Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Bezugspreis balbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe 4 Pf., im Certteil 26 Pf. Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf.; Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Siffer= und Auskunftsgebübr 23 Pf.; Fernsprecher: Sammel=Nummer 52641 Drabianschrift: Anzeiger Herne. Nr. 296(Erstes Blatt) Montag, den 19. Dezember 1938 34. Jahrgang Filmheld Stalin Warum Stalin Lenin=Filme drehen läßt.— Geschichtsfalschung auf allerhöchsten Besehl.— Unterschlagene Hauptrollen. Dieser Tage soll in Moskau der zweite Teil einer großen Filmtrilogie über Lenin beendet werden: „Lenin 1918“. eine Darstellung des ersten Jahres nach der roten Revolution, in dem die Bolschewisten den 3unf um den Bestand ihres Regimes zu führen hatten. # au vor einem Jahr wurde der erste Teil der Trilogie, (Lenin im Oktober“, uraufgeführt. Später soll als Abschluß noch„Der Mann mit dem Gewehr“ folgen. Lenin=Filme auf Stalins Befehl— man horcht auf. Wer das Verhältnis Stalins zu Lenin kennt, muß sich sofort fragen: Welche Absicht verfolgt der blutige Kremltyrann damit, daß er jetzt seinen großen Vorgänger herausstellt? Der Film„Lenin im Oktober“, dessen Regisseur der Inde Michaeb Romm ist, unterscheidet sich sehr wesentlich von anderen bekannten sowjetrussischen Propagandafilmen, wie sie auch noch hier in Deutschland gezeigt wurden, ehe der Nationalsozialismus unsere Grenzen gegen die jüdisch=bolschewistische Propaganda abschloß. Während nämlich in diesen früheren Filmen vom Schlage des„Panzerkreuzer Potemkin“ oder Eisensteins „10 Tage, die die Welt erschütterten“ gemäß der marxistischen Ideologie die formlose Masse dominierend im Vordergrund stand und tragende Charakterrollen fast völlig fehlten, ist dieser Film ganz eindeutig auf die Darstellung von Einzelpersönlichkeiten, und zwar Lenins und Stalins, abgestellt. Das ist auffällig. Die marxistisch=bolschewistische Theorie in bezug auf das Verhältnis des einzelnen zur Masse ist ja in Tausenden von bolschewistischen Schriften, Reden führender Politiker usw. zur Genüge gepredigt worden: Die Einzelpersönlichkeit gilt nichts, die Masse alles. Das Ideal ist der durch nichts von seiner Umgebung abweichende Einheitsprolet. Und nun auf einmal diese betonte Herausstellung von Einzelpersönlichkeiten? * All das geschieht natürlich nur einer bestimmten„Persönlichkeit", zuliebe: dem„großen Führer Stalin". Im Vordergrund der historischen Geschehnisse steht freilich, das läßt ja der Titel nicht anders zu, Lenin. aber dann neben ihm als sein intimster Vertrauter Stalin. Wenn Lenin in irgendeine Gefahr gerät, ist der Film=Stalin sofort zur Stelle, sorsch und sympathisch, um ihn zu schützen; ist Lenin abgespannt oder friert er, so kümmert sich der Film=Stalin mitfühlend um ihn; Lenin fragt vor allen anderen nach Stalins Meinung; er gibt sich vertraut mit ihm, zeichnet ihn stets vor anderen aus und ist stets an seiner Seite. Der Film ist nach Angaben der Hersteller„mit außerordentlicher historischer Treue gedreht“ worden, man hat sich hierin viel Mühe gegeben. Aber die wichtigste Tatsache ist völlig entstellt: Stalin tritt— der historischen Wahrheit entgegen— stets als die rechte Hand und der engste Vertraute Lenins auf Neben Stalin tauchen nur beiläufig Dserschinski und Swerdloff in der näheren Umgebung Lenins auf; mehr von diesen vertrauten Genossen können im Film leider nicht gezeigt werden, da sie alle, wie die Schauprozesse in Moskau unter der späteren Aera Stalin offenkundig„erwiesen“ haben, sich als Schurken. Verräter und „Faschistenhunde“ entpuppt haben. Seltsam, ein schlechter Menschenkenner muß Lenin gewesen sein, daß er sich ausgerechnet diese verkappten Faschisten und Saboteure als nächste Mitarbeiter aussuchte. Aber noch seltsamer: nachdem jener Film„Lenin 1917“ z. B. Sinowjew und Kamenew als Verräter und Schurken bezeichnet hat— ganz im Sinne der späteren Stalinschen Schauprozesse— tauchen die beiden doch tatsächlich in der Geschichte wieder auf. und zwar Sinowjew als Präsident der Kommunistischen Internationale 1918, Kamenew ebenfalls 1918 als Präsident des Moskauer Sowjets, 1922 als stellvertretender Vorsitzender des Rates der Volkskommissare und noch 1924 als Vorsitzender des Rates für Arbeit und Verteidigung. Wie ist diese immerhin historische Wahrheit mit der Filmhistorie zu vereinbaren? Man muß hierfür schon annehmen, daß Lenin Schurken gegenüber eine sehr nachsichtige Natur hatte. Was aber ist— und das ist vielleicht die interessanteste Frage, die der Stalinsche Lenin=Film aufgibt— mit Trotzki, der nach Lenins Tode für dessen Nachfolgerschaft mit in erster Linie in Frage kam? Im Film sah ihn niemand; unbestreitbar hat er aber 1917 und in den folgenden Jahren sehr stark und für alle sichtbar in Lenins Nähe gewirkt. Anscheinend hat also das Gedächtnis jener tausender zuverlässiger Genossen, nach deren Zeugnissen der Film gedreht wurde, hier auffällig versagt. Wie war das doch mit Lenins Testament? Bezeichnete er Stalin darin nicht als einen illoyalen Menschen, ehrgeizig, brutal und zum Machtmißbrauch fähig? Auch dieses Testament ist„leider“ den nach genauen historischen Unterlagen für den Film suchenden Dramaturgen und Regisseuren entgangen. Der zweite Lenin=Film. der demnächst beendet werden soll,„Lenin 1918“, dürfte in der Methode der Geschichtsklitterung nicht weniger„großzügig“ sein. Im Mittelpunkt wird auch hier neben Lenin Stalin stehen, außerdem der Stalin durch dick und dünn ergebene Maxim Gorki, der erste GPU.=Chef Dserschinski und der Jude Jakob Swerdloff, der neben Lenin und Trotzki in den Revolutions= und Bürgerkriegsjahren mit die führende Rolle spielte. Von Trotzki wird natürlich wieder keine Rede sein. Und da Stalin inzwischen auch die„Trotzkisten“ so gut wie vollständig ausgerottet hat, ferner alle irgendwie bedeutenden Leute der gesamten alten Lenin=Garde. wird das Moskauer Kinopublikum stumm und stur sich auch dieses neue Machwerk ansehen, das die Juden A. J. Kapler und Michael Romm so geschickt inszeniert haben, wird Beifall klatschen und— nichts merken. Die aber etwas merken, werden, da der neue GPU.= Chef Berija seinen Vorgängern an Blutdurst sicher icht nachsteht, den Mund halten. W. Th. Arbeiterflucht aus Sowjetfabriken Goldener WhW=Sammelsonntug Die lustigen Holzfiguren erobern Berlin— 53. und BdM. als vorbildliche Sammler. Folge der Fronknechtschaft 7 Neue Beschränkung der Freizügigkeit Warschau, 18. Dez. In der Sowjetpresse wird in den letzten Tagen eine auffallende Kampagne gegen die Disziplinlosigkeit und das Bummelantentum geführt, die sich angeblich die Arbeiter immer mehr zuschulden kommen lassen. Wie hierzu aus Moskau gemeldet wird, ist dieser Feldzug auf eine Kontrolle zurückzuführen, die die statistischen Behörden durchgeführt haben und bei der sich ergab, daß die anhaltende Arbeiterflucht aus den Sowjetwerken eine katastrophale Lage herbeizuführen droht. In einem Werk hat im Laufe eines halben Jahres über die Hälfte der gesamten Belegschaft das Werk verlassen. In einem anderen Werk führte die Flucht der Arbeiter dazu, daß man, um den Betrieb aufrechterhalten zu können, ungelernte Arbeiter von der Straße und eiligst mobilisierte Bauernsöhne einstellen mußte, was wiederum verhängnisvolle Folgen für die ganze Produktion hatte. Die Sowjetregierung hat deshalb Befehl gegeben. daß eine„Kampagne gegen die Disziplinlosigkeit der Arbeiter" durchgeführt werden soll. Schon besteht z. B. auf verschiedenen Werken die Uebung, daß man die Arbeiter, um sie an der Flucht vor den fürchterlichen Arbeitsbedingungen zu hindern. für eine Anzahl von Jahren auf den Werken„beschäftigt“ und damit einen Wechsel der Arbeitsstelle unter Strafe stellt. In Zukunft wird nun dieses System, durch das der russische Arbeiter endgültig in einen Fronknecht verwandelt wird, noch weiter ausgebaut werden. „Eine verborgene Revolution“. Flandin über außen= und innenpolitische Fragen Frankreichs Paris, 18. Dez. Der frühere Ministerpräsident und Vorsitzende der Demokratischen Vereinigung. Flandin, hielt in Paris anläßlich der Jahrestagung des Verbandes der demokratischen Presse, bei der mehr als 300 Provinzzeitungen vertreten waren. eine Rede, in der er vor allem die Außenpolitik behandelte. Flandin erklärte u. a., die Münchener Abmachungen hätten mit Recht kritisiert werden können, wenn sie nicht den Beginn einer neuen Phase der deutsch=französischen Beziehungen bedeutet hätten. Diese Ansicht habe er bereits früher zum Ausdruck gebracht. Der Besuch des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop und die deutsch=französische Erklärung seien Anzeichen dafür, daß die französische Diplomatie die Notwendigkeit verstanden habe, ihre frühere ausschließlich auf dem Genfer Pakt und den ergänzenden Verträgen begründete Politik zu revidieren. Bezüglich der Innenpolitik betonte Flandin, daß sich täglich, ohne daß man es wahrnehme, eine verborgene Revolution entwickele. Die Dekadenz des parlamentarischen Regimes werde offenkundig. Der Redner geißelte die Volksfront, die als erste das Verfahren der Sondervollmachten auch auf steuerlichem Gebiete eingeführt und dem Parlament ein Verfahren für die Haushaltsaussprache und=bewilligung aufgezwungen habe, das tatsächlich die Kontrolle des Parlaments abschaffe. Er stellte fest, daß ein gewisser Fortschritt in der Entwicklung der öffentlichen Meinung und der Volksstimmung seit der Pleite des Generalstreis sichtbar geworden sei. Es sei nur gerecht, daß Daladier für seinen Teil daraus Nutzen ziehe. Die Demokratische Vereinigung würde alles tun, was in ihren Kräften stehe, damit die Bewegung zur politischen und moralischen Wiederaufrichtung Frankreichs sorlgesetzt und gesörderl werde. Unzufriedenheit in Elsaß=Lothringen Chautemps:„Unzufriedenheit ist ein gewöhnliches Kennzeichen der Demokratien“. Paris, 18. Dez. Die französische Kammer verabschiedete am Samstagmorgen in Fortsetzung der Haushaltsberatungen den Haushalt für Elsaß=Lothringen. In der Aussprache, die der Abstimmung vorausging, lenkte der Abgeordnete Heid die Aufmerksamkeit der Regierung auf die zu große Anzahl von Ausländern in den Grenzprovinzen. Ein elsässischer Abgeordneter, Beron, forderte, daß die elsässische und lothringische Bevölkerung ebenso behandelt würde, wie alle anderen Franzosen. Verschiedene Redner wiesen auf den Ernst der wirtschaftlichen Lage in Elsaß=Lothringen hin und forderten Maßnahmen der Regierung. Der stellvertretende Ministerpräsident. Staatsminister Chautemps. der mit den elsaß=lothringischen Angelegenheiten betraut ist, erklärte in Beantwortung der verschiedenen Anfragen, sicherlich finde man im Elsaß den Ausdruck der Unzufriedenheit, aber diese Unzufriedenheit sei ein gewöhnliches Kennzeichen der Demokratien. Es gebe im Elsaß eine Verwaltung. und man habe unrecht, diese Verwaltung von der Zentralgewalt trennen zu wollen, bei der man alle Kritiken vorbringen könne. Heute Luftschutzübung in Paris Der Abtransport von Frauen und Kindern wird erprobt Paris, 18. Dez. In verschiedenen Stadtteilen werden am Montagabend umfangreiche Luftschutzübungen durchgeführt werden. Gegen die riesigen Schlachthäuser in der Vorstadt La Villette, sowie gegen einige andere Stadtviertel werden in den Abendstunden Bomben= und Gasangriffe improvisiert werden. 2000 Frauen und Kinder werden übungsweise auf dem schnellsten Wege mit Eisenbahnzügen aus der Hauptstadt in die weitere Umgebung von Paris gebracht werden. Sämtliche Luftangriffssirenen der Hauptstadt werden längere Zeit hindurch die ganze Stadt in Alarmzustand halten. Einmonatige Wassenruhe in Spanien? Französische Anregung? Paris, 18. Dez. Aus dem Studium der Pariser Sonntagspresse gewinnt man den Eindruck, daß gewisse politische Kreise den Quai d'Orsay veranlassen wollen. die Initiative zur Erwirkung eines einmonatigen Waffenstillstandes in Spanien zu ergreifen. Verschiedene Blätter glauben einen Besuch in dieser Richtung auslegen zu sollen, den eine Abordnung des Spitzenverbandes der französischen Frontkämpfer am Samstag im Außenministerium abgestattet hat. Auch eine Rücksprache des Pariser Kardinals Verdier im Quai d'Orsay im Laufe des Samstags wird in diesem Zusammenhang verzeichnet. Eine offizielle Mitteilung liegt bis jetzt nicht vor. Zeitungssterben in Sowjetspanien Wachsende Terrorwelle in Barcelona. St. Jean de Luz, 18. Dez. Der Rohstoffmangel in Sowjetspanien macht sich auf Grund der hier eingetroffenen Meldungen immer stärker bemerkbar. So mußten in Barcelona infolge Papiermangels bereits sechs Zeitungen ihr Erscheinen einstellen. Gleichzeitig wird ein weiteres Anwachsen der Terrorwelle gemeldet. Eine Unzahl von Verhaftungen sei erfolgt, namentlich unter Katalanen, die für einen Sonderfrieden Kataloniens mit General Franco eingetreten seien. Berlin, 18. Dez. Festliche vorweihnachtliche Stimmung lag am Sonntag über Berlin. Trotz der Kälte waren am Nachmittag die Hauptgeschäftsstraßen von einer fröhe lich durcheinanderwirbelnden und mit Paketen beladenen Menscheumenge überflutet. So ist es nicht verwunderlich. wenn sich dieser Sonntag auch für die vielen tausend jungen Sammler und Sammlerinnen, die vom frühen Morgen an mit ihren WHW=Büchsen unermüdlich unterwegs waren, zu einem wahrhaft goldenen Sammelsonntag gestaltete. Nicht nur, daß die geradezu rührende Ausdauer. die Tüchtigkeit und die vielseitige Findigkeit der Sammelnden selbst den Verstocktesten zum gern bereiten Spender machen mußten— die hübschen bunten Abzeichen warben für sich selbst. Wohl jeder Bexliner trug schon am Samstag zumindest eines der lustigen Holzfigürchen im Knopfloch. Am Sonntagabend sah man im Verkehrsgewühl kaum einen Passanten. der nicht wenigstens zwei oder drei Abzeichen am Mantel trug. Viele Jungen und Mädel mußten ihre Bestände wegen restlosen Ausverkaufs häufig genug ergänzen, und manche bis zum Rande gefüllte Sammelbüchse wanderte zur Abgabestelle. Wie immer an solchen Tagen waren in allen Stadtteilen die Spielmannszüge, die Singscharen, die Tanzgruppen und Spielscharen der Hitler=Jugend anzutreffen. Einen ganz großen Tag erlebte der Weihnachtsmarkt im Lustgarten, wo besonders in den Abendstunden der so oft zitierte Apfel wahrhaftig nicht mehr zur Erde fallen konnte. Hier kassierten BdM=Mädel mit amüsanten Handpuppenspielen beachtliche Mengen von Opfergroschen für das WHW. So kann schon heute kein Zweifel bestehen, daß sich das Ergebnis der dritten Reichsstraßensammlung in Berlin würdig den Resultaten der vorangegangenen Sammlungen angleichen wird. Der libysch=italienische Jugendführer sammelt für das WöW. Karlobad. 18. Dez. Der lihnsch italienische Jugend. führer Ali Ben Schileck Ka=Abir sammelte am Sonntagvormittag in der Mühlbrunn=Kolonnade für das WHW. Mehr als zwei Stunden lang drängten sich die Menschen. um dem freudig begrüßten Gast ihre Spenden zu bringen. Der Jugendführer, der am Samstag von der HJ. feierlich empfangen worden war, ist am Sonntagnachmittag weitergereist. Weihnachtsseier der Kanzlei des Führers Berlin, 18. Dez. Wie alljährlich hatten der Chef der Kanzlei des Führers, Reichsleiter Philivv Bouhler und Frau Bouhler, am Samstag die Mitarbeiter dieser Dienststelle zu einem Kameradschaftsabend in das Haus der Flieger geladen, um mit ihnen gemeinsam das Fest der deutschen Weihnacht zu feiern. Unter dem strahlenden Lichterbaum und dem Kerzenschimmer der mit duftendem Tannengrün überstreuten Tische umsing die Teilnehmer bei festlich=frohen Weisen rasch der ganze Zauber dieses schönsten deutschen Festes. Jeder fand auf seinem Platz als Weihnachtsgabe Philipn Bouhlers „Kampf um Deutschland“ mit persönlicher Namenszeichnung. Dazu erfreute der Weihnachtsmann alle Gäste mit einem kleinen sinnigen Angebinde. In seiner Ansprache wies der Reichsleiter auf die stolzen Erfolge des nun abgelaufenen Jahres hin. die allein dem Manne zu danken sind, dem sich die Mitarbeiter der Kanzlei durch ihre Arbeit besonders verbunden fühlen. Keine Kinovorführungen am Heiligen Abend Alle Filmtheater am 24. Dezember geschlossen. Berlin, 18. Dez. Im Einvernehmen mit dem Präsidenten der Reichsfilmkammer hat die Fachgrunpe Filmtheater angeordnet, daß— ebenso wie in den Vorjahren — sämtliche deutschen Filmtheater am 24. Dezember 1938 geschlossen zu halten sind. Durch diese Anordnung soll sowohl dem Theaterbesitzer als auch der gesamten Gefolgschaft die Möglichkeit geboten werden, den Heiligen Abend im Kreise der Familie zu verbringen. Um Unklarheiten zu vermeiden, wird besonders darauf hingewiesen, daß am ganzen Tage des 24. Dezember keinerlei Filmvorführungen irgendwelcher Art in den Filmtheatern stattfinden dürfen. Großraum=Propagandazug„Vierjahresplan“ In diesen Tagen startet der neue Großraum=Propagandazug„Vierjahresplan“ zur Fahrt in die Ostmark. Die Ausstellung wird im Januar in Wien eröffnet. In je 12 Stunden kann die Ausstellung auf= und abgebaut werden. Unser Bild zeigt einen Blick in die Ausstellung. In der Kabine vorn links sieht man u. a. ein neues Eisenbahnleichtrad mit Hohlachse. Die deutsche Werkstofftechnik hat es erreicht, daß trotz geringerer Wandstärke durch Faltung der Radscheibe die gleiche Festigkeit wie bei eenem Normalrad erzielt wird(Scherl-Bilderdienst-M Die Pariser frieren 5 bis 10 Grad unter Null in Frankreich. Paris, 18. Dez. Ueber das Wochenende hat die aus Osten kommende Kältewelle auch Frankreich erreicht. Abgesehen von der französischen Riviera, an der bei durchschnittlich 11 bis 12 Grad über Null auch zu dieser Jahreszeit noch das übliche Frühlingswetter herrscht, werden aus allen Teilen des Landes Temperaturen von 5 bis 10 Grad unter Null gemeldet. Die am Sonntag gewöhnlich überfüllten Vorortzüge. die sonst hunderttausende Pariser Ausflügler in die Umgebung bringen, waren heute fast leer. Die Pariser hatten es offensichtlich vorgezogen. in ihren Wohnungen zu bleiben, denn 6 Grad unter Null ist eine in Paris nicht nur ungewohnte, sondern auch wenig begrüßte Naturerscheinung. In Triest Temperatursturz um 20 Grad Mailand, 18. Dez. Die Ausläufer der Kältewelle, die sich von Osten her über Mitteleuropa ergießt, machten sich nun auch in Norditalien bemerkbar. In Udine wurden 5 Grad Kälte gemessen, in Tarvis zeigte das Thermometer 7 Grad Kälte, und aus den Alpentälern Friauls werden sogar 15 Grad, unter Null gemeldet.— In Udine starb ein Mann infolge des plötzlichen Kälteeinbruchs. In Triest zeigte das Thermometer innerhalb von 24 S unden einen Temperatursturz von plus 20 auf minus 5#.d an, während ein Sturm von 60 Stkm. Geschwindigkeit über die Stadt hinwegsegte. 33 Grad Kälte in Polen Warschau, 18. Dez. Der starke Frost, der jetzt in Nordostpolen bis 33 Grad erreicht, hat überall im Lande erhebliche Schäden verursacht. Die Zügee kommen meist mit großen Verspätungen an. Das Elektrizitätswerk in Wilna wurde durch die Kälte für mehrere Stunden stillgelegt. In Wilna. Warschau, Lodz und anderen Städten trugen zahlreiche Personen schwere und zum Teil todliche Erfrierungen davon Graf Clano nach Budapest unterwegs Rom, 18. Dez. Der italienische Außenminister, Graf Ciano, ist am Sonntagvormittag nach Budapest abgefahren. Die römischen Sonntagsblätter veröffentlichen aus diesem Anlaß in großer Aufmachung die Begrüßungsartikel der ungarischen Presse und heben besonders die zusätzlichen Abmachungen zu dem italienisch=ungarischen. Kulturabkommen vervor. Alle Länder. so bemerkt„Voce d'Italia“, seien heute vor wichtige nationale, wirtschaftliche, sozialpolitische und geistige Probleme gestellt, die jenen verwickelten Zeitpunkt kennzeichnen, der für jeden die unvermeidliche Krise der notwendigen Umbildung darstelle, um die Gesamtheit der Volksgemeinschaft der neuen Zeit und ihren neuen Problemen ohne störende Erschütterungen anzupassen. In den rechtzeitigen und weitschauenden inneren Reformen beruhe das Geheimnis der nationalen Einheit, der Kraft und der Fähigkeit zur Lösung der großen Aufgaben der Außenpolitik. Hier habe Ungarn allerdings bereits seinen Weg gewählt. Seine Außenpolitik sei fest verankert in der Solidarität der Achse Rom— Berlin. ein Ergebnis, das aus den geographischen, realistisch verstandenen Grenzen und aus den Feststellungen der letzten drei Jahre europäischer Geschichte hervorgegangen sei. Man könne daher nur eine zunehmende Zusammenarbeit politischer, wirtschaftlicher und kultureller Art mit Italien und Deutschland erwarten, die sich gewiß auch auf das gemeinsam befreundete Jugoslawien erweitern werde, das einen starken Stabilitätsfaktor im Donau= und Balkanraum darstelle. Schließlich werde es nur natürlich sein, wenn Ungarn bei seinem engen Zusammenhang mit der Politik der Achse auch seine Haltung in der Frage der Bekämpfung des Bolschewismus und gegenüber der Unzulänglichkeit der Genfer Liga mit Rom und Berlin in Uebereinstimmung bringe. Der Besuch Dr. Franks in Warschau Warschau, 18. Dez. Der Besuch des Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, in Warschau, findet auch in den Sonntagsausgaben der polnischen Presse lebhaften Widerhall.— Vor allem die Regierungsblätter berichten über den letzten Tag des Aufenthaltes des Reichsministers in der polnischen Hauptstadt und über die anschließende Reise nach Bialowieoe ausführlich. „Gazeta Polska“ macht auf der ersten Seite in augenfälliger Form auf die Besprechung zwischen dem polnischen Außenminister und dem Reichsminister am Samstag aufmerksam.— Das Blatt hebt besonders hervor, daß die Unterredung längere Zeit gedauert habe. Die Wahlen zum slowakischen Landtag Noch keine endgültigen Zahlen. Preßburg, 18. Dez. Wie von amtlicher slowakischer Stelle zu den Wahlen mitgeteilt wird, haben die slowakischen Bürger mit einer Mehrheit, wie sie bisher in der Slowakei keine einzige politische Partei je erreicht habe, sich mit der slowakischen Regierung und ihren Leistungen seit dem 10. Oktober solidarisch erklärt. Die Wahlbeteiligung sei ungewöhnlich groß gewesen. Die Abstimmung sei überall ruhig verlaufen. Mit Begeisterung sei die Bevölkerung zu den Urnen gegangen. Um 20.30 Uhr gab das slowakische Provagandaamt bekannt, daß noch keine endgültigen Zahlen vorlägen. Buden verbreiten kommunistische Fiugzeitei Gegen die slowakische Regierung. Preßburg, 18. Dez. Am Samstagabend wurden in Preßburg heimlich kommunistische Flugzettel verteilt. in denen in drei Sprachen aufgefordert wird. gegen die slowakische Regierungsliste zu stimmen. Es gelang der Polizei. fünf Verfasser und Verbreiter dieser Zettel zu verhaften. Es handelt sich um drei Juden und zwei Tschechen, die ins Konzentrationslager gebracht wurden. Großfeuer im Utrechter Zentralbahnhof Amsterdam, 18. Dez. In der Nacht zum Sonntag brach im Zentralbahnhof von Utrecht, das den wichtigsten Knotenpunkt des holländischen Eisenbahnnetzes bildet, ein Großfeuer aus. Angefacht durch den starken Ostwind. breiteten sich die Flammen schnell im Obergeschoß des Bahnhofsgebäudes aus. in dem verschiedene Büroräume untergebracht sind. Obgleich die Feuerwehr sofort eingriff, fürchtet man, daß auch die Bahnhofshalle und das Erdgeschoß mit Wartesälen. Schalterhalle und Restaurationsräumen ein Raub des noch nicht gelöschten Brandes wird. Im Zusammenhang mit dem Brand mußte der elektrische Strom abgestellt werden, so daß die zahlreichen elektrischen Züge nicht mehr verkehren konnten, was eine starke Beeinträchtigung der Bahnverbindungen mit sich brachte. Das Feuer hat das Gebäude fast völlig zerstört, doch haben die Gleisanlagen nicht gelitten. Personenschäden sind glücklicherweise nicht zu beklagen, doch ist der Sachschaden bedeutet.— Am Nachmittag war die Gefahr endgültig gebannt. Antisemitismus in Schweden Ein„Ausschuß der Abwehraktion gegen die Indenherrschaft“ Stockholm, 18. Dez. Das Blatt der schwedischen Nationalsozialisten,„den Swenske Nacionalsocialisten“. veröffentlicht eine bemerkenswerte Stellungnahme des „Ausschusses der Abwehraktion gegen die Judenherrschaft“ zur Frage der Einwanderung von jüdischen Emigranten nach Schweden. Darin wird u. a. das Jahreseinkommen gewisser schwedischer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die ihre Stimmen zugunsten der Judeneinwanderung erheben, dem Jahreseinkommen einer Reihe führender jüdischer Geschäftsleute des Landes gegenübergestellt. Aus dieser Gegenüberstellung, die zum Nachteil der Schweden ausfällt, geht hervor, daß Juden in Stockholm allein über ein Jahreseinkommen von rund 5,7 Millionen Kronen verfügen, wovon, wie es heißt, 2000 schwedische Arbeiter= und Bauernsamilien leben könnten. Das beweise, so heißt es in der Veröffentlichung weiter, Welue„—#chorte Machtposition und was für ein enormes Vermögen sich die Juden auf verschiedenen Gebieten des schwedischen Vaterlandes anzueignen verstanden haben". Die Judeneinwanderung gehe nur auf Kosten der bedrängten schwedischen Gewerbetreibenden. Daher müßten die neu hinzugewanderten Juden unter allen Umständen aus Schweden wieder hinaus. Die Schweden, die für die Judeneinwanderung eintreten, sollten lieber die jüdischen Auswanderungspläne nach anderen Weltteilen fördern und sich hierbei von den reichen Juden des Landes unterstützen lassen. Ihr materieller Wohlstand setze sie hierzu besonders in die Lage. Anschlag bretonischer Autonomisten Ein Lenkmal in die Luft gesprengt Zusammenhang mit der Verurteilung zweier Autonomisten? eines schnell davonfahrenden Kraftwagens gehört haben — glaubt man, wie Havas berichtet, daß der Anschlag mit der am Samstag in Rennes erfolgten Verurteilung der beiden bretonischen Autonomisten Debeauvais und Mordrel zusammenhängen könnte. Man verweist aber auch darauf, daß vor einigen Tagen das Polizeigericht in Pontivy einige junge Leute zu drei Tagen Gefängnis verurteilte, die von der Polizei beim Ankleben autonomistischer Zettel überrascht wurden. Debeauvais und Mordrel erhielten ein Jahr Gefängnis mit Bewährungsfrist. Gegen dieses Urteil protestiert die Halbmonatsschrift der Nationalen Bretonischen Partei auf das heftigste und bezeichnet es als eine Herausforderung, auf die die Bretonen eine verdiente Antwort geben würden, indem sie sich immer entschlossener um ihre nationalen Führer scharten. Das bretonische Blatt meldet auch, daß Debeauvais auf das Urteil mit dem Ruf:„Es lebe die treue Bretagne!