ner Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis balbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. seitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8. neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe 4 Pf., im Cextteil 25 Pf.; Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Sisser= und Auskunftsgebühr 25 Pf., Fernsprocder: Sammel=Nummer 52541„ Drabtanschrift: Anzeiger Hosur. Nr. 152(Erstes Blatt) Samstag, den 2. Juli 1938 34. Jahrgang Streiflichter Ein Generalstäbler plaudert Seit dem 14. Oktober 1936 konnte kein Zweisel mehr bestehen, daß Belgien sich zu einer Polttik der Neutralität bekennt, so, wie der König Leopold III. sie in seiner aufsehenerregenden Rede #i diesem Tage verkündet hatte. Ein Jahr später, am 18. Oktober 1937, hat die deutsche Reichsregierung der belgischen Regièrung eine feierliche Erklärung zukommen lassen, in der die deutsche Regierung feststellt, daß die Unverletzlichkeit und die Integrität Belgiens für die Westmächte von gemeinsamem Interesse sind.„Sie bestätigt"— so heißt es dann weiter—„ihren Entschluß, diese Unverletzlichkeit und Integrität unter keinen Umständen zu beeinträchtigen und jederzeit das belgische Gebiet zu respektieren, ausgenommen selbstverständlich in dem Falle, daß Belgien in einem bewaffneten Konflikt, in den Deutschland verwickelt ist, bei einer gegen Deutschland gerichteten militärischen Aktion mitwirken würde“, Mit dieser deutschen Erklärung waren auch alle jene gehässigen Verdächtigungen Lügen gestraft, die immer wieder gegen das Deutsche Reich ausgestreut wurden, um Belgien von der Linie einer Politik der Neutralität abzubringen und in eine Frontstellung gegen Deutschland hineinzumanöverieren. Am lebhaftesten und eifrigsten wurde dieses Bestreben in politischen und militärischen Kreisen Frankreichs verfolgt, deren wahre Gesinnung gegenüber Belgien nunmehr durch die aussehenerregenden Enthüllungen der französischen Zeitschrift„Notre Prestige"“ zutage getreten ist. Unter dem Titel „Belgien, das unvermeidliche Schlachtfeld“ schreibt ein gewisser„Video", der offenbar in Wirklichkeit ein französischer Generalstavsoffizier ist, nach einer eingehenden Betrachtung des Schlieffen=Planes, des französischen Festungsgürtels, der Maginot=Linie, und des Bankerotts des Locarno=Vertrages über die belgische Neutralitätspolitik, deren Befolgung im Ernstfalle der Verfasser in Zweifel zieht. Ziemlich unverblümt äußert der Verfasser des Aussatzes sich dann über die französische Auffassung, die— sollte sie tasächlich die Billigung der verantwortlichen Pariser Kreise finden— geradezu einen Anschlag Frankreichs auf die belgische Neutralität zum Ausdruck bringt. Er befürwortet den Durchmarsch durch Belgien. Natürlich geht„Video“ auch auf die Bedenken ein, die hinsichtlich eines Eingreifens von französischer Seite in Belgien aufkommen müssen. Er zerstreut sie mit dem Hinweis auf das französische Geschick, jeden Fall so zu konstruieren, daß Frankreich vor der Oeffentlichkeit gerechtfertigt dasteht:„Sind wir nicht eines der seltenen Länder der Welt, die fähig sind, eine solche Geste für ein gemeinsames Interesse und ohne Hintergedanken durchzuführen?" Im übrigen wird der Versuch gemacht, die Fixigkeit der französischen Wehrmacht zu demonstrieren, wie überhaupt im weiteren ziemliche Einzelheiten über die französischen militärischen Absichten gesagt werden. Durch ein Interview hat der belgische Ministerpräsident inzwischen erneut Belgiens Willen zu strikter Neutralität erklärt. Eine scharfe Zurückweisung der französischen Absichten hat die flämische Zeitung„Volk en Staat“ erteilt, indem sie u. a. feststellt, daß„Morden, Brandstiften und Zerstören Frankreich im Laufe von acht Jahrhunderten 122mal unternommen hat“. Es ist von großem Interesse zu erfahren, inwieweit die verantwortlichen französischen Stellen bereit sind, sich mit den bedenklichen Ausführungen in„Notre Prestige“ zu identifizieren. 1 Salzburg-Heidelberg-Bayreuth Deutschlands reiches und blühendes kulturelles Leben wird gerade in den kommenden Sommenmonaten in einer Weise zum Ausdruck kommen. die weit über die Grenzen unseres Reiches hinaus Beachtung finden wird. In den Städten Salzburg. Heidelberg und Bayreutb. diesen klassischen Quellpunkten deutscher Theaterkultur. werden in mächtigen Zyklen die Meister#erke deutscher Dichtung und dramatischer Musik, aber #auch die Meisterwerke der bedeutendsten Komponisten anderer Völker zur Aufführung kommen. Zum ersten Male in diesem Jahre finden die Festwiele in Salzburg im Rahmen des großen deutschen Kulturlebens statt. ohne dadurch an ihrer internationalen Bedeutung irgendwie Einbuße zu leiden. Im Gegenteil: Der internationale Charakter der Aufführungen wird gewahrt werden und dabei dürfte das künstlerische Niveau der Aufführungen das der früheren Jahre wahrscheinlich noch übertreffen. So ist zu hoffen, das zahlreiche Besucher aus dem Auslande nach Salzburg kommen und sich an einer Veranstaltung erfreuen werden, die einer der schönsten und wertvollsten Beiträge Deutschlands zur Gemeinschaft der europäischen Kultur lein soll. Jetzt sind in der Mozartstadt. nachdem die endgültige Besetzung aller Hauptrollen in der vergangenen Woche entschieden worden ist, die Proben in vollem Gange. Der Aufbau der Gebäude für die gewaltige Freilichtaufführung des„Egmont“ ist beinahe fertig u. das große Festspielhaus, das nunmehr 1750 Sitzplätze erhalten wird. ist vollständig umgestaltet worden. Und so steht nun bald alles bereit für die glänzenden Aufführungen. Für die weltberühmt gewordenen Konzerte im Dome, für die glanzvollen Opernvorstellungen, für die Aufführung von „Amphitryon“ im Festspielhause und des„Egmont“ auf dem Domplatze sowie für alle anderen Veranstaltungen, die hier gar nicht einzeln angeführt werden können. Wenn aber dort in Salzburg die festlichen Klänge ver rauscht sein werden, dann wird sich die Szene für das große deutsche Kulturleben verwandeln und in Heidelbera werden die Festspiele, die in Salzburg einen barocken Rahmen hatten, nunmehr von der Gefühls= und Empfindungswelt der deutschen Romantik erfüllt sein. Die Aufnahme von Eichendorffs„Die Freier“ in den Spielplan der Heidelberger Reichsfestsviele wird eine buldigung an diesen Geist Heidelbergs sein. Deutschlands verstärkte Stellung im Welthandel Vermehrter Güteraustausch 7 Der Aufstieg war nur durch nationalsozialistische Staatsführung möglich Reichsminister Funk sprach Stettin, 1. Juli. Reichswirtschaftsminister Funk sprach am Freitagnachmittag auf einer großen Kundgebung der pommerschen Wirtschaft in Anwesenheit des gesamten Führerkorps des Gaues und der führenden Vertreter der Behörden in Stettin. Der Reichswirtschaftsminister kam zunächst auf das Verhältnis zwischen Partei und Staat in der Wirtschaftsführung zu sprechen. Es sei eine seiner ersten und wichtigsten Aufgaben gewesen, auch hier die notwendige Einheit herzustellen. Alle Kraftströme unseres nationalen Lebens kämen heute aus der Politik, wie sie die Partei entwickelt habe, und es gelte auch für die Wirtschaft und Führung der Grundsatz, daß der unterliegen werde und unterliegen müsse, der sich der Partei verschließe oder sich gar gegen sie zu stellen versuche. An Hand beweiskräftiger Zahlen wies Reichsminister Funk dann darauf hin, daß alle bei der Machtübernahme von den Gegnern des Nationalsozialismus gehegten Vermutungen, der Aufbau des Dritten Reiches werde an den Wirtschaftsproblemen scheitern, durch die Tatsachen restlos hinfällig wurden. Genau das Gegenteil sei eingetreten. Das nationalsozialistische Deutschland sei diesen Problemen nicht nur nicht erlegen: Seine nationale Wirtschaft habe vielmehr eine Kraft entfaltet, die geradezu einzigartig in der Welt dastehe. Vor allem sei unser Land dank straffer Staats, und Wirtschaftsführung in der Lage, allen krisenhaften Zufälligkeiten der Weltwirtschaft zu begegnen. Es müsse der Weltöffentlichkeit immer wieder vor Augen geführt werden, daß die nationalsozialistische Staatsführung nicht nur einen gewaltigen Ausschwung der inneren deutschen Wirtschaftskräfte, sondern auch eine stärkere Stellung Deutschlands im Welthandel herbeigeführt habe. „Deutschland“, so erklärte der Minister,„ist heute nach den Vereinigten Staaten von Amerika und England das drittgrößte Welthandelsland. Hierhei ist die Tatsache von besonderer Bedeutung, daß es diese Stellung einnimmt, obwohl ihm Kolonien nicht zur Verfügung stehen. Hinsichtlich der industriellen Produktion der Welt steht Deutschland hinter den Vereinigten Staaten von Amerika an zweiter Stelle. Wir konnten bei sinkenden Weltproduktionen unsere Deutsche Fahrer beim Rennen um den Großen Preis von Frankreich Am Sonntag wird bei Reims das Internationale Rennen um den Großen Preis von Frankreich ausgetragen, bei dem auch die deutschen Farben vertreten sind. Die Auto=Union hatte allerdings Pech. denn bei dem Training wurden bedauerlicher weise zwei der drei Wagen beschädigt. Die Haupthoffnung liegt daher für Deutschland bei den Mercedes=Wagen. Unser Bild zeigt Manfred von Brauchitsch mit seinem Mercedes=Wagen in der Spitzkurve des 7,8 Klm. langen Dreieckskurses. (Scherl-Bilderdienst-M) Keine Lösung ohne die Karlsbader Richtlinien Vollsitzung des Parlamentarischen Klubs der Gudetendeutschen Partei Prag, 1. Juli. Ueber eine Vollsitzung des Parlamentarischen Klubs der Abgeordneten und Senatoren der Sudetendeutschen Partei und der Karvathendeutschen Partei wurde ein parteiamtlicher Bericht ausgegeben, in dem er u. a. heißt: Hauptleiter Dr. Kreißl gab einen Ueberblick über den durchschlagenden Erfolg bei den Gemeindewahlen. Die Zunahme der tschechischen Stimmen im deutschen Gebiet bezeichnete er als eine vor allem durch den Staat vorwärtsgetriebene planmäßige Tschechisierung des sudetendeutschen Siedlungsraumes. Abgeordneter Eichholz berichtete über die Umschulung deutscher Kinder aus tschechischen Minderheitsschulen in deutsche Schulen. Der Klub begrüßt mit Genugtuung den mutigen Entschluß auch materiell abhängiger Eltern. ihre Kinder deutsch erzieben zu lassen. Abgeordneter Dr. Peters erläuterte den Brieswechsel mit dem Gouverneur der tschecho=slowakischen Nationalbank. Dr. Englis. Der Klub billigte die Auffassung. daß die Bewegung Unterstützung der Svendenaktion nicht empfehlen könne. Im zweiten Teil der Sitzung berichtete Abg. Kundt vor allem über die informativen Gespräche der Beauftragten Konrad Henleins mit dem Ministerpräsidenten Dr. Hodza. Aus dem Bericht geht eindeutig hervor, daß die Beauftragten Konrad Henleins niemals einen Zweisel über die Notwendigkeit des Staatsumbaues im Sinne der acht Forderungen der Karlsbader Haupttagung aufkommen ließen und daß das Sudetendeutschtum durch keinerlei Scheinlösung zufriedengestellt werden könnte. Ein GPA=Chef nimmt Reißaus Mit erhobenen Händen über die mandschurische Grenze Der Fachmann wußte, was ihn erwartete Tokio, 1. Juli.(Ostasiendienst des DNB.) Wie soeben aus Hsinking gemeldet wird, überschritt der GPlI.= Chef für den Fernen Osten, Heinrich Samoilovich (Samuelsohn) Liuschkow auf der Flucht aus Sowjetrußzland am Donnerstagmorgen die Ostarenze Mandschukuos und wurde von der Grenzpolizei bei Huntschun, südwestlich von Wladiwostok, wo erst kürzlich der Chef des fernöstlichen politischen Büros, Rischkow, übertrat, verhaftet. Wie hierzu weiter gemeldet wird, bemerkte die mandschurische Grenzwache bei Huntschun in der Morgendämmerung des Donnerstag eine Person, die sich ängstlich der Grenze näherte und beim Anruf der Wachen zunächst zwei Revolver wegwarf, um sodann mit erhobenen Händen das Zeichen zur Uebergabe zu machen. Die Untersuchung ergab zur allgemeinen Verwunderung, daß es sich um den GPU.=Chef für den Fernen Osten. Samoilovich, handelte. Im Augenblick werden die Gründe zur Flucht noch untersucht. Samoilovich, der aus Odessa stammt. spielte schon bei der bolschewistischen Revolution im Jahre 1917 eine wichtige Rolle. Bei seiner Verhaftung trug er nicht weniger als drei Ausweise der Sowjetunion mit sich. Er selbst sagte aus, daß er sich wegen der in der SowjetUnion unternommenen„Reinigungsaktion" bedroht gefühlt habe. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Flucht wurden an der Ostgrenze Mandschukuos zahlreiche Sowjetvatrouillen beobachtet. Kurz vorher sind nämlich in demselben Abschnitt schon zwei sowjetrussische Grenzsoldaten nach Mandschukuo geflüchtet. Wie man weiter erst jetzt erfährt, ist auch der Chef einer sowjetrussischen Artillerieabteilung. Franzewitsch. aus der Außenmongolei im Auto in die Innere Mongolei geflüchtet. Als drittes großes deutsches Theaterereignis in diesem Sommer folgen dann die Bayreutver Festspiele. deren Tradition schon so fest steht, daß man zu ihrer Würdigung wohl kein Wort mehr zu verlieren braucht. Die seit dem Jahre 1933 ununterbrochen zunehmende Zahl der Besucher dieser Festspiele aus dem Auslande ist ein Beweis dafür, daß das deutsche Kultur= und Kunstschaifen immer größere Anerkennung findet, besonders dann. wenn aus ihm der wirklich deutsche Geist und der deutsche Genius sprechen. So wollen wir auch in diesem Jahre alle diese großen Veranstaltungen mit einer Freude miterleben, die aus dem Herzen kommt und all dem zugetan ist. was für uns deutsches Schicksal und deutsches Erleben bedeutet. Erzeugung weiter steigern und unseren Anteik es der Weltproduktion erhöhen. Wenn uns leichtfertige und unverantwortliche Kreise in den letzten Wochen bei den internationalen Wirtschaftsverhandlungen, die Deutschland führen mußte, mit dem Schreckgespenst eines Wirtschaftskrieges unter Druck zu setzen versuchten, so sollten sich diese Leute nur einmal vorstellen, welche unübersehbaren Folgen für die Weltwirtschaft und die von ihr abhängigen Volkswirtschaften der Ausfall der Wirtschaftskraft eines 75=Millionen= Volkes von der überragenden Wirtschaftsleistungsfähigkeit, die Deutschland aufzuweisen hat, zeitigen müßte! Die schon heute in der Weltwirtschaft herrschende schwere Krise würde durch solche Maßnahmen zu einer allgemeinen Deroute ausarten. Und dabei ist Deutschland heute in der Lage, dem Niedergang in der Weltwirtschaft als einziges Land mit Erfolg zu begegnen! Zur Zeit Wirtschaftsverhandlungen mit 12 Staaten Die verantwortungsbewußten Staatsmänner und Wirtschaftspolitiker des Auslandes haben sich dieser Erkenntnis auch keineswegs verschlossen. In den VerhandStaaten geführt werden, ist überall der Wille zur Verständigung zum Ausdruck gekommen. Dabei wurde dem deutschen Standpunkt weitestgehend Rechnung getragen. Ich freue mich, feststellen zu können, daß zwischen Deutschland und England gerade jetzt wieder ein handelspolitisches Abkommen zustandekommen wird, das verspricht, beiden Interessen voll gerecht zu werden, und das die Handelsbeziehungen beider Länder in gute und vernünftige Bahnen leitet. Wir haben das Schwergewicht in den Verhandlungen auf vermehrten Güteraustausch gelegt und sind den Anschauungen der Vertreter der Anleihegläubiger, die vor allem auf eine weitgehende Transferierung von Zinsen und Amortisationen Wert legten, mit Argumenten entgegengetreten, die auch von den ausländischen Verhandlungspartnern schließlich anerkannt werden mußten. Die Zerstörung der internationalen Währungsstabilität und der Zusammenbruch des internationalen Kreditaustausches haben die alten Grundlagen der Weltwirtschaft so nachhaltig erschüttert, daß neue Grundlagen für den internationalen Warenaustausch gefunden werden müssen. Diese können nicht mehr in der Geld=, Gold= und Kreditbasis, sondern nur in der Produktions=, Warenund Preisbasis bestehen. Der Glaube an die Stabilitat der Währung ist überhaupt verloren gegangen, und es ist gerade jetzt wieder eine allgemeine Beunruhigung durch die Furcht vor neuen Währungsmanipulationen in der Weltwirtschaft hervorgerufen worden. Eine lehrreiche Stipppisite Deutschland hält an der stabilen Währung fest, die durch eine sichere Produktionsgrundlage und jeste Preise untermauert wurde und unerschüttert dasteht. Wir bieten der Welt die große Chance. auf der Basis dieser festen Grundlage die Weltwirtschaft neu aufzubauen.“ Auf die innerdeutschen Wirtschaftsverhältnisse übergehend, unterstrich Reichsminister Funk den Grundsatz, daß die Wirtschaft politisch, das heißt nationalsozialistisch geführt werden muß, nach den gleichen Grundsätzen. die den Staat leiten: denen des allgemeinen Volkswohls, dem Staat und Wirtschaft dienen. Die straffe Führung der staatlichen Organisation dürfe allerdings niemals zu einer Bürokratisierung der Wirtschaft führen. In diesem Zusammenhang erwähnte der Reichswirtschaftsminister, daß er kürzlich mitten im vollen Geschäftsbetrieb und unverhofft eine Exportfirma besichtig: habe, um bei einem Einblick in die tägliche Post feststellen zu müssen, daß diese zum größten Teil aus amtlichen Schreiben bestand, was keineswegs als erfreulich bezeichnet werden könne. Die staatliche Wirtschaftsführung sei allein politisch bedingt. niemals aber rein verwaltungsmäßig, weil sonst der Wirtschaftler zum Bürokraten gestempelt werde, von denen es in Deutschland noch mehr als genug gebe. Reichsminister Funk streifte hierbei den von ihm schon seit Monaten in Angriff genommenen Plan einer Dezentralisierung der Aufgaben des Reichswirtschaftsministeriums, die zu einer engen Fühlung mit der praktischen Wirtschaft führen soll. Man müsse sich hierbei selbstverständlich hüten, etwa zusätzliche Verwaltungskörper zu schaffen, vielmehr müßten hierdurch Aufgaben der Zentrale in die dezentralisierten Stellen hineingeleitet und so den Selbstverwaltungskörpern der Wirtschaft eine starke Verantwortung und Autorität gegeben werden. Er appelliere an die Männer der Wirtschaft, sich der Uebernahme dieser Verantwortung nicht zu versagen, und richte schon heute den Ruf an die verantwortlichen Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens, sich zur Verfügung zu stellen, um mitzuhelfen bei diesen neuen Aufgaben. Zum Schluß seiner Rede begrüßte Reichsminister Funk, daß die Voraussetzung für die gesunde Entwicklung und das Gedeihen der Wirtschaft in dem bedingungslosen Vertrauen zur politischen Führung liege. Wenn er verlange, daß die Wirtschaft mit volksnah sein müsse, dann bedeute dies für den Unternehmer nicht nur die kamerodschaftliche Haltung zu seiner Gefolgschaft. Der Unternehmer müsse vielmehr darüber hinaus mitten ins Voll hineingehen und engste Fühlung mit ihm halten. Wirtschaftsminister im Volk und mit dem Volke „Jedem muß klar werden, daß die Wirtschaftsführung keine geheimni svolle Wissenschaft oder die Aufgabe einzelner Sachverständiger ist, Wirtschaftsführung ist nichts anderes als Volksführung, an der das Volk weitesten Anteil nehmen muß. Meine Arbeit als Wirtschaftsminister werde ich stets im Volk und mit dem Volke vollbringen im engsten Einvernehmen mit der Partei und ihren Männern in den Gauen. So hoffe und wünsche ich, daß für die Wirtschaft und ihr Verhältnis zur Partei durch meine Besuche in den deutschen Gauen das enge Vertrauensverhältnis fest verankert wird. das erforderlich ist, um den Erfolg zu erringen. Jeder muß mitarbeiten an den immer größer werdenden Aufgaben, die uns der Führer stellt. Zu ihrer Lösung müssen alle zusammenstehen in nationalsozialistischer Volksgemeinschaft und sich mit rückhaltlosem Vertrauen gegenübertreten. Dieses Vertrauen in der Wirtschaft herzustellen, betrachte ich als meine vornehmste Aufgabe!“ Notizen Reichserziehungsminister Rust gab in den Räumen seines Ministeriums einen Empfang für die Abordnung von 15 faschistischen Studentenführern. die als Gäste des Reichsstudentenführers am Deutschen Studententag in Heidelberg teilgenommen hatten. * Zur Behebung der durch die großen Hochwassereinbrüche in der Steiermark verursachten Schäden hat der Reichsminister der Finanzen 5 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. * Der ungarische Ministerpräsident Imredo und Außenminister von Kanya werden sich in der zweiten Julihälfte zu einem offiziellen Besuch nach Rom begeben. * Die Organisationsleitung für die Reichsparteitage trat am Freitag unter Leitung von Dr. Ley in Nürnberg zu ihrer ersten traditionellen Arbeitssitzung zusammen. * Wie aus einer amtlichen Bekanntmachung in Prag zu ersehen ist, ist das Fest aller Deutschen einschließlich des beabsichtigten Aufmarsches in Komotau von der Behörde genehmigt worden. * Die deutsch=englischen Finanz= und Wirtschaftsverhandlungen sind in London zum Abschluß gekommen. Hierbei ist der deutsche Standpunkt hinsichtlich der Rechtsnachfolge in die österreichischen Bundesanleihen gewahrt worden. In erster Linie ledige Personen Durchführung der Verordnung zur Sicherstellung des Kräftebedarses für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung. Berlin, 1. Juli. In der vom Beauftragten für den Vierjahresplan Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring erlassenen, am 1. Juli 1938 in Kraft getretenen Verordnung zur Sicherstellung des Kräftebedarfes für Aufgaben von besonderer staatsvolitischer Bedeutung vom 22. Juni 1938 bat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung unter dem 29. Juni 1938 eine Durchführungsanordnung erlassen. die im„Deutschen Reichsanzeiger“ Nr. 149 vom 30. Juni 1938 verkündet ist. Die Aufgaben, die besonders bedeutsam und unaufschiebbar sind, werden von dem Beauftragten für den Vierjahresplan bezeichnet. Betriebe, die solche Aufgaben durchzuführen haben. müssen die hierfür benötigten Arbeitskräfte, soweit diese nicht schon vom Arbeitsamt gestellt werden können, auf einem von den Arbeitsämtern erhältlichen Formblatt beim Landesarbeitsamt anfordern. Soweit auch das Landesarbeitsamt den Bedarf an Arbeitskräften nicht auf dem sonst üblichen Vermittlungswege decken kann, veranlaßt es, daß die benötigten Kräfte verpflichtet werden. Die Verpflichtung erfolgt durch das Arbeitsamt in einem in der Anordnung geregelten Verfahren. Nach der Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan kann jeder deutsche Staatsangehörige verpflichtet werden. Die Durchführungsanordnung bestimmt hierzu, daß in erster Linie ledige Personen verpflichtet werden sollen. Ferner trifft die Anordnung Vorsorge, daß der Verpflichtete durch die Verpflichtung wirtschaftlich nicht schlechter gestellt werden soll als bisher und daß die Arbeitskraft auf der neuen Arbeitsstelle so zweckvoll wie möglich eingesetzt wird. Wieweit von der Verpflichtüng von Arbeitskräften Gebrauch gemacht werden muß. hängt in erster Linie von Art und Umfang der durchzuführenden Aufgaben ab. Die Anordnung trifft weiter nähere Bestimmung über die Sicherung des alten Arbeitsplatzes und der Dienstoder Werkswohnung. die der Verpflichtete etwa innehat. Ferner bestimmt die Anordnung, daß dei Kosten der erstmaligen Anreise zum Dienstort das Arbeitsamt, die Kosten der Rückreise nach Beendigung der Verpflichtung der Betriebsführer zu tragen hat, bei dem die Dienste zu leisten sind. Dienstpflichtigen mit eigenem Haushalt kann vom Arbeitsamt auf Antrag eine angemessene Trennungshilfe gewährt werden. Glückwünsche Rudolf Heß' und Dr. Goebbels an Walther Darre Berlin, 1. Juli. Anläßlich der 5jährigen Wiederkehr der Uebernahme des Reichsernährungsministeriums hat, wie die NSK. meldet. der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß. an den Reichsbauernführer, Reichsminister R. Walther Darre, ein Telegramm gerichtet, in dem er das große Werk der festen wirtschaftlichen und politischen Verankerung des deutschen Bauern im nationalsozialistischen Reich würdigt und dem Reichsminister für die Arbeit der Ernährungssicherung des deutschen Volkes eine gute Gesundheit wünscht. Auch Reichsminister Dr. Goebbels übersandte einen Glückwunsch, in dem er der Hoffnung Ausdruck verleiht. daß die unermüdliche Schaffenskraft des Ministers noch viele Jahre dem Führer und dem deutschen Volk erhalten bleiben möge. Anschlag auf die belgische Neutralität Ein bedenklicher französischer Artikel Berlin, 1. Juli. Der„Völkische Beobachter“ und die„Berliner Borsenzeilung" beschäftigen sich mit einem Aufsatz, der kürzlich in der französischen Zeitschrift„Notre Prestige" erschienen ist. Der Aussatz tragt die Ueberschrift„Belgien, das unvermeidliche Schlachtfeld?“ und hat offenbar einen französischen Generalstabsoffizier, der„Video" zeichnet, zum Verfasser. Die Zeitschrift selbst steht dem französischen Generalstab und dem Außenpolitischen Kammerausschuß nahe. Der Aufsatz der Zeitschrift, aus dem der„V. B.“ die entscheidenden Stellen nachdruckt, kommt nach historischen und politischen Untersuchungen, beginnend beim SchlieffenPlan, zu dem angeblichen Nachweis, daß der deutschen Heeresleitung angesichts der Maginot=Linie gar nichts anderes übrig bleibe, als wiederum über Belgien zu marschieren, um ihre strategischen Ziele zu erreichen Diese Beweisführung, so sagt der„V. B.“, braucht der französische Artikelschreiber, um die eigene französische Invasion in Belgien zu rechtfertigen. Der„V. B.“ zitiert aus„Notre Prestige“ dazu wörtlich: Der Krieg wird nicht durch Passivität gemacht. Vor oder nach der Parade wütet die Offensive. Die schnellen motorisierten oder mechanisierten Heeresmassen, die wir dem freien Belgien zu Hilfe schicken würden, um eine gemeinsame Strategie zu ermöglichen, würden sich nicht darauf beschränken, Schützengräben auszuwersen und den Krieg auf vier Jahre in die Erde zu vergraben. In den Ebenen von Brabant würden unsere Panzerwagen, unterstützt durch Infanterie und Artillerie, gefolgt von motorisierten Divisionen und mit jener schnellen Taktik, die unserem Temperament und unseren Möglichkeiten entspricht, die Deutschen in Unordnung nach den Grenzen von Westfalen zurückwerfen.“ Man sieht, so sagt der„V. B.“ zu dieser Stelle des Artikels der französischen Zeitschrift, man hat sich in Paris schon sehr genaue Vorstellungen über die taktischen Operationen der französischen Truppen in Belgien gemacht. Ein kleines Bedenken besteht noch:„Es ist offensichtlich schwierig, zu vermuten, daß Frankreich eine Armee nach Belgien werfen wurde, ohne dazu aufgefordert zu sein". Aber dieser Skrupel wird sofort wie folgt widerlegt: „Sind wir nicht eines der seltenen Länder der Welt, die fähig sind, eine solche Geste für ein gemeinsames Interesse und ohne Hintergedanken durchzuführen?“ Der„V. B.“ zitiert dann ein längeres Stück aus dem ranzösischen Artikel. Dieses Stück besagt: Innerhalb zwei Stunden nach Kriegsausbruch stehen die französischen Panzerdivisionen,„die ihren natürlichen Platz in dem Dreieck Lille—Laon—Reims—Mezieres finden, auf belgischem Boden, während die französischen Bombengeschwader von ihren Flugstützpunkten und Horsten an der belgischdeutschen Grenze zum Angriss auf das Ruhrgebiet starten.„Nur die Errichtung unserer Luftstützpunkte in geringer Entsernung der Nuhr", schreibt „Video",„kann unseren Repressalien eine Bedeutung oder einen Erfolg verschaffen". Der„V. B.“ stellt dazu fest, daß es sich im Vorstehenden also nicht um Maßnahmen handelt, die in der Verteidigung ausgelöst werden, sondern um einen planßig vorbereiteten Angriff unter absoluter Richtachtung der belgischen Neutralität.„Video“ nenne das charmant eine„Geste für ein gemeinsames Interesse und ohne Hintergedanken". Nicht ein angeblich drohender Einfall der deutschen Armee sei der Grund des französischen Invasionsplanes, sondern das rein militärische Expansionsbedürfnis, das offenbar in gewissen Kreisen des französischen Generalstabes bestehe.„Video“ halte die Verlängerung der Maginot=Linie um weitere 400 Kilometer von Metz bis Dünkirchen für„absurd“ für eine erfolgreiche Verteidigung und beschäftige sich dafür eingehend mit der Frage, welche militärischen Vorteile mit der Verkürzung der Front etwa in der Linie Arlon=Vise (an der belgisch=holländischen Grenze) verbunden werden. An der belgisch=deutschen Grenze solle also die verlängerte Maginot=Linie entstehen. Der„Völkische Beobachter“ fragt in seinen weiteren Ausführungen, inwieweit der französische Generalstab bereit und in der Lage sei, sich mit den bedenklichen Gedankengängen der ihm naheenden Pariser Zeitung zu identifizieren. Wenn stehenden Pariser Zeitung zu identifizieren. Wenn der französische Verfasser selbst im Ernst nicht an seine Verdächtigung Deutschlands glaube, so berechtige ihn das noch lange nicht dazu, mit seinen strategischen Untersuchungen die politische Atmosphäre zwischen allen Beteiligten zu vergiften. Die Reichsregierung habe am 13. Oktober 1937 der helgischen Regierung eine feierlassen, in—7. liche Erklärung mitteilen feier der es wörtlich heiße: „Die deutsche Regierung stellt fest, daß die Unverletzlichkeit und Integrität Belgiens für die Westmächte von gemeinsamem Interesse sind. Sie bestätigt ihren Entschluß, diese Unverletzlichkeit und Integeität unter keinen Umständen zu beeinträchtigen und jederzeit das belgische Gebiet zu respektieren, ausgenommen selbstverständlich in dem Fall, daß Belgien in einem bewaffneten Konflikt, in den Deutschland verwickelt ist, bei einer gegen Deutschland gerichteten militärischen Aktion mitwirken würde.“ Wir müssen, so schließt der„V. B.“, für uns in Anspruch nehmen, daß man auf allen Seiten dieses deutsche Wort respektiere. Was für Deutschland gilt, gilt aber genau so für die Westmächte, die ihrerseits die Integrität Belgiens feierlich garantiert haben. Aufsätze der eben zitierten Art sind daher in höchstem Grade bedenklich. Das beweist auch das Interview, das der belgische Ministerpräsident Spaak einem Korrespondenten des„Daily Telegraph“ gegeben hat. Auch die„Berliner Börsenzeitung" beschäftigt sich unter der Ueberschrift„Belgien, Frankreichs Glacis?“ mit dem Artikel der Zeitschrift„Notre Prestige". Die„Börsenzeitung“ sagt dazu im wesentlichen: Man m a versucht durch sanftes Zureden und durch brutale Drohung den Könia der Belgier von der geraden Linie seiner Neutralitätspolirik abzuoringen. Man setzt sich, indem man uns Angriffsabsichten unterschiebt. über die eindeutige deutsche Erklärung vom 13. Oktober 1937 ebenso hinweg wie über die gewichtigen, an Frankreich gerichteten Verständigungsangebote des Führers und Reichskanzlers. Man führt den Belgiern die französische Militärmacht vor Augen und deutet offen genug an, daß es politische Erwägungen und Umstände für Frankreich geben könnte, unter denen Der schaffende Mensch im Mittelpunkt „Wir marschieren mit“ 7 Dr. Hupfauer an alle deutschen Betriebsführer Berlin, 1. Juli. Zum zweiten„Leistungskampf der deutschen Betriebe“ wendet sich Reichsamtsleiter Dr. Hupfauer mit folgenden Worten an alle deutschen Betriebsführer: Der„Leistungskampf der deutschen Betriebe“ startete unter der Parole„Wir marschieren mit“. Heute marschiert mit uns die gesamte deutsche Wirtschaft. Größte und kleinste Betriebe, Betriebe der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand treten an, um dem Führer zu melden:„Wir sind Verwirklicher der nationalsozialistischen Arbeitsidee, im Mittelpunkt unseres Wirkens steht der schaffende Mensch, unsere größte Sorge gilt der Pflege seiner Arbeitskraft.“ Gewaltige Aufgaben hat der Führer seinem Volke gestellt. Die Lebenssicherung der Nation fordert vom deutschen Volke die restlose Erfüllung dieser Aufgabe. Allein in der Erreichung dieses Zieles liegt unsere Zukunft. Die Lebenssicherung der Nation verlangt daher auch von jedem Schaffenden den Einsatz seiner ganzen Arbeitskraft. Die NSDAP. hat der Deutschen Arbeitsfront die Aufgabe gestellt, das schaffende Volk ständig einsatzfähig zu erhalten. Wenn wir an die vom Leben gebotene gewaltige Arbeitsleistung denken, dann wird es uns klar, daß wir nichts unversucht lassen dürfen. was der Förderung und der Erhaltung unserer deutschen Arbeitskraft dienlich sein kann. Nur gesunde, zufriedene, selbstbewußte, lebensbejahende, gemeinschaftsverpflichtete Menschen werden diese Aufgaben meistern. Im Grabe der Steigerung der Sorge um die Gefolgschaft steigerst du, Betriebsführer, auch deinen und damit der deutschen Nation wirtschaftlichen Erfolg. Unsere soziale Arbeit muß mit dem wirtschaftlichen Ausgleich Schritt halten. Vorbild einer gesunden, zufriedenen und höchst leistungsfähigen Betriebsgemeinschaft sind die vom Führer ausgezeichneten„nationalozialistischen Mustervetriebe“. Ihr Erfolg muß Schaffensziel aller deutschen Betriebsgemeinschaften sein. Die Losung für das Arbeitsjahr 1938•39 heißt:„Alle Betriebsgemeinschaften marschieren im zweiten Leistungskampf der deutschen Betriebe!“ Die Front des Leistungskampfes findet in diesem Jahre eine Erweiterung durch die Aktion„Das schöne Dorf“. Zufriedenheit und Gemeinschaftsgeist sind auch hier Voraussetzung eines gemeinsamen Erfolges. Die Aktion„Das schöne Dorf“ dient dem Schaffenden auf dem Lande und der Verschönerung seiner Heimat. auch„vor der Parade“,„durch eln einseltiges Vorgehen“ Frankreich den Angriff auf Deutschland quer durch Belgien hindurch unternehmen würde. Wir brauchen nur einen Blick auf die französische Politik der Militärbündnisse und Kollektivpakte zu wersen, um zu wissen, daß Frankreich nie verlegen sein wird, einen Fall zu konstruieren, durch den es sich zum Wahrer angeblich bedrohter Interessen Dritter aufwirft. Die Möglichkeit zur Entsesselung von Konflitten aus diesem Wege hat Frankreich stets raffiniert in seine Paktpolitik hineingebaut. Es ist immer die gleiche französische Taktik: Richt Ausgleich mit Deutschland, nicht Verständigung auf dem Boden der Gleichberechtigung, sondern Bedrohung des Nachbarn. Für die Erreichung ihrer Zwecke ist jenen französischen Kreisen jedes Mittel recht. Die Geschichte der letzten Jahre zeigt, daß nur der absolute Friedenswille anderer Mächte der französischen Politik die Möglichkeit zur Konstruktion solcher Vorgänge, zur Entzündung des Pulverfasses genommen hat. König=Heinrich=Gedenkfeier Reichsführer SS Himmler verkündet die König=Heinrich=l.=Gedächtnisstiftung. Quedlinburg, 1. Juli. Im tausendjährigen Quedlinburg, das aus Anlaß der Wiederkehr des Todestages des ersten Königs der Deutschen. Heinrich I., festlichen Schmuck angelegt hatte, verkündete am Freitag im Rahmen der von den Schutzstaffeln getragenen und eingerichteten König=Heinrich=Gedenkfeier der Reichsführer der SS Heinrich Himmler im historischen Rathaussaal die KönigHeinrich=l.=Stiftung. Diese Stiftung hat den Zweck. Geist und Tat Heinrich I. für unsere Zeit wieder lebendig zu machen, sein Auftreten in der deutschen Geschichte und seine Leistungen als Staatsmann wissenschaftlich zu erforschen und die Erinnerungsstätten zu erhalten. und dos mit dem deutschen Volke die Möglichkeit zu geben. di Stätten aufzusuchen. Die Gedenkfeier, die in diesem Jahre zum dritten Male stattfindet, begann traditionsgemäß mit der Vergatterung des Wachsturmes der SS=Junkerschule in Braunschweig. Dann gab der Reichsführer SS die Parole„König Heinrich— Deutschland" aus. Nach der Feierstunde im Rathaus, der neben dem SS=Führerkorvs der Gauleiter Magdeburg=Anhalt, Reichsstatthalter Jordan, und zahlreiche Vertreter aus Partei und Staat. Wehrmacht und Wirtschaft beiwohnte, begab sich der Reichsführer mit seiner Begleitung zur WygvertiKrypta auf den ehemaligen Königshof König Heinrichs, wo er einen Eichenstrauß zum Gedenken des ersten Königs der Deutschen niederlegte. Um Mitternacht begab sich der Reichsführer mit seinen Gästen zum Dom, um dort in der Heinrich=Krypta am Sarge des großen Königs und der Königin Mathilde Kränze niederzulegen. Verrechnungsabkommen mit der Schweiz Einsetzung eines Regierungsausschusses zur Förderung des beiderseitigen Warenverkehrs. Berlin, 1. Juli. Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Freiherr von Weizsäcker und der schweizerische Gesandte Frölicher sowie der Leiter der schweizerischen Delegation, Direktor Hotz, und der Leiter der deutschen Delegation, Gesandter Hemmen, haben heute im Auswärtigen Amt ein Abkommen über die Verlängerung des deutsch=schweizerischen Verrechnungsabkommens um ein weiteres Jahr, d. h. bis zum 30. Juni 1939, unterzeichnet. Hierbei sind eine Reihe von Aenderungen des alten Abkommens vereinbart worden. Diese Abänderungen betreffen in der Hauptsache eine gewisse Erweiterung des deutschen Reiseverkehrs nach der Schweiz, eine Herabsetzung des Zinsentransfers im Kapital auf 3.2 v. H. für private Forderungen sowie die Regelung des Warenverkehrs zwischen Deutschland und der Schweiz. Ferner wird ein deutscher und ein schweizerischer Regierungsausschuß für die Behandlung aller Fragen, die mit der Durchführung des Verechnungsabkommens zusammenhängen, insbesondere zur Förderung des beiderseitigen Warenverkehrs. eingesetzt. Für den Warenverkehr Oesterreichs mit der Schweiz wurde eine Sonderregelung für eine Uebergangszeit vereinbart. Die Zahlungen im österreichisch=schweizerischen Warenverkehr erfolgen ab 4. Juli im Wege der Verrechnung. Für den österreichisch=schweizerischen Kapitalverkehr und den Reiseverkehr gelten ab 1. Juli 1938 die Bestimmungen des deutsch=schweizerischen Verrechnungsabkommens. Fünf Jahre REK9B. Ehre und Recht für die Kriegsopfer. Berlin, 1. Juli. Am 3. Juli begeht die RSKOV. den fünften Jahrestag ihrer Gründung. Die bis 1933 in zahllosen Verbänden zersplitterten und parteipolitisch getrennten Frontsoldaten und Kriegsopfer schlossen sich an diesem Tage zu einer einzigen Frontsoldatengemeinschaft von anderthalb Millionen Mitgliedern zusammen. Die Vereinigung war das Werk des Reichskriegsopferführers SA.=Gruppenführer Hans Oberlindober. Snana Roman einer seltsamen Ehe terste von Evering Eschhues a des Blückes Prometheus-Verlag Dr. Eichacker. Oröbenzell bei München 7. Fortsetzung. 7. Kapitel Der Vater Elsbeths hatte einen Brief geschrieben. Wie lange sie noch in Berlin bleiben wolle. Er sei zunächst über ihre plötzliche und unmotivierte Abreise erzürnt gewesen. Jetzt aber, da er wußte, daß sie sich in Berlin etwas umtue, sei er versöhnlicher gestimmt. Er fühle sich nicht wohl und es wäre ihm lieber, wenn sein Mäidel wieder daheim sei. Wann Elsbeth kommen wolle! Herzliche Grüße an die Freundin, von der ihm die alte Martha erzählt habe, füge er zum guten Abschluß bei. Das war also die Antwort auf ihr Schreiben. Elsbeth fühlte eine dunkle Glut in ihre Schläfen steigen. Sie hatte ihren Vater angelogen, hatte eine bunte Fabel erfunden. um ihr Verschwinden aus dem väterlichen Haus zu erklären. Aber konnte sie die Wahrheit sagen? Der Brief rief die Erinnerung an die Schande wach, die Werner Felden ihr angetan hatte. Wie einsam sie sich in der Weltstadt fühlte! Immer glaubte sie, zwischen ihr und den anderen sei ein luftleerer Raum. Sie wohnte in einem kleinen eleganten Hotel in der Friedrichsstadt, besuchte Ausstellungen, Museen erlebte die Aufführungen des Staatstheaters und der Staatsoper. Ganz bewußt hatte sie bis gestern abend das Konzert Peter Wartenbergs nicht besucht Damals, nach der Reise, war ein Besinnen in Elsbeth wachgeworden. Sie hatte schon auf der Fahrt erkannt, daß in Wartenberg ein ehrliches Gefühl der Zuneigung zu ihr lebte. Sie bereute ihre Laune, die sie veranlaßt hatte, die augenscheinliche Liebe des Mannes künstlich zu schüren. Darum war sie ihm die ganze Zeit über aus dem Weg gegangen, hatte nicht einmal eines seiner Konzerte besucht. Bis dann der Zufall ihre Wege wieder kreuzte. Elsbeth durchdachte alle Worte, die er gestern zu ihr gesprochen hatte, als sie im Tiergarten beieinander saßen Und dann sah sie immer noch seine Augen. die sie über die Weite des Konzertsaales hinweg unendlich glücklich anleuchteten „Ich spiele für Sie!“ hatte er gesagt. Durch die Nacht ihrer verratenen Liebe kam der milde Schein eines gütigen Lichtes. „Werde sein Weib!“ sagte eine Stimme in Elsbeth. „Du hast dann Sicherheit und Frieden..!“ „Aber die Liebe..!“ mahnte es. „Liebe ist nichts..!“ widersprach Elsbeth.