Erscheint täglich mit Ausnahne der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis baldmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gedurch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzettungsgebüdr, dierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Nr. 162(Erstes Blatt) Auf vollen Touren Das Entwicklungstempo deutscher Produktion.— Noch zwei Erwerbslose auf 1000 Einwohner.— Mangel an Arbeitskräften. Der von Monat zu Monat durch die Anforderungen oder sich steigernden Produktion sich verschärfende Mangel an Arbeitskräften bringt es mit sich, daß heute bereits auf solche Volksgenossen zurückgegriffen wird, die als nicht mehr voll einsatzfähig gelten. Auch Ungelernte werden nach entsprechender Ausbildung in steigendem Mlaße an Plätze gestellt, für die bisher Fachkräfte vorgesehen waren. Schließlich ist ein immer stärkeres Umsichgreifen der Frauenarbeit festzustellen, da in Ermangelung von männlichen Kräften Frauen von den Betrieben eingestellt werden. Aber auch dieser Einsatz hat natürlich eine Grenze. Ein anschauliches Beispiel bietet hierfür Mitteldeutschland. Außer den Arbeitslosen des eigenen Bezirks mußten in erheblichem Aufange auch Kräfte aus anderen Landesarbeitsamtsbezirken in Mitteldeutschland eingesetzt werden. Trotzdem war es bei weitem nicht möglich, alle freien Stellen mit Arbeitskräften zu besetzen. Für die unverminderte Aufnahmefähigkeit der Betriebe zeugt die Tatsache, daß beispielsweise die chemische Industrie eines kleinen Arbeitsamtes noch 1100 Männer und 300 Frauen hätte aufnehmen können, wenn nur geeignete Kräfte verfügbar gewesen wären. Auch das Metallgewerbe trat mit besonders starkem Kräftebedarf hervor. Neben männlichen Fachund Hilfskräften wurden in beachtlicher Zahl Frauen gesucht. Im Baugewerbe brachte die Weiterführung der zahlreichen— und teilweise umfangreichen— Bauten ebenfalls große Anforderungen von Fach= und Hilfsarbeitern mit sich. Die Kräfte konnten nur zum Teil gestellt werden. Auf den Baustellen der Reichsautobahn fehlten ebenfalls Kräfte in größerer Zahl. Durch die Bautätigkeit wurde wiederum der Arbeitseinsatz in der Industrie der Steine und Erden bestimmt. Hier hat sich besonders der Mangel an Steinbrucharbeitern verschärft, weil Rie rechtzeitige Bereitstellung der angeforderten Baumaterialien stärksten Kräfteeinsatz erforderte. In den Ziegeleien wurde weiterhin unter vollster Ausnutzung der Produktionsanlagen gearbeitet. Besonders aufnahmefähig für weibliche Kräfte waren die Elektro=Porzellanfabriken. Immer dringender gestaltete sich die Nachfrage nach Kräften im Bergbau. Die Lösung der dem Braunkohlenbergbau gestellten Aufgaben wird durch den Mangel an Kräften erschwert. Dem Kalibergbau fehlten Förder= und Hauerleute in großer Zahl, und dem Kupfer. und Erzbergbau bereitete die Beschaffung der notwendigen Ueber= und Untertagearbeiter Schwierigkeiten. In der Landwirtschaft wurden Kräfte vor allem zur Einbringung der Heuernte und zum Hacken der Rüben und Kartoffeln benötigt. Obgleich wiederum ausländische Wanderarbeiter in größerer Zahl eintrafen, hielt der Mangel an Kräften an. In der Forstwirtschaft wurde der Holzeinschlag zum Teil sogar verstärkt fortgeführt, während in den vorangegangenen Jahren um diese Zeit Kräfte für andere Arbeiten, vor allem natürlich für die Landwirtschaft, frei wurden. Zum Soldaten berufen Reichsarbeitsführer Hierl feiert sein 45jähriges Militärjubiläum. Berlin, 13. Juli. Am 14. Juli jährt sich zum 45. Male der Tag. an dem der Reichsarbeitsführer Reichsleiter Konstantin Hierl seine militärische Laufbahn begann. Im Alter von 18 Jahren trat Konstantin Hierl am 14. Juli 1893 in das 11. Bayrische Insanterie=Regiment „von der Tann“ ein. Nachdem Hierl am 1. November 1893 zum Unteroffizier u. am 4. März 1895 zum Secondeleutnant befördert worden war, wurde er für die Zeit von 1899 bis 1902 zur Kriegsakademie kommandiert. Danach folgte ein zweijährige Tätigkeit im Bayrischen Heneralstab und in den Jahren 1907109 eine Kommanierung zum Preußischen Generalstab. 1903 wurde Hierl um Oberleutnant im Generalstab befördert. Von 1909 dis 1911 war Hierl Kompagniechef im 17. Bayrischen Infanterie=Regiment und im Jahre 1911 Lehrer an der Kriegsakademie. Bei Kriegsausbruch war Hierl als Major Generalstabsoffizier beim Armeeoberkommando 6 „Kronprinz Ruporecht von Bayern“, 1915 Generalstabsoffizier bei der 10. Bayrischen Infanterie=Division, 1917 beim 1. Bayrischen Reservekorps. 1917 Chef des General= stabes beim 1. Bayrischen Reservekorps und im Jahre 1918 1. Generalstabsoffizier bei der 19. Armee. Nach Kriegsende gelingt es ihm, als Freikorpsführer des „Detachements Hierl“ die Stadt Augsburg zu erobern und von den Roten restlos zu säubern. 1922 wurde Hierl zum Oberst befördert. Bis zum 30. September 1924 war Hierl im Reichswehrministerium tätig. Nach seinem Ausscheiden aus der Reichswehr wandte er sich vollkommen der politischen Arbeit und der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeitervartei zu. Dieser militärische Werdegang umschließt das Leben eines Mannes, der sich frühzeitig zum Soldaten berufen fühlte, der immer Soldat war und bis heute geblieben ist. Aus seiner soldatischen Grundhaltung heraus schuf er den Reichsarbeitsdienst. dessen Angehörige in steter Einsatzbereitschaft ihren Dienst für den Führer und für das deutsche Volk tun. Außenminister Beck in Riga Riga, 13. Juli. Der polnische Außenminister Beck traf mit einem Sonderflugzeug in den frühen Nachmittags stunden des Mittwoch in Riga ein. Zu seinem Empfang war der lettische Außenminister Munters mit zahlreichen Beamten des Außenministeriums sowie die Herren der polnischen Gesandtschaft mit dem polnischen Gesandten erschienen. Auf dem Kownoer Flugplatz hatte die Maschine von 11.55 Uhr bis 12.25 Uhr Aufenthalt. Außenminister Beck wurde von dem Generalsekretär des litanischen Außen ministeriums Urbsos. der den zur Zeit in Urlaub befind lichen Außenminister vertritt, begrüßt. Ferner waren der polnische Gesandte in Kowno mit dem Perional der Gesandtschaft sowie mehrere Pressevertreter auf dem Flugplatz erschienen. Nach einem kleinen Imbiß im Flugplatz Restaurant startete das Flugzeug nach Riga. Kreisanzeiger für den Stadttreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Hermann=Göring=Straße 8. neven der Hauptpost. Donnerstag, den 12. Juli 1938 Anzeigenpreise: z mm Maumhöbe 6 Pf., im Textteil 25 Pf., Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf.; Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Sifser= und Auskunftsgebühr 25 Pf.; Fernsorocder: Sammel=Nummer 62541„ Drabtanschrift: Anzeiger Horue. 34. Jahrgang Geheimrat Emil Kirdorf gestorben Pionier des deutschen Bergbaus, Wirtschaftsführer und einer der ersten Mitkämpfer Adolf Hitlers Beileidstelegramm des Führers Essen, 13. Juli. Geheimrat Emil kirdorf, der Nestor des deutschen Bergbaues, ist in der Nacht zum Mittwoch auf seinem Gut Streithof bei Mülheim a. d. Ruhr im 92. Lebensjahr gestorben. Reiches. Höchste Ehrungen, wie sie kaum je einem Wirtschaftsführer geworden sind, wurden Kirdorf zuteil. Rudolf Heß. Dr. Goebbels und Dr. Schacht zählten zu den Gratulanten im Streithof. Der 91. Geburtstag und das Goldene Bergbaujubiläum gaben erneute Gelegenheit zur Verdeutlichung einer Verehrung und Wertschätzung in allen Teilen des deutschen Volkes. die dem Senior des deutschen Bergbaus, dem getreuen Eckart der deutschen Wirtschaft, dem Patrioten mit dem heißen Herzen und dem Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Partei galt. Sein großes und reiches Lebenswerk galt Deutschlands wirtschaftlichem und nationalem Aufstieg. Wie oft hat er in kritischen und schweren Zeiten seine warnende Stimme erhoben, wie oft auch sagte er temperamentvoll seine Meinung, wenn allzuviel Unverständnis und mangelnde Haltung ihm entgegentraten. So wie er vor dem Kriege das Fehlen einheitlicher und überschauender Führung im kaiserlichen Deutschland beklagte und wie er im Kriege 1917 sich weigerte, Mitglied des Beirates des Reichskommissars für die Uebergangswirtschaft zu werden. weil er im Gegensatz zur unbestimmt=weichlichen Politik der damaligen Reichsleitung die straffste Zusammenfassung und den letzten Kräfteeinsatz gegenüber dem feindlichen Vernichtungswillen forderte, so mahnte er auch nach dem Kriege immer wieder zur Umkehr. Fast unheimlich scharf sah er lange vor dem Kriege das Verhängnis des deutschen Volkes voraus Der unglückliche Verlauf und Ausgang des Weltringens gaben ihm leider allzurecht. Damals. 1920. verzweifelte er an seinem Volke:„Jch habe den Glauben an das Volk verloren, dem ich angehöre. Seine Haltung bei und nach der Entlassung Bismarcks, die Duldung einer unfähigen kaiserlichen Regierung und landesverräterische Schwäche und Würdelosigkeit vor. während und nach dem Kriege. schließlich die Gefolgschaft sogar denjenigen gegenüber, welche das Paterland verrieten und der Willkür der Feinde wehrlos preisgaben, geben mir die traurige Ueberzeugung, daß es eines Bismarcks nicht wert war.“ Am Abend seines Lebens hat Kirdorf wieder an sein deutsches Volk glauben gelernt. Adolf Hitler lehrte ihn diesen Glauben, und der greise Wirtschaftsführer trat mit der ganzen Kraft seines noch immer jugendlich glühenden Herzens für Idee und Werk des Führers ein. So kamen seine große Lebenserfahrung und sein überragendes Können der jungen Bewegung zugute. Die große Wende, die der Nationalsozialismus anbahnte. war ihm vor dem Ende seines arbeitsvollen Daseins Glück und Anlaß zu freudigem. tätigem Mitschaffen. Schon in jungen Jahren wurde Emil Kirdorf durch den großen Friedrich Grillo zu verantwortungsvoller wirtschaftlicher Führung berufen. Als ihm die kaufmännische Leitung der Bergbau=A.=G.„Holland“ in Wattenscheid übertragen wurde, war Kirdorf kaum 24 Jahre alt. Als jüngster von drei Söhnen des Webereibesitzers Martin Kirdorf am 8. April 1847 in dem rheinischen Städtchen Mettmann geboren, verband Kirdorf damit. nachdem er im elterlichen Geschäft und in verGeheimrat Emil Kirdorf 1 (Aufnahme: Kurt Ksinsik) X Nach einem kampf= und arbeitsreichen Leben, einem wirtschaftlichen Pioniertum ohnegleichen, war das Ende Emil Kirdorfs schmerzlos und sanft. Der„Alte vom Streithof“ ist nicht mehr. Er, der nach Bismarcks Abgang so viele Jahrzehnte hindurch mit Schmerz und Gram die deutsche Entwicklung verfolgt hatte und in eherner Konsequenz, aber auch in klarer Vorausschau des Kommenden seinen Weg gegangen war, konnte am Ende seine Augen ruhig schließen. Ein neues Groß=Deutschland. das Reich der Einigung und Kraft. ist geworden aus dem Werk des Führers, zu dem der große Wirtschaftsführer mit der ihm eigenen Gabe der klaren Schau und aus der Fülle seiner liebenden Sorge für Deutschland schon früh den Weg gefunden hat. Adolf Hitler hat Kirdorf sein Einstehen für den Nationalsozialismus in entscheidenden Stunden so manches Mal in Treuen gedankt. Der 90. Geburtstag am 8. April 1937 gab diesem Danke in ganz besonderem Maße Ausdruck. Damals überbrachte der Führer persönlich den Adlerschild des Deutschen Der Führer und Reichskanzler hat an Frau Ki#dorf. Mülheim=Ruhr=Speldorf, folgendes Beileidstelsgramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, der Sie und die Ihren betroffen hat, bitte ich Sie, die Versicherung meiner herzlichen Anteilnahme entgegenzunehmen. Die Verdienste, die sich der Verstorbene um die deutsche Wirtschaft und die Wiederauferstehung unseres Volkes erworben hat, werden mir unvergessen bleiben. Adolf Hitler.“ Reichsminister Funk an Frau Kirdorf Berlin, 13. Juli. Reichswirtschaftsminister Funk sandte an Frau Kirdorf folgendes Beileidstelegramm: Soeben erhalte ich die Trauerkunde, daß Emil Kirdorf in die Ewigkeit eingegangen ist. Mit Ihnen stehe ich tieferschüttert an der Bahre dieses hervorragenden Menschen und Wirtschaftsführers, dessen Tod nicht nur die gesamte deutsche Wirtschaft, sondern auch das ganze nationalsozialistische Deutschland auf das tiefste bedauert. Emil Kirdorf war nicht nur der erfolgreiche Vorkämpfer für die nationale Wirtschaftskraft, sondern auch der Wegbereiterunseres Führers Adolf Hitler in der deutschen Wirtschaft. In der Geschichte des deutschen Bergbaues wird der Name Emil Kirdorf für alle Zeiten als leuchtendes Vorbild verzeichnet werden. In aufrichtiger Anteilnahme Walter Funk. schiedenen anderen kaumännischen Stellungen tätig war, nach dem Tode des Vaters. nach dem Konkurs der väterlichen Firma und dem Verlust der Mutter. sein Schicksal mit dem Ruhrbergbau. Schon ein Jahr später. im Jahre 1872, lenkte er die Aufmerksamkeit führender Männer der deutschen Wirtschaft auf sich. Man trug ihm die kaufmännische Leitung der Gelsenkirchener Bergwerks=A.=G. an, jenes Bergbauunternehmens, das unter Führung Erillos und Adolf von Hansemanns gegründet worden war und dem die erste Stellung im Ruhrbergbau zugedacht war. Erfolgreich führte Kirdorf das Unternehmen durch eine 15jährige schwere Wirtschaftskrise hindurch, und aus kleinen Anfängen heraus machte er es zur bedeutendsten Montangesellschaft Eurovas. die nach dem Kriege und dem Versailler Diktat mit seinen die Ruhrwirtschaft schwer erschütternden Auswirkungen berufen war. der Mittelpunkt der wirtschaftlichen Wiederaufbau= und Zusammenschlußbestrebungen zu werden. die in der Schaffung der mächtigen Organisation der Vereinigten Stahlwerke ihre Krönung fanden. Als Kirdorf im Jahre 1926 von der Führung zurücktrat, hatte er 53 Jahre lang der Gelsenkirchener Gesellschaft und fast 55 Jahre lang dem Ruhrbergbau in leitender Stellung gedient. Zum Schicksal für den Ruhrbergbau aber wurde es, daß Kirdorfs wirtschaftlicher Klarblick weit über die ihm durch sein Amt gesteckten Grenzen hinausging und wie der keines anderen Mannes die Ursachen der krisenhaften Zustände in der Kohlenwirtschaft und die Wege zur Gesundung erkannte. Wenn er die Berggerechtsame der Die Bloßstellung der Lügenfabrikanten Starker Widerhall der deutschen Enthüllungen über die Hetzmeldung des„News Chronicle“, 7. Das deutsche Dementi " schlug wie eine Bombe ein Frechheiten des Pariser„Peuple“ Berlin, 13. Juli. Das scharfe deutsche Dementi zu der ungeheuerlichen und grotesken Behauptung von„News Chroniele“, wonam ein hochstehender deutscher Offizier vor Führern der Partei einen Vortrag über angebliche Ziele Deutschlands in Spanien gehalten habe, hat im Auslande wie eine Bombe eingeschlagen. Die zwingende und klare Darstellung der Herkunft dieser Lügenmeldung, die zuerst vom Moskauer Sender in die Welt gesetzt worden war, von dort ihren Weg zu dem mit sowjetrussischem Geld reichlich ausgestatteten„Oeuvre“ machte, das aber schon so diskreditiert ist, daß das Blatt selbst in den deutschseindlichen Auslandskreisen nicht mehr ganz ernst genommen werden kann und deshalb im englischen „News Chroniele“ in großer Aufmachung erneut lanciert wurde, hat auch dem„News Chroniele“ die Sprache verschlagen. In diesen Kreisen hatte man augenscheinlich nicht erwartet, daß es gelingen würde, so schnell und überzeugend die Hintergründe dieser Veröffentlichung aufzudecken und damit einen neuen Störungsversuch der Moskauer Bolschewisten im Keime zu ersticken. Es handelt sich sichtlich um einen schon vor längerer Zeit zielbewußt vorbereiteten Plan, ven Bolschewisten in Spanien zu Hilfe zu kommen, die Einigung im Nichteinmischungsausschuß, der auch Sowjetrußland wohl oder übel seine Zustimmung geben mußte, zu hintertreiben und auf allen nur möglichen Wegen der Spanienpolitik Chamberlains Schwierigkeiten zu bereiten. Dafür liefert„News Chronicle" selbst den besten Beweis. Das Blatt weiß heute gegen die deutsche Darstellung der hochinteressanten Zusammenhänge über das Entstehen dieser Lügenmeldung sachlich nichts entgegenzusetzen, denn niemand wird eine von diesem Blatt veröffentlichte Aeußerung des englischen Oppositionsliberalen Roberts ernst nehmen, indem dieser, sich verlegen windend, sagt, das Dokument über den angeblichen Vortrag„habe alle Anzeichen der Echtheit an sich“. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, daß„News Chronicle“ davon zu berichten weiß, daß eine große Anzahl von Oppositionsabgeordneten dieser Enthüllungen wegen Anfragen im Unterhaus stellen wollen, das heißt also, man hat bereits vor Taaen eine Unterhausdebatte vorbereitet, um an Hand einer aus Moskau stammenden Lüge über die englische Opposition der Spanienpolitik Chamberlains und dem Zustandekommen einer Einigung in der Freiwilligenfrage jede nur mögliche Schwierigkeit zu bereiten. Deutlicher kann man die eigene Taktik nicht verraten! Eine geradezu klassische Frechheit leistet sich in diesem Zusammenhang das französische Gewerkschaftsblatt „LePeuple“, dem natürlich die deutschen Enthüllungen über die Herkunft dieser vergifteten Zeilen aus Moskau sehr wenig bequem sind.„Le Peuple“ schreibt einfach, es sei ganz gleichgültig, ob die Unterlagen für die Veröffentlichung im„News Chroniele“ echt oder gesälscht seien, es sei ganz gleichgültig, ob der betreffende deutsche Offizier derartige Aeußerungen getan habe oder nicht, — ihre Bedeutung bleibe die gleiche!—, womit das Blatt zu erkennen gibt, daß jetzt den Bolschewisten und Marxisten jedes Mittel und jede auch noch so grobe Lüge recht ist, um den Roten in Spanien einen Rettungsanker zuzuwerfen. Den Vogel aber schießt in der Pariser Presse heute die„Epoque“ ab, deren Außenpolitiker mit der harmlosesten Miene erklärt.„man wolle die Echtheit dieses Dokumentes nicht garantieren“, das er dann seinen Lesern vorsetzt und es als völlig echt behandelt, um schließlich seine Schlußfolgerungen daraus zu ziehen. Kein Wunder, daß die marxistisch=bolschewistischen Elemente, die dem Wink von Moskau als gut bezahlte Hörige der Sowjetrussen so folgsam entsprochen hatten, jetzt nichts mehr zu sagen wissen. Aeußerst wirksam wird die deutsche Darstellung von französischer Seite durch eine Veröffentlichung des„Journal des Debats“ bestätigt, in der der französischen Regierung gesagt wird, sie möge es sich zur Pflicht machen, in der korrekten Haltung der Nichteinmischungsfrage mit gutem Beispiel voranzugehen. In diesem Zusammenhang weist das Blatt auf Auslassungen des früheren VolksfrontMinisterpräsidenten Leon Blum im„Populaire“ hin. in der der sozialdemokratische Parteichef sich bereits anschickt, eine Sabotage des in London angenommenen Planes vorzubereiten und offen erklärt, daß man die erste beste Gelegenheit zur Wiederöffnung der Pyrenäengrenze zugunsten der Roten ausnutzen müsse. Auch das Ziel der Kommunisten sei offensichtlich, es sei einzig und allein die Einführung des bolschewistischen Regimes in Spanien Wie sehr man mit allen Mitteln in diesem Augenblick versucht, das Abkommen über die Nichteinmischung und die Zurückziehung der Freiwilligen zu hintertreiben, zeigen die Berichte von zwei Franzosen aus Rotspanien, die erzählen, daß den dort kämpfenden Ausländern unter Vorwänden die Ausweispapiere entzogen würden. Dafür erhielten sie neue Ausweise, die auf geläufige spanische Namen lauteten und die spanische Nationalität des Inhabers bezeugten. In derselben Absicht, die ausländischen Freiwilligen vor dem Inkrafttreten des Planes als Spanier zu maskieren, seien auch die Ausländerbrigaden aufgelöst und ihre Mitglieder mit funkelnagelneuen spanischen Namen in rotspanische Regimenter eingegliedert worden. Nur zwei Brigaden von Ausländern sollten zur Fälschung einer etwaigen Kontroll= kommission beibehalten werden. Gerade auch diese interessante Mitteilung beweist, welch ungeheure Angst die Roten vor einem Inkrafttreten des Beschlusses des Nichteinmischungsausschusses haben, der— wie Herr Blum ganz offen zugibt— jetzt mit allen Mitteln durchkreuzt werden muß Und im Augenblick, da das Ziel der Bolschewisierung Spaniens durch die Annahme des Planes über die Zurückziehung der Freiwilligen und der Schließung der spanischen Grenzen am stärksten gefährdet ist, war die Hilfe am notwendigsten. Das ist der Sinn der Veröffentlichung im„News Chronicle“, deren Ursprünge in Moskau zu suchen sind, was ja auch der Moskauer Sender nur zu deutlich verrät. Während Herr Blum offen eine Sabotage des in London vorgenommenen Planes vorbereitet, will man mit einer wohl vorbereiteten Aktion aus dem Wege einer Presseveröffentlichung eine Unterhausdebatte inszenieren, in der der Spanienpolitik Chamberlains durch angebliche finstere Ziele Deutschlands ein schwerer Schlag versetzt werden soll. Glied auf Glied reiht sich folgerichtig in dieser Kette der deutschen Beweisführung. Es wird diesmal den dunklen Elementen, die die Befriedung Europas und eine Lösung der spanischen Frage zu hintertreiben versuchen, unmöglich sein, nur ein einziges Glied aus dieser Kette herauszureißen. Notizen Die Internatiss##le Handwerksausstellung Berlin 1938 brachte als Schlußveranstaltung am Mittwoch die feierliche Verleihung von 82 Staats= und Ehrenpreisen. von 781 Ausstellungs= medaillen und der vom Reichsorganisationsleiter Dr. Ley gestifteten 36 Goldenen Medaillen.“ Von den Staats= und Ehrenpreisen erhielten Deutschland 13, Ungarn 7 und Italien, Polen, Rumänien und Schweden je vier. Die Goldene Medaille des Reichsorganisationsleiters wurde an deutsche Vertreter zehnmal verliehen. Von den 781 Ausstellungsmedaillen erhielt Deutschland allein 175 Medaillen. * Wie aus Beirut verlautet, hat die Genser Kommission für den Sandschar am Dienstag Syrien verlassen, um sich über Palästina nach Kairo und von dort nach Europa zu begeben. Im englischen Unterhaus wurde am Dienstag das Gesetz über das englisch=türkische Abkommen in dritter Lesung angenommen, und zwar ohne Abstimmung. Das Gesetz geht jetzt an das Oberhaus. Gelsenkirchener Gesellschaft immer mehr ausdehnte, so geschah das nicht, um Herr einer möglichst großen Aktiengesellschaft zu werden. sondern weil ihm von Anfang an die Notwendigkeit einer Konsolidierung des unheilvoll zersplitterten Grubenfelderbesitzes im Ruhrgebiet vorschwebte. Unermüdlich strebte er dem Ziel zu. und am 16. Februar 1893 vollendete sich mit der Gründung des Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikats unter seiner Führung das Werk, das er sich zur Lebensaufgabe gesetzt hatte. 32 Jahre lana, bis zum 21. April 1925. führte Kirdorf mit beispiellosem Erfolg die für die deutsche Wirtschaft so bedeutsame und in der Welt einzig dastehende Institution des Ruhrbergbaues. Als Ehrenpräsident des Kohlensyndikats. der Vereinigten Stahlwerke und der Gelsenkirchener Bergwerks=A.