T Herner Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pl.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Nr. 271(Erstes Blatt) Streiflichter Welcher Kurs in Riga? Die Außenminister Litauens und Estlands Tchaben sich zur Feier des lettischen Unabhängigkeits# ages nach Riga begeben. Wie bereits der Oeffentlichteit mitgeteilt wurde, soll die Anwesenheit dieser beiden Außenminister in Riga auch zu wichtigen Besprechungen mit dem lettischen Außenminister benutzt werden zu Besprechungen, deren Thema ein Neutralitätspakt der baltischen Staaten ist. Ursprünglich war für Anfang Dezember nach Kowno eine Konferenz der Außenminister der drei baltischen Staaten einberufen worden. Sie wird, so heißt es jetzt, voraussichtlich verschoben werden und nicht vor Anfang des neuen Jahres stattfinden. Diese Vermutung läßt darauf schließen, daß die betreffenden Minister hoffen, bereits jetzt in Riga zu einer Angleichung ihrer Auffassungen über den vorliegenden Entwurf eines Neutralitätspaktes zu gelangen, dessen Thema übrigens schon im Frühjahr zum Gegenstand lebhafter Erörterungen in Eurova wurde. Damals im Mai stattete der polnische Außenminister Oberst Beck Stockholm einen Besuch ab und begab sich anschließend auch nach Lettland und Estland. Im Zusammenhang mit dieser Reise wurde von einer Neuausrichtung der Außenpolitik der Ostseestaaten gesprochen, die sich aus der Tatsache des Versagens der Genfer Institution ergab. Gerade auch in den baltischen Ländern wurde der Wunsch wach, den Weg einer Neutralitätspolitik einzuschlagen und auf diesem Wege zu einer betonten Unabhängigkeitspolitik zu gelangen. Die Voraussetzung sah man zunächst darin daß eine Grundlage gleichgerichteter außenpolitischer An schauungen zwischen Lettland, Litauen und Estland gefunden würde. Entsprechend früherer Fühlungnahmen zwischen den Außenministern erfolgte dann am 10. bis 12. Juni eine Konferenz, auf der bereits wichtige Vorbesprechungen stattfanden. Es scheinen aber noch verschiedene Unklarheiten zu bestehen; inwieweit sie jetzt in Riga schon überbrückt werden können, muß abgewartet werden. Die Erkenntnisse, die man in den letzten Monaten in den baltischen Ländern gewonnen hat, gehen aus einem Artikel hervor, den der lettische Außenminister Munters in einer Zeitung veröffentlicht hat, und in dem Munters zu dem richtigen Ergebnis kommt, daß heute Deutschland zum dynamischen Zentrum der Politik auf dem europäischen Kontinent geworden ist. Allerdings scheint die gefährliche Rolle der Sowjetunion noch nicht klar errannt zu sein, denn Munters spricht sich für seine Politik der Ausrichtung sowohl nach Osten wie auch nach Deutschland aus, anstatt jene Orientierung zu wählen, die gerade die baltischen Länder davor bewahrt, jemals, wie es mit der Tschecho=Slowakei der Fall war, zu Vasallen der Sowjetunion degradiert zu werden. Gerade in der Distanzierung von der Sowjetpolitik liegt die Garantie für einen neutralen und unabhängigen Kurs. 1 Der„Fall Gelsenkirchen“ Die Presse der westlichen Demokratien nimmt u. a. die Bußezahlung der Juden als willkommenen Vorwand, um alle Register der Heuchelei und des Scheinmitleids für einen in jeder Beziehung unharmonischen Hetzradau zu ziehen. Man spart nicht mit pathetischen Phrasen. Zur rechten Stunde hat die„Berliner Börsenzeitung“ diesen betriebsamen Zeitgenossen— denn auch das ist ein politisches Geschäft für die„Demokraten“— zur Gedächtnishilfe einige Blätter aus dem dunklen Kapitel des Ruhrkrieges präsentiert. Besonders lehrreich und„beispielhaft“ ist der Fall Gelsenkirchen. Ueber den Zwischenfall in Gelsenkirchen, den die„Berliner Börsenzeitung“ hervorhebt, berichtete die„Gelsenkirchener Zeitung“ in ihrer Nummer vom 13. Februar 1923: „Gestern morgen 7,15 Uhr, also infolge des trüben Wetters noch in der Dunkelheit, passierte ein deutsches Qluto die hiesige Hochstraße. Ungefähr an der Ecke der Schalker Straße hielt der Polizeioberwachtmeister Hutmacher, der sich auf einem Revisionsgang befand, den ohne Licht fahrenden Wagen an. Nunmehr stellte sich heraus, daß die Insassen zwei französische Gendarmen waren.“ Bei der nun folgenden Auseinandersetzung entrissen, so wird weiter berichtet, die Franzosen dem deutschen Polizeibeamten, der nur seine Pflicht erfüllte, Seitengewehr und Pistole. Kameraden Hutmachers. die herbeikamen, rissen ihn aus dem Wagen zurück. Darauf schossen die beiden Franzosen. Hutmacher wurde getroffen und starb noch am gleichen Tage im Krankenhaus. Da die Franzosen weiterschossen, mußten die Polizeibeamten zur Waffe greifen. Beide Franzosen wurden leicht verletzt. Das war der Tatbestand. Obwohl der Polizeipräsident bei dem Kommandierenden General der 47. französischen Division schärfsten Protest einlegte und erklärte, daß die französischen Gendarmen allein die Schuld trügen, kam es dann zu den unerhörten„Sanktionen“, die über Gelsenkirchen verhängt wurden. Starke Truppenkontingente wurden in Marsch gesetzt. Kavallerie und Infanterie lagerten auf den Straßen der Stadt. Polizeipräsident Stieler, Oberbürgermeister von Wedelstaedt und Bürgermeister Antoni wurden verhaftet. Am 18. Februar wurde dann der Stadt die Kontribution von 100 Millionen Mark auferlegt und zugleich der Belagerungszustand verkündet. Der Reichsbankdirektor Jury, der Zahlungen verweigerte, wurde ebenfalls verhaftet. Aus städtischen Kassen wurden 83 Millionen geraubt, die übrigen Millionen„entnahm“ man der Eisenbahnkasse und anderen privaten Kassen. Eine Woche später wurde festgestellt, daß die Schäden. die der Bevölkerung der Stadt durch die Besetzung er wuchsen, 60 Millionen betrugen. Und obwohl die Franzosen die geforderte Summe„erbeutet“ hatten, nahmen sie noch Geiseln zur Sicherung dieser Summe mir. Aber Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. den 19. November 1938 Elendsbilanz in Palästina Die englische„Schutzherrschaft“ treibt die Araber zum Ruin 7 Kleine Kinder ohne Milch 7 Die Hälfte der arabischen Kaufleute bankrott Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe 4 Pf., im Textteil 25 Pf. Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½. Pf., Siffer= und Auskunftsgebühr 28 Pf.7 Fernsprecher: Sammel= Nummer 52541 Drabianschrift: Anzeiger Herne. Kairo, 18. Nov. Nachrichten aus Palästina besagen, daß seit der Veröffentlichung des Woohead=Berichtes die schärfste Telegrammzensur verhängt wurde, um alle Zwischenfälle im Lande, selbst wenn sie nur verhältnismäßig harmlose Vorgänge betreffen, nicht mehr durchzulassen. Damit wird der Versuch gemacht, den Eindruck zu erwecken, als ob in Palästina so etwas wie ein Friede eingekehrt sei. Das Gegenteil ist jedoch richtig. So wurden neuerlich wieder spontane Sympathiekundgebungen der Araber für die Freiheitskämpfer und den Mufti von Jerusalem unterdrückt und die Veröffentlichung zahlreicher Telegramme an den englischen Kommissar zugunsten des verbannten Muftis verboten. Andererseits bringt die Judenpresse in großer Aufmachung einen angeblich zustimmenden Brief von gänzlich unbekannten Leuten und stellt ihn als Billigung der politischen Verhältnisse hin. Aus der Provinz Samaria kommt die Nachricht, daß dort eine englische Truppe eine schwere Niederlage erlitten hat. Die Hilfstruppen der Engländer liefen während eines Zusammenstoßes alle zu den Freischärlern über. Die Armut der arabischen Bevölkerung hat in geradezu ungeheurem Ausmaß zugenommen. Ein Antrag der Araber, während des Verkehrsstreiks wenigstens Lebensmittel in Lastwagen heranschafsen zu können, wurde von der Regierung abgelehnt bzw. die Regierung weigerte sich, die geforderten Fahrausweise zu erteilen. Die Lebensmittelrnappheit unter den Arabern ist so groß, daß nicht einmal die kleinen Kinder mehr Milch haben. Die Regierung glaubt, die Araber auf diese Weise zwingen zu können, den Verkehrsstreik einzustellen und darüber hinaus ihre Moral zu brechen. Diese Valitik ungeheuerlichster Grausamkeit hat zwar eine gewisse verzweifelte Stimmung unter der Zivilbevölkerung geschaffen, andererseits aber die Erbitterung der Araber bis zum äußersten Widerstande erhöht. Die Abwehraktion der Araber gegen die brutale Vergewaltigung ihrer Rechte haben die Zahl der englischen Menschenjagden auf die Freiheitskämpfer ins Uferlose gesteigert. Die Konzentrationslager und Gefängnisse sind überfüllt. Daneben werden Hunderte von Arabern zwangsweise zur Strafarbeit ohne jedes Entgelt eingesetzt, sodaß sie wie Sklaven dienen müssen. Besonders die Fellachen sind kaum noch in der Lage, Lebensmittel zu kaufen, da sie gezwungen werden, „Kollektivstrafen“ zu zahlen, die für sie ein geradezu unvorstellbares Ausmaß erreicht haben. Die allein in diesem Jahre auferlegten„Strafen“ für jeden Akt des Freiheitskampfes— und mochte er noch so geringfügig sein— werden auf mehrere hunderttausend Mark geschätzt, was für die armen Fellachen das Ende jeder Wirtschaft bedeutet. Dazu kommen ganze Dörfer, die mit Ekrasit in die Luft gesprengt wurden. Nachdem man zum großen Teil auch noch ihr Vieh enteignet hat, kämpfen ungezählte Familien heute buchstäblich um das nackte Leben. zun Nachdelen Kontributionen im Ruhrkampf Wie Gelsenkirchen im Februar 1923 grundlos von den Franzosen zur Zahlung von 100. Mill. Mark gezwungen wurde] Der Beutezug durch die Straßen Die„Berliner Börsenzeitung“ greift drei Fälle der Besatzungszeii aus dem vorliegenden reichen Material auf, um den weltgerechten Kritikern in den westlichen Demokratien weiteres Material für ihre Entrüstung über die Anwendung von Kontributionen gegen Unbeteiligte zu liefern: 1. der Fall Mannheim. Am 12. Juli 1919 wurde der französische Sergeant Paul Mannheim bei einer nächtlichen Schlägerei in der Friedrichstraße zu Berlin von Unbekannten erstochen. Marschall Foch forderte umgehend von der Reichsregierung nicht nur eine offizielle Entschuldigung und für die Angehörigem des Toten eine Entschädigung von 100.000 Goldmark. sondern legte auch der Stadt Berlin eine Million Goldfranken als Buße auf. Die Reichsregierung weigerte sich, diese Buße anzuerkennen und Marschall Foch hätte sich zweifellos an den deutschen Volksgenossen im besetzten Rheinland schadlos gehalten, wenn nicht von unbekannter privater Seite diese Million zur Verfügung gestellt worden wäre. 2. Die Zwischenfälle von Passau und Ingolstadt. Im Oktober 1922 wurde ein französischer und englischer Offizier der Interalliierten Militär=Kontrollkommission, deren Tätigkeit begreiflicherweise bei jedem ehrliebenden Deutschen die tiefste Erbitterung hervorrufen mußte, bei ihrer Kontrollarbeit in der Kaserne des 20. Infanterieregiments in Passau beschimpft und das Auto mit Steinen beworfen. wobei der französische Offizier leicht durch Glassplitter verletzt wurde. Am 22. November des gleichen Jahres kam es in Ingolstadt bei einer Kontrollhandlung derselben Offiziere zu Zwischenfällen, wobei diesesmal der englische Offizier eine Schramme abbekam. Reichsregierung und Oberbürgermeister der beiden Städte entschuldigten sich. Die diensttuenden deutschen Offiziere wurden ihres Amtes enthoben, gegen die Demonstranten Strafverfahren eingeleitet. Der Botschafterkonferenz in Paris war das aber noch nicht genug. Neben einer ausdrücklichen Entschuldigung der Reichsregierung und einer schriftlichen Entschuldigung des bayerischen Ministerpräsidenten wurde eine Kontribution von je 500 000 Goldmark auferlegt mit der Drohung, im Falle der Weigerung würden die alliierten Regierungen in der von ihnen besetzten Pfalz den Betrag mit Gewalt eintreiben, d. h. Unbeteiligte, die in der Gewalt der Besatzungstruppen waren, sollten für Taten haftbar gemacht werden, die sich in Bayern ereignet hatten. Um unsere Volksgenossen in der Pfalz und im Rheinland vor diesen Zwangsmaßnahmen zu schützen, stellte die Reichsregierung die eine Million Goldmark zur Verfügung. 3. Der Fall Gelsenkirchen Während des Ruhrkampfes hielt im Februar 1923 in Gelsenkirchen ein deutscher Polizeibeamter den mangelhaft beleuchteten Wagen eines französischen Gendarmen an. Der Franzose schoß den deutschen Polizeibeamten nieder und wurde darauf selbst verletzt. Die französische Truppe umzingelte sofort die Stadt Gelsenkirchen, besetzte die öffentlichen Gebäude und sperrte die Innenstadt völlig ab. Zur Eintreibung der alsbald verhängten Kontribution von 100 Millionen Mark wurde das Notgeld der Stadt in Höhe von 66 Millionen Mark beschlagnahmt und die französischen Soldaten ermächtigt, unseren Volksgenossen auf offener Straße und in den Straßenbahnen die Taschen zu leeren. Der Beutezug ergab 70 Millionen Mark. Um den Rest von 30 Millionen sicherzustellen, wurden die verantwortlichen Beamten der Stadtverwaltung als Geiseln ins Hauptquartier nach Recklinghausen mitgenommen. Da es sich in allen diesen Fällen nur um Revressalien gegen deutsche Volksgenossen handelte, hat man selbstverständlich in den westlichen Demokratien alles in bester Ordnung gefunden. Lord Zetland lamentiert Immer wieder britische Einmischung in die deutsche Innenpolitik] Der Indienminister nimmt die„verfolgten“ Juden in Schutz London, 18. Nov. Der britische Indienminister Lord Zetland hielt am Freitag in Torquay eine Rede, in der er sich auch mit den deutschen Vergeltungsmaßnahmen gegen die Juden nach dem feigen Meuchelmord des Judenjungen Grünspan an dem jungen Gesandtschaftsrat vom Rath beschäftigte. In völliger Verständnislosigkeit gegenüber der spontanen Abwehraktion des gesamten deutschen Volkes gegen die neue Herausforderung des Weltjudentums erklärte der Minister, daß seine im Anschluß an München gehegten Hoffnungen durch die Ereignisse der letzten Wochen in Deutschland stark erschüttert worden seien(!). Zwar muß auch Lord Zetland zugeben, daß man nur Abschen für das scheußliche Verbrechen empfinden könne, das der polnische Jude begangen habe, der einen unschuldigen deutschen Diplomaten ermordet habe. Dann aber mischt sich der Lord unbekümmert in die deutsche Innenpolitik und lamentiert,„man stehe bestürzt vor den Vergeltungsmaßnahmen, die Deutschland gegen Tausende von unschuldigen Personen ergriffen habe“. Dr. Goebbels habe erklärt, daß die Reichsregierung es nicht wünsche, daß England daran Interesse nehme, wie Deutschland die Judenfrage löse. Für diese eindeutige und in jeder Weise gerechtfertigte Erklärung findet der britische Minister damit waren die Aktionen gegen Gelsenkirchen nicht beendet. Am 3. März wurden 272 Schupobeamte verhaftet. So vollzog sich der Beutezug französischer Besatzungstruppen gegen eine wehrlose Großstadt. Die Welt draußen hat damals keine Notiz davon genommen. Die Gelsenkirchener Kommission, die zum französischen Oberkommando nach Düsseldorf geschickt wurde, ließ man nicht einmal vor. Sie wurde hohnvoll abgewiesen mit dem Bescheid, sie könne ihren Protest auf der Straße aussprechen. Eine unbeteiligte Bevölkerung war es, der man in einer Arbeiterstadt und in schwerster Notzeit diese ge waltige Summe abzwang. Kontribution, Reitpeitschen, Kriegsgerichte und Ausweisungen, keines dieser Kennworte des Wahnsinns, der sich an der Ruhr austobte. fand draußen ein Echo. Und heute will man das Wort Kontribution zum Hetzschrei machen, zum Losungswort der Völkerverdummung Dieses Kapitel Ruhrkampfgeschichte ist ein überzeugendes und noch heute anklagendes Lehrstück für die Schwätzer in London und underswo, die mit ihrem Phrasengeklingel die Begriffe verwitrten und die Wahrheit fälschen wollten. Ein gutes Lehrstück auch für die Kritikaster im eigenen Lande! Auch damals gab es Leute, die nicht über den Tag hinaus zu denken vermochten und den Phrasen von draußen ihr Ohr liehen. Und immer, wenn es um Deutschland ging, waren die Freimaurer und Juden drüben einig mit allen Negativen und Hetzern. Die Leute mit schwachem Gedächtnis mögen einmal nachdenken über den gewaltigen Unterschied zwischen Kontribution damals— tausendmal über das besetzte Gebiet verhängt!— und die Bußsumme von heute. Auf der einen Seite die Erpressung eines verhungerten Volkes und auf der anderen eine im Verhältnis zum Reichtum der Juden durchaus erträgliche Summe. 34. eine im höchsten Grade erstaunliche Erwiderung. Der einzige Kommentar, den er dazu abgeben wolle, so erklärte er, sei lediglich der, daß selbst ein solcher Wunsch einer so hochgestellten Persönlichkeit, wie der des Reichsministers für Volksaufklärung, nicht imstande sei, das„Gewissen eines ganzen Volkes“, und zwar nicht nur des englischen, sondern der„ganzen zivilisierten Welt" zu unterdrücken.(P Schon aus menschlichen Erwägungen erheische das deutsche Judenproblem eine eilige Behandlung auf internationalem Gebiet. Man Botschafter Dr. Dieckhoff zur Berichterstattung nach Berlin berusen Berlin. 18. Nov. Der deutsche Botschafter in Washingion, Dr. Hans Dieckhoff, ist heute zur Berichterstattung nach Berlin berufen worden. könne versichert sein, daß die britische Regierung diesem Problem seine„ernstesten Erwägungen“ widme. Dabei soll es aber offensichtlich— wie stets bisher— im wesentlichen bei den„Erwägungen“ bleiben, denn der Lord fügt hinzu, daß die britische Regierung bereit sein werde, eine Freistätte innerhalb des britischen Imperiums für„enige von ihnen zu finden. * Die in den letzten Tagen auf hohe Touren gebrachte Hetzpropaganda in England erweist sich mehr und mehr als ein Versuch, die Judenfrage für ein politisches Geschäft auszunutzen. Endlich haben gewisse Kreise das Mittel zur Volksverdummung und zur Verschleierung hintergründiger Pläne gefunden. Nachdem das erste Geplänkel von der Londoner Presse exerziert worden war, wurde nun der Minister für Indien, Lord Zetland, vorgeschickt. Er hat in seiner Rede sich nicht gescheut, die deutschen Maßnahmen als „scheußlich“ zu bezeichnen. Als Indienminister ist Lord Zetland eigentlich „Fachmann“— oder sollte es sein— für die historische Abwägung solcher Begriffe. Mit anderen Worten: Er weiß, daß es in der Geschichte des Kronlandes Indien dunkle Kapitel gior, von denen die Engländer nicht gern sprechen. Das ganze 17. Jahrhundert hindurch ließ England Indien durch Indier erobern. Ein Aufstand folgte dem anderen. Besonders blutig war 1857/58 die Niederschlagung des Aufstandes der Sepoys. Europa war ja weit, und niemand konnte Augenzeuge der brutalen„Befriedungsmethoden“ sein. Immer wieder kehrte die englische Politik in Indien zum krassen Imperialismus zurück. Die Inder haben ein gutes Gedächtnis. Sie werden nie die wirklich scheußlichen Vergeltungsnaßnahmen der Engländer vergessen; sonst würde ja die mit solchem Elan sich ausbreitende Unabhängigkeitsbewegung nicht zu verstehen sein. Lord Zetland dürfte darüber orientiert sein. Er sollte auch wissen, wie furchtbar das Echo der grausamen Hinrichtungen in Indien gewesen ist. Man ließ Gefangene an Kanonen binden und jagte dann die Granate aus dem Rohr. Hat er vergessen, daß gerade in Indien es sehr beliebt war, unerschwingliche Kontributionen zu verhängen? Das deutsche Volk hat nur wenig Interesse für das, was im britischen Weltreich vor sich geht. Es wünscht Frieden und Freundschaft mit den Briten. Voraussetzung ist aber die Forderung, daß die Briten vor ihrer eigenen Tür kehren und sich nicht in Dinge einmischen, die sie nicht betreffen. Das einzusehen, müßte gewissen Personlichkeiten und Redakteuren nicht allzu schwer sein.— Dr. Goebbels eröffnet den sudetendeutschen Wahlkampf Berlin. 19. Nov. Reichsminister Dr. Goebbelbegibt sich am heutigen Samstag nach Reichenberg, um dort zusammen mit Gauleiter Konrad Henlein in einer Massenkundgebung den Wahlkampf für die am 4. Dezember stattfindenden Ergänzungswahlen zum Deutschen Reichstag zu eröffnen. Die Kundgebung, die um 19,30 Uhr in den Reichenberger Messehallen beginnt, wird von den Reichssendern Breslau und Leipzig übertragen. Pirow bei von Ribbentrop Kranzniederlegung am Ehrenmal. Berlin, 18. Nov. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrov. empfing am Freitagnachmittag 5 Uhr in Anwesenheit des Berliner Gesandten der Union von Südafrika, Dr. S. F. N. Gie, den zu einem mehrtägigen Aufenthalt in der Reichshauptstadt weilenden Wirtschaftsund Verteidigungsminister der Union von Südafrika, Oswald Pirow. Einige Stunden vorher hatte sich Minister Pirow zum Ehrenmal Unter den Linden begeben, wo er zum ehrenden Gedenken der im Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten einen Kranz niederlegte. In seiner Begleitung befanden sich der Gesandte der Union von Südafrika. Dr. Gie. der Kommandant von Berlin, Generalleutnant Seifert. und der stellvertretende Chef des Protokolls im Auswärtigen Amt. Legationsrat von Halem. Nach dem feierlichen Akt der Kranzniederlegung schritt der südafrikanische Verteidigungsminister die Front der angetretenen Ehrenkompanie ab. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring gab Freitag zu Ehren des südafrikanischen Verteidigungsministers Pirow und Frau Pirow ein Frühstück, an dem neben dem südafrikanischen Gesandten und seiner Gattin von deutscher Seite Generaloberst Milch. Staatssekretär Körner. General Stumpff. General Adet und die Herren der näheren Umgebung des Feldmarschalls mit ihren Damen teilnahmen. Der Funrer besuchte am Freitag das Gefängnis in Landsberg, in dem er vor 15 Jahren vom 11. November 1923 bis zum 20. Dezember 1924 in Festungshaft saß. LSA. Seneral verspottet die Kriegshysterie Wo bleiben die amerikanischen Rüstungsmilliarden? 7 Moskau befiehlt unbedingte Unterstützung Roosevelts Nottzen Außenminister Lord Halisax gab im bistorischen Locarno=Saal des Außenamtes ein Essen zu Ehren von Könia Carol von Rumänien. König Georg VI., König Carol und Kronprinz Michael waren Gäste des Außenministers. * „Ce soir“ will wissen, daß der Sonderausschuß des marxistischen Gewerkschaftsverbandes einen Plan aufgestellt habe, der die Aktionen gegen Daladiers Notverordnungen enthalte. Als letzte Waffe sei der Generalstreik vorgesehen. Auch die Sozialdemokratische Partei fordert Aufhebung sämtlicher Notverordnungen. * Dem ägyptischen Königspaar ist gestern eine Tochter gevoren worden, die nach der Mutter des verstorbenen Königs Fuad den Vornamen Ferial erhalten wird. Wie verlautet, hat der polnische Ministerrat beschlossen, dem Parlament einen gegen die Freimauterlogen gerichteten Gesetzentwurf vorzulegen. Der Chefredakteur der offiziösen deutschgeschriebenen „Prager Presse“, der Jude Arne Laurin. wurde seines Postens enthoben. * Die Agentur Havas meldet, daß die französische Regierung ein Blaubuch über die Ereignisse des Monats September herausgeben wird, das sich zur Zeit in Vorbereitung befinde. Aktivierung aller Kraftreserven Dr. Ley über die Leistung der Uebungswirtschaft Für endgültige Lösung des Judenproblems Berlin, 18. Nov. In Anwesenheit des Reichsbeganisationsleiters Dr. Ley und vieler Ehrengäste vor allem aus der Wirtschaft fand Freitag vormittag im Kaiserhof eine Kundgebung der deutschen Uebungswirtschaft im Amt für Berufserziehung und Betriebsführung in der DAF. statt. Verbunden damit war die Ehrung der 16 diesjährigen Reichsvreisträger im zweiten Leistungswettbewerb der deutschen Uebungswirtschaft. Nach Eröffnung der Kundgebung durch den Leiter der Uebungswirtschaft. Oberbannführer Fasold, wies der Leiter des Amtes. Pros. Dr. Arnhold. u. a. darauf bin, daß die fördernde Berusserziehungsarbeit der DAF. vor allem auf dem Grundsatz der Mannschaftserziehung beruhe. Darüber hinaus sei es ihr Bestreben, praktisches Können und Verstehen zu vermitteln. Er dankte den Leitern der Uebungsfirmen dafür, daß sie mit ganzer Liebe zur Sache auch in diesem Jahre wieder der Jugend weitergeholfen hätten, und sprach auch den vielen Mitarbeitern und unbekannten Helfern seinen Dank aus. Dr. Ley hob hervor, wie sehr der Gemeinschaftsgedanke beherrschend über dem Leben eines Volkes stehe. Eines der größten Gemeinschaftswerke im nationalsozialistischen Deutschland sei die NS.=Gemeinschift„Kraft durch Freude", die sich als das stärkste und wertvollste Bindemittel im deutschen Arbeitsleben erwiesen habe. Vor allem die zufriedenstellende Lösung der Frage der Mehrleistung setze im Interesse der Stärkung der deutschen Stellung in der Welt eine solche Gemeinschaftsarbeit voraus. Es müsse ohne Raubbau an der menschlichen Kraft gelingen, den einzelnen zu einem Höchststand der Leistungsfähigkeit zu bringen und die Reserven zu aktivieren. Diese Reserven lägen im wesentlichen darin, daß daran gearbeitet werde. den Menschen an den richtigen Arbeitsplatz zu setzen und den Arbeitsprozeß so zu gestalten, daß mit dem geringsten Arbeitsaufwand die größte Leistung erzielt werde. Auch die Arbeit der deutschen Uebungswirtschaft und des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung habe diesen großen, im Rahmen des Vierjahresplanes liegenden Aufgaben gedient. Abschließend setzte sich Dr. Ley noch mit dem im Ausland betonten salschen Mitleid mit dem jüdischen Element auseinander. Das jüdische Element habe unserem Volke seit Jahrhunderten schwerstes Leid zugefügt. Man dürfe niemals vergessen, daß der Jude. ein Schmarotzer im Leben der Völker. durch skrupellose Hetze und durch eine dem Wirken des Bazillus vergleichbare Zersetzungstätigkeit noch jedem Gastvolk. vor allem aber dem deutschen, unsagbare Not gebracht habe. Er habe zu allen Zeiten ein nicht wiedergutzumachendes Maß von Schuld auf sich geladen: auf sein Konto komme nicht zuletzt der Tod von unzähligen deutschen Menschen, die er als der Schürer im Hintergrund zu seinem eigenen Vorteil gegeneinander gehetzt habe. Es gehe heute um Sein oder Nichtsein. Das Judenvroblem müsse einer klaren und endgültigen Lösung zugeführt werden. Die Veranstaltung schloß mit der Verteilung der zum Teil auch vom Reichsorganisationsleiter gestifteten Preise an die siegreichen Firmen Neuyork, 18. Nov. Gestern abend hielt der im Rubestand lebende amerikanische Generalmajor George van Horn=Moseley vor dem versammelten Offizierkorvs der bekannten Militärakademie Westvoint sowie vor zahlreichen führenden Männern Neuyorks einen Vortrag. der erneut die Tatsache unter Beweis stellt, daß man sich in weitesten Kreisen der Bevölkerung doch ganz andere Gedanken über die historische Entwicklung der letzten Zeit macht, als es die jüdisch diktierte amerikanische Sensationspresse der Welt vorzutäuschen bemüht ist. Mit nicht mißzuverstebender Deutlichkeit und Schärfe wandte sich der Redner gegen das immer stärkere Ueberhandnehmen des Kommunismus in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Eine Gefahr, gegen die keinerlei Maßnahmen seitens der verantwortlichen Stellen unternommen werden und die durch eine geradezu leichtfertige Unterschätzung der wirklichen Absichten und Ziele Moskaus zur wahren Weltgefahr gewachsen sei. Von besonderem Interesse gerade im Hinblick auf die Ereignisse der letzten Zeit war die Feststellung des Generals, daß Earl Browder. der bekanntlich bereits als U SA.=Kommunisten= und GangsterhäuptBudapest, 18. Nov. Der Ausschuß der Regierungspartei, der vor einigen Tagen zur Ausarbeitung eines neuen Judengesetzes gebildet wurde, ist heute nachmittag zu einer ersten Sitzung zusammengetreten. Wie man hört, habe auch Ministerpräsident Imredy der heutigen Sitzung des sogenannten Judenausschusses der Einheitspartei beigewohnt. Aus Kreisen, die der Regierungspartei nahestehen, verlauten bereits Einzelheiten über die Gesichtspunkte, nach denen die Revision des gegenwärtigen Judengesetzes durchgeführt werden soll. Danach stehen im Vordergrund vier Punkte, und zwar 1. Die Regelung der Frage des Heimatrechtes und der Niederlassung von Juden; 2. die Herabsetzung der Zahl der jüdischen Grundbesitzer und Bodenpächter; 3. die Förderung der jüdischen Auswanderung; 4. die Herabsetzung der im bisherigen Judengesetz ling eine traurige Berühmtheit geworden ist. nun allen seinen Genossen dringend empfohlen habe, dem neuen Kurs Roosevelts jede nur mögliche Unterstützung zuteil werden zu lassen. Browder habe wörtlich erklärt:„Wo Roosevelt aufhört, da machen wir dann weiter!" Nichts könne die wahren Hintergründe des Kommunismus in Amerika treffender kennzeichnen, als dieses freie Eingeständnis, daß die augenblickliche amerikanische Politik als Grundlage für den Bolschewismus gelten kann. Nicht die künstlich vorgespielten Gefahren jüdisch=bolschewistischer Hetze seien der große Feind Amerikas. sondern einzig und allein der Kommunismus. Amerika hat heute bereits mehr Kommunisten als Rußland im Jahre 1917. Generalmajor Moseley schüttete seinen ganzen Spott über die in den letzten Wochen mit ständig zunehmender Intensität von den Kriegshetzern in Amerika aufgestellte Behauptung. Amerika müsse ständig in der Furcht vor feindlichen Fliegerangriffen leben.„Auf keinen Fall darf sich das amerikanische Volk“. so meinte Moselen,„in eine Kriegspsychose und Hysterie hineinmanövrieren lassen, nur damit die Regierung vorgeblich riesige Summen für Kriegsvorbereitungen, aber in Wahrheit für politische Zwecke vergeuden kann.“ geltenden Verhältniszahl gegenüber der übrigen Bevölkerung, beispielsweise im Wirtschaftsleben und im Angestelltenverhältnis. Nach dem geplanten künftigen Judengesetz sollen geeignete Handhaben für die Ueberprüfung der Staatsangehörigkeit und des Heimatrechts der als unerwünscht anzusehenden Elemente gegeben werden. Ferner sind Bestimmungen vorgesehen zur Verhinderung der Ueberflutung der ungarischen Städte, namentlich der Landeshauptstadt, durch das jüdische Element. Bei der nunmehr mit Beschleunigung in Angriff zu nehmenden Bodenreform sollen zunächst der in jüdischen Händen befindliche Grundbesitz sowie die Großpachtungen in Angriff genommen werden. Die jüdischen Großpachtungen sollen in Form von Kleinpachtungen an die ungarische landwirtschaftliche Bevölkerung gegeben werden. Zur Erleichterung der jüdischen Auswanderung plant man hier eine allgemeine Aenderung des gegenwärtig geltenden Auspolens presse fordert jüdische Auswanderung „Es gibt keine Lösung als die, die Juden aus Polen zu beseitigen!“ Ausreichend große Siedlungsräume in Amerika und Afrika Warschau, 18. Nov. Verschiedene Blätter weisen erneut auf die Notwendigkeit einer umfassenden Lösung der Judenfrage hin. „Gazeta Volska“ erinnert daran, daß die polnische Regierung im Laufe der letzten Jahre wiederholt auch vor einem internationalen Forum die Notwendigkeit der Lösung der Frage der jüdischen Auswanderung auf dem Wege einer internationalen Aktion unterstrichen habe. Obwohl nur eine solche Aktion zu einer wirklichen Entspannung fUhren könne, sei sie bisher nicht unternommen worden. In der letzten Zeit hätten nicht nur die Juden aufgehört, aus Polen auszuwandern, sondern wanderten sogar nach Polen ein und zwar Juden, die mit dem polnischen Staat nichts anderes gemein hätten als den Besitz eines polnischen, häufig sogar nicht einmal gültigen Passes. Es sei darauf hinzuweisen, daß die jüdische Auswanderung sich nicht mehr auf dem Wege einer mehr oder minder liberalen Behandlung der gültigen prohibitiven Einwanderungsbestimmungen für bestimmte Länder lösen lasse. Es müßten solche Siedlungsgebiete geöffnet werden, die innerhalb der nächsten Jahrzehnte die Juden aus Europa aufnehmen könnten. Solche Gebiete gebe es in Amerika und in Afrika. Auf jeden Fall müsse mit der bisherigen Methode, nur halbe Mittel anzuwenden, gebrochen werden. „Expreß Poranny“ erklärt, die westlichen Staaten müßten sich klar machen, daß die Entwicklung der nationalen Idee sowie der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse bei den Nationen Mittelosteuropas die Frage der jüdischen Auswanderung immer aktueller werden lasse. Die Vertreter Polens in den Hauptstädten der interessierten Staaten seien bereits beauftragt worden, darauf hinzuweisen, wie notwendig es sei, auch die Frage der Auswanderung der Juden aus Polen zu berücksichtigen. „Kurjer Poranny“ schreibt, die jüdische Auswanderung nach Palästina sei jetzt unmöglich geworden, darum müsse man even neue Gebiete öffnen, wohin der Strom der Juden aus Europa planmäßig gelenkt werden könne. Das Blatt glaubt, daß die Juden aus Polen ganz besonders für eine Aufnahme in Afrika und den Vereinigten Staaten geeignet wären. Auch der rechts eingestellte„Dziennik Narodowy“ befaßt sich wieder mit der Judenfrage. Was heute in Deutschland, in Italien und in Spanien geschehe, so sagt das Blatt, das werde in kurzer Zeit auch in Frankreich und in anderen europäischen Ländern in Erscheinung treten. Diese Ereignisse würden die jüdische Frage in Polen in ein neues Licht rücken. Höchste Pflicht der polnischen Politik sei es, energisch und planmäßig diese Frage zu lösen. Es gebe keine andere Lösung als die, die Juden aus Polen zu beseitigen. Das bedeute, daß die polnische Politik Gebiete zur Aufnahme der Juden ausfindig machen müsse. Wenn es ge.igen würde, die Juden aus Europa zu entfernen, so würde das die größte Revolution seit der Einführung des Christentums in Europa bedeuten. Von der Durchführung dieser Maßnahme sei nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Existenz der polnischen Nation abhängig. Polen dürfe sich nicht scheuen, den Weg zu betreten, der zu einem solchen Umsturz führe. Antijüdische Kundgebung polnischer Hochschüler in Lemberg Jüdische Studenten wurden frech. Warschau, 18. Nov. Auf der Lemberger Technischen Hochschule kam es am Freitag infolge des frechen Benehmens jüdischer Hochschüler zu einer antijüdischen Kundgebung polnischer Studenten. Nachdem die Vorlesung unterbrochen worden war. entstand im Korridor eine Schlägerei. bei der ein jüdischer Student seine verdienten Prügel bezog. Angarns Judengesetze werden verschärft Kontrolle des Heimatrechtes 7 Erleichterung der jüdischen Auswanderung wanderergesetzes, das Gruppenauswanderungen überhaupt verbiete:. Man will in Zukunft alle die auswanderungsbeschränkenden Bestimmungen für die Juden aufheben. Während den vermögenslosen Juden ohne jede Behinderung die Auswanderung ermöglicht werden soll, beabsichtigt man, den vermögenden Juden progressiv steigende Auswanderungsabgaben aufzuerlegen, uus diesen Abgaben soll ein Auswanderungssonos zur Begünstigung der mittellosen Juden geschaffen werden. Hollands Grenzen nicht offen Amsterdam, 18. Nov. Eine offenbar von amtlicher Seite stammende Erklärung, die durch den holländischen Rundfunk verbreitet wurde, richtet sich gegen die, wie es heißt, im Ausland herrschende irrige Auffassung, als habe Holland seine Grenzen den aus Deutschland auswandernden Juden geöffnet. Dies sei durchaus nicht der Fall. Nach wie vor sei jedesmal eine Genehmigung des Justizministeriums notwendig, wenn ein Jude aus Deutschland nach Holland einreisen wolle. Diese Genehmigung könne jedoch nur in beschränktem Umfange erteilt werden. Fremde Juden ohne eine solche Genehmigung würden an der Grenze zurückgewiesen. Die Grenzbewachung sei in den letzten Tagen verstärkt worden. Auch die Mitnahme von jüdischen Kindern aus Deutschland in holländischen Kraftwagen sei ohne die ministerielle Genehmigung nicht gestattet. Wie aus Maastricht gemeldet wird, wurde mehreren GRIL MW 17 2mad aua norlnchten nach Auch Belgien droht Verjudung Protestkundgebung in Antwerpen fordert Eindämmung weiterer Zuwanderung. Brüssel, 18. Nov. In Antwerpen veranstaltete der nationalistische Verband„Legion Nationale“ eine Protestkundgebung gegen die jüdische Gefahr. Der Hauptredner erklärte u. a., das Judentum sei eine Geißel für alle Staaten, die ihm zum Opfer fielen, Brüssel, Antwerpen, Lüttich und andere belgische Städte seien zu großen jüdischen Zentralen geworden. In Antwerpen allein gebe es 60000 Juden und in ganz Belgien mit seiner Gesamteinwohnerzahl von 8 Millionen seien über eine halbe Million Juden. Die Folgen würden nicht auf sich warten lassen. Der Redner forderte die Regierung auf, scharfe Maßnahmen für die Kontrolle der jüdischen Einwanderung nach Belgien zu ergreifen. Der Zustrom der ausziehenden Juden hatte auch an der Grenze keinen Halt gemacht. Zu Scharen kamen sie über die Grenze und schon bald tauchten ihre weltbekannten Galgenvogelgesichter in den Straßen der Städte auf. Der belgische Staat sah sich daher genötigt, nicht nur eine weitere Einwanderung dieser unliebsamen Vertreter abzustoppen, sondern sogar Ausweisungen anzuordnen. Gegen diese Maßnahmen zum Schutze der Ruhe und des Friedens in Belgien wurde in der Kammer protestiert. Der Justizminister wies darauf hin, daß die Regierung die Anweisung gegeben habe, die Ausweisungen nur unter der Bedingung auszusetzen, daß die öffentliche Ordnung nicht gestört würde. Eine weitere Behandlung der Frage wurde auf Dienstag verschoben. Der Schatzkanzler bremst Auch Sir John Simon befaßte sich mit der Lage der Juden in Deutschland. London, 18. Nov. In einer Rede vor Regierungsanhängern in Rhyl(Nord=Wales) glaubte auch Schatzkanzler Sir John Simon zur Lage der Juden in Deutschland Stellung nehmen zu müssen. Er teilte mit, daß die Regierung sich mit einer Reihe von Kolonien in Verbindung gesetzt habe, um festzustellen, ob es möglich sei, dort Emigranten aus Deutschland anzusiedeln. Die Regierung sehe die Frage dieser Emigranten als äußerst dringend an und wolle den denkbar größten Beitrag zu ihrer Ansiedlung außerhalb Deutschlands erbringen. Gleichzeitig betonte der Minister jedoch, daß man„die Unterbringungsmöglichkeit von Flüchtlingen in den Kolonien nicht überschätzen dürfe“. Rotspanien Asyl für Juden Ein Versprechen der roten Machthaber in Barcelona. Bilbao, 18. Nov. Kaum hat sich die„Association Hispano Hebraica“ mit einem Aufruf für Rotspanien, in dem sie dieses Land als die beste Zufluchtsstätte für alle Juden bezeichnet, an die Oeffentlichkeit gewandt, da haben die roten Machthaber in Barcelona auch schon diesem jüdischen vermessenen Anspruch entsprochen. Die roten Machthaber in Barcelona haben eine Note herausgegeben, in der sie unter schärfsten Schmähungen Deutschland und seine Regierung wegen der Maßnahmen gegen die Juden angreifen. Nach Beendigung des Krieges versprechen sie dazu, alle jüdischen Emigranten in Rotspanien aufzunehmen und ihnen dort eine Heimat zu geben. Gibt es noch einen klareren Beweis für die enge Verwandtschaft des Bolschewismus mit dem Judentum?— Auf diese Erklärung des roten Häuptlings Negrin gingen umgehend in Barcelona begeisterte Danktelegramme der internationalen Judenorganisationen in der ganzen Welt ein. Das spanische Volk aber dürfte sich für die Hebräer bedanken. Die Jrau im Spiel IN Roman von HANNSPETERSTOLP ##ever-gechtsschutz: Romanverlas OREISER-Rastatt V 33. Fortsetzung. Aus dem Innern des Theaters dröhnte der Schlußbeifall fast unaufhörlich. „Du,“ sagte Maggie draußen im Foyer.