Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebeacht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8. neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe 8 Pf., im Textteil 26 Pf.; Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf. Bäder und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Sifser= und Auskunstsgebühr 25 Pf. Fernsprocder: Sammel=Nummer 52541" Drahtanschrift: Anzeiger Horue. Nr. 197(Erstes Blatt) Freitag, den 22. Juli 1938 Streiflichter Die beste Antwort auf Auslandslügen Roosevelt säubert seine Partei Als die letzte Kongreßsitzung in Washington auseinander#ng war damit durchaus nicht das Zeichen für eine große nenpolitische Pause in den Vereinigten Staaten gegeben. Gegenteil es setzte unmittelbar darauf eine verstärkte parteipolitische Aktivität ein, bei der überraschenderweise auch der Präsident Roosevelt zu einer besonderen Initiativeging. Man hatte vermutet, daß er sich im Hinblick auf die Vorwahlen, in Deren Verlaufe die Kandidaten für die Novemberwahlen ausgesucht werden sollen, der Oeffentlichkeit gegenüber zur: halten würde. Das ist aber keineswegs der Fall und es zeigt sich, daß Roosevelt sehr stark daran interessiert ist, die Kandidaten zu fördern, die restlos seinem new deal zustimmen. Aber darüber hinaus hat der Präsident kürzlich ohne Umschweife erklärt, daß das Parteisystem in den Vereinigten Staaten einer Umgestaltung bedürfe, und es ist nun interessant zu verfolgen, wie Roosevelt darangeht, zunächst einmal in der Demokratischen Partei eine Säube rung durchzuführen in dem Sinne, daß er alle die Elemente, die offene oder versteckte Gegner des new deals sind, beisektezuschieben. Er geht dabei von mehreren wichtigen Ueberlegungen aus, einmal betrachtet er— seine Gegner tun es übrigens auch— die Kongreßwahlen für eine ganz bedeutsame Vorentscheidung der Präsidentenwahlen des Jahres 1940 Heute entscheidet sich bereits, wer im Jahre 1940 die Delegierten zur demokratischen Konvention entsenden wird, auch wer der neue Präsidentschaftskandidat für das Jahr 1940 werden soll. Sind es die Gegner des nev deal. so ist damit dann new deal erledigt. Präsi dent Roosevelt will aber, daß das begonnene Werk fortgesetzt wir., wobei noch nicht einmal frei geklärt ist ob er selbst wieder Präsident werden will oder darauf hinarbeitet, einen Nachfolger zu finden, der in seinem Sinne wirkt. Die andere Ueberlegung ist die, daß von anderen Parteigruppen in den Vereinigten Staaten Geahr droht. Es zeigt sich nämlich angesichts der vielen Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten im amerikanischen Leben ein zunehmendes Bestreben in Richtung einer Partei reform. Die Partei, die sich in den nächsten Jahren am fortschrittlichsten zeigt, wird wahrscheinlich die größten Chancen haben. Das ist eine Erkenntnis, die beispielsweise auch der Vorsitzende der Arbeiterpartei John L. Lewis, hat, indem er alles tut, seiner Partei einen fortschrittlichen Charakter zu geben. Nun ist aber auch Philipp la Follette mit einer amerikanischen Fortschrittspartei auf den Plan getreten, deren Pro gramm zu einem gewissen Teil Anleihen beim Faschismus und beim Nationalsozialismus gemacht hat. Dieser Partei gegenüber gilt es nun für Roosevelt und seine Anhänger, die Demokratische Partei so zu überholen, daß sie gewissermaßen der Konkurrenz gewachsen sein kann Das wird aber nicht der Fall sein, wenn die Spaltung in der Demokratischen Partei weiter anhält. Roosevelt bonutzt nun seine Rundreise, die nicht nur einem Erholungsurlaub gilt, zur Agitation für seinen new deal und zur Reinigung der Partei von den Gegnern dieses Reformwerkes. Jubel in der Steiermark um Dr. Goebbels 7 Kundgebung in Graz! Gelächter über die Oesterreich=Märchen in der Auslandspresse Graz, 21. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels traf am Donnerstag um 12.14 Uhr. aus Klagenfurt kommend. auf dem Grazer Flugplatz Thalerhof ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich Gauleiter Dr. Uiberreither. Gauprovagandaleiter Gustav Fischer und Bürgermeister Dr. Kaspar eingefunden. Auf dem Wege zur Stadt passierte der Minister immer wieder dichte Spaliere begeisterter Volksgenossen, die ihn mit Heilrufen und Blumengaben begrüßten. Den Höherunkt erreichte der Jubel in den von Zehntausenden freudig gestimmter Menschen gesüllten Straßen von Graz. Im Landhaus hatten sich inzwischen die Spitzen der Partei. der Wehrmacht und des Staates sowie die Alten Kämpfer der Bewegung eingefunden. BDM. begrüßte Dr. Goebbels mit einem Steirer Lied. worauf Gauleiter Dr. Aiberreither den Minister mit herzlichen Worten willkommen hieß. Nachdem er Dr. Goebbels dafür gedankt hatte, daß er nun erstmalig auch in die Steiermark gekommen sei, sagte der Gauleiter:„Als in der schwersten Kampfzeit, besonders während der Verbotszeit, die Grenzen zum Mutterlande hermetisch abgeschlossen waren, kamen Ihre Worte durch den Aether zu uns. Wir lauschten in Gemeinschaftsempfängen in Kellern und Dachböden Ihren Worten, wenn Sie mit den Gegnern unserer Bewegung scharf abrechneten oder die Idee des Führers kündeten. Damals sind Sie. Herr Reichsminister, in schwerster Zeit auch„anser Doktor“ geworden.“ Hierauf nahm Reichsminister Dr. Goebbels, stürmisch umjubelt, das Wort und führte aus: „Ich habe vor einigen Wochen in der Auslandsvresse gelesen, daß in der nationalsozialistischen Bewegung in Oesterreich eine sehr schwere Krise ausgebrochen sei. Es hätten sich in dieser Bewegung eine Reihe von Gruppen gebildet, die sich auf das erbittertste besehden, und es sei die Einfügung Oesterreichs in das Reich auf das ernsteste in Frage gestellt. Ich bin nun hierher gekommen, um mich von der Wahrheit dieser Beheuptungen zu überzeugen(Stürmisches Geläoter). Ich wollte Die große parade in Versailles Starkes Aufgebot von Kolonialtruppen 7 Ausfall der Luftparade Paris, 21. Juli. Einen eindrucksvollen Verlauf nahm der Besuch des englischen Königs in Versailles Kurz nach 11 Uhr lief der Sonderzug mit Georg VI. und dem Staatspräsidenten in dem mit langen, herabwallenden Fahnen, Tannengrün und Blumen geschmückten Bahnhof ein. Der Bürgermeister von Versailles, Senator Henry Haye, hieß hier den englischen König auf dem Boden der alten Stadt willkommen. In langer Kraftwagenkolonne ging es dann in die Stadt zur Avenne de Paris, einer der breitesten Straßen Frankreichs, auf der der Truppenvorbeimarsch stattfinden sollte. Auf der Ehrentribüne, die für den Vorbeimarsch errichtet worden war, stand Georg VI. neben dem Präsidenten der Republik, dem französischen Ministerpräsidenten Daladier und sämtlichen Mitgliedern der französischen Rogierung. Neben dem Bürgermeister Senator Henry Haye bemerkte man weiter den ehemaligen Kriegsminister Fabry, Ma#ichall Petain, sowie den Chef des Generalstabes der Landesverteidigung, Generalissimus Gamelin, den Chef des Admiralstabes, Vizeadmiral DarOlan und den Chef des Generalstabes der Luftwaffe, General Vuillemin. Dann begann der Truppenvorbeimarsch. an dem neben den Truppengattungen von Paris vor allem Truppenteile des 20. Armeekorps aus dem Befestigungsgürtel an der Ostgrenze teilnahmen. Besonders auffällig war das starke Aufgebot von französischen Kolonialtruppen. Der Militärgouverneur von Paris eröffnete den Vorbeimarsch. Militärmusik setzte ein und hinter ihren Kommandierenden Generalen zogen die Truppen vorüber, zunächst mit ihren Fahnen die Kavallerie. Dabei wurden die Spahis von der Zuschauermenge mit besonderem Beifall begrüßt. Danach folgten in 24er=Reihen die Infanterieabteilungen, angeführt von Abteilungen der französischen Kriegsschulen. Nach kurzer Pause folgten in ihrem typischen Geschwindschritt die Jäger zu Fuß und die Alpenjäger. Hinter ihnen folgten die Marine=Infanterie=Regimenter in ihren Khaki=Uniformen, anschließend algerische Schützen vom 22. und Senegal=Schützen vom 12. Regiment mit ihren dunkelbraunen und schwarzen Gesichtern. Motorisierte Formationen der Artillerie=Regimenter folgten. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich dann die dröhnende Vorbeifahrt der ME.=Kraftwagen, der leichten und mittleren Kampfwagen, sowie besonders der schweren Tanko, die rollenden Festungen glichen und mit ihren schweren Raupenketten das Pflaster der alten Versailler Straßen zermalmten. Die angekündigte große Luftparade mußte jedoch wegen Nebels und weil ab 200 Meter Höhe schlechte Sicht herrschte. ausfallen. Nur 30 der neuesten französischen Jagdflugzeuge brausten in Kampfstaffeln mit 480 Std.=Klm. vorüber. Damit war die Truppenschau beendet, die rund 1½ Stunden gedauert hatte. Der englische König und der französische Staatspräsident bestiegen wiederum ihren Kraftwagen und fuhren mit ihrem Gefolge kurz darauf unter militärischen Ehrenbezeugungen der im Hofe des Versailler Schlosses aufgestellten Fußtruppen und berittenen Spahis durch das Tor des Schloßhofes ein. Mit oder ohne Genf? 8 Die lebhaften politischen Erörterungen, von denen Europa zur Zeit erfüllt ist, umschließen auch die Kopenhagener Konferenz, die am Freitag zusammentritt und sich in zwei bedeutsame Abschnitte gliedert: am 22. Juli beraten die Außenminister der skandinavischen Länder und am 23. Juli beteiligen sich an den politischen Besprechungen in Kopenhagen auch die Außenminister Belgiens, Hollands urnd Luxemburgs. Es handelt sich dabei um eine Zusammenkunft, deren Arsprung in den Bestrebungen der beteiligten Länder #####ch einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu suchen ist. eses Bestreben geht bis in das Jahr 1930 zurück, als die sogenannte Weltwirtschaftskrise ihre Schatten auch auf Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland. Belgien, Holland und Luxemburg warf. Im Laufe dieser Fühlungnahme kam es zum Ausgang des Jahres 1932 zum Abschluß des sogenannten Oslo=Vertrages. Seine Auswirkungen sind nicht nennenswert. Aus den Bemühungen um eine gemeinsame Linie der nach außen gerichteten Wirtschaftspolitik entwickelte sich auch der Wunsch nach einer engeren politischen Zusammenarbeit. Vielleicht wäre es in diesem Zusammenhang angesichts der durch die Lage und andere Umstände bedingten Verschiedenheit der außenpolitischen Haltung der Oslostaaten zu keinen politischen Zusammenkünften gekommen, wenn nicht mit einem Schlage das Zwischenspiel des italienischen Feldzuges in Abessinien und die Genfer Sanktions politik die Notwendigkeit dazu gegeben hätte. Das Scheitern der Sanktionspolitik war für die kleineren Mächte Europas ein Schreckschuß. Sie begannen mehr als früher über ihre Lage nachzudenken und sich vor allem darüber schlüssig zu werden, inwieweit die Genfer Institutionen geeignet sein würden, ihren Frieden zu sichern. Man begann an dieser Fähigkeit der Liga zu zweiseln. Einen aufsehenerregenden Vorstoß machte Belgien durch die Friedenskundgebung des Königs Leopold. der im Oktober 1936 den unbedingten Neutralitatswillen seines Landes verkündete Nicht ohne Auswirkungen ist auch die Schweizer Initiative zur Lösung der schweizerischen Politik von der Genfer Sanktionsklausel geblieben. Auch in den nordischen Ländern wurden Bedenken im Zusammenhang mit dem Sanktionssystem des Genfer Bundes laut, die sich nunmehr so verdichtet haben, daß sie in Kopenhagen der Gegenstand der Beratungen am 22. und 23. Juli sein werden. Auf der einen Seite zeigt sich das Bemühen der Konserenzländer, mehr denn je in der Zukunft ihre Politik auf eine strikte Neutralität aufzurichten. Auf * ** Im Rahmen der festlichen Veranstaltungen wurde das britische Königspaar vom Pariser Stadtrat im großen Festsaal des Rathauses feierlich empfangen. Bei dieser Gelegenheit trug sich König Georg in das Goldene Buch der Stadt Paris ein. (Scherl-Bilderdienst-M) Bergarbeiterstreik in Nordfrankreich Im Kohlenbecken von Anzin 7 15 000 Streikende 7 Stürmische Kundgebungen Paris, 21 Juli. Seit Mittwoch wird auf den Kohlenzechen von Anzin bei Valenciennes gestreikt. Die Zahl der Streikenden beträgt 15 000. Am Mittwochnachmittag sind die meisten Hochösen gelöscht worden. Die Gasvorräte sind beinahe ganz erschöpft. Verschiedene Stahlwerke haben für Donnerstag wesentliche Arbeitseinschränkungen vorgesehen. In einem Stahlwerk mußten ab heute 1000 Mann der Belegschaft wegen des Kohlenmangels, der infolge des Streiks auf den Zechen entstanden ist. bis zum Streikende entlassen werden. In den Abendstunden des Mittwochs kam es in Denain im Anschluß an eine stürmische Kundgebung Streikender zu einem Zwischenfall. 100 Streikende stürzten sich auf einen Polizeiwagen, mit dem ein Rädelsführer abtransportiert werden sollte, und befreiten den Häftling. Der Wagen wurde umgeworsen. Die Polizei mußte einmal durch eigenen Augenschein feststellen, wie weit die Wahrheitssanatiker in London und Paris ihr Spiel mit dem deutschen Volk im sveziellen und mit dem europäischen Frieden im allgemeinen zu treiben sich unterstehen. Ich bin zum ersten Mal in diesem Landstrich und ich muß feststellen, daß der Empfang. der mir hier von Land und Volk bereitet wird. ein so überaus herzlicher ist, daß er mich auf das tiefste rührt. Er ist für jeden Volksgenossen aus dem Altreich, wie Sie sich vorstellen können, in diesen Wochen und Monaten ein besonderes Erlebnis. nach Oesterreich zu kommen." Es hat vor dem 13. März Zeiten gegeben, in denen auch wir schwer um dieses Land gerungen und gelitten haben Im allgemeinen pflegt die Geschichte ihre eigenen Wege zu gehen und fordert eben deshalb manches sehr schwere Opfer von den Völkern und auch von den einzelnen Menschen. Diese Opfer aber werden unerträglich, wenn sie umsonst gebracht worden sind. Unerträglich wäre für uns heute die Vorstellung der ungeheuren Blutopfer des Großen Krieges 1914 bis 1918, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß wir ihn verloren haben. Es würde vielleicht eine ständige seelische Belastung für uns sein, wenn nicht der Nationalsozialismus am Ende doch noch den verlorenen Krieg in einen Sieg verwandelt hätte. Denn was wir im Kriege verloren haben, haben wir durch eine gewonnene Revolution ausgeholt. Unerträglich wäre uns ferner der Gedanke, daß die schweren Opfer, die die Nationalsozialisten Oesterreichs im Juli 1934 gebracht haben, umsonst gewesen wären, wenn heute die Alten Kämpfer und Fanatiker unserer Bewegung sich vorstellen müßten, daß das SchuschniggRegime sich so gefestigt hätte, daß überhaupt keine Aussicht geblieben wäre, daß es einmal beseitigt werden könnte. Ich kann mir vorstellen, warum die Leute in dem Augenblick, in dem sie im Altreich von Oesterreich sprachen, zu weinen anfingen, gleichgültig. ob es Männer. Frauen oder Kinder waren,— sie sprachen keine zwei Sätze und fingen an zu weinen. Das war keine nationale Sentimentalität, sondern die Angst und Sorge darum, daß vielleicht die Opfer doch umsonst gebracht waren. Sie können sich auch vorstellen, was es dann für uns bedeutete, auf eine solche, in der bangsten Gewillensnot gestellte Frage mit Schweigen antworten zu müssen. Sie können deshalb verstehen, was es für mich bedeutet, nun in einem Lande und unter einem Volke zu weilen, an dessen Befreiung ich auch in bescheidenem Umfange mitarbeiten durfte. und Sie können sich vorstellen, mit welchem Gefühl ich in diesem Augenblick vor Ihnen stehe und mit welcher herzlichen Verbundenheit ich dieses schöne Lond und dieses herrliche Volk begrüße.“ Die Rede Dr. Goebbels löste stürmische, langanhaltende Heilrufe aus. Nach der Vorstellung der Anwesenden fuhr der Minister mit seiner Begleitung an den begeisterten Menschenmassen vorbei, die auf sein Wiedererscheinen gewartet hatten, über den prächtig geschmückten Adolf=Hitler=Platz zum Grazer Schloßberg. Auf der Rückfahrt zum Flughafen Thalerhof war die Begeisterung womöglich noch größer als zuvor. Das Auto Dr. Goebbels' konnte nur in ganz langsamem Tempo vorwartskommen und mußte mehreremale stehenbleiben, so ungestüm war der Andrang der begeisterten Volksgenossen. Um 15,20 Uhr erfolgte der Start zum Weiterflug nach Linz. Gedenkfeier für die Gefallenen der Ostmark Rudolf Heß wird von Klagenfurt aus zum deutschen Volk sprechen. Berlin, 21. Juli. Die Reichsvressestelle der RSDAP. teilt. laut NSK., mit: Am kommenden Sonntag. dem 24. Juli. findet in Klagenfurt eine Großkundgebung statt, auf der Rudolf Heß der Toten gedenken wird, die auf oftmärkischer Erde ihr Leben für Großdeutschland gegeben haben. Insbesondere gilt diese Feierstunde der Erinnerung an die Nationalsozialisten, die als Opfer des Versuches der nationalen Erhebung in Oesterreich vor vier Jahren hingerichtet wurden. Deren Angehörige werden in Klagenfurt anwesend sein. Die Rede von Rudolf Heß wird über alle deutschen Sender übertragen werden. Am Nachmittag wird der Stellvertreter des Führers die feierliche Vereidigung der neuernannten Gauleiter der Ostmark im Wapvensaal des Landeshauses in Klagenfurt vornehmen. 4. Jahrgang 20 Kilometer vor Sagunt Salamanca, 21. Juli. Wie der nationale Heeresbericht meldet, wurden an der Tajo=Front im Abschnitt Puente del Arzobisvo(Provinz Toledo) die Orte Azutan und Anval=Moraleio erobert. An der Castellon=Front wurde ein feindlicher Angriff überlegen abgewiesen. Im Westabschnitt der Sagunt=Front konnten neben bedeutsamen Stellungen vier weitere Dörfer besetzt werden. Die Straße zwischen Montanejos und Caudiel wurde abgeschnitten. Der Feind verlor über 3000 Gesangene sowie eine große Anzahl von Waffen und Munition. Die nationale Luftwaffe unterstützte die Infanterie im Sagunt=Gebiet wesentlich und schoß vier rote Flieger ab. Nationalspanische Flugzeuge bombardierten ferner ein Kraftwerk und Kriegsmaterialfabriken in Badalona und Castell de Fells(Provinz Barcelona). Salamanca, 21. Juli. Wie der nationale Heeresbericht meldet, unternahm der Feind an der SaguntFront im Espadan=Gebirge einen erfolglosen Gegenangriff. Die Nationalen besetzten im weiteren Verlauf der Offensive die Ortschaften Torrechiva. Fuente la Reina. Montanejos. Montan und Caudiel. Der Vormarsch dauert an. Von der Hauptstraße Teruel—Sagunt befinden sich jetzt 80 Kilometer in den Händen der Nationalen; bis Sagunt sind es hier nur noch 40 Kilometer. Die nordwestlich von Sagunt bie Nules stehenden Streitkräfte sind noch 20 Kilometer von Sagunt entfernt. Die zwischen dem Espadan=Gebirge und Candiel stehenden Roten werden im Westen von General Varela und im Osten von Arando angegriffen. den Unruhestifter an Ort und Stelle verhören. Man befürchtet eine weitere Ausdehnung des Streits 27 Milliarden für Englands Aufrustung der anderen Seite aber zeigt sich noch manches Zögern. die Folgerung zu ziehen, die den unbeeinflußbaren Kurs einer solchen Politik gewährleisten würden. Zu überraschenden Beschlüssen wird es in Kopenhagen also zunächst noch nicht kommen. Die Konferenz wird aber ein interessantes Stimmungsbarometer sein und ohne Zweifel aufzeigen, daß auch die bevorstehenden Reformversuche der Genfer Institution kaum mehr Aussicht bieten, dieses immer mehr unbrauchbar werdende politische Instrument zu erhalten.„„ M London, 21. Juli. Dem„Dailn Expreß" zufolge haben sämtliche Ministerien die Anweisung erhalten, ihre Ausgaben möglichst einzuschränken. Ausgenommen seien lediglich die Rüstungsausgaben. Das Blatt schätzt die Gesamtausgaben für das fünfjährige Rüttungsvrogramm der Regierung aus 2.2 Milliarden Pfund(eine Summe in dieser Höhe war bieher noch nicht genannt worden). Notizen Am Mittwochabend fand zum Abschluß des offiziellen Teiles des römischen Besuches der ungarischen Staatsmänner ein von Außenminister Graf Ciano im Palazzo Barberini gegebenes Essen statt, zu dem zahlreiche Vertreter der Regierung, der Partei und der italienischen Wehrmacht eingeladen waren. * Der italienische Außenminister empfing den portugiesischen Gesandten in Rom, der mitteilte, daß ihn die vortugiesische Regierung als bei seiner Majestät dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien beglaubigt betrachte. * Der französische Staatspräsident hat eine Einladung des englischen Königs angenommen, sich Anfang nächsten Jahres zu einem offiziellen Besuch nach England zu begeben. * Dr. Hodza empfing am Donnerstag eine viergliedrige Abordnung des Verständigungsausschusses der polnischen Parteien, die über den Fortgang der gesetzgeberischen Vorbereitungen zur Lösung der Nationalitätenfragen unterrichtet wurde. * Das polnische Militärblatt„Polska Ibrojna“ berichtet aus Helsinki, daß aus Sowjetisch=Karelien die letzten militärischen Abteilungen herausgezogen und durch Sonderformationen der GPU. ersetzt worden sind. Diese GPU.=Abteilungen hätten vor allem über die Befestigungsanlagen zu wachen, die beschleunigt längs der sowjetisch=finnischen Grenze errichtet werden. S Deutsche Flugzeuge voran Dietrich führt weiter im Italien=Rundflug Rom, 21. Juli. Beim dritten internationalen Italienrundflug behält der Deutsche Dietrich nach der gestrigen Verbrauchsprüfung mit 115 Punkten immer noch sicher die Führung vor den Italienern Bonzt(104.3), de Bernardi(100.3), Pancera(97.1), Cadel(96.9), Leo (89.8) und Pomo(85.7). Dann folgen die deutschen Messerschmitt=Maschinen mit Riechers(83.6), Mayer (79.6), Friedrich(79.3) und Alefeld(77.9). Italien ist durch den Ausschluß von Colombo einer seiner stärksten Waffen beraubt worden. Bei der Zuverlässigkeitovrüfung am Donnerstag hinterließen die sechs deutschen Maschinen. die weitaus die schnellsten waren und die insgesamt 1760 Kilometer mit einer erstaunlichen Gleichmäßigkeit durchflogen, einen großartigen Eindruck. Dietrich dürfte seinen Vorsorung wieder vergrößert haben und sich am Sonntag in Venedig den Endsieg nicht entgehen lassen. Beim Zuverlässigkeitsflug gab es einige Notlandungen sowie Zeitverluste durch Magnet= und andere Schäden, von denen aber zumeist nur im Mitteloder rückwärtigen Felde liegende Konkurrenten betroffen wurden. Auf der Suche nach„Admiral Karpsanger“ Berlin, 21. Juli. Wie kürzlich mitgeteilt wurde, hatte der Havag=Dampfer„Gera" im Rahmen der Suchaktion nach dem Segelschulschiff„Admiral Karpfanger" den Auftrag erhalten. eine schwarze Viermastbark zu suchen, die in der Nähe der Cav Verdischen Inseln gemeldet worden ist. Dampfer„Gera" hat diese Suchaktion mehrere Tage durchgeführt, ohne den Segler zu finden, und bunkert jetzt in St. Vincent. Da anzunehmen ist, daß der Standort des Sealers inzwischen weiter nördlich ist, hat die Hamburg=Amerika=Linie ihre sämtlichen über den Nerdatlantik fahrenden Schiffe noch einmal angewiesen. den Namen dieses Sealers festzustellen und sofort drahtlos nach Hamburg zu melden. 435 000 Beamte und Angestellte der Gemeinden Neue Aufgaben— mehr Personal. Der Gesamtausschwung des deutschen Staats= und Wirtschaftslebens seit 1933 brachte auch den Gemeinden und Gemeindeverbänden eine Erweiterung ihrer Aufgaben und damit einen zusätzlichen Personalbedarf. Infolgedessen hatten die Kämmereiverwaltungen der Gemeinden und Gemeindeverbände im Deutschen Reich am Stichtag der jüngsten Ermittlung, dem 31. März 1937, einen Bestand von 281029 Beamten und Beamtenanwärtern und 154 282 Angestellten, insgesamt 435 311 Personen. Gegenüber dem Personalstand am 31. März 1936 lag eine Erhöhung um 3.4 v. H. vor. Damit hat der Personalstand der Gemeinden und Gemeindeverbände den Höchststand vom 31. März 1930 überschritten. Diese Entwicklung steht im Einklang mit der des deutschen Wirtschaftslebens. Die nach der Inflation erfolgende Scheinblüte hatte ein Anwachsen des Personalstandes auf 412000 Beamte und Angestellte am 31. März 1930 zur Folge gehabt. Wegen der dann hereinbrechenden Krise ging die Zayl bis zum 31. März 1933 auf 390000 zurück. Litwinow und Woroschilow kaltgestellt Liuschkow über die Intrigenkämpfe im Kreml7 Auch Blücher überwacht Berlin. 21. Juli. Der Mitarbeiter des ungriff", Ivar Lißner, hatte in Mandschukuo eine aufschlußreiche Unterredung mit dem unlängst geflüchteten Sowietgeneral Liuschkow über die Intrigenkämpfe im Kreml. Litwinow, so erklärte Ljuschkow u. a., sei isoliert, sein diplomatischer Apparat zerstört und er habe das Vertrauen bei den Machthabern jeder Garnitur verloren. Auch zu Woroschilow und Blücher habe Stalin kein Vertrauen. Woroschilow sei ihm im höchsten Grade verdächtig. Die sogenannte„Reinigung“ der Armee bedeute nichte anderes als die Ausmerzung der Freunde Woroschilowo. Die angebliche Freundschaft Staline Blücher spiele eine besondere Rolle, sie sei insofern zu vor: handen, weil Blücher in Stalins Augen der Gegenspieler Liuschkow, Blücher zu luge Woroschilows sei. Bezeichnend sei, daß er, selbst von Jeschow beauftragt worden sei, überwachen. Aus diesen Gründen sei seiner Ansicht nach ein Staateumschwung unausbleiblich. Stalin werde fallen und Molotow oder Woroschilow würden seine Nachfolger. Die Zukunft Sowjetrußlands sei düster und verhängnisvoll. Im Innern tiefgehende Unzufriedenheit, nach außen hin Isolierung. In Mittelasten wache die nationalseparatistische Strömung. Moskau antworte mit Massenverhaftungen und mit einer verstärkten Agitation an seinen Grenzen. Das nächste Unruheziel der Moskauer Machthaber sei Mandschukuo. Bajadew zum Staatspräsidenten gewählt Moskau, 21. Juli. Zum Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Rates der RSFSR.(also zum Staatspräsidenten der Großrussischen Bundesrepublik) wurde auf einer Sitzung des Obersten Rates der RSFSR. am Dienstag Bajadew gewählt. Die Personalunion für den Posten, die bisher Kalinin jahrelang vereinte, ist jetzt also fallengelassen worden.(Kalinins Stellung als offizielles Staatsoberhaupt der gesamten Sowietunion ist dadurch natürlich unberührt). Ferner wurden in der üblichen Prozedur 17 stellvertretende Vorsitzende des Präsidiums des Obersten Rates der RSFSR. bestimmt. alles Vertreter der autonomen. zu der RSFSR. gehörenden Republiken. Schließlich wurden 20„Mitglieder des Präsidiums“ ernannt. unter ihnen einige maßgebliche Parteigewaltige, wie Andreiew. Ugarow. Schkiriatowy, Chochlow und Kossarew. Truppenkonzentration um Wladiwostok Verstärkung der sowietrussischen Luft- und Flottenstreitkräfte Tokio. 21. Juli. einem Lagebericht der der koreanisch=sowjetrussischen (Ostasiendienst des DNB.) Nach Zeitung„Tokyo Nichi=Nichi“ von ischen Grenze sind in Wladiwostok 50 000 Mann aller Waffengattungen, besonders aber mechanisierte und motorisierte Einheiten, stationiert. Als äußerer Verteidigungsgürtel der Sowjets sollen sich an der Ostgrenze gegen Mandschukuo zwischen Nikolfk und der Possiet=Bai tausende kleinster befestigter Stellungen befinden, in denen ebenfalls etwa 50000 Rotarmisten stehen. Die Gesamtzahl der in und um Wladiwostok stehenden Sowjettruppen beträgt also 100 000. Die Gesamtstärke der Roten Armee östlich des Baikal=Sees bezifsert der Bericht auf 20 Divisionen mit 400 000 Mann. „Tokyo Nichi=Nicht“ berichtet weiter von einer Verstärkung der Luft= und Flottenbasts Wladiwostoks, wo sich bereits etwa 400 Heeres= und Marineflugzeuge und eine Flottenbesatzung von 20 000 Mann befänden. In den Grenzbezirken seien an Stelle der zwangsweise von Haus und Hof vertriebenen koreanischen Bauern etwa 50 000 ehemalige Soldaten der Roten Armee als Bauern angesiedelt worden. Außerdem erhielten die Reservisten des anlaßt. nächsten Jahres, die sich freiwillig dort ansiedeln wollten, erhebliche staatliche Zuschüsse. Die Schlagkraft der bolschewistischen Truppen, so sagt der Bericht abschließend, habe wahrscheinlich durch die Beseitigung zahlreicher höherer Offiziere stark gelitten. Neuer Zwischenfall Sowjettruppen beschießen mandschurische Grenzschutzabteilungen Tokio. 