Herner Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, froi ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben dei Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe 4 Pf., im Textteil 25 Pf. Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen je mm 3½ Pf. Siffer= und Auskunftsgebühr 23 Pf. Fernsprecher: Sammel=Nummer 52541„ Drahtanschrift: Anzeiger Herne. Nr. 188(Erstes Blatt) Samstag, den 13. August 1938 34. Jahrgang Diplomatie der Freundschaft Zu Balbos Besuch.— Die Kameradschaft zwischen den beiden Marschällen der Luftwaffe. Westliche Demokraten belieben immer wieder den gutoritären Staaten die Unterdrückung der Persönlichkeit ##rzuwersen. Würden sich diese Beurteiler von ihren Ausgefahrenen Denkbahnen nur ein wenig frei machen können, dann entginge es ihnen auch nicht, daß der autoritäre Führergedanke eine Entfaltung der Persönlichkeit in einem Ausmaße schafft, die mit sogenannten „demokratischen“. Methoden nicht annähernd erreicht werden kann. Die Führerpersönlichkeit im autoritären Staate huldigt freilich nicht dem Freiheitsideal der Bindungslosigkeit. sondern stellt sich bewußt in überindividuelle Bindungen hinein, findet gerade in dieser Verbundenheit die letzte Entfaltung in Kraft und Leistung. Führer und Gefolgschaft stehen in ununterbrochener, wechselseitiger Bindung, leben in einer Sphäre unbedingten Vertrauens, unerschütterlichen Glaubens. Sie finden sich im selbstlosen Dienst an der Gesamtheit. Aus dieser Sphäre heraus wächst dann das Wort und die Tat der Führerpersönlichkeit zu einem ganz anderen (ewicht als es erwa der„persönliche" Leitartikel eines demokratischen Parlamentariers an sich hat. Aus dem Munde des Führers spricht die Nation, durch keine Sonderinteressen verfälscht oder abgebogen. Damit ist im europäischen Völkerkonzert eine bisher ungekannte Sprache aufgekommen. Völker können aus dem Munde ihrer Führer von Mann zu Mann sprechen, sich wie Kameraden verständigen. Die Führerpersönlichkeit ist die leibhafte Verkörperung der Nation, die Verpersönlichung des Volkes. So ist es möglich, daß zwischen Völkern auch ethische Bindungen wie Freundschaft. Kameradschaft. Treue wirklich werden können. In ihren Führern reichen sich Nationen im vollen Sinne des Wortes die Hände. Es ist offensichtlich, daß hier eine durchaus neue Form der zwischenvölkischen Verständigung im Werden ist. An Stelle eines abstrakten, unpersönlichen Notenwechsels tritt das Gespräch-von Herz zu Herzen, von Mann zu Mann. An Stelle papierner Verträge treten die ethisch=moralischen Bindungen der Treue und Freundschaft. Freilich ist diese Form nur in Führerstaaten möglich, denn nur wo sich die Kraft und der Wille einer Nation ungebrochen in Führerpersönlichkeiten vereinigen und ausdrücken, dort ist auch die letzte Vollmacht vorhanden, im Namen der Nation zu sprechen und zu handeln. Vielleicht ist auch dem schwerhörigen Europa eine Ahnung davon aufgegangen, als es seine Aufmerksamkeit auf die Begegnungen der Führer Italiens und Deutschlands lenken mußte. Und wenn dieser Tage die beiden Marschälle der Luftwaffe in kameradschaftlichem Beisammensein Gespräche wechselten, sich im Familienkreise, auf der Jagd, näherkamen, so ist dies wiederum ein Ausdruck einer Verpersönlichung der Diplomatie, einer Verlebendigung im zwischenstaatlichen und zwischenvölkischen Verkehr. Die Führer und ihre Paladine wechseln keine erklügelten und verklausulierten Schriftstücke. Sie sprechen als Männer und Kameraden. Das ethische Element der Treue ist an Stelle des unpersönlichen Staatsvertrages getreten Und damit begann ein neuer Abschnitt europäischer Geschichte. NSK. Unverhüllte Deutschenhetze Wie eine gewisse Prager Presse den Mob aufhetzt. Prag, 12. Aug. Es ist für die Deutschen in der Tschecho=Slowakei schon lange kein Geheimnis mehr, daß die Deutschenhetze, die in fortgesetzter Folge die Gasse zur Gewaltaktion gegen die Deutschen aufpeitscht, von ganz bestimmter Seite hervorgerufen wird. Selbstverständlich leistet vor allem die Prager tschechische Boulevard Presse der Deutschendetze nach Kräften Vorschub. Man gibt sich dabei durchAus keine Mühe, diese Tendenz zu verbergen, und aus Uhr einleuchtenden Beispielen kann man erkennen, daß „##er die Drahtzieher sitzen, die den Mob zu ganz bestimmten Aktionen aufhetzen. Und zwar macht man auf die geeigneten Objekte mittels nach einem bestimmten System ausgeklügelter Revortagen aufmerksam. Dabei werden die Treffpunkte des deutschen Lebens herausgesucht, die unter Angabe ihrer Lage, der Hausnummer und weiterer eingehender Informationen genau beschrieben werden. Damit erhalten die Provokateure ihr Marschziel und tauchen mit ihrem allem Anschein nach bezahlten Gesindel auch bald an den beschriebenen Stätten auf. So ereignete sich dieser Tage ein derartiger Zwischenfall im Deutschen Haus. der nur durch die Besonnenheit der Deutschen nicht zu ernsten Folgen führte. Da die anwesenden Deutschen in eiserner Diszivlin nicht auf die Herausforderungen reagierten, glaubte diese Horde schließlich, durch Verunreinigung der Toiletten und versuchte Zechvrellerei ihr Tschechentum wirkungsvoll unterstreichen zu müssen. Im übrigen gibt man sich in der offiziellen Presse durchaus keine Mühe, eine gewisse Regie von oben her in der Anordnung der Stimmungsmache zu verbergen. So hält man es angesichts der Anwesenheit von Lord Runciman für geboten, darauf hinzuweisen. daß die Gewaltaktionen gegen die Sudetendeutschen jetzt unterbleiben müßten. damit sie nicht bei den Verhandlungen zum Nachteil der Tschechen ausgenutzt werden könnten. Man beliebt dabei von der„seindlichen Provaganda" zu sprechen. Es ist also wieder einmal interessant. festzustellen, daß man sich nicht grundsätzlich gegen jegliche Gewaltaktion ausspricht, sondern sich nur bemüht zeigt um eine durch die politische Lage bedingte Zurückhaltung. Natürlich sagt man in der so gut geübten Verlogenheit. es soll sich keiner von den Sudetendeutsche provozieren lassen. Der König des Hedschas. Ihn Saud, ist am Freitag mit dem Dampfer„Strathnaver“ in Marseille eingetroffen. Er wird sich über Paris nach London begeben. pater Hlinka warnt die Tschechen „Wir stehen auf der Wacht und schlagen jeden, der unsere Volksgrundlage berührt, nieder“ Prag, 12. Aug. Der Führer der slowakischen Autonomisten. Pater Hlinka. verössentlicht im„Slowak“ einen Artikel zur Abreise Dr. Hletkos, des Führers der slowakischen Delegation aus Amerika. Pater Hlinka zitiert zunächst einen Satz aus einem Artikel der Zeitung„Ilin“. die der tschechische Großindustrielle Baia herausgibt. wonach es in der Tschecho=Slowakei keine Slowaken. gebe. Das sei die Theorie, schreibt Hlinka. die man Eurova seit 20 Jahren vortäusche.„Diese Theorie müssen wir begraben. Mit Freuden eröffnen wir eine neue Welt. in der die Slowaken den ihnen zustehenden Platz unter den freien Völkern der Welt einnehmen. Wir stehen auf der Wacht und schlagen jeden, der unsere Volksgrundlage berührt, nieder. Ich hofse, daß alle nach so einem Schlage ernüchtern. Sonst werden wir ganz Europa zu Hilfe rufen. Wir erklären öffentlich: Die Slowakei gehört uns, und niemand darf nach ihr greisen. Wir sind nun allein geblieben, aber wir haben das Gefühl, daß die amerikanische Delegation für unsere Sache auf amerikanischem Boden lebhaftes Interesse weckt und daß uns das slowakische Amerika auch jetzt hilft. Pater Hlinka. katholischer Pfarrer von Rosenberg (Ruzomberok), Führer der Slowakischen Volksvartei, ist der unerschrockene Verfechter der Autonomie der Slowaken. Er gehört seit 1920 dem Parlament an. Beunruhigung der Eudetendeutschen in Südmähren Prag, 12. Aug. Wie das sudetendeutsche Blatt die „Zeit“ aus Znaim in Südmähren meldet, erregt es unter der deutschen Bevölkerung dieses hartumdrängten Bodens starke Beunruhigung, daß am nächsten Sonntag in Baumöhl eine tschechische Kundgebung geplant ist, die nach einer Meldung des Tschecho=Slowakischen Preßbüros ein„Wehrtreffen der Grenzerkorporationen aus Südmähren" sein wird und unter dem Protektorat militärischer, behördlicher und politischer Revräsentanten steht. Die deutsche Bevölkerung von Baumöhl, so schreibt die„Zeit" weiter, die über ein Drittel aus macht, sehe darin eine neue nationale Demütigung. Der Einwand der Tschechen. daß sie in Baumöhl heute die Mehrheit hätten, könne nur als der Beweis einer planmäßige Tschechisierung angesehen werden. Während im Jahre 1910 von 260 Einwohnern nur 30 Tschechen waren, so habe sich das Verhältnis innerhalb von 20 Jahren erheblich geändert. Nach der amtlichen Volkszählung 1930 gab es bei einer Einwohnerzahl von 335 nur mehr 122 Deutsche, aber 207 Tschechen. Von einem natürlichen Bevölkerungszuwachs könne wohl hier kaum die Rede sein. Auch der letzte sudetendeutsche Postbeamte versetzt Seit Gründung der Tschecho=Slowakei mußten 7000 Sudetendeutsche tschechischen Beamten Platz machen. Teplitz=Schönau(Böhmen), 12. Aug. Zu den alltäglichen Maßnahmen, die als Schikane gegen das Sudetendeutschtum in der Tschecho=Slowakei angewendet werden. gehört die Entblößung sudetendeutscher Gemeinden von der der sudetendeutschen Volksgruppe angehörigenden Beamten und Angestellten im öfsentlichen Dienst. Ein für sich selbst sprechendes Beisviel ist der Fall in dem rein deutschen, nahe der Grenze in Böhmen gelegenen Kurort Eichwald. Hier befand sich noch ein sudetendeutscher Postbeamter in Dienst. Nunmehr ist auch dieser letzte sudetendeutsche Beamte der dortigen Postverwaltung nach Teplitz versetzt worden. Welch großen Umsang die oben bereits gekennzeichneten Tschechisierungsmaßnahmen angenommen haben, geht aus einer Entschließung des Reichsverbandes der deutschen Postbeamten hervor. in der darauf hingewiesen wird, daß im Postdienst im sudetendeutschen Gebiet nicht weniger als 7000 sudetendeutsche Beamten fehlen, die seit der Gründung des tschecho=slowakischen Staates tschechischen Beamten Platz machen mußten. Neue Aera der Ozeanluftfahrt Lebhafte Beachtung des„Condor“=Fluges im Ausland Neuyork, 12. Aug. Der überraschende Ohnehaltflug Berlin—Neuyork, den das deutsche„Condor"=Flugzeug durchführte, bildet als Flugergignis ersten Ranges hierzulande das Tagesgespräch und löst rückhaltlose Bewunderung aus. Ebenso wie die Nachmittagszeitungen die Ankunft des deutschen Flugzeuges in ganzseitigen Schlagzeilen meldeten, widmet auch die Morgenpresse dem Fluge mehrspaltige Berichte, die sie ausreichend mit Bildern von der„Condor"=Maschine und ihrer Besatzung und den Ereignissen bei der Landung versieht. In den Presseberichten wird insbesondere die Bedeutung der Flugleistung hervorgehoben und es wird darauf hingewiesen, daß die Flugzeit der„Condor“ um etwa 30 Minuten geringer war als die Flugzeit, die der verstorbene amerikanische Flieger Wiley Post über den gleichen Kurs in umgekehrter Richtung auf seinem Ohnehaltflug Neuyork—Berlin 1933 benötigte. Al Williams, einer der amerikanischen Flugpioniere, bezeichnet die deutsche Flugleistung als eine der bedeutsamsten in der Entwicklung des Flugwesens. Er betont, daß der Flug in einem Landflugzeug und nicht in einem Wasserflugzeug oder Flugboot unternommen wurde. Die„New York Times“ leitet ihren Bericht mit der Erklärung ein, daß mit der Ankunft der„Condor“ einer der bemerkenswertesten Ohnehalt=Transatlantikflüge in der Geschichte der Luftfahrt beendet worden sei. der mit der routinemäßigen Pünktlichkeit eines Verkehrsfluges durchgeführt wurde. Das Blatt unterstreicht weiter, daß dies nicht nur der erste Ohnehaltflug Berlin—Neuyork in westlicher Richtung war, sondern daß durch ihn alle Ohnehalt=Langstreckenrekorde für die schwierige Atlantiküberquerung in ost=westlicher Richtung gebrochen wurden. Im Leitartikel bemerkt die„New York Times“, man werde eines Tages die Nachrichten über Ohnehaltflüge über den Nordatlantik wahrscheinlich neben den gewöhnlichen Schiffsnachrichten auf den inneren Seiten der Zeitungen verzeichnen. Heutzutage aber, wo die Menschen in den einzelnen Ländern sich beharrlich und müßig bemühen, die Weltentfernungen zu verringern, fehle ein Flug wie der der„Condor“ zum Nachrichtenstoff der ersten Hauptseite. Flugkapitän Henke und seine Begleiter, so betont die Zeitung weiter, könnten für ihre ausgezeichnete Flugleistung und Navigation sowie für die Sorgfalt und Genauigkeit und Vorbereitungen nicht zu viel gelobt werden. Sie hätten ja gleich bekannt gegeben, daß sie von Berlin nach dem Floyd=Bennett=Feld fliegen würden und genau das hätten sie auch getan. Die Flieger nennen das„genaues Eintreffen“, der gewöhnliche Mensch aber bezeichnet es als„wunderbar“. Auf dem Flugfelde gab Flugkapitän Henke seiner Freude über den herzlichen Empfang Ausdruck, bei dem auch Vertreter der städtischen Behörden ihn begrüßten. In Unterredungen mit der Presse erklärte der deutsche Flugkapitän, daß der„Condor“ durchschnittlich in einer Höhe von 6000 Fun und dabei zeitweise blind geflogen sei. Die Ankunft des Flugzeuges wurde nicht nur im Rundfunk nach Deutschland, sondern auch über ganz Amerika verbreitet. Stürmische Begrüßung in Neuyork Berlin, 12. Aug. Kurz nach ihrer Landung auf dem Floyd=Bennett=Field bei Neuyork setzten sich die beiden Führer des Focke=Wulf=„Condors", Flugkapitän Henke und Hauptmann v. Moreau. telefonisch mit General Udet. dem Chef des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium, in Verbindung. Klar und ganz nahe klang ihre Stimme. Frisch und ohne im geringsten angestrengt zu sein, berichteten sie von dem 25stündigen Rekordflug Berlin—Neuyork, der bei verhältnismäßig schönem Wetter vourommen programmaßig und ohne die geringsten Störungen an Zelle und Motoren verlief. Noch weitere 3 Stunden hätte der Betriebsstoff gereicht. Das wäre bei der eingehaltenen Reisegeschwindigkeit noch„Schnaps“ für weitere 1000 Kilometer gewesen. Die Flieger sind glücklich über die gelungene OstWest=Ueberquerung des Nordatlantik und begeistert vom Empfang und der herzlichen Aufnahme durch die Amerikaner. Unzählige Neuyorker begrüßten sie. Unaufhörlich tönten die Hupen und Sirenen zum Zeichen eines freudigen und freundlichen Willkomms und der Hochachtung vor der Flugleistung, die sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen hatte. Eifrig bemühen sich zur Zeit Monteure und Mechaniker des Ozeanstutzpunkles„Westsalen“, eines der Lufthansa=Schiffe, das gerade für Zwecke der im Gange befindlichen Lufthansa=Transozean=Flüge im Hasen von Neuyork liegt, Schulter an Schulter mit amerikanischen Kameraden, um die Maschine, sehen sie in allen Teilen genau durch, tanken und versorgen den viermotorigen Vogel mit allem Notwendigen Besonders erfreut war die Besatzung über die Grüße und die besondere Anerkennung des Reichsministers der Luftfahrt, Generalfeldmarschall Görina. der den Flug mit größtem Interesse verfolgt hatte. Der Heimat und allen ihren Freunden und Bekannten galten zuletzt noch die besten Grüße der Besatzung, für die heute dank ihres „Condors“ die Trennungsbrücke höchstens ein 24=StundenTag bedeutet. Washington: Größtes Ereignis Washington, 12. Aug. Die hervorragende Leistung des deutschen Flugzeugs„Condor“ ist auch in den Blättern der Bundeshauptstadt das größte Ereignis. Der amerikanische Rundfunk brachte gestern im ganzen Lande Revortagen von der Landung und später von den Unterredungen mit allen vier deutschen Besatzungsmitgliedern sowie mit Luftattachee General von Bötticher und dem bekannten amerikanischen Flieger Major Williams, der kürzlich in Deutschland das Flugwesen studiert hat und dessen begeisterte Schilderungen der deutschen Flugzeuge in der Washingtoner Presse gerade gestern zufällig veröffentlicht wurden. Williams betonte ausdrücklich, daß die glänzende Leistung der„Condor"=Maschine mit einem Serienmodell und nicht mit einem Spezialflugzeug erzielt worden sei. London: Eine Glanzleistung! London, 12. Aug. Ueber den großartigen Flug des „Condor" nach Neunork bringen sämtliche Londoner Morgenblätter ausführliche Berichte, in denen die Leistungen der deutschen Flieger und Techniker bis in alle Einzelheiten geschildert werden. „Daily Telegraph“ schreibt in einem Leitartikel. man müsse zugeben, daß dieser Ozeanflug des deutschen Riesenflugzeuges eine beachtliche Leistung sei. Man dürfe nicht vergessen, daß es sich hierbei um den ersten Flug dieser Art vom euroväischen Kontinent aus handele, und daß dieser Flug nicht nur wegen der zurückgelegten Entfernung. sondern auch wegen der großen Schnelligkeit beachtlich sei, mit der die Strecke überhaupt überquert worden sei. Das Blatt kommt dann auf den Stand des englischen Flugwesens zu sprechen und sagt. England habe augenblicklich leider kein Flugzeug in Dienst, das den Leistungen der deutschen Focke=WulffMaschine ebenbürtig sei. Allerdings seien neue Modelle in Konstruktion. und man brauche englischerseits nicht zu fürchten, daß man hinter der deutschen Leistung zurückbleibe. Paris: Mit wunderbarer Genauigkeit Paris, 12. Aug. Die Ueberquerung des Nordatlantik durch das deutsche Flugzeug„Condor“ findet in der Pariser Morgenpresse größte Beachtung. Allgemein wird die hervorragende Leistung der deutschen Flieger hervorgehoben und die Tatsache, daß vor diesem Flug im voraus nicht das geringste Geschrei der Reklame angestimmt worden war. mit Bewunderung und Erstaunen unterstrichen. Der„Jour“ erklärt, diese Leistung stelle den Beginn einer neuen Aera der Transatlantikluftfahrt dar. Mehr noch als der Flug Hughes beweise dieser Flug, daß der große Endspurt um die Ueberquerung des Aklantik beDie feierliche Regimentsübergabe an Generalobersi Freiherrn von Auf dem Pommerschen Truppenübungsplatz übergab der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, dem Generalobersten Freiherrn vor. Fritsch das ihm vom Führer verliehene Art.