Herner Erscheint täglich mit Ausnahme dei Sonn und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger 7 Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe 4 Pf., im Textteil 26 Pf., Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Ziffer= und Auskunftsgebühr 28 Pf. Fernsprecher: Sammel=Nummer 52541 Drahtanschrift: Anzeiger Herne. Nr. 277(Erstes Blatt) Samstag, den 26. November 1938 Jahrgang Streiflichter Ungeklärte Lage in Ungarn Die durch den Austritt von 67 Abgeordneten s der Regierungspartei geschaffene innenpolitische Lage in Ungarn hat noch keine Klärung erfahren. Wie verworren die Situation ist, läßt die Tatsache erkennen, daß die ungarische Presse in ihren Kommentaren sich seit längerer Zeit zum ersten Mal wieder völlig widerspricht. Es ist im Augenblick durchaus nicht möglich, auch nur andeutungsweise eine Wahrscheinlichkeit der weiteren Entwicklung aufzuzeigen. Die Vertagung des Abgeordnetenhauses bis zum 30. November einschließlich läßt jedoch darauf schließen, daß während dieser Zeit eine Lösung gefunden werden soll. Uebrigens ist diese kurzfristige Vertagung für die Abgeordneten eine Ueberraschung gewesen, da sie mit einem längeren Aussetzen der parlamentarischen Arbeit gerechnet hatten. Was nun die Klärung der Lage betrifft, so wird die Vermutung ausgesprochen, daß der Reichsverweser Horthy plane, eine neue, und zwar eine sogenannte Konzentrationsregierung. bilden zu lassen. Die größte Schwierigkeit dabei ist die Suche nach der Persönlichkeit, die die Leitung eines solchen Kabinetts übernehmen kann. Es ist in diesem Zusammenhang übrigens erneut der Name des früheren Ministerpräsidenten Daranyi genannt worden. Andere Vermutungen sprechen allerdings davon, daß Imredy selbst sich bemühe, hinter sich eine regierungstragende Mehrheit zu bringen. Daß in diesen Tagen der allgemeinen innenpolitischen Verwirrung die Kreise der Opposition nicht untätig bleiben, versteht sich von selbst. Auch mit ihnen hat der Reichsverweser inzwischen Fühlung ausgenommen. So sind inzwischen Sztranyavsky, und Tibor v. Eckhardt sowie Graf Bethlen empfangen worden. Gegen sie richtet sich übrigens die Polemik der Budapester Regierungspresse, die von einer Verschwörung der feudalistischen und jüdischen Interessentengruppen= gegen das Reformprogramm Imredys spricht. Für Hungaristen spricht das Blatt„Magyarsag“ die Meinung aus, daß die hungaristische Bewegung im Augenblick Zurückhaltung übe, es läßt aber durchblicken, daß es mehr mit Imredy sympathisiert als mit der volksfrontartigen Entwicklung. die sich in den Kreisen von Bethlen bis zu den Sozialdemokraten angebahnt hat. Die Geister, die man rief... Die radikale Linksfront in Frankreich versucht eine Generalattacke gegen die Regierung Daladier. Der Beschluß, einen 24stündigen Generalstreik durchzuführen. bedeutet eine gefährliche Herausforderung. Der unmittelbare Streikeffekt ist den Gewerkschaften weniger wichtig als die Absicht, die Massen aufzuputschen. Erschwerend ist die Einbeziehung der Eisenbahner. Kaum etwas illustriert besser die Notwendigkeit einer geschlossenen Antikominternfront, wie sie seit dem heute genau zwei Jahre alten Abkommen zwischen Deutschland und Japan, dem Italien dann beigetreten ist, besteht, als diese Vorgänge, die unserem westlichen Nachbarn schwere Sorgen bereiten. In einer Zeit wichtiger außenpolitischer Entscheidungen— die englischen Minister haben Paris eben erst verlassen, der Besuch des deutschen Reichsaußenministers steht unmittelbar bevor— sind Streikunruhen von einer Heftigkeit ausgebrochen, wie sie in Frankreich seit den schweren Tagen von 1936 nicht mehr verzeichnet wurden.. Daladier läßt aber keinen Irrtum darüber aufkommen, daß alle zur Verfügung stehenden Mittel im Interesse der staatlichen Ordnung eingesetzt werden. Bei dem Versuch, die Streikenden zum Verlassen der von ihnen besetzten Fabriken zu bewegen, ist es inzwischen zu blutigen Kämpfen gekommen. Vielleicht noch bezeichnender für den wahren Charakter der Pariser Unruhen sind die Anzeichen dafür, daß es sich nicht um einen vom marxistischen Gewerkschaftsverband organisierten Streik aus wirtschaftlichen Beweggründen, sondern um einen rein politischen Aufstand handelt, dessen treibende Kraft Außenseiter oder gar Ausländer sind. So kommen selbst dem„Oeuvre“, das in der Regel für Ordnung im Sinne einer organischen Entwicklung innen= und außenpolitisch wenig Verständnis hat, diesmal einige Bedenken. Es meint, wenn„die Bewegung“ wirklich organisiert gewesen ware, dann hätte man die Anweisungen des Gewerkschaftsverbandes abgewartet, oder wenn sie, wie im Jahre 1936 spontan ausgebrochen wäre, so wäre dies unmittelbar nach der Veröffentlichung der Notverordnungen, d. h. am 14. und 15. November, der Fall gewesen. Nach Lage der Dinge müßte man jedoch annehmen, daß man die Unzufriedenheit mit den Notverordnungen für außenpolitische Ziele auszunutzen versuche. 1 Minister Pirow in Gatow Besuch der Luftkriegsschule und der Luftkriegs=Akademie. Berlin, 25. Nov. Der südafrikanische Verteidigungs und Handelsminister Pirow stattete am Freitag der Luftkriegsschule und der Luftkriegs=Akademie in Gatow einen Besuch ab. Er wurde von General der Flieger von Stülpnagel, dem Kommandeur der LuftkriegsAkademie. und von Oberst Schulz. dem Kommandeur der Luftkriegsschule, begrüßt und besichtigte danach mehrere Unterkünfte der Luftkriegsschule. Ganz besonderes Interesse zeigte er für die sportliche Ausbildung. die ihm in der Sporthalle mit Turnen und Schwimmen vorge führt wurde. Auf dem Flugplatz der Luftkriegsschule sand Minister Pirow Gelegenheit das Fieseler=„Storch“= Flugzeug Fi 156 kennenzulernen. Es wurde ihm nicht nur mit seinen charakteristischen Flugeigenschaften: kürzester Start. Langsamflug, kürzeste Landung. vorgeführt, sondern Minister Pirow ließ es sich nicht nehmen. selbst mit dem„Storch“ einen Flug zu machen. Anschließend wurde der Luftkriegs=Akademie mit ihren Ein richtungen für die Schulung und Weiterbildung der * künitigen Generalstabsoffiziere ein eingehender Besuch abgestattet Gewaltige kulturschöpferische Leistungen Rückschau und Ausschau am Volkstag der deutschen Kunst 7 Dr. Goebbels spricht für die Kulturschaffenden 7 Dr. Ley für die Kulturempfangenden Großdeutschlands 7 5 Jahre„Kraft durch Freude“ 7 Abrechnung mit faden Witzbolden Berlin, 25. Nov. Im festlichen Raume des Deutschen Opernhauses und in Anwesenheit zahlreicher Mitglieder der Reichsregierung, des Diplomatischen Korps, der italienischen Ehrengäste mit dem Generaldirektor der Freizeit= Organisation Dopolavoro. Commendatore Puccetti, hervorragender Vertreter aus Staat und Bewegung, Kunst und Kultur, Wehrmacht, Wissenschaft und Wirtschaft und der in= und ausländischen Presse, hielt am Freitag die Reichskulturkammer gemeinsam mit der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ ihren fünften Jahrestag ab. Zum ersten Male nahmen an diesem Festtag volksverbundener deutscher Kunst auch die Vertreter der in das Reich heimgekehrten deutschen Ostmark und des Sudetenlandes teil. Für die Kulturschaffenden Großdeutschlands sprach der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels. und für die Millionenorganisation der Kulturempfangenden Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Die Betreuer der beiden großen deutschen Kulturorganisationen gaben Bericht über die gewaltige kulturschöpferische Arbeit des vergangenen Jahres und zugleich die Richtschnur für die bevorstehenden Aufgaben. Dieser Bedeutung der festlichen Sitzung entsprach auch das äußere Gepräge und der auserlesene künstlerische Auftakt. Unter der Stabführung des Generalmusikdirektors Clemens Kraus von der Münchener Staatsoper leitete das Festliche Präludium von Richard Strauß die Sitzung ein. Dann sang Kammersänger Heinrich Schlusnus Franz Schuberts herrliche Hymne„An die Musik“ und das„Dem Unendlichen“ geweihte Lied. Mit Johann Sebastian Bachs Brandenburgischem Konzert III schloß der künstlerische Auftakt. Dr. Ley: Ein Werk, einzigartig in der Welt Dr. Len, der dann, von lebhaftem Beifall begrüßt, das Wort nahm, rief die Erinnerung an die Tage wach. da vor fünf Jahren die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ gegründet wurde.„Allein das Herz und das Gefühl waren damals Paten,“ so erklärte er.„Der Verstand wollte dieses gigantische Werk nicht begreifen. Unsere Gegner höhnten damals und behaupteten, daß die neue Einrichtung nur dazu dienen sollte, dem Arbeiter Sand in die Augen zu streuen. Und das Herz behielt doch recht. Wir begannen ein sozialpolitisches Werk, das heute in der gesamten Welt einzigartig dasteht!“ Dr. Ley wies darauf hin, daß der deutsche Arbeiter die schweren Kämpfe der Vorkriegszeit nicht auf sich genommen hatte, um ein paar lächerliche Lohnpfennige zu erringen, sondern daß er danach strebte, sich Achtung und Ehre zu erwerben, daß er sich sehnte nach seinem Volk und seiner Kultur, daß er teilhaben wollte an all dem, was sein Volk sich geschaffen hatte. Mit Recht fühlte sich der deutsche Arbeiter betrogen um das Werk seiner Väter, denn die deutsche Kultur war nicht mehr eine Angelegenheit der breiten Masse, sondern ein Vorrecht des Besitzes, des Geldbeutels. Nun gaben wir durch die NSG.„Kraft durch Freude“ dem deutschen Arbeiter das zurück, wonach er sich sehnte. gaben ihm seine Ehre und brachten in das Dunkel seines Alltags, in die Schwere seiner Arbeit Licht und Sonne, ließen ihn teilnehmen an all dem Schönen, was die Welt bietet.“(Lebhafter Beifall.) Als größtes Werk des Führers bezeichnete es Dr. Ley in diesem Zusammenhang, daß er dem Blick des Volkes alles Häßliche entzog und ihm dafür das Schöne, das Erhabene und das Edle in schönen Bauten, wie in Theatern und Konzerten, in den Straßen Adolf Hitlers, wie in herrlichen Kunstwerken bot. Ja, auch in der Fahne; denn, so rief Dr. Ley unter langanhaltendem stürmischen Beifall, welche Fahne der Welt wäre denn schöner als die unsere! In seinen weiteren Ausführungen setzte sich Dr. Ley mit verschiedenen Einwänden auseinander, die von gewissen Kreisen gegen das Werk„Kraft durch Freude“ erhoben worden sind. Unter lebhafter Zustimmung betonte er gegenüber dem Einwand, man dürfe die breiten Massen nicht verwöhnen, daß gerade das Beste gut genug sei, um es unserem Volke geben zu können. Wenn man behaupte, daß der Arbeiter von ihm dargebotenen Kulturgütern nichts verstehe, so könne jeder Kulturschaffende bestätigen, daß noch niemals der Künstler eine so andächtige Zuhörerschaft in den Theatern und Konzerten gehabt habe wie in den letzten fün Jahren.(Erneuter lebhafter Beifall.)„Der Geldbeutel versteht nicht die Kultur, die bei ihm nur Modesache ist. aber das Volk in seiner Masse nimmt lebhaften Anteil und ist dankbar für all das, was der deutsche Kunstschaffende ihm gibt.“ Dr. Ley schloß mit dem Hinweis, daß das Werk „Kraft durch Freude“ ja erst am Anfang stehe. Die Tatsache aber, daß es heute schon zu wenig Raum, zu wenig Theater und Konzertsäle, zu wenig ausübende Künstler gebe, um der Sehnsucht der breiten Masse nach den Gütern der Kultur zu genügen, lasse darauf schließen, daß eine Kulturepoche anbrechen werde, wie sie die Geschichte unseres Volkes noch niemals sah.„Deutschland wird wirklich ein Volk in Kraft, Energie und Leistung und gleichzeitig ein Volk in Schönheit und Kultur sein!“ schloß Dr. Ley seine Ausführungen. Von stürmischem Beifall begrüßt, ergriff dann Reichsminister Dr. Goebbeis das Wort, um als der für die Kulturführung des nationalsozialistischen Staates verantwortliche Minister zu einer Reihe der wichtigsten Fragen und Probleme des deutschen Kunstlebens Stellung zu nehmen. Er erörterte eingangs die organisatorischen Erfolge der Reichskulturkommer. In diesem Zusammenhang führte er zu. a. aus: „Ich versage es mir diesmal, sie im einzelnen durch Zahlen und Daten zu belegen. Eine reiche und in der ganzen Welt bewunderte deutsche Theaterkultur, ein kühn aufstrebender, auf hervorragende Leistungen gerade in diesem Jahr zurückblickender und im internationalen Wettbewerb rühmlich ausgezeichneter deutscher Film. eine einheitlich ausgerichtete deutsche Presse, die ein politisches C. G. T. beschließt 24=stündigen Generalstreik Verschärfung der Streiklage in Frankreich Regierung kündigt scharfe Maßnahmen an 7 Schwere Zusammenstöße Paris, 25. Nov. Die Streikbewegung, die aus die Agitation der Kommunisten zurückzuführen ist, hat im Laufe des Donnerstags sowohl in den Pariser Vororten, im sogenannten roten Gürtel, wie auch im nordfranzösischen Industrie= und Kohlengebiet eine besorgniserregende Ausdehnung angenommen. Die Uebertragung der Befugnisse des Innenministers auf den Ministerpräsidenten Daladier bestätigt, daß man auch in Regierungskreisen die Entwicklung der Lage als ernst zu betrachten beginnt. Es besteht kein Zweifel darüber, daß diese Streikbewegung, die zunächst in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit dem von dem Gewerkschaftsverband geplanten 24stündigen Generalstreik steht, einen rein politischen Charakter hat. Der„Matin“ befaßt sich ausführlich mit der beunruhigenden Wendung, die die Ereignisse auf Grund der kommunistischen Agitation in Nordfrankreich genommen haben. Zu den kurz gemeldeten Zwischenfällen in Denain meldet der„Matin“ ergänzend, daß 2000 Mann Mobilgarde angesichts der drohenden Haltung der Streikenden und des Widerstandes der Menge auf die Räumung der besetzten Stahlwerke von Denain verzichten mußten. Die Streikenden hätten die vor dem Fabrikgelände gelegenen Eisenbahnschranken geschlossen, auf die Gleise 20 Waggons geschoben und Hunderte von Tonnen Kohle ausgeschüttet. Diese Barrikade sei noch mit Eisenbahnschwellen und schweren Eisenträgern befestigt worden. Die 200 bis 300 Streikenden, die die Barrikaden besetzt hielten, seien von einer großen Menschenmenge zum äußersten Widerstand gegen die Mobilgarde angefeuert worden. In Sprechchören seien Schmährufe gegen die Regierung ausgebracht worden. Die Mobile Garde habe, wie der „Matin“ weiter meldet, vor der geschlossenen Eisenbahnschranke Aufstellung genommen. Ein Lastkraftwagen mit Mobilgarde sei von den Streikenden und der tobenden Menschenmenge umzingelt worden. Die Beamten hätten sich über eine Viertelstunde lang mit ihren Gewehrkolben verteidigen und sich so die Durchfahrt verschaffen müssen. Inzwischen habe der Unterpräfekt von Valenciennes, der an Ort und Stelle eingetroffen war, mit dem kommunistischen Bürgermeister und Abgeordneten von Dansin sowie mit den verantwortlichen Vertretern der Metallarbeitergewerkschaft Verhandlungen eingeleitet. Havas bestätigt in einer Meldung aus Denain diese unerhörten kommunistischen Zwischenfälle. Nach einer weiteren Havasmeldung haben die Verhandlungen des Unterpräfekten mit dem kommunistischen Bürgermeister und den Gewerkschaftssekretären in den späten Abendstunden zu einer Lösung der bedrohlichen Lage geführt. Vereinbarungsgemäß zogen die Streitkräfte der Mobilgarde aus Denain ab, worauf die Streikenden die besetzten Stahlwerke räumten und in einem Umzug, der etwa drei= bis viertausend Menschen umfaßte, sich zur Bürgermeisterei von Denain begaben. Hier hielten die Kommunistenhäuptlinge Ansprachen, worauf sich die Streikenden zerstreuten. König Carol vom Fuhrer empfangen Der Führer und Reichskanzler begrüßte König Carol II. von Rumänien auf dem Obersalzberg. wo der König mit dem Kronprinzen Michael Adoli Hiller einen Besuch abstattete (Presse-Illustration Hollmann) Bei der Räumungsaktion der Renault=Automobilwerke kam es in den späten Abendstunden ebenfalls zu heftigen Zusammenstößen. Mehrere Personen wurden verletzt, vor allem unter dem polizeilichen Ordnungsdienst. Etwa zehn Polizeibeamte und Mobilgardisten wurden verletzt, darunter einer schwer. Außerdem wurden etwa 200 Verhaftungen vorgenommen. Insgesamt sind von der Streikbewegung in Paris 50 000 bis 60·000 Arbeiter betroffen. Hinzu kommen noch die streikenden Bergarbeiter und die Eisenbahner des nordfranzösischen Industriegebietes, die ebenfalls in den Proteststreik gegen die Notverordnungen getreten sind. In den Renault=Werken ging die Mobilgarde in der Nacht zum Freitag mit Tränengas gegen die Streikenden vor. Um jeden Schraubstock und jede Werkzeugmaschine mußte gekämpft werden, da die Streikenden sich der Schrauben, Bolzen und sonstigen Eisenstücke als Wurfgeschosse bedienten. Nach Mitternacht gelang es, auch die letzten Streikenden aus den Betrieben zu verjagen oder zu verhaften. Insgesamt wurden 450 Mann abgeführt. Auf seiten der Polizei sind über 20 Verletzte zu beklagen, von denen drei einer Schädeloperation unterzogen werden mußten.„Matin“ beziffert die Zahl der bei der gewaltsamen Räumung der Renault=Werke verletzten Mitglieder des Ordnungsdienstes sogar auf 80. und zwar rd. 40 Mobilgardisten und 40 Polizisten. Zur Räumungsaktion wurden insgesamt 3500 Mann eingesetzt. Der Generalstreik=Beschluß Der Gewerschaftsverband der CGT. hat einen 24= stündigen Generalstreik für nächsten Mittwoch beschlossen. Der Vorstand der Eisenbahnergewerkschaft hat eine Entschließung angenommen. die seine Mitglieder aufjordert. dieser Parole einmütig Folge zu leisten. Auch die übrigen Gewerkschaften sollen bereit sein, den Beschluß der CGT. zu unterstützen. Wie der„Temps“ meldet, hat der Ministervräsdent dem Staatspräsidenten eine Verordnung zur Unterschrift vorgelegt. die nötigensalls die Requirierung der zur Zeit wildbestreikten Gruben und der mit ihnen zusammenhängenden Fabriken im Devartement Nord gestattet. Diese Verordnung soll am Samstag im amtlichen Gesetzblatt erscheinen. Ueber die Streiklage selbst wird am Freitagabend bekannt, daß die Zahl der Streikenden im Gebiet von Valenciennes rund 51000 betrage. Einige der volizeilich geräumten Werke sind anschließend wieder von Streikenden besetzt worden. Das gleiche gilt für einen Teil der Eisenbahnlinie. Scharfes Durchgreisen der Regierung Paris, 25. Nov. Der Präsident der Revublik, Lebrun, hat ein Gesetzesdekret unterzeichnet, wonach das Innenministerium interimistisch dem Ministerpräsidenten Daladier übertragen wird. Der Erlaß wird Freitag früh im amtlichen Gesetzflatt erscheinen. Die Ministervräsidentschaft veröffentlichte am Donnerstagabend folgende Verlautbarung:„Streikbewegungen mit Besetzungen von Fabriken sind in den Devartements Nord. Seine und Seine=Inferieur ausgebrochen; die von der Regierung vorgesehenen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sind sofort angewandt worden. In dem Devartement Nord sind 25 Fabriken. die 12000 Mann beschäftigen, geräumt worden. In dem Departement Seine=Inferieur sind 19 Fabriken oder Werkstätten ebenfalls geräumt worden. In diesem Devartement ist keine Fabrik mehr besetzt. In dem Devartement Seine sind 10 Fabriken mit im ganzen 5000 Beschäftigten sofort geräumt worden. Die Räumungsmaßnahmen im Renault=Werk sind im Gange" Kampfinstrument ersten Ranges darstellt, eine neue erblühende bildene 5.#. ein mannig es und an Ideen und Projetten überquellendes deutsches Schrifttum. eine unter allen Kulturvettern führende deutsche Musik, ein vorbildlicher Rundfunk, das sind die Ergebnisse einer 5½jährigen Aufbauarbeit, die vom nationalsczialistischen Staat eingeleitet und durchgeführt worden ist. Unsere vor Jahren ausgesprochene Prophezeiung, daß der politische Aufstieg unseres Volkes auch eine kulturelle Blütezeit von ungeahnten Ausmaßen nach sich ziehen würde, hat sich vollauf bewahrheitet. Dabei sind wir in diesem Aufbauwerk zusätzlich vor Fragen gestellt worden, die ihrer ganzen Struktur und Anlage nach mit besonders großen Schwierigkeiten verbunden waren. Ich möchte deren einige hier näher darlegen: Der Nationalsozialismus ist eine antisemitische Bewegung. Es war deshalb notwendig, sich auch auf dem Felde des deutschen Kulturlebens mit der Judenfrage sofort und radikal auseinanderzusetzen. Wir haben das getan. In einer reinlichen Scheidung zwischen Deutschen und Juden haben wir nicht nur die kulturell Schaffenden, sondern auch die Kultur=Empfangenden von den parasitären Elementen des internationalen Judentums getrennt. Diejenigen, die sich heute bemüßigt fühlen, nach diesem Ausscheidungsprozeß die„armen Juden“ zu bedauern, haben meistens keine Ahnung davon, wie tief sich der jüdische Einfluß in der Vergangenheit in das deutsche Kulturleben schon eingefressen hat. Das Volk der Dichter und Denker ließ seinen Kulturbesitz von Juden verwalten; ja Juden waren es, die vielfach zynisch triumphierend auf dieses allgemeine öffentliche Uebel hinwiesen. Wir haben trotz aller damit verbundenen Gefahren dieses Problem beim Schopfe gefaßt. Wir haben die Juden aus dem kulturellen Leben unseres Volkes radikal ausgeschaltet. Wir haben den Versuch gemacht, die von Juden besetzten Stellen durch Träger deutschen Geistes und deutscher Kultur neu zu besetzen. Und das Ergebnis war, daß nicht die von unseren Kritikern prophezeiten Folgen eines allgemeinen Verfalls unseres kulturellen Lebens eintraten. Im Gegenteil: nun erst konnte sich das deutsche Kulturleben zu voller Blüte entsalten. Wir haben damit unserem Volke und auch der Welt einen Anschauungsunterricht von unschätzbarem Werte erteilt. Es versteht sich am Rande, beirrt uns aber nicht im mindesten, daß unsere jüdische Umwelt gegen die Entsemitisierung mit aller Kraft Sturm läuft. Denn das Judentum ist sich klar darüber, daß es um seine geistige Vorherrschaft in Europa getan wäre, wenn dieses Beispiel Schule machte. Das Ausland nimmt die deutschen Juden in Schutz. Aber leider nimmt es sie uns nicht ab. Die Weltkampagne gegen Deutschland in der Judenfrage ist eine freche Spekulation auf unsere Angst oder auf unsere weltberühmte sentimentale Weichherzigkeit. Aber das wirkt auf uns heute nicht mehr. Wir sind dagegen vollkommen immun. Wir kennen den falschen und verlogenen Freiheitsbegriff jener Art von Demokratie, die nichts dabei findet, im Zeichen der Freiheit Millionen Menschen in ein fremdes und ihnen verhaßtes Staatswesen hineinzupressen, sie dort ohne Einspruch und Protest mißhandeln und unterdrücken läßt, aber Zustände und Schreikrämpfe bekommt, wenn man diesen Menschen ihr Joch nimmt und die Ketten zerreißt, in die die Demokratie sie im Namen der Freiheit gelegt hatte. Wir sind auch ganz unempfindlich geworden gegenüber den vor dem Kriege, während des Krieges und besonders nach dem Kriege auch in Deutschland üblich gewordenen Zerstörungsmethoden einer jüdischen oder jüdisch inspirierten sogenannten Geistigkeit, die darauf ausging, die staatlichen oder weltanschaulichen Autoritäten des öffentlichen Lebens durch ewig wiederholte penetrante Boshaftigkeit vor dem eigenen Volke zu diskreditieren, indem sie ihren übelriechenden schalen Witz an ihnen austobte, den gegen sich selbst loszulassen sie viel mehr Veranlassung gehabt hätte. Die furchtbarsten Folgen dieses giftigen und hohntriefenden Witzfeldzuges des jüdischen Intellektualismus gegen die Staatsautorität haben sich dann beim Bürgertum von Besitz und Bildung gezeigt. Es gibt einen letzten Rest verwahrloster Intellektueller, der heute gerne etwas ähnliches mit uns versuchen möchte. Ich meine hier nicht eine harmlose, gutmütige politische Ulkerei, die aus dem Herzen kommt und niemals böse gemeint ist. Wir sind nicht überempfindlich, und im Bedarfsfall verfügten wir selbst über genügend Witz. um uns entsprechend zur Wehr zu setzen. Aber irgendwo ist der Spaß zu Ende und zwar da, wo er an die heiligen Güter unseres nationalen Lebens herantritt. Es gibt bestimmte Werte in einem Volke, die unantastbar und auch dem Zuniker heilig bleiben müssen. Man komme uns nicht mit dem Einwand, man wolle ja nur durch positive Witze unsere Politik unterstützen. Im übrigen sind die Probleme, die heute von der deutschen Staatsführung gelöst werden und gelöst werden müssen, viel zu groß und viel zu ernst, als daß sie mit einem harmlosen Witz abgetan werden könnten. Man komme mir nicht mit dem Einwand: Ihr könnt keinen Spaß vertragen. Ich dulde keinen Spaß dabei. wenn in einem Varieté jemand mit lähmenden und entnervenden Phrasen beispielsweise über das Kolonial= problem plaudert, während die Staatsführung sich im Interesse des Volkes jahrelang darüber den Kopf zerbricht. Man darf nur Ulk machen über bas, was man versteht. Sie aber verstehen nichts davon. Man sagt oft, unsere Sprache sei eine harte und grobe Sprache; zu seineren und delikateren Unterscheidungen erweise sie sich nicht sublimiert genug. Das ist nicht wahr. Unsere Sprache besitzt das subtilste Unterscheidungsvermögen, das man sich überhaupt nur vorstellen kann. Allerdings muß man sie auch beherrschen. Es ist Zeit, mit mehr Ehrsurcht vor der Sprache die Sprache zu gebrauchen. Der Begriff muß sich immer mit dem Wort decken. Das Wort muß den Begriff umschließen. Auch die Sprache ist ein nationales Heiligtum. Man muß damit sorgfältig und liebevoll umgehen, und gerade die geistigen Wortführer der Nation haben hier den schreibenden Kreisen ein gutes Beispiel zu geben. Der Grundsatz des Sprachgebrauches sei: klar sein! Die Sprache ist dazu da, einen einleuchtenden Gedanken in voller Prägnanz zum Ausdruck zu bringen. Auch das ist eine Kunst, und auch das gehört zur Kultur eines Volkes. Unsere Sprache würde verarmen, wenn wir sie wieder auf primitive Urbestandteile zurückführen wollten. Vor allem ist das nicht möglich auf dem Wege einer rein konstruierten Worterfindung. Die Sprache wird überhaupt nicht erdacht oder erfunden. Sie bildet sich im Volke von selbst. Wie das Volk spricht, das ist die Sprache eines Volkes, und daraus können nur die Gesetze der Grammatik oder der Syntax gefolgert werden. Darum sind die großen Sprecher und Schriftsteller eines Volkes auch ihre eigentlichen Sprachschöpfer. Auch hier steht uns der Führer als beispielgebendes Vorbild vor Augen. Seine Sprache ist wirkliche Schöpfung im eigentlichen Sinne des Wortes. Er geht mit der Sprache um, wie ein sorgsamer Gärtner mit den Blumen und Pflanzen seines Gartens umgeht. Seine Woxte, ob er spricht oder schreibt, sind bis zum letzten geseilt und durchgearbeitet. Er ist durch sein Beispiel auch in dieser Hinsicht der Lehrmeister seines Volkes. Seine Politit ist höchste staatsmännische Kunst. Nur eine künstlerische Natur kann sie und das darin eingeschlossene Werk des nationalsozialistischen Ausbaues in Tiefe und Weite begreisen. Er ist damit das große Vorbild der deutschen Kulturschaffenden geworden. Der deutsche Künstler hat die faden Theorien liberal= demokratischer Staatsauffassung längst über Bord geworfen. Er ist stolz und glücklich, an der Verantwortung dem Staat und dem Volke gegenüber mit beteiligt zu sein. Damit sind die deutschen Künstler auch wieder geistige Repräsentanten unseres Volkes geworden. Von ihrem schöpferischen Werk geht eine Fülle des Segens auf die ganze Nation aus. Lohnt es sich nicht, für dieses Volk zu arbeiten und zu kämpfen? Das Herz der Nation ruht mitten in diesem Volk. Nimmt nun das Volk die deutsche Kunst in dieses große Herz hinein, dann wird sie damit unsterblich sein, mehr noch, sie wird zur höchsten Aufgabe berufen, die man ihr geben kann: den Herzschlag einer Nation zu bestimmen, sa, ein Stück des Herzens eines Volke Mit langem und begeistertem Beifall wurden die glänzend formulierten Ausführungen des der Reichskulturkammer ausgenommen, der diesmal darauf verzichtete, die großen Erfolge der 5½jährigen kulturschöpferischen Arbeit der Reichskulturkammer im einzelnen auszuzählen, Erfolge, die der deuschen Kunst und Kultur in der ganzen Welt Ehre und Ansehen eingetragen haben. Dafür befaßte sich Reichsminister Dr. Goebbels mit Ausschnitten aus diesem Arbeitsgebiet, zu denen auch die Säuberung des deutschen, Geistes= und Kulturlebens von den verderblichen Einflüssen fremdrassiger Parasiten gehört. Stärkste Zustimmung fand seine geyarnischte Abrechnung mit den jaden Witzbolden, die sich an großen politischen Problemen versuchen, von denen sie nichts verstehen, während sie die Dinge, die zum Spott geradezu herausfordern, unbeachtet lassen. Der Minister schloß seine Ausführungen mit einem glühenden Bekenntnis zu dem nationalen Heiligtum der deutschen Sprache und mit Dankesworten an den Führer, der aus dieser Sprache eine wirkliche Schöpfung gemacht habe. Reichsleiter Dr. Ley brachte dann das Sieg=Heil auf den Schirmherrn der zu herrlicher Blüte wiedererstandenen deutschen Kunst, den Führer, aus. das ein jubelndes Echo fand. Mit den Liedern der Nation fand die festliche Sitzung ihren Abschluß. Das Dreieck Berlin-Rom-Tokio ein weltpolitischer Faktor Die deutsch=italienisch=sapanische Gemeinschaftssendung 7 Ansprachen Ribbentrops. Cianos und Aritas Berlin, 25. Nov. Aus Anlaß des zweiten Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch=japanischen AntikominternAbkommens hielten der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, der italienische Außenminister, Graf Ciano, und der japanische Außenminister, Arita, im Rahmen einer deutsch=italienisch=japanischen Gemeinschaftssendung Rundfunkansprachen, die heute vormittag in der Zeit von 11,30 bis 12.30 Uhr vom Deutschen Rundfunk über alle Sender verbreitet wurden. Die Ansprache des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbentrop hat folgenden Wortlaut: „Heute vor zwei Jahren, am 25. November 1936, wurde zwischen Deutschland und Japan das Abkommen gegen die Kommunistische Internationale geschlossen, das dann ein Jahr später zum Antikomintern=Abkommen zwischen Deutschland, Italien und Japan erweitert wurde. Der Sinn dieses Abkommens war die gemeinsame kompromißlose Kampfansage gegen die zersetzende Tätigkeit der Kommunistischen Internationale. Heute können wir mit Befriedigung feststellen: Die Zusammenarbeit zwischen den drei Staaten gegen diese Zerietzung hat sich glänzend bewährt! Weder in Spanien noch in China ist es den Machenschaften Moskaus geglückt, ihre bolschewistische Herrschaft aufzurichten, um von dort aus die Brandsackel in die friedlichen Länder zu tragen. Die Tschecho=Slowakei sollte ein weiterer Ausgangspunkt der Weltrevolution werden. Auch diese Absichten wurden im Herbst durch die eiserne Entschlossenheit des Führers und durch die Solidarität der antibolschewistischen Staaten und vor allem durch die enge Zusammenarbeit von Nationalsozialismus und Faschismus im Keime erstickt. In der Zeit seines Bestehens hat das Abkommen gegen die Kommunistische Internationale größere Bedeutung erlangt. Das Dreieck Berlin—Rom— Tokio ist heute für die Welt ein Begriff. Es ist nicht nur ein Faktor und ein Garant der Ordnung, sondern eine weltpolitische Tatsache. Dieser organisch gewachsenen, schöpferischen Politik drei im Antikomintern=Abkommen zusammengeschlossenen Staaten steht die destruktive Wirkung der Komintern und der sie tragenden Mächte gegenüber. Nichts wäre verfehlter als zu glauben, daß der Bolschewismus seinen Kampf aufgegeben hätte. Gerade in diesen Tagen erleben wir, daß die Kommunistische Internationale eine neue Organisation geschaffen hat, um die Ziele der Weltrevolution propagandistisch vorwärts zu treiben. Die Wirkung dieser Propaganda zeigt sich in einer neuen Hetze, die überall gegen die sogenannten autoritären Staaten, d. h. also die Staaten der Ordnung, entfesselt wird. Denn was anderes als diese jüdisch=bolschewistische Zersetzungspropaganda steht beispielsweise hinter der neuen Hetzwelle gegen Deutschland in Amerika. mit der man versucht, den anständigen Teil des amerikanischen Volkes, das gar nichts gegen das deutsche Volk hat, in eine Haßpsychose gegen das deutsche Volk, das gar nichts gegen das amerikanische Volk hat, zu treiben? Trotz alledem bin ich fest überzeugt, daß es den im Antikomintern=Abkommen vereinigten Mächten gelingen wird, das von den Kommunisten erstrebte Ziel der Weltrevolution zu vereiteln und damit den Kulturstaaten einen unschätzbaren Dienst zu erweisen. Der Kampf gegen die Kommunistische Internationale richtet sich gegen keine andere Nation und schließt keinen anderen Staat aus Die Mächte des weltpolitischen Dreiecks aber werden aus ihrem harten und unerbittlichen Kampf gegen den Kommunismus in immer tieferer Freundschaft einander verbunden und somit Gestalter und Garanten einer neuen und gerechteren Weltordnung. Ich grüße heute die mit uns im AntikominternAbkommen verbundenen Mächte: Italien und Japan.“ Der italienische Außenminister Graf Ciano hielt folgende Ansprache: „Es gereicht mir zur besonderen Freude, daß ich Admiral Scheer Zu seinem zehnjährigen Todestag. Mitten aus rastlosem Wirken für Deutschlands Seegeltung und Deutschlands Jugend wurde am 26. November 1928 Admiral Scheer aus diesem Leben abberufen. Viel zu früh schien es uns, glaubten wir doch von unserem gloßen Flottenführer des Weltkrieges noch wertvolle Mitarbeit an dem Wiederaufbau des Vaterlandes erhoffen zu dürfen. Mit ihm ging eine Führerpersönlichkeit besonderer Prägung dahin. die berufen sein sollte, im großen Kriege die deutsche Flotte zum Siege zu führen und seinen Namen für alle Zeiten mit ehernem Griffel in das Buch der Geschichte zu schreiben. Der Name des Tatmenschen Scheer ist unlösbar mit dem Geschehen am 31. Mai 1916 in der Nordsee verbunden Wie die Schlacht vor dem Skagerrak der Höhevunkt des seekriegsgeschichtlichen Geschehens im Weltkriege war, so war sie für Scheer die Krönung seines Berufslebens, seines Dienstes an Volk und Reich, die nicht nur ihm selbst und der Marine unvergänglichen Ruhm einbrachte, sondern auch den Nimbus der Unbesiegbarkeit der englischen Flotte zerstörte, der über 100 Jahre lang in der Welt als unerschütterlich galt. Vor dem Skagerrak bewährte sich Scheer als der große Flottenführer, der sich auch durch die Uebermacht des starken englischen Gegners, die erst während der Schlacht erkannt wurde. nicht schrecken und das Gesetz des Handelns sich vom Feinde nicht aus der Hand nehmen ließ. Seinem unbändigen Angriffswillen und seiner mutigen Führung verdanken wir den Erfolg des Tages. Daß der Sieg nicht ausgenutzt wurde, und daß es später nicht mehr zu einem Kampf der beiden Flotten kam, hat nicht an ihm gelegen. Schon 6 Wochen nach Skagerrak bot er den Engländern unsern der engl. Küste eine neue Schlacht an. die indessen infolge Zurückhaltung des englischen Flottenführers nicht zustande kam. Leidenschaftlich forderte er immer wieder energischen Kampf gegen die englischen Seezufuhren durch Einsatz der U=Boote, da die Flottenstreitkräfte dazu nicht ausreichten, konnte sich aber gegen die volitischen Bedenken der Reichsführung lange Zeit nicht durchsetzen. Niemals hat ihn der feste Glaube an das deutsche Volk und die Notwendigkeit des Wiederaufbaues einer deutschen Seemacht verlassen. Es ist ihm nicht vergönnt gewesen, die Morgenröte des neuen Deutschlands zu schauen. heute— wenige Tage nach der Feier des ersten Jahre tages des Dreimächte=Antikominternpaktes— im zweiten Jahre der deutsch=japanischen Verständigung gegen den Kommunismus, Gelegenheit nehmen kann, um durch den Rundfunk den Völkern der beiden großen befreundeten Nationen den herzlichsten Gruß des faschistischen Italien zu senden. Das Jahr, das sich seinem Ende zuneigt, hat sowohl im Westen wie im Osten die italienisc=deutsch=japanische Solidarität am Werke gesehen. Sie hat sich in klarster Weise im Laufe der Ereignisse, die eine entscheidende Bedeutung für den Frieden und die Gerechtigkeit der Welt gehabt haben, erwiesen. Ich bin überzeugt, daß diese Solidarität auch in Zukunft sich immer stärker und lebendiger zu einer Kraft entwickeln wird, die die drei großen Staaten in den Dienst der Zivilisation und der Gerechtigkeit stellt. Italien, Deutschland und Japan sind in der Tat nicht nur durch eine zufällige Uebereinstimmung zusammenfallender Interessen verbunden. Ihre Zusammenarbeit beruht auf gemeinsamen Idealen, auf gemeinsamen, unverbrüchlichen Grundsätzen des politischen Lebens. Mit aufrichtiger Befriedigung können wir auf die Ergebnisse zurückblicken, welche dieses eine Jahr gemeinsamen Zusammenwirkens erbracht hat. Von den westlichen Gestaden des Mittelmeeres bis zu den fernen Ufern des Pazifischen Ozeans konnten alle Versuche und Angriffe der Kommunistischen Internationale niedergekämpft und vereitelt werden, konnte der Weg zu einer besseren und fruchtbringenderen Zusammenarbeit zwischen den Kulturvölkern freigemacht werden. Diese Zusammenarbeit ist der Leitgedanke unseres Dreimächteabkommens, das, wie schon bei Gelegenheit seiner Unterzeichnung erklärt und seither zu verschiedenen Malen offen wiederholt wurde, keine Geheimziele oder den Ausschluß anderer Nationen bezweckt. Die Grundlage für das Zusammenwirken zwischen den Staaten ist das gegenseitige Verständnis zwischen den Völkern. Das italienische, das deutsche und das japanische Volk haben, bewußt ihrer geschichtlichen Aufgabe, schon zu wiederholten Malen gezeigt, von wie hohem Wert die gegenseitige Verständigung ist, die sie untereinander, nicht nur auf politischem, sondern auch auf kulturellem und ideologischem Gebiete auszubauen und zu vertiefen bestrebt sein werden. Aber auch außerhalb des antikommunistischen Dreiecks hat sich der dynamische Gedanke des Antikominternpaktes ausgewirkt und dringt in immer weitere Schichten der öffentlichen Weltmeinung ein. In dieser neuen Einstellung der Kulturwelt erblickt das faschistische Italien eines der Elemente, das für die Zukunft zu größter Hoffnung berechtigt, für die Zukunft, in die Italien, Deutschland und Japan, kraftvoll im Geiste und wehrhaft in den Waffen, fest geeint durch die Bande engster Freundschaft, mit ruhigem Vertrauen blicken.