„Ich kann bei ihm vergessen. Ich kann ihm Achtung entgegenbringen... meine Liebe bleibt Werner..! Sie hatte Peter Wartenberg ihre Adresse gegeben. Ob er wohl kommen würde? Gegen elf Uhr klingelte das Tischtelephon in Elsbeths Zimmer. Der Hotelpförtner sprach mit quärrender Stimme, daß sie von einem Herrn angerufen würde. Ob er die Verbindung herstellen solle. Einen Augenblick schwankte sie. Dann aber sagte sie, man möge das Gespräch durchleiten. Die klare und tiefe Stimme Wartenbergs drang an ihr Ohr. Ob er Elsbeth in einer halben Stunde in seinem Wagen abholen dürfe. Es sei schönstes Wetter und er würde gerne eine kleine Frühlingsfahrt an den Müggelsee machen. Elsbeth sprach unbefangen und sie sagte, daß es ihr ein Vergnügen sei, mitzufahren. Wenige Minuten später stand das Zimmermädchen bereit Ein leuchtendes Kleid, knapp und klar in seinem Schnitt, umspannte Elsbeths Figur. Ein weißes Hütchen thronte keck auf dem blonden Schopf. Als Wartenberg Elsbeth in Empfang nahm und in seinen Wagen geleitete, strahlten seine Augen jung und hell, als ob sie einem 20jährigen gehörten. Ein toller Uebermut wurde in seinem Herzen wach. Am liebsten hätte er Elsbeth in seine Arme genommen und gesagt:„Da bist du ja, mein Liebes, mein Kleines. wie frisch du aussiehst... zum Anbeißen!“ In Wirklichkeit aber gab er sich gelassen. Die Begrüßung tat er mit gemachter Ruhe. Elsbeth war ein wenig enttäuscht. Der Wagen surrte leise. Der Gummi der Räder sang auf dem Asphalt sein eintöniges Lied. Draußen aber war hoher Frühling mit seinex Lieblich keit und Fülle, seinem Ernst und Spiel. In der Kraft seiner Größe und Schönheit warb er um alles, was lebte. Wartenberg kostete die seltsame Spannung der Stunde aus. Die Nähe der geliebten Frau beglückte ihn. Der Duft ihres Haares schlug wie eine Welle herüber. Elsbeth schaute oft auf den Mann am Steuer. Wie sicher er seinen Wagen lenkte! Was Wartenberg in seinen Händen hält, das war wohlbehütet. Warum sollte sie ihm nicht ihr Leben anvertrauen? Es war, als ob Peter ihre Gedanken erraten hätte. „Wie schön das Leben ist!" begann er leise und richtete seinen Blick fest auf die breite Straße, über die der Wagen brauste. Elsbeth schwieg. Von seinem Wort aber blieb lange ein heimliches Glänzen und eine schwingende Fröhlichkeit zurück. Hinter Kövenick wuchs ihren Blicken plötzlich der breite hellgraue Teller des Müggelsees entgegen. In seliger Gefangenheit ließ sich dae Wasser vom ersten Grün der hohen Bäume umschließen. Wie himmlisches Lächeln überslog das Blau des Tages die Welt. Vögel lärmten in den Kronen der Wälder. Im Strandschlößchen waren Elsbeth und Wartenberg die einzigen Gäste. Sie saßen sich gegenüber am hohen Fenster, in spannungerfülltem Beieinander. Beide Menschen schauten hinaus auf den See. auf dem schon weiße Segel zogen. Aber immer wieder kehrten die Blicke zurück und tauchen sekundenlang ineinander. Still war es im Raum. Ein leichter Wein prangte in hohen Gläsern. Wie aus dem Verborgenen anrückend sprangen plötzlich Wartenbergs Worte in die erfüllte Stunde. „Elsbeth... dars ich hoffen...?“ Sie wandte ihm ihren ganzen Blick zu. Das verwirrte ihn. Darum schaute er zu Boden. Dann aber faßte er über den Tisch hiaweg und umspannte mit hartem Druck Elsbetho Handgelenk. „Elsbeth, fühlen Sie nicht... daß mein Leben nichts mehr bedeutet, wenn ich Sie nicht besitze? Ich bitte Sie heute noch einmal: Werden Sie mein Weib!" Wieder wurden in Elsbeth die alten Bedenken wach. Nein, sie liebte den Mann nicht, der so leidenschaftlich um ihre Zuneigung warb. Mein Gott— daß sie Werner Felden nicht vergessen konnte. Aus dem kurzen Ueberlegen aber wuchs wieder der alte Trotz auf. „Sie lieben mich also nicht.... flatterte die ängstiche Frage Wartenbergs herüber. „Vielleicht...!“ sagte sie leise.„Es ist alles so lötzlich gekommen. Wenn ich Ihnen heute sage, daß ich sie schätze, Herr Wartenberg, daß ich ein wirklich warmes Gefühl der Zuneigung und Freundschaft für Sie empfinde ... würde Ihnen das genügen?“ „Elobeth... Sie machen mich so unendlich glücklich! Mehr hatte ich auch nicht erwartet. Darf ich einige offene Worte sagen: ich bin kein junger Mann mehr. meine Schläfen sind angegraut... ach. was bin ich überhaupt, wenn ich neben Ihrer strablenden Jugend bestehen soll? Aber... wenn ich immer weiter... täglich .. stündlich... das ganze Leben lang um Sie werbe, würde ich dann Ihre freundschaftliche Zuneigung nicht in eine milde und gütige Liebe verwandeln müssen?" Elsbeth erbebte. Eine aufrichtige Bewunderung für Wartenberg wurde nach diesen Worten in ihr wach. Soviel Selbstlosigkeit und seelische Rücksichtnahme sprach aus ihm! Wie in einer seltsamen Verwirrung reichte sie dem Mann ihre beiden zitternden Hände. Ihre Stimme sprach leise, fast unhörbar: „Vielleicht... ich liebe Sie heute schon!" „Du... Liebes... meine Elsbeth! Du willigst also ein? Willst also wirklich meine kleine Frau werden?" „Ja!“ Das war wie ein Hauch. Die schicksalsschwere Frage hatte ihre Antwort gesunden. In Wartenberg vollzog sich eine plötzliche herrliche Verwandlung. Seine Augen standen in einem jugendlichen Feuer. Um seinen Mund legte sich der Zug eines fast jungenhaften Uebermutes. Er ging zu Elsbeth herüber, drückte ihren Kopf mächtig an seine Brust, hob sein Glas und sagte mit strahlender Stimme: „Auf unsere Liebe!" Es entging ihm, daß auf Elsbeths Gesicht eine eigentümliche Blässe stand. Er ahnte nicht, daß in ihrem Herzen plötzlich eine erschreckende Nüchternheit wach geworden war. Ein Gefühl ungeheuter Schuld überkam sie. Ihre Stimme war seltsam müde: „Wir sind hier nicht allein!“ Betroffen ließ er ihre Hände los. die schlaff auf ihren Schoß sielen. Gerade ging der Oberkellner durch den Raum. Er wandte sich diskret zur Seite. Sie schaute Peter mit bittenden Augen an. Ach. sie schämte sich...! Ihre zurückhaltende weibliche Seele wehrte sich aus edlen Gründen gegen seine Liebkosung in aller Oeffentlichkeit. Ja, Elsbeth hatte recht! Wie leicht konnte ein anderer Gast den Raum betreten! Ihre Liebe sollte ihr Geheimnis sein. Peter lächelte verstehend. „Sollen wir geben. Elsbeth!“ „Bitte!" Das klang frostig. Als der Wagen Berlin wieder entgegenfuhr, da war zwischen den beiden Menschen ein betretenes Schweigen. (Fortsetzung folgt.) Nr. 152(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Samétag, den 2. Juli 1938 Mittel für den Landarbeiterwohnungsbau 66 Bewilligungsbelcheide im Gau Welttalen-Süd. RSG. Der besondere Mangel an Arbeitskräften guf dem Lande zeigt uns mit aller Deutlichkeit, daß der Landarbeiterfrage im Aufbau unserer Volksordnung eine sehr erhebliche Bedeutung zukommt. Die Bereitstellung ausreichender Arbeitskräfte in der Landwirtschaft ist eine notwendige Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung der Erzeugungsschlacht und damit für das Gelingen des Vierjahresplanes. Gleichzeitig steht aber auch fest, daß schon im Jahre 1936 bei einem Bedarf von 970000 Arbeitskräften nur 645000 Vermittlungen durchgeführt werden konnten und daß augenblicklich und für die nächsten Jahre der ständige Bedarf aus den in Deutschland vorhandenen Arbeitskräften nicht sichergestellt werden kann. Die Lösung der Landarbeiterfrage setzt die Verhinderung der Landflucht voraus. Wenn die frühere Agrarpolitik eine befriedigende Lösung der Landarbeiterfrage nicht gefunden hat, so lag das daran, daß man die Ursachen der Landflucht nicht richtig(insbesondere einseitig materialistisch) gesehen hat und deshalb ungeeignete und uneinheitliche Maßnahmen zu ihrer Beseitigung anwandte. Heute erkennen wir als Hauptursachen der Landflucht: beringschätzung des Landarbeiterberuses, insbesondere wegen des Fehlens einer geregelten Ausbildung und wegen mangelnder Aufstiegsmöglichkeiten, ferner schlechte Wohnverhältnisse, die zu starke Betonung des Saisoncharakters der Landarbeit und deshalb die Kurzfristigkeit der Arbeitsverträge, die unnatürliche Anpassung der Entlohnung an städtische Verhältnisse— im großen und ganzen also die ungenügende Einordnung des Landarbeiters in die bäuerliche Lebensordnung. Das Ziel muß demnach ein seßhafter, bodenverbundener Stamm von gesunden Landarbeiterfamilien sein, die in die bäuerliche Berufsordnung und Lebensordnung eingeordnet wird, die sich ihrer selts wieder der Gesamtordnung der völkischen Ar eit organisch einfügt. Auf dem Boden einer mate rialistischen Grundauffassung kann die Landarbeiterfrage nicht allein gelöst werden— dieses hat uns ja ie vergangene Agrarpolitik gezeigt— sondern hierzu müssen auch die erforderlichen Kräfte des Blutes und Willens im Volke geweckt, gestärkt und erhalten werden. Zur Lösung der Landarheiterfrage ist vor allen Dingen die Forderung der betriebsverbundenen Arbeitsverhältnisse erforderlich. Durch die Bereitstellung auskömmlicher Werkswohnungen, durch Gewährung von Deputat und Landnutzung werden die besten Voraussetzungen für die Bindung des Landarbeiters an den Boden und die ländliche Lebensordnung gechaffen. Auf Veranlassung des Sonderbeauftragten für den Vierjahresplan, Generafeldmarschall Göring, sind für den Bau von Landarbeiterwohnungen umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt worden. Da über die Inanspruchnahme dieser Mittel noch vielfach Unkenntnis und Unklarheit herrschen, sollen die Bestimmungen nochmals kurz zusammengefaßt wiedergegeben werden: 1. Die Preußische Landesrentenbank gewährt zur Einrichtung von Heuerlings= und Werkswohnungen Darlehen an Bauern, Landwirte und im Einverständnis mit dem Eigentümer auch an Pächter bis zu 85 Prozent des Neubaumertes. Der Darlehnsnehmer zahlt 4 Prozent, während das Reich 1 Prozent der Laufzeit der Rentenbriefe verauslagt. Außerdem gewährt das Reich einen Reichszuschuß, der sich nach den finanziellen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Antragsteller richtet. Der Zuschuß, der Durchschnittssatz von RM. 600.— nicht übersteigen darf, kann auch gewährt werden, wenn ein Darlehn der Landesrentenbank nicht beantragt wird. Die Restfinanzierung muß der Antragsteller dann aber aus eigenen Mitteln(ohne geliehene Fremdmittel) aufbringen. Die Preußische Landesrentenbank gewährt auch Darlehn an Bauern und Landwirte, wenn sie vorhandene Gebäude, die bisher nicht Wohnzwecken dienten, zu Heuerlings= oder Werkswohnungen für Landarbeiter=, Wildarbeiter= oder Handwerkersamilien umbauen. Eine Förderung ist auch zulässig, wenn vorh indine Wohngebäude umgebaut und dadurch statt bisher räumlich und baulich unzureichender Woh nungen einwandfreie selbständige Werks= oder Heuerlingswohnungen geschaffen werden. Als selbständig gilt eine Wohnung, wenn sie neben den Wohnräumen eine eigene Küche hat. Für Instandsetzungen dürfen Darlehen nicht gegeben werden. Dem Bauherrn wird für Umbauten ein Darlehn bis zu 85 Prozent der durch den Umbau nachweislich entstandenen Kusten und vom Reich ein Zuschuß bis zu RM. 300.— für jede Wohnung gewährt. Bei der Berechnung des Darlehns dürfen höchstens Umbaukosten bis zu RM. 500.— je Wohnung berücksichtigt werden. Falls das Rentenbankdarlehn unter RM. 500.— bleiben würde, ist von einer Förderung Abstand zu nehmen. Das Reich und die Preußische Landesrentenbank gewähren Darlehn für die Errichtung von Eigenheimen an verheiratete reichsdeutsche Antragsteller, die als ländliche Handwerker, Forstarbeiter, Wegearbeiter und Landarbeiter tatig sind. Voraussetzung ist, daß der Handwerker überwiegend den sachlichen Bedürfnissen der Landwirtschaft dient. Die Darlehen betragen 72 v. H. des Neubauwertes eines Eigenheimes. Daneben gewährt das Reich eine Darlehn bis zu RM. 1500.—, das mit 3 Prozent zu verzinsen und mit 1 Prozent zu tilgen ist. Ferner kommt noch der verlorene Reichszuschuß bis zu RM. 600.— hinzu. Die Anträge auf die Gewährung von Darlehen für den Wohnungsbau sind bei den Landratsämtern zu stellen. Zu erwähnen ist ferner noch, daß die Reichsbahn mit Rücksicht auf die Notwendigkeit der Maßnahme einer Frachtermäßigung von 20 v. H. vom 1. April 1938 für die Beförderung aller Güter in Wagenladungen zugebilligt hat, die unmittelbar als Baustoffe für Arbeiten zum Bau von Heuerlings= und Werkswohnungen sowie von Eigenheimen für ländliche Arbeiter und Handwerker im Sinne der Verordnung des Sonderbeauftragten für den Vierjahresplan vom 10. März 1937 Verwendung finden. Bauer und Landwirte können für jede Heuerlings= und Werkswohnung für das Jahr, in dem der Landarbeiterwohnungsbau fertigggestellt wird, einen Betrag von RM. 100.— an der Einkommenbzw. Umsatzsteuer in Abzug bringen. Endlich ist noch zu betonen, daß auch eine verstärkte Tilgung der Rentenbankdarlehen zulässig ist. Nach der Berechnung der Landesrentenbank stellt sich der jährlich zu zahlende Betrag bei einem Darlehn von 5000.— RM. wie folgt: a) bei 10jähriger Tilgung auf rd. RM, 600.— b) bei 20jähriger Tilgung auf rd. RM. 350.— c) bei 30jähriger Tilgung auf rd. RM. 270.— Bis einschließlich 31. Mai 1938 wurden von der Durchführungsbehörde in Westfalen und Lippe 138 Bewilligungsbescheide erteilt und ein Darlehnsbetrag der Preußischen Landesrentenbank von 698 840 RM. bewilligt. Hierzu gewährte das Reich einen verlorenen Reichszuschuß von insgesamt 81 500 RM. Für den Bau von Eigenheimen wurden vom Reich noch Darlehen in Höhe von 62 600 RM. bewilligt. Die 138 Bewilligungsbescheide betrafen: 3 Anträge zum Bau von Heuerlingswohnungen (je 1 im Reg.=Bezirk Arnsberg, Münster und Minden), 74 Anträge zum Bau von Werkswohnungen (45 im Reg.=Bezirk Arnsberg 1 im Reg.=Bezirk Münster, 5 im Reg.=Bezirk Minden, 15 im Land Lippe und 8 im westf. Teil des Verbandspräsidiums des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk), 61 Anträge zum Bau von Eigenheimen (20 in Arnsberg, 19 in Münster, 12 in Minden, 8 in Lippe, 2 im Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk). Wenngleich bei den Verfahrensanträgen der Westfälischen Heimstätte noch annähernd 200 Anträge in Bearbeitung sind und dies eine erfreuliche Feststellung dafür ist, daß die Bereitwilligkeit der westfälischen Bauern und Landwirte zwecks Mehreinstellung von verheirateten Landarbeitern zugenommen hat, so muß doch dem Landarbeiterwohnungsbau nach wie vor eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Nach der Berufszählung im Jahre 1933 zählt Westfalen zu denjenigen Gebieten, in denen sehr wenig verheiratete Landarbeiter beschäftigt werden. Hier betrug der Anteil der in der Landwirtschaft beschäftigten verheirateten Landarbeiter im Verhältnis zu den verheirateten männlichen Erwerbspersonen knapp 1 v. H. Frische Feigen aus Deutschland (Von unserem HGR-Mitarbeiter in Mannheim.) Feigen in getrocknetem Zustand— meist auf Bastschnur zu Kränzen gereibt— die kennt wohl jeder. Die frische Feige aber ist bislang bei uns eine teure Angelegenheit gewesen. Das könnte nun vielleicht anders werden. In Weinheim an der Bergstraße lebt ein bulgarischer Gärtner namens Dimitroff. Er arbeitet seit 1925 an der Neuzüchtung einer auf Freiland anzubauenden winterharten Feige. Jetzt hat sich gezeigt, daß sein Zuchtergebnis im vergangenen Winter bis zu 15 Grad Kälte ohne Schutz und ohne Schaden überstanden hat, und damit ist begründete Aussicht gegeben, daß diese deutsche Smyrna=Freilandfeige in größerem Umsang angebaut werden kann. Der Nährwert der Feige ist unbestritten. Ihr hoher Gehalt an Fruchtzucker liegt mit 15.5 v. H. um eine Geringfügigkeit höher als der der Weintraube(15 v. H.), während der Avfel etwa 7 bis 8 v. H. Zucker enthält. Auch in der Naturheilkunde kommt der Frischseige Be deutung zu. so z. B. bei Darmleiden und bei Heiserkeit. Feigen mußten bisher aus südlichen Ländern eingeführt werden. Zwar ist der Feigenanbau in Deutsch land nichts neues. Schon in frühen Jahrhunderten versuchte man in süddeutschen Klostergärten die südländische Feige zu ziehen. Doch sie vertrug nicht im entferntesten den Winter unserer Gegenden. und die Früchte reiften nur selten. Es kam also jetzt drauf an. eine winterharte Feige zu züchten, die in allen Gegenden Der Wille des Führers: „Jedem seine Dolhsgasmashe.“ Deutschlands im Freiland wächs und gedeiht. Keine der vorhandenen Sorten entsprach jedoch den klimatischen Voraussetzungen unserer deutschen Heimat. Der Gärtner Dimitroff. der früher einmal„Hofgärtner des Exzaren Ferdinand gewesen war. nahm als Grundlage für seine Kultivierungsarbeit die edle, großfrüchtige„Smyrna= Feige“, mit der er sein Hauptziel über den langwierigen Kreuzungsweg in etwa 10 Jahren erreicht hat. Aus der Smyrna=Feige war eine Neuzüchtung gewonnen. die nahezu winterhart ist. Ferner ist sie ungezieserfest und stellt keinerlei besondere Ansprüche an den Boden. Sie braucht nur einen sonnigen Platz, reichliche Bewässerung und dann und wann etwas Düngung. Bei normalem Sommerwetter bringt sie vom dritten Jahr an jährlich zwei Ernten jeweils zu Ende Juni oder Anfang Juli und Ende September oder Ansang Oktober. Selbst ausländische Exvorteure haben zugegeben, daß die deutsche Freiland=Feige den südlichen in nichts nachsteht. Auch auf der Reichsgartenschau in Essen hat der deutsche Freiland=Feigenbaum Aufsehen erregt, und da der Feigenbaum zugleich eine recht dekorative Zierpjlanze ist. haben bereits eine Reihe deutscher Kur= und Badeorte aller Gegenden des Reiches„(angefangen an der Weinstraße) solche Bäume angeschafft. Es ist anzunehmen. daß der deutsche Feigenbaum immer mehr Eingang in alle Schichten unseres Volkes finden wird. Warum sollte man denn neben seinem Oleanderbäumchen, oder was man sonst auf dem Balkon, der Veranda oder im Gärtchen stehen hat, nicht ebensogut auch einen Feigenbaum halten. der überdies noch köstliche Früchte spendet? Neue Verbesserungen in der Knappschaftsversicherung Ab 1. Januar Zahlung von Kinderzulchuß bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Antrag mit Unterlagen beim Aeltelten Itellen. RSG. Sowohl in der knappschaftlichen versicherung als auch in der Invalidenversicherung konnten infolge der Notverordnung vom 8. Dezember 1931 Kinderzuschuß und Waisenrente in der Zeit vom 1. Januar 1932 bis 31. Dezember 1937 nur bis zum vollendeten 15. Lebensjahr gezahlt werden. Durch das Gesetz vom 21. Dezember 1937 über den Ausbau der Rentenversicherung ist aber ab 1. Januar 1938 wieder eine Zahlung bis zum 18. Lebensjahr möglich, sofern sich die Kinder in einer ordnungsmäßigen Schul= oder Berufsausbildung befinden oder infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen außerstande sind, sich selbst zu erhalten. Der Kinderzuschuß ist durch das vorgenannte Gesetz einheitlich für die beiden ersten Kinder auf monatlich 7,50 Mark und für die weiteren Kinder auf 10 Mark festgesetzt worden. Von dieser Vergünstigung wurden die Empfänger einer Knappschaftspension bisher nicht erfaßt, deren Bezüge nach dem vor dem 1. Januar 1934 geltenden Recht festgesetzt waren. Für diese waren noch die alten Satzungsbestimmungen maßgebend. Der Reichsarbeitsminister hat aber nunmehr angeordnet, daß die Bestimmungen des Ausbaugesetzes über die Höhe des Kinderzuschusses sowie die Bezugsdauer bei Schul= und Berufsausbildung oder Gebrechlichkeit auf alle am 1. Januar 1938 laufenden Renten Anwendung finden sollen. Es erhalten jetzt also auch die Empfänger einer Knappschaftspension, deren Bezüge vor dem 1. Januar 1934 festgesetzt wurden, das erhöhte Kindergeld. Weiter werden auch hier Kinderzuschuß und Waisenrente in den gegebenen Fällen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gezahlt. An Hand der Akten wird die Ruhrknappschaft die erhöhten Kindergelder ohne besondere Antragstellung zahlen. Die Fälle, in denen Wiederaufnahme der Zahlung wegen Schul= und Berufsausbildung oder Gedie staatliche Entlastung der wohlfahrtsschuldner NSG. Das Reichsgesetz vom 22. Dezember 1936 hat bekantlich die Erstattungspflicht von Fürsorgeleistungen, die in der Zeit vor der Machtergreifung bis zum 1. Juli 1935 gegenüber Arbeitslosen, Sozialrentnern und Kleinrentnern vom Staat geleistet worden waren, gestrichen. Diese Maßnahme war ein besonderes Weihnachtsgeschenk des Führers und Reichskanzlers an die bedürftigen Volksgenossen im Jahre 1936. Wenn auch der Umfang dieser Entlastung unserer ärmsten Volksgenossen damals schätzungsweise ermittelt werden konnte, so interessiert doch die Auswirkung im Einzelfall. Es gibt allerdings bis heute nur sehr wenige Beispiele, die die Bedeutung des damaligen, heute leider schon wieder in Vergessenheit geratenen Gesetzes erkennen lassen, weil sie kleinere Städte und Gemeinden betreffen. Jetzt ist zum ersten Male die Auswirkung in einer großen deutschen Stadt bekannt geworden, und zwar handelt es sich um Stuttgart, das 450 000 Einwohner hat. Das Städtische Wohlfahrtsamt in Stuttgart hat festgestellt, daß durch das Reichsgesetz vom 22. Dezember 1936 etwa 70 000 Familien und Alleinstehende erfaßt wurden und von der Rückzahlungsfrist befreit worden sind. Die durch dieses Gesetz erlassenen Verpflichtungen zum Ersatz von Fürsorgeleistungen betragen in Stuttgart rd. 48,5 Millionen RM. Betrachtet man dieses Beispiel näher, so ergibt sich für 100000 Einwohner etwa eine Erlaßsumme von ungenau 10 Millionen RM. Bedenkt man dabei, daß Stuttgart an sich nicht zu den wirtschaftlich besonders ungünstig gestellten Städten Deutschlands gehört, dann kann man dieses Beispiel wohl ohne Bedenken auch auf andere Städte übertragen. Die Zahlen für Berlin müßten also entsprechend eine Summe von 450 Millionen RM. ergeben. Jedenfalls kann man schon diesem einen Fall entnehmen, daß das Reichsgesetz vom 22. Dezember 1936 sozialpolitisch von großer Tragweite gewesen ist. Gewiß hätten die Gemeinden bei der Aufrechterhaltung der Ersatzansprüche niemals mit der Rückzahlung aller ausgegebenen Gelder rechnen können. Immerhin wäre in Anbetracht des Wirtschaftsaufschwungs, der ja alle Volksgenossen irgendwie beteiligt, mit der Rückzahlung erheblicher Summen an das Wohlfahrtsamt zu rechnen gewesen. Das werden die Volksgenossen am besten zu würdigen wissen, die inzwischen in Arbeit gekommen sind und vielleicht als Facharbeiter einen weit über der Pfändungsgrenze liegenden Lohn verdienen. Auf etwas anderes ist mn diesem Zusammenhang aber noch hinzuweisen: Wenn irgendwo innerhalb sosozialpolitischer Erörterungen das Thema„Einkommen und Auskommen des deutschen Arbeiters" behandelt wird, so muß auf jeden Fall auf die Erhöhung des Lebensstandes eines großen Teiles der deutschen Volksgenossen hingewiesen werden, die mit dem Reichsgesetz vom 22. Dezember 1936 erfolgt ist. So führt das jetzt bekannt gewordene Beispiel Stuttgarts erfreulicherweise dazu, daß das Reichsgesetz vom 22. Dezember 1936 etwas aus der unverdienten Versenkung herausgehoben und enger als bisher in die Entwicklung der nationalsozialistischen Sozialpolitik hineingestellt wird. brechlichkeit in Frage kommt, sind der Knappschaft nicht bekannt. Diese Rentenempfänger werden daher gehalten, bei den für sie zuständigen KnappschaftsAeltesten entsprechende Anträge zu stellen, die diese dann sofort an die Knappschaft weiterleiten. In Ausnahmefällen können die Anträge auch direkt bei der Verwaltung der Ruhrknappschaft in Bochum, Pieperstraße, gestellt werden. Damit die Anträge beschleunigt erledigt werden können, empfiehlt es sich, denselben die erforderlichen Unterlagen sofort beizufügen. Als solche sind anzusehen: Bescheinigung der Schule bei Schulausbildung, Lehrvertrag bei Berufsausbildung und ärztliches Attest bei Gebrechlichkeit. Conntagsrückjahrkarten aus besonderem Anlaß. Die Reichsbahn wird zu den nachstehenden Veranstaltungen Sonntagsrückfahrkarten ausgeben: 1. Nach Köln zu der vom 2. bis 4. Juli 1938 dort stattfindenden 5. Wiedersehensfeier der ehem Angehörigen des 1. Oberhessischen Inf.=Regts. 97 von allen Bahnhöfen im Umkreis von 150 km um Köln mit einer Geltungsdauer zur Hinfahrt von 2.7 0 Uhr bis zum 3. 7. 24 Uhr(Beendigung der Hinfahrt), und zur Rückfahrt vom 2. Juli 12 Uhr bis zum 5. Juli 12 Uhr(spätester Antritt der Rückfahrt). Die Karten gelten zur Hinfahrt am 2. 7. und Rücksahrt am 5. 7. nur dann, wenn eine besondere Bescheinigung mit Stempel der Kameradschaft J.=R. 97 vorgelegt wird. 2. Nach Düsseldorf zu den Wehrmachtsmeisterschaften, die vom 6. bis 10. Juli im Stadion zu Düsseldorf zur Durchführung gelangen, von allen Bahnhöfen im Umkreis von 200 km um Düsseldorf mit einer durchgehenden Geltungsdauer vom 5. bis 11. Juli 1938. Die Karten sind am 5., 6., 7. und 8. Juli zur Rückfahrt nur gültig, wenn sie auf der Rückseite mit dem Stempel der Stadionkasse in Düsseldorf abgestempelt worden sind. 3. Nach Lünen zu den vom 16. Juli bis 7. August 1938 an jedem Mittwoch, Sonnabend und Sonntag auf dem Schloß Buddenberg in Lünen stattfindenden Freilichtspiel„Hutten, der Rebell“ im Umkreise von 75 km um Lünen mit tariflicher Geltungsdauer. 4. Nach Aachen zu der am 2., 3. und 4. Juli 1938 dort stattfindenden Wiedersehesfeier der ehemaligen Angehörigen des Inf.=Regts. 60 von allen Bahnhöfen im Umkreis von 200 km um Aachen mit Geltungsdauer zur Hinfahrt vom 2. Juli 0 Uhr bis zum 3. Juli 24 Uhr(Beendigung der Hinfahrt), und zur Rückfahrt vom 2. Juli 12 Uhr bis zum 4. Juli 24 Uhr(Beendigung der Rückfahrt). Erweiterte Wegegeldzehrung bei Einberufungen. Die Bestimmungen über das Wegegeld bei Einberufungen sind, wie das Oberkommando des Heeres beberufung einen auswärtigen Arbeitsplatz innegehabt bat. kanntgibt, dahin erweitert worden, daß Wegegeld bei allen Dienstleistungen(Uebungen usw.) bis zu zehntägiger Dauer und bei Beorderung zur Feststellung der Dienstfähigkeit auch vom vorübergehenden Beschäftigungsort oder vom Ort der auswärtigen Arbeitsstelle ab erstattet werden kann, wenn der Einberufene den Nachweis erbringt, daß er am Tage der Einberufung einen auswartigen Arbeitsplatz innegehabt hat. Das Pleitustte bei Opekta ist die Sicherheif, mit der alle Marmeladen bestimmt gelingen. Millionen Hausfrauen wissen das seit Jahren aus eigener Erfahrung und sind restlos begeistert, weil die OpektaMarmeladen so vollkommen und so unübertrefflich im Geschmack sind. Das ist es ja auch. worauf es ankommt, und deshalb bereiten die Hausfrauen nach wie vor bequem und mühelos Marmeladen und Gelees in 10 Minuten mit Opekta dem im Haushalf meistgebrauchten Obstgeliermittel IIREE!! ETEERKE KE IIL IE! In jeder gewünschten Auskübrung Preislisten Rataloge Briefbogen Mitteilungen Briefumschläge Rechnungen Besuchskarten GeburtsVerlobungsVermählungsAnzeigen Koethersäköttsche: Buchdruckerei Vorina- Ptr#9 neden dem Postamt. Aus und für Herne zum Sonntag Für manchen ist das Glück ein seltener Gast. Und doch braucht es oft nicht viel zum Glücklichsein. Wenn man dem Leben von seinen Glücksschätzen etwas abgewinnen will, dann muß man ihm ganz nüchtern zu Leibe gehen. Man muß es meistern können. Das Glück ist auch keine Wunderblume, vor die man sich staunend und träumend sein Leben lang hinsetzen kann, um zu warten, ob nicht daraus ein ganzes Paradies werden könnte. Das Glück ist wie die Sonne an wolkigen, stürmischen Tagen; man sieht sie nur flüchtig manchmal hinter dem dunklen Gewölk vorüberschweben. Wenn du das Glück suchen willst, dann darfst du mit deinen Augen nicht in endlose Weiten schweifen. Dann mußt dü recht vorsichtig auf deinen Wegen gehen und auf viele kleine Dinge achten, die oft unscheinbar auf ihm liegen, die dir wertlos erscheinen und vielleicht doch ein Glück, klein oder groß, in sich bergen. Das Glück liegt niemals auf Haufen beisammen. Stückweise muß man es sammeln, und das kostet viel Mühe und Ausdauer. Da werden so viele ungeduldig, weil sie meinen, das Glück soll kommen wie ein Lotterietreffer, der in einem Augenblick aus Armen Reiche macht. Das größte Glück auf Erden ist das Gesundlein. Und doch haben gerade die Gesunden so viele tausend Wünsche. Geh' nur einmal in ein Krankenhaus! Die da drinnen liegen, haben nicht tausend Wünsche, sondern nur einen. Weil sie wissen, daß nur gesunde Menschen glücklich sein können. Die Gesunden aber nehmen dieses große Glück oft so danklos in Empfang und stellen sich unter Glück nur recht viel Geld und Reichtum vor. Wer aber dieses höchste Gut auf Erden, das Gesundsein, als sein größtes Glück betrachtet, der braucht so wenig nur, um noch glücklicher zu sein. Denn dann paart sich mit der Gesundheit noch die Zufriedenheit. Und zufrieden sein macht glücklich, Zufriedenheit macht reich. Oft erheben jene am meisten Anspruch auf das Glück, die am wenigsten dafür tun, ihm den Weg zu bereiten. Wer im Leben heute sich nicht tummelt und rührt und schafft, der wartet vergebens auf den Tag des Glückes. Frag einmal die Reichen, ob sie glücklich sind! Essen und Tranken und Reichsein macht selten satt und glücklich. Auch die reichen Leute gehen oft von ihren Festen hungrig heim und müssen erst das wahre Glück in einem kleinen Winkel suchen. Das Glück geht mit seinem großen Gabenkorb immer neben uns her. Aber es gibt uns davon mit mütterlicher Vorsicht nicht allzu viel, und meist nur auf wenige Tage. Denn es weiß ja von den Menschen selbst, daß nichts schwerer zu ertragen ist als eine Reihe schöner und glücklicher Tage. *** Montag Ratsherrensitzung. Am kommenden Montag nachmittag findet im großen Sitzungssaale des Rathauses eine Ratsherrensitzung statt. 5 Punkte stehen im öffentlichen Teil auf der Tagesordnung, namlich: Nachtragssatzung zum außerordentlichen Haushaltplan, Liste 1 der über= und außerplanmäßigen Ausgaben zum Haushaltsplan 1938, Enteianung von Grundeigentum zum Zwecke der Anlegung eines Radweges an der Bochumer Straße, Rückauflassung der ehemaligen Straßenparzellen Germarkung Holthausen, Flur 20, Nr. 782/1 und 785 1 an den Gemeinnützigen Bauverein für das ehem. Amt Sodingen, und zum Abschluß Finanzbericht. *** Landwirt Eckmann heute 80 Jahre alt. Der Landwirt Wilhelm Eckmann, beliebt und bekannt bei allen Holthausern, wird heute 80 Jahre alt. Auf dem Hofe Eckmann, in dem seine Vorfahren schon 800 Jahre ansässig sind, wurde er am 2. Juli 1858 geboren. Er entstammt einer kinderreichen Familie und machte mit seinen 8 Geschwistern den weiten Schul= und Kirchweg nach Castrop Sehr interessant und anschaulich kann er der neuen Generation von den damaligen, oft eigenartigen Verhältnissen berichten. Besonders gern spricht er von seiner Militärzeit. Herr Eckmann diente von 1879—1882 beim 3. Westf. Inf.=Regt. 16 in Köln(Hacketäuer). In die Heimat zurückgekehrt, war sein Leben Arbeit und Sorge bis in das Alter hinein. Weil er seit über 50 Jahren dem heutigen RS=Reichskriegerbund(Kyffhäuser) angehört, wird ihn die Kriegerkameradschaft Holthausen morgen beim Kameradschaftsappell in der Wirtschaft Eckmann wegen seiner Treue besonders ehren. Wir wünschen dem Geburtstagskind einen langen und frohen Lebensabend. R* Geldene Treudienst=Ehrenzeichen erhalten. In Anerkennung für vierzig Jahre geleisteter Dienstzeit ist das goldene Treudienst=Ehrenzeichen vom Führer Adolf Hitler verliehen worden: Amtsgerichtsdirektor Slunter und Justizinspektor Schäfer in Herne. Letzterer ist bereits seit 1900, ersterer seit dem 1. Juni 1913 bei dem Amitsgericht in Herne beschäftigt. Herzl. Glückwunsch! *** Verleihung von Treudienst=Abzeichen beim Postamt Herne. Der Führer und Reichskanzler hat als Anerkenzung für mehr als 25jährige treue Dienste das silberne Treudienst-Ehrenzeichen in folgende Beamte und Beamtinnen des Postamtes derne verliehen: Postamtmann Loges, Oberpostinspektoren Schulte und Schmidt, Postinspektoren Schmelzer Sauer, Bochenek, Riedel, Fett, Tölle, Jacob, Lübeck. Bentlage, Höcker, Bense, Bohnsack, Postsekretären Biebries, Kempka, Postsekretärinnen Paul Kostedde, Postassistenten Teubert, Karney, Fickermann, Frank Strödel, Augustin Neuhaus, Postassistentin Blüggel, Oberpostschaffner Bauer, Casjens, Schweden, Wolff, Vollmers, Babik, Kanisius, Falkenrich, Bungert, Frohne, Rixen, Kleina, Hünefeld, Telegr.=Leitungsaufseher Wessel, Postschaffner Lampa, Baetzel, Austenfeld, Lucke, Koßmann, Meißner, Köstering, Grollich, Müller. Die Auszeichnungen sind mit den Glückwünschen des Reichspostministers und des Präsidenten der Reichspostdirektion in Dortmund in feierlicher Form vor der versammelten Gefolgschaft des Postamts überreicht worden, denen auch wir uns anschließen. *** Wer muß Platz machen? NSG. Ein Fußgänger, der auf dem Bankett neben der Landstraße ging, wurde von einem Radfahrer durch Klingeln zum Platzmachen aufgefordert. Der Fußgänger jedoch setzte seinen Weg ruhig fort. Er wurde daraufhin vom Radler gestellt, der ihm klar zu machen versuchte, daß es„sein Weg“ sei, auf dem ein Fußgänger ihn nicht behindern dürfe. In diese Auseinandersetzung mischte sich ein Gendarm ein, der dem Radler wegen seiner Unkenntnis der Verkehrs=Ordnung Vorhaltungen machte; denn diese besagt, daß Radler außerhalb geschlossener Ortschaften den neben der Fahrbahn liegenden Seitenstreifen in ihrer Fahrtrichtung benutzen dürfen, wenn sie den Fußgängerverkehr nicht behindern, d. h. also: der Fußganger hat dort das Vorrecht, und die Radler müssen beim Ueberholen oder beim Begegnen diesen Weg verlassen. Auch die in der Fahrtrichtung links liegenden Seitenstreifen dürfen von Radlern unter den gleichen Bedingungen benutzt werden, wenn rechts ein solcher fehlt und wenn der Zustand der Fahrbahn deren Benutzung erheblich erschwert. *** Was der Kraftfahrzeugbesitzer zu beachten hat. Pünktlichkeit aus eigenem Antrieb. Der Polzeipräsident in Bochum teilt mit: Der Eigentümer eines Kraftfahrzeuges muß der gulassungsstelle Anzeige erstatten, wenn er seine Wohnung wechselt, das Fahrzeug veräußert, es umbaut oder außer Betrieb setzt. Zieht er mit dem Fahrzeug in den Bezirk einer anderen Zulassungsstelle, hat er sich bei der einen abzumelden und bei der anderen anzumelden. Wechselt er seine Wohnung im Bezirk der gleichen Zulassungsstelle, sind die Angaben über die Wohnung im Kraftfahrzeugbrief und=schein und in den amtlichen Karteien zu berichtigen. Es ist auch der Zulassungsstelle zu melden, wenn technische Aenderungen am Fahrzeug vorgenommen werden. z. B. der Motor ausgewechselt, der Aufbau geändert, zu einem Kraftrad ein Beiwagen beschafft wird. Dabei ist immer der Kraftfahrzeugbrief vorzulegen. Wird das Fahrzeug— nicht nur vprübergehend— außer Betrieb gesetzt, so sind Kraftfahrzeugbrief und=schein abzuliefern. Ohne pünktliche Erfüllung dieser Verpflichtungen durch die Eigentümer der Kraftfahrzeuge ist die richtige Führung der Kraftfahrzeugkartei bei den Behörden nicht möglich. Nachlässigkeit der Kraftfahrzeughalter bei diesen Obliegenheiten muß daher streng bestraft werden, und zwar mit Geldstrafe bis 150 M. oder mit Haft bis 6 Wochen. Jeder deutsche Eigentümer eines Kraftfahrzeuges sollte aber aus eigenem Antrieb diese Pflichten gegenüber dem Staat, der den Kraftverkehr vielfältig fördert, erfüllen. Maul= und Klauenseuche erloschen. Nachdem die Maul= und Klauenseuche unter dem Klauenviehbestand des Bauern Engelbert Wiesche, Herne, Mont=Cenis=Straße 584, erloschen und die Desinfektion vorschriftsmäßig ausgeführt worden ist. hat der Oherbürgermeister als Ortspolizeibehörde mit Einverständnis der Herrn Regierngspräsidenten in Arnsberg und auf Grund der§§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. 6. 09(RGBl. S. 519) die s. Z. verhängten Sperrmaßnahmen aufgehoben und gleichzeitig die dafür erlassenen Sonderbestimmungen außer Kraft gesetzt. * Einsatz des neuen Impfstoffes gegen Maul und Klauenseuche. Der Reichsinnenminister bat angeordnet, daß der gesamte in dem staatlichen Forschungsinstitut Insel Riems hergestellte Impfstoff zur aktiven Schutzimpfung gegen Maul= und Klauenseuche zunächst nur an den durch ihn selbst bestimmten Fällen zum Einsatz gelangt. Vorschläge für die Anwendung des Impfstoffes an anderen Orten oder Anträge auf Einzelimpfungen können einstweilen nicht berücksichtigt werden und sind daher zwecklos. Verhütet Waldbrände! Große Werte an deutschem Volksvermögen werden Jahr für Jahr durch Waldbrände vernichtet. Meist sind sträflicher Leichtsinn und die Uebertretung gesetzlicher Bestimmungen die Ursache. Es werden daher erneut die zur Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden ergangenen Bestimmungen in Erinnerung gebracht: Nach dem Reichsstrafgesetzbuch wird mit Gesängnis bis zu drei Monaten und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen belegt, wer Wald=, Heide= oder Moorflächen durch verbotenes Rauchen oder Anzünden von Feuer, durch ungenügende Beaussichtigung angezündeten Feuers, durch Fortwerfen brennender oder glimmender Gegenstände oder auf andere Weise in Brandgefahr bringt. Daneben bestehen ortspolizeiliche Vorschriften. die das Feuermachen, Rauchen und Wegwerfen brennender oder glimmender Zündhölzer oder Rauchwaren. sowie das Ausklopfen brennender Tabakpfeisen in den Waldungen. deren Umkreis bis zu 90 Meter und auf den durch die Waldungen führenden Straßen und Wegen verbietet und Geldstrafen bis zu 150 RM. bzw. Haft bis zu 14 Tagen für Uebertretungen androht. Wer eine dieser gesetzlichen Bestimmungen verletzt und auf frischer Tat betroffen oder verfolgt wird. kann durch jedermann ohne richterlichen Befehl vorläufig festgenommen werden, wenn er der Flucht verdächtig ist oder wenn seine Persönlichkeit nicht sofort festgestellt werden kann. * A n g l e i c h u n g d e r ö s t e r r e i c h i s c h e n a n d i e d e u t s c h e n Auslands-Telegraphengebühren. Vom 1. Juli 1938 an gelten für Telegramme aus dem Lande Oesterreich nach dem Ausland an Stelle Wanne=Eickel Wechsel im Bürgermeisteramt. Mit dem 30. Juni 1938 ist der Kreisleiter Bönnebruch=Althoff auf Grund der Anordnung des Stellvertreters des Führers über die Aemtertrennung in seiner Eigenschaft als Bügermeister aus dem Dienste der Stadt Wanne=Eickel augeschieden, um die Tätigkeit des Kreisleiters künftighin hauptamtlich auszuüben. Als Nachfolger in der Bürgermeister Dr. Römer aus Voerde durch den Oberpräsidenten der Provinz Westfalen im Einvernehmen mit dem Beauftragten der RSDAP berufen worden. Die Ernennung des Bürgermeisters Dr. Römer wurde daraushin gestern durch den Oberbürgermeister vollzogen. Bürgermeister Dr. Römer hat seine Tätigkeit bei der Stadt gestern bereits ausgenommen. Sein Dezernat umfaßt folgende Aufgabengebiete:„Wohlfahrtsamt. Jugendamt. Gesundheitsamt. Stadtpolizei. Schulamt. Kulturamt und das Stadtamt für Volks= und Jugendertüchtigung. Die feierliche Verabschiedung des Bürgermeisters Bönnebruch=Althoff und die„Einführung des Bürgermeisters Dr. Römer wird gleichzeitig mit der des Stadtrechtsrats Dr. Mönninghoff in einer öffentlichen Sitzung der Ratsherren der Stadt Wanne=Eickel erfolgen. die im Verlaufe der nächsten Woche stattfinden wird. * Jahreshauptversammlung des Allgemeinen Haus- und Grundbesitzervereins Wanne=Eickel e. B., Bezirksgruppe Röhlinghausen. Die Mitglieder der Bezirksgruppe Röhlinghausen des Allgemeinen Haus= und Grundbesitzervereins W.=Eickle e. V. versammelten sich am 27. Juni im Vereinslokal Thielevave zur diesjährigen Jahreshauptversammlung unter Leitung des Vereinsleiters W. Hilburg. der zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder in ehrender Weise gedachte. Nach der einstimmigen Entlastungserteilung für den Vereinsleiter und den Vorstand wurden zu Rechnungsprüfern die Herren Wagner und Backwinkel wieder gewählt. Nach einem kurzen Rückblick auf das vergangenen Jahr behandelte der Geschäftsführer Dr. Schaaf in seinem Vortrag die zur Zeit wichtigsten Tagesfragen des Hausbesitzes, die Grundsteuerreform und die dazu erlassenen Billigkeitsmaßnahmen, ferner die Preisstoppverordnung mit ihren verschiedenen Ausführungsverordnungen und die Frage der Regelung von Bergschäden. Der Vereinsleiter dankte dem Geschäftsführer für seine Ausführungen und wies auf die am 28. Juli in Essen stattfindende Großkundgebung des Verbandes hin und empfahl allen Mitgliedern, möglichst zahlreich an der Tagung teilzunehmen. Im Anschluß an den Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Debatte, in der der Geschäftsführer noch weitere Ausführungen über Mietverträge. Verstempelung von Mietvertägen und Veranlagung zu Straßenbaukosten machte. Vermißzt Vermißt wird seik dem 30. 6. die Ehefrau Luise Jakobs, geb. am 1. 6 03 in Koblenz, jetzt Wanne=Eickel, Beethovenstraße 3 wohnhaft gewesen. Die Vermißte hat sich am genannten Tage in den Nachmittagsstunden mit ihrem zwei Jahre alten Kinde aus der Wohnung entfernt und ist bisher nicht zurückgekehrt. Beschreibung: 1,65 Meter groß, untersetzt, schwarzes Haar(Bubikopf), gebräuntes Gesicht, braune Augen, lückenhafte Zähne. Bekleidung ist unbekannt. Die Vermißte führte einen Kindersportwagen aus Korbgeflecht, einen schwarzen Lackkoffer und einen braunen Lederkoffer, in dem sich Kleidungsstücke befinden, bei sich. Wo wurde eine Person wie vorstehend beschrieben gesehen? Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei, Gelsenkirchener Straße 25, oder jede andere Dienststelle. Verleihung von Reichssportabzeichen. Dem Kameraden Heinrich Türke wurde das Reichssvortabzeichen in Bronze, dem Kameraden Eugen Morgenrot das Reichsjugendabzeichen verliehen. Die Trainingsgemeinschaft hält in Zukunft ab Sonntag. 3. Juli. ihre Uebungsstunden auf dem Bickernplatz ab. Verleihung von Ehrenzeichen im Postdienst. Bei einem Avvell im Postamt W.=Eickel wurden anläßlich 40jähriger treuer Dienstzeit folgenden Beamten des hiesigen Postamtes das Treudienst=Ebrenzeichen verliehen: Pg. Postamtmann Herrmann. Pg. Postinspektor Briehl, Postassistent Entrov. Telegrafenassistent Schürmann, Postassistent Harbaum, Postassistent Steinhoff. Oberpostschaffner Althoff. Oberpostschaffner Meise und Oberpostschaffner Herwig. Sommerfest der Straßenbahner. Der 5. und 8. Juli steht im Zeichen eines Sommerfestes der Angehörigen der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn A.=G., die wie im vergangenen Jahre mit 2000 Straßenbahnern in 38 Sonderzügen von Bochum, Witten, Gelsenkirchen und G.= Buer am hiesigen Hauptbahnhof eintreffen werden. um geschlossen zum Festplatz der Flora=Marzina zu marschieren. Es steht für das Fest ein reichhaltiges Programm fest, neben musikalischen Darbietungen ist Gelegenheit zum Kegeln und Schießsport gegeben, bei einbrechender Dunkelheit wird ein Feuerwerk aufleuchten, selbst die Gulaschkanone soll nicht fehlen, kurz es sind alle Vorbereitungen für ein schönes, harmonisches Fest getroffen. Verbilligte Sonderzüge ins Saargebiet. Wie in den vergangenen Jahren, hat sich auch jetzt der Saarpfalzverein dafür eingesetzt, daß Sonderzüge zum Saargebiet fahren. Es sind Züge für den 23., 24. und 25. Juli eingesetzt und haben eine Verbilligung um 50—60 v. H. Am 4. und 30. August sind die Rückfahrten angesetzt. Am 3. August fährt ab Saarbrücken ein Omnibus durch den Gau Saarpfalz, wodurch den Saaxpfalzfahrern die Möglichkeit gegeben ist, die weitere Heimat kennen zu lernen. Anmeldungen für die Saarfahrten sind bei den Ortsgruppen des Bundes der Saarpfalzvereine und bei den örtlichen Reisebüros zu tätigen, wo auch nähere Auskunft erteilt wird. In Essen ist das Lloyd=Reisebüro im Hause der Technik zuständig. Sprechstunden für Musiker. Ab 1. Juli ist die Geschäftsstelle der Kreismusikerschaft Bochum(Reichsmusikkammer) bei Jakob Mertens, Wanne=Eickel. Wilhelmstraße 23 Il. Dienstag. Donnerstag, Freitag und Samstag vormittag sind Sprechstunden. der jetzigen Gebührensätze die Gebühren für Teleramme aus dem Altreich nach dem Ausland. Für die Beziehungen mit den europäischen Ländern ergeben sich hieraus für Oesterreich in den meisten Fällen Gebührenermäßigungen. Wo Erhöhungen eintreten, beruhen sie darauf, daß dem Deutschen Reich, das an die Stelle Oesterreichs tritt, höhere Gebührenanteile zustehen. Für Telegramme aus Oesterreich nach überseeischen Ländern treten durchweg Gebührensenkungen ein, die z. W nach Neuyo. erwa 16 Rpf., nach Südamerika sogar das Doppelte für ein Wort in vollbezahlten Telegrammen betragen. * Vierzigjähriges Ehejubiläum. Der zur alten Garde der Herner Bürger zählende Wilhelm Wulff, Kaiser=Wilhelm=Straße 11, konnte mit seiner Ehefrau Theresia geb. Friedrichs auf ein 40jähriges Eheleben zugückblicken. Beide Jubilare feierten diesen Ehrentag in geistiger und körperlicher Rüstigkeit im Kreise der Familie. Der sehr glücklichen Ehe entsprossen sieben Kinder, von denen die sechs noch lebenden an diesem Festtag teilnahmen. Der Jubilar entstammt einer Herner Bürgersamilie und ist mit der Heimat eng verwurzelt. Den vielen Glückwünschen schließt sich der H. A. von Herzen an und wünscht, daß beide mit Gottes Hilse in Rüstigkeit noch den Tag der Goldenen Hochzeit feiern mögen. *25jähriges Arbeitsjubiläum. Morgen feiert der Schießmeister Wilh. Maurer. Beckstraße 23, sein 25jähriges Arbeitsjubiläum im Dienste der Zeche Shamrock 1=2. Bevor er auf der Zeche Shamrock in Arbeit trat, war er auf verschiedenen Schachtanlagen im Ruhrgebiet tätig. Er wurde infolge vorgerückten Alters im Jahre 1935 Knapz= schaftsinvalide und wird seitdem als Schießmeis#### beschäftigt.— * Gefahren der Straße. Das fünf Jahre alte Söhnchen der Familie J. aus der Jobststraße spielte mit mehreren Kameraden an der Ecke Bahnhof= und Auguststraße, als es plötzlich blindlings über die Fahrbahn lief und einem Motorradfahrer vor das Rad fiel. Hierbei wurde das Kind einige Meter weit mitgeschleift und erlitt erhebliche Verletzungen. * Beim Holzschälen geriet vorgestern der auf einem hiesigen Werk als Schreiner tätige Ludwig K. aus der Castroper Straße mit der rechten Hand in eine Maschine, wobei er Quetschungen davontrug. Der Arzt ordnete seine Ueberweisung ins Krankenhaus an. * Ein schwerer„Sargdeckel löste sich in der gestrigen Morgenschicht im Untertagebetrieb einer hiesigen Schachtanlage und traf plötzlich den darunter stehenden Bergknappen W. aus der Gräffstraße. Mit einer Wirbelsäulenverletzung wurder mit dem Zechenauto ins Bochumer Krankenhauz befördert. * Ein Beiwagen löste sich. Ein Fahrzeugunfall, der nicht alle Tage vorkomm und glücklicherweise ohne größeren Schaden verlief. ereignete sich gestern mittag an der Stadtgrenze Herne=Recklinghausen. An einem Motorrad mit Beiwagen, das sich auf der Fahrt nach hier befand, lösten sich plötzlich die Schrauben der Beiwagenbefestigung. Der Wagen geriet ins Schwanken und kippte um, wobei der Insasse, ein 18jähriger Bursche, Beinund Armverletzungen erlitt. * Einen Armbruch erlitt gestern morgen beim Training im Herner Sommerbad der Polizeischwimmer Friedrich Sch. aus Castrop=Rauxel. Er wurde dem Castroper Krankenhaus zugeführt. * Einen Unterarmbruch zog sich gestern morgen der Arbeiter Franz K. aus der Dorfstraße in Börnig zu. Bei der Ausführung einer Arbeit an der Schleuse fiel ihm ein Eisenträger auf den Arm. Man überführte den Verletzten zum Evgl. Krankenhaus. * Driesen-Kürassiere, horcht auf! Wieder ertönt der Regimentsruf, wie es im Jahre 1935 beim Regimehtsappell festgelegt wurde. Die Reiter von Mars=la-tour, die Stürmer von Malawies und Somme=Py, alle müssen sich noch einmal in alter, treuer Kameradschaft zusammenfinden, um in der alten Garnisonstadt liebe Erinnerungen auszutauschen. Alles Nähere ist zu erfahren beim Kameraden Heuer in Münster i. W., Tibusstraße 20, sowie in Herne beim Kameraden Franz Meerkötter MontCenis=Straße 20, und in Herne=Sodnigen beim Kameraden Fritz Lux. Wieder etwas vom Reisen. Die Furcht vor Reifenvannen ist bei gutgepflegten Reisen nicht gerechtfertigt. Durch bloße Fahrbeanspruchung kann ein Luftreifen, der sich in ordnungsmäßigem Zustand befindet, nicht plötzlich platzen. Reifen. die nicht ordnungsmäßig gepflegt sind, gehören aber nicht in den Verkehr. weil sie eine Gefahr bilden für den Fahrer und die anderen. Dazu gehören Reifen mit weit abgefahrener Lauffläche, mit nicht sachgemäß ausgebesserten Schnittverletzungen, mit inneren Geweberissen, mit verbogenen oder sogar gebrochenen Stahleinlagen. Auch die Felgenräder dürfen nicht verbogen oder beschädigt werden, wenn der Reisen festsitzen soll. Außerdem gehört zu einem#betriebssicheren Reifen der richtige Reisendruck, der in Betriebsanleitung angegeben ist. Eine Ueberbelastung des Reifens um 10 Prozentk kürzt seine Lebensdauer auf 83 Prozent, bei 25 Prozent Ueberbelastung beträgt die Lebensdauer nur noch 65 Prozent. Hieraus ist zu ersehen, welche Wirkung der Unterdruck im Reisen ausübt. Dagegen ergibt eine nur 80prozentige Ausnutzung der Reifentragfähigkeit eine Lebensdauererhöhung auf 155 Prozent. Versuche haben ergeben, daß jede halbe Atmosphäre, mit der ein Reisen zu wenig aufgevumpt ist, einen Kraftstoffmehrbrauch von 6 Prozent verursacht. Das ist wirklich Grund genug für den Kraftfahrer, ständig und peinlichst auf den richtigen Luftdruck zu achten. Der Feuerreiter, die gern gelesene illustrierte Wochenschrift. den Bestellern mit der heutigen Ausgabe Herner Anzeigers ins Haus gebracht. Wer eine Woche lang Malzkaffee getrunken hat, der bleibt dabei! Nr. 152(Drittes Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 2. Juli 1938 • „Et gaiht nix uöwer de Gemütlichkeit.“ Heute Schießlwettkampf ab 10 Uhr morgens auf dem Schießlltand an der Bergltraße. Abends Krönungsteier im Feitzelt.— Morgen um 15 Uhr Antreten zum Feitzug. Anlchließend Schützenball. Die Festfolge: Samstag, den 2. Juli 1938: 10—18 Uhr Schießwettkampf um den Meistertitel im Unterkreis Herne auf dem Schießstand an der Bergstraße. Teilnahmeberechtigt sind alle Schützen, die an der diesjährigen Vereinsmeisterschaft teilgenommen haben. 20 Uhr Krönungsfeier im Festzelt auf dem Schützenplatz und Ehrung der Sieger aus den diesjährigen Schießwettkämpfen innerhalb des Unterkreises Herne, danach Schützenball. Sonntag. den 3. Juli 1938: 15 Uhr Antreten auf dem Adolf-Hitler-Platz, Stärkemeldung an den Unterkreisführer, Jahnenweihe, hiernach Festzug durch die Stadt, anschließend Schützenball im Festzelt. Montag, den 4. Juli 1938: 15 Uhr Kaffeetrinken im Festzelt, 20 Uhr Schützenball und Ausklang. Wir weisen nochmals darauf hin, daß heute abend um 19.30 Uhr die Kompagnien des Bürgerschützenvereins Alt-Herne vor ihren Kompagnielokalen zwecks Abholung des Königspaares anzutreten haben. Für die bereits gestern von uns angekündigte Kuchenschlacht, zu der am Montag nachmittag die 235 Kinder aus Wien, ferner die vom kath. Waisenhaus und evgl. Kinderheim, Gräffstraße, als Gäste der Königin eingeladen sind, werden die Pflegeltern der OstmarkKinder gebeten, die Ausweiskarten unbedingt mitzubringen. Flaggen heraus! Anläßlich des großen Schützen- und Volksfestes, das weit über den Rahmen der Stadt Bedeutung hat, wird gebeten, die Straßen zu schmücken und die Häuser zu beflaggen. Der Festzug nimmt folgenden Weg: Ab Adolf-Hitler-Platz zur Schlageterstraße, über Bochumer, Bahnhofstraße bis Bismarckstraße, zurück Bahnhofstraße, Straße der SA zum Schützenzelt. lebe das neue Königspaar! Aus der Geschichte des Schützenwesens In all den vergangenen Jahrhunderten haben die Bewohner des Emscherlandes nur ein kärgliches Brot im Kampf mit den Widerwärtigkeiten der Natur dem Boden abringen können. Regelmäßig trat im Frühjahr und Herbst die stürmische Emscher über ihre Ufer und vernichtete Saat und Ernte. Dazu kam noch zu vielen Zeiten die Willkürherrschft derer von Strünkede. So ging hier ein stilles, kampferprobtes Volk seinen gezeichneten Weg. Aber zweimal im Jahr erwachte das Volk an der Emscher in übermäßiger Lebenslust, um den Alltag zu vergessen in der Schützenfreude. Aus den engen, mit Rasenplaggen bedeckten Hütten eilte man hinaus, um sich des Lebens zu freuen. Letzten Grund zu dieser Freude bildeten aber auch die unerschöpflichen Jagdgründe. So wurde denn die Jagd zu einer Lieblingsbeschäftigung und die Pflege des Schießsports mit größtem Fleiß betrieben. Nur einige Beispiel seien angeführt, daß das Emscherland als Paradies aller Wildarten galt. So hat der Büchsenmacher Externest noch Hirsche vor der Haustür erlegt. Der Pfarrer Schmitz von Oer erzählt in seiner Chronik, daß Hertener städtische Jäger an einem Tage des Jahres 1770 im Bruch 20 Hirsche erlegt hätten. Noch 1797 klagten die Bauern über die Wolfsplage, rotteten sich zusammen, um sie zu vernichten. Die Wolfsgruben bei Flaesheim sind noch die letzten lebendigen Zeugen für diese Tatsache. Wundert es uns da, daß der dulle Jobst von Strünkede als der„Herr der Embscher", wie er sich stolz nannte, jeden mit dem Tode drohte, den er beim Jagen im Bruch antraf. Was nützte da den Recklinghäusern der Widerspruch. Selbst, als die Aeltesten unter ihnen mit gestabten Fingern Eide leisten konnten, daß ihre Vorfahren schon das freie Jagdrecht gekannt hätten, kümmerte er sich nicht darum. Nirgendwo im Vaterlande hat der Schützenname Hubertus einen eherneren Klang als im Emscherland beessen. Bildnisse, Bildstöcke in den Wäldern, verallene Standbilder erinnern an ihn. So das Standbild des Jägers Hubertus vor den Toren der Stadt Recklinghausen und ein Bildstock in den Bladenhorter Waldungen. Zahlreiche Schützenvereine an alen Orten des Bruchs führen seinen Namen. Alle m Bereiche der Emscherburgen wohnenden han= und pannpflichtigen Bauern mußten an den Tagen der froßen Hubertusjagden dem Herrn Dienste leisten. Ueber dem Schützengut ruht seit altersher der Gedanke der Freude. Gefeiert wurde zur„Hohenmaienzeit“, jener glückhaften Zeit, da die Natur den Menschen zwingt, den Alltag zu vergessen. Immer wuchs auch mit zunehmendem Wohlstand die Volkslust in jenen Tagen. Aeußerlich zeigte es sich auch in dem erhöhten Schaugepränge der Schützen. So legten sich die Olfener Schützen die traditionellen hohen Pelzmützen zu. Die kleine Stadt Horn besitzt noch 16 Riesenschwerter und Kettenhemden. Begnügte man sich an dem festlichen Königstisch mit den münsterländischen Zinnkannen, dann legte man sich später silberne Pokale zu. So hat der Schützenverein Detmold zwei wertvolle Stücke Augsburger Arbeit aus dem 17. Jahrhundert. Zur Schützentradition gehört auch das Festzelt. Mit dem Eintreffen der Majestäten, die von den Offizieren in feierlichem Zeremoniell zum Thron geleitet wurden, begann das Zeltfest. Stets hing die Stimmung des Schützenvolkes von dem wohlwollenden Regiment des Königs ab. In unserem Herner Schützenkönig Wilhelm I. haben die Schützen des Unterkreises jenen Herrscher gefunden, den sein Volk liebt und achtet. Vom ersten Tage an haben alle seine Absicht erkannt, einen Schuß rheinischen Blutes in das Herner Schützenfest zu mischen— ein guter Gedanke. Bei dieser Gelegenheit sei auch noch erwähnt, daß der Vater unseres Schützenkönigs Wilhelm I. sogar dreimal in der Kölner Gegend das Zepter eines Schützenkönigs zur Freude seiner Untertanen zu führen verstand. Was sang und spielte man im vorigen Jahrhundert an solchen Festtagen? Mit dem alten Rheinländer: Siehste wohl, da kimmt er, lange Schritte nimmt er, siehste wohl, da kimmt er schon, der verliebte Schwiegersohn... wurde der Tanz eröffnet. Sehr gepflegt wurde der Gemeinschaftsgesang, doch kannte man in der weinseligsten Stimmung nur wehmütige Lieder. Immer ertönte das Lied:„Napoleon, du Schustergeselle", und mit besonderer Begeisterung sang man die Strophe: Schützenkönigin Hedwig (Frau Hedwig Funke) (Aufnahme: Privat) „Ach hättest du doch nicht an Rußland gedacht Und hättest mit Preußen den Frieden gemacht, Dann wärest du ja Kaiser geblieben Und hättest den allerhöchsten Thron...“ Niemals fehlte das Lied:„Bei Sedan auf der Höhe“ Wurden die Schützen gar zu übermütig, fehlte es nicht an ironisierenden Zurechtweisungen. So muß es auch bei den Amtsschützen der Herner Bauerschaft vor undenklichen Zeiten zu Ausschreitungen gekom men sein, die wohl zu nachstehendem ironischen Schützensang Veranlassung waren: „In Hiärne waß äin Schützenball, Dä ganze Verein wöhn fieftirn Mann. Ummer langsam voran, immer langsam voran, Dat dä Hiärner Schützenzog auk bie blieben kann. Un van dä ganzen fieftirn Mann kummandeern allaine 14 Mann. Ummer langsam voran usw. Dä Vuorgelstang waß witt gekälkt, Dat was van dä Hiärner Burttermiärlk. Ummer langsam voran usw. Dä Vuorgell waß äin Kappesstrunk, Unn wä ne runner schait, dat was dä graute Hallunk. Ummer langsam voran usw. Dä Krönungssaal dat was'n Fiärkelstall, Dat was da Fier vam Hiärner Schützenball. Ummer langsam voran usw. Getrunken wurde nicht das Dünnebier, ein selbstgebrautes Bier, sondern das gute Starkbier. In vorgerückter Stunde hörte man zwei alte Thekengesänge, so das„Musefallenlied“ und das Lied„vom Gruoffschmied", beginnend: „Ain Gruoffschmied sat füör siene Dür, si dat, sie dürt, sie do, Schützenkönig Wilhelm I. (Dr. Saß) (Photo=Schlüter.) Und schmöken sien Piep Tobak dofüör, si dat, si dürt, si do.“ Friedrich Hausemann. * Man erkennt gerade an diesen letzten Aufzeichnungen, daß man auch in Herne in den früheren Jahren auf seine Art Schützenfeste aufzuziehen verstand, wobei natürlich in Wort und Gesang die unverfälschte Art des Westfalen zum Ausdruck kam. Sie mag nicht immer wegen ihrer Natürlichkeit den Beifall der hier Nichtgeborenen gefunden haben, daran hat sich aber der Einheimische wenig gestört. Die zweite Strophe aus dem Westfalenlied:„Schau auf's Herz, nicht auf den Schein“ gibt nach dieser Richtung hin, ohne viele weitere Worte zu verlieren, jede sonst noch gewünschte Aufklärung. Nach diesem Rückblick aus vergangenen Tagen möchten wir in Hinsicht auf die jetzt vor uns liegenden drei Festtage noch einen Wunsch äußern. Im Augenblick, da diese Zeilen niedergelegt werden, ist die Wetterlage nicht mit rosig zu bezeichnen. Ein Bindfadenregen stärkt Wald und Flu., worüber man sich schließlich nur freuen kann, denn der Regen war nötig. Für heute, morgen und übermorgen aber den Wettergott um prächtiges Wetter anzuhalten, ist schließlich ein Versuch, der wohl von allen Hernern auf das nachdrücklichste unterstützt werden dürfte. Finden aber diese Wünsche ihre Erfüllung, dann darf mit einem schönen und frohen Verlauf des Herner Volks= und Schützenfestes 1938 gerechnet werden. König Wilhelm I. und seine Königin Hedwig im Verein mit dem Festausschuß bilden für uns die Ursachen zu dieser Behauptung. Was der Sommer bringt und brachte Stichel- und Stachelverse von Stichel=Stacheldorn. (Schluß.) 8. Sommerkleidung. Sommerzeit und Sommerkleid Eine Selbstverständlichkeit, Denn die Hitze drückt oft schwer Und die Kleidung noch viel mehr. Fort damit! Man trägt sich leicht, Möglichst hell und weiß gebleicht, Aber immer nett und schick, Möglichst dünn und niemals dick. Ja, das ist so ein Habit, Das im Sommer immer zieht. Lästig in der Sonnenglut Ist ein Filz= und Winterhut, Und ein schwerer, schwarzer Schuh Drückt im Sommer immerzu. Fort damit! Ein leichter Hut Jetzt auch seine Dienste tut, Möglichst leicht, wie nur ein Flaum Oder auf dem Bier der Schaum, Alle Schühchen jeder Art Sind jetzt hell und weiß und zart, Und man kommt im Trippelschritt Auch in solchen Schühchen mit. Wo ist nun der Pelz geblieben, Den wir nur im Winter lieben? Wo die dicken Wollkostüme Und die Mäntelungetüme? Wo die Kragen und die Mützen, Die uns vor der Kälte schützen? Wo die Stiefel junger Damen, Die die Beinchen sonst umrahmen? Das ist alles gut verstaut Und im Schranke aufgebaut, Oder es fand Aufenthalt In der nächsten Pfandanstalt. 9. Sommerhitze und Eis. Brennt die Sonne glühend heiß, Dann genießt man kühles Eis, Kühle tut dem Körper gut Und weckt neuen Lebensmut. Eis ist ein Naturprodukt, Das wohl keiner gern verschluckt, Doch vom Eismann hergestellt, Schwärmt dafür die Kinderwelt. Jedes Kindchen daran leckt, Weil das Eis so lieblich schmeckt, Doch es schmeckt noch mal so gut, Wenn man es in Hörnchen tut. Aber auch der Frauenwelt Dieses Kunstprodukt gefällt, Hinter einem Schälchen Eis Macht die Rede nicht so heiß. Hier und da sieht auch der Mann Eis als eine Kühlung an, Aber er bestellt dann schon Eine Doppelportion. Kinder kann man lecken sehn, Wenn sie durch die Straßen gehn, Große aber tun das auch, Machen oft davon Gebrauch. Wenn die Kinder so was tun, Mag das wohl auf sich beruhn, Doch sieht so ein Straßenschmaus Bei den Großen gar nicht aus. 10. Sommenschirm. Der Sonnenschirm war früher mal Ein Mittel gegen Hitzequal, Die Sonnenstrahlen fing er ein Und schützte gegen Sonnenschein. Er sah gewöhnlich zierlich aus, War bunt auch wie ein Blumenstrauß, Doch größer war er seinerzeit Wie heut' ein Schirm nach Form und Kleid. Er wurde bei dem Sonnenbrand Mit aller Vorsicht aufgespannt, Man scheute nämlich dazumal Den allzu heißen Sonnenstrahl. Bei jedem Schritt und jedem Tritt Nahm man den Schirm zum Schutze Den Kopf und damit das Gesicht(mit, Beschien die Sonne also nicht. Als Frauenprivilegium Nahm das natürlich keiner krumm, Den Männern war er ganz verhaßt Und wurde nicht mal angefaßt. Doch heut', es ist schon lange her, Benutzt man diesen Schirm nicht mehr Die Frauen denken anders nun Und haben nichts mit ihm zu tun. So geht es vielfach in der Welt, Wenn etwas uns nicht mehr gefällt, Dann sagt man wohl:„Nicht mehr modern!“ Verschwindet langsam in der Fern. 11. Sonnenbräune. O, wie ist es int'ressant, Wenn der Körper braun gebrannt! O, wie bräunt der Sonnenschein Das Gesicht und Arm und Bein! Sollte man nicht danach streben, Auch in solcher Haut zu leben? Liegt man still am Badestrand, Wird die Haut wohl braun gebrannt, Doch gehört nebst aller Ruh Immer auch Geduld dazu. Wird dann auch, wie angenommen, Wohl die Bräune sicher kommen? Liegt man still im Heidesand, Wird die Haut oft braun gebrannt, Immer aber glückt es nicht, Weil die Sonne nämlich sticht. Kann man wohl die Bräune kriegen Ohne richtig still zu liegen? Man liegt auch wohl längelang Still auf einer Gartenbank, Wartet hier auf gutes Glück Und den heißen Sonnenblick. Wird man hier den Zweck erreichen Und die Glieder bräunlich bleichen? Viele sind darauf erpicht, Daß die Sonne gründlich sticht, Damit sie auf Reise gehn Und gebräunt uns wiedersehn. Wollen diese denn auf Erden Alle Indianer werden? 12. heute beginnt das Schützenfest. Heut' beginnt das Schützenfest, Das uns alle grüßen läßt, Ladet alle Herner ein, Möglichst auch dabei zu sein. Einen König haben wir Seit dem letzten Sonntag hier, Und auch eine Königin, Die regiert in ihrem Sinn. Große Zelte, wie man schaut, Sind am Platze aufgebaut, Viele stehn und warten schon Auf den ersten Orgelton. Nunmehr geht für klein und groß Heute schon der Zauber los, Und dann folgen— wird es schwer? Noch zwei Tage hinterher. Auf dem Thron das Königspaar Ueberschaut die Schützenschar, Diese brüstet sich enorm In der Schützenunisorm. Ueberall herrscht Fröhlichkeit Auf dem Platze weit und breit, Manchmal sitzt man aber fest Schwingt die Gläser und„Prost Rest!“ Wer zuviel des Guten tut, Still in einer Ecke ruht, Sitzt allein und ist verstummt, Weil der Schädel nämlich brummt. Wer das Tanzbein schwingen kann, Macht auch mit so dann und wann, Schwebt im frohen Mut dahin Mit der schönen Partnerin. Sind die Tage dann vorbei, Stellt sich ein so allerlei, Hinterher kommt dann die Pflicht Und vielleicht ein Festbericht. 13.„Jeste“ klein geschrieben. Wenn die Schützen„feste" feiern Und den alten Brauch erneuern, Dann vergessen sie die Plagen An den frohen Schützentagen. Wenn die Schützen„feste“ schießen, Aber niemals Blut vergießen, Dann entsteht wohl die Begierde Nach der Schützenkönigswürde. Wenn die Schützen„feste" trinken Und beschwert nach Hause hinken, Dann soll nach den Festbeschwerder Alles wieder anders werden. 14. Schlußbemerkung. Mit Beginn der Sommerzeit Wartet man auf Trockenheit, Damit alles gut gerat Was gepflanzt und was gesät. Ein Gewitter ab und zu Stört auch nicht die Sommerruh, Und ein kühler Regenguß Wirkt mitunter als Genuß. Ob das Wetter uns durchnäßt An dem Herner Schützenfest? Hoffen wir auf Trockenheit: Während dieser Festlichkeit! Innen wird wohl mancher naß, Doch das liegt nur an dem Faß. Interessante Naturkunde Was ist ein Mensch wert? Ein Professor der Universität Kannion in Texas schätzt den Wert eines Menschen auf knapp— einen Dollar. Diese Taxe beruht, wie der gelehrte Sachverständige erklärt, auf nachfolgenden Erwägungen: Der Organismus eines 75 Kilo wiegenden, normal ausgewachsenen Menschen entbält: 1. Fett. welches zur Ansertigung von drei Kerzen ausreicht: 2. Wasser, welches zum Auswaschen von zwei Laken genügt: 3. Eisen. so wenig. daß es kaum zur Anfertigung eines kleinen Nagels reicht: 4. Kalk, kaum so viel. um einen Hühnerstall auszubleichen: 5. Schwefel, genügend. um einen Hund von seinen Parasiten zu befreien: 6. Zucker, kaum so viel, um ein Glas Tee zu süßen. Der Professor begab sich nach seinen Feststellungen in ein Kolonialwarengeschäft. um sich nach den Preisen der angegebenen Produkte zu erkundigen. Die Antwort lautete, daß alle aufgeführten Substanzen ungefähr einen Dollar Verkaufswert besäßen. Kraftrekorde der Pflanzenwelt. Welche unglaublichen Ansprüche an die Festigkeitsgewebe der Pflanzenwelt gestellt werden, erbellt aus einigen interessanden Tatsachen. Wir alle standen wohl schon vor einem Roggenfeld und bewunderten die Elastizität der Halme. Aus Hunderttausenden einzelner Zellen zusammengesetzt, erreicht ein Halm eine Höbe von 1500 Millimeter, obwohl der Durchmesser an seiner Basis kaum 3 Millimeter mißt. Bis zu 3000 Millimeter erheben sich die schlanken Schäfte des Pfeilrohres bei einer Grundfläche von nur 15 Millimeter Durchmesser. Die Höhe des Pfeilrohres beträgt das Zweibundertfache, die des Roggenhalmes sogar das Fünfhundertfache des Grunddurchmessers. Dabei trägt der Roggenhalm noch die schwere Aehre. Welch ein Baumeister vermag einen Schornstein zu bauen, der bei 500 Meter nur 1 Meter im Durchmesser hat? Weitere Beispiele für„Kraftrekorde“ von Pflanzen: Die Tragfähigkeit der Bastfasern kommt im allgemeinen der des besten Schmiedeeisens gleich: sie erreicht bei einzelnen Pflanzen sogar die des Stahls. Dabei ist ihre Dehnbarkeit zehn= bis fünfzehnmal größer als die des Schmiedeeisens. Ein dünner Birkenzweig kann um 10 Zentimeter in die Höhe wachsen. wenn auch ein Kilogewicht an ihm bängt. Spinnen als„Kammerjäger“. Die Annahme, daß gewisse Spinnen Wanzen töten und sich also als„Kammerjäger" betätigen, hat jetzt eine wissenschaftliche Bestätigung erfahren. Es handelt sich um eine Spinnenart. die den Namen Thanatos flavidos. „der gelbe Tod“. führt. Die autbentische Feststellung dieses Wanzenjägers geschab in dem griechischen Barackenlager Kaisariani. in dem eine lästige Wanzenplage auffallend schnell nachließ. bis sämtliche Wanzen ausgestorben waren. Der Lagerarzt vermutete, daß die vielen Spinnen, die in den Ritzen der Barackenwände lebten. damit in Zusammenhang standen. Gemeinsam mit einem Zoologen schickte er einige der Spinnen. in Glasröhrchen verpackt durch Luftvost an die Biologische Reichsanstalt für Land= und Forstwirtschaft in Berlin=Dahlem. Hier beobachtete man nun, daß diese Spinnen sich mit wahrem Heißbunger auf Bettwanzen stürzen, während sonstige sette Insektenbissen verschmäht wurden.„Der gelbe Tod“ schlägt sofort seine Giftzähne ein und saugt die Wanzen aus! Für Menschen ist diese Spinnenart unschädlich. Kohlen als Dünger. Rumänische Bauern haben eine Metbode entdeckt, um ihre Baumwolle mindestens einen Monat früher als bisber reifen zu lassen. Sie benutzen Kohle, um die Baumwollpflanzen zu erwärmen, ohne jedoch die Kohle zu verbrennen. Die Gewinnung von Hitze aus kalter Kohle beruht auf der physikalischen Tatsache, daß dunkle Gegenstärde Wörmestrahlen besser absorbieren als helle. Die Dauern streuen einfach Kohlenstaub leicht über ihre Felder, etwa einen Zentner pro Morgen. Die dunkle Oberfläche des Bodens absorbiert nun während des Tages die Sonnenwärme weit besser als sonst und bewirkt hierdurch ein schnelleres Wachsen und Reisen der Baumwolle. Verdient der Golfstrom seinen Namen? Ozeanographische Untersuchungen im Golf von Mexiko. die vor einiger Zeit von einer Expedition der PaleUniversität gemacht wurden, sollen zu dem Ergebnis geführt haben, daß der Golfstrom nicht, wie man bisher annahm, im Golf von Mexiko seinen Ursprung hat, sondern von der Karibischen See seinen Ausgang nimmt. Der Beweis soll dadurch geführt worden sein, daß man sowohl das Wasser des Golis von Mexiko als auch das der Karibischen See analysierte und mit dem des Golfstromes verglich. Hierbei zeigte sich, daß das Wasser des Golfstromes mit dem der Karibischen See völlig übereinstimmte, während das des Golfs von Mexiko eine ganz andere Zusammensetzung hatte. Es wurde sich demnach die Frage erbeben, ob der Golfstrom seinen Namen verdient oder ob man ihn nicht besser in„Karibischer Strom" umtaufen sollte. Afrika ist tierreicher geworden. Nach einem Bericht des Jagddirektors im afrikanischen Uganda=Gebiet sind die ersten Erfolge der Tierschutzbewegung in diesem nördlich des Vittoriasees gelegenen Land zu verzeichnen. Der Bestand an großen Tieren ist heute mindestens doppelt so groß wie vor 25 Jahren. Die Erhaltung des Elefanten ist gesichert. Die Nilvferdberden sind an Stärke und Zahl gewachsen, und der Büffel hat sein Feld behauptet. Auch die Löwen sind in großer Menge vorhanden und stellenweise sehr angriffslustig. Der LandschinkenDas Telephon schrillte. Lange und laut. Richard schreckte auf, ermunterte sich rasch, ging an den Schreibtisch, nahm den Hörer ab und sagte:„Hallo!" „Edgar.“ fragte eine weiche Frauenstimme.„lieber Edgar. bist du da?“ Richard spitzte die Lipven, lächelte dann leise, wurde vollends munter und antwortete verhalten:„Ja, mein Liebling, was ist denn los?“ Und weich und überzeugend die Frauenstimme: „Ich habe mir alles noch einmal überlegt. Edgar. es hat keinen Zweck. wir passen doch nicht zusammen, dich reizt mein Aeußeres, es gefällt dir, dich mit mir zeigen zu können, aber nach meiner Seele fragst du nicht. Ich bin nicht feige, weil ich dir diesen Entschluß nur telephonisch mitteile, nein. ich will mich gern noch einmal mit dir treffen, ich will es dir gern Auge in Auge sagen. daß wir uns trennen müssen. Ich werde dich gern heute abend um acht Uhr Luisendenkmal erwarten.— Willst du dich also noch einmal mit deiner Lolott treffen... oder wollen wir uns hier am Telephon doch endgültig Lebewohl sagen?“ „Ich komme. Lolott!" flüsterte Richard und dachte gar nicht daran, Lolott über diese Falschverbindung aufzuklären. Richard legte den Hörer zurück, streckte sich wieder auf die Couch. zündete eine Zigarette an. sah dem blauen Rauch nachdenklich nach und stellte sich vor, wie er abends um acht Uhr an dem Luisendenkmal mit jener Lolott zusammentreffen würde, mit einer vermutlich fabelhaften Frau. schlank und elegant, rassig und mon, dän. trotzdem mit Seele und innerer Kultur, dunkelbraune Haare würde sie haben, ins Kupfrige schillernd. ein schmales Gesicht, prachtvolle Zähne, die gerne lachen, tiefe Augen. die verbrennen, jedenfalls Aber ausgerechnet um acht Uhr sollte er bei Hede sein. Das liebe Mädel hatte so gebettelt, daß er doch endlich wieder einmal zum Abendbrot kommen sollte, Landschinken. Landbrot. ungesalzene Butter würde es geben, so ganz und gar sein Spezialabendgericht. Mit Hede war er nun über ein Jahr herzlich bekannt, ja. sie waren sich eigentlich darüber einig, daß sie sich beiraten würden, er war Reklamezeichner. Hede war Musternäherin, sie paßten vortrefflich zueinander. Er sah auf die Uhr: es war sechs durch. Bis zum Park konnte er laufen, ging er langsam, dann brauchte er eine Stunde vielleicht. Man konnte sich schon anziehn, erst unter die Brause. dann noch die Hände. die Finger etwas nachmaniküren, das dunkelblaue Sporthemd. dazu die hellblauen Binder mit den weißen Mustern, Jakett überm Arm... und er begann sich anzuziehen, mit aller Liebe, dazwischen summte er die Melodie: Die Gorillas, deren Zahl bis auf erwa 30 Stück zusammengeschmolzen war, habon sich wieder bis auf 80 vermehrt. Das Geheimnis der Glühwürmchen. Die Glühwürmchen oder— richtiger gesagt— Glühkäfer erzeugen ihr Licht in besonderen Leuchtdrüsen. die sich an ihrem Hinterleib befinden. Durch einen bis jetzt noch nicht aufgeklärten Mechanismus sind sie imstande. willkürlich ihren Leuchtapparat einzuschalten oder zum Erlöschen zu bringen. Daß sich die Geschlechter gegenseitig durch Lichtsignale anlocken, wurde jetzt durch folgenden Versuch nachgewiesen. Man brachte von zwei weiblichen Glühkäfern den einen in einen vorösen Pappkarton, den anderen in eine hermetisch verschlossene Glasröhre. Die beiden Behälter wurden dann an verschiedenen Stellen im Grase niedergelegt. Bald zeigte sich, daß das im Pappkarton befindliche Tier von den Männchen völlig unbeachtet blieb; hieraus ergab sich. daß der Geruchsinn bei der gegenseitigen Wahrnehmung der Tiere keine Rolle svielt. Wohl aber wurde das im Glasröhrchen sitzende Tier von den vorbeifliegenden Männchen sofort bemerkt: diese gaben dem Weibchen Lichtsignale, die von ihm sofort erwidert wurden. Bald wurde die Glasröhre mit dem eingeschlossenen Weibchen von zahlreichen Männchen umschwärmt. Mit diesem Versuch ist man einem der vielen Geheimnisse, die das Glühwürmchen der Wissenschaft aufgibt, auf die Spur gekommen. „Landschinken. Landbrot und ungesalzene Butter!" Und Hede war ja wirklich ein ganz samoses Mädel. Aber gleich, er schüttelte den Kopf. steckte die Schlüssel ein, spitzte die Livven. pfiff den letzten Tonfilmschlager und ging hinunter.— Richard war schon auf halbem Wege. Komisch, je näher er dem Stelldichein kam, desto lockender dufteten Landschinken und Landbrot, desto reiner schmeckte die ungesalzene Butter. desto gemütlicher und netter konnte er sich den Abend bei Hede vorstellen. Er würde so behaglich in seinem breiten Stuhl am Fenster sitzen. bede würde ihm die Stullen zurechtmachen, die Zeitung würde zur Linken bereitliegen, zur Rechten stehen die Zigaretten in der kleinen Silberdose, aus dem Lautsorecher würde irgendwoher die Unterbaltungsmusik eintrudeln, und dazu Landbrot. Landschinken und ungesalzene Butter... Er machte plötzlich kehrt und fuhr zu Hede. Sie empfing ihn strahlend, liebevoll, sie empfing ihn herzlicher als temals, und dann fiel sie mit der Tür ins Haus. Sie wollte es ihm ja eigentlich ganz langsam beibringen, aber nun, in dieser ersten dellen Freude. konnte sie es doch nicht für sich behalten: „Du, Richard, du. ich bin Leiterin in unserer Abteilung geworden: Frau Polenz ging. ihr Mann gebt ins Ausland; du. das sind bundertfünfzig Mark im Monat mehr, du. Richard...“ und sie fiel ihm um den Hals. Und dann, als er sprachlos dastand:„Und diese häßliche Person, die Hilde, sie kommt ja nachher auch noch. also stelle dir vor. als ich ihr davon erzählte, meinte sie. daß ich dich aber auch ja genau auf Herz und Nieren prüfen sollte, denn alle Männer seien untreu; sie entlockte mir tatsächlich in der ersten Bestürzung deine Telephonnummer und sagte: Wenn dein Richard heute abend um acht Uhr bei dir ist, dann kannst du ihn beiraten, dann ist er goldecht! Du. Liebster, was bat sie denn gemacht, weißt du es, oder wollte sie mir nur einen Schreck einjagen?“ Richard kniff die Augen flüchtig zu, er legte den Zeigefinger der rechten Hand an die Schläfen und dachte laut:„Lolott...“ „Was für eine Lolott?“ Und er erzählte ihr von dem Anruf vor ungefähr drei Stunden. Und schloß mit den gewichtigen Worten:„Aber ich habe doch meine Hede, nicht wahr, für mich kommt doch so eine Lolott überbaupt nicht in Frage. Ich habe spaßhalber getan, als gehe ich auf das Abenteuer ein. Aber mit dem Augenblick. in dem ich den Hörer wieder auflegte, war der Fall Lolott für mich natürlich erledigt. Also da sitzt nun deine Freundin Hilde als Lolott am Luisendenkmal und wartet auf mich...“ Er lachte etwas unfrei auf. Hede meinte:„Darum also konnte sie vor nenn Uhr heute nicht kommen... aber du, du bist ja nicht so einer, nicht wahr, und nun komm, komm...“ Sie drückte sich ganz nahe an seine Schulter und führte ihn in das Nebenzimmer, wo schon der Abendbrottisch gedeckt war: Landschinken. Landbrot und ungesalzene Butter. Griffbereit lag die Zeitung da, stand die Silberdose mit den Zigaretten nabe. Ein berrlicher Feldblumenstrauß leuchtete in der Mitte des Tisches. Durch gute Beobachtung zum Reichtum Ideen erfolgreicher Erfinder7 Aus kleinem Ansang großer Reichtum 4 Eine Erfindung muß vor allem praktisch sein. Als man Edison eines Tages fragte, wie er eigentlich auf die vielen guten Ideen komme, wie er überhaupt auf den Gedanken gekommen sei, zu erfinden, da meinte Edison, er habe nie nach ganz großen Sensationen gestrebt, sondern sich darauf beschränkt, um sich zu blicken. Er habe bei dieser Gelegenheit beobachtet, wo es fehle und was fehle. Und dann habe er sich darangemacht. diesen Mängeln abzuhelfen. Es komme nicht auf die große Erfindung an. sondern darauf. daß durch eine Er findung einem Mangel entscheidend abgeholfen werde. Der schlagendste Beweis für die Richtigkeit dieses Ausspruchs des alten Edison ist wohl die Geschichte von der Erfindung des Fingerbuts. sofern man dem jungen Amsterdamer Goldschmied Nikolas van Benschoten aus der Kalverstraat in Amsterdam wirklich die erste Erfindung des Fingerhuts zusprechen kann. Denn es wird heute von Archäologen versichert, man habe in Assyrien und in Aegypten wahrscheinlich schon Fingerhüte gekannt. Jener Nikolas van Benschoten war ein äußerst geschickter Mann. Aber seine schwere und veinliche Arbeit wurde schlecht bezahlt. Eines Abends saß er bei seiner Braut und schaute ihr zu, wie sie nähte. Dabei stach sie sich beim Durchschieben der Nadel mehrfach in den Finger. Nikolas batte eine Idee. Er nahm mit ein wenig Wachs Maß an einem Fingerende, ging nach Hause und konnte nach wenigen Tagen seiner Braut den ersten Fingerbut bringen. Das junge Mädchen stach sich nicht mehr die Finger kaputt. Die glückliche Braut zeigte das kleine Wunder ihren Freundinnen. Alle wollten solche Fingerhüte. Bald wurden die Fingerhüte über Hollands Grenzen hinaus berühmt. Nikolas van Benschoten aber wurde zum Direktor einer gewaltigen Industrie. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich auch bei ihm durch eine gute Idee großer Reichtum. Derartige Beispiele lassen sich in großer Zahl beibringen. Da fuhr eine Frau jeden Tag mit Eiern zum Markt. Und jedeswal stellte sie bei der Ankunft fest. daß eine Anzahl der Eier sich in Schmiere verwandelt hatten. Das wurde ihr schließlich zu dumm. Sie bastelte zu Hause eine Pappschachtel. die kleine Fächer aufwies. also gewissermaßen ein Abteil für jedes Ei. Die brave Eierfrau brauchte auf dem Markt keine Eierkuchen mehr zu konstatieren. Sie nahm ein Patent auf ihre Eierkästen und verdiente viel Geld damit. Ein einfacher Bauer, der für seine fünf Jungen nicht genug Schuhsohlen anschaffen konnte. machte zuerst kleine Metallplättchen, die er auf die Spitzen und auf die Hacken der Schuhe nagelte und die ihm dann nach und nach 500000 Dollar einbrachten. Millionär wurde auch der Erfinder der ersten Zitronenpresse aus Glas. Reich ist der Erfinder des ersten praktischen Schlüssels zum Oeffnen von Konservendosen geworden. Aus kleinen Ideen entwickelten sich kleine Erfindungen, die dann aber zu sehr fruchtbaren Angelegenheiten sich auswuchsen. All diese Erfinder machten die gleiche Erfahrung wie Edison, der als Millionär starb, wenn sie es vielleicht auch nicht so schön ausdrücken konnten wie er. H. K. Wissenswertes Allerlei. Bei den westindischen Inseln lebt ein Raubfisch. Istiophorus volador, der seine Beute fängt, indem er sie mit einem kräftigen Schlage mit dem schnabelartigen Vorsprung an seinem oberen Maul betäubt. Wenn die Beute auf diese Weise wehrlos gemacht wurde, wartet der Raubfisch immer noch einige Sekunden, ehe er sie verschlingt. Erzählung von Walter Schimmel=Falkenau. Wenn au noch eine Jante kasr.... Runtnsmmnmmmnnn Roman von M. v. SAWERSKY Copyright dy Verlag Oskar Meister Werdau I. Sa. 13. Fortsetzung. Die Perle lachte. „Na. die versteht's! Die will sich ja bloß vor den aufgewärmten Koteletten drücken. Aber nett ist sie doch.“ In diesem Augenblick ging das Telephon. Es war Willibald Hase. Beste gnädige Frau. warten Sie bitte nicht mit dem Essen auf mich. Ich habe einen Kollegen getroffen. Wir wollen etwas Wichtiges besprechen. Sie verstehen...“ Die Majorin verstand bloß, daß niemand heimkam. Ehe sie antworten konnte, hatte der Kavellmeister abgehängt. „Wo Lilo nur bleibt?“ zerbrach sie sich den Kopf. „Vielleicht speist sie mit Herrn Roland?“ mutmaßte die scharfsinnige Meta. „Auf Fräulein Lilo warten wir nicht!“ platzte Alma jetzt der Geduldsfaden.„Ich trage auf und dann wird gegessen. Mir hängt der Magen schon ganz schief, und die Damen sehen auch halbverhungert aus.