„die Vorstellung scheint zu Ende zu sein. Willst du nicht eine Karte für Miß Hanny hinter die Bühne schicken, damit sie erfährt, daß du hier bist! Oder ich mache dir einen anderen Vorschlag! Du gehst zu Miß Hanny, und ich fahre heim!“ „Aber warum denn?“ „Sieh, Henry, ich wollte es dir nicht sagen. Vater ist nicht recht wohl, und ich war eigentlich eine schlechte Tochter, daß ich ihn allein gelassen habe Es wird gut sein, wenn ich mich um ihn kümmere. Das wirst du verstehen!“ „Ich begleite dich natürlich!“ „Nein, Henry! Du mußt doch mit Miß Hanny sprechen! Ja, das mußt du tun! Das nützt wohl nichts. es ist doch die Nichte deines obersten Chefs. Es ist ein Gebot der Klugheit, daß du dich mit ihr gut stellst!“ „Wenn du denkst.“ entgegnete er mit verstecktem Spott„Dann will ich dich wenigstens zum Wagen bringen!“ Maggie triumphierte, daß sie ihn auf so leichte Manier loswurde, und es wurde ihr schwer, als sie sich am Wagen von ihm verabschiedete, ein liebenswürdiges Gesicht zu zeigen. Am liebsten hätte sie ihn ausgelacht, und sie ahnte doch nicht, daß ihr Henry jeden Gedanken von der Stirn ablas. * Henry ging hinter die Bühne. Dort stieß er auf Bunny und Green, die ihn erwarteten. Das Stück ist gleich zu Ende!“ flüsterte Bunny„Hat sich was ereignet?“ „Meine Schlüssel sind gestohlen! In dieser Stund. wird der Safe ausgeraubt! Ich glaube meine Herren es ist Zeit, daß wir zu Butler fahren, um die große Schlußüberraschung mitzuerleben.“ „Die wird es geben! Aber wieso bei Butler?“ „Das erfahren Sie nachher Jedenfalls ist dor alles bereit. Der Tonfilmapparat und was dazu gehört! Das wird eine Sache, das wird eine Sensation!“ Henry verstand sie nicht, aber er schloß sich ihnen und mit dem Auto gab es eine tolle Fahrt zur Vill Butlers. * Eine Stunde später rollt folgende Szene in der Villa Butlers ab. Der Großindustrielle Butler, deutlich erkennbar an dem dicken Gesicht, mit der Narbe an der Stirn und den buschigen Augenbrauen, die wie ein Wald wirken, sitzt im Sessel seines prunkvollen Herrenzimmers. Er hat ein Pflaster an der linken Wange. Es ist nachts, kurz vor zwölf Uhr. Da kommt der Diener und meldet ihm, daß ein Herr und eine Dame ihn zu sprechen wünschen. „Bitte, lassen Sie die Herrschaften herein!“ sagt Butler. Und siehe da Maggie Dowson und der schöne Fred treten etwas aufgeregt, aber gutgelaunt über die Schwelle des Zimmers. „Da sind wir, Mister Butler!“ ruft Maggie mit einem hysterischen Lachen.„Und alles ist da, was das Herz begehrt! Hier! 100 000 Dollar sind fällig!“ „Ist es auch das Richtige?“ krächzt Butler. „Was ist denn mit Ihnen passiert, Mister Butler Sie krächzen ja wie ein Rabe und sind heiser wie ein Lokomotive!“ „Erkältet! Kann kaum reden! Tut alles weh! Zeigen Sie mal her! Was haben Sie denn da?“ Er nimmt die Pläne und betrachtet sie. Dann schüttelt er den Kopf. „Ist nichts mit 100000 Dollars! Sie sind angeschmiert worden. Miß Maggie! Der alte Plunder ist nicht einen Dollar wert!“ Maggie steht wie eine Furie, dann dringt sie auf ihn ein und packt ihn vorn an der Brust. „Du Elender, willst du uns vielleicht hochnehmen? Dir werden wir es zeigen! Wir opfern uns auf, riskieren den Hals. stehlen dir, was du willst aus dem Safe in Hofers Büro! Ich weiß genau, daß die Pläne drinlagen, und jetzt willst du so mit uns arbeiten! Fred kitzel ihn mal in bißchen mit dem Schießeisen!“ Fred will in die Tasche fassen, aber in dem Augenblick erscheint Inspektor Davison im Rahmen der Tür und ruft kurz und scharf„Hands up!“ Fred und Maggie stehen sekundenlang start wie die Automa“ n. Sie sehen, wie sich das Zimmer füllt, drei, vier Beamte treten ein, jetzt erscheint Tomber, gefolgt von Henry, Bunny und Green. Das Spiel ist verloren. Maggie schreit auf wie eine Rasende. Ihre Gedanken eilen den Dingen voraus. Sie sieht sich in der Zelle des Zuchthauses und weiß, daß alles vorbei ist, was sie sich erträumte. Da packt sie die rasende Verzweiflung. Sie will fliehen. Aber es ist zu spät. In wenigen Augenblicken ist sie gefesselt und hilflos. Der Mann aber, der sie als Butler begrüßte, reißt die Maske herunter, und entsetzt erkennen sie in ihm den bekannten großen Charakterdarsteller Johnson von der Komödie. Maggie schreit hysterisch auf. Sie ist kaum zu beruhigen. Sie gebärdet sich wie eine Wahnsinnige. Da tritt Tomber zu ihr. „Ausgespielt, Miß Loretta! Einmal zerbricht der Krug! Sie werden dafür büßen müssen, daß Sie zwei ehrenwerte Männer in den Tod jagten und zur Verbrecherin wurden, an dem Werk, dem ich vorstehe. Butler ist von uns vor Stunden schon verhaftet worden. Er hat alles gestanden. Und wir haben diese Komödie gespielt, um Sie und Ihren Komplicen voll zu überführen!“ „Und das ist gelungen!“ ruft Inspektor Davison befriedigt. Das allerschönste ist, daß uns dabei Chikagos niederträchtigster Verbrecher, der Pelikan, endlich ins Netz gelaufen ist.“ Der schöne Fred ist dem Zusammenbruch nahe, als er das hört. Er war auf eine kleine Strafe gefaßt und wußte jetzt, daß er das Zuchthaus nie wieder verlassen würde. „Wir haben Ihr Haus ausgeräumt!“ sagt der Inspektor weiter.„Zwei Dutzend Schweinehunde fangen wir durch Sie mit!“ „Fangt auch Dowson mit!“ schreit Maggie hysterisch „Dowson hat mich zu dem gemacht!“ „Mister Dowson hat sich mir vor längerer Zeit anvertraut!“ spricht Präsident Tomber ruhig. Er befindet sich bereits drüben in Kanada, und wird endlich als ehrlicher Mensch in Zukunft wirken und schaffen, ohne einen Teufel an der Seite. Sie aber wird die volle Strafe des Gesetzes treffen und ich bin froh. daß wir Warner vor einem bitteren Schicksal bewahren konnten" Maggie sieht Henry und überschüttet ihn mit den gemeinsten Schimpfworten. „Genug!“ sagt Tomber und winkt den Beamten. * Man führt die Verbrecher aus dem Hause, auch Butler ist unter ihnen. * Präsident Tomber kommt spät nach Mitternacht nach Hause. Henry Warner ist in seiner Begleitung. Er erzählt Hanny und Frau Betty. die auf ihn gewartet haben, alles was sich ereignet hat. „Wenn ich mir alles so recht überlege, dann komme ich wieder einmal zu dem Schluß, daß alles Schicksal ist Sie mußten nach Chikago kommen, mußten Hanny di##### bittere Enttäuschung antun, mußten Rad des Schicksals sein, und wir alle dazu. Bunny und wer es auch ist, alle standen wir an dem Platze, den uns das Schicksal zugewiesen hat! Danken tun wir es im Grunde genommen dir, Hanny, denn du hast Bunny nach Chikago geschickt. So hat sich alles entwickelt.“ „Ich wollte nur, daß mein Jugendfreund vor der Enttäuschung bewahrt bleibt!“ sagte Hanny herzlich. Dann reichte sie Henry die Hand:„Auf gute Freundschaft, ohne Bitternis, Henry! Einverstanden?“ „Ja, Hanny, ich danke dir! Ohne Bitternis!“ „Das Schicksal wird dir auch noch die rechte Frau zuführen!“ „Ja, Hanny, und jetzt glaube ich auch, daß ich sie sofort erkennen werde. So bitter das alles war. ein Gutes war eben doch dabei!“ „Wie in fast jeder Sache!" vollendete Präsident Tomber. Das war Frederick Greens Gedanke, aber Bunni lachte ihn aus. Nein, es gab noch viel zu tun. In de päten Nacht holten sie noch einen Filmfritzen aus den den Tonfilm, den sie aufgenommen hatten— da ja die ganze Unterhaltung des falschen Butler auf genommen worden war. eine Idee Bunnys, die nicht mi Gold zu bezahlen war— entwickeln sollte. Und dieser Film mußte entwickelt werden, so rasd als nur möglich Am nächsten Morgen, Punkt acht Uhr, trug sie das Flugzeug nach Neuyork. „Um zehn ratterten die Setzmaschinen hochinteressant 3e.— herunter und der ganze Betrieb war aufgeregt Um zwölf schleuderten die Rotationsmaschinen Auf e a######tlagen, der Mittagsausgabe, die den Anfan, der großen Artikelserie brachte:„Mister Green. de Zeitungsverleger der„Tribüne, sagt Verbrecher! Fab Nr. 271(Zweites Blatt) Herner Anzeiger samstag, den 19. November 1938 Das Verkehrsproblem der Bahnhofstraße Die Verbandsitraße Nord-Süd wird nun dringender.- Die Frage des Parkverbots. Der Durchbruch durch Alt-Herne. Folgen der Eröffnung der Reichsautobahn wirkt, daß die Bochumer und Bahnhofstraße oft genug von Fernfahrern wegen ihrer guten Beschaffenheit, Mit der Eröffnung der Reichsautobahnstrecke von Weite und Uebersichtlichkeit mit einer Rennbahn verHerne nach Bielefeld ist plötzlich der Hellweg, die wechselt werden. Die jetzt zu beobachtende Entwicklung Reichsverkehrsstraße Nr. 1, verödet, auch der Verkehr auf derselben Reichsstraße im Ruhrgebiet, hier aus zu führen, ist wirklich ein unbeschreiblicher Leichtsinn. „Nur ein Erwachsener darf ein Kind bis zu sieben Jahren auf einem besonderen Sitz mitnehmen!“ Wer von den Radlern es jetzt noch nicht begriffen hat, daß ein Fahrrad keine Familienkutsche ist. auf der die ganze Familie unterkommt, lernt es nie. Und die zehnte Pflicht:„Dein Fabrrad stets in per kehrssicherem Zustand halten!" Das ist eine so dringliche Selbstverständlichkeit, daß jeder, der sie außer Acht läßt. Kopf und Kragen riskiert. H. U.(RAS) Reichsbahn gegen Stadt sstraße im Ruhr#biet, hier„Ruhr schnellweg“ genannt, hat merklich nachgelassen, dafür stellen wir in Herne seit einer Woche fest, daß die Bo chumer und Bahnhofstraße in noch weit stärkerem Maße als seit der Eröffnung der Autobusstrecke Dutsburg— Recklinghausen Zubringestraßen geworden sind. Nicht nur für Herne, sondern auch für Bochum ist ja die Anschlußstelle Recklinghausen—. Herne die günstigste Auffahrt zur Reichsautobahn. Da aber der ganze Nord=Südverkehr, auch der Fernverkehr im Zuge der Reichsfernverkehrsstraße Nr. 51(Saarbrücken — Köln— Wuppertal— Bochum— Herne— Reck linghausen— Münster— Nordsee) auf dieser Strecke liegt, ist der außergewöhnlich starke Verkehr auf der Jahnhofstraße nicht verwunderlich. Nun ist nirgends ##ne solche klare Ortsdurchfahrt vorhanden, wie in herne; da diese Ortsdurchfahrt aber zugleich Hauptgeschäftsstraße und außerdem Verkehrsstraße aller Straßenbahn= und Omnibuslinien ist, so ist ihre gute Verkehrseigenschaft auch ein Nachteil, denn mit der Stärke des Verkehrs wächst die Gefahr für den Fußganger, der diese Straße zu geschäftlichen Zwecken bevölkert. Wir brauchen also eine Umgehungsstraße für den Fernverkehr. Es ist überflüssig zu betonen, daß starke Durchgangsverkehr noch dadurch belastend diesem Begriff inne„andes„Ander Um die Reinigungs- und Streupflicht an Unterund Ueberführungen. zeigt, wie richtig es war, daß in Herne immer wieder Das Bezirksverwaltungsgericht Pünne, auf den Bau der Verbandsstraßen Nord=Süd und Ost= Gefsensirchen zu entscheiden. Die Reichsbahn verWest gedrängt wurde. Auch nach der Fertigstellung langte Feststellung, daß ihr die Reinigungs= biw. der Reichsautobahn zur Nordsee bleibt der Zubringer= Streupflicht bei etwa 30 Unterführungen und und der Bezirksverkehr auf der Reichsstraße Nr. 51, einigen Ueberführungen nicht obliege. Die Stadtund damit auf der Bahnhofstraße, nur der reine gemeinde könne zwar nach dem Wegereinigungsgesetz Durchgangsverkehr durch das Ruhrgebiet wird auf durch Ortsstatut die Reinigungspflicht auf die Eigendie Autobahn fallen. Der Bau der Verbandsstraße tümer der angrenzenden Grundstücke abwälzen. Der Nord=Süd ist deshalb heute ganz besonders dringend Schienenweg sei aber kein in geworden, dringender noch als der Bau der Verbands= grenzendes“, Grundstück. Bei dem straße O. W. II Gelsenkirchen— Herne— Rauxel. Sollte indes der Verkehr auf der Bahnhofstraße noch weiter zunehmen, was vor allem im Sommer zu erwarten ist, so kann wohl kaum auf den Bau der Verbandsstraße NS VII gewartet werden. Man wird zunächst für die Bahnhofstraße die Frage des Parkverbots, zum mindesten eines Verbots des langen, mit Ein= und Ausladen nicht zusammenhängenden Parkens(z. B. zum Besuch einer Gast= oder Unterhaltungsstätte) endlich lösen müssen, anderseits wird man nicht daran vorbeikommen, den Durchbruch der Bochumer Straße durch AltHerne zur Hermann=Löns=Straße bald herzustellen, um dann die Hermann=Löns Baumstraße als Umgehungs= und Entlastungsstraße zu benutzen. grenzens“ sei entscheidend, daß das Grundstück in irgendeiner Verkehrsbeziehung und Zweckbestimmung zur Straße stehe. So sei z. B. diese Verkehrsbeziehung ohne weiteres gegeben, wenn etwa eine Treppe zu einem Blockhaus auf den Schienenweg führe. oder wenn in der Unterführung Läden eingebaut, oder wenn Reklameflächen vermietet waren. Sei dies nicht der Fall. stünde der Schienenweg in keiner Beziehung zur Straße, sei also auch kein angrenzendes Grundstück im Sinne des Wegereinigungsgesetzes. Das Verwaltungsgericht entschied dabin, daß die Reinigungspflicht bei Unterführungen der Reichsbahn. bei den in Frage stehenden Ueberführungen der Stadtgemeinde obliege. Bei den Unterfübrungen sei das Gelände der Reichsbahn angrenzendes Grundstück, da sich keine Anlage zwischen Straße und Schienenweg schöbe. weiter sei das„Angrenzen“ rein tatsächlich aufzufassen. die Verkehrsbeziehung des Grundstücks zur Straße sei unwesentlich, da diese jederzeit hergestellt werden könne: die Reichsbahn könne ja jederzeit in den Unterführungen Läden einrichten. Reklameflächen vermieten usw. Es läge auch kein Anlaß vor. das von der Stadtgemeinde Gelsenkirchen erlassene Ortsstatut über die Wegereinigungspflicht als unwirksam anzusehen. Bei den Ueberführungen läge es anders. reinigungspflichtig sei hier der Wegeunterhaltungspflichtige und dies sei die Stadtgemeinde. Keine betriebseigenen Zeltlager, Ferien= und Fahrtengruppen mehr 19 halt! Stopt hier ist die verkehrspolizei!“ Schlagartiger Einsatz Wie sich der Verkehr zusammensetzt der Herner Verkehrspolizei. en von„Schuspollzeibechnttent wurden an allen drei Kontrollstellen Mängelverwar irts ziehen. Inzwischen sauste nungen erteilt, eine Strafanzeige wurde erstattet, an her. An der Bismarckstraße dere Beanstandungen wurden Gestern abend sah man auf hofstraße im Zwielicht der Bogenlampen und erhell ten Schaufenster Gruppen von Schutzpolizeibeamten und NSKKlern nordwärts der Verkehr hin und her. An der Bismarckstraße teilten sich die Polizei und die Männer vom RSKK in drei Gruppen. Die erste stellte sich an der Persiluhr auf uno zeigte Interesse für die aus der Stadt kommenden Fahrzeuge, die zweite begab sich in die Höhe von Schloß Strünkede und wandte ihr Augenmerk den von Recklinghausen kommenden Fahrzeugen zu, die dritte nahm auf der Bismarckstraße die sich von Wanne=Eickel her nahenden Fayrzeuge unter die Lupe. So schallte an drei Stellen den herankommenden Fahrzeugführern ein:„Halt! Stop! Hier ist die Verkehrspolizei!“ entgegen. Es war eine schlagartig eingesetzte Verkehrskontrolle, die von der Verkehrspolizei in bewährter kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit dem NSKK=Verkehrserziehungsdienst durchgeführt wurde. Gemeinsam ging man zwei Stunden lang daran, Fahrzeuge auf ihre vorschriftsmäßige Beschaffenheit und Fahrzeugführer auf verkehrsrichtiges Verhalten zu prüfen und angetroffene Verkehrssünder zu belehren und zu verwarnen; wo es notwendig war, geschah es auch gebührenpflichtig, sonst wies man auf die Mängel der Fahrzeuge hin, deren Lenker sofort alles taten, um diese abzustellen. Das erfreuliche Resultat der Kontrolle war zunächst, daß die Verfassung der Scheinwerfer, Winker und der Kennzeichen gegen früher viel besser geworden ist. Bei den Radfahrern sind die Rückstrahler noch zu hoch und die Lampen nicht fest genug angebracht, die Batterien lassen oft an Stromstärke zu wünschen übrig. Solche Radfahrer wurden belehrt, daß der Schein der Laterne noch auf eine Entfernung von 10 Meter die Fahrbahn beleuchten muß. Es wurden in der Zeit von 18 bis 20 Uhr konHiervon waren 168 Personenautos, 84 Lastautos, 181 Motorräder, 233 Fahrräder, aber nur 18 Fuhrder unteren Bahn= werke, ein interessantes Bild von der Zusammensetzung des Straßenverkehrs in unserer Stadt. Es dere Beanstandungen rern abgestellt. wurden sofort von den Fah ... und die fünf Pflichten zur Wiederholung Fünf Pflichten wiederholten wir gestern. Zehn auf einmal zu lernen, soll ausnahmsweise mal keinem Radfahrer zugemutet werden. Aber die letzten fünf, die eigens auf ihn zugeschnitten sind, sollte er im eigenen Interesse noch mitnehmen. „Radfahrer winken ab, wenn sie einbiegen!" Als ob das so schwer wäre! Von anderen Verkehrsteilnehmern wird es auch verlangt, nur der Radfahrer machte bislang nicht recht mit. Warum eigentlich nicht? Es geschieht doch nur zu seiner eigenen Sicherheit! „Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen vorfahren lassen, wenn du nicht auf gekennzeichneter Hauptstraße fährst!" Das ist eine Selbstverständlichkeit. denn immer die schnelleren Fahrzeuge haben Vorfahrt. und so schnell wie diese, lieber Freund. bist du nun einmal nicht und sollst es auch nicht sein! „Nicht anbängen, kein Vieh vom Rade aus führen!" Das erstere gilt für jung und alt gleichermaßen. Und das letztere. Pferde oder Kühe vom Rade Die 53. hat sich bisher um eine geordnete Urlaubsund Freizeitgestaltung bemüht und eine Form gefunden. die allen Ansprüchen in erzieherischer Hinsicht gerecht wird. Viele Betriebsführer haben in Form von Beihilfen recht und sich an Ort und Stelle von der Richtigkeit derselben und überzeugt. Leider haben aber manche Stellen noch aus eigenbrödlerischen Absichten eine Mitarbeit an diesem Werk abgelehnt mit der Begründung, eigene ceeignete Maßnahmen in dieser Hinsicht zu treffen. Die Führung der Staatstugend hat sich schon immer gegen derartige Maßnahmen gewandt, da die Erziehung der Jugendlichen auf diesem Gebiete nicht an den Betrieb gevunden sein kann, sondern eine Zusammenfassung aller Jugendlichen, gleich welchen Berufsstandes, verlangt werden muß. Die Reichswirtschaftskammer hat nun am 21. 9. 1938 an ihre Mitglieder folgende Mitteilung gerichtet: „Wir werden vom Reichswirtschaftsminister darauf hingewiesen, daß einzelne Betriebe über den eigentlichen Betriebs= und Ausbildungsavparat hinausgehend auch betriebseigene Zeltlager und Fahrten im Rahmen der allgemeinen Freizeitgestaltung durchführen. Demgegenüber wird vom Reichswirtschaftsministerium darauf hingewiesen, daß die Durchführung derartiger Veranstaltungen nach Maßgabe der bestehenden Gesetze über die staatspolitische Erziehung der Jugend Aufgabe der Hitler=Jugend bzw. der Reichsjugendführung ist. Die Einrichtung von betriebseigenen Zeltlagern und Veranstaltung von Fahrten für jugendliche Gefolgschaftsmitglieder als Maßnahmen der allgemeinen Freizeitgestaltung widerspricht daher dieser Regelung und bringt die Gefahr mit sich— worauf das Reichswirtschaftsministerium weiter hinweist—. daß an denen bekanntlich auch nichtorganisierte Jugendliche teil nehmen können. abgehalten oder in Konflikte gebracht werden. an welchen Veranstaltungen sie teinehmen sollen. Wenn auch in dem Rundschreiben der Reichswirt schaftskammer immer nur von„betriebseigenen“ Zeltlagern und Fahrten gesprochen wird, so ist es selbst verständlich, daß das Verbot des Reichswirtschafts ministers auch auf solche Veranstaltungen ausgedehnt werden muß, die auf überbetrieb liche Grundlage von den Innungen im Reichsstand des Deutschen Handwerks durch geführt werden. Davon ausgeschlossen sind ebenfalls auch nicht Fahrten und Wanderungen von Berufsschulklassen, da nach dem Jugendschutzgesetz vom 30. 4. 1938 die Berufsschulzeit bekanntlich zur Arbeitszeit rechnet. Eine Rückfrage bei der Reichswirtschaftskammer. ob das vom Reichswirtschaftsminister ausgesprochene Verbot auch auf die Veranstaltungen der Innungen anzuwenden ist, wurde seitens der Reichswirtschaftskammer dahingehend beantwortet, daß ihr Rundschreiben auch dem Reichsstand des Deutschen Handwerks zugegangen ist, denn auch das Handwerk gehört zu den Mitgliedern der Reichswirtschaftskammer. Die Reichswirtschaftskammer hat keine Zweifel, daß die Reichsgruppe Handwerk wie auch in anderen Fällen dieser Art ihre Untergliederungen entsprechend angewiesen hat. Außerdem hat der Reichsverkehrsminister am 30. 7. 38 nachstehende Anweisung erlassen, die klar und deutlich die gezeigte Auffassung bestätigt. „In den letzten Jahren sind mit den Werkstättenlehrlingen vereinzelt sehr weite Besichtigungsreisen oder Wanderfahrten unter Inanspruchnahme von 6—10 Tagen für eine Reise unternommen worden. Dadurch kann u. a. die Teilnahme der Lehrlinge an den HJ.=Lagern beeinträchtigt werden Ich ordne deshalb an: 1. Reine Wander=, Unterhaltungs= und Sportfahrten haben an Werktagen zu unterbleiben; 2. Gegen die Veranstaltung von Belehrungs= und Besichtigungsfahrten zu Ausbildungszwecken bestehen keine Bedenken. Diese Fahrten sind jedoch auf verhältnismäßig kurze Entfernungen zu beschränken und dürfen insgesamt nicht mehr als fünf Werktage im Jahr einschließlich der Reise in Anspruch nehmen. Sie sind auf den Erbolungsurlaub nicht anzurechnen. Die Erziehungsbeihilfe ist auch für die Fahrtentage zu zahlen. Soweit in diesem Jahre bereits Fahrten veranstaltet worden sind, die mit diesen Bestimmungen nicht im Einklang stehen, behält es dabei sein Bewenden.“ Die Standortführung der H J. in Gelsenkirchen hofft nun, daß auch die Betriebsführer in gleicher Weise verfahren. Ebenso wird der Hoffnung Raum gegeben, daß die Mitarbeit der Betriebsführer in gleicher, teils vorbildlicher Weise erfolgt wie bisher. Bekämpfung der Raupenplage in Herue Pflichten der Grundstücksbesitzer.— Was geschieht im Gysenberg und Constantiner Wald? In der heutigen Ausgabe des Herner Anzeigers wird eine Bekanntmachung über Raupenvernichtung veröffentlicht. Hierzu wird bemerkt, daß sich die Raupenbekämpfung in erster Linie auf die Raupennester an Bäumen, Sträuchern und Hecken außerhalb des Gysenbergs und des Constantiner Wäldchens bezieht. Hier ist die Entfernung der Raupennester ohne besondere Schwierigkeiten möglich und unbedingt erforderlich, damit die Raupenplage auf die beiden Hauptherde, den Gysenberg und das Constantiner Wäldchen, beschränkt werden kann. Im Gysen Insgesamt sind also in zwei Stelle der Stadt 584 Fahrzeuge Stunden kontrolliert an einer worden. berg und im Constantiner Wäldchen ist eine wirksame Bekämpfung der Raupenplage nach den übereinstimmenden Gutachten der amtlichen Stellen nichtung der Raupen behoben wird und der forstlichen Hochschule in Hannoversch=Münden fahr für den Waldbestand besteht nicht nicht möglich. Eine Bestäubung mit Gift würde nicht!— nur eine Gefahr für die Bewohner der umliegenden Häuser mit sich bringen, sondern auch das Wachstum der Bäume gefährden. Andere Möglichkeiten der Raupenbekämpfung in Hochwäldern bestehen nicht. Die Bekämpfung an den beiden genannten Hauptherden muß sich daher auf die Entfernung der Raupennester an den unteren Aesten und niedrigen Bäumen, die ohne Schwierigkeit erreicht werden können, beschränken. Im übigen ist nach dem Gutachten der forstlichen Hochschule in Hannoversch=Münden zu erwarten, daß die Raupenplage innerhalb weniger Jahre durch ein Aussterben und eine gegenseitige VerEine Ge Landesgruppenführer Westsalen des R1B. Endgültige Ernennung von SS=Oberführer Weiß. NSG. Mit Wirkung vom 1. November 1938 ist der„bisherige kommissarische Landesgruppenführer, SS=Obergruppenführer Rudolf Weiß, entsprechend dem Erlaß des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe vom 4. November 1938 vom Präsidenten des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant von Roques, endgültig zum Führer der Landesgruppe 6b Westfalen des Reichsluftschutzbundes ernannt worden. Kuwuu Cosshesd Gubne#. für die für den Darm hieren G Srhältlich in Apotheken Orogerien Reformhäusern, Beutel RM-50 Karton RM.1.50 Kleine Ehegeplänkel Stichel- und Stachelverse von Stichel=Stacheldorn. 1. Vorbemerkung. „Er“ und„Sie“ sind Mann und Frau, Ob nun jung, ob alt und grau, Oder Braut und Bräutigam, „Er“ der Herr und„Sie“ Madam. Wenn sie schalten, wenn sie walten, Werden Reden viel gehalten, Manch ein Thema wird besprochen, Dann auch wieder abgebrochen, So vertreibt man sich die Zeit Häufig durch Beredsamkeit. Manchmal reden„Er“ und„Sie“ In der schönsten Harmonie, Manchmal sind die Reden spitz, Schlagen ein wie oft der Blitz, Und die Harmonie geht flöten, Kann sogar die Liebe töten. 2. Frage und Antwort. Sie: Ich möchte gerne einmal wissen, Warum ihr Männer soviel lügt? Verschanzt euch hinter die Kulissen, Indem ihr uns dabei betrügt. Er: Die Antwort, um es kurz zu sagen: Ihr, die ihr uns beständig plagt, Weil ihr an allen Wochentagen Uns Männer immer soviel fragt. 3. Das Geburtstagsgeschenk. #ies Zum Geburtstag schenk ich dir Diesen Deckelkrug für Bier, Ließ ein Sprüchlein drauf gravieren, Das magst du jetzt mal studieren. Er: Besten Dank für das Geschenk, Trink ich, deiner ich gedenk, Lesen kann ich, wenn ich trinke Und dem Wirte Abschied winke. Was er dann las: „Nur ein Viertelstündchen!“ So las er Und trank versonnen sein Maß leer. 4. Das Heilmittel. Sie: Hab die ganze Nacht gehustet, Statt zu schlafen, nur geprustet, Bin erkältet, gänzlich heiser, Immer wird die Sprache leiser. Kannst du mir kein Mittel sagen, Das befreit mich von den Plagen? Er: Könnte dir auf deine Fragen Allerlei der Mittel sagen, Doch das beste Mittel ist. Wenn du mal recht heiser bist: Immer schweigen, gar nicht sprechen, Keinen Zank vom Zaune brechen. — 5. Die erste Gardinenpredigt e Du sollst von den Tieren lernen, Zur rechten Zeit dich zu entfernen, Gewiß, sie trinken, aber nur Stets auf Verlangen der Natur, Und ist der erste Durst vorbei, Dann folgt doch keine Trinkerei! Er: Jawohl, das stimmt, das geb' ich zu, Doch halten sie auch immer Ruh. Sie halten niemals eine Predigt, Und damit sei der Fall erledigt. 6. Die zweite Gardinenpredigt. Sie: Gestern hab' ich wohl vernommen, Wie du spät bist heimgekommen, Doch ich hab' mich kaum beklagt, Nur von Tieren was gesagt, Tust du's heute abend wieder, Dann sing ich dir and're Lieder, Ich spreche dann, das glaube mir, Den ganzen Tag kein Wort mit dir. Er: Die Möglichkeit ist wohl vorhanden. Und deine Strafe?— Einverstanden. 7. Aufmerksamkeit beim Geburtstag. Sie: Ich will dich heute nicht mit Flaschen Bei dem Geburtstag überraschen, Ich habe dafür was bestellt, Was dir gewiß auch gut gefällt. Er: Nun bin ich aber neugierig, Was du besorgtest denn für mich. Sie: Nun, wart' nur einen Augenblick, Ich komme dann sofort zurück, Ich ziehe es, so rasch ich kann, Dir zum Vergnügen heute an. Er Die vermeintliche Milgift. Ich glaubte immer, du wärst reich Drum nahm ich dich ja auch sogleich, Nun aber stellt sich schon heraus, Du bringst nichts mit vom Vaterhaus. Sie: Mein Lieber, hab' ich je geklagt? Ich habe immer nur gesagt: Mein einz'ger Schatz bist du auf Erden, Wie sollte das wohl anders werden! 9. So war's gemeint. Sie: Ich liebe dich noch immer sehr, Du aber liebst mich gar nicht mehr. Er: Nun aber hör mal einer an, Was man mit dir erleben kann! Sie: Ja, kannst du denn noch Liebe hegen Zu einer Frau, die deinetwegen Von morgens früh bis abends spät Stets nur in alten Kleidern geht? 10. Erinnerung und Beteu'rung. Sie: Wenn ich auf der Reise bin, Hab die Blumen nur im Sinn, Sorg für sie, begieße sie Und vergiß die Arbeit nie! Er: Keine Sorge, liebe Frau, Das besorg ich stets genau, Denn ich weiß, was Durst besagt, Wenn man sich am Tag geplagt. 11. Der Verschwender. Er: Ich habe gestern über Nacht Ein Barometer mitgebracht Es hängt hier an der Zimmerwand. Kannst immer nach dem Wetter sehn, Willst du mal aus dem Hause gehn. Sie: Was, so ein großer Unverstand, Das ist mal wieder allerhand. Will ich mal nach dem Wetter fragen, Das kann dein Rheuma mie#####en. 12. Abendspaziergang. Er: Wenn Sie, während wir hier spielen Plötzlich mal ins Wasser fielen, Und ich könnte, um zu wetten, Ihnen dann das Leben retten, Würden Sie dann mit dem Leben Mir dann auch Ihr Jawort geben? Sie: Muß man denn, mein Kavalier, Vorher erst ins Wasser hier? 13. Der Spekulant. Sie: Wir können nicht durchs Leben schweben Und von der Lieb allein nicht leben, Es muß auch was Reales sein, Das siehst du doch wohl selber ein. Er: Die Liebe ist das höchste Gut, Die Liebe oft auch Wunder tut, Dein Vater liebt dich vier zu sehr, Der gibt auch schon die Mittel her. 14. Schlußbemerkung. In dem Reich der großen Liebe Treiben manchmal scharfe Triebe, Triebe, die mitunter stechen Und das Ideal zerbrechen. Die die Liebe untergraben, Wenn sie scharfe Stacheln haben. Auch ironisch scharfe Reden Schneiden ab die zarten Fäden, Was noch bleibt, das drückt oft schwer, Und das Herz ist liebeleer. Das soll aber nicht so sein, Liebe gleicht dem guten Wein, Der im Alter sich verbessert, Wenn man ihn nicht ganz verwässert. K Aus und für Herne Zum Sonntag muß. In den Kursen der Abteilung Volkswirtschaft— Hauswirtschaft wird die Jetzt ist die Zeit der langen Abende. Die Frau zu diesem volkswirtschaftlichen Denken erzogen. Sonne nimmt schon früh Abendabschied und steht Auch die Schau für Grenzlanderzeugmorgens erst spät auf; sie hat anderwärts zu tun und nisse am 3 und 4. Dezember in Castrop und am überläßt uns unseren Sorgen und Freuden und un seren eigenen Gedanken. Sind die langen Abende nicht zum Sinnen geschaffen, zum schweigenden Hineinhorchen in uns selbst, zum Lauschen auf unsere innere Stimme? Oeffne jetzt, lieber Sonntagsleser, dein Fenster und verstehe die Sprache unserer vorwinterlichen Nacht! An den kahlen Aesten zerrt der Wind, und droben jagen schwere Wolken wie ein dunkles, auf Zerstörung bedachtes Heer. Doch der Bach dort unten rauscht vernehmlicher als im lichten, geschäftigen Tag; er singt das Lied der Zuversicht auf seinem 6. und 7. Dezember in Herne wird von dem viel seitigen Schaffen der Frauen in dieser Abteilung des Deutschen Frauenwerkes Zeugnis ablegen. Alle Volksgenossen werden zum Besuch dieser lehrreichen Schau herzlich eingeladen. *** 3. Kammermusikabend der Herner Hitler=Jugend Alle, klassische und neue Musik. „„ Am Dienstag, dem 29. November, veranstaltet die Lauf, en Sa 3 der zahen Dauer auf seinem Weg Hitler=Jugend des Standortes Herne in der Aula der zum sicheren Hier. Oberschule für Mädchen ihren 3. Kammermusikabend, In den langen Nächten lieben wir die Blu= der als erstes Sonderkonzert des Veranstaltungsrinmen, die jetzt ihre Kelche entfalten. Wir hegen sie ges der H5 gilt. Die Ausführenden sind die Spielzärtlicher, denn sie sind wie blühende Lichter im Win= scharen des Bannes und Untergaues 259. Im er*—** des Wahl 5:: sannft bem Gchshauftau dich gamsblaligv#n=gvnhehunde.., und gin.„Wach her gewai„" Kladier von Corene, Abagls und ster, die klingende Abendstunde beschwingt deine Seeie tensonate von Loeillet. Menuette für Blockflöte und im Hingleiten sanfter Takte..## Klavier von Telemann und Fischer, drei Tänze für Ein guter Freund an den langen Abenden sou Blockflöten aus dem Frühbarock, Altdeutsche Tär dir das Buch sein. Hast du, lieber Sonntagsleser, über sein Zauberreich schon nachgedacht? Es vermag B.Du= für zwei Geigen und Klavier von Händel, dich über alle Länder und Zeiten zu tragen. Wenn eine Gavotte, E=pur für Geige und Klavier von draußen in verdrossener Düsternacht nasser Schnee##c M## K5 termärchen, die uns das Herz erwärmen. Die Aethere ssten Teil enthält die Vortragsfolge Musik de wellen tragen Musik in deine Stube. Du hast die 16. und 18. Jahrhunderts, und zwar„Wach Wahl, du kannst dem Erhabensten dich genußsen# auf, du deutsches Land“, ein Lied mit Instrumenten hingeben. Dein Abend wird dir leuchtend im Strom= von Waltyer, eine Trio=Sonate für zwei Geigen und zewaltig hinfließender Melodien unserer großen Mei: Klavier von Corelli, Adagio und Giga aus der 1. Flö- Als Allnannne Uhonattnnne normmaar Aoine opin„“ Ein guter Freund an den langen Abenden soll Blockflöten aus dem Frühbarock, Altdeutsche Tänze r das Buch sein. Hast du, lieber Sonntagsleser, für Holzbläser=Quartett von Prätorius, Trio=Sonate, sein Zauberreich schon nachgedacht? Es vermau ar ain s. mL 0.„ Sanm Weeur Anteir e m.„..., J. S. Bach. Der zweite Teil bringt klassische Muan dein Fenster klatscht, versetzt dich das Buch eines sir von Haydn, Mozart und van Beethoven, der weitgereisten Forschers an den sonnigen Palmen; dritte Teil Musir unserer Zeit von Lahusen, strand einer blauen See. deren Koralleninseln erzäh Hose, Schlensog, Fren Maaß u. a. Man sieht, strand einer blauen See, deren Koralleninseln erzäh len von kleinsten Wundermeistern, die in Jahrtausenden geduldiger Arbeit lockende Märchenhaine bauten. Du kannst, wenn du heißen Bemühens bist, im stillen Stübchen Zwiesprache halten mit den tiefen Denkern über die rätselvollen Fragen des Seins, und du wirst dich auch im Alter noch als Schüler fühlen und jung bleiben im Geist und im Herzen. es handelt sich um ein sehr gediegenes und vielseitiges Programm, das einen starken Besuch verdient. *** Die Berechtigung zum Tragen des H3=Leistungsabzeichens ist eine große Auszeichnung. Ueberall, beim Arbeitsdienst wie bei der Wehrmacht wird darauf Wert gelegt, daß man das HI=Leistungsabzeichen besitzt. *** „6dS- Schiffbruch des Lebens“ Bühnenstück im Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten. Am 23. November wird im Saale Kdopmann die Deutsche Bühne für Volkshygiene, Kassel, in Zusammenarbeit mit dem Reichspropagandaamt Westfalen=Süd und der Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung ein Gastspiel veranstalten. Zur Aufführung gelangt ein Schauspiel„SOS. Schiffbruch des Leben“, das eindringlich vor den Gefahren der Geschlechtskrankheiten warnt, und sich vor allem an die Jugend wendet. Geheimhaltung und falsche Scham sind die größten Hindernisse auf dem Wege zur erfolgreichen Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, darum sollte sich jeder Volksgenosse diese Aufführung ansehen und mit dazu beitragen, die richtige Einstellung diesen Dingen gegenüber nach besten Kräften zu verbreiten. Die RAS., die deutsche Bühne für Volkshygiene und die namhaften Künstler, bieten Gewähr für den sittlichen Ernst. Vor der Aufführung hält ein Arzt einen einleitenden Vortrag. Programme zum Preise von 30 Pf. sind bei den Ortsgruppen erhältlich. *** Heute spielt die Leibstandartenkapelle Hitler Ueber das Konzert der Leibstandartenkapelle Adolf Hitler, die zu den bedeutendsten deutschen Musikkapellen gehört und in der jeder Musiker ein Künstler auf seinem Instrument ist, hat Kreisleiter Nieper das Protektorat übemnommen. Das von Filmdarbietungen umrahmte Konzert findet heute abend in der Lichtburg statt. *** Ein schönes Wintersest der Kolonialfreunde in Herne-Sodingen. Ein großer Werbeabend des Ortsverbandes Herne=Sodingen im Reichskolonialbund findet am flügelhalter zu belehren, veranstaltet der Verein die Belehrungsschau. In zahlreichen Käfigen werden die bewährten Wirtschaftsrassen und Rassegeflügel zur Schau gestellt. Futtertafeln und Aufklärungsstände werden zeigen, wie man das Alter der Hühner und die Legeleistung überwacht. Auf die Verwertung von Küchenabfällen und den Anbau von Mais und Sonnenblumen wird besonders hingewiesen. Achtung, Sitler=Jugend! Filmstunde in der Lichtburg verschoben. Die für Sonntag(20. 11.) geplante Filmstunde der 3. Dezember in den Räuen des Ev. Gemeindehauses zen. Hitler=Jugend in der Lichtburg fällt aus dringenden am Volkspark in Sodingen statt. Wenn du müde bist des Alltags, der deine Pflicht Gründen aus. Sie findet wahrscheinlich am 4. Dezem= Die stets ausgezeichnet ausgestattet gewesenen in Anspruch nahm, so greife jetzt am langen Abend her sta Naheres wird noch bekanntgegeben. Die im Kolonialfeste im Herner Stadtbezirk lassen erwarten, zu unseren besten deutschen Erzählern! Du Vorverkauf erworbenen Karten behalten selbstver= paß auch die Sodinger ein Fest zustande bringen, findest eine Schatzkammer der Herzen, der festen Cha raktere, der Tapferen, die eines starkens Willens waren. Und du selbst wirst an ihnen erstarken, und die Bürde deines Schicksals wird dir leichter sein. Laß dich am Quell der Dichter durch Munterkeit erfrischen, denn auch an den dunkelsten Abenden kreisen die Sterne, wenn auch du sie nicht siehst. Lausche, wie draußen die Stürme wüten! Dir aber ist nicht bange. Dich hat dein Glauben an den gütigen Schöpfer und an die gute Gemeinschaft deines Volkes straff erhalten, und kaum du's verVorverkauf erworbenen Karten behalten selbstver ständlich ihre Gültigkeit. *** Letzte Prüfung für das 53=Leistungsabzrichen Sonntag morgen im Stadion am Kanal. Am morgigen Sonntag beginnt um 8 Uhr im Stadion am Kanal die sportliche Prüfung für die Bewerber des HI=Leistungsabzeichens. Dies ist für das jeden Besucher restlos befriedigt. Der sich an den kurzen offiziellen Teil anschließende„Bunte Abend mit Tanz“ wird in reichem Maße ausgeschmückt sein erhält durch den besonders geschulten Geflügelzuchtberater Auskunft in allen Fragen der Geflügelzucht, ** 2 Viel preiswertes Gemüse infolge des milden Spätherbstes. Die Auswirkungen des in diesem Jahre besonders freigebigen und milden Herbstes, der uns Mitte November noch schöne und warme Tage beschert, zeigten sich gestern morgen in vielseitiger Weise auf dem Herner Wochenmarkte. Hier wurde noch frisches Grüngemüse, zarter Kopfsalat, Endivien und große Mengen Blumenkohl so preiswert angeboten, wie dies in anderen Jahren um diese Zein nicht üblich war. Daher machten auch die Hausfrauen von diesen Sonderangeboten durch regen Einkauf fleißig Gebrauch. Es gab guten Blumenkohl von 25—35 Pf., der sonst im November mit 80 Pf. bezahlt werden mußte. Kopfsalat wurde für 5—15 Pf. angeboten, und die zartgelben Endivien waren ungewöhnlich billig zu haben. *** * Verurteilte Schwarzhöhrer. Im Vierteljahr Juli bis September 1938 si## 173 Schwarzhörer gerichtlich verfolgt worden. Darc#wurden 4 zu Gefängnisstrafen von 1 Woche bis zu 2 Monaten und 87 zu Geldstrafen von 3 RM. bis zu 150 RM. verurteilt; 2 Jugendliche wurden auf andere Weise bestraft. In einer Anzahl von Fällen wurde das Verfahren auf Grund des Straffreiheitsgesetzes eingestellt. * F e s t n a h m e n d e r P o l i z e i. Eine Person aus Herne wurde in polizeiliche Vorbeugungshaft genommen.— Eine andere Person wurde festgenommen, weil sie in der Eigenschaft als Obergerichtsvollzieher die für andere Personen bestimmten Gelder unterschlagen hat.