“ geantwortet habe. Paris, 18. Dez. In Pontivy, in dem bretonischen Departement Morbihan, explodierte Sonntag früh um 4.20 Uhr das auf einem der Plätze der Stadt befindliche Denkmal zur Erinnerung an die Vereinigung der Bretagne mit Anjon. Durch die Wucht der Explosion wurde die bronzene Freiheitsstatue in mehrere Stücke gerissen. Die Fensterscheiben der umliegenden Häuser sprangen zum größten Teil. Der Granitsockel des Denkmals ist unbeschädigt. Soweit sich bisher feststellen ließ, waren starke Sprengstoffladungen unter der Statue angebracht und durch eine fünf bis sechs Meter lange Zündschnur zur Explosion gebracht worden. Der Präfekt von Morbihan und der Unterpräfekt von Pontivy haben in Begleitung des zuständigen Gendarmeriehauptmanns sofort eine Untersuchung eingeleitet. Obgleich noch keinerlei Anhaltspunkte für die Täter gefunden sind— lediglich einige Personen wollen nach der Explosion das Motorengeräusch gerimm erschernen mitste. Der Stc####n eines Sergeanten an Scoalen der Garnison von Sae Paulo Geld geliehen und dabei Wucherzinsen von 50 bie 60 Prozent verlangt. Im Spiegel der Presse „Richt den Mangel organisieren, sondern ihn beseitigen“ Anläßlich der Eröffnung des 3000. Kilometer Reichsautobahn hat die vom Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen herausgegebene Zeitschrift„Die Straße" ihre neue Ausgabe dem Rang der Technik im Dritten Reich gewidmet. Ministerpräsident General= feldmarschall Hermann Göring schenkt ihr folgendes Geleitwort: „Die vieltätigen Aufgaben des Vierjahresplanes stellen an die Männer der deutschen Technik gewaltige Anforderungen. Die weitreichenden Umwälzungen und Neuerungen auf allen Gebieten des gewerblichen Lebens zeugen von der Größe der bereits vollbrachten Leistungen. Wenn die Knappheit wichtiger Rohstoffe die weitere wirtschaftliche Entfaltung und die Lösung der großen nationalpolitischen Aufgaben nicht verhindert hat, so danken wir das vor allem der Genialität deutscher Erfinder und dem unermüdlichen Einsatz unserer Ingenieurt und Chemiker. Neben den seit Jahren geförderten Bauten, namentlich dem schönen und großzügigen Wer der Reichsautobahn, konnten andere neue gewaltige Pläne, Fabriken, Wasserstraßen und Reichsverteidigungsmaßnahmen in Angriff genommen und vollendet werden Der Vierjahresplan ist Wegbereiter der Fortschrittes. Nicht den Mangel organi sieren, sondern ihn endgültig beseitigen ist sein Ziel. Auch künftige Schwierigkeiten können schrecken. Mögen sich uns Hemmnisse in— Will Der Duce weiht eine neue Kohlenstadt ein Carbonia, eine Vergarbeiterstadt auf Sardinien Rom. 18. Dez. Bei Einweihung der neuen Stadt Carbonia, dem Mittelpunkt der sardinischen Kohleförderung, hielt Mussolini am Sonntag an die Schwarzhemden. Ingenieure. Techniker und Bergarbeiter eine kurze, immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochene Ansprache. Darin führte er aus, diese Städteneugründung beweise die gewaltige schöpferische und organisatorische Fähigkeit des faschistischen Italien für alle Zeit. Unter der Erde habe der ungeheure Reichtum„autarkischer" italienischer Kohle, die der ausländischen Kohle nicht nachstehe, nur auf die Tätigkeit der Bergarbeiter gewartet. Die Kohle werde Sulcis=Kohle heißen. Die neue Stadt zahle bereits 12 000 Einwobner und werde in ablehharer Zeit 24 000 Unter dem Zeichen der Autarkie fördere diese alte, treue und zu lange Zeit vergessene sardinische Erde ihre Schätze zutage. Aber wertvoller sei die Zähigkeit der sardinischen Arbeiter und unerschrockenen Frontkämpfer, die mit ihrem Blut glorreiche unvergeßliche Seiten in die Geschichte Italiens geschrieben bätten. Es ist bezeichnend, daß die Einweihung von Carbonia mit dem dritten Jahrestag des Datums zusammenfalle, an dem die italienischen von Vaterlandsliebe beseelten Frauen nach dem Beisviel Alt=Roms auf die schmähliche wirtschaftliche Belagerung durch die Genser Liga(anhaltendes Pfeisen) svontan ihre Trauringe dargeboten hätten. Wenn ein Volk solcher Beispiele fähig sei, könne es allem und jedem fest entgegensehen. Flugzeug begrub drei Kinder unter sich Rom. 18. Dez. Wie erst jetzt bekannt wird, ist am 15. Dezember ein Militärflugzeug aus Forli mit vier Mann Besatzung bei Celena so unglücklich abgestürzt, daß es drei Kinder unter sich begrub. Die Kinder und die Besatzung sind ums Leben gekommen. England baut schnelle Torpedoboote London, 18. Dez.„Evening Standard" berichtet in seiner politischen Plauderecke. daß man nunmehr auch in England daran gehe, leichte und schnelle Torpedoboote ähnlich den neuen französischen Lorraine=Booten zu bauen, die einen Aktionsradius von 650 Meilen und eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 45 Knoten hätten. Die Baukosten dieser neuen Boote beliefen sich lediglich auf ein Zehntel im Vergleich zu denen eines modernen Zerstörers. Dampfer-Zusammenstoß im Deresund Unfall auch eines deutschen Dampfers. Kovenhagen, 18. Dez. In der nördlichen Einfahrt zum Oersesund wurde am Samstagabend der englische Dampfer„Jeanne M“. der mit Ballast von Cardiff nach Kristianssand unterwegs war, von dem schwedischen Dampfer„Värmdö“ gerammt. Das Krachen des Zusammenstoßes war so stark, daß es über vier Kilometer weit bis in Helsingör gehört wurde. Die Unmöglichkeit, das große Leck der„Jeanne M“ zu stopfen, zwang die Besatzung. die zum Teil aus Negern und Indern bestand. in das Rettungsboot zu gehen, aus dem sie von einem vorüberfahrenden schwedischen Motorsegler übernommen wurde. Der Dampfer sank. Der schwedische Dampfer. der bei dem Zusammenstoß ebenfalls Schaden erlitten hatte, ist mit eigener Kraft nach Helsingborg gefahren. Nach Meldungen aus Kalundborg ist der deutsche Dampfer„Karpfänger"(nicht„Karpfanger"). der sich mit einer Ladung Zellulose auf der Reise von Schweden nach Amerika befand. einem dopvelten Unheil ausgesetzt gewesen. Auf der Fahrt zur Kieler Bucht war das Schiff an der Südspitze von Langeland auf Grund gelaufen. Von einem dänischen Bergungsdampfer wieder flottgemacht, wurde die„Karpfänger“ auf dem Wege nach Kalundborg, wo der etwaige Bodenschaden untersucht werden sollte, von Feuer heimgesucht. Der Brand war im vorderen Laderaum durch Selbstentzündung der Zellulose entstanden. Er konnte, ohne größeren Schaden angerichtet zu haben, mit Hilfe des begleitenden Bergungsdampfers rasch gelöscht werden. Die„Karpfän= ger“. die zur Zeit in Kalundborg liegt, wird alsbald einen deutschen Hasen zur Instandsetzung aufsuchen. 50 bis 60 Prozent Zinsen Jüdischer Wucherer vor brasilianischem Sondergericht. Rio de Janeiro. 18. Dez. Beim nationalen Sicherheitsgericht wurde der erste Prozeß auf Grund des Gesetzes über Verbrechen gegen die Volkswirtschaft eingeleitet. Der erste Angeklagte ist natürlich ein Jude namens Levy de Andrade, der wegen Wuchers vor diesem Sonderuns nicht schrecken. Mögen sich uns Hemmnisse in Weg stellen, der starke Wille und die gewaltigen— keiten und Kräfte des deutschen Volkes werden sie winden.“ Benzintank beim Zusammensto explodiert Frankfurt a. M., 18. Dez. Am Freitagnachmittag ereignete sich auf der Hanauer Landstraße ein furchtbares Verkehrsunglück, dem drei Menschen zum Opfer fielen. Ein aus Hanau kommendes Personenauto prallte mit einem Hilfsgerätewagen der Straßenbahn zusammen. Bei dem Zusammenstoß explodierte der vorn im Auto befindliche Benzintank, und der Wagen stand sofort in Flammen. Da die Türen klemmten, konnten sich die drei Insassen nicht mehr retten. Zwei von ihnen verbrannten im Wagen, während der dritte mit schweren Brandwunden von der Feuerwehr aus dem Auto geholt wurde. Der Verunglückte starb jedoch auf dem Transport zum Krankenhaus. Provinzielles Hohe Strafen für Schwarzbrenner Trier, 18. Dez. Vor der Großen Strafkammer Trie hatten sich zwei Einwohner aus Noviand namens richte und Feller, ein Einwohner aus Briedel an der Mosel namens Könen und ein gewisser Schnurr aus Oberachern (Baden) wegen Schwarzbrennens zu verantworten. Die Schwarzbrennerei, die ursprünglich in Oberachern von dem Schwarzbrenner Karcher, der als„Vater der Schwarzbrenner“ weit und breit bekannt war, betrieben wurde, war 1928 in Noviand unter dem Namen der Lichter ausgemacht worden, der zwar nach außen hin als Besitzer auftrat, während in Wirklichkeit Könen den Vertrieb des Branntweins leitete. Obwohl die Schwarz= brennerei nicht lange bestand, ist in verhältnismäßig kurzer Zeit die Riesenmenge von 20000 Litern Branntwein gebrannt worden. Feller und Schnurr waren die Brennergehilfen. Schon einige Zeit vorher, ehe die Zollbehörde hinter das Treiben der heutigen Angeklagten kam, wurde der Betrieb verschärft kontrolliert, aber nichts Verdächtiges gefunden. Das war auch kein Wunder, da die Maische im Keller eines Nachbarn, den man gemietet hatte. lagerte. Eines Tages aber wurde der Kessel noch warm angetroffen, obwohl der Brennereibesitzer angab, in den letzten 14 Tagen sei nicht mehr gebrannt worden. Die Angeklagten waren im großen und ganzen geständig. Das Gericht verurteilte wegen Steuerhinterziehung bzw. Beihilfe dazu Könen zu 235000 RM. Geldstrafe und 10 Monaten Gefängnis als Zusatzstrafe, außerdem zu einem Wertersatz von 64 350 RM., Lichter zu 235000 RM. Geldstrafe und acht Monaten Gefängnis als Zusatzstrafe, außerdem zu einem Wertersatz von 64 350 RM., Schnurr und Feller zu je 150000 RM. Geldstrafe und sieben Monaten Gefängnis als Zusatzstrafe und je 40000 RM. Wertersatz. HafKaland es Gelan? Roman von Rudolf Utsch Cooyright br Köhler& Co.. Berlin-Schmarzendort (Nachdruck verboten) 28. Fortsetzung. „Fein, Erich!“ „Glaub mir nur, Marie, zu zweien wandert es sich immer besser.“ Der Sohn des Gastwirts Frove, ein 16jähriger Bruder der Lotte, radelte an ihnen vorbei. Er machte verwunderte Augen, als er die beiden sah. „Morgen pfeisen's in Dingelheim die Spatzen von den Dachrinnen, Erich—“ „Das ware ein Spaß! Meinetwegen können's die Engel vom Himmel mit Posaunen ausblasen.“ Kelkenheim ist viel größer als Dingelheim. Es hatte sich sogar den Titel eines Luftkurortes zugelegt. Die Zahl der Sommergäste wuchs von Jahr zu Jahr, die Geschäfte und Gasthäuser wurden immer vornehmer. Während die Marie ihre Butter ablieferte und jene Dinge einkaufte, die sie in Dingelheim nicht haben konnte, saß Erich im besten Gasthaus Kelkenheims hinter einer Tasse Kaffee. Sommergäste und Touristen bevölkerten die große Terrasse des Hauses, meist tanz= und weinfrohe Menschen. Ein Lautsprecher meldete Tanzmusik aus einer bekannten rheinischen Badestadt. Und auf diese Musik tanzte man auch im Kurort Kelkenheim. Die Marie blieb nicht lange aus, sie hatte sich beeilt. In der kurzen Zeit, die Erich allein verbringen mußte, hatte er den Entschluß gefaßt, zwischen sich und der Marie einen sauberen und reinen Tisch zu machen. Ihn beglückte an diesem Tag eine solch herrliche Laune, wie er sie seit vielen Jahren nicht mehr in sich getragen hatte. Nein. es hatte wahrlich keinen Zweck. wie ein eininmer oller Griesgram durchs Leben zu trotteln. Und als ihm die Marie mit frohen Augen und lächelndem Munde gegenübersaß, lehnte er sich ein wenig über den Tisch und begann mit leiser Stimme: „Morgen wird man sich in Dingelheim erzählen, die Marie Henlog sei mit Erich Kaland. dem Sumatraner, Arm in Arm nach Kelkenheim gezogen Die Leute werden sagen: Seht da. die schüchterne Marie! Bisher tat sie, als ob keine jungen Burschen auf der Welt lebten— jetzt läßt sie sich von dem mit allen Wassern gewaschenen Kaland das Köpfchen verdrehen—!“ „Erich—!“ „Bitte, laß mich sprechen, Marie! Und weiter werden die Leute sagen:„Der Kaland! Also deshalb hat er das Quartier gewechselt!“ Ja, so ähnlich werden sie reden Und ich muß dir gestehen, Marie, daß die Leute mit ihrer letzten Behauptung nicht ganz unrecht hätten. Was sollen wir noch viele Worte machen? Ich bin hauptsächlich deshalb zu euch gezogen, weil es mich in deine Nähe trieb, Marie,— weil ich dich gern habe—“ Sie senkte den Blick. Ihr Gesicht war wie von Blut übergossen. Regungslos saß sie vor ihm. Er fuhr fort: „Dein Bruder war mir der beste Kamerad, den ich in meinem Leben gehabt habe— dein Vater war mir stets ein väterlicher Freund— deine selige Mutter, Marie, behandelte mich früher fast wie einen Sohn. Wieviele Jahre ging ich in eurem Hofe aus und ein, bis— Nein, das will ich nicht erwähnen, das sei tot heute! Ich will dir nur sagen, Marie, daß ich mit dir schon deshalb nicht scherzen kann, weil du Henlog heißt. Für ein kleines Abenteuer bist du mir viel zu heilig. Ich will mit dir im Licht stehen können vor allen Menschen— du kannst nur meine Frau werden, nichts weiter!“ Das Radio spielte, und zwischen den Tischen bewegten sich lachende und singende Paare. Die Menschen ahnten nicht, daß sich unter ihnen eine Sache von lebenswichtiger Bedeutung entschied. Das Gesicht der Marie hatte wieder die Farbe gewechselt, es war blaß geworden. Mit weiten, schier erschreckten Augen sah sie Erich Kaland an. „Was sagst du, Marie?“ „Ich— ich—“ stammelte sie, weiter kam sie nicht. „Ich habe dich überrascht, Marie,“ versetzte er weich. „aber ich konnte nicht länger schweigen, ich wollte Gewißheit haben.“ „Erich.“ flüsterte sie,„das kann ich gar nicht— Ist das wirklich—?“ „Nun, glaubst du, wenn ich so rede, das könne ein Scherz sein? Mußt du dir die Antwort überlegen. Marie?“ Sie schüttelte den Kopf. „Weshalb nicht?“ forschte er. Da sagte sie leise: „Weil auch ich dich gern habe, Erich. Ich dachte nur. ich sei dir ein zu einfaches, ein zu armes— „Nun halte den Mund. Marie! Nur den ersten Satz wollte ich hören, der genügt mir vollkommen.“ Er lachte froh.„Wir trinken jetzt eine Flasche Wein, die beste, die der Wirt hier zu verkaufen hat. Zum Donnerwetter!“ „Nein, nein. Erich, nicht trinken!“ „Hab nur keine Angst, daß es zu arg würde, Marie! Auf ein großes Ereignis darf man sich ein Glas des besten Weines gönnen. Und wir beide können heute doch wahrhaftig auf ein ganz großes Ereignis trinken, nicht wahr?“ „Ja, das ist ein ganz, ganz großes—“ * Als sie nach Hause gingen, war die Marie so glücklich wie ein reichbeschertes Kind am Weihnachtstage. Arm in Arm wanderten sie durch den warmen und hellen Sonnentag. Die Ledertasche mit den eingekauften Sachen trug er wieder in der Linken. „Weißt du, Marie, einen Haken hat die ganze Geschichte doch. Mein Vertrag mit der holländischen Grubengesellschaft bindet mich noch auf sechs Jahre. Du mußt mit mir nach Indien.“ Nach einer kurzen Pause erwiderte sie: „Erich, das ist doch ganz klar. Wo der Mann ist, da muß auch die Frau sein—“ Ihm fiel ein Stein vom Herzen. Ja, mit der Marie konnte man bedenkenlos in die Welt ziehen. „Sechs Jahre bleiben wir drüben. Was sind sechs Jahre? Aber danach gehen wir wieder nach Deutschland.“ Sie lachte hell. „Du, Erich, ich könnte immer lachen. Das macht der Wein, meinst du nicht? Zwei Flaschen haben wir leer getrunken.“ Er blieb stehen, stellte die Tasche auf den Boden und umschlang sie mit beiden Armen. „Nein, das macht das Glück. Marie!“ versicherte er und küßte sie mitten auf der Straße. Er gab sie erst wieder frei, als er hinter sich das mahnende Tuten eines Autos vernahm. Rasch traten sie beiseite. Den gnädig und verständnisvoll lächelnden Autofahrer sahen sie nicht. „Diese lästigen Benzinkutschen!“ schimpfte er. „Man darf sich auch nicht mitten auf der Straße küssen," belehrte sie ihn lächelnd.„Am Rande ist doch Platz genug.“ „Ganz meine Meinung, Marie.“ Darauf küßte er sie noch einmal. Als sie weitergingen, sagte er: „Dein Vater wird Augen machen, Marie, wenn ich ihm die Geschichte mit uns beiden verrate.“ Davon war die Marie auch überzeugt Aber Vater Henlog machte die großen Augen viel früher, als die beiden dachten. Er hatte Klee gemäht und sich nach getaner Arbeit an den Feldrand gesetzt, um auf den Sohn zu warten, der das Fuhrwerk bringen sollte. Da erblickte er auf einem Feldweg ein Paar, das so tat. als ob es ganz allein auf der Welt lebe. Das war ein Lachen und Kosen mit den beiden! Vater Henlog gönnte den verliebten Leuten von Herzen das Glück und er lachte vergnügt in sich hinein. Als er aber in dem weiblichen Wesen seine Tochter erkannte und in dem männlichen seinen neuen Hausgenossen, da verging ihm das Lachen sofort.„Gewitter,“ knurrte er,„das ist Lia eine nette Bescherung! Der Erich liebelt mit me Tochter! Ei der Kuckuck!" Er trübte das Glück der beiden nicht, sondern ließ sie ungestört nach Hause gehen. Aber in seinem Geiste nistete sich die Sorge ein und die Ueberzeugung, daß man da ganz energisch einschreiten müsse. Wer hätte auch an so was gedacht? Bändelte der Erich mit seiner Tochter an, setzte ihr Flöhe in den Kopp, machte ihr Illusionen. Ei der Deibel! Der Erich schien sich in der Welt doch verändert zu haben. Ja. in der Welt ist der beste Kerl schnell ein bißchen angefault. Die Liebe macht die besten und klügsten Menschen doof. dachte der Bauer und runzelte die Stirn. Wie konnte sich seine vernünftige Marie nur gleich zu solchen Zärtlichkeiten verleiten lassen? Doch seine Tochter war zu schad' für eine Liebelei. Die wußte noch nicht, wie das in der Welt geht. Bis heute hatte sie wohl noch nichts von der Liebe gespürt; aber wenn's bei diesem Schlag Mädels mal losbricht, dann gibt's ein Feuer, das nicht mehr zu löschen ist. Und ein Unglück hat die Marie wahrhaftig nicht verdient. * Bei vier Menschen war der Schlaf recht widerspenstig an diesem Abend, als sie in ihrem Bett lagen und ihn erwarteten. Da war zunächst der Detektiv Pit Hormen(Spezialist für ländliche Fälle), der zwar hundsmüde war von der schweißreichen Arbeit des Tages, dem sich aber trotzdem der Schlaf nur zögernd nähern wollte. Dabei war der Detektiv ein kerngesunder Mann, dem die berühmten nervösen Störungen, die so viele Zeitgenossen quälen, nicht das geringste zu schaffen machten. Auch Gewissensbisse peinigten ihn nicht; sein Gewissen war ihm wahrlich ein sanftes Ruhekissen. Ihn beschäftigten nur die Schwächen und Verbrechen der anderen. Nr. 296(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Montag, den 19. Dezember 1938 Goldener Sonntag in„sibirischer“ Kälte IT 0.510 0•0 1 (Scherl=Bilderdienst=M) Buh, ilt das kalt! So hat gestern wohl mancher dagestanden, hat sich die Ohren gehalten und ist von einem Fuß auf den anderen gehüpft, denn gar plötzlich sind wir aus einem langen Spätherbst, der ohne Winter in den Frühling überzugehen Anstalten machte, in den frostklirrenden Winter versetzt worden. Zwar haben uns die Wetterkundigen schon vor Wochen gesagt, in der zweiten Dezemberhälfte würden wir Eis und Schnee bekommen, aber kaum jemand hat diesen Umschwung vor Weihnachten, zum mindesten aber nicht in solcher Heftigkeit, erwartet. Wir sind ja geradezu von einem Extrem der Wetterlaune in das andere geworfen worden. Es fing schon am Freitagnachmittag an, als das Schrubbwasser, das die Hausfrau beim Putzen die Treppenstufen hinablaufen ließ, oder das Wasser, mit dem die Männer des Fuhrparks den Platz des Wochenmarktes gesäubert hatten, zu Eis erstarrte. Aber das war noch nichts gegen den Samstagnachmittag, wo die Menschen, die einkaufs= oder spaziergangshalber auf die Straße gingen, erst noch einmal Kehrt machten, um sich noch etwas wärmer anzuziehen, als sie schon waren, wenn sie es nicht vorzogen, auf ihr Vorhaben überhaupt zu verzichten. So waren eigentlich nur die Kinder überrascht, als Sonntag früh alle Fenster dicht mit Eisblümen überzogen waren, die Milch Eisklumpen hatte und der mit Ohrenschützern, dicken Handschuhen und sonstigen Wärmepolstern ausgerüstete Milchmann etwas von —12 Grad Kälte erzählte. Der Ofen verschlang die Kohle, als wäre er ein gefräßiges Angeheuer gewor den, und sorgsam hielt man Fenster und Türen ge schlossen. Wer ausging, hatte gleich eine rote Nase, ein kneifendes Gefühl in den Ohren, ein Beißen in den Fingerspitzen und eine lange Atemfahne vor dem Mund. Viele krochen fast ganz ineinander, wer aber etwas mutig ausgeschritten war, dessen Gestalt straffte sich bald wieder, den Körper begann ein wohliges Gefühl von Frische und Durchblutung zu erfüllen, die Wangen röteten sich, die Augen blickten hell und klar, der Körper hatte sich der Kälte angepaßt und empfand sie nicht mehr so schmerzlich. Dennoch war es eine Wohltat, wenn man in ein gut durchwärmtes Zimmer kam, jetzt kribbelte das Wohlsein und die Wärme durch alle Poren. Vorübergehend fing es auch ein klein wenig in feiner Pulverform zu schneien an, aber der Schnee, der uns eine weiße Weihnacht bescheren soll, muß erst noch kommen. Der ganze Sonntag, auch das Verkehrsleben, ist von der ungewöhnlichen Kälte, die bei uns durchschnittlich 8—9 Grad unter Null betrug, beherrscht worden. Aber trösten wir uns mit den Nachrichten von anderswo. Ehe die kontinental=arktische Luft mit dem scharfen Wind aus Nordost zu uns in die Nähe der wärmeren Seeluft kommt, hat sie ganz andere Temperaturen entwickelt. So meldet Wilna 28 Grad, das schlesische Gebirge 21 Grad, das übrige Schlesien 14 Grad, Ostpreußen 20 Grad usw. Wir können also hoffen, daß das Eis für die Schlittschuhfreuden recht bald stark genug ist und der in Aussicht gestellte Schnee uns ausnahmsweise einmal— seit Jahren war es nicht mehr der Fall— ein recht winterliches Weihnachtsfest beschert.(Ein paar Grad weniger Kälte würden allerdings nicht unübel vermerkt werden.) Hemmung des Gelchäftsverkehrs Wer gestern nachmittag zum Goldenen Sonntag durch die Bahnhofstraße ging, bemerkte gleich einen oßen Unterschied gegen den Silbernen. Es waren st nicht so viel Menschen unterwegs. Wer nicht edingt hinaus mußte in die Kälte, der blieb lieber sinter dem warmen Ofen, und wer seine Einkäufe besorgt hatte, der beeilte sich, heimzukommen. Es war (Scherl-Bilderdienst-M) Er hat seine Weihnachtsgeschenke zusammen. also nicht das gemütliche Bummeln durch die Stra ßen, wie es am„Silbernen“ zu beobachten war, auch als noch nicht der Zustrom der Märchenzugbeschauer eingesetzt hatte. Man hatte den Mantelkragen hoch geschlagen und schritt schnell einher. In den Geschäften herrschte allerdings stärkerer Betrieb, als es der Verkehr auf der Straße erwarten ließ, dennoch wissen alle Geschäfte einhellig davon zu berichten, daß der Käuferandrang merklich geringer war als am Vorsonntag. Manche haben auch unter dem Einfluß des Kälteeinbruchs ihre Weihnachtswünsche und Kaufvorhaben zugunsten warmen Unterzeugs u. gut wärmender Kleidungsstücke geändert. Insofern ist die Kälte für die Geschäfte noch gerade rechtzeitig gekommen. Daß niemand Lust verspürte, über den Weihnachtsmarkt zu bummeln, versteht sich bei der vorwärtstreibenden Kraft des Frostes von selbst, leer lagen Schaeferstraße und Neumarkt da, man bedauerte die Buden= und Standbesitzer, die im Pfeisen des Frostwinds vergeblich auf Käufer warteten. Nun, was gestern nicht gekauft wurde, wird zu einem Teil noch im Laufe der Woche nachgeholt. Entweder wird das Wetter günstiger oder es bleibt, in beiden Fällen muß der Wunschzettel seine Erfüllung finden. Je früher man also den Gang wagt, um so besser. Mit Iteiten Fingern ichwang die Jugend ing chle die Sammelbü Ein besonderes Loblied gebührt unseren Jungen und Mädeln. Es war wahrhaft keine Kleinigkeit, bei dieser schneidenden Kälte am Samstag und Sonntag mit der Sammelbüchse durch die Straßen und— weil diese von Menschen leer waren— von Haus zu Haus zu ziehen, um für das Winterhilfswerk zu sammeln, nachdem vorher schon der Verkauf der hübschen Holzabzeichen mit solchem Feuereifer betrieben worden war, daß wohl schon am Samstag kaum noch ein Stück zu haben war. Aber es ist gerade ein Beweis für den opferfreudigen Geist der deutschen Jugend, daß sie sich durch schneidenden Wind und beißenden Frost nicht abhalten läßt, ihr Werk für den Führer und die Volksgemeinschaft zu tun. Und wenn sie sich auch zeitweise in die Eingänge der großen Geschäfte geflüchtet hatte, um den Wärmequellen und den geöffneten Geldbörsen gleich nahe zu sein, so ermüdete sie doch nicht, immer wieder mit kältestarren Fingern die Büchse zu schwingen für die Volksgenossen, denen es zu helfen gilt und die nicht nur vor Hunger und Kälte bewahrt werden, sondern auch ein frohes Weihnachten feiern sollen. So hat sich gerade bei dieser Straßensammlung unsere deutsche Jugend wieder von ihrer besten und einsatzfreudigsten Weise gezeigt. Ein schöner Sammelerfolg wird trotz aller Widrigkeiten ihr Lohn sein. Die erlten Weihnachtsteiern Das Wochenende brachte auch bereits die ersten Weihnachtsfeiern. So wurden am Sonnabend im weihnachtlich geschmückten Saalbau Strickmann 800 Kinder der Flottmann=Gefolgschaft mit einer Feier und Bescherung erfreut. Da auch die Gefolgschaftsmitglieder mit ihren Familien daran teilnahmen, hatte man die erste Hälfte auf den frühen, die andere auf den späten Nachmittag bestellt. Streichorchester, Werkschor und Werksjugend, sowie gemeinsam gesungene Weihnachtslieder verschönten die beiden Feiern. Die Ortsgruppe der heimattreuen Ost= und Westpreußen Herne=Nord veranstaltete bei Köhlhoff, Kaiser=Wilhelm=Straße, eine Weihnachtsfeier mit Weihnachtsgedichten, Weihnachtsmärchen und einer Bescherung von 150 Kindern sowie der alten und bedürftigen Landsleute. Unwinterlich hoher Stand der Beschäftigung Die Arbeitslage im Landesarbeitsamtsbezirk Westfalen im Monat November 1938. Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilt mit: Die günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Monat November hat die im Bericht des Vormonats geäußerte Vermutung, daß im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen zunächst noch nicht mit einer winterlichen Abschwächung des Beschäftigungsgrades zu rechnen sein würde, in vollem Umfange bestätigt. Es konnte in allen Wirtschaftszweigen nicht nur der bisher außerordentlich hohe Stand der Beschäftigung gehalten werden, sondern die laufend eingehenden neuen Aufträge machten sogar noch weitere Einstellungen von Arbeitskräften erforderlich. Infolge dieses für die Jahreszeit ungewöhnlichen Bedarfs der Wirtschaft war es ohne Schwierigkeiten möglich, die im Vormonat zur Anmeldung gekommenen Rückkehrer aus dem Heeres= und Arbeitsdienst wieder in das Erwerbsleben einzugliedern und darüber hinaus noch eine größere Anzahl erwerbsbeschränkter Arbeitsloser in Arbeit zu bringen. Die Zahl der Arbeitslosen ging dementsprechend um 3200 auf 5200 zurück, so daß die im Vormonat durch die Rückkehrer aus dem Heeres= und Arbeitsdienst erfolgte Zunahme um 2100 mehr als ausgeglichen wurde. Bei den jetzt noch vorhandenen 5200 Arbeitslosen handelt es sich fast zu 50 Prozent um Personen, die aus körperlichen Gründen nur noch für ganz leichte Arbeiten in Frage kommen und deren Einsatz naturgemäß besonders schwierig ist. Die günstige Entwicklung des Personenkreises der beschränkt einsatzfähigen Arbeitslosen während des letzten Jahres— die Zahl ging von 14000 auf 2200 zurück— läßt jedoch darauf schließen, daß es den Arbeitsämtern in absehbarer Zeit gelingen wird, auch noch den Rest der erwerbsbeschränkten Arbeitslosen nutzbringend in der Wirtschaft anzusetzen. In den Saisonaußenberufen hat die vorgeschrittene Jahreszeit den Arbeitseinsatz bisher kaum beeinflußt. Bei der Landwirtschaft hielt der Kräftemangel, der sich nach der Einberufung von Landarbeitern und Bauernsöhnen zum Heeres= und Arbeitsdienst verstärkt zeigte, an. In der Industrie der Steine und Erden ist es bei kleineren Ziegeleien, die nicht über künstliche Trockenanlagen verfügen, zu Betriebseinschränkungen gekommen. Die Großbetriebe arbeiteten dagegen noch voll. Ebenfalls noch gut beschäftigt sind die Steinbruchbetriebe und die Zementindustrie. Im Vaugewerde war die Arbeitslage unverändert angespannt. Obgleich vereinzelt durch Fertigstellung von Bauarbeiten Arbeiter freigesetzt wurden, konnte der Bedarf an Facharbeitern immer noch nicht restlos gedeckt werden. Beim Ruhrbergbau und bei der Eisen- und Metallindustrie wird die Befriedigung des Bedarfs an Arbeitskräften immer schwieriger, da auch aus berufsfremder Arbeit kaum noch geeignete Arbeiter beschafft werden können. Die Eisenund Metallindustrie geht daher immer stärker zur Einstellung weiblicher Arbeitskräfte über. In den Konsumgüterindustrien war infolge des Weihnachtsgeschäftes allgemein eine weitere Belebung zu verzeichnen. Die Abrufe erstreckten sich vornehmlich auf weibliche Arbeitskräfte, die aus den Reihen der verheirateten Bewerberinnen gestellt wurden. Die Arbeitslage für Angestellte war wie in den Vormonaten gut. Büro= und technische Angestellte wurden in größerer Anzahl eingestellt. Besonders groß war die Nachfrage nach welblichen Verkaufskräften für den Weihnachtsverkauf, für den sich zahlreiche verheiratete Frauen, die als Verkäuferinnen tatig gewesen waren, zur Verfügung gestellt haben. brößere Sicherheit des Bergmannsberufes Gewiller Rückgang in der Schwere der Silikolefälle.— Die Aufgaben der Sicherheitsbeauftragten Am letzten Abend der vom Essener Haus der Technik im Einvernehmen mit dem Oberbergamt in Dortmund veranstalteten Vortragsreihe„Grubensicherheit“, sprach zunächst Bergassessor Leidenroth, Bochum, über das Thema „Berufskrankheit Silikose im Bergbau, ärztliche und technische Maßnahmen" Der Vortragende betonte einleitend. Gesteinserkrankung im Bergbau gebe es, solange Bergleute in Stein bohrten und arbeiteten. Sie lief früher unter dem Namen„Bergsucht". Die Krankheit habe in den letzten Jahrzehnten ohne Zweifel durch die Einführung und Intensivierung des maschinellen Bohrens erheblich zugenommen. Dem sei es auch zuzuschreiben, daß diese Erkrankung, weil sie unter den Angehörigen des Bergbauberufes häufiger auftrete als unter der übrigen Bevölkerung, in die Reihe der„Berufskrankheiten“ ausgenommen wurde und als solche wie ein Unfall seit 1929 durch die KnappschaftsBerufsgenossenschaft entschädigt werde. Ursache der Silikose sei der Gesteinsstaub, der je nach der Art der Arbeit in größeren oder kleineren Mengen anfalle und erzeugt werde, beispielsweise beim Bohren oder Aufladen der Steine. Neben der Menge des Staubes sei ferner von Einfluß die Dauer seiner Einatmung und die Art des Staubes. Bezüglich der letzteren gehe die Meinung dahin, daß Gesteinsstaub umso schädlicher sei, je mehr Quarz oder freie Kieselsäure er enthalte. Sandsteinstaub sei somit gefährlicher als Tonschieferstaub. Chemische oder vielleicht auch mechanische Reizung durch den Staub führten zu Bindegewehsvermehrung in der Lunge und allmählicher Funktionsbeeinträchtigung der Lunge und der anderen inneren Organe, die nur leider allzu häufig den Tod zur Folge hätten. Es sei erklärlich, daß die Gesteinshauer der Erkrankung am meisten ausgesetzt seien. Als technische Maßnahmen zur Gesteinsstaubbekämpfung unterscheidet man nassse und trockene Verfahren. Es müsse aber den nassen Verfahren bei weitem der Vorzug gegeben werden. Für das Unschädlichmachen des Gesteinsstaubes beim Bohren ssenkrecht nach oben(in sogenannten Aufbrüchen) dienten Einrichtungen, mit denen der Staub trocken abgesaugt und) dann mit Wasser niedergeschlagen werde. Im letzten Jahr seien an zahlreichen Arbeits punkten, denen Wassser nicht zugeführt werden könne, Absauggeräte für trotztenen Bohrstaub eingesetzt worden Alle diese Maßnahmen seien auf einem bereits seit 1931 errichteten Versuche V er Hauptstelle für Staub bekämpfung bei der.