21. Juli.(Ostasiendienst des DRB.) Aus Hsingking wird bereite wieder ein Grenzzwischenfall gemeldet. Mehrere Angehörige der Sowjetarmeen haben die mandschurische Grenze bei Sutaschan östlich von Mandschuli überschritten und eine mandschurische Grenzschugabteilung unter Feuer genommen. Die mandschurischen Soldaten erwiderten das Feuer und konnten einen Sowietsoldaten festnehmen. Die mandschurischen Behörden haben die umgehende Verstärkung des Grenzschutzes verWirtschaftsverhandlungen mit Frankreich Vier neue Abkommen paraphiert. Paris, 21. Juli. Die seit mehreren Wochen in Paris geführten deutsch=französischen Wirtschaftsverhandlungen haben am Mittwochabend zur Paraphierung mehrerer Abkommen durch die Vorsitzenden der beiden Delegationen. Gesandten Hemmen und den Direktor für Handelsverträge im französischen Wirtschaftsministerium, Alphand. geführt. Es wurden paraphiert: Ein Abkommen über die Eingliederung des Waren= und Zahlungsverkehrs mit Oesterreich in die deutsch=französischen Wirtschaftsabmachungen: ein Abkommen über die Verlängerung der deutschfranzösischen Erz= und Koksabkommen vom Jahre 1937: ein Abkommen über die neuen Kontingente und Zahlungswertgrenzen und schließlich ein Abkommen über die Saarkohlenlieferungen. Die Verhandlungen über die Regelung der österreichischen Finanzfragen werden Ende des Monats in Berlin fortgesetzt. Im Spiegel der Presse Mißfallen im Kreml über den Königsbesuch Der Staatsbesuch des englischen Königspaares in Paris findet absolut nicht den Beifall der„Prawda“. In ihrem säuerlichen Kommentar führt sie aus, daß Moskau der englisch=französischen Freundschaft nur dann Beifall zollen könne, wenn sich diese Freundschaftspolitik eben voll und ganz gegen die autoritaren Staaten richten würde. Leider würden aber, so hat die„Prawda erfahren, mit diesem Königsbesuch auf englischer Seite ganz andere Absichten verbunden. J. B. solle damit die öffentliche Meinung beschwichtigt werden, die mit der „profaschistischen; volitik Chamberlains unzufrieden sei. Aus englischen Pressestimmen folgert das Blatt dann weiter, daß London immer noch an dem Standpunkt festhalte, daß die Entente Paris auf keinen Fall die Handlungsfreiheit in der englischen Regierung beeinträchtigen dürse. Die„Prawda“ lamentiert dazu: In welcher Richtung London seine Handlungsfreiheit auszunutzen pflege, sei ja durch die Nichteinmischung in Spanien, durch das englisch=italienische Abkommen und durch die englische Politik im Fernen Osten hinreichend geklärt. Zum Schluß gibt das Moskauer Blatt seinem französischen Verbündeten den guten Rat, doch nur recht standhaft zu bleiben. Wenn die französischen Regierungskreise nur fest auf ihrem Standpunkt beharren und nicht als gehorsame Schüler in die Fußtapfen der englischen Politik treten würden, dann allenfalls könnte die Entente London=Paris„zur Aufrechterhaltung des Friedens" in Europa dienen. Pariser Meinung:„Nichts Ueberraschendes“. Die französisch=englischen Besprechungen in Paris anlassen den„Temps zu der Feststellung, daß es dabei nicht um eine neue französisch=englische Konferen gehandelt habe, sondern daß man diese Zusammenkunft in den Rahmen der ständigen Zusammenarbeit der beiden Regierungen einschließen müsse. Wichtig sei die in der amtlichen Verlautbarung zum Ausdruck gekommene Feststellung, daß die vollständige Uebereinstimmung der Auffassungen, die schon gelegentlich der Londoner Besprechungen hergestellt wurde, weiterbestehe. Das„Journal des Debats“ erklärt zu den divlomatischen Besprechungen vom Mittwoch, die festgestellte Harmonie der Ansichten enthülle nichts Ueberraschendes. Im Laufe der letzten drei Monate seien die beiden Regierungen in ständiger und enger Fühlung gewesen, und auf allen Gebieten hätten sie in voller Uebereinstimmung gehandelt. Die französische Regierung habe den schweren Fehler der Regierung Blum wieder gutgemacht und die sowietspanische Grenze geschlossen, was den Erfolg im Nichteinmischungsausschuß sichergestellt habe. Es sei weder der Fehler Englands noch derjenige Frankreichs. wenn die Beziehungen mit Italien sich nicht unter den wünschenswerten Bedingungen gebessert hätten. Das Blatt hält es jedoch für angebracht, dessen ungeachtet einen Botschafter nach Rom zu entsenden. Auch das „Journal des Debats“ ist im übrigen der Ansicht. die tschecho=slowakische Frage den Hauptgegenstand Besprechungen gebildet hat. daß der Fahrt durch das Erdbebengebiet in Attika 60 Prozent der Häuser unbewohnbar. Athen, 21. Juli. Das Erdbeben in der Nacht zum Mittwoch war das heftigste, das bisher in Attika beobachtet wurde. Nach dem ersten außerordentlich heftigen Stoß, der ungefähr um 2.30 Uhr erfolgte, liefen in den Wohnvierteln Athens die Leute panikartig auf die Straße. Die ganze Stadt wurde erschüttert, während ein unheimliches Rollen die Erdstöße begleitete. Auf einer Fahrt durch das Erdbebengebiet stellte der Berichterstatter des DRB. fest, daß rund 20 Prozent der Häuser vollständig zerstört und 40 Prozent nicht bewohnbar sind, während der Rest ausbesserungsbedürftig erscheint. Der Ort Oropos und die Flüchtlingskolonie NeaPalatia wurden besonders stark heimgesucht. Augenzeugen sagten, sie hätten das Gefühl gehabt, als ob die ganze Gegend in die Luft gesprengt würde. Alle Bewohner stürzten auf die Straßen und sahen zu ihrem Schrecken Rauch und Flammen aus den zusammengestürzten Häusern aufsteigen. Sie stehen auch jetzt noch unter dem furchtbaren Eindruck des Ereignisses. Frauen sitzen vor rer zerstörten Habe und weinen vor sich hin. Die Verwundeten wurden ins Freie gelegt, da man weitere Einstürze befürchtete. Viele Bewohner suchen noch immer in den Ruinen nach verschütteten Angohörigen. Sie können aber meist die Trümmer nicht vor Ankunft der Hilfszüge Große Panik herrschte auch im Gefängnis von Orpos. Fhi, Ein Teil der Gefangenen sah plötzlich ihre freiheite posse Exffärungen grseten zerstörenden Gitter verschwinden und nur die Kaltblütigkeit der Wärter verhinderte einen Ausbruch der Gefangenen. Schwere Flugzeugunfälle in den USA. Neunork. 21. Juli. In den Oststaaten von USA. ereigneten sich gestern eine Reihe von Flugzeugunfällen, wobei insgesamt acht Personen umkamen. Bei Bellevillec im Staate Illinois stürzte ein Armeeflugzeug während eines Uebungsfluges ab. Die beiden Insassen wurden getötet. Polnische Warnung: Die Tschechen sind nur Minderheit! Der rechtseingestellte„Dziennik Narodowy“ in Warschau. das Hauptorgan der früher panslawischen Gedankengängen sehr zugänglichen Nationaldemokratischen Nationalen Partei, befaßt sich am Donnerstag mit der tschechischen Minderheitenpolitik. In Prag möge man nicht vergessen, so schreibt das Blatt, daß Zwangsmaßnahmen gegen die volnische Minderheit, wie sie neuerdings wieder stattfinden, jede Verständigung zwischen der tschechoslowakischen Regierung und der polnischen Minderheit erschweren ja daß dieses Verhalten nicht ohne Einfluß auf die Gestaltung der Gesamtbeziehungen zwischen Polen und der TschechoSlowakei bleiben könnte. Die innere Lage der tschechoslawakischen Republik sei so, daß man an sich von ihrer Regierung etwas mehr Vorsicht und Umsicht erwarten könnte. Die Tschechen sollten nicht vergessen, daß sie in der tschecho=slowakischen Republik eine Minderheit bilden. lasse sich nicht mehr weniger geräuschvolle Erklärungen ersetzen. Eine grundsätzliche Wandlung der Innenpolitik sei unerläßlich. Alle Frauen einmal unter einem Hut Berlin, 21. Juli. Mit Genehmigung des Reichssportführers wird für die Dienstkleidung der Frauen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen ein einheitlicher Hut eingeführt. Während der Festwoche zum Deutschen Turn= und Sportfest in Breslau ist dieser Hut dort erhältlich. E Roman einer seltsamen Ehe ITE von Evering Eschhues cmm des Glückes Prometheus-Verlag Dr. Eichacker. Oröbenzell bei München 27. Fortsetzung. 21. Kavitel. Der alte Hilgen brachte seine Kinder selbst zur Bahn. „Das war ein ganzes Fest... so schön hätte ich es mir nicht ausgemalt!" begeisterte er sich ehrlich.„Aber. offen gesagt— eure Mienen gefallen mir nicht recht...“ „Aber Vater...!“ sagte Elsbeth lächelnd und zog Peter fester an sich. „Komödie... Komödie!" dachte Wartenberg und wehrte sich nicht. „Na... na... ich will aber auch meinen...!“ kam die Skimme des Alten wieder.„Das nächste Fest“ — er lächte herzlich—„sieht anders aus. Da wird der Graßveva Hilgen seinen Enkel auf dem Arm halten...!“ Entsetzt riß Elsbeth sich vom Arm ihres Mannes los. Sie wurde wachsbleich. Der alte Hilgen deutete das Benehmen seiner Tochter salsch. „Ich erwarte, daß es ein strammer Junge ist!" prahlte er mit komischem Ernst „Wo steckt denn unsere Carla Grothues?“ sagte Elsbeth plötzlich schnell und unvermittelt. Sie konnte die Worte des Vaters nicht mehr ertragen. „Carla Grothues ist gut aufgehoben!“ kam die Antwort Peters.„Ich habe sie beurlaubt. Sie wollte ein wenig ausspannen. Wenn nicht alles trügt, dann dat der junge Ingenieur Feuer gefangen...“ Er beobachtete Elsbeth bei diesen Worten sehr scharf. Sie fühlte seine prüfenden Blicke und eine Welle der Verlegenheit trieb brennende Röte in ihr Gesicht. Der alte Hilgen konnte sich nicht genug tun. im Lobe Tbeo Heeningers. Ein geschickter. tüchtiger Kerl! Hat die Spezialmaschinen fir eingebaut. Bin ihm dankbar. Lieferungen geraten so nicht ins Stocken.“ Peter und Elsbeth schwiegen. Auf dem Bahnsteig drückte der Vater den Kindern noch einmal die Hand „Allo ein Junge muß es sein!" lachte er unbekümmert. „Und vergeßt nicht, daß ich der Pate werde!" Der Zug brauste durchs Land., Sie saßen allein im Abteil. „Du kennst Henninger und verleugnest ihn!“ sagte Peter plötzlich aus dem Schweigen heraus. Sie zuckte zusammen. „Du weißt.. „Ja!“ sagte er fest. „Verstehst du mich denn nicht...? Weil ich dich lieb habe, weil ich alles vermeiden will, was unser Verhältnis noch weiter zerstören könnte, weil jedes neue Mißverständnis die Wege weiter versperrt! Darum verleugnete ich ihn. Peter... verstehe mich doch!“ Er sah ihre bittenden Augen. ihre zitternden Hände. Ein weiches Gefühl stieg in ihm auf. Wie sie ihn mit ihren schimmernden Blicken so lieb anschaute! Ach, hätte er doch die hobe trennende Mauer einstoßen können! Aber sie stand unerschütterlich und fest. Selbst Dr. Velnau wußte davon. Dr. Felden war der Name des anderen. Brüsk und mit einem verbissenen Lächeln auf den Livven wandte sich Peter ab. Er stand auf und stellte sich an das Fenster. In immer neuen Variationen wandelte sich das norddeutsche Landschaftsbild der Weite. des Gleichmuts und der Stille ab. das draußen vorbeiglitt. „Du bist hart und ungerecht!“ hörte er ihre bittende Stimme. Kalt lächelnd wandte er sich um. Sie erschrak. Wie müde und traurig sein Gesicht war. Ein quälender, drückender Schmerz war in ihrer Brust. Er krallte sich fest. Wie oft schon hatte sie Worte gesagt, die alles Vergangene zudecken sollten! Wie hatte sie ihren Stolz niedergerungen, die Hand gereicht... er aber... hatte mit leeren Augen über sie hinweggesehen! Immer wieder. Nein. sie ertrug es nicht länger. Eine wilde Sehnsucht überfiel sie, alles zu vergessen. Fort von ihm! Weit fort! Aber wohin? Was tun? Nun kam ihr auch die Unterredung mit Onkel Velnau in den Sinn. Peter hatte also damals das Geld gegeben. Und sie— mein Gott— sie hatte ihm den Vorwurf gemacht, daß er sich durch seine Heirat finanziell gesichert habe...! Furchtbar! In plötzlichem Entsetzen schlug sie ihre Hände vor das Gesicht und weinte hemmungslos auf. „Nun...! Warum...?“ sagte er hilflos. die Fülle des Erbarmens, die in ihm aufstieg, gewaltsam zudeckend. „Es ist nichts!“. Sie hatte sich wieder in der Gewalt „Bevor wir auseinandergehen“, sagte sie stockend „möchte ich noch eine geschäftliche Angelegenheit geklärt haben. Ich weiß heute, daß du damals Panas Geschäft gerettet hast. Daß überhaupt Schwierigkeiten waren ahnte ich nicht. Ich bitte um Verzeihung wegen des Wortes von damals! Und ich bin dir ja so dankbar. daß du geholfen hast! Onkel Velnau hat mir alles Celagt!“ „Und weshalb rührst du die Dinge an. die längst vergessen sind?“ sagte er. „Weil... weil... ich deine Güte nicht geschenkt haben will. Du hast mich in dem Glauben gelassen, daß es meine Mitgift sei. von der ich bisher lebte...! Nun aber...!“ Ihre Stimme war ganz leise geworden. „Nun aber...“ „Ich ertrage es nicht... dieses Gefühl... ich will auf Heller und Pfennig zurückgeben...!“ Ein unendlich elendes Gefühl schoß plötzlich in ihm hoch. Ein einziger marternder Gedanke beherrschte ihn. Zahlen wollte sie ihm. Mit Geld verrechnen, was er an Liebe und Güte hätte schenken mögen. Sein kühler. stolzer Charakter war tief getroffen. Das war das Ende. Aus! Schluß! „Danke!“ ging jetzt seine harte Stimme.„Dein Vorschlag bat mir bewiesen, auf welchem Grunde du unser Verhältnis aufgebaut siehst. Geld. Schmutziges Geld. Vermengt mit Liebe! Die Ehefrau zahlt dem Manne zurück! Habaha!" Ein irres Lachen erschütterte den Raum. Elsbeths Augen waren weit und entsetzt. „Peter...! Verstehst du mich deny nicht?“ Aschgrau und verzerrt sah sie sein Gesicht. Sie sprang auf. schüttelte seine Schultern. „Du... du... weißt du überhaupt, was Stolz und Ehre einer Frau bedeuten? Ist es eine Kränkung. wenn ich dich bitte, das zurückzunehmen, für das ich dir bis heute nichts... gar nichts geben konnte...! Ja ... wäre unsere Liebe wahrhaft, wäre sie unser Glück. dann hättest du mich beschenken können wie eine Königin. dann hätte ich jedes Geschenk als neue beglückende Huldigung entgegengenommen... als herrliches Pfand neuer Seligkeit! Jetzt aber... beschämt und beleidigt mich ieder Pfennig. der mir von deiner Gnade zukommt! Ich will keine Gnade, ich will Liebe... Liebe!" Leidenschaftlich sprangen ibn ihre Worte an. Für eine Sekunde nur kam ihm der Gedanke, wie herrlich diese Frau war... in ihrem Stolz. Ja. er verstand nun. weshalb sie ihm seine Geschenke wie eine Schuld zurückgeben wollte! Und doch sah er nicht die unsichtbare Brücke, die in diesem Augenblick vom Schicksal gespannt war. damit er den Weg zu Elsbeth geben konnte. Ein eigensinniger Groll war es vielleicht, der ihn jetzt sprechen ließ. „Geld und Liebe! Nein, das sind Dinge. die nicht auf einer Rechnung stehen können Wir bauten unsere Ehe eben auf salschen Voraussetzungen auf! Wir denken und fühlen anders!" Da sank Elsdeth ineinander. Sinnlos schten ihr der Kampf für ihr Glück. Nein. es gab keinen Weg. der sie zueinander führen konnte. Mochte alles seinen Lauf nehmen. Die Räder des Zuges glitten in diesem Augenblick über die Weichen eines Bahnhofs. Sie hämmerten einen kurzen, harten Takt. In Berlin warteten auf Peter neue Aufgaben. Die Programme für die Winterkonzerte wurden vorbereitet. Dirigenten und Orchester notierten Wartenbergs Namen. Für eine Reihe von wesentlichen Einzelkonzerten und Solovartien in musikalischen Abenden sollte er verpflichtet werden. Das mißglückte Konzert in Holland hatte nur kurze Zeit einige wenige Kritiker beunruhigt. Im übrigen erinnerte man sich der unerhörten künstlerischen Leistungen Wartenbergs, die im letzten Winter seinen Ruhm b#### gründeten. Nach der Beerdigung des alten Direktors Förl versuchte man, Wartenberg für bestimmte Veranstaltungen zu binden. Er aber lehnte bestimmt ab. Es war ein Kovsschütteln, ein Nichtverstehen bei den Direktoren. „Der Tod des alten guten Förl ist ihm zu nahe gegangen. Wir wollen ihm einige Tage Zeit lassen!“ meinte man. Wartenberg aber hatte immer deutlicher erkannt, daß sein Spiel flach und ohne seelische Vertiefung war. Wie stark er sich auch dagegen wehrte, in seinem Künstlertum vermißte man die schöpferische Fülle. Carla Grothues hatte es ihm kurz vor der Abreise aus Amsterdam gesagt:„Ihrer Arbeit fehlt die seberische Schönheit!“ Diese Erkenntnis war für ihn surchtbar. Aber die Zerrissenheit, die Unwürdigkeit seines Verhältnisses zur Frau, die er von Tag zu Tag mehr liebte, dieses Ungeheuerliche hatte seine sonst so glutende Künstlerscele erdrückt. Er lebte wie auf einem toten Krater. Unerfüllt und sinnlos war sein Dasein. Wie konnte es den schönferischen Funken in ihm entzünden und leuchten lassen? Alle Anfragen der Konzertgemeinschaften und Konzertdirektoren wies er zurück. Das Erlebnis in der Amsterdamer Buten=Oper stand als grausame Erinnerung hinter seinen leeren Tagen. Eine Verpflichtung allerdings mußte Peter Wartenberg einlösen. Die Trion=Gesellschaft hatte ihn bereits vor Jahresfrist für das erste große Winterkonzert, das immer eine künstlerische Sensation für Beilin war. vertraglich festgelegt. Da gab es kein Zurück. Die Plakate trugen bereits seinen Namen. die Zeitungen sprachen von seiner künstlerischen Mission. Peter schloß sich tagelang in seinem Zimmer ein. Er übte und probte. Aber das Herz schwang nicht mit. Der Ton der Girolamo Amati war hart und winzig. Spiel ohne Seele. (Fortsetzung folgt.) Nr. 169(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Freitag, den 22. Juli 1958 Herne im westdeutschen Kanalverkehr Die Wechlelwirkung mit dem Rhein.— Lebhafter Verkehr mit Mitteldeutichland. Eröffnung des Mittellandkanals noch In dielem Jahre. Die Verkehrstätigkeit der westdeutschen Kanäle einschließlich Mittellandkanal ist in ihrer Wechselwirkung mit dem Rhein bekanntermaßen wesentlich stärker als mit den Küsten und über den Mittellandkanal, da jene weit über die Hälfte des Gesamtverkehrs umfaßt. An erster Stelle in diesem Verkehr steht der Rhein-Herne-Kanal, der 1936 in der Richtung vom Rhein her knapp die Hälfte, in umgekehrter Richtung noch über drei Viertel des gesamten Wechselverkehrs bestritt. In der Talfahrt überwiegt natürgemäß bei weitem der Kohleverkehr mit etwa 8 Millionen Tonnen oder 80 v. H. für 1935, während im Verkehr vom Rhein aus der Erzverkehr. der bisher diesen Kanal mit 65 v. H. beanspruchte, seit 1937 den Wesel=Datteln=Kanal mitbenutzt. Sowohl für den Kohlen= wie für den Erzverkehr läßt sich seit 1932 ein Rückgang in der Anteilziffer des Rhein=HerneKanals am gesamten Wechselverkehr feststellen. Von 4932 bis 1936 sank dieser Anteil nach zwischendurch ingetretenen Anstiegen in der Verkehrsbeziehung vom Rhein aus von 52 v. H. um 3,8 auf 48,2 v. H. und in der umgekehrten Richtung von 82,4 v. H. um 6 auf 76,4 v. H. Der Grund liegt im Rückgang der beiden Hauptverkehrsgüter, der Kohlen und Erze, unter der stärkeren Einwirkung des Mittellandkanals. Die Verkehrsgüter nach den Kanälen hin— Sand, Kies, Steine, Holz usw.— vermehrten sich zwar sehr beträchtlich, ohne jedoch entfernt an den Umfang der beiden Hauptgüter heranzureichen. Die beiden Flügel des Lippe-Seitenkanals unterscheiden sich insofern in ihrer Verkehrstätigkeit voneinander, als der westliche Teil, der zur Entlastung des Rhein=Herne=Kanals erbaute Wesel=Datteln=Kanal, bei geringem Empfang vom Rhein aus vorwiegend zum Rhein hin liefert(mit der erwähnten Neuerung seit 1937). Beim östlichen Teil, dem Datteln=Hamm=Kanal, ist das Beteiligungsverhältnis insofern genau umgekehrt, als er bei sehr geringem Versand nach dem Rhein die Beförderung der von dort kommenden Draht= und Feinblechmengen zur Weiterverarbeitung durch die Werke in Hamm übernimmt. Ihnen schließen sich die Sand=, Kies= und Holztransporte aus dieser Richtung an. Der Anteil des ganzen LippeSeitenkanals an dem gesamten Wechselverkehr des Rheins mit den Kanälen betrug 1936 in der Richtung vom Strom her 8,2 v. H. und 6,4 v. H. in entgegengesetzter Richtung. Seine Bedeutung steigt mit dem Vorrücken der Zechen nach Norden. Im Wechselverkehr des Rheins mit dem Dortmund-Ems-Kanal stellte sich 1936 der Anteil an dem in Rede stehenden Gesamtverkehr auf 34,2 v. H. in der Richtung vom Rhein und auf 7,4 v. H. in umgekehrter Richtung. Der Verkehr über diesen bekanntlich im Umbau für das 1500=Tonnen=Schiff befindlichen Wasserweg entföllt zum größeren Teil auf seine südliche Strecke, obwohl auch der Wechselverkehr zwischen Rhein und Emden in letzter Zeit eine steigende Linie aufzuweisen hat. 1936 betrug der Wechselverkehr zwischen Rhein und Emden 288000 Tonnen, wovon drei Viertel vom Rhein herstammten. Kies und Sand stehen an erster Stelle, dann folgen Kohlen und darauf Eisenwaren, Holz und Düngemittel. Im Verkehr rheinwärts wogen Mehl und Getreide bei weitem vor Der südliche Teil des Dortmund=Ems=Kanals mit einem etwa 2,3 Millionen Tonnen betragenden Gesamtverkehr mit dem Rhein beförderte in der Rich tung vom Rhein her fast 70 v. H. Kies und Sand, lionen Tonnen für 1936. Im übrigen bestand der vom Rhein kommende Verkehr in Eisen, Eisenwaren und Holz bei rückläufigem Getreideverkehr. In der entgegengesetzten Richtung; zum Rhein hin erhielt der Verkehr zu 70 v. H. sein Gepräge durch den Kohlenverkehr mit 500000 Tonnen für 1936, ohne bisher stetige Zunahme zu zeigen, weil eine starke Kohlenabfuhr vom südlichen DortmundEms-Kanal(Herne) nach dem Mittellandkanal für die Peiner Hütten stattfand. Außer den zum Rhein verschifften Kohlenmengen gingen in einer gegen die Vorkriegszeit rückläufigen Entwicklung Eisen und Eisenwaren dorthin, während Teeröl und sonstige chemische Erzeugnisse mit 7 v. H. der Gesamtfrachtmengen eine Steigerung erkennen ließen. Der Mittellandkanal. Der Wechselverkehr zwischen Rhein und Mittellandkanal nahm von 1932 bis 1936 in der Verkehrsbeziehung vom Rhein her um mehr als das Vierfache zu, während der Versand zum Rhein sich beinahe verdreifachte, so daß sein Anteil in beiden Richtungen auf 18,4 v. H. des gesamten Wechselverkehrs anwuchs und 1,5 Millionen Tonnen betrug. Hier kommen deutlich die Wirkungen der Rohstoffbefriedigung der Wirtschaft aus eigener Kraft zum Ausdruck, weil die mitteldeutschen Erze, Kalisalze, Salz und Düngemittel sowie das dem Osten entstammende Getreide schon in steigenden Mengen den Wasserweg nach Westen suchen. Allein der Versand der Salzgittererze auf dem Mittellandkanal stieg von 4400 Tonnen für 1932 auf 470 700 Tonnen für 1936, also mehr als hundertfach! Der Anteil des Erzverkehrs an dem gesamten Verkehr des Mittellandkanals zum Rhein stieg damit von 1,1 auf 46,6 v. H. und rückte an die erste Stelle. Der vom Mittellandkanal zum Rhein gehende Versand stammt zum größten Teil aus den östlich der Weser gelegenen Häfen, und der über ihn gehende Empfang des östlichen Teils versechsfachte sich. Die Sendungen an Steinen, Sand, Kies, Eisen, Eisenwaren, landwirtschaftlichen Maschinen, Getreide, Mehl suchten, auch besonders mit den Baustoffen, die Gebiete um Braunschweig und Hil desheim auf. Hier fallen die gewaltigen Mengen von Baumaterial für die Volkswagenwerke in Fallersleben ins Gewicht. Diese Sendungen verzwölffachen ihren Anteil am Gesamtverkehr. Die Kohlenverladungen vom Rhein her verdreifachten sich auf 58000 Tonnen gegen 1932, obwohl natürlich ihre Anteilziffer am Gesamtverkehr sank. Die weitere, voraussichtlich sehr starke Entwicklung des Wechselverkehrs zwischen dem Rhein und seinen Kanälen, besonders auch mit dem Mittellandkanal, dürfte sich bald nach dessen Eröffnung in diesem Jahre zeigen. S. M. Zusätzliche Erfassungsmaßnahmen für Altpapier und Schrott Während immer noch beträchtliche Mengen von Schrott eingeführt werden müssen. verdirbt insbesondere auf den Lande noch derartig viel herrenloses Altmaterial. Die Einfuhr betrug in den ersten 4 Monaten 1937 ungefähr 93.800 To., in der gleichen Zeit 1938 rund 325000 To. im Werte von 18.5 Millionen RM. Aus diesem Grunde ist die Erfassung des Altmaterials ein Gebot der Vernunft. Deshalb wird in der Zeit ab Mitte Juli bis zum 30. September 1938(ausgenommen jeweils die Tage der Pflichtsammelzeiten, d. i. vom 1. bis 10. jedes Monats) auf Anordnung der Obersten SA.=Führung und im Einvernehmen mit dem Reichskommissar für Altmaterial= verwertung die SA. eine große zusätzliche Erfassungsaktion von Altpapier u. Schrott durchführen. Es ist Pflicht jedes Volksgenossen. diese Aktion tatkräftig zu unterstützen. Um die Sammelaktion zu fördern und alles Altmaterial zu erfassen, ist es angebracht. ins besondere Haussammelstellen einzurichten. Besonders ist auch darauf zu achten, daß der Schrott, der in ländlichen Gebieten in Kiesgruben und Wäldern lagert, erfaßt wird. Die neueinrichtung des Emschertalmuseums Stand der Arbeiten auf Schloß Strünkede.— Mitte September hofft man fertig zu sein. Keine Ausgrabungsfunde auf dem Schloßhof. Die Herrichtung des Schlosses Strünkede zu einem schmucken Heimatmuseum und die Einrichtung dieses Museums selbst nehmen doch längere Zeit in Anspruch, als man ursprünglich angenommen hatte. Dies liegt hauptsächlich daran, daß die Arbeitskräfte nicht immer in der wünschenswerten Weise zur Verfügung stehen. Nachdem man zuerst die gesamten Räume des Obergeschosses durch Herausnehmen junger Zwischenwände in ihrer ursprünglichen, von Außenwand zu Außenwand reichenden Weite wiederhergestellt und durch Instandsetzung und hellen Anstrich freundlich gestaltet hatte, wurde das äußere Mauerwerk des Schlosses auf der Hofseite durch Säuberung und helle Ausfugung in eine überraschend sauber und gefällig geratene Form gebracht, die die baulichen und für die Baugeschichte des Schlosses aufschlußreichen Einzelheiten vortrefflich hervortreten läßt. Gegenwärtig sind Pflichtarbeiter damit beschäftigt, den ungepflegten Schloßhof mit seinem schattigen Baumbestand gärtnerisch herzurichten. Der Springbrunnen in der Hofmitte und das häßliche Musikpodium an der Schloßwand sind bereits entfernt. Ebenso sind zwischen der Innen= und Außengräfte gärtnerische der Entstehung begriffen. Uebrigens ine Jante kast.... denen sich mit 14,2 v. H. der Erzverkehr anschleg AWEBCKy 1931 betrug der Erzverkehr noch, vom Oberrhein un## LRIRT Copyrisht br Verlag Oskar Meister Werdau zum größten Teil von den Rheinmündungen Lontittnngunnunnnsemanssnzungununmmunzunmummzunnugins mend, mehr als 600000 Tonnen, um 1936 auf 2240 fallen. In derselben Zeit stieg abach Tonnen zu die Erzanfuhr in erster Linie über En. den, sodann aber auch aus dem Salzgittergeb"" über den Mittellandkanal(Peine), für d#ag südlichen Dortmund=Ems=Kanal um das Fünffalihr und Neunzigfache in der Gesamthöhe von 2,34 Mach ied Wie Tacitus 5 und wie sie in Die Germania des Tacitus ist eine der wichtialde Quellen zur Kenntnis der germanischen Frühgeschichtno nicht die wichtigste Quelle und auch nicht die einz Quelle. Es ist auch nach dieser Hinsicht sehr bedauerlnen daß die Annalen des römischen Historikers uns n##### überkommen sind; sie hätten sicherlich weite Strecken Geschichte unserer Vorfahren, über die nun Dunkel lie aufhellen können. Auch in den Annalen mag mancher gestanden haben über die Germanen, was schief winn aber sicherlich wären sie trotz allem eine wichtige den schichtsquelle. Man muß bei der Betrachtung der Gerr mania des Tacitus bedenken, daß Tacitus aus ei, gewissen Tendenz heraus schrieb. Er war einmal Resich likaner, der im Gegensatz stand zu den Cäsaren, die llso Rhein Krieg führten, und zum anderen wollte er bei ald Schilderung der Sittenreinheit unserer Vorfahren seitlte eigenen sittenlosen Zeit den Spiegel vorhalten. Tacivas selbst war nie in Germanien. Er benutzte die We früherer Historiker— Tacitus schrieb um das Jahr 1 nach der Zeitwende, und schon mehr als zweihundsie. Jahre vorher waren die Römer mit den Germanen Berührung gekommen— und die zeitgenössischen Quell die ihm durch Soldaten und Händler reichlich zur Vase fügung standen. Bei der eigenen Unkenntnis der tensächlichen Verhältnisse war es ihm freilich nicht möglistWahres von Falschem zu unterscheiden, und wenn er s#t auch nicht gerade hat Bären aufbinden lassen, so hat sin. in seinem Bericht über die Sitte und das Leben doat sehr viel eingeschlichen, was eben nur oberflächlichm, Kenntnis oder barem Mißverstehen tatsächlicher Verhäln nisse entsprang. So hätte die Germania nicht die einzige Queige unserer Kenntnis über Germanien sein dürfen wie es lange Jahrzehnte gewesen ist. Nun hat sich Studienrat Dr. Hans Philipp als stellvertretender staatliche Vertrauensmann für kulturgeschichtliche„Bodenkung Groß=Berlin daran gemacht, seine in erster Auflagn bereits 1926 erschienene Bearbeitung der Germania de Tacitus im Verlage F. A. Brockhaus. Leipzig. in neue und ihr einen Antrag machen. Dabei sind Tanten, selbst so reizenden Formats wie du, unerwünscht.