— Eine Dirne wurde wegen Verbreitung von Geschlechtskrankheiten festgenommen. * Ein holländischer Schiffer ertrunken. Bei Ausführung von Arbeiten fiel ein holländischer Schiffer im Alter von 22 Jahren in den Kanal und ertrank. Die Leiche konnte noch am gleichen Abend geborgen werden. siehts, schleicht schalkhaft schon wieder Frühling ins die Jugendgenossen, die bereits im diesjährigen ZeltLand. mit Ueberrschaungen mannigfaltigster Art. So wird an diesem Abend auch die Tänzerin Lanas vom Stadttheater Gelsenkirchen das Auge der Besucher *** Große Belehrungs=Geflügelschau in Horsthausen Am 19. und 20. November findet bei Grothaus Belehrungsschau des Geflügelzüchtervereins Adolf Hitlers Kampf für Deutschland Kreisleiter Nieper sprach in der Ortsgruppe Herne-Nord der ASDAp. Eine eindrucksvolle Kundgebung der NSDAP fand gestern abend in dem mit Hakenkreuzbannern, vielen kleinen Hitlerfahnen und Lorbeerbäumen festlich geschmückten Saale Kuhlmann, Hafenstraße, stau. Ueber der Bühne erglänzte das Führerbild und ein großes Hakenkreuz, und die Werkskapelle der Zeche„Frieor. der Große“ spielte unter der Stabführung von Umbach schöne Märsche in schneidigem Tempo. Der Saal vermochte die Besucher nicht alle zu fassen und viele lager in Haßlinghausen einen Teil der Prüfungen be= die standen haben, die letzte Gelegenheit, ihre restlichen Herne=Horsthausen statt. Dieser Verein hat es durch Uebungen zu erledigen und die Bedingungen des regen Erfahrungsaustausch fertig gebracht, daß nicht HI=Leistungsabzeichens zu erfüllen. Sonst verfallen nur die von der Reichsfachgruppe Ausstellungsgeihre bestandenen Uebungen zum Jahresende. lflügelzüchter geforderte Legeleistung von 130—140 Es ist weiter möglich, daß auch andere Jugend= Eier pro Huhn und Jahr erreicht wurde, sondern genossen an den morgigen Prüfungen teilnehmen die Legeleistung wurde bei sachgemäßer Fütterung, und die Bedingungen für das Ho=Leistungsabzeichen guter Unterbringung und Pflege auf 180—200 Eier durchschnittlich gesteigert. Um nun auch andere GeSchneider Wibbel“ Die berühmte Komödie von Hans Müller=Schlösser wird in Herne aufgeführt. und mußten sich mit Stehplätzen begnügen. Rächste Vormieteveranstaltung jum uns her. Nicht mehr und nicht weniger. Sie alle Nach dem Fahneneinmarsch hielt Ortsgruppenleiz gm gmmen.. sind genau so zungenfertig, so schlagfertig. Sinnbild ter Kuhn die Begrüßungsansprache, dann ergriff Am kommenden Donnerstag wird in der Lichtburg ister geworden für sie alle. Nur das zeichnet ihn vor Kreisleiter Nieper das Wort. Er betonte einleitend, als 4. Voxmieteveranstaltung der Stadtverwaltung allen anderen aus. Aber jeder ist wie er ein Original: daß wir allein unserm Führer den Frieden zu dan. U.p der Dalif. Rew.„Kraft durch Freude“, die be= humorvoll, spottlustig, selbstverspottend. Aus diesen ken hätten, aber auch jeder gute Deutsche habe an sei= ruhmie rheinische Komödie„Schneider Wibbel“ des Eigenschaften werden ihre Witze und Streiche, eben ner Stelle mitgeholfen und das Friedenswerk Adolf Düsseldorfer, Dichters Hans Müller=Schlösser durch ihre„Wibbeleien“, geboren. Himmelsfeuerwerk Die Sternschnuppenfälle im November. Schon seit Jahrbunderten ist bekannt, daß im August und um Mitte November besonders viel Sternschnuppen zu fallen pflegen, deren Bahnen am Himmelsgewölbe vom Sternbild„Größer Löwe“ auszugehen scheine, weshalb man die Erscheinung„Leoniden" nennt. Besonders in den Jahren 1799. 1833 und 1866 waren in den in Frage kommenden Nächten Tausende von Sternschnuppen wie ein glühender Funkenregen sichtbar. Die etwa 33 Jahre betragende Periode hat sich zwar 1899 und 1933 nicht in dem früheren Maße wiederholt, aber alljährlich ist in der Zeit vom 16. bis 18. November mit besonders zahlreichen Fällen zu rechnen. Wir wissen, daß diese Erscheinungen hervorgerufen werden durch kleine Körverchen, die— ehemals einem Kometen angehörig— in langestreckter ellivtischer Bahn um unsere Sonne ziehen. Dieser Strom wird nun Mitte November von unserer Erde durchkreuzt. Geraten die kleinen Kometenteilchen in unsere Atmosphäre und durcheilen diese mit Geschwindigkeiten von 50 bis 80 Klm. in der Sekunde. dann wird durch diese rasche Bewegung die Luft vor dem Meteorstückchen stark zusammengepreßt und dadurch erhitzt und das Teilchen hierdurch wiederum zu heller Glut entfacht, sodaß es als Sternschnuppe aufleuchtend uns sichtbar wird. In den meisten Fällen verbrennt es völlig. ehe es zur Erdoberfläche gelangen kann. Nur größere Meteorsteine oder Meteoreisen werden in der Luft nicht aufgezehrt, sondern fallen zur Erde herab— ein allerdings seltener Fall. der uns dann erlaubt, einen fremden Himmelskörper genauer zu untersuchen. Pazu] So wie damals, so sind sie heute noch. Napoleons Soldaten mußten manchen Spott einstecken. Und man Hitlers erleichtert und ermöglicht. Ausführlich be= d.s Westfälische Landestheater aufgeführt. handelte der Redner sodann die Judenfrage in ihren wird uns geschrieben:.. In. Soldaten mußten manchen Svoll einsteuen. und vielseitigen Auswirkungen für den Einzelnen wie für„„ a, das ist Duneldort„ per die Altstadt mi.sches Spottlied sang der Düsseldorfer auf die Franzodas gesamte deutsche Volk. Im Gegensatz zum Juden= iorem althergebrachten beschaulichen Dämmerschoppen, sen der Besatzungszeit.— tum habe das deutsche Bauerntum sich zu allen dort die Neunadt mir H###,#,####,en Leben..## Müller=Schlösser aber gebührt Dank. Er hat den Zeiten für Heimat, Volk und Vaterland mit all seiner die Nrur:####en wir diese:.a,liegen, gehen H.fl Düsseldorfer Humor weithin bekannt gemacht. Oft Kraft einge epzt und. Gut zud Blst.dafüir.IFeüdse, Ziun: beicht in eine der behagschen Kneigen, wo wir auch und ost st. feig., Schneider Wiöbel über die meiten Düsseldorfs Maler treffen. Sicherlich sitzt dort auch Bühnen des Reiches gegangen; Film, Rundfunk und ein kleiner Herr, die Zigarre im Mund, das Bier vor Roman haben sich seiner angenommen. sich. Wer ist es? Düsseldorfs Poet: Hans Müller=] Müller=Schlösser hat es sogar neuerdings als Oper Schlösser, der dem Düsseldorfer Humor in seiner Ko= bearbeitet, Mark Lothar die Musik dazu geschrieben. ein herrliches Denkmal Und sicherlich ist es kein Zufall, daß die Spielleitung der Uraufführung in der Berliner Staatsoper in den Trinken wir mit ihm unseren Dämmerschoppen. Händen von Gustav Gründgens lag. Gründgens kennt Bald wird er sein Bilderbuch aufschlagen; ein Altstäd= Düsseldorf von seiner Jugend her und weiß dadurch ter nach dem anderen spaziert an uns vorüber, Ori= dem feinen Spott des Werkes auf der Bühne Leben zu ginale, seltsame Menschenkinder, alte Bekannte tauchen geben. auf. Bei jedem macht er halt und erzählt eine Anek=] Und immer wieder werden aus Düsseldorf gebürdote. Hier sitzt ein seltsamer Notar, dort der Bäcker=tige Schauspieler versuchen, mit großer Liebe und gegeben. Zwar bringe das jüdisch verhetzte Ausland den deutschen Maßnahmen wenig Verständnis entgegen und versuche mit Hetzlügen Deutschland zu schädigen, aber dieses sei stark genug, sich dagegen erfolgreich zu wehren. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen schilderte der Redner aus eigenem Erleben modie„Schneider Wibbel den echten deutschen Volksgeist in der Ostmark. Auch letzte. diese Kundgebung wurde zu einem eindrucksvollen Beweis des Vertrauens zu Partei= und Staatsführung. Lotterien zugunsten des Der Reichsschatzmeister der NSDAP. beabsichtigt. wiederum eine Reichslotterie zugunsten des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes durchzuführen. Um die reibungslose Durchführung dieser reichswichtigen Lotterie zu gewährleisten, hat der Reichsinnenminister die Genehmigung und Durchführung anderer Lotterien und Ausspielungen zugunsten des WHW. 1938·39 untersagt mit der Einschränkung, daß Ausspielungen zugunsten des WHW. bei gemeinnützigen oder mildtätigen Veranstaltungen, sogenannte Tombolen. unter folgenden Bedingungen genehmigt werden können: Das Spielkapital der einzelnen Ausspielung darf 5000 RM. nicht übersteigen. Die Lose dürfen nur in dem Raum, in dem die Veranstaltung stattfindet, und nur während der Dauer der Veranstaltung verkauft werden. Die Gewinne dürfen nur in dem Veranstaltungsraum ausgestellt werden. Anläßlich von Veranstaltungen, die auf öffentlichen Straßen und Plätzen stattfinden, darf eine Lotterie oder Ausspielung nicht genehmigt werden. Oessentliche Großkundgebung in Herne=Mitte Haltet Euch den nächsten Freitag frei! meister Heubes, in der Ecke der Musiker Burgmüller. Am Freitag nächster Woche, 20 Uhr, spricht in und ga ist ja. auch. der Schreidermeister Anton Wibeiner öffentlichen Großkundgebung im Saalbau bel. Wie wohltzend ist die Feststellung, daß er genau Strickmann, Shamrockstraße, Pg. Dr. Schmidt, so echter Düsseldorfer ist wie die anderen Gestalten Innsbruck(Bataillonskommandeur im SudetenSudetenland kehren heim ir Reich Ein Gummiabsatz als einziger Indizienbeweis Volksgenossen! Wir alle haben fiebernden Herzens die weltgeschichtlichen September= und OkSorgfalt diese herrliche Figur darzustellen. Denn hier komt es nicht auf das Talent an, sondern Düsseldorfer Humor und Spottlust müssen dem Darsteller zu eigen sein, um das Wesentliche der Rolle zu erfassen.“ Dunkler Fall vor dem Herner Schöffengericht. tober=Ereignisse am Lautsprecher erlebt. Hier ist uns. I—krachang SeilGelegenheit gegeben, uns von einem Parteigenossen Eine erbrochene Kasse. davon erzählen zu lassen, der in führender Stellung In einem Herner Fabrikbetriebe wurde zu nächtmit dabei war.— Keiner versäume diese einmalige licher Zeit ein Einbruchsdiebstahl verübt. Dem WerkGelegenheit! ** Schau für Grenzlanderzeugnisse in Herne Das Deutsche Frauenwerk wendet sich an die Herner Hausfrauen. Wieder tritt das Deutsche Frauenwerk mit einer großen Werbung an die deutsche Frau heran. Der Führer ruft jede Frau zur Mitarbeit. Alle sollen helfen an dem gewaltigen Aufbauwerk Großdeutschlands. Keiner darf mehr abseits stehen. In den verschiedenen Abteilungen des Deutschen Frauenwerks findet jede Frau ein Gebiet, das ihren Interessen ent meister des Betriebes wurde dabei die Kasse des Magazinverwalters, die er zu betreuen hat, um 58 Mark erleichtert. Später wurde noch ein weiterer Diebstahl versucht, doch ohne Erfolg. Die eingesetzte Kriminalpolizei untersuchte den Tatort und fand als einzige Spur einen Absatzabdruck mit der Markenbezeichnung „Gloria". Wer ist der Täter? Im Laufe der weiteren Untersuchung zogen sich nach und nach dunkle Wolken des Verdacht über einen Schweißer des Betriebes, einen 19jährigen jungen Mann aus Herne, zusammen. Es wurde nämlich fest gestellt, daß er gleichfalls Gummiabsätze der Marke gegenkommt. Der zweite Vierjahresplan fordert von„Gloria“ trug und die Verschleißstellen mit der Spuder deutschen Frau eine bewußtere Führung ihrer renphotographie übereinstimmten. Er wurde festgeHauswirtschaft als in früheren Zeiten. Sie muß wis= nommen, bestritt jedoch bei allen Verhören, der Täter sen, daß alle ihre Arbeit dem Volksganzen dienen gewesen zu sein. Indizienbeweis angezweifelt. Der Angeklagte nahm sich einen Anwalt, und dieser zog nun Erkundigungen ein. Bei einem Fachmann stellte er fest, daß der Gummiabsatz der in Frage kommenden Marke in Herne in Massen verkauft wird. Er bezweifelte daher die Richtigkeit der ganzen Anklage und beantragte für seinen Mandanten, der bereits eine mehrwöchige Untersuchungshaft hinter sich hatte, Freispruch. Strafantrag und Freispruch mangels Beweises. Der Vertreter der Anklage war dagegen der Ansicht, die dargelegten Merkwürdigkeiten und Zufälligkeiten genügten, den Angeklagten als Schuldigen zu bestrafen, und beantragte daher eine Gefängnisstrafe von acht Monaten. Das Schöffengericht konnte seine Auffassung nicht teilen, die Indizienunterlagen genügten ihm nicht zu einer Verurteilung. Daher wurde der Angeklagte mangels Beweises auf Kosten der Staatskasse freigesprochen. Stadt Wanne=Eickel. Jubilarehrung im Sängerbund 1900. Im Rahmest einer Feierstunde des MGV. Sängerbund 1900. die von Liedgaben der Sanger unter Stabführung von Beckmann verschönt und durch Grußworte des Vereinsleiters Diehl eröffnet wurde. ehrte der stellvertretende Gau=Sängerführer Rektor Konsek=Herne verdiente Sangesbrüder. Das goldene Gau=Sängerabzeichen mit Divlom erhielten die Sänger Heinrich Balke und Ludwig Köther fur 60jährige. Hermann Volmer. Heinrich Reckhaus und Anton Koch für 40jährige Mitarbeit. dem silbernen Gau=Sängerabzeichen für 25jährige Mitarbeit wurde Heinrich Reckeweg ausgezeichnet. Handwerk im Leistungskampf. Zur Vorbereitung auf den Handwerkerwettkampf 1939 kamen die Ortshandwerksmeister und Fachgruppenwalter unter Leitung des Kreishandwerkswalters Pg. Oelmann zu einer Arbeitstagung zusammen. Kreishandwerkswalter Pg. Oelmann eroffnete die Erörterung mit kritischen Streiflichtern auf die Durchführung des Wettkampfes in den vergangenen Jahren und gab wertvolle Fingerzeige für die praktische Arbeit. Eine Ergänzung dazu bildeten die Darlegungen des Schulungsreferenten Pg. Braun. der auf die Notwendigkeit einer Wiedererweckung der schönferischen Tatkraft im Handwerk hinwies, wie sie durch die Wettkämpfe des Handwerks wesentlich gefördert werde. Aus amtlichen Bekanntmachungen 73s9 8 24 der Rezierungs-Polizei=Verordnung vom 6. 1930 ist die Vernichtung der Raupennester an den in Gärten, auf Feldern, an Wegen und Straßen stehenden Bäumen, Sträuchern und Hecken von den Eigentümern und Nutznießern in den Monaten November bis März vorzunehmen. Herne, den 12. November 1938. Der Oberbürgermeister als Ortspolizeibehörde. Ihr Vorteil: Baumwollwaren, Strümpfe, Trikolagen, Betten, Schlafdecken, Federn von THOMAS EEEN Bahnhofstr. 98 Nr. 271(Drittes Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 19. November 1938 Die Limburger Lchen der Strünkeder Der Hof zu Berge und der Zehnte von Pöppinghaulen.— Die Handichrift der Witwe des„tollen“ Jolt von Strünkede. Tarifordnungen eine entsprechende Regelung zu treffen. Stets muß das Urlaubsgeld aus den eigenen Mitteln des Unternehmers gewährt werden mit der Maßnahme, daß es auf den Garantielohn angerechnet wird. In Wirtschaftsgebieten, in denen das Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe wirtschaftlich zu kämpfen hat oder in denen der Garantielohn oder das Urlaubsgeld überhaupt erst eingeführt worden sind, kann die Regelung solange zurückgestellt werden, bis sie ohne Bedenken durchführbar erscheint. 1I. Wie der Hof Schulte=Langforth(„Hemmers Gut") 1463 durch Kauf in den Lehnsbesitz der Strünkeder gekommen ist, haben wir gezeigt. Mit ihm zusammen wird 1548 das Lehen„Hof zu Berge mit dem Zehnten zu Pöppinghausen“ an die Strünkeder vergeben. Es ist aber schon früher in ihrem Lehnsbesitz gewesen. Nach Weskamp hat der Graf von Limburg 1272 die Güter in„Berige bei Buer“, die zuvor Gerlach von Strünkede besessen hatte, als Erblehen an Dietrich von Vlerike übertragen!) In Buer hat es in der Tat mehrere Höfe gegeben, die den Limburgern gehörten, aber der„Hof zu Berge“ ist nicht, wie Weskamp annimmt, das adlige Haus Berge, sondern ein später Beelengut genannter Bauernhof gewesen, von dem die Weskampsche Notiz nicht erkennen läßt, ob er zu den Gütern gehört, womit schon vor 1272 die Strünkeder belehnt waren. Nach den Styrumer Archivalien hat Graf Johann von Limburg im Jahre 1344 den Simon von der Horst mit dem Hof zu Berge belehnt, während um etwa die gleiche Zeit Grete von Rauxel den Zehnten in Pöppinghausen innehatte. Um 1350 ist Gerlach von Berge Lehnsträger des Hofes in Berge. Dieser verkaufte ihn um 1400 an Heinrich von Backem'). Im Jahre 1459, Dienstags nach Pauli Bekehrung, hat Wilhelm von Limburg den Dietrich von Bokum(— Backem) mit dem Hof zu Berge, gelegen im Vest Recklinghausen und Kirchspiel Buer, und dem Zehnten zu Pöppinghausen in der Herrschaft Strünkede in Gegenwart des Albert Sobbe, Henrich von der Houe, Johann in dem Hulse, Henrich Hembstele und Herman Burcharts auf dem Rathaus zu Essen belehnt. Hier sind zum ersten Male der Hof zu Berge und der Zehnte zu Pöppinghausen zusammen genannt, die von jetzt ab als ein Lehen vergeben werden. Auf Dienstag nach Palmen 1471 hat Diedrich von„Bockum“ mit Einwilligung des Lehnsherren das Gut zu Berge mit 10 Maltern Erbrente an Roggen dem Liebfrauenaltar in Buer verschrieben und sich zur Einlösung innerhalb fünfehn Jahren verpflichtet. Da Dietrich von Backem 478 von dem Ritter von Sobbe zu Grimberg erschlagen wurde?), ist es wohl sein gleichnamiger Sohn, von dem Kremers Lehnsregister berichten, daß im Jahre 1488 auf St. Johanns Tag ante portam latinam(6. Mai) Diederich van Backem mit dem Hof zu Berge und dem Zehnten zu Pöppinghausen,„soe dey belegen is in der Heerschopp van Strunckede", in Gegenwart des Diederich von der Horst, Ritters Adrian Sobbe vom Grimberg und Johann Stenhus auf dem Rathaus zu Essen belehnt worden sei. Als nächste Besehnung verzeichnen die Styrumer Archivalien aus dem Jahre 1524 daß auf Tag Innocentum (Unsch. Kinder, 28. Dez.) Georg von Boenen(der sich 1521 mit Hartelief von Backem verheiratet hatte) den Hof zu Berge und den Zehnten zu Pöppinghausen zu Lehen erhalten habe. Die nächste Nachricht stammt aus dem Jahre 1535. Auf Dienstag nach Ostern ist Christophel von Loe„zu Behuf der unmündigen(Söhne) Jobsten von Strückede" mit dem Hof zu Berge und dem Zehnten zu Pöppinghausen belehnt worden. Zwischen 152•4 und 1535 muß also der Uebergang dieses Doppellehens auf die Strünkeder vor sich gegangen sein. In diese Zeit fällt der Tod des Jobst von Strünkede(1529) und seines Vaters, des wilden Reiner(1535). Mit diesem zweiten Todesfall kann die Belehnung des Christoph von Loe zum Behuf der unmündigen Söhne des Jobst zusammenhängen. Doch gibt es in den Styrumer Archivalien noch einen von späterer Hand bemerkenswerterweise bei den Strünkeder Lehnssachen eingeordneten Brief mit dem Datum Donnerstag nach hl. Dreikönige 1535, in dem Gordt van Asbecke genannt Pynsegwaet an den Grafen Jorg von Limburg in Lehnssachen schreibt. Der Graf hatte sich mehrfach an ihn gewandt wegen eines Lehngutes, von dem Gordt von Asbeck nicht wußte, daß es ein Limburger Lehen war. Es war von Rotger up dem Berge an ihn gekommen, offenbar durch seine Frau, eine Anna up dem Berge. Er hat sich nun erkundigt, ob noch alte Lehnbriefe über dieses Lehngut vorhanden seien, und bittet daher den Grafen, die Sache so lange auszusetzen, bis er Bescheid habe. Dann wollen er und seine Tochter von Strünkede(Margarete von Asbeck, die Witwe des Jost von Strünkede) erscheinen und sich zusammen in das Gut„vertragen". Es ist möglich, daß es sich hier um den Hof zu Berge handelt. Er muß dann nach 1524, wo Georg von Boenen damit belehnt wurde, an Rotger up dem Berge und über dessen Schwiegersohn Gordt von Asbeck an die Söhne der Unterlchrift der Margarete von Asbeck, der Witwe des„tollen" Jost von Strünkede. Die hier wiedergegebene Unterschrift zu dem Briefe an den Grafen von Limburg aus dem Jahre 1541 lautet: Marghrjta van Asbecke Wydffe Josten van Sthrunkt sehl Margarete von Asbeck, also an die Strünkeder gekommen sein. Jedenfalls paßt es zu dem Briefe des Gordt von Asbeck vom Januar 1535, daß Osterdienstag 1535 Christoph von Loe„zu Behuf der unmündigen(Söhne) Jobsten von Strünkede“ mit dem Hof zu Berge und dem Zehnten zu Pöppinghausen belehnt wurde. Von Wichtigkeit ist nun noch ein weiterer Brief in den Styrumer Archivalien, den Margarete von Asbeck selbst auf Montag nach Palmtag 1541 an den Grafen Jorg von Limburg geschrieben hat. Aus ihm erfahren wir, daß der Graf sie aufgefordert hat, das Lehngut zu empfangen, das der sel. Gerhard Knypping anstelle ihrer unmündigen Söhne vom Grafen empfangen hat. Da sie nun lange Zeit von schwerer Krankheit befallen gewesen ist, so daß ihre Söhne nicht ausschicken konnte, hat sie ihren Neffen Heinrich Knyppink gebeten, das Lehen anstelle ihrer Söhne zu empfangen, doch nun bittet sie, da ihr Sohn in 2 Jahren mündig werde, die Belehnung sn lange ruhen zu lassen. Wahrscheinlich handelt es sich hier wiederum um das Lehen Hof zu Beige mit dem Zehnten zu Pöppinghausen. Mit dem Schreiben von 1541 dürfte es nämlich zusammenhängen, daß im Jahre 1542(auf unser l. Fr. Himmelfahrt) Rutger Ovelacker vom Grafen Georg von Limburg mit dem Hof zu Berge und dem Zehnten zu Pöppinghausen belehnt wurde. Offenbar geschah dies für die oelden Söhne der Margarete von Asbeck aus ihrer Ehe mit Jost von Strünkede. Der älteste dieser beiden Söhne war der 1526 geborene Wilhelm, für den sich 1536 nach dem Tode des Großvaters Reiner Johann von Viermund auf Bladenhorst als Vormund mit Strünkede hatte belehnen lassen, und der 1544, da er in den deutschen Ritterorden eingetreten war, Haus, Hoheit und Herrlichkeit Strünkede an seinen jüngeren Bruder Goddert abtrat, der 1528 geboren war. Im Jahre 1548 wurde dieser Goddert vom Herzog von Cleve mit Strünkede und im gleichen Jahre vom Grafen von Limburg(außer mit Hemmers=Gut) mit dem Hof zu Berge und dem Zehnten zu Pöppinghausen belehnt. Goddert starb 1588; 1589 am 2. August erhielt sein Sohn Jobst(der„gelehrte") außer Hemmers=Gut den Hof zu Berge und den Zehnten zu Pöppinghausen. (Fortsetzung folgt.) Dr. L. Reiners. *) Prof. Dr. Alberk Weskamp, Dorsten:„Die Familie von Boenen auf Haus Berge“(Vest. Zeitschrift, 32. Bd. S. 124). Weskamp stützt sich in seinem Aufsatz auf Quellen der Archive Berge und Westerholt. *) W e s k a m p, a. a. O. *) W e s k a m p a. a. O, S. 1 2 4. D i e M o r d s t e l l e b e z e i c h n e t „ein roh behauenes Steinkreuz(„Backems Krüz) an der Abzweigung des Berger Weges von der heutigen Bochumer Straße"(ebda). Die Wahrheit siegte über die Lüge Tatlachen gegen Informationen.— Preile und Rundfunk in vorderlter Front. Staatliche Führungsmittel in der Krilenzeit. Berlin, 17. Nov. Der„Deutsche Dienst" macht die Ereignisse des Monats September mit all seinen Spannungen und historischen Entwicklung zum Gegenstand einer Betrachtung und weist erneut auf die grundsätzlichen Unterschiede zwischen der verantwortungsbewußten. sicheren Nachrichtenpolitik des Reiches und den oft recht vagen, lediglich auf Gerüchten ausgebauten deutschfeindlichen Zweckmeldungen gewisser Kreise des Auslandes hin. In dem Artikel heißt es: Die Ereignisse des Monats September d. I. stellten der deutschen Presse und dem deutschen Rundfunk Aufgaben von einer Bedeutung und einem Umfang wie nie zuvor. Beide hatten in einer besonders spannenden, teilweise sehr kritischen Situation Europas einen Aufklärungsfeldzug zu führen, wie er noch niemals zuvor geführt wurde. Die Bedingungen, unter denen Presse und Rundfunk in Deutschland in diesen Wochen zu arbeiten hatten, waren besonders schwierig und gänzlich verschieden von denen, unter denen Presse und Rundfunk anderer Länder zu arbeiten pflegen. Verantwortungsbewußtsein statt Sensationshascherei. Auf der einen Seite stand die Aufgabe, gegenüber der Presse und dem Rundsunk der anderen Länder konkurrenzfähig zu bleiben, die Schnelligkeit und Schlagkraft der Nachrichtenübermittlung also nicht leiden zu lassen, auf der anderen aber mußten sie taktische Rücksichten und Notwendigkeiten der Staatsführung während der einzelnen Verhandlungsabschnitte zwischen Deutschland und den Westmächten berücksichtigen und durften nicht durch unzeitgemäße Veröffentlichungen oder durch leichtsinnige Formulierungen die Außenpolitik des Reiches gefährden oder beeinträchtigen. Lügenmeldungen sollten das Volk verwirren. Deutschland war in den Wochen der Krise von einem ganzen Netz von Rundfunksendernumringt, die es darauf anlegten, das deutsche Volk zu verwirren und eine Gerüchtebildung größten Ausmaßes hervorzurufen, um dadurch Einigkeit, Zuversicht und Zukunftsglauben des deutschen Volkes zu lähmen. Zu den deutschsprachigen Sendern Straßburg. Luxemburg, Beromünster, Prag!1 und Mährisch=Ostrau traten in diesen Wochen eine ganze Reihe von englischen und französischen Sendern, die plötzlich ebenfalls Nachrichtensendungen in deutscher Sprache veranstalteten. deren Zweck und Ziel nicht gerade die objektive Unterrichtung der deutschen Oeffentlichkeit war. Deutschseindlichen Auslandszeitungen kann man notfalls die Einfuhr über die Reichsgrenzen verweigern, wenn sie Deutschland beleidigen und gegen Deutschland schüren und hetzen. damit sie nicht noch obendrein aus dem Zeitungsverkauf in Deutschland Nutzen ziehen. Den Aetherwellen kann man den deutschen Luftraum nicht verschließen. Hier hilft nur eine geschickte und der rechtlichen Denkweise des deutschen Volkes Rechnung tragende Gegenwehr. Der deutsche Rundfunk beschränkte sich aber nicht nur auf die Abwehr. sondern ging zum Gegenangriff über, und zwar mit großem Erfolg. Zunächst wurden über den Reichssender Wien tschechische und slowakische, später auch ukrainische Sendungen veranstaltet, die an besonders kritischen Tagen auch von den Sendern Leipzig und Breslau übernommen wurden. In den Tagen. als die doktrinären Demokratien in der Welt darangingen, eine Kriegsschuldlüge zu konstruieren, und mit der erlogenen Behauptung. Deutschland habe in Godesberg ganz neue Forderungen aufgestellt. die weit über die Berchtesgadener Vereinbarungen hinausgingen, die ganze Welt gegen Deutschland aufzubringen versuchten, da war für den Rundsunk die Aufgabe von selbst gegeben, dieser Stimmungsmache mit allen Mitteln in der Welt entgegenzutreten und insbesondere der Bevölkerung in England und Frankreich Gelegenheit zu geben, sich an Hand der wahren Vorgänge selbst ein Bild zu machen. So wurden über Hamburg und Köln englische, über Stuttgart. Frankfurt. Saarbrücken und Köln französische Nachrichtensendungen veranstaltet, deren Erfolg sich sehr schnell durch das Einlenken des Nachrichtendienstes gewisser französischer Sender zeigte. Der deutsche Kurzwellensender hatte wie immer die Aufgabe, in den großen Weltsprachen die anderen Erdteile mit Nachrichten zu bedienen. Während in den ersten Tagen die stereotypen Prager Meldungen, daß in der Tschechoslowakei alles ruhig sei. geglaubt und gebracht wurden, hörte das auf. als ihnen nun Tatsachen gegenübergestellt werden konnten, vor allem die Berichte von Auslandskorrespondenten in Deutschland. die Flüchtlingslager besucht hatten und aus den Schicksalen dieser Flüchtlinge erfuhren, wie es um diese Ruhe in Wirklichkeit aussah. Schweigen als Wafse. Es ist selbstverständlich, daß die deutsche Presse ebenso wie der deutsche Rundfunk sich während der einzelnen Verhandlungsphasen Zurückhaltung auferlegen und sich davor hüten mußten, wie die Auslandssender und Auslandszeitungen halbstündlich und stündlich Meldungen über den angeblichen Gang der Verhandlungen zu geben. Es ist bekannt, daß bei derartigen Verhandlungen sich die Situation innerhalb der Besprechungen nicht selten mehrfach verschiebt. Es wäre sinnlos gewesen, der deutschen Oeffentlichkeit vor Abschluß der Verhandlungen und vor Vorliegen eines Ergebnisses dauernd Gerüchte über die einzelnen Phasen der Verhandlungen vorzusetzen. um schließlich dann am Schluß des Verhandlungstages erklären zu müssen, daß sich alle Mutmaßungen als falsch erwiesen hätten und das Endergebnis ganz anders sei. Damit wäre dem deutschen Volke nicht gedient worden. Gerade das Schweigen hat sich in diesen Verhandlungsphasen als eine ganz besonders wirksame Waffe erwiesen. Die deutsche Führung hatte ebenso wie die Oeffentlichkeit gute Nerven. Mit den Ergebnissen der Verhandlungen allerdings waren dann die deutsche Presse und der deutsche Rundfunk zuerst da und am schnellsten in der ganzen Welt. Sie hatten dadurch die sonst so seltene Möglichkeit, die Lüge, die immer schneller ist als Dementi, zu überholen und durch die Tatsache empfindlich zu schlagen. Wenn z. B. in der Nacht vom 23. zum 24. September einzelne Auslandssender unter Führung von Prag glaubten, das Scheitern der Godesberger Verhandlungen und die vorzeitige Abreise Chamberlains melden zu können, weil nach ihren aus Godesberg stammenden Informationen die Unterredung zwischen dem Führer und Chamberlain um 22,30 Uhr nur eine Viertelstunde dauern würde, konnten der deutsche Rundfunk und die deutsche Presse um 1.30 Uhr nachts melden, daß die Unterredung zwischen den beiden Staatsmännern drei Stunden dauerte und Chamberlains Abreise erst für den nächsten Vormittag festgesetzt wäre. Während Presse und Rundfunk anderer Länder die Nerven ihrer Hörer halbstündlich und stündlich mit Mutmaßungen aller Art bis zum Zerreißen strapazierten und ihre Hörer zwischen Hoffnung und Verzweiflung pendeln ließen, schonte der deutsche Rundfunk und die deutsche Presse die Nerven der Hörer und Leser und verschonten diese mit Mutmaßungen und Annahmen, denen jede Grundlage fehlte, um so schneller und wirkungs voller ihnen Tatsachen zu bringen. Der Grundsatz hieß nicht wie draußen:„Informationen um jeden Preis“, sondern„Tatsachen um jeden Preis“. Das Gesicht des gesamten deutschen Nachrichtenwesens war in diesen Tagen weniger nach innen gerichtet als nach außen. Die Bedürfnisse der Leser= und Hörerschaft mußten denen des Volks= und Staatswohles nachgeordnet werden. Der deutsche Hörer fiel nicht herein. Noch eins kann nach Abschluß dieses ganzen Aufklärungsfeldzuges festgestellt werden: die Wirkung des deutschen Rundfunks im Sudetenland und die der TschechoSlowakei durch seine tschechischen und slowakischen Sendungen war infolge ihrer Beschränkung auf Tatsachen und des bewußten Verzichts auf die in den tschechischen Sendern üblichen, mit Pathos vorgetragenen Reden, Aufrufe und Beschwörungen im Stile des Herrn Josef Cak eine ungleich größere als die Wirkung etwa dieser deutschsprachigen Sendungen der Sender Prag 2 und Mährisch=Ostrau aus die Hörer im Sudetenland und im Reich. Es hat sich gezeigt, daß auch im Aetherkrieg der deutsche Hörer ein außerordentlich feines Unterscheidungsvermogen dafür hat, was Tatsachenmeldungen sind und was gegnerische Zweckmeldungen, und sich durch Zweckmeldungen nicht aus der Ruhe bringen läßt. Unser Vertrauen hat sich bewährt. Denn das ist das bemerkenswerte Fazit der Presseund Rundfunknachrichtenarbeit der Septemberwochen: daß die deutsche Hörer= und Leserschaft ein so großes Vertrauen zu ihrer Staatsführung und ihren Führungsmitteln hat, daß sie im großen und ganzen von den ausländischen Propagandaparolen unberührt bleibt und sich durch sie nicht unsicher machen läßt. Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, daß sich in den kritischen Wochen im Gegensatz zur Entwicklung in anderen Ländetn. z. B. der Einlagebestand der deutschen Banken und Sparkassen kaum veränderte und sich weder auf dem Lebensmittel noch auf dem Warenmarkt irgendwelche Anzeichen für Angstkäufe und dadurch entstehende Verknappungen zeigten. Und wenn hier und da einmal ein Leser und ein Hörer, der allzu eifrig aus Straßburg oder Prag hörte, einem Sender oder einer Zeitung einen groben Brief schrieb, dann ist das nur der Beweis dafür, daß letzten Endes nur einzelne Menschen mit schwachen Nerven der Spannung dieser Tage nicht gewachsen waren und die Masse des Volkes in ruhiger und unerschütterlicher Entschlossenheit abwartete, was der Führer befahl. Erhöhtes Urlaubsgeld für Prozentempfänger im Gaststättengewerbe. Die Arbeitsausschüsse der Deutschen Arbeitsfront hatten sich eingehend mit der Notwendigkeit beschäftig. das Urlaubsgeld für die Prozentempfänger im Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe angemessen zu erhöhen. Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr entsprechenden Vorschlägen zugestimmt, zumal ihm die Erhöhung auch wirtschaftlich tragbar schien. Die Reichstreuhänder der Arbeit haben jetzt die Möglichkeit, künftig in ihren In 500 Berufen bleibende Meisterschaft Die Lehrgemeinschaften der DAF.— Betriebseigene Uebungsstätten sind wesentlich. Das von Jahr zu Jahr sich steigernde Bedürfnis an geschulten Fachkräften bedingt die Organisation einer einheitlichen Berufslenkung und Berufserziehung. Es wäre wahrscheinlich eine leichte Aufgabe, jeden ungelernten Arbeiter zu einem gelernten umzuschulen, wenn die nötige Zeit zur Verfügung stände. Die rapide Aufwärtsentwicklung unserer Wirtschaft verlangt jedoch Sofortmaßnahmen, wenn die Vollendung des Werkes nicht unterbrochen werden soll. Die Deutsche Arbeitsfront hat sich daher vom ersten Augenblick an die Lösung dieses Problems gemacht und Wege gesucht, die zum Ziele führen. Als eine der wichtigsten Einrichtungen auf diesem Gebiete ist ohne Frage die des Aufbaues der Lehrgemeinschaften innerhalb der DAF. zu betrachten. Von dem Wort des Führers ausgehend, daß die Belehrung des einzelnen Menschen niemals ein Ende finden könne, sind diese Lehrgemeinschaften als Grundstock und Fortbildungsstätten gegründet worden. Es gibt kaum ein Gebiet, das in ihnen nicht behandelt wird, keinen Beruf, der hierin nicht seine bildungsmäßige Vertiefung fände. Der Nationalsozialismus hat der Arbeit wieder jenes hohe Ethos gegeben, das alle Schaffenden zutiefst verpflichtet. Es kann daher heute nicht mehr genügen, wenn ein Volksgenosse nach Beendigung seiner Lehr= und Gesellenjahre nun von sich behaupten wollte, daß er„fertig“ sei. Die Lebendigkeit des Wirtschaftslebens, die ständige Entwicklung der Technik, alle diese Erscheinungen verlangen geradezu vom einzelnen, daß er sich dieser fortdauernden Bewegung anpaßt, daß er sein Wissen den immer neuen Erkenntnissen angleicht und damit allein in der Lage ist, den Forderungen des Augenblicks gerecht werden. Daher sind diese Lehrgemeinschaften, Aufbaukameradschaften und Uebungsgemeinschaften nicht etwa nur für Lehrlinge gedacht, sondern vor allem appellieren diese Einrichtungen an den Gesellen und Meister, an den Fortgeschrittenen, denn er ist Verantwortungsträger und kann deshalb nicht genug tun, sein Wissen zu erweitern. Gerade die berufliche Förderung der Erwachsenen ist von höchster Wichtigkeit, denn auf ihnen liegt ja im Augenblick das Höchstmaß an Leistung, sie sollten also die Möglichkeit nutzen, selbst auf dem entlegensten fachlichen Spezialgebiet zur meisterlichen Beherrschung ihrer Berufsarbeit zu gelangen. Man soll nicht glauben, daß das Berufserziehungswerk der DAF. etwa einen toten Unterrichtsbetrieb darstellt. wie er zumeist in den früheren Fortbildungsstätten noch angetroffen wurde, sondern hier sind tatsächliche Lehrund Uebungsgemeinschaften aufgebaut worden, die ihre Anregungen aus der Praxis empfangen, deren Methoden und Sprache der Arbeits= und Lebensweise schaffender Menschen entsprechen. Und was wohl vor allem hervorgehoben zu werden verdient: Die Weiterentwicklung des Teilnehmers wird nicht mehr durch Zufall und Willkür bestimmt, sondern es ist dafür gesorgt, daß er— von Stufe zu Stufe fortschreitend— auf ein fest umrissenes Ziel hingelenkt wird, das er auf Grund seiner Gaben und Kenntnisse auch wirklich erreichen kann. Wie sehr heute der einzelne bestrebt ist, seine Kenntnisse zu erweitern, und sich müht, sein Wissen zu vervollkommnen, um dank seiner Fähigkeiten sich emporzuarbeiten, das beweisen am besten die Teilnehmerziffern an den Lehrgemeinschaften. Es muß die Aufgabe der Betriebsführer sein, die Strebsamen unter ihrer Gefolgschaft mit allen Mitteln zu unterstützen, denn ihre Einsatzbereitschaft, ihr Wissensdurst wird ja ihren betrieblichen Leistungen zugute kommen. Berufserziehung ist Dienst an der Volksgemeinschaft, ist Pflichterfüllung gegenüber dem Staat. Allein der totale Einsatz der Persönlichkeit— auch in seinem Erwerbsleben!— fördert die Bereitschaft zur qualifizierten Arbeitsleistung, die dem einzelnen erst sein persönliches Wertgefühl gibt, ihm Berufsstolz und gemeinschaftsgebundene Haltung verleiht. Ueber die örtlichen Lehrgemeinschaften hinaus haben die Großbetriebe in erster Linie die Möglichkeiten der praktischen Berufserziehung. Die in den meisten Fällen zusammenhängende Arbeitszeit, die einheitliche Arbeitsorganisation, die Zusammenfassung großer, fachlicher gleich oder ähnlich gerichteter Arbeitsgruppen, die zur Verfügung stehenden Einrichtungen, dazu die Möglichkeit einer intensiven Werbung, erleichterter Verwaltung und Finanzierung legen für die Berufserziehung im Großbetrieb einen eigenen Weg nahe: den der betrieblichen Uebungsstätte. Auch in dieser Beziehung ist seit einigen Jahren Vorbildliches geleistet worden, und es ist zu hoffen, daß diese Entwicklung sich zum Segen des ganzen Volkes immer weiter ausdehnt. Um aufzuzeigen, mit welchen Stoffgebieten sich die Lehrpläne der Lehr= und Uebungsgemeinschaften befassen, seien hier einige besonders entfernt liegende angeführt. Nahrung und Genuß:„Getreidekunde und Mehlprüfung für Müllereiarbeiter.“—„Die Bakteriolo= gie in der Molkerei". Textil:„Textile Drucktechnik“— „Speziallehrgemeinschaften für deutsche Textil= und Werkstoffe". Bekleidung und Leder:„Die vegetabilische Gerbung. Die Chromgerbung“—„Materialkunde in der Krawattenindustrie". Bau:„Kälte=, Wärme= und Schallschutztechnik“.—„Berechnung des Eisenbetons". Holz und Wald:„Der Wald und der Vierjahresplan“. Eisen und Metall:„Speziallehrgemeinschaften zur Bearbeitung von Leichtmetallen“. Chemie:„Das Wesen der Kolloidchemie". Druck und Papier:„Selbstkostenermittlung im grophischen Gewerbe“. Energie— Verkehr— Verwaltung:„Lehrgemeinschaften für Stewards und Stewardessen". Gesundheit:„Lehrgemeinschaften über Zahnbehandlung“. Man könnte die Aufzählung noch ungehindert fortsetzen und würde dann ein Bild von der Vielfältigkeit der Stoffgebiete bekommen, die im Rahmen der Schulungsarbeit behandelt werden. Da sich die Zahl der Lehrgemeinschaften immer enesprechend den Anforderungen verändert, kann hier nur eine runde Zahl angegeben werden. Rund 500 verschiedene Gebiete aus allen Berufen werden in den Lehr= und Uebungsgemeinschaften den Teilnehmern fachlich nahegebracht. Diese Ziffer kennzeichnet, mit welchem Ernst und mit welcher Totalität sich die DAF. der Berufserziehung angenommen hat. Eine qualifizierte Arbeiterschaft, die allen Anforderungen gewachsen ist, wird einst der Erfolg dieses Einsatzes sein. H T. Richtig in der Qualität, richtig im Preis! Besichtigen Sie unser Spezialienster Nr. 6. HERNE Bahnhofstraße Zweigstente Recklinghausen Im Fußball der Herbstmeisterschaft entgegen Gauliga-Vorentlcheidung und Großkampf in Bechum: VII. 48 Bochum- Weittalia Herne. Sportfreunde Gladbeck an der Schadeburg beim VIB Börnig.