Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebeacht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1007. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger7 Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8. neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe 4 Pf., im Textteil 25 Pf., Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mmn 3½ Pf. Siffer= und Auskunftsgebühr 25 Pf., Fernsorocde: Sammel=Nummer 52541," Drahtanschrift: Anzeiger Horur. Nr. 164(Erstes Blatt) Samstag, den 16. Juli 1938 34. Jahrgang Der Führer in Gelsenkirchen Es wird amtlich mitgeteilt, daß der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zu der Trauerfeier für den verstorbenen Staatsrat Geheimrat Emil irdorf persönlich erscheinen wird. Der Führer wird heute vormittag in Gelsenkirchen eintreffen. Freundschaftlicher Telegrammwechsel zwischen dem Kaiser von Mandschukuo und dem Führer und Reichskanzler. Berlin, 15. Juli. Anläßlich des Inkrafttretens des am 12. Mai d. Is. unterzeichneten deutsch=mandschurischen Freundschaftsvertrages hat Seine Majestät der Kaiser von Mandschukuo ein Telegramm an den Führer und Reichskanzler gerichtet. worin er seiner Freude über den Abschluß des Vertrages und die Aufnahme der divlomatischen Beziehungen ausdrückt und die Hoffnung auf eine enge und dauernde Zusammenarbeit zum Schutze gegen den Kommunismus, zur Erhaltung des Weltfriedens und zur Förderung der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern ausspricht. Der Führer und Reichskanzler hat auf diese Botschaft mit einem herzlich gehaltenen Danktelegramm geantwortet, worin er seine volle Zustimmung zu den Gefühlen und Wünschen des Kaisers von Mandschukuo erklärt. Gleichzeitig hat aus demselben Anlaß ein freundschaftlicher Telegrammwechsel zwischen dem Premierminister von Mandschukuo. Herrn Chang Ching=hui, und dem Reichsaußenminister, Herrn von Ribbentrop, stattgefunden. Auf dem Wege nach Nürnberg Stabsführer Lauterbacher eröffnet den Adolf=Hitler= Marsch. Bergen auf Rügen, 15. Juli. Der Treuemarsch der deutschen Jugend nach Nürnberg, der Adolf=Hitler=Marsch. wurde in diesem Jahre von Rügen aus mit einer Feierstunde im Hans=Mallon=Ehrenmal in Bergen eröffnet. Stabsführer Lauterbacher gab den Marsch= befehl an die vommersche HJ. mit einer kurzen Ansprache. in der er den Marsch als einen Ausdruck der Ehrsurcht und damit der religiösen Gesinnung der deutschen Jugend bezeichnete. Diese Stätte, so erklärte er, von der der Marsch beginnt, birgt einen der 21 toten Kameraden der 5J., die für Freiheit und Volk gefallen sind. Ihr. meine Kameraden. seid der lebende Beweis dafür, daß der Geist dieser Gefallenen in Euch weiterlebt und daß Ihr der Toten Vermächtnis in aller Zukunft weitertragen werdet. Sogleich nach der Feierstunde setzten sich die vommerschen Marscheinheiten in Bewegung. Sie legten bis zum Abend die erste Etappe des etwa 800 Klm. langen Marsches zurück und bezogen in Natzevitz auf Rügen Quartier. Jüdische Flugblätter rusen in Palästina zur Revolte auf Jerusalem. 15. Juli. Wie bekannt, hat der englische Labour=Abgeordnete Wedgwood in einem Brief an den Präsidenten und die Offiziere des Verbandes ehemaliger jüdischer Offiziere in Tel=Aviv die Inden in Palästina aufgefordert, dort ihre Vorherrschaft mit Gewalt und passivem Widerstand durchzusetzen. Dieser Aufforderung haben die palästinenfischen Juden nunmehr nach Bekanntwerden des Briefes des englischen - Unterhausmitgliedes prompt Folge geleistet. Am Donners ##tag sind nämlich in Jerusalem, Tel=Aviv und Haifa ille##aale bebräische Flugblätter verteilt worden, die zum x. Widerstand gegen die Staatsgewalt und Steuerverweigerung aufreizen. Es heißt u. a. auch darin, daß die gemäßigten Zionistenführer, welche Zurückhaltung empfehlen. Volksverräter seien. Die jüdischen Flugblätter nehmen Bezug auf den bekannten Brief des englischen Unterhausmitgliedes Wedawood. worin der jüdische Widerstand gegen die Staatsgewalt empfohlen sei. Mit der Verteilung dieser illegalen Flugblätter hätten die Juden bereits den ersten Punkt der Wedawood=Empfehlungen zu erfüllen begonnen. Neue jüdische Gewalttat in Terusalem 12 Uraber durch Bombenwürse getötet. Jerusalem, 15. Juli. In der Jerusalemer Altstadt ereignete sich am Freitag ein neuer schwerer Zwischenfall Als die Mohammedaner nach Beendigung der FreitagGebete die Omar=Moschee verließen, warfen jüdische Verbrecher auf dem Gemüsemarkt eine Bombe in die Menge. Die Wirkung war furchtbar, 12 Araber wurden getötet und 15 verwundet, davon sieben schwer. Zwei Jüdinnen sind unter dringendem Tatverdacht verhaftet worden. Im Zusammenhang mit der neuen Untat ist für Jerusalem ab 18 Uhr ein Ausgehverbot erlassen worden. Auch aus Sased werden neue Zwischenfälle gemeldet. wobei es Tote und Verwundete gab. Ferner werden neue Fälle von Brandstiftungen gemeldet. Zugoslawische Anerkennung für „Kraft durch Freude" Belgrad, 15. Juli.„Breme“ veröffentlicht einen längeren Bericht über die römische Tagung des inter nationalen Büros„Freude und Arbeit". Dabei würdigt das Blatt in besonderem Maße die von der ganzen Welt bewunderten Leistungen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. Den größten Eindruck habe es gemacht. als in Madeira deutsche Arbeiter mit den reichen Luxus reisenden aus England und Amerika zusammengetroffen Wien. Das KdF.=Schiff„Wilhelm Gustloff", das Schiff ohne Klassen, sei ein Sinnbild der deutschen Volks, Emeinschalt— Lügen in Serienfabrikation News Chronicle“ hetzt weiter Neueste Erfindung:„Bedrohung Gibraltars“ durch deutsche Artillerie...“ Sinnlose Kombinationen 7 Was sagt London? London, 15. Juli. Der„News Chronicle“ bringt zum dritten Male innerhalb von drei Tagen einen gegen Deutschland gerichteten Bericht, dessen Einzelheiten sich das Blatt ganz ohne Zweifel aus den Fingern gesogen hat. Diesmal beschäftigt sich das Blatt, offenbar in der Hoffnung, der Nichteinmischungspolitik Chamberlaius doch noch ein Bein stellen zu können, nach dem Muster der französischen Marokko=Lüge vom Januar 1937 erneut mit angeblicher umfangreicher militärischer Einmischung Deutsch lands in Spanien. Wieder einmal wird den Engländern die Bedrohung von Gibraltar durch angebliche deutsche Geschütze in Spanisch=Marokko vor Augen geführt, wird behauptet, daß sich in der spanischen Flotte 5000 Mann deutsches Flottenpersonal befänden und werden weiter eine Reihe von Einzelheiten angegeben, die so frisiert sind, daß sie auf den ersten Blick den Anschein der Richtigkeit erwecken sollen. Den Veröffentlichungen des Blattes steht für jeden Kundigen die Lüge an der Stirn geschrieben. Zunächst wird behauptet, daß 50 Messerschmitt=Maschinen, 48 Heinkel=Jagdflugzeuge, 138 moderne Junkers=Bomber, 12 Heinkel=Bomber, 6 Rohrbach=Bomber in Bilbao eingetroffen seien. Die Junkers=Fabriken hätten in den letzten Monaten 150 Junkers=Flugzeuge nach Spanien geschickt. Um die Behauptungen zu erhärten, wird wahllos eine Reihe von deutschen Orten aufgeführt, wo nach Meinung des Blattes Flugzeuge vorhanden sein müssen. In erster Linie groge Städte wie Berlin, München und Frankfurt, und es wird dazu kühn behauptet, daß von diesen Flugplätzen aus Spanien mit neuen deutschen Geschwadern versorgt worden sei. Ferner seien Fallschirmpiloten in Spanien angekommen, von denen sich jetzt 2000 in Spanien befänden, 1200 Mann einer leichten Brigade seien unter Führung ihrer Offiziere in Spanien eingetroffen. Deutsche Kavallerie sei in Marokko gelandet. 12 000 deutsche Techniker bauten Marokko zu einer riesigen Festung und zu einem Zentrum von Munitionssabriken aus. Die Hintergründe Berlin, 15. Juli. Zu der neuen Lügenaktion der unter der Kontrolle der Sowjets stehenden Redaktion des englischen Blattes„News Chroniel=“ schreibt der„Deutsche Dienst": Es gibt ein altes Sprichwort:„Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen". Dieses Sprichwort bewahrheitet sich jetzt in negativer Weise am„News Chronicle“, der von einer Lüge in die andere taumelt, immer in der Hoffnung, daß dadurch die Lüge vom Tage vorher in Vergessenheit geraten werde. Jetzt ist wieder einmal Spanien dran, nachdem er noch gestern durch die Veröffentlichung des Artikels des ehemaligen französischen Luftfahrtministers Pierre Cot die militärische Bedeutung der Tschechoslowakei bei einem Angriffskrieg Frankreichs gegen Deutschland behandelt hat.„Deutsche Geschwader in Spanien“ künden die Schlagzeilen des Londoner Judenblattes. Moskau hat gut bezahlt. Und so werden die alten Märchen vom Januar 1937 wieder ausgewärmt. Der Zweck ist heute wie damals der gleiche: Diskreditierung Francos in den Augen der Engländer und Schaffung einer für Rotspanien günstigen Stimmung, weil die Durchführung des Londoner Freiwilligenabkommens für den Regierungsausschuß der Herren Negrin. Caballero und Konsorten das Ende bedeuten würde. Rotspanien lebt ausschließlich von ausländischen Freiwilligen und ausländischem Material. Sowjetrussische Flugzeuge und Bomben, englische und sowjetrussische Tanks, französische Geschütze und französische Munition, neben den sowjetrussischen Truppenabteilungen, durch große finanzielle Versprechungen geworbene Freiwillige aus England und Frankreich in großer Zahl— damit allein vermag Rotspanien den Krieg zu führen. Und um diese versteckte Einmischung, die gerade in den letzten Tagen wiederum verschärfte Form angenommen hat, zu verdecken und zu bemäuteln, werden die Märchen von umsangreichen deutschen Kriegs lieferungen an Franco erfunden. Das klinat doch glaubwürdig, nicht wahr: 1050 Offiziere, 3600 Unteroffiziere, 48 Heinkel=Jagdflugzeuge. 18 dreimotorige Bomber usw. Nur keine runden Jahlen mehr, denn die sind von vornherein anrüchig. Diesmal gibt man sich mehr Mühe. Man nimmt sich eine Karte von Deutschland vor. Wo liegen große Städte? Bei ihnen pflegen doch Flugplätze zu sein und damit Teile der Luftwaffe? Genaues weiß natürlich der Schmock beim„News Chroniele“ nicht. Aber Berlin, München und Frankfurt kann man auf jeden Fall anführen. Und so macht er diese Städte zu Ausgangshäfen von Massenflügen ganzer deutscher Geschwader nach Spanien. Wir wollen nicht abstreiten, daß General Franco auch Flugzeuge aus deutschen Fabriken verwendet, denn Japan protestiert in Moskau Moskau, 15. Juli. Der japanische Geschäftsträger in Moskau, Nischi, suchte heute nachmittag den stellvertretenden Außenkommissar der Sowjetunion, Stomonjakow, auf, um in der Angelegenheit des Grenzzwischenfalles bei Hunschun im Auftrage seiner Regierung schärfste Verwahrung einzulegen. Der Geschäftsträger forderte, daß die Sowjettruppen aus der Umgebung von Schanfeng, wo sie sich festgesetzt hätten. sofort zurückgezogen würden. Der stellvertretende Außenkommissar erklärte hierauf. ihm seien noch keinerlei Informationen über diesen Zwischenfall zugegangen, er versprach jedoch. Nachforschungen anstellen zu wollen. Von hiesiger japanischer Seite wird darauf hingewiesen, daß im Nayon des gestrigen Grenzzwischenfalles der Ort liege, an dem der bisherige GPU.=Chef für den Fernen Osten. Ljuschkow. kürzlich die Grenze überschritten habe. Mit der Flucht Ljuschkows zusammenhängende Umstände könnten, wie bemerkt wird, den Anlaß zu dem sowjetischen Vorgehen an dieser Stelle gegeben haben. * Japanische Regierungserklärung zur Absage der Olympischen Spiele. Tokio, 15. Juli.(Ostasiendienst des DNB.) Nach der Kabinettssitzung, in der die Vorschläge des Handelsministers Iheda und des Wohlfahrtsministers Kido bezüglich der Aufgabe der Weltausstellung und der Olympiade 1940 einstimmig angenommen wurden, gab Kabinettssekretär Kazimi fdigende Regierungserklärung ab: „Im Hinblick auf die gegenwärtige Lage, in der die Regierung mit allen Kräften die geistige und materielle Mobilisation des gesamten Volkes durchführt, um das Ziel des Heiligen Krieges zu erreichen, schien es angebracht, die Abhaltung der Weltausstellung anläßlich der 2600jährigen Reichsgründungsfeier zu verschieben. Gleicherweise wurde die Abhaltung der 12. Olympiade in Tokio aufgegeben und das japanische Olympische Komitee von dieser Entscheidung unterrichtet.“ Nach Abgabe der Regierungserklärung erklärte der für die Olympiade zuständige Wohlfahrtsminister Kido vor Vertretern der Presse, daß er wiederholt für die Durchführung der Olympiade eingetreten sei. Die Entscheidung der Regierung sei aber nach eingehender Erwägung aller Möglichkeiten gefällt worden und müsse daher von jedermann gebilligt werden. Er dankte im Namen der japanischen Regierung der Stadt Tokio, den Sportverbänden u. den ausländischen Olympiavertretern. die sich um die Vorbereitung der Olympiade verdient gemacht hätten. Der Minister gab weiter der Hoffnung Ausdruck, daß die bisher geleistete Arbeit und die verschiedenen schon gebauten Sportanlagen für später in Japan abzuhaltende Spiele volle Verwendung finden würden. — Schwerste Kämpfe bei der Internationalen Motorrad=Sechstagefahrt in England Ungewöhnlich schwere Anforderungen stellt die Internationale Motorrad=Sechs=Tage=Fahrt an die Teilnehmer, und zwar sowohl was die Schwierigkeit des Geländes als auch die Schnelligkeit des Tempos anbetrifft. Es gab eine ganze Reihe von Unfällen und Ausfällene sodaß zum Beispiel die deutsche Lündermannschaft bereits gesprengt wurde und für den Trophy=Preis nicht mehr in Frage kommt. Hier führt allein England mit 0 Punkten. Sonst liegt die deutsche Mannschaft allerdings nicht schlecht. Hier sieht man eine Kontrollstelle an einem Ort mit dem unaussprechlichen Namen Cum=Twrch.(Schirner-A.) Deutschland verkauft Flugzeuge an die ganze Welt. Und wenn in Francos Luftwafse neben Italienern. Engländern. Sudamerikanern und anderen auch Deutsche zu finden sind, dann auf jeden Fall weniger als allein Engländer und Franzosen auf rotspanischer Seite. Es wäre dem„News Chronicle“ nicht zu empfehlen, hier einen Stein aufzuheben. Und wo sallen diese deutschen Geschwader in Spanien stehen? Da werden ebenfalls wahllos eine Reihe von Orten aufgezählt, wobei dem Verfasser des Lügenberichtes das Unglück passiert, daß an einem Teil der genannten Orte sich gar keine Flugplätze befinden. Fallschirmpiloten seien in Spanien, 2000 Mann aus Deutschland. Der Schmock des„Nems Chroniele“ hat einmal etwas über Fallschirmpiloten gelesen. Er selbst würde sich einem Fallschirm niemals anvertrauen, beileibe nicht. Er hat auch wenig militärische Ahnung— was für seine jüdische Herkunft spricht— von der Bedeutung und dem Einsatz der Fallschirmpiloten. Und so wird er die Frage auch nicht beantworten können, was diese Fallschirmpiloten nun in Spanien sollen. Er hätte vorher im englischen Luftfahrtministerium anfragen sollen, wo er ohne Zweisel hätte erfahren können, daß im spanischen Kriege bisher niemals Fallschirmpiloten eingesetzt wurden und angesichts der besonderen Verhältnisse mit einem solchen Einsotz auch nicht zu rechnen ist. Der ganze Zweck des„NewsChroniele"=Manövers ist derselbe wie an den Tagen vorher: Störung der Beziehungen zwischen den Bölkern, Vergiftung der politischen Atmosphäre und Hetze zum Krieg, an dem dann die Hintermänner des„News Chroniele“ groß verdienen würden, während die Völker die Zeche bezahlen. Gegen diese Methode kann es unter anständigen Menschen nur noch eine Antwort geben: Ohrfeigen und den Knüpvel, denn alle geistigen Argumente schalten hier aus. Es würde für das englische Volk sprechen, wenn sich ein paar Frontkämpfer finden würden, die den Juden des„News Chronicle“ die Antwort geben, die alle anständigen Menschen wünschen, Der„News Chronicle“ begann seine Lügenaktion mit der von Moskau befohlenen Aufwärmung der Lüge von dem angeblichen Vortrag oder dem Dokument— man ist sich nicht ganz darüber klar, worum es sich handelt— eines hohen deutschen Offiziers über Deutschlands Absichten in Spanien und in... Portugal. Diese Lüge von deutschen Absichten in Portugal befand sich, wie sich bei genauem Vergleich herausstellt, in der uxsprünglichen Moskauer Fassung nicht. Sie ist also ohne Zweifel in London hinzugedichtet worden. Eine Frage an England: Welches Land hat wohl seit jeher ein großes Interesse daran. Portugal unter dem Deckmantel eines Bündnisses im Schlepptau zu haben? Die Portugiesen sind ein mündiges Volk und können ihr Schicksal selbst bestimmen. Zwischen Deutschland und Portugal bestehen korrekte freundschaftliche Beziehungen und Deutschland hat niemals die Absicht gehabt oder auch nur den leisesten Versuch gemacht, Portugal in irgend einer Weise unter Vormundschaft zu stellen, weil es solche Methoden ablehnt und weil es genau weiß, daß der Stolz des portugiesischen Volkes eine solche Vorheerschaft einer anderen Nation auf die Dauer niemals ertragen konnte. Warum wurde nun vom„News Chronicle“ in dem von Moskau erfundenen Reichenau=Vortrag oder das angebliche Dokument noch eine angebliche deutsche Angriffsabsicht auf Portugal hineingezaubert? Darauf gibt ein anderes englisches Blatt die Antwort. Der dem „News Chronicle“ befreundete marxistische„Daily Herald“ meldet, daß die portugiesische Regierung, die einst hundertprozentig für Franco und diplomatisch ein Verbündeter Deutschlands und Italiens gewesen sei, anfange, unzufrieden zu sein und Befürchtungen zu hegen. Sie blicke jetzt auf England, das sie von ihren faschistischen Freunden retten solle. Sie würde eine neue Bestätigung des englisch=portugiesischen Bündnisses, eine neue Garantie der portugiesischen Kolonien und eine wirkliche Hilfe in der Wiederaufrüstung und der militärischen Organisationen begrüßen. Die britische Militärmission, die eigentlich zurückkehren wollte, bleibt noch in Lissabon. Bei einem Besuche in Portugiesisch=Afrika würden englische Kreuzer den Präsidenten Garmona begrüßen. Zum Schluß wird dann in Aussicht gestellt, daß in der City ernsthaft über eine Anleihe zur Entwicklung der portugiesischen Kolonien gesprochen werde. Die City will also zu günstigen Bedingungen eine Anleihe in Portugal unterbringen. Die englische Militärmission soll vorläufig in Portugal bleiben und nicht abreisen, wie das offenbar vorgesehen war, und zu diesem Zwecke muß Deutschland nun wieder als Prügelknabe herhalten, und es wird versucht, die Portugiesen mit dem deutschen Schreckgespenst zu beunruhigen. Es ist immerhin anzunehmen, daß das portugiesische Volk, das zu den ältesten Kulturvölkern Europas zählt, aus dem Alter heraus ist, in dem man gemeinhin das Gemüt von Kindern mit dem Schreckgespenst des schwarzen Mannes verdüstern kann, und trotz des Schreckschusses aus London gute Nerven behalten wird. Diese Machenschaften erinnern verteufelt an die bekannten Fälle„Guernica“ und„Espana“. Sie wissen doch noch, worum es sich handelte? Die insbesondere zum Ausbau der Luftwaffe bestimmte enalische Rüstungsanleihe wurde nicht genügend gezeichnet und man mußte deshalb propagandistische Mittel anwenden, die geeignet waren. dem Volke die Gefährlichkeit von Luftangriffen vor Augen zu führen. Und so brachten englische Zeitungen große Berichte über die Verfenkung des nationalspanischen Kreuzers„Espana“ in den baskischen Gewässern durch ein rotes Bombengeschwader: Beweis dafür, daß man ein fahrendes und mit Flakartillerie bewaffnetes Kriegsschiff durch Bombengeschwader versenken könne. Mitanderen Worten: Englander, eure Flotte ist gefährdet! Die Zeichnungen für die Rüstungsanleihe nahmen schlagartig zu und erst nach Tagen stellte sich heraus, daß die„#pana“ in dichtem Nebel auf eine Mine gelaufen und innerhalb von zwölf Stunden gesunken war, daß man zunächst versucht hatte, das Schiff zu retten, aber schließlich die Besatzung durch einen Zerstörer übernehmen mußte, und daß ein englisches Handelsschiff mit seiner gesamten Besatzung Zeuge des Vorfalles gewesen war. Der Londoner Schmock allerdings hatte inzwischen schon große„Augenzeugenberichte“ gebracht von dem Empfang des siegreichen Bombengeschwaders in Santander. von dem Jubel über die glorreiche Tat und dergleichen mehr. Denn er hatte nicht geglaubt, daß die Lüge von der Versenkung der„Espana“ so schnell und wirkungsvoll aufgedeckt werden würde. Und der Fall Guernica? Die heilige Stadt der Basken sollte an einem schönen Tage von deutschen Bombengeschwadern überfallen und durch 5000 Bomben von Grund auf zerstört worden sein. Der englische Korkespondent hatte sie persönlich gezählt Nosizen Am 15. Juli traf der erste„Kraft=durch=Freude". Sonderzug für den Freistaat Danzig in Zoppot ein. Er brachte 830 Urlauber aus dem Gau Magdeburg= Anhalt an die Danziger Ostseeküste. * Der in der Zeit vom 14. bis 17. Juli in Ludwigshasen stattfindende Kreistaa der Ostvsalzkreise der NSDAP., Gau Saarpfalz, zu dem sämtliche Gauleiter und Kreisleiter der Ostmark eingeladen wurden, hat durch die Teilnahme der unter dem Schuschnigg=System zum Tode verurteilten 117 österreichischen Kameraden eine besondere Weihe erhalten. * Am 1. August finden in allen deutschen Betrieben. die sich am Leistungskampf beteiligen. Betriebeappelle zur Eröffnung des zweiten Leistungskampfes der deutschen Betriebe statt. * Der Vorsitzende der tschechoslowakischen Regierung. Dr. Milan Hodscha. empfing den französischen Gelandten. Grasen de la Croix, der heute nach Paris reist. * Für die Aufstavelung von Lebensmittelreserven für den Kriegsfall wurden am Freitag in einem Nachtrag zum britischen Haushalt 8.5 Millionen Pfund angefordert. und schilderte ganz genau: Erst seien 52 Junkers=Flugzeuge gekommen und hinterher 110 Heinkel=Flugzeuge. Und er schilderte dann das Grauen und Entsetzen der Bevölkerung dieser armon Stadt, von der mehr als 5000 Personen umgekommen seien. Seine Augenzeugenberichte trieften von humanitären Phrasen. Zwei Tage später glückte es General Franco, Guernica einzunehmen. Er stellte der Presse sofort die Besichtigung der Stadt frei, und selbst der Havas=Korrespondent mußte seststellen, daß auf Guernica niemals eine Bomde abgeworfen worden war. denn in der ganzen Stadt war nicht ein einziger Bombentrichter zu finden. Die Umfassungsmauern der Häuser standen noch. aber sie waren rauchgeschwärzt und in den öden Fensterhöhlen wohnte das Grauen. Die bolschewistischen Brandstifter hatten Guernica an allen Ecken angesteckt, wie sie es mit Irun unter den Augen der Franzosen und mit vielen anderen Städten getan hatten. Sie begossen die Häuser mit Benzin und legten Feuer an. Die Bevölkerung wurde verschleppt. Man fand beim Einzug der Franco=Truppen 100 Einwohner vor und keine Spur von der übrigen Bevölketung. Eines aber blieb haften: Deutsche Bomber über Spanien. 110 Heinkelflugzeuge, 52 Junkersflugzeuge. Der englische Korrespondent hatte einmal etwas gelesen von deutschen Flugzeugtyven„Ju 52“ und„He 110“. Er hatte nicht ganz begriffen, daß es sich hier um Typenbezeichnungen handelt. Und so log er seinen„Augenzeugenbericht", frisch herunter: 110 Heinkelflugzeuge. 52 Junkersflugzeuge.„Ich habe sie selbst gesehen und gezählt.“ 5000 Bomben hatte er gezählt und kein einziger Bombentrichter war vorhanden.— Sehr veinlich für die Drahtzieher der ganzen Greuelprovaganda. Aber die englische Rüstungsanleihe wurde gezeichnet. Und nach diesem Muster geht jetzt der„News Chroniele“ vor. Es ist schon als grotesk zu bezeichnen, wenn heute diejenigen, die sich niemals genug tun konnten in pazifistischen Phrasen, die immer die Vorkämpfer des Friedens sein wollten und die Parole erfanden:„Nie wieder Krieg!". tatsächlich zu den gewissenlosesten und verbrecherischsten Kriegshetzern der Welt gehören, während die Mächte, denen sie zu allen Zeiten das zu unterstellen versuchten, was sie heute selbst tun. die Oasen des Friedens inmitten einer kriegerischen Welt sind. und es ihnen zu danken ist, wenn nicht erneut die Welt in das namenlose Unglück eines Weltkriegs gestürzt wurde. Es gibt aber auch zu denken, wenn Staatsmänner westeuropäischer Länder stets vom Frieden reden und die Presse ihrer Länder zum Kriege hetzt, ohne daß der Staat sich jemals darum kümmert und auch nur eine einzige Maßnahme in Erwägung gezogen oder ein Wort der Kritik gesunden hätte, um diesem, die ganze Welt bedrohenden Zustand nun endlich einmal ein Ende zu machen. Dem„News Chronicle“ ist es offenbar nicht nur darum zu tun, seinen Lesern Lesestoff, sondern der Welt Zündstoff zu liefern. Innerhalb weniger Tage hat er jetzt den dritten Anschlag auf den Weltfrieden unternommen. Zunächst war es das„ReichenauDokument“, dann der kriegsdurstige Artikel Pierre Cots. und neuerdings ist es eine angebliche deutsche Einmischung in Spanien. Der Artikelschreiber wartet diesmal sogar mit„genauesten“ Zahlen auf, da die Nennung runder Zahlen nicht mehr verfängt; die Sache muß eben durch solche und ähnliche Frisuren glaubhaft gemacht werden. Der„News Chronicle“ weiß die Zahl der Flugzeuge, die angeblich von Deutschland verschickt worden sind; er weiß überdies auch die Lufthäfen, von denen Neue Erfolge der Offensive Francos Großeinsatz der nationalen Artillerie Vomben auf rote Häsen Salamanca, 15. Juli. Der nationale Heeresbericht vom Donnerstag meldet: An der Castellon=Front wurden verschiedene feindliche Angrisse auf die nationalen Stellungen abgewiesen, der Feind erlitt hohe Verluste und mußte eine große Zahl von Toten zurücklassen. Im Abschnitt Sueroas bei Tales verfolgten nationale Truppen die zurückweichenden Roten, denen sie neun Maschinen= gewehre abnahmen. An der Teruel=Front setzten die Nationalen ihre siegreiche Offensive weiter fort und rückten mehrere Kilometer vor. Nach Ueberwindung des feindlichen Widerstandes besetzten sie mehrere Stellungen nördlich von Canalizo und brachten dadurch die Straße von Mora de Rubielos nach Albentosa in ihren Besitz. Nach der Einnahme des Ortes Manzanera überquerten sie den Albentosa=Fluß. Die Verluste des Feindes werden sehr hoch geschätzt, auch wurde eine große Zahl von Gefangenen gemacht. Die nationale Luftwaffe bombardierte in der Nacht zum 13. mehrere Bahnhöfe in der Provinz Valencia und ferner die Häfen Palamos(Katalonien) und Cartagena. wo Munitionslager in die Luft gingen. Bei einem Luftkampf wurden zwei Boeing=Bomber abgeschossen. Der Heeresberichterstatter des nationalen Hauptquartiers hebt vor allem die Tätigkeit der Artillerie bei der Offensive an der Teruel=Front hervor, die eine bieher ungekannte Stärke erreicht habe. Die Eroberung von Manzanera sei außerordentlich schwierig gewesen, da der Ort in einem unzugänglichen hoch gelegenen Gelände liegt. Durch seine Einnahme sei die Südslanke der Angreiser einwandfrei gesichert. Große Verluste der Roten Bilbao, 15. Juli. Die Truppen General Varelas setzten ihren am Mittwoch begonnenen Vormarsch an der TeruelFront fort. Nach der Einnahme der Stellungen des egners bei Tierra Blanca und La Umbria nähern sie sich dem Ort Manzanera, weiter östlich von Sarrion an der Straße Teruel—Sagunt. Aussagen von Gefangenen und Ueberläufern bestätigen die schwere Niederlage der Roten, die vor allem durch die Tätigkeit der nationalen Luftwaffe große Verluste erlitten haben. Im Espadangebirge an der Castellon=Front wies die Gruppe General Garcia Valinos verschiedene Angriffe der Roten erfolgreich zurück. Weltflug in Passagierflugzeugen Der deutsche Flieger Vertram reist unter Benutzung internationaler Luftlinien um die Welt. Berlin, 15. Juli. Am Freitagfrüh 0.30 Uhr startete der bekannte deutsche Flieger Hans Bertram mit einer planmäßigen Maschine der Lufthansa vom Flughafen Tempelhof aus zu einem Flug um die Welt. der unter dem Leitwort steht„Weltflug auf die Minute". Bertram hat damit einen Flug über 39 350 Kilometer angetreten, der ihn in 19 Tagen 21 Stunden und 35 Minuten um den gesamten Erdball führen soll. Zum Abschied hatten sich auf dem Flughasen Tempelhof zablreiche Vertreter des Luftfahrtministeriums und der Lufthansa sowie aus Kreisen der deutschen Fliegerei eigefunden. Nach Erledigung der üblichen Formalitäten. die in wenigen Minuten beendet waren, da Bertram für seinen mehr als neunzehntägigen Weltflug nur 11 Kilogramm Gepäck mit sich führt, startete um 0.30 Uhr die Ju 52„Oswald Boelcke“ zu ihrem planmäßigen Flug nach Bagdad. der ersten Etapve des Weltfluges Bertrams. In Bagdad benutzt Bertram die französische Linie Air France über Karachi—Kalkutta nach Bangkok. Hier nimmt ihn bis Hongkong die englische Imperial= Airways auf. Von da geht es weiter über Manila— Guam Island—Wake Island—Midway Island—Honolulu—SanFranzisko bis nach Neuvork. Bis dort benutzt der Flieger auf der Landstrecke die United Airline und für die Seestrecke die Panamerican Airways. Für die letzte Strecke seines Fluges über Lissabon nach Berlin nehmen ihn dann wieder die planmäßigen Maschinen der Deutschen Lufthansa auf. Die Landung Bertrams in der Reichshauptstadt wird am Mittwoch. 3. August. gegen 22 Uhr erwartet. Wie der Fileger erklärt, unternimmt er diesen Flug nicht als Rekordleistung. sondern um denen ein Denkmal zu setzen, die mit Einsatz ihres Lebens den Luftraum unseres Erdballes erkämpft und besiegt haben. Bertram ist vor einigen Jahren durch einen Weltflug bekannt geworden, bei dem er in Australien zu einer Notlandung gezwungen war. Er landete in einer völlig unbewohnten Gegend und hatte es nur seiner gesunden Natur zu verdanken, daß, als man ihn nach vielen Tagen zufällig fand. er trotz größter Erschöpfung noch am Leben war. Bertram hat damals nach der Rückkehr von seiner abenteuerlichen Fahrt eine Vortragsreise durch Deutschland unternommen, die ihn auch ins Ruhrgebiet, u. a. nach Gelsenkirchen führte. terne Roman einer seltsamen Ehe von Evering Eschhues des Blückes Prometheus-Verlag Dr. Eichacker. Oröbenzell bei München Copyright by 21. Fortsetzung. Elsbeth lächelte über den komischen Eifer Hannas. Es beglückte sie stark, daß nicht einmal die Wirtschafterin von dem Zerwürfnis der beiden Ehegatten ahnte. Damals bei ihrer Abreise hatte Elsbeth zu einer Notlüge gegriffen Sie hatte der Hanna gesagt, daß ihr Mann noch eine kleine wichtige Reise machen müsse. Sie würden sich gemeinsam in Hamburg treffen, um die Hochzeitsreise anzutreten. Zweimal hatte Elsbeth der Wirtschafterin Kartengrüße geschickt und jedesmal dazu geschrieben, daß auch ihr Mann grüßen lasse. So war die treue Seele ahnungslos „Mein Mann wird schon kommen!“ sagte Elsbeth. „Vielleicht kann das aber noch einige Tage dauern. Eine Konzertreise..!" Sie brach ab. Sie schämte sich, zu einer Lüge greifen zu müssen. Was sollte überhaupt jetzt werden? Hatte das Versteckspielen einen Zweck? „Nein, wie ich mich freue!“ polterte Hanna mit plötzlicher Fröhlichkeit los.„Das wird schön werden! Wie will ich sorgen! Nichts soll der gnädigen Frau und dem Herrn fehlen. Und.“— ein schelmisches Lächeln zwinkerte aus den Augenwinkeln Hannas—„wenn mal ein kleiner Sohn da sein sollte... ich werde ihn schon groß kriegen! Nein! muß das ein süßer Schlingel sein! Ich freue mich schon ganz wüst..!“ „Es ist gut, Hanna!“ brach Elsbeth den freudigen Wortschwall ab.„Sehen Sie einmal zu, daß Blumen in die Vasen kommen! Schöne deutsche Sommerblumen. Ich mag sie so gern!“ Wird sofort besorgt, gnädige Frau““ machte Hanna sich wichtig. Dann trampelte sie eifrig hinaus Elsbeth aber legte ihren Kopf in die Hände. Was hatte Hanna eben gesagt? Einen Sohn? Einen Sohn..! Die erbarmungslose Sinnlosigkeit ihrer Ehe wurde ihr in ihrem Ueberlegen deutlich Als sie sich am Abend zu Bett legte, fluteten noch einmal die Bilder der letzten Zeit durch ihr Denken. Die bunte Fülle der Reiseerlebnisse, ihre Begegnung mit Theo Henniger, die Abrechnung mit Werner Felden, ihre Flucht in die Heimat und nun..? aus diese Flugzeuge gleich in ganzen Geschwadern den Flug zum nationalen Spanien angetreten haben. Dreist nennt er Berlin, München und Frankfurt als Ausgangspunkte dieser angeblichen Expeditionen; das klingt für den Leser wiederum wenigstens möglich, denn Berlin, Frankfurt und München besitzen ja schließlich Lufthäfen. und die freie Kombination des„News Chroniele“ soll damit den Schein der Möglichkeit haben. Eine billige Kombinationsgabe! Andererseits ist auch gar nicht zu bestreiten, daß neben englischen, italienischen und anderen Flugzeugen auch deutsche in Nationalspanien sind. Wir beliefern mit unseren Flugzeugen even den Weltmarkt ohne Ausnahme. Der frivole Schreiber ist mit diesem billigen Geklecksel aber durchaus noch nicht am Ende seines Lateins. Um die„deutsche Einmischung“ in Spanien als wirklich gefahrdrohend darzustellen, macht er zwei Staaten darauf aufmerksam, daß sie von Deutschland„bedroht“ sind, nämlich Portugal und England. Danach ist es nur noch eine Frage der Zeit. wann Vortugal von deutschem Einfluß diktiert und Gibraltar durch die„von Deutschen gehaute MarokkoFestung" erschüttert wird. Das ist Zündstoff explosivster Art. Der„Völkische Beobachter“ weist darauf hin, daß pflichtbewußte Kreise in Frankreich und England vor den Lügnern und Hetzern warnen. Die Aufforderung der „Ere Nouvelle“, eine Untersuchung zur Dokumentierung der Fälschung durchzuführen, verdiene sowohl am Quai d'Orsay wie in Downing Street ernsthaft erwogen zu werden. Einmal deshalb. weil eine solche Unterluchung keine großen Mühen verursachen würde, denn die Quelle dieser insamen Lüge— der Moskauer Rundfunk— steht einwandfrei fest.„Zum anderen aber halten wir", so schreibt der„V. B.“.„eine Untersuchung für unerläßlich. weil das„Reichenau=Dokument“ gleich in drei Ländern. in England. Frankreich und Portugal. große Verwirrung angerichtet hat. Die Regierungen von London und Paris haben jetzt die Pflicht, den Mund aufzutun. nachdem in den letzten Wochen und Monaten— ohne genügenden Widerstand von ihrer Seite— durch eine ebenso struvellose wie zielbewußte detze eine nachgerade Dieses Wort Hannas! Geboren aus einem klaren, selbstverständlichen und unverbildeten Denken. Einen Sohn! Ein Kind! Ihr Traum! Strampelchen in der Wiege! Und viele. gesunde, blühende Kinder! Aus! Hartes, grausames Leben! Das Fenster ihres Schlafzimmers war weit geöffnet. Die Nacht zeigte ihr ganzes Herz. Das war gütig und milde. Das Rauschen der Parkbäume klang wie ferne Musik. Der alte Mond mit seinem tröstlichen Licht ging seinen Weg. Durch das Gezweig fiel sein silberner Schein. Lichttropfen glänzten an den nachtgrauen Stämmen. Und aus der Tiefe der Nacht erblühte der Sang der Nachtigall. Das klang so rührend und leuchtend. So sehnsuchsvoll... * Am Morgen, als Elsbeth beim Frühstück saß, ertönte draußen im Flur eine tiefe Stimme. Ein freudiger Schreck durchfuhr ihre Glieder. Das war er... Peter! Sie riß die Tür auf. Sie wollte ihm entgegenspringen und ihn bitten, alles zu vergessen und alles zu verzeihen. Aber was sah sie? Peter stand in Zärtlichkeit über einer jungen Frau gebeugt und hatte seine Hand auf einen blonden Kopf gelegt. Als er hörte, daß sich die Tür öffnete, wandte er sich um, ging gemessen auf Elsbeth zu und sagte mit ruhiger, kühler Stimme: „Ich freue mich, daß du da bist! Ich habe gleich einen Gast mitgebracht!“ Wartenberg wandte sich um und stellte Carla Grothues vor. „Meine Sekretärin!“ sagte er,„sie wird hier im Hause wohnen. Veranlasse bitte, daß ein Fremdenzimmer eingerichtet wird.“ Ein eisiger Strom fuhr zum Herzen Elsbeths. Sie faßte die von Carla gereichte Hand nur leicht und flüchtig. „Ich werde das tun, was die Gastfreundschaft in unserem Hause verlangt!“ sagte sie und sie schaute mit harten, feindlichen Augen auf Carla. Dann aber faßte sie sich und mit kühler Höflichkeit geleitete sie ihren Mann und Carla in das Zimmer. Wie ganz anders hatte sie sich das Wiedersehen ausgemalt Sie wollte ihm doch in die Arme springen, ihm liebe, gute Worte sagen und alles, alles sollte wieder gut sein. Und nun? Sie spürten es beide, Elsbeth und Peter, wie zwischen ihnen noch die weite Kluft stand. Nein, da gab es kein Hinüber und Herüber. Man wechselte kühle und unbedeutende Worte. Der Funre einer rasenden Eisersucht war in Elsbeth aufgesprungen, als sie Carla sah. Und sie entfachte ihre Regung zu einem verzehrenden Feuer, als sie bemerkte, wie Peter tröstend und lieb auf seine Sekretärin einsprach. Der Gedanke eines unerhörten Mißtrauens war vom ersten Augenblick an in Elsbeth lebendig. Vielleicht war Carla Peters..! Nein, nur nicht ausdenken..! Mitten bei Tisch stand sie auf, entschuldigte sich mit harten, spröden Worten, sie habe Kopfweh. Sie ging mit müdem Schritt aus dem Zimmer. Carla hatte sogleich gespürt, daß Elsbeth unsichtbare Schranken gegen sie aufrichtete. „Ich will lieber gehen!“ sagte sie, als Elsbeth fort war. „Nein!“, kam seine harte Stimme. Auch Peter fühlte sich getroffen von der kühlen und ablehnenden Art, mit der Elsbeth ihn empfangen hatte. Auch die Trennung, das spürte er, hatte nicht das Erinnern an den Hochzeitstag zuschütten können. Lebendig wie damals stand das Gespenst der verratenen Liebe zwischen ihnen. So war also seine Sehnsucht ein falsches Licht gewesen und sein Glaube an eine künftige, glückliche Gemeinsamkeit mit Elsbeth eine grausame Täuschung. Am Abend dieses Tages geschah es, daß sich beide Frauen in Wartenbergs Haus auf der Treppe begegneten. Carla trug einen kleinen Koffer in der Hand. Sie trat befangen auf Elsbeth zu und sagte: „Gnädige Frau, ich will von Ihrer liebenswürdigen Gastfreundschaft nicht länger Gebrauch machen. Ich möchte noch heute abend Ihr Haus verlassen...!“ Ein eigenartiges Gefühl erstand in Elsbeth. Sie hatte den ganzen Nachmittag darüber nachgedacht, wie sie es wohl anfangen könnte, die neue Hausgefährtin zu demütigen und zu kränken. Sie konnte sich gegen die böse, verwirrende Macht ihrer Eifersucht nicht wehren, wenn sie sich auch selbst ihres ohnmächtigen Hasses schämte. Wie aber jetzt Carla Grothues vor ihr stand, so selbstverständlich und einfach in ihrer Art, da wurden die häßlichen Gedanken einer kleinlichen Rachsucht von einem großen, warmen Gefühl überdeckt „Aber...!" begann Elsbeth stockend,„weshalb wollen Sie fort? Sie sind doch Gast in unserem Hause!“ Carlas Augen waren groß und tränengefüllt. Da stieg in Elsdeth ein Erbarmen auf. Sie fühlte, daß das Leben dieser jungen Frau durch ein Meer von Leid gegangen sein mußte. unerträglich werdende Spannung in Eurova erzeugt worden ist. Daß die Lage tatsächlich äußerst ernst ist, beweist die Unverfrorenheit, mit der die eigentlichen Schürer des europäischen Unfriedens jetzt ihre wahren Gedanken und Ziele enthüllen.“ Der Weltfriede läßt es daher dringend geboten erscheinen, eine strenge Untersuchung dieser üblen Brunnenvergiftung anzustellen und zukünftige skrupellose Hetze zu unterbinden. 4 Neue unverschämte Provokation in Marienbad Prag, 15. Juli. Ein neuer empörender Vorfall wird aus Marienbad gemeldet. Dort wurde in der Nacht zum Freitag die Auslagenscheibe der Buchhandlung Meißner, hinter der Bilder des Führers und Reichskanzlers ausgestellt waren, bespuckt. Ein unbekannter Täter schleuderte schließlich einen Stein gegen ein solches Bild und zertrümmerte die Auslagenscheibe. „Falls nicht unvorhergesehene Umstände eintreten“ Parlamentsbeginn in Prag am 24. Juli. Prag, 15. Juli. Wie eine der Prager Regierung nahestehende Korrespondenz mitteilt, ist aus dem bisherigen Ergebnis der Verhandlungen zu entnehmen, daß das Parlament für den 24. Juli zu seiner ordentlichen Tagung einherufen werden wird.„falls nicht unvorhergesehene Umstände eintreten“. Hauptgegenstand der Beratungen würden das neue Sprachengesetz und das Nationalitätenstatut bilden. Typhusverdacht in einem Kindererholungsheim der Skoda-Werke Prag, 15. Juli. In einem Kindererholungsheim, das von den Skoda=Werken in dem Böhmerwaldort StrahlHoschtitz errichtet wurde, sind mehr als 100 Kinder an schweren Fiebererscheinungen erkrankt. Die ärztliche Untersuchung ergab Typhusverdacht. Soweit festgestellt werden konnte, sind die Erkrankungen der Kinder auf den Genuß schlechten Trinkwassers zurückzuführen. Von 197 im Erholungsheim untergebrachten Kindern sind bereits mehr als 100 ernstlich erkrankt, General Russo In Berlin Festlicher Empfang— Ehrenspalier zum Kaiserhof. Berlin, 15. Juli. Die Reichshauptstadt bereitete der Generalstabschef der italienischen Miliz. General Russl bei seiner Ankunft einen herzlichen Empfang. Vom Flug hasen Tempelhof bis zum Hotel Kaiserhof trug der Anfahrtsweg, den die Wagenkolonne des Generals nahm, reichen Flaggenschmuck. Bei strahlendem Sonnenschein landete das Sonderflugzeug um 16,30 Uhr auf dem Flugplatz, dem als erste Fluggäste General Russo und Stabschef Lutze entstiegen. Nach einem kurzen herzlichen Willkomm durch Obergruppenführer von Jagow und den Polizeipräsidenten Grafen Helldorf, der auch im Namen des in Urlaub befindlichen Oberbürgermeisters sprach, schritt General Russo die Ehrenformationen ab Im Kraftwagen ging es dann zum Hotel Kaiserhof, wo der Generalstabschef der faschistischen Miliz mit seiner Begleitung Wohnung nimmt. 15000 SA.