“ Zu anderer Zeit hätte Amanda Habermann ihrer Perle solche Rede scharf verwiesen, doch der erste Tag ihrer Pension hatte sie mürbe gemacht. Sie setzte sich mit ihrer Schwester zu Tisch. und zwar in einer Laune. die auf dem Gefrierpunkt war. Als Fräulein von Krause wieder von ihrem Freunde Bache anfing. bekam sie einen erstklassigen Anschnauzer. Worauf die Mahlzeit in erhabenem Schweigen zu Ende ging. Dann kam Alma, räumte den Tisch ab und wünschte gute Nacht. Frau Habermann stieß einen Schrei aus. „Was ist denn passiert?" fragte Fräulein Meta erschrocken. „Wir können flicht zu Bett geben.“ rief die Majorin. „Ich habe verabsäumt. unsere Mieter mit Hausschlüsseln zu versorgen. Nur Lilo bat einen.“ „Nec. den hat das Fräulein vergessen, denn er liegt auf ihrem Nachttisch.“ bemerkte die Perle.„Na. dann werde ich man auf Wache ziehen. Hoffentlich trudeln die Herrschaften in den nächsten drei Stunden ein.“ In diesem Augenblick sorang Pitt. der sich bis dahin mit einem Knochen amüsiert hatte, auf die Fensterbank und jaulte. Gleichzeitig tönten von der Straße Huvensignale. Gelächter. Händeklatschen und Huhugeschrei herauf. „Da sind sie.“ sagte Meta. „Jawoll. und sie wecken das ganze Haus auf.“ schalt Alma.„Morgen hagelt's Beschwerden. Herrie. was ist denn nur los?“ Ein Svrechchor schallte durch die Nacht. Da er aus geübten Schausvielerkeblen kam und von Willtbald Hase sachgemäß dirigiert wurde. konnte man ihn hervorragend deutlich hören: „Mach mir auf das Tor. Mach mir auf das Tor. Feinsliebchen, ich will dir was sagen...“ „Ach, das ist lustig!“ freute sich Fräulein Meta.„Das gefällt mir.“ Aber der Majorin gefiel es gar nicht. Sie jagte Alma förmlich hinaus, um der ausgelassenen Gesellschaft aufzuschließen. Und dann quoll die„Theaterfiliale“ ins Zimmer. Voran Vera Grallow, dahinter Lilo zwischen Mar Roland und Willibald Hase. Alle vier waren in aufgekratzter Stimmung und von jener übersteigerten Lebendigkeit. in der Künstler sich oft nach einer Nervenarbeit befinden. Sie lachten und schwatzten durcheinander. Bloß Mar Roland war mürrisch. Er hatte Lilo nach Theaterschluß für sich allein haben wollen. aber Willibald Hase war einfach mitgekommen. Vera Grallow drückte der Maiorin einen angewelkten Blumenstrauß nebst großer Konfektschachtel in den Arm und sang: „Ich bin klein. Mein Herz ist rein. Und niemand darf mir böse sein...“ Willibald Hase fiel auf die Knie. hielt Frau Habermann zwei Weinflaschen entgegen und verkündete: „Mare. der Dichterling. hat auch noch zwei Pullen!“ Dann sprang er auf. rannte zum Flügel und donnerte den Einzug auf die Wartburg in die Gegend. „Seien Sie still.“ flehte die Majorin.„wir haben etwas empfindliche Nachbarn!“ Ich schweige wie das berühmte Grab.“ versprach Willibald und brach die musikalische Produktion ab „Nun seiern wir Einstand. gnädige Frau. So gänzlich trocken kann doch unser Einzug in Ihr Heim nicht vorbeigeben. Wo sind die Gläser?" Alma hatte sie schon auf den Tisch gestellt. Die Lebhaftigkeit der anderen wirkte ansteckend. Frau Habermanns Müdigkeit war verflogen. Von Meta ganz zu schweigen. Die war einfach hingerissen. Das war das heitere Künstlervölkchen, wie es im Buche stand und wie sie es sich erträumt hatte. Sie trank drei Gläser Wein hintereinander. Das war in den letzten zwanzig Jahren nicht norgekommen und darum kriegte sie einen Schwins. Der Schwins fevorte sie an eine literarische Konversotion vom Stavel zu lassen. Netas Erinnerungen bewegten sich um die seliee Birch=Pfeiffer und ähnliche Größen. Mar Roland erklärte diese Herrschaften für„alte Schinken". Das nahm Fräulein von Krause, die den Dichter sowieso nicht mochte, übel. Aber sie hatte den anderen das Stichwort gegeben. Im Handumdreben war man mitten im Fachsimveln, verdammte Theaterstücke oder hob sie in den Himmel. lobte Schauspieler oder ließ kein gutes Haar an ihnen. Die Meinungen platzten heitig aufeinander. Das beitere Künstlervölkchen hatte sich heitig in der Wolle. Sogar die liebenswürdige Vera wurde scharf. Max Roland sprang auf. „Man muß der Welt etwas noch nie Dagewesenes bringen!“ schrie er.„Mein neues Stück wird die Menschheit aufrütteln. Tränen werden fließen.“ „Herrie. ich denke es wird eine Posse. in der ein Schlager von mir vorkommt?" fragte Willibald Hase. „Fällt mir gar nicht ein! Ich bringe etwas Ernstes. das die Leute erschüttern soll.“ „Ein Schmarrn, mein Lieber! Die Leute wollen lachen.“ „Das ist der Standpunkt eines Harlekins!“ „Was!?“ Roland und Hase. der Dichter und der Komponist. standen sich wie Kampfhähne gegenüber. Die gemütvolle Lilo kniff die Augen zusammen und beguckte sich die beiden amüsiert. „Mir ist's auch lieber, wenn die Leute lachen, statt zu weinen, lieber Max Roland.“ sagte sie. Vera machte dem Streit ein Ende. „Schluß mit dem Kram!" rief sie.„Ich trinke dies Glas auf das Wohl der Pension Habermann. Und da steht ja Alma. des Hauses Perle, mit trockenem Munde. Holen Sie sich auch ein Glas, meine Gute.“ Wirklich war Alma im Zimmer geblieben, völlig hingerissen von dem ungewohnten Trubel und dem Gehaben des Künstlervölschens. Die Majorin wurde böse. „Was treiben Sie denn noch hier? Geben Sie sofort zu Bett!" „Aber nicht ohne einen Schluck Wein.“ sagte Vera Grallow. „Na. denn Prösterchen.“ meinte Alma vergnügt und stieß mit der„netten“. Dame an, ebe sie sich trollte.— Um drei Uhr morgens sank Amanda Habermann auf ihr Lager. Ihre Schläfen hämmerten, ihre Pulse flogen. Ihrer talentierten Tochter war es wirklich gelungen. „Leben in die Bude“ zu bringen. Mehr als der Majorin im Augenblick lieb war! Wenn sie daran dachte, daß morgen ein weiterer Gast. Herr Gottlieb von Bache, eintreffen sollte, bekam sie Alvdrücken. Vielleicht verspätete sich der Gute doch? Aber Herr von Bache dachte gar nicht daran. Er rollte in diesem Augenblick mit der Höchstgeschwindigkeit, die ein Bummelzug hergeben kann. der Hauptstadt zu. Den Brief seiner Freundin hatte er als Wink des Schicksals betrachtet, sofort die Koffer gepackt und seine Zelte abgebrochen. Aber nicht Meta von Krauses holdselige Erscheinung zog ihn stadtwärts. O nein! Der Magnet war eine Kakteenausstellung, die dort stattjand. Gottlieb von Bache war nämlich ein großer Liebhaber dieser stachligen Gewächse und. im bescheidenen Sinne. auch Züchter. Eine Kreuzung zwischen Greisenhaupt und Warzenkugel zustandezubringen, war der Traum seiner schlaflosen Nächte. Ihm schwebte da, etwas unklar allerdings. eine Knopfpfropfung vor, über die er sich mit Sachverständigen beraten wollte. Gelang die Sache. so würde ein neues Stachelmonstrum in die Botanik eingehen. Es sollte dann den Namen„Bacheanum vikadores" erhalten. Herr von Bache war so in seine vieksigen Ideen versponnen, daß er beinahe übers Ziel hinausgefahren wäre. Ein freundlicher Schaffner beförderte ihn samt seinem sonderbaren Geväck hinaus. Eine Taxe nahm ihn auf und setzte ihn neben dem Habermannschen Hause ab. denn der zerstreute Kakteenfreund hatte dem Chauffeur eine falsche Hausnummer genannt. Da stand er auf dem Pflaster, umgeben von eine Reisekorb. vielen Pappschachteln und einem seltsame Gestell, das an einen großen Eierständer erinnerte. Nu saßen in den Löchern nicht die nützlichen Produkte fleißiger Hennen, sondern Kakteentöpfe. Herr von Bache hatte nämlich die Häupter seiner Lieben in den Behälter gesperrt und mit auf Reisen genommen. Ein Hauswart segte in dieser grauen Morgenstunde den Gebsteig. Er unterbrach seine Tätigkeit, um den Kakteenbauer zu betrachten. „Wo wollen Sie'n damit hin?“ fragte er mitleidig. „Zu Frau Major Habermann. Bin ich hier richtio?“ In diesem Augenblick erschien Alma mit Milchkanne und Brötchenkorb auf dem Plan. „Mächen.“ sagte der Hauswart vorwurfsvoll.„du hast mir doch erzählt, daß ihr'ne Pension aufmacht. Haste das nich mit nem Grünzeugladen verwechselt?" würdigte diesem Verdacht keiner Antwort. sondern musterte Gottlieb von Bache samt seinem Geväck. Sie erkannte voll Scharfsinn, daß sie in dem mageren Herrn, der so lang wie der Tag vor Johanni war, Fräulein von Krauses oft genannten Freund vor sich habe „Na. dann kommen Sie man mit.“ sagte sie seufzend. „aber machen Sie leise. Bei uns schläft noch alles.“ Aber das stimmte nicht. Meta von Krause war bereits auf. In einen schönen roten Stevprock gehüllt, stand sie am Herd und bereitete sich einen Wasserkakao, was Alma stets beitig kränkte. Die Küche war ihr Königreich. und wer darin hantierte, fiel für sie unter die häßliche Kategorie der„Tövpelieker Fräulein Meta begrüßte ihren Freund mit großem Wortschwall, vielen Fragen und neckischen Quieksern. Sie wollte wissen, ob er schon gefrühstückt habe oder bungrig set. Da Herr von Bache das erstere verneinte und das etztere bejahte, führte sie ihn kurzweg in die Küche und do„relutao und frische Brötchen auf. Eigentlich war das fürs erste Auftreten eines Pensionsgaues Lein, würdiger Ort. aver„Kakteangottlieb“, wie Bache bei seinen Bekannten hieß, nahm's nicht so gene#l. (Fortietzung folgt) * Für den Jonntan nm- chhe L Illustrierte Unterhaltungs-Beilage des Herner Anzelgers Die letzte Fahrt Von GERTRUD PAPENDICK Als es mit Jaro Szagory zu Ende ging, heulte der Hund die ganze Nacht zwischen den engen Wänden des Hofeo. Der Zigeuner Pawel ging hinaus, um ihn m den Schuppen zu sperren. Aber er sah in dem schwachen Ikondlicht nur ein gespenstisches Wesen, oas nuic gesträubten Haaren knurrend zurückwich, das zu einem huschenden Schatten wurde und sich in einer dunklen Ecke plötzlich in Nichts auflöste. Das Heulen aber, das jäh verstummt war, begann von neuem. „Du Biest“, schimpfte der Zigeuner. Aber er schlug doch zur Sicherheit ein Kreuz. Denn man wußte wohl, wer in dieser NTacht umging. Drin in der Kammer saß der Alte auf dem elenden Bett, ei Gerippe, mn dem noch Leben war. Er saß auf#echt; er konnte nicht liegen, er konnte nicht sprechen, #er hatre keinen Atem mehr. Seine Augen standen offen, aber sie harten keinen Blick, und seine dürren, onnklen Hände fuhren immer wieder in verzweifelter Hast an der kahlen Wand dahin als wollte er sie fortschieben. „Gib ihm Wasser, Bertha“, sagte Pawel. Doch das Weib, das in der Ecke auf einer Kiste hockte, schüttelte nur den Kopf. Draußen klagte der Hund, und in dem elenden Loch, das eines großen Fürsten letzte Wohnung war, begann von neuem das dumpfe, langgezogene Stöhnen, das in Abständen aufstieg zu einem wilden, schrillen Laut und wieder hinabsank und in der Tiefe verrollte. Hundert Jahre war Szagory alt und vielleicht noch älter, niemand wußte es. Denn er war vor allen andern dagewesen, seine Anfänge reichten zurück in die Vergangenheit, die längst versunken war, und die niemand mehr kannte. Er hatte die großen Zeiten seines Volkes gesehen, und die Grenzen der Staaten waren in der Weite seiner Herrschaft ein Spott und ein Gelächter gewesen. Durch die Steppen Ungarns war er gezogen und südwärte über die Donau, durch die slawischen Balkanländer und bis zur Pforte Asiens. Der Thron seiner Herrschaft stand überall, wo seine Pferde von dem lebendigen Wasser der Erde tranken. Das Königtum Jaro Szagorve ging zu Ende in den Baracken der Wasservorstadt. Es war vorbei mit dem freien Herrentum oer Zigenner; ihre Zeit war unter gegangen. Die Welt hatte keinen Raum und keine Duldung mehr für sie. Am Rande der großen Stadt, weit draußen und ab seits, wo sich nach Osten die große Ebene öffnet, stand ein Haufen alter, schmutziger Baracken. Hier war es, wo man sie wohnen ließ. Es waren ihrer vielleicht zweihundert alles in allem, mehr waren es nicht, ein armseliger Rest, bestimmt für den Unter gang: zweihundert nur, und doch gab das ein ganzes Volk voll Unruhe, Leidenschaft und Bedrohung. Sie waren gut untergebracht, sollte man denken, sie konnten zufrieden sein. Sie hatten hier mit all ihrer Sippe, mit den vielen, vielen Kindern und dem bißchen armseligen Hausrat mehr Platz als in den Wagen, mit denen sie einst über die Erde gezogen waren. Aber oas rollende Rad und die knarrende Achse hatten das Lied ihrer Wanderung gesungen; das Bett der Freiheit deckte der Himmel, und der Tisch der Erde war weit und groß gewesen. Und wenn einer unter ihnen zum Sterben kam, dann brach durch die geborstene Form die Qual der ewig wandernden Unruhe. Als der Morgen kam, nahm Pawel die Mütze und ging hinaus. Die Welt war still und grau, ein unbewegter Himmel stand über den Dächern.„Komm, Goy“, sagte er. Er gab dem Hund zu trinken und machte ihn fest. Sie hatten gewartet auf den Tod, die ganze Nacht; aber der Tod kam nicht. Der Alte starb nicht. Und doch, seine Zeit war um. Gie waren sich alle eins, daß es nun ein Ende haben sollte mit ihm. Wozu war er noch auf der Welt,— er war ein Druck und eine Last auf ihren Seelen. Der Zigenner Pawel machte sich auf und ging hinaus in den Morgen, er schritt über die Grabenbrücke und über den Eisernen Weg: er kam an den(trom. Das Wasser zoa trage und dunkel dahin, kein Mensch ging des Weges, die Fenster jenseits des Ufers blickten tot, doch boch über ihnen schimmerten im ersten Licht die bronzenen Türme der Herz=Jesu=Kirche. Pawel wußte wohl, was er tat. Er ging und holte Priester. Denn Zigenner, die sie waren, unausrott*bar und ewig, man hatte gute katholische Christen aus ihnen gemacht damals, als die Obrigkeit unternahm, sie staatshörig und seßzhaft werden zu lassen. Es gehörte zur Ordnung. Der Zigenner Pawel stand zögernd vor der Tür des Pforramts. Es war das letzte Mittel, das er wußte. Der Priester, der mit Gott im Bunde stand oder von ihm eingesetzt war'— es war wohl so, daß das eine Macht gab, die man nicht begriff— vielleicht vermochte er dem Alten zuzureden, daß er es nun aufgab: Leben, Erde und Herrschaft. Pawel faßte sich ein Herz und zog an dem weißen Klingelgriff. Die Magd, die ihm öffnete, schlug die Tür wieder zu und ließ ihn draußen stehen. Den Zigenner faßte der Zorn, und er läutete weiter, läutete, bis der junge Kaplan selber kam und ihm aufmachte. „Herr“, sagte Pawel mit seiner tiefen, verdrossenen Stimme,„kommt, wir brauchen einen Priester. Der Alte stirbt.“ Und oer Pfarrer macht sich auf und ging mit ihm, um dem alten Zigennerfürsten den Trost der Kirche zu reichen. Wer kann sagen, was Jaro Szagory dachte, der den Geweihten des Herrn mit seinen uralten Raubvogelangen ansah. Er war still geworden; er sprach nicht und rührte sich nicht. Vielleicht wußte er von allem nichts mehr. ar Doch um Mittag kam die Unruhe wieder; sie wuche auf den Abeno zu rasender Angst, sie schlug und krallte Locher in die bruchige Wand und erfüllte die enge Kammer mit den Lauten einer wilden, irren Ret. Das Weib hielt die Hände vor die Obren und schrie. Doch der Piqmmner Dawel stand uumm und autmerksam ab9 4.— * Die Ruderzeit beginnt ∆ Photo Seidenstücker (Deike-Mater) dem Bett; er hielt den starren Blick auf die Wand gerichtet und lauschte. Jetzt hörte er es, jetzt wußte er, was es war. Er faßte die tobenden braunen Hände des Alten zusammen und hielt sie fest:„Sei still, Alter, wir werden es tun. Du sollst deine Ruhe haben. Wir fahren.“ Er ging hinaus und holte sie zusammen. Er ging von Tür zu Tür und sagte es ihnen. Als der Ilkorgen kam, standen die Wagen bereit. Sieben Wagen waren es und kräftige Pferde, dreiundvierzig Menschen— Männer, Weiber und Kinder. Es war ein Stamm, der aufstand zu wandern. Dann kam Bertha und packte Bettkissen in das Stroh ihres Wagens. Sie holten den Alten aus seiner Kammer; sie trugen ihn heraus und betteten ihn behnt sam und sorglich. Dann brachen sie auf. Sie fuhren hinaus aus dem Barackenlager; sie kamen durch die letzten, dürftigen Vorstadtstraßen und über die Türkenbrücke, Wagen hinter Wagen, ein langer Zug. Die Menschen blieben stehen und starrten sie an, lange war das nicht mehr gewesen— die Zigenner wanderten, ein ganzer Stamm; man wußte nicht, was das sollte, vielleicht bedeutete es Hungersnot oder Krankheit oder Krieg. Der Zigeuner Pawel fuhr den vordersten Wagen, der Hund Goy lief nebenher. Sie kamen hinaus in das flache Land: es ging durch Städte und Dörfer; sie machten halt, und sie zogen weiter und kamen in den Wald. Gie brachen wieder auf und ließen den Wald hinter sich; sie zogen weiter nach Osten, immer nach Osten; die Ebene tat sich auf, groß und weit, und über ihnen und um sie war der unendliche Himmel. Gie zogen in den Abend und fanden vor einem Heidedorf einen Platz für die Nacht. Sie strängten die Pferde ab und richteten sich ein: sie fütterten und aßen, um die Feuer ging vas Gemurmel ihrer Stimmen und Gelächter, Gefiedel und Gesang. Sie hatten den Alten vergessen, der im Stroh des Wagens lag, unter dem Plan. Er war still geworden; seine Seele war auf der Fahrt. Sie zogen drei Tage lang durch die Welt; ihre Räder rollten durch Sand und Ioor, über den Heideboden, der keine Wege mehr hatte, der keine Dörfer mehr trug; ihre Räder rollten durch die alte, die herrliche Freiheit — wer konnte sie halten— ihre Räder rollten dahin in die Ewvigkeit. Am vierten MTorgen ging die Sonne fern und rot über dem Rand der Steppe auf. Der Himmel war klar und kalt, und es wehte eisig von Osten her über das unendliche, einsame Land, in dem das Zigeunerlager, Wagen bei Wagen, nur ein verlorenes Häuflein war. Pawel stieg steifbeinig über das Rad herunter und reckte sich in den Gliedern: er schlug frostelnd die Arme um sich. Kalt war es, verdammt! Er suchte nach seiner Pfeife und setzte sie in Brand. Dann pfiff er dem Hund. Er sah sich um.„He, Goy!“ Aber der Hund Goy saß still im Stroh des Wagens; er saß neben dem Alten. Der Hund Goy hielt Wache. Jaro Szagory war tot. Er war schon kalt; er war in der Nacht gestorben. Pawel drückte ihm die Augen zu und deckte ein Tuch darüber; es durfte nicht sein, daß die Sonne in eines toten Zigenners Augen schien. Seine Seele fand dann nicht Ruhe, und sein Fluch traf den Stamm. Sie fuhren noch bis zum Abend weiter, dann kehrten sie um. Sie kamen zurück zu der großen Stadt und richteten ein großes, ein christliches Begräbnis. Sie feierten ein Leichenbegängnis, das eines großen Fürsten wahrhaftig würdig war. Es begann mit Trauer, mit Litanei und Gebet, mit dem lauten Webklagen eines ganzen verwaisten Stammes; es endete mit Lärm und einer großen fröhlichen Betrunkenheit. Jaro Szagory wurde begraben auf dem alten katholischen Friedhof, der weit draußen liegt, auf der Höhe über dem Strom. Der Blick gebt von dort über den breiten Wasserlauf hinüber zu den vielen Türmen der Stadt, die aus dem Häusergewirr aufsteigen in die Freiheit des Himmels; er geht nach Osten in die Ebene hinaus, und immerdar rollen die Räder der Sehnsucht in die Unendlichkeit. Ein stiller Sommertag in der Helde 964 4408 (Seberl-M) Kleine Schwächen sroßer Männer Pünktlich. ufeland, der große Arzt und Gelehrte, galt als sehr zerstreut. Als er einmal zu Beginn einer Vorlesung in Jena in die rechte Westentasche faßte, um nach der Uhr zu sehen, entdeckte er, daß er diese vermutlich vergessen habe.„Ach“, wandie er sich an den Pedell, „haben(die doch die Freundlichkeit und holen Sie mir meine Taschenuhr aus meiner Wohnung. Wenn Sie sich beeilen“— und er griff abermals in die Westentasche und diesmal in die linke, zog die Uhr heraus une sah nach der Zeit—„dann können(#e punkt halb neil zurück sein!“ Schade Lessing konnte Anfängern gegenüber sehr sarkastisch werden. Kam da einmal ein junger Ikann zu ihm, der sich für einen Dichter hielt, und gab ihm einige seiner gereimten Werke zur Begutachtung. Als Lessing gelesen hatte, fragte er:„Haben(ie diese Gedichte wirklich selber gemacht?“ „Ja“, antwortete strahlend der Dichterling. Worauf Lessing bedauernd feststellte:„Schade, damie entfällt auch die letzte Moglichkeit zu einer Entschuleigung!“ Schlechter Geschmack. Dr. William George, der berühmte englische Arzt, hing mir geradezu abgöttischer Liebe an seiner reichlich nervösen und oft zanksüchtigen Frau. Einmal hatte er zum Geburtstage seiner Gattin zahlreiche Gäste geladen. Frau George besichtigte die Geschenke ihres Ilkannes, fand an allei etwas herumzumakeln und sagte: „Du bist ein guter Mensch, William, aber eine chwäche hast du doch, und das ist dein Geschmack. (5tets wählst du das Schlechteste, was überhaupt aufzustobern ist.“ „Ich gebe es gerne zu“, erwiderte der Hausharr mit zärtlichem Lächeln,„aber bei dir habe ich erst damie angefangen, mein Kind!“ Friedrich der Große und der Arze. Friedrich der Große liebte es, Leute, die sich gern gar zu wichtig vorkamen, durch bissige Bemerkungen in Verlegenheit zu bringen. Einmal stellte er an einen bekannten Chirurgen die Frage:„Na, wieviel Ilkeuschen hat er bei seinem blutigen Handwerk denn schon unter die Erde gebracht?— Worauf der Arzt lächelnd erwiderte:„Etwa ein Tausendstel der Zahl, die Ew. 9Najestät dorthin befördert haben.“ Briefe im Zorn Von JULIUS KREIS (oll man im Zorn Briefe schreiben? Darauf wird jeder weise Seelenarzt und erfahrene Berater mit einem lant schallenden Ja! antworken. Briefe, so richtig mit allem Gift und Groll des Augenblicks geladen, mit allem akuten Aerger über nicht gehaltene Versprechungen, vernommene Verleumdungen, übermittelte Kränkungen, über schlechte Kritiken, leichtfertige oder treulose Geliebte, verpatzte Aktionen— oh, wie erleichtern sie unser hochgespanntes, affektgeladenes Gemüt! Wie ein holdes Ranschgift lindern sie bredelnde Wut, bohrenden Grimm. INan wähle glattes, möglichst holzfreies Papier zu diesem Brief, daß kein mechanisches Hindernis den Lavafluß unserer Worte aufhält, die aus dem Vulkan unseres verletzten Herzens emporquellen. Die ersten zwei Seiten mögen einem hemmungslosen Ausbruch vorbehalten sein. Schreibe wie du sprichst, unmittelbar, nachdem on die Kränkung oder Enttäuschung erfahren hast. Sollte bei selteneren und ausgesucht ehrenrührigen Wortern dir die richtige Schreibweise nicht gegenwärtig sein, so blättere nicht im Orthographie=Lexikon. Ee hält nur auf. An markigen Stellen lasse einen dicken Tintenklecks zurück, als Zeichen besonderer Verachtung. Die nächsten zwei Seiten können überlegten und ausgewählten In jurien vorbehalten bleiben. Feinsinnige Vergleiche audem Tierreich, aus der Welt obskurer Körperteile, aus dem Bereich sombolischer Redensarten und volkstum licher Wendungen mögen deinen Feind wie die Pfeile der Banderillos verwunden und reizen. Rollen auf den ersten zwei Seiten deine Worte naturhaft kräftig, ungebändigt, eruptiv, so liegt im zweiten Teil deines Briefes der Reiz, die Hiebe gramatikalisch und orthographisch einwandfrei zu gestalten, ja, sie mit einer gewissen Liebe zu ziselieren, Meisterwerke kränkender und ätzender Wort=Kleinplastik zu schaffen. Im dritten und letzten Teil deiner Epistel magst du alle Hoffnungen und Wünsche zusammenfassen, die dich um das Wohlergehen des Adressaten bewegen. Ist der Brief fertig, so lese ihn noch einmal sorgfältig durch und hebe besonders gravierende Worte durch dicke Unterstreichung hervor. Deinem Ermessen sei er anheimgestellt, den Brief einem vertrauten Gatten oder Freund vorzulesen und alle Beschwörungen um Milderung von Form und Inhalt mit einem kalt gransam lächelnden Kopfschütteln abzutnn. Run gib den Brief in den Umschlag, schreibe die Adresse lesbar und genan darauf und versehe ihn— denn anderes wäre taktlos— mit einer Ilkarke. Dann trägst du dein Schreiben zum nächsten Briefkasten, schiebst ihn den Schlitz und— ziehst von wieder zurück. MNorgen! O nein— nicht aus(eigheit. Sondern vielleicht fällt uns noch was besonders Kräftiges, Duftiges für den Gegner ein. Aorgen ist dein Zorn nur mehr ein Zehntel von heute, und übermorgen wunderst du dich, wenn on deinen zerknitterten Brief in der Rocktasche findest, wie man sich überhaupt so aufregen kann. Dein scharfer Brief hat dich entladen. Absenden oder nicht ist eine reine Formsache. Sorgfältig bitzelt man die unbenützte Briefmarke vom Brief herunter, er liegt vielleicht noch ein— zwei Tage auf deinem Tisch herun. Dann wirfst du ihn mit anderem Kram ins Feuer. Naach acht Tagen begegnet dir der Feind. Er sagt: „Idoren Eie mal. Die haben da durch mich, wie ich er fahre, Aerger gehabt, aber ich...“ Und du winkst großartig ab und sagst:„Ach, ich biet' Sie, nicht der Rede wert.“ Onkel Ruben Von SELMA LAGERLOF Es war einmal ver nun bald achtzig Jahren ein kleiner Junge, der auf dem Ilkarktplas mit seinem Krei sel spielte. Der kleine Junge hieß Ruben. Er war nicht mehr als drei Jahre, aber er schwenkte seine kleine Leitsche so tapfer als nur irgend einer und ließ das Kreisel schnurren, daß es eine wahre Freude war. Nun geschah es, daß der kleine Junge, so tapfer er auch war, müde davon wurde, seinen Kreisel schnurren zu lassen und sich nach einem Ruheplatz umsah. Ein solcher war nicht schwer zu finden, es gab keine Sessel oder Bänke, aber jedes Haus war mit einer Steintreppe versehen. Der kleine Ruben konnte sich nichts Besseres denken. Er war ein gewissenhaftes kleines Bürschchen. Er hatte eine ounkle Abnung, daß Illutter es nicht wollte, daß er auf fremder Leute Treppenstufen sitze. So ging er und setzte sich auf ihre eigene Steintreppe, denn sie wohnten auch am Ilkarktplatz. Diese Geufen lagen im(Schatten, und da war es richtig kalt. Der Kleine lehnte den Kopf an das Geländer, zog die Beine hinauf und fühlte sich so wohl wie nie zuvor. Ein kleines Weilchen sah er noch, wie der (onnenschein draußen über den Markt tanzte, wie Jun gen umbersprangen und Kreisel schnurrten— dann schloß er die Augen und schlummerte ein. Er schlief wohl eine ganze Stunde. Als er erwachte, war ihm nicht so wohl zumute, wie als er einschlummerte, sondern alles schien so furchtbar unbehaglich. Er lief zu INntter hinein und weinte, und Mutter sah, daß er krank war und legte ihn ins Bett. Und nach ein paar Tagen war der Knabe tot. Aber damit ist seine Geschichte nicht zu Ende. Ekam nämlich so, daß seine Mutter ihn so recht aus tiefstem Herzensgrund betrauerte, inn solch einem Schmerz, der den Jahren und dem Tode trotzt. Mutter hatte noch mehrere andere Kinder, viele Sorgen nahmen ihre Zeit und ihre Gedanken in Anspruch, aber es gab immer noch einen Raum in ihrem Sinn, wo ihr Sohn Ruben ganz ungestört hausen konnte. Und Bruder Ruben wurde für seine Brüder und (Schwestern bald ebenso lebendig wie für seine Mutter. Gie war so, daß sie alle mit ihren Augen sahen, und bald hatten sie dieselbe Gabe wie sie, ihn draußen auf der Steinstufe sitzen zu sehen. Und naturlich fiel es keinem von ihnen ein, sich dort hinzusetzen. Ja, sobald sie irgendjemanden auf einer Steinstufe oder einem Steingeländer oder einem Stein am Wegesrand sitzen sahen, gab es ihnen einen Stich ins Herz, und sie mußten an Bruder Ruben denken. Es kam auch nicht so selten vor, daß einer von ihnen dachte:„Ach, wer doch Illutter soviel Freude machen konnte wie Bruder Ruben!“. Und dennoch wußte keiner mehr von ihm, als daß er Kreisel gespielt und sich auf einer Steinstufe erkältet hatte. Aber er mußte ja merkwürdig gewesen sien, da Mutter eine solche Liebe zu ihm hatte. Denkt nur, als der älteste Bruder einen Fremden über den Fluß ruderte und damit seine ersten Groschen verdiente, da kam er und gab sie seiner Ilkutter, ohne sich auch nur einen einzigen Batzen zu behalten! Da sah die 9utter so fröhlich aus, daß ihm das Herz vor Stolz schwoll, und er konnte nicht umhin, zu verraten, wie un geheuer ehrgeizig er gewesen war. „Mutter, bin ich jetzt nicht ebenso gut wie Bruder Ruben?“ INutter sah ihn prüfend an. Es war, als vergliche sie sein frisches, strablendes Gesicht mit dem kleinen blassen draußen auf den Steinstufen. Und Mutter hätte sicherlich gerne ja geantwortet, wenn sie gekonnt hätte, aber sie konnte nicht. „Mutter hat dich sehr lieb, Ivan, aber so wie Bruder Ruben wirst du nie.“ Es war unerreichbar, das sahen alle Kinder ein, und dennoch konnten sie nicht lassen, es zu erstreben. Sie wuchsen zu tüchtigen Ilenschen heran, arbeiteten sich zu Vermögen und Ansehen herauf, während Bruder Ruben nur still auf seiner Steinstufe saß. Aber er hatte dennoch einen Vorsprung. Er war nicht einzuholen. Bruder Ruben begleitete Mutter durch das ganze Leben bis zu ihrem Totenbert. Er war es, der den Todesqualen den(Frachel nahm, wußte sie doch, daß sie zu ihm führten. Mitten im größten Jammer konnte Mutter bei dem Gedanken lächeln, daß sie ging, um dem kleinen Ruben zu begegnen. Und so starb sie, deren treue Liebe einen kleinen Dreijährigen erhöbt und vergottert hatte. Aber selbst da war die Geschichte des kleinen Ruben noch nicht zu Ende. Er glitt auch noch in das Leben seiner Geschwisterkinder. (Schwester Berta hatte einen Sohn, der in recht nahe Berührung mit Onkel Ruben kam. Ein Mal war er auf dem Eise umgefallen. Er war aus purer Bosheit einem SSteingeländer geritten ist. Hier darfst du nie mehr sitzen, Arel!“ Armer Onkel Ruben! Armer, kleiner, guter Junge, der draußen auf dem sonnenbeschienenen Marktplatz inn seinem Kreisel gespielt hatte. Nun mußte er erfahren, was es heißt, ein großer Mann zu sein. Eine Vogel scheuche war er geworden, die die Zeit, die war, der kommenden auf stellte. Es war draußen auf dem Land bei Onkel Ivan. Eine ganze MNeuge Basen und Vettern waren auf dem K ? Jetzt heißt es aufpassen! Photo Wil li Engel (Deike-Mater) von einem greßen, bösen Jungen umgeworfen worden, und da blieb er nun sitzen und weinte, um so recht zu zeigen, welches Unrecht ihm geschehen war, besonders da seine Ilkama nicht weit weg sein konnte. Aber er hatte vergessen, daß seine Mutter doch zu allererst Onkel Rubens Schwester war. Als sie Arel auf dei Eise sitzen sah, da kam sie gar nicht begütigend und tröstend, sondern nur mit diesem ewigen:„Sitze nicht so, mein kleiner Junge! Denke an Onkel Ruben, der gestorben ist, gerade als er fünf Jahre alt war, so wie ou jetzt, weil er sich in einen Schneehaufen gesetzt hat.“ Der Junge stand gleich auf, als er von Onkel Ruben sprechen hörte, aber er fühlte die Kälte bis ans Herz. Wie konnte Ilkama von Onkel Ruben erzählen, wenn ihr kleiner Junge so traurig war. Seinethalben konnte er sich schon hinsetzen und sterben, wo es ihm beliebte, aber jetzt war es, als wenn ihm dieser Tote seine eigne Ilkama nehmen wollte, und das konnte Axel nicht zu lassen. So lernte er Onkel Ruben hassen. Hoch oben im Stiegenaufgang daheim bei Arel war eine Steinbalustrade, auf der es. schwindelnd herrlich zu sitzen war. Tief unten lag der Steinhoden des Flur, und wer oben rittlings saß, konnte träumen, daß er über Abgründe dahinzog. Arel nannte die Balustrade sein gutes Roß Crane. Auf seinem Rücken sprengte er über brennende Wallgräben in verzauberte Schlösser. Da saß er stolz und trotzig, während die großen Haarlocken von dem heftigen Anlauf wehten, und kämpfte Sankt Georgs Kampf mit dem Drachen. Und noch war es Onkel Ruben nicht eingefallen, dort reiten zu wollen. Aber natürlich kam er. Gerade als der Drache sich in Todesängsten wand und Arel in stolzer Siegesgewißheit dasaß, hörte er das Kindermädchen rufen:„Axel, nicht da sitzen! Denke an Onkel Ruben, der starb, als er acht Jahre alt war, gerade wie du jetzt, weil er auf herrlichen Landgut versammelt. Arel ging da herum, von seinem Haß gegen Onkel Ruben erfüllt. (endlich waren die Kinder allein. Kein Großer war dabei. Da fragte Axel, ob sie von Onkel Ruben gehört hätten. Er sah, wie es in den Augen aufblitzte und wie viele kleine Fäustchen sich ballten, aber es schien, daß die klei nen Mädchen Ehrfurcht vor Onkel Ruben gelernt hatten.„Still doch,“ sagte die ganze Schar. „Nein,“ sagte Axel,„jetzt möchte ich wissen, ob er noch irgend jemand andern peinigt, denn ich finde, daß er der lästigste von allen Onkel ist." wurde das Gündenregister des armen IIXannes aufgezählt. Onkel Ruben verfolgte alle seine Geschwisterkinder. Onkel Ruben starb überall, wo es ihm gerade beliebte. Onkel Ruben war immer im gleichen Alter mit dem, dessen Ruhe er stören wollte. Aber sie waren alle ganz gewiß, daß es keinen Ausweg vor seiner Tyrannei gab. Es war eine Erleichterung, sich ausgesprochen zu haben, aber kein Heilmittel. IIlan konnte sich gegen Onkel Ruben nicht auflehnen. Ilan sollte es nicht glauben, aber als diese Kinder groß wurden, und eigene Kinder bekamen, begannen sie sich sogleich Onkel Ruben zu Nutze zu machen, so wie ihre Väter es vor ihnen getan batten. Und ihre Kinder wieder, nämlich die Jugend, die heute heranwächst, haben die Lektion so gut gelernt, daß es eines Sommers draußen auf dem Lande geschah, daß ein fünfjähriges Knirpschen zur alten Großmutter Berta kam, die sich auf einen Absatz der Treppe gesetzt hatte, während sie auf den Wagen wartete, und sagte: „Großzmutter, du hattest doch einmal einen Bruder, der Ruben hieß.“ „Darin hast du recht, mein kleiner Junge,“ sagte Großmutter und stand sogleich auf. Das„Grße Los“ PETER ESTEN ge Gesundes Landmädel (Delke-Mater) Wie eine Lawine zustandekommt, ist allgemein bekannt: ein Föhn oder ein Adler— oder in dessen Vertretung eine kleinere IIkajestät, wie ein Zaunkönig— setzen irgendwo etliche Schneestäubchen in Bewegung, die Handvoll Flocken potenziert sich stracks zum Soundsovielfachen des ursprünglichen Volumens und unter mächtigem Krach vollzieht sich schließlich die Katastrophe.„Ein Glück," stellen wir andern Tages, wenn wir die Zeitung lesen, fest,„daß wir nicht dabei waren.“ Es gibt Gerüchte, die sich mit derselben rasenden Schnelligkeit fortbewegen wie Lawinen. Glücklicherweise freilich mit dem Unterschied, daß sie sich weniger verderblich auswirken. Und— das ist das Kuriose in diesen Fällen: sogar ohne die auf abschüssigem Gelände maßgeblichen Gesetze der Schwerkraft. Der Schauplatz kann also auch ebenster städtischer Asphalt sein. Wie z. B. im Falle des früheren Opernsängers Friedrich Schulze Dessen Geschichte begann damit, daß sein Achtelles in irgendeiner Klassenlotterie nicht als Niete, sondern mit einem Gewinn herauskam. Was der Lotteriekollekteur mit einem bei solchen Gelegenheiten vorgedruckten üblichen Schreiben mitteilte.„Wir freuen uns,“ so hieß es auf diesem Formular,„Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen zu dürfen, daß auf Ihr Los Nr.....“ Und so weiter. Herr Schulze, der sonst dem Schicksal für die kleinste freundliche Geste dankbar zu sein pflegt, muß also, da er diese frehe Botschaft schwarz auf weiß vor sich liegen hat, seinen bösen Tag haben, denn er ist weit davon entfernt, sich wie ein Schneekönig zu freuen, sondern kriegt einen maßlosen Grimm und schimpft draufles wie ein Rohrspatz. Weil, wie er meint, der Teufel immer auf den ... Ika, das weitere kennt man ja, und es braucht daher hier nicht wörtlich wiedergegeben zu werden. Immerhin, meint Herr Schulze, nachdem sein Groll einer ruhigeren Beurteilung der Sachlage gewichen ist, läge ein Anlaß vor, sich einen Abendschoppen zu leisten. Man vergißt über ein paar Krügen die Schikanen des Daseins und kann angenehme Pläne schmieden. Erwa, wie man einen anständigeren Gewinn anlegen würde, wenn das Glück in der nächsten Ziehung sich nobler zeigen sollte. So einen däftigen Gewinn mit vier oder fünf oder sechs Nullen hinter der Grundzahl Na, und dann beginnt Herr Schulze also seinen Abendschoppen. Der kann sich sehen lassen, denn als der Feinkosthändler Müller in später Stunde un„Lowen auftaucht, ist Herr Schulze schon in großer Fahrt. E# macht ihm daher auch gar nichts aus, Herrn 9KTüller, bei dem er übrigens noch mit einigen Illark in der Krei## steht, zu einem Krug einzuladen. Und nach dem ersten zu einem zweiten und zu einem dritten. Und da Herr Inüller sich nicht gern lumpen läßt, sondern genau dasselbe spendiert, was Schulze ausgibt, geraten beide im Laufe des Abends in ein sogenanntes fortgeschrittenes Stadium. In dieser Verfassung erkundigt sich Herr Muller vorsichtig, ob Schulze etwa eine Tante beerbt hade.„Ikee, das zwar nicht,“ muß Schulze gestehen,„aber er habe auf andere Weise Glück gehabt."„W so.. oo man vielleicht wissen dürfe....„Ntie sollst du mich befragen,“ schmettert(Schulze zunächst mit vollen Lungen ms Lokal. Aber gleich hinterher zieht er IlTüller dennoch ins Vertrauen Er entnimmt mit umständlicher Feierlichkeit seiner Tasche die Mitteilung des Kollekteurs, richtet das Formular mit einem passenden Kuiff so her, Ausmaß des Gewinnes ein Geheimnis bleibe und hält dann das Papier Müller unter die Rase. „Wir freuen uns," liest nun auch der,„daß auf Ihr Los ein Gewinn von...“ Weiter kommt er nicht, denn Schulze hat das Blatt fix zurückgezogen und wieder in seine Tasche versenkt. Aber Herr Ilküller ist Ilenschenkenner, und aus dem Glanz, der ihn aus Herrn Schulzes Augen anstrahlt, weiß er geuug und er gratuliert dem glücklichen Gewinner überschwänglich zu seinem „Großen Los“. Und nicht nur Herr Ilküller gratuliert, sondern auch der Ober, der zufällig mitgehört hat, und der Wirt, und schließlich das ganze Lokal. 1 Während andern Morgens Herr Schulze sein Mordsrausch verschläft, verbreitet sich mit der eingangs erwähnten lawinenartigen Schnelligkeit die Kunde von seinem märchenhaften Dusel. Zwei Dutzend Gäste mögen gestern abend im„Löwen Herrn Schulze begluckwünsche haben, früh um achte wissen's mindestens schon vierundzwanzig mal vierundzwanzig Zeitgenossen, und gegen Mittag, als Herr Schulze mit etwas schwerem Kopf erwacht, ist ungefähr die ganze Stadt im Bilde. Die einen wollen wissen, Schulzes Glück mache fünfzig Tausend aus, die anderen behaupten, es seien achtzig, und reden gar von einer sechsstelligen Zahl. Der und jener erkundigt sich vorsichtig bei Schulzes Kollekteurs, aber erstens hat der einigen Sinn für Humor, und zweitens besteht für ihn kein plausibler Grund, den guten Ruf seiner Glückskollekte ohne Net zu schmälern. Also lächele er auf alle vorwitzigen Anfragen sehr diskret und macht keinen Hehl daraus,daß er seinem alten Kunden Schulze immer das Beste gegönnt habe. Ueberhaupt stellt sich die sogenannte öffentliche Meinung erfreulicherweise fast einhellig auf den neidlosen Standpunkt, daß der arme Teufel von Schulze es ehrlich verdiene, daß es ihm jetzt endlich besser gehe. Und so kommt es denn, daß Herr Schulze, als er mittags mie seinem Katzenjammer zum Kaffee erscheint, so was wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht erlebt: die Wirtin hat den Kaffeetisch mit Blumen geschmückt und rund im Zimmer lachen ihn die schönsten Herrlichkeiten an: Frühstückskörbe, langhalsige Wein= und dickbauchige (ektflaschen, und was sonst Herz und Gaumen erfreut. Herr Schulze kommt sich wie aus den Wollen gefallen vor, und erst als die Wirtin gerührt gratuliert, dämmert ihm eine Erleuchtung. Er nimmt nun einen energischen Anlauf zur Richtigstellung der Sachlage, aber er finder kein Gehör. Weder bei seiner Wirtin, noch nachher in der Stadt, als er die gratulierenden und spendierenden Lieferanten aus guten Tagen aufsucht und ihnen nahelegt, ihre delikaten Sachen schlennigst zurückzuholen. Also bat er keine andere Wahl, als sich zu opfern und alles Eßbare und Trinkbare der zugedachten Bestimmung zuzuführen. Diese Beschäftigung bekommt ihm nicht übel und nach einigen Wochen ist er ordentlich herausgefüttert und strahlt wie ein junger Gott. Dank dieser Metamorphose gewinnt Herr Schulze außerordentlich an Beliebtheit; man umwirbt ihn, man schicke ihm Einladungen und— das freut Herrn Schulze am meisten; er kriegt wieder Schüler und Schülerinnen und hat bald ein anständiges Anskommen. Natürlich ist es, als diese glückliche Wendung eingetreten ist, längst kein Geheimnis mehr, daß Herr Schulze seinerzeit nur ein Freilos gewonnen hat. Die einen meinen, die Art, wie er aus diesem Freilos sein „Großes Los“ gemacht habe, sei gerissen und beinabe genial. Aber die meisten glauben es Schulze, daß nicht er, sondern Herr Müller oas Glück korrigiert habe, indem er mit soviel Hartnäckigkeit wissen wollte, wieso ein armer Teufel ohne ersichtlichen Grund dazu komme, ihn zu einem Schoppen einzuladen. Und auch wir wollen ihm das gern glauben. Der Professor. Es war Frühstückszeit im Hause des berühmten Chemieprofessors. Den größten Teil der Nacht hatte er in seinem Laboratorium verbracht. „Meine Liebe“, sagte er zu seiner Frau,„Du kannst mir gratulieren! Ich habe ein Gas entdeckt, das von einer bis dahin unbekannten und unerhörten Wirkung ist, und ich werde es— nach dir benennen!" * Die begeisterte Rundfunkanhängerin. Hausgehilfin am Telefon:„Die gnädige Frau# in einer Minute sprechen! Inzwischen lasse ich Schalplatten spielen!