=G. blieb Geheimrat Kirdorf auch nach seinem Ausscheiden eng mit dem deutschen Bergbau verbunden. der in ihm auch über den Tod hinaus seinen Führer verehrt. Um seine Bahre werden sich auch die Bergmänner der von ihm groß gemachten Zechen scharen. Kirdorf war kein Arbeiterseind. So wie er selbst aus kleinen Verhältnissen hervorgegangen war und sich emvorgearbeitet hatte. so sah er in jedem gesund und redlich vorwärtsstrebenden Arbeiter den Volksgenossen und Kameraden im vatriarchalischen Sinne. Seine alten Kumpels und engeren Mitarbeiter wissen davon manches zu sagen. Der marxistisch=jüdischen Führung der deutschen Arbeiterschaft aber stand er unerbittlich ablehnend und kampfentschlossen gegenüber, weil er die sozialdemokratische Agitation an den Fundamenten des nationalen Wohlstandes und der deutschen Wirtschaft, der er mit allen Kräften diente. nagen sab. Aus dem Zusammenbruch des Krieges rettete er. nachdem seine bitteren Befürchtungen sich bestätigt hatten, gemeinsam mit Hugo Stinnes. was zu retten war und gab durch den Zusammenschluß von Gelsenberg mit den Stinnes=Unternehmungen die neue. tragfeste Grundlage, auf der sich die heutige Organisation der deutschen Eisen= und Kohlenwirtschaft aufrichten konnte. Und er hatte die Genugtuung, daß dieses sein Werk nicht nur hielt, und mächitg in die neue Zeit hineinragte, sondern daß aus dem Werk Adolf Hitlers, dem er sich als Bundesgenosse in der deutschen Wirtschaft verschrieben hatte, daß aus dem Geist nationalsozialistischer Wirtschaftsgesinnung die große Kameradschaft aller Schaffenden in diesen Betrieben erwuchs und zusammenführte, was ehedem getrennt war. Trauerfeier in Gelsenkirchen Samstag 11.30 Uhr auf„Rheinelbe“ Essen, 13. Juli. Die Trauerseier für Geheimrat Kirdorf findet am Samstag, dem 16. Juli. um 11.30 Uhr auf der Zeche„Rheinelbe“ der Gelsenkirchener Bergwerks=A.=G. in Gelsenkirchen statt. Im Sinne des Verstorbenen ist es, daß er von der Stätte aus seine letzte Fahrt antritt, an der er mehr als fünf Jahrzehn te seines arbeitsreichen Lebens schaffte und von der aus er das große Werk des Zusammenschlusses des Ruhrbergbaues zu der machtvollen und volkswirtschaftlich so bedeutsamen Organisation des Rheinisch=Westsälischen Kohlensyndikats begann. Auf dem Streithof wie auch bei der Gelsenkirchener Bergwerks=A.=G. und dem Rheinisch=Westsälischen Kohlensyndikat, deren Ehrenpräsident der Verstorbene bis zu seinem Tode war, sind bereits zahllose Beileide kundgebungen aus dem ganzen Reich und aus aller Welt zum Ableben des großen deutschen Wirtschaftsführers eingelaufen. des Spa- Generals Stalins Blutterror In den Sowjetgesängnissen schmachten über eine Million Stalingegner Die Foltermethoden Moskaus China=Plane Liuschkow vor der Auslandspresse Tokio, 13. Juli.(Ostasiendienst des DRB.) Der kürzlich nach Mandschukuo entflohene und jetzt in Tokio befindliche GPU.=Kommissar Ljuschkow schilderte bei einer Aussprache mit den Auslandskorrespondenten im Totioter Sanno=Hotel die Zustände im Stalin=Rußland. Ljuschkow ist seit der bolschewistischen Revolution in der Sowjetunion tätig gewesen und hat als Mitglied der Untersuchungsbehörden in zahlreichen Mordprozessen der letzten Jahre gegen die Stalin=Opposition mitgewirkt. Mithin stellt er einen Kronzeugen dar für die entsetzlichen Zustände in der Sowjetunion und das Terrorregime Stalins. Auf die Frage der Auslandskorrespondenten erklärte Ljuschkow, daß über eine Million Menschen augenblicklich in den Sowjetgefängnissen sätzen; mehrere Millionen seien verhaftet. Da die Gesängnisse überfüllt seien, habe Stalin besondere Lager für die Todeskandidaten eingerichtet. In dem Gebiet westlich des Urals gebe es 30 solcher Lager und in Sibirien 5 Lager. Mehr als 10 000 hohe Regierungsbeamte, Offiziere und Angehörige der Roten Armee seien Stalins Blutterror bereits zum Opfer gefallen. Die stalinfeindliche Bewegung habe bereits weite Kreise der Bevölkerung und der Roten Armee erfaßt; denn Stalins Terror richte sich gegen alle wirklichen oder vermeintlichen Gegner, insbesondere aber gegen die alten Revolutionäre und Anhänger der ursprünglichen Lenin=Doktrin. Ljuschkow schilderte dann die sogenannten Schauprozesse, die in Wirklichkeit Terror= und Mordprozesse genannt werden müßten. Niemand sei vor plötzlicher Verhaftung sicher, selbst nicht die nächste Umgebung Stalins. Der gewesene GPU.=Kommissar erwähnte die Aufdeckung eines terroristischen Hauptquartiers in Leningrad im Jahre 1935 und die angebliche Bewegung zur Ermordung Stalins sowie den Fall Trotzki=Sinowsew vom Jahre 1936. Ljuschkow behauptete, daß diese sogen. Fälle von der Umgebung Stalins erfunden worden seien, um die Gegner Stalins zu beseitigen und gegen Beamte vorzugehen, denen Unfähigkeit bei der Unterdrückung der Anti=Stalin=Bewegung vorgeworfen wurde. Er selbst sei an der Untersuchung von zwei Fällen beteiligt gewesen, nämlich des Falles Trotzki und des Falles Sinowjew=Kameneff. Es sei unwahr, daß Sinowjew und Kameneff Spionage getrieben hätten oder daß die Trotzkisten Beziehungen zu Deutschland unterhalten hätten. Unwahr sei auch, daß Sinowjew und Kameneff mit der Opposition mit Bucharin in Verbindung gestanden hätten. Besonders den Fall Kirow habe Stalin zum Anlaß genommen, um zahlreiche Gegner zu beseitigen. Aus eigener Erfahrung schilderte Ljuschkow die furchtbaren Foltermethoden in den GPU.=Gefängnissen, die dazu dienen sollten, Aussagen zu erpressen oder Widerrufe niederzuschlagen. Ueber die Art der Foltern äußerte sich Ljuschkow nicht, aber sie seien wirkungsvoll genug gewesen, um jeden Widerstand zu brechen. Auf eine Frage, warum die nach Liuschkows Schilderung so große Anti=Stalin=Bewegung nicht aktiv werde erklärte Ljuschkow, daß die ermordeten Anti=Stalinister unfähige Politiker gewesen seien, die Stalin nur in engstem Kreise kritisiert hätten. Ständig seien sie überwacht worden und ihr Leben wie auch das ihrer Angehörigen sei dauernd bedroht gewesen. Diese Umstände hätten zu ihrem furchtbaren Schicksal und zu der Ermordung Tausender geführt. Heute herrsche in der Sowjetunion der absolute Terror Stalins, der sich mit willfährigen, schwächlichen und charakterlosen Personen umgeben habe. Ueber die mögliche Weiterentwicklung in Sowjetrußland wollte Liuschkow sich nicht außern. Zum Schluß wiederholte Ljuschkow seine Angaben, daß an der Mandschurei=Grenze starke sowjetrussische Truppenmassen konzentriert würden, die meist in kleineren Abteilungen untergebracht seien, um dadurch Verschwörungen zu verhindern. Die Hauptzufuhren kämen aus der Baikalgegend, doch seien sie häufig unterbrochen. In seiner Außenpolitik, so erklärte Ljuschkow weiter, sei Stalin ein Abenteurer. der mit den Mitteln arbeite, eine Bedrohung Sowjetrußlands durch Japan vorzuspielen. Stalin unterstütze Tschiangkaischek und habe geheim mit Sun Fo verhandelt. Sein Ziel sei, den China= Konflikt in die Länge zu ziehen und Japan zu schwächen. Stalin habe keineswegs Sympathien für China, er benutze es nur als Werkzeug gegen Japan. Die wahrg Absicht Stalins sei, ein durch lange Kämpfe geschwächten China zu bolschewisieren. Großoffensive an der Straße Teruel—Sagunt Sarrion gefallen 7 Großeinsatz von Menschen und Material Bilbao. 13. Juli. An der Teruelfront begann am Mittwoch die seit langem vorbereitete Großossensive unter Einsatz von gewaltigen Truppenmassen und Material. In einem mit ungeheurem Elan durchgeführten Ansturm durchbrachen die nationalen Truppenverbände die gegnerischen Stellungen im Abschnitt Puebla Valverde. Im unaushaltsamen Vormarsch besetzten sie den wichtigen Ort Sarrion an der Straße Teruel— Sagunt. Der Zusammenbruch der seindlichen Stellungen ist völlig gelungen. Nach den bisher vorliegenden Meldungen scheint die Operation von außerordentlicher Bedeutung zu sein. Chamberlain zu Francos Antwort „Es ist britischen Schiffen verboten. Wassen nach Spanien zu verfrachten.“ London, 13. Juli. Ministerpräsident Chamberlain gab am Mittwochnachmittag im Unterhaus bekannt, daß es sich aus verschiedenen Gründen als unmöglich erwiesen Paris, 13. Juli. Das„Journal“ beschäftigt sich heute in einem Bericht aus Barcelona mit dem Anblick, den diese einst so reiche und schöne Stadt unter der bolschewistischen Blutherrschaft heute bietet, Zahlreiche Straßen, la heißt es u. a., seien durch Bombenschutzbauten völlig zerstört. Das Straßenpflaster bestehe nur noch aus einer Masse tiefer Löcher, denn unter dem Gewicht der zahllosen riesigen Lastkraftwagen werde die Straßendecke zermalmt. Ueberall seien die Steinbänke herausgerissen und zu anderen Zwecken verwandt worden. Schmutz und Unordnung herrschten in Barcelona. Aus den Eingängen zur Untergrundbahn steige eine grauenhafte, ekelerregende Pestwolke auf. Die Hunderte und Tausende von Menschen, die ihre Nächte in den Untergrundbahnhöfen verbrächten, hätten die Bahnsteige in einen regelrechten Abort verwandelt. Ganz gleich verhalte es sich mit den verschiedenen Schutzräumlichkeiten. Tausende zögen es heute schon vor. sich der Gefahr der Bomben auszusetzen, als auch nur einen Schritt in diese stinkenden Krankheitsherde zu tun Infolge der Wassereinschränkung und des fast volligen Mangels an Seife strotze die ganze Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes vor Schmutz. Zahllose Frauen hätten sich, von der Not gezwungen der Prostitution ergeben, und die Beschäftigung der Männer bestehe in einer förmlichen Jagd nach Zigarettenstummeln. Nur die aus Valencia gekommenen sowjetpanischen Schergen seien zufrieden. Sie hätten luxuriöse habe, einen internationalen Ausschuß zur Untersuchung der Bombenabwürfe in Spanien zustande zu bringen. Die britische Regierung beabsichtige daher. sobald wie möglich eine aus zwei britischen Staatsangehörigen bestehende Kommission zu dem beabsichtigten Zweck nach Spanien zu entsenden. Zu den Verhandlungen mit Franco nach der Rückkehr Sir Robert Hodasons nach London erklärte Chamberlain, Franco bleibe dabei, daß die Angriffe auf britische Schiffe nicht planmäßig erfolgt seien. Es sei britischen Schiffen, so fuhr Chamberlain fort, gesetzlich verboten, Waffen nach spanischen Häfen zu verfrachten. Die englische Regierung könne die Versenkung britischer Handelsschiffe nicht als rechtmäßig erfolgt ansehen. Allerdings müßten Schiffe in der Kriegszone die mit einem Kriegszustand verbundenen Gefahren auf sich nehmen. Wörtlich erklärte Chamberlain:„Ich habe bereits gesagt, und ich sage es noch einmal, die britische Regierung kann es nicht rechtfertigen, ein solches Verfahren zu empfehlen. Indem sie so jedes militärische Vorgehen ausschließt, ist sie nicht bereit, die Wiederholung von Angriffen einer bestimmten Art hinzunehmen.“ Wohnungen, die man Rechtsstehenden abgenommen habe Diese roten Häuptlinge könnten sich ebenso wie die Polizeiorgane, die die Ordnung nötigenfalls durch Maschinengewehrsalven auf die verhungerte Bevölkerung aufrechterhalten müßten, sattessen und wahre Goldgeschäfte machen. Sie kauften z. B. die kondensierte Milch für eine Peseta und verkaufen sie an die ärmsten Bürger für 25 Peseten; sie kauften Reis für eine halbe Peseta. weiße Bohnen für zwei Peseten und verkaufen sie für 20 bis 40 Peseten, den Zucker, den sie sich für zweieinhalb Peseten beschaffen könnten, schlügen sie für 60 Peseten wieder los. Die Preise für Kaffee steigerten sie von 18 auf 200 und mehr Peseten. Diese„Beamten“ seien für eine Verewigung des Krieges, denn ihnen gehe es besser als je zuvor. Auf sie könne Negrin sich verlassen. Die katalanischen städtischen Angestellten hätten ebenso wie die ärmsten Bürger unter Hunger zu leiden. Der Krieg dauere an und Barcelona sterbe ab. Das Katalonentum verschwinde. Englische Anleihe an China? London, 13. Juli. Wie aus guter Quelle verlautet, prüft die englische Regierung seit einiger Zeit die Frage der Gewährung einer Anleihe an China. Es sind verschiedene Vorschläge gemacht worden, über die man aber noch nicht zu einem Entschluß gekommen ist. Howard Hughes zur vierten Etappe gestartet Moskau, 13 Juli. Mittwochmorgen 1,37 Uhr(Ortszeit) ist der amerikanische Weltflieger zu seiner vierten Etappe von Omsk nach Jakutsk gestartet. In Jakutsk gelandet. Moskau, 13. Juli. Der amerikanische Flieger Hughes ist auf seinem Weltflug am Mittwoch um 10,08 Uhr ME3. in der ostsibirischen Stadt Jakutsk gelandet. Auf dem Flug nach Fairbanks. Neuyork, 13. Juli. Einem Funkspruch der amerikanischen Küstenwache zufolge befand sich das Flugzeug des Amerikaners Howard Hughes um 15 Uhr Ostzeit etwa 900 Meilen von Fairbanks(Alaska) entfernt. Auf dem Neuyorker Flugplatz Floyd Bennet=Field werden bereits umfassende Vorkehrungen für den Empfang des Fliegers nach vollendetem Weltumflug getroffen. Der Flug rund um die Erde. Der fliegende amerikanische Film=Millionär Howard Hughes hat aus dem bisherigen Flug bereits alle Rekorde seines Landsmannes Wiley Post geschlagen. Unsere Karte zeigt den Weg. den das Flugzeug rund um die Erde macht. (Scherl-Bilderdienst-M) Anhalten der Zwischenfälle in Palästina Jerusalem, 13. Juli. In Haifa sind am Dienstag mehrere Brände, hervorgerufen von Unruhestiftern, ausgebrochen. Freischärler, die eine Barrikade aus Steinen errichten wollten, hatten mit Matrosen ein Gefecht, über das Einzelheiten bisher noch fehlen. Im Norden Palästinas laufen ungezählte Gerüchte aller möglichen Art um, die fortgesetzt Unruhe und eine ernste Situation schaffen. Elendsregime in Barcelona Grauenhafte Zustände 7 Ein Bericht des„Journal“ über das Ergebnis bolschewistischer Herrschaft S terne Roman einer seltsamen Ehe von Evering Eschhues des Glückes Prometheus-Verlag Dr. Eichacker. Oröbenzell bei München Copyright by 19. Fortsetzung. „Ist es also wahr. Elsbeth! Du liebst mich immer noch?“ Ein Erstaunen sprang in ihre Züge. Sie verstand den Mann nicht, der an ihrer Seite saß. Was wollte or? Er war ein fremder! Aber jener. dessen Namen sie eben über den Sender hörte.— mein Gott!— dieses wunderbare, himmlische Glück... ihr Mann.. ihr Peter!“ Ihre Augen strahlten. Das Herz schlug bis an den Hals hinan. Das Blut brauste in den Adern. Er..! Er In diesem Augenblick fühlte sie, wie stark sie ihm verbunden war, wie alles andere Trugbild und trügerisches Gewebe wurde. „Elsbeth... Liebste!“ ging wieder schmachtend die Stimme des anderen, der an ihrer Seite saß. Sie saßen allein in der kleinen Gaststube. Eben war der Wirt mit einem Boten in die Küche gegangen. Eine Sendung duftender Südfrüchte war angekommen, die man jetzt in einem hohen Spankorb ins Haus trug. Im Lautsprecher des Rundfunks donnerte das Gemurmel und Geraune, das immer in großen Sälen in den Pausen zu hören ist. Zwischendurch schickte der Sender sein Zeichen, ein melodisches Glockenschlagen, das eine Terz durchmaß. „Kleines Dummerchen. du!" Des Mannes Stimme bebte vor Leidenschaft. Elsbeth hörte es nicht. Die Gegenwart des anderen war ganz ausgelöscht. Ihre Gedanken waren in das seltsame Geschehen eingespannt. das sich wie ein Wunder erfüllen wollte. War Peter in diesem Augenblick nicht ganz nah? Fühlte sie nicht seinen guten, lieben Blie?. Die Welt der Wirklichkeit versank Ein kleine Weile verharrte Elsbeth regungslos. Dann löste sich ein Ruf. ein heißer, trunkener Laut aus ihrer Kehle: „Du... Lieber..!“ Das brach ungewollt an den Tag und war wie ein Gruß an den fernen Geliebten, der doch so nah war „Elsbeth...!“ schluckte Werner Felden mühsam und in leidenschaftlicher Spannung. Er hatte den plötzlichen Ruf der Frau als ein Geständnis für sich gedeutet. Ein flackerndes Licht brannte in seinen Augen. Der Wirt volterte noch immer in der Küche. Da sprang Felden auf. riß Elsbeth in seine Arme und küßte ste. Ein maßloses Entsetzen wurde in Elsbeth wach. Sie fand schnell den Weg in diese grausame Wirklichkeit zurück. Was wollte dieser Mann hier? Wie konnte er es wagen sie zu küssen? Dieser Fremde! Mit der leidenschaftlich verzerrten Fratze!— Mein Gott, was war geschehen? „Na...“ sagte Felden.„na...!“ Er begriff das alles nicht. Er sab die abwehrende Haltung Elsbeths. und eine plötzliche Ernüchterung krallte sich in ihm fest. Er zog seine Livpen zu einem schmalen Svalt. Hatte sie ihm nicht selbst ein Liebeswort zugeflüstert? Und nun? Elsbeths Kopf lag jetzt auf der Tischkante. Die Arme waren vor die Stirn gelegt. als wollten sie ein grausames Unheil abhalten. Felden hörte ein leises Weinen. Da wich er betreten zurück. Er fand sich nicht zurecht. Der Sender hatte aufgehört das Pausenzeichen zu läuten. Ein hartes Klovsen war zu hören. Das Rumoren im Konzertsaale brach ab. Ein Ansager meldete den Beginn des angekündigten Konzertstückes von Peter Wartenberg. Beim Nennen des Namens riß Elsbety ihren Kopf boch und richtete ihre tränennassen Augen auf den Lautsprecher. Auch Felden hatte jetzt die Ansage gehört. Plötzlich begriff er. Peter Wartenberg das war doch Elsbeths Mann! Er fühlte auf einmal deutlich und stark, daß ihn das Schicksal zwang. eine lächerliche Rolle zu spielen. Er mochte das was sich hier abwickelte, das groteske Sviel eines Zufalls nennen. er kam sich erbärmlich und ausgeprügelt vor. Er richtete sich wieder ganz auf und schaute mit starren Augen auf das kleine Schallfeld des Lautsorechers. Ein Fluchwort brach aus seinem Innern an den Tag. versing sich aber im Gebege seiner Zähne. Der Klang einer Geige siel dann in den Raum. Klar und rein. Aber doch flach und gebannt. Er erblühte nicht innig. Man hörte ihn ohne Anteilnahme. Er schmang wie in einem luftleeren Raum Das war wohl die Tonreihe der Wartenbergschen Komposition„Die Heimat“. aber es war nicht eine vistonäre Schau der heimatlichen Erde. Das. was Wartenbergs Kuns ausmachte, das Schwingen in der wahrhaftigen Sphäre einer unendlichen Veredelung, das fehlte. Ein guter technischer Könner spielte die Geige. Auch die Zuhörerschaft in der Buten=Over schien das stark zu empfinden. Wartenbergs Sviel zündete nicht. Eine Unruhe entstand. Der Lautsprecher übertrug sie getreulich Mein Gott! Was geschah eigentlich? Elsbeths Augen waren in angstvoller Spannung auf das Rundfunkgerät gerichtet. Was Peter aus seiner Geige lockte, war wesenlos. schattenhaft. Wo war seine gewaltige künstlerische Sprache, die doch sonst immer letzter Steigerung fähig war? Auf einmal stockte die Sendung. Eine Sekunde später aber hörte man schon den Sprecher: „Wir beenden die Uebertragung aus der Buten=Over in Amsterdamm. Ein bedauerlicher Vorfall veranlaßte es. daß Peter Wartenberg seine Komposition nicht zu Ende svielen konnte. Der Künstler brach mitten im Spiel ab und erklärte, daß er aus besonderen Gründen nicht in der Lage sei. das Konzert durchzuspielen. Die Angelegenheit. die der Konzert= und Sendeleitung äußerst veinlich ist, wird noch ihre Aufklärung finden.“ Ein heißes Erschrecken spülte in Elsbeth auf. Was bedeutete das? Was war geschehen? Ihr Herz schlug und pochte wie ein Hammer. Werner Felden hutte sein seelisches Gleichgewicht wiedergefunden. Ja. er empfand den Vorfall, der in Elsbeth eine brennende Not und Sorge schuf. als einen gerechten Ausgleich für die eben erlittene Niederlage. Er trat auf Elsbeth zu und sagte mit einem spöttischen Zwinkern in den Augenwinkeln: „Künstler sind sonderbare Figuren auf dem Theater des Lebens. Es tut mir leid für dich... aber— wir waren eben Zeuge einer knüppeldicken Blamage! Nach einem solchen Vorfall wird Herr Wartenberg wohl seine Kunst an den Haken hängen können!" Elsbeth schaute auf. So unbarmherzig und gemein konnte also Werner Felden werden! In diesem Augenblick riß er sich selbst die Maske von seinem Gesicht. Die Gesetze der selbstverständlichen Rücksichtnahme und des einfachsten menschlichen Denkens trat er mit Füßen. So also sah es um ihn aus, dem sie das Glück ihrer Ehe Dann wandte sie sich plötzlich um und rannte ohne Unterlaß, bis sie in ihr Hotel kam. Sie fiel auf ihr Bett, grub ihren Kopf in die Kissen und weinte. Abgrundtief und hemmungslos. Siebzehntes Kavitel. „Alles ist in Stücke zerbrochen! Wie wertloses Glas Alles ist vertan! Ich habe nicht die Kraft mehr, mich aufzurichten. Furchtbar war das gestern abend! Alles in mir ist tot und leer!" In seiner innersten Not griff Peter Wartenberg#### Hände Carlas und drückte sie an seine heißen, brennenden Schläfen. Carla Groethus schwieg. Was hätte sie auch sagen sollen? Das. was sich gestern in der Buten=Over ereignet hatte, war der künstlerische Tod Wartenbergs. Carla gab sich darüber keiner Täuschung hin. Worte wären hier Lüge gewesen. Unendlich behutsam bettete sie den Kopf des Mannes. der an seinem Schicksal zerbrach, in ihre Hände.— Carla hatte schon die Pressestimmen über das Konzert gelesen. Die Kritik war sich darüber klar, daß Wartenberg eine große Enttäuschung gewesen sei. Man ging hart mit dem Künstler ins Gericht. und Carla mußte zugeben. es war ein gerechtes Urteil das Wartenberg traf. Was wußte die Oeffentlichkeit von den menschlichen Hintergründen, die den Künstler zermalmten und ihm den Stempel der Bedeutungslosigkeit aufvreßzten! „Wozu das alles noch?“ fing Wartenberg wieder an. Da endlich sah Carla die Zeit für gekommen. ein Wort zu sagen. „Wozu?“ Er hörte ihre leise, tröstende Stimme.„Diese Frage darf man niemals stellen. Man soll die Stimmen der Verzweiflung überwinden. Ich weiß. das ist oft ein billiger Rat. Dieses„Wozu?“ schleppt man mit in seinen Schlaf hinein. Es steht drohend auf, wenn man den neuen Tag anfängt Es wird von Tag zu Tag größer. Wie eine Lawine ist das. Dieses„Wozu?“. Alles Denken und Handeln kreist um dies kleine. schicksalsschwere Wort. opferte. Grausame Erkenntnis. Eine Welle des Hasses brandete plötzlich in Elsbeth auf. Ein rohes. gemeines. schadenfrohes Lächeln schten um seine Mundwinkel zu spielen. Da konnte sie sich nicht mehr halten. Sie rannte auf Felden zu und schlug ihm mit ihrer geballten Faust ins Gesicht Ihre tiefe und warme Stimme verfing sich in seinem rien. Sie sprach ruhig weiter:„Was steht am Ende Grübelne? Ein neuer Zweifel. Neues Bangen...!“ Was aber soll ich tun?" Ihre Stimme wurde jetzt fester und bestimmter „Ein ganzer Mann sein!