— Die Kreisklallen voll beichäftigt. Herbstmeisterschaft, dieser Ausdruck hat sich in den letzten Jahren eingebürgert, Herbstmeisterschaft bedeutet nämlich Halbzeit in den Punktespielen, und hier kann man feststellen, welche Mannschaften noch berechtigte Aussichten auf einen Enderfolg haben, hierbei kann man allmählich überschauen, ob es noch zur Meisterschaft langt, oder ob man Abstiegssorgen verspürt. In der Gauliga stehen wir bald vor der Halbzeit. Stolz und klar führen zur Zeit noch immer ungeschlagen unsere heimischen Westfalen die Tabelle an, aber nun setzt der letztjährige Meister nach. Schalke will aufholen und wird alle Register seines Könnens ziehen, um es noch zu schaffen. Eine Art Vorentscheidung gibt es morgen in Bochum. Der Kampf auf dem Tus=S Stadion dürfte sehr viel zur Klärung der Herbstmeisterschaft beitragen. Unsere Strünkeder haben bei dieser Auseinandersetzung ihre große Klasse unter Beweis zu stellen. Groß ist der Troß der Verfolger, stark die Spielkraft der Gegner, und einer der Besten ist VfL Bochum. Siegen die Strünkeder auch diesmal, so wird ihnen der letztjährige Meister den Herbsttitel nicht mehr streitig machen können. Hernes Fußballgemeinde wird morgen zur Castroper Straße nach Bochum pilgern und dort den Heimischen eine gute Stütze sein. Wir aber wollen hoffen, daß es auch morgen klappen wird. Der BfB Börnig hat in der Bezirksklasse die Felle so ziemlich fortschwimmen lassen und hat jetzt sogar ernstliche Sorgen, wenigstens den Verbleib in dieser Klasse zu sichern. Ob es ihm möglich sein wird, werden wir bald sehen. In dieser Klasse ist die Herbstmeisterschaft auch schon bereits entschieden. Gelsenguß Gelsenkirchen führt mit klarem Vorsprung vor Union und Bottrop. Gefährdet sind mit BfB Börnig noch Erle 08, Gelsenkirchen 07 und Schwarz=Gelb Gladbeck. In der 1. Kreisklasse atmen wir Herner nun etwas auf, denn unsere Mannschaften sind anscheinend im Vormarsch. Wenigstens kann man das von Germania, Sodingen und Constantin Herne behaupten, auch mit dem BV Süd geht es noch an. Die Sorgenkinder sind hier Fortuna und Viktoria, sie werden sich sehr anstrengen müssen, wenn sie sich in ihrer Umgebung halten wollen. Die klare Führung der Reichsbahner dürfte für sie zur Herbstmeisterschaft langen, doch wird es ihnen in der zweiten Serie schwer werden, die Stellung zu behaupten, da sie dann zahlreiche Spiele auswärtig zu erledigen haben. Ihr Ortsgegner, die Preußen aus Wanne, sind nicht so stark, wie man allgemein annahm, sie werden auch in diesem Jahr für die Meisterschaft wohl nicht mehr in Frage kommen. Gut liegt Teutonia Riemke im Rennen, die den Großteil ihrer Spiele auswärtig erledigte und daher im zweiten Durchgang noch gute Aussichten für den Spitzenkampf hat. Hierbei werden auch unsere Herner Mannschaften noch ein ernstes Wort mitreden wollen. Sei es nun Sodingen, Germania, Constantin oder Herne=Süd. Sie sind jedenfalls gefährliche Hindernisse für die führenden Mannschaften. Man hat sogar noch gewisse Hoffnungen, denn der Weg ist noch lang bis zur Entscheidung. Im abgeschlagenen Feld marschieren: Gerthe, Fortung, Viktoria, Rasensport Bochum und Constantin Bochum. Rasensport Bochum dürfte verloren sein, doch um den zweiten Abstiegsplatz wird ein erbittertes Ringen einsetzen. Wer aber wird zum Schluß der Leidtragende sein? Fortuna und Viktoria Herne warnen wir bereits jetzt schon. Das Spitzenfeld der 2. Kreisklasse liegt mit vier Mannschaften eng beieinander. Noch führt Carolinenglück Bochum, aber Rasensport Holthausen und Spusp Gerthe sind noch nicht abgetan, und dann ist auch noch der BC Hordel zu beachten. Unter diesen vier Mannschaften dürfte man die beiden Aufsteigenden zu suchen haben. Hoffentlich schaffen es wenigstens unsere Holthauser, nachdem VfL Herne nach anfänglich gutem Start absackte und kaum noch für den Spitzenkampf in Frage kommen wird, wenn ihm auch ein guter Mittelplatz nicht zu nehmen sein wird. Die letzten Plätze werden die drei Wanner Vereine: Hannibal, Holsterhausen und Rasensport unter sich ausspielen. Von allen Geistern verlassen scheint der SpV 16 Herne zu sein. Nun dürfte auch für ihn in diesem Jahr der Traum des Aufstiegs schon ausgeträumt sein, denn es setzt Niederlagen am laufenden Band ab. Bei solch schwachen Leistungen kann man auch nicht mehr erwarten. Uns ist es unverständlich, wie es soweit kommen konnte. Wir glauben kaum, daß es vorerst besser werden wird. Der morgige Sonntag sieht fast alle unsere Kreisklassenmannschaften im Punktekampf. Wir wollen hoffen, daß sie uns eine Reihe Punkte erobern, wie wir auch voller Hoffnungen zum Bochumer Großkampf zum Tus=Stadion und nach der Schadeburg in Börnig blicken. eine Formverbesserung aufzuweisen haben, werden sie gegen die Herner selbst zu Hause kaum zum Erfolg kommen. Eine Punkteteilung wäre schon ein großer Erfolg. Von 13 Uhr ab fahren vom Herner Bahnhof Einsatzwagen der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn direkt durch bis zum TuS=Stadion. SpUgg. Röhlinghausen— Borussia Dortmund. Einen schweren Gang macht Sonntag die„Lenz“. Mannschaft nach Röhlinghausen. Die Spielvereinler gaben auf eigenem Platz immer einen tapferen Gegner ab und haben hier schon manchen Gegner zur Strecke gebracht. Da die Borussen in diesem Jahr nicht richtig in Schwung kommen können, müssen sie von vornherein mit allergrößter Vorsicht zu Werke gehen. Am letzten Sonntag gegen Schalke verteidigte sich die Elf bis zum Schlußpfiff mit größter Energie und gab sich nie geschlagen. Die Knappen kamen nur in beiden Halbzeiten zu einem Treffer. Die Dortmunder müssen also schon alles aufbieten, wenn es zu einem Unentschieden kommen soll. Arminia Bielefeld— Spygg. Herten. Prächtig hat sich die Elf von Arminia Bielefeld in den letzten Spielen gemacht. Vergangenen Sonntag wurde Preußen Münster mit 5:0 überfahren, und damit eroberten sich die Arminen den dritten Platz in der Tabelle. Die Mannschaft spielt recht fair, der Sturm ist auch durchschlagskräftig. Gast ist Sonntag die Spielvereinigung Herten, die ebenfalls eine harte Klinge zu führen weiß. Da die Arminen aber den Vorteil des eigenen Platzes und Anhangs haben, gehen sie mit guten Aussichten in den Kampf. Spiel Westsalia- Schalke 04 am 11. Dezember Bekanntlich ist dieses in Herner Turn- und Sportkreisen mit großer Spanung erwartete Treffen für den 11. Dezemder angesetzt. Wer aber die Aufstellung der National=Aus. wahl-Elf durchgelesen hat, die am Buß- und Bettag in Stuttgart im WHW-Spiel gegen den Gau Württemberg gespielt hat, fand Tibulski und Gellesch berücksichtigt. Diese Elf aber wird sehr wahrscheinlich, von einigen Veränderungen abgesehen, am 11. Dezember im Ländertreffen gegen Holland Deutschlands Farden vertreten. Ohne diese beiden Schalker Spieler aber dürfte Schalke wohl nicht gegen Westfalla Herne antreten. Daher machen wir folgenden Vorschlag: Das Treffen Westfalia Herne— Schalke 04 wird auf den 27. November vorverlegt und die Auseinandersetzung: Westfalia— Röhlinghausen findet am 11. Dezember ihre Erledigung. Hofsentlich findet dieser Vorschlag Berücksichtigung, weil ja die erstgenannte Paarung bereits für den 2. Oktober und die andere erst für den 6. November vorgesehen war. Preußen Münster— Arminia Marten. Die fünfte Begegnung um Punkte steigt zwischen Preußen Münster und Arminia Marten. Nach den letzten Spielen gemessen, haben die Münsteraner auch gegen die Martener Gäste am Sonntag keine Chan cen. Der Kampfgeist wird in diesem Treffen in erster Linie ausschlaggebend sein= und den bringen die Martener bestimmt mit. Selbst der famose Torhüter Gappa von Preußen wird den Angriff der Martener nicht immer stoppen können. Ein knapper Sieg der Gäste liegt im Bereich der Möglichkeit. Die Bezirksligisten beendigen die erste Berie Sportfreunde Gladbeck bei BfB Börnig. Mit fünf restlichen Begegnungen schließt die se Gelsenkirchen die erste Westfalia die Bochumer Klippe? Alle zehn Mannichaften im Punktekampf.-— In der Glückauf-Kampfbahn: Schalke 04- SV Höntrop. Seit vielen Jahren ist der Punktekampf um die Führung im Lande der Roten Erde nicht mehr so interessant gewesen, wie diesmal. Die erste Serie ist bald vorüber, und der Wettlauf Westfalia Herne— Schalke 04 geht weiter. Die Herner stehen in der Tat äußerst günstig an der Tabellenspitze, haben sie doch bei fünf Spielen 11:1 Punkte aufzuweisen, während die Königsblauen nach sieben Kämpfen nur 10:4 Punkte bisher erringen konnten. Zwar ist Polen noch nicht verloren für die Knappen, es dürfen in Zukunft auch keine Experimente mehr gewagt werden, sonst könnte in der Spielzeit 1938 39 ein anderer mal Westfalengaumeister werden.— Der 20. November, Totensonntag, sieht ein volles Programm vor. Alle zehn Mannschaften der westfälischen Gauliga stehen im Kampf um Sieg und Punkte, und da werden die Anhänger des runden Lederballes bestimmt auf ihre Kosten kommen. Für jeden wird Sonntag etwas Besonderes geboten. FC Schalke 04— Spielverein Höntrop. Der Schalker Anhang wird Sonntag beim Punktekampf Schalke— Höntrop wieder restlos in der Glückauf=Kampfbahn zur Stelle sein; waren es am letzten Sonntag gegen SV Röhlinghausen rund 7000 Zuschauer, so werden Sonntag die Schlachtenbummler aus Höntrop und Umgebung die übrigen Ränge besetzt halten. In den letzten Jahren war im Westfalengau die Begegnung Schalke— Höntrop der Schlager der Saison. Die Zeiten haben sich geändert. Die Rothosen vom Hellweg sind nicht mehr die alten, immerhin sind die Mannen um die Timperts auch heute noch stark genug, um für Ueberraschungen sorgen zu können. Die Schalker hatten am letzten Sonntag wieder Szepan und Kuzorra zur Stelle, und schon klappte es weitaus besser. Die Schwäger sind der Elf immer noch eine gute Stütze. Für Sonntag hat sich die Elf etwas vorgenommen, und man darf gespannt sein, wie hoch die Torquote ausfallen wird. VfI. 48 Bochum- Weittalia Herne Der Tabellenführer Westfalia Herne stellt sich am Sonntag in der Kampfbahn an der Castroper Straße bei BfL 48 Bochum vor. Die Westfaliaelf ist heute unstreitig hinter Schalke die technisch beste Mannschaft in Westfalen. Die Verteidigung Krüger— van Haaren hat in letzter Zeit in der Westfalen=Auswahl ihren Stammplatz gefunden und hat schon manchen guten Sturm nicht zu Toren kommen lassen. Auch Sonntag wird der Bochumer Angriff vor einer sehr schweren Aufgabe stehen. Obwohl die Bochumer auch die Bezirksgruppe Gelsenkirchen die erste Serie ab, nachdem die Frage nach dem Herbstmeister schon zugunsten von Gelsenguß entschieden wurde. Der BfB Börnig hat eine schlechte erste Serie hinter sich und landete an vorletzter Tabellenstelle. Auch diesen Sonntag haben die Börniger nur geringe Siegesaussichten, denn die Sportfreunde aus Gladbeck gelten als eine der besten Bezirksmannschaften.— Zum Abschluß hat der Herbstmeister Gelsenguß noch einen schweren Gang anzutreten, uno zwar zum BfB Bottrop. Dort könnte man den Gelsenkirchenern gefährlich werden und ihnen einen Punkt abnehmen, wenn diese nicht auf der Hut sind.— Union Gelsenkirchen wird daheim durch einen klaren Sieg über Erle 08 den zweiten Tabellenplatz halten.— Der DSC Rotthausen hat in Gladbeck bei Schwarz=Gelb bestimmt noch nicht gewonnen. Wenn wir die Rotthauser auch für stärker halten, so könnte ihnen der fremde Boden doch gefährlich werden.— Bergmannsglück Hassel muß nach 07 Gelsenkirchen und wird dort kaum einen Punkt erben können. Wird der BfB Börnig noch zwei Punkte retten können? BfB Börnig— Sportfreunde Gladbeck BfB Bottrop— Gelsenguß Gelsenkirchen Union Gelsenkirchen— SpV 08 Erle Schwarz=Gelb Gladbeck— D'C Rotthausen 07 Gelsenkirchen— Bergmannsglück Hassel. BfB Börnig— Sportfreunde Gladbeck. Die bisherige Ausbeute aus den Punktespielen fiel für den BfB Börnig reichlich mager aus, denn schon liegt man an vorletzter Tabellenstelle. Zum Abschluß der ersten Serie haben die Börniger nun einen Gegner, gegen den sie im Vorjahr besonders günstig abschnitten. So siegten sie in Börnig 3:1 und spielten in Gladbeck 1:1. Die Gladbecker sind eine ausgesprochene Heimmannschaft, holten sich aber eine Reihe Punkte auf fremden Plätzen, so in Erle und bei 07 Gelsenkirchen. Da die Börniger zur Zeit ziemlich schlecht in Fahrt sind, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Gladbecker diesmal den Spieß umdrehen und sich von der Schadeburg zwei wertvolle Punkte mitnehmen. Noch am Vorsonntag zeigten sie im Spiel gegen ihren Ortsgegner ein großes Spiel, der BfB Börnig dagegen wartete bei 07 Gelsenkirchen mit derart schwachen Leistungen auf, daß man ihm wenig Hoffnung für das morgige Spiel geben kann. Bei den Börnigern vermißt man den sonstigen unbeugsamen Siegeswillen. In diesem Jahr zeigt man fast immer eine Halbzeit die besseren Leistungen, kommt dann der Gegner zu einem Tor, wirft man die Flinte ins Korn; das muß anders werden. Wir wollen hoffen, daß dieses morgen schon der Fall sein wird. Kampf bis zur Schlußminute muß die Parole sein, dann kann eventuell noch mit einem Erfolg gerechnet werden, aber auch nur dann! Weltere Spiele der Bezirksklalt Bochum: Wattenscheid 09 30— MBV Linden Westfalia Bochum— FC Witten 92 SuS Witten 07— Preußen Bochum SC Dahlhausen—. LFC Bochum=Laer Dortmund: BfR Heeßen— SC Hörde BC Bövinghausen— Sportfreunde Dortmund BV Brambauer— SpVgg. Kaiserau SuS Ahlen— Sportgem. Mengede Alemannia Dortmund— VfL Altenbögge Münster: VfL Bielefeld— BfI Paderborn Borussia Lippstadt— SuS Herford VfL Geseke— BV Lemgo SpVgg. Schildesche— Grün=Weiß Bielefeld Union Herford— Teutonia Lippstadt Minden: SpVgg. Beckum— SC Münster 08 kampfl. f. M. BV Rheine— Vorwärts Gronau Sus Hüls— Borussia Rheine Viktoria Recklinghausen— SpVgg Erkenschwis Sauerland: Hüsten 09— Tus Milspe Hagen 72— SpVgg. Welper Menden 09— DSC Hagen Sportring Gevelsberg— SV Herdringen Schwelm 06— Tus Neheim Siegerland: SV Altenseelbach— SpVgg. Klafeld Sportfreunde Siegen— Tus Eiringhausen RSV Eiserfeld— SpVgg. Olpe Eintracht Siegen— VfL Altena Karlchens Schlachtruf für Bochum Auch die Straßenbahn ist auf dem Draht.— Letzter Appell an die Mannen vom Schloß Strünkede. Die neueste Sensation vom Schalker Markt: Der Fall Urban.— Viel Lärm um einen Brief. Es ist in diesem Jahr viel Lärm um Schalke 04. Etwas reichlich viel Lärm, wie Karlchen von nicht wenigen Herner Sportfreunden gesagt wird. Sicherlich haben die guten Leute nicht ganz Unrecht, denn man kann es auch zu dull machen, wie man im Westfalenlande zu sagen pflegt. Aber der Schalker Markt gibt in diesem Herbst tatsächlich allerhand Gesprächsstoff ab. Jetzt haben wir schon wieder einen„Fall“, den Fall Urban. Der Schalker Nationalspieler ist in Nachwirkung des Platzverweises im Wiener Spiel gegen die Austria dis zum 27. November gesperrt worden, hat aber inzwischen bereits wieder im Meisterschaftsspiel gegen Röhlinghausen mitgewirkt. In der Presse wird nun des breiten und langen auseinandergesetzt, weshalb Schalke Urban mitspielen ließ. Demzufolge haben die Schalker im guten Glauben gehandelt, daß Urban lediglich mit einem Sonntag abgekommen sein. Am Tage vor dem Spiel gegen Röhlinghausen sei Schalke jedenfalls noch ohne Nachricht gewesen und habe auf die Anfrage beim Gaufachamt in Dortmund die Auskunft bekommen, daß aus Berlin noch nichts vorläge, der Fall also damit wohl erledigt sei. Am Tage nach dem Spiel lief dann bei Schalke 04 ein Brief aus Berlin ein, der den Schalkern das über Urban verhängte Strafmaß mitteilte. Der Brief trug den Stempel vom Tage vor dem Spiel, muß aber aus irgendwelchen Gründen auf der Post liegen geblieben sein. Soweit der reine Sachverhalt, demzufolge Urban in dem Spiel gegen Röhlinghausen mitgewirkt hat, obwohl er gesperrt war. Was wird das nun für Folgen haben? In Schalke steht man, wie Karlchen aus informierter Quelle weiß, auf dem Standpunkt, daß man korrekt gehandelt habe und eine Maßregelung nicht erfolgen könne. In Röhlinghausen aber sagt man sich:„Wir sind benachteiligt worden. Zumindest muß das Spiel, und zwar ohne Urban, wiederholt werden.“ Und was sagen wir in Herne, was sagt man in Bochum und in Bielefeld, wo man sich gleichfalls noch Hoffnungen auf die Gaumeisterschaft macht? Karlchen kann sich lebhaft vorstellen, mit welchem Interesse sich die„Juristen“ auf diesen Fall stürzen, mik welchem Eifer er in den Klublokalen diskutiert wird. Und ja taucht gleich die Frage auf: Hat Schalke nicht doch leichtsinnig gehandelt, war es nicht Pflicht der Schalker, sich bei der Berliner Stelle selbst zu vergewissern, ob Urban spielen durfte oder nicht? Das Gaufachamt in Dortmund war in diesem Falle nicht zuständig, denn der Fall unterlag der Rechtsbarkeit des Reichsfachamtswarts, unterlag Herrn Wolz persönlich. Ein Verein wie Schalke 04 mit seinen Erfahrungen kann schwerlich die Entschuldigung geltend machen, er sei hinsichtlich der Zuständigkeit nicht im Bilde gewesen. Die Auskunft, die Schalke von Dortmund bekam, kann zudem auch keinen amtlichen Charakter getragen haben, sondern war wohl unverbindlich. Also, wer auf dem Buchstaben des Gesetzes besteht, muß zu dem Schluß kommen, Schalke habe zumindest fahrlässig gehandelt. Und Fahrlälsigkeit schützt bekanntlich nicht vor Strafe. Die weitere Folgerung wäre dann die: Das Spiel Schalke— Röhlinghausen würde infolge der Mitwirkung eines nicht spielberechtigten Spielers Schalke als verloren angerechnet der Altmeister hätte zwei Verlustpunkte mehr. Der unmittelbare Nutznießer wäre, wenn das Spiel am morgigen Sonntag in Bochum gewonnen wird. Westfalia Herne. Wenn die Bochumer gewinnen, würden diese beiden Punkte für sie außerordentlich wertvoll sein, und im Hintergrund stehen, wie gesagt, die Bielefelder. Und was sagen die Röhlinghauser, wenn sie— was Karlchen aber kaum annimmt— in Abstiegsgefahr kommen sollten? Wie man also sieht, eine tolle Situation, die zu allerhand Komplikationen und Folgerungen führen könnte. Es ist nicht Karlchens Sache, die Interessen der einen oder anderen Partei zu vertreten. Wenn Karlchen seine rein private Meinung verzapfen soll, so steht er auf dem Standpunkt, daß es schade wäre, wenn der fesselnde Kampf, der sich jetzt um die Westfalenmeisterschaft entwickelt hat, durch solche Dinge eine Trübung erfahren sollte. Nach Karlchens Auffassung müßte es der Wunsch aller wirklichen Sportfreunde im Westfalenland sein, daß der diesjährige Westfalenmeister wirklich auf dem grünen Rasen ermittelt wird, daß sich aus dem Kampf, den wir jetzt seit Sonntagen mit so großer Spannung erleben, die wirklich beste Mannschaft herausschält, gleichwohl, ob das der Altmeister Schalke 04 oder eine andere Elf ist. Deshalb würde es nach Karlchens Auffassung für uns Herner das beste sein, wenn wir es den Instanzen selbst überlassen, wie sie mit der Geschichte ins Reine kommen; denn letzten Endes ist ja hier der Schuldige zu suchen. Einen solch wichtigen Brief schickt man nicht erst in letzter Minute, am Tage vor dem Spiel ab. Welche Strafe man Urban auferlegen wollte, dazu brauchte man doch wirklich nicht so lange Bedenkzeit. Hier hätte man schnell und entschlossen handeln müssen. Also überlassen wir den„Fall Urban“, und seine Behandlung anderen und wenden wir unsere Aufmerksamkeit anderen Dingen zu. Also morgen setzt die Straßenbahn Sonderwagen nach Bochum ein. Karlchen freut sich, das zu hören; denn bisher ist in dieser Hinsicht wenig getan worden. Schon am vergangenen Sonntag hätte Karlchen sich verstärkten Einsatz gewünscht. Man mußte schon Glück haben, wenn man noch einen Platz in der Straßenbahn erwischen wollte. Diesmal wird ja wohl ganz Herne auf den Beinen sein. Das Interesse für das Spiel im TuS=Stadion ist jedenfalls riesengroß. Auch in Bochum bildet es das Gespräch des Tages. Karlchen wird an der Castroper Straße also wieder einmal das fesselnde äußere Bild eines Großkampfes erleben. Was das Spiel selbst angeht, so glaubt Karlchen es kurz machen zu können. Unsere Westfalia weiß ja, um was es geht. Noch nie hat dem HerDer Feuerreiter, die gern gelesene illustrierte Wochenschrift, wird den Bestellern mit der heutigen Ausgabe der Herner Anzeigers ins Haus gebracht. ner Fußballsport ein solches Ziel gelockt. Wenn die Klippe in Bochum überwunden wird, kommen wir den Dingen ein gut Stück näher. Daß das Spiel erst nach schwerem Kampf gewonnen werden kann, ist ja wohl allen Herner Spielern klar, und daß man nur kämpfen kann, wenn man körperlich hundertprozentig in Ordnung ist, wohl auch. Aber das alles wird den Strünkedern ja von anderer Seite aus zur Genüge vorgepaukt worden sein. Karlchen hat zu denen, die morgen das blaue Trikot tragen, das Vertrauen, daß sie in sich den Ehrgeiz tragen, diesmal überzeugend unter, Beweis zu stellen, daß sie ein ernsthafter Konkurrent des Alt' meisters geworden sind. Bisher neigt man hier und dort### mer noch dazu, diese Frage mit einem leichtfertigen Achsekzucken zu behandeln:„Ach, die haben ja alle nur Glück gehabt, wenn Schalke richtig aufdreht, dann ist die Sache ja doch im Handumdrehen entschieden...“ Also, Westfalia, mach dich innerlich stark, spiele frei und ungehemmt dein Spiek! Dann kann es nach Karlchens Auffassung nicht schief gehen In diesem Sinne: Auf gen Bochum! Karlchens Tips: VfL Bochum 48— Westfalia Herne Schalke 04— Höntrop Bielefeld— Herten Röhlinghausen—. Borussia Dortmund Münster— Marten BfB Börnig— Sportfreunde Gladbeck Herne-Süd— Riemke Rasensport Bochum— Germania Herne Constantin Herne— Preußen Wanne BfB. Gerthe— Constantin Bochum Hordel— Harpen Holsterhausen— Hannibal Wanne Rasensport Wanne— Wattenscheid-Ost Rasensport Holthausen— SuS Gerthe BfL Herne— Wanne 1911 PfL Bochum— Herne 16 Handball: Röhlinghausen— Turnklub Herne 5:3 1:2 4•0 3:1 3•2 1:1 1:2 3:2 1:3 2:2 3:2 3:1 2:1 2:0 4:1 2:2 3:1 Stromsparer: Zweikreiser: Weite Landschaft im deutschen Norden Von Gerd Schniewind(Deike M) Der Wein Ein starker Weintrinker war der Kaiser Tiberiue. Die Römer gaben ihm deshalb den Spottnamen Biberins — der Trinker. Ein Kenner und Verehrer eines guten Tropfens war auch der Römer Luvius Piso, der zu Zeiten des Tiberins Stadtdirektor von Rom war. Böse Zungen behaupteten, der Kaiser haben ihn nur deshalb ans diesen Posten berufen, weil er am meisten Wein vertragen konnte. Ueber ihn spottet auch der Philosoph Seneca, er sei nur einmal in seinem Leben berrunken gewesen, dieser Rausch aber habe vorgehalten. * Die Anfänge des Weinbaues im Rheingan reichen weit in das graue Mittelalter zurück. Die Sage läßt Kaiser Karl den Großen die ersten Reben anpflanzen. Er soll von seinem Palast in Ingelheim bemerkt haben, wie die Sonne den Schnee früher von den Rüdesheimer Höhen leckte als anderswo, was ihn zur Anlage von Weinbergen daselbst veranlaßt hätte. So schön die Sage ist— in Wirklichkeit haben Klosterbauern erst ein Illenschenalter später den ersten„Rüdesheimer“ gepflanzt. 1864 feierte er sein tausendjähriges Jubiläum. * Ueber den Wert unserer Weine aus dem Rheingau ist nicht zu streiten. Immerhin aber darf daran erinnert werden, daß die Jury der Londoner Weltausstellung in den achtziger Jahren sie ausdrücklich für die ersten der Welt erklärte. Einen edlen Tropfen reichte man 1863 den Mlkitgliedern des deutschen Fürstenkongresses in Frankfurt. Der Ilkagistrat bewirtete seine Gäste mit einem Rauenthaler, von dem die Flasche neun Taler kostete. Seitdem führte dieser Jahrgang den Iamen„Fürstenwein". * Die unterschiedliche Wertschätzung dieses oder jenes Weines durch scherzhafte Benennungen gehört seit je zur Wissenswerte und merkwürdige Tatsachen. beliebten Unterhaltung weinfroher Gemüter. Den schlechten Wein des Jahres 1529 nannte man„den Türken, weil um die Herbstzeit der Türk die Staot Wien m Oesterreich belagerte“, und von dem Wein, der auf den Bergen Mitteldentschlands wächst, hat MNelanchthon gesagt:„Mich dünkt, daß die Berge hiesigen Landes reinen Essig weinen!“ Der Jahrgang 1847 führte lange Zeit den Ramen „Revolutionswein". Er war mehr als sauer und es gab ihn reichlich. Trotzdem gab es bald keinen Tropfen mehr. Die Revolution hatte ihn ausgetrunken! Von den Rhein= und Moselweinen hat Friedrich der Große wenig schmeichelhaft gesagt, daß„sie die Kehle zusammenschnüren und einen Vorgeschmack des Gehängt= werdens geben". Von einem Humpen„Potsdamer“ behauptete Alerander von Humboldt:„Dieser Wein ist nicht trinkbar, wird aber doch getrunken!“ und den Berliner Wein nannte der Schriftsteller Adolf Glaßbrenner „Fahnenwein", denn—„wenn man een einzijet Achtel über die Fahne jießt, so zieht sich det janze Rejiment zusammen!“ Ge hat der Volkemund die Eigenart der Weine aus den verschiedenen Anbaugebieten gekennzeichnet: Frankenwein— Krankenwein, Ikeckarwein— Schleckerwein, Rheinwein— Feinwein, Saarwein— Wahrwein, Gehwabewein— Labewein. Und schließlich kündet ein alter Volksspruch vom Ahrwein: Wer an der Uhr war Und weiß, daß er an der Uhr war, Der war nicht an der Uhr. Wer aber an der Uhr war Und wein mor mehr, daß er an der Uhr war, Der war an der Ahr! 2.97. Unser Leben ist wie ein Kunstwerk Die hölzerne Truhe W. P. TOFFLINGER Bauer Malten war ein gesunder, kräftiger, breitschultriger IXann mir Händen, die zuzupacken verstanden. Er hätte glücklich und zufrieden sein können mit sich und der Welt, denn sein Hof galt als der schönste im ganzen Landkreis. Allein das Schicksal hatte Malten schon als Kind gezeichnet. Häßliche Pockennarben entstellten sein Gesicht. Mit den Jahren hatten sich die Wundmale zwar ein wenig verwachsen. Aber die Mädchen, die ihn schon als Schuljungen gehänselt und über die Schulter angesehen hatten, mieden seinen Weg. So war er einsam geblieben, und schließlich hatte er sich den Gedanken zu heiraten endgültig aus dem Kopf geschlagen. Doch das Leben geht oft seltsame und verschlungene Wege, und so kam auch für Bauer Malten der Tag, an dem sich sein Leben von Grund auf ändern sollte. Am Chausseerand hatte er eines Abends eine kleine hölzerne Truhe gefunden. In der Truhe lagen verwahrt ein Geberbuch, ein Bündel blonder Locken und, eingewickelt in einen Tüllschleier, eine kleines vergilbtes Lichtbild. Zuerst hatte er daran gedacht, den Fund auf dem Schulzenamt abzuliefern. Aber dann war ihm das kleine Bildchen aufgefallen. Beim Licht der Lampe hatte er es immer wieder betrachtet, und schließlich vergaß er seinen Vorsatz. Malten hatte nie Liebe empfinden können für irgendein Ilkädchen im Dorf. Jetzt lag die unscheinbare Fotografie einer jungen Frau vor ihm, die vielleicht schon längst gestorben war, denn ihre Kleidung war nach der Mode der Vorkriegszeit, und das Gesicht der Dar gestellten nahm sein ganzes Herz gefangen. Oft grübelte Malten nach, wer die Frau sein mochte. Er hatte die kleine Truhe in der Kammer versteckt und wartete voll Unruhe, ob sich jemand auf dem Schulzenamt melden würde, um den Verlust anzuzeigen. Allein nichts dergleichen geschah. Ilanchmal wünschte er sich, wenn er abends über den Wirtschaftsbüchern saß, daß sich die Tür öffnete und die Frau hereinkäme. Aber dann folgten auch wieder Zeiten, in denen es ihn schmerzte, nur eine Unbekannte oder längst Verstorbene verehren ## dürfen, und er drehte das kleine Bild mit dem Glas für Wand. An einem klaren Frostmorgen ging Ilkalten über die Wiesen zu seiner Kartoffelmiete. Dicht an der Miete führte ein Feldweg vorbei, und noch ehe Malten beran war, bemerkte er einen Planwagen unter den kahlen Bäumen halten. Ein kleines müdes Pferd stand abgezaumt davor. Im ersten Augenblick glaubte Malten, Zigenner hätten hier Rast gemacht. Aber dann sah er rings um den Wagen Körbe und Flechtmatten hängen, und sein Argwohn legte sich. Indessen, als er nabe genug beran war, um Einzel heiten erkennen zu können, stutzte er. Ein kleiner Junge sammelte hastig vor dem Ilkieteneingang einige liegengebliebene Kartoffeln auf und schlüpfte danach unter die Wagenplane. Malten blieb ärgerlich stehen.„Heda!“ rief er. „Was sind das für Sitten? Wer Kartoffeln haben will, kann zu mir kommen. Hier wird nicht gestohlen!" uno er fragte den Kleinen zornig nach dem Wagenbesitzer. Doch der Kleine schwieg. Ohne den 9Nund aufzutun, starrte er regles und eingeschüchtert in Ikaltens häßliches Gesicht. So machte Malten auf dem Absatz kehrt und ging zum Dorf, um dem Schulzen zu melden, daß der Feldhüter seine Pflichten vernachlässige. Er hatte am Morgen Streit mit dem Knecht gehabt und war in keiner guten Stimmung. Allein, als er die Stufen zum Schulzenamt hochstieg, schämte er sich, wegen einer Geringfügigkeit Beschwerde zu führen, und er wollte schon umkehren, als der Schulze in der Tür erschien. ITeben ihm stand ein junges Mädchen. Es war schlank und zierlich. Als Ikalten sein Gesicht gewahrte, durchfuhr ihn ein jaher Schreck, er fühlte alles Blut zum Herzen strömen. Das Mädchen hatte die gleichen sanften und gütigen Augen wie die Frau auf dem vergilbten Bild. „Ja“, sagte der Schulze zu seinem Besuch, ohne Malten zu beachten.„Schmuckkästen und dergleichen Krimskrams sind kein Kinderspielzeug. Ihr hättet lieber rechtzeitig auf Euren kleinen Bruder aufpassen sollen. Hier ist keine Truhe abgegeben worden. Und eine Fußmatte kann ich leider auch nicht gebrauchen!“ Und er zuckte die Achseln und trat in das Haus zurück. Malten stand wir erstarrt. Er spürte, wie das 9ädchen ihn hilfeflehend ansah, und schließlich faßte er sich ein Herz und fragte behutsam:„Ihr vermißt eine Truhe?“„Einen kleinen Holzkasten", bejahte sie.„Ein (erbstuck.“ Und sie berichtete zutraulich, ihre Eltern seien Wolgadentsche. Der Vater bätte drüben eine Seilerwerkstatt gehabt. Aber die Sowjete hätten ihn mit seiner Familie ausgewiesen. Auf der Flucht sei zuerst der Vater und dann die Mlutter gestorben. Gottlob hätte sich ihrer ein entfernter Verwandter angenommen, und seit einigen Ilkonaten betriebe sie hier in der Gegend einen Handel mit Flechtwaren. Malten schwieg. Der kurze Bericht hatte ihn tief bewegt, und Mitleid und Freude mischren sich in seiner Brust.„Und die Truhe habt Ihr nicht finden können?" fragte er zögernd.„Na, vielleicht kann ich Euch irgendwie nützlich sein. Ihr könnt nachher zu mir kommen und mir zwei Flechtmatten verkaufen. Ich wohne draußen bei den Ausgebauten.“ Und er nickte und schritt hästig davon. Er suchte in der Gerätekummer. Seine Hände zitterten, und sein Herz klopfte zum Zerspringen. Die Aehnlichkeit des jungen Mädchens mit der Frau auf dem Bild, ihr Auftauchen hier im Ort, all das erschien ihm plötzlich wie ein Geschenk des Himmels, und in freudigem Eifer kramte er alle Geräte durcheinander, bis er schließlich ganz zuunterst die Truhe fand. JTachdem er sie mit dem Bild zusammen auf den Tisch gestellt hatte, setzte er sich. Eine seltsame Feierlichkeit lag über ihm. Er wartete. Endlich, nach einer guten Stunde, klingelte es an der Haustür. Als Malten öffnen ging, stand das Mädchen vor ihm, den jüngeren Bruder an der Hand.„Ich bringe Euch die Matten“, sagte sie schlicht und wies auf ein Paket. Malten nickte verwirrt. Er fand nicht gleich die rechte Antwort und klinkte die Tür zur Stube auf. „Ich stehe nämlich in Eurer Schuld“, sagte er.„Ich muß Euch etwas erklären.“ „In meiner Schuld?“ Das Mädchen sah ihn fragend an und lächelte ungläubig. Aber dann gewahrte sie die Truhe und das Bild im Goldrahmen auf dem breiten Tannentisch, und mit einem kleinen Schrei eilte sie über die Schwelle. „Wie ist das möglich?“ rannte sie.„Meine liebe MNutter! Und wie Ihr das Bildchen geschmückt habt!“ (ie streckte Malten bewegt ihre Hand bin. Sie hatte keine Schen vor seiner Häßlichkeit und blickte ihm groß und offen in die Angen.„Wie kann ich Euch jemals dafür danken“, sagte sie. Malten wandte sich ab und schwieg. Er hatte nie Herzlichkeit zu spüren bekommen und suh verlegen zum Fenster.„Wann Ener Geschäft einmal schlechter geht", sagte er stockend,„wollt Ihr dann zu mir kommen?“ „Zu Euch?“. Ein ungläubiges Lächeln zuckte um ihren Mund. Sie schien seine Worte noch nicht recht zu fassen. Der stattliche Hof, das neue, festgefügte Haus und der weite Garken— all das sollte einmal ihr Bereich werden? Sie schwieg verwirrt. Aber dann sah sie den bangen, flehenden Ausdruck seiner Augen und nickte.„Gern", flüsterte sie, und Malten spürte in warmer Dankbarkeit, daß ihm in dieser Stunde ein kleines unscheinbares Bilochen Segen gebracht Eine Befrachtung von Unser Leben ist wie ein Kunstwerk; nicht was es darstellt, ist ausschlaggebend für seinen Wert, sondern welchen Eindruck es hinterläßt, welche Gefühle es auszulösen vermag. Und nicht, was wir erlebt haben, ist das Ent scheidende, sondern wie wir's erlebt haben, was wir draus gemacht haben, wie wir damit fertig geworden sind. Den großen, reichen, wirren Romanstoff unseres Lebens wirft uns das Schicksal in den Schoß, und es sind gar nicht so sehr viele verschiedene große Konflikte, in die der Mensch überhaupt kommt. Es hat mir mal einer ge sagt, es seien nur 13 tragische Konflikte, die es überhaupt gibt— die Griechen, diese Dichter der ganz einfachen, ganz großen Tragödien, hätten das festgestellt. Iun, ich habe keine Ahnung, ob das stimmt. Sicher ist, daß wir mit jedem großen Schicksalsschlage uns unsichtbar verbunden fühlen mit zahllosen Leidensgenossen, mit Stirnen, die für uns, die wir auch das nun verstehen lernten, gezeichnet sind. Das ist ja der Trost in allem, die unendliche Gemeinsamkeit mit vielen! Selbst in der grenzenlosesten Einsamkeit ist der Illensch verbunden mit Schicksalsgenossen, die ebenso einsam sind wir er. Und so er noch ein schlagendes Herz hat, ist er also nie ganz einsam. Das Besondere seines Schicksals sind immer nur die besonderen Umstände, in denen das Leben allerdings unerschöpflich erfinderisch ist: sie allein sind individuell, das Schicksal selbst ist mit einigen wenigen Varianten doch immer wieder groß und einfach dasselbe. Das ist ja nun gewiß ungeheuere Binsenweisheit, die mir da einfällt, aber mir war gerade diese Erkenntnis ein ganz besonderer Trost und große Hilfe. KATHE KRUSE Wir Frauen brauchen Gemeinsamkeit und warn Hände und ein Ja zum Leben. Darum müssen wiimmer kämpfen, ringen, betteln. Das Leben durchmacher müssen, das doch nur kann unsere Aufgabe sein, nich wahr, nicht sich drum herumschleichen. Und wenn er uns einmal zu zerdrücken droht, zum Trost doch wissen daß wir ja nicht mehr zu ertragen brauchen, als wir ertragen können. Also entweder wir gehen an diesem Schicksal zugrunde, oder wir können es überstehen und sind dann eines Tages eben doch darüber hinaus Und was mich nicht umbringt, macht mich bekanntlich stärker, nach Nietzsche. Ila aber, ich will nun lieber doch nicht protzen mie meiner Charakterstärke,— ich hab dazu schließlich nicht den leisesten Grund. Gar nicht zu reoen von der schlechten Figur, die ich schon oft dem Leben gegenüber eingenommen habe, und wer weiß, wie bald wieder einnehme. Wer kennt sich? Und hinterher tapfer tun ist leicht! Rin in die Kartoffeln— raus aus die Kartoffeln— das ist schließlich unsere ganze Lebensart.— Stimmt, zugegeben. Aber man muß die Menschen gelten lassen, wie sie sind und uns Frauen gelten lassen, wie wir sind, wir müssen ja bestimmt auch jede Torheit, die wir machen, gründlich in uns selber bezahlen. Es ist auch ganz gleichgültig, was wir tun, wenn sich nur das Ilkoralische immer von selber versteht. Ausschlaggebend bleibe überhaupt nur die Stimmuna, die wir hinterlassen, wie bei einem Buche— und die Erinnerung, die wir einmal mit unserem gelebten Leben werden hinterlassen können. Die schöne Ostmark Schloß Schlaining im Burgenland Ragimund Reimesch (Deike-Mater) Bitterwasser Von HANS BURESCH Von seinem letzten Spaziergang hat sich Herr Tobias Kratzeuhuber eine Flasche edlen Rebensaftes mitgebracht. In aller Heimlichkeit natürlich. Denn in solchen Dingen versteht seine bessere Hälfte, die Frau Anna Kratzenhuber, keinen Spaß. Nicht einen Tropfen Alkobel dulder sie in ihrem Hause. Aber Herr Tobias hofft auf sein gutes Glück! Es wäre ja nicht die erste Flasche gewesen, die er hinter dem Rücken seines alkoholfeindlichen Weibes geleert hätte. Und es würde wohl auch nicht die letzte sein. (2o hofft Herr Tobias. Aber diesmal hat er Pech. Ausgesprochenes Pech. Just wie er die Flasche vor sich auf den Tisch stellt, tritt Frau Anna in das Zimmer. Und hat natürlich sofort die Flasche gesehen. Und stürzt darauf wie ein Geier.„Was ist in der Flasche?", will sie wissen. Herr Tobias druckt und schluckt, aber er kommt doch nicht um die Antwort berum. Aber wenn er jetzt die Wahrheit sagt, dann... Und so sagt er kühn:„Bitterwasser habe ich mir mitgebracht aus der Apotheke... Ich habe so Ueblich keiten in der letzten Zeit... Du weißt ja...“ Frau Anna weiß. Aber sie traut der(ache doch nicht. Sie nimmt die Flasche und versucht, sie zu öffnen. Herr Tobias macht die Augen zu, in der Hoffnung, daß sich die Erde dafür unter seinen Füßen auftun würde. Da erscheint Frau Resa Stanglberger. Die Freunoin seiner Frau. Herr Tobias atmet auf.— Für die nächsten sechzig MNinuten ist die Gefahr abgewendet. Und Zeit gewonnen— alles gewonnen! Vielleicht! Frau Rosa Stanalberger ist ihrer Freundin, der Frau Anna Kratzenbuber, vollkommen würdig. Auch sie ist eine abselute Gegnerin jeglichen Alkobols. MNlit großen Augen starrt sie auf die verhängnisvolle Flasche. Frau Anna Kratzenhuber fühlt sich verpflichtet zu er klären:„MNein Mann hat mir da eine Flasche Bitterwasser gebracht, gegen gewisse Beschwerden...“ „Bitterwasser?“ Frau Rosas Augen werden noch größer. Und dann sagt sie:„Ach, liebe Freundin, das Bitter wasser mußt du mir abtreten! Fur meinen Mann!“ Frau Anna glaubt, nicht recht gehört zu haben. Aber ihre Freundin klärt sie auf. Ihr Mann, der alte (aufaus, habe wieder einmal zu tief ins Glas geschaut und läge mit einem Katzenjammer im Bette, der für eine ganze Stammtischrunde genüge, und nun denke sie es sich als gerechte Strafe, wenn er dafür die Flasche Bitterwasser austrinken müsse. Das leuchtet auch Frau Anna ein. Und natürlich gibt sie ihrer Freundin die Flasche mit dem Bitterwasser. Denn in solchen Fällen müssen die Frauen eben zusammenhalten! Wird dem alten Hallodri nicht schaden, Wenn er einmal statt Gumpolokirchner eine Flasche Bitterwasser schlucken muß. Herr Tebias Kratzenhuber aber weiß nicht, ob er lachen soll coer weinen. Go entschließt er sich zum Lachen. Die beiden Frauen schauen ihn böse an: „Schadenfroh! Ja, so sind die Männer!“ Und dann geht Frau Rosa Stanglberger. Weil sie es schon nicht mehr erwarten kann, ihrem IIkanne das Bitterwasser zu verabreichen. Im Hause Kratzenhuber aber ist der häusliche Friede wieder einmal gerettet! Aber auf wie lange? Ueber diese bange Frage kommt Herr Tobias Kratzenhuber nicht hinweg. Wenn jetzt die Stanglberger den Schwindel entdeckt? Was dann? WJährend trübe Gedanken seine Seele quälen, läßt sich, ein Gtockwerk höher, Herr Stanglberger das „Bitterwasser“ sehr gut schmecken. Das war einmal eine ANcdizin nach seinem Geschmack. Frau Rosa aber schüttelte den Kopf. Etwas stimmte da nicht. Etwas simmte da ganz bestimmt nicht!(Lo hatte sie sich die Wirkung des Bitterwassers nicht vorgestellt. Ein furchtbarer Verdacht stieg in ihr auf. Wie, wenn das Bitter Tuschzeichnung von Erna Ackermann(Deike M) wasser gar kein Bitterwasser gewesen wäre! Sie griff nach der Flasche. Gie war leer. Aber als Frau Rosa sie jetzt an ihre Nase hielt, da wurde ihr Verdacht zur furchtbaren Gewißheit. Das Bitterwasser, das Bitter wasser war Wein gewesen! Und sie selbst hatte ihrem Ilanne befohlen, die ganze Flasche auszutrinken! So also war es mit der Alkoholfeindlichkeit ihrer Freundin bestellt! So! Aber nun wußte sie wenigstens, was sie von dieser Frau zu balten hatte. Fertig war sie mit dieser heuchlerischen Person! Fertig! Ein für allemal fertig! Auf der Stelle würde sie zu ihr gehen... mit der Flasche und ihr... Aber nein! Diese Frau war ihres gerechten Zornes gar nicht mehr würdig. Hier konnte es nur eins geben: Verachtung! Wortlose Ver achtung! Und die Flasche schickte sie ihr durch die Haus meisterin zurück. Und zwar sofort! Frau Anna Kratzenhuber wunderte sich nicht wenig, als ihr die Hausmeisterin die Flasche zurückbrachte. Und nicht einmal ausgewaschen, wie es sich doch gehört hatte. Instinktio führte sie die Flasche an ihre Rase. Und Cann Dann geschah etwas, das Herr Tohias in seiner langen Ebe noch nie erlebt hatte. Geine Frau sagte zu ihm:„Lieber Tobias!" Jawohl! Lieber Tobias, sagte sie.