=Männer, Politische Leiter und Mitglieder der DAF. bildeten vom Flughafen bis zum Wilhelmplatz das Ehrenspalier. Heilrufe empfingen den hohen Gast, als er gegen 17 Uhr in Begleitung des Stabschefs der SA. und des Obergruppenführers von Jagow vor dem Hotel Kaiserhof vorfuhr. Hier hatten etwa 150 italienische Urlauber. die sich zur Zeit zu einem längeren Besuch in der Reichshauptstadt befinden und von KdF. betreut werden. Aufstellung genommen, um den Chef der Miliz zu begrüßen. General Russo unterhielt sich mit den Landsleuten und dankte für den Empfang. Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren die italienischen Gäste zur Reiterschule in Zehlendar!. Am Freitagvormittag hatte General Russo in München geweilt. Er hatte am Mahnmal und an der Ewigen Wache Kränze niedergelegt und war ins Braune Haus vom Stellvertreter des Führers, Reichsminist## Heß, begrüßt worden. Bei einem Besuch im Haus Obersten SA.=Führung überreichte Stabschef Lutze seinem hohen Gast den Ehrendolch der SA. zum Geschenk. Demnächst Abmarkung der Grenzen Berlin, 15. Juli. Der Reichsinnenminister führt in einem Erlaß an die Landesregierungen aus, daß die Frage der Abmarkung und Instandhaltung der innerdeutschen politischen Grenzen(Grenzen der Verwaltungsbezirke und der Gemeinden) eng zusammenhängt mit der Behandlung der Eigentumsgrenzen, mit denen die politischen Grenzen meist übereinstimmen. Die Abmarkung der Eigentumsgrenzen werde von ihm, dem Minister, auf Grund des Gesetzes über die Neuordnung des Vermessungswesens, demnächst geregelt. Bis dahin seien für die Abmarkung der innerdeutschen Landesgrenzen und für die Erhaltung der bisherigen Landesgrenzzeichen die in den einzelnen Ländern allgemein für die Gemeindeund Eigentumsgrenzzeichen bestehenden Bestimmungen anzuwenden. Besondere Regelungen für die Landesgrenzen hätten daher in der Regel zu unterbleiben. Das gleiche gelte für Vereinbarungen über die Instandhaltung der Landesgrenzen mit den angrenzenden Ländern. Sieben Reichspropagandaämter in Oesterreich Berlin, 15. Juli. Der Reichsprovagandaminister hat gemeinsam mit den beteiligten Ministern eine Verordnung erlassen, wonach sich der Bereich des Reichsprovagandaamts in Wien auf das Gebiet des Gaues Wien der NSDAP. beschränkt. Im Lande Oesterreich werden weiterhin die Reichsprovagandaämter Oberdonau in Linz. Niederdonau in Wien. Steiermark in Graz. Kärnten in Klagenfurt. Salzburg in Salzburg und Tirol=Vorarlberg in Innsbruck errichtet. Mittelmeerjahrt des Kreuzers„Emden“ Kiel, 15. Juli. Der Kreuzer„Emden“ verläßt am 26. Juli Wilhelmshaven zu einer Fahrt über Norwegen und Island in das Mittelmeer. Die Reise führt den Kreuzer zunächst über Balholm(Norwegen), Reykjavik (Island), Vigo(Spanien) und die Azoren nach Griechenland. Nach dem Besuch weiterer Mittelmeerhäfen wird das Schiff vor Weihnachten 1938 wieder in die Heimat zurückkehren Die Fahrt der„Emden“ dient der seemännischen, soldatischen und navigatorischen Ausbildung der an Bord befindlichen Offiziersanwärter. Willkürliche Grenzverletzung Tschechisches Flugzeug über deutschem Gebiet. Linz. 15. Juli. Ueber der Ortschaft Sonnwald, etwa 15 Klm. von der Bahnstation Aigen—Schlägel im MühlViertel, ist heute ein tschechisches Flugzeug über die deutsche Grenze geflogen und hat etwa einen Kilometer auf deutschem Gebiet gekreist, um dann wieder über die deutsche Grenze in die Tschechoslowakei zurückzukehren. Das Flugzeug wurde dabei auch von einem Zollbeamten beobachtet. Ein Verfliegen scheint ausgeschlossen, da an der Stelle der Grenzverletzung der Grenzbach auf weite Entfernung das Erkennen den Grenze ermöglicht. Wie aus Diendorf mitgeteilt wird, wurde dieses tschechische Flugzeug auch dort um etwa 16 Uhr beobachtet, als es noch auf tschechoslowakischem Staatsgebiet hart an der Grenze entlangflog. „Kommen Sie...! Sie werden nicht gehen!“ sagte sie plötzlich und impulsiv. Bald saßen beide Frauen sich gegenüber. Zag tastete Seele zu Seele. Elsbeth war erschüttert von der schlichten Tapferkeit, die aus Carla sprach. Es war anfangs schwer, in die nordische Kühle dieser Frauenseele vorzudringen. Bald aber vertraute Carla immer entschlossener Leid und Not ihres Herzens einer freundschaftlichen Seele an. „Verzeihen Sie mir!“ kam dann die Stimme Elsbeths „Ich wußte nicht.... ich dachte.... Peter.... mei### Mann Da legten sich plötzlich die kleinen festen Hände der Gastes auf Elsbeths Schultern. „Sprechen Sie nicht weiter...! Sie haben einen so herrlichen Mann! Ich achte ihn so unendlich. Daß ich ihm helfen konnte, das war mir in meinen schwersten Tagen Glück und Vergessen!“ „Nun ist alles gut! Bleiben Sie, seien Sie mein lieber Gast! Sie guter Mensch!“ „Ich danke Ihnen!" Zwei schöne Augen schauten Elsbeth an. Ein fester Händedruck war sprechende Antwort. Später ging Elsbeth in den hinteren Teil des Hauses, in dem Peter seine Zimmer hatte. Sie war von dem festen Willen beherrscht, endlich jene Klarheit zu schaffen, die zum weiteren Zusammenleben notwendig war. Als sie an die Türe klopfte, pochte ihr Herz in einer flatternden Unruhe. Peter saß über einer Partitur gebeugt. Fast gleichmütig schaute er auf. Dann stand er auf und bot Elsbeth einen Stuhl an. Wie man es bei einem fremden Menschen tut. „Du wünschest sicher einige Auskünfte über Carla Groethus!“ sagte er mit kühler Stimme.„Sie scheint mir eine gründliche und menschlich wertvolle Kraft zu sein. Ich kann so etwas gebrauchen!“ Sie fühlte, worauf seine letzte Bemerkung hinauszielte. Eine wehe Bitterkeit wuchs in ihr auf. Ein abweisender, verletzter Zug stand auf ihrem Gesicht. Er sprach weiter erbarmungslos in die Stille des Zimmers hinein. „Ich denke aber, daß ich keine weiteren Erklärungen über meine Sekretärin zu geben habe. Dieses mein Haus wird— solange unsere Trennung nicht vollständig erfolgt ist— nach meinem Willen regiert! Ich möchte dich bitten, davon Kenntnis zu nehmen, damit unser Nebeneinander bis zur endgültigen Entscheidung ertraglich bleiber.(Vortsetzung folst.) 2 Nr. 164(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 16. Juli 1938 Der Rhein=Herne=Kanal muß ausgebaut werden Forderungen der Hafenbetriebsgelellichaft Wanne-Herne.-— Rückläufiger Anteil des Brennitoffverlandes über den Welthafen an der Förderung.— Keine Gewinnausschüttung. Die Entwicklung der Verkehrswirtschaft ist im Jahre 1937 durch einen starken Aufschwung der Verkehrsleistungen gekennzeichnet. Eigenartigerweise ist aber unser Umschlagsbetrieb an diesem Aufschwung nicht beteiligt, trotz der erheblich gestiegenen Kohlenförderung, von der unser Betrieb in erster Linie ab hängig ist. In unserem Westhafen wurden 2 275 136 t Brenn stoffe, das sind nur 0,3 v. H. mehr als im Vorjahr, umgeschlagen. Der Anteil des Brennstoffumschlags an der Förderung der angeschlossenen Zechen, der 1934 27,8 v. H. betrug, ging 1935 auf 23,4, 1936 auf 22,5 und 1937 auf 20,8 v. H. zurück. Im Gegensatz zu den Verkehrsleistungen der Reichsbahn, der Duisburg=Ruhrorter Häfen und auch des Rhein=HerneKanals waren wir also bezüglich des anteiligen Brennstoffversandes rückläufig. Die Ursachen sind mehrfacher Art. Das Kohlensyndikat verfügte große, für den Abtransport auf dem Rhein bestimmte Brennstoffmengen zur Ver rachtung mit der Reichsbahn zum Umschlag nach den Duisburg=Ruhrorter Häfen, angeblich weil nicht immer für den Rhein=Herne=Kanal geeigneter Kahnraum ausreichend zur Verfügung stand. Andererseits wurden aber auch infolge des ständigen Hochbedarfs an Kahnraum Kanalschiffe von der Fahrt in die Kanalhäfen abgehalten und für die Beladung in den Duisburg=Ruhrorter Häfen zur Verfügung gestellt, weil sich beispielsweise bei einer Beladung in WanneEickel die Reisedauer um 3—4 Tage gegenüber der Beladung in den Duisburg=Ruhrorter Häfen verlängert. Auch liegt unseres Erachtens ein wichtiger Grund darin, daß die Eisenbahnstreckenaufträge bevorzugt behandelt werden und daß der vorgelegte Kahnraum oft als Notbehelf bis zum gesetzlich zulässigen letzten Ladetag als Vorrat gehalten wird. Erheblich ist auch der Rückgang des Umschlaganteils der Gewerkschaft Ver. Constantin der Große, der zurück zuführen ist auf den erhöhten Selbstverbrauch an Feinkohlen für eigene Kokereien. Der Zustand, daß nach dem Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals auf 1500 t der Rhein-HerneKanal als der am stärksten befahrene Teil der westdeutschen Kanäle den kleinsten Querschnitt hat, ist nicht mehr haltbar. Der Lippeseitenkanal und der Dortmund-Ems-Kanal werden auf 1500 k, der Mittellandkanal wird durch Anspannung des Wasserspiegels auf 1250 k gebracht und das Hauptstück, das den größten Ueberschuß bringt, der RheinHerne-Kanal, ist für die Abmessungen des 1000 kKahnes gebaut. Im nationalsozialistischen Reich gilt der Grundsatz der Vereinheitlichung des Verkehrs. Verschiedene Kanalabmessungen hindern die Freizügigkeit der Kähne, den Ausgleich und verteuern den Verkehr. Der Rhein=Herne=Kanal muß aus Gründen der Vereinheitlichung und der Verbilligung des Verkehrs, zur Hebung der Weltbewerbsfähigkeit der Wirtschaft nicht nur den anderen Kanälen gleichgestellt werden, sondern wegen seiner besonderen Lage zum Rhein auf 2000-1. Kähne ausgebaut werden. Die Mehrkosten sind gering, da die größere Breite durch Bergschäden zum großen Teil schon vorhanden ist und durch eiserne Spundwände an den fehlenden Stellen leicht und billig geschaffen werden kann. Die Brücken haben die erforderliche Weite. Lediglich die Schaffung einer dritten Schleuse an jeder Staustufe für einen Großkahn ist notwendig. Vorausschauende Verkehrspolitik muß diese Arbeiten schon jetzt in Angriff nehmen. Störende Witterungseinflüsse, insbesondere Frost, blieben aus, störender Nebel trat nur vereinzelt, im Januar, September und November auf. Die Wasserführung des Rheinstromes war in den ersten neun Monaten des Berichtsjahres günstig. Erst im letzten Viertel des Jahres ging der für die Rheinschiffahrt maßgebliche Kauber Pegel unter 2 Meter und erreichte am Jahresende den niedrigsten Stand des Jahres mit 1,18 Meter. Der ohnehin sehr knappe Kahnraum konnte infolge des Niedrigwassers des Rheins teils nicht zur Hälfte der Tragfähigkeit ausgenutzt werden. Der Rückgang der zum Osten verfrachteten Mengen ist außer auf die achtwöchentliche Sperre des Dortmund=Ems=Kanals im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß viele Kanalschiffe, die in Zeiten schlechter Geschäftslage vorwiegend auf den Kanälen verkehrten, bei dem im Berichtsjahr ständig herrschenden Hochbedarf an Kahnraum die Rheinschifffahrt wegen der dort gebotenen besseren Verdienstmöglichkeiten bevorzugten. Im Osthafen ist eine erfreuliche Steigerung des Umschlags(auf 123915 t) eingetreten. Gegenüber 1936 wurden 33,3 v. H. mehr umgeschlagen. Zurück zuführen ist dieses einmal auf die Inbetriebnahme des Lagerhauses der Rhenus A.=G. und auf eine stärkere Zufuhr von Erzen und Baustoffen auf dem Wasserweg. Insgesamt wurden im Westhafen 2399 179 t umgeschlagen gegenüber 2 350 051 t im Jahre 1936, 2 333 022 t im Jahre 1935, 2 466 767 t im Rekordjahr 1934 und 1 974 505 im Jahre 1932. Die Bilanz am 31. 12. 1937 schließt in Aktiva (21,28 Millionen Mark Anlage= und 734397 Mark Umlaufvermögen) und Passiva mit 22.01 Millionen Mark ab. Die Gewinn= und Vexlustrechnung weist eine Betriebseinnahme von 1 849 275 Mark auf. Nach Abzug der Betxiebsaufwendungen in Höhe von 836 954 Mark, der Zinslasten in Höhe von 487 359 Mark, Steuern in Höhe von 115213 Mark, Zuweisungen an Sonderstock, Ruhegehaltsstock und Wohlfahrtsstock in Höhe von 24733 Mark, an den Erneuerungsstock von 372 897 Mark, ergibt sich ein Gewinn des Bahnbetriebes von 98 183 Mark, des Hafenbetriebes von 3995 Mark. Diese 102 178 Mark Betriebsgewinn werden aber durch Verluste in anderen Betrieben in Höhe von 99903 Mark fast restlos auf gezehrt, so daß einschließlich eines Gewinnvortrages aus 1936 von 1342 Mark 2274,87 Mark Reingewinn übrigbleiben, die auf 1938 vorgetragen werden. Ueber die Gründe der„Verluste in anderen Betrieben“ sagt der Bericht: Die früher zu Lasten und zugunsten der Gesell schafter verwalteten Industriegrundstücke, die schon früher für die Hafenbetriebsgesellschaft grundbuchlich eingetragen waren, werden jetzt auf die Hafenbetriebsgesellschaft übernommen. Diese im Interesse der Gesellschaftergemeinden getriebene Grundstückspolitik verursacht Verluste, die den Gewinn aus Kleinbahnen und Hafen aufzehren. Die fürsorgerische Betreuung der Familien der im Hafen liegenden Schiffbesatzungen, besonders aber der Kinder, veranlaßte die Errichtung eines Schifferkin dergartens im Benehmen mit der Deutschen Arbeits front, Reichsbetriebsgemeinschaft 10, und der NS Volkswohlfahrt. Unser. Schifferkindergarten ist der erste in Deutschland und wurde am 14. 4. 1937 eröffnet. Von uns wird der erforderliche Raum mit der Einrichtung, von der RSV die Kindergärtnerin gestellt. Die Schiffer machen von der Einrichtung gern Gebrauch. Es nehmen nicht nur Kinder deutscher Schiffer, sondern auch die der hol ländischen, belgischen und französischen Schiffsbesat zungen teil. Der Schifferkindergarten soll räumlich weiter ausgestaltet werden. Die Wege zur betrieblichen Leistung Von Pros. Dr. Ing. e. h. Karl Arnhold, Leiter des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung in der D2J. RSG. Der Leistungskampf der Betriebe stellt uns nicht nur vor neue Aufgaben, sondern er zeigt uns in Durchführung und Nachwirkung eine ganze Reihe von Problemen auf, von deren Lösung Gesamtleistung bestimmt und bedingt werden. Insbesondere ist es das Problem der betrieblichen Leistung, das uns immer wieder zum Nachdenken zwingt, zum Nachdenken sowohl in Richtung des Weltanschaulichen, wie auch in Richtung betrieblicher Bestform, die aufs engste zusammenhängen. Die Leistung im Betrieb wird im wesentlichen von drei Faktoren bestimmt, die man gewissermaßen als die Voraussetzung des Leistens überhaupt ansehen kann und die in ihren Zusammenhängen den tragenden Pfeiler betrieblicher Gesamtleistung darstellen. Der erste tragende Pfeiler betrieblicher Gesamtleistung ist die Ausbildung der betrieblichen Mannschaft. Wir betonen hier absichtlich das Wort Mannschaft, denn erst in der Mannschaft kommt der einzelne kraft seines Könnens und kraft seines persönlichen Einsatzes zum Höchstmaß der Leistung. Auf den Produktionsbetrieb angewandt, bedeutet die„Mannschaftserziehung“ nicht nur die Ausbildung der Facharbeiter, sondern die planmäßige Ausbildung aller Schaffenden. Unausgebildete sind immer Ballast. In der Mannschaft liegt die Bedeutung der betrieblichen„Infanterie“ im Rahmen der Gemeinschaftsleistung. Die gute Berufserziehung ist daher auch von unmittelbarer Bedeutung für den Betriebsfrieden: denn Können, das zum endgültigen Besitz geworden ist, bedeutet Wertigkeit, Stolz und Zufriedenheit. Für die Ausbildung der betrieblichen Mannschaft gibt es zwei„Exerzierplätze": die deutsche Lehrwerkstatt und dann die Berufserziehungswerke der DAF. Die deutsche Lehrwerkstatt in ihrer Sonderform ist gewissermaßen eine Synthese zwischen Betriebsnähe bzw. Betriebsrauheit, sowie der Umhegtheit einer„pädagogischen Provinz“ bzw. der Stetigkeit der Betriebsentwicklung. Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit stellen die Grundforderungen dar, die man bei jeder gut geleiteten Lehrwerkstatt verwirklicht zu sehen wünscht. Das Ideal der Berufsausbildung ist die Einheit von Erziehung und Schulung, die nie voneinander getrennt werden dürfen. Der beste Maßstab für das Erreichte ist die Haltung der Lehrkameradschaft und die„blanken Augen“ der Jungen. Während sich die Lehrwerkstatt der Ausbildung des Nachwuchses im Betriebe annimmt, dienen die Berufserziehungswerke der DAF der außerbetrieb lichen Weiterbildung der Erwachsenen. Sie geben die Möglichkeit, das berufliche Können zu vertiefen, zu erweitern und auf den neuesten Stand zu bringen. Sie sind die natürliche Ergänzung der Berufserziehung in der Lehrwerkstatt. Eine in der Entwicklung befindliche Form bilden die„betriebsgebundenen“ Berufserziehungswerke. Der zweite tragende Pfeiler betrieblicher Gesamtleistung ist die organische Gestaltung des Betriebs. Denn was nützt auch die beste Ausbildung der Mannschaft, wenn nicht gleichzeitig der Raum zur Kräfteentfaltung gestaltet und die Voraussetzungen des persönlichen Einsatzes des einzelnen wie der Mannschaft geschaffen werden. Leider gibt es trotz aller Bemühungen in den Betrieben noch viele Reibungen und Spannungen und oftmals sogar ausgesprochenen Leerlauf. Die Gründe hierfür sind verschieden; sie liegen vor allem darin, daß der Gleichklang zwischen dem„Takt der Maschinen“ und dem„Rhythmus des Blutes“ nicht vorhanden ist. Mit anderen Worten: es fehlt in diesen Betrieben an der natürlichen Synthese zwischen der Eigengesetzlichkeit des Menschen und der sachlichen Bedingtheit der Technik, der Maschinen und der Organisation, kurz: es fehlt an der sinnvollen Ordnung aller technischen Dinge, mit denen sich der schaffende Mensch während seiner Arbeit täglich und stündlich auseinanderzusetzen hat. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, hier die Probleme der organischen Betriebsgestaltung ausführlich zu behandeln. Wir weisen daher, um die Bedeutung der Gestaltungsarbeit anzudeuten, lediglich auf die Bedeutung des vorbildlichen Arbeitsplatzes, des Lichtes, der Heizung, des Transportwesens bis zur Gestaltung eines gerecht empfundenen Lohnes hin, alles Dinge, die vom schaffenden Menschen aus geordnet und geformt werden müssen. Dabei kommt es keineswegs darauf an, daß bei dieser Gestaltungsarbeit der technische Apparat vergrößert wird, sondern wesentlich ist, daß im Betriebe Mensch und Arbeitsmittel organisch ineinanderwachsen. Ein weiterer Grund, warum Reibungen und Spannungen bei der Betriebsarbeit auftreten, liegt pannungen schließlich noch darin, daß es vielfach an einer klaren und eindeutigen Führungsordnung fehlt. Der sture Funktionalismus, den wir nach dem Kriege von Amerika übernommen haben, ist zum Teil noch nicht überwunden. All dies erfordert hunderterlei Maßnahmen, um die üblen Auswirkungen solcher verfehlten Betriebssysteme zu beseitigen. Wir müssen uns aber dabei ganz klar darüber sein, daß einzelne Maßnahmen, so gut sie auch gemeint und geplant sind, ihren Zweck oft verfehlen; denn es kommt nicht bei der organisatorischen Gestaltung der Betriebe auf die einzelne Maßnahme oder gar auf die Summe aller Maßnahmen an, sondern darauf, daß der Betrieb kraft einer planmäßigen und umsichtigen Gestaltungsarbeit zu einem lebendigen Organismus wird. Die„Zündung“ gleichsam für dieses Zusammenfließen der Maßnahmen und für das Werden und Wachsen des betrieblichen Organismus ist der Betriebsführer und seine Haltung. Denn der Betriebsführer ist nach unserer Ueberzeugung der dritte tragende Pfeiler der betrieblichen Gesamtleistung. In ihm verkörpert sich das Können und Wissen, die schöpferische Kraft und der Gestaltungswille, die aus der Einheit von Mannschaft und Arbeitsmittel die höchste Leistung herausholt. Nur bei solcher lebendigen Wechselwirkung zwischen Betriebsführer und Mannschaft wird aus den Betrieben die jederzeit einsatzfähige und einsatzbereite Führungseinheit. Wir sprachen von den drei Pfeilern der betrieblichen Gesamtleistung. Wir müssen uns darüber klar sein, daß diese niemals aus dem Betriebe allein hervorwachsen konnten; sie sind der Ausdruck der na tionalsozialistischen Weltanschauung, die uns gelehrt hat, auch in dem realen Gebilde des Betriebes die Idee und mit der Idee die idellen Kräfte zu erkennen. Das Treibende und Belebende dabei ist der Wille zur Gemeinschaft, die sich an der weltanschaulichen Idee des Nationalsozialismus ausgerichtet hat. Anders gesagt: Wir kämpfen im Betriebe um den Vorrang des schaffenden Menschen gegenüber der Sachwelt. Diese Aufgabe, diese Arbeit am lebendigen Menschen ist schön, aber schwierig. Sie ist unerschöpflich schon darum, weil sie das ewig sich erneuernde Volkstum formt; und schwierig ist sie vor allem deshalb, weil sie sich an die Kräfte der Seele, des Herzens und des Gemütes wendet, die uns noch so gut wie unbekannt sind. Wir müssen es fertig bringen, für unser Volk den besten Arbeiter der Welt zu erziehen. Der Leistungskampf der Betriebe ist unsere wichtigste Etappe auf diesem Wege. Zeichen des Wirtschaftsaufstiegs Mehr als verdoppeltes Umsatzsteueraufkommen im Oberfinanzbezirk Westfalen. 1932: 84,6, 1937: 185.3 Millionen Reichsmark. Münster. 1. Juli. Einer der sichersten Gradmesser für den Wirtschaftsaufschwung ist die Entwicklung des Umsatzsteueraufkommens. Ueber ihre Gestaltung in den letzten sechs Jahren veröffentlicht das Statistische Reichamt soeben eine umfassende Uebersicht, die auch Aufschluß über die Entwicklung in den einzelnen Oberfinanzbezirken gibt. Nach den amtlichen Errechnungen ist das Aufkommen an Umsatzsteuer im Reich von 1259.2 Mill. RM. im Jahre 1932 auf 2621,2 Mill. RM. im Jahre 1937 angestiegen Der auf Grund dieses Steueraufkommens geschätzte Umsatz hat sich in den sechs Jahren mehr als verdoppelt. Er erhöhte sich von 68 Milliarden RM. im Jahre 1932 auf 155 Milliarden im Jahre 1937. Im Oberfinanzbezirk Westfalen war das Steueraufkommen im Jahre des großten Tiefstandes 1932 auf 84.6 Mill. RM. gesunken. Schon im ersten Jahre der nationalsozialistischen Staats= und Wirtschaftsführung 1933 ergab sich ein leichter Anstieg auf 97.2 Mill. RM. Das Jahr 1934 brachte dann in Auswirkung der allgemeinen Wirtschaftsbelebung ein sorunghaftes Hinaufschwellen auf 121.5 Mill. RM. Die Steigerung setzte sich im Jahre 1933 auf 134 Mill. RM. und im Jahre 1936 auf 157.2 Mill. RM. fort. Im Jahre 1937 erreichte das Umsatzsteueraufkommen den bisherigen Höchststand von 185.3 Mill. RM. Damit hat sich im Oberfinanzbezirk Westfalen das Aufkommen aus der Umsatzsteuer in der Zeit von 1932 bis 1937 mehr als verdopvelt. Die nach diesem Aufkommen geschätzten Umsätze haben sich gegenüber 1932 im Bezirk Westfalen um 140 v. H. erhöht. Den größten Aufschwung haben die Bezirke Hamburg. Weser=Ems. Düsseldorf und Nürnberg aufzuweisen. Ver hältnismäßig geringer ist das Umsatzsteueraufkommen in Bezirken mit stärkerem lnadwirtschaftlichen Einschlag Bemerkenswert ist, daß auch im Jahre 1938 das Aufkommen an Umsatzsteuer einen weiteren Aufstieg zeig So wurden im ersten Quartal des lausenden Jahres im Oberfinanzbezirk Westfalen 47 Mill. RM. gegen 41.6 Mill. RM. im gleichen Zeitraum des Vorjahres vereinnahmt. Land und Leut und was damit * zulammenhängt Stichel- und Stachelverse von Stichel=Stacheldorn. 1. Vormerkung. Land und Leute stehn zusammen Wie das Feuer und die Flammen, Ferner so wie Mein und Dein Oder auch wie Rhein und Wein, Ferner so wie Fuß und Kopf Oder auch wie Schopf und Zopf, Ferner so wie Land und Stadt Oder auch wie Baum und Blatt, Ferner so wie Hei, und Hand Oder auch wie Mord und Brand, Ferner auch wie Hof und Haus Oder auch wie Saus und Braus, Ferner so wie Geld und Gut Oder auch wie Kraft und Mut. So geht es noch immer weiter Wie die Sprossen auf der Leiter, Bis man dann am Endpunkt steht, Wo es nicht mehr weiter geht, Und dann werden Land und Leute Eine Hoffnung für die Bräute, Oder es kommt umgekehrt, Wie uns die Erfahrung lehrt. 2. Jusammenhänge mit„Land“. Der Landmann und die Landwirtschaft. Der Landmann wohnt im Landgebiet, Allwo er seine Früchte zieht, Wo er betreibt mit aller Kraft Für sich und uns die Landwirtschaft. Von morgens früh bis abends spat Er jetzt in fester Arbeit steht. Denn immer hat er was zu tun, Hat keine Zeit, sich auszuruhn. Die Ernte steht ja vor der Tür, Da wartet er mit Ungebühr, Dann heimst er gern im Sonnenschein Die Früchte seiner Arbeit ein. Wenn alles recht und gut gedeiht, Dann freut er sich der Erntezeit, Und ist die Arbeit dann getan, Dann kräht im Hof der Erntehahn. Was er im Ueberflusse hat, Das bringt er uns gerne in die Stadt, Mit Milch und Butter, Mehl und Korn Versorgt er unsern Lebensborn. Den Metzgern liefert er das Vieh Für ihre Fleisch= und Wurstchemie, Als Gegenleistung steckt er ein Dann manchen schönen braunen Schein. Der Landmann und die Landwirtschaft Versorgen uns gewissenhaft, Drum Dank dafür, weil in der Stadt Dann jeder was zu essen hat. Der Landstreicher. Der Landstreicher durchstreicht das Land Er wird darum auch so genannt, Er ist auch wohl kein Handwerker, Noch weniger ein Anstreicher. Er zieht durchs Land als freier Mann Und pumpt dabei die Leute an, Er ißt und trinkt sich durch die Welt Und zahlt dafür nur selten Geld. Wenn er was Gutes liegen sieht, Dann wird erheitert sein Gemüt, Und ist's auch nicht für ihn bestimmt, Er weiß schon, wie er sich benimmt. Er macht auch seine Wanderfahrt Nach dieser oder jener Art, Er geht zu Fuß, er fährt auch blind, Wie jeweils seine Launen sind. Wenn mal in einer Sommernacht Der Mond am klaren Himmel wacht, Dann hat er daran sein Pläsier Und nimmt im Walde ein Quartier. Wenn er mal was stibitzen kann, Dann stellt er sich nicht dämlich an, Er weiß Bescheid und denkt dabei: Wie täusche ich die Polizei? Die sieht er nämlich gar nicht gern Und hält sich möglichst von ihr fern, Doch hier und da kriegt sie ihn doch, Und dann spaziert er mal ins Loch. Die Landpartie. „Er“ machte eine Landpartie, Und wer dabei war, das war„Sie“; Sie zogen los im gleichen Schritt, Und beide nahmen auch was mit. Er steckte die Moneten ein, Das Silbergeld und einen Schein, Sie sorgte für den Proviant, Dann fuhr man los ins Sauerland. Das Reiseziel war Altena, Um zehn Uhr morgens war man da, Dann ging es ohne Aufenthalt Den Berg hinauf und durch den Wald. Doch eine Stunde kaum verfloß, Der Himmel wie mit Eimern goß, Und dieser Wolkenaderlaß, Der machte beide pudelnaß. Der Mann schon die Geduld verlor, Das Frauchen aber stand und fror, Kein Haus, kein trockner Unterstand Sich in dem großen Wald befand. Zudem war es noch ziemlich weit Von hier bis hin nach Lüdenscheid, Was half es aber, so ein Pech, Sie waren naß und mußten weg. Ja, dieser Sommer macht so was, Er ist nun einmal feucht und naß, Und manche schöne Landpartie Geht oft kaputt, man weiß nicht wie. 3. Zusammenhänge mit„Leute". Die Frauensleute. Frau und Fräulein, wenn sie fein, Wollen immer„Damen“ sein, „Frauensleute“ klinat so gräßlich, Und es lautet auch so häßlich. Früher war in Stadt und Land Dieser Ausdruck sehr bekannt, Und im Gegensatz zu heute Gab es viele Frauensleute. Heute läßt man's lieber sein, Denn das Wort klingt nicht mehr fein, Doch die Frauen bleiben Leute So wie früher, so auch heute. Heute ist das Wort versemt, Weil man sich des Wortes schämt, Viele Frauen, die es hören, Können sich darob empören. Heute sagt man Frauenschaft Und das klingt auch ehrenhaft, Alle Frauen sind hienieden Mit dem Worte auch zufrieden. Ja, so ändert sich ein Wort, Lebt in einem andern fort, Ja, so ändern sich die Zeiten Und sind's auch nur Kleinigkeiten. Der Leuteschinder. Der Leuteschinder trieb als Mann Die andern bei der Arbeit an, Er selbst blieb stets gelassen stehn, Um kritisierend zuzusehn. Er machte Anno dazumal Den Leuten dauernd große Qual, Er hatte immer, wo er stand, Den Knittel drohend in der Hand. Wenn einer müde stehen blieb, Dann gab's schon einen harten Hied, Und wenn er einen feiern sah, Dann war er schon als Schinder da. Er ließ den Leuten keine Ruh, Er trieb zur Arbeit immerzu, Er gönnte ihnen keine Rast Und türmte auf die Arbeitslast. Ein jeder nur sein Sklave war Ein Leben lang und immerdar, Bekam dafür als Arbeitslohn Oft weiter nichts als Spott und Hohn Die böse Zeit der Sklaverei Ist in Europa längst vorbei, Es gab dafür nicht Raum und Das Menschenrecht, die Christenheit. Doch schleicht sich im gewissen Sinn Die Schinderei noch heut' dahin, Wenn man zum Beispiel— schwer gekränkt— An Spanien und Rußland denkt. 4. Schlußbemerkung. Land und Leute stehn zusammen, Die aus einem Volke stammen, Land und Leute sind hienieden Eingestellt auf Glück und Frieden. Land und Leute sind verbunden Auch in allen schweren Stunden, Land und Leute helfen sich Gegenseitig brüderlich, Land und Leute, Hand in Hand, Schützen Volk und Vaterland. Aus und Zum Sonntag Jetzt steht das Jahr auf seiner Höhe. Auf den Wiesen duftet die Mahd. Eine stille Feier ist über den Tag gebreitet, den erst ein spätes Abendrot verhängt zu träumender Rast im Schoße göttlicher Schöpfung. Wie Lebensglut leuchtet der Mohn. Auf den Feldern säuselt leise im Winde Aehrenmusik; die buntseidigen Falter des Sommers taumeln von Blume zu Blume. Verhalten in gesammelter Kraft, atmet sommerliche Heimatwelt. Des Frühlings stürmische Ueberraschungen haben der heiteren Beständigkeit Platz gemacht. Nur ab uno zu ballen sich Wetterwolken zu Sturm und Donner, denn wo Natur zur Reife drängt, gesellt sich ihrer die Leidenschaft. Aber nach kurzem Streite lächelt sie wieder, blank und rein, aus hunderttausend Augen. Fühlst du, lieber Sonntagsleser, aus diesem Sommerbilde den geheimnisvollen Bund, der uns Menschen innig eint mit dem ewigen Wechselspiel im oldnen Jahresring der Schöpfung? Auch unserm ebensfrühling des Brausens und der jugendlichen Lust folgt die stillere Zeit des Reifens, die sich sammelnde Kraft zur Vollendung der uns gestellten Aufgaben. Da fehle es uns nicht an Leidenschaft, die jedes gute Werk begleiten muß durch türmende Wolken hindurch bis uns die Reinheit der Erfüllung lacht und uns kräftigt zu neuem Wollen. Und mit noch einem Gleichnis beschenkt uns das bedachtsame Reifen des Sommers: die Tage werden kürzer, wo die Frucht sich zu neigen beginnt an Halm und Ast, wo der Segen des Wachstums sich sichtbar entfaltet, fleißige Arbeit sich lohnt und der Glaube an den Schöpfer reichlich beglückt. So entfliehen auch uns im Sommer des Lebens, im ernsten Eifer des Schaffens, die Tage rascher, so daß wir die Stunden der Regsamkeit zu messen beginnen und zu nützen und ihre Kostbarkeit zu schätzen wissen. Wir erfassen tiefer den Wert unseres vergänglichen Daseins, die Pflichten gewidmet der Familie als der Zelle der Zukunft und so dienend dem Ganzen und Bleibenden unseres Volkes. Ein tapferes Menschenleben aber vermag in glücklichem Ringen wieveryolt einen Sommergipfel zu erobern. auf eine stolze Höhe des Gelingens zu treten. Um so reicher wird uns dann der Herbst der Ernte begnaden mit dem Schatz eines beruhigenden Bewußtseins, Genüge geran zu haben unserem hohen Menschenberufe und dem Rufe unseres großen Vaterlandes. ** Aufruf des Reichssportführers zur Durchführung des Sportappells der Betriebe. NSG. Der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat am 11. Juni 1938 auf meinen Vorschlag den Sportuppell der Betriebe verkündet. Ich rufe hiermit alle deutschen Betriebsführer auf, diesen Appell für das Jahr 1938 in der Zeit vom 1. August bis zum 30. September durchzuführen. Der Sportappell soll zu einer machtvollen Kundgebung für den Gedanken der Leibeserziehung werden, er soll auch den letzten noch abseits stehenden Volksgenossen sportlicher Betätigung zuführen und damit gleichzeitig einen Ueberblick über die körperliche und gesundheitliche Verfassung der Schaffenden geben. Ich bin überzeugt, daß schon die erstmalige Durchführung dieses Appells ein bedeutsamer Meilenstein auf dem Wege zum hohen Ziel„Ein Volk in Leibesübungen“ sein wird. von Tschammer und Osten, Reichssportführer. für Herne Flachbauweisen(Einfamilienhäusern) genügen zur Aufbewahrung von Vorräten geeignete, in der Nähe der Küche liegende Kellerräume. Die Speisekammer soll von der Küche leicht erreichbar sein und nicht neben dem Schornstein, Ofen, Trockenabort oder Stall liegen. Für Speiseschränke gilt dasselbe sinngemäß. Die Lage nach Süden oder Westen ist möglichst zu vermeiden. Die Speisekammer soll durch ein Fenster(im Sommer Gazefenster) oder eine verschließbare Maueröffnung belüftbar sein, mindestens ½ am Grundfläche und nicht weniger als 1,75 Meter lichte Höhe haben. Die Wände sind zu kälten. Auf eine praktische Aufteilung und Einrichtung ist besonderer Wert zu legen. Alle Einrichtungsgegenstände müssen leicht auswechselbar sein, damit der Grundforderung nach größter Sauberkeit entsprochen werden kann. ** „Unser Kamerun das Land der unerschöpflichen Möglichkeiten, unsere wertvolle Kolonie an der Westküste Afrikas. Wer möchte sie nicht kennen lernen? Wir sind alle verpflichtet, unter koloniales Wissen, besonders über unsere eigenen Kolonien, sofern sich eine Möglichkeit dazu bietet, zu bereichern. Nur das Vertrautmachen mit unseren Kolonien ermöglicht es uns, unsere Forderung auf die Zurückgabe des uns geraubten Gebietes zu verstehen. Wir können nicht auf die Lösung unserer kolonialen Forderung verzichten. Unser Lebensrecht ist genau so groß, wie das der anderen Völker. Jeder Deutsche muß darum mit dem kolonialen Gedanken vertraut und von dem Willen beherrscht werden, daß die Rückgabe der deutschen Kolonien für das gesamte deutsche Volk eine unbedingte Notwendigkeit ist, die erst den Frieden Europas und der gesamten Welt garantiert. Heute und morgen ist allen Herner Volksgenossen Gelegenheit gegeben, in Wort und Bild unser Kamerun kennen zu lernen. Aus dem berufenen Munde des Reichskolonialbundes wird jeder Näheres über unser Kolonialproblem vernehmen. ** 12 schöne Tage im Schullandheim Apricke Eine Teilnehmerin schreibt uns hierüber: Der Traum der schönen Tage in Apricke ist nun vorbei. Zwolf Tage ungebundener Freude verlebten wir in den Bergen und Tälern des schönen Sauerlandes. Immer wieder mußten wir die Naturschönheiten dieses herrlichen Landstriches bewundern. Das zerklüftete Felsenmeer bot uns mit seinen schroffen Felsen einen einzigartigen Anblick. Einen tiefen Eindruck übte auch die Reckenhöhle aus uns aus, die mit ihren seltsamen Gebilden der Tropfsteine uns an längst verklungene Zeiten erinnerte. Auf einem Ausmarsch schimmerten uns die Kalkgrube und der Spatsteinbruch in der Ferne entgegen Die Kasernen in Hemer wurden auch nicht vergessen und einer gründlichen Besichtigung unterzogen. Mit Freude und Genuß pirschten wir durch den dichten Tannenwald, der uns stellenweise wie ein Urwald umschloß. Eine wunderbare Stille lag über den Wäldern, die mitunter durch einen Laut unterbrochen wurde. Trotz Ausmarsch und Schulung erübrigten wir einige Mußestunden, die wir in sorgloser Heiterkeit und kindlichem Uebermut gründlich ausnutzten. Ein gesundes und schmackhaftes Essen wurde uns täglich vorgesetzt, welches wiederum die Ursache war, daß mehrere von uns bis zu acht Pfund zugenommen hatten. Der Dorfabend, auf den wir uns schon in Herne gefreut hatten, wurde in festlichem, nationalsozialistischem Rahmen begangen. Unter Lachen und Scherzen verbrachten wir den letzten Abend in Apricke, welcher uns unvergessen bleibt. Noch lange werden wir von diesen schönen Erinnerungen zehren und alles Herrliche wird in unserem Gedächmis nachklingen. *** * I m S i l b e r k r a n z e. Die Eheleute Wilhelm Bora und Frau Maria, Börnig, Dorfstraße 44, feiern heute das Fest ihrer Silbernen Hochzeit. Ebenso die Eheleute Karl Hertwia und Frau Maria, geb. Brodhuhn, Shamrock= straße 36. Herzl. Glückwunsch * Bestandene Meisterprüfung. Am letzten Donnerstag hat der schon längere Jahre auf der Zeche Mont=Cenis tätige Schlosser Johann Tilhuus, Ringstraße 173, vor der Handwerkskammer zu Dortmund sein Meisterexamen mit bestem Erfolg bestanden. Herzl. Glückwunsch! * Neuer Führer der ASIK-Standarte 58. RSG. Auf Besehl der Gruppe 10 des RSFK ist ab 15. Juli der REFK=Sturmführer Schaub mit der Führung der RSFK=Standarte 58(Arnsberg) beauftragt worden. Die Dienststelle der NSFK=Standarte 58 befindet sich im Gebäude des Arbeitsamtes in Arnsberg, Bahnhofstraße. * R a d f a h r e r f l u c h t w i r k t s t r a f v e r s c h ä r f e n d. NSG. Während das Gesetz für Kraftfahrer, die sich bei Verkehrsunfällen ihrer Feststellung durch die Flucht entziehen, schwere Strafen vorsieht, kann Radfahrerflucht als solche nicht bestraft werden. Das hindert aber nicht daran, daß die feige Flucht des Radfahrers bei der Beurteilung eines Straffalles erheblich strafverschärfend wirkt. Diese Erfahrung mußten mehrere Radfahrer machen, die in unkameradschaftlicher Weise nach einem Unfall ihr Heil in der Flucht suchten. * F e s t n a h m e. Ein Mann aus Herne wurde festgenommen, weil er sich des Hausfriedensbruchs, der Bedrohung und der Beleidigung schuldig gemacht hatte. * Beim Diebstahl überrascht. Ein Schüler aus Herne=Horsthausen wurde in einem Herner Kaufhause beim Diebstahl überrascht. Er hatte breits in einem anderen Herner Kaufhause schon einen Diebstahl ausgeführt. Die gestohlenen Sachen konnten dem Geschädigten wieder ausgehändigt werden. * Stalleinbruch. In der Nacht zum Mittwoch wurde ein Stall des Hauses Kirchstraße 161b erbrochen und ein weißes Leghornhuhn gestohlen. * K o h l e n a u t o f u h r g e g e n e i n e M a u e r. Donnerstag morgen gegen 10 Uhr rannte ein beladenes Kohlenauto gegen eine Mauer der Besitzung Brensel auf der Ringstraße. Die Mauer stürzte um und das Auto sauste noch 100 Meter weiter, wobei es beim Anprall den Kasten mit Kohlen verlor. Beinahe wäre auch eine Frau mit einem Kinde in Mitleidenschaft gezogen worden. * Eine Oberschenkelverletzung erlitt gestern gegen 14 Uhr auf einem hiesigen Werk der Schlosser Karl B. aus der Bahnhofstraße. Beim Transport einer Säule kam der Verletzte zu Fall und Aenderung des Finanzausgleichs Tagung der westfälischen und lippischen Landräte in Burgsteinfurt. NSG. Die vom Deutschen Gemeindetag gebildete Westfälische Arbeitsgemeinschaft für Verwaltungsfragen der Landkreise trat unter dem Vorsitz ihres Leiters, Landrat von Borries=Lübbecke, zu einer Arbeitstagung in Burgsteinfurt zusammen. Außer den Landräten nahmen an dieser Tagung Vertreter der Regierung in Münster. Arnsberg und Minden, der zuständige Hoheitsträger der NSDAP, Kreisleiter Weber, der Bürgermeister von Burgsteinfurt, Dr. Schumann sowie der Vorsitzende der Provinzialdienststelle Westfalen=Lippe des Deutschen Gemeindetages, Landeshauptmann Kolbow, teil. Im Mittelpunkt der Tagung standen die vom Reichsminister des Innern gelegentlich der Jahrestagung des Deutschen Gemeindetages angekündigten Aenderungen des Iinanzausgleichs und ihre Auswirkung auf die Kreis- und Gemeindefinanzen. Der Geschäftsführende Direktor der Provinzialdienststelle Westfalen Lippe des Deutschen Gemeindetages Dr. Sachse, gab zunächst anhand von Schaubildern einen Ueberblick über die Entwicklung der Gemeindefinanzen seit 1932 bis heute und ging anschließend auf die bevorstehende Aenderung des Finanzausgleichs ein. Der Verlust, den die Gesamtheit der deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände durch diese Aenderung auf der Einnahmeseite erleiden wird, beträgt rund 10 v. H., der gemeindlichen Steuereinnahmen, wird also ein empfindliches Loch in die Gemeindehaushalte reißen. Anschließend gab Landrat von Borries(Lübbecke) anhand des durch eine Rundfrage gewonnenen Zahlenmaterials einen Ueberblick über die Auswirkungen des neuen Finanzausgleichs auf die Finanzen der westfälischen Landkreise. Naturgemäß sind diese Auswirkungen je nach der bevölkerungsmäßigen und wirtschaftlichen Struktur der Landkreise außerordentlich verschieden. Insgesamt gesehen, bedeutet die Aenderung auch für die Landkreise einen außerordentlich schweren Verlust auf der Einnahmeseite Als zweiter Punkt der Tagesordnung wurde die Lage der Provinzialfinanzen behandelt, über die Landesoberverwaltungsrat Dr. Naunin berichtete. Er gab einen eindrucksvollen Ueberblick über die Entwicklung der Provinzialfinanzen in den letzten 5 Jahren und ihren heutigen Stand und führte anschließend die Gründe an, die zu der Erhöhung der Provinzialumlage für das letzte Rechnungsjahr geführt haben. Als weitere wichtige Punkte standen auf der Tagesordnung die Verwaltung der Landstraßen 2. Ordnuna und die Einrichtung von Kreisbildstellen, die ebenfalls zu einer lebhaften Aussprache führten. An die Tagung schloß sich eine Besichtigung der Spinnerei und Weberei der Gebr. Kock in Borghorst an, die den Teilnehmern einen guten Einblick in diesen bedeutsamen Wirtschaftszweig des nordwestlichen Münsterlandes gab. 1200 herner und Castrop-Rauxeler Rinder gut erholt Montag Rückkehr des letzten diesjährigen Kinder= Landtransportes aus dem Gau Koblenz Trier. 1000 Herner Verwandtenkinder fahren in die Herbstferien. ** Vom schwarzen Geldmarkt Immer wieder hört man von Fällen, in denen Volksgenossen, die ihr Geld nicht den berufenen Kreditinstituten übergeben, sondern es selbst ausleihen, hierdurch erheblich geschädigt werden. Ein besonders gefährliches Gebiet hierbei sind die Beteiligungen als stille Gesellschafter usw. an Firmen, die man nicht kennt. Kürzlich ging in Rostock ein Prozeß gegen den Inhaber eines Verkehrsunternehmens zu Ende, der es verstanden hatte, mehrere Volksgenossen um erhebliche zwecks„Beteiligung“ hergegebene Beträge zu prellen. Es kann daher jedem Volksgenossen, der Spargeld ooer sonstige Rücklagen anlegen will, nur größte Vorsicht bei solchen Geschäften angeraten werden. Zumal diejenigen, die in geschäftlichen und finanziellen Angelegenheiten weniger erfahren sind, tun am besten daran, ihr Geld den vorhandenen Kreditinstituten, wie etwa den öffentlichen Sparkassen und Banken, zur Verwaltung zu übergeben. *** Pferdemusterung in Herne Das Polizeiamt Herne teilt mit: Die diesjährige Pferdevormusterung im Polizeiamtsbezirk Herne, umfassend die Städte Herne, Wanne=Eickel und Castrop=Rauxel, findet wie folgt statt: a) in Herne: am 18. 