„Mut haben!" (Fortsetzung folgt.) Nr. 162(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Donnerstag, den 14. Juli 1938 Pflichterfüllung bis zum letzten Von Albert Padberg, Leiter des Jachamtes„Bergbau“ in der D2J. NSG. Zum zweiten Male ergeht in diesen Tagen an den deutschen Bergbau der Ruf, sich restlos am Leistungskampf der deutschen Betriebe zu beteiligen und somit geschlossen der Volksgemeinschaft zu beweisei, daß die Bergbauwirtschaft die Aufforderung des Führers, in selbstverantwortlicher Weise die Sozialpolitik ihrer Betriebe voranzutreiben, verstanden hat. Der hinter uns liegende Leistungskampf hat für den Bergbau bereits erfreuliche Erfolge gezeigt. Zwei bergbauliche Betriebe, der Kalischacht Bleichrode und das Braunkohlenbergwerk Liblar, wurden als Musterbetriebe ausgezeichnet und erhielten so durch den Führer die verdiente Anerkennung für ihre jahre lange vorbildliche Arbeit in der Vertiefung der Betriebsgemeinschaft und in dem sorgenvollen Bemühen um das Wohl der Gefolgschaft. Gleichzeitig wurden 27 Betriebe aller Bergbauarten, u. a. auch Groß=Schachtanlagen des Steinkohlenbergbaues, von den Gauleitern das Gaudiplom für hervorragende Leistungen verliehen. Diese Betriebe haben ebenfalls einen hohen Stand hinsichtlich der im Leistungskampf gestellten Bedingungen er#eicht, und wir sind gewiß, daß sie im kommenden eistungskampf noch stärker als bisher an der Errin gung des gesteckten Zieles arbeiten werden, so daß der zweite Leistungskampf ein erhebliches Anwachsen der Musterbetriebe im gesamten deutschen Bergbau mit sich bringen wird. Wir sind davon überzeugt, daß die Betriebe, die bisher trotz Beteiligung am Leistungskampf eine Auszeichnung nicht erhalten konnten, auch in diesem Jahr sich freudig wieder an dem freiwilligen Wettbewerb beteiligen werden, um die Anerkennung zu erringen, die nach objektiver Prüfung den Tüchtigsten zugebilligt wird. Gleichzeitig darf aber erwartet werden, daß auch diejenigen Betriebe, die aus irgendwelchen Gründen manchmal sogar bei tatsächlich vorbildlicher Arbeit auf den in Frage kommenden Gebieten, sich bisher am Leistungskampf nicht beteiligten, im kommenden Wettkampf nicht abseits stehen werden. Der deutsche Bergbau, Gefolgschaftsführer und Gefolgschaftsmann, arbeitet mit Entschlossenheit und Tat kraft an der praktischen Durchführung des Vierjahresplanes. Die gleiche Einsatzfreudigkeit und dasselbe Bemühen werden auch die Einstellung des deutschen Bergbaues zum kommenden Leistungskampf der deut schen Betriebe kennzeichnen. Wir haben vollstes Verständnis dafike, daß die Anforderungen, die die heutige Zeit auf allen Gebieten, vor allen Dingen aber in wirtschaftlicher Hinsicht, an die Betriebe stellt, riesengroß sind. Es ist deshalb nicht immer möglich, alle Aufgaben gleich mit dem Erfolg zu lösen, den man sich selbst wünscht. Eine Reihe von Betrieben hat deshalb erst einmal versucht, ein Leistungsabzeichen der verschiedenen Fachgebiete zu erringen, insbesondere auf dem Gebiet der Berufserziehung, einem Gebiet, auf dem der Bergbau besonders vorbildliche Arbeit geleistet hat. Es freut uns. feststellen zu können, daß das Verantwortungsbewußtsein der Männer des deutschen Bergbaues hinsichtlich der Sicherung eines ausreichenden und fachlich gut vorgebildeten Nachwuchses sehr groß ist. Gegenüber der früheren Zeit ist Erstaunliches geleistet worden. Das gesteckte Ziel ist aber noch nicht erreicht, so daß auch in Zukunft die Bemühungen auf diesem Gebiet, wie auch in der Sorge um die Volksgesundheit, die vorbildliche Gestaltung der Heimstätten und Wohnungen sowie der Förderung von„Kraft durch Freude" noch verstärkt werden müssen. Bei der großen Beanspruchung des Bergmannes in seiner Berufsarbeit sind mehr als in anderen Berufen Maßnahmen erforderlich, um die Gesundheit der Gefoloschaft dauernd zu sichern und durch zweckmäßige und billige Wohnungen ein glückliches Familienleben und einc erfolgreiche Erholung von der schweren Berufsarbeit zu gewährleisten und dabei zusätzlich durch Einrichtung auf dem Gebiete„Kraft durch Freude" für Ausspannung zu sorgen. Von besonderer Bedeutung sind außerdem noch alle Arbeiten auf dem Gebiet„Schönheit der Arbeit". Es sei in diesem Zusammenhang auf die Gestaltung neuer Waschkauenanlagen nach dem Prinzip schwarzweiß mit zusätzlicher Höhensonnenanlage hingewiesen. In der Vergangenheit hat sich der Bergbau gerade auch in schweren Zeiten immer wieder durch besondere Erfolge ausgezeichnet. Dieser Geist der Pflichterfüllung bis zum letzten, der allen im Bergbau Schaffenden zu eigen ist, wird auch bei der Durchführung des Leistungskampfes wieder zu erkennen sein. Es kann daher für unsere Bergbaubetriebe nur eine Parole geben: Jeder Betrieb melde sich zum Leistungskampf mit dem eisernen Willen, nationalsozialistischer Musterbetrieb zu werden oder aber zumindest auf irgendeinem Fachgebiet ein Leistungsabzeichen zu erringen. Leistungskampf eine politische Aufgabe Von Fachamtsleiter Dr. Klose. NSG. Der beispiellose Erfolg im harten Lebenskampf unseres Volkes kann immer nur dadurch erklärt werden, daß alle Ziele und Maßnahmen wurzeln in der artgemäßen Grundhaltung unseres Volkes: Im Nationalsozialismus! Der Leistungskampf der deutschen Betriebe setzt diese aufbauenden Kräfte auf dem Gebiete der Arbeit an, um über den seelisch befreiten, zufriedenen und glücklichen deutschen Arbeiter den höchsten Leistungseffekt für den Betrieb und damit für das Volk zu erzielen. So vielgestaltig die Betriebe und ihre Arbeiten sind, so vielseitig sind auch die Wege zum Ziele dieses wahrhaft deutschen Kampfes. Die Beurteilungsgrundsätze des Leistungskampfes geben die Richtung an, nach welcher der Betrieb entwickelt werden muß. Reihenfolge und Methodik bleiben den Betriebsführern überlassen, je nachdem die eine oder die andere Aufgabe als vordringlich erscheint. Bedeutet der Leistungskampf für die Betriebe nicht nur die Lösung einer wirtschaftlichen, sondern in der Hauptsache auch einer politischen Aufaabe, so wird letztere auf Grund der Mission, die die Zeit des Führers z. B. der Industrie der Steine und Erden stellt, besonders hervorstechend Die Errichtung der herrlichen Bauwerke als Aus druck höchsten deutschen Kulturwillens und als Zeu gen und Mahnmale unseres Führers an die kom menden Geschlechter kann nur allein unserer Gene ration vorbehalten sein. Der Auftrag des Führers an die Industrie der Steine und Erden als Baustoff industrie verpflichtet die Betriebe auf allen Gebieten des Arbeitslebens zur höchsten Leistung, welche ein zig und allein im Kampf um den Preis„National sozialistischer Musterbetrieb" erzielt werden kann. Die Mechanisierung ist selbst da, wo sie technisch jetzt schon möglich ist, so wenig durchgeführt daß die menschliche Arbeitskraft den höchsten Anteil an der Produktion trägt, d. h. die Industrie der Steine und Erden und die Baustoffindustrie besonders, ist lohnintensiv. Infolge des notwendigen schnellen Arbeitstempos und der empfindlichen Arbeitskraftverknappung werden die Arbeitskameraden und die Betriebseinrichtungen stark überlastet, was zu einem Raubbau an der Arbeitskraft und zur Unfallsteigerung führen muß. Die Sorge um die Gesundheit durch konsequent durchgeführte Arbeitsschutzmaßnahmen(Staub= und Hitzebekämpfung) wird immer die vordringlichste Aufgabe einer verantwortungsbewußten Betriebsführung bleiben. Die Einstellung des Betriebsführers zur Nachwuchsfrage wird bei der Beurteilung besonders ins Gewicht fallen. Es bleibt uns unverständlich, daß trotz der ungeheuren Nachwuchssorgen, z. B. von der Naturwerksteinindustrie, der Ziegelindustrie und der Glasindustrie, bisher keine allgemein umfassenden Maßnahmen durchgeführt wurden, um nach den Richtlinien der Deutschen Arbeitsfront systematisch beruflich zu erziehen und zu fördern. Auch das Heimstätten= und Wohnungsproblem wurde nicht mit dem Nachdruck angefaßt, wie man es von einer Industrie, die Baustoffe selbst erzeugt, erwarten müßte. Die Stein= und Erdebetriebe sind meist rohstoffgebunden, d. h. sie können ihren Standort nicht frei bestimmen. Der Arbeitskamerad findet nicht die zahlreichen Unterkunftsmöglichkeiten, wie sie dem Arbeitskameraden städtischer Industrien geboten werden. Deshalb muß die Forderung nach Schaffung gesunder Betriebswohnungen verstärkt erhoben werden. Die Arbeit in den von uns betreuen Betrieben ist hart und schwer. Hinzu kommt noch die als Erbe einer überwundenen Zeit vorgefundene Vernachlässigung der Betriebsanlagen und=einrichtungen. Es bedarf hierfür eines langen und zähen Kampfes, um menschenwürdige, leistungsgemäße Arbeitsplätze zu schaffen. Die Anstrengung des Betriebes auf dem Gebiet des Sports, des Urlaubs und der kulturellen Arbeiten wird ebenfalls ein wichtiger Punkt sein bei der Beurteilung im Leistungskampf der Stein= und Erdebetriebe. Reisezeit— Brauchen wir Paß und visum? Paßzwang in aller Welt.— Ein aufschlußreicher Ueberblick. Ueber die Paßvorschriften in den verschiedenen Ländern weiß die Oeffentlichkeit im allgemeinen wenig Bescheid. Es ist daher zu begrüßen, wenn eine Tabelle der Internationalen Handelskammer einen aufschlußreichen Ueberblick bietet, der gerade jetzt in der Reisezeit wertvoll ist. Diesen interessanten Ueberblick über den Stand der fremdenpolizeilichen Bestimmungen für Pässe, Visa und Passierscheine saßt das Reichsorgan„Der Fremdenverkehr“ in einer Betrachtung zusammen, in der einleitend darauf hingewiesen wird, daß die Tabelle der Internationalen Handelskammer mehr als 4000 Einzelfragen über 64 Länder des Erdballes beantwortet.„Sie wirkt,“— so heißt es in dem erwähnten Blatt—„wie ein Kreuzworträtsel, dessen viele tausend Felder mit bunten Zeichen bedruckt sind. Aber die Orientierung ist leicht und einfach, und wer Lust dazu hat, mag daraus stundenlang politische und Kulturgeschichte lesen. Der schwarze Punkt, der auf der Tafel das Einreiseverbot bedeutet, kommt nur zweimal vor: Equador läßt nicht Chinesen und Aegypten nicht Sowjetrussen in das Land. Man muß aber erklärend hinzufügen, daß es sich hier in der Hauptsache um Touristen handelt, die Einreiseverbote für Auswanderer und Arbeitnehmer sind dagegen recht häufig. Im übrigen wird das Bild zu vier Fünfteln von den roten Zeichen für gleichzeitigen Paß= und Visumzwang beherrscht, die Visumfreiheit ist viel seltener, und das Zeichen, das den Ersatz des Passes durch Personalausweis oder Passierschein andeutet, gilt nur für wenige befreundete Länder untereinander. Die gastfreiesten Länder im Sinne der Paßvorschriften sind die Schweiz. Liechtenstein und Danzig. Bei ihnen herrscht die Befreiung von Visum vor. Danzig verlangt ein Visum nur von Australiern. Bulgaren, Kanadiern, Kolumbiern. Nicaraguanern, Spaniern und Ungarn, dagegen nicht von den üblichen 57 Ländern. und die Polen kommen auf Passierschein. Während aber im allgemeinen hinsichtlich der Paßbestimmungen Gegenseitigkeit unter den Ländern herrscht, können die Danziger keineswegs gleich visumfrei in die anderen Länder einreisen. Das kennzeichnet sinnfällig die politische Entstehung des Freistaates als Kind der Friedensverträge. Das Deutsche Reich gewährt Visumfreiheit den Australiern, Kanadiern. Dänen, Danzigern, Irländern, Estländern, Finnländern, den Einwohnern von Honduras, den Ungarn, Indern, Isländern, Italienern, Japanern, Letten, Liechtensteinern, Luxemburgern, Norwegen, Neuseeländern, den Einwohnern von Panama, den Niederländern. Portugiesen Siamesen, Schweden, Schweizern, Tschechen, Südafrikanern Uruguayern und Jugoslawen. Der Deutsche kann m't zwei oder drei Ausnahmen ebenfalls ohne Visum in diese Länder einreisen. Jugoslawien, ein Land, das den Visumzwang ziemlich allgemein durchführt, erläßt ihn nur den Deutschen, Rumänen und Tschechen Dafür können die Jugoslawen visumfrei einreisen nach Deutschland, Danzig und der Tschechoslowakei. Eine Reihe mittel= und südamerikanischer Staaten haben den Visumzwang auf der ganzen Linie. Die Tendenz zur allgemeinen Durchsetzung dieses Zwanges ist unverkennbar. Oasen im Sinne der Visumfreiheit sind vorläufig außer Danzig und Liechtenstein die nordischen Staaten. Belgien und Holland, und teilweise die ausgeprägten Reiseländer Italien, Frankreich und die Schweiz. Tagun der Musikinstrumentenmacher Berlin, 12. Juli. Im Rahmen der Reichstagung. die das Musikinstrumentenmacher=Handwerk vom 8. bis 12. Juli in Berlin abhielt, fand am Sonntagvormittag eine Gesamttagung der 13 Fachgruppen des Reichsinnungsverbandes statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Ausführungen des Leiters des Amtes Feierabend der NSG. „Kraft durch Freude", Nowottny, und des Musikreferenten der Reichsjugendführung, Stumme. Nowottny ging davon aus, daß die frühere Zeit das gute und wertvolle Dilettantentum in der Musik vollständig aufgelöst habe, und daß es heute eine der wichtigsten Aufgaben der Feierabendgestaltung sei, die Volksmusik wieder zur Geltung zu bringen. Anschließend gab der Musikreferent der RSF., Stumme, einen Ueberblick über die musikalische Erziehungsarbeit der Hitlerjugend, wobei er feststellte, daß die Musikerziehung Aufgabe des Staates und der Partei geworden sei. Mit der Errichtung des Kulturamts der R3F. habe die Musikerziehung der Hitlerjugend begonnen. Eine große Reihe von Schulungslagern sei eingerichtet worden, so daß heute bereits ein starker Mangel an Instrumental=Lehrkräften in Erscheinung trete, besonders an Lehrkräften für Blasinstrumente. In den Musikschulen, von denen bisher in Deutschland drei eingerichtet seien, erhielten die Jungen und Mädel von ihrem achten Lebensjahre an Unterricht. Den Abschluß der Tagung bildete die Bekanntgabe des Jahresberichtes durch Reichsinnungsmeister Herzberg. * „Hofmusiker" dürfen nicht zur Landplage werden Bei den zuständigen staatlichen Stellen sind wiederholt Klagen über immer häufigeres Auftreten von Wandermusikern, die sowohl einzeln wie auch in Gruppen ihre Musik darbieten, vorgetragen worden. Zum Teil wird die Tätigkeit(so heißt es in der Stellungnahme der maßgebenden Behörden), die diese Wandermusiker ausüben, nicht mit Unrecht als Landplage bezeichnet. Wie der Präsident der Reichsmusikkammer mitteilt, ist daher an die betreffenden Behörden das Ersuchen ergangen, bei der Erteilung von Wandergewerbescheinen für Wandermusiker die Bedürfnisfrage nach strengsten Grundsätzen zu prüfen. Es muß in jedem Falle vermieden werden, daß die Bevölkerung durch die wandernden Musikanten belästigt wird. Gerade im Hinblick auf das Fehlen von Arbeitskräften besteht kein Anlaß, kräftige und arbeitsfähige Männer als Wandermusiker durch das Land ziehen zu lassen. Sommertreffen der Jungmädel Wie in jedem Jahr, so werden auch in diesem Jahr die großen Sommertreffen der Jungmädel stattfinden. Die Jungmädel werden ringweise zusammentreffen um im Wettkampf sich beim Sport, beim Singen und beim Stegreifspiel zu messen. Dann werden sie einen Nachmittag, sofern das Wetter günstig ist, draußen auf Sportplätzen oder auf Wiesen verbringen und einen Nachmittag Jungmädelsein gestalten. Zunächst werden sie ihre Lieder singen und neue Lieder lernen, und eine Gruppe wird der anderen zeigen, was für Lieder sie kann und welche Gruppe die meisten Lieder singen kann. Und wenn sie sich richtig eingesungen haben, dann machen unsere Jungmädel Stegreifspiele und Märchenspiele. Schon jetzt sind die Vorbereitungen schon lange getroffen, und jede Gruppe will in ihrem Ring das beste und schönste Märchenspiel gestalten. Die Kostüme sind möglichst bunt und auffallend, und die Jungmädel leben sich in ihre Rolle ein, als wenn sie nichts anderes mehr täten, als den Bauern, oder den Hans mit der goldenen Gans, oder die Prinzessin auf der Erbse zu spielen. Dann aber ist es genug mit dem Stillsitzen und dem Ruhigsein, dann wird der Sport zu seinem Recht kommen. Im einfachen Spiel innerhalb der Gruppen und im Wettspiel gegen die anderen Gruppen werden sie versuchen, die Ehre ihrer Truppe zu retten und zu vertreten. Es ware sicherlich für die Eltern eine Freude, aber eine noch weit größere für die Jungmädel selbst, wenn sie sich die Zeit nehmen würden, an diesem Nachmittag zugegen zu sein. Die IM.=Treffen sind in Castrop und Rauxel am Donnerstag, dem 14. Juli, um 16 Uhr, auf der Kampfbahn, und auf dem Volkspark in Ickern; in Herne ebenfalls um 16 Uhr: im Gysenberg, auf der Liegewiese im Stadtgarten, auf dem Stadion und im Volkspark in Sodingen. * Elternabend bei den Jungmädeln Im Rahmen der Jungmädel=Woche finden folgende Elternabende statt: Sonnerstag, den 14. Juli, 20 Uhr im Casino Teutoburgia IM-Gruppen 23 24 259. Donnerstag, den 14. Juli, 20 Uhr in der Westfalenschänke 3M-Gruppe 12 259. Freitag, den 15. Juli, 20 Uhr im Casino Friedrichseck I3M-Gruppen 18 19 259. Es wird immer wieder Menschen geben die sagen werden, daß nun allmählich genug Elternabende von der nationalsozialistischen Jugend im allgemeinen und von den Pimpfen u. Jungmädeln im besonderen durch geführt worden wären. Doch das hindert unsere Jungmädel nicht, immer und immer wieder ihre Eltern an einem besonderen Abend zu sich zu bitten, um ihnen zeigen zu können: So sind wir, so leben wir. So fassen wir den Ernst des Lebens auf; so ist unser Frohsinn. Viele Väter und Mütter, die so recht mit ihren Kindern leben und teilhaben an ihren Nöten und Sorgen, nicht nur im Elternhause allein, sondern auch teilhaben an den Nöten und Sorgen in ihrem Dienst, die werden ermessen können, welche neue und unerschöpfliche Quelle der Freude und des Arbeitseifers der Elternabend für ihre Mädel bedeutet. Jedes hat irgend etwas zu besorgen; jedes hat einen Auftrag, und jedes weiß, das es benötigt wird, und das wird es zu einer Zusammengehörigkeit führen, wie sie in dem Bund sein muß. Und vor allen Dingen wissen sie ja, daß sie an dem Abend kein Theater spielen wollen; wie es viele Außenstehende denken, sondern daß sie zeigen wollen, so sind wir in unserer Gemeinschaft: einfach, klar, sauber und einsatzbereit. Und die Eltern? Wer würde nicht selbst Freude daran haben, wenn sein Mädel so ungezwungen und natürlich im Stegreifspiel den König oder die Prinzessin spielt, von der Fahrt und anderen Erlebnissen spricht, so unbekümmert und ohne Scheu?— Jeder wird seine Freude daran haben, wenn die Väter und Mütter, und mögen sie auch mit noch so geteilten Empfindungen gekommen sein, nach einiger Zeit so ganz selbstverständlich mit in den Kreis des Geschehens gezogen werden, und sich fast kindlich freuen können über einen Scherz. Da verliert sich auch bei ihnen ganz unbewußt die kleine Scheu und Aengstlichkeit oder die große Würde, mit der sie sich umgeben, wenn sie mit ihren Mädeln das erste gemeinsame Lied anstimmen und das erste gemeinsame Lachen sie alle verbindet. Heimat= und Kartenkunde gehören zusammen Kartenlesen soll eine Freude sein. Das Wesen des Reichskartenwerkes der H J. und seine besondere Aufgabe heben es ab von den amtlichen Kartenwerken des Reichsamtes für Landesaufnahme. Dort wird eine Bestandesaufnahme der Oberfläche unseres Reiches mit dem Zweck vorgenommen, dem Wissenschaftler und dem Soldaten einwandfreie und absolut zuverlässige Unterlagen für die Arbeit im Gelände zu geben. Die HJ.=Karten entstehen unter anderen Voraussetzungen und unterscheiden sich danach von den amtlichen Karten in doppelter Weise, denn erstens sind sie für den Einsatz in der Hitler=Jugend zugeschnitten, da alles, was angegeben oder dargestellt wird, dem Pimpfen und dem Jungmädel ohne weiteres verständlich sein muß. Sodann — und jetzt wird die Unterscheidung grundsätzlich— geben sie keine Topographie des Reiches, die anderen Stellen als Arbeitsgrundlage dient, sondern sie verfolgen ganz bestimmte Ziele. Durch das Reichskartenwerk sollden Jungen und Mädeln das Kartenlesen zur Freude gemacht und ihnen die Scheu vor der Signatur genommen werden Die zweite Bedeutung liegt in der Absicht begründet, den Jungen und Mädeln das Verständnis ihrer engeren Heimat und des Reiches in all den vielseitigen Lebensäußerungen des Landes und seiner Bewohner zu verschaffen. Diese Aufgabe ist neuartig. Um sie zu lösen. mußten auch neue Wege gefunden und beschritten werden. Deshalb verband man eine klare und anschauliche Darstellung der landschaftlichen Beschaffenheit mit einem erklärenden Text. der auf der Rückseite die Grundzüge der Landschaften noch einmal hervorhebt, dann aber besonders stark auf die geschichtliche Entwicklung des Gebietes eingeht und in einem letzten Kapitel die gegenwärtige Bedeutung in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Hinsicht für das Deutsche Reich darstellt. Maßgebend für diese enge Verknüpfung von Kartenbild und erklärendem Text, die keine„Erläuterungen“ im gebräuchlichen Sinne abgibt, sind folgende Ueberlegungen: Das Landschaftsbild wurde im Laufe der Zeiten vom Menschen weitgehend umgestaltet. Sein heutiges Gesicht verdankt es also nicht nur den natürlichen Gegebenheiten, der Anordnung von Bergen, der Verteilung der Flüsse. der Bewachsung und so fort, sondern beinahe ebenso sichtbar den Einwirkungen der Arbeit des Menschen. Er hat durch die Anlage seiner Siedlungen, durch die Verbindung dieser Siedlungen untereinander, durch die Flureinteilung und die Art seiner Bewirtschaftung soviel neue Züge in die Landschaft eingegraben, daß ihr Aussehen davon nachdrücklich mitbestimmt wird. Es genügt zum letzten und wirklichen Verständnis all dieser Erscheinungen nun aber nicht, sie auf der Vorderseite im Kartenbild mehr oder weniger deutlich aufzuzeichnen, sondern sie müssen in ihrer Entstehung und ihrer Auswirkung erklärt werden. Diese Aufgabe übernimmt der rückseitige Text. Eine zweite wichtige und wesentliche Erkenntnis wird den Wert dieser textlichen Erweiterung des Kartenbildes noch steigern. Nicht nur der Mensch hat durch sein jahrhundertelanges Schaffen das Landschaftsbild geändert und umgestaltet, also in bestimmter Richtung auf die Landschaft eingewirkt, sondern auch umgekehrt hat die Warum kam Grete so blaß von der See? Weil sie glaubte, ihre zarte Haut vertrüge die Sonne nicht. Hätte sie doch Nivea genommen! Denn Nivea mindert die Gefahr des Sonnenbran= des und fördert die natürliche Bräunung Landschaft den Menschen beeinflußt. Wir sind uns der Grenzen dieser Behauptung bewußt. Hermann der Cherusker flegte, um ein Beispiel herauszugreifen. weil er den Gegnern das Weserbergland als Schlachtfeld aufzwang und sich nicht im ebenen und übersichtlichen Münsterland zum Kampfe stellte— eine landschaftliche Gegebenheit bestimmt das Gesetz des Handelns, entscheidet den Erfolg und kann somit maßgebend werden für die ganze kommende Geschichte. Die Landschaft kann dem Menschen ihre Gesetze vorschreiben und ihn zwingen, in ganz bestimmter Richtung zu handeln. Natürlich braucht dieser Einfluß nicht immer äußerlich sichtbar zu werden — aber als überdeckender Faktor wird er stets vorhanden sein, nicht nur auf wehrmäßigem, sondern auch stark auf wirtschaftlichem und auf kulturellem Gebiete. Diese wechselseitigen Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner Geschichte einerseits und der Landschaft andererseits aufzuzeigen, das ist die Aufgabe der rückseitigen Betextung des Kartenwerkes. Die Fülle des in Betracht kommenden heimatkundlichen Stoffes ist ungeheuer groß. Neben dem Materialsammeln selbst besteht die Schwierigkeit der Aufgabe darin, aus dem oft recht umfangreichen Material eine starke Auslese zu treffen. Alles, was in irgendeiner Weise zur Größe unseres Volkes und zur Kraft und Einheit unseres Reiches beiträgt, wird in den Text ausgenommen. Volk und Reich sind die beiden übergeordneten Begriffe, die den Weg weisen durch die Vielzahl der Einzelerscheinungen, die vielleicht von örtlicher Bedeutung sind, aber häufig in einem geringen Verhältnis zu dem Ziel stehen, das dem Kartenwerk gestellt ist. Die Anordnung des nach diesen Grundsätzen ausgewählten Stoffes erfolgt nicht nach einem starren und verbindlich aufgestellten Schema. Uebersicht und Klarheit sind leitende Gesichtspunkte. Größter Wert wird auf konsequente Durchführung einer einmal gewählten Einteilung gelegt. Der Text selbst soll stark aufgelockert und mit lebendigen und fesselnden Zwischenüberschriften versehen sein— langatmige und pedantische„Ausführungen“ stoßen Jungen und Mädel ab; denn das ist ausschlaggebend: Der Text ist nicht für Erwachsene, sondern für Pimpfe und Jungmädel, die Freude am Schaffen und Verständnis für die Kartenkunde bekommen sollen! Das plastische Bild der Kartenseite und der Text der Rückseite sollen eine Einheit bilden— inhaltlich und in der Form der Darstellung. Klarheit. Uebersichtlichkeit, sachliche Richtigkeit und verständliche textliche Gestaltung sind darum die Richtlinien für die einzelne Kartengestaltung des Reichskartenwerkes der HitlerJugend.