“ „om ja, das sehe ich ein. Aber was soll aus mir werden? „Dich lege ich Boberg an die justizrätliche Brust. meine Teure. Er brennt darauf... eine so geniale Schwindlerin kennenzulernen!“ Frau Bosch sah den Nessen an und las in seinen Augen ... Verrat! „Henry. du hast alles ausgevläudert?“ „Stimmt auffallend. Mutzlein. Und nun komm!" Anne Bosch ließ sich fort= und zu Boberg führen. Der wartete mit seiner Schwester am Auto die Hausbesichtigung ab. „Hier ist ne. Herr Justierat.“ sagte Henro mit Grabesstimme. Boberg betrachtete die winzige Dame über den Kneiferrand. „Als Amtsperson müßte ich Sie zur nächsten Polizeiwache bringen und wegen falscher Namensführung Haft beantragen, gnädige Frau. Ein paar Wochen Knast sind Ihnen sicher.“ „Oooch. und ich habe mich schon so auf lebenslängliche Todesstrafe gefreut.“ sagte Mutz uneingeschüchtert. „Als Privatmensch freue ich mich riesig. Ihre Bekanntschaft zu machen.“ „Ich mich auch.“ versicherte Mutz.„Aber der Henry ist ein Schwätzer. Dabei geht die Rede, daß Männer ein Geheimnis bewahren können. Na. das ist eben auch Uebertreibung, wie vieles andere beim starken Geschlecht. Sie werden doch Schweigen bewahren. Justizrat?" Boberg hob den Schwurfinger „Bis daß die Bombe platzt. Ich gonne Frau Habermann den Reinfall.“ Henry war ins Haus zurückgekehrt. Er fand Willibald. Röschen und Imna in einem kleinen, lustig tavezierten Raum. darstellen soll, soll eine besonders stilvolle Note erhalten. Inzwischen hat die Einrichtung des Museums selbst erfreuliche Fortschritte gemacht. Die geologische, vorgeschichtliche und frühgeschichtliche Darstellung der heimatlichen Vergangenheit, die im großen sog.„Rittersaale“ und in dem großen Eckturm untergebracht ist, ist sozusagen fertig und läßt erkennen, mit welch anschaulichen und neuzeitlichen Mitteln hier ein Aufbau entstanden ist, der nicht nur schon beim Eintritt durch seine Gesamtanordnung gefällt, sondern in jeder Einzelheit die liebevolle Vertiefung in den Stoff und den Geist des Besuchers verrät. Hier wird auch der einfachste Besucher gefesselt und interessiert. Ueberraschend wirkt auch der große kulturgeschichtliche Raum mit Möbeln und Hausrat der alten Herner. Hier kommen die Gegenstände ganz anders zur Geltung wie in der Zusammenpferchung im alten Museum. Man freut sich schon jetzt darauf, wie alles wirken wird, wenn es fertig ist. In dem Raum über dem Portal, wo man Bilder aus dem alten Herne finden wird, wird ganz besonders ein großes Modell des alten Dorfes die Besucher fesseln, das nach den Katasterkarten von 1823 angefertigt wurde und fasthis#n Frühjahr würde hier alles blühen. Henry war dem Mädchen gefolgt. „Die beiden sind surchtbar glücklich.“ sagte er neidisch „Ja. und darüber freue ich mich.“ .„Ich möchte auch... ich wollte sagen, es muß sehr hubsch sein, ein eigenes Haus zu haben.. In diesem Augenblick erschien der stolze Willibald, das Röschen am Arm. „Wissen Sie, was ich heute noch tue. Fräulein Schütte“ Ich kündige der Majorin das Quartier. Es wird ihr ja nicht recht sein und... und Fräulein Nickel auch nicht Aber darauf können wir keine Rücksicht nehmen. nicht wahr. Schatz?“ Häschen nickte. Sie freute sich, daß Lilo bei Willibald nun wieder zum„Fräulein Nickel“ geworden war. „Und wenn Fräulein Nickel meinen Schlager vervatzt komponiere ich ihn in ein Wiegenlied um" beschloß Herr Hase. ##an verließ den Hasenbau, um den vorgenommenen Waldspaziergang zu machen. Leider wurde nichts aus venrys Alleinsein mit Irma. Die glücklichen Hases be gleiteten die beiden, weil sie furchtbar mitteilungs bedürftig waren. Sie schmiedeten Pläne für die Zukunft. richteten das Haus ein, rechneten und hatten den Himmel voller Geigen. „Wenn das Geld langt, kause ich dir ein Kinderzimmer in rosa Schleiflack. Häschen.“ versprach Willibald. Eigentlich wollte Henry auf die beiden Störenfriede böse sein. aber er brachte es nicht übers Herz. Nur eine kleine Bosheit leistete er sich. „Das Kinderzimmer müßte eigentlich die Hamburger Tante spendieren,“ meinte er. Röschen guckte ihn unsicher an und wurde verlegen. „Ach, ich weiß nicht... hm. das wird nicht gut geben. „Oho, dazu ist sie einfach verpflichtet,“ rief Henry „Ich werde ihr das mal beibiegen."“ Irgendwoher schlug eine Turmuhr mit sieben hallenden Schlägen. Irma erschrak. „Es ist ja schon furchtbar spät. Ich muß sofort nach Hase. sonst ist Frau Habermann ungehalten.“ sagte sihaitig. Henry wünschte Frau Habermann zu allen Teuselm Man fuhr in die Stadt zurück, setzte den Justizr „Die Beleitigung, die ich gegen.. Schutz der Ehre und Abwägung berechtigter Interessen.— Der Widerruf unwahrer ehrverletzender Behauptungen. Die neuere Rechtsprechung des Reichsgerichts gewährt im Anschluß an die für die sogen. quafinegatorische Unterlassungsklage entwickelten Grundsätze einen Anspruch auf den Widerruf unwahrer ehrverletzender Behauptungen auch bei nur objektiver Rechtsverletzung deswegen, weil es ein Gebot der Gerechtigkeit ist, eine fortdauernde widerrechtliche Beeinträchtigung ohne Rücksicht auf die Schuldfrage zu beseitigen. Es handelt sich in den Fällen, in denen durch eine solche Handlung ein dauernd schädigender Zustand geschaffen ist, darum, die fortwirkenden Folgen des Tuns durch Wiederherstellung des früheren Zustandes gemäß§ 249 BGB. durch einen Widerruf zu beseitigen. Eine auch nur objektiv widerechtliche Beeinträchtigung liegt aber in der Beleidigung, die in Wahrnehmung berechtigter Interessen gemacht ist, nicht. Demnach kann auch in der sväteren Aufrecherhaltung dieser Beleidigung keine Widerrechtlichkeit liegen, solange der Beleidiger an der Aufrechterhaltung der Beleidigung ein brechtigtes Interesse hat. Solange ist somit auch kein Anspruch auf Widerruf gegeben. Ein berechtigtes Interesse des Beleidigers liegt aber nur dann vor, wenn sein Interesse, das durch den Ausschluß der Widerrechtlichkeit geschützt werden soll. wesentlicher ist, als das Interesse des Beleidigten an der Reinerhaltung seiner Ehre. Es müssen die beiden Interessen gegeneinander abgewogen werden. es muß die Verletzung der fremden Ehre als durch die Umstände des Falls geboten erscheinen. Ein Zweifel des Beleidigers von der Wahrheit seiner Behauptungen kann schon genügen. die Wahrnehmung berechtigter Interessen auszuschließen und auch die Art der Verbreitung kann dazu führen, das Vorliegen einer Wahrnehmung berechtigter Interessen auszuschalten. Hält der Beleidiger selbst die ehrenrührigen Tatsachen, die er behauptet, nicht für unbedingt wahr, so kann nicht zweifelhaft sein, daß bei der Abwägung der Interessen der Schutz der Ehre der Behauptung von Tatsachen, an deren Richtigkeit der Behauptende selbst Zweifel hegt. vorzugehen bat. Diese Grundsätze der Interessenabwägung erhalten besondere Bedeutung dann, wie das Reichsarbeitsgericht in seiner Entscheidung 188/37 vom 9. 2. 1938 betont, wenn die die Ehre eines anderen antastende Beschuldigung in der Oeffentlichkeit erhoben und damit einem unbestimmt großen Kreis von Personen zugänglich gemacht wird, die nicht in der Lage sind. die Beschuldigungen nachzuprüfen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Gesundheitsführung in der Ernährung Ziel der Ernährungspolitik: Der leistungsfähige und langlebige Mensch. Die von den dierfür zuständigen Stellen herausgegebene Zeitschrift„Die Ernährung“ veröffentlicht ein Referat des Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes. Professor Dr. Reiter. über die Gesundheitsführung in der Ernährung. Präsident Reiter betnot, daß bisher von einer Gesundheitsführung auf diesem vielleicht wichtigsten Gebiet menschlichen Lebens gar keine Rede war. Vorsichtig müsse man sein mit der Empfehlung einseitiger Ernährungsformen. Wenn im allgemeinen vor jeder Einseitigkeit zu warnen sei. so werde doch mancher Mensch sich gerade bei einer gewissen Einseitigkeit der Ernährung am gesundesten fühlen und die großen Leistungen erreichen. Diesen Menschen solle nicht verwehrt werden, ihre ihnen geeignet erscheinenden Wege zu geben. sie sollten aber die anderen nicht mit einer Provaganda belästigen, die für die Allgemeinheit abzulehnen sei. Hierzu gehörten die einseitig animalische wie die einseitig vegetadilische, aber auch die Rohkost. Ganz anders läagen natürlich die Verhältnisse bei den Kranken. Hier gebe es noch ein ungeheures Neuland zu erobern. Auch unter den Ideen der „Lebensreformer“, fänden sich zweifellos manche guten Gedanken. die für diese oder jene gerade im Hinblick auf eine Leistungssteigerung oft großen Wert haben, für die Allgemeinheit sei der Beweis ihrer Richtigkeit erst noch zu erbingen. Ein großes Verdienst könnten die Lebensreformer dadurch beanspruchen, daß sie konsequent den Mißbrauch von Alkohol und Tabak bekämpfen und im übrigen eine Lebensweise befürworteten abseits jeder übermäßigen Nahrungsaufnahme. Präsident Dr. Reiter verweist dann analog den Arbeitsmethoden auf dem Gebiet der Rassenpflege auf die Verhütungsmaßnahmen im Ernährungswesen, die die Mißbräuche dieses Gebietes treffen. Schon Einseitigkeit oder Übermaß der Ernährung könne zum Mißbrauch ausarten. aber noch viel schädlicher wirke der Mißbrauch von Alkohol und Nikotin. Wieviel junge Menschen spielten durch jahrelangen Mißbrauch, übermäßiger Alkoholmengen, von Nikotin und schließlich von völlig entbehrlichen Medikamenten unverantwortlich mit ihrer Gesundheit. Dann wunderten sie sich eines Tages über das Nachlassen ihrer Spannkraft. das Auftreten leichter oder schwererer Gebrechen, vielleicht auch über ihre„mikrigen“ Kinder. Würde es gelingen, die Erziehung. die heute nur bestimmte Teile der gesundheitlichen Lebensführung treffe, systematisch auch auf den Sektor der Ernährung auszudehnen, so würden binnen einiger Jahrzehnte die Todesursachen statistisch ein völlig Stellen wir den knickeheinig dahertapsenden wilden Germanen unserer Phantasie, mit der Keule aus Eichenholz und dem Trinkhorn, das Ergebnis der Bodenfunde gegenüber, dann erst haben wir die richtige Vorstellung von der Höhe und Eigenart germanischer Kultur zu dem Zeitpunkt, als Griechen und Römer sie kennen lernten... Blut und Boden bestimmen unser Schicksal. Die nordische Rasse war stärker als andere Rassen und verwuchs mit dem Boden ihres Entstehungsraumes... AE 1 12 "„Dus gibt ein hübsches Frühstückszimmer,“ sagte Herr nebst Schwester ab, und begab sich zur Pension. Im Hausflur stieß man auf einen würdig aussebenden Röschen wurde glührot und warf ihrem Manne einen bedeutsamen Blick zu. „Ich habe es zum Kinderzimmer bestimmt, lieber Willibald. Weil... nun wir werden eben ein Kinderzimmer brauchen.“ Willibald war erst ein bißchen verblüfft. Dann jarte er seine Frau um. „Weißt... du es genau. Häschen?“ Häschen nickte, eine Glücksträne im Augenwinkel. „Hurra!“ brüllte Willibald. Dann küßte er Röschen ab. Irma ging leise hinaus und in den rückwärtigen harten. Der sah noch etwas kahl aus aber im nächsten Herrn. der eine schwarze Tasche trug und Karbolduft ver breitete. „Das muß ein Arzt sein.“ sagte Willibald. „Riechen rut er so.“ schnupperte Henen „Brrrr!" machte Röschen. on der Diele der Pension schlug den Heimkehrenden eine wahre Karbolwolke entgegen. „Bei uns ist jemand krank." stellte Irma fest. Das stimmte: aber nur zur Hälfte. Es gab in Wirklichkeit zwei Patienten. Pitt. den Pekingbund. und Pivin. den Jamaikapapagei. Der hatte zwar die schöne Troven insel nie gesehen. aber sein Temperament war trotzdem trovisch. Das hatte er schlagend bewiesen. Fe dunh die TCTEE MIELDET FREIPLATZE andetss Geltot erlangen und polttische wie wirtschaftliche Werte m größtem Ausmaß gewonnen werden. Der Präsident dankt der Webrmacht und dem Arbeitsdienst für die Unterstützung der Bemübungen und Klärung der gesunden Ernährung. unterstreicht die Notwendigkett einer Zusammenarbeit mit dem Landwirt und die hobe Bedeutung der Mitarbeit der Frau. Das Ztel dieser Arbeit von Forschung und Praxis sei der gesunde, leistungsfähige und langledige Mensch. Aus und für Herne Jahrgang 1910 wird erfaßt Der Reichsminister des Innern gibt bekannt, daß im Einvernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht in der Zeit vom 15. August bis 30. September die Wehrpflichtigen des Geburtsjahrganges 1910 durch die polizeilichen Meldebehörden erfaßt werden. Der Aufruf erfolgt örtlich durch öffentliche Bekanntmachungen. Auf Grund der Verordnung vom Februar dieses Jahres erfolgt weiterhin in derselben Zeit die Erfassung der ehemaligen Offiziere und Wehrmachtbeamten im Offiziersrang durch die polizeilichen Meldebehörden. Die Erfassung erstreckt sich auf ehemalige aktive Offiziere und Wehrmachtbeamte im Offiziersrang, die aus der Reichswehr oder aus der alten Wehrmacht entlassen wurden, ferner auf ehemalige Offiziere des Beurlaubtenstandes der alten Wehrmacht sowie auf die ehemaligen Feldbeamten im Offiziersrang der alten Wehrmacht. Ausgenommen von dieser Erfassung sind Wehrpflichtige im Range eines Generalmajors oder einem höheren Rang, kerner Wehrpflichtige, die das 65. Lebensjahr vollendet haben und Wehrpflichtige, die im Besitze eines Wehrpasses sind. *** Oberschule Herne an 18. Steile Das Ergebnis der Bannerwettkämpfe in Hamm. Bei den Mittwoch und Donnerstag in Hamm ausgetragenen Wettkämpfen der höheren Schulen Westfalens um das Banner der Oberstufe wurde Bannersieger die Oberschule Weidenau. Die zweite Stelle errang die Schlageter=Oberschule Gelsenkirchen, die dritte die Oberschule Coesfeld. Die Oberschule Herne belegte unter den 75 am Bannerwettkampf teilnehmenden Schulen den 18. Platz. Dies ist immer noch ein achtbares Ergebnis, zumal in der jetzigen Oberstufe so tüchtige Sportler fehlen, wie sie jene Schüler waren, die mehrmals das Banner nach Herne holten oder wenigstens eine Plazierung in der Spitzengruppe erstritten. Hoffen wir, daß in den nächsten Jahren Hernes alter Ruhm in den Bannerwettkämpfen wieder leuchten wird. **** Gäste von der unteren Donau in Herne Heute trifft, allerdings erst zwischen 16.30 und 17 Uhr, die zweite Gruppe der Hitlerurlauber in Herne ein. Es handelt sich aber nicht, wie es zuerst hieß, um Steiermärker, sondern um Gäste von der unteren Donau, die aus Niederösterreich und dem Burgenland kommen. *** Gesundheitspaß für die Herner Schuljugend Arztliche Untersuchungen in den Schulen durchgeführt. Während der letzten Wochen wurden in allen Herner Volksschulen ärztliche Untersuchungen durchgeführt. Diese bezogen sich auf die am 20. August in das Jungvolk und die Jungmädelschaft ausgenommenen Schüler und Schülerinnen. Alljährlich werden dann die neuen Jahrgänge erfaßt. Bei diesen Untersuchungen handelt es sich um Ausfertigung der Gesundheitspässe, in deren Besitz jeder Deutsche gelangen soll. Bereits vorher wurden viele Fragen, die sich auf die persönlichen und familiären Verhältnisse der Schulkinder bezogen, seitens der Erzieher und Erzieherinnen sehr gewissenhaft auf den Fragebogen beantwortet, so daß jetzt nur noch die ärztlichen Feststellungen einzutragen waren. Die eingehenden ärztlichen Untersuchungen dauerten mehrere Tage und fanden während der Unterrichtszeit in einem besonderen Schulraume statt. Demnächst wird nun jedem Schüler und jeder Schülerin der Gesundheitspaß durch die Schule ausgehändigt, um ihn an die Gliederungen der Staatsjugend weiterzugeben. Hier werden laufend neue Eintragungen über den Gesundheitsbefund gemacht, die dann später im Ar nen heute noch die Vergnügungssteuer zu zahlen ist (bei Kabarett, Varieté und Tanz), der auch in diesen Fällen häufig ermäßigte Steuerbetrag von 0.05 Reichsmark bis 0,10 Reichsmark für jeden Teilnehmer in Kauf genommen werden kann. *** Die Fördersteigerung auf Mont Cenis Das zur Flickgruppe gehörende Steinkohlenberg= werk Gewerkschaft Mont Cenis in Herne, das zusammen mit Harpen und Essener Steinkohlen im Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikat einen Verkaufsverein bildet, konnte die Kohlenförderung 1937 auf 0,86(0.80) Millionen Tonnen und die Kolserzeugung auf 0,28(0,22) Millionen Tonnen steigern. Die Belegschaft erhöhte sich dabei auf 2151 (1987) Mann. Für die Harpener Gruppe ergibt sich danach eine Kohlenförderung von 8,29(6,6) Millionen Tonnen und eine Kokserzeugung von 1,99 (1,59) Millionen Tonnen. *** Verbilligung der Eisenbahnreise vom Ruhrgebiet nach Oesterreich " Seit dem 15. Juni d. J. gelten auch in der Ostmark die deutschen Eisenbahnpersonentarife. Es dürfte aber weiten Kreisen nicht bekannt sein, daß dadurch der Reiseverkehr nach Oesterreich teilweise nicht unerheblich gesenkt worden ist. Die Fahrpreise sind nämlich einmal schon dadurch gesenkt worden, daß die für die Strecken der ehemaligen Bundesbahnen besonders erhobenen Schnell= und Eilzugzuschläge weggefallen sind, die im Deutschen Eisenbahnpersonentarif vorgesehenen Schnell- und Eilzugzuschläge aber bereits bei 300 km ihre Höchstgrenze erreichen. Außerdem werden den Fahrpreisen im Bereich der Ostmark nicht mehr Zonen, sondern die wirklichen Entfernungen zugrunde gelegt. Endlich sind die z. T. nicht unbeträchtlichen Bergzuschläge(Zuschlagkilometer) der Oesterreichischen Bundesbahnen weggefallen, die auf einzelnen Gebirgslinien bis zu 40 km betrugen. Die Verbilligung ist eingetreten, obwohl die Oesterreichischen Bundesbahnen den Reisenden aus dem Altreich eine Fahrpreisermäßigung von 40 Prozent gewährten, wenn eine Fahrkarte für Hin= und Rückfahrt gelöst wurde. So kostet jetzt(in Klammern die früheren Preise) eine Urlaubskarte(Schnellzug) 3. Klasse für Hin= und Rückfahrt von Dortmund nach Badgastein 60(64.20) Mark, nach Innsbruck 56(59,20) Mark, nach WienWest 63(68,65) Mark. **** Rundfunt und Gemeinsame Arbeitstagung im Gau Westfalen-Süd. NSG. Die Arbeitsgemeinschaft„Rundfunk“ der westdeutschen Gauwaltungen der sechs Gaue Westfalen=Süd, Westfalen=Nord, Essen, Düsseldorf, KölnAachen und Weser=Ems und der Reichssender Köln begannen am Mittwoch eine gemeinsame Arbeitstagung, die dem Ausbau des Zusammenarbeitens von DAF und Rundfunk dienen soll. Die Tatsache, daß diese Tagung im Gau Westfalen=Süd stattfand, ist schon ein schönes Zeichen dafür, daß in Südwestfalen die Bedeutung der Zusammenarbeit von Rundfunk und DAF früh erkannt und ausgewertet wurde. Am Mittwochmorgen begann die zweitägige Arbeitstagung in Bochum. Sie wurde fortgeführt in Frönspert im Erholungsheim der DAF, in Winterberg und Donnerstag nach einer Beratung in Hattingen in Bochum beschlossen. Die Arbeit der DAF-Gauwaltung von WestfalenSüd sand besondere Anerkennung durch den Reichssender Köln, dessen Sprecher, stellv. Intendant, Dr. Castelle, sagte, daß der Gau Westfalen=Süd und der Gau=Obmann Ernst Stein als erster die wesentlichen Aufgaben, die in der Zusammenarbeit des Rundfunks und der DAF beschlossen liegen, erkannt und sich sehr entschieden dafür eingesetzt hat. Die ersten Werkpausen=Sendungen kamen aus WestfalenSüd. *** Gelbes Zeit Wenn im Spätsommer die Beschickung der Großviehmärkte mit dem vollreifen Weidemastvieh einsetzt, dann kann man bei den Schlachtungen die Wahrnehmung machen, daß das Fett dieser Tiere meistenteils eine gelbe Farde aufweist. Die Ursache für die Entstehung des gelben Fettes beim Weidemaswieh liegt im Chlorophyll des grünen Grases, das von den Weidetieren in erhöhtem Maße gefressen wird. Heute wird dauernd über den Wert der Vitamine für die menschliche Nahrung geschrieben. Vitaminreich ist bekanntlich das frische Gras, und darum kann die gelbe Farbe des Fettes geradezu als Maßstab für seinen Vitaminreichtum angesehen werden. Ganz allgemein kann gesagt werden, daß Rinderfett für die Hausfrau durchaus wirtschaftlich ist. Am besten ist es dabei freilich, jede Art von Fett, ganz gleich, ob weiß oder gelb, im ganz frischen Zustande auszuschmelzen. Wenn man nämlich das Fett im alten Zustand ausschmilzt, wird man mit einem ranzigen Beigeschmack rechnen müssen. Die Engländer, die bekanntlich auch Feinschmecker sind, bedienen sich bei der Herstellung ihrer Spezialgerichte fast durchweg des Rindernierenfettes. Für die an Sonnenschein arme und darum vitaminbedürftige Großstadtbevölkerung ist das gelbe Fett gesundheitlich ganz besonders zuträglich. Ausschreibung zum Sportappell der Betriebe Das Sportamt der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ schreibt für das Jahr 1938 einen Sportappell der Betriede aus. Der Sportappell 1938 ist offen für alle deutschen Betriebe. Jedes männliche Gefolgschaftsmitglied über 18 Jahre ist teilnabmeberechtigt. Betriebs=Klasseneinteilung. Die Betriebe werden in 5 Klassen eingeteilt: Betriebsklasse 1: 12—20 Gefolgschaftsmitglieder „ 2: 21—120 „ 8: 121—300 „ 4: 301—1000 „ 5: über 1000 Die Richtlinien beziehen sich immer auf die teilnahmesähigen männlichen Gefolgschaftsmitglieder über 18 Jahre. Der Sportapvell gliedert sich in 3 Teile. Teil 1:„Wettbewerb des guten Willens“. Gefordert wird, daß alle Teilnehmer drei sportliche Uebungen ausführen: 1. Medizinballstoßen(6.50 Meter mit 3=Kilogr.=Ball bzw. 8.50 Meter mit 2=Kilogr.=Ball): 2. Weitspringen 2.80 Meter: 3. Dauerlausen 1000 Meter in 6 Minuten. Gewertet wird das prozentuale Verbältnis der Zahl der teilnahmefähigen männlichen Gefolgschaftsmitglieder über 18 Jahre gegenüber den Gefolgschaftsmitgliedern. welche die geforderten Uebungen des Wettbewerbes mit „Bestanden“ ausgeführt haben. Teil 2:„Wettbewerb der Mannschaft“. Gefordert wird, daß die Betriebe entsprechend ihrer Größe mit einer bestimmten Anzahl von Mannschaften einen Mannschafts=Dreikampf durchführen, der sich zusammensetzt aus: 1. Hindernislauf 8X75 Meter: 2. Medizinballstoßen und=werfen: 3. Mannschaftslausen 1000 Meter. Gewertet wird die Leistung der Mannschaft. stürzten auf die Straßen und sahen zu ihrem Schrecken Jalatia wurden Eesanehenerefane gentamt, Wir eun.„#####.###sagten, sie hätten das Gefühl gehabt, als ob die ganze beitsdienst oder bei der Wehrmacht ergänzt werdensGegend in die Luft gesprengt, würde. Alle Bewohner sollen. frurtten auf di. StrabsSo begleitet von jetzt ab jeden deut schen Menschen sein Gesundheitspaß von der Jugend an durchs ganze Leben, un Aufschluß über alles zu geben, was für sein zukünf eistigen Wohlergehen und füj . B e i B e u r v i l l e r im Staate Illinois stürzte ein Armeeflugzeug während eines Uebungsfluges ab. Die beiden Insassen wurden getötet. Der Adolf=Hitler=Marsch 1938 RSG. Auch in diesem Jahr führt die Hitler=Jugend mit ihren Fahnen einen Bekenntnismarsch nach Nurnberg durch. Der Marsch stellt insgesamt eine gigantische Leistung dar. 2000 Hitlerjungen im Durchschnittsalter von 17 Jahren legen über 70 Tage lang täglich etwa 23 Kilometer zurück. Sie marschieren in voller Uniform, die Fahnen der Jugend auf den Schultern. durch Sonne, Wind und Regen, bei jedem Wetter. Die Gesamtstrecke dieses Sternmarsches, dessen Ziel die Stadt der Reichsparteitage ist, beträgt zusammengerechnet etwa 12 200 km, entspricht mehr als einem Viertel des Erdumfanges. Dazu kommt, wie im Vorjahre, nach den großen Festtagen in Nürnberg der Marsch von Nürnberg nach Landsberg am Lech zu der Festung, in der der Führer das Buch des Nationalsozialismus„Mein Kampf“ schuf; diese Strecke wird von sämtlichen Marschteilnehmern in einem großen geschlossenen Marschblock zurückgelegt. *** Er fuhr in Richtung Herne davon.. Jahrerflucht bei einem Verkehrsunfall In Holsterhausen. Am Mittwoch gegen 7.55 Uhr wurde an der Ecke Dorstener und Rottbruchstraße eine 28 Jahre alte Radfahrerin, die die Dorstener Straße in nördlicher Richtung befuhr, von einem ihr entgegenkommenden Personenauto angefahren. Die Radfahrerin zog sich hierbei eine Beinverletzung zu und mußte einem Krankenhause zugeführt werden. Der Autofahrer hat beim Einbiegen in die Rottbruchstraße die Kurve geschnitten und dabei den Unfall verursacht. Er fuhr in Richtung Herne davon, ohne sich um die Verletzte 1 neues grauem sich außer dem Fahrer noch eine Frau und ein KindLetzteres stand im hinteren Wagenteil. Alle Personen, die den Unfall beobachtet haben bzw. zur Ermittlung des Autofahrers oder des polizeilichen Kennzeichens seines Wagens Angaben machen können, werden gebeten, sich bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden. **** kümmern. Es handelt. sich um ein schwarzes, fast ues 4=Sitzer=Cabriolet(stromlinienförmig) min nuem Segeltuchverdeck. In dem Wagen befanden## * Bestandene Meisterprüfung. Der Maurergeselle Anton Schumacher, Schillerstraße 12, bestand vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer zu Dortmund die Meisterprüfung als Maurermeister. Wir gratulieren! * Arbeitsjubiläum. In diesen Tagen konnte der Schmied Friedrich Schott auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Gewerkschaft Friedrich der Große zurückblicken, wo er seit 1920 auch Mitglied der Werksfeuerwehr ist. Dem Jubilar herzlichen Glückwunsch! * Sturz in den Schachtsumpf. Bei Reparaturarbeiten im Schacht der Zeche Friedrich der Große stürzte am Montag der Schachthauer Ernst Mais aus Suderwich ab und fiel dreißig Meter tief. Unglücklicherweise stieß er beim Sturz mit dem Kopf auf eine Rolle auf. Mit schweren Schädel= und anderen Verletzungen wurde er ins Bergmannsheil gebracht, wo er am Mittwoch verschieden ist. Der Verunglückte war schon 19 Jahre im Schacht beschäftigt. * Auf der Fahrt nach Herne ködlich verunglückt. Am Dienstagvormittag gegen 11.45 Uhr wurde auf der Castroper Straße in Bochum gegenüber der Polizeiunterkunft ein etwa 50 Jahre alter Radfahrer von einem Lieferwagen angefahren und getötet. Da man die Personalien des Toten nicht feststellen konnte, veröffentlichte die Polizei in Bochum die Beschreibung des Toten und seines Fahrrades in der Presse. Erst dadurch sind die Angehörigen des Verunglückten, es handelt sich, wie sich ergab, um einen Maschinenwärter aus Bochum, von dem furchtbaren Ereignis in Kenntnis gesetzt worden. Sie waren nämlich der Meinung,, er befinde sich bei seinem Bruder in Herne, den zu besuchen er ausgefahren war. Als er abends nicht zurückgekehrt war, nahmen sie an, er sei in Herne geblieben, was um so eher verständlich war, als er zurzeit feierte. * Geld aus der Wohnung gestohlen. Einer Frau aus der Gysenbergstraße wurde aus der Wohnung ein Geldbetrag von 7 Mark entwendet. Fundunterschlagung. Wä Eine Frau aus der Germanenstraße, die am 12. festdieses Monats eine Rentennachzahlung bekommen hatte, verlor von diesem Betrage einen 100=Reichs„Du weißt...?