7. 1938 von 8—12 und 14—17 Uhr auf dem Platz an der Kirchhofstraße; am 19. 7. 1938 von 8—12 Uhr auf dem Hindenburgplatz in Herne=Sodingen; b) in Wanne=Eickel: am 20. 7. 1938 von 8—12 Uhr und 14—16 Uhr auf dem Pferdemarktplatz an der Dorstener Straße und anschließend auf dem Wilhelmplatz in Eickel(Auf der Wenge); c) in Castrop-Rauxel: am 21. 7. 1938 von 8—12 Uhr und 14—17 Uhr auf dem Marktplatz in Ickern und am 22. 7. 1938 von 8—12 Uhr und 14—-17 Uhr auf dem Viehmarktplatz in Castrop. Diejenigen Pferdebesitzer, die bis zum 17. Juli d. J. von dem Polizeiamt in Herne keine Gestellungsaufforderung zur Vorführung ihrer Pferde erhalten haben, müssen unverzüglich dem zuständigen Polizeirevier hiervon Mitteilung machen. * 2* In jeder Wohnung eine Speisekammer NSG. Mit Rücksicht auf die Aktion„Kampf dem Verderb“ erschien es geboten, Richtlinien über den Bau von Speisekammern zu geben, um den Verderb von Lebensmitteln möglichst zu verhindern. Der Reichs= und Preußische Arbeitsminister bittet daher die Baupolizeibehörden, bei Prüfung von Bauanträgen für Wohngebäude außer denen, für die besondere Bauvorschriften ergangen sind(z. B. Landarbeiterwohnungen, Bauvorhaben zur Neubildung deutschen Bauerntums usw.), im Sinne der nachstehenden Richtlinien beratend auf Bauheren, Architekten oder Bauunternehmer einzuwirken. Jede Wohnung soll eine Speisekammer oder mindestens einen gut lüftbaren Speiseschrank(Wandschrank) erhalten. Bei ländlichen Verhältnissen oder Die Büros der Kreisleitung unserer NS=Volkswohlfahrt Herne—Castrop=Rauxel haben seit dem Frühjahr keine ruhige Stunde mehr gehabt. Es geht hier wie in einem Bienenhaus zu. Unzählige Fragen sind schriftlich und telefonisch zu beantworten. die Fahrpläne, das Kursbuch müssen gewälzt werden, für die Kinder sind zuverlässige Begleitpersonen zu wählen usw. Das ist schließlich nur eines der zahlreichen Gebiete, die von der NSV betreut werden. In diesem Jahre wurden von hier aus über 3000 Kinder aus Herne und Castrop=Rauxel in Landpflegestellen entsandt. Bei allen Transporten wurde eine mustergültige Vorarbeit geleistet, und die bis auf einen Transport zurückgekehrten Kinder haben sich wohlgeborgen gefühlt, wohin sie auch entsandt wurden. Im Durchschnitt nahmen alle Kinder an Körpergewicht zu, auch in gesundheitlicher Beziehung wurden alle Wünsche erfüllt. Einen weiteren guten Erfolg hat die NSV mit dem noch ausstehenden Transport von 1200 Herner und Castrop=Rauxeler Kindern aufzuweisen, die vier Wochen im Gau Koblenz=Trier verlebten und für Montag zurückerwartet werden. Sie haben sich alle gut erholt. Eine große Zahl in diesen beiden Gauen untergebrachten Kinder wird sogar wegen ihres vorzüglichen Betragens bis zum Ende der Herbstferien dabehalten. Demnach werden nicht alle 1200 Kinder Montag heikommen. Von diesen treffen zunächst 200 Kinder mit dem fahrplanmäßigen Zug 17.07 Uhr ein, dann 20.04 Uhr der an 1000 Köpfe starke Haupttransport mit dem Sonderzug. Unsere NSV=Kreisleitung beginnt in der Zeit vom 25. bis 30. Juli mit der Durchführung der Verwandtenkindertransporte nach allen deutschen Gauen. Aus Herne werden insgesamt 1000 Kinder für die Zeit der Herbstferien diese Transporte benutzen, um bei Verwandten Unterkunft und Verpflegung zu finden. Unsere NSB=Kreisleitung Herne— Castrop=Raurel hat vom Gau Westfalen=Süd als besonderen Auftrag die Unterbringung von Verwandtenkindern in die Gaue Düsseldorf, Köln=Aachen, Koblenz=Trier, Hessen=Nassau, Saarpfalz, WüttembergHohenzollern, Baden und Schwaben zugewiesen erhalten. Als erster Verwandtentransport geht am 27. Juli der erste Sonderzug auf Fahrt. wurde mit einer Beinverletzung dem Ev. Krankenhaus zugeführt. * Der Ruhrkumpel fährt ins Schwabenland. RSG. Am Sonntag, dem 17. Juli, vormittags 8 Uhr, wird in Dortmund im Hotel„Westfalenhof“, Burgwall, die Wirtschaftskundliche Studienfahrt WS 405 eröffnet, die unter dem Motto„Der Ruhrkumpel fährt ins Schwabenland“ steht. Die Fahrt dauert bis zum 23. Juli. &a Sommerfest des SC Westsalia Herne 04. Heute steigt in den Gartenanlagen der Wirtschaft Grünendahl(E. Wiegmann) das diesjährige Sommerfest des SC Westfalia. Der Abend verspricht sehr genußreich zu werden, denn den Gästen soll ein erlesenes Programm geboten werden. Neben Konzert und Tanz wirkt ein Doppelquartett des Männergesangvereins Sangeslust mit. Sollte wider Erwurten ungünstiges Wetter sein, so steigt das Fest im Saale. * Tagesausflug der AS-Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk, Herne-Alt, zum Sauerland. Am Donnerstag fuhren über 80 Frauen der NSFrauenschaft Herne=Alt, sowie auch die österreichischen Ferienkinder in drei Autobussen, von schönstem Wetter begünstigt, über Bochum, Witten, Hagen zum Sauerland. Schon beim Beginn der Fahrt herrschte ungebundene Fröhlichkeit, die sich, als man das Industriegebiet hinter sich hatte, noch mehr steigerte. Die erste Rast wurde zu einer Besichtigung der Hohensyburg und der Umgebung benutzt. Kurz vor Mittag wurde die Fahrt bis nach Letmathe fortgesetzt, wo in der Gaststätte der Dechenhöhle das Mittages# eingenommen und die Dechenhöhle besichtigt wu Nach der Besichtigung fuhr man zum schönen Hönnetal, wo im Restaurant Platthaus der Kaffee eingenommen wurde. Bei fröhlichen Spielen und Gesängen, wobei auch die österreichischen Ferienkinder ihre Wiener Lieder erklingen ließen, verbrachte man einige fröhliche Stunden. Eine NS=Frauenschaftsleiterin aus dem Hönnetal, die mit einem Herner Frauenschaftsmitglied die Gauschule besucht hatte, zeigte sodann den Ausflüglern die herrlichen Reize des Hönnetals. So wurde ein Spaziergang durch die schattigen Waldungen am Klusenstein vorbei bis zur Reckenhöhle gemacht, wo man sich an einem kühlen Trunk labte. Gegen 21 Uhr wurde die Rückfahrt über Menden, Unna, Dortmund, über den Ruhrschnellweg angetreten, und zwischen 23 und 24 Uhr trafen alle in bester Stimmung wieder in Herne ein. Stadt Wanne=Eickel. Geschädigle gesucht. Vor etwa 4 dis 5 Wochen wurde einer Frau auf dem kath. Friedhof an der hiesigen Mozartstraße aus einer am Grabe niedergelegten Handtasche eine Geldbörse entwendet. Es handelt sich hierbei um eine braune led. Geldbörse mit Reißverschluß, in welcher sich der Betrag von 14 RM. befand. Da der Täter inzwischen ermittelt worden ist, wird die Geschädigte gebeten, bei der Kriminalpolizei, Gelsenkirchener Straße 25, vorzusprechen. Bochumer Schlachtviehmarkt am 12. Juli 1938. Gesambauftrieb: 275 Rinder, darunter 11 Ochsen, 88 Bullen, 153 Kühe, 23 Färsen; ferner 499 Kälber, 463 Schweine, 13 Schafe. Für 50 kg Lebendgewicht wurde bezahlt: Ochsen: a)„vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45 RM, 6) sonstige vollfleischige 39—41 Bullen: a) jüngere, vollfleisch. höchsten Schlachtwerts 41—43 RM., b) sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39 RM., c) fleischige 33—34 RM., d) gering genährte 27 RM.; Kühe: a) jüngere, vollfl. höchsten Schlachtwerts 42—43 RM., b) sonstige vollfl. oder ausgemästete 39 R2N., e) fleischige 33 RM., d) gering genährte 20—24 RM.; #ärsen(Kalbinnen): a) vollfl., ausgemästete höchsten Schlachtwerts 42—44 R2., b) vollfleischige 40 RM., c) fleischige 30—35 RM., d) gering genährte 27 RM.: Kälder: Doppelländer best. Mast 70—78 RM., a) beste Mastund Saugkälber 63 RM., b) mittlere 57 RM., c) geringere Saugkälber 48 RM., d) geringe Kälber 36—38 RM.; Mastlämmer: beste 48—52 RM., Masthammel: beste, jüngere 38—41 RM.: Schafe: beste 40 RM., geringere 32 RM.; Schweine: a) von 150 und mehr kg 56.5 RM., b1) von 135 bis 149.5 kg 55.5 RM., 52) von 120 bis 134,5 kg 54,5 RM., c) von 100 bis 110,5 kg 52,5 RM., d) von 80 bis 99,5 kg 49,5 RM., e) von 60 bis 79,5 kg 49.0 RM. fette Specksauen 53,5 RM. Marktverlauf: Großvieh zugeteilt, Kälder flott, Schweine zugekeilt, Schafe flott. am 14. Juli 1938. Gesambauftrieb: 24 Rinder, darunker 10 Ochsen, 2 Bullen, 4 Kühe, 8 Färsen, ferner 44 Kälber, 525 Schweine, 10 Schafe. Für 50 kg Lebendgewicht wurde besen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45 RM., b) sonstige vollfleischige 41 RM.; jünger, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43 RM; Kühe: fleischige 30—33 RM.; Färsen(Kalbinnen): a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtb) vollfleischige 40 RM., c) fleischige alber: a) beste Mast- und Saugkälber 63 RM., b) mittlere 55—57 RM., c) geringere Saugkälber 47—48 RM., d) geringe Kälber 38 RM.; Masthammel: beste, jüngere 48 RM.; Schweine: a) von 150 und mehr kg 56.5 RM., b1) von 135 bis 149,5 55,5 RM., b2) von 120 bis 134.5 kg 54,5 RM. c) von 100 bis 119,5 kg.##evengewicht 52,5 RM., d) von 80 bis 99.5 kg bis 75,5 na 49.5 RM., f) unter 604 49,5 RM., gl) fette Specksauen 53,5 RM. Marktver Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe 119.5 * Aus amtlichen Bekanntmachungen Bekanntmachung der 1. Nachtragshaushaltssatzung der .. aok Herne für das Rechnungsjahr 1938. f Grund des§ 88 Absatz 1 in Verbindung mit§ 86 der Deukschen Gemeindeordnung vom 30. 1. 1935 (RGBI. I S. 49) wird für das Rechnungsjahr 1938 folgende Nachtragshaushaltssatzung bekanntgemacht: § 1. Der dieser Satzung als Anlage beigefügte 1. Nachtragshaushaltsplan wird im außerordentlichen Nachtragshaushaltsplan in den Einnahmen auf 150000 RM(ge(gegenüber 1392300 RM. Ausgaben im außerordentlichen paushaltsplan), in den Ausgaben auf 150000 RM. (gegenüber 1382 300 RM. Ausgaben im außerordentlichen Haushaltsplan) festgesetzt. Nachtragshaushaltsplan liegt gemäß§ 86 Abs. 3 der Deutschen Gemeindeordnung vom 18. Juli bis zum). Juli d. J. im Rathaus, Zimmer 223, öffentlich aus. Herne, den 15. Juli 1938. Der Oberbürgermeister: I. V.: Meyerhoff Vereinskalender. Krieger= und Landwehrkameradschaft 1865 E. V. Herne. Zur Beerdigung des Kameraden Bernhard Vollmer kreten die Kameraden am Montag, dem 18. Juli, nachmittags 15 Uhr am Vereinsheim an. Gewehrgruppe eine Viertelstunde vorher. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. G iee e vor Den hemmenden Generationen, tritt ein in Die RS0.1 Nr. 164(Drittes Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 16. Juli 1938 Beim Standesamt Herne Erste Erfahrungen mit dem Familienbuch Seit dem 1. Juli eingeführt.- Künftig der umtallendite und licherste Nachweis der Familiengelchichte.- Das Publikum Jollte als künftiger Nutznießler mehr Geduld haben! Seit 14 Tagen ist nun das neue Familienbuch, über das auch im„Herner Anzeiger“ vorher manches mitgeteilt wurde, im Gebrauch. Beim Standesamt Herne ebenso wie bei sämtlichen deutschen Standesämtern. Man interessiert sich, etwas über die Erfahrungen der ersten Zeit aus der Praxis zu hören und sucht daher den Standesbeamten in seinen Amtsräumen im Rathaus auf. liegt also das wichtige Buch, aus dem in künftigen Jeiten sowohl die Behörden, wie auch die Geschlechter Kunde schöpfen können über ihre Abstammung und über alle Einzelheiten der Familiengeschichte. Ein schlichter, dicker Band, ganz sachlich und schmucklos. Wer den wichtigen Gang zum Standesamt tut, bekommt sein besonderes Blatt im Familienbuch. Die Beurkundung der Eheschließung und der Abstammung der Ehegatten selbst erfolgt im ersten Teil. Hier begint schon die neue, schlichtere und sachlichere Haltung bei der Formulierung der amtlichen Beurkundung der erfolgten Eheschließung. Der Standesbeamte spricht jetzt im Namen des Reiches us, daß die Brautleute rechtmäßig verbundene Eheleute ind. Die standesamtliche Eheschließung ist ein Staatsheitsakt und hat der Gesetzgeber diesem eine besondere Bedeutung durch den Ausspruch des Standesbeamten beigelegt. Die erste Seite des Buches enthält auch nicht mehr wie früher Jahreszahlen in Buchstaben, sondern nur ganz kurze und sachliche Angaben. Auch die Protokolle über die erfolgte Eheschließung haben sich gegenüber früher wesentlich verändert. In kurzen und prägnanten Sätzen wird das Ereignis urkundlich festgelegt. Früher hieß es in evischer Breite, daß der Standesbeamte zuerst an„Ihn“ und dann an„Sie“ die feierliche Frage gerichtet habe. Heute fragt er die Brautleute nach dem kurzen. sachlichen Buchtert„einzeln und hintereinander. ob sie die Ehe miteinander eingehen wollen.“ Diese neue Kürze schließt natürlich nicht aus, daß der Tranakt selbst sehr würdig und mit aller Feierlichkeit vollzogen wird. Wir haben ja schon im Mai darüber geschrieben, wie prächtig das Trauungszimmer im Herner Rathaus ausgestattet ist und wie der Schmuck des Raumes und die Amtstracht des Standesbeamten zur Erhöhung der Feierlichkeit beitragen. Andererseits ist sich jedoch der Standesbeamte auch wohl bewußt, daß man keine Kulthandlung von ihm verlangen kann, weil er eben kein Kultträger, sondern ein Standes= und Urkundsbeamter ist. Neu hinzugekommen ist im ersten Teil des Familienbuches die Angabe der Religion. Der zweite Teil enthält als Neuerung die Angabe des erlernten oder des letzten Berufes des Vaters. den Wohnort und ferner die so wichtige Geburtsbeurkundung des Vaters wie der Mutter, die früher fehlte. Auch die Ebeschließung der Eltern der Brautleute wird hier künftig genau festgehalten. Die Rubrik für die Eintragung der Staatsangehörigkeit der Eheschließenden und ihrer Eltern ist vorläufig noch offen zu halten. Die endgültige Gesetzgebung über das deutsche Staatsbürgertum ist ja noch nicht abgeschlossen, und bis dahin sind wir aue nur vorläufige Staatsbürger. Dagegen kann die rassische Abstammung schon jetzt ins Familienbuch ausgenommen werden, weil ja nach dieser Richtung die Durchvrüfungen erfolgt sind. Weiter ist da natürlich Platz für die Eintragung der Kinder. Auch die etwa erfolgte Auflösung einer Ehe oder Veränderungen der Religionszugehörigkeit werden eingetragen. Anlage und Einteilung des Familienbuches dienen dem Ziel, den Menschen nicht wie früher als Einzelindividuum zu er fassen, sondern im Rahmen seiner Sippe. Das Geburtsbuch des Standesamtes wird nach den gleichen Gesichtspunkten geführt. Eins ist die Verbindung und Ergänzung zum andern. Unsere Nachfahren werden es einmal bedeutend leichter haben mit der Ahnen= und Sippenforschung und mit den Abstammungsnachweisen, als wir selber. Denn das Familien= buch in Verbindung mit dem Geburtenbuch wird bewirken, daß später einmal der deutsche Mensch nur zu wissen braucht: Wo haben meine Eltern gebeiratet? Alles andere wird ihm von dem in Betracht kommenden Standesamte schnell und reibungslos zugegeben werden können. Er hat dann mit einem Schlage alles. was er über die Abstammung. Rassezugehörigkeit und Staatsbürgerschaft seiner Sippe braucht. Natürlich bringt die Erweiterung der urkundlichen Eintragungen und überhaupt die ganze Neugestaltung nach nationalsozialistischen Familien= und Sippengesichtspunkten für das Standesamt viel mehr Arbeit als früher. Das Publikum selbst merkt davon nichts. höchstens, daß es zuweilen länger auf die Abfertigung warten muß und dann— wie üblich— nichts Besseres zu tun weiß. als weidlich zu schimpfen. Das ist allerdings sehr kurzsichtig denn schließlich dient doch alles, was hier, geschieht. den Volksgenossen selbst und ihren Nachkommen. Ein paar Fingerzeige, wie es schneller gehen kann bei der büromäßigen Abfertigung auf dem Standesamt gab uns der Standesbeamte noch mit auf den Weg. Die Brautleute. deren Eltern vor 1920 geheiratet haben, sollen sich möglichst bei Zeiten auch die Geburtsurkunden der Eltern besorgen, damit das Standesamt gleich von vornherein und im eigensten Interesse der Eheschließenden und ihrer Familie in der Lage ist, das Familienbuch in Ordnung zu bringen. Auch die Nachfahren haben dann später diese für sie wichtigen Angaben geschlossen beieinander. Der Standesbeamte arbeitet hier nicht für sich, Sommerschlußiverkauf 1938 Von Montag, dem 25. Juli, bis einichließlich Samstag, dem 6. Augult. 1. Der diesjährige Sommerschlußverkauf beginnt Montag, den 25. Juli, und dauert bis Samstag, den 6. August. einschließlich Der Verkauf ist als Sommerschlußverkauf zu bezeichnen. Die Bezeichnung ist entweder ohne jede Trennung der„Wortbestandteile(Sommerschlußverkauf) oder mit einmaliger Trennung vor„Verkauf“(Sommer= schluß=Verkauf) oder mit zweimaliger Trennung(Sommer= Schluß=Verkauf) zu verwenden. Die Verwendung von Trennungsstrichen ist nicht vorgeschrieben. In keinem Falle dürfen jedoch die Wortbestandteile„Schluß" oder „Schlußverkauf“ irgendwie(z. B. durch größeren Druck. andere Farbe oder besondere Anordnung in der Schreibweise) herausgehoben werden. Eine stärkere Hervorhebung der Wortteile„Sommerschluß“ ist zulässig. 2. Im Sommerschlußverkauf dürfen zum Verkauf gestellt werden: Textilien. Bekleidungsgegenstände und Schuhwaren. Ausgenommen sind jedoch parteiamtliche Gegenstände einschließlich der Bekleidungs= und Ausrüstungsgegenstände. Ferner dürfen die nachstehend aufgeführten Waren des Textilfachgebiets nicht zum Verkauf gestellt werden: Weiße Wäschestoffe jeder Art einschließlich Rohnessel und blauer Köver. Taschentücher jeder Art. Handtücher jeder Art einschließlich Frottierhandtücher. Küchenhandtücher, Küchengeschirrtücher und Badetücher. Erstlingswäsche einschließlich Einlagen und Windeln, Bettwäsche und Inletts jeder Art. einjarbige gewirkte und gestrickte Unterwäsche aus Gespinsten, die Wolle oder Baumwolle enthalten. weiße Hemden jeder Art. einjarbige und Melangestrümpfe aus Gespinsten. die Wolle oder Baumwolle enthalten. Bettfedern, Kapok und sonstiges Bettenfüllmaterial. Matratzen. Matratzenschoner. Reformunterbetten. Reformauflagen. Bettstellen. blaue Mützen jeder Art. schwarze, steife Herrenhüte. Seidenhüte. Klapphüte und schwarze weiche Herrenhüte. Berufskleidung(zugelassen sind jedoch Livreen und Chauffeuranzüge). einfarbige Arbeitskittel und einfarbige Schürzen aus Gespinsten, die Wolle oder Baumwolle enthalten, Pelze. velzgefütterte Mäntel. Teppiche. Brücken und Verhindungsstücke jeder Art, einschließlich Läufer und Vorlagen. Fahnen und Fahnenstoffe jeder Art. Herrenstöcke und Schirme jeder Art. Zu diesem Verzeichnis ist folgendes zu bemerken: Als„Melange=Strümpfe“ sind Strümpfe aus Gespinsten zu verstehen, die ganz aus in der Flocke verschkedenfarbigen Spinnstoffen hergestellt sind. Nicht dagegen solche Strümpfe, die Streifen und JacquardMuster aufweisen, da bei diesen Strümpfen die Mehrfarbigkeit nicht durch die Mischung in der Flocke vor dem Verspinnen, sondern erst in der Weberei entsteht und diese Strümpfe in größerem Maße dem modischen Wechsel unterworfen sind. Unter den Begriff„Strümpfe" fallen auch Herrensocken. c) Kunstseidene Damenstrümpfe, die einen baumwollenen Florrand oder eine mit einem Flor= oder Makkojaden verstärkte Ferse und Spitze aufweisen, fallen nicht unter das Verbot. d) Unter den Begriff„Bettwäsche“ fallen auch gerauhte Bettücher. e) Schürzen sind auch dann als einfarbig anzusehen. a) b) wenn sie einen farbigen. Saum tragen und die etwa aufgesetzten Taschen farbig gesäumt sind. Nur wenn die Schürzen in größerem Umsange bunt besetzt und insolgedessen modischen Einflüssen unterworfen sind, fallen sie nicht unter das Verbot. Bunt bedruckte Schürzen sind nicht als einfarbig zu behandeln. 1) Unter die Position„Taschentücher jeder Art“ fallen auch Einstecktücher. 9) Charmeuse=Wäsche, die mit Svitzengarnierung aus Baumwolle oder Wolle versehen ist. fällt nicht unter das Verbot. 4. Es ist verboten. Waren zum Verkauf anzubieten. die nach ihrem Verwendungszweck und dem Zeitpunkt ihrer Anschaffung oder Herstellung durch den Verkäufer für den Vertrieb oder Verbrauch in dem künftigen Verbrauchsabschnitt bestimmt sind. Betroffen ist hiervon im wesentlichen Herbst= und Winterware neuer Kollektion. 5. Auf den Sommerschlußverkauf bezugnehmende öffentliche Bekanntmachungen und Mitteilungen, die für einen größeren Personenkreis bestimmt sind, dürfen frühestens Samstag, den 23. Juli. ab 19 Uhr, erfolgen. Diese Vorschrift gilt nicht in folgenden Fällen: a) Soweit bei Tageszeitungen die letzte Ausgabe vor dem Beginn der Verkäufe am Samstag, dem 23. Juli. vor 19 Uhr. erscheint, dürfen Ankündigungen und Anzeigen der Verkäufe bereits in dieser Ausgabe enthalten sein. b) Bei Zeitschriften und Zeitungen. die„mindestens wöchentlich erscheinen, dürfen Hinweise auf die bevorstehenden Verkäufe. die keine Warenangebote enthalten. in der letzten Ausgabe vor dem allgemeinen Beginn der Verkäufe enthalten sein. *) Mit der Anbringung von Plakaten und der Verteilung von Druckschriften darf am Samstag. dem 23. Juli. ab 16 Uhr. begonnen werden. Dies gilt auch für die Filmwerbung. Alle vor Beginn der Veranstaltung erfolgenden Ankündigungen und Mitteilungen müssen deutlich und unmißverständlich den Tag des Beginns der Verkäufe angeben. 6. Es ist verboten. Preisherabsetzungen durch Gegenüberstellung der früheren und der während der Verkäufe gültigen Preise in einer Weise anzukündigen. die für außerhalb der Geschäftsräume befindliche Kauflustige erkennbar ist. Preisgegenüherstellungen(auf Preisschildern) dürfen also z. B. nicht in Zeitungen und Schausenstern erscheinen. In den Geschäftsräumen selbst können dagegen auf den Preisschildern mit alter Preisauszeichnung die herabgesetzten neuen Preise angegeben werden. und zwar gegebenenfalls mit Durchstreichung der alten Preise. 7. Die heute allgemein anerkannte Forderung nach Wahrheit und Klarheit in des Werbung macht es notwendig, die Werhung für den Sommerschlußverkauf so zu gestalten, daß Irrtümer der Kundschaft darüber, auf welche Waren sich dieser Verkauf erstreckt. ausgeschlossen sind. Solche Irrtümer sind nicht vermeidbar. wenn in Sommerschlußverkaufsanzeigen auch Waren angeboten werden, die nicht am Sommerschlußverkauf teilnehmen. Bei Schaufensterdekorationen muß, wenn mehrere Fenster nicht zur Verfügung stehen, eine deutliche Trennung stattfinden. 8. Ein besonderer Resteverkauf darf vom 4. bis 6. August in den zugelassenen Waren als Sonderveranstaltung abgehalten werden. Als Reste sind nur solche aus früheren Verkäufen verbliebene Teile eines Ganzen anzusehen, bei denen der verbliebene Teil. für sich genommen, nicht den vollen Verkaufswert mehr hat, den er im Zusammenhang mit dem Ganzen besessen hat. sondern für die, die nach uns kommen und die es auch in diesen Dingen einmal besser haben sollen. als wir. 15 bie 20 Jahre Uebergangszeit werden nötig sein. bis die kommenden Generationen in den Genuß des neuen Familienbuches kommen können Also solange, bis die vor dem 1. Juli 1938 geborenen Kinder alle verbeiratet sind. Die späteren Jahrgänge werden es einmal besser haben. Ein Kind. das seit dieser Zeit geboren ist, hat sväter, wenn es beiratet, nur die einzige Abschrift aus dem Familienbuch für sein Aufgebot beizubringen und nichts weiter. Ein unenolich vereinfachtes Verfahren gegenüber dem heutigen Zustand, wo vor der Eheschließung immer noch Einzelurkunden„in rauhen Mengen“ gesammelt werden müssen. Wer sich diese heilsamen Auswirkungen fur die Zukunft klar macht, der wird nicht gleich die Geduld verlieren. wenn er auf dem Standesamt wegen der ausführlichen Eintragungen ein wenig länger warten muß. Das Ganze hat schon seinen großen Sinn! Photokovien von Urkunden wird es, wie der Standesbeamte bemerkt, künftig nicht mehr geben. Dafür gibt es aber dann bestimmte einfache Nachweise, aus denen alles Ueberflüssige, für den Zweck der Beurkundung Unwesentliche berausgelassen ist. Ist erst die Staatsangehörigkeitsfrage und die Staatsbürgerschaft endgültig durch Gesetz geregelt, dann hat das Familienbuch seine letzte Vollständigkeit. Das frühere Suchen hört dann künftig einmal auf. Aber alles braucht seine Zeit. Ehetauglichkeitszeugnis Ein telefonischer Anruf betrifft eine Anfrage an den Standesbeamten wegen der Erteilung eines Ehetauglichkeitszeugnisses und veranlaßt uns, auch danach kurz zu fragen. Das Ehetauglichkeitszeugnis wird, weil wir uns auch hier noch in einem Uebergang befinden. vorläufig nur in den Fällen bei der Eheschließung verlangt. in denen der Standesbeamte Zweifel über den Gesundheitszustand der Brautleute hat. Die Brautleute sind aver verpflichtet, über ihre gesundheitlichen Verhältnisse die absolute Wahrheit zu sagen. Jede falsche Auskunft wird streng bestraft. Zwar ist im Ehegesundheitsgesetz das Ehetauglichkeitszeugnis als Zwang vorgesehen. Bis zum Ablauf einer gewissen Uebergangszeit wird die Beibringung des Zeugnisses jedoch zunächst noch in das Ermessen des Standesbeamten gestellt, für ihn eine verantwortungsvolle Aufgabe, die ihm aber in absehbarer Zeit mit der endgültigen Durchführung des gesetzlichen Ehetauglichkeitszeugnisses wieder abgenommen wird. Verantwortung zu fühlen und inbezug aus ihre eigene Gesundheit, wie die gesundheitlichen Verhältnisse in der Familie nur wahrheitsgetreue Angaben zu machen, ist vor allem Sache der Brautleute selbst. Hier geht es um den gesunden Nachwuchs der Familie und des Volkes. Und doch glaubt man nicht, wie der Standesbeamte uns versichert, wieviel sonst intelltgenter Leute, von denen man annehmen müßte, daß sie Wert auf gesunde Ebeführung und Nachkommenschaft legen, immer wieder den Versuch machen, den Standesbeamten nach dieser Richtung hinters Licht zu führen. Was bei asozialen Elementen nicht verwunderlich ist, wird bei verständigen und bewußt handelnden Menschen zu gefährlichster Verantwortungslosigkeit. Das Ideale wäre auch hier, zumal da es heute der nationalsozialistische Staat an Aufklärung und Aufrüttelung zu artgemäßer deutscher Familienführung wahrhaftig nicht fehlen läßt, wenn jeder selbstverantwortlich handelte und nur mit einem körverlich und geistig ganz gesunden Ehevartner in die Ehe eintreten würde. Wie manche Menschen sind zwar stolz auf ihre Erfolge als Tierzüchter, auf die selbstgezüchteten Prachtexemplare von Hunden. Kaninchen. Hühnern und Tauben. Da werden alle Gesichtspunkte der Rasse und der einwandfreien Fortpflanzung strengstens beobachtet. Von der rassischen und gesundheitlichen Hochhaltung der eigenen Sippe dagegen weiß man oft nicht viel, oder will man nichts wissen. Es hat schon seinen großen Sinn, wenn Herz und Gewissen für diese gesunden Grundlagen des Lebens immer neu geweckt und geschärft werden. So klang der diesmalige Besuch beim Herner Standesamt über den aktuellen Anlaß des neuen Familienbuches hinweg aus mit einem Blick in die Zukunft unseres Volkes. dem auch alle diese Arbeit zu dienen hat. ser. S6v. legte den brundstein zu einer waldweihestätte Samstag nachmittag versammelten sich zahlreiche Wanderer und Wanderinnen, wie Freunde des Sauerländischen Gebirgs-Vereins, auf der Kuppe des Kohlberges, zwischen Dahle und Neuenrade, um den Grundstein zu einer Gedenkstätte an die im großen Kriege gefallenen Mitglieder zu legen. Den Denkmalsplatz umflatterten an grüngeschmückten Masten, die Fahnen des neuen Reiches. Ein Teil der Rückwand des steinernen Males stand aufgerichtet. Unterhalb der von hohen Fichten umgebenen Stätte wird der Aufmarschplatz für Großkundgebungen geschaffen, die nähere Umgebung des Denkmals selbst wird noch gärtnerisch ausgestaltet. Aus dem deutlich erkennbaren Grundriß war ersichtlich, daß ein oben offenes Rechteck erbaut wird, zu dem von der Südseite aus durch einen kleinen Vorbau der Eingang durch ein schmiedeeisernes Gittertor führen wird. In dem von hohen Baumwipfeln überrauschten und vom immelsdom gekränten Innenraum wird eine Gruftplatte Zweck des Ganzen andeuten; zwischen zwei bronzenen Lanzen wird Raum für Kränze gelassen. An der Vorderseite des Males wird ein gewaltiger Stahlhelm, umkränzt von Eichenlaub und aus einem Block gehauen, vorragen. In gleicher Höhe zieht sich dann anschließend ein Spruchband bis zum Eingang hin. Als sich die Dutzende von SGB.-Wimpeln hinter dem Festplatz aufgestellt hatten, trug Hauptdietwart Studiendirektor Grabowski, Wuppertal=Elberfeld, einen passenden Vorspruch von Herbert Böhme vor. Die Wuppertaler Singgruppe des SGB. erhöhte die Einstimmung auf den Weihcakt noch durch die beiden Lieder„Heil dir, mein Deutschland" und„Uns ward das Los gegeben". Dann trat der Führer des SGV., Vizepräsident des Oberpräsidiums der Rheinprovinz, Dellenbusch, Koblenz, an den Grundstein. Redner begrüßte alle Gäste von der Par tei, den Heimatbehörden und der Presse, wie aus den eige nen Reihen des Vereins. Ein kurzer geschichtlicher Rück blick über den Werdegang des neuen Gedenkmales folgte. Nachdem die Stadt Neuenrade den für eine stille Waldweihestätte nötigen Grund und Boden überlassen habe, sei es nun möglich geworden, eine Gedenkstätte abseits jeglichen Wirtschaftsbetriedes zu errichten, vor dem Jahr für Jahr die Wanderer des Sauerlandes, Siegerlandes und Bergischen Landes ihrer toten Helden gedenken würden. Am 22. Juni sei der erste Spatenstich gekan worden. Bis zum 9. Oktober solle der Bau erstehen, um dann bei der diesjährigen Heldengedenkfeier des SGB. seine Weihe zu erhalten. Darauf verlas der Redner die Grundsteinlegungsurkunde. „Heute, Samstag, den 9. Juli 1938, im 6. Jahre des Dritten Reiches Adolf Hitlers, wurde auf der Höhe des Kohlberges im Kreise Altena, oberhalb des im Jahre 1924/25 errichtelen, als Ehrenmal gedachten Wandererheims, der Grundstein zu einer Waldweibestätte zum Andenken an die im großen Weltkrieg gefallenen Mitdie gern gelesene illustrierte Wochenschrift, wird den Bestellern mit der heutigen Ausgabe des herner Anzeigers ins Haus gebracht. glieder des Sauerländischen Gebirgs-Vereins gelegt. Der Sauerländische Gebirgs=Verein steht im 48. Jahre seiner Tätigkeit unter Leitung des Vizepräsidenten des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Karl Eugen Dellenbusch in Koblenz. Auf dessen Anregung hin wurde in der Jahreshaupwversammlung zu Remscheid am 12. Juni 1938 einmütig der Beschluß der Errichtung eines besonderen Ehrenmales gefaßt. Der Entwurf stammt von Architekt Josef Wentzler, Dortmund, die Bildhauerarbeit entwarf Bildhauer Willy Meller, Köln, die gärtnerischen Anlagen schuf Gartenbaumeister Schmidt, Essen; den Bau leitete Stadtbaurat Finkbeiner, Lüdenscheid. Der erste Spatenstich erfolgte am Nachmittag des 22. Juni 1938. Die Hauptkasse stellte zu den Baukosten 5000.— RM. bereit. An alle Bezirke und Abteilungen erging ein Aufruf des Vereinsführers, das neue Gemeinschaftswerk tatkräftig zu unterstützen. Dieser Urkunde über die Grundsteinlegung sind beigefügt: der Neujahrsaufruf des Führers vom SGV. im Januarheft des„Gebirgsboten“, der Aufruf des Vereinsführers zu Spenden für das neue Ehrenmal, die Hefte von April, Mai, Juni und Juli des„Sauerländischen Gebirgsboten“, die Vereinsgeschichte des SG V. 1931, eine Umgebungskarte vom Kohlberghaus, das jüngst erschienene SGV.=Liederbuch. Der heute in über 360 Abteilungen über 31000 Mitglieder zählende Sauerländische Gebirgs=Verein ist seit dem Umbruch der einzige anerkannte Gebirgs= und Wanderverein in dem Gebiet zwischen Sieg, Rhein, Lippe und Waldecker Land.“ Ein Bauhandwerker lötete darauf die Kassekte mit der Urkunde zu, während ein anderer diese in den Grundstein einmauerte. Nach einigen einleikenden Worten des Führers vom SGB. folgten die Hammerschläge durch ihn selbst mit dem Hammerspruch:„Liebet die Heimat, mahnen die Toten“, weiter durch Landrat Dr. Buhner, Altena, Kreisleiter Borlinghaus, Lüdenscheid, Architekt Wentler, Dortmund, und die Führerratsmitglieder Kracht, Sluek, Schult und Grabowski. Das Siegheil auf den Führer und die Nationalhymnen gaben der schlichten, doch ergreifenden Feier auf windumtoster Bergeshöhe einen würdigen Adschluß. Die große Halle des SGV.=Kohlberghauses unterhalb des Denkmalplatzes barg alle Teilnehmer noch für einige Stündchen vor den Unbilden der Witterung. Ins Wittgensteiner Land Von Erndtebrück nach Siegen Unsere mehrtägige Wanderung beginnt in Erndtebrück, 480 Mtr. hoch, an der noch winzigen Eder gelegen. Rechts vom Bahnhof abwärts, an der Ederbrücke. gewahren wir das erste weiße Liegekreuz der Hauptwanderstrecke(Hwstr.) 18. In östlicher Richtung verfolgen wir diesen Waldweg, der uns schon bald aus den Schieferhäusern von Erndtebrück herausführt und in ¼ Std. auf herrlichem Waldpfad zum 630 Mtr. hohen Rammelsberg und weiter in 35 Min. nach Leimstruth, 600 Mtr., bringt. Das gleichhoch gelegene Dörflein Stünzel erreichen wir in nochmaligen 35 Min. durch Hochwald, durchsetzt von seinen Fernblicken. Vom Stünzel aus haben wir die Wahl, entweder auf Hwstr. 18 über Saßmannshausen. dann durch das Lahntal in gut 2 Std., oder auf Hwstr. 2 durch die fürstlichen Waldungen und am hochliegenden Schloß Wittgenstein vorbei in 2¼ Std. nach Laasphe, 320 Mtr., zu wandern. Beide Wege sind dankbar. Hier, im schön gelegenen Lahnstädtchen kann für den ersten Wandertag Rast gemacht werden. Wer früh die Wanderung begann und wem gut sieben Wanderstunden nicht zuviel sind, setzt die Fahrt vom Bahnhof Laasphe=Friedrichshütte auf der Hwstr. 2 auf wundervollen Buchenhochwaldpfaden an der Sange und dem Petersberg vorüber, dann durch das schöne Ilsetal bis Heiligenborn, 605 Mtr., fort. Von Laasphe bis hier sinds 3½ Std. Wegs. Der Quell der Ilse galt einst als Heilborn, daher der Name der nur wenige Häuser zählenden Ortschaft am Gebirgskamm. Von Heiligenborn wandern wir noch 15 Min. auf der Hwstr. 2 zur Eisenstraße, um dann jedoch links(ostwärts) auf der Hwstr. 3 in 2 Std. über Fischelbach(420 Mtr.) im Tal des Bansebaches zur Hwstr. 15 zu gelangen. Namentlich der erste Teil ist prächtig. Wer die Wanderung bequem machen will, nächtigt in Fischelbach. Die Hwstr. 15 führt uns, wie auf Blatt 13 Laasphe und im letzten Teil der Wanderfahrt auf Blatt 12 Siegen der Sauerländerkarte 1:50 000 des Sauerland=Verlages zu Iserlohn genau ersichtlich ist, nach Süden, verläuft über sanftgewellte Bergzüge, zur Abwechslung hin und wieder stille Täler querend. über Roth(450 Mtr., 65 Min.), weiter Hirzenhain(530 Mtr., 1¾ Std.), dann ein Stück durchs Nanzenbachtal durch das Dorf gleichen Namens (360 Mtr., 80 Min.), endlich durch wundervollen Hochwald in 1½ Std. nach Dillenburg, 230 Mtr., dem Endpunkt der Hwstr. 15. Der geruhsame wie der stramme Wanderer machen hier nach dem 3. bzw. dem 2. Wandertage Rast. Auf der Südseite von Dillenburg beginnt Hwstr. 19 Sie wurde über die Hänge der Anhöhen südlich der Dill geführt. Auf ihr gelangen wir in 1½ Std. nach Haiger, 280 Mtr. hoch gelegen, weiter auf einer ziemlich schattenlosen Landstraße in 50 Min. nach Haigerseelbach, 320 Mtr., dann auf immer herrlicher werdenden Waldwegen in 1½ Std. zum Forsthaus Kalt=Eiche(545 Mtr.) auf der Provinzialgrenze(wir waren nämlich die letzte Zeit in Hessen=Nassau), endlich in 1 Std., meist durch Siegerländer Hauberge nach Wilnsdorf. 400 Mtr. Wer hier seine Wanderung beenden möchte, kann mit Kraftwagen zur Bahn gelangen. Rüstige Wanderer werden es vorziehen, auf der Hwstr. 19 über Rödgen(425 Mtr., 1¼ Std.) mit von beiden Konfessionen besuchter Kirche nach Siegen. der Hauptstadt des Siegerlandes(280 Mtr., 1 Std.). zu wandern und das„Krönchen“ als stimmungsvollen Abschluß der 3= bzw. Stägigen Wanderung zu besichtigen. Was kochen wir nächste Woche? Küchenzettel des Deutschen Frauenwerks, Gau Westfalen=Süd. Montag: Tomatensuppe, Frikadellen, Blumenkohl, Salzkartoffeln. Dienstag: Matjeshering mit Pellkarkoffeln, Puddingmehlsuppe. Mittwoch: Rindergulasch, Gurkensalat, Salzkartoffeln. Donnerstag: Obstsuppe mit Sago, Dicke Bohnen mit Speck, Salzkarkoffeln. Freitag: Gedämpfter Rotbarsch, Rotkohl, Salzkartoffeln, Rhabarberkompott. Sonnabend: Grüne Bohnensuppe. Sonntag: Kräutersuppe, Hammelbraten, Leipziger Allerlei, Salzkartoffeln, Banillecreme mit gez. Johannisbeeren Cvangelische Gottesdienftordnung. Sonntag, den 17. Juli 1938. Herne. Hauptkirche: 8 Uhr Frühgottesdienst. Dfr. Helmich; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, Pfr. Kill; 11.15 Uhr Kindergottesdienst, Pfr. Helmich; 13 Uhr masurischer Gottesdienst: 15 Uhr Taufen, Pfr. Kill.(Die Taufen sind in der Woche vorher bei dem Bezirkspfarrer anzumelden.) Donnerstag 20 Uhr Gebetsstunde, Pfr. Helmich. Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Bohwinkel; Taufen; 11.45 Uhr Kindergottesdienst. Waldschule Constantin: 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Hartmann; 10.45 Uhr Taufen; 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Evangelisches Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst, Pfr. Hartmann. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Helmich; 10.45 Uhr Taufen; 11 Uhr Kindergottesdienst. Amtswoche: Pfarrer Kill. Vorsitz im Presbyterium: Pfarrer Hartmann. Baukau. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Barner; 11.15 Uhr Kindergottesdienst: 12.15 Uhr Taufen. Mittwoch 20 Uhr Betstunde in der Kirche. Sodingen. Sonntag 9.30 Uhr Gottesdienst, Kandidat Reich(HerneBörnig); 11 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Tauffeier. Montag 20 Uhr Uebungsstunde des Kirchenchors in der Kirche. Donnerstag 20 Uhr Bibelstunde in der Kirche. Freitag 20 Uhr Kindergottesdienstvorbereitung in der Sakristei. Bladenhorst. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Fritsch; 11 Uhr Kindergottesdienst. Holsterhausen(Eickel II). Sonntag 10 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Netz; 11.10 Uhr Kindergottesdienst; 12.15 Uhr Taufen und Trauungen, Pastor Netz. Amfierdfeüer Ichlachtenwende— Ichicksalswende Die zweite Marneschlacht am 15. Juli 1918 Von Oberstleutnant a. D. Benars. Gleich einer gewaltigen Tragödie steht das Geschehen der letzten Kriegsmonate vor unseren Augen. Mit den glorreichen Durchbruchssiegen im Frühjahr bei St. Quentin und am Damenweg bob es an, stürmte es der Entscheidung des Weltringens entgegen, mit der zweiten Marneschlacht im Hochsommer erreichte es seinen dramatischen Höhevunkt— seine schicksalhafte Wende—. mit den Abwehrschlachten des Herbstes, dem Waffenstillstand im Walde von Compiegne klang es verhängnisvoll aus. Die deutschen Frühjahrsangriffe hatten— so ehrenvoll sie immer ausgingen, so reichen örtlichen Gewinn sie brachten— nicht zu dem erhofften, allein den Endsieg verheißenden Bewegungskrieg geführt. Die Alliierten. hatten immer wieder Mittel und Wege gefunden, die geschlagenen Lücken zu schließen. Es blieb der deutschen Obersten Heeresleitung nur die Hoffnung. die feindliche Front so erschüttert zu haben, daß erneute, gleich starke Schläge sie zum Einsturz bringen mußten. Eile war geboten: denn mit jedem Tage. den man mit Vorbereitungen verlor. wuchs die Abwehrkraft der Gegner dank der Millionen, die aus Amerika über den Ozean strebten. dank der Berge von Munition, die sie mitsichführten. Die eigene Kraft aber zwang gebieterisch zum Abwarten. zum Haushalten. Sie war durch die Frühjahrsangriffe über Erwarten geschwächt. Die blutigen Verluste. der Verbrauch und der Verschleiß an Material waren so groß gewesen, daß sie nicht von heute auf morgen zu ersetzen waren. Was aber noch schlimmer war: die Enttäuschung. die mit dem Festlaufen der Angrifse. mit dem Wiederaufleben des mörderischen Stellungskrieges über Truppe und Heimat gekommen war. bereitete den Boden für die knochenerweichende Provaganda des Feindbundes und verbrecherischer Hetzer aus dem eigenen Lager vor. Der junge Ersatz, mit dem die Rekrutendevots die Lücken der Sturmdivisionen auffüllten. konnte sich weder an Kampfkraft noch an Kampfmoral mit jener Elite messen, die ihren Kern bei Beginn der Frühjahrsangriffe ausgemacht hatte. Dazu kam, daß Hunger und Grippe auch die Kräfte der Besten und Willigsten dahinschwinden ließ. Dennoch, es mußte gewagt. es mußte gehandelt werden. Ludendorff hielt an seinem alten Grundsatz fest. daß der Engländer der Hauptfeind sei. der vor allem ins Mark getroffen werden müsse. Er sah darum den Hauptangriff in Flandern vor. wollte aber vorher durch einen Nebenangriff in der Champagne die französischen Reserven binden und zugleich die strategisch wenig günstige Lage verbessern. die durch die Maioffensive in Gestalt des weit in Feindesland bineinspringenden, leicht zu umfassenden Marnebogens entstanden war. Seine Baste sollte durch einen beiderseits Reimo geführten Vorstoß nach Osten verbreitert werden. Hierzu waren die 7. Armee westlich, die 1. und 3. Armee östlich der Stadt bereitgestellt. Der Angriff sollte wieder nach dem im Osten und Westen oftmals bewährten Rezept erfolgen. Ein starkes Aufgebot an Batterien aller Kaliber sollte mit seinem Feuer die feindliche Artillerie ausschalten. Lücken in die seindlichen Hindernisse reißen, die Widerstandsnester unschädlich machen und somit der eigenen Infanterie den Weg in und durch das feindliche Stellungssostem eröffnen. Aber der Gegner war durch die Erfahrungen der März= und Maioffensiven hellhörig geworden. Seiner Luftaufklärung konnten die Angriffsvorbereitungen. der Artillerieaufmarsch und die Munitionierung der Stellung nicht verborgen bleiben. Von seinen„Agenten, auigesangenes Etapvengeschwätz und die Aussagen valerlandsvergessener Ueberläufer vervollständigten das Bild. schenkten ihm reinen Wein über Ort und Stunde des deutschen Angriffes ein, gaben ihm Zeit, seine Stellungsdivisionen vermehrt nach der Tiefe zu gliedern. ihre vordersten Staffeln dadurch dem deutschen Vorbereitungsseuer zu entziehen und starke Kräfte zum Gegenstoß in einer zweiten und dritten Stellung bereitzuhalten. Als nach dem gewohnten kurzen und kräftigen Feuerschlag die deutschen Stürmer am Morgen des 15. Juli aus den Gräben hervorbrachen, drangen sie zwar in die erste feindliche Stellung ein. trafen aber in der zweiten Stellung auf unglaublich hartnäckigen Widerstand. Dank des Heldentums der Truppe und der aufopfernden Tätigkeit der Pioniere gelang es wenigstens noch, westlich Reims die Marne zu überschreiten. Aber in der Champagne und im Reimser Bergwald wurden trotz aller Mühen an diesem und dem folgenden Tage keine nennenswerten Erfolge erzielt. Schweren Herzens mußte sich die Oberste Heeresleitung schon am Mittag des 16. entschließen, den Besehl zur Einstellung des Angriffs in der Champagne zu geben und ihm am 17. den zur Räumung des Geländegewinnes an der Marne folgen zu lassen. Der Rückzug über den Strom erwies sich als außerordentlich schwierig. Strombett. Brückenstellen und Anmarsch= wege lagen Tag und Nacht unter Feuer, Flieger kreisten ohne Unterlaß und griffen mit Bomden und Maschinen= gewehren in die Kämpfe ein. Den Deutschen begann es an Munition und Verpflegung zu mangeln. Es bedurfte der ganzen Standhaftigkeit altbewährter Regimenter. die Lage zu meistern und sich der Schlinge zu entzieben. Erst am 20. standen sie, wenn auch arg gerupft. wieder am Nordufer des Flusses und wiesen den Verfolgern mit wohlgezieltem Feuer in seine Schranken zurück. Inzwischen aber nahte von Westen her das Verhängnis. Der Oberbefehlshaber der Alliierten hatte aus dem Walde von Villers=Cotterets französische und amerikanische Divisionen zum Stoß in die rechte Flanke des deutschen Marnebogens antreten lassen. Bei Verzicht auf jegliche Artillerievorbereitung waren unter dem Schutz einer dichten Feuerwalze und unter Voranschicken von mehr als 500 großen und kleinen, langsamen und raschen Tanks ihre dicht auseinanderfolgenden Sturmwellen in der Frübe des 18. Juli überraschend in die deutschen Stellungen eingedrungen, hatten die Verteidiger in ihren Unterständen. Bereitschaftslagern und Quartieren abgeschnitten und gefangen. Nebel und hobes Korn verhinderten jede Uebersicht. Stäbe wurden ausgehoben. ebe sie Meldung über Beginn des Angrifses erhielten. Batterten genommen, ebe sie einen Schuß lösen konnten. Wo sich Grabenkämpfer. Maschinengewehrschützen um einen festen Kern zur Gegenwehr ballten, wurden sie von der Flut alsbald hinweggeschwemmt. Erst gegen Abend gelang es berbeieilenden Reserven. weiter rückwärts einen Damm zu bilden und den Einbruch des Gegners abzuriegeln. Der 19. Juli rief die Kämpfer erneut auf den Plan. Die Alliierten setzten alles daran. die im Marnebogen zusammengedrängten deutschen Divisionen völlig einzukesseln. Franzosen. Amerikaner. Engländer und Kolonialtruppen aller Schattierungen stürmten von Westen. Süden und Osten auf sie ein. Aber nirgends glückte es ihnen, die deutsche Front endgültig zu durchbrechen! Der Löwe schüttelte die Meute blutig ab und wich langsam auf eine kürzere Sehnenstellung an der Vesle zurück. Dennoch, die Schlachtenwende, die Schicksalswende war heraufgezogen. Die Deutschen waren in die Verteidigung gedrängt, hatten erbebliche Einbuße an Gefangenen und Material erlitten, mußten die geplante Offensive in Flandern aufgeben. Das Gesetz des Handels lag fortan bei den Alltierten. „Der rote Adler’ Von Ernst Hermann Pichnow Es war eine ewige Händelei zwischen den beiden Tertianern, dem Karsten Lenz. der den Beinamen„Der rote Adler“ führte, und dem„Bleichgesicht" Viktor Grüttner. Letzterer. dem Kameraden geistig überlegen, stand ihm jedoch körverlich um vieles nach. Groß und stark war der Lenz. schmal und schmächtig der Grüttner, und wenn sich fast die ganze Tertia an den Sommerabenden zusammenfand, das Lagerfeuer aufflammte, waren sie die„Huronen“, welche hier zur ersten Beratung sich einfanden. Und die tausend Bilder, die James Cooper so farbenreich in seinen Büchern schilderte, formte hier eine phantasiebegabte Jugend zur Wirklichkeit. Mit selbstgefertigten Pseilen. Bogen, Schildern und Tomabawks saßen sie dann an der Quelle des Hudsons. Lenz. der rote Adler. Häuptling des Stammes. ein rotes Band zierte seine Stirn, an dem einige Hahnenfedern stolz emvorragten, hielt die Arme auf der Brust verschränkt und forderte in zündenden Worten zum Kampf gegen die vordringenden Bleichgesichter auf. Das Los entschied, wer von den Tertianern die Bleichgesichter markierte. Ein sonderliches Pech begleitete Viktor Grüttner, der fast immer in das Lager der Weißen gehen mußte. Ruhmlos endete er stets am Marterpfahl. Er wagte auch nicht. sich dagegen offen aufzulehnen und aus eigener Kraft sich zu einem besseren Schicksal durchzuringen. So blieb er das ewig gehänselte Bleichgesicht. Einmal jedoch war im übersteigerten Kampfeomut der Huronen das Bleichgesicht Viktor Grüttner am Marterpfahl ernstlich verletzt worden, und aus einem sicher nicht böse gemeinten Spiel waren recht ernste Folgen entstanden. Der Pfeil eines Huronen hatte seine linke Wange buchstäblich ausgerissen, und dem hohen Tribunal eines„weißen" Lehrergerichtes mußte sich der verantwortliche Stamm der Huronen stellen. Schimpflich war das. aber unabwendbar. Professor Grollmann, der Ordinarius der Tectia. ermahnte mit ernsten Worten zur Gürlichkett und Wahrheit. Der rote Adler meldete sich freiwillig als der Schuldige und war bereit, die Sühne zu tragen. Aber damit allein war es nicht geschehen: es kamen Dinge zur Sprache, wie die Hänseleten des Bleichgesichtes und manches, was wenig dazu beitrug, die Kameradschaft unter einzelnen Schülern zu festigen. Die Folge war ein Verbot solcher gefährlichen Spiele und empfindliche Strafandrobung für den Fall der Uebertretung. Professor Grollmann. der vieles beim Verhör heraushörte, fühlte sich vervflichtet, dem„Roten Adler" und dem„Bleichgesicht" noch besondere Ermahnungen mit auf den Weg zu geben. „Lenz. es ist gewiß etwas Besonderes. über Kräfte wie die deinen zu verfügen: dennoch rate ich dir. sie zu meistern und im Zügel zu halten, wenn du es einmal im späkteren Leben zu Erfolgen bringen willst, zu der alle Berechtigungen bei dir vorliegen! Zuviel Kraft kann schädlich werden, wenn sie nicht versteht, die Grenzen einzuhalten und sich zu beherrschen. Ich glaube auch, daß du in diesem Fall bemmungslos wurdest und ein gewisser Uebermut es zu der ernsten Verletzung deines Kameraden Grüttner kommen ließ. Merke dir das also! Und du. Grüttner.“ der Professor musterte ihn besonders eindringlich.„kannst bestimmt deine hervorragenden Leistungen in Latein. Matbematik. Deutsch und Rechnen in die Waage legen, aber mir scheint ratsam, daß du auch deine Ellenbogen zur gegebenen Zeit in Bewegung setzt! Du leidest zu stark an Minderwertigkeitsgefühlen, die möglicherweise durch deinen etwas schwächlichen Körverbau bedingt sein mögen. Immerhin ist man so stark. wie man sich fühlt! Du mußt nicht immer demutsvoll alles über dich ergehen lassen. Dich wehren. Grüttner. auch auf die Gefahr hin, zu unterliegen! Damit werden deine Kräfte wachsen, die auch dir einmal im späteren Leben nützlich sein werden, wenn du nicht beiseite stehen willst!“ Damit schloß das„weiße“ Gericht. und die Tertia hätte es ertragen, wenn sie etwa einige Stunden nachsitzen müßte oder der„Rote Adler“ einige Stunden Karzer bekommen hätte. Aber das Verbot. die Tradition der Huronen nicht mohr pflegen zu dürfen, war unerträglich für die tatenmutigen Jungens. ja. forderte direkt zur Emvörung beraus. Und der Grimm richtete sich gegen das Bleichgesicht Viktor Grüttner. in dem man bald ungerechterweise den Schuldigen am Verbot suchte. Er hatte gevetzt, jawohl, und auch eigentlich beim Verhör viel zu viel erzählt, was nicht für die Ohren des strengen Ordinarius bestimmt war. Schwächlich und verräterisch zeigte er sich, ganz anders als der„Rote Adler“, der stolz und kühn sich nur zur Schuld bekannte. Und eines Tages wurde das„Bleichgesicht“ gemieden. grundlos und schuldlos. und Viktor Grüttner brachte nicht den Mut auf. gegen das Unrecht anzugehen. Er blieb h Sichse P pieichen Spait und Und aus dem kleinen Stamm der Huronen wurden in Jahren reise und erwachsene Männer, die das Schicksal alle auf einen Posten stellte. Der Geist Manitus aber blieb in allen als eine prächtige Erinnerung der Knaben= zeit zurück. Doch ewig seltsam bleiben die Wege des Geschickes. Der„Rote Adler“. in jungen Jahren so kampferprobt und tatenmutig. baute sich recht früh ein ebeliches Nest. Er blieb ein kleiner Untergebener. Eine engstirnige, zänkische und kleinliche Frau wurde die Kameradin seines Lebens. Sie verstand es nicht. die weiten Schwingen ihres Mannes zu öffnen. sondern verzettelte ihn in einen täglichen Kleinkrieg um die winzigen und nichtigen Nebensächlichkeiten des Alltags. daß er bald. flügellahm geworden, nicht mehr die Kraft zum Flug in die Höhe aufbrachte. Das„Bleichgesicht", steuerte in zäher Verbissenheit und unter größten Schwierigkeiten einem hochgesteckten Wenn au noch eine Jante hast.... Pmmm Roman von M. v. SAWERSKyg Copvricht de Verlas Oskar Meister 23. Fortsetzung. „Hm. das meine ich nicht. Henry.“ „Was meinst du sonst?“ „Ich weiß es nicht. Mein Instinkt als Frau sagt mir. daß dem Mädchen etwas auf der Se#e#le liegt, das mit Frau Habermann nichts zu tun hat.“ „Ach Gott. ihr Frauen mit euren Instinkten.“ meinte Henry großartig.„damit tut ihr immer wie Hellseherinnen.“ „Vielleicht sind wir in allen Dingen, die das Herz angeht, hellsehend.“ Henry zuckte nur die Achseln. „Ich glaube, wir müssen zum Abendbrot heimgehen. Mutz.“ Vor dem Hause stieg Jossi soeben mit Grandezza aus dem Auto. Sie hatte den freien Nachmittag benutzt, um mit Pov eine Spazierfahrt zu machen. Als sie Mutz erblickte, sagte sie: „Ach, ich hab's so gut und Madam ist zu Fuß gegangen! Aber Madam hat's so gewollt.“ „Genieße nur deine Rolle tüchtig. Jossi.“ lachte Frau Bosch.„Ich gönn's dir.“ Während man die Treppe hinausstieg. unterrichtete Mutz ihre Stellvertreterin über die Unterredung mit Herrn Fabian. „Nun weißt du Bescheid.“ schloß sie.„Mache keinen Fehler und verrate dich nicht. Es ist am besten, wenn du alles an dich herantreten lätzt und möglichst wenig sprichst.“ Jossi kam gar nicht zum Sprechen. Als man ins Eßzimmer trat. war dort der Abendtisch bereits gedeckt und die Mieter hatten sich schon vollzählig versammelt. Frau Habermann. Meta von Krause und Lilo stürzten sich geradezu auf die Rumtante. Sie redeten alle durcheinander. Nur Max Roland verhielt sich schweigsam. Der Grund für die ganze Aufregung war Herr Fabian. Der Agent war sofort nach der Unterredung mit Mutz in die Pension gegangen, um mit Max Roland über die Umarbeitung des Stückes zu sprechen. Roland hatte zugesagt, sich die Sache zu überlegen. „Nein, ich ändere kein Wort an meiner Arbeit.“ rief er jetzt in den allgemeinen Trubel.„Es fällt mir nicht im mindesten ein, mein Stück auf einen halbstündigen Amüsierklamank zusammenzustreichen.“ Lilo fuhr auf den verbockten Dichter los wie eine Natter auf ihr Frühstückskaninchen. „Doch! Sie werden es tun. Mar Roland! Wenn nicht um meinetwillen, dann meiner Tante wegen. Wenn sie schon das Geld hergibt, um uns eine Chance zu schaffen, so dulde ich nicht, daß Sie sie aus vurem Trotz verderben. Habe ich nicht recht. Willibald?“ Fabian hatte sich auch Herrn Hases Schlager angehört. Die Komposition hatte ihm gefallen, und er hatte befürwortet, daß sie in dem Einakter Aufnahme finden sollte. Durch Rolands Weigerung sah der Kavellmeister jetzt seinen Lorbeerkranz als Komvonist welken und sein musikalisches Kind nie das Licht der Rampen erblicken. Darob empörte er sich. „Sie sind ein furchtbarer Egoist. Roland.“ schimpfte er.„Sie sind es uns allen schuldig. nachzugeben. Außerdem beleidigen Sie durch Ihre Weigerung die gnädige Frau!“ Willibald blickte Jossi an. Und die sagte voller Strenge:„Das finde ich auch!“ Der trotzige Dichter sah unsicher in das dunkle runde Gesicht, das in seiner Gutmütigkeit die Worte Lügen strafte. Diesen Augenblick benutzte Lilo, um den Widerspenstigen aus dem Zimmer zu ziehen. Dann hörte man von nebenan ihre Stimme. die ohne Punkt und Komma redete. „Lilo wird ihn schon herumkriegen,“ meinte Frau Habermann. Sie behielt recht. Als der Dichter und seine Muse nach einer Viertelstunde wieder auftauchten, sab der erstere geknickt aus. Lilo aber triumphierte: „Alles in Ordnung. Er hat eingewilligt.“ Vera Grallow klatschte in die Hände wie bei einer Bühnenszene. Die anderen taten es nach. Hase klonfte dem Dichter auf die Schulter. Meta von Krause redete etwas, das niemand verstand. Mutz trat Henry vielsagend auf den Fuß. Und Frau Habermann küßte Lilo auf die Stirn. Es war eine großartige Geste. Dann wurde das Abendessen ausgetragen. Während des Essens redete man nur von der Umgestaltung des Stückes. Das Thema schien Max Roland auf die Nerven zu geben. er war sichtlich verstimmt. Als sich die anderen ins Theater begaben, begleitete er seine Muse nicht: zum erstenmal, seit er sie kannte. Lilo hatte Henrn Coster zum Mitkommen gedrängt. Es lag ihr daran, daß er sie auf der Bühne sehen und selbstverständlich bewundern sollte. Aber Henry drückte sich. Lieber nahm er an dem Habermannichen Familien= abend teil; das war der kleinere Schmerz. Und vielleicht ergab sich eine Gelegenbeit, mit dem Irmchen zu plaudern. Leider blieb das junge Mädchen unsichtbar. Die Damen nähten. Röschen natürlich für ihren Willibald. Fräulein von Krause häkelte an einer endlosen Küchenkante, die wie ein angeschmuddelter Bandwurm aussah. Jossi legte unter Mutz' Anleitung eine Patience mit dopveltem Spiel. Amanda Habermann redete von sich und ihrer begabten Tochter. Das war ein Stoff. dessen sie nicht müde wurde. Pitt und Pipsi. der Pekinghund und der falsche Jamaikapapagei, trugen ihrerseits zur Unterhaltung bei. indem sie sich die schönsten Grobheiten sagten. Jeder in seiner Sprache. Und Max Roland saß im Hinterarunde auf dem Sofa und nahm übel. Kurz und gut. es war ein herrlicher Abend. Die Zähne konnten einem dabei stumpf werden. Als Frau Habermann zum hundertstenmal versicherte. daß ihre Lilo sämtliche lebenden und toten Theatergrößen um ein Mehrfaches überrage, fühlte Henry Coster den Wunsch, aus der Haut zu fahren und sich danebenzusetzen. Sogar dem geduldigen Gottlieb von Bache wuchs über dem Thema Lilo ein Bart. Er fragte Henry leise. ob er Lust habe, in sein Zimmer zu kommen und die Kakteen anzusehen. Mit einem Seufzer der Erleichterung sagte der ja. Er wollte lieber von Kakteen hören als von Lilo. Er bewunderte Gottliebs stachlige Kinder über Gebühr, was diesem Mut machte. Er holte nämlich ein Fachwerk hervor, das er auf der Ausstellung erworben hatte, und las seinem überraschten Zuhörer ganze Kavitel daraus vor. Der paßte seine Zeit ab. Als er bemerkte, daß der Kaktusfanatiker Zeit. Raum und Besucher vergessen hatte, schlünfte er leise zur Tür hinaus. Sacht tappte er durch den hinteren Gang zur Küche Hier mußte er ja das Irmchen finden. Leider war das ein Irrtum. Die Perle thronte in einsamer Größe am Küchentisch. kaute eine Wurstschnitte und trank Bier dazu. Diese leiblichen Genüsse wurden durch geistige passend ergänzt. Alma las in einem Buch. Es hatte den schönen Titel: „Um eine Fürstenkrone.“ Huch! Alma nahm die Unterbrechung ihrer Lektüre nicht übel. Ganz im Gegenteil. Sie hatte das Bedürfnis. sich darüber auszusprechen. „Das ist ein seines Buch. Herr Coster.“ lobte sie begeistert.„Darin kommt ein Liebesvaar vor. Er ist'n vornehmer Herr und sie hat gar nischt. Aber zum Schluß kriegen sie sich.“ „Woher wissen Sie das. Alma?“ lächelte Henry, denn er hatte mit raschem Blick festgestellt, daß die Perle erst auf Seite dreißig angelangt war. „Oooch. weil ich den Anfang. dann das Ende und zuletzt das Mittelstück lese.“ erklärte Alma vergnügt. Es hörte sich an. als rede sie von einem Matjesbering. „Und wovon handelt das Mittelstück?" wollte der junge Mann wissen. 1— Ziel zu, trat oft auf den schwankenden Grund des Zweifels an der eigenen Kraft. aber siegte doch durch Ausdauer und harte Selbstdisziplin. Eine kluge. weitsichtige und immer zur rechten Zeit großzügig werdende Ftau wurde die Gefährtin seines Lebens. Sie verstand es schon als seine Braut, die müden Erscheinungen seines etwas weichen Charakters durch ausgeprägte, seine Fraulichkeit mehr und mehr zu stärken, daß seine Laufbahn als Jurist ihn bald in böchstes Amt und zu Würden brachte. Ja, es sind eben noch andere Dinge. welche die Schicksale der Männer bestimmen helfen, die, wie der Wassertropfen in stetiger Folge den Stein aushöhlt, männliche Kraft allmählich zermürben und wieder wie ein tosender Sturm das schwache Glimmen eines Willens zum lodernden Feuer entfachen können. Die lange RehichtKurzgeschichte von Th. K. Franke. Stellwerkmeister Hartwig reicht seiner jungen Frau die Hand zum Abschied. Tränen schimmern Irma in den Augen. In nächster Zeit erwartet sie ihr erstes Kind; da ist sie zuweilen nachdenklich und verzagt. Und nur will Fritz. kaum, daß er einige Stunden geschlafen, sch## wieder zum Dienst. Eigentlich hätte er frei heute nachmittag: aber das Kind seines Kameraden Hellwig liegt schwer krank. Da hat er sich auf dessen Bitten bereiterklärt, seinen Dienst zu übernehmen. Ein guter, dilfsbereiter Mensch ist er immer gewesen, der Fritz.— Draußen vor dem großen Stadtbahnhof, wo die Gleise in den verschiedenen Richtungen auseinanderlaufen, liegt das Stellwerk Hw. Zwischen fünf und sechs Uhr ist eine längere Zugpause: da soll Irma ihn besuchen. Der Weg dorthin ist nicht gar weit, und ihre Arbeit läßt sich später nachholen.— Immer wieder geht Feitzens Blick zu der Uhr. Wie langsam heute die Zeit voranschleicht! Seine liebe Frau tut ihm so leid: immer steht ihr trauriges Gesichichen vor seiner Seele. Wie gern hätte er ihr in den einsomen Stunden des sonnig=schönen Nachmittags Gesellschaft geleistet. Dennoch. der Freundschaftsdienst reut ihn nicht; der Kamerad trägt Schwereres als er, da er am Krankenlager seines Kindes weilt. Endlich rückt der Zeiger nach fünf. Spähend gleitet Hartwigs Blick über den Weg. den Irma kommen wird. Doch er schaut vergebens: Minute um Minute verrinnt, sie ist nicht zu sehen. Der einsame Mann oden auf dem Stellwerk wird unruhig. Es wird ihr doch nichts zugestoßen sein? Vielleicht hat sie unerwarteten Besuch bekommen. Vielleicht ist ihr auch der Weg doch zu beschwerlich erschienen. Eritz müht sich, seinen Gedanken eine andere Richtung zu geben. In gut fünf Stunden hat er ja Veterabend. Aber die seltsame Unruhe wird größer und stärker; er wird ihrer nicht Herr, soviel er sich auch zuredet. Wenn Irma etwas zugestoßen wäre! Da schrillt der Fernsprecher, und im Blockkasten beginnt es zu furren und zu knacken. Alle Kraft muß er zusammennehmen, um seinen verantwortungsvollen Dienst zu versehen. Unter ihm jagt ein Zug vorbei, frohe Menschen schauen erwartungsfreudig aus den Fenstern in die Pracht des lockenden, flirrenden Sonnentages und träumen von Glück und Freude. Der einsame Mann droben auf dem Stellwerk steht sie nicht: sein Herz ist daheim bei seinem Weibe, das er so traurig verlassen. Wieder und wieder ruft ihn die Pflicht am Morseavparat. Signal= und Weichenhebel, wieder und wieder drohen seine Gedanken abzuirren. Doch er darf nicht an Irma denken, denn der Dienst ist zu wichtig und zuviel steht auf dem Spiel! Dies dauernde Sichzwingenmüssen zerreibt und zermürbt die Nerven, der Kovf droht ihm zu springen. Schweiß tropft ihm von der Stirn. Die Zeit scheint fast still zu stehen: Minuten werden zu Stunden. Stunden zu Ewigkeiten. Wenn nur diese unerklärliche, unbestimmte Angst nicht wäre! Grausam und veinigend ist sle wie eine düstere Ahnung. Immer wieder fliegt sehnsüchtig und ungeduldig der Blick zur Uhr. Endlich, endlich rückt der Stundenzeiger auf zehn. Feierabend— Ablösung! Wie gehetzt stürmt Fritz Hartwig nach Hause.— Daheim. als er die Tür öffnet, tritt ihm eine fremde Frau entgegen. „Meinen herzlichsten Glückwunsch. Vater Hartwig.“ sagt sie,„ein strammer Junge ist angekommen!" Da geht ein Schauer durch den großen starken Mann. Tränen springen ihm in die Augen. „Natürlich von Liebe.“ sagte Alma mit glänzenden Augen.„Wissen Sie was. Herr Coster. so, wie sich die Leute in den Romanen lieben, das gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Aber es liest sich wunderschön. Und daß ein reicher Mann'n armes Mädel beiratet, kommt im Leben auch nicht vor.“ „Sagen Sie das nicht. Alma. Vielleicht werden Sie's demnächst selber erleben.“ widersprach Henry ernsthaft. Alma kicherte, weil sie ihren Besucher gründlich mißverstand. „Nee. nee. Herr Coster, bei mir ist's zapvenduster. In meinen Jahren begnügt man sich mit der Liebe. die sich die Romanschreiber ausdenken. In mich verguckt sich keiner mehr, bi. hi. bi.“ „Na. man soll nichts verreden.“ tröstete Henry gugelaunt.„Nun möchte ich gern Fräulein Schütte spreches Würden Sie sie wohl rufen? Vielleicht ist sie in ihrem Zimmer?" „Aner Fräulein hat gar kein Zimmer.“ klärte Alma den verblüfften Henry auf.„Die schläft mit in meiner Kammer. Aber da ist sie nicht, sondern vorn bei den Damen. Die Frau Major hat sie vorhin gerufen.“ Henro bedankte sich für die Auskunft und tappte den Korridor zurück. In seinem Inneren rumorte ein Wutknäuel. Er fühlte, daß das zerspringen und sich auf Frau Habermanns Haupt entladen würde, wenn er jetzt gleich in die Wohnstube ging. Plötzlich hatte Henry eine Idee. Er verließ auf leisen Sohlen die Wohnung und begab sich zum nächsten Postamt. Dort gab er ein Telegramm=an seinen Onkel auf. Der Inhalt lautete: „Komme sobald wie moglich. Mutz macht dicke Henry.“ Eine Viertelstunde später betrat der junge Mann. wesentlich erleichtert, das Wohnzimmer. Dort fand er das Irmchen. Die Majorin hatte das Mädchen gerufen. um den Familienanschluß zu betonen und weil sie fühlte, daß Irma der Magnet war. Henro festzuhalten. Naturlich war die Wirtschafterin nicht untätig, sondern mit Ausbessern von Frau Habermanns sehr schadhaftem Wäschebestand beschäftigt. Die Szene erinnerte Henry an den gemütlichen Plauderabend in der Chesa Brändli. Aber hier war alles ganz anders. Und von Gemütlichkeit war schon gar nicht die Rede. Er nahm neben Irma Platz und begann ein leises Gespräch. Das junge Mädchen antwortete#0 zurückhaltend und gehemmt, daß er bald verwundert schwieg. Sacht rückte er seinen Stuhl in den Schatten und nahm den herumschnüffelnden Pitt auf den Schoß. Während er dem Hund das weiche Fell kraute, ließ er seine Blicke umherschweifen. Und da siel ihm etwas auf. (Fortsetzung folgt.) *** Erpressung Von HERBERT BOTTCHER Unter dem dämpfenden, grünen Lampenschirmn fiel eer Lichtkegel auf einen weißen Bogen und eine chreibende Hand. Bücher ligen noch im Lichtkreise, ein Schreibzeug aus schwarzem Ilkarmor, ein Zigarrettenim, aufgeklappt, halbgefüllt und aus der bronzenen lschenschale stieg blauer Rauch. Ein frisches, noch junges Männergesicht lächelte den Gedanken nach, die die Hand bortrug Neben dem Schreibzeug stand eine Photographie, ein Frauenkopf voll eigenwilliger Schönheit. Manchmal bel der Blick des Schreibenden auf dieses Bild, fast zleichgültig, besitzsicher. Heute hatte sie nicht so überlegen in die Welt geehen, sie merkte, daß er sich entfernte, daß ihn, je lauter braußen das Leben lockte, die vielleicht übereilte Bindung erschreckte. Vielleicht übereilt, vielleicht... andererseitt wurde er aber an der Lockung des Lebens kaum Freude haben, wenn nicht Ilkarion neben ihm stünde, und darum dieser Lockung den Glanz des Verbotenen gäbe. Viktor sagte letztens, als er ihm von diesem Zwiespalt erzählte:„Weil du Marions zu sicher bist, mein lieber Freo...“ Vielleicht hatte er Recht! Die Feder knisterte über das Papier hin. Fred schrieb die letzten Zeilen, faltete den Brief zusammen und sah plötzlich auf, sah gestört in das Dunkel des großen Zimmers. Ihm war, als sei vom Fenster her ein Geräusch gekommen. Aber die Portiere hing still. Schwere Mobel bockten unschlüssig beisammen. Mitten auf dem Teppich saß ein Spottlächeln. „Auch schon Nerven“, dachte er halblaut und schrieb die Anschrift auf den weißen Umschlag, schloß ihn, frankierte ihn und stützte die Hände auf die Platte, um ich zu erheben. Eine dunkle, befehlende Stimme:„Sitzenbleiben.“ Fred schrak zusammen. Sein Herz setzte für eme Gekunde aus. Er blieb im Sessel sitzen und sah zu der Portiere vor dem Fenster. Er vermochte zuerst nichts zu erkennen. „Schreiben Sie“, wiederholte die Stimme. Es war eine ernsthafte Aufforderung. Fred erkannte nun, daß sich ein Arm aus dem Vorhang hinter ihm herausschob, in der dunkelbehandschuhten Faust glänzte ein Revolver. „ITehmen Sie einen Bogen und schreiben Sie, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist", befahl die Stimme. Fred nahm mechanisch einen weißen Bogen, griff nach dem Federhalter, und während die Gedanken sich in ihm ballten, Ueberlegungen und Vermutungen wurden, schrieb er nach dem Diktat der Stimme einen Brief an Marion, einen Brief voll unhaltbaren Selbstbeschuldtgungen, einen Brief, in dem er sich einer die Tatsachen grob entstellenden Lebensführung bezichtige, in dem er sich als IIkarions unwert bekannte, ihr ihr Wort zurückgab, in dem er erklärt, daß sein Gewissen ihn antreibe, daß er ihre Nähe fortan meiden werde... „Entweder ein Wahnsinniger oder ein Rivale, der auf diese Art zum Ziel gelangen möchte", dachte Fred und suchte nach einem Ausweg. Deutlicher als jemale wurde er sich in diesem Augenblick seiner Liebe zu Ilkarion bewußt. „Nun Ihren Namen darunter..., kuoertieren Sie den Brief... die Anschrift... nun die Marke... so, nun legen Sie den Brief hier auf diesen Seitentisch!“ Fred strich sich über die Stirn. Seine Hand zuckte, als er langsam ausstand, nach dem Telefon. (Gätzen, daß er die Polizei benachrichtigen solle, die den Garten nach Fußspuren absuchen moge. Dann stürzte er zum Hause hinaus, warf sich m die nächste Dreschte und fuhr zu Ilkarion. Glückliche Ueberraschung strahlte ihr aus den Augen Ein frohes Lächeln beglänzte ihr Gesicht, ale Freo m sich überstürzenden Sätzen von dem genieinen Attentar er zählte, daß irgendein gewissenloser Rivale von ihm einen von A bis Z erlogenen Brief erpreße hatto. Er fragte dringend, wer das denn sein könne, er war eifersüchtig, als sie die Arme um seinen Iacken schlang, ihn kußte une lieb und zärtlich zu ihm war. Er forderte, daß sie ihm diesen entsetzlichen Brief uneröffnet wiedergeben müsse (ie sagte es unbekummert, zu. Dann sprach er von dem Tag ihrer Hochzeit, er sprach eifrig, drängend, sotzte den Termin immer näher an, wollre am liebsten sofort zum Standesamt mit ihr gehen. Und als sie ihm zusagte, in drei Wochen seine FFrau zu werden, da lachte er zur ersten IXkale inmirten all der Uoderreste ausgestandener Angst glücklich auf. Sie heirateten wirklich in drei Wochen. Ihre Eltern wohnten im Rheinland. Nach vierzehn Tagen des glöcklichen Alleinseins fuhren sie hin. Fred kannte sie, denn er hatte sich ja dainals im Elternhaus mir MKarion verlobe. Ien war ihm Marions Bruder, ein junger, talentierter Ingemieur, der zufällig anwesend war. Marion sagte zu ihrem Mlann in glücklichster SStimmung: „Und das ist mein Bruder Heinz, beffenelich vertragt ihr euch beide recht, recht gat!“ Heinz lächelte und reichte Fred, seinem Schwager, die Hand:„An mir soll es bestinmt nicht liegen... *. Fred aber prallte zurück, als habe ihm jemand ine Gesicht geschlagen. Er wußte nur eine: „Diese Stimme... diese Stimme kenne ich doch...“ Mühsam beherrschte er sich, nach einigen Gekunden hatte er sich wieder vollkommen m der Gewalt. Zu 9Karion sagte er leise:„O ihr Verschwörer...“ Worauf sie sich aufjauchzend an seinen Hole beng und ihn küßte. Frühe „Petri Hells Anny Ondra bei einer närrischen Beschäftigung M. Photos Tobis-Ortm „Ich warne Sie...!“ sonst nichts. Ein leise# Knacken unterstrich die Worte eindringlich. „Ich verwahre mico...“ weiter kam er nicht. „Sie haben noch zehn Sekunden Zeit, es in niemand in der Wohnung. Niemand würde den Schuß beachten... Sie haben noch fünf Sekunden Zeit...“ Fred legte den Brief auf den Seitentisch. Eine zweite Hand nahm ihn fort, zog ihn hinter den Vorhang. Und die Stimme befahl erneut: „Setzen Sie sich wieder hin!“ Fred saß wieder am Schreibtisch, er starrte zu dem Vorhang. Er fragte nach dem Grund, nach der Rechtmäßigkeit dieser Erpressung. Der Fremde antwortete nich mehr. Fred stand auf, Zorn überfiel ihn. Er probierte einige Schritte, sie wurden nicht gerügt, dann sprang er wie eine Katze von der Seite her in den Vorhang hinein. Er griff ins Leere, stolperte gegen das geöffnete Fenster, hinter ihm polterte eine RevolverArtrape zu Beden. Er hod sie auf, warf sie angeekelt wieder fort, nahm Hur und Iantel und wollte zu Marion, zu ihr, die er ja so lieb hatte. Jetzt, wo er im Begriff war, sie vielleicht zu verlieren, im scharfen Kampfe mit einem gemeinen Rioalen, fühlte er erst, wie diel sie ihm wert war. Er jagte die Stufen aus seiner Hochparterrewohnung hinunter, sagte dem verblüfften Portier in atemlosen Du Rose aller Stunden. Von Schleierdüften müde, Den Sternen kaum entbunden, Du taugereifte Blüte Wie bin ich voll von deinem Kristallenen Verlangen Aus unerschöpflich Reinem Die Sonne zu empfangen! Gießt deine lichte Frühe In meine dunklen Brände, Dast ein Gebet entblühe Dem Breiten meiner Hände! Du Rose aller Stunden, Auch du von Schleiern müde, Neig nieder dich, entbunden, Du helle Himmelsgüte! Der Herr Vater und das Geigenspiel Der Rehesender Berlin wiederholte kürzlich das Hörspiel„Unser Herr Vater", das Hermann Krause nach dem Buch von Clarence Day geschrieben hat. In Clarence Day wird den deutschen Hörern ein typischer Vertreter des neuen amerikanischen Schrifttums vorgestellt. Der Dichter, der 1935 verstorben ist, hat erst in den letzten Lebensjahren zu schreiben begonnen. Seine Bücher waren ein Welt4 erfolg. Als sein Buch„Unser Herr Vater“ im Jahre 1932 erschien, sagte man darüber, daß es eine neue Note in das amerikanische Schrifttum bringe. Her“ mann Krause, der im deutschen Rundfunk auf Grund seiner humoristischen Arbeiten bekannt geworden ist, hat das Buch von Clarence Day zu einem heiteren Familienalbum für die deutschen Hörer umgestaltet. ir veröffentlichen folgende Szene der Hörspiels. Sprecher: Ich möchte Euch heute etwas von meinem Vater erzählen. Von unserem Herrn Vater! Er ist schon lange Jahre tot und erird es mir wohl nicht übel nehmen, wenn ich von seinen kleinen Schwächen und Eigenheiten berichte. Er hätte es mir zu seinen Leb zeiten auch nicht lange übel genommen. Vater war nicht nachtragend,— eine gute Zigarre, ein gutes Essen— und er hätte alles wieder vergessen! Auch wenn ich ihn manchmal als Tyrann zeige, wird er sicher nichts dagegen haben,— ja, er würde überhaupt nicht auf den Gedanken kommen, daß er dieser Vater sein könne, von dem ich erzähle. Er ahnte nicht mal, daß er ein Torann war! Er fühlte sich als sanfter Dulder, der wenig von anderen verlangte und der selbst im Verkehr mit so unvernünftigen Wesen, wie IIkutter und wir Kinder es waren, eine Engelgedulo bewahrte. Wie Vater aussah, wollt Ihr wissen? Nun, stelle (uch vor: Ein großer, kräftiger Mann in einem würdigen (Schoßrock,— auf dem Kopf den unvermeidlichen ylinder des Neuyorker Geschäftsmanns der achrziger Jahre,— in der Hand ein Stöckchen, mit dem er feierlich an die Hutkrempe tippte, wenn er seinand auf der Straße begrüßte. Doch am besten lernt Ihr ihn kennen, wenn ich ihn Euch gleich im Kreise unserer Familie zeige, wie er seinen täglichen Kampf gegen unseren Starrsinn und unsere Verständnislosigkeit gegenüber seinen Plänen kämpft. Vielleicht damals, als ich ganz ehne mein Verschulden dazu ausersehen wurde, Geige spielen zu lernen. Eigentlich war mein älterer Bruder mit dieser Aufgabe betraut, doch da ging leider nicht alles glatt, und eines Tagee——— (Ueberblenden in die Szene edelste Instrumen:") (entfernt wird auf einer Geige das Lied„Lang, lang ist’s her...“ geübe. An einer Stelle kippt der Ton jedesmal um und der Spieler beginnt von neuem.—) Mntter(nach dem zweiten falschen Einsatz): Hörst du es, Clarence? Es ist schrecklich! Vater(sanft): Wie meintest du, liebe Vinnie? „utter: Schrecklich, sagte ich! Diese Geigenstunden sind ja die Hölle!— Das arme Kerlchen,— er wird es nie rauskriegen! Vater: Er wird schon. Alles nur Uebungssache, Vinnie! Ilkutter: Er übt doch aber schon ein halbes Jahr an dieser einen Ilkelodie! Iein, wir müssen uns damit abfinden,— er wird nie Geige spielen lernen! Vater(erstannt): Rann? Warum denn nicht? Ich bin eher vom Gegenteil überzeugt!— Ich habe ihm eine gute Geige gekauft,— 25 Dollar bar sie gekostet, — ich habe ihm Herrn Ilkilde, einen der fähigsten Geigenspieler besorgt,— er hat dort unten im Keller hinreichend Gelegenheit, sich darin zu üben,— alle Voraussetzungen sind erfüllt! Warum sollte der Junge also nicht Geige spielen lernen?! Mutter: Er ist doch aber vollkommen unmusikalisch! Vater: Ach was,— unmusikalisch! Lächerlich! Bei einer Geige, Vinnie! Bedenke, die Geige ist das edelste Instrumene, das Mllenschengeist erfunden hat! utter: Gewiß, Clarence,— doch du solltest bloß mal sehen, wie der arme Junge sich damit ab quält! Nach jeder Stunde ist er vollkommen erschöpft und sein Kragen ist durchgeschwitzt! Vater(groller): Dann ist das eben einzig und allein seine Schuld! Ich habe ihm, wie gesagt, eine gute Geige gekauft—— INutter: 25 Dollar hat sie gekostet, ich weiß! Vater: Richtig! Jeder Junge würde froh sein, auf solch einem Instrument spielen zu dürfen,— aber nein, er schwitzt! Mir zum Trotz schwitzt er! In diesem Hause wird anscheinend alles mir zum Trotze gemache! „nntter: Bitte, Clarence,— du übertreibst wieder!— Sieh mal, Herr Milde selbst ist doch schon nach der zweiten Geigenstunde aus dem Keller gelaufen und hat dir erklärt, er hielte das nicht durch, der Junge würde totsicher niemals Geige spielen lernen. Aber du hast den arinen Mkann ja gar nicht richtig ausreden lassen und ihn sofort wieder in den Keller hinuntergeschickt! Vater: Nachdem ich ihn eavon überzeugt hatte, daß er sich irrt! Mutter: Durch Anschreien hast du ihn überzeugt. Vater(vorwurftevoll): Vinnie, ich muß mich sehr über dich wundern,— on weißt, ich bin erst nach reiflicher Ueberlegung dazn gekommen, den Jungen Geige spielen zu lassen. urter: Aber wenn ein Fachmann wie Herr Milde schon sagt—— Vater: Herr Milde hat gar nichts zu sagen! Ich werde doch mein eigenes Kind besser kennen! Ilutrer: Clarence, du mußt bedenken, wie schwer es Herrn Milde gefallen ist! Sicher hat er das Stundengeld bitter nötig, aber er wollte lieber arm, aber ehrlich dleiben. Er tut mir immer so leid, er ist in dem halben Jahr richtig gealtert und wenn er mit mir spricht, schlägt er schuldbewußt die Augen nieder. Varer: Durch sowas lasse ich mich nicht in meinen Entschlüssen beeinflussen! Ausdauer, sag ich nur, Vinnie! 9it Ausdauer ist alles zu erreichen! Nur nicht nachlassen! Ich selbst habe mein ganzes Leben lang allen Entmutigungen zum Trotz auch nicht nachgelassen! Und was habe ich alles durchgemacht! Ja, wißt ihr denn überhaupt, was ich alles durchgemacht habe?! IRutter: Rein, Clarence, das wissen wir wirklich nicht! Vater: Siehst du,— wenn ich da zu den Leuten gehört hätte, die gleich vor dem ersten Hindernis schlapp machen, wo wäre ich dann? Wo wart ihr dann? Du — die Kinder— dies Haus— dieser Herr Milde—? Ach, was rede ich noch, das werdet ihr euch ja allein denken können! Iein, Vinnie, ich kenn mich da aus: Nur durchhalten, dann wird es schon werden! Illniter(seufzend): Ach, Clarence, du willst mich nicht verstehen.— (Die Geige setzt wieder mit„Lang, lang ist's ber...“ ein.) INueter(verzweifelt): Da, bör doch,— das sind die besten Beweise,— da, hör dir das bloß an——— (Die Geige beginnt zum zweiten IlXal, das Spiel Aengt immer lauter und näher.—) Herr Milde(eine alte, zittrige Stimme; sie schwankt dauernd zwischen tiefster Verzweiflung und Mitleid)(schreit ine Spiel hinein): Rein, nein— wieder falsch! 5, mein Kind! Ist es dir wirklich nicht möglich, ein d zu geigen? Sohn: Ich dachte, ich hätte es gespielt! Herr Milde: Rein, mein Kind, das war kein d! Das war überhaupt kein Ton von dieser Welt! Paß mal auf—(er spielt den Anfang des Liedes)— Ciehst on, so muß das klingen! Hast on genau hingehört? Sohn: Ja, Herr Milde,— ich glaube—, ich werd es nechinal ven vorn versuchen. Herr Milde: Um Himmelswillen! Richt wieder von vorn! Erst mußt du mal das d auf demer Geige finden!— Nimm doch bitte mal die Geige,— ja, so ists recht! Schön fest unterm Kinn halten, ja? So, und nun werd ich dir den Bogen auf das d setzen,— on brauchst dann nur zu ziehen!— Hier so,— da sitzt es! Es ist gar nicht zu verfehlen!— Bist du bereit? Sohn: Ja, Herr Milde! Herr Milde: Also dann— eine— zwei— drei— jetzt! Ziehen!(Ein schriller Mißton.) (Verzweifel:): O Gort, o Gott! Wieder nichts! Wemit hab ich diese große Strafe verdient? Ich ertrag das nicht länger! Diese Töne!— Ich halt sie nicht aus! Sohn: Soll ich es nochmal probieren? Herr Milde: Nein,— nein, nicht gleich! Wir wollen uns erst ein wenig sammeln, mein Kind,— dn wirst auch erschöpft sein,— ruh dich ein Weilchen aus!— Wie spät ist es denn? Sohn: Noch 22 und eine halbe Minnte, Herr Milde,— ich hab die Uhr genan gestellt! Herr Milde: Waaas? Das ist doch nicht moglich, wir spielen doch schon eine Ewigkeit! 22 und eine halbe Minute noch!— Nun, es muß doch durchgehalten werden, wie dein Herr Vater sagt,— ein stolzer Ilkann, ein grausamer Mann, dein Herr Vater! Aber du kannst schließlich nichts dafür, mein armes Kind!— Wir wollen jetzt bis zum Schluß der Otunde theoretischen IUnzunterricht treiben. Das Archiv der„Loisen im Fels“. Die Tagedücher der Bergführer erzaglen von Kampf, Sieg und Tod— Ein kostbarer Schatz der Münchener Alpenvereinsbücherei. Wer bezahlt die Arlaubsreise? Vom Wert der gemeinschaft lichen Betriebs=Reisekasse — man hört erfteulicherweise immer mehr von Zuschüssen, die Betriebsführer ihren Gefolgschaftsmitgliedern für„Kraft=durch=Freude"=Reisen zahlen. Dabei ist es dann in der Regel so, daß eben der Betrieb als solcher belastet wird, die Gefolgschaftsmitglieder aber in keiner Weise dazu herangezogen werden Daß aber auch ein anderer Weg moglich ist. wenn die entsprechenden Voraussetzungen nicht gegeben sind, zeigen die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront bei der Abteilung Wehrmacht im Standort GroßHamburg als schönes Beispiel kameradschaftlicher Selbsthilfe: Ob Arbeiter oder Angestellter, von der Reinmachefrau bis zum Ingenieur, jedes Gefolgschaftsmirglieo zahlt, nach Einkommen gestaffelt, von 10 Pfennig aufwärts monatlich einen Betraa. welcher in die Gemeinschafts=Reisekasse des Standortes Groß=Hamburg entrichtet wird. Es wird also aus den freiwilligen Einzahlungen aller Gefolgschaftsmitglieder ein Fonds gebildet, aus dem heraus es einer Reihe Arbeitskameraden, die es besonders brauchen können, ermöglicht wird, in jedem Jahr kostenlos eine Fahrt mit KdF. zu unternehmen. Diejenigen aber, denen ihr Einkommen mühelos eine solche Reise gestattet, werden hierbei nicht berücksichtigt, trotzdem sie ihren monatlichen Reisebeitrag zahlen. Für dieses Jahr hat der Standort folgende Regelung getroffen:„An einer„Kraft=durch=Freude"=Fahrt nach Norwegen nehmen 150 Arbeitskameraden völlig kostenlos teil. Gefolgschaftsmitglieder, deren Urlaubsdauer nicht ausreicht, werden durch Einspringen von Arbeitskameraden mit längerem Urlaub die Möglichkeit erhalten, eine wirkliche sorgenfreie Erholungszeit zu verleben. Wenn freifahrende Gefolgschaftsmitglieder ihre Ehefrauen mitnehmen wollen, so werden die Kinder dieses Ehepaares während der Norwegenfahrt bei anderen Kameraden der Betriebe untergebracht, um den Menschen, die bisher nicht daran denken konnten, gemeinsam eine solche Fahrt zu machen, die Möglichkeit zu geben, wirklich sorgenlos dieses große Ereignis ihres Lebens zur Wirklichkeit werden zu lassen. Die Auswahl wird durch die verantwortlichen Walter in der Weise getroffen, daß diejenigen Gefolgschaftsmitglieder namhafk gemacht werden, die besonders würdig sind und es am ehesten nötig haben. Im nächsten Jahr wird sich dieser Vorgang wiederholen. Diejenigen Kameraden, welche in diesem Jahr eine Freifahrt mitgemacht haben, werden wieder weiter mitzahlen, um einer neuen Anzahl von Gefolgschaftsmitgliedern im nächsten Jahr eine Freifahrt zu ermöglichen. Gerade dadurch, daß jeder in der heutigen Zeit solche Fahrten mitmachen kann, wird er sich bewußt, daß es heute eine wahre Volksgemeinschaft gibt. In dieser Volksgemeinschaft, die ihn an allen schönen Dingen teilnehmen läßt wird er sich wohlfühlen und gern und freudig seine Pflicht tun, um hierdurch wieder seinerseits der Gemeinschaft zu nutzen. Erkrankung ist kein Urlaut Mit dem auf Erhaltung und Förderung der körperlichen und geistigen Kräfte gerichteten Zwea des holungsurlaubes ist es nicht zu vereinbaren, den Urlaub in die Zeit der Erkrankung eines Gefolgschaftsmitgliedes zu legen, zumal das Gefolgschaftsmitglied während der Erkrankung regelmäßig ohnehin schon einen Anspruch auf Fortzahlung des Lohnes oder Gehaltes hat. Erkrankt ein Gefolgschaftsmitglied, nachdem der Urlaub festgelegt, aber bevor er angetreten ist, so muß ihm in der Regel das Recht eingeräumt werden, die Verlegung des Urlaubs für die Zeit nach seiner Wiederherstellung zu verlangen, wenn betriebliche Gründe dem nicht entgegenstehen. Das gilt auch, wenn das Gefolgschaftsmitglied gekündigt hat und deshalb eine tatsächliche Verlegung der Freizeit in die Zeit der Wiederherstellung nicht mehr möglich ist. In diesem Falle ist dann die Urlaubsvergütung ohne Gewährung von Freizeit zu zahlen. Die Auffassung des Urlaubsanspruches, also eines Anspruchs der Freizeit und Urlaubsvergütung in eine notwendige Einheit zusammengesaßt, führt dazu, daß der Betriebsführer verpflichtet ist, die Urlaubsvergütung vor Beginn des Urlaubs auszuhändigen, weil das Gefolgschaftsmitglied ihrer regelmäßig bedarf, um den Urlaub zur Erholung benutzen zu können. Das Verbot anderweitiger Lohnarbeit während des Urlaubs verliert seinen Sinn und steht daher der Zahlung des Lohnes auch ohne Gewährung des Urlaubs auch dann nicht entgegen, wenn die Freistellung des Gefolgschaftsmitgliedes von der Arbeit nicht mehr möglich ist.