“ Der japanische Außenminister Arita erklärte: „Es ist mir eine große Freude, daß ich heute, am zweiten Jahrestag des Abkommens gegen die Kommunistische Internationale, dem deutschen und italienischen Volk durch Rundfunk meine herzlichen Grüße und meine Hochachtung aussprechen kann. Gerade heute vor zwei Jahren habe ich als AußenHafKaland es gelan? Roman von Rudolf Utsch Copyright by Köhler& Co., Berlin-Schmargendort (Nachdruck verboten) 6. Fortsetzung Aenne Dohmen, geborene Grieger, stieg die Treppe hinauf, mühsam, Stufe für Stufe. Nur matt erhellte die Deckenlampe das Treppenhaus. Einige Male blieb sie stehen, wie um auszuruhen. Ja, die Nachricht von Erich Kalands Rückkehr hatte sie sehr getroffen. Wer hätte auch daran gedacht, daß er noch einmal den Weg nach Dingelheim finden würde? Im stillen hatte sie oft daran gedacht und jedesmal den heißen Wunsch gehabt, er möge nie mehr in ihre Nähe kommen. Nie mehr. Jetzt war's eingetroffen, was sie jahrelang befürchtet. Erich Kaland war da! Keine Meldung hätte sie mit solcher Wucht treffen können wie diese. Sie liebte ihn nicht mehr— nein, in ihrem Herzen war die Liebe erstorben. Nur noch Mitleid war darin und der Wunsch, daß es ihm in der weiten Welt gut gehen möge. Ihre Liebe gehörte jetzt ungeteilt Norbert Dohmen, ihrem Manne. Zweifellos setzte damals der Gedan“e an den Mörder Kaland, den Vernichter des leibiichn Lebens ihres Vaters, ihrer Liebe hart zu. Doch später erfaßten sie tausend Zweifel. Sie konnte sich in dem Menschen Kaland keinen Mörder vorstellen. Ihren Mann lernte sie eigentlich in der Ehe erst lieben. In der Ehe erfuhr sie, mit welch edlem und wertvollem Menschen sie das Schicksal zusammengebracht hatte. Leider erst dann. Schon in den ersten Monaten ihrer Ehe merkte sie, daß Dohmen nicht nur reich war an Gut und Geld, sondern auch einen inneren Reichtum besaß. Er umgab sie mit einer solch warmen, fast väterlichen Liebe und Güte, daß die Unzufriedenheit über ihr Schicksal allmählich in ihr schwand. Sein taktvolles und herzliches Wesen, das sich immer gleich blieb, gewann ihm ihre Zuneigung. Man mußte Norbert Dohmen lieben. Zunächst waren es bei ihr wohl mehr Achtung und Ehrfurcht: Achtung vor seinen Handlungen, die nur die Gerechtigkeit diktierte. Ehrfurcht vor seiner hohen Menschlichkeit, die sich in jeder Lage äußerte Dohmen war ein ruhiger, zufriedener und abgeklärter Mensch, nie sah sie ihn zornig oder erregt immer schwebte um seinen Mund jenes heitere und gewinnende Lächeln das nur die Menschen besitzen. deren Gewissen ruhig und glatt ist wie ein Bergsee an einem windstillen Tage. Noch kein Jahr war nach der Hochzeit vergangen, da liebte sie ihren Mann— und die Ehe gestaltete sich zu einer überaus glücklichen und wahrhaft harmonischen. Trotz allem, was vorher geschehen war und noch immer bestand. Ihr Mann trug ja keine Schuld. Nein, sie bereute nicht die Heirat mit Norbert Dohmen. Was sie jetzt täglich bereute und ihr Glück trübte, war etwas ganz anderes. Der Tag, an dem sie sich mit Erich Kaland zum letztenmal traf, lastete schwer auf ihr und hatte ihr tausend Schmerzen und Sorgen bereitet. Sie war nicht mehr allein, als Norbert Dohmen sie heiratete, etwa zwei Jahre nach dem Tod ihres Vaters——— Leise tappte sie über den Korridor in das Kinderzimmer und schaltete darin das Licht ein. Die Kinder schlummerten ruhig und friedlich in ihren Bettchen. Sie blieb vor ihnen stehen und betrachtete sie. Der Friedel, das jüngste Kind, hatte die Aermchen über seinem Lockenkopf zusammengeschlagen; durch die kleine Nase strömte in ruhigem Gleichmaß der Atem. Der Junge war ganz das Ebenbild seines Vaters; er hatte den gutmütigen Mund Norbert Dohmens, dessen hohe Stirn und auch die Augen, die jetzt geschlossen waren, waren die seinen. Aber kaum lenkte sich der Blick der Mutter auf das älteste Kind, die Inge, da befiel sie ein heftiges Zittern. Dieses Kind hatte ihr furchtbare Schmerzen und Sorgen bereitet. Vielleicht liebte sie es deshalb so unermeßlich Es hatte keine Aehnlichkeit mit Norbert Dohmen, auch ihr ähnelte es nicht viel. Frau Dohmen sank neben dem Bett des Mädchens in die Knie und legte ihre Arme wie schützend über das Kind. Ja. Erich Kaland war aus der weiten Welt zurückgekommen. Fünftes Kapitel. Es war Morgen. Erich Kaland stand am Fenster seines Zimmers im Gasthaus„Zur Krone“ und sah in das Land. über dem sich ein wolkenloser Himmel wölbte. Er hatte die erste Nacht in der Heimat schlecht geschlafen. scheußlich schlecht Das Frühstück nahm er im Gastzimmer ein. Was ihm besonders mundete, war das fast schwarze, echte Bauernbrot, nur aus Roggenmehl gebacken. Er sab anfänglich ganz allein in der Stube. doch während er sich das Brot schmecken ließ. kam ein Mann herein, der ganz aussah wie ein Knecht oder Kleinbauer Er trug einen schadhaften verbeulten Hut. ein oft geflicktes buntes Hemd, braune Manchesterhose und derbe Nagelschuhe. Sein Gesicht, von der Sonne verbrannt und unrasiert, zeigte die Züge eines vierzigjährigen Mannes, doch vielleicht machte es auch nur der Schnurrbart älter, der ihm ungepflegt über die ziemlich scharfen Lippen zottelte. Breitschultrig und derbknochig war der Körper, zeugend von außergewöhnlicher Kraft. Der Mann stieß einen kurzen Gruß über die Lippen, ging an den Schanktisch und klopfte, als nicht gleich jemand zu seiner Bedienung erschien, ungeduldig mit der Faust darauf. „Ein Bier!“ befahl er dem eintretenden Wirt und fügte dann hinzu, indem er sich mit dem Hemdärmel über die Stirne fuhr.„Verfluchte Hitze heute! Schon am Morgen muß man schwitzen.“ Das Bier trank er in einem Zuge. „Langsam, langsam!“ mahnte der Wirt.„Das Bier ist gut gekühlt und in erhitztem Zustand...“ „Ach, Quatsch! Mein Magen verträgt Essig und Pflastersteine!“ „Ja, das sagt man, bis's Malheur da ist. Bei dieser Hitze sollte man sich zuerst immer einen Schnaps trinken", belehrte Frobe.„Denn das kalte Bier in den heißen Leib—“ „Na, in Dreiteufelsnamen, dann geben Sie mir einen Schnaps!“ knurrte der Mann.„Und dann noch ein Bier!" Der Wirt gab ihm beides und sagte dann, daß er nötig noch draußen zu tun habe und daß man ihn rufen möge, wenn man seiner bedürfe. Als der Wirt draußen war, lauschte ihm der Mann am Schanktisch einen Augenblick nach, dann wandte er sich an Kaland und fragte mit gänzlich veränderter, höflicher Stimme: „Kennen Sie mich in diesem Aufzuge?“ „Sie haben sich witklich geschickt verwandelt, Herr Hormen. Doch ich erkannte sie auf den ersten Blick. Ich hatte Sie ja erwartet. Setzen Sie sich, bitte, an meinen Tisch!“ Der Mann holte sich seinen Schnaps und sein Bier vom Schanktisch und ließ sich dann am anderen Ende des Tisches nieder, an dem Kaland saß. „Werden wir unbelauscht sein?“ „Das glaube ich“, versicherte Kaland.„Frau und Tochter sind im Garten der Junge in der Schule—“ Die Wirtsfrau kann man von hier aus im Garten sehen, auch die Tochter.“ „Und der Wirt verhandelt mit einem Handwerker in der Küche Wir können also ungestört reden. Fassen Sie sich kurz!“ „Das ist meine Art, Herr Kaland“, versicherte der Detektiv Pit Hormen und nahm einen tiefen Schluck aus seinem Bier. Er war der Sohn eines westfälischen Schmiedes, der es im Krieg zum Feldwebel brachte, der beste Patrouillengänger seines Regiments, Träger des E. K. I und vieler anderer Orden, nach dem Kriege viele Jahre bei der reitenden Schutzpolizei, später im Kriminaldienst, darauf der geriebenste Detektiv des größten Instituts in Berlin, Spezialist für ländliche Fälle. Pit Hormen begann: „Drei Tage nach unseren Besprechungen in Holland trat ich auf dem Hof Grieger als Knecht in Dienst—“ „Ohne Schwierigkeiten?“ „Ohne besondere. Man braucht heute, zur Erntezeit, auf dem Land Arbeitskräfte. Dann bin ich ein ziemlich gesetzter und kräftiger Bursche—“. Er lachte und trank seinen Schnaps aus—„und als Sohn eines bäuerlichen Hufschmiedes bin ich mit der Landarbeit ziemlich vertraut. Mit Pferden kann ich umgehen wie selten einer. Na, kurz: es klappt. Ich habe zwar in den Wochen arbeiten müssen wie nie in meinem Leben, aber— ich muß gestehen— die Arbeit ist meiner Gesundheit keinewegs schlecht bekommen. Ich könnte Bäume ausreißen und kann essen wie ein Drescher. Anfänglich wollte ich als Sommergast hierher, aber so ist's besser.“ „Haben Sie sich mit dem Kriminalkommissar in der Stadt verständigt?“ „Jawohl! Ich habe mit ihm lange gesprochen, bevor ich hierherging, auch die Protokolle habe ich eingehend studiert—“ „Was hält er von einem Erfolg?“ „Die Kriminalpolizei hat selbstverständlich die Mordsache auch noch nicht aufgegeben. Man hat ihr sogar in den Jahren viele Mühen gewidmet, unauffällig, natürlich. Man glaubt, daß der wahre Mörder— und man traut dort auch Ihnen noch immer nicht, Herr Kaland— nur durch einen glücklichen Zufall oder durch eine Unachtsamkeit seinerseits zu entdecken sei. Man hofft, daß der Täter mal irgendwo und irgendwie eine Spur verrate. Tut er das, so wird man natürlich gleich hinter ihm her sein. Die Kriminalpolizei hat nicht nur Sie, sondern auch noch mehrere andere in Verdacht. Sie hat damals, etwa acht Tage nach der Tat, zum Beispiel einen Schreiner aus Dingelheim, namens Spees, verhaftet. Aber der Schreiner konnte sein Alibi damit beweisen, daß ein anderer unter Eid aussagte, daß er in den fraglichen Stunden in seinem Hause geweilt habe Man ließ ihn und auch die andern Verdächtigen bis heute unbehelligt, weil die Verdachtsmomente nicht genügten und weil man sie nicht warnen wollte.“(Fortsetzung folgt.) Nr. 277(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 26. November 1938 Bisher 170 KdF=Wagen für Herne bestellt Bei der Kreiswaltung der DAF. Abteilung NSG. „Kraft durch Freude“, wurden bisher von 170 Herner Volksgenossen Bestellungen auf den KdF-Wagen gemacht. Gegenwärtig werden weitere Anmeldungen entgegengenommen. Damit sich alle Volksgenossen von der Qualität und Schönheit des KdJ-Wagens überzeugen können, wird ein KdF-Wagen zur Besichtigung durch den Gau Westfalen-Süd gefahren werden. Für Herne soll er einen Tag lang Anfang Dezember auf dem Adolf-Hitler-Platz aufgestellt werden. Im folgenden geben wir noch einmal einige Angaben über die technische Gestaltung des KdF=Wagens: Das Fahrgestell hat einen Mittelrohrrahmen, der am hinteren Ende gegabelt ist und zur Aufnahme der Antriebsaggregate (Motor, Kupplung, Getriebe u. Ausgleichsgetr.) dient. Auf dem vorderen Rahmenkopf befinden sich Reserverad und Kraftstofftank, der 25 Liter Brennstoff faßt. Din Lenkung befindet sich links. Die mechanischen Bremsen wirken auf alle vier Räder und ergeben aus einer Geschwindigkeit von 40 km Std. einen Bremsweg von nur 7 Meter. Für die kalte Jahreszeit ist der KdF=Wagen mit Warmluftheizung ausgestattet. Der Motor ist ein 4=Zylinder=Boxer=Motor. Bei einer normalen Drehzahl von 3000 Umdrehungen in der Minute entwickelt er 23,5 PS. Alle Marken Benzin im In= und Ausland können verwendet werden. Die Kühlung wird durch einen Luftstrom besorgt, der mit einem auf die Welle der Lichtmaschine aufgesetzten Gebläserad durch das Luftführungsgehäuse auf die 4 Zylinder gleichmäßig verteilt wird. Der elastische Motor läßt eine Dauergeschwindigkeit auf der Reichsautobahn von 100 km Std. ma. Er beschleunigt den Kder=Wagen von 0 bis 60 kmese Stunde mit Durchschalten der Gänge in 12 bis 14 Sekunden. Das Getriebe verfügt über vier Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang. Die Schaltung wird von der Mitte des Wagens betätigt. Sie ist als Kugelschaltung ausgebildet. Der dritte und vierte Gang ist geräuscharm. Der zweite Gang ist so dimensioniert, daß mit ihm durchschnittlich sämtliche Alpenpässe befahren werden lönnen. Der Aufbau st in Ganzstahl stromlinienförmig ausgebildet. Rechts ind links befindet sich je eine Tür, die bequemen Einstieg zu den vier Plätzen bietet.— Die Windschutzscheibe ist aus Sicherheitsglas, die Türfenster sind herabzulassen. Länge des KdF=Wagens 4,20 Meter, Höhe 1,55, Breite 1,55 Meter. Die Heckanordnung des Motors hat es ermöglicht, nicht nur die vorderen, sondern auch die hinteren Sitze zwischen den beiden Achsen unterzubringen. Die Gewichtsverteilung— normalerweise hat die Vorderachse 44% und die Hinterachse 56% zu übernehmen— bedingt im Gegensatz zu anderen Heckfahrzeugen eine stets günstige Straßenlage, einerlei, ob eine oder fünf Personen im Wagen Platz genommen haben. Außer dem reichlich bemessenen Fahrgastraum ist viel Platz zur Unterbringung von Gepäck vorgesehen. Der eine Gepäckraum befindet sich hinter den Rücksitzen, vom Innern des Fahrzeuges zugängig, und hat Platz für mehrere mittelgroße Handkoffer. Ein weiterer Gepäckraum ist unter der vorderen Haube; dort können Rucksäcke, Decken usw. verstaut werden. Es ist also ausreichend Platz vorhanden. Der KdFWagen ist mit Stoßstangen vorn und hinten ausgerüstet.— Die Karosserie wird zunächst in zwei Ausführungen geliefert, und zwar einem Ganzstahl=Innenlenker(Limousine) und einem Ganzstahl=Innenlenker mit Faltdach(Cabriolimousine). Benzinverbrauch: 6—7 Liter auf 100 km je nach Fahrweise und Gelände. Adven:! Advent! Fallersleben Herbst 1939. Auslieferung ab Anfang 1940. Das Augenzittern der Vergleute Einfluß der Beleuchtung und der Grubenwetter. Dr. Erich Zeiß sprach am Donnerstag im„Haus der Technik" zu Essen über das Augenzittern der Bergleute. Er führte dabei u. a. aus: Jede Betrachtung über eine gewerbliche Schädigung— und beim Augenzittern der Bergleute handelt es sich um eine solche— muß vom Werkstoff ausgehen. Das ist vielfach unterlassen worden. Dafür wurde bei den Beobachtungen der Kranken im Sprechzimmer ein fast übertriebener Wert den vielen Varianten des Krankheitsbildes gewidmet. Der Vortragende dagegen versucht, die Probleme des Augenzitterns der Bergleute von der Kohle her, d. h. also vom Entstehungsort des Leidens her, anzufassen. Erst regelmäßige, untertage ausgeführte Untersuchungen auf breiter Basis und auf weit auseinander liegenden Grubenfeldern brachten Klärung nicht nur über die wirkliche Verbreitung der Erkrankung, sondern auch über eine Reihe von ursachlichen Problemen des Augenzitterns. Durch die Untertage=Untersuchungen gelang es„die Vielzahl der Gründe ganz wesentlich einzuengen. Einer von ihnen liegt in der Beleuchtung unter Tage. Der Vortragende glaubt aber, daß die Gründe, die infolge der verbesserungsfähigen Beleuchtung das Augenzittern zum Ausbruch kommen lassen, in zentralen Schädigungen gesucht werden müssen. Die zentralen Schädigungen entstehen durch den jahrelang andauernden Einfluß der Grubenwetter, wobei Methan und Kohlenord eine Rolle spielen. Gerade die Beobachtungen dieses Jahres lassen erkennen, daß unter völlig gleich beleuchteten Anlagen immer solche ganz besonders dichte Nystagmusinzidenzen haben, bei denen Schlagwetter vorhanden sind und Grubenbrände stattgefunden haben. Gruben mit Kohlearten, die zu Selbstentzündung neigen, sind hinsichtlich des häufigen Nystagmusvorkommens gleichgearteten engl. Gruben an die Seite zu stellen, die Robson beschreibt. Die ganz verschiedene Anhäufung von Augenzittern in Gruben gleicher Beleuchtung kann nur mit der obigen Annahme erklärt werden.“ 4000 Sparkarten für die HJ. Sparen für Lager und große Fahrt.- Das HJ-Sparen in Herne beginnt Die Lager und Fahrten, welche die Hitler=Jugend alljährlich durchführt, stellen mit das Schönste dar, was es in einem jungen Leben gibt. Ein ganzes langes Jahr währt die Vorfreude darauf. Aber je näher der Zeitpunkt der Fahrten heranrückt, um so beklommener wird diesem oder jenem zumute, weil vielleicht die Finanzierung im letzten Augenblick doch noch Schwierigkeiten macht. Und viele Väter und Mütter haben in letzter Minute oft nicht so viel übrig, um die Fahrt= und Lagerkosten zu tragen. Das jetzt eingeführte HJ=Sparen gibt den Mitgliedern der HJ Gelegenheit, im Laufe eines Jahres die für Ferienlager, Fahrten und Uniformbeschaffung erforderlichen Beträge regelmäßig anzuusparen. Vom Verwaltungsführer des Bannes 259, Oberscharführer Steinseifer, werden in diesen Tagen vorerst gegen 4000 Sparkarten an die Mitglieder der ausgegeben. Jede Sparkarte hat 60 Felder, die mit Einheitssparmarken im Werte von 10 Pfennig beklebt werden. Die Marken werden nur gegen bar ausgehandigt und sind zu haben bei der Städtischen Spar kasse Herne und bei der Zweigstelle in Herne=Sodin gen, sowie bei den Sparkassen in Castrop=Rauxel. Für verloren gegangene geklebte Karten wird kein Ersatz geleistet, da jede Karte Geldeswert hat. Die Karten sind infolgedessen von den Sparern sorgfältig zu behandeln. Die im Gebiet Westfalen bei den Sparkassen zur Einzahlung gekommenen Sparbeträge werden auf ein Sammelkonto des Gebietes bei der Landesbank und Sparkassenzentrale für Westfalen, Girozentrale Münster, überwiesen und den Einheiten gegen Vorlage der geklebten Karten vor den Fahrten und Lagern überwiesen oder gutgeschrieben. So ist die Durchführung der Fahrten und Lager unbedingt sichergestellt. * Victor=Lutze=Gepäckmarsch der Herner Der Bann 259 führt morgen, Sonntag, in seinem Bereich den„Victor=Lutze=Gepäckmarsch" durch. Jede Gefolgschaft stellt 15 Mann und einen Führer. Die Marschstrecke ist 20 Kilometer lang. Der Marsch beginnt 13.30 Uhr am HJ=Heim in Castrop und endet auf dem Adolf=Hitler=Platz in Herne. Die Strecke muß in einer Zeit von nicht unter vier Stunden und nicht über 4½ Stunden zurückgelegt sein. Die Marschzeit selbst wird nicht gewertet. Es werden gewertet: Ausrüstung am Start, Mannschaftsdisziplin und Marschordnung, Glasscheibenschießen der Mannschaftsführer mitt KK=Gewehr, Ueberbringen einer Meldung, Keulenzielwurf aus dem Stand, Nehmen einer Hindernisbahn nach Zeit, Einsatzfähigkeit nach dem Marsch, wonach 200 Meter im Laufschritt zurückgelegt werden müssen. Für jeden ausgefallenen Teilnehmer erhält die Mannschaft 10 Strafpunkte. Alle Teilnehmer des Zeltlagers, die den Gepäckmarsch für das HI=Leistungszeichen noch erledigen müssen, nehmen an diesem Gepäckmarsch teil. Sie bilden besondere Gruppen. Die Gepäckkontrolle liegt in den Händen des Stammführers=Grafe. In 10 Wochen 7000 Besucher Eine erfreuliche Bilanz des Emschertalmuseums. Seit dem ersten Besuchstag im Emschertal=Museum, dem 19. September, sind etwa 10 Wochen vergangen. In diesem verhältnismäßig kurzen Zeitraum haben über 5500 heimatkundlich interessierte Volksgenossen und Volksgenossinnen das EmschertalMuseum besucht. Das Gästebuch weist über 2000 Eintragungen auf. Es hat sich somit nur etwa die Hälfte der Museumsbesucher eingetragen; die übrigen lehnten die Eintragung meist mit der Bemerkung ab: „Wir kommen noch einmal wieder“. Ein anderer Teil hat das Eintragungsbuch besonders bei starkem Betrieb übersehen oder kam aus einem anderen Grunde nicht dazu, sich einzutragen. Man darf mit Freude feststellen, daß der Besuch in so später Jahreszeit über Erwarten ausgezeichnet ist. Wie wird erst der Museumsbesuch im nächsten Frühjahr oder gar im Sommer sein!— In der angegebenen Besucherzahl sind die Schulklassen nicht mitgerechnet. Werden diese hinzugerechnet, so ergibt sich eine Besucherzahl von etwa 7000! Da nach den neuen Richtlinien ein Heimatmuseum als eine Schule angesehen wird und wie diese behandelt werden soll, ist der Eintritt für geschlossene Schulklassen frei: eine begrüßenswerte Anordnung der Stadtverwaltung. Man kann sagen, daß die Herner gern ihren Besuch von auswärts fleißig ins Museum führen. Das beweisen die vielen Eintragungen von Auswärtigen im Gästebuch. Wer es noch nicht wissen sollte, Sonntags ist das Emschertal=Museum von 10—12.30 und von 15—18 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 10 ganze deutsche Reichspfennige! 3. Kammermusikabend der Herner 63. Am Dienstag, dem 29. November, findet in der Aula der Oberschule für Mädchen, Hermann=LönsStraße, der 3. Kammermusikabend der Herner H9 statt als 1. Sonderkonzert des Veranstaltungsringes der Herner HJ. Ausführende sind die Spielscharen des Bannes und Untergaues 259. Die gut zusammengestellte Vortragsfolge bringt im ersten Teil Musik des 16.—18. Jahrhunderts, im zweiten Teil Musik der Klassik und bietet im dritten Teile Musik unserer Zeit. Der Unkostenbeitrag ist 30 Pf. Karten sind im Vorverkauf erhältlich in der Dienststelle des Bannes 259, Bahnhofstraße 7c, sowie im Musikhaus Nolting, Bahnhofstraße, und im Musikhaus Hocevar, Franz=SeldteStraße. * meldet sich die Hitler=Jugend zum Reichsberusswettkampf? Der Reichsberufswettkampf ist das Symbol der Hitler=Jugend. Darum ist es Pflicht eines jeden Hitlerjungen und BDM-Mädels, sich am 6. Reichsberufswettkampf zu beteiligen. Zur Anmeldung sind folgende Möglichkeiten gegeben: 1. beim Betriebsführer im Betrieb; 2. beim örtlichen Wettkampfleiter; 3. bei den Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront.(nsg.) Allerlei vom November Stichel- und Stachelverse von Stichel=Stacheldorn. 1. Reserve hat Ruh. Nun hat Reserve Ruh Und zieht der Heimat zu, Nun schreitet sie im gleichen Schritt # Und bringt auch Schliff und Ordnung —„„ mit. Zwei Jahre Drill und Schliff, Parieren auf den Pfiff, Das tut dem jungen Uebermut Auch in Zivil noch gur. Ein jeder war Soldat, Den andern Kamerad, So standen sie in Reih und Glied, Und jeder war ein Waffenschmied. Der Dienst mit Herz und Hand Galt stets dem Vaterland, Und weil ein jeder aufgepaßt, Hat man auch alles gut erfaßt. So ging die Zeit dahin Ganz im Soldatensinn, Bis die Reserve Abschied nahm Und wieder heim nach Herne kam. Nun hat Reserve Ruh, Wir winken ihr dann zu: „Wer treu gedient hat seine Zeit, Dem sei ein volles Glas geweiht.“ 2. Rekruten wurden eingezogen. Die Rekruten sind nun fort, Alle am bestimmten Ort, Mit Musik und mit Gesang Zogen sie den Weg entlang, Bis sie hin zum Bahnhof kamen Und hier Platz im Wagen nahmen. Selbstverständlich kannte schon Jeder seine Garnison, Sehr verschieden war das Ziel, Wenn der Blick mal darauf fiel, Manchmal lag es nah' bei Herne, Manchmal wies es in die Ferne. Als man dann am Ziele war, Fand man alles wunderbar, Alle fühlten sich enorm In der bunten Uniform, Und schon flog aus der Kaserne Manch ein schöner Gruß nach Herne. Nunmehr fängt hier Mann für Mann Auch ein neues Leben an, Alles um den Dienst sich dreht, Wo man geht und wo man steht, Mittags sitzt dann jede Gruppe Bei der guten Erbsensuppe. Zwei der Jahre nun vergehn, Eh' sie alles gut verstehn, Bis sodann nach dieser Frist Jeder wird ein Reservist, Der in dem Soldatenstand Treu gedient dem Vaterland. Wer noch weiter dienen will, Meldet sich schon im April, Wird dann Unteroffizier, Dient der Jahre drei mal vier, Und nach all den Dienstbeschwerden Kann er dann Beamter werden. 3. Das Wetter im November. Etwas komisch war das Wetter Für den Landmann und den Städter, Komisch, weil's" nicht winterlich, Sondern mehr dem Frühling glich. Mancher dachte im November An das Wetter im September, Achtzehn Grad und noch darüber, Das war doch kein Nasenstüber. Wenn auch an dem Himmelsbogen Manchmal dunkle Wolken zogen, Immer war das Wetter lind, Und es blies ein warmer Wind. Dieser Monat trug zur Zeit Selten nur sein Nebelkleid, Auch der Regen hielt nicht an, Sondern goß nur dann und wann. Vom Altweibersommer sprach man viel Beim Novemberwetterspiel, Doch der wird, wie angeregt, Zu den Akten jetzt gelegt. Weil er ja der Modewelt Im November nicht gefällt, Denn der Winter meldet sich Im Dezember sicherlich. 4. Eine alle Wetterregel. „Bringt der November uns schon Schnee, Und bleibt der Schnee auch liegen, Dann werden wir den schönsten Klee Im nächsten Jahre kriegen.“ Wir sind bis heut' noch nicht so weit, Der Schnee blieb uns noch ferne, Doch kommt natürlich bald die Zeit, Dann schneit es auch in Herne. Der Schnee ist weiß und grün der Klee, Der Schnee bedeckt die Erde, Er schützt den Klee vor Frost und Weh, Auf daß es Frühling werde. 5. Bratentiere im November. Der Hasenbraten hat's in sich, Ein jeder schätzt ihn sicherlich, Besonders nimmt der Jägersmann Sich seiner immer liebend an, Wenn er ihn bis zum Rest verzehrt Und so den Braten wirklich ehrt. Der Gänsebraten hat's in sich, Besonders wenn er knusperig, Man schätzt ihn und verzehrt ihn gern Auf unserem alten Wandelstern, Denn nach dem Gänseessenfeste Verbleiben nur die Knochenreste. Gar viele lieben den Fasan, Vom kleinen Enkel bis zum Ahn, Doch fängt die Liebe dann erst an, Wenn man den Braten essen kann, Das Federkleid, das ihn umhüllt, Doch niemals unsern Magen füllt. 6. Populäre Heilige im November St. Huberkus(3.). Hubertus ist ein Jägerfreund, Der's gut mit allen Jägern meint, Er wird von ihnen hoch verehrt, Weil er die Jagd die Jäger lehrt. Er ging auch selber auf die Pirsch Und stellte nach dem Edelhirsch, Doch schoß man damals alleweil Nur mit dem Bogen und dem Pfeil. Nun, heute schießt man ihm zur Ehr Auf jedes Wild mit dem Gewehr, Doch knallt der Schuß und schlägt nicht ein, Dann soll's ein Sonntagsjäger sein. St. Martin(11.). St. Martin ist ein Kinderfreund, Der's gut mit allen Kindern meint, Er wird von ihnen hoch verehrt, Weil er den Kindern viel beschert. Gar manches Dorf und manche Stadt Den Martinszug noch heute hat, Mit Fackeln, die man angebrannt, Durchziehn die Kinder Stadt und Land Auch Große winden ihm den Kranz, Denn er bringt ja die Martinsgans, Und jeder weiß auch in der Stadt, Was dies für'ne Bewandtnis hat. St. Elisabelh(10.). Elisabeth, die Landgräfin, War groß als Volkswohltäterin, Sie ging so gern von Haus zu Haus Und teilte ihre Gaben aus. Wenn sie die große Armut sah, Dann war die Hilfe auch schon da, Und weil die Liebe sie empfand, So gab sie auch, mit Herz und Hand So half sie gern in jeder Not, Sie gab den Armen reichlich Brot, Und wenn sie sah, wie jemand litt, Dann fühlte sie die Schmerzen mit. 7. Die unsichtbare Mondfinsternis. Am Achten war's, und Finsternis Den Abend und die Nacht umriß, Derweil der Mond'empfand das Streben. Uns eine Vorstellung zu geben. Er wollte hell am Himmel stehn Und dann ins Dunkle übergehn, Damit der Schatten von der Erde Für uns mal richtig sichtbar werde. Die Vorstellung beim Mondenschein, Die sollte für uns gratis sein, Doch wurde an dem Himmelsbogen Der Vorhang gar nicht aufgezogen. So geht es oft im Leben hier: Erwarten wir mal ein Pläsier, Dann kommt oft was dazwischen, Wenn wir die Karten mischen. Kleine Auslese meiner Leistung: 1.95 2.25 5,50 PIK. Aus und für Herne Vorweihnacht auf dem Wochenmarkt Der Herner Wochenmarkt stand gestern deutlich im Zeichen der Vorweihnacht. Diese versinnbildeten insbesondere die blau=grünen Zweige der Edeltannen, die haufenweise an den Verkaufsständen ausgetürmt lagen und von den Marktbesuchern fleißig gekauft wurden. An einigen Tisch bot man die silbergrauen Kätzchen der Salweide bündelweise an, die in der Vorweihnachtszeit zwischen dem Tannengrün gern als Tischschmuck verwandt werden. Auch die reichliche Zufuhr von Haselnüssen, Kastanien, Datte'n und Feigen. also Früchten die beim Vorweihnachtseinkauf eine bedeutsame Rolle spielen, gab dem gestrigen Wochenmarkt sein vorweihnachtliches Gepräge. *** Montag Ratsherrensitzung Am Montag nachmittag findet im großen Sitzungssaale des Rathauses eine Ratsherrensitzung statt, in der zunächst Dr. Reckendorf als Ratsherr eingeführt und vereidigt wird. Dann erstattet der Kämmerer den Halbjahrsbericht 1939 über die Finanzlage. Weiter stehen der Jahresabschluß 1937 und der Verwaltungskostenvoranschlag der Städt. Sparkasse auf der Tagesordnung. „** Die„Hibernio" erhält Leistungsabzeichen Für vorbildliche Förderung von KdJ. NSG. Am fünften Jahrestag der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ wird Reichsorganisationsleiter Dr. Ley einer größeren Anzahl Betriebe aus allen deutschen Gauen das Leistungsabzeichen für vorbildliche Förderung von„Kraft durch Freude" verliehen. Dieses Leistungsabzeichen wurde bekanntlich von der Deutschen Arbeitsfront im Rahmen des Leistungskampfes der deutschen Betriebe geschaffen und wird an alle diejenigen Betriebe verliehen, die vorbildliche Maßnahmen im Sinne von KdF. durchführen.. In Westfalen=Süd wurde ausgezeichnet die Bergwerksgesellschaft Hibernia A.=G., Herne. *** Eine Rattenbekämpfungswoche in Herne? Der Haus= und Grundbesitzerverein für das ehem. Amt Sodingen hat beim städtischen Gesundheitsamt die Durchführung einer Rattenbekämpfungswoche angeregt, da die Rattenplage im Stadtteil Sodingen ausgedehnte Formen angenommen hat. Ungeheuer ist der Schaden, der jedes Jahr durch den Rattenfraß verursacht wird. Würde man eine Statistik hierüber führen, so würde man staunen, welche großen Werte dem Volksvermögen alljährlich hierdurch verloren gehen. In dieser Erkenntnis hatte die Stadtverwaltung Herne sowie eine Anzahl Grubenverwaltungen schon vor einiger Zeit einen hiesigen Kammerjäger mit der Durchführung der Rattenvertilgung in den Kanalschächten usw. beauftragt. Diese Arbeiten sind bereits mit Erfolg durchgeführt, jedoch dürfte diese begrüßenswerte Maßnahme allein nicht genügen, um eine radikale Vertilgung der Ratten zu erzielen. Gerade die Privathaushaltungen, nicht zuletzt die in den äußeren Stadtvierteln, haben besonders stark unter der Rattenplage zu leiden, da sich das Ungeziefer in den Nebenschächten und Kanälen sowie in den Stallungen und Scheunen aufhält und vermehrt. Es wäre deshalb zu begrüßen, wenn nun, wie es das Sodinger Beispiel zeigt, auch alle Herner Hausbesitzer, bei denen Ratten vorkommen, sich dem Vorgehen der Stadtverwaltung anschließen würden und in ihrem Bereich eine schnelle und gründliche Rattenvertilgung vornehmen ließen. Gerade im Anschluß an die Säuberung der städtischen Kanäle wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt, auch die Privathaushaltungen und Ställe durch erfahrene Fachleute von den lästigen Nagetieren säubern zu lassen. *** Noch ein Fall von Maul= und Klauenseuche In Holthausen ein Sperrbezirk festgelegt. Nachdem soeben der Stadtteil Baukau wegen eines Falles von Maul= und Klauenseuche zur Sperrbezirk erklärt worden ist, ist in Holthausen bei Vetthacke, Mont=Cenis=Str. 556, die selbe Krankheit festgestellt worden. Ueber das Gehöft ist die Sperre verhängt und ein Teil der früheren Gemeinde Holthausen zum Sperrbezirk erklärt. Bürgersteuer rechtzeitig abführen! Eine Mahnung an Betriebsführer. In letzter Zeit ist vielfach festgestellt worden, daß mittlere und kleinere Betriebe die Beiträge der Bürgersteuer ihrer Gefolgschaft abgezogen haben, aber diese Beträge nicht zum Fälligkeitstermin bei der Stadtkasse eingezahlt haben. Dieses völlig unzulässige Verfahren wird in Zukunft mit empfindlichen Steuerstrafen belegt werden. Die für die Abführung der Bürgersteuer verantwortlichen Personen werden in ihrem eigenen Interesse gut tun, die ergangenen Bestimmungen zu beachten. *** Morgen Leistungskampf der Kurzschriftler Am morgigen Sonntag, dem 27. November, werden im ganzen Reich die Kurzschriftler zum Leistungskamf antreten. Auch in Herne hat sich eine Anzahl von Kurzschriftlern zur Teilnahme gemeldet. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Die zur reibungslosen und schnellen Durchführung erforderlichen Mitarbeiter stehen zur Verfügung. Volksgenossen, die sich noch nicht gemeldet haben, können trotzdem teilnehmen, wenn sie sich am Sonntag, dem 27. November, vormittags 8.45 Uhr in der Oberschule für Jungen, Franz=Seldte=Straße, einfinden. Das erforderliche Papier wird gestellt. Hierfür ist eine Gebühr von 10 Pf. zu entrichten. Kurzschriftler, benutzt diese Gelegenheit und nehmt am Reichsleistungsschreiben in Kurzschrift teil. *** Wer will Schiffsführer werden? Am 3. Januar 1939 beginnt in der Carpschule in D.=Ruhrort ein neuer Unterlehrgang der Städtischen Stromschifferschule, der am 11. März 1939 abgeschlossen und im Herbst 1939 in einem 10wöchigen Oberlehrgang fortgesetzt wird. Zugelassen werden solche Jungschiffer, die nicht mehr im Lehrverhältnis stehen und deshalb nicht mehr zum Besuch der Schifserderufsschulen in Minden und Miltenberg a. Main verpflichtet sind. Die Schule will unter. Mitwirkung der DAF, Fachgruppe Binnenschiffahrt, und der schiffahrttreibenden Verbände den Jungschiffern Gelegenheit geben, sich in Ergänzung ihrer praktischen Berufserfahrungen die Kenntnisse anzueignen, die sar erolgreichen Ausübung des Schifferhberus errderlich sind, um sie zu befähigen, ein Fahrzeug auf m Rhein, seinen Nebenflüssen und den westdeutschen Kanälen selbständig zu führen. Die Zahl Wochenstunden beträgt 36, im Oberlehrgang 38, Schulgeld 45 RM. je Lehrgang, Ratenzahlung erlaubt. Benutzung der Eisenbahn auf Schülerkarte zulässig. Besonders erfolgreiche Schüler erhalten beim Abschluß Prämien. Schifferschüler haben in besonders gelagerten Fällen Vorteile bei Erwerb des Rheinschifserpatentes, werden bei sonstiger praktischer Brauchbarkeit durch die Firmen bevorzugt behandelt und haben nach Ableistung der Wehrpflicht gute Aussichten auf Einstellung in die Rheinpolizei. Schriftliche Anmeldungen sind bis zum 24. Dezember 1938 zu richten an den Leiter der Schule: Dr. Tepper, Duisburg, Fuldastraße 16. *** * Schüler wird vermißt. Vermißt wird seit dem 23. 11. 1938 der Schüler Heinz Kadur, geb. 14. 7. 1924, Herne, Auf dem Beil 25 wohnhaft. Beschreibung: Ungefähr 1,48 Meter groß, dunkelblondes Haar. gesunde Gesichtsfarbe, schielt etwas mit dem rechten Auge. Bekleidet war Kadur mit hellgr. Sportjackett, schwarzer Kniehose, grünen Knabenstrümpfen, schwarzen Schnürschuhen. Wer kann Angaben machen? * Neue Schwurgerichtsperiode. Am 12. Dezember beginnt am Landgericht Bochum die letzte diesjährige Schwurgerichtsperiode. Zum Vorsitzenden ist Landgerichtsdirektor Delang ernannt worden. * Heimgang eine früheren Herner Richters. Oberlandesgerichtsrat Martin SchorlemmerWulff. Oberleutnant d. R., ist im Alter von Politische Kundgebungen „Ostmark und Sudetenland kehren heim ins Reich" Dr. Schmidt, Innsbruck, sprach in Herne-Mitte. Im Zeichen des großdeutschen Gedankens stand die gestrige Kundgebung der politischen Ortsgruppe Herne=Mitte im Saalbau Strickmann. Der gutbesetzte Saal wurde bis zum Beginn mit musikalischen Darbietungen des Gaumusikzuges unter der Leitung von Suhling unterhalten. Dem Referenten zu Ehren wurde u. a. der„Egerländer Marsch“ gespielt. Propagandawälter Pg. Karl Nagel eröffnete die Kundgebung mit einer kurzen Begrüßung, dann sprach der Redner des Abends, Dr. Schmidt, Innsbruck, über das Thema„Ostmark und Sudetenland kehren heim ins Reich“. Er schilderte zuerst die Verdienste der Ostmark und des Sudetenlandes um den großdeutschen Gedanken. So sei im Weltkrieg das Blut von 700000 Brüdern aus der Ostmark und dem Sudetenland für die Erhaltung des Deutschtums geflossen. Der Redner streifte das Schanddiktat von Versailles, den Parteienkampf, das verderbliche Wirken der Freimaurerei, des jüdischen Marxismus und Liberalismus usw., ging auf die geschichtliche und kulturelle Vergangenheit der Ostmark und des Sudetenlandes ein, die man früher in den Schulen des Altreiches kaum behandelt habe, und stellte dann die Befreiungsstunden für Ostmark und Sudetenland in den Vordergrund seiner Ausführungen. In all seinen Sätzen kamen die Verse eines Ostmarkdichters zum Erklingen: Jedes Volks erkämpft sich selbst sein Los Zur Freiheit— oo zur Sklaverei, Und ist das Dunkel noch so groß— Ein Weg zum Licht bleibt immer frei! Ob Clemenceau, Wilson, Benesch oder Masaryk, sie alle hätten mit ihren unmöglichen Staatengebilden die deutsche Blut= und Schicksalsgemeinschaft nicht zerstören können, das Blut habe die Heimkehr ins Reich der deutschen Väter verlangt und schließlich erkämpft. Die Demokratie habe sich nur als Rassenmörderin und Verfolgerin deutscher Pioniere im Sudetenland und der Ostmark gezeigt. Freilich, Hinterlist und andere brutale Methoden hätten in zwanzig Jahren beispielsweise aus einem blühenden Wirtschaftsgebiet des Sudetenlandes ein Ruinenfeld gemacht, Kinder der Sudetendeutschen verhungern lassen und alles versucht, das Deutschtum zu vernichten. Heute müsse das großdeutsche Reich alles tun, um die Einheit zwischen Altreich, Sudetenland und Ostmark unzertrennbar zu machen. Das sei die höchste Aufgabe der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Adolf Hitler, der Sohn der Ostmark, habe seinen Schwur, die deutsche Nation zu einigen und zur alten herrlichen Größe emporzuführen, eingelöst. In 15jährigem innerpolitischen Kampf habe er gegen die überlebten Weltanschauungen gesiegt und uns aus der Versklavung zur Feiheit geführt. Dafür dankten ihm in unverbrüchlicher Treue das geeinte großdeutsche Reich mit Ostmark und Sudetenland. * Gauredner Steuer sprach in Herne=Nord Nach seinem fesselnden Vortrag in der Ortsgruppe Herne=Alt sprach am Donnerstagabend Gauredner Pg. Steuer, Soest, in der Ortsgruppe HerneNord. Der Saal des Wirtes Schneider war voll besetzt. Nach einigen Märschen der Harpener Kapelle und dem Fahneneinmarsch sprach Pg. Holtkamp die Begrüßungsworte, dann hielt Pg. Steuer sein Referat über das Thema„Unser Glaube heißt Deutschland“, dessen Grundgedanken wir bereits bei der Kundgebung in Herne=Alt skizziert haben. Auch in Herne=Nord lauschte man den interessanten Aus führungen mit größter Aufmerksamkeit und zollte dem Redner zum Schluß herzlichen Beifall. * Großkundgebung der Deutschen Arbeitsfront Kreisfachabteilung„Der Deutsche Handel". Am kommenden Mittwoch, dem 30. November 1938, abends 20 Uhr, findet im Saalbau Koopmann eine äußerst wichtige Versammlung der Kreisfachabteilung„Der Deutsche Handel“ statt. Als Redner ist der vielen Hernern bestbekannte Gauredner Pg. Freyberg, Dortmund, gewonnen worden, der über das Thema:„Glaube und Arbeit für Führer und Reich“ sprechen wird. Der Abend wird mit musikalischen Darbietungen umrahmt. Sämtliche Führer der Betriebe mit ihren Gefolgschaftsmitgliedern, Kaufleute und Gewerbetreibende werden gebeten, an dieser Versammlung teilzunehmen. Der Eintritt ist frei. asesor und spateker Amisgrichterat wor er L.6 Jahre lang am Herner Amtsgericht tätig. Dann kam er als ein besonders fähiger Jurist des Nachwuchses als Hilfsrichter zum Oberlandesgericht in Nach kurzer Zeit wurde er zum Oberlandesgerichtsrat ernannt und nach Breslau versetzt, wo er schließlich beurlaubt wurde, um als plan=Ausschuß in Berlin tätig zu sein. Der Verstorbene gehörte schon früh der Bewegung an. Eine Abordnung des Herner Amtsgerichtes wird ihm das letzte Geleit geben. Er ruhe in Frieden! * Ehejubiläum. Heute können die Eheleute Schneidermeister Joh. Lammert und Frau Theresia, geb. Menne, KaiserWilhelm=Straße 16, im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder ihr 40jähriges Ehejubiläum feiern. Dem Jubelpaar, das zu den treuesten Freunden des Herner Anzeigers gehört, auch unsererseits herzl. Glückwunsch! Ebenfalls ihr 40jähriges Ehejuhiläum können die Eheleute Oberpostschaffner a. D. Wilhelm Militzer, Schulstraße 21, begehen. Auch ihnen herzl. Glückwunsch! * Diebstahl vom Trockenboden. Vom Trockenboden eines Hauses der Mont=CenisStraße wurden folgende Sachen gestohlen: 1 Nesselbettbezug, 6 Nesselkissenbezüge, 1 Knabennesselhemd, 1 Damenhemd und 1 Nesselgardine. * Einen Unterschenkelbruch erlitt am Donnerstag ein älterer Mann, der auf der Treppe einer Holthauser Wirtschaft beim Hereintreten ausrutschte. Er wurde dem Börniger Krankenhaus zugeführt. * Z e h n J a h r e i m D i e n s t a n d e r N a t i o n. Der Reichsbund der Kinderreichen, Kreisabschnitt Castrop=Rauxel, blickt in diesen Tagen auf sein zehnjähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß findet am kommenden Sonntag im Saalbau Wessels eine Feierstunde statt, in deren Verlauf Kreisleiter Nieper sprechen wird. Außerdem wird der Landesleiter des Landesverbandes Essen, Parteigenosse Kreul, das Wort ergreifen. * Kameradschaftsabend im Reichsbund der Kinderreichen Herne. Der Reichsbund der Kinderreichen veranstaltet am Samstag, dem 3. Dezember. in der Westfalenschänke (Linsel) einen Kameradschaftsabend. Es wird ein reichhaltiges Programm geboten. Die Eintrittskarten zum Preise von 40 Pfg. sind bei den Amtswaltern zu haben, Montags und Donnerstags von 18—19 Uhr auch in der Geschäftsstelle, Franz=Seldte=Str. 2. k Geflügelausstellung in Herne-Sodingen. Der Geflügelzuchtverein Herne=Ost veranstaltet heute und morgen bei Luke am Denkmal eine Geflügelausstellung mit Lehrschau. 