“ „Ja!“ sagte er fest. „Veinehst du mich denn nicht.... Weil ich dich sein Fortkommen durch eine richtige Berufswahl vos##### habe, weil ich alles vermeiden will, was unser #.uI 15 Mersha. biasns hiagt has(atundhaff Verhaltn tiges körperliches und gei s noch weiter zerstören könnte, weil jedes neue Mißverständnis die Wege weiter versperrt! Darum des gesamten deutsche verleugnete ich idn. Vere.... verstehe mich doch!“ Er sah ihre bittenden Augen, ihre zitternden Hände. Ein weiches Gefühl stieg in ihm auf. Wie sie ihn mit ihren schimmernden Blicken so lieb anschaute! Ach. hätte er doch die hohe trennende Mauer einstoßen können! Aber sie stand unerschütterlich und fest. Dr. Felden war der Nutzen ist. Darüber hinaus dient der Gesundheit paß auch der Sicherung des Fortbestehens, der En wicklung und Förderung Volkes. *** Jugendherbergsausweise beschaffen RSG. Es wird nochmals darauf hingewiesen, d2l Selbst Dr au wußte danon. man ohne gültigen Ausweis zu den Jugendherberger#####l Hr. Velnau wußte davon. keinen Zutritt hat. Es ist ratsam, sich den Ausma: Näme des anderen. chon zeitig vor Reisebeginn zu beschaffen. *** Kein Fest der deutschen Traube und des Weines 1938 gen Ausfalles der geringe die zuständigen Stellen Stimme. Infolge des mengenmäßig Weinernte 1937 haben sich entschlossen, in diesem Jahre das„Fest der deutschen Traube und des Weines" nicht stattfinden zu lassen. *** Brüsk und mit einem verbissenen Lächeln auf den Livven wandte sich Peter ab. Er stand auf und stellte sich an das Fenster. In immer neuen Variationen wandelte sich das norddeutsche Landschaftsbild der Weite, des Gleichmuts und der Stille ab, das draußen vorbeiglitt. „Du bist hart und ungerecht!“ hörte er ihre bittende Kalt lächelnd wandte er sich um. Sie erschrak. Wie müde und traurig sein Gesicht war. Ein quälender, drückender Schmerz war in ihrer tant mmi mnß basah#t merhen Brüst. Er krallte sich fest. Wie oft schon hatte sie Worte Wenn getanzt wird, muß bezählt werden gesagt, die alles Vergangene zudecken sollten!. Wie hatte Die Besteuerung von Kameradschaftsabenden. RSG. Grundsätzlich sind alle Veranstaltungen der NSDAP,„Kraft durch Freude", von der Vergnügungssteuer befreit, bei denen der schulungsmäßige Charakter weltanschaulicher Natur den unterhaltenden Teil des Abends überwiegt. In allen diesen Fällen un ium te. aum ei umttrenna mi Omter Eeman sind aber Veranstaltungen mit Tanz grundsätzlicht den Sinn. Peter hatte also damals das Geld gegeben steuerpflichtig. Diese Regelung gilt auch für KameUnd sie— mein Gott— sie hatte ihm den Vorwurf sie ihren Stolz niedergerungen, die Hand gereicht... r aber.. hatte mit leeren Augen über sie hinweg esehen! Immer wieder. Nein, sie ertrug es nicht inger. Eine wilde Sehnsucht überfiel sie, alles zu veressen. Fort von ihm! Weit fort! Aber wohin? Was tun? Nun kam ihr auch die Unterredung mit Onkel Velnau du die Dinge an, die längst radschaftsabende, bei denen allerdings insofern einigemacht, daß er sich durch seine Heirat finanziell gesichert Vergünstigung steuerliche Ermäßigungen möglich sindhabe...! Furchtbar! In plötzlichem Entsetzen schlug Jedoch ist zur Erlangung der Ermäßigung ein rechtssie ihre Hände vor das Gesicht und weinte hemmungslos zeitiger Antrag erforderlich. lauf. Obwohl es an sich zu begrüßen wäre, daß au.„Nun...! Warum....“ sagte er hilflos, die grundsätzlichen Erwägungen Kameradschaftsveranstal Fülle des Erbarmens, die in ihm aufstieg, gewaltsem tungen stets steuerfrei sind, ist der Finanzbedarf abetzudeckend. heute so groß, daß eine Erweiterung der Steuerbe:„Es ist nichts!“ Sie hatte sich wieder in der Gewalt reiungsgründe nur aus sozial besonders vordrings.„Bevor wir auseinandergehen“, sagte sie stockend lichen Gründen vertreten werden kan. Die Bestimz,möchte ich noch eine geschäftliche Angelegenheit geklärt mungen über die Vergnügungssteuer bei Kameradshaben. Ich weiß heute, daß du damals Pangs Geschäft schaftsveranstaltungen haben bereits eine so weitgesgerettet hast. Daß überhaupt Schwierigkeiten waren hende Milderung erfahren, daß in den Fällen, in dejahnte ich nicht. Ich bitte um Verzeihung wegen des Wortes von damals! Und ich bin dir ja so dankbar daß du geholsen hast! Onkel Velnau hat mir alles Gelagt!“ „Und weshalb rührst vergessen sind?“ sagte er. „Weil... weil... ich deine Güte nicht geschenkt haben will. Du hast mich in dem Glauben gelassen, daß es meine Mitgift sei. von der ich bisher lebte...! Nun aber...!“ Ihre Stimme war ganz leise geworden. „Nun aber.. „Ich ertrage es nicht... dieses Gefühl... ich will auf Heller und Pfennig zurückgeben...!“ Ein unendlich elendes Gefühl schoß plötzlich in ihm hoch. Ein einziger marternder Gedanke beherrschte ihn. Zahlen wollte sie ihm. Mit Geld verrechnen, was er an Liebe und Güte hätte schenken mögen. Sein kühler, stolzer Charakter war tief getroffen. Das war das Ende. Aus! Schluß! „Danke!“ ging jetzt seine harte Stimme.„Dein Vorschlag bat mir bewiesen, auf welchem Grunde du unser Verhältnis aufgebaut siehst. Geld. Schmutziges Geld. Vermengt mit Liebe! Die Ehefrau zahlt dem Manne zurück! Habaha!" Ein irres Lachen erschütterte den Raum. Elsbeths Augen waren weit und entsetzt. „Peter...! Verstehst du mich deny nicht?“ Ascharau und verzerrt sah sie sein Gesicht. Sie sprang auf. schüttelte seine Schultern. „Du... du... weißt du überhaupt. was Stolz und Ehre einer Frau bedeuten? Ist es eine Kränkung. wenn ich dich bitte, das zurückzunehmen, für das ich dir bis heute nichts... gar nichts geben konnte...! Ja ... wäre unsere Liebe wahrhaft, wäre sie unser Glück. dann hättest du mich beschenken können wie eine Königin. dann hätte ich jedes Geschenk als neue beglückende Huldigung entgegengenommen... als herrliches Pfand neuer Seligkeit! Jetzt aber... beschämt und beleidigt mich jeder Pfennig. der mir von deiner Gnade zukommt! Ich will keine Gnade, ich will Liebe... Liebe!" Leidenschaftlich sprangen ibn ihre Worte an. Für eine Sekunde nur kam ihm der Gedanke, wie herrlich diese Frau war... in ihrem Stolz. Ja. er verstand nun. weshalb sie ihm seine Geschenke wie eine Schuld zurückgeben wollte! Und doch sah er nicht die unsichtbare Brücke, die in diesem Augenblick vom Schicksal gespannt war, damit er den Weg zu Elsbeth geben konnte. Ein eigensinniger Groll war es vielleicht, der ihn jetzt sprechen ließ. „Geld und Liebe! Nein. das sind Dinge. die nicht auf einer Rechnung stehen können Wir bauten unsere Ehe eben auf salschen Voraussetzungen auf! Wir denken und fühlen anders!" Da sank Elsbeth ineinander. Sinnlos schten ihr der Kampf für ihr Glück. Nein. es gab keinen Weg. der sie zuei neh narkschein. Reichsmütterdienst für alle Frauen tu über 18 Jahren — Inter dem besonderen Schutz des Reichsinnenministers Die Schulungsarbeit des Deutschen Frauenwerkes PraReichsmütterdienst) hat sich seit ihrem Bestehen in Direrfreulicher Weise weiterentwickelt und den Beweis Fürrbracht, daß der Reichsmütterdienst seinem AufgabenSolzebiet, das den gesamten Pflichtenkreis der Hausfrau werin Mutter umfaßt, vollauf gewachsen ist. Diese Festturgllung trifft der Reichsinnenminister in einem Erlaß „in d., Landesregierungen, worin er die Schulungsarbeit u Reichsmütterdienstes gegen die hauswirtschaftlichen Fachschulen der Gemeinden abgrenzt. Das Ziel### grüfkeichsmütterdienstes, so sagt der Minister, bleibt, durch Ainheitliche Zusammenfassung der Unterweisung in Haussuchpirtschaft, Gesundheitspflege, Kinderbeschäftigung und zu Zeimgestaltung den angehenden Hausfrauen und Müttern gapi weltanschaulichen und fachlichen Grundkenntnisse zu n, deren sie für ihren verantwortungsvollen gan####reis in staatspolitischem Interesse bedürfen. In Arbeit steht der Reichsmütterdienst unter meinem mapesonderen Schutz. . s An Aeberschneidungen mit Lehrgängen der kommunalen sein fachschulen, die zu unerwünschter Zersplitterung führen, starzu vermeiden, hält der Minister es für notwendig, die hatt unzuen, 2a abzugrenzen: Die hauswirtschaftlichen Fach7a#####,; der Gemeinden hätten einmal die Aufgabe, den Fortbildungsunterricht der schulpflichtigen Jugend in den und Verufsschulen auszubauen und durchzuführen; Zerweiter läge ihnen die Ausbildung für hauswirtschaftliche Froteruse, ob. Demgegenüber habe der Reichsmütterdienst heudte Aufgabe, Mädchen und Frauen im Alter von mehr erduts 18 Jahren für den Pflichtenkreis der Frau und un### vorzubereiten und zu ertüchtigen. Der Minister riscerlucht#es bei Aufstellung der Lehrpläne der kommunalen Fachschulen zu beachten und wünscht im übrigen, daß die " Schulungsmaßnahmen des Deutschen Frauenwerks mögKolichst gefördert werden An hir . A u s a m t l i c h e n B e k a n n t m a c h u n g e n na#.## nach dem Beschluß des Herrn Verbandspräsidenten — 2„biedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk in Essen vom 14. 7. 19,S abgeänderte Fluchtlinienplan für die Park„„Am Stadtgarten“ wird hiermit tru förmlich festgestellt und liegt in der Zeit vom 25. 7. 1938 vo bis einschl. 8. 8. 1938 im Stadtplanungsamt— Sparkassengepaude Zimmer 36, 3. Obergeschoß— zu jedermanns Einsicht offen. Der Oberbürgermeister. Ausstellung der liren IdeenKuriositäten aus dem Pariser„Concours Levine“— Krastwagen mit Staubsanger. Alljährlich findet in Paris im Sommer der„Concours Levine“, die große Ausstellung der Erfinder statt, die vor Jahrzehnten von dem Pariser Polizeipräsidenten Levine zu einer ständigen Einrichtung gemacht wurde. In diesem Jahr hat man noch eine Sonderschau beigefügt, die eine amüsante Auslese kurioser und komischer Erfindungen aus früheren Aus stellungen bietet. Mit einer Idee, die zu einer ständigen und erfolg reichen Einrichtung wurde, hat sich der Pariser Polizeipräsident Levine. über dessen viele Jahrzehnte zurückliegende Tätigkeit die Geschichte sonst nichts zu melden weiß, unsterblich gemacht. Die alljährlich in Paris stattfindende große Erfinder=Ausstellung, die zu einem wahren Volksfest geworden ist, trägt seinen Namen„Concours Levine". Hier führen die Erfinder. Laien und Fachleute regelmähig ihre neuesten Entdeckungen und Konstruktionen der Oeffentlichkeit vor: meist sind es kleine Dinge. die dazu dienen sollen, das Alltagsleben bequemer und müheloser zu machen. Neben zahllosen sehr dienlichen und erfolgreichen Erfindungen sind auf dem„Concours Levine“ freilich auc im Laufe der Jahrzehnte mancherlei kuriose und verrückte Dinge gezeigt worden, fire Ideen, die sich spleenige Leute ausgedacht haben. Sie versanken im Schoße der Vergessenheit und muten uns heute, da man sie in diesem Jahr zu einer kleinen Sonderschau zusammengestellt hat, recht be lustigend an. Da wurde zum Beispiel im Jahre 1910 ein „absturzsicherer Anzug für Aviatiker" ausgestellt, der die damals noch in den Kinderschuhen steckende Fliegerei vor Menschenverlusten bewahren sollte. Der Anzug bestand aus Kautschukstoff und sollte, wie es in der Patentanmeldungsschrift hieß. den Fall eines Piloten mildern und ihn. wenn er etwa ins Meer stürzte, vor dem Er trinken schützen. Im Jahre 1938, da der Fallschirm zur Selbstverständlichkeit geworden ist, nimmt sich dieses Kleidungsstück höchst seltsam aus. Der Drehstuhl auf der Lokomotive. Die„Aeolsharfe am Fahrrad" wurde 1893 zum ersten Ral ausgestellt. An den Hinterrädern der Fahrräder werden Saiten angebracht, die. wenn der Fahrer die Pedale tritt, ein Harsenspiel ertönen lassen. Wie bei einem Musikautomaten aus früherer Zeit kann man beliebige Musikstücke für das Harfenspiel einlegen. Das Tempo sowie die Stärke des Tons werden von dem Radler ohne Mühe selbst geregelt. Die Patentanmeldung weist darauf hin, daß das Harsenspiel dem Radfahrer nicht nur als angenehme Unterhaltung dient, sondern auch den Fuß gänger auf sein Kommen aufmerksam macht. Noch kurioser erscheint die„Badewanne mit Wellen“, die 1904 zum Patent angemeldet und auf dem„Concours Levine“ erstmals gezeigt wurde. Der Erfinder, ein alter Schiffs kapitän, konstruierte einen„mechanischen Wellenerzeuger". der die Badewanne gleichsam in einen Miniaturozean verwandelte. Die Wellenstärke konnte beliebig reguliert werden. Natürlich blieb dieser firen Idee der Erfolg ver sagt. was wohl niemand. außer ihren Schöpfer, wundernahm. Auf einer der ersten Pariser Exfindermessen, im Jahre 1853. wurde eine Entdeckung gezeigt, mit der EisenbahnUnfälle vermieden werden sollten. Ihr geistiger Vater schlug vor. auf dem Kessel der Lokomotive vor dem Schorn stein einen Sitz anzubringen, der mit Blech verschalt war und nach allen Seiten hin Fenster hatte. Hier sollte auf einem Drebstuhl ein eigener Beobachter mit einem Teleskov untergebracht werden, der die Aufgabe hat. den Fahr damm auf weite Strecken mit dem Fernrohr nach etwaigen Hindernissen abzusuchen. Von Zeit zu Zeit, so schlug der Erfinder vor. sollte sich dieser Beobachtungsposten auf seinem Stuhl drehen, und dann mittels eines zweiten Fernrohrs die vom Zug bereits zurückgelegte Strecke ab suchen, um zu sehen,„ob vielleicht einem der Reisenden etwas aus dem Zug herausgefallen ist oder ob sich nicht ein Wagen von selbst abgehängt hat". Durch ein be sonderes Signalsystem war der Beobachtungssitz mit dem Lokomotivführer verbunden, sodaß der Wärter jederzeit das„sofortige“ Anhalten des Zuges herbeiführen konnte. Der geniale Entdecker empjahl übrigens, den Wächter roften an Frauen zu vergeben, deren Wachsamkeit größer sei als die der Männer. Kaffeesieb mit Glocke und Sara für Scheintote. Eine höchst merkwürdige Sache ist auch der„Staubaufsammelapparat für Automobile", der im Jahre 1906 dem Gehirn eines Erfinders entsprang. Damals waren die Landstraßen in Ermangelung einer Teerdecke noch außerordentlich staubig. Zur Bekämpfung der Wut der zu Fuß gehenden Bevölkerung konstruierte der Mann eine Art von Staubsauger, der an den Hinterrädern des Kraftwagens angebracht wurde. Die Maschine saugte den von dem Auto aufgewirbelten Staub in einem Behälter auf. und wenn dieser Behälter vonl war. löste sich automatisch eine Druckseder, die den mittlerweile mit einer besonderen Flüssigkeit vermengten Staud in Form von„roßapfelähnlichen Staubkuchen“ wieder auf die Straße fallen ließ. Vom ewigen Orgelsviel alter dunkler Tannen um sungen, steht breit und mächtig der Brandnerhof auf dem Hügel und schaut über das kleine Dors. das verschüchtert im Tal liegt. Lautes Treiben herrscht heute auf dem Hügel. Ursula Brandner, die Erbtochter, hat ihren Hochzeitstag. In der großen Stube sitzen eng aneinandergedrückt die Gäste und sprechen Bier und Essen fleißig zu. plaudern miteinander und sind guter Dinge. dieweil im Herrgottwinkel das Brautpaar sitzt. Ursula blaß und mit fernen Augen. Martin Birkner, der reiche Bauernsohn, rot und gewichtig. Und während Martin vor sich hinrechnet, ob die Geschenke, die gespendet wurden, die Auslagen der Hochzeit decken können, sinnt Ursula der Vergangenheit nach. Anders hat sie sich dereinst ihren Hochzeitstag vorgestellt. erfüllt vom Glück hingebender Liebe und der stillen Freude des Sichgehörens. Der Mann aber an ihrer Seite, dem sie nun nach Gesetz und Sitte angetraut wurde, vermag ihr Herz nicht mit seligem Empfinden zu erfüllen. Und sie sieht einen anderen vor sich, blühend und jung. Peter. Sie kann ihn nicht vergessen. Ihm gehört ihr Herz. seit zum ersten Male seine Livpen ihren Mund aufbrachen und seit er mit heißen Worten von seiner Liebe stammelte. Mit Gewalt zwingt sie sich zur Gegenwart zurück. Sie darf nicht mehr daran denken, wenn sie nicht aufschreien soll vor Weh. Der Vater wollte es so. Sie hat sich lange widersetzt. bis er schließlich vor ihr bettelte. „Ursula. der Birkner hat mir Geld gegeben, ich komme nicht mehr los von ihm. Wenn es noch ein wenig dauert. müssen wir vom Hof. Wir sind halb auf der Gant. Ueber zweihundert Jahre sitzen die Brandner hier. Mein Tod wär's, wenn ich vom Hofe müßt. Du kannst mir die Heimat halten. Ursula. Ich bitte dich!“ Da verschloß Urfula ihren Mund, aber dann rang sich das Wort heraus:„Ja, Vater, von der Heimat sollst du nicht. Dann soll der Martin kommen.“ Der alte Brandner hat damals Ursulas Hände gerußt, und aus seinen Augen leuchtete die Erlösung, aber in Ursulas Herz ist dieser Strahl nicht mehr gedrungen. Nun ist es so weit. Urfula hat die Heimat gerettet. Heiter unterhält sich der Vater mit seinen Nachbarn, er weiß nichts von der Not seiner Tochter, ihm ist es ein großes Glück, daß der reiche Birknerssohn seine Tochter genommen hat. Wenn nur der Krieg nicht gewesen wäre, denkt Ursula weiter, dann wären die zwei Brüder nicht gefallen und man hätte keine fremden Leute auf dem Brandnerhof gebraucht. Es wäre nicht so weit gekommen. Wirr gehen Ursulas Gedanken umher. Plötzlich ist auch Peter wieder vor ihr. Sie weiß, daß er ihretwegen fort ist in die Fremde. Wie sie sich auch bemüht, perr zu werden über sich, ihr perz klovft weiter: Peter— Peter. Bis in die späte Nacht hinein dauert die Hochzeit schon. Der Brummbaß dröhnt, grell wirft die Klarinette ihre Triller hinein, und die Hochzeiter tanzen sich heiß, daß der Schweiß aus allen Poren rinnt. Und dann kommen die drei Brautwalzer. Martin faßt Mancher Svatz würde sich über die von einem nichtswürdigen Auto gefälschten„Roßäpfel“ geärgert haben. wenn sich diese geistvolle Entdeckung tatsächlich durchgesetzt hätte. Auch für den täglichen Hausgebrauch gibt es hier allerlei sonderbare Dinge. die einst ihren Schöpfern zu einem Millionenvermögen verhelsen sollten. Zum Beispiel ein„Kaffeesieb mit Glocke“, ein in der Kaffeekanne ange brachter Mechanismus, der ein Glockenzeichen von sich gibt, wenn der Kafjee durchgefiltert ist. Weiterhin eine „Schere für linkshändige Schneider“, die es dem Meister Zwirn ermöglicht, all seine Arbeiten mit der linken Hand durchzuführen, ein„Sarg für Scheintote“, der spielend von innen zu öffnen ist, und schließlich ein„automatischer Hofhund", eine Erfindung jüngeren Datums, die das Bellen eines wachsamen Hundes aus mechanischem Wege hervorruft, wenn unberufene Hände am Türschloß tätig sind. Diese kleine Auslese von unerschöpflichem Erfinder witz ist zu einem vielbelachten Mittelpunkt des diesjährigen„Concours Levine“ geworden. Ursula um die Hüften, und willenlos läßt sie sich herum drehen. ihr Herz weiß von nichts, was mit ihr geschieht Die drei Tänze sind zu Ende. Mit einem Lächeln, das von den Livven genußsüchtig kommt. löst Martin den Kranz aus Ursulas Haar und führt sie in das Schlafzimmer. Erst jetzt, da Ursula allein ist mit ihrem Mann. kommt es ihr zum Bewußtsein, daß nun alles zu Ende ist. daß ihr Leben unerbittlich festgelegt ist. Hart und unaufhaltsam fallen die Tage. An Ursula reißen sie mit jesten Griffen herum und nehmen ihr bald Jugend und Blühen. Ihr hübsches Gesicht, das unter Peters Liebkosungen so zart war. wird hart und eckig. Sie schafft wie eine Magd. denn im Tagewerk vergißt sie am ebesten noch ihre Qual. Ein halbes Jahr ist sie verheiratet, da stirbt der Vater, und mit Bitterkeit im Herzen denkt sie an ihr Opfer. das nicht einmal dem Vater viel zu Nutzen war. Oft steht sie in Nächten. wenn der Mann, wie es seine Gewohnheit geworden ist, im Wirtshaus hockt, vor dem Hause, und wenn der Nachtwind an den Läden rüttelt. dann kann sie ungesehen ihr Leid hinausweinen. Nach einem Jahr kommt der Erbe. Ursula kann sich doch nicht tiefsten Mutterglücks erfreuen. Sie will alle Liebe dem Kinde geben und bringt es doch nicht fertig. unter den Liebkosungen des Kindes spürt sie immer wieder den Atem des Mannes. Und für sie gehen die Tage dahin und die Monate wie ohne Sinn. Als der kleine Erich drei Jahre alt wird, da befällt ihn die Krankbeit, die die Knochen bricht und ihm für immer zum hilflosen Geschöpf macht. Ursula nimmt dieses Schicksal mit Rube hin, aber in ihrer Brust, da stürmt es, sie macht sich Vorwürse. als ob es ihre Schuld wäre. Sie gelobt sich, dem Kinde noch mehr Liebe zu schenken und sich dafür aufzuopfern. Mit dem Manne gehi das Aneinandervorbei weiter. Sie reden von gemeinsamen Dingen. aber über die Mauer, die zwischen ihnen steht. kommen sie nicht. Martin weiß auch, daß es nie anders werden wird. Aber statt auch sich die Schuld beizumessen und das Unheil dieser ervreßten Ehe anzuerkennen, gerät er in maßlose Wut, daß er sein Weib schlägt. Ursula nimmt die Schläge hin, als käme ihr das zu. Sie spürt die Schläge weniger als die Liebkosungen, die er manchmal versucht. Diese Geduld aber reizt den Mann am meisten. Fluchend geht er dann ins Wirtshaus und betrinkt sich. Eine Nacht bleibt er dann aus, und am Nächsten Morgen dringen ihn die Nachbarn als Toten heim. Im Rausch ist er in einer Wintersnacht im Schnee erfroren. Mit unbeweglichem Gesicht sitzt Ursula an der Leiche ihres Mannes. Als die Beerdigung vorbei ist, da ändert sich nicht viel auf dem Brandnerhofe. Ursula geht wortkarg und einsam ihre Wege, sieht ohne Interesse nach dem Rechten und kümmert sich nur um den kleinen Erich. Das Trauerjahr ist schon lange vorüber. Ursula geht immer noch in schwarzen Kleidern umher. Sie füttert eines Tages die Hühner, da steht plötzlich ein fremder Mann, hochaufgeschossen und verbrannt vor ihr. Das Unrecht der Ursula Brandner Erzählung von Geo Hering. „Grüß Gott. Ursula“, sagt er. und seine Stimme hat einen seltsamen Klang. „Peter!" schreit Ursula auf. Es geht über ihr Gesicht wie Frühlingsschein, ihr Mund blüht auf. Aber das ist nur einen Augenblick, dann fallen die Schatten wieder um ihre Augen und der herbe Mund wird bitter. Peter saßt nach ihrer Hand. Er würgt an den Worten: „Ich hab mir gedacht. Ursula. du könntest jemand brauchen, und weil ich doch deinetwegen wiederkomm. möchte ich fragen. Ursula. ob wir nicht jetzt noch ein bißchen für uns das Glück haben wollen...“ Ursula entzieht ihm ihre Hand. „Es war kein Tag. Peter, an dem ich nicht an dieh gedacht habe. Dein war ich immer. Der andere hatte meinen Leib, du hattest mein Herz. Aber ich darf nicht mehr sagen: Komm. Peter. laß uns den Rest des Wegemitsammen gehen. Das wäre keine Erfüllung mehr. Wir würden uns beide fremd werden. So aber. in der Erinnerung. bleiben wir immer Liebende...“ Peter sucht ihr das auszureden, sie lächelt nur schmerzlich. Dann führt sie ihn in die Stube und zeigt ihm den Jungen. der hilflos und stumm auf seinem Stuhl liegt. „Verstehst du es nun. Peter, daß es so sein mut. Vielleicht ist es Gottes Strafe, daß ich meinem Mann nie ganz gehörte. Ich darf da niemand mehr dazwischen stellen, zwischen den Armen und mich. Ich bin es ihm schuldig. Nun kommt der Brandnerhof doch in fremde Hände. Es ist gut.“ Peter steht wie ein Klotz im Zimmer. Seine Augen sind stier. Es schimmert feucht auf. Wie zugeschnürt ist ihm die Kehle. Nur mühsam preßt er hervor: „Ja. Ursula. ich komme nicht wieder, leb wohl!“ Sie sehen sich mit leeren Augen an. Ihre Hände zittern. „Leb wohl. Peter!" Als sich die Tür hinter ihm schließt, da bricht Ursula aufschluchzend zusammen. „Mutti. Mutti. dein Nadelkissen will ausrucken!" Wenn Au noch eine Jante hast. amimnzunsu Roman Von MI. v. SAWERSKY *„„„ werdau 1. B2. Miinnrie Copyright br Verlag Oskar Meister Werdau i. Sa. 27. Fortsetzung. „Keine Ausreden, junger Mann. Folgen Sie einfach den Wagenstrom. Dann kommen wir vor die Stadt und in die dicke fette Landluft.“ Henry gehorchte. Er war glücklich, denn er hatte das Irmchen neben sich. Vorläufig konnte er nicht mit ihr plaudern, wie er wollte; aber das würde er draußen nach Kräften nachholen. Man erreichte die Vorstadt. Sie ging in ein Sied lungsgelände über, das sich bis zum See und Wald aus dehnte. Viele der kleinen schmucken Häuschen waren schon bewohnt. andere sahen ihrer Vollendung entgegen. Unwillkürlich mußte Irma an Röschen Hase denken, die ihr von ihrem künftigen Heim vorgeschwärmt hatte. Als hätten ihre Gedanken die kleine Frau herbeigezaubert, winkte plötzlich ein bunter Sonnenschirm und eine helle Stimme schrie:„Hallo!" Henro stoppte unwillkürlich. Aus einem der kleinen Vorgärten. in dem noch Bauschutt lag, lief Frau Hase auf den Wagen zu. Hinter ihr tauchten Willibald und... Mutz auf. Häschen strahlte. „Unser Haus ist fertig! Wir können einziehen, wann wir wollen. Sie müssen sich gleich mal unser Nest ansehen. Fräulein Schütte. Vielleicht interessiert sich auch Herr Coster für ein nettes Eigenheim?“ Henro interessierte das wirklich. Außerdem ließ sich eine so freundliche Aufforderung schlecht ablehnen. Also ging man, um den Hasenbau zu besichtigen. Willibald machte den Führer. Röschen. an Irmas Arm, trivpelte hinterdein. Mit wichtiger Miene erklärte sie, wo das Büfett stehen und ihre Nähecke Platz finden sollte. Mutz hielt Henry zurück. „Gott sei Dank, daß du aufgetaucht bist.“ flüsterte sie. „Ich saß schön in der Klemme.“ „Wieso!“ staunte Henry. „Du hast wohl ganz vergessen, daß ich für Herrn Hase die Tante aus Hamburg mit dem falsch gestickten Noten schlüssel bin? Bisher habe ich mich vor einem„verwandtschaftlichen“ Zusammensein mit ihm erfolgreich gedrückt. Aber als er mich heute einlud, das Haus zu besichtigen. konnte ich unmöglich nein sagen. Der gute Willibald hat unaufhörlich von allen möglichen Verwandten gesprochen. die für mich böhmische Dörfer sind. Ich habe wie ein Seiltänzer jongliert, um mich nicht zu verraten.“ „Das geschieht dir ganz recht. Mutz.“ sagte der junge Mann derzlos „Aber nun bin ich sein heraus und hänge mich einfach an dich.“ „Wird dankend abgelehnt. Mutz. Ich will mit dem Trmchen in bolder Zweisamkeit durch die Auen wandeln und ihr einen Antrag machen. Dabei sind Tanten, selbst so reizenden Formats wie du, unerwünscht.“ „Hm ja, das sehe ich ein. Aber was soll aus mir werden?" „Dich lege ich Boberg an die justizrätliche Brust. meine Teure. Er brennt darauf... eine so geniale Schwindlerin kennenzulernen!“ Frau Bosch sah den Nessen an und las in seinen Augen ... Verrat! „Henry, du hast alles ausgeplaudert?“ „Stimmt auffallend. Mutzlein. Und nun komm!" Anne Bosch ließ sich fort= und zu Boberg führen. Der wartete mit seiner Schwester am Auto die Hausbesichtigung ab. „Hier ist sie. Herr Justierat.“ sagte Henro mit Grabesstimme. Boberg betrachtete die winzige Dame über den Kneiferrand „Als Amtsperson müßte ich Sie zur nächsten Polizeiwache bringen und wegen falscher Namensführung Haft beantragen, gnädige Frau. Ein vaar Wochen Knast sind Ihnen sicher.