—ba. Aus und für Herne NSKOV- Kinterbliebene fahren ins Grüne Am Mittwoch, dem 20. Juli, fahren die Hinter bliebenen der RSKOB=Kameradschaft ins Grüne. Ziel ist die mitten im Walde gelegene Gaststätte „ Walbsrieden“, woselbst unter frohen Darbietungen und sonstigen Unterhaltungsspielen der Tag verbracht werden soll. Wirklich genußreiche Stunden stehen den Teilnehmern bevor. Darum wird gebeten, noch heute die Teilnahme anzumelden, da nur noch eine geringe Anzahl Plätze vorhanden sind. Die Frauen der Kameraden nehmen selbstverständlich an diesem Ausflug zu denselben Bedingungen teil. Meldungen nehmen noch bis zum 14. Juli olle Helferinnen sowie die Abteilungsführer entgegen. Die Geschäftsstelle, Kirchhofstraße 4. benötigt diese Mel dungen spätestens bis zum 15. Juli. *** Gartenkonzert der NSKOV am 30. Juli Schon heute weisen wir auf das am 30. Juli in der Gartenanlage Grünendahl(Wiegmann) stattfindende Gartenkonzert, welches von der Werkscharkapelle der Gewerkschaft Dorn unter Leitung der Musikzugführer W. Umbach und Mücke ausgeführt wird, hin. Vorzugskarten zum Preise von 30 Pf. sind bei allen Amtswaltern sowie in der Geschäftsstelle Kirchhofstraße 4 zu haben. Eintrittspreis an der Kasse 50 Pf. Gautreffen der Jugendgruppenführerinnen NSG. Als Auftakt zur Winterarbeit ist für Ende August ein Jugendgruppenführerinnen- Gautreffen der NS= Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk in Aussicht genommen. Die jungen Menschen, die ihren zumeist gleichaltrigen Kameradinnen Führerin und Beraterin sein sollen, werden in einer Wochenendschulung mit all dem Wissen ausgerüstet, das im Interesse einer gesunden, disziplinierten und starken Jugend auf allen Gebieten fraulicher Ertüchtigung erforderlich ist. Vor allem werden als Führerinnen einsatzbereite, fröhliche Menschen gebraucht. Es werden daher in dieser Schulung nicht nur lehrreiche Vorträge gehört, sondern Gymnastik, Volkstänze und Singen stehen in ebenso großen Lettern auf dem Programm. Führerinnen sollen Frohnaturen sein inmitten einer Schar gleichgesinnter froher Kameradinnen. Ueber ihrem Tun steht der Leitsatz:„Dienst an der Volksgemeinschaft!“ Es gehört Kraft, Mut und Stolz dazu, dieses Wollen in die praktische Tat umzusetzen, daher steht auch als Anerkennung das„Leistungsbuch der Jugendgruppen“ in Aussicht. Die Erwerbung dieser Auszeichnung ist allen Mitgliedern der Jugendgruppen Ansporn, etwas mehr zu leisten, als man gemeinhin unter Durchschnittspflichterfüllung versteht. Achtung, Betriebssportgemeinschaften! Die Ausschreibungsbedingungen für den Sportappell der Betriebe werden an die Betriebe zu 20 Pf. vom Kreissportamt abgegeben. Die Betriebe werden gebeten, die Bedingungen schnellstens für ihre Betriebssportwarte und ewettkampfwarte anzufordern. werden kann, um dadurch die gesamte Marktlage auf den verschiedensten Gevieten günstiger gestalten zu können. Es steht aber außer Frage, daß bei so kur zen Abbruchsterminen eine ordnungsgemäße Aufbereitung des Materials nicht gewährleistet werden kann. da die Unternehmer infolge der ihnen auferlegten Konventionalstrafen darauf bedacht sein müssen, auf Kosten der Materialgewinnung ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Fachuntergruppe Abbruch= und Abwrackbetriebe würde es außerordentlich begrüßen wenn diese Hinweise genügen sollten, um die Auftraggeber zu veranlassen, den Unternehmern tragbare Termine zur Abgabe eines Angebotes sowie zur Durch führung der zu übernehmenden Arbeiten einzuräumen. ** Versuchtes Sittlichkeitsverbrechen Am Sonntag, dem 10. Juli, wurde eine Haus angestellte, als sie gegen 22.15 Uhr die Hotterodstraße in Herne=Holthausen beging, von einem Manne überfallen uno zu Boden geworfen. Er machte den Versuch, ein Sittlichkeitsverbrechen auszuüben. Das Mädchen wehrte sich und schrie um Hilfe, so daß der Mann sein Vorhaben nicht ausführen konnte und flüchtete. Am Tatort ließ er eine blaue Schirmmütze, die in einem Herner Geschäft gekauft ist, zurück. Die Schirmmütze hat die Größe 54 und ist bei der Kriminalpolizei zu besichtigen. Der Mann war mittelgroß und schlank. Personen, welche in der fraglichen Zeit am Tatort oder in der Nähe desselben irgendwelche Beobachtung gemacht haben, die zur Klärung der Tat uno zur Ergreifung des Täters führen können, werden gebeten, dieselben der Kriminalpolizei, Zimmer 209, oder jeder anderen Polizeidienststelle mirzuteilen. Angaben werden auf Wunsch vertraulich behandelt. * Maisanbau erfolgreich. In den letzten Jahren ist der Maisanbau in unserer Stadt beträchtlich gewachsen. Die RSV hat in diesem Frühjahr auch unsere Kleingärtner mit Maissamen versorgt. Ein Besuch in unseren Kleingartenanlagen beweist uns, daß der Maisanbau ein erfolgreicher Versuch geworden ist, so daß man mit einer guten Ernte rechnen kann. * J a h r r a d d i e b s t a h l. In der Nacht zum Mittwoch wurde ein vor der Wirtschaft Köster an der Bahnhofstraße stehendes Herrenfahrrad Marke Berghüser gestohlen. * Von Krämpfen befallen wurde gestern am Spätnachmittag ein Radfahrer an der Ecke Bochumer und Siepenstraße, wodurch es zu einer kleinen Verkehrsstockung kam. Das Personal eines aus Richtung Bochum kommenden Sanitätsautos und Passanten nahmen sich des hilflos am Boden liegenden Mannes an. * Vom Brieftaubensport. Anstelle des für den kommenden Sonntag vorgesehenen Kreisfluges ab Schneidemühl findet ein Silberner=Medaillen=Flug ab Gardelegen statt. Für den darauffolgenden Sonntag ist dann der Kreisflug der Reisevereinigung Herne, Wanne= Eickel und Wattenscheid angesetzt. Der Kreisflug geht ab Stendal und wird diesmal von Wanne=Eickel ausgerichtet. * Der AdJ-Tennisschläger ist da. NSG. Das Sportamt der NS=Gemeinschaft „Kraft durch Freude" weist darauf hin, daß der KdF Tennisschläger in einschlägigen Sportgeschäften zu dem äußerst niedria gehaltenen Preis von 12,50 M. zu haben ist. In den Genuß dieses Vorzugspreises kommen alle Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront und der ihr kovporativ angeschlossenen Verbände sowie die Inhaber von Jahressportkarten. Die praktischen Erfahrungen mit diesem Schläger haben die besten Ergebnisse gezeitigt. Stadt Wanne=Eickel. Ausklang des Schützen- und Volksfestes Trotz Regen viel Betrieb auf dem Schützen- und Kirmesplatz. Der letzte Tag des großen Wanne=Eickeler Schützenund Volksfestes fand seinen Ausklang mit dem Kinderschützenfest. Der Festzug, der sich um 14.30 Uhr auf dem Kaiser=Friedrich=Platz versammelte. konnte noch bei Sonnenschein vonstatten gehen. Das Kinderschützenvaar. Heinrich l. und Hildegard l. wurden in der Festkutsche zum Festzelt geleitet. Jedes Kind führte stolz sein Fähnchen, das ihm auf dem Kaiser=Friedrich=Platz überreicht worden war. Im Festzelt erwarteten die Kleinen mancherlei Ueberraschungen. Nach einem riesigen Kaffeetrinken, wobei bis in die tausend Liter Kaffee und über 6000 Stück Streuselkuchen vertilgt wurden. sah man Jubel und Trubel auf der ganzen Fläche. Auch der Kirmesvlatz bot immer wieder große Anziebungskraft. Der Abend brachte der gesamten Bevöllerung den Kehraus des Schützenfestes. Hierzu hatte man die Preise heruntergesetzt, der Eintrittspreis betrug nur 25 Pfg. Trotz des einsetzenden Regens war auch dieser Abend im Festzelt gut besucht und verschaffte allen Volksgenossen viel Heiterkeit. Der Einbruch in das Bootshaus geklärt An der Grenze zwischen Wanne=Eickel und Herne besitzen der Turnclub Baukau und der Turnclub Wanne ein Bootshaus, in dem vor einiger Zeit ein Einbruch verübt wurde, dessen Schaden etwa 500 Mark betrug. Anhaltspunkte über die Täterschaft lagen nicht vor. Trotzdem ist es der Polizei gelungen, die Diebe festzunehmen. Zwei WanneEickeler Jungen, die in der Thießstraße wohnen und 18 und 19 Jahre alt sind, konnten als Täter dingfest gemacht werden. Mit einem aus dem Bootshaus gestohlenen Paddelboot waren beide auf einer Weltreise begriffen, die sie auf dem Wasserwege schon bis nach Stettin geführt hatte. Dort haben die beiden gleichfalls zwei Bootshäuser erbrochen, wo ihnen u. a. auch ein Außenbordmotor in die Finger gefallen war. Beide wollten gerade in der Ostsee weiterfahren, als sie von dem langen Arm der Polizei erwischt wurden und nun ihrer Bestrafung entgegensehen. Der Traum der Weltreise war natürlich aus. Brände vernichten Rohstoffe! Jeder verbrannte Rohstoff ist für die Volkswirtschaft verloren, auch dann wenn der Schaden von der Versicherung ersetzt wird! SA schützt den Wald! RSG. In dem Einsatz für Schadenverhütung tri die SA auch für die Erhaltung des deutschen Waldes ein. Durch diese Schadenverhütungsaktion soll erreicht werden, daß Millionenwerte deutschen Volksvermögens, die alljährlich durch Unachtsamkeit ververmogens, die alljahrlich durch Unachtsamreit vernichtet werden, künftig erhalten bleiben. In Kurz### vorträgen und in Einzelbelehrungen werden die Spal“ ziergänger im Wald durch SA=Männer auf die Waldbrandgefahr aufmerksam gemacht. Auch werden Handzettel verteilt, in denen die Fußganger aufgefordert werden dazu beizutragen, daß der deutsche Wald als Erholungsstätte und als ein wichtiger volkswirtschaftlicher Faktor geschützt wird und erhalten bleibt. Vom 9. bis 16. August zur Rundfunk=Ausstellung nach Berlin. Wer noch an der fünften Fahrt der RSG.„Kraft durch Freude" zur Rundfunk=Ausstellung nach Berlin teilnehmen möchte, tut gut daran, sich umgehend bei der KdF.=Dienststelle zu melden. Nachdem bereits 4 Fahrten nach Berlin ausverkauft sind, findet die fünfte vom 9. bis 16. August statt. Der Preis für Fahrt und Uebernachtung. Frühstück und Eintritt zur Ausstellung beträgt 27 RM., ohne Uebernachtung und Frühstück beträgt der Preis mit Eintritt zur Ausstellung 14.50 RM. Verkehrsunfall. Am Dienstag, gegen 6.35 Uhr, wurde auf der Dorstener Straße, unweit der Stadtgrenze WanneEickel, Gelsenkirchen-Buer, ein in Richtung Buer fahrenWandern mit„Kraft durch Freude" Plätze sind frei geworden für: 1 F. 59 38 v. 5. 8. bis 15. 8. zum Odenwald, 37,50 M. U F. 60/38 v. 8. 8. bis 23. 8. n. Oberbayern, 57.— M. UF. 63·38 v. 8. 8. bis 20. 8. zur Ostsee, 50.— M. Anmeldungen können gegen sofortige Zahlung auf der Kreisdienststelle„Kraft durch Freude“, Herne, Schulstraße 28, getätigt werden. Das Westsälische Landestheater aus einer breiteren Das Westfälische Landestheater, das bekanntlich in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins geführt wird, hat in den letzten Monaten die Grundlage seiner Mitgliedschaft wesentlich verbreitert. Vor allem sind eine Reihe von Gemeinden und Städten tragende Mitglieder des Vereins geworden, und zwar die Gemeinden Arnsberg, Burgsteinfurt, Berleburg, Bestwig, Borghorst, Castrop, Enger, Geseke, Halver, Ibbenbüren, Lengerich, Lippstadt, Olpe, Olsberg, Paderborn, Plettenberg, Salzkotten, Soest, Stadtlohn, Warstein, Werne a. d. Lippe. Kurator des Vereins ist Herr Landeshauptmann Kolbow, Vorstand des Vereins ist Herr Intendant Dr. Hoß. Die rechtliche Führung obliegt einem Verwaltungsrat, dessen Vorsitzender Herr Bürgermeister Kosiek in Paderborn ist. wesentliche verbesserungen im Herner Autobusverkehr Wüniche der Bewohner des Stadtteiles Horlthaulen fanden weitere Berücklichtigung Unhaltbare Terminstellung im Abbruchgewerbe Die Fachuntergruppe Abbruch= und Abwrackbetriebe der Fachgruppe Alt= und Abfallstoffe in der Wirtschaftsgruppe Groß=, Ein= und Ausfuhrhandel weist als Betreuerin und Beraterin sämtlicher Abbruch= und Abwrackbetriebe darauf hin, daß in letzter Zeit die Klagen über unhaltbar kurzfristige Termine überhand genommen haben. Die Fachuntergruppe Abbruch= und Abwrackbetriebe bittet die Abbrüche vergebenden Stellen, die Objekte so frühzeitig auszuschreiben uno zu vergeben, daß den Unternehmern sowohl die zur Abgabe einer Kalkulation unbedingt erforderliche Zeit als auch eine den Arbeiten angemessene Frist zur Durchführung eines Abbruches eingeräumt wird. Es dürfte ein unmöglicher Zustand sein, innerhalb von 2 Tagen Objekte zu kalkulieren, die bei der Durchführung des Abbruches einen Aufwand von nicht selten mehreren RM. 100 000— an Löhnen erfordern. Es liegt sowohl im Interesse der Auftraggeber als auch der Unternehmer, andererseits aber auch im Interesse der gesamten deut'schen Volkswirtschaft, daß die Objekte vernünftig und zweckentsprechend kalkuliert werden können. Es kann aber auch nicht angehen, daß große Abbruchsobjekte innerhalb so kurzer Fristen durchgeführt werden müssen, die in keinem Verhältnis zu den Aufwendungen an Arbeitskräften stehen. Schon im Interesse der Gefolgschaftsmitglieder der einzelnen Abbruchunternehmen muß die Fachuniergruppe Abbruch= und Abwrackbetriebe um eine angemessene Durchführungsfrist eines Abbruchs bitten, da sonst bei dem übertriebenen Tempo der Arbeiten schwerste Schäden und Unfälle der Gefolgschaftsmitglieder nicht immer zu vermeiden sind. Darüber hinaus liegt es ohne Frage im Interesse unserer Volkswirtschaft, daß das aus den Abbrüchen gewonnene Material ordnungsund sachgemäß einer Wiederverwertung zugeführt Ab Freitag, den 15. Juli 1938, tritt auf den Autobuslinien Eppendorf— Höntrop— Wattenscheid— Günnigfeld— Wanne=Eickel— Herne und Gerthe— Herne— Horsthausen folgende Aenderung ein: 1. Die Autobusse der Linie Gerthe— Herne— Horsthausen verkehren vom genannten Tage ab nicht mehr nach Zeche Friedrich der Große 3/4, sondern wieder wie früher alle 20 Minuten nach Horsthausen(Möller). Jede Stunde wird ein Autobus dieser Linie bis zum Schleusenweg durchgeführt. 2. Die Autobusse der Linie Eppendorf— Höntrop — Wattenscheid— Günnigfeld— Wanne=Eicke!— Herne werden vom gleichen Tage ab über die jetzige Endstelle Herne Bahnhof hinaus bis zur Zeche Friedrich der Große 3/4 durchgeführt. Diese Autobusse verkehren von Herne Bahnhof aus über Bahnhofstraße—. Kaiser=Wilhelm=Straße—. Horsthauser Straße— Von=Waldhausen=Straße bis hauser Straße— Von=Waldhausen=Straße bis zur genannten Zeche. Durch die Durchführung dieser Linie erhält der Streckenabschnitt„Herne Bahnhof— Zeche Friedrich der Große 3/4“ gegenüber dem heu tigen 40-Minuten=Verkehr eine dichtere Wagenfolge, nämlich einen 30-Minuten=Verkehr. Auf dem neuen Streckenabschnitt werden folgende Haltestellen eingerichtet: Herne Bahnhof, Vinckestraße, Kaiser=Wilhelm=Straße, Lönsstraße, Brauerei, Güterbahnhof, Josefinenstraße, Von=Waldhausen=Straße, VonBurgsdorff=Straße, Zeche Friedrich der Große 3/4. Die Fahrpreise bleiben durch diese Aenderung unberührt. Fahrpläne der beiden Autobuslinien sind bei den Autobusschaffnern kostenlos erhältlich. Verkehrsverein Herne Samstags durchgehend geöffnet Das Mitteleuropäische Reisebüro Berlin hat aus sozialen Gründen gegenüber der Gefolgschaft für sich und seine Niederlassungen im Reich den Dienstschluß an Samstagen ab 1. Mai früher gelegt. Die Reisebüros sind künftig an Samstagen von 8.30 bis 15 Uhr durchgehend geöffnet. Diesem Vorgehen haben sich die Verkehrsvereine mit ihren Dienststellen und jetzt auch der Verkehrsverein Herne angeschlossen. Die öffentliche Geschäftsstelle des Verkehrsvereins am Bahnhofsvorplatz ist demnach im Sommerhalbjahr für den Publikumsverkehr geöffnet von Montags bis Freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 18.30 Uhr; Samstags von 8.30 bis 15 Uhr durchgehend. Die eigentliche Arbeitszeit von 51 Stunden erfährt jedoch durch diese Regelung keine Einschränkung. Vor dem Herner Einzelrichter Schlecht belohnte Barmherzigkeit. Als Adolf im Frühjahr aus dem Gefängnis entlassen worden war und seine Wohnung aufsuchte, war seine Frau auf und davon. Da stand er nun ohne ein Dach über dem Kopfe auf der Straße. Zum Glück erbarmte sich eine Hernerin seiner und überließ ihm die Familien=Wohnlaube, in der sich eine Schlafstelle mit Oberbett und Zuvehör befand. Hier lebte nun Adolf, bis sich zu ihm eines Tages ein gewisser Hugo hinzugesellte, der ihn überredete, das Oberbett mit Kopfkissen usw. zu verkaufen. Hugo besorgte diese Unredlichkeit und erhielt etwas über sieben Reichsmark dafür, von denen er Adolf die Hälfte abgab. Als das Fehlen der verkauften Gegenstände bemerkt wurde, wurde Adolf erneut verhaftet. Er hatte bisher 25 Vorstrafen erhalten. Seinen Komplizen Hugo will er weiter nicht gekannt haben. Das Gericht glaubte ihm seine Entschuldigungen nicht ohne weiteres, besonders nicht in Hinsicht auf die vielen Vorstrafen. Es verurteilte Adolf wegen einfachen Diebstahls zu zwei Monaten Gefängnis bei Anrechnung der Untersuchungshaft. Der als Zeugin anwesenden Besitzerin jener Wohnlaube versprach Adolf hoch und heilig, ihr den Schaden in Höhe von etwa 50 Reichsmark recht bald zu ersetzen. „Der Schrecken der Wirte.“ Diesen gerade nicht rühmlichen Spitznamen gab der als Zeuge vernommene Wirt dem Angeklagten Fritz, der in seinem Lokal eine Schlägerei inszeniert und dabei auch des Wirtes Schwiegersohn bös zugerichtet hatte. Ja, dieser Spitzname müsse eigentlich in die Gerichtsakten, meinte der Zeuge. Fritz sah den Zeugen von der Seite an, als wollte er sagen: Nun mach aber bald einen Punkt! Fritz ist 38 Jahre alt, erhielt bereits 17 Vorstrafen und hat als sogenannter„schwerer Junge“ keinen guten Leumund. Seit 1935 hat er sich aber gut geführt und fleißig gearbeitet. Wenn ihn aber der Alkoholteufel mal packt, dann„geht es rund“, dann ist Fritz wirklich der„Schrecken der Wirte". Der Vorgang, der hier zur Anklage stand, ereignete sich in der Nacht zum 24. Januar, von Sonntag zu Montag. Es war noch ein zweiter Mitbeteiligter angeklagt, der aber wegen seiner bisherigen Unbescholtenheit unter das Straffreiheitsgesetz fiel. Fritz erhielt wegen Bedrohung und Körperverletzung in zwei Fällen drei Monate Gefängnis. Dynamit abzugeben vergessen. Ein früherer Schießhauer hatte sich wegen eines Sprengstoffvergehens auf einer Herner Schachtanlage zu verantworten. Die Mindeststrafe lautet in solchen Fällen auf drei Monate Gefängnis. Der Angeklagte hatte einmal vergessen, Dynamit am Schichtende vom Revier zur Geschoßbude mitzunehmen und dort abzugeben. Er hätte mit seiner Vergeßlichkeit wer weiß was anrichten können. Nun ist ihm aber von allen Seiten das denkbar beste Zeugnis ausgestellt worden, auch arbeitet er heute wieder als Gesteinshauer auf derselben Schachtanlage. Das Gericht verurteilte ihn wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz zu der gesetzlichen Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis, legte dem Angeklagten jedoch nahe, ein Gnadengesuch einzureichen. der Radfahrer von einem in gleicher Richtung fahrenden Personenkraftwagen angefahren und derart verletzt, daß er in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Dortselbst wurde bei ihm ein Schädelbruch festgestellt. Es besteht Lebensgefahr. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Doch dürfte der angefahrene Radfahrer den größten Teil der Schuld an dem Unfall tragen, weil er kurz vor dem Personenkraftwagen nach links einbog, ohne vorher ein Zelchen gegeben zu haben. Die Kriegerkameradschaft„Westwacht“ ehem. 137er Wanne=Eickel führte bei Kumpmann ihren Monatsappell durch. Kameradschaftsführer Düsterloh wies darauf hin. daß das diesjährige Soldatentreffen, das sonst in jedem Jahre in Kassel stattfindet, in diesem Jahre ausfällt und gab bekannt, daß der volitische Schulungsabend von Wanne=Mitte am 6. August im Lokale K. Schulte stattfindet. Am 24. Juli steigt in Bochum der große Frontkämpfertag, wozu das Erscheinen sämtlicher Kameraden erwartet wird. Sonntags=Rückfahrkarten zur Deutschen Bau= und Siedlungsausstellung Zu der großen Deutschen Bau= und SiedlungsAusstellung vom 3. September bis 9. Oktober 1938 auf dem Festhallengelände in Frankfurt a. M. werden von der Deutschen Reichsbahn in besonders großem Umfange Sonntagsrückfahrkarten ausgegeven: Von allen Bahnhöfen in einem Umkreis von 250 km um Frankfurt a. M. zum Wochenend mit einer Geltungsdauer von Mitternacht Freitag auf Sonnabend bis Montag 24 Uhr; außerdem mit der gleichen Geltungsdauer von den auch weiter gelegenen Bahnhöfen, auf denen ständig Sonntagrückfahrkarten nach Frankfurt a. M. aufliegen. Für Mittwoch werden von allen Bahnhöfen im Umkreis von 150 km um Frankfurt a. M. Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben, die von Mitternach Dienstag auf Mittwoch bis zum Donnerstag Mittag 12 Uhr(spätester Antritt der Rückfahrt) gültig sind. Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt am 18. Juli. Dem heutigen Zucht= und Faselviehmarkt wurden zugeführt: 293 Stück Großvieh, 209 Ferkel, 20 Läufer- uno ältere Futterschweine, 4 Kälder. Hochtragende und frischmelke Kühe kosteten je nach Qualität 340—550 RM., Rinder 285—400 RM. Der Handel in Großvleh war in guten Tieren rege, sonst mittel. Am Schweinemarkt war der Handel mittel. Es kosteten(Durchschnittsqualitäten und Durchschnittspreise): a) Ferkel: 5 bis 6 Wochen alt 20 RM., 6 bis 8 Wochen alt 26—28 RM., 8 bis 10 Wochen alt 29—34 EM., 10 bis 12 Wochen alt 35—39 RM.; 6) Läuferschweine über 3 bis 4 Monate alt 40—48 RM., über 4 bis 5 Monate alt 49—60 RM., über 5 Monate alt 61—70 RM. Der nächste Markt findet am 20 Juli statt. Preisausschreiben des Reichsverbandes Deutscher Fliesengeschäfte e. V. zur Erlangung von Vorschlägen für neue, künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten bei Verwendung von keramischen Wand. und Bodenplatten. Das Preisausschreiben verfolgt den Zweck, neue Gediete für die Verwendung von keramischen Wand- und möglich ist. Die Lösung der Aufgaben ist auch dann erreicht, wenn an sich unbegründete Vorurteile gegen die Verwendung von keramischen Platten beseitigt werden. Folgende Preise kommen zur Verteilung: 1. Preis 1000.— 272. 2. Preis 500,— RM. 3. Preis 300.— RM. außerdem schriftliche Anerkennung weiterer Vorschläge. An dem Preisausschreiben kann jeder, mik Ausnahme Reichsverbandes, beteiligen. Die Vorschläge sind in farbiger Zeichnung oder Farbenphotographie (notfalls unter Belgabe einer kurzen Beschreibung) ..