(Urteil des Landesarbeitsgerichtes Bielefeld vom 26. Januar 1938— Altenzeichen: SA 38°37.) Pflicht der Betriebe zur Abgabe von Dienstpflichtigen Weiterführung der Betriebe darf nicht gefährdet werden. Die Anweisungen an die Arbeitsämter und Landesarbeitsämter über die Sicherstellung des Kräftebedarfs für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung werden durch den Referenten in der Hauptstelle der Reichsanstalt, Regierungsrat Dr. Häußler, in „Arbeitseinsatz und Arbeitslosenhilfe“, erläutert. Demnach bestimmt ausschließlich der Beauftragte für den Vierjahresplan den Kreis der Aufgaben. Es ist sichergestellt, daß nicht alle möglichen Betriebe und Verwaltungen ihre Aufgaben als staatspolitisch besonders bedeutsam hinstellen können. Mit der Erfüllung der Aufgaben können ganze Betriebe, aber auch nur einzelne Abteilungen bzw. einzelne Baustellen von Betrieben besaßt sein. Damit ist zu verhindern, daß etwa der Betrieb in seiner Gesamtheit aus den neuen Vorschriften Nutzen zieht. Im Zweifelsfall wird eher die Beschränkung als die Ausdehnung erfolgen müssen. Arbeitsamt und Landesarbeitsamt müssen zunächst mit allen Mitteln versuchen, die benötigten Arbeitskräfte im normalen Vermittlungsweg zu stellen. Zur Verpflichtung dürfen sie erst zuletzt greifen. Weiter müssen sie alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die benötigten Kräfte aus dem eigenen Bezirk zu stellen, denn der Kreis der staatspolitisch besonders bedeutsamen Aufgaben, die unaufschiebbar sind, wird trotz aller notwendigen Beschränkung doch so groß sein, daß es kaum ein Landesarbeitsamt geben wird, dessen Bezirk nicht eine derartige Aufgabe umfaßt. Zur Aufgabe des Arbeitsamtes gehört vor allem die mit dem Betrieb gemeinsam anzustellende Prüfung. inwieweit er in der Lage ist, durch innerbetriebliche Maßnahmen wenigstens zu einem Teil die benötigten Kräfte selbst zu stellen. Von der Herausziehung von Arbeitskräften sind außer denjenigen Betrieben, die Aufgaben der besonderen Art zu erfüllen haben, in der Regel auch die sogenannten vorgelagerten Betriebe ausgeschlossen. Aber auch sie kommen in Betracht, wenn die Verteilung der Arbeitskräfte im Betrieb Verpflichtungen notwendig macht. Im übrigen kommen arundsätzlich alle Betriebe für die Heranziehung von Arbeitskräften in Frage. Hier ist der Auswahl der Betriebe in der Regel nur insoweit eine Grenze gezogen, wenn etwa durch die Herausziehung von Arbeitskräften ihre Weiterführung gefährdet würde. Andererseits wird aber in den meisten Fällen das Aufgabengebiet zu berücksichtigen sein. z. B. bei Betrieben der Landwirtschaft. Wenn die Verpflichtung ausgesprochen ist, gibt es kein Zurück mehr. Daher muß die Eignungsprüfung noch sorgfältiger als bei der normalen Vermittlung sein und auch die charakterliche Eignung betreffen. Wird zur Erfüllung der Aufaaben wesentlich längere Zeit als sechs Monate benötigt, so ist gegebenenfalls ein Austausch der Dienstpflichtigen gegen neue Verpflichtete vorzunehmen. Der Referent betont zum Schluß die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit besonders mit der DAF. und den Organisationen der gewerblichen Wirtschaft. Wer von weither kommt, wird bevorzugt Postreisedienst geregelt Platzkarten Kindertarife Gepäck= und Tierfrage„Lästige" Reisende. Im Zuge der Neuordnung des Postreisedienstes hat der Reichspostminister nach der Einführung neuzeitlicher Haftungsbestimmungen nunmehr auch„Allgemeine Beförderungsvorschriften für den Postreisedienst" erlassen. Sie bestimmen u. a., daß bei den beschränkten Platzverhältnissen der Postreisewagen die mit Fahrausweisen von weiterher kommenden Reisenden bei der Beförderung den Vorzug vor neu hinzutretenden haben. Bei stärkerem Andrang werden Fahrausweise für weitere Strecken mit Vorzug vor denen für kürzere Strecken ausgegeben. Der Fahrausweis gewährt keinen Anspruch auf Beförderung in einem bestimmten Wagen und keinen Anspruch auf einen Sitzplatz. Auf Schwerbeschädigte und Gebrechliche ist in weitestem Maße Rücksicht zu nehmen. Ueber Meinungsverschiedenheiten der Reisenden wegen der Plätze entscheidet der Postbedienstete des Wagens oder der Absertigungsbeamte. Ueber die Zulassung der Vorausbestellung von Plätzen entscheidet das dienstleitende Postamt. Für die Vorausbestellung von Plätzen wird eine Gebühr erhoben. Der Reisende kann ein Kind bis zum vollendeten vierten Lebensjahr, für das kein besonderer Platz beansprucht wird, unentgeltlich mitnehmen. Kinder über vier Jahren bis zu zehn Jahren und Kinder bis zu vier Jahren, für die ein besonderer Platz beansprucht wird, werden zur Hälfte der Fahrgebühr befördert. Für Landkraftposten muß dies besonders zugelassen sein. Reisende, die an einer ansteckenden Krankheit leiden oder deren äußerer Zustand den Mitreisenden lästig wird, sind von der Beförderung ausgeschlossen. Die Reisenden dürfen keine geladenen Schußwaffen mit sich führen. Ausnahmen gelten für Personen in Ausübung öffentlichen Dienstes und für Jäger. die ungeladene Schußwaffen und Handmunition mitnehmen dürfen. Das Mitführen von kleinen zahmen Tieren wird nicht beanstandet, wenn sie ohne Belästigung der Mitreisenden untergebracht werden können. Größere Sportgeräte, wie Schneeschuhe oder Rodelschlitten, müssen als Reisegepäck aufgegeben werden. Das Rauchen im Wagen ist verboten. soweit nicht besondere Raucherahteile vorhanden sind. Bei der Arbeiterbeförderung oder Gesellschaftsfahrten darf geraucht werden, wenn die Reisenden zustimmen. Wenn im Frühsommer die Sonne immer höher und höher klettert und mit ihrem heißen Atem auch in jenen Tälern und Klüften der Hochalpen Eis und Schnee zum Schmelzen bringt, die am längsten unter den Fesseln des Winters liegen, dann bricht die große Zeit der Gipfelfahrten an, in denen der mutige Mensch den Gewalten der Elemente trotzt und seine Kräfte an den himmelstürmenden Barikaden mißt, die die Natur in den Bergriesen der Alpen errichtet hat. Dann heften sich auch die kraftstrotzenden Männer der Dörfer, die im Schatten bekannter Felsen liegen, ihr metallenes Edelweiß an die Kletterweste, schultern Pickel und Seil und schreiten einer Gruppe von erlebnishungrigen Menschen als„Lotsen im Fels" voran, hinauf über schwindelnde Pfade und gähnende Abgründe zum lockenden Ziel der Spitzen und Grate. Es sind die staatlich geprüften Bergführer, die wir hier meinen, deren gefahrvolle Aufgabe es ist, weniger erfahrene Alpinisten einen sicheren Weg über Fels und Eis zu weisen. Von ihrem stillen Kämpfertum dringt nur wenig in die Oeffentlichkeit, denn sie lieben es nicht, daß man von ihrer selbstverständlichen Berufserfüllung viel Aufhebens macht; sie sind zufrieden, daß man auch heute noch, nachdem ihre große Zeit ja schon längst vorbei ist, ihre Dienste in Anspruch nimmt und sie sich nach langen entbehrungsreichen Winterwochen wieder ihr tagliches Brot verdienen können. Aus dem Rucksack in die Bibliothek. Das Bergführerwesen war in der Frühzeit des Alpinismus noch wenig entwickelt, und nur einzelne Männer ragen aus diesen Kindheitstagen der Gipfelfahrten hervor. Aber diese kleine Schar ist durch ihre verschiedenen Erstbesteigungen für immer in die Geschichte der Erschließung der Alpen eingegangen, so Balmat, der 1786 den Sieg über den Montblanc davontrug, die Brüder Klotz von Heiligenblut, die 1800 den Großglockner bezwangen, Josef Pichler, der den Ortler für die Kletterer erschloß, um nur einige aus dieser Bergführergilde herauszugreifen. Mit der Gründung der Alpenvereine wurde auch das Führerwesen von Grund auf geordnet. Für die Ostalpen schuf der Deutsch=Oesterreichische Alpenverein, der mit der Wiedervereinigung der Ostmark seinen Namen in „Deutscher Alpenverein“ abgeändert hat, eine mustergültige Organisation, der heute rund 1500 Bergführer angehören. Nach den gesetzlichen Bestimmungen kann ein Anwärter nur Bergführer werden, wenn er körperlich und gesundheitlich keine Wünsche übrig läßt, eine mehrjährige„Lehrzeit" als Träger hinter sich hat und einen Führerkursus, der ihm die schwierigsten Aufgaben auferlegt, mit Erfolg bestanden hat. Die Ausrüstung der Bergführer wird vom Alpenverein gestellt und jährlich auf die Beschaffenheit hin kontrolliert. Außerdem gehört zu seinen ständigen Requisiten ein Führerbuch, in dem jede ausgeführte Tour verzeichnet werden muß, während die Teilnehmer darin ihr Zeugnis über die Leistung des Bergführers ein schreiben. Diese Führerbücher, die in der Alpenvereinsbüchere in München als eine Kostbarkeit gehütet werden, bilden ein einzigartiges Denkmal für einen Beruf, der zu der gefährlichsten und mühevollsten der Welt zählt. In mehr als tausend vollgeschriebenen Heften ist hier in nuchternen Sätzen sozusagen die Geschichte der Bergsteigerei niedergelegt, ihre sachlichen Einträge künden von unbekanntem Heldenmut und Opfertum, und von den vielen Triumphen der Menschen über die Gewalten der Natur. Man stelle sich aber ja keine geschmackvoll gebundenen Werke vor, die da in den Regalen der Alpenvereinsbücherei, gegen Feuer und Wasser sorgsam geschützt, ruhen. Ein Bergführer hat derbe Hände, und Wind und Wetter gingen nicht besonders sachte mit den Büchlein um, die, abgegriffen, verschwitzt und vergilbt, den Geruch von Latschenkiefern, Hüttenstrauch, Regen und Schnee in sich tragen. „Seine Ausdauer grenzt an ein Wunder!" Da halten wir das dicke Führerbuch des berühmten Ostalpenführers Grill„zum Kederbacher“ aus der Ramsau. in Händen. Er ist einer der wenigen gewesen, die der Bergtod verschont hat und der mit 82 Jahren schließlich an Altersschwäche gestorben ist. Kein bekannter Alpinist, der sich um die Jahrhundertwende nicht seiner Führung anvertraut hätte, selbst Könige und Prinzen hat er am Seil gehabt, und schließlich war er es. dem am 6. Jund 1881 die Erstdurchkletterung der heute noch so gefürchten. Watzmann=Ostwand glückte. Liest man die un Zeugnisse, die in seine Führerbücher niedergeschrieben worden sind, dann findet man nur höchstes Lob und ehrliches Erstaunen über seine Leistungen im Fels. Der bekannte englische Alpinist Farrar hat sich öfters darin verewigt; eines seiner Urteile lautet:„Ich kann sagen, daß ich kaum jemanden gesehen habe, der es dem Kederbacher als Kletterer gleichtut. Seine Ausdauer grenzt beinahe an ein Wunder!“ Wir greifen ein weiteres Büchlein aus dem Regal, es trägt den Namen Cyprian Granbichler aus Vent, den man den„Bezwinger der Oetztaler Alpen“ genannt hat. Auch er hat sich an die gefährlichsten Touren gewagt und unzähligen Menschen zu einem unerhörten Erlebnis verholfen. Als er am 8. November 1868 nach einer 30stündigen schwierigen Kletterei über das Hochjoch nach Vent bei schwerklem Unwetter an Erschöpfung starb, nahm ihm sein Begleiter Franz Sonn, der weir und breit als „Gletscherpfarrer“ bekannt war, das Büchlein aus dem Rucksack und schrieb darin folgende letzte Worte:„Ich bin untröstlich und voll Schmerz. nicht weil ich jetzt im Winter allein bin, sondern vielmehr, weil ich meinen liebsten und teuersten verloren habe, derselbe nämlich unser Führer Cyprian Granbichler ist zu den Toten gegangen, und zwar für mich, um mein Leben zu retten“ Und so wie der Granbichler aus Vent, sind gar viele das Opfer ihres Berufes geworden. Die Eintragungen, die mitten im Sommer oft abbrechen, reden in diesen vergilbten Tagebüchern eine erschütternde Sprache. Da wohnt in Serten(Südtirol) die bekannte Bergführerdynastie der Innerkofler, die dem Bergtod viele Opfer bringen mußte, unter denen der berühmte Dolomitenführer Sepp Innerkofler, der im Weltkneg am Paternkofel einer italienischen Kugel erlag, besonders hervorragt. In diesen schlichten Tagebüchern der Münchener Alvenvereinsbücherei beginnt wahrhaftig der Stein zu reden. kündet von Opfermut und von einem ewigen Kampf um den Sieg über die Natur, der andauern wird, solange die stolzen Bergesriesen zum Himmel ragen. Bremsklötze weg! Schon laufen und brummen die vier riesigen Motoren, und in wenigen Sekunden wird sich der Condor, das neue Großflugzeug der Deutschen Lufthansa(FW 200), zu seinem kilometerfressenden Fluge erheben.(Scherl-Bilderdienst-M) Der Patentschirm Wenn es nieselt, wenn es regnet, wenn es hagelt oder schneit— da ist ein Schirm eine wunderschöne Sache. Hingegen aber wenn die Sonne scheint, wenn man die Braut umarmen will, wenn man die Arme voll von Paketen hat und was derartige schöne Zufälle im Leben noch mehr sind, da ärgert einem der Schirm in der Hand. Da stört das Gestell, da hemmt der Griff. da spießt die Spitze und da hindert der Ueberzug.„Man sollte einen neuen Schirm erfinden“, meinte Eusebius.—„Was für einen Schirm?“—„Einen Schirm, der nur bei Regen da ist. Sonst aber muß er in der Tasche verschwinden, ohne aufzutragen.“—„Solche Schirme gibt es doch!“— „Wo?“—„Der Schirmhändler Schimscha führt sie.“ Der Schirmhändler Schimscha führt sie, die neuen Patentregenschirme.„Ganz einfach, mein Herr“, sagte er „Sie drehen nur die Schraube. Sie schieben nur an diesem Schieber. Sie drücken nur auf diesen Knopf, und. hoppla, fertig ist der Regenschirm!“—„Und wie schließt man ihn?"— Der Schirmhändler erklärte:„Ein Kinderspiel! Sie biegen diesen Stab. Sie beugen jenen Griff. Sie lösen diesen Haken, und, hoppla, fertig ist der kleine Wunderstift, den Sie in der Westentasche tragen, in die Brieftasche legen, an den Uhrhaken hängen können! Und der Preis? Nicht hundert Mark. nicht fünfzig Mark, nicht dreißig und auch nicht zwanzig, für neunzenn Mark fünfundneunzig gehört Ihnen das kleine Weltwunder!“ Daraufhin kaufte Eusebius das Weltwunder. Eusebius tat gut daran. Denn auf dem Heimweg begann es mit Kannen zu schütten. Eusebius zog den Wunderstift aus der Tasche, drehte die Schraube, schob den Schieber, drückte den Knopf. und das Regendach öffnete sich von selbst. Nicht ein Tropfen fiel auf Eusebius. Doch jeder Regen hat sein Ende. Bald fielen in Abständen die letzten schweren Tropfen, dann brach die Sonne durch die Wolken und verwandelte den Himmel in strahlendes Blau. Wie schauten die Leute und lachten, als sie einen Mann mit aufgespanntem Regenschirm und bitterbösem Gesicht durch die Straßen marschieren sahen! Und je heißer die Sonne brannte, desto böser wurde das Gesicht des Mannes unter dem Schirm. Er war Eusebius, der alle fünf Minuten stehen blieb den Stab bog. den Griff beugte, an den Schiebern schob. an den Schrauben rückte und den Haken zu lösen versuchte. Nichts rührte sich Kein Gelenk gab nach. Steif und starr blieb der aufgespannte Schirm. Eusebius mußte unter strahlend blauem Himmel mit dem Schirm weiterwandern, er mußte ihn über sich halten, und die Leute lachten. Endlich war er an seinem Ziel, endlich trat er wieder in den Laden des Schirmhändlers Schimscha. „Wie geht er zu?“, fragte er erbost.—„Ich zeigte es Ihnen doch, mein Herr!“—„So geht es nicht!“— „Das werden wir gleich haben“, sagte der Schirmhändler. Zuversichtlich griff er nach dem Schirm. Er schraubte an der Schraube, er schob am Schieber, er drückte auf den Knopf, er bog und beugte, daß ihm der Schweiß auf der Stirne stand Es war ein vergebliches Bemühen. „Ja, was haben Sie denn mit dem Schirm gemacht?“— „Ich?“— Ehe noch Eusebius antworten konnte, weiteten sich die Augen des Schirmhändlers entsetzt. Er starrte verzweifelt in den Mechanismus.„Da ist ja Wasser drin!“ schrie er.—„Natürlich, es hat ja geregnet“, entgegnete Eusebius. Da sah der Schirmhändler Eusebius mitleidig an, als ob er an seinem Verstand zweifle, und sagte resigniert:„Ja, wenn Sie mit dem Schirm in den Regen gekommen sind! Alles verträgt er nun doch nicht!“ J. H. R. Der Klub der Pudel Wenn gelehrige Hunde einen Ausflug machen— Scherz und Ernst um Rassetiere. Wenn von seltsamen Klubs und Vereinen die Rede ist, dann pflegen wir ihr Wirkungsfeld meist in Amerika oder England zu suchen, wo Menschen vor Reichtum oder Langeweile nicht wissen, wie sie ihre Zeit totschlagen sollen. Es kann dann keine Idee ausgefallen genug sein, daß sie nicht von Gleichgesinnten Beifall fände. Aber es gibt auch in der Weltstadt Berlin gesellige Zusammenschlüsse, deren Programmpunkte uns merkwürdig genug berühren und irgendeine besondere Leidenschaft der Mitglieder verraten. Nur mit dem einen Unterschied: wo es anderweitig sinnlose Verrücktheit ist, etwa einen„Klub der Kahlköpfigen“ oder einen„Verein der strickenden Männer“ zu gründen, spricht in Deutschland die Liebe und Freude zu den Nebensächlichkeiten des Lebens mit, wenn sich Leute mit dem gleichen Steckenpferd zusammentun. Wer sich in seiner Wohnung einen reinrassigen Pudel hält, ist stolz auf seinen Besitz, und es ist ihm nicht zu verdenken, wenn er Anschluß an Kreise sucht, die ebenfalls solch gelehrige Tiere ihr eigen nennen. Daraus wird schließlich ein regelrechter Pudelklub mit Vorstand, Schriftführer, Kassenwart, mit Generalversammlungen und Vereinsabenden. Selbstverständlich mit einer entsprechenden Standarte auf dem Tisch. Wenn nun ein solcher Verein seinen traditionellen Ausflug ins Grüne macht, dann läßt man selbstverständlich die schnurhaarigen Hunde nicht zu Hause. Man ist in einer Weltstadt wie Berlin ja allerhand gewöhnt, aber hundert und mehr Pudel, die in einem zweistöckigen Omnibus„Gassi fahren", erregen auch hier noch Aufsehen. Besonders, wenn Hundeherzen vor Freude so geschwellt sind, daß sie nur in lautem Gekläffe Erleichterung finden. So ein„Betriebsausflug“ des Pudelklubs bringt den Verkehr ins Stocken. Setzt dafür aber auch die Lachmuskeln der Sonntagsbummler in Bewegung. Sie möchten wissen, wohin die Fahrt ins Blaue, die dieser Tage der Berliner Pudelklub veranstaltete, ging? In irgend ein Gartenlokal in der Nähe der Reichshauptstadt. Das Vereinsprogramm schreibt vor, daß nach einer Stunde Fahrzeit der Wagen halten müsse. Als es so weit war, hatte man gerade einen Kiefernwald erreicht. „Bitte, aussteigen, meine Herrschaften!". Das ließen sich die Pudel nicht zweimal sagen und flugs hatte jeder von ihnen einen Baumstamm in Beschlag gelegt. Der ganze Wald„schimmerte“ von hochgehobenen Hundehinterbeinen. Dann ein schriller Pfiff des Vereinsvorstehers, die gelehrigen Tiere klettern wieder auf ihre Sitze, und das Auto rollt nun endlich seinem Ziele zu. Während nun die stolzen Besitzer sich an langen Tischen bei Kuchen und Kaffee zusammenfinden, um einige Vorträge über Pudelzucht in Deutschland und in anderen Ländern anzuhören, mit anschließender Aussprache, versteht sich, sind die Wollund Schnürenpudel vorläufig sich selbst überlassen. Sie jagen sich wie die Kinder im Bangespiel. wälzen sich am Boden, springen aus lauter Uebermut über Tisch und Stuhl, bis endlich der Höhepunkt des Tages erreicht ist: das traditionelle Pudelrennen. Nun, wer ein Hundemeeting schon gesehen hat, der weiß, daß es da viel Ergötzliches zu sehen gibt, und wenn die Gelehrigkeit der Pudel unter allen Hunderassen auch unerreicht dasteht, so vollzieht sich der Wettlauf um die Wurst doch in solchen Formen, die auf anderen Rennbahnen einen ganzen Hagel von Disqualifizierungen nach sich ziehen würden. Denn es geht nicht an, daß„Peter von der Peterheide“ mit„Miß Araun“ mitten auf der Strecke Freundschaft schließt oder ein vaar Hundedamen sich gegen alles Reglement in die Büsche schlagen, um einer weiteren Beansnruchung ihrer schlanken Hundebeine aus dem Weg zu gehen... Warum man bisweilen Bilder übermalt Ein berühmtes Gemälde von Velasquez, das d#### Königin Isabella von Spanien darstellte, hat eine rec# eigentümliche Geschichte. Die Königin war sehr fron### und hielt sich eine Zeitlang vor der Geburt ihres Kindks in einem Nonnenkloster auf, wo sie sich außerordentlich wohl fühlte. Als sie von den Nonnen wieder scheiden mußte, schenkte sie ihnen zum Dank für all ihre Fürsorge das Bild, das Velasquez von ihr gemalt hatte und das sie im Schmuck wunderbaren Geschmeides und nrächtiger Kleider zeigte. Da die Nonnen aber eine Königin gekannt hatten, die anders anzusehen gewesen war, beauftragten sie einen kleinen Maler, das Bild zu übermalen und der Königin Nonnentracht anzulegen Dann wurde das Bild im Kloster aufgehängt. Durch einer Zufall stellte ein Bilderhändler aus Barcelona fest, da große Teile des Bildes übermalt waren, und als mas nun eine Restaurierung vornahm, konnte das Bild in seiner ursprünglichen Schönheit und Farbenprach wiederhergestellt werden. Die Riesen der Wirklichkeit Nicht nur in den Märchen spielen die Riesen ein Rolle, auch im wirklichen Leben tauchen sie hier un da auf und haben meist irgendwelche Ausnahmeschick sale, die ja durch ihre ungewöhnliche Erscheinung beding! sind. Im 17. Jahrhundert sammelte die Kaiserin von Oesterreich an ihrem Hose in Wien alle Riesen und Zwerge, die es in ganz Deutschland gab. aber diese „Außenseiter“, wenn man so sagen will. kamen nicht gur miteinander aus, und diese Riesen baten die Kaiserin, sie von der Gesellschaft der Zwerge zu befreien, da diese ne in einem fort neckten und ärgerten. Von dem Riesen O'Brien wird erzählt, er sei so groß gewesen, daß er sich jeden Morgen, wenn er auf Arbeit ging, seine Pfeise an einer Straßenlaterne angezündet habe, und einmal habe er ein junges Mädchen geküßt, das aus einem Fenster im oberen Stock eines Hauses heraussah, als er Der amerikanische Riese van Buren Bates ist dadurch bemerkenswert, daß er eine Frau gebefrater hat, die genau so groß war wie er selber. Und das ge“ lingt den allerwenigsten Riesen, die wirklich nassende Lebensgefährtin zu finden! — □ 0 S □ 0 s 9 E o 0 E + 2 □ 9 8 □ S G 4 —* □ □ * 7 i M ihu Sm um e ui Wt au nt W M gnun m W e u u i u un u uuc ii Mut nh ucng c ti Ws au uci Whn gun uusg zm Wig itue fun guge i su gun W un u nc undi tpi W g Mun ug inung biaym u M Nuu W ucc ind sa WWpic u uirlung gus nobunmkob uoinva P ce W n ud i M n M W ui ne gingig u u WPitig Mcucs uvjida i M gusbungtpung gu W tu Muu m sicn non ntun 126 12 * udscoa Wtng Weg g u u W e Mntig uin in Mnbung gu cug u W t uc usel lng un rpict gun ugoh W Me i W m Wgu uinn M in gun W Mntung g nm u g gun Wg W M g u M M u i s W Mtung###akk noa W u W u M W Wuun u Mn gn Bunbung u 216 ulc Whiug in uisune W g gan eihhmp un un W Wht ug n um gzic Pu W Wn ustg uet ustuilasng mag Hou gun M iipn tun S ug M ttsa 1 W ii c e 1p1sc Biswick 1h WM M i d Mutg Wiptbic nom unem Wi M n utt Suc Mutg na inv 13g W eg M M ng in ipzge Bulu gun## utun uhb gssg guim gu Mcuat u u M Muige ud di o Dur M uig nt ut cien u i u ut gue ucut ini ic nh und si t####ns nom ung Wuee tn lung um Sui Miunis 1 u iim W ue Mu unpng in Gunc uetuni sn s Mi Min uun W B ine W ug im u glung und si n g ucgunMp un Mnt Wt hlug bunt uie u WMu d ii ut tc un Win Mtu e oc pi u ee W u De nich Wi aaic iat Wt unhe 1 unem nd tgud s i g une uug u i uc e M nn uniicicn gun uun M ur in Weintugzg un e e M M W i l 1 11d g gi i gun unng W M Wuug h en og u u b indung tog unzge uslllch sscplu ug We h u Wie We Wrtung W u u Nue Wpe P M ii 1 i n hn uciicihng 16 u i Wtutigt u u ie achzu s ut h t Wwpu uuns s1g ann hi hng gun u ce S u W u Wuh Mc uln Wpla Wee uun h u Wutu Mn Juhssut W We d W u nr eug M g c#n Gung M c P a u h ushibsbut S utng M ci adn uunh zim gun nohnt u u hh u W u im We uci S-c M Wtu M gun Mzn u g tn Mici M ucttuc nct 12 W ii Mc b M n h umt g M S ttng i tue Wu N uet et M M W e #10# m gu nsbuniszig gun uzenbugunch noa W gu nn u oh Med Wc Mu Wh S ui Wlgn uhen n Mu uct ud Invug mohv 10a ug ucug u ui M W Nc WM W uu M o u u i t M sshat ihg u Muh dche n hnnn gt Mhig h Wt an gun uunhigg un ut omne zzmmng n bub u b u n Wt i M hig hahs W Wigu nn 31g Inv uom Ada ch M rssuce sa usgul A M r u u W W Wrug g t S Mnn (Bi## gu tn u aar ep Mnu 1d ba us)„Juig pct uid wihnt u gu idusbure iilpng sn . uch e u W htug uid S Mcnt uht ud hhlalo Wu Wtsing c S W u hn uu M uc un in hn bi sog Ind#g iom MM Wo sin g Mung M nu usiun Gu u, bunciighl suc s Wouu g ser Mi su t a unciichcß Pn gi u u un ee oh Wu W iih ichtn t u M Wi zön? 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Wue ue ur ui n gun uiet un Mt e Wht gun uunc usbunl 12g ne i is e hnd c sbg sun cin sie untts Wchng 1 si zc ah eiic 1 une Biguza u Wll n u#10 gnn 2c M u W cun W uicnn g ud n W u 12 bung Mer W gc uci Ws. uung u ung n Mhn Mufi M M W uu gi sctn unn vi Anm s2 M ne M Ni u Wu s. gun Wi te mute Lubb nug bung uis t Mng u nich M cn WMing un ing ui os u ute i M i b giick vä W gu ung i ier ad Wun Mn i Mehnin W cen#1b zoabung u M Wg nhung nc umn S M-h u umetg un sun D i g oi WM Sd sog Nch uuen r hg gun u sg i unn neeee e Wh ccn M Mn Wt n M e 1 s W u un h#### c gun sit M n Mu i Mi itn M iin Wti d t tge Muntt g uht dcd Mug mn zm S W u in u ic Mcl u utttg n ucut gun ln ug Wi M 11 c T Pismgn W t untiunn Mi M hng nn ungusc i 1 hnat u t u Mhn u W unct aze 12 gun uic Eitptnt ung 100 Wmnunzg iuts nagohe sog Yogos uum u ing ng uuie d uhn ohiun— fa ue nn ut osg ipnd im somn M hun gitn ducd Win s cl auchiiP d n eimpge u i Wnunc 6m hol won gun 1b u M e W u Mug 1 du i uu M Wun u 21 M u si Nae mnn on 1 tonidsnd m 2„ 131lun noa e Sn Whgnt 1191 n Jugo uninic Sc Putg pigis ugn g in g 11###0 an S un gun S1S1#####f gnn u M t 12 bunisgung W un d un sg un n ung ud zi som gun u ucung Wi u im ugoh iin ut M ihn du n u t e s i suichtng Mtn e itn Wi M u Su di - n in Mt Te W Mh n M Mun W g ut###s sczu 1vb(ou fi 52 M nu— eue t se untinn (S-uch u m M S u u ui ue lu Whsng unin 1 ue M m M W e D u te ue Wo c Men n au uick Wuu uiun ul box un Box und beg Ws#c ug 13 hog 1nd 6 113 ng nees dnhoiny Cmmnmmmmmm 8 JecD MRimpmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmnmmmmmmmmmnmzge untspp uns. — — Der Auftrag Von JULIUS LOTHAR SCHUCKING „Beeil dich, Jung“, hat die alte Plaschke gesagt, „daß ou ankommst, bevor der Konig fortgeritten ist.“ Und die junge gnädige Frau, die man sonst nur im Garten oder in einem Fenster des Herrenhauses, nie aber in der Gesindekuche zu sehen bekommt, bat dabei gestanden und ihm die Olkutze so fest über oas Haar gestülpt, daß der eingepreßte(chädel schmerzte. Und zum Schluß gab sie ihm einen kleinen Klaps auf die Wange.„Mach deine(Tache brav, num Cohn“, sagte sie. Recht freund lich sollte das klingen, aber man merkte, daß ihr eigentlich angstooll zu Ildute war. Gewiß, wie konnte ihr anders zu Alute sein? Hatte sie doch aus den Reden ihres Eheherrn mit seinen Zechkumpanen schließen müssen, daß der König, wenn er von Womowitz nach Writoslaw käme, um dort Quartier zu nehmen, mit seiner Bedeckung gefangen genommen und den Kaiserlichen ausgeliefert werden sollte. Denn die Herren auf den SSchlössern waren des Soldatenwesens hier in Schlesien wie drüben in Böhmen müde, und dem Konia waren sie gram. Lieber wollten sie wiederum der IKajestät mn Wien gehorsam sein. Uno der geplante Handstreich, zu welchem man ihren Truppen verhalf, wurde gewißlich einen Regen von Gnade auf etliche Knabenkopf (Deike-Mater) Ilagnaten herabziehen. Elisabeth jedoch, eine geborene Schulenburg aus der Ilark, oa sie nun einmal durch Zufall Mitwisserin des abscheulichen Vorhabens geworden, war nicht gewillt, seine Ausführung zu dulden. Die alte Plaschke, die ins Vertrauen gezogen worden wurde, hatte Elisabeth sie doch von dem väterlichen Gut mitgebracht, diese alte listige Witfrau, wußte Rat. Den Preiselfritz, den Betenjungen, den konnte man hinüber schicken. Er hatte flinke Beine. Eifrig also marschiert Preiselfritz fürbaß. Fruher, oa er noch kleiner gewesen, war er mit der INutter diese Wege gewandert. Jahrzehntelang besorgte die Preiselemma Botengänge von Gut zu Gut und von den Gutern in die Dörfer und Städtchen. Es war ein bartes Los. Bei jedem Wetter und im Winter, wenn der Schnee meterboch lag, oft schwer bepackt mit ge beugtem Rücken durch das Gebirge zu stapfen. Und im (ommer wurde der Rücken der resoluten Frau nicht grader, dann gab es Beeren und Pilze zu sammeln, die man hier und da verkaufte. Eines Tages waren denn auch Mühe und Arbeit zu schwer geworden für Preisel emma, da streckte sie sich und starb. Fritze nun hatte sein Lebtag nichts anderes getan, als an der Mlutter Hand krenz und quer umherzuwandern. Vom Lesen und (Schreiben verstand er nichts, aber daß er ein Goldaten kind sei und der Vater dem König gedient, das wußte er. Uno daß er auch einmal Goldat werden wollte, schien ihm gewiß. Bis dahin freilich durften wohl noch ein paar Jährlein verstreichen. Deshalb setzte er jetzt das karge Gewerbe der Botengängerei, das seine IIutter betrieben, fort. Eine Botschaft hat er zu bringen von der gnädigen Frau an den König. Vielleicht wird er ihn zu Gesicht bekommen, sicher aber doch einen seiner Generäle mit (Stickerei auf der Uniform und Schnüren über der Schulter. Der Weg ist gar nicht so weit nach Woinowitz, wenn man ihn, ohne sich aufzuhalten, unter die Gohlen nimmt. Aber was ist nun das? Da haben auf der Höhe, zu welcher sich der Weg im Zickzack hinaufschlängelt, Panduren Posten aufgestellt. Einige sind abgesessen, hocken um einen Baumstumpf und spielen Karten. Andere aber augen von ihren Gäulen hinunter ins Tal, in die Richtung, wo Woinowitz liegt. Deshalb haben sie den Knaben bisher nicht gesehen. (Schnell duckt sich oer, kriecht hinter einen Busch und überlegt. Auf keinen Fall dürfen die Panduren ihn be merken. Sicherlich würden sie ihn anhalten, vielleicht ihm die Kappe vom Kopfe reißen und oas eingenähte Streifchen Pavier finden. Richts anderes übrig bleibt Preiselfritz, als die Höhe zu umgehen. Seufzend kriecht er, von Buschen gedeckt, eine lange Strecke nach rechts und taucht dann in den dichten Wald, wo er einen Bogen schlägt, um noch weiter von den Panduren fort und schließlich wieder in die Richtung auf das Gut zu gelangen. Aber es sind viele unwegsame Stellen in dem Walde, sumpfige Löcher, die man umgehen muß. Der Schweiß rinnt ihm über die Stirn und vom Iacken auf den Rücken hinunter, mehrmals ist er versucht, die Illutze abzunehmen, aber immer im letzten Augenblick erinnert er sich daran, daß die gnädige Frau ihm geboten, dies nicht zu tun, es sei, er stände vor dem König. Als er sich dem Gutsbaus nähert, kein Posten ist da zu sehen, kein Uniformrock; weder Coldaten noch Offi ziere lassen sich blicken. Voll großer Bestürzung steht er schließlich im Hof, ein gähnender Knecht lehnt an der Stalltür. Der König? Fort mit all seinen Leuten! nach Writoslaw hinuber. Vor einer halben Stunde schon! Denn Feinde haben sich in der Nähe sehen lassen, Panduren! Atemlos und keuchend starrt der Junge den Knecht an, der sich gleichgültig umwendet, um im(Stalle irgend etwas zu schaffen. Nach Writeslaw also, und vor einer halben Stunde schon! Und mit schnellen Pferden! O weh. Aber Preiselfritz ist ein Goldatenkind und trägt eine Botschaft an den König, für den sein Vater fiel vor den Wallen Prags. Kehrt macht er und geht eilig vom Hof. Illan kann nach Writoslaw auf gebahnten Wegen reiten, aber man kann sich auch quer durch oas Busch werk schlagen, wenn man dahin gelangen will. Uno wenn man geschickt ist und die Gegene kennt, kann man den Reitertrupp vielleicht noch unterwens einholen. Es ist Abeno geworden. Die(onne steht schen sehr aieoria, das ist ein Gruno mehr, sich zu beeilen. Die Waden iun web und die nackten Sehlen schmerzen von spitzen Steinchen und harten Aesten. Hätte man auf Woinowitz doch eiwas Milch getrunken und einen Happen Brot dazu essen konnen, oann wurde man etwas kräftiger sein. Aber dazu war keine Zeit. Und nun bricht auch die Dämmerung herein. Ganz wenig Licht ist zwischen den Bäumen, aber hier geradeswegs durch den Wald muß man auf den Hohlweg stoßen, den der König sicherlich be nutzen wird. Go scharf wie heute ist der Preiselfritz noch nie gelaufen. Gott sei gelobt, jetzt fällt es steil nach unten ab. Dies ist der Weg. Hier muß der König vorbei kommen, wenn er nicht gar bereits vorüber ist. Verschnaufend bleibt der Junge stehen. Gedämpftee Lärmen hört er von Rossegetrappel, von Menschen stimmen, und da, ja, da kemmmen Reiter in knappen Trab und der auf dem(Schimmel, der gekrümmte Ilkann, dessen Gestalt in der Düsternis des Waldes gar nicht genau zu erkennen ist, das ist der König. Preiselfrit winkt mit beiden Armen, er will schreien, aber der Aufregung versagt ihm die Stimme. Die ersten Offiziere sprengen an ihm vorbei, den Blick geradeaus gerichter. Und der König auf seinem Schimmel guckt ebenfalls nach vorn, die große spitze Iase genau über den Ohren des Pferdes und auch nicht ein bißchen zur (eite gewandt. Heilige Mutter Gottes Wie soll nun Preiselfritz seine Boischaft los werden? Plötzlich hat er die Stimme wieder gefunden, er schreit aus Leibeskräften, aber die Hufe der Pferde dröhnen, das Sattelzeug knarscht, ein paar Kutschen fahren im Zuge mit und rattern, das Geröse verschlingt die schrille Kinderstimme. Der Junge schwingt sich von Stamm zu Stamm behende am Rande der Böschung entlang. Er muß die Spitze des Zuges wieder gewinnen, er muß vom König beinerkt werden, er muß ja seine Mütze mit dem Zettel abgeben. Soll er sie sich vom Kopfe reißen und einfach dem König zuwerfen?. Aber wenn er nicht richtig zielt, vielleicht fliegt die Mütze irgendwo hin in die Dunkelbeit. Plötzlich schießt ihm ein Gedanke durch den Kopf. Hat man nicht immer gehört, daß Pferde keinen menschlichen Körper, der am Boden liegt, mit den Hufen berühren? So also muß es geschehen. Ganz nahe an den äußersten Rand der Böschung eilt er und springt, springt mit einem per wegenen Gatz in den Hohlweg hinunter mitten zwischen die trabenden Reiter. Heftig klopft ihm das Herz, bochauf bäumt sich der Schimmel, so entsetzlich sieht es aus, daß er schnell die Augen zumacht. Vielleicht vergeht eine lange Zeit. Vielleicht sind e# nur ein paar Gekunden. Als der Junge die Lider zu öffnen wagt, sieht er ringsum Pferdebeine, scharrende, stampfende Hufe, und zwei große Augen auf sich gerichter.„Sapperlot“, sagt eine scharfe Stimme, die (Stimme des Königs.„Steh er auf, Bursche. Was sind oas für Faren, wir müssen weiter.“ Preiselfritz greift nach seinem Kopf. Er ist barhaupt.„Ieine Mütze", stammelt er in höchstem Schreck.„Vite, nite“, schnarrt der König.„Er wird seine Mütze schon wieder finden.“ Und da reicht auch von irgendwoher eine Hand die 9ütze. Der Junge greift danach hastig, reißt das Futter heraus, ohne sich noch zu erheben.„Wirde bald?“ ruft der König jetzt ganz ärgerlich geworden, und schlägt ihm mit dem langen Krückstock ein paarmal gegen die schmutzigen Waden, an denen der Kot, in welchen sie unterwegs eingesunken, eine barte Kruste gebildet hat. Preiselfritz spürt die Stockschläge gar nicht, er hat jetzt den Zettel der Gräfin in der Hand, reicht ihn dem König, der faßt danach. Da steht der Junge auf. Der König flucht auf französisch und ruft nach Licht. Eine Laterne von einer der Kutschen wird gebracht. Der König liest die Schrift einmal, zweimal.„Gut, gut“, sagt er und sieht sehr freundlich auf Fritz, der die Mütze, aus der das zerrissene Futter heraushängt, in der Hand hält. „Er ist ein braver kleiner Bursche. Marsch auf den Wagen.“ Und zu den anderen gewendet ruft er:„Zurück nach Woinowitz!“ der rumpelnden Kutsche kauert Preiselfritz ganz ermattet. Braver kleiner Bursche, braver kleiner Bursche, hat man ihn genannt. Und der so sprach, war der König. Alle konnten es hören, die schönen Offiziere mit ihren Litzen und Schnüren.„Braver kleiner Bursche', der Junge denkt es immer zu. Und dann legt er den Kopf in den gekrümmten Arm, schließt die Augen und schläft ein. Die Nachffahrt Von E. TROST Die Kronseder=Ranndl wohnt in einem hübschen, farbig bemalten Häuserl am Kirchplatz von Deutelhofen. Ueber dem dicken, eisernen Glockenzug neben der Haustur brennt nachts eine Laterne, denn die IXanni ist die Deutelhofener Hebamme. Sie hat reichlich zu tun. In dem weiten Bauernland um Deutelhofen herum gibt es viele große und kleine Bauernhöfe und darin stramme, saubere, junge Weiber, die sich nicht wie die Frauensleut' in der Stadt Sorgen ums Kinderkriegen oder gar um die„schöne Linie“ machen. Wenn in der dortigen Gegend ein junges Paar auf einen Hof heiratet, ist es allemal der Ansicht, daß es sich mit eigenen Leuten am besten wirtschaften läßt, und sorgt rechtschaffen dafür, daß Arbeitskräfte wie die Orgelpfeifen lustig heranwachsen. Und— leider muß es gesagt werden— manches saubere Mädel, das viele Verehrer hat und bei dem— hin ja— der Riegel am Kammerfenster nicht gut schließt, braucht sogar schon eine Wiege, noch bevor's das Brautkleid anlegen kann. Dann schutteln die Leut' die Köpfe und sagen den alten Spruch, der in solchen Fällen Brauch ist:„Ja, mei, da is halt wieder amal eine noch vor dem Z'samm'läuten in d' Kirch''gangen!“ Ist nicht schön sowas. Aber da kann man halt nir machen. Es kommt halt vor im altbaprischen Land!—— So fehlt es der Kronseder=Manni nie an Arbeit. Sie muß weit über Land in die Dörfer und Weiler wandern. das macht Müh' und kostet Zeit. Weil die Nanni ein resolutes, modernes Frauenzimmer ist, besucht sie kurzerhand eine Fahrschule, lernt Autofahren, schafft sich einen Führerschein und kauft sich ein gebrauchtes, billiges (Schnauferl in der nächsten Stadt. Der uralte, hochrädrige Schepperkarren faucht und rattert gehörig. Aber er tut brav seine Pflicht und erspart der Ianni viele mühselige Wege. Die Bäuerinnen betrachten die Manni im Auto zuerst ziemlich mißtrauisch. Nachdem sie aber festgestellt haben, daß sich das Schnauferlfahren mit der Hebammenkunst wohl vereinen läßt, sind sie bald mächtig stolz auf die Nanni. Eine motorisierte Hebamm'! Da soll noch einmal jemand sagen, daß Deutelhofen nicht fortschrittlich wär! Der Zuntererbauer aus der Rauchleiten, die zweieinhalb Stunden von entfernt liegt, sieht die Ranni ofter vorbeitöffen. Er und seine Bäuerin sind schon zu alt, um noch mit ihr in Geschäfteverbindung zu stehen. Trotzdem hat der Zunterer die Ikann einmal mitten in der NTacht in eigener Sache aus dem Bett geläutet! An einem Sonntagnachmittag marschiert der Zuntererbauer nach Deutelhofen, weil er mit dem dortigen Illetzaer eine wichtige Unterredung bat. Natürlich muß man sich nach einem derart langen Illarsch ein bisserl stärken. Also hinein zum Rösslwirt. Drinnen ist der Zunterer rasch. Aber heraus findet er nimmer so schnell. In ver warmen Wirtsstube ist's urgemütlich, es gibt lustige Gesellschaft und man trinkt und kartelt bis zur Polizeistund in finsterer NTacht. Inzwischen hat draußen das Wetter umgeschlagen. Unheimlich pfeift und heult der Wind, er granpelt und regnet uno blitzt wie toll durcheinander. Der Zunderer beutelt's, als er aus der molligen Gaststube ins Freie tritt. Bei dem Wetter mitten in der dunklen Nacht bis in die Rauchleiten heimstapfen? Auweb! Wozu aber hat der Rösslwirt Pferde und Wagen? Der Feigling. Richter:„Haben Sie niemals Streit mit Ihrem Mann?" Frau Besenich:„Rein, Herr Richter, dazu gehören zwei, und er hat es noch nicht gewagt!" * Urlaub. Knall fragt Drall:„Sagen Sie, hatten Sie heuer schon Urlaub?“ Erwidert Drall:„Dreimal sogar: meinen eigenen, den meiner Frau und den meines Chefs!“ * Auf See. Tante:„Ich glaube, du bist schon mit jedem jungen MNann, der hier an Bord ist, verlobt gewesen!