“ „Oooch. und ich habe mich schon so auf lebenslängliche Todesstrafe gefreut," sagte Mutz uneingeschüchtert. „ais Privatmensch freue ich mich riesig. Ihre Bekanntschaft zu machen.“ „Ich mich auch.“ versicherte Mutz.„Aber der Henry ist ein Schwätzer. Dabei geht die Rede, daß Männer ein Geheimnis bewahren können. Na. das ist eben auch Uebertreibung, wie vieles andere beim starken Geschlecht. Sie werden doch Schweigen bewahren. Justizrat?" Boberg hob den Schwurfinger „Bis daß die Bombe platzt. Ich gönne Frau Habermann den Reinfall.“ Henro war ins Haus zurückgekehrt. Er fand Willibald. Röschen und Inna in einem kleinen. lustig tavezierten Raum. „Das gibt ein hübsches Frühstückozimmer.“ sagte Herr Hase. Röschen wurde glührot und warf ihrem Manne einen bedeutsamen Blick zu. „Ich habe es zum Kinderzimmer bestimmt, lieber Willibald. Weil... nun wir werden eben ein Kinderzimmer brauchen.“ Willibald war erst ein bißchen verblüfft. Dann satte er seine Frau um. „Weißt... du es genau. Häschen?" Häschen nickte, eine Glücksträne im Augenwinkel. „Hurra!“ brüllte Willibald. Dann küßte er Röschen ab Irma ging leise hinaus und in den rückwärtigen Garten. Der sad noch, etwas kahl aus aber im nächsten Frühjahr würde hier alles blühen. Henry war dem Mäd chen gefolgt. „Die beiden sind surchtbar glücklich.“ sagte er neidisch. „Ja. und darüber freue ich mich.“ „Ich möchte auch... ich wollte sagen, es muß sehr hübsch sein, ein eigenes Haus zu haben...“ In diesem Augenblick erschien der stolze Willibald, das Röschen am Arm. „Wissen Sie, was ich heute noch tue. Fräulein Schütte? Ich kündige der Majorin das Quartier. Es wird ihr ja nicht recht sein und... und Fräulein Nickel auch nicht Aber darauf können wir keine Rücksicht nehmen. nicht wahr. Schatz?“ Häschen nickte. Sie freute sich, daß Lilo bei Willibald nun wieder zum„Fräulein Nicke!“ geworden war. „Und wenn Fräulein Nickel meinen Schlager vervatzt. komponiere ich ihn in ein Wiegenlied um!" beschloß Herr Hase Mau verließ den Hasenbau, um den vorgenommenen Waldspaziergang zu machen. Leider wurde nichts aus Henrys Alleinsein mit Irma. Die glücklichen Hases be gleiteten die beiden, weil sie surchtbar mitteilungs bedürftig waren. Sie schmiedeten Pläne für die Zukunft. richteten das Haus ein. rechneten und hatten den Himmel voller Geigen. „Wenn das Geld langt. kaufe ich dir ein Kinderzimmer in rosa Schleiflack. Häschen,“ versprach Willibald. Eigentlich wollte Henrn auf die beiden Störenfriede böse sein. aber er brachte es nicht übers Herz. Nur eine kleine Bosheit leistete er sich. „Das Kinderzimmer müßte eigentlich die Hamburger Tante svendieren,“ meinte er. Röschen guckte ihn unsicher an und wurde verlegen „Ach. ich weiß nicht... hm. das wird nicht gut geben... „Oho, dazu ist sie einfach verpflichtet.“ rief Henry. „Ich werde ihr das mal beibiegen.““ Irgendwoher schlug eine Turmuhr mit sieben hallenden Schlügen. Irma erschraf „Es ist ja schon furchtbar spät. Ich muß sofort nach Hase. sonst ist Frau Habermann ungehalten.“ sagte sie hastig. Henry wünschte Frau Habermann zu allen Teufeln. Man fuhr in die Stadt zurück, setzte den Justizrat nebst Schwester ab, und begab sich zur Pension. Im Hausflur stieß man auf einen würdig aussebenden Herrn. der eine schwarze Tasche trug und Karbolduft verbreitete. „Das muß ein Arzt sein.“ sagte Willibald „Riechen tut er so.“ schnupperte Henry. „Brrrr!" machte Röschen. In der Diele der Pension schlug den Heimkehrenden eine wahre Karbolwolke entgegen. „Bei uns ist jemand krank.“ stellte Irma fest. Das stimmte: aber nur zur Hälfte. Es gab in Wirklichkeit zwei Patienten. Pitt. den Pekingbund. und Pivin. den Jamaikapapagei. Der hatte zwar die schöne Troven insel nie gesehen. ader sein Temperament war trotzdem trovisch. Das hatte er schlagend bewiesen. Zu Beginn des künstlerischen Tees hatte man den Vierfüßler und das Federvieh in ein Nebenzimmer gesperrt. Damit sie Lilos künstlerische Produktionen nicht stören und weder die„Jungfrau“, noch die„Julia“ durch unpassende Töne unterbrechen konnten. Vielleicht hatten die beiden übelgenommen, daß man sie von dem Kunstgenuß ausschloß. Soviel wie die Freundinnen der Frau Major verstanden sie schließlich auch davon. Vielleicht aber hatten sie schon lange eine Pieke auseinander. Um es kurz zu machen, zwischen den beiden kam es zum Duell. Als Lilo, berauscht vom Beifall der gutgefütterten Gäste, auf die„Jungfrau" noch den„Erlkönig" setzte und bei der gruseligen Stelle„... erreicht den Hof mit Mühe und Not...“ angelangt war, ging im Nebenzimmer das Donnerwetter los. Lilo brach den„Erlkönig" ab. Man stürzte erschrocken in das Eril der beiden Viecher und... sah sich auf einem Schlachtfelde. Wie es Pivsy gelungen war. aus seinem Käfig zu entwischen, wird ewig ein ungelöstes Rätsel bleiben. Jedenfalls war er frei, hockte auf dem Rücken des Pekinesen. fest in die dicken Locken gekrallt. und bearbeitete sein Opfer mit Schnabeldieben. Die Pausen füllte er durch Proben seines Sprechtalentes aus und schrie:„Verfluchter Sauladen!" Was weder auf eine gute Erziebung schließen ließ. noch auf den Pekinghund oder überhaupt auf die Pension Habermann paßte; und sich nur dadurch erklären läßt. daß die Wut alle Geschönfe unlogisch macht. Pitt heulte, jaulte und bellte in schöner Abwechilung. Er biß wie ein Wilder um sich. Er warf sich auf den Rücken, um seinen Angreifer loszuwerden. Es war ein toller Anblick. Die Kunst= und Teegenießer waren sämtlich weiblichen Geschlechts in den sogenannten besten Jahren. In diesem schönen Alter scheut man sich vor' Hundebissen und Schnabelhieben. Lilo aber. als Vertreterin der zur Tapferkeit verpflichteten Jugend. brach in Schreikrämpfe aus. Was ein bequemer Ausweg war. die Duellanten aber nicht trennte. Endlich packte die Maiorin ein großes Sofakissen und schleuderte es auf die Kämpfer. Pitt entfloh kreischend unters Sofa. Pivsy blieb röchelnd am Boden liegen. „Was wird die Grallow sagen, wenn sie heimkommt.“ stöhnte Lilo. Die Grallow war schon daheim, denn sie trat in diesem kritischen Augenblick lus Zimmer. Hinter ihr erschien Kakteengottlieb, der sich vor dem Kunsttre mit Glanz gedrückt hatte. Vera verlor alle gewohnte Liebenswürdig keit. Was sie äußerte, hatte es in sich. und bestimmt würden die Leser an der Wiedergabe ihres Temperamentsausbruches Spaß haben. Leider ist er nicht druckreif Nachdem sich Fräulein Grallow Luft gemacht hatte. hob sie den blutenden Pitt auf. Jossi tat mit dem zerzausten Pivio ein gleiches. (Fortsetzung tolgt Gefahr um Bianca Roman von Harald Baumgarten (14. Fortsetzung.) 12. Kapitel. Welch eine Stadt ist Rio de Janeiro! Wenn die Sonne hinter lila Wolken versunken ist und das scharlachfarbene Abendrot aufflammt, die Lichter der Bucht wie tausend Brillanten aufblitzen, wenn die Barken von Insel zu Insel gleiten und die Palmen in dem föhnigen Winde stell die Majestät ihrer Kronen wiegen! Wie ein Meerschloß das Copacabana! Wie eine glitzernde Schlange, die unendlich lang ist, windet sich die Reihe der Autos darauf zu. Unaufhörlich entsteigen ihnen die Gestalten der Mädchen und Frauen, hellfarbig und geschmeidig, dunkel und ernst die Figuren der Männer im Frack, und alle verchwinden in der unübersehbaren Pracht der Gesellschafts= und Spielräume, in der grellen Lichterflut des Vestibüls. In diesem Märchenschloß wohnte die kleine Bianca, die in dem Hafenviertel von Hamburg ausgewachsen war. Schritt mit nachdenklichen Augen durch diese Pracht. Saß an der Tafel, auf der feuerrote Langusten leuchteten und schwerer, trockener Sekt in den Kelchen kaum mousierte. Ihr gegenüber, immer und jeden Tag, saß Paul Stein. Neben ihr Peter und Marietta. Und hier hielt Paul Stein die Zeit für gekommen, vollends sein Spiel zu wagen. Das Spiel, dessentwegen ihn Eduard Brandt auf die Reise nach Rio geschickt hatte und mit dessen Einleitung er auf dem Dampfer begonnen hatte. Wenn die Jazzmusik sehnsüchtig aus dem Tanzsalon klang, verbeugte sich seine biegsame, schmalhüftige Gestalt vor Bianca.„Darf ich Gnädigste um einen Tanz bitten?“ Für Sekunden suchten ihre Augen den Blick Peters. Aber Fanning nickte nur. Die Bitterkeit seines Herzens war so stark in diesen Tagen, daß er seine erwachende Liebe erstickte und mit lächelnder Miene zusah, wenn der Tänzer Bianca nach dem Ballsaal führte. Dann glauderte Marietta mit ihm.„Können Sie uns denn nicht die Erlaubnis zur Einreise verschaffen, Herr Doktor? Mein Bruder hat so sehr darum gebeten!" Weil er mit Bianca zusammen bleiben will, durchschoß es Peter— weiler sie liebt und weil er merkt, daß auch sie ihm mit jedem Tag geneigter wird. Dann antwortete er, daß er es versuchen wolle und schon morgen die ersten Gänge zu dem Konsul machen werde. Ja— was sollte er tun? Durfte er Biancas Glück im Wege stehen? Durfte er ihr jemals mehr sein als das, was er ihr versprochen: ein Freund, der sie schützen und ihr helfen wollte? Paul Stein hatte schon mehrere Male im Spielsaal Roulette gespielt. Das beträchtliche Reisegeld, das ihm Direktor Brandt gegeben hatte, war fast zu Ende. Von Brandt war kein Geld mehr zu erwarten, bevor er nicht das gesteckte Ziel erreicht hatte, bevor Bianca diesem Brandt nicht mehr gefährlich werden konnte. Morgen schon würde er zum Schlage ausholen. Morgen wollte er jenen Mann aufsuchen, dessen Anschrift er in der Tasche trug. Jetzt, in diesem Augenblick würde Marietta mit Peter Fanning sprechen. Jetzt mußte sie ihn dahinbringen, daß er morgen von Konsulat zu Konsulat eilte. Dann würde endlich Bianca einmal allein sein! Nicht wie bisher immer bewacht von diesem Menschen, der sich„ihr Mann“ nannte und doch so kühl und fremd neben ihr dahinschritt. Aber heute— heute sollte Bianca ihm noch Glück bringen! „Auf welche Nummer soll ich setzen?“ fragte er. Kühl und ernst sah sie ihn an.„Tun Sie, was Sie für richtig halten!“ „Es ist für meine Schwester,“ sagte er bedachtsam—„es ist, damit sie nach dem Hochland reisen und gesund werden kann!" Sie wurde hilflos.„Ich verstehe nichts von diesem Spiel.“ „Niemand versteht etwas davon. Man muß nur Glück haben. Sie haben Glück, schöne Frau!“ „Ich?“ sagte sie, und ihr Gesicht überschattete ein Zug von tiefem Leid. Stein warf ein dünnes Päckchen Banknoten auf rot. Die Kugel sprang... Rot hatte gewonnen. „Ich wußte es! Rot ist die Farbe der Liebe!" Mit gierigen Händen riß Stein die gewonnenen Scheine an sich.„Es reicht noch nicht, es reicht noch lange nicht", flüsterte er vor sich hin.„Sagen Sie doch etwas— eine Zahl— die sechsundzwanzig vielleicht" Sie nickte nur. Ihr innerer Widerstand gegen diesen Menschen, dessen Gesicht jetzt die Spielleidenschaft verzerrte, verstärkte sich mit jeder Sekunde. Stein suchte alles Geld heraus, was er noch besaß. Warf es im letzten Augenblick auf die sechsundzwanzig. Die Kugel rollte... hüpfte... Seine Augen verfolgten ihren Lauf, als sei sie ein gehetztes Wild „Sechsunddreißig!“ rief Croupier. Stein zerdrückte einen Fluch zwischen den Lippen. Wir haben alles verloren!“ sagte er mit blassem Gesicht.„Ich werde Ihren Gatten bitten müssen, mir auszuhelten, bis ich mir Geld aus Europa überweisen lassen kann.“ Rücksichtslos drängte er sich durch die Spieler.„Kommen Sie doch gnädige Frau.“ Als sie an den Tisch im Speisesaal zurückkehrten, bemerkten Peter und Marietta sofort daß etwas zwischen ihnen geschehen sein mußte. Denn Paul Steins Hände fuhren unsicher durch die Luft.„Wir haben Pech gehabt, die gnädige Frau und ich“, sagte Stein und goß sein Glas Sekt herunter. Unvermittelt sah er Fanning an.„Werden Sie sich morgen für uns verwenden. Herr Doktor? Ich meine, werden Sie morgen mit dem Konsul sprechen?“ „Ich habe es Ihrer Schwester soeben zugesagt“, erwiderte Fanning und suchte in Biancas Gesicht zu lesen. „Herr Stein hat sein ganzes Geld mit mir zusammen verloren. Peter— kannst du ihm nicht aushelfen?“ Er starrte sie an.„Selbstverändlich— gern, wenn du es wünschst.“ Wie sehr muß sie ihn lieben, daß sie mich sogar um Geld für ihn bittet, dachte er und stand euf.„Ich möchte gehen. Ich habe morgen viel zu tun.“ Mit dem Lift fuhren sie in die Höhe. „Gute Nacht, Bianca.“— Er verbeugte sich förmlich. Sie fühlte, daß sie ihn gekränkt hatte, aber sie wußte nicht, wodurch. „Gute Nacht, Peter.“ Er wandte sich ab und ging — ohne zu ahnen, daß es ein Abschied für lange Zeit sein sollte. „Morgen, Marietta!“ sagte iim gleichen Augenblick Paul Stein zu seiner Frau.„Morgen sind wir so weit.“ „Weißt du, daß Fanning seine Frau liebt?“ fragte sie leise. Roh lachte er.„Unsinn— er hat sie wegen der Erbschaft geheiratet!“ Sie schüttelte den Kopf.„Das ist nicht wahr. Ich habe den Ausdruck seiner Augen gesehen, als du mit ihr fortgingst.“ „Ich bin kein Freund von Sentimentalitäten, Marietta! Ich muß Geld haben.“ Er beugte sich über den Tisch.„Wenn du morgen abend auf den Bahnhof gehst, wirst du mich im Wartesaal treffen. Um sechs Uhr! Sei pünktlich. Um halb sieben fährt der Zug nach Montevideo!" * Die Klingel schnurrte nur. Wie eine Katze, die spielen will. Aber Paul Stein kam es vor, als verberge sich hinter diesem gemächlichen Schnurren etwas Gefährliches. Unwillkürlich trat er einen Schritt von der Tür zurück. Was würde das für ein Mann sein, dessen Adresse ihm Eduard Brandt in Hamburg gegeben hatte? Der „ohne viele Formalitäten“, wie Brandt gesagt hatte. diese Geschichte mit der Bianca erledigen würde? Avenida Rio Branco. Die Hauptstraße von Rio de Janeiro. Stein wartete vor dem Hause. Schwere Teppiche auf den Treppen. Und doch... Ein Mädchen öffnete „Ich möchte Senhor Enrique Carillo sprechen!" Stein stotterte die Worte her in einem schlechten Portugiesisch, das er nach dem Sprachführer aufsagte. Das Mädchen musterte ihn frech. Knallte dann die Tür zu, als sei er ein Bettler. Netter Empfang, dachte Stein und war schon gewillt, die Treppe hinunterzulafen, hinaus auf die sonnenglühende Straße. Die Tür wurde plötzlich geöffnet. Ein mittelgroßer Mann mit olivfarbenem Teint stand im Rahmen. Unter dem blauen Tuch des Anzuges sah man förmlich die Muskeln spielen. Die breiten Schultern füllten die Tür fast gänzlich aus. „Enrique Carillo!“ sagte er. Er streckte eine beharrte, ringgeschmückte Hand aus. Ließ sie in der Schwebe, ohne die Hand des Besuchers zu ergreifen. „Wer sind Sie? Was wollen Sie?“ Stein verstand das Portugiesisch nicht. Nur den Sinn der Worte. Er sah nur das Mißtrauen, das in den kleinen enganeinanderliegenden Augen unter den mächtigen Brauen aufblitzte. „Von Direktor Eduard Brandt aus Berlin!“ sagte er auf deutsch; denn Brandt hatte ihm versichert, daß dieser Carillo die deutsche Sprache verstehe. Paul Stein holte den Zettel hervor, den Brandt ihm mitgegeben hatte und auf dem nichts weiter stand als die Worte: Eduard Brandt an Enrique Carillo, Rio de Janeiro— Avenida Rio Branco.— Zur Erinnerung an die Charia Clot Bey.“ „So— so— von Eduardo Brandt aus Berlin! So, so!“ Die Erinnerung schien langsam aufzudämmern wie ein Bild, von dem sich allmählich Schleier lösen und das mit jeder Sekunde klarer und eindringlicher wird. Er steckte die Hände in die Hosentaschen und ging auf und ab. Dabei sprach er.„Hat Ihnen Brandt erzählt von Kairo? Von der Sharia Clot Bey? Wie diele Jahr ist das her? Fünf— sechs. Er wohnte im Mena House mit seiner Frau. Ich auch!“ Er lachte lauter, es war ein gemeines, bösartiges Gelächter.„Eines Abends hatte ich zu tun— in der Sharia Clot Bey. Wissen Sie, was das ist? Die übelste und gefährlichste Straße in ganz Kairo. Ich saß da in einem Kaffee. Trank. Plötzlich— ich weiß selbst nicht, wie es kam, hatte ich Streit mit ein paar Fellachen. Dauert kaum eine Sekunde dort, da blitzten die Messer. Na— ich nehme es schon auf mit ein paar schleimigen Kumpanen. Aber es waren zu viele. Wäre mir wohl schlecht ergangen. Da bekomme ich Hilfe. Ein Mann schlägt mit seinem Spazierstock wie wild auf die Fellachen los. Da riß die Bande aus. Ich sah mir den Mann an, der mir geholfen hatte. War mein Hotelgenosse Eduardo Brandt. Da hab ich ihm gesagt, wenn ich ihm mal helfen könnte— mit irgend etwas— auf mich könne er zählen. Gab ihm meine Adresse. Habe sechs Jahre nichts von ihm gehört. Und jetzt— also was soll es? Warum schickt er Sie her zu mir?“ Paul Stein hatte die Rede des Brasilianers über sich ergehen lassen. Nun erhob er sich.„Es ist ein schwieriger Auftrag. Senhor Carillo. Ein Auftrag— nun— es handelt sich um ein Mädchen, das, ich weiß nicht...“ Der breite, starke Mann faßte Stein an beide Schultern. Sah ihm in die Augen. Murmelte etwas auf portugiesisch. Brachte dann sein Gesicht ganz dicht vor das von Paul Stein.„Mädchen sagst du? Schönes Mädchen? Geld zu verdienen? Menge Geld selbstverständlich!“ „Sie soll verschwinden— sie steht Brandt wegen einer Erbschaft im Wege.“ Der Brasilianer ließ Stein los und zuckte geringschätzig die Achseln. „Kinderspiel. Weißt du, wie viele Mädchen hier jedes Jahr verschwinden, ohne daß man eine Spur findet? Bring sie dahin, wohin ich dir sage, und fort ist sie.“ „Aber sie wohnt im Copacabana— und hat einen Mann!“ Carillo grinste.„Die Frau eines hohen englischen Beamten ist in Rio einmal verschwunden— man hat nie wieder eine Spur von ihr entdeckt. Wir sind hier nicht in Europa. Und Sie?“ „Ich will sehen, daß ich nach Bolovien komme— heute nacht noch.“ „Bolivien— sieh mal an. Kannst es grüßen von mir. Bin selbst aus Bolivien— aus Obrajes— liegt dicht bei La Paz! Ja— von dort bin ich. Schönes Land. Dort bist du sicher.“ „Was soll ich jetzt tun?“ fragte Stein. Das Gesicht Carillos wurde sofort angespannt. „Geht es heute nachmittag? Lockst das Mädchen weg — unter einem Vorwand. Ich stelle dir mein Auto zur Verfügung. Bringst sie in die„Mangue". Kennst du Rio?“ Stein verneinte. „Nun— Mangue, das ist das, von wo man nicht wiederkommt, wenn man eine Frau ist. Eine verrufene Straße. Habe dort ein Haus, in dem man sie aufnehmen wird Alles ein Kinderspiel. Nun, daß du mit ihr vom Hotel fortkommst, das ist die Schwierigkeit. Und daß sie freiwillig mitgeht, ohne Nachricht zu hinterlassen! Keinerlei Nachricht!“ Seine Augen drohten Stein an.„Daß ich mich auf dich verlassen kann! Was du machst, ist mir gleich. Am besten, du fährst noch heute abend fort.“ Stein griff nach seinem Hut.„Noch eines, Senhor. Wenn ich das Mädchen abgeliefert habe, müssen Sie ein Telegramm an Brandt senden. Hier ist die Adresse. „Habe Ware in Empfang genommen, Carillo.“ Es ist, Senhor, es ist, damit ich meine Belohnung bekomme.“ „Und ist das Mädchen sehr hübsch sagst du, und jung?“ „Achtzehn Jahre, soviel ich weiß.“ „Gut— mach daß du fortkommst. Mein Wagen wartet auf der Seeavenida. Zehn Minuten von Copacabana. Es ist ein dunkelblauer Wagen. Der Chauffeur ist ein Neger. Er wird die Hand an die Mütze legen und sagen:„Sharia Clot Bey!“ Wie in einem bedrückenden Traum ging Stein die Treppe hinunter, hinaus auf die Straße. Er sah das vornehme, wolkenkratzerartige Haus an. Ist das möglich? dachte er. Er trat einen Augenblick in eine Cafe und ließ sich einen Sorbet von Ananas geben. Wieder zog er sein Taschentuch und wischte sich über seine Stirn. Ach was, dachte er, was geht mich das Mädchen an. Ich bekomme hunderttausend Mark! Dann fuhr er mit dem Bus zum Copacabana. * Bianca saß allein in ihrem Zimmer. Sie blickte auf das Meer, das in gedämpftem Silber in seiner wilden Freiheit vor ihrem Fenster rauschte. Peter hatte sie nicht mehr gesprochen. Als sie zum Frühstück kam, teilte ihr der Kellner mit, daß der Herr Doktor bereits in die Stadt gefahren sei, in Begleitung von Senhorita Stein. Es handle sich um die Paßangelegenheit. Sie dachte an einen Abend in Blankenese, an dem sie mit Peters Mutter auf der Veranda des Häuschens gesessen hatte und an dem die Cap Polonio— ein schimmernder Lichterberg— die Elbe hinaufgefahren war. Damals war sie glücklich gewesen. Damals hatte es noch kein Wort gegeben, das nun wie ein Alp auf ihr lastete:„Formalität!“ Ach, nur einmal jetzt mit Mutter sprechen kön nen, nur einmal einen Menschen fragen dürfen! Einen gütigen Menschen, der ihr Rat geben konnte in der Verzweiflung ihres Herzens! Sie war so in Gedanken eingesponnen, daß sie erschrak, als es plötzlich an die Tür klopfte. „Herein!“, rief sie und wußte nicht, wer es sein könnte, der sie besuchen wollte. Ob es schon Peter war? Sie sprang auf und legte die Hand auf ihr klopfendes Herz. Der Tänzer Paul Stein war es, der die Tür öffnete. Er sah erregt und abgehetzt aus. Sein Gesicht, immer blaß, war in dieser Stunde fahlgrau.„Verzeihung, gnädige Frau, wenn ich störe“— seine Stimme flog—„aber ich habe einen Auftrag. Ich traf Ihren Gatten in der Stadt. Ja— in einem kleinen Cafe. Er ist— Sie brauchen nicht zu erschrecken... Rio ist eine heiße Stadt— er ist wohl durch die Hitze ein wenig schwindlig— jedenfalls, er läßt Sie bitten, gleich zu ihm zu kommen.“ Totenblaß sah sie ihn an.„Was ist mit Peter? Was ist mit meinem Mann?“ Die wilde Angst, die in ihren Augen lag, der Klang ihrer Stimme ließen für Sekunden in seinem Herzen Schamgefühl aufkommen. Aber gewaltsam brachte er die Mahnung seines besseren Ichs zum Schweigen. Was sollte aus ihm werden, wenn er diesen von Eduard Brandt ersonnenen Plan nicht aus führte? Mit fliegender Hast warf sie einen leichten Regen mantel über und schloß ihn bis zum Halse.„Wie kommen wir am schnellsten fort?“ fragte sie atemlos und schon bereit, das Zimmer zu verlassen. „Ich habe ein Auto unten stehen. In einer Viertelstunde sind wir dort.“ Sie verschmähte einen der Lifts, die mit weichem Brummen die Stockwerke aufund abstiegen. Mit unsinniger Eile jagte sie die Treppen hinunter, so daß Stein ihr kaum zu folgen vermochte. Sie schlüpfte in den bereitstehenden Wagen. Nur Peter stand ihr vor Augen. Peter— in irgendeinem Cafe bewußtlos, krank, verunglückt oder irgend etwas! Ihre Gedanken waren ja nichts wie ein wirrer Taumel, ihre schreckerfüllte Phantasie gaukelte ihr immer neue Bilder des Grauens vor. Mit der Unbekümmertheit, mit der man nur in Südamerika fährt, sauste der Wagen davon. Der Staub, den die Fülle wildsausender Autos aufwirbelte, verdeckte jede Aussicht. Nun kam ein Kanal. Eine glatte Straße. Nun sinken die Häuser zusammen. Matrosen torkeln breitbeinig über die Gassen. Neger kreischen. Das furchtbare Viertel der Mangue war da. Der Kanal versumpfte zwischen Palmen. Dieser Kanal hatte schon viele verschlungen. Mit jähem Ruck hielt der Wagen. Ein altes Haus. künstlich aufgeputzt, wie geschminkt, mit einer Fassade, die sein Siechtum verbergen wollte. „Hier ist es!“ Die Stimme von Stein war heiser. Ohne Zögern sprang Bianca aus dem Wagen. Sah sich wie erwachend um. Der Wagen fuhr ab. Ein breitschultriger Mann kam aus dem Hause. „Kommen Sie, Madame— kommen Sie rasch!“ Er sprach ein hartes, gebrochenes Deutsch, und seine kleinen Augen funkelten. Der breitschultrige Mann legte seine Hand auf Biancas Schulter: „Hübsch— schön— muß man sagen.“ Mit Mühe schüttelte sie die Hand ab.„Wo ist mein Mann?“ Höhnisches Lachen.„Viele Männer— Senhora, viele reiche Männer— hier. Sie werden zufrieden sein!“ Ehe Bianca begriff, was geschah, hatte er sie in ein Zimmer gestoßen. Radiomusik war irgendwo. Spielte einen amerikanischen Jazz. Eine gequetschte Stimme sang auf englisch den Refrain eines Niggersongs. Helles Lachen kreischte auf. Bianca riß sich die Mütze vom Kopfe und starrte Paul Stein an. Tausend unsaßbare Ahnungen. Wirres Aufdämmern schrecklichster Möglichkeiten. Furchtbare Dinge, von denen sie gelesen. schienen in entsetzlicher Wirklichkeit aufzuleben. Die kleinen Hände fest zu Fäusten geballt, stand sie vor Paul Stein. „Wo ist mein Mann? Was bedeutet das hier?" Ihre dunklen Augen, schreckhaft geweitet, funkelten wie klare Sterne. Der Mann, der sie empfangen hatte, knipste an einem Schalter. Helles Licht in dem kleinen Raum. „Sie können gehen, Senhor! Das Telegramm sende ich ab.“ Ein Schwindel drohte Bianca zu ersticken. Die parfümierte Luft des Raumes erzeugte Widerwillen. Sie meinte, nicht mehr atmen zu können. Riß den Mantel, den sie anhatte, am Halse auf. Die alte Inkakette blinkte. Wie sie überall geblinkt hatte in ihrem schweren, starren Schein. In ihrem gelblichen Licht, dem Licht des Goldes, das schon soviel Unheil gestiftet seit der Zeit, da Pizarro um seinetwillen die blühende Kultur der Inka vernichtet hatte. Gold!—— dachte Paul Stein— schweres Golk. Wenn nun Brandt die Belohnung nicht schickten Er mußte fliehen. Er hatte doch nur die Summe, die ihm Fanning gegeben hatte. „Die Kette gehört mir!“ rief er.„Ich soll die Kette bekommen. So war es ausgemacht.“ Es kam ihm vor, als sinke er bei diesen Worten ganz tief in den Sumpf des Verbrechens. Carillo fuhr herum.„Was schwatzen Sie da? Sie sollen machen, daß Sie...“ Das Wort erstarb ihm auf den Lippen. Seine Augen weiteten sich, starr hing sein Blick an der Kette. Nun hob er die Augen. Sah zum erstenmal das Gesicht Biancas in dem hellen Licht der Lampe. Seinen Lippen entfiel die Zigarre, sie fingen an zu beben, aber es löste sich kein Wort aus seinem Munde. Fassungslos stierte er Bianca an, dann die Kette. Seine Hände tasteten rückwärts, suchten nach einem Halt, als habe er gan vergessen, was er tun wolle, als stiegen seine Gedanken in eine Vergangenheit hinab, die urplötzlich wuchs und schneller und schneller auf ihn zukam. (Fortsetzung folgt.) Muß ich mir eine Volksgasmaske kaufen? Ja! Ein gesetzlicher Zwang besteht allerdings nicht. Die Bereitstellung der BM 37 kann aber, — wie alle Luftschutz-Maßnahmen— nur im Frieden durchgeführt und nicht erst im Ernstfalle nachgeholt werden. Es liegt deshalb nicht nur in Deinem Interesse, die Volksgasmaske jetzt zu kaufen, sondern Du bist es Deiner Frau, Deinen Kindern und somit Deinem Volke geradezu schuldig. NSG. Arbeiter fahren nach Baureuth Von der Musik her ist das Tristan-Werk lebensbejahend. Stadt Wanne=Eickel. Bei den diesjährigen Festsvielen in Bavreutb ist von der NS.