwimmeister Brehm die Grund= und Leistungsscheine der DLRG. und richtete an die übrigen anwesenden Bergjungleute den Appell, es ihren Kameraden gleichzutun, damit jeder Mensch ein Schwimmer und jeder Schwimmer ein Retter werde. Kreis=Sportwart Pg. Kassert zeichnete sodann die in Frage kommenden Bergjungmänner mit dem Deutschen Reichssportabzeichen bezw. ReichssportJugendabzeichen aus und beglückwünschte sie im Namen des Deutschen RfL. und des Sportamtes der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". Dank wußte er auch der Gefolgschaftsführung der Zeche Friedrich der Große zu zollen, vor allen Dingen den Parteigenossen Tönnesmann und Tillmann, die sich so mustergültig für die körperliche Ertüchtigung ihrer Bergjungleute eingesetzt hätten. Er bemerkte bei dieser Gelegenheit, daß im vergangenen Sommer über 100 Bergjungarbeiter das Deutsche ReichsjugendSportabzeichen bezw. den Grundschein der DLRG. erwarben. Gefolgschaftsführer Pg. Tönnesmann beglückwünschte seine Bergjungleute persönlich zu ihren Leistungen und den erhaltenen Auszeichnungen. Er versprach weiterhin, auch in Zukunft seine Unterstützung nicht zu versagen, wenn es sich um die sportliche Betreuung der Bergjungarbeiter handele. Die Feierstunde, die von wirkungsvollen Musikvorträgen umrahmt war, bildete für alle Anwesenden, besonders für die Ausgezeichneten, ein Erlebnis. Die Namen der ausgezeichneten Bergjungleute: Reichssportabzeichen: 1. Johann Banasch, 2. Julius Techling, 3. Alwin Konik, 4. Heinz Kuhlebert, 5. Erich Jachmann, 6. Walter Grotzki, 7. Heinz Bigdon, 8. Ernst Schädel. Reichssport-Jugendabzeichen. 1. Anton Watkowski, 2. Heinrich Kyra, 3. Heinz Köller, 4. Josef Grabara, 5. Walter Kaminski, 6. Walter Janasik, 7. Heinz Hoffmann, 8. Otto Müller, 9. Adolf von Domarus, 10. Walter Komos, 11. Joh. Baranowski, 12. Harry Möller, 13. Wilhelm Husemann, 14. Alfred Gramza, 15. Karl Trojahn, 16. Herbert Wiezorek, 17. Siegfried Ludwiczak. Leistungsschein der DCRG.: 1. Johann Banasch, 2. Alwin Konik. Grundschein der DERG.: 1. Fritz Bischoff, 2. aKrl Klocke, 3. Johann Otte, 4. Theo Witten, 5. Edmund Kubeck, 6. Kurt Pokraka, 7. Hans Heinschn, 8. Georg Pofalla, 9. Ernst Kloberg, 10. Heinz Boß, 11. Alfred Gramza, 12. Wilhelm Mehl, 13. Albert Haben, 14. Karl Dirbach. Garage und Tankstelle- kein Koppelgeschäft Der Polizeipräsident als Preisbehörde in Reckling= hausen teilt mit: Mehrere Garagenbesitzer sind dazu übergegangen, ihren Mietern die Verpflichtung aufzuerlegen, den Brennstoffbedarf ausschließlich in der auf ihrem Grundstück befindlichen Tankstelle zu decken. Diese Forderung ist ein Verstoß gegen die Preisstopverordnung und deshalb strafbar. Es ist verboten, Vermietungen mit irgendwelchen anderen Rechtsgeschäften zu verkoppeln. Bei dieser Gelegenheit wird erneut mitgeteilt, daß auch Mieterhöhungen ohne Genehmigung der Preisbildungsstelle unzulässig sind. Ein Garagenbesitzer wurde wegen Nichtbeachtung dieser Vorschrift mit 100 RM. bestraft. Stadt Wanne=Eickel. Konzertabend des Kölner Prisca=Quartetts und des Madrigalchors. Im Rahmen der KdF=Kulturvrogramms ist für den 16. November(Buß= und Bettag) ein Konzertabend vorgesehen, der unseren Wanne=Eickeler Musikfreunden einige schöne Stunden musikalischen Erlebens bieten wird. Das Kölner Prisca=Quartett, das wir bereits verschiedentlich durch den Reichssender Köln hörten, bringt Werke von Mozart und Beethoven. ebenso werden die ernsten und heiteren Liederdarbietungen des Madrigalchors. unter Leitung von Friedrich Fritsche. großen Anklang finden. 40 Jahre bei der Reichsbahn. In der üblichen Weise wurde der Reichsbahn=Lokomotivführer Heinrich Edel, Amtmann=Winter=Straße 5. geehrt. der auf eine 40jährige treue Dienstzeit bei der Reichsbahn zurücksieht. Das Bochumer Stadttheater wieder eröffnet Festliche neue Raumgestaltung. Die Bühne der Stadt Bochum, die jetzt im 20. Jahre besteht, trat am Samstagabend nach einer grundlegenden baulichen Neugestaltung ihres Theaters mit dem Nibelungen=Zyklus in die Jubiläumsspielzeit 1938=39. Der Eröffnung ging im Parkhotel„Haus Rechen“ eine Besprechung mit der westdeutschen Presse voraus. Hier machte der Leiter des Umbaues, Stadtrat Reg.=Baumeister a. D. Timmermann, Bochum, grundsätzliche Ausführungen, in denen er der Presse seine Gedanken über die für ihn bei der baulichen Umgestaltung des Bochumer Theaters maßgebend gewesenen Grundsätze unterbreitete. Danach folgte ein Rundgang durch den Theaterraum, der alle Ausführungen bestätigte und den Beweis lieferte, daß hier durch eine grundlegende Neueinrichtung des Foyers, der Rundgänge sowie des Zuschauerraumes eine wirklich festliche Stätte der Kunst geschaffen worden ist, die nicht nur raumkünstlerisch und akustisch, sondern auch als Gemeinschaftsraum im nationalsozialistischen Sinne alle Ansprüche aufs vorteilhafteste füllt. er als Güdner der Jugend getzt sich EEEE HEEER Was heißt„Blauer Montag“? Ein Brauch, der weit zurückreicht. Wenn wir heute aus irgendeinem guten Anlaß einmal einen Tag in der Woche unsere gewohnte Arbeit lassen und uns dafür der Erholung oder den Freuden eines Festes hingeben, pflegen wir diesen Zustand mit„Blaumachen" zu bezeichnen. In vergangenen Jahrzehnten war dieses„Feiern" viel häufiger. Besonders eignete sich hierfür als Verlängerung des Wochenendes der Montag, der dann in diesem Zusammenhang als„Blauer Montag" bezeichnet wurde. Dieser Brauch reicht weit in die Vergangenheit zurück. Im Mittelalter war es Sitte, den Fastnachtsmontag mit Volksbelustigungen zu feiern. Die Arbeit ruhte völlig oder wurde wenigstens schon am frühen Morgen eingestellt. Mit reichlichem Essen und Trinken beging man dann den„guten Montag“. In der Schweiz nannte man ihn„Hirsenmontag", abgeleitet von Hirsen, gleich Schmausen und Zechen. Die Bezeichnung„Blauer Montag“, die sich für diesen Tag des Müßigganges allmählich durchsetzte und die sich in der Bedeutung„Faulenzer=Montag“ bis auf den heutigen Tag erhalten hat, wird auf zweierlei Ursprung zurückgeführt. Das Volk leitete die Benennung von der Tatsache ab, daß an diesem Tage infolge des übermäßigen Trinkens häufig Schlägereien vorkommen, bei denen die Beteiligten durchge,bläut“ wurden. Eine zweite Ansicht will den Ausdruck auf den mittelalterlichen Brauch zurückführen, nach dem die Kirchen in der Fastenzeit mit „blauem Tuch“ ausgeschlagen wurden. Der älteste urkundliche Beweis für das Blaumontagmachen, das man später abgekürzt Blaumachen nannte, ist in einer brandenburgischen Chronik aus dem Jahre 1515 erhalten. Es ist anzunehmen, daß die Handwerksmeister mit der Arbeitsruhe am Fastnachtsmontag den Anfang gemacht haben werden. Später gestanden sie wohl das gleiche Recht auch den Knechten und Gesellen zu, die der guten Gelegenheit zum Feiern den Namen „blauer Fratzmontag“ gaben. War den Gesellen erst einmal die Montagsfeier in und setzten auch an anderen Montagen des Jahres mit der Arbeit aus. Wie weit der Mißbrauch des Blaumontages zurückreicht, zeigen Verbote, die längst vor seiner ersten urkundlichen Bestätigung erlassen wurden. Schon im Jahre 1392 bestimmte der Rat der Stadt Krakau, daß die Schneidermeister ihren Knechten keinen guten Montag geben sollten, nach den alten Satzungen der Stadt. Diese schrieben vor, daß der feiernde Geselle an die Stadt ein Strafgeld zahlen müsse, wovon der Meister dem Ratsmann Mitteilung zu machen hatte. Die Schwertfeger von Lübeck verlangten 1473, daß ihre Zuaftmitglieder einen Knecht, der am Montag feierte, der Wedde, d. h. dem Aufsichtsamt der Stadt über die Handwerker anzeigten. Die Leipziger Kürschner ließen die Gesellen, die ohne Entschuldigung am Montag der Arbeit fernblieben, auch die ganze Woche über feiern und ohne Arbeit bleiben, während die Leuchtermacher in Hamburg mit der Zahlung von vier Schillingen bestraften,„wer ohne redliche Ursache einen Montag machte und zum Biere ging.“ In der Wirklichkeit blieben alle diese Vorschriften ohne rechten Erfolg. Die Gesellen feierten den blauen Montag trotz aller Verbote und ließen es nicht zu, daß man ihren Lohn kürzte. Machte ein Reister aber wirklich einmal mit der Bestrafung ernst, so verließ der Knecht einfach die Stellung und suchte eine andere Stadt auf, deren Bestimmungen weniger streng waren. Im 15. Jahrhundert hatte sich der gute Montag bereits allgemein eingebürgert. Nur die Zahl der blauen Montage war jetzt beschränkt worden. 1457 gab der Bundesbrief der Schneiderzunft aus 22 Städten am Oberrhein den Gesellen monatlich zwei Feiertage. In die betreffenden Wochen durften jedoch keine anderen Feiertage fallen. Im Jahre 1557 gestanden die Hamburger Buchbinder ihren Gesellen nur vier gute Montage für das ganze Jahr zu. Wer eigenmächtig einen weiteren Montag„blau“ machte, dem wurde zur Strafe ein Wachenlohn abgezogen In Frankfurt am Main waren im Anfang des 16. Jahrhunderts nur die älteren Schuhmachergesellen berechtigt, den blauen Montag zu feiern. Man forderte jüngeren P#echte nicht „Mit Worten oder Winken zum Uffstehen zu reitzen“. 1594 wurde vom Rat der Stadt geboten:„damit den Schuhknechten zur Ueppigkeit und übermäßigen Schulden kein Ursach gegeben werde. sollen sich dieselben des unzeitigen Spatzierens und Feierns enthalten und keiner den Anderen seinem Meister aus der Arbeit zum Zechen oder Feiern verleiten“. Vor ungefähr anderthalb Jahrhunderten wurde der Blaumontag=Unfug mit scharfen Strafen bekämpft. Das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten von 1794 verurteilte„die Gesellen, die an den nach den Gesetzen des Staates zur Arbeit bestimmten Tagen sich derselben entziehen, zu einer Gefängnisstrafe bei Wasser und Brot. die das erste Mal drei Tage, im Wiederholungsfall 14 Tage betragen soll. Bei hartnäckiger Fortsetzung solchen Mißbrauchs wird der Geselle auf vier Wochen zum Zuchthause abgeliefert und ihm sein Lehrbrief abgenommen! Den Lehrbrief soll der Uebeltäter auch nicht eher wiederbekommen, bis er nach ausgestandener Strafe Besserung gelobt und die Obrigkeit sich von der Aufrichtigkeit dieses Gelöbnisses überzeugt hält.“ H. W. Ludwig. Wiedersehens= und der Reserve 7 Die Herner Kameradschaft nahm geschlossen teil. Das zum ersten Male vor 125 Jahren im Befreiungskrieg aufgestellte Reserve=Inf.=Rgt. 7 wurde zu Beginn des Weltkrieges erneuert. Seine Bestände erhielt es aus Schlesien und zum großen Teile aus Westfalen, insbesondere auch aus dem Bezirk des Wehrkreiskommandos Bochum. Sein erster Kriegskommandeur im Weltkriege war bis in den Juli 1916 hinein General von Stockhausen. Das Regiment war auf dem westlichen und östlichen Kriegsschauplatz an vielen Schlachten beteiligt, so bei Lengwy, in Flandern, bei Verdun und in den großen Schlachten da Frankreich. Seine schwersten Verluste erlitt das Reaiment im November 1914 beim Sturmangriff ohne rtillerievorbereitung auf Bixschoote.“ Alljährlich treffen sich die ehemaligen Angehörigen des Regiments aus dem westfälischen Industriebezi# zur Wiedersehens= und Bixschootefeier. Diesmal fas### sie in Bochum statt. Der große Saal des Silcherhauses war angefüllt mit den aus allen Teilen des Industriebezirks herbeigeeilten Kameraden. Die Herner Kameradschaft der ehem. 7er war geschlossen erschienen. Anwesend waren auch General von Stockhausen, Hauptmann a. D. Max von Stockhausen und Major a. D. von Heydebrand. Zahlreiche Schreiben lagen aus allen Teilen des Reiches von ehemaligen Offizieren und Mannschaften des Regiments vor. Ehrenkameradschaftsführer General von Stockhausen gedachte in der sinnvollen Gefallenenehrung der vielen Heldentaten des Regiments im Weltkriege und der gefallenen Kameraden. Hauptmann a. D. von Stockhausen, welcher die Geschichte des ReserveInfanterie=Regiments 7 im Weltkriege bearbeitet, ließ in einem spannenden Vortrage die Taten des Regiments im Weltkriege vorbeimarschieren. Sie offenbarten Heldentum, Aufopferung, zähen Angriffs= und Abwehrgeist und nie versagende Kameradschaft. Die in Arbeit befindliche Regimentsgeschichte werde manch wesentlichen Beitrag geben für die Geschichts= und Kriegsforschung. In ihr entstehe dem ruhmreichen Regiment und seinen gefallenen Söhnen das schönste Denkmal. Kreispropagandgobmann Kaup überbrachte die Grüße des Kreiskriegerverhandes Bochum. Kamerad Horstmann, Gelsenkirchen, von der Kameradschaft des Inf.=Regts. 56 hob die gemeinsame Waffenverbundenheit mit den 7ern hervor und überreichte ein wertvolles Geschenk als Wanderpreis, der alljährlich von den 7ern ausgekämpft werden soll. In noch manchen Ansprachen wurden Erinnerungen aus den großen Geschehnissen des Regiments hervorgehoben. Im unterhaltenden Teil bot die RSG.„Kraft durch Freude“ ein sehr ansprechendes Programm, das Frohsinn und Heiterkeit verbreitete. * Amherdfeuer 4 Ertanste MillionenGanz Amerika sieht auf das Jahresfest einer Girltruppe Das Zigarettenmädchen neben der Millionärin. Von unserem auf einer Amerikafahrt befindlichen zd.=Mitarbeiter. Mrs. Hippel meinte, es sei ein Ereignts, das einen Journalisten, der erst mit einem Bein in Amerika steht. interessieren wird. Das Waldorf=Astoria=Hotel war der Schauplatz, jene. im Wohnbezirk der oberen Vierbundert gelegene internationale Großkarawanserei, deren Zinnen noch um eine Nasenlänge den Wolkenkratzerforst Neuyorks überragen. Mrs. George Hippel trägt eine russische Krone mit ich weiß nicht wie vielen Zacken in den Ecken ihrer Taschentücher; seit fünf Jahren lebt sie, deren Eltern von den Bolschewisten um Haus, Hof und Namen geprellt wurden, an der Seite eines deutschen Kaufmannes. und seit zwei Jahren in der Neuen Welt. Diese im monarchischen Europa ziemlich bedeutungslosen und im immerhin so genannten demokratischen Amerika wichtigen Zinken majestätischer Rangordnung im Seidentuch öffneten uns schnell die Türen zu dem Fest. von dem zu Beginn der„season“ ein Zeit lang die Stadt Neuyork. der Staat Neuyork. der Osten Amerikas, ja, der ganze Kontinent jenseits des Atlantik spricht und liest, und von dem hier geschrieben werden soll. Denn das„Gankett der Schönheiten a. D.“, wie der schlagfreudige Amerikaner eine der merkwürdigsten Gastereien der an glanzvollen Festen gewiß nicht darbenden Wolkenkratzermetrovole nennt, lenkt das leidenschaftliche Interesse der Oeffentlichkeit auf sich, weil es gleichsam die Demonstration eines der wenigen Ideale= ist, denen man im Land aller Möglichkeiten buldigt: der Schönheit! Auch in Europa erinnert man sich heute noch der Ziegfeld=Girls, jener Multiplizierung weiblicher Reize, die ein Vermögen in vielen runden Nullen um münzte. Vor 15 Jahren sagte man mir, raunte man in ganz Amerika, daß beim„Zet=Ballet“ nur die schönsten Mädchen von USA. unterkommen konnten. Grund genug für die Dollaradmirale aller Fakultäten, sich die Frauenhände, die ihre Millionen unter die Leute bringen sollten. nur aus dieser leichtgeschürzten, exakt ausgerichteten Reihe zu besorgen. Und bald wurde das ungeschriebene Gesetz zum Brauchtum, zur Tatsache: Es gab kein Ziegfeld=Girl. das sich nicht einen„sechs= oder siebenstelligen“. Gatten ertanzt hätte. Vor 11 Jahren verschwand diese reichtum bungrige Truppe nach dem Tod ihres finanziell abgewirt schafteten Begründers von der Bildfläche. Heute aber treffen sich noch alljährlich im Waldorf Astoria deren ehemaligen Mitglieder. um Lebenserfahrungen auszutauschen. vom Dereinst zu reden. Erinnerungen aufzufrischen oder— Enttäuschungen abzuladen. Freilich haben die Jahre die ehedem so angebetete Schönheit der Girls mit einem leichten Kesselstein des Alterns belegt. aber das kann den Ruhm der ehemaligen Tanzmädchen nicht schmälern, depen Amerika buldigend nicht vergißt, daß sie die höchste' Stufe der Erfolgstreppe, ein unermeßliches Vermögen, erreicht haben. Frauenschicksale in Glanz und Reichtum. Schönheit. Tanz, Glück. Reichtum am lausenden Band! Da sitzt an der Stirnseite der überladenen Bankett=Tafel. um die sich eine Kompagnie weißgalonierter Diener bemüht. Mrs. Eleanor R. Sie macht kein Hehl daraus. daß es ihr nie an der Wiege gesungen wurde, einmal in der Neuyorker Straße der Millionckre. in der ParkAvenue, zu residieren. Ihre Mutter war Garderobenfrau in einem Nachtklub am Broadway. Tag für Tag mußte ihr die kleine Eleanor. die damals 16 Jahre alt war. um 1 Uhr früh eine Erfrischung von zuhause bringen. Eines dämmernden Morgens erblickt ein befrackter perr das verängstigte, frierende Mädchen, ein paar Worte, ein paar Tanzstunden—.6 Wochen später ererziert die Kleine im Rampenlicht im Ziegfeld=Ballett mit. Und wieder drei Monate später steht ihr Bild als Braut des schwerreichen Hotelmanagers R., jenes perrn eben, der sie im Nachtklub entdeckt hatte, auf den ersten Seiten der Zeitungen. Ihre lebhafte. vielleicht sogar schon etwas rundliche Tischnachbarin hat, wie ich mir sagen ließ. 125 000 Dollar Jahreszinsen zu verbrauchen. Ihr Lebensroman gleicht einer Ganzkurzgeschichte. Einen Tag lang stand Grit auf den Bühnenbrettern, einen Tag lang war sie mit Frederic G., dem Hauptaktionär einer Brooklyner Reederei. ver lobt, einen Tag lang verheiratet. Einen Tag lang trug sie Witwenkleidung, einen Tag lang weinte sie, dann ging sie zum Notar, eine vielfache Millionenerbschaft anzutreten. Miß Grit war es. die, als sie noch Mitglied der Girltruppe war, zur staunenden Erregung der Neuyorker Damenwelt auf einem Gartenfest des Börsenklubs als erste künstliche Augenwimpern trug, ein Ruhm der Eitel keit, von dem sie heute noch zehrt, heute, da ihre Sorgfalt weniger den Augenlidern und mehr ihrer vollschlanken Linie gilt, für deren Eindämmung sie sich eigens zwei blinde Masseure hält. Das Aschenbrödel des Glücks. Wahrhaftig, jede der Damen. die da in dem in magisches, dunkelgrünes Licht getauchten Hotelraum plaudernd. lachend. und gestikulierend tafeln, kann den Stoff für ein ganzes Buch liefern. Nicht immer allerdings steht ein Happyend auf der letzten Seite. Wie war das doch mit dieser schlanken, großen Vierzigjährigen, deren braunes Haar mit seinen grauen Strähnen durchzogen ist? Um ihren Mund, der in dieser ausgelassenen Runde seltener zum Lachen anhebt, sitzt eine leise Resignation; ihre großen Augen spiegeln nicht den Glanz der Freude wider. sondern scheinen von einem Schleier der stillen Wehmut überzogen. und inmitten der kostbarsten Roben und Pelze. hebt sich ihr einfaches Kostüm ab, das sicher nicht das Etikett eines der Modesalons der Fifth Avenne eingenäht hat. Es ist nicht schwer, ihre Geschichte zu erjahren, denn halb Neuyork kennt sie. Lilian war vor 15 Jahren die Lustigste der ganzen Girlkolonne. Alle liebten sie, die eine prächtige Kameradin war, für jede ein gutes Wort, einen teilnehmenden Rat hatte. Bis eines Tages ein Mann in ihr Leben trat. „Vicepräsident" stand auf seiner Visitenkarte und die Erzminen, zu deren Ausbeutung er einen großen Konzern ins Leben gerufen hatte, schütteten reichen Dollarsegen aus. Was Wunder, daß Lilian, die für Mutter und zwei Brüder zu sorgen hatte, freudig zusagte, als sie um ihr Ja gebeten wurde! Ein halbes Jahr währte das eheliche Glück, dann erwiesen sich die Erzminen als bessere Kiesgruben. Drei Tage, nachdem sich hinter Lilians Mann die Gefängnistüren schlossen, hängte sie sich einen Zigarettenkasten um und ging damit in einer Tanzbar von Tisch zu Tisch. in einer zweitklassigen, denn die Bekannten... Von mittags bis in den frühen Morgen zieht sich das„Bankett der Schönheiten a. D.