=Regt. 12. Unser Bild zeigt: Nach der Uebergabefeier reitet Generaloberst von Fritsch die Front des Art.=Regt. 12 ab. Ganz links der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch.(Scherl-Bilder dienst-M Notizen Am 11. August hat im Berliner Auswärtigen Amt der Austausch der Natifikationsurkunden zu einem Abkommen über den kleinen Grenzverkehr an der deutsch=französischen Grenze, einen Vertrag über einen Teil des Grenzverlaufes zwischen Deutschland und Frankreich und einer erganzenden Vereinbarung hierüber stattgesunden. * Der stellvertretende Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Staatssekretär Wilhelm Kleinmann, hat den Vorsitz im Verwaltungsrat der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr übernommen. Am Freitagmittag trafen im Hochlandlager bei Königsdorf auf Einladung des Reichsjugendführers die vierzig Teilnehmer des deutschrenglischen Jugendlagers zu einem kurzen Besuch ein. Vor ihrer Abreise dankten die Engländer den deutschen Kameraden herzlich für die ihnen erwiesene Gastfreundschaft und versprachen, im nächsten Jahre wieder nach Deutschland zu kommen. Tschechische Militärs mischen sich ein Die Verhandlungen mit den Gudetendeutschen sollen erschwert werden französische Innenministerium t###### eine wesentliche Verschärfung der Kon Das tag trolle der Ausländer der französischen Grenze an. sche Innenministerium kündigte am Freider Konund der Ueberwachung Durch einen Gesetzeserlaß wurden im Haushalt des rumänischen Außenministertums sechs Gesandtschaftsratsstellen aufgelassen und an ihrer Stelle sechs Posten für Botschaftsräte errichtet. gonnen habe. Deutschland werde mit diesem im Stillen vorbereiteten Flug, der mit einer wunderbaren Genauigkeit durchgeführt worden sei, ein großes Ansehen genießen. Im„Journal“ heißt es, dieser Flug von Deutschland nach den Vereinigten Staaten, der in der ungünstigeren Richtung durchgeführt worden sei, stelle einen Rekord dar. Denn zum ersten Male sei es einem viermotorigen Flugzeug gelungen, diese Strecke ohne Zwischenlandung zu bewältigen. Die Leistung der deutschen Flieger sei eine Bestätigung dafür, daß die Zeit der wissenschaftlichen Luftfahrt begonnen habe. Rekordflug trotz Gegenwind Neuyork, 12. Aug. In einer Unterredung mit dem Neuyorker DNB.=Vertreter erklärte Flugkapitän Henke, die gestellte Aufgabe, nämlich die Strecke Berlin—Neuyork in 24 bis 25 Stunden zu durchfliegen, sei durchaus als erfüllt anzusehen. Das Wetter war s zur Mitte des Ozeans ausgezeichnet, von dort bis zur neufundländischen Küste wurden jedoch starke Gegenwinde angetroffen, die zum Teil auch noch über dem Festlande anhielten. Henke hob besonders hervor, daß die Maschine zen langen Flua ohne den geringsten Schaden rstanden habe. Zu keiner Zeit habe die Besatzung das Gefühl gehabt, daß sie etwa eine besonders schwierige Aufgabe durchführe. Auf der 6397 Kilometer langen Strecke betrug der Treibstoffverdrauch 9000 Liter. Außer dem deutschen Luftattache Generalleutnant von Bötticher. dem Generalkonsul Müller und anderen hatten sich auch die Besatzung des Katapult= flugzeuges„Nordwind“ sowie der bekannte Polarforscher Sir Hubert Wilkins zum Empfang des„Condor“ eingefunden. Deutschlandreise spanischer Jugendführer Portugiesische Jugendführer besuchen 5J.=Fliegerschule Hamburg, 12. Aug. Mit dem Hamburg=Süddampfer „Madrid" trafen am Freitagnachmittag 20 spanische Jugendführer und Führerinnen in Hamburg ein. Die spanischen Gäste werden auf Einladung der Reichsjugendführung eine Reise durch Deutschland unternehmen. deren Abschluß ihre Teilnahme am Reichsparteitag in Nürnberg sein wird. Der Gebietsführer des Gebietes Hamburg der H5.. Kohlmever, und der Führer der hamburgischen Falangisten. Pelez. die den spanischen Gästen entgegengefahren waren, begrüßten an Bord der„Madrid“ die spanischen Gäste. Die spanischen Falangisten. unter denen sich einer befindet, der an der Asturien=Front mehrere Monate gegen die Internationale Brigade gekämpft bat und eine schwere Verwundung davontrug. sowie ein anderer. der elf Monate in bolschewistischer Gefangenschaft war. dann aber, als er gezwungen wurde, auf Seiten der Roten zu kämpfen, mit mehreren Freunden fliehen konnte. schilderte die siegesfrohe Stimmung in ihrer Heimat. Mit dem Dampfer„Madrid" trafen gleichzeitig drei vortugiesische Jugendführer in Hamburg ein. die zur Segel=Fliegerschule der HJ. ins Riesengebirge fahren. wo sie sich sämtlich Leistungsprüfungen im Segelflug unterzieben wollen. Die vortugiesischen Gäste werden von Oberleutnant Quintino da Costa geführt, der bereits am Vortage im Flugzeug in Berlin eingetroffen war. Prag, 12. Aug. Während die tschechische Regierung nunmebe ernstlich Anstalten macht, die Verhanblungen mit der Sudetendeutschen Partei durchzuführen. häusen sich die Vorstöbe tschechischer Parteien und Verbände, die Hydza von vornberein die Hände binden wollen. Demonstratio wird die Regierung gewarnt, bei den Verhandlungen auf nicht parlamentarischem Boden„zu weitgebende Zugeständnisse zu machen". Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist ein Aufruf des Verbandes der tschechischen Ofisiere, der in der Zeitschrift des Verbandes„Dustojnicke Listo“ veröffentlicht wird. Darin heißt es u. a.:„Die Autorität des Staates darf unter keinen Umständen geschmälert, untergraben oder herabgesetzt werden. nicht durch eine einzige Tat, nicht durch ein einziges Wort meor. Von dieser Stellung darf kein Rückzug angetreten werden. In ihr können wir leben und arbeiten, verteidigen und kämpfen, wir können sterben. aber wir können nicht mehr zurückweichen, nicht um einen Schritt, nicht um einen Fuß breit.“ * Es erregte in politischen Kreise Aufsehen, daß auf diese Weise die tschecho=slowakische Armee sich in die Politik einmtscht, denn es ist kein Zweisel, daß mit dieser Aufforderung gegen Zugeständnisse an die Sudetendeutschen Stimmung gemacht werden soll. Die Staatsautorität bedroht niemand. ausgenommen jene tschechischen und marxistischen Kreise. die unter dem Deckmantel der Staatsautorität eine Willkürherrschaft im sudetendeutschen Gebiet auszurichten trachten. Es ist im allgemeinen nicht üblich, daß der offizielle Verdand eines Heeres mit volitischen Forderungen in einem derartigen Ton an die Regierung berantritt. Für den Friedenswillen maßebender tschechischer Kreise ist diese Einmischung von militärtscher Seite ebensowenig ein gutes Zeichen wie für die in dieser Armee berrschende Dilziolin. Es wäre interessant, zu wissen, wie Lord Runciman die so geschaffene Lage auffaßt. Prags Zensurmaschine auf hohen Touren Prag, 12. Aug. Aus dem Amtsblatt der tschechoslowakischen Republik vom 11. August, das diesmal 82(!) Beschlagnahmen bekanntgibt, geht hervor, daß die tschechische Zensur weiterhin auf hohen Touren läuft. Unter den erwähnten beschlagnahmten Blättern befinden sich 75 reichs= und fünf sudetendeutsche. Zwei Beschlag Verhältnisse in der Tschechoslowakei nicht einmal gescheut, das sudetendeutsche Blatt„Die Zeit“ vom 11. August und„Sudetendeutsche Pressebriefe“ vom 10. August zu beschlagnahmen, weil dort eine bereits verbreitete Liste der schweren Zwischenfälle veröffentlicht wurde, die sich vom 1. Mai bis 9. August in der Tschechoslowakei ereigneten. Diese Liste aber hatte nur Zwischenfälle aufgeführt, die schon amtlich publiziert waren. Man will also jetzt in Prag selbst das Wenige amtlich nicht mehr wahrhaben, was man früher unter dem Druck der Tatsachen amtlich zugeben mußte. Berlins Empfangsvorbereitungen Festliche Ausschmückung zum Besuch des ungarischen Staatsoberhauptes Berlin, 12. Aug. Die Vorbereitungen für die Ausschmückung der Reichshauptstadt zum Besuch des ungarischen Reichsverwesers sind in vollem Gange. Die Ausschmückung wird wiederum von Professor von Arent entworfen und geleitet, der diesmal gleichzeitig mit der Beratung sämtlicher anderer Ausschmückungen im Reiche beauftragt ist. Bei der Ankunft auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin zeigt sich die Halle in vollem Fahnenschmuck mit den ungarischen und deutschen Bannern. An der Kopfseite des Bahnhofs wird eine große Fahnenwand errichtet. Davor die beiden Embleme der befreundeten Länder. Auch vor dem Bahnhof grüßen das ungarische Wappen und daneben der deutsche Adler. Am Ufer der Spree entlang zieht sich eine Bannerreihe. Ueber die geschmückte Moltke=Brücke führt der Weg an der Siegessäule vorbei. Hinter dem großen Rund des Bauzaunes wird eine Bannerwand stehen. Der Bauzaun wird mit großen Goldgirlanden geschmückt. Von der neuen gewaltigen Einbrüstung der Siegessäule werden oben in über 40 Meter Höhe dicht aneinandergereihte Flaggen wehen. Am Brandenburger Tor schließen den Platz zum Tiergarten hin vier große Pylone über 20 Deter hoch ab. Das Brandenburger Tor selbst legt wiederum nur den üblichen Fahnenschmuck an. Die Ausschmückung der Feststraßen Unter den Linden. Wilhelmstraße, Wilhelm=Platz geschieht wie beim Empfang Mussolinis, nur daß diesmal nebes der deutschen Fahne und dem deutschen Emblem die ungarische Fahne und das ungarische Emblem zu sehen ist. Da die Ost=West=Achse mehrmals befahren wird, ist hier die Aufstellung zweier Bannerreihen rechts und links vom Brandenburger Tor bis vor die Technische Hochschule geplant, wobei am Großen Stern auch außerdem die Baustelle der dort wieder aufzubauenden Siegessäule von einem lichten Fahnenwald umgeben ist. An der Technischen Hochschule wird die Ausschmückung ganz neuartig und großzügig durchgeführt. Am Knie werden vier etwa 15 Meter hohe Maste mit Bannerbündeln errichtet. In der Bismarck= und Schloßstraße wiederum Flaggen= und Bannerschmuck. Das Schloß Charlotten= burg zeigt eine der Architektur entsprechend würdige Ausschmückung mit Schabracken. Die bei besonderen Gelegenheiten übliche Festbeleuchtung wird auch diesmal wieder zur Anwendung gelangen. Schaffung von Tagerraum für Getreide Eine Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan Berlin, 12. Aug. Die hervorragende Getreideernte dieses Jahres und die außerordentlich großen Lagerbestände an Getreide haben zu einer großen Knappheit an Lagerraum geführt, obwohl der Bau von Getreidelagerräumen in der letzten Zeit mit allen Mitteln gefördert worden ist. Um diesen Lagerraummangel zu beheben, wird der Neubau von Getreidelagerraum nunmehr noch verstärkt betrieben werden. Das erforderliche Eisen ist bereitgestellt. Um aber die augenblicklichen Schwierigkeiten zu überwinden und um die letzten Lagermöglichkeiten zu erfassen, hat der Beauftragte für den Vierjahresplan eine„Anordnung zur Sicherstellung des Lagerraumes für Zwecke der Getreidelagerung" erlassen, die im„Reichsanzeiger“ Nr. 186 vom 12. 8. 1938 verkündet worden ist. Durch diese Anordnung wird die Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse ermächtigt, Räume, die zur Lagerung von Getreide geeignet sind, für Lagerzwecke in Anspruch zu nehmen. Für die Inanspruchnahme des Lagers wird die ortsübliche Vergütung und in Ermangelung einer solchen eine angemessene Vergütung gewährt werden. Bestehen Zweifel. ob die zu zahlende Vergütung ortsüblich oder angemessen ist, so entscheidet hierüber die für den in Anspruch genommenen Raum örtlich zuständige höhere Verwaltungsbehörde endgültig. Weigert sich der Inhaber eines Lagers, die nach dem Lagervertrag zur nachgemessenen Verwahrung erforderlichen Handlungen vorzunehmen, so kann die Reichsstelle diese auf seine Kosten und mit den Mitteln seines Betriebes ausführen oder ausführen lassen und nötigenfalls mit Hilfe der zuständigen Polizeibehörde durch polizeiliche Zwangsgewalt den Vollzug sichern. Außerdem werden durch die Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan alle Lagerhalter und alle Mühlen mit einem Jahresgrundkontingent an Roggen und Weizen von zusammen mehr als 750 Tonnen verpflichtet, der Reichsstelle binnen einer Frist von zwei Wochen nach Inkrafttreten dieser Anordnung ihre Lagerräume zu melden, die für die Einlagerung von Getreide geeignet sind. Bei dieser Meldung ist anzugeben. ob und in welchem Umfange diese Lagerräume vom Zeitpunkt der Meldung mit Getreide belegt sind. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden nach den allgemeinen Vorschriften der zweiten Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 5. 11. 1936 bestraft. Die Vergütung für die Inanspruchnahme von Pferden und Fahrzeugen Berlin, 10. Aug. Auf Grund des neuen Wehrleistungsgesetzes hat der Reichsinnenminister im Einvernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht und den weiteren beteiligten Ministern für eine Inanspruchnahme von Pferden, Bespannfahrzeugen durch die Wehrmacht folgende läufig für die Zeit bis Ende 1938, Pferd je Taa 8 Mark in dem Fall, in denen die Wehrmacht die Fürsorge für Futter, Hufbeschlag und tierärzt= liche Betreuung übernimmt, für jedes undespannte Fahrzeug je Tag 3 Mark in den Fällen, in denen die Wehrmacht die Instandhaltung des Fahrzeuges übernimmt Der Einstellungstag und der Entlassungstag sind voll zu vergüten. Mit diesen Vergütungssätzen sind regelmäßig alle Ansprüche abgegolten. Für die Berechtigung einer höheren Vergütung wäre der Nachweis zu führen. Durch diese Regelung werden die von den Regierungspräsidenten usw. festgesetzten ortsüblichen Vergütungssätze für Vorspann= und Spanndienste nicht berührt. Diese kommen in denjenigen Fällen in Frage. in denen es sich um die Ausführung von Beförderungen handelt und in denen dem Leistungspflichtigen die Wartung und Betreuung seiner von ihm bei Ausführung der Beförderung verwendeten Pferde und Bespannfahrzeuge verdleibt. Balbo besucht den Bereich des Technischen Amtes der Lustwasse Berlin, 12. Aug. Der Luftmarschall des italienischen Imperiums. Italo Balbo. verbrachte den Freitag im Bereich des Technischen Amtes der Luftwasse. Die Flugzeuge, die sich in der Erprobung befinden, sowie die Motoren und Flugzeuggeräte erweckten sein aufmerksamstes Interesse und das seiner Begleitung. Der Chef des Technischen Amtes. Generalmator Adet. empfing den italienischen Gast und gab Erläuterungen bei der eingehenden Besichtigung des im Versuch befindlichen Fluggerätes. nachdem Marschall Balbo unter den Klängen der italienischen Nationlbymnen die Ehrenkompagnie abgeschritten hatte. Im Beisein des Staats sekretärs General der Flieger Milch und des Chefs Generalstabes der Luftwaffe Generalleutnant Stu wurden dem Luftmarschall die neuesten Flugzeuge im Fluge vorgeführt. Generalmajor Udet flog den Fieseler „Storch“ selbst vor, um die ausgezeichneten Flugeigenschaften dieses Flugzeuges besonders anschaulich zu machen. Der Luftmarschall gab seiner Anerkenung über das Gesehene in temveramentvoller Art Ausdruck. Gegen 16 Uhr flog Generalmajor Udet mit Marschall Balbo im Fieseler„Storch" nach der Schorfbeide. Generallentnant Hahn. der Kommandeur der 5. Division. in Ulm gestorben Ulm, 12. Aug. Am Mittwoch, dem 10. August, starb nach kurzem, schwerem Leiden Generalleutnant Hahn, Kommandeur der 5. Division, im 54. Lebensjahr. Generalleutnant Hahn, ein geborener Württemberger, wurde 1904 Leutnant im Inf.