# 1 An Bochum in bez auf Staubvernichtung geprüft und für praktisch brauchbar befunden worden. Aerztliche Beobachtungen ließen schon jetzt auf einen gewissen Rückgang in der Schwere der Silikosefälle schließen. Es bestehe also bei richtiger und gewissenhafter Anwendung der Schutzmaßnahmen die berechtigte Aussicht, daß der Kampf gegen die wirklich gefährliche Gesteinsstauberkrankung im Bergbau in ab sehbarer Zeit von Erfolg sein werde. Anschließend beschäftigte sich Dr. Koch. Chefarzt des Krankenhauses Bergmannsheil 2, Buer, mit dem Thema „Erste Hilfe.“ die die Vorstufe für das Heilverfahren sei. Man müsse daraus folgern, daß gute erste Hilfe durch den Laien auch ein gutes Heilverfahren durch den Arzt ermögliche und schlechte erste Hilfe das Heilverfahren nicht selten ungünstig, ja sehr ungünstig beeinflussen könne. Die erste Hilfe sei überall und an allen Unglücksstellen eine wahrhaft soziale und kameradschaftliche Tat und Beschäftigung, die jeder Laie kennen und durchführen sollte. Jeder Arbeitskamerad ein Laienhelfer! Jeder Laienhelfer der beste Freund und Kamerad des Verletzten! Und der beste Vorarbeiter und Mitarbeiter des Arztes. das sei die Forderung der heutigen Zeit und sie werde es auch in Zukunft in vermehrtem Maße bleiben. Den letzten Vortrag hielt Bergassessor a. D. Dittmar, Gelsenkirchener Bergwerks=AG., über „Sicherheit der Werke.“ Die Pflege und Erhaltung des schaffenden Menschen sei, nicht zuletzt für die Durchführung des Vierjahresplanes, ein unerläßliches und dringendes Gebot. Für den Bergbau erwachse daraus die Aufgabe, die Grubensicherheit eifrig zu fördern und die Unfälle auf das unvermeidbare Maß zu beschränken. Während die Bergbehörde und mit ihr die verschiedensten über= und außerbetrieblichen Stellen erfolgreich für die Abwehr und Bekämpfung der dem Bergbau eigentümlichen Gefahren schon seit langem tätig seien, hätten auch die Werke ihre Bemühungen um die Sicherheit immer weiter ausgebaut. So sei es zur Schaffung eines werkseigenen Sicherheitsdienstes. der mehr und mehr von den rein betrieblichen Pflichten freigestellt wurde, gekommen. Im allgemeinen verfüge heute jede Schachtanlage über einen eigenen Sicherheits beauftragten, der sich. ausgerüstet mit den nötigen prak tischen Erfahrungen im Grubendienst, voll und ganz den sicherheitlichen Belangen widme. Wo mehrere Zecher., zu einer Gesellschaft gehörten, habe sich ein weiterer E ILLCT S Ausbau durch Bildung einer Sicherheitsstelle als zweckmäßig erwiesen. Sie unterstehe dem Leiter des Gesamtunternehmens unmittelbar, werde unter der Mitarbeit fachlicher Kräfte hauptamtlich geführt und trage zu einer wertvollen Ergänzung und Vertiefung der Einzelarbeit auf den Werken bei. Der Schwerpunkt des Sicherheitsdienstes liege im Betriebe selbst. Hier habe der Sicherheitsbeauftragte, der aufs engste mit dem täglichen Ablauf der Arbeiten verbunden sei, den leitenden Beamten geeignete Anregungen und Vorschläge zur Erhöhung der Sicherheit zu geben, ständig für entsprechende Unterrichtung. Aufklärung und Schulung einzutreten und durch die verschiedensten Maßnahmen die sicherheitliche Betreuung der Gefolgschaft zu fördern. Es sei zur Regel geworden, daß Sicherheitsbeauftragte an der Aufklärung von Unfällen seiner Abteilung sich weitgehend selbst beteilige. Jeder Unfall, mag er auch geringfügig sein, werde näher durchgeforscht und dadurch zum Mittelpunkt einer Aussprache, die je nach ihrem Ergebnis weitere Kreise ziehe und allen den Wert sicherheitlicher Fragen vor Augen führe. Beispiele und Erfahrungen aus dem Sicherheitsdienst zeigten, wie Schritl für Schritt die Grubensicherheit gefördert wurde, sei es durch Einführung von Unfallschutzmitteln, durch sachgemäßen Einsatz von Bergjungleuten und Neuangelegten in der Grube, sei es durch verbesserte Betriebseinrichtungen oder durch jene erzieherische Kleinarbeit, die jeden Bergmann zum bewußten Hüter seiner Sicherheit machen solle. Der organisch entwickelte Sicherheitsdienst sei heute im Bergbau zu einem wertvollen Helfer im Kampf um die Sicherheit des Bergmannes geworden. Sein Wert liege in der engen Verbindung mit dem Schaffenden selbst, sein Ziel sei Ausdruck der inneren Verpflichtung der Werke gegenüber den Trägern der Leistung und sein Erfolg durch die geschlossene Zusammenarbeit der Betriebsgemeinschaft gesichert. Die Bestimmungen über jüdischen Was bei Zwangsversteigerungen usw.: beachten ist. Aus der Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens vom 3. Dezemehr 1938— RGBI. I S. 1709— seien, weil noch große Unkenntnis darüber herrscht, die Bestimmungen über Grundstücke, die im Besitz von Juden sind, der Beachtung empfohlen. Juden können Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Rechte an Grundstücken durch Rechtsgeschäft nicht mehr erwerben. Entsprechend ist im§ 7 der V. O. vom 3. 12. 1938 bestimmt, daß bei Zwungsversteigerungen von Grundstücken das Vollstreckungsgericht Gebote zurückzuweisen hat, wenn Anlaß zu der Annahme besteht, daß der Bieter Jude ist. Diese Zurückweisung verliert jedoch ihre Wirkung, wenn der Bieter ihr widerspricht und wenn er nachweist, daß er kein Jude ist.(§ 7 der V. O. vom 3. 12. 1938,§ 72 Abs. 2 Z. V. G.) Andererseits bedürfen die Juden zur Verfügungüber Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte der Genehmigung. Dies gilt auch für das Verpflichtungsgeschäft. Entsprechend ich bestimmt, daß bei der Veräußerung eines Grundstücks eines Juden im Wege der Zwangsversteigerung das Gebot der Genehmiauna bedarf. Ein Gebot, für das die erforderliche Genehmigung nicht sofort nachgewiesen wird, ist vom Vollstreckungsgericht zurückzuwersen. In den Fällen der Uebertragung des Meistgebotes oder der Ausbietung für einen anderen(§ 81 Abs. 2 und 3 Z. V. G.) darf der Zuschlag an einen anderen als den Meistbietenden nur erteilt werden, wenn dieser andere die Genehmigung beigebracht hat. Das Genehmigungsverfahren ist in Preußen dem Regierungspräsidenten als höherer Verwaltungsbehörde übertragen. Diese Vorschriften gelten auch für Juden ausländischer Staatsangehörigkeit. Verfügungen der höheren Verwaltungsbehörde, durch die ein Jude fremder Staatsangehör' keit betroffen wird, sollen aber nur mit Zustimm### des Reichswirtschaftsministers ergehen. Schlief!: sei noch erwähnt, daß im Falle des Widerspruchs gen ein zurückgewiesenes Gebot im Zwangsverstn. rungstermin die Entscheidung über den Zuschlag zwei Wochen nach dem Schluß der Versteigerung troffen werden soll. langen Gesellenausschutz im Deutschen Banken###ic NSG. Die für die Teilnahme am GefSchnapstausch vorgeschriebenen Antragsformulare inn den Dienststellen des Deutschen Handwerk. Deutschen Arbeitsfront erhältlich. Die Antrumd der in dreifacher Ausfertigung zusammen mit der unter gen Unterlagen der für den jeweiligen Wesschnapsständigen Dienststelle des Deutschen Handfast““ zureichen. Zeug wohl Von der Zulassung zum Gesellenaufen zu kosten der Antragsteller rechtzeitig verständigton. Auch jetzt nehmer erhält einen Teilnahmeausweis der Fenstertum der Deutschen Arbeitsfront sitzt sich nach von der mit der Durchführung beausbomas setzt sich stelle eingezogen werden kann. Der aus dem Inhalt ausweis angegebene Termin zum Amltels, aus unbedingt eingehalten werden, m gen an dem zugewiesenen Arbeits., Zuwessungsbescheides nicht meyrzgs“.“ I, dat sa Die eigentliche Austauschzeit, anderen Dörfern geverhältnis im Autauschbetrieb, hasen abrackern. VerNach Ablauf dieser Zeit entfällt des Deutschen Handwerks jede! Mann nach seinem im Rahmen der Austauschaktiondunge stiert auf die bleibt es freigestellt, entweder aihn der Alle barsch Austausches in ihre Heimat zurüenster. Geh in die in ein anderes Gebiet des Deuornus. vom gelben, mals für die gleiche Zeit austauoll. Wenn er, nicht beiden Fällen ist mindestens vie#n die Kröten.“ Er der Austauschzeit ein neuer An(Fortsetzung falat gen Dienststelle des Deutschen Gortsetzung folgt.) Dieser Antrag geht den üblichen Weg und fällt eben= nötige Unterhalt sichergestellt. Es empfiehlt sich jefalls unter die obigen Bestimmungen. ldoch die Mitnahme eines angemessenen Barbetrages Die Lohnzahlung erfolgt nach den ortsüblichen zur Bestreitung der Unterhaltskosten der UebergangsSätzen; somit ist den Teilnehmern in jedem Falle der zeit(bis zur ersten Lohnzahlung). Aus und für Herne ——— kontra——— Da kommt mir ein altes, längst vergessenes Aktenstück n die Hand.——— contra———“ stand darauf. Und an Stelle der Striche vor dem contra stand mein Name. Ein Rechtsstreit also. Er hat damals allerlei Aufregung verursacht. viel Aerger gebracht, auch viel Zeit gekostet und einiges Geld. Das Gericht hat zwar mir das Recht zuerkannt. Aber ganz ohne Kosten kam ich dabei doch nicht durch. Wie gesagt, es ist schon sehr lange her. und alles ist überwunden. Damals war es wichtig. Heute? Nein. beute würde vielleicht eine wegwerfende Handbewegung folgen: es lohnt sich nicht! Ob ich Recht bekomme oder nicht, ob mein Eigensinn befriedigt wird oder nicht, wäre mir heute wirklich nicht so wichtig. Aber damals glaubte sch. daß es ungebeuer wichtig ist. Um keinen Preis hätte ich mich davon abbringen lassen, mein Recht zu erkämpfen. Mein angebliches Recht. Denn schließlich— von seiner Seite aus gesehen, mußte mein Gegner annehmen, daß er im Rechten sei. Die Dinge haben nun einmal zwei Seiten. Wenn ich nun aber heute der Ansicht zuneige, daß es gar nicht so wichtig war, so kann es doch auch damals nicht ganz so wichtig gewesen sein, wie ich annahm. Also war es eine Täuschung, zu der mich meine Rechthaberei verführt hatte. Hm. auf solche Gedanken kann man kommen, wenn man einmal die Dinge der Vergangenheit auf ihren wahren Wert untersucht. Und dann ist die Schlußfolgerung nicht sehr weit, daß man jetzt und immer dieser Täuschung unterliegen kann. Auch das. was man heute als ungeheuer wichtig anspricht, ist es im Grund gar nicht, wie eine svätere Ueberlegung ganz einwandfrei bekennen darf. Ich weiß, dieses„contra“ wiro es immer geben. Es dat heute einen anderen Namen bekommen, eine deutsche Bezeichnung. Aber das Wesen ist geblieben. Wird auch nicht verschwinden, solange es Menschen gibt. ja, solange es überhaupt Geschöpfe auf dieser Erde gibt. Aber— und das ist vielleicht doch wichtig— es hat in unserer Zeit eine andere Bewertung bekommen. Gegeneinander? Nein, das ist heute doch bei weitem nicht mehr so bäufig anzutreffen wie einst, und in dem Sinne von einst schon gar nicht mehr. An seine Stelle ist das „Füreinander“ getreten. Und da wird man mir wohl zugeben, daß es ein guter Ersatz ist. Vielleicht läßt es sich noch etwas vertiefen, verinnerlichen, vielleicht zu noch festerem Besitz machen, der seine strengen Gebote hat. die jeder fühlt und nach denen jeder handelt. Aber die Tatsache des Vorhandenseins eines solchen„Füreinander“ ist auch schon etwas, ist sogar sehr viel. Wenn wir es erst einmal richtig pflegen, auch in dem kleinen Alltag. in dem es so leicht vergessen wird, werden wir wissen. 4.— Deich i baren Schad Wir damit benden.— ** 2 Mittwolk Herner Ladenschlußzeit 20 Uhr Die städt. Nachrichtenstelle teilt mit: Die werktägliche Ladenschlußzeit wird für den 21., 22. und 23. Dezember 1938 auf 20 Uhr festgesetzt. Am Heiligabend, dem 24 Dezember 1938, dürfen offene Verkaufsstellen nur bis 17 Uhr, Verkaufsstellen, die ausschließlich Lebensmittel verkaufen, bis 18 Uhr für den geschäftlichen Verkehr geöffnet sein. *** Steuerkarten nachprüfen! Wo sind Aenderungen zu beantragen? Die Aushändigung der Steuerkarten für 1939 ist beendet. Es ist Aufgabe des Arbeitnehmers, nachzuprüfen, ob die Eintragungen auf der Steuerkarte richtig und vollständig sind. Die Berichtung von Schreibfehlern, sowie die Ergänzung der Eintragungen auf Grund der nach dem 10. Oktober 1938 eingetretenen Veränderungen im Familienstand sind im Rathaus, Zimmer Nr. 320, zu beantragen. Hier sind auch die Anträge auf Berücksichtigung volljähriger in der Berufsausbildung befindlicher Kinder im Alter bis zu 25 Jahren sowie die Anträge auf Ausstellung fehlender Steuerkarten zu stellen. Anträge auf Berücksichtigung höherer Werbungskosten und Sonderausgaben, sofern diese den Betrag von 39 RM. monatlich übersteigen, und Anträge auf Berücksichtigung besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse(Unterhalt bedürftiger Angehöriger, Krankheit, Todesfall usw.) sowie auf Berücksichtigung zum Haushalt gehöriger Hausgehilfinnen sind beim Finanz= amt zu stellen. Anträge auf Berichtigung der Veranlagung der Wehrsteuer sowie Einsprüche gegen die Veranlagung zur Bürgersteuer sind im Rathaus, Zimmer r. 320, anzubringen. imn Herner SA im Film Innerhalb der Standarte 457 werden gegenwärtig Brudd Filmvorführungen veranstaltet, die die Männer verwinders deswegen erfreuen, weil auch Bilder aus Meigenen Dienst gebracht werden. Die Filme sind Dachrinkeil von der Standarte 457 selbst hergestellt. Sie „Das eine Propagandafahrt der SAEngel vodarte 457 am 26. Januar d. J. durch CaKelken=uxe., Herne, Wanne=Eickel und Wattensich sogar die Führertagung der Standarte Zahl umen mit der HJ am Geschäftl mhenennung ei „A“.(nig.) ** treten wird, verlieren in D= und Eilzügen mit Anbruch des 23. oder 26. Dezember 1938 oder 2. Januar 1939 um 0 Uhr ihre Gültigkeit. Ausgenommen sind die Fälle, in denen Reisende mit AR das Reiseziel bis spätestens 1 Uhr des ersten Sperrtages erreichen. Die Rückfahrt kann in D= und Eilzügen schon angetreten werden, die am 24. oder 27. Dezember 1938 oder am 3. Januar 1939 frühestens 23 Uhr vom Reiseantrittsbahnhof abgehen. Nähere Auskunft erteilen die Fahrkartenausgaben und Auskunftsstellen. tei. Die Gliederungen der Partei sind für die Getaltung der Feiern heranzuziehen und einzusetzen. Auch ist es erwünscht, daß sich das RSFK und der Reichsarbeitsdienst an den Feiern beteiligen. Die Winter=Sonnenwendfeier findet am 21. Dezember um 21 Uhr statt. *** Zuwendungen für das Emschertal=Museum Von Freunden des Emschertal=Museums sind in letzter Zeit mehrere größere und kleinere Zuwendungen gemacht worden. Insbesondere hat die Deutsche Bank und Diskonto=Gesellschaft, Zweigstelle Herne, eine Anzahl wertvoller Bücher und die Dresdner Bank, Zweigstelle Herne, ein Gemälde des Herner Malers Oberschullehrer Imhoff gestiftet. Den Spendern sei auch an dieser Stelle gedankt. In Scharen auf Urlaub Fröhlicher Empfang am Bahnhof. Schon jetzt steht unser Hauptbahnhof im Zeichen des Festtags=Reisebetriebes. Es sind die ankommenden Weihnachtsurlauber, die dem Leben und Treiben in der Empfangshalle ihren fröhlichen Stempel aufdrücken, vor allem unsere Soldaten des Heeres, der Luftwaffe und der Marine in ihren schmuk ken Uniformen. Wer von ihnen schon länger dient, hat einen längeren Weihnachtsurlaub, wer aber erst vor einigen Wochen aus Herne in die Garnison zog muß sich mit ein paar Tagen zufriedengeben. Aber nicht alle Herner Jungen, die das Ehrenkleid der Nation tragen, können zum Fest hier bei Muttern wei len. Es wird in zwei Teilen gefahren. Wer Weih nachten in der Kaserne verbringt, darf den Sivesterpunsch zu Hause trinken. In der schmucken Uniform der SS kommen auch die Herner Jungen der SS Standarten und Totenkopferbände wie auch die Männer der SA=Standarte Feldherrnhalle. Erfreulich ist es von einigen Herner Grubenverwaltungen, daß sie den Soldaten, die bei Eintritt in die Wehrmacht ihre Arbeitspapiere nicht genommen haben und somit mit dem Reserveschein wieder in die Gefolgschaft zurückkehren, auch die finanzielle Festtagsgratifikation auszahlen. In Scharen kommen auch die Herner von den Baustellen der Reichsautobahn, der Westbefestigungen und anderen auswärtigen Baustellen zurück. Die Freude, das schöne deutsche Weihnachtsfest im Kreise der Familie verbringen zu können, leuchtet aus ihren Augen, wenn sie ihre Kinder, die sich zum Empfang des Papas in der Empfangshalle eingefunden haben, auf dem Arm halten. Es versteht sich, daß manche von ihnen sich den Weihnachtsbaum aus der Eifel, der Pfalz, dem Teutoburger Wald oder sonstwoher mitgebracht haben. **** Sonnenwendseier am 21. Dezember NSG. Auch die Winter=Sonnenwendfeier ist, wie die Sommersonnenwendfeier, eine öffentliche Veranstaltung der NSDAP. Die verantwortliche Durchführung liegt deninach bei den Hoheitsträgern der ParFernsprechbuch für Herne und Wanne=Eicke Soeben ist das von der Deutschen Reichs=Postreklame GmbH. zusammen mit dem Verlage Koethers & Röttsches herausgegebene Fernsprechbuch für Herne und Wanne=Eickel neu erschienen. In der bekannten handlichen Form mit alphabetischem Greifregister am Rande gibt es den Stand der Fernsprechteilnehmer nach dem Stande von November 1938 wieder. Spätere Neuanschlüsse und Aenderungen sind in einem Nach trag angefügt. In der Herner Ausgabe enthalten die ersten 56 Seiten des Buches die Herner Teilnehmer, die folgenden 46 Seiten die Wanne=Eickeler, in der Wanne=Eickeler Ausgabe ist die Anordnung umge kehrt. Auch das neue Fernsprechbuch wird sich wegen seiner Handlichkeit und Uebersichtlichkeit derselben B liebtheit erfreuen wie das alte. **** Aus dem Gysenberg 5000 Bäume werden angepflanzt. Wie alljährlich, so nimmt man auch jetzt wieder im Gysenberg größere Aufforstungsarbeiten vor. Im ganzen kommen über 5000 Jungbäume zur Anpflanzung, womit hauptsächlich einige Parzellen„Am Schottenbusch" bedacht werden. Man hat für die Anpflanzung Baumarten genommen, die gegen Einwirkung von idustriellem Rauch immun sind wie Rotbuchen, Weißbuchen, Bergahorn und Weißdorn. * Zwei weitere Schutzhütten. Es hat sich erwiesen, daß bei plötzlich aufkommen dem Unwetter die eine im Zoo befindliche Schutzhütte die vielen Menschen nicht fassen kann. Daher hat man sich zur Errichtung von zwei weiteren Schutzhütten entschlossen, mit deren Bau jetzt begonnen wurde. *** * Schon Eis auf dem Kanal. Bei dieser Kälte kann es nicht ausbleiben, daß auch der Kanalwasserspiegel erstarrt. In den Häfen und in den Schleusen hat sich schon eine Decke gebil det, die jedoch noch nicht ausreicht, um Menschen tragen zu können oder gar die Schiffahrt lahmzulegen * Industrieromantik. Ein schönes Bild winterlicher Industrieromantik kann jetzt jeder erleben. der sich einmal eine der vielen Kühlturmanlagen unserer Zechen ansieht. Wie man es in einer Tropfsteinhöhle sieht, so sind die Türme über und über mit großen Eiszapfen behangen, die eine Länge von zwei und mehr Metern haben. — Auf dem Wege zum Wochenmarkt gestorden. Am Samstagmorgen gegen 9 Uhr fand man au der Mont=Cenis=Straße in Herne=Sodingen die be tagte Ehefrau F. aus der Straße Grüner Weg be innungslos vor. Man schaffte sie zum Börniger Krankenhaus, wo man nur noch den Tod der alten Frau feststellen konnte. Sie war einem Herzschlag erlegen. Die Verstorbene war morgens fortgegangen. um auf dem Sodinger Wochenmarkt einzukaufen. Unterwegs ist sie dann, wie Passanten bemerkt haben, ausgerutscht und hingefallen. Die Verstorbene war 76 Jahre alt. * Das gibt ein böses Nachspiel. Eine böse Suppe brockte sich am Samstag ein P aus der Eckstraße ein. Im betrunkenen Zustande randalierte er auf der Straße herum und schlug eine große Schaufensterscheibe ein, wobei er sich Schnittwunden an Händen und Beinen zuzog. Man brachte den Verletzten zum Marienhospital. Die Sachbeschädigung wurde von der Polizei zu Protokoll genommen. Durch die Autobusscheibe gefallen. Als gestern nachmittag ein Omnibus, der an der Zeche Julia gehalten hatte, mit einem Ruck anfuhr, fiel ein Fahrgast, der im Wagen stand, um und stürzte in die Scheibe, die zertrümmert wurde. Die Glassplitter drangen dem Mann durch Mantel und Anzug. Glücklicherweise waren seine Verletzungen nur leichter Natur. Schießauszeichnung. Beim gestrigen Schießen auf dem Kleinkaliberstand bei Wirt Karl Köhlhoff an der Kaiser=Wilhelm= Straße errang Wilhelm Schrader(Kriegerkameradschaft Herne=Bahnhof) die silberne Kyffhäuserehrenschießnadel. Wir gratulieren! Weihnachtspreisschießen. 60 Die dritte Kompanie des Bürgerschützenveresh# Alt=Herne hatte gestern auf dem Schießstande an der Bergstraße ihr traditionelles Weihnachtspreisschießen, Die Kameraden waren dazu in recht stattlicher Zah angetreten. Es wurden wieder Weihnachtsgänse ausgeschossen. Die drei besten Schützen waren die Kameraden August Noeske, Johann Krüger und Hugo Stakemann. * Aufgehobene Versetzung. Die von uns kürzlich berichtete Versetzung des Regierungsrats Förster vom Polizeipräsidium in München-Gladbach an das Polizeipräsidium chum ist aufgehoben worden. in BoHeute Märchenabend des Beluch in einer Märchenwerkltatt Draußen ist es Winter geworden. Eine blaße Sonne lächelt in den hellen, frostklaren Tag; herab auf all die frohen, vorweihnachtlich gestimmten Erdenbürger, die mit roten Backen und Nasen und hochgeschlagenen Kragen durch die Straßen eilen. Zur rechten Vorweihnachtszeit gehört der frische Winterwind— den Schnee ist uns Petrus noch schuldig geblieben—, gehören festlich geschmückte Häuser und Straßen, frohe Menschen und— Märchen. Als wir kürzlich den Herner BDM besuchten, fanden wir uns zuerst gar nicht zurecht. Wir waren wohl versehentlich in eine Märchenwerkstatt geraten. An der Tür stand ein niedliches kleines Schneeglöckchen, gar nicht ängstlich und verfroren. Aber noch andere Blumenkinder halten sich trotz der Kälte hervorgewagt und standen fröhlich plaudernd beisammen. Es war eine lustige, bunte Gesellschaft: Blumenkinder und Kobolde, Tauben und Krähen friedlich vereint. Selbst eine alte Lappländerin und ein paar Lappenkinder gesellten sich zu ihnen. Doch was war das? Auf einmal verstummte das laute Geplauder: Einige Herolde meldeten das Nahen der Schneekönigin und ihres Hofstaates. Und da kamen auch schon die ersten Ritter, die Staats= und Geheimräte. Würdevoll schritt der Zeremonenmeister daher, ihm zur Seite die Prinzessinnen und Prinzen. Und dann kam die Schneekönigin, Hand in Hand mit Hans und Gretchen. Alles verneigte sich tief. Wir standen starr vor Staunen. Doch da kam die Schneekönigin lachend auf uns zu und gab uns die Hand. Und nun fiel uns ein, daß ja der Herner BDM am Montag im Strickmannschen Saalbau Andersens Märchen von der Schneekönigin spielt. Eine Führerin erklärte uns, mit welchem Eifer und welcher Liebe die Mädel und Jungmädel sich in das Märchen hineingelebt und wie geschickt sie die Kostüme selbst geschneidert hätten. Auf einem langen Tisch lagen bunte Stoff= und Pappreste, aus denen flinke Mädelhände die schönsten Gewänder und Figuren zauberten. Wenn alle diese Figuren aus den verschiedensten Märchen heute die Wände des Strickmannschen Saales schmücken, so werden sich die vielen großen und kleinen Gäste schon beim Eintritt in den Saal in der rechten Märchenstimmung befinden, so daß sie sich beim Heben des Vorhanges nicht erst in eine neue— die Märchenwelt, hineinleben brauchen. Dann geht das Spiel nur weiter. Heute nachmittag spielen unsere BDm-Mädel für Hernes Jungmädel und all die anderen kleinen Gäste, am Abend um 20 Uhr dagegen erwartet der BOm alle Herner Volksgenossen, um mit ihnen einige schöne vorweihnachtliche Stunden zu verleben. Preise für Obst und Gemüse Die Preisfestsetzungskommission für Obst und Gemüse# Arnsberg hat die Verbraucherhöchstvreise für die Zei vom 19. 12. 1938 bis auf weiteres wie folgt festgesetzt Abgabevreis in Ros. an Verbraucher: Gemüse: Blumenkohl, ital., I. je Kopf 37; Blumen kohl, ital., II, 34: Blumenkohl. ital., III. 27(einschl Steigen). Grünkohl, je 500 Gramm 8. Kohlrabi, I. bl, nur m. Herzblatt(nicht unter 500 Gramm je Stück). i Stück 8: Kohlrabi. II. bl., nur m. Herzblatt 6. Möhren. ohne Grün, gewaschen, je 500 Gramm 8.5: Möhren, II ohne Grün, gewaschen. 5. Porree, I. nicht unter 40 Milli meter Durchmesser. 12: Porree. II. nicht unter 20 Milli meter Durchmesser 10: Porree, III. von 10 bis 20 Milli meter Durchmesser 8(gevutzt und beschnitten). Rosenkohl geputzt. bis 30. Rotkohl 8.5. Roie Beeien, A. 4 bis 1 Zentimeter Durchmesser, plattrund. 7: Rote Beeten. B 5. Salat. II. je Kopf 7; Salat. Ul. 5. Endiviensalat. I. 11 Endiviensalat. h. 7. Feldsalat(kleinblättrig und Palm salat) je 500 Gramm 32; Feldsalat(großblättrig) 16 Sellerie, I. ohne Laub. 18; Sellerie, II. ohne Laub. 1 (gewaschen und geputzt). Spinat 10. Suppengrün.# Bündchen 7. Steckrüben. je 500 Gramm 5. Tomater (deutsche Treibhaus und canarische) 43. Weißkohl. 1. 7 Weißkohl. UI. 5. Wirsing 8. Zwiebeln, deutsche, 10 Zwiebeln. ausl.. bis 16(Abgabe an Verbraucher nich unter einem Achtel Klg.). Fleischerzwiebeln. je 50 Gramm 11. Obst: Deutsche Aepfel. Preisgr. I(Cor=Orangen Renette), maßgebend sind die Preise nach der Preis stovvverordnung: Deutsche Aevfel, Preisgr. I(Ontario Boskop) 38: Deutsche Aevfel. Preisgruppe III(Jakol Lebel) 29; Deutsche Aepfel. Preisgr. IV(Cellini) 24 Deutsche Birnen. Preisgr. I!(Alexander Lukas), maß gebend sind die Preise der Preisstovvverordnung Deutsche Birnen. Preisgr. II(Gute Luise) 38: Deutsch Birnen. Preisgr. III(Pastorenbirne) 29; Deutsche Birnen, Preisgr. IV(Kochbirnen) 24. Wirtschaftsobst Oesterreiche Aepfl je 500 Gramm 15: London Pepving und Cauada=Renette 52. Ausl. Aepfel und Birnen bis 45. Apfelsinen bis 36. Walnüsse bis 55. Haselnüsse bis 65. Paranüsse 76: Paranüsse. extra lange. 72. Stadt Wanne=Eickel. Anmeldungen für die 1. Klasse der Städt. Oberschulen für Jungen und Mädchen werden am Montag. 19. Dez., ab 15 Uhr. in den Amtsräumen der Schulen entgegengenommen. Zur Anmeldung sind mitzubringen Geburtsschein oder Familienschein und Impfschein Auch können jetzt, schon an beiden Schulen Anmeldungen für alle übrigen Klassen erfolgen. in Gesunder Geist und technische Schulung Dienst bei der Luftnachrichten-Truppe, eine Grundlage zum späteren Lebensberuf. ng 30. Januar d. J. in Herne g einer Straße in„Straße Währet Dinge eink. einer“ Laß, pere beschleunigte Weihnachtsvölkerten die g Urlauberzuge. weinfrohe Mense Reisenden mit Arbeiterrückfahrkarten. aus einer bekar.#n mins I. Kalan tnn Ai.— 92 diese Musik tan; bahn wird als Erlat#fur die am 23., Die Marie####“: Dezember 1938 sowie am 2. und 3. In der kurzen I/perrten zuschlagpflichtigen Züge für on der kurzen Zelh,zeiterrückfahrkarten besondere günhatte er den Entschtge verkehren lassen. Diese Marie einen sauderelguptverkehrsrichtungen am 23., 24. beglückte an diesem T193s sowie am 2. und 3. Januar er sie seit vielen Jahzurlauberzüge, und zwar der Zug hatte. Nein. es hatte über Essen=Hbf. nach Erfurt, Zug einsamer oller Griesg; über Recklinghausen nach HamUnd als ihm die 401 von Duisburg über Herne nach lächelndem Munde ge über den Tisch und bird auf die beschleunigten „Morgen wird mas(zuschlagsfrei) verwiesen, zu deMarie Henlog sei mit gefahren werden. Arm in Arm nach Keltkarten, mit denen die Reise am sagen: Seht da, die schs 938 oder am 1 Jan. 1039 angeoo keine jungen Bursch Eine der wichtigsten und interessantesten Truppengattungen innerhalb der Luftwaffe ist die Luftnachrichten- Truppe. Sie ist das Nervensystem des weitverzweigten Truppenorganismus. Nur durch die sichere und schnelle Einsatzbereitschaft der Luftnachrichtentruppe kann der Einsatz anderer Verbände erfolgversprechend sein. Die hohen Forderungen, die gerade bei der Luftnachrichten=Truppe gestellt werden, können nur durch die intensive Arbeit des einzelnen Mannes an sich selbst, durch körperliche Ertüchtigung, geistige Schulung und treue Kameradschaft gelöst werden. Ist schon die Nachrichten=Truppe des Herres wichtig, so noch im höheren Maße die Nachrichten-Truppe der Luftwaffe. Sie hat nicht nur die Aufgabe, Befehle innerhalb der Stäbe und Einheiten auf der Erde durch ein Funk=Fernsprechund Fernschreibnetz zu übermitteln, sondern auch den Verkehr mit den fliegenden Verbänden aufrecht zu erhalten. Um all' diesen Anforderungen gerecht zu werden, können nur gut ausgebildete Soldaten mit hohem Verantwortungs= und Pflichtgefühl bei der Luftnachrichten=Truppe verwendet werden. Aus vorstehenden Erläuterungen ist klar zu erkennen, daß sich die Luftnachrichten=Truppe nur aus Soldaten mit geistiger Regsamkeit zusammensetzen muß. Die sorgfältige militärische und technische Ausbildung in den verschiedensten Dienstzweigen gibt dem Soldaten eine neue Grundlage-für sein späteres Berufsleben. Wer besondere Neigung zum Soldatenberuf hat und dafür geeignet ist, kann eine Weiterverpflichtung auf 12 Jahre eingehen. Soldaten können eine Ausbildung als Bordfunker erhalten und verbleiben während ihrer 12jährigen Dienstzeit als Bordfunker bei der Luftwaffe. Nach abgeleisteter 10jähriger Dienstzeit erhält der Soldat eine 2jährige Ausbildung auf der Luftwaffenfachschule, und es ist ihm somit die Möglichkeit gegeben, nach 12jähriger Dienstzeit in die mittlere bzw. gehobene Beamtenlaufbahn zu steigen. Es steht ihm die Funkmeister= oder Schirrmeisterlaufbahn offen oder die Verwaltung mit ihren vielen Abteilungen. Auch Soldaten mit 4½jähriger Dienstzeit haben gute Aussichten für ihr weiteres Berufsleben. Sie können nach 4½jähriger Dienstzeit als Angestellte im Funkdienst weiter tätig bleiben oder mit Hilfe der erworbenen Funkpatente in zivilen Stellen bevorzugt untergebracht werden. Besonders den Soldaten mit 4½jähriger Dienstzeit ist es auf Grund der guten technischen Kenntnisse, die sie bei der Luftwaffe erworben haben, erleichtert, bei der Post oder in der Industrie eine Anstellung zu erhalten. Die Berufsaitssichten für strebsame junge Menschen, die bei der Luftnachrichten=Truppe dienen, sind jedenfalls gut. Leute mit guter geistiger Veranlagung und guten fachtechnischen Kenntnissen sind besonders gut geeignet für die Luftnachrichten=Truppe. Jeder junge Mensch kann stolz sein, wenn er in diese Truppe ausgenommen wiird und dort dienen kann. Freiw.