165 Tiere aller Rassen werden ausgestellt. Viehleuchenpolizeiliche Anordnung Zum Schutz gegen die Maul- und Klauenseuche wird auf der Grund der§§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909(RGBl. S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Regierungspräsidenten in Arnsberg folgendes bestimmt: Ueber das Gehöft der Ww. Theresia Vetthacke, Herne, Mont-Cenis=Straße Nr. 556, wird die Sperre verhängt. Den Sperrbezirk bildet ein Teil der früheren Gemeinde Holthausen, begrenzt im Osten durch die Stadtgrenze, im Norden durch die Castroper Straße, im Westen durch den Börniger Bach und die Oestrichstraße, im Süden durch die Holthauser und Kraystraße. Für diesen. Bezirk finden die Bestimmungen der viehseuchenpoliz. Anordnung des Herrn Reichs- und Preuß. Minister des Innern vom 9. 2. 1938(R.-Anz. Nr. 36) und des Herrn Regierungspräsidenten vom 12. 11. 1937(Amtsblatt)(St. 47 S. B.) Anwendung. Ein Beobachtungsgebiet wird nicht festgelegt. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen werden nach§ 328 des Reichsstrafgesetzbuches und nach §§ 74 bis 76 des Viehseuchengesetzes vom 26. 6. 1909 bestraft. Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. Herne, den 25. November 1938. Der Oberbürgermeister als Ortspolizeibehörde. J. V.: gez. Meyerhoff. Was ist besser, öfter Schuhe kaufen oder öfter Erdal? Kein Zweifel, öfter Erdal, zumal jetzt bei dem noch billigeren Preis! Die Schuhe halten länger und bleiben länger schön, denn Erdal pflegt das Leder, es erhält länger seine Geschmeidigkeit und seine Wasserdichtigkeit und hilft damit sparen. „Schneider Wibbel“ Das Westfälische Landestheater mit Müller=Schlössers Komödie in der Lichtburg. Vierte Vormieteveranstaltung Wir haben im„Gwissenswurm“ vor einigen Jahcen bayrisches, in Hinrichs Komödien oldenburgisches Volksleben kennen gelernt, und nun kam mit Hans Müller=Schlössers„Schneider Wibbel“ rheinisches. genauer Düsseldorfer Volksleben zu uns. Nicht nur die Nähe des Rheinlandes und die uns Ruhrgebietsmenschen zu einem großen Teile eigene Bekanntschaft mit rheinischem Wesen machte uns dieses Stück so interessant, sondern vor allem der in der Besatzungszeit spielende politische Hintergrund. Wenn es auch die Franzosen zur Zeit Napoleons sind, mit denen der kleine, im Alkohol besonders unbekümmert seinem Herzen Luft machende Schneider mutig abrechnet, so fühlte man doch gleich die Verwandtschaft zu Ereignissen und Gefühlen, die noch gar nicht sehr lange hinter uns liegen. Kein Wunder daher, daß der„Schneider Wibbel“ in der Besatzungszeit nicht gespielt werden durfte und dafür nach dem Abzug der Franzosen aus dem Rheinland gerade in Düsseldorf eine um so stärker bejubelte Wiederauferstehung feierte. Der Grundzug des„Schneider Wibbel“ ist neben seinem echt deutschen Bekenntnis die Gestaltung rheinischen Volkstums, wie es in seiner Gemütlichkeit, seiner Spottlust, seiner Eulenspiegelei, seiner Redseligkeit und Schlagfertigkeit, seinem Witz und seiner weichen, fast singenden, dialektgefärbten Sprechweise ich kundtut. Die Freude am Witz ist so tief rheinischem Wesen eingeprägt, daß selbst so traurig=ernste Dinge wie Tod und Begräbnis zum Gegenstand der Komödie werden können. Es liegt etwas von der überlegenen Reife des Weisen in der Art, wie der Rheinländer das Ernste heiter sehen kann. Und nur aus der Kenntnis der ganzen Eigenart rheinischen Wesens und rheinischen Volkstums, aus der heraus der„Schneider Wibbel“ geboren wurde, sind auch die Gewagtheiten der Müller=Schlösserschen Komödie verständlich, die ihren Höhepunkt darin finden, daß die„Witwe“ die Beileidsbeteuerungen der Nachbarn und Bekannten entgegennimmt und der„Wibbel“ seiner eigenen„so schönen Leich“ zuschaut. Da aber außerhalb des Mutterlandes dieser Komödie, soweit es noch unverfälscht rheinisch=volkhaft empfindet, manches anders und weniger unbeschwert erscheint— eine Szene wie das Hosenanmessen geht auch da an die Grenze des Geschmacks—, kann man es verstehen, wenn der„Schneider Wibbel“ nicht bei jedem Besucher die gleiche unbeschwerte Heiterkeit auslöste. Aber gefallen hat das köstliche Werk allen, und auf allen Gesichtern lag ein behagliches Schmunzeln, als man den Heimweg antrat. So urwüchsig=lustiges Volkstum hatte man lange nicht mehr sich ausspielen sehen. Das Hauptverdienst am Gelingen des Abends kommt unzweifelhaft Kurt Sauerland als dem Darsteller des Schneiders Anton Wibbel zu. Dieses schmächtige, witzig= bewegliche, zwischen Mut und Aengstlichkeit, schlagfertigem Wortreichtum und verzweifelnder Ratlosigkeit, kecker Lebenslust und Lebensverzweiflung pendelnde Männchen, bei dem schon in der Bewegung eines Fingers Witz und Laune steckte, war eine so prächtig gestaltete Figur, daß man sich nicht satt an ihm sehen konnte. Er war auch derjenige, der am echtesten Düsseldorfer Mundart zu sprechen verstand. Ihm stand darin wie im Spiel kaum Jenny Tillmann als seine Frau nach. Wie sie dem zu Gefängnis verurteilten Wibbel die Meinung sagte, den Plan des stellvertretenden Strafabsitzens durch den Schneidergesellen Zimpel ausheckte, die„Witwe“ spielte, als der Schneidergeselle mitten in der Strafzeit an Lungenentzündung starb, und schließlich den richtigen Dreh fand, um den„toten“ Wibbel als seinen eigenen Bruder dem Leben wiederzugeben und sich erneut antrauen zu lassen, das war ebenso wie die Meisterung der vielen Situationen, in denen sie durch das Schwindelmanöver in die größten Verlegenheiten geriet, einfach köstlich. Den kranken Schneidergesellen Zimpel spielte, gut charakterisierend, Tony Kayser, der auch die Nebenrolle des Hausierers Fläsch trefflich herausbrachte. Den geradezu gefräßigen Schneidergesellen Mölfes. der später auf die„Witwe“ spekulierte, verkörperte mit Erfolg Fried Maas: er hätte allerdings noch mehr aus seiner Rolle herausholen können. Um diese Hauptgestalten gruppierten sich ausgezeichnet gesehene und wiedergegebene Volkstypen wie der Krönkel des Hansarthur Feigel, der Heubes des Adolf Demuth. der Wirt Knipperling des#inz Vohwinkel, die Hopp=Majänn der Käthe Michel, der Pangdich des Otto Ruth, der Nachbar Fitzkes des Alexander Klein mit seiner Frau(Hildegardlbermann) und der Polizist des Heinz Sinzia, der auch im ersten der fünf Bilder den französischen Beamten verkörperte. Die beiden sehr guten Szenerien waren von Ernst Hummel. Der Spielleitung von Hans Helmuth Kach war ein sehr flüssiges, rheinische Art vortrefflich en fangendes Spiel und der Stadtverwaltung im Verein mit der RSG.„Kraft durch Freude“ ein wirklich froher Abend zu danken. Dr. L. Reiners. Ein Weihnachtsbuch der deutschen Jugend RSG. Die Hitler=Jugend gibt in diesem Jahr zum ersten Mal ein„Weihnachtsbuch der deutschen Jugend“ heraus. Sie wurde von dem Gedanken geleitet, den Jungen und Mädeln ein wirklich gutes Buch zu geben. Das Buch hat den Titel: „Der Führer“. Aus der jungen Vergangenheit und Gegenwart schildert einer der Dichter der jungen Generation, Eberhard Wolfaana Möller, den Führer, sein Leben und Handeln. Das Buch erscheint im Zentralverlag der NSDAP und kostet 1,50 Reichsmark. Dieses Buch darf auf keinem Weihnachtstisch der Jugend fehlen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat hierzu einen Aufruf erlassen, der mit folgenden Worten endet: „Betriebsführer, schenkt dieses Buch allen Jugendlichen in euren Betrieben. Versagt es ihnen nicht. Es ist mehr als nur eine Weihnachtsfreude, was ihr euren Jungen und Mädeln in den Betrieben mit deisem Buch bereitet.“ Die Betriebsführer in Westfalen-Süd werden gebeten, ihren Jugendlichen dieses Buch zum Weihnachtsgeschenk zu machen. An Schlechtwetter-Jagen die praktischen Hummischuhr tragen! ECKE 11 BIEES•IUIIH·KOTL HERNE Bahnhofstraße Zweigstelle Recklinghausen — Herner Anzeiger Samstag, den 26. November 1938 Die Limburger Lehen der Strünkeder Das Gut Düngeln und der Zehnte aus Rille und Büchte in Holthaulen.— Das verlchwundene Gut Stamm. Woher die Ortsbezeichnung„Am Stamm“? III. Nachdem wir den Ursprung der ersten Gruppe der Limburger Lehen an die Strünkeder— HemmersGut, Hof zu Berge und Zehnte zu Pöppinghausen— aufgehellt haben, bleibt noch die zweite Gruppe— Gut zu Düngeln und Zehnte aus Risse und Büchte in Holthausen— zu untersuchen. Das Gut zu Düngeln(— Düngelmann, heute städt. Fuhrpark) erscheint zuerst im Lehnsregister aus der Zeit um 1350. Damals war Gobelin genannt Schule „cum bonis dictis Dunghelen“ und einem Kamp bei Horsthausen belehnt. Im Jahre 1460„up sunte Johans auent toe myd somer“ empfing Diederich Smelinck„dat guet Dugelen gelegen in den Kyspell van Horne ind in dem Gerichte van Boychem". elleicht war er Burgmann auf Strünkede, wie es son„Johann van Hullen wonende to stronckede" feststeht, der im Jahre 1476„op sent Matheus auent“ vom Junker Wilhelm von Limburg zu Styrum„dat guid to Dongelen“ und den Zehnten zu„Buyshuesen" empfing. Schon vier Jahre später, 1480„des Saterdags na sent victoers Dage“, ging das Lehen„quet to Dongelen“ neben dem Zehnten zu„Bushuesen" an„Henrich Johans soen van Hyllen wonende to Stronckede“ über!) Diese Belehnung geschah auf dem Rathaus in Essen in Gegenwart des Herrn Johann van Schueren, Kanoniker zu Essen, Wessel Passchendael, Amtmann zu Strünkede,?) und Johann van der Heyde aus Essen. Nun entsteht in der Ueberlieferung eine Lücke von über 100 Jahren. Die nächste Belehnung wird erst 1590 verzeichnet. In diesem Jahre wird Rutger Böckmann„ex nova gratia“(— aus neuer Huld, also erneut) von der Gräfin Maria von Hoja(sie war die Witwe des Grafen Hermann Georg von Limburg=Styrum) mit dem Gut zu Dungeln und Zehnten zu Holthausen belehnt. Weitere Belehnungen des Rutger Bockmann mit dem Gut zu Dungeln und dem Zehnten zu Holthausen folgen 1606 und 1616. Hier erscheint zum ersten Male der Zehnte zu Holthausen, bei dem es sich, wie später klar wird, um die Güter Risse und Büchte handelt. Dieser Zehnt spielt schon 1541 eine Rolle bei den v. Viermund auf Bladenhorst. Nach den Regesten des Archivs Bladenhorst(Staatsarchiv Münster, Urk. 47a) verkauft am 27. Januar 1541 Heinrich Stammes, Sohn des Dirich Stammes von Eickell und der Richse van Hillen, für 70 rheinische Goldgulden dem Johann von Virmund den Zehnten zu Holthausen, den seine Mutter, Begine zu Lütgendortmund, zur Leibzucht hat, nämlich 5 Malter Hartkorn aus den Gütern Risse und Büchte zu Holthausen(Zeugen: Dirich Baster von Aßbecke und Martin Wichart). Der hier genannte Dirich Stamm von Eickel und seine Gattin Richse(oder Rixe) von Hillen sind auch durch von Steinen überliefert. Rixe von Hillen war danach die Erbin des Hillenschen Burglehns zu Strünkede und 1534 mit Dirich Stam von Eickel verheiratet, der ebenfalls als Strünkeder Burgmann aufgeführt wird. Er hat auch das Gut Stamm in Sodingen besessen, von dem noch heute die Ortsbezeichnung „Am Stamm“ herrührt. In der Türkensteuerliste von 1542 wird ausdrücklich„Stam Von Ekell“ als Besitzer dieses Gutes genannt, während der Aufsitzer 1598 in einer anderen Türkensteuerliste„Stam im Velthauß" heißt. Nach dem ältesten Strünkeder Hypothekenbuch ist das Gut, das dem Hause Strünkede gehörte, um die Mitte des 18. Jahrhunderts verschwunden und aufgeteilt(„parcelweise erblich verkauft") worden. Zum Verständnis der Zusammenhänge zwischen Rutger Bockmann, Stamm, Velthaus, Risse usw. ist nun ein Brief sehr aufschlußreich, den im Jahre 1641 Henrich Risse zu Holthausen an den Grafen von Limburg geschrieben hat. In ihm verlangt er, als rechtmäßiger Lehnsträger angesehen und angenommen zu werden. Zum Beweise übergibt er„authenticam copiam deß letzten lehenbriefs vber daß quith zu Dungelen Im Kirspel von Herne unnd gericht von bochumb gelegen, wie Im gleichen vber den Zehenten zu Holthaußen, so meiner haußfrawen vatter seliger Rotger Boekmangenant Stam Im velthauß auff seine persohn erhalten Dabey onderthanig anzeigendt, ob zwarn woll vorglter mein Schweger vatter Rotger Stam einen Ehelichen Sohn, Diederich Stam genant auff welchen dieß lehen rechtmeßigh Adeuoluirt(devolvieren— übertragen) wehre, Im leben hinderlaßen hat, so ist dannoch nicht ohne, nach dem derselbe sich Ins vest Recklinghaußen haußlich niedergesetzet, daß Er sein ius vnnd gerech tigkeit... mir saluo tamen iure Dui feudi(— das Recht des Lehnherrn vorbehalten) transportirt onnd obergelaßen hat, wie mir deßhalben ab anno 625 biß hero zur viellfaltig ahn geburenden orth onderthanigh angeben...“ Danach ergibt sich folgendes Bild: Das Gut zu Düngeln und der Zehnte zu„Buyshuesen" waren von 1476 ab im Lehnsbesitz der Strünkeder Burgmannenfamilie von Hillen. Durch die Erbtochter Rixa von Hillen kamen sie an Dirich Stamm von Eickel, dessen Sohn Heinrich den Zehnten zu Holthausen aus Risse und Büchte— dieser Zehnt machte 5 Malter Hartkorn aus— an Johann von Viermund verkaufte. Der Umstand, daß das Gut Düngeln stets entweder mit dem Zehnten zu„Buyshuesen" oder dem Zehnten zu Holthausen zusammen genannt wird, beweist, daß der zuerst 1476 erwähnte Zehnte zu „Buyshuesen" identisch ist mit dem Zehnten zu Holthausen(„Buyshuesen"— Börsinghausen; die Höfe Risse und Büchte lagen am Holthauser Dorfrande nach Börsinghausen hin). Von den Bladenhorstern dürfte Rutger Bockmann den Zehnten zurückgekauft haben. Er wurde nämlich 1590, 1606 und 1616 mit diesem Zehnten und dem Gut zu Düngeln belehnt. Rotger Bockmann oder Boekman war auch der Nachfolger Dirich Stamms von Eickel auf dem Gut Stamm, denn er wird ausdrücklich Rotger Stam im Velthauß genannt. Seine Tochter heiratete Henrich Risse in Holthausen, während sein Sohn Dietrich Boekmann genannt Stamm ins Vest Recklinghausen verzog und seinem Nachfolger Henrich Risse den Lehnsanspruch auf das Gut zu Düngeln und den Zehnten zu Holthausen überließ. Aber die Ueberlassung dieses Lehnsrechtes an Henrich Risse ist zweifelhaft, denn nach einer Notiz in den Styrumer Archivalien sind das Gut Düngeln und der Zehnte zu Holthausen schon 1626 an Conrad von Strünkede. den Sohn des„gelehrten“ Jobst, verkauft worden. Eigentümlicherweise führt jedoch Conrad von Strünkede 1631 in einem Lehnserneuerungsgesuch nur die Lehen der ersten Gruppe(Hof zu Berge, Zehnte zu Pöppinghausen, Hemmers Gut) auf. Dafür wird schon in einem Styrumer Schreiben vom Jahre 1604 an Henrica von Hatzfeld, die Witwe des„gelehrten" Jobst, ausgeführt, daß der Hof zu Berge, der Zeynte zu Pöppinghausen, das Gut Düngeln, der Zehnte zu„Bußhaußen“ und Hemmers Gut von Styrum zu Lehen gingen und„der Edell Erenuest Jobst von Strunkhede der Letzte Lehendrager in onseren Lehenbuche erfunden". Danach muß zwischen 1590 und 1606, wo Rotger Bockmann mit dem Zehnten zu Holthausen (—„Bußhaußen") und dem Gut Düngeln belehnt wurde, schon eine Belehnung des 1602 gestorbenen Jobst von Strünkede damit erfolgt sein. Warum sie dann wieder an Rotger Boekmann kamen, ist nicht ersichtlich, auch nicht, ob die Jahreszahl 1626 für einen Verkauf an Conrad von Strünkede stimmt. Auffallend ist jedenfalls, daß Henrich Risse in seinem oben erwähnten Schreiben von 1641, in dem er behauptet, der ins Vest Recklinghausen abgewanderte Sohn Dietrich des Rotger Bockmann habe sein Lehnsrecht auf ihn übertragen, den Grafen von Limburg bittet, ihm nicht nur die Lehen zu übertragen, sondern auch seinem vielfältigen Klagen über die gewalttätige Pachterhebung durch den von Strünkede abzuhelfen. Danach muß man vermuten, daß der Lehnsübergang auf Conrad von Strünkede nicht schon 1626, sondern erst zwischen 1631 und 1641 erfolgt ist. Bemerkenswerterweise wird eingangs des Schreibens von Henrich Risse auf eine am 8. April 1641 erlassene Edictalcitation hingewiesen, die ihn zu dem Schreiben veranlaßt hat. In einer solchen öffentlichen Bekanntmachung wurden diejenigen aufgefordert, sich zu melden, die an eine Sache Ansprüche zu stellen hatten. Der Uebergang des Gutes Düngeln und des Zehnten zu Holthausen an Conrad von Strünkede hatte also 1641 eine Edictal=Citation zur Folge, auf die sich Henrich Risse meldete, der schon vorher mehrfach der Pachterhebung der Strünkeder widersprochen hatte, aber er hatte keinen Erfolg, 1642 wurde Conrad von Strünkede mit dem Gut zu Düngeln und dem Zehnten zu Holthausen aus den Gütern Risse und Büchte belehnt, wobei ausdrücklich vermerkt wird, daß diese Lehen von„Diederich Beeckman sonst Stam genandt" auf ihn(Conrad von Strünkede) „Frunsporriert“ seien. Danach hat ein Rechtsgeschäft zwischen Conrad von Strünkede und dem ins Vest Recklinghausen verzogenen Schwager des Henrich Risse, Diederich Boekmann genannt Stamm, stattgefunden, welches die von Henrich Risse behaup tete Uebertragung des Lehnsrechtes durch Diederich Boekmann auf ihn illusorisch machte. Uebrigens gehörte zu den Lehen, mit denen Conrad von Strünkede am 22. Mai 1642 durch„Herman Otto, Graff zu Limburgh Vnd Bronckhorst, Herr zu Styrumb, wisch, Borckloh und Ghemen, Pfandtherren zu Liedtberg, Erbbandehrherr deß Fürstenthumbs Gelre Bnd Graffschaft Sutphen“ belehnt wurde und wozu der Strünkeder den Johann Vogelpoeth zur Eidesleistung nach Wesel geschickt hatte, auch der Hof zu Berge, der Zehnte zu Pöppinghausen und Hemmers Gut, „gleich wie selbige guether Bnd zehendt von S. wolEdl. Vorelterm Von Vnserm hauße Styrumd zu Damit ist die älteste Lehnsgeschichte und die Erwerbung der Lehen, die die Strünkeder von den Grafen von Limburg zu Styrum hatten, geklärt. Im folgenden soll das weitere Schicksal der jetzt beim Hause Strünkede vereinigten Lehen dargestellt werden. (Fortsetzung folgt.) Dr. L. Reiners. !) Etwa 1488 war es, wo der Herzog von Cleve Strünkede belagerte und die„Vorburg nebst Johann Hillen“ Haus einnahm. *) Dieser war 1478 nach der Einnahme Strünkedes durch den Herzog von Cleve zum Amtmann von Strünkede bestellt worden und ist es bis zur Aussöhnung im Jahre 1482 gehlieben. Die ersten Kerzen auf dem Adventskranz brennen Durch graue, dichte Nebelflöre bricht Flimmernd im Fensterglas ein helles Licht, Ein zweites dann, ein drittes und noch eins, Und in dem Umkreis dieses Kerzenscheins (Scherl-Bilderdienst-M) Advent! Wenn wir die jetzt anhebenden Wochen in ihrer geheimnisvollen Gemütstiefe verstehend empfinden wollen, dann müssen wir in die jungen Kinderherzen hineinhorchen, denn sie sind in seliger Unschuld froher Erwartung zugewandt. Ihre kleine Welt wiro zum Tkaumland, das ihnen aus naher Ferne winkt mit Lichterglanz, daß die hellen Kinderaugen glänzen im Geflüster vorahnender Freuden. Wir selber aber, jeder einzelne von uns, die wir die Last der Jahre tragen, kehren immer wieder zurück in das unvergessene Reich unserer frühesten Erinnerungen; und wenn die Adventglocken läuten, wecken sie in uns das traute Elternheim mit all leinen guten Geistern, die uns umhegten. So schlingt sich das Band vertrauender Erwartung, gegenseitig sich bescherender Freude von Generation zu Ceneration. Advent ist ja die Zeit der Erwartung, ist das Hoffen, daß es Tag werde, ist die Sehnsucht nach dem Licht der Welt. Uralt ist dieser Lichtglaube in unserem germanischen Volk, bis an einer Weltenwende der siegende Erlöserglaube dem Zeutenschoß Zwei Kinder, die das Christkind kennt, Bald klingt ihr Lied melodisch in die Nacht, Ein altes Lied, das Menschen selig macht... Advent! Advent! Wilhelm Clobes. entstieg. Große, in Innern seelenlos gewordene Reiche zerfielen, deren Herrschende nur dem verweichlichenden Genuß gefrönt, so daß dort auch die Massen verkamen ohne den Halt einer volkverkettenden, begeisternden, großen Idee. Advent war einst das glaubige Worten auf die Ankunft des Erlösers, der das Schicksal seelischer Nöte zum Heilsamen lenke, auf daß das edelste Reis aller Gemeinschaft, die Nächstenliebe, aufgehe und gedeihe und eine Pflegestätte finde unter allen Völkern. Advent war damals die ahnungsvolle Vorbereitungszeit mit ihrem Vorgefühl oes sicheren Eintritts der großen Geburtsstunde allumfassender Menschenliebe. So sind denn auch heute noch die Wochen des Advents erfüllt von einer fragenden Einkey: in uns selbst, wie wir woh' zum nahenden Fest der Liebe Freude aufleuchten kassen in den Augen derer, die zu uns gehören. Und ist nicht auch dar'a eine Wende geworden, ein Wunder geschehen, daß der Kreis derer, die wir erfteuen wollen aus innerstem Antrieb, sich nun über die Dürftigen unseres ganzen deutschen Volkes erstreckt? Die Zweige des Lichterbaumes werden in diesem Jahre zum erstenmale sich auch über jene Volksgenossen neigen, denen nach Not und Kampf und Sieg sich die deutsche Weihnacht im alten, wiedergewonnenen Vaterlande naht. Ein zu freudespendender Liebe bereiter Geist schwebe über diesen weihnachtlichen Vorwochen. Der Segen des Friedens ward uns zuteil, ihm folge die Dankbarkeit unserer Herzen zu Gott, und die edelste unter den Tugenden rüste zum Feste der Liebe: uneigennütziger Opfersinn, damit die helle Flamme der Freude leuchte überall, wo deutsche Menschen guten Willens sind! Frühzeitige Auszahlung der Weihnachtsgratisikation NSG. Der Einzelhandel bittet auch in diesem Jahre darum, die Weihnachtsgratifikationen so früh wie möglich zur Auszahlung zu bringen. Diese Bitte ist begründet, denn die Erfahrungen der letzten Jahre haben es zur Genüge bewiesen, daß durch die Auszahlung der Gratifikation in letzter Stunde ein Sturm auf die Geschäfte einsetzt, um die Weihnachtseinkäufe zu besorgen.— Ganz davon abgesehen, daß der Käufer unter diesen Umständen überhaupt keine Zeit findet, seine Geschenke in Ruhe einzukaufen, kann auch der Einzelhandel diesen Käuferansturm nur sehr schwer bewältigen. In diesem Jahre wird sich dies noch empfindlicher auswirken, da der Einzelhandel bei dem großen Mangel an Kräften nicht mehr die Möglichkeit hat, auf Hilfspersonal zurückzugreifen.— Es liegt also sowohl im Interesse der Käufer als auch der Verkäufer, dieser Bitte des Einzelhandels unbedingt nachzukammen. Der vielfach gemachte Hinweis. man könne nicht so früh wissen, welche Gratifikation für die Gefolgschaft vorgesehen ist, ist in jeder Beziehung unbegründet. Denn das Geschäftsergebnis ist am Ende des Jahres, beispielsweise in der ersten Woche des Dezember, genau so gut zu übersehen wie in der letzten Woche. Wenn man sich nun gar nicht zu einem früheren Auszahlungstermin entschließen kann, dann sollte man zumindest dem Gefolgschaftsmitglied die Höhe seiner Gratifikation angeben, so daß es im voraus disponieren kann. I. Dczember Hausschlachtungen Genehmigung rechtzeitig einholen. keine Einschränkungen für Erzeugerbetriebe. Wieder stehen wir vor der Zeit der Hausschlachtungen. Im Interesse einer geregelten Versorgung mit Schweinefleisch hat es sich als notwendig erwiesen, die Genehmigung zu Hausschlachtungen grundsätzlich erst ab 1. Dezember zu erteilen. Diese Maßnahme war notwendig, um gewisse Auswüchse zu beseitigen, die früher durch das Abhalten von„Hausschlachtfesten" und ähnlichen Dingen um sich gegriffen hatten und geeignet waren, gewisse Störungen des Marktes hervorzurufen. Außer der Beachtung dieses Termines. 1. Dezember. sind aber auch noch eine Reihe anderer Vorschriften im Hinblick auf die Hausschlachtungen zu berücksichtigen. So ist nach grundsätzlicher Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft über die Viehmarktregelung die Genehmigungspflicht für Hausschlachtungen festgelegt worden. Diese Genehmigung ist bei dem für den Wohnort des Käufers zuständigen Sachbearbeiter der Kreisbauernschaft bezw. bei dem zuständigen Marktbeauftragten einzuholen. Den Antrag muß derjenige stellen, der die Hausschlachtung durchführen will. Der Antrag muß Namen und Anschrift des Verkäufers und den Zeitpunkt der Schlachtung enthalten. Der Verkauf eines Schweines zum Zwecke der Hausschlachtung darf also nur an solche Personen erfolgen, denen die Genehmigung zur Vornahme einer Hausschlachtung erteilt worden ist. Ausdruck dieser erteilten Genehmigung ist der sogenannte Schlachtschein für Schweine, der den Aufdruck„nur für Hausschlachtungen" enthält. Heute bekommt eine Genehmigung nur. wer schon 1936/37 und 1937/38 Hausschlachtungen vorgenommen hat. Ausnahmen können nur zugelassen werden, wenn besondere Billigkeitsgründe vorliegen. Eine Genehmigung zur Durchführung einer Hausschlachtung ist nicht erforderlich, wenn derjenige, der die Hausschlachtung vornehmen will, das zur Hausschlachtung bestimmte Schwein mindestens drei Monate lang selbst gehalten und gefüttert hat. oder wenn die Hausschlachtung auf Grund eines Deputat= oder Altenteilvertrages erfolgt. Danach ist also ein Erzeugerbetrieb von der Einholung einer Genehmigung zur Hausschlachtung befreit und in der Durchführung seiner Schlachtungen nicht beschränkt. Wenn darüber hinaus die Bestimmungen sagen, daß eine Genehmigungsbefreiung vorliegt, wenn das bertefsende Schwein drei Monate lang selbst gehalten und gefüttert wurde, dann gilt als solches nicht etwa die Uebertragung dieser Aufgabe an eine andere Person. Betriebe, die nicht gewerbliche Hausschlachtungen vornehmen, dürfen Fleisch und Fleisch= oder Wurstwaren nicht verkaufen. Für den Eczeuger ist darüber hinaus noch wichtig, daß für den Verkauf von Schweinen zum Zwecke der nichtgewerbsmäßigen Hausschlachtung die Vorschriften über die Schlußscheine für Schweine, und die Verwertungsbescheinigungen nicht gelten. Wenn es sich bei einer Hausschlachtung um selbstgezogene Tiere handelt oder aber um Tiere. die während dreier Monate selbst gehalten wurden, dann gilt außerdem für diese Hausschlachtungen insofern eine Steuervergünstigung, als ein ermäßigter Steuersatz— 2 —(Schlachtsteuer) in Frage kommt. Reichskriegertag„Großdeutschland“ Im Frühsommer 1939 in Kassel. Der diesjährige Reichskriegertag des RS=Reichskriegerbundes ist bekanntlich wegen der umfangreichen Umorganisation des gesamten Kriegerkameradschaftswesens ausgefallen. Er wird nun als„Reichskriegertag Großdeutschland“ im Frühsommer 1939 in Kassel stattfinden. Er wird alle bisherigen Reichskriegertage weit in Schatten stellen. Zum ersten Male vereinigt er die Frontkämpfer des Weltkriegheeres und die aus unserer jungen Wehrmacht entlassenen Soldaten des Altreiches, der Ostmark und des Sudetendeutschlands. * Arbeitstagung der Kreiskriegerverbandsführer. Heute nachmittag vereinigen sich im Parkhause zu Bochum unter Leitung des Landeskriegerführer, SSOberführers und Generalleutnants z. V. Koch=Köln die Kreiskriegerverbandsführer des gesamten Landesgebietes West(Rheinland und Westfalen) des Reichskriegerbundes zu einer geschlossenen Arbeitstagung, die der Besprechung der sich aus der Umorganisation des Kriegerkameradschaftswesens ergebenden umfangreichen Aufgaben gilt.!„ Stromsparer: Zweikreiser: Das Recht der jüdischen Mischlinge Von den neuen Maßnahmen nicht betroffen.— Vorläufiges Reichsbürgerrecht. Im Zusammenbang mit der neuen Judengesetzgebung des Reiches ist von Interesse auch das geltende Recht der jüdischen Mischlinge, die von diesen neuen Maßnahmen nicht betrossen werden. In den verschiedensten Gesetzen und Anordnungen ist dieses Recht bereits niedergelegt. Im Rassenvolitischen Amt der R SDAP. ist dieses Recht einmal zusammengesaßt worden, woraus sich im einzelnen folgendes ergibt: Als jüdische Mischlinge ersten Grades werden Mischlinge mit zwei volljüdischen Großelternteilen bezeichnet, während züdische Mischlinge zweiten Grades einen volljüdischen Großelternteil haben. Jüdische Mischlinge ersten und zweiten Grades besitzen das vorläufige Reichsbürgerrecht. Sie können die Reichsund Nationalslagge zeigen und auch den Deutschen Gruß anwenden. Für die Eheschließung der jüdischen Mischlinge sind besondere Bestimmungen ergangen. Während staatsangehörige jüdische Mischlinge ersten Grades zur Ebeschließung mit Deutschblütigen oder mit jüdischen Mischlingen zweiten Grades der Genehmigung des Reichsinnenministers und des Stellvertreters des Führers bedürfen, können jüdische Mischlinge zweiten Grades ohne weiteres Deutschblütige heiraten. Zwischen jüdischen Mischlingen zweiten Grades soll eine Ehe nicht geschlossen werden, wohl aber ist eine Ehe zwischen einem ausländischen jüdischen Mischling zweiten Grades mit einem staatsangehörigen jüdischen Mischling zweiten Grades zulässig. Jüdische Mischlinge ersten Grades können ohne jede Genehmigung einander beiraten, sie können auch ohne jede Genehmigung einen Juden heiraten. Im letzteren Falle gelten dann aber die Mischlinge als Juden, wie auch ein Mischling ersten Grades, der sich durch seine Religion zum Judentum bekennt. Jude ist. Jüdische Mischlinge können nicht Mitglieder der Partei oder Gliederungen sein. Sie können weiterhin nicht angehören dem NS.=Rechtswahrer= bund. dem NS.=Arztebund. dem NS.=Lehrerbund. dem Reichsbund der deutschen Beamten. der NS.=Kriegsopferversorgung und dem NS.=Bund deutsche Techniker. Wohl aber können sie Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront und der NSV. werden, jedoch dürfen sie in diesen beiden Verbänden Amtswalterstellungen nicht bekleiden. In der DAF. können jüdische Mischlinge auch nicht Mitglieder der Werkscharen sein. Dagegen können sie an den KdF.=Veranstaltungen teilnehmen. Jüdische Mischlinge können nicht Mitglieder des Reichskriegerbundes sein. Für den Reichsluftschutzbund ist die Mitgliedschaft nur für Mischlinge ersten Grades ausgeschlossen. Amtsträger können aber auch Mischlinge zweiten Grades nur mit besonderer Genehmigung werden. Die Technische Rothilfe, der Reichskolonialbund und die dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossenen Vereine und Verbände nehmen keine jüdischen Mischlinge auf. In sonstigen Vereinen und Verbänden. insbesondere auch Genossenschaften, können jüdische Mischlinge an sich grundsätzlich die Mitgliedschaft erwerben. Wenn jedoch entsprechende Satzungsbestimmungen nach Erlaß der Nürnberger Gesetze ausdrücklich von den zuständigen Stellen zugelassen worden sind, können jüdische Mischlinge nicht Mitglieder sein. Jüdische Mischlinge können nicht Reamte werden, auch nicht Ehegatten von Beamten. Ist der Ehegatte Mischling zweiten Grades. so kann eine Ausnahme zugelassen werden. Jüdische Mischlinge können weiterhin nicht Bauer sein. Für die Zulassung zum Aerzteberuf hat der Reichsärzteführer besonders bestimmt, daß in nächster Zeit kein jüdischer Mischling oder Arzt bestellt werden darf. ebensowenig ein Deutscher, der mit einer Jüdin oder einem Mischling verbeiratet ist. Als Avotheker sind jüdische Mischlinge ersten und zweiten Grades zugelassen. Dagegen können sie in Zukunft auch nicht Rechtsanwalte werden. Die Zulassung als Anwalt setzte das Bestehen der großen Staatsprüfung voraus, der eine dreijährige Beschäftigung in der Justizverwaltung und damit als Beamter vorangeht, so daß jüdische Mischlinge schon infolge der Beamtengesetzgebung vom Anwaltsberuf ausgeschlossen sind. Jüdische Mischlinge können ferner nicht Schriftleiter und auch nicht Zeitungsverleger werden. In der Reichskulturkammer können jüdische Mischlinge ausnahmsweise unter Umständen Mitglieder sein. Jüdische Mischlinge ersten und zweiten Grades haben ihre Arbeitsdienstpflicht zu erfüllen. Sie können jedoch nicht Vorgesetzte im Reichsarbeitsdienst werden. Die gleiche Regelung gilt für die Erfüllung der Dienstpflicht in der Wehrmacht und der Luftschutzdienstpflicht. Bei der Luftschutzdienstoflicht können jüdische Mischlinge jedoch ausnahmsweise auch zu Arbeiten mit Anordnungsbefugnissen herangezogen werden, wenn dies zum Schutz der eigenen Person oder ihres Eigentums notwendig ist. Jüdische Mischlinge können ohne weitères ein Handwerk erlernen, ohne irgendwelchen Beschränkungen zu unterliegen. Sie sind verpflichtet, der zuständigen Innung anzugehören. Auch deutsche Hochschulen können jüdische Mischlinge ersten und zweiten Grades besuchen. Ebenso sind sie beim Besuch aller anderen Schulen keinen Beschränkungen unterworfen Arisierte Firmen ohne Tradition. In einem Erlaß des Werberats der deutschen Wirtschaft heißt es, daß die Uebernahme jüdischer Betriebe durch artsche Geschäftsleute nicht einem normalen Geschäftsübergang gleichzusetzen sind. Das arische Unternehmen soll nicht mit Gesichtspunkten werben, die auf den vormals jüdischen Besitz zurückgehen. So ist z. B. unzulässig, auf das Gründungsjahr des ehemals jüdischen Betriebes zum Zweck der Werbung hinzuweisen oder auch das Geschäftsjahr nach dieser Zeit zu datieren. RSG. Stadt Wanne=Eickel. Betriebsappelle bei der Reichsbahn. Bei der Stellung Wanne=Eickels im Verkehrsnetz des Rheinisch=Westfälischen Industrienetzes kommt der hier gemeinsam mit der DAF. vom Fachamt„EnergieVerkehr=Verwaltung" durchgeführten Unfallverhütungshalbwoche eine besondere Bedeutung zu. die mit Betriebsappellen der 8 Dienststellen der Reichsbahn in WanneEickel vor Vertretern der Reichsbahndirektion Essen und der Kreiswaltung der DAF. eröffnet, wurden. Im Mittelpunkte der Betriebsapvelle standen Ansprachen der Betriebsführer und Arbeitsschutzwalter über die Verkehrsgefahren im Reichsbahnbetrieb und geeignete Mittel zu ihrer Bekämpfung. Ueberzeugend wurde an einzelnen praktischen Beispielen dargelegt. in welcher Form der Kampf gegen den Verkehrsunfall hier verwirklicht werden kann. der vor allem bei dem Großbetrieb des WanneEickeler Hauptbahnhofs naturgemäß eine besondere Häufung von Unfallgefahren aller Art für die Beamten und Bediensteten der Reichsbahn bringen kann. Auch nach außen hin tritt die Unfallverbütungs=Halbwoche durch die Schaubilder hervor, die an verschiedenen Stellen unseres Hauptbahnhofs ausgehängt wurden und anschaulich die Gefabrenquellen und die Möglichkeit der Unfallverhütung zeigen. Im Verlaufe der Apvelle wurden ein Sonderdruck der Zeitshrift„Kampf der Gefahr" und sonstiges Schrifttum über Unfallverhütung verteilt. Die Reichsbahndirektion Essen wird alle Arbeitsstellen genau darauf überprüfen, wo Unfallgefahren ausgeschaltet werden können und zum Schluß der Halbwoche werden die Betriebsführer noch einmal die Schlußfolgerung aus den sich hieraus ergebenden Tatsachen ziehen. Feierstunde der Beamtenschaft. Das fünfjährige Bestehen einer nationalsozialistischen Beamtenorganisation stand im Vordergrunde des vom Reichsbunde der Deutschen Beamten veranstalteten ersten Gemeinschaftsabends. Kreisamtsleiter Pg. Aleri richtete an die Berufskameraden herzliche Grußworte. Schüler der Unser=FritzSchule geben durch ihre Darbietungen dem Abend einen gehaltvollen Rahmen, in dessen Vordergrunde ein Vortrag des Pg. Wicke aus Bochum über das fünfjährige Bestehen der NS.=Beamtenorganisation stand. Der Redner behandelte Aufgaben und Leistungen des Reichsbundes, soziale Maßnahmen und den Sinn der Arbeit des Beamten für den Staat. für Straße und Aufo für Reise und Sport: Aquatite Aquastrella Eres Verwöhnte Herren, die höchste Ansprüche an ihre Kleidung stellen, denen Qualität, Werforbeit und vornehmer Stil ein Begriff sind, bevorzugen immer wieder diese drei Marken von Weltruf Das bekannte Fachgeschäft für die gute Herren-, Damenund Kinderkleidung Reichssender Köln Samstag, 26. November. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! (Gustav Weinkötz). 6.30 Freut euch des dustrie=Schallplatten men). 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Nachrichten. 7.10 von Berlin: Frühkonzert. Kapelle Waldemar Haß. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. (Ellen Derenbach). 8.30 Uhr von Danzig: Wohl bekomms. Musikkorps der Schutz: polizel der Freien Stadt Danzig (Leitung: Musikdirektor E. Stieberitz). Leben!(Inu. Aufnah9.15 Uhr Fröhliches Spiel für unserne Kleinsten. 9.45 Uhr Nachrichten. 10.00 Ich muß wirken, solange 2# Tag ist! Leben und Werk des Grafen Jeppelin in Bildern und Berichten. Spielbuch: Günther Hoffmann. 10.30 Sendepause. 11.45 Rübenschnitzel und Kartoffelflocken in der Schweinemast. 11.55 Marktberichte des Reichsnährstandes— Wetter für die Landwirtschaft. 12.00 von Königsberg: Mittagskonzert. 13.00 Nachrichten—. Glückwünsche 13.15 von Königsberg: Fortsetzung des Mittagskonzertes. 14.00 Nachrichten. 14.10 Wochenendkonzerk(Industrie-Schallplatten). 15.30 Wir singen, weil wir fröhlich sind! Neue Lieder unserer Jungmädel, gesungen im Müttererholungsheim der 20S B. Kolksbroich. 16.00 aus dem Großen Saal des Neuen Kurhauses in Aachen: Der Frohe Samstagnachmittag in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft„Kraft durch Freude" 18.00 Altkölsche Tön.(Spielbuch: Dr. Josef Klersch). 18.45 Eine Viertelstunde Sport. 19.00 Die WHW-Stunde. 20.00 Nachrichten. 20.10 Unterhaltungskonzerk. Es spielt das Große Orchester des Reichssenders Köln(Leitung: Otto Julius Kühn). August Kreuter(Violine). 22.00 Nachrichten. 22.15 Musik von Schallplatten. 22.30 von München: Nachtmusik. Tanzkapelle(Leikg.: K. Ranftl). Mitw.: Ludwig Koehler=Evanell (Mandoline): d. Kehrreime singt Otto Gerd Fischer, Mischa Ignatseff(Balalatka). 24.00—1.00 Musik der Meisterkapellen(Industrie-Schallplatten) Sonntag, den 27. November. 6.00 von Hamburg: Hafenkonzert auf dem Elektroschiff„Wuppertal“ d. Hamburg-Amerika-Linie. 8.00 Wetter, Wasserstand. 8.05 Evangelische Morgenfeler. 8.30 Kantatenstunde. 9.15 Des Sonntags in der Morgenstund“. 9.45 Wir wünschen viel Freude und neuen Mut. Jungmädel singen im Krankenhaus. 10.00 Musik am Sonntagmorgen. (Industrie=Schallplatten). 10.45 von Hamburg: Zwischenmusik. 11.00 von Hamburg: Reichssendung aus Goslar: Schlußkundgebung des Reichsbauerntages Gem Brannthalt Thomasmehl, Kali usw. liefert ab Lager Grabenstr. 16 Heinrich Schlenkhoff, G. m. b. Fernrul 50241 Bei Herzschwäche, Herzbeklemmungen * und damit verbundenen Krankheitserscheinungen wie Schlaflosigkeit und Nervosität wirkt das bekannte Heilkräuter=Destillat Klosterfrau=Melissengeist aus besondere Art beruhigend und reaulierend auf Herz=, Nerven= u. Verdauungstätigkeit. Regelmäßig genommen, beseitigt er diese Begleiterscheinungen auf natürliche Weise, indem er die Tätigkeit von Herz. Nerven und Magen günstig beeinflußt. So schreibt Frau Arno Jacobs, Hausfrau, Düren, Blumenthalstraße 14, am 8. 12. 37:„Nach einer schweren Krankheit blieben bei mir Herzschwäche sowie Herzbeklemmungen zurück. Ich litt deshalb sehr unter Schlaslosigkeit und Nervenbeschwerden. Da nahm ich Klosterfrau=Melissengeist. Mit dem Erfola din ich sehr zufrieden. Ich nehme dreimal täglich einen Teelössel voll aus einen Eßlössel Wasser. Bei besonderen Anlässen reibe ich auch die Herzgegend mit Klosterfrau=Melissengeist ein. Ich kann Klosterfrau=Melissengeist aufs wärmste empfehlen und füge noch hinzu, daß ich ihn bereits über ein halbes Jahr regelmäßig einnehme.