=Regt. Nr. 212 und war während des Krieges in Generalstabsstellungen beim 8. Armeekorps und der 26. Infanterie=Division tätig. Nach dem Kriege wurde er u. a. im Reichswehrministerium und als Generalstabsoffizier beim Marine=Stations= Kommando der Ostsee in Kiel verwendet. Er führte als Bataillonskommandeur das 3. Bataillon des Inf.=Regts. Nr. 13 in Ulm und übernahm, nachdem er ein Jahr lang das Inf.=Regt. 13 als Regimentskommandeur geführt hatte, im Zuge des Aufbaues der neuen Wehrmacht die 5. Division in Ulm.— Mit General Hahns plötzlichem Tode verliert das neue Heer einen seiner befähigsten höheren Offiziere. 80 000 EA.=Männer marschieren „ 6500 ostmärkische SA.=Männer nehmen teil. Berlin, 12. Aug. Auch in diesem Jahre werden wie beim vorjährigen Reichsparteitag, wie NSK. meldet. 80 000 SA.=Männer in Nürnberg marschieren, zu deren Beförderung 81 Sonderzüge notwendig sind. Unter ihnen befinden sich erstmalig 6500 ostmärkische SA.=Männer der drei Gruppen Donau. Südmark und Alvenland, die vollkommen neu eingekleidet wurden. Von den 42 SA.=, den 14 SS.= und 21 NSKK.=Standarten. deren Weihe der Führer selbst vornehmen wird. sind 12 SA.=Standarten aus dem früheren Oesterreich Die Männer werden in 402 großen Zelten und 24 Baracken im SA.=Lager Langwasser untergebracht und vom 7. bis 12. bzw. 13. September in der Stadt der Reichsparteitage bleiben. Sie nehmen am Apvell in der Luitpold=Arena. am Vorbeimarsch. sowie an den RS.= Kampfspielen teil. Fast für alle Mannschaftskämpfe der NS.=Kampfspiele stellt die SA. drei Mannschaften. während sie bei den Einzelkämpfen mit je fünf Wettkämpfern beteiligt ist. Außerdem nimmt sie teil am Geländeritt. an den Staffeln, am Schwimmen. Boxen. Ringen, Gewichtbeben, Säbelfechten. Hand= und Wasserball. Vollstreckung eines Todesurteils Berlin, 12. Aug. Am 12. August 1938 ist die am 21. April 1908 geborene Emilie Pechatz aus PirnaRottwerndorf hingerichtet worden, die vom Schwurgericht zu Dresden wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Emilie Pechatz hat im Juli 1937 ihren Ehemann Karl Pechatz vergiftet, da er ihrem ehebrecherischen Treiben im Wege stand. Wer bist Du„ Kenciett: Roman von M. OBERLIN Copyright by Prometheu## -Verlax Dr. Eichacker Oröbenzell b. München 17. Fortsetzung. 4. Juni 1915. Wir haben jetzt einen Gast, den Leutnant Claaßen. der neulich mit mir nach Lipperloh gekommen ist. Tante Tina hat ihn am ersten Abend umsorgt und betreut wie eine Mutter. Ich sah ihm an, er war ganz bewegt. Er mußte von Hans=Hermann erzählen: wie es ihm ginge, was er triebe, ob es in Brüssel gefährlich sei? Mir schien es, als wenn der Leutnant Claaßen nur mit einem gewissen Widerstreben von der Etappe erzählte,— ich kann es mir vorstellen, er hat schon die ganze Zeit in vorderster Linie an der Front gestanden. Der Leutnant Claaßen erzählte, daß er jetzt erstmal 14 Tage Urlaub habe, dann begänne für ihn eine vierwöchige Ausbildungszeit in der Münsterschen Garnison, dann ginge es zur Front zurück... „Wie werden sich Ihre Eltern gefreut haben, daß Sie für sechs Wochen heimkommen!“ sagte Tante Tina arglos. Claaßens Gesicht wurde ganz blaß. „Meine Eltern sind beide tot!“ sagte er leise. Wir starrten ihn erschrocken an. „Sind Sie bei Verwandten?“ fragte Tante Tina endlich behutsam. Er schüttelte den Kopf. Nein. Er sei allein und wohne in seiner alten Junggesellenwohnung, er habe auch bei Kriegsausbruch in Münster gestanden. Er besäße nur Verwandte und man sei sich doch fremd geworden, außerdem wohnten sie in Ostpreußen, die Reise sei so weit... Tante Tina war ganz blaß geworden. Sie dachte dasselbe wie ich: ein junger Mensch und so allein! Endlich kommt er heim auf Urlaub, und niemand freut sich darauf. Da hat Tante Tina ihn kurz entschlossen eingeladen, den Urlaub doch auf Lipperloh zu verbringen Claaßen ist ganz rot geworden,— ich glaube, vor Freude. Natürlich machte er Einwände, er wolle nicht stören. er könne das doch nicht annehmen. Tante Tina hat nur lächelnd den Kopf geschüttelt, alle ihr weichen grauen Rokokolöckchen tanzten. Die Hauptsache sei, daß er sich gut erhole. Er könne morgen nach Münster fahren. sein Gepäck holen,— dann wäre alles in schönster Ordnung. Ich muß sagen, ich freue mich darüber. Er gefällt mir sehr gut, er hat so etwas Ernstes, Festes, Gereistes, und bei aller Schwere wieder viel Frohes. Ich habe ihm heute Lipperloh bis in alle Winkel gezeigt, später sind wir über die Wiesen gegangen, es war ein wundervoll goldener Sonnentag. unsere weiten Koppeln ein Meer von Grün und flammendem Gelb... 6. Juni 1915. Gestern waren Henner Claaßen und ich bei den Berkows zu Gast. Wir kamen erst spät nachmittags zum Tee, denn ich hatte den ganzen Vormittag Bahnhofsdienst gemacht. Eigentlich wäre ich viel lieber mit Claaßen über die Felder gegangen. Es war eine ziemlich große Gesellschaft bei den Berkows, viel junges Volk aus der Nachbarschaft. Wir haben Tennis gespielt, Gerdas beliebte Stachelbeertörtchen gegessen, gelacht, ein wenig getanzt, es war fast wie im Frieden. Claaßen stand dabei, sein Gesicht war merkwürdig unergründlich. Nicht unfreundlich, aber entfernt, erstaunt,— weit weg von uns. Plötzlich fühlte ich mich beschämt, mir kam alles wie eine abscheuliche Maskerade vor, all der Flirt, das Gelache und der Klatsch über den und jenen. Ich trat zu Claatzen und sprach ihm davon. Er sah mich lächelnd an: „Weshalb sollen Sie sich nicht freuen, Fräulein Henny? Nur uns,— wissen Sie, uns ist das alles so fremd geworden. Außer Claaßen waren noch verschiedene junge Männer da, meist Urlauber. Gerdas Bruder Otto. der immer wieder neue Kriegswitze erzählte, auch Richard Teubnitz war da,— ich bin ihm ausgewichen, wo ich nur konnte, aber er verfolgte mich überall hin, wollte ewig mit mir tanzen und ließ mich nicht los. Ich habe nie begriffen, daß Hans=Hermann sich mit ihm befreunden konnte. Dieses dleiche, blasierte Gesicht mit dem Monokel! Goldenes Kettenarmband ums Handgelenk, dauernd die hohen Lackstiefel, diese ganze Uebereleganz— scheußlich Er näselte ziemlich mit Claaßen, dessen Untform und ganzes Gebaren außerordentlich einfach ist. Dann sing er auch an, vom Krieg zu erzählen, aufdringlich und selbstgefällig. Ich konnte es fast nicht mehr ertragen und sah, wie es um Claaßens Mundwinkel zuckte. Ein Glück, daß Hans Berenstein da war, ein bißchen rauhbeinig. aber unverblümt offen, ehrlich und einfach machte er sich über Teubnitzens Geschwätz lustig. Als Teubnitz seine Heldentaten beendet hatte, sagte Berenstein ganz kühl:„Das ist doch gar nichts Besonderes! Nur Selbstverständliches! Aber hier,— was Kamerad Claaßen geleistet hat!“ Er erzählte von einer Patrouille, in der der Leutnant Claaßen große Gefahren bestanden und seinem Regiment einen unschätzbaren Dienst geleistet habe. Das E. K. I. habe er doch bekommen, warum er es nicht trage? Claaßen war ganz rot geworden, als sich ihm alle Gesichter zuwandten. „Woher wissen Sie das denn alles?" fragte er erstannt. „Ader Ihr Bild stand doch sogar in der„Woche“!“ sagte Hans Berenstein.„Als Sie vorhin hier hereinkamen und Ihr Name fiel, erinnerte ich mich sofort an Ihr tolles Husarenstückchen.“ Henner Claaßen zuckte die Achseln und wehrte fast verlegen. Er wandte sich etwas hilflos an mich: „Müssen wir nicht gehen? Ihre Frau Tante hat mir aufgetragen, Sie früh heimzubringen...!“ Ich mußte heimlich lachen, aber ich war auch froh, daß ich die Gesellschaft verlassen konnte. Wir sind den weiten Weg zu Fuß gegangen, obwohl Gerda uns den Wagen angeboten hatte. Es war herrlich draußen, eine warme, weiche Nacht. Ueberallhin verfolgte uns der Duft von feuchter Erde und blühenden Wiesen, es hatte vorher geregnet. Schließlich kam aber der Mond, ganz zart und blaß. Wir gingen fast den ganzen Weg schweigend nebeneinander. Aber wir waren sehr froh.——— 10. Juni 1915. Unser lieber Hausgast hat uns plötzlich verlassen. Von Münster war ihm ein Brief nachgesandt worden. Der Onkel aus Ostpreußen, fast der einzige Verwandte, schrieb ihm und bat ihn dringend, doch ein paar Tage des Urlaubs auch bei ihm zu verleben. In so schweren Zeiten müßte die Familie fest zusammenhalten. Natürlich konnte er die Bitte nicht abschlagen und hat für ein paar Tage zugesagt. Aber nach seiner Rückkehr will er gleich nach Lipperloh herauskommen. Und dann sind ja auch noch die vier Wochen Ausbildungszeit, in denen er gewiß Zeit hat, hin und wieder mal zu kommen. Und wenn ich zam Bahnhofsdienst in Münster bin, wird er sicher eine Stunde Zeit für mich haben.——Als er heute abfuhr, war mir seltsam zumute. Ich fühlte mich schrecklich einsam und hätte hemmungslos weinen können. Es ist vielleicht verrückt,— wegen eines völlig Fremden! Aber vielleicht liegt es daran, daß wir uns so sehr gut verstanden haben... Tante Tina sagte auch, als er gegangen war:„Ein ganz prächtiger Mensch, ich freue mich, wenn er wiederkommt. Ja, Hennylein, jetzt wird es uns wieder sehr einsam sein...“ Ich habe nur genickt. Ich war blaß, und mir war kalt zumut... 12. Juni 1915. Eine große Ueberraschung. Ganz unerwartet kündigt Hans=Hermann heute an, daß er für wenige Tage auf Urlaub kommt. Die Nachricht ist wie alle: kurz, etwas herrisch, etwas kühl... Er schrieb noch dabei, Tante Tina möge besondere Sorgfalt darauf legen, daß Lipperloh würdig präsentiere. Er würde uns Ueberraschendes mitteilen... Da bin ich gespannt. Natürlich freue ich mich, da## Hans=Hermann kommt. Ich habe mich schon oft gefragt, wie es kommt, daß wir nicht inniger und herzlicher zueinander stehen. Vater und Mutter sind so früh gestorben. Verwandte haben wir wenig. Es wäre doch natürlich, wenn wir uns ganz eng aneinander anschlössen. Aber es ist nicht so. Wir sind verschiedene Naturen, es ist so viel Trennendes zwischen uns, und Hans=Hermanns berechnende kühle Art ist mir so fremd... Aber ich will das alles vergessen und sehr lieb zu ihm sein... Hans=Hermann ist gestern gekommen, seine große Ueberraschung haben wir bald erfahren. Am Nachmittag hat er uns mitgeteilt, daß er sich jetzt verloben wolle, wahrscheinlich würde er auch bald heiraten... Wir waren aufs äußerste gespannt. Schließlich fragte Tante Tina:„Wen denn?“ „Dora Degener...“, hat er gesagt. Wir sahen uns an und schwiegen eine Weile. Dann haben wir gesagt, was so üblich ist, daß wir ihm Glück wünschen, daß er sicher bald seine Braut hierher bringen wolle— wie alt sie eigentlich sei— usw. usw. Am Spätnachmittag ist uns=Hermann schon aufgebrochen, die Degeners wohnen in Münster, alte, bekannte Familie. Tante Tina hat nachher nicht viel zu mir gesagt. Nur eines:„Sie soll recht vermögend sein. Der alte Degener gilt als furchtbar streng.— Spielschulden wird's bei dem nicht geben dürfen. Na, vielleicht ist es gut für Hans=Hermann, da wird er ja wohl vernünftig werden.“ Ich bin früh schlafen gegangen. Aber ich habe keine Ruhe gefunden und mich ans Fenster gesetzt. Es war s0 still draußen, nur die Eichen rauschten vorm Haus. Zum ersten Male ist mir richtig aufgefallen, wie sehr ich doch an Lipperloh hänge. Die Wiesen waren ganz weiß übervonnen vom Nebel— es schien mir alles so verzaubert und doch so heimelig... (Fortsetzung folgt.) Nr. 188(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 13. August 193) Morgen Sportappell der Herner Betriebe 24 Betriebe mit über 100 Mannichaften haben gemeldet Auf dem Westsalia=Stadion In der Zeit vom 1. August bis zum 30. Septemder findet im ganzen Reich die Durchführung des Sportappells der Betriebe statt. Dieser Sporappell hat den Zweck, die sportliche Betätigung der Schaffenden in den Betrieben, die der Förderung der Gesundheit und körperlichen Spannkraft dient, auf noch breitere Basis zu stellen als bisher, um auch noch diejenigen zu gewinnen, die sich bis jetzt noch zurückhalten. Bei dem Sportappell kommt es daher nicht in erster Linie auf die Leistung der einzelnen Mannschaften an, sondern zunächst überhaupt einmal auf den Beweis des guten Willens. Die Aktivierung des sportlichen Betätigungswillens ist erste Vorbedingung dafür, daß auch der Leistungswille erwacht. So ist denn der diesjährige Sportappell der Betriebe, der erste in seiner Art, in drei Teile gegliedert. Im Teil I kommt der„Wettbewerb des guten Willens“ zum Ausdruck, im Teil II die sportliche Leistung. Diese besteht in einem Dreikampf(Medizinball=Stoßen und=Werfen, 8X 75=Meter=Staffel und 1000=Meter=Mannschaftslauf). Er ist ein ausgesprochener Mannschaftskampf. Jede Mannschaft ##teht aus acht Mann. Die Großbetriebe stellen mehrere Mannschaften. Nicht die beste Mannschaft allein gewinnt, sondern die Mannschaftsdurchschnittsleistung der geforderten Mindestzahl von Mannschaften eines Betriebes wird gewertet. Damit erhält auch die letzte Mannschaft in dem allgemeinen Mannschaftskampf den kämpferischen Anreiz, mitzumachen, und wird auch gerade in den Schwächeren das Streben nach Leistung geweckt. Im Teil III des Sportappells wird die relative Größe der Betätigung gewertet. Hier soll der Betrieb belohnt werden, der die im Verhältnis zur Gefolgschaft größte Beteiligung am Sportappell stellt. Das Ergebnis des Sportappells ist von Bedeutung für die Bewertung des Betriebes, der sich zum Leistungskampf der Betriebe gemeldet hat. In Herne findet der Sportappell morgen vormittag auf dem Westfalia=Stadion statt.