=Gesuche für] die Herbsteinstellung 1939 können bis(zum 5. 1. 1939 bei der II. Luftnachrichten=Rgt. 2 Mihnster i. Westf., Grem mendorf, noch berücksichtigt werden. Gesuche für die Frühjahrseitistellung 1940 sind bis zum 5. 7. 1939 bei der Abteibeng einzureichen. 54 „ über: Aus Castrop=Rauxel Ehrung des städtischen Musikbeatuftragten. Der städtische Konzertverein Castrop=Rauxel konnte diesem Jahre seinen 10. Wiedergründungstag begehen. Aus diesem Anlaß wurde im Oktober ein Festkonzert mit der Wiedergabe der 9. Symphonie von Beethoven veranstaltet. Für die fördernden und singenden Mitglieder des Vereins fand am Freitagabend im weihnachtlich geschmückten Saale Köllmann eine interne Feierstunde statt, in deren Mittelpunkt iine Ehrung des städt. Musikbeauftragten, städt. Man#direktors Max Spindler, durch Oberbürgermeister Dr. Anton stand. Oberbürgermeister Dr. Anton hob besonders die vorbildliche künstlerische Arbeit Spindlers hervor, die schon wiederholt die Anerkennung der Reichsmusikkammer gefunden habe und sich auch in der Genehmigung der Konzerte junger Künstler für Castrop=Rauxel ausdrücke. Oberbürgermeister Dr. Anton ehrte ferner den Herausgeber der in diesen Tagen als Heft 2 der Schriftenreihe des Stadtarchivs erschienenen„Geschichte des städt. Konzertvereins Castrop=Rauxel und seiner Vorläufer“, den Lehrer Dietrich Haardt, als einen verdienstvollen Förderer des heimatlichen Musiklebens. In 5 Tagen Heiliger Abend! Die Straßen unserer Stadt füllen sich jetzt allabendlich mit fröhlichen Weihnachtseinkäufern. Die Geschäfte sind überfüllt. Nur vormittags geht es ruhiger zu. Besonders Kluge kaufen daher ihre Geschenke zu dieser Zeit. Großer Andrang. viele Müh— es ist besser, man kauft früh! TX 1 E Amferdfeüer Rund um die Sonnenllecke Neue wissenschaftliche Beobachtungen Ein„Sünden bock" wird gesucht 7 Störungen der Erdatmosphäre Die Signalpleise der Eiszeitäger Nach 60 000 Jahren ertönt sie wieder Aufsehenerregende urgeschichtliche Funde bei Worms. Alle Vorgänge der jetzigen Zeit, die merkwürdige Wetterlage, die Häufung der Erdbeben. Unfälle sowohl in der Schiffahrt als auch in der Luftfahrt, all diese Dinge werden den Sonnenflecken und den Störungen in der Erdatmosphäre zur Last gelegt. Jedenfalls gibt es heute noch namhafte Astronomen und Meteorologen, die fest davon überzeugt sind, daß jede Schwankung der Sonnentemperatur, jede Veränderung an der Oberfläche der Sonne sich auf der Erde. auf unseren magnetischen und elketrischen Haushalt irgendwie und in der Regel sehr unheilvoll auswirken muß. Kein Wunder, daß sich die Fachwissenschaftler in den letzten Monaten besonders intensiv mit den Sonnenflecken und allen Veränderungen auf der Sonne befaßt haben. Schließlich ist die Sonne der große Himmelskörver, der uns am nächsten steht, den wir aus eigener Erfahrung heraus beobachten können. Was wir wissen Jede Kleinigkeit über die Gestaltung und den ganzen Aufbau der Sonne ist natürlich für die forschende Wissenschaft von Wichtigkeit. Die Sonne ist ein Gestirn, dessen ###er verglichen mit dem Alter anderer Weltkörver, nicht besonders hoch angesprochen wird. Es war für die ironomen mit den modernen Geräten kein großes KunstLstück. die Temperatur der Sonne zu errechnen. Schon vor rund 40 Jahren kam der Astronom E. W. Wilson aus Daramona auf die Ziffer von 6000 Grad Celsius. Diese Ziffer hat auch allen Kontrollberechnungen in späterer Zeit standgehalten und sich kaum verändert Auch wissen wir über die Sonnenflecken heute ziemlich genau Bescheid. Die Verdunkelungen auf der scheinbaren Oberfläche der Sonne sind Gasflecken oder Gasballons mit einer Ausdehnung von mehreren tausend Quadrat= meilen. Was wir also als Flecken beobachten, sind in Wirklichkeit Gasausströmungen, die aus dem Innern der Sonne aufsteigen, sich bei der Ausdehnung abkühlen und infolgedessen dunkler scheinen als die sonstige Sonnenfläche. Unter diesen Umständen müssen diese Gase natürlich als regelrechte Flecken, als scheinbar schwimmende Inseln für uns in Erscheinung treten. Störungen— aber wieso? Natürlich wollte man bei der Beobachtung der Sonne alle etwa bei der wissenschaftlichen Beobachtung möglichen Fehlerquellen ausscheiden. Man stieg also mit den Instrumenten auf die höchsten Berge, baute dort die Geräte vorsichtig auf und hoffte auf diese Weise alle Fehlerquellen. alle Störungen ausgeschaltet zu haben. Selbstverständlich war man sich darüber im klaren, daß eine vollkommen fehler= und störungsfreie Beobachtung nur außerhalb der irdischen Atmosphäre möglich sei. Jedoch gelang es auch mit den geschilderten Sicherungsmaßnahmen. recht positive Ergebnisse zu erzielen. Recht beträchtliche Schwankungen in der Ausstrahlung(5 bis 7 v. H.) wurden festgestellt. Die Sonne wäre demnach ein Himmelskörper, der einen regelrechten Pulsschlag aufweist. Aber skeptische Astronomen warnten vor einer voreiligen Annahme dieser Hypothese und deuteten darauf hin, diese Schwankungen könnten doch auch aus irdischen Vorgängen berrühren. Man müsse sich davor hüten, alles für wahrscheinlich zu halten, was man aus den angestellten Beobachtungen zu ersehen glaube. Es ist ja zudem kein Geheimnis mehr, daß z. B. starke Störungen in der Erdatmosphäre, Vulkanausbrüche mit fliegenden Aschenmengen usw. eine nachhaltige Wirkung auf die Erdatmosphäre auszuüben imstande sind. In vier Jahren weiß man es... Die Astronomen hoffen, daß man mit neuen Geräten. die zur Zeit im Bau sind. in einigen Jahren Genaueres über die Sonnenverhältnisse wissen wird. Man denkt in diesem Zusammenhang besonders an die Einrichtungen auf dem Mount Palomar, wo ein Teleskop mit einem Brennspiegel von fünf Meter Durchmesser in spätestens vier Jahren zur Verfügung der Wissenschaft steht. Bis dahin wird man mit einigen anderen Einrichtungen, die sich vor allem auf Filmaufnahmen von Protuberanzen, die z. B. bei einer Sonnenfinsternis am Rand der Sonne deutlich zu beobachten sind, unter sehr merkwürdigen Umständen in Erscheinung treten und verschwinden. Man kann heute mit solcher Geschwindigkeit photographieren, daß auch die letzten Feinheiten eines solchen Sonnenvorgangs selbst ohne Sonnenfinsternis auf die Platte gebannt werden könnten. Nach den letzten Messungen sind derartige Ausschleuderungen ungeheuer groß und hoch. Man hat derartige Zacken am Sonnenrand in einer Höhe bis zu einer Million Kilometer und in einzelnen Fällen darüber hinaus beobachtet. Aber man weiß bis heute noch nicht genau, ob es sich um wirkliche„Vulkanausbrüche“ der Sonne handelt oder aber um elektrische Erscheinungen oder um Lichttäuschungen in der Sonnenatmosphäre. Wie man sieht, bietet unsere alte Sonne viele Rätsel. Es ist also verständlich, daß man ihr die Schuld an manchen Dingen gibt, die sich aus dieser Erde und rund um uns herum ereignen. Wiegenest in den Wolken. Die ungewöhnliche Geburtstagsfeier einer Achtzigjährigen. Eine Geburtstagsfeier, über die man in ganz England staunt, fand dieser Tage auf dem Flugplatz von Notting ham statt. Das Geburtstagskind kam hoch zu Pferde von London hierher geritten, um seinen Ehrentag hoch oben in den Lüften, in der schwanken Gondel eines Ballons, zuzubringen. Ist es schon seltsam genug. wenn man dar auf besteht, sein Wiegenfest in den Lüften zu feiern, so wird das Ereignis noch viel bemerkenswerter dadurch, daß die Heldin unserer kleinen Geschichte ihren— 80. Geburtstag feierte. Im allgemeinen begeht man sein 80. Wiegenfest, in dem man sich mit stillem Lächeln in den bequemen Lehnstuhl setzt, um dort die Glückwünsche von Kindern und Enkeln in Empfang zu nehmen und sich zu freuen, daß man so ein gottgesegnetes Alter erreicht hat. Bei Miß Baden=Powell, der Schwester des bekannten englischen Pfadfinder=Generals Lord Baden=Powell, war das alles ganz anders. Die alte weißhaarige Dame, deren Gesicht Jugendfrische ausstrahlt und die sich heute noch rühmen kann, dreißig Kniebeugen und dreißig Rumpfbeugen hintereinander, ohne abzusetzen, auszuführen, wollte ihren Landsleuten beweisen, wie man sich dank unermüdlichem Körvertraining Elastizität und Jugendlichkeit bis in die höchsten Altersstufen erhalten kann Aus diesem Grunde hat sich Miß Baden=Powell zu dieser ungewöhnlichen Geburtstagsfeier entschlossen, die ihr im übrigen glänzend bekommen ist. In ihrem alt modischen, noch aus dem viktorianischen Zeitalter stammenden Reitkostüm unternahm sie den weiten, anstrengenden Ritt von London nach Nottingham. begleitet von einer Abteilung englischer Pfadfinder und stürmisch beiubelt von der Bevölkerung. die diesem erstaunlichen Schauspiel beiwohnte. Dann erfolgte der Ballonaufstieg. und in tausend Meter Höhe zerteilte die alte Lady mit ruhiger Hand ihren Geburtstagskuchen, um dem Piloten und ihren zwei Begleitern ein Stück abzugeben. Es geschah zum erstenmal, daß die Achtzigjährige einen Ausflug in die Lüfte unternahm, und man harrte mit einiger Besorgnis ihrer Landung. Das Geburtstagskind versicherte zwar, es sei froh. wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, fühlte sich aber im übrigen so wohl, daß es sich trotz der nicht gerade milden Temperatur zu einem Freibad entschloß. Volle zwanzig Minuten schwamm Miß Baden=Powell mit ihren Geburtstagsgästen in dem offenen Bassin. Dann fand ein gemütlicher Kaffeeklatsch statt. und schließlich krönte die alte Lady ihren Ehrentag damit, daß sie die Nacht auf freiem Felde in einem gewöhnlichen englischen Pfadfinderzelt verbrachte. Natürlich hat die Londoner Presse von dieser ungewöhnlichen Geburtstagsfeier einer Achtzigjährigen mit aller gebührenden Aufmerksamkeit und vielen Photos Kenntnis genommen. Es kam der alten Dame dabei nicht so sehr darauf an, für sich Ruhm zu ernten, als einen besonderen Beitrag zu der gegenwärtigen„Keep=Fit=Aktion“ der englischen Regierung zu leisten, mit der man die bisher dem Spokt fernstehenden Bevölkerungskreise zu körperlicher Betätigung aneifern will. „Kinder, wie die Zeit vergeht!“ rief kopfschüttelnd eine alte Bäuerin aus dem Dorfe Monsheim bei Worms. während sie höchst erstaunt einen fast versteinerten Knochen betrachtete. Der Vorgeschichtsforscher Dr. Weiler. der seit drei Jahren in dieser Gegend mit Ausgrabungen beschäftigt ist und dem erst jüngst wieder aufsehenerregende Funde geglückt sind, hatte einer Besucherin der Grabungsstelle das Rippenstück eines Mammuts gezeigt und so nebenbei bemerkt, daß es seit mindestens 100 000 Jahren in der Erde gelegen habe. Worauf dieser im pulsive verwunderte Ausruf erfolgte... Gewiß. vorgeschichtliche Entdeckungen werden gegenwärtig bald da, bald dort in den deutschen Landen gemacht. aber was Pickel, Hacke und Pinzette in den Sandgruben von Monsheim und Pfeddersheim in der Rheinebene zutage förderten, übertrifft seit langem jedes Forscherglück. Denn die neuen eiszeitlichen Funde brachten nicht nur den einwandfreien Beweis, daß die Menschen vor 100000 Jahren keineswegs in Höhlen zu leben brauchten, um die unwirtliche Zeit zu überstehen, sondern bestätigen die Ansicht vieler Wissenschaftler, daß das Klima damals keineswegs so ungemütlich gewesen sein muß, wie man es gerne annehmen möchte. Zum erstenmal wurde bei Worms eine dichte eiszeitliche Besiedlung über Tag festgestellt, und zwar handelt es sich hier um vier Wohnplätze, die nur wenige hundert Meter voneinander entfernt liegen. Im weiteren Umkreis wurden Jagdstellen entdeckt. die Knochenüberreste von Wisenten. Renntieren, Rindern. Mammuten und Wildpferden und dazu primitive Steinwerkzeuge bargen. die zum Töten und Ausweiden der erlegten Tiere dienten In den Wohnstätten fand man verschiedene Gebrauchsgegenstände, die etwas besser gearbeitet waren. aber was hier vor allem das Erstaunen der Forscher erregte. sind Holzkohlenstücke, die von verkohlten Nadelhölzern stammen dürften, deren Vorkommen im Diluvium für unmöglich gehalten wurde Weitere hochinteressante Funde wurden aus der jüngeren Eiszeit vor etwa 60000 Jahren gemacht. Die in diesem Abschnitt lebenden Urmenschen besaßen bereits eine wesentlich höhere Kultur. die deutlich in ihren Jagdgeräten zum Ausdruck kommt. Sie verstanden es ausgezeichnet, aus Steinen, Knochen und Geweihen ihre Waffen herzustellen, und wußten sich auf ihren Pirschgangen sogar schon durch akustische Signale zu verständigen. Wenigstens wurde eine aus einer Wisentzehe kunstvoll gearbeitete Pfeise gefunden. die. an den Mund geführt, auch heute noch den gleichen schrillen Ton hervorbringt, mit dem vor 60 000 Jahren das Zeichen zur Jagd gegeben oder das„Ganze Halt“ verkündet wurde. Aus meiteren Fundstücken geht hervor. daß Schneckengehäuse als Schmuckstücke beliebt waren, und daß es damals auch schon Kunstschnitzer gab. die aus Knochen und Horn allerlei hübsche Gebilde herzustellen wußten. So wurde bei Worms ein kleiner Tierkovf gefunden, der aus einem Renntiergeweih herausgearbeitet worden ist und dessen anatomische Genauigkeit überraschend ist. Es dürfte in Europa keinen zweiten eiszeitlichen Fundort geben. der solch hervorragende Kulturdokumente wie jene aus den Sandgruben von Monsheim und Pfeddersheim ausweisen kann. Kleines Weltpanoptikum Die stärksten Esser der Welt. Nach Ansicht der Forscherin Inez Dadswell, einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Universität Melbourne, sind die australischen Eingeborenen die stärksten Esser der Welt. Frau Dadswell hat sich jahrelang auf ihren Reisen durch den australischen Kontinent mit dieser Frage befaßt und weiß in der Tat erstaunliche Magenleistungen der Eingeborenen, die sie mit eigenen Augen gesehen hat, zu berichten. So erlebte sie es einmal, daß zwei Eingeborene von morgens bis zur Abenddämmerung einen Känguruhbraten von über einem halben Zentner Schwere bis aus die Knochen verzehrten. Ein anderer schwarzhäutiger Feinschmecker versneiste einen ganzen Emu innerhalb von drei zeitlich dicht beieinander liegenden Mahlzeiten. Ein Dritter war ein noch gewaltigerer „Fresser". Innerhalb eines einzigen Jagdtages führte sich dieser Herr zwei Gänse, zwei Truthähne und als besondere Delikatesse eine Eidechse von über einem halben Meter Länge zu Gemüte. Einmal sah Mr. Dadswell fünf farbige Australier nicht weniger als 150 Schwaneneier auf einen Sitz vertilgen, ein Experiment, das fünf Euroväer zweifellos mit dem Leben bezahlt hätten. Die Forscherin ist der Ansicht, daß der Magen des australi schen Eingeborenen, der oft lange Hungerverioden erdulden muß, für die Aufnahme derartiger Nahrungsmengen besonders geeignet ist. Mord aus Vierliebe. Ein blutiges Drama spielte sich vor kurzem in der nordvortugiesischen Stadt Sao Joao da Madeira ab, dessen Hintergründe erst vor Gericht geklärt werden konnten. Ein Einwohner der Stadt namens Cambra tötete mit drei Revolverschüssen einen Mann, der am Steuer eines durch die Hauptstraße fahrenden Wagens saß. Eine Woche zuvor war dieser Kraftfahrer in umgekehrter Richtung durch Sao Joao gekommen, wobei er das Mißgeschick hatte, einen Hund zu überfahren. Ohne zu halten oder seine Geschwindigkeit zu mäßigen, fuhr er weiter: Cambra aber. der Besitzer des getöteten Hundes, beschloß den Tod seines vierbeinigen Lieblings zu rächen. Er notierte sich die Nummer des Autos. kaufte sich einen Revolver und wartete dann Tag fur Tag geduldig an der Hauptstraße, ob der Wagen einmal wieder durch die Stadt fahren werde. Ein volle Woche wartete Cambra umsonst. Dann aber entdeckte er plötzlich die Autonummer. nach der er fahndete. Er eilte auf die Fahrbahn und tötete den Wagenlenker durch drei Schüsse. Dann ließ er sich ruhig abführen.„Ich hatte in meinem ganzen Leben", so erklärte Cambra dem Untersuchungsrichter. „nur einen einzigen Freund. Das war mein Hund. der gleich mir ein Einsiedlerdasein führte. Es war meine Pflicht, den Mord. den ein brutaler Kraftfahrer an meinem Liebling begangen hat. zu rächen.“ Das Elefantengrab Hannibals. Im Durance=Tal in den französischen Alpen hat der Pariser Archäologe Dr. Laurent Bernard unlängst ein riesiges Grabmal entdeckt, das die Knochenüberreste von — Elefanten barg. Hat es denn in den französischen Alnen jemals Elefanten gegeben? Die Erklärung dieses naturgeschichtlichen Phänomens ist die, daß der karthagische Feldherr pannibal einst mit einem großen Heer von der afrikanischen Küste nach Europa zog und die Alven überquerte. um gegen Rom zu ziehen. Er nahm bei dieser historischen Expedition eine größere Herde von Elefanten mit. von denen er annehmen konnte, daß ihr Anblick den Feind in Schrecken versetzen mußte. Allerdings haben nur sehr wenige Dickhäuter den Zug über die Alven überstanden und römisches Gebiet erreicht. Die meisten der Urwaldgiganten scheiterten an dem ungewohnten Gelände und stürzten, entweder zu Tode oder mußten, da sie sich Verletzungen zugezogen hatten, getötet werden. Der französische Archäologe nimmt nun an. ein solches Elefantengrab aus dem Jahre 218 vor Zeitwende gefunden zu haben. Das seltsame Grab befindet sich unmittelbar an der Route, die der karthagische Feldher: auf seinem Zug gen Rom eingeschlagen haben muß. Der„stumme“ Farmerssohn. Als beste„wahre Geschichte“ prämiierte eine Neuyorker Wochenschrift die folgende kleine Begebenheit. die von einer Farm in Arkansas gemeldet wurde. Vor Jahren war einem dort ansässigen Ehevaar ein Sohn geboren worden, der niemals ein Wort sprach, sodaß ihn die Eltern schließlich für stumm halten mußten und sich mit dieser traurigen Tatsache abfanden. Eines Tages war der Vater gerade im Obstgarten beschäftigt und merkte nicht, daß ein wildgewordener Stier direkt auf ihn zurannte. Da hörte er plötzlich seinen„stummen“ Sohn schreien:„Vorsicht. Vater. der Stier kommt!" Der Valer brachte sich in Sicherheit und fragte dann erstaunk den Sohn, warum er denn nicht schon eher gesprochen habe, wenn er nicht stumm sei.„Well. Papa!“ war die Antwort des Jungen.„Ich habe bisher noch nie einen Anlaß zum Reden gehabt.“ Das Lied der Mühle Roman von FRIEDR. FRANZ GOLDAU 27. Fortsetzung. Mieze trinkt von dem Inhalt des zweiten Glases und stellt das Glas hin. Der Wein brennt wie Feuer auf ihrer Zunge. Wie eine Unwürdige kommt sie sich vor. Wie kann sie es wagen, das Blut der rheinischen Reben. den Heldentrank deutscher Männer und Frauen zu trinken. je. die das Schandmal, das Kainszeichen trägt. Hat sie ##t die leibliche Mutter getötet? Bringt sie nicht Ziska id Hein vorzeitig ins Grab? Muß sich ihr Vater nicht ihrer Schuld wegen am Hafen quälen? Am Ufer. an das der Garten stößt, liegen mehrere Kähne.„Mieze" und„Fred“ liest sie.„Lucie" und „Hans“. Sie sieht noch Boote mit anderen Namen. doch diese vier Boote sprechen wie Menschen zu ihr. Sie haben Augen und Zungen wie Menschen und klagen sie an. Sechs Stufen führen vom Ufer her zum Garten hinauf. Kinder spielen im Sande und auf einer Schaukel. Eine junge Hortnerin baut mit ihnen eine Burg. Sie ist ein Kind unter Kindern. Täuscht Micze sich? Nein. sie erkennt Lucie. Lucie hatte eine Anstellung in einem Kinderborte gefunden. in dem sie die Kleinen betreut. Mieze sieht, wie die Kinder an Lucie hängen. Lucie steht auf und bildet mit den Kindern einen Reigen. So konnte Mieze auch singen, als sie Kind war mit Kindern, als sie Freds Märchen und lieben Erzählungen lauschte. Jetzt ist sie innerlich stumm, und es zieht sie zu Lucie. Soll sie ihr die Hand reichen und sagen:„Euch und Hans wünsche ich das reinste, vollkommenste Glück!?" Es zieht sie, doch sie muß bleiben. Sie darf nicht gehen. Sie würde in Tränen ausbrechen und auch ihr bekennen müssen, daß sie die Schuldige sei. Aber sie will sich vorerst noch dem Vater offenbaren und hat noch nicht die rechte Gelegenheit hierzu gesunden. Sie schaut weiter nach Lucie und den Kindern. und ein Walzer spielt auf. Junge Paare beginnen zu tanzen. Ein Soldat nähert sich Mieze.„Darf ich um den Tanz bitten. schöne Jungfer?" Wenn die Seele den Appetit verdirbt. schmeckt das beste Essen nicht. Und tanzen in ihrer Stimmung? Sie dankt und erkennt den Soldaten:„Ach. Hans!“ Wie damals, als er sie auf dem Baumstumpf im Walde traf, steht er vor ihr. Ebenso forsch und so frisch ist er. ebenso schneidig. Aber er ist doch ein anderer geworden. Ernst ist er und kann nicht mohr scherzen. Bröker hat ihm die Fröhlichkeit aus dem Herzen gerissen. Er hat ihm das Liebste genommen, das er nach der Mühle auf Erden besaß. Durch ihn hat er Lucie verloren. Hans gibt ihr die Hand.„Es freut mich, daß du die Erste bist, die mich in der Heimat begrüßt. Ich habe mir einen Schoppen genommen und warte hier auf die Post. Komm. tanzen wir jetzt den Walzer, den ich dir vom Schützenfest schuldig bin. Keine Lust, Mieze?" Sie hatte sich zu seiner Begrüßung erhoben, aber den Tanz lehnt sie ab. Unmöglich kann sie mit Hans tanzen. nachdem sie ihm, seinen Eltern und Lucie das Leid angetan.„Heute nicht. Hans. Tanze mit Lucie. Sie ist bei den Kindern im Garten.“ „Lucie?“ Er hatte auf der anderen Seite des Saales gesessen und sie nicht bemerkt.„Nein!" lehnt er schroff ab.„Wenn du nicht tanzen willst. tanze ich nicht. Ihr Vater hat mir das Erbe genommen, aber du siehst nicht gut aus.“ Stumm gibt sie es zu. Sie ist um Jahre gealtert. Der seelische Jammer spricht aus den Fälichen um ihren Mund. Nicht Bröker. nein, sie hat Hans das Erbe genommen und es diesem Bröker als Ball zugeworfen. Hätte Bröker es an sich zu reißen vermocht, wenn nicht der Wald abgebrannt wäre? Hein hätte sich, wenn auch mit Mühe, hindurchringen können. Sie trägt an allem die Schuld.„Mir ist die Brandnacht zu nahe gegangen.“ sagt sie. an ihm vorbeisehend. und nimmt wieder Platz. Hans holt sein Glas und läßt sich bei ihr nieder. „Lucie leidet.“ sagt Mieze.„Unschuldig. Hans! Könnte ich meinen Vater für meine Schuld verantwortlich machen und konnte Lucie ihrem Vater gebieten? Lucie hat ihren Vater verlassen, als er dir das Erbe nahm. Weißt du das nicht?“ Er sagt erstaunt:„Nein! Ist Lucie nicht mehr auf der Mühle?" „Sie ist im Kinderhorte der Stadt. Weißt du es nicht?“ Er weiß es nicht und sieht sie groß an. Dann geht er ans Fenster und sieht hinaus. Lucie schaukelt die Kinder und scheint sich mit ihnen zu freuen. Verrät ihr Gesicht nicht einen schmerzvollen Zug? Hans hatte sich nach der Versteigerung gewaltsam zusammengerissen, um sie zu vergessen. Nun bricht die noch schmerzende Wunde von neuem auf. Hat er Lucie Unrecht getan und sich törichterweise selbst diese Qualen bereitet? Wenn sie ihren Vater verließ. stimmte sie seinem Handeln nicht zu. Hans hatte sich von ihr zurückgezogen. Er muß sich ihr nun wieder nähern. Noch eine Weile steht er am Fenster und sieht Lucie zu. Und immer stärker wird sein Verlangen, sie zu begrüßen. „Du hast sie doch gern.“ flüstert Mieze.„Mach ihr das Herz wieder leicht. Ich möchte euch beide gern glücklich seben.“ Er sieht, daß sie es aufrichtig meint und dankt ihr ergriffen.„Hast du dich mit Fred ausgesprochen?“ Sie sieht ihn tieftraurig an. „Ihr liebt euch doch. Mieze?" „Ja, Hans.“ „Na. Fred wird schon wieder was Passendes finden. Bleibst du noch hier?" „Ich muß nach Haus, Hans.“ „Auf Wiedersehen denn, Miese.“ Er geht in den Garten und Mieze steht auf. Sie will nicht sehen, wie Lucie und Hans sich begrüßen.„Wenn sie sich finden, habe ich schon ein Geringes gesühnt." denkt Mieze und geht. Zwanzigstes Kavitel. Mieze bereitet ihrem Vater das Essen. Die Sonne neigt sich wie ein silberner Fesselballon zum Westen. Als ihr Vater heimkommt. ist er verstimmt. Er wirft die Mütze auf den Küchentisch. nimmt die Tageszeitung vom Spind und versucht zu lesen. Das Kinn in die Rechte stützend. sinniert er eine Weile. Endlich spricht er von Brakel: „Er ist ein Mensch, wie einer sein soll. Sie wollten ihm einige Taler für die Rettung des Kameraden geben Und er nahm sie nicht an. Wären so alle, dann hätte der Wald nicht gebrannt. Dann wären wir noch in der Mühle, und die Mutter wär noch nicht im Grab. Es ist ihr zu nahe gegangen. und was hat sie an Schmerzen ertragen! Wären so alle! Aber sehr viele sind Schufte nicht wert, daß der Boden sie trägt.“ Nach einer Weile stöhnt Thomas:„Der Tod der Mutter frißt mir den Rest der Kraft auf. Hol mir einen Schnaps. Mieze.“ „Wollt Ihr nicht erst essen?“ „Erst einen Schnaps, Mieze.“ Seit seinem letzten Schnaps sind einige Wochen vergangen. Jetzt hat er Verlangen danach und Mieze tut ihm recht gern den Gefallen. Fred. der in der Schenke bedient, spricht kein Wort, und Mieze ist es schon recht. Es sind einige Gäste in der Schenke. und sollen Mieze und Fred eine Komödie svielen? Sie bringt dem Vater den Schnaps, und er trinkt. Er löffelt die Suppe.„Iß auch! Du darfst den Kopf schon gar nicht hängen lassen, weil du noch ins Leben mußt. Mieze. Bei mir ist das was anderes. Na ja. die Suppe ist gut. Ich will ins Nachbarhaus gehen und ein Spiel machen. Gibst du mir sechs Groschen? Ich geb dir die Groschen am Lohntag zurück!“ Weiß Fritz so bestimmt, daß er sie wirklich zurückgeben kann? Mieze gibt ihm das Geld. Es ist ihr lied, wenn er nach Tisch geht. Sie kann sich dann besser ihren Ge danken hingeben und einen Entschluß fassen, was nun zu tun i2. Soll sie den Termin in den nächsten Tagen ab warten oder schon jetzt zum Gericht geben, um die Schuld zu bekennen? Soll sie auch zu Ziska und Hein gehen. mit Lucie und Hans sprechen und sich erst dann dem Gerichte stellen? Sie wagt es noch nicht, sich ihrem Vater zu offenbaren. Sie fürchtet, daß er sich einen Rausch antrinken kann. Und wenn er ins Rasen gerät? Fritz nimmt einen Teller mit Suppe und bringt ihn Hein.„Iß das! Ist was für den Kranken. Dich muß man jetzt pflegen wie eine Wöchnerin, damit du aufkommst. Hast dir ganz ordentlich Schmarren geholt. Ich will dir das Krankengeld morgen mitbringen, dann kann sich Ziska den Weg sparen. Noch einen Teller voll? Rein? Dann alles Gute!" Nach einer Weile ist Fritz im Nachbarhause. Er meint. beim Kartenspiel Ruhe zu finden. Auf dem Kachel der Küche, die er betritt, dampfen Kartoffeln und Rüben in einem Topfe. In der Pfanne brennt die Hausfrau Mehl zu einer schwarzen Sauce. Ihr Mann. einer der Arbeiter des Dorfes. mit langen Bartstovveln und wüstem Kopfbaar. noch ungewaschen auf einer Lehnbank sitzend. wirft das Kreuzas auf den Tisch. zählt seine Karten und gießt den Inhalt eines Schnapsglases durch die weit aufgerissene Gurgel. Dann knallt seine Faust auf den Tisch.„Trumpf!