„Lieber Tobias! Was sagst ou zu dieser Stanalberger?“ Herr Tobias sagte vorläufig überhaupt nichts. Frau Anna aber sprach dafür um so merr:„In dieser Flasche war Wein! Wein! Da haben sie bei Stanglberger also Wein getrunken! Eine ganze Flasche! Und das Bitter wasser haben sie wahrscheinlich ausgeschüttet. Vermutlich hat sie überhaupt nur eine Flasche gebraucht. Und mir erzählt die scheinheilige Person, daß in ihr Haus kein Tropfen Alkobol käme! Aber mit der bin ich fertig! Jawohl! Fertig! Ein für allemal! Die ist Luft für mich!" Herr Tobias Kratzenhuber atmete auf. Am nächsten Tage aber gingen zwei Frauen an einander vorbei und kannten sich nicht mehr. Zwei Frauen, die die besten Freundinnen gewesen waren. Frau Anna Kratzenhuber und Frau Rosa Stanglberger. „Das Rätsel“ JO HANNS ROSLER Der junge Mann blieb vor ihr stehen. Er zog seinen Hut. „Die heißen Hermine!“, sagte er streng. „Entschuldigen Sie—“ „Heißen Gie Hermine? Ja oder nem?“ „Ich heiße Hermine. Aber ich kenne Sie doch gar nicht?“ Der junge Man sah ihr tief in die Augen. „Jeh kenne Gie auch nicht. Gie sehen mich heute zum ersten Male. Dennoch weiß ich, daß Sie Hermine heißen,“ sagte er visionär und richtete seinen ausgestreckten Zeigefinger auf sie. „Woher wissen Gie denn das?“ „Ich weiß noch viel mehr,“ fuhr der junge Mann eindringlich fort.„Ich weiß, daß Sie verheiratet sind, eine Dreizimmerwohnung mit einem Garten haben, in dem Wühlmäuse vor kurzem Ihren selbstgepflanzten Galat vernichteten, daß Ihr Mann Bruno heißt und Ihre Ehe zu Ihrem Kummer bis heute kinderles blieb. Stimmt das?“ Hermine stand überwältigt. Ihre Arme hingen hilf los am Körper.„Das ist unheimlich! Alles stimmt genau.“ „Sie hatten vorgestern große Wäsche und hingen siebenundsechzig Wäschestücke im Hofe auf.“ „Ach? Sie wohnen in der Nachbarschaft?" Der junge Alkann zog seine Brieftasche. „Keineswegs. Ich war noch nie in dieser Stadt. Ich bin erst heute früh aus Bukarest hier angekommen. Vor vier Stunden war ich noch im Ausland. Da ist mein Paß mit Grenzstempel. Hier ist die Fahrkarte.“ „Aber woher wissen Sie denn alles?“ „Mein großes Geheimnis,“ fuhr der junge Mann energisch fort,„ich weiß noch viel mehr: Ihr Ilkann ist städtischer Beamter, er arbeitet im gleichen Büro mit einem Wern Flemming zusammen. Herr Flemming ist verheiratet, seine Frau ist blond und hat sich kürzlich ansr unernaunt nichr Itebt. „Gie kennen sicher Frau Flemming Ich schwöre, ich habe Frau Flemming noch nie gesehen! Aber kommen wir zu Ihnen zurück: Gie sind seit acht Jahren verheiratet. Gie hätten damals eine viel bessere Partie machen konnen, aber(Die entschlossen sich zu Bruno wegen der Pension als Beamter. Ihr Ilkann geht jeden Gamstag kegeln und ist das letzte Ilkal erst früh um zwei Uhr heimgekommen. Weiter: Eine Echwester von Ihnen will sich mit einem Mann verbeiraten, von dem man nichts genaues weiß. Ihr Illann hat eine Auskunft über ihn eingezogen, die aber noch nicht eingetroffen ist. Ihre Frau Mutter hat synen vor drei Tagen einen Brief geschrieben, in dei sie ankündigt, daß sie acht Tage zu Besuch kommt. Daraufhin hatten Eie einen Streit mit Ihrem Ilann. dem Gie vorwarfen, daß Sie vor drei Jahren seinen Bruder auch vier Wochen durchgefüttert hätten, als er seine (Ttelluna wegen Unregelmäßigkeiten beim Gaswerk verler. Stimmt das?“ Hermine zitterte am ganzen Körper. „Herr, das grenzt an Zauberei!“ „Ich bin auch ein Zauberer!" „INein Gott!“, seufzte Hermine erschüttert. Der junge Mann lächelte zum ersten MXale. „Sie können daran teilhaben, meine Dame. will mein Können nicht für mich bebalten. Wenn(## wollen, weihe ich(die gern für die Kleinigkeit vo## zwanzig Mark in mein Geheimnis ein.“ „Ich werde dann auch in der Lage sein, das Leben unbekannter Menschen bis in die intimsten Dinge zu wissen?" „Bestimmt, meine Dame.“ Hermine nestelte an ihrer Handtasche und zog einen Zwanzigmarkschein heraus. Sie überreichte ihn dem jungen Mkann. „Und wie muß ich es machen?“ Der junge Mann sagte leise: „Genau wie ich. In der Straßenbahn fahren. Ich habe nämlich vor zehn Minuten in der Straßenbahn hinter Ihnen gestanden, und zugehört, was(ie Ihrer Freundin erzählten.“ Martinsgänse(Deike-Mater) Kindermund. Wieder einmal versuchte Fritzchen seinen Teller mit dem Rest der Cuppe, die ihm nicht behagen wollte, seinem Vater zuzuschieben. Trotz manchen Wortes der Zurechtweisung ließ Vater sich im Zeichen des Kampfes gegen jeden Verderb endlich doch die ihm zugedachte Rolle gefallen. „Wer sollte wohl deine Reste immer essen, wenn du mich nicht hättest?" fraate etwas unwillig der Vater. Jrach einigem Zögern kam die lakonische Antwort aus Fritzchens Mund: „Dann müssen wir uns eben ein Schwein kaufen!" * Ver Gericht. Vorsitzender:„Gie glauben also bemerkt zu haben, daß der verdächtige Fremde krumme Beine hatte! oder X Beine?“ Zzeugin:„Auf den Buchstaben habe ich nicht geachtet, Herr Richter!" „Ich hole Jumbo ummer mit rüber, damit er mir silft, die Koffer zuzuschließen.“ Ein Schotte. Ctirnrunzelnd prüft Jack eine Zeitlang cie eingegantine Arutrechnung. Ilkit einem grimmigen Fluch erhebt u sich plötzlich und sagt entschlossen: „Die Beratungen, ja, die sollen bezahlt werden— die Besuche hingegen will ich alle erwidern.“ Er und Eie. Er:„Da hat vor einiger Zeit ein bekannter Statisti ler genau ausgerechnet, daß auf zwei Frauen immer nur inundeinhalb Männer kommen!“ Gie:„Und ich Unglückliche mußte natürlich ausgeeechnet den Halben erwischen!" Brand im Illuseum. „Also: Frauen und Kinder zuerst!“ Auch ein Beruf. „Was ist denn dein Vater?“ „Der ist Wurm-Imitator!“ „Was ist das?“ „Ja, er macht nämlich in die antiken Möbel die Wurmlöcher!“ Ein Schlauberger. Ein Junge kam in einen Laden und bat das Telefon benutzen zu dürfen. „Hallo! Ist dort Schmitz& Cie.?... Sie haben vorige Woche einen Laufburschen gesucht?... So, Sie haben schon einen?... Gind Sie zufrieden mit ihm?.. So, Sie wollen also nicht wechseln?... So, danke!" Er legte den Hörer hin und der Ladeninhaber sagte: „IXa, junger Freund, diesmal hast du wohl kein Glück gehabt?“ „Doch!... Ich bin nämlich selber der Laufbursche bei Schmitz; ich wollte bloß wissen, ob er mit mir zu frieden ist!" * „Ihr Gatte benötigte eine Transsusion, und das ist das einzige Zeug, oas zu seinem Blut paßt!“ Kathederblüten Auf diese Art ist hier im Reagenzglas Pikrinsaure entstanden, ein Explosivstoff von solcher Stärke, daß, wenn mein Versuch mißlingt, ich in die Luft fliege!— Treten Sie doch, bitte, etwas näher, damit Sie besser folgen können! Von diesen Affenschädeln gibt es nur zwei in Europa. Den einen besitzt Dr. Müller in Stockholm, den anderen sehen Sie bei mir! 9Numien sind bekanntlich präparierte Leichen, die eine fast unbegrenzte Lebensdauer haben. Ja! Das ist wirklich so, meine Herren! Illag auch das Auge des Laien noch so bedenklich oen Kopf schütteln. Gie wissen ja, meine Herren, daß dem Alcibiades die umgestürzten Hermessäulen in die Schuhe geschoben wurden! Schauen Sie doch nicht zum Fenster hinaus, wenn ich hier vom Reanderthaler spreche! Schauen Gie mich an! Ob Sokrates wohl der große Philosoph geworden wäre, hätte er statt der Tantippe die Venus zur Frau gehabt? Hier sehen Sie im Original den Ilkagen eines Säufers. Er gehörte früher mir, jetzt gehört er Herrn Professor Hollmann. * Beim Heiratsvermittler. „Wird die Dame nicht Anstoß an meinen krummen Beinen nehmen?“ „Wohl kaum, sie hat ja selbst welche!“ * Guter Rat. „Ich möchte ein neues Leben anfangen! Aber wie?“ „Rimm mal ein Bad; dann fühlst du dich gleich wie neugeboren!“ * Vor Gericht. „Der Kläger ist bereit, die Anzeige zurückzunehmen, wenn Sie ihm sagen, wo Sie das gestohlene Geld versteckt haben.“ „Herr Richter, ist das nicht Erpressung?“ * Im Zoo. „Sechs Jahre, meinen Sie, sei dieser Affe erst alt? Haben Sie ne Ahnung! Der könnte Ihr Vater sein, junger Mann!“ Amazonen. Der Polizeiarzt untersuchte eine Frau, die mit verletztem Handgelenk zu seiner Station gebracht worden war. „Ich verstehe das nicht“, sagte er,„die Wunde ist zu groß für einen Hundebiß und zu klein für einen Pferdebiß... „Ctimmt auffallend“, rief die Patientin heiter,„es war eine andere Dame!" Kreuzworträtsel. Bedeutung der einzelnen Wörter: a) von links nach rechts: 1 Stadt in Franken. 6 amerikanischer Dichter, 7 Tonstück, 9 Tiergruppe, 10 alter algerischer Titel, 11 Stadt in Franken; b) von oben nach unten: 1 Teil dee Hahnensußes, 2 Tiergruppe, 3 Sportschlitten, 4 Teil von elektrischen Geräten, 5 Brotaufstrich, 8 Wurfgerät. Rösselsprung. * Auflösung der Rätsel aus der Unterhaltungsbeilage. Auflösung des Krenzworträtsels: a) 1 Mine, 4 Atom, 7 Etat, 8 Baku, 9 Basel, 11 Gin, 13 Lage, 15 Dill, 17 Emu, 18 Reh, 19 Nota, 21 Jena, 22 Gau, 23(erbe, 25 Rhin, 26 Ehre, 27 Gurt, 28 Lein;— b) 1 Mecklenburg, 2 Nab, 3 Etage, 4 Abend, 5 Tal, 6 Ilkuehlhausen, 10 Samos, 12 Elend, 14 Gut, 16 Ire, 20 Agent, 21 Jubel, 23 Sir, 24 Ehe. Auflosung des Rösselsprungs: Goldgewolk und Nachtgewölke, Regenmüde still vereint: Also lachelt eine welke Geele, die sich satt geweint. Doch die (Tonne sinkt und ziehet Nieder alle eitle Pracht, Und das Goldgewölk verglühet Und verbrüdert sich der Nacht. Von Alkartin Greif Ein Welt=Varietee jubiliert Die Geburtsstätte des Films. Dompteure, Kraftmenschen und schöne Frauen. Das weltbekannte Berliner Großvarietee„Wintergarten“ am Bahnhof Friedrichstraße feiert in diesen Wochen mit einem Jubiläumsprogramm, das kürzlich auch der Führer und Reichsminister Dr. Goebbels besuchten, sein 50jähriges Bestehen. Wer von den Besuchern der Reichshauptstadt kennt nicht die große Pflegestätte der Artistik, die in buntem Durcheinander Dompteure, Parterreakrobaten. Kraftmenschen, Jongleure und die schönsten, rassigsten Tänzerinnen aus allen Erdteilen darbietet? International wie das Programm ist auch die Sprache, in der sich das Unternehmen an die Freunde kultivierter Varieteekunst wendet.„Wintergarten want you 1o see!“— Der Wintergarten wünscht Sie zu sehen— ermahnen die bunten Zettel an den Fensterscheiben der riesigen blauen Rundfahrt=Omnibusse den durchreisenden Amerikaner oder Engländer. Doch auch der Franzose, Italiener. Schwede oder Rumäne findet dort, was er am liebsten sieht.„Es leuchten die Sterne... läßt sich tatsächlich mit dem bekannten Tonfilmschlager vom„Wintergarten“ sagen. unter dessen leuchtendem Sternenhimmel in den letzten fünfzig Jahren die größten und tollkühnsten Artisten der Welt ihr Spiel mit dem Tode trieben. Doch auch noch auf einem anderen Gebiet hat das berühmte Großvarietee Weltruf erlangt. Am 21. November 1895 wurden dort durch die Gebrüder Max und Emil Skladanowsky die ersten Filme den staunenden Berlinern und ihren Gästen von nah und fern vorgeführt. Eine Gedenktafel an der Hauptfront des Hauses erinnert heute noch an das große Ereignis. durch das eine neue Kunstgattung aus der Tause gehoben wurde... 2 Der weltberühmte, allzufrüh verstorbene Jongleur Rastelll zeigte den begeisterten Berlinern sein unvergleichliches Spiel mit Bällen, Reiten und Plaschen, ein „Spiel“, hinter dem eine ungeheure Arbeitsleistung verborgen lag. Wer zählt die Völker Man weiß wirklich nicht, wo man beginnen soll, wenn man auch nur die bedeutendsten Künstler anführen will, die im Laufe der Jahrzehnte über die Bühne des„Wintergartens“ sprangen. schritten oder tanzten.„Wer zählt die Völker, kennt die Namen, die alle hier zusammenkamen...?" Beginnen wir galanterweise einmal mit den Frauen! Da war die schöne Otero, die vom Ballonkorb aus Blumen auf die ihr zujubelnde Menge streute und dazu ihre zündenden Chansons sang. Wohl ihre schärfste Konkurrenz war die spanische Tänzerin Cleo de Merode, deren Beine selbst die ernstesten Männer zu einem Lächeln und die Jünglinge zu— Gedichten hinrissen. Auch die Saharet. Olga Desmond und die Tauchkünstlerin Sirene de Nord. eine junge Schwedin, zählten zu den bezaubernden„Sirenen". deren bloßer Name auf den Reklameplakaten schon das Parkett des Wintergartens bis zum letzten Plätzchen füllten. Die Nixe aus Die französische Diseuse Yvette Guilbert erhielt für ihr Auftreten im Berliner„Wintergarten“ 60000 Mark in einem Monat. Für Einzelabende forderte sie bis zu 6000 und 8000 Mark. Ihr Erscheinen war eine Sensation für das Berlin von 1898.(2 Wintergarten-Archiv-M) dem hohen Norden ließ auf der Bühne ein riesiges Tauchbassin mit Glaswänden aufstellen, in dem sie sich im Schwimmanzug tummelte. Eines Tages zersprang nun kurz vor der Vorstellung der gewaltige Wasserbehälter in tausend Stücke. Sirene du Nord aber kam unverletzt davon. Sie ist dann später noch öfters im „Wintergarten“ ausgetreten. Unvergessen sind auch die zahllosen„Sisters“— in Wirklichkeit natürlich kaum jemals Schwestern—, die im Rhythmus der Schlagermusik über die Bühne stampften, daß die Bretter dröhnten. Die schönsten Mädchen, die prächtigsten Kostüme und die phantasievollste Ausstattung— das war und ist auch auf diesem Gebiet die Devise des Wintergartens. Unter den Männern, die in dem Berliner Großvarietee auftraten, ist wohl an erster Stelle der weltberühmte Jongleur Rastelli zu nennen. Er spielte mit Bällen. Reisen und Flaschen, als sei das Gesetz der Schwerkraft für ihn überhaupt aufgehoben. Dabei war Rastelli, der viel zu früh für seine vielen Freunde und Anhänger verstorben ist, als Mensch die Bescheidenheit selbst. Er beanspruchte für sein Auftreten keinen prunkvollen äußeren Rahmen, sondern wirkte allein durch seine unnachahmliche Kunst. Ein humorvoller Verseschmied war Otto Reutter. dessen kritische Reime allerdings nur zu oft dem Rotstift der Zensur verfielen. Da hatten es die Dompteure doch leichter, deren Löwen. Tiger oder Elefanten ihnen meist aufs Wort gehorchten! Einmal allerdings fiel so ein Dickhäuter mit seinen mächtigen Vorderbeinen mitten ins Orchester und mußte erst mit Stricken, Tauen und Flaschen mühsam„hochgewunden“ werden, bevor die Vorstellung weitergehen konnte. „Muskelpakete“ auf der Matte. Die größte Rolle aber spielten früher im Wintergarten die starken Männer aus aller Welt. deren Muskelpakete den sachverständigen Berlinern gar nicht groß genug sein konnten. Da waren die Deutschen Hans Schwarz, Fritz Brust, Jakob Koch und Paul Conchans. die Gebrüder Sarons. der Russe Iwan Padobny und der Serbe Antoniwitsch, der entweder auf der Ringermatte ihre Kräfte maßen oder mit Kanonenrohren, gefüllten Bierfässern oder Zentnergewichten jonglierten wie mit Kinderbällen. Fritz Brust war seinerzeit der stärkste Schankwirt Deutschlands, der mit seiner Bärenkraft zwei mit voller Motorenkraft auseinanderstrebende Flugzeuge aufzuhalten vermochte, ja sogar ein ganzes Konzertpodium auf seiner Brust trug. auf dem eine vierköpfige Jazzkapelle die neuesten Schlager aufspielte. Brust lebt heute noch in Berlin und vergnügt sich damit, noch manchmal zum Zeitvertreib Ketten zu sprengen oder mit der bloßen Hand Feuerhaken und Eisennägel zu zerbrechen. Andere Kraftmenschen setzten auf offener Bühne hohe Geldpreise für diejenigen Konkurrenten aus dem Publikum aus, die ihre Leistungen nachzumachen vermochten. Doch die Hunderter blieben meist in der Tasche ihrer Besitzer, denn keiner fühlte sich stark genug, mit den Athleten anzubinden. Nur einmal gab es einen Riesenkrach, als sich ein Deutscher von einem Russen— besiegen ließ und das Publikum sich um seine hohen Wetteinsätze gevrellt sah. So ist die Geschichte des„Wintergartens“. der vielen anderen Unterhaltungsstätten im ganzen Reich seinen Namen gegeben hat, zugleich die der deutschen Artistik. Hat sich auch der Publikumsgeschmack im Lause der Jahrzehnte gewandelt, bevorzugt man heute mehr Jongleure, humoristische Einlagen und musikalische Nummern statt der starken Männer, so ist doch der „Wintergarten“, stets seiner großen Tradition treu ge blieben, indem er edelste Varieteekunst pflegte. „Das Kraut der vielen Uebel“ Wie man anno dazumal den Tabak bekämpfte. Man hielt ihn für gesundheitsschädlich. Das ist natürlich schon lange her. Tatsächlich aber betrachtete die Obrigkeit den Tabak. den man im 16. Jahrhundert in Frankreich„das Kraut der vielen Uebel“ nannte, als so schädlich für die Gesundheit der Bürger, daß sie sowohl seinen Anbau als auch seine Verwendung verbot. Einen besonders energischen Kampf gegen den Tabak führte die Freie Reichsstadt Mülhausen von 1649 bis 1782, und mit der Zeit ging man zu immer schärferen Unterdrückungsmaßnahmen über. Zunächst wurde der Raucher mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt. Im Jahre 1659 wurden die Bürger bei ihrem Bürgereid verpflichtet. Raucher anzuzeigen, und als Belohnung wurde ihnen die Hälfte der zu verhängenden Geldstrafe versprochen. 1662 verdoppelte man die Geldstrafe für den Raucher und verzehnfachte sie für den Tabakverkäufer. Schließlich ging man im Jahre 1717 sogar dazu über, Zeugen der Gesetzesübertretung. die den Uebeltäter nicht den Gerichten auslieferten, ebenso wie die Verbrecher selbst zu bestrafen. Als das alles nichts nützte, verhängte man 1734 neben der Geldstrafe auch noch Gefängnishaft. Den Höhepunkt erreichte dieser Unterdrückungsfeldzug im Jahre 1758. Damals wurde den Bürgern unter Androhung einer außerordentlich hohen Geldstrafe verboten. Tabak bei sich zu führen: neben der Geldstrafe konnte man auch zum sogenannten Schellenwerk verurteilt werden. Diese Strafart erinnert in gewisser Weise an den mittelalterlichen Pranger. Der Uebeltäter mußte einen Kopfputz tragen, der mit Schellen„verziert“ war. Mit Ketten beladen, an deren Ende eine Schleifkugel wie bei den Galeerensträflingen befestigt war, wurden die Verbrecher zu den schwersten öffentlichen Arbeiten gezwungen, die sie unter Aufsicht ausführen mußten.— Am 13. September 1758 wurde ein Bürger, den man des Tabaktransvorts überführt hatte, zu drei Monaten dieser fürchterlichen Strafe verurteilt: ein anderer Bürger wurde wegen desselben Vergehens aus der Stadt verbannt.— Auch in Kolmar verbot ein Gesetz vom 20. August 1659 den Bürgern, Bauern, Soldaten und Arbeitern, in der Stadt zu rauchen. und dieselbe Geldstrafe, die den Raucher traf, wurde rücksichtslos über die Händler und Tabakverkäufer verhängt. Alle diese Maßnahmen konnten jedoch nicht die wachsende Verbreitung des Tabaks hindern. Mleuschen, die nachts gut sehenDer Weg in die Finsternis/ Jäger und Seeleute haben gute Augen Auge und Ohr im Weltkrieg Wenn man plötzlich aus dem Hause hinaus in eine finstere Straße, vielleicht gar in den Wald tritt, dann ist man in einer dunklen, mondlosen Nacht übel dran. Die Augen sind noch geblendet von der Beleuchtung drinnen, sie erkennen zunächst gar. nichts, sie unterscheiden nichts. und der Körper, der überall anstößt, und die Füße, die stolvern, haben die Folgen zu tragen. Man bleibt zuletzt verzweifelt stehen und versucht, die dunkle Nacht zu durchdringen. Nach einigen Minuten sieht man dort, wo der Weg führt, einen schwachen Schimmer am Boden. nach weiteren Minuten vermag man schon auf Schrittweite Bäume zu erkennen. Nach einer halben Stunde langsamen Gehens vermag man schneller auszuschreiten, die Augen haben sich an die Dunkelheit gewöhnt, sie sehen immer mehr und mehr, zuletzt vermag man gar nicht mehr zu verstehen, warum man die Nacht anfangs so undurchdringlich fand. Es gibt Menschen, die die Fähigkeit, auch in dunkelster Nacht sich im Gelände zurechtzufinden, zu sehr hoher Vollkommenheit entwickelt haben. Dazu gehören zweifellos in erster Linie die Jäger und Seeleute. Ein Jäger wird in den allermeisten Fällen in dunkelster Nacht im dichtesten Revier seinen Weg mit Sicherheit finden. Sein Auge sieht eine ganze Menge. was das normale Auge nicht wahrzunehmen vermag. Wenn ein Stück Wild weit vorne lautlos vorüberwechselt, sieht es der Jäger und vermag anzugeben, was für ein Stück es war. Wir anderen haben kaum einen Schatten zu erkennen vermocht. Nicht anders die Seeleute. Man weiß, daß ein Schiff im Nebel in einem verhältnismäßig dichtbefahrenen Fahrwasser nicht gerade beneidenswert daran ist. Weit hinaus dringt der Blick des Seemannes, er ist in Besorgnis. daß plötzlich aus dem Grau ein dunkler Schiffskörper auftauchen könnte, dem es blitzschnell auszuweichen gilt, wenn man nicht zusammenstoßen will mit schweren Folgen für Menschen und Schiff. Aber auch bei klarem Wetter sieht ein Seemann nachts erstaunlich weit. Wer ein halbes Leben lang Deckwache gestanden hat bei gutem und schlechtem Wetter, der weiß, daß die Sicherheit eines Schiffes sehr erheblich von den guten Augen der Wachthabenden abhängt. Während des großen Krieges haben es Millionen von Soldaten gelernt, auch nachts gut zu sehen. Jedes Licht war gefährlich und verräterisch, das Aufglimmen einer Zigarette konnte Verhängnis bedeuten. Hüben und drüben starrten unentwegt Tausende von Augen in die Nacht. Nachtpatrouillen wissen, daß ihr Leben von ihren Augen abhängig war und von ihrem guten Gehör. Denn im großen Kriege waren es natürlich nicht nur die Augen. sondern alle Sinne, die geschärft wurden, wie man es früher nicht für möglich gehalten hätte. Es gibt Menschen, die darüber hinaus über einen ungemein seinen Orientierungssinn verfügen. Wenn sie zum Beispiel nachts in ein ihnen völlig unbekanntes Zimmer treten, stoßen sie nirgends an. Sie fühlen sozusagen die Nähe der Gegenstände und weichen ihnen aus. Wie es anderen ergeht, kann man in einer hübschen Geschichte von Mark Twain nachlesen, wo jemand eine Stunde lang im Zimmer seinen Reisekoffer sucht, dabei eine Menge Geschirr zertrümmert, um schließlich zu erkennen, daß er mehr als ein dutzendmal den gesuchten Gegenstand gestreift hat. Buutes Allerlei Kürzlich wurde in der japanischen Hauptstadt der hundertste Hund mit einer Kriegsauszeichnung dekoriert. die sich das treue Tier durch besondere Tapferkeit und Leistungen im chinesischen Konflikt erworben hat. Schon während des Weltkrieges haben die militärischen Kommandostellen aller Fronten die Mithilfe von Tieren, insbesondere der Pferde, der Hunde und der Brieftauben bei den Kampfhandlungen schätzen und würdigen gelernt. Im abessinischen Krieg war es besonders der Maulesel. der sich in den unwegsamen Gegenden des vom Kriege bedeckten Landes große Verdienste erworben hat. Und in China spielt jetzt der Hund. vor allem der deutsche Schäferhund, eine bedeutsame Rolle. Wo es den japanischen Truppen infolge der von den Chinesen hervorgerufenen riesigen Ueberschwemmungen nicht mehr möglich ist, vorwärts zu kommen, kann sich der flinke, gewandte„vierbeinige Soldat“ immer noch seinen Weg bahnen. Die javanischen Militärbehörden haben sogar Befehle an die Abteilungskommandeure erlassen, die besagen, daß zur Nachrichtenübermittlung in überschwemmten Gebieten nach Möglichkeit vorwiegend Hunde einzusetzen seien. Wenn nun schon 100 Vierbeiner mit einer Odensauszeichnung bedacht wurden, so spricht das für die großen Verdienste, die sich diese immerhin sonderbaren Krieger erworben haben. * Viele Jahre lang wohnte der französische Dichter Honore de Balzac in einer eiskalten, fast unmöblierten Mansarde. Es brannte kein Feuer im Kamin und es hing kein Bild an der Wand. Balzac aber nahm die Phantasie zu Hilfe. An eine Wand schrieb er mit Holzkohle: Rosenholztäfelung und Truhe, an die andere: Gobelintapeten mit venezianischem Spiegel. und an die Wand über dem kalten Kamin: Gemälde von Raffael. TM AEUND O P RTAIEN 1 3/U NUAionen Mark Das Lied der Mühle Roman von FRIEDR. FRANZ GOLDAU 5. Fortsetzung. Da ein Handorgler in der Schenke erscheint, und einen Rheinischen dreht, verspürt Bröker ein Feuer im Blut. „Da. Alter!“ Er wirft dem Leiermann eine Münze zu.„Spiel er jetzt die Schnellpost. Wie ist es, Mathilde?“ Sie hat keine Kundin und kommt hinter der Ladentheke hervor. Jetzt ist sie die lächelnde Wirtin. „Los. Alter!“ Der Orgler dreht und krächzt mit der Stimme des Raben dazu. „Rebenhang am Städtchen. Sonnengold im Rbein. Und ein boldes Mädchen in dem Arm beim Wein.“ Der Schweiß bricht Bröker aus allen Poren, wie er mit Mathilde die Schnellpost tanzt. und die Goldbrille lacht. Die Bauern und Pächter, auch schon animiert, brechen ihre Unterhaltungen ab und summen mit. Der Steiner ist tot. Gott hab ihn selig. Den Lebendigen gehört der Wein, das Lied und der Tanz. „Halloh!". Da kommen die Mägde vom Felde her an der Linde vorbei. Sie müssen herein. Ihre Holzschuhe klapvern. Ihre Augen lachen, und die Bauern und Päch ter drehen sich mit ihnen nicht schlechter als Bröker mit Tilde. „Weiter! Los. Alter!“ Ihm fliegen die Münzen nur so zu. „He. Mieze. schwenk auch einen mit!" Ein junger Pächter ruft's aus dem Fenster. Doch Mieze, die vor dem Hause Blätter segt. schüttelt den Kopf „So forsch und nicht tanzen?“ Fred sieht auch hinaus. Ob sie jetzt wohl kommt? Aber sie kommt nicht. Und Fred geht wieder zum Schenktisch. Ob sie nur nicht kommt. weil er in der Schenke bedient? Schämt Mieze sich, weil sie Fred auf der Weibertreu narrte? Hat sie einen anderen? Trotz der drückenden Schwüle singt, lacht und orgelt die Schenke: „Und ein blondes Mädchen in dem Arm beim Wein!" 4. Kavitel. „Dor!?“ fragten die Alten. Und„Vork!“ rief die Jugend.„Hört doch. was er dem König schrieb!“ In diesen Tagen trabte Hein Brakel mit klirrendem Waffenbehang durch das Schneegewirbel. So viel er wußte, war er im rheinischen Lande, aber er kannte sich nicht genau aus. Die Flocken fielen so dicht, als schüttle man einen riesigen Federsack aus, und der Reiter sah weder Hütte noch Baum. Da sein Rößlein bis an die Fesseln einsank, nahm Hein es beim Halfter und zog's mit sich fort. Ein ödes Stück Land hätte er wohl auch genommen, aber ihm Land? Er hatte kein menschliches Wesen, für das er lebte. Im Wirbel der Kriegsnot geberen, verlor er die Eltern. Wie ein verstoßener Hund wichs er auf. bis der Krieg ihn rief. Sie nannten ihn den schwarzen Hein, weil er wie ein Sichler unter den Feinden mähte, weil sein Haar so schwarz wir wie ein Roßlederstiefel und weil seine Brauen in Heldenmut brannten. Lange Jahre war Hein Soldat gewesen. Was sollte jetzt aus ihm werden? Seine starken Arme verlangten nach Arbeit. Arbeit war doch des Lebens Sinn. nicht die Zeistörung. Schaffenslust wallte in ihm. Was sollte er schaffen? So näherte sich Hein, mit sich selbst und der Welt un zufrieden, einer zerschossenen Mühle. Wie Totengerivpe gespensterten die zerfetzten Flügel aus dem Schnee emvor. Anklagend reckten sie ihre dürren. knochigen Arme zum Himmel auf. und unter der weißen Last ächzte und stöhnte das kranke Gefüge. Der schwarze Hein hielt sinnend an. War nicht sein Schicksal ein ähnliches wie das dieser Mühle? Hein entstammte einem Müllerhause. Der Krieg hatte die Mühle vom Erdboden gefegt und Hein auch die Eltern genommen. Fremde Menschen hatten den Knaben erzogen. Aber er war nicht geblieben. Was sollte jetzt aus ihm werden? Besaß er nicht Knochen wie diese Mühle? Und jetzt stand er gleichfalls wie sie hier herum, zwecklos. nichts schaffend? „Schicksale der Kriegsnot.“ sagte sich Hein und stieß an die Tür der verfallenen Mühle, um für die Nacht unterzuschlüpfen. Die Tür war verschlossen, aber schon bald zeigte sich hinter einem der kleinen Fenster des Hauses der blonde Kopf einer jungen und schönen Frau. Und dann tat sich die Tür auf.— Neunzehn Jahre sind seit diesem Tage vergangen. Der schwarze Hein, der jetzige Müller Hein Brakel, nähert sich auf dem Karren der gleichen Stelle, wo er von dem Rößlein gestiegen, um es beiin Halfter zu nehmen. Hier hat Hein Brakel eine Esche gepflanzt und eine Naturbank darunter ladet zum Sitzen. Man sieht eine herzförmige Tafel am Stamme der Esche:„Hier stieg ich ins Glück!" Und nicht weit davon, wo die zerschossene Mühle stand. spricht ein schines und stolzes Werk vom Lohn aus der Müh. Weit und breit spricht man von des Müllers Schicksal und von seiner Mühle. „Er hat das Blut eines Müllers in den Adern. Obwohl er noch Kind war, als er das Erbe verlor, zeigt sich in seinem Schaffen doch, daß er ein Müllerssohn ist. Seht nur, was er schaffte! Wie der Vogel sein Lied mit zur Welt bringt, so hat er das Lied der Mühle im Herzen. Bei geöffneten Drehhecks bleibt seine Mühle bei stärkstem Sturm so sicher stehen, daß man sich selbst in das Kammrad hineinhängen kann, ohne die Mühle von der Stelle zu bewegen, und bei leisestem Luftzug läuft Brakels Mühle, wenn Hein sie anstellt. Sie ist eine Pracht.“ Was doch der Glaube, die Liebe und die Schaffenskraft vermögen! Sich auf dem Karren umwendend, schaut Hein über sein Eigen. Dort liegt die Mühle mit Haus und Scheuer. Hinter der Mühle ist der Teich. an den das Weideland grenzt. Dann kommt der Wald. Bis an den Damm stoßend, zieht er sich ein gutes Stück in das Land hinaus. Sein Eigen! An jenem Tage hatte die Ziska, der Blondkopf mit den treublauen Augen ihn ausgenommen: „Tretet ein, guter Freund. Ich bin die Tochter und einzig Ueberlebende des Windmüllers. Ich habe die Eltern durch den Krieg verloren. Sehet, guter Freund. ich habe den Krieg in der Mühle überdauert. Tretet nur ein. Die Mühle will Euch gern Obdach gewähren; denn sicherlich seid Ihr ein rechtschaffener Mann.“ Von dem Gerassel des Karrens und dem durch das Fenster der Mühle hereinfallenden Schatten aus schmerzlichem Sinnen erwacht, ruckt der Müllerssohn Hans. gleichfalls von Mehlstaub geweißt, innerlich auf. Blond. mit den hellen Blauaugen der Mutter, im achtzehnten Jahre zur Größe des Vaters erwachsen, tritt er aus der Mühle. „Vater!“. Sein Herz will ihm brechen. Er stockt. Schwer hebt und senkt sich seine breite Brust unter dem weißen Kittel. Ein schmerzliches Zucken beherrscht den bartlosen Mund. Groß hängt sein Blick an den Augen des Vaters. „Ist etwas geschehen?“ Hein erfaßt ihn beim Arm „Was ist es. Hans? Rede!“ O Vater!" „Was ist es?“. Hein schüttelt ihn heftig, und aus der Brust des Sohnes stöhnen die Worte: „Vater... die Anne!“ „Die Anne?“, Hein hat verstanden. Mehr braucht ihm Hans nicht zu sagen. Sein heiterer Junge so niedergeschlagen und ernst?„Tot?“ schreit er.„Was. Hans?“ „Vor einer Stunde!“ „Tot? Was?“ Der stämmige Müller schüttelt so heftig den Kopf, daß sich der Mehlstaub aus seinem Haarkranze gleich einer flimmernden Wolke erhebt. Die Stimme seines Sohnes. dem er so herzlich gewogen ist. scheint er doch wie ein markiger Müller zu werden, hat wie Glas geklirrt, das man auf Steinen zerschlug. Die Anne war tot, die goldblonde Anne? Hein steht wie erstarrt bei dem Karren und schaut ins Leere. Nebelschleier senken sich auf den Teich bei der Mühle. Das Hühnervolk ist schon aufgeflogen und es ist still. fröstelnd still, trotz des so warmen Hochsommerabends. „Tot?“ fragt er wieder mit einer Stimme, die ihre Klangfarbe verloren.„Seitdem du lebst, ist kein Krieg mehr. Seliger Friede in gesegnetem Schaffen schenkt uns ein irdisches Glück. Immer freudiger drängt das Leben in neue Formen. Wie kann die Anne denn tot sein. wo alles doch lebt?“ Hein legt die wettergebräunte Hand auf die Schulter des Sohnes, der vor sich hin weint, und er muß sich Gewalt antun, um runig zu bleiben. Die Hand, die im Kampfe nie gezittert und die das Getriebe so sicher leitet. als sei es verwachsen mit ihm. will erbeben. Das darf nicht sein. „Tot?“ fragt er noch einmal.„Schau. Hans!“ stößt er dann kräftig hervor, damit der Klang seiner Stimme die Unruhe des Herzens übertöne.„Das Korn steht so gewaltig im Halm, daß mir das Herz lacht. Bald wird es geschnitten, und wir mahlen das Korn zu köstlichem Mehl. Hör, Hans, wie die Mühle ihr Lied rauscht und singt.“ „So traurig weh. Vater!“ „Und singt doch das Leben von Ewigkeit her. Die Anne soll mir den Erntekranz winden.“ Hein kann mit seinen Gedanken nicht weiter. Die Stimme des Sohnes, das zerbrochene, klirrende Glas, hat zu tief in sein Herz geschnitten. Die schmalen Livven trotzig verkneifend, schirrt er den Braunen ab und führt ihn in die Stallung. Er gibt ihm Hafer und Häcksel. Wasser und Heu, geht in die Mühle und stellt das Getriebe ab, da er das Lied des Lehens jetzt nicht erträgt. Dann geht er ins Haus. Hier soll der Tod eingekehrt sein? Hein sieht nicht, daß seine Kinder Berta und Fritzchen und auch der vierbeinige Waldi ihn ängstlich anschauen. da sie noch nicht wissen, was der Tod ist. aber die Nähe des Mächtigen fühlen. Er bemerkt auch nicht, daß Waldi. der Dackel. ihm jetzt die Hand leckt. Hein geht in das Zimmer der toten Tochter. Was will der Tod nur? Ihm ist's unbegreiflich. (Fortsetzung folgt.) 4 ench „ Das Kind im Mittelalter MEITTUND WELT Vom„dummen Vierteljahr" bis zur Universität Gültige und bergessene Erziehungsgrundsätze.. Von H. W. Ludwig Beilage zum Herner Anzeiger Entgegen der heutigen Forderung nach Licht und Luft wurde das Ueugeborene im Mittelatter vielfach für die ersten sechs Wochen in einen halbdunklen Raum gebracht,„Jaß weder Sunnen= noch Mondenschein über es scheine, auch daß weder Katzen, noch anderes Vieh über das Kind komme, dadurch es erschrecken moge, oder sonst einen Schaden empfinde". Dagegen empfahlen die Aerzte, den Säugling ein halbes Jahr lang alle Tage zu baden. Schrie oder weinte das Kind, so„neigte man es auf das Bäuchlein und deckte es mit warmen Tüchern zu“, oder man schautelte es in der Wiege und beruhigte es durch ein Lied. Auch der Schnuller— der Lutschpfropfen -- war schon vor Jahrhunderten bekannt, er bestand ehe mals jedoch nur aus einem Stückchen Leinwand, in das geriebenes Brot oder Zwieback getan war und das, nach dem man es in Zuckerwasser oder Milch eingetaucht hatte, dem schreienden Kinde in den Mund gesteckt wurde. Die ersten drei Monate des werdenden Menschenkindes wurden schon damals als„das dumme Vierteljahr" bezeichnet. Bei den Spielereien und bei allen Hantierungen, die man mit dem Kind vornahm, machte man es durch aufgesagte Sprüche und Reime mit der Umwelt bekannt. So nannte man es einen Weck(Semmel), den der Bäcker in den Ofen schieben soll, oder ein Schweinchen, das geschlachtet wird, und bezeichnete es wohl auch als Haus. indem man an seinem Ohrläppchen, wie an einer Türglocke, zog. Unter den ersten Spielen befand sich das Kniereiten, das noch heute mit dem bekannten„Hoppla, hoppla Reiter!" zu den Lieblingsbeschäftigungen der. Kleinsten gehört. Für das schmerzhafte„Zuhnen“ gab es Hausmittel in großer Zahl, außerdem aber wandte man allerlei abergläubische Mittel an, die uns heute lächerlich, zum Teil aber auch ekelerregend erscheinen. Man hängte dem Kinde z. B. eine Kette von Wolfs= und Pferdezähnen um den Hals und befestigte daran die Füße, die man einer lebenden Kröte abgehackt hatte. In manchen Fällen erhielt das Kind die furchtbarsten Tränke, die das Zahnen angeblich beschleunigen sollten. Laufen lernte das Kind im Laufstuhl oder in der Laufbank. Ließ man es unbeaussichtigt allein, so setzte man ihm eine lederne, stark gefütterte„Fallkappe“ auf damit es sich beim Hinfallen nicht am Kopf verletzte. Das Sprechen brachte die Mutter dem Kinde bei. Von den Freundinnen der Mutter erhielt das Kleine ein Ei, das sogenannte„Plapperei“, das man ihm vor den Mund hielt, damit es bald sprechen lerne. Bei allen vorkommenden Geschehnissen des Tages wußte die Mutter einen Spruch zu sagen, den das Kind schließlich wiederholen lernte. Mit sieben Jahren erhielten die Kinder dieselbe Tracht, wie sie die Erwachsenen trugen. Ein Erziehungsbüchlein empfahl den Eltern„für die Zeit, als das Kind das erste böse Wort spricht, so sollt ihr ein kleines Rütelein nehmen und ihm ein Smitzelein thun an der bloßen Haut. Ihr sollt es aber aufs bloße Haupt nicht schlagen mit der Hand, denn ihr möchtet es wohl zu einem Thoren machen.“ Sehr vernünftig waren die Ratschläge, die für die Abhärtung der Kinder sprachen und den Müßiggang ebenso verwarfen wie das zu weiche Bett und das weiche Brot. Die Anstandslehre schrieb dem Kind vor, besonders die Nase immer sauber zu halten.„Das Schneuzen mit Hut oder Rock, mit Arm, Ellenbogen oder Hand“ galt als unanständig. Die Kleinen sollten vielmehr immer ein Tüchlein benutzen und in Anwesenheit Höherstehender den Körper ein wenig abwenden. Beim Niesen sollten sie; ebenfalls mit abgewandtem Körper, wenn es vorüber war, das Kreuzzeichen auf den Mund machen und vor dem den Hut ziehen, der ihnen Glück gewünscht hatte. Wenn es auch noch keine desinfizierenden Zahnputzmittel gab, so galt es doch auch schon damals, die Zähne sauber zu halten und den Mund jeden Morgen mit reinem Wasser auszuspülen. Die Kleider mußten stets sauber sein. Die Kinder hatten sich vor dem Essen die Hände zu waschen, die Nägel zu schneiden und auch„den Gürtel etwas zu lockern“. Sie nahmen am unteren Ende der Tafel Platz, durften nicht mit dem Brot spielen und höchstens dreimal während des Essens trinken. Die Bauernkinder mußten frühzeitig im Garten oder auf dem Felde helfen, auch die Kinder der Adligen machten hierbei keine Ausnahme. In den Städter hielten die Eltern die Knaben zu der Beschäftigung in dem Beruf des Vaters an; die Mädchen waren als kleine Hausfrauen tätig und mußten schon mit fünf Jahren spinnen lernen. Die Fragen, die die aus dem Mittelalter erhaltenen Beichtbücher an die Kinder richteten, geben ein Bild der damaligen Jugend. Es wird da zum Beispiel gefragt, ob die Kinder gelogen, geflucht, die Messe versäumt, sich gezankt, geschlagen, ob sie sich mit Steinen geworfen, Glücksspiele mit Karten gespielt, sich durch Reiten und Schwimmen Todesgefahr ausgesetzt, Aecker, Wein= und Baumgärten bestohlen haben usw. Es wurde genascht, geschellt und an die Häuser geklopft wie heute noch. In Angsburg mußten vier Schrammenknechte Obacht geben auf die„bösen Buben“ und die„unerfahrene Jugend“, die die ehrbaren Leute im Winter mit Schneeballen warfen. Den Straßburger Jungens wurde alles Steinwersen, Raketen= und Schwärmerschießen, Anzünden von Stroh und anderen feuerfangenden Stofsen, aber auch das Drachenziehen und Lärmen bei der Kirche während des Gottesdienstes, immer von neuem wieder vergebens verboten. Während die Mädchen mit ihren„Docken“(Puppen) spielten, waren den Knaben die Ritter und Soldaten, die den Namen„Dockenhausl“ führten, weniger wichtig als die Spielpferde, vom uralten Steckenpferd angefangen bis zum teuren holzgeschnitzten Pferd, mit Ziegenhaut überzogen. Im Frühjahr spielten die Kinder mit Murmeln auf der Straße, welches Spiel, ebenso wie das Kreiseln, bereits im 15. Jahrhundert weit verbreitet war. Den Eltern stand es frei, die Kinder in die Schule zu schicken oder nicht. Die Lehrer waren in ihrem Hauptberuf meist Handwerker und betrieben auch das Lehramt rein handwerksmäßig. Die Schulen waren Privatunternehmen und wurden von den Gemeinden unterstützt. Die Lehrer hatten an ihren Wohnungen„Firmenschilder“ angehangt, die ihren Lehrunterricht anzeigten. Vom Jahre 1621 ab durften sie von jedem Schulkinde„das buchstabieret oder lieset, 5 Batzen, von einem, das Schreiben lernt. 