“ Weiter Herr Josef Stümmel(Bild nebenstehend), Maler. Köln=Ehrenfeld, Thebäerstr. 76, am 15. 12. 37:„Iich litt seit längerer Zeit an Herzbeschwerden und hatte mit Atemnot zu kämpfen. Radfahren konnte ich kaum noch. Ichnahm darauf KlosterfrauMelissengeist u. stelle heute nach einigen Monaten sest, daß ich von meinem Leiden so gut wie fast nichts mehr spüre.“ Wenn Sie auch an Herzbeschwerden leiden, die nicht aus organischen Fehlern beruhen, machen Sie einmal einen Versuch mit Klosterfrau=Melissengeist. Wenden Sie ihn einige Monate regelmäßzig nach Gebrauchsanweisung an. 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Es spielt das Folkwang=Streichquartett: Alfr. Kunze, Wilhelm Schröder(Violine), Karl Götz(Bratsche), Fritz Bühling(Violoncello) 19.00 Der Sonntag im Rundfunkbericht 19.20 Sportvorbericht. 19.30 Das Bostoner Sinfonie=Orchester spielt. Industrie=Schallplatten). 20.00 Nachrichten. 20.10 Die SS singt und spielt. Musikzüge Aachen und Köln der 58. SS=Standarte unter Musikzugführer Julius Formanns und Willi Kobert. 21.40 Kleine Solistenparade.(Industrie-Schallplatten). 22.00 Nachrichten. 22.30—24.00 von Frankfurk: Unterhaltung u. Tanz. Cläre Riegner(Sopran), Fehringer(Tenor), Klavierduo Hans Bund. Männerquartett(Heinr. Schnelder, Hans Kasperzick, Ludwig Storck, Okto Ebelmann), das Kleine Orchester(Lig.: Franz Hauck). Montag, den 28. November. 6.00 Morgenlied— Wetter für die Landwirtschaft. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! (Gustav Weinkötz). 6.30 Freut euch des Lebens! (Industrie=Schallplatten u. Aufnahmen.) 6.55 Morgenlied— Morgenruf 7.00 Nachrichten. 7.10 von Frankfurt: Frühkonzert. Musikzug d. SA-Gruppe Westmark(Lig.: Musikzugführer H. Passens). 8.00 Wetter, Wasserstand— Kaenderblatt. 8.10 Frauenturnen. (Ellen Derenbach). 8.30 von Wien(aus Graz): Sang und Klang aus d. grünen Mark. Mitw.: Kinderchor St. Peter unter Sepp Monsberger. Franz Riedinger(Zither), Frießnegg (Gitarre), Altsteirermusik, Bauernkapelle Moiser. RegenSchirme! Taschenschirme! Bei uns sinden Sie steis die schönste Auswahl In allen Preislagen. Neue Sendung eingetrotten! Catl Schluchebier Haus der Schirme Herne, Bahnhotstraße 49 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten 10.00 WHW— wie heifen wir? Das Ergebnis des großen SchulSe funkwettbewerds im Oktober. 10.30 Sendepause. 11.45 Der Reichsbauerntag in Goslar. Die Ergebnisse der Tagung. Rundfunkbericht. 11.55 Wetter für die Landwirtschaft. 12.00 Die Werkpause beim Reichsbahnausbesserungswerk Bochum Langendreer. Bahnschutzkapelle der R.B.D. Essen(Lig.: Harry Grünnagel). 13.00 Nachrichten— Glückwünsche 13.15 von Wien(aus Graz): Or chestermusik steirischer Kompont sten. Es spielt das Grazer Städt. Orchester.(Leitung: P. Schmitz). Einführende Worke: H. Wamlek 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Für große und kleine Kin der.. und was bekommt die Mutter vom Weihnachtsmann? Wir machen Weihnachtsarbeiten und singen und erzählen dazu. 15.30 Musik von Schallplatten. 15.40 Das gute Buch. Mann an der Fahne. Kameraden erzählen von Dr. Ley. Aufgeschrie den von W. Kiel. 16.00 von München(aus Nürnberg): Unterhaltungskonzerk. RS-Frankenorchester unter W. Boehm. Hans Wirth(Bariton), Michael Rubasch(Klavier). 17.00—17.10 Der Erzähler. Hans Friedrich Blunck: Der heimliche Helfer. 18.00 Wir lsuchen und sammeln. Erwerben u. Sparen im Volks mund. 18.10 Kleines Cellokonzert. Joseph Michel(Cello), Egberk Grape (Klavier). 18.30 myt wollen don engen. Ge danken über Schmuckgestaltung, dazu alte Volkslieder. 18.50 Und was meinen Sie? 19.00 WHW-Stunde. 20.00 Nachrichten. 20.10 Chorkonzert. NS-Volkschor Bochum unter Musikdirektor Esser. 20.40 Westdeutsche Wochenschau. 21.00„Die Woche fängt gut an (Industrie=Schallplatten). 22.00 Nachrichten. 22.15 Musik von Schallplatten. 22.30—24.00 Nachtmusik u. Tanz Leo Eysoldt mit seinem Orchester Eingliederung von 150 Hitlertungen in die SA. feierlicher Form wurde in der Stadtballe die Ein glieberung von 150 Hitlertungen in die eindrucksvolle Kundgebung vollzogen. die vom Bannmusikzug der HI und der Singschar durch die Auffuhrung der„Sinfonie der Arbei““ einen würdigen Auftakt erhielt. In den Ansprachen des Bannführers Pa. Börger und dea Standartenführers Pa. Lappe. der die Hitlerjungen in die Reihen der SA übernahm, wurde eindringlich die innere Verpflichtung herausgestellt. in treuer Kameradschaft zusammen zu ucben un sich mit Herzen für die Idee des Führers und ein ewiges Deutschland einzusetzen. m die ium Amtsgericht Wanne=Eickel versen. Wie die Justizvressestelle des Oberlandesgerichts in Hamm mitteilt, wurde der Amtsgerichtsrat Dr. Pelizaus aus Herford an das Amtsgericht Wanne=Eickel versetzt. Rentenzahlung. Die Zahlung der Heeresrenten für den Monat Dezember findet am Vienstag. 29. November, Zahlung der Sozialrenten am Donnerstag. 1. Dezember, Bieber 30 000 Zentner WöW=Kartosseln. Wir berichteten bereits über die ersten Kartoffellieferungen, die den Hilfsbedürftigen im Rahmen der Betreuung durch das W5W schon seit einigen Wochen durch die WanneEickeler Kartoffelhändler angeliefert wurden. Zu den 20 000 Zentnern. die vom Lager und aus den Spenden des Patenkreises Wittgenstein bereinkamen, sind inzwischen rund 10.000 Zentner weitere, Einkellerungs, kartoffeln als örtliche RSV=Svende gekommen, womit schon ein erbeblicher Teil der hilfsbedürftigen Volksgenossen ihre WöW=Kartoffeln erhalten haben. Großzdeutschlands Werden und Zukunft. In einer gutbesuchten Kundgebung der Ortsgruvve. Holsterhausen sprach der in Wanne=Eickel aus zahlreichen Volkskundgebungen der NSDAP bekannte Gauredner Pg. Theiler aus Hagen über Großdeutschlands Werden und Zukunft. Seine gehaltvollen Ausführungen„durch die Gefolgschaftskavelle der Zeche schmissigen Musikweisen umrahmt. fanden verdienten Eigentümer eines Herrenfahrrades gesucht. Am 15. November wurde in der Dorstener Straße ein Her#### fahrrad. Marke Mifa. Nr. 361155, aufgefunden. Das## hat einen blauen Rahmen mit bronzierten, Felgen, u# Kotschützer. Auf dem Gepäckträger befindet sich ein Paket mit einem Paar Schuhen und einer braunen Hose. Wem wurde das Rad gestohlen? Eigentumsberechtigte werden gebeten, zur Besichtigung und in Empfangnahme Rades, im Polizeipräsidium Bochum. Uhlandstraße. Zimmer 242. vorzusprechen. Josef Meermann gestorben Essen, 23. Nov. Im Alter von 76 Jahren starb der Seniorchef des Hauses Cramer& Meermann in Essen. Josef Meermann. Aus einer westfälischen familie stammend, gründete er im Jahre 1881 in Essen ein Textilwarengeschäft. Aus dem kleinen Laden an der Stelle der Limbeckerstraße, wo sich heute das große Geschäftshaus Cramer& Meermann befindet, wurde durch Fleiß und Tatkraft ein bedeutendes Unternehmen, das weit über Essens Grenze hinaus bekannt ist. Die Angestellten verlieren in dem Verstorbenen einen Mann von hohem sozialen Verantwortungsbewußtsein. Die Bühne der Stadt Bochum Samstag, 26. 11., 20—22.30 Uhr, Vormiete B 2: Gastsp. d. Kölner Oper!„Madame Butterslo“, Oper o. G. Puccini. Sonntag, 27. 11., 19.30—22.30 U., Blauer Ring 2: „Hannibal“. Tragödie von Chr. D. Grabbe. Montag, 28. 11., 19.30—23 Uhr, Roter Ring 2: Gastspiel der Kölner Oper! „Der Freischütz“. Rom. Oper von C. M. v. Weber. Dienstag, 29.11., 20—22.45 Uhr, Braun. Ring 2: „Lauter Lügen“ Lustspiel von H. Schweikart. Mittwoch, 30. 11. 20—22 Uhr, Vormiete C 2: „Ich klage an“, Tragödie des Jahrhunderts v. G. v. Klaß. Donnerstag, 1. Dezember, 20—22.30 Uhr, Vormiete A 3: Gastspiel der Kölner Oper! „Tiefland". Musikdrama v. E. d'Albert. Freitag, 2. 12., 20—22 Uhr, Geschl. Vorst. f. „KdF“, Ring Boch. Verein „Ich klage an“. Samstag, 3. 12., 20—22.45 Uhr Weißer Ring 2: Westdeutsche Erstaufführung! „Der Thron zwischen Erdtei len“, Schauspiel von H. Gobsch. Sonntag, 4. 12., Geschl. Veranstaltungen für KdF: 11 Uhr: Festveranstaltung zum 5. Jahrestage der RSG. „Kraft durch Freude: 19—22 hr„Hannibal“ (Kein Kassenverkauf.) Montag, 5. 12., 20—22.45 Uhr, Grüner Ring 2: „Lauter Lügen" Kartenvorverkauf in Fr. Stücks Buchhandlung, Herne, Bahnhofstraße 40. 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Die ruhigen Atemnzüge ihrer Mutter erfüllten sie mit einer rastlosen, ratlosen Unruhe. Und doch war es gut, daß die INutter schlief, noch nichts wußte von dem Furchtbaren. Vergeblich suchte Elisabeth nach Worten, Doas Entsetzliche dieser Botschaft trostreich zu mildern rmöchten. Zu deutlich stand noch dieses Erlebnis vor Elisabethe Geele: Wie die Mutter, ale die Nachricht vom Tode Georgs, ihres Aeltesten, eintraf, weder geweint noch aufgeschrien sondern nur schwer und bedächtig mit dem Kopfe genickt hatte. Seit diesem Tage aber führte sie bisweilen absonderliche Reden, deren Sinn Elisabeth verborgen blieb! Nur daß sie mit dem Toten, der in Flandern begraben lag, sprach, als stünde er neben ihr, begriff sie. Georg war ein stiller verschlossener Mensch gewesen, aber Arnold dem Uebermütigen, Lebensfreudigen, gehörte on größere Liebe der Mutter. Dennoch fand Elisabeth in der Einfalt ihres guten und klugen Herzens Worte, mir denen sie der Mlkutter am Allorgen sagen wollte, daß wohl auch Arnolo nicht wiederkehren werde. Als eine Amsel im Garten dem grauenden Tage ihren Gruß entgegensang, fiel sie in einen traumlosen Schlaf.— Es war schwer, an diesem sonnigen IITorgen vom Tode zu sprechen, und Elisabeth beschloß, sich die Last ihres Wissens um den Tod Arnolds von der Geele zu schaffen, wenn sie der Mutter, wie an jedem Morgen, den täglichen Bibelabschnitt vorgelesen batte. Elisabeths Stimme zitterte leicht, als sie das Evangelium von der Erweckung des Junglings von Ikaim las.„Siehe, da trug man einen Toten hinaus, den einzigen Sohn seiner Mutter, und diese war Witwe..“ Als sie geendigt hatte und aufblickte, erschrak Elisabeih vor der Wanolung, die in dem vergilbten Antlitz der Ilkutter vorgegangen war. Von dem beseelten Glanz dieser Augen, die tot und erloschen waren, und die nun wieder lebten. Ganz unverständlich war das und auf eine erschütternde Weise schön. Betroffen blickte sie auf die gebeugte Gestalt im Lehnstuhl, auf deren weißen Scheitel die Sonne goldene Lichter warf. Uno nun begann die alte Frau zu sprechen. Worte, die dunkel und fremd in Elisabeths Ohr klangen.„Und er gab ihn seiner Mutter.... wiederholte die Greisin einen Satz des Gehörten.„Es geschehen Zeichen und Wunder. Die Toten stehen auf und kehren beim zu den Lebenden. Dieser ist nicht tot, sondern er schläft...— Geschieht es nicht auch heute noch, daß ein Totgesagter lebt und unter uns wandelt? Gestern war Georg wieder bei mir und hat lange mit mir gesprochen...“ Da überfiel Elisaberh eine lähmende Angst vor dem Unausdenkbaren, das geschehen würde, wenn sie jetzt offenbaren würde, was wie eine untragbare Last auf ihren Schultern lag. Sie legte das Buch mu dem Goloschnitt in die Lade zurück und ging wortlos hinaus. den nächsten Tagen ging Elisabeih früh in den Garten, der draußen am Rande des Dorfes lag, und ließ die Mutter in der Obhut einer hilfsbereiten Nachbarin. Es war schwer, an jenem Ilkorgen zu sagen, es sei noch immer kein Brief von Arnold gekommen. Und am Abend floh sie vor ihren Gedanken in den tiefen Schlaf völliger Erschöpfung. Doch dann kamen Tage, da aus trübgrauem Himinel fast ununterbrochen der Regen niederströmte und die Qual des ständigen Beisammenseins ins Unerträgliche wuchs. Die Gespräche zwischen MRutter und Tochter hatten fast nur noch die Frage um Gegenstand, wie es kommen möchte, daß Arnolo noch immer nicht geschrieben hatte. Vielleicht hätte Elisabeth in diesen Tagen den MNut gefunden, in andeutenden Worten von oer Möglichkeit zu sprechen, die für sie Ge wißheit war, wenn nicht die unbeirrbare Zuversicht, mit der die Mutter an die Wiederkehr Georgs glaubte, ihr die Lippen verschlossen hätte. In langen Nächten kämpfte Elisabeth einen verzweifelten Kampf mit der Lockung eines ungehenerlichen Gedankens. Aber die Not ihres bedrängten Herzens ließ sie der Macht dieses Gedankens erliegen. Am ersten sonnenhellen IITorgen nach diesen Regentagen las sie der ∆##lutter einen Brief von Arnold vor, der sein Schweieen mit denselben Gründen erklärte, die der Mutter als die wahrscheinlichsten erschienen waren. Daß er in Ge fangenschaft geraten sei, und durch einen seltsamen Zufall habe entflieben können... Diesen Brief hatte Elisabeth in der Frübe des Tages geschrieben, als draußen noch der Ilkorgennebel über den Wiesen lag. Es war ein mühevolles Beginnen gewesen, aber sie hatte das Grauen vor ihrem frevelhaften Spiel erstickt und den Brief beendigt. In jenem leichten, bieweilen scherzenden Ton, der allen Briefen Arnolde eigen gewesen war. Dennoch horchte die fast erblindete Mutter bei einigen Sätzen ein wenig auf. „Arnold muß Gchweres erlebt haben...“. sagte sie. „Er ist ernster und nachdenklicher geworden.. Von diesem Tage ab war alles wie immer, seit der große Krieg ins Land gekommen war. Der Gommer stieg auf den Stufen leuchtender Tage zur Höhe, und manchmal vermochte Elisabeth wieder, em leises Lied zu singen. Wenn aber die Gterne heraufzogen, dachte sie oft mit einer dumpfen Traurigkeit an die Stunde, oa ihre Hände ein unabwendbarss Geschick nicht mehr würden aufhalten können. In den gleichen Zeitabständen, in denen früher Briefe und Karten von Arnold gekommen waren, nutzte sie eine frühe Ilkorgenstunde zu einem Tun, das durch die Wiederbolung keineswegs leichter geworden war, sondern jedesmal aufs neue alle Kraft des 9Nenschen Elisabeth forderte. Die Kraft aber, das (Schwerste zu tun, einen geliebten Ilenschen zu täuschen, schöpfte sie aus der Gewißheit, daß alles dieses ihr zu rnn bestimme sei. Gleichsam, als habe ein Fremdes, Unbe kanntes ihr dies alles aufgetragen. Dennoch kam die(tunde, in der Elisabetb an diesem Glauben irre wurde, und die Feder sinken ließ,— die Worte eines Toten niederschrieb. Und diese Verwirrung wurde durch ein Geräusch in ihr wachgerufen, das scharf nno klingend von den Feldern herüberkam. an schärfte du Genien. um das Korn zu schneiden. Welchen Sinn konnte es haben, daß man hier die Sensen schwang, um Brot zu haben auf ein Jahr, wenn da draußen ein ande Das war wurde, das Ge so ungewöhnlich, daß Elisabeth begierig „„ Gesicht dieses Mannes zu sehen. Nach einer rer die Gense hob, der nicht danach fragte, ob seine Weile wandte sich der Fremde und kam langsam auf Ernte die Reife der Jahre und die Reife der Seele sie zu. Er hatte ein bärtiges, verschlossenes, gleichsam habe...3.„ versteintes Gesicht, aber es war das Gesicht ihres BruAm Abend dieses Tages geschah es, daß Elisabeth ders Arnold. Er reichte ihr die Hand, aber sein Blick f ihrem, Wege vom Garten nach Hause auf der ging über sie hinweg, oder durch sie hindurch. auf Totensonntag Landstraße stehen blieb. Ohne Neugier, nur mit einer leisen Verwunderung. Es war in dieser Landschaft nichts Ungewöhnliches, daß ein Ilkann auf dem schmalen Wege zwischen den Kornfeldern dahinging. Auch daß der Ilkann eine verblichene Uniform trug, war in dieser Zeit nichts Auffallendes. Wohl aber war es befremdlich, daß der freinde Soldat, der dort unbeweglich vor dem flammenden Vorhang des abendlichen Himmels stand, plötzlich die Arme bob und die weitausholende Bewegung des Mähens machte, obgleich er keine Sense in den Händen hatte... (Scherl-Bilderdienst-M) habe in den letzten IMonaten nicht mehr gewußt, warum das alles sein muß dadraußen“, sagte er. „Und ich mußte es wissen, ehe ich zu euch ging. Es ist wohl so, daß die Werke des Krieges geschehen müssen, damit die Werke des Friedens getan werden können..“ Dann schritt er neben ihr dem Dorfe zu und sprach von der Qual des Gefangenseins und von seiner Errettung, die fast wie ein Wunder gewesen sei. Und in der Höhe des Weges erblickten sie das Dorf, das, von der Stille des Feierabends umhüllt, in der Geborgenheit des Tages lag. Ehrfurcht vor dem Besiegten Eine historische Erinnerung von Hans Bethge. Ale Friedrich Wilhelm III. den schmachvollen Frieden ven Tilsit unterzeichnet hatte, der ihn zu einem hilflosen Vasallen Napoleons machte, geschah etwas Merkwürdiges. Es war im Grunde unwichtig und stand außerhalb des Ablaufs der großen Ereignisse, aber für die wenigen, die es zu sehen Gelegenheit hatten, war ee in hohem Ilkaße rührend, ja ergreifend. Friedrich Wilhelm befand sich nach der Unterzeichnung des furchtbaren Gebriftstückes in einem Zustand der tiefsten Erniedrigung. Es war ihm, als ob sein Inneres und die Welt um ihn herum zu einem Trümmerhaufen zusammengestürzt waren. Er hielt es m seinem Zimmer nicht aus und sehnte sich nach frischer Luft um die hämmernden Gchläfen. Er ließ den Reitknecht mit den Pferden kommen, ging in seiner schlichten Uniform die Treppe hinab, schwang sich in den Gattel und ritt davon, nur von dem Reitknecht gefolgt. Der Zufall wollte es, daß ihm auf diesem Rirt die niedrigste Truppe Napoleons in ungeoroneten Haufen entgegenbrandete. Hätte er gewußt, daß er dieser fragwürdigen Gesellschaft begegnen würde, er wäre ihr ausgewichen. Es war die sogenannte Löffelgarde, ein Regiment alter, verwilderter Kämpfer, die Napoleon nicht nach Hause schicken konnte, da sie ihm in vielen Schlachren die wertvollsten Dienste geleistet hatten. Sie waren durch die zahlreichen Kriegszüge allmählich verroht, hatten nicht mehr die genügende Disziplin den jüngeren Offizieren gegenüber und benahmen sich vielfach selbstherrlich und ungezügelt. Ihr Blick war herausfordernd, ihre Sprechweise gemein, ihre Gesichter waren mit breiten Narben bedeckt, auch Krummgeschossene und Hinkende waren unter ihnen. Sie liebten den Trunk, und wo es zu plündern galt, zeigten sie sich rücksichtolos bis zum äußersten. Auch ITapoleon verachtete diese verwegene Gesellschaft alter Landsknechte, die er nicht abstoßen konnte, und er hatte das Schimpfwort„La Canaille“ für sie bereit. Dieser Horde flutete dem preußischen König in fast aufgelösten Zügen entgegen. Als sie den fremden Offizier zu Pferde herankommen sahen, machten sie spöttische Bemerkungen und lachten. Plötzlich aber rief einer:„Le rei de Prusse“, uno das Interesse der ganzen Löffelgarde war schnell gefesselt. Alles blickte auf den schlanken preußischen Offizier in dem einfachen Waffenrock, und als er nun nabe beran war, sahen sie erschrocken in ein Gesicht von so tiefem Schmerz und so abgründiger Trauer, daß selbst diese rauben, von menschlichen Regungen sonst nicht beseelten Mlänner ein aufrichtiges Gefühl des Mitleide überkam.„Pauore roi“ hörte man rufen und„Lemalheureux!". Sie schulterten, ohne daß es ihnen jemand befahl, ihre Gewehre, schlossen sich zu festen Reihen zusammen und schritten stramm und mie militärischem Gruß an dem unglücklichen König vorüber. Dieser soh verwundert, was vor sich ging. Und zum erstenmal an diesem furchtbaren Tage spielte ein leises Lächein um Friedrich Wilbelms Lippen, er reckte sich in einem zaghaften Auflug von Selbstgefühl und grüßte die Vorüberziehenden freundlich mit den ihm eigentümlichen harten und eckigen Bewegungen. Als die Rotten vorüber waren, lösten sie sich schnell wieder in ungeordnete Haufen auf. Der reitende König hielt sich auch weiterhin aufrecht, wie es seine Gewohnheit war, aber das Lächeln um seine Lippen war geschwunden, Schmerz und Traner lagen wieder in seinen düsteren Mienen. Zwei Minuten Erzählung von OTTO SATTLER „Zunächst die genaue Zeit!“ sagte die Stimme im Rundfunk. Paul Harwig stellte den Apparat ab und ärgerte sich. Kaum hatte man ein wenig Musik eingestellt, kam schon irgendein Vortrag oder es kamen Jrachrichten, die einen nicht interessierten, denn man las sie ja in der Zeitung. Wenn man gezwungen ist, auf dem Dorfe zu leben, und Sehnsucht nach der Etadt hat, will man wenigstens dieses bißchen freundliche Täuschung für die leeren Tage. Das war nun Schicksal, daß Paul Harwig Landwirt wurde. Damals im Krieg war er noch ein Schuljunge gewesen und als Ferienkind für einige Wochen zu den Großbauern in dem kleinen Fichtelgebirgsdorf gekommen. Es hatte ihm Freude bereitet, ein wenig mitzutun in der neuen Umgebung, die für das Stadtkind so mancherlei Entdeckungen bor. Man bat sein flüchtiges Interesse anders ausgelegt und gemeint, daß er sich zum Landwirt eignen werde. Ulnd da sich der Bauer bereiterklärte, für den Jungen zu sorgen, ihn sogar in eine Landwirtschafteschule zu schicken, war das für die Witwe eine rechte Hilfe. Viel gefragt wurde er da nicht, wenigstens nicht von dem wortkargen Bauern. Und die Mlutter? Nun, sie trug schwer genug an dem Verlust des IIkannes, der sie ohne Vermögen zurücklassen mußte, als er im (Schutzengraben blieb. Die Tränen, die darum geflossen sind, hat Paul Harwig nicht gesehen, aber er konnte sie fühlen. So war die Jugend Paul Harwigs zwar nicht freudlos gewesen, aber doch ohne jene echte Freudigkeit, wie sie Jugend hat und haben soll. Es lag auf ihm stets wie leise Schwermut, und er ging auch meist abseits. Ein Einzelgänger!„Ist nicht gut“, sagte der Bauer, redete ihm auch zu, aber viel erreichte er nicht. Wenn freie Zeit für den jungen Mann war, traf man ihn nicht im Wirtsbaus bei den jungen Leuten, sondern zu Hause, lesend, Rundfunk hörend, oder man konnte ihm draußen begegnen auf den Fluren, im Wald, im Ilkoos. Die Uhr schlug acht, und es war schon lange, dunkel an diesem früben und trüben Herbsttage. Paul sann vor sich bin. Er dachte an seine Mutter. Wieder einmal besuchen möchte er sie. Eo ist schon lange her, seit er sie zuletzt gesehen. Und sie war im Grunde doch recht alt und abgehärme. Wieder einmal bei ihr sein, ihre gute ( timme bören und die Herzenswärme fühlen, die er hier vermißte. Denn wenn er auch mit allen hier gut auskam, Fremde blieben sie do# Da hörte er Tritte unten, und gleich darauf eine Männerstimme, die seinen Iamen fragte. Dann den Ruf der Bäuerin:„Paul!“ Ein eigenartiges Gefühl beschlich ihn. Es war nicht Angst, aber doch ähnlich, ein Bangen, ja fest ein Wissen darum, daß ihn eine unangenehmne JTachricht traf. Ein Postbote überreichte ihm ein Telegramn. MNit unsicheren Händen öffnete er es. Nachricht von seiner Mutter. Erkrankt. Sofort kommen! MRit bebender Stimme teilte er es der Bäuerin mit, ging wieder die Treppe hinauf in sein Zimmer, zog den Koffer unterm Bett vor, warf schnell die notwendigsten Sachen hinein, sah auf die Uhr: Wenn er sich beeilte, konnte er den Abendzug noch erreichen, mit dem er An schluß an die Hauptstrecke fand. Um viertel nach 9 Uhr ging er. Genau: 21,16 Uhr. Erreichte er ihn nicht, so konnte er erst morgen früh abfahren. Paul Harwig ging noch schnell in die Stube hinunter, verabschiedete sich vom Bauern, dem die Bäuerin schon Mitteilung gemacht hatte, und eilte daven. Mit raschen Schritten den Wiesenpfad hin, dann den schmalen Steig durch das Gehölz empor, oben ein Stück durch den Wald. Er stolperte m der Dunkelheit, aber er kannte den Weg genau genug, um sich auch bei hastendem Schritt im Finstern zurechtfinden. Als er aus dem Walde getreten war, zündete er ein Streichholz an und sah auf die Uhr. 9,05. Es war noch ein gutes Stück bis zum Bahnhof. Aber vielleicht konnte er es doch schaffen. Allerdings, er mußte sich noch mehr beeilen. Der Weg führte allmählich hinab zu den Wiesen. Er war breit und glatt. Man konnte gut ausschreiten. Paul lief, stolperte dennoch über kleine Unebenheiten, stieß sich an einem Pfahl, den er nicht bemerkt hatte. In der Ferne hörte er den Zug brausen. Und in ihm selbst war es auch wie ein Brausen und Dröhnen. Den Zug mußte er erreichen! Er rannte jetzt. Auf die Minute kam es an. Und es waren ja auch nur noch wenige Schritte. Da lief der Zug auf dem Bahnhof ein. Wenn er die bundert Sibritte noch schaffte! Er rannte, so gut es in der Dunkelheit ging. Er blieb mit dem Muntel an einem Zann hängen, daß ein Stück Gtoff heruntergerissen wurde, achtete gar nicht daraut und hetzte weiter. Jetzt pustete die Lokomotive eine dicke Rauchwolke hinaus, die rot leuchtete, keuchend setzte sich der Zug in Bewegung. Zu spät! durchfuhr ihn der Gedanke, und es wollte sich auf ibn wie eine Lähmung legen. Tränen wollten m ihm aufsteigen. Dennoch rannte er noch die paar Schritte zum Bahnhof, stand am Schalter und fragte mit keuchender Gtimme:„Der Jug ist fort?“— „Rein“, antwortete der Beamte,„er rangiert nur. Wir haben noch zwei Minuten Zeit!“ Jetzt kamen Paul Harwig wirklich die Tränen, daß er das Gelo gar nicht richtig aufzählen konnte. Eine kleine Weile mußte er sogar warten, bis der Zug vom Jebengleis herangefahren kam. Er hatte Zeit, seine Uhr mit der Bahnhofsuhr zu vergleichen. Um diese zwei Minuten ging seine Uhr zu spät. Die Zeitangabe von vorhin! dachte er beim Einsteigen. Er kam zu seiner Mutter, um die letzten Worte von ihr zu empfangen. Die zwei Alinuten des Rangierene haben darüber entschieden, daß sie nicht ohne Abschied von ihrem(Fohn den Weg in die Ewigken anttessmußte. Die Freude des Kellners Bonn Erzählung von CHR. W. DREY Aus Frankenberg in Hessen Zeichnung von Otto Ubbelohde (Deike-Mater) Ver den Spiegelscheiben des Kurhauses im Engadin die Grenze ins Schweizer Land geflutet. Kaum vermag die Bedienung alle Bestellungen in gewohnter Schnelle zu erledigen. Der Oberkellner steht steif inmitten des (Speisesaals und treibt die Leute an, schiebt die Piccolos zrm Vorlegen ein, hat aber noch so viel Zeit, in ein vom Empfangsherrn ihm vor Augen gehaltenes Telegramm zu blicken. INöllendorf und Familie...-. liest er.... „Möllenderf? Ich kenne doch den Namen...“ „Wäre auch traurig,“ nickt der Empfangschef, „wenn Ihnen der Iame nicht geläufig wäre— oa Sie fünf Sprachen beherrschen, mussen Sie schließlich den berühmten Dichter kennen. In einer halben Stunde erscheint der preminente Gast. Lassen Gie gleich einen bevorzugten Tisch decken...“ „Aber Sie sehen selbst... Jeoer Stuhl ist besetzt.“ „Sie werden eben einen Tisch freimachen!" Aufgeregt gibt das Personal die Parole weiter. Zwei Pagen rucken mit einem Tisch und vier Stüblen beran. Möllendorf! hört der Kellner Hans Bonn! Mein 9Nöllendorf! Wener kann er nicht denken, darf er nicht denken. Dieser kleine Gedanke hat die beiden auf Händen und Schultern ruhenden Tabletts schon so be lastet, daß ihm eine Gauciere abrutscht und Zornesfalten auf der Etirn des Oberkellners entstehen. Bonn muß zurückrasen. Ersatz aus der Küche bolen— eine Illmute währende Verzögerung entsteht. Dreihundert verwöhnte 9Nenschen verlangen nach Bedienung. Jeoer hat einen anderen, Umstände schaffenden Wunsch. Ein kleiner, graugekleideter Herr erscheint am Ein gang an der Seite einer schlanken Frau und eines wohl siebenjährigen MNadels. Der Empfangschef geleitet die Familie MNollendorf zum Oberkellner, der sie zu Tische führt. Sein Rücken rundet sich ergeben, sein Bleistift notiert die Bestellung. Hans Bonn, der Kellner, rast mit einer Karaffe Eiswasser vorüber. IIköllendorf! schießt es ihm ins Herz. Wie lange, martert ihn sein Hirn, habe ich ihn nicht gesehen? Frau und Kind... Ja, es sind wohl vierzehn, fünfzehn Jahre genau. Damals... Ungewollt hat er zum Tische geblickt, Möllendorfs Auge trifft ihn gedankenlos. Bonn erschrickt, und dieses schamhafte Erschrecken läßt seinen Fuß über eine Teppichkante stolpern. Haltsuchend bebt er den freien Arm— ein Stück Eis mit einem Schwung Wasser platscht aus der Kristallkanne über den Fuß der Tochter MNöllendorfs. Bonn stottert eine Entschuldigung— der Oberkellner fährt ihn an. „Können Sie nicht achtgeben?“ „Oh, Vati!“ ruft das Mädchen vergnügt.„Das 6 schön kühl!“ Alles eigene Ernte!(Deike-Mater) „Wirklich, ungemein peinlich... dem kleinen Fräulein,“ lächelt der Oberkellner mit unter Höflichkeit verkrampfter Wut. IKollendorf blickt auf. „Das ist doch wirklich ein bedeutungsloses kleines Unglück! Ist Ihnen nie derartiges passiert? Run also.. Uebrigens liegt der Teppich auch an dieser Stelle schief.“ Hans Bonn, in Hast auf dem Rückwege, hört die Worte. Ein Dankgefühl durchströmt ihn, gegen das sein nüchterner Verstand machtlos ist.„Eine Siebenvierzig für Tisch Giebzehn— eine Orangeade für das Fräulein— Artischocken einmal ertra— und den Aschenbecher! Der Konsul raucht gleich nach dem Essen seine Zigarre und pöbelt sonst... Illollendorf hat mich verteidigt! Er ist noch derselbe! Er ist Mensch geblieben—“ denkt er, alles durcheinander. Vor der Freistunde muß sich Bonn beim„Ober“ melden und einige Verweise einstecken. Er eilt aus dem Kurhaus in eine der Seitenstraßen, wo er eine billige Unterkunft mit einem der Arbeitskameraden teilt. Der liegt schon faul auf dem Sofa und sortiert Briefmarken. „Mensch!“ ruft Bonn glücklich.„IMöllendorf ist da!“ Er reißt seinen Koffer vom Schrank herunter und bolt ungeduldig Papiere und Bücher heraus.„Da, das ist sein letztes Buch. Ich habs erst halb durch. Alle habe ich gekauft, und dieses Bündel Geschichten habe ich aus Zeitungen ausgeschnitten. Was ich von dem Ilkann gedruckt gefunden habe, ist hier gesammelt. Aber dus Schönste sind doch die Handschriften... hör zu: Ein Windhauch tragt mir zu Gedichte, ich nahm sie dankbar innig an... Damals war er siebzehn Jahre und trank im Astoria Cafe in Halle abends seinen Kaffee— wenn er gerade mnal Geld hatte. Ich habe mich mit ihm unterhalten, und wenn er seine Zettel sauber abgeschrieben hatte und die ersten Handschriften wegwarf, habe ich sie aufgesammelt und wieder geglättet. Was glaubst du, wie kostbar das alles ist...“ „Verrückt!“ sagt der andere Kellner=„Gedichte! Hier, Briefmarken mußt du sammeln! Damit kann man Geld machen.“ „Ach“, erwidert Bonn.„Was weißt du von einem Dichter!" und vertieft sich still in seine Papiere Bonn bedient eigentlich in einem anderen Revier. Als aber die Wochenendgäste abgefahren sind, hält er sich möglichst in der Nähe des Tisches der Möllendorf auf. Etwas quält ihn: Er muß mich doch kennen, denkt er. Ich darf ihn doch nicht zuerst anreden! Oder ist er zu großartig geworden, um mit einem Kellner zu sprechen? Und in diesen Erwägungen sitzt so viel Bitternis, daß er unaufmerksam wird, einige Beschwerden bekommt und neue Verweise binnehmen muß. Jach der ersten Woche wird es Mollendorf zu bunt. Das Gesicht dieses MNenschen im Frack und Binde quält ihn mit schemenhaften Erinnerungen. Er erkundigt sich bei seinem Tischkellner. „Benn war viele Jahre im Astoria=Cafe in Halle", bemerkt er. Es ist der Briefmarkensammler. „Ab...“ Der Dichter sieht blitzhaft den immer freundlichen Illenschen von früher wieder vor sich.„Nun, dann grüßen Sie ihn von mir. Wir sind nämlich alte Bekannte!" Alte Bekannte! Die Rührung droht Bonn zu übermannen— er muß sich zusammennehmen. Der Kollege, der ihm zur Teezeit den Gruß überbrachte, zieht sich erstannt zurück. Bonn wird vom„Ober" angeranzt. Warum er fünf Minuten zu spät komme? Bonn schweigt— er kann doch nicht gestehen, daß er im Saal hinten geheult hat! Aber jetzt tritt er erwartungsvoll in den Gang zu seinen Tischen. Möllendorf blickt auf, nickt ihm vertraut und wie einem alten Freunde zu. In Bonns Antlitz geht die Sonne auf. Sein einziger Goldzahn schimmert und verrät die Freudigkeit dieses Augenblicks. Iköllendorf erkennt, daß hier mehr Beziehung ist, als sonst ein Alltag sie gibt. Der Kellner steht zum Schluß warteno neben einem Pfeiler. „Na, guten Tag, Herr Bonn!“ ruft ihn Möllendorf an.„Entschuldigen Sie mein schlechtes Gedächtnis. Ilan hat soviel erlebt in diesen Jahren... sie waren nicht immer leicht.“ „Oh.“ Bonn verbeugt sich vor Gattin und Tochter. „Was habe ich zu entschuldigen, Herr Möllendorf! Ich wreiß doch, wie Sie sich haben durchkämpfen müssen— da waren zuerst die kleinen Novellen in den Zeitungen. Dann kamnen die üblen Kritiken über das erste Buch. Es hat lange gedauert, ehe man Gie anerkannte. Im mer machten sich andere breit, brängten(ie in den Schatten. Dann aber erschien der„Tobias Griffler", da mußte die Welt wohl aufhorchen!“ Bonn errötet wie ein Mädchen: Möllendorf hat ihm die Hand geschüttelt, ihm, dem Kellner! Verlegen hebt er dem Kind die Gerviette auf und eilt zu seinen eigenen Gästen, die ungeduldig nach ihm rufen. „Ist so etwas möglich?“ fragt Möllenderf seine Frau.„Jeh denke nicht mehr an diesen Menschen— und der kener scheinbar jede Zeile, die ich mir abgerun gen habe! Er hat an mich geglaubt, wo ist selbst oft verzagte.“ JTach Rücksprache mit dem Heteldirektor ruft der Oberkellner Bonn ins Geschäftszimmer, legt ihm eine Kündigung, das Gehalt bis Ende des Monats, ein Zeugnis und alle übrigen Papiere vor. „Sie können sogleich gehen, Heer Bonn. Durch Ihre Unterhaltungen mit dem— hin— Schriftsteller — Herrn Möllendorf, meine ich, haben Gie es andern orts an wünschenswerter Aufmerksamkeit fehlen lassen.“ „Ich habe doch meine Pflicht getan!“ stammelt Bonn, im ersten Augenblick wie erschlagen.„Nur, weil einmal em Mensch unter diesen Pagoden von Leuten erschien, ein Dichter, der mir die Hand gab, werde ich entlassen?“ Und da er keine, Antwort erhält, nimmt er alles an sich und geht zur Tür. Dort drebt er sich nochmals wieder um:„Gie, Herr Oberkellner, bleiben. Es ist wohl richtig so. Sie haben mir die ganze Saison versaut. Und dennoch— eines können Gie mir nicht nehmen: die Gewißheit, daß auch ein Kellner ein Herz haben darf, und daß es MNenschen gibt, andere, als(ie, Herr Oberkellner, die darum wissen! Ich glaube an viel Gutes und Schönes, das Gie memals im Leben kennenlernen werden." MNöllendorfs halten bei den nächsten Mahlzeiten vergebens Ausschau nach ihrem Freund im Frack. Schließlich erkundigte der Dichter sich bei dem Oberkellner. „n....“ räuspert der sich.„Es waren da einige nicht eben gefährliche Verfehlungen— mit dem Ruf eines ersten Hauses vertragen sich gewisse Auffassungen des Kellners Bonn nicht. Er paßt wohl besser in ein Künstlercafe." IKöllendorf weiß genug. Er bleibt nur noch ein paar Tage. „Weißt ou, Eddi!“ sagt er zu seiner Frau.„Ich habe das Gefühl, daß es hier sehr kalt geworden ist. Das Thermometer sagt zwar anders, aber mich fröstele zuwellen, wenn ich mich umblicke in der sogenannten großen Welt. Ein Dichter kann eben nur unter Ilkenschen leben.“ „Hier sind doch so viele, Vati!“, erklärt das Töchterchen. „Einer zu wenig, mein Kind— genau einer zu wenig!“ Möllendorf lächelt und verlangt seine Rechnung. * „Universität der Liebe“ Ein englischer Psychologe geht der(ache auf den Grund „MNehr kleine Aufmerksamkeiten!“ Lange Zeit beschäftigte sich der Londoner Psychologe Dr. Griffith mit der Frage, was wohl der Grund oafur sein möge, daß so viele sogenannte„Liebesehen“ ein bitteres Enve vor dem Scheidungsrichter finden, während die aus Vernunft geschlossenen Ehen— seiner Ansicht nach— viel„dauerhafter“ sind. Dr. Griffith kam dabei zu dem Ergebnis, daß in einer reinen„Liebesehe" die Empfindlichkeit gegenüber den kleinen Schwächen des Ehepartners viel größer ist als bei den sogenannten Vernunf tehen. Liebesleme— so memt der Dinwolone— pflegen ihre kleinen Alltagssorgen voremander zu verbergen. Sie bemuhen sich, einander jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Sind sie jedoch ern mitemander verheiratet, so hat bald das ganz natürliche und selbstverständliche Sichgehenlassen, das ja einen Teil der häuslichen Behaglichken ausmacht, zur Folge, daß jeder der beiden Ehepartner i den Augen des anderen etwas gleichgültiger und damit nicht mehr als das vollkommene„Ideal“ wie vor der Ehe erscheint. Daraus aber ergeben sich kleine Reibereien, die in einer Liebesehe viel schmerzlicher empfunden werden, als in einer Vernunftehe. Gehi man den tieferen Ursachen einer Ebescheidung auf den Grund, so kann man meistens feststellen, wie Dr. Griffith meint, daß es sich um irgend eine Kleinigkeit handelt, die nicht einmal„bös gemeint“ war. Der Londoner Psychologe hat auf Grund seiner Erkenntnisse eine„Universität der Liebe und der glücklichen Ehe“ gegründet. Allerdings handelt es sich bei dieser „Universität“ mehr um einen„Kursus für alle, die glücklich werden sollen". Er umfaßt sechs Vorträge, an die sich eine allgemeine Debatte auschließt. Das Glück, das Dr. Griffith in dieser Form verkauft, ist für jedermann durchaus erschwinglich: der ganze Kursue kostet sechs Schilling. Ein kleiner Querschnitt durch die Vorträge ist nicht uninteressant; Dr. Griffith meint, die erste Grundlage fur eine glückliche Ehe ist die gegenseitige Rücksichtnahme. Daher muß jeder Ehepartner gerade auf die kleinen Eigenheiten des anderen Rücksicht nehmen und den eigenen Egoismus auf ein erträgliches Maß zurückführen. Frauen sollen nicht ihre Eigenart, dieses„Besondere", das jede Frau an sich hat, in der Ehe der Bequemlichkeit opfern. Ilkänner aber vergessen leicht, daß es gerade die kleinen Aufmerksamkeiten vor der Ehe waren, die das 9Naochen ihrer Wahl so sehr an ihnen liebte.„Eine Tafel Echokolade oder ein Veilchenstrauß haben schon nanche Ehe gerettet“, meint Dr. Griffith, denn nichts virke aus eine Frau bestechender und lasse m ihren Angen den Gatten liebenswerter erscheinen, als solche kleine Aufmerksamkeit an einem anderen Tage, als— am Geburtstag. Der Erfolg der„Universität der Liebe“ übertraf alle Erwartungen. Dr. Griffith, der soeben die erste Reihe seiner Vorträge beendet hat, erklärt, er heabsichtige, in ganz England ähnliche Schulen für die, die glücklich werden wollen, aufzuziehen. ITeben den Vorträgen will Dr. Griffitb an seine Hörer Bücher verteilen, die sozusagen das„ABC des Glücks“ darstellen sollen. Ueberdies wird es m Zukunft möglich sein, sich bei Dr. Griffith persönlichen Rat, die Liebe und die Ehe betreffend, zu bolen. Richard Pilaczek. Allerhand. „Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich nicht in den üblen Nachtklub gehen. Weißt du denn nicht, daß dieses Lokal von den gefährlichsten Taschendieben der Stadt besucht wird?“ „Was du nicht sagst!“ „Ja, beim letztenmal, als ich dort war hat man mir nicht nur meine Hose gestohlen, nein, man hat mir sogar Gewichte an die Hosenträger gehängt, damit ich nicht merken sollte, daß die Hose weg war!“ * Beschäftigung. Ein Unternehmer war häufig außerhalb seines Büres tätig und machte sich oft Sorge, was wohl seine Gekretärin während seiner Abwesenheit tun würde. Eines Ikorgens sagte er zu ihr: „Hoffentlich sitzen Sie nicht da und dreben die Daumen umeinander, wenn ich nicht im Büro bin!" „O nein“, erwiderte die Sekretärin sofort,„ich habe ja immer meine Stickerei bei mir!“ * Wir graben ja im Kreise!" „Wensch, halt ein! Immer standesgemäß. Der Herr:„Das Frühstück im Garten, Johann? Ausgezeichnet!“ * In der Schule. „Iennt mir ein seltenes Tier in Australien!“ „Der Elefant". „Der lebt doch nicht in Australien!“ „Darum ist er so selten!“ * „Darf ich Sie mal einen IKkoment allein sprechen?