„ bis 20. September 1938 deim Reichsverband Deutscher Fliesengeschäfte, München? XW, Lenbachplatz 3/II, 1. Aufgang, einzusenden. Der Briefumschlag muß die Aufschrift„Preisausschreiben“ ene und Adresse des Einsenders sind in einem verschlossenen Umschlag, der das gleiche Kennzeichen wie der Vorschlag selbst trägt, bekanntzugeben. Die Preisverteilung nimmt der Arbeitsausschuß des Reichsverbandes unter Ausschluß des Rechtsweges und ohne daß Ansprüche gegen den Reichsverband entstehen, vor., Das Urheberrecht an den Vorschlägen geht auf den Reichsverband über, der sich die Veröffentlichung derselben vorbehält. Aus amtlichen Bekanntmachungen In das Handelsregister, Abt. B, ist am 9. Juli 1938 bei Söhaeni g#ssen 2cd.etragenen Bergwerksgesellschaft Hibernta, Aktlengesellschaft in Herne folgendes eingetragen worden: Durch Beschluß der ordentlichen Hauptversammlung vom 31. Mai 1938 ist die Satzung grundlegend geändert und neu gefaßt. Die Gesellschaft wird gesetzlich ver9. swei Mitglieder des Vorstandes oder durch Prahurscher Vorstandes in Gemeinschaft mit einem Schon Es würde, Gemüte ufregt meinen Olympi zog. hir sich eine gemesser Etwas ganz Di Gramm Pfennig wicht in daß die Trauer schwang eine Gu Folen SSamm hInter 2 Doch der min Alter — wenn haftigkei halten h Alter ist schon die einer al der mit Vasenbil Schreibt sind die erschöpft. Lexikon. nach Chr verstande auf das Forschun Legiol ten, dort Wenn Fußballs denn pra Doch wir ball— u Jahrhun! brochen 1 Mittel muß das Zeit die gebrauch Sie wurd lich verh im Jahre zu spieler derten er Etwas sch Ueber wir wied das sich vor nunn ersten F ciatior organisat (DFB.), bald der eine Unt Deutscher der Welt Ableit: Amtsgericht Herne. Es mi hunderte, schäftigt h gen Men lustig von ihn treter schicklichkei geben. D bol für Sports philosophi Problema Kugel ihr Spiel? 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Den Fußball meinen wir, der 237 Minuten lang über den Rasen des Olympischen Spielfelds rollte, durch die Luft seine Bahn zog, hin und her, und gelegentlich in einem Drahtnetz sich eine Pause gonnte. Dieser Ball nämlich, dieses— gemessen an dem Aufwand, den es verursacht— winzige Etwas war das Besprechungseremplar für halb, nein für ganz Deutschland. Kaum ein Pfund schwer— rund 400 Gramm—, würde es als Muster ohne Wert für dreißig Pfennig Porto durchgehen; und dennoch, als es sein Gewicht in die Waagschale warf, war das so schwerwiegend, daß die Begeisterung und die Freude, die Angst und die Trauer von Millionen ihm die Waage hielten und mitschwangen. Eine Lederhülle, primitiv verschnürt, darin eine Gummiblase, von einer mittelkräftigen Lunge auf##blasen: Ein aufgeblasener Luftikus! Und diese paar amm Luft nehmen einer Welt die Luft weg, halten sie hIuter Atem. Doch gemach. Honny soit qui malypense! Ein Wicht sei, der minderwertig von diesem Fußball denkt! Allein sein Alter gebietet, daß man mit Respekt von ihm spricht, — wenn er auch die wirbelnde Zappeligkeit und Launenhaftigkeit der Jugend bis auf den heutigen Tag sich erhalten hat. Aber von denkwürdigem, achtunggebietendem Alter ist er! Sonst könnte nicht Homer erzählen, daß schon die Phäaken Fußball gespielt haben. Und auf einer alten griechischen Vase sieht man einen Jüngling, der mit dem Oberschenkel einen Ball„stoppt“. Dieses Vasenbild gehörte als ältestes Fußballsymbol auf den Schreibtisch Tibulskis, des„großen Stoppers". Damit sind die Belege für das Alter des Fußballs aber noch nicht erschöpft. Der Athener Pollux schrieb einmal ein Lexikon, und auch in diesem Lexikon lesen wir um 180 nach Christus vom Fußballspiel. Und auch die Römer verstanden sich nicht nur auf das Kriegs=, sondern auch auf das Fußballspiel Die Engländer erbringen in ihren Forschungen nämlich den Beweis, daß die römischen Legionäre. als sie unter Caesar Britannien besetzten, dort das Fußballspiel einführten. Wenn England also heute als das Mutterland des Fußballs bezeichnet wird, so ist das nur bedingt richtig; denn praktisch haben sie ihren Fußball aus Rom bezogen. Doch wird— bei allem Respekt vor dem englischen Fußball— wohl niemand glauben, daß er sich durch zwanzig Jahrhunderte von Generation zu Generation ununterbrochen vererbt hat. Tatsächlich hat man aber auch im Mittelalter in England Fußball gespielt. Und zwar muß das so arg getrieben worden sein, daß wir in dieser Zeit die erste„Aussperrung“, nach unserem Sprachgebrauch„Disqualifikation“, zu verzeichnen haben. Sie wurde damals allerdings nicht zeitlich, sondern räumlich verhängt. Könia Eduard II. von England erließ im Jahre 1314 das Verbot, innerhalb der Städte Fußball zu spielen. Man ersieht aus diesem vor sechs Jahrhunderten ergangenen Verbot daß dieses scheinbar winzige Etwas schon damals viel Staub aufgewirbelt haben muß. Ueberspringen wir einige Jahrhunderte, dann stoßen wir wiederum in England auf ein bedeutsames Datum, das sich auf den Fußball bezieht. Im Jahre 1863, also vor nunmehr 75 Jahren, gab es in England schon den ersten Fußhallverband, die Football=Association. Die Gründung der deutschen Fußballer organisation, des Deutschen Fußball=Bundes (DFB.), erfolgte im Jahre 1900 in Leipzig. Er wurde bald der größte Sportverband der Welt und ist heute eine Unterabteilung des noch größeren Verbandes Deutscher Reichsbund für Leibesübungen, der erst recht in der Welt unübertroffen ist. „Ableits“-Gedanken Es muß also schon etwas dran sein, wenn die Jahrhunderte, ja die Jahrtausende sich mit diesem Ball be schäftigt haben.— Der Spieltrie b. der in jedem jun gen Menschen steckt, hat den Ball geformt Er hüpft lustig vom Boden hoch, man kann ihn werfen, man kann ihn treten, man kann ihn fangen, man kann seine Ge schicklichkeit mit ihm prüfen, man kann ihm ein Ziel geben. Der Ball ist damit zugleich das sinnfälligste Symbol für den spielhaften Charakter des Sports überhaupt. Kein Mensch wird hinter dem Balk philosophische Problematik suchen. Wenn aber keine Problematik.— was ist es dann. was dieser ledernen Kugel ihre faszinierende Kraft verleiht? Ist es nur das Spiel? Kaum zu glauben. Wir winden uns noch einmal an einer Beleidigung des Publikums vorbei, indem wir die Frage als müßig bezeichnen, ob auch jeder von den Millionen, die mit Inbrunst, Verzweifelung, Kummer und Begeisterung die großen Fußballkämpfe der letzten Sonntage verfol haben, weiß, um was es bei so was geht. Um die Deutsche Meisterschaft natürlich. Aber das meinen wir nicht; das ist der Titel. der bei dem Geschehen auf dem Rasen herausspringt. Aber das eigentliche Geschehen, was hat es damit auf sich? Das ist nämlich ein Teil von dem, worauf die faszinierende Wirkung zurückzuführen ist. Sagen wir es theoretisch, indem wir eine allgemeingültige Formulierung für Sport suchen die da lauten mag: Im Spiel durch Kraft und Kampf zum Sieg gelangen. Nicht jedes Spiel ist Sport. Das Spiel mit Karten und Figuren hat mit Sport nichts gemein. Kraftprobe. Körverstählung gehört zum Wesen des Sports. Das Durchbrechen der Wellen erfordert Kraft, der Wurf des Diskus erfordert Kraft, der Lauf über den Rasen erfordert Kraft, der Bombenschuß erfordert Kraft. Die Leistung kann gesteigert werden, zur körperlichen Kraft kommt der geschickte Einsatz der Kraft— Körperbeherrschung. Balkbeherrschung— und der geistige Ehrgeiz. und das Produkt heißt: Sieg! So haben wir drei Eigenschaften, die das Wesen des Sports schlechthin und des Fußballsports im besonderen bestimmen: Spiel, Kraft und Sieg. Spiel als harmloser Zeitvertreib. Kraft als Körperkultur und Sieg als Erfolg des denkenden und strebenden Menschen. Dieses kraftvolle, kämpferische Siegesspiel auf dem Sportplatz schließt hohe ideelle Werte in sich. Die Fähigkeit des einzelnen bestimmt seine Geschicklichkeit. aus dem fröhlichen Zeitvertreib entwickelt sich eine gesteigerte Leistungsfähigkeit und damit auch Leistungsfreude. Das Auge wird sicherer, der Körper härter, und in kluger Berechnung vermag der Sportler die Möglichkeiten seiner Kraft und Geschicklichkeit abzuwägen und abzuschätzen. So nimmt der Reiter in fliegendem Galopp die Hürde, der Rennfahrer geht mit gedrosseltem Motor in die Kurve, und der Stürmer im Fußballspiel vermag aus dem Sprinterlauf heraus einen Ball aufzufangen und ihn in schrägem Schuß aufs Tor zu zielen Die schönsten männlichen Eigenschaften. Selbstvertrauen, Selbstbewußtsein, Selbstbeherrschung. Mut und Tapferkeit, werden zu herrlicher Blüte entfaltet. Das bedeutet gleichzeitig Abstand von Uebermut und Tollkühnheit, das bedeutet strengste Disziolin. Daß diese Werte nicht auf die Kampfbahn begrenzt bleiben, sondern den Menschen ins ernste Leben begleiten, ist klar Die Bedeutung der sportlichen Diszivlin ist noch tiefer Wir können. ein jeder für sich. des Morgens nach der aber auch in der Sportmannschaft in Reih und Glied stehen. Die Gemeinschaft Mensch schließt in der Sportmannschaft einen engen Bund: Gemeinschaft auf Biegen und Brechen.— Jede Leistung wird durch die Konkurrenz gefördert. Nur das Nebeneinanderarbeiten von vielen Menschen und vielen Vereinen im Sport konnte solche Höchstleistungen züchten, wie wir sie eute in den verschiedensten„Konkurrenzen“ erreicht aben. Wenn wir auch den Rekord absolut nicht als Ziel der Leibesübungen ansehen, so ist er doch ein Gradmesser für den Ehrgeiz, der im Gemeinschaftssport verborgen liegt. Gewiß verliert der Sport ohne das Sieges. moment seinen Wert. Aber das Streben, den andern zu überflügeln, der Erfolg und die Niederlage erfordern ein gründliches Maß Erziehung wenn sie nicht zu Zusammenstößen und Streit führen sollen. Da holt die sportliche Disziplin zu ihrem größten Schlag aus, und Worte wie Solidarität, Achtung des Gegners, Gemeinschaftssinn und Kameradschaft sind nicht nur Schlagworte geblieben, sondern höchster Wertbesitz des Sports geworden. Das ist die Theorie des Kampfspiels auf grünem Rasen. Sie ist, bewußt oder unbewußt, das faszinierende Moment auch des Fußballspiels. Sehen wir uns die praktische Seite an, so finden wir diese schöne Theorte in einem herrlichen strategischen Spiel verwirklicht. Nicht nur die Spielregel, auch das Spielfeld ist genauestens abgegrenzt. Von England. dem Mutterland des Fußballspiels, von wo es sich über die ganze Welt verbreitet hat, kommt die heutige Spielform. Wir wiederholen, daß es eine Beleidigung wäre, an dem gründlichsten Wissen eines jeden Fußballinteressierten um diese Spielform zu zweifeln. Es geht fast um Zentimeter bei diesem mit Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und Kraft ausgeführten Spiel. Der Ball— das Geschoß, das 44 Beine abzufeuern sich bemühen— hat ein Zielfeld, das 2,40 Meter hoch und 7,30 Meter breit ist; das sind die Maße der Torlatten, hinter deren Linie der Ball sich im Drahtnetz erst endgültig gefangen gibt. Davor ist 5.50 Meter tief und 18.30 Meter breit der Torraum abgezeichnet, innerhalb dessen der Torwart auch mit den Händen arbeiten darf. Das nächstgrößere Viereck von der Torlinie ab ist der 16,50 Meter tiefe und 40,30 Meter breite gesurchtete Strafraum. Alles Regelwidrige, das in diesem Strafraum geschieht— so das Handspiel—. wird von dem innerhalb des Strafraums mitten vor dem Tor markierten Elfmeterpunkt mit einem nur vom Torwart abzuwehrenden Schuß auf das Tor des Sträflings geahndet. Das ganze Svielfeld mißt in der Breite 45 bis 90 und in der Länge 90 bis 120 Meter. In diesem großen Raum führen die beiden Strategen Spielführer mit ihren zehn Mannen den Kampf in Feldspiel, Angriff und Belagerung auf die gegnerische Burg, das Tor. Die Spielherkunft aus England drückt sich auch in einigen mitunter noch gehörten Fachbezeichnungen aus, so in Goal für Tor. Goalkeeper für Torwart und Back für die zwei Verteidiger. Die drei Läufer, die den Sturm unterstützen und gleichzeitig vor allem den Gegner abzudecken haben, sind die Half Backs. und die fünf Stürmer, denen im Endeffekt der Torschuß obliegt, sind die Forwards. Ein Ball und 44 Beine! Spiek, Kampf. Sieg— und auch ein bißchen Glück gehört dazu! Das Glück, es ist das unberechenbare, den Zauber der Spannung erhöhende Moment in diesem Spiel. Schlußpfift Und hunderttausend Kövfe:— In sieben Jahren trafen sich einstmals die griechischen Kämpfer in Olympia und zeigten dem Volke, zu welchen Leistungen der Körperkultur seine Söhne fähig waren. Die Welt von heute ist anspruchsvoller geworden. Sie berechnet die Olympiade mit vier Jahren. Doch auch sogar jährlich streiten wir um nationale und internationale Siegespalmen Die Schau= und Hörarena ist größer geworden. Hunderttausend können auf den Rängen des Spielfeldes und Millionen am Lautsprecher am Kampferlebnis teilnehmen. Kampferlebnis! Die Kampf. handlung bleibt nicht auf die 22 Mann im Spielfeld beschränkt, jeder Zuschauer, jeder Zuhörer nimmt persönlich teil an diesem Kampf, mit seinen Augen, mit seinem Herzen, mit seinen Nerven. Ein Kampfspiel, spielerisch schön, kraftvoll und siegbewußt durchgesochten, fasziniert, schläg. Hunderttausend und Millionen in seinen Bann, bereiter ihnen ein erhebendes, frohes, stolzes, teilnahmsvolles Erlebnis und auch ihnen— eine Strapaze! Oder ist es nicht grausam und anstrengend, untätig dabei sein zu müssen, zuschauen, zuhören zu müssen, ohne selbst eingreifen zu können, wenn die geliebte Mannschaft in mutigem Einsatz ringt, wenn sie vergeblich die feindliche Burg berennt oder wenn sie gar ins Hintertreffen gerät? Oder ist es nicht auch ein Genuß, ja eine persönliche Genugtuung, selbst miterleben zu dürfen, wie unsere Mannen siegreich voranstürmen, eine Bresche nach der anderen in die gegnerische Verteidigung schlagen und das Tor erfolgreich bombardieren? Der Fußballer ist„der Mann aus dem Volke“. Er ist unser Landsmann, unser Mitbürger, unser Nachbar. Wir sind stolz auf ihn, daß er unsere Heimat, unsere Stadt zu solchen sportlichen Ehren bringt. Wenn er gewinnt, haben wir gewonnen wenn er verliert, dann haben wir verloren! Darun wird jeder, im Olympischen Feld und in der Wohnzimmer stube, selbst Kämpfer beim Erlebnis. Abe elbst Kämpfer sein verpflichtet auch zu der gleichen sport lichen Disziolin, denen die 22 auf dem Rasen unter worfen sind. Die auf dem Rasen, sie hören von den Rängen den Jubel, die Rufe der Heimat. Sie wissen, daß sie nicht nur einen Sieg für ihren Verein, sondern für ihre Heimat, ihre Stadt davonzutragen haben. Der heimische Troß, kampfbegeistert und siegeswollend das Spielfeld belagernd, beflügelt ihren Elan. Die Massenteilnahm das temperamentvolle Mitgehen von hunderttausend Anhängern auf der Kampfbahn, ist das neuerliche Momen: das den Reiz und die Anziehungskraft und die„Schlachistimmung“ dieses volkstümlichsten aller deutschen Spiele zu fieberhafter Teilnahme steigert. Auch die spielerische Leistung und das spielerische Tempo erfahren dadurch eine noch wesentliche Steigerung. Aber siegen kann nur einer, nach den Spielregeln, nach den Spielgesetzen, mit oder ohne Glück. Dem Spiel, ergebnis und dem Spruch beugt sich der Besiegte und— das„besiegte“ Publikum. Und die schönste sportliche Geste der Disziplin und Kameradschaft beweist der unterlegene Mannschaftsführer, wenn er— wie auch am vorigen Sonntag— dem Sieger versöhnend die Hand reicht und ihm als erster den Glückwunsch ausspricht. Der Sieger erhält den Lorbeer, doch von dem würdigen Unte egenen gilt das schöne Wort: Dir ist der härtere Kamuf gelungen... du hast dich selbst bezwungen! Sz. Weffalens Sa. bei den Reichswettkämpfen 290 Wettkämpfer und 1375 SA-Führer aus Weltfalen in Berlin RS6. Alljährlich zur großen Heerschau der Soldaten des Führers zum Parteitag in Nürnberg kreten aus allen deutschen Gauen die besten SA-Männer jeder Gruppe zu den RS-Kampfspielen in die Kampfbahn. Die NS-Kampfspiele zum Parteitag in Nürnberg geben in jedem Jahr einen klaren Blick über das tatsächliche Leistungsvermögen der Männer unserer Nation. Sie sind zugleich ein Zeugnis von der Wehrwilligkeit und Wehrfähigkeit des gesamten deutschen Volkes. Der Weg bis in die Nürnberger Kampfbahn ist weit und hart. Wer dort vor dem Führer kämpfen will, muß in intensiver Schulung und in zähen Auswahlkämpfen beweisen, daß er ein wehrhafter und tüchtiger Mann im Sinne unseres Führers ist. Hier gibt es kein„Ich kann nicht“, gipt es kein„Unmöglich“. Der eigene Wille, aufgebaut auf die Freiwilligkeit, schafft alles. Die SA unserer Gruppe Westfalen hat ihre Auslesekämpfe durchgeführt. Auch alle anderen Gruppen haben gerüstet. Die besten Wettkämpfer aus allen Gruppengebieten der SA treten nun zu dem Endkampf bei den Reichswettkämpfen der SA in Berlin vom 15. dis 17. Juli an. Ueber 5000 SA-Männer kämpfen um den Siegerprets. Die Sieger treten vor den Augen des Führers in Nürnberg mit den Gliederungen der Partei in den Wettstreit. Im„Vordergrund der Reichswettkämpfe steht der Mannschaftswettkampf im Wehrsport. Eine Mannschaft mit einem Führer und 36 Mann wird mehrere Sonderaufgaben während eines 20-km-Gepäckmarsches erledigen. Darunter sind das Ueberwinden der Wehrkampfbahn, ein Handgranatenzielwurf und Kleinkaliberschießen. Eine Radfahrerstreife, die aus 1 Führer und 11 Mann besteht, muß über eine 25-km-Strecke fahren und während dieses Kampfes Sonderaufgaben bestehen. Dazu kommt ein Mannchafts-Orientierungslauf über 5 Kilom. Großes Interesse findet auch der Mannschafts-Fünfkampf. Die Mannschaft besteht aus einem Führer und 7 Mann. Der Fünfkampf setzt sich zusammen aus 100-Meter=Lauf, 400-Meter=Hindernislauf, Handgranaten-Weitwurf, 8mal 50-m=Schwimmstaffel und H-Schießen. Mit großer Spannung wird auch die 20mal ½ Runde Hindernis-Staffel erwartet. Außer diesen wehrsportlichen Mannschaftswettkämpfen findet auch Unsere SA. auf der Fahrt Geltern fuhren die weltfälilchen SA-Männer zu den Reichswettkämpfen Aus der Vorbereitungszeit. NSG. Bei den Reichswettkämpfen der SA, die vom 15. bis 17. Juli im Reichssportfest in Berlin durchgeführt werden, haben die sportlichen Einzel und Mannschaftskämpfe, die in der Leichtatheltik, im Schwimmen, Boxen, Gewichtheben, Ringen, Fechten und den Kampfspielen durchgeführt werden, eine über Erwarten starke Besetzung gefunden. Die sportlichen Wettkämpfe, die in der Hauptsache auf der Grundlage des SA=Sportabzeichens aufgebaut sind, dienen innerhalb der SA in erster Linie als Mittel zum Sie sollen als Grundschulung in erster Linie dazu dienen, den SA=Mann körperlich zu schulen und ihn hart und widerstandsfähig machen für die großen Aufgaben, die an ihn bei den wehrsportlichen Mann schaftskämpfen gestellt werden. Selbstverständlich erstrebt der Einzelne hier die höchstmögliche Leistung, die er dann auch zum Besten der Gemeinschaft, der Mannschaft, einzusetzen in der Lage ist. Wenn wir in der Meldeliste der Reichswettkämpfe der SA eine ganze Reihe der besten Spitzenkönner Deutschlands auf allen Sportgebieten finden, so beweist dies, daß diese Sportler auch weltanschaulich so stark gefestigt sind, daß sie den Sport nicht als Selbstzweck ansehen, sondern sich auch willig in die politische Kampftruppe des Führers einreihen, um als Nationalsozialisten auch im politischen Kampf ihren Mann zu stehen. Vor nicht ganz zwei Wochen traten in Dortmund über 2500 westfälische SA=Männer zu den Ausscheidungskämpfen für die Reichswettkämpfe der SA in Berlin an. Wenn von den über 2500 Bewerbern um die Fahrkarte nach Berlin trotz der wirklich guten Dur hnittsleistungen„nur“ 290 westfälische SAMänner an den Reichswettkämpfen in Berlin beteiligt sein werden, so liegt das daran, daß fast für alle Kämpfe die Anzahl oer von den einzelnen SA-Gruppen zu stellenden Sportler und Wehrwettkämpfer genau festgelegt ist. Immerhin wird die SA-Gruppe Westfalen bei den Reichswettkämpfen in Berlin zahlenmäßig— und hoffentlich nicht nur das!— mit dem stärksten Aufgebot vertreten sein. Vorkommandos bereits in Berlin Während bereits die Vorkommandos in Berlin sind, treten die Wettkampfteilnehmer der westfälischen SA in der Nacht zum Donnerstag die Fahrt in die Reichshauptstadt an. Viel Beachtung hat hier die Tatsache gefunden, daß die westfälische SA den wohl schwersten Kampf dieser Reichswettkämpfe, den Wehr=Mannschaftskampf, mit einer Mannschaft bewir konnen, ein jeder für sich, der Motueng nuch der streitet, die aus SA-Männern eines Sturmes besteht, Ordre des Rundfunks Gymnastik treiben; wir können lobwohl es zulässig gewesen wäre, diese Mannschaft aus einer Standarte zusammenzustellen. Bekannt ist zu auch, daß es sich bei dieser Mannschaft— es ist die des Sturmes 12/217— um SA=Männer handelt, die fast ausschließlich Bergmänner sind. Nach ihrem schweren Tagewerk kommen diese SA=Männer seit Monaten fast jeden Abend zusammen, um sich für den schweren Mannschaftskampf vorzubereiten. Ein Führer und 36 Mann haben hier ein schönes Beispiel von Einsatzbereitschaft gegeben, die sie in Berlin hoffentlich durch einen schönen Erfolg belohnt finden. Groß im Rennen werden die Westfalen wohl auch im Boxen und Gewichtheben liegen, wo westfälische SA=Männer an den Start gehen, die Deutschland schon wiederholt bestens vertreten haben. Im übrigen deuten die umfassenden Vorbereitungen zu den Reichswettkämpfen der SA hier in Ber lin darauf hin, daß sie mehr noch als im vergangenen Jahr zu einer machtvollen Demonstration deutschen Wehrgeistes durch die SA werden. Hierzu werden auch die 290 Sportler und Wehrwettkämpfer der westfälischen SA, die nach Berlin fahren, ihren Bei trag liefern. Wer hat Siegesauslichten? Siegeraussichten haben im Hochsprung Steche messer(Westfalen), im 10000=Mtr.=Lauf Kelm(West falen), im Diskuswerfen Stechemesser und Kelm im 3000=Meter=Lauf. Wie bereits gesagt, sind die Box kämpfe hervorragend mit westfälischen SA-Männern besetzt. Leider können die gemeldeten Murach(Wel tergewicht) und Runge(Schwergewicht) wegen ihrer Teilnahme am Länderboxkampf Deutschland— Ita lien in Berlin nicht am Start sein. Doch sind noch eine ganze Reihe von Klasseboxern vertreten. Im Fliegengewicht wird sich der Olympiasieger Kaiser (Westfalen) mit dem deutschen Meister Färber (Hochland) auseinanderzusetzen haben. Im Federgewicht kämpft Schwager(Westfalen). Im Leichtgewicht ist der westfälische Jakubowski Favorit. Im Mittelgewicht ist die Entscheidung offen zwischen Blum (Westfalen), Utsch(Mitte) und Amelung(Niederrhein). Im Schwergewicht zählt Babski(Westfalen) zu den besten Vertretern. Auch im Bantamgewicht ist ein Kämpfer von der SA-Gruppe Westfalen zur Stelle, und zwar Rößler; in der Leichtgewichtsklasse ist es Sperling, im Weltergewicht Wicke und im Mittelgewicht Bottner. Bei der Hauptveranstaltung am Sonntag bestreiten auch die Kamfpballspiele ihren Entscheidungsgang. Die Mannschaften der Gruppe Mitte, Westfalen. Niederrhein, Ostland, Hessen, Westmark, Ostmark und Schlesien sind hier die Bewerber. noch eine ganze Anzahl von wehrsportlichen Einzelwettbewerben statt: Deutscher Mehrkampf(bestehend aus 100Meter=Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Handgranatenwei#wurf, 3000-Meter=Lauf), moderner Fünfkampf(bestehend aus 4000-m-Geländelauf, 300-m-Schwimmen, 5-kmGeländerikt bzw. 7,5-km-Motorsportgeländefahrt, Degenfechten, Pistolenschleßen und dem 400-Meter=Hindernislauf). Auch die leichtathlekischen Wettkämpfe werden ihre Anziehungskraft nicht verfehlen. Auf allen Gedieten wird es harte Kämpfe geben. Zum ersten Mase nehmen auch die die Kameraden der SA-Gruppe der Deutschen Ostmark teil. Die SA-Gruppe Westfalen ist für die Reichswettkämpfe bestens gerüstet. Die Ausscheldungs-Wettkämpfe innerhalb der einzelnen Standarten und vor allem die Gruppenwetbkämpfe in Dortmund haben gezeigt, daß der Stand der sportlichen Ausbildung gut ist und daß unsere werfälischen SA-Männer guter Leistungen fähig sind. Die Gruppe Westfalen entsendet mit Stolz 290 Wettkämpfer. Weiterhin werden 1375 SA-Führer in Berlin zu dem mit den Reichswettkämpfen verbundenen großen Appell anwesend sein. * Nachrichtenmänner im Reichswettkampf Einer der werkvollsten Mannschaftskämpfe der Reichswelbkämpfe der SA, die vom 15. bis 17. Juli in Berlin durchgeführt werden, ist der Reichsnachrichtenwettkampf der SA., der fünf Mannschaften von 1:35 Teilnehmern in der Endausscheidung sehen wird. Gerade die Nachrichtenmänner sind für eine derartige Groß-Organisation, wie sie die SA. darstellt, von außerordentlichem Wert. Sie sind neben dem Reichsnachrichtenwettkampf stark für die Gesamtorganisation der Reichswettkämpfe der SA. eingesetzt. 