“ hin. Nichts bleibt als das Gewirr geleerter Teller und Gläser und Kristalle. Ein schaler Anblick, vielleicht genau so schal wie manches dieser Frauenschicksale, die einst Amerika in Atem hielten. Carl Otto Hamann. zur Kanonade zu geben, so zögerte er auch heute nicht. Was damals Zerstörung schuf, mochte heute Rettung bringen. Hatte er nicht oft vor dem Einschlag. der Wucht der Kugeln brennendes Gebälk auseinanderspritzen sehen Den Einjall in Besehl umsetzen, war dem alten Krieger eins, und schon zagte sein Bursche mit dem Besehl zum Geschützmeister Merten davon. Kaum zehn Minuten mochten vergangen sein, da fuhren die Menschen, die ängstlich zu den immer mehr um sich greisenden Flammen emvorstarrten, erschrocken zusammen, denn von den Batterieständen der Kurfürstlichen Artillerie dröhnte ein Schuß herüber und fast gleichzeitig zischte das Geschoß in das brennende Gebält der Turm spitze, das vor der Wucht des Einschlags auseinander sprühte. Noch dreimal dröhnte der Schuß. prasselte das Balkenwerk vom Turme herab, dann starrte der Turm der Marienkirche als rauchender Stumpf in den immer noch rauschenden Regen. Wohl regte sich ein Stolz in der Brust des Herrn von Sparr. als er Kirche und Stadtviertel durch seinen raschen Besehl und die Treifsicherheit seines Geschützmeisters ge rettet sah. Doch sein Gesicht verfinsterte sich plötzlich. Bär beißig wehrte er allen Dank ab. Der Stumpf des Turms schien ihm allen Vorwurf darzustellen, den sein kriegerisches Leben auf seine Seele häusen konnte. Von diesem Gedanken gequält, machte er endlich dem Pfarrer das Angebot, den Turm auf eigene Kosten wieder herstellen zu lassen. Der Prediger, der wohl wußte. welcher Kummer den alten Soldaten bedrückte, nahm den Vorschlag an. Er hätte es vielleicht nicht getan, wenn ihm die Vermögenslage des Herrn von Sparr bekannt gewesen wäre. Denn mit der Verpflichtung zum Turmbau begann für den alten Herrn eine nicht mehr abreißende Kette von Sorgen. Schulden und quälenden Rechnungen. Jeder andete würde unter solchen Umständen den Vorschlag des Pfarrers. die Gemeinde auch ihr Teil tragen zu lassen. angenommen haben. Der Herr von Sparr aber beharrte starrsinnig darauf, sein Versprechen ganz zu erfüllen. Der sachte Hinweis des Predigers, daß es unchristlich sei. sich von Sünden loskausen zu wollen, zerstörte jast die bewährte Freundschaft der beiden Männer. Nein. der Herr von Sparr konnte sich nicht zur Ruhe setzen für den Rest seiner Erdentage. Er mußte im Dienst bleiben, denn er brauchte den Sold. Sein Gut Lichterfelde wurde verpfändet. Seine Ersparnisse schwanden dahin im gleichen Maße, wie der Turm wuchs. Der perr von Sparr starb sieben Jahre nach jenem Blitzschlag als ein armer Mann. Enttäuschte Erben standen an seiner Bahre und übten Rache für ihre Enttäuschung selbst noch am Andenken des Toten. Denn jahrelang blieb auf seinem Grabmal in der Marientirche der Platz für das Todesdatum leer, weil niemand die Kosten für diese Arbeit tragen wollte. Dafür aber ließen die Erben in der Kirche eine Tafel anbringen, auf der zu lesen war: C. y. S.— Lukas 14. V. 28—30. Die Verse lauten:„Wer ist aber unter euch. der einen Turm bauen will, und überschlägt nicht vorher die Kosten. ob er es auch habe, es auszuführen? Damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und kann's nicht ausführen. alle, die es sehen, seiner spotten und sagen: dieser Mann hob an zu bauen und konnte es nicht ausführen.“ So fiel Spott wie ein verzerrter Schatten noch auf das Grabmal des Toten. und läge nicht in seinem Starrsinn, der ihn zu jenem unheilvoll=heilbringenden Entschluß verführte, ein Funken menschlicher Größe verborgen. der seinen Erben jehlte, so möchte man den Turmbau des Herrn von Sparr eine traurig=komische DonQuichotterie nennen. So aber mag den. der diese Geschichte liest, vielleicht doch eine Ahnung davon anrühren, daß jene Verse aus dem Lukas=Evangelium mehr bedeuten als eine Verspottung und ein Sinnbild menschlichen Lebens enthalten und daß der Turmbau des Herrn Sparr von einer selbstlosen Tat Zeugnis gibt. die des Andenkens wert ist. Der Jurmbau des Kerrn v. Sparr' Eine Geschichte von Karl Lütgen. Als die Glocken der Marienkirche zu Berlin das Jahr 1661 einläuteten, hatte sich der Feldmarschall Christof von Sparr entschlossen, in diesem Jahre Abschied von den Kriegsdiensten zu nehmen und den Rest seines Lebens als ein friedfertiger Landwirt auf seinem Gute Lichter felde zu verbringen. Allzuviel Zerstörung hatten seine Augen in vierzig rauhen Kriegsjahren gesehen und seine Befehle als Chef der kurbrandenburgischen Artillerie ver ursacht. Nun sollte ihm der Lebensabend wenigstens den Trost behutsamen Pflanzens und Hegens bringen. Das Schicksal aber hatte dem Herrn von Sparr anderes zugedacht als einen friedlichen Abschied vom Dasein. Mit einem einzigen Blitzschlag zerstörte es alle seine behaglichen Träume des greisen Soldaten: mit jenem Blitz schlag. der am 10. August 1661 den Turm der Marienkirche traf und in Flammen setzte. Der Herr von Sparr. der zur Gemeinde dieser Kirche gehörte und ihrem Pfarrer freundschaftlich zugetan war. hätte seinem Lieblingsgotteshause gern das Schicksal der Zerstörung erspart. Wohl dämpfte der niederrauschende Gewitterregen noch die Flammen. Doch es war zu fürchten, daß die brennende Haube des Turms auf das Dach des Kirchenschiffs herabstürzen und daß der Brand der Kirche eine Zerstörung des anliegenden Stadtviertels nach sich ziehen würde, das zum größten Teil aus alten Fachwerkhäusern bestand. Wie der Feldmarschall neben seinem Freunde zur brennenden Turmspitze emvorstarrte und auf Rettung sann, stiegen unnaufhörlich vor seinem inneren Auge die Bilder der Verwüstung. der Flammen auf. die er in hundert Schlachten gesehen und auch wohl selbst hervorgerufen hatte. Wie er damals nicht zögerte, den Befehl Wie alt wurde der fleandertaler? Prähistorische„Greise" waren höchstens 40 Jahre alt Die Schädeluntersuchungen eines französischen Forschers. Wenn wir es als einen Triumph der modernen Medizin bezeichnen, daß das Durchschnittsalter des Menschen unserer Zeit nahezu 60 Jahre beträgt, so ist das in der Tat ein gewaltiger Fortschritt angesichts der Tatsache, daß die Menschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur ein Durchschnittsalter von 30 Jahren erreichten. Diese letztere Ziffer ist in erster Linie durch die außerordentlich hohe Säuglingssterblichkeit zu erklären, die in jener Evoche zu verzeichnen war. Dieser Faktor hat sich vor 2000 Jahren, etwa zu Zeiten Julius Cäsars. noch viel schlimmer ausgewirkt. Zwar gab es auch unter den alten Römern schon hoch betagte Männer. aber das Durchschnittsalter, das die Historiker im Rom des Altertums errechneten, betrug nicht mehr als 18 Jahre, da kaum die Hälfte aller neugeborenen Erdenbürger ihr erstes Lebensjahr vollendeten. Umso interessanter erscheint angesichts dieser Tatsachen die Frage, wie alt wohl die ersten Vertreter des menschlichen Geschlechtes. die Neandertaler und Steinzeitmenschen geworden sein mochten. Der französische Forscher Professor penry Vallois hat sich mit diesem prähistorischen Problem befaßt und in jahrelanger Arbeit 187 Schädel von Menschen der Vor geschichte auf das mögliche Alter ihrer einstigen Besitzer hin untersucht. Die moderne Wissenschaft ist in der Lage. an Hand der gemachten Schädelfunde das mutmaßliche Alter der damaligen Menschen zu errechnen, und zwar aus der Art, wie die Schädelspalten zusammengewachsen sind und welche Nähte sie gebildet haben. Nach den Untersuchungen des Forschers sind diese Urmenschen kaum älter als 20 Jahre geworden. Das heißt, daß ihr Durchschnittsalter, wenn man eine entsvrechende Kinder sterblichkeit in Rechnung zieht, noch nicht einmal 10 Jahre betrug. Bei keinem einzigen der Schädel, die den Men schen von der Evoche des Neandertalers angehörten. waren Anzeichen festzustellen, die auf ein höheres Alter als 20 Jahre schließen lassen. Der Neandertaler selbst war schon etwas langlebiger. Hier versucht Professor Vallois sogar eine Statistik auf zustellen. Nach dieser starben 55 Prozent aller Menschen jener Epoche vor dem 20. Lebensjahr. 40 Prozent starben zwischen 20 und 35 Jahren, und nur 5 Prozent erreichten ein Alter bis zu 45 oder 50 Jahren. Ein Vierzigjähriger war also damals schon ein„Greis“, den man als„hoch betagt" bezeichnen durfte. Es gibt keinen einzigen Be weis dafür, daß Menschen der Vorgeschichte jemals älter als 50 Jahre geworden sind. Was mögen die Ursachen für das frühe Hinscheiden dieser menschlichen Wesen gewesen sein, die äußerlich viel stärker erschienen, als ihr heutiger Artgenosse? Der Kampf ums Dasein war in der prähistorischen Zeit vermutlich zu hart und aufreibend. er verbrauchte die Kräfte schneller, und so mußte das schwere Leben. das der Urmensch sich zu erkämpfen hatte, kürzer sein, als das unsrige. Das ist wenigstens die Erklärung. die Professor Vallois für seine Entdeckung gibt: sie erscheint, wenn man ich die Lebensbedingungen des Neandertalers betrachtet. sehr plausibel. Hinzu gesellt sich das Fehlen jeglicher medizinischen Hilfe, und so hat es sich in der vorgeschichtlichen Zeit kaum jemals ereignet, daß ein. Entel noch seinen Großvater erlebte. Der Kutscher Karl werktags □ as Lied der Mühle Roman von FRIEDR. FRANZ GOLDAU 2. Fortsetzung. *„Sehr wohl, perr Pitt Theiß". verneigt Fred sich höflich.„Man könnte Euch für einen Schloßherrn oder für einen wohlhabenden perrn auf dem Rubesitz halten.“ „Na also“. brummt Theiß.„Das entschuldigt Ihn denn. Er hat einen klugen Kopf. wie ich höre. Wenn Er mir in den nächsten vierzehn Tagen einen gescheiten Fang zeigen kann. wird Ihm die Bezahlung der Rechnung erlassen. Wie schreibt Er sich. Mann?“ Fred denkt:„Noch einen Gescheiten?" Er macht sich bekannt. „Also denn. Fred“. nickt der Wirt Theiß.„Ich will mir das merken. Fred kommt vom Frieden, und Born ist ein Quell. Friedlicher Quell müßte er denn von rechts wegen heißen, wenn er ein Deutscher sein will. Aber die so herumstreichen wie Er. die haben nichts weg von der deutschen Seele. Schaffe Er was. Da hat Er was Geld.“ Er drückt ihm ein Silberstück in die Rechte.„Schlage Er sich jetzt was hinter die Rippen, sonst bricht Er noch ab. In vierzehn Tagen denn: Gasthaus zur Linde. Frage Er nach der Müllerei Brakel, dann findet Er schon.“ Sehr wohl. Herr Pitt Theiß!" Acht Tage lang hat Fred vergeblich nach Arbeit gefragt. Da bietet man ihm eine Arbeit als Kanalreiniger an. doch sie befriedigt ihn nicht. Wenn er von Schmutz und Schlamm triefend aus dem Loch kriegt, denkt er an die Jungfer von der Weibertreu, wenn sie ihn so sähe. Warum ist er eigentlich hier? Warum hat ihn das Herz in die Heimat gerufen? Fred ist, wie er gestehen muß. in der Seele betrübt. Seitdem er den Schlamm aus den Kanälen herausschaffen muß, kann er nicht mehr lachen. Wohl mehrt sich sein Geld. das er verdient, aber was soll ihm das Geld. wenn er kein Ziel hat. ach. nichts? pat er einen Menschen, dem er sich hingeben könnte:„Sieh. Schlamm war's und hier ist das Silber?" Fred hat keinen Menschen, und wenn er so nachdenkt und nach der Schicht aus dem Loch kriecht, ist es ihm oftmals zum Weinen. Du lieber Gott, gibt's denn für ihn nicht auch endlich ein sonniges Heim? Hat er nicht lange genug auf der Straße gelegen? Gibt's wirklich für ihn keinen Menschen. der ihn, wenn er beimkommt, mit ausgebreiteten Armen empfängt und teilnimmt an seinen Sorgen und Freuden? Was würde er diesem Menschen doch alles an Gutem ersinnen und schaffen. Aber wo ist dieser Mensch? Fred muß in den schlampigen, quakenden Stiefeln zu dem Hause tratschen. in dem er jetzt einquartiert ist. Er muß in der Waschküche des Hauses baden, damit der mistige Stank von ihm weicht. Dann muß er allein in dem Zimmer sitzen, für das er die Miete bezahlt und muß sich sein Abendbrot machen. Wohl ist eine rothaarige Jungfer in diesem Hause. die sich in den Hüften wiegt und ihn anlacht, wenn sie ihn erspäht; aber Fred sieht sie nicht, will sie nicht sehen. Fred fühlt sich verlassen. Und darum kam er heim? „Heimat!“ schreit es in Freo. wenn er sein Brotz ißt zu einem Stück Wurst oder Speck und schlabbrigen Kaffee dazu trinkt, den ihm die Hauswirtin bereitet.„Hast du mich in einen neuen Jammer gerufen? Heimat, wo hast du dein perz. das mich rief? Heimat, ich will dein Herz finden, für das ich doch bin. Einen Karren schleppen und ihren Bauch füllen können auch die Karrenhunde. Ich will ein Mensch sein, kein Hund. Schaffen will ich. Gern will ich entbehren. Schenk mir dein Herz...!“ Tagelang quält sich Fred so schon herum. In einer Mittagspause kriecht er schlammtriefend aus dem Kanalloch nahe beim Strome. Geld hat er genug. um in den nächsten Laden zu gehen und sich ein Stück Wurst und einige Semmel zu kaufen, aber er geht an dem Strome entlang. Hinter den Hafengebäuden biegt er ab. Hier hat der Strom eine ansehnliche Breite und staut einen abzweigenden Hafenraum an einem Wehr, dahinter ein Bagger den Schlamm und Sand aus der Tiefe hebt, um das Bett schiffbar zu erhalten. An diesem Wehr sitzen Männer. die Erdarbeit machen und essen. Frauen und Töchter sieht Fred. die den Männern und Vätern das Essen brachten und einsamer noch und verlassen sieht Fred in die rauschende Flut. „Vorsicht, mein Freund“. vernimmt er nach einer Weile. Es sticht in die Ohren.„Die Böschung ist glatt. Man gleitet hier leicht. Seht an den Strichen am Ufer. es sind gut vier Meter. Im Grunde ist Fels. Wer hier hineinfällt, ist meistens verloren.“ Fred wendet sich um und bemerkt einen Mann fast bis zu den Ohren von Lehm bespritzt. Er hat einen zweizivfligen flachsfarbigen Bart und zieht Fred ein wenig zurück.„Wohl noch zu jung. um aus dem Leben zu laufen. Sicher hab ich mehr mitgemacht als Er hat und doch geht es weiter. Oder steht es so trostlos um ihn?“ Fred will ihm antworten, daß ihn das Herz in die Heimat und zu einer Mühle gerufen, aber er findet die Worte nicht, zuckt mit den Schultern und sagt:„Ich weiß nicht so recht.“ Und während er spricht, wird er vom Wasser geblendet.„Das Wasser flößt mir ein Grauen ein und doch liebe ich es.“ Es sei wie das Leben. antwortet der Mann und zieht ihn weiter zurück.„Man liebt es und möchte ihm oft auch entflieben. Aber man soll mit den Wellen kämpfen. Man soll oben bleiben.“ „Soll man. Man tut's auch, solang man's vermag.“ Da zittert ein gellender=Hilfeschrei über die Wellen. Der Mann, der mit Fred spricht. greift entsetzt in den Bart. und während Fred sieht, daß eine Frau sich erhebt, um sich ihnen zu nähern, schreit der Mann wieder:„O Herrgott! Mein Kind!" Fred ist es, als kenne er diese Stimme, aber was soll jetzt das Sinnen. Er hat gesehen, wie ein Nachen bei dem Wehr kivpte und wie eine Jungfer, die aus dem Nachen fiel. gleich einem Steine versank. Jetzt sieht er. wie sich zwei Arme gleich Schaften mit fingrigen Blüten aus dem Wasser erheben. „Hilfe..!" Da liegt sein Bock schon am Boden. Da liegen die schlampigen Stiefel. „Mann!“ schreit er den Arbeiter an. der gleichfalls den Bock abgelegt hat, um sich in die Wellen zu stürzen. „Bleibt! Denkt an den Grund! Ihr habt was, ich nicht. Ihr habt Frau und Kind. Ich hab nichts zu verlieren!“ Dann klatscht es. Dann rauschen die Wellen und Fred versinkt in der Flut. Aber der Grund hält ihn nicht fest. Er kommt wieder hoch. Vom Wehr kommen die Arbeiter. die Frauen und Töchter mit einer Stange und einem Tau gelaufen. Da kommt die Versunkene hoch. Sie hat durch den Sturz in die Tiefe das Bewußtsein verloren. Sie liegt eine Sekunde gleich einem Brett auf der Flut. um wieder zu sinken. Aber Fred hat sie erreicht. Mit der Linken hält er die Bewußtlose fest und mit der Rechten und kräftigen Stößen der Beine kommt er ans Ufer. Mit Hilfe des Taues zieht man beide herauf. Der Arbeiter schüttelt ihm dankend die Hände.„Der selsige Grund!". Er beugt sich über die bewußtlose Tochter und beginnt die Versuche, sie aus der Ohnmacht zu wecken. Sie schlägt die Lider bald auf und ihr Vater trägt sie zu einer nahen Bank, auf die er sie setzt.„Noch einmal am Ende vorbei. Der dich gerettet hat, hatte sein Leben gewagt.“ Fred sieht jetzt die Frau. die sich gleichfalls um die Tochter bemüht. Auch sie reicht ihm die Hand und sieht ihn starr an. Es ist der Ausdruck der stannenden Frage. und Fred fühlt, wie die Blicke der Frau in ihm suchen. „Bist du es?“ fragen die Blicke.„Bist du es nicht?“ Wie aus dem Boden gezaubert steht die Thomasmühle vor Fred. Er sieht die Meisterin Dolli und erlebt jene Jahre, da sie ihn wie eine Mutter betreute. Fred denkt an den Reister, der den Bröker erschlug, eben den Bröker. den er beim Dome gesehen. Und plötzlich, er weiß nicht recht, wie er dazu kommt. schreit er. noch immer die Hand der Frau haltend: „Meisterin...! Ich bin der Fred...!“ Wie ein Schlüssel, der ein Schloß öffnet. wirken die Worte. Dann sprudelt es wie ein Quell von den Livven der Frau:„Wahrhaftig. der Fred!“ Sic winkt ihren Mann näher:„Komm doch. Der Fred! Er ist in die Länge gegangen. Aber so dünn.“ Das gerettete Fräulein kann schon allein sitzen. Ihr Vater kommt näher.„Verrgott. ia! Der Fred!" Er drückt ihm noch einmal die Rechte.„Junge. du hast mir die Mieze gerettet. Sie wollte ein bißchen Kahn fahren und flog damit um.“ „Diese Mieze...?" Es ist doch die Jungfer. die ihn auf der Weibertreu neckte? Gewiß! Fred kennt sie wieder. Und sie ist die Mieze? Obschon ihr paar ausgelöst ist und sie noch ermattet da sitzt, ist sie sehr schön. Die Freude des Wiedersehens und der Rettung der Mieze strahlt aus den Gesichtern, nur Mieze ist noch zu schwach, ein bestimmtes Zeichen von sich zu geben. Und indem sich Dolli wieder um Mieze bemüht, erzählt ihm Fritz Thomas, er sei damals nicht lange mehr im Dorse geblieben.