“ Ein anderer Mann wirft seine Karten hin. und der Stopnelbärtige rollt die Hemdsärmel hoch, zieht unter der Bank eine Flasche hervor und gießt den Schnapsinhalt in leere Gläser. Thomas, der hier zuweilen erscheint, seit er Dolli verlor, nimmt eines der Gläser und trinkt stehend den Inhalt. Er kann auf das Zeug wohl verzichten, doch wenn er erst einen Trovfen zu kosten bekommen, dann schreit die Begierde in ihm. Auch jetzt muß er trinken. Er holt einen Stuhl aus der Fensterecke. Der Bastsitz ist durchgedrückt und spitzt sich nach unten zu wie ein franziger Trichter. Thomas setzt sich in die Oeffnung und stopft seine Pfeise aus dem Inhalt des auf dem Tisch liegenden Tabaksbeutels, aus einer Schweinsblase genäht. „Kreuz!" Thomas nimmt Karten. Der Hemdsärmelige bläst mächtige Wolken aus und knurrt:„Bröker hat das Gesinde entlassen. Er hat sich die Neuen aus der Stadt und aus anderen Dörfern geholt. Wir können uns weiter am Hafen abrackern. Verflucht sei der Hund!" Die Karten mischend, sieht der Mann nach seinem Sohne am offenen Fenster. Der Junge stiert auf die Straße und spuckt.„Pidder!" ruft ihn der Alle barsch an.„Lieg da nicht so dreckig im Fenster. Geh in die Linde und hol einen Schoppen. Kornus. vom gelben. Sag Fred. daß er ihn anschreiben soll. Wenn er nicht darf. weil die Alte da ist, dann gib ihm die Kröten.“ Er wirft einige Münzen auf den Tisch. (Fortsetzung folgt.) * TEET ***** ***** *** Westfalias beachtenswertes Unentschieden in Osnabrück Weltialia mit zahlreichem Erlatz.— Die Herner holten immer die Führung.- Durch Elt meter kam der Galtgeber zum Unentichieden.- Wirkungsvolles Spiel der Belucher. Vik Osnabruck- Westsalia Herne 3:3(1:2) Wenn es auch gestern für die Fußballer infolge der sehr kalten Witterung wenig verlockend war, auf dem Sportplatz das Spielglück zu versuchen, so traten die Westfalen gestern morgen doch die Fahrt an, um in Osnabrück ihre eingegangene Verpflichtung zu erfüllen. Wider Erwarten hatten sich dort immer noch gegen 2000 Besucher eingefunden, um den Spizenreiter im Gau Niedersachsen, BfL Osnabrück, gegen Westfalia Herne wirken zu sehen. Leider konnten die Herner nicht in stärkster Besetzung am Start erscheinen, weil sie auf dem gefrorenen Gelände nicht das Risiko weiterer Verletzungen eingehen wollten, wenn auch außer Krüger und Idkowiak alle übrigen etatsmäßigen Kräfte wohl zur Stelle waren. So entschloß man sich zu folgender Aufstellung: Sobota, Kroll, Valenski, Klein 2, Niklas, Genderski, Menge, Silken, Krikau, Bonner und Joswiak. Womit man eigentlich nicht gerechnet hatte, trat aber ein. Diese Einheit nämlich nahm unbeschwert den Kampf auf, wobei allerdings auf Seiten des Gegners der bekannte Torwärter Flotho und der Mittelläufer Zabach fehlten, die beide gegen den Gau Ostpreußen tätig waren. Die Herner hatten zudem in der ersten Halbzeit den Wind zum Bundesgenossen und fanden sich auch so schnell, als wenn die Elf seit Jahr und Tag in dieser Besetzung gespielt hätte. Die Läuferreihe sorgte gleich von Beginn des Treffens an für wirklich brauchbare Vorlagen und ließ anderseits dem Gegner keine Chance zu gefährlichen Vorstößen. Bereits nach 10 Minuten Spielzeit schlug es bei den Gästen zum ersten Male ein, als Hernes Mittelstürmer den gegnerischen Mittelläufer geschickt täuschte, das Leder dann mit dem Kopf zu seinem Halblinken lenkte, der aus 15 Meter Entfernung unhaltbar für den gegnerischen Hüter einschoß. Doch zu lange sollten sich die Besucher ihres Erfolges nicht erfreuen, denn es gab nach weiteren vier Minuten innerhalb der Herner Hintermannschaft ein Mißverständnis, Hernes rechter Verteidiger stürzte Zudem beim Eingreifen, so daß der Mittelstürmer von Osnabrück ungehindert den Ausgleich anbringen konnte. Unter leichter Ueberlegenheit der Besucher lief das Spiel weiter, ohne daß sie zu weiteren Erfolgen kamen. Erst in der 43. Minute war ein weiteres Herner Tor fällig, als die Westfalen nämlich einen Eckball auszuführen hatten, den der Herner Rechtsaußen hübsch zur Mitte gab, wo der Mittelstürmer mit wunderbarem Kopfball seine Farben erneut in Führung brachte. Ohne Erfrischungspause ging es weiter, wo die Gastgeber schon bald zum Ausgleich kamen, als ihnen der bekannte Rechtsaußen Billen(früher Hamborn 07) aus einem Gedränge heraus den Ausgleich ins Netz schoß. Die Herner ließen sich aber nicht ins Boxhorn jagen, kamen vielmehr trotz des starken Gegenwindes weiterhin noch schön zum Zuge. Als etwa eine Viertelstunde Spielzeit verstrichen war, gelang dem Mittelstürmer der Besucher eine weite Vorlage an seinen Linksaußen, die dieser wiederum sehr geschickt aufnahm und unhaltbar verwandelte. Wenn auch die Osnabrücker vorübergehend stärker drängten, so war die Hintermannschaft der Westfalia bei der Abwehr der gegnerischen Angriffe sehr auf dem Posten und ließ den Partner nicht zum Ausgleich kommen. Dieser fiel erst sieben Minuten vor Schluß, als der Vereinsschiedsrichter— der vorgesehne war ausgeblieben— einen Elfmeter verhängte, der dann auch prompt eingeschossen wurde. Aber auch mit diesem Ergebnis konnten sich die Westfalen bei Berücksichtigung der vielen Ersatzleute schon sehen lassen, sie lieferten eben ihren Gastgebern ein wider Erwarten gutes Spiel. Für den ersten Weihnachtstag haben sich die Einheimischen auf ihrem Platz den Turnerbund Eickel eingeladen, der ebenfalls vom Trainer Frauenkorn betreut wird. Am Neujahrstag gibt dann Schalke bei den Strünkedern seine Visitenkarte ab. finanztellen Sorgen zu kämpfen. Ein steinreicher Minenbesitzer machte nun dem Klub den Vorschlag, für die riesige Summe von 40000 Pfund Sterling (fast 500000 Mark) alle Aktien des Klubs zu pari zu kaufen und darüber hinaus neben der Bezahlung sämtlicher Schulden auch noch neue, gute Spieler zu kaufen. Obwohl dieser Vorschlag dem Klub selbst eine schöne Zukunft sichern konnte, haben die Aktionäre des Klubs dem Fußballwäzen eine Absage ge geben und erklärt, daß es besser sei, wenn der Klub nicht von einem Manne, sondern von seinen alten Anhängern abhängig sei. So wird Cardiff City vorläufig noch in der 3. Division bleiben, aber die An hänglichkeit seiner Mitglieder sollte dafür sorgen, daß über Jahr und Tag wieder die Möglichkeiten zu neuem Blühen geschaffen werden. Ikein MKann, der Rennfahrer heißt das soeben erschienene Buch von Elly Rosemeyer=Beinhorn, das in packend geschriebenen Kapiteln und in 77 prächtigen Fotos uns den berühmten Rennfahrer so schildert, wie ihn kaum einer kennt.— In Ganzleinen 4 Mark 80. Zu haben in der Buchhandlung Koethers& Röttsches Hermann-Göring-Straße 8, neben dem Postamt Kältewelle behinderte auch den Handballsport An den Ruhrwiesen in Herdecke verlor Westfalia Herne.— Dem Leiter fror die Pfeise ein. bermania holte gegen wanne den ersten Lunkt Germania Herne konnte Reichsbahn Wanne nicht ganz stoppen.— Fortuna Herne schlug den letzten der Tabelle. Aus 3•0 wurde ein 3:3. Germania Herne— Reichsbahn Wanne 3:3(3:3) Fortuna Herne— Rasensport Bochum 3:1(0:0) Jortuna Herne— Rasensport Bochum 3:1(0:0). Ein feiner und beachtlicher Fortunasieg war hier die Ausbeute, trotzdem in ihren Reihen viele Ersatzleute tätig waren. Auch hier können wir nicht umhin, den Leiter dieses Spieles zu tadeln, weil er eben In einer für unsere Verhältnisse unmenschlichen Kälte spielen ließ. Im ganzen Spielverlauf wirkte sich das auch kraß aus. Man konnte von den Spielern wirklich nicht viel verlangen. Mit 0:0 wechselte man die Seiten. Dann gingen die Bochumer in der 10. Minute nach einem Durchbruch überraschend in Front. Aber gleich vom Anstoß aus zogen die Fortunen durch ihren Linksaußen gleich. Nach weiteren fünf Minuten war der Fortunen=Mittelstürmer erneut erfolgreich. Fünf Minuten vor Spielschluß trat der Halbrechte Fortunas dann noch das dritte Tor, welches den Sieg sicherstellte. Neben dem Fortunenspiel gab es noch ein Spiel auf dem Germaniaplatz, alle anderen Spiele wurden ein Opfer der Witterung. SC Germania Herne— Reichsbahn Wanne 3:3(3:3) Germania konnte den Sturmwind nicht ausnutzen. Die Herner, die einen Sieg heimzubringen gedachten, mußten in ein Unentschieden einwilligen. Der große Anhang hatte nach den letzten Spielen mit einem einwandfreien Sieg gerechnet. Es sah in der ersten halben Stunde auch danach aus, denn schon in der zweiten Spielminute fiel für Germania der erste Treffer. Bereits nach einer Viertelstunde lautete es schon 3:0 für Herne. Aber dann kam das große Erwachen. Die Wanner, jetzt richtig warm geworden, erzielten in der 34. Minute das erste Gegentor, das allerdings unhaltbar war. Durch diesen Erfolg angespornt, wurden die Gäste immer besser. Talaga im Herner Tor erlaubte sich in der 40. Minute einen bösen Schnitzer. Einen harmlosen hohen Ball ließ er zum Entsetzen seiner Mitspieler ins Tor gleiten; den Wannern kam dieser Erfolg sehr gelegen. Jetzt war der Teufel los, die Wanner, von ihrem Anhang stark angefeuert, schafften durch einen Schrägschuß ihres Mittelstürmers bis zur Pause sogar noch den Ausgleich. Auch diesen Erfolg hätte der Schlußzmann verhindern müssen. Auch nach der Pause sah es vor dem Tore der Herner manchmal recht böse aus, aber Treffer wurden auf beiden Seiten nicht mehr erzielt. Die größten Gelegenheiten wurden zum Schluß durch den harmlosen Herner Sturm, der gestern reichlich pomadig wirkte, versiebt. Besonders Beckebaum und Budzinski hatten es mehrere Male in der Hand, das Siegtor zu schießen. Aber das ganze Spiel war zu sehr verkrampft, viel zu langsam und vor allen Dingen zu ungenau. Behrendt, der die beiden ersten Tore erzielt hatte, das dritte schoß Kaminski heraus, wurde in der Mitte der zweiten Halbzeit verletzt, er wurde auch stark bewacht, sonst hätte dieser beste Herner Stürmer das Loch nochmal gefunden. Haake, Skiba und die Verteidiger waren neben ihm die besten Herner. Die Wanner waren zum Schluß heilfroh, wenigstens einen Punkt grettet zu haben. Das erzielte Ergebnis hat aber für die Germania sensationellen Charakter, es beweist nämlich, daß auch der Spitzenreiter verwundbar ist. Nur ein Spiel in der 2. Kreisklalle. Hannibal Wanne— Wattenscheid-Ost 1:0 In der 2. Kreisklasse fielen alle Spiele bis auf diese Begegnung aus. Hannibal siegt und trat damit den vorletzten Platz an die Wattenscheider ab. Sonst hat sich das Tabellenbild in keiner Weise geändert. Die Spiele der 3. Kreisklasse fielen wegen Kälte alle aus. Jules Rimet nach Südamerika. Der Fifa=Präsident Jules Rimet„gleichzeitig auch Präsident des französischen Fußballverbandes und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, wird einer südamerikanischen Einladung im kommenden Jahre Folge leisten. Jules Rimet will am 1. Februar Frankreich verlassen und sich bis zum 25. Februar in Argentinien aufhalten, wo er die Sportverhältnisse des Landes studieren wird. Nach einem Abstecher nach Chile kehrt er dann nach Frankreich zurück.— Man geht wohl nicht fehl, der Reise des Franzosen eine fußballpolitische Bedeutung zu geben. Bekanntlich bestehen in Südamerika Bestrebungen, sich von der Fifa unabhängig zu machen und zum anderen haben Brasilien und Argentinien die Absicht, die nächste Fußball=Weltmeisterschaft durchzu führen. Cardiff Eity bleibt unabhängig. Der englische Berufsspielerklub Cardiff City war einstmals eine vielbewunderte Mannschaft der ersten Division. Heute führt der Klub ein kümmerliches Dasein in der 3. Süd=Division und hat mit großen Herdecke 63— Westfalia Herne 3:2(2:0) Henrichshütte— Hagen 72 10:1 abgebr. FC Schwelm— VfL 48 Bochum 7•6 abgebr. Turnklub Wanne— Vorhalle 79 ausgef. Herdecke 63— Westfalia Herne 3:2. Verloren hat wieder die Handballelf der Westfalia. Unverdient, das muß gleich betont werden. Mit vier Ersatzleuten antretend, bat man gleich den Leiter des Spiels, wegen des eisigen Ostwindes das Spiel ausfallen zu lassen, doch vergeblich. Diese Forderung wurde in der Halbzeit wiederholt, leider stand es da schon 2:0 für den Gegner, und es war verständlich, daß sich dieser nicht damit zufrieden gab. Die Herner holten durch Padberg und Simon auf 2:2 auf und verlangten dann erneut den Abbruch des Spieles, denn es war unverantwortlich, in dem eisigen Wind auf dem freien und ungeschützten Gelände an der Ruhr die Sxieler der Witterung auszusetzen. Auch dieser Forderung wurde nicht entsprochen, weil der Leiter kein Verständnis zeigte. Dabei mußte das Spiel unterbrochen werden, weil die Pfeife des Leiters eingefroren war, eine Tatsache, welche nicht genug unterstrichen werden kann. Bei den Hernern wurden dann Simon und Servais ernstlich verletzt und auch Kaminski wurde vom Platz getragen, alles rührte den Leiter nicht, welcher die beiderseitige Unfairneß nie unterband, anscheinend sogar unterstützte. So mußte das allzu rohe Spiel des rechten Verteidigers von Herdecke bestimmt mit Platz verweis bestraft werden. Als aber beide Parteien merkten, daß mit dem Leiter des Spieles alles gemacht werden konnte, verlor das Treffen immer mehr an Gehalt. Ein 13=m=Ball für Herne wurde von dem schwer angeschlagenen Simon daneben geworfen, dann kamen die Herdecker kurz vor Schluß aus klarer —„"„ 001-FiEN:„* Aosellssteilllng zun=Giemtor. Westsang Nou mieeinter unterdienten Niederlage ab. Trotzdem erfüllte jeder Spieler seine Pflicht, soweit man das bei dieser unmenschlichen Kälte verlangen konnte. Unverantwortlich handelte nur der Schiedsrichter, welcher in dieser Witterung spielen ließ. Da im Bezirkshandball alle übrigen Spiele der Kälte zum Opfer fielen, sollen alle Spiele am 2. Weihnachtstag neu ausgetragen werden. Weitsalens Borer siegten 10:6. Kubiak(Herne) Punktsieger. Die westfälische Boxstaffel stellte sich auf ihrer Südwestdeutschlandreise erstmalig in Saarbrücken vor und konnte hier eine südwestdeutsche Auswahl sicher mit 10:6 schlagen. Die einzelnen Ergebnisse waren: Fliegen: Strangfeld(Herten) verlor nach Punkten gegen Bamberger(Frankfurt) Rantam: Kaiser(Gladbeck) besiegte Joswig(Frankfurt) nach Punkten. Feder: Schmitz(Dortmund) verlor gegen Schöneberger(Frankfurt) nach Punkten. Leicht: Kraft(Hagen) gegen Heß(Saarbrücken) unentschieden. Welter: Kalinowski(Gladbeck) gegen Puffay(Saarbrücken) unentschieden. Mittel: Kubiak(Herne) Punktsieger über Ims(Frank furt). Halbschwer: Roski(Dortmund) Punktsieger über Louven(Frankfurt). Schwer: Knorr (Wanne=Eicke?) Punktsieger über Franz(Ludwigshafen). Louis- Lewis am 25. Januar. Der Kampf um die Schwergewichts=Weltmeisterschaft zwischen Joe Louis und dem früheren Weltmeister im Halbschwergewicht, John Henry Lewis, ist vom 27. auf den 25. Januar verschoben worden, wo er im Neyorker Madison Square Garden durchgeführt wird. Der frühere belgische Weltergewichts=Europameister Nestor Eharlier traf in Norwich(England) auf den englischen Mittelgewichtler Ginger Sadd und wurde Kadsportliches weihnachtsgeschenk: mehe—Lohmann Die große Revanche im Weihnachtsrennen der West falenhalle am 26. Dezember. Tabelle der 1. Kreisklasse. Das Dauerrennen der Westfalenhalle am 26. Dezember ist im Laufe der Jahre schon so gute alte Tradition geworden, daß eine Eintrittskarte zu dieser Veranstaltung allmählich zu den selbstverständlichen Festgeschenken zu zählen pflegt. Das schöne Geschenk aber macht die Westfalenhalle selbst in diesem Jahre am 2. Weihnachtstag mit dem großen Zweikampf Men=— Lohman, für dessen neue Austragung der Verlauf des„Goldenen Rades“ eine Situation geschaffen hat, die eine geradezu unvergleichliche Auseinandersetzung erwarten läßt. Die Rivalität der beiden besten Dauerfahrer der Welt hat sozusagen historischen Charakter. Sie erlebte ihre Geburtschunde in der Westfalenhalle in dem Augenblick, als der damals erfolgreiche Amateur=Straßenfahrer Walter Lohmann sich entschloß, sein Glück hinter dem knatternden Motor zu versuchen. Zur gleichen Zeit war Erich Metze inmitten eines triumphalen Aufstiegs im Stehersport begriffen. Als neben ihm Walter Lohmann in unwahrscheinlicher Schnelligkeit zu einem Rivalen größter Klasse emporwuchs, begann jene erbitterte sportliche Gegnerschaft, die seit Jahren das Entzücken der Radsportfreunde in aller Welt bildet. Für die radsportliche Welt Westfalens aber ist der Kampf Metze— Lohmann seit jenen Tagen geradezu der Inbegriff rücksichtslosesten kämpferischen Einsatzes geworden, und es besteht kein Zweifel darüber, daß diese Auseinandersetzung der beiden Söhne der„Roten Erde“ gerade in der Westfalenhalle stets ihre großartigsten Triumphe gefeiert hat. Das„Goldene Rad“ der Westfalenhalle war dafür das beste und sprechendste Beispiel. Der Endlauf dieses Rennens wird für immer einer der Glanzpunkte des Radsports im deutschen Westen bleiben. Mit einer Erbitterung ohnegleichen versuchte der Weltmeister dem führenden Meister von Deutschland immer wieder die Spitze zu entreißen, aber Lohmann setzte sich mit einer phantastischen Bravour zur Wehr. Ein Reifenschaden brachte den Weltmeister um den Rest seiner Chance. Und seit diesem Augenblick brennt Metze auf eine Revanche. Am 2. Weihnachtstag wird dieser Augenblick kommen. Metze— Lohmann, wie oft war dieser Kampf schon angekündigt! Aber niemals waren die Voraussetzungen für eine Austragung dieses Zweikampfes so reizvoll wie für das Rennen am 26. Dezember in der Westfalenhalle auf jener Bahn, die für beide Gegner den Ausgangspunkt einer Laufbahn bildeten, die sie zu den größten Triumphen führte, die der Radsport der Welt zu vergeben hat! in einem sehr harten Gefecht über zehn Runden nag Punkten geschlagen. Lommy Farr geschlagen. Durch zwei große Schlußrunden siegte Lou Nova. Der frühere britische Empire=Schwergewichtsmei ster Tommy Farr mußte im Neuyorker Madisor Square Garden die Hoffnungen auf einen Titelkamp mit Joe Louis aufgeben. In einem 15=Runden Kampf unterlag der Waliser dem kalifornischen Ta lent Lou Nova durch zwei mörderische Schl; runden nach Punkten. Vor acht Wochen hatte Li# Nova den Finnen Gunnar Baerlund in der 7. Runde zur Aufgabe gezwungen. Durch diesen neuerlichen Sieg hat sich der Kalifornier neben Max Baer in erster Linie das Recht erworben, Weltmeister Joe Louis um den Titel fordern zu können. Bis zur 14. Runde verlief der Kampf für den favorisierten Engländer recht günstig. Sieben Runden hatte er schon an sich gebracht— da kam der Wendepunkt. Farr jagte gerade seinem Gegner eine Serie von linken Geraden ins Gesicht und auf den Körper, als Nova plötzlich unter dem Toben der Zuschauer zu einem wilden Gegenangriff ansetzte. Mit wirbelnden Fäusten erschütterte er Farr und rechte und linke Gerade trieben den verblüfften Wa liser durch den Ring. Farr wankte, war hilflos und fast ungedeckt, so daß er noch eine fürchterliche Bestrafung über sich ergehen lassen mußte. Auch in der Schlußrunde blieb Nova, der bis dahin nur die ersten sechs Runden für sich hatte verbuchen können, in Front und durch seinen Angriffswillen und seine ausgezeichnete Kondition sicherte sich dieser Draufgänger noch den Punktsieg. Nach 25 Sekunden Meister. *—! 17„-11" 2 N„— * Ein unerwartet schnelles Ende fand der Kampf um die französische Schwergewichts meisterschaft in Toulouse. Nach 25 Sekunden kam der einheimische Dil Meglio in den Besitz des Titels, da der Verteidiger Charles Rutz(Straßburg) wegen Tiefschlags disqualifiziert werden mußte. Vor acht Tagen noch hatte Di Meglio in Berlin gegen Arno Kökblin gekämpft und war in der zweiten Runde entscheidend geschlagen worden. Achtzehnjähriger englischer Meister. Eric Boon schlug Dave Crawlen k. o. Einen sensationellen Erfolg feierte in der Londoner Harringay=Arena der erst 18jährige englische Leichtgewichtler Eric Boon im Meisterschaftskampf über den Titelhalter Dave Crawley. Niemand hatte mit einem Sieg des jungen Boxers gerechnet, der in der sechsten Runde schon nach Punkten zurücklag und außerdem durch eine Hautverletzung gehandicapt war. Aber in der nächsten Runde mußte Crawley auf eine harte Rechte hin bis„7“ auf die Bretter, und in der 13. Runde wurde der Meister nach einem weiteren Niederschlag bis„9“ von Broon endgültig für die Zeit zu Boden geschickt. Karl Gall fährt wieder. Der mehrmalige deutsche Motorradmeister Karl Gall, der in diesem Jahre den Titel schon kurz nach Beginn der Rennzeit nicht mehr verteidigen konnte, hat sich entschlossen, doch wieder zu starten. Er hat seine Tätigkeit in der Versuchsabteilung von BMW bereits ausgenommen und wird im kommenden Sportjahr wieder im Sattel seiner BMW=Rennmaschine sitzen.— Gall hatte nach Beendigung einer Trainings= fahrt bei der englischen Tourist=Trophy auf der Insel Man einen so schweren Unfall erlitten,daß er lange Zeit bewußtlos im Krankenhaus lag. Zwei Monate später war er transportfähig und wurde nach München gebracht. Man glaubte allgemein, daß dieser Sturz das Ende der Laufbahn eines unserer Großen bedeuten würde. Doch Meister sind aus zähem Holz geschnitzt... Ein ähnliches Mißgeschick erlitt der berühmte Ire Stanley Woods in Belgien. Eine Sturzvert letzung führte dazu, daß ein Finger seiner rechtet Hand bewegungsunfähig wurde. Nun soll Woods sich auch schon wieder mit Renngedanken tragen. Auch Portugiesen laufen Ski. Für die immer weitere Verbreitung des Skilaufs auch in den Ländern, denen diese Sportart immer noch fremd war, spricht die Tatsache, daß Portugal soeben beschloß, sich an den Akademischen Winterspielen im Februar in Drontheim zu beteiligen. Die Portugiesen werden vier Mann für Abfahrt und Torlauf entsenden. Von Deutschland ist bekannt, daß es sich mit einer starken Mannschaft an den Weltspielen beteiligen wird, hat es doch die größte Anzahl von Titeln zu verteidigen. Badens Leichtathleten erhalten Zuwachs. Der gute Berliner Nachwuchssprinter Mellerowicz ist von der Reichshauptstadt nach Mannheim übergesiedelt und dem dortigen Post=SV beigetreten. Die Mannheimer Post hat nun mit Mellerowicz, Köster, Neckermann und Herrwerth eine ausgezeichnete Sprinterstaffel beisammen. Der Mittelstreckler Blösch hat seinen Wohnsitz von Eppingen nach Karlsruhe verlegt, wo er der KFV beigetreten ist. 18 nt=Kienin Bahnhofstraße 60. Keine Fenster, Eingang in der Mitte des Hauses, Zahlungserleichterung. Annahme von Ehestandsdarlehen und Kinderreichenbeihille.— — — I Montag, 19.Dezember 1938 Reichsbundpokal=Auftakt mit Leberraschungen Osipreußen, Schlesien, Sachsen, Mitte, Niederrhein, Württemberg, Bayern und Ostmark in der Zwischenrunde ne Wesifalen ausgeschieden Der Pokalkampf ist fürwahr das„Sviel der unbegrenzten Möglichkeiten“. Eine uralte Weisheit, die nur immer wieder erhärtet werden kann. Der Start in den Reichsbundvokal=Wettbewerb 1938/39 ist ein neuer Beweis. Die Vorrunde ließ die Stärke der„Kleinen“. nachdrücklich sichtbar werden, und für manche Favoriten war sie schon das unerwartete Ende. Wie eine Vereinself Niederrhein— Südwest 7:0(3:0). ## triumphal ist noch nie eine Niederrhein=Elf in den Ridsbundvokal=Wettbewerb gestartet. Und niemand konnte erwarten, daß sie im Duisburger Stadion einen so starken Gau wie den Südwesten einfach an die berühmte Wand spielen würde. 7:0— das läßt aufhorchen. Aber der Niederrhein spielte einfach großartig. Geschlossen und voller Lebendigkeit wie eine Vereinself. Die „Mischung“ Fortuna Schwarz=Weiß, zu der noch mit dem talentierten Stobba ein ungemein anpassungsfähiger Mann kam. bewährte sich hervorragend. Leider war es nicht weit her mit dem Besuch. Es läßt sich denken, daß bei runden 13 Kältegraden allerlei Fußballbegeisterung einfrieren kann. So ließen sich nur 2500 Mann nicht abschrecken. Das Spiel ließ sie aber mitgehen, und ihre Freude über den Bombensieg der heimischen Elf war nicht gering. Der Südwesten hat enttäuscht. Die Elf, von der man so viel erwartete, war einfach nicht wiederzuerkennen. Vor allem die Mannen des FSV. Frankfurt hielten sich auffallend zurück. Ob sie schon an das Pokalfinale gegen Ravid Wien dachten? Sicherer Sachsensieg Mittelrhein— Sachsen 1:3(1:2). Trotz der großen Kälte kamen noch 7000 Fußballfreunde hinaus zum Kölner Stadion, um ihre Elf im schweren Kampf gegen Sachsen zu sehen. Ein schwaches Sviel des Mittelrheins hielt sie aber in ihrer„frostigen Stimmung" fest. Er spielte taktisch unklug den Ball auf oom festgefrorenen Rasen immer wiever flach, und auberdem fiel der linke Flügel Becker=Aurednik aus. Weyer als Mittelstürmer verstand es nicht, seine Nebenleute richtig einzusetzen, und außerdem waren etliche„Bomben“ von Juvv Gauchel nicht scharf genug gezielt. In der siegenden Sachsen=Elf spielte Seltmann betont Mittelläufer und hatte in Rose und Drechsler zwei gute Nebenleute, die immer wieder den schnellen und schnörkellos spielenden Sturm ins Feuer schickten. Trotzdem zwei so erstklassige Stürmer wie Schön und Weigelt fehlten, war der Sachsenangriff nicht ohne. Arlt. Munkelt und Hänel überragten. Die standsichere Deckung hatte es mit dem barmlosen Mittelrhein=Sturm nicht schwer. Ostmark- Baden 4:1(1:1) Vor 3500 Zuschauern. die bei minus 14 Grad im Wiener Stadion vor Kälte fast erstarrten, war Baden für einen Schwabenstreich nicht stark genug. Und trotzdem trügt das 4:1. Einmal war man mit den Siegern trotzdem nicht restlos zufrieden, und zum anderen hat Baden trotz der Niederlage durch das schnelle, einsatzbereite und beherzte Sviel den weitaus besten Eindruck von allen Mannschaften gemacht, die bislang aus dem Altreich kamen. Die Wiener spielten nicht ohne Schwächen und vor allem die Deckung machte Fehler. So kam es auch, daß die entschlossenen Schwaben das erste Tor schossen. Mock hatte durch seine Spielerei den Ball an Heermann verloren. Der Ball wanderte über Lutz zum Rechtsaußen Brecht, der völlig ungehindert in der 18. Minute aus nächster Nähe einschoß. Aber noch keine 120 Sekunden, und die Freude der Gäste war dahin. Binder„schüttelte“ seine Verfolger einfach ab. legte sich das Leder an der Strafraumgrenze seelenruhig zurecht und schoß sicher eine seiner bekannten„Bomben“ ins Ziel. Und Hahnemann. Hanreiter und nochmals Hahnemann ließen dann die Ziffer nach dem Wechsel zum klaren 4:1 ausreifen. Ueberzeugt hat aber die Ostmark trotzdem nicht restlos, und schließlich mußte Binder kurz vor Toresschluß noch knieverletzt vom Felde. Den Ostpreußen lag die Kälte 4:0 über Niedersachsen. Den Aufstieg des ostvreußischen Fußballsports. der schon in den letzten Spielen des Gaues 1 nicht zu übersehen war, stellt nichts besser unter Beweis als der 4:0Sieg über Niedersachsen im Reichsbundvokal=Wettbewerb. Wenn den Ostpreußen auch die 10 Grad Kälte weniger zu schaffen machten und die Gäste mit einer ausgesprochenen Verlegenheitsmannschaft nach Allenstein kamen, so nn das alles den in überzeugender Manier errungenen aren Sieg des Gaues Ostvreußen Danzig nicht schmälern. Von Beginn an fanden sich die Ostvreußen auf dem hart gefrorenen, mit einer leichten Schneedecke belegten Platz besser ab als die Gäste. Immerhin aber erwies sich Vlotho im Niedersachen=Tor als ein wirklicher Meister. Erst in der 30. Minute fiel durch den Mitteltürmer Sodaik von Masovia Lyk das erste und und drei Minuten später durch den gleichen Spieler auch das zweite Tor. Nach dem Wechsel sorgte Pionczewski(Reichsbahn Königsberg) in der 53. Minute für den dritten Erfolg. während der Linksaußen Hardt von Prussia Samland Königsberg in der 71. Minute den vierten Treffer anbrachte. nachdem der Schiedsrichter ein Abseitstor des Niedersachsen=Mittelstürmers Daubner vom VfB. Peine nicht anerkannt hatte. Bei einem Eckenstand von 11:3 für Ostvreußen Danzig endete der Kampf. Beim Sieger gefiel vor allem die Läuferreihe als Mannschaftsleil. Ihr ist auch in erster Linie der klare Erfolg zu verdanken. Die wirkungsvollsten Einzelspieler waren Matthies als Mittelläufer, die Außen Krause und Hardt und der Mittelstürmer Sodaik. Bei Niedersachsen überragte der Torwart Vlotho alles. Außer ihm konnte nur noch der linke Flügel Heidemann=Schnittger gefallen. Mitte schlug die tapferen Pommern 2:1 in Stolv. Schwer zu kämpfen hatte in Stolv die Mittelelf. um nit einem knappen 2:1=Sieg über Pommern die Vokalzwischenrunde zu erreichen. In technischer und taktischer Beziehung hatten die Gäste stets ein kleines Uebergewicht. aber die Pommern kämpften zäh und verbissen. Hervorragend war der Torhüter Husermann(Germania Stolp). der im Verein mit seinen beiden Verteidigern Wagner (Stettiner SC.) und Bletsch(Viktoria Stolp) nach der Pause den Angriff der Mitteldeutschen leerlaufen ließ.