“ Richte:„Rede doch keinen Unsinn!... Im INaschinenraum bin ich überhaupt noch nicht gewesen!" * Die Ferienwanderung. Kreuzworträtsel. Eie:„Haben wir da nicht Glück gehabt, Liebster, daß wir gleich am ersten Tage unserer Wanderung so wundervolle antike Sachen ausfindig gemacht haben?" * Post festum Er stand tief in Ungnade und er konnte, so sehr er sich auch bemühte, seiner Frau beim Frühstück kein Lächeln entlocken. „Bist ou mir böse“, fragte er verzweifelt,„daß ich diese Nacht mit einem blauen Auge nach Hause gekommen bin?" „Rein“, sagte seine Frau, als du nach Hause kamst, hattest ou das ja noch nicht!“ * Im Büro. Alf und Bert unterhielten sich geschäftlich im Büro. Plötzlich stand Alf auf und sagte:„Gut, gut, aber jetzt muß ich rasch gehen, ich habe eine Verabredung!“ „Ist es wichtiger als unsere Geschäfte?“ fragte ver wundert Bert. „Keine Minnte kann ich länger bleiben! Ich schulde dem Mann vier Kronen!" „Uino wo trefft ihr euch?“ „Natürlich hier im Buro!“ Bedeutung der einzelnen Wörter: a) von links nach rechts: 1 freie Entscheidung. 4(chornstein, 7 Teil der klassischen Oper, 8 italienischer Ilkaler um 1600, 9 Teil des Gesichts, 10 Wertsachenbehälter, 12 deutscher Strom, 14 männliches Haustier, 15 Dramengestalt bei Shakespeare, 16 Lebensträger, 19 Brennsteff, 22 Oper von Verdi, 23 deutscher Flieger, 24 weiblicher Vorname, 25 Gvelgas, 26 italienische Schauspielerin, 27 Schweizer Flußname, 28 arabischer Titel; b) von oben nach unten: 1 elternloses Kind, 2 Unterstützung, 3 Musikinstrumene, 4 Schwimmvogel, 5 Wesenskern der Menschen, 6 Alpengipfel, 11 Kloster, 13 Teil des Schraubstocks, 16 Gefäß, 17 Mundart, 18 Fluß in Frankreich, 19 ständiger Käufer, 20 Aufführungsraum, 21 Zeichen des Tierkreises. * Bilderrätsel. Der Perlachturm in Augsburg (Deike-Mater) Der reiche Zuntererbauer kann sich leicht einmal ein Mietfuhrwerk leisten! Doch der Rösslwirt will von der Fuhr nichts wissen. „Bei dem Wetter hol' i meine Roß nei aus dem (“ tall! Die tatn mir scho zu arg derbarmen!“ sagt er. Der Mechaniker Huber am Kirchplatz besitzt ein MNotorradl mit einer„Pupperlhutsch'n“(Gastsitz). Damit ware man geschwind dabeim. Der Zunterer klopft also den Huber heraus. Aber der schreit grob: „Was fallt denn dir ein? Bist narrisch geword'n? Bei dem ganz gräuslich'n Wetter fahr' i net und wannst mir fuchz'g Markln dafür spendier'n tätst!“ Bumm kracht das Fenster zu. Da steht der Zunterer allein in Regen und Sturm auf dem Kirchplatz und kratzt sich bedenklich hinterm Ohr. Drüben leuchter die Latern' am Haus der Kronseder=Ranndl. Mit drei Riesenschritten steht der Zunterer an der Tür und reißt kräftig am Glockenzug. Verschlafen erscheint die Mann am Fenster:„Was gibt's?“ „Du, Ranndl, in der Rauchleiten is eppes los! Was verlangst denn für an NTachtb'such in der Rauchleiten, hm?“ „Ja no— wanns Kindl da is, nacha geht alles in allem nach mein Tarif!“ „So weit werd's ner sein! Du sollst grad a so amal nachschau'n!“ „Go? Ja, dafür verlang' i fünf Markln!" „Alsdann is recht! Aber komm' glei'!“ Ein paar Ilkinuten später erscheint die Ianni dick vermummt vor dem Haus und holt ihr Schnauferl aus dem Schuppen. Pfauchend und rasselnd setzt sich der Motor in Gang. Der Zunterer schiebt sich behaglich grinsend auf den freien(itz neben die Iann und breitet die Lederdecke über seine Knie. Die Nanni betrachtet ihn mißtrauisch: „Is di(ach in dein' Hof?“ „Ja freili!“ schmunzelt der Zunterer. Die Mann schüttelt den Kopf. Der Zunterer erscheine ihr allzu bejahrt für Vaterfrenden. Aber es gibt jo auch junges Volk auf dem Hof, eine ganze Reibe von Töchtern und Mägden. Vielleicht, daß eine von denen noch vor dem Z'samm'läuten——— Das brave Schnauferl sucht durch Nacht und Regen knappernd seinen Weg. Im Licht der Scheinwerfer sieht man lange Tropfenstreifen vorüberblitzen. Der Straßendreck spritzt nach allen Seiten. Aber es geht rasch vorwärts. Nach kurzer Zeit keucht das Auterl den schmalen, von der Landstraße abzweigenden Fahrweg nach der Rauchleiten hinauf und hält vor dem Zuntererhof. Der Bauer springt rasch aus dem Wagen. Die Ranni will ebenfalls aussteigen. Doch der Zunterer gibt ihr einen Gtupser, daß sie wieder auf ihren Sitz hinter dem Steuerrao zurückplumpst, und schiebt ihr ein Fünfmarkstückl in die Hand: „Bleib nur hock'n, Ranndl! Mit'n Kinderkommen is heut no nir bei uns! Vielleicht an anders Mal! I hab' grao recht g'schwind und trock'n heimkommen woll'n und der Rösslwirt hat mir net fahr'n mög'n. Da bast deine fünf Markln!“ Der Ianni verschlägt's für einen Augenblick die Red'. „Da hört sie do all's auf—“ stottert sie luftschnappend. „Da hört sie gar nir auf!“ grinst der Zunterer. „Sei do froh, daß d' nir z’ tun brauchst! Jetzt hast dir die fünf Markln grad nur für's Schnauferlfahr'n verdient. Dank da schö und guat Nacht!“ Damit springt der Zunterer mit langen Schritten über die Pfützen zum Haus hinüber und schlägt die Tür schleunigst hinter sich zu. Denn die Nanndl findet ihre volle Stimmkraft rasch wieder. Was sie dem Zunterer alles nachschreit, klingt nicht schön und übertönt sehr laut das Heulen des Sturmes und den klatschenden Regen. Empört aufbrummend töfft das Auterl gleich darauf heimzu nach Deutelhofen. Ein schöner Sommertag Oete-4 Sport=Rundschau Die Reichswettkämpfe der SA. Wenn in den Tagen vom 15. dis 17. Juli im Olomplschen Stadton zu Berlin die zweiten Reichswettkämpfe der SA abrollen, werden Jehntausende, sa Hunderttausende auf die Ergednisse warten. Zutiefst ist gerade die SA, als die erste politische Kampftruppe des Führers, im Volke dank ihrer kämpferischen und aktivistischen Kräfte verankert. Die Ilele, die die SA mit der Pflege der Leidesübungen auf der breitesten Grundlage verfolgt, sind eindeutig vom Führer festgelegt. Die Aufgabengediete der SA und des Deutschen Reichsbundes für Leidesübungen sind getrennt und rach den beiderseits getroffenen Vereinbarungen fest und zielweisend umrissen. Während der Reichsbund auf einer breiten Grundlage zur Pflege der Spitzenleistung schreitet und die Schulung der deutschen Mannschaften besonders pflegt, strebt der Wille der SA, die Hunderttausende im deutschen Vaterland für den Gedanken der Leibesübungen aktiviert hat, anderen Zielen zu. Die Wehrerlüchtigung des deutschen Mannes soll vor allem den Willen beim Einzelnen wachrufen, in der Gemeinschaft der Mannschaft, sein Bestes zu geben, da wiederum nur die Mannschaft den schärfsten Anforderungen gerecht werden kann, der Männer nach gründlicher Einzelschulung ihr ganzes und bestes Können zum Wohle der Gesamtheil einsetzen. Daber stellen gerade die Mannschaftskämpfe der SA In Erleden sowohl für den aktiven Tellnehmer als auch ür den Zuschauer, der Bilder höchsten Einsatzes und seldstloser Kameradschaft steht dar. Die Einzelkämpfer und Mannschaften, die auf den Kampfbahnen des Reichssportfeldes, auf der Wehrkampfbahn des Spandauer Exerzierplatzes oder im Grunewald ihre Kräfte in den Tagen vom 15. bis 17. Juli messen werden, sind die Auserwählten aus den Hunderttausenden von SA-Männern aus Stadt und Land, die sich neben Ihrem deruflichen Einsatz und dem in erster Linie maßgeblichen politischen Einsatz auch körperlich weiker schulten. Diese zweiten Reichswettkämpfe der SA, die wieder In der Reichshauptstadt vor sich gehen und die zum ersten Male auch die Beteiligung der SA Oesterreichs bringen werden, sind der Ausdruck der Jahresarbeit der SA auf dem Gebiete der Leibesübungen und der Wehrertüchtigung. Sie werden zeigen, daß die SA in threr kämpferischen Haltung sich welter verbessert hat und mehr und mehr dem Ilel zustredt, auch den letzten deutschen Mann für Gedanken der Wehrhaftmachung und der Wehrhafterhaltung zu gewinnen! Die Kernpunkte der dreitägigen Grohverinstaltung sind die Durchführung der wehrsportsichen Mannschaftskämpfe am Samstagvormittag— Mittelpunkt ist hier der Exerzierplatz en Spandau— und die große Leistungsschau am Sonntag im Olympiastadion. Daneben verdienen selbstverständlich die Retterwettkämpfe auf dem Scholz-Platz Im Grunewald und auf dem RetterPlatz des Reichssportfeldes stärkste Beachtung. Die wehrlportlichen Mannichaftskämpfe Den Kern der Reichswettkämpfe 1938 der SA bilden die wehrsportlichen Mannschaftskämpfe, in denen die Erziehungsarbeit der SA ihren höchsten Ausdruck finden. Als Grundloge für die in den wehrsportlichen Mannschaftskämpfen geforderten Leistungen sind in erster Linie die Uebungen des SA-Sportabzeichens gegeben. Der Weg zu den SA=Reichswettkämpfen war für keinen Teilnehmer leicht. Er bedeutete Anspannung aller Kräfte bei den Standartensportagen und den Gruppenwettkämpfen. Ueber die Reichswettkämpfe der SA führt der Weg zu den NSKampfspielen nach Nürnberg. Die Tellnahme am wehrportlichen Mannschaftskampf erfordert eine vorhergebende ystematische Ausbildung und letzte Hingabe des Einzelnen für die Mannschaft. Die hauptsächlichen Wehrsport-Mannschaftskämpfe, der Wehrmannschaftskampf mit 1:36 Teilnehmern, die Radfahrstreife mit 1:11 Teilnehmern und der Mannschaftsorientierungslauf mit 1:3 Tellnehmern, die im Dienstanzug im Gelände des Grunewaldes ausgetragen werden, bilden am Samstag früh das Ereignis der Reichswettkämpfe 1938. Packende Kämpfe werden die Zuschauer auf dem Exerzierplatz des JR 67 Spandau erleden. wo Start und Ziel der Wehrmannschaftskämpfe sind und eine vorbildliche Wehrkampfbahn ausgebaut wurde, die von den Teilnehmern des Wehrmannschaftskampfes nach Zurücklegung des 20„Kilometer=Gepäckmarsches zu überwinden ist. Die Breitenarbeit wird befont In den vorgenannten drei Mannschaftswettbewerben werden mit je einer Mannschaft die SA-Gruppen: Baverische Ostmark, Berlin=Brandenburg, Franken, Hansa, Hessen, Hochland, Kurpfalz, Mitte, Niederrhein, Niedersachsen, Nordmark, Nordsee, Ostland, Ostmark, Oesterreich, Pommern, Sachsen, Südwest, Schlesien, Thüringen, Westfalen und Westmark sowie die Reichsführerschule München vertreten sein. Die aus den Gruppen gemeldeten Mannschaften sind aus einer Standarte zusammengestellt. Zlel der Aufbauarbeit der SA ist, daß diese Mannschaften in Zukunft aus der Sturmeinheit gebildet werden, um dadurch die Breitenarbeit noch meyr zu betonen. Im Wehrmannschaftskampf mit 1:36 Tellnehmern sind die Bedingungen in diesem Jahr so gehalten, daß auch Landstandarten, die an sich weniger Uebungsmöglichkeiten haben, erfolgreich bestehen können und auf Grund der Neuformung der Wettkämpfe— ganz neu ist die Radfahrstreife— dürfte sich auch das Bild der Reichssleger gegenüder dem Vorjahr mächtig verschieden. Es sei noch einmal daran erinnert, daß im vorigen Jahr in der Gesamtwertung aller Wettkämpfe die SA-Gruppe Hessen mit großem Vorsprung vor den SA-Gruppen Niederrhein, Niedersachsen, Schlesten und Kurfalz am besten abschnitt. Werden sich diese Grupppen auch diesmal im Vordergrund halten? Auf zur„19. Rhön Die RS3K-Gruppe 10 bei ihren Vorbereitungen. RSG. Der Korpsführer des NS= Fliegerkorps veranstaltet in der Zeit vom 24. Juli bis 7. August 1938 auf der Wasserkuppe den alljährlichen RhönSegelflug=Wettbewerb, der damit in diesem Jahr als „19. Rhön“ ausgetragen wird. Bei dem vorjährigen Wettbewerb war die Wetetrlage äußerst ungünstig: trotzdem wurde ein Gesamtflugstrecke von 46 157 km geflogen. Zum erstenmal traten doppelsitzige Segelflugzeuge in den Wettbewerb, die beachtliche Leistungen zeigten. Nun ruft die„19. Rhön“! Von den Hängen, wo die grundlegenden, Versuche im motorlosen Flug gemacht wurde, we der deutsche Segelflug geboren wurde, von wo er seinen Siegeszug durch die ganze Welt antrat, da messen sich jetzt wieder die deutschen Segelflieger im friedlichen Wettstreit. Als Bewerber sind die RSFK-Gruppen, nachgeordnete Einheiten des NS= Fliegerkorps und die RSFK=Segelflugschulen zugelassen, sowie Luftwaffe, DVL und DFS. Die Zahl der Flugzeuge ist auf 60 beschränkt, sie dürfen auch nur deutscher Herkunft ein. In zwei Klassen wird der Wettbewerb ausgetragen: einsitzige Segelflugzeuge und Doppelsitzer. Die Bewertung der Leistungen erfolgt in den beiden Klassen getrennt, nach folgenden Wertungsgruppen: Streckenflüge, Zielstreckenflüge, Zielstreckenflüge mit Rückkehr zum Start und Höhenflüge. Gemeinsame Zielstreckenflüge können als Verbandsflüge gewertet werden. Technische Leistungen finden ebenfalls wieder besondere Berücksichtigung. Das wäre der zahlenmäßige Aufbau der 19. Rhön; die Unsumme an Arbeit, die ein solcher Wettbewerb für Teilnehmer, Veranstalter und die unzähligen Helfer mit sich bringt, ist wohl kaum zahlenmäßig auszudrücken. Für die Gruppe 10 des NS=Fliegerkorps ist die 19. Rhön ebenfalls der Wettbewerb. bei dem man unter Beweis stellen kann, daß man die gesammelten Erfahrungen aus den Vorveranstaltungen in der Zwischenzeit verwertet hat, daß man nicht stehenge blieben ist. Mit mehreren Maschinen wird die RSFK Gruppe 10 vertreten sein. Mit welchen Maschinen, das steht heute noch nicht fest. Sie werden aber von erprobten RSFK=Männern geführt, die in früheren Wettbewerben bereits schöne Erfolge erzielt haben. Ungarn— Deutschland Schwimm-Länderkampf In Budapelt Die werwolkste Prüfung im europätschen Schwimmsport ist sett langer Zeit der Länderkampf zwischen Deutschland und Ungarn. Am Samstag und Sonntag wird Budapest wieder ganz im Jeichen des Großereignssses stehen, da einmal die Aussichten für beide Mannschaften verteilk sind und zum anderen der Schwimmsport in Ungarn Nationalsport ist. Die temperamentvollen Magparen werden wieder mit vermehrtem Stimmenaufwand ihre Liedlinge bis Ein Jahr Leistungssport Bann 259 in Dortmund äußerit Itark vertreten RSG. Das Gebiets= und Obergausportfest, das vom 15. bis 17. Juli in der Kampfbahn Rote Erde in Dortmund stattfindet, wird wieder den Höhepunkt der sportlichen Jahresarbeit der westfälischen HitlerJugend bringen. Die Uebernahme des Leistungssportes durch die Hitler=Jugend brachte der gesamten Leibeserziehung der deutschen Jugend neuen Aufschwung. In den Mittelpunkt der Sommerarbeit des Jahres 1937 trat die Förderung der sportlich besten westfälischen Hitlerjungen und Pimpfe in der Leichtathletik und im Schwimmen. Bei den Gefolgschaftswettkämpfen schälten sich zunächst die Tüchtigsten heraus, die dann auf den Bannsportfesten um die Bannmeisterschaft kämpften. Die Bannsieger kämpften auf dem Gebietssportfest um die Ehre des Gebietssiegers. Die erzielten Leistungen ließen erkennen, daß die westfälische Hitler=Jugend in einer Reihe von Disziplinen über einen überdurchschnittlichen Nachwuchs verfügt. Die Gebietsmeister in der Leichtathletik und Im Schwimmen wurden in Lehrgängen zusammengefaßt und unter der Leitung bewährter Sportlehrer auf die Reichsmeisterschaften vorbereitet, die im vergangenen Jahr zum erstenmal während des Reichsparteitages in Nürnberg ausgetragen wurden. Wer die Sportarbeit der Jugend im Gebiet Westfalen während des vergangenen Jahres verfolgt hat, wird überrascht sein von dem ungeheuren Aufschwung, den dieses Arbeitsgebiet der nationalsozialistischen Jugenderziehung genommen hat. Die Jungen und Mädel werden nun in diesen Tagen auf dem Gebiets= und Obergausportfest in Dortmund zeigen, daß die Hitlerjungen und BDM=Mädel Wettkämpfer zugleich sind. An diesem Gebietssportfest in Dortmund nehmen folgende Wettkämpfer des Bannes 259 Herne teil: 1. Die beste Mannschaft im Dreikampf des D I(Fähnlein 24) mit folgenden Kämpfern: Heinz Hellweg, Josef Gasper, Paul Piontek, Heinz Kurzrack, Heinz Brozowski, Walter Fritz, Karl=Heinz Hülsmann, Franz Rother, Werner Doppel, Günther Reiß, Karl=Heinz Heß. 2. Die beste Mannschaft im Dreikamof der H J(Gef. 12.259) mit folgenden Kämpfern: Manfred Herget, Rudolf Kämerer. Wolf Dieter Teiler, Herbert Niedig, Edmund Skripzak, Fritz Scheibner, Kurt hiering, Günther Mathwig, Heinz Bieber, Günther Vorhoff, Paul Weber. 3. Die veste 400= Meter= Staffel des Bannes 4. An Einzelkämpfen folgende Teilnehmer: 100=Meter=Lauf: Berendt, Kämerer, Wessel. 1000Meter=Lauf: Erich Winkelhake. Hochsprung: Otto Schmidt. Weitsprung: Kämerer, Berend, Winkelhake, Wessel. Kugelstoßen: Weber, Berend, Langhut. Diskus: Rolf Ontrup. Schwimmen(100 Meter Kraul): Helmuth Hahne. Eine stattliche Streitmacht stellt also unser Bann 259. Wir aber wollen hoffen und wünschen, daß sich mancher der Teilnehmer erfolgreich durchsetzt. Das Echo der japanischen Absage Extrablätter In Hellinki Die Nachricht von Japans Verzicht auf die Olompischen Spiele 1940 hat in ganz Finnland den erwarteten freudigen Widerhall gefunden. Rurz nach Bekanntwerden der Absage wurden in der Hauptstadt Extrablätter verbreitet, die reißenden Adsatz fanden. E. Kroglus, Finnlands Vertreter Im 3LK, sogte: Finn land sei sehr wohl in der Lage, die Spiele 1940 zu veranstalten, obwohl ihm eigentlich zu dieser späten Jeit 1944 lieber gewesen wäre. Erich von Frenckell, Zweiter Bürgermeister Helsinkts, gab der Meinung Ausdruck, das J0K habe die Pflicht, zuerst Finnland zu fragen, ob es die Spiele 1940 übernehmen wolle. Helsinki werde die Spiele veranstalten, wenn die Regierung sich bereiterkläre, die schon früder in Aussicht gestellte Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Finnland habe einen alten Anspruch auf Olympische Spiele, entweder auf 1940 oder auf 1944. Auf Rückfrage bei der Sportverwattung der Stadt Helsinki erfährt man, daß Staat und Stadt vermutlich gern bereit seien, die Spiele 1940 oder 1944 zu veranstalten. Man werde allerdings auf ein umfangreiches Nedenprogramm verzichten müssen und sich mehr an das Programm der Spiele 1912 in Stockbolm halten. Urdo Rekkonen, der finnische Minister des Innern und Präsident des finnischen Sportverbandes, enklärt, Helsinkt sei sowohl für 1940 als auch für 1944 bereit. Es liege auf der Hand, daß man natürlich die Spiele 1944 besser vorberetten könte, als die in zwei Jahren. Auch Norwegen freut sich. Aebnliche Empfindungen wie in Helsinkt hat die Verzichterklärung Japans auch in Oslo ausgelöst. Thomas Fearnley, Norwegens Wintersportführer, sagte dem Norweglschen Telegraphenbüro, Oslo werde alles daran setzen, die Winterspiele 1940 idrer Tradition gemäß durchzufühen und sei hierzu wohl imstande. Reichborn Ksennerud, der Vizepräsldent des norwegischen Sportverbandes erklärte wörtlich:„Falls Norwegen die Winterspiele angedoten werden, wird es dieser Bitte Folge leisten.“ Die Sportführer Norwegens wurden sofort zu einer Sitzung zusammengerufen. Tokio wartet bis 1948. Graf Seesethuma, Japans 3OK-Mitglied, bedauert die Absage Japans aufs tiefste, würdigt sie aber in ihrer ganzen Bedeutung. Japans Sport gede die Hoffnung nicht auf, nun wenigstens 1948 mit der Durchführung der Spiele betraut zu werden. Was Klingeberg sagt. Der mit der Beratung der sapanischen Organisationskomitees detraute Deutsche Werner Klingeberg erklärt. das sapanische OK könne sich den von Seiten der Regierung vorgebrachten Gründen nicht verschließen. Es werde sich dem zu erwartenden Kadinettbeschluß unterwerfen. Die Japaner würden an Stelle der Olompischen Spiele 1940, an denen sie sich nicht beteiligen wollen national-sapanische Kampfspiele in Anlehnung an die 2 100-Jahrfeier in Tokio veranstalten. auf den letzten Meter und bis auf die legte Sekunde an feuern. Aber unsere Kämpfer haben anzwischen gelernt, auch im Budapester Hexenkessel auf der MargarethenInsel die Nerven zu behalten. Sie lassen sich nicht mehr aus der Rube dringen, wie es in den früheren Jahren oft der Fall war. Nach den Ergebnissen der Deutschen Schwimm-Meisterschaften in Darmstadt hat der Fachamissportwark Brewitz die deutsche Mannschaft aufgestellt, die gegen Ungarn antreten wird. Die Elite des deutschen Schwimmsports tritt am Wochenende in die Schranken. Unsere Mannschaft ist gewiß nicht schlecht und trotzdem müssen wir auf der Hut sein, da die Ungarn mit größter Wahrscheinlichkeit auch diesmal wieder die beiden Mannschaftskämpfe gewinnen werden und hier werwolle Punkte sammeln. Das ist alles in unserer Kalkulation derücksichtigt. Nach unserer Berechnung müßte Deutschland auch in diesem Jahre wieder den Gesamtsieg erringen. Alle Fachleute sind sich darüber einig, daß einzig und allein der Länderkampffieg zu Gunsten Deutschlands vom Erfolg unseres jungen Werner Plath im Kraulschwimmen 400 m abhängt. Das wissen die Ungarn auch. Plath wurde überraschend auf dieser Strecke von Heinz Arendt in der Meisterschaft geschlagen. Wir wissen, daß Plath bedeutend schneller sein kann, wir wissen auch, daß der Werner nicht die Zeit zu einer gründlichen Vorberettung fand. Von Darmstadt aus Ist die deutsche Mannschaft unterwegs nach Budapest, sie hat Zeit genug noch den letzten notwendigen Schliff anzulegen, das gilt vor allen Dingen für Werner Plath. In den Einzelrennen wird Deutschland die Mehrzahl der Siege erringen. Helmuth Fischer wird sich Dr Csik beugen müssen, damit rechnet man allgemein, eine Ueberraschung ist aber auch hier nicht ausgeschlossen, da Fischer groß in Fahrt ist. Ueber 400 m trauen wir Werner Plath einen sicheren Sieg über den schnellen Grof zu, der am zweiten Tage die undankbare Aufgabe hat, gegen Meister Heinz Arendt über 1500 m Kraul zu starten. Die lange Strecke wird sich der junge Bei liner, der in Darmstadt, wie man zu sagen pflegt, mit einem Bein gewann, doten. Rein Ungar ist in der Lage, einem Heinz Schlauch einen gleichwertigen Kampf im 100m= Auckenschwimmen zu liefern. Gegen Joachim Bilke ist im 200=m Brustschwimmen auch kein Kraut gewachsen. Bei aller Anerkennung der Leistungen Im Kunst= und Turmspringen wird es durch Jonny Weiß zwei ungarische überlegene Siege geben, der in Darmstadt eine bestechende Form an den Tag legte. Deutschland läßt sich in der 4mal 200=m=Kraul= staffel durch Plath, Bier, Heimlich und Freese vertreten. Ungarn wird mit Grof, Dr. Cstk, Jolyoni und Körost antreten und sehr wahrscheinlich auch gewinnen. Im Wasserdallspiel greift Deutschland auf alte bewährte Kräfte zurück, die aber keine Aussichten haben. Wenninger Im Tor, Gunst, Baier in der Verteidigung, Hauser als Verbinder und Schulze, Schneider, Kienzle im Sturm haben eine Uebetraschungschance. Im Gesamter= gebnis erwarten wir Deutschland knapp erfolgreich. Pesser bei Schalke 04? Man erzählt's— hoffentlich ist's wahr! Wie schon allgemein bekannt sein dürfte ist der Wiener Pesser aus beruflichen Gründen nach Gelsenkirchen dinübergewechselt. Ob dieser Wohnungswechsel allein die Ursache dazu bildet, ist nicht geklärt. Jedenfalls verstummen die Gerüchte nicht, daß Pesser beadsichtigen soll, dem FE Schaltze 04 beizutreten. Dieses Gerücht erfährt seine Härtung noch, da man in den letzten Tagen Pesser wiederhot an Szepans Tankstelle gesehen hat. ommerbin dürfte Schalke 04 dadurch eine wesentliche Verstärkung erfadren, zumal es noch lange nicht feststeht, ob Urban, wenn er im Herbst wieder dabei ist, seine alte Form erreichen wird. Aber selbst wenn Urdan wieder der Alte wäre, könnte man den Wiener Pesser gebrauchen. Beide in Hochform auf dem linken Flügel wäre eine Kampfseite, die alles einrennen würde. Hoffenklich bewahrheitet sich das Gerücht, an dem schon etwas wahr ist, denn von nichts kommt nichts. Ranmond Sommer verunglückt Bei den Versuchsfahrten der Alfa Corse mit dem neuen 12-3ylinder=Alfa ereignete sich am Donnerstag ein Unfall, bei dem der bekannte französische Automobilfahrer Raymond Sommer schwer verletzt wurde. Sommer fuhr bei einer Höchstfahrt auf der 85 km langen Monte, Nero=Rennstrecke bei Livorne gegen einen Schutzwall und wurde aus dem Wagen geschleudert, wobei er Fleischwunden, einen Unterschenkelbruch und eine Gehirnerschütterung erlitt. Karlchen träumt von Sommerferien Idyllische Ruhe im Herner Sportleben.— Wovon man draußen spricht.— keine Geishas bei der Olympiade 1940.— Auf und ab bei den Giganten der Landstraße.— Ein Entscheidungsspiel bei 30 Gr. Nun ist es wirklich Sommer geworden! Nur noch eine Woche, dann beginnen die großen Ferien, packt alles, was Zeit und Geld hat, die Koffer, schüttelt den Staub der Industriestadt von seinen Fersen und sucht Zuflucht vor der Hitze in den Bergen, in den Wäldern oder an dem Gestade der See. Wohin Karlchen seine Schritte lenten wird, nun, das steht noch nicht fest. Einstweilen sind wir sa noch im Lande, um nach dem Rechten zu sehen. Das ist allerdings jetzt nicht so einfach, denn im heimischen Sportieden herrscht idyllische Rube, tut sich augenblicklich kaum etwas, was der Rede wert wäre. Uebrigens, die nächste Pokalrunde ist bereits festgesetzt. Am 28. August hat unser heimischer Gauligist die nächste und sicherlich nicht leichte Probe zu bestehen, muß sich entscheiden, ob wir Herner endlich mal über die 1. Schlußrunde hinaus vorstoßen in den kleinen Kreis der Mannschaften, die die letzten Runden unter sich ausmachen. Hoffentlich nußen die Blauweißen die Sommerferten entsprechend aus und kommen in bester Verfassung an den Start. Ader wie gesagt, einstweilen bat der runde Lederball Ruhe, es werden nur noch in den Klublokalen„Matchs“ an dem Fußballautomaten ausgetragen, sofern man nicht einen Dauer-Doppelkopp vorzieht. An die Stelle des Fußballs ist die Leichtathleflk gekreten, wenigstens im Großen gesehen. Bei uns zu Haus merkt man nicht viel davon, und mit einer gewissen Wehmut denkt Karlchen an die Zeiten zurück, als auch die Herner Leichkathletik in Blüte stand, und wir so hoffnungsvoll in die Zukunft schauten. Leider haben sich die Hoffnungen nicht verwirklicht, wartet Karlchen noch immer vergeblich darauf, daß auch unsere Stadt in der Leichtathletik wieder ein Wort mitspricht. Wie lange wird diese Wartezeit noch dauern? Im Handballsport ist die Neueintellung inzwischen erfolgk. Die wieder in die Bezirksklasse aufgerückten Strünkeder sind in eine recht spielstarke Gruppe gekommen, hoffentlich halten sie sich hier gut. Uebrigens fabelhaft, wie unsere Handballer bei den Weltmeisterschaften abschnitten. Was unseren Fußballern leider nicht gelang, das glückte ihnen auf der ganzen Linie. Die Schweiz, die unsere Fußballelf so vorzeitig aus dem Rennen warf, wurde im Endspiel mit 23:0(!) geschlagen. Also haben wir hier wenigstens die eine Genugtuung, daß wir uns glänzend revanchierten. In Schalte behauptet man allerdings, das hätte unsere Handballelf von Hannover gelernt, dort verstände man sich aus dem ff aufs Handballspiel... Nun, die guten Schaiker suchen inzwischen Ihren Kummer über die treulose Viktoria im schönen Grömitz an der Ostsee zu verschmerzen. Karlchen hat von ihnen dieser Tage einen Postkartengruß erhalten, demzufolge die Schalker anscheinend wieder guter Laune sind. Dasselbe wird von Hanover 96 berichtet, das jetzt mit Spielangeboten förmlich überschüttet wird. Einer der wenigen, die dabei Erfolg gehabt haben, ist Borussia Dortmund, die den neugebackenen deutschen Meister zu einem Freundschaftsspiel für Ende August verpflichtet hat. Dann wird Karlchen sa Gelegenheit haben, sich die 96er einmal persönlich anzusehen und sich ein Urteil darüber zu bilden, was sie können. Karlchens schöner Plan, 1940 über den großen Teich nach Tokio zu fahren, ist sa nun ins Wasser gefallen. Japan hat aus Gründen, die ja wohl jedem einleuchtend sind, die Olymplschen Spiele abgesagt. So wird wahrscheinlich Finnland die gastgebende Nation sein. Bei ihren Verdiensten um den Sport, insbesondere um die Leichtathlettk, ist den Landsleuten eines Nrumi das durchaus zu gönnen. und mit Karlchen werden auch alle anderen, die jetzt schon die Sparpfennige zurücklegen für Olympia 1940, nicht allzu sehr betrüdt sein über den Wechsel. Immerhin, Toklo, Kirschenbiute und Getshas, das wäre mal was anders gewosen, eine Delikatesse, wie die Feinschmecker zu sagen pflegen. Bei aller Hochschätzung, die Karlchen für den Radsport hat, bei der augenblicklichen Hitze möchte Karlchen nun nicht gerade stundenlang auf dem Saltel bocken um einen Kilometer nach dem andern heruntertrampeln, wie es jetzt die Teilnehmer an der„Tour de France" tun. Deutschland hat bekanntlich zu diesem größten Straßenrennen der Welt eine starke Streitmacht entsandt, darunter auch den Sieger der diesjährigen Deutschlandrundfahrt, den kleinen Chemnitzer Schild. Während der ersten Etappen haben sich die deutschen Fahrer ganz samos gehalten, konnte einer von ihnen, Overdeck, sich sogar das gelde Trikot des Spitzenreikers anzlehen, und auch weiterhin sah es ganz danach aus, als ob die deutschen Fayrer diesmal eine große Rolle spielen würden. Bis zur 6. Etappe lag der Bielefelder Wengler im Gesamtklassement auf dem zweiten Platz, mit nur einigen Sekunden Abstand hinter dem führenden Franzosen Leducg. Leider aber hat die erste Pyrenäen-Etappe ihre Opfer gefordert: Schild und noch ein paar andere deutsche Teilnehmer sind durch Sturz ausgeschieden, auch Wengler büßte wertvolle Minuten ein und ist aus der Sitzengruppe gewichen, aber einstweilen nur, wie Karlchen jedenfalls hofft. Denn so schnell wird sich der samose Bielefelder, werden auch die übrigen deutschen Fahrer, die noch im Renen liegen, sich nicht klein kriegen lassen. Karlchen hofft, daß sie nach Ueberwindung der bösen Berge den Franzosen, Italienern und Belgiern, die auf diesem Gediet durch fahrelange Erfahrung, sa Spezialisten sind, auf der„Flachen“ wieder beikommen werden. Das hat Karlchen ja auch schon so oft auf dem Turf erlebt, in Horst=Eschmer, Dortmund-Wamdel und anno dazumal in Castrop, wo die berühmte„Steeplechease“ se in Bälde wieder ihre Auferstehung erlebt. Sah Karlchen da dach so manchen Gaul, der wie eine Rakete über die Hürden und Gräben flitzte, und dann auf der Zielgeraden, wer es ernst wurde, zusammenklappte und von den hinken herherandrausenden anderen Pferden einfach stehen gelassen wurde. Vielleicht erleben wir das auch bei der diesjährgen„Tour de France“. Am morgigen Sonntag sollten wir nun endlich darüber Im Bilde sein, wen wir mit Arminia Bielefeld im Herbst In der Gauliga begrüßen dürfen; sollte im Dreußen=Stadion in Münster das entscheidende Aufstiegsspiel zwischen Preußen und SG Wattenscheid steigen. Die drei Münsteraner, die mit der deutschen Studenkenelf in Island weilten, sind jedoch erst gestern wieder in der Heimat eingetroffen und so ist das Spiel weiter hinausgeschoben worden. Wenn das Barometer weiter steigt, können wir erleben, daß ein für die beiden Vereine immerhin recht wichtiges Spiel in der Gluthitze von 30 Grad und mehr ausgetragen werden muß. Wenn man die deteilgten Mannschofken— Union Gelsenkirchen hat auf seine Beschwerde ob des ihm angekreideten Spiels, das Gelsenguß gegen Preußen Münster verloren hat, immer noch keinen Bescheid erhalten— schon so lange in der Ungewißheit zappeln läßt. dann hätte man die ganze Geschichte auch ruhig bis zu Beginn der neuen Saison vertagen können. Das ist wenigstens Karlchens Auffassung und wird auch wohl die manch anderer Fußballfreunde sein. Also werden wir In der westfätischen Liga im kommenden Herbst eine Elf sehen, die Karlchen den„Hitzemeister“ taufen möchte, denn es wird sa In erster Linie darauf ankommen, wer sich mit der Glut am besten abfindet. In diesem Sinne, wenn nicht Petrus ein Einseben hat und die beiden kämpfenden Parteien mit einer erfrischenden kalten Dusche beglückt: Gut Schweiß! Jetzt gilt es, Leipzig oder Weißsenfels! Endlpiel um die Deutiche Handballmeilterichaft Die erste Weltmeisterschaft im Feldhandball, die von Deutschland in so überzeugendem Stil gewonnen wurde, machte eine Hinausschiebung des Endspiels um die deutsche Handballmeisterschaft, das ursprünglich schon für einen früheren Termin angesetzt war, notwendig. Jetzt findet der Kampf nunmehr am kommenden Sonntag in der Mitteldeutschen Kampfbahn in Halle statt und wird von dem Titelverteidiger, der MTSA Leipzig, und dem Meister des Gaues Mitte, dem MSV Weißenfels, bestritten. Weiter findet am Sonntag noch die Vorrunde um die deutsche Handballmeisterschaft der Frauen statt, so daß also die Handballer am Wochenende wieder einmal Hochbetried haben. Die Endspiele bei den Frauen steigen in Breslau im Rahmen des Deutschen Turn- und Sportfestes. Das Interesse für das Tressen um die deutsche Meisterschaft der Männer ist sehr groß, stehen doch zwei Mannschaften in der Entscheidung, die beide würdig sind, den Titel eines deutschen Meisters zu tragen. Die Leipziger Soldaten holten sich im vorigen Jahr durch einen Sieg über den SB Waldhof den Titel, während die Weißenfelser infolge eines unglücklichen Formfehlers tatenlos zusehen mußten. Diesmal haben aver die Mannen um Klingler das Endtreffen erreicht, nachdem sie in der Vorentscheidung der Elf des SD Walhof-Mannheim das Nachsehen gegeben hatten. Verhältnismäßig leicht erkämpften sich die Weißenfeiser die Teilnahmeberechtigung. Dagegen hatten die Leipziger ziemliche Mühe ins Finale zu kommen. Nachdem die sächstsche Elf in Minden gegen den MSV Hindenburg Minden verloren hatte, das Rückspiel in Leipzig aber für sich entscheiden konnte, machte sich ein drittes Treffen notwendig, in dem sich die Leipziger dann sicher die Teilnahmeberechtigung für Halle erkämpften. Mit der MTSA Leipzig und dem MSV Weißenfels stehen zwei Mannschaften der Wehrmacht im Endspiel im Gegensatz zum vorigen Jahr, wo die Zivilsportvereine durch den SB Waldhof vertreten waren. Das Treffen in Halle wird einen erbitterten Kampf bringen. Es ist müßig, die Aussichten der beiden Mannschaften zu untersuchen. Jede von ihnen kann sehr viel. Jede von ihnen stellt immer wieder Spieler für AuswahlGau= und Ländermannschaften ab. Damit ist natürlich verbunden, daß sich die einzelnen Spieler genau, sa zu genau kennen. Die Leipziger Elf ist reifer in der Spielanlage geworden, sie ist außerordentlich schnell und verfügt über einen gefürchteten Endspurt. Die Weißenfeiser Mannschaft unterscheidet sich davon wesentlich. Während die Sachsen gleichermaßen mit Erfolg eingesetzt werden können, schneidet die Weißenfelser Mannschaft ihr Spiel immer wieder auf mehrere Kämpen zu, die aber dann auch vorzügliche Könner sind. Entscheidend für den Ausgang dürfte vor allem sein, welche Elf das Vertrauen zu sich selbst und das innere Gleichgewicht behält, und welche Mannschaft am Sonntag ihre Höchstform am schnellsten erreicht. Acht Vorrundenspiele bei den Frauen. Am kommenden Sonntag finden auch die acht Vorrundenspiel um die deutsche Handballmeisterschaft der Frauen statt. Die Paarungen lauten: in Frankfurt: Eintracht Frankfurt— Kölner BC, Düsseldorf: Stahlunion Düsseldorf— Dortmund SC, Mannheim: BfR Mannheim— TD Bad Cannstatt, Dresden: Polizel Dresden— TB 1860 Fürth, Halle: Germania Jahn Magdeburg— Hessen Preußen Kassel, Stettin: Preußen Borussia Stettin — 2860 Königsberg, Berlin: TiB Berlin— Reichsbahn Breslau, Bremen: BSG Brinkmann Bremen— TB Eimsbüttel. Eine sehr schwere Aufgabe Der 6. Amateurboxländerkampf mit Italien in Duisburg Die deutschen Amateurboxer stehen am Sonntag zum sechsten Male mik Italiens Spitzenkräften im Länderwettstreik. Die Begegnung wird im Duisburger Stadion als Freiluft-Veranstaltung durchgeführt. In der Kurve am Schwimm-Stadion wird der Ring aufgebaut. Man hat 4000 Sitz- und 10000 Stehplätze geschaffen; von allen Plätzen aus ist beste Sichtmöglichkeit geboten. Der Kampf selbst stellt die deutsche Mannschaft vor eine überaus schwere Aufgabe. Aber nach dem schönen Erfolg über England vor wenigen Wochen in Berlin darf man optimistisch sein. Es geht zum sechsten Male gegen die Italiener, die uns bisher nur einmal schlagen konnten. Das war 1933 in Ferrara, als wir mit 7•9 Punkten unterlagen Aber noch im gleichen Jahre glückte in Essen mit 12:4 Punkten die Revanche. Vorher hatte Deutschland 1929 in München 12:4 und 1931 in Dortmund 12:4 gewonnen, während die letzte Begegnung 1937 in Triest einen 10:6Erfolg unserer Vertretung brachte. Danach sähe es also auch diesmal recht günstig für uns aus, doch darf man nicht vergessen, daß die italienischen Amateurboxer stark verbessert sind, daß zwei von ihnen die Europameisterschaft gewannen und daß ihre Auswaylmannschaft bei den zahlreichen Starts der letzten Monate auf deutschem Boden den denkbar besten Eindruck hinterließen und mehrfach über Gaumannschaften erfolgreich blieben. Für Duisburg wurden folgende Kämpfer aufgestellt: gegen Musina etwas erreichen. Für Nürnderg, Murach und Runge bestehen reelle Siegesaussichten, namentlich für den wieder in bester Form befindlichen Wuppertaler, der Lazzari schon verschiedentlich schlagen konnte. Schwer hat es Baumgarten, denn Ferrario ist ein ganz unberechenbarer Boxer mit außerordentlicher Härte. Das Endergednis wird sehr knapp ausfallen. Wenn die Deutschen etwas Glück haben, ist ein knapper Erfolg durchaus möglich. Das Hoheniyburg=Rennen sällt aus NSG. Aus dem Programm des Internationalen Motorsport=Kalenders 1938 wurde das für den 21. August eingesetzte Hohensyburg=Rennen gestrichen. Es fällt aus technischen Gründen aus. Jedoch ist zu hoffen, daß das Rennen im nächsten Jahre wieder durchgeführt werden kann. Großer Preis von Deutschland am 24. Juli auf dem Nürburgring. Der Sturm 23 M 69 des RSKK Herne hat zu dieser Veranstaltung, dee größten motorsportlichen des Jahres, beim Verkehrsverein Herne, Bahnhofsvorplatz, eine Vorverkaufsstelle eingerichtet. Jedem Sportinteressenten, der zum Rennen fährt, ist damit Gelegenheit gegeben, sich am Ort, ohne weitere Unkosten mit Eintrittskarten einzudecken. Wer wird Westsalenmeister? Endkämpfe im Faust-, Schlag- und Korbball. In Dortmund kommen am Sonntag die westfälischen Meisterschaften im Schlagball, Korbball und Faustball zur Durchfühung. Ausrichter der Veranstaltung ist der TB. Eintracht Dortmund, auf dessen Plätzen auch die Spiele stattfinden. Der Titel eines Westfalenmeisters wird im Faustball der Männer und Frauen(beide Jahrgang 1919 und früher) und im Schlagball der Männer(1910 und früher) vergeben, während der Westfalenbeste in den Spielarten im Faußball der Männer(Klasse 2 und Klasse 3) und im Korbball der Frauen ermittelt wird. Die Jugend kämpft im Faustball erstmalig um die Gebietsmeisterschaft. Die Männer der Klasse 1 tragen im Faustball ihre Kämpfe in zwei Gruppen aus, deren Sieger dann die Entscheidung unter sich ausmachen. In der Gruppe A sollte sich der Gaumeister T9 Jahn Kierspe wiederum erfolgreich durchsetzen. Weitere Teilnehmer sind hier Polizei Münster, TG Bielefeld und Hagen 1860, während in der Gruppe B Westfalia Hamm, TV. Gladbeck, Arnsbera 09 und MTV Minden um den Sieg streiten; für den Minden in erster Linie in Frage kommt. In der Klasse 2 hat es Tus Gütersloh als Favorit mit TG Dortmund, Friesen Münster und T9 Jahn Kierspe zu tun, während in der Klasse 3 Polizei Recklinghausen, die den Titelverteidiger Polizei Gelsenkirchen bereits ausschaltete, die meisten Aussichten hat. TB Gütersloh, AST Iserlohn und die starke Dortmunder TO treken als Gegner auf.— Im Schlagbal fällt die Entscheidung zwischen John Westerbauer HagenHaspe und TV Kölkebeck. Im Faustdall der Frauen wird der sechsmalige Gaumeister TG. Bielefeld kaum zu bezwingen sein, so sehr auch Post SD Dortmund, ASt Iserlohn und BfL Recklinghausen ihr Können verbessert haben.— Im Kampf um die Gebietsmeisterschaft treffen sich Bann 138 Ferndorf, Bann 251 Gelsenkirchen, Ban 144 Germania Lütgendortmund und Bann 281 Germania Padervorn.— Für den Sieg im Korbball der Frauen kommen in der Hauptsache TV. Hesseldeich und TB Jahn Minden in Frage, TV Barop und TB Siegen sind die Konkurrenten. Wehrsport im NSKK Ausscheidungskämpfe am Sonntag in Münster. Mit der stetig anwachsenden Motorisierung Deutschlands steigern sich auch die Aufgaben des Nationalsozialistischen Kraftfahr-Korps, das vom Führer zum Träger des Motorisierungsgedankens bestimmt wurde. Die RSKKMänner stellen durch ihren Verkehrserziehungsdienst, durch Schulung der Jugend in der Motor-H3 und ihre Einsatzbereitschaft bei motorsportlichen Veranstaltungen unter Beweis, daß sie sich voll und ganz der ihnen gestellten Aufgaben bewußt sind und bestrebt, sie erfolgreich zu erfüllen. Die erst am letzten Sonntag von der Motorgruppe Westfalen durchgeführte 5. Sauerländische Geländefahrt, die Fliegengew.: Strangfeld(Herken) Bankamgew.: Wilke(Hannover)-— Federgew.: Ostländer(Aachen)— Leichtgew.: Nürnberg(Berlin)— Weltergew.: Murach(Schalke)— Mittelgew.: Baumgarten(Hambg. Halbschwergew.: Vogt(Hamburg) Schwergew.: Runge(Wuppertal) — Nardecchia(Rom) — Sergo(Venedig) Vicini(Toscana) Peire(Venedig) — Pittori(Rom) — Ferrario(Mail.) — Musina(Rom) — Lazzari(Rom) Vorweg sei erwähnt, daß von den Italienern nur Vieina nicht Landesmeister ist, aber immerhin auch hier den zweiten Platz belegte. Sergo wurde 1936 Olympiasieger, außerdem 1937 mit Musina Europameister. Es sind acht großartige Kämpfer, dazu aber auch sehr gute Techniker. Man wiro von diesen Leuten nicht enttäuscht werden, zumal sie alles daransetzen wollen, die Triester Niederlage wettzumachen. Die deutsche Staffel hat sich in Braunschweig eingehend vorbereitet. Mit Ausnahme von Strangfeld, Ostländer und Murach waren die gleichen Boxer gegen England aufgestellt und... siegreich. Obermauer ist noch zu jung und unerfahren. Strangfeld hat seit Jahren gule Erfolge erzielt, so daß er die Berufung in die Nationalmannschaft einmal verdient hat. Ostländer ist ebenfalls stark und auch routiniert genug, um bestehen zu können. Wilke muß sehr viel zeigen, will er sich gegen Sergo achtbar aus der Affäre ziehen. Ebenso wird Vogt sich ganz auf seinen harten Punch verlassen müssen, will er Die Westfalen sind kampfbereit Hervorragendes Quartier in Spandau.