„Der Bröker, den ich zu Boden schlug. stand hald wieder auf und mich ließen sie laufen. Aber die Mühle ist weg. und auch sonst ist so manches anders geworden. Wir wohnen im Nachbardorf bei der Linde. Sich. dort. wo die Flügel der Brakelmüble sich drehen.“ Er deutet nach dort.:„Komm doch zum Abend.“ Die Arbeiter bedrängten Fritz Thomas. die Rettung der Tochter dem Kreisamtmann zu melden.„Am Bande das Kreuz muß er ihm geben.“ „Laßt das nur", winkt Fred Born ab und nähert sich Mieze:„Na. Mieze. hier bin ich. der Fred. will's bald wieder gehen?“ Sie lächelt schon schwach. „Na. mit dem Laufen geht's wohl noch nicht.“ Er läuft eine Straße hinab und bringt eine Droschke.„Da rein jetzt und dann nach Haus und ins Bett. Er gibt dem Kutscher einen halben Taler und hilft Mieze hinein. Frau Dolli steigt ebenfalls ein und der Klepper setzt sich in Bewegung. „Und kommst du zum Abend?“ Fred nickt. Dann geht er davon, um in das Kanalloch zu kriechen. (Fortsetzung folgt.) Westfalias 2:0=Sieg am Höntroper Hellweg Mit der Tradition gebrochen.- Weittalia überlegener als das Ergebnis belagt.- Zu Beginn und am Schluß tielen die Tore.— Genderlki und Bonner trugen lich in die Schützenlilte ein.-— Ein ichwach amtierender Leiter.-— Nächlten Sonntag nach Bochum. Spielv. Hontrop- Westsalia Herne 0•2(0:1) Da die Herner gestern wieder mit Klein 1 und Genderski antreten konnten, hatte man wohl mit einer abgerundeten Mannschaftsleistung auf der Herner Seite gerechnet. Nach dieser Richtung wurde man aber doch etwas enttäuscht. Wenn auch für den erkrankten Kroll Wischnewski eingesetzt werden mußte, so konnte man mit den Leistungen der Herner Hintermannschaft gut zufrieden sein. Anders verhielt es sich aber doch, wenn man die Arbeit der Herner Fünferreihe kritisch unter die Lupe nahm. Hier beobachtete man neben viel Licht= auch reichlich oft noch Schattenseiten. Dabei fanden sich die beiden für vier und fünf Sonntage gesperrt gewesenen Aktiven sogar verhältnismäßig schnell in ihrem Aufgabenkreis zurecht, ebenso auch Joswiak auf linksaußen war wiederum gut auf dem Posten. Der Mittelstürmer dagegen verstand es wiederum nicht, seine beiden Flügel zielstrebig einzusetzen. So lastete der Angriffsaufbau auf Herner Seite hauptsächlich auf den Schultern des kleinen Halbrechten, der wiederum wirkungsvoll hierbei von dem Halblinken unterstützt wurde. Daher kam es nur zeitweilig zu einem flüssigen Angriffsspiel, während dann wieder der Faden der Kombinationshandlungen urplötzlich abriß. Allerdings wollen wir auch nicht verkennen, daß die Herner Spieler mittlerweile von zu Hause aus bezuglich einer idealen Spielfläche verwöhnt worden sind. Das Hontroper Gelände besitzt tatsächlich seine Eigenheiten, mit denen man nicht so einfach fertig werden kann. Anderseits befinden sich die gestrigen Gastgeber der Herner in einer wenig angenehmen Lage, die man nach der erneuten Niederlage fast als hoffnungslos bezeichnen kann. Mannschaften nun, die nichts mehr zu verlieren, aber alles noch zu gewinnen haben, sind in Fußballkämpfen äußerst unangenehme Partner. Das mußte auch gestern die Westfalia schon bald wieder erkennen. Mit einem unbändigen Eifer und Siegeswillen gingen jedenfalls die Höntroper an den Start und machten so auf ihre Art mit ihrer wirklich nicht schlechten Hintermannschaft den Westfalen das Toretreten ungemein schwer, wenn nicht fast. unmöglich. So sielen die beiden Herner Treffer zu Beginn und am Ende des Treffens, sie waren beide nicht aufzuhalten, so verwirrend waren jedesmal die voraufgegangenen Angriffshandlungen gewesen. Die Vermutungen also, daß die Westfalen auf dem seit Jahren für sie so tückischem Gelände stolpern würden, haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil, nach einer Zeit von mehr als vier Jahren gab es diesmal keine Herner Schlappe. Die Gastgeber können noch von Glück sprechen, daß sie nicht noch arger zerzaust wurden, als wie das gestern geschehen ist. Die Herner aber konnten sich über den dritten in dieser Reisterschaftsserie errungenen Auswärtssieg freuen. Bereits am kommenden Sonntag erledigen sie in Bochum das letzte Spiel aus der ersten Serie draußen. Hoffen wir, daß sie auch dort die Hürde nehmen werden, um dann am Sonntag darauf hier gegen Röhlinghausen wieder anzutreten. Wir erwähnten schon, daß die Herner Hintermannschaft gut auf dem Posten war, der Schlutzmann hatte kaum schwierige Fälle zu klären, so gut waren seine beiden Vordermänner und der wieder einsatzfreudige Mittelläufer. Auch der rechte Laufer kam im Vergleich zu seinen letzthin gezeigten Leistungen sehr schnell auf Touren und ließ seinem gegnerischen Flügel keine allzu große Bewegungsfreiheit. Die linke Läufer war dagegen dem Höntroper Halbrechten Timpert 2 mehr als„Schutzmann" beigegeben. Dadurch konnte sich der gegnerische Rechtsaußen schon etwas besser entfalten, ohne aber auch nicht entscheidend gefährlich werden zu können. Im Herner Sturm ging es nicht immer ohne Hemmungen ab, zeitweilig gab es geschickt angelegte Sturmhandlungen zu sehen, dann wiederum wurde weniger verständnisvoll zusammengearbeitet. Als Einlagen und als Ersatz versuchte dann der eine oder andere Spieler seine rednerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, sehr zum Unmut der Herner Zuschauer, die von den wohl etwas mehr als 2000 Besuchern fast tausend Männlein und Weiblein stellten. Auch bei den Gastgebern standen die am wirkungsvollsten arbeitenden Kräfte in der Hintermannschaft. Die beiden Seitenläufer fielen kaum ab, hart und schlagsicher waren die beiden Verteidiger und der Mittelläufer. Der beste Spieler im Höntroper Sturm war mit Abstand der auf halbcechts wirkende Timpert 2, er erledigte ein unheimliches Arbeitspensum, konnte aber trotzdem nicht ##rrolgreich sein, weil die Herner Hintermannschaft auf hn ein besonderes Augenmerk gerichtet hatte. Eine wirklich ablehnende Vorstellung gab der Unparteiische, cht weil er etwa parteiisch gewesen wäre, nein, das Gefühl ist nie bei uns aufgekommen. Die Nicht eachtung der Vorteilsregel kreiden wir aus gewissen Gründen niemals einem Schiedsrichter an. Wenn non aber bei Kleinigkeiten allzu groß wird und dagegen offensichtliche Grobheiten nicht als solche ahndet, dann kann man auch nicht mehr von einem schwarzen Tag des Leiters schreiben und reden. Die Augen des Unparteiischen schienen einfach nicht in Ordnung zu ein. Gegen die grell scheinende Sonne eröffneten die Herner das Spiel, brachen schon bald bei ihren Angriffen links= wie rechtsseitig durch, so daß der Hön froper Sckußmann schon bald einzugreifen hatte. Nachdem auch die Gastgeber einmal vor dem Herner Hehäuse gefahrdrohend aufgetaucht waren und der folgende Torschuß knapp neben das Tor gegangen war, folgte bereits nach vier Minuten Spielzeit der erste Herner Treffer, als die linke herner Seite sich gut durchgearbeitet hatte, dann der Lintsaußen zum Torschuß kam, den der gegnerisch hüter abklatschte, der Halblinke aber durch vorbildlichen Einsatz das Leder mit dem Kopf unhaltbar einlenkte. Auf ein Haar wären die Besucher bald zum zweiten Tor gekommen, wenn der Herner Rechtsaußen bei einem Flankenball seines Gegenübers zur Stelle gewesen wäre. Vorläufig diktierten die Herner noch das Spielgeschehen, die gelegentlichen Höntroper Angriffsversuche konnten immer noch frühzeitig genug abgestoppt werden. Nur einmal schien es auch um die Westfalia geschehen zu sein, als der gegnerische Linksaußen nach einem unnötigen Geplänkel vor dem Herner Tor das Leder erhielt, in die lange Ecke zielte, wobei die Kugel noch soeben ins Aus ging. Aehnliche Situationen gab es aber in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit vor dem Tore der Gastgeber. Hier sah der Leiter dreimal Abseits, wenn eine derartige Entscheidung überhaupt nicht zu fällen war. Dann wiederum war mehrmals der Rechtsaußen nicht zur Stelle, wenn sein Linksaußen die besten Flanken hereinschlug, womit er anscheinend nicht gerechnet hatte. Aber eine Minute vor der Kaffeepause schien der nächste Herner Erfolg fällig zu sein, als nach einem Einwurf das Leder in die Mitte kam, wo Hernes Halbrechter, umgeben von zahlreichen Gegnern, auf engtzem Raum seinen Mittelstürmer= einsetzte, dessen Torschuß der Hüter mit sehr viel Glück noch unschädlich machen konnte. Mit dem Anstoß zur zweiten Halbzeit belästigte die Sonne die Höntroper nicht mehr so stark wie vordem die Herner. Das Herner Spiel lief anfangs nicht in der beabsichtigten Weise, die Gastgeber setzten sich weiterhin ganz energisch zur Wehr. Ihre Angriffe wurden wohl zahlreicher und auch gefährlicher. Einige Male hatte Hernes Hüter kräftig zuzulangen, um den Ausgleich zu verhüten. Aber mit der Länge des Treffens gewannen die Herner mit ihren Aktionen doch wieder mehr die Oberhand. Es ging öfter vor dem gegnerischen Gehäuser drunter und drüber. Der Hüter der Gastgeber mußte sehr schwierige Bälle halten. Eckbälle folgten jetzt häufiger, direkte Fußabwehr durch den gegnerischen Schlußzmanen war ebenfalls vonnöten. Etwa neun Minuten vor Schluß versagte aber doch die Kunst des wirklich guten Höntroper Torwarts, als bei einem rechtsseitigen Herner Angriff der Halbrechte sich im Nahkampf behaupten konnte, dann dem ungedeckten Mittelstürmer an der Strafraumgrenze das Leder zuschob, der unhaltbar Tor Nummer 2 markierte. Nicht viel hätte gefehlt, und die Besucher waren auch noch zu dem verdienten dritten Erfolg gekommen, wenn sie nur ein ganz klein wenig Glück gehabt hätten. Aber schließlich sah sich das 2:0 auch ganz schön an, ebenso das 13:5 alsTorverhältnis. Höntrop Res.— Westfalia Res. 1:3 Constantin 1. Jgd.— Westfalia 1. Jgd. 1:2 Constantin 2. Jgd.— Westfalia 2. Jgd. 0:4 Der BiB Börnig stolperte über die „Gelbe Gefahr" Gelsenkirchen 07— BfB Börnig 5:0(3:0) Wiederum sah sich der BfB Börnig gezwungen, mit zahlreichem Ersatz sich dem überstarken Gegner aus Gelsenkirchen zu beugen. Die Herner kamen in keiner Beziehung an die Härte der Gastgeber heran, verstanden es kaum einmal, sich durchzusetzen. Die Gastgeber waren in bester Verfassung, man kann den schlechten Tabellenplatz von 07 nach diesem Spiel kaum verstehen. Am gestrigen Tage legten sie ein Spiel hin, das allgemein gefiel. Der schwächste Mannschaftsteil bei den Schadeburgern war der Sturm. Dieser fummelte ewig drauflos und dachte nie an einen gesunden Torschuß. Das Trio Pachurka war eben zu schwactz und konnte sich bei der eisernen Ab wehr der Gastgeber nicht durchsetzen. Mit Wind spielend, hatten die Gastgeber bald eine klare Führung herausgespielt, ließen aber auch, dann nicht locker und schnürten den BfB Börnig zeitweise vollständig ein. Erst gegen Schluß der ersten und im Anfang der 2. Halbzeit kamen die Börniger gut auf, ohne aber ein Tor anbringen zu können. Die Gastgeber verteidigten in diesem Spielabschnitt stark und hielten ihr Tor rein. In der letzten Viertelstunde drehten sie aber wieder stark auf, und zwei Tore waren noch für 07 fällig. gut. Wenigstens kann man dies von der ersten Halbzeit behaupten, da die Herner in jeder Beziehung ein ebenbürtiger Gegner waren. Nur ein Tor konnten die Gerther anbringen. Dann aber war es mit den Hernern vorbei. Die Elf war dem Gegner nicht mehr gewachsen, weil sie sich in der ersten Halbzeit zu stark verausgabt hatte. Die Gerther kamen mehr und mehr im Vorteil, und am Spielende hatten sie mit 4:0 einen glatten und verdienten Sieg errungen. Reichsbahn Wanne— Teutonia Riemke 4:1. Auch die zweite Fahrt nach Wanne ist also den Riemkern nicht bekommen, die augenblicklich überstarken Reichsbahner aus Wanne zeigten ein großes Spiel und siegten klar und verdient. Die Reichsbahner führen durch diesen Sieg klar und eindeutig in der Tabelle, da nun auch ihr größter Widersacher, die Preußen aus Wanne, strauchelte. Tabelle der 1. Kreisklasse. Sodingen sorgte für die Ueberraschung des Tages Germanias Kantersieg über Fortuna Herne.— Knapper Erfolg der Constantiner. Nachteil.— Reichsbahn Wanne allein in Iront. Vittoria klar im Fortuna Herne— Germania Herne 1:7 SpV Sodingen— Preußen Wanne 2:1 Constantin Bochum— Constantin Herne 2:3 BfB Gerthe— Viktoria Herne 4:0 Reichsbahn Wanne— Teutonia Riemke 4:1 Fortuna Herne— SC Germania Herne 1:7(0:1). Endlich haben sich die rot=weißen Stürmer ihrer Schießkunst besonnen, das zeigte gestern dieses Lokal derby in Horsthausen. Allerdings bis zur Pause sah es nicht nach einem hohen Sieg der Besucher aus, der Fortunenhüter ließ sich bis dahin nämlich nur einmal überlisten. Die Gäste zeigten in allen Reihen das flüssigere, überlegenere Spiel, wogegen die Fortunen außer ihrem Eifer weniger erfreuliche Leistungen boten. Die Germanen nahmen mit folgenden Leuten den Kampf auf: Stabel, Goddäus, Rullmann, Skiba, Haake, Uhtbrock, Berndt, Lange, Beckebaum, Piontek und Ruth. Einen Versager gab es gestern kaum, wenn auch Lang und Beckebaum etwas steif wirkten. Da fehlt das Konditionstraining, sonst hätte das Ergebnis noch höher lauten können. Den Fortunenleuten fehlte dagegen der Zusammenhang völlig, einzelne Spieler ragten wohl über ihre Kameraden hinaus, aber bei der starken Germanenabwehr konnte man ich einfach nicht durchsetzen. Lediglich ein Elfmeter, die Entscheidung wirkte übrigens sehr hart, brachte ihnen das Ehrentor. Bis zur Pause hielt der Gastgeber das Spiel noch ziemlich offen, um dann nach dem Wechsel dem raffinierten Spiel der Germanen zum Opfer zu fallen. Bei leichter Feldüberlegenheit gelang es dem Gäste=Linksaußen, nach 15 Minuten mit einem hohen Ball den Hüter des Platzvereins zu bezwingen. Der Ball sprang vor dem Tore auf, Beckebaum startete danach und der herauslaufende Torwart mußte das Leder über sich ins Netz springen lassen. Im weiteren Verlauf hatten Beckebaum und auch Lang noch zwei weitere schöne Torchancen, die aber im Eifer verschossen wurden. Die Germanen hatten bis dahin mit starkem Wind gespielt. Dieser hätte vielleicht zu mehreren Toren verhelfen können, wenn man schneller am Ball gewesen wäre. Nach dem Wechsel sollte es aber besser kommen. Die Aktionen der Besucher wurden immer gefährlicher. Ein schöner Schuß Piontecks ergab in der 9. Minute das 0:2. Die Fortunen versuchten wohl, nun auch ihrerseits zum Zuge zu kommen, aber erst eine unfaire Abwehr Rullmanns auf der Strafraumgrenze brachte ihnen durch die ekwas zu scharfe Elfmeterentscheidung— ein Strafstoß wäre berechigt gewesen— das Ehrentor.. Nun legten aber die Germanen los, ihr Spiel wurde direkt hervorragend, und so konnten Torerfolge nicht ausbleiben. Fünfmal noch mußte der Fortunenhüter hinter sich ins Leere greifen. Berndt vollbrachte mit drei schönen Toren den Hat=trick, während die anderen beiden Erfolge Beckebaum als Schützen sahen. Mit diesem hohen Erfolg haben sich die Germanen wieder schön nach vorn gearbeitet. Hoffentlich folgen jetzt weitere Siege, dann kann vielleicht doch noch Terrain aufgeholt werden. Es ist noch nicht zu spät dazu. SpB Sodingen— Preußen Wanne 2:1(0:1). Preußens erste Niederlage! Sehr stark interessierte dem beiderseitigen Anhang dieses Meisterschaftsspiel. Bei schönem Herbstwetter war die Platzanlage des SpV Sodingen gut besucht. Alle, die erschienen waren und die Anstrengungen unserer Heimischen im Punktespiel mit dem Tabellenzweiten miterlebten, dürften voll und ganz auf ihre Kosten gekommen sein. Wenn die Punkte in Sodingen geblieben sind, so kann man das nur dem besonderen Können der Sodinger zuschreiben. In den Preußen hatte man wohl einen besseren Gegner vermutet. Der einzige Spieler, der in dieser Mannschaft gefal len konnte, war der Torwart. Hätten die Preußen diesen nicht zur Stelle gehabt, dann wäre die Nieder lage wohl noch höher ausgefallen, denn in Sodingens Reihen steckte wiedermal der Siegeswille. Am besten konnte die Sodinger Hintermannschaft gefallen. Das Spiel begann gleich mit voller Tourenzahl. Hin und her rollte die Kugel, aber für die beiden Hüter war einstweilen keine Abwehrmöglichkeit gegeben. Zwar waren die Preußen erst obenauf, in Sodingens Rei hen klappte es anfangs nicht recht. Erst als die Preu ßen in der 16. Minute das erste Tor traten, wurden die Sodinger lebhafter. Die Preußen versuchten zwar das Spiel in die Länge zu ziehen und verstanden es auch, bis zur Pause das Resultat zu halten. Nach dem Wechsel erarbeiteten sich die Sodinger gleich große Vorteile. Sie haten einmal jetzt die Sonne im Rücken, zum anderen ließen die Preußen gewaltig nach. Nicht ein einziges Mal kamen sie noch richtig zum Torschuß. Der Sodinger Mittelläufer Murawa hatte ihnen das ganze Spiel zerrissen. Wenn sie auch mal an ihm vorbeikamen, so scheiterten sie doch an der Verteidigung. Und wenn schließlich eine Hintermannschaft gut ist, so stellen sich auch für den eigenen Sturm Torchancen ein. In der 59. Minute fiel dann auch das Ausgleichstor, worauf man allerdings schon lange ge wartet hatte. Jetzt wurden die Sodinger noch angriffsfreudiger, dauernd lagen sie im Angriff. Das Eckenverhältnis von 13:2 für Sodingen darf hier als bester Beweis gelten. Aber alle Ecken, die von Adamik sein hereingeschossen wurden, konnten von dem gegnerischen Torwart unschädlich gewacht werden. Man spricht wohl davon, daß jede Ecke ein halbes Tor ist, hier war es bestimmt anders. Mit Eckbällen war bei dem Torwart so leicht nichts zu machen. 20. Minuten vor Schluß aber fiel die Entscheidung. Sodingen kam durch den Halbrechten zum Siegestor. Man hatte den Sieg auch glatt verdient. Bis zum Schlußpfiff blieb es bei diesem Ergebnis. Der Schiedsrichter leitete einwandfrei. Herne=Süd 1. Jgd.— Sodingen 1. Jgd. 3•0 Herne=Süd 2. Igd.