“ * Protest. Erregt stürzt die Dame ine Photoatelier. „Hören Sie mal, ich verlange, daß Sie mein Bild sofort aus dem Schaufenster nehmen.“ „Aber, ich bitte Sie, Fräulein, das ist doch Kompliment, wenn Sie darin hängen!" ### Juit der Unterschrift:„Ein Dutzend wie diese 8 Mark'?“ * Durch die Blume. Buchhalter:„Herr Kommerzienrat, gestatten Sie, daß ich Ihnen zu Ihrem hentigen Jubiläum gratuliere!“ Ve cssmmen senrat:.„Ich habe doch heute kein Buchhalter:„Doch, Herr Kommerzienrat, Sie sind heute fünfundzwanzig Jahre mein Chef!“ Kraft-und Radfahrer, Fußgänger und Kutscher beachtet die Verkehrsvorschriften! Aus der Eisernen Lunge ins Leben zurück Das Schicksal des Fred Snite— Erfolgreiche Als vor einigen Tagen in der medizinischen bekannt wurde, daß der Millionärssohn Fred Snite für einige Minuten seine Eiserne Lunge habe verlassen können, bedeutete diese Nachricht ohne Zweifel eine beachtliche Sensation. Schließlich hatte man in den vergangenen zwei Jahren immer wieder betont, daß Fred Snite wohl für das ganze Leben(solange es noch für ihn dauerte) dazu verurteilt sei, in jener Eisernen Lunge zu leben und zu atmen. Er erkrankte, wie erinnerlich, in China, wo er mit seinem Vater auf einer Vergnügungs reise weilte, an der spinalen Kinderlähmung und erlitt plötzlich schwere Atemstörungen. Zum Glück hatte man im amerikanischen Hospital in Peking eine Eiserne Lunge zur Verfügung. So konnte man denn mit einem Spezialmotor, der mit dieser Eisernen Lunge verbunden ist, die Atmung, d. h. die Hebung und Senkung des Brustkorbs des Kranken, künstlich durchführen. Für den ersten Augenblick war also Fred Snite gerettet. Vor die Wahl gestellt. Unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen wurde Snite auf Veranlassung seines Vaters mit einem amerikanischen Schiff von Ostasien nach Amerika überführt. Man mußte Tag und Nacht Pflegerinnen in seiner Nähe halten. Schließlich konnte jeden Augenblick der Motor aus setzen. Ein Stillstand aber hätte den sofortigen Tod des Fred Snite zur Folge gehabt. Die Ueberlegungen der Aerzte gingen nun in folgender Richtung: Wenn Fred Snite einige Jahre in dieser Eisernen Lunge gelebt hatte, dann mußten unter den doch vollkommen unnatürlichen Lebensverhältnissen die Knochen nach und nach ihre Funktion verlieren und weich werden. Eine solche Erweichung der Knochen aber wäre das Todesurteil über Fred Snite gewesen. Nur in bezug auf die Dauer des tragischen Zustandes und des langsamen Todes war man sich nicht ganz im klaren. Der Leibarzt des Fred Snite konnte sich jedoch nicht mit dem Gedanken abfinden, diesen jungen Menschen von kaum 20 Jahren so langsam verfallen zu sehen. Er überlegte also, daß man in irgendeiner Form die frühere, natürliche Atemtätigkeit wieder herstellen müsse. Das war selbstverständlich ein Risiko. Doch nachdem sich der allgemeine Gesundheitszustand des Kranken sehr gut gebessert hatte, entschloß man sich, einige Experimente in der von dem Leibarzt entworfenen Richtung zu wagen. im Eden=Tal „Phantastische" Ausblicke in die Zukunft Die Eroberung des Himmels. Seit einigen Monaten werden im Eden=Tal in NeuMexiko interessante Experimente unternommen, die von dem bekannten Prof. Robert H. Goddard geführt werden. Goddard machte sich bereits vor 15 Jahren einen Namen durch seine Forschungen auf dem Gebiete der Stratosphären=Erkundung und des Raketenabschusses. Er erhielt durch die Vermittlung Lindberghs von verschiedenen wissenschaftlichen Gesellschaften das nötige Kapital, um seine Experimente unter ganz neuen Gesichtspunkten fortzusetzen. In den letzten zwei Jahren hörte man nur wenig von Goddard. Jetzt aber erfährt man, daß es ihm angeblich gelungen ist, einen neuen Mechanismus zur Steuerung von Raketen zu erfinden. Dieser Steuerungsmechanismus soll von einer außerordentlichen Bedeutung für die Raketenforschung der Zukunft sein. Sie fällt nicht mehr zur Erde zurück. Der wichtigste Erfolg der neuen Steuerung liegt darin, daß die Rakete auch dann noch richtig gelenkt wird(und zwar auf automatischem Wege), wenn der Antriebsstoff bereits erschöpft ist. Bisher war es immer so, daß eine Rakete nach dem Abbrennen des Triebstoffes zur Erde zurückfiel und dann meist verloren war. Jetzt aber erfolgt eine Weiterleitung der Rakete auf der durch den begonnenen Flug gewählten Bahn. Durch Leuchtkörper, die sich automatisch einschalten und durch einen Fallschirm, der sich automatisch öffnet, wird die Rakete in jedem Fall gerettet. Auch sind bedeutend bessere Beobachtungen unter den neuen Voraussetzungen möglich. Man hat Goddard mit seinen Raketen in das EdenTal geschickt, weil hier niemand durch die Explosionen und durch die Versuche gefährdet werden kann. Man kann also erwarten, daß vielleicht eines Tages aus dem EdenTal wichtige Nachrichten über die Eroberung des Himmels zu uns gelangen. Die wichtigsten Ziele. Heute weiß man, daß die Chinesen zuerst mit Raketen arbeiteten und Raketen als Kriegsmittel benutzten. Später wurde dann ein Feuerwerk aus der Rakete, bis man sich kurz nach dem Kriege auf die Möglichkeit eines Antriebs durch Raketen besann. In Europa wurden die Versuche durch Vallier und Oberth eingeleitet, in Amerika fortgesetzt, um dann nach verschiedenen Fehlschlägen wieder einzuschlafen. Für jede Fortbewegung ist der Luftraum und die Luft an sich ein gewaltiges Hindernis. Man strebte also an, mit einer Rakete dieses Hindernis auf dem schnellsten und bequemsten Wege zu überwinden. Die Ueberwindung der Luftschicht der Erde ist also das erste und wichtigste Ziel. Hat man die Erde überwunden, dann ist das übrige nicht mehr so kompliziert. Wie wir nämlich hören, hat Prof. Goddard eine Anzahl Pläne entworfen, wie eine Rakete angetrieben werden kann, wenn sie erst einmal die Luftschicht überwunden hat. Schwebt die Rakete mit genau eingestelltem Steuer im Weltenraum, dann kann sie ihre Kraft von der Sonne oder selbst von den Sternen beziehen. Denn die Sonne ist außerhalb der Lufthülle natürlich bedeutend wirkamer als bei uns auf der Oberfläche der Erde. kurze Versuche— In sechs Jahren gesund? Versuche— erfolgreich verlaufen. Selbstverständlich wurde Fred Snite von den geplanten Versuchen genau in Kenntnis gesetzt. Es war ein Spiel um Leben und Tod. Denn ein zu rasches Aussetzen der künstlichen Atmung konnte einen Schock nach sich ziehen, der für Snite unter Umständen tödlich war. Aber der junge Amerikaner, der sich zwar mit seinem Zustand abgefunden hatte, war sofort zu dem Experiment bereit. Man hielt also nach entsprechenden Vorbereitungen den Motor an und öffnete die Eiserne Lunge. Dann forderte man Fred Snite auf, unter gleichzeitiger Reckung seines Kopfes eine Atembewegung auszuführen. Der Versuch gelang. Fred Snite hatte seinen ersten Atemzug aus eigener Kraft nach zwei Jahren ausgeführt. Natürlich versank Snite nach zwei Minuten in eine Ohnmacht. Man setzte sofort die Eiserne Lunge wieder in Tätigkeit. Das Bewußtsein kehrte zurück. Fred Snite war sich nun über die technischen Erfordernisse im klaren. Er wußte, wie er sich körperlich zu verhalten hatte, wenn er wieder einmal außerhalb der Eisernen Lunge atmen sollte. Eine interessante Vorhersage. Inzwischen wurde die Versuchszeit immer mehr verlängert. Nach den letzten Berichten war Fred Snite sogar schon im Stande, bis zu 25 Minuten außerhalb seiner Eisernen Lunge zu leben und zu atmen. Der Fortschritt ist also sehr bemerkenswert. Man muß bedenten, daß er vor rund zwei Jahren beim Transport von einer Eisernen Lunge in die andere sofort unter Erstickungsanfällen litt und drei Minuten theoretisch tot war. Heute kann Fred Snite also bereits 25 Minuten aus eigener Kraft atmen. Allerdings kann er die Luft noch nicht zum Sprechen verwerten. Die Aerzte haben also ihre Prognose für Fred Snite vollkommen geändert: Snite kann nach menschlicher Berechnung in 5 bis 6 Jahren vollkommen geheilt sein und über alle Fähigkeiten des Körpers verfügen— vorausgesetzt, daß keine Komplikationen eintreten. Der Fall Snite ist nicht hoffnungslos. Gleichzeitig hat man aus den Erfahrungen, die man bei Snite sammelte, wichtige Schlüsse auch für andere Fälle ziehen können. Bei dem großen Interesse, mit dem die Welt das Schicksal des Millionärssohnes in der Eisernen Lunge verfolgte, begreift man die Beachtung, die die Nachricht von der günstigen Wendung des Schicksals des Fred Snite überall fand. Träume der Astronomen. Aber es ist noch lange nicht so weit, daß man mit der Ratete die Luftschicht der Erde bereits ganz überwunden hätte. Denn man müßte auf eine Höhe von 200 bis 300 Kilometer emporsteigen können— vielleicht sogar noch höher, ehe man aus der direkten Einflußzone des Erdballs heraus wäre. Doch die Physiker und Astronomen sind vorläufig mit anderen Lösungen zufrieden. Ein bekannter amerikanischer Astronom versicherte, daß er gern sein Leben aufs Spiel setze, um einmal eine Stunde in 200 Kilometer Höhe oder vollkommen außerhalb der Dunstschicht der Erde, den Himmel mit einem modernen Teskop betrachten zu können. Es wird jedoch vermutlich nicht so schnell dazu kommen, daß der Mensch mit einer Rakete in die Höhen, von denen der Astronom sprach, emporzusteigen vermag. Aber man will Raketen hinausschicken, die mit sehr empfindlichen Photo=Geräten und mit Rundfunk=Apparaten ausgerüstet sind. Es wird in den Fachkreisen durchaus für möglich gehalten, in einigen Jahren Raketen bis auf 200 oder 300 Kilometer Höhe emporzuschicken und sie vielleicht sogar dis in den Anziehungsbereich des Mondes zu schießen. Folgt man den Träumen der Astronomen weiter, dann würden die automatischen Rundfunkgeräte aus der Höhe bzw. vom Mond die Angaben liefern können, die der Mensch vorläufig dort noch nicht persönlich zu sammeln vermag. Die Experimente des Prof. R. H. Goddard im Eden=Tal sind unter Umständen wichtige Vorarbeiten zur Erreichtung des Ziels. das nach der Auffassung der mutigsten der Astronomen keineswegs phantastisch ist. Menschenkenner Stizze von R. K. Paul. Er sitzt mir schräg gegenüber. Zwei Tische trennen uns, doch kann ich ihm genau in die Augen sehen. Er ist etwa dreißig Jahre alt, sein Anzug entstammt einem Maßatelier, nur hat er den einen Nachteil, daß er schon lange getragen wird, was sein Glanz beweist. Er schaut unaufhörlich zu mir herüber. Draußen regnet es, ich hab den Eindruck, als sei der Mensch den Regen geflohen, weil er kein Wohin hat. Beim Schein der eben eingeschalteten Lampen bemerke ich. daß der Herr siebert: unruhig gehen seine Hände zum Takt der Musik. Seine Augen haben den Glanz. den Augen nur haben können, wenn ein Mensch verzweifelt ist. Mir scheint, er möchte mir etwas sagen. Eben geht der Ober vorbei. Speisekarte! ruft der Herr gegenüber. Er wählt nicht lange, bestellt Schweineschnitzel und eine Flasche Mosel. Gierig verschlingt er das Essen, hastig trinkt er den Wein, ohne mich einen Augenblick aus den Augen zu lassen. Allmählich wird mir alles klar: der Herr ist ein Zechoreller. der, vom Hunger getrieben, um jeden Preis. den er nachher doch nicht zahlen kann, sich einmal satt ißt. koste es was es wolle. Nachher wird man Polizei holen. Vielleicht Revolver oder Veronal! Wer kann es sagen. Ich muß ihn retten, seine Zeche bezahlen, ehe alles zu spät sein wird! Jetzt lätzt er sich Tinte und Feder bringen. Abschiedsbrief! geht es mir durch den Kopf. Als er mit dem Schreiben fertig ist, wird er sichtlich ruhiger. Endlos schleichen die Minuten. Dann ruft er laut— berzzerreißend tönt es—„Zahlen!“ Der Herr gegenüber greift in die Brieftasche und beS zahlt mit einem Fünszig=Mark=Schein. Dann verkätzt er mir zunickend das Lokal. Während ich ihm nachstarre, bringt mir der Ober einen Brief. „Werter Herr! Von Ansang an merke ich, daß Sie Ihre Zeche nicht bezahlen können. Anbei zehn Mark, die wohl reichen dürften! Ein Menschenkenner." und Essen wir zuviel? Die praktische Erfahrung sagt: Ja! Eine ungesunde Angewohnheit— Wie macht man's richtig? Wenn man heute Leute vom Weltkriege sprechen hört, die ihn in der Heimat mitgemacht haben, so schildern sehr viele als schmerzliche Erinnerungen die Rübenwinter, die rationierten Fleischportionen, die Knappheit der Butter. Gewiß diese nicht gerade üppige Ernährung, die wir ja auch an der Front in den letzten Kriegsjahren kennengelernt haben, war nicht gerade angenehm. Manch einer litt darunter mehr als unter der direkten Feind wirkung. Aber ein Gutes hatte die Nahrungsmittelknappheit doch auch. Manche Krankheiten, wie Gicht, Fettsucht, Magen= und Darmerkrankungen und Stoffwechselkrankheiten gingen ganz auffallend zurück, kamen aber nach dem Kriege allmählich wieder und zeigen sich jetzt in erhöhtem Maße mit der allgemeinen wirtschaftlichen Gesundung des Volkes. Diese Tatsache ist doch wohl der beste Beweis dafür, daß wir sogenannten Kulturmenschen zu üppig leben. Vergleichen wir einmal den Tageslauf eines Naturmenschen mit dem unseren. Jeder mußte sich morgens zunächst etwas Eßbares suchen oder unter schwerster körperlicher Anstrengung erjagen, und hatte er seine Nahrung glücklich erwischt, gab es für seine Zähne, Kaumuskeln u. Verdauungsorgane eine erhebliche Arbeit, die rohen, oder in späteren Zeitperioden wenigstens nur wenig aufgeschlossenen Nahrungsmittel zu bewältigen. Wie anders lebt dagegen der heutige Durchschnittsmensch. In letzter Minute kriecht man aus dem warmen Federbett, nach der Morgentoilette erwartet uns schon der duftende Kaffee mit frischen Semmeln. Butter, Marmelade, oft sogar mit Eiern, Wurst, Käse usw., ohne daß wir solch ein reiches Mahl durch irgendeine körperliche Leistung verdient hätten. Sehr viele Meuschen haben überhaupt gar keinen Hunger am frühen Morgen, sie essen aber, weil es nun einmal so üblich ist. Dann wird noch ein zweites Frühstück in die Tasche gesteckt, um ja in der Zeit bis zum warmen Mittagessen nicht zu verhungern. War dieses auch noch so reichlich, so gelüstet es doch die meisten von uns nach wenigen Stunden wieder zu einem Nachmittagskaffee mit Kuchen, Brot oder anderem, und kaum sind wir dann abends zu Hause, warten wir auf das Abendbrot. Und nun gar an Sonn= und Feiertagen, wo wir eigentlich weniger Nahrung nötig hätten, legen viele Männer größten Wert auf einen anständigen Sonntagsbraten, anstatt der armen Hausfrau durch besonders einfache Mahlzeit auch eine Sonntagsruhe zu gönnen, und abends leistet man sich dann auch gerne einmal etwas besonders Gutes im Gasthause. Wir essen also viel zu viel. Warum? Aus purer Gewohnheit. Zur Verdauung der Speisen und Getränke benötigt das Magen=Darm=System Blut, sehr viel Blut, welches so lange anderen Teilen des Körpers entzogen werden muß, daher das Trägheitsgefühl nach reichlicher Mahlzeit. Natürlich haben Herz und Blutgefäße dabei eine erhebliche Mehrarbeit zu leisten. Kommen solche Ueberbeanspruchungen häufig vor, so können sie nicht ohne schädlichen Einfluß auf diese Organe bleiben. Die Blutgefäßwände und das Herz, welche so geschädigt werden, sind später leicht einer vorzeitigen und übermäßigen Verkalkung unterworfen. Daß übermäßige Fettablagerung infolge zu reichlicher Mästung außerordentlich schäd lich und meist lebensverkürzend ist, dürfte allgemein bekannt sein. Auch da ist es meist das Herz, welches vorzeitig versagt, weil es der Aufgabe, den schweren, verfetteten Körper mit Blut zu versorgen, nicht lange gewachsen ist. Lebensversicherungen nehmen fettleibige Menschen meist nur unter erschwerten Bedingungen auf. Uebermäßige Nahrungsaufnahme führt schließlich leicht zu krankhafter Dehnung, Erweiterung und schließlich Er schlaffung von Magen und Darm. In dem nicht rechtzeitig entleerten Darm sammeln sich dann in zu reichlichem Maße Fäulnisstoffe an, welche ihre Gifte auf dem Blutwege in den Körper schicken. Aber warum führen wir denn erst alle diese Stoffe in so reichem Maße dem Körper zu? Um nachher auf Grund irgendeiner Anzeige ein Mittelchen zu kaufen, welches den Darm wieder entschlacken und entgiften soll. Gewöhnen mir uns doch daran, mäßig zu leben. Die bedeutendsten Männer, die langlebigsten Menschen haben gewöhnlich ein sehr enthaltsames Dasein geführt. Bei Völkern, deren Sitte und Religion Enthaltsamkeit und häufiges Fasten vorschreibt, finden sich die ältesten Menschen. Selbstverständlich braucht ein körperlicher Schwerarbeiter mehr Nahrung als ein Stubenhocker. Auch gibt es beim Menschen schlechte Futterverwerter, denen eine reichlichere, besonders nahrhafte Kost nottut. Aber der Durchschnittsmensch kommt mit einem Bruchteil der Nahrung aus, die wir allgemein gewöhnt sind. Wer eine sitzende Lebensweise hat, wer zu Fettansatz und Bluthochdruck neigt, sollte unbedingt seine Nahrung auf eine kräftige, aber nicht üppige Mahlzeit im Tage beschränken und sonst nur etwas Obst oder sonstige Kleinigkeiten zu sich nehmen. Wer auf das vierzigste Lebensjahr zusteuert, nützt seinem Körper am besten durch mindestens einen Fast= oder Obsttag in der Woche. Er wird sich bestimmt wohl danach fühlen. Nahrungseinschränkung ist wirklich nicht so schwer. Dr. K. K. Kleine Medizinische Rundschau Vom Gurgeln. Vor noch nicht zu langer Zeit tauchte in ärztlichen Fachzeitschriften eine Streitfrage auf. ob das Gurgeln bei Hals= und Rachenerkrankungen überhaupt einen Zweck habe. Röntgenuntersuchungen sollen gezeigt haben, daß die Gurgelflüssigkeit überhaupt nicht bis in den Rachen oder zu den Mandeln käme. Andere Sachverständige dagegen brachen wieder eine Lanze für dieses alte Hausmittel, es käme aber unbedingt darauf an, daß richtig gegurgelt würde, eine Kunst. die allerdings viele nicht verstünden. Es kommt beim Gurgeln darauf an, daß der Kopf zurückgebogen wird. Die Zunge muß leicht herausgestreckt werden, weil dadurch das Gurgelwasser tiefer in den Rachen gelangt. Auf jeden Fall wird die Mundschleimhaut beim Gurgeln gründlich mit dem Desinjektionsmittel benetzt, welches dann auch an die Mandeln herankommt. Die Praxis beweist wenigstens immer noch, daß die meisten Halsentzündungen durch richtiges Gurgeln günstig beeinflußt werden, besonders durch Gebrauch von chlorsaurem Kali. Das so beliebte Gurgeln mit Wasserstoffsuveroryd hat den Nachteil, daß die Schleimhäute ausgetrocknet und zuweilen geschädigt werden. Um Beläge von den Mandeln zu entfernen, gibt man dem Gurgelwasser gerne eine Messerspitze voll Bolus (Bolus alba) zu, welches mechanisch die Beläge abspült. Heilfasten. Eine alte weise Lehre sagt, daß mehr Menschen am Essen sterben als am Hungern. Das hat bestimmt seine Richtigkeit. Lebensversicherungen schließen auf Grund statistischer Untersuchungen lieber Verträge mit Mageren als mit Korpulenten. In der naturgemäßen Heilweise spielen Fastenkuren eine große Rolle. Bekannt ist auch. daß bei Völkern, denen ihre Religion häufiges Fasten vorschreibt, die langlebigsten Menschen angetroffen werden. In einem neuen medizinischen Buch wird Fasten eingehend zur Behandlung der verschiedensten Erkrankungen besprochen und dort sogar mit dem schönen Namen „Heilfasten" bezeichnet. Fastenkuren werden nach diesem Buche empfohlen zur Behandlung der ja in letzter Zeit so verbreiteten, von den Zähnen ausgehenden Erkrankung. Paradentose, ferner der Migräne. einer Augenerkrankung. des Glaukoms. des Asthmas und natürlich der Fettsucht und des Bluthochdruckes. Natürlich sollten solche intensiven Fastenkuren nur streng nach ärztlicher Anweisung durchgeführt werden. Es gibt auch Krankheiten oder körverliche Zustände, welche eine solche Kur aus gesundheitlichen Rücksichten streng verbieten. Ein wöchentlich eingelegter Fast= oder Obsttag schadet aber bestimmt nicht! Zähnevutzen oder Mundspülen? Es ist abends spät geworden. als wir aus der Gesellschaft nach Hause kamen. Da ist man müde und sehnt sich nach dem Bett. Warum jetzt noch das zeitraubende Zähnevutzen? Etwas Mundspülen tut's ja auch.— Oho! Fehlgeschossen! Gerade wenn wir in Gesellschaft abends noch gegessen und getrunken haben, ist das Zähnevutzen um so wichtiger. Eine abendliche gründliche mechanische Reinigung der Zähne ist mehr zu empfehlen, als am Morgen. Abends sitzen zwischen den Zähnen noch Speisereste, welche sich während der Nacht zersetzen und Fäulnis verursachen können. Es wimmelt von schädlichen Bakterien im Munde. Daher ist dringend zu raten, die Zahnreinigung am Abend mit besonderer Sorgfalt vorzunehmen. Die feuchte, mit einem Zahnputzmittel beschickte Bürste muß die Zähne von allen Seiten angreifen: hin und her. auf und nieder, innen und außen. Daß das Mundspülen ganz zwecklos wäre, soll damit nicht gesagt werden. Es übt natürlich auch seine reinigende und bei geeigneten Mitteln auch desinfizierende Kraft aus. aber das Zähnevutzen bleibt die wichtigste Maßnahme, zu welcher man die Kinder von frühester Jugend an streng erziehen sollte. Kafsee und Leibesübungen. Nachdem früher schon durch Professor Grober nachgewiesen worden war, daß das im Kaffee enthaltene Koffein ohne irgendwelchen fördernden Einfluß auf die Gesamtleistung des Körpers ist und Professor Altrock bei Ruderern nach dem Genuß gewöhnlichen Kaffees auf einer längeren Ruderstrecke sogar nicht unbeträchtliche nervöse Beschwerden, insbesondere seitens des Herzens, auftreten sah, hat neuerdings der Jenaer Sportarzt Dr. Drewes in fünf Versuchsreihen mit insgesamt sechzig Einzelversuchen festgestellt, daß Kaffee, dessen Gehalt an Röstprodukten herabgemindert oder verändert worden war, die gleiche Wirkung entfaltet wie normaler Kaffee, das heißt, in beiden Fällen bedeutete der vorherige Kaffeegenuß bei Leibesübungen eine Belastung für den Kreislauf. Stabschef Lutze am Grabe des Unbekannten Soldaten in Rom Am Tage nach seiner Ankunft in der italienischen Hauptstadt legte der Stabschef der SA. Lutze am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Kranz nieder. In seiner Begleitung sah man den deutschen Botschafter in Rom v. Mackensen(links), und den Generalstabschef der Faschistischen Miliz General Luigi Russo(rechtsl.(Scherl-Bilderdienst-M) Den Befreiern in Spanien folgt das Nationale Hilfswerk An allen Fronten folgen den siegreichen nationalspanischen Truppen die Spezialkommandos des nationalen Hilfsausschusses(Auxilio Social). die unmittelbar nach der Einnahme der Orte eingesetzt werden und für die Verpflegung der Bevölkerung sorgen, die nach zwei Jahren der Entbehrung und Tyrannei ihre Hände nach Brot ausstreckt.(Scherl-Bilderdienst-M) Die Wette Von J. H. ROSLER Kurt(cheibe war beim Friseur eingetreten, setzte sich in den(ruhl, ließ sich die Cerviette umbinden und einseifen. „Interessieren Gie sich für Pferderennen, Herr Scheibe?“ „Warum?“ „Ich habe einen Tip!“ sagte der Friseur geheimnisvoll. „Einen Tip?“ „Ja. Deute im dritten Rennen kommt„MKitternacht. Der Besitzer der(Zime läßt sich täglich von mir rasieren. Ein Besitzer muß es doch wissen, nicht wahr?" „MNöglich.“ „Kein Mensch hat eine Ahnung! Nur der Besitzer und ich. Das wird eine tolle Gache, bringt mindestens vierzigfaches Geld! Wenn Gie sich da mit hereinhängen wollen, Herr(cheibe?“ err Scheibe hing sich mit herein. Mit zwanzig Mark. Auf Gieg. Kurt(Scheibe bestieg die Straßenbahn, um auf dem Rennplatz den Gieg seiner zwanzig Mark zu erleben. ker kam neben einen biederen Bürger zu sitzen, der in einem Cportblatt die Rennberichte eifrig studierte. Die (2 traßenbahn kam nur langsam vorwarts. Der Zeitungs leser neben Scheibe ebenfalls. Er las jede Zahl genau, schrieb und rechnete, verglich und strich. Nur im dritten Rennen schien er keine Bedenken zu haben. Hier strich er mit sicherem Lächeln sofort ein Pferd an. „Aha! Mitternacht!" dachte Scheibe. Aber er las enttäuscht: „Herkules." Von der Stute„Mitternacht“ nahm der Zeitungsleser überhaupt keine Notiz und schien des Sieges seines Pferdes so sicher zu sein, daß er die Form der anderen Pferde völlig unbeachtet ließ. Kurt Scheibe beschloß, sicherheitshalber auch„Herkules“ mit zwanzig 9Kark zu weiten. „Lieber den sicheren Gewinn verkleinern“, sagte er zu sich,„als überhaupt keinen Gewinn heimbringen!“ Vor dem Eingang zum Rennplatz traf Scheibe einen alten Bekannten. Es war ihm nicht sehr angenehm. „Derr Scheibe, Sie hier?“ ein wenig frische Luft schnappen!“ „Geben Sie zum Rennen?“ „Vielleicht." „Auch wetten?“ „Werten? Niemals!“ Der alte Bekannte schlug das Rennprogramm auf. „Heute sollten(Die aber wetten“, sagte er,„heute wiro eine todsichere Sache abgeschlossen. Der Trainer hat e# mir selbst verraten. Aber ganz unter uns! Ein Außenseiter! Vierzigfaches Geld!" „Ich habe schon davon gehört", gestand Scheibe. „Im oritten Rennen.“ „Ich weiß.“ „Miramar!“, flüsterte der Bekannte geheimnisvoll. Bitte „Ilkiramar“, wiederholte der andere,„gewinnt hausnoch mie Längen! Nicht zu schlagen! Ich verfolge das Pfero seit Monaten, heute soll es sein Futter bringen. Der Stall bat selbst ein Vermögen darauf.“ Echeibe sann und sann. Ihm war schon nicht mehr sonderlich wohl zumme. Aber auf drei Stüblen sitzt man sicherer als auf zweien. Und er gma hin und wettete nech zwanzig Mark auf„Miramar“. Zwischen dem zweiten und dritten Rennen traf Kurt Scheibe seinen alten Freund Friedrich. „Was bast du im dritten Rennen?“ Scheibe lächelte: „Eine todsichere Sache—„Miramar'.“ Friedrich schüttelte entsetzt den Kopf. „Wer hat dir diesen Schwindel eingeredet? Sicher wieder so ein sogenannter Stalltip. Mit diesem Wundergaul„Miramar' macht man das nun schon zum drittenmal. Und immer wieder finden sich Dumme!“ „Ich habe auch„Mitternacht' gewettet", gestand Scheibe. „Mitternacht?“ „Ja.“ „Ven allen Boak: Wenn der fuuf Beme hatte, würde er auf dem fünften auch noch lahmen! Im dritten Rennen gibt es überhaupt nur ein Pferd, das alle anderen turmhoch überragt.“ Scheibe griff kleinlaue nach dem dritten Tiket in seiner Tasche. „Herkulea““ fragte er. „Unsinn!„Armleuchter' naturlich!“ (Tcheibe schrit seufzend zum Wettschalter. „Wenn ich„Armleuchter' auch noch wette“, dachte er,„zu gewinnen ist nichte mehr, aber ich werde wenigstens auch nichts verlieren.“ Scheibe trat zum Wettschalter. Vor ihm wartete ein ärmlich gekleideter Ilkann mit zerbeulten Hosen, schiefen Schuben und einem an drei Stellen notdürftig geflickten Rock. „Zweihundert Mark. auf„Flaumfeder'!" per langte er. (cheibe stutzte und erwog: „Der Ilann ist schlecht angezogen. Er setzt bestimmt das Gelo nicht für sich, sondern für einen Jocken, der Der bestrafte T’ugendbold Eine heitere Wiener Geschichte von S. DROSTE-HULSHOFF Ale man im Jahre 1814 die schöne, lebensfrohe (J tadt an der blauen Donau zum(chauplatz des beruhmten Kongresses erwählte, mußte man sich von vorn herein darüber klar sein, daß die hohen Teilnehmer sich nicht nur allein mie Politik beschäftigen würden. Den vielen hundert Fürsten und Diplomaten, die Wien damals bevölkerten, waren dann auch die glänzenden Feste in den Prunksälen ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger, wie die Verhandlungen an den grünen Tischen. Und wenn sie sich von ihren Mühen erholen wollten, zogen sie sich für eine Weile in irgendwelche reizenden, von Reblaub umrankten Häuechen in Nutzdorf, Grinzing und Gievering zurück, ließen sich in den grünen Wein garten den köstlichen Rebensaft schmecken und von bildDas zeizende Tetschen-Bodenbach(Zeichnung Reimesch, Scherl-M) nicht gesehen werden darf. Jedenfalls hat er bestimmt geheimnisvelle Beziehungen, denn wer vertraut sonst so einem IKann zweihundert Mark an?“ UIno Scheibe verlangte neben„Armleuchter' noch ein weiteres Tiker:„Zwanzig Mark auf„Flaumfeder“", sagte er. Als Scheibe zum Feld zurückkam, gab es den Probegalopp. Cieben Pferde waren zum Start aufgezogen. Auf fünf hatte er bereits gesetzt. Plötzlich hörte er hinter sich eine Stimme: „Go ein Schwindel! Tausend Geheimtips werden für dieses Rennen verbreitet. Ganz systematisch ist der Betrug aufgebant. Das Rennen gewinnt nur der Favorit„Gerlinde', alles andere sind Versuche, die Quote bechzutreiben. Ich habe selbst tausend Mark auf „Gerlinde“.“ „Gie wetten doch sonst nicht?“ „Seit acht Jahren nicht. Aber diesmal kann man es getrost wagen. Verlassen Sie sich auf mich!“ Scheibe drehte sich um und erkannte in dem Herrn hinter sich den berühmten Sportberichterstatter der noch berühmteren Turfzeitschrift Haferlohn. Scheibe lief, was er konnte, zum Schalter. „„Jundert IKark auf„Gerlinde"", stieß er hervor. Er erhielt das Tiket. Die Startglocke ertonte. Das dritte Rennen bestritten sieben Pferde. Sie hießen Mitternacht, Herkules, Armleuchter, Flaumfeder, Ilkiramar, Gerlinde und Kißmybakside. Kurt Scheibe hatte sechs Pferde gewettet. Die Pferde hießen„Mitternacht, Herkules, Armleuchter, Flaumfeder, Miramar und Gerlinde. Das Rennen machte Kißmybakside. hübschen, munteren Wiener Mäderln Gesellschaft leisten. Einem würdigen Engländer, der in Wien weilte, um die Vorgänge mit eigenen Augen zu beobachten, mißfiel die Leichtlebigkeit der hohen Herren und manches Skandälchen, das Liebe und Wein verursacht hatten. Sobald er in sein nebliges Inselreich zurückgekehrt war, setzte sich Ilister Groyce Hughesnew an den Schreibtisch und verfaßte ein Buch„Stories of the Wiener Kongreß", in dem er seiner Entrüstung kräftig Luft machte. 1817 erschien das Werk in England und wenig später in deutscher Uebersetzung in Wien. Daß Groyce Hughe snew die galanten Abenteuer der Fürstlichkeiten und Diplomaten mit strafenden Worten rügte, störte die Wiener nicht weiter. Daß er aber ihre geliebten Heurigengärten in Grund und Boden verdammte, als Lasterstätten brandmarkte und vor dem Besuch der „düsteren Weingärten“ dringend warnte, nahmen ihm die Wiener gewaltig übel. Mister Hughesnei war unvorsichtig genug, ein Jahr nach der Veröffentlichung seines Buches wieder nach Wien zu reisen. Im Hotel, wo Gröyce Hughesnew abstieg, wußte man bald, daß man den Verfasser der berüchtigten„Stories of the Wiener Kongreß" beherbergte und brannte darauf, ihm für seine vielen abfälligen Bemerkungen über die schöne Kaiserstadt eine auszuwischen. Die Gelegenheit kam, als Allister Hughesnew, seinen schwarz auf weiß niedergeschriebenen Warnungen zum Trotz, höchstselbst in einem Heurigengarten in Gievering auftauchte. Sofort setzten sich einige gemütliche Wiener Herren zu ihm, priesen ihm bieder diese und jene Weinsorte, überredeten ihn zum Versuchen und hielten ihm imer wieder ihre Gläser zum Anstoßen entgegen, bis der würdige Ilkister Hughesnew so sternhagelvoll war, wie man ihn haben wollte Dann verstauten die Wiener den Engländer in einen Fiaker und gondelten mit ihm in die Stadt zuruck. Der Zustand, in dem sich Mister Hughesnew befand, läßt sich leicht ausmalen, wenn man erwähnt, daß der Engländer unter anderem beim Anblick des Geefansturmes diesen für den Mast eines britischen Flagaschiffes ansah und ihn gröhlend mit dem Liede„Rule Britannia" begrüßte. Die Wiener fuhren mit ihm durch die halbe(Stadt bis vor das Tor der britischen Gesandtschaft. Dort wurde Grovce Hughesnew abgeladen, auf die Giusen der Freitreppe gesetzt und ihm ein mittlerweile besorgtes Exemplar seines Werkes über den Wiener Kongreß in die Hand gegeben. Womit der ehrenwerte Mister Grovce Hugbesnew sofort friedlich einschlief, um erst wieder am hellen Tage mühsam zu erwachen, nachdem der Türhüter der englischen Gesandtschaft bereits seinen Herrn und das gesamte Gesandtschaftspersonal zusammengetrommelt hatte——— = Lachen im Lenz= „Gestern habe ich sehr hoch Skat gespielt!“ „Um die ganzen Pfennige?“ „Iein. Aber bei einem Freund, der im 5. Stock wohnt.“ Gurgler trifft seinen Hausarzt. Gurgler geht schnell an ihm vorbei. Der Arzt hält ihn zurück: „Haben Sie eigentlich etwas gegen mich, Ierr Gurgler? Immr, wenn ich Sie treffe, weichen Sie mir aus!“ „Im Gegenteil. Ich dachte nur, Sie waren böse.“ „Ich? Warum?“ „Weil ich schon seit zwei Jahren nicht mehr krank war.“ * „Haben Sie Kaviar gegessen?“ „Warum?“ „Sie sehen so verstört aus.“ * „Was macht Ihr Sohn?“ „Er studiert in Berlin die Rechte.“ „Will er Anwalt werder?“ „Nein, Borer." * Brehmer wandert durch die Lausitz und kommt dabe zur Spreequelle. Er tritt darauf und sagt strahlend zu seiner Begleiterin:„Siehste! Jetzt kriegen sie in Berlin kein Wasser!“ * Giesecke gibt eine Gesellschaft, zu der er einen berühmten Geigenkünstler verpflichtet hat. Der Virtuolerscheint. Stolz zeigt er Giesecke seine Geige. „Eine Stradivarius. Ueber 200 Jahre Giesecke schüttelt den Kopf: „Na schön. Hoffentlich merkt's niemand.“ * „Was ist Ihr Sohn?“ „Innendekorateur.“ „Und außen?" * Zock geht in den Zoo und bestaunt den Tiger. „Gucke mal, was der für leuchtende Augen hat!“ Sagt Frau „ITun ja— hier steht es doch— das ist sa ein bengalischer Tiger!" * Rappelmeier will imponieren. „Ich trage nie einen Anzug unter 400 Mark“ Fragt sein Freund Arthur: „Bei welchem Aufschneider läßt du arbeiten?“ ** „Was will dein Sohn einmal werden?" „Er will ein höheres Bankfach einschlagen.“ „Hoffentlich erwischen sie ihn nicht dabei.“ Wie ein Mann. „Na, hat Fritzchen die Trepfen genommen wie ein INann?“ „Ja, er jammerte furchtbar, tobte wie ein Verrückter und warf schließlich die ganze Flasche zum Fenster hinaus!“ * „Sehen Sie, so müssen Sie's machen!“ sagte der Filmregisseur. Deshalb. „Früher gabst du mir immer den größeren Teil vem Braten und du nahmst den kleineren. Jetzt machst eu's umgekehrt. Ob, Waldemar, deine Liebe ist erkaltet!“ „Unsinn, Liebling, du kochst jetzt bloß besser!“ Vase 30 alt, meine Herr„Diese schaften!“ „Wober wissen Sie denn das so genau?“ „Jo, sehen Gie, als ich hier beim MNuseum ange stellt wurde, war sie 3000 Jahre alt— und das ist zert 27 Jahre her!“ Tempo passati. Dame:„Sie haben gesagt, ich wäre verlobt? Wie kommen Sie dazu?“ Herr:„Sie haben mir doch vor drei Wochen selbst gesagt, Sie seien verlobt!“ Dame:„Ja, vor drei Wochen!“ * Der Versicherungsagent fragt:„Woran starb Ihr Vater eigentlich?“ „Ich weiß nicht mehr, aber es war nichts Ernstes!“ * Umgekehrt. „Fräulein Ellen, wenn Sie mich erhören, dann habe ich das Große Los gewonnen.“ „Cagen wir es umgekehrt: Ich erhöre Sie, wenn Gie das Große Los gewonnen haben!" * Allerband. „Na, wie werden Sie denn zu Hause fertig, seitdem Ihre Frau weg ist?“ „Fabelhaft. Ich hab' die höchste Stufe praktischer Zweckmäßigkeit schon erreicht: ich kann meine Socken von beiden Enden her anziehen.“ * Der Unterschied. „Die Frauen verschweigen viel öfter ihr Alter als die Männer!“ „Dafür verschweigen die Männer sehr oft ihre Alte!“ * Gefährliches Unternehmen. „Nee, mit Eiern ist hier kein Geschäft zu machen: ich denke, wir lassen sie fallen und legen uns auf Butter!" * Anekdote. Ein junges Mädchen bat Paderewski, sie anzubören und ihr offen zu sagen, ob sie sich der IIusik wiomen solle. ITachdem sie zwei Sonaten auf dem Klavier ge spielt hatte, fragte sie zaghaft: „Was raten Eie mir, Meister?“ Padereisky antwortete: „Heiraten Sie!“ * Das Geheimuis. Die kleine Marv sparte für den Geburtetag ihrer Mutter. Das geplante-Geschenk sollte tiesee Geheimnis bleiben. „INutti,“ sagte sie einige Tage vor dem Geburte tag,„was ich dir schenke, verrate ich dir nicht, es ist ein großes Geheimnis, aber, was du auch tusi, laß dir von memandem eine Handlasche scheulen!“ Erster Gedanke. „Ich habe heute nacht von Ihnen geträumt, Frieda!“ Fragte Frieda sofort: „So? Und was für ein Kleid hatte ich an?" * Sachte, es klemmt sich! „Aber, du lieber Himmel, was machst du denn eigentlich?“ rief die Frau dee Hauses aus dem Schlafzimmer ihrem IIanne zu, der schlecht hören konnte und sich im Erdgeschoß befand. „Ich habe gerade die Katze nach draußen gelassen,“ sagte er. „Na, schön,“ rief sie,„dann laß aber auch, um alles in der Welt, ihren Schwanz raus!“ Kreuzworträtsel. Bedeutung der einzelnen Wörter: a) von links nach rechts: 1 westafrikanisches Land, 4 Schweizer Nebenfluß des Rheins, 6 westafrikanisches Land, 9 griechische Insel, 12 Kleidungsstück, 14 buddbistischer Priester, 16 geflochtenes Haar, 18 weiblicher Vorname, 19 eingedeichtes Land, 20 Stadt in Bavern, 22 Festtracht, 23 asiatischer Strom,25 Kunstgriff, 27 Stadt in Südwest afrika, 28 Vergrößerungsglas, 29 Fert: b) von oben nach unten: 2 Brennstoff, 3 Stadt am Missouri, 4 Widersetzlichkeit, 5 bohmischer Reformator, 7 Laufoogel, 8 Buhnenausstattungsstuck, 10 zu er ledigende Arbeit, 11 Verkauferaum, 13(Samoainsel, 15 Abzeichen, 17 Nebenfluß der Wolga, 21 Baumfrucht, 22 Krankheit, 24 Teil des Gesichts, 25 Vorschlag, 26 Heilverfahren. Stadtwappen=Kreuzworträtsel. Waagerecht: 2 Stadt, deren Wappen im Rätselbilde dargestellt ist, 6 Fragewort, 9 Verwandter, 11 männl. Vername, 12 europ. Münze, 13 brasilian. Hafenstadt, 14 ind. Münze, 15 moral. Begriff(poet.), 17 Abkza. f. Nationalsozialismus, 18 curop. Hauptstadt, 19 Artikel, 21 Himmelsrichtung, 22 Himmelsrichtung, 23 Beiwort, 24 Nibelungengestalt, 25 Titel, 26 Teil des Auges, 28 Artikel, 30 Papstname, 31 Fluß in Sibirien, 33 Schifffahrtsgesellschaft, die ihren Sitz in der Wappenstadt hat, Dichtkunst, 37 osteurop. Strom(1 j), 38 kleinasiar. Göttin. stadt, 2 griech. Buchstabe, 3 Strom in Nordwestdeutsch land, 4 Hausflur, 5 Elend, 6 Strom, an dem di Wappenstadt liegt, 7 Flächenmaß, 8 Naturerscheinung 10 überlieferter Eigenschaftsname der Wappenstadt. 1 Kleidungsstück, 20 Gesichtsfarbe, 23 weibl. Persönlich keit aus der englischen Herrschergeschichte, 24 Auerochs 29 preun. Kriegsminister (1859—73), 30 weibl. Kosename, 32 Beiwort, 33 süd amerikanische Hauptstadt, 34 Windseite, 36 jüd (##tammoater. * Auflesung der Ratsel ans der Unterhaltungsbeilage. Auflösung des Kreuzworträtsels: a) 1 Chur, 3 Bali, 5 Kokon, 8 Man. 10 Jda, 12 Boe, 13 Sekretaer, 14 Lar, 15 Ilm, 16 Ala, 18 Stehr, 19 Eibe, 20 Roon;— 5) 1 Christine, 2 Rom, 3 Bon, 4 Immermann, 6 Kapelle, 7 Jocal, 9 Koeln, 11 Akt, 12 Bali, 16 Ate, 1 Abr.— Auflosung des Bilderrätsele: Robinson. Fällt nun die Entscheidung? Schalke 04— Hannvoer 96.* Fortuna— Hamburger SV. Der große Zweikampf zwischen der west= und norddeutschen Spitzenklasse um die höchsten Ehren im deutschen Fußballsport erlebt am Sonntag eine Neuauflage. Der unentschiedene Ausgang der beiden Spiele in Bremen und Berlin, die trotz verlängerter Spielzeit keine Entscheidung brachten, führte zu einer Wiederholung, die nun morgen im Berliner Olymz piastadion vonstatten geht. Damit muß auch die für den 1. Juli angesetzte Spielsperre überschritten werden, allerdings nur von den vier beteiligten Mannschaften. Fortuna- HSV zum Auftakt Um 15.15 Uhr nimmt die Doppelveranstaltung mit dem Treffen Fortuna— HSV um den dritten Platz ihren Anfang. In Bremen war am vorigen Samstag keiner Partei ein Torerfolg beschieden, und nach 15 Minuten Verlängerung mußte das Gefecht wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Sollte bei Abschluß der regulären Spielzeit das Treffen wieder #mnis stehen, wird diesmal nicht verlängert, sondern #e Entscheidung durch Los herbeigeführt, damit der Hauptkampf nicht zu spät beginnt. Es erübrigt sich, noch einmal auf die beiden Mannschaften näher einzugehen. Man wird lediglich auf Fortunas Seite voraussichtlich auf Pickartz verzichten müssen, der in Bremen verletzt wurde. Der Angriff würde dann mit Paulus als Halbrechtem spielen, während Kovierski, Heibach den linken Flügel stellen. Sollten beide Stürmerreihen wieder soviel Schußpech haben wie im ersten Spiel und die Hintermannschaft erneut so gronartig auf dem Posten sein, dann wird auch diesmal das Ergebnis äußerst knapp ausfallen. Die Aufstellungen werden wahrscheinlich lauten: Fortuna: Pesch: Janes, Bach; Bender, Zwolanowski; Albrecht, Paulus, Schubart, Kobierski, Heidach. HSV: Warning: R. Dörfel, Bohn; Weber, Reinhardt, Kahl; Sikorski, F. Dörfel, Höffmann, Noack, Carstens. Und dann Schalke 04— Hannover 96 Man muß wirklich große Achtung vor diesem „kleinen HSV“ aus Hannover haben. Wie in der Vorschlußrunde gegen den„richtigen“ HSV, so lag der Niedersachsenmeister auch gegen Schalke mit 0:2 schon aussichtlos im Hintertreffen. Aber mit eiserner Ernergie wurde unter letztem Kräfteeinsatz noch der Ausgleich erzielt und in Dresden gegen Hamburg in der Verlängerung sogar der Sieg herausgespielt. Groß ist die Ausdauer der elf Hannoveraner, die in der Verlängerung von Berlin mehr zuzusetzen hatten als der Meister, der dafür durch seine Routine den Kampf offen und unentschieden hielt. In technischer Hinsicht war Schalke überlegen, aber auch nicht mehr in dem Maße wie früher, als sich die„Knappen“ verschiedentlich mit Hannover 96 in der Vorrunde auseinandersetzen mußten. Diese Meisterelf von Niedersachsen ist zur deutschen Spitzenklasse aufgerückt. An dieser Feststellung ist nach der großartigen Siegesserie nicht mehr zu rütteln. Schalke 04 wird wieder groß aufspielen und alle technischen Künste zeigen müssen, soll ein Vorsprung erzielt werden, den Hannover diesmal nicht mehr aufholen kann. Beide Vereine werden die gleiche Besetzung zur Stelle haben, es sei denn, Schalke 04 versucht wieder einmal Berg für den unerfahrenen Mecke als Linksaußen, während Prinz dann linker Läufer spielen würde. Allerdings ist auch Kuzorras Mitwirkung noch nicht bestimmt, da er seit Sonntag an einer Knieverletzung leidet. Die Aufstellungen des Sonntags waren: Schalke 04: Klodt; Sontow, Bornemann; Gellesch, Tibulski, Berg; Kalwitzki, Szepan, Pörtgen, Kuzorra, Mecke.