— Besuch des Obergruppenführers Schramme.— Kommt die Kampfballmannschuft ins Endspiel? 2S6. Berlin steht nun ganz im Zeichen der Reichswettkämpfe der SA, die neben ihrer besonders politischen Bedeutung in diesem Jahre vor allem auch durch den Besuch des Generalstabschef der faschistischen Miliz, Russo, im Brennpunkt der Ereignisse in der Reichshauptstadt stehen werden. Das weite Rund des Olympiastadions säumten wieder ungezählte Massen. Seit den frühen Morgenstunden des Donnerstag rollten auf allen Bahnhöfen Berlins die Sonderzüge mit Sportlern und Wehrwetkkämpfern der SA aus dem ganzen Reich ein. Auch unsere westfälischen SA-Männer krafen ein, um hier ihr ganzes Können einzusetzen. Sie wurden vom Sportreferenten der Gruppe, Obersturmführer Ullrich, in Empfang genommen. Mit frohen Marschliedern rückten unsere westfälischen SA-Männer ins Quartier, das sie in einer bestens hergerichteten Schule in Spandau bezogen. Am Donnerstagnachmittag traf der Führer der SAGruppe Westfalen, Obergruppenführer Schramme, in Berlin ein, der sich solgeich nach Spandau in das Quartier seiner Männer begab. Hier konnte sich der Obergruppenführer davon überzeugen, daß im Lager der Westfalen eine zuversichtliche Stimmung herrscht. Wer in diesen schwersten Kämpfen der Reichswettkämpfe der SA siegen wird, steht gewiß keineswegs fest, aber wir wissen, daß hier unsere Westfalen in Ehren bestehen werden. Mit der Vertretung in der Radfahrerstaffel wurde von der SA-Gruppe Westsalen die Mannschaft des Sturmes 21 der SA-Standarte 256(Hamm) beauftragt. Den schweren Orientierunggslauf bestreitet für die westfälische SA eine Mannschaft der SA-Standarte Jäger 7(Minden). Im deutschen Wehrwettkampf geht für Westfalen eine Mannschaft der SA-Standarte 99(Ruhr) an den Start. Bekannt ist ja wohl noch, daß eine Mannschaft dieser Standarte in diesem Jahre bei den deutschen Gepäck marschmetsterschaften in Leipzig an den Start ging und hier dei schwerster Konkurenz einen beachtenswerten 6. Platz belegte. Im Mannschaftsfünfkampf kämp sen SA-Männer der Standarte 132(Hagen). Große Hoffnungen setzt die westfälische SA auch auf ihre Vertreter im Boxen, Ringen und Gewichtheben. Hier konnte die SA-Gruppe Westfalen bekannt lich auf SA-Männer zurückgreifen, die schon bei inter nationalen Wettkämpfen Deutschland, bestens vertraten. Aehnlich ist die Lage bei den Schwimmern. Auch hier gehen für die westfälische SA Schwimmer an den Start, die schon manch schönen Erfolg zu verzeichnen haben. In allen übrigen Sportarten“ die bei diesen Reichswettkämpfen der SA in Berlin ausgetragen werden, hat die SA beste Kämpfer im Rennen. nne Kampfballmannschaft der Westfalen hat in der Vorrunde gegen die SA-Gruppe Mitte anzutreten Insgesamt sind die Westsalen hier in Berlin mit rund 290 Sportlern und Wehrwettkämpfern vertreten und stellen damit die stärkste Vertretung aller Gruppen infolge schlechter Witterung unerhörte Anforderungen an Fahrer und Maschine stellte, bat durch ihre zahlenmäßig große Anteilnahme die große Aktivität in den Reihen des 27SKK bewiesen. Aber nicht nur als Fahrer hinter dem Steuer und als Hüter im öffentlichen Straßenverkehr erfüllen die Männer des Sturzhelmes ihre Pflicht, sondern sie sind auch zur Stelle, wenn man sie zum Wettkampf auf dem grünen Rasen ruft, um in Erfüllung wehrpolitischer Aufgaben ihren Mann zu stehen. Em Am kommenden Sonntag führt die Motorgruppe falen im Preußen-Stadion zu Münster von 8.30 Uhr bis gegen Abend die Ausscheidungskämpfe für die RS-Kampfspiele beim Reichsparteitag 1938 in Nürnberg innerhalb der Grupppe durch. Jede der sechs Motorstandarten stellt eine Teilnehmerjahl von rund 130 Mann, so daß mehr als 750 RSKKMänner im Kampf stehen werden. Vorgesehen sind u. a. das Kernstück der Reichswettkämpfe, die Wehrsport-Mannschaftskämpfe, weiter Radfahrerstreisen mit Kleinkaliberschießen im Gelände, leichtathletische Mannschaftskämpfe und ein Einzel-Mehrkampf, der Moderne Fünfkampf. Modellbauarbeit in Westsalen In Westfalen, im Bereich der NSFK.=Gruppe 10, wird der Modellbauerei die größte Aufmerksamkeit gewidmet. Sie vollzieht sich hauptsächlich in den Modellflug=Arbeitsgemeinschaften, deren Träger die Schulen sind, denen ausgebildete Lehrer und die Werkstätten unter Aufsicht des RSFK. zur Verfügung stehen, während ja in den späteren Jahren die Hitler=Jugend die ganze Arbeit trägt. Breitenarbeit ist das Ziel, es gilt, die Jüngsten auf dem Weg des Modellbaues für die große Sache der Fliegerei zu begeistern, es gilt, hier alle zu erfassen, um nachher aus ihnen eine gute und genügende Auslese für die Fliegerscharen der HJ. zu haben, die sich im Segelflug be tätigen und später auch schon mit dem Motorflug fassen. Aber über der Breitenarbeit wird nicht unterlassen, auch Spitzenleistungen der Begabten zu erzielen, schon aus den Pimpfen werden sich immer einige Jungen herausschälen, die besonderes Interesse und besondere Fertigkeiten haben und die Eigenkonstruktionen entwickeln, die bei Wettbewerben eingesetzt werden können. In den nächsten Tagen findet auf dem Flugplatz in Ranasdorf bei Berlin ein aus ganz Deutschland beschicktes Ausscheidungsfliegen für Motorflugmodelle statt. Die Gesamtzahl der Teilnehmer beträgt 65, unter ihnen sind fünf Jungen aus Westfalen. Aus ihrer Mitte werden die zwölf besten Modellbauer ermittelt und ihnen winkt dann die hohe Ehre, die deutschen Farben auf internationalen Wettbewerben zu vertreten. Die sechs ersten nehmen bereits in einigen Wochen an dem Wetkbewerb um den Wakefield=Pokal teil, der diesmal in Frankreich ausgeflogen wird(Modelle mit Gummi=Motor=Antrieb); die zweiten sechs sind gar auserkoren, an dem Motorflugmodellwettbewerb in Jugoslawien an den Start zu gehen. der um den Pokal des Königs Peter veranstaltet wird. In Westfalen wird Ende Juli ein Ausscheidungsfliegen in den Borkenbergen durchgeführt zur Ermittlung der westfälischen Wettbewerbsmannschaft für den Reichswettbewerb für Motorflugmodelle, der am 28. August durch den RSFK.=Korpsführer Generalleutnant Christiansen ebenfalls in den Borkenbergen, der westfälischen Rhön, stattfindet. Er wird besonders interessant dadurch, daß zum ersten Male im großen Rahmen Schwingenflugmodelle starten. Neusel- Lazek Der Großkampf in Stutlgart. Im Stuttgarter Schwabenring auf dem Cannstatter Wasen kämpfen am Samstag Eurovameister Heinz Lazek und Walter Neusel im Hauptkampf einer Boxgroßveranstaltung, wie sie Stuttgart bisher noch nicht erlebt hat. Dieser Kampf ist sportlich sehr wertvoll, denn er gibt uns neuen Aufschluß über das Können unserer Schwergewichts=Spitzenklasse. Wer Walter Neusel ist. was er kann und wie er kämpft. braucht man wohl nicht mehr zu erzählen. Auch Heinz Lazek ist heute hinreichend bekannt, wenn er auch noch nicht die Volkstümlichkeit des Westfalen genießt. Gegen Arno Kölblin holte sich der Wiener die Eurova meisterschaft seiner Klasse, die in Stuttgart nicht auf dem Sviel steht. Trotzdem darf man ein erbittert durch geführtes Gesecht erwarten, denn Neusel wird als schnellerer Mann und entschlossener Angreifer der Taktik des Wiener Konterschlägers etwas nachhelfen, sodaß es dem Westfalen nicht so leicht fallen wird. seinen Gegner wie einen Jack Petersen oder Ben Foord zu unter minieren. Der Sieger dieses Kampfes wird übrigens die große Chance haben, demnächst in England gegen Eddie Philipps oder Farr boren zu können. Im Rahmenprogramm kämpft der Kölner Exmeister Vinzenz Hower gegen den Wiener Rer Romus. Blaho (Wien) und Bielsky(Solingen) und Esser(Köln) und Stegemann(Berlin) kämpfen in Ausscheidungsgefechten zur neu ausgeschriebenen deutschen Leichtgewichtsmeisterschaft. Weitere Paarungen lauten: Tafelmeister(Stuttgart)— Bruch(Berlin), Rdthenberger(Stuttgart) Leovold(Berlin). Gurray(Stuttgart)— Schmid(Mün chen). Unsere Voraussagen Mülheim. 1. R.: Jock— Baoul; 2. R.: Sturmfener— Athenerin; 3. R.: Guernika— Friederike; 4. R.: Brocken — Barsdorf; 5. R.: Märchenwald— Fundulus; 6. R.: Commodore— Sarafan; 7. R.: Berna— Ostgote; 8. R.: Virgilius— Feldmesser. Stadtjungen werden Binnenschiffer Vorlchule zwilchen Kais und Kränen.- Wir gehen aufs Schullchiff„Duisburg“. „Intelligenz ohne Charakter ist wertlos!" Das steht schwarz auf weiß, unmißverständlich und fordernd. an der Tafelseite des Schulraums im ehemaligen Kesselraum von Schlepper„Haniel 18". Dreißig Paar Jungenaugen aus dem„Schulschiff Duisburg" im größten Binnenhafen der Welt lesen es jeden Tag, wenn sie in den Bänken sitzen. „Wer das blaue Tuch anzieht, muß wieder Schifferbewußtsein bekommen“, sagt der Schiffsführer, der das Schulschiff leitet.„Der deutsche Binnenschiffer muß aus dem schlechten Ruf heraus, den ihm in Zeiten des wirt schaftlichen Niedergangs und der moralischen Krise berufsfremde Elemente, Tivpelbrüder auf Planken und Vagabunden auf Kähnen angehangen haben! Die grobe Reinigung hat längst stattgefunden: jetzt aber werden wir einen Nachwuchs heranbilden, der mit Stolz deutscher Binnenschiffer sein kann!" 5J. übernimmt politische Erziehung. Zwischen solchen Forderungen und Absichten sind Plan und Ziel des„Schulschiffs Duisburg“ gespannt. das seit etwa drei Jahren jetzt die bislang einzige Vorschule für den Binnenschiffernachwuchs im deutschen Stromgebiet ist. Aus einer Notlösung des Jahres 1935, aus einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme kleinen Stils. in deren Ablauf der ebemalige Schlepper zum„Schulschiff Duisburg“ umgebaut wurde. ist in diesen Jahren eine notwendige und nicht mehr zu entbehrende Einrichtung geworden. Was noch vor drei Jahren ein Beitrag zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit auf Deutschlands größtem Strom war, wurde zu einem Instrument. Seitdem vor kurzem der„Verein zur Wahrung der Rheinschiffahrtsinteressen“ Nichage Korn-Kaflce — haben Sie schon probieri? Kandiert mit Carlsbader Kalfeegewürz daher der kaffeeähmliche Geschmack. In eigener rei la##l. irisch gebrannt. Versuenen sie bitte“ ngr 5 Qualität I1 500 Gramm 24 (und damit die in ihm zusammengeschlossenen deutschen Reedereien) die Einrichtung übernahmen und die HitlerJugend die weltanschauliche und politische Erziehungsarbeit übernahm, wird jetzt alle Vierteljahre ein neuer Kursus auf dem Schulschiff beginnen. „Die neuen Lehrgänge sind immer schon im voraus besetzt—“ wird einem gesagt. Daß der Binnenschifferstand wieder beste Aussichten bietet, hat sich inzwischen rundgesprochen. Der Andrang zum Schulschiff ist um so erfreulicher, als wir möglichst nur Jungen einstellen, die sonst keine Gelegenheit haben würden, in den Beruf hineinzukommen. Aus den Industriestädten des Ruhrreviers kommen viele, von Dörfern und Orten am Rhein; Kumpels sind meist die Väter und Brüder, Schafsende in Berufen, die mit Schiffahrt nur wenig zu tun haben. Eine Menge in drei Monaten! Wie nötig diese„Blutauffrischung" ist, geht daraus hervor, daß der auf dem Schulschiff in die ersten Grundlagen und Handgrisse eingeführte Schiffslehrling meist schon eine Stelle hat, bevor er— nach vierteljährlicher Kursusdauer— das Schulschiff wieder verläßt. Die Aussichten sind ausgezeichnet zu nennen. In wenigen Berufen ist das Verhältnis der leitenden und gutbezahlten Posten zur Gesamtzahl der Berufstätigen so gut wie bei den Binnenschiffern: von 24 Jungen kommt etwa die Hälfte zwangsläufig in das. was bei der landsesten Industrie „leitender Posten“ genannt wird... Der große Andrang ermöglicht eine strenge Auswahl: das Ausleseergebnis wird dazu führen, aus den Jungschiffern Männer zu machen, die wissen, was sie ihrem Land und ihrem Beruf schuldig sind. Die vielen Fahrten ins Ausland, der tägliche Umgang mit fremden Staatsangehörigen, die Möglichkeit, auf Schifsen fremder Staaten zu fahren, das alles bedingt und setzt neben einer hochwertigen Ausbildung ein großes Maß von Charakter voraus. Und die Ergebnisse der bisherigen Lehrgänge?— Sie sind sehr erfreulich. Was in einem knappen Vierteljahr den Jungen an Schiffspraxis vermittelt wird. ist eine ganze Menge. Daneben läuft ein umfangreicher theoretischer Lehrplan ab: Fahr= und Verkehrsregeln im Strom. Geographie, Binnenschiffahrtsrecht und allgemeine Wirtschaftsfragen nehmen den Hauptraum ein. Die weltanschauliche Erziehungsarbeit leistet die Hitler=Jugend. Sondervorträge über ausgewählte Themen des nationalsozialistischen Aufbaues über Sozial= und Arbeitsordnung runden die Ausbildung ab. Zwischen Knoten und Drahtseil. Wenn die Morgensonne schräg auf das frischgeschrubbte Deck des Schulschiffes fällt, ist der Schiffsdienst schon in vollem Gange. Diese Jungen, das sieht man gleich, solgen den Kommandos mit Aufmerksamkeit und freudigem Einsatz, ob am großen Ruder oder am Schwengel der Waschmaschine, in der drei Dutzend Schiffsjungenanzüge ihre blütenweiße Auferstehung seiern werden. Die Geheimwissenschaft von Knoten und Bindungen wird an allen dazu nur irgendwie geeigneten Gegenständen täglich ererziert. Die Tücken des Drahtseils, das durch die Finger der Jungen gleitet, meistert man nur in täglicher Uebung. Mit ernstem Gesicht stehen die Jungen an Ankerwinden und Ruder und in ihren Augen ist schon etwas von dem umsichtigen Blick des künftigen Schiffsführers: der Umgang mit dem Schiff und seinen Einrichtungen gibt ihnen Sicherheit und Selbstvertrauen. 30 Jungen und ein Schiff liegen im ölfleckigen Wasser eines Hasenbeckens. Die Welt der Schiffe wird ihre Heimat sein. Ein Vierteljahr weiter gehen sie auf ihre ersten Fahrten. Ihre Zeit aus dem Schulschiff werden sie nie vergessen, denn es gab ihnen die Möglichkeit. Binnenschiffer zu werden auf Deutschlands Strömen und Kanälen. Wieder hat die Jugend eine Chance. 6. 3. Drei Mann hoch Unsere Jugend fühlt sich wohl in ihren Sommerlagern, wie dieser Schnappschuß aus dem Lager an der See zeigt.(Schirner-M) 4A Zeitung 1i K7 14. Meus fäglich den Herner Anzeiger lesen Köster nur Steinweg 9 Haben Sie Fuhbeschwerden? Vann tragen Sie Dr. Diehl-Schuhe Zu haben nur im Schuhhaus Wilmsen Bahnhofstraße 80 Rut 50311 Gechen Das Fachgeschäft fürAlle, die gut und billig kaufen wollen. Poto-Aieller Epping Bahnheistr. 79 * Blicke in deutsches Filmschasfen! Karrieren, die sich von selbst verstehen In den Besitz einer Apparatur gelangen, die kein Ge= Und der neue Harry-Piel-Film gibk uns einen Vorge schehnis mehr verdorgen sein läßt. Juvlel Utopten schon, schmack jener kommenden Zeiten. sind Wirklichkeit geworden; auch diese wird es werden.!— cht 55.5. vollfleischige Schweine bendgewicht 54.5. vollfleischige Kla. Lebendgewicht 52.5. volla. 80—100 Klg. Lebendgewicht ihrem Debut in Gelsen eHeimatbahn in der La die Plätze zu verweise gabe doch zu schwer. Aus dem starken hauptsächlich Christopl Entscheidung in Frag eine Entschädigung fü gegen Granitta und C Im Wally=Preis n Der Hengst sollte in! Handball und Hansi Der abschließende rennen, eröffnet Lui Cavitän und Schmelj sind nicht zu unter# aß er seine Pflicht tun mußte, jagt„Auf Wiedersehen!“ zs und dankt für so viel Liebensuch sonst auf Schritt und Tritt Ob man nun im„Vivex“ oder ilflos vor einer langen Smörregleich drei oder vier Ober bean bei vollem Magen trotzdem b man im„Tivol!“ die Freuden des genießt, wobei ein blondch versucht, uns ein paar Brocken in den Restaurants, überall, , i m G e s c h ä f t, i n d e r A m t s s t u b e, emüt und Herz zu uns. enstadt am Oeresund versucht in en von der heiteren Seite zu wenigstens keinem Fremden die Alltags erkennen zu lassen. Die kindlich über alle Dinge, die der Mater Nr. 25 Maier: Hade Film=Tobis Die nächtliche Ruhestörerin Florentine bringt eine ganze Familienpension in Aufregung. Geraldine Katt spielt die Titelrolle des neuen lustigen Tobis=Films„Florentine“ Es braucht niemand an seiner Sendung zu verzweifel., der den Weg der Kunst beschritten hat, ohne daß der Funke des Genies ihn entzündete,— auch er kann in den Hallen der Kunst in Ehren bestehen,— selbst wenn er nicht zu jenen Menschen gehört, deren Karriere sich von selbst versteht— von selbst versteht auch ohne die leitende Hand eines Schauspiellehrers, auch ohne die Disziplin einer Schule. Aber auch das Genie bedarf in manchem der Schulung. Gewiß— es meldet sich ohne sie an und setzt sich ohne sie durch, aber es bedarf der Bändigung, der Klärung, der Regie,— und ist es von Anbeginn in allem Unerlernbaren der Schule voraus, so muß es sich doch im Erlernbaren der Schule unterwerfen. Alle paar Jahre einmal wird ein entdeckerfreudiges Parkett durch die Entdeckung einer Begabung belohnt, die das gewöhnliche Maß übersteigt. Und dann geschieht es, daß ein Schauspieler oder eine Schauspielerin, die am Abend vorher noch niemand kannte, als Berühmtheit erwacht.— übergangslos, nach der ersten Leistung, in der doch erst ein Beweis des Talents gegeben werden sollte. Der Film enthüllt mitleidslos alle Schwächen eines Darstellers,— und es ist schon viel und ein Beweis für die Größe einer schauspielerischen Leistung, wenn wir in thr Lebensnähe, Klugheit, Disziplinertheit endecken Karrieren, die in solchem Zeichen stehen, gibt es immer wieder und so häufig, daß wir um den schauspielerischen Nachwuchs nicht besorgt zu sein brauchen,— nur selten aber erleben wir die Manifestation einer elementaren künstlerischen Kraft, die alle Skepsis, mit der sich auch der entdeckerfreudigste Theaterbesucher wappnek, im Sturm überrennt. Den Beweis einer solchen elementaren künstlerischen Kraft erlebten wir vor einiger Zeit, als wir den Film „Das Mädchen Irene“ und in ihm Geraldine Katt sahen. Dieses kaum flügge gewordene junge Mädchen trat nach kurzem Studium in der Schauspielerschule an diesem Abend eine jener Karrieren an, die sich von selbst verstehen. — Es ist nun nicht leicht, Rollen zu finden, die dem Lebensalter einer so jungen Darstellerin enksprechen,— denn falsche Rollen können auch eine so lebendige und elementare künstlerische Kraft auf den Weg einer soliden Mittelkarriere führen. Darum war es richtig, die Begadung Geraldnie Katts für einen Stoff aufzusparen, der ihr wirklich liegt. Das ist jetzt der Fall. Sie tritt in„Florentine“, nach Katrin Hollands Filmbuch, auf. Sie spielt ein Mädchen mit Jungenmanieren, ein Mädchen, das auf einem Schiff aufwächst und nun den Uebergang vom Jungensleben zum ewig Weiblichen vollziehen muß. Ihren Vater, einen Köptln, spielt Daul Hörbiger— um sie herum sind noch Hans Holt, Dagny Servaes, Frißz Hopts, Günther Lüders u. a. zu sehen. Sie stand hier— unter der Regie von Karl Lamac— wieder vor einer Aufgabe, die ihrem Naturell liegt und ihrem Lebensalter entspricht,— es ist eine Rolle, die sie auf dem Wege weitergehen läßt, den sie sich allein gevahnt hat und den die anderen, die eine Begabung pfleglich zu überwachen haben, ihr nur ehnen können, indem sie ihr Rollen geben wie diese der„Florentine", die ihre erste Lebenswende unter Heiterkeit und Tränen erlebt. Von Paul Ripkow bis— Harru Piel Am 6. Januar 1884 erteilte das Patenkamt dem westpreußischen Studenten Paul Nipkow aus Neustadt auf sein „elektrisches Teleskop“, die Nipkowsche Lochscheibe, das Reichspatent Nr. 30 105. Seine Erfindung wurde die Grundlage der späteren Entwicklung, obschon sie sich damals nicht verwirklichen ließ; auf jeden Fall muß der Deutsche Paul Nipkow als der Erfinder des Fernsehens gelten. Ein halbes Jahrhundert hindurch war Nipkow vergessen; erst jetzt wurde er wiederentdeckt. Vom Telephon her kam er zu seiner Erfindung aus der richtigen Ueberlegung: wenn man fernhören kann, so muß man auch Harry Piel und Kurk Bespermann am Fernsehapparat. Aus dem Artel-RDLS-Film„Die Welt ohne Maske“. fernsehen können. An seinem Lebensabend erfährt der Erfinder die Genugtuung, die Arbeit seiner jungen Jahre anerkannt zu wissen. Nach wie vor indessen befruchtet das Problem des Fernsehens die Vorstellungswelt der Menschen. Denn die Erfindung ist zwar so weit fortgeschritten, daß man ein bestimmtes Geschehen auf die Bildscheibe zu bannen vermag, aber ebensowenig, wie man irgendein beliebiges Gespräch auffangen und mitanhören kann, ist es technisch möglich, irgendein. Vorkommnis willkürlich bildmäßig einzufangen. Es gehört in dem einen und im anderen Falle zum Empfangsgerät auch ein Sendegerät. Was darüber hinausgeht, fällt ins Gebiet der schweifenden Phanbasie, der allerdings keinerlei Schranken oder Grenzen gesetzt sind. Eine solche Phankasie, einen Zukunftstraum, hat Harry Piel jetzt zum Gegenstand des neuesten Ariel-NDLS= Films,„Die Welt ohne Maske“, gemacht. Ein junger Erfinder grübelt über der Konstruktion eines Volksempfängers für Bildübertragung, und sein Freund Harry findet durch ein glückliches Zusammentreffen verschiedener Umstände das wirkliche, das ungehemmte Fernsehen. Die erstaunlichsten Dinge werden Wirklichkeit; der Fernseher wird zum Detektiv und ermöglicht es, Menschen zwischen ihren vier Wänden zu beobachten, ohne daß sie davon eine Ahnung haben, und sie auf ihren Wegen zu verfolgen, ohne daß sie darum wissen. Eine Erfindung von geradezu unheimlicher Kraft und Wirkung wird hier anschaulich vorgeführt, und es überkommt einen schließlich ein Gefühl der Erleichterung, als dieser Apparat, der die Welt wirklich ohne Maske zeigt, durch einen ganz dummen, plumpen Zufall zerstört wird. Nie wieder, so klagt sein Erfinder Kurt Bespermann, wird er ihn zusammenbringen können! Im Film müssen wir das jedenfalls glauden; für unsere eigene Lebensdauer können wir wohl auch mit mehr oder minder Recht annehmen, daß seine Konstruktion nicht ge, lingt. Aber später, irgendwann einmal, wird die MenschDer König der Obernuschler Hans Moser unter die Lupe genommen Hans Moser ist der geborene Sauerkopf. Er muß schon als Säugling, wenn er versonnen die kleine Zehe in den Mund steckte, sehr pessimistisch gewesen sein. Ob er einen Portier, einen Buchhalter, einen Rechtsanwalt oder einen Generaldirektor spielt: immer ist er der„rasende Choleriker“, verknurrt, jähzornig und schusselig, mit einem Temperament wie Selterwasser. Er schuf für den Film den Typ des„Raunzers". Diese Abart Mensch gedeiht bekanntlich am besten in Wien und nährt sich von Bazillen des Mißvergnügens. Der Raunzer gewinnt seine Kraft nicht durch Freude, sondern durch Meckern. Seine Seele kocht beim geringsten Anlaß über wie ein Topf, der zu lang auf dem Herd steht. Der Raunzer gleicht einem Bulkan, der ständig Lava auswirft. Wer findet in jeder Suppe ein armdickes Haar? Hans Moser. Wenn er in der Suppe kein Haar fände, ich wette, er würde aus purer Bosheit eines hineintun, bloß, um sich darüber ärgern zu können. Der Aerger erhält ihn frisch und elastisch. Wenn er restlos glücklich wäre, wäre er restlos unglücklich. Was er auf keinen Fall verträgt, ist die Harmonie. Wäre das Dasein harmonisch, würde sich der Raunzer zweifellos eine Kugel in den Kopf schießen. Hans Moser hat Gefühl, aber er zeigt es nicht. Er hat Angst vor der Sentimentalttät. Darum knurrt und nuschelt er, wenn es ihm weich ums Herz ist. Die Gefühle schlummern hinter einem Drahtverhau. Wagt es einer, sie zu wecken, wird der Raunzer suchtsteufelswild, um seine Verlegenheit zu verbergen. Ist der Donner seines Jornes verrauscht, bleibt in seiner Seele manchmal ein melancholischer Regenbogen zurück. Bis das nächste Hans=Moser-Gewitter wie ein plötzlicher Hagelschauer herniederfährt... In dem Ufa=Tonfilm„Mein Sohn, der Herr Minister“ hat dieser Komiker, der irgendwie an einen kleinbürgerlichen Don Quixote erinnert, der gegen die Windmühlen des Lebens anrennt, kausend Möglichkeiten, sich von allen Seiten seiner vielfältigen Grantigkeit zu zeigen. Dieser Dr. Voglsang, der wie ein mit Dynamit gefülltes Huhn durch die Gegend flattert, stiftet Verwirrung am laufenden Band. Ob er beim Frühstück sitzt oder sich mit seinem Star unterhält, ob er acht Liter Heurigen trinkt oder eine Versammlung einderuft: immer gelingen ihm die Dinge, die er anpackt, daneben und werden in seiner Hand zu Raketen, die unversehens explodieren. Hans Moser in dem Film„Mein Sohn, der Herr Minister“.(Mak. Ufa) Hans Moser, König der Obernuschler. Wenn seine Stimme in die gewissen Diskanttöne übergeht, wissen wir, was die Glocke geschlagen hat. Im nächsten Augenblick wird ihm die Luft ausgehen wie einem Ballon, der zusammenschrumpft. Er wird mit den Achseln eine ärgerlich zukkende Bewegung machen und fassungslos dastehen, als begreife er die Welt nicht mehr. Er stolpert dauernd über sich selbst und geht sich auf die Nerven, ein Sauertouf mit einem versteckten Herzen, der manchmal gereizt ist, daß er den gesamten Globus wegen eines verlegten Kragenknopfes fristlos enklassen könnte... Th. R. Ihr sechster Film Suse Grafs neueste Rolle 11 Lundern mir einer nuchternen mimmt. und ist glücklich, wenn Nr. ieht. Man ist anspruchslos— Es werden ihrer nichtt dieser Stadt fast einer Kulteinen Kakkus essen kann,eren Smörrebrods, die kunstvoll Der Staatsschauspieler##en Fischen, Eiern, Salaten Auskunft geben; er wi übergossen sind und nur eine das A und O des Dänen. Mit 1½. 1½. ½. 4. Rennen: 1 Or r Order Herner Filmschau Gauner im Frack“ Lichtburg. Wer auf Grund des Titels einen Kriminalfilm von durchhnittlicher oder minderer Art erwarten sollte, der wird sehr ingenehm enttäuscht. Im Untertitel„Konflikt“ ist schon ein deutlicherer Hinweis auf das gegeben, was dieser sehr noble und geronnte Film behandelt. Eine schöne Frau, die in die Fänge eines großen Gauners geraten ist, kommt in diesen schweren Konflikt, als sie gegenüber einem Opfer, das ihr Komplice mit ihrer Hilfe im Falschspiel auszuräubern gedenkt, wirkliche Sympathie empfindet. Unerträglich wird der Konflikt, als sie glauben muß, den Tod des Opfers, eines frischen, draufgängerischen jungen Mannes, mit verschuldet zu haben Aber das Drehbuch, das F. D. Andam und Walther von Hollander nach einer Idee von Toni Huppertz mit Geschick verfertigten, kompliziert die Dinge noch weiter: Vera Dalmatoff findet in dem Bruder des Totgeglaubten ihre große Liebe. Ihr Verzicht, zu dem sie sich entschließt, braucht jedoch nicht ausgeführt zu werden. Denn der wieder gesund gewordene Conny Parker erweist sich, als er von der tragischen Verkettung der Umstände und von der Anständigkeit Beras überzeugt ist, als ein Ritter. Er hilft dem Bruder, sein Glück zu sichern, und gerade zur rechten Zeit wird der Verbrecher zur Strecke gebracht. Bahn frei zum Glück! Johannes Riemann, der Regisseur, wickelt die Ereignisse mit einem maßvollen, aber echten Tempo ab. Er entwickelt mit Geschick die Spannungen und läßt sie von Szene zu Szene sich wirkungsvoll steigern. Sehr glückliche Hand hatte er mit der Auswahl um den Einsatz der Darsteller. Camilla Horn, blendend von Erscheinung und von einer wirksamen, verhaltenen Intensität, verkörpert die im Mittelpunkt stehende Vera. Paul Klinger als Conny Parker ist von unwiderstehlicher, natürlicher Frische. Als sein Bruder Fred überzeugt Kar! martell durch eine unaufdringliche, sympathische Männlich keit. Karl Gunther zeichnet einen Verbrecher von Fornat. Auch sonst steht in der Darstellerreihe jeder am rechten drt. Nicht zu vergessen die seine Type des„Marquins“ von H. K. Schroth und Eduard Wencks menschlich interessierender Budicker. Der Film, szenisch und bildlich Qualitätsarbeit, fesselt und ist eine„Kriminal"=Kost, die manchem sicher sehr willkommen sein wird. Viel Spaß macht das schmissige Lustspiel„Rolf hal ein Geheimnis“, die Ueberraschung um zwei Paare, zwei Hochzeitstage, zweimal Verdacht und zwei schnittige Cabriolets. Sehr anschaulich ist ein Kulturfilm und die reichhaltige neue Ufa=Woche. Friedrich Böhmer. „Der Maulkorb“ Schauburg. Ein Staatsanwalt plädiert gegen seine eigene Tat. Staatsanwalt und Täter in einer Person, ein ungewöhnliches und spannungsreiches Thema. Wenn es dann noch eine Geschichte ist, die in einer rheinischen Stadt vor Anno 14 wirklich passiert ist, kann man es verstehen, daß der Roman„Der Maul= korb“ eine so hohe Auflage erziekte. Wie oft und wie herzlich ist schon darüber gelacht worden! Man stelle sich vor: Ein Staatsanwalt, die Korrektheit in Person, fühlt sich nach einer bis in die Morgenstunde ausgedehnten Stammtischkneiperei in die Studentenzeit zurückversetzt. Nur der Zauberer Alkohol brachte es fertig, ihn dieses eine Mal so gründlich zu verzaubern, daß er Amt und Würden vergaß. Er klettert auf dem Heimwege auf das Denkmal des Landesherrn(der eben eine wenig gebilligte Rede gehalten hat) und hängt ihm einen Manlkorb um. Ein Studentenstreich, der übermütig ist und Pointe hat. Die ganze Stadt lacht. Die Behörde hat nichts zu lachen, denn sie muß den Uebeltäter finden. Und ausgerechnet ist es der Uebeltäter, der nun mit detekivischem Scharfsinn die Schlinge um seinen Hals zieht. Dann folgt die Bur leske mit Wimm und Bates, den zwei Saufkumpanen, die den Staatsanwalt„retten". Bätes behaupiet, das Denkmal für„eine Art Goethe“ gehalten zu haben, bekommt 3 Matk Geldstrafe und steckt mit Wimm die Belohnung ein. Eine sombolische Gerichtssitzung findet bei einem Gesellschaftsabend im Hause des Staatsanwalts statt. Das ist eine der besten Szenen des Films: Die Rollen werden wenigstens hier symbolisch vertauscht. Die ausgleichende Gerechtigkeit bekommt ihr Recht, die Buße wird gezahlt, aber die Ironie waltet auch über diesem Ausklang. Der Träger der Hauptrolle überrascht uns allesamt. Ralph Arthur Roberts ist hier gar nicht Ralph Arthur Roberts. Er verzieht weder sein Gesicht, noch macht er das fauchende Geräusch, das zu ihm gehörte wie die plötzliche ruckartige Bewegung seines Kopfes. Hier ist Roberts ein Darsteller von Format, dem es ganz auf die Einzelaufgabe ankommt. Sein Staatsanwalt ist eine überzeugend gezeich nete Figur. Hilde Weißner fühlt sich mit Temperament in die Rolle der Frau ein. Theodor Loos gibt einen charaktervoll geprägten Oberstaatsanwalt. Ein sympathisches Duo: Charlotte Schellhorn als Trude und Will Quadflieg als Kunstsammler Rabanus. Einen Sonderapplaus holen sich Ludwig Schmitz und Paul Heckels als Bätes und Wimm. Ein interessantes Beiprogramm und vor allem eine sehr aktuelle Wochenschau schließen sich an. A. Ruppert. „Fünf Millienen suchen einen Erben“ Gloria-Palast. Dieser lustige Rühmann=Film trägt einen durchschlagenden Erfolg davon. Es ist ja auch zu drollig, was sich in dem Film alles begibt. Wer das Schmunzeln nicht gelernt hat, hier lernt er es aus dem FF. Carl Boeses Regie ist einfall reich. Er findet auch den Ton. der die Musik macht. Bei die sem Film haben alle Mitwirkenden beste Laune gehabt. Bei Heinz Ruhmann versteht es sich von selbst, es ist seine Rolle. Sein Peter Pitt ist wieder ein liebenswürdiger Pedant, auch als Stepptänzer und„Stimmungskanone". Seine Partnerinnen sind Leni Marenbach— sie war ja auch im„Mustergalten“, Partnerin— und die anmutige Vera von Langen. Die erstere kapriziös, temperamentvoll als Mabel. Vera von Langen verleiht dem ergötzlichen Spiel verhaltenen Charme. O kar Sima ist wieder eine klar prosilierte Fiaur. Zum Schlusse sitzen die Zuschauer da mit fröhlichsten Gesichtern. Das sagt alles Im Beiorogramm„Das verlorene Lächeln“, der Kultursilm„Die Uhr ist nicht mein Herr“ und die Wochenschau Quartier Maitre. X Rat: Todis=Masetie Lo.;„#T sichtig sein muß, damit einem nicht ein de Laitus.## gcen bleibt, wie es ihm ergangen ist. La.: 1½ r. H.,#anschnitt, geschah übrigens nur, well er 6. Rennen; 1. Mind der Diener ihm nicht schnell genug Evenor. Toto: Siea Dieser Zwischenfall ereigneke sich bei den Aufnahmen für den Tobis-Film„Mit versiegelter Order“. Er war im Drehbuch nicht vorgesehen; die ganze Szene war improvisiert. Viktor de Kowa handelte bei dem Versuch, einen Kaktus auf seine Genußmöglichkeit hin zu prüfen, durchaus eigenmächtig, wenn auch der Drehbuchverfasser F. von Eckart viel Vergnügen davon hatte. Viktor de Kowa aber dachte gar nicht daran, den Kaktus etwa wirklich anzuschneiden; er kat nur so, und die Kamera ließ den munteren Spaß auch ganz unbeachtet. Aber der Künstler schuf mit ihm sogleich die rechte Atmosphäre und trug dazu bei, seine Partner, Staatsschauspieler Ernst Leudesdorff und Suse Graf, in die szenenechte Stimmung zu versetzen. Suse Graf hat es nicht ganz leicht, sich in diesem Film durchzusetzen, der seiner ganzen Art und Anlage nach ein echter und rechter Männerfilm ist, dessen Herbheit allerdings die Gegenwart einer Frau geradezu unentbehrlich macht. Die Rolle ist keineswegs passiv, sie krägt vielmehr zur Handlung bei und treibt sie vorwärts. Als zierliche„Nürnberger Puppe“ ist die Schauspielerin in ihrem achten Lebensjahre aus der Stadt Hans Sachsens nach Berlin gekommen. Hier nahm ihr Leben den üblichen Verlauf eines Jungmädchendaseins, und alles ging gut und glatt, bis sie das Realgymnasium mit einer Schauspielschule verkauschen wollke, bei den Eltern mit diesem Gedanken jedoch keine Gegenliebe fand. Stalt Schauspielerin wurde sie Modezeichnerin. Aber die Hoffnung, doch noch zum Theater zu kommen, hat sie nie aufgegeben, und wenn sie auch bis heute unerfüllt geblieden ist, so entschädigt sie dafür ihre Wirksamkeit im Film. Ihr Vater erzählte einmal zu Hause davon, daß er mit einem Filmmanne bekannt geworden sei. Suse hörte das und strebte nun ihrerseits danach, diese Bekanntschaft zu machen. Es gelang ihr auch, und ihr neuer Bekannter verschaffte ihr die Möglichkeit, zu Probeaufnahmen zugezogen zu werden. Erfolg: eine Filmverpflichtung für anderthalb Jahre. In„Hilde Petersen postlagernd“, dedütierte Suse Graf. Orei weitere Fülme folgten, denen sich nach einer Dause noch zwei anreihten. In der Rolle der Gesandtschaftssekrelärin in„Mit versiegelter Order“ erscheint jetzt zum sechsten Male auf der Leinwand. Kriminalfilm— einmal anders Von Bruno Manuel. Es hat Zeiten gegeben, wo auf der Leinwand Mord und Totschlag eine erhebliche Rolle spielten. Wir wollen nicht behaupten, daß die häufige Begegnung mit dem Verbrechen wohltuend aus das Gemüt der Filmbesucher wirkt. Um so weniger, als die meisten Kriminalfilme einem billigen Sensationsbedurfnis Rechnung trugen. Sie legten es absichtlich darauf an. uns einen Nervenkitzel zu verabfolgen. Es geschah nicht immer der Gerechtigkeit Genüge. Man wurde mit den erlesensten Kunstgriffen der Unterwelt bekannt gemacht, wodurch nicht die besten Instinkte des Publikums geweckt werden. Und da die Filme meist noch darin gipselten, daß die Täter der Polizei ein Schnippchen schlugen, konnten sie als wertvoll im Sinne der Moral nicht angesprochen werden. Jetzt aber dreht die Terra einen Kriminalfilm, bei dem es zwar auch um Mord und Totschlag geht. Es wird uns ebenfalls die haarsträubende Geschichte eines Verbrechens erzählt. Man leuchtet sogar bis in die Tiefen der Unterwelt hinab. Aber der Unterschied ist. daß auf den Schauplätzen dieses Geschehens deutlich das Hobelied der Kriminalvolizei klingt. Sie ist zum Glück findiger, als uns die Verfasser mancher Kriminalfilme eingestehen wollten. „Mordsache Holm", heißt der Film. den Erich Engels nach einem Roman von Arel Rudolph in einem Berliner Atelier dreht. Es geht um einen geheimnisvollen Leichenfund auf der Hamburger Autobahn. Damit von vornherein keine salschen Vermutungen aufkommen, hat der Film einen Untertitel:„Von der Arbeit der Kriminalvolizei“. Somit ist gesagt, daß der Boden der Tatsachen nicht verlassen wird. Die Tatsachen in der„Mordsache Holm“ sind aber s spannend, wie sie ein Wallace nicht besser erfinden konnte. Wir wollen sie auf sich beruhen lassen und hier einiges über die Tätigkeit der Mordkommission sagen, die in dem Film ihre Künste spielen läßt. Wir sehen, wie sie den Fall ins Rollen bringt und wie sie heimlich ihre Fühler ausstreckt. Wir hören ihre Morseapparate ticken und ihre Telesone summen. Immer fester schließt sich der eiserne Ring um den Täter. Der ist natürlich zu Anfang nicht vorhanden. Um eine Person schwebt ein geheimnisvolles Dunkel. Es werden mehrere Spuren verfolgt, die zur Verdichtung der Verdachtsmomente, dann aber in die Irre führen, wonach dann plötzlich eine neue Spur auftaucht. Wir sehen die Dezernate Hand in Hand arbeiten. Wir folgen den nächtlichen Vernehmungen im Polizeipräsidium, wo vor den Fenstern die Fernzüge entlangrollen. Auf den kahlen, sich scheinbar ins Unendliche verlierenden Korridoren warten die Zeugen. Wir sehen Rane Brausewetter Phot. Ofs spielt in dem Film „Mein Sohn der Herr Minister die Bänke, die schon so viele Schicksale erlebt und auf denen mancher zitternd und ergrifsen saß. Dann die Geburtsstelle der Steckbriefe, die mit den Mitteln der modernen Funktelegrasie in alle Welt gesendet werden und worauf bald ganze Stapel Brieie einlausen von Leuten, die tausend Mark Belohnung verdienen wollen. Alle wollen natürlich eine Spur gefunden haben. Es kommt zu dreibundert Briefen in der Mordsache Holm. Davon ist der größte Teil anonym. Keiner ergibt ein brauchbares Tatmotiv. Was für Belanglosigkeiten manchmal von Wichtigkeit sind: Eine Regentonne, die undicht ist. Ein Oelfleck an einem Mantel. Alles gibt der Polizei einen Fingerzeig. Ist eine Verhaftung erfolgt, dann geht die Jagd nach dem Alibi los und die Frage, ob es auch ein richtiges Alibi ist. Denn Alibis kann man sich in jeder Preislage verschaffen. Die Polizei muß jeden nur möglichen Gedanken aufgreisen und allem nachgehen und immer wieder skeptisch sein. Denn. wenn es so aussieht. als wäre sie mit ihrem Latein zu Ende. kommt von einer ganz anderen Ecke her ein neuer Tatverdacht. Wir sehen, wie sie sich unter Vorviegelung salscher Tatsachen in die Wohnung eines Mitwissers schmuggelt und dort den Harmlosen spielt. bis der Beamte. der erst schüchtern und unbebolsen tat, seine Polizeimarke an der bekannzen kleinen Kette um den Finger dreben läßzt. Ein Kriminalsekretär behauptet im Lause des Films: „Zaubern können wir ja nun auch nicht!