— Sodingen 2. Jgd. 1:1 Constantin Bochum— Constantin Herne 2:3(0:3). Einen harten Kampf hatten die Märker in Bochum bei ihren Namensvettern zu bestehen. Zuerst sah die ganze Angelegenheit ziemlich harmlos aus, allge mein glaubte man auch an einen hohen Sieg der Herner. Diese waren in bester Spiellaune, legten mächtig los und setzten den Gegner vollständig matt. Beim Seitenwechsel hatten die Herner schon eine 3:0Führung durch ihren prachtvoll arbeitenden Sturm herausgeholt, aber gerade diese Erfolge dürften die Herner leichtsinnig gemacht haben. Jedenfalls nahmen sie das Spiel nach der Pause auf die leichte Schulter und gaben so den Platzherren merkliche Entwicklungsmöglichkeiten, um das Ergebnis ändern zu können Nur allzubald mußten die Herner diesen Leichtsinn bereuen, den die Gastgeber kamen bis auf 2:3 heran. Nun endlich hatten die Herner die Gefahr erkannt, drehten wieder mächtig auf, um wenigstens den Sieg zu halten. Die Bochumer setzten zwar alles auf eine Karte, fanden aber bei der Herner Abwehr keine Ge genliebe mehr, und alle Anstrengungen blieben frucht los. Die Herner hielten den verdienten Sieg sicher in Händen und brachten zwei wertvolle Punkte mit nach Herne, wodurch sie ihren Tabellenplatz etwas verbesserten. Man muß noch sagen, daß die Märker in der ersten Halbzeit groß in Form waren. Da kam Bochum nicht mit. Schade nur, daß die Herner nachher nicht mit gleichem Eifer weiterkämpften, sonst hätte es bestimmt ein besseres Ergebnis abgesetzt. BfB Gerthe— Viktoria Herne 4:0(1:0). Wir hatten den Horsthausern in diesem Spiel we nig Erfolgsaussichten eingeräumt, und so kam es auch. Mit zahlreichem Ersatz mußten die Besucher schon den Kampf aufnehmen, aber immerhin hielten sie sich sehr In den bisherigen Tabellen war das Spiel Rasensport Bochum— BfB Gerthe 2:3 irrtümlich für Bochum gewertet worden, jetzt haben wir die Tabelle richtiggestellt. Rasensport Holthausen schon an 2. Stelle Wanne 11 in Holthausen klar geschlagen. BfL Herne verlor knapp. Rasensport Holthausen— SpV 11 Wanne 5:1(2:1) VfL Herne— Sp. u. Sp. Gerthe 2:3 Carolinenglück Bochum— Tus Harpen 4:1 Hannibal Wanne— Rasensport Wanne 2:0 Holsterhausen— Wattenscheid=Ost ausgef. Rasensport Holthausen— SpB 11 Wanne 5:1(2:1) Einen feinen und sehr beachtlichen Sieg feierten die Rasensportler aus der Herner Vorstadt über Wanne 11. Man muß es sagen, die Rasensportler kommen von Sonntag zu Sonntag immer besser in Schwung und landen Sieg auf Sieg. Immer aber gegen schwere Gegner. Die 11er aus Wanne sind allen Herner Fußballern bekannt, und jeder wird zugeben müssen, daß diese Mannschaft kämpfen kann Auch die Rasensportler hatten es sehr schwer und lagen beim Seitenwechsel nur mit 2:1 in Front, dann aber rafften die Wanner sich noch einmal auf, schafften sogar den Ausgleich, um dann aber merklich abzufallen. Mehr und mehr bekamen die Herner Ober wasser und hatten bald den obigen großen Sie sichergestellt, wodurch sie an die 2. Stelle der Tabell ruckten und große Hoffnungen auf den Aufstieg heger dürfen. Durch ihren Halblinken und Mittelläufer hatten die Herner zwei Tore herausgeholt. Wann verschoß zuerst einen Elfmeter. Kurz vor der Pause war das Ehrentor für die Wanner fällig. Dann drehten die Herner mächtig auf und siegten schließ lich 5:1. UfL Herne— Sp. u. Sp. Gerthe 2:3(1:2) PfL Herne hatte in diesem Spiel eine sehr gute Gelegenheit, wieder zur Spitzengruppe aufzurücken. Leider nahm man die Gelegenheit nicht wahr und verlor ein Spiel, welches nie verlorengehen durfte Gewiß, die Gerther spielten gut, kamen aber in technischer und taktischer Beziehung nicht an die Horsthauser heran, selbige aber spielten weit unter der alten Form, setzten sich nicht richtig ein und die Niederlage war fällig. Nachher rafften sie sich stark auf. erzielten sogar den verdienten Ausgleich, aber die Gerther kamen kurz vor Spielende zum Siegestreffer. Damit dürfte für den BfL in dieser Meisterschaft nicht mehr viel zu holen sein. Tabelle der 2. Kreisklasse: Der Sps Herne 16 verliert weiter.## SpV 16 Herne— Fortuna Bochum 2:3 DSC 31 Bochum— BV Gerthe=Hiltrop 6:5 Teutonia Stiepel— Friesen Bochum 6:2 SpB 16 Herne— Fortuna Bochum 2:3(0:1) Der SpV 16 fällt mehr und mehr zurück und mußte sich gestern erneut auf eigenem Boden geschlagen bekennen. Zur Zeit sind die Baukauer ganz daneben, sonst hätte dieses Spiel nie verloren gehekönnen, es hapert eben in allen Mannschaftsteilen. Der Gast aus Bochum mußte geschlagen werden, denn seine Elf kämpfte ziemlich lasch. Poldi Steinbach trainiert Lazek Die Hamburger Hanseatenhalle tritt am 3. Dezember mit einer großen internationalen Boxveranstaltung an die Oeffentlichkeit. Für diesen Kampfabend wurden nicht weniger als vier Wiener Boxer verpflichtet: Europameister Heinz Lazek, die deutschen Meister Karl Blaho und Ernst Weiß sowie der junge Schwergewichtler Rex Ramus. Lazek, der auf den Amerikaner Steve Dudas trifft, wird noch am Wochenende in Hamburg eintreffen, um unter Leitung seines neuen Trainers, des früheren Europameisters Poldi Steinbach=Wien, an der Alster seine letzten Vorbereitungen treffen. Seit 00 0n..0 C.* 1885 Bahnhofsfraße 60. Keine Penster, Eingang in der Mitte des Hauses. Zahlungserleichterung. Annahme von Ehestandsdarlehen und Kinderreichenbeihille Deutsche Amateurboxer besiegen polen Fußball im Reich Vestsalen: Schalke 04— SvVg. Röhlinghausen 2:0. SV. Höntrov— Westfalia Herne 0:2. Arminia Bieleseld— Preußen Münster 5:0. Niederrhein: Rot=Weiß Essen—. VfL. Benrath 1:3. Hamborn 07— EXB. Schwarz=Weiß Essen 0:4. Fortuna Düsseldorf— Turn Düsseldorf 3:1. Westende Hamborn— Union Hamborn 1:1. SSV. Wuppertal— Duisburg 48/49 811. Mittelrhein: raiodors.— Sild 00 83. Aheimer SV.— Rhenania Würselen 3:1. SV. Beuel— Tus. Neuendorf 3:1. Ostvreußen: BuEV. Danzig— Hindenburg Allenstein 2:2. Dorck Insterburg— MSV. v. d. Goltz Tilsit 2:5. VfB. Königsberg— Masovia Lyck 0:6. Prussia Samland— RSV. Preußen Königsberg 4:2. Pommern: Viktoria Stolv— Stettiner SC. 2:2. Preußen=Borussia Stettin— Greifswalder SC. 5:4. Nordring Settin—. LSV. Pütnitz 2:3. Pfeil Lauenburg— MTV. Pommerensdorf 1:5. Brandenburg: Minerva 93 Berlin— Tennis=Borussia Berlin 1:1. Hertha=BSC. Berlin— Friesen Cottbus 3:0. Berliner SV. 92— Wacker 04 Berlin 7:1. Union Oberschöneweide— Brandenburg 05 3:1. Blau=Weiß Berlin— Elektra Berlin 211. Schlesien: Breslau 02— Vorwärts RSV. Gleiwitz 1:1. Reichsbahn Gleiwitz— SV. Klettendorf 4:0. Svortfreunde Klausberg— Breslau 06 2:2. Sachsen: Polizei Chemnitz— Sportfreunde Dresden 4:0 BC. Hartha— Konkordia Plauen 3:2. SC. Planitz— Gutsmuts Dresden 2:0. Dresdener SC.— Fortuna Leipzig 211. Mitte: SV. Steinach 08— SV. 05 Dessau 2:3. Fortuna Magdeburg— 1. SV. Jena 1:2. Thüringen Weida— Cricket=Viktoria Magdeburg 2:2. Nordmark: Hamburger SV.— Holstein Kiel 3:3. Borussia 93 Altona— Viktoria Hamburg 1:4. TSV. Eimsbüttel— Polizei Lübeck 4:1. St. Pauli Hamburg— Schweriner SV. 3:1. Niedersachsen: Werder Bremen— Eintracht Braunschweig 0:3. Hannover 96— VfL. Osnabrück 2:1. Algermissen 1911— VfB. Peine 0:2. MSV. Lüneburg— Arminia Hannover 5:1. ASV. Blumenthal— Tura Grötelingen 3:4. Hessen: Spielverein Kassel— Kurhessen Kassel 2:1. Kewa Wachenbuchen— VfB. Gronauheim 3:0. VfB. Friedberg— Hessen Hersfeld 0:2. Südwest: Ofsenbacher Kickers— FsV. Frankfurt 1:1. Eintracht Frankfurt—. Borussia Neunkirchen 411. Reichsbahn Frankfurt— Wormatia Worms 1:3. SV. Wiesbaden— TSG. Ludwigshafen 411. V. Saarbrücken— FK. 03 Pirmasens 1:2. Baden: SV. Waldhof—. BfR. Mannheim 1:2. VfL. Neckarau— SoVg. Sandhofen 2:0. 1. FC. Pforzheim— FV. Offenburg 6:1. Karlsruher FV.— Phönix Karlsruhe 1:0. Freiburger FC.— VfB. Mühlburg 3:0. Württemberg: Stuttgarter Kickers— VfB. Stuttgart 311. Union Böckingen— FV. Zuffenhausen 2:0. Ulmer FV. 94— SSV. Ulm 1:1. Bayern: Svielvereinigung Fürth— FC. Schweinfurt 2:1. Jahn Regensburg—. BSG. Neumeyer Nürnberg 1:3. Schwaben Augsburg— 1. FC. Nürnberg 2:2. Bayern München— 1860 München 0:0. Ostmark: Rapid Wien— Wacker Wien 3•4. 4Wiener Sportklub— Vienna Wien 3:5. Amateure Steyr— Grazer SC. 2:0. Austroa=Fiat Wien—. Austria Wien 0:4. Handball im Westen Westfalen: TuS. Holsterhausen— Hindenburg Minden 6:6. Schalke 04— Sportring Gevelsberg 5:6. Westfalia S.mborn— TV. Svenge 6:10. VfL. Hüttenv. Dortmund— Einigkeit Jöllenbeck 12:4. Niederrhein: Duisburger Kupferhütte— Sterkrade 06107 7:8. SV. Lintfort— Tura Wupvertal 7•7. Rot=Weiß Mülheim— Turn Düsseldorf 6:8. Solingen 98— RSV. Mülheim=Ruhr 4:11. TV. Kettwig— Tura Bergheim 5:8. Mittelrhein: TK. Nivves— Alemannia Aachen 6:6. Mülheimer SV. HSV. Bocklemünd 4:5. XV. Burtscheid— MSV. Koblenz 4:9. Hockey im Westen Niederrhein: EXB. Schwarz=Weiß Essen— Rasselberger HC. 1:1. Uhlenhorst Mülheim— Etuf Essen 1:0. Düsseldorfer HC.— Gladbacher THC. 2:1. Schwarz=Weiß Neuß— Deutscher SC. Düsseldorf 0:1. Westfalen: Eintracht Dortmund— Bl.=W. Lütgendortmund 20:0. Hüttenverein Dortmund— TC. 74 Gelsenkirchen 1:3. Recklinghäuser THC.— Hoesch Dortmund 0:0. Mittelrhein: Rot=Weiß Köln— Schwarz=Weiß Köln 1:2. Marienburger THC.— Bonner THC. 0:0. Bonner FN— Kreumacher HE. 0:1. 12:4 in Breslau Michel Murach von Kolczynski knapp nach Punkten geschlagen Einen ganz großen Kampfabend gab es am Sonntag in der Breslauer Jahrhunderthalle, wo sich die Nationalstaffeln von Deutschland und Polen im 10. Amateurboxländerkampf trafen. Wie immer, wenn diese wohl stärksten Boxsportnationen sich gegenüberstanden, waren die Kämpfe ein sportliches Erlebnis. Den rd. 9000 Zuschauern, die die Halle bis zum letzten Platz füllten, wurde alles gezeigt, was boxen ist. Schöne Distanzgefechte wechselten mit harten Nahkämpfen, kluges Konterboxen mit pahsenlosem Fighten. vor allem aber waren es immer wieder Kampfgeist. Härte und restloser Einsatz. die für neue Höhepunkte sorgten. Wenn die deutsche Staffel bei dieser ihrer schwersten Begegnung einen überlegenen 12:4=Sieg errang, so war das nach den Siegen über England, Italien und Ungarn eine verdiente Richtigstellung der Posener Niederlage aus dem Vorjahr. Vor einer überaus schweren Aufgabe stand der 17= jährige deutsche Fliegengewichtler Nikolaus Obermauer= Köln gegen den an Reichweite, Größe und an Kraft überlegenen polnischen Meister Rotholcz. Der derzeitig wohl beste Fliegengewichtler Eurovas hatte jedoch Mühe, den kleinen tapferen Rheinländer nach Punkten zu besiegen. Erich Wilke=Hannover traf im Bantamgewicht auf den körverlich stärkeren, wenn auch etwas kleineren Sobkowiak. Mit seinen steifen linken Schwingern fand sich der stämmige Pole zuerst nur schwer ab. Wenn Wilke auch in den letzten Runden schwächer wurde, so war sein Punktsieg dennoch verdient. Pausenlosen Schlagwechsel und drei Runden härtesten Kampfes lieferten sich im Federgewicht Artur BüttnerBreslau und Czortek=Polen. Büttner erwies sich gegen die gefährliche volnische Kampfmaschine als beherzter Konterboxer, fing seinen Gegner mit genauen rechten Aufwärtshaken wirkungsvoll ab und erhielt einen äußerst knappen, aber verdienten Punktsieg, der mit großem Beifall ausgenommen wurde. Wohl die erfreuliche Feststellung des Abends war, daß Europameister Herbert Nürnberg=Berlin seine glänzende Form wiedergefunden hat. Der Berliner trieb den Polen Kowalski vom ersten Gongschlag an durch den Ring. landete schwerste linke Schwinger und wuchtige rechte Haken auf Körper und Kopf geradezu serienweise. Es war wohl die beste Leistung des Länderkampfes. Dagegen nutzte aller Widerstand nichts, und so wurde der Pole nach zweimaligem Niederschlag in der zweiten Runde fast stehend k.o. aus dem Ring genommen. Auch unser zweiter Europameister hatte sich etwas vorgenommen. Gegen den starken volnischen k.o.=Schläger Kolczynski zeigte er eine erstaunliche Energieleistung. Unermüdlich verteidigte sich Michel Murach aus Schalke gegen den Polen. Immer wieder konnte er auch mit schweren Körvertreffern durchkommen, aber diesmal setzte sich doch der größere Boxer und härtere Schläger Kolczunski erfolgreich durch. Sein Punktvorsorung war denkbar gering. Beide lieferten sich wohl die drei bärtesten Runden des Abends. Auch Deutschlands Mittelgewichtsmeister Adolf Baumgarten=Hamburg enttäuschte nicht. Nach systematischer Zermürbungsarbeit in den beiden ersten Runden war Pisarski in den letzten drei Minuten stark mitgenommen. Baumgarten zeigte technisch und taktisch eine famose Leistung und ersocht einen klaren Punklsieg. Deutschland führte jetzt bereits mit 8:4. So sehr sich auch der volnische Halbschwergewichtler Klimecki bemühte, den Vorsprung Deutschlands etwas zu verringern. glückte ihm gegen den beweglichen und vielseitigeren Hamburger Vogt diese Absicht nicht. Vogt war in einer so großen Form, daß der Pole dem k.o. knapp entging. Der Hamburger machte immer den taktischen Fehler, allzu sehr seine schwere Rechte einzusetzen, statt besser seine Linke zu benutzen. So mußte sich Vogt mit einem hohen Punktsieg begnügen. Zum vierten Male standen sich die Schwergewichtler Herbert Runge=Wuppertal und Polens Meister Pilat gegenüber. Beweglich, schnell und boxerisch vielseitig lieferten beide einen großen Kampf. in dem der Olymviasieger tatsächlich besser war. Runge deckte ausgezeichnet und kam so zu einem verdienten Punktsieg. Deutschland blieb also im Gesamtergebnis mit 12:4 Punkten über die starke volnische Staffel erfolgreich und behauptete damit die Vormachtstellung im euroväischen Amateurborsport. Schalke Herbstmeister werden? Röhlinghausen mit 2:0 bezwungen 7 Die Mannschaft wieder komplett Schalke 04— Röhlinghausen 2:0 Eine ansehnliche Zuschauerzahl hatte sich zu diesem Spiel eingefunden. Der Anhang Röhlinghausens war zuversichtlich, der Schalker aber auch. Es war überhaupt die rechte und echte Stimmung, wie sie zu Meisterschaftssvielen gewünscht wird. Sie kann ruhig ein wenig kriegerisch sein, sie verbessert die Würze des Spiels. Man hat es den Freunden aus Röhlinghausen durchgetan, Schalke wird mit vollständiger Mannschaft antreten. Dann wird Schalke 04 sich restlos ausweisen müssen, ist die Meinung der anderen. Die Stimmung macht sich Luft, als die Mannschaften das Spielfeld betreten, voran der Gast. Schalke stellt sich mit folgenden Mannen auf: Klodt Sontow Schweißfurth Gellesch Tibulski Prinz Kalwitzki Szevan Berg Kuzorra Urban Röhlinghausen stellt sich gegenüber mit: Nowicki II Rutek Zederor Nowicki I Stunek Koitzmann Lemanski Kosmalla Hugais Mowrocki Berlau Schalke 04 tastet nicht lange, zieht den Angriff auf. Aber schneidig fahren die Verteidiger Röhlinghausens dazwischen, klären leicht und sicher. Hart setzt sich der Schalker Sturm noch nicht ein, er scheint doch erst die Lage zu sondieren. In der Zwischenzeit geht auch Röhlinghausen vor, es ist nicht die ruhige Sicherheit, der Sturm hat Hemmungen. Die Schalker Außenstürmer gehen mit flotten Spurts an der Außenlinie entlang. wollen auch den letzten Mann hinter sich lassen, scheitern aber. Es kommen einige Schüsse auf das Schalker Tor, die aber saftlos sind. Die beste Krift der Röhlinghausener Sturmer ist verbraucht, wenn sie zum Torschuß kommen. Es fehlt den Stürmern die Bereitschaft, sich da einzusetzen, wo der Gegner schwach ist. Sie wollen immer den stärksten Punkt angreifen; sie scheitern und kehren immer wieder mit Mißerfolg um. Schalke 04 spielt sich in Laune. Das Sviel wird flüssiger. Sie zeigen einige Feinheiten, die sich zwar nicht produktiv auswirken, immerhin ober den Eindruck erroecken: Es ist schwer, gegen Schalke 04 aufzukommen, auch wenn sie nicht in der besten Verfassung sind. Das Zusammenwirken der Schalker Mannschaft ist ein restloser Einsatz aller Kräfte. Schalke greift noch den stärksten Punkt der Gäste an, den die beiden Verteidiger mit dem Mittelläufer und dem Torwart bilden. Schalke hat sich durchgespielt, die Aussicht auf Torerfolg ist dennoch beengt. Da entschließt sich Szepan zum Torschuß. Der Ball liegt gut, es kommt ein Kernschuß aus alten Tagen heraus, der auch das Netz findet. Diese Bombe schlug auch in die Zuversicht der Röhlinghausener ein. Sie suchen die Deckung zu verstärken. Was hinten hängt, kann nicht vorne sein, so war es auch Röhlinghausen. Die Elastizität fehlte ihnen. Schalle 04 wird jetzt des öfteren gefährlich. Immer noch gelingt es den Röhlinghausenern, die Gefahr abzuwenden. Nach der Halbzeit macht sich Röhlinghausen eine kurze Zeit frei. Ihnen liegt biel am Ausgleich. Die Schalker Läuserreihe zerpflückt aber die Handlungen der Gäste: sie werden unzulänglich, Schalke gewinnt langsam wieder die Oberhand. Die Röhlinghausener verteilen sich jetzt in der eigenen Hälfte, machen es den Schalkern schwer, vorzudringen. Schalke sucht durch Ueberfälle den Gegner zu Unbesonnenheiten zu veranlassen. Einmal gelingt es ihnen auch, die Verteiidgung der Gäste aufzulockern. Urban hat den Ball erhalten, ist leicht um den Gegner gekommen, der ihn halten sollte; nun wird der Winkel spitzer, der in Ueberhast herbeigestürmte Verteidiger Röhlinghausens kann nichts mehr an der Tatsache ändern. Urban schießt, der Ball landet sicher zum zweiten Tor. Nun geht das Sviel in Tändeleien über; Schalke will ohne Kraftvergeudung Raum gewinnen. Die Röhlinghausener bilden einen Block, der nicht zu zerschlagen ist. Es sind noch einige Torgelegenheiten da. aber Schalke kommt nicht mehr zum Ziel. Aber sicherer Sieger blieb doch der Meister. Arminia Bielefeld mit 5:0 höchster Tagessieger Der Kräfteausgleich zwischen den beiden Neulingen. Arminia Bielefeld und Preußen Münster, fiel eindeutig Moderne Teunisspielerinnen und ihre Altersgenossinnen aus dem vorigen Jahrhundert In London wird in diesen Tagen eine große Propaganda unter dem Schlagwort„Sportliche Tüchtigkeit in jedem Lebensalter" durchgeführt. Man veranstaltet auch Vorführungen, bei denen die Bedeutung der sportlichen Betätigung für Männer und Frauen zum Ausdruck kommt. Recht humorvoll wird sich dabei diese Gruppe ausnehmen, die unsere heutigen Mädchen im Gegensatz zu ihren Altersgenossinnen aus dem vorigen Jahrhundert zeigt.„(Scherl-Bilderdienst-M) Neusel gewann nach großem Kampf die deutsche Meisterschaft. Ein dramatischer Kampf um die deutsche Meisterschaft im Schwergewicht, wie man ihn selten erlebte. war das Treffen zwischen Arno Kölblin und seinem Herausforderer Walter Neusel in der Deutschlandhalle in Berlin. Ueber 12 Runden ging der Kampfbei dem die Kampferfahrung Neusels über die bis zur letzten Runde ungebrochene Angriffslust Kölblins siegte. Unser Bild zeigt Neusel(links) im Angriff auf Kölblin.