— Nur rund 1500 Zuschauer batten sich bei grimmiger Kälte zu dem Sviel eingesunden. Schon nach 10 Minuten ging Mitte nach einem Freistoß durch den Rechtsaußen Paul (Dessau 05) in Führung. Eine Viertelstunde später schoß im Anschluß an einen Eckball der Mittelstürmer Lederer (Thüringen Weida) das zweite Tor. Kurz vor dem Pausenpfiff nahm Pommerns Halbrechter Müller(Stettiner SC.) bei einem Einwurf den Ball geschickt auf und erzielte mit einem schönen Schuß den Ehrentreffer. In der zweiten Spielzeit hatte Mitte den Wind zum Bundesgenossen, ohne jedoch daraus einen Vorteil ziehen zu können. vielmehr bauten die Stürmer in den letzten 25 Minuten stark ab und begnügten sich, das Ergebnis zu halten. Schwere Niederlage des Pokal-Verteidigers Schlesien überspielte Nordmark mit 5:0. Bereits die Erfolge über Posen und Warschau hatten den Formanstieg der schlesischen Gaumannschaft angedeutet. Daß jedoch im Pokalkampf der Verteidiger Nordmark mit 5:0 Toren geradezu überrannt werden würde, muß als die größte Ueberraschung der Vorrunde bezeichnet werden. Sehr zugute gekommen ist den schlesischen Spielern ein von Reichstrainer Herberger in Natibor geleiteter Lehrgang. Die Nordmärker trafen daher auf eine glänzend geschulte Mannschaft, die sich im Kampf selbst übertraf. Bei klirrendem Frost hatten sich in der Jahnkampfbahn des Hermann=Göring=Sportfeldes in Breslau nur 3000 Zuschauer eingefunden. Die körverlich leichteren Schlesier kamen auf dem hartgefrorenen und glatten Boden weitaus besser zum Zuge als die langen und schweren Gestalten der Gäste. Vor allem waren es die wieselflinken und geschmeidigen Außen Renk und Grzesik, die des Gegners Tor mit ihren schnellen Läufen immer wieder bedrohten. Da auch der Innensturm sich diesmal energisch einsetzte und der Halbrechte Pischzek in der 17. und 28. Minute zwei Tore für Schlesien bis zur Pause vorlegte, hatte der Pokalverteidiger die Schlacht schon frühzeitig verloren. Mit dem Wind im Rücken drehte nach der Pause Schlesien noch stärker auf. Bereits in der zweiten Minute holte abermals Grzesik den dritten Treffer heraus, während Renk in der 16. und 43. Minute mit zwei weiteren Erfolgen den Stand auf 5:0 schraubte. Bei Schlesien spielte die ganze Mannschaft wie aus einem Guß. während bei Nordmark der Angriff keinen Zusammenhang fand, zumal Schlesiens Spieler immer früher am Ball waren. Vor der Pause hatte der Rechtsaußen Ahlers noch gute Augenblicke. Aufopfernd kämpfte der Mittelläufer Schwartz, und auch der ununterbrochen beschäftigte Tormann Böhlke war noch einer der besten seiner Mannschaft. Bayernsieg durch Kitzinger Hessen erst in der Verlängerung 2:1 bezwungen. Nicht immer machen es die Namen. Das zeigte sich in Kassel, wo Bayern mit den Nationalspielern Streitle. Kupfer. Goldbrunner. Kitzinger. Lehner und Fiederer erschien und trotzdem die überaus kämpferische Hessen=Elf nur mit großer Mühe 2:1 schlagen konnte. Dabei fiel das Siegtor erst in der 107. Minute durch den linken Läufer Kitzinger. Die Bayern spielten in der Abwehr und Läuferreihe sehr gut, hatten aber keinen Sturm. Hessens bester Mann war der Torwart Zimmer. Am 22. Januar geht es weiter Für die Zwischenrunde haben sich also Ostvreußen. Schlesien, Sachsen. Mitte. Niederrhein. Württemberg. Bayern und die Ostmark qualifiziert. Man kann gespannt sein, wie diese acht Mannschaften gepaart werden und was nach einem so vokalechten Start der 22. Januar für eine Fortsetzung bringen wird. Schwaben unerschütterlich Württemberg— Westfalen 1:0(1:0) 7 Tibulski, Gellesch und Klodt in Form Die in letzter Zeit stark nach vorn gekommene württembergische Fußballelf bewies ihre Kampfkraft auch am Sonntag in der Stuttgarter Adolf=Hitler=Kampfbahn, in der Westfalens Aufgebot zwar gerade noch soeben, aber trotzdem verdient mit 1:0(1:0) besiegt wurde. Grimmige Kälte und ein schneidender Ostwind ließen nur 5000 Zuschauer den Weg zu der schönen Stuttgarter Kampfbahn finden. Die Westfalen waren schnell in Schwung. Die Schalker befeuerten mit ihrem kurzen Paßspiel die ganze Mannschaft, und die Folge war, daß die bedrängten Württemberger alle Mann zur Verteidigung zurückziehen mußten. Aber wirklich ernsthafte Gefahr bestand für die Schwaben eigentlich nie, weil es die Westfalen wieder einmal nicht verstanden, hinter ihre Aktionen den nötigen Druck zu setzen und vor allem vor dem Tor des Gegners die nötige Entschlußkraft zum Torschuß aufzubringen. Ganz anders war es bei den Schwaben, deren Energie im Strafraum wohl am besten durch ein Eckenverhältnis von 7•0 bei der Pause gekennzeichnet wird. Dem Wiener Schiedsrichter Führer stellten sich: Westfalen: Klodt(Schalke 04): Krüger(Westfalia Herne)— Trawny(BfL. 48 Bochum); Gellesch— Tibulski (Schalke 04)— Andreas(BfL. 48 Bochum): Annanias— Rudzinski— Philivp(VfL. 48 Bochum)— Berg(Schalke 04)— Marx(Armjnia Bielefeld). Württemberg: Deyhle(Stuttgarter Kickers): Cozza (Stuttgarter Kickers)— Bolz(SSV. Ulm): Schädler (Ulm 94)— Piccard(SSV. Ulm)— Ribke(Stuttgarter Kickers); Bühler(Sportfreunde Stuttgart)— Sing (Stuttgarter Kickers)— Mohn II(SSV. Ulm)— Seitz (FV. Kornwestheim)— Frey(Stuttgarter Kickers). Der Kampfgeist der Westfalen zu Beginn zerbrach an dem unerschütterlichen Widerstand der Württemberger, die nach einer kurzen Drangveriode des Gegners selbst zum Angriff übergingen. Besonders in den letzten zehn Minuten der ersten Spielhälfte drängten sie die Westfalen in die Verteidigung. und zwei Minuten vor der Pause erzielte der Mittelstürmer Mohn aus 15 Meter auch schon das Siegtor des Tages. Kurz vorher hatte der rechte westfälische Verteidiger Krüger ein sicher scheinendes Tor gerade noch auf der Linie vereiteln können. In der zweiten Svielhälfte hatte dann Klodt im WestfalenTor ausreichend Gelegenheit, sein Können zu zeigen. Das gelang ihm auch ausgezeichnet. Bester Mann der Westfalen war der Mittelläufer Tibulski, der allerdings in der zweiten Halbzeit mit zu großem körperlichen Einsatz spielte. Sonst sind aus der unterlegenen Elf noch die beiden Außenläufer Gellesch und Andreas sowie der Torhüter Klodt lobend zu erwähnen. Die Württemberger boten eine feine Mannschaftsleistung. Besonders gesielen der rechte Verteidiger Bolz. Mittelläufer Piccard und Mittelstürmer Mohn II. der es gut verstand, seine Nebenleute im günstigen Augenblick einzusetzen. 19:11 siegt Belgien im Glorieux=Hokal Der Länderwettstreit Deutschland gegen Belgien um den Glorieux=Pokal wurde am Samstagnachmittag mit zwei Partien fortgesetzt. Der Deutsche Meister Joachim hatte in der Freien Partie gegen Gabriels wieder kein Glück und mußte abermals eine Niederlage einstecken, die mit 500:151 Punkten sogar sehr eindeutig ausfiel. Nach abwechselnder Führung glückte Joachim eine Serie von 109 Bällen, die ihn weit in Front brachte. Gabriels erwiderte aber mit 366 Bällen und beendete mit insgesamt sieben Aufnahmen den Kampf. Einen deutschen Sieg gab es dagegen in der KunstBelgier ihren Vorsprung auf 13:7 ausdehnen. In der 71/2=Cadre=Partie zwischen Joachim und van Belle kam es zu einem erbitterten Kampf. der schließlich mit 300:300 Punkten unentschieden ausging. nachdem Joachim mit einem Vorsprung von 34 Bällen die Partie beendet hatte. im Nachstoß kam der Belgier aber gleichfalls auf 300 Punkte.— Die 45/2=Cadre=Partie zwischen Gabriels und Lütgehetmann endete mit einem klaren Siege von Gabriels. der in der 13. Aufnahme mit 400:296 Punkten gewann. Beide Gegner waren sehr gut im Stoß. doch konnte Gabriels beim Stande von 275:196 die Partie mit einer Serie von 133 beenden. Hochdramatisch verlief auch der Dreibandenkampf zwischen Tiedtke und Zaman. Zu Beginn zog Tiedtke, dem einfach alles gelang. auf Vorsprung fort und führte schon bald mit 18:2 Bällen. Zaman arbeitete sich aber allmählich heran, holte den Vorsprung auf und lag kurz vor Beendigung der Partie mit 47:42 in Front. Tiedte erzielte zwar nicht den Gleichstand, doch war Zaman glücklicher und konnte den Kampf schließlich mit 50:49 Punkten in 61 Aufnahmen zu seinen Gunsten entscheiden. Durch diesen Sieg erlangten die Belgier am Schluß des zweiten Tages eine Führung von 13:7 Punkten. Am Sonntag wurde der Kampf in Düsseldorf mit der freien Partie zwischen Joachim und Gabriels(Belgien) über 500 Punkte fortgesetzt. Joachim legte 152 Bälle vor. Gabriels verfehlte den nächsten Ball und Joachim machte mit 347 Bällen die Partie aus. während Gabriels im Nachstoß noch auf 18 Bälle kam, also 18:500 unterlag. In der Kunststoß=Partie traf der Düsseldorfer Tiedtke auf den Belgier Vandekerkhove. 21 Figuren waren zu spielen, und der Belgier siegte mit 73:43 Punkten. Bei der elften Figur gelang es Vandekerkhove, den bisherigen Weltrekord Tiedtkes von 207 auf 237 Punkte zu verbessern. Im Dreibandenspiel kam dann Tiedtke noch zu einem Siea über den Belgier Zaman, der nach wechselvollem Spiel in 60 Aufnahmen 44:50 unterlag Der Billard=Länderkampf um den Glorieux=Pokal wurde am Sonntagabend in Düsseldorf von Belgien mit 19:11 Punkten gewonnen, da die deutschen Vertreter auch die zwei letzten Partien verloren. Gabriels besiegte Lütgehetman im Cadre 45/2 mit der einzig dastehenden Leistung von 400 Punkten in einer einzigen Aufnahme. Er verbesserte damit den non ihm selbst gehaltenen Weltrekord von 290 Bällen auf 406 und ebenfalls den bisherigen Bestdurchschnitt von 100 auf 400 Punkte. Im Cadre 71/2 siegte van Belle in 14 Aufnahmen mit 300:93 Bällen über Joachim. Belgien trifft nun im Endkampf am 13. Januar is Paris auf den Pokalverteidiger Frankreich. stoßpartie(21 Figuren) durch Tiedtke, der diesmal den Belgier Van den Korckhove knapp mit 55:53 Punkten hinter sich ließ. Der Belgier hatte lange geführt. Tiedtke kam erst kurz vor Schluß gut auf und löste auch die letzte Figur. während der Belgier diesen schweren Ball. der mit acht Punkten bewertet wurde, viermal verfehlte. Nach sieben Partien führt Belgien zur Zeit noch mit 8:6 Punkten, sodaß voraussichtlich erst die letzten Kämpfe am Sonntag die Entscheidung bringen werden. Am zweiten Tage des Länderkampfes Deutschland gegen Belgien um den Glorieux=Pokal konnten die Fußball im Reich Reichsbund=Pokalvorrunde Duisburg: Niederrhein— Südwest 7:0(3•0) Stuttgart: Württemberg— Westfalen 1:0(1:0) Köln: Mittelrhein— Sachsen 1:3(1:2) Allenstein: Ostvreußen— Niedersachsen 4:0(2:0) Stolv: Pommern— Mitte 1:2(1:2) Breslau: Schlesien— Nordmark 5:0(2:0) Kassel: Hessen—Bayern 1:2 n. V.(1:1) Wien: Ostmark— Baden 4:1(1:1) Westfalen: Sp. Vg. Herten— Duisburger FV. 08 3:4 Niederrhein: Turn Düsseldorf— Duisburger SV. 236 Brandenburg: Minerva 93 Berlin— Berliner SV. 92 2:2 Friesen Cottbus— Hertha BSC. Berlin 2•1 Blau=Weiß Berlin— Union Oberschöneweide 1:3 Tennis=Borussia Berlin— SC. 05 Brandenburg 239 SV. Elektra Berlin— Wacker 04 Berlin 231 Schlesien: Ratibor 03— Hertha Breslau 3:1 Sachsen: Fortuna Leipzig— Gutsmuts Dresden 2:0 Svortfreunde Dresden—. VfL. 96 Halle Konkordia Plauen— Merseburg 99 1:1 Polizei Chemnitz— VfL. Hohenstein=Ernsttbal 2# Nordmark: Polizei Lübeck— MSV. Lüneburg 3:2 Hamburger SV.— Rothenburgsort 1:2 Viktoria Hamburg— Sperber Hamburg Tu Niedersachsen: Werder Bremen 0:5 Westfalia Herne 3:3 Die Sieger in den Gaumeisterschaften der Ostmark Auf der Wiener Kunsteisbahn fanden die Gaumeisterschaften der Ostmark im Eiskunstlauf statt. Hier überreicht Gaufachwart Dr. Pollatschek(links) dem Sieger der Herren. Edi Rada. die Ehrenurkunde Neben ihm die Siegerin der Damen, Emmy Putzinger. Ganz rechts die Sieger im Paarlausen, das Geschwisterpaar Pausin.(Schirner-M.) Bremer SV.— VfL. Osnabrück Hessen: VfB. Großauheim— Dunlon SV. Hanau 42 Hessen Hersfeld— Spielverein Kassel 4:1 Südwest: Offenbacher Kickers— Reichsbahn RW. Frankfurt 32 Eintracht Frankfurt—. Union Niederrad 4:1 Reichsbahn Mainz— Wormatia Worms 5:3 Baden: Sv. Va. Sandhofen— ViB. Mühlburg 1:0 Karlsruher FV.— Ulmer FV. 94 1:2 Württemberg: Stuttgarter SC.— Sp. Vg. Untertürkheim 32 Bavern: VfB. Coburg—. BSG. Neumeyer Nürnberg 221 BC. Augsburg— Jahn Regensburg 1:0 Ostmark: Grazer SC.— Vienna Wien 1:2 Mitropa=Pokal mit acht Mannschaften In Bukarest tagte am Samstag unter dem Vorsitz des italienischen Delegierten Coppola der Ausschuß des Mitropa=Pokal=Wettbewerbes. Coppola erklärte, daß Italien nicht mehr an dem Wettbewerb zeilnehmen könne, falls nicht eine sofortige Einschränkung der Teinehmerzahl eintritt. Diesem Standpunkt schlossen sich die Vertreter Ungarns und der Tschecho=Slowakei an. Es wurde schließlich der Beschluß gefaßt, die jetzige Teilnehmerzahl von 16 Mannschaften herabzusetzen und in Zukunft nur acht Mannschaften spielen zu lassen, und zwar je zwei aus Italien,„Ungarn und der TschechoSlowakei und je eine aus Rumänien und Jugallawien. Keine Spiellaune in der Gausiga Zwei Freundschaftespiele. Von den Freundschaftsspielen in der Gauliga sielen die meisten wegen der strengen Kälte aus. Nur zwei Begegnungen wurden durchgeführt. Die SpVg. Herten und der Duisburger FV. 08. ein Vertreter der Niederrbein=Bezirksklasse, lieserten sich einen torreichen Kampf. Die Gäste waren im Sturm sehr gut. während auf beiden Seiten die Hintermannschaften zu wünschen übrig ließen. Die Duisburger behielten nicht ganz unverdient mit 4:3 (1:1) die Oberhand. Schwarz=Weiß Oelde hatte Preußen Münster zu Gast. Der Gauligist führte ein sehr gutes Spiel vor, das seinen werbenden Zweck nicht versehlt haben dürfte. Münster ließ Oelde nur zu zwei Toren kommen erzielte selbst dagegen sechs, blieb demnach also mit 6:2(2:1) siegreich. Eintrachts zweite Niederlage Hindenburg Minden siegt sicher mit 10:2. Nach den beiden Meisterschaftsspielen am„goldenen“ Sonntag gab es sowohl in der Meisterschafts= wie in der Abstiegsfrage eine weitere Klärung. Das Duell Eintracht=Minden ist nun wohl wieder einmal mit einem Sieg der Mindener abgeschlossen. Durch dieses Sviel sollte Eintracht kaum noch für die Meisterschaft in Frage kommen. Denn mit erst einem Verlustpunkt wird Hindenburg Minden bald an der Tabellenspitze zu finden sein und Eintracht Dortmund ist wieder der„ewige Zweite". Man darf gespannt sein. wann einmal die Vorherrschaft des Altmeisters gebrochen wird. Im zweiten Meisterschaftskampf kam Holsterhausen ahne Spiel zu zwei wertvollen Punkten. Er ist hierdurch vom zweitletzten Platz auf den sechsten Tabellenplatz vorgerückt. Schalke 04 aber, das in diesem Spiel nicht antrat, fällt durch die Verlustpunkte einen Platz zurück. Außer diesen Vereinen schwebt der TV. Spenge in Abstiegsgefahr, der an diesem Sonntag spielfrei war. Der MsV. Münster gewann sein Pflichtgesellschaftsspiel gegen den Neuling Hüttenverein Dortmund knapp. Sportring Gevelsberg hatte mit SV. Lintfort einen Vertreter des niederrheinischen Handballs zu Gast und mußte sich mit 6:11 Toren geschlagen bekennen. Es ist selbstverständlich. daß den Gesellschaftsspielen bei dem kalten Wetter keine Zuschauererfolge zu Teil wurden. Badstübner warf fünf Tore MISA. Leipzig auch Wehrmachts=Pokalsieger. Im Endsviel um den erstmalig ausgeschriebenen Handball=Pokal der Wehrmacht seierte der Deutsche Handballmeister MTSA. Leipzig über den Mittemeister MSV. Weißensels in Halle einen neuen Triumpb. Abermals mußte sich die Mittemannschaft der besseren Taktik der Leipziger beugen, die erneut nur mit einem Tor Unte. schied 7:6(4:3) siegreich blieb. 12 Grad Kälte stellte Spieler und nicht zuletzt auch die Zuschauer auf eine harte Probe. Die ausgezeichnete Leipziger Verteidigung mit Lange und Schünzel im Verein mit der eifrigen Läuferreihe stoppten die Angrifse des Weißenselder Sturmes, der sein Spiel zu sehr auf Klingler und Laqua eingestellt hatte, die Außen also vernachlässigte. Leipzig dagegen schickte die Außenstürmer ins Gefecht. Badstübner kam immer wieder am rechten Weißenselser Verteidiger Heene vorbei und krönte seine Durchbrüche mit prächtigen Torwürfen. von denen fünf zu Erfolgen führten. Göllner und Prosser holten anfangs die Weißenselser Führung 2:2 und 3:3 auf. Laqua und Klingler erzwangen bei 6:6 nochmals Gleichstand. aber Badstübner stellte eine Minute vor Schluß noch den verdienten Sieg sicher. Den poslon. 2ns er harten. und Ronal Pankaleon, der ess zmerser einen Fedler machte, jodaß Livan uum Stoe kam. Die Favorit salt, im v. 9.251r: Ja, Bennighr aus kes kleinen Ueberraschung klang das Rennjahr aus. Im Weitialia wurde die Beute einas Aubenloiters. In dieser schweren Prüsung über 1000 Meter gins überraschend Baoul als Handdall im Westen Hindendurg Minden— Eintracht Dortmund 10:2 Sportring Gevelsberg— TV. Svenge(ausgef.) Tus Holsterhausen— Schalke 04 kl. für Holsterhausen VfL. Hüttenverein Dortmund— MSV. Münster (PS) 8•9 Turn Düsseldorf— Tura Wuppertol 3:9 Sterkrade 00007— 1B. 70 Kettwig 021 kadgedr.) Witteichein: MSV. Koblenz— TV. Obermendig kampfl. s. Oberm. Mülheimer SV.— Solingen 98(GS) 3:7 Endiviel um den Handball=Wehrmachtvokal In Halle: MTSA. Leipzig— MSV. Weißensels 716 Westsalens Boxer auch in Würzburg siegreich Bayerns Auswahl 11:5 geschlagen. Nach ihren eindrucksvollen Siegen vor einer Woche gegen Brandenburg und am Freitagabend gegen Südwest in Saarbrücken stellte sich die Amateur=Borstaffel des Gaues Westfalen am Samstagabend in Würzburg vor. Ueber 1000 Zuschauer hatten sich eingefunden, die spannende Kämpfe von den besten Boxern Westfalens und Bayerns erlebten. Ganz überlegen mit 11:5 Punkten blieben die Gäste aus dem Lande der Roten Erde siegreich und hinterließen einen ganz ausgezeichneten Eindruck. Den einzigen Sieg— es gab ferner drei Unentschieden— für die Bayern=Staffel errang der Schweinfurter Lettenbauer gegen den westfälischen Schwergewichtler Knorr aus Wanne=Eickel. Der Schweinfurter mußte in der ersten Runde schwer einstecken, überfiel seinen Gegner aber in der zweiten Runde mit einem wahren Trommelfeuer von Schlägen und holte ihn mit einem schweren Haken auf die Bretter. wo Knorr ausgezählt wurde. Fliegengewicht: Strangfeld(Westfalen) befiegt Seubert(Bayern) nach Punkten. Bantamgewicht: Justus(B) gegen Kaiser(W) unentschieden. Federgewicht: Schmitz(W) befiegt Burkart(B) nach Punkten. Leichtgewicht: Räder(B) gegen Kraft(W) unentschieden. Weltergewicht: Kalinowski(W) besiegt Jodlauk(B) nach Punkten. Mittelgewicht: Voit(B) gegen Kubiak(W) unentschieden. Halbschwergewicht: Roski(W) besiegt Wenz(B) nach Punkten. Schwergewicht: Lettenbauer(B) befiegt Knorr(W) durch k.o. in der zweiten Runde. erser Platz. durchs Ziel und verwees Melnitz glatt aus den während Soni. bodonsart, die lange das Zetd geAltmeister=Rennen kam Mirer zu einem nicht erwarteten Sieg. den er unter Lotzmann erst im Einlauf mit vier Längen gegen Giebel, Spanga und dem savorisierten Silvester herausholte. Deutschlands ältester Jockei 100 Jahre alt Das Galopprennjahr 1938 Im Zeichen verstärkter ausländischer Konkurrenz7 Der Essen=Horster Rennverein durfte zufrieden sein Das Turfjahr 1938 ist beendet, wenn man von einigen Winterrennen noch absieht, die kaum eine Bedeutung haben. Die großen Prüfungen und Entscheidungen liegen hinter uns und da verlohnt es sich schon, einmal den Blick rückwärts zu wenden, auf das, was im verflossenen Jahre im Galoppsport geleistet worden ist. Die großen Erfolge des Vorjahres sind in diesem Jahre ausgeblieben. Die größten Prüfungen fielen fast durchweg an das Ausland. Unsere besten Pferde brachten uns eine Enttauschung und der Derbyjahrgang hielt auch nicht das, was man sich versprochen hatte. Mag es auf der einen Seite ein erfreuliches Plus sein, daß sich der Pferdesport mehr und mehr die Sympathie der breiten Masse erobert hat. während er vor Jahren nur als eine Passion der „vornehmen Welt" erschien, daß sich die Umsätze bei den Vereinen, die vor fünf und sechs Jahren noch bitter um ihre Existenz ringen mußten, zu stattlicher Höhe entwickelt haben, so ist doch die rein sportliche Seite des verflossenen Jahres nicht mehr so erfreulich gewesen. In Berlin, München und Baden=Baden haben unsere besten Pferde versagt. Das Braune Band von Deutschland sah mit Antonym, der seinem Besitzer insgesamt 140000 Mark zusammengelaufen hat, und mit Vatellor zwei Franzosen vorne, während Blasius als erstes deutsches Pferd auf dem dritten Platz einkam, das dieses Rennen im Vorjahre vor Vatellor siegreich beenden konnte. Auf dem vierten Platz endete mit Il Ka Cha wieder ein Franzose. Auch der Große Preis der Reichshauptstadt wurde eine Beute des Siegers im Braunen Band. Abendfrieden war eine Enttäuschung, hielt sich aber von den im Rennen befindlichen deutschen Pferden noch am besten. AusLändersiege standen auch in Baden=Baden an. Das internationale Fliegerrennen sicherte sich Last Post, während der Italiener Procle mit einem Sieg im Fürstenberg= Rennen und im Großen Preis von Baden=Baden zu einem bedeutsamen Doppelerfolg kam. Das Zukunftsrennen blieb wieder eine französische Angelegenheit, als die Stute Ganzoni als erste am Zielrichterturm vorbeiging. Und schließlich wurde auch der Preis der Hauptstadt der Bewegung eine Beute unseres westlichen Nachbarn, da Consviratrice als erste durchs Ziel kam. Man sieht also. daß das Ausland sehr starke Anstrengungen macht. der deutschen Vollblutzucht eine starke Konkurrenz entgegenusetzen. Erwähnt werden soll noch, daß auch im Vorhr der Preis der Reichshauptstadt von einer Französin und zwar der Stute Corrida gewonnen wurde. Schließlich soll noch auf die Erfolge der Reiter und Trainer eingegangen werden. Diese Liste kann heute schon als abgeschlossen gelten, da die noch ausstehenden Rennen nur einen geringen Einfluß auf die weitere Entwicklung haben. Mar Schmidt, der Jockey des westdeutschen Stalles Rösler, führt die Spitze mit 63 Siegen und bat damit das Chamvionat inne; denn der Graditzer Zehmisch liegt mit 20 Rennen Abstand an zweiter Stelle und kann Mar Schmidt nicht mehr einholen. Otto Schmidt der jahrelang Chamvion war, war von einer Wechsträhne verfolgt und kam nicht über 33 Siege hinaus womit er an siebter Stelle hinter dem Westdeutschen Haut steht. Auch das Chamvionat der Trainer darf der Westen für sich in Anspruch nehmen. 57 Siege kann der Trainer des Stalles Rösler, R. Linke, ausweisen. Zum Schluß sei noch kurz die Reiterverpflichtung für troffen haben dürfte. Aus dem reinen Betrieb mögen einige Zahlen genannt sein. Auch in diesem Jahre wurden wieder 10 Renntags ausgeschrieben, in denen 71 Rennen gestartet wurden. Dabei gingen insgesamt 613 Pferde vom Ablauf. Die fetteste Einlaufquote des Jahres gab es im Preis von Mydlinghofen am 17. August, in dem Thorlind mit Ruth 11 532:10 zahlte. Den Auftakt der Rennsaison ergab der 12. Juni, während am 23. November zum letzten Male die Startglocke ertönte. Bei einem Rückblick auf diese Zeit soll an den wichtigsten Stationen Halt gemacht werden. Das Maximilian=Reichsfreiherr=von=Fürstenberg=Rennen brachte eine nicht erwartete Ueberraschung. Das Rennen wurde von 5 Pferden beschickt. Clain wurde auf Warten geritten, kam dann in der Einlaufgeraden außen plötzlich angeflogen und siegte mit vier klaren Längen vor Staatspreis, der auch erst zum Schluß aufkam. Der Große Preis von Horst sah beste Pferde aus der Zentrale den westdeutschen gegenüber. Nach kurzer Führung durch Höllenfürst riß Orione plötzlich aus und lag mit Längen vor dem übrigen Feld, das bis zum Einlauf geführt wurde. Goldtaler und Wiener Walzer wurden zum Schluß eingesetzt. Goldtaler ging als Sieger durchs Ziel vor Orione, die von ihrem Vorsprung zehren konnte. Im Mittelpunkt des dritten Renntages stand das Horster Criterium das für den jüngsten Jahrgang bestimmt ist. Das neunköpfige Feld ließ sich von Aulup bis zur Schlußgeraden führen, wo sich der Favorit Organdy auf dem vierten Platz befand. Erst nach hartem Kampf konnte er Nanette mit Halslänge niederringen. Am gleichen Tage wurde auch das Rudolf=Rose=Rennen gestartet. Elvis war zwar am schnellsten aus der Maschine, ließ sich dann aber führen, um zum Schluß noch soviel Reserven zu haben, daß es zu einem glatten, unangefochtenen Sieg langte. Das Ernst=Bischof=Rennen am 17. August wurde eine sichere Beute von Schill. der sich erst im Einlauf freimachte, nachdem bis dahin Forstgraf geführt hatte. Am 18. September wurde dann das Kartellrennen des jüngsten Jahrganges gestartet, das eine Beute von Idar wurde, die sich gleich an die Spitze setzte, um sie aber bald an Ingwer abzutreten. Einen Schlußangriff von Idar konnte Ingwer aber nicht mehr abwehren, und so kam diese krasse Außenseiterin zu einem Sieg. für den sie über 24faches Geld zahlte. Im Mittelpunkt des nächsten Renntages stand die Horster Meile die zu einem hart umkämpften Favoritensieg für Immerweiter wurde. Staatsover hatte lange die Führung. während Immerweiter das Schlußlicht bildete. Der Favorit stieß aber zum Schluß durch und flegte nach kurzem Kampf gegen Staatsover mit Kopslänge. Der Preis der Stadt Essen in dem sich die Amateure ein Stelldichein geben. war In Heydebreck(Oberschlesien) feierte dieser Tage Johannes Geschlecht. Deutschlands ältester Jockei. der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts eine bekannte Erscheinung auf den internationalen Rennplätzen war. seinen 100. Geburtstag. „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde". Deutschlands ältester Jockei, Johannes Geschlecht, der im oberschlesischen Hevdebreck seinen Lebensabend verbringt, zweiselt nicht an der Wahrheit dieses Sprichwortes, denn wenn man sich als Hundertjähriger noch gesund und rüstig fühlt, dann hat es schon was für sich. wenn man mehr als ein Menschenalter lang mit Pferden umgegangen ist. Als geborener Reiter, der nicht nur auf internationalen Rennplätzen um die Siegespalme gestritten, sondern auch in manchen Schlachten schneidige Attacken gegen den Feind geritten hat, kann sich der Jubilar freilich nicht mehr mit der technisierten Zeit der donnernden PS abfinden, aber die Erinnerung an ein schönes. glückliches Leben kann ihm niemand rauben. Und die steht trotz seines hohen Alters immer noch lebendig vor ihm. Mit 14 Jahren kam er als Stallbursche zum Grafen Renard in Groß=Strehlitz und da tat sich der schneidige Junge so hervor, daß er schon in wenigen Monaten die bunte Jockeibluse tragen durfte. Zwei Jahre später ersocht er in Breslau seinen ersten Rennsieg. Nun ging es mit den Erfolgen steil aufwärts, und wo nur immer der kleine Geschlecht erschien, konnte man sicher sein, daß es einen heißen Wettkampf geben werde. Als er 18 Jahre alt war. erhielt er auf dem Rennplatz Tempelhof bei Berlin den ehrenvollen Auftrag. ein Pferd des Kronprinzen, des späteren Kaiser Wilhelm I., zu reiten. Er führte es zum Siege und erhielt von der Königlichen Hoheit dafür eine besondere Anerkennung. In England holte er sich einmal innerhalb sechs Wochen zehn und in Wien in einem Monat acht erste Preise, und immer waren es nur bekannte Ställe, für die er als einer der erfolgreichsten Jockeis seiner Zeit tätig war. Zwischendurch rief das Vaterland. und es war ganz selbstverständlich, daß sich Johannes Geschlecht zu den Husaren meldete. Auf den Schlachtfeldern von 1866 hat er sich besonders bei Königgrätz. Olmütz und Nachod hervorgetan und alle bewunderten den tapferen, draufgängerischen Kavalleristen, der immer als erster dem Feind entgegeniagte. Ein Jockei bleibt nicht ewig jung und schlank. auch Geschlecht wurde nach dem 70er Krieg für den Rennsattel zu schwer. So sagte er denn dem grünen Rasen Lebewohl und folgte einem Ruf des kaisersichen Marstalls, wo er als Oberbereiter lange Jahre tätig war. Auch an diese Berliner Zeit denkt der bespornte Reiter noch gerne zurück, denn da kam er mit der großen Welt erst so richtig in Tuchfühlung. Aber eines Tages war ihm dieses aufregende Leben doch zuviel geworden und er sehnte sich nach einer ruhigeren berrschaftlichen Stellung. die er schließlich beim Fürsten von Slawentzitz in seiner schlesischen Heimat erhielt. Dort gefiel es ihm am besten und hier wollte er auch immer bleiben. 1890 kam er nach Heydebreck, wo er endlich so richtig sein Famikienglück genießen konnte. Leider kann Johannes Geschlecht seinen Besuchern keine Trophäen aus seiner Jockeizeit zeigen, auf die er einst so stolz war. In den deutsch=velnischen Grenzkämpfen sind sie ihm abhanden gekommen und das ganze Vermögen dazu, das er sich für seinen Lebensabend erspart hatte. Das ist allerdings ein gewaltiger Mißton in seinem hundertjährigen Dasein gewesen, eber trotzdem hält er an dem alten Grundsatz fest, daß das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liegt. Deutschlands ältester Jockei muß es ja wissen... Mülheimer Galopprennen abgesagt Der plötzliche Kälteeinbruch in Westdeutschland hat den Mülheimer Winterrennen ein vorzeitiges Ende bereitet. Bei einer Temperatur von 12 Grad unter Null sab sich der Veranstalter genötigt, den Renntag abzusagen, da auf dem steinhart gefrorenen Geläuf eine einwandfreie Abwicklung der Rennen unmöglich geworden war. Ob die Schlußrennen am zweiten Weihnachtstage gelaufen werden können, ist angesichts der Wetterlage sehr zweifelhaft. 