10 Gatzen und von einem, das Rechnen lernt, 15 oder 20 Batzen pro Quatember“ nehmen. In vielen Faulen mußten die Lehrer die Miete für die Schulräume aus eigener Tasche bezahlen. Die Heizungskosten im Winter wurden von den Eltern der Schulkinder aufgebracht. Die Kinder lernten das Schreiben auf Wachstafeln, sie schrieben aber auch mit Kreide auf Holztaseln. Das ABC wurde ihnen im Anschauungsunterricht beigebracht. Die Fibel zeigte beispielsweise bei dem Buchstaben W ein Kind, das geprügelt wurde und Weh schrie. So unpädagogisch wie der Unterricht waren auch die meist sehr barbarischen Schulstrafen. Wegen Schulschwänzens wurden die Kinder an eine Säule gebunden und, während die herumstehenden Kameraden ein Lied sangen, jämmer lich durchgeprügelt. Faule Schüler stellte man an den Schulpranger, setzte ihnen unförmige Mützen auf, ließ sie ihren Kopf durch ein Schandmäntelchen stecken, auf Erbsen knieend Abbitte leisten oder eine Roßkette um den Hals tragen, wie die schwersten Verbrecher. Viele Schulen besaßen auch hölzerne„Schulesel“, auf denen die schlechten Schüler mit einer Eselskappe auf dem Kopf zur Schau gestellt wurden. Wollte man die Kinder ohne große Kosten fremde Sprachen erlernen lassen, so vertauschte man sie gegen andere Kinder nach Frankreich oder Italien. Nach Been digung des Schulbesuches traten die Knaben in die Berufsausbildung ein, während die Mädchen im Hause spinnen und stricken oder auf dem Felde arbeiten mußten. Die Knaben, die mit 14 Jahren auf die Universität kamen, wurden in diesem Alter nicht mehr als Kinder angesehen, die Mädchen galten vielfach schon mit 12 Jahren als erwachsen und heiratsfähig. Drückeberger werden nicht geduldet Eine Mutter unterrichtet sich über das weibliche Pflichtjahr Offenbar enttäuscht saß die Mutter der freundlichen Berufsberaterin gegenüber, bei der sie sich Auskunft hatte holen wollen, wie sie ihrer Tochter, die Östern die Schule verläßt und sich zur Schneiderin ausbilden will, das hauswirtschaftliche Pflichtjahr ersparen könne, und von der sie nun hören mußte, dies sei unmöglich, da jedes Mädel, das in die Textil= und Bekleidungsindustrie sowie in eine Bürotätigkeit eintreten will,— andere Berufe werden voraussichtlich bald folgen— in ihrem Arbeitsbuch den Nachweis der erfolgten Ableistung des Pflichtjahres erbringen muß. „Aber irgend einen Weg muß es doch geben, denken Sie doch nur an das schöne Jahr, das meine Tochter verliert. und dann hat sie auch durchaus keine Lust, in einem fremden Haushalt schmutzige, anstrengende Arbeit zu tun, schließlich hat man doch auch sein Kind dazu nicht erzogen!“ Unzählige Male werden solche Gründe von den Eltern vorgebracht und mit unermüdlicher Geduld muß die Beraterin beruhigen und belehren, wenn die Wogen mütterlicher Entrüstung und töchterlicher Ablehnung gar zu hoch gehen. Nein, beim weiblichen Pflichtjahr läßt man Drückebergerei ebenso wenig durchgehen, wie beim Arbeits= und Militärdienst der Söhne, und wenn wohlhabende Eltern etwa meinen, sie könnten ihre Töchter von dieser Pflicht dadurch befreien, daß sie diese in ein Töchterheim mit Haushaltsunterricht oder sonst in eine Haushaltsschule schicken, so sind sie sehr im Irrtum, ganz gleich, ob die betreffende Schule eine private oder behördlich anerkannte ist. Sie sollen sich auch nicht täuschen lassen, wenn ihnen etwa angedeutet wird, wie dieses zuweilen vorkommt, daß die Ausbildung der betreffenden Anstalt Aussicht habe, als Pflichtjahr angerechnet zu werden, denn dieses ist nach den bestehenden Bestimmungen unmöglich. Der Zweck des weiblichen Pflichtjahres ist vor allem gerade der, daß zwölf Monate wirkliche Hausarbeit zur Entlastung einer Hausfrau geleistet werden muß, die natürlich eine gewisse hauswirtschaftliche Ausbildung des Mädels in sich schließen soll und wird, die aber doch erst in zweiter Linie in Betracht kommt. Auch das neunte Schuljahr wird nicht etwa als Pflichtjahr angerechnet, ebenso wenig das Landjahr, da dieses ja nur neun Monate dauert und nicht fortlaufend in einem Haushalt abgeleistet wird, sondern bei ihm die Arbeit zwischen Lagerdienst und Hausarbeit auf verschiedenen Arbeitsplätzen wechselt. Eltern und Töchtern ist überhaupt dringend zu raten, sich stets bei den zuständigen Stellen— Arbeitsämtern und Abteilung Volkswirtschaft=Hauswirtschaft im deutschen Frauenwerk — genau zu erkundigen, bevor sie in dieser Angelegenheit irgend welche Schritte tun, und sich nicht auf den Rat anderer Menschen zu verlassen, wenn sie sich vor Enttäuschung und schwerer Benachteiligung bewahren wollen. Hier ein Beispiel aus der Praxis für viele: Eltern, die glaubten, ihrer Tochter das Pflichtjahr keinesfalls zumuten zu dürfen, hatten diese in ein ländliches Töchterheim mit Haushaltungsschule geschickt in der Annahme, daß ihr das dort verbrachte Jahr als Pflichtjahr angerechnet werden würde, und sie sodann einen Kursus in einer Handelsschule durchmachen lassen. Als das Mädchen sich nun für eine Anfangsstelle meldete, mußte es zu seinem Schrecken hören, daß es von keinem Betrieb ange stellt werden darf, ehe es nicht sein hauswirtschaftliches Pflichtjahr abgeleistet hat. Daß in dieser Zeit natürlich die in der Handelsschule erworbenen Kenntnisse zum großen Teil wieder verloren gehen, ist für das Mädchen ebenso bedauerlich, wie für die Eltern die großen unnützen Ausgaben, die sie sich gemacht haben. Nun war die Mutter doch etwas nachdenklich geworden und erkundigte sich zögernd, wo denn ihre Tochter das Jahr ableisten könne und wie sie zu einer solchen Stelle komme, und hörte dann mit Interesse, daß es den Mädeln in der Stadt freistehe, sich hier oder auf dem Lande eine Stellung in einem Haushalt bei freiem Arbeitsverhältnis und ortsüblichen Gehalt selbst zu suchen — Mädchen aus der Kleinstadt oder vom Lande müssen hingegen ihr Pflichtjahr dort ableisten— oder auch, daß sie sich vom Arbeitsamt eine Stelle zuweisen lassen könnte, bei der sie nur ein monatliches Taschengeld von 5 RM. erhält. Letzterer Weg, bei dem sie allexdings ein geringeres Entgelt erhält, hat aber insofern einen Vorzug, als die Mädel nur in Stellen vermittelt werden, die sorgfältig ausgesucht und geprüft sind, ob sie sich auch zur Aufnahme eines jungen Mädchens eignen und die von Vertrauensfrauen dauernd im Auge behalten werden. Denn es ist ja durchaus nicht im Sinne der Einrichtung, wenn ein Mädel die Tage zählt, nach denen es den Haushalt wieder verlassen kann. Ganz im Gegenteil. man möchte den Mädchen die Hauswirtschaft so lieb machen, daß ein großer Teil von ihnen sich entschließt, dauernd darin zu verbleiben. Schließlich hatte die Mutter dann doch mit zunehmender Beruhigung und Zustimmung zugehört, sodaß sie sogar ganz aufgeschlossen war, als ihr die Beraterin vorschlug, jetzt, wo ihre eigene Tochter das Haus verlassen müßte, doch selbst solch ein junges Pflichtjahrmädel in ihren Haushalt aufzunehmen und so das ihrige dazu beizutragen, daß unsere zukünftigen Frauen und Mütter, ehe sie in die Berufe gehen, sich hauswirtschaftlich und körperlich ertüchtigen, und sie versprach, sich diese Anregung einmal ernstlich zu überlegen. Die Ursache ist natürlich in verschiedenen Dingen zu suchen. Man darf einem Kind nicht zu deutlich zeigen, daß es durch die ihm angeborene Intelligenz die anderen Kinder überragt. Denn sonst zeigt sich sehr schnell gegenüber den Kameraden und Kameradinnen eine Ueberheblichkeit. Die anderen Kinder leben in der Vorstellung, ihre Spiele seien für den klugen Fritz und für die kluge Käte viel zu dumm. Sie wollen sich außerdem nicht von diesen klugen Kindern kommandieren lassen und halten sich deshalb einfach fern. Denn es zeigt sich sehr häufig, daß sich gerade bei kleinen Mädchen ein sogenannter„UeberheblichkeitsKomplex" entwickelt. Wenn ein solches Mädchen oder ein Knabe mit einer derartigen Disposition keinen Anschluß bei Kindern gleichen Alters finden, dann suchen sie sich kleinere Kinder aus, die dann von ihnen wie die Soldaten kommandiert werden. Solche Erscheinungen sind in der Regel leicht zu beheben. Man braucht derartigen Kindern nur einmal Spielgefährten zu bringen, die ihnen an Kraft oder auch an Intelligenz überlegen sind. Schon wird sich zeigen, daß die von anderer Seite bewiesene Ueberlegenheit den„Größenwahn“ im Kopf des kleinen Weltbürgers schnell unterdrückt. Man hat nämlich immer die Erfahrung gemacht, daß die Kinder, die stets kommandieren wollen, in Wirklichkeit feige sind und rasch klein beigeben, wenn sie auf einen Widerstand stoßen, der wirklich ernsthaft ist. Sind die Kinder noch sehr klein, zeigt sich die Neigung der Absonderung oder der Wunsch, eine besondere Rolle zu spielen, sehr früh, dann genügt es oft, einige nette, kleine, Kinderfeste zu veranstalten, zu denen ein paar gut ausgesuchte Kinder herangezogen werden. Wenn sich dann„ erst einmal eine gewisse Beziehung entwickelt hat, wenn man darauf sieht, daß der kleine Rechthaber nicht immer seinen dicken Kopf durchsetzen kann, dann werden sich bald die Schäden beheben. Und das unglückliche einsame Kind braucht nicht mehr zu jammern:„Mit mir will gar keiner spielen!“ mir will gar keiner spielen Weshalb sind manche Kinder unbeliebt?— Eine wichtige Erziehungsfrage— Und ihre Lösung. Sehr oft müssen Mütter feststellen, daß ihre Kinder gar keinen Anschluß an andere Kinder finden. Ganz automatisch entwickelt sich eine immer stärkere Absonderung. Das Kind wird still, entwickelt sich zu einem Stubenhocker. Die Mütter sind verzweifelt. Denn ausgerechnet die klügsten Kinder, Kinder mit ganz besonderen Geistesgaben, werden leicht von anderen Kindern gemieden. Das Gesellschaltskleid Um an den gesellschaftlichen Veranstaltungen der Winter##I monate teilnehmen zu können, brauchen wir ein elegantes Seidenkleid in modischer Form. Das junge Mädchen wird für die Einladungen zum Tanz das große Abendkleid aus Taft mit sehr weitem, langem Rock wählen, die Frau zieht vor, eine weiche stumpfe Seide so zu verarbeiten, daß durch weiche Raffungen und Reihfalten die Schonheit des Materials recht gur zur Geltung kommt. Ein ärmelloses Abendkleid, das durch eine strenge schwarze Seidenjacke ergänzt wird, kann zu den verschiedensten Gelegenheiten getragen werden. 30 #% K 26 20—. führung mit Vordervartie. meter breit. Oberweite. Ein Gesellschaftskleid in betont modischer Linienherzförmigem Ausschnitt und weich gezogener Erforderlich: etwa 3.25 Meter Stoff. 90 ZentiBunte Beyer=Schnitte für 88. 96 Zentimeter K 26202 K 26209 K 26 209. Weiche Seide eignet sich besonders als Material dieses aparten Teekleides mit reich gezogenem Oberteil und dem neuen weiten Aermel. Erforderlich: etwa 3.90 Meter Stoff. 90 Zentimeter breit. Bunte Beyer=Schnitte für 104. 11., 120 Zentimeter Oberweite. K 26 210. Tagesendkleid, das besonders für stärkere Figuren sehr vorteilhaft ist und durch einen weißen Georgette=Einsatz aufgehellt wird. Erforderlich: etwa 6 Meter Stoff. 90 Zentimeter breit. Bunte Beyer=Schnitte für 96. 104. 112 Zentimeter Oberweite. K 26 20:. Das Abendkleid aus Taft mit zwischengesetzten Blenden und kleinen Pufsärmeln wirkt besonders jugendlich. Erforderlich: etwa 4.25 Meter heller Taft. 85 Zentimeter breit. 1.80 Meter dunkler Taft. 70 Zentimeter breit. Bunte BeyerSchnitte für 84, 92 Zentimeter Oberweite. Krankheiten vor 3000 Jahren Von Krebs noch keine Spur— Gicht dagegen sehr haufig. Der Grund, weshalb die alten Aegypter die Leichen einbalsamierten, war der Glaube, daß die Seele jedes Menschen nach 3000 Jahren wieder in den verlassenen Körper zurückkehre. Der alte Leib mußte also solange erhalten bleiben. Anfänglich wurden nur die Könige einbalsamiert, später aber, besonders in der frühchristlichen Zeit, wurde das Einbalsamieren auch im Volk allgemein üblich, und damit erklärt sich dann auch das Vorhandensein jener zahllosen Mumien, die im Laufe der Zeit zutage gefördert und untersucht werden konnten. Umfassen doch allein die bis zum Jahre 1924 reichenden Berichte der englischen Forscher Smith und Dawson die Ergebnisse der Untersuchung von nicht weniger als 30000 Mumien. Die bei den alten Aegyptern üblichen Einbalsamierungsmethoden haben die Körper während der Jahrtausende tatsächlich so gut erhalten, daß die Untersuchung die verschiedensten Krankheitszeichen an ihnen feststellen konnte. In Betracht kamen natürlich fast ausschließlich Knochenbefunde, doch ergaben schon diese Forschungen eine reiche Fülle aufschlußreichsten Materials. Eine der wichtigsten Feststellungen war, daß an keiner einzigen Mumie die Knochen Zeichen von Syphilis aufwiesen. Daraus erhellt also, daß diese Krankheit bei den alten Aegyptern noch nicht vorkam und sich daher wohl auch noch nicht von der Alten Welt aus verbreitet haben kann. Dagegen fanden sich Spuren von Krebserkrankungen, die aber erst in der byzantinischen Zeit nachzuweisen sind, also früher vermutlich ebenfalls unbekannt waren. Sehr bedeutsame Ergebnisse lieferten die Zahnuntersuchungen. In der frühesten Zeit scheinen Zahnkrankheiten nur selten aufgetreten zu sein, ja, bei der ärmeren Bevölkerung kamen sie überhaupt nicht vor, sondern zunächst nur ab und zu bei den Königen und reichen Leuten. Im gleichen Mage aber, wie das Bedürfnis nach Wohlleben zunahm, vermehrte sich auch die Zahnkaries, so daß schließlich bei den vornehmen Aegyptern die Zahnleiden fast mit derselben Häufigkeit auftraten, wie man sie im modernen Europa beobachten kann. Trotz eingehender Untersuchungen fand mein kein einziges Zeichen eines operativen Eingriffs an den Gebissen, ebensowenig wie Plomben. Bei der armen Bevölkerung blieben die Zähne übrigens auch in der späteren Zeit vollständig gesund, was jedenfalls mit ihrer einfachen, fast durchweg aus roher Pflanzenkost bestehenden Ernährung zusammenhängt. Die häufigsten aller Krankheiten scheinen bei den alten Aegyptern Gelenksleiden(Arthritis)— vor allem Gicht gewesen zu sein, weil fast jede der untersuchten Leichen Spuren solcher Krankheiten aufwies. Arterienverkalkung fand sich hingegen verhältnismäßig wenig und Steinkrankheiten scheinen noch seltener vorgekommen zu sein. Ganz im Gegensatz zu der bisher bestehenden Annahme, daß die Lepra, d. h. der wirkliche Aussatz, schon bei den alten Aegyptern häufig aufgetreten sei, steht das Untersuchungsergebnis, das nur einen einzigen Fall von Lepra aufzeichnen konnte. Demnach kann der biblische Aussatz mit der echten Lepra, zumal da dieser einzige altägyptische Fall erst aus christlicher Zeit stammt, also wohl kaum identisch sein. Sehr viele der untersuchten Mumien zeigten Knochenbrüche, die durch Schienenverbände, wie man sie ähnlich auch heute noch im Sudan und in Abessinien verwendet, zur Heilung gebracht wurden. Spuren anderer chirurgischer Eingriffe fanden sich jedoch nicht; auch Prothesen scheinen den alten Aegyptern noch nicht bekannt gewesen zu sein. K 26110 K 2620 Mit Rat und Tat Mehr frische Luft! Eine der wichtigsten Lebensbedingungen für den Menschen ist der Sauerstoff. Dieser wird in den Millionen kleiner Zellen, aus denen unser Körper zusammengesetzt ist, benutzt, um uns Kräfte und Wärme zu geben. Wir atmen die Gasarten aus, die sich bei der Verbrennung in unserm Körver bilden, und zwar vor allem die Kohlensäure. Diese Gasarten sind für uns schädlich. Daher muß man immer für möglichst viel Sauerstoff sorgen und darauf bedacht sein, daß die verbrauchte Luft aus den Stuben entfernt wird. Es ist also unbedingt nötig, daß die Fenster möglichst viel geöffnet werden. Kampf den Tintenflecken. In einem Haushalt, in dem Kinder sind, gibt es auch Tintenflecke. Hat ein heller Teppich Tintenflecke bekommen, so betupft man diese mit dem ausgepreßten Saft einer Tomate, läßt den Fleck so einige Zeit liegen und wäscht ihn dann mit einem in warmes Wasser getauchten Schwamm ab. Tintenflecke auf Leinenstoffen soll man mit Mostrich bestreichen und dann waschen. Auf dunklen Teppichen kann man Tintenflecke auch mit Salz bestreuen. Man kratzt dann das Salz mit Hilfe eines Löfsels wieder ab und wiederholt die Behandlung. bis der Fleck verschwunden ist. Dann wird die Stelle mit einem Schwamm mit sauberem Wasser abgewaschen. Auf jeden Fall müssen Tintenflecke sofort, solange sie noch frisch sind, entfernt werden. Nicht mehr Ullstein-Schnitte sondern„Altra“-Schnittmuster“.-Das ist der neue Name des altbewährten„sprechenden“ Ullstein-Schnitte. nloch drei Spielsonntage in der 1. Kreisklasse Lokalspiel: Jortuna Herne— Viktoria Herne. Preußen 04 Wanne bei Constantin Herne.# Riemke stellt sich dem BV Herne=Süd. Germania bei Rasensport Bochum. mm Todingen und Reichsbahn Wanne sind frei. Langsam, etwas zu langsam ändert sich das Gesicht, der Tabelle zugunsten unserer Herner Mannschaften. Noch aber gibt es eine Mannschaft, die unangefochten, ohne jeden Punktverlust, die Tabelle anführt, nämlich die Reichsbahner aus Wanne, welche zwar morgen einen Ruhetag haben, aber trotzdem nicht die Führung abtreten werden, denn ihr Vorsprung ist erheblich. Der gefährlichste Widersacher der Reichsbahner, ihr Ortsgegner Preußen, stolperte am Vorsonntag in Sodingen und hat auch diesen Sonntag bei Constantin Herne etwas zu leisten, wenn er mit im Rennen bleiben will. Die Märker würden stark vorrücken, wenn sie es diesmal schaffen würden. — Zwei stark gefährdete Herner Mannschaften, Fortung und Viktoria, stehen sich an der Holper Heide im Lokaltreffen gegenüber, dessen Ausgang wir auf Grund der beiderseitigen schwachen Leistungen offen lassen.— Teutonia Riemke wird ebenfalls beim BB Herne=Süd einen schweren Stand haben und kaum einen Punkt retten können.— Germania Herne scheint nun endlich in Fahrt zu kommen. Bei den Bann 259 ermittelt seine beste Einheit im Fußball Favorit für die Meisterschaft galt, aber nun schon verunnten rnr# etwas zurückfiel, aber dennoch gute Aussichten hat. neue Europameister muß bis zum 17. Januar erWird man diese in der Herner Mark weiter zek= mittelt sein. stören? Im Vorjahr mußten die Herner in beiden—...—„ Spielen die Punkte den Wannern überlassen, daher Mit Obermauer, Beese und Scholl werden die Märker nun mit allen Mitteln versuchen,] Unsere Amateurboxer für die Belgienkämpfe. . Ende des Wonats stellt räumt, um den freien Titel eines Europameisters im Weltergewicht zu kämpfen. Damit sind Turiello (Italien), Marcel Cerdan(Frankreich) und der deutsche Meister Gustav Eder, die sich ebenfalls offiziell um um den Titel beworben hatten, übergangen worden. mania=Sportplatz ein Auswahlspiel der H3 zwecks Ermittlung Orlandi und Wouters trafen bereits zweimal auf; der besten Mannschaft des Bannes 259 statt. Demnächst trifst einander, einmal siegte der Italiener in Mailand, den diese Auswahl in Wanne=Eickel auf eine Einheit des Bannes Rückkampf gewann Wouters. Der Belgier verlor 300. Folgende Kräfte sind für den Vergleichskampf ausgebekanntlich den Titel nur am„grünen Tisch“. Der boten: Gruppe 1: Sonntagvormittag findet um 11 Uhr auf dem Gerrtplatz ein Auswahlspiel der H3 zwecks Ermittlung sind bei den Wannern gerade die Stürmer und der... 2e,.###rtur nuar“#igfe Mannschaft die urTorwart, alles übrige ist guter Durchschnitt. Bei den horstaffel in Beigter, vor, Lie#=#ntgaftegeffate i Hernern aber ist gerade die Hintermannschaft der sprünglich nur Bachpuntsteute„Witzalter,otgu#st beste Mannschaftsteil, selbige wird den Wanner nunmehr durch die Deutschen Meister Obermauer o dürf=Heese und Baumgarten verstärkt worden. Sie trifft am 22. November in Charleroi auf Belgiens Nationalmannschaft, am 24. in Fourmies, das 20 km beste Mannschaftsteil, selbige wird Sturm kaltstellen müssen. Gelingt ihr das, s# ten die Preußen kaum einen Punkt erben. Constan tins Tabellenstellung aber würde erheblich verbessert werden. BU Herne-Süd— Teutonia Riemke. Eine typische Erscheinung ist es gerade bei Teutonia Riemke, in jedem Jahr einen guten Start zu haben und eine Reihe Punkte zu sammeln; dann aber sacken die Riemker ab. Das scheint nun auch in ad rücken würden.— Der BfB Gerthe dürfte daheim auch gegen Constantin Bochum bestehen können. Dien Cermante und Coassantin Herne welter vor! Fortuna Herne— Viktoria Herne Constantin Herne— Preußen Wanne BV Herne=Süd— Teutonia Riemke Rasensport Bochum— Germania Herne BfB Gerthe— Constantin Bochum Rasensportlern aus Bochum wird man ihr den Sieg sem Jahr der Fall zu sein. Gewiß, erst fünf Verlustnicht streitig machen können, wodurch die Germanen punkte hat die Riemker Elf, und vier davon erhielt an die vierte, eventuell sogar an die dritte Stelle sie in Wanne gegen die beiden führenden Mann#######haim schaften. Nun muß sie einmal Herner Luft atmen, und da hat sie zu beweisen, daß sie sich hierauf auch versteht. Der B3 Süd ist so eine Art Lokalgegner für die Gäste, daher lieferten sich beide Einheiten immer harte und erbitterte Spiele, welche allerdings wohl im Vorjahr beide von den Südern gewonnen wurden. Zur Zeit liegen die Süder mit 9:7 Punkten etwas schlechter als ihr morgiger Gast, doch schon ein An von Charleroi entfernt in Frankreich liegt, auf eine dortige französische Vereinsstaffel und am 27. in Ostende auf eine Auswahlacht. Vom Fliegengewicht aufwärts vertreten die deutschen Farben: ObermauerKöln, Prieß=Hamburg, Petri=Kassel, Heese=Düsseldorf, Raeschke=Hamburg, Baumgarten=Hamburg, SchollWuppertal und Klose=Breslau. Schäfer (Westfalia)(Fortuna)(Germania)(Westfalia)(Germania) Preus (BV Herne=Süd) Burgard Müller (Germania)(Westfalia) Prüsener Lenz Möllering (Westfalia)(Germania)(Westfalia) Wescholleck Rosenke Pillkan Stecken ——ania)(West Ishorst Meck (Erin 11)(Erin 11) Blatt Wolf Paßzmann (Sod. 12)(Erin 11)(Habinghorst) Stazewski Pollmann Reuter (VfL Habinghorst)(BfL Habinghorst)(Erin 11) Heinrichs Leske (Erin 11)(BfL Habinghorst) " Nowak (SV Sodingen 12) Gruppe 2: Rund um den wurfkreis der Handballer morgiger Sieg der Süder könnte hier den Anschluß herstellen. Das kann nur geschehen, wenn der Süder Sturm in bester Besetzung zur Stelle ist, nur dann kann man das gute Schlußdreieck der Riemker abhängen. Wir sind auf das Ende sehr gespannt. Fortuna Herne— Viktoria Herne. In all den langen Jahren war gerade diesem Spiel ein besonderer Reiz eigen, doch diesmal ist das Interesse etwas geschwächt, denn beide Mannschaften] Rasensport Bochum— Germania Herne. zeigten bisher sehr schwache Leistungen und stehen] Am Vorsonntag konnte man ersreulicherweise end sehr ungünstig im Tabellenbild. Es wird für beide lich eine erhebliche Formverbesserung der Germanen Einheiten hohe Zeit, an eine Verbesserung ihrer Ta bellenstellung zu denken, weshalb man dieser Aus einandersetzung doch doch mit einer gewissen Span stürmer feststellen, und da zeigte es sich dann auch, wie stark die Germanen in Wirklichkeit sind und daß „„## Iman zu leichtsinnig wertvolle Punkte verschenkt hat. nung entgegensieht. Die Fortunen werden ihre Vor= Der Leichtsinn könnte nun wiederum in dem morgimachtstellung gerade gegen diesen Gegner behaupten gen Spiel großen Schaden anrichten, denn der Gastgeber, Rasensport Bochum, hat bisher noch keinen Im Handball gibt es wieder nur ein Teilprogramm. Teilweise beschäftigt ist nur die Gauliga, voll dagegen die Kreisklasse. Im Bezirk gibt es nur ein Punktespiel. Im Gau hat sich die Lage auf das Treffen Eintracht Dortmund— Hindenburg Minden t. Die Mindener mußten am Vorsonntag in zug wollen, Viktoria aber will etwas vorrücken. Beide Einheiten haben nicht mehr alle Leute zur Verfügung, denn noch mancher Spieler ging in dieser Woche zum Militär. Das dürfte sich beiderseitig in diesem Treffen wesentlich auswirken. Beide haben zur Zeit sehr schwache Hintermannschaften. Wir lassen daher den Ausgang des Spieles vollständig offen. Constantin Herne— Preußen Wanne. Die Spiele innerhalb der Stadt Herne waren bisher immer sehr schwer für die Wanner Preußen, denn die Herner Mannschaften haben eine besondere Liebe für diesen Gegner, welcher lange als heißer rechnen ge Punkte zu verzeichnen, und solche Gegner nimmt man bekanntlich nicht sonderlich ernst. Aber gerade dieses Gedankenspiel zeitigte schon die größten Ueberraschungen. Die Herner werden wissen, daß sie nichts, aber auch nichts mehr zu vergeben haben, denn sieben Minuspunkte sind eine sehr große Last, und das nach erst 8 Spielen. Allzu stark ist der morgige Gegner nicht, aber sehr hart, darauf wird man sich einstellen müssen. Warten die Germanen mit nur ähnlichen Leistungen wie am Vorsonntag auf. so werden sie die Punkte mit nach Herne nehmen, womit wir schwer Fünf Spiele auch in der 2. Kreisklasse Holthausen ringt mit dem Sp. u. Sp. Gerthe um den 2. Platz.— Wanne 11 bei BfL Herne. * Von den zehn Punkten, welche morgen ausgespielt] BfL 48 Bochum Res.— SpB 16 Herne. werden, müßten eigentlich vier in Herne bleiben, Eine auzu schwache Form zeigte in all den letzten wenn alles nach Wunsch gehen würde, Sehr schwer Spielen der SpV 16, welcher selbst auf eigenem und von besonderer Bedeutung ist das Spiel in Hon Boden geschlagen wurde. Auch diesmal wird es ihm hausen. Hier hat Rasensport Gelegenheit, einen ge- auswärts nicht anders ergehen. Die gut eingespielte ichen Widersacher abzuschütteln und sich.die Reserve der Bochumer wird dem SpV 16 eine glatte Stelle für die 1. Serie endgültig zu sichern. Wir rechnen mit einem Sieg der Holthauser über den Sp. u. Sp. Gerthe.— VfL Herne hat gute Aussichten, auf eigenem Boden die 11er aus Wanne hinter sich zu lassen und wertvolle Punkte zu sammeln.— In Hordel wird Tus Harpen beide Punkte abtreten müssen.— Im Wanner Lokaltreffen erwarten wir Holsterhausens Sieg über Hannibal. Wanne wird auch gegen Wattenscheid-Ost keinen Punkt erobern können. Reserve der Bochumer wird dem Niederlage beibringen und weiterhin bleiben. ungeschlagen Rückt Rasensport Holthausen zur Spitze auf? Rasensport Holthausen— Sp. u. Sp. Gerte VfL Herne— SpV 11 Wanne BC Hordel— Tus Harpen Jahn Holsterhausen— Tus Hannibal Wanne Rasensport Wanne— Wattenscheid=Ost Rasensport Holthausen— Sp. u. Sp. Gerthe. Gegen Schweden in Essen? Nach dem Länderkampf gegen Finnland am 21 Januar in Königsberg sollten unsere Amateurboxer S#2#%%ort kurze Zeit später gegen Schweden in der Hamburger Hanseatenhalle kämpfen. Hamburg kommt aber jetzt als Austragungsort für diese Begegnung nicht in Betracht. Es ist vorgesehen, den Kampf mit Schweden in Essen zu veranstalten. Als Termin wird der 23. bis 29. Januar genannt. Die Begegnungen zwi Das vorgesehene Spiel im Handball: BfL. 48 Bochum— Westfalia Herne fällt aus. Vier Meisterschaftsspiele der 1. Kreisklasse. Der Herner Turnklub mun zum Tabellenführer Röhlinghausen. Mit den vier üblichen Spielen setzt die 1. Kreisklasse ihre Programmfolge fort. Es harren interessante Paarungen ihrer Erledigung. So muß der Holsterhausen einen wertvollen Punkt abgeben, und Eintracht hat bisher noch keinen Punkt verloren. In einigen Wochen erst ist dieses Spiel fällig; wer es für sich entschieden wird, dürfte als Herbstmeister gelten. Im Bezirk wird die Herbstmeisterschaft erst am kommenden Sonntag ausgespielt, an dem Tage werden die ausgefallenen Spiele des Opfertages nachgeholt und die 1. Serie dann abgeschlossen. In Frage kommen für den„Herbstmeistertitel nur noch: Henrichshütte und Westfalia Herne. Am morgigen Sonn=,sstungen umf emen Erfeig ans els umne tag gibt es nur ein Punktespiel zwischen dem MB3 und Punkte abziehen.— Im Bochumer Lokalspiel Linden und Schwelm.„ zwischen Westfalia und Polizei dürften die Westfalen In der 1. Kreisklasse drängt sich alles auf den Fall diesmal für sich entscheiden.— Friesen Bodie Auseinandersetzung zwischen Röhlinghausen und chum wird dem TV 01 Wattenscheid das Nachsehen Friesen".". uh. i m Herner Turnklub zur SpVgg Röhlinghausen und wird dort die Punkte dem Tabellenführer überlassen müssen.— Tura Werne hat beim TB Eickel keine Hoffnungen auf einen Erfolg und wird ohne Sieg Bochum zu. Doch dürfte hier die SS Bochum geben, in gewichtiges Wort mitreden. Der Herner ub ist schon im geschlagenen Felde und hat P-t** noch ein Turnklub nur noch um einen günstigen Jlatz zu kämpfen. Drei Punktetreffen im Sansball. Die Punktejagd in der westfälischen HandballGauliga geht am Totensonntag mit 3 Kämpfen weiter. Am Bußtag blieb Hindenburg Minden über den Hüttenverein Dortmund 10:6 siegreich und rückte damit schon auf den 4. Tabellenplatz vor, Bei Sportring Gevelsberg sollte den Mindenern ebenfalls ein Sieg gelingen, und damit wäre der Anschruß gefunden.— Westfalia Somborn erwartet Eintracht Dortmund, und für den Gastgeber sind keine Lorbeeren 2 ornten mährend naa Treffon TN gegen S. Sportring— Gevelsberg— Hindenburg Minden Westfalia Somborn— Eintracht Dortmund TV Spenge— Schalke 04. Der Turnklub wieder Verlierer? SpVgg Röhlinghausen— Herner Turnklub TB Eickel— Tura Werne Westfalia Bochum— Polizei Bochum Friesen Bochum— TV 01 Wattenscheid. Spögg Röhlinghausen— Herner Turnklub. Nach vier Spielen ohne Verlustpunkt ist die Sp Röhlinghausen die einzige Mannschaft in der kreisklasse, welche somit ungeschlagen blieb. Glatte und einwandfreie Siege waren die bisherige Ausbeute. Anders war es dagegen beim Herner Turnu ernten, während das Treffen TW Spenge klub, welcher schon drei Niederlagen zu verzeichnen *— Die Pagrungen: lhat und auch diesen Sonntag wenig Aussichten auf einen Erfolg besitzt. Auf dem heißen Boden in Röhlinghausen wird der Turnklub wenig zu bestellen haben und wohl mit einer neuen Nieberlage abziehen Nur ein Spiel im Bezirk. JC Schwelm— MBV Linden. Im einzigen Punktespiel der Staffel 7 stehei sich zwei Mannschaften gegenüber, welche beide bisher noch zu keinem Punkt kommen konnten. Diesmal sollte Schwelm es schaffen und den ersten Sieg einheimsen. müssen. In der 2. Kreisklasse vier Spiele. Reichsbahn Wanne 1— Westsalia Herne Querenburg 1— Jahn Langendreer 1 VfL Bochum 2— Tus Holsterhausen 2 Polizei Bochum 2— Post Bochum 1. So fiel der Rekord der Rekorde Amanos Beinschlag schlug Arne Borgs Armzug. Das Jahr 1938 war das Todesjahr berühmter Rekorde; 273 Maror Mmd. 2, Hop opezs, hoepi. Aümberg(. Machsend, Veisehord i Sischrelgsen. aitg den Aadre Erick Agren wären eine gute Propaganda für die wenige Zeit später in Essen stattfindenden deutschen Amateurboxmeisterschaften. Schwerer Schicksalsschlag für Eder. Nur kurz war das Eheglück unseres Meisters Gustav Eder. Seine ihm ern vor zwei Wochen angeDas wohl wichtigste Spiel der 2. Kreisklasse steigt a Holthausen, hier wird die 2. Tabellenstelle für die 1. Serie ausgespielt. Beide Mannschaften stehen mit traute Gattin Maria Schlimme, eine bekannte Tängleicher Punktzahl an 2. Tabellenstelle und beide ha- zerin der Kölner Oper, ist am Donnerstag in Köln ben das Zeug in sich, diesen Platz einzunehmen. an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben. Eine wird nun abtreten müssen, und es hat den An schein, als wenn es diesmal der Sp. u. Sp. Gerthe sein würde. Die Holthauser haben im eigenen Boden die stärkste Stütze, dort konnte man ihnen bisher wenig anhaben. Das wird auch der Sp. u. Sp. Gerthe erfahren müssen. Es wird ein hartes, uner4#ttliches Spiel werden, nach dessem Verlauf wir eiEn Erfolg der Holthauser erwarten. BfL Herne— SpB 11 Wanne. Obige Gegner, welche sich morgen an der Ludwigstraße in Horsthausen gegenüberstehen, haben im Verlaufe der ersten Serie schon sehr viel Boden verloren und nur noch schwache Hoffnungen, einen der begehrten beiden ersten Plätze in der Tabelle zu erreichen. Jetzt kann man nur noch Hoffnungen hegen, wenn alle Spiele gewonnen werden, das aber dürfte sehr schwer halten. Im morgigen Kampf gegen die Wanner geben wir den Horsthausern bessere Aussichten, das heißt, wenn sie mit besseren Leistungen aufwarten als in den letzten Spielen und sich vor allen Dingen besser einsetzen. Zeigt man den Geist der ersten Punktespien, so wird Wanne 11 ohne Punkte abziehen müssen. Gustav Eder übergangen. Orlandi ist Wouters Gegner. 1914 und schließlich der Rekord der Rekorde, Arne Borgs Weltbestleistung über 1500 m Kraul, die elf Jahre lang Bestand hatte, mußten dran glauben. Wenn ein Schwimmrekord über ein Jahrzehnt nicht übertroffen wird, so ist das eine kleine Ewigkeit und nicht zu Unrecht wurde die Leistung des Schweden, der damals 1927 in Bologna bei den Europa-Meisterschaften in einem Wutanfall die Strecke auf einer 50-m-Bahn in 19:07,2 Minuten zurückgelegt hatte, als der Rekord der Rekorde bezeichnet. Nicht nur Amano, ein 19jähriger„Freshman“ der Nippon-Universität, war vor jener Ausscheidungs-Veranstaltung für die Japan=Meisterschaften kaum bekannt. Seine Stärke ist im Gegensatz zu dem Schweden, der bekanntlich mit einer ungeheueren Reichweite ausgestattet war, ein unerhört wirksamer Beinschlag. In seinem Rekordrennen, bei dem im Vorbeigehen auch der 1000-m-Weltrekord seines Landsmanes Negami dran glauben mußte, war Amano von 150 m an ohne Gegner. Zwar war seine Anfangsgeschwindigkeit für 100 m um drei Sekunden schlechter als Arne Borgs, der ja immer wie der Teufel losging, doch schon bei 200 m war die Zwischenzeit des Japaners besser als die des Schweden. Auffallend ist die Regelmäßigkeit des der große Schwede selbst, auch anerkannte Fachleute hie ten mit der Ansicht nicht zurück, diese Fabelzeit sei nicht Japaners, der, von stämmiger Gestalt, mit stark entwicke! zu überbieten. Ist es nicht so, daß jährlich rund zwei den Beinen und mächtigem Brustkorb ausgestattet, bereits Dutzend Schwimmrekorde verbessert werden, daß Japan als im Alter von 6 Jahren schwimmen lernte. Während von neue Sport-Großmacht an dieser Marke scheiterke und der vierken 100 m-Strecke Arne Borgs größter Zeikunter„„„ daß Könner wie Makino. Negami. Medica und Flanagan schied 1,4 Sekunden betrug, veränderte Amano sein Tempo Der Dringlichkeits=Ausschuß der Internationalen nicht unter diese eit kommen konnten? Amano, Japans von hundert zu hundert Metern höchstens um acht JehntelBoxing Union in Paris hat Felix Wouters(Belgien) neuem Stern, gelang es in diesem Jahr, mit 18:58.8 Arne sekunden und dem Italiener Carlo Orlandi das Recht einge Borg gla glatt zu unterbieten. Geschwister Pausin, das Wunder aus Wien Morgen bei der Eissport-Großveranstaltung in der Westfalenhalle.* Dortmund— Brüssel im Eishockey. In der 3. Kreisklasse nur wenig Betrieb. Die Reserve von UfL Bochum erwarlet den Spy 16 Herne. In der 3. Kreisklasse gibt es wieder ein zerstückeles Programm. Einzelne Spiele müssen ausfallen, da einige Mannschaften nicht mehr mitmachen. Der SpV 16 Herne wird von der Reserve BfL 48 Bochum irwartet und dürfte von dieser glatt geschlagen werden.— Der Bochumer Verein wird auch Stiepel niederhalten, und Gerthe sollte daheim über Friesen Bochum die Oberhand behalten. Drei Treffen in der 3. Kreisklasse. VfL 48 Bochum Res.