(Scherl-Bilderdienst-M) für die Bielefelder aus, die über ihren Rivalen mit 5:0(1:0) die Oberhand behielten und durch diesen Sieg vom siebten auf den dritten Platz in der Tabelle vorrückten. Tabelle Die vier Punktekämpfe in der westfälischen HandballGau=Liga gingen diesmal nicht ohne Ueberraschungen ab. Hindenburg Minden konnte in Holsterhausen nicht mehr als ein recht glückliches Unentschieden retten. Dadurch ist der Tabellenführer Eintracht Dortmund die einzige Mannschaft ohne Punktverlust. Eintracht war spielfret und trat im Gesellschaftsspiel gegen MTV. Braunschweig an. Sie siegte sicher mit 10:6 Toren. Als Ueberraschung ist auch der knappe Sieg von Sportring Gevelsberg zu werten, der sich gegen Schalke 04 wahrhaftig anstrengen mußte, einen 6:5=Sieg herauszuholen. Hüttenverein Dortmund hat nun durch seinen Sieg über Einigkeit Jöllenbed sich den dritten Tabellenplatz gesichert. Jöllenbeck bleibt trotz seiner Niederlage auf dem vierten Platz. Der TV. Spenge siegte in Somborn klar. Schalke 04— Sportring Gevelsberg 5:6. Das Spiel trug jederzeit die Note eines harten Punktetreffens, in dem der spielerisch Bessere schließlich knapp Sieger blieb. Die Schalker spielten ohne Mennig, Bis zur Pause waren sie den Gästen fast gleichwertig Nach der Halbzeit aber wurden die Sauerländer überlegen. Sie holten auch einen Vorsprung heraus. Die Schalker kamen dann zwar auf, ohne aber den Endsieg der Gevelsberger verhindern zu können. Mit vier Toren war Homberg für den Sportring der erfolgreichste Schütz# während Stork mit drei Toren für Schalke die meisten# Tore erzielte. XV. Ueckendorf— Fortuna Bottrop 9:4. TB. Beckhausen— Dahlbusch 4:6. Turnklub 74— Rheinelbe Leithe 4:2. Die Turner von Ueckendorf verteidigen nach wie vor die Spitze der Tabelle, sie werden aber von 74 verfolgt Wer von den beiden Mannschaften den Endsieg davon trägt ist vorerst noch nicht abzusehen. Beide Mannschaftet sind gut, die Turner von Aeckendorf haben den dur schlagskräftigeren Sturm zu Gebote. Immerhin, k Spiele werden auf der ganzen Front mit außerorden lichem Einsatz an Kraft und Energie durchgeführt. Arie van Vliet- der Weltmeister Stach vor Metze und Lohmann in Berlin. Noch selten erlebte die Deutschlandhalle derart min reißende radsportliche Kämpfe wie am Samstag. Schoy Stunden vor Beginn war die Riesenhalle bis auf der letzten Platz gefüllt. Hunderte mußten an den ge# schlossenen Kassen umkehren. Zur Entscheidung standen der Große Preis der Reichshauptstadt für Flieger und Dauerfahrer mit wirklich auserlesenen Feldern. Bei dey Fliegern begeisterte der Weltmeister Arie van Vliet. der vier von fünf Läufen überzeugend gewann und auch im Rundenrekordfahren die schnellste Zeit fuhr. Ueber insgesamt 70 Kilometer traten die Dauerfahrer in drei Läufen an. Georg Stach entschied die beiden letzten Lä##fe zu seinen Gunsten und wurde damit auch Gesamtsiener vor Weltmeister Erich Metze und dem Deutschen Meiner Walter Lohmann. der gesundheitlich nicht ganz auf dem Posten war. Unser jüngster Steher Erich Hoffmann= Berlin hielt sich gegen diese erfahrenen Kämven ausgezeichnet. Sonderbeifall war der Lohn für seine tapiere Fahrweise. Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lipvert überreichte den Siegern die Ehrenpreise. Schreiber Blersch siegten zweistellig Radball=Länderkampf Deutschland— Belgien 8:0. Im Städtischen Saalbau in Darmstadt wurde am Sonntag vor einigen hundert Zuschauern der Radb II= Länderkampf Deutschland gegen Belgien entschieden. Es gab einen überlegenen deutschen Sieg mit 8:0 Punkten, da unsere zwei Mannschaften kein Spiel verloren. Die Frankfurter Ex=Weltmeister siegten jeweils sogar zweistellig. Im ersten Kampf begegneten sich Deutschlands zweite E und Belgiens erste Mannschaft. Dabei kamen LescherRahn(Jeilsheim) zu einem sehr zu beachtenden 6:7= (4:4)=Sieg über die Belgier Devos=Rogghe. Schreiber= Blersch(Wanderlust Frankfurt) hatten Rostagnie=Hendrick nie zu fürchten und gewannen hoch 14:4(8:3). In der zweiten Serie gab es ein hartes Gefecht zwischen westdeutschen bei der Pause einen klaren Vorsprung(4:1) batten, mußten ne sich ordentlich strecken, um mit 8:7 den Sieg zu behalten. Schreiber=Blersch machten auch mit Devos=Rogghe nicht viel Federlesens. Mit 13:3(6:2) rundeten sie den vollen Erfolg der deutschen LänderLeicher=Rahn und Rostagnie=Hendrick. Nachdem die Süd= mannschaft ab. Gelsenguß vergrößert den Vorsprung Union und Rotthausen begnügen sich mit einem Unentschieden“ Tabelle Gelsenguß— Bergmannsglück Hassel 3:1. Die Gelsenguß=Mannschaft gebt mit der ihr eigenen ihigkeit zu Werke. Sie behandelt jeden Gegner mit der gleichen Nachdrücklichkeit, sucht ihn durch körverliches Spiel zunächst in seiner Wirksamkeit zu beschränken. Die Hasseler mißverstanden das körperliche Angehen und erwiderten in grober Form, sie waren ungeschlachtet in Ihren Bewegungen. In der ersten Halbzeit waren die Gelsengußler durchaus überlegen. Sie formten das Spiel nach eigenem Willen, erreichten auch Feldvorteile, die in zwei Toren ausgewertet wurden. Friese und Matzek waren die ersten Torschützen. Trotzdem war die Torausbeute mäßig. Nach der Halbzeit setzten die Hasseler mehr Dampf auf. erreichten durch Kopfstoß des Mittelstürmers ein Gegentor. Die weiteren Anstrengungen zerschellten an der Wachsamkeit des Mittelläufers von Gelsenguß. Das Sviel wurde dann offener, doch erzielte Vatter von Gelsenguß das dritte Tor und nahm damit Hassel jede Aussicht gleichzuziehen. DSC. Rotthausen— Union Gelsenkirchen 1:1. Das Ergebnis kommt erwartet. Die Mannschaften waren sich in guten und schlechten Tagen immer gleichwertrg. spielten unter gleichen Bedingungen. Bei beiden Mannschaften havert es im Sturm. Sie sind beide mit Kraft geladen, sie wirkt sich aber nicht erfolgreich genug aus. Bei Rotthausen ist mehr Beweglichkeit zu bemerken. Die Stürmerreihe arbeitet methodischer, aber nicht mit großer Linie. Die Unionisten wissen dem Sviel überraschende Wendungen zu geben. Daraus resultiert auch das erste Tor. Es wäre zu verhüten gewesen, wenn die Hintermannschaft Rotthausens aufmerksam geblieben ware. Sie wiegte sich einmal in Sorglosigkeit, schon hatte sich Unions Mittelstürmer ins Mittel gelegt und die Führung an Union gebracht. In der zweiten Halbzeit drängte Rotthausen stärker, die Angriffe von außen her wurden gefährlicher. Einmal konnte Unions Verteidigung nicht schnell genug zugreifen, der Halblinke stand fertig zum Schuß und brachte auch den verdienten Ausgleich an. Gelsenkirchen 07— VfB. Börnig 5:0. Nach den vielen Mißerfolgen 07's. die zum Teil nicht notig waren, wartete die Mannschaft wieder mit einer ahgerundeten Leistung auf. Die Börniger waren überaus tapfer und energisch. Kein Zoll Raum wollten sie 07 zugestehen. In anderen Fällen hätte 07 verzweifelt, hätte seine Bestrebungen ausgegeben. In diesem Sviel blieb es bei dem gesaßten Entschluß. Börnig niederzuringen. Da die Verteidigung 07's standhielt. konnte bei Halbzeit wenigstens ein 0:0 erzielt werden. Ein Strafstoß brachte die Entscheidung und Wendung. Schellhase setzte zum Schuß an und traf. Börnig gab sich auf. Die Außen stürmer 07's wurden wirksam, ein von links herüberkommender Ball wird vom Rechtsaußen eingeschossen. Mittelstürmer und die beiden Halbstürmer machen die Niederlage voll. Erle 08— VfB. Bottrov 0:3. Die Erler stellen unstreitig die unfertigste Mannschaft der Gruppe. Sie hat Veranlagung. aber alles Können ist nicht gereift genug. Es scheint auch. als wenn es die Mannschaft an Willen fehlen läßt, eine unzerstörbare und unaufteilbare Einheit zu bilden. Denn die Bottrover gewannen nicht so leicht, wie es den Anschein hatte, die Bottrover mußten den Sturm mobil machen, der es auch schaffte. Bottrops Sturm ist wohl der durchschlagskräftigste Mannschaftsteil. vielleicht der beste der ganzen Gruppe. Klar, zielstrebig ist die Linie, ihn zu halten. bedarf es einer reisen Verteidigung. Die Erler Hintermannschaft ist gut, aber sie gibt sich zu leicht auf. Sportfreunde Gladbeck— Schwarz=Gelb Gladbeck 4:1. Es sah sicher nicht nach einer solch klaren Niederlage der Schwarz=Gelben aus. In der ersten Halbzeit waren die Gäste unstreitig in Vorteil. Sie hatten aber die Kraft überfordert. die Sportfreunde hatten in der ihnen eigenen zähen Art die Schwarz=Gelben so bearbeitet, daß sie sich schlecht freimachen konnten. Wohl waren die Schwarz=Gelben durch einen kraftvollen Ansturm des Mittelstürmers in Führung gegangen, aber alle Anstrengungen zerschellten fernerhin. Dagegen kamen die Sportfreunde aus einer Ecke heraus zum Ausgleich. Es war ein Selbsttor. Es war genug. um den Schwarz=Gelben den Mut zu nehmen. Als aus einer zweiten Ecke das zweite Tor für die Sportfreunde fiel, war es um Schwarz=Gelb geschehen. Sie ließen sich von dem Gegner einkesseln, mußten ihm noch zwei Tore zugestehen. Witten 92— TB. Eickel 0:3. Der Gang nach Witten war schwer. Aber Eickel ging nicht ungerüstet. Die Eickeler zeigten im Spiel auch die reiferen Leistungen. Witten arbeitete wohl mit Aufgebot aller Kräfte, es war aber zu wenig planmäßiges Arbeiten zu bemerken. Da wo es ankam, Spielübersicht zu beweisen, den Gefahrenpunkt rechtzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu treffen, versagten sie. Die Eickeler wechselten gern, die Außenstürmer sorgten dafür, daß Leben und Bewegung in den Angriff kam. Der Erfolg war dann auch durchschlagend. Eickels Sturm erwies sich seiner Aufgabe gewachsen und siegte sicher. Bezeichnend für die Eickeler Ueberlegenheit ist das Eckenverhältnis mit 14:0. Sportfreunde Katernberg— Sterkrade 09 2:1. Der Kampf galt dem Spitzenführer Sterkrade. Sporkfreunde Katernberg hat nun den zweiten Platz in der Tabelle erreicht. In der ersten Halbzeit war das Spiel offen. Beide Mannschaften suchten sich Vorteile abzutrotzen. Der Rechtsaußen der Gäste kam durch Fehler eines Katernberger Verteidigers zur Führung. Nach der Halbzeit glitten die Zügel des Angriffs immer mehr in die Hände der Katernberger. Der Sturm wurde schnell und gefährlicher. Mittelstürmer und Halblinker erzielten zwei pfundige Tore und stellten den Sieg sicher. Nunmehr ist noch alles offen. Es kommt auf die Beständigkeit der Katernberger Mannschaft an. Leichtathletik=Bilanz Ein erfolgreiches Jahr.— Glänzende Siege. Vor neuen Kämpfen um größere Ziele. Die leichtatbletische Kampfzeit ist abgeschlossen. Nach Wochen harter sportlicher Wettkämpfe finden die Männer der Aschenbahn jetzt ihre wohlverdiente Ruhe. In den Waldläufen sammeln sie neue Kraft für die Winterarbeit und das kommende Jahr, das schon wieder im Zeichen der Olymviavorbereitung steht uno auch von den Leichtatbleten höchsten Krafteinsatz fordern wird. Es gilt wieder, zu sieben und zu sichten. Es wird nicht leicht sein. eenen Platz zu behaupten für die Fahrkarte nach Helmski. Inzwischen aber ziehen die verantwortlichen Känner Bilanz, überprüfen noch einmal die Ergebnisse nd werden die gemachten Erfahrungen dann für die ommende Arbeit in Rechnung stellen. Heiner Troßbach. er deutsche Altmeister, dem in diesem Jahr die Bereuung unserer Spitzenklasse übertragen war, gibt jetzt ine umfassende Uebersicht über die im Jahre 1938 gesistete Arbeit und ihre Erfolge. Seinen Ausführungen stellt Troßbach die beiden huptziele voran. die gegeben waren, um die deutsche leistungsfähigkeit im internationalen Wettbewerb unter Jeweis zu stellen: Schweden auf eigenem Boden zu blagen und bei den Europameisterschaften die deutsche leichtathletik erfolgreich zu vertreten. Diese beiden Aufaben sind trotz der sehr kurzen Anlaufzeit gelöst worden. rgänzend dazu stellt Troßbach fest, daß unsere Athleten n der diesjährigen Kampfzeit nicht nur deutsche, sondern sich Eurova= und Weltbestleistungen überboten. Das Pesentlichste aber ist, daß unsere erste Mannschaft beim känderkampf gegen Schweden. sogar trotz der ungünstigen Pitterung. ebenso wie bei den Europameisterschaft in rarts, ihre diesjährige Bestleistung erzielte. In dem Blickrichtung Helsinki Das Jahr 1939 wird in noch weit stärkerem Maße der allseitigen Vorbereitung aus das große Welttressen allei Turner und Sportler. auf die Olympiade 1940 in Helsinki. gewidmet sein. So wie die großen sportlichen kationalen und internationalen Veranstaltungen des gun bald zu Ende gebenden Jahres die Stärke der einzelnen Nationen zum Ausdruck gebracht haben, so werden die Veranstaltungen des neuen Jahres im Zeichen der Auslese für 1940 stehen. Deutschland darf bei einem Ruckblick auf das vergangene Jahr stolz auf eine hervorro gende Bilanz zurückblicken, sei es nun im Fußball. in der Leichtathletik. die in Paris Deutschland in den Vordergrund mehr als bisher geschoben hat, im Rudern. Handball. Gewichtheben und Boren. All diese starken Erfolge. die Deutschland zu der besten Sportnation gestempelt haben, geben uns die Hoffnung, daß wir auch von Helsinki mit zahlreichen goldenen, silbernen und oronzenen Medaillen heimkehren dürfen. Deutschland wird nicht auf den Lorbeeren von Berlin ausruhen, sondern ist bestrebt, den großen Vorsorung in der Welt zu halten und wo möglich noch zu verstärken. Dieser Zielrichtung dienen die mannigfachen Vorbereitungen, die bereits schon jetzt getroffen werden. 18 der besten deutschen Turner wurden in Leipzig zu einem Kursus zusammengezogen, die nun in dauerndem Training ihre Leistungen zu erhöhen suchen Erfreulich st die Tatsache, daß der junge Nachwuchs mit Kraft sorwärtsstrebt und den großen Meistern kaum noch achsteht. Es ist klar. daß Deutschlands Stärke auch surch die Heimkehr von Oesterreich gewonnen hat. Wie weit aber die dort noch schlummernden Kräfte auf allen portlichen Gebieten zu starkem Leben für die Nation ewachen werden, wird erst die nächste Zeit ergeben nüssen. Wenn Deutschlands Turner in der Welt auch suf unantastbarer Höhe stehen, so ist es doch immer vieder nötig. ihre Leistungen zu erhalten und zu keigern. Feinheiten berauszuarbeiten, die bei der Wertung auch stark ins Gewicht fallen. Einen Vergleich ler deutschen Turnerstärke wird der Länderkampf am 8. November gegen Finnland in Helsinki und der Dezember gegen Polen bieten. Denn gerade der21ns andochollnunls IMAssanahlanen hnn hia hrite Bestreben. Bestleistungen nicht irgendwann zu zeigen. sondern sich planmäßig vorzubereiten und im Augenblick des Kampfes die höchste Leistung zu vollbringen, ist in diesem Jahr ein entscheidender Schritt getan worden. der vollste Anerkennung verdient. Weiterhin stellt Troßbach fest: Die Länderkämpfe gegen USA. und Belgien waren eine willkommene Gelegenheit, unsere Mannschaft für die beiden Hauptaufgaben zu prüfen. Gegen die Amerikaner war nicht das Ergebnis der Kampfes ausschlaggebend, sondern wesentlicher war das Zustandebringen des Kampfes und die Organisation. Außerdem hätte kaum ein anderes Land gegen die Vertreter des Sternenbanners besser abschneiden können. Der Erfolg bei den Europameister= schaften drückt sich in erster Linie in der Tatsache aus. daß von den 30 deutschen Meisterschaftsteilnehmern 20. also zwei Drittel, einen 1. bis 3. Platz erkämpften. Die übrigen belegten achtbare 4. bis 6. Plötze, und nur zwei gingen leer aus. Es hätten noch weitere 15 Athleten gemeldet werden können, jedoch sollen, das ist ein Grundsatz der Reichssportführung, an Großkämpfen, wie Europameisterschaften und Olymvischen Spielen, nur solche Männer teilnehmen, die leistungsmäßig und auch charakteristisch die Gewähr für eine würdige Vertretung des deutschen Ansehens geben. Troßbach schließt seine Betrachtung mit der Feststellung. daß der Arbeitsplan 1938 und der Leistungsaufbau sich bewährt haben. Die Erfahrungen. die 1938 gemacht wurden. werden für das kommende Jahr ausgewertet. Die Härteprüfung. die unsere Aktiven in den letzten Wochen zu bestehen hatten, wird ihnen 1939 nicht erspart bleiben. ja sie werden wahrscheinlich im kommenden Jahr vor noch großere Aufgaben gestellt werden. Zweifellos haben unsere Leichtathleten ein erfolgreiches Jahr hinter sich, an dem auch der Hürden=Altmeister Troßbach kein geringes Verdienst hat. da sie immer noch kleine Fehler und Unbeständigkeiten aufdecken, die dann im Laufe der Zeit ausbalanciert werden können. Neben den Turnern rüsten auch die Borer in starkem Maße. In Stockholm und Naiskow werden unsere Nachwuchsboxer in einzelnen Kämpfen sich schulen und bilden. Im Laufe dieses Monats wird eine Auswahlmannschaft, die wieder in erster Linie aus dem Nachwuchs besteht. eine Belgienreise unternehmen. wobei in Brüssel. Lüttich und Charleroi eine Begegnung mit den belgischen Boxern stattfinden wird. Endgültigen Aufschluß über die Stärke der einzelnen Boxer werden aber die Deutschen Meisterschaften ergeben, die im März in Essen durchgeführt und diesmal in einer ganz großen Form aufgezogen werden. Diese Boxwoche findet vom 19. bis 25. März statt und sieht insgesamt nicht weniger als 120 Kämpfe vor. Um nämlich eine ganz gründliche Auswahl zu trefsen, ist man von dem Standpunkt abgegangen, nur die Gaumeister starten zu lassen, sondern will bei einer breiten Auslese auch die nachfolgenden starken Kämpfer zu den Meisterschaften zulassen, um dadurch allen Talenten die Möglichkeit zu geben, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Programme der übrigen Sportdiszivlinen liegen noch nicht in ihren Einzelheiten fest. Grundsätzlich werden aber auch ihre Arbeiten und ihre Veranstaltungen in Zielrichtung Helsinki durchgeführt werden und in erster Linie der Heranbildung und Durchbildung der ersten Kräfte für die Olympiade dienen. Im übrigen werden auch einige neue Sportarten in das olymvische Programm ausgenommen. So hat das finnische Organisationskomitee beschlossen, auch den Segelflug durchzuführen. Es wurde dafür das finnische Segelfliegerlager Jämijärvi in Aussicht genommen. Deutschland wird bei dieser Diszivlin durch das RSFK. vertreten sein. In Frage kommen bei diesem Wettbewerb Zielstreckenflüge, wobei es einmal auf die Genanigkeit der Durchführung, zum anderen auf die Flugweite und die kürzeste Zeit ankommt. Für diese Zwecke wird ein Einheitssegelflugzeug eingeführt, das zum Frühjahr nach bestimmten Plänen fertiggestellt sein wird, worauf dann das Trainina beginnen kann. Diese Flüge werden nur von Amateuren durchgeführt. Deutschlands segelfliegerisches Können ist so oft und so eindeutig unter Beweis gestellt worden daß man bei diesem Wottbe werb für 1910 mohl mit den allerbesten AusDie Kampfbahnen des sportlichen Kegelns o4. Der Fachverband für„Kegeln, im DRL. hat die Termine für die Meisterschaftskämpfe 1939 bekanntgegeben. Alle Vereine und Vereinsmannschaften müssen bis zum 15. Februar 1939 gemeldet sein und bis zum 30. April die Gaumeisterschaften durchgeführt haben. Darum einmal einen Blick auf die Kampfbahnen des Keglers und auf sein Sportgerät: Die Arten der Bahnen und ihre Verbreitung. Man kannte früher Dutzende von verschiedenen Arten von Kegelbahnen, so Holz=, Asphalt=. Stein=, Zement=, Schieser=, Glas=Bahnen usw. Dazu gab es Kegel in den verschiedensten Formen und Kugeln in allen möglichen Größen. Diesem Vielerlei hat der im Jahre 1885 gegründete Deutsche Keglerbund— heute Fachverband für Kegeln im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen— ein Ende gemacht. Er setzte zunächst 2 Bahnarten als deutsche Einheitsbahnen fest. und zwar die Asphalt= und Bohlenbahn. Später gesellten sich zu diesen beiden die Scheren= und seit etwa 20 Jahren die Internationale Einheitsbahn. Die Asphaltbahn ist die Kegelbahn der Sachsen. Thüringer. Bayern. Hessen, Badener. Oesterreicher. Pfälzer und zum Teil der Saarländer. Sie ist die am meisten verbreitete Deutsche Kegelbahn und hat von deutschen Gauen aus ihre Verbreitung nach Böhmen. nach dem Südteil Polens. nach Jugoslavien. Rumänien und neuerdings auch nach Bulgarien gesunden. Bei einer Gesamtlänge von 28.5 Meter besteht sie aus 5.5 Meter langer und 35 Zentimeter breiter Aussatzbohle, einer 19.5 Meter langen Aspholtfläche, die 1.50 Meter breit ist. Ein Kegelstandfeld mit dem Neunerstand und Kugelfanggrube schließen sich der Asphaltfläche an. Als Durchschnittsleistung auf Asphaltbahn werden 5 Kegel pro Wurf angesehen. Die Bohlenbahn ist eine Holzbahn in einer Gesamtlänge von 32.50 Meter. mit einer ebenfalls 5.5 Meter langen Aussatz= und 23.5 Meter langen Laufbohle in einer Breite von 35 Zentimeter. Die Laufbohle weist eine Kehlung von etwa 4 Millimeter auf. sodaß die Kugel eine Führung zur Gasse bekommt. Dadurch ist ein höherer Kegelfall möglich. Hier-gilt als„Durchschnittsleistung 7 Kegel pro Wurf. Die Heimat dieser Bohlenbahn ist Norddeutsch= land. Pommern. Ostvreußen. Schlesien. Brandenburg. Hannover. Braunschweig und zum Teil die Provinz Sachsen. Von unseren Nord= und Ostgauen aus hat sie ihre Verbreitung nach Dänemark. nach Kurland. Litauen und Polen gefunden. Die Scherenbahn wurde als dritte Bundeskegelbahn eingeführt, weil sie ausschließlich in den westdeutschen Gauen. Westfalen. Mittel= und Niederrhein, zu Hause ist. Von hier aus hat sie nach dem Ausland, und zwar nach Südholland. nach Belgien und Luxemburg. nach den Ostprovinzen Frankreichs. Verbreitung gesunden. Die Gesamtlänge der Bahn beträgt 27 Meter, wovon auf die Aussatzbohle ebenfalls 5.5 Meter und auf die Kugellauffläche 18.5 Meter kommen. Die restlichen Maße sind für Kegelstand. Kugelfang und Anlauf bei allen Bahnen bestimmt. Die Lauffläche der Scherenbahn zerfällt in zwei Teile. nämlich in 9.5 Meter Kugellauffläche mit 35 Zentimeter Breite und 9 Meter Lauffläche, die sich scherenförmig von 35 Zentimeter auf 1.25 Meter verbreitert. Dunch eine Kehlung der 35 Zentimeter breiten Kugellauffläche erhält auch hier die Kugel eine Führung. Die Durchschnittszahl der Scherenbahn ist auf 6 Holz vro Wur) sestgesetzt. Die Internationale Einheitsbahn ist aus der in Württemberg betriebenen Lattenbahn entstanden. welche auf ihrem Zug durch die Welt vom 9er Kegelstand auf den 10er umgebildet worden ist. In ihrem neuen Gewand hat sie sich als Einheitsbahn i= W S S He 0 B 0 92 POMLENBAHN ASPHALTBAHN SCHERENBAHN INTERNATIOMALE BALN A# (DRL.