(In Castrop= Rauxel ist er für übernächsten Sonntag vorgesehen.) Es haben sich 24 Herner Betriebe gemeldet, die über 100 Mannschaften zu je acht Mann stellen. Um 8 Uhr früh geht es los. Wir hoffen auf einen schönen Erfolg. * Kraftquelle Betriebssport Gauobmann Stein und Prof. Bürkle de la Camp im Rundfunk. Um aus Anlaß des Sportappells der Betriebe et was Näheres über den Betriebssport zu erfahren, weilte der Sendewagen des Reichssenders Köln am Mittwochnachmittag in Bochum. Gauobmann Ernst Stein, M. d. R., und Professor Bürkle de la Camp vom Bergmannsheil in Bochum gaben in einem Zwiegespräch ihre Meinung über den Betriebssport kund. Gauobmann Stein führte zu Beginn aus, daß der Betriebssportappell erstmalig in die sem Jahre durchgeführt werde, nachdem die Vor bereitungen nunmehr abgeschlossen und auch inzwi schen die notwendigen Erfahrungen über den Betriebssport gemacht worden seien. Dazu käme, daß sich auch die Betriebe durch Anlage von Sportstätten und Schwimmbädern tatkräftig eingeschaltet hätten. Den Betriebesport gestalte jeder Betrieb aus sich heraus, einen starren Lehrplan gäbe es nicht. So wären einige Betriebe dazu übergegangen, die Jugendlichen allmorgendlich auf die Sportplätze zu führen, andere wieder benutzten die ausgedehnte Mittagspause und andere die Abendstunden zur sportlichen Ertüchtigung. Bei den Bergmännern käme der Sonntagvormittag in Frage, da die Arbeitszeit bei den einzelnen Schichten eine sportliche Betätigung an Wochentagen schlecht zulasse. Der Betriebssport sei unerläßlich, so führte der Bauobmann weiter aus, denn das deutsche Wirtchaftsleben verlange den vollen Einsatz eines jeden Einzelnen, er trage zu einer Entspannung von der Werktagsarbeit bei und fördere gleichzeitig die Arheitslust. Nicht nur die jungen, sonder auch die iltesten Arbeitskameraden hätten inzwichen den Wert der Leibesübungen erkannt und seien nit Lust und Liebe bei der Sache. So helfe die deutsche Arbeitsfront auch auf diesem Wege ein geundes Volk zu schaffen, das wir für die großen Aufaben des Reiches gebrauchten. Professor Bürkle de la Camp beleuchtete den getragen wird. Die Herner Kleinbetriebe, von deWert des Betriebssports vom ärztlichen Gei#nen erwartet wird, daß sie diese Gelegenheit eifrig ichtspunkt aus. Er betonte, daß der Betriebssport zunächst kein Leistungssport sei, sondern lediglich einen Ueberblick über die körperliche und gesundheit liche Verfassung der Schaffenden im Betriebe ver mittele. Seine Erfahrungen gingen dahin, daß de Sportertüchtigte bei Verletzunge viel schneller wieder gesunde und da er sowohl seelisch als auch körperlich viel besser auf die Behandlungen reagiere, als der Nichtsporttreibende, der dazu von sich aus noch wegen seiner Unbeholfenheit für Unfälle besonders prädistiniert sei. Als Ausgleichssport sei der Betriebssport am besten geeignet, die Arbeitsfreude zu steigern und damit auch die Leistung zu steigern. Für die Frauen sei der Betriebssport besonders zu empfehlen, denn sie hätten sich stets ihrer hohen Aufgaben als deutsche Mütter bewußt zu sein. Es sei bedauerlich, daß in einzelnen großen Städten Schwimmbäder und Duschanlagen entweder ganz fehlten oder nur in unzureichendem Maße vorhanden seien. Jeder solle sich am Sportappell der Betriebe, der eine machtvolle Kundgebung für den Gedanken der Leibeserziehung sein und auch den letzten Volksgenossen im Betrieb dem Sport aus freiem Willen zuführen solle, beteiligen. Herner Kleinbetriebe, meldet zum Leistungskampf! Für den Leistungskampf 1938 39 hat Reichsleiter Dr. Ley bekanntlich zusätzlich das Leistungs: abzeichen„Vorbildlicher Kleinbetrieb“ geschaffen. Jeder Kleinbetrieb, der sich am Leistungskampf beteiligt, hat die Gewißheit, daß er nicht nach irgendeinem Schema geprüft wird, sondern daß den Eigenarten seines Betriebes weitestgehend Rechnung ergreifen, werden noch einmal besonders darauf auf merksam gemacht, daß die Anmeldefrist für den Leistungskampf bis Ende August ver gert worden ist. an Die Ss rüstet für den Reichsparteitag Am Sonntag Besichtigung der Nürnbergfahrer durch Brigadeführer Maack. NSG. Am Sonntag, dem 14. August, findet anf der Volkswiese zu Dortmund die Besichtigung der Nürnbergfahrer(Marsch=SS und Absperr=SS) des SS=Abschnittes XXV durch Brigadeführer Maack statt. Rund 1000 SS=Männer werden zu dieser Mu sterung antreten. Die Marsch=SS wird zu Marsch übungen zusammengezogen. Zu Ehren dieses Tages wird der Musikzug der 30. SS=Standarte auf dem Hansaplatz von 12 bis 13 Uhr ein Standkonzert ge ben. Mittags werden die SS=Männer in der West falenhalle verpflegt, und gegen 14 Uhr treten die SS Männer zum großen Propagandamarsch durch die Stadt und Vorbeimarsch am Stadttheater an. Bergschule auch besonderen Wert auf den Ausbau der der Bergschule angegliederten wissenschaft: lichen Institute und Fortbildungsstätten, über die heute die Bergschule in einer Zahl und Einrich tung verfügt, wie keine zweite Bergbaufachschule de: Welt. Was Geheimrat Schultz begonnen, haben seine Nachfolger in der Bergschulleitung, Professor Dr. „eise, Professor Dr. Herbst und der seit einigen Jahren die Leitung der Bergschule innehabende Bergschuldirektor Oberbergrat a. D. Dr. Kayser, stark fördernd und erweiternd fortgesetzt. Der Sängergau Westsalen singt aus dem Bückeberg NSG. Die Bundesleitung des DSB hat den Sän gergau Westfalen betraut, in diesem Jahr auf der Erntedankfeier auf dem Bückeberg zu singen. Es ist vorgesehen, die Sänger mit Sonderzügen in der Frühe des Festtages nach dem Bückeberg zu bringen so daß Zeltübernachtungen nicht erforderlich sind. Die Verpflegung wird durch den Hilfszug Bayern gesche hen. Die zum Vortrag kommenden Chöre uno Lie der sind in der Hauptsache dem Westfälischen Chor liederbuch und der Sammlung„Singendes Volk“ ent nommen. Eine Bergschule und 30 Bergvorschulen im Kuhrgebiet 70 Jahre Neuordnung und Entwicklung des Bergschulwesens im Ruhrbergbau. 45 Jahre Bergvorschule Herne Der gestern von uns veröffentlichte Hinweis auf den neuen Lehrgang an der Bergvorschule Herne und die Studienzeitverkürzung an der Bergschule Bochum lenkt den Blick wieder einmal auf die Entwicklung des Bergschulwesens im Ruhrgebiet. Die Bochumer Bergschule, am 17. März 1816 durch Verfügung des Oberbergamtes Dortmund als Märkische Bergschule für den westfäl schen Bergbau ins Leben gerufen, vermag auf ein Lebensalter von 122 Jahren zurückzublicken. In den ersten 50 Jahren ihres Bestehens zeigte ihr Tätigkeitsgebiet keinen wesentlichen Umfang. Ihre Be deutung wuchs aber, als in den 60er und 70er Jahren die Zahl der Zechen im Oberbergamtsbezirk Dort mund außerordentlich stank zunahm und der Bergbau an der Ruhr einen immer höheren Aufschwung er hielt. Bis zum Jahre 1860 waren im Ruhrbergbau 18 200 Bergleute beschäftigt, eine Zahl, die im Jahre 1870 schon auf 51 400 angewachsen war. Diese gewaltige Ausdehnung des Bergbaues beeinflußte natürich auch die Tätigkeit der Bergschule, die dem Bergbau den erforderlichen Nachwuchs an Steigern und Betriebsführern zu geben hatte. Im Jahre 1800, mithin vor 70 Jahren, wurde an die Spitze der Bochumer Bergschule des Ruhrberg= baues Geh. Bergrat Dr. Hugo Schultz berufen. Unter seiner Leitung begann eine glänzende Entwicklung der Bergschule und des gesamten Bergschulwesens des Ruhrbergbaues. Er leitete einen durchgreifenden und umfassenden Ausbau des Bergschulwesens ein, wie ihn die übrigen bergbautreibenden Länder der Welt nicht aufzuweisen vermögen. Als er nach 36jähriger ungemein erfolgreich leitender Tätigkeit im Jahre 1904 zurücktrat, hatte die Bochumer Bergschule bereits Weltruf erlangt. Einige Jahre vor seiner Berufung war es am 15. Avril 1864 durch Verschmelzung der Märkischen und Essen=Werdenschen Berggewerkschaftskasse zur Gründung der Westfälischen Berggewerkschaftskasse gekommen, in deren Verwaltung auch die Bergschule überging. Dieser Vorgang hat sich für die Entwicklung des Bergschulwesens an der Ruhr als sehr vor teilhaft erwiesen. Als Dr. Schultz die Leitung der Schule übernahm, war sie noch in dem Schulgebäude an der Alleestraße Mit der stetigen Zunahme der Schüler zeigte es sich aber als zu klein, weshalb sich Geheimrat Schultz bereits zu Anfang der 80er Jahre mit dem Gedanken eines großzügigen Schulneubaues trug, der jedoch erst im Jahre 1899 verwirklicht wurde, als der Postfiskus die Besitzung an der Alleestraße ankaufte. Das neue Bergschulgebäude an der Herner Straße, das seitdem wiederholt erweitert worden ist und vor dem das Standbild Dr. Schultzes steht, war von der Westfälischen Berggewerkschaftskasse mit einem Aufwand von 1 Million Mark errichtet worden. Es beherbergte im Jahre 1900 564 Schüler, davon 525 in den Unter klassen, 33 in der Oberklasse und 6 in der Markscheiderfachklasse(1865 war die Schülerzahl 45, 1875 118 gewesen). Die verhältnismäßig geringe Schülerzahl auf der Oberklasse ist dadurch bedingt, daß die meisten der Bergschüler die Anstalt von der Unterklasse mit der Befähigung zum Steigerdienst verlassen. Da die Vorkenntnisse und Eignung der Schulbewerber zur Aufnahme in der damaligen Zeit viel zu wünschen übrig ließen, griff Geheimrat Schultz im Jahre 1872 den Gedanken, welchen Oberbergrat von Carnall in einer Denkschrift des Jahres 1851 angeregt hatte, nämlich der Errichtung von Bergvorschulen, auf. Im Jahre 1872 wurden seitens der Westfälischen Berggewerkschaftskasse innerhalb des Oberbergamtsbezirkes Dortmund zehn Bergvorschulen errichtet. Diese Einrichtung zur Vorbereitung auf die Bergschule hat sich bestens bewährt, weshalb sie im Laufe der Zeit ständig vermehrt wurden. Die über den ganzen Ruhrbezirk verstreuten Bergvorschulen hatten im Jahre 1925 die Zahl 30 erreicht. Wir finden solche u. a. in Bochum, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Buer, Bottrop, Witten, Wanne, Herne(seit 1893), Hamm, Duisburg, Wattenscheid, Lünen, Castrop=Rauxel. Die nach einheitlichem Lehrplan arbeitenden Schulen unterstehen der Bergschulleitung in Bochum und werden von dieser in ihrer Arbeit überwacht. Geheimrat Schultz legte neben dem Ausbau der Wettervorhersagen auf weite Sicht 10-Tage-Prognose nach 88000 Wetterkarten.— Eine vorbildliche Einrichtung der deutschen Meteorologie Die tägliche Wettervorbersage berubt auf einer ganzen Reihe von Erfahrungsgrundsätzen, die heute zum größten Teil ihre physikalische Begründung durch die theoretische Forschung erfahren haben. Auf Grund solcher Gesetze läßt sich aus einer Wetterkarte, die dem erfahrenen Betrachter einen Ueberblick über die gesamte Wetterlage in einem großen Raum, zum Beispiel in ganz Eurova und auf dem Atlantik, gewahrt, die Veränderung dieser Wetterlage in einem Gebiet, für welches die Vorbersage Gütigkeit haben soll, für kürzere Zeit mit genügender Genauigkeit vorhersagen. Für einen längeren Zeitraum aber kann man auf diese Weise das Wetter nicht vorausbestimmen. Wir wissen jedoch, daß die gesamten Vorggänge und Veränderungen in der Lufthülle gewissen Gesetzen gehorchen. deren Auffindung infolge der Vielheit der Faktoren welche aus die Wetterentwicklung Einfluß nehmen, ungeheuer schwierig ist. Die Kenntnisse dieser Gesetze würde uns instand setzen. an einem bestimmten Tag aus dem Wettergeschehen in den diesem Tage vorangehenden Tagen auf das Wetter der kommenden Tage zu schließen. Die Langfristvorbersage in der Form. wie sie heute besteht, macht es sich nun zur Aufgabe, die gesetzmäßigen Bindungen zwischen einem solchen„Vorwetter“ und dem dazugehörigen„Folgewetter", statistisch zu untersuchen, wobei sie sich der „Korrelationsrechnung“ bedient, einer mathematischen Untersuchungsmethode, welche sehr verwickelte und undurchsichtige Abhängigkeitsgesetze durch statistische Maßzahlen zu beschreiben gestattet. Freilich, ein so seines Instrument die Statistik in den Händen eines ist, der sich darauf versteht, so unheilvolle Wirkungen kann sie bei sinnloser und unverständiger Behandlung hinterlassen. Bei falscher Anwendung läßt sich nachher sehr bestaunte Gesetzmäßigkeit aus den statistischen Ergebnissen herauslesen, die in Wirklichkeit überhaupt nicht vorhanden ist. Es kam also bei der Bearbeitung des Problems der Langfristprognose in erster Linie darauf an. von sinnvoller. theoretisch vernünftiger Fassung der Probleme auszugeben und die statistische Bearbeitung des gesamten Wetters der letzten vierzig Jahre nach einer Reihe von wohldurch dachten und sinngemäßen Fragestellungen vorzunehmen. Erfahrungen aus einer 40jährigen Witterungsgeschichte. Daß die nach solchen einmal festgelegten Gesichts punkten und Richtlinien durchgeführte statistische Verarbeitung des gesamten Wetters der letzten vierzig Jahre über einen etwa 30 außerdeutsche und eine Reihe deutscher Stationen umfassenden Großraum, der von Innerrußland herüber bis Grönland und den Westatlantik. im Norden bis Spitzbergen. im Süden bis zur nordafrikanischen Küste reicht, einen ungeheuren Arbeitsaufwand erfordert. wird kaum jemand bezweiseln wollen. Die Größe und den Umfang dieser Arbeit mögen ein paar Zahlen beleuchten. Um die Unterlagen für eine Vorhersage während des ganzen Jahres zu schaffen, müssen nahezu 3 500000 Beobachtungen statistisch verarbeitet werden. weiter ist für 14 630 Tage eine ausführliche Witterungsgeschichte des zehntägigen Falgewetters für eine große Anzahl deutscher Stationen zahlenmäßig festzulegen. Hand in Hand mit der statistischen Bearbeitung des gesamten Materials geht eine zeichnerische Darstellung der Witterungsgeschichte der letzten vierzig Jahre. welche es, um nach den gleichen Gesichtspunkten die Wetterlage bildlich zu erfassen, erforderlich macht, im ganzen rund 88 000 Wetterkarten zu zeichnen. Diese wenigen Zahlen. die selbstverständlich nur einen Ausschnitt aus der zu leistenden Gesamtarbeit darstellen, dürften genügen, um den Umsang der im Institut für langfristige Witterungsvorhersage geleisteten Arbeit ungefähr zu umreißen. Wind und Wetter im Kontrollbuch. Ist das zugrundegelegte Material auf diese Weise verarbeitet, dann kann zur Vorbersage selbst geschritten werden. Aus der großen Fülle aller Wetterlagen lassen sich an Hand von„Korrelationstabellen“ diejenigen ganwenigen herausschälen, die in allen oder wenigstens den meisten Wetterjaktoren mit dem Wetter des jeweiligen Vorbersagetages ein übereinstimmendes Bild ergeben. Die Treffsicherheit der Zehntagevorhersagen, das heißt die Uebereinstimmung des vorausgesagten WitterungsHochsommerzeit Stichel- und Stachelverse von Stichel=Stacheldorn. 1. Vorbemerkung. Nun sind wir wieder mal so weit, Erleben die Hochsommerzeit, Die allerlei so mit sich bringt, Wenn herrschend sie das Zepter schwingt Mal sind wir über sie erfreut, Wenn sie uns etwas Gutes beut, Mal sind wir aber ärgerlich, Geht's gegen den gewohnten Strich. 2. Hochsommer- und Sauregurkenzeit. Die Gurken sind bekanntlich sauer In ihrer ganzen Lebensdauer, Doch viele schätzen dies Gericht, Wenn man noch Essig dazu kriegt, Man muß sie aber tüchtig kauen, Dann kann man sie auch gut verdauen. Man sprach auch früher weit und breit Von einer Saurengurkenzeit, Dann ruhten aus die Diplomaten Für diese Zeit von ihren Taten, Da liebten sie Geruhsamkeit, Das war die Sauregurkenzeit. Doch heute ist die halbe Welt Auf Krieg und Feindschaft eingestellt, Insonderheit sind es die Tschechen, Die oft den Streit vom Zaune brechen, Nicht minder sind's auch Bolschewiken, Die andern was am Zeuge flicken, Die immer neue Gründe finden, Um mit den andern anzubinden. In China ist ein Krieg entbrannt, Der dieses große Land umspannt, Die Russen sich darein auch mischen, Um hier im Trüben was zu fischen, Und jenseits von den Pyrenden Kann man auch die Komintern sehen, Wie sie im Land als wilde Horden Zerstören, rauben oder morden. Zerschlagen wird die Weltkultur, Von Fried' und Freundschaft keine Spur, Denn wo die Kommunisten hausen, Da hört man auch die Bomben brausen Die halbe Welt in Schmerz und Leid: Das ist die Sauregurkenzeit. 3. Hochsommer- und Gewitterzeit. Steigt die Hitze bis zur Spitze, Leuchten auf auch grelle Blitze, Donnerschläge hört man knallen, Regen und auch Hagel fallen. In der letztvergang'nen Woche Hatten wir die Hitzepoche, Alle lechzten bei der Schwüle Nur nach Linderung und Kühle. Als dann die Gewitter kamen Und die Schwüle von uns nahmen, Waren wir wie neugeboren, Lebten wieder ungeschoren. Die Gewitter, wie berichtet, Haben Schaden angerichtet, Manches Haus ging auf in Flammen Und brach in sich selbst zusammen. Regengüsse, Hagelschläge Brachen in das Feldgehege, Innerhalb von einer Stunde Ging so vieles dann zu Grunde. Doch wir standen hier in Herne Unter einem guten Sterne, Wenn die Blitze hier auch glommen, Wir sind gut davongekommen. 4. Hochsommer- und Fliegenzeit. Im Laufe der Hochsommerzeit Da machen sich die Fliegen breit, Sie summen immer mit Gebrumm In allen Zimmern flott herum. Bald sind sie hier, bald sind sie da Und treiben ihr Allotria, Vergessen ihre Sicherheit Im Drange nach der Süßigkeit. Sie setzen sich mit uns zu Tisch, Ob Brot, ob Fleisch, ob Mus, oo Fisch, Das ist den Fliegen einerlei, Sie setzen sich und sind so frei. Sie kommen immer ungefragt, Und wenn mal einer sie verjagt, Das nehmen sie gewaltig krumm, Doch kehren sie bald wieder um. Sie fürchten Tod und Teufel nicht, Sie setzen sich uns ins Gesicht, Und wenn man sich dagegen wehrt, Dann wird uns gar der Krieg erklärt. Wenn uns die Hitze schrecklich plagt, Dann sind die Fliegen unverzagt, Dann sind sie ganz besonders frech Und wollen absolut nicht weg. Zur Strafe hängt der Fliegenleim Als Falle in dem trauten Heim, Und wenn sie dem zu Leibe gehn, Dann ist es bald um sie geschehn. Hier sitzen sie dann richtig fest Wie eine Henne auf dem Nest, Sie sind erledigt, abgefeimt, Dem Tod geweiht und angeleimt. 