=Gemeinschaft Kraft durch Freude auch eine Aufführung von Richard Wagners„Tristan und Jsolde“ für die durch sie Betreuten vorgesehen worben: Tausenden von Zuhörern werden an dieser Weibestätte dem Geiste des Meisters besonders erlebnismäßig nabekommen. Es wird die Frage entstehen, ob sie das Werk begreifen können. Dabei wird die Erinnerung wachgerufen, daß anläßlich der Feiern des 150. Geburtstages Schopenhauers auch erwähnt wurde, wie sehr Richard Wagner einen Tei! seiner Werke als künstlerische Umbildung der Schopenbauerschen Gedankengänge ansab. Das Hauptwerk des Philosopben„Die Welt als Wille und Vorstellung", das begreiflicherweise in den Jubiläumstagen nur gestreift wurde, trat vornehmlich seiner Idee nach bei der Arbeit am„Tristan“ in das Blickfeld des Komponisten. Hier könnten nun doch unbefangene Zubörer leicht in Zweisel geraten, und es besteht daber unleugbar die Verpflichtung. diesen Dingen nachzugeben. Verneinung des Willens zum Leben? Das Werk Schopenbauers spricht letzten Endes die Verneinung des Willens zum Leben aus. Richard Wagner hingegen erscheint uns als Typus deutscher Kunst und eines ungeminderten Willens zum Aufstieg des Menschen, besonders des deutschen. Nach Schopenbauer ist der Wille zum Leben, der ständig von anderen Willensäußerungen durchkreuzt wird. leidbringend: Leben heißt leiden. Das All gleicht einem Meer. in dem die Einzelwesen Wellen sind; erst wenn sie wieder im Meer versinken, sind sie vom Einzelwillen erlöst und fühlen sich miteinander verbunden. Sie empfinden das Schicksal aller durch Mitleid mit— ähnlich wie es in der indischen Gedankenwelt lebt—. bis dann das Wesen vom Einzelezn erlöst wird und in das selige Nichts eingebt. #agner glaubte nun in seinem Tristan=Entwurf, eine Verneinung des Willens zum Leben als das einzig vol der lastenden Tragik, welche über den beiden Liebenden schwebt. Erlösende setzen zu können. Bekanntlich ist gerade„Tristan und Isolde" das persönlichste Werk Wagners. Aber bei diesem Geschehen tritt sofort deutlich der Unterschied zwischen Mitleid und Mitleiden zutage— und ebenso der zwischen den andersgearteten Vorstellungswelten einer indischen und germanischen Seele. Die Liebenden können zwar Mitleid finden, aber mit=leiden können es die anderen Menschen nicht, wie es auch Tristan zu seinem Knecht Kurwenal sagt. Doch mitfühlen können alle; das heißt, sie vermögen mit den Liebenden auf eine Ebene zu treten, wo alle menschlichen Wesen sich in der Empfindung ähneln. Der Komponist Wagner fand diese Ebene. die der Schopenhauerjünger Wagner nicht zu finden hoffte; er fand die Ebene. auf der Fühlen und das von der Vernunft nicht Begreifbare sich verbinden. nämlich die Musik. Sie vornehmlich ist die Welt. welche nicht materiell und doch tatsächlich ist, in der es kein Leiden. sondern nur das Gefübl des Leidens gibt. Jene Hirtenweise zum Beginn des dritten Aktes im „Tristan“, die das Weltleid darstellt, ist dennoch keine Verneinung. sondern ist der Klangmaterie nach leiddurchtränkt. aber dem ästhetischen Empfinden nach beglückend. Sie ist die Klangverkörverung des Goethischen Wortes: „... und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt. gab mir ein Gott zu sagen, was ich leide.“ Ebenso ist der Liebestod Isoldes ein Eingeben in eine Welt, wo keine Hemmung die seelischen Empfindungen der Liebenden trennt:„Höre ich nur diese Weise, die so wundervoll und leise; in den wogenden Schwall. in den tönenden Schall. in des Weltalls wogenden All ertrinken, versinken, undewußt, höchste Lust. Die erlösende Wirkung der Musik. Mit dem Wort„Lust“, schließt also dieses Werk. das die Verneinung des Willens zum Leben aussprechen sollte. Dem indischen Denken, der indischen Volksart kann die Abtötung des Willens möglicherweise etwas bedeuten: germanischer Willensbestaltung bleibt sie fremd. Unsere Seele schuf unsere Welt der Willensfernbeit. aber Empfindungsnäbe: nämlich die Musik des Abendlandes. Selbst Schopenhauer entwarf zwar in seinem denkerischen Werk eine Theorie der Verneinung, die aber der deutsche Mann Schopenhauer durch eine beroische Lebensbaltung ersetzt, sodaß ihn Nietzsche nicht mit Unrecht der Dürerschen Zeichnung vom Ritter zwischen Tod und Teufel vergleicht. Auch Richard Wagner hatte verstandesgemäß dieses Gedankengut angebahnt. aber der volkliche Genius in ihm überwuchs die blohe Vernunftebene, wie er auch den ursprünglichen Plan überrannte, nämlich eine bequem zu gebende bloße dreiaktige Oper zu schreiben, von innen heraus donamisch sprengte. Es wird kaum einen Hörer dieser Partitur geben. der von der glühenden, wenn auch vielfach verhaltenen Leidenschaft in ihr entzückt, auf den Gedanken kommen wird, hierin Willensverneinungen zu ersvüren, was beim bloßen Lesen des Textbuches bingegen möglich wäre. Erfreut wird aber der Hörer dann begreisen, daß auch im Genie die deutsche Seele sich lebensbejahend ausspricht, und daß sie es ist, die die Volksverbundenheit im tiefsten Sinn und nach ewigem Gesetz berstellt. Diese Freude wird ihm Kraft zur eigenen Lebensgestaltung geben und ihm im idealen und weit übergeordneten Sinn begreifbar machen. was es eigentlich mit dem Begriff„Kraft durch Freude" auf sich hat. Denn auch hier erfüllt sich das Urgesetz, das mehr noch, als die Träger dieses Namens es ursprünglich erhoffen konnten, ein solcher Begriff Eigenleben und Eigenwachstum gewinnt und somit die Echtheit intuitiven Wollens beweist. Von der Musik her kann der Gast der NSG. Kraft durch Freude„Tristan und Isolde“ verstehen. Und: bei wem übrigens wäre das anders? Zimmermann. der Auflösung der katholischen Altherrenverbände Parteigenossen und Mitglieder der Gliederungen können dem Rs-Altherrenbund beitreten. Im Zusammenhang mit der vor kurzem erfolgten Auflösung der katholischen Altherrenverbände teilt das Amt NS=Altherrenbund der Reichsstudentenführung mit, daß ehemalige Mitglieder dieser Verbände im RS=Altherrenbund der Deutschen Studenten aufgenommen werden können, wenn sie Mitglieder der RSDAP oder einer ihrer Glie derungen sind. Werbeappell des B9M. Aufruf für das Werk„Glaube und Schönhei“". Ein reichhaltiges Arbeitsprogramm umschließt das BDM.=Werk„Glaube und Schönheit“, zu dem gestern in der Aula der Oberschule für Jungen vor zablreichen Mädeln ein Werbeappell stattfand. in dessen Mittelpunkt eine Ansprache der mit der Durchführung dieser Aktion beauftragten Junggenossin Aenne Wahle stand. Sie richtete an die Versammelten einen zündenden Avpell zu aktiver Mitarbeit an den umfangreichen Aufgaben. der neu im Untergau 300 einzurichten den Arbeitsgemeinschaften. Auf ein Jahr werden die Mitglieder dieser Arheitsgemeinschaften. für die eine Zugebörigkeit zum B2M. nicht Bedingung ist. Gemeinhaftsarbeit aus dem Gebiet des Leistungssports und der Gymnastik treiben. Auch Volkstumop#flege. Spiel und gesellige Kultur. Werkarbeit und Wohngestaltung. Musik. Auslandskunde. nationalsozialistische Weltanschauung. Luftschutz und Einsatzdienst. Gesundheitsdienst und Hauswirtschaft werden in den Arbeitsgemeinschaften eine Pflegestätte finden. Auch sonst ist das Sommerprogramm sehr reichhaltig u sind vor allem zahlreiche Kurzfahrten der Mädel und ungmädel ins Ruhrtal bei Hattingen. in die Haardt. zum Stausee Haltern und ins Ruhrtal beabsichtigt. Ein engerer Kreis von Teilnehmern wird an den Grenzlandfabrten teilnehmen können. Die Fahrt nach Schlesien. verbunden mit Erntearbeit, soll am 27. Juli unter Führung der Untergaufübrerin Grete Schüttrumpf. die Westmarkfaort am 13. August unter Leitung der Untergauführerin Selter beginnen. Auch bei dem westfälischen BDM.=Treifen in Paderborn werden die Wanne=Eickeler Führerinnen des BDM. und der Jungmädel in den Tagen vom 23. bis 28. August zablreich teilnehmen Mit RdF. nach Ostpreutzen. Die Teilnehmerliste der Ostpreußenfahrt vom 25. Juli bis 9. August ist noch nicht geschlossen. Anmeldungen erbittet die KdF.=Kreisdienststelle Wanne=Eickel, Hindenburgstraße 218. Wer beteiligt sich am Gesellenwandern? Alle WanneEickeler Handwerksgesellen, die sich an der Wanderschaft noch in diesem Jahre beteiligen wollen, müssen sich bis spätestens 22. Juli auf der Kreisleitung der DAF. Schwerinstraße 20. melden. Ehemalige 17er in Herford. Das Fest des 125. Gründungstages des alten Insanterie=Regiments 17 führte zahlreiche Angehörige der Wanne=Eickeler Kameradschaft ehem. 17er nach Herford. Große Freude bereitete das Wiedersehen mit den ebemaligen Kameraden und mit starker Anteilnahme wurde die ereignisreiche Festfolge. in deren Vordergrund die Ansprache des letzten Kriegskommandeurs. Generalmajor a. D. Stobbe. stand. von den Festgästen ausgenommen. Die Eingliederung in den Ns=Reichskriegerbund Berlin, 20. Juli. Der NS.=Reichskriegerbund teilt auf Grund zahlreicher Anfragen mit, daß die Frist für die Eingliederung der noch nicht angeschlossenen Verbände und Vereine ehemaliger Soldaten am 30. September ds. Is. abläuft. Bis zu diesem Zeitpunkt soll der Zusammenschluß aller ebemaligen deutschen Soldaten im NS.=Reichskriegerbund zu einer einheitlichen und umfassenden deutschen Soldatenkameradschaft abgeschlossen sein. Aus vielen Teilen des Reiches wird dem Reichskriegerführer Freude und Dank der Kameraden darüber zum Ausdruck gebracht, daß es endlich gelungen ist, eine einheitliche und alles umfassende große Soldatenorgani. sation zu schaffen. Schon jetzt haben sich bei den Untergliederungen des NS.=Reichskriegerbundes Mitglieder von Regimentsvereinigungen und Waffenkameradschaften ebemaliger Soldaten in großer Anzahl zum Beitritt angemeldet. Vor allem aber ist überall die Eingliederung der Wehrmachtsbünde im Gange. so daß jetzt erstmalig auch die jungen, aus dem Dienst der nationalsozialistischen Wehrmacht ausgeschiedenen Soldaten mit den Frontsoldaten des Weltkrieges eine machtvolle und unlösliche Einbeit bilden. In den beiden neugebildeten Landesgebieten Donau und Inn=Drau des RS.=Reichskriegerbundes sind durch Verfügung des Stillhaltekommissars mehrere hundert Kriegerkameradschaften ehemaliger österreichischer Soldaten dem RS.=Reichskriegerbund eingegliedert worden. Weiter wird gemeldet, daß nunmehr auch zahlreiche bisber nicht organisierte ehemalige deutsche Soldaten ihren Beitritt zu Kriegerkameradschaften erklärt haben. Um eine reibungslose Abwicklung der Eingliederung zu gewährleisten, ist es notwendig, daß sich die zur Zeit noch außerhalb des Bundes stehenden ehemaligen Soldaten umgehend bei den für ihren Wohnort zuständigen Kameradschaften melden. Ein entsprechender Aufruf des Reichskriegerführers. SS.=Gruppenführer Generalmajor Reinhardt, ist in den letzten Tagen ergangen. Ehemalige Angehörige der Marine melden sich zweckmäßig unmittelbar bei den Kameradschaften des NS.=Marinebundes. der ebenfalls dem Reichskriegerführer untersteht. Die Kameradschaften der RSKOV., die eine Sonderaufgabe zu erfüllen haben, werden von dieser Eingliederung nicht berührt. Geburtsstichtag 2. 4. 1020 hat diesmul Anspruch auf Jugendurlaub Die Bestimmung des Jugendschutzgesetzes vom 30. Apri! 1938, wonach alle Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr einen gesetzlichen Urlaubsanspruch haben, bat in der Praxis wegen des Stichtages zu Zweiseln geführt. Das Amt für Rechtsberatungsstellen der DAF. teilt mit, daß nach der jetzigen gesetzlichen Regelung der 1. April. nicht aber der 1. Januar als Stichtag gilt. Nach§ 21 des Jugendschutzgesetzes hat der Betriebsführer für jeden Jugendlichen für jedes Kalenderjahr. in dem er länger als drei Monate tätig gewesen ist. Urlaub zu erteilen Als Stichtag, an dem der Jugendliche noch im Betrieb beschäftigt und noch jugendlich sein muß, ist daher der 1. April anzusehen. Da nach§ 187 B6B. bei Berechnung des Lebensalters der Tag der Geburt mitzurechnen ist, vollendet derjenige. der z. B. am 1. Avril 1920 geboren ist, sein 18. Lebensjahr bereits mit Ablauf des 31. März 1938. Am maßgebenden Stichtage, dem 1. April. hat er das 19. Lebensjahr bereits begonnen. Für das Urlaubsjahr 1938 folgt hieraus, daß auf das Jugendschutzgesetz ein Beschäftigter einen Urlaubsanspruch nur dann stützen kann, wenn er am 2. 4. 1920 oder sväter geboren ist. Für die Bemessung der Urlaubsdauer bleibt es bei der im Jugendschutzgesetz getroffenen Regelung. daß insoweit der Beginn des Kalenderjahres, allo der 1. Januar Stichtag ist. Beilagenhinweis (Außer Verantwortung der Schriftleitung.) Unsere heutige Ausgabe enthält eine Beilage der Schauburg- Lichtspiele, Herne, auf die wir unsere Leser aufmerksam machen. Turnen- oworr Spiel Beginn des deutschen Turn-und Sportfestes in Breslau Das kommende Wochenende steht schon im Zeichen des Deutschen Turn- und Sportfestes. Was bringt der Sonntag? Das Deutsche Turn- und Sportfest wird mit seinen rund 200 000 Teilnehmern das größte Fest werden, das die deutschen Leibesübungen je gesehen haben. Es soll ein Volksfest sein, das alle sporttreibenden Männer und Frauen der Nation vereint, und der Aufvau ist aus diesem Grunde auch so gestaltet worden, daß er Weg, Ziel und Sinn der deutschen Leibesübungen aufzeigt. Einen Vorgänger hat das Deutsche Turn- und Sportfest 1938 nicht, denn weder die Turnfeste der Deutschen Turnerschaft, noch die Kampfspiele des alten„Reichsausschusses für Leibesübungen“ lassen sich mit den bevorstehenden Breslauer Tagen vergleichen, die das gemeinsame Bekenntnis aller Teilnehmer zu Volk, Reich und Führer und zu den Fahnen des Deutschen Reichsbundes für Leidesübungen zum Ausdruck bringen werden. Die Breslauer Kämpfe werden auf bekonter Leistungsgrundlage durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen die Deutschen Meisterschaften in der Leichtatbletik, im turnerischen Zwölfkampf, in der Schwerathletik, im Radfahren und Mannschaftskämpfe im Fußball, Handball und Hockey. Den Anfang machen die Fußballer, Fechter und Tennisspieler. Das große Fußballturnier aller deutschen Gaue beginnt am Sonntag mit acht Vorrundenspielen. Von den westdeutschen Vertrekern tritt die Elf des Gaues Niederrbein in Schweidnitz gegen Baden an, der Mittelrhein trifft in Natibor auf die Auswahlmannschaft der Ostmark, während in Neiße die Mannschaften von Westfalen u. Württemberg um die Teilnahmeberechtigung an der Zwischenrunde kämpfen werden. Die Fechter führen große Mannschaftskämpfe für Frauen und Männer durch, die am Freitag beginnen und am Sonntag beendet werden, während der Tennissport seine Medensieger in Breslau ermittelt. Außer den Kämpfen beim Deutschen Turn- und Sporkfest werden im Reiche noch zahlreiche andere große Veranstaltungen durchgeführt. Sehr lebhaft ist es bei den Leichtathleten geworden. Die omerikanischen Leichtatleten stellen sich In Bolnä(Schweden) vor. In London findet ein internationaler Universitätskampf statt, während Kopenhagen der Austragungsort des Ländertreffens Dänemark—. Norwegen ist. In Paris werden die französischen Meisterschaften entschieden. Hervorzuheben sind weiter noch die Städtekämpfe Wien— Budapest in Wien und Hannover— Hamburg— Köln in Hannover.— Von den Veranstaltungen im Tennis überragt der Davispokalkampf Deutschland— Frankreich in Berlin, der bereits am Freitag einsetzte. Belgien und Jugoslawien kreffen sich im Davispokalkampf in Brüssel, während in Breslau— wie bereits erwähnt— die Schlußkämpfe der Medenspiele steigen. Sehr rührig sind wieder die Schwimmer, die mit einigen internationalen Veranstaltungen aufwarten. Holländische Schwimmer gehen bei den internationalen Kämpfen in Wuppertal und Schwelm an den Start, während das„Inkernationale“ in Hamburg eine besonders interessante Note durch die Wasservall=Länderkämpfe Deutschland— Belgien und Deutschland— Holland erhält. In Oberhausen treten die niederrheinischen Schwimmer gegen eine Auswahlmannschaft von Luxemburg an. Hochbetrieb herrscht auch bei den Wassersportlern, da zahlreiche Ruderregatten, so in Würzburg, Bad Ems und Luzern ausgefahren werden. In Mannheim findet eine reichsoffene Gebiets-Jugendregatta statt, während die Kanufahrer ihre Meister in dreitägigen Kämpfen in Essen ermitteln. Das Programm sieht weiter noch die Schlußfahrt um die Europameisterschaft der Stardoote in Kiel und internationale Motorboot-Rennen auf dem Starnberger See vor.— Der Radsport bringt Bahnrennen in Bottrop, Dülken, Gladdeck, Zuffenhausen, Bochum, Köln, Hamm und Wanne=Eickel, während von den Straßenrennen außer der Tour de France, die am Samstag mit der 15. Stappe von Briancon nach Aix les Bains (Ruhetag am Sonntag!) geht, noch die Fernfahrten Berlin Wannsee und Bonn— Aachen—. Bonn aufgeführt seiten.— Die deutsche Saison im Motorsport erreicht am Sonntag auf dem Nürburgring mit der Entscheidung des Großen Preises von Deutschland ihren Höhepunkt. Mit 22 Wagen weist das große Rennen eine erstklassige Besetzung auf. Den Auftakt bilden Motorrad- und Sportwagenrennen, die zahlenmäßig ebenfalls sehr gut beschickt sind.— Weiter kommt noch in Nizza der Große Motorradpreis von Frankreich zum Austrag.— In der Rhön beginnt am Sonntag der 19. Rhön=Segelflugwektbewerb, der sich dis zum 7. August hinzieht.— Zu einer neuen Kraftprode im Flugsport kommt es beim Internationalen Itallen=Rundflug, der bereits begonnen hat und am Sonntag zum Abschluß gebracht wird. Sechs Nationen haben für diesen Flug Meldungen abgegeben, darunter auch Deutschland.— Im Galoppsport setzen die großen Herbstereignisse mit der internationalen Rennwoche in München ein. die am 31. Juli mit der Entscheidung des„Braunen Bandes von Deutschland“ ihren Höhepunkt erreicht. Galopprennen sind ferner noch in Düsseldorf, Karlshorst, Kolberg und Bad Kreuznach vorgesehen. Breslau erwartet die deutschen Turner aus aller Welt 7. Beginn d Hauptstadt hat mit großem Eiser für diese festlichen Tage gerüstet. Links sieht man den ersten Schmuck an der Nikolaikirche in Breslau und rechts einen Blick auf die Führertribüne in der Hauptkampfbahn des Hermann=Göring=Sportfeldes.(Schirner=M.) Die Fusball=Gaumannschaft fährt heute nach Breslau Schon am heutigen Freitag kritt die Gau=Auswahlmannschaft des Gaues iinonralen von Dortmund aus die Fahrt nach Breslau an und wird bereits am Sonntag in Reiße der Auswahlelf des Gaues Würtkemberg gegenübertreten. Die Westfalenauswahl kritt die Reise mit 17 Spielern an. Unter diesen befinden sich die beiden-entaltalnieler: Sobota und Bonner. Sehr gespannt sind wir, ob die als spielstark zu bezeichnende Westfalenvertretung endlich einmal die Vorrunde überstehen wird. Es wäre bestimmt zu wünschen. Langt es zum Sieg über Württemberg, so hätten die Herner Breslaufahrer bereits am 26. Juni gleich nach der Ankunft in Breslau(Jahn=Kampfbahn) Gelegenheit, die Westfalenauswahl im Spiel gegen den Sieger des Vorrundenspiel: Nordmark— Mitte zu sehen. Gäbe es auch dann noch einen Westfalensieg, so ging es eventuell gegen Mitkelrhein, Ostmark, Schlesien oder Dommern, sehr wahrscheinlich gegen Ostmark auf der Friesenwiese in Breslau am 28. Juli. Die Sieger des 28. Juli stehen sich am 30. Juli in der Schlesierkampfbahn in Breslau, die Verlierer am gleichen Vormittag in Breslau-Grüneiche um den 3. und 4. Platz gegenüber. Gespielt wird in 2 Gruppen. Gruppe 1. Die Gaue: Sachsen, Hessen, Ostpreußen, Pommern, Niedersachen, Baden, Niederrhein, Bayern, Südwest. Gruppe 2. Die Gaue: Westfalen, Württemberg, Nordmark, Ostmark, Mitte, Schlesten, Pommern und Mittelrhein. Javoriken für das Endspiel sind In Gruppe 1: Niedersachsen, Niederrhein; Gruppe 2: Ostmark und eventuel! Westfalen. Handballturnier der deutschen Städte in Breslau Westfalen durch Dortmund und Hamm vertreten. Auch die Ländervertretungen von Polen, Sudetenland und Holland zugegen. Spannende und interessante Treffen wird es beim Handball=Städteturnier in Breslau geben. Der Reiz dieses Turniers wird noch besonders durch die Teilnahme der drei Ländermannschaften von Polen, Sudetenland und Holland erhöht. Insgesamt stehen sich in der Vorrunde am 28. Juli 40 Mannschaften gegenüber; die 1. Zwischenrunde steigt am 28. Juli, nachmittags. Die Sieger der Vorrunde haben also zwei Spiele an einem Tag zu erledigen. Die Dortmunder Stadtmannschaft trifft im 1. Spiel auf Insterburg und sollte die 1. Zwischenrunde erreichen, wo sie dann dem Sieger aus dem Spiel Hannover— Dresden gegenüberstände. Die Stadtmannschaft Hamm steht im 1. Spiel der Elf von Magdeburg gegenüber. Im Falle eines Sieges stände sie gegen Aachen oder Graz. Die 2. und 3. Zwischenrunde steigen am 29. Juli vor- und nachmittags, Vorschluß- und Endrunde am 30. Juli, vor- bzw. nachmittags. Aussichtsreichste Bewerber sind: Weißenfels, Aachen und Wien. Neben dem Turnier der Männer steigt auch ein Jugendturnier. Hier ist der Kreis Bochum durch BfL. 48 Bochum vertreten, welcher sein 1. Spiel gegen Post-Oppeln erledigt. Gleichzeitig werden in Breslau die Endspiele um die Frauenmeisterschaft im Handball zu Ende geführt. Von den 16 Bewerberinnen liegen noch 8 im Rennen: Reichsbahn Berlin, Eimsbüttel, Eintracht Frankfurt, Stahlunion Düfteldorf, Asco Königsberg, PfR Mannheim, Polizel Hamburg, Jahn Magdeburg. Fenske lief 3:49,4! Amerikas Leichkathleken in Stockholm. Die Premiere der diesjährigen Europastarks der amerikanischen Leichtathleten gestaltete sich im alten Stockholmer Llympiastadion zu einem großen Erfolg für die Amerikaner. Vor rund 18000 Zuschauern bewiesen die hervorragenden Amerikaner, das sie trotz der langen Reise bereits in vorzüglicher Form und für den Länderkampf in Deutschland am 13./14. August im Berliner Stadion bestens gerüstet sind. Die große Ueberraschung war der junge Kurzstreckler Charles Fenske, der die 1500 Meter in der glänzenden Zeit von 3:49.4 Minuten gewann. Um den zweiten Platz lieferten sich der Schwede Henri Jonsson und der junge Finne Harticca einen harten Kampf. Vem Vorsport J. Schönrath mußte aufgeben. In der schottischen Provinzstadt Brynaw traf Jakob Schönrath(Krefeld) auf den schottischen Schwergewichtsmeister Georges James. Die Begegnung war über 15 Runden angesetzt. James, der in den letzten Monaten eine Reihe erfolgreicher Kämpfe bestritten hat, war in ausgezeichneter Verfassung und zwang den Rheinländer nach verschiedenen Niederschlägen in der fünften Runde zur Aufgabe. * Prüfung für Tony Galento. Tony Galento, der in der letzten Veröffentlichung der National Boxing Association binter Weltmeister Joe Louis genannt wird, trifft am 26. Juli in Philadelphia auf den schwarzen Halbschwergewichts-Weltmeister John Henry Lewis. Seinen Titel stellt der Neger nicht aufs Spiel, aber in amerikanischen Fachkreisen hält man es für möglich, daß Galento durch Niederschlag gewinnk. * Freddie Steele. der amerikanische Weltmeister im Mittelgewicht, verteidigt seinen Titel am 26. Juli in Seattle gegen A. Hostack. * Tommy Farr und Maurice Strikland treffen im Kampf um den britischen Schwergewichtstite! am 22. August in Toronto auseinander. Der Kampf wird im riesigen Baseball-Park über 15 Runden ausgetragen und geht um Farrs Empiretitel. Unsere Voraussagen Rambouillet. 1. R.: Naaman— Estafette; 2. R.: Raricap— Dizaqui; 3 R.: Ksar's Pride— Poca Cosa; 4. R.: Swan Song— Grande Hathor; 5. A.: Sylvinda— Sanagra; 6. R.: Gaffeur— Stall Fockenbergde. Hitler=Jugend auf Großfahrt Smmmmnunnununsmnnmnnsumuseunmmunnumnsuunnpunnsenennnnnnnn 1000=Mann=Sonderzüge und Sonderschifse unterwegs 7 Der deutsche Osten bevorzugtes Fahrtengebiet Hlitler-Jugend Vom Leben und Wollen der deuischen Jugend: Berlin. 7 Juli. Die Großfahrten= und Lageraktion. die den Höhepunkt im Dienstjahr der Hitler=Jugend bildet. ist in vollem Gange. In allen Gauen Großdeutsch= lands sammeln sich Hitlerjungen. Pimpfe, Mädel und Jungmädel um ihre Fahnen. um auf Fahrt zu gehen. Schon seit Beginn der Ferien sind die Sonderzüge mit den 1000=Mann=Transporten aus allen Gebieten des Reiches nach den schönsten Flecken deutscher Erde unterwegs. Ostvreußen, das Rheinland, das Erzgebirge. Pommern, die Kurmark. Schleswig=Holstein und unsere berrliche Sudostmark sind die Ziele der diesjährigen Großfahrtaktion. Auch im Monat August werden wieder Zehntausende von Jungen und Mädeln aus ihrem bisher gewohnten Lebenskreis herauskommen und in der Kameradschaft der Hitlerjugend die deutsche Heimat erleben. 16 Sonderschiffe für die Fahrten nach Ostvreußen gechartert. Außer diesen„Schissen der Jugend“ werden natürlich auch noch eine Reihe von Sonderzügen nach Ouvreußen laufen. Die Führung der Hitler=Jugend ist darauf bedacht gewesen, den Jungen und Mädeln einmal das Erlebnis einer Seefahrt zu verschaffen; deshalb wird für die Fahrten nach Ostvreußen sentweder die Hin= oder die Rückfahrt auf dem Seewege durchgeführt. Um einen klaren Ueberblick über die im Augenblick laufenden Fahrten zu erhalten, ist im Amt Fahrten und Wandern der Reichsjugendführung. der Zentralstelle der Großfahrtaktion, eine große Karte aufgehängt, auf der alle Sonderzüge eingezeichnet sind. Schon auf den ersten Blick ist erkenntlich, wie stark vor allem die Industriegebiete an dieser Aktion beteiligt sind. Aus den Großstädten des Reiches bewegen sich die Sonderzugtransporte der HJ. strahlenförmig nach allen Seiten. Besonders bevorzugte Fahrtengebiete sind in diesem Jahre die Nordmark und Ostvreußen. Diese Tatsache kennzeichnet sehr stark den Zug der Jugend nach dem Meer und dem deutschen Osten. Auch die Grenzgebiete im Osten des Reiches wie Pommern. Schlesien, Sachsen und die Baverische Ostmark nehmen in diesem Sommer viele Fahrtengruppen der Hitler=Jugend auf. Vorbereitungen größten Ausmaßes, die z. T. bis in das vergangene Jahr zurückreichen, waren nötig. um diese Aktion zu dem Erfolge zu führen, wie er schon jetzt kurz nach Beginn der Fahrten zu verzeichnen ist. Von Jahr zu Jahr wird die Teilnahme an diesen Fahrten stärker werden. Die Jugend erwandert sich das ganze Großdeutsche Reich. Arbeitsmaiden proben für Breslau Während des Deutschen Turnfestes in Breslau werden die Arbeitsmaiden am 30. Juli, am Tag der Gemeinschaftsarbeit, zum erstenmal in der Oeffentlichkeit ihre neuartigen Stabübungen vorführen. Hier sieht man Arbeitsmaiden der Reichsführerschule Finowfurth bei der Probe mit Musikbegleitung. (Schirner-M.) BdM.=Werkarbeit auf Wanderschaft Anläßlich des ersten deutsch=schwedischen Mädellagers und der Tagung„Junger Norden“ eröffnete der BDM.= Obergau Pommern in Stralsund eine Ausstellung „Mädel am Werk“, die ihre besondere Note durch die Verbindung mit einer schwedischen Volkskunstschau erhält. Durch die Beschäftigung des Mädels mit allen Fragen der Wohngestaltung. der Kleidung. des persönlichen Lebens. den Blick für wahrhafte Kultur zu wecken, ist eines der wesentlichsten Erziehungsaufgaben im nationalsozialistischen Mädelbund. Seit Jahren bereits wird in der Werkarbeit des BDM. eine intensive geschmackliche Schulung betrieben; nun erfährt diese Arbeit auch im Rahmen des BOM.=Werkes„Glaube und Schönbeit“ einen großzügigen Ausbau. Daß hier bereits auf einer guten Grundlage weitergearbeitet werden kann, beweist die Zusammenstellung von Arbeiten aus Jungmädeleinheiten und Arbeitsgemeinschaften besonders begabter und interessierter Mädel. Keineswegs sollen hier Spitzenleistungen. sondern das Ergebnis einer bereits mehrjährigen kulkurellen Erziehung in einem Landobergau gezeigt werden. Als Wanderausstellung wird diese Schau ihren Weg durch ganz Pommern antreten und ihrer Aufgabe gerecht werden, in Eltern und Mädeln die Freude am eigenen Gestalten und neue praktische Anregungen lebendig zu machen. Zum Unterschied von der schwedischen Schau. die Stickereien und Webereien als reine Volkskunstarbeiten ausstellt, bauen die in der Webschule hergestellten Gegenstände auf bäuerlichem Kulturgul auf. das in freier Gestaltung von Form und Farbe weiterentwickelt ist. Nicht allein auf die Idee und ihre Originalität kommt es an. schon das elsjährige Jungmädel wird zu einer sauberen. General=Ludendorff=Jugendherberge in Demmin. In Demmin(Pommern) wurde soeben eine neue Jugendherberge, die„General=Ludendorff=Jugend= herberge“, eingeweiht, die mit Recht als eine der schönsten im ganzen Reich bezeichnet wird. 100 Gäste können hier Aufnahme finden und die Herberge als Ausgangpunkt vieler Fahrten an die Ostsee benutzen.(Scherl-Bilderdienst-M) Auch das gehörte zum Reitermannschaftskampf der EA. Der fünffach gegliederte SA.