“ * Der Tüchtige. Frau Fitzig ist eine selten tüchtige Frau. Fitzig kann sich wirklich nicht über sie beklagen. Fitzig erzählt stolz: „Am Vormittag arbeitet meine Frau in einem Büro, am JTachmittag ist sie Kassiererin in einem Kino und nachts spielt sie Klavier in einer Bar.“ „Und wann schläft sie?“ „Ueber Mittag in einem Schaufenster als Reklame für Schlafanzuge und Nachthemden.“ * Auflosung der Rätsel aus der Unterhaltungsbeilage. Auflösung des Kreuzworträtsels: a) 1 Schwabach. 6 Poe, 7 Rondo, 9 Rudel, 10 Dei, 11 Iuernberg;— b) 1(porn, 2 Herde, 3 Bob, 4 Anode, 5 Honig, 8 Ger. Anflösung des Rösselsprungs: Heimkehr. Es ist der Abend arau verschwommen, Eintönig zieht der Weg am(ee: Hell war oer Tag, da ich ge kommen, ITun weht der Sturmwind, da ich geh'. Gewölk liegt über meinen Einnen, Und tränend schaut mein Aug zurück— So fährt ein stummer Mann ven hinnen, Und hinter ihm liegt Trost und Glück! Stieler* Kreuzworträtsel. Bedeutung der einzelnen Wörter: a) von links nach rechts: 1 hinterindische Hauptstadt, 5 Keimträger, 6 Festsaal, 8 großes Säugetier, 9 Mittelmeerinsel, 11 chemischer Grundstoff, 13 handelstechnischer Begriff, 16 Nebenfluß der Fulda, 18 vollbrachte Handlung, 19 Jebenfluß des Rheins, 20 alte Standesbezeichnung, 21 griechische Göttin; b) von oben nach unten: 1 gesellschaftliche Veranstaltung, 2 Fluß zum Finnischen Meerbusen, 3 Haustier, 4 Muse, 5 Stadt in Pommern, 7 Dienstgrad der MNarine, 10 Schankstätte, 12 runder Gegenstand, 14 Sstadt in Rumänien, 15 Lebensäußerung 15 Haushaltsplan, 17 Haustier. Rösselsprung. B Amferdfeüer „Jeulelsdreck’ erweckt Jote Wolfzähne, Krötenhaut und Mumienknochen waren ein= mal Medizin. 7 Interessante Kulturgeschichte im Deutschen Apotheken=Museum. Die Entwicklungsgeschichte der deutschen Arzneikunde liest sich wie ein spannender kulturgeschichtlicher Roman. unter den das erste deutsche Avotheken=Museum in München nunmehr gewissermaßen den Schlußpunkt setzen soll. Diese hochinteressante Sammlung ist in äußerst anschaulicher und lebendiger Weise aufgebaut und vermeidet jede„graue Theorie“, die den Besucher etwa ermüden könnte. Mit Erstaunen wird man da gewahr, daß die erste Apotheke, die man kennt. bereits im 8. Jahrhundert n. Chr. in Bagdad eingerichtet wurde, womit die Trennung der Pharmazie von der Heilkunde vollzogen war. Ueber Italien. Spanien und Südfrankreich kam dann das Apothekenwesen auch nach Deutschland. Das älteste Privileg aus dem Jahre 1303 ist im Besitz der heutigen Schwanenapotheke in Prenzlau. Görlitz folgte 1305. Straßburg 1312 und Hildesheim 1318 mit der Errichtung von Apotheken. die Mitte des 14. Jahrhunderts in Hamburg und Prag im Straßenbild auftauchen. dich die Münchener Schützenapotheke, sowie die Apotheken i Nördlingen und Darmstadt zählen zu den ältesten ihrer Art. Alle diese Heilstätten befanden sich oft jahrhundertelang im Besitz ein und derselben Familie, weshalb man auch die Stammbäume alter deutscher Apothekengeschlechter in das Museum ausgenommen hat. Besonders interessant ist die Sammlung uralter kostbarer Fayencegefäße. Apothekengläser.,Mörser, Kräutermühlen. Wurzelschneidemaschinen und Holzbüchsen. die von Apotheker Sieberger, der mit dem Aufbau des neuen Museums betraut wurde, in mühevoller Arbeit zusammengetragen wurden. Zu diesen wertvollen historischen Zeugen der Arzneigeschichte gesellen sich noch etwa hundert grünliche Glaskolben und=helme, die aus einer Zeit stammen. als es nur farbiges, aber noch kein weißes Glas gab. Größten kulturhistorischen Wert besitzen auch die alten Platten und Druckstöcke, die in zahlreichen Abbildungen die Entwicklung des Avothekerwesens darlegen. Schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts gab es, wie uns das Museum veranschaulicht, handillustrierte ArzneipflanzenBücher, lateinisch geschriebene„Tractati de herbis". in denen alles eingehend beschrieben war, was es damals an Heilgewächsen gab. Im Jahre 1542 erschien das„New Kreutterbuch“ von Leonhard Fuchs. während aus dem Jahre 1562 das älteste deutsche Herbarium von Hyronimus Harder stammt. Die darin gepreßten Pflanzen sind heute noch so hervorragend erhalten wie vor nunmehr 400 Jahren. Ein weiteres Fachwerk erschien unter dem drastischen Buchtitel„Heilsame Dreckapothek“ im Jahre 1697 zu Frankfurt am Main. Man kann nur immer wieder den Kopf schütteln, wenn man die wunderlichen Stoffe und Mirturen betrachtet, die im Mittelalter als„Heilmittel“ galten. Da gab es Wolfszähne und Krötenhaut, pulverisierte Mumienknochen und Menschenschädel, ja sogar„Armesünderfett" gegen Blattern. Als Medizin empfahl man früher auch „Asa foetida“, zu Deutsch„Teufelsdreck“. ein verhärteter Pflanzenschleim. der selbst Tote wiederauferstehen lassen sollte. In Wirklichkeit schmeckte dieses Präparat so außerordentlich schlecht, daß jeder, der davon genoß. zeitlebens nur mit Schaudern an diesen Augenblick zurückgedacht haben wird. Auch gebrannte und zerstoßene Molche und Salamander spielten in der Heilkunde des Mittelalters eine große Rolle. Erst im 16. Jahrhundert begann man. die bisher vorwiegenden„Vegetabilien“ und alten„Komposita" durch mineralische, hauptsächlich metallische Substanzen und möglichst viel chemische Präparate zu ersetzen. Träger dieser Bewegung war Paracelsus. der große deutsche Arzt. der damit zum Vater unserer heute weltumspannenden pharmazeutischen Industrie wurde. Tntenjagd in— Schwimmende Insel und Jäger, die es sich bequem machen 7 Merkwürdige Jagdbräuche auf dem Drausensee. Südöstlich der ostvreußischen Stadt Elbing dehnt sich der sagenumwitterte Drausensee. der den Verkehr zwischen dem Oberländischen Seenland und dem Frischen Haff vermittelt. Seine merkwürdigste Erscheinung sind die „Treibkampen", schwimmende Inseln, die, mit Schilf. Rohr und vielen Hektar Erlenwald bedeckt, keine feste Verbindung mit dem Grunde des Wassers haben und von Wind und Strömung ruhelos umhergetrieben werden. Aber noch eine Eigentümlichkeit nennt der„Drausen“ sein eigen, die jetzt zur Herbstzeit an allen jenen Stellen beobachtet werden kann, wo dieses seltsame Gewässer nicht unter Naturschutz steht: die mitten im See stehenden Jägerhütten. Es sind dies dreieckige, nach oben spitz zulaufende niedere Schilfdächer, die gerade so viel Raum bieten, daß ein Kahn der Länge nach darin Platz findet. Nicht Fischer haben sie errichtet, sondern Männer, die mit Feldstecher und Flinte ausgerüstet sind und um diese Zeit der Jagd auf die in großen Scharen aus den baltischen Ländern kommenden Wildenten obliegen. Gowiß. Wildenten werden so ziemlich in ganz Deutschland geschossen, wo es größere Gewässer gibt, aber nirgends wird dieses Waidwerk seit Generationen so gepflegt, als gerade auf dem Drausensee. Und wo geschieht es zum zweiten Mal, daß die Jäger vom warmen Bett aus ihre Büchse krachen lassen? Das ist nun beileibe kein schlechter Witz. sondern jahrhundertealte Tradition am Drausensee: Die Entenjäger packen ihr Bett in den Kahn und rudern mit ihrer„schwimmenden Schlafstube“ in der Abenddämmerung zu den Schilfhütten, wo sie zwischen Träumen und gespanntester Aufmerksamkeit die ganze Nacht bis zum Morgengrauen auf dem Anstand liegen und auf ein gutes Jagdglück warten. Da kann der Herbstwind noch so kalt durch das Röhricht blasen, mag es vom Himmel gießen, soviel es will— im Bett ist's mollig warm und das dichte Schilfdach läßt keinen Tropfen Regen durch. Zudem ist die dem Wind zugekehrte Seite der Schießhütte mit Tüchern oder Säcken verhängt, sodaß der Mann im Kahn auch vor allzu starkem Luftzug geschützt ist. Da die Enten immer so ins Wasser einfallen, daß sie den Wind von vorn bekommen, hat der Jäger eine freie Sicht auf das Waidgebiet. So wartet er Stunde um Stunde, kuschelt sich zuweilen in die Kissen und schläft ein Weilchen, um schon beim geringsten Geräusch aufzuwachen und das Gewässer nach den jagdbaren Tieren abzusuchen. Treue Helfer sind ihm dabei zahme Enten, die vor dem Kahn der Reihe nach angepflockt sind und von dem Jäger mit Gerste gefüttert werden. Sie sind unbewußte Verräter ihrer wilden Artgenossen, denn läßt der Mann im Kahn beim Nahen einer ziehenden Entenkette einen Lockruf ertönen, beginnen die schwimmenden Wächter vor dem Schilfzelt sofort laut zu lärmen, was die ahnungslosen Vögel veranlaßt, im Gleitflug niederzugehen. Und schon blitzt das Feuer der Büchse auf, einmal, zweimal kracht es über den See und vom Schrot zu Tode getroffen klatschen die Wildenten in das Wasser. So geht es, wenn der Jäger Glück hat und der Mond hell am Himmel steht, oft die ganze Nacht hindurch, und zum Schlaf ist dann zwischendurch nur kurze Zeit. Beim Sonnenaufgana. wenn die Wildenten ihre versteckten Ruheplätze aufsuchen, macht der Waidmann noch besonders gute Beute, dann aber ist die Jagd zu Ende und langsam rudert der Mann wieder dem Ufer zu. Auf dem Elbinger Markt bilden Wildenten einen besonders begehrten Bissen, die wenigsten Käufer aber wissen, wie schwer und umständlich es ist, sie vors Korn zu bekommen. Buntes Allerlei Unerwartete Funde. Ein Lehrer in Kimberley begab sich in seinen Ferien nach den Diamantengruben in Holvan und fand hier ganz zufällig einen großen Diamanten, der nach unserm Gelde einen Wert von weit über 12000 Mark hatte. Ein recht erfreutes Gesicht machte auch ein Mann, der sich ein Paar gebrauchte Pantoffeln kaufte und in jedem zwei Zwanzigmarkscheine fand. Ein Junge, der angelte, fischte plötzlich einen Kasten mit Wertpapieren im Werte von 2000 Mark auf. Eine Dame, die ein Schmuckstück verlegt hatte, durchsuchte verzweifelt alle Behälter in ihrer Wohnung nach dem verlorenen Stück und fand dabei einen Briefumschlag mit alten Briefmarken, die ein Großvater gesammelt hatte. Die Marken, die ursprünglich vielleicht 200 Dollar wert gewesen waren, werden jetzt auf mindestens 75 000 Dollar geschätzt. Mathematik und geistige Begabung. Wer kann ohne weiteres 15stellige Zahlen mit einer zweistelligen multivlizieren, wie es ein 11jähriger englischer Schuljunge fertig bringt? Schon mit fünf Jahren konnte er vierstellige Zahlen im Kopf multivlizieren und dividieren.— Derartige Rechengenies sind den Psychologen ein Rätsel, denn es ist völlig unerklärlich, wie sie es fertig bringen, diese Rechnungen vorzunehmen, ohne sich jemals zu irren, obwohl die Ergebnisse oft in die Billionen gehen. Hinzu kommt, daß diese Rechengenies in bezug auf Bezgabung sonst sehr oft unter dem Durchschnitt stehen. Vor etwa vier Jahren hatte man zum Beispiel einen armen ägyptischen Jungen ausfindig gemacht, der nicht lesen oder schreiben lernen konnte. aber die schwierigsten mathematischen Rechnungen in wenigen Sekunden auszuführen vermochte. Er starb in einer Anstalt in Kairo. In England gab es im 18. Jahrhundert das Rechengenie Buxton. Dieser Mann konnte nicht einmal schreiben, und seine geistigen Fähigkeiten waren sehr gering. Wenn er eine Predigt gehört hatte, wußte er nichts von ihrem Inhalt, wohl aber genau, wieviele Wörter sie enthalten hatte. Unsichtbare Feusterscheiben. Wenn man das Glas gewöhnlicher Fensterscheiben betrachtet, merkt man, daß es nicht völlig durchsichtig ist. Wenn es nämlich völlig, also 100 prozentig, durchsichtig wäre, würden wir es nicht sehen. Daß wir Glas aber in der Tat sehen, liegt meistens daran, daß die Lichtstrahlen. die eine solche Fensterscheibe treffen. teilweise in unsere Augen zurückgeworfen werden. Die Frage ist nun. ob wir die Möglichkeit haben. Glasscheiben 100prozentig durchsichtig und damit für uns unsichtbar zu machen. Wenn die zurückgeworfenen Strahlen abgebogen und absorbiert werden, tritt dadurch die Wirkung ein, daß wir das Glas nicht wahrnehmen. Die Scheibe muß also so gewölbt werden, daß die Strahlen nach oben und unten zurückgeworfen werden, aber nicht das Auge des Beschauers treffen. Ueber und unter dem Fenster wird schwarzer Samt angebracht, der die Lichtstrahlen absorbiert. Das ist das Geheimnis der großen Schaufenster, bei denen man das Glas nicht mehr sieht und unmittelbar vor den Auslagen zu stehen glaubt. Das Milch=Zeitalter. Milch spielt eine ungeheure Rolle in unserm Leben. Wir bezeichnen sie nicht nur als das ideale Nahrungsmittel, weil sie alle Stoffe enthält, die unser Körper braucht, sondern es sieht fast so aus, als ob Milch auch sonst zu den allerwichtigsten Stoffen gehört, die wir haben. Was macht man heutzutage nicht aus Milch? Längst wird sie zu vielen andern Dingen benutzt als nur zur Zubereitung von Nahrungsmitteln.— man stellt Knöpfe und alle möglichen Gegenstände aus Milch her. aus Kasein. nachdem das Eiweiß chemisch behandelt wurde. Ein Fachmann in Milwaukee provhezeit, daß wir in Kürze auch Bettdecken aus=Milch haben werden. während das Bettgestell gleichfalls aus Milch besteht. Ein warmer Teppich aus Milchwolle wird auf den Boden gebreitet sein, der mit Milchplatten belegt ist. Man wird das Haar mit einem Milchkamm kämmen, und die Haarbürste wird einen Griff aus Milch haben. Die Kleider bestehen aus Milchwolle und werden mit Milchknöpfen zugeknöpft. Man wird Milch aus Milchgefäßen essen und Löffel aus Milch benutzen. Sprichwörter im Bild Eine heitere Schulgeschichte von O. G. Foerster. Als wir in die Quarta kamen, zwölfjährige Jungen an der Schwelle des Flegelalters, da geschah es zur selben Zeit, daß Professor Rothe zum Oberschulrat befördert und damit auch zum Revisor unserer Schule wurde. Alsbald wurde das allbekannte Steckenpferd des neuen Herrn auch in unserer Schule geritten. Wir merkten es daran, daß unser Deutschlehrer Professor Petronius plötzlich den „Sprichwort=Fimmel" bekam. Es war wirklich merkwürdig und auffällig: In jeder Deutschstunde begann er seinen Unterricht mit etlichen Sprichwörtern, die er ausführlich deutete und nach unzähligen Möglichkeiten erörterte. Wir wußten bald mehr Sprichwörter auswendig als der Kalendermacher, und wir vermochten selbst den Sinn der dunkelsten zu erklären. Hoffen und Harren. Morgenstunde hat Gold im Munde, der Krug geht solange zum Brunnen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist— jeder von uns trug ein dickes Bündel; solcher Sprichwortweisheit mit sich herum und erschreckte Eltern und Gäste mitunter durch überlegen in die Unterhaltung eingestreute Kalendersätze. Wir kamen sämtlich in den Ruf. unglaublich naseweis zu sein. Indessen— dieser Sprichwort=Fimmel hatte seine Hintergründe. Unser Professor Petronius hoffte auf die Beförderung zum Gymnasialdirektor. Und da er wußte, daß der Herr Oberschulrat es mit den Sprichwörtern hielt, die er oft als einen kostbaren Hausschatz fürs Leben bezeichnete, so ließ er uns dieses Schatzes teilhaftig werden. Und dann kam die große Revision. Der Oberschulrat erschien im schwarzen Gehrock in unserem Klassenzimmer, begleitet vom„Direx" und von unserem in verständlicher Erregung ein wenig kurzatmigen Petronius. „Was wollen Sie uns vorführen. Herr Kollege?" fragte der Revisor leutselig. „Wenn Herr Oberschulrat gestatten... eine Lektion über das Sprichwort!" Wir grinsten hinter vorgehaltenen Händen, der Schulrat aber hob. angenehm berührt, die buschigen Augenbrauen und rieb sich die Hände. „Vortrefflich, Herr Kollege, ganz vortrefflich!" lobte er.„Sprichwörter sind für jeden Menschen der beste Hausschatz fürs Leben!" Und dann begann die Sprichwort=Lektion. Nach einer geistreichen Einführung über den Sinn des menschlichen Lebens kam er auf die Bedeutung des Sprichwortes zu sprechen, und dann rasselten wir unsere Sentenzen her, wir belegten sämtliche ethischen Forderungen durch Sprichwörter, wobei sowohl das Für. als auch das Wider zur Geltung kam. Wenn einer behauptete:„Erst wäg's. dann wag's!— so erhob sich flugs ein anderer und schmetterte:„Wer allzu viel bedenkt, wird wenig leisten!“, und dem Wort„Zeit ist Geld“ setzte ein anderer entgegen:„Eile mit Weile!"„Nur die Lumpen sind bescheiden!" erklärte Fritz Bellmann und deutete in flüssiger Rede den Sinn dieser Weisheit. Worauf sich Karl Eßwein erhob und in gleichermaßen eindringlichen Worten die Wahrheit des Wortes„Demut zier in allen Dingen!" erläuterte. Ueber die Wahrheit wußten wir die sprichwörtlichen Meinungen:„Mit der Wahrheit kommt man am weitesten" und„Kinder und Narren reden die Wahrheit.“ Und zu all diesen munter und ohne Stocken hergeschnarrten Lebensregeln gab Professor Petronius stets den versöhnlichen Ausgleich:„Die richtige Wahrheit liegt immer in der goldenen Mitte!" Der Herr Oberschulrat strahlte. Dies war eine Lektion nach seinem Geschmack. Und nachdem wir etwa hundert Sprichwörter auf diese Weise bewältigt hatten, unterbrach er dies philosophische Lehrgespräch und lächelte Petronius mit gewinnender Freundlichkeit an. „Vorzüglich, Herr Kollege! Nur eine kleine Anregung noch! Ich habe es gern, wenn derartige Sprichwörter ab und zu auch bildlich dargestellt werden. Sie prägen sich auf solche Weise dem Gedächtnis leichter ein. Machen wir einmal einen kleinen Versuch!“ Er schritt zur Wandtafel und entwarf mit der Kreide in kühnen Strichen eine abenteuerliche Gestalt, einen ungeheuren Strichmann mit abscheulicher Fratze, spitzen Hörnern und langem Schweif. „Nun?“ wandte er sich lächelnd an uns.„wer errät wohl. welches Sprichwort durch diese Zeichnung veranschaulicht werden soll?" Tieses Schweigen. Ich ahnte es wohl. worauf der Revisor hinauswollte. Es war eigentlich ganz klar.„Man soll den Teufel nicht an die Wand malen!" Dies und kein anderes konnte es sein. Aber ehe ich dazu kam. mich zu melden, sprang schon Karl Eßwein freudestrahlend auf und schrie:„Narrenhände beschmieren Tisch und Wände!“ Augenblicklich verflüchtigte sich das Lächeln in den Mienen des Herrn Oberschulrats. Unser Professor und der Direktor rückten in peinlicher Verlegenheit an den Vatermördern. Wir Quartaner aber hatten große Mühe. unsere Heiterkeit hinter allgemeinem Räuspern und Husten zu verbergen.„Wir wollen nun dieses Gebiet verlassen!“ sagte der Herr Oberschulrat schließlich und wischte den Teufel ärgerlich von der Tafel weg.„Bitte zeigen Sie mir nun die Aussatzhefte. Herr Kollege!“ isth G 63 6 5 2 GEWINNEUN D 2 O P R T MAE 1 3/U MMionen Mlarte Das Lied der Mühle Roman von PRIEDR. FRANZ COLDAU 10. Fortsetzung. Wie können die gleichen Worte eine verschiedene Wirkung auslösen.„Hans“, spricht Lucie weiter und kommt ihm so nahe, daß er ihr Fluid zu empfinden vermeint. „ein Leben des Schaffens muß herrlich sein, wenn es am Ende der Tage gleich einem geöffneten Schatzkästlein in kostbaren Perlen erstrahlt. Aber nun seid auch nicht mehr so ernst. Hans. Lacht wieder. Jetzt müßt Ihr ein Knecht sein, ein wirklicher Knecht. Ich habe einen mordsmäßigen Hunger und nehme Euch den Korb mit allem ab. was er enthält...“ Sie greift nach dem Korbe. Hans kann wieder scherzen. Der Bann ist gelöst. „Und wenn er nichts bringt. der Knecht Hans?“ „Bitte. laßt sehen! O. ein ganz richtiges Mägdebrot und ein Krug Milch. So etwas hat es in der Stadt nicht gegeben. Nach diesem Frühstück habe ich mich so oft und so lange gesehnt. O. dieses Brot auf dem Erntefelde.“ Sie nimmt das Körbchen in beide Hände und setzt sich auf ein Garbenbund. Sie beißt von der Schnitte und trinkt von der Milch. Hans ist es, als stehe er an eines Tempels Schwelle. Der nahe Wald ist der Tempel. Gleich Säulen der Dome ragen die Bäume zur lichten Höhe emvor, und Hans ist ein Dichter, der aus dem Tempel aufs Feld hinaus schreitet. Ein Vers. zum Lobpreise der Schönheit und Liebe entströmt seinen Livven. Nicht erdgebunden, ganz leicht fühlt er sich. Die Schritte zweier Füße, die einmal. zwar nur für Sekunden sein Blut wallen ließen, nähern sich ihm. Mieze kommt an das Feld. Sie weckt ihn aus seiner Innerlichkeit auf. Und gegen sein inneres Verlangen, ruft er sie an. näher zu kommen: „Willst du auch helfen?" In duftigem Kleide mit goldschnürigem Mieder kommt Mieze vorsichtig näher. Sie will sich die seinen Pantoffeln nicht an den Stopveln verletzen und schwebt mehr als sie acht.„Mieze Thomas“. macht Hans sie mit Lucie bekannt.„Und unsere Magd hier ist Fräulein Bröker.“ „Mir eine Freude. Euch kennen zu lernen“, sagt Lucie und reicht ihr die Hand.„Ist Euer Kleid eigenes Schaffen?“ Mieze betrachtet das Körbchen an Lucies Hand und denkt, was diese Bröker wohl wolle. Sie gibt sich als Magd“ „Mein Vater war der Besitzer und Meister einer Sagemühle", spritzt es herausfordernd zwischen den weißen Zahnreihen hervor.„Sie wird wohl gehört haben, wer ihm das Eigentum nahm. Aber ich will davon nicht mehr reden. Ich habe Unterrichtsstunden genommen. Ich sticke auch Kissen und Decken.“ Lucie weiß nichts von dem. was Thomas mit ihrem Vater erlebte. Sie ist zu kindlich, um zu empfinden, daß Mieze sie haßt. Sie gibt Hans das Körbchen, und Miezes Kleid ehrlich auf seinen Wert schätzend, sagt sie:„Hübsch! Ist es nicht. Hans?“ „Miezes Kleid? Lucie?" „Wenn Ihr die Vorlage seht, ist das Kleid nach dem Blatt. Ich sticke auch Blumen nach der Natur. Kann Sie auch sticken?" „In Farben, die, wie man mir nachsagte, nicht jedermann sieht. Ich kann mich schlecht an Gegebenes halten.“ Und tut doch wie eine Madam? Mieze denkt, diese Bröker sei dumm. Vielleicht sei sie farbenblind, wenn sie so stickt.„Dumm ist sie jedenfalls", triumphiert Mieze. „Ha, diese Blonde. was soll sie auch sein. Mieze nährt in sich ein verzehrendes Feuer. Erst nahm ihrem Vater der Bröker das Eigen. Jetzt kommt diese Bröker zum Hans? Hat Mieze nicht ein viel früheres Anrecht auf ihn als die Fremde? Hat sie mit der verstorbenen Anne und Hans nicht manch fröhliche Stunde auf Brakel verlebt? Ist sie nicht in den Dienst zu Herrschaften gegangen, um eine Dame zu werden für Hans? Sie hat ein Anrecht und spielt es aus: „Ich gehe in die Kreisstadt und werde Kunststickerin. Ich habe das Angebot eines großen Hauses erhalten. Seidene Decken stickt es und Fahnen.“ „Dann wird Sie wahrscheinlich berühmt...?“ „Wie eine Tänzerin oder noch mehr“. schmunzelt Mieze erhaben und wirft den Kopf in den Nacken.„Es dauert nicht lange.“ Weithin schallen die Dengelschläge des Schnitters ihr nach. Lucies Gedanken folgen ihr ein gutes Stück Wegs. Welchen Weg geht diese Mieze, wo findet sie Ziel? Lucie empfindet ein tiefes Mitleid mit ihr und kann sich den Grund nicht erklären. Sie neigt sich wieder, um Garben zu binden, und Hans nimmt das Körbchen und schreitet zur Müllerei aus. In Hans singt es wieder: „Segen. Segen dieser Stätte und du bist so schön.“ „Hans kommt wieder aufs Feld. „Es ist so weit. Lucie", erzählt er.„Der König hat mich zu den Soldaten gerufen.“ „So schnell schon?" „Morgen schon. Lucie.“ Lucie klopft Spelzen von ihrem Kleide, wobei sie sich neigt. Hans soll nicht sehen, wie ihre Wangen glühen. „Dann wird es still werden, sehr still.“ „Ich komme wieder.“ Da sie sich aufrichtet, nimmt er ihre Hand.„Ein Jahr meinem König.“ Stolz sagt er:„Ich komme ins gleiche Regiment, in dem Vater kämpfte. Ich freue mich sehr.“ „Und in den Christtagen?" „Bin ich daheim, wenn ich mich gut führe.“ „Muß das nicht ein Brakel?“ „Ein werdender. Lucie. Ich werde versuchen zu tun. was ich muß.“ „Nicht was ich muß, was ich kann. Ich warte zum Christfest.“ „Ja, was ich kann. Lucie.“ Sie schreiten vom Felde und über den Feldweg zur Mühle. Sie hören nicht, daß Pitt Theiß ihnen folgt. Pitt trägt die enge Hose mit Frack und Halskrause. Er hält den Hohen Hut in der Hand. Neben ihm. brav. wie ein Mutterlamm, gemütlich wie er, geht der Schwarze. Pitt grüßt. scherzt und wird ernst: „Jetzt fallen die Halme und es wird kahl. Ich denke gern an die Zeit, da es Frühling war. Schön war die Zeit.“ Hans horcht überrascht. Wenn Pitt sonst zu Hofe kam. um Waren zu kaufen, war er verdrießlich. Wie hat der Mann sich geändert. Was geht in ihm vor. Hans sieht es ihm an, daß er verborgene Last trägt. Er sieht, daß Pitt eine blaue Blume von Felde holt und mit ihr spielt. Was ist nur mit Pitt. Hans fragt, was er wünsche. „Wünschen und nicht“, murmelte Pitt.„Ich brauche im Laden so manches und will einmal sehen, ob in der Mühle was ist. Eier und Butter. Mir fehlen auch ein paar Sack Mehl. Wenn man die Jugend so einträchtig sieht, dann kommen uns Alten so mancherlei frohe und ernste Gedanken. Mir wird das Herz immer warm, wenn sich ein junges Paar liebt.“ Hätte Pitt Theiß wohl vor einem Jahre auch diese Worte gefunden, damals, als er nur Fleisch war, sich selbst eine Last? Die Niere, die in ihm noch immer nagt. hat ihn völlig gewandelt. Er hat erkannt, daß es doch ein Höheres gibt, als nur dem Rausche zu leben. Er ist neben der Niere auch an Tilde sehr krank. Pitt sucht nun den inneren Menschen, und ebenso sicher, wie er jetzt geht. ist sein Wort. „Schade, daß die Stoppeln jetzt stehen", sagt Pitt. „Gleicht einem alten Mann. dem kein Frühling mehr blüht. Aber es muß schon so sein, sonst wäre kein Brot und kein Leben. Da stehen zwei Kornblumen, gerade für Euch. Sie holte der Sichler nicht ab.„Er bricht sie für Lucie und pans.„Nehmt sie. Und jetzt nichts für ungut. daß ich so einfältig bin. Ich muß auf den Hof.“ Lucie und Hans wissen nicht, wie es um Pitt innerlich steht. Pitt sieht, daß die beiden den Weg beschreiten, auf dem die Zweiheit in Einheit verklingt, damit das Leben nie ende. Pitt sieht, daß hier ein junges Glück mächtig zu knospen beginnt und der Vater der Lucie gräbt ihm den Lebensnerv ab. Tag für Tag mehr erlebt Pitt. wie Tilde sich von ihm entfremdet. Läßt Bröker sich sehen, dann ist sie um ihn. Für ihn hat sie immer ein Lächeln und freundliche Worte, und Pitt ist ihr nichts. Sie reden nur noch von geschäftlichen Dingen und gehen im Leben wie fremd aneinander vorbei. Ihre Ehe hat einen klaffenden Riß wie ein gesprungener Felsen. Pitt haßt den goldrandigen Bröker und haßt auch sich selbst. Wäre er mit Tilde in diesen Zwiespalt gekommen, hätte er nicht nur dem Fressen und Saufen gelebt? Pitt leidet und arbeitet an sich. Aber wie wird es nun enden? Lucie und Hans gehen zum Hofe. Am großen Tore reicht Hans ihr die Hand. „Morgen reise ich. Lucie!" Sie sehen sich tief in die Augen und Luvie geht in das Haus. Hans sieht ihr nach. Freude ringt in ihm mit wonnigem Schmerz. Hans hat mit mancher getanzt. gescherzt und geschäkert. Bei Lucie ist er ein anderer. Unsagbar neu fst ihm das junge Erleben. Sich selbst nicht begreifend, und sich der Schwere des Abschieds bewußt. geht er gleichfalls ins Haus. Damals hat Fred bei dem Rade des Meisters Thomas gestanden. Dann hatte ihn Thomas in seine Werkstatt geholt. Jetzt wird Fred wieder mit Thomas in einer Mühle schaffen. Freds Augen sind feucht von innerer Rührung. Sein erregt strömendes Blut färbt seine Backen. Fast sind sie so rot wie die Geranienblüten hinter den Scheiben des Mühlenhauses. Fred weiß, daß ihn die Burschen des Dorfes für einen Dummen halten, da er sich. seitdem er hier weilt. den Freuden verschloß. Vielleicht ist es töricht, an Mieze zu glauben, da sie ihn noch immer behandelt als sei er ihr fremd. Doch gleich einem Gärtner will er auf Blüte und Frucht hoffend warten. Fred will auf des Rades Lied warten. Und dieses Mal soll es ihm nicht von den vier Brettern singen, die den Menschen zupacken. Er wischt durch die Augen und sieht sich um. Ein Schatten war in den Bach gefallen, und Fred gewahrt Mieze. Sie hat sich den werdenden Bau angesehen und will an Fred vorbei in das Dorf. „Ach!“ stößt sie hervor.„Du stehst hier herum, wenn die anderen schaffen? Aus dir wird schon etwas Vernünftiges werden. Ich habe dir schon einmal auf der Weibertreue gesagt, die dich einmal nimmt, für die ist kein anderer. Du solltest mit anfassen. Fred?“ Sieht sie nicht, daß er mit angesaßt hat? Fühlt sie nicht, wie tief sie ihn kränkt? Hat sie so wenig Takt. wenigstens ihm. der ihr das Leben gerettet, ein weniges freundlich zu sein? Sieht sie nicht, daß er nur ein Weilchen hier steht, um die kommenden Freuden zu kosten. an die er felsenfest glaubt? Kann sie nicht empfinden. was er erlebt?.(Fortsetzung folgt) Ratgeber für Obst- und Gemüsebau, Blumenpflege und Kleintierzucht SnmmmzMRREREMREF LIER SMMEREIREITFREREEIMRTERR OEE RRIIER ERE IMRTERLIURRI HRETEBEHIGH IRHMIN SAMTRRIMHIRRE HER ITTRHNMMRTEHIESLNHMEIISELIRHRBIHRPERE HHHMMHHMHH MH Frühkartoffeln im Garten In manchen Gärten werden immer noch mittelfrühe is späte Kartoffelsorten angebaut. und darüber muß ickn sich wirklich wundern. Für diese Knollen. die fir ebenso schön und nicht teurer vom Bauer bezieden önnen. ist das knavve Gartenland zu schade. Viel esser tut der Kleingärtner, wenn er auf dieser Fläche senigstens frühe Treibkartoffeln aubaut, die ihm den lauf der teuren ersten Kartoffeln erwaren und außerem das Land noch für Spätgemäse freigeben. Nach rühen Treibkartoffeln kann er noch seinen ganzen Bearf an Einmachebohnen gewinnen, ohne das ihm ein Leil eririert. Der Gartenliebhaber berechnet ja seine Arbeit nicht nach Stundenlöhnen. und was er für einen Haushalt ernten will. schünt er gerne gegen Spätfröste. ohne sich über die Rühe zu beschweren Sein sorgfältig gepflegter bumoser Gartenboden hat die nötige frühe Wärme und ist so nahrhaft, wie es ür den Treibtartofselbau gut ist. Der Frübkartofselbau macht aber keine Freude denn die Standen ungleich aufgeben. die Pilanzen käuselkrank und und die Blätter sich einrollen, sodaß as Kartoffeldeet wie gerupft aussieht. Daran ist jesoch der Aubauer selbst schuld, wenn er sich von seiner eigenen Ernte Saatgut aufgehoben hat. Hier ist enthieden zu raten: kaufe alle Jahre neues Pflanzgut nd überlasse das Züchten der Saattartoffel dem achmann der größeren Scholle. Er hat darin Erihrung und findet die Umweltverhältnißse, in denen esunde, zur Fortpflanzung geeignete Kartoffeln zu twarten sind. Diese Pilanzkartoffeln kauft man sich hon im Herbst. denn im Frühjahr kommt man ent beder zu wät oder man erhält Reste, die natürlich icht die desten und. Zum richtigen Frühkartoffelbau ehört auserdem das Vorkeimen. und das muß man hon im Januar vorbereiten. In dieser Zeit verietet aber meist der Frost die Beförderung von Kartoffeln. Uebergangskrankheiten im Hühnerstall Ansteckender Schnupfen geht leicht in Diohtberie über Wenn das Wetter winterlicher wird. treten in manchem Hühnerstall Gesundheitsstörungen am. die ebenso ernst zu nehmen sind wie jene ansteckenden Krankheiten. die Menschen um diese Zeit einander * zutragen. Besonders unangenehm ist im Hühnerstall während der dunklen kalten Monate der ansteckende Rasenkatarrh. Er besteht in einer Entzündung der Schleimhaut der Nase. des Rachens. der Luftröhre und der Augen. die namentlig junge Hühner befällt. Leider ist es nicht leicht, die daran erkrankten Tiere in den ersten Anfängen sofort zu erkennen, denn die ersten Erscheinungen sind nicht sehr eigenartig und kaum zu unterscheiden von dem Krankheitsbild, das jede Störung des Ailgemeindefindens bei Hühnern bervorbringt. Die Tiere werden teilnahmslos, zieben sich in einen Winkel zurück, stehen mit gesträubtem Gefieder da und lassen die Flügel hängen. Läßt auch die Freßlust zu wünschen übrig, dann wird es Zeit. sie in einen besonderen Stall zu stecken. Nach einem oder zwei Tagen fangen sie an zu niesen und öfter den Kovf zu schütteln, und die mehr oder weniger verstopften Nasenlöcher zwingen ne. durch den Schnabel zu atmen. Dabei strecken sie den Hals vor und ein röchelnder. mitunter pfeisender Laut verrät Schleimansammtungen in der Luftröhre und im Rachen. Die Augen tränen und werden geschlossen gehalten, oft können üe nicht mehr geöffnet werden, weil die eingetrocknete Augenflüssigkeit an den Rändern Krusten gebildet hat. Manchmal schwillt die Umgebung des Auges auch stark an und in den Augenwinkeln sammeln sich weine oder bellgelde Massen. die geronnener Milch ähneln. Bei tarker Schleimabsonderung in den Luftwegen leiden die Tiere an großer Atemnot und ersticken schließlich. wenn sie nicht bebandelt werden. Dieser schlimme Ausgang kommt jedoch fast nur bei schlecht ernährten und ungepflegten Jungtieren vor. Die Behandlung bestehr dar in, daß man die kranken Tiere zunächst absondert und sie durch Ausdrücken von den Schleimmassen in den Augen und der Schnabelböhle befreit. Darauf vinselt man die Schnabelhöble mit Jodglyzerin(Jodtinktur und Glyzerin zu gleichen Teilen) aus und spült die Augenböhlen mit zweiprozentigem Borwasser. Das Trinkwasser für die Tiere ist durch Auflösen von einem Teelöffel übermangansauren Kalis in 10 Liter Wasser keimfrei zu machen. Mit der Behandlung der Tiere mus die Reinigung und Desinfektion der Ställe Hand in Hand geben. Für den Züchter liegt eine große Gejahr in der Verwechslung des ansteckenden Schnupfens mit der Diphtherie. Deren Anzeichen sind dicker. geldlicher Belag in Schnabelhöhle und Kehlkopf. bei dessen Entfernung eine deutliche, leicht blutende geschwürige Wundfläche sichtbar wird, und ebenfalls gelbliche. käsige Massen. die Kopf= und Augenhöhlen beulig auftreiben. Beim Schnupfen haben wir es nur mit blaßgelben, locker au der Schleimhaut sitzenden Fetzen zu tun. Auch bei der Diphtherie muß man den krankhaften Belag aus Schnabel und Luftröhre zu entiernen suchen. wozu man eine Pinzette oder feine Drahtschlinge benutzt, und nachber mit Jodalyzerin auspinselt. Dies ist täglich zu wiederbolen, bis keine krankhaften Erscheinungen mehr auftreten. Durch eine Impfung kann man den Verlauf der Krankheit mildern und die bisher verschonten Tiere vor Ansteckung schützen. Da der ansteckende Schnupfen leicht in Diphtherie übergehen kann. lohnt es. Bestände. in denen er in früheren Jahren öfter auigetreten ist. im August oder September vorbeugend zu impfen. Vor dem Schnupfen kann man die Tiere dadurch freilich nicht bewahren. Die Frübkartofselbehandlung beginnt um Mitte Januar damit, daß man die Pilanzknollen mit dem keimende nach oben nebeneinander in flache Kisten ind in nicht zu kaltem Raume hinter dem Fenster em Licht ausserzt. Dann bilden sich nicht die langen. zleichsächtigen Keime, die im dunklen Keller wachsen ondern die kurzen gedrungenen Lichtkeime, die wie die anderen Teile der Knolle ergrünen und mancher ei Farbtöne annedmen. Das Wachsen dieser Licht eime nimmt einen Teil des Wachstums aus dem Felde vorweg. Im Aoril werden die vorgekeimten Knollen vorichtig. damit die Keime nicht abbrechen, in den lockeren hartenboden gepflanzt. Es kann dann über der Erde oo recht kühle Witterung geben. die Pflanzknollen verden trotzdem im warmen Boden weitertreiben, und ald bilden sie ein verhältnismäßig umsangreiches Burzelwerk. Wird dann das Wetter so warm, daß daz oberirdische Wachstum möglich is. treibt und wächst die vorgetriebene Frühkartoffel so freudig, wie man es nur bei wenig anderen Pflanzen kennt. Bei drobendem Nachtfrost schützt der Kleingärtner sein kleines Kartoffelfeld leicht durch darüber gebreitete Säcke. Dachvappe. Bretter oder Frühbeetfenster, für die er schon vorher niedrige Gestelle aus Bohnenstangen und Asgabeln bereitet hat. dem fünften und sechsten Monat. Das Hauptwachstum des Kaninchens ist dann abgeschlossen. Eine früher einsetzende Mast ist unwirtschaftlich, weil das junge Kaninchen, bevor das Knochenwachstum beendet und das Muskelfleisch bis zu einem bestimmten Grad entwickelt ist. kein Fett ansetzt. Alles Futter wird solange zum Aufbau des Körvers verbraucht. * Kaninchenmast In der Sommerwärme und bei vorherrschender Grünfütterung nehmen die Kaninchen nicht so schnell an Gewicht zu wie in der kalten Jahreszeit mit ihrer in der Hauptsache mehlhaltigen Ernährung. Deshalb sind die Wintermonate besonders günstig für die Mast Das beite Mastalter liegt je nach der Rasse zwischen Zur Mastfütterung darf man nicht plötzlich übergehen. dies würde zu Darmerkrankungen führen und die Mast verzogern oder sonst beeinträchtigen. Wenn im allgemeinen für die Fütterung des Kaninchens der Erundsatz gilt, daß neben dem Grünfutter nets zu freier Wahl die Raufe voll Heu stecken soll, lo ist das auch für die Zeit der Mast Vorschrift. Rach Möglichkeit soll die wässerige Grünfütterung beschränkt werden, obne sie jedoch der Aovetitanregung wegen ganz einzustellen. Durch Haier und Gerite sowie Schrot aus diesen Getreidearten wird das Futter kräftig gemacht. Rüben als Grünfutterersatz Runkel= und Zuckerrüben freisen Hühner nicht nur ern. ne bekommen ihnen auch sehr gut und erseven ur Not das im Winter oft kaum zu beschaffende Grüne von Kohlabfällen und Unkräutern. Es hat aber keinen zinn, den Hühnern ganze oder geteilte Rüben hinzuverfen. Sie sind schnell ichmutzig und werden dann verschmäht, oder es ist den Hühnern zu lang veilig. an den Rüben berumzuhacken und doch nicht viel in den Schnabel zu bekommen. veil die runden Knollen ausweichen. Da nuß man es den Tieren schon etwas bequemer nachen durch Befestigung der Rüben. Vorrichtungen zum Halten der Rüben tellt man sich leicht selbst her. Jeder kann nen langen Zimmermannsnagel durch ein Srett schlagen. Wenn man fürchtet, daß das rett spaltet. bohrt man ein dünnes Loch vor. Damit das Brett nicht so schnell sault. efestigt man noch Füße an den Ecken. Eine assende Größe gibt ein Quadrat von Zentimeter Seitenlänge ab. Die Soitze des Nagels igt emvor, damit man die Rübe auflichen kann: sie all aber oben nicht herausschauen, damit sich die Tiere nicht verletzen. Wo der Platz im Stall oder Scharraum sehr knapp ist, zieht man dem Rübenhalter, der aus dem Boden steht, eine Vorrichtung vor. die an der Wand befestigt wird. Sir besteht aus zwei Bandeisenwinkel, die an die Wand geschraubt werden und an den freien Teilen durchlöchert und. sodaß man einen starken Drabt hindurchstecken kann. Er gibt der aufgeivießten Rübe Halt genug, damit die Hühner sie abfressen können. (Deuticher Provinz=Verlag— M) Auch durch Modrrüben können wir das den Hühnern sehlende Grünfutter erletzen. Wir mischen sie sein geschabt bis zu 1. Gramm täglich auf ein Huhn dem Weich= oder Trockenfutter dei. Da das Kaninchen die Nacht nicht durchschläft. reicht man dieses Kraitsutter am bestens abends. Zu den andern Mahlzeiten gibt man Weichfutter, bergestellt aus gekochten Kartoiseln. Kohlrüben. Runkelrüben. Mohrrüben und dergleichen, denen man durch Beifügung von Getreideschrot eine trocken=krümlige Beschaffenheit gibt. Recht nahrhaft und für unsern Zweck gut verwendbar sind auch sein geriebene. getrocknete Nesselblätter und Kleemehl. Auch das Kleeben selbst ist sehr nahrhaft und kann an der Stelle von gewohnlichem Heu gereicht werden. Sind die Tiere an Tränke gewöhnt. kann man ihnen abgerahmte Milch vorsetzen. Auch Brot wird gern genommen und gut verwertet. Durch Abwechslung in der Fütterung. besonders auch in der Beimischung von Kräutern. wird das Kaninchen nicht nur bei guter Freßlust erhalten, auch der Geschack des Fleisches wird dadurch verbessert. Wer es ermöglichen kann. füttere mehr als dreimal, dafür aber stets kleine Mengen, die bis zur nächsten Fütterung aufgefressen sein mülsen. Die allgemein gültige Vorschrift. die Futtergesäße lauber zu halten. muß für Mastkaninchen besonders peinlich beachtet werden, da die Verdauungsorzane on durch die Mast übermähig anssstrenat marh.n HEEOXNUAANE9 = 5 ½** □ 9.