5. Hochsommerzeit und Tropenkoller. Wie man aus Berichten weiß, Ist es in den Tropen heiß, Immer ist dort Sommerzeit In den Ländern weit und breit. Wenn die Hitze immer steigt, Vierzig, fünfzig Grad erreicht, Dann erhitzt die Sonnenglut In den Adern oft das Blut. Manchmal macht ein Sonnenstich Auch die Menschen kollerig, Mancher weiß nicht, was er tut Und gerät sogar in Wut. Wenn uns hier die Hitze plagt Und das Blut zum Kopfe jagt, Dann wird auch die Stirn beschwert, Wie uns die Erfahrung lehrt. Drückt die Hitze allzu sehr, Wird's im Kopfe aber leer, Der Verstand versagt alsdann, Daß man kaum noch denken kann, Und man ist erstaunt und platt, Weil man was vergessen hat, Wird der Zustand toll und toller, Dann hat man den Tropenkoller 6. Hochsommerzeit und Strohwitwer. Es reist in der Hochsommerzeit Frau Muck zur Tante Adelheid, Herr Muck bleibt dann allein zurück. Und das empfindet er als Glück. Zuerst geht alles ziemlich gut, Weil er noch seine Pflichten tut Die Frau hat ihn zuvor belehrt, Doch manchmal macht er was verkehrt. So vieles schlägt nicht in sein Fach, Drum läßt er in der Arbeit nach, Zudem hat er auch keine Zeit Für all' die viele Hausarbeit. Wenn morgens er den Kaffee macht. Dann gibt er auf die Milch nicht acht, Und dann ist das Malheur schon da, Dann macht die Milch Allotria. Beim Kaffeetrinken fällt ihm ein: Wo mag die Wurst geblieben sein? Und auch den Schlips hat er verlegt, Den er an jedem Werktag trägt. Der Nachbarin gibt er das Geld, Wofür er seine Milch erhält, Und wenn er an die Arbeit geht, Dann ist es manchmal reichlich spät. Das Mittagsmahl nimmt er dann ein Bei seinem Schwager Knickebein, Des Abends sorgt er selbst für sich. Doch manchmal nur recht kümmerlich. Wenn er dann Langeweile hat, Dann bummelt er mal durch die Stadt, Kehrt hier mal ein, kehrt da mal ein, Sitzt hier beim Bier und dort beim Wein. Geht er befriedigt spät nach Haus, Dann sieht es hier so einsam aus, Er schließt die Tür und putzt die Schuh' Und macht die müden Augen zu. Dem„Witwer“ wird im Lauf der Zeit Ein solches Leben aber leid, Was anfangs ihm erschien als Glück, Sieht er jetzt an als Mißgeschick. 7. Schlußbemerkung. So bringt uns die Hochsommerzeit Vergnügen und Verdrießlichkeit, Vergnügen sind stets angenehm, Verdrießlichkeiten unbequem. Das ist im Leben immer so Vom Anfang bis zum Ultimo, Nur glücklich ist, wer das vergißl Was einmal nicht zu ändern ist. gepräges mit dem wirklich eingetretenen, dat von Beginn an. den gemachten Erfahrungen und den daran geknüpften Verbesserungen der statistischen Grundlagen entsprechend. ständig zugenommen, sie liegt heute im Mittel um 85 Prozent. Die Prüfung des Eintreffens der Vorbersagen wurde im vergangenen Sommer ganz systematisch durch das Reichsamt für Wetterdienst. dem die Forschungsstelle in Bad Homburg seit einem Jahr untersteht. durchgeführt. In eigens angelegten Kontrollheften wurde durch eine große Zahl gleichmäßig über ganz Deutschland verteilter Vertrauenspersonen, zumeist Landwirten. und durch die jeweils an den einzelnen Wetterdienststellen diensttuenden Meteorologen eine eingehende für jeden Tag durchgeführte Prüfung der Vorhersagen vorgenommen. Alle Kontrollbefte werden in Berlin im Reichsam: für Wetterdienst gesichtet und auf ihre Zuverlässigkeit geprüft. Auf diese Weise erhält man ein ziemlich objektives Bild über das gute oder weniger gute Eintreffen der Vorbersagen in allen Teilen Deutschlands. Die Prüfungen stehen nun vor dem Abschluß und es läßt sich ietzt schon mit einiger Sicherheit sagen, daß die Eintreffwahrscheinlichkeit um 85 Prozent liegt, also ein sehr gutes Ergebnis der langfristigen Voraussagen, dus uns hoffen läßt, daß in einigen Jahren die Zehntagevorhersagen eine ebenso selbstverständliche und nicht mehr wegzudenkende, mit der gleichen Sicherheit und Pünktlichkeit arbeitende Einrichtung sein wird, wie heute der tägliche Wetterdienst. Dr. H. Philippo. Aus und für Herne Zum Sonntag Und wieder ist Erntezeit. Ernte ist Erfüllung: der Glauben erfüllt sich! Du, Bauer, hast auf den Schöpfer der Erde vertraut, als du bei rauhen Winden die Pflugschar führtest, um die noch winterkalten Schollen aufzuwerfen, als du dein Fruchtfeld pflegtest, bis es leicht und willig war, die Saat zu erwarten. Und als nach lauem. den Acker segnenden Regen die erste Wärme den Boden fächelte, da sätest du mit Sorgfalt, und Andacht begleitete den Gang deiner Arbeit. Der Atem Gottes wehte über die bestellte Flur, daß das Wunder keimenden Lebens grünsamten aufsproß allüberall, wo deutscher Nährstand im Sämonat mit Herz und Hand am Werke war. Den Frühlingswochen folgte das kräftige, sichtbare Gedeihen; die Halme strafften sich; der Roggen, das derbe Brotgetreide schon unserer germanischen Väter, setzte prall seine körnigen Kolbenähren an; der edle, eiweißreiche Weizen streckte bald die Lanzenwehr seiner langen Grannen aus. Farbenspielend, vom lichtesten Grün bis zum rötlichen Ocker, wogten im wohligen Sommerwinde die Wellen der Felder wefthin. Segen der Erde und Segen des Himmels! Noch vor dem ersten Vogelruf, im leichten, kühlen Wehen des blassen Morgens, in Gottes heiliger Stille, singen die Sensen der Ernte. In schweren Schwaden breitet die Fülle sich hin. Aus goldenen Garben getürmt, im lachenden Blau des nun erfüllten Sommers, wie unterm Sternenzelt der Nacht, warten in Reihen die stummberedten Zeugen friedevoller Arbeit und frommen Glaubens auf der Erntewagen Ankunft. So sei auch unser Erdenwirken wie ein einziges, langes Jahr erfullter Lebensernte! Auf steinigem Boden wächst keine gute Frucht. Uns allen ist das Feld des Daseins gegeben, es nutzbringend zu bestellen, uns zum Heile, der Volksgemeinschaft zum Besten! Aus emsigem Schaffen fließt der Segen und der Seele Gleichgewicht, der Glauben an uns selbst. Durch ihn fühlen wir uns verbunden mit der Harmonie der Schöpfung, in der keine Kraft verloren geht. Siehe jetzt den frohen Einsatz auf unseres Vaterlandes weiten Fluren! Im Wettkampf des Fleißes rühren sich ungezählte starke Arme, und bald füllen sich die Scheunen mit dem goldenen Reichtum der Felder. Gott segne das deutsche Ernteglück! *** Neunmal Trunkenheit im Verkehr Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Im Monat Juli 1938 ist vier Personen der Führerschein versagt und sechs Personen die Führung von Fahrrädern und führerscheinfreien Kraftfahrzeugen untersagt worden. In vier leichteren Fällen wurden Verkehrssünder ernstlich verwarnt mit dem Hinweis, daß sie im Wiederholungsfalle vom Fahrzeugverkehr ausgeschlossen würden. Während in fünf Fällen die Veranstaltungsmaßnahmen wegen grober Verstöße gegen die Verkehrsvorschriften oder andere Strafgesetze ergriffen wurden, war in neun Fällen Trunkenheit im Verkehr die Urfache. *** Maisanbau in Herne verzehnjacht NSG. In Herne wird in allen Gemarkungen Mais gebaut. Auf den freien Feldflächen sieht man große Anbauflächen, die auf viele Morgen zu beziffern sind. Besondere Erwähnung verdient die Tatsache, daß sich der Maisanbau von 1933 bis 1936 in Herne verzehnfacht hat. Neue Aera eines alten Herner Hotels Zu den ältesten Herner Gaststätten gehört das Hotel Schmitz. Zwar ist das jetzige große Hotelgebäude an der Bahnhofstraße erst 1906 erbaut worden, doch befand sich das Unternehmen vorher schon rd. 40 Jahre lang in dem heute Wohnzwecken dienenden Nachbarhause Bahnhofstraße 118, das durch seine relativ zahlreichen hohen, schmalen Fenster auffällt. Errichtet wurde es von dem Gastwirt Theodor Tappertzhofen, der das Grundstück 1865 erwarb. Seine Witwe Bernhardine, geb. Kaldewei, heiratete den Gastwirt August Schmitz, den Vater des jüngst verstorbenen Auaust Friedrich Schmitz, der 1906 das heutige Hotel erbaute, nachdem er ein an dieser Stelle stehendes Wohnhaus mit Schmiede von Funkenberg, das sein Vater 1901 erworben hatte, hatte abbrechen lassen. Nach dem Ableben von August Friedrich Schmitz st sein Unternehmen von den Gebrüdern Burmester aus Gelsenkirchen übernommen worden. Am heutigen Tage wird es sich der Bürgerschaft im Innern in einem vollständig neuen Gewande präsentieren. Herner Handwerker haben in mehrwöchiger Arbeit fleißig geschafft, um das Haus zu verbessern uno zu verchönern. Unten sind in allen Hotelräumen die Dekken einen Meter heruntergezogen worden, um einen gemütlicheren Eindruck zu erzielen. Die Hauptgaststätte wurde einheitlicher behandelt, durch ihr vollkommene Aufschließung hat sich die Raumwirkung trefflich gehoben. Die Bestuhlung hat durch die lichte Eiche an Frische gewonnen. Der 200 bis 300 Perionen fassende Saal wird ebenfalls einer Erneuerung unterworfen. Die 30 Fremdenzimmer haben fließendes warmes und kaltes Wasser erhalten. So wird sich das Hauptunternehmen neue Freunde in der Bürgerschaft und darüber hinaus gewinnen. Eine erfreuliche Verbesserung bieten die neuen Besitzer den Hernern mit der altdeutschen Bierstube „Zur Kanne“, in der ehemaligen Stehbierhalle. Hier ist alles im altdeutschen Stil ausgemacht: der Raum, die Bestuhlung und selbst die wirksame Lichtanlage. Grundlegend geändert wurden hier auch die Toilettenverhältnisse, die allen hygienischen Anforderungen entsprechen. In Verbindung mit der neuen Epoche dieses Hauses erfahren wir noch, daß auch das Stammhaus nebenan in den Besitz der Gebrüder Burmester gekommen ist, für das ebenfalls neue Absichten bestehen. *** Wertvolle Preise für den Flachs= und Haniwettbewerb NSG. Für den Flachs= und Hanfwettbewerb 1938 winken folgende Preise: In jeder Kreisbauernschaft werden drei Preise von 75. 50 und 25 Mark verteilt. Für die drei besten Partien Flachs sind außerdem Preise von 300, 200 und 100 Mark ausgesetzt. Für Hanf winken sechs Preise in Höhe von 150 bis 25 Mark für die Landesbauernschaft. Alle Bauern, die gute Bestände aufzuweisen haben, werden aufgefordert, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Anmeldeformulare sind bei den Kreisbauern= schaften erhältlich. *** Benzintank explodierte beim Tanken Gestern nachmittag um 17.30 Uhr wollte ein Bäckerlieferwagen an der Gerther Straße in HerneSodingen tanken. Plötzlich— die Ursache ist noch nicht geklärt— fing der Benzintank Feuer und explodierte. Im Nu stand der Lieferwagen in Flammen. Er brannte vollständig aus. Durch die Hitze zersprangen an dem Hause mehrere Fensterscheiben und Gardinen wurden versengt. Die herbeigerufene Feuerwehr fand, als sie eintraf, nur noch die rauchenden Trümmer vor. *** Zusammenfassung der Beitimmungen über das Arbeitsbuch Die grundlegenden Bestimmungen über das Arbeitsbuch sind in einem 36 Seiten umfassenden Heft „Die Vorschriften über das Arbeitsbuch“ zusammengestellt worden. Betrieben, Haushaltungen, Organisationen und Verwaltungen wird durch dieses als amtlicher Sonderdruck erscheinende Heft die Möglichkeit geboten, sich über den gegenwärtigen Stand der Arbeitsbuchbestimmungen eingehend zu unterrichten. Das Heft wird zum Selbstkostenpreis von 20 Rpf bei Abnahme von weniger als 10 Stück, 15 Rpf. bei Abnahme von 10 und mehr Stück zuzüglich Porto von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Büro Veröffentlichungen, Berlin=Charlottenburg 2, Hardenbergstraße 12, Postscheckkonto Berlin NW 7 Nr. 4096, abgegeben. Herner in Waltrop tödlich verunglückt Wir berichteten dieser Tage, daß ein Fritz B. aus der Heyerstraße im Hasen der Zeche Friedrich der Große durch einen Kran tödlich verunglückt sei. Wie sich herausgestellt hat, geschah das Unglüc nicht im Hafen von Friedrich der Große, sondern viel weiter den Dortmund=Ems=Kanal hinauf in Waltrop. Dort sind mehrere große Bagger und Kräne für die Kanalerbreiterung eingesetzt. Am Dienstag kippte nun ein großer Kran, der mit Entladungsarbeiten beschäftigt war, plötzlich um und stürzte in den Kanal. Dabei geriet der Herner Fritz Beuermann unter den Kran und trug tödliche Verletzungen davon. Gestern fand seine Beisetzung in Herne statt. * D e r A u t o b u s v e r k e h r z u r C r a n g e r K i r m e s aufgenommen. Daß die Cranger Kirmes gestern begonnen hat, sah man bei uns in Herne an der Einrichtung einer Kirmes=Autobus=Linie Herne—Crange. Drei große Autobusse und auch Personenwagen starteten von der Ecke Graben= und Von=der=Heydt=Straße nach Crange. Für 20 Pf. werden Erwachsene und für 10 Pf. Kinder befördert. Heute und in den nächsten Tagen wird diese Autobuslinie wohl das am stärksten benutzte Herner Verkehrsmittel sein. * Silberne Hochzeit. Heute begehen die Eheleute Klärmeister Hermann Röhria und Frau Josefine, geb. Schnieders, Bahnhofstraße 295a, das silberne Ehejubiläum. Herzl. Glückwunsch! * Vor solchen Menschen muß die Jugend geschützt werden. Vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Bochum stand ein gewisser D. aus Herne, welcher der öffentlichen Aergerniserregung gegenüber einer Reihe von Mädchen und Knaben angeklagt war. Die Taten— es handelte sich um zwei Fälle— hatte er 1936 und 1938 in der Trunkenheit begangen. Im ersten Falle war schon sein Aufzug ärgerniserregend gewesen, in beiden Fällen aber hatte er den sich um ihn sammelnden Kindern, besonders schulpflichtigen Mädchen, recht gemeine Dinge gesagt. Er wurde zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. * J u b i l ä u m s t a g u n g d e r L a n d e s g r u p p e Ziegenzüchter Westfalen. Am 28. August findet in Dortmund im Goldsaal der Westfalenhalle eine Jubiläumstagung der Landesfachgruppe Ziegenzüchter Westfalen anläßlich ihres 30jährigen Bestehens statt. Auf der Tagung werden u. a. Landesbauernführer Habbes und der Präsident des Reichsverbandes deutscher KleintierTagung der deutschen Heimattiergärten in Herne Nochmals die„Fragen an den Herner Zoo“ Unsere Ausführungen„Fragen an den Herner Zoo“ haben Widerhall gefunden. Die einen sagen: So ist es, andere suchen zu rechtfertigen. Man weist darauf hin, daß im Monat Juni 8747 Erwachsene und 6802 Jugendliche, im Monat Juli 4587 Erwachsene und 4848 Jugendliche den Zoo besucht hätten. Dazu kämen noch die Inhaber von Familienkarten. Wenn im Monat Juli die Besucherzahl geringer gewesen sei, so habe das an den vielen Regentagen gelegen. Dennoch seien die Zahlen so stattlich, daß man wohl nicht von einem Nachlassen des Besuches sprechen könne. Wir geben zu, daß die Zahlen stattlich sind, wir haben ja auch nicht bestritten, daß der Tierpark und der Gysenberger Wald weiter das Herner Massen=Ausflugsziel darstellen, aber wie waren die Zahlen im Vorjahr und wie haben sie sich im August entwickelt? Wir glauben, daß man auch bei den beteiligten Stellen mit der Entwicklung der letzten Wochen nicht recht zufrieden ist. Man kann zwar darauf hinweisen, daß die seit einiger Zeit glücklich überwundene Raupenplage im Gusenberg zahlreiche Besucher abgehalten hat, dennoch wird man nicht bestreiten können, daß der Tierpark etwas von seinem Glanz eingebüßt hat und daß er einer weiteren Pflege und Bereicherung im Tierbestand bedarf, wenn er seine Anziehungskraft behalten soll. Erfreulich ist zu hören, daß in diesen Ferientagen sehr viel auswärtiger Besuch sich einfindet. So waren am Montag zwei Herren vom Münsterschen Zoo da, die sich sehr anerkennend über die schöne Lage des Herner Tierparks äußerten und der Meinung Ausdruck gaben, daß er, wenn er in einigen Jahren einmal völlig ausgebaut sei, ein geradezu idealer Tierpark sein werde. Dieser Meinung sind auch wir, unsere„Fragen an den Zoe“ hatten auch nur den Zweck, Stillstand und Rückgang abzuwehren und die Kräfte zu weiterem Handeln anzuregen. Eine stark anregende Wirkung versprechen wir uns von der Tagung der deutschen Heimattiergärten, die für Anfang Oktober nach Herne einberufen ist. Im übrigen weisen wir noch gern darauf hin, daß die Mitglieder des Vereins der Tierfreunde vom Gysenberg ihre Beiträge, die deshalb nicht mehr regelmäßig abgeholt werden können, weil die Kassierer fast alle auswärts in Arbeit gekommen sind, an der Kasse des Tierparks bezahlen können. Herner Jungmädel auf Ostpreußenfahrt JM-Führerinnen bei der Einsatzarbeit in Griesen und Rogonnen im Kreise Treuburg. II. Von der Ostpreußenfahrt der Jungmädelführerinnen des Untergaues 259 erhalten wir folgenden zweiten Bericht: Nun liegen die ersten beiden Tage unserer Einsatzarbeit schon hinter uns, stand uns die Bevölkerung noch etwas skeptisch gegenüber, obwohl man gerne bereit war, uns für die