12 Engländer für das Braune Band Präsident Christian Weber hat bei seinem uc in England mit maßgebenden englischen Rennsta#itzern Fühlung genommen und sie für das Braune Bafkd 1939 interessiert. Bei der Nennungsstelle in London sind inzwischen zwölf englische Vollblüter für die 100 000=MarkPrüfung am 30. Juli in München=Riem eingeschrieben worden. Von den zwölf Klassepferden gehören allein neun dem indischen Fürsten Aga Khan. der bereits im letzten Braunen Band durch Dardanelles 2 vertreten war. Für das Braune Band liegen nunmehr insgesamt 45 Unterschriften vor. und zwar 18 aus Deutschland, 15 ius Frankreich und 12 aus England. Es klappte wieder nicht! Charly Mills abermals ohne Sieg. Es hat fast den Anschein, als wäre die Zahl 3000 ein unüberwindliches Hindernis für unseren oftmaligen Trabrennfahrerchampion Charly Mills, der sich nun schon drei Renntage lang bemüht, seine stolze Rennzeitlaufbahn mit dem 3000. Siege zu krönen. Auf 2999 Erfolgen noch nie dagewesene Jubiläum ebenfalls noch nicht verangelangt. ging er am Donnerstag leer aus. und am Sonntag war ihm das im internationalen Trabrennsport gönnt. Probst scheiterte an seinen hohen Vorlagen. Bis zu 180 Meter in einem immerhin nicht schlechten Feld waren selbst für einen Klassehengst zuviel. Hinter der siegenden Judith reichte es nur zum vierten Platz. Fast wäre ihm der Wurf noch im Rauhnacht=Rennen geglückt, aber hier wurde der von Mills gesteuerte Mario von Agathe um einen Kopf geschlagen. Unser Meisterfahrer verzichtete daraufhin aus seine zwei weiteren Fahrten Im allgemeinen sind die Ver= eine klare Sache für Lare. der immer vorne zu finden pflichtungen bei den größeren Gestüten erneuert worden, wu. und. nachdem er Wildsang, der sich schnell verausein Zeichen dafür, daß man mit den Reitern zufrieden!* gewesen ist. E. Huguonin ist bei Haniel ausgetreten und in zu., Trainer Ch. Cooter hinühergewechselt. Trainer Butzke hat sich für das neue Jahr Narr verpflichtet, wähRastenberger mit dem Trainer von Negelein zum Gestüt Rötigen gegangen ist. Printen aus dem Gestüt Mülhens ist ausgetreten und hat noch kein Engagement. Ritt durch das Horster Rennjahr man den Blick nun auf unsere Geisenkirchener peimatbahn, die Horster Rennbahn richtet, so dari man seststellen, daß der Verein auch im letzten Jahre alles hat. um das Interesse am Galopper noch weiter zu verstärken. Einmal kam dieses Interesse zum Ausin einem weiteren gesteigerten Besuch und zum een aus den. Umsatz, der den deo Vorjahres übergabt hatte, hinter sich gelassen hatte, das Rennen jederzeit in der Hand hatte. Der Horster Prüfungs=Preis brachte eine nette Ueberraschung. verzober hatte sich an die Spitze gesetzt, hatte aber bald hinter Purvurrose das Nachsehen, die ihren Vorsprung mehr und mehr verstärkte und dem Felde auf und davon ging. Den Favoriten Cundry und Götterdämmerung gelang es trotz stärksten Einsatzes nicht mehr, an die Stute heranzukommen, die mit fünf Längen durchs Ziel ging. Das Hauptrennen am Allerheiligentage war das Horster Jagdrennen das über die Große Bahn geht. Albenerin führte das Feld bis zum Schlußbogen, wo sie aber mehr und mehrlder Alten ab, da sie nur nachließ. Castor. der als Favoeit in das Rennen ging.n- und im tr Und nochmal die„Alten“ Was heißt im Fußballsport„alt“? Die„Alten“ des Fußballspiels sind heute zu einem gewissen Teil in den Vereinen tätig, wenn sie sich auch„nur“ in der Verwaltung betätigen. Dort aber werden sie gebraucht, weil Erfahrung und der Wille zur gesunden sportlichen Auffassung ein Vorrecht der„Alten“ ist, die aber auch verdienen, auf die Jungen übertragen zu werden. Ein Teil dieser„Alten“ hat die Anfangsjahre des Fußballsportes in Deutschland mitgemacht, hat zum Teil an der Wiege dieses Sportes gestanden und hat geholfen, ihn auf den Weg zu bringen, der zum Erfolg führte. Der junge Sportler von heute findet„sein Bett gemacht". Seine Wettspiele sind für ein ganzes Jahr vorgezeichnet und vorbereitet. Sein Verein besitzt einen Spielplatz mit feststehenden Toren, sein Umkleideraum atmet Bequemlichkeit, eine große Zuschauerzahl jubelt ihm zu, Sportlehrer stehen mit gutem Rat zur Seite. Und ist er ein guter Spieler, so häufen sich Ehren und Anerkennung in Form der nationalen und internationalen Berufung auf seinem Haupt. Das Studium der„Alten“ hat Technik und Taktik entwickelt, die Spielkultur ist vorgeschritten und sachkundige Berichterstatter loben seine Leistung. Doch lassen wir diesen Gegensatz zwischen den„Alten“ von ehemals und den Jungen von heute und betrachten wir einmal, wie der„Alte“ im Fußballsport zum Einsatz kommt. Bis in welches Lebensjahr kann der„Alte“ Fußball spielen? Diese Frage stellen, heißt sie unbeantwortet lassen, weil es hierbei auf die mannigfachen Umstände ankommt. Ein gesunder Mann kann bis ins hohe Alter Fußball spielen. Die wettkampfmäßige Betätigung verlangt ihm nicht so viel ab, daß ihm hierdurch Gefahren drohen. Er spielt ja nicht mit der Jugend, sondern in seiner Altersklasse denn der Fußballsport kennt sogen „Alte=Herren=Mannschaften“, deren Mindestalter 32 Jahre beträgt. Es ist eine Erfahrungstatsache, daß die Spieler dieser Altersgruppe nicht erst im späten Alter zum Fußballsport kommen, sondern sich in der Jugend bereits zu ihm bekannten und bis ins Alter Gefallen an ihm fanden. Zum Fußballtalent gehört Begabung; Technik und Taktik verlangen Erfahrung, die nicht erst geboren werden kann, wenn das spätere Alter die Begeisterung zum Fußball weckt. Es gab Spieler der höchsten Spielklasse, die noch aktiv waren, als sie das 6. Jahrzehnt an Lebensaltern hinter sich gebracht hatten, und es gab„Alte“, die kurz vor dem Erreichen des 4. Jahrzehntes noch zur internationalen Verwendung berufen wurden. Es gibt große und größte Fußballkönner, die noch Mitte der 30 Jahre der Jugend etwas vormachen, und in England, dem Mutterland des Sports, erlangt der Berufsspieler erst seine volle Verwendungsmöglichkeit, nachdem er drei Jahrzehnte Lebensalter und mit ihm eine gehörige Form Erfahrung und Spielkönnen hinter sich gebracht hat. Wann also ist der Fußballspieler„alt“? * Mit besonderem Nachdruck wird der regelmäßige Turnbetrieb der älteren Kameraden im deutschen Turnleben gefördert und mit besonderer Liebe aufrecht erhalten. Jeder mittlere und größere Turnverein besitzt Altersriegen, die jene Kameraden zusammenfassen, die noch über das Wettkampfalter hinaus regelmäßig Leibesübungen treiben. Ein hervoragendes Beispiel für diese oft sprichwörtliche Rüstigkeit der„Alten“ im Turnen ist der Nürnberger Fritz Engelhardt, der schon seinen 80. Geburtstag feiern konnte und noch immer ein aktives Mitglied der Alt=Herren=Riege des WV. 1860 Nürnberg ist. Zu den bekanntesten Vereinigungen der alten Turner gehörte das Arno=Kunath=Tressen im Kreis Bremen und in Berlin die Kossag=, Dombrowski=, Voiat= und UnkrottVereinigung. In verschiedenen größeren Städten bestehen Altersriegen=Vereinigungen, wie z. B. in Berlin und Leipzig, die gemeinsame Wanderungen unternehmen und Zusammenkünfte haben. Es handelt sich dabei immer um Turner aus verschiedenen Vereinen, die sich zusammenfinden. In den Vereinen, Kreisen und Gauen gibt es regelmäßige Alterswettkämpfe und alljährlich wird für das Reich ein Altersturnen in Freyburg'U. durchgeführt das immer zu dem Zeitpunkt des Gedurtstages von Jahn um den 11. August herum stattfindet. Das Altersturnen 1939 ist auf den 13. August festgelegt worden. Im Turnen gibt es folgende Altersklassen: 40—45= jährige. 45—50jährige und über 50 Jahre alte Turner. Diese Klasseneinteilung hat sich als richtig und vorbildlich bisher gezeigt. Die Turner lehnen Meisterschaften der Alten ab, da sie nur Meisterschaften der Männer in Frenk U. eine den alten Turnkameraden besonders vorbehaltene, für das ganze Reich gültige Wettkampfart geschaffen haben. Um den Aelteren in den Wettkampfbedingungen Erleichterungen zu verschaffen, werden alle Ausschreibungen dem Leistungsgrad des jeweiligen Alters angepaßt und immer wieder nachgeprüft. Die Aelteren haben also von allem anderen Wettkampfbetrieb der Aktiven deutlich abgehobene Wettkämpfe und eigene Wettkampfbedingungen. Im besonderen werden alle Uebungen vermieden, die eine starke plötzliche Kraftanstrengung erfordern. Und bei den Geräteübungen werden alle Uebungen weggelassen, die den älteren Turner zwingen, den Kop längere Zeit nach unten zu halten. Zur Propagierung des regelmäßigen Sportbetriebes der Aelteren haben sich, da der regelmäßige„Turnbetrieb der Alten“ schon eine Tradition im deutschen Turnleben geworden ist, besondere Formen herausentwickelt, so Werbemärsche der älteren Turner, besondere örtliche Veranstaltungen der älteren Turner auf den Marktplätzen und eigene Turnfeste der Aelteren. Die turnerische Fachpresse hat ebenfalls das Arbeitsgebiet des Altersturners als ein selbständiges Gebiet ausgenommen und widmet sich nachdrücklich! diesem Zweige der allgemeinen Arbeit. Der Atlas der Lüfte Die älteste internationale Pilotenstatistik—. Von Lilienthal bis zur„Immelmannwende". In Neuyork ist dieser Tage der„Luftfahrtatlas für 1939“ erschienen, der nicht nur alle Luftreiselinien, deren man sich 1939 bedienen kann, genau aufführt, sondern zugleich auch einen recht interessanten geschichtlichen und technischen Rückblick auf die Entwicklung der Fliegerei gibt. Freilich ist diese Art von Fluglerikon mit amerikanischen Augen gesehen, aber sie bringt doch eine sorgfältig zusammengestellte chronologische Darstellung der Aviatik, in der auch die besonderen Verdienste Deutschlands um die Entwicklung des Flugwesens ihren gebührenden Platz erhalten. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Veröffentlichung der ersten internationalen Statistik der Piloten, die im Jahre 1911, also sieben Jahre, nachdem die Brüder Wright zum ersten Male ihren Doppeldecker bestiegen, veröffentlicht wurde. Damals gab es in Deutschland 46 Piloten. in Italien 32, in Belgien 27.# England 27, während Amerika nur über 26 gen### Flugzeugführer verfügte. Die Zeittafel der Aniatik stellt neidlos fest, daß es der Deutsche Otto Lilienthal war. dessen aviatische Versuche allenthalben in der Welt Nachahmung fanden. Erst nach Lilienthals Flügen führten drei unternehmungslustige Amerikaner im Staate Indiana die ersten Segelflüge der Neuen Welt aus. Eine bemerkenswerte Nekordleistung stammt aus dem Jahre 1871. Bei der Belunerung von Paris durch die deutschen Truppen entzogen sich zwei kühne französische Luftfahrer der feindlichen Umklammerung, indem sie in einem Ballon aufstiegen. Sie wurden von einem heftigen Sturm ersaßt und gelangten in knappen 13 Stunden nach dem fast 1000 Kilometer entfernten Norwegen. Das war eine Leistung, die die ganze Welt aufborchen ließ. „Gewaltleistungen“, die uns heute belustigend anmuten, erzielten in den Jahren 1913 der Franzose im Nonstopflug von Paris nach Berlin kam und 870 Kilometer zurücklegte, sowie der amerikanische Zivilflieger MeCurdy, der von Ken West m Florida nach Havanna flog. wobei er eine Strecke von 160 Kilometer in knappen zwei Stunden bewältigte. Er ist also. allerdings begünstigt vom Rückenwind. 80 Kilometer oro damalige Zeiten geradezu Geschwindigkeit. Der amerikanische Weltüber den#. Heward Hugne, wird sicherlich nur lächeln ### eines Vorgängers C. P. Rodgers. der gge, im Flnazeug den amerikanischen Kontinent ac. Kattstt#. ncturlich mit mehreren Zwischenlandungen. #####ete am J7. Septemver 1911 in Neuyork und traf glüclig am 9.„November, also nach einer Flugreise von Lagen. in Pasadena ein. sahrtr6 5 Ka.####met der Atlag der Lustsunitluges ur. 1ass. Die verschiedensten Manöver des „. Elt, sind hier im Bilde festgehalten, und wenn .# bei einem die Bezeichnuns„Immelmann=Wende“ der Lultiohrlazräf; daß der berühmte deutsche Kampflieger Luftfahrtgeschichte gemacht hat und daß sein Name log, auf dem ameritantschen Kontinent ein Besein Juspitzung der Verhandlungen zwischen Japan und Sowjetrußland Tokio, 17. Dez.(Ostasiendienst des DRB.) Die Verhandlungen über den Fischereivertrag zwischen Javan und Sowjetrußland scheinen eine kritische Wendung zu nehmen, nachdem in der neuen Unterredung zwischen dem japanischen Botschafter in Moskau. Togo. und LitwinowFinkelstein am 15. Dezember keinerlei Fortschritt zu verzeichnen war und Litwinow=Finkelstein zu verstehen gab. daß Moskau nicht beabsichtige, ein provisorisches Abkommen auch nur bis zum Schluß des Jahres zu treffen. Die japanische Regierung will daher, wie aus Meldungen der japanischen Presse hervorgeht. ihrem Botschafter in Moskau heute neue Instruktionen erteilen und von Sowjetrußland eine Entscheidung über das Provisorium auf der Grundlage der javanischen Vorschläge bis zum 20. Dezember fordern. Gleichzeitig will Tokio den Inhalt der Unterredung zwischen Togo und Litwinow=Finkelstein veröffentlichen, um vor der ganzen Welt den Beweis für die vertragswidrige unaufrichtige Haltung Moskaus zu erbringen. 53=Führer=Abordnung von der Japanreise zurück Begrüßung durch den japanischen Botschafter. Berlin, 17. Dez. Nach einer Japanreise von mehr als 6monatiger Dauer ist die 30köpfige HJ.=Führer=Abord= nung Samstagmittag, von Bremen kommend, wieder in Berlin eingetroffen. Auf dem Lehrter Bahnhof, wo der Zug gegen 13 Uhr einlief, waren zur Begrüßung außer Stabschef Lauterbacher, der in Vertretung des Reichsjugendführers gekommen war, und Obergebietsführer Axmat, auch der japanische Botschafter Oshima mit dem Mil# und Marineattaché und fast sämtlichen anderen Mit## dern der Botschaft erschienen. DR Führer der HJ.=Gruppe, Bannführer Redecker, erstattete dem Botschafter Meldung von der Rückkehr der Gruppe, die unvergeßliche Eindrücke mit nach Hause bringe. Botschafter Oshima erklärte in einer kurzen Begrüßungsansprache, er sei überzeugt, daß die Fahrt der HI.=Führer nach Japan dazu beigetragen hat, die herzlichen Beziehungen zwischen den beiden großen Kulturnationen weiter zu vertiefen. Einheit der Verwaltungsbezeichnungen Zur Vermeidung von Zweifeln hatte der Reichsinnenminister vor zwei Jahren eine Aufstellung derjenigen Behörden gegeben, die in Erlassen und Polizeivorschriften allgemein als„höhere" und„untere“ Verwaltungsbehörden bezeichnet werden. Unter Berücksichtigung der inzwischen eingetretenen bedeutsamen Aenderungen ergibt sich nach dem Stande vom 1. Januar 1939 folgendes: Untere Verwaltungsbehörde ist künftig im ganzen Reiche einheitlich der Landrat. Ausgenommen sind nur Hamburg und Bremen. wo der Polizeipräsident untere Verwaltungsbehörde ist. und die Stadt Wien. Höhere Verwaltungsbehörden sind in Preußen. Bayern und Sachsen der Regierungspräsident, in Württemberg. Baden, Thüringen, Oldenburg und Braunschweig der Innenminister. in Mecklenburg und Anhalt das Staatsministerium. Abteilung Inneres. in Hessen und Lippe der Reichsstatthalter=Landesregierung. in Schaumburg=Lippe die Landesregierung. in Oesterreich der LandeshauptGamhur.has Waichathaft Slo M Mrnen. i Bamdurk der Reschsstarthuntek. Glüdtische Velwaltung. in Bremen der Reg. Bürgermeister und im Saarland der Reichskommissar für das Saarland. Autobandit Heller hingerichtet Das Memelland feiert den Wahlsieg Freudenfeiern über das einmütige Bekenntnis zum Deutschtum Memel, 17. Dez. Mit einer Kundgebung von spontaner Gewalt haben die Memelländer nach Bekanntgabe der endgültigen Ergebnisse der Wahlabstimmung ihr deutsches Bekenntnis noch einmal bekräftigt. Am Freitagabend vereinte sich die gesamte memeldeutsche Bevölkerung zu einem gewaltigen Aufmarsch, wie ihn Memel noch nicht gesehen hat. Unter unbeschreiblicher Begeisterung der Massen, die zu vielen Tausenden die Straßen umsäumten, nahm der Führer der Memeldeutschen, Dr. Neumann, den Vorbeimarsch des Ordnungsdienstes und der Sportverbände ab, die mit brennenden Fackeln durch die Stadt marschierten. So wurde dieser Tag für Memel zu einem erneuten Bekenntnis von so elementarer Kraft, daß niemand mehr dieses Bekenntnis überhören kann. Fünf Tage hatte die deutsche Bevölkerung infolge der umständlichen Zählung auf das Wahlergebnis warten müssen. Nun ist das stolze, einmütige Bekenntnis der Memeldeutschen zum Deutschtum und zur Front Dr. Neumanns durch das amtliche Wahlergebnis bestätigt worden und überall in den einsamen Dörfern zwischen dem Memelstrom und der ehemaligen russischen Grenze, von der Reichsgrenze bei Tilsit bis hinauf zu den Fischerhütten am Kurischen Haff, bekräftigt die Bevölkerung in spontanen Kundgebungen das Bekenntnis, das sie am Sonntag mit den Stimmzetteln ablegte. Unter frostklarem Winterhimmel wehen die grün=weiß=roten Fahnen des Memellandes aus allen Häusern und selbst abgelegenste Bauernhütten haben sich festlich geschmückt. Dann bricht die Dunkelheit herein. Nun flammen die Lichterketten auf und brennende Kerzen aus unzähligen Fenstern. In der Stadt Memel ist das Standbild der Borussia, das vor 15 Jahren von Frevlerhand gestürzt wurde und erst seit wenigen Wochen wieder seinen Platz vor dem Landtagsgebäude einnehmen konnte. festlich angestrahlt. Um 19 Uhr erheben sämtliche Kirchenglocken im ganzen Memelland ihre eherne Stimme. Zu gleicher Zeit flammen überall an den Grenzen mächtige Feuerstöße auf. Neben der Jugend aber stehen zu dieser nächtlichen Feierstunde brüderlich vereint die Männer und Frauen dieses armen Landes der Bauern und Fischer, die nach 15 Jahren der Unterdrückung heute die Gewißheit im Herzen haben, daß ihr zähes Festhalten nicht vergeblich war, daß keine Macht der Welt ihnen mehr das Recht nehmen kann, sich als Deutsche zu ihrem Volk zu bekennen. Um 20 Uhr umsäumen dichte Menschenmassen die Straßen der Stadt Memel, um an dem Fackelzug der memeldeutschen Gliederungen teilzunehmen. Dann formieren sich die memeldeutschen Verbände zu einem gewaltigen Zug, dem sich die Sportverbände mit der gesamten memeldeutschen Jugend anschließen. Alsider lange Zug der Fackelträger sein Ende erreicht, kennt die begeisterte Menge kein Halten mehr. Die Absperrketten der Polizei und des Ordnungsdienstes werden durchbrochen und nun bietet sich ein wahrhaft ergreifendes Bild: Tausende und aber Tausende von Armen strecken sich Dr. Neumann und seinen Mitkämpfern entgegen. Nur langsam strömen die Menschenmassen nach Abchlus, der Kundgebung wieder ab. Auf dem Kaiserelm=Platz sieht man die Jugend spontan noch Volkstänze vorführen. Hier oben in dem sonst so nüchternen Ort bei einer Kälte von mindestens 15 Grad, gewiß ein ungewöhnlicher und packender Anblick. Noch lange sieht man festlich bewegte Menschenmassen in den Straßen Memels, und dann hat dieser unvergleichliche Tag eines gewaltigen Volksbekenntnisses sein Ende gefunden. werde in Zukunst dem Skapelhaus in eine u##eine Cnnsal umarwandeit werden und in seinem oberen Teile Gesellschaftsräume und Säle für wissenschaftliche Veranstaltungen, Vorträge und kleinere Konzerte aufnehmen solle. Krach in der französischen Sozialdemokratie Blum klebt an seinen Parteiposten. Paris, 17. Dez., Schon seit einiger Zeit waren in politischen Kreisen Gerüchte über Meinungsverschiedenheiten in der sozialdemokratischen Partei Frankreichs im Umlauf. Man hörte dabei von einer bereits ganz offenen Gegnerschaft zwischen dem Parteivorsitzenden, dem ehemaligen Ministerpräsidenten Leon Blum und dem früheren Staatsminister und Abgeordneten Paul Faure. In der Samstagabendausgabe des sozialdemokratischen „Populaire“ nimmt Blum nun in einer wenn auch etwas verschleierten Form zu diesen Gerüchten Stellung. Er gibt mehr oder weniger zu, daß zwischen ihm selbst einerseits, Paul Faure und einem anderen führenden Parteimitglied Severac, in der Tat gewisse Meinungsverschiedenheiten in politischer und auch sonstiger Hinsicht bestehen. Er, Blum, habe keinesfalls die Absicht, aus eigener Initiative von seinem Posten als Parteivorsitzender zurückzutreten, solange er nicht von der Mehrheit des Parteikongresses dazu aufgefordert werde. Er würde sogar nicht einmal dann zurücktreten, wenn sich die Kongreßmehrheit gegen seine persönlichen Ansichten aussprechen sollte, ohne ihn zum Rücktritt aufzufordern. In Anbetracht der Tatsache, daß Blum es gleichzeitig für notwendig hielt, in seiner Eigenschaft als Chefredakteur des„Populaire“ einen parteipolitischen Artikel seines Parteikollegen Severac einer scharfen Zensur zu unterziehen, kann man damit rechnen, daß es im Laufe der sozialdemokratischen Parteitagung während der kommenden Weihnachtstage zwischen den verschiedenen Richtungen innerhalb der Partei zu recht heftigen Zusammenstößen kommen wird. Straßendurchbrüche in Koln Großzügige Ausstellungsvorbereitungen( Erbreiterung der Hindenburgbrücke Auflösung der„Gesellschaft Deutsche Freihei. e. V.“ und des„Geusenbundes“ Berlin, 16. Dez. Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern hat auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. 2. 1933 die„Gesellschaft Deutsche Freibeit e. A.“ und den „Geusenbund“ mit sofortiger Wirkung ausgelöst. Gleichzeitig sind die von der„Gesellschaft Deutsche Freiheit, e. V.“ herausgegebenen„Informations= briefe“ verboten. Jede Tätigkeit, die den Versuch einer Fortführung dieser Organisationen oder einer Neugründung mit gleichen oder ähnlichen Zielen darstellt, wird nach§ 4 der genannten Verordnung bestraft. Bunzlauer Finanzamt niedergebrannt Bunzlau, 18. Dez. In der Nacht zum Sonntag brach im Bunzlauer Finanzamt ein Feuer aus, das erst gegen Morgen entdeckt wurde, als bereits der Dachboden in Flammen stand. Die Löscharbeiten gestalteten sich bei 15 Grad Kälte äußerst schwierig. Das Wasser gefror in den Schläuchen, und es mußte immer wieder warmes Wasser zum Auftauen herangeholt werden. Obwohl die Feuerwehr den Brand aus zahlreichen Schlauchleitungen bekämpfte, konnte sie das Niederbrennen des Gebäudes nicht verhindern. Ein Feuerwehrmann wurde mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Die Ermittlungen über die Entstehungsursache des Brandes sind eingeleitet. Leichtsinn am Steuer sordert drei Todesopfer Torgau, 16. Dez. Am Donnerstagnachmittag ereignete sich in der Nähe von Züllsdorf ein schweres Kraftwagenunglück, dem drei Menschen zum Opfer fielen. Ein Leipziger Personenkraftwagen, der, von einer Frau gesteuert wurde, fuhr mit vollex Wucht gegen einen Baum, wobei die Führerin, deren Kind und eine Begleiterin auf der Stelle hetötet wurden. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß die Fahrerin ihrem Kind während der Fahrt etwas zu Essen gab, wobei sie die Gewalt über das Steuer verlor. Eine Jagdgesellschaft schwer verungtückt Osnabrück, 18. Dez. Nachdem in der vergangenen Woche in der Nähe von Münster eine Jagdgesellschaft mit dem Auto verunglückt war, wobei ein Fabrikbesttzer getötet, sein Sohn und seine Frau schwer verletzt wurden, ereignete sich in der Nähe von Osnabrück ein ähnlicher Unfall. Auf der Reichsstraße Osnabrück—Bremen wollte ein Kraftwagen, in dem sich drei Jäger befanden, einen Lastzug überholen. Der Personenkraftwagen streifte den Lastzug und wurde dabei völlig aufgerissen. Ein Jäger wurde bei diesem Unfall auf der Stelle getötet, wähnend die beiden anderen Jagdteilnehmer Verletzungen erkitten. 19 Millionen für Autobahnanschlüsse Berlin, teilt mit: lich Die Mündl begnadigt. 17. Dez. Die Justizpressestelle Berlin a Köln, 15. Dez. Der Kölner Oberbürgermeister Dr. Schmidt gab der Presse am Dienstagnachmittag in großen Zügen Kenntnis von den Aufgaben und Plänen, die die Kölner Stadtverwaltung im Rahmen der Vorbereitungen für die Internationale Vers stellung 1940 zu lösen hat und in deren ng sie zu einem Teil bereits begriffen ist. re Bedeutung komme bei der verkehrsAuflockerung des inneren Stadtkerns dem uch des Ost=West=Straßenzuges zu, pernhaus bis zum Heumarkt reiche. Während nbreite bis zur Verkehrsausstellung etwa tragen solle, werde sie in den darauf folgenauf eine solche von 68 Meter gebracht, Außerer Straßenzug zu dieser Zeit auf der einen den Ring und andererseits durch Deutz hinngert werden. In diesem Rahmen werde auch denburgbrücke so verbreitert, daß auf ten Fußgängerwege angefügt würden, wobei nen Fahrradweg gedacht sei. sodaß die jetzigen vege zur Verbreiterung der Fahrbahn benutzt nten. Ein weiterer Durchbruch sei in der Siegraße in Köln=Deutz geplant, außerdem ein der Deutzer Freiheit hinüber zum Messeum so einen flüssigen Durchgangsdurch Deutz, in dem in künftigen Jahren bedeutende Gebäude und Anlagen errichtet1 schaffen. Rechne nan die Anpassung der zahlbringerstraßen auf den modernen Verkehr und die Anlage einer großen Nord=Süd=Verbindung zur Entlastung der Hohe Straße hinzu, so sei eine wesentliche Verbesserung des jetzigen Zustandes ohne Zweisel erreicht. Große Ausgaben entständen der Stadt durch die Anlage der Zubringerstraßen zu den verschiedenen Linien der Reichsautobahn, die zusammen mit den Durchbrüchen und anderen Straßenverbreiterungen einen Kostenaufwand von rund 19 Millionen RM. erforderten. Im Zuge dieser Arbeiten würden auch einige Denkmäler ihren Standort wechseln, so u. a. der Vater=RheinBrunnen am Kaiser=Wilhelm=Ring, der in Zukunft entweder an der Universität oder am Kunstgewerbemuseum stehen solle. Um die Schönheit des Stadtbildes zu heben, sei eine bedeutende Bereinigung der beiden Rheinufer vorgesehen. Hierzu gehöre auch die Verlegung des Bahnhofes der Köln=Bonner=Eisenbahnen, der jetzt in der Nähe des Kölner Stapelhauses stehe und in der Zukunft vor dem Gebäude der Reichsbahndirektion seinen Platz haben werde. Weiterhin wolle die Stadtverwaltung die Sanierung der Altstadt fortsetzen, um so auch der Fremdenwerbung zu dienen. Bedeutende Aufgaben seien hierfür schon gelöst worden, so die Hervorkehrung der Schönheiten des Rathauses, wobei die Möglichkeit der Besichtigung für Einheimische und Fremde besonders hervorgehoben werden müsse, die Neugestaltung des Gürzenich, die Renovierung des Opernhauses und der Umbau des Reichshallentheaters. Besondere Bedeutung Wie wied das Weiter? Anhaltende Kälte. Die stbirische Kaltluft, die an der Südseite des sich gewaltig nach Westen ausdehnenden finnischen Hochdruckgebietes entlang sich ausgedehnt hat, hat nun auch Westdeutschland überschwemmt. Die Temperaturen liegen heute morgen in unserer Gegend überall um minus 11 Grad. Die Kaltluft erstreckt sich auch in größeren Höhen. So meldet der Fichtelberg, 22 Grad minus. Während es in der Ostmark. in Schlesien, Thüringen und Hamburg bereits schneit, müssen wir uns zunächst noch etwas gedulden. Die Kälte wird während der ganzen Woche anhalten. Leichte Schneefälle werden noch vor Weihnachten nicht ausbleiben. Aussichten für Montag und Dienstag: Bei lebhaften östlichen Winden meist heiter. keine Niederschläge; auhaltender Frost. Temperaturen um minus 12 Grad. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Anhaltende Kälte. Straßenwetterdienst der Generalinspektion Berlin, 18. Dez. In den Sudeten weisen die Straßen teilweise leichte Schneeglätte auf. Auf den Straßen im Erzgebirge ist durchweg Glatteis und stellenweise festgefahrene und festgefrorene Schneedecke vorhanden. Die Reichsstraßen in den sudetendeutschen Mittelgebirgen und im Alpenvorland haben ebenfalls stellenweise Glatteis. Auf den genannten Straßen ist und wird gestreut. Die Großglockner=Hochalvenstraße von Ferleiten bis Heiligenblut ist unvassierbar. Von den Reichsstraßen in der Ostmark sind die Straßen über Katschberg=Paß und die Wurzenstraße von Niegensdorf bis zur Reichsgrenze sowie die Pyhrnvaß=Straße von Lietzen bis auf den Pohrnpaß und die Tauernstraße von Trieben bis Hohentanern nur mit Schneeketten befahrbar. Auf den übrigen Straßen der Ostmark teils Glatteis, teils festgefrerene Schneedecke. Unfallrente in eine Lage, brav zu leben schäfte zu meiden. Er hatte sich allmählich Leben eines Rentiers angewöhnt und die ergangenheit zu den Akten gelegt. Alles es geplagten Detektivs Hormen. Denn der an Vergangenes nicht mehr erinnert te seine Ruhe nicht mehr stören. Er, ein r und Gerissener, gab sich heute sogar in des tugendhaften und gesitteten Büres ängstlich, über schwarze Stellen seines eden. Hormen konnte ihm kein brauchentlocken. Tjä, armer Zeihne! Wenn ist, mußt du einen Meineid auf der s ist schlimm für dich, denn du wirst Häuschens mit der eines Gefängnisses Ich kann dir leider nicht helfen. Alles haben. Die Sünden haben eben den i unserem Erdenleben.