“ Aber es ist doch Zauberei, wenn man s rückläusig verfolgt: wenn der rote Faden. der bei der Ermordeten gesunden, der gerichtschemisch untersucht und mikroskoviert wurde. schließlich doch an den Tag bringt. Es lohnt schon. die Mordkommission bei der Arbeit zu seben, ihre Spürnase zu bewundern und ihren gewagten Kombinationen zu folgen. Die„Mordsache Holm" ist ein Beitrag zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit. Sie vergrößert unsere Hochachtung vor der Kriminal= polizei. Nachtaufnahmen in Neubabelsberg Karl Ritter bei der Dreharbeit für den Fliegerfilm„Pour le merite". Nachtaufnahmen auf dem Freigelände von Neubabelsberg. Karl Ritter dreht hier den Film„Pourle merite“. Ein Evos deutschen Kämpfertums und vaterländischer Pflichterfüllung soll dieser Film werden. Ein unverfälschter Tatsachenbericht aus dem Leben jener Männer, die im Weltkriege als junge Jagdflieger treu bis zum Tod täglich den höchsten Einsatz für Volk und Nation wagten. Die dann verbittert durch das Inferno der Revolution und Systemzeit gingen und doch ungebrochen schon wieder die zukünftige Befreiung DeutschRaum für den Blick in die Weite Dr. Wilhelm Filchner über die Aufgaben des großen Kulturfilms. WE i )— F e r r a r i o( M a i l.) — Musina(Rom) — Lazzari(Rom) en Italienern nur Vinmerhin auch hier den 1936 Olympiasieger, meister. Es sind acht sehr gute Techniker. enttäuscht werden, zuTriester Niederlage raunschweig eingehend Strangfeld, Ostländer er gegen England aufuer ist noch zu jung dat seit Jahren gute ung in die Nationalländer ist ebenfalls bestehen zu können. Herne: a. er sich gegen Sergo Glückau##enso wird Vogt sich 8 95 Der deutsche Forscher und Nationalpreisträger Dr. Wilhelm Filchner, dessen gefahrvolle letzte Erpedition quer durch Tibet und die Mongolei noch in frischer Erinnerung ist, gewährte unserem Mitarbeiter eine interessante Unterredung. Filchner äußerte sich darin zu den besonderen Möglichkeiten. die der abendfüllende Kulturfilm als Erlebnisbericht wagemutiger Fahrten durch die Welt erschließt. Mit dem Film meiner vorletzten Expedition„Om Mani padme hum“ hatte ich nicht gerade gute Erfahrungen gemacht. Der Film fand zwar bei der Presse und auch beim Publikum außerordentliches Interesse. es fehlte aber eine planmäßige Auswertung. und so wurde er nur dort wirklich gut ausgenutzt, wo irgendeine Persönlichkeit oder Vereinigung sich seiner besonders annahm. Der Grund für diesen begrenzten Erfolg lag aber noch in einer anderen Tatsache. In der Zeit nach dem Kriege hatte das deutsche Volk keinen oder nur einen sehr schwachen Blick für europäische und außereuroväische Fragen. Es hatte mit der Not im eigenen Lande. mit der Zerrissenheit in viele Parteien und allen möglichen harten Schwierigkeiten soviel zu tun, daß ihm der Blick in die Welt getrübt war. Der Umbruch brachte es mit sich, daß auch das geistige Blickfeld des gesamten deutschen Volkes größer und umfassender wurde. Der Wille. der unserem Volk Richtung gab, ließ es auch über die Grenzen des Reiches und Europas hinwegschauen, um Wesentliches der gesamten Welt in sich aufzunehmen. Diese Erweiterung und Vertiefung des geistigen Blickes unserer Nation steht noch im Anfang. sie ist auch nicht von heute auf morgen zu erzielen. Nur allmählich kann sie fortschreiten, um schließlich die ganze Nation für sich zu gewinnen. Unsere Zeit aber. in der ein neuer Abschnitt der Geschichte unseres Volkes geschrieben wird. läßt auch auf diesem Gebiete eine raschere Entwicklung erhoffen. Eine solche Entwicklung fordert aber die Ausnutzung aller Möglichkeiten, die dem deutschen Volke einen Einblick in die Vielfalt der Welt zu vermitteln geeignet sind. noch zumal das Bedürfnis hierfür immer dringender wird. Wohl die größten Möglichkeiten bietet in dieser Beziehung der Film. der in der speziellen Form des Erlebnisberichtes, des abendfüllenden Kulturfilmes in diesem Sinne eine erhöhte, kaum hoch genug zu schätzende Aufgabe hat. Der Kulturfilm großen Stils. der einem sachlichen Bedürfnis der Nation entgegenkommt. wird naturnotwendig jene Sensationen ablehnen, mit denen man früher derartige„Kulturfilme“ dem Publikum nahezubringen such des Generaistavschef ver im Brennpunkt der Ereignisse ir hen werden. Das weite Rund! ten wieder ungezählte Massen. stunden des Donnerstag rollten lins die Sonderzüge mit Sportler der SA aus dem ganzen Reich Auch unsere westfälischen S2 hier ihr ganzes Können einzus Sportreferenten der Gruppe, Ol in Empfang genommen. Mit froh unsere westfälischen SA-Männer einer bestens hergerichteten Schul Am Donnerskagnachmittag to Gruppe Westfalen, Obergruppen Berlin ein, der sich solgeich nach seiner Männer begab. Hier konr führer davon überzeugen, daß im zuversichtliche Stimmung herrscht. sten Kämpfen der Reichswettkäm steht gewiß keineswegs fest, aber sere Westfalen in Ehren bestehen tretung in der Radsahrer SA-Gruppe Westfalen die Mann versuchte. Heute wird man auch auf diesem Gebiete die Wahrhaftigkeit, die Echtheit, eben das wirkliche Dokument als den Höherunkt der Leistung ansehen. Der Drang. ja die Sehnsucht des deutschen Menschen, andere Länder und ihre Völker in ihrer geistigen Umwelt und Eigenart kennenzulernen, um Vergleiche ziehen. sich so unserer deutschen Art nur noch bewußter werden zu können. dieses„Fernweh“ des Deutschen ist außer ordentlich stark. Darum wird der Kulturfilm, der diese Sehnsucht stillt, immer mehr Anklang finden, je mehr Menschen um ihn und seine Art wissen. Für uns Forscher, die wir uns unentwegt um die Kenntnis und Erkenntnis fremder Länder und fremder Völber bemühen und uns gern den Mühen und Stra pazen unterziehen, um Entdeckungen zu machen, die der Menschheit dienen können, bedeutet es sehr viel. von unserer Arbeit einen Filmbericht geben zu können. Denn der Film ist das einzige Instrument, unsere Arbeit dem eigenen Volk nabezubringen, ihm den Blick für die Weite zu geben und ihm verständlich zu machen, wieso und warum wir eigentlich solche Expeditionen durchführen. Es ist wichtig, daß unser Volk durch solche Filme von fremden Völkern und ihren Ländern, ihren Sitten. Gebräuchen und ihrer Umwelt Kenntnis bekommt. Filmberichte von Erlebvissen in fremden Ländern sind mehr als Unterhaltung, sie sind ein vortreffliches Anschauungsmittel, weil es viele, viele Tausende das mit= und nach erleben läßt, was sonst zu schauen und zu erleben nur einem kleinen Kreis vergönnt wäre. Denn diese Expeditionsfilme richten sich ja nicht nur an die sogenannten gebildeten Kreise, sondern vermitteln aus der Struktur des Kinobesuches gerade auch den einfachsten Bevölkerungsschichten jene Freude am Erlebnis, die die Befriedigung eines Wissendurstes gibt, den man vielleicht bis heute viel zu gering eingeschätzt hat. Daher kann ich es nur begrüßen, wenn man sich nach langer Zeit des Stillstandes, ja sogar des unverkennbaren Rückschrittes wieder der Ausgestaltung des Lichtspieltheaterprogramms in dieser Hinsicht angenommen hat und sich eine Gesellschaft wie die Degeto ausschließlich der Förderung dieser Aufgabe widmet. Wir brauchen Filme dieser Art, und ich möchte nur wünschen, daß diesen Bestrebungen voller Erfolg vergönnt ist. Jede Erweiterung des geistigen Blicks unseres Volkes fördert auch das Verständnis für unsere nationalen Notwendig keiten, unsere Stellung und Geltung in der Welt. die sich unsere Nation in zielbewußter Führung von Jahr zu Jahr stärker erobert. Oht Fabrilniederlagen Husemann. v. d Hevdtstr 25. W Jansen. a. d. eg. Riiche: N.6.— müssen will er Prog.; Krenz, Bahnhofsir FKassen müssen, will er Ftl Bahnhofstr. 145; Fach=Drog W. Kotisieper, Bahnhofstr, Fla; Drog C.— Eckey. Behrensstr 6: Stern= Drog Lante. Werderstr 46=50: G. J Dickebage Bahnhofstr. 9c und Codingen: nis-Str 293— Holthausen: Heinr Vernighaus, Castroper Str 328.— Horst hausen: Drog. E. Stievelmann, Ludwigstraße 22— Todingen: Drog Fuhrmann, ider, Mont=Cenis.“ g—s und Kränen.-— Wir gehen aufs Schullchen werden Binnen In großer Auswahl und zu kleinen Preisen Schuhecke Bahnhof- Ecke v. d. Heydtstr. Schtung Hausbesitzer! Großer Posten weißglasierte Hüchenspülsleine mit kleinen Schönheitssehlern billig abzugeben, solange der Vorret reicht Walter Huhn. Zentralheizung und sanitäre Anlagen Bahnhofstr. 5b. Rut 52475 wertlos!" Das steht ch und fordernd. an strahlt Gerhlerd mit Miele Staubsauger RM 58.bis 130.Günstige Ratenzahlungen gegen mäßige Zuschläge. Lieferung durch die fachgeschäfte Mielewerke A C. Cütersloh(Westf. (und damit die in ihm zusam Reedereien) die Einrichtung übe Balatum Stragula Teppiche Läufer vorlagen Hunststopferei Maria Firley Fiunz-Se die Str. 25(h Heustr.) führt Kunststopfarbeiten gut und äußerst billig aus. 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Juli 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 25000 RM. 341920 2 Gewinne zu 5000 RM. 243688 2 Gewinne zu 2000 RM. 240199 14 Gewinne zu 1000 RM. 147464 152918 282167 282611 296399 329801 351239 12 Gewinne zu 800 RM. 29633 20278 112967 139252 279822 60 Gewinne zu 500 RM. 16314 27462 45769 46680 66628 77309 91438 101310 43711 162213 175990 193879 242262 266823 259306 267393 286189 292759 326562 341878 366319 178 Gewinne zu 400 RM. 20625 22002 39570 42720 49036 53695 64125 65031 62830 66548 74467 79832 91094 93301 125196 127024 133684 136682 139749 149172 149233 165934 156072 158259 166585 170290 170746 172295 175391 176966 180239 182285 184450 188918 194049 195647 197512 198066 202198 212242 216026 217827 221619 226649 231885 234731 233632 239913 24245 247678 261779 263513 264819 266509 268072 276563 277430 281429 287936 290413 299938 302437 322806 330598 340077 341461 349640 352922 359827 361763 366665 370703 373913 377500 89722 40007 124529 248293 313633 29336 60319 118528 148442 166607 175506 191777 202262 226952 244416 267256 289753 334786 360868 394069 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 100000 NM 344491 2 Gewinne zu 50000 RM. 80712 2 Gewinne zu 10000 RM. 2 Gewinne zu 5000 6 Gewinne zu 3000 RM. 12 Gewinne zu 2000 RM. 257088 307817 355145 12 Gewinne zu 1000 RM. 203653 335259 381579 14 Gewinne zu 800 RM 221441 304870 366116 34 Gewinne zu 600 RM. 122474 143637 147931 233206 241341 253868 355724 361836 144 Gewinne zu 400 RM. 6719 8383 10535 14102 132265 259106 107023 259311 280541 67422 104056 143568 13157 16986 23354 113687 384114 246 151340 270905 154366 166278 48256 19329 284495 49066 210514 349179 27182 38828 53328 61651 64015 67661 7334 78959 81042 84748 85647 93384 100798 107102 108552 111665 137225 137495 150431 165111 193845 255718 285578 306982 328492 364452 155159 166043 19491 259337 288638 306118 332506 365106 157067 169360 206776 262787 290449 312476 339702 370670 157999 178097 211147 26730 292545 321099 364142 381227 143358 162796 182478 237508 270080 292737 322162 357258 392148 lands mit vorbereiten halsen, um schließlich als festverschworene Kameradschaft den vordersten Stoßtrupp bei Erstehung der neuen größeren deutschen Luftwafse zu bilden. Karl Ritter, der Schöpfer einer Anzahl hervorragender nationaler Filmwerke, ist selbst alter Frontkämpfer und Kriegsflieger und weiß, wie er einen derart schwierigen Stoff anzupacken hat, der in weniger sicheren Händen nur allzu leicht ins Heroisch=Kitschige abgleiten könnte. Unter den Darstellern. deren Mitwirkung sich Ritter nach sorgfältiger Wahl gesichert hat, finden wir eine Reihe bester Namen: Paul Hartmann(als Rittmeister Frank. der Führer eines Jagdgeschwaders), Fritz Kampers. Herbert A. E. Böhme. Albert Hehn. Paul Otto. Josef Dahmen, ferner Gisela von ollande, Carsta Löck und die junge vielversorechende Filmschauspielerin Jutta wreyve. Für die Bauten zeichnet der bekannte Architekt der Usa Walter Nöhrig verantwortlich. Die Musik schrieb Herbert Windt. der Komponist des Reichsvarteitag= und Olympia=Films. Eine unwirtliche Sommernacht draußen in Neubabel: berg. Ein seiner Sprühregen geht nieder. Zahllo##### Scheinwerfer blenden auf und beleuchten eine Szene, die vor einem großstädtischen Tingeltangel und Amüsierbetrieb der Systemjahre spielt. Weit öffnet sich der Blick auf eine nächtlich belebte Hauptbummelstraße des damaligen Berlin. Auf dem regennassen Asphalt brausen mit mächtigen Motorgebrumm Kraftdroschken verschiedenster alter Bauarten hin und her. Aus dem von marktschreierischen Reklamen umrahmten Nachtlokal tritt Rittmeister a. D. Frank— weiland Weinreisender — in Begleitung seiner jungen Frau(Jutta Freybe) und zweier ehemaliger Kriegskameraden, die beim„Weingeschäft" behilflich sind. Ein erfolgloser Kundenbesuch liegt hinter ihm. Er verabschiedet sich von seinen Gehilfen, die mit ihrem„Lieferauto", einer vorsintflutlichen Zyklonette, unter lautem Töff=Töff davonfahren. Enttäuschung und Verbitterung zeichnen die Gesichter des jungen Ehevaares. Angewidert von einem inhaltlosen Leben und einer Zeit, in der das Schiebertum triumphiert, wandern sie durch die trübe Hoffnungslosigkeit dieser Nacht nach Hause. Eine kurze Szene nur. die im Film in einer knapven Minute abrollt. Karl Ritter steigert sie zu höchster Eindringlichkeit, läßt sie zu einer charachteristischen Evisode jener traurigen Verfallsjahre der Nachkriegszeit werden. Er läßt nicht locker. Insgesamt neunmal muß die Szene wiederholt werden. Bewundernswert die beinahe unheimliche Geduld. die unermüdliche frische Lebendigkeit dieses Spielleiters, der völlig aufgeht in seiner verantwortungsvollen Aufgabe. Bewundernswert, wie er mit Blicken und leisen Kommandos das Heer der Beleuchter, Kameramänner. Darsteller. Statisten und Hilfsarbeiter dirigiert. wie er sich immer wieder die Hauptdarsteller heimlich beiseite nimmt, um noch einmal alle Einzelheiten ihres Auftritts durchzusprechen und sie ihnen gewissermaßen vorzuspielen.— Eine gute Stunde harter Arbeit— dann ist es geschafft. Bevor zum Abbruch geblasen wird. gibt es ganz überraschend noch eine schöne Privatovation für Karl Ritter, die sich seine Beleuchter ausgedacht haben. Auf einem riesigen Prospekt in zehn Meter Höhe flammt plötzlich ein Feuerwerk auf. umgeben von einem farbigen Raketensprühregen, blendet weithin sichtbar in grünleuchtenden Buchstaben der Titel des Films auf:„Pour le merite". INLNRRIRRRRRLIRRRREIEEN 147628 164745 193297 254044 276957 299241 328413 360241 392778 Die Ziehung der 5. Klasse der 51. PreußischSüddeutschen(277. Preußischen) Klassen-Lotterie findet vom 9. August bis 10. Geptember 1938 statt. sine zu haden bei der staatlichen Lotterie Einnahme Bahnhofstraße 43. Rut 503 90 lledenstelle: F. Löcker Kerne Sodingen. 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Martin Spitzer in St. Marein bei Knittelfeld übernommen und den Eltern seine berzlichen Glückwünsche aussprechen lassen. * Handel und Gewerbe: * Rekordflugzeug Ar 79 Zum vierten Mal erfolgreich. Berlin, 15. Juli. Zum vierten Mal innerhalb von vier Wochen hat das Reiseflugzeug Ar 79 der AradoFlugzeugwerke in Brandenburg einen erfolgreichen Rekordversuch hinter sich gebracht. 229,397 Std.=Klm. Geschwindigkeit über eine Strecke von 1000 Klm. Länge erzielte heute Flugzeugführer Lüber mit dieser diesmal als Einsitzer geflogenen Maschine. Mit diesem Flug ist der internationale Rekord in der Klasse der einsitzigen Leichtflugzeuge, der bisher in ausländischem Besitz war, ebenfalls an Deutschland gefallen. Holländisch=belgischer Rundflug Acht Maschinen. aus Deutschland dabei. den Haag, 15. Juli. Freitagmorgen sind zum Antritt des holländisch=belgischen Rundfluges vom Haager Flughafen 67 Flugzeuge aus sieben europäischen Ländern abgeflogen. Aus Deutschland beteiligen sich acht Maschinen an dem Rundflug, u. a. nimmt auch der Generalsekretär des Aero=Klubs von Deutschland, Krogmann, teil. Die Flugzeuge werden am Sonntag auf dem Haiger Flugfeld wieder eintreffen. Amsterdam, 15. Juli. Am Freitagnachmittag stießen zwei Militärflugzeuge in der Provinz Brabant bei einer lebung zusammen und stürzten brennend ab. Von den vier Insassen wurden drei auf der Stelle getötet, der vierte lebensgefährlich verletzt. Nachprüfung sämtlicher Omnibusse auf Verkehrssicherheit Berlin, 15. Juli. In letzter Zeit hat sich eine Anzahl schwerer Omnibusunfälle ereignet. Der Reichoverkehreminister hat deshalb die zuständigen Behörden angewiesen, sämtliche Krastomnibusse einer außerplanmäßigen gründlichen Nachprüfung auf ihre Verkehrssicherheit zu unterziehen. Zunächst werden diejenigen Omnibusse untersucht werden, mit denen Gesellschaftoreisen, Vereinsfahrten und ähnlichen Veranstaltungen (Gelegenheitsverkehr) durchgeführt werden. Ueber das Ergebnis der Untersuchung wird die Oeffentlichkeit zu gegebener Zeit unterrichtet werden. Das Trebsener Verkehrsunglück „ Neun Tote, 21 Verletzte. Halle, 15. Juli. Zu dem schweren Unfall bei Trebsen teilt die Reichsbahndirektion Halle mit. daß sich die Zahl der Todesopfer von sechs auf neun erhöbt hat. Mehr oder weniger schwer verletzt sind insgesamt 21 Personen. Der Mörder Hieger hingerichtet Berlin, 15. Juli. Am heutigen Freitag wurde der am 27. März 1882 geborene Johann Wilhelm Hieger hingerichtet, der vom Schwurgericht in Frankfurt a. M. wegen Mordes verurteilt worden ist. pieger, der seit mindestens 20 Jahren in den Wäldern des Taunus gewerbs= und gewohnheitsmäßig der Wilderei nachgegangen ist und dabei rücksichtslos von der Waffe Gebrauch zu machen bereit war, wenn sich ihm jemand hindernd in den Weg stellte, hat, wie ihm erst jetzt nachgewiesen werden konnte, am 31. Oktober 1917 den 62= jährigen Forstmeister Birckenauer im Staatswald Oberhain i. T. erschossen und am 16. April 1937 gemeinschaftlich mit seinem wegen Totschlags zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilten Sohn den 55jährigen Waldwärter Ernst Hofmann im Walde von Köppern durch Messerstiche ermordet. Zwei Vergleute verschüttet Füllort zu Bruch gegangen. Salzgitter, 15. Juli. Amtlich wird bekanntgegeben: Im Hilfsschacht 1 der Eisenerzgrube„Haverlahwiese" bei Gebhardshagen ist am Donnerstagnachmittag der im Vortrieb befindliche östliche Füllort plötzlich zu Bruch gegangen. Unter dem hereingebrochenen Gestein wurden zwei Bergmänner verschuttet. Die Bergungsarbeiten sind unter Leitung der Bergbehörde sofort aufgenommen worden: sie haben bis zum Augenblick noch zu keinem Ergebnis geführt. Es besteht leider nur wenig Aussicht, die beiden Bergmänner noch lebend zu bergen. 20 Tote bei einem Flugzeugunglück im Tyrrhenischen Meer Rom. 15. Juli. Bei einem schweren Flugzeugunglück auf der italienischen Verkehrslinie Cagliari—Rom haben. wie soeben bekannt wird, 20 Menschen, darunter 16 Reisende, den Tod gefunden. Unter den Toten befinden sich zwei Schwesternund eine Nichte des Unterstaatssekretärs der italienischen Luftwaffe. General Valle. Das Flugzeug war am Donnerstagvormittag 7.35 Uhr in Cagliari gestartet und sollte planmäßig um 10.35 Uhr in Rom eintressen. Um 9.30 Uhr hatte es die letzte Flugfunkmeldung gegeben, wonach alles an Bord in Ordnung sei. Nach dem Ausbleiben des Flugzeuges wurden sofort zahlreiche Flugzeuge sowie verschiedene italienische Kriegsschiffe zu Erkundigungen eingesetzt. Auch General Valle und der Präsident der Italienischen Verkehrsfluggesellschaft, Klingher, nahmen an den Erkundungsflügen teil. Am Donnerstagabend wurden die ersten Trümmer des verunglückten Flugzeuges gefunden. Bis jetzt sind sechs Tote geborgen worden. Eine Untersuchung über die vorerst noch völlig unbekannten Ursachen ist im Gange. Berliner Börse Aktien nachgebend. Renten freundlich. Bei nicht gans einheitlicher Kursgestaltung herrschte an den Aktienmärkten überwiegend ein schwächerer Grundton vor. Obwohl von der Bankenkundschaft verschiedentlich Kaufaufträge vorlagen, traten zumeist Kursrückgänge ein, die teilweise sogar ein Ausmaß von 1% und darüber annahmen. da Abgaben aus nichtarischen Kreisen exfolgten und auch sonst etwas Verkaufsneigung bestand. Offenbar handelt es sich hierbei um Verkäufe zu Geldbeschaffungszwecken, zumal der Arisierungsprozeß in verschiedenen Wirtschaftszweigen seinen Fortgang nimmt. Andererseits waren verschiedentlich auch Kursbesserungen Am Montanmarkt überwog das Angebot, sodaß Buderus und Rbeinstahl je 1, Hoesch. ½ und Mannesmann X Prozent verloren. Vereinigte Stablwerke wurden auf Vortagsbasis gehandelt. Von Braunkohlenwerten gaben Deutsche Erdöl um X und Rhein=Braun um 1½ Prozent nach. Am Kaliaktienmarkt erhielten lediglich Wintershall (minus ½%) und Westeregeln(minus 1 76) eine Erstnotiz. Sonst sind noch von Bauwerten Berger und von verschiedenen Werten Jungbans(je minus 2) zu erwähnen. Höher lagen am Textilaktienmarkt Bremer Wolle (olus 1¼). von Bahnaktien Allgemeine Lokal= und Kraft (plus ½) und Eisenbahn=Verkehr(plus 1½ Prozent). Am Rentenmarkt stieg die Reichsaltbesitzanleibe um 15 Pfa. auf 1314. Die Gemeindeumschuldung notierte 95½(minus 10 Pfg.). Am Geldmarkt war eine weitere Verknappung zu verzeichnen, die in einer Erhöhung der Blanko=Tagesgeldsätze um X Prozent auf 8 bis 3¼ Prozent zum Ausdruck kam. Von Valuten errechneten sich das Pfund mit 12.28. der Dollar mit 2.49 und der franz. Franc mit 6.88½. Im Börsenverlauf traten weitere nennenswerte Kursverluste ein, da sich der Abgabedruck verstärkte. Farben wurden mit 150¾(minus X) notiert. Felten, Mannesmann. Waldhof. Klöckner. Reichsbank und Rbeinmetall Borsig stellten sich ½ Prozent niedriger. AEG., Rheinstabl und Orenstein verloren je ¾# Prozent. ferner gaben Gesfürel um ¾ und Licht Kraft um 2¼4 7 nach. Schubert und Salzer. sowie Metallgesellschaft. die erst im Verlauf notiert wurden, waren um 3 bzw. 3½% rückgängig. Andererseite wurden Deutsche Erdöl um ¼. Bremer Wolle und Mansfeld je um ½ Prozent beraufgesetzt. Bei den Industrieobligationen sielen Farbenbonde durch einen Rückgang um 1¼ Prozent auf. Klöckner verloren X. Aschinger 0.45 Prozent. Andererseits stiegen Mont Cenis und Gute Hoffnung um je ¼ Prozent. Der Privatdiskont blieb mit 2¾ Prozent unverändert. Bei der amtlichen Berliner Devisennotierung blieben das Pfund mit 12.28. der Dollar mit 2.49 und der franz. Franc mit 6.885 unverändert. Der holländische Hulden ging auf 137,03(137.07) zurück, der Schweizer ranken zog leicht auf 56.94(56.93) an. Am Einheitsmarkt verloren Banken durchschnittlich ¼ Prozent. Ueberseebank sogar 1. Vereinsbank Hamburg 4 Prozent. Hypotbekenbanken gingen. soweit verändert. um ½ bis 1 Prozent im Kurse zurück. Von Kolonial= aktien lagen Doag 1 Prozent. Schantung ½ Prozent höhek. Bei den zu Einheitskursen gehandelten Industrieaktien sah man, als Veränderungen eintraten, fast durchweg Einbußen von 2 bis 4¼ Prozent. Ver. Glanzstoff wurden mit minus=minus angeschrieben und bei Revartierung gegen letzte Notiz 15 Prozent niedriger bewertet. Steuergutscheine blieben unverändert. Rheinisch=Westfälische Börse Die Stimmung war wenig ausgepragt. Die ersten Kurse lagen teils schwächer, teils noch etwas erbolt. Hoesch büßten 1 Prozent. Mannesmann bis ¼ Prozent. Ver. Stahl nach festerem Beginn bis ¼ Prozent ein, während Felten ¾ Prozent und Rheinmetall ½ Prozent anzogen. Kaliaktien etwas schwächer gefragt. Berger hatten Nachfrage. Buderus minus 1 Prozent. Farben waren nicht ganz gehalten und ¼ Prozent niedriger bezahlt. Auch RWE. verloren ca. ½ Prozent. ebenso Wintersball ½##. Reichsbahnvorzüge wurden dagegen ¾ Prozent höber bezahlt. Am Kuxenmarkt war die Stimmung zurückhaltend. Bei Steinkoblenkuren ergaben sich meist niedrigere Bewertungen, während von Braunkohlenkuren Michelwerte nach oben tendierten. Kalikuxe still. Beienrode wurden mehrfach etwas leichter umgesetzt. Sonst blieben Kuxe ohne Geschäft. Im Freiverkehr zogen Bergbau Lothringen leicht an und erreichten darauf wieder den Paristand. Elsa Zement gaben ca. 1½ Prozent nach. Luftsprung in eine lachende Stadt Hummerschwänze, Radfahrerlegionen, ein lächelnder Schutzmann und sonstige Merkwürdigkeiten aus Kopenhagen. „Aus der Traum!" Der junge Mann, dem dieser Stoßseufzer in dem Augenblick entschlüpft, als der rote metallene Vogel, die„Selandia“, auf dem Kopenhagener Flugplatz Kastrupp aufsetzt, gesteht, daß er zum ersten Mal in seinem Leben sich einem Verkehrsflugzeug anvertraut hat. Wir hatten ihn alle beobachtet: still und mit etwas ängstlichen Blicken saß er anfänglich im bequemen Polstersessel. Vielleicht lebte er mit seinen Gedanken noch in den Kindheitstagen der Fliegerei, da es dem Verkehrsmittel der Zukunft noch allerlei Unarten abzugewöhnen galt. Das ist aber nun schon eine ganze Reihe von Jahren her, und heute saust man mit der gleichen Sicherheit und Behaglichkeit durch die Luft, mit der sich der Reisende im D=Zug durch die Lande tragen läßt. Das hatte der junge Mann auch bald festgestellt, und als die„Ju 52“ so ruhig wie ein Boot im stillen Wasser über dem Wolkenmeer ihres Weges zog, konnte die Deutsche Lufthansa wieder einen neuen begeisterten Anhänger ihrer Verkehrseinrichtungen buchen. Für ihn war es wirklich ein Traum, dieser Luftsprung über Land und Meer von Berlin nach Kovenbagen— für die„Stammgäste“ allerdings schien es ein notwendiges Uebel zu sein, die zwei Stunden absitzen zu müssen, die man auf dem Fluge von Tempelhof nach Kastrupp braucht, um sich dort das erste Glas Aquavit kredenzen zu lassen. Speisekarte, 2 Meter lang. Nun wären wir also in Kopenhagen, dem man den Beinamen„die lachende Hauptstadt“ gegeben hat. Man darf das allerdings nicht zu wörtlich auffassen. Die Zollbeamten verstehen auch in Dänemark keinen Spaß, die Radfahrer schimpfen wie Rohrspatzen, wenn sie durch die Ungeschicklichkeit eines Passanten zu Fall kommen, und der Schutzmann ist im Verschreiben von Strafrezepten unerbittlich. Aber da geschieht ein Wunder— er entAuch Burbach etwas schwächer genannt. Kölsch Fölzer behaupteten ihren Stand knapp. Westwaggon weitere 1½ Prozent schwächer. Der Börsenverlauf war weiter nicht einheitlich. Die Börse schloß bei kleinstem Geschäft ohne wesentliche Veränderungen. Am Samstag bleibt die Rhein.= Westf. Börse für jeden Verkehr geschlossen, da die Börse ihre traditionelle Börsenfahrt unternimmt. Exvortprämien für die polnische Landwirtschaft Warschau, 15. Juli. Der Wirtschaftsausschuß der polnischen Ministerrats unter der Leitung des Viseministerpräsidenten Kwiatkowski beschloß am Mittwoch, mit Wirkung vom 1. August wieder Exportvrämien bei der Ausfuhr von pflanzlichen Erzeugnissen einzuführen. Auf diese Weise sollen für die Landwirtschaft bessere Preise für die Ernteerzeugnisse sichergestellt werden. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Das Inland zeigt zur Zeit kaum Interesse. Auch für den Export kam es zu keinerlei Abschlüssen. Die Preise werden wie bisber genannt. Die fernöstlichen Ur. sprungsmärkte melden keine Veränderungen der stetigen Tendenz und der Notierungen. Kaffee: Die Umsätze am Platze und mit dem Inlande hielten sich im Rahmen der Vortage. während der Transitbandel durchaus befriedigen kann. Die Preise blieben unverändert. Auch von den Erzeugerländern lagen stetige Preisnotierungen vor. Schmalz: Stetig. Amerikan. Steamlard 23¾. Purelard. raffn. 23% bis 24½ Dollar. Dänisches Schmalz fehlt.— Fettwaren: Unverändert. Hüllenfrüchte: Auf Käuferseite zeigt sich wenig Neigung zu Abschlüssen, zumal die warme Witterung eine Einschränkung des Verbrauchs von Hülsenfrüchten mit sich bringt. Preisveränderungen traten nicht ein. Kautschuk: Ruhig. Sheets loko 7 5/16. AugustSeptember 7¾. September=Oktober 7 7/16. Zucker: Effektivmarkt: Ruhig. stetig. Tschech. Kristalle. Feinkorn, Juli 7/0¾, British fine Juli=Aug. 7/—. Terminmarkt: Bei abgeschwächter Tendenz lauten die Forderungen durchweg 5—10 Punkte niedriger. Oele und Fette: Die Umsatztätigkeit blieb begrenzt. Technische Schweinefette sind zwar weiter stark begehrt. stehen jedoch nicht ausreichend zur Verfügung. Gewürze: Es ergaben sich kaum Abschlußmöglichkeiten, da die inländischen Abnehmer ihre Bestände nicht zu ergänzen brauchen. Die Preise lauten wie zuvor, liegen aber für Pfeffer sehr fest. Getr. Früchte: Das Kaufinteresse ist. vor allem für Mandeln und Haselnußkerne. außerordentlich rege. Man hörte meist die letzten Preise. Rohkakao: Bei unverändert stetiger Tendenz wurden mit dem deutschen Inlande kaum nennenswerte Umsätze getätigt, wobei die bisberigen Preise als Grundlage dienten. Kakaohalbfabrikate: Das Kaufinteresse hält für fast alle Sorten weiter an. Die erforderlichen Mengen sind aber nicht immer ausreichend zur Hand. Die Preise zeigen keinerlei Abweichung gegen die Vortage. Dortmunder Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder, gesamt 936, darunter: Ochsen 28. Bullen 281. Kühe 462. Färsen(Kalbinnen) 165 Ziegen 2. Kälber 844. Schafe. Lämmer und Hammel 165. Schweine 1490 Stück. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45. sonstige vollfleischige 41. Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 42—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 38—39. fleischige 34. gering genährte 27. Kübe: Jüngere. vollfleischige höchsten Schlachtwerts 42 bis 43. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—39. fleischige 30—33, gering genährte 22—25. Färsen(Kalbinnen): Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44, vollfleischige 39—40, fleischige 33—35. Kälber: Doppellender bester Mast 75—78. beste Mast= und Saugkälber 61—63, mittere Mast= und Saugkälber 56—57, geringe Saugkälber 48. geringe Kälber 38. Lämmer, Hammel u. Schafe: Stallmasthammel, beste. jüngere 46—52, beste Schafe 34—42, mittlere Schafe 34—42, geringe Schafe 30. Schweine: Fettschweine über rund 150 Kla. Lebendgewicht 56.5. vollfleischige Schweine von 135—149 Klg. Lebendgewicht 55.5. vollfleischige Schweine von ca. 120—134 Klg. Lebendgewicht 54.5. vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 52.5. vollfleischige Schweine von ca. 80—100 Klg. Lebendgewicht 49.5, fette Specksauen 53.5. Marktverlauf: Rinder und Kälber zugeteilt. Schafe mittel. Schweine zugeteilt. den, die Kinds beginnen bereits in den ersten Mittagsstunden mit ihren Vorführungen, und sogar in der Bahnhofshalle ist ein Lichtspieltheater eingebaut, in der die Wartenden sich rasch vor Abgang des Zuges noch die neueste Wochenschau besehen können. Das Schönste ist aber doch das Wochenende, an dem alles, was Beine hat, ins Freie strömt. Der bekannte Seebadeort Klampenborg, der in einer knappen halben Stunde mit der S=Bahn zu erreichen ist, die Schlösser Frederiksborg und Kronborg, in dem für Abergläubische auch heute noch der Geist Hamlets spuken soll, und Fredensborg, die Sommerresidenz des regierenden Königs, sind einige der bekanntesten Ausflugsziele. Die Natur hat das ihre dazu getan und diese Glanzpunkte der Insel Seeland mit verschwenderischer Schönheit ausgestattet und selbstverständlich fehlen auch„auf dem Lande“ nirgends die eleganten Restaurants, wo man nichts zu entbehren braucht, was in der„lachenden Hauptstadt“ zu den Köstlichkeiten des Lebens zählt. schuldigt sich höflichst, daß er seine Pflicht tun mußte, lächelt verbindlich, und sagt„Auf Wiedersehen!“ Man kann nicht anders und dankt für so viel Liebenswürdigkeit, die einem auch sonst auf Schritt und Tritt in Kopenhagen begegnet. Ob man nun im„Vivex“ oder in der„Nationalscala“ hilflos vor einer langen Smörrebrod=Tafel sitzt, und sich gleich drei oder vier Ober bemühen, zu raten, was man bei vollem Magen trotzdem noch essen könnte, oder ob man im„Tivoli“ die Freuden eines beschwingten Tanzes genießt, wobei ein blondlockiges Geschöpf vergeblich versucht, uns ein paar Brocken Dänisch beizubringen— überall, in den Restaurants, Hotels, auf den Straßen, im Geschäft, in der Amtsstube, spricht in erster Linie Gemüt und Herz zu uns. Diese graziöse Millionenstadt am Oeresund versucht in jeder Hinsicht, das Leben von der heiteren Seite zu meistern und versteht es, wenigstens keinem Fremden die Mühen und Sorgen des Alltags erkennen zu lassen. Die Kopenhagener freuen sich kindlich über alle Dinge, die der Großstädter in anderen Ländern mit einer nüchternen Selbstverständlichkeit hinnimmt, und ist glücklich, wenn man den Gast zufrieden sieht. Man ist anspruchslos— bis auf das Essen, das in dieser Stadt fast einer Kulthandlung gleicht. Die leckeren Smörrebrods, die kunstvoll mit Hummerschwänzen, Krebsen. Fischen, Eiern, Salaten belegt und mit Saucen übergossen sind und nur eine Kleinigkeit kosten, bilden das A und O des Dänen. Mit Stolz führt man uns in ein Lokal, in dem dem Gast eine Speisekarte von sage und schreibe zwei Meter Länge vorgelegt wird, auf der etwa 180 verschiedene Speisen verzeichnet stehen. Tonfilm im Wartesaal. Es ist schon so, daß die Dänen einen großen Teil ihres Einkommens für Essen und Trinken und Vergnügungen ausgeben. Nach dieser Lebenseinstellung, die nur in einem Lande möglich ist, das ein paar Generationen von den Wirrnissen eines Krieges verschont blieb, richtet sich in Kopenhagen alles, was Geschäfte machen will. Was das Herz begehrt, kann so im Vorbeigehn an den unzähligen Verkaufswagen erstanden werWestsalen=Voxer für Breslau Für das Boxturnier beim Deutschen Turn= und Sportfest in Breslau hat das Fachamt Boren im Gau Westfalen folgende Staffel ausgestellt(vom Fliegen= bis Schwergewicht): Strangfeld=Herten. Turek=Wattenscheid, GänserigBochum. Kraft=Hagen, Murach=Schalke, Kubiak=Herne Roski=Dortmund und Schnarre=Recklinghausen. Tour de France Speicher aus dem Rennen genommen.— Weckerling jetzt bester deutscher Fahrer. Die 8. Etappe der Tour de France hat das Feld stark gelichtet. Unterwegs aufgegeben haben nur fünf Fahrer, darunter die drei deutschen Schild. Oberbeck und Seidel, dafür wurden siehen andere wegen Eintreffens nach Kontrollschluß aus dem Rennen genommen, und swar Alvurez, Ducazeaux. Desorge. Dominicus. Pedroli. Pirmez und Lamur. Eine Sensation ist das Ausscheiden des früheren Weltmeisters Georges Speicher, der die „Tour“ bekanntlich 1933 gewann. Der Franzose wurde auf Grund eines Photos, auf dem er sich gerade an einem Wagen festhält, wegen„Benzinfahrens“ von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen. Von den Deutschen erhielten Wengler und Schild Zeitstrafen von einer Minute wegen unerlaubter Unterstützung. Die Plätze der Deutschen in der Gesamtwertung haben sich nach der Pyrendenetappe stark verschoben. Unser bester Mann ist jetzt Weckerling als 22. mit einem Rückstand von 27 Minuten und 45 Sekunden auf den Spitzenreiter Verwaecke. Pferdesport Trabrennen Recklinghausen Sonntag, den 17. Juli. Am kommenden Sonntag bringt der Recklinghauser Trabrennverein den ersten Tag seiner Sommerveranstaltung zur Abhaltung.„Das sieben Prüjungen umfassende Programm hat eine sehr gute Besetzung gefunden und verspricht spannende und interessante Entscheidungen, so daß dem Publikum ein angenehmer Nachmittag auf der Hillerheide bevorsteht.— Das Hauptinteresse. beansprucht der Turteltaube=Preis für die schnellste Klasse. Graf Geßler. Diskont. Herenmeister. Cito Watts und Duck haben bereits mit guten Leistungen aufgewartet. Nach seinem Laufen am letzte Gelsenkirchener Renntag könnte Cito Watts hier Revanche an seinem Bezwinger Graf Geßler nehmen, zumal ihm die kurze Distanz besonders zusagt. Gegen diese beiden sind Hexenmeister und Duck durch ihre Zulagen im Nachteil. Wenzel nimmt Fahrererlaubnis in Anspruch und wird an den Stangen ein gutes Rennen lausen. Das gleiche gilt von Diskont. in dem wir einen möglichen Außenseiter erblicken. Wir glauben an einen Erfolg von Cito Watts gegen Graf Geßler und Diskont. Ein großes Feld wird im einleitenden Dina=GanPreis am Ablauf erscheinen, aus welchem Amenophis. Albin. Via von Welhe und Lotte Mochester in die engere Wahl kommen. Auch Guy Albert ist trotz seiner Zulagen noch nicht beraus. Amenophis vor Albin und Lotte Mochester ist unsere Meinung. Das Amateurfahren des Tages, der Arkona=Preis. könnte Rheinstolz einen neuen Erfolg bringen. Der Hengst wird sich auch diesmal mit Edith Lob und Humulus abzufinden haben, die wir in dieser Reibenfolge im Ziel erwarten. Die junge Garde trifft sich im Rosenblüte=Preis. Nach ihrem Debut in Gelsenkirchen müßte Hannelore auf ihrer =Heimatbahn in der Lage sein. Willkür und Dachstein auf die Plätze zu verweisen. Für Kühnheit scheint die Aufgabe doch zu schwer. Aus dem starken Feld des Marie=Watts=Preis kommen hauptsächlich Christoph. Granitta und Dina Loh für die Entscheidung in Frage. Die Letztgenannte könnte hier eine Entschädigung für ihren Halbsieg finden und müßle gegen Granitta und Christoph gewinnen. Im Wally=Preis muß man mit David Bingen halten. Der Hengst sollte in der Lage sein. dieses Rennen gegen Handball und Hansi Watts auf sein Kanto zu bringen. Der abschließende Mina=Todd=Preis, ein Ausgleichsrennen, eröffnet Luitvold erste Aussichten. Aber auch Cavitän und Schmeling und die vorn abgehende Daisy sind, nicht zu unterschätzende Gegner. Wir erwarten Luitpold vor Daisy und Capitän. Rennen zu Madison=Laffitte. 1. Rennen: 1. Castelnaudarv(G. Saustier), 2. Chaillot. 3. Santonina. Toto: Sieg 161:10. Platz 43. 19. 34:10. La.: 2. R. F. 2. Rennen: 1. La Presse(A. Rabbe), 2. Perle Fine. 3. Priocere. Toto“ Sieg 162:10. Platz 37. 41. 22:10. Lg.; 1. k. H., H. 3. Rennen: 1. Metsu(R. Bertiglia), 2. Altamar. 3. Joli Prince. Toto: Sieg 575:10. Platz 53. 12. 17:10. L.: 1½, 1¾. ½. 4. Rennen: 1. Oxana(M. Allemand). 2. Voltage. 3. Quartier Maitre. Toto: Sieg 85:10, Platz 28. 22. 30:10. La.: 1. K., R. 5. Rennen: 1. Ombro(D. Guibo), 2. Bonito. 3. Coeur de Laitue. Toto: Sieg 851:10. Platz 235. 183. 18:10. La.: 1¾. k. H., K. 6. Rennen: 1. Miroso(G. Dusorez), 2. Allegoriste, 3. Evenor. Toto: Sieg 42:10, Platz 13. 11. 21:10. Lg.: 2. 1½. P. 7. Rennen: 1. Aqueduc(E. Ledoux), 2. Maroussia. 3. Floreal. Toto: Sieg 23:10. Platz 13. 17:10. Lg.: 3. 6. 4. Wie wird das Wettes? Vorhersage für Samstag: Bei stark wechselnder Bewölkung verbreitet gewittrige Schauer, nach Winddrehung auf Nordwest geringe Abkühlung. Vorhersage für Sonntag: Bei Winden aus Nord bis Nordost wolkig und vorwiegend trocken, warm. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Freundlich. Rundfunk=Programm Samstag, den 16. Juli 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebene! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7,00 Nachrichten. 7,10 Frühkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.15 Fröhliches Sviel für unsere Kleinsten. 9.45 Nachrichten. 10.00 Jugendbriefe einer alten Frau mit Lievern aus der guten alten Zeit. 11.45 Bauer. merk' auf! Marktberichte des Reichsnährstandes 11.55 Wettermeldungen für den Bauern. 12.00 Mittagskonzert. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Konzertfortsetzung. 14.00 Nachrichten. 14.10 Wochenendkonzert. 15.15 Vom Kochtovf bie zum Deckenrollen. Für alle, die auf Fahrt gehn wollen Ratschläge für Fahrt und Sommerlager. 15.50 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Musik am Nachmittag. Kölner Rundsunkorchester und Rundfunschor.— Darin: Der Erzähler. Die spanische Eröffnung. 18.00 Wae bringt der Reichesender Köln in der kommenden Woche? 18.10„Die Knoppiade“ von Wilhelm Busch. 18.50 Momentaufnahme. 19.00 Es spielt das Unterhaltungs=Sertett. 20.00 Nachrichten. 20.10 Bunter Abend des Reichosenders Köln. 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik. 22.30 Unterhaltungs= und Tanzmusik. 24,00 Für jeden etwas. Sonntag, den 17. Juli 1938. 6.00 Bremer Hasenkonzert an Bord. des Dompfers„Europa“ d. Norddeutschen Llond. 8.00 Wetter— Wasserstand. 8.05 Gedichte des Volkes. 8.15 Morgenmusik. 9.00 Besinnliche Morgenmusik darin„vom reisen Leben". 9.30 Schön ist die Welt! Morgenständchen der Rundsunksvielschar der Hitleriugend. Köln. in der Reichsgartenschau Eslen 10.30 Musik am Sonntagmorgen. 11.30 Kleines Konzert. 12.00 Mittagskonzert. Westmark=Orchester Aachen. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.10 Konzertfortsetzung. 14.00 Melodein aus Köln am Rbein. 15.00 Kindernachmittag in der Reichsgartenschau. Essen: Fröhlich und Kunterbunt. Alle Kinder und die Rundsunksvielschar machen mit. 15.30 Es singt der Wiener Mozart=Knaben= Chor. 16.00 Sport und Unterhaltung darin: Länderborkampf Deutschland gegen Italien in Duieburg— Deutsche Tennismeisterschaften in Hamburg— SA.=Reichowettkämpfe in Berlin. 18.00 Humor aus aller Welt. 18.30 Heinrich Schlusnus singt! 19.00 Sonntag im Rundfunkbericht— Sportvorbericht. 19.20 Musik zum Sommerabend. Das Kölner Rundsunkorchester und der Rundfunschor. darin:„Abu Hassan". Komische Oper in einem Akt darin: 20.00 Nachrichten. 22.00 Nachrichten. 22.30 Iu Tanz und Unterhaltung. 2#4 ge U Montag. den 18. Juli 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Knie—= beugt! 6.30 Freut euch des Lebens! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Unterhaltungsmusik. 9.30 Ratschläge für den Rüchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten. 11.45„Achtung. Achtung!— So viele Kinderstuben draußen". 11.55 Wettermeldungen für den Bauern. 12.00 von Hamburg: Schloßkonzert. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Schlotzkonzertfortsetzung. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein aus Köln am Rhein. 15,00 Für unsere Kinder: Wer kennt den Rhein? 15.30 Das gute Buch. 15.50 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Nachmittagskonzert. Das Leinziger Rundsunkorchester 17,00—17,10 Wir suchen und sammeln. Allerlei von König Widukind. 18.00 Heiter ist die Kunst. 18.30 Tänzerische Musik. 18.50 Denken Sie noch daran? 19.00 Die Woche sängt gut an. 20.00 Nachrichten. 20.10 Volksmusik. Die Kölner Mandolinen= Konzert=Gesellschaft„Harmonie" 20.30 Fünf Jahre westdeutsche Wochenschau. 21.00 Fröhliche Abendmusik. Kölner Rundsunkorchester und Rundfunschor. Solist: Egbert Grave. Klavier. 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik. 22.30 Nacht= und Tanzmusik. 24.00—3.00 Nachtmusik. Heinrich Schlenkhoff i Hohlen Hoka Brikatte f# Laisrung an Laxer Grebenstr. 16 Anlhrazlt Muh' und Arbeit war sein Leben, Ruhe hat ihm Gott gegeben. Gestern abend 10.30 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, im Alter von 55 Jahren, versehen mit den hl. Sterbesakramenten. In tiefer Trauer: Frau Elilabeth Vollmer geb. Klare nebit Kindern u. Anverwandten. Herne, den 15. Juli 1938. Die Beerdigung findet statt am Montagnachmittag 3.30 Uhr vom Trauerhause, MontCenis=Straße 81, aus.— Das Seelenamt ist am gleichen Tage morgens 8 Uhr in der St.= Bonisatius=Kirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese Anzeige als solche. Betten Inletts Federn Matratzen Reformbetten Schonerdecken Schlafdecken Daunendecken Steppdecken Bettwäsche In großer Auswahl billig und gut. All-Nerne. Steinwes 9. Täglich Bettenreinigung Als Verlobte grüßen: " Anni Reinecke Heinz Gesing Herne Bochumer Str. 71 Warnemünde Ostseebad im Juli 1938 Der einzige Freund, der auch in der Not dir treu bleibt, ist das Buch. Und dieser Freund ist leicht zu behandeln: er ist nicht aufdringlich, nicht empfindlich, nicht eifersüchtig.(Paul Oskar Höcker) Rennen Sonntag, den 24. Juli 8 Uhr: Flaggenhissung 8.30 Uhr: Nationales Rennen für Sportwagen 10 Uhr: Nationales Rennen für Motortäder 12 Uhr: Großer Preis von Deutschland für Rennwagen(international) Abfahrt Samstag, den 23. Juli, 24 Uhr ab Rathaus. Fahrpreis(Hinund Rückfahrt) 7.50 RM. Eintritts- und Falukarten zu haben bei Keuper. Schaeferstraße 738, Telefon 51981 Sind Sie leicht abgespannt und müde? 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Klosterfrau=Melissengeist ist mir stets ein guter Helfer gewesen.“ Weiter Herr Walter Winandy(Bild nebenstehend), Kaufmann, Aachen, Augustastr. 61, am 30. 1. 38:„Klosterfrau=Melissengeist ist ein wertvolles Mittel für alle Sportler und beruflich stark in Anspruch Genommene. Dieses Urteil kann ich bekräftigen, da ich als Teilnehmer bei dem größten Gewaltsußzmarsch zur Olympiade Nachen—Berlin(648 km) in 9 Tagen dies am eignen Leibe erfuhr. Bei jeder Ermüdungserscheinung oder lbelsein schaffte uns Klosterfrau=Melissengeist immer wieder neue Energien, weshalb wir auch heute noch regen Gebrauch von Klosterfrau=Melissengeist machen.“ Ein Versuch wird Sie überzeugen! Verlangen Sie Klosterfrau=Melissengeist bei Ihrem Apotheker oder Droaisten. Nur echt in der blauen Packuna mit den drei Nonnen. 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