Woche unseres Einsatzes aufzunehmen, denn man traute Mädeln, die aus der Stadt kamen und dann noch von soweit fort, nicht zu, richtig arbeiten zu können. Aber heute schon, am zweiten Tag unserer Arbeit, ist das Barometer unseres Ansehens schon um ein Beträchtliches gestiegen. Der Bürgermeister nahm die Aufteilung vor, bis alle 19 Mädel zu zweit oder einzeln vertellt waren und mit oder ohne Lotsen nach ihrer neuen Heimat zu finden versuchten. Und das Schönste war noch, daß man uns erst Sonntag erwartet hatte und wir bereits Samstag anrückten. Aber alldieweilen es Samstag bekanntlich immer Arbeit gibt, waren unsere Mädel schon nach einer Stunde dermaßen beschäftigt, daß man gar nicht gewagt hätte, sie zu stören. Heute, zu dem Tage, da man uns erwartete, sollen, so sagt der Volksmund, Bauern zweispännig an der Bahn gewesen sein, um ein„Westfälener Marjellchen“ in Empfang zu nehmen. Aber heute haben unsere Mädel schon den Roggen gebunden, Vieh gefüttert und Fuder auf= und abgeladen und schon manch anerkennendes Wort der Bauern gehört. Greisen und Rogonnen selbst, zwei kleine Dörfer mit schätzungsweise 150 Einwohnern, sind wunderbar an einem See gelegen und ganz von Wald umgeben Der Roggen wird gerade geerntet und die Rüben gehackt, so daß wir schon tüchtig Arbeit vorfinden. Einige von unseren Mädeln, die häuslicher begabt sind, haben einen Aufgabenkreis bekommen, der ihnen mehr liegt, jedoch ist die Feldarbeit am meisten gefragt. Zwei von uns sind bei einem Siedler, deren es hier drei im Ort gibt. Sie haben sicherlich sehr viel zu tun. Zwei Kinder sind dort im Hause, die gerade krank sind; die Hausfrau, die eine Polin als Helferin hatte, die aber wieder nach Polen zurückgeschickt wurde, ist natürlich froh, daß sie eine Hilfe hat. In den ersten drei Stunden ihres Dortseins haben die beiden gleich einige Fuder Roggen in die Scheunen verpacken helfen. Einige lustige Szenen geschahen natürlich auch. Eine unserer Kameradinnen hatte den Namen ihres Familienvaters vergessen, wir sagen hier„ihres Mannes“, und rannte nun im Dorf herum und suchte ihn. Glücklicherweise hatte er ein besonderes Merkmal, er hatte eine Hand ab. Da steht sie nun, gerade als wir uns näherten, verzweifelt auf der Dorfstraße, der einzigen, die es gibt, und fragt ein altes Mütterchen nach dem Mann, nun ist es aber so, daß die alten Leute hier alle Masurisch, teilweise auch Polnisch sprechen, und so verstand unser Mütterchen nicht recht, was meine Kameradin wollte, sagte immer„Ja" und„Amen“ und„Bürgermeister". Manchmal geschah dazu noch eine Armbewegung, die die ganze Situation nur noch schwieriger gestaltete. Bis schließlich nach einem minutenlangen Dialog unsere Kameradin sagte:„Danke schön, jetzt werde ich ihn wohl finden“, ging aber gerade nach der entgegengesetzten Richtung, die das Mütterchen gezeigt hatte, die ihr nun ganz verdutzt nachschaute. Der Mann wurde aber schließlich doch noch gefunden, zwar war er nicht Bauer, sondern Fischer, was sein Auffinden noch schwieriger gestaltete. Abends ruft schließlich unter einem Fenster jemand nach mir, ich springe entsetzt hin, da steht unten eine von uns. Einen kleinen Jungen auf dem Rücken als Reiter, 3 Jahre alt, und an jeder Hand ein kleines Mädel von 4 und 5 Jahren. Lacht zum Fenster hinauf und sagt:„Schönen Gruß und wir können heute abend nicht kommen, wir backen noch acht Kuchen". Worauf wir verständnisvoll in ein Lachen ausbrechen und uns nur wünschen, auch einen dieser acht Kuchen zu bekommen. Am ersten Abend, als die Erlebnisse ausgetauscht wurden, mußten alle zugeben, daß es ihnen wunderbar gefiel, wenngleich sie viel Arbeit hatten. züchter, Vetter, MdR., das Wort ergreifen. An den darauffolgenden Tagen wird eine Besichtigung durch das westfälische Zuchtgebiet durchgeführt. Auskunft erteilt die Landesfachgruppe Ziegenzüchter Westfalen, Münster, Engelstr. 28, Landesbauernschaft. * D u n k l e E x i s t e n z e n. Ein Mann aus der Franz=Seldte=Straße wurde festgenommen, weil er im Verdacht steht, Zuhälterdienste geleistet zu haben.— Eine Dirne ohne feste Wohnung wurde festgenommen, weil sie des Diebstahls beschuldigt wird. * Wiedersehensfeier des enem. Landw.-Ins. Rgts. 57 in Dortmund. Seit der Kriegszeit bis heute hat noch rein Gesamttreffen der ehemaligen Angehörigen des Landwehr=Infanterie=Regiments 57(1.—3. Westfalisches Landwehr=Inf.=Bati. Breslau) stattgefunden. In diesem Jahr soll deshalb zum erstenmal ein Gesamttreffen aller ehemaligen Angehörigen in Dortmund stattfinden, das Anfang Oktober d. J. vorgesehen ist. Zuschriften und Anregungen sind an den Kameraden Georg Krummel, Dortmund, Neuer Graben 77, zu richten, der auch weitere Auskunft über die gepinnte Veranstaltung erteilt. Stadt Wanne=Eickel. Lohnlisten- zur Selbstbereicherung Die Heeresverwaltung getäuscht und benachteiligt. K. In einem zweitagigen Prozesse vor der Strafkammer des Landgerichtes Bochum handelte es sich um Vorgange zur Tauschung der veeresverwaltung. getlagt der fortgesetzt gewinnsüchtigen Privaturtun### falschung in Tateinheit mit fortgesetztem Betruge## ein S. und des fortgesetzten Beiruges ein L., beide von Wanne=Eickel. S. war im vorigen Jahre von der Baufirma L., bei der er als Buchhalter beschäftigt war, der fortgesetzten Unterschlagung angezeigt und dieserhalb auch vom Gerichte zu einer Strafe verurteilt worden. Im Verlaufe der Untersuchung bezichtigte er sich und den Sohn des Firmeninhabers, den Mitangeklagten dieses Prozesses, der fortgesetzten Schädigung der veeresverwaltung. Diese Bezichtigung führte zur Inhaftnahme des L., der vor der Polizei teilweise ein Geständnis ablegte, das er nach seiner Haftentlassung jedoch widerrief. Nach den Angaben des S. soll die Heeresverwaltung um 1140 Mark durch beide geschädigt worden sein. Die Firma L. führte im Auftrage der Heeresverwaltung zu Kupferdreh und Düsseldorf umfangreiche Neubauten aus, bei denen mehrere hundert Arbeitskräfte beschäftigt waren. Die technische Leitung dieser Bauten hatte der Angeklagte L. Im Prozeß hielt der Hauptangeklagte S. seine Belastung voll aufrecht, nach der er gemeinsam mit L. jun. die Betrügereien ausgeführt hat, jedoch ohne Wissen und selbst unter Täuschung des Inhabers der Baufirma. Nach den Bekundungen des S. sollen über eine längere Zeit hin in den Lohnlisten Arbeitskräfte mit aufgeführt worden sein, die schon entlassen, erkrankt, beurlaubt oder gar nicht an den Bauten beschäftigt gewesen seien. Für diese seien trotzdem Lohntüten ausgestellt worden, deren Inhalt in die Taschen der beiden Angeklagten geflossen sei. Diese gefälschten Lohnlisten wurden an die Heeresverwaltung weitergegeben und diese dadurch zur Auszahlung der fälschlich in die Lohnlisten hineingebrachten Geldsummen veranlaßt. Der Staatsanwalt hielt durch den zweitägigen Prozeß für dargetan, daß beide Angeklagten das Manöver zur Schädigung der Heeresverwaltung gemeinsam ausgeführt hätten. Man könne sonst nicht verstehen, daß S. sich durch seine Angaben selbst ans Messer liefere, Das Gericht kam zur Verurteilung beider Angeklagten Das Urteil lautete gegen S. auf 1 Jahr Gefängnis und gegen L. auf 6 Monate Gefängnis unter Anrechnung der zweimonatigen Untersuchungshaft. Wer macht beim Zeltlager mit? Lagerbilanz von der Glörtalsperre. Der Führer des Jungbanns 300 wendet sich mit einem Avvell an die Wanne=Eickeler Jungvolkvimpfe. in dem auf das am 15. August beginnende letzte Zeltlager des Jungbannes hingewiesen wird. Besonders erinnert der Jungbannführer in diesem Zusammenhang an die Begeisterung, mit der die Jungvolkvimpfe am 5. August aus dem letzten Lager heimkehrten. Zahlreiche Eltern haben das Lager an der schönen Glörtalsperre bei Breckerfeld besucht und sich gefreut, ihre Jungen so gesund und in guter Obhut zu sehen. Aus der Bilanz dieses Lagers teilt der Jungbannführer einige erfreuliche Zahlen mit. Nicht weniger als 61 Pimpfe holten das Leistungsabzeichen des Deutschen Jungvolks. 22 Pimpfe erhielten das Zeugnis als Fahrtenschwimmer. 26 das Freischwimmerzeugnis. und 57 Pimvie legten die ersten Grundlagen zu wateren schwimmsportlichen Leistungen. Anmeldungen zum letzten Zeltlager dieses Sommers ronnen, soweit sie nicht schon beim Fähnlein erfolgt sind. nur noch am Freitag. dem 12. August. in der Zeit von vis 20 Uhr auf der Jungbanndienststelle in WanneSedannstraße 12, erfolgen. An Fahrgeld und Auslagen,### die 11 Tage dauernde Lagerzeit ein Betrag zu entrichten. Auch die Fähnlein rechnen bereits am Freitag fur Lager und Großfahrten ab, sodaß pätere Meldungen nicht mehr angenommen werden konnen. Das Wohlfahrtsamt wird überholt. Zu den städtischen g.undliche Ueberholung des Anstrichs bisher auch das in Nebenraumen der Stadthalle untergebrachte Wohlfahrtssich die in der eigentlichen beseitigten Senkungsschäden erheblich Auchafret vemag haven. Nach einigen grundlegenden beschäftigt den#n gegenwärtig die Anstreicher damit beschan und Trepvenfluren durch lichte Farben ein freundlicheres Gesicht zu geben. Ueberflüssig gewordene Stellenerfassung. " Vor einigen Jahren traf die Reichsanstalt mit dem Reichsarbeitsführer eine Vereinbarung, wonach die durch zum Arbeitsdienst freiwerdenden Stellgn Verwendung von roten Postkarten e## lten, um se wieder mit ausscheidenden A#### besetzen zu kannen. Da mit dem immer fühlgares, werden#„Kraftemangel die Unterbringung der ausscheidenden Arbeitsmänner auch so völlig gesichert ist, bieses Erfallungenerialunt uger Verwaltungsarbeit auf s Erfassungsverfahren fur die Zukunft verzichtet Was kochen wir nächste Woche? Küchenzektel des Deutschen Frauenwerks, Gau Westfalen=Süd. Ziensess Sazemschlupge.,„Stielnuseintopf mit Speck. anzigg:„weounsere frische Heringe mit Tomatentunke brot ung zuarmeisu beise mit gerlebenem 2-Popgoi Pestartari Romigsberger D. herslag: Gurkengemüse, Salzkarlofseln, PuddingmehlFreisag:, Pahelian mit Speck belegk und geriebenem Käse „nscheisäche mst Grasgen.i, Seuhtatosen: Voler mit Mektwurst. mntag: zunofleischbrühe mit Eierklößchen, Rindfleisch Seriessruchtschhmu eite, S####el für Grießfruchtschaum: Grias Hiter Saft auz perbiltligter Marmelade, 60 Gramm P2. c, Schlagen zum Kochen kommen lassen und nachher schaumig schlagen, bis die Speise erkaltet ist Der Feuerreiter, die gern gelesene illustrierte Wochenschrift, wird den Bestellern mit der heutigen Ausgabe des Herner Anzeigers ins Haus gebracht. Nr. 188(Drittes Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 13. August 1938 Am die wilden Pferde im Emscherbruch Aus der Gelchichte unlerer Wildpferdezucht— Ihr vergebliches Verbet durch die Franzolen. Mißhelligkeiten und Streitigkeiten nach den Betreiungskriegen.— Ihr Ende. In diesen Tagen des Cranger Pferdemarktes und der Cranger Kirmes wendet sich das Interesse wieder der ehemaligen Wildpferdezucht im Emscherbruch zu, der der Laurentiusmarkt in Crange seine Entstehung verdankt. Viel ist schon über die Zucht des wilden „Emscherbrüchers", dessen Uebereinstimmung in den hauptsächlichsten körperlichen Merkmalen mit dem eiszeitalterlichen Wildpferd unseres Gebietes übrigens eine direkte Abstammung vermuten läßt, geschrieben worden. Zumeist hat man sich auf die Darstellung bei Devens„Das deutsche Roß“ gestützt, aber auch viel Falsches mit Mahrem gemischt. Wir wollen daher einiges dokumentarisches Material beibringen. Da ist zunächst ein aufschlußreiches Schreiben des Bürgermeisters Banizza aus Gerten an die Königl. hochpreisliche Regierung zu Müngter“ vom 31. Juli 1817(Staatsarchiv Münster). In Adiesem wird zunächst allgemein=orientierend über das Emscherbruch und die Wildpferdezucht ausgeführt: „In dem ehemaligen Veste Recklinghausen und dem Stifte Essen liegt das sog. Emscher= Bruch, sieben bis 8 Stunden lang und überall wenigstens eine Stunde breit. Dieses Bruch ist mit Rücksicht auf seine Eigentümer und Interessenten in mehrere für sich bestehende Marken eingeteilt; soweit es zum Veste Recklinghausen gehöret, enthält es die Suderwicher— Recklinghauser — Hochlaer— Herter— Resser— Berger— Hörster und Wellheimer Marken. Das Emscher Bruch wird nebst der aber leider so sehr in Verfall geratener Holtzcultur zum Weidegang mit allerhand Vieh benutzt. Von undenklichen Zeiten her bestande in demselben eine Wildbahn für Pferde, welche in selbem umherliefen und sich vermehrten. Jede Marke hatte ihr besonderes Markengericht, wobei in der Recklinghauser Mark der Stadt Magistrat, in den übrigen aber die Besitzer der mehrst beteiligten adlichen Güter das Markenrichter=Amt ausübten, oder durch ihre Justitziarien ausüben ließen. Die Markengerichte übten nicht ällein die Forestat=Jurisdiktion aus, sondern dirigirten auch in beconomischer Hinsicht die gemeinschaftliche Benutzung der Marken, ihre Handlungen richteten sich nach Normen, die entweder in Landesherrlich bestättigten Markenordnungen oder in allgemeinen die Benutzung der Marken betreffenden Landesherrlichen Verordnungen vorgeschrieben waren. Nicht nur die wilden Pferde, sondern auch das Rind=Vieh gingen in diesen Marken hütlos, es bestande der allgemeine Grundsatz und die hierauf sich gründende Verbindlichkeit, daß jeder Eigentümer seine an das Emscher Bruch schließende Gründe weyrvar befrechten(— einzäunen) müsse, damit das Vieh nicht zum Schaden gehen(— keinen Schaden anrichten) könnte. Das Vieh übte also einen Durchstrich aus einer Mark in die anoere aus, ohne daß es abgewehrt wurde, ohne daß jedoch hierdurch den Interessenten der einen Mark ein besonderes Gerechtsam gegen die andern eingeräumt wurde oder entstehen konnte. In Jahren unn zu Zeiten, wo Eichelmast vorhanden ware, wurde von den Markenrich= tern die Auffangung der wilden Pferden und des Rindviehes verordnet und die Zeit bestimmt, wie lange die Schweine zur ausschließlichen Benutzung dieser Mast eingetrieben werden dorften. nach Umlauf dieser Zeit wurden Pferde und Rindvieh wieder hineingelassen. Diese Verfassung bestande bis zum Jahre 1811, wo das Vest Recklinghausen unter französisch=bergische Hoheit kame und durch das französische Forst=organisations=Decret vom 22. Juny nemlichen Jahres unter anderm verordnet wurde, daß alles Vieh auch in denen Wäldern gehutet werden solle. Weil aber nun die wilden Pferde nicht gehütet werden konnten, so wurde durch besondere Verordnungen der französischen Regierung die Entfernung und Ausfangung aller Pferde aus den Wäldern strenge befohlen. Hierdurch und durch die Verordnung, alles Vieh zu hüten. fiele nun der Grundsatz sowie die lästige, mit vielem Kostenaufwande verpaerte Verpflichtung, daß jeder mit seinem Grund=Eigentum auf die Marken anschließende Eigentümer dasselbe gegen das Emscherbruch befrechten müsse, per indirectum weg, — wie überhaubt schon nach dem Sinne der fran Wosischen auch hier eingeführten Gesetzgebung alle Servituten, die in faciendo bestanden, der Regel nach nicht mehr gedenkbar waren. Bei dem Eintritte der Königl. Preußischen Landeshoheit am Ende des Jahres 1813 verordnete das hohe Gouvernement, daß in Hinsicht der wilden Pferden der Art. 157 des französischen Decrets vom 22. Junn 1811 zwarn aufgehoben, in Hinsicht des übrigen Viehes jedoch bestehen bleiben sollte. Auf den Grund dieser Verordnung ward also den Pferden der Umhergang in den Marken wieder gestattet.