— So sann der tektiv Hormen. bis ihn der alte II ans Herz drückte. r Henlog hatte Gedanken ganz anderer auch nicht das messerscharf sinnende untrüglicher Logik zeugende Gesicht des tiene war geladen mit Aerger und sogar mit Trauer. Die Geschichte m Erich wurmte in ihm. Ach, es ist kannskerl unter dem Dach zu haben, der Tochter abgesehen hat. Und noch es, wenn man die zwei nicht durch skauern und unnachgiebige Türen ganzen lieben Tag konnte der Erich er aber, der Hüter der Moral in e aufs Feld und dem gefährlichen n lassen. Eine scheußliche, eine bissige on nur ein Jotachen geahnt, wäre Freundschaft nicht ins Haus gekomgern— aber in solchen Dingen hört ater doch alle Gemütlichkeit auf, bis dschaft nicht. Daß Erich mit seiner #nd daß die Marie, seine kluge und sich mit ihm einließ, das ging ihm hnur. Und er, ein erfahrener Hofgut, daß die heimlichen, häuslichen tragisches und tränenreiches Ende ugenblick kam ihm die Möglichkeit 1. An ernste Absichten des Freiers ochter war ein sehr appetitliches bescheiden— der Erich, ein Grubendirektor auf Sumatra, der jeden Monat ein kleines Vermögen verdiente und zweifellos unter den vornehmsten Töchtern wählen konnte, ging sicherlich mehr auf das Erleben süßer Stunden als auf den Besitz der Frau aus. Ja, was war da zu tun? Er hätte doch vor dem Schlafengehen ein offenes Wort mit Erich gesprochen, aber diese verfluchte Geldschuld hielt ihm die Zunge fest. Erich hatte ihm 400 Mark geliehen. Wenn die 400 Mark nicht wären!— So grübelte der alte Henlog, bis ihm der Schlaf die Augen schloß. Ein ganz anderes Gesicht als der Detektiv und Vater Henlog machte die Marie. Sie ließ sich, zimmer betreten, auf dem Bettrand n sich bin.„Seltsam, seltsam.“ murmelte Kaland, wie er früher war, als er noch ihres gefallenen Bruders, im Hofe einGrunde liebte sie ihn damals schon. 1 Liebe mit sich durch all die Zeit. Nicht, Fünklein Hoffnung in ihr gebrannt hä darauf, ihn als Mann zu besitzen. Al nicht so weit. Welch unsägliche Not lit als man ihn ins Gefängnis brachte? glaubte sie nie. Wenn sich ihr in den Mann näherte, so schätzte sie ihn ein nach den geistigen und körperlichen Vorzügen Erich Kalands. Erich blieb für sie der Idealtyp. Nun kam er zurück. Sie spürte gleich ihre Liebe. Es wäre aber vermessen gewesen, zu denken der wohlhabende Erich Kaland könne eine arme Bauers tochter wählen. Nein, so vermessen war sie nicht.— Heut sprach er von Liebe, von Heirat. Und wie ernst sprache darüber. Lüge war's nicht.— Erich Kaland, weshalb fiel deine Wahl auf mich? Kann ich denn in der Wel bestehen, in der du lebst? Aber weshalb solche Fragen Das Schicksal führte uns zusammen. Ich gehe mit dir— ich trage mit dir— ich kämpfe mit dir. Ich liebe dich Erich Kaland, habe immer nur dich geliebt. Ja, ich will mit dir gehen. Du kommst zwar aus einer Welt, die mi noch fremd ist— aber du kennst mich ja, du kanntest mich schon als Kind— du weißt also, wer ich bin, du mußt auch wissen, was ich dir sein kann. Du bist ein Sohn meiner Heimat, ein Kamerad meines Bruders— ich vertraue dir.— Noch im Schlaf lächelte die Marie. Der andere, der nicht gleich einschlafen konnte, hieß Erich Kaland. Er war nicht so glücklich wie die Marie denn als er in den Kissen lag, verdunkelte es ihm wiede ein Schatten aus der Vergangenheit. Und dieser Schatte ging wiederum von Aenne Grieger, heute Frau Dohmen aus. Da hatte er heute der Marie etwas nicht wissentlich, nein, er hatte in Wirklichkeit gar wicdaran gedacht. Aber seine zukünftige Frau hatte ein darauf, dies zu wissen. Es ist peinlich, darüber zu reden und man hat ein wenig Furcht, es könne das wolkenlo##### Glück trüben, das jetzt über der Marie und ihm schwebt Aber es muß sein. Besser, sie erfährt's jetzt von ihm alt später von anderen. Und ein reiner Tisch muß stehen zwischen ihm und ihr. Ich muß ihr den Schatten zeigen dachte er vor dem Einschlafen, und ich muß noch einmar mit dem Holzhändler reden. 19. Kapitel. Mit Norbert Dohmen sprach Erich Kaland schon am nächsten Morgen. Das Mädchen Gustel meldete dem Holzhändler den Besuch, als er aus seinem Büro gekommen und in seinem Wohnzimmer einen Imbiß nehmen wollte. „Was für ein Mann ist's, Gustel?“ „Es ist der Herr. der aus Sumatra zurückgekommn ist und der jetzt in Dingelheim wohnt.“ Dohmen erschrak ein wenig und überlegte. Dann hat er das Mädchen, den Herrn hereinzuführen. Und er bschshche GOR E Die Geldbörse in der Straßenbahn Fundunterschlagung strafbar. 5 v. H. Jinderlohn kann beansprucht werden. Allgemein bekannt ist wohl, daß es eine Pflicht zur Anzeige von gesundenen Gegenständen gibt. Wer diese Anzeigenflicht versäumt und den Fund nicht„unverzüglich“ mitteilt, macht sich strafbar. Denn das Gesetz sieht eine Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren wegen Fundunterschlagung für denjenigen vor, der eine fremde bewegliche Sache, die er im Besitz oder Gewahrsam bat, sich rechtswidrig aneignet. Unklarbeit besteht aber vielfach darüber, wem die Anzeige zu erstatten ist. Das Gesetz verlangt zunächst, daß der Finder dem Verlierer oder dem Eigentümer Nachricht gibt. Sind diese ihm unbekannt. so muß er den Fund und die Umstände, welche für die Ermittlung des Eigentümers von Bedeutung sein können — also Ort und Zeit des Fundes sowie eine nähere Beschreibung des gefundenen Gegenstandes— der Polizeibe hörde anzeigen. Die vielfach anzutreffende Ansicht, der Finder brauche für die Fundsache weiter nicht zu sorgen, er habe sie nur abzuliefern, ist nicht richtig. Nach der gesetzlichen Regelung hat er vielmehr zunächst die Pflicht, den gefundenen Gegenstand ordnungsmäßig zu verwahren, also auch vor Beschädigung, Verunreinigung. Verlust usw. zu schützen. Er kann ihn öffentlich versteigern lassen, wenn Verderb zu besorgen ist, oder wenn durch die Aufbewahrung unverhältnismäßig hohe Kosten entstehen. Will er Weiterungen aus dem Wege gehen, so ist er berechtigt, den Fund oder auch den Erlös aus der Versteigerung an die Polizeibehörde abzuliefern. Zu einer solchen Ablieferung ist er verpflichtet, wenn die Polizei sie verlangt. Der Finder kann also bis zu einer polizeilichen Anordnung den gefundenen Gegenstand in Verwahrung behalten. z. B. zur Sicherung seines Anspruchs auf Erwerb des Eigentums. Nach Ablauf eines Jahres— gerechnet vom Tage der Anzeige bei der Polizei— wird nämlich der Finder Eigentümer der Sache, falls sich der Verlierer oder ein sonstiger Empfangsberechtigter nicht gemeldet hat. Dieses Recht auf Eigentumserwerb bleibt allerdings auch bestehen, wenn der Finder die Sache der Polizei abgeliefert hat. Meldet sich der Verlierer oder Eigentümer, so darf die Polizei den Fund nur mit Zustimmung des Finders herausgeben. Bekannt ist auch der Finderlohn. Dieser gebührt dem Finder neben dem Ersatz der Ausgaben, die ihm durch die Verwahrung oder Erhaltung der Sache oder durch die Ermittlung des Verlierers— z. B. Zeitungsanzeige— entstanden find. Aber über die Höhe des Finderlohnes herrschen vielfach Zweisel und es ist leider häufig vorgekommen, daß der ehrliche Finder mit einem geringfügigen Trinkgeld abgespeist worden ist. Das Gesetz spricht dem Finder 5 v. H. bis zu 300 RM. des Wertes der Fundsache und 1 v. H. des Mehrwertes zu. Bei einer Fundsache im Werte von 450 RM. beträgt der Finderlohn also 5 v. H. von 300 RM.— 15 RM. und 1 v. H. von 150 RM.= 1.50 RM., zusammen 16.50 RM. Hat jedoch der Finder den Fund nicht angezeigt oder trotz Nachfrage verheimlicht, so hat er keinen Finderlohn zu beanspruchen. Alle diese Vorschriften finden jedoch keine Anwendung. wenn der Gegenstand in den Geschäftsräumen oder den Beförderuigsmitteln einer öffentlichen Behörde oder einer dem öffentlichen Verkehr dienenden öffentlichen Verkehrsanstalt verloren ist. In diesem Falle besteht die besondere Pflicht zur unverzüglichen Ablieferung an die Behörde der Verkehrsanstalt. Wer also in den Räumen des Gerichts, der Polizei. der Eisenbahn, der Stadtverwaltung usw. einen Gegenstand findet. hat ihn sofort dieser Behörde abzuliefern. Das gleiche gilt von einem Fund in der Eisenbahn. Straßenbahn oder sonstigen„Verkehrsanstalt", deren bestimmungsmäßiger Zweck auf Beförderung von Personen oder Sachen zu Wasser, zu Lande und in der Luft gerichtet ist. Hier ist der Fund der Verwaltung der Verkehrsanstalt oder einem ihrer Angestellten zu übergeben. Verkehrsanstalten im Sinne dieser Vorschrift sind nicht: Gasthäuser, Cases, Theater. Konzertsäle, Ausstellungen. Wärmehallen, Warenhäuser. Kirchen usw. Zu den Geschäftsräumen der öffentlichen Gebäude gehören aber z. B. Nebenräume der Eisenbahn, wie Treppen. Flure. Bahnsteige, Fahrkarten= und Gepäckadfertigungsstellen. Aborte usw. Die in der Strabenbahn gefundene Goldbörfe darf also der Finder nicht zu sich nehmen, um etwa durch Zeitungsanzeige oder sonstige Nachfrage den Eigentümer zu ermitteln. Er darf den Fund auch nicht der Polizei anzeigen oder abliefern, um nach Jahresfrist seinen Eigentumsanspruch geltend zu machen. Sondern er hat die Geldbörse sofort an die Verwaltung der Straßenbahn oder an einen ihrer Angestellten abzuliefern. Die Besorgnis, daß etwa der Straßenbahnschaffner den Fund nicht seiner Verwaltung übergeben wird, braucht nicht aufzukommen. Denn eine Veruntreuung durch diesen würde nicht als einfache Fundunterschlagung bestraft, sodern, da die Sache ihm anvertraut war, mit strengen Strafen geahndet werden. Außerdem kann der Finder sich von dem Schaffner eine Ablieserungsbestätigung geben lassen, was sich, falls Bargeld gesunden wird, schon deshalb empfiehlt, um sofort die Höhe des Fundbetrages festzustellen. Der Eigentümer der Geldbörse hat sich. sobald er den Verlust bemerkt, nur an die Verwaltung des Verkehrsmittels oder der Behörde und nicht an eine andere Stelle zu wenden. O. M. Bücher für unsere Jugend Bilderbücher aus dem Verlag Scholz-Mainz. Immer wieder erfreut uns der Verlag Scholz=Mainz zu Weihnachten mit geschmackvollen Bilderbüchern.„Dies und Das“ heißt ein Bilderbuch von S. Harzdorf. Auf Pappe 1,80 Mark. Das ist ein Buch voll lustiger Sachen, da gibt es genug für euch zu lachen! Die buntfarbigen, reizenden Bilder bringen Dinge aus dem Lebenskreis der Kleinen. Eine beachtenswerte Neuerscheinung stellen Scholz=Photo-Bilderbücher dar. Meine Lieblingstiere: Kleine Tiergeschichten von Rothemund. Das Auto-Bilderbuch: Erzählung von H. Kranz. Soldaten heraus: Ein Büchlein aus dem Soldatenleben mit Erzahlung von Ipf. Wer fährt mit? Ein Bilderbuch von unserer Eisenbahn. Erzählungen von H. Kranz. Jeder Band hat 32 Seiten, mit 16 Doppelbildern nach künstlerischen Photos und vielen Textzeichnungen. Je 1,— Mark. Die Aufnahmen sind sorgfältig ausgewählt, zeigen eine klare und wirkungsvolle Wiedergabe und bringen gute Anschauungsbilder. Mögen unsere Kinder auch im allgemeinen bei ihren Büchern die Buntfarbigkeit und die traumhafte Märchenwelt bevorzugen, so glaube ich doch, daß sie an der reinen Wirklichkeit, die aus diesen Bildern spricht, ihre Freude haben werden. Die beigegebenen, einfachen und erläuternden Erzählungen aus dem Tier=, Verkehrs= und Soldatenleben bedeuten über die Unterhaltung hinaus eine lebensechte Bereicherung ihrer Vorstellungswelt. Eine weitere empfehlenswerte Neuerscheinung ist: Billi, eine Hundegeschichte von Ipf, mit Bildern von F. Baumgarten. Halbleinwand 3.— Mark. In den schönen Bildern steckt Schwung, Leben und viel Humor. Und die in kindertümlichen Versen geschriebene, spannende Geschichte von dem kleinen Hunde Bill, der auf seiner Wanderfahrt so zahlreiche Abenteuer erlebt und sich nach vielen dösen Tagen klüger und belehrt wieder glücklich in seinem alten Heim einfindet, wird von unseren Kleinen teilnahmsvoll ausgenommen. Die bestbekannte Buchreihe Scholz-Bilderlesebücher hat eine Bereicherung erfahren durch: Wie strahlend bunt ist diese Schar! Gedichte von O. Nebelthau, Bilder von E. Wenz=Vietor. Halbleinenband 1,25 Mark. Das ist ein entzückendes Blumenbuch, an dem jung und alt Freude haben werden. Ein Naturfreund erzählt recht interessant und anschaulich von bekannten Blumen, wie man mit ihnen umgeht, und wie man sie pflegen muß. E. Wenz=Vietor hat dazu ganz vorzügliche Bilder gemalt. Eine Geschichte, die von Ipf aus dem Amerikanischen übertragen, erdacht und illustriert von Clare Furley Newverry, betitelt sich: Molli. 31 Seiten, 2,25 Mark. Sie handelt von einem Jungen und einer kleinen Katze. Das Schönste an diesem Buche sind die fein getönten Katzenbilder, die in zweifarbigem Kupfertiefdruck wiedergegeben und sehr lebendig gezeichnet sind. Von den diesjährigen Neuerscheinungen des Verlages verdient wohl die beste Empfehlung: Das Buch vom Weihnachtsfest. Nach einer Idee von J. Kerkhoff, mit Bildern von F. Gronau und Versen von H. Kranz. Hlw. 1,85 Mark. Man weiß nicht, was man mehr anerkennen und loben soll: Die feine Idee, die liebenswerten Verse oder die buntfarbige Weihnachtspracht in den wundervollen Bildern. Es liegt etwas Anheimelndes, Erwartungsvolles und Beglückendes in dem Buch. Kinder und auch besonders unsere Mütter werden davon begeistert sein. Neue Bohatta-Morpurgo-Bücher Kinderbücher aus dem Verlage Josef Müller, München. Jahr für Jahr, wenn's gegen Weihnachten geht, warten schon viele mit Spannung auf die Neuerscheinungen des bekannten Verlages Jos. Müller, München. Auch in diesem Jahre hat uns dieses Verlagshaus wieder mit wunderschönen und sonnigen Kinderbüchern beglückt. An erster Stelle nennen wir die beliebten Bohatta-Morpurgo-Bücher. Mausi. Schreckliche Erlebnisse einer Hausgehilfin mit guttem Ausgang. 40 Seiten mit 36 farbigen Bildern. Halbl. 2,80 Mark.— Die Geschichte ist höchst originell, phantasievoll und voll lustiger und trauriger Erlebnisse. Unsere Kleinen werden sie mit innerer Anteilnahme lesen; denn das kleine Mausedienstmädchen, das sich selbst sein Brot verdienen muß, erfährt soviel Leid und Enttäuschung. Aber da es überall pflichtbewußt seine Arbeit tut, für Frieden und Ordnung sorgt, darf die Belohnung nicht ausbleiben; und so endet die Geschichte für Leser und Mausi beglückend. Die farbigen Bilder veranschaulichen den kindertümlich geschriebenen Tert aufs beste und geben wieder ein beredtes Zeugnis von BohattaMorpurgos reisem Können, das sich hier besanders in der künstlerischen Tiergestaltung zeigt. Schufti. 12 farbige Bilder und Verslein, geb. 1,30 Mark. Der Hund Schufti hat ein häßliches Aeußere mit auf die Welt gebracht. Da er sich dazu noch überall täppisch anstellt, wird er an die Luft gesetzt und läuft nun heimatlos herum. Was wird aus Schufti werden? Ein Taugenichts, ein Gassenhund? Nein! Er besteht seine Probe in schwerster Versuchung und wird dafür reichlich belohnt. Ganz köstlich hat die Künstlerin all dies mit Pinsel und Farbe illustriert. Der verkannte Bimpfi. 12 farbige Bilder und Verslein, geb. 1,30 Mark.— Diesmal gehts ins Reich der Pilze. Da lernen wir den braven Champignonpilz kennen. Er ist in der Schule eifrig und fleißig und weist die besten Leistungen auf. Darüber ist der faule Knolli(giftiger Knollenblätterpilz) sehr erbost und spielt ihm einen recht bösen Streich. Aber alle Schuld rächt sich auf Erden, und Knolli entgeht nicht der verdienten Strafe. Unsere Kinder nehmen aus dieser Geschichte eine gewisse nützliche Aufklärung mit und werden an den prächtigen und drolligen Bildern viel Freude erleben. Die lustigen Springer. 9 farbige Bilder und Verslein, geb. 1,20 Mark.— Ein reizendes Tierbilderbuch, in dem die Froschfamilie aufmarschiert und sich als Wetterprophet, Schulmeister und Schwimmlehrer us.w. ausweist. Bilder und Verse sind von sonniger Heiterkeit. Dr. Wilhelm Schwarze. Briefkasten M. St. Was kann man tun, wenn der Regenschirm undicht geworden ist? Man taucht die durchlassigen Stellen der Schirms in essigsaure Tonerde J. L. Wie kann man abgenutzte Glasur an Porzellanz oder Steintöpsen erneuern?— Abgenutzte Glasur an Porzellan= oder Steinguttöpfen ist kaum zu ersetzen. Man kann die betreffenden Stellen mit weißem Emaillelack überpinseln und in ziemlich starker Hitze trocknen. Wenn aber die Ausbesserung nicht sehr geschickt ausgeführt wird, wird sie haßlicher als der ursprüngliche Zustand. Kleine, scharf begrenzte Schäden lassen sich mit einem dünnen Brei von Zinkweiß und Emaillelack füllen, der im stark erhitzten Bockofen getrocknet bzw. gebrannt wird. BEIM EINKAUF MERKE DIR! KENNMARKE DER QUALITATI FRITZ HÖLLER HERNE, VON DER HEYDTSTR. 65 TELEFON 504 90 sofort gesucht. Zu erfragen im H. Anzeig. 22575 Einfach möbl. Zimmer i. Börnig od. Sodingen gesucht. Off. u. H K 458 an d. H. 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Auch das Chamvionat der Trainer darf der Westen für sich in Anspruch nehmen. 57 Siege kann der Trainer des Stalles Rösler, R. Linke. ausweisen. Zum Schluß sei noch kurz die Reiterverpflichtung für neue Jahr gestreift. Im allgemeinen sind die Verpflichtungen bei den größeren Gestüten erneuert worden. ein Zeichen dafür, daß man mit den Reitern zufrieden gewesen ist. E. Huguonin ist bei Haniel ausgetreten und Puss. aat Svex. Cn. Cooter hinütergewechselt, Traiger Vloigomnfängor Butzke hat sich für das neue Jahr Narr verpflichtet, wäh kleitemplängel Rastenberger mit dem Trainer von Negelein zumI 1938 Gestüt Röttgen gegangen ist. Printen aus dem Gestüt gaMülhens ist ausgetreten und hat noch kein Engagement. Klt, 35Ritt durch das Horster Rennjahr Wenn man den Blick nun auf unsere Gelsenkirchener Heimatbahn. die Horster Rennbahn richtet, so darf man seststellen, daß der Verein auch im letzten Jahre getan hat, um das Interesse am Galopper noch 1 zu verstärken. Einmal kam dieses Interesse zum orun in einem weiteren gesteigerten Besuch und zum meeu aus den. Umsatz, der den des Vorjahres überKostenlose Vorführung bei Julius Berke Bahnhofstr. 77 vom geprüften Kürschnermeister immer billig ramer" 21 EtagenPolzhaus Rath a cc. Recham Kortumstr. 23 Zahlungs- Erleichterung Einige gebr. preisw. zu verk., gut erh. u. einwandfr. Teilzahlung, gedr. Flügel, bek. Mark., u. a. Blüthner, Ibach.(40050 Pianohaus MARKS Bochum, K.=Wilhelm-Str. Für eine behördliche Verwaltungsstelle werden 1—2 großere Büroräume in zentraler Lage der Stadt erne gesucht. Angebote unter K U 12 an den Herner Anzeiger. Reichssender Köln Montag, 19. Dezember. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! (Gustav Weinköß) 6.30 Freut euch des Lebens!(Industrie-Schallplatten und Aufnahmen). 7.00 Nachrichten. 7.10 von Frankfurt: Frühkonzert. Musikkorps des Inf.-Regts. 80 unter Musikmeister H. Hoelzer. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. (Ellen Derenbach). 8.30 Die drei Musikanten spielen. 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten. 10.00 von Leipzig: Die Sterntaler. 10.30 Sendepause. 11.45 Die Ahnen des Deutschen Volkes. Ein Bericht aus dem Standesamt in Kleve am Niederrhein. 11.55 Wetter für die Landwirtschaft. 12.00 Die Werkpause bei der Fa. Schlaraffia-Werke Hüser u. Co., Wuppertal=Wichlinghausen. Musikkorps der Schutzpolizei Wuppertal(Leitung: Polizeimeister Paul Nestler). 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 von Leipzig(aus Dresden): Mittagskonzert. Solisten: Alex Kropholler(Violincello), Hans Hendrik Weding(Klavier). Dresdner Orchester(Leitung u. am Klavier: Theodor Blumer). 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Für große und kleine Kinder: Im Weihnachtswald. 15.30 Musik von Schallplatten. 15.40 Das gute Buch. Hermann Luckenbach: Kunst u. Geschichte. 16.00 vom Deutschlandsender: Musik am Nachmittag. Barnadas von Geczy spielt. Darin: 17.00—17.20 Der unechte Schiller oder„Der Prozeß um eine Fälschung“. Eine Wer mehr Hauptschriftleiter verkaufen will, muß inserieren! ußballsportes n der Wiege ihn auf den Der junge icht". Seine ezeichnet und orm g auf seinem Technik und chritten und stung. Doch „Alten“ von strachten wir zum Einsatz lte“ Fußball beantwortet In Umstände hohe Alter ätigung verich Gefahren , s o n d e r n i n kennt sogen von Herberk Scheffler.(Spiel leitung: Wilhelm Wahl). 18.00 Wir suchen und sommeln. Vom Brauchtum um d. Weihnachtsfest. egimt— 18.10 Musikstunde. Henno Wolff.Hielplatz mit (Sopran), Fritz Zimmermannt BequemlichKlarinette), d. Ottersbach-Trio Sportlehrer (Willi Smit, Martin Bach= ser ein guter mann, Karl Ottersbach). ung in 18.50 Denken Sie noch daran? 19.00 Reichssendung:„Weihnachten im Arbeitsgemeinschaftslager“. Feierstunde aller Schaffenden auf den Baustellen des Reiches. 20.00 Nachrichten. 20.10 Die Volksliederstunde des Reichssenders Köln. Aus alten deutschen Gauen. 1. Das Volkslied. Manuskripk und Zusammenstellung W. Brink. Sprecher: Willi Neuferk. 20.40 Westdeutsche Wochenschau. 21.00 aus d.„Kaffeehaus Mainz“, Düsseldorf: Fritz Weber sphort 22.00 Nachrichten. sdestalter 32 Jahre 22.15 Musik von Schallplattes, daß die Spieler 22.30—24.00 Nachtmusik u. Di Alter zum FußLeo Eysoldt mit seinem Orsugend bereits zu ster. Die„Sechs Frohen Silen an ihm fanger". Das Kölner Klavier-Ding; Technik und Hermann Faßbender, P. Mast geboren werden Das Heitere„Instrumenkalgsterung zum Fußtek: Wili Jansen, Hermn Spielklasse, die Arzig(Akkordion), Willi Szehnt an Lebensster(Baß), E. Engels(Gitaes gab„Alte“, die Dienstag, 20. Dezember ites den. Es gibt große 6.00 Morgenlied— Wetter Mitte der 30 Jahre Landwirtschaft.in England, dem 6.05 Durchsprüche für den Ar Berufsspieler erst 6.10 Knie—e beugt! g, nachdem er drei (Gustav Weinkötz). z eine gehörige Form 6.30 Freut euch des Leberer sich gebracht hat. dustrie=Schallplatten und men). 6.55 Morgenlied— Morge 7.00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert. (Industrie=Schallplatten). 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. (Ellen Derenbach). 8.30 von München: Froherllten“, im Turnen ist zur Arbeitspause. Die Mi ver schon seinen 80. Rundfunkschrammeln. Dis immer ein aktives wirkenden: Hans Kappel TV. 1860 Nürnberg phon)— Alfons Tiefenigen der alten Turner (Klavier). n Kreis Bremen und 9.30 Vorweihnachtliche Zeitz Voigt= und UnkrottPraktisches und Besinnlig#eren Städten bestehen 9.45 Nachrichten. 1 B. in Berlin und unternehmen und i.#.####mstAtlastare Tof cm a 12#elt sich dabei immer Stellv. des Hauptschriftleiters Jos. Mo r regelmäßige Turndeutschen Türnleben aufrecht erhalten. rein besitzt Altersmenfassen, die noch regelmäßig Leibess Beispiel für diese Bilderverantwortliche: Ressortleiter. Belltzlegr worden Sonstige Sportnachrichten Reichsminister Dr. Goebbels empfing in seinem Ministerium die NS=Kampfsieger und Deutschen Meister der Hitler=Jugend, die in der Reichshauptstadt beheimatet sind. Insgesamt hieß er 141 Männer der SA, SS, Polizei, der RAD und der HI willkommen und beglückwünschte sie zu ihren Erfolgen. Die handball=Abteilung von Flensburg O8 wurde bis zum 11. Januar 1939 gesperrt, da der Vereinsführer ohne Wissen des Leiters der Handballabteilung auf die Austragung des Gauligaspiels Flensburg 08 gegen Oberalster verzichtete. Hecht Berufsspieler. Die frühere tschechoslowakische Davispokalmannschaft ist sozusagen„vom Winde verweht". Roderich Menzel vertritt in Zukunft das Großdeutsche Reich, und der aus Ungarn stammende Ladislaus Secht hat einen Verrtag unterschrieben, der ihn an ruppe Budge, Vines bindet. Uebrig geblieben sind####mit für die Tschechoslowakei Cejnar und Drobny, die allerdings den Vorteil haben, wirkliche Tschechen zu sein. Kalle Heikkinen tot. Der in der Skiwelt bekannte finnische Skilangläufer Kalle Heikkinen ist bei Hyvinge tödlich verunglückt. Heikkinen befand sich mit einem Kameraden auf einem Trainingslauf, als er im abschüssigen Gelände unglücklich stürzte und dabei eine schwere Verletzung erlitt, die seinen sofortigen Tod herbeiführte. Heikkinen, der nur 30 Jahre alt geworden ist, vertrat 1936 sein Land in Garmisch=Partenkirchen und belegte im 50km=Dauerlauf den 14. Platz. Rühle(Merseburg) leitet das Tschammerpokal=Endspiel zwischen FSV Frankfurt und Rapid Wien am 8. Januar im Olympischen Stadion zu Berlin. Schreiber—Blersch, die Frankfurter Exweltmeister im Radball, beteiligten sich neben den Konstanzern Stöckli—Kaiser an einem internationalen Turnier in Zürich, das am 31. Dezember zum Austrag kommt und auch von den Landesmeistern Gebrüder Weichert(Frankreich) und de Vos—Rogghe(Belgien) sowie Österwalder—Gabler(Schweiz) bestritten wird. Koeping—Schäfter, die Weltmeister im Zweier=Radball, nehmen am 8. Januar am Großen Radballpreis in Hannover teil, den auch Gebrüder Siemets(Leipzig) und Schulz —Schröder(Chemnitz) bestreiten. Der Estländer Kreek, Europameister im Kugelstoßen, wird demnächst nach Finnland übersiedeln, da er hier eine Anstellung gefunden hat. Kreek beabsichtigt, finnischer Staatsbürger zu werden. oie eine starte plötzliche Kraftanstrengung erforden bei den Geräteübungen werden alle Uebungen gelassen, die den älteren Turner zwingen, den längere Zeit nach unten zu halten. Zur Propagier des regelmäßigen Sportbetriebes der Aelteren haben da der regelmäßige„Turnbetrieb der Alten“ schon Tradition im deutschen Turnleben geworden ist, beson Formen herausentwickelt, so Werbemärsche der ält Turner, besondere örtliche Veranstaltungen der ält Turner auf den Marktplätzen und eigene Turnfeste Aelteren. Die turnerische Fachpresse hat ebenfalls Arbeitsgebiet des Altersturners als ein selbständt Gebiet ausgenommen und widmet sich nachdrückl diesem Zweige der allgemeinen Arbeit. an die an ihre einzel über 3500.— Schriftleitung(Herne nen 27 Altersklassen: 40—45= itglieder zu richten. 20 Jahre alte Turner. Druck und Verlag Koe Röttsches. Herne. Zur Zeit ist Preit gültig.— Mengenstaffei E als richtig und vorbildlehnen Meisterschaften lerschaften der Männer in Frey' Der Atlas der Lüfte Die älteste internationale Pilotenstatistik—. Bo Lilienthal bis zur„Immelmannwende“. In Neuyork ist dieser Tage der„Luftfahrtat für 1939“ erschienen, der nicht nur alle Luftreiseli# deren man sich 1939 bedienen kann, genau aufführt, ondern zugleich auch einen recht interessanten geschichtlichen und technischen Rückblick auf die Entwicklung der Fliegerei gibt. Freilich ist diese Art von Fluglerikon mit amerikanischen Augen gesehen, aber sie bringt doch eine sorgfältig zusammengestellte chronologische Darstellung der Aviatik, in der auch die besonderen Verdienste Deutschlands um die Entwicklung des Flugwesens ihren gebührenden Platz erhalten. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Veröffentlichung der ersten internationalen Statistik der Piloten, die im Jahre 1911, also sieben Jahre. nachdem die Brüder Wright zum ersten Male ihren Doppeldecker bestiegen, veröffentlicht wurde. Damals gab es Deutschland 46 Piloten, in Italien 32, in Belgien 27L England 27, während Amerika nur über 26 ge# Flugzeugführer verfügte. Die Zeittafel der Aniatik stellt neidlos fest, daß es der Deutsche Otto Lilienthal war. dessen aviatische Versuche allenthalben in der Welt Nachahmung fanden. Erst nach Lilienthals Flügen führten drei unternehmungslustige Amerikaner im Staate Indiana die ersten Segelflüge der Neuen Welt aus. Eind bemerkenswerte Rekordleistung stammt aus dem Jahre 1871. Bei der Belagerung von Paris durch die deutschen Truppen entzogen sich zwei kühne französische Luftfahren der feindlichen Umklammerung, indem sie in einem Ballon aufstiegen. Sie wurden von einem heftigen Sturnerfaßt und gelangten in knappen 13 Stunden nach dem fast 1000 Kilometer entfernten Norwegen. Das war eine Leistung, die die ganze Welt aufborchen ließ. „Gewaltleistungen“, die uns heute belustigend anmuten, erzielten in den Jahren 1913 der Franzos## der im Nonstopflug von Paris nach Berlin kamund 870 Kilometer zurücklegte, sowie der amerikanischZivilflieger McCurdy. der von Ken West in Florida nach Havanna flog. wobei er eine Strecke von 160 Kklometen in rnappen zwei Stunden bewältigte. Er ist also, allendings begünstigt vom Rückenwind. 80 Kilometer uts Stunde geflogen— leine für damalige Zeiten geradezu# phantastische Geschwindigkeit. Der amerikanische Weltrekordflieger Howard Hughes wird sicherlich nur lächeln über den„Rekord“ seines Vorgängers C. P. Rodgers. der als erster im Flugzeug den amerikanischen Kontinent übexauerte— natürlig mit mehreren Zwischenlandungen. ## am 17. Sevtemoer 1911 in Neuvork und traf glücklich am 5. November, also nach einer Flugreise von 49 Tagen. in Pasadena ein. .„Ein besonderes Kapitel widmet der„Atlas der Lustfahrt" dem Kunstflug. Die verschiedensten Manöver des Kunstfluges sind hier im Bilde festgehalten, und wenn n die Bezeichnung„Immelmann=Wende“ lesen, so erkennen wir, daß der berühmte deutsche Kampfflieger Luftfahrtgeschichte gemacht hat und daß sein Name selbst auf dem umerikäntchen Kontinent 8m