= —-— E S 0 2 □0□ S 3 G 0 S Ein Besuch im Steinkohlen-Bergwerk Wir holen die Kohlen aus tiefem Schacht herauf. Glückauf. Das wißt Ihr wohl, daß die Kohlen für die Menschen sehr wichtig und unentbehrlich sind. Ja. sogar Eisen und Stahl konnten die Menschen erst herstellen, als sie Kohlen hatten. Und dann die chemische Industrie! Was macht die alles aus den schwarzen Kohlen! Eift, Medizin und die schönsten Farben. Wißt Ihr eigentlich, wie alt die Steinkohle ist? Haltet Euch fest, denn ne ist im Laufe von ca. 20 bis 25 Millionen Jahren entstanden. Zuerst wurde aus den damaligen riesigen Wäldern Moor, dann Torf, Braunkohle und zuletzt Steinkohle. Aber leider haben sich die Kohlenlager unter der Erde im Laufe dieser vielen Jahre nicht runig verhalten. Durch Vulkanausbrüche, Erdbeben und sonstige Quetschungen und Verschiebungen sind die Kohlenflöze, so nennt man die Kohlenschichten, in ganz schräge Lagen gekommen. Das ist schade, Bergmann darunterleid. denn heute muß der Bergmann darunter leiden. Er muß manchmal bei seiner schweren Arbeit tatsächlich auf dem Bauche liegen. Ihr seht die schrägen Flöze im Bild. Wie tief ist denn eigentlich ein Bergwerk? Das tiefste in Europa ist 1311 Meter, das tiefste der Erde ist 2500 Meter tief und befindet sich in Süd=Afrika. Da vergeht Euch wohl die Lust? 24. Hochtreiben des Wetterschachtes. Er wird „abgeteuft". 25. Kohlenzug mit Pferdeantrieb. 26. Kohlenzug mit Benzin= oder elektrischem Antrieb. 27. Ein Flözbrand, der entstanden ist, wird durch eine Mauer unschädlich gemacht. 28. Eingefallene und zugemauerte Förderstrecke. 1. Maschinenhaus mit Fördermaschine, die vom Maschinisten bedient wird. 2. Förderseile. 3. Maschinenhaus für eine große Luftpumpe. Denn die Geräte des Bergarbeiters werden mit Preßluft getrieben. 4. Fördergerüst. 5. Hier werden die Kohlen gewaschen, sortiert und versandt(Aufbereitung). 6. Der Abfall wird auf die Halde geschüttet. 7. Ventilator. Er saugt durch den Wetterschacht die schlechte Luft aus dem Bergwerk. Durch den Förderschacht strömt frische wieder ein. 8. Wetter= oder Luftschacht. 9. Im Förderkorb fahren Bergleute ein. 10. In dem anderen Förderkorb fährt gleichzeitig die Steinkohle nach oben. 11. Förderschacht. 12. Schachtsumpf mit Wasser. 13. Wasserpumpe. 29. Ein leerer Flöz wird mit altem Gestein ausgefüllt(Bergeversatz). 30. Notleiter. 31. Mündung einer Wetterstrecke in den Wetterschacht. 32. Bergarbeiter haben Schichtwechsel. Sie wollen nach oben. 33. Die Strecke soll ausgebessert werden. 34. Erdmassen, in denen sich keine Floze befinden. 35. Sand= und Tonschichten. H. Adam 14. Wasserleitung befördert das Wasser nach oben. 15. Luftdruckleitung von Nr. 3. 16. 1. Sohle 17. 2. Sohle. 18. 3. Sohle. 19. Kohlenflöze, noch nicht abgebaut. 20. Quergang in den Floz(Querschlag). 21. Kohlenförderung in einem schrägen Flöz (Bremsbergförderung). 22. Bergarbeiter an einem Preßluftbohrer, um die 4. Sohle vorzutreiben. 23. Förderung von der 4. auf die 3. Sohle 4Berge Brberung. Wollen wir mal lachen? Sein Wunsch. Kurt hat sich an der Stuhlkante gestoßen. Er heult wie ein Schoßhund les. Die Mutter tröstet den Jungen: „Du bist doch schon ein großer Junge, und ein großer Junge weint doch nicht mehr, wenn er sich stößt!“ Kurt schluchzt:„Ich will ja auch nicht mehr weinen, Mutter! Aber dann will ich wenigstens schimpfen dürfen wic Vater, wenn er sich kößt! Besuch beim„Nikolaus“ Kakaobohne unterm Weihnachtsbaum Eine Tropenfrucht ist der Grundstoff unserer Schokolade Wenn wir es uns genau überlegen, dann sind es nur noch wenige Wochen hin bis zum Weihnachtsfest, und darum ist es gar nicht so dumm, einmal an die angenehmen Gäste zu denken, die uns zu diesem Fest wieder aufsuchen werden, um unserem Gaumen zu dienen und unserem Magen— allzu zahlreich eingefahren— auch ab und zu Beschwerden machen. Einer dieser Gäste ist beispielsweise die— Kakaobohne. In allerdings wesentlich veränderter Gestalt kommt sie zu uns und ist unterm Weihnachtsbaum dann ein stets gern gesehener Besuch. Vor vielen Monaten, als wir Weihnachten sternenweit wähnten, luden kräftige Fäuste die Säcke mit dem duftenden Inhalt, mit Kataobohnen aus Afrika, Südamerika und Mexiko, auf die Güterzüge. Ueberall hin verteilte sich diese kostbare Ladung, füllte die Keller der Schotoladen= febriken und durchzog sie mit dem eigenartigen aromatischen Duft. an dem der Fabrikant, wenn er ein Kenner ist, schon in der Bohne die Qualität unterscheidet. Riesige Nußknacker— die Technik nennt ne Brechmaschinen— öffnen ihre Schlünde und nehmen die Bohnen auf. Die Eisenkiefer kauen ein paarmal kräftig darauf herum, schlucken sie dann in einen höchst windigen Magen, wo ein Luftstrom für die Trennung von Kern und Schale sorgt. Jetzt wandert dieser Kern in ein noch viel unbarmberzigeres Maul. dessen riesige erhitzte Walzen den Schokoladenbrei herstellen. Allerdings wird er für die vielen Leckermäuler, die seiner warten, nun in der Mischreibe, einem dritten Ungeheuer, verfeinert und geschmacklich wie qualitätsmäßig zurichtet. Zu einem Teil kommt Milchpulver. Ein anderer Teil wird mit feinen Mandelspelzchen vermischt. Dem dritten Teil wird Kakaobutter— in einer besonderen Presse gewonnen— noch zusätzlich beigefügt, und man erhält die sogenannte Schmelzschokolade. Nach diesem Leidensweg winkt nun dem Schokoladebrei die freundliche Verwandlung. Aus ein Schüttelband wandern. Während dieses Wackelgleitende Förmchen, die sofort nach der Füllung auf einem Schüttelband wandern. Während dieses Wackelganges setzt sich die Masse dicht und ohne Luftbläschen in die Förmchen, kühlt zugleich ab und kann, dank des Fettgehaltes, dann am Ende mühelos aus den Formvertiefungen herausgelöst werden. Jetzt geht es in das Modeeatelier der Pralinen! Hier sitzen Hunderte von unbekannten Künslerianen, die mit behutsamen und geschickten Arbeiterinnenhänden aus Schokoladenbrei und Zuckerkrem und süßen Früchten aller Art die kleinen Kunstwerke zusammenzaubern, die uns später auf dem Weihnachtstisch erfreuen und unsere Eßlust oft über Gebühr reizen. Eine jede hat vor sich auf einer Glasplatte eine bestimmte Sorte Schokoladenbrei, darin walzt sie mit oft erstaunlich einfachen Hilfsgeräten die vurbereitete Marzipan= oder Zuckerfüllung und setzt das Ganze dann auf die Trockenbrettchen. Ritsch=ratsch! wird noch einmal darübergefahren, sieh da, schon sitzt ein Schnörkel auf der Kagnakkirsche, eine kleine Verzierung verschönt die Marzipanpraline oder ein Muster das Krokanttäselchen. Für die Füllung ist eine ganze Alchimistenkammer voller Wohlgeschmack und=geruch da. Wenn im Juli die Hausfrauen am Kochherd stehen und Erddeeren, Himbeeren, Kirschen und Stachelbeeren einmachen, rührt auch der Pralinen=Alchimist in brodeinden Retorten und bereitet nach geheimen Rczepten seine weihnachtlichen Spezialitäten. Wie aus einer Riesenküche muten die grogen Einmachgläser an, bis oben gefüllt mit farbenfrohen Früchten, die zumeist in Alkohol konserviert werden, weil sie sich so die Farde erhalten. Ganze Regale voller Flaschen mit gebeimnisvollen Essenzen und Alkohole warten hier des Tages. an dem Meister des seinen Geschmacks aus diesen Zutaten alle die Besonderheiten zusammenbrauen, die unter dem lockenden Sammelnamen „Süßzigkeiten“ heuer auf jedem zünftigen Monichzettel steden. Nicht gerade Hochbetrieb im Fußball Welttalia im Gelellichaftsipiel tätig.-— ViB Börnig pauliert.— Kreisklallen zum Teil belchäftigt. In der Hast der Meisterschaftsspiele tritt nun allmählich, so um die Weihnachtszeit herum, eine gewisse Ruhe ein. Zum Teil liegt das an der Beendigung der ersten Serie, zum Teil an einer Reihe Spielausfälle. Aus letzterem Grunde fällt auch das Spiel Westfalia Herne— Schalke 04 aus, denn die Schalker sind anderweitig in Anspruch genommen. Für die Herner ist dieser Umstand insofern glücklich, da ihre vom Vorsonntag verletzten Spieler in aller Ruhe ausgeheilt werden können. Ja, der Vorsonntag war ein schwarzer Tag für die Strünkeder, er hat die ganze Woche über die Gemüter in Wallung gehalten. Man kann und will es nicht begreifen, daß auch die beste Mannschaft einmal einen schwachen Tag haben kann, und wenn an einem solchen Tage der Gegner zur Hochform aufläuft, ist es geschehen. Ratschläge prasseln nur so auf die Verantwortlichen herab, und das manchmal von Stellen, die am wenigsten dazu berechtigt sind, da sie nur in guten Tagen hinter ihrem Verein stehen. Die Westfalia hat diesen Fall mit sich auszumachen, wir halten es daher für notwendigs endlich einen Schlußstrich unter den 20. 11. zu setzen. Noch ist nichts verloren. Eine Schlappe zur rechten Zeit kann nämlich auch Wunder wirken, wenn folgerichtig die entsprechenden Nutzanwendungen daraus gezogen werden. So sehen wir den kommenden Dingen mit Ruhe entgegen. Noch ist die Herbstmeisterschaft in der Gauliga nicht entschieden, es wird in dieser Beziehung in diesem Jahr auch kaum noch eine endgültige Entscheidung zu erwarten sein, denn alle Sonntage des Dezembers sind mit Spielansetzungen ausgefüllt. Vor allen Dingen ist der Meister Schalke 04 stark angespannt. Es wird daher nur noch einzelne Meisterschaftsspiele in der Gauliga in den kommenden Wochen geben. Die Bezirksklasse, Gruppe Gelsenkirchen, hat nach dem Programm die erste Serie abgeschlossen. Hier findet morgen nur ein Treffen statt. Herbstmeister wurde, wie erwartet, Gelsenguß Gelsenkirchen. Für uns aber war es eine erfreuliche Tatsache, noch am letzten Sonntag den BfB Börnig in Front zu sehen. Es wird wieder aufwärts gehen. Die schlechte Tabellenlage muß wieder ausgewetzt werden. Von vielen Seiten gab man den BfB Börnig schon verloren, wir glauben aber, daß er es nun aus eigener Kraft schaffen wird, denn mit Leistungen, wie sie am Vorsonntag geboten wurden, muß die Elf sich halten können; was wir allerdings sehr begrüßen würden, denn es ware wirklich zu schade, den einzigen Bezirksverein innerhalb unserer Stadt schon wieder zu verlieren. Die Lage in der 1. Kreisklasse hat sich wenig verändert, noch immer liegen die Reichsbahner aus Wanne klar und ungeschlagen in Front. Drei Punkte Vorsprung haben sie vor dem Tabellenzweiten, den Preußen aus Wanne, sechs Verlustpunkte hat aber schon der Dritte, Teutonia Riemke. Langsam, aber sicher schieben sich nun unsere Herner heran. Germania und Sodingen liegen mit 11:7 Punkten dichtauf, und es bestehen Aussichten, daß sich diese beiden Mannschaften noch weiter vorarbeiten werden. Auch der BV Herne=Süd ist noch zu beachten. Constantin Herne und Fortuna werden wohl im Mittelfeld verbleiben, aber in erstliche Gefahr gerät mehr und mehr Viktoria Herne. Für die Horsthauser wird es hohe Zeit, nun einmal wieder zu siegen, wofür natürlich an diesem Sonntag schlechte Aussichten bestehen. Rettungslos verloren ist Rasensport Bochum, aber auch Constantin Bochum ist in Gefahr. Es wird mit Viktoria Herne um den vorletzten Platz streiten müssen. Carolinenglück Bochum hält nach wie vor die Führung in der zweiten Kreisklasse. Drei Punkte Vorsprung ist sehr viel. Um den zweiten Platz ringen Brust an Brust noch fünf Mannschaften, nämlich Rasensport Holthausen, SpuSp Gerthe, Tus Harpen und VfL Herne. Wir glauben jedoch, daß die Entscheidung zwischen Holthausen und Gerthe fallen wird. Für den Abstieg kommt keine Herner Mannschaft mehr in Frage. In der 3. Kreisklasse führt Fortuna Weitmar vor VfL 48 Bochums Reserve und dem Bochumer Verein. Der SpV Herne 16 liegt mit dem DSC Bochum an vierter Stelle und hat damit noch Aussichten, aufzusteigen, denn vier Mannschaften sind für den Aufstieg vorgesehen, wofür die Reservemannschaften nicht in Frage kommen. So ist die Lage in denjenigen Klassen, an denen wir interessiert sind. Wir sind zufrieden, wenn auch manches hätte besser kommen können. Die Vorweihnachtszeit wird jedenfalls noch manche Klärung bringen. diesem Jahr nicht die glanzvolle Rolle spielen konnten wie früher. Dabei stehen in ihren Reihen Kräfte wie Abromeit, Busch, Flick, Günther, Biallas und Holz, also Könner, die schon mit nationalen und internationalen Aufgaben betraut wurden. So werden die Gastgeber sich schon merklich anstrengen müssen, wenn sie bestehen wollen. Erst recht aus dem Grunde, da bei ihnen die rechte Seite mti Idkowiak und Klein 1 ersetzt werden muß, für die wahrscheinlich Wolski und Krickau aufgestellt werden. Beide erhalten somit ein weiteres Mal Gelegenheit, sich in einer neuen Umgebung einzuleben. Hoffentlich finden sie sich ansprechend zurecht und erfüllen in gewisser Beziehung die auf sie gesetzten Erwartungen. Die Treffen in der Bezirksklasse Gelsenkirchen 07 Gelsenkirchen: Gelsenguß Gelsenkirchen Bochum: Preußen Bochum— MBB Linden TB Eickel— SG Wattenscheid Westfalen Bochum— LFC Laer Münster: Borussia Rheine— Vorwärts Gronau Minden: BV Lemgo— Union Herford SpVgg Schildesche— Grün=Weiß Bielefeld SuS Herford— VfL Geseke BfB Bielefeld— Borussia Lippstadt Sauerland: Union Haspe— Sus Neheim SV Herdringen— FC Schwelm DSC Hagen— Sportring Gevelsberg SpVgg Welper— SuS 09 Menden Tus Milspe— Hagen 72 Siegerland: SC Altenseelbach— SpVgg Olpe Eintracht Siegen— RSV Eiserfeld Interessante Paarungen in der 1. Kreisklasse Lokalspiel: BV Herne-Süd erwartet den UfB Gerthe. Constantin Herne.* Teutonia Riemke am Herner Bahnhof.* Sodingen * Jortuna beim Tabellenführer und Viktoria beim Letzten der Tabelle. westfalig erwartet Duisburg 48-99 als Gast Vertagte Vorklärung.- Nur zweimal um Punkte in Welttalen. Die„große Schlacht“ im Westfalen=Fußball am Schloß Strünkede ist vertagt. Westfalia Herne und der Meister werden erst später in der Vorentscheidung zusammenkommen. Der letzte Novembersonntag legt eine Bresche in den Punktekampf: in Dortmund spielen im Stadion„Rote Erde" zum großen Viktor=Lutze=Gepäckmarsch die SA=Gruppen Westfalen und Westmark auf. Schalke und Borussia Dortmund bilden eine kampfstarke Elf, die sich gegen Tus Neuendorf, die Mannen um Jupp Gauchel, sicher durchsetzen wird. So stehen für den 27. November nur zwei Meisterschaftskämpfe an: Arminia Marten— Arminia Bielefeld SV Höntrop— BfL 48 Bochum Westfalia Herne— Duisbura 48•49(Ges.=Sp.) Die Auseinandersetzung in Marten ist schon von Interesse, aber am Hellweg ist Bochum großer Favorit. Die Rothosen sind so gut wie verloren und werden auch mit aller Tapferkeit gegen den VfL nichts zu bestellen haben. Marten— Bielefeld. Nach dem Reinfall von Münster wird sich Marten nun an dem anderen Neuling rächen und schadlos halten wollen. Aber mit dem Vorsatz allein ist es nicht getan. Die Ostwestfalen machen selbstsicher ihren Weg und werden sich sicherlich auch nicht vor der Fahrt nach Marten bange machen. Daheim hat Marten allerdings bis zur Stunde noch kein Spiel verloren, Schalke kam heilfroh mit einem 0:0 wieder. Es wird ein heißer Kampf werden, in dem der Vorteil Martens, auf eigener Scholle spielen zu können, nicht viel bedeuten will. Höntrop— Bochum. Bochum ist stolz auf den BfL. Erst recht nach dem großen Siege über Herne. Und wenn auch der SV Höntrop in sportlich großer Haltung bis zum bit teren Ende seinen Mann stehen und sich mit aller Tapferkeit wehren wird— gegen den Westfalen=Bezwinger wird ihm nichts helfen. Die Rothosen haben, als sie endlich zum Spielen kamen und nicht mehr ein Punkt nach dem anderen kampflos dahinging, in jeder Auseinandersetzung gefallen und keines ihrer ausgetragenen fünf Spiele höher als mit zwei Toren Unterschied verloren. Das wird auch Bochum warnen müssen, um so sicherer wird dann der Sieg sein. Westsalia Herne- Quisburg 48•99 Als Ausfall für das eigentlich vorgesehene Treffen Westfalia Herne— Schalke 04 erwarten die Herner Gäste aus Duisburg. Diese betätigen sich in der Gauklasse Niederrhein, wo sie wider Erwarten in Alle fünf Spielansetzungen der 1. Kreisklasse sind an diesem Sonntag von besonderer Bedeutung, vor allen Dingen für unsere Herner Mannschaften. Im üblichen Herner Lokalspiel, diesmal in Herne=Süd, muß der Gastgeber versuchen, sich in der Spitzengruppe zu halten, oder mit den Constantinern ins Mittelfeld abzutreten. Für Germania Herne kommt an diesem Sonntag nur ein Sieg über Riemke in Frage, wenn diese Elf zur Spitzengruppe vorstoßen will. Ein solcher Sieg brächte ihr sogleich den dritten Tabellenplatz ein, das könnte möglich sein.— Auch der SpV Sodingen wird auf eigenem Boden seine Stellung behaupten und den BfB Gerthe ohne Punkte heimschicken.— Zwei weitere Verlustpunkte wird aber Fortuna Herne einstecken müssen, denn gegen Reichsbahn Wanne wird sie in Wanne nicht ankommen können.— Viktoria Herne hat selbst beim Tabellenletzten, den Rasensportlern aus Bochum, einen schweren Stand und hat bestimmt noch nicht gewonnen. Stoßen die Herner Mannschaften weiter vor? BV Herne=Süd— Constantin Herne Germania Herne— Teutonia Riemke SpV Sodingen— BfB Gerthe Reichsbahn Wanne— Fortuna Herne Rasensport Bochum— Viktoria Herne BU Herne-Süd— Constantin herne. Zwei hartnäckige Lokalgegner werden sich in diesem Spiel gegenüberstehen, welche immer die Vorteile des eigenen Platzes auszunutzen verstanden und dort auch immer siegten. Für beide Mannschaften steht morgen sehr viel auf dem Spiel, für beide kommt es darauf an, ins Spitzenfeld vorzustoßen und die Lage zu verbessern. Beide Einheiten sind aber zur Zeit von unbeständiger Form und waren in ihren letzten Spielen nicht immer bei bester Laune. An Spielstärke dürften sich beide Gegner wenig nachstehen, ebenfalls ist ihr Mannschaftsgefüge ziemlich ausgeglichen. Gute Hintermannschaften und schwache Sturmreihen stehen sich gegenüber. Es wird daher beiden Mannschaften schwer fallen, zu Torerfolgen zu kommen, daher halten wir eine Teilung der Punkte. schließlich für naheliegend. Germania Herne— Teutonia Riemke. Ein schwerer Weg für die Riemker Teutonen, welche nach großem Start nun schon etwas zurückgefallen sind und im Falle einer erneuten Niederlage ihrem morgigen Gegner den dritten Tabellenplatz abtreten müssen. Für Germania gibt es nur Sieg, sonst können die letzten Hoffnungen begraben werden, diese sind nämlich schon sehr schwach. Ein Sieg aber könnte ihr Tür und Tor öffnen. Wir glauben, daß sich die Herner aus diesem Grunde morgen mächtig ins Zeug legen werden. Sie werden mit allen Mitteln versuchen, den gefährlichen Gast aus Riemke abzuschütteln. Dabei werden die Herner auch an die vorjährige 0:7=Niederlage in Riemke denken, hier haben sie noch etwas gutzumachen. Auf eigenem Boden bietet sich ihnen dazu eine gute Gelegenheit. Die Riemker Elf wird sich aber wehren bis zur letzten Minute, das dürfte feststehen. Wir zweifeln aber nicht an einen Herner Sieg, wenn sich alle Leute voll einsetzen. Spy Sodingen— UfB Gerthe. Mit dem SpV Sodingen wird jeder Gegner zu rechnen haben, denn die Elf hat sich noch überraschend gut gefunden und wird sich weiterhin stark ins Gewicht legen, um die gute Tabellenstellung zu behaupten, ja sogar zu verbessern. Die Stärke der Sodinger liegt in der Hintermannschaft, aber in den letzten Spielen machte sich auch im Sturm ein Drang zum Tore bemerkbar. Die verjüngte Elf hat sich bisher gut bewährt und sollte es auch weiterhin tun. Vor allen Dingen sind die Sodinger auf ihrem Gelände kaum klein zu kriegen, dort kennen sie alle Tücken und werden diese gegen den BfB Gerthe auch wohl auszunutzen verstehen. Obwohl wir die Gerther nicht unterschätzen, rechnen wir aber mit einem erneuten Erfolg der Sodinger. Reichsbahn Wanne— Fortuna Herne. Nicht allzu hold war die Namenspatronin der Holper Heider, die Glücksgöttin Fortuna, ihren Namensträgern gesinnt. Allzu großes Pech durch Verletzungen und Abwanderungen zum Heer und Arbeitsdienst aben die Elf von der Hafenstraße vollständig aus der Fassung gebracht. Erst am Lorsonntag gab es einen kleinen Lichtblick, als die Holper Heider ihren Lokalrivalen aus Horsthausen abfertigen konnten. Diesmal aber sehen sie ziemlich aussichtslos ins Spiel. Der Weg führt die Herner nach Wanne zum Tabellenführer, welcher noch keinen Minuspunkt einstecken brauchte und sich auch für morgen kaum mit dieser Absicht tragen wird. Die Herner stehen daher vor einem schweren Spiel, dennoch soll man unverzagt ins Spiel gehen, denn schlechte Tage hatte schon mancher Tabellenführer aufzuweisen. Rasensport Bochum— Viktoria Herne. Obwohl die Viktorianer gegen den Tabellenletzten antreten müssen, haben sie auch dieses Spiel noch nicht gewonnen, denn gerade die Bochumer kämpften in den letzten Spielen mit einer Verbissenheit, die erkennen ließ, daß sie ihre Sache noch nicht verloren geben. Wir haben zu wenig Vertrauen zu den Horsthausern, vor allen Dingen nach ihren letzten Spielen. Immer gab es schwache Leistungen. Die Elf hat nicht mehr die alte Durchschlagskraft. Der Siegeswille scheint verlorengegangen zu sein. Wird es in dieser Beziehung nicht besser, so ist auch diesmal kaum mit einem Erfolg zu rechnen, und Bochum käme zum ersten Erfolg. Wir wollen es nicht hoffen, sonst würde die Lage für Viktoria sehr trostlos. Also ein Erfolg muß dabei herauskommen. Karlchens Heimkehr von Bochum Nach der verlorenen Schlacht.— Trotzdem Kopf hoch!— Noch immer der Fall Urban.— Interessante Gäste am Schloß Strünkede.— Im Zeichen des Pokalkampfes.— Frostiger Abschied von Horst. Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt... Wenn Karlchen hier das Dichterwort zitiert, so denkt er dabei nicht an irgendeine verliebte Herner Maid, sonern an den großen Kreis derer, die ihr Herz an e runden Lederball verloren haben und sich im Laufe der Jahre mit Haut und Haaren einer bestimmten Mannschaft, in den meisten Fällen ihrem Heimatverein, verschrieben haben. Da rollten am vergangenen Sonntag wirklich die Sonderwagen, hatte sich sogar die bisher so zugeknöpfte Straßenbahn in den Dienst der Sache gestellt, um die Zuschauermassen des Großkampfes im Stadion an der Castroper Straße rechtzeitig an Ort und Stelle zu bringen. Ein ganzer Heerbann von Kraftwagen aller Art, Motor= und Fahrrädern war aufgeboten, und bei dem schönen Wetter sah man auch ganze Trupps gen Bochum ziehen. Herner Invasion in der Gußstahlstadt, so konnte man im Hinblick auf den Menschenstrom, der sich durch die Bochumer Straßen ergoß, sagen. Und wie hochgemut waren die Herner! Bei aller Wertschätzung der Bochumer Elf, die gegen Schalke 04 eine solch gute Figur abgegeben hatte, war doch der weitaus größte Teil der Herner Schlachtenbummler geneigt, auf einen knappen Sieg der Strünkeder jede Wette anzunehmen. Zumindest aber zweifelte niemand daran, daß es zu einem großen Kampf kommen und die Westfalia schlimmstenfalls mit einem Tore unterliegen würde. Und nun haben uns die Schützlinge des Schorsch Hochgesang drei Eier ins Netzt gelegt, während wir selbst völlig leer ausgeganzen sind. Kein Wunder, daß die Heimkehr des Herner Anhangs sich etwas geräuschlos vollzog, daß man geraume Zeit brauchte, um sich von diesem Schrecken zu erholen. Karlchen will den Dingen hier nicht einmal kriisch zu Leibe gehen, das ist von anderer Seite zur Benüge besorgt worden. Der VfL Bochum 48 stellte an diesem Novembersonntag unzweideutig die bessere Mannschaft, weil sie zielstrebiger spielte, weil hinter hrem Spiel mehr Energie und Wille saß, weil die Mannschaft auch sonst besser vorbereitet für das Treffen an den Start ging. Die Bochumer zwangen im Laufe des Spiels der Westfalia mehr und mehr ihren Willen auf, die Feststellung wird auch dadurch nicht abgeschwächt, daß der Sturm der Strünkeder schon nach kurzer Zeit nur noch halben Gefechtswert hatte. Immerhin ist nach Karlchens Auffassung die Tatsache, daß auf Herner Seite Klein 1 und Idkowiak schon in der ersten Halbzeit verletzt und zu Halbinvaliden gestempelt wurden, nicht genügend herausgestellt worden. Mit voll aktionsfähigem Sturm wären die Dinge vielleicht doch ein wenig anders gelaufen. Den kleinen Idkowiak hatte es übrigens recht bös erwischt, so daß man bereits Schlimmes befürchtete. Erfreulicherweise hat Karlchen gestern vernommen, daß es dem„Ex=Münchener" im Krankenhaus verhältnismäßig gut geht. Immerhin wird es noch eine geraume Zeit vergehen, ehe wir ihn wieder in alter Frische auf dem Felde sehen. Auch Klein 1 ist auf dem Wege der Besserung. Unter diesen Umständen wird man es im Lager der Blauweißen mit einer gewissen Erleichterung ausgenommen haben, daß der Großkampf gegen Schalke 04 abgeblasen und auf einem späteren Termin verlegt worden ist. Aber auch die Schalker profitieren davon. So wird bei dem Spiel gegen Westfalia nunmehr Eppenhoff, Schalkes neuer, mit so großen Hoffnungen erwarteter Mittelstürmer, mitwirken können. Es gibt Leute, die von dem früheren Röhlinghauser Wunderdinge erzählen. Wenn man ihnen glauben darf, ist er in jedem Spiel für drei Tore gut... Abwarten und Tee trinken. Von Vorschußlorbeeren hält Karlchen nicht viel. Da hat Karlchen in dieser Hinsicht denn doch schon genug Reinfälle erlebt. Auch der junge Eppenhoff wird im harten Kampf um die Punkte erst zeigen müssen, was er kann. Wie aber steht nun die Sache mit Urban? Der Einspruch Schalkes gegen das Strafmaß läuft bekanntlich, eine Entscheidung aus Berlin liegt noch nicht vor. Weshalb man auch diesmal so lange auf sich warten läßt, ist Karlchen einigermaßen unverständlich. Der Fall liegt doch Aar: Schalkes Linksaußen hat in dem Wiener Spiel gegen die Austria an den Schiedsrichter eine Bemerkung gerichtet, die unverblümt dahin lautete, er solle sich„aufhängen". Das hat der Schalker natürlich nicht buchstäblich gemeint, daß das aber eine Schiedsrichterbeleidigung ist, daran ist wohl nicht zu zweifeln, und auf Schiedsrichterbeleidigung steht, wie kürzlich noch ein„Experte“ auf diesem Gebiet, der bekannte Berliner Koppehel, des längeren und breiteren auseinandersetzte, Spielausschluß nicht unter drei oder vier Sonntagen. Ergo wird Urban diese Strafe in Kauf nehmen müssen. Zudem hat Karlchen den Eindruck, als ob Schalke 04 den Einspruch mehr aus der Erwägung heraus eingelegt hat, um damit über den Fall Röhlinghausen hinwegzukommen. Die Haltung, die die Presse zu dieser Angelegenheit einnimmt, ist nach wie vor recht unterschiedlich. Es gibt da Kommentare, die schlankweg erklären, Schalke sei im Recht, und man liest gegenseitige Stimmen, die sich auf den Standpunkt stellen, Schalke habe zumindest fahrlässig gehandelt. Kurz und krumm: nach=Karlchens Auffassung haben die Berliner Stellen allen Anlaß, die Dinge von sich aus klurzustellen, und zwar möglichst unverzüglich. So oder so, gleichwohl, um welchen Verein es sich handelt. Karlchen und mit ihm alle objektiv denkenden Sportsfreunde erwarten eine schnelle und klare Entscheidung. So haben wir also morgen nach dem Großkampf des letzten Sonntags einen Ruhetag, ist in der westfälischen Gauliga verhältnismäßig wenig los. In Marten werden sich die beiden Namensvettern einen erbitterten Kampf liefern, und am Hellweg wird die Timpertelf noch einmal alles daransetzen, vor Ablauf der Herbstserie doch noch einen oder gar beide Punkte zu ergattern. Ob das den Rothosen bei der derzeitigen großen Form der Bochumer gelingt, steht natürlich auf einem anderen Blatt. In Dortmund gibt es den Kampf der SA=Mannschaften, und am Schloß Strünkede stellt sich mit Duisbura 48 99 ein interessanter Gast ein, wobei Karlchen besonders auf Biallas, die neue Hoffnung unserer Nationalelf, gespannt ist. Hoffentlich macht der Wettergott ein freundlicheres Gesicht, als wie er es im Augenblick tut, stellt sich Hernes Fußballgemeinde ziemlich zahlreich ein und gibt damit der Westfaliaelf zu erkennen, daß sie trotz des schwarzen Tages von Bochum den Blauweißen die Stange hält. Noch ist nichts verloren, noch hat die Mannschaft die Möglichkeit, diese Scharte wieder auszuwetzen. Der Verlust der beiden Punkte wird zu verschmerzen sein, die Hauptsache ist, daß die Mannschaft nicht das Zutrauen zu ihrem Können verloren hat, dann kann noch alles ein freundlicheres Aussehen erhalten. Uebrigens wird mit der Verpflichtung eines Trainers seitens der Westfalia zu rechnen sein. An dem Ausgang der Pokalkämpfe ist der Westen ja nun nicht mehr interessiert, immerhin sind auch wir gespannt darauf, wie sich die Wiener Mannschaften im Kampf gegen die letzten Vier aus dem Altreich schlagen werden. Daß der BfB Börnig das letzte Spiel der ersten Serie zu einem schönen Siege gestalten konnte, hat Karlchen natürlich mächtig gefreut. Nun aber dranhalten in der zweiten Serie! Einen nassen Kehraus gab es am Mittwoch in Horst=Emscher, des Westens beliebtester Turfstätte. Der Horster Rennverein hatte fürsorglich kleine Koksöfen aufgestellt, an denen man sich wärmen konnte, was von den Besuchern auch eifrig besorgt wurde. Im übrigen gab es auf dem letzten diesjährigen Horster Renntag wieder einmal Freund und Leid, ging manch„totsicherer Tip“ in die Binsen, kehrte mancher mit geleerter Börse zurück. Aber das alles wird der Horster Bahn keinen Abbruch tun, im nächsten Frühjahr, wenn die Glocke wieder zum Start läutet, ist ja doch wieder alles, was sich nun einmal dem Turf verschrieben hat, zur Stelle, geht das Rätselraten nach dem Gaul, der zuerst seinen Kopf durchs Ziel steckt, von neuem los... Nun noch schnell die Tips: SB Höntrop— VfL Bochum 1:3 Arminia Marten— Arminia Bielefeld 2:3 Herne=Süd— Constantin Herne 2:2 Germania Herne— Teutonia Riemke 3:2 Rasensport Bochum— Viktoria Herne 2:1 Reichsbahn Wanne— Fortuna Herne 4:1 Sodingen— BfB Gerthe 3•2 VfL Herne— Holsterhausen 2:2 Rasensport Wanne—. BC Hordel 1:2 Herne 16— Bochum 31 3•1 Handball. Hagen 72— MBV Linden Schwelm— Westfalia Herne Henrichshütte— Vorhalle Bochum 48— Herdecke Tura Wanne— Westfalia Bochum Sus Bochum— TB Eickel Röhlinghausen— Friesen Bochum Wattenscheid 01— Turnklub Herne Diesmal nur zwei Spiele in der 2. Kreisklasse BfL Herne erwartet Jahn Holsterhausen. Ziemlich mager ist die Spielausbeute in der 2. Kreisklasse. Nur zwei Begegnungen stehen auf dem Tagesprogramm. VfL Herne ist Platzverein und erwartet Jahn Holsterhausen. Sind die Horsthauser bei der Sache, so werden die Wanner ohne Punkte abziehen.— Rasensport Wanne wird dem 30 Hordel die Punkte mit auf dem Heimweg geben. Nur vier Punkte werden ausgespielt. VfL Herne— Jahn Holsterhausen Rasensport Wanne— DC Hordel UfH Herne— Jahn Holsterhausen. Der Papierform nach wäre diese Auseinandersetzung für den VfL als eine ziemlich harmlose Angelegenheit zu bezeichnen. Leider kann man sich darauf unter keinen Umständen verlassen, denn gerade dieser Gegner ist unberechenbar und wechselvoll in seiner Spielstärke. BfL darf nicht in den alten Fehler zurückfallen und solche Gegner zu leicht nehmen. Allzuofft hat sich das gerade bei ihm schon bitter gerächt. Nach dem großen Sieg des Vorsonntags darf es diesmal keinen Rückschlag geben. Auch dieser Gegner muß mit dem größten Schneid behandelt werden, da auch er gefährlich werden kann. Die VfLer haben nun nichts mehr zu verschenken und werden daher auf Sieg spielen. Drei Begegnungen in der 3. Kreisklasse 0SC 31 Bochum beim SpB 16 Herne. Drei Spiele gibt es diesmal in der 3. Kreisklasse. Der SpV 16 Herne erwartet auf eigenem Boden den DSC 31 Bochum. Zeigen die Baukauer das Spiel des Vorsonntags, so müßten die Bochumer glatt verlieren.— Die Höntroper Reserve wird Teutonia Stiepel um die Punkte bringen, und der Bochumer Verein wird als Sieger über Wattenscheids Reserve erwartet. Vor einem neuen Sieg des Spy 16 Herne? SpV 16 Herne— DSC 31 Bochum Höntrop Reserve— Teutonia Stiepel Wattenscheid Reserve— Bochumer Verein SpB 16 Herne— DSC 31 Bochum. Mit 8:10 Punkten liegen beide Gegner auf gleicher Tabellenhöhe. Der SpV 16 Herne wird also morgen schon etwas zeigen müssen. Es bietet sich ihm eine gute Gelegenheit, sich den vierten Platz der Tabelle zu sichern. Wir hoffen, daß die Herner in der gleichen Form wie am Vorsonntag den Kampf aufnehmen, dann könnte ein neuer Sieg zu erwarten sein, womit schließlich gerechnet wird. Reserve BfL Bochum 48— I. Herne 1916. Hierzu teilt uns BfL Bochum 1848 folgendes mit: Zu Ihrer Information bemerken wir, daß sich Herne 16 nicht die Plus=Punkte aus obigem Spiel sicherte, da die Mannschaft über ½ Stunde zu spät in Bochum antrat, so daß das Treffen nur noch als Gesellschaftsspiel, d. h. zweimal eine halbe Stunde, durchgeführt wurde. Weiter führen wir noch an, daß wir nicht mit der stärksten Mannschaft gegen Herne 16 antraten. da die halbe Mannschaft schon den Heimweg angetreten hatte und Ersatz, der gerade noch zur Stelle war, einsprang, damit Herne 16 überhaupt spielen konnte. Im Handballsport voller Betrieb Halbzeit in der Bezirksklasse. Im Handballsport des Gaues Westfalen geht es m allen Klassen auf die Halbzeit zu. Die Gauliga steht schon zum Teil in der 2. Serie, doch harren durch das verspätete Eingreifen des Altmeisters Hindenburg Minden noch einige Spiele der 1. Serie ihrer Erledigung. Der Altmeister holt mit Riesenschritten auf, mußte aber schon einen Minuspunkt in Holsterhausen hinnehmen. Ohne jeden Verlustpunkt ist nur noch Eintracht Dortmund. Der ewige Westsalenzweite scheint einen ernstlichen Angriff auf die Spitze zu unternehmen. Das erste Spiel gegen Minden wird hier die Vorentscheidung bringen. Schon jetzt können wir annehmen, daß die Meisterschaft zwischen diesen beiden genannten Vereinen entschieden wird. Auf dem nächsten Platz dürfte dann Gevelsberg folgen. Unerbittlich aber wird um die letzten Plätze gerungen werden. Wir haben jedoch zum Tus Holsterhausen das Vertrauen, daß er sich glatt halten und wie im Vorjahr noch einen guten Platz einnehmen wird. Verloren scheint schon jetzt Westfalia Somborn zu sein, wer sich ihr aber anschließen wird, läßt sich schwer vorhersagen. In der Bezirksklasse, Staffel 7, wird morgen die 1. Serie abgeschlossen. Noch führt Henrichsütte mit einem Punkt vor Westfalia Herne. Beide haben nun an diesem Sonntag schwere Spiele zu bestehen. So treten die Strünkeder gegen die Schwelmer an, welche am Vorsonntag durch ihren 12:1= Sieg über Linden aufhorchen ließen. Die Henrichshütter haben es in dieser Beziehung etwas besser, sie spielen daheim gegen Vorhalle. Zwar ist der Gegner sehr gut, aber wir glauben, daß Henrichshütte Herbstmeister wird. Der MBV Linden dürfte abstiegsreif sein und kaum noch zu einem Sieg kommen. Wer aber den Weg der Lindener teilen wird; darüber dürften erst die Spiele der 2. Serie Aufschluß geben. Jedenfalls ist hier noch alles„drin". Unsere 1. Kreisklasse liefert sich auch in diesem Jahre erbitterte Kämpfe um die Meisterschaft und den Aufstieg. Zwei abgestiegene Mannschaften stehen hier im engsten Wettbewerb. Die bisher ungeschlagene SpVgg Röhlinghausen und Friesen Bochum, welche beide aber noch von dem Neuling SS=Sport Bochum bedrängt werden. Wir glauben aber, daß die alte Spielvereinigung es schaffen wird. Der Herner Turnklub ist mehr und mehr zurückgefallen und gerät schon in die gefährliche Abstiegszone. Wir glauben aber, daß er sich aus eigener Kraft wieder hocharbeiten wird. In der 2. Kreisklasse beginnen morgen die Spiele erneut. Man hat eine neue Terminliste herausgegeben, nachdem einzelne Mannschaften absagten. Vier Treffen in der Gauliga Der TB Spenge beim Tus Holsterhausen. Am Horststadion erscheint morgen der TV Spenge. Holsterhausen dürfte für die 6:8=Niederlage der ersten Serie Vergeltung üben und weitere Punkte sammeln. — Hindenburg Minden trägt das rückständige Spiel gegen Jöllenbeck in Minden aus und wird den Gast mit einer sicheren Niederlage abfertigen.— Die Dortmunder Eintracht wird auch im Rückspiel über Schalke 04 erfolgreich sein.— Westfalia Somborn wird dem Hüttenverein Dortmund auch diesmal die Punkte abtreten müssen. Tus Holsterhausen vor einem neuen Sieg? Tus Holsterhausen— T2 Spenge Hindenburg Minden— Einigkeit Jöllenbeck Eintracht Dortmund— Schalke 04 Westf. Somborn— Hüttenverein Dortmund Tus Holsterhausen— TB Spenge Schon im Vorjahr mußten die Spenger an gleicher Stätte eine Niederlage hinnehmen, nachdem sie in der 1. Serie daheim gewonnen hatten. Diesmal verhält es sich ähnlich. Das Hinspiel wurde von Spenge 6:8 gewonnen, und nun will Tus versuchen, den Gegner ohne Punkte auf die Heimreise zu schicken. Zur Zeit ist der Tus in guter Form. Gegen Minden lieferte er ein großes Spiel, und am Vorsonntag siegte er im Freundschaftsspiel über den MSV Münster sogar in Münster mit 9:6. Aus diesem Grunde erwarten wir vom Tus auch in diesem Spiel eine gute Leistung und damit den Gewinn zweier wertvoller Punkte, welche vor allen Dingen in Heimspielen gesammelt werden müssen. Ein wichtiger Spieltag im Bezirkshandball Wer wird Herbstmeister: Henrichshütte oder Westfalia Herne?— Die Strünkeder müssen nach Schwelm. Im Bezirkshandball steigen an diesem Sonntag die Treffen, welche am 6. November wegen Ansetzung der Winterhilfsspiele abgesetzt wurden. Mit diesem Sonntag schließt die Staffel 7 ihre 1. Serie ab. Die Handballer Westfalias haben den schweren Weg nach Schwelm anzutreten. Schwelm landete am Vorsonntag einen 12:1=Sieg über Linden, man ist also wieder in alter Form. Nur eine komplette und einsatzbereite Westfaliaelf wird dort erfolgreich sein können.— Vor einem ebenso schweren Spiel steht Henrichshütte gegen Vorhalle. Da aber Henrichshütte Platzverein ist, wird man ihm die Herbstmeisterschaft nicht streitig machen können.— Hagen 72 dürfte den MBV Linden sicher abfertigen.— Dagegen wird BfL 48 Bochum einen schweren Kampf zu bestehen haben und sich strecken müssen, wenn es gegen Herdecke langen soll. Acht Punkte werden ausgespielt. FC 06 Schwelm— Westfalia Herne Henrichshütte— Vorhalle 79 Hagen 72— MBV Linden VfL 48 Bochum— Herdecke 63. 