300 SA-Männer der SA-Gruppe Berlin=Brandenburg haben bereits am Samstag und Sonntag auf den verschiedenen Geländestrecken im Grunewald und auf den einzelnen Kampfstätten 250 Sprechstellen und fünf Vermittlungen aufgebaut und dabei ein Leitungsnetz von etwa 400 km Länge gelegt. Am Donnerstag werden nun die fünf besten Nachrichtenstürme der SA., die sich aus den Ausscheidungskämpfen der etwa 500 Nachrichtenstürme Deutschlands qualifiziert haben, zum Endkampf antreten, der an die SAMänner die härtesten Anforderungen stellt. Die Mannschaften der SA-Gruppen Hessen, Hochland, Niederrhein, Franken und Nordmark werden ab 7 Uhr vom HJ.=Sportplatz im Grunewald aus zur Geländeprüfung starten. Die Mannschaften dürften in Abständen von etwa zwei Stunden in das Gelände gehen. Auf der 2000-m-Hindernisbahn wird zunächst die körperliche Leistungsfähigkeit des eingesetzten Nachrichtensturmes geprüft, der hier eine Hecke, einen Graben und eine Kletterwand mit schwerem Gerät zu überwinden hat. Anschließend stellt der 3000-m=Ortentierungsmarsch, bei dem nach Marschkompaß, Planzeiger und Karte drei Teilstrecken, bei denen die Zeit gewertet wird, marschiert werden muß, sowohl an den Führer als auch an die Mannschaft wieder hohe Anforderungen. Nach einer Pause erhält der Führer dann den Auftrag zum Bau eines Nachrichtennetzes, bei dem die einzelnen Diszplinen des Nachrichtendienstes zum Einsatz gelangen. Schnelligkeit und Güte des Baues werden hier bewertet. Dieser Wettkampf stellt an die bekeiligten Nachrichteneinheiten die schärfsten Anforderungen und dürfte zwischen den fünf Mannschaften einen äußerst harten Kampf bringen. Nach der Geländeprüfung müssen sich die Wettbewerbsmannschaften am Freitag ab 7.30 Uhr im Telegrafenschulamt Berlin einer Morseprüfung unterziehen, die die letzte Entscheidung für den Reichssieg bringt. * SA-Gruppe Niederrhein im Endspiel Brandenburg mit 7:5 bestegt. In Berlin wurde das Vorschlußrundenspiel zur Handballmeisterschaft zwischen den SA-Gruppen Brandenburg und Niederrhein ausgetragen. Mit den Nationalspielern Braselmann und Eifler siegte die niederrheinische SA1. knapp aber verdient mit 7:5. nachdem sie bei der Dause noch mit 3:4 im Rückstand gelegen hatte. Die SA-Gruppe Niederrhein wird nun am kommenden Sonntag, dem 17 Juli, gegen die SA-Gruppe Donau im Olympiastadion das Endspiel bestreiten. Brandenburg und Hessen kämpfen um den dritten Platz. Hannover 96 spielt in Frankfurt Der neue deutsche Fußballmeister, Hannover 96, für den 21. August von Eintracht Frankfurt zu reundschaftsspiel verpflichtet. Das erste Spiel der Jaison tragen die Hannoveraner bekanntlich am 14. auf eigenem Platz gegen Fortuna Düsseldorf aus. wurde einern neuen Aug Die Entscheidung fällt am Sonntag nicht Aufstiegsspiel Münster— Waktenscheid verlegt. Das für den kommenden Sonntag vorgesehene entscheidende Aufstiegsspiel zur westfälischen Fußball-Gauliga zwischen Preußen Münster und SG. Wattenscheid findet nicht statt, da die Spieler von Münster, die mit auf der Islandreise waren, erst am Samstag nach Deutschland zurückkehren werden. Der neue Termin steht noch nicht fest. Drei KameradenEs war 1914 in Flandern. Wir sochten gegen die Engländer und hatten heiße Tage bei Warneton und Messines. Die Kämpfe wogten erbittert hin und her. ohne daß eine Entscheidung fiel. Es waren schöne, milde Tage. etwas Weiches und Träumerisches lag zart berauschend in der Luft. Um so schrecklicher war der Kontrast zu den kampferregten, schmutzbedeckten Truppen. den rauchenden, zerschossenen Dörfern und Gehöften. Bunte Blumen blühten hier und da friedlich neben den geschwärzten Trümmern. Bei unserer Abteilung war ein junger bayrischer Jägerleutnant namens Perofinger. den wir alle liebten. Er war eine ganz gerade Natur, immer froh gelaunt und gern lachend. Mit den Gefahren schienen sein Mut. seine Laune und seine soldatischen Fähigkeiten zu wachsen. Er hatte feste, energische Züge und braungebrannte Backen. Frohmut und eine lachende Zuversicht gingen von ihm aus. Er war einer der glücklichen Menschen. denen man gleichsam anmerkt, daß ihnen nichts geschehen kann. Jeder. der in seiner Nähe war, fühlte sich geborgen. und alle Herzen gehörten ihm Das Schießen war seine Leidenschaft. Am liebsten lag er irgendwo in Deckung. nahm sich moglichst schwierige Ziele und erledigte sie mit spielender Sicherheit. Er hatte einen Burschen namens Sepp. der unzertrennlich von ihm war. Sepp vergotterte seinen Leutnant und tat für ihn. was er ihm an den Augen abseben konnte. Er wußte Wein aufzutreiben, wo irgend noch eine Flasche zu finden war. hatte immer Tabak(der Teufel weiß. woher) und verstand es. einen ausgezeichneten Kaffee zu bereiten. Sepp war ein Bauernbursche vom Chiemsee, er hatte einen vierschrötigen Kopf und verfügte über große Kräfte. Perofinger und Sepp unterhielten sich mit Vorliebe von ihrer Heimat. und Sepp freute sich darauf. später. nach dem Kriege, seinem Leutnant den Chiemsee zeigen zu können. In den Mußestunden blies Sepp die Mundbarmonika, und das tat er mit Meisterschaft. Wir alle freuten uns an seinen einfachen, mit musikalischem Gefühl vorgetragenen Weisen. Er spielte Volks= und Soldatenlieder. Tänze und oberbayrische Schnadabüpfeln, aber auch Choräle verstand er auf seinem kleinen Instrument ergreifend vorzutragen Der Leutnant war ganz stolz auf das musikalische Talent seines Burschen. Eines Tages übergab Perofinger seinem Landsmann ein Paket, das eben mit der Post gekommen war. Sepp öffnete voll Erwartung. und als ihm eine kostbare, große. wunderschöne Mundbarmonika in die Hände siel, weiteten sich seine Augen vor Staunen und Freude.„Soll die mir g'hören. Herr Leutnant?“ fragte er.„Natürlich.“ sagte Perofinger. Sepp reichte dem Leutnant seine große. breite Hand. und dann fing er gleich zu spielen an und fand sich auf dem melodischen Instrument sofort zurecht. als hätte er nie in seinem Leben ein anderes gespielt. „Wenn ich einmal fallen sollte.“ sagte Perosinger,„so mußt dr mir auf dieser Mundharmonika deine Lieder zum Abschied spielen. Vergiß nicht:„Morgenrot. Morgenrot".“ Zu den beiden Bayern gehörte noch ein dritter Kamerad. nämlich der schwarze Pudel Karo. Wir hatten bei unserem Zug durch Flandern einige Tage in Thorhout in Quartier gelegen. Da war der herrenlose Pudel auf der Straße um Perofinger herumgestrichen, dieser hatte sich seiner angenommen und den Sepp beauftragt, etwas Anstandiges für das Vieh zum Fressen herbeizuschaffen. Seitdem gehörte Karo zu Perofinger. Er schlief nachts auf der Schwelle seines Quartiers und ließ niemand ins Haus. Er folgte uns auf den Märschen, jagte vergnügt die Raben über die Felder und sprang dann bellend zu seinem Herrn zurück und an ihm emvor. voll Dankbarkeit. Karo wurde von der ganzen Kompagnie verwöhnt, er kannte jeden Mann der Abteilung, aber sobald sein eigentlicher Herr pfiff, ließ er alles im Stich, lief zu dem Leutnant und schmiegte sich an seine Füße. Wenn es vor den Feind ging. mußte er beim Geväck zurückbleiben. Man band ihn dann an einen Wagen. weil er sonst nicht zu halten war. Da winselte er und fraß schlecht. bis sein Herr zurückkam. Ein paarmal riß er sich auch los, jagte davon und erschien plötzlich neben Perafinger im Schützengraben, winselnd und mit dem Schwanze wedelnd Nun kam ein gräßlicher Tag. Das heißt, der Tag selhst war mild und schön, und kleine weiße Wöllchen Eine Kriegonovelle von Haus Beidae. flatterten heiter am türkisblauen Himmel, aber Perojinger mußte daran glauden. Er lag auf dem Bauch hinter einer Hecke, dicht bei dem Dorse Hollebeke, und schoß. Neben ihm lag Sepp. gleichfalls schießend. Man sah in der Ferne einige Engländer, die ein Maschinen= gewehr in Stellung bringen wollten, bei einem Trümmerhausen.„Die müssen wir kriegen,“ sagte Perosinger. „denen gebe ich keine Rude.“ Man soh in der Tat, wie einer von den Engländern zusammenstürzte, indem er die Hände krampfhaft in die Luft warf. Perosinger zielte von neuem, auf einmal ging es„tak“— er neigte den Kopf auf das Gewehr und war tot. Der Schuß war ihm mitten durch die Stirn gegangen. Sepp kniete neden ihm, mit vor Schrecken weit geöffnetem Mund.„Herr Leutnant. Herr Leutnant. Herr Leutnant... sagte er fortwährend, immer dieselben monotonen, verzweiselten Worte, ohne Aufhören. Wir untersuchten das Herz des Gefallenen, es rührte sich nichts mehr. Um seinen Mund war ein reines, ruhiges Lächeln und eine holde Verklärung um die Stirn— keiner hatte ihn je so schön gesehen. Sepp drückte ihm die Augen zu. Dann trügen wir ihn nach Hollebeke hinein, in einen Garten. Dort gruben die Soldaten ein Grab. Sepo nahm ihm die Sachen und Papiere ab, um sie seinen Eltern zuzustellen. Das hatten die beiden gegenseitig so verabredet. Wir legten ihn in die Grube. mit dem Kopf nach Deutschland zu. Einer von uns sprach das Vaterunser. Währendessen schlug eine Granate in unmittelbarer Näbe in ein Haus und krevierte mit wahnsinnigem Getöse. uns mit Kalk bewersend. Der. welcher das Gebet sprach, fand sich mit den Worten nicht mehr zurecht und hörte auf. Sepp ging und brach die einzige Rose, die in diesem Garten stand. Er legte sie auf den frischen Hügel. und zwar wählte er sorgsam den Fleck. wo er meinte, daß unten in der Erde das Herz des Toten sei. Dann setzte er sich ruhig an das Kopfende des Grabes. holte die Harmonika beraus und fing an zu spielen. Er spielte zuerst„Morgenrot. Morgenrot“, wie sein Leutnant Manchmal kamen ihm leichte Schleierwolken entgegen. er glitt in sie hinein ohne Schwingenschlag; dann war plötzlich ein Jagen und Schießen um ihn, wahrend er sonst in der Luft stille zu stehen schien und nur das Rauschen des Windes in den weitgespreizten Schwungfedern ihm sagte, daß er flog. Aber das milchige Treiben währte immer nur kurz, schon lag wieder die Sonne auf seinem Gesieder. die Tiefe öffnete sich: eine kleine, ferne Bergwelt mit waldverschlossenen Schluchten und glänzenden Triften. Mit leuchtenden Felsgipseln, die zu ihm emporgrifen, ohne ihn doch je erreichen zu können. Diese Ferne der Erde. dieses Luftmeer, das ihn von ihr trennte, welches er zu verkleinern oder zu vergrößern vermochte, wie er wollte, war ihm die tragende Kraft, das Bewußtsein seines Wesens, jenes Herrschergefühls über Weite und Tiefe und allem, was sich dort unten bewegte. Denn trotz der Tiefe. die ihn von der Erde schied, war diese immer gleich offen für ihn. Seine scharfen Augen. hoben alles was sich unten regte klar und deutlich zu ihm empor. und. obwohl man auf der Erde nichts mehr von ihm im fernen Blau sah. erkannte er jedes Huschen einer Eidechse, das Schwirren eines Vogels von Busch zu Busch. ja selbst den Umriß eines Hasen, der sich gleichfarbig im trockenem Grase gedrückt hatte. Der Steinadler zog jeden Tag die gleiche Strecke. Wenn die ersten Sonnenstrahlen die Felswand trafen. wo er seinen nächtlichen Einstand hatte, warf er sich über die Tiefe hinweg, schraubte sich rasch höher und zog dann einen Bergrücken entlang, dessen einzelne Givfel bis zum Sommerbeginn Schnee in den Runsen trugen. Hier, im Gebiet der Latschen fand er seine Beute. Birkhühner und Hasen, die der Morgen an die Sonne lockte und manchmal auch ein Geißkitz, das sich zu weit von der Muttergeiß fortgewagt hatte. Der Tag war ganz klar geworden. Ferne nur. über einer Niederung stand noch der Morgendunst. Da sah der Adler plötzlich einen Schneehasen über einen freien Grat es gewünscht hatte. und niemals hatten wir ihn das Lied so herzzereißend spielen hören. Mitten während des Liedes ging ein Gebell los— es war der Pudel Karo. der sich losgerissen hatte. Er erschien in der Gartenpforte, stutzte ein paarmal, schnupperte in die Luft und kam dann näher. Er roch an dem Burschen herum, dann sing er an zu heulen. Er kratzte aufgeregt an der Erde des Grabes. roch. bellte in die Luft. winselte, legte sich auf den Hügel nieder und heulte, daß es kaum mit anzuhören war. Sepp ließ sich nicht stören in seinem Harmonikaspiel. Mit ernsten Augen saß er da, in dem Bewußtsein, eine Pflicht zu erfüllen, und spielte mit wehmütigem Klang die alten Soldatenlieder. Er sah den Hund dabei an, der immer wieder laut aufheulte, voll Verzweiflung. Es war surchtbar, dieses Heulen, vermischt mit wehklagenden Melodien der Harmonika. Ein paar Soldaten wendeten sich ab und weinten wie die Kinder. Auf einmal entstand draußen auf der Landstraße eine Bewegung. Es hieß:„Die Engländer kommen! Zurück!“ Soldaten fluteten durch das Dorf. wir schlossen uns ihnen an. Sepp wollte den Pudel mitnehmen, aber der biß wild um sich, so daß es nicht möglich war, ihn fortzubekommen. So ließen wir ihn auf dem Grabe seines Herrn. Einige Tage später hatten wir genügend Verstärkunen, um die Engländer zu werfen. Wir kamen bei der Zerfolgung wieder durch Hollebeke. Ich ging mit Sepp in den Garten, um Perofingers Grab zu besuchen. Der Pudel Karo lag tot und kalt auf dem Hügel. die Rose war verdorrt. Wir glaubten erst, eine englische Kugel habe dem Hund ein Ende gemacht, aber Sepp untersuchte sein Fell genau, es war nirgends eine Wunde zu entdecken. Sepp schaufelte ein Loch am Fußende von Perofingers Grab. legte den Hund hinein und wölbte einen kleinen Hügel darüber. Ein paar Astern blühten im Nachbargarten, wir pflückten sie und streuten sie auf die beiden Gräber. Dann gingen wir schweigend. Als wir nachher auf einer kleinen Brücke über einen Graben schritten, zog Sepp etwas Blankes aus der Tasche und ließ es ins Wasser fallen. Es war die Mundharmonika. Keiner hat ihn mehr spielen hören. wechseln. Mit angelegten Schwingen schoß er im Sturzflug dem Hasen nach, ihn noch zu schlagen, bevor er jenseits den Waldrand erreichte. Schon war er dicht über dem Hasen angelangt. als plötzlich unter einer Schirmbuche ein Mensch hervorsprang und ein Gewehr anlegte. Der Steinadler schwenkte jäh ab, da ein veitschender Knall und ein stechender Schmerz in den Muskeln seiner linken Schwinge traf. Wohl überschlug er sich einmal in der Luft, sing sich aber wieder auf und da der Schwingenknochen nicht gebrochen war, ließ er sich über das Tal hinweg einem Bergkegel zugleiten. Seine Kraft ließ rasch nach, er begann zu schwanken. wollte im Wipfel eines alten Baumes inmitten des Kegels ausbaumen, verfehlte aber den Baum und stürzte in das Gewirr niederen Gestrüppes ab. Im Gezweig verfangen, sank er langsam durch seine Schwere tiefer, erreichte zwar den Boden, war aber so dicht vom Gesperre umgeben, daß er sich kaum zu regen vermochte. Bestürzt schaute er umher. Noch nie hatte er sich in einer solchen Lage befunden, selbst als Jungvogel sah er stets über den Rand des Horstes hinweg die blauende Weite, hier aber war nicht einmal eine Spur des Himmels zu erblicken. Auf einmal empfand er dieses Gefangensein wie eine surchtbare Gefahr und trotz seiner verwundeten Schwinge, die er nicht einzuziehen vermochte. begann er sich durch das Gestrüpp zu arbeiten. So kam er denn auf eine Stelle, wo ein Fallbaum eine Lücke in den Wald gerissen, die Sonne blendend hereinreichte und oben. freilich nur begrenzt, sich der Himmel spannte. Er erkletterte den Fallbaum, schwang sich auf einen aufragenden Ast und. obwohl ihn rings dicht der Wald umstand, hatte er doch nicht mehr dieses furchtbare Bewußtsein einer rettungslosen Gefangenschaft. Nun erst betrachtete der Adler seine Umgebung. Er befand sich in einem Graben von Blättergrün, zu seinen Füßen den Waldboden, über sich den Himmel fern und fremd und keine Möglichkeit, sich in die Weite hinaus zu schwingen. Um sich, under sich ein ständiges Geraschel, ein Rauschen. Summen und Zirpen, das ihn wie eine Mauer umfing, ihn mit geschäftiger Nähe bedrängte. Wandte er seine wilden. scharfen Augen abwärts, so stießen sie gegen den Boden. prallten wie blind davon ab und fanden nicht die blauende Tiefe mit der wunderbaren Beruhtgung des über sie Hinweggleitens. Er hatte das Gefühl als wäre für seine Schwingen kein Platz mehr, es gab für ihn kein Steigen und Sinken des Fluges. das notwendige Maß der Entfernung fehlte ihm und ihm war. als müsse er gleich irgendwo anprallen und zerschellen. Tage vergingen ihm so. Der Adler blieb auf seinem Standort, als sei er daran festgebunden, nur manchma: ergriff er eine Maus, die ihm zu nahe kam. verschlang sie. dann verbharrte er wieder reglos, als lausche er einem fernen Kommen, das noch nicht nahe genug war. um es mit seinen Fängen zu erfassen und für sich jestzuhalten. Wenn aber der Wind den Ruch der Weite hereintrug. so bäumte sich sein Stolz auf, er hätte die grüne Mauer seines Gesängnisses durchbrechen mögen, um sich mit wildem Schrei in jene Weite hinauszustürzen, ohne die er nicht leben konnte. Bis er dann eines Morgens fühlte, daß das, was er kommen gehört, draußen irgendwo stand und auf ihn wartete. Da maß er mit den Blicken die Höhe der Röhre. die ihn rings umschloß, dann sprang er auf den Boden hinab und begann unter dem Gestrüpp hinweg zu kriechen. Immer weiter drang er vor. eine bestimmte Ric einhaltend. als fähe er ein Ziel vor sich. Seine werwundete Schwinge hinderte ihn nicht mehr, denn sie war inzwischen so weit geheilt, daß er sie an den Körver anlegen konnte, obwohl er bisher noch keine Möglichkeit gefunden hat. ihre Kraft zu prüfen. Da aber lichtete sich das Unterholz. öffnete sich vollständig und er stand am Rande einer Felswand, die jäh in eine lichte Tiefe sank. erst von einzelnen Baumzipfeln getragen, die aber immer mehr zusammensanken, um sich zuletzt ganz unten in einer Schlucht zu verkriechen. Der Adler stieß einen Schrei aus, als riese er die Weite heran, die grenzenlos vor ihm lag. Dann breitete er die Schwingen und warf sich hinab, ohne zu erwägen. ob ihn die Tiefe nicht sogleich verschlingen würde. Aber seine Schwingen trugen ihn. Der Wind kam ihm entgegen und hob ihn auf. immer höher. da begann er sich emvorzuschrauben, höher und höher, einer still stehenden Gruppe lichter Wolken zu. Bis er auf einmal in sie eintauchte, sie durchbohrend über sie hinauskam und nichts mehr unter ihm war als ein graues Wogen: über ihm. vor ihm aber die blaue Unendlichkeit. Und in diese schoß er nun hinein, als müsse er für immer der Erde entfliehen, die es versucht hatte, ihn an sich zu fesseln. Wissenswertes Allerlei Bei dem südamerikanischen Nasenfrosch verschluckt der Vater behutsam die vom Weibchen abgelegten Eier— damit die Jungfrösche sich in ihm bis zur Reife entwickeln können. * Das heute so häufig gebrauchte Wort Gau ist ein uraltes deutsches Wort und wahrscheinlich gotischen Ursprungs. Die Goten nannten eine große Strecke Landes „gavi",„gauia“ oder„govo“. woraus später„göu", dann „Gäu“ und schließlich„Gau" wurde. Das Wort„Gäu“. finden wir noch heute zum Beispiel in„Allgäu“. „Ja. die Haare haben die Kinder von meinem Mann!“ Der gestürste Adler' Von Otto Alscher. Wenn au nock eine Jante hast.... Plegm Roman von M. V. SAWERSKY" Coppricht by Verlag Oshar Meister SMMMMMM 21. Fortsetzung. Die Perle gehorchte mit wieselhafter Geschwindigkeit. Frau Habermann kam sich überflüssig vor, was sie ver drotz. Sie schluckte ihren Aerger hinunter, weil sie mit Irma über die fünftausend Mark reden wollte. Die Sache krannte ihr auf der Seele. denn das Wirtschaftsgeld der „Negertante“ war zum größten Teil für Lilo und neue Kleider ausgegeben worden. Sie warf Frau Hase einen Plick zu. Röschen schlüpfte mit den Worten hinaus: füttere jetzt den Papagei.“ „Ich möchte etwas mit Ihnen besprechen, Fräulein Schütte.“ sagte Amanda. „Hat das nicht bis nach Tisch Zeit?“ „Oh. ich kann's ja auch jetzt, während Sie arbeiten. Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugetan. hm.“ Das war Schwindel, denn Frau Habermann hatte ausgezeichnet geschlafen. „Das tut mir leid.“ sagte Irmchen und schälte Kartoffeln. „Wenn man ein Geschäft hat, und eine Pension ist ja ein Geschäft, dann geht einem so viel durch den Kopf.“ fuhr die Maiorin fort.„Während ich schlaflos in meinen Kissen lag. habe ich mir etwas Wunderschönes ausgedacht. Wollen Sie als Teilhaberin bei mir eintreten. Fräulein Schütte?" Irma war verblüfft. Diesen Vorschlag hatte sie nicht erwartet. und symvathisch war er ihr auch nicht. „So etwas will gut überlegt sein. Frau Major.“ wich sie aus. „Was gibt's da lange zu überlegen? Sie können sich doch hier eine hübsche Existenz schaffen und brauchen nicht immer für wildfremde Leute arbeiten.“ Die wildfremden Leute waren mir lieber, ging es durch Irmas Kopf. „Natürlich müßten Sie Kapital ins Geschäft geben.“ fuhr Frau Habermann fort.„Das ist nur billig. denn ich stehe ja auch nicht mit leeren Händen vor Ihnen. Ich gebe die Wohnung. die Möbel, die Mieter und Sie Ihr Erbe.“ Ach. daber weht der Wind! dachte das Irmchen. „Mein Geld hat Justizrat Boberg in Verwaltung.“ lagte sie.„Ich beließ es ihm. weil er der Sachwalter meines Pflegevaters war. Natürlich müßte ich erst mit dem Herrn Justizrat sorechen.“ „Aber das Kavital ist doch Ihr Eigentum! Sie können nach Belieben darüber verfügen. Boberg hat Ihnen gar nichts dreinzureden.“ „Das schon: aber ich bin in Geschäftsdingen uner fahren und möchte mich mit dem Anwalt beraten.“ „Herrgott. sind Sie mißtrauisch! Dazu haben Sie doch bei mir gar keinen Grund.“ „Ich bin gar nicht mißtrauisch. Frau Major, und wenn Sie wollen, können Sie bei der Unterredung gern zugegen sein.“ „Gut, dann will ich uns gleich für den Nachmittag bei Boberg anmelden."—— Henry Coster erschien als erster Tischgast. Der Magnet für seine musterhafte Pünktlichkeit war natürlich das Irmchen. Aber die kriegte er nicht zu sehen. Lilo nahm ihn in Empfang. beträufelte ihn mit Liebenswürdigkeit und stellte ihm Max Roland vor. Das ließ sich nicht umgeben, weil Roland. sehr zu Lilos Aerger, nicht aus dem Zimmer wich. Das ist also der Dichter. von dem mir Mutz erzählt hat. dachte Henry. Er sieht gut aus. aber irgendetwas gefällt mir nicht an ihm. Und wenn mich nicht alles täuscht, ist der Bursche auf mich eifersüchtig. Pab. ganz ohne Grund! Lilo fragte den Vetter über Jamaika aus. Wie interessant mußte diese Tropeninsel sein! Und wie gern würde sie dort wohnen. Lilo betonte das wiederholt. aber Henry war auf dem Ohr taub. Ich habe übrigens noch eine der Rumflaschen, die uns Ihr Onkel vor vielen Jahren sandte,“ sagte sie.