“ So weit die orientierenden Darlegungen. Nun zieht der Hertener Bürgermeister— man merkt, daß es sich um einen Rechtsstreit handelt(der später erkennbar wird)— die Folgerungen: „Es ist logisch richtig, daß derjenige, so den Zweck will, notwendig auch die Mittel zum Zweck wollen muß. Wenn daher hinsichtlich der Pferden eine Wildbahn wieder eingeführt werden sollte, so könnte das hohe Gouvernement doch nicht anderst wollen, als daß sie unter den nemlichen Verhältnissen, unter den nemlichen Modificationen eingeführet werden sollen, worunter sie früher teils durch eigene landesherrlich bestätigte Bestimmungen der Marken=Interesseenten selbst teis durch landesherrliche Verordnungen bestanden hätten, wenigstens hat das hohe Gouvernement von diesem Zeitpunkte an, und auch sonst nirgend verordnet, daß jeder nach Willkür die wilde pferde zucht im Emschek Bruche auszuüben befugt sehe. Außgegangen von diesen Begriffen, so müste die in betref der wilden Pferden im Embscher Bruch eigends erlassene Landesherrliche Verordnung vom 27. April 1787 wieder eintreten, wornach unter anderem festgesetzt ware: 1) Daß jeder zur Wildbahn berechtigte nur auf 12 Jaaren eine Stute zu halten berechtigt sein, 2) daß jedes Pferd mit dem Markenbrandt versehen seyn und über das Einbrennen der Pferde vor dem Markenschreiber ein Verzeichnis geführet werden solle, 3) daß diejenigen Pferde, so mit dem Markenbrande nicht versehen sind, gefändet und der Marke verfallen sein sollen. Es mußte ferner die landesherrliche Verordnung vom 7. Juli 1790 wieder eintretten, wornach in jeder Marke ein eigener Wildsänger angeordnet und beeidet werden solle, welcher auf die Wildbahn acht zu haben, und die verordnungswidrig herumgehende pferde aufzufangen und dem Markengerichte zu überliefern hatte. Auf den Grund dieser Verordnung hatten der Herr Graf von Nesselrode als Erbmarkenrich= ter der Hertener und Hochlaer=Marken schon am 6. Aug. 1790 und der Herr Graf von Westerholt als Erbmarkenrichter der Reeßer und BergerMarken am 17. Okt. 1791 den Franz Hipmann zu Herten als Wildfänger für die besagten Marken angeordnet und beeidet. Sobald also die obgelde Gouvernements=Verordnung vom 12. Okt. 1814 bekannt gemacht, ohne daß von der Wiedereinführung der Wildbahn hinsichtlich der Art ihrer Ausübung etwas verändert wurde, trate also der Wildfänger Hipmann wieder in seine Function: er konnte nach der ihm früher erteilten Instruktion sein Amt wieder fortsetzen. Das Markenrichter=Amt ware durch das Kayserliche Decret vom 22. Juny 1811 hinsichtlich seiner Forestat=Jurisdiction zwar ebenfalls aufgehoben, auch dieselbe unter der Königl. Preuß. Landeshoheit nicht wieder hergestellet worden; allein die Direction über die Art der Benutzung in beconomischer Hinsicht war dem Markenrichter so wenig durch die französische als durch die nachherig Königl. Preuß. Herrschaft benommen worden, und daß man die Markenrichter in dieser Eigenschaft noch anerkannt habe und noch anerkenne, beweiset die noch in diesem Jare an dieselbe von der hohen Behörde erlaßene Weißung für die Berichtigung(— Bezahlung) der von den Marken zu zahlenden Grundsteuer sorge zu tragen, was sie nicht würden gekönt haben, wenn ihnen keine Direction über die Benutzung in beconoscher Hinsicht zugestanden hätte.“ Bis hierhin reichen immer noch die juristischen Darlegungen. Nun folgt die Darstellung des Vorganges, um den sich der Streit dreht: „Mit vollkommener Befugnis hatte daher auch der Erbmarkenrichter in der Herter Marke im Herbste vorigen Jahres auf den Grund der oben angeführten Landesherrlichen Verordnung vom 27. April 1787 verordnet, daß bey der damals in der Herter Marke vorhandenen Eichelmast alles Rindvieh und Pferde aus der Marke einstweilen genommen werden sollte. Am 23. Okt. vorigen Jahres fande der Wildfänger Hipman in der Herter Mark ein verbotwidrig bei der vorhandenen Eichelmast nicht allein gehendes, sondern auch der mehrgedachten Verordnung vom 27. April 1787 zuwider mit gar keinem Markenbrande versehenes Wildes Pferd: er suchte dieses zu fangen und zeigte mir den Vorgang an, indeme ich nebst dem Bürgermeister Amte zugleich nahmens des Herren Grafen von Nesselrode auch das Markenschreiber=Amt in der Herter und Hochlaer Marke versehe. Der Eigentümer dieses Pferdes, der Bauer Ressemann in Resse erfuhr dieses und forderte von dem Wildfänger Hypman das Pferd gegen Zahlung von einem rthir abruck, als Hypman dieses aber weigerte, zeigte er ohne meine Verfügung abzuwarten oder sich des Endes bey mir zu melden, die Sache gleich auf dem Wege einer Zivil=Klage bei dem Kgl. Landrichter zu Recklinghausen an, welcher auch auf der Stelle gegen Hypman Ladung zur Instruction erließe und die augenblickliche restitution des Pferdes unter Brüchten=Strafe besagte. Obwohl das Pferd der bestehenden Verordnung vom 27. April 1787 gemäß der Marke verfallen war, weilen es mit keinem Brande versehen ware, so ließe ich doch um jeden Conflikt mit dem Gericht zu meiden, die Verabfolgung des Pferdes, wiewoyl gegen Erlegung eines todten Pfandes bestehend in einer 5 rthlr. wehrten alten silbernen sakuhr geschehen, bemerkte aber dem Gerichte im Wege der Benehmung 1) daß Hypman hier keines weges als pars litigans (— streitende Partei) sondern als Polizeiofficiant zu betrachten seye, der die Pfändung in der Eigenschaft als Wildfänger auf den Grund der bestehenden landesherrlichen Verordnungen vom 27. April 1787 und 7. Juli 1790 vorgenommen, daß es sich hier 2) nicht um das meum et tuum(— Mein und Dein), sondern um die Handhabung einer ForstPolizei=Verordnung handle und zwarn aus dem Grunde, weilen a) das gepfändete Pferd mit gar keinem Brande versehen und daher in keiner Marke des Emscher Bruches zur Weide zu gehen berechtiget gewesen und daß, wenn es auch b) mit einem solchen Brande versehen gewesen, doch in diesem Zeitpunkte nicht zur Weide in der Herter Mark habe gehen dürfen, weilen diese Marke wegen der vorhandenen Eichelmast für Pferde, Kühe und schaefe geschlossen gewesen, Schützt die Ernte vor Feuersgefahr! Ein nachdrücklicher Erlaß des Reichsführers SS und Chef der deutschen Polizei. Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei hat zur Sicherstellung der Ernährung und mit Rücksicht auf die erhöhte Brandgefahr zur Erntezeit einen Erlaß herausgegeben, in dem sämtliche Polizeibehörden angewiesen werden, besonders die landwirtschaftlichen Erzeugnisse vor Brandgefahr zu schützen. In dem Erlaß sind u. a. besonders folgende, am häufigsten vorkommende Mißstände als Brandursachen bezeichnet: Gebrauch von offenem Licht in Stall und auf Boden; überbrückte Sicherungen; vor Nässe und Beschädigungen nicht geschützte Anlagen; fehlerhafte Anschlußkabel. Steckund Lichtdosen, sowie Lichtschalter: Heißlaufen von Dresch= und sonstigen Maschinen; Funkenflug aus Lokomobilen und Zugmaschinen; Ueberhitzen und Nichtausschalten von elektrischen Bügeleisen; unverwahrte Streichhölzer: durchbrochene Brandmauern; fehlende und unvorschriftsmäßige Brandmauertüren; fehlende Schornsteinverschläge; schadhafte Schornsteine und Schornsteinköpfe; fehlerhafte Feuerstätten; durchgebrannte Osenrohre: unvorschriftsmäßige Anlage von Räucherkammern: Lagerung von Heu und Stroh auf Böden der Wohnhäuser und in der Nähe von Schornsteinen: offene und undichte Reinigungstüren der Schornsteine: fehlende oder schadhafte Blitzableiteranlagen; in Scheunen und Schupven untergebrachte Kraftfahrzeuge: Wäschetrocknen an und auf Oesen: Brennstofflagerung in der Nähe von Feuerstätten und Ascheablagerung in der Nähe brennbarer Gegenstände. Besonders häusig entstehen auch Brände durch Selbstentzündung von Heu: nur sachgemäße Lagerung kann eine Selbstentzündung ausschließen. Bei den Revisionen der Mühlen ist vielfach festgestellt worden, daß das Getreide infolge Fehlens eines Lagerraumes oder wegen vorhandener zu kleiner Lagerräume im Mahlraum aufbewahrt wird. Die Polizei wird in Zukunft auf diese Mißstände streng achten und in Zusammenarbeit mit allen aus die Bevölkerung einwirkenden Organisationen aus die Gefahrenquellen und ihre Beseitigung hinweisen. Kinderhände! „ 3) daß wenn auch dem Markengerichte gar keine Cognition in derlei Fällen mehr zustehe, dieses doch zum resort der Polizey=Beamten gehöre, und eme nach der hohen Gouvernements=Verordnung von 14. Jan. 1815 die Forstfrevel, wozu auch dieser Vorfall gerechnet werden kann, zur Untersuchung der Polizey=Beamten verwiesen seien und diesem gemäß die Klage bey mir in der Eigenschaft als Bürgermeister hätte angebracht respec. vom Königl. Landgerichte hätte verwiesen werden müssen.. Das Landgericht in Recklinghausen hat diese Gründe nicht anerkennen wollen und deshalb soll die Regierung in Münster entscheiden. Doch hat den Hertener Bürgermeister noch der Umstand zur Anfrage an die Regierung bewogen, daß„seit der Wieder=Einführung der Wildbahn durch die hohe Gouvernements=Resolution vom 12. Okt. 1814 unaufhörlich Streit darüber entsteht, ob die Eigentümer der an die Marken grenzenden Privat=Gründen diese gegen die Marken mit großem Kostenaufwande zu befrechten wieder verbunden sind, indem die Pferde durch das Ueberstreichen in die Felder und in die in Schonung gelegten Wald=Distrikte täglich einen ungeheuren Schaden anrichten.“ Dieses Schreiben zeigt, in welche Schwierigkeiten die Wildpferdezucht im Emscherbruch im zweiten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts durch das französische Verbot des freien Umherstreifens der Pferde und die preußische Wiederzulassung geraten war. Ernsthafte Bestrebungen richteten sich daher darauf, die Wildpferdezucht im Emscherbruch ganz abzuschaffen. Bezeichnend dafür ist ein Schreiben des Grafen von Westerhelt — dem Grafen von Westerholt stand erblich das Markenrichteramt in der Resser und Berger Mark zu— an die Regierung in Münster vom 12. Juni 1820. Auch hier wird, wie in dem Schreiben des Hertener Bürgermeisters, zuerst die allgemeine Entwicklung geschildert. Zu der Aufhebung des hütlosen Weideganges in den Wäldern und Marken durch das napoleonische Dekret vom 22. Juni 1811 bemerkt er, man habe„wahrscheinlich nicht daran gedacht, daß nicht allein in den Vestischen Marken des Emscher Bruches, sondern auch im Märkischen, selbst im Altbergischen hin und wieder wilde Stutereien bestanden, und daß die wilden Pferde sich nicht hüten ließen". Da die wilden Pferde, so schreibt er weiter, ohne Frechtung bedeutenden Schaden anrichteten, wurde die Auffangung der wilden Pferde und ihre gänzliche Abschaffung befohlen. Diesem Befehle wurde aber hin und wieder keine durchgreifende Folge geleistet, viele Markeninteressenten baten sogar um Einziehung dieses Befehls, sie wurden aber unter strenger Wiederholung desselben mit ihrem Gesuche abgewiesen, allein demungeachtet erfolgte keine Vertilgung des wilden Gestüts. Im Jahre 1814 hat Preußen zwar das Verbot wieder aufgehoben, aber das hat zu so viel Scherereien geführt, daß der Graf von Westerholt erklärt:„Wenn die größten Gewalttatigkeiten und Gerichts=StreitigkeitProzesse vermieden werden sollen, so müssen entweder die wilden Pferde und der hutlose Weidegang überhaupt mit allen Sorten von Viehgang abgeschafft oder die bis zur Einführung des französischen Dekrets vom 22. Juni 1811 bestandene allgemeine Befrechtung gegen die Mark wieder eingeführt werden. Die Abschaffung der wilden Pferde ist das einzige Mi ttel, die Forsten wieder in Aufnahme zu bringen und dem Holzmangel zu steuern, der täglich zunimmt. Sind die wilden Pferde verbannt, so ist auch sichere Aussicht zur Teilung der Marken, welche bei der vorzüglichen Güte des Bodens als allgemein nützlich zu betrachten ist.“ Die Teilung der Marken hat dann auch in der Tat bald der Wildpferdezucht im Emscherbruch das völlige Ende bereitet. Dr. L. Reiners. Die größte Organisation der Welt Monatlich kommen über 300000 Unterstützungsanträge an die D2J. Berlin, 3 Aug. Ueber die Finanzverwaltung der DaF berichtet die„Deutsche Arbeitskorrespondenz“. Sie geht davon aus, daß die DAF mit fast 21 Millionen Mitgliedern die größte Organisation der Welt darstellt und daß das Schatzamt der DAF die größte finanztechnische Einrichtung Deutschlands ist. Welche Ausmaße allein die zusätzlichen Unterstützungen der DAF annehmen, ergibt sich daraus, daß monatlich über 8 Millionen RM. gezahlt werden. Allein zur Bewästigung dieser Aufgaben ist ein entsprechender Verwaltungsapparat notwendig. Trotzdem konnte eine Beitragsermäßigung von etwa 50 v. H. gegenüber den früheren Gewerkschaften ermöglicht werden. ein Beweis dafür, daß die Verwaltungskosten bedeutend herabgesetzt wurden. Die DAF hat folgende Unterstützungseinrichtungen geschaffen: Erwerbslosenunterstützung bei Arbeitslosigkeit und Krankheit. Invalidenunterstützung. Sterbegeld, Notfallunterstützung. Heiratsbeihilfe. Sonderbeihilfen. Seit 1933 hat die DAs an Unterstützungen allein 328 Millionen RM. gezahlt. Seit 1935 wurden fast 8 Millionen Anträge der verschiedensten Art bewilligt. Monatlich gehen über 300000 Anträge ein. In den 34 Erholungsheimen. die die Finanzverwaltung der DAF betreut, wurden von 1935 bis 1937 rund 41 000 Arbeitskameraden kostenlos ausgenommen. Der Umfang der Grundstücke und Gebäude, die sich im Besitze der DAF befinden und von dem Schatzamt verwaltet werden, ist ungeahnt groß. Weit über 4000 Dienststellen wird von der Zentralstelle der Etat zugewiesen. Zehntausende von Volksgenossen stehen hauptamtlich im Dienst der DAF. Banken. Versicherungen, Baubetriebe. Siedlungs= und Verwaltungsbetriebe. Verlagsgesellschaften und andere Wirtschaftsunternehmungen, insgesamt ungefähr 100. werden von der DAF unterhalten. Reihe Dich ein als Kämpfer für den Soziaismus der Tat! Werde Mitglied der NS-Volkswohlfahrt! Hotel Schmitz, Herne Der Einwohnerschaft der Stadt Herne und Amgebung zur gefälligen Kenntnisnahme, daß wir das Hotel Schmitz in Herne käuflich erworben haben und nach erfolgter vollständiger Renovierung mit dem heutigen Tage dem Verkehr übergeben. Wir bitten um freundliche Unterstützung unseres Anternehmens und versichern sorgfältigste Leitung des Hauses. Herne, den 13. August 1938. Menschen im Zirkuswasen Ertebnisse an der Landstraße Von A. H. KOBER Löwenbändiger wider Willen Das Schicksal dieses IIannes, den ich als Dresseur harmloser Robben kennenlernte, ist so unglaubhaft, daß ich auserucklich betone, daß sich die hier erzahlte Geschichte erst vor ein paar Jahren ereianete. Herr X. fiel mir auf durch sein ganz stilles Wesen, durch seine stene Schulter und durch di Tatsache, daß er nicht aern vor Lowenkafigen stehenblieb. „Eie haben recht“, sagte er, als ich ihn enslich zum Erzahlen hatte,„diese drei Eigentumlichkeiten stehen in einem Zusammenbange. Hören(ie zu. Ich war bei einem Wanderzirkus für Geelewen engagiert. Als wir in Straßburg ankamen, stellte sich herous, daß der Löwendompteur über Nacht geturmt war. Der Direktor ließ mir sagen, ich mußte in der Premiere die verwaisten Lowen vorfuhren, denn auf die Nummer sei große Reklame gemacht, sooaß sie keinesfalls wegfallen durfte. Nun hatte ich zwar einige Jahre verber i diesem Zirkus mit Lowen gearbeitet, aber jetzt war die Gruppe vollig verandert, vor allem: der Dompteur hatte die ganze Ikummer auf„wild“ eingestellt, und das i eine ganz personliche Leistung, die man nicht einfach ubernehmen kann. Ich weiaerte mich also, aufzutreten. Ein paar(tunden später schickt der Direktor wieder zu mir und läßt sagen: ich mochte mir die Sache doch recht gründlich überlegen und daran denken, daß ich gerade bier m Straßburg allerband unangenehme Dinae erleben konnte. Ich denke nach. Dennerwetter! Da gibt es wirklich eine Gefahr für mich. Nämlich: vor einigen Jahren batte ich mich für die franzosische Fremdenlegion anwerben lassen,— in einer Stande der Verzweiflung, wie sie wohl jeder INlensch einmal erlebt— und dann war ich ausgeruckt, galt alse als Deserteur. Und in Straßburg saßen jetzt ja die französischen Militärbehorden!— Ich ließ durch meine Frau im Direktionsbüro nachforschen, ob es sich wirklich um diese peinliche Geschichte bandle. Jawohl,— wurde geantwortet, eben um meine Desertion; es könnte passieren, daß die Franzosen von meiner Anwesenheit Wine kriegten, und: ob ich nun heute mit den Löwen debutieren wolle ooer nicht? — Ich gung also abends in den Zentralkafig; vielleicht auf Nimmerwiedersehen, daruber war ich mir klar. Aber ich kam wieder lebenoig heraus; meine ganze Arbeit hatte allerdings darin bestanden, mir die Tiere mit Ach und Krach dom Halse zu halten. Probieren konnte ich mit den Löwen nicht, weil den ganzen Tag über Tierschau war. Wieder unvorbereiter hineingehen? Sie können sich meine Seelenverfassung vorstellen. Schließlich hatte ich doch eine junge Frau, hing am Leben!—„Bald gibt's Hackepeter!