— Hannover 96: Pritzer: Sievert, Petzold; Jacobs, E. Deike, Männer; Malecki, Pöhler, E. Meng, Lay, R. Meng. Hannover 96 hat für das Wiederholungsspiel gegen Schalke 04 den bisher gesperrten Verteidiger Reckel zur Verfügung, was den Hannoveranern sehr zustatten kommt, da Petzold im ersten Treffen verletzt wurde. Ruhe vor dem Sturm Das letzte Training vor dem Kampf.- Was Urban am Sonntag feltltellte.— Ein zweiter Kampf: Schlachtenbummler Hannovers gegen Schalkes Anhängerlchaft. Vorgestern sind wir zur Glückauf=Kampfbahn gezogen. wo Schalke 04 sein letztes Training vor dem großen Sturm absolvierte. Um die Tribüne wieder das gleiche Bild. wenn Schalke trainiert: viel Jugend. die der Platzwärter immer wieder an ihren rechtmäßigen Platz zurückscheuchen muß, die jeden mit den Augen des Kenners auf seine Form mustert. Keiner bedauert mehr als sie. am Sonntag nicht dabei sein zu können, wo es um das Letzte geht, sie bedauert, mit ihrem Kriegsgeschrei ihre Helden nicht anfeuern zu können, wenn es brenzlich zu werden scheint. Im übrigen ist die Trainingsstätte, das weite, prächtige Rund des Platzes. das von der Abendsonne überstrahlt wird, ein Idoll. Die Hühner, die da in hellem Hausen„grasen“, scheinen sich an die Bombenschüsse gewöhnt zu haben, die von Zeit zu Zeit auf das Tor losgelassen werden, sie hopsen nur ein wenig zur Seite, wenn das Leder bedrohlich in ihrem Hühnerkreis landet. Bumbas Schmidt will seine Ruhe haben. Man kann es verstehen, wenn Bumbas Schmidt, der erfahrene und viel ausgefragte Mannschaftstrainer jetzt in den letzten Tagen seine Ruhe haben will. desgleichen die Mannschaft. Was werden sie immer gefragt. ob es Sonntag denn klappen wird, ob sie sich in Form fühlen, was sie von den Hannoveraner halten..... Hier während des Trainings pflegen sich von Zeit zu Zeit die Presseleute von Nah und Fern einzufinden, von der Illustrierten der Tageszeitung und dem Fachblatt, sie pirschen sich an den braven Bumbas heran, der immer wieder dem versteckten Kreuzverhör standhalten muß. Nun in den letzten Tagen kann er grandig werden, dann kann man schon ein urkräftiges bayerisches Wort hören, womit er— natürlich wenn die Frager sich fortbegeben haben— seinerseits einen Punkt hinter das Verhör macht. Er zieht sich dann bewußt oder unbewußt zwischen seine Jungen zurück, denn am Rande des Feldes steht immer wieder die unablässige Frage:„Was wird?“ Auf dem Platz ist es still. die Mannschaft ist ruhiger als sonst, es ist schon so, daß sie alle unter dem Eindruck des bevorstehenden Kampfes stehen. Sie nehmen den Kampf am Sonntag sehr ernst. Das wirkt sich nun nicht etwa so aus, als ob sie am letzten Trainingstag den letzten Groschen in eine volle Sparbüchse zwangen wollten. Es geht gemach im Uebungslauf um den Platz, ruhig wie sonst, sogar viel ruhiger. Diesmal wird es unstreitig entscheidend auf die Nerven ankommen. Das Bewußtsein, es mit einem Gegner zu tun zu haben, der einmal seine Gefährlichkeit nachwies, kann selbst den erfahrensten Kämpen ein wenig aus dem Konzept bringen. Das liebe Publikum. Die Schalker Jungen sind sich der Bedeutung dieses Treffens wohl bewußt. Nicht nur, weil von Sieg oder Niederlage abermaliger Gewinn oder der Verlust der Meisterschaftskrone abhängt, sondern weil sie wissen, daß man daheim von ihnen viel erwartet. Und das kann für einen Kämpfer gut und auch weniger gut sein. Für Schalke das letztere. Denn es hat sich in letzter Zeit gar zu häufig das liebe Publikum in mancher unliebsamen Haltung gezeigt. Man müßte, wenn man sich ganz kraß ausdrücken wollte, das bekannte Sprichwort von den Freunden hinzuziehen, die bekanntlich in der Not alle auf ein Lot gehen. Womit keineswegs gesagt sein soll, als ob Schalke sich wirklich in solch arger Bedrängnis befände. Man konnte nur zu oft am letzten Sonntag und auch vorher diese Unkenmänner reden hören, daß sie es sich ja denken konnten, daß schließlich keine Mannschaft die Daueranwärterschaft auf die Meisterschaftskrone besitzt usw. Dabei sollte man mit ganzer Kraft zu der Schalker Mannschaft stehen und nicht die Kämpfer dadurch in Verwirung bringen, daß sie sich sagen müssen: Was denken die zu Hause, erkennen sie unsere Leistung an, auch wenn sie nicht zum Erfolg führt? Aber die heiße Spannung des letzten Kampfes im Olympiastadion hat doch wieder die alte Liebe zu Schalke und die große Anteilnahme geweckt. Diesmal wird in den Rängen des Olympiastadions ein zweiter, ein Lokalkampf Publikum Hannover und Anhängerschaft Schalke 04 ausgetragen werden. Denn der Kohlenpott schickt ein Aufgebot nach Berlin, das bisher wohl kaum auf einmal im Stadion versammelt gewesen sein dürfte. Partei, Stadtverwaltung. Sportführung, alle haben sie sich dafür eingesetzt, daß Schalke mindestens die gleiche Rückendeckung haben wird wie Hannover. Wie wir erfahren, starten von allen größeren Städten unserer Nachbarschaft große Sonderzüge. Bochum meldete, daß in kürzester Zeit der erste Sonderzug ausverkauft war. Natürlich ist die Begeisterung gerade in Gelsenkirchen für diese Berlin=Fahrt groß, KdF. hat einem jeden die Fahrt leicht gemacht. Sicher bedeutet es eine kleine Strapaze, zwei Nächte unterwegs zu sein, aber was bedeutet es, gemessen an dem herrlichen Erlebnis dieses Großkampfes, erst recht, wenn er einen Sieg Schalkes zu melden hat. Einer, der es wohl wissen muß. Wir sprachen Gellesch, der gerade unter einer Schwitzhaube lag, um sich von einem unbedeutenden Lendenschmerz aufzubessern. Wir sprachen Urban, der am Rande des Trainingsfeldes saß und seinen Aerger verbeißt, daß er nicht mit dabei sein kann. Aber er war am Sonntag wenigstens während des Spieles in Berlin zugegen. Er hat den unvoreingenommenen, den Zuschauer mit dem erfahrenen Blick gespielt. Sein Urteil geht dahin, und das wird wohl das Urteil der Mannschaft sein: Die Hannoveraner sind keine Ueberflügler, sie sind eine kampfstarke Mannschaft, gegen die man sich allen Ernstes zu wappnen hat. Die Jungen können spielen. Und damit ist alles gesagt. An dieses Urteil eines, der es wohl am besten mit wissen muß, sollte sich auch das Urteil der Gelsenkirchener Schalke=Anhänger angleichen, die aus dem Verkennen des Gegners zu hohe Forderungen an Schalke stellen sollten. Wie der Ausgang auch sein wird, wir wollen Schalkes Sport= und Kampfgeist gerecht würdigen, in der Niederlage und im Sieg. Wie wird es werden? Gelsenkirchen läßt seine Mannschaft nicht allein! 1933 in Köln: Schalke 04— Fortuna Düsseldorf 0:3. 1934 in Berlin: Schalke 04— 1. FC. Nürnberg 2:1. 1935 in Köln: Schalke 04— VfB. Stuttgart 6:4. 1936 in Stuttgart: Schalke 04— 1. FC. Nürnberg (Vorschlußrundenspiel) 0:2. 1937 in Berlin: Schalke 04— 1. FC. Nürnberg 2:0. 1938 in Köln: Schalke 04 wird gegen Fortuna Düsseldorf Deutscher Pokalmeister 1938 in Berlin: Schalke 04— Hannover 96 3:3 1938 in Berlin: Schalke 04— Hannover 96?:? Soll diese stolze Liste des Erfolges nun unterbrochen sein? Am vorigen Sonntag konnten die Hannover in einem dramatischen Kampfe. angefeuert durch die Massen von Landsleuten, das Sviel offen gestalten. Nächsten Sonntag ist die Wiederbolung an gleicher Stelle. Diesmal wird Gelsenkirchen dafür sorgen, daß die Schalker Mannschaft sich nicht verlassen zu fühlen braucht. Schon jetzt ist damit zu rechnen, daß 8000 bis 10000 Gelsenkirchener mit der Bahn nach Berlin fahren werden. Ungezählte Autos und Omnibusse werden ebenfalls unterwegs sein. Diese Unterstützung soll unserer Mannschaft den Rücken stärken. Jedenfalls ist damit zu rechnen, daß auch im Lautsprecher das Echo diesmal anders klingen wird. als vorigen Sonntag! Wer fährt nach Berlin? Auch die Schwerathleten und Reiter bei den Kämpfen der SA-Gruppe Weittalen in Dortmund. Im Rahmen der von der SA=Gruppe Westfalen durchgeführten Sport= und Wehrwettkämpfe in der Dortmunder Kampfbahn„Rote Erde“ werden am Sonntag die besten Boxer der Gruppe Westfalen ermittelt. Die Sieger aus diesen Kämpfen haben die Aufgabe, die westfälische SA bei den Mitte Juli in Berlin stattfindenden Reichswettkämpfen der SA zu vertreten. Eine Reihe hervorragender Vertreter des duetschen Boxsportes geht Sonntagvormittag in Dortmund an den Start, deren Namen zum Teil auch international gut bekannt sind und die der SAGruppe Westfalen in Berlin zu einem schönen Erfolg verhelfen sollten. Ringer und Gewichtheber. Auch die„schweren Leute“ greifen mit einem großen und starken Aufgebot in die Ereignisse ein, die ihre Kämpfe am Sonntagvormittag in der Westfalenhalle erledigen. Im griechisch=römischen Ringen, Gewichtheben und Olympischen Dreikampf werden die Sieger in sechs bzw. sieben Klassen ermittelt, die die westfälische SA bei den Reichswettkämpfen in Berlin vertreten werden. Bei den Ringern sollte sich die Entscheidung im Bantamgewicht zwischen Schönleben I(Dortmund), Rößler(Hohenlimburg) und dem vorjährigen Gaumeister im freien Stil, Brenne(Witten) abspielen. Für den Sieg im Federgewicht dürfte in erster Linie Nagel(Witten) in Frage kommen. Den Höhepunkt sollten die Kämpfe in der Leichtgewichtsklasse bilden, in der sich so gute Leute wie Europameister Sperling und Schönleben II(beide Dortmund), Reinhardt uno Panne(beide Hohenlimburg) im Kampf befinden. Im Weltergewicht sind der Dortmunder Wicke und Glod(Hohenlimburg) als die Favoriten zu bezeichnen. Im Mittelgewicht startet mit Kilian(Witten) einer der ältesten und erfolgreichsten Ringer Westfalens, der sich, falls er kraft seiner Erfahrung bis zum Endkampf kommen sollte, gegen (Dortmund) kaum halten können wird. Wahrscheinlich aber wird Zimmer als bester Mann in dieser Klasse seinen Landsmann Bottner zum Endgegner haben.— Im Halbschwergewicht haben die beiden Hohenlimburger Hill und Wagemann erste Siegesaussichten, wie auch Vogedes(Dortmund) und Pelzer (Huckarde) sich ihren Mitbewerbern überlegen zeigen sollten. Bei den Gewichthebern sind von den Meistern Antoni, Dörrbecker, Diedrichs, Ringer, Masan, Drießen, Widua und Aaldering die besten Leistungen zu erwarten. Alarmübung und Nachtritt bei den Reitern. Wenn die in Dortmund stattfindenden Reiterkämpfe naturgemäß auch nicht die Beteiligung finden werden wie an Pfingsten beim großen SA=Reitturnier in Haltern am See, so wird man sich aber doch von der Leistungsfähigkeit der SA=Reiterei ein Bild machen können. Die Reiterkämpfe beginnen am Samstag um 21 Uhr mit einer Alarmübung auf dem Gutshof im Rombergpark, der sich ein Nacht=Ritt über 14 km anschließt. Sieben Patrouillen mit insgesamt 42 Reitern und Pferoen nehmen daran teil. Das Programm des Sonntags wird mit einem Start der Nachtpatrouillen zum Geländeritt der Klasse A eingeleitet. Wie am Vorabend, so sind an diesem Kampf die SA=Reiterstandarten 67(Dortmund) und 165(Bielefeld) beteiligt. Start und Ziel befinden sich im Gutshof im Rombergpark. Alle weiteren Kämpfe wickeln sich am Sonntag in der Reithalle im Eintrachthaus ab, und zwar wird mit der Vorprüfung der Klassen A und L begonnen. Anschließend findet ein Jagdspringen der Klasse A statt. Gut besetzt sind ferner A= und L=Dressur sowie die Jagdspringen der Klassen L und M. An diesen Kämpfen nehmen SA=Reiter der SA=Reiterstandarten 67(Dortmund). 68(Arnsberg), 69(Hagen), 70(Recklinghausen) und 165(Bielefeld) teil. SA=Obersturmführer Prümer, SA=Sturmführer Staupendahl, SASturmführer Zurhausen, SA=Truppführer Menke und SA=Scharführer Althüser— um nur einige zu nennen— sind Reiter, die auf Turnieren schon manchen Erfolg davontragen konnten. Der erste Länderkampf des Jahres Unlere Leichtathleten in Paris.- Zum 12. Male gegen Frankreich. Mehr und mehr geht es den Höhepunkten der diesjährigen Leichtathletiksaison entgegen. Nachdem das vergangene Wochenende die Gaumeisterschaften brachte, sind nun einige Länderkämpfe fällig, bis Ende Juli werden in Breslau die deutschen Meisterschaften steigen. Der August bringt weitere internationale Aufgaben, und im September geht es dann nach Paris zu den Europameisterschaften, Auf Pariser Boden kann sich unsere Spitzenklasse am Sonntag schon etwas„akklimatisieren". In der zur Zeit wohl stärksten Besetzung geht es im Colombes=Stadion zum zwölften Male gegen Frankreich. Von den voraufgegangenen elf Begegnungen hat Deutschland keine verloren, auch nicht unentschieden gestaltet, und es sieht auch nicht danach aus, als sollte der zwölfte Kampf eine Niederlage bringen. Gewiß sind die Franzosen nicht zu unterschätzen, zumal sie mit vielen neuen Kräften antreten, die sich bereits durch gute Leistungen hervorgetan haben. Aber der weitaus bessere Durchschnitt läßt auch diesmal Deutschland in Front erwarten. Die Aufstellungen lauten: 100 m: Scheuring, Kersch: Dessus, Stolz 200 m: Hornberger, Neckermann; Goldowski, Jurdian 100 m: Linnhoff, Robens; Joye, Skawinski 800 m: Harbig, Eichberger; Faure, Goix 1500 m: Stadler, Böttcher; Leichtnam. Normand 5000 m: Syring, Ostertag; El Ghazi, Rochard Karlchens Reverenz für Wilhelm I. Herne im Zeichen der Grünröcke.— Wieder ein Herner Sportsmann tat den Meisterschuß. Karlchens Gruß auch an Königin Hedwig.— Abschied vom alten Fußballjahr.— Zuvor aber noch Schalke 04— Hannover 96. Also, da hätten wir Herner mal wieder unser Schützenfest. Ist doch eine feine Sache geworden, diees Wiedererstehen eines alten Herner Volksfestes, das die Erinnerungen an die Zeiten wachruft, als unsere Stadt noch ein kleines, friedliches Dörschen war. In den Tagen des Schützenfestes ist ganz Herne mal wieder eine große Familie, die freudig mitmacht, wenn die Grünröcke durch die Straßen marschieren und die Büchsen knallen. Der Königsschuß ist ja bereits gefallen. Unter donnerndem Jubel hat Dr. Saß dem Vogel den Garaus gemacht, um nun als Wilhelm das Erbe seines Vorgängers, Hermann II., anzutreten. Die Thronfolge scheint also erblich zu sein, denn wieder ist mit Wilhelm I. einer unserer Mitbürger auf den Thron gelangt, die mit dem Herner Sportleben eng verbunden sind. Und so werden die Herner Sportfreunde auch auf dem diesjährigen Schützenfest eine recht aktive Rolle spielen, wird keiner fehlen, um dem neuen Schützenkönig Reverenz zu erweisen. Die gleiche Sympathie schlägt seiner Gemahlin, Frau Hedwig Funke, entgegen, die ja gleichfalls den Herner Sportfreunden eine gute Bekannte ist. Kurzum: es wird hoch hevgehen in diesen Tagen, und selbstvertändlich wird auch Karlchen mitten mana sein und sein Glas auf das Wohl des neuen Königspaares leeren. In diesem Sinne: Horrido! Der Fußball geht sa nun in die Sommerferien. Weniastens bot er das bei uns Hernern bereits getan. Mit dem Freundschaftsspiel der beiden ältesten Herner Fußballvereine, Westfalia und Germania, das einen schönen und— was Karlchen am meisten freut — ritterlichen Verlauf nahm, ist das alte Fußballjahr für uns beschlossen worden. Es hat uns Freud und Kummer gebracht. Karlchen erinnert da an das große Spiel, das unsere Blauweißen dem Deutschmeiste: Schalke 04 lieferten, an den Bombensieg über die Dortmunder Borussia und an andere mitreißende Kämpfe. Aber auch an Enttäuschungen war kein Mangel. Daß uns zuguterletzt doch noch der„Vize“ entrissen wurde, hat Karlchen damals mächtig gewurmt. Aber mittlerweise haben wir uns ja damit abgefunden. Unser dritter Tabellenplatz kann sich ja schließlich auch noch sehen lassen. Aber das soll natürlich nicht heißen, daß wir nun auf unseren Lorbeeren ausruhen können. Im kommenden Jahr werden die Meisterschaftskämpfe in der westfälischen Gaulige zweifelsohne wieder große Anforderungen an die Mannschaften stellen. Durch den Aufstieg einer solch tüchtigen Elf wie Arminia Bielefeld, wozu sich vielleicht auch noch Preußen Münster gesellt, hat die Westfalengauliga frisches Blut erhalten, was für sie gewiß kein Nachteil ist. Jedenfalls müssen wir auf dem Posten sein, wenn wir unsere Stellung in der Spitzengruppe behaupten oder sogar darüber hinaus noch weiter vorstoßen wollen. Mit Genugtuung erfüllt es Karlchen, daß wir diesmal nicht so vorzeitig wie in den letzten Jahren beim Tschammer=Pokal ausgeschieden sind, sondern daß wir noch zu den fünf letzten Mannschaften gehören, die der Gau Westfalen im Rennen hat. Sicherlich wird man uns in der nächsten Runde, die zu Beginn des neuen Fußballjahres unter Mitwirkung der Gaumeister ausgeteagen wird, einen schweren Gegner vor die Nase setzen. Also gilt es auch hier, die Ohren steif zu halten. Das heißt mit anderen Worten: wir dürfen uns während der Sommeraufe nicht ganz auf die Bärenhaut legen, sondern müssen die Zeit richtig nützen, um in bester Form an den Start zu kommen, wenn die Glocke wieder läutet. Das gilt natürlich nicht nur für unseren Gauligisten, sondern auch für alle anderen Herner Mannschaften, für den BfB Börnig. der ja einige Zeit gebrauchte, um sich in der Gelsenkirchener Umgebung zurechtzufinden, und für die Mannschaften der Herner Kreisklassen. Denn im nächsten Jahr muß es klappen, muß Herne seinen zweiten Verein in der Bezrksklasse haben. Wenn nicht, fährt Karlchen mit der ganzen Herner Kreisklasse Schlitten. Also, Kinder, führts euch zu Gemüte. Diesmal dürft ihr Karlchen nicht draufsetzen, diesmal muß es geschafft werden. Aber nun genug vom Fußball, ab mit ihm durch die Mitte in den Geräteschrank. Doch stopp, da ist ja noch das Wiederholungsspiel zwischen Schalke 04 und Hannover 96. Das muß allerdings erst noch unter Dach und Fach gebracht werden, sonst hat das Fachamt Fußball keine Ruhe, weiß die Viktoria nicht mehr, wohin sie gehört. Als Karlchen am letzten Sonntag in aller Gemütsruhe vom Schloß Strünkende zur Bahnhofstraße hinunterwandelte(es stand 3:1 für Schalke), um sich sein übliches Pils zu Gemüte zu führen, da war er nicht wenig erstaunt, als er die Leute mit gespitzten Ohren zum Lautsprecher hinhören sah. Das Spiel war doch lange entschieden: Schalke war wieder Deutscher Meister... Hat sich was, da waren die wackeren Hannoveraner doch noch auf 3:3 herangekommen, mußte Karlchen noch eine aufregende halbe Stunde miterleben. Also morgen geht der Tanz um die bronzene Jungfrau nochmal los. In beiden Lagern äußert man sich recht zuversichtlich. Die Hannoveraner behaupten, jetzt wissen wir, daß auch Schalke verwundbar ist, und werden das zu nützen wissen; die Schalker sagen: jetzt haben wir Hannover gründlich kennengelernt und werden unser Spiel darnach einrichten. Wer wird Recht behalten? Nun, Karlchen tippt als Westfale natürlich auf die Schalker, die ja diesmal nicht„allein“ im Olympia=Stadion sein werden. Der Ausgang des ersten Treffens hat den ganzen„Kohlenpott“ mobil gemacht. Diesmal werden die„Westfälinger“ mit ein paar tausend Mann anrücken, um auch„stimmenmäßig“ entsprechend vertreten zu sein und den Niedersachsen, die am letzten Sonntag restlos die Situation beherrschten, Widerpart zu leisten. Das kann also unter Umständen ein frisch=fröhlicher Sängerkrieg im Olympia=Stadion werden. Jedenfalls mird die Sache wieder riesig interessant, auch Karlchen ist gespannt wie ein Flitzebogen. Doch heute und morgen ist Schützenfest, und so will Karlchen die guten Herner heute nicht weiter mit sportlichen Dingen behelligen. Es wird sich in den nächsten Wochen ja ohnehin Zeit und Muße finden, sich etwas intimer mit dem einen oder anderen Vorgang im sportlichen Leben unserer Stadt zu beschäftigen. Heute haben die Grünröcke das Wort, mischt sich auch Karlchen festesfreudig unter sie. Doch zuvor noch schnell Karlchens Tips für morgen: Schalke 04— Hanvover 96 3.1 Fortuna Düsseldorf— Hamburger SV 4:2 110 m Dürb.: Rumpmann, Wagner: Brisson, Vernard Hochspr.: Weinkötz, Martens; Mantran, Puyfourca### Weitsprung: Long, Leichum; Baudry, Heim Stabhochspr.: Sutter, Proksch; Ramadier. Vintousky Kugelstoßen: Woellke, Lampert; Duhour, Noel Diskuswerfen: Schröder, Lampert; Noel, Winter Speerwerfen: Stöck, Büsse; Frinot, Quintin 4X100 m: Scheuring, Kersch; Goldowski, Dessus Hornberger, Neckermann; Heim, Jourdian 4 400 m: Linnhof, Blazejezak; Leveque, Bertolino Hölling, Harbig oder Robens oder Eichberger; Cerutti, Johe. (Die beiden Erstgenannten sind Deutsche, die Letztgenannten Franzosen.) Die Hauptstützen der französischen Mannschaft sind Europameister Skawinski über 400 m, Goix über 800 Meter, Normand über 1500 m, El Ghazi und Rochard über 5000 m. Mantran im Hochsprung, Heim im Weitsprung, die Altmeister Ramadier und Vintousky im Sabhochsprung sowie Noek und Duhour im Kugelstoßen, ferner Noel und Winter im Diskuswerfen und Finot im Speerwerfen. Aber auch diese Spitzenkräfte werden es schwer haben, gegen die deutsche Extraklasse anzukommen. Unsere Vertreter für Paris haben sämtlich in den letzten Wochen sehr gute Leistungen geboten, sowohl in den Läufen als auch in den Sprüngen und Würfen. Erinnert sei nur kurz an die 47,3 Sekunden, die Linnhoff kurz hintereinander zweimal über 400 m herauslief, an die Zeiten von Harbig und Eichberger, an die Hochsprünge von Weinkötz und Martens, die 1,90 m fast immer sicher haben, an die Weiten im Diskus= und Speerwerfen, wobei vor allem Lampert augenblicklich ganz groß in Form ist. Es müßte schon sehr eigenartig zugehen, würde uns dieser erste Länderkampf der neuen Leichtathletik=Kampfzeit nicht einen ganz eindeutigen Sieg bringen. Am Gaumeisterehren in Burgsteinfurt Welttalens Schwimmeilterlchaften am Wochenende. Die westfälischen Schwimm=Meisterschaften werden am Samstag und Sonntag entschieden, nachdem bereuts die Leichtathleten eine Woche zuvor ihre Titelkämpfe durchgeführt haben. Die Kreisstadt Burgsteinfurt ist in diesem Jahre der Austragungsort, die auf dem besten Wege ist, sich im Nordmünsterland als Schwimmerhochburg zu entwickeln. Alle Spitzenkönner sind restlos zur Stelle. Blau=Weiß Bochum, Westfalen Dortmund, Neptun Dortmund, Gladbeck 13, Hagen 94, Lüdenscheid 01, Niedersachsen Münster und Poseidon Wanne=Eickel werden mit ihren alten Kämpen den Reigen eröffnen. Besonders gespannt ist man natürlich auf den Ausgang der Meisterschaften, sind sie doch die letzte Feuerprobe vor dem höchsten Ziel:„Deutscher Meister" zu werden. Die Meisterschaften der Männer. Mit dem Arbeitsdienstmann und Titelverteidiger Höhle(Witten 84) startet über 100 Meter Freistil der beste Mann gegen die Dortmunder Bachmann, Küper und Mühle, Fischer(Gelsenkirchen), Schreiber(Bielefeld), Hessing und Schwarze(Münster) sowie Rose (Hamm). Höhle oder Bachmann sollten den Sieg erringen.— Bachmann, Küper, Höhle und Matsche (Neptun Lüdenscheid) sind die besten Leute über die 200-Meter-Freistilstrecke, so daß es zu einem Bombenrennen kommen wird, das in der aufgeführten Reihenfolge entschieden werden könnte.— Ueber 400 Meter Freistil kommen zu dem erwähnten 200=MeterFeld noch der Titelverteidiger Schoer(Gladbeck) und Betzinger(Iserlohn 95). Bachmann muß auch hier in bester Form sein, wenn er den Titel erringen will.— Für die sogenannte„lange Strecke“, 1500 Meter Freistil, fühlen sich mit den beiden Dortmundern Bachmann und Küper nur zwei Mann stank genug. Ueber 100 Meter Rücken beherrscht Altmeister Simon(Gladbeck 13) immer noch das Feld mit seinen Schülern Symann und Zöll. Westfalen Dortmund hat Fritsche und Lütgert im Rennen, und Poseidon 04 Gelsenkirchen Hartwig, die sich sämtlich strecken müssen, wenn nicht Sieg und Plätze nach Gladbeck wandern sollen.— Rekormann Artur Heine(Gladbeck), Meister Koch(Dortmund), Romanski(Erkenschwick) und Borgsmüller(Gladbeck) sind im 200-Meter-BrustZwölferfeld die schnellsten. Alle sind in guter Form, so daß es einen neuen Rekord geben könnte. Alle anderen sollten knapp über 3 Minuten schwimmen.— In der 4X100-Meter-Freistilstaffel haben die Dortmunder Westfalen den Titel zu verteidigen, was ihnen aber gegen Gladbeck 13. 1. Bielefelder SV und Niedersachsen Münster nicht leicht fallen wird. In der VoW=Klasse hält Gütersloh ,06 die Meisterschaft, in der ihm der Bocholter WSV den Rang ablaufen könnte. Gladbeck 13 sollte mit Heine, Herzogenrath, Borgsmüller und Legemann seinen vorjährigen Sieg in der 4X200-Meter-Bruststaffel wiederholen kön nen. Westfalen Dortmund und Niedersachsen Münster sind als die gefährlichsten Gegner zu bezeichnen. — Auch in der Lagenstaffel(100, 200. 100 Meter) hat Gladbeck 13 allererste Aussichten auf den Sieg. Westfalen Dortmund schickt hier sogar zwei Mannschaften ins Rennen. Die Titelkämpfe der Da mit Sylvia Kellermann, die jetzt zum Gau Niederrhein gehört, die Meisterin aller Klassen fehlt, sind die Meisterschaften sämtlich offen. Die Jugend hat über 100 Meter Freistil das Wort. Vor allen Dingen Lindner(Erkenschwick) und Garski(VfL Bochum 48) sind zu nennen. Vielleicht aber besinnt sich die ehemalige Meisterin Maus(Dortmund) auf ihr Können und macht mit ihrer Kameradin Poth im Schlepptau ein Rennen für sich.— Die 400-Meter-Freistilstrecke liegt Maus schon erheblich besser, so daß die Dortmunderin hier der jugendlichen Lindner und Schaper(Bielefeld) das Nachsehen geben sollte.— Ueber 100 Meter Rücken aber sollte Lindner bestimmt zu Meisterehren kommen, da sie bisher die besten Zeiten schwamm. Weiter sind wieder Garski, Schaper und die Dortmunderin Käthler im Rennen, bei denen die Tagesform über die Rangfolge der Plätze entscheiden sollte.— Ein Achterfeld kommt über 200 Meter Brust zusammen. Einmal mehr wird hier der große Kampf entbrennen. Wer ist die bessere: Grauthoff(Bochum 48) oder die Titelverteidigerin Müller(Germania Dortmund). Die Platzfrage ist ebenfalls weiter ungeklärt. Die Staffelmeisterschaft 3X100 Meter Freistil, 3X 200 Meter Brust und Lagen(100, 200, 100 Meter) hat sämtlich Germania Dortmund zu verteidigen. In der Bruststaffel unternimmt erneut Hagen 94 den großen Anlauf, den Titel an sich zu reißen, und in den beiden anderen Rennen ist es jedesmal der VfL Bochum 48, der den Germaninnen hart zusetzen wird. Wasserball-Vorrunde um die Gaumeisterschaft. Die Wasserballer bestreiten die Vorrunde um die Gaumeisterschaft. Blau=Weiß Bochum, Neptun Erkenschwick und der mehrmalige Meister Bocholter MSV kämpfen um die Punkte. Obwohl die Bocholter kein Winterdad haben. M anzunehmen, daß sie — Eine erfolgreich durchsetzen werden.— Eine weitere Ausgestaltung des Programms ist den Frauen vom Sanitätsschwimmverein und Germania Dortmund übertragen worden, die mit ihrem Kunstschwimmen und Figurenlegen die Zuschauer begeistern werden. 1. Gebietsregatta in Gelsenkirchen. Mit einer ausgezeichneten Besetzung wartet die 1. Gebietsregatta der westfälischen HJ. am kommenden Sonntag in Gelsenkirchen auf. 60 Boote werden auf dem Rhein=Herne=Kanal um den Sieg kämpfen. Der Wettbewerb ist nicht auf Westfalen begrenzt, vielmehr werden die besten Jugendruderer aus dem ganzen Westen kommen. Vom Niederrhein kommen u. a. Bewerber aus Düsseldorf, Benrath, Homberg, Mülheim=Ruhr und Essen. Es ist eine sportliche Großveranstaltung, in der die Hitler=Jungen sicherlich wieder mit guten Leistungen begeistern werden. Noch zwei Fußballspiele. Am letzten Tag vor der Fußballsperre wurden in Westfalen noch zwei Fußballspiele ausgetragen. Der VfL 48 Bochum und eine Bochumer Stadtmannschaft standen sich vor 600 Zuschauern in einem Spiel zugunsten des RSKOV gegenüber. Die besser eingespielte Vereins=Elf des BfL blieb mit 4:1(3:1) siegreich. Die Tore für VfL erzielten Mika(2), Menzki und Rudzinski, während die Stadtmannschaft beim Stande von 0:1 durch den Linksaußen den Ehrentreffer buchte. Arminia Bielefeld mußte sich vor 1500 Zuschauern mit einem 3:3(2:3)=Unentschieden gegen den Bezirksligisten Grün=Weiß Bielefeld zufriedengeben. Ein aussichtsloser Einspruch wurde von der Fußballmannschaft Lorenz Berlin ge gen die Wertung des entscheidenden Tores eingelegt das für den Aufstieg von Blauweiß Berlin in die Gauliga vor Lorenz Berlin ausschlaggebend war. Der Torschütze soll den Ball mit der Faust dem Tor hüter aus den Händen geschlagen haben. Da Ein sprüche gegen Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters nicht anerkannt werden, scheint der Einspruch von Lorenz vergeblich zu sein. Ringsport Herne 1920— Sportvereinigung Hagen. Sonntag abend findet im Vereinslokal Keller der erste Aufstiegskampf der Herner Mannschaft gegen den sauerländischen Bezirksvertreter, Sportvereinigung Hagen, statt. Dieser Mannschaft, unter Führung des bekannten Mittelgewichtlers Mertens, geht ein guter Ruf voraus. Da die Kämpfe nach dem k. o.System ausgetragen werden, das heißt, daß nach einer Niederlage— Vor= und Rückkampf zusammengerechnet— der Verein ausscheidet, so muß die Herner Mannschaft sich anstrengen, damit sie nicht aus dem Rennen geworfen wird. Die unteren Klassen mit Wawrzyniak, Stank und Jäger müssen da mit gutem Beispiel vorangehen und für Siege sorgen. Vom Weltergewicht an aufwärts stehen wahrscheinlich Lefeber, Naujokat, Schafraniak und Werner zur Verfügung, als Ersatz halten sich Hölscher, Tiranti 1 und 2 und Holtmann bereit. Bei etwas Glück sollte diese Mannschaft allerdings einen Sieg erzielen können. Die weiteren Paarungen lauten: Hamm gegen Suderwich und Hörde 29 gegen Gütersloh. Die Sieger dieser drei Paarungen treten dan um die Entscheidung an. Kämpfe dürften bei den Anhängern des Ringkamp### jedenfalls wieder großen Anklang finden, zumal#sich um Gegner handelt, welche hier noch unbekannt sind. Galopprennen in Dortmund Nach den belden Neußer Renntagen wird am Sonntag und Mittwoch die Bahn in Wamdel wieder einmal das Ziel der westdeutschen Turfleute sein. Wenn nicht alles täuscht, wird Wambel am Sonntag das Bild eines großen Tages bieten, denn dem Veranstalter ist ein schönes Programm gelungen, das auch bei den Ställen Anklang gefunden hat. Es sind zahlreiche Nennungen abgegeben worden, so daß die Besetzung der Prüfungen recht befriedigend ausfallen dürfte. So wurde für das Hauptereignis, das Flachrennen„Hopfen und Malz“ über 2400 Meter, für zehn Pferde guter Klasse der dritte Einsatz gezahlt. Es steht also eine spannende Entscheidung in Aussicht. Da auch das Rahmenprogramm gut zusammengestellt ist, sind alle Vorbedingungen für einen erfolgreichen Renntag gegeben. Im Vehmlinde=Rennen(1400 Meter) für Dreijährige legen wir die engere Entscheidung zwischen Anton der I., Stromer, Garant und Bribora, doch ist auch eine Ueberraschung durch Sankt Märgen und Zelina nicht ausgeschlossen. Gut besetzt ist auch das Tremonia=Jagdrennen(3200 Meter), in dem vor allem Finoterie, Clain, Falstaff, Bastkorn und Ostgole vor guten Aussichten zu stehen scheinen. Florgen Polizeischwimmfest im Herner Sommerbad Wie wir bereits in den letzten Tagen an dieser Stelle mehrfach vermerkten, findet morgen nachmittag im Herner Sommerbad das Polizeischwimmfest für den gesamten Präsidialbezirk Bochum statt. Aeußerst zahlreich sind für die einzelnen Wettkämpfe Meldungen abgegeben worden, so daß mit sehr interessantem Sport zu rechnen ist. Die Programmfolge hat folgendes Aussehen: Kampfgericht: Major der Schutzpolizei Sprenger, Hauptmann der Schutzpolizei Sichert, Schwimmeister Brehm. Techn. Leitung: Schutzpolizei=Inspektor Dörfer. Starter und Schiedsrichter: Schwimmeister Brehm. Zeitnehmer und Schwimmrichter: Mitglieder der Herner Schwimmvereine.— Sportarzt: Dr. med. Hoppe, Bismarckstraße. 15 Uhr feierliche Flaggenhissung Deutschland= und Horst=Wessel=Lied, Massenfreiübungen der Uebergangs=Ausbildungshundertschaft, 4250 m Bruststaffel für Männer über 40 Jahre, 300 m Schwimmen beliebig, Altersklasse 1 und 2, 300 m Schiwmmen beliebig, Altersklasse 1, 6X50 m Bruststaffel für Wehrmacht, Polizei und SS=Sportgemeinschaft, 40 m Streckentauchen für Männer über 40 Jahre, 40 m Streckentauchen für Männer(32—40 Jahre), 300 m Schwimmen beliebig, Altersklasse 1, 300 m Schwimmen beliebig, Altersklasse 3, 100 m Brustschwimmen, Altersklasse 2, 100 m Brustschwimmen, Altersklasse 1, Rettungsschwimmen, 100 m Brustschwimmen, Altersklasse 1, 100 m Brustschwimmen, Altersklasse 1, 6250 m Dienstgradstaffel(Brustschwimmen), 100 m Brustschwimmen, Altersklasse 3, 50 m Streckentauchen für Männer bis 32 Jahre, 50 m Kraulen, Wasserballspiel. Im Hellweg=Rennen(1800) ist die Situation sehr un durchsichtig. Einen Hinweis verdient vor allem Le Nex, für den es hier schon reichen könnte, denn der Schimmel zeigte sich in Neuß bereits stark im Kommen. Seine Hauptgegnei stecken in Fohre, Rukuruz, Heidekönig, Odenwald und Sorgenwende. Mit zehn noch startberechtigten Pferden wird das 2400Meter=Faachrennen„Hopfen und Malz“ glänzend besetzt sein. In die engere Wahl muß man vor allem Palastherold, Edel-Bitter, Elanus, Clain und Clarice nehmen, von denen Elanus die beste Form hat. Der Wallach läuft auf seiner besten Distanz und dürfte so leicht keinen Bezwinger finden, zumal er mit 53½ kg ein verlockendes Gewicht krägt. Palastherold und der„Gemeinte“ des Stalles Rösler können ihm gefährlich werden. Im Reinoldus-Rennen(1600 Meker), einem stark umstrittenen Ausgleich 3 über 1600 Meter), ist die Wahl zwlschen Hansemann, Natango, Mithra, Heidgraf, Infant und Dürer sehr schwer. Vielleicht reicht es hier nochmals für Mithra, doch wird auch Sarafan nicht ganz übersehen werden dürfen. Das Hohensyburg=Jagdrennen(3700) kann Lebensart etwa vor Panzerflotte, Vagabund, Baoul, Lavant und Johannes M gewinnen, während im Preis von Düörpen(1800 Meter) Furchklos, Divo, Schnepfe, Gladius und Golf die aussichtsreichsten Bewerber zu sein scheinen. Den Abschluß des Programms bildet eine Klasse 2— Hürdenrennen um den Preis vom Freistuhl(2800 Meter), in dem vor allem mit Saarfreund, Jägermeister, Bergamotte, Maidas und Ostgote zu rechnen ist. Unsere Voraussagen 1. R.: Sankt Märgen— Bribora; 2. R.: Falstaff— Finotorie; 3. R.: Le Ner— Odenwald; 4. R.: Elonus— Stall Rösler; 5. R.: Mithra— Natango; 6. R.: Lebensark — Vagabund; 7. R.: Tivo— Golf; 8. R.: Jägermeister— Saarfreund. Samstag. Amiens. 1. R.: Knoloma— Naaman; 2. R.: Alcazar— Karonn; 3. R.: Cadix— Ballerina; 4. R.: Courtil— Michel Ange; 5. R.: Gennarl— Zouenoula; 6. R.: Stall Vagliano— Cake. Longchamp(Nachrennen). 1. R.: Veracike—. Earnest; 2. R.: Hornbeam— Gozzoli; 3. R.: Damar— Chubut; 4. R.: Bois Chabot— Stall Courtois; 5. R.: Limac— Sweet Dream: 6. R.: Giska— Mons. Ballonfabrt bis nach Sachsen Wie Dr. Buschmann am vorigen Sonntag den Wanderpreis gewann. Am vergangenen. Sonntag konnte der Gelsenkirchener Freiballonführer Dr. Buschmann zum zweiten Male den Wandervreis der„Rheinischen Landes=Zeitung" erringen. Wir berichteten bereits darüber. Inzwischen hatten wir Gelegenheit. uns bei einem Plauderstündchen mit dem Sieger über seine Erlebnisse und Eindrücke zu unterhalten. Auf dem Schreibtisch steht, über einem Granitsockel weit die Flügel schwingend, der prächtige Bronzeadler. An der Konkurrenz nahm der Wuppertaler Alexander Dahl, der Inhaber des Höhenweltrekordes für Freiballone im offenen Korb. teil, der bei einer Höhenfahrt 10 400 Meter erreichte und als Freiballon= führer und Ballonwissenschaftler gleicherweise geschätzt ist. Karl Götze jun. ist als Gordon=Bennett=Fahrer zu bekannt, als daß man seine Qualitäten noch besonders unterstreichen müßte. Seit Jahren hat er stets am besten non allen deutschen Teilnehmern bei diesem internationalen Luftrennen abgeschnitten. Bochum hatte mit Dr. Scholl einen ausgezeichneten Führer im Korb und der Wunvertaler Kaulen jun. gilt als Spezialist für solche Rennen. „Der Start versprach sozusagen allen den Sieg. denn er klappte vorzüglich, und nicht allein die 15000 Zuschauer. die sich eingefunden hatten, wurden von einem prachtigen Bild gefesselt, als die gelben und silbergrauen Avgeln eine nach der anderen vom Boden loskamen. Emil Kirdorf“ war aßer mit mir als Führer noch mit vier Mitfahrern ausgestattet. Da war der alte Ballonfreund Theo Haselmann, mein Bruder. Walter Buschmann, und— die Damen hätte ich zuerst nennen sollen— Lore Stamm und Erni Okun, die sich die Welt einmal von aben anschauen wollten. Fast eine hundertprozentige Gelsenkirchener Besatzung!" Man ist blutiger Laie auf dem Gebiete des Freiballonsports. Man weiß nur soeben, daß die Ballone fahren, während die Flugmaschinen fliegen. Man fragt nach Taktik, die ja in jeder Sportart eine Rolle spielt. Also muß es etwas ähnliches auch in diesem Falle geben. „Man hat die Wettermeldungen, die uns Freiballon= führern den Blick für die Möglichkeiten eröffnen. Aber es gibt bei jeder Wetterlage reichlich viel Möglichkeiten. So ist man allemal gespannt darauf. welche Taktik die Konkurrenz einschlägt. Wer sich Sonntag auf den Sieg kaprizierte, der mußte seinen Ballon„ausfahren". In größeren Höhen herrichte eine Windgeschwindigkeit von 10 bis 70 Kilometer. Wer diese Höhen erklomm, machte ehr schnelle Fahrt, mußte aber, da er verhältnismäßig chnell an der Grenze war— und nach der Windrichtung konnte das nur die tschechische Grenze sein—. zeitig wieder herunter. Der Wettbewerb ist nicht als Fernfahrt, sondern als Dauerfahrt ausgeschrieben. Es kam nicht auf die Strecke an. die man zurücklegte, sondern auf die Dauer der Fahrt. Wer also auf den Sieg los wollte, der mußte unter der Wolkendecke bleiben. Von einem eigentlichen Schlachtplan war zunächst nicht viel zu merken. Es hieß, nicht voreilig große Höhen aussuchen, da die Wetterlage sich ständig zu ändern schien. Dem mußte man sich eben anvassen. Die zuerst sehr friedlich dahinsegelnden weißen Wolken ballten sich bald zu dunklen gewittrigen Klumpen zusammen und grifsen ab und zu bereits in 600 Meter Höhe nach den dahinschwebenden Kugeln. Während die Hälfte der Ballonführer nach einer Stunde sich entschloß. das Glück über den Wolken zu versuchen, entschloß sich der andere Teil. möglichst tief zu bleiben Bis zum Nachmittag kam man so am besten weg. Man fragte nach den Eindrücken, die die Fahrt auslöste.. „In der Gegend des Kahlen Asten. den wir in 200 Meter Höhe überflogen, hatten wir eine originelle Begegnung. Das Land lag mit seinen gewundenen Straßen. am Horizont die weiten Wälder des Hochsauerlandes erkennbar. unter uns. Da hält ein Kraftwagen an. Ein Mann springt heraus und ruft meinen Namen hoch... Wir winken zurück, fragen:„Wer bist du?“ Immer wieder ruft der Kerl dort unten meinen Namen, immer wieder— der Ballon rutscht unterdes weiter— fragen wir zurück:„Wer bist du?" Aber der Mann versteht nicht... Ich erinnerte mich einer Einladung. die Götz von Berlichingen einem Hauptmann hatte ausrichten lassen und rief eine ähnliche Freundlichkeit dem Bekannten dort unten auf der Straße zu... Er wird der Einladung nicht Folge leisten, der Hauptmann hats damals auch nicht getan. aber es würde mich freuen. wenn er sich jetzt bemerkbar machte. Wir bummelten so sechs Stunden lang unter der Wolkendecke dahin. und jedesmal, wenn durch den Auftrieb, den uns die Sonnenstrahlung vermittelte, unser Ballon die Wolkendecke durchstoßen wollte, dann zogen wir das Ventil. und zischend entwich das Gas— sehr zum Aerger meiner Mitfahrer, denen ich begreiflich machen mußte, daß man bei einer Zeitfahrt am besten mit„Gemisch“ fährt. Unter uns sichteten wir den Ballon „Köln“, der sich in Bäumen verfangen hatte. Zwei Minuten lang durfte er festhängen, wenn er innerhalb dieser Zeit loskam. blied er in der Konkurrenz, sonst war es aus mit„Köln“... 