06 Schwelm— Westfalia Herne. Zum letzten Spiel der 1. Serie haben die Herner die Fahrt ins Bergische Land anzutreten und sich “ d e m F C S c h w e l m z u s t e l l e n. B i s h e r k o n n t e n d i e Herner alle Spiele auf fremden Plätzen für sich entscheiden, und auch zu diesem Spiel wäre man voll Zuversicht gefahren, wenn nicht die Schwelmer am Vorsonntag einen haushohen Sieg gelandet hätten, und das gegen den MBV Linden, gegen welchen die Herner nur reichlich knapp gewannen. Also haben die Schwelmer nun ihre alte Mannschaft wieder zur Verfügung. Die Herner werden daher harte Arbeit vorfinden und sich mächtig strecken müssen, wenn es zum Siege langen soll. Wir erwarten vollen Einsatz der Mannschaft. Wieder vier Spiele der 1. Kreisklasse Herner Turnklub beim TB 01 Wattenscheid. Sichert sich Röhlinghausen die Herbstmeisterschaft? Wie allsonntäglich wartet die 1. Kreisklasse im Handball mit den üblichen vier Spielen auf. Der erner Turnklub muß diesen Sonntag zum TV 01 Wattenscheid und wird dort kaum zum Erfolg kommen, wodurch die Tabellenlage sehr bedrohlich würde. — Die Herbstmeisterschaft wird im Spiel der SpVgg Röhlinghausen, gegen Friesen Bochum entschieden. Obwohl die Röhlinghauser zur Erreichung dieses Zieles nur einen Punkt benötigen, erwarten wir sie Dauerfahrer und Amateurflieger Elite-Program in der Westfalenhalle. Die Reihe der Radsport=Veranstaltungen in der Dortmunder Westfalenhalle wird am kommenden Sonntag mit einem hervorragenden Programm fortgesetzt. Acht Steher kämpfen um das„Goldene Rad“ über insgesamt 100 km. Junächst bestrerten je vier Fahrer die beiden über 25 um führenden Vorläuse, und die beiden Erstplacierten treten später zum Endlauf über 30 km an, während die Unterlegenen das„Kleine Goldene Rad“ über 25 hm austragen. Im ersten Vorlauf starten Weltmeister Erich Metze, der deutsche Ermeister Adolf Schön, der Düsseldorfer Ifland und der Italiener Alde Canazza. Der zweite Vorauf führt den deutschen Meister Walter Lohmann mit dem Franzosen Lemoine, dem Berliner Hoffmann und dem Bochumer Nachwuchssteher Iise zusammen. Damit haben die Dauerfahrer ihr Pensum jedoch noch nicht erledigt, sondern werden noch vier über 5 km führende Verfolgungsrennen austragen. Die Zusammenstellungen lauten hier wie folgt: Ifland gegen Ilse, Canazza gegen Hoffmann Schön gegen Lemoine und Metze gegen Lohmann. Den Amteuren ist ebenfalls Gelegenheit gegeben, ihr Können auf dem Holzoval zu beweisen. In Dortmund findet in diesen Tagen bekanntlich ein Lehrgang statt,s# daß zahlreiche Fahrer anwesend sind und auch am Sonn tag starten werden. Den Höhepunkt bildet das Zusammentreffen der beiden augenblick schnellsten deutschen Amateurflieger, Purann=Berlin und Hasselberg-Dortmund. Der Westfale fuhr seine besten Rennen noch stets in Dortmund, während der Berliner durch seine aufsehenerregenden Erfolge und vor allem durch seinen Sieg über Weltmeister van der Vijver in der Deutschlandhalle die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Das Programm setzt sich aus einem Fliegerhauptfahren. einem Vorgabefahren und einem Punktefahren zusammen. Ferner starten„Dei Mannschaften des Fliegerlehrganges zu einem Zeitfahren nach olympischer Formel über 4000 m. Das Verfolgungsrennen um di#e „Armbinde der Westfalenhalle“ siegt mit dem Dortmunder Kappey und dem Duisburger Straßenfahrer Lück zwei gleichwertige Gegner im Kampf. Westdeutschlandfahrt 1938 groß und schwer Als im Jahre 1934 die heutige Motorgruppe Niederrhein des NSKK— damals noch Motorbrigade— die erste Westdeutschlandfahrt als sogenannte Nacht- und Ortentierungsfahrt durchführte, hatte sie mit 400 Teilnehmern ein gläzendes Meldeergebnis### verzeichnen. Daß in den kommenden Jahren die Zahl der Nenungen steigen würde, stand zwar ohne weiteres fest, aber niemand hatte erwarbet, daß die Dinge eine solch gewaltige Entwicklung nehmen würden. Adolf Hitlers Befehl von der Motorisierung Deutschlands ließ das gesamte RSKK alle Kräfte anspannen und dem begeisterungsfreudigen Einsatz seiner Männer ist es zu verdanken, daß im vergangenen Jahre schon etwa über 1000 Meldungen erprobter Gelände- und Orientierungsfahrer vorlagen. Diese Steigerung geht weiter. Unter der Schirmherr= schaft des Gauleiters Staatsrat Florian veranstaltet die Motorgruppe Niederrhein am 10. und 11. Dezember die Westdeutschlandfahrt 1938, die nicht nur in der Art ihrer Durchführung eine Weiterentwicklung bedeutet, sondern mit einem neuen Rekord-Meldeergebnis aufwarten wird. Wie der Führer der Motorgruppe, Brigadeführer Stifft, erklärte, sind bereits heute sehr zahlreiche Meldungen aus dem Reich eingelaufen, da die stärksten Gelände- und Orientierungsfahrer in Zukunft keine Veranstaltung auslassen werden, um in den Besitz des vom Führer und Reichskanzler gestifteten Deutschen Motorsportabzeichens zu kommen, zu dessen Erringung Jahre gekonnten Einsatzes notwendig sind, da 50 Punkte gefordert werden und eine Goldplakette in einer Prüfung wie die Westdeutschlandfahrt gerade drei Punkte dem Bewerber einbringen. Insgesamt darf bei der großen Beteiligung aus den Reihen des RSKK und der Teilnahme der SS, SA und H3, der Wehrmacht, Polizei und des DDAC mit 1200 bis 1300 Meldungen gerechnet werden, die dieser großen Prüfung des Westens im Rahmen der Erziehungsarbeit des NSKK vom Herrenfahrer zum Kraftfahrer die besondere Bedeutung geben. Solche schwere Prüfungen stoßen sa nicht ins Leere, wie mancher Laie annehmen möchte, sondern in ihnen ist illes das vereinigt, was der NSKK-Mann im Laufe der Jahre in der Kleinarbeit seines Sturmes gelernt hat. Eine Besonderheit der Westdeutschlandfahrt 1938 ist ihre Unterteilung in drei Prüfungen. Sie beginnt mit einer Orientierungsfahrt bei Nacht mit abgeschirmten Scheinwerfern, geht in eine Orientierungsfahrt am Tage über und endek mit einer Sonderprüfung nach der das gemeinsame Ziel angefahren wird. Diese Fahrt setzt also eine große Vielseitigkeit voraus, da der Fahrer sich nicht nur auf Karte und einer ihm unbekannten Gegend zurechtfinden, sondern darüber hinaus noch seine Maschine in schwierigem Gelände beherrschen muß. Somit trägt diese Fahrt den wehrpolitischen Charakter einer Einsatzübung. Die Westlandfahrt dieses Jahres zieht sich durch die drei Regierungsbezirke Köln, Aachen und Düsseldorf. Im Regierungsbezirk Düsseldorf ist für diese Nacht ab 3 Uhr eine Verdunkelungsübung vorgesehen, so daß sich die ohnehin in ihrer Sicherheit behinderten Fahrer— jedes Fahrzeug und jeder Verkehrskeilnehmer müssen ab 3 Uhr Luftschutzkappen mit dem schmalen Lichtschlitz tragen— förmlich durch tiefste Finsternis zu den ersten drei Kontrollen „tasten“ müssen, um die ersten 90 Gutpunkte zu erreichen. Gestartet wird in den Standartenorten Köln, Wuppertal, Duisburg, Essen, Aachen und Düsseldorf am 11. Dezember, vormittags um 4 Uhr. Nach einer gewissen Sollzeit, die jedem Fahrer vorgeschrieben wird, muß er eine gemeinsame Zwangskontrolle anlaufen, wo er während einer Zwangspause sich von den ersten Strapazen der Nacht erholen kann. Dann aber geht es sofort in Gruppen weiter zur Sonderprüfung ins Ge lände. Hier ist eine 35 Kilometer lange Geländestrecke zu durchfahren, wobei Ohne-Halt-Strecken vorgesehen sind Die Wahl der Sonderstrecken ist so getroffen, daß die ge ländegängigeren Fahrzeuge auch einen schweren Kurs alt die Personenwagen oder Motorräder zu nehmen haben Nach dieser Sonderprüfung hat der Fahrer noch Zeit. dre weitere Kontrollen anzufahren, ehe er in seiner vorgeschriebenen Sollzeit im Ziel, das vor der Düsseldorfer Gauleitung aufgebaut wird, eintreffen muß und seinen sicherlich verdienten„Schlag“ Eintopfessen zu sich nehmen kann. Das große Feld ist in 13 Gruppen untergeteilt und umfaßt alle Fahrzeuge von den 100com-Motorräden.#0 über die schwereren Krafträder, Seitenwagenkra####7, Kübelwagen zu den serienmäßigen Personenkraftgagen über 2000 ccm Zylinderinhalt. Es gibt Einzel- und Mannschafstswertung, wobei die Manrschaften geschlossen sämtliche Kontrollen und das Ziel anfahren müssen. Insgesamt finden drei Zeitwertungen statt, bei denen ein zu früheres Eintreffen nicht vergütet wird, aber jedes verspätete Eintreffen an der Zwangskontrolle oder am Ziel bringt ein bezw. zwei Schlechtpunkte für jede angefangene Minute ein. Wer bei dieser Prüfung zu einer Goldplakette kommen will, der muß schon eine hervorragende Leistung schaffen. Da die Fahrt erstmalig nach den Vorschriften der Obersten Nationalen Sportbehörde(ORS) für nationale Veranstltungen ausgetragen wird, können die Goldplakette nur jene Fahrer erreichen, die auch die höchstmögliche Punktzahl herausholen. Gelingt das infolge von Witterungseinflüssen usw. keinem Teilnehmer einer Wertungsgruppe, so wird es pro Wertungsgruppe nur eine Goldplakette an den Fahrer oder die Mannschaft mit der erreichten höchsten Punktzahl geben. Monate- und wochenlan ist von den NSKK-Männern In freiwilliger Arbeit diese Fahrt vorbereitet worden, deren Organisation ein Unmaß von Arbeik verlangt. 5- bis 600 Führer und Männer werden an diesen Tagen im Dienste der Organisation stehen und nicht nur für einen reibungslosen Ablauf der Prüfung, sondern für eine blitzschnelle Auswertung der Ergebnisse sorgen, so daß ab elf Uhr am Sonntagvormittag, wenn in Düsseldorf der erste Teilnehmer durchs Ziel kommt, bis gegen 14.30 Uhr schon die Klassifizierung der einzelnen Teilnehmer erfolgt, und abends beim Kameradschaftsabend in der Düsseldorfer Rheinterasse das Ergebnis dieser schweren Prüfung mitgeteilt werden kann, eine Arbeit, von der sich ein Außenstehender keinen Begriff macht. Ludwig Schweickert Turniersieger Internationales Ringerturnier in Malmö. Beim Internationalen Ringerturnier, in Malmö konnte der Deutsche Ludwig Schweickert(Berlin) Turniersieger werden. Er siegte im„Mittelgewicht am zweiten Tage über Kumelin mit 2:1 Punkten, und da er bereits am Vortage zwei Erfolge für sich verbuchen konnte, wurde er knapper Sieger.— Im Federgewicht konnte der Kölner Ferdinand Schmitz wohl einen einwandfreien Punktsieg über den Schweden Nilsson davontragen. wurde aber darauf von dem Schweden Svensson nach 6:30 Minuten entscheidend besiegt. Schmitz mußte sich daher in seiner Klasse mit dem zweiten Platz begnugen.— Im Halbschwergewicht gab es noch recht interessante, Begegnungen. Neo=Estland besiegte Biörck in 8:50 sowie Jönsson mit 3•0 Punkten. wurde aber von dem Schweden Axel Cadir in 7:30 Minuten entscheidend besiegt. Der Estländer mußte sich daher mit dem zweiten Platz in seiner Klasse begnügen. Sonstige Sportnachrichten als Sieger.— Tura Werne wird den Bochumer Westfalen die Punkte mitgeben müssen.— Die Bochumer SS sollte mit dem TB Eickel sicher fertig werden. Es wird Zeit für den Herner Turnklub. TV 01 Wattenscheid— Herner Turnklub SpVgg Röhlinghausen— Friesen Bochum Tura Werne— Westfalia Bochum SS Bochum— TB Eickel. TV 01 Wattenscheid— Herner Turnklub. Es will anscheinend bei den Turnern nichts mehr klappen. Jedenfalls hat die Elf an Durchschlagskraft erheblich eingebüßt und schon wertvollen Boden eingebüßt. Dabei hatte man gerade in diesem Jahre großes Vertrauen zu der Herner Einheit. Woran es hier hapert, dürfte schwer festzustellen sein. An Kampfgeist scheint es unbedingt zu fehlen. Im Vorjahr wurden die Herner sogar auf eigenem Boden von den Wattenscheidern geschlagen, dafür holten sich aber die Herner in Wattenscheid die Punkte. Zur Zeit aber scheinen die Wattenscheider in bester Form zu sein. Daher geben, wir dem Turnklub nur geringe Erfolgsaussichten, oder die Elf zeigte sich einmal in alter Form. Neue Spielansetzungen der 2. Kreisklasse Westfalia Herne und Herner Turnklub stellen ihre 2. Mannschaften. Drei Spiele sind angesetzt: Westfalia Herne 2— Postsport Bochum 1 Bochumer Verein 1— Herner Turnklub 2 Tus Holsterhausen 2— SS Bochum 2. Bei etwas Anstrengung müßte die 2. Garnitur der Herner Westfalia einen knappen Sieg landen können.— Der Herner Turnklub wird die Punkte an den Bochumer Verein abtreten müssen.— Klar und sicher wird die zweite Mannschaft von Holsterhausen über die gleiche der Bochumer SS siegen. Deutschlandriege im Sudetenland. Bel der Wohlpropaganda zu den bevorstehenden Ergänzungswahlen im Sudetenland wird auch der Reichssportführer von Tschammer und Osten zusammen mit der Deutschlandriege der Turner auf den Plan treten. Bereits am Wochenende werden Deutschlands beste Geräteturner ins Sudetenland reisen und zusammen mit dem Reichssportführer Asch, Eger, Karlsbad, Komobau, Teplitz, Leiva, Warnsdorf, Reichenberg, Rautenau, Krummau und Mährisch-Trübau besuchen. Drei italienische Fußballspieler dem Verein FC Genua 93 angehörig, haben sich nach Südamerika begeben, da sie aus ihrem Verein und Italien überhaupt ausgeschlossen wurden. Diese italo-uruguayischen Spieler ergriffen in den kritischen Septembertagen die Flucht, um sich einer eotl. Wehrpflicht zu entziehen. Als sie nach der Viermächtekonferenz zurückkehren wollten, wurde ihnen dies natürlich verweigert. Auch der uruguayische Fußballverband hat eine Untersuchung eingeleitet, um ihre Verfehlungen feststzustellen. Memeldeutsche Sportler in Königsberg. Den tatkräftigen Bemühungen des Gauführers Sohn ist es gelungen, die jahrelang ruhenden sportlichen Beziehungen mit deutschen Sportlern in Memel wieder aufleben zu lassen. Bereits am Wochenende werden sich drei Memeler Mannschaften zu Städtekämpfen in Königsberg stellen. Am Samstag wird ein Mannschaftskampf im Boxen ausgetragen, am Sonntag gehen die Schwimmer ins Wasser und am Nachmittag wird als Höhepunkt der Fußballkampf der Städtemannschaften von Memel und Königsberg durchgeführt. Münchener Dreistädtekampf abgesagt. Der für Sonntag nach München angesetzte Dreistädtekampf im Kunstturnen zwischen München, Stuttgart und Mannheim wurde verlegt, da verschiedene Turner zur Reichsriege berufen wurden, die am Wochenende eine Reise durch das Sudetengebiet macht. Verstärkung für BfB. Bielefeld. Der früher bei 1860 München tätig gewesene Stürmer Hackspacher hat sich dem BfB. Bielefeld angeschlossen. Der ungeschlagene Tabellenführer der Mindener Gruppe in der Bezirkslasse erhält damit zweifellos eine wertvolle Verstärkung. Walter Nausch gehl nach Zürich. Einer der bekannkesten Spieler der früheren österreichischen Fußball-Ländermannschaft, Walter Nausch, von der Wiener Austria, trägt sich mit der Absicht, einen Trainerposten beim vielfachen schweizerischen Meister Graßhoppers Zürich anzunehmen. Nausch ist aus der alten tüchtigen Wiener Fußballgarde, ebenso wie Sindelar, Sesta oder Mock gehört er zu den Spielern, die heute noch für ihre Vereinsmannschaften unersetzlich sind. Sollte Nausch dem Schweizer Angebot folgen, würde er der Nachfolger des tüchtigen Schweizer Trainers Rappan, der ebenfalls Wiener ist und den man in Zürich nur ungern scheiden sieht. Kein Vereinswechsel für Sudetendeutsche. Um Härten nach jeder Seite hin zu vermeiden, bestehl für die Zeit vom 15. November bis 31. Dezember ein Vereinswechselverbot für sudetendeutsche Fußballspieler. Diese Schutzmaßnahme ist für die Abwicklung eines geregelten Meisterschaftsbekriebes im Gau 18 nur zu begrüßen, mehrten sich doch in letzter Zeit die Fälle, wo tüchtige sudetendeutsche Sportler sich Vereinen im Altreich anschlossen und ihre früheren Vereine im Stich ließen. Was die Spielberechtigung von Kugler und Schaffer für den Dresdner SC betrifft, so ist mit einer Genehmigung zu rechnen, allerdings liegt die Entscheidung noch nicht vor. Erfreulich ist daneben, daß eine Reihe tüchtiger Spieler, die bisher in tschecho-slowakischen Vereinen wirkten, in die Heimat zurückgekehrt sind. So wird der Mittelläufer Swaton Kladno verlassen und dem DFK Komotau beitreten, während Kreuz vom SK Pardubitz zum Warnsdorfer FK zurückkommt. Der WHW-Renntag des deutschen Galopprennsports am Mittwoch in Karlshorst ergab einen Reinertrag von 35000 Mark. der dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zugeführt wurde. Unsere Voraussagen Krefeld. 1. R.: Papinian— Shannon Silver— Aurel; 2. R.: Quick— Trick— Amern— Sorgenwende; 3. A.: 70#0dora— Le Rex— Jungritter; 4. R.: Siona— Mat# — Festspiel; 5. R.: Rodrigo— Rappa— Prior; 6. R.: Virgilius— Terxes— Mentor; 7. R.: Liebeswalzer— Sandman— Kampfspiel. Gvangelische Gottesdienstordnung. Sonntag, den 27. November 1938. 1. Advenk. Herne. Hauptkirche: 8.30 Uhr Frühgottesdienst, Pfarrer Kill; 9.45 Uhr Feslgottesdienst der Inneren Mission, Pfarrer D. Vietor, Volmarstein; im Anschluß an den Festgottesdienst Feier des hl. Abendmahls; Vorbereitung Samstag 19.15 Uhr, Pfarrer Helmich; 11.15 Uhr Festkindergottesdienst, Pfarrer D. Vietor; 13 Uhr masurischer Gottesdienst; 15 Uhr Taufen, Pfarrer Schaub(die Taufen sind in der Woche vorher bei dem Bezirkspfarrer anzumelden); 17 Uhr Festversammlung der Inneren Mission. Donnerstag 20 Uhr Gebetsstunde, Pfarrer Helmich. Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Kill(Taufen); 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Waldschule Constankin: 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Helmich; 10.45 Uhr Taufen; 11.15 Uhr Kindergottesdienst Eogl. Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Helmich. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Vohwikenl: 11 Uhr Kindergoltesdienst, Pfr. Kiehl; 11.45 Uhr Taufen Amtswoche: Pfarrer Schand. Baukau. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahls, Pfarrer Barner; 11.30 Uhr Kindergottesdienst; 12.15 Uhr Taufen. Mittwoch 20 Uhr Adventsgottesdienst in der Kirche. Sodingen. Sonntag 9.30 Uhr Goltesdienst, Pfr. Ruwisch; 11 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Tauffeier; 20 Uhr erster Evangelisationsvortrag, W. Wolk. Bladenhorst. Sonntag 10 Uhr Gotlesdienst, Pastor Fritsch; 11.15 Uhr Kindergollesdienst. Blicke in deutsches Silmschaffen! „Scheidungsreise" unterwegs Ein Film auf einer Gesellschaftsreise quer durch Deutschland. Kürzlich kehrte die Tobis=Expedition von ihrer fünf Wochen langen Groß=Deutschland=Fahrt zurück, auf der ste die Außenaufnahmen zu dem neuen Film„Scheldungsreise“ drehte. Unser Mitarbeiter Horst Schönberg schildert nun in folgendem seine Begegnung mit den Filmleuten. Bitte, stellen Sie sich einen Reiseomnibus vor, einen, wie Sie ihm gerade jetzt überall in Deutschland begegnen können. Der, von dem hier ein wenig die Rede sein soll, ist ein nagelneuer, rot lackierter Stromlinienomnibus, dem es— wie den anderen allen auch— obliegt, eine bunt zusammengewürfelte Reisegesellschaft durch ganz Deutschland zu fahren. Und das ist meine erste Begegnung mit ihm. Vor mir die glatte, große, geteerte Straße, die zum Großglockner führt. Während ich mir noch hin und her überlege, ob ich im Lukashanst Rast machen soll, brummt er an mir vorbei, der Rotlackierte mit dem breiten weißen Stre#i#en von vorn bis hinten an der Karosserie.„Olympia“ guter Name für ihn— will er etwa die Großglocknert#ße hinauf? Ausgeschlossen! Und wenn er auch aus Berlin ist und noch so viele PS. in sich hat, die Länge soll erst einmal einer durch die Kehren und Wenden steuern. Ich tippe mit der Hand an die Mütze:„Fahr wohl! Vielleicht sehen wir uns noch mal!“ Ein tollwütiger Hund. Und so geschieht es auch! Auf dem Plateau in 2450 Meter Höhe steht eine beträchtliche Menschenmenge um ihn herum. Bis hierhin hat er es doch geschafft. Alle Achtung! Aber wozu die vielen Leute, die schon die Großglocknerstraße zur Hälfte versperrt haben? Wie? W % P 7 M. Poto: Tobis-Minerva Heli Finkenzeller knallen. Unter solchen Umständen will der Rechtsanwalt, den Frau Delius schon am nächsten Tag um Rat fragt, nur den einen Ausweg der Scheidung wissen. So kommt es denn auch zur Klage und Gegenklage, und während der Prozeß seinen Lauf nimmt, beschließen die beiden Eheleute, getrennt eine Gesellschaftsreise zu machen, um die Aufregungen der letzten Tage zu vergessen. Der Zufall will es nun, daß beide in denselben rot lackierten Omnibus in Berlin steigen, den sie allerdings, als sie sich erkannt haben, schon im nächsten kleinen Städtchen wieder verlassen. Aber das Schicksal, wenn ich es mal so nennen darf, hat anderes mit den beiden vor, und so dauert es nicht lange, da sitzen Herr und Frau Delius wieder unter demselben Omnibusdach, unter dem sie nun auch sitzen bleiben. Und was auf dieser dreiwöchigen Gesellschaftsreise durch Deutschland alles passiert, das filmen wir auf unserer Expedition, die noch bis nach Venedig geht. Aber mehr verrate ich nicht.“ Deutschland ist ja so schön. Am Nachmittag müssen die Filmleute nach Zeu am See in ihr Hotel zurückfahren, denn noch immer treibt der Nebel in dicken Schwaden oben auf dem Plateau in 2450 Meter Höhe. Ich fahre mit, und als wir uns in die Polster des Privatwagens fallen lassen, erzählt Heli Finkenzeller:„Glauben Sie mir, jetzt nach diesen vier Wochen weiß ich erst, wie schön Deutschland ist. Gewiß, ich war früher schon einmal in Würzburg ge wesen, habe in Bamberg vor dem Retter im Dom gestanden, din öfters durch die Straßen Münchens und Nürnbergs gegangen, aber diese Orte waren für mich eben nur Sehenswürdigkeiten, so wie man heute in ein Museum geht und sich leblose Dinge aus fremden Ländern und vergangenen Zeiten ansieht, und daran ist nur die Eisenbahn schuld. In Berlin steigt man ein, und in München beispielsweise aus. Ab und zu sieht man vielkeicht mal zum Fenster hinaus, aber das, was an einem vorbeizieht, bleibt doch nur Kulisse. Die Landstraße führt ja da viel unmittelbarer durch Deutschland. Man steigt mal da aus, mal dort, fährt durch die kleinsten Dörfer und nimmt überall eine kleine Begebenheit mit, ein Erlebnis, vielleicht auch nur die Erinnerung an eine Wiese und einen Bach. Das ergibt aber dann doch ein Bild, wenn auch kein vollständiges. Und es ist nun einmal so, daß man eine Stadt erst richtig versteht, wenn man auch die Landschaft kennt, in der sie liegt. Daß die Landschaften Deutschlands schön sind, das habe ich in diesen Wochen immer wieder gesehen.“ Heli Finkenzeller zeigt aus dem Fenster hinaus.„Ganz abgesehen von Oesterreich. Kennen Sie das Tal der Salzach? Wenn die Morgennebel wie Dampf aufsteigen und die Sonne schwierige Aufgabe, den künstlerischen Nachwuchs für den immer höher hinter den Bergen klettert? Das ist schon Film heranzubilden, geeignet erscheinen. Die filmkünstunwirklich, und ich wüßte kein besseres Gleichnis als des Traumes— so als wären die Dinge nur aus Licht und Luft und würden bei dem leisesten Windstoß zerplatzen. Wenn aber der Nebel verdampft und die Sonne zum ersten Male über die Berge blitzt, ist das Wunder verschwunden, alles ist erstarrt und ins Riesenhafte gewachsen.“ Dann schweigt Heli Finkenzeller, und es ist nur noch das Hämmern des Motors zu hören spiekt in dem Minerva-Film der Tobis„Scheidungsreise“ die weibliche Hauptrolle. „Filmaufnahmen!"„Tobis=Expedition!"„Viktor de Kowa, Heli Finkenzeller!“ Das sind Worte, die jeder Ankömmling von irgendeiner Seite zugeflüstert bekommt. Was macht man also? Man verhält sich ruhig, sogar sehr ruhig und guckt. Die Kamera ist im Omnibus aufgebaut und wie ein Maschinengewehr auf die Reisegesellschaft gerichtet, die auf ihren Plätzen sitzt.„Fertig! Los!“ hat jemand gerufen, und der Omnibus fährt langsam an. Da, auf einmal ein Schrei, nein, viele Schreie„5—0—l—t!“ die Reiseteilnehmer springen von ihren Sitzen auf und drängen sich an die Wagentür. Kaum hält der Omnibus, als auch schon alle auf die Straße hinausstürzen, ich erkenne Viktor de Kowa, Hans Adalbert Schlettow, Alexa von Porembsky, Karl Etlinger und noch andere. Nur eine Dame bleibt sitzen, Heli Finkenzeller. Sie versucht, ihren Rauhhaarteckel Schnuffi, der mitten auf der Glocknerstraße tollwütig werden, dem die Augen heraustreten und der wild um sich beißen soll— wie es im Drehbuch steht— zu beruhigen.„Ausgezeichnet! Dasselbe gleich noch einmal!“ ist wieder die Stimme zu hören. Da erkenne ich auch den Regisseur Hans Deppe. Und kaum hat er die Szene zum zweiten Mal abgerufen, als es plötzlich unter den Zuschauern laut wird:„Der Glockner brennt, der Glockner...“ Alles wendet sich mit einemmal um, und tatsächlich wälzen sich ungeheure Wolken von allen Seiten auf uns herunter. Aber es ist kein Rauch, sondern dichter undurchdringbarer Nebel. Ein eisig schneidender Wind treibt ihn vor sich her, und ans Drehen ist natürlich nicht mehr zu denken. Ein Ehekrach. Unten im Lukashansl, wohin die Filmleute zurückgefahren sind, allerdings ohne den Olympia=Bus, weil er die Glocknerstraße für die anderen Aufnahmen nicht noch einmal schaffen würde, sitze ich mit den Filmleuten zusammen. „Wir sind schon beinahe vier Wochen unterwegs“, fängt der Regisseur Hans Deppe an zu erzählen,„und diese immerhin ungewöhnliche Art. Außenaufnahmen auf einer Omnibusreise durch Deutschland zu drehen, ergab sich aus der Eigenart der Handlung. Wo die meisten Filme aufhören, fängt nämlich unser Film„Hochzeitsreise" erst an. Es ist wirklich nicht immer gesagt, daß ein Ehepaar den Hochzeitstag glücklich übersteht, zumal wenn da noch ein Dritter mit im Spiele ist. Dieser Dritte ist der kleine Rauhhaarteckel Schnuffi, der der jungen Frau Delius(Heli Finkenzeller) gehört und der absolut nicht gewillt ist— und das schon vom ersten Tag an—, dem neuen Herrchen Dr. Delius(Viktor de Kowa) zu gehorchen. Und statt einer Hochzeitsnacht des jungen Paares gibt es einen Ehekrach mit Glasscherben und TürenDer falsche Tambourmajor Moliere fingert die Sache. Wenn nunmehr der Ufa-Film„Nanon“, in dem unter Herber! Maischs Regie Kammersängerin Erna Sack die Titelrolle gestaltet, die einzigartige Koloraturstimme der großen Knüstlerin in den Lichtspieltheakern der ganzen Welt erklingen läßt, wird mancher Zudörer diese vollendete Technik wohl für ein Naturwunder halten. Alois Melichar, der Komponist des Films, bestätigt die Meinung klipp und klar, indem er sagt:„Man kann direkt von einem physiologischanatomischen Wunder sprechen! Ich wollte dieses Wunder natürlich ausnutzen bei meiner Filmmusik, und so habe ich ihr ein Lied geschrieben, die„Gnaden-Arie", die ihrem ganzen Stimmumfang gerecht wird: es geht vom viergestrichenen B über den Linien bis zum zweigestrichenen G unter den Linien. Diese Komposition stellt etwas ganz Neues in der Musikliteratur dar.“ Moliere hat einmal zu Ludwig XVI. gesagt:„Meine Theaterstücke sind immer gelich, ich spiele nur eine einzige Komödie und trotzdem, die Menschen wollen sie immer wieder sehen. Diese Komödie aber heißt„das Leben". Auf diese Bemerkung gab der König keine Antwort, aber ein allzu verständnisvolles Lächeln huschte über seine Gesichtszüge. Für den Philosophen wäre dieser Ausspruch Molieres keine Neuigkeit, auch für den König war er dies nicht, aber er war für ihn, der Bonmots und kleine Weisheiten liebte, eine geistreiche Senkenz aus dem Munde eines großen Künstlers. Diese kleine Eptsode schwedt als künstlertsches Leitmoklv über„Nanon“, dem neuen Film mit Erna Sack, den die Ufa unter Herberk Maischs Spiellettung soeben vollendete. Zwischen Komödie und Operette steht dieses humoristische„Spiel des Lebens", das seine mustkalische Basis der graziösen Form der dramaturgischen Gestaltung entnimmt. Die Geschichte von dem Marguls, der einer Wette we gen sich das Herz der Nanon als Tamdourmajor erobert, von seinen Kameraden gerade noch in letzter Minute, als er schon vor dem Pfarrer das ewig bindende Jawort aus sprechen will, gerettet, d. h, verhaftet wird, ist ein selten reizvolles Lustspiel. Späher kommt dieser Herzensbrecher eines Duells wegen in die Gefahr, mit dem Tode bestraft zu werden, wird durch Frauenlist gerettet und muß zum Schluß auf Befehl des Königs, um endlich seine vielen amourösen Affären für immer beendet zu sehen, die Gräfin Delikat heiraten. Wie diese Handlung dann doch noch mit einer Wendung endet, das ist ein Geheimnis, das der Autor nicht verraten möchte. Der Aufbau dieser Handlung könnke ein Werk Moliereschen Esprits sein, wenn eben Moliere nicht selbst zu den handelnden Figuren dieses Lustspiels zählen würde, wenn er nicht den ganzen Ehrgeiz seines Denkens dazu brauchen würde, dem König eine Begnadigung abzuschwindeln. höver sind nicht an den vorgeschriebenen Ausbildungsgang gebunden. Wilhelm Müller=Scheld. der Präsident der Deutschen Filmakademie, der in den letzten Jahren als Gaupropagandaleiter in Hessen=Nassau tätig war und s## auch als Dramatiker einen Namen gemacht hat, sieht als Ziel dieser einzigartigen Einrichtung eine zahlenmäßig sehr kleine Auslese von Studierenden, die sich durch hohe Begabung auszeichnen sollen. Manchem mag der Aufwand an Mitteln und der Einsatz bester Lehrkräfte in einem gewissen Mißverhältnis zu der Anzahl der Studierenden stehen. die 35 bis 40 in einem Semester nicht überschreiten soll; aber in keinem Beruf kann ein einzelner solche Massen erfassen und beeinflussen, wie z. B. ein Filmautor. Spielleiter, Schauspieler usw. Wolfgang Liebeneiner. der Leiter der filmkünstlerischen Fakultät, ist einer der erfolgreichsten jungen Filmregisseure, der außerdem auch selbst als Schauspieler und Bühnenregisseur seine vielseitige Begabung bewiesen hat. Seine kompromißlose Haltung in allen künstlerischen Fragen, sein geradliniger Aufstieg, sein Idealismus und seine Jugend lassen ihn wie keinen anderen für die Der Weg zum Film Für die Begabten.— Gespräche mit dem Präsidenten und den Fakultätsleitern der Filmakademie. Jessi Bihrog spielt die Hauptrolle in dem Tobis=Film„Ballade". Am 1. November ist die Deutsche Filmarademie eröffnet worden. Damit beginnt ein Institut die Arbeit, das ohne Vorbild ist. Wir haben den Präsidenten und die Fakultätsleiter der Akademie über ihre Aufgaben und Ziele befragt. „Ich will zum Film!“— Wie viele haben wohl schon diesen Wunsch gehabt, ohne sich von seiner Verwirklichung eine Vorstellung machen zu können. Film— das bedeutet Ruhm und Reichtum, meinen die meisten; und das ist es. was für die meisten die wahre Ursache ihres heißen Dranges zum Film ist. Aber von diesen soll hier nicht die Rede sein. Wir meinen die wenigen, die heißen Herzens, voll von Idealen und fern von finanziellen Erwägungen wirklich am Aufbau des Films mitarbeiten wollen. Bisher bestand keine Möglichkeit einer systematischen Ausbildung. So kamen die Schauspieler, wenn sie nicht wirklich einmal zufällig entdeckt wurden— was sich sehr selten ereignete— meist vom Theater. ebenso wie die Regisseure, die in selteneren Fällen auch über den Betuf des Kameramannes oder Filmautors zur Regie fanden: die Kameraleute wieder kamen meist von der Photographie her, die Tonmeister von der Technik, während es für die Autoren und manche anderen Filmsparten überhaupt keine Möglichkeit gab. wenigstens auf einem verwandten Gebiet zu lernen Durch Zufall und auch durch Protektion gelangten sie oft zum Film: diese Zufälligkeit und Produktionswirtschaft, dazu die fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten brachten es mit sich, daß nicht immer gerade die Begabtesten beim Film landeten. Diesem Mangel. der zum Teil die wirklich Begabten vom Filmberuf abhielt und den anderen eine richtige Ausbildung versagte, wird durch die Deutsche Filmakademie abgeholfen. Die Filmakademie darf jeder besuchen, der sich nicht nur für den Film berufen fühlt, sondern der es auch tatsächlich ist. Darüber entscheidet in jedem Fall die Aufnahmenrüfung: in den meisten Lehrgruppen gehört dazu noch der Nachweis einer besonderen Vorbildung, wie z. B. praktische technische Arbeit oder Besuch der Technischen Hochschule für die Lehrgruppe Bild= und Tontechnik. Die Akademie unterscheidet zwischen Studierenden und Gasthörern. Die Studierenden machen den ordentlichen Ausbildungsgang durch, der mindestens vier Semester zu je fünf Monaten umfaßt. Ihre Ausbildung wird mit einer Abschlußprüfung(Diplomprüfung) beendet. Die Gastlerische Fakultät umfaßt die Lehrgruppen Dramaturgie (Filmautoren und=dramaturgen. Spielleitung und Komposition), Filmdarstellung und Bildende Künste(Filmarchitektur, Trickfilmzeichnung, Filmgraphik, Kostümzeichnung). Die vordringlichste Aufgabe steht Liebeneiner in der Heranbildung von Autoren, Dramaturgen und Regisseuren: denn besonders für die beiden ersteren gab es bisher keine Möglichkeit zur Erlernung ihrer Berufe. Das war mit eine der Ursachen, die begabte Kräfte der Filmkunst fernhielt. Als besonders bedeutsam und erfolgversprechend erscheint Liebeneiners Plan, von den Schülern irgendwelche alltäglichen Szenen, wie eine Fahrt in der U=Bahn. einen Verkehrsunfall, drehbuchmäßig gestalten zu lassen. Diese Szenen werden dann wiederum von den künftigen Spielleitern. Kameraleuten. Schauspielern usw. verfilmt werden. Es wird überhaupt eine der Hauptstärken der neuen Akademie sein, daß jeder Schüler von Anfang an die wichtige Möglichkeit der Selbstkontrolle hat. Die filmtechnische Farultät, die von Ing. Rudolph Thun geleitet wird, umsaßt die Lehrgruppen Bildtechnik(Erzeugung und Wiedergabe des Bildes). Tontechnik(Aufnahme. Vervielfältigung und Wiedergabe des Tons) und Filmchemie. Bei der Aufnahme in die filmtechnische Fakultät wird die Kenntnis allgemeiner technischer Grundlagen vorausgesetzt. Eine über die Aufteilung in die Lehrgruppen hinausgehende Aufsvaltung der Lehrpläne, entsprechend den in der Filmindustrie üblichen Sonderberufen, ist nicht vorgesehen, vielmehr soll beispielsweise der spätere Kameramann nicht nur das gerade für diesen Beruf Allernotwendigste lernen. sondern er soll alles, was die Aufnahme und Wiedergabe des Bildes betrifft. ausreichend beherrschen. Die filmwirtschaftliche und filmrechtliche Fakultät untersteht Dr. Günther Schwarz. der schon seit Jahren in führender Stellung in der Filmwirtschaft tätig ist. Sie umfaßt die Lehrgrupven Filmherstellung. Filmvertrieb(Inlands= und Auslandsvertrieb, einschließlich Werbung). Filmtheater und Filmrecht. Der Studienplan dieser Fakultät beginnt im ersten Semester mit allgemeinen Vorlesungen über Filmwirtschaft und Filmrecht. Filmkunst und Filmtechnik. neben Weltanschauung. Filmvorführungen und sportlichen Uebungen. Im zweiten Semester erhält der Studierende die Grundausbildung in den Spezialgebieten seiner Fakultät, und im dritten Semester erfolgt dann die umfassende Ausbildung in der gewählten Lehrgruppe und im vierten der praktische Einsatz in der Filmwirtschaft. So zeigt der Aufbau aller Fakultäten der Deutschen Filmakademie die wichtige und einzigartige Verbindung von Theorie und Praxis. Die Deutsche Filmakademie wird dem deutschen Filmschaffen nicht nur neue Begabungen, sondern darüber hinaus systematisch und vielseitig ausgebildete Kräfte zuführen. Ilse Wehner. Herner Filmschau „Dir gehört mein Herz“ Lichtburg. Auf einem italienschen Weingut ist man bei der Reblausbekämpfung. Aber diese Arbeit macht hier einen Riesenspaß, denn der Besitzer macht selber mit. Er ist ein weltberühmter Tenor, und sein Gesang feuert die Leute an. Als er sich nach beendeter Arbeit auf sein Fahrcad setzt, um zur Post zu fahren, gerät er mit dem klapprigen Auto eines Marionettentheaters zusammen, wobei die Schallplatten, die dem Thealer die Gesangsstimmen ersetzen, zerbrechen. Für die nächste Vorstellung verspricht er nun, selber den Ersatz zu stellen. Das tut er auch, und eine junge Engländerin, die mit Onkel und Bräutigam durch die Gegend fährt und gern Journalistin werden möchle, will aus diesem einfachen Radfahrer bezw. Weinbauer einen Weltstar machen. Damit hofft sie sich die ersten Sporen als Reporterin zu verdienen. Der verkappte Tenor geht auf das Anerbieten der jungen Dame ein. Sein heimlicher Wunsch ist, das Herz der Schönen zu gewinnen und aus der Weltdame ein schlichtes liebendes Weib zu machen. Es wird eine Komödie inszeniert, die es in sich hat. Die mit Liebesliedern umworbene Schöne gibt dem„Weinbauer“ zu verstehen, daß sie an ihm, obwohl er ihr heimlich gefällt, nur ein berufliches Interesse habe. Der großen Welt wird bald darauf ihre neue„Entdeckung“ vorgeführt, um jedoch nun als der große Tenor Mario Rossi wiedererkannt zu werden. Die blamierte Schöne fährt fort, aber nur, um wieder durch eine neue Komödie vor dem Marionettentheater eingefangen zu werden, auf daß sie die ehrliche Liebe des Tenors erkenne. Filme mit einem großen Tenor, selbst wenn er, wie hier, von Benjamino Gigli verkörpert wird, haben den Nachleil, daß auch die schönste Stimme nicht immer eine Handlung ausfüllen kann. Darum wird dem Filmpublikum der Vorteil geschenkt, eine Reihe bester Schauspieler des komischen Fachs sehen und erleden zu dürfen. Auch Bensamino Gigli dar„um ersten Male komisch wirken, aber er verleugnek den Wellmann nicht. Wenn ihm auch die deutsche Sprache nicht flüssig von den Lippen kommt, er wirkt doch natürlich, ungezwungen und erwärmt mit der Herzlichkeit seines mimischen Ausdrucks. Und wenn er singt, ob es aus„Fra Diavolo“, ob aus„Rigoletto“ oder dem„Italienischen Capriccio“ ist, dann wirft er die Rolle ab und ist der Künstler mik der herrlichen Stimme. Beim Weinlesefest zeigt sich mit ihm das Temperament der Volksseele des Südens. Und bei seinem großen Auftritt bezwingt seine Verhaltenheit die mit Mozarts deutsch gesungenem„Wiegenlied“ ihren Höhepunkt erreicht. Seine kapriziöse Partnerin ist Carla Rust, die die Wandlung von der ehrgeizigen Frau zum liebenden Weib glaubhaft zu gestalten weiß. Als ihr Onkel hat Heinz Salfner seine beliebten Szenen als rheumatischer Kranker. Neben diesen Darstellern treten die großen Komiker vom Range eines Richard Romanowsko Paul Kemp und Theo Lingen als die Künstler des Marionettentheaters in den Vordergrund, und Lucie Enalisch brilliert als die in eine Gräfin verwandelte und umschwärmte Köchin des großen Tenors. Der südliche Himmel mit seinen temperamentvollen Menschen und die Oper der großen Welt geben den das Auge entzückenden Schauplatz dieser Handlung ab. Franz Semglaty. „Land der Liebe" Schauburg. Es ist ein unwirkliches Land, dieses Land der Liebe! Aber desto schöner ist es. Kinder= und Backfischkräume von Prinzen und märchenhafter Pracht nehmen Gestalt an. Nicht so, daß wir es glauben sollen, sondern mit Operetkenmusik und ein bißchen Ironie. Märchenhaft ist die Handlung: Eine junge Prinzessin soll einen König heiraten, den sie noch nicht kennt. Sie lernt einen jungen Schriftsteller lieben, ohne seinen Namen zu erfahren, und als sie ihm wieder begegnek, sitzt er auf dem Thron. Er ist dahin durch allerlei merkwürdige Umstände geraten Hof und Herzen durcheinander. Als der richtige König Hof und Herzen durcheinander. Als der ruichtige König wiederkommt, darf der Schriftsteller die Prinzessin heiraten, und der König nimmt die Schwiegermutter in spe! *an sieht: ein Märchen wird uns erzählt, das nicht unglauthafter ist, als in manchem Film„aus dem Leben“. Reinhold Schünzel hat den Film auf ein hochwertiges kunstgewerbliches Format gebracht. Er wartet mit einer Folge bezaubernder Bild auf. und sobald irgend eine Unwahrscheinlichkeit auftaucht, bringt uns ein Dialogwitz zum Bewußtsein, daß wir diese Dracht ja nicht als bare Munze nehmen sollen. Bildlich und akustisch ist manche geistvolle oder spaßhafte Pointe zu verbuchen. Ein Verdacht regt sich, daß der bekannte Curt Götz an ihnen nicht unbefeiligt Oder liegt es daran, daß seine Frau, Valerie von Martens, ihren Tert so unnachahmlich zu servieren weiß? Sie macht aus der Rolle der Prinzessin-Mutter die Hauptrolle. Und das alles nur durch die routmierte Handhabung des Wortes. Neben ihr sind Wilhelm Bendow und Oskar Sima zwei belustigende Gestalten. Die jungen Leute sind Gusti Huber, liebreizend und mit Herz, und Albert Matterstock, männlich und mit Charme. Alois Melichor fügte seiner Musik einen prächtigen Walzer ein. Franz Bruns. versiegelter Order" Gloria-Palast. Wie im Bühnenstück, handelt es sich um den Abschluß eines wichtigen Wirtschaftsvertrages zwischen einem astatischen Lande und einer deutschen Gesellschaft. Viktor de Kowa macht aus der Hauptfigur einen Menschen, der in seiner Windigkeit sowohl wie in seinem Heranreisen zur Selbstverständlichkeit der großen Tat von großartiger Natürlichkeit ist. Ein Windhund von bezaubernder Jungenhaftigkeit, aber auch erschütternd groß, wenn er eine letzte Erkenntnis hinter der saloppen Haltung des geborenen Kavaliers versteckt. Daneben die ausgezeichnetn Leistungen Paul Hartmanns(Keßler), Suse Grafs(Sekretärin), Ernst Leudesdorffs(Gesandter), Paul Pestermeiers(Werkmeister) und auf der Gegenseite Hans Stiebners und H. Schlettows. Zwischen den Parteien die Bartänzerin Tatiana Sais'. Die Regie Carl Antons weiß der Handlung eine überzeugende Atmosphäre mitzugeben. „Der Fall Deruga Appollo=Lichtspieltheater Horsthausen. Wer einen überlegen geformten und glänzend durchgearbeiteken Kriminalfilm nicht alltckglichen Schlages sehen und hören will, findet hier, was er sucht. Der Romanstoff der Ricarda Huch hat eine hochkultivierte und dank der durchweg überdurchschnittlichen Darstellung stark durchblutete Gestaltung gefunden. Ein Meisterwurf der Regie, der Kameraarbeit und nicht zuletzt der geschliffenen D'aloge, die eine lange Gerichtsverhandlung bis zum Ausklang mit echten Spannungen zu füllen vermögen. Wieder ein Film, den man gesehen haben muß, und ein neues Zeugnis für die kraftvoll aufsteigende Linie der Ufa. Im Vordergrund der Darstellung steht in der psochologisch sefselnd gedeutelen Birgel Gestalt des Arztes Deruga vas Buch der deutschen kinderreichen Familie Ein Ausleseverfahren im großen Rahmen.