„Aus Pietät habe ich sie aufgehoben und werde sie Ihnen gleich zeigen.“ An die Pietät glaubte Henry nicht und die Rumflaschen kannte er auswendig. aber Lilo war schon aus dem Zimmer getänzelt. Er war mit dem Dichter allein. „Werden Sie lange hierbleiben?" fragte Max Roland finster. „Bis zu meiner Verlobung.“ sagte Henry vergnügt. „Ah.“ machte der Dichter gedehnt.„Darf man fragen. wer die Dame ist?“ Henrn war kein abgeklärter Engel. sondern gern ein bißchen boshaft wie übrigens viele von uns fehlerhaften Erdenwürmern. Darum lächelte er vielsagend: „Es ist eine junge Dame hier im Hause. Sie werden überrascht sein. Herr Roland.“ Der Dichter kriegte eine weiße Nasenspitze. Da trat Lilo. eine Flasche schwenkend, herein. „Sicht das Bild der lieben Tante Mutz nicht fabelhaft ähnlich? Ein bißchen jünger zwar. aber sonst sind es dieselben interessanten Züge."“ Weder Max Roland noch Lilo konnten verstehen. warum Henrn in ein schallendes Gelächter ausbrach. Ehe sie fragen konnte, öffnete sich die Tür. Die Kakteenbesucher kehrten von ihrem Ausgange zurück Vera Grallow schrie sofort nach ihrem süßen Pitt. Fräu lein von Krause berichtete von eigenartigen Stachelgewächsen, deren Namen sie großzügig durcheinanderwarf. Gottlieb von Bache hielt stumm, aber glücklich, ein Dutzend neuer Piekgewächse im Arm. Die echte Mutz stand im Hintergrunde, sagte kein Wort und kniff ein Auge zu, als Henrys Blick sie streifte. Nun trat Frau Major ins Zimmer. Jossi neben sich. Die glänzte in einem neuen Kleide von herrlicher Buntheit. Hase und sein Häschen erschienen ebenfalls. Und dann rief der Gong zur Mahlzeit. Während des Essens sprach man von Kakteen. Herr von Bache schilderte die Ausstellung so plastisch, daß Henry das Gefühl hatte, auf einem Feigenkaktus zu kauen. Mutz schien es ebenso zu geben, denn sie unterbrach das Thema mit der Frage: „Wie sind Sie mit der neuen Wirtschafterin zufrieden. Frau Major?" Frau Habermann guckte überrascht auf die kleine Frau, die sich bisher immer sehr zurückhaltend gezeigt hatte. „Oh. wenn ich Fräulein Schütte erst, eingearbeitet habe, wird sie sich schon machen.“ Um Henrys Mund ging ein Lächeln. Wen Frau Brändli nur ungern aus der Stellung entließ, den brauchte Amanda Habermann nicht erst einzuarbeiten. Das stand fest. „Fräulein Schütte erzählte mir, daß sie die Pflegetochter Ihres verstorbenen Gatten sei.“ sagte er. „Hm ja. das stimmt. Darum habe ich das Mädchen ja auch ins Haus genommen. Vielleicht behalte ich sie für immer hier. Aber darüber will ich mich erst mit Justizrat Boberg beraten. Er war der Rechtsbeistand meines Mannes.“ Durch geschickte Fragen erfuhr Henry, daß der Besuch auf den Nachmittag festgesetzt sei. Sofort erbot er sich. die Damen mit dem Auto hinzufahren. Frau Habermann nahm mit geteilten Gefühlen an. Nach Tisch erschien Irma zum Ausgehen angekleidet. Amanda verdroß es, daß Henry das Mädchen sehr herzlich begrüßte und ihm wie einer richtigen Dame ins Auto half. Sie selbst bestand darauf. neben dem Neffen Platz zu nehmen. „Sie scheinen mit Fräulein Schütte gut bekannt zu sein.“ streckte sie die Fühler aus. „Oh ja, wir haben uns in Pontresina recht angefreundet. verschiedene Ausflüge zusammen gemacht und uns ausgezeichnet verstanden. „Mich wundert, daß Frau Brändli das erlaubt hat.“ fiel Amanda aus der Rolle.„Eine Wirtschafterin darf doch sonst nicht mit den Gästen intim werden.“ „Intim ist übertrieben ausgedrückt.“ stellte Henry ärgerlich richtig.„Und für mich ist Fräulein Schütte nicht die„Wirtschafterin", sondern das Pflegekind des Vetters meines Onkels. Von diesem Standpunkte aus hat Frau Brändli meine Freundschaft mit der jungen Dame angesehen. Ich hofse, daß Sie das auch tun werden. gnädige Frau.“ „Oh. natürlich.“ verscherte die Maiorin auf diesen Nasenstüber hin. Irma konnte hinter der geschlossenen Scheibe nichts von der Unterhaltung verstehen. Sie war nervös, weil sie der kommenden Unterredung mit Unbehagen entgegensah. Die seindliche Einstellung der Majorin fühlte sie. Und daß Lilo sie heute bei ihrem Gespräch mit Mar Roland überrascht hatte, war auch nicht angenehm. Natürlich wäre es ihr nie eingefallen, ihre Bekanntschaft mit Roland abzuleugnen, aber wer konnte wissen, wie Lilo das Gehörte aufbauschen würde? Nun kam Henro# Coster mit zum Justizrat. Ob er wohl der Untere redung beiwohnen wollte? Ja. darauf bestand Henry mit Entschiedenheit. „Ich will dem Anwalt für sein Trauerkabel danken. Es war sehr freundlich von ihm, meinem Onkel von dem Ableben seines Vetters Mitteilung zu machen.“ sagte er bedeutsam. Frau Habermann bekam einen roten Kopf. Justizrat Boberg empfing seine Klientin etwas brummig. Er wußte, was er von Amanda zu halten hatte, und das war nicht viel. Aber als er Henry Coster und Irma Schütte sah. streckte er ihnen lächelnd die Hände hin. Der alte Menschenkenner las in den jungen offenen Gesichtern alles, was ihm Freude machte. „Freut mich. Sie beide kennenzulernen. Das also ist".“ die kleine Irma. an der meines alten Freundes Herz hing. Ganz so habe ich Sie mir nach den Erzählungen des Majors vorgestellt, mein Kind.“ Irma atmete auf. Sie jaßte Vertrauen zu dem alten Herrn. „Nun heraus mit der Sprache, mein Fräulein. Was führt Sie zu mir? Wollen Sie jemand verklagen, he. he?“ „Fräulein Schütte möchte gern als Teilhaberin in meine Pension eintreten.“ sagte Amanda Habermann zu Henrys Ueberraschung.„Wir sind hergekommen, um den Vertrag bei Ihnen aufzusetzen.“ Boberg zog die Augenbrauen hoch. „Stimmt das. Fräulein Schütte?" „Die Frau Major machte mir den Vorschlag.“ murmelte Irma. weil die scharfen alten Augen einfach die Wahrheit aus ihr herauszogen. Henrys und des Justizrats Blicke kreuzten sich. „Ich habe Fräulein Schütte allerdings die Teilhaber= schaft angetragen.“ sagte Amanda hastig.„Der Gedanke. daß meines Gatten Pflegetochter bei fremden Leuten arbeiten soll, ist mir unangenehm.“ Boberg unterbrach diese Gefühlswallungen mit einem scharfen Räuspern. „Wie haben Sie sich die Sache gedacht, gnädige Frau?“ „Oh. sehr einfach. Ich biete Fräulein Schütte ein Heim. eine Existenz. Sie gibt ihr Kapital in mein Unternehmen „Welche Sicherheit können Sie dafür bieten?" „Mehr als genug, bester Justizrat. Meine Möbel...“ „Das ist keine Deckung für fünftausend Mark.“ „Ich habe gutzahlende Gäste. Die Pension ist voll vermietet. „Die Gäste können kündigen, und die Pension kann eines Tages leerstehen. Nein, guadige Frau, so läßt sich eine Teilhaberschaft nicht aufziehen. Ich muß Fräulein Schütte entschieden abraten, ihr Erbteil in die Pension zu stecken.“ „Aber. Herr Justizrat“ (Fortsetzung folgt.) General Luigi Russo besucht Deutschland Der Generalstabschef der saschistischen Miliz Im Spiegel der Presse kehrreicher Rückblick:„Die Franzosen als Kriegsanstifter“ Unter der Ueberschrift„Die Franzosen als Kriegsinstifter“ veröffentlicht der römische„Tevere“ in großer Aufmachung eine Zusammenstellung der 33 Angriffskriege und der 40 ohne Kriegserklärung erfolgten vereinzelten Kriegshandlungen, die Frankreich seit 1618 nach dem von Richelieu aufgestellten Grundsatz geführt hat, wonach Frankreich, um seine Vormachtstellung zu behaupten, immerfort rüsten und dafür sorgen müsse, sich in den Besitz der Einfallstore zu allen Nachbarstaaten zu setzen. Diese knappe Uebersicht zeige, wie das Blatt weiterhin ausführt, deutlich genug, wie es Frankreich gelungen sei, seine Grenzen auf Kosten der Nachbarn zu erweitern. „33mal hat Frankreich Europa einen Krieg aufgezwungen, 33mal hat es durch seine Habsucht den Boden Europas mit Blut getrankt, während französische Bataillone durch List oder Gewalt fremden Boden zerstampften; 40mal hat Frankreich ohne vorherige Kriegserklärung Staaten oder Städte, die zu schwach waren, um sich zu wehren, einfach überrumpelt, bombardiert oder an sich gerissen und dabei die unerhörtesten Verletzungen des Völkerrechts begangen.“ Eine recht zweifelhafte Begründung stelle die von Frankreich zu seiner Entlastung vorgebrachte Ausrede dar, wonach in jenen Zeiten die Genfer Liga den Krieg noch nicht verboten hatte, denn man könne doch schwerlich annehmen, daß das, was für Frankreich recht gewesen sei, nicht auch den anderen billig gewesen wäre. Man müsse also die Frage stellen. weshalb Frankreich stets der Anstifter gewesen sei und weshalb heute— wo es doch angeblich nicht mehr erlaubt sein solle, die Welt - Brand zu stecken— das Kriegsgespenst von Frankreich ieder Gelegenheit heraufbeschworen werde. Von ##helieu bis zur Volksfront habe sich Frankreichs Ziel, sich in den Besitz von Einfallstoren nach den Nachbarstaaten zu setzen, nicht geändert. Dabei sei es einerlei, wie das Blatt abschließend bemerkt, ob das Ziel durch Krieg, durch die Gauklerspiele in Genf. durch den Kriegszug der Demokratien, durch die Verleumdungshetze gegen den Faschismus oder schließlich doch wieder durch einen Krieg erreicht werden solle. Rom, 13. Juli. Der Generalstabschef der faschistischen Miliz. General Russo, ist am Mittwochabend mit einer Abordnung von Milizoffizieren nach Deutschland abgereist, wo er als Gast des Stabschefs der SA. einen Gegenbesuch abstattet und dabei vor allem dem Reichswettkampf der SA. in Berlin beiwohnen wird. Generalleutnant Luigi Russo, der Chef des Stabes der Freiwilligen Miliz der nationalen Sicherheit. kommt aus den Reihen der Kämpfer um Italiens Einheit an den Fronten des Weltkrieges. Er ist ausgezeichnet mit zwei Silbernen Verdienstmedaillen und dem Mauritius= Orden. der ihm mit der Betonung seiner Verdienste und Taten als Kämpfer und Kommandant verliehen wurde. Das faschistische Ideal kennt ihn als einen der Ersten in den vordersten Reihen; er ist ausgezeichnet mit dem Orden des„Marsches auf Rom“. Als der Faschismus Die im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen stetig gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften hat auch im ersten Sommermonat nicht nachgelassen. Von allen Wirtschaftszweigen, insbesondere von den Außenberufen und der Eisen= und Metallindustrie, gingen bei den Arheitsämtern umfangreiche Anforderungen von Fach= und Hilfsarbeitern ein, deren Gestellung jedoch bei der geringen Zahl der noch vorhandenen Arbeitslosen immer schwieriger wird. In den meisten Bezirken war auch bereits das Angebot an Schulabgängern erschopft, durch das in den Monaten April und Mai die Verknappung an Arbeitskräften noch überdeckt worden war. sodaß diesen Arbeitsämtern neben den wenigen Arbeitslosen nur noch vorübergehend freisiegreich an die Macht kam, entfaltete Luigi Russo eine Tätigkeit, die seine politischen und militärischen Fähigkeiten vereinigte. Er organisierte und befehligte von 1923 bis 1924 die erste Legion der MVSN.„Tagliamento". Von 1924 bis 1929 war er Parlamentsabgeordneter. Im Jahre 1927 wurde er zum Königlichen Präfekten ernannt und leitete als solcher mit reichem Erfolge die Provinzen Chieti. La Spezia und Forli. Er betätigte sich auch im Nationalen Frontkämpfer= verband, wo er seit der Gründung des Verbandes Friaul als dessen Präsident im Februar 1925 zur Teilnahme am Nationalen Dreiführerrat bis zu dessen Umwandlung in das Nationale Direktorium berufen wurde. Mit Dekret, vom 3. Oktober 1985 wurde er zum Chef des Stabes der Freiwilligen=Miliz der nationalen Sicherheit ernannt, ein Amt, das er mit dem Range eines Generalleutnants bekleidet. werdende Arbeitskräfte oder Rentner und Pensionäre zur Besetzung der Stellen zur Verfügung standen. Nach dem Rückgang der Arbeitslosenzahl um 2500 waren Ende Juni im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen einschließlich der vorübergehend und einschließlich der nicht ehr volleinsatzfähigen Arbeitslosen insgesamt nur noch 15000 Arbeitslose vorhanden, das sind 0.9 v. H. aller Beschäftigten. Auf 100 Beschäftigte entfällt somit in Westfalen und Livve noch nicht einmal mehr ein Arbeitsloser. Die Zahl der von der Reichsanstalt unterstützten Arbeitslosen ging im Juni um 1300 auf 6400 zurück. Bei Notstandsarbeiten wurden 800 Volksgenossen gegenüber 1050 im Vormonat beschäftigt. Stetig steigende Nachfrage nach Arbeitskräften Der Arbeitseinsatz in Westsalen im Monat Juni Die polnische Ostseepolitik Von Wilna aus, wohin sich der polnische Außenminister Beck am Dienstag begeben hat, um dort der Witwe Marschall Pilsudskis einen Besuch abzustatten, trat der Leiter der polnischen Außenpolitik gestern seine angekündigte Reise über Kowno nach Riga an. Die gesamte Presse bespricht anläßlich dieses Besuches die polnisch=lettischen Beziehungen.„Gazeta Polska" weist darauf hin, daß sich die Beziehungen zwischen Polen und Lettland seit der Errichtung der beiden Staaten im Geiste einer guten Nachbarschaft entwickeln. Was die polnische Politik an der Ostsee betrifft, so sei ihr einziges Ziel, die Zusammenarbeit der Staaten zu festigen, die unmittelbar an der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts in diesem Abschnitt interessiert sind. Das Blatt versichert indessen, daß Polen keineswegs irgendwelche Blöcke. Achsen oder Fronten aufzurichten beabsichtige, und daß ihm auch jede Bestrebung nach einer Hegemoniestellung im baltischen Raum fremd sei. Für den bevorstehenden Statasbesuch des polnischen Außenministers in Riga sei lediglich ein aufrichtiger nachbarlicher Gedankenaustausch über die die beiden Staaten interessierenden Fragen vorgesehen, trotzdem würden die Besprechungen der Leiter der Außenpolitik Lettlands und Polens erhebliche Bedeutung besitzen, und zwar nicht nur unter dem Gesichtspunkt der unmittelbaren Beziehungen zwischen beiden Ländern, sondern vor allem auch unter dem Gesichtspunkt der Stabilisierung des Friedens und des Gleichgewichts im Ostseeraum. London zum sudetendeutschen und spanischen Problem Die englische Oeffentlichkeit beschäftigt sich neuerlich stark mit den politischen Problemen, die mit der Lage in der Tschechoslowakei und in Spanien sowie mit den Beziehungen Englands zu Deutschland und Italien zusammenhängen. So schreibt Reuters diplomatischer Korrespondent, England könne keine neuen Vorschläge für eine schnellere Inkraftsetzung des englisch=italienischen Abkommens machen. Die einzige Möglichkeit bestände in der Herbeiführung eines Waffenstillstandes oder einer schnelleren Inkraftsetzung des Nichteinmischungsplanes. Es sei noch kein Beschluß darüber gesaßt, wann Hodgson zurückkehren solle. Francos Antwort werde weiter gepruft, und an Burgos würden weitere Rückfragen gestellt. Eine„neue Mobilmachung“. Polnische Presse meldet neue Militärmaßnahmen Prags. Warschau. 13. Juli. Wie die polnische Presse berichtet. beabsichtigt die tschechoslowakische Regierung. die Wehrpflichtigen einer Musterung zu unterzieben, die bei der letzten Einberufung wegen vorgerückten Alters als militärdienstuntauglich betrachtet worden sind. Außerdem sollen sämtliche Weltkriegsteilnehmer zu außerordentlichen militärischen Uebungen einberufen werden. Der regierungsfreundliche„Kurier Czerwonny“ siebt in diesen Maßnahmen eine neue Mobilmachung. Frankreichs Verpflichtung gegenüber Prag Eine Rede Daladiers.— Die Friedensliebe aller. Paris, 13. Juli. Anläßlich eines Banketts der Vereinigung von Angehörigen der Provence und Lanquedoe in Paris machte Ministerpräsident Daladier Ausführungen zur innen= und außenpolitischen Lage. Vor einigen Wochen, so erklärte der Ministerpräsident, schienen die Ereignisse in Mitteleuropa die Aufrechterhaltung des Friedens auf eine schwere und harte Probe stellen zu wollen. Die friedliche Entschlossenheit Großbritanniens und Frankreichs sei ebenfalls auf die der anderen Länder gestoßen und insbesondere Deutschlands. Er wolle hinzufügen, daß die französische Regierung bei dieser Gelegenheit den friedlichen Absichten habe Glauben schenken wollen, die der Führer und Reichskanzler immer wieder öffentlich zum Ausdruck gebracht habe. Der Beitrag Frankreichs zu diesem Werk der Versöhnung sei umso aktiver und ehrlicher gewesen, als seine feierlichen Verpflichtungen der Tschechoslowakei gegenüber ihm unwiderruflich und heilig seien. Die französische Regierung und das ganze französische Volk seien von zwei gleichstarken Gefühlen beseelt, einerseits von dem Wunsch, nicht die eingegangenen Abmachungen erfüllen zu müssen, und andererseits von dem festen Willen. niemals das gegebene Wort zu brechen. falls durch ein Unglück diese erste Hoffnung enttäuscht werden sollte. Er habe niemals und wolle niemals an die Fatalität eines Krieges glauben. Eine Deutsche von Polen exmittiert 2000 Mark für einen Bauernhof. Zu den deutsch=englischen Beziehungen sei Dienstagabend in London erklärt worden, England habe nie die Tür zugeschlagen. Eine friedliche Bereinigung der tschechischen Frage als ein Ergebnis englischfranzösisch=deutscher Zusammenarbeit würde nach hiesiger Ansicht eine Atmosphäre schaffen, in der deutschenglische Besprechungen ausgenommen werden könnten. In der Frage einer wirtschaftlichen Befriedung Europas sei England bereit, durch Handelsabkommen zur Verbesserung der Lage beizutragen. Nach dem Abkommen mit der Türkei seien jetzt Anfragen verschiedener anderer Länder aus Mittel= und Südeuropa, u. a. Griechenland, eingegangen, die zur Zeit geprüft würden. Gleichzeitig weise man in London nachdrücklich darauf hin, daß nichts, was England zur Verbesserung des Handelsverkehrs tue, auch nur mit der geringsten Absicht geschehe, den deutschen Handel zu blockieren oder Deutschland wirtschaftlich oder politisch einzukreisen. In der sudetendeutschen Frage sei man in LonDdon der Ansicht, daß es zu einem annehmbaren Ergebnis #hren würde, wenn eine 60= oder 70prozentige Ver## ä n d i g u n g e r z i e l t w ü r d e. B e n e s c h u n d H o d z a t ä t e n i h r * Bestes für ein Abkommen ,und man glauve nicht, daß die Weltmeinung und sicher auch die britische öffentliche Meinung einen Versuch, den Fortschritt zu sabotieren, dulden wurde. Man sei auch davon überzeugt, daß in Prag und in Berlin der Wunsch vor handen sei, eine friedliche Bereinigung zu erzielen. Im Fernen Osten seh man noch keine Aussicht für eine Vermittlungsmöglichkeit. Sollte sich aber eine solche ergeben, so würde die britische Regierung entweder allein oder zusammen mit anderen Mächten die Gelegenheit wahrnehmen. Auch die„Times“ und der„Daily Telegraph“ nehmen, offenbar von zuständiger Stelle beeinflußt, zu den großen schwebenden Fragen der europäischen Politik Stellung. Beide Darstellungen entsprechen sich inhaltlich ungefähr und decken sich auch mit den Ausführungen des diplomatischen Korrespondenten von Preß Assocation. Der diplomatische Korrespondent der„Times“ schreibt u. a., daß die Nachrichten aus Prag jetzt etwas besser klängen. Das werde von der britischen Regierung begrüßt, die nie vergessen habe, daß es zwei dringende srobleme in Europa gebe, die geregelt werden müßten, ehe man an eine allgemeine Versöhnung denken könne, Spanien und das sudetendeutsche Problem. In der letzten Frage habe man von Anfang an in England das Gefühl gehabt. sowohl wegen der eigenen europäischen Stellung wie auch der eigenen Erfahrungen in Fragen der örtlichen Autonomie und Selbstregierung eine besondere Rolle zu pieln und beiden Seiten kluge Ratschläge für die Erzielung einer friedlichen Lösung geven zu können. Jetzt, wo die Verhandlungen in ihr wichtigstes Stadium getreten seien, sei die englische Haltung noch genau dieelbe. In der Frage der österreichischen Schulden sei Gutes aus Schlechtem entstanden. Das englisch=deutsche Zahlungsabkommen, das man kürzlich abgeschlossen habe, könnte die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern fördern, da man Vorkehrungen für eine Regelung der beutschen lang= und mittelfristigen Schulden getrossen habe. Posen, 13. Juli. In einem Dorfe des Kreises Schubin wurde am Dienstag die deutsche Ansiedlerstochter Ohlinger, die 1919 Alleinerbin eines 62 Morgen großen Bauernhofes wurde, nach einer Klage des polnischen Fiskus exmittiert. Für den bestellten Hof mit sämtlichem Inventar wurde der exmittierten Deutschen etwa 7500 Zloty zugebilligt. Nach Abzug verschiedener Gebühren, Neuschätzungen, Gerichtskosten usw. kam es zur Auszahlung von insgesamt 4300 Zloty Die Möbel der exmittierten Deutschen wurden, da diese zunachst kein anderes Unterkommen hatte, auf die Straße gestellt und damit einem um die Mittagsstunde niedergehenden Gewitterregen mit allen seinen verheerenden Folgen schutzlos ausgesetzt. Scharfe Maßnahmen gegen die polnische Minderheit in Litauen Warschau, 13. Juli. Wie die polnische Zeitung „Dziennik Narodowy“= aus Kowno meldet, hat das litauische Unterrichtsministerium 16 Lehrern polnischer Gymnasien in Litauen die Unterrichtserlaubnis entzogen. Das gleiche Blatt berichtet, daß zwei leitende Persönlichkeiten polnischer Minderheitenorganisationen in Litauen in ein Zwangsarbeitslager verschickt worden sind. Zweierlei Maß Unverständliches Verhalten volnischer Behörden. Bromberg, 11. Juli. Der nationalspanische Musikvädagoge Alfons Rösler aus Bromberg. Lehrer am Städtischen Musikkonservatorium und Leiter des Bromberger Sinfonieorchesters. nimmt als Stivendist an einem Ferienkursus beim Deutschen Musikinstitut für Ausländer in Berlin teil. Er erhielt von der polnischen Starostei einen gebührenfreien Paß und von der deutschen Auslandsvertretung anstandslos den deutschen Einreisesichtvermerk ausgestellt. Dem volksdeutschen Musikvädagogen Carl Jul. Meißner in Graudenz wird der für den gleichen Kursus beantragte Paß von der polnischen Starostei mit der Begründung verweigert, er könne in Polen einen Dirigentenkursus besuchen. Truppentransporte nach Palästina Insanterie, Husaren und Panzertruppen.— Der englische Kolonialminister über die neuen Verstärkungen. London, 13 Juli. Kolonialminister Malcolm MacDonald erklärte im Unterhaus, zu seinem Bedauern müsse er mitteilen, daß es weitere Gewaltakte in Palästina gegeben habe. Der Schlachtkreuzer„Repulse“" bleibe vorerst weiter in Haifa. 20 Offiziere und 254 Mann des Schiffes seien gelandet worden, um bei der Aufrechterhaltung der Ordnung weiter behilflich zu sein. Das erste Bataillon der irischen Garde sei in Palästina am Montag eingetroffen. Das erste Bataillon des EsserRegiments treffe am Dienstag dort ein, die erste Schwadron Husaren und ein Panzerwagenregiment werden am Mittwoch ankommen, weitere Schwadronen am Donnerstag. Der Hohe Kommissar, in Palästina sei ermächtigt worden, weitere Polizei einzustellen. Der belgische König fährt nach Paris Brüssel, 13. Juli. Die Meldung, daß König Leopold sich im Oktober anläßlich der Einweihung des Reiterstandbildes von König Albert nach Paris begeben werde, wird an zuständiger belgischer Stelle bestätigt. Es wird hinzugefügt, daß es sich bei der Reise König Leopolds nach Paris nicht um einen Staatsbesuch handele. Steigender Fehlbetrag in USA. Verschlechterung der amerikanischen Wirtschaftslage.