— SpV 16 Herne Bochumer Verein— Teutonia Stiepel BV Gerthe=Hiltrop— Friesen Bochum Als am 26. Januar 1908 in Troppau die Deutschen Anna Hübler und Heinrich Burger die erste Weltmeisterschaft im Paarlaufen gewannen, war nicht vorauszusehen bis zu welcher Vollkommenheit einmal diese damals noch zwischen tänzerischer Auffassung und ungebundener Einzelleistung schwankende kunstläuferische Disziplin einst emvorwachsen würde. Die besten eissportlichen Kräfte der Welt haben in den 30 Jahren, die zwischen jener ersten Weltmeisterschaft und der Gegenwart liegen, nach neuen Formen des Paarlaufens gesucht, und wiederum sind es Deutsche, die den höchsten und in nächster Zeit gar nicht zu überbietenden Stand des Paarlaufens entwickelt haben: Herber— Baier und die Geschwister Pausin. Europameisterschaft, Weltmeisterschaft und Olympiasieg wurden ausschließlich zwischen diesen beiden überragenden Paaren entschieden. Die Frage, die sich beim gegenwärtigen Stand des Könnens dieser Rivalen stellt, kann nur lauten: Wird es in diesem Jahre den Geschwistern Pausin gelingen, ihre ewigen Widersacher Herber=Baier zu überflügeln? Einen vorzüglichen Einblick in die Möglichkeiten, die das Wiener Geschwisterpaar in diesem Kampfe gegenwärtig bestzt, wird die Eissport-Großveranstaltung in der Westfalenhalle am Sonntag, dem 20. November, geben; denn hier werden die Geschwister Pausin das neue Programm vorführen, mit dem sie in der beginnenden Saison in den Kampf zieben werden. Sie werden wieder begeistern durch die einzigartigen technischen Fähigkeiten und die unvergeßliche tänzerische Beschwingtheit, die ihnen den Namen„Das Wunder aus Wien“ eingetragen hat; sie werden wieder entzücken durch die Harmonie der Bewegung, durch die künstlerische Anlage einer Kür, in der der känzerische Rhythmus ihrer Helmakstadt mitzuschwingen scheint. Die kraftvolle Ark Erik Bansins und die elfenhafte Grazie der Schwester Ilse, eingespannt und verbunden in einer Meisterkür von Weltklasse, werden dieser Veranstaltung das Gesicht geben. Die Frage, die dieser Abend stellt, kann nur heißen: Welche neuen Formen der Darstellung werden die Geschwister Pausin am 20. November in der Westfalenhalle finden, um ihr großartiges Können im glänzenden Licht erstrahlen zu lassen? Aber auch die Freunde des schnellsten aller Kampfsports werden an diesem Tage auf ihre Rechnung kommen, dafür bürgt schon der Ehrgeiz, mit dem die Dortmunder Eishockeymannschaft ihre Revanche gegen Brüssels beste Vertretung betreiben wird. Die Generalprobe der Dortmunder, die am Mittwoch, dem 16. November, in der Westfalenhalle gegen Essen stattfand, läßt sehr viel erhoffen. Dafür spricht nicht einmal so sehr die Höhe des Sieges, den sie gegen die Essener erfochten, als die Art, in der er errungen wurde. Schnelligkeit, prachtvoller kämpferischer Einsatz und glänzende Kombination waren die besten Waffen der Dortmunder Mannschaft, und so besteht kein Zweifel, daß die Belgier im Spiel am Sonntag vor einer außerordentlich schweren Aufgabe stehen werden. Daß aber die Dortmunder Eissportler nicht nur im Eishockey gewaitige Fortschritte gemacht haben, sondern auch über eine starke Garde hochbegabter Kunstläufer und Kunstläuferinnen verfügen, wird diese Veranstaltung ebenfalts nachweisen. Auch hier bat der Städtekampf gegen Essen die besten Aussichten eröffnet; denn es gab Leistungen, die sich auch in einem sehr anspruchsvollen Rahmen sehen lassen können. Die Anwesenheit der Geschwister Pausin wird den Ehrgeiz der jungen Talente noch beflügeln; denn unter den Augen ihrer großen Vorbilder werden sie ihr Bestes geben. Nachstehend die Zwischenzeiten der 1500-m-Rekordrennen von Arne Borg und Tomakatsu Amano, zwischen denen zwei ganze Abschnitte der Schwimmsportgeschicht: Kleine Sportnachrichten Jens Peter Müller 1 72 Jahre alt wurde der Mann, der das„Müllern“ erfand. Jens Peter Müller starb am Donnerstag in Aarhus. Er kam um die Jahrhundertwende mit dem Gedanken einer täglichen Gymnastik für jedermann heraus, und rasch war„Mein System“ in 25 Kultursprachen über den ganzen Erdball verbreitet. Seine Anhänger zählten nach Millionen, und noch heute beginnt der dänische Rundfunk wie alle anderen Sender mit seiner Morgengymnastik frei nach Jens Peter Müller. Du Jollit kämpfen! Mit uns- fürs Volk! Werde Mitglied der NS-Volkswohlfahrt. Der Mann, der zweimal lebte 78 Jahre alt ist Stephan Aranni. ungarischer Postsekretär im Rubestand. geworden. Er hatte sozusagen wei Leben gelebt— eines, das von seiner Geburt bis zum Jahre 1911 währte und eines. das vom Jahre 1921 bis zum Tode dauerte. Was zwischen diesen beiden Zeitabschnitten liegt, ist von ewiger Finsternis umgeben. Aranyis Erinnerung reichte nur bis zum Jahre 1921 zurück. Den Weltkrieg. den Zusammenbruch der österreichisch=ungarischen Monarchie, die Verstümmelung seines Heimatlandes durch den unseligen Vertrag von Trianon — das alles kannte der Postsekretär nur aus Büchern. Denn er hat infolge einer geheimnisvollen Erkrankung diesen ganzen Zeitabschnitt verschlafen. Aranvis Tragödie begann im Jahre 1911. Der damals 46jährige fiel auf einer Urlaubereise einem Eisenbahnunfall zum Opfer. Seine Verletzungen schienen zunächst nicht allzu schwer zu sein, bald aber stellte es sich heraus, daß die Gehirnerschütterung, die er davongetragen hatte. von den merkwürdigsten Folgen begleitet war. Es war offenbar eine Verschiebung des Gehirns eingetreten. die nach kurzer Zeit zu einer vollständigen Lähmung des Kranken führte. Aranyi befand sich in einem dauernden sprach er jemals ein Wort. Völlig bewegungslos lag er zehn Jahre lang darnieder und mußte während dieser ganzen Zeit künstlich ernährt werden. Dabei blieb sein Körver organisch vollständig gesund. sodaß die zahlreichen Aerzte, die ihn immer wieder untersuchten, vor einem Rärsel standen. Es hat in der Geschichte der modernen Medizin wiederhelt derartige Fälle von einem Dauer=Schlafzustand gegeben, die fast durchweg ein schlimmes Ende nahmen. Um so überraschter war man, daß Aranyi. nachdem er ein volles Jahrzehnt in vollständiger Erstarrung lag und keine Ahnung von den Dingen hatte, die um ihn und draußen in der Welt zugingen, wieder genas. Ganz plötzllich trat die Wendung ein, die aus dem Patienten ohne ärztliches Zutun wieder einen normalen. gesunden und arbeitsfähigen Menschen machte. Nur eines blieb aus— die Erinnerung. Aranyi hatte sein„erstes Leben" bis zum Jahre 1911 ganz und gar vergessen— so sehr, daß er. einem ABC=Schützen gleich, wieder schreiben und lesen lernen mußte und sich weder seiner Kindheit, seiner Eltern und Freunde. noch der Katastrophe entsinnen konnte. die sein Leiden verursachte. Aranyi war eingeschlafen, als die Habsburger Monarchie noch ein Faktor im Weltgeschehen war. Als er sich von seinem Lager erhob, wußte er nichts von dem. was inzwischen vorgefallen war. Man erzählte es ihm, wie man etwa einem Kinde die Vorgänge vergangener Geschichtsevochen erzählt und es dauerte lange. bis sich der Genesene in der neuen Welt zurechtfand. Mit Fleiß und Eifer setzte sich der 56jährige an Schiefertafel und Lesebuch und begann sein„zweites Leben“, in dem er zwar keinen Beruf mehr ausgeübt hat, das er aber mit Freude genoß, sich damit abfindend, daß seine Erinnerung an Vergangenes erloschen war. Nun hat ihn der Tod in aller Stille auch aus diesem neuen Leben abberufen... Schachklub Sodingen siegt über Turm=Herne Die dritte Runde der Mannschaftskämpfe. Einen wechselnden Verlauf mit unerwartetem Ausgang bot in der 3. Runde der Kreis=Mannschaftskämpfe das Spiel zwischen Turm-Herne und Sodingen. Die Türmer traten in stärkster Aufstellung an, auch Sodingen litt nicht an Ersatzbeschwerden. Nach zweistündigem Spiel hatte Turm klare Aussichten, ein Unentschieden sich zu sichern, auch die Möglichkeit eines knappen Sieges war gegeben, da wendete sich das Blatt, auf Seiten Turms wurde mächtig gekorkst, und... Sodingen siegte mit 5½:2½(7½:2½) Punkten. Turm-Herne. 1. Schroeder 1 2. W. Pasucha 0 3. M. Pasucha 0 4. Jankomfki 0 5. E. Schmidt ½ 6. Watkowski 1 7. Tüting 0 8. A. Schmidt 0 2½ Sodingen. Scheibe 0 Spik 1 Feldmann 1 Dettmar 1 Gottschlich ½ Majorzik 0 Hillebrand 1 Ott 1 5¼ In Wanne=Eickel wurde das Spiel zwischen Aljechin und Castrop=Schwerin ausgetragen. Beide Mannschaften mußten reichlich Ersatz einstellen. Mit dem friedlichen Unentschieden von 4•4(5:5) Punkten endete der Kampf Das Spiel zwischen Turm-Wanne und Schachklub Herne wurde vertagt; der Termin des Austrags steht noch nicht fest.— Springer war in der 3. Runde spielfrei. Stand nach der 3. Runde: Sp. gew 3 2 Turm-Herne Sodingen Schachklub Herne Springer Castrop=Schwerin Aljechin Turm-Wanne un verl. Punkke 19:11 14•6 11•9 10½ 9½ 9½:20 8½:21½ 7½2½ Die vierte Runde der Mannschaftskämpse wird am 27. November ausgetragen. Als Gegner treffen sich: Castrop-Schwerin— TurmWanne, Sodingen— Aljechin, Springer— Turm-Herne, Spielfrei ist der Schachklub Herne. Beginn des Horster Schlutmeetings Die„Westfalia“ im Mittelpunkt. Uebermäßiger Kraftstoffverbrauch Jedes Fahrzeug ist von Fabrik aus auf wirtschaftlichen Verbrauch eingestellt. Mit zunehmendem Alter läßt die Leistung nach, der Verbrauch steigt. Es ist dann nicht möglich, etwa durch Einsetzen einer kleineren Düse wieder einen günstigen Verbrauch herauszuholen, da das wieder nur auf Kosten der Leistung geht. Ohne Rücksicht auf den jeweiligen Verschleiß an den Ventilen und Zylindern läßt sich die für den jeweiligen Zustand beste Wirtschaftlichkeit wieder herausholen durch eine Anzahl von bestimmten Kontrollen und Einregulierung. Da ein Erfolg nur vorhanden ist, wenn Reihenfolge und Anzahl der Punkte genau eingehalten werden, muß das Fahrzeug in eine Werkstatt gebracht werden. Für seinen vorletzten Renntag— am 23. November ist endgültig Kehraus in Horst— am Sonntag hat der EssenHorster Rennverein nochmals ein gutes und sportlich interessankes Programm zusammengestellt. Zwei Prüfungen, der Hoffnungs-Preis und das Epona-Jagdrennen, sind den Amateuren vorbehalten, während als sportlich werkvollstes Ereignis die„Westsulia zur Entscheidung kommt, ein mit 6000 Mark dotierter Jagdausgleich über 4000 Meker, der eine Anzahl guter Steepler an den Ablauf bringk. Da auch die umrahmenden Rennen durchweg sehr stark umstritten sein werden, dürfte es am letzten Horster Galopprennsonntag nochmals sehr bewegt hergehen. In der Mostfalia(4000 Meter) kommt ein stattliches Feld erprobter Steepler heraus. Der Ausgang ist sehr offen. In die engere Wahl wird man vor allem Royal, Pantalion, Seni, Ideal, Lapußz, Bandora, Horrido und Lebensart nehmen müssen, die sich in ihren letzten Rennen gut in Form zeigten. Dies gilt vor allem von Seni, der im Düsseldorfer Siegerpreis der Amateure nur von Waldteufel geschlagen wurde. Seni trägt ein verlockendes Gewicht, so daß es endlich einmal reichen könnte. Ein leicht möglicher Außenseiter ist Handschar, der auf Grund seiner früheren Leistungen hier im Gewicht ausgelassen ist. Der Renntag beginnt mit dem Hoffnungs-Preis üder 1800 Meter, einem Amakeurreiten, in dem Staatspreis, Faust, Pont Levis und Torpedo vor guten Aussichten stehen. Wir legen die engere Entscheidung zwischen Pont Levis und Staatspreis, die die beste Klasst=im Felde repräsentieren. Das Nordstern=Jagdrennen(3000 Meter) weist eine große Beteiligung auf, so daß es hier leicht eine tüchtige Ueberraschung absetzen kann. Geht man nach Form, dann wird man Ramillies, Sonny Boy, Geländeritt, Nußknacker und Prior in die engere Wahl nehmen müssen. Flachpferde besserer Klasse treffen sich im Preis von Gelsenkircen über 1400 Meter. Ein günstiges Gewicht trägt Flaminia, der sich hier in erster Linie mit Festspiel, Siona, Elfmeter und Vaterlandsliebe auseinandersetzen muß. Die Ueberraschung steckt in Wisa Zenodore! Das Evona=Jagdrennen(3700 Meter) kann Orendel gewinnen, der sich in Düsseldorf seine Chancen durch schlechtes Springen verscherzte. Orendel hat vor allem Gloricus, Gars Pierre, Sonnenfalter und Geige zu schlagen. Im Preis von Feldhausen(1400 Meter) entscheiden wir uns für Agnat, dessen Hauptgegner Sorgenwende, Condor, Gabler und Amern sind, während sich im Schloß-wreis(2400 Meter) die engere Entscheldung zwischen Graf Han, Max, Silberner Pfeil, Kurigalsu und Radium abspielen sollte. Unsere Voraussagen: 1. R.: Staatspreis— Pont Levis; 2. R.: Sonny Boy — Ilmenau; 3. R.: Flaminia— Festspiel; 4. R.: Seni— Handschar; 5. R.: Orendel— Menne; 6. R.: Agnat— Gabler; 7. R.: Graf Han— Max. Brandenburg-Westsalen-Mitte im Turnen. Nach Ostpreußen werden Westfalen und Mitte die nächsten Gegner von Brandenburgs Turnern sein. Dieser Gaudreikampf ist allerdings erst für den 8. Oktober 1939 vorgesehen. Im Gaugruppenkampf um die Deutsche Vereinsmeisterschaft trifft Brandenburg am 26. März mit den starken Gauen Baden, Südwest und Hessen zusammen. Bessere Versorgung von Hinterbliebenen der Opfer der Arbeit. Der Reichsverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften hat für die angeschlossenen Versicherungsträger neue Grundsätze aufgestellt, die eine bessere Versorgung der Hinterbliebenen der Opfer der Arbeit erstreben. Die Reichsunfallversicherung betreut gegenwärtig rund 31 Millionen Volksgenossen gegen Betriebsunfälle und Berufskrankheiten. Nach der Reichsversicherungsordnung gilt als Betriebsunfall auch ein Unfall auf dem unmittelbaren Wege nach und von der Arbeitsstätte, abgesehen von gewissen Ausnahmefällen. Hat bei der Entstehung eines solchen Wegeunfalles aber ein Verschulden des Versicherten mitgewirkt, so kann der Schadenersatz ganz oder teilweise versagt werden. Die volle Versagung wirkte sich häufig besonders schwerwiegend aus, wenn der Versicherte tödlich verunglückte und Familie hinterließ, wobei dann den Hinterbliebenen kein Sterbegeld und keinRente aus der Unfallversicherung gewährt wurde. Zu Beseitigung dieser für die Volksgemeinschaft unermünsch ten Folgen hat der Reichsverband nunmehr den Grundsatz aufgestellt, daß dann. wenn die volle Versagung des Schadenersatzes gerechtfertigt ware, den Hinterbliebenen trotzdem eine Hinterbliebenen=Rente in Höhe von regelmäßig 50 v. H. gewährt werden soll. sofern die soziale Lage dies gerechtfertigt erscheinen läßt. Von der Zahl 50 kann im Einzelfall nach oben oder unten abgewichen werden. Für die Witwe eines bei einem Betriebsunfall tödlich Verunglückten sieht die Reichsversicherungsordnung die Möglchkeit vor. deren Rente aus der Unfallversicherung über den Normalbetrag von einem Fünftel hinaus zu erhöhen, wenn die Witwe durch Krankheit oder Gebrechen wenigstens die Hälfte ihrer eigenen Erwerbsfähigkeit verloren hat. Hierzu sagt der Reichsverband in einem weiteren Grundsatz, daß. sobald die Witwe das 65. Lebensjahr erreicht, die Berufsgenossenschaft entweder von Amts wegen zu prüfen hat. ob die erhöhte Witwenrente zu gewähren ist oder aber, daß die Berufsgenossenschaft wenigstens die Witwe auf diese Möglichkeit hinweist. Aus der Tatsache, daß in der Reichsunfallversicherung fortlaufend jährlich 175 000 Witwen und Kinder tödlich Verunglückter versorgt werden, ergibt sich die Bedeutung der Neuregelung. Gvangelische Goltesdienftordnung. Sonnlag, den 20. November 1938, Totenfest. Herne. Hauptkirche: 8.30 Uhr Frühgottesdienst, Pfarrer Kill, 9.45 Uhr Hauptgottesdienst, Pfarrer Kiehl; 11.15 Uhr Kindergottesdienst, Pfarrer Helmich; 13 Uhr masurischer Gotz“ dienst: 15 Uhr Taufen.(Die Taufen sind in der Woche bei dem Bezirkspfarrer anzumelden.) 18 Uhr liturgt Gottesdienst mit Abendmahlsfeier, Pfarrer Helmich. Dennerstag 20 Uhr Gebetsstunde, Pfarrer Vohwinkel. Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Vohwinkel(Taufen); 11.15 Uhr Kindergottesdienst; 17 Uhr liturgischer Gottesdienst mit Abendmahlsfeier, Pfarrer Hartmann. Waldschule Constantin: 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Schaub; 10.45 Uhr Taufen; 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Evangelisches Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Schaub. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Kill; 11 Uhr Kindergottesdienst, Pfarrer Kiehl; 11.45 Uhr Taufen. Amtswoche: Pfarrer Kiehl.— Vorsitz im Presbyterium: Pfarrer Helmich Baukau. Totensonntag 10 Uhr Gottesdienst, anschließend Beichte und Feier des heiligen Abendmahls, Pfarrer Wendt; der Kindergottesdienst fällt aus; 12.15 Uhr Taufen; 15 Uhr Totengedenkfeier auf dem Friedhof an der Kaiserstraße. Es spielt der Posaunenchor. Gesangbücher sind mitzubringen.— Mittwoch 20 Uhr: Betstunde für die Not der Kirche. Sodingen. Totensonntag 9.30 Uhr Gottesdienst unter Mitwirkung der Chöre, Pfarrer Lehbrink; anschließend Beichte und Feier des heiligen Abendmahls: 17 Uhr liturgischer Gottesdienst mit Beichte und Feier des heiligen Abendmahls, Pfarrer Lehbrink.— Donnerstag 20 Uhr: Bibelstunde in der Kirche. Freitag 20 Uhr: Kindergottesdienstvorbereitung in der Sakristei. Bladenhorst. Totenfest 10 Uhr Gottesdienst, anschließend Beichte und heiliges Abendmahl; 15 Uhr Friedhofsfeier. Gesangbücher mitbringen. Holsterhausen(Eickel II). Totensonntag 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Netz; anschließend Beichte und heiliges Abendmahl; 17 Uhr liturgischer Gottesdienst, Pastor Steil, mit Beichte und Feier des heiligen Abendmahls. A.047 92/ 1000 Oba und länger geworden, und es gibt nun L wieder Stunden, wo wir mit unseren Handarbeiten beisammensitzen. Das liegt da näher, als schon jetzt an die Wethnachtswünsche all“ unserer Lieden zu denden, Es gibt so manche Ardert, die schon rechtzeitig angefangen werden möchte, damit in den letzten Tagen vor dem Fest noch Zeit für andere Dorbereitungen ist. Jeder Mann wird sich über einen schlichten, einfardigen Pullover oder über eine gemutterte Garnitur: einen Dullover und passende Sportstrümpfe, freuen. Für den Schreibtisch im Herrenzimmer wird ein Zungenteppich in Reltmardett in schönen warmen Jarden nach einem Jählmuster gestickt. Die dreiteilige Wintersportgarnitur für die Dame wird im dreifarbigen Längsstreifenmuster blau=weiß=rot Weihnachtswünsche- Handgearbeitet Für den Herrn- Die Dame- Das Kind Seichnungen: Atelier Bd 385 392•788/1 103 7087 4/T à52777/1 20 Mottve S 52204/TIN oder braun=geld-kupfer gestricht. Für den großen zimmertisch wird eine 130 zu 100 cm große decke mit reichem Blitten= und Rankenmuster gearbettet. Und auf die Weibnachtetische wollen wir fesliche Decken stichken, die in jeder beliebigen Größe mit Zweigen. Sternen, Apfeln und Uerzen geschmückt werden können. Für die kleinen Wintersportler stricken wir einen blauweiß geringelten Dullover und stichen rote Dunkte ein. Der Dater oder Bruder bastelt für das Kleinste ein holzpferdchen mit lustigen Kupfen. Und zum Schluß nähen und sticken wir aus leuchtend bunten Waschstoftresten mit farbigen Glanztwistfäden einen fröhlichen Wandbehang für die Spielechke im Kinderzimmer. KllModelle sind Beyer=Handarbeits=Bänden entnommen Alles, was Sie für richtige, hochmodische Kleidung brauchen, halten wir für Sie bereit O#5 GRODE PADDE PPETIALBW OAS HAUS DER GUTEN Früher Gebr. Kaufmann G. m. b. H. *** **4 — **** 1 und kein: rde. Zu ermünsch n Grundigung des bliebenen on regelie soziale r Zahl 50 bgewichen iebsunfall rungsord. r Unfall1 Fünftel Krankheit jenen Err Reichsobald die genossenob die iber, daß auf diese in der 175 000 orgt werg. 0. rer Kill KinderGott 204 urgi 22 #er VohUhr liturHartmann. Pfarrer sdienst. Pfarrer 11 Uhr sbyterium: Beichte ndt; der 15 Uhr aße. Es ngen.— kitwirkung und Feier ottesdienst Pfarrer der Kirche Sakristei hie und anschlieirgischer des heiBlicke in deutsches Silmschaffen! Der singende Radfahrer Verkehrsunfall und ersetzte Grammophonplatten. Vor nicht allzulanger Zeit geschah es in Berlin, bei anem der großen Faschingsbälle, daß ein Preis auf die beste Nachahmung eines bekannten Schauspielers gesetzt burde. Sieben Leute stellben sich auf das Podium, jeder mehr der weniger gelungen in Maske, Gebärde und Sprechveise. Ein Preisrichterkollegium hörte sich ihre Sprechproben aufmerksam an, wählte die vier besten und präniierte sie. Erster Preis. Zweiter. Dritter. Was für ein Hallo es gab, als der Träger des dritten Preises seinen Namen nannte, können Sie sich wohl vorstellen. Der dritte Imitator war nämlich... das Orgina!! * Aber ich will Ihnen ja eigentlich von einer anderen, wenn auch ähnlichen Sache erzählen. Da fährt eines Tages irgendwo in Italien(wo, das tut vorläufig nichts zur Sache) ein Radfahrer, ein kleiner, dicklicher Mensch mit reichlichen Gute-Laune-Falten im. Doppelkinn, auf staubiger Straße nach Hause. An einer ob sie ein Stück Zucker hinein haben wollte, stand sie stumm Wegbiegung knallt er beinahe in einen Fordwagen, ein auf und ging davon. Betrübt schüttelte sie die— up to daet— Nackenlocken, ehe sie im roten Salon verschwand, dig, an den Draht des Marionetkenmeisters hängt... und durcheinander wirbelt, so toll, daß ihnen... gerade noch zum Singen der Atem bleibt. Ober haben Sie noch nicht bemerkt, daß hier von dem neuen Gigli-Film die Rede ist, von dem Film„Dir gehört mein Herz“, den sich Ernst Marischka ausgedacht und den Galonne mit Gigli, Carla Rust, Lucie Englisch, Romannowsky, Kemp und Theo Lingen in Rom gedreht hat? Es beginnt mit einem wandernden Marionettentheaber, mit einem Radfahrer und ein paar zersprungenen Platten. Wo es hinführt, darauf darf man fürs nächste noch neugierig sein... Kauer. Prinzessin mit den Nackenlocken. Gusti Huber im„Land der Liebe“. Sie zog den Kaffee per Strohhalm aus der Steinguttasse; so fein und lieblich war sie. Als das Gesinde sie fragte, strodhalm denutte, well dieser Prinzessinnenftm auch ihrer privaten Lebensführung gesteigerte Feinheit und Lieblich= zu keit verleiht— oder nur deshald(Schauspielertn sein darer„Land der Liebe“ deißt der Film. Da hat die Prosa suchen. e r m s e m o a- I V a l e r i e v o n M a r t e n s s p i e l t d i e K ö n l a i n. U n d A l b e r t gegen sehr), weil das Berühren mit der Tasse dem film- Matterstock heiratet zum Schluß alle beide, die Prinzessin notwendigen Lippenrok schädlich ist, muß unaufgeklärt blei= und die Mutter. Nicht, weil er(prosaisch) seine Filmlaufden. Der prosaische Beobachter im Atelier kut am besten, bahn als Heiratsschwindler, sondern weil er sie mit einer die entwickelte Märchenatmosphäre nicht anzurühren. Doppelrolle beginnt. Gerhart Weise. „Drei Frauen um Verdi“. Ein großes Leben in einem großen Jilm. ##ahres Fossil von Fordwagen, das ihm da entgegengerasegurgelt,„ggefaucht kommt. Im letzten Moment reißt der Fahrer seinen Ford zur „Das ist eine Stadt!“ sagt der Besucher, der den ersten Tag Rom hinter sich und nun wenigstens schon einen kleinen Ueberblick über die Kostbarkeiten hat, die seiner eingehenden Besichtigung harren. Denn wenn er auch kein Historiker oder Archäologe ist— dem unnennbaren Zauber Roms, der„Ewigen Stadt“, erliegt er ja doch. „Das ist ein Licht!“ wird der Film=Mann ausrufen, noch ehe 24 Stunden hinter seiner Ankunft liegen. Denn daran kann er ja unmöglich vorbeisehen, dieses unbeschreiblich helle und doch nicht grelle Licht, diese für den„Nordländer“ zauberhafte klare und saubere Gare umd„Jar die Prinzessin aus dem Jahr 1937. Der Maskenbildner Atmosphäre zwischen Himmel und Erde wird ihn mit d die alte treue Garderobiere sahen ihr nach. Aus dem blassem Neid erfüllen, wenn er daran denkt, welche Seite... aber der Anhänger, den der Stolz von Detroit blassen Barockschinken an der Wand gegenüber blickte eine Außenaufnahmen hier gelingen könnten! schleppt, schwankt ein paar Sekunden wie eine Barkasse nackte, aber gültige Schloßfee, als wollte sie sagen:„Ein bei hohem Seegang. Richtig— jetzt klirrt es— vom hoch- lieblich Kind!“ Ergriffen von Schmerz und Durst skürzte getürmten Gepäck ist einiges über Bord(oder, wenn Sie wollen, über Ford) gegangen. Aufgeregt, mit weitausholenden Gesten, springen Männer aus dem Wagen, besehen sich den Schaden. Grammo — ohne Strohhalm— der Hilfsregisseur den übriggebliebenen Kaffee hinunter. Indes begann im roten Salon die Prinzessin zum drikten Male das uralte Prinzessinnenleid an der Brust der phonplatten sind es— Caruso, Gigli, Rossi... Prominen= königlichen Mutter auszuweinen: Ich will ihn nicht beiIch will nicht! Ich will nicht!“ Und die nicht hinter eit zurückgebliebene Königin bemerkt fachkundig: Ben jamin Giall ihrer 9„ „Kannst du weinen mein Kind, solange du willst. Tränen im Auge wirken sinnlich. Aber größter Schmerz muß aufhören, wenn Nase rot. Höre auf!“ Solcherart entwickelt sich im Atelier Johannisthal ein märchenhaftes Gebilde, das für die Tobis Rota jetzt inszeniert wird. Märchen aus unserer Zeit in zeitlosem Gewand, von Kristallschliffdialogen heiter durchfunkelt. Spiel um des Spiels willen, graziös, elegant und voll Liebe. Die Prinzessin ist Gusti Huber, Wiens bisher erfolgreichste Nachwuchsschauspielerin. Trotz der bürgerlichen Herkunft schleift sie ihr in Tüllrüschen gebauschtes Mär Draußen in der römischen Filmstadt, an. der verlängerten Via Tuscolana, freuen sie sich jedesmal, wenn ein Gast dieses Licht rühmt. Und— sie nützen es auch gern aus, davon legen die vielen hohen Bauten rings auf dem Gelände der Cinecitta den besten Beweis ab. Bauten von alten, längst fertigen Filmen stehen da. Ueberreste aus der Drehzeit des„Scipio Africanus“ und neue, gestern erst vollendete, wie die Front des Mailänder Doms oder das Stückchen Alt=Venedig mit der Lagune und darauf sanft schaukelnder Gondel, die nach den Entwürfen des bekannten italienischen Architekten Guido Fiorini für den Itala=Tobis=Film„Drei Frauen um Verdi“ errichtet wurden und vor denen ein Teil der Szenen unter Carmine Gollones Regie gedreht wird. „Das ist ein Film!“ wird endlich der Besucher der römischen Filmstadt ausrufen, wenn er sich von Carmine Gallone in großen Zügen den Aufbau und die Handlung des entstehenden Verdi=Films hat erzählen lassen. Denn hier soll ein großes Leben in einem großen Film ein sprechendes und klingendes Denkmal erhalten, das Musik war und desson 7-3chenkleid samt Schleppe so ohnegleichen königlich über das ein Leben, das Musik war und dessen Träger Parkett, als hätte ein halbes Dutzend Haushofmeisterinnen Guiseppe Verdi von seinen Zeitgenossen der sich seit zehn Jahren um diese Haltung bemüht. Beweis,„Italianissimo“ genannt und von den Musikkennern der daß auch moderne Mädchen für Aristokratie noch eine Menge übrig haben. Die Frage also, ob Guski Huber den erwähnten Kaffeeanzen Welt als der einzige ebenbürtige Gegenspieler Richard Wagners angesehen wurde. Ein Leben soll in diesem Film auferstehen, das sich über alle Höhen und „Biggi“ in„Revolutionshochzeit“ Ausgeglichen und überlegen als Mensch und Frau wie als Schauspielerin, eine unserer Liebsten und Besten, das ist die„Biggi“, wie Brigitte Horney unter ihren Kollegen genannt wird. Wenn Hans H. Zerlekt, der Autor und Regisseur von „Revolutionshochzeit“, sie in diesem Film eine adlige Dame weg, sind hoffnungslos verurteilt, in ihr höchststes C ein spielen läßt, so hat das sicher seine ganz besonderen schnarrendes Knacken hineinzunehmen.. Gründe. Tirektor und Hauptdarsteller eines wandernden Mario-] Aline d’Estoile, die Figur, die Brigitte Horney vernettentheaters sind die Leute aus dem Ford. Allabendlich körpern soll, ist eine Frau und keine Dame, wenn sie auch führen sie in kleinen Provinznestern die großen Opern adlig geboren ist.. W des Repertorires auf, eine Marionettenskala, die sich die! Sie beiratet, dem Wunsch ihres verstorbenen Vaters teuersten Starts leisten kann... auf Platten, wohlver-sentsprechend, einen Offizier der Emigranten-Armee, der zu standen. Und diese Platten sind jetzt gnadlos zertöppert. diesem Zwecke über die Grenze heimlich das naheliegende Der verzweifelte„Direttore“ Galli, sonst an Launen seiner Schloß der d’Estoiles aufsucht. Die Truppen des KonHauptdarsteller nicht gewöhnt, rauft sich die Haare.„ vents, die bisher in diese Gegend noch nicht gedrungen Und ist es nicht empörend? Dieser Stahlroßreiter, dieser waren, kommen gerade jetzt mitten in die Hochzeit hinein. Radfahrer, der das ganze Unglück verschuldet, Gallis„En-] Der adlige Herr, ihr Gemahl, erweist sich als ein recht semble“ auf Tage hinaus lahmgelegt hat, steht noch da und sämmerlicher Herr. Nach der Hochzeitsnacht soll er erhat die Frechheik, alles wieder gutmachen zu wollen. Er schossen werden. Er nützt diese Nacht, um sich von Marc untersteht sich, für Caruso, Gigli und Rossi, die... abge-Arron, dem Oberst der Konvenktruppen, zur Flucht verhelfen zu lassen. Mae Arron bi ten, und den Preis en tst bereit, an seine Stelle zu kreierfür zu zahlen. Das kut er nicht sagt haben, einspringen zu wollen. Ein... Radfahrer. Und heute abend wäre, jawohl, wäre Rigoletko auf dem.—„„„ Spielplan gewesen, mit Rossi in der Titelrolle! birgend einer adligen Dame wegen, sondern einer Frau Als ob das Publikum, selbst das Straßenpublikum, das wegen, die ihm dieses Opfer wert ist. seine bescheidenen Soldi in den Sammeltreller wirft, nicht] Der menschliche Konflikt innerhalb dieser wildverworeinen Rossi von einem Radfahrer zu unterscheiden wüßte! renen Zeit bildet das Thema des Films. Unsere SympaNun, er singt dann doch, hinker dem„Bühnenhaus“ des thien sind heute weder der einen noch der anderen Partei Marionettentheaters verborgen, sein Part. Sie erlauben jener Zeit besonders zugneigt, sondern nur denjengen MenIhm, für Rossi einzuspringen, und er macht seine Sache ganz schen, die in dieser Zeit kraft ihres Charakters ihr Schickgroß. Einmal, als gerade ein Auto, vollgeladen mit Ame- sal zu meistern verstanden. Unsere Sympathien gehören den rikanern, vor der Improvisierten Bühne hält, gerat der Besten unter denen, die dieser Film uns zeigt, und zu ihnen Marionektenzauber ins Wanken, und für einige kritische gehört die starke, schöne Frau, die im Mittelpunkt der Sekunden wird der kleine Dicke sichtbar, wie er eben seine Stimme in die höchsten Spähren der Tenorslage hinaufschraubt... nein, nicht schraubt, hinauswirft, wie einen Fangball... Der Radfahrer... * Man sieht ihn nur auf ein paar Sekunden, aber aus diesen Sekunden löst sich ein Spiel, das Menschen, lebenreignisse stehend, durch die Vornehmheit nicht ihrer Geburt, sondern ihres Herzens unsere Herzens gewinnt. Dieser Auffassung kommt die Besetzung mit Brigikte Horney entgegen. Zerlett hat nicht umsonst davon Abstand genommen, eine Besetzung zu wählen, die das„Gräfliche" unterstreicht, das uns heute wenig rühren würde. Uns kommt es auf das Menschliche an. Das weiß er. Und er weiß auch, wie wir zu Brigikte Horney stehen. Tiefen des Schicksals spannte und das ein wahrer Mensch und unsterblicher Künstler vollendete. Exzellenz Lucio d'Ambra, der bekannte ttaltenische Historiker und Romanschriftsteller, schrieb zusammen mit Carmine Gallone. dem Spielleiter und künstlerischen Chef der„Soc. An. Grandi Film Storici“, das Drehbuch zu den„Drei Frauen um Verdi“. In diesem Film steht die gewaltige Persönlichkeit des Wiederherstellers einer nationalen Tradition im italienischen Musikschaffen seiner Zeit im Mittelpunkt allen Geschehens, und man versteht. wenn Gallone es als erste Aufgabe bezeichnet, lebenswahr und treu das Bild dieses Großen zu zeichnen, wie es aus den verbürgten Ueberlieferungen, Briefen und zeitgenössischen Berichten, aus Biographie und vor allem aus seinem musikalischen Lebenswerk zu uns spricht. Nicht Phantasie, sondern das Leben hat alles vorgezeichnet, und dieses Leben war in seinem fortwährenden Auf und Ab, in seinen Kämpfen und Erfolgen, in seiner Menschlichkeit und einsamen Größe so dramatisch und romantisch, daß es an keiner Stelle einer Ergänzung oder Erfindung als dramatischer Zutat bedurfte. Es ist klar, daß ein Film vom Leben Verdis ein großer Musikfilm werden muß. Jedoch nicht ein Musikfilm, wie wir ihn im allgemeinen als ziemlich zwiespältiges Mittelding zwischen Oper und Film erlebt haben, sondern ein Musikfilm, den das Leben geschrieben hat und der darum auch jeder konstruierten, oft gewaltsam aufgepfropften Pseudomusikalität entbehren kann, weil er ja dadurch, daß Verdis Leben in jeder Phase seines Ablaufs aufs innigste mit der Musik zusammenhing, in durchaus selbstverständlicher und logischer Weise klingen und tönen wird. Während wir mit Gallone durch die hellen, schnurgeraden Straßen der Filmstadt gehen, die sich in ihrer zweckmäßigen, klaren Baugestaltung absolut nicht störend in das Landschaftsbild der Campagna vor den Toren Roms einfügt und die Nachbarschaft alter Aquädukte (auch die„Via Appia“ grüßt mit ihren Grabmälern und Zypressen vom Westen herüber) schnell als selbstverständlich hingenommen wird— während wir also durch diese moderne Filmarbeitsstätte gehen, malt Gallone mit weit ausholenden Bewegungen und vor Begeisterung sehr hnell sprechend, was ihm an künstlerischer Arbeit an esem Film noch bevorsteht, der als Spitzenfilm der italienischen Filmkunst auf der Biennale vor den Augen der Welt uraufgeführt werden soll. Drin im Atelier— hier heißt es Theater— steht Fosco Giachetti, der Darsteller der Titelrolle, vor Massimo Terzanos Kamera und spielt mit Maria Cebotari(in der Rolle der berühmten Teresina Stolz) eine Szene auf der Bühne. Dabei wird offenbar, daß man mit Recht bei der Gestaltung des Dialogs sich auf das Notwendigste beschränkte, weil der Film durch die allen verständliche Dramatik seiner Handlung sprechen soll. Gestern war Gaby Morlay Giachettis Partnerin als Giuseppina Strepponi, die Frau, die Verdi nach dem frühen Tod seiner ersten Gattin(Germana Paolieri) geheiratet hatte. Drüben in der großen Halle stehen Hunderte von Komparsen in echten Mailänder Kostümen aus der Verdi=Zei., stehen zwei Pferde und ein Wagen vor den Toren der„Scala" und warten der Aufnahmen, die zeigen sollen, wie enthusiastisch Verdi nach einer Aufführung des„Troubadour“ von seinem Publikum geseiert wurde. Daß Benjamino Gigli in der Gestalt von Verdis Freund Mirate, des größten Tenors jener Jahre, vielfach Gelegenheit haben wird, zu singen, ergibt sich aus der Handlung ganz selbstverständlich. Die Vorbereitungen zu diesem Film, der eine deutsche und französische Fassung erhalten wird, sobald er seine Uraufführung in den einzelnen Ländern, die überall in italienischer Sprache erfolgen soll, hinter sich hat, gehen weit zurück. Man hat sich Zeit genommen und alles wohl überlegt, ehe man ins Atelier ging. Und das ist noch keinem Film schlecht bekommen, meint Dr. Ottavi. der Produktionsleiter, der lange Jahre in Berlin gearbeitet hat und in ganz schwierigen Fällen den Dolmetsch spielte. Ihm verdanken wir auch manchen guten Tip für das Erlebnis Rom. Doch davon zu sprechen, verbietet der mangelnde Platz an dieser Stelle. Hermann Hacker. Brigitte Horoey Erich Engels hat die Spielleitung in„Im Namen des Volkes“; von Darstellern werden bisher genannt Christine Grabe und Menda Egies. Das Drehbuch stammt von Erich Engels und Kriminalkommissar Walter Maisch. Albert Hehn, Wilhelm König, Fritz Genschow, Rudolf Fernau, Hilde Körber, Ingeborg von Kusserow. Charlotte Witthauer spielen in„Drei Unteroffiziere"; Spielleitung Werner Hochbaum. Herner Filmschau E „Kautschuk“ mit Vera von Langen Lichtburg. Dieser Film vom„elastischen Gold“ ist überaus abenteuerich und spannend. Aber so spannungsvoll u. geradezu atemtaubend er seine Handlung aauch gesponnen hat, die künstlerische Seite ist in keiner Weise vernachlässigt. Mit sensationeller Handlung verbinden sich Menschlichkeit, Schönheit und Geist, und nicht zuletzt ein eindrucksvoller nationalethischer Grundgedanke, der das ganze Geschehen durchzieht. Die Handlung spielk im Jahre 1876. Das Weltmopol für Kautschuk wird von Brasilien ängstlich behütet, denn dank seinen reichen Gummiplantagen am Amazonas beherrscht es den Weltmarkl in Gummi. Bei Todesstrafe verbietet es die Ausfuhr von Gummipflanzen und Gummisamen. Das Wagnis, die brasilianische Vormachtsstellung zu brechen, unternimmt auf eigene Faust der junge Engländer Henry Wickham. Er bringt es fertig, den tausend Gefahren des Urwaldes zu trotzen, sich des Gummisamens zu bemächtigen und ihn nach England zu schmuggeln. Das alles tut er keineswegs aus Eigensucht, sondern als echter Sohn Brikanntens, als ein Engländer, der es nicht duldet, daß ein anderer Staat eine Vormachtstellung in der Welt hat. Damit verbindet sich eine feine Liebeshandlung, die in der Rivalität um eine Frau ihren besonderen Reiz und in der engen Verquickung des Rivalen und der Frau mit dem Schicksal des wegen Spionageverdachts zum Tode verurkeilten Engländers ihre größte Spannung erhält. Die Spiellettung hat sich nichts entgehen lassen, um die Fahrk in den Urwald zu einer spannungsgeladenen Folge von Bildern zu machen. Die Augen erleben überaus viel, zumal eine zweijährige künstlerische Aufnahmearbeit den Atelieraufnahmen vorausging. Man erlebt den Urwald in seiner geheimnisvollen Ruhe und seiner unheimlichen Geahrenfülle. Da ist zunächst der dumpfe Trommelwirbel der Telegraph des Urwaldes, der über Kilometer hinweg ein Dorf mit dem andern verständigt, da sind die Piranhos, die leischfressenden Fische, die ein Urwaldtier von der Größe eines Bären im Nu im Wasser zerreißen u Wasser zerreißen und nur das Ge= man in der rippe überlassen. Da ist der Kampf mit Gewehr, Pistole und Ruder gegen eine Herde von Alligatoren; Riesenschlangen suchen ihr Opfer zu erdrücken usw. Mit diesem Urwald, seinen Morästen, Schlingpflanzen und wilden Tieren hat der Mensch nun zu kämpfen, ehe er sich seiner menschlichen Venfoiger erwehren muß. Fiebergepeinigt, sieht er die Gesichter des Urwaldes über sich. Neben dieser sensationellen Spannung steht das äußerlich ruhige Spiel zwischen den Menschen, das sich zuletzt bis zur höchsten Dramalik zuspitzt. Auch hier erlebt man wunderbare Szenen, die oft an die eines Kammerspiels heranreichen. So ist die künstlerische Formung des Filmes unverkennbar Die Darstellung ist immer im Fluß. Man kann sich nicht beklagen, daß zu wenig geschieht. ené Deltgen, der sympathische Darsteller vom Kölner Schauspiel, den wir auch schon in Herne persönlich kennen zu lernen Gelegenheit hatten, spielt den Henry Wickham in frischer und fast sachlicher Art, ohne eine beldische Pose, und doch wirkt er jeden Zoll als Held. Er ist unsentimental, ein großer Menschendarsteller des Filmnachwuchses. Vera von Langen, unsere Herner Mitbürgerin, ist seine Partnerin. Wir lassen hier jeden Lokalpatriotismus beiseite und dürfen gestehen, daß ihre frauliche Art weiter an Liebreiz gewonnen hat, und daß ihre schelmischen Anspielungen, ihre Verträumtheit, ihr kämpferischer Einsatz, als sie den Geliebten in Gefahr weiß, eine wirklich künstlerische Ausschöpfung finden. Ob sie als liebende Frau, als gehorsame Tochter oder als große Dame handelt, immer zeigt sie einen natürlichen Charme und eiweckt von Szene zu Szene mehr Sympathie. Gustav Dießl ist der Rivale Don Allonzo, beherrscht trotz der unverkennbaren Urkraft des Cholerikers, Herbert Hühner, Walter Franck, Roma Bahn usw. geben der Darstellung die weilere große und menschliche Note. Franz Semglaty. „Mordsache Holm Schauburg. Wer von den Filmfreunden es bisher bezweifelle, daß Kriminalfilm zu dreben. gleichzeivig spannend, ein wirklichkeitsechtes Abbild pollzeilicher Aufklärungsarbeit und bis in de letzte Motivierung der Handlungsvorgänge hinein glaubwürdig ist, der sieht sich hier eines Besseren belehrt. Diese nach dem Roman„Der rote Faden“ von Arel Rudolph in einem vorzüglichen Drehbuch geformte Handlung wurde durch den Regisseur Erich Engels, fesselnd gestaltet, so daß nicht nur die Frage nach dem Täter bis in die letzten hundert Meter ungeklärt bleibt, sondern auch die Freude an Schmiß und Tempo des Ganzen und an mancher darstellerischen Pointe die gespannte Aufmerksamkeit des Zuschauers in Anspruch nimmt. Das Merkmal einer guken Kriminalhandlung, daß in ihrem Ablaufe möglichst viele Personen in einen begründeten Verdacht der Täterschaft oder der Beteiligung kommen, wird hier glänzend und in immer neuen Abwandlungen erfüllt. Da ist der Mann, der mit dem Opfer zuletzt zusammen war, da ist der Eifersüchtige, da ist die zweifelhafte Existenz, da ist der Vorbestrafte. Alle diese Episoden beleben das Bild. Aber sie verwirren nicht, sondern kreiben die Aufklärung Schritt für Schritt weiter. Vorzüglich sind die Bilder, die einen Einblick in den Aufklärungsdienst der Kriminalpolizei vermitteln, so daß nicht zuletzt von dieser seriösen Darstellung der Film seinen Wert erhält. Die Persönlichkeit der Handlungskräger ist durch gutgewählte Typen und das realistische Spiel ausgezeichnet dargestellt. Als prächtigste Leistung ist hier der Einbrecher Josef Siebers an erster Stelle zu nennen. Dieser Darsteller, der in seinen wenigen Filmrollen immer durch robuste Wirklichkeitstreue und seine vollsaftige Natur überzeugte, vollbringt hier eine Glanzleistung mimischer Ausdruckskunst, die seine Episode zu der lebhaftesten des ganzen Spiels macht. Einen geistig überlegenen, mit weltmännischen Manieren ausgestattelen Kriminalrat stellt Harald Paussen dar. Ihm ist ein Gefolge lebensechter Kriminalisten beigegeben. Anter ionen: Reinhold Bernot(der auch für die kluge Dialogregie zeichnet), Hans Halden und Hans Leibelt. Ihr dägischer Kollege ist Viooo Larsen. Die weiblichen Hauptrollen werden von der Tänzerin Ursula Deinert, der schwermütigen Elisabeih Wendt und Ellen Bang als Halbweltdame dargestellt. Werner Scharf, Kurt Waitzmann, Walter Steinbeck und Aribert Wäscher sind an hervorragender Stelle beschäftigt. Franz Bruns. „Hände hoch“ Gloria-Palast. Die Heldentaten der kanadischen Polizeitruppe sind schon oft bei den Amerikanern Gegenstand von spannenden Filmhandlungen gewesen. So weiträumig und groß wie das Land, so mannigfaltig und unausschöpfbar ist auch die Welt dieser Polizeitruppe, die in Kanada eben das Gesetz und auch den Richter verkörpert, wenn er in den weiten Einöden nicht zur Stelle ist. Auch der an Abenteuern und Kämpfen reiche Film „Hände hoch“ zeigt Nordkanadas Grenzpolizei im Kampf mit Banditen und Schmugglern. Pelzjäger und=schmuggler machen hier der Polizei viel zu schaffen. Ein Vater wird eines Mordes bezichtigt und sucht mit seiner Tochter zu fliehen, die Tochter will diplomatisch den Beamten auf eine falsche Fährte locken. Aber die Gerechtigkeit findet auch ohne ihre Bemühungen die Wahrheit, und in einem wütenden Endkamps fällt der Schuldige den Kugeln der Polizei zum Opfer. Ein nettes Mädel ist des Helden Gewinn. Imposante Schneewälder und weiße Wüsten fesseln das Auge des Zuschauers. Neben der reizenden Rochelle Hudson und Rober1 Kent steht Buck, der riesige Bernhardiner, im Mittelpunk: der Handlung, der immer Hilfe holt, wenn die Not am Mann ist und der auch mit der gefürchteten Riesendogge der Gegenseite fertig wird. Natürlich fehlt der Humor der Handlung nicht. Franz Semglaty. * „Im siebenten Himmel“ Apollotheater Horsthausen. Bei dieser rührend lieblichen und zugleich erschütternden Liebesgeschichte kam es ganz auf die Träger der beiden Hauptrollen an. Simone Simon und James Stewart. Die junge Französin ist eine Ueberraschung: Ein urwüchsiges Filmtalent. Wie versteht sie es, die seltsamen Gegensätze zu vereinen, die amutige Jartheit, die Härte ihres Schicksals, fast verworfen und doch ein Wesen aus einer anderen Welt. Und James Stewart: Er zeichnete eine Figur ohne jegliches Klischee, ein prächtiger Bursche, störrisch und herzensaut. Jean Hersholt spielt die Rolle des Priesters mit Verhaltenheit und Würde. Er sorat dafür, daß die Sacre-Coeur-Umwelt nicht verkitscht wird. Mado Christians, die man lange nicht sah. vielt mit sompathischer Gemessenheit. Auch die anderen Rollen sind mit ausgezeichneten Chrakterdarstellern besetzt Der Deutsche Kleinemplänger 35.