— Seine Entstehung und Durchführung. Der Zeitschrift„Neues Volk“. den Blättern des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., entnehmen wir mit Genehmigung des Verfassers Dr. Raul Danzer folgende Ausführungen: Viele wertvolle Vollfamis##n— das ist der Weg. der ebenso aus der Gefahr einer Auslaugung der Rasse(also einer Leistungsminderung unseres Volkes) herausführt, wie aus dem beklemmenden Zustand der ständigen Geburten=Unterbilanz. Beides hängt bekanntlich aufs engste zusammen. Man kann eine Aufartung nicht erhoffen, solange gerade unter den biologisch Wertvollsten die wenigsten Kinderreichen zu finden sind. Man kann aber auch nicht zu einer Erhaltung des Blutstroms gelangen, solange rein ziffernmäßig zu wenig Kinder geboren werden. Lassen wir diesem Blick auf das Ziel einen Blick auf den Bestand an Ehen folgen. von denen die Erreichung des Zieles abhangt, so haben wir: 1. kinderlose Ehen, die von vornherein ausscheiden. 2. hiologisch wertvolle Ehen mit weniger als vier lebenden Kindern, die nur einen Teil der biologischen Mindestforderung erfüllen, also zu der Gruppe jener Ehen gehören, die am Lebensbestande zehren. d. b. weniger Leben weitergeben, als sie weitergeben müßten. Also erbtuchtige Kinder— aber zu menig. 3. unerwünschte Großfamilien mit vier und mehr Kindern, die jedoch, sei es in rassischer oder erbbiologischer oder auch in charakterlicher Hinsicht volkszerstörend wirken. Also erbuntaugliche Kinder— aber zu viel. Diese drei Gruppen genügen der Volkserhaltung nicht. Von den überhaupt fruchtbaren Ehen sind drei Viertel kinderarm oder kinderlos, von denen mit vielen Kindern scheidet ein erbeblicher Teil für die Volkserhaltung aus qualitativen Gründen als unbrauchbar aus. Als Träger der Volkserhaltung bleibt somit nur ein kleines Häuflein— weniger als ein Viertel!— übrig. Es sind diejenigen, die nach Zahl und Art einen ausreichenden und erwünschten Nachwuchs aufweisen, d. b. mindestens vier erbtüchtige und deutsch blütige Kinder aufzieben. Diese durch eine geordnete Lebenshaltung gekennzeichneten Elternhäuser bieten allein die Gewähr, daß das deutsche Volk wächst. Ihre Zahl ist jedoch vorerst zu gering, um die Geburtensehlbeträge auszugleichen, die in den kinderarmen und kinderlosen Ehen bestehen: denn jeder kinderreichen Familie stehen heute drei kinderarme oder kinderlose Familien gegenüber. Die kinderreiche Familie, also die Familie, deren Kinder ein Reichtum sind, ist somit der einzige voll lebenserhaltende Faktor im Volke. Um so mehr kommt es darauf an. in diesen Familien das zu erkennen, was sie sind. nämlich nicht nur eine quantitative Angelegenheit mit dem Beigeschmack. daß es sich hier um Sonderlinge handele, sondern die Träger von Volkserhaltung und Aufartung. Die Voraussetzung dazu ist freilich, daß zwischen ihnen und den unerwünschten Großfamilien eine scharfe Grenze gezogen wird. Schärfste Trennung von den Großfamilien. d. i. den erbbelasteten, rassisch zweiselhaften, asozialen oder Trinkerfamilien, ist die unerläßliche Voraussetzung fur den Gesinnungskampf, den die Kinderreichen führen. Diese Auslese und die ständige Abwehr nicht vollwertiger Familien gehört auch zum Wesen des Reichsbundes der Kinderreichen. Dieser hat mit Hilfe des Rassenpolitischen Amtes der NSDA P., dem er angegliedert ist. strenge Musterung gehalten. sowohl in der Entfernung vorbandener wie in der Prüfung beitretender Mitglieder. Die letzte Vervollkommnung der Auslese aber führte zum Ehrenbuch der deutschen kinderreichen Familie. Vorweg sei hier gesagt, daß das Prüfungsverfahren, das für die Verleibung des Ehrenbuches in Anwendung kommt, sich nicht auf eine rassen= und erbbiologische Würdigung beschränkt. Es kommt darauf an. abgerundete Gesamtbilder der Familie zu erhalten. wobei gewiß Sippentafel und Erbanlagen von Wichtigkeit sind. entscheidend aber ist schließlich die Lebensbewährung der Eltern und Kinder. Die Lebensbewährung. nämlich die Frage, ob die Familie dem schweren Lebenskampf. den Kinderreichtum mit sich bringt, und den Belastungsproben, die damit verbunden sind, gewachsen ist, ob sie sich auch in Not und Sorge unverrückbar anständig durchbringt, ob die Eltern rückhaltlos die Opfer auf sich nehmen und in allen Lagen ihrer elterlichen Aufgabe treu bleiben, das soll die Entscheidung geben. Das Verfahren für Verleihung des Ehrenbuches steht also auf dem erweiterten Begriff der wertvollen Familie mit vielen Kindern, den Dr. Knorr, der Leiter der Hauptstelle Praktische Rassenpolitik im Amt für Rassenpolitik der NSDAP., entwickelt und geprägt hat. Er fordert außer den erbbiologischen Angaben und den üblichen Personalien der Eltern und Kinder auch eingehende Aufschlüsse über politische Betätigung. Berufsausbildung und berufliche Tätigkeit. Krankheiten in der Familie, gerichtliche Strafen. Unterhalt der Familie. Wohnweise. außerdem den Lebenslauf des Vaters, die Schulzeugnisse der Kinder und polizeiliche Führungszeugnisse. Dazu kommen eine Stellungnahme des zuständigen Hoheitsträgers der Partei und allenfalls weitere notwendig erscheinende Sondererhebungen. Denn es kommt darauf an. ein wirkliches und vollständiges Bild der Familie zu erhalten, um feststellen zu können, ob es sich um streitsüchtige oder verträgliche, arbeitsame, volkstreue Menschen handelt, ob die Und du willit ableits Itehen? Hilf mit im Deutlchen Frauenwern Eltern diesen Ehrennamen auch in vollem Maße verdienen durch Pflichterfüllung in der Familie, durch gewissenhafte Betreuung der Kinder, ob es sich bei den Kindern um strebsame. geweckte Kinder handelt,— das alles gibt erst den Oberbau für die selbstverständliche Grundlage der Artreinheit und Erbgesundheit. Die Verleihung des Ehrenbuches für die deutsche kinderreiche Familie ist die erste große Ausleseaktion, die sich über das ganze deutsche Volk erstreckt. Dazu mußte es kommen aus dem Wesen der wirklich kinderreichen Familie, aus ihrem berechtigten Bestreben. das Ansehen der kinderreichen Vollfamilie durch klare Scheidung von den Großfamilien wiederherzustellen, aber auch aus der Notwendigkeit solcher Scheidung für die Durchführung des großen Gesinnungs kampfes um die Rückkehr unseres Volkes zur Elternpflicht Das Ehrenbuch soll ein äußerer Anlaß sein, die Kinderzahl der Familien zu erhöhen. aber daß deutsche Menschen darin wieder eine Ehre und einen Stolz erblicken, als vollwertige Eltern vieler Kinder anerkannt zu werden. zeigt eine Gesundung der Denkweise und der Haltung zu Familie und Kind. Briefkasten an unsern Briefkasten müssen mit Unterschrift versehen und ebenso muß die letztgültige Quittung beigefügt sein. We dieses nicht der Fall ist, erfolgt keine Beantwortung. Ahnenforschung. Wir bitten um Mitteilung, in welchem Zusammenhang das von Ihnen gefragte Wort(Beruf?) vorkommt. Der Feuerreiter, die gern gelesene illustrierte Wochenschrift. den Bestellern mit der heutigen Ausgabe Herner Anzeigers ins Haus gebracht. Statt Karten! Curt Leinichen Martha Leinichen geb. Wolf Vermahlte Dresden A 46. Herne i. Westf., Kuawstraße 27 Bismarckstraße 58 1. Advent 1938. Advents=Literatur Advents=Kalender 9 Advents-Postkarten in reicher Auswahl vorrätig. Buchbandlung Roethers& Röttsches K Hermann=Göring=Straße 8, neben dem Postamt Sh. Statt Karten. Für die herzliche Teilnahme und die vielen Kranzspenden zum Tode meiner lieben Frau und Mutter danken wir herzlich. Unser besonderer Dank gilt dem Kreisleiter, der N. S. D. A. P. mit ihren Gliederungen, den Ehrenzeichenträgern sowie den Rednern bei der Trauerfeier und am Grabe für die trost= und kraftspendenden Worte. Herne, im November 1938. Karl Döbbemann sen. und Angehörige. Für die uns beim Heimgange unseres lieben Vaters erwiesene Teilnahme sprechen wir unsern herzlichsten Dank aus. Geschwister Postert. Herne, im November 1938. Für die vielen Beweise herzl. Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden beim Hinscheiden unserer lieben Verstorbenen, sagen wir hiermit allen unsern herzl. Dank Geschwister Jankoweki Herne, Im November 1938. Füllhalter, altbewährte Fabrikate, 1.50, 1.80, 3.50. 4.—, 5.50, 6 50, 7.50, 10.— und höher. Schulreißzeuge (Original Richter) 1.45, 1.70, 2.30, 2.75, 3.25, 3.60, 5.40, 6.55. Photo=Alben, Poesie=Alben, aparte Neuheiten 0.60, 0.95, 1.50, 1.80, 2.50, 2.80, 3.25, 4.50 und hober Kocthers u. Röttsches Schreibwaren Herm.=Goring=Str. 8. wird nach den modernsten Formen umgearbeltet, gereinigt und gefarbt bei billigster Berechnung. Herrenhüte können zu Damenhüten umgearbeitet werden. Hutfabrik Jul. Heilmann Herne, Hermann-Göring-Straße 12 gegenüber der Hauptpost Schenkt Bücher Für fröhliche Stunden in Freundesund Familienkreis Gesellschaftsspiele Im Zimmer. Nr. 51)...... 35 Pig. Würfelspiele. INr. 1157] 35 Pig. Was spielen wir? 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Auch hier in Ostasien sieht die Regierung Tschiangaischek, der seine 400 Millionen Landsleute mit seiner prokommunistischen und antijapanischen Politik in äußerste Not gebracht hat, dank Waffentaten der Kaiserlich=Japanischen Regierung ihrem Ende entgegen. Mit Bekämpfung der kommunistischen Gefahr hat Japan den ersten Schritt getan, um das große Ideal der Schaffung einer neuen Ordnung in Ostasien zu verwirklichen. Deutschland, Italien und Japan sind für den Frieden der Welt verantwortlich. Der gemeinsame Kampf dieser drei Staaten ist zu einer politischen Notwendigkeit geworden. Den beiden befreundeten Völkern Deutschland und Italien verspreche ich, daß wir in Verfolgung unseres Zieles immer gerecht und stark sein werden.“ Festbankett in Tokio Tokio, 25. Nov. Zur Feier des Jahrestages des Antikominternpaktes veranstaltete die deutsch=italienischjapanische Antikomintern=Vereinigung ein Festhankett, an dem mehr als 400 namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teilnahmen, u. a. Außenminister Arita, Kriegsminister Itagaki, Botschafter Muschakoji, der Stellvertretende Kriegsminister Damamoto, ferner Vertreter der deutschen und der italienischen Botschaft, der Auslandsorganisation der NSDAP. und der deutschen Gemeinde. Auf die Begrüßungsansprache des Admirals Abos erwiderte Botschafter Ott. mit stolzer, Befriedigung könne festgestellt werden, daß der Antikominternpakt zu einem Eckpfeiler des weltpolitischen Geschehens geworden sei.„Die Entwicklungsgeschichte des Paktes,“ so betonte der Botschafter,„bestätigt unwiderlegbar den politischen Weitblick derer, die ihn schufen.“ Die Front der Antikominternmächte habe dem Vordringen des Bolschewismus Halt geboten, und sie habe durch die Klugheit und durch den Mut ihrer Führer der Welt neue Wege gewiesen und den eisernen Ring des Status quo in Europa wie in Asien gesprengt. Außenminister Arita begrüßte als Vertreter der japanischen Regierung den Abschluß des Kulturabkommens, das die Beziehungen der beiden Länder noch fester gestalte. Im Geiste des Antikomintern= Abkommens verteidige Japan Ostasien gegen den Bolschewismus und trage dadurch zur Sicherung und Erhaltung des Weltfriedens bei. polnisch=tschecho=slowakischer Zwischenfall Polen besetzte bereits die bei der Grenzberichtigung zugeteilten Gebiete 2 Deutsch=sapanisches Kulturabkommen Ukterzeichnung durch Botschafter Ott und Außenminister Arita 7 Deutschjapanische Zusammenarbeit auf der Grundlage völkischer Kultur 5 Tokio, 25. Nov. Heute, am 2. Jahrestag des deutschsapanischen Antikominternabkommens, ist in Tokio durch den deutschen Botschafter Ott und den japanischen Außenminister Arita ein deutsch=japanisches Kulturabkommen unterzeichnet worden. Das Abkommen sieht eine enge Zusammenarbeit und planmäßige Förderung der Beziehungen auf den verschiedensten Gebieten des kulturellen Lebens vor. Die beiden Regierungen bringen hierdurch ihren Willen zum Ausdruck, im Bereiche des Kulturlebens in engster Verbundenheit zu arbeiten und die Weltgefahr des Bolschewiemus auch innerhalb dieses bedeutsamen und wichtigen Gebiets zu bekämpfen. Der Wortlaut des Abkommens Das Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit wischen dem Deutschen Reich und Japan hat folgenden ortlaut:„„„„ Die deutsche Regierung und die Kaiserlich Japanische Regierung, durchdrungen von der Erkenntnis, daß die deutsche und sapanische Kultur in dem deutschen völkischen und nationalen Leben einerseits und in dem ureigenen japanischen Geist andererseits ihre wahren Grundlagen habe und daß die Kultur und Beziehungen beider Länder hierauf aufbauen, sind in dem Wunsche, die Bande der Freundschaft und des gegenseitigen Vertrauens, die beide Länder bereits in glücklicher Weise verbinden, durch Vertiefung ihrer vielfältigen kulturellen Beziehungen und durch die Förderung der gegenseitigen Kenatnis beider Völker und ihres Verständnisses füreinander Immer mehr zu befestigen, in folgendem übereingekommen: Artikel 1. Die Hohen Vertragschließenden Staaten werden danach streben, ihre Kulturbeziehungen auf eine feste Grundlage zu stellen und werden hierbei miteinander aufs engste zusammenarbeiten. Artikel 2 Um das in dem vorstehenden Artikel gesteckte Ziel erreichen, werden die Hohen Vertragschließenden Staaten ihre Kulturbeziehungen auf den Gebieten der Wissenschaft und Kunst, der Musik und Literatur, des Films und des Funks, der Jugendbewegung und des Sports usw. planmäßig förder n. Artikel 3. Die Durchführung des vorstehenden Artikels wird im einzelnen durch die zuständigen Behörden der Hohen Vertragschließenden Staaten im beiderseitigen Einvernehmen geregelt. Artikel 4. Dieses Abkommen tritt am Tage der Unterzeichnung in Kraft. Jeder der Hohen Vertragschließenden Staaten kann das Abkommen durch Kündigung unter Einhaltung einer Frist von zwölf Monaten beendigen. Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten, von ihren betreffenden Regierungen gut und richtig bevollmächtigt, dieses Abkommen unterzeichnet und mit ihren Siegeln versehen. So geschehen in zweisacher Ausfertigung, in deutscher und japanischer Urschrift. Zu Tokio, den 25. November 1938, das heißt, den 25. Tag des elften Monats des 13. Jahres der SyowaPeriode. gez. Ott. Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter des Deutschen Reiches. gez. Arita, Kaiserlich Japanischer Minister der Auswärtigen Angelegenheiten. * Von amtlicher Seite wird hierzu erklärt: Seit jeher haben zwischen Deutschland und Javan enge geistige Beziehungen vor allem auf den Gebieten der Medizin, der Literatur. der Musik, des Rechts usw. bestanden. In den letzten Jahren sind die Beziehungen beider Länder ganz allgemein, insbesondere seit dem Abschluß des Antikomintern=Abkommens, immer enger geworden. Als im September d. J. die Deutsche Regierung der Japanischen Regierung den Vorschlag machte, für die weitere Festigung und Ausgestaltung auch der kulturellen Beziehungen eine vertragliche Grundlage zu schaffen. stimmte die Japanische Regierung freudig zu. So konnte nach kurzen Verhandlungen das heute unterzeichnete und in Kraft gesetzte Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit abgeschlossen werden. Diese Tatsache ist als ein erneutes Zeichen der deutsch=japanischen Freundschaftsbeziehungen aufrichtig zu begrüßen. Das Abkommen ist das erste seiner Art für Japan. Es bringt in seiner Präambel klar zum Ausdruck, daß die Zusammenarbeit beider Regierungen bei der Förderung der geistigen Beziehungen beider Länder auf den wahren Grundlagen der Kultur beider Völker beruhen soll. Das Abkommen gibt die allgemeinen Grundsätze, nach denen vorzugehen ist, an. Im Rahmen des Abkommens werden die zuständigen Behörden beider Staaten zunächst folgende Punkte im beiderseitigen Einvernehmen regeln: 1. Die Einrichtung von kulturellen Arbeitsausschüssen. 2. Die Erhaltung und Erweiterung der Kultureinrich= tungen, 3. Die Empfehlung von Lehrkräften 4. Erleichterungen für amtliche Studienreisen. 5. Austausch von Studenten und Professoren, 6. Die Förderung des freundschaftlichen Verkehrs zwischen den Jugendorganisationen beider Länder, 7. Wohlwollende Behandlung der Schulen. 8. Austausch von Büchern und Zeitschriften, 9. Austausch auf den Gebieten der Kunst. 10. Austausch auf dem Gebiet des Films, 11. Austausch auf dem Gebiet des Funks. 12. Austausch auf den Gebieten des Sports und der Volksgesundheit. Warschau, 25. Nov. Soeben wurde folgendes amtliches Kommunique des Außenamtes veröffentlicht: „Am 24. November wurde auf die volnische Delegation für den Gemischten Polnisch=Slowakischen Grenzberichtigungsausschuß, die sich im Kraftwagen zur Begegnung mit der slowakischen Delegation durch tschecho=slowakisches Gebiet begab. ein Ueberfall durch eine Bande unter Mitwirkung von tschecho=slowakischen Pebörden und aktivem Militär verübt. Dieser Ueberfall trug das Merkmal eines wissentlich organisierten Aktes. Zwei Mitglieder der volnischen Delegation wurden verwundet und die Kraftwagen beschädigt. Der Ueberfall fand bei der Ortschaft Zamkt Oraravkie statt, weit im slowakischen Gebiet, das nichts mit der durchgeführten Grenzberichtigung Gemeinsames hat. Da ein ähnlicher Zwischenfall sich bereits am vergangenen Freitag in der Gegend von Zcaza ereignet hat, war die volnische Abordnung gezwungen, nach Feststellung des wissentlich schlechten Willens der slowakischen Behörden die Arbeit abzubrechen. Die polnische Regierung hat Schritte unternommen, um sich Genugtuung zu verschaffen und die Polen bei der Grenzberichtigung zugeteilten Gebiete sicherzustellen.“ Im Zusammenhang mit dieser amtlichen Mitteilung des Außenministeriums über die Sabotage der Arbeiten der Grenzberichtigungskommission verlautet, daß„zwecks Sicherstellung der Territorien, die Polen zugeteilt wurden". die volnische Armee bereits heute mit der Besetzung dieser Gebiete begonnen hat. Diese Gebiete sollten erst am 1. Dezember besetzt werden. Eine slowakische Darstellung Prag, 25. Nov. Das Provagandaamt der slowakischen Regierung teilt mit:„Aus Cadca wird uns gemeldet, daß volnische Truppen in Cierne den Ciernanka=Bach überschritten und die ganze Gemeinde besetzten. obwohl nach dem Abkommen der Grenzsestsetzungskommission die Grenze durch den Ciernanka=Bach festgesetzt worden wa Die polnischen Truppen ziehen weiter nach Sorcinove, In der Nacht auf den 25. und am Morgen des 25. November kam es zu einem Geplänkel zwischen volnischen und tschecho=slowakischen Truppen. Das Geplänkel eröffneten die Polen. Auf tschecho=slowakischer Seite sind keine Verwundeten. Von dieser Handlungsweise der volnischen Truppen wurde der Vorsitzende der Regierung, Dr. Tiso. der soeben in Prag weilt. sofort informiert. Weiter erfährt das Provagandaamt der slowakischen Regierung, daß in der Orava gestern mit einem Auto die polnische Grenzsestsetzungskommission eingetrosfen ist. Die Bevölkerung errichtete auf dem Wege Barrikaden und wollte die Polen nicht einlassen. Im weiteren zeigte sich die antivolnische Stimmung so stark, daß die Bewohner in dem Autobus sämtliche Fenster zertrümmerten und zwei Polen sogar leicht verletzten. Der polnischen Grenzfestsetzungskommission blieb nichts übrig, als über Cadca, Sillein=Kralovany und Rocomberoc in die Tatra zurückzukehren. Auch in der Zivs liefen die Leute, als sie von der Ankunft der polnischen Kommission erfuhren, in großen Gruppen zusammen und wollten die in so unbrüderlicher Weise gegenüber der Slowakei vorgehenden Polen insultieren. Nur mit Mühe gelang es den örtlichen Sicherheitsorganen und den Hlinka=Garden, die Leute diszivliniert zu halten und weitere Zwischenfälle zu verhindern". In dieser von offizieller slowakischer Seite ausgegebenen Erklärung wird dann weiter behauptet, daß aus diesen Vorfällen am besten zu ersehen sei, was an der Schreibweise der volnischen Presse Wahres sei, wenn sie in die Welt hinausposaune, daß die Bewohner der Zivs und von Orava den Anschluß an Polen herbeisehnten. Das gerade Gegenteil sei wahr. Die slowakische nationalbewußte Oravaer und Zivser Bevölkerung verfolge mit Erbitterung die Handlungsweise der Polen und wolle von einem Anschluß an Polen überhaupt nichts hörer 60000 Morgen in Flammen Heiße Winde treiben die Riesenwaldbrände in Kalifornien weiter Los Angeles, 25. Nov. Riesige Waldbrände, die als die verheerendsten in der Geschichte Südkaliforniens bezeichnet werden, verursachten im Topanga=Canyon=Gebiet nördlich Panta Monica und im Panbernaoino=Gebirge einen in viele Millionen gehenden Schaden an. Mehr als 200 Gebäude, unter denen sich die palastartigen Besitzungen mehrerer bekannter amerikanischer Filmauspieler und Filmdirektoren befinden, brannten bis auf die Grundmauern nieder. Auch das bekannte Arroswpringshotel, das von einem amerikanischen Filmmagnaten erst kürzlich für eine Million Dollar erworben wurde, wurde ein Raub der Flammen. Vielfach konnten sich die Bewohner nur durch eine Flucht ins Meer vor dem rasenden Ansturm der Flammen retten. Obwohl bereits Tausende zur Bekämpfung der Waldbrände eingesetzt sind, wird das Umsichgreifen des Feuers durch starke Winde immer wieder begünstigt. Verschiedene stark besiedelte Bezirke sind durch die Flammen von der Außenwelt abgeschnitten. Bisher werden 10 Personen vermißt. Los Angeles, 25. Nov. Die riesigen Waldbrände in Südkalifornien, die durch die heißen Wüstenwinde angesacht und immer weiter vorgetrieben werden, haben bereits einen Schaden von über 6 Millionen Dollar angerichtet. Die Ausdehnung des Feuers wird durch die Trockenheit des Holzes begünstigt, in Südkalifornien ist seit Frühjahr kein nennenswerter Regen gefallen, über 8000 Feuerwehrleute, Polizisten, Soldaten und auch viele Filmstars helsen bei der Bekämpfung der surchtbaren Waldbrände. Entlang der Küste des Stillen Ozeans brennen 60 000 Morgen Wald. Die„armen“ Juden in Sachsen 25 Millionäre— 227 Millionen Mark Gesamtvermögen. Dresden, 25. Nov. Wie„arm“ die Juden in Sachsen sind, enthüllt am Donnerstag der„Freiheitskampf“ durch aufschlußreiches Zahlenmaterial, das vom Sächsischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, vom Statistischen Amt und vom Gauwirtschaftsberater der NSDAP. stammt. Die im Frühjahr 1938 in den einzelnen sächsischen Kreishauptmannschaften auf Grund der Verordnung General= feldmarschalls Göring zur Erfassung des jüdischen Vermögens angestellten Ermittlungen ergaben ein jüdisches besamtvermögen in Sachsen von 227 320 467.01 Mark. Dabei ist zu berücksichtigen, daß anmeldepflichtig nur Vermögen von über 5000 Mark waren. Im sächsischen Gaugebiet befinden sich noch etwa 18000 Juden, allein in Leipzig wohnen davon mehr als 50 Prozent. Auf einen Juden entfallen also 12 500 Mark des anmeldepflichtigen jüdischen Vermögens, während auf einen arischen Einwohner nur 1050 Mk. steuerpflichtiges Vermögen kommen Noch viel krasser tritt der Unterschied zu Tage, wenn man sich der Sparte der Millionäre zuwendet. In Sachsen gibt es 25 jüdische Millionäre. Nach der letzten amtlichen Vermögenssteuerstatistik kommt im Gau Sachsen auf 15 100 Einwohner also ein Millionär, während nach der Erfassung des jüdischen Vermögens vom Mai 1938 bereits auf 750 Juden in Sachsen ein Millionär entfällt. Bei dieser Gelegenheit erwähnt der Bericht noch, daß im letzten Vierteljahr in Sachsen noch immer über 2000 jüdische Gewerbebetriebe gezählt wurden.— Während der deutsche Volksgenosse mit seiner Familie in dem einem Industriefriedhof gleichenden Sachsenland der Systemzeit unsagbare Not und Entbehrungen ertragen mußte, saugte der schmarotzende Jude die seinem Einfluß immer mehr unterliegende sächsische Wirtschaft aus. Selbstverstümmelung um einer Versicherung willen Hörter, 25. Nov. Bei Lüchtringen ereignete sich, wie bereits berichtet, ein rätselhafter Vorfall, bei dem ein junger Mann aus Lautenthal im Harz angeblich von Zigeunern überfallen und vor den Zug geworfen worden war. wobei ihm ein Bein abgefahren wurde. Der junge Mann blieb anfangs hartnäckig bei seiner Behauptung und erfand ein Märchen von einem Zigeunerwagen, mit dem er aus dem Solling in das Wesertal gekommen sein wollte. Diese Zigeuner sollten ihn dann nach vorausgegangenem Streit auf den Bahndamm geschlevpt haben. Die polizeilichen Ermittlungen haben jetzt ergeben. daß an den Behauptungen des jungen Mannes kein wahres Wort ist. Mit voller Absicht warf er sich selbst vor den Zug und ließ sich ein Bein abfahren. um in den Besitz einer Versicherungssumme von einigen tausend Mark zu kommen. Jetzt wird der 19jährige nicht nur sein ganzes Leben die Folgen dieser furchtbaren Selbstverstümmelung zu tragen haben, sondern auch ein gerichtliches Nachsviel in Kauf nehmen müssen. das ihn bestimmt ins Gefängnis führt. Nachtwächter in der Baubude verbrannt Minden. 25. Nov. In einer Baubude der Reichsautobahn in der Nachbargemeinde Schermbeck hatte ein Arbeiter aus der Ostmark, der verheiratet und Vater von vier Kindern ist, für einen anderen Arbeiter die Nachtwache übernommen. Aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache entstand in der Baubude ein Brand. und als man aus der Nachbarschaft zu Hilfe eilte, um zu löschen, fand man später in der halbverbrannten Bude die an Armen und Beinen völlig verkohlte Leiche des 53jährigen Mannes. Der erste Schnee im Sieg- und Westerwaldgebiet Betzdorf, 25. Nov. Die beiden letzten Nächte und der Mittwoch brachten dem Westerwald nach der Sieggegend zu stürmisches Wetter mit stundenlangen, zum Teil wolkenbruchartigen Niederschlägen. Die Sieg und ihre Nebenbäche schwollen über Nacht bis zu zwei Meter an und überschwemmten die Ufer. In den Feldern an Berghängen ist vielerorts die junge Roggensaat ausgespült worden, sodaß neu gesät werden muß. Auf den Höhen im Westerwald ging in der Nacht zum Mittwoch der erste Schnee nieder, der sich jedoch schnell wieder in Wasser auflöste. Der Papst erkrankt Rom, 25. Nov. Papst Pius XI. erlitt heute während einer Audienz einen heftigen Schwächeanfall, der nach ärztlichem Befund auf eine Herzattacke zurückzuführen ist. Im Laufe des Nachmittags trat eine leichte Besserung ein. Indischer Eingeborenensoldat läuft Amok Fünf Offiziere erschossen, sieben schwer verletzt. London, 25. Nov. Nach einer Meldung aus Peschawat hat ein indischer Amokläufer in Nowosberba, dem Garnisonort des 4. Bataillons des 2. Pundschab=Regiments den Bataillonskommandeur und zwei höhere britische Offiziere erschossen und weiter zwei Majore, einen Hauptmann sowie drei andere britische Offiziere schwer verletzt. Dann hat der Tohsüchtige, ein eingeborener Soldat, zwei eingeborene Offiziere erschossen und einen dritten verletzt. Er konnte nur mit vieler Mühe überwältigt werden. Der Bataillonskommandant. Oberstleutnant Gray, wurde von dem Amokläufer erschossen, als er in seinem Zelt schlief. Die anderen Offiziere, die den Schuß hörten und aus ihren Zelten stürzten, wurden von einem regelrechten Kugelregen empfangen. Hierbei wurden zwei britische Offiziere auf der Stelle getötet und andere verletzt. Pferdespor! Rennen zu Enghien. 1. Rennen: 1. Always There(Bates). 2. May. 3. Hornbeam. Tot.: Sieg 56. Platz 24. 33. 53:10. Ferner liefen 12 Pferde. Lg. 1—3—1½. 2. Rennen: 1. Souna(Duveau). 2. Sedia Gestatoria. 3. Spinette. Tot.: Sieg 55. Platz 15. 13. 14:10. Ferner liefen 5 Pferde. Lg. 6—2—8. 3. Rennen: 1. Vimar(Robin), 2. Hue Cocotte. 8. Figue Fleur. Tot.: Sieg 42. Platz 19. 23. 28:10. Ferne: liefen 8 Pferde. Lg. ½—4—3. 4. Rennen: 1. Swan Song(Mantelet). 2. Clitandre 3. Cormery. Tot.: Sieg 46. Platz 19. 21. 54:10. Ferner liefen 8 Pferde. Lg. 8—2—2. 5. Rennen: 1. Salvetat(Soubagne), 2. Thalissite. R Bellemoise. Tot. Sieg 26. Platz 11. 12. 12:10. Ferne liefen 6 Pferde. Lg. 3—8—2. Su Handel und Gewerbe Berliner Börse Aktien eher nachgebend. Renten freundlich. Die Börse eröffnete nicht ganz den Erwartungen entsrechend bei eher nachgebenden Kursen. Offenbar ist der berufsmäßige Handel, der gestern unter dem Eindruck der Im Verlauf bekanntgewordenen deutsch=französischen Verinbarung größere Anschaffungen vorgenommen hatte, eute zu Glattstellungen und Gewinnsicherungen übergegangen, während andererseits beim Publikum die Kauftätigkeit nachgelassen hat. An der freundlichen Grundtendenz hat sich durch diesen mehr technisch bewegten Vorgang nichts geändert, vielmehr wird das erwähnte politische Ereignis als weiterer großer Erfolg der Friedenspolitik des Führers gewertet. Am Rentenmarkt ermäßigten sich Harvener und Hoesch um je 1. Rheinstahl um:. Klöckner um% und Vereinigte Stahlwerke um ½ Prozent, während andererseits Mansfelder ¾ und Laurahütte 2/8 Prozent gewannen. Bei den Braunkohlenwerten gaben Eintracht und Leopoldgrube im Vergleich zur letzten Kassanotiz 4% bzw. 3½ Prozent her. Chemische Papiere waren gehalten, nur Farben um % und Schering um 1 Prozent schwächer. Bei, den Elektro= und Versorgungswerten fielen AEG. mit minus 17 und Siemens mit minus 2¼ Prozent als stärker rückgängig auf. Sonst sind mit über Prozentbruchteile hinausgehenden Veränderungen zu erwähnen: Feldmühle mit minus 2. Westdeutsche Kaufhof mit minus 1¾. Orenstein, Bemberg und Schultheiß mit je minus 12. Demag. Rheinmetall Borsig und AG. für Verkehr mit je minus 1. andererseits Norvdeutscher Lloyd und Dortmunder Union mit je vlus 1½. Süddeutsche Zucker mit vlus„ Prozent. Im variablen Rentenverkehr zog die Reichsaltbesitzanleihe um 10 Pfg. auf 1301, an. Die Gemeindeumschuldungsanleihe stellte sich auf 92.80(minus 15 Pfg.). Am Geldmarkt waren erneut höhere Sätze von 2¼ bis 3 Prozent zu bewilligen. Von Valuten errechneten sich das Pfund mit 11.60½. der Dollar mit 2.497 und der Franc mit 6.49½. Gewinnmitnahmen drückten auch im Börsenverlauf auf die Kurse, so daß die meisten Papiere weitere Einbußen erlitten. Zum Börsenschluß bröckelten die Notierungen verschiedentlich weiter leicht ab. während nur vereinzelt geringe Erholungen eintraten. Nachbörslich blieb es ruhig. Bei der amtlichen Berliner Devisennotierung war das engl. Pfund weiter rückgängig auf 11.585 gegen 11.64. Der holl. Gulden gab auf 135.81 gegen 135,90, der franz. Franc auf 6.48 gegen 6.515 nach. Der Dollar blieb mit 2.497 unverändert. Der Schweizer Franken stieg auf 56.80 gegen 56.62. Steuergutscheine blieben unverändert. Rheinisch=Westfälische Börse Nach der stärkeren Aufwärtsbewegung in den letzten Tagen trat im heutigen Börsenverkehr ein leichter Rückschlag ein. Seitens der Kundschaft und auch aus Börsenkreisen wurden wieder Abgaben vorgenommen, während die Kauforders geringer als an den Vortagen waren. Die Abschwächungen hielten sich jedoch überwiegend unter 1 Prozent. Die Kurenbörse verkehrte in gut behaupteter Haltung. Von den Kohlenkuren wurden Constantin 100 RM. höher aus dem Markt genommen. Deutschland gewannen bei einigen Umsätzen 5 RM. Die übrigen Werte wiesen keine nennenswerte Aenderungen auf und blieben umsatzlos. Braunkohlen wurden nur genannt. Am Kalimarkt wechselten Beienrode auf letzter Basis den Besitzer. Burbach stellten sich kursmäßig 50 RM. niedriger. Für die übrigen Werte erfolgte die Kursfestsetzung auf gestriger Grundlage. Der Freiverkehr zeigte keine einheitliche Tendenz. Gut behauptet verkehrten von Kohlenaktien Bergbau Lothringen. Kali=Aktien bei Umsätzen in Burbach 1 Prozent niedriger. Erhöht gefragt waren Büttner, ohne kulantem Angebot zu begegnen. Dyckerhoff ½ Prozent fester. Humboldt 1. Kölsch Fölzer im Verlaufe 1 und Westwaggon 1½ Prozent rückläufig. Der Kassamarkt neigte ebenfalls zur Schwäche. Felten gaben 2½. Dynamit Nobel 1¾. Bemberg 1½ und Schieß Defrieß ¾ Prozent ber. Interesse bestand für Bergbau Ewald, die ¼ Prozent anzogen. Kabel Rheydt und Westfalia Dinnendahl waren je 2 Prozent erholt. Mit Ausnahme von Westboden, die ¼ Prozent gewannen, tielen Banken leicht zurück. Versicherungen still und ohne nennenswerte Kuränderungen. Im Verlaufe bröckelten bei regeren Umsätzen in Montanwerten die Kurse weiter ab. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Baumwolle: Stetig. Suverfine 3.85. Fine Oomra 4.40 Kaffee: Mit dem Inlande ist der Handel etwas lebhafter geworden. Das Transitgeschäft verläuft in unveränderten Bahnen. Die Notierungen sind die gleichen geblieben. Im vergangenen Oktober kamen in Deutschland insgesamt 158 877 Doppelzentner gleich ca. 264 795 Sack Kaffee zur Verzollung gegenüber 172 493 Dovvelzentner gleich 287 488 Sack im September ds. Is. und 141 397 Doppelzentner gleich 235 662 Sack im Oktober 1937. Oele und Fette: In deutschen pflanzlichen Oelen sind die Umsätze zur Zeit normal. Auch für Fettsäuren ist die Nachfrage allgemein ruhig. Preise unverändert. Die internationalen Märkte für pflanzliche und tierische Oele und Fette zeigen weiterhin ruhige Tendenz. Preismäßig ergaben sich zum Teil geringe Erhöhungen. Holl. Leinöl prompt 18. Kokosöl Ceylon per Dez. 15/15/—. mandsch. Sojabohnenöl per Nov.Dez. 17/—/—. Uebriges unverändert. Kakaohalbfabrikate: Für Kakaopulver hält die Nachfrage trotz inzwischen erfolgter Zuteilungen unvermindert an. Auch Couvertüre wird weiter begehrt. doch ist das zur Verfügung stehende Material hierin nur knapp. Für Kakaobutter und=masse scheint das Geschäft vorüber zu sein. Vereinzelt kommt es noch zu kleinen Umsätzen. Preismäßig ergaben sich keine Veränderungen. Man fordert für Kakaovulver 1.12, für Convertüre 1.50 bis 2.50, für Kakaobutter 2.05 und für Kakomasse 1.60 bis 2.60 RM. je Kilogr. netto. Kautschuk: Ruhig. Sbeets loko 8½. Dez.(Jan. 8 3/16. Jan.(Febr. 8¼ Viehmärkte Dortmunder Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder gesamt 763. darunter Ochsen 28. Bullen 44. Kühe 501. Färsen 190. Kälber 751. Ziegen. 6 Schafe, Lämmer und Hammel 416. Schweine 2749. Bezahlt für 50 Kilogr. Lebendgewicht: Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45— sonstige voilfleischige 42.50, fleischige 37.50. Bullen Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 44.50, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40.50, Fleischige 35.50 Kühe: Jüngere vollfleischige höchsten Echlachtwerts: bis 44.50, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39 b 40.50, fleischige 31—34.50, gering genährte 20—25. Färsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwer## 44.50—45.50, vollfleischige 40—41.50, fleischige, 38—36.5s1 Kälber: Doppellender bester Mast 66—73, beste Manund Saugkälber 62—63, mittlere Mast= und Saugkälber 55—57, geringere Saugkälber 46—48. geringe Kälber 37 bis 38. Lämmer. Hammel und Schafe: Besse Weidemastlämmer 50—52, beste jüngere Stallmasthammel 46—52, beste jüngere Weidemasthammel 46—52, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 42—45. geringere Lämmer und Hammel 42—45, beste Schafe 33—42, mil: lere Schafe 33—42, geringe Schafe 24—32. Schweine: Fettschweine über rund 150 Kilogr. 58.50. vollfleischige von 135—149 Kilogr. 57.50. vollfleischige von zirka 120 bis 134 Kilogr. 56.50. vollfleischige von zirka 100—120 Kilogr, 52.50. vollfleischige von zirka 80—100 Kilogr. 49.50. fleischige von zirka 60—80 Kilogr. 49.50, fleischiee unter 60 Kiloar. 49.50 fette Specksauen 56.50—57.50, andere Sauen 51.50. Marktverlauf: Rinder zugeteilt, Ausstichtiere über Notiz. Kälber zugeteilt. Schafe flott. Schweine zugeteilt. Wie wird das Wettes? Voraussage für Samstag: Starke südwestliche Winde wechselhaft. vielfach geschlossene Bewölkung mit schauerartigem Regen. Temperaturen etwas ansteigend. * Gloria-Palast Samstag, den 26. und Sopatag, den 27. Hov. abends 10. 30 Uhr mit dem iomantischen und phantastischen Film: Samstag u. abends Senntag 10.15 Uhr: 2 Spalvorstellungen Marika Rökk Hans Stüwe Heißes Blut Täslich bis Hontag: Die grobe Ausstattungs-Operette Land der Liebe Albert Hatterstock Gustl Huber Oskar sima Diesen spannenden Film aus der Zeit des Sklavenhandels muß jeder gesehen haben. Im Tasesprosramm: Der spannende u. sensationelle Abenteurerfilm: mit VIkter de Nows. Sase Grai u. 2. ja ja, so macht's Freude zu Hause zu sein! Ein gemütliches Heim ist nun einmal jedermanns Wunsch. Es gehört zum Leden. Gemütlich ist ein Heim aber nur. wenn Zweckmäßigkeit und Schönheit sich mit dem Gefühl schützender Geborgenheit harmonisch verbindet. 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Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Leo Reiners, Herne; für Unterhaltung Franz runs, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möller, Herne; für Anzeigen Huberk Beyer, Herne. Bilderverantwortliche: Ressorkleiter. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, H.-Göring=Str 8) ni an ihre einzelnen Mitglieder„u richten. D. A.1# über 3500.— Druck und Verlag Koehte### Röttsches, Herne. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig.— Mengenstaffel E. Eine Anzeige n dieser Größe 22 mm breit, 30 mm hoch kostel nur noch M 1.20 bei Wiederhoung bis zu 20 0 Rahatt Ein Schädling macht die Wäsche grau— Im Wäschegewebe sitzt nämlich Kalk, der vom harten Wasser herrührt. Verkolkte Wäsche behindert die Hautatmung, weil sie in sterkem Grode die fähigkeit verliert, den Körperschweiß in sich aufzunehmen. Schützen Sie Ihr Wöschegut dagegen. Persil verhütet die schädlichen Kalkablagerungen des haren Wassers. 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