— Roosevelt stellt sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben fest. Washington, 13. Juli. Präsident Roosevelt gab am Dienstag den revidierten Voranschlag für das am 1. Juli begonnene Haushaltsjahr bekannt. der ein grelles Schlaglicht auf die weitere Verschlechterung der amerikanischen Wirtschaftslage während des letzten halben Jahres wirft. Während sich der im Januar veröffentlichte erste Voranschlag auf die Hoffnung einer entschiedenen Besserung der Geschäftslage gründete, haben sich die Geschäftsbedingungen, wie Roosevelt in seinem neuen Bericht eingestehen muß, entgegen den Erwartungen nicht nur nicht gebessert, sondern allmählich verschlechtert. Das mache eine zusätzliche, Bereitstellung von Mitteln für Zwecke der Arbeitsbeschaffung notwendig, wodurch gleichzeitig die Wirtschaft den benötigten Auftrieb erhalten werde. Der Rückgang der Geschäftslage werde im lausenden Fiskaljahr nicht nur die E innahmen erheblich senken, sondern auch die Ausgaben erheblich großer werden lassen, als vor sieben Monaten vorauszusehen gewesen sei. Roosevelt schätzt jetzt das gesamte Ausgabenprogramm für das laufende Haushaltsjahr auf 8985 Millionen Dollar. Dadurch steigt der Fehlbetrag im Haushalt auf 4984 Millionen Dollar. Ein Erfolg Roosevelts New=Deal=Anhänger siegten in Oklahoma. Oklahoma City, 13. Juli. Bei den demokratischen Urwahlen in Oklahoma siegten die New=Deal=Anhänger mit großer Stimmenmehrheit. Der sich um seine Wiederwahl bewerbende Bundessenator Elmer Thomas besiegte zwei, der Gouverneurskandidat Philipps vier Gegenkandidaten. Dies ist die erste Kraftprobe nach Beginn der Rooseveltschen Wahlkampfreise zur Pazifikküste, mit der er die Anhänger seiner Reformpläne bei den Urwahlen zu unterstützen beabsichtigt. Weiterer Verwaltungsaufbau in Oesterreich „Land“ Oesterreich verschwindet. Berlin, 13. Juli. In dem Organ des NS.=Schriftwahrerbundes„Deutsche Verwaltung“ gibt Senatspräsident a. D. Dr. Mannlicher. Sektionschef der österreichischen Landesregierung, einen ausführlichen Ueberblick über die rechtliche Eingliederung Oesterreichs in das Deutsche Reich. Dabei sagt er u. a., daß auch die Verwaltung— unter der höchsten Leitung des Führers— an das Reich übergegangen sei. sodaß es begrifflich ebenfalls nurmehr eine Reichsverwaltung gebe. Es sei bei der weiteren Durchführung des Verwaltungsaufbaues Oesterreichs beabsichtigt, die Verwaltungsbereiche der einzelnen ehemaligen österreichischen Bundesländer zur Obersten Reichsverwaltung in ein unmittelbares Verhältnis zu bringen, womit die Beseitigung des Landes Oesterreich als solche verbunden sein werde. Ferner sollten in unterer Instanz. unter den ehemaligen Bundesländern. die bisherigen Verwaltungsbezirke, die Bezirkshauptmannschaften und landesunmittelbaren Stüdte, zu Kreisen werden. die zugleich Verwaltungsbehörden und Gebietskörverschaften sind. Im Zusammenhang mit diesen Reformen stehe auch eine teilweise Neuabarenzung der genannten Verwaltungsgebiete. Mithilfe bei der Ahnenforschung Eine Anordnung des evangelischen Oberkirchenrates in Wien. Wien, 13. Juli. Der evangelische Oberkirchenrat in Wien hat den evangelischen Pfarrämtern Anweisungen über die Mithilfe bei der Ahnenforschung erteilt. Der Oberkirchenrat erinnert in seinem Schreiben an die Schwierigkeiten, die der Ahnenforschung früher in Oesterreich durch kleinliche Schikanen bereitet worden sind. Die Errichtung des Großdeutschen Reiches habe es mit sich gebracht, daß die Ahnensorschung jetzt auch in der Ostmark unbehindert getrieben werden könne. Auch vom Standpunkt der evangelischen Kirche. so heißt es weiter. sind die Bemühungen deutscher Volksgenossen, ihre Ahnen festzustellen, als ein berechtigter und wertvoller Bestandteil des heutigen kulturellen Lebens im deutschen Volk vorbehaltlos zu begrüßen. Dabei muß beachtet werden, daß die Ahnenforschung eines der wichtigsten Gebiete ist. auf dem die Kirche, bei deren Pfarrämtern die Personenstandolisten seit altereber geführt werden. auch außerhalb des sveziell Seelsorgerischen dem Staat und Volk und den einzelnen Volksgenossen wichtige Dienste leisten kann. In der Erkenntnis der Wichtigkeit der Ahnenforschung und in dem Wunsche, auch in dieser Frage die Verbundenheit der evangelischen Kirche in Oesterreich mit dem deutschen Volk zum Ausdruck zu bringen, hat der Oberkirchenrat angeordnet, daß den Volksgenossen. die zur Feststellung ihrer Ahnen die Mitbilfe der Pfarrämter benötigen, die größtmögliche Unterstützung zuteil werde. Rheinisch=Westsälische Börse Die Mittwochbörse eröffnete nicht ganz einheitlich. Von Montanwerten waren Ver. Stahl leicht gebessert. Rheinstahl und Hoesch zogen je ¾ Prozent an. dagegen waren Rheinmetall ½ Prozent schwächer gesucht. Aus Mannesmann gaben ¼ Prozent. Felten ¾ Prozent und Erdöl ¼ Prozent her. Klöckner u. Harpener unverändert. Farben waren anfangs ¾ Prozent niedriger, später aber etwas erholt. Feldmühle zogen. nachdem sie über 1 piedriger eingesetzt hatten. im Verlause ½ an. Nachfrage bestand für Buderus vlus 1 Prozent. Dahlbusch minus 1 Prozent. Westdeutsche Kaufhof gewannen bis% zurück. Wintershall gut gehalten. Salzdetfurth 1125 niedriger gefragt. RWE. knapp behauptet. Am Kurenmarkt zeigte sich für Carolus Interesse bei einem Umsatz im Rahmen einer nach einer Ermäßigung der letzten Tage leicht erhöhten Notierung. Ebenso wurden auch Constantin umgesetzt. Gegenüber den letzten Erlösen ergaben sich hier Einbußen von ca. 300 RM. Deutschland gingen auf Vortagsbasis um. Braun koblenkuxe waren umsatzlos bei niedrigerer Notierung für Gute Hoffnung und Michel. Von Kalikuren wurden Beienrode und Burbach schwächer bewertet. Zu Umsätzen kam es jedoch nicht. Im Freiverkehr waren Lotbringen Genüsse unn. gehandelt. Für Burbach hörte man gebesserte Kurse. Elsa Cement verloren 1½ Prozent und stehen jetzt Dyckerhoff gleich. Humbold minus ½ Prozent. Kölsch Fölzer bis 1 Prozent schwächer. Auch Westwaggon und Walther je ca. 1 Prozent und Westfalen Kupfer ca ½ Prozent gedrückt. Die Kassakurse zeigten Erholungen bei Montanen, wenn auch zahlreiche Papiere gestrichen wurden. Banning gewannen 1 Prozent. Kalker Bräu 1¼ Prozent. Mülheimer Berg ¾ Prozent, schwächer waren noch Basalt minus 1½ Prozent. Julius Berger minus R. Klauser Spinnerei minus 1. Rhein. Braun kohlen minus 1. Schieß Defries minus 1½. Stollwerck minus 1. Tuchfabrik Aachen minus 1¾ Prozent. Im Angebot lagen Kreift minus 2¼ Prozent nach Pause. Westfalia Dinnendahl minus ½ Prozent. Bemberg wurden leicht ermäßigt bezahlt. Kabel Rheydt auf letzter Basis gehandelt. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Baumwolle: Stetig. Suverfine 3.85. Fine Omra 4.35 Dollar. Kaffee: Am Platze sowie im Inlande liegt das Geschäft sehr ruhig, während es im Transithandel zu größeren Abschlüssen kommen konnte. die auf bisheriger Preisbasis getätigt wurden. Von drüben lauten die Nachrichten unv. Die Märkte in Zentralamerika liegen eher etwas fester. Preise unverändert. Schmalz: Stetig. Amerikan. Steamlard 23¾, Purelard raffn. 23¾ bis 24½ Dollar. Dänisches Schmalz fehlt Kautschuk: Fest. Sheets loko 7½. August=Sept 7 9/16. September=Oktober 72. Pence per lbs. Zucker: Effektivmarkt: Stetiger, wobei die Forderungen für British fine weiter erhöht lauten. Tschech. Kristalle. Feinkorn, per Juli 7/—. British fine Juli=Aug. 6/9¼. Terminmarkt: Stetig. Spätere Termine sind weiter erhöht. Oele und Fette: Die Marktlage ist unverändert ruhig. Man hörte die bisherigen Preise. Auch der Weltmarkt zeigt tendenzmäßig keine Abweichung gegen die Vortage. Bei ruhigem Umsatz wurden pflanzliche Oele eher etwas leichter genannt. Leinöl prompt(Holl.) 19¾/8. dto. per August=September 19¾. dto. per Okt.=Dezember 19¼ bfl. Kokosöl. Ceylon, 15.1206 L., Sojabohnenöl. mandsch., Juli=August 18.—/— L. Uebriges unverändert. Rohkakao: Nach den gestrigen Preisveränderungen liegt der Weltmarkt heute unverändert stetig. Von Edelsorten sind die Preise unverändert stetig. Von Edelsorten sind die Vorräte in Suv. Sommer Arriba nunmehr geräumt. Nach dem Inlande kommt es vereinzelt zu kleinen Bedarfskäufen. Rohkakaohalbfabrikate: Auch für Kakaofabrikate hat die Nachfrage nachgelassen, wenngleich Kakaopulver hier und da noch begehrt wird. Die Preise zeigen keinerlei Abweichung und bleiben unverändert. Viehmärkte Essener Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder. gesamt 734, darunter: Ochsen 96 Bullen 124. Kühe 415, Färsen(Kalbinnen) 99. Kälber 930. Schafe. Lämmer und Hammel 95. Schweine 610 Sta Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45. sonstige vollfleischige 41, fleischige 36. Bullen: Jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39. fleischige 34. Kühe: Jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—39, fleischige 30—33. gering genährte 25. Färsen(Kalbinnen): Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44, vollfleischige 39—40. fleischige 35. Kälber: Doppellender, bester Mast 70 bis 78, beste Mast= und Saugkälber 63, mittlere Mast= und Saugkälber 57. geringere Saugkälber 48. geringe Kälber 38. Lämmer. Hammel und Schafe: Weidemasthammel, beste jüngere 48—52, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 40—45, mittlere Schafe 35—38. Schweine: Fettschweine über rd. 150 Klg. Lebend gewicht 56.5. vollfleischige Schweine von 135—149 Klg. 55.5. vollfleischige Schweine von ca. 120—134 Klg. Le bendgewicht 54.5. vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 52.5. vollfleischige Schweine von ca. 80—100 Klg. Lebendgewicht 49.5, fette Specksauen 53.5. Marktverlauf: Rinder u. Kälber zugeteilt. Schafe mittel. Schweine zugeteilt. Pferdesport Rennen zu Krefeld. 1. Preis der Niers: 1. Pikör(M. Schmidt), 2. Atlanta. 3. Weltfriede. Toto: Sieg 56:10. Platz 16, 23. 12:10. EW.: 516:10. Lg.: ½, 3. 2. Ferner liefen: F. D., März Der Aufstieg. Ottokar. Esther. 2. Hülsenberg=Hürdenrennen: 1. Amern„(Glitsch). 2. Kantate, 3. Goldhawk. Toto: Sieg 80:10. Platz 16. 14. 15:10. EW.: 382:10. Lg.: 2½. 2. 5. Ferner liefen: Luftikus. Tinos. Frau Luna. 3. Preis von Heyenbaum: 1. Sagenprinz(Schönfisch). 2. Gnu, 3. Heerbann. Toto: Sieg 32:10. Platz 13. 10. 19:10. EW.: 130:10. Lg.: 4. 2. ½. Ferner liefen: Alaja. Ostgote. Gastrecht, Aulodie. Partitur 4. Krefelder Jagdrennen: 1. Finor(Hochstein), 2. Raubritter. 3. Eincrusta. Toto: Sieg 80:10. Platz 21. 17. 29:10, EW.: 482:10. Lg.: 6. 3, 1. Ferner liefen: Agnus. Royal Pantalion. Seni. Ohio. Quast 5. Preis vom Forstwald: 1. Orianda(Narr). 2. Adare. 3. Vaterlanosliebe, 4. Leguana. Toto: Sieg 28•10, Platz 12, 15, 15, 15:10. EW.: 306:10. Lg.: ½. P. 1½. Ferner liefen: Thammo, Windsor. Zentaur. Jessie. Firestone. Le Ner. 6. Budberger Jagdrennen: 1. Titine(Naumann), 2 Finoterie, 3. Hero. Toto: Sieg 76:10. Platz 21. 17. 17:10. EW.: 514:10. Lg.: 1. X. R. Ferner liefen: Casteau. Lebensart. Prior, Evikur. Massawa 7. Preis von Fischeln: 1. Garant(Randow), 2. Romantik. 3. Aehre. Toto: Sieg 66:10. Platz 22. 31. 19:10, EW.: 486:10. Lg.: P. 2, ½. Ferner liefen: Puramide Fechter. Ha'Abre. Florian Geyer. Wernigerode. Rennen zu Le Tremblay. 1. Rennen: 1. Aqua Caliente(Ramognino), 2. Lianon. 3. Gloria Victis. Toto: Sieg 17:10. Platz 11. 14:10. Lg.: 5. 2½, 1½. 2. Rennen: 1. Ksarine(Fantini), 2. Magalo. 3. O la Muta. Toto: Sieg 175:10. Platz 29. 12. 18:10. Lg.: 3. 2. 2. 3. Rennen: 1. Florinette(Delarie), 2. Tardoire. 3. Alrisk. Toto: Sieg 53:10. Drei liefen. La.: 2. 3. 4. Rennen: 1. Firouz(Rochetti) 2. Talma. 3. Bucheur. Toto: Sieg 63:10. Platz 26. 19:10. Lg.: K. K., 3, 2. 5. Rennen: 1. Tali(Rochetti), 2. Swam Song. 3. Conrerevent. Toto: Sieg 55:10. Platz 18. 21. 17:10. La.: ½. 3. 2½. 6. Rennen: 1. Nurik(Elliott), 2. Pennsburg. 3. Birikil. Toto: Sieg 27:10. Platz 11. 12. 11:10. Lg.“ H. k. K., 3. Wie wird das Wettes? Am Nordabhang des Azorenhochs gelangen noch immer feuchte temveraturverschiedene Meeresluftmassen nach Mitteleurova und gestalten die Witterung weiterhin unbeständig. Eine neue Störung macht sich bereits über Irland durch verbreiteten Niederschlag bemerkbar. Sie wird auch Westdeutschland erreichen. hier aber nicht mehr die volle„Wetterwirksamkeit ausweisen. Vorhersage für Donneretag: Frische Winde aus Südwest bis West. meist stärker bewölkt mit einzelnen gewittrigen Niederschlägen. Temperatur wie am Vortag Vorhersage für Freitag: Bei nordwestlichen Wind. wechselnde Bewölkung, vorwiegend trocken, etwas kühler Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Noch nicht ganz beständig. F 1dne Ase 111 AIs willkommene Neuheit bringt die Sommermode allerliebste weiße X Lingerieblusen aus seinem Leinen oder anderen Waschstossen. Sie sind mit zierlichen Valenciennesspitzen besetzt, mit Säumchen und Biesen geschmückt und leuchten frisch im Ausschnitt unserer leichten Sommerkostüme. Kurze Armel sorgen dafür, daß sie nicht allzu schnell sichtbare Spuren des Getragenseins ausweisen. Denn so eine weiße Bluse ist nur dann hübsch, wenn sie stets blütensauber aussieht. Der Reiz des Transparenten wird wieder in den Dienst der Mode gestellt. Klare Tüllstreifen durchbrechen Brusteinsätze an Waschblusen Gestreiftes Kostüm. Die Teilungsnähte wirken zugleich als Belebung. Ultra=Schnitt S 1717 Lingeriebluse mit zierlicher Spitzengarnierung und Biesenschmuck. Ultra=Schnitt B 2364 Hochgeschlossene Bluse mit Vorderknopfschluß. Am Hals auch zu öffnen. Ultra=Schnitt B 2359 Die neuen langen Kimono=Bauschärmel an einer weißen Bluse. Ultra=Schnitt B 2355 in Oberhemdform. Spitzenblusen entzücken durch graziöse Machart. Georgette tritt als neuer Blusenstoff in den Wettbewerb der Kleidsamkeit. Die Mehrzahl der Sommerblusen schließt hoch am Hals und hat die schon erwähnten kurzen Armel. Das ist sicher praktisch und angenehm leicht. Zudem paßt es zu der kna####en, schlichten Art von Blusen, an die wir uns gewöhnt hatten. Aber nun scheint sich ein Wandel vorzubereiten. Eine neue, sehr bequem sitzende Weite umspielt unsere Figur. Eingekräuselte Teile fügen sich an eine glatte Kimonopasse. Und bauschige Fülle langer Armel wird am Handgelenk von einem schmalen Bündchen eingefangen. Allerdings birgt diese Neuheit eine kleine modische Gefahr. Sie wirkt sich katastrophal aus, falls andere als sehr weichfallende Stoffe den Armeln statt weicher Anmut eine starre Plumpheit geben. Werkein Freund hochgeschlossener Blusen ist, macht sich die Möglichkeiten der verwandelbaren Verschlüsse zu eigen. Er operiert mit Reißverschluß oder einer dichten Reihe kleiner Knöpfchen und Oesen und legt den Ausschnitt nach Belieben breit zu Aufschlägen um. Ob es nun kühl sein mag oder heiß, die Bluse kann sich nach jeder Temperatur richten. Blusen im sportlichen Charakter tragen viel zur farbigen Belebung unseres Anzuges bei. Die jüngere Damenwelt hat eine große Zuneigung zu diesen netten kleinen Blusen, die so anspruchslos im Schnitt und so fröhlich in den Farben sind. Garnituren erübrigen sich hier, Sportblusen verlangen nach äußerster Sachlichkeit. Man begnügt sich mit Taschen, Knopfleisten und bringt höchstens eine aus dem Schnitt heraus geschaffene Verzierung an, wie es kleine, neuerdings offensichtlich zur Schau nach außen gelegte Abnäher sind. M. CI. Bluse in Oberhemdform mit streifenbesetzter Brust aus Tüll. Ultra=Schnitt B 2362 Straßenanzug. Brauner Rock und bastfarbene Schantungjacke. UltraSchnitt S 1718 Sportbluse aus farbigem Jersey oder aus Leinen mit Abnähern als Verzierung. UltraSchnitt B2354 Nicht mehr Ullstein-Schnitte sondern„Gltra*-Schnittmuster.-Das ist der neue Name des altbewährten„sprechenden“ Ullstein-Schnitte. 1 Müh' und Arbeit war Dein Leben, Nie dachtest Du an Dich; Nur für die Deinen streben, War Deine höchste Pflicht. Dienstag früh 7.50 Uhr entschlief sanft und gottergeben, gestärkt mit den Heilsmitteln unserer hl. Kirche, nach kurzem, schwerem Leiden, unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante geb. Müller im Alter von fast 66 Jahren. Jn tiefem Schmerz: Die trauernden Hinterbliebenen. Herne, Paderborn, Siegen, Allendorf und Büdenholz, den 12. Juli 1938. Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 15. Juli 1938, nachmittags 3½ Uhr vom Trauerhause, Eckstraße 5, aus.— Das Seelenamt ist Freitag morgen 7¼ Uhr in der St.-Bonisatius-Kirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese Anzeige als solche. Lies täglich den Herner Anzeiger Zwangsversteigerung Freitag, d. 15. 7. (10 Uhr) versteigere ich in der Wirtschaft Biermann, Bahnhofstr. 136, öffentl. meistbietend geg. 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Da seit einigen Jahren die Abiturienten auch sportliche Leistungen aufweisen müssen, so war das gestrige Schulfest eine günstige Gelegenheit, um auch zwischendurch die leichtahletischen Prüfungen der Abiturienten abzuwickeln. Ihrer gibt es an der Oberschule gegenwärtig über 30, ihre Leistungen aber standen bei allen Hauptkämpfen mit an der Spitze. Soweit es sich um überdurchschnittliche Leistungen handelte, wurden diese bei den Kämpfen um die Schulmeisterschaften mitgewertet. Das Schulsportfest nahm mit einer kurzen Ansprache von Oberschullehrer Enkemann, der im Namen der Anstalt sprach, seinen Anfang. Nach der Flaggenhissung führten die aufmarschierten Schüler, über 400 Köpfe stark, eine Marschrunde mit Gesang durch. Dann stellten sie sich auf dem grünen Rasen zur Körperschule auf. Was sie hier in exakter Disziplin, in musterhafter Abwicklung boten, fand reichen Beifall der Zuschauer. Es folgte die Hindernisstaffel der Klassen 1a, 1b, 2a und 25, bei der die Klasse 1a das Rennen machte. Bei dieser Staffel mit ihren Hindernissen waren die jüngsten Schüler der Anstalt mit Begeisterung bei der Sache, ebenso konnte man infolge des Ehrgeizes der Klassen untereinander manche lustige Phase beobachten. Spannend waren natürlich der 100=Meter= und der 3000=Meter=Laut, wobei es nicht an Anfeuerungen der Schüler wie auch der Erwachsenen fehlte. Die herausgeholten Zeiten waren nicht schlecht. Sie ließen erkennen, daß die Leibesertüchtigung an der Oberschule für Jungen dauernde Fortschritte macht und daß die Turn= und Sportlehrer sich sehr viel Mühe geben, die Jungen sportlich gewissenhaft vorzubereiten. Der Ehrgeiz der einzelnen Läufer ließ es einnicht zu, auch an aussichtsloser Stelle das Rennen etwa aufzugeben. Auch in den Staffein, wo Klasse gegen Klasse lief, war diese hohe sportliche Auffassung deutlich zu erkennen. Die leichtathletischen Kämpfe der Abiturienten wie die der Mitschüler wurden mit großer Aufmerksamkeit seitens der Zuschauer verfolgt und die Ergebnisse bei den einzelnen Uebungen kritisch unter die Lupe genommen. Am Mikrophon, das die Hibernia mit dem Lautsprecherwagen zur Verfügung gestellt hatte, sorgte übrigens Oberschullehrer Enkemann mit Humor füt die Einsatzfreudigkeit seiner Schüler. Die Das Gebiekssportfest der niederrheinischen HJ. mit der 31. Reichsoffenen Jugendregatta am kommenden Sonntag auf dem Essener Baldeneysee ist ein Fest der Jugend im besten Sinne. 498 jugendliche Ruderer aus 28 Vereinen kämpfen. in 94 Booten um den Sieg. Die Regatia ist ausgezeichnet besetzt, wie das nachstehende Meldeergebnis zeigt. Vierer der Stadt Essen 1 Abt.: RB 82 Münster, Düfseldorfer RF 80, BS6 Allianz Berlin, Bayer Leverkusen, Eluf Essen.— 2. Abt.: WS'V Godesberg, Bonner RG, Germania Düsseldorf, Mülheimer RG. Adolf-Hitler=Vierer 1. Abt.: Etuf 2. Book, RG LindenDahlhausen, Kettwiger RG, Hamborner RG, RK. Hamm. 2. Abt.: WS' Mülheim-Ruhr, R3 Weser, Hameln, Essen-Werdener RK, 1. Boot, Etuf, 1. Boot, RB Bochum 3. Abt.: Etuf 3. Boot, Bonner RG, Düsseldorfer RB, 80, RG Benrath, Steeler RB.— 4. Abt.: Essen-Werdener RK, 2. Boot, Kempenich-Riege, Essen, Germania Homberg. WSt Krupp, Essen. Erster Vierer: RG 97 Ruhrort, RG Benrath, Eiuf Essen, Germania Düsseldorf, WS B Mülheim=Ruhr. Baldeny=See=Achter: H3 Gelsenkirchen, Germania Düsseldorf. Dimpfen=Stilrndern: a. Doppeloierer: WSW Mülheim= Rubr. H3 Gelsenkirchen.— b. Riemenoierer: WSW Mülsportliche Härte, die den Jungen eingeimpft worden ist, stellte man auch im Kampfball fest. Zwar ließ die Klasse 3b die Klasse 3a mit dem Resultat von 9:0 weit hinter sich, dafür war die Siegerklasse körperlich auch etwas zu überlegen. Es wurde fair gespielt, und die Zuschauer hatten auch hier helle Freude an den Leistungen beider Halbzeiten. Im Fußballspiel der Schulmannschaften A gegen B siegte die Nachwuchsmannschaft mit 4:1 gegenüber der Mannschaft, die beim ersten Fest, das wegen Regen abgebrochen werden mußte, gegen die Wanne=Eickeler Schulmannschaft auch hoch verloren hatte. Die Kämpfe, die abends ein noch schöneres Wetter als am Nachmittag hatten, wurden gegen 19.15 Uhr mit der Siegerehrung beendet, die Oberstudienrat Kracht vornahm und wobei den siegenden Klassen wie den Einzelsiegern Ehrenurkunden überreicht wurden. Nicht zu vergessen sei auch das zeitweilige Auftreten des Schülerorchesters unter Studienrat Schulte. Die Zuschauer gingen, Zeuge eines schönen Schulsportfestes gewesen zu sein, hochbefriedigt heim. Die Siegerliste Hindernisstaffel: 1. Klasse 1a, 2. Klasse 1b. Kugelstoßen: 1. Kurt Titel(Klasse 6 b) 11,68 m; 2. Erich Winkelhake(6 b) 10,94 m; 3. Hermann Senge (8 b) 10,83 m. 100-Meter=Lauf: 1. Hans Wessel(7a) 12 Sek., 2. Hans=Werner Meyer(4a) 12,2 Sek., 3. Karl=Heinz Becker(7a) 12,3 Sek. Weitsprung: 1. Erich Winkelhake(6 b) 6.16 m; 2. Hans Wessel(7 a) 6,03 m, 3. Werner Waltemade(7 b) 5,62 m. 3000-Meter-Lauf: 1. Erich Winkelhake(6 b) 101 Min.; 2. Hermfried Laufer(8 b) 10,33 Min., 3. Doll(8b) 10,33 Min. 20 mal 100-Meter-Staffel: 1. Klasse 5a 4,41 Min. 2. Klasse 5b 4:41,5 Min. Kampfball: Die Klasse 3b schlug Klasse 3a mit 9:0 (Halbzeit 5:0). Dreikampf: 1. Erich Winkelhake(6b) 2584,6 2. Kurt Titel(6b) 2251,2 Punkte; 3. Hans=Werner Meyer(4a) 2245 Punkte. 4mal 100-Meter-Staffel: 1. Klasse 8a in 49 Sek.; 2. Klasse 7a in 49.4 Sek.; 3. Klasse 7b in 50.2 Sek. Fußballspiel: A=Mannschaft—. B=Mannschaft 1:4 (Halbzeit 1:3). heim-Ruhr, 23 Bann 159 i. d. Mülheimer RG. Hö., Gelsenkirchen, Kempenichriege Essen, Etuf Essen. Hindenburg=Gedächtnis=Vierer 1. Abt.: Etuf Essen, R6 Benrath, Lübecker RG 1885, Kölner C. f. W., WSB Mülheim-Ruhr, Bayer Leverkusen.— 2. Abt.: RB 82 Münster, RB Weser=Hameln, Mülheimer RG, Bonner RG, WS'V Godesberg. Hügel=Vierer, 1. Abtl.: RK Hamm H3, Gelsenkirchen 1. Boot, Westfalen-Herdecke, RG Linden=Dahlhausen, Rettwiger RG, Etuf 1. Boot.— 2. Abt.: Düsseldorfer RV, HJ. Gelsenkirchen 2. Boot, Eluf 2. Boot, R' Weser=Hameln, Essen-Werdener Ruderklub 1. Boot.— 3. Abt.: RB Bochum, Essen-Werdener Ruderklub 2. Boot, Kempenichriege Essen, Etuf 3. Boot, WSB Krupp, Essen. Zweiter Gig=Vierer 1. Abt.: Hamborner RG, Düsseldorfer RB 1880, RK Hamm, Etuf 2. Bool, Allianz Berlin. 2. Abt.: Eluf 1. Boot, RB Bochum, Steeler RB, WS.B Mülheim-Ruhr.— 3. Abt.: Germania Düsseldorf, H3 Gelsenkirchen, Germania Homberg, RG Benrath. Ermunterungs=Vierer: RK Westsalen-Herdecke, R73 Weser=Hameln, Bonner RG, Eluf Essen. Gebietsachler: WS B Krupp, Essen, RG Ruhrork 1897. H. Gelsenkirchen, WSV Godesberg, Kölner EfW, Libecker 276 v. 1885. Baldeneyseefest— ein Fest der Jugend