“, sagten zartfühlende Kollegen, die mich unter den Löwen beobachtet hatten. Kurz: eines Tages weigerte ich mich ganz energisch, mit den Löwen aufzutreten. Und abende trat ich doch auf! Wissen Sie, was inzwischen passiert war? Ilkan hatte mir einen Brief gezeigt, einen einfachen Brief, expeoitionsfertig: eine Denunziation an die franzesische Militärbehörde. Dieser Brief— sagte man mir— konnte abgehen, wenn ich etwas—— Also: ich arbeitete. Und es kam, wie es kommen mußte. In der fünften Vorstellung kriegten mich die Löwen. Ich ware in Fetzen zerrissen worden, wenn nicht ein Corboy von außen her den Hauptangreifer kaputtgeschossen hätte, sodaß man mich herausziehen konnte. Ich kam ins Hospital. Der Direktor kummerte sich den Dreck um mich. Aber er ließ eine strenge Untersuchung anstellen: wer ihm den kostbaren Löwen kaputtgeschossen hätte. Der Cowboy sollte vor Gericht wegen unbefugten Waffentragens. Uebrigens waren alle meine Vorführungen im Raubtierkäfig ohne die üblichen Schutzmaßnahmen— Wassereimer, Hilfspersonen u. a.— vor sich gegangen. Der Zirkus zog weiter. Ich blieb zurück, mit meinen Wunden und mit meiner Anast. Die Zeitungen hatten mein Unglück geschildert und interessierten sich sehr für mich. Ich ware am liebsten in ein IXauseloch gekrochen: aber auch dazu muß man gesund sein.— Endlich konnte ich wieder einigermaßen auf den Beinen stehen und wurde aus dem Hospital entlassen. Ich fand Freunde, die bei den französischen Behorden für mich vermittelten. SSchließlich aab ich mich zu erkennen, gestand meine Desertion ein. Die Franzosen waren anständiger, als ich angenommen hatte: sie ließen mich laufen. Ich kam wieder nach Deutschland. Naturlich habe ich gegen jenen Direktor einen Prezeß angestrengt. Er wird wohl nie entschieden werden, fürchte ich. Sehen Sie: ich reise in diesem Jahre in Schweden, der beklagte Direktor in Italien: wo die einzelnen Zeugen herumwandern, das weiß der liebe Gott. Wie soll da ein Gericht jemals einen Termin ansetzen können!" Er lachte, etwas bitter, wurde wieder ganz still und ging zu seinen Robben. Die magische Jungfrau Im bürgerlichen Leben war sie weder magisch noch Jungfrau, sondern die sehr vernunftige, real gerichtete Ehefrau des IIannes, der mit ihr den bekannten IlluVorwort des Verfassers Mit Wanderzirkussen din ich jahrelang durch zwei Kontiente gereis, durch Eurova und Südamerika. Zweimal waren es riesige Jeltstädte— Sarrasani und Carl Hagenbeck aus Stellingen—. mit denen ich mich von Stadt zu Stadt bewegte: gewaltige kaufmännische Unternehmungen mit modernster Technik und Organisation. und dabei Horte der Romantik. Zusammenballungen von seltsamen Schicksalen. Mit ganz kleinen Zirkussen, in denen es heute noch so primitiv zugeht wie im Mittelalter, din ich in Südosteurova gewesen. Neben diesen Zirkussen zieben seit Jadrhunderten die Schausteller durch die Welt. die mit ihren Abnormitäten. Panootiken. Karussells. Luftschaukeln. Zaubertheatern die Menschheit erfreuen und schließlich wimmeln auf den Landstraßen aller Länder noch die richtigen Zigeuner berum, heute auch nicht mehr schlechtbin beimatlos, aber doch immer noch die reinsten Repräsentanten des ewigen Nomadentums. So disserenziert, in sich beruflich organisiert und abgegrenzt auch diese Welt der Fabrenden heute ist. herrscht doch in ihr immer noch eine eigentümliche Solidarität. Diese Solidarität bat ihren Grund in einer Gefühlsgemeinschaft: der Fahrende empfindet sich immer und überall im Gegensatz zu der setten Welt des seßzhaften Bürgers. siebt und wertet die Erde und das Leben auf ihr von einer anderen Seite wie jener. Diese unbürgerliche, unterbürgerliche Lebenshaltung der Fahrenden hat eine merkwürdige Folge. Wo nämlich ein Wanderzirkus austaucht, da strömen ihm jedesmal aus der Bürgerwelt eine ganze Menge unsicherer. schwankender, zweiselnder. verzweiselnder, auch zweiselhafter Menschen zu. in der Hoffnung. hier einen Unterschlunf zu finden. Als ich mit Sarrasan“ in Südamerika war. kamen dutzendweise zu uns Landsleute, die ausgewandert, drüben enttäuscht, verraten, betrogen. verlassen waren und nun Zuflucht bei uns suchten. Mancher ehemalige Offizier hat da in unseren Ställen Pferdeknecht gespielt, manches Mädchen, das mit einer Operettengesellschaft stolz in Buenos Aites eingezogen war, pries sich glücklich, als es beim Zirkusballett unterkam. Auch volitische Flüchtlinge. Abenteurer. Verfolgte kreuzten meinen Weg: schaudernd denke ich an jenen zarten russischen Gymnasiasten, der in Bessarabien Bomben konstruierte und in einem der entsetzlichen rumänischen Zuchtbäuser endete: nicht minder veinlich ist mir die Erinnerung an jenen Neger, der ein berühmter und in füdamerikanischen Revolutionen gesuchter Halsabschneider war. Solche Gestalten zogen an der Peripherie meines Zirkuslebens vorbei wie die Gauchos und Indianer. die in Argentinien zu unseren Vorstellungen von weither zu P#erde oder zu Juß kamen, wie die Lappen, die in Nordschweden Carl Hagenbecks Zeltstadt bewunderten. Aber es gab auch Menschen, die aus irgendeiner abenteuerlichen Gerne zu uns kamen und bei uns dlieben. Da stand eines Tages in meinem Bürowagen in Buenos Aires ein junger Mann, der direkt aus dem Urwalde des Chaco kam. zuernt Kellner wurde, dann Plazanweiser. Dolmetscher. Sekretät und heute einen verantwortungsvollen, leitenden Posten im Wanderzirkus hat. Ein anderer kam zu uns aus Paraguan, mo er in einer Revolution seine Farm verloren hatte: er begann als Pferdeknecht. avancierte dann zum Betriebsinspektor in unserem Autopark und sorang von da aus in das Automobilgeschäft. in dem er jent ein großer Mann ist. Kein anderer Reisender lernt ein fremdes Land so gründlich durch alle seine Schichten kennen wie der Wanderzirkusmensch. Von solchen Begegnungen auf den Landstraßen meiner Wanderjahre will ich nun hier einiges erzählen. und auch von seltsamen Menschen, die ich innerhalb unserer Zeltstädte traf. Daran denkt man zuletzt, wenn man— wie ich— mit Zirkussen gewandert ist und das, was den Außenstehenden interessiert, romantisch. phantastisch erscheint. als tägliches Brot gehabt hat. Aber es stimmt— fällt mir jetzt, da ich wieder seßhaft bin. ein und auf — mit der Romantik der Fahrenden: da gibt es wirklich immer noch die Clowns mit den tragischen Schicksalen. die Reiter und Stallknechte mit der interessanten Vergangenheit, die schönen Frauen. die mit seltsamen Erlebnissen bepackten Vierbändiger, Luftgymnastiker. Atbleten, die armseligen Mißgeburten und Monstrositäten. und auch meine erotischen Reisekameraden: die Indianer. Inder. Somalis. Araber. Chinesen. Japaner. Mulatten sind ja schließlich nicht alltäglich im bürgerlichen Leben. Da fällt mir eine Szene ein, die ich erlebte, als ich mit Zirkus Carl Hagendeck in Göteborg stand. Unser Somalihäuptling. ein prächtiger. bochgewachsener Mann. im weigen Mantel. mit dem Speer in der Rechten, erschien in einer Bank und hinter ihm gingen sechs seiner Untertanen, jeder mit einem Sack aus dem Buckel.„Geld abgeben, was wir haben gearbeitet!" erklärte der Häuptling den einigermaßen erstaunten Bankiero, und dann begann das Aufzählen der achttausend Kronen. die durch Postkartenverkauf in der Völkerschau zusammengekommen waren.(Nebenverdienst. neben der Gage.)— „Arbeiten".„Geld verdienen", das sind Zentralbegrisse auch in der Welt der Fabrenden. Und dabei doch etwas romantisch, nicht wahr? A. H. Kober. sionstrick der„schwebenden Junorrar“ vorführte. Die Leute ernährten sich ehrlich, so gut es gig, große Reichtumer konnten sie in Europa nicht zusammenarbeiten; dem Rat einiger Kollegen folgend, schifften sie sich nach (Tudamerika ein, um dort, wo die Ilkenschheit nicht so übersättigt ist, wie m Europa, ihr Gluck zu versuchen. Ein Tochterchen, meiner Erinnerung nach vierjährig, wurde mitgenommen. Das Ebepaar machte, als ich es in der sudamerikanischen Hafenstadt kennenlernte, einen durchaus ordentlichen Eindruck. Der Ilkann mochte Anfang der Dreißiger sein, war ernst, hatte— wie viele Illusionisten— eine ganz gute Bildung, man hatte ihn mit einem goldenen Kneifer für einen Lehrer halten konnen. Die Frau, etwa Mitte Zwanzig, war blond und schmächtig, still, zuruckhaltend, ein bißchen nervos. Wie das so ist, wenn jemand ohne festes Engagemene nach Gudamerika kommt, saßen die Leute zunächst fest. Ein paarmal konnten sie in kleinen Unternehmen arbeiten, vort besichtigten Agenten großer Häuser die Iummer, engagierten sie aber nicht, denn sie kennen das natürlich: wenn die Leute eine Zeitlang Hungerpfoten gesangt haben, cann sind sie für ein Butterbrot zu haben.(o saß also der Zauberer mit seiner magischen Junafrau in einem kleinen, billigen Hotel und lebte von seinen mitgebrachten Ersparnissen. Eines Taaes erzählte er mir, er wurde vielleicht eine neue Ikummer einstudieren: Telepathie und Geoankenlesen. Durch einen Zufall sei er nämlich dahintergekommen, daß seine Frau gerade für solche Erve runente außerordentlich begabt sei. In seinem Hotel wohne jetzt ein ungarischer Doktor, der sich seit langem mit den Phanomenen der Ueberempfindlichkeit und des Uebersinnlichen beschäftige, und dieser Mann habe mit der Frau verblüffende Erperimente gemacht. Ich wurde eingeladen, an einer solchen Sitzung teilzunehmen, und ging zur verabredeten Zeit in das Hotel. Es war eine ziemlich triste Bude, die mir nicht gefiel, aber— sagte ich mir— man darf an diese zweit= oder drittklassigen Hotel in exotischen Hafenstädten keine mitteleurovaischen Ilkaßstäbe legen. Die Sitzung kam nicht zustande, weil der Ungar nicht erschien. Ich fand die magische Jungfrau verändert. Ihre Nervosität war stärker geworden, der Klang ihrer Stimme hatte erw##s Schroffes. Abweisendes, dem Kinde gegenüber war sie nicht mehr so sorasam: kurz: irgend etwas Fremdes, Neues, Heimliches war in diese blonde Frau gekommen. Indessen schien es der Ilkann nicht zu bemerken, oder er wollte es nicht wahrhaben. Ich teilte ihm infolgedessen meine Einorucke nicht mit. Ich sah die Frau nie wieder. Alles. was nun folgt, weiß ich von ihrem IIanne. aus Berichten der Zeitungen und der Bevorden jener Staot. Drei Wochen mochten seit meinem Besuche im Hetel vergangen sein, als eines Vormittags der Illusionist zu mir kam, um mir— innerlich erregt, außerlich aber gefaßt— mitzuteilen, seine Frau sei verschwunden. Ich verstand das nicht. Wie konnte in einer Stadt mit wenigen hunderttausend Einwohnern eine Auslanderin noch dazu mit auffallend blondem Juar, verschwinden? Der Ilkann ruckte gann auch mit der Sprache heraus: er wisse, wo sich seine Frau aufhalte, könnte sie aber nicht zur Rückkehr bewegen. Der ungarische Doktor, unter dessen Einfluß die magische Jungfrau völlig gekemmen war, hatte ihr eine angeblich bochbzahlte Stellung verschafft. Natürlich war der Gatte oagegen. Aber die Frau ließ ihn und das Kind im Stich und weigerte sich entschieden, zurückzukehren. Sie ließ ihren Ilkann überhaupt nicht mehr in das Haus: er wandte sich an seinen Konsul mit oer Bitte, zu vermitteln; sie beantragte Scheidung. Bald darauf wurden der Ungar, dessen Doktortitel evenso zweifalhaft war wie seine Nationalität— und der Hotelwirt verhaftet. Ilan konnte ihnen nachweisen, daß sie sich die Frau wie auch andere Einwanderinnen gegenseitig in die Hände gespielt hatten, daß sie mehrmals Ehepaare auseinandergebracht hatten dadurch, daß sie der Frau eine„gute Stellung" besorgten. Dann aber rieß der Faden der Beweisführung ab. Die Frau, um die es sich diesmal handelte, ließ ein eigenhändia unterschriebenes Dokumene vorlegen: sie sei aus freiem Willen, ohne irgendeine Beeinflussung gegangen und werde auch bleiben. Illan mußte also den Ungarn und den Hotelwirt entlassen: auch einem Beamten der Fremdenpolizei konnte nichts nachgewiesen werden. Als ich ein halbes Jahr später wieder durch diese Hafenstadt kam, fand ich in den Zeitungen eine Parlamentsdebatte über die notwendige Neuregelung der Bekämpfung des Mädchenhandels. Dabei spielte der„Fall der blonden Einwanderin“ eine besondere Rolle. Ich habe von ihr nie wieder erwas gehört. Ihr Mlann hat noch einmal meinen Weg gekreuzt, ohne daß wir uns gesprochen haben: ich fand seine Visitenkarte in meiner Wohnung, als ich dort zwischen zwei langen Reisen einmal ein paar Wochen ausruhte. Was hätte er nur wohl erzahlt? Mühsepeter, der Wundertäter Co nannte er sich selber auf dem Briefbogen, mit dem er uns Offerte machte.„INühsepeter, der Wundertäter“ stand da am Kopf gedruckt, und handschriftlich war hinzugefugt:„empfehle Illich den verehrten Herren Direktoren zu jegliche Abbselut erakten Funkzion in Wort und Schrift, werde auch Ihre sehr werren Anspruchen genugen und sehe Ihren hochachtungsvollen Bescheide umgehend entgegen, auf feste Gage oder auch prozentual ergebenst IRübsereter, der Wundertäter. Frei sefort, für nur erstklassigen Etablissements. z. z. Buntzlau Schutzenfest.“ Der Zufall fügte es, daß ich mit dem Anto durch Bunzlau kam und##errn IIXubsepeter besichtigen konnte. Ich fand ihn als Anreißer in einer Ringkämpferbude. Er war ganz auf vorneom zurechtgemacht, hatte einen schwarzen Cutawav, einen Zuunder m. einen Kopf! So etwas hatte ich noch nicht geseben. Eine Kugel, ganz blank, ohne ein Härchen, ein Gesicht— vollkommen zerfurcht und zerknittert von Falten, ein Ilkund, der wie ein Schnitt bis zu den Ohren lief, eine mächtige Adler= nate und ein Paar Augen von strahlender Bläue, wirk lich sonnig, lustig, belustigend. Seinen Vortrag hielt## mit der tovischen heiseren, aber etwas geheimmisvol. wirkenden Jahrmarktsstimme, er unterstrich durch sehr suggestide Armbewegungen, und an besonderen Kraftstellen bengte er den hageren Oberkörper vor und machte eine kleine Panse, als warte er auf einen Widersprecher, den er ansoringen müßte. Dies war mein erster Eindruck von Mühseveter: der Mann war m seiner Art großartig, aber nichte für uns. Fünf Tage später auck ich aus meinem Bürowagenfenster zufällig auf den Zirknshof und sehe: eine Unmenge Geräck wird abgeladen, und gleich darauf erscheine IRuhseveter, stellt sich vor, meldet sein punktlichee Eintreffen und bittet um Ausbändigung seines Vertrages. Ich war haff. Kein Mensch hatte ihn engagiert, wie hatten ihm den üblichen Absagebrief„später vielleicht“ geschickt, und jetzt war er da: mit Bagage und Frau noch dazn! Ich machte ihm seinen Irrtum klar, er versuchte allerband Fisimatenten, zu denen ich wirklich keine Zeit hatte: schließlich flog er hinaus. Aber bald war er wieder da, und so ging es. solange ich ihn kannte: vorne warf man ihn raus, hinten kam er wieder rein. Er machte einfach mit, als oo er zum Betriebe gehörte, bis er wirklich dazu gevorte: ich habe so erwas von Anpassung selten erlebt. Ein Handwagen wurde gebraucht — zehn Minuten später kam er, besorgt von Mübseveter: beim Kassenandrang fehlte ein Aufseher— plötzlich war er da: Mühsepeter; ein Betrunkener sollte vom Hef gebracht werden— innerhalb weniger Gekunden saß er draußen, beserat von Mübseveter. Schließlich hatte er es durch seine fabelhafte Zähigkeit geschafft und fuhr mie unserem Zirkus nach Südamerika als Ausrufer von der side sbow. Kurz vor der Abfahrt bekamen wir die erste Probe von dem seltsamen„Finanzgebaren“ Mübseveters. (ein Kavital war damals ein Pfandschein über 50 Mark für eine in Hannover versetzte Seejungfrau. Auf diesen Pfandschein lieb er sich von seinem Kollegen 40 JNark, mit denen er seine täglichen Ausgaben bestritt. Von seinem ersten Vorschuß kaufte er dann seinen Schein zurück, verkaufte ihn für 35 Ilkark an einen in Deutschland bleibenden Schausteller und erwarb dafür eine große Stärkekiste, die er als Artistengepäck deklarierte und in seine Kabine stellte. Als wir drüben ankamen und Mübsepeter von der side show debütierte, packte mich bleiches Entsetzen: er sprach so undentlich, daß sein ohnehin schauderhaftes spanisch=französisches Kauderwelsch kaum zu verstehen war. Er tröstete: in wenigen Tagen werde sein Sprechwerkzeug wieder in Ordnung sein. Dann nämlich werde er sein goldenes Gebiß auslösen können, das er auf der Ueberfahrt verpfändet hatte. Tatsächlich