90 Sekunden hing er fest, dann bekam er wieder Fahrt... und im Stillen beglückwünschte ich den Kameraden Peters. Im Gegensatz zu früher spielte sich der Hauptkampf innerhalb der ersten sechs Stunden ab. Sechs Ballone hatten sich entschlossen, unter der Wolkendecke zu bleiben. „Wicküler II“, der sich zunächst eine Stunde in höheren Sphären bewegt hatte, fiel plötzlich aus den Wolken. Schnell war die Verständigung mit Dr. Kaulen hergestellt. Auch er mußte Ballast opfern. weil die Luft so bockig war. Sechs Kugeln tanzten immer durcheinander.„Kaulen, da unten liegt Solingen", frozzelte ich hinüber zu„Wicküler II“.„Kennen Sie den Witz von Solingen?“ fragte Kaulen zurück.„Nee.“... Und da werden wir von einer Böe hochgenommen, und ich warte jetzt darauf, daß mir einer den Witz von Solingen erzählt. Aus 2200 Meter Höhe hatten wir einen wundervollen Durchblick auf die Eder=Talsperre, wir sichteten Bad Wildungen mit seinen prächtigen Anlagen, phantastisch war die Wolkenbildung. aus der von Zeit zu Zeit immer wieder ein Ballon auftauchte, um sich an der Sonne zu wärmen. Hier machten wir auch„Düsseldorf II“ mit dem Glas aus, dessen Führer der Gordon=BennettFahrer Götze war. Wir überquerten Gotha, das blumenreiche Erfurt, die Goethe=Stadt Weimar und schließlich bummelten wir über Jena hinweg. Hoch über uns— beiläufig 4000 Meter— stand„Bochum III“, der plötzlich herabschoß, um seine Fahrt zu verlangsamen. Wenig später aber ist der Ballon bereits gelandet. Gegen 19.30 Uhr fühlten wir uns dann vereinsamt. Trotz allen Suchens fanden wir unter der Wolkendecke keinen Kameraden. Was hoch oben vor sich ging, davon hatten wir keine Ahnung. Wir mußten erfahren, ob auch aben alles„leer“ war, opferten ein bißchen Ballast, durchstießen die Decke und hielten Ausschau Auch hier war die Luft rein. Da konnte man den Gedanken erwägen. ob es nicht ratsam sei, zur Landung zu schreiten. Dreißig Kilometer vor uns drohte die tschechische Grenze. Südlich von Glauchau in Sachsen setzten wir zur Landung an. Das Gelände sah recht einladend aus, aber kreuz und quer war es von Hochspannungsleitungen überspannt. Soviel Strippen auf einmal hatte ich noch nicht gesehen. Das muß wohl mit den vielen Webereien, die es in und um Glauchau gibt, zusammenhängen. Der Ballon mußte aus seiner fallenden Tendenz herausgenommen werden. Wir machten dann ein Plätzchen aus und landeten glatt. Das war übrigens die originellste Landung, die ich auf meinen vierzig Fahrten zu verzeichnen hatte. Im Handumdrehen waren 600 oder 700 Helfer zur Stelle. die sich über den Ballon herstürzten... Der Groschen war bei ihnen schnell gefallen, und es bewahrheitete sich wieder, daß die Sachsen den Vorzug haben, helle zu sein.. Es bedurfte kaum eines Kommandos, dann hatten sie schon zehn ausgeführt— acht allerdings falsch Das Aufrollen des Ballons ging so fix vonstatten. daß ein oller Ballonmeister seine helle Freude daran haben würde, hätte ers gesehen. Die Leutchen waren so eifrig, daß ich mich nicht hätte wundern können, wenn beim Einpacken einer oder zwei von ihnen mit eingepackt worden wären. Einer präsentierte mir eine Kognakflasche, die ganze Gesellschaft sang das Lied vom Hofbräuhaus, das in München liegt, und schunkelte dazu. und man ließ nicht locker, bis ich aus der Flasche einen zur Brust nahm...“ Ich hatte einmal etwas von„Inversionsschicht“ gehört. und wollte nun wissen, was eigentlich hinter diesem Wort steckte. „Das ist eine Luftschicht, die mit steigender Höhe an Temperatur zunimmt. Uebrigens spielte bei der Fahrt am letzten Sonntag diese Inversionsschicht eine bedeutende Rolle! Die Wetterlage war durchaus nicht##0 günstig. wie wir alle wohl zunächst angenommen hatt##### Ueber dem Erdboden lag bis zu einer Höhe von 60J oder 700 Meter vom Nachmittag ab eine sehr warme Schicht. Beim Aufenthalt in dieser Schicht ging der Ballast in Massen flöten, weil die warme und dünne Luft sehr wenig tragfähig ist. 32 Grad lasen wir hier vom Thermometer ab, während in 3000 Meter Höhe eine Temperatur von minus 3 Grad herrschte. Je tiefer man kam, um so mehr Ballast mußte abgeworfen werden. Wonach sich der Ballonfahrer immer sehnt, die Inversionsschicht, sie wurde nur in etwa 2200 Meter Höhe gefunden. In dieser relativ kalten Schicht hielten wir uns stundenlang ohne jede Ballastabgabe auf. Wurden wir durch die Sonnenstrahlung hochgezogen, so schleuderte uns die nächste Böe wieder herunter. 600 oder 700 Meter in das Wolkenmeer hinein. Der Auftrieb in der Inversionsschicht war so stark, daß wir im nächsten Augenblick wieder hochflitzten.“ „Hatten Sie bei der Landung schon eine Ahnung von Ihrem Siege?" begehrt man zu wissen.. „Sicher nicht, aber daß wir gut lagen, davon waren wir überzeugt, weil wir bei der Landung weder über noch unter der Wolkendecke einen Konkurrenten gesehen hatten... Auf der Bahnfahrt nach Leinzig mußten wir irgendwo umsteigen. Vom Bahnsteig aus sahen wir, daß ein verpackter Ballon umgeladen wurde. Zunächst waren wir der Meinung. es sei unser guter„Emil Kirdorf": aber als wir feststellen mußten, daß es „Bochum III“ war, da durchfuhr uns doch ein kleiner Schreck. Schnell mal nach der Ausgabestation geschaut. „Altenburg“, hieß sie... Na. dann konnten wir ruhig sein. nein„Bochum III“ würde uns den Sieg sicherlich nicht streitig machen wollen... In Auerbachs Keller in Leinzig hatten wir dann Gelegenheit, unsere großartige Fahrt zu besprechen und groß war die Freude. als zuhause die ersten Glückwünsche ausgerechnet von Karl Götze und von dem Düsseldorfer Kleeblatt Burberg Lohmann und Schäfer eintrafen. Blicke in deutsches Silmschaffen! Ein Mädel setzt sich durch Ver dem Ausgehen Kart Andwig Dienl and Charion Daudert in dem nenen Kart Ludwig Diehl-Film„Der Hann, der nicht nein sagen kann“ Anfnahme: Itala-Siegel(Ewald) Eine unserer sympathischsten Darstellerinnen ist zweifellos die blonde Karin Hardt, die mit ihrer zarten Jungmädchenart einen ganz neuen Typ in den deutschen Film brachte. Dem Regisseur Erich Waschneck gebührt das Verdienst, die faszinierende Individualität der Hardt herausgestellt und gesteigert zu haben.„Acht Mädels im Boot“, heiligen Wassern",„Abel mit der Mundharmonika“, waren Filme, die künstlerisch in der ersten Reihe rangieren. Karin ging bereits mit 15 Jahren zur Bühne.„Was meinen Sie, wie Vater da getobt hat. Für meine steife Verwandtschaft von der Waterkant war es etwas ganz Unvorstellbares, daß eine aus ihrem Kreis zur Bühne wollte. Eines Tages brannte ich nach Altenburg durch, nachdem ich heimlich dramatischen Unterricht genossen hatte und einen Vertrag in der Tasche hielt.“ Karin Hardt geftel Tange Kart Ludwig Dienl und Frauke Lauterbach, eine junge Darstellerin, die hier zum ersten Male in einer Hauptrolle zu sehen ist, ia dem neuen Filmlustsplel„Der Hann, der alcht nein sagen kann“ Aufnahme: Itala-Siegel(Ewald) zwar den Altenburgern, und sogar die gestrenge Kritik war des Lobes voll, aber der Herr Papa ließ seine Tochter durch einen Bevollmächtigten wieder zurückholen. Aus der Traum! Aber ein Hamburger Mädel hat einen Dickschädel, dem selbst der konservativste Vater nicht standhält. Karin durfte zurück nach Altenburg. Lange hielt sie es nicht aus, dann trieb sie die Filmsehnsucht nach Berlin. Hier aber hieß es, von vorn anzufangen. Wer wollte eine Novize engagieren, die keinen„Namen“ hatte! Ein paarmal war sie bei Synchronisationen beschäftigt, dann auch hier und da als Statistin.„Das gesiel mir ja nun gar nicht. In Altenburg hatte ich etwas bedeutet und hier sollte ich unter den Na menlosen untergehen?! Schon hatte ich reumütig meine Koffer gepackt, um in die mit Unrecht so verachtete„Provinz“ zurückzukehren, als mich ein Telefonat von Caf! Boese erreichte, der mir wirklich eine Rolle anbot. So war der Sprung zum Film gemacht.“ Bei diesen Worten war Karin Hardt ans Fenster getreten und soh auf den verschneiten Diana=See hinaus. Lächelnd drehte sie sich dem Besucher wieder zu.„Sie werden mir kaum glauben, daß ich mit eiserner Energie mein Ziel verfolge. Gewiß, sich träume hier draußen gern von irgendwelchen übernatürlichen Dingen, die märchenhafte Abgeschlossenheit dieses Sees verleitet dazu. Aber trotzdem stehe ich mit beiden Beisten auf der Erde. Ich weiß, daß ich nicht jede Rolle annehmen darf, nur um zu spielen. Und ich glaube, bisher Auswahl getroffen zu haben. Jeßt habe ich Rolle erhalten, die mich ganz gefangen nahm ich sogar träumen wie ein kleiner Backfisch. Ich spielé in dem Pirandello-Film„Der Mann, der nicht nein sagen kann“, ein junges Menschenkind, das das Leben gar nicht kennt, nur eine große Sehnsucht im Herzen trägt, aber schließlich durch sein starkes, reines Empfinden den Mann erobert, den dis dahin keine Frau fesseln konnte. Das war eine Rolle, wie ich sie mir immer wünschte.“ Mit strahlenden Augen tritt Karin Hardt zum Flügel und improvisiert irgendeine Melodie, die so recht zu der Stimmung hier draußen paßt. Unbemerkt war ihr Gatte, Rolf von Goth, eingetreten.„Für sie scheint das ganze Leben ein schöner Traum zu sein“, sagt er leise zu mir. Und während Karin Hardt wieder in die Unendlichkeit der Winterlandschaft blickt, geht die Melodie in melancholische Mollakkorde über. dlle annehmen er die richtige wieder ine Ja, da durfte Ein Vamp wird Weib W „ F o t o: M e t r o- G o l d w y n- M a y e Herr und Frau Detektiv mit Asta, dem Köter. Ein vergnügtes Trio aus W. S. van Dykes amüsantem Kriminalfilm„... und sowas nennt sich Detektiv“. Hauptdarsteller: Myrna Loy, William Powell. Der Werdegang des Filmstars Myrna Loy. Als der letzte Drehtag zu Ende gegangen war, ver sammelten sich alle, die an der Entstehung des Films„Und sowas nennt sich Detektiv“ mitgearbeitet hatten, um eine lange, lange Tafel, auf der sich die köstlichsten Leckerbissen häuften. Die Garderobiere drehte später das Grammophon an, und ein flottes Tänzchen begann. Myrna Loy, der welbliche Star des Films, plauderte mit allen, kanzte mit Das Loch im Strumpf Die Geschichte von Chico und Diane, oder: Wie Simone Simon James Stewart kennenlernte. Der Name klingt nicht gerade sehr verlockend, aber irgendwie doch charakteristisch— Kaffeehaus„Zum Loch im Strumpf“. Es präsentiert sich auch nicht eben einladend, und von drinnen dringt ein wüster Lärm auf die Straße. Ein Mann brüllt, schillt, schimpft umflätig, ein Mädchen weint und schreit laut auf, dazwischen hört man klatschende Schläge. Was geht hier vor, Polizei taucht auf. trifft ihre Feststellungen. Der Wirt hat die kleine Diane, die seit ihrer frühesten Kindheit in seinem Hause lebte, halb totgeschlagen, nur weil sie einem Gast, der zudringlich wurde. Wein ins Gesicht geschüttet hat. Die Beamten wollen sie festnehmen; da mischt sich der junge Chico ein mit der Behauptung. Diene sei seine Frau. Er muß Namen und Adresse angeben, die Polizel erklärt, von Zeit zu Zeit nach den beiden sehen zu wollen und läßt sie ziehen. In diesem selben Kaffeehaus„Zum Loch im Strumps“ auf dem Montmarkre in Paris, nach den geschilderten Vorkommnissen wirklich kein sonderlich anziehendes Lokal, traf auch der amerikanische Schauspieler James Stewart zum ersten Wale mit seiner derühmten französischen Kollegin Simone Simon zusammen. Es wäre vermutlich nicht leicht, eine Antwort auf die Frage zu finden, was die Künstler in solch unfreundliche Gegend führen konnte, wenn nicht eben James Stewark und Simone Simon mit Chico und Diane identisch wären. Das sind nämlich die Rollen, welche die beiden in dem Fox-Film„Im siedenken Himmel" nach dem gleichnamigen berühmten Bühnenstück von Austin Strong zu spielen übernommen haben. Es ist interessant genug zu hören, daß Simone Simon, obgleich sie mehrere Jahre in Paris gelebt hat, doch niemals auf den Montmarkre gekommen ist: die Gegend war thr immer zu geheimnisvoll und zu gefährlich erschienen, als daß Simone den Wunsch gehabt hätte, sie kennenzulernen. Nun aber, im Film, ist sie ein echtes Kind des Montmarkre! Und wenn sie bisher im Leben auch keinen Fuß in dieses Viertel der französischen Haupkstadt gesetzt hat, so kommt dieses dafür heute zu ihr. Dort lebt sie, der Montmartre ist ihre Welt. Eine überaus zarte und innige Liebesgeschichte hebi an über den Dächern von Paris, mit dem Blick auf schiefe Balkone und auf ein Gewirr von Wäscheleinen, auf denen Hunderte von Wäschestücken sich leicht im Winde schaukeln. Das Geschehen schwenkt kurz hinüber zu den Schlachtfeldern des Weltkrieges und bringt den beiden Liebenden das seltsame und aus Herz rührende Erlebnis eines täglichen Stelldicheins im Geiste. Zum Schluß kehrt der Film zum Montmarkre zurück und führt, hoch über den Dächern von Paris, zum ergreifenden Ausgang—— schönste Widerlegung der oft gehörten Behauptung, daß die Poesie ausgestorden sei. Foto: 20 th Century-For Simone Simon und James Stewart in dem neuen Liebesfilm „Im siebenten Himmel Herner Filmschau „Gewitterflug zu Claudia Lichtburg. Wenn die Flugzeugmotoren mit ehern gleichmäßigem Takt ihre gewaltige Melodie singen, wenn der Zuschauer den Rausch eines Fluges über den Wolken miterlebt und sieht, mit welcher spielerischen Eleganz das große dreimototige Passagierflugzeug der Lufthansa auf dem Flugplatz Tempelhof landet, dann freut man sich über diesen mitreißenden Auftakt zu einem Film, der in unseren Tagen spielt. Die Zahl der deutschen Spielfilme, in denen der fliegerische Einsatz mehr ist als ein Thema für eine kleine Nebenszene, ist recht gering. Dieser unter der Spielleitung Erich Waschnecks geschaffene Film, der dem Handlungscharakter nach ein Kriminalfilm genannt werden könnte, wird als Fliegerfilm in unserer Erinnerung bleiben. Das Filmbuch ist aber so geschickt nach dem Roman gleichen Titels geschrieben worden, daß dieses Fliegermilieu als gun., selbstverständlich erscheint. Die beiden Berliner Rangen, die am Flugplatzzaun ihre sachkundigen Bemerkungen machen, sind zwar hochbegeisterte Fliegeraspiranten, aber das Flugzeug ist ihnen kein fernes Wunder mehr, sondern ein nahes und geliebtes Wunder. Herrlich sind die Aufnahmen fliegender Verkehrsmaschinen. Wir sehen den Pilot am Steuer, beim Blind. und Nachtflug, bekommen einen Einblick in den Funkdienst und erfahren, wenn wir es nicht schon selbst erlebt haben, daß ein solcher Flug mit ruhiger, selbstverständlicher Sicherheit durchgeführt wird und sei es auch ein Gewitterflug, wie er im letzten Teil des Films(Strecke Berlin— Kanal— London) gezeigt wird Wer den Roman„Gewikterflug zu Claudia“ gelesen hat, erlebt einen neuen„Roman". Der russische Komponist existiert im Film nicht, und etliche Komplikationen sind verändert und vereinsacht worden, zum Vorteil für den Film. Kinderunkerschlagung, versuchter Millionendiebstahl, Mord, ein Spannungsmoment löst das andere ab. Eine idealistische Nebenhandlung knüoft an das Weltkriegserleben an: Der deutsche Flieger Droste, ein alter Kriegsflieger, hat mit dem englischen Flieger Croßley nach einem Duell über der Fronk Fliegerfreundschaft geschlossen, die sich trotz traaischer Verwicklungen auch im privalen Leben bewährt. Beide befreien nach aufregenden Erlehnissen die junge Clandia, die eine deutsche Mutter und einen englischen Vater hat, ohne beide gekannt zu haben, aus den Händen eines„Gentleman=Verbrechers“.—..„ Willn Fritsch beweist als Flugkapilán Droste, daß er ein ganzer Kerl sein kann, ohne immer im vollen Scheinwerferlicht zu stehen. Karl Schondeck setzt für m. Rolle des englischen Kameraden seine Fähigkeit ein, mil schlichter Gelassenheit zu wirken. Die Rolle der Claudia gab man der jungen Darstellerin Jutka Freode, die in „Liebe kann lügen“ ein erfolgreiches und vielversoregen## Debut gegeben hatte. Ihr Spiel ist verhalten, ader sie läßt Ausdrucksmittel ist und daß sie ein lebhaftes Temperament einsetzen kann. Olga Tschechowa darf, was ihr gewiß selber willkommen sein mag, einmal Frau und Mutter ohne unsympathische Charakterbelastungen sein. Maria Koppenhöfer überzeugt wiederum durch eine profilechte Haltung. Hervorragende Leistungen zeigen ferner Edwin Jürgensen, Gerhard Bienert und Hans Leibelt. Im Beiprogramm laufen der Kulturfilm Schwarz auf Weiß, das Lustspiel„Das Wiener Modell“ und die neueste Ufa-Wochenschau. Artur Ruppert. „Sein letztes Model!“ Schauburg. Seit dem deutsch-ungarischen Kulturabkommen von 1936 ist die deutsch-ungarische Gemeinschaftsarbeit auch auf dem Gediete des Films über die Zufälligkeit geschäftlicher Verbindungen hinaus gefördert worden. Daß auch hier der Anfang schwierig ist, wer wollte das noch besonders betonen? Ungarisches Denken und Fühlen in einem Spielfilm mit zwei Sprachversionen zum Ausdruck zu bringen, ist keine leichte Aufgabe. Da sind zunächst viele falsche Auffassungen zu bedenken. Es ist nicht alles ungarisch, was an Zigeunermusik oder nach einer bestimmten Art von Witzen in gebrochenem Wienerisch klingt.„Sein letztes Modell“ macht einen guten Anfang, weil es auf die bekannten operettenmäßigen„Charakterisierungen“ ungarischen Wesens verzichtet. Die mitwirkenden ungarischen Darsteller: Alexander Soed, Paul Javor, Aranka Gazdy usw. sind echte Ungarn, die uns durch ihre reife Kunst der Menschendarstellung oper, vorher an der Münchener. Schon 1931 sang er vor Hitler im Braunen Haus). Camilla Horn spielt die Rolle des letzten Modells, nach dem der Kunstmaler, der dann Sänger wird, seine Madonna malt. Sie gibt der Gestalt der Maria Varadi das traumhaft Jarte und Innige des lyrischen Intermezzos. Unter den anderen Darstellern, die mit gültigen Namen und reifer Kunst das Ihrige beisteuern, sei vor allem Paul Javor genannt, den man hoffentlich nicht zuletzt in deutschen Theatern gesehen hat. Im Beiprogramm: Ein Lustspiel mit gefälligen Pointen „Wird Schulte verhaftet?“, in dem vor allem Werner Fink interessiert, ein Kulturfilm und die Tonwoche. Artur Ruppert. Rekrut Willi Winkie" Gloria-Palast. Der Zuschauer freut sich, daß Shirley Temple dieses Mal nicht durch zahllose Szenen hindurch Liede, Verlödnis und Ehe anzustiften hat. So ein Liebes-happy=end ist auch hier eingeschaltet, aber mit Verhaltenheit. Der dramatische Hinkergrund des Grenzkrieges in Nordindien und Shirleys Erziehung zum Retruten„Willi Winkie“ ist wichtiger als das Amorspiel. Shirley-Priscilla, die von Amerika nach Nordindien zum Großvater Oberst Williams verschlagen wird, ist bald der Liebling des Schotten-Regimenks und trägt die Schottenuniform. Die glückliche Besetzung der übrigen Rollen ist Victor Mac Laglen als Sergeant Mac Dufs. Dieser sodatische Boxerkyp ist der Partner des zarten achtjährigen Kinders. Neben diesem Draufgänger mit Schwergewichtler=Rang ist sie ganz spielendes Kind, und dann ein junges Menschenwesen, das den Ernst des Lebens zum ersten Male begreift. Ausgezeichnet ist ferner C. A Smith als Oberst, sowie June Lang und Michael Whalen. stärker fesseln als etwa diesenigen, die für das Drebbuch Die Zampfszenen und die„Männerszenen“ sind wiederum * m i t M e i s t e r s c h a f t g e k u r b e l t. und die Kulissenherrlichkeit zeichnen. Künstlerische Gültigkeit gewinnt der Film durch einen Sänger von so hoben Graden wie Sved. Und das, was wir an ungarischer Musik hören, an ungarischer Landschaft(leider so wenig) sehen, das erinnert uns an die eigenartige Rhythmik, die Freude am Farbigen und an die gefühlsschwere Lyrik, die wir an der ungarischen Dichtung und Musik lieben. Auch die Ausmalung prunkhafter Szenen und bewegter Auftritte entspricht hier und da dem ungarischen Temperament, das auch im fakralen Raum anders als im Norden zum Ausdruck kommt. Die Handlung selbst erwächst freilich nicht aus der ungarischen Umwelt. Wir zweifeln nicht, daß aus dieser ersten Gemeinschaftsarbeit deutscher und ungarischer Filmschaffenden, die so erfolgversprechend begonnen hat, schon bald ein Werk erwächst, das dem hohen Ideal ganz enk. Erreichung idres Zieles. Daneben Paul Henckels als Kunstspricht. Aber der Zuschauer kommt nicht zu theoretischen, händler Theodor Hudn. Georg Alexander ist wieder einma „Karussel!" Apollo. Die Geschichte von dem Onkel und seinem Neffen, die beide in das gleiche Mädchen verltebt sind, ist nicht neu. Ader wenn die Geschichte mit soviel Geschick und Geschmack aufgemacht und mit so prächtigen-Darstellern durchgeführt wird, dann muß ein guter, unterhaltsamer und doch spannender Film herauskommen, wie es hier der Fall ist. Beste Darsteller garantieren den Erfolg des Filmes, vor allen Dingen Marika Rötk als Erika Hübner. Ein sympathisches, liedes Wesen, immer fidel und heiter, quicklebendig und lebensfroh, aber auch schelmisch und raffiniert in der Pav' Erwägungen. Er ist tief beglückt durch die heerliche Stm ne Alexander Soeds, der als Sänger von außergewöhnlichen Fählgkeiten in Europa und USA längst selnen Namen hat. Wie reich entsaltet sich diese Stimme im dramatischen Affekt, wie weich klingt sie in lorischen Wei In einigen Szenen erkennen, daß die Herbheit ein starkes sen!(Seit zwei Jahren wirkt er an der Berliner Staatsder Schwerendter. Auch die weiteren Darsteller, wie Aribert Mog, Robert Darsey, Dr. Ernst Dernburg als der immehilfsbereite, liedenswürdige Arzt, der auch Liedesleid zu stillen versteht, ferner Elga Brinz, Hildegard Fränzel, Martba Ziegler usw. sind wirksam an einer guten Darstellung beteiligt. allen. Es war„ihr“ Abend; sie wollte mit der Kameradschaft Abschied von gemeinsam vollbrachter Arbeit feiern. So ist Myrna Loy, die herzlose Sirene von einst, der Vamp in Reinkultur. Jahrelang hat sie harmlose Männer betört, junge und alte, und den Gatten der Gattin entfremdet. Bis die große Wandlung kam. bis sie die schillernden Gewänder des Vamps ablegte und am Arme William Powells ein neues Filmleden begann. Heute gelten die beiden als das vollkommenste Ehepaar der Leinwand. Auf einer großen Farm in Montana verlebte Myrna ihre ersten Kinderjahre. Dann kam sie zur weiteren Ausbildung nach Los Angeles, wo sie eine Kunstschule besuchte. Damit beginnt ihr eigentliches Leben, das sie selbst in sechs Abschnitte gliedert. Den zweiten bildet ihre Wirksamkeit an einer Tanzschule, wenig mehr als hundert Meter von dem Filmatelier entfernt, das später die Geburtsstätte ihres größten Triumphes werden sollte. Darauf ging, sie, freilich nur für kurze Zeit, zur Bühne. Hier machte sie die Bekanntschaft des Ehepaares Rudolph Valentino und ließ sich überreden, zum Film zu gehen. Das wurde ihre vierte und, wie die Zukunft zeigte, erfolgreichste Karriere. Immerhin ist es bemerkenswert, daß Myrna Loy auch ein volles Jahr auf chemische Studien verwandte, und sie ist noch heute der Meinung, daß sie ihre Zeit damit nicht vergeudet hat. Der sechste Lebensabschnitt geht eigentlich die Oeffenklichkeit nichts an; ihre„Laufbahn" als Hausfrau und Gattin ist im Grunde rein privater Natur. Aber doch nicht so privak, daß sie nicht zurückwirken sollte auf die künstlerische Entwicklung dieser ebenso reich begabten wie schönen Frau. Sie setzt ihren ganzen Stolz darein, ihre häuslichen Pflichten zu erfüllen und den Mann ihrer Wahl— den Filmproduzenten Arthur Hornblow junior— glücklich zu machen. Das fröhliche Temperament dieser ehedem so falsch eingesetzten Schaufpielerin heißt sie, mit Nachdruck die Melnung zu verteldigen, daß man alle Aufgaben, vor die einen das Leben stellt, erfolgreich durchführen kann. Voraussetzung sei lediglich, daß man sie nicht nur als Erfüllung täglicher Pflichten betrachtet.„Wer sein Wirken außerhalb der bezahlten Arbeit zu einem Lebensberufe macht, dem kann das Glück nicht fehlen“— dieses Glaubensbekenntnis Myrna Loys umschließt ihr ganzes Wesen und offenbart es gleichzeitig. Fack Drummond. Vor längerer Zeit veranstaltete irgendsemand einmal eine Rundfrage, welche Art von Lektüre am meisten bevorzugt werde. Und siehe da! Es stellte sich heraus, daß fast neunzig Prozent aller Zeitgenossen am liebsten zu spannenden Kriminalromanen greifen. Unter ihnen befinden sich viele bekannte Frauen und Männer der Gegenwart, denen es ein Vergnügen ist, ihre Freizeit mit dem Lesen einer Detektiv=Geschichte zu verdringen. Es ist— wie sie meinen — nach angestrengter Arbeit die beste Methode, den Geist ausruhen zu lassen und ihn dabei noch mit einer leichten, angenehmen Spannung zu beschäftigen. Edgar Wallace, Canon Doyle, Edgar Allan Poe und viele andere Kriminalschriftsteller sind auch heute noch gern gelesene Autoren. Ihnen gesellte sich vor einiger Zeit in dem von allen englisch sprechenden Zeitgenossen viel gelesenen Schriftsteller H. C.(Sapper) MeNeile ein neuer Schöpfer kriminaltstischer Unterhaltungslektüre hinzu. Er schuf mit der Gestalt des jungen Scokland-Vard-Detektivs Jack Drummond, der wegen seiner hervorragenden Spürnase von allen Verbrechern gefürchtet ist, so etwas wie einen zweiten Sherlock Holmes. Nun bringt die Paramounk einen neuen Kriminalfilm unter dem Titel„Scokland Pard greift ein!“ heraus. Diesmal geht es um eine tolle Jagd nach einem SprengstoffDieb, der im Verlaufe der Handlung Jack Drummond und seine Kollegin von der Londoner Polizei vor eine Reihe schwieriger Rätsel stellt. Damit wird natürlich auch der Kinobesucher vor eine interessante kriminastisiche Denksport=Aufgabe gestellt, denn auch ihm werden die mysteriösen Vorgänge um den Sprenstoff-Diebstahl einiges Kopfzerbrechen machen. Wie soll man sich beispielsweise erklären, wenn in einem Zimmer auf geheimnisvolle Weise plötzlich das Licht ausgeht, ein Unsichtbarer heitlose Verwirrung stiftet und nach seinem Verschwinden eine menschliche Hand am Tatort zurückläßt, an der kein Tröpfchen Blut zu finden ist, Als Darsteller des jungen Scokland-Vard-Detekkivs werden wir in John Howard einen Schauspieler wiedersehen, den wir bereits in kleinen Rollen der Filme„Sein letztes Kommando" und„Polizei=Auko 99“ kennenlernten. Ihm zur Seite stehen in größeren Rollen John Barrymore (als Polizei-Kommissar von Scotland Bard), Louise Campbell(als Braut des Detektivs), Reginald Denny(als Drummonds Freund und Gehilfe) und Nydia Westman. Was geht hier vor? John Barrymore, Louise Campbell, John Howard und Reginald Denno in dem deutschsprachigen Poramount= Kriminalfilm„Scotland Bard greift ein“. Pessemater D 1177) ** Nichage Korn-Kallce — haben Sie schon probiert? Kandiert mit Carlsbader Kalleegewürz daher der kaffeeD A h n l i c h e G e s c h m a c k. i n e i g e n e r Rösterei tägl. irisch gebrannt. 2### C Versuchen Sie bitte! 500 gr 30) Qualität II 500 Gramm 244 Meisterschaften der Kann=Fahrer verlegt. Die Deutschen Meisterschaften der Kanusportler sollten ursprünglich in Breslau beim Deutschen Turnund„Sportfest durchgeführt werden. Da aber die Wasserverhältnisse dort sehr ungünstig sind, finden die Titelkämpfe nunmehr am 23. und 24. Juli auf dem Baldeneysee bei Essen statt. Am Samstag werden die Langstreckenmeisterschaften über 10 km im Einer= und Zweierkajak, im Einer= und Zweierfaltboot und im Zweierkanadier ausgetragen. Der Sonntag bringt die Kurzstreckenmeisterschaften über 1000 Meter im Einer= und Zweierkajak, dem Viererkajuk, dem Einer= und Zweierkanadier. Das Programm enthält außerdem noch je ein Rennen für Junioren ind en gleichen Bootsarten sowie ein Rennen im Einerkajak und eines im Zweierkajak für Frauen um den Titel der Reichssiegerin. Die Meisterschaften, deren Programm gegen frühere Jahre also stark eingeschränkt wurde, sind zugleich Ausscheidungen für die Weltmeisterschaften am 6. und 7. August in Stockholm. Am 17. Juli Vorrunde Um die deutsche Frauen=Handball-Meisterschaft. Die Vorrunde um die deutsche Handball=Meisterchaft der Frauen wird am 17. Juli ausgetragen. Die acht übriggebliebenen Mannschaften werden die weiteren Spiele im Rahmen des Deutschen Turnund Sportfestes bestreiten. Die Paarungen der Vorrunde lauten: 17. Juli: TV Gronau— Stahlunion Düsseldorf, Asko Königsberg— Preußen Borussia Stettin. TB in Berlin— Reichsbahn Breslau. PSV Dresden— TV 60 Fürth. Germania Magdeburg— Hessen Preußen Kassel in Halle, Eimsbüttel Hamburg —Betriebssportgemeinschaft Brinkmann in Bremen, Kölner BC— Eintracht Frankfurt.— Die Zwischenrunde wird am Mittwoch, 27. Juli, durchgeführt, die Vorschlußrunde und zwei weitere Trostrundenspiele finden am 28. Juli statt, während das Endspiel am 30. Juli in Breslau vor sich gehen wird. 2 Std. 2 Min. im Segelflugzeug. Neue Weltbestleistung schwäbischer Segelflieger. Auf dem Segelfluggelände in Hornberg gelang es am Mittwoch zwei schwäbischen Segelfliegern. eine neue Weltbestleistung im Dauerflug aufzustellen, und zwar im doovelsitzigen Segelflugzeug. Am Dienstag. um 23 Uhr. starteten Segelflughauptlehrer. RSFK=Truppführer Erich Meyer und Flugschüler Schneider mit einem Dopvelsitzer vom Typ„Kranich“. Sie blieben bis Mittwoch 20 Uhr in der Luft. Es wurde eine Gesamtflugdauer von 21 Stunden und 2 Minuten festgestellt. Die Landung ging glatt vonstatten. Die Weltbestleistung ist zur Anerkennung angemeldet worden. Die beiden Flieger wurden nach ihrer Landung von ihren Flugkameraden begeistert gefeiert. Stadttheater Bochum Heute Erstaufführung. Heute gelangt im Stadttheater Bochum ein Stück zur Erstaufführung, von dem eine sensationelle Wirkung zu erwarten sein wird. Sein höchster Reiz ist der, daß über seinen Inhalt nichts verraten werden darf. Dieses sommerliche Spannungsstück dreht sich um ein sensationelles Verbrechen, dessen Entlarvung erst am Schluß der Handlung stattfindet.„Parkstraße 13“ ist eines der größten Erfolgsstücke dieses Jahres und wird auch in Bochum sicherlich gut aufZeitung nu# A## Meus! Täglich den Nerner Auzeiger lesen vom Köster nur Steinwen 9 Haben Sie Fatzbeschwerden? Dans tragen Sie Dr. Diehl-Schuhe Zu haben nut im Schuhhaus Wilmsen Bahnhofstraße 80 Rut 50311 Das Fachgeschäftfür Alle, die gut und billig kaufen wollen. Foto-Ateller Epping Sahnheistr. 70 Paßbilder 4 Stück 50 Pig Erlauschtes Kumpeldeutsch Von der„Pannefka" und„Hippenwiese".— Vom„Platzkosak“ und„Kübeldirektor. Zum zünftigen Kumpel gebört ein Kumpeldeutsch. dessen Wortschatz teilweise so alt wie der Ruhrbergbau selbst ist. Für den Bergbau= und dem Ruhrlandfremden wird dieses Kumpeldeutsch immer ein Buch mit sieben Siegeln bleiben. Soweit sich dieser reiche Wortschatz auf die rein technischen Dinge bezieht, dringt er selten über den Zechenplatz hinaus, während aber wohl der größte Teil in der Beramannssamilie Eingang gefunden hat, zur samiliären Unterhaltung dient und von Frau und Kindern verstanden wird. Ein Besuch in einer Bergmannsfamilie, wobei es vollkommen gleich ist. in welcher Zechenwohnkolonie man sich zwischen Ruhr und Livve befindet, gibt uns einen Einblick in dieses Kumpeldeutsch und belehrt uns, daß es von den Kleinsten verstanden und auch gebraucht wird. Fragt man Kinder nach dem Vater. der gerade zur Arbeit gegangen ist, dann bekommt man zur Antwort: „Er iß auf'm Pütt“ oder„auf Zeche". wobei die Kinder beide e betonen. Auch heißt es:„Auf'm Pütt“, da ja ein Schacht einem Brunnen, den man im Niederdeutschen mit Pütt bezeichnet, ähnlich sieht. Vielfach sagt man auch, wenn der Kumpel zur Zeche geht:„Er geht zum Kollberg“, während es richtig Kohlberg heißt. Das„h“ wird bei Kohlberg fortgelassen. Für die Kinder ist es dann „toffte". Niemals nimmt der Vater die Kaffeeflasche. sondern immer die„Pulle“, das„Blech" oder die„Teute" mit. Er packt die„Knifften“ ein und sagt zu seiner „Oelsche" oder„Ollen“:„Nun mahk et gurtb“, während die„Blagen“ noch am„achihlen, spachteln“ oder„vicken“ sind. Der Kumpel und seine Familie kennen keine Gebäude, sondern nur Buden, wie Lampenbude. Markenbude. Lohnbude. Materialbude usw. Diese„Buden“ haben sich von den Anfängen des Ruhrbergbaues bis heute erhalten. abgesehen von dem Wort Kaue, das schon in alten Bergbauurkunden vorkommt und zwar als „Kauhe".„Käuhe. Kaw" und„Kauh“. Im„Ort“.„Im Streb" oder auf der„Sohle“ wird nicht mit der Schaufel. sondern mit der„Pannefka“„malocht" und nach der „Maloche“ ist der Kumpel„schachmatt" oder„groggo". Dieser müde Körverzustand nach der Schicht wird von ihm auch treffend gekennzeichnet durch Wortentlehnungen aus dem Brieftaubensport. So sind die Arme„Flügel“ die „fluglahm“ sind. Auch heißt es oft:„Er is inne Uhr.“ Als nach dem Kriege, mit Beginn der Nationalisierung die langen Rutschentouren aufkamen, da nannte der Bergmann diese„Wolgarutschen" und„Millionenstrebs“, in denen schwer„gelöffelt. gevannt. gekrückt. getorft" und genommen werden. Die Inszenierung besorgt Curt Bartz. Die Hauptrollen sind wie folgt besetzt: Hidde Ebert, Adele Schönfeld, Curt Bartz, Willi Bittern, Josef Dornseif, Wilhelm Grimm, Adolf Schneider, Willi Schröder. Morgen, voraussichtlich zum letzten Male, Sigmund Graffs Erfolgslustspiel„Die Primanerin“. Wer noch nicht Gelegenheit hatte, das Lustspiel in Bochum zu sehen, sollte diese letzte Möglichkeit wahrnehmen, da es aller Voraussicht nach in dieser Spielzeit nicht mehr auf dem Spielplan erscheinen wird. Bochumer Schlachtviehmarkt vom 30. Juni 1938. Aufgetriebeng waren: 19 Rinder, darunter 3 Ochsen, 3 Bullen, 7 Kühe, 6 Färsen, 38 Kälber, 1140 Schweine. „gewühlt“ wird. Dann heißt es:„dalli“ oder„ranhauen". Klappt die Arbeit, die„Maloche“ nicht richtig, dann läßt der Kumpel eine Serie von Flüchen los. die zwar ellenlang und deftig. aber nicht so gemeint sind. In der Reihe der Beramannsflüche haben die polnischen Wörter „verunje" und„psia kreff verunje“ Aufnahme gesunden. Allmählich geraten beide aber in Vergessenheit und es wird garnicht mehr so lange dauern, bis sie vollkommen verschwunden sind. Der goldene Humor des Knappen ist auf dem Gebiete der Spitznamen besonders erfindungsreich. An der Spitze aller mit Spitznamen Bedachten marschiert der„Kübeldirektor“, dem die Hygiene der Grube anvertraut ist. Das WE unter Tage ist der„Kübel" oder das„Faß". Der Markscheider, der von Revier zu Revier eilt und der Landmesser unter Tage ist, heißt„Kilometerfresser“". während der Betriebsführer der oder„de Olle“ bleibt, die Fahr= und Obersteiger„Kohlenreisende“ sind und der Wetterkontrolleur der„Füerkähl" ist.„Rutschenbär“ der erste Hauer und„Rohrspatz“ nennt man den Schlosser. der die Nohrleitungen instand hält. Der die Sprengungen vornimmt. besitzt den Namen„Scheitkähl" und derjenige, der die Maschinen und Pumpen schmiert, heißt „Schmierkasper“. Auf den Büros sitzen„Mickenschriewer“ und ein Arbeiter am Tage ist ein„Platzkosak“. Einer gewissen Originalität entbehren nicht einige gachausdrücke des Kumpels. So kann der Kumpel in der Grube ohne mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt zu kommen, einen„Einbruch machen" und auch seinen Kumpel„hängen lassen". Es macht dem Bergmann garnichts aus, wenn er„Blücher“„ersaufen läßt“, denn hier ist Blücher ein Flöz. das brennen würde und demnach unter Wasser gesetzt werden müßte. Jeder Hauer ist insoweit ein Stück Gerichtsvollzieher, da er, um sich gegen Steinfall zu sichern,„pfänden“ muß. Niemand rümpft die Nase, wenn er hört, daß„Katharina“„verhauen“ wird. Auch hier handelt es sich um ein Flöz. Trifft ein Stein den Kumpel auf den Kopf. dann ist die„Plähte verkröpt" oder er hat einen auf den„Däz“ gekriegt. Der Begriff der Verletzungen ist für ihn so geklärt, das nur dann das Wort verunglückt gebraucht wird. wenn ein Kumvel tot geblieben ist. Alle anderen Verletzungen. angefangen von einer kleinen Hautverletzung bis zum doppelten Schädelbruch. fallen unter„verkröpt". Fährt er in die Tiefe ein, dann ist das armdicke Stahlförderseil ein„Bindfaden", und niemand denkt daran, daß dieser „Bindfaden“ einmal reißen könnte. Es wurden gezahlt für 50 kg Lebendgewicht: 1. Rinder: A. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45 M.; B) Bullen: a) jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43, b) sonstige vollfleischige und ausgemästele 36 M.: C. Kühe: a) jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 40—43, 6) sonstige vollfleischige und ausgemästete 39, c) fleischige 32—33 M.; D. Färsen(Kalbinnen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 42—44, b) vollfleischige 37—40 M. 2. Kälber: a) beste Mast- und Saugkälber 58—63, b) mittlere Mast- und Saugkälder 51—57, c) geringere Saugkälber 45—48, d) geringe Kälber 38 M. 3. Schweine: a) Schweine von 150 und mehr hg Lebendgewicht, b) 1. von 135—149,5 kl Lebendgewicht 55,5, 2. von 120—134.5 kg Lebendgewicht 54.5, c) von 100 bis 119.5 hg Lebendgewicht 52.5, d) von 80—99.5 kg Lebendgewicht 49.5, e) von 60—79,5 kg Lebengewicht 49,5, f) unter 60 kg Lebendgewicht 49,5, g) fette Specksauen 53,5 Mark. Marktverlauf: Rinder zugeteilt, Kälber mittel, Schweine zugeteilt. Was kochen wir nächste Woche? Küchenzettel des Deutschen Frauenwerks, Gau Westfalen=Süd. Montag: Dicke Bohnen mit Speck— Rhadarderkompott Dienstag: Matseshering mit Pellkartoffeln—. Erdbeerei mit Milch. Mittwoch: Kirschsuppe mit Grießbrei— Pfannkuchen mit Kopfsalat. Donnerstag: Erbsen mit Möhren— Frikadellen— Salz= kartoffeln. Freitag: Gebackener Fisch— Salzkartoffeln— Spinat— Rote Grütze. Sonnabend: Dicke Gemüsesuppe mit Fleischbällchen. Sonntag: Sauerampfersuppe— Gestovter Kohlrab!— Rouladen mit Salzkartoffeln— Erdbeeren mit Quargschlagsahne. Rezept für Sauerampfersuppe: Sauerampferblätter werden gut gewaschen und fein geschnitten. Helle Mehlschwitze herstellen, mit Fleischbrüde auffüllen, den Sauerampfer darin weichkochen, mit Solz abschmecken. Die Suppe kann durch Milch und etwas sauren Rahm verfeinert werden. Cvangelische Gottesdienstordnung. - Sonntag, den 3. Juli 1938. tkirche: 8 Uhr Frühgotkesdienst, Pfarrer Schand; Hauptgottesdienst, Pfarrer Kiehl; im Anschluß an ptgottesdienst Feier des Hl. Abendmahls(VorHerne. Hauptkirche: 9.30 Uhr den Hauptgotteso###. bereitung Samstag 19.15 Uhr, Pfarrer Kill); 11.15 Uhr Kindergottesdienst: 13 Uhr musurischer Gottesdienst mit Feier des Hl. Abendmahls, Pastor Schneider; 15 Uhr Tausen, Pfarrer Klehl.(Die Taufen sind in der Woche vorher bei dem Bezirkspfarrer anzumelden.) Donnerstag 20 Uhr Gebetsstunde, Pfarrer Vohwinkel. Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Schaub; Taufen; 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Waldschule Constantin: 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Kill; 10.45 Uhr Uhr Taufen; 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Evangelisches Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Kill. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Mühge; 11 Uhr Kindergottesdienst, Pfarrer Kiehl; 11.40 Uhr Taufen. Amtswoche Pfarrer Kiehl. Vorsitz im Presbyterium: Pfairer Harkmann. Baukau. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, anschließend Beichte und Feier des Hl. Abendsmahls, Pfarrer Barner; 11.15 Uhr Kindergottesdienst; 12.15 Uhr Taufen. Sodingen. Sonntag 9.30 Uhr Gottesdienst, Pastor Ruwisch; 11 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Tauffeler. Donnerstag 20 Uhr Bibelstunde in der Kirche. Freitag 20 Uhr Kindergottesdienstvordereitung in der Sakristel. Bladenhorst. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst(Jahresfest der Frauenhilfe), anschließend Beichte und Hl. Abendmahl; Kindergottesdienst fällt aus. Holsterhausen(Eickel II). Sonntag 10 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Steil; 11.10 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Taufen und Trauungen. Pastor Steil; 20 Uhr Bekenntnisgottesdiench, Pastor D. Hesse, Elberfeld, Ordination der Hilfsprediger Netz und Quarz. Weinet nicht an meinem Grabe, Gönnet mir die ew'ge Ruh; Denkt, was ich gelitten habe, Eh’ ich schloh die Augen zu. Gestern mittag 15.45 Uhr entschlief nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe, gute Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutfer, Schwester, Schwägerin und Tante geb. Busse Im Alter von 47 Jahren. Um stille Teilnehme bitten: Otto Schielke nebst Kindern und Anverwandten. Herne, Recklingheusen, Duisburg-Beeckerwerth, Amerika, den 1. Juli 1938. Die Beerdigung ist Montag nechmittag 14.45 Uhr vom Sterbehause, Flottmannstr. 88, 801. Stadttheater Bochum Samstag, 2. Juli, 20—22.15 Uhr, Vormiete C 32: ersten Male! „Parkstraße 13“, Kriminalstück von 4. Ivers Sonntag, 3. Juli, 20—22.45 Uhr, Blauer Ring 13: (Werbevorstellung) Zum letzten Male! „Die Primanerin“ Lustspiel von S. Graff. Montag, 4. Juli 20—23.15 Uhr. Gelber Ring 13 Werbevorstellung) „Die Nibelungen“ 1=2(„Der gehörnte Stegfried"— „Siegfrieds Tod“) Trauerspiel von Friedr. Hebbel. Dienstag, 5. Juli, 20—23 Uhr, Vormiete A 31: „Die Riberunger“ 3(„Kriembilde Nache“), Trauerspiel von Hebbel. Tittwoch, 6. Juli: Geschlossen. Donnerstag. 