-Pressedienst-M.) Amerika, in Schweden, Finnland vollständig einrt und findet als die internationale Einheitsbah## mer stärkere Verbreitung. Die 10 Kegel stehen im Greieck dessen Spitze dem Spieler zugekehrt ist. Die Bahn besteht aus einer genau und sauber gearbeiteten Parkettfläche die sich aus einem großen Teil schmaler, fest verleimten Stäbe zusammensetzt. Die Kugellauffläche wird mit mehreren Lackschichten versehen, sodaß die Kugel über eine harte und glänzende Fläche flitzt. Die Gesamtlängder Bahn beträgt 25.3 Meter. wovon 3.66 Meter für der Anlauf des Keglers und 18.28 Meter für die Kugellauffläche vorbehalten sind. Die Reste der Maße dienen auch hier wieder der Antrittsfläche, dem Kegelstand und Kugelfang. Kugeln. Die Kugeln auf Asphalt= und Scherenbahn sind beide 16 Zentimeter groß und müssen sich im vorgeschriebenen Gewicht von 2800 bis 2900 Gramm halten. Für Bohlenbahnen ist der Durchmesser der Kugeln auf 16½ Zenti meter festgesetzt und das Gewicht auf 3050 bis 3150 Gramm. Auf Internationaler Einheitsbahn gilt es. eine 14½ Pfund schwere Kugel im Durchmesser von 21.8 Zentimeter zu meistern. Sie kann nur mit Hilfe von Grifflöchern gehalten werden, während die 16 und 16½ Zentimeter Vollkugeln sind. die bequem in der Hand liegen. Die Kegel sind für alle 3 Bahnen gleich. Ihre Höhe beträgt 46 Zentimeter, der König 43 Zentimeter. Damit die Kugel genau auf dem gleichen Fleck stehen, haben die Kegel eine Standbüchse mit federnder Kahlkugel. Auf der Internationalen Einheitsbahn werden nach dem Fall der Kegel 10 Stifte hochgedrückt, auf welche die entsorechend ausgebohrten Kegel aufgesetzt werden. Gymnastik bei jedem Atemzug Echt amerikanische Ratschläge.— Weltfremder gehts nicht! Leute, die acht Stunden täglich im Bürosessel verbringen. nehmen. wenn sie nichts weiter dagegen tun, unweigerlich an Gewicht zu. Es kann sich das bekanntlich bis zu leibhaftiger Korpulenz steigern, einem Zustand. der weder schön anzusehen noch behaglich zu ertragen ist. Aber das muß nicht so sein, sagen amerikanische„Gymnastikgelehrte“. Auch wenn ein Mensch weder Lust noch Neigung verspürt. neben seiner Berufsarbeit ausgedehnt. Sport zu treiben, braucht er deswegen nicht korpulent zu werden. Er kann. wenn er es darin zu einiger Uebung gebracht hat. alle Gymnastik, die nötig ist, um schlank zu bleiben, auch im Bürosessel erledigen. Es wird uns auch verraten, wie das gemacht werden soll. Die„Fachleute“ empfehlen allerhand Uebungen, die man arbeitenderweise im Bürosessel vornehmen soll. In erster Linie gehört dazu Beine strecken und zusammenziehen. Zehen krümmen, Wippbewegungen mit den Beinen. Schaukeln des Oberkörpers und Rückwärtsdrücken der Schultern. Diese Bewegungen, einige hundertmal richtig und exakt ausgeführt, sollen einer längeren Fahrradtour entsprechen, die ja bekanntlich auch hervorragend geeignet ist, einer vorhandenen Neigung zur Volleibigkeit entgegenzuwirken. Ein anderer„Prophet“ aus den USA. empfiehlt einen kunstvollen Apparat. den er gebaut hat. Er besteht aus einem Massagegürtel, der unsichtbar um den Leib geschnallt und mit den Beinen betrieben wird. Er soll in täglich halbstündiger Arbeit alles Fett wegmassieren, das sich unter Umständen ansetzen könnte. „Gymnastik mit jedem Atemzug“ ist die Parole, der man an sich zustimmen könnte, wenn sich hinter ihr nicht so fragwürdige und leicht komische Vorschläge verbergen würden. Denn man stelle sich das einmal vor: ein Saal mit beinestramvelnden, schulterzuckenden und mit dem Oberkörper wackelnden Angestellten. Bei einiger Uebung wird man ja wohl dahin kommen können, daß man nebenbei auch die Arbeit erledigt, für die man sein Gehalt bezieht. Aber für den Zuschauer, der nicht Bescheid weiß, wirkt das Ganze wie eine vom Veitstanz ergriffene Gemeinde. der man gut zureden muß, damit sie nicht plötzlich in Toben und Rasen ausbricht. Das Ganze könnte also höchstens so lange dauern, bis eines Tages der Chef hereintritt und mit einem Donnerwetter, das sich gewaschen hat, für die nötige„seelische“ Massage sorgt. sichten in den Kampf geht. Die deutsche Segelfliegerei ist dank einer begeisterten Fliegerjugend und dank einer vorzüglichen Leitung zu den schönsten Erfolgen befähigt. Ob das Kegeln auch in das eigentliche olymvische Programm ausgenommen wird, ist noch nicht ganz entschieden. Für den Fall einer Ablehnung hat aber die Keglervereinigung von Helsinki beschlossen, vor der Eröffnung der olymvischen Spiele die Weltmeisterschaften auszutragen. Es wird nur wenigen bekannt sein, daß Deutschland auch hier ein starkes Wort bei der Vergebung des Weltmeistertitels mitsprechen wird. Im Juni 1937 wurde in Wien ein Vierländerkampf im Sportkegeln zwischen Deutschland. Ungarn. Oesterreich und der Tschecho=Slowakei ausgetragen, in dem Deutschland in allen Wettbewerben an der Spitze stand. Im November des gleichen Jahres zwang Deutschland auch Frankreich nieder. Auch in diesen Wettbewerb gehene wir also mit den besten Aussichten. Vor zwei Wochen sind nunmehr die Einladungen an die einzelnen Nationen ergangen. 60 Länder. in denen entsprechend den Olymvischen Satzungen Olympische Komitees bestehen, haben diese Einladung erhalten. Die nationalen Komitees werden darin um Antwort gebeten, ob sie der Einladung Folge leisten wollen. Gleichzeitung hatte das finnische Außenministerium die einzelnen Regierungen von der Einladung in Kenntnis gesetzt und mitgeteilt, daß sich die finnische Regierung freuen würde, wenn der Einladung Folge geleistet würde. Im übrigen gehen auch die technischen Vorbereitungen in Helsinki eifrig weiter. Das im Juni eingeweihte Stadion in Helsinki wird nun stark erweitert werden. sodaß die Zahl der Zuschauerplätze von 30000 auf über das Doppelte erhöht wird. Außerdem werden in direkter Nähe des neen Stadions einige Uebungsplätze gebaut. die in erster Linie dem Training dienen werden. Schwierigkeiten macht den Finnen die Anlage einer geeigneten Ruderstrecke. Nach langen Erörterungen hat man nunmehr endgültig in der Bucht von Taivallathi eine Strecke vorgesehen, auf der zum ersten Male im nächsten Jahre eine internationale„Regatta vor sich geben soll. Eine 15000 Zuschauer fassende Tribüne soll die Möglichkeit einer guten Verfolgung der Rennen o Frn. Auch für die Hausfrau wird eine ähnliche„Ausgleichgymnastik“ empfohlen, die von nicht geringerer Weltfremdheit zeugt. Da soll die Hausfrau beim Tellerwaschen steppen, beim Staubsaugen in den Spagat gehen. sie soll am Herd ein paar Dutzend tiefe Kniebeugen machen und dergleichen mehr. Selbstverständlich ist das an sich alles ausführbar. aber auch ein weltfremdes Theoretikergehirn sollte sich Gedanken darüber machen. ob einer vielbeschäftigten Hausfrau der Kopf nach derlei Dingen steht. Die einzig richtige Ausgleichsgymnastik ist der Betriebssport, wie er in Deutschland durchgeführt wird. Hier sind keine weltfremden Gymnastiktheoretiker an der Arbeit, sondern wirklichkeitsbewußte Menschen, die genau wissen, daß sich Gymnastik. Sport und die eigentliche Berufsarbeit nicht gleichzeitig ausüben lassen. Jedem seine Zeit. Der Mann und die Frau, die jeden Wochentag. oder auch nur zweimal in der Woche ein vaar Stunden richtig sportlich trainieren, schaffen ihrem durch die Berufsarbeit einseitig beanspruchten Körver den richtigen. sinnvollen Ausgleich in frischer Luft und Sonne. Wir können also den drolligen amerikanischen Gymnastiktheoretikern nur empfehlen, einmal einen Abstecher nach Germany zu machen. Sie werden dann wissen, was das Gegenteil von weltfremd ist. Pferdesport Rennen zu Düsseldo###. l. Immelmann=Rennen. 1. Buchmanns Pont Lenis (Werner), 2. Mario, 3. Elodie. Ferner: Palapaia. Toto: S. 47, Pl. 22, 28, Lg. 3½, 2, W. EW. 176. 2. Freiherr=von=Richthosen=Jagdrennen. 1. Ockers Mangold(Besitzer), 2. Jungritter, 3. Orendel. Ferner: Bangali, Champagner, Mirandola, Caramba. Geige. Toto: S. 56, Pl. 13, 12, 15. Lg. 20, 5, 5. EW. 88. 3. Boelke=Rennen. 1. Thissens Preisträger(Wenzel), 2. Faust, 3. Max. Ferner: Smike, Volker, Augraf, Oberhaupt, Zentaur, Heidgraf. Toto: S. 43. Pl. 17, 35. 43. Lg. 3. 2½, 1½. EW. 500. 4. Siegerpreis der Amateure. 1. Maffens Waldteufel (Besitzer), 2. Seni, 3. Kurzer Kopf. Ferner: Jambus, Capo, Volmar, Quintilian, Rüdiger. Toto: S. 74, Pl. 23, 31 61. Lg. 1½, 3, 4. EW. 462. 5. Horst=Wessel=Ausgleich. 1. Buchmanns Co te Basque 2(Werner), 2. Garant, 3. Männeken. Ferner: Wisa Zenodore, Virgilius, Risiko, Blumengöttin. Toto: St##, Pl. 16, 17, 21. Lg. 1, 3, 2. EW. 108. 6. Jan=Wellem=Jagdrennen. 1. Franzissenhofs Bandora(Baumgärtner), 2. Ramillies, 3. Ideal. Ferner: Leid, Palladio, Bärbel. Toto: S. 21, Pl. 11, 12, 11. Lg. 1½, 4, 6. EW. 136. 7. Graf=Holck=Rennen. 1. Röhlens Mauriza(Hammer), 2. Siona, 3. Orotava. Ferner: Comodore, Elfmeter, Thammo, Vaterlandsliebe. Null. Toto: S. 101. Pl. 21, 30, 26. Lg. H. T. K. EW. 412. 8. Abschiedsrennen. 1. Nikas Sandmann(v. d. Vlugt), 2. Schmidts Ahnherr(H. Schmidt), 3. Romantik, 4. Giebel. Ferner: Urfaust, Lauf fir. Hausmarke. Condor, Hellseher, Bergamotte. Toto: S. 17, 21, Pl. 13, 13, 13, 16. Lg. T, 4, 1. EW. 54. Rennen zu Auteuil. 1. Rennen: 1. Donnios Runaway(Morel), 2. Rhombe, 3. Birdios. Toto: Sieg 25:10. Platz 13. 15. 27:10. Lg.: 6. W.. 6. Ferner liefen 5 Pferde. 2. Rennen: 1. Licaris Delphinos(Gleizes), 2. Montserrant, 3. Ponce. Toto: Sieg 40:10, Platz 15, 31. 15:10. Lg.: 1½, 6. 15. Ferner liesen 7 Pferde. 3. Rennen: 1. Le Barons Dix Pour Cent(Bates), 2. Raisonnable II. 3. Siklos. Toto: Sieg 295:10. Platz 42. 19, 20:10. La.: 1½. ¾, 2. Ferner liesen 7 Pserde. 4. Rennen: 1. Adams Le Menhir(Pelat). 2. Le Regent II. 3. Royal Kidney. Toto: Sieg 47:10. Platz 18. 16. 22:10. La.: 1½, 2, 1½. Ferner liesen 10 Pferde. 5. Rennen: 1. Adams Barboteur(Pelat). 2. Quatre As. 3. Calorina. Toto: Sieg 17:10. La.: 2½. W. 6. Rennen: 1. Hennesys Grev Talk(Rochet), 2. Scottish. 3. L'Odeon. Toto: Sieg 16:10. Platz 12. 22:10. Lg.: 2½, 2½, 3. Ferner liesen 4 Pferde. Drei jüdische Aerzte wegen Abtreibung verhaftet , 1 3. N o v. V o r e i n i g e n T a g e n w u r d e n i m Memelland zwei jüdische Aerzte wegen Abtreibung in Haft genommen. Jetzt wurde ein dritter jüdischer Arzt Dr. Berger=Memel, wegen des gleichen Verdachts verhaftet Einschneidende Maßnahmen gegen die Juden Verordnungen Görings 7 Ausscheidung des Judentums aus dem Wirtschaftsleben 7 Eine Milliarde Mark Buße für den Pariser Mord 7 Sofortige Instandsetzung der beschädigten Betriebe und Wohnungen auf eigene Kosten Berlin, 12. Nov. Unter dem Vorsitz des Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, fand heute im Reichsluftfahrtministerium eine Chefbesprechung der beteiligten Minister mit ihren nächsten Mitarbeitern über die dringend notwendig gewordene Lösung der Judenfrage statt. An dieser Besprechung nahmen die Reichsminister Dr. Frick, Tr. Goebbels, Dr. Gürtner, Graf Schwerin von Krosigk und Funk teil. Die Besprechung ergab vollkommene Uebereinstimmung in der Beurteilung und Behandlung der zur Debatte stehenden Fragen. Es wurde eine Reihe von einschneidendsten Maßnahmen zur Lösung der Judenfrage besprochen und zum Teil schon entschieden. Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, erließ eine Verordnung, derzufolge Juden vom 1. Januar 1939 ab der Betrieb von Einzelhandelsverkaufsstellen, Versandgeschäften oder Bestellkontoren sowie der selbständige Betrieb des Handwerks untersagt wird. Ebenso kann nach dieser Verordnung ein Jude vom 1. Januar 1939 ab nicht mehr Betriebsführer im Sinne des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 1. Januar 1934 sein. Ist ein Jude in leitender Stelle eines Wirtschaftsunternehmens tätig, ohne Betriebsführer zu sein, so kann das Anstellungsverhältnis durch den Betriebsführer mit einer Frist von sechs Wochen gekündigt werden. Weiterhin erließ der Beauftragte für den Vierjahresplan eine Verordnung, derzufolge alle Schäden, welche durch die Empörung des Volkes über die Hetze des internationalen Judentums gegen das nationalsozialistische Deutschland am 8., 9. und 10. November 1938 an jüdischen Gewerbebetrieben und Wohnungen entstanden sind, von den jüdischen Inhabern bzw. jüdischen Gewerbetreibenden sofort zu beseitigen sind. Die Kosten der Wiederherstellung hat der Inhaber der betroffenen jüdischen Gewerbetriebe bzw. Wohnungen zu tragen. Versicherungsansprüche von Juden deutscher Staatsangehörigkeit werden zu Gunsten des Reiches beschlagnahmt. Die weiteren einschneidenden Maßnahmen zur Ausscheidung des Judentums aus dem deutschen Wirtschaftsleben uno zur Abstellung provokatorischer Zustände werden in kürzester Frist in Form von Verordnungen und Gesetzen getroffen werden. Vor allem wurde der Beschluß gefaßt, den deutschen Juden in ihrer Gesamtheit in Form einer Geldbuße von einer Milliarde Reichsmark die Strafe für den ruchlosen Nord in Paris aufzuerlegen. Dieser Betrag verfällt in voller Höhe dem Reich. Der Beauftragte für den Vierjahresplan hat bereits eine dementsprechende Verordnung erlassen. Dig Verordnung über die Sühneleistung der Juden deutscher Staatsangehörigkeit Berlin, 12. Nov. Die vom Beauftragten für den Vierjahresplan Generalfeldmarschall Göring erlassene Verordnung über eine Sühneleistung der Juden deutscher Staatsangehörigkeit hat folgenden Wortlaut: Die seindliche Haltung des Judentums gegenüber dem deutschen Volk und Reich, die auch vor seigen Mordtaten nicht zurückschreckt, fordert entschiedene Abwehr und harte Sühne. Ich bestimme daher auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 18. Oktober 1936 (Reichsgesetzblatt 1. Seite 887) das Folgende: keit in ihrer Gesamtheit wird die Zahlung einer Kontribution von RM. 1 000 000 000 an das Deutsche Reich auferlegt. Paragraph 2: Die Durchführungsbestimmungen erläßt der Reichsminister der Finanzen im Benehmen mit den beteiligten Reichsministern. Berlin, 12. November 1938. Der Beauftragte für den Vierjahresplan: gez. Göring, Generalfeldmarschall. Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben Berlin, 12. Nov. Die Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben, die der Beauftragte für den Vierjahresplan, Generalfeldmarsch all Göring, erlassen hat, hat folgenden Wortlaut: Auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 18. Oktober 1936(Reichsgesetzblatt l. Seite 887) wird folgendes verordnet: S 1 Juden(§ 5 der Ersten Verordnung vom Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935) ist vom 1. Januar 1939 ab der Betrieb von Einzelhandelsverkaufsstellen, Versandgeschäften oder Bestellkontoren, sowie der selbständige Betrieb eines Handwerks untersagt. Ferner ist ihnen mit Wirkung vom gleichen Tage verboten, auf Märkten aller Art oder Messen oder Ausstellungen Waren oder gewerbliche Leistungen anzubieten, dafür zu werben oder Bestellungen darauf anzunehmen. Jüdische Gewerbebetriebe(Dritte Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. Juni 1938. Reichsgesetzblatt I. Seite 627), die entgegen diesem Verbot geführt werden, sind polizeilich zu schließen. S 2. Ein Inde kann vom 1. Januar 1939 ab nicht mehr Betriebsführer im Sinne des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934(Reichsgesetzblatt 1. Seite 45) sein. Ist ein Jude als leitender Angestellter in einem Wirtschaftsunternehmen tätig, so kann ihm mit einer Frist von sechs Wochen gekündigt werden. Mit Ablauf der Kündigungsfrist erlöschen alle Ansprüche des Dienstverpflichteten aus dem gekündigten Vertrag, insbesondere auch Ansprüche auf Versorgungsbezüge und Abfindungen. S 3. Ein Jude kann nicht Mitglied einer Genossenschaft sein. Jüdische Mitglieder von Genossenschaften scheiden zum 31. Dezember 1938 aus. Eine besondere Kündigung ist nicht erforderlich. S 4. Die zuständigen Reichsminister werden ermächtigt, die zu dieser Verordnung erforderlichen Durchführungsbestimmungen zu erlassen. Sie können Ausnahmen zulassen, soweit diese infolge der Ueberführung eines jüdischen Gewerbebetriebes in nichtjüdischen Besitz zur Liquidierung jüdischer Gewerbebetriebe oder in besonderen Fällen zur Sicherstellung des Bedarfes erforderlich sind. Berlin, 12. November 1938. Der Beauftragte für den Vierjahresplan: gez. Göring. Generalfeldmarschall. Verordnung zur Wiederherstellung des Straßenbildes bei jüdischen Gewerbebetrieben Berlin, 12. Nov. Die vom Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, erlassene Verordnung zur Wiederherstellung des Straßenbildes bei jüdischen Gewerbebetrieben hat folgenden Wortlaut: Auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 18. Oktober 1936(Reichsgesetzblatt l. Seite 887) verordne ich folgendes: *§ 1. Alle Schäden, welche durch die Empörung des Volkes über die Hetze des internationalen Judentums gegen das nationalsozialistische Deutschland am 8., 9. und 10. November 1938 an jüdischen Gewerbebetrieben und Wohnungen entstanden sind. sind von den jüdischen Inhabern oder jüdischen Gewerbetreibenden sofort zu beseitigen. S 2. * Die Kosten der Wiederherstellung trägt der Inhaber der betroffenen jüdischen Gewerbebetriebe und Wohnungen. Die Versicherungsansprüche von Juden deutscher Staatsangehörigkeit werden zugunsten des Reiches beschlagnahmt. § 3. Der Reichswirtschaftsminister wird ermächtigt, im Benehmen mit den beteiligten Reichsministern Durchführungsbestimmungen zu erlassen. Berlin, 12. November 1938. Der Beauftragte für den Vierjahresplan: gez. Göring. Generalfeldmarschall. Die Trauerfeier in Paris In der deutschen Kirche 7 Zahlreiche französische Kabinettsmitglieder unter den Anwesenden 7 Feierliche Ueberführung vom Raths nach Deutschland Paris, 12. Nov. In der deutschen Kirche in Paris fand am Samstagmittag die offizielle Trauerfeier für den Gesandtschaftsrat Ernst Eduard vom Rath statt. Als die Eltern des Verstorbenen, die deutsche Delegation, die unter Führung von Staatssekretär von Weizsäcker kurz vorher von Berlin eingetroffen war, der Vertreter des Präsidenten der Republik, der deutsche Botschafter, der Landesgruppenleiter, der Vertreter des französischen Ministerpräsidenten und mehrere Mitglieder des französischen Kabinettsrates vor dem mit Kränzen und Blumen umgebenen Sarg Platz genommen hatten, leitete ein Orgelvorspiel die feierliche Handlung in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche ein. Nach der EingangsLiturgie spielte das Wendling=Quartett ein Adagio von Rosemüller. Die Ansprache des Pastors Dahlgrün klang aus in dem vom Chor gesungenen Choral„Wenn ich einmal soll scheiden“. Darauf hielt der Führer der deutschen Delegation, Staatssekretär von Weizsäcker. eine Ansprache. Im Anschluß hieran erfolgten Kranzniederlegungen. Der Kranz des Führers wurde durch Staatssekretär von Weizsäcker, der Kranz des Reichsaußenministers durch Botschafter Graf Welczek, der Kranz des Gauleiters der Auslandsorganisation der RSDAP. durch Landesgruppenleiter Gesandtschaftsrat Dr. Ehrich niedergelegt. Die Feier endete mit einem Adagio v. Beethoven. Nach Schluß der kirchlichen Feier geleitete der Botschafter den Vertreter des Präsidenten der Republik aus der Kirche und der Botschaftsrat führte die Eltern des Verstorbenen zum Wagen. Der Botschafter, der Staatssekretär im Auswärtigen Amt und der Landesgruppenleiter nahmen im Vorraum der Kirche Aufstellung zur Abnahme des Trauerdefilees. Von Paris wird der Sarg mit einem Sonderzug nach Düsseldorf gebracht, wo die Familie eine Familiengruft besitzt. In Düsseldorf wird auch das Staatsbegräbnis für Herrn vom Rath stattfinden. Juden bei öffentlichen kulturellen Veranstaltungen nicht mehr zugelasst Berlin. 12. Nov. Dr. Goebbels hat in seine. Eigenschaft als Präsident der Reichskulturkammer mt sofortiger Wirkung allen Theaterleitern. Konzert= und Vortragsveranstaltern, Filmtheaterunternehmern, artisti schen Unternehmern, Veranstaltern von Tanzvorführungen und Veranstaltern öffentlicher Ausstellungen kultn reller Art untersagt, jüdischen Personen den Besuch ihre: Unternehmen zu gestatten. Uebertretungen ziehen für die Veranstalter und besonders für die Juden schwere Strafen nach sich. In seiner Anordnung verweist Reichominister Dr. Goebbels darauf, daß der nationalsozialistische Staat den Juden seit nunmehr schon über fünf Jahren innerhalb besonderer jüdischer Organisationen die Pflege ihres eigenen Kulturlebens ermöglicht habe. Damit besteht keine Veranlassung mehr, den Juden den Besuch der bezeichneten Veranstaltungen und Unternehmungen zu gestatten. Lebhafte Kämpfe am Ebro Bilbao, 13. Nov. Der nationale Heeresbericht meldet, daß die nationalen Truppen ihren Vormarsch entlang der Straße von Asco fortgesetzt haben. Mehrere bundert Gefangene, darunter sechs Offiziere, fielen in die Hände der Nationalen. Die Roten ließen an dieser Stelle der Front zahlreiche Beute. Waffen und Munition zurück. Obwohl die Bolschewisten an der Seare=Front zur Enilastung ihres Frontabschnittes am Ebro energische Angriffe vornahmen, wurden sie unter großen Verlusten zurückgewiesen. An der Castellon=Front sind die Roten infolge der verheerenden Niederlage in den letzten Tagen vollkommen untätig. Im Luftkampf wurden vier feindliche Flieger abgeschossen. Wahrscheinlich ist, daß drei weitere Maschinen vernichtet wurden. Ein bolschewistisches Flugzeug wurke hinter den nationalspanischen Linien vom Feuer der Flakgeschütze heruntergeholt. Die Antwort, die auf das beispiellose Verbrechen in Paris angekündigt war, ist nun erfolgt, rasch und gründlich. Die deutsche Regierung hat entsprechend der Erregung über den verruchten Meuchelmord eine Strafe verhängt, die gleichzeitig ein deutliches Warnungszeichen für das Weltjudentum ist. Soeben hat in Paris die Trauerfeier für Ernst vom Rath, das beklagenswerte Opfer des jüdischen Meuchelmörders und seiner Hintermänner, stattgefunden. Heute wird der Sarg zur Heimat überführt. Mit seinen Angehörigen trauert das ganze Volk. Kaum drei Jahre sind es her, als der Deutsche Gustloff von dem Juden Frankfurter meuchlings niedergeschossen wurde. Obwohl damals das Weltjudentum für den Mörder eintrat. wurde in Deutschland den Juden gegenüber eine bewundernswerte Geduld an den Tag gelegt. Mancher hat angenommen, daß diese Tat sich nicht wiederholen würde. Und doch kam es zu dem Mord in Paris. Darum die deutsche Antwort, die dem Weltjudentum zum Bewußtsein bringt, daß deutsches Leben nicht vogelfrei ist. Das mögen die Juden zur Kenntnis nehmen. Die Lage in China Schanghai, 13. Nov.(Ostasiendienst des DRB.) Angesichts des Herannahens der javanischen Truppen haben die chiniesischen Behörden die Räumung Tschangschas, der Hauptstadt der Provinz Hunan. angeordne:. Ein Teil der chinesischen Provinzialbehörden hat bereits die Stadt verlassen. Gleichzeitig hat auch eine Massenflucht der Bevölkerung eingesetzt, die teils auf Dschunken, teils auf Fahrzeugen aller Art oder zu Fuß davoneilte. Infolgedessen liegt die Stadt jetzt fast menschenleer uno verlassen da. Natal-Frankfurt in 36“ Stunde Schnelle Postflüge über den Südatlantik Berlin, 13. Nov. Die Deutsche Lufthansa, die ihre bisher im Nordatlantik eingesetzten Blohm= und VosFlugzeuge jetzt auf der alten Luftpoststrecke über den Südatlantik verwendet, erreichte mit diesen Maschinen auf dieser Verbindung besonders gute Flugzeiten. Am Freitagnachmittag, 12.57 Uhr deutscher Zeit, mit dem„Nordmeer“ von Natal in Brasilien abgeslogene Post erreichte bereits in der Nacht zum Sonntag 1.12 Uh Frankfurt Main. Die Sendungen waren also nur 36 Stunden 15 Minuten von Südamerika bis Deutschland unterwegs. Das Gegenflugzeug„Nordstern“ brauchte fü den reinen Atlantikflug von Bathurst in Afrika nach Natal in Brasilien nur 10 Stunden 30 Minuten, entwickelte also eine Reisegeschwindigkeit von sast 300 Kilometer in der Stunde, denn die Entfernung von Küste zu Küste beträgt genau 3100 Kilometer. Der fünfte Hochosen in Eisenerz angeblasen Eisenerz, 13. Nov. Im Rahmen einer eindrucksvollen Feier wurde Freitag von Gauleiter Ueberreithe: der fünfte und letzte Hochofen im Gau Steiermark in Betrieb genommen. Am Hochofen wurde der Gauleiter von Fanfarenbläsern und einer Ehrenabordnung der Hüttenarbeiter in historischer Hüttenkleidung empfangen. Betriebsführer Dr.=Ing. Malzacher wies in einer kurzen Ansprache auf die große Bedeutung hin, die der Inbetriebsetzung de fünften Hochofens der Steiermark zukomme. Nach Jahrei der wirtschaftlichen Lethargie habe das Werk des Führer die Voraussetzung geschaffen, daß alle steirischen Hochöfen wieder in Betrieb genommen werden können. Der Betriebsführer ersuchte dann den Gauleiter, mit dem Anstich des fünften Hochofens den ältesten Hochofenarbeiter in Eisenerz. Wilhelm Recher, zu betreuen. Nach dem Anstich des Hochofens begab sich der Gauleiter zu einem Betriebsappell auf den Erzberg. In einer mit Begeisterung ausgenommenen Ansprache schilderte er die Großtaten des Führers seit den Märztagen. Anschließend fand eine Besichtigung des neu erbauten und ganz modern eingerichteten Werkskrankenhauses. des neuen Junggesellenhauses und der neuen Lagerbaracken statt. Die Frau im Spiel N Roman von HANNSPETER STOLP Urheber-Rechtsschutz: Romanverlag OREISER-Rastatt 28. Fortsetzung. Bunny fuhr fort:„Und wenn Sie den Brief gelesen halben, Hanny, dann fügen Sie hinzu:„Ich bedauere ###haft, daß ich die bewußten Briefe, auf die der Schreiber hier anspielt, nicht zur Hand habe, damit ich sie dem geehrten Publikum einmal vorlese und damit beweisen kann, daß diese Briefe so sauber und anständig sind, wie sie jeder anständige Mensch schreiben wird. Ich habe diesen Weg in die Oeffentlichkeit gewählt, damit ich diesem sauberen Herrn„Pekikan“ von vornherein klarmachen kann, daß ich nicht gewillt bin, auch nur fünf Dollar auszugeben, und ich tue es ganz öffentlich, weil ich weiß, daß die große Presse Chikagos so grundanständig ist, daß sie sich niemals von diesem Subjekt und seinen Spießgesellen vor den Wagen spannen lassen wird. Jene kleine Anzahl von Blättern, die die Spalten ihrer tung aber mit Skandalnachrichten füllen, sei hiermit von mir gewarnt. Ich erkläre hiermit, daß ich aufs schärfste gegen alle vorgehen werde, die in dieser Angelegenheit ein unwahres Wort sagen. Ich werde diesen Brief der Presse zur Veröffentlichung übergeben und betrachte die Angelegenheit damit als erledigt.“ „Bravo“, rief Tyler dazwischen.„so müssen Sie es machen.“ Jetzt rief aber Green dazwischen:„Miß Tomber, zum Schluß müssen Sie aber noch sagen: Außerdem prophezeie ich diesem Herrn„Pelikan“, daß er binnen drei Wochen hinter Schloß und Riegel sitzen wird.“ „Ja“, sagte Bunny,„das können Sie hinzufügen, wenn es dann nämlich stimmt— und es wird stimmen, dann haben Sie vor dem Publikum ganz groß gewonnen.“ * Am nächsten Morgen hatte Chikago seine große Sensation, denn Hanny hatte es tatsächlich so gehalten, wie es ihr Bunny geraten hatte. Offen hatte sie zu Publikum gesprochen, und der Erfolg war, daß das Publikum in einen geradezu rasenden Beifall ausbrach Der Riesensaal dröhnte nur so von dem Händeklatschen ind Rufen, und der Erfolg Hannys in der Revue war o groß wie noch nie in ihrem Leben. * Der Dienstag ist gekommen. Etwa sechzig Gäste waren gekommen und wurden vom Präsidenten Tomber und von Frau Betty, die mit ihm zusammen die Honneurs machte, sehr herzlich begrüßt. Henry Warner ist mit Maggie Dowson, gefolgt von ihrem„Vater“, dem Direktor Dowson. gekommen, und als er dem Präsidenten vorgestellt wurde, musterte ihn der Industriegewaltige genau und aufmerksam, genau so wie seine Begleiterin. Tomber sprach ein paar liebenswürdige Worte, schüttelte Direktor Dowson die Hand, um sich dann wieder den anderen Gästen zu widmen. Als letzte Gäste betraten Hanny und Paul Tyler die Diele der Villa. Im kleinen Gesellschaftssaal, wo die Gäste in kleinen Gruppen plaudernd beieinander standen, gab es eine kleine Aufregung, als Hanny, ganz in weißer Seide, mit einem Strauß dunkelroter Rosen, begleitet von dem schlanken Paul Tyler, der neben das schöne Mädchen so richtig paßte, den Gesellschaftssaal betrat. Maggie Dowson sah die beiden zuerst und sie stutzte, denn sie hatte Paul Tyler sofort erkannt, und sie war im höchsten Grade verärgert, daß er jetzt neben dem schönen Mädchen stand. Wer war das eigentlich, die er jetzt führte? Im nächsten Augenblick erschrak sie, denn es kam ihr zum Bewußtsein, daß das schöne Mädchen nur Hanny Tomber, der bekannte Revuestar, sein konnte. Jeht hatte sich auch Henry etwas umgewandt und erkannte Hanny. Die Ueberraschung war so stark für ihn, daß er im Augenblick blaß wurde. „Warum bist du so blaß, Henry? Du bist wohl erschrocken, daß du deine Braut von einst wiedersiehst?“ „Ja, verzeihe mir, Maggie, ja, aber ich bin erschrocken, ich gebe es zu. Wer wohl der Mann neben ihr sein mag?“ „Das ist Paul Tyler. ein prächtiger Bariton und ausgezeichneter Schauspieler, er spielt mit Hanny Tomber zusammen. Sieh doch, jetzt begrüßt der Herr Präsident die beiden.“ Henrys Atem ging schwer, und er war kaum in der Lage, etwas zu sprechen. Jetzt wandte sich der Präsident zu seinen Gästen und rief laut:„Meine Herrschaften, darf ich vorstellen: Miß Hanny Tomber, meine Nichte, der bekannte Star der Revue aus Parkers Etablissement, Mister Paul Tyler ihr Partner.“ Das gab eine tolle Ueberraschung. Die Gäste sahen sich erstaunt an. Und schon stellte der Herr Präsident die beiden seinen anderen Gästen persönlich vor. Als Hanny vor Henry stand, da schlug dessen Herz bis zum Halse hinauf. Er schämte sich unsagbar in dieser Stunde. „Mister Henry Warner, einer unserer befähigsten jungen Ingenieure, Miß Hanny Tomber“, stellte der Präsident lachend vor.„Ich glaube, Sie kennen sich beide schon von früher.“ Henry konnte nur nicken. „Miß Maggie Dowson, die Tochter unseres kaufmännischen Direktors, Miß Hanny Tomber“, fuhr der Präsident fort. Und Hanny sah der Frau ins Auge, die ihr Henry genommen hatte, die Frau, die den Jugendfreund verderben wollte, und mit einem Male packte sie ein heißes Erbarmen für Henry, denn mit dem sicheren Instinkt der Frau fühlte sie, daß Miß Dowson eine schlechte Frau war. Aber zugleich begriff sie auch Henrys Handlungsweise nnicht mehr, denn diese Frau war wirklich nicht so schön, daß sich Hanny nicht jeder Zeit hätte mit ihr messen können. Sie war älter und reifer als Hanny, und trug jenen unwissenden Zug um den Mund. der junge Männer leicht verwirrt, aber sie war ja nicht einmal schön, nein, sie war nur raffiniert angezogen und zurechtgemacht. Schminke und Puder hatten das ebenmäßige Gesicht sehr unterstützen müssen, daß es den Eindruck eines schönen Gesichtes machte. „Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Miß Dowson“, sagte Hanny liebenswürdig, aber es war doch ein Unterton von Spott darin, der Maggie das Blut zu Kopf steigen ließ, und sie mußte an sich halten, um nicht Hanny an den Hals zu fahren, als diese fortfuhr und sich an Tyler wendend, sagte:„Mister Tyler wird sich gewiß auch freuen. Sie kennenzulernen.“ Und jetzt sagte Paul Tyler noch mit dem liebenswürdigsten Lächeln— Maggie empfand es wenigstens so—:„Oh, ich hatte schon früher einmal Gelegenheit, Miß Dowson kennenzulernen.“ Und weiter ging die Vorstellung. * Maggie Dowson ist maßlos wütend, und als sie an der Tafel sitzen, da quillt ihr der Bissen im Munde. Sie haßt diese Hanny Tomber, die sich über sie lustig macht. Sie ist wütend über Henry Warner, der um seine Fassung ringt, und als kluge Frau ahnt sie, daß sie alles einsetzen muß, damit ihr Henry jetzt nicht entgleitet, jetzt, wo die Entscheidung heranrückt,— Sie bemüht sich, recht liebenswürdig zu Henry zu sein. Er ist ihr auch dafür dankbar. Er verliert aber trotzdem seine Befangenheit nicht, und ist nicht in der Lage, ein richtiges Gespräch zu führen, so bis ins Innerste verwirrt ist er. Sie ahnt nicht, daß Henry schon im Begriff ist, sich von ihr loszulösen. Jetzt, da er Hanny wiedergesehen hat, jung, schön, als die erfolgreiche Künstlerin, sicher im Auftreten und Wesen, liebenswürdig und doch kühl zu ihm, da hat er mit einem Male vergleichen können und festgestellt, daß er das Bessere mit dem Schlechten vertauscht hat. * Um Mitternacht hat Henry Gelegenheit, Hanny allein zu sprechen. Er trifft sie, als sie sich eben von Bunny trennt, der mit ihr getanzt hat. „Hanny“, sagt er leise,„hast du ein paar Augen blicke für mich Zeit?“ „Aber gern“, erwidert sie unbekümmert.„Komm, wi: gehen in die kleine Bar und machen es uns in den Klubsesseln bequem. Ich freue mich, daß ich dich ma wiedersehe, daß du vorwärtskommst und ein tüchtiger Ingenieur geworden bist, das freut mich besonders.“ „Ich wünschte, ich könnte dasselbe von dir sagen, Hanny.“ „Ja, freust du dich nicht, daß wir uns mal wiedersehen?“ „Doch, doch. nur ich weiß nicht, wie ich dir das sagen soll. Ich... schäme mich. Heute weiß ich erst, wie schlecht ich an dir gehandelt habe.“ „Mein lieber Junge“, sagte Hanny ruhig.„Vielleicht hat das alles so sein sollen. Mach dir keine Sorgen. Wir sind als Jugendgespielen aufgewachsen und haben uns eingebildet, daß unsere Freundschaft genug sei, um einmal eine Ehe zu schließen. Und es war doch zu wenig. Kaum bist du nach Chikago gekommen und läuft dir ein nettes, schönes Mädchen in den Weg, da ist es auch schon um Henry Warner geschehen.“ „Ich weiß, daß ich dich enttäuscht habe, Hanny!“ „Ja, du hast mich enttäuscht. Ich hätte mehr von dir erwartet. Aber wenn ich offen sein soll, Henry, dann muß ich dir sagen, daß ich. erst heute richtig enttäuscht worden bin und zwar in dem Augenblick, als ich die ältere Dame sah, die du mir vorgezogen hast.“ Henry wird rot und bleich, unwillkürlich erhebt er sich aus dem Sessel, fällt aber gleich wieder zurück. Wiertschung Der Derner Turnklub erneut geschlogen. Herner Turnklub— Polizei Bochum 7:11(3.6) Tura Werne— Röhlinghausen ausgef. Westfalia Bochum— TB Eickel 10:3 TV 01 Wattenscheid— SS Bochum 9:13 Herner Tornklub— Polizei Bochum 7:11. Wiederum verlor der Herner Turnklub ein sehr wichtiges Spiel, wodurch die letzte Anwartschaft auf den diesjährigen Meistertitel verlorengegangen sein dürfte. Bei den Hernern sah man den ehemaligen VfL=Torwart Fromm im Tor, welcher ein großes Spiel lieferte. Vollständig versagte aber die Herner Lauferreihe. Dagegen war die Bochumer Polizei in bester Form. Die Herner kamen da nicht mit. Schon zur Halbzeit stand mit dem 3:6 für die Polizei deren Sieg ziemlich sicher fest, nachher wurde er auf ein zweistelliges Ergebnis hochgeschraubt Tabelle der 1. Kreisklasse im Handball. Schöne Herner Erfolge beim Herbst=Geländelauf in Bochum Gutes Abschneiden von Westfalia Herne und dem Herner Turn-Club.