— Telciunhen 1 Kreiser mit Spatschaltung. 144.40 Stemens 1 Kreiser mit Sparschalun... 138,40 NORAI Kreiser mit Sparschantung.... 142.40 Emud-Rchord 2 Kreiser 151.40 Radio io# Pherne4 Bahnhofstr.16d Italkemann) Hlnerva: horen T hreiser. nag. Joge. Stromverbr. 12N 245.— WCaA 5 Kreis-Super... 178.40 Hendc Super 224.75 Telclunken Super...... 238.75 Telclunken Gios-Super..... 594,— wird immer größer, venn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen Es kann auch Brucheinklemmung entstehen. Pragen Sie Ihren Arzt. Ein Unterleibsbruch ist nicht ein Riß in der Netshaut, sondern stellt eine Bauchtellausstülpung dar und ist besserungstähig. 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November: 6.00 Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt!(G. Weinkötz.) 6.30 Freut euch des Lebens! Industrie=Schallplatken und Aufnahmen.) 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Nachrichten. 7.10 von Berlin: Frühkonzert. Kapelle Egon Kaiser. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen (Ellen Derenbach). 8.30 von Danzig: Wohl bekomm's. Danziger Landesorchester, Leitung: Curt Koschnick. 9.15 Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 9.45 Nachrichten. 10.00 Kampf um Deutschland. Hörfolge nach dem gleichnamigen Lesebuch für die deutsche Jugend von Ph. Bouhler von Günther Hoffmann. 10.30 Sendepause. 11.45 Ein Ravensberger Bauer. Auf dem Mönckhoff in Bardüktingdorf. 11.55 Marktberichte des Reichsnährstandes und Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00 von Königsberg: Mittagskonzert. Tanzkapelle d. Reichssenders Königsberg(Leitung: Erich Börschel). 13.00 Nachrichen—. Glückwünsche. 13.15 von Königsberg: Konzerkfortsetzung. 14.00 Nachrichten, Sportvorschau. 14.10 Wochenendkonzert (Industrie=Schallplatten). 15.30 Das Märchen vom Stehaufmännchen und andere wundersame Geschichten. Aus dem Federweltstreit niederrheinischer Jungmädel. 16.00 Bunte Melodien.— Hilde Mottau(Sopran), Wilhelm Leiseifer(Tenor), Willi Schneider (Baß- Barikon), Egberk Grape (Klavier); am Flügel: Leo Kowalski. Das Unterhaltungsorchester unter Hermann Hagestedt. 18.00 Allerlei vom Sport. 18.10 Der schöpferische Mensch: Franz Schuberk. Zum 110. Todestag. 19.00 Die WéW-Stunde mit Wunschsolisten. 20.10 Lachen ist gesund.— Ein Streifzug durch westdeutsche Vergnügungsstätten. Es wirken mit: Blädel und Blädel(Burghof Köln), Karl Walter Popp (Apollo Düsseldorf). Herm. Klink (Seidenfaden Krefeld), drei Rulands(Cascade Düsseldorf), Lokte Verkmeister, Georg Krönlein, Heinrich Kohlbrandt(Kaiserhof Köln), Rudolf Klaus.(Leitung: Hermann Probst.) 22.00 Nachrichten. 22.15—24.00 Nachtmusik u. Tanz. Leo Eysoldt mit seinem Orchester, das Heitere, Instrumenkalquartett, Hans Flamm(Akkordeon), Fritz Neumann(Gesang). 24.00—1.00 Tausend Takte Tanz. (Industrie=Schallplatten und Aufnahmen.) Sonntag, 20. November. (Totensonntag) 6.00 von Hamburg: Hafenkonzert auf dem Dampfer„Deutschland“ der Hamburg=Amerika=Linie. 8.00 Wetter, Wasserstand. 8.05 Es gibt kein Umsonst! Ein Bekenntnis von Kurt Eggers. 8.15 Besinnliche Musik. Elisabeth Schmidt(Sopran), Heinz Berndt, Willi Rükten(Violine), Albert Steinmann(Cello), Elfriede Dickob(Klavier) darin: 8.30—8.35 Gräber in der Heide. 9.00 Morgenfeier der Hitler-Jugend Fest ins Ange blicken sollen wir der großen Zelt. 9.80 Dichtungen zum Totenfest und Improvisationen auf der Orgel. 10.00 Musik am Sonntagmorgen. (Industrie=Schallplatten). 11.00 Der verzauberte Hof. Erzählung von Selma Lagerlöf. Zum 80. Geburtstag der Dichkerin. 11.15 Klavierquintett in F-Moll, Werk 34 von Brahms. Das Streichquartett des Reichssenders Köln: Rudi Rhein, Jakob Braun Violine), Regnerus Ringnalda (Viola), Robert Grote(Cello); Egbert Grape(Klavier). 12.00 von Berlin: Musik am Miktag. Kapelle Walter Noack. Max Saal(Harfe): Erwin Hansche und Mar Nahrath(2 Klaviere). 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.10 von Berlin: Konzertfortsetzung. 14.10 Melodeien— aus Köln am Rhein. 15.00 Der Kiepenkerl packt aus. Guter Rat für Stadt und Land. Das Landmädel brauchen wir. Aus der Weinlese.— Der Garkenkalender. 15.20 Kriegsgedichte in Kempener Mundart, von Wilh. Grobben. 15.30 Peter Anders singt. (Industrie=Schallplatten). 15.50 Der Brief. York von Wartenburg an Friedr. Wilhelm III. Heinrich Schlenkhoff Hohlen Hoks Briketts Lieferung ab Lager Grabenetraße 16. Anfhrazit G. m. b. I. Ruf: nach der Konvention von Tauroggen 16.00 Nachmitlagskonzert. Leo Eysoldt mit seinem Orchester. Ida Gille(Gitarre). 17.00 Einsiedel. Ein Spiel von deutschen Soldaten, von Walther Gottfried Klucke(Spielleitung: Wilhelm Wahl). 17.45 Musik von Schallplatten 18.00 Wo bist du, Kamerad? Rundfunkappell alter Frontsoldaten. 18.30 Es steht eine Lind' im kiefen Tal... Volksweisen und Balladen, gesungen und gespielt von der Rundfunkspielschar der Hitlerjugend Köln unter Ingeborg Smidt. 19.00 Der Sonntag im Rundfunkbericht. 19.20 Sportvorbericht. 19.30 Musik von Schallplatten. 20.00 Nachrichten. 20.10 Ein deutsches Regulem. Das Große Orchester und der Rundfunkchor(Leitung: Musikdirektor Wilhelm Adams). Elisabeth Schmidt(Sopran). Eugen Klein (Bariton). 22.00 Nachrichken. 22.30—24.00 von Frankfurk: Unterhaltungskonzert. Margot Schug(Sopran), Gotklied Zeithammer(Baß), das Kleine Orchester(Leitung: Franz Hauck). Montag, 21. November. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. für die Landwirtschaft. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! (Gustav Weinkötz) 6.30 Freut euch des Lebens!(Industrie=Schallplatten und Aufnahmen). 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Nachrichten 7.10 von Frankfurt(von Kassel, aus Fulda): Frühkonzert. Trompekerkorps des Art.-Regts. Nr. 51.(Leitung: Musikmeister Endeward). 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen(E. Derenbach). 8.30 Morgenmusik. Das Unterhaltungssextett. 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten. 10.00 von München: Vom Keller bis zum Dach. Hörszenen aus dem Thema„Kampf dem Verderb“ von Franz Bauer. 10.30 Sendepause. 11.45 Die Ahnen des deutschen Volkes. 15000 Namen werden verkartet. 11.55 Wetter für die Landwirkschaft. 12.00 Die Werkpause bei d. Fachgruppe Nahrungsmittelhandwerk in Neuß. Kapelle des Fliegerhorstes Düsseldorf(Lig.: Obermusikmeister May). 18.00 Wir suchen und sammeln. Altes und Neues aus der Spinnstube. 18.10 So lebt eine Großstadt. Manuskript: Erich Wippermann. Musik: Heinz Herkrath. Rundfunkberichte aus Essen und Dortmund. 18.50 Allerlei vom Sport. 19.00 Die WHW-Stunde. 20.00 Nachrichten. 20.10 Das Klavierkonzert(3. Sendereihe) Es spielt das Große Orchester(Leitung Generalmusikdirektor Rudolf Schulz-Dornburg), Adrian Aeschbacher(Klavier). 20.50 Westdeutsche Wochenschau. Erwachsene trinken kurz vor dem Zubettgehen möglichst heiß zweimal je einen Shiälie, KlostersrauMelissengeist und Zucker mit etwa der doppelten chenden Wassers gut verrührt. Kindern gebe man die Hälfte. schläft man gut und fühlt sich am andern Morgen meist me Menge koc Darauf schläft man gut und fühlt sich am andern Morgen meist merklich wohler. Zur Nachkur nehme man noch einige Tage die halbe Menge. Sie erhalten Klosterfrau=Melissengeist in der blauen Original=Packung den drei Nonnen in Apotheken und Drogerien in Flaschen zu 2.80, 1.65 und—.90. Dieses Rezept bitte ausschneiden! * * 13.00 Nachrichten—. Glückwünsche 13.15 von Hamburg(aus Hannover): Schloßkonzert Das Niedersachsen-Orchester(Leitung: O. Ebel von Sosen). Solist: Kammersänger Martin Krämer(Tenor) von der Staatsoper Dresden. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Für große und kleine Leute. So reist ein Brief. Wir besuchen ein Postamt. 15.30 Musik von Schallplatten. 15.40 Das gute Buch. Das Buch der deutschen Gaue. Fünf Jahre nationalsozialistische Aufbauleistung. 16.00 von Königsberg: Unterhaltungskonzert. Das Orchester (Leitung: Georg Woellner). darin: 17.00—17.15 Der Erzähler. Luis Trenker: Der kleine Schimmel. 17.30 Männergesang aus unseren Gauen. Männergesangverein Wiesdorf unter Musikdirektor Willi Brouwers. 21.10 Blasmusik. Gruppenmusikzug 212 des Reichsarbeitsdienstes Köln=Stammheim, Musikzugführer Hermann Bornkessel. 22.00 Nachrichten. 22.15 Musik von Schallplatten. 22.30—24.00 Nachtmusik. Das Rheinische Landesorchester unter Heribert Weyers. Lies den Herner Anzeiger! 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Fuhr mann ar Deaame Einsamkeit und Kameradschaft Daladier:„Ich pfeife auf die Inttigen“. „„„„„„„„„„„„ i r h i n n n i s s n b i e a m i e e n O m t t b a l t a r u n d M a s s e r m i n l a r/ J a h r u n m a r n t n a r T a l s c h n a c h r# i# Reichsleiter Rosenberg über die Quellen des schöpferischen deutschen Lebens Daladier gegen die ewigen Kritikaster und Besserwisser Lebrun warnt vor Falschnachrichten Berlin, 18. Nov. Im Rahmen der fünften Reichsarbeitstagung des Amtes Schrifttumspflege beim Beaustragten des Führers fur die gesamten geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP., die gegenwärtig in Berlin stattfindet, sprach Reichsleiter Alfred Rosenberg in einer Kundgebung in der Krolloper zum Thema„Einsamkeit und Kameradschaft". Er führte u. a. aus: Die letzten 150 Jahre zeigen uns auf dem einen Pol die Entartung der Persönlichkeit und aus dem anderen die Entartung des Gemeinschaftsgedankens. Es ist, glaube ich, hier das entscheidende Erlebnis der nationalsozialistischen Bewegung, daß sie das alte Verhältnis, das man abstrakt als zwischen Ich und Gesellschaft bestehend hinstellte, nunmehr tiefer begriffen als die notwendige Spannung zwischen Persönlichkeit und Gemeinschaft und. in der Aufgabe gesehen, als eine Spannung zwischen Einsamkeit und Kameradschaft. Das erste ist also das Verhältnis der Menschen untereinander, das zweite ist der Zustand. in dem diese Menschen zu wirken haben. Und hier hat die nationalsozialistische Bewegung mit einer großen Leidenschaft die Idee der Gemeinschaft als Arbeits= und Kampfkameradschaft verkündet, wie kaum jemals eine Bewegung in der deutschen Geschichte. Sie hat in extremer Darstellung dieser Gedanken das Wort aufgegriffen: Ich bin nichts, mein Volk ist alles! und wollte damit aussprechen, daß jeder alles zu opfern hat, wenn es sich um die Rettung der deutschen Nation aus Schande und Knechtschaft handelt. Und diesen Opfern sind Tausende gefolgt: Hunderttausende Millionen haben sich durch Wort und in der Tat für se neue Kampfkameradschaft entschieden. Alles, was in diesen Jahren sich auf politischem, militärischem, sozialem Gebiet gebildet hat, steht im Zeichen dieses alle einigenden großen Gedankens. Gegenüber dem von allen anerkannten Recht der Gesamtheit auf die Zeit und Arbeitskraft des einzelnen inund außerhalb seines Berufes tritt die Forderung auch nach Beschaulichkeit, nach gesammelten Stunden. nach der Einsamkeit. Wenn wir uns selbst überprüfen, und wenn wir die anderen großen Menschen, gleich, auf welchem Gebiete, überschauen, dürfen wir wohl feststellen, daß die entscheidenden Entschlüsse Ergebnisse der einsamen Stunden dieser Großen gewesen sind. Es ist schon so. daß die Kameradschaft gleichsam das große Einatmen des Menschen darstellt. Durch diese Kameradschaft lernt der andere Persönlichkeiten kennen, lernt er neue Aufgaben, erblickt er neue Probleme. und in Stunden der Zuückgezogenheit, deren Ergebnisse man als ein großes Ausatmen bezeichnen darf, da werden die großen Eindrücke von außen im Innern verarbeitet und, wenn man sich richtig einfügt, wieder einer Kameradschaft als förderndes Ergebnis zurückgegeben. Und deshalb, deutsche Dichter und Künstler, wenn wir diese Tagung in das Zeichen der Einsamkeit gestellt haben, so wollen wir damit einer Notwendigkeit Rechnung ttugen, die Sie vertreten müssen, um in der bewegten Zeit von heute Stunden der Sammlung zu haben, aber, und das ist ja wohl das Unterscheidende gegenüber der Betonung der Berechtigung der Einsamkeit in der Vergangenheit: diese Einsamkeit soll nicht eine Vereinzelung sein, sondern eine Kräftesammlung für sich selbst, aber auch für uns alle! Deshalb ist es auch nicht ein Widerspruch, wie es vielleicht früher gewesen sein mag, daß sich hier eine große Kameradschaft wie die nationalsozialistische Bewegung für das Recht der Einsamkeit ausspricht, denn sie weiß, daß dieser Einsame dann nicht allein ist, sondern daß er immer wieder in eine bodenverwurzelte Gemeinschaft zurückkehrt und nicht der Gefahr unterliegt, nur ein abgesplitterter Teil eines Ganzen zu werden. Wir wollen als nationalsozialistische Gesamtbewegung deshalb beide Pole gestärkt wissen, und zwar organisch gestärkt. Auf der einen Seite die Einsamkeit der schöpferischen Persönlichkeit ohne Individualismus der sektiererischen und Wirtschaftsinteressenten, auf der anderen Seite keine gestaltlose Millionenmasse, sondern eine durchgegliederte Kampfkameradschaft der deutschen Nation. Aber wir wissen ebensogut, daß eine solche Gesamthaltung nicht von jedem einzelnen nach beiden Seiten unbefangen durchgehalten werden kann. Die nationalsozialistische Bewegung muß deshalb so groß und so stark sein, daß sie stärkste Vertretungen von beiden Seiten in sich beherbergen kann. Die Natur ist nicht ein Objekt willkürlicher Launenauslassungen verwahrloster Temperamente. Die Geschichte mit ihren tragenden Persönlichkeiten fordert auch die Berücksichtigung ihrer Tatsächlichkeiten seitens des sie behandelnden Künstlers. Mag man der dichterischen Freiheit noch so viel Raum lassen in der Erkenntnis, daß die geschichtswirkende Kraft eines Menschen nicht notwendig mit seinem sonstigen privaten Schicksal verbunden erscheint und deshalb aus manchen Zufälligkeiten herausgehoben werden kann, so geht es nicht an, wie es manchmal geschieht, einfach Gefühle und Gedanken unserer Gegenwart in Gestalten der Vergangenheit hineinzutragen und diese, ohne sie aus ihrer eigenen Zeit zu begreifen, als Träger der Ideen unserer Epoche vorzuführen. Das Leben auch der Vergangenheit ist so farbig und wechselartig, daß der Dichter immer noch einen weiten Spielraum hat und es ihm deshalb der künstlerische Takt verbieten muß, hier eine Vermanschung der Persönlichkeiten und Gedanken verschiedenster Zeitalter vorzunehmen und gar dann auch noch die bewegungslose Achtung seitens des Urteils der nationalen Gemeinschaft zu erwarten. Erst wenn dieses allgemeine Achtungsgefühl jeden Künstler beherrscht, wenn er ein Thema aus dem Leben der Nation behandelt, dann erst darf auch er erwarten, daß bei Beurteilung seines Werkes das gleiche Gefühl anhält, dann erst darf er als Dramatiker auch die Forderung stellen, daß Regisseure und Bühnenbildner sein Werk ebenfalls nicht als Möglichkeit für das Durchexperimentieren subjektivistischer Einfälle betrachten, sondern es aus eigenen Gegebenheiten zu werten und somit nicht ihre, sondern des Werkes Grundgedanken zu verdeutlichen sich bemühen. So glaube ich, daß wir dieses Problem, das uns hier zu allererst als Schrifttumspflege der Bewegung ins Auge tritt, zugleich als große Frage der Erziehung der gesam ten Nation auffassen können. Der alte Kampf zwischen Kultur und Macht, der vor blinden Theoretikern früher als eine Notwendigkeit hingestellt wurde, ist längst als gegenstandslos in unseren Herzen überwunden worden; wir empfinden auch hier keinen Gegensatz, sondern ein Zusammengehen der Kräfte und sind der tiefsten Ueberzeugung, daß Deutschland, das heute wieder sein Recht in der Welt sich durch eine ausgebildete Macht errungen hat, auch zugleich der Förderer einer in der Geburtsstunde stehenden neuen deutschen Kultur und eines neuen deutschen Denkens ist. Gerade in dieser Einheit von Leben, Kunst und Weltanschauung erblicken wir das Geheimnis unserer Tage und haben das beglückende Bewußtsein, hier den Glockenschlag einer neuen Epoche zu tun. Volksempörung im Buchenland gegen die Juden Demonstrationen gegen jüdische Geschäfte und Fabriken Bukarest. 18. Nov. Die seit längerer Zeit in der Bevölkerung herrschende Erregung über die jüdische Ausbeutung im Buchenlande hat Mittwoch und Donnerstag zu plötzlichen schweren Ausbrüchen geführt. In zahlreichen kleineren Städten und Ortschaften rottete sich die Bevölkerung zusammen, drang in jüdische Geschäfte und Fabriken ein und legte Feuer an. Da die Gendarmerie und die Sicherheitsbehörden mit solchen Ausbrüchen anscheinend rechneten und zum raschen Eingreisen bereitstanden, konnten die Brände in den meisten Fällen rasch gelöscht und die Volksmassen zum Auseinandergehen veranlaßt werden. In der Stadt Putna drang die Bevölkerung in eine jüdische Glasfabrik ein und legte Feuer an, das aber gelöscht werden konnte, ehe größerer Sachschaden entstand. Bei Pojorata wurde das Bauholzlager einer großen jüdischen Firma in Brand gesteckt. In Radautz drang die Menge in zahlreiche im Zentrum der Stadt gelegene jüdische Geschäfte ein und legte Feuer an. Bei Kimpolung wurden einige Stroh= und Heuschober jüdischer Getreidehändler angezündet. In Bukowina wurden starke Gendarmerieabteilungen abkommandiert. Mehrere Ortschaften wurden von der Gendarmerie umzingelt und zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Die Erbitterung und Erregung in der Bevölkerung hält an. Die Schuld an den Vorfällen liegt bei den Juden, die fast die ganze Industrie und den Handel in der Bukowina in der Hand haben, die arme Bauernbevölkerung schamlos ausbeuten und in der letzten Zeit besonders frech und herausfordernd auftraten. Besprechungen bei Bonnet über das jüdische Flüchtlingsproblem Paris, 18. Nov. Außenminister Bonnet empfing gestern den französischen Staatsrat Heilbronne sowie den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Berenger, mit denen er sich über das Problem der jüdischen Flüchtlinge besprach. des„Pelikan', den berüchtigten Erpresser Chikagos! Vernichtet eine Bande von Werkspionen!“ Die Ausgabe war im Nu vergriffen und ward schleunigst nachgedruckt. Bunnys Artikel hatten einen unfaßbaren Erfolg. Das allerschönste, der größte Trumpf aber, kam noch. Am nächsten Tage kündigte die„Tribüne“ groß an, daß die letzte dramatische Aussprache und die Verhaftung der Verbrecher gefilmt worden sei, und daß der Tonfilm in fünf Tagen, wenn die Artikelserie zu Ende gegangen sei, in allen Neuyorker Lichtspielhäusern zu sehen sei. Die„Tribüne“ verdoppelte ihre Abonnentenzahl durch die Riesensensation. Bunny hatte sich als Teilhaber im Handumdrehen bezahlt gemacht. Acht Tage später. Die große Erregung in Chikago hatte sich wieder etwas gelegt, als Bunny und Frederick Green als Triumphatoren in Chikago einzogen. Beamte der Kriminalpolizei, geführt von den Inspektoren Harth und Davison, holten sie ab, und auf einem Bankett wurden die beiden Männer stürmisch gefeiert. Insgesamt 18000 Dollar erhielten sie an Belohnung ausgezahlt, und Green überließ die ganze Summe seinem Teilhaber Bunny. Dem ließ es am nächsten Tage keine Ruhe mehr, er dachte an das schöne Mädchen im Säuglingsheim und lud Green ein, mit ihm gemeinsam einmal in das Heim zu fahreen. Sie wurden dort begeistert ausgenommen, nur das schöne Mädchen machte ein langes Gesicht. Als sie Bunny sah, fragte er schmunzelnd:„Na, was macht Nummer 50?“ Da kamen Tränen in ihre Augen und sie sagte vorwurfsvoll:„Warum quälen Sie mich denn so? Daß ich eine dumme Pute gewesen bin, das weiß ich, und das ist doch wahrlich genug!“ „Ich wollte Sie nicht ärgern!“ entgegnete Bunny betroffen.„Ich wünsche Ihnen alles Gute!“ Und was soll ich noch sagen, das schöne Mädchen vom Säuglingsheim ist später doch noch glückliche Frau Bunny geworden. * Als das Gastspiel zu Ende war, erklärte Hanny dem entsetzten Direktor Farkus, daß sie den Vertrag nicht erneuere, sondern daß sie sich von der Bühne zurückzuziehen gedenke. Farkus beschwor sie, bat sie, aber ohne Erfolg. Paul Tyler war sehr erstaunt, als sie es ihm sagte. Das geschah, als Tyler im Hause Tomber zu Gast war, um sich von dem Hausherrn zu verabschieden. „Ich kann Sie verstehen. Hannp! Als Nichte Mister Tombers haben Sie das nicht mehr nötig. Und Leben, nur Leben ist doch noch schöner als Komödie zu spielen!“ „Ja! Ich denke es mir so schön, ein hübsches Haus am Michigan=See, ein Motorboot dazu. Und ein schönes Auto, mit dem man in die Berge, hinüber nach Kanada fahren kann. Ein Blockhaus am Wildwasser, dann Lachse fangen, ach, das muß doch schön sein!“ „Allein... nein!“ „Wer sagt Ihnen denn, daß ich allein, bleiben will! Oder glauben Sie nicht, daß ich noch einen recht lieben Mann finden werde?“ „Da zweifle ich nicht daran!“„Sagen Sie mal. Paul, haben Sie nicht auch einmal Lust gehabt, der Bühne ade zu sagen, und so glücklich zu leben, wie es immer Ihr Wunsch war! Ich meine..!“ Weiter kam sie nicht, denn Tyler war im nächsten Augenblick bei ihr und hatte ihre Hände gefaßt. „Hanny,“ sagte er leidenschaftlich,„warum fragen Sie mich das! Haben Sie denn nicht gefühlt, was Sie mir sind? Daß ich Sie immer geliebt habe, daß ich nie einen anderen Wunsch hatte, als den. Sie an mich zu binden. Aber Tombers Nichte..!“ „Ist die Hanny von einst, nicht mehr und nicht weniger!“ Und da „Hanny „Pau!! „Wir w „Oh. se Da kam sich lächeln rascht zu se „Herr P Ihnen die „Nein. richtig gebre Das na getreten wa „Mister „Herein Tomber ver lobung!“ * Als nach weiteren zwei Wochen Hanny und Paul ein Paar geworden waren, da hatte das Schicksal mit zwei Menschen bitter abgerechnet. Fred, genannt der„Pelikan' wurde zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt, die er nicht überlebte, während Maggie Dowson, eigentlich die schwarze Lo, dem Irrenhause übergeben wurde, denn sie war im Gefängnis wahnsinnig geworden. Im Hause Hofer aber begannen sich zarte Fäden zwischen zwei Menschen zu spinnen, Glücksfäden, die eine Belastung schon aushielten. — Ende— Paris, 18. Nov. Anläßlich einer Veranstaltung des Nationalverbandes der französischen Zeitungen hielten am Donnerstagabend Finanzminister Paul Reonaud. Ministerpräsident Daladier und Staatspräsident Lebrun Ansprachen. Reynaud nahm die Gelegenheit wahr, seine Finanzgesundungspläne gegen die in den letzten Tagen lautgewordenen Kritiken zu verteidigen und die Dringlichkeit der von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen nochmals zu betonen. Ministerpräsident Daladier sprach, wie er sich selbst ausdrückte, mit schonungsloser Offenheit. Man kenne die Finanzlage. Zahlen sprächen besser als Kommentare. Die Lage erfordere einen Entschluß. Es gebe, betonte Daladier. scherlich keinen Franzosen, der der Ansicht sei, daß man 187 Milliarden ausgeben könne. wenn man nur 85 Milliarden einnehme. Es gebe keinen Franzosen. der nicht davon überzeugt sei, daß dringende Anstrengungen nötig seien. die Finanzlage wieder in Ordnung zu bringen. Die Heftigkeit des gegen die Regierung entfesselten Feldzuges zeige ihm, erklärte Daladier, daß seine Regierung den richtigen Weg gewählt habe. Denn wenn man der Ansicht sei, daß die Regierung sich festgefahren hätte, so würde man ironisch auf ihr Scheitern warten. „Ich pfeise auf die Intrigen!“ so rief Daladier aus. „Ich werde vor keinem Manöver zurückweichen. Ich verachte die Drohungen; sie werden mich nicht aufhalten. Ich werde das Gesundungswerk fortsetzen! Ich werde nicht der Mann des Zusammenbruches sein. ebensowenig wie ich der Mann des Krieges war. Es geht um das Wohl der Republik. der Freiheit und Frankreicho." Diese Aufgabe erfordere eine mutige Anstrengung und nicht bloß Behelfsmittel. Wenn die Franzosen sich darauf beschränken würden, von ihrem Kapital zu leben, würde Frankreich zu einer Nation zweiter Ordnung werden, zu einer Art Museum, das Zeugnis ablegen würde von dem. was war. und dem. was nicht mehr ist. Der Ministerpräsident richtete dann einen Apvell an die Franzosen, sich nicht durch Polemiken beeinflussen zu lassen, denn alle Franzosen wollten doch nichts anderes als die Wiederaufrichtung Frankreichs und die Aufrechterhaltung der Freiheiten und den Frieden. „Glauben Sie“, so rief Daladier aus.„daß die Unordnung und die Unstetigkeit in Frankreich nicht von denen ausgenutzt würden, die davon träumen. ihre Herrschaft über der Welt aufzurichten?“ Staatspräsident Lebrun beschränkte sich in seiner Ansprache darauf. seinen Vorredner zu unterstützen. Er erklärte ausdrücklich, daß die von dem Ministerrat beschlossenen Maßnahmen seine volle persönliche Zustimmung hätten. Er sprach die Hoffnung aus, daß das Volk dem Plan seine Unterstützung geben würde und forderte die französische Presse zur Mitarbeit auf. Lebrun warnte in diesem Zusammenhang vor tendenziösen und falschen Nachrichten. panzerwagen gegen die Araber eingesetzt Unter den arabischen Parteien gibt es keine Meinungsverschiedenheit“ 9 London, 18. Nov. Der Präsident der arabischen Verteidigungspartei von Palästina Ragheb Bey Nashashibi stritt heute in einem Telegramm an den Vorsitzenden des interparlamentarischen Kongresses mit allem Nachdruck ab, daß unter den Arabern, wie das in der englischen Oeffentlichkeit kürzlich behauptet worden war, irgend welche Meinungsverschiedenheiten bestünden. Es gebe keinen Araber in Palästina, so heißt es in dem Telegramm, der nicht bis zum Tode sich dem Mandat und der Balfour=Erklärung widersetzen würde. Unter den arabischen Parteien Palästinas gebe es keinerlei Meinungsverschiedenheiten. In Palästina selbst ist es im Laufe des heutigen Tages wieder zu Gefechten zwischen dem Militär und Arabern gekommen. In der Nähe von Beitiallah nördlich von Hebron kam es zu einem heftigen Gefecht zwischen Engländern und Arabern. Dabei verloren die Engländer einen Mann, während fünf verletzt wurden. Das englische Militär, das rücksichtslos eingesetzt wurde, soll einer Reutermeldung zufolge den Arabern schwere Verluste beigebracht haben. Auf 40 Meter Entfernung brachte das englische Militär mit Maschinengewehrfeuer den Araber= angriff zum Stehen. Unterstützt von Panzerwagen und weiteren Verstärkungen konnte das englische Militär dann die auf der Straße errichteten Barrikaden beseitigen. Ermächtigungsgesetz vor dem Prager Jerusalem, 18. Nov. In der Nähe des Ortes Latrun an der Straße Jassa—Jernsalem kam es zu einem heftigen Gesecht zwischen arabischen Freiheitskämpfern und englischen Truppen, wobei auch Flugzeuge eingesetzt wurden. Ein englischer Soldat wurde getötet. Die Verluste der Araber sind nicht bekannt, jedoch wurden fünf von ihnen verhaftet. Im Bezirk Haisa kam es ebenfalls zu einem Zusammenstoß in dem Dorfe Kania. Obwohl auf beiden Seiten keine Verluste zu verzeichnen waren, wurden 42 Araber verhaftet. Eine englische Meldung, wonach der Verkehrsstreik der Araber abgebrochen sein soll, trifft nicht zu, denn bis Donnerstagabend verkehrten noch keine arabischen Fahrzeuge. Jerusalem, 18. Nov. Die„Operationen“ in Palästina durch englisches Militär halten weiter an. Dabei wurden in den Dörsern Saffuriya und Ainel Kastel(Bezirk Galiläa) wieder zwei Araber, die die englische Postenkette zu durchbrechen versuchten, beschossen und verwundet. In Tulkarem ereignete sich in einem Haus eine Bombenexplosion. Zwei Araber fanden dabei den Tod. Das Haus wurde beschädigt. Entgegen Meldungen, die von einem Abflauen des Generalverkehrsstreiks der Araber wissen wollen, ist festzustellen, daß dieser Streik im gesamten Lande unvermindert anhält. Parlament Weitgehende Vollmachten für den Staatspräsidenten und die Regierung. Prag, 18. Nov. Im Prager Parlament wurde am Freitag ein Ermächtigungsgesetz vorgelegt, das sowohl dem Präsidenten der Revublik als auch der Regierung weitgehende Vollmachten zur Neuordnung des staatlichen Lebens erteilt. Es handelt sich um eine Zweiteilung der Ermächtigungsgewalt zwischen dem Staatspräsidenten und der Regierung, wobei die Vollmachten des Präsidenten an die einmütige Antragstellung der Gesamtregierung gebunden sind. Das Gesetz wird beschleunigt vom Parlament verabschiedet werden. Damit ist ein weiterer Schritt im Sinne einer straffen Staatsführung getan. Das Geld für den Mörder Abraham und Chana Grünspan erneut vor dem Untersuchungsrichter. Paris, 18. Nov. Am Donnerstagnachmittag stellte der Untersuchungsrichter ein neues Verhör des Onkels und der Tante des jüdischen Mörders Grünspan an. Diese beiden Verwandten des Mörders erklärten, Grünspan sei ohne Geldmittel zu ihnen gekommen. Sein Vater habe sie schriftlich gebeten, den Herschel Grünspan bei sich aufzunehmen und ihm Geld bis zu einer Gesamtsumme von 3000 Franken vorzuschießen. Der Vater habe sich verpflichtet, den Verwandten diese Geldsumme zurückzuerstatten. Die Verwandten erklärten, sie hätten über die Summe, die Herschel von ihnen erhalten habe, nicht Buch geführt. Aber sie hätten ihm allwöchentlich 30 bis 40 Franken Taschengeld gegeben. Am 6. November, dem Tage vor dem Mord, habe Grünspan mit seinen Verwandten eine sehr hitzige Auseinandersetzung gehabt. Der Onkel hat ihm im Anschluß hieran 200 Franken gegeben. Der Untersuchungsrichter verlangte von den beiden Verwandten des Mörders nähere Angaben bezüglich der in der Untersuchung immer wieder austauchenden Summe von 3000 Franken.„Sie sagten mir doch, Ihr Bruder habe Ihnen diese Summe durch einen Mittelsmann geschickt?“ Darauf erklärte der Onkel, während er seine früheren Aussagen widerrief:„Durchaus nicht, man hat meine Worte falsch verstanden. Leider habe ich den Brief meines Bruders zerrissen, in dem er mir erlaubte, Herschel diese Summe von 3000 Franken vorzuschießen. Herschel kann das selbst bezeugen.“ Das Verhör wurde daraufhin wieder abgebrochen. Der Verteidiger des Onkels und der Tante Grünspans forderte die sofortige Freilassung der beiden. Der Untersuchungsrichter lehnte dieses Ersuchen ab und ließ sie ins Gefängnis zurückbringen. Rheinisch=Westsälische Börse Börse verkehrte in schwacher Haltung. Kaufaufagen fast kaum vor. dagegen wurden verschiedentbgaben vorgenommen, wahrscheinlich zur Geldung für Arisierungszwecke. Auch nach den ersten erneut abbröckelnd. Einen erheblichen Rückgang n. von Montanvavieren Mannesmann mit 2¾ und Rheinstahl mit minus 37 Prozent. Ver. erke gaben 1¾ Prozent nach. Maschinenwerte gleichfalls von der Abschwächung stärker betroffen. Eketrovapiere. RWE. verloren 1¾ Prozent. ktien wurden vereinzelt 2½ Prozent billiger abKalimarkt gedrückt und umsatzlos. Von den werten fielen Kaufhof um 1½ Prozent zurück. Eine dliche Haltung zeigten dagegen Rentenohne daß das Geschäft hier eine stärkere Beerfuhr. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Hülsenfrüchte: Der Umsatz hielt sich nach Maßgabe des Angebots in engen Grenzen, die Preise änderten sich nicht wesentlich. Linsen sind zur Zeit kaum angeboten. Reis: Mit dem Inlande vollzog sich der Verkehr in üblicher Weise. Für den Export liegen weitere Anfragen vor. die noch nicht zu Abschlüssen führten. Preise unverändert.— Von den Märkten des Ostens liegen keine Nachrichten über Veränderungen in Tendenz und Preisen gegenüber dem Vortag vor. Baumwolle: Ruhig. Suverfine 3.65. Fine Omra 4.20 Dollar. Kaffee: Am hiesigen Platz erfolgten dieser Tage Zuteilungen in Columbia=Sorten. die indessen kein größeres Ausmaß hatten. Schmalz: Ruhig. American Steamlard 21¼. Purelard 21½—=1¾ Dollar. Dänisches Schmalz nicht notiert. Fettwaren: Unverändert. Oele und Fette: Der Handel mit tierischen und auch pflanzlichen Oelen und Fetten liegt zur Zeit sowohl am deutschen Inlandmarkt als auch im internationalen Verkehr außerordentlich ruhig. Holl. Leinöl prompt 17¾. per Dez. 17%. Alles andere unverändert. Rauhfutter: Markt= und Preislage wie bisher. Rohkakao: In Uebereinstimmung mit den Auslandsmärkten zeigen die Preise auch am hiesigen Platz auf der ganzen Linie rückläufige Bewegung. Der Handel verläuft sehr ruhig, da es nur ganz vereinzelt zu geringen Ergänzungskäufen kommt.— Preise: Accra g. f. loko 23/—. Accra g. f., Haupternte per Nov.=Dez. 22/6 cif. Lagos f. a. g., Haupternte per Nov.=Dez. 217— cif. Kakaohalbfabrikate: Von Kakaohalbfabrikaten ist Kakaopulver zur Zeit start gefragt, jedoch das vorliegende Angebot hierin nur bescheiden. Kautschuk: Ruhig. Sheets loko 8 1/16. Dez.=Jan. 8½. Jan.=Febr. 8 3/16. Zucker: Effektivmarkt: Auf stetige Auslandsmärkte abwartend und unv. Terminmarkt: Bei schwächerer Tendenz setzten sich allgemein Rückgänge bis zu 5 Rfg. durch. Viehmärkte Dortmunder Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder, gesamt 708. darunter: Ochsen 27. Bullen 60. Kühe 429, Färsen(Kalbinnen) 192. Ziegen 7, Kälber 505. Schafe. Lämmer und Hammel 320, Schweine 1957. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 46½. sonstige vollfleischige 42½, fleischige 36½—37½. Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 44½. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39—40½. fleischige 35½. Kube: Jüngere. vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43½—44½. sonstige vollfleischige over ausgemästete 39 bis 40½. fleischige 31—34½, gering, genährte 21—25. Färsen(Kalbinnen):„Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45—45½. vollfleischige 40—41½. fleischige 35—36½. gering genährte 28. Kälber: Beste Mast= und Saugkälber 63, mittlere Mast= und Saugkälber 57, geringere Saugkälber 48. geringe, Kälber 35—38. Lämmer, Hammel, Schafe: Stallmastbammel, beste, jüngere 48—52. Weidemasthammel, beste, jüngere 48—52, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 41 bis 45. geringe Lämmer und Hammel 41—45, beste Schafe 35—42, mittlere Schafe 35—42, geringe Schafe 80—32. Schweine: Fettschweine über rd. 150 Klg. Lebendgewicht 58½, vollfleischige Schweine von 135—149 Klg. Lebendgewicht 57½. vollfleischige Schweine von ca. 120 bis 134 Klg. Lebendgewicht 561/. vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 52½. vollfleischige Schweine von ca. 80—100 Klg. Lebendgewicht 49½. fleischige Schweine von ca. 60—80 Klg. Lebendgewicht 19. fleischige Schweine unter 60 Klg. Lebendgewicht 49½. sette Specksauen 57 RM. Marktverlauf: Rinder zugeteilt. Ausstichtiere über Notiz. Kälber zugeteilt. Schafe flottSchweine zugeteilt. Pferdesport Rennen zu Saint=Cloud. 1. Rennen: 1. Barbary(Rabbe), 2. Pola IV. 3. Tuan Dai. Toto: Sieg 165:10, Platz 63, 29. 27:10. Ferner liefen 8 Pferde. 2. Rennen: 1. Farsadette(Mantelet). 2. Polydor, 3. Perle Fine V. Toto: Sieg 45:10. Platz 21, 53. 33:10. Lg.: ½, 1. k. K. Ferner liesen 14 Pferde. 3. Rennen: 1. Rebecca(Guimard), 2. Ischia 3. Ibiza. Toto: Sieg 78:10 Platz 28, 34. 18:10. La.: ½. k. K., Ferner liefen 8 Pferde. 4. Rennen: 1. Prem Baiser(Brigdland). 2. Laneret. 3. Badian. Toto: Sieg 47:10. Platz 19. 16. 26:10. Lg.: #. ½. ¾. Ferner liefen 8 Pserde. 5. Rennen: 1. Ortitz(Allemand), 2. Jim Bouscat. 3. Sun Rose. Toto: Sieg 68:10. Platz 25. 22. 22:10. Lg.: K., 2. 1½. Ferner liefen 10 Pferde. 6. Rennen: 1. Carvi(Mantelet). 2. Gloire de Malzot. 3. Nab. Toto: Sieg 46:10. Platz 15. 14. 16:10. Le.: sen 7 4. 4. ¼. Ferner lief Pferde. Wie wird das Wettes? Trübe. Voraussage für Samstag: Frische Südwestwinde meist bedeckt und trübe, zeitweise leichter Regen. Temveraturen unverändert. Voraussage für Sonntag: Bei vorwiegend südwestlichen Winden tagsüber wechselnd bewölkt. vereinzelte Niederschläge, mild Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Unbestandig und ziemlich mild. Heute, Samstag Spät-Vorstellung Protektorat: Kreisleiter Nieper Einmaliges persönliches Gastspiel auf der Lichtburg-Bühne: Der Muslkzug des Führers Leibstandarte4 JAdolf Hitler unter seinem Obermusikmeister Müller-John(40 Musiker) Karten Im Vorverkauf an der Theaterkasse Vorher der aktuelle Filmtei Kleine Preise! Kein Aufschlag! Billigster Platz 50 Pfennig Gloria-Palast Mit Lucie Englisch und Ralph Arthur Roberis Das erste und einzige deutsche Lustspiel, das die goldene Medaille in Venedig erhielt Lachstörme durchbrausen das Haus Im Tagesprogramm: Der spannende Film Hände hoch Männer— Rivalen— Kameraden Nordkanadas Grenzpolizel im Kampf gegen Banditen und Schmuggler. Café Stracke Heute Samstag letzte Vorführung der SCHAUBURG großen Moden-Schau L### 2 große Spdt-Vorstellungen Schmuck umd Made Winter 1938 39— Samstag. d. 19. Nov.1 abends Schmuck und Mode Winter 1938 39 Vertöhrungen ven ra. 100 Modellen durch Aölner Verführdamen. Die Ansage hat die bestbekannte Vortragekünstlerin Carmen Alexandra. Sichern Sie sich rechtzeitig Plätze. Sonntag, d. 20. Nov.1 10.15 Uhr an Hiepura, Adele Sandrock t Theo Lingen, Rudoll Plalle In dem herrlichen Lustsptel: Samstag und Sonntag(Totensonntag) sehen Sie Im Saalbau Anlauf ein ganz vorzügliches Variete-Programm! Tanz Eintritt frei Verlängerte Polizeistunde Casino Friedrichseck Inh. Max Müller Roonstrasse 31 Sonntag ab 19 Uhr KONZERT mit Tanzeinlagen Spiegelglatter Parkettboden. Ia. Schlegelbiere— Kalte Küche Kiepura singt u. a.: „Schenk mir Deln Herz heute Nacht, oh bella mia“ Ob blond, ob braun, ich liebe alle Prau'n Triumph der Liebe! Friumph des Lachens! 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