7 Juli, 20—22.15 Uhr, Vormiete 9 32: „Parkstraße 13“. Freitag, 8. Juli, Geschlossen. Sumstag. Juli, 20—22.15 Uhr, Vormiete 1 32: An neuer Einsiudierung! „Bunburh“ Ernst ein is alles), Teinale Komodie von O Wilde. Tonntag, 10. Juli, 2—22.47 Uhr, Vater Rin. 13 (Werbevorstellung „Stein u ner Steinen“, Tchanspiel von H. Ivdermann. Kartenvorverkauf in Fr. Stücks Buchhandlung, Herne, Bahnhofstraße 40. Paul Knauf Franz-Seldte-Str. 43 Große Auswahl in Tapcten Farben Lacke Teppiche LUATETE SAE AleIHE Seie-IIT-LTET AEEEELe LIRTTE Litewken-Degen.? Hote. 3 besellsch-Anzüge: Lylinder leihweise s Nichel: kleine 3 Straße der S4 S a1 BahnnotstI ecion St191I Balatum Stragula Teppiche Läufer Vorlagen in reicher Auswahl Kemper klo. n Bochum Ist es bekannt. daß men gut ver atbeitete und formschöne aller Art. modern und Stll. in groß Auswahl. sehr preiswert kauft dei Borgmann Brtickstr. 59—05 Von der Heydt-Straße Fernrut 51911 Tapeten Farben Lacke Linoleum Balatum Ausführung ven Malerund Anstreicherarbeiten Reparaturen von Polster-Möbeln Polsterei Wallemade Altenhöfener Str. 26 Annahme v Darlehn für Kinderreiche Westen, Hosen: Damenjacke : M 1 2. 5 0 Nichel " Herne : Straße der 51 : T e l. 5 1 1 9 0 " G e l e g e n h e i t s k ä s t e Verkäufe Gebrauchte billig zu verkauf. Monk-CenisStraße 446, pt. Zwei schöne Klaviere Nußd. u. schwarz günstig abzugeb. Karl Still, Shamrockstr. 54, 3. Etage. Herzbeschwerden im Sommer Schenkt Bucher Der Kleinanzelgenteil des Herner Anzeigers! Guterhaltenes Damentahrrad M. Brennabor, m. allem Jubeh billig## verkauf. Bochumer Straße 115, pl. Gerade im Sommer treten, unter dem Einfluß der Hitze, Herz= und auch Nervenbeschwerden stärker auf; häusig ist Schlaflosigkeit damit verbunden. Um dem vorzubeugen, sollte man regelmäßig, spätestens gleich bei den ersten Anzeichen, ein= bis zweimal täglich 1—2 Teelösfel Klosterfrau=Melissengeist auf 1 Eßlössel Wasser trinken. Namentlich ältere Leute, deren schwöcherer Gesamtorganismus der Hitze weniger Widerstand leistet, sollten es tun! Das hilft meist gut, weil Klosterfrau=Melissengeist als Heilkräuterdestillat eine heilsame, beruhigende Wirkung auf grundlegende Funktionen des menschlichen Organismus ausübt, besonders auf Herz= und Nerventätigkeit und aus die Blutbildung. Schon viele haben Klosterfrau=Melissengeist bei diesen Gesundheitsstörungen mit Erfolg angewandt. So schreibt z. B. Frau Ernestine Körner, Breslau, Flutstr. 1, am 5. 10. 36:„Gern stelle ich Ihnen eine Anerkennung über Klosterfrau=Melissengeist aus; denn er hat mir wirklich sehr gute Dienste geleistet. Ich bin herz= und nervenleidend. Bei Anfällen irgendwelcher Art greise ich zuerst zu Klosterfrau=Melissengeist und wende ihn sowohl äußerlich als auch innerlich an. Den Kopf und die Herzgegend reibe ich damit tüchtig ein, und in den m meisten Fällen war in kurzer Zeit die schmerzstillende Wirkung eingetreten.“ Und weiter Frau Witwe Heinrich Goebbels(Bild nebenstehend), Aachen, Bismarckstraße 174, am 27. 5. 37: „Klosterfrau=Melissengeist brauche ich schon seit Jahren und möchte ihn nicht mehr missen. Ich brauche ihn gegen Herz= und Nervenschwäche. Habe auch schon andern damit geholsen. Diese waren stets damit zufrieden. Ich möchte Klosterfrau=Melissengeist jedem empfehlen.“ Versuchen auch Sie bei diesen Beschwerden Klosterfrau=Melissengeist. Sie erhalten ihn bei Ihrem Apotheker oder Drogisten. Nur echt in der blauen Packung mit den drei Nonnen in Flaschen zu #iM 2.80. 1.65 und 0.90: niemals lose. Einige verkaufsgew. Herren f. d. Verk. von Nähmaschinen v. alteingeführter, bestbekannter Firma für sofort gesucht Hohe Verdienstmöglichk. Ang. u. O M. 185 a d. Perner Anzeiger Für unseren Lieferungsbezirk Herne suchen wir für sofort einen zum Austragen von Wochen=Zeitschriften. Fahrrad und Kaution muß gestellt werden Schriftl. Bewerbungen unter H M. 200 an den Herner Anzeiger. Mädchen Togs für halbe gesucht Nierhoff. Herne, Cranger Str. 38. Für ruh. Haushalt wird z. 15. 7. ein im Kochen erfahrenes für Küche und Haushalt gesucht. Waschfrau vorb H.-Börnig. Kirchstraße 97. Wegen Hetrat d. jetzigen suche ich zum 1. Aug. für meinen Haushalt (3 Pers.) ein erf. älteres 10076 Vorzust. 3 bis 5 Uhr nachm. Frau Wwe. Friedr. Köller, Herne, Bahnhofstr. 22. Jungen, flotten Schneider= gesellen stellt sofort ein Herren=DamenMaßschneiderei Jos. Göllner, Herne, Ludwigstraße 41. Morgenmädchen v. 18—20 J. dreimal in d. Woche gesucht. Moltkestraße 12, 1 lks. Mehrere Maler= gehilfen sofort gesucht. A. von Rüden Adalveristr. 7 Tel 515 63 Lest Bücher! Schuunge! Gesuche 5=ZimmerWohnung z. 1. August gesucht. Offert. u. H. K 201 an den Herner Anzeiger. Wohnungs Angebote 3- und 4-3.NeubauWohnung letztere auch geteilt, sofort### vermieten. W. vom Bruch, Forellstraße 4. ∆ Heirats-Anzeigen I. An.- aller Kreise vermittelt -IEI sreng teell u. diskret Großeheanbahnung Frau Horstmann Geisenkirchen, Brockhollstraße 3 direkt am Alten Markt, Haltestelle aller St abenbahnlinien. Verlangen Sie geg 24 Pig. in Merken, reichh. Vorschlagsliste. Beratung läglich von 10—20 Uhr kostenlos.(Sonntaus nach vorh. Anm.) Im Hause Bochumer Str.39a ist sofort oder später ein Ladenlokal mit dahinter liegendem Zimmer, Miete 25.— Mk.— Kronprinzenstraße 67, zum 1. Aug., Parterre, S Zimmer. mit allen Bequemlichkeiten, Miete 71.— Mk.— Lakoche=Str. 12, 2-Zim.-Wohng. nicht abgeschl., Miete 23.— Mt. zum I. Ang.— Jean=Vogel=Str. 9 gr. leeres Zimmer. Miete 12.— zum 1. Ang. 1938 zu verm. Näheres Jos. Höhler, Adalbertstraße 1. Die Bekanntgabe einer Vermählung Verlobung oder Geburt durch eine Anzeige ist ger nicht teuer! Diese Anzeige kostet nur RNI. 3,20 besorgen schneil und preiswert Koethers 8 dötisches Herm.=Goring=Sit 8 In Hernes schönstem Wohnsiedlungsgebiet— Sodingen— zu günstigen Bedingungen mehrere Baugrundstücke zu verkaufen. Haus- und Grundbesitzerverein fur das ehem Amt Sodingen Gerther Straße 11. n Tokio lehnt ab Tokto, 1. Juli.(Ostasiendienst des DNB.) Der japanische Kriegsminister dementierte am Freitag alle Gerüchte über angebliche Versuche dritter Mächte, zwischen Japan und China zu vermitteln. Er erklärte, diese Gerüchte bewiesen, daß anscheinend weder jene Mächte noch Hankau die klaren Kriegsziele begriffen hätten. Es gebe keinen Frieden zwischen Japan und China, solange das Tschiangkaischek=Regime im Amte sei. Die Erklärung, die die japanische Regierung im Januar abgegeben habe, nicht mehr mit dem Tschiangkaischek=Regime zu verhandeln, sei ein endgültiger Beschluß der Regierung und nicht etwa eine„nichtssagende Geste“. Nationalspanischer Botschafter von Papst Pius Kl. empfangen Rom, 1. Juli. Der erste Botschafter des nationalen Spaniens beim Heiligen Stuhl, Josi Janguas, wurde am Donnerstag zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens von Papst Pius Xl. im Castell Gendolfo empfangen. Großoffensive Francos? Erfolgreiche Vorstöße an der Castellonfront. Bilbao, 30. Juni. An der Castellonfront überwanden die nationalspanischen Streitkräfte General Garcia Valinos im Kampfabschnitt Fanzara einen starken feindlichen Widerstand, der sich hinter musterhaft ausgebauten Gräben verschanzt hatte. Nach heftigem Kampf drangen die nationalenn Truppen in die erbittert verteidigte Stellung ein. Zwischen Bechi und Artana stießen die Truppen General Arandas gleichfalls vor. Diese Vorstöße sind als Vorbereitung einer neuen Großoffensive anzusehen. Die Vorbereitungen dazu dauern bereits die ize letzte Woche an. 21 Anhänger Codreanus verurteilt Verfahren bei Ausschluß der Oessentlichkeit Bukarest, 1. Juli. Nach einer sechstägigen Verhandungsdauer fällte das Bukarester Militärgericht Freitagmorgen um 6 Uhr nach einer Nachtsitzung. das Arteil in dem Prozeß gegen 21 führende Anhänger Codreanus. 14 Angeklagte, darunter der Vorsitzende der Partei „Alles für das Land“, Clime, wurden wegen Aufwiegelung gegen die soziale Ordnung und wegen Zugehörigkeit zu einer verbotenen Vereinigung zu je sieben Jahren befängnis, 20000 Lei Geldstrafe und sechs Jahren Ehr verlust verurteilt. Fürst Alexander Cantacu= ino und ein weiterer Angeklagter, die beide flüchtig ind, wurden in Abwesenheit zu je neun Jahren Gefänanis. 120000 Lei Geldstrafe und sechs Jahren Ehrverlust verurteilt. Drei Angeklagte erhielten fünf Jahre Gefängnis und 20000 Lei Geldstrafe mit sechs Jahren Ehrverlust, während ein Geistlicher, der ein Reuebekenntnis abgelegt hatte, zu einem Jahr Gefängnis, 10 000 Lei Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt und ein anderer Geistlicher aus dem gleichen Grunde freigesprochen wurde. Das Urteil wurde am Morgen um 6 Uhr verkündet, nachdem die Verteidigung den ganzen Donnerstag bis 3 Uhr morgens für Freispruch plädiert hatte. Da die Auslandspresse keinen Zutritt erhalten und die rumänische Presse nur wenige Berichterstatter gestellt hatte, die aber über den Prozeß nichts veröffentlichen durften, ist es unmöglich festzustellen, worauf sich der Urteilsspruch eigentlich gründet. Steinwürfe gegen englische Gesandtschaft in Kowno Jüdische Demonstranten. Kowno, 1. Juli. Donnerstagabend wurde in den Büroräumen der englischen Gesandtschaft durch Steinwürfe ein Fenster eingeworfen. Der Täter konnte noch nicht ermittelt werden; man nimmt jedoch an, daß es sich um einen Juden handelt, der dadurch seinen Protest gegen die in Palästina erfolgte Hinrichtung eines Juden kundtun wollte. Neue Unwetter über Polen Zehn Personen durch Blitzschlag getötet. Warschau, 1. Juli. Einzelne Gebiete in Ost= und Südpolen wurden heute erneut von einem schweren Unwetter heimgesucht. In Polesien wurden Felder in einer Gesamtfläche von mehr als 30 Hektar durch Hagelschlag völlig vernichtet. Zehn Personen wurden durch Blitzschlag getötet und sechs weitere schwer verletzt. Rotlandung eines Flugzeugs im Urwald Paris, 1. Juli. Das dreimotorige Bloch=Flugzeug der Strecke Algier—Tananarivo(Madagaskar) ist mitten im Urwald zwischen Ford Archambaud und Bangui wegen Störung der Benzinzufuhr zu einer Außenlandung gezwungen worden. In dem Flugzeug befanden sich neben der dreiköpfigen Besatzung vier Fluggäste, von denen niemand bei der Landung verletzt wurde. Drei Militärflugzeuge sowie ein Hilfsflugzeug der Air Afrique sind ausgesandt worden, um Lebensmittel und Wolldecken für die von aller Welt abgeschnittenen Insassen des Flugzeuges abzuwerfen. Gleichzeitig bemüht sich ein Lastkraftwagen, dem man jedoch mühselig den Weg durch den Urwald schlagen muß, zu dem Flugzeug durchzustoßen. Der Lastkraftwagen bringt Ersatzteile und Brennstoff heran. Der Pilot des Flugzeuges hatte, bevor er zur Landung ansetzte, den Inhalt seiner Benzintanks entleert. Die Lage der Besatzung und Fluggäste scheint nicht kritisch zu sein, da nie einige Lebensmittel mitführten und inzwischen wahrscheinlich von den Hilfsflugzeugen neu verpflegt werden konnten. Es dürfte jedoch noch einige Zeit dauern, bis der Lastkraftwagen an die Landungsstelle herankommt. Es soll der Versuch hemacht werden, ein behelfsmäßiges Startfeld anzulegen, damit das Flugzeug gegebenenfalls nach Behebung der Panne den Weiterflug antreten kann. Riesiger Waldbrand im Departement Paris, 1. Juli. Seit der Nacht zum Donnerstag wütet in der Nähe von Brignoles im Departement Var ein großer Waldbrand, der sich, durch heftigen Nordwestwind hat. Bis jetzt sind 200 Hektar Wald vernichtet worden. Die großen französischen Herbstmanöver Paris, 1. Juli. Wie der„Matin“ meldet, wurden die großen französischen Herbstmanöver, denen die ausländischen Militärattachees sowie die Presse beiwohnen sollen, in der zweiten Augusthälfte im Gebiet von Grenoble—Briancon stattfinden. LSA begünstigt das Wettrüsten Erhöhung der Tonnage für Großkampfschiffe auf 45000 Tonnen London, 1. Juli. Marineminister Cooper gab im Unterhaus den Abschluß eines Uebereinkommens zwischen Großbritannien, Frankreich und den Vereinigten Staaten in Ergänzung des Flottenvertrages von 1936 bekannt Danach wird die Höchsttonnage für Großkampfschiffe von 35000 auf 45·000 To. heraufgesetzt, während als Höchstkaliber für schwere Geschütze 40,6 cm beibehalten werden sollen. Der Minister erklärte u. a., daß die obere Grenze von 45 000 To. höher läge als die britische Regierung gewünscht habe. Es handele sich hierbei jedoch um die niedrigste Ziffer, die sich in dem Ueberinkommen habe erzielen lassen. Duff Cooper stellte dann fest, daß das neue Abkommen das Ergebnis der Erörterungen über die Anwendung der Gleitklausel zwischen den drei Staaten sei, wobei er erwähnte, daß ein entsprechendes Ergänzungsabkommen auch mit Deutschland abgeschlossen worden sei. Die öritische Regierung hat, wie der Minister weiter sagte, gleichzeitig in einer Note allen Flottenmächten, mit denen sie in vertraglichen Beziehungen steht, mitteilen lassen, daß sie nicht gegenwärtig ein Großkampfschiff, das 40000 To. überschreite, zu bauen beabsichtige. Die beiden zur Zeit auf Stapel liegenden britischen Schiffe würden 40,6=cm=Geschütze erhalten und nicht größer als 40 000 To. werden. Schließlich teilte Duff Cooper mit, daß auch Verhandlungen mit der Sowjetunion über den Abschluß eines Abkommens über die Begrenzung der GroßtampfschiffTonnage auf 40000 To. schwebten. Die Londoner Presse führt die neuen Abmachungen einzig und allein auf die Haltung der Vereinigten Staaten zurück. So schreibt die„Times“, die Tatsache, daß England und Frankreich sich noch nicht entschlossen hätten, bis zur 45000=To.=Grenze zu gehen, habe große Genugtuung hervorgerufen. Im Leitartikel stellt das Blatt fest, daß von deutscher Seite keine Schwierigkeiten gemacht worden seien und gemacht würden, wenn man sich auf einer niedrigeren Höchstgrenze geeinigt hätte. Die Festsetzung der Grenze bei 45000 To. gehe daher allein auf die Weigerung der Vereinigten Staaten, eine niedrigere Grenze anzunehmen, zurück. Das sei sehr zu bedauern. Zwar habe ein Wettrüsten wie vor 1914 noch nicht eingesetzt, jedoch würde durch jede Heraufsetzung der Höchstgrenze die Gefahr in dieser Hinsicht immer größer. Die Tagung der 65 Hansestädte Friedensarbeit und Kulturaustausch] Feierliche Eröffnung in Antwerpen Antwerpen, 30. Juni. Die Hansetagung wurde am Donnerstag in Anwesenheit des belgischen Königs in der Festhalle der hiesigen Börse feierlich eröffnet. Insgesamt sind Vertreter von 65 Städten aus sechs Ländern auf der Tagung vertreten. Weitaus die größte Abordnung stellt Deutschland. das durch die führenden Persönlichkeiten aus den Hanse==und Hafenstädten Hamburg, Lübeck, Bremen, Köln, Duisburg, Düsseldorf, Neuß und Mannheim vertreten ist. Der Oberbürgermeister von Antwerpen und Präsident der belgischen Kammer, Kamiel Huysmans, erklärte u. a.: Die Hanse habe gezeigt, daß es neben Staatsinteressen auch noch wirtschaftliche und kulturelle Interessen gebe, die, was auch geschehen möge, die Länder dauernd verbinden. Die Stadt und der Hafen von Antwerpen reichten den Kongreßteilnehmern die Hand, um die Möglichkeit einer freieren Handelspolitik und eines Austausches der gegenseitigen Kulturen, gestützt auf eine breite Auffassung der Verständigung sowie auf eine freie und loyale Konkurrenz, zu untersuchen. Der deutsche Gesandte und Leiter der deutschen Delegation, Freiherr von Richthofen, entbot namens der deutschen Regierung Antwerpen ihren herzlichen Dank. Er hoffe, daß die Hansetagung nicht nur eine freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Hansestädten ermöglichen, sondern darüber hinaus den Keim zu einer größeren gegenseitigen Verständigung und Zusammenarbeit zwischen den anwesenden Nationen legen möge. Senatspräsident von Danzia. Greiser, überbrachte die Grüße des deutschen Danzig und schilderte in kurzen Worten, was die Hanse für das deutsche Danzig gewesen sei, da sie die Stadt zu größter wirtschaftlicher und kultureller Blüte gebracht habe. Senatspräsident Greiser überreichte dann dem Oberbürgermeister von Antwerpen als Gastgeschenk Danzigs einen Holzschnitt mit der Ansicht der Wahrzeichen von Danzig. Schließlich sprachen noch Vertreter von Straßburg, Bergen, Amsterdam, Wisby und Riga. Aus Westfalen und Rheinland 100 Meter tief in den Schacht gestürzt Castrop=Rauxel, 1. Juli. Als der Bergmann Paul Huskotte im Untertagebetrieb der Zeche„Graf Schwerin“ gemeinsam mit zwei Arbeitskameraden eine Pumpe transportierte, stürzte er beim Schließen einer Klappe im Abteufgesenk etwa hundert Meter tief ab und war auf der Stelle tot. Huskotte war verheiratet und Vater zweier Kinder. E6.=Oberführer Claaßen endgültig Polizeipräsident in Münster Münster, 1. Juli. Wie die Pressestelle der Regierung Münster mitteilt, hat der Führer und Reichskanzler den kommissarischen Polizeipräsidenten SS.=Oberführer Claaßen mit Wirkung vom 30. Juni 1938 endgültig zum Polizeipräsidenten in Münster ernannt. 300 Jahre alte Skelette gesunden Geseke, 1. Juli. In dem Stadtgraben an der alten Festungsmauer fanden Kinder beim Graben mehrere Knochen, die sich bald als Reste menschlicher Skelette herausstellten. Man forschte von sachverständiger Seite nach und stellte fest, daß es sich hier um drei menschliche Skelette handelte, die entweder aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stammen oder Pestkranken gehörten, die bei der großen Pest im Jahre 1613 hier an der Stadtmauer beerdigt wurden. Ein Dieb verkaufte die Beute an den Bestohlenen Bielefeld, 1. Juli. Das Bielefelder Schöffengericht verhandelte gegen den 43 Jahre alten Anton Roggenkamp aus Gütersloh=Kattenstroth, der als Angestellter einer Gütersloher Brotfabrik fortlaufend Getreide seiner Firma stahl und es unter der Hand an Getreidehandlungen und Bäckereien absetzte. Insgesamt hat der Angeklagte etwa 145 Zentner Roagen veruntreut. Wie dreist er dabei vorging, beweist die Tatsache, daß er einmal 20 Zentner gestohlenen Roggen der bestohlenen Firma anbot und auch verkaufte. Vor Gericht entschuldigte sich R. mit finanziellen Schwierigkeiten. Nach Aufdeckung der Verfehlungen haben seine Verwandten für den Schaden gut gesagt und auch bereits einen Teil ersetzt. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzter Untreue in Tateinheit mit fortgesetztem Diebstahl und Betrug zu acht Monaten Gefängnis und 100 RM. Geldstrafe. 700 000 RM. Reichszuschuß für bessere Wohnungen im Emsland Emden, 1. Juli. Um eine durchgreifende Besserung der Wohngebäude im Emsland herbeizuführen, hat der Reichsarbeitsminister einen Teil der ihm für die Instandsetzungsarbeiten an Wohngebäuden zur Verfügung stehenden Mittel zur Gewährung von Reichszuschüssen als Sondermaßnahmen für das Emsland bereitgestellt. Im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen wird ein Betrag von 700000 RM. zur Verfügung gestellt. Dieser Betrag wird auf die nach Ansicht des Oberpräsidenten der Provinz Hannover in Betracht kommenden Kreise des Emslandes unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse der einzelnen Kreise verteilt und die Regierungspräsidenten werden ermächtigt, die Landräte mit der Durchführung der Maßnahme zu beauftragen. Die Auszahlung der Zuschüsse wird mit Zustimmung des preußischen Finanzministers den zuständigen Regierungspräsidenten übertragen. Eine Zehnjährige war der millionste Besucher Essen. 1. Juli. Am Freitagvormittag konnte die Ausstellungsleitung der Reichsgartenschau den millionsten Besucher begrüßen. Eine zehnjährige Schülerin aus Altenessen war die Glückliche. Sie erhielt den von Oberbürgermeister Dillgardt gesitteten Ehrenvreis von 100 RM. Eine ganze Schulklasse stattete schon am frühen Freitagmorgen der Reichsgartenschau mit ihrer Lehrerin einen Besuch ab. und eines der Kinder. die zehn Jahre alte Wilhelmine Wehner, durchschritt als millionste Besucherin die Kassenschranke. Mit dem millionsten Besucher hatte das Glück auf der Reichsgartenschau noch kein Ende gefunden. Am Nachmittag fiel in einer Ausstellungsgaststätte noch ein 500=RM.=Gewinn der braunen Glücksmänner. 25 Jahre im deutschen Nachrichtenwesen Köln, 30. Juni. Der Leiter des Deutschen Nachrichtenbüros in Köln. Hauptschriftleiter Willi Muskatewitz. kann am 1. Juli auf eine 25jährige Tätigkeit im deutschen Nachrichtenwesen zurückblicken. Schon als er junger Stundent der Rechtswissenschaft in Berlin war, wandte sich sein Interesse dem Journalismus zu, und er arbeitete nebenberuflich in„Wolffs Telegraphischem Büro". Im 1. Juli 1913 wurde er im WTB. fest angestellt und schon im Februar 1914 als politischer Redakteur beschäftigt. Dann kam der Weltkrieg. Wie Tausende und aber Tausende junger Deutscher meldete sich Willi Muskatewitz freiwillig zum Kriegsdienst. Er kämpfte an der Ost= und an der Westfront. bis ihn am 9. Avril 1918 das Schicksal ereilte. Auf der Vimo=Höhe bei Arras wurde er schwer verwundet und geriet in englische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr in die Heimat Ende 1919 arbeitete er wieder in der Berliner politischen Redaktion des Wolffschen Telegraphen=Büros, bis er am 1. Oktober 1930 zum Leiter des WTB. in Köln ernannt wurde. Nach der Vereinigung der beiden großen Nachrichtenbüros Telegraphen=Union und Wolffs Telegraphisches Büro zum Deutschen Nachrichten= büro wurde Pg. Muskatewitz am 1. Januar 1934 an die Spitze des Deutschen Nachrichtenbüros in Köln berufen. das er noch heute sowohl schriftleiterisch als auch verlegerisch leitet. Rheinisch=Westsälische Börse Am Freitag zeigte sich vor allem stärkeres Interesse für Montanwerte. Hoesch gewannen 1 Prozent. Rheinstahl ½. Ver. Stahlwerke ¼ Prozent. Mannesmann unter Schwankungen zu Beginn sogar 12.“ höber. Niedriger lagen dagegen Klöckner um ½ Prozent. Farben anfänglich minus ¾8 Prozent, später leicht erholt. Disch. Erdöl vlus ¾ Prozent. RWE. plus ¼ Prozent. Rhein. Braunkohlen fester gehandelt. Kaufhof lagen ¼ Prozent schwächer. Für Bemberg besteht Nachfrage bei ½ Prozent höherem Kurs. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Kaffee: Am Platze so wie nach dem Inlande ergaben sich nur vereinzelt Geschäftsmöglichkeiten. Der Transithandel kann weiter befriedigen. Eine Aenderung in der Preisgestaltung trat nicht ein. Der Verkehr mit den Erzeugerländern verlief sehr ruhig. Hülsenfrüchte: Das Geschäft verläuft ausgesprochen ruhig. Man beschränkt sich allgemein auf geringe Bedariskäufe, die zu den bisberigen Preisen vorgenommen werden. Doch sind die Abgeber auch untergeboten zugängig. Kautschuk: Stetig. Sheets loko 7= 3/16. AugustSeptember 7=¼, September=Oktober 7=5/16 Pence ver lbs. Zucker: Effektivmarkt: Der Markt liegt stetig. Preise wie zuvor. Tschech. Kristalle. Feinkorn, Juli=Aug. 6/10= K. British fine Juli=August 606 für 1 cwt. netto sob London. Terminmarkt: Bei ruhiger Umsatztätigkeit nahm man gestrige Preise zur Geschäftsgrundlage. Reis: Das Geschäft mit dem Inlande stagniert zur Abschlüsse buchen. Die fernöstlichen Ursorungsmärkte verzeichnen, gleichfalls keine Veränderung der Marktlage. Lediglich Saigon gilt vielfach als etwas fester. Man schließt auf bisherige Preise. Baumwolle: Stetig. Suverfine 3.75. Fine Omra 4.25 Dollar. Oele und Fette: Das Geschäft verläuft weiter ruhig. Gesucht sind nach wie vor Reffinations=Fettsäuren sowie Leinöl für Anstreichzwecke, ohne daß der Bedarf voll zu decken ist. Auch Schweinefette dänischer Herkunft sind begehrt. Die Preise hierfür gaben eine Kleinigkeit nach. Gewürze: Der Umsatz ist unverändert ruhig. Preise lauten ohne Abweichung. Getr. Früchte: Die Nachfrage für Mandeln. Haselnußkerne hält weiter unvermindert an und läßt sich nur im Rahmen der vorhandenen Mengen befriedigen. Die Preise zeigen keine erhebliche Veränderung. Futtermittel: Marktlage ruhig. Preise blieben unveränderk. nur die Termine lauten per Juli. Rohkakao: Stetig. Der Markt für Rohkakao liegt während der letzten Tage ziemlich stetig. Die Umsatztätigkeit hielt sich in engen Grenzen. In den Preisen traten keinerlei Schwankungen ein. Im deutschen Inlande bleibt Rohkakao vernachlässigt. Viehmärkte Dortmunder Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder, gesamt 589. darunter: Ochsen 15, Bullen 156. Kühe 330. Färsen(Kalbinnen) 88. Ziegen 5. Kälber 1017. Schafe. Lämmer und Hammel 65. Schweine 3389. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45. sonstige vollfleischige 41, fleischige 34, gering genährte 29. Bullen: Jüngere. vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—39, fleischige 34. Kühe: Jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 42—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—39. fleischige 30—33, gering genährte 23—25. Färsen(Kalbinnen): Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44. vollfleischige 38—40. fleischige 34—35. gering genährte 25—28. Kalber: Doppellender bester Mast 75—78, beste Mast= und Saugkälber 62—63, mittlere Mastund Saugkälber 55—57, geringe Saugkälber 46—48. geringe Kälber 38. Lämmer. Hammel und Schafe: Stallmasthammel. beste jünger 50—52, mittler Mastlämmer und ältere Masthammel 40. beste Schafe 41—42. mittlere Schafe 40. geringe Schafe 16—32. Schweine: Fettschweine über rund 150 Klg. Lebendgewicht 56.5. vollfleischige Schweine von 135—149 Klg. Lebendgewicht 55.5, vollfleischige Schweine von ca. 120—134 Klg. Lebendgewicht 54.5. vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 52.5, vollfleischige Schweine von ca. 80—100 Kla. Lebendgewicht 49.5. fleischige Schweine von ca. 60 bis 80 Klg. Lebendgewicht 49.5, fleischige Schweine unter 60 Klg. Lebendgewicht 49.5. Fette Specksauen 53.5. andere Sauen 51.5. Marktverlauf: Rinder und Kälber zugeteilt. Schafe mittel. Schweine zugeteilt. Küstenflug des RS.=Fliegerkorps 1938 Königsberg, 1. Juli. Am 2. und 3. Juli wird zum zweiten Mal seit Bestehen des NS.=Fliegerkorps der Küstenflug zur Durchführung gelangen, bei dem innerhalb von zwei Tagen eine Flugstrecke von 1200 Klm. zurückzulegen ist. Während am vorjährigen ersten Küstenflug nur 77 Flugzeuge teilnahmen, wurden für den diesjährigen Flug 100 Maschinen des NS.=Fliegerkorps, 50 Flugzeuge des Reichsluftfahrtministeriums und der Luftwaffe und eine größere Anzahl Privatflugzeuge zur Teilnahme genannt. Der Start zum ersten Wettbewerbstag erfolgt am Samstag um 7 Uhr auf dem Flugplatz in KönigsbergDevau. Der Flug führt über Pillau—Danzig—Stolp— Stolpmünde—Kolberg—Anklam—Bug auf Rügen nach Rostock. Auf dieser Strecke sind von den Teilnehmern Aufgaben, die ihnen kurz vor dem Start in Königsberg bekanntgegeben werden, zu lösen. Der zweite Wettbewerbstag beginnt mit dem Start der Teilnehmer in Rostock. Der Flug erstreckt sich zunächst über Wismar—Neustadt in Holstein—Fehmarn—Eutin bis nach Kiel. Von Kiel nach Glückstadt wird Geschwindigkeitsprüfung eingelegt. Von Glückstadt führt die Flugstrecke über Hamburg—Stade—Friedrichskoog—Nord= strand nach Wyk auf Föhr, wo der Flug sein Ende hat. Rundfunk=Programm Samstag, den 2. Juli 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Anie—e beugt! Freut euch des Lebens! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert.„„„ 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Trauenturnen. 8.30 Die Schrammeln spielen. 9.15 Fröhliches Sviel für unsere Kleinsten. 9.45 Nachrichten. 10.00 Donauland— deutsches Schicksalsland. Ueber uns allen steht das Reich. Hörspiel 11.45 Bauer, merk' auf! 11.55 Wetter für den Bauern. 12.00 Mittagskonzert 1. 13,00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Mittagskonzert 2. 14,00 Nachrichten.— Sportvorschau. 14.10 Wochenendkonzert. 15.15 Weit ist das Land... Ostrreußische Mädel singen und erzählen. 15.50 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Der Frohe Sametagnachmittag des Reichosenders Köln. Mitwirkende: Die Drei Frohen Gesellen: Rauber. Salcher. Wilhelmi: Melitta Wittenbecher. Sopran: Erika Witzel. Trompete und Xylophon: Jautz. Tenor. Das Unterhaltungsorchester. 18.00 Was bringt der Reichssender in der kommenden Woche? 18.10 Ernst und heiter und so weiter. 18.50 Momentaufnahme. 19.00 Nachrichten. 19.10 Zur Unterhaltung. 20.00 Sei schön und gesund durch Aetherwellen. Eine Gratisprobekur frei ins Haus ans dem Aetherwellenbad Rundfunkplatz 1„Ohne Berufsstörung!— Große Kohlenersparnis. Vollkommene Hogiene und angenehmer Geruch! Es ladet ein: Das Kuratorium. 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik. 22.30 Unterhaltungs= und Tanzmusik 24.00 Nachtmusik zur Unterhaltung. Sonntag, den 3. Juli 1938. 6.00 Hamburger Hasenkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand. 8.05 Das Reich. Neue vaterländische Gedichte 8.15 Morgenmusik. 9.00 Morgenfeier der Hitleriugend. 9.30 Des Sonntags in der Morgenstund'. 10.15 Musik am Sonntagmorgen. 11.25 Kleines Konzert. 12.00 Mittagskonzert. Westmark=Orchester Aachen. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.10 Konzartiaztiekzung. 14.00 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Für große und kleine Kinder15,30 Winneton wird lebendig. Hörbericht von den Karl=May=Spielen auf der Felsenbühne Rathen. 16.00 Unterhaltungskonzert darin: Berichte vom großen Autovreis von Frankreich aus Reims und Wedau=Regatta in Duisburg gegen 17.00 Hier meldet sich die Reichsgartenschau Essen. 18.00 Uebertragung der zweiten Halbzeit des Fußballspiels Schalke 04 gegen Hannover 96 um die Deutsche Fußballmeisterschaft. 19.00 Nachrichten. 19.10 Kleine Solisten=Parade. Fabyan=Henkel im Endspiel Tennis in Wimbledon. Unter regendrohendem Himmel. der lväter seine Schleusen öffnete, nahmen am vorletzten Tage die Wimbledonmeisterschaften in Anwesenheit der Königin Marv ihren Ansang. Zunächst siegte im Gemischten Dovpel das amerikanisch=deutsche Paar Fr. FabyanHenkel mit 6:3. 1:6. 6:3 über die englische=argentinische Kombination ziemlich glatt und hat sich damit für das Endsviel qualifiziert. Die erste Entscheidung fiel im Männer=Einzel, wo sich der Amerikaner Donald Budge mit einem 6:1. 6:0. 6:3= Sieg über Bunny Austin(England) wieder den Titel holte, und zwar ohne Satzverlust. Im Frauen=Dovvel schlugen die Titelverteidiger Fr. Mathien=Vorke ihre Gegnerinnen Andrus=Henrotin in drei Sätzen mit 3:6. 6:3, 6:4 und stehen damit wieder in der Endrunde. Rennen zu Enghien. 1 Rennen: 1. Archimede 2(Pelat). 2. Antin. 3. Pen and Ink. Tot.: Sieg 20. Platz 11. 12:10. Lg. 8—4—6. 2. Rennen: 1. Flake(Haes). 2. Melba. 8. Tournesol. Tot.: Sieg 18. Platz 12. 17:10. Lg. 11———2. 3. Rennen: 1. Prisunic(Bonaventure). 2. Diamantee. 3. Salvetat. Tot.: Sieg 60. Platz 15. 12. 31:10. Lg. 3—2—6. 4. Rennen: 1. Soucre d'Or(Bates), 2. La Captive. 3. Estasette. Tot.: Sieg 73. Platz 27. 27. 36:10. La. —2—9 5. Rennen: 1. Trisma(Bates). 2. Americ. 3. Birdies. Tot.: Sieg 54. Platz 23. 19:10. Lg. 1½—3—6. Wie wird das Wetter? Durch den Vorstoß warmer Luftmassen von Süd hat sich über der von Norden einströmenden kühleren Meeresluft starke Bewölkung gebildet die während des Freitags zu verbreiteten Niederschlägen geführt hat. In den Gebieten östlich der Elbe und in Süddeutschland ist es sogar zu Gewittern gekommen. Da sich die Störung nur langsam auffüllt, wird das wolkige. zeitweise sogar trübe Wetter vorübergehend noch erhalten bleiben Aussichten für Samstag: Immer noch stark bewölkt mit vereinzelt Regen. Temperaturen im ganzen unverändert. Schwachwindig. Aussichten für Sonntag: Wolkig, zeitweise auch heiter. etwas milder. nicht überall trocken. schwacher Nordwest. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Nicht beständig. aber freundlich. 19.35 Der Sonntag Sportvorbericht. 20.00 Amerikanische Tanzmusik. 20.30„Rosamunde“ oder„Das große Maskenspiel“ Musik von Franz Schubert(Uraufführung). Spielleitung: Kandner. Musikal. Leitung: Musikdirektor Adams. Personen: Der Oberst(Oettershagen). Heinrich von Schwaik(Henn). Graf Fahlen(Bausch). Gervasius, sein Sekretär(Avel). Rosamunde (Hilde Richter). Klara(Magd. Rouvel). Kölner Rundsunkorchester. Kammerchor u. verschiedene Solisten. 22.00 Nachrichten. 22.30 Tanz und Unterhaltung. 24.00—3,00 Nachtmusik. einrich Schlenkhoff it C lch habe mich in Nachfolge des verzogenen Herrn Dr. Dustmann in Heine, Heinrichstr. 7, mit der Berechtigung, für alle Kassen tang zu seln, als Fachärztin für Kinderkrankheiten niedergelassen. Gleichzeltig übernehme ich die Kinderstation Im evang. Krankenhause. Dr. med. Elli Saamer Sprechzeit ½10—11 Uhr. ½4—5 Uhr Teleion 51331 Café-Restaurant„Kanonengarten“ Bes Josef Brune. Horsthauser Str. 15 Heute Samstag Tanz Sonntag ab 4 Uhr Familichkonzert Kaffee und Kuchen Kinderspielplatz Jeine Briefpapiere In sehr schönen Kassetten und Packungen vorrätig bei Koethers& Röttsches Papier- und Schreibwaren Hermann-Göring-Str. 8, neben dem Postamt 2 Besucht das schöne Ausflugsloka! Haus Düppe-Horte Baukauer Straße 111, Sonntag: Honzert und Tanz Gaststätte Althaus Bahnhofstraße 249 Sonnlag Konzert und Tanz Schneiders Garten Alt-Baukau, La-Roche-Straße 88 Gounss: Tanz im Freien la Musik. Ia Gettänke. Als Geschenke empfehlen wir: Das gufe Buch belehrenden, praktischen, schöngelstigen oder religiösen Inhalts.— Für Kinder: Unterhaltungs- und Erzählungsbücher, Malbücher. Gerahmte Bilder, Kleinformat, 0.45, 0.80, 1.—, 1.40, 1.60 und höher. Briefkassetten mit feinem Brieipapler, eleg. Packungen, 1.—, 1.30, 1.60, 1.80, 1.90, 2.40, 2.50, 2.80 usw. Eindruck des Namen: besonders beliebt. Visltkarten, moderne Kartons und Schritten, 50 Stück 2.40, 100 Stück 3.—. Füllhalter, altbewährte Fabrikate, 1.50, 1.80, 3.50, 4.—, 5.50, 6.50, 7.50, 10.— und höher. Füllbleistifte, sehr praktisch, 0.50, 0.60, 0.70, 0.80, 1.20, 1.50, 1 80, 2.25 und höher. Schülerefuis mit einfecher und sehr guter Füllung, 0.95, 1.10, 1.45, 1.60, 1.80, 2.95, 3.85, 4.50. Schrelbmappen für Damen und Herren, 3.50, 4.75, 4.80, 6.50, 8.90, 11.50, 15.—. Schrelbzeug-Garnituren In feinster Holzausführung, 6.80, 18.50, 19.50 Photo-Alben, Poesle-Alben, sparte Neuhelten, 0.60, 0.95, 1.50, 1.80, 2.50, 2.80, 3.25, 4.50 u. höher. Schulreihzeuge(Original Richter), 1.45, 1.70, 2.30, 2.75, 3.25, 3.60, 5.40, 6.55. Erdgloben 9.—, 16.—, 24.—, 28.—. Alle Schulbücher und Lehrmittel. Glückwunschkarten zum Namenstag in sehr großer Auswahl. Koethers& Röttsales Jamer- u. Schreibwaren Hermann-Göring-Straße 8, neben dem Postamt.— Fernruf S 25 41. Altpapier, alte Akten Papiersäcke kauftlaufend W. Sippel Lager Fabrikstr. 13 5230·7 Anzeigen 8-19 Lhr 52541 Auskunft ∆8 Auto-Lackierwerkstätten Spez. Spritz-Lacklerung Auto-Anhänger und Karosserien Karl Jokisch Grabenstr. 17 Auto-Satiler und Polsterei Engelke M. Dröher e Stadth.“ 50876 51220 52421 Franz-Seldte-Straße 4 Auto-Transporte Selschafisfahten jührt aus C. Manns Leibnisstase Kp 52504 Auto- und Wagenlackiererei Helnz Verfürden, Kaiser-Wihelm-str. 7 50783 Auto-Reparatur Heinrich Klemm Baumstraße 12 525077 Auto-Reparaturen Stahlhacke& Trenczek Franz-Seldte-Straße 18 51287 Auto-Möbeltransporte Ferdinand Wenzel Altenhofener Strase 22 50673 Beerdigungsanstalt Möbelverkstätten W. Giefers Kaiser-Wihelm-str. 8 51516 Beerdigungsinstitat in und Mbelscrinern W. Brinkmann Hafenstrase 29 51936 Beerdigungsinstitut Gerhard Drees und Sohn. Sedanstraße 9 Uebernahme ganzer Beerdigungen von und nach auswärts über 40 Jahre bestehend, Firma Ikemann, Haldenstr. 16 Ausführung sämtlicher Ueberführungen von und nach auswärt Beerdigungsinstitut Drücksachen aller Art liefern Koethers& Röttsches, Hermann-Göring-Str. 8 52430 50332 52541 Feuer C2 Gardinen-Dekoranonen und Polstermöbel Kleine Anzeigen Alfred Abt Vinkestraße 9 51987 52541 Möbeltransporte Wittl Schnellverkehr ers Möbeltransporte, Bahnhofsvorplatz 50364 9 Spedition, Fracht Lagerung, Verosckuns Erich TOblas Fabrikstraße 13 Uebertal Unfal 50222 01 Zeitungsbestellung n erner Anzeiger, Kreisanzeiger 51155 52541 Sonntag, den 3. Juli, 15 Uhr Mittwoch, den 6. Juli, 15 Uhr RENNEN ZU DORTHUND J. 7. u.- Mopien und Malz— Ehrenpreis und RA1 4500.—— 2400 in 6. 7. u. a. 2 Amaleurreiten Preise der Plätze: Stehplatz 50 Pf.; II. Tribüne(Sattelplatz) RM 1.—: I. Tribüne RA1 2,—; Loge I. Trib. RM 2.50; Res. Trib. RM 4.—; Loge Res. Trib. RM 5.—. Militär in Unitorm und Kinder zahlen halbe Preise. LiCHTBURG 2 Spälvorstellungen Samslag, 2. Juli fahonde 19 30 Uhr Sonnias, 3. Juli abenü 10.30 bu. Die zündende Operette mit der großen Starbesetzung! Heinz Rühmann Die anspruchsvolle Dame bevorzugt einen Salon, von dem sie weih, daß Ihre Frisur durch Individuelle Behandlung ihres Haare: die persönliche Note erhält, die die Frau bei jeder Gelegenheit gleich reizvoll erscheinen lähl. Daß im SALON OTTO WICHT Dauerwellen, Wasserwellen, Ondulation, Färbungen usw. von der Hand eines bewährten Fachmmannes ausgeführt werden, dürfte hinreichend bekannt sein. Wollen auch Sie zu Ihrer gröhten Zutriedenheit und vor allem auch preiswert bedient werden, dann besuchen Sie den Kaarpflegesalon C. Wicht Herne, VInckestraße 5. Im Hause Kümpel. Fritz Spies Säcehaus Segeltuch-Zelte, Autoverdecke, Markisenanlagen, Polsterartikel eit Baumstr. 12 (trüher Geömann) Fernsprech-Sammel Nr. 51751 agen. Otto Tückhof Herne, Bahnhofstraße 74. Miele Staubsauger RA 58-bis 130.Günstige Ratenzahlungen gegen mäßige Zuschläge. Lieferung durch die Fachgeschafte MielewerkeA. C. Gütersloh Westf. Bequeme Zahlungsweise erleichtert Ihnen den Einkauf. Neumann, v. A-geyat-Sit.1 Hunststopferei Maria Firley. Fianz-Seldte Str. 25(ür Neustr.) führt Kunststopfarbeiten gut und äußerst billig aus. Alle Herren-Hüle reinigen, modernisieren, weiter oder enger machen nur 1,50 Mt. Annahmestelle: Färberei und chemische Reinigungsanstalt: Anzug chemisch reinigen... 4,— Anzug färben 5.50 Paletot chemisch reinigen... 4.— Damenmäntel chem. reinig. 3—3,50 Kleider chem. reinigen.. 2,50—3,50 Stärtewäsche wie neu: Kragen 0.12 Oberhemd 0,50 Hohlsaum= und Plisseearbeiten gut, schnell und billig! Abholen und Zustellen der Sachen kostenlos un großer Gusaht Otto Tückhof Herne, Bahnhofstraße 74. Achtung Hausbesitzer! Großer Posten weißglasierte Hüchenspülsteine mit kleinen Schönheitsfehlern billig abzugeben, solange der Vorrat reicht. Walter Buhn. Zentralheizung und saniläte Anlagen. Bahnhofstr. 5b. Kut 52475. Fabrikniederlagen: Herne: E. Husemann, v. d. Heydtstr. 25; GlückaufDrog. W. Jansen, a. d. eg. Kirche; Klische, Drog. z. Kreuz, Buhnhofstr. 56, Fil. Bahnhofstr. 145; Fach=Drog. W. Kottsieper, Bahnhofstr. 82a; Droa. E. Eckey, Behrensstr. 6; Stern=Drog. W. Lante, Werderstr. 46=50: G J. Dickehage, Bahnhofstr. 9c und Sodingen: Mont=Cenis-Str. 293.— Holthausen: Heinr. Bernighaus, Castroper Str. 328.— Horsthausen: Drog. E. Stiepelmann, Ludwigstraße 22.— Todingen: Drog. Fuhrmann, Mont=Cents=Str. 252; Med.=Drog. Rüther, Mont=Cenis=Str. 313. 5% billiger! (mit Ausnahme der Volksempfänger) Große Auswahl und kostenlose Vorführung bei Julius Berke Bahnhofstraße 77. Eigene Reparaturwerkstatt Firma August Braun Friseurgeschäft Herne-Sodingen, Nont-Cenis-Strasse 309 (Trühere Amtssparkasse). Fernruf 51494. Zweigstelle Sodingen des ers Annahme vorl Abonnements. Anzeigen und Drucksachen. in sehr großer Auswahl vorrätig. Niedrige Preise. Buchhandlung Koethers& Röttsches Hermann=Göring=Straße 8, neben dem Postamt Hauptschriftleiter: Dr. Leo Reiners, Herne, z. Zt. beurl. Stellv. d. Hauptschriftl. Jos Möller, Herne. Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolikik und Lokales Dr, Leo Reiners, Herne, z. Zt. beurlaubt; Stellvertreter für Kommunalpolitik und Lokales Josef Möller, Herne; für Unkerhaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möller, Herne; für Anzeigen: Hubert Beyer, Herne. Bildverantwortliche: Ressorkleiter. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, H.-Göring-Skr. 8) nicht an ihre einzelnen Mitglieder## richten. D. A. V. 38 über 3500.— Druck und Verlag Koethers& Röttsches, Herne. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig.— Mengenstaffel E. Mit gewohnler Pünktlichkeit erhalten Sie auch in der Sommerfrische den Ihnen unentbehrlichen Herner Anzeiger! Also rechtzeitig Kreuzband-Nachlieferung in unserer Geschäftsstelle beantragen! Geringe Gebühr; wöchentlich mit Porto nur Rm. 1.—. uf Al##nnkENANSANNN Mühlensiepen PPiz Herne, Bahnhofstraße 52, Tel. 51296. Recklinghausen, Markt 10, Tel. 3405. Recklinghausen-Süd, Bochumer Str. 128.