— Westfalias erster Mannschaftssieg in der Männerklasse 3. Auch unsere heutigen Schlosser verstehen die Schmiedekunst Tabelle der Handball=Bezirksklasse. Wie alljährlich, brachte auch gestern wieder der Kreis Bochum unter Leitung des Fachwartes für Leichtathletik, Buhr, Bochum, seinen Herbstgeländelauf zur Durchführung. Die Beteiligung war in allen Klassen recht gut, was in erster Linie auf das Konto des guten Wetters zu setzen ist. Neben dem Geländelauf wurde ein 25=km=Gehen abgewickelt, das ebenfalls gut besetzt war. Schon früh morgens wurden die Geher, die auch wie die Läufer Start und Ziel in der Bochumer Radrennbahn hatten, auf die Reise geschickt. Als Erster passierte Tepel vom Postsportverein Bochum in der guten Zeit von 2 Stunden 48 Minuten das Ziel. Bei den Läufern setzte sich auch in diesem Jahre Legge(VfL Bochum 48) in der Hauptklasse durch. In diesem Feld kam der Herner Blum (Westfalia) auf den vierten Platz. In der 2. Männerrlasse über 3000 Meter siegte der Bochumer Tournee, Bohnenkamp(Herner Turn=Club) landete in diesem Wettbewerb auf den fünften Platz. Gleichzeitig kam hier der Herner Turn=Club zum dritten Mannschaftserfolg mit 25 Punkten, hinter VfL Bochunm und EHW Bochum. In der Männerklasse A3 gab es einen schönen Sieg von Tollkamp (Westfalia Herne), der mit der Zeit von 8:35,3 ein gutes Rennen lief. Auf den zweiten Platz kam wieder ein Herner ein, und zwar Grell(Westfalia), und auf den sechsten Platz landete Grollmann. Diese drei schafften auch durch ihre gute Leistung den ersten Manschaftssieg für den SC Westfalia mit 9 Punkten. Recht gut hielten sich auch die Herner Jugendlichen. So kam Erich(Herner Turn=Club) in der Jugendklasse 1 auf den dritten Platz. Bester wurde in diesem Lauf Neumann(EHW Bochum) mit der Zeit von 8:12,6 Minuten. Walter, Laufer und Behrendt(alle HTC) kamen in diesem Lauf auf den sechsten bzw. zehnten und vierzehnten Platz. Mannschaftssieger wurde EHW Bochum mit 18 Punkten vor dem Herner Turn=Club, der 19 Punkte erreichte. Dritter wurde VfL Bochum. In der 2. Jugendklasse siegte der Bochumer Schiff(VfL Bochum) mit 6:46,7 vor dem Herner Floma(Westfalia), der ebenfalls eine schöne Zeit über die Strecke von 2000 Meter herauslief. So konnten sich auch in diesem Jahre unsere Herner Leichtathleten zum Abschluß der Saison erfolgreich durchsetzen. Möge die Aktivität bei unseren beiden Herner Vereinen, dem Turn=Club und ganz besonders bei Westfalia, im nächsten Jahre zur gegebenen Zeit wieder einsetzen, damit der Ausschwung in der Herner Leichtathletik wieder allmählich sichtbar in Erscheinung tritt. Schönheit des Eiskunstlaufes Zur großen Saisoneröffnung im Eissport in der Westsalenhalle am 20. November 1938. BfL Bochum— FC Schwelm 8:6. Die Bochumer kamen zu dem erwarteten Erfolg und setzten sich an die 4. Tabellenstelle. Soll das„Sperren" fallen? Bahnt sich eine neue Auffassung im Fußballsport an? Wird der Kampscharakter beim Kampf um den Ball eingeschränkt? Diese Fragen stellen heißt mitten hineinsteigen in eine Aussprache, die gegenwärtig im britischen Fußball die Gemüter erhitzt. Der Anlaß war ganz einfach. Seit Jahren ruft man nach einer Vereinfachung der Svielregeln. Nachdem die internationale Regelkommission diesem Antrag zugestimmt hatte, fertigte Mr. Rous. Generalsekretär des englischen Verbandes und ein guter Fachmann in Fußballdingen. einen Entwurf. bei dem die Neufassung der tertlichen Grundlage der Spielbegriffe plötzlich das Problem„Rempeln oder Sperren?“ auswarf. Das Sperren eines Gegners ist, wenn es so geschieht, wie es bisher erlaubt ist, eine milde Form körverlichen Svieles. Das Rempeln ist das Härtere. Das Sperten hat sich aus der Gewohnheit. einen Gegner am Ballbesitz zu hindern, entwickelt. Ob das zulässig ist oder nicht, steht bisher in keiner Regel. Gewohnheitsmäßig hat man es gestattet, solange das Sperren nicht mit Anleufen. Anrennen oder Anspringen verwechselt wurde. Rempeln und Sverren gehen bei gewissen Spielhandlungen ineinander über: das Rempeln gestatten und das Sverren verbieten, hieße dem härteren Spiel den Weg ebnen. Nun mehren sich aber jenseits des Kanals die Stimmen, die das Sperren verbieten wollen. wenn es nicht im unmittelbaren Kampfe um den Ball erfolgt. Man läßt einen Gegner nur rempeln, um den Ballbesitz zu erreichen, den Ballbesitz zu behaupten oder einen verlorenen Ball wiederzubekommen. In jeder anderen Spielstellung soll das Sperren verboten sein. insbesondere, wenn ein zweiter Spieler einen Gegner sperrt. um einem Mitspieler den Weg zum Ball zu öffnen. Die Briten folgern also. daß durch das Verbot des Sperrens. das nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Spielen des Balles erfolgt, der Kampf um den Ball wieder stärker einsetzen werde. Schottland hat bereits jedes Sperren verboten, während England es dem Verteidiger gestattet. wenn er einen Gegner aufhält, der den Torwächter angreifen will. Unseres Erachtens ist die eine Auffassung so wenig dem Spiel förderlich als die andere. Das Sperren hat sich in den fünf Jahrzehnten, in denen das Fußballspiel eine starke Entwicklung genommen hat, nicht nur eingeführt, sondern auch nach einer Seite hin entwickelt. die schöne und faire Kampfhandlungen sichert. Diese Art zu kämpfen verbieten, heißt dem Fußballsport manche mitreißende Spielhandlung nehmen. Nichts sei gegen das Verbot regelwidrigen Sverrens gesagt, bei Die Zeit ist noch nicht lange vorbei, da jeder noch schulpflichtige„Sportfreund“ unserer Gegend zwar mit überlegener Miene die Fragen hätte beantworten können, was ein Leberhaken sei oder warum manche Radfahrer„Flieger“ heißen, während er auf die Frage, was man unter einem„Axel Paulsen“ verstehe, nur den Kopf geschüttelt haben würde. Und auch die älteren„Sportsachverständigen“ hätten keine Auskunft darüber zu geben vermögen. Wie gesagt, diese Zeit war einmal. Sie fand ein Ende, als die Westfalenhalle das natürliche Wunder des Eises in den mächtigen Kuppelbau verpflanzte und mit der Schaffung ährer Kunsteisbahn den Grundstein für eine intensive Pflege des Eissports in Westfalen, darüer hinaus aber für eine Fülle eissportlicher Großveranstaltungen legte, in denen viele tausend Zuschauer die berühmtesten Vertreter des Eiskunstlaufes und des Eishockeysports kennenlernten und einen tiefen Eindruck von der unvergleichlichen Schönheit des Sports auf dem Eise empfingen. Es ist in letzter Zeit in Fachkreisen viel die Rede von Bestrebungen gewesen, die dahin führen, gewisse an das Variete erinnernde Erscheinungen aus dem Eiskunstlauf auszumerzen und ihm wieder eine straffere sportliche Gestalt zu geben. Nichts wäre verfehlter, als wollte man in diesen Bestrebungen einen Ausfall gegen das Schaulaufen, gegen die tänzerische Form des Kunstlaufes oder gegen das schillernde Kostüm fescher Eisprinzessinnen sehen. Im Gegenteil läßt die verstärkte Pflege des Eistanzes erkennen, daß dem Tanz auf dem Eise noch eine große Zukunft bevorsteht, und daß hier der Höhepunkt noch lange nicht erreicht ist. dem der Kampf um den Ball ausscheidet; aber das harte. sportliche, im Kampfe erfolgte Sperren paßt so zum Wesen des Fußballs als Kampfspiel, daß man es nicht missen möchte. Martel Cerdan schlug Katter k. o. Der Berliner Alfred Katter stand bei einer Berufsboxkampfveranstaltung im Pariser Wagramsaal gegen den französischen Weltergewichtsmeister Marcel Cerdan vor einer schweren Aufgabe, die er nicht zu lösen vermochte. Er wurde in der fünften Runde k. o. geschlagen. 200 Millionen Finnmark für 1940 Der finnische Staatsrat bewilligte am Freitag dem Reichstag zur Bestreitung der Kosten der Olympischen Spiele 1940 eine obligatorische Staatsanleihe in Höhe von 200 Millionen Finnmark.— Das Organisationskomitee erhält vom Staatsrat die VollAber der Eiskunstlauf in der Vollendung hat zwei Seiten: Auf der einen Seite die Pflicht, die streng festgelegte Figurenfolge, die höchste Korrektheit und Genauigkeit verlangt, auf der anderen Seite die schöpferische Ausdrucksform des Kunstlaufes, die Kür. Hier das Examen mit peinlich genauer Aufgabenstellung, dort die freie Entfaltung des sportlichkünstlerischen Genies. Diese reifste und schönste Darstellung der höchsten Möglichkeiten des Eiskunstlaufens aber wird im Schaulaufen geboten, und am 20. November wird in der Westfalenhalle Gelegenheit sein, sich gleich zur Saisoneröffnung ein Bild vom gegenwärtigen Stand des Eiskunstlaufes durch Darbietungen von Vertretern absoluter Weltklasse zu machen. * Die Pausins in der Westsalenhalle Die große Eissport=Veranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle am Sonntag, 20. November, hat als Hauptergeinis das Auftreten der Geschwister Pausin(Wien) aufzuweisen. * Mit KoF. zur Eissportveranstaltung nach Dortmund Zu der am kommenden Mittwoch(Buß= und Bettag) stattfindenden Eissportveranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle, sind bei der Kd F.=Kreisdienststelle, Schulstraße 28, noch Eintrittskarten zu haben. Der Eintrittspreis einschließlich Sportgroschen beträgt für alle Sitzplätze RM. 1.00. macht, über diese Summe entsprechend zu verfügen. Die Ausgaben, die die Stadt Helsinki außerdem für Bauten usw. vorsieht, sind in den 200 Millionen nicht enthalten. Die Gelder sind für folgende Zwecke geplant: Vermehrung der rollenden Materials der Staatseisenbahn 30,6 Millionen, Erweiterung des Telefonnetzes 26 Millionen, Bau der Kadettenanstalt und des Schwesternheimes 22 bezw. 21 Millionen (während der Spiele Unterkünfte für Sportler), neue Eisenbahnanschlüsse 14,7 Millionen, neue Kurzwellenstation 10 Millionen, für Auslandsübertragungen des finnischen Rundfunks 8 Millionen, für Touristenher= bergen 6,2 Millioanen, Ankauf von Reitpferden für die Olympischen Spiele 3 Millionen, für Werbung im In= und Ausland 1,6 Millionen, Erweiterung der Sporthochschule in Virumaeki 1 Million und für Propaganda des Außenministeriums 0,75 Millionen. Der Rest von rund 55 Millionen steht für unvorhergesehene Unkosten als Reserve bereit. Der Reichsinnungsverband des Schlosserhandwerke hat für das Haus des Deutschen Handwerks in Berlin zwei Kunstschmiede=Einfahrtstore anfertigen lassen, die nach einem Entwurf von Prof. Jaroslau# Vonka von schlesischen Schlossermeistern hergestellt wurden Aus amtlichen Bekanntmachungen Oeffentliche Steuermahnung. Wir erinnern hiermit an die Zahlung folgender Rückstände: 1. Grundbesitzabgaben(Grundsteuer pp.) für November= 2. Lohnsummensteuer für Oktober; 3. Bier- und Getränkesteuer für Okober: t 4. Gewerbeertragssteuer für das 3. Viertelje 5. Hundesteuer für das 3. Vierteljahr; 6. Schulgelder für November; 7. Vorgnügungssteuer; 8. Bürgersteuer: 9. Anliegerbeiträge für das 3. Vierteljahr; 10. Berufsgenossenschaftsbeiträge(letzte Rate). Die Zwangsbeitreibung der Rückstände beginnt am 23. November. Von diesem Tage an werden die Beitreibungsgebühren, dagegen die Säumniszuschläge von heute an erhoben.(20125 Herne, den 15. November 1938. Die Stadtkasse als Vollstreckungsbehörde. * In unser Handelsregister, Abt. B. Nr. 187— Firma Flotlmann Aktiengesellschaft in Herne— ist am 8. November 1938 folgendes eingetragen worden: Der Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb aller Arlen von Maschinen, Apparaten, Eisenkonstruktionen, Schmiedeteilen und Eisengießereigegenständen, die Beteilignug bei und die Vereinigung mit anderen, gleichen oder ähnlichen Zwecken dienenden Unternehmungen und die Erwerbung von solchen Unternehmungen. Die Aktiengesellschaft darf Agenturen und Zweigniederlassungen im In- und Ausland mit Zustimmung des Aufsichtsrats errichten.„Aktiengesellschaft.. Der Gesellschaftsvertrag ist in Anpässung an die Bestimmungen des Aktien gesetzes vom 30. Januar 1937 grundlegend geändert und neu gesaßt. Die Gesellschaft wird gesetzlich vertreten, wenr der Vorstand aus einer Person besteht, durch diese, wenn er aus mehreren Personen besteht, durch je zwei Vor standsmitglieder oder ein Vorstandsmitglied gemeinsam mit einem Prokuristen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, ein zelnen Mitgliedern des Vorstandes die Befugnis zur Alleinvertretung der Gesellschaft zu erteilen. Stellvertreter von Mitgliedern des Vorstandes stehen in der Vertrelungsbefugnis den ordentlichen Mitgliedern gleich. Der Aufsichtsrat kann auch einen von mehreren Mitgliedern des Vorstandes zum Vorsitzer des Vorstandes ernennen und ihm Befugnis erteilen, für die Gesellschaft verbindliche Willenserklärungen allein abzugeben. Die Firma der Gesellschaft wird in der Weise gezeichnet, daß die Zeichnungsberechtigungen der geschriebenen, gestempelten oder gedruckten Firma der Gesellschaft ihre Namensunterschrift hinzufügen, die Prokuristen mit einem das Prokuraverhältnis andeutenden Zusatz. Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen durch einmalige Einrückung in den Deutschen Reichsanzeiger. Amtsgericht Herne. Reichssender Köln Montag, 14. November. 4.00 Morgenlied— Wekterbericht für die Landwirtschaft. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie=e beugt! (Gustav Weinkötz). 6.30 Freuk euch des Lebens!(Industrie=Schallplatten und Aufnahmen). 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Nachrichten. 7.10 von Frankfurt: Frühkonzerk. Musikkorps des Inf.=Regts. 75 (Leitung: Alfred Neumann). 6.00 Wetter, Wasserstand—. Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen.(Ellen Derenbach). 8.30 Uhr Morgenmusik. Die Schrammeln spielen. Es singt das Volkslieder-Trio: Grete Aoril=Kreuzhage(Sopran), Hub. Kirsch(Bariton), Hans Jakob Heuken(am Flügel). 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten. Höbener- Bohe vormals Altenbernd Herne, Bahnhofstraße 47 10.00 von Stuttgart: Fuchs, du hast die Gans gestohlen. Naturkundliches Märchen von Wladimir Martinelli. 10.30 Sendepause. 11.45 Berleburger Holzschnitzer. Rundfunsbericht aus Wittgenstein. 11.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00 Die Werkpaufe bei d. Kreishandwerkerschaft Bonn-Stadt. Bonner Kammerorchester(Leitg. Ferdinand Schmitz). 13.00 Nachrichten— Glückwünsche 13.15 von Hamburg(aus Hannover): Schloßkonzert. Das Niedersachsenorchester(Leikung: O. Ebel von Sosen). Mitw. Konrad Siedmund(Barikon), vom Opernhaus Hannover. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Für große und kleine Kinder: Das Waldhaus. Aachener Jungmädel spielen für unsere Kleinen. 15.30 Musik von Schallplatten. 15.40 In Eis und Schnee. Karl Maria Krings bespricht Bücher für die Jugend. 16.00 von Königsberg: Nachmittagskonzert. Das Kleine Orchester(Leitung: Eugen Wilcken). 1. Hanel: Hans im Glück, Märchen=Ouverk., 2. Wetzel: Im schönen Berchtesgadener Land. 3. Czernik: Puppenredoute, 4. a) H. Westermann: Fackelkanz, b) Meyer=Helmund: Zum tausendsten Male, 5. Lehar: Melodien aus„Die lustige Witwe“, 6. L. Siede: Ballektsuile, 7. Ferraris: a) Zigeuner=Augen, b) ToptownParade, 8. Urban: Rhapsodie, Fankasie, 9. Joost: Im Donautal, Walzer. darin: 17.00—17.10 Der Erzähler Johannes Linke: Der schlaue Ehemann. 18.00 Wir suchen und sammeln. Heule geht's ums Schlachtefest. 18.10 Schaffende Heimat. Klapvernde Webstühle in der Eifel. 18.30 Kleine Klaviermusik. Solistin: Emma Sagebiel. 18.50 Und was meinen Sie? 19.00 Die Woche fängt gut an! (Industrie=Schallplatten). 20.00 Nachrichten. 20.10 Das Violinkonzerk.(3. der Sendereihe). Es spielt das Große Orchester(Leitung: Generalmusikdirektor Rudolf Schulz-Dorn= burg), Walter Kunkel(Violine). 1. Joh. Seb. Bach: Konzert für Violine, zwei Flöten, Streichorchester und Cembalo(Brandenburgisches Konzert Nr. 4), 2. Händel: Konzert B-Dur f. Violine und Orchester. 20.45 Die westdeutsche Wochenschau. 21.05 Das liebe Geld. Belauschtes und Vertontes. Spielbuch und Leitung: Günther Bungerk(Musik von Industrie=Schallplatten und Aufnahmen). 22.00 Nachrichten. 22.15 Musik von Schallplatten. 22.30—24.00 Nachtmusik und Tanz. Fritz Neuman(Tenor), an zwei Flügeln: Hermann Herloff. Karl Vollstedt: das Heitere Instrumentalquartett: Willi Jansen, Hermann, Arzig(Akkordeon), Willi Beuster(Baß), Edmund Engels(Gitarre): Leo Eysoldt mit seinem Orchester. Dienstag, 15. November. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! (Gustav Weinkötz) 6.30 Freut euch des Lebens!(Industrie=Schallplatten und Aufnahmn). 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Nachrichten. 7.10 von Frankfurt: Frühkonzert. Das Kleine Orchester(Leitung: Franz Hauck). 1. Blon: Hand in Hand, Marsch, 2. Balte: Die Zigeunerin, Ouvertüre, 3. Fucik: Donausagen, Walz., 4. Scriadin: Mazurka, 5. Urbach: GriegErinnerungen. Fantasie, 6. Münchner Humor, Walzer. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen(Ellen Derenbach). 8.30 von München: Froher Klang zur Arbeitspause. Münchner Rundfunkschrammeln. H. Sauer und Sohn(Harfe u. Hackbrett). 9.30 Bleibe jung mit deinen Kin dern! 9.45 Uhr Nachrichten 10.00 von Danzig: Altes Erbe— neue Verpflichtung: Danzig. Eine Hörfolge von Erich Post Musik von Ernst Moritz Henning. 10.30 Kindergarken(Gretel Weise) 11.00 Sendepause. 11.45 Ochtruper Töpfer. Ein bäuerliches Handwerk. 11.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00 Mittagskonzert zum Tag der deutschen Hausmusik. Das Große Orchester und der Rundfunkchor(Leitung: Musikdirektor Wilh. Adams). Das Soloquar= lett: Elly Volkenrath, Lieselotte Mann, Heinz„Hoersch, Ernst Lüttger: Rudi Rhein(Violine); Martin Heinrich Steinkrüger (Klavier und Cembalo). 13.00 Nachrichten— Glückwünsche 13.15 Konzertfortsetzung. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Der lustige Rätselfunk. 15.25 Balladen und Liebeslieder aus„Das Knaben Wunderhorn“. 15.50 Das Ende des Antrimpos. Eine Kalendergeschichte vom Walfang von anno dazumal von Wilhelm Rockow. 16.00 Nachmittagskonzert. Leo Eysoldt mit seinem Orchester. Fr. Eugen Engels(Tenor), Walter Wielsch, Edmund Kirst(an zwei Klavieren). 1. Rossini: Ouvertüre zu„Wilhelm Tell“, 2. Amadei: Minnesänger=Suile, a) Festlicher Einzug. b) Ständchen des Troubadour, c) Minneträume, d) Hochzeitsfeier. 3. Nicode: Bilder aus dem Süden: a) Maurisches Tanzlied, b) Andalusienne, c) Provencalisches Märchen, d) In der Taberne, 4. a) Kühn: Ich trag eine Liebe im Herzen, Lied, b) Wickede: Herzensfrühling, Lied. 5. Debussy: Aus der„Kleinen Suite:: a) Festlicher Zug, b) Menuett, c) Ballekt, 6. Richter: Karnevalsstreiche. Ouvertüre. 7. a) de Curtis: Einmal wird die Stunde kommen, Lied, b) Stolz: Wenn die kleinen Beilchen blühn, Lied, 8. Robrecht: Fala morgana, 9. Lodge: Tempkation Raig; darin: 17.00—17.10 Der Erzähler Paul Eipper: Einer haßt mich am Wacholdersee. 17.30 Jugend musiziert im Schloß Jägerhof, Düsseldorf. 18.00 Neue Gedichte von Karl Schorn. 18.10 Jum Tag der deutschen Hausmusik. Von allerlei Tieren. Heitere Hausmusikstunde. 18.50 Allerlei vom Sport: 19.00 Die WHW-Stunde mit Wunschsolisten. 20.00 Nachrichten. 20.10 Verkehrte Weilt. Ein paar lustige Szenen.(Leitung: Josef Kandner). 20.30—24.00 Alles tanzk mit! Ein bunter Tanzabend für jung und alt. darin: 22.00—22.15 Nachrichten. Tüchtiges Mädchen für mittl. Gasthof bei gutem Lohn sof. ges Gasthof zum Rathaus, Betzdorf Sieg Möbl. Zimmer z. 15 11 zu verm. Zu erfr. im H. Anzeiger. 20116 Hochherrschaftl. 5-Zimm.Wohnung mit eingerichtet. 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