=Reitermannschaftskampf mit seinen hohen wehrsportlichen Anforderungen war in Berlin bereits in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag mit einem Streckenritt begonnen worden. Am Freitagvormittag fand auf dem Reiterplatz des Reichssportfeldes das Stilreit it Zu den Uebungen gehörten auch solche Dressurprüfungen und Freiübungen zu Pferde (Scherl-Bilderdienst-M) statt. en Die Wunderhöhle in den Pyrenden Jules=Verne=Roman wird Wirklichkeit.—6 Tage unter der Erde. Eine abenteuerliche Expedition, die einem Roman Jules Vernes entnommen sein könnte, haben vor kurzem drei französische Forscher unternommen, die 250 Meter tief in eine riesenhafte, bisher unerforschte Höhle in den Pyrenäen eindrangen. Sec,s Tage blieben sie unter der Erde und schildern nun ihre wahrhaft erregenden Erlebnisse, die sie in einem der größten unterirdischen Labyrinthe, die es auf der Welt gibt, hatten. Ein uraltes, vergilbtes Werk, geschrieben von einem anoaymen Verfasser des Mittelalters, das in einem per gestenen Fach der Pariser Nationalbibliothek lag, gab den Anlaß zu einer der abenteuerlichsten Expeditionen, die in jüngster Zeit unternommen worden sind. Zum ersten Mal übe schritten drei Forscher. der Anthropologe Emile Ribes. der Naturwissenschaftler Regis und der amerika nische Mineraloge Bill Spraggon, die„Tür der Untermelt“, wie man den Eingang einer bisher unerforschten meienhaften Höhle in den französischen Pyrenäen, unweit des Ortes Carcassone, nennt. Außer in dem erwähnten mittelalterlichen Bericht ist diese Höhle in keinem anderen Reisewerk oder Geographie buch erwähnt, sodaß man ihre kurze Beschreibung zunächst als eine Münchhausiade des unbekannten Verfassers be trachtete Der Bevölkerung von Carcassone war die Höhle jedoch nicht unbekannt, wenngleich sich bislang kein Mensch in ihre Tiefe gewagt hatte.„Abime des incantations“ „Abgrund der Beschwörungen“— nannte man das Labyriath voll abergläubischer Furcht und raunte, daß hier der Weg zur Hölle führe. Was die drei Forscher jedoch tief unter der Erde fanden, war nicht die Hölle, sondern ein Paradies von unbeschreiblicher märchenhafter Schönheit, das einen Einblick in eine 125 000jährige Vergangenheit unserer Erde gewährte. Die Kathedrale im Schoß der Erde Nach sechstägigem Marsch ist der Eingang der Höhle im Herzen der Pyrenäen erreicht. Die Bergführer weigern sich, die drei Forscher auf ihrer Reise zu begleiten. Sie erklaren sich bereit, hier eine Woche lang auf die Rück ###: 5nS Sens Zasmimn Wethen. Dnr Jons Teil he1 Höhle, in den noch ein Lichtschimmer fällt, ist nichts als ein dunkler Schlund, dessen Wände mit verschlungenen Herzen und Buchstaben bekritzelt sind, deren hinzugefügte Daten verraten, daß sich hier schon im 18. Jahrhundert manches Liebespaar ein heimliches Stelldichein gegeben hat. Dann aber hört jede menschliche Spur auf, das Abenteuer beginnt. An einem Seil lassen sich die Forscher, die mit elektrischen Lampen ausgerüstet sind, einen schmalen Abgrund hinabgleiten. Sie stehen, von zahllosen Fledermäusen umflattert, in einer Granitgalerie, die voller akkustischer Phänomene ist. Aus vielen Sackgassen und Nebengängen kommt erst nach Minuten in gespenstischer Weise das Echo ihrer eigenen Stimmen zurück. Die Galerie weitet sich zu einer ungeheuren Halle, von der aus ein Trichter abermals in die Tiefe führt. Das Seil zeigt an, daß sie sich 78 Meter tief unter der Erde befinden. Wiederum geht es durch den Trichter in die Tiefe, und nun trauen die drei Forscher, da sie endlich wieder Boden erreichen, ihren Augen nicht: sie stehen in einer unterirdischen Kathedrale. Märchenhaft und in allen Farben erstrahlend sind da phantastische Kristallbildungen, rosa, blau, lila. silbrig, weiß, perlfarben. Wie geblendet stehen die Höhlenforscher vor diesem Wunder der Unterwelt, das sich deutlich in Mittelschiff und Seitenkapellen einteilen läßt. Zwischen Kolonnaden von Staloktiten in wunderbarer Regelmäßigkeit schimmert purpurn der„Altar“, dahinter steht eine„Orgel“ mit Pfeisen aus durchsichtigem Milchglas, die, wenn man sie berührt, liebliche Töne, wie von zauberhaften Glocken von sich geben. Das Ganze ist die Nachbildung einer Kathedrale, wie sie vollkommener nicht gedacht werden kann. Die Wände scheinen mit Blumen übersät zu sein, die in Wirklichkeit bunte Kristalle sind. und bald die Form einer Rose, bald die einer Aster oder einer Fliederblüte haben. Die Luft ist gut, das Thermo meter zeigt 13 Grad Wärme. Am Boden liegen allerlei Steine und Tierknochen, die nicht in die geologische Periode des Labyrinthes hineinpassen. Wahrscheinlich sind sie im Laufe der Jahrhunderte von neugierigen Bauern von oben aus in die Höhle hinuntergeworfen worden und hier gelandet. Inmitten dieses Naturwunders verbringen die Forscher ihre erste Nacht. Blinde Spinnen und eine weiße Riesenkröte Die einzigen Vertreter der Tierwelt, die man hier findet, sind blinde Spinnen. Sie reagieren nicht auf die elektrischen Lampen, denn sie sind durch ihr Leben in der Finsternis völlig lichtunempfindlich geworden. Die Forscher haben ein paar Exemplare dieser Tiere, die mit ausgestreckten Beinen so groß wie eine Menschenhand sind, mit ans Tageslicht gebracht. Von der„Kathedrale“ aus führt abermals ein Tunnel in die Tiefe. Erst 200 Meter unter der Erde hört die Klettertour wieder auf. Und abermals bietet sich ein Naturschauspiel, das den Forschern die merkwürdigsten Dinge vorgaukelt. Man scheint in einer in ihren Farberscheinungen phantastischen breiten Straße zu stehen, die zu beiden Seiten Schaufenster aufweist. Da hängen in den„Auslagen“ Frucht körbe mit Aepfeln und Orangen, ein halbes eingesalzenes Schwein und dergleichen mehr, aber all diese Dinge sind nur aus Kristallgestein. Einen vollen Tag wandert man durch diese phantastische Straße, die die Forscher dem französischen Schriftsteller zu Ehren„Boulevard Jules Verne“ genannt haben. Nun folgt Entdeckung auf Entdeckung: bald gelangt man an die Ufer eines unterirdischen Sees, der auf den Luftmatrazen überküert wird, dann sieht man plötzlich in einer geräumigen Halle eine riesige weiße Kröte sitzen, die gleich den Spinnen völlig lichtunempfindlich ist. Dagegen entfernt sich das Tier auf das leiseste Räuspern hin sofort und verschwindet in einer Steingalerie. Ein unterirdischer Fluß führt um eine unterirdische steinerne Insel herum, und dann endlich. in 250 Meter Tiefe, macht ein silberner breiter Wasserfall jedem weiteren Vordringen ein Ende. Nach sechs Tagen treten die Forscher den Rückweg aus der Unterwelt an und ihr phantastischer Bericht gibt den Anlaß, daß man nunmehr eine große, auf vier Wochen berechnete Expedition in das wunderbare Labyrinth in den Purenäen, das vermutlich den Namen„Jules=VerneHöhle“ bekommen wird, unternommen wird. Ein dreisoches Hurra für den Graf Luckner in Neuseeland— Der„Flüchtling von Nuckland“. „Alles gesund und pudelwohl an Bord des„Seeteusel"". io beginnt ein Brief, der uns aus der Hand des Boots auch im Kleinen sorgfältigen Leistung angehalten. Das geht aus jedem der vielen verschiedenen für die Kindergärten der NSV. und das Winterhilfswerk angesertigten Spielsachen, den Elefanten. Katzen und Mäusen aus buntem. lustigem Wachstuch, den Brettspielen. Kasverleund Schattenspieltheatern hervor, die als Gemeinschaftsarbeiten zwölfjähriger Jungmädel entstanden sind. Bei all dem. was uns täglich an kleinen Dingen des alltäglichen Lebens umgibt, bei dem Notizblock mit buntem. selbstgesertigtem Papierbezug, der Lederhülle des Füllfeders beginnt die Arbeit des Mädels im B0M. Hier entwickelt sich der persönliche Lebensstil, der später die Kleidung, den Wohnraum, den festlichen Abend im Heim bestimmt. Aus dieser Erfahrung heraus richtete der BDM.= Obergau Pommerns wie verschiedene andere Obergaue des Reiches, schon im vergangenen Winter Arbeitsgemeinschaften ein, die sich mit„Tracht und Mode“.„Kunsthandwerk".„Schrift= und Buchgestaltung“ und anderen Fragen besaßten. Unter Leitung von BDM.=Führerinnen und Fachkräften der Kunst= und Handwerkerschulen wurde zum Beispiel das Thema„Tracht und Mode" nicht einseitig vom Standpunkt der modernen oder überlieserten Kleidung, sondern vom praktischen Ziel ber erarbeitet.„Wir gestalten ein Fest! Wie soll nun mein Festkleid sein?" stand als Leitwort über eine Reihe von Abenden. Es ist ein schönes Zeichen für den Erfolg dieser Arbeitsgemeinschaften, daß sich eine der vielen Jungarbeiterinnen, die sich in der Stadt besonderg## beteiligten, mit einem der hier ausgestellten Kleiß#### Hochzeitskleid nähte. Besondere Beachtung verdienen auch die Mädelarbeiten im Kunsthandwerk. Vielsach haben die Mädel in der Werkarbeit durch Entwersen und Zeichnen oder beim Formen von Kasverleköpsen ihre Begabung entdeckt und gefördert. Bald wagten sie sich dann mit besserem Material an größere Aufgaben und fanden so den Weg zum Kunsthandwerk. „Germany- all right Bilder von einer Finnland=Fahrt. Heulend pfeift am zweiten Tag unserer Seefahrt ein scharfer Nordost durch die Takelung der„Hansestadt Danzig“, des stolzen Dampfers des Seebäderdienstes. Als endlich die zerklüftete Schärenküste Finnlands aus der wildbewegten Ostsee auftaucht, sind wir doch reichlich froh—„Seekrankheit“ ist eben nicht nur eine Angelegenheit älterer Jahrgänge! Gespannt blickt alles dem„Land der tausend Seer" entgegen, als der Dampfer langsam in den Hasen von Helsinski einläuft. Beim ersten Bummel durch das Hasenviertel der finnischen Hauptstadt landen wir„hungrigerweise“ gegen Mittag in einer Ravietola, also in einer finnischen Gaststätte. Der gereichten Speisekarte stehen unsere mageren finnischen Sprachkenntnisse allerdings ziemlich„verständnislos“, gegenüber. Schließlich wird etwas besonders„fremdländisch“ Klingendes bestellt und— wir sind angenehm überrascht! Die ausgetragenen Speisen schmecken wirklich tadellos und sind märchenhaft billig. Milch ist„Nationalgetränk“ und gehört zu jeder Mahlzeit. Auffallend ist das vollkommene Fehlen von Kellnern— die Frau hat sich in Finnland in vielen Berufen durchgesetzt. Nicht nur als weibliche Bedienung in den Gaststätten, auch als Straßenbahnschaffner. Beamte, Autoschlosser und dergleichen findet man die Frau im Berufsleben. In Lahti gehen wir nach Besichtigung der großen Sprungschanze, die eigens zur Austragung der Weltmeisterschaft im Schispringen errichtet wurde, auf den herrlichen Sportplatz der Stadt, belebt mit Jugendlichen jeden Alters. Am Abend bot er das Bild eines Volksfestes. Besonders einen Diskuswerser. anscheinend die „Kanone“ des Ortes. umsteht eine größere Menge interessiert zuschauender junger Leute Wir gesellen uns zu ihnen und beobachten einige Zeit die Technik des jungen Sportlers. Plötzlich ergreist Karl seines Zeichens der beste Leichtathlet unserer Gruppe. den Diskus— der schönste„Länderkampf“ Deutschland—Finnland ist im Gange! Im Nu umsteht alles die beiden Kämpfer. Wir sind— ungewollt— der Mittelpunkt des Abends geworden. Karl siegt schließlich mit einem überlegenen Wurf vor dem Finnen— ehrlich ist der Beifall der Zuschauer. Der Unterlegene schüttelt Karl herzlich die Hand. Bezeichnend für die weitere Stimmung des Abends ist dabei sein, in Ermangelung des Deutschen, englisch geradebrschter Ausruf:„Germany— all right!" Der Erfolg unseres kleinen sportlichen Erlebnisses ist über alles Erwarten groß. Wir werden von den Anwesenden mit Fragen über Deutschland bestürmt. Soweit unsere kärglichen finnischen oder manchmal auch englischen Sprachtenntnisse es zulassen, beantworten wir alles bereitwilligst. Der richtige Kontakt ist gefunden. Weiter aber geht die Fahrt. Der Suma=See. das Kloster Valamo, der Imatrafall und eine Schärenfahrt sind nur eine Auslese von all dem Schönen und Interessanten, was unser noch auf der Finnlandfahrt wartet. R3P. mannes des Grafen Felix von Luckner aus Auckland (Neuseeland) erreicht. Karl Müller, mit seinen 64 Jahren eines der ältesten Besatzungsmitglieder, ist immer mit von der Partie, wenn den„Grafen“ die Abenteuerlust packt. In seiner schlichten Art gibt er uns eine anchauliche Schilderung von der Ankunft des„Secteufel" in Neulertand. „Als wir nach 17tägiger Fahrt von Samor nach Neuseeland Auckland ansteuerten, hatte kurz vorher ein schwerer Orkan gewütet, und wir bekamen nun die hohe Dünung zu spüren. Natürlich erwarteten uns am Kai eine Menge Leute, die uns zujubelten, obwohl die Kommunisten ein paar Tage vorher gegen eine Landung des Grafen protestiert hatten. Am zweiten Tag nach unserer Ankunft gingen wir nach der Insel Motwiki, wo der Graf während des Krieges gefangen war und von wo er entflohen ist. Die Insel ist jetzt eine Jugendherberge, es sind an die 200 Kinder dort während des Sommers. Als der „Secteufel“ landete, standen alle Kinder in Reih und Glied da und schrien„Willkommen, Herr Graf!“ und gaben ihm drei laute Hurras. Es war sehr nett. Graf und Gräfin schritten durch das Spalier der Kinder und besichtigten dann die Insel, wo der Graf uns alles zeigte sein altes Zimmer, wo er gewohnt hat, ist auch noch da, und überhaupt ist alles noch fast unverändert. Nur eine Kirche und ein Schulgebäude sind neu gebaut worden. Wir kamen nachmittags wieder nach Auckland zurück und seitdem liegen wir hier und haben jeden Tag eine Unmenge Besuch. Der„Seeteufel' ist natürlich sehr in Anspruch genommen, jeden Tag Einladungen, sodaß er nicht dazu kommt, seine deutsche Post in Ruhe zu lesen Der Graf hat hier im großen Rathaussaal einen Vortrag gehalten vor 1200 Zuhörern. und er hat schon verschiedene Male durchs Radio gesprochen. Also Sie können sehen, daß der Besuch des„Seeteufel' gute Früchte tragen wird. Wir sind ständige Gäste im Klub der englischen Frontkämpfer=Marine, die uns letzte Woche einen netten Abend gab. Morgen abend sind wir wieder dort eingeladen. Letzte Woche lag ein großes französisches Kriegsschiff hier, Luckners waren Gäste des französischen Kommandanten, der auch bei uns einen Besuch machte. Jetzt hat ein großer ameritanischer Kreuzer hier angelegt, und ich vermute, daß auch hier wieder Freundschaftsbande geknüpft werden, wie uns überhaupt bisher überall eine Welle der Sympathie und Zuneigung entgegengeschlagen hat.“ Wir nehmen Kärnten fest an unser deutsches Herz Das Kärntner Volk umjubelt Reichsminister Dr. Goebbels Der Empfang in Klagenfurt Klagenfurt, 21. Juli. Mittwochmittag traf Reichsminister Dr. Goebbels. über die Großglockner=Hochalpen= straße kommend, in Kärnten ein, wo er am Hochtor vom stellvertretenden Gauleiter von Kärnten. Kutschera, willkommen geheißen wurde. Auf der Fahrt durch das Kärntner Land begleiteten ihn die Jubelstürme, die ihn bereits auf der Großglockner=Straße begrüßt hatten Dr. Goebbels mußte zu wiederholten Malen anhalten. um den Volksgenossen für die entgegengebrachte Liebe zu danken. Auf der ganzen Strecke umsäumten Tausende von Volksgenossen die Straßen. Die Gliederungen der Partei waren angetreten und die Absperrmannschaften konnten nur mühsam die jubelnden Menschen zurückhalten. In Klagenfurt wiederholte sich der stürmische Empfang, ins Vielfache gesteigert. Im großen Wappensaal ließ sich Dr. Goebbels die Vertreter der Partei und ihrer Gliederung, der Behörden und der Wehrmacht vorstellen. Der stellvertretende Gauleiter, Kutschera, hieß in herzlichen Worten den Reichsminister im Kärntner Gau willkommen. Darauf ergrif dor Reichsminister selbst das Wort. Die nationalsozialistische Bewegung, so führte Dr. Goebbels aus, hat gerade in diesem Gau des Reiches besonders schwere Opfer bringen müssen. Wir alle, ob wir in Oesterreich wohnten und lebten oder im Altreich, haben um dieses Land schwere Stunden erlebt. Das Schicksal jedes einzelnen von Ihnen und Ihrer Kameraden hat uns tief berührt und ist unser Schicksal gewesen. Es wurde manchmal an der Zukunft unserer Bewegung gezweifelt. Nur erst bei der härtesten Probe ents####det sich der historische Wert einer Weltanschauung,geschah dies auch bei den Belastungsproben, die gt nationalsozialistische Bewegung zu bestehen hatte. be 9Ache hat einmal den Satz geprägt:„Was michlS nicht umbringt, macht mich stark.“ Die Richtigkeit dieses Satzes hat sich an der nationalsozialistischen Bewegung in Oesterreich und besonders in Kärnten bewahrheitet, Dr. Goebbels führte weiter aus, daß die verlorene Schlacht des Jahres 1934 die Bewegung nicht gebrochen habe, denn sie sei nur stärker denn je aus dieser Niederlage hervorgegangen. Es sei kein Zufall, dak der Nationalsozialismus doch gesiegt iß der Nationalsozialismus doch habe, denn der Sieg hänge nicht von politischen ab, sondern so ein Sieg sei ein ewig geschichtliches ielen esetz: Das Stärkere, Edlere und Lebensfähigere überwindet das Schwächere und Lebensschwache. Der Reichsminister gab seiner Freude Ausdruck, dieses schöne Fleckchen Erde unseres großen Vaterlandes mit einen Menschen durch persönliche Anschauungg kennenlernen zu können. Für die vielen Beweise der Anhänglichkeit und Treue die ihm entgegengebracht wurden, sprach er seinen Dank aus. Diese Beweise wolle er aber nicht für sich annehmen, sondern für den Führer, für unsere Bewegung und unser großes deutsches Vaterland. Wenn Schuschnigg einmal das Wort geprägt habe, man müsse Kärnten mit einem Drahtverhau umgeben und das Konzentrationslager wäre fertig, so habe er damit selbst sein politisches Todesurteil gesprochen. „Wir nehmen dieses Kärnten für unser Land ganz sest und treu an unser deutsches Herz, und mit dem Herzen unseres deutschen Landes und Volkeo wird Kärnten immerdar verbunden bleiben.“ Ergriffen aus tiefstem Herzen erklang das tausendfache Sieg=Heil auf den Führer, mit dem Reichominister Dr. Goebbels seine Worte beschloß. Reichsminister Dr. Goebbels verläßt Donnerstag Klagenfurt mit dem Flugzeug, um sich nach Graz zu begeben. Von der Gauhauptstadt der Steiermark wird der Reichominister ebenfalls mit dem Flugzeug seine Weiterreise nach Linz antreten. Entstaubte Straßen in Oesterreich Berlin, 21. Juli. Anläßlich der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich hat der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen. Dr.=Ing. Todt. außer dem großartigen Autobahnprojekt und dem planmäßigen Ausbau der Reichsstraßen ein Sofortvrogramm für die Staubfreimachung der Fremdenverkehrsgeviete in Oesterreich angekündigt. Das Reich hatte dafür einen Betrag von rund 12 Millionen RM. zur Verfügung gestellt. Es ist nunmehr möglich, gans Oesterreich in seiner Länge und Breite zu durchqueren, ohne daß man, wie bisher auf langen Strecken, dem lästigen Staub ausgesetzt ist. Ganz besonders berücksichtigt wurde im Sofortvrogramm das Salzkammergut. Aehnlich wie im Salzkammergut wurden auch in Kärnten durch das So sortvrogramm die landschaftlich reizvollsten Gegenden ent staubt. Oberpräsident Freiherr v. Lüninck auf Antrag in den Wartestand versetzt Dank und Anerkennung für hervorragende Dienste. Handschreiben des Führers und Reichskanzlers und des Preußischen Ministerpräsidenten. Berlin. 21. Juli. Der Führer und Reichskanzler hat den Oberpräsidenten Freiherr von Lüninck in Münster auf seinen Antrag in den Wartestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß folgendes Handschreiben zugehen lassen: „Sehr geehrter Herr Oberpräsident! Aus Anlaß Ihres Uebertritts in den Wartestand spreche ich Ihnen für die hervorragenden Dienste, die Sie dem deutschen Volk in den langen Jahren Ihrer Tätigkeit im Bereich der Provinz Westfalen geleistet haben, meinen Dank und meine Anerkennung aus. Ich verbinde damit meine besten Wünsche für Ihr ferneres Wohlergehen. Mit Deutschem Gruß! gez. Adolf Hitler.“ Der Preußische Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat an den Oberpräsidenten Freiberr von Lüninck nachstehendes Handschreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Oberpräsident! Nachdem der Führer und Reichskanzler Sie auf Ihren Antrag durch Urkunde vom 6. Juli 1938 in den Wartestand versetzt hat, spreche ich Ihnen für die dem Preußischen Staate geleisteten Dienste meinen besonderen Dank aus. Seit Ihrer Berufung als Oberpräsident der Provinz Westialen im Februar 1933 haben Sie sich vorbildlicher Pflichterfüllung und mit bestem Erfolge für die Geschicke der Ihnen anvertrauten Provinz eingesetzt. Ich freue mich, daß mir auch nach dem Ausscheiden aus Ihrem Amte durch Ihre Zugehörigkeit zum Preußischen Staatsrat die Möglichkeit gegeben ist. Ihre hervorragenden Kenntnisse in Wirtschaft und Verwaltung weiterhin zum Wohle des Preußischen Staates nutzbar zu machen. Meine besten Wünsche begleiten Sie in die Zukunft. Ladenschluß in kleinen Orten 21 Uhr Erlaß des Reichsarbeitsministers. Berlin, 21. Juli. Der Reichsarbeitsminister hat durch Erlaß an die Landesregierungen Richtlinien für den Ladenschluß auf dem Lande gegeben, die die besonderen Bedürfnisse des Landes und der kleinen Gemeinden in den Sommermonaten berücksichtigen. Der Erlaß geht davon aus, daß sich der 19=Uhr=Ladenschluß in Gebieten mit überwiegend ländlicher Bevölkerung während der Zeit der Feldbestellung und der Ernte nur sehr schwer durchführen läßt. Die bisherige unterschiedliche Behandlung will er nun durch einheitliche Richtlinien ersetzen. Danach dürfen in Orten mit weniger als 3000 Einwohnern und überwiegend ländlicher Bevölkerung offene Verkaufsstellen in den Monaten April bis einschließlich September bis 21 Uhr geöffnet sein. Für Orte mit mehr als 3000 Einwohnern und überwiegend ländlicher Bevölkerung oder für Orte unter 3000 Einwohnern mit nicht überwiegend ländlicher Bevölkerung ist im Einzelfalle zu prüfen, wieweit eine Ausnahme von dem allgemeinen 19=Uhr=Ladenschluß notwendig ist. Die nach der Arbeitszeitordnung zulässige tägliche Arbeitszeit der Angestellten darf durch die Verlängerung der Verkaufszeiten nicht berührt und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur bis 19 Uhr beschäftigt werden. Die Richtlinien sind als Höchstgrenze der zu erteilenden Ausnahmen zu betrachten. Diese Höchstgrenze kann unterschritten werden. Soweit zur Zeit noch keine Sonderregelungen bestehen, sollen die zuständigen Behörden umgehend prüfen, In welchen Gebieten Ausnahmegenehmigungen erforderlich sind, und diese so rechtzeitig erlassen, daß sie noch in der bevorstehenden Erntezeit gelten. Wo keine Ausnahmegenehmigungen erteilt werden, soll der 19=UhrLadenschluß genau eingehalten werden. Ueberschreitungen der gesetzlichen Ladenschlußzeit werden nicht geduldet. Favoritentag in Recklinghausen „Schmeling“ gewinnt den Jay=Lee=Preis vom Start bis ins Ziel vor Volker Tschechisches Willkürurteil Prag, 21. Juli. Von der Staatsvolizeistelle Sebastiansberg im Erzgebirge wurde der Gastwirt Albrecht Gräfner aus Natschung im Bezirk Komotau unter der Beschuldigung. reichsdeutsche Gäste durch Erheben der rechten Hand begrußt zu haben, mit einer Geldstrafe von 400 Tschechenkronen oder fünf Tagen Arrest belegt. In der Anzeige heißt es u. a.,„durch den Hitlergruß wird öffentliches Aergernis erregt(!) und die Rube bei den Staatsbürgern gestört, die treu hinter der demokratisch=republikanischen Form des tschecho=slowakischen Staates stehen". Bei dieser Verurteilung handelt es sich wieder einmal um die reine Willkürmaßnahme einer untergeordneten tschechischen Behörde, denn es existiert in der Tschecho=Slowakei gar kein Verbot des Grüßens mit erhobener rechten Hand. Rheinisch=Westsälische Börse Düsseldorf. 21. Juli. Die Grundstimmung war bei kleinem Geschäft freundlich. Zu den ersten Kursen ergaben sich meist kleinere Kursbesserungen, die nur selten ber 1 Prozent hinausgingen. Rheinische Braunkohle waren 3¾ Prozent gesteigert bezahlt. RWE. vlus 1¾, auch Demag 1¾ Prosent höher gefragt. Hoesch und Felten je 1. Deutsche Erdöl ¼. Vereinigte Stahl. ¾/8 Prozent gesteigert. Gut behauptet lagen Rbeinmetall. Mannesmann und Harvener. Wasserwerke Gelsenkirchen ¼ Prozent höher gesucht. Westdeutsche Kaufhof gewannen 2 Prozent. dagegen waren Wintershall noch ¼ Prozent D##eschwacht. Reichsbank 1 Prozent über Schlußkurs geIcht. Auch Bemberg etwas fester. Nach den ersten Kursen ergaben sich weiter leichte Kursbesserungen bei Erdöl. Reichsbahnvorzüge und Hoesch. während Verein. Stahlwerke sich nur knapp behaupteten. Der Kuxenmarkt war lebhaft. Constantin wurden nach zweitägiger Pause 400 RM. höher bezahlt. Auch Carolus. Heinrich und Diergardt wurden etwas höher bezahlt,„Deutschland lagen unverändert im Markt. Von Praunkoblenkuren konnten Gute Hoffnung 100 RM. gewinnen. Von Kalikuren verloren Beienrode wieder 30 RM., während Burbach bis 125 RM. höher umgesetzt wurden. Der Freiverkehr war wenig belebt. Bergbau Lothringen und Burbach wurden leicht erhöht genannt. Dolo##t, gut behauptet. Dyckerhoff zogen zirka 2 Prozent an. Kölsch Fölzer bis zirka 1¾. Westwaggon vlus 3¼ Prozent Es zeigte sich vielfach Nachfrage. ohne Angebot zu begegnen. Am Kassamarkt waren Basalt bei weiterer Nachfrage fast 2 Prozent gesteigert. Braunkohle Zukunft g wannen 1. Dortmunder Ritter ¾. Gödhardt ebenfalls Fa. Krefft. 12 Prozent. Mülheimer Berg waren bis 161¾ #irka 2 Prozent schwächer bezahlt bei anhaltendem Anprhot. Vereinigte Deutsche Nickel gut 1 Prozent. Westsalia Dinnendahl ¾ Prozent gebessert. Kursabschwächunpen waren selten. Zu letzten Kursen waren Ewald irgeboten. Am Bankenmarkt erholten sich Rheinisch= estfälische Boden um ¾ Prozent. Von Versicherungen peren Aachen=Münchener zum letzten Kurs. Aachen=Rück ni 209 nach 220 am 18. Juli. Allianz Stuttgart 1 RM. ###iger im Verkehr. Die freundliche Stimmung erhielt sich bis zum Schluß. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Kaffee: Am Platze und auch nach dem Inlande am es es nur zu unbedeutenden Umsätzen, während sich r Transithandel etwas lebhafter gestaltete. Die Preise nuteten ohne Abweichung. Von drüben wurde über VerInderungen nichts gemeldet. Schmalz: Stetig. unverändert. Fettwaren: Unverandert. pulsenfrüchte: Bei sehr ruhigem Geschäft eraben sich keinerlei Preisveränderungen. K 6., wuk.; Sheets loko 7 11/16, Aug.(Sept. 7¾. ept. Okt. 7 13/16 Pence per lbs.———— Zucker: Effektivmarkt: An der ruhig=abwartenden Haltung hat sich nichts geändert. Die Notierungen für Brivish fine bröckelten leicht ab. Tschech. Kristalle ver Juli 700¾. British fine Juli.August 6/10½.— Terminmarkt: Die Tendenz ist matt, spätere Termine stellen sich um 5 bis 20 Pfg. ermäßigt. Gewürze: Die Geschäftstätigkeit ist in Gewürzen nur begrenzt. Preise unverändert Getrocknete Früchte: Für getrocknete Früchte zeigt sich unveränderte Nachfrage, ohne daß indessen eine Erweiterung der Beschaffungsmöglichkeiten eintrat. Rauhfutter: Ruhig, unverändert. Futtermittel: Ruhig. unverändert. Oele und Fette: Die Nachfrage des inländischen Konsums für technische Schweinefette sowie für Fettsäuren hält weiter an. kann aber meist nur in bescheidenem Umfange befriedigt werden. Sonst trat bei fehlender Kauflust keine Preisverängerung ein. Rohkakao: Abgeschwächt. Bei verhältnismäßig ruhigem Handel mußten die Preise auf der ganzen Linie nachgeben. Für Edelkakaos ist die Nachfrage nur noch sehr gering. Kakaohalbfabrikate: Für Kakaohalbfabrikate zeigt sich im großen und ganzen nur noch vereinzelt Interesse. Etwas reger begehrt ist nur Kakaopulver. das aber nur beschränkt zur Verfügung steht. Reis: Nach dem Inlande und auch im Export kamen kaum Abschlüsse zustande. Man nennt die bisherigen Notierungen. Am Siammarkt lauten die Preise etwas höher. Das Geschäft ist nicht sehr umfangreich Baumwolle: Stetig. Superfine 3.85. Fine Omra 4.35 b. Dortmunder Getreidegroßmarktnotierungen Für einen Wochentag hatte der Recklingbäuser Trabrennverein am gestrigen Donnerstag noch einen guten Besuch aufzuweisen. In allen Rennen konnten die mehr oder minder meistgewetteten Pferde als Sieger einkommen. Das Geläuf befand sich in bester Verfassung und es wurden ansprechende Zeiten erzielt. Das Hauptrennen des Tages. den Jav=Lee=Preis, ein Ausgleich für die bessere Klasse. gewann Schmeling vom Start bis ins Ziel vor Volker. der Caoitän sicher auf den dritten Platz verwies. Trainer E. Jung konnte dann noch mit Diskont im Evan=Hannover=Preis einen Dopvelerfolg verbuchen. Auch Trainer R. Lörcks war zweimal erfolgreich und zwar mit Willkür im Hannibal=Preis und Vollv im Lee=Relson=Preis. Verlauf der Rennen Im einleitenden Banco=Duffy=Preis siegte erwartungsgemäß Rufi vom Start bis ins Ziel. Pauline W. die anfangs an zweiter Stelle lag. wurde wegen unreiner Gangart disqualifiziert. Amenophis kam in der Geraden gut auf. konnte aber Amenophis nicht mehr ganz erreichen. Milanka belegte vor Lydia den dritten Platz. Peter Dufsy fr. führte im David=Guy=Preis anfangs vor Rheinstolz und Nationale. Rheinstolz versuchte im Verlauf in Front zu gehen, was aber erst im Einlauf gelang, als Peter Duffyr tr. nachließ. In der Geraden kam Nationale auf und passierte Peter Duffor tr. und Rheinstolz. um sicher zu gewinnen. Sechs Zweijährige kamen im Hannibal=Preis an den Ablauf. Gerta führte vor Willkür und Donna Bingen. die dicht geschlossen zusammenlagen und mit mehreren Längen vor den übrigen Pferden lagen. Im Einlauf kam Willkür auf und siegte sicher vor Gerta und Donna Bingen. Der Jan=Lee=Preis. ein Ausgleich für die bessere Klasse. wurde von Schmeling vom Start bis ins Ziel gewonnen. Der Hengst ging gleich mit mehreren Längen vor Volker in Front. Lederstrumpf. der eine Zeitlang an dritter Stelle gelegen hatte, fiel infolge eines Fehlers zurück. Schmeling behauptete sich an der Spitze und gewann mit drei Längen vor Volker. an den Cavitän nicht herankommen konnte. Matador sprang im Peter=Duffy=Preis gleich am Start an und fiel ganz zurück. Granitta ging dann gleich mit mehreren Längen in Front und schien von ihrem Vorsorung leben zu können. Aber Hadubrand machte ständig Boden gut und konnte die Ausreißerin gerade im Ziel noch mit einem Kovf abfangen. Morgenlied belegte einen mäßigen dritten Platz vor Elfriede H. Der Evan=Hannover=Preis war nur von fünf Pferden beschickt. Wenzel übernahm die Führung vor National und Graf Geßler. Diskont sprang kurz nach dem Start an und verlor viel Boden. Als er dann ausvariert war. holte er mächtig auf und hatte im Einlaufbogen Anschluß gefunden. In der Geraden ließen Graf Geßler und Wenzel nach. Diskont konnte dann National noch mit einem Koof niederringen. Im m abschließenden Lee=Nelson=Preis führte Benedikt Harvest Frisco und Arrak. Auf der langen Seite vor Harvest„Frisco—„ EEE E S Finladeth Boden gut und rückten zur Svitzengruppe auf. In der Geraden konnte Vollv in Front gehen, wurde von der aufkommenden Prinzeß Elisabeth angegriffen, die aber vor dem Ziel einen Fehler machte und so Volly den Sieg überlassen mußte. Die Ergebnisse 1. Banco=Duffo=Preis: 1. J. Surmanns Rufi(R. Hartseil). 2. Amenophis. 3. Milanka. Ferner: Pauline W., Rheinmädel. Berni Loh. Lydia. Ri.: 1. 4 La. Zeit: 1:33.8. Toto: Sieg 16. it. 31. Platz 12. 14. 17:10. 2. David=Gun=Preis: 1. G. u. H. Terhardts Nationale(B. Geuting). 2. Rheinstolz. 3. Peter Dufso fr. Ferner: Dirigent. Wenzel. Luitvold(angeh.) Ri.: 1. 1 Lg. Zeit: 1:28.7. Toto: Sieg 21. it. 29. Platz 10. 10. 17:10. 3. Hannibal=Preis: 1. H. Niermanns Willkür(R. Lörcks). 2. Gerta. 3. Donna Bingen. Ferner: Grafschafterin, Grubenlicht, Blausalk. Dora Cord. Ri.: 2½. 4 Ld. Zeit: 1:34.7. Toto: Sieg 27. it. 46. Platz 11. 13. 66:10. 4. Jan=Lee=Preis. 1. Frl. E. Markerts Schmeling(E. Jung). 2. Volker. 3. Cavitän. Ferner: Lederstrumpf. Cito Watts. Herenjunge. Ri.: 3. 1 Lg. Zeit: 1:27.1. Toto: Sieg 95. it. 65. Platz 19. 16. 13:10. 5. Peter=Duffv=Preis: 1. K. Gillars Hadubrand(Besitzer). 2. Granitta. 3. Morgenlied. Ferner: Elfriede H., Matador. Davids Bertha. Bergstein. Tosca(angeh.). Ri.: 4 Lg. Zeit: 1:28.4. Toto: Sieg 25. it. 40. Platz 15. 17, 50:10. 6. Cvan=Hannover=Preis: 1. Leutbäusers Diskont.(E. Jung). 2. National. 3. Wenzel. Ferner: Graf Geßler. Luitvold. Ri.: K., 1½ Lg. Zeit: 1:25.2. Toto: Sieg 17. it. 24. Platz 12. 13:10. 7. Lee=Relson=Preis: 1. H. Niermanns Vollo(R. Lörcks). 2. Prinzeß Elisabeth. 3. Benedikt. Ferner: Harvest Frisco. Else Lee. Ri.: 1/. K. Zeit: 1:30.9. Toto: Sieg 50. it. 44. Platz 17. 14. 14:10. Rennen zu Hovvegarten. 1. Preis von Weedern: 1. Zibebe(G. Zuber)., 2. Orianda. 3. Landesvater. Toto: Sieg 25. Platz 12, 21:10. EW. 100. 2½. 2. 1½. Ferner: Crivelli. Vene. Waffenweihe. 2. Preis von Illnisch: 1. Plejade(H. Zehmisch). 2. Waltala. 3. Quicksilver. 4. Staroste. Toto: Sieg 24. Platz 12. 12, 15. 11:10. EW. 128. 1½. 3. 1. Ferner: Feuerstein. Tievolo. Biedermann. Heimweh. Priesterin, Flampi. Mantilia. Etelka. 3. Preis von Hobenthurm: 1. Patron(W. Held). 2. Brook. 3. Geradeaus. Toto: Sieg 24. Platz 12. 14:10. EW. 68. 3. 5, 4. Ferner: Pabst. Taisun. 4. Renard=Rennen: 1. Tatiana(K. Visek). 2. Organdy. 3. Aschenbrödel. Toto: Sieg 40. Platz 17. 30:10. 2½;. 3. ¼. Ferner: Flavier. Marobou. EW. 164. 5. Preis von Burg Schlitz: 1. Balte(G. Dolff).„ Morgenruf. 3. Flaminia. 4. Nuber. Toto: Sieg 84. Platz 14. 13. 11. 22:10. EW. 348. 1. H., 4. Ferner: Rheinländer. Biene. Liguster. Meldereiter. Botschafter. Lerchenau. Feenpracht. Zither. 6. Preis von Muskau: 1. Vorick(G. Zuber). 2. Albatros. 3. Thronfolger. Toto: Sieg 151. Platz 100. 30:10. 1. 5/4. Ferner: Waltbart. Landsknecht. EW. 1648. 7. Preis vom Römerhof: 1. Perosi(W. Held.). 2. Dalmatiner. 3. Annabell. Toto: Sieg 30. Platz 14. 22. 33:10. EW. 112. 4. ¾. 5. Ferner: Dschingis Kbau, Fünfringe. Liebhaber. Marocain, Salwa. 8. Preis von Charlottenthal: 1. Graf Flambo(Murphy). 2. Athanagild. 3. Ordinarius. 4. totes Rennen zwischen Heimatfreude und Uferschwalbe. Toto: Sieg 84. Platz 21. 18. 39. 14. 15:10. EW. 320. 5/4. 1. 3. Ferner: Mephisto. Prinzeß Chimay, Glasbläser. Octaviana. Mio. Ihringer. Rennen zu München. 1. Preis vom Ausstellungspark: 1. Truchseß(J. Vinzenz). 2. Milo. 3. Purvurrose. Toto: Sieg 80. Platz 13. 11, 13:10. EW. 258. 2. 1. ½. Ferner: Dardanos. Cudar. Diadem. Cleopatra. Bekas. Protektor. 2. Preis von St. Quirin: 1. Charley B.(Lt. Hagelin). 2. Iberis. 3. Casteau. Toto: Sieg 87. Platz 21. 15. 26:10. EW. 264. K., ½/. ½. Ferner: Hesperus. Herzas. Gunda. Menne. Palmenländer. 3. Preis vom Völkischen Beobachter: 1. Freischärler (I. Vinzenz). 2. Anton der l. 3. Waffenschmied. 4. Max. Toto: Sieg 20. Platz 12. 12. 37. 56:10. EW. 56. 2. H., Ferner: Alboin. Civo. Idolet. Graf Schleiden. Pont Levis. Helios. 4. Trabfahren. 5. Preis vom Münchener Festsommer: 1. Odin(J. Vinzenz). 2. Jessie. 3. Fityula. 4. Azolin. Toto: Sieg 12, Platz 10. 12. 12. 13:10. EW. 190. 1½. 1. ½. Ferner: Zenodore. Oberhaupt. Darius. Toreador. Girada. Csahchik. Infant. 6. Hubertus=Jagdrennen: 1. Tenor(Rittm. W. Hasse). 2. Idomeneus. 3. Rarva. Toto: Sieg 18. Platz 11. 11. 24:10. EW. 28. 8. 6. 5. Ferner: Lodi. Ramillies. Griffon. Ciganybaro. 7. Preis von Passina: 1. Pessimist(Lacina). 2. Aicha. 3. Spirula. 4. Letzter Laudon. Toto: Sieg 60. Platz 18. 40. 51. 17:10. EW. 2292. Ferner: Osaka. Fragonard. Meerspinne. Bellona. Süßer Junge. Felddienst. Nair, Gladius. Seydlitz. Burgstolz. Rennen zu Saint=Clond. 1. Rennen: 1. Primerose VI(F. Rochetti), 2. Madame Camelia, 3. Thridace. S. 20. Pl. 15. 35.— 1. P. 2.— Ferner 4 Pf 2. Rennen: 1. Grappe d'Or(T. Grandchamp), 2. Duralumet. 3. Tyranneau.— S 215. Pl. 58. 18.— 1½. 2— Ferner 3 Pf. 3. Rennen: 1. Mesange(A. Dupuit), 2. Bergere. 3. Clairiere. S. 18. Pl. 25, 18.— K., k. K., 3.— Ferner: 3 Pf. 4. Rennen: 1. Sabir(I. Dovasbere), 2. Scotch. 3. La Trovezienne. S. 20.. Pl. 77. 6d. 67.— 2. k. K., 1½.— Ferner 9 Pf. 5. Rennen: 1. Pandora(W. Johnstone), 2 Colubra. 3. Ensorceleur. S. 39. Pl. 13, 17, 14.— 1½, 2. 1½.— Ferner 6 Pf. 6. Rennen: 1. Lonbi(G. Duforez). 2. Montmagnv. 3. Iraba. S. 20.—“ 10. Drei Pferde liefen. Autosport Erzeugervreise für die Festvreisgebiete Westsalen. der Provinz W 13 15 „„Weizen, 25/77 Kilogr.: W 18 198. W 16 196 193. W 12 192. W 9 191 RM. Roggen, 69/71 Kilogr.: R 18 183. R 16 181. R 179. R 13 177. R 11 175 RM. " Futterbafer, 46.49 Kilogr.: H 19 171. 5 18 170. H 16 168. H 15 167. H 14 166. H 13 164 RM ttergerste, 59/61 Kilogr.: G 14 175. G 13 173. G 12 172. G 9 170. G 10 169 RM. Mehl. Grundvreis für Weizen= und Roggenkleie, Weizen= und Roggenmebl. Die Zuschläge bzw. Handelsspannen errechnen sich je nach den gesetzlichen Bestimmungen. Vollmehl vlus 50 Pfg. Frachtausgleich. Weizenmehl, Vollmehl 812: W 18 29.20. W 16 29.20, W 13 28.45, W 12 28.45. W 9 28.45 RM Roggen mehl, Type 1150: R 18 23.15, R 16 23.—. R 15 22.95, R 18 22.75, R 11 22.55 RM. Weizenkleie: W 18 12.05. W 16 11.95. W 13 11.75. W 12 11,70. W 9 11.55 RM. Roggenkleies N 18 10.80. N 16 10.70. R 15 10.55. R 13 10.45. R 11 10.30 RM. Luzernkleeben, gut. gesund und trocken 4—4.15 RM. Wielenheu, gut, gesund und trocken 2.20—2.30 RM. Rotkleebeu, gut. gesund und trocken 3.40—3.50 RM. Brauchitsch und Lang in Rekordlaune Ueberraschungen beim Training aus dem Nürburgring. Was man in den vier Stunden des zweiten Trainingstages am Donnerstag auf dem Nürburgring erlebte. übertraf alle Erwartungen. Zunächst schraubte Hermann Lang die Bestzeit des Vortages von 9:58.1 auf 9:54.1. Gegen 17 Uhr brauste dann Manfred von Brauchitsch los und kam auf 9:51 und anschließend auf die phantastische Leistung von 9:48.4= 139.6 Klm.=Std. Damit batten Brauchitsch und Lang den offiziellen Rundenrekord Rosemeyers von 9:55 unterboten, und Brauchitsch war der bisher überhaupt schnellsten Rundenzeit. die Rosemever mit 9:46.2= 140 Klm.=Std. auf dem Auto=Union im vergangenen Jahre im Training gefahren war. bedenklich nabegekommen. Radsport Metze und Lohmann in Antwerpen hinter Meuleman Auf der Radrennbahn in Antwerven wurde am Donnerstag ein erstklassig besetztes Stundenrennen hinter Motoren gefahren, in dem sich Erich Metze und Weltmeister Walter Lohmann mit den Ehrenplätzen binter dem belgischen Titelhalter Meuleman begnügen mußten. der als einziger das gesamte Feld überrundete. 1. Meuleman 68.250 Klm., 2. Metze eine Runde 200 Meter. 3. Lohmann zwei Runden, 4. Terreau drei Runden zurück. Ronsse aufgegeben. „Tour de Frauce“: Cannes— Digne Nur noch vier Mann stark ist die deutsche Mannschaft bei der„Tour de France".. Aber sie weiß sich gut zu schlagen. Der kleine Magdeburger Weckerling vollbrachte auf der Etappe Cannes—Digne über 285 Klm. eine hübsche Leistung. In den Bergen der Seealven sah man ihn stets mit vorn, und schließlich trug ihm seine Entschlossenheit noch einen achtbaren sechsten Platz in der Wertung ein. Cannes—Digne: 1. Gianello 9:19:49. 2. Goasmat. 3 Neuville 9:21:10. 4. Mallet. 5. Vicini. 6. Weckerling 9:22:40. Gesamtwertung: 1.Verwaecke 85:10:13, 2. Bartali 85:13:58, 3. Clemens 85:18:12, 4. Gianello 85:18:31. 5. Cosson 85:19:58. Amerikanische Leichtathleten in Stockholm 7000 Leichtatbletikfreunde kamen zum zweiten Abend des Amerikaner=Sportfestes in Stockholm. Sie sahen ausgezeichnete Leistungen: 13.9 über 110 Meter Hürden, zwei Meter im Hochsprung. 20.9 über 200 Meter und 75.03 Meter im Sveerwurs. Der Finne Pekuri verfehlte über zwei englische Meilen bei seinem Versuch den Weltrekord von Szabo nur um zehn Sekunden 200 Meter: 1. Ben Johnson=USA. 20.9. 2. Karl Baumgarten=Holland 21.6. 3. Heinz Baumgarten=Holland 22.5. 110 Meter Hürden: 1. Walcott=USA. 13.9. 2. LidmanSchweden 14.4. 3. Kovacs=Ungarn 15.6.— 1000 Meter: 1. Borck=USA. 2:31. 2. Haglund=Schweden 2:31.5.— Zwei englische Meilen: 1. Pekuri=Finnland 9:06. 2 Szabo=Ungarn 9:08.8. 3. Ignoi=Ungarn 9:12.— Schwedenstaffel: 1. USA. 1:56.3. 2. Oergrote=Stockholm 1:59.3. — Sveerwersen: 1. Nikkanen=Finnland 75.03 Meter. 2. Attervall=Schweden 72.55 Meter. 3. Sule=Estland 70.17 Meter. Diskuswersen: 1. Hedvall=Schweden 49.34 Meter. 2. Berg=Schweden 48.75 Meter. 3. Sörlie=Norwegen 48.63 Meter.— Hochsprung: 1. Cruter=USA. 2 Meter. 2. Lundgvist=Schweden 1,93 Meter. 3. Kalima=Finnland 1.93 Meter. Tennis Jugoslawien führt 2:0 vor Belgien Wie nicht anders zu erwarten war, hat sich Jugoslawien am ersten Tage der Vorschlußrunde um den Davispokal in der Eurova=Zone gegen Belgien in Brüssel einen 2:0=Vorsyrung gesichert. Puncec fiegte über van den Eynde 2:6. 6:0. 6:1, 6:2. Pallada benötigte gegen Lacroix nur drei Sätze und blieb 6:4, 6:1. 6:2 siegreich. Vier Rinder vom Blitz erschlagen Nordwalde, 21. Juli. Während des letzten Gewitters schlug der Blitz auch in die Umzäumung einer Weide. deren Drähte nicht genügend geerdet waren. und tötete vier wertvolle Rinder. Die Tiere hatten sich ängstlich an die Umzäunung gedrängt. Vierjähriges Kind verlor das Augenlicht Emsbetten. 21. Juli. Das vierjährige Kind einer hier wohnenden Familie nahm eine Flasche an sich, in der sich eine sehr scharfe Säure befand. Dabei strich es sich mit den Händchen Säure in die Augen und verbrannte sich die Augen so, daß das Kind auf beiden Augen das Augenlicht verlor. Artistenschicksal Mülheim=Ruhr, 21. Juli. In einem Mülheimer Krankenhaus starb der 44 Jahre alte Artist Ludwia G. aus Koblenz=Lützel, der sich unlängst bei einer Vorführung am Trapez auf dem Platz an der Hermannstraße in Mülheim a. d. Ruhr durch Sturz einen komplizierten Fersenbeinbruch zugezogen hatte. An den Folgen eines jetzt eingetretenen Wundstarrkrampfes ist er gestorben. Gedenktafel für einen pflichttreuen Beamten Mülheim=Ruhr, 21. Juli. Zum Gedenken an den durch Mörderhand gefallenen Oberwachtmeister Esser wurde an der Stelle im Vorhof des Mülheimer Gefängnisses, an der der Strasanstaltsbeamte durch den Schuß des Schwerverbrechers Karlipp getötet wurde, eine Gedenktafel enthüllt, die folgenden Wortlaut hat:„Hier fand am 14. November 1937 Oberwachtmeister Mathias Esser in treuer Pflichterfüllung den Tod.“ Amtsgerichtsdirektor Lickfeld stellte in seiner Ansprache an die Gefolgschaftsmitglieder des Gerichts, die sich zu einer kurzen Feierstunde vor der Gedenktafel versammelt hatten, den Mut und die Unerschrockenheit des Beamten heraus, der sich dem bewaffneten Verbrecher entgegengestellt hatte, ohne danach zu fragen, daß sein eigenes Leben bedroht war. Wie wird das Wettes? Vorbersage für Freitag: Schwache Winde aus Nordwest bis Nordost, dabei meist stärker wolkig. keine Niederschläge von Belang. Temperatur um 22 bis 24 Grad. in den Morgenstunden stark dunstig bis neblig. Vorbersage für Sametag: Fortdauer des wolkigen, zu geringen Niederschlägen neigenden Wetters. wenig Temveraturänderung. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Unbestön# Vierbeiner, die Geschichte machten Vom Fleischlieferanten zum Derbysavoriten. Als das huseisen noch unbekannt war. Nach ungefähren Schätzungen gibt es auf der Welt heute rund 75 Millionen Pferde, wovon etwa 17 Millionen in Rußland, 12 Millionen in den Vereinigten Staaten und 3.5 Millionen in Deutschland leben, während England, das klassische Land des Pferdesportes. knapp 1.5 Millionen Pferde aufweist. Wilde Pferde findet man heute nur noch in Zentralasien und ganz vereinzelt in Amerika. Obgleich das Pferd mindestens so alt ist wie der Mensch, hat es lange gedauert, bis man es lernte, auf Pferden zu reiten und sie vor den Wagen oder den Pflug zu spannen, statt ihr Fleisch zu essen und sich in ihre Häute zu hüllen Erst im Mittelalter strich die Kirche das Pferdefleisch von der Speisekarte des Menschen und erklärte den Genuß von Pferdefleisch als einen heidnischen Brauch Als Kolumbus Amerika entdeckte, gab es zwischen Alaska und dem Kap Horn noch nicht ein einziges Pferd. Denn die eigentliche Heimat des Pferdes ist Zentralasien; von hier aus wanderte es über China und Indien nach Persien und Aegypten. Die wilden Mustangherden, die bis in die jüngste Zeit hinein über die Steppen Südamerikas galoppierten, sind die Nachkommen von vier Hengsten und drei Stuten, die die Spanier einst nach ihrem ersten vergeblichen Versuch, am Rio de la Plata 1535 eine Kolonie zu gründen, zurückgelassen hatten. Die Griechen und Römer haben die Pferde vor ihre Kriegsund Triumphwagen gespannt und auch PferdewagenRennen schon gekannt. Unbekannt war zu jener Zeit jedoch das Huseisen; und darum konnte man das Pferd dem Menschen auch noch nicht richtig nutzbar machen. Die persische Kavallerie mußte monatelang warten. ehe die Hornhuse der Pferde wieder nachgewachsen waren; dann erst konnte sie erneut in Aktion treten. Die alten Römer haben in ihrer tausendjährigen Geschichte niemals gelernt, ein Zugpferd richtig anzuschirren und in ein Joch zu spannen. Sie banden es direkt an die Wagendeichsel, sodaß es nur ein Bruchteil von dem leisten konnte, was heute ein Zugpferd leistet. Vielleicht wäre das antike römische Reich nicht untergegangen, wenn die Römer ihre Pferde richtig angeschirrt hätten und dadurch in der Lage gewesen wären. Artillerie und Nachschub schneller zu den jeweiligen Brenn= und Gefahrenpunkten des Reiches zu befördern. 17 Pferde eroberten das Aztekenreich. Erst im 17. Jahrhundert begann man in England zum ersten Male, Pferde vor den Pflug zu spannen und sie der Landwirtschaft dienlich zu machen. Der Steigbügel wurde gleichfalls erst 600 Jahre nach Christi Geburt erfunden. Er entstand durch einen Zufall: ein gichtkranker, aber reitfreudiger Schotte benützte, um auf sein Pferd zu steigen, einen eisernen Ring, der auf der anderen Seite von seinem Bediensteten festgehalten wurde. Einmal setzte sich das Pferd in Bewegung, ehe der Reitknecht den Ring. nachdem sein Herr im Sattel saß, wieder entfernen konnte. Der Reiter aber merkte bei dieser Gelegenheit, wie angenehm es war, eine ständige Fußstütze beim Reiten zu haben. Mit 17 Pferden eroberten die Spanier im 16. Jahrhundert das Aztekenreich. Die Eingeborenen hatten niemals zuvor in ihrem Leben Pferde gesehen. Sie erschraken bei dem Anblick dieser vierbeinigen„Fabelwesen" zu Tode. Kein Flugzeug und kein Tank hat in einem modernen Krieg jemals solches Grauen erregt, als die 17 Pferde, die die Spanier ins Reich der Azteken mitnahmen. Aber auch in Europa hat das Pferd Geschichte gemacht Das mittelalterliche Kriegspferd, das die Ritter zu benützen pflegten, war, schwer beladen mit seiner eigenen und seines Herrn Rüstung, langsam und in seinen Bewegungen gehemmt. Es legte kaum mehr als 6 Kilomerer in der Stunde zurück. Als die Tartaren aus der Mongolei mit ihren wendigen, leichten, blitzschnellen Pferdchen in Europa einbrachen, überrannten sie das ganze Gebiet zwischen Deutschland und dem Pazifischen Ozean. Erst von ihren Feinden lernten die christlichen Völker den Gebrauch von leichten ungepanzerten Pferden. und so wurden die tartarischen Schwadronen zu den Vorläusern der leichten Kavallerie. Zu derselben Zeit, als in Ostpreußen und in den Vogesen die letzten Wildpferde Europas eingefangen wurden, wurde die Kutsche erfunden, die der Pferdezucht eine ganz neue Wendung gab. Man unterschied künftig Zugpferde, die Kraftleistungen erzielen mußten, und Rennpferde, bei denen es auf die Schnelligkeit ankam. König Jakob I. führte zu Beginn des 18. hunderts drei feurige Araberpferde ein, die die Stammväter aller Vollblutrenner wurden, die heute über Großbritanniens berühmte Rennplätze jagen. „Eclipse“, der Wunderheugst. Die modernen Pferderennen begannen mit dem Wunderhengst„Eclipse“, zu deutsch„Finsternis“, der 1764 während einer Sonnenfinsternis geboren wurde. Er hat niemals ein Rennen verloren. Als er im Alter von 26 Jahren starb, war er zum Vater von 400 Pferden geworden!„Eclipse“ war vielleicht das schnellste Pferd aller Zeiten. Die beste Zeit, in der ein Pferd mit Reiter bislang einen Kilometer zurücklegte, betrug noch nicht ganz 1 Minute. Ein Pferde kann über Hindernisse. die über 2 Meter hoch sind, hinwegspringen. Als in Amerika die Puritaner die Pferderennen aus Gründen des Tierschutzes verboten, wurden die Trabrennen eingeführt, bei denen die Rennpferde die langsamere Gangart des Trabes statt der des Galopps einschlagen. Diese Art des Rennsportes, mit der man eigentlich nur ein Verbot umgehen wollte, hat gleichfalls in Europa viel Anklang gesunden und ist besonders in Deutschland in jüngster Zeit zu hoher Blüte gelangt. 1784 wurde in England eine Pferdesteuer eingeführt, die aber 90 Jahre später wieder aufgehoben wurde. Das älteste Pferd der Welt war„Old Billy“, ein brauner Hengst in Manchester, der im Jahre 1822 nachweisbar im Alter von 68 Jahren gestorden ist. nachdem er 60 Jahre lang demselben Herrn, einem Mr Harrison, gedient hatte. Die Erfindung der Eisenbahn, des Fahrrades, des Kraftwagens und schließlich des Flugzeuges brachte das Pferd als Transportmittel aus der Mode. Heute ist in allen modernen Armeen die ehemalige Kavallerie motorisiert, und sogar die Cowboys bewachen in unserer Zeit ihre Viehherden vom Flugzeug aus. Dessen ungeachtet stirbt das Pferd nicht aus. Denn es hat zum Ausgleich in allen Ländern eine erhöhte Bedeutung für Sport und Vergnügen erlangt. Verwertung der tierischen Abfölle. Die Gewinnung von Futtermitteln und Fett aus eigener Erzeugung steht im Vierjahresplan an bevorzugter Stelle. Eine wesentliche Steigerung ist hier auf einem bisher vernachlässigten Gebiet möglich. Durch die restlose Verwertung der Schlachthofabfälle und der Körper eingegangener Tiere können erhebliche Mengen an Futtermitteln und Fett für technische Zwecke gewonnen werden. Nur ein kleiner Teil dieser Abfälle wird heute wirtschaftlich verwertet. Wie im„Vierjahresplan“ mitgeteilt wird, soll ein neues Gesetz hier Abhilfe schaffen. Allein an Blut fallen bei den Schlachtungen in Deutschland jährlich etwa 30 Millionen Kilogramm an. Abgesehen von der zur Wurstfabrikation verwendeten Blutmenge werden hiervon kaum 10 Proz. wirtschaftlich verwertet, obwohl sich aus dieser Menge 6,5 Millionen Klg. Blutmehl herstellen ließen, ein hochwertiges Futtermittel, das zu 80 Proz. aus Eiweißstoffen besteht. Von den Tierkörpern wird heute nur etwa ein Fünftel wirtschaftlich verwertet. Aus Schlachtabfällen und Tierkörpern werden im Durchschnit 30 Proz. Tiermehl und 10 Proz. Fett gewonnen, das hauptsächlich in der Seifenfabrikation verbraucht wird. Leider entsprechen bish-= nur die wenigsten in Deutschland vorhandenen Verwertungsanlagen modernen Ansprüchen. Die Umstellung Feser veralteten Anlagen auf neuzeitliche wirtschaft!# Petriebe ist eine wichtige Aufgabe im Sinne§ Acerjahresplans. e Nach Gottes hl. Willen starb heute morgen 7.30 Uhr mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, mein lieber Bruder, Schwager, Schwiegersohn und Onkel, der Maschinist Wilhelm Köster nach kurzer, schwerer Krankheit, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, im Alter von 62 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Herne-Börnig, den 21. Juli 1938. Die Beerdigung findet statt am Samstag, dem 23. Juli 1938, um 3.30 Uhr vom Sterbehause, Schlägelstraße 50, aus zum Friedhof in Herne=Börnig.— Das Seelenamt ist Samstag morgen 7.15 in der Pfarrkirche zu Holthausen. in jeder gewünschten Ausführung GeburtsVerlobungs= VermählungsAnzeigen Postkarten Totenbriefe Totenzettel Trauerkarten Dankkarten Briefbogen Mitteilungen Briefumschläge Rechnungen Zirkulare Koethersaköttsches Buchdruckerei Herm.=Göring=Str. neben dem Postamt LICHTBURG 2 Spät-Vorstellungen Samstag. 23. Juli, und Sonnlas, 24. Juli abends 10.30 Ein Film, der alle begeistert! Heinz Rühmann, Hans Albers. in: Moderne Haar- und Schönheitspflege Jalon K. Ringler Teleion 51102. Bahnholstraße 6 b Erstklassige Fachbedienung. Dauerwellen Blondieren/ Färben. Elizabeih Arden schönheilspräparate. Alle Parfümerien. GLORIAPALAST Ein Husarenfilm volllustiger„Kempiaden“! Monatsrate 5.— RM. Lieferung sofort. Bochum, am Rathaus und Langendreer, Kaiserstr. 197 Ich. Paul Kemp. kredenze den Hernern einen Ungartrank scharf wie Paprika, faurig wie Tokayer und rassla wie der Czardas Betten kaufen Sie gut und preiswert bei Tägliche Bettenreinigung In moderner Anlage. Abholen und Zustelles kostenlos. Marieluise Claudius, Hansi Knoteck, Hilde Weissner, Bildt, Schürenberg, Junkermann, v. Winterstein, Waldow u. a. m Man fiebert in Hochspannung und lacht in der nächsten Minute aus vollem Herzen... man hält den Atem an und fürchtet aleichzeitig um sein Zwerchsell... man fühlt sich in mysteriöse Abenteuer versetzt und erlebt damit die amüsanteste Filmgeschichte um Sherlock Holmes. Ein Meisterwerk der Ula! Besorgen Sie sich bitte rechtzeitig Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse Für die Reise empfehlen wir Reiseicktüre ferner Briefpapier in Mäppchen, Kalletten Korrelpondenzkarten Reilepackungen— Füllbleiltitte Fülliederhalter Füllhalter-Tinte und Füllflalchen Füllhalter-Talchen Schreibzeuge— Notizbücher Fotoalben— Fotoecken Beluchskarten Perlonalausweile und Celluloid-Schutzhüllen Spielkarten Diktor de Howa; Suse Graf Paul Hartmann; Tatjana Sais Westermeier* Schlettow Die erregeude Schilderung eines wirtschaftlichen Kampfes zwischen deutschen Pionieren im Fernen Osten um die Rohstoff-Freiheit des Vaterlandes gegen anonyme internationale Finanzmächte. Das stille Heldentum einiger deutscher Menschen in einer feindseligen Umgebung. Sabotage, Wirtschaftsspionage, Attentate, Intrigen, Haß und Verleumdung sind die Mittel, die vergeblich gegen die unbekannten namenlosen Helden eingesetzt werden. Ein Film, der eines der wichtigsten Probleme unserer Zeit aufgreift. Ein starker und aktueller Film! Im Vorprogramm: Ostpreußen— Heimat- und Volkskunst in Vorprogralliin. Die neueste Ufa-Wochenschau Heute Freitag 3 Uhr„Premiere“ Programm-Anfang: 3.00 Uhr 5.40 Uhr 8.10 Uhr „Oeder“: 3.55 Uhr 6.20 Uhr 8.40 Uhr 1938—39 Kocthers& Rötisches der Saison sind heute eingetroffen! Radio-Stakemann Herne. Bahnhofstr. 19 3. Lies und fördere den Herner Anzeiger! Abgeschlossene 3-Zimm.-Wohuung f. sof. od. später, b. ½ jährl. Mietevorauszahlg. zu mieten gesucht. ff. u 322 an den Herner Anzeiger Guterhaltenes Drückt Ihr Schuh? Wir längen und weiten Ihre Schuhe bis zu 2 Nummern: Leder-Droste, Herne, Bahnhofstraße 18a, Sodingen. Mont-Cenis-Straße 297 Lies den Herner Anzeiger! Glückliche Herne-Mitte, d. 10.000 RN Anz. sof. zu verkauf. Franz Rentemeister Makler Bahnhofstr. 6 c. Nenschen! Frohgemut und leistungsfähig, voller Blut. Kraft und Gesundheit mit blühendem Aussehen und gutem Appetit durch den nervennährenden, blutbildenden Kräftigungstrank tür jung und alt. Gr. Flasche RM 2,75. Kurfl. RM. 4.90. Drogerle Klische, Behnhofstr 50 u. 143. Drogerte Jansen, an der evang. Kirche, Drogerte Meicher. Bahnhotstraße 103. Drogerte Stiepelmann, Ludwigstraße 22, Drogerie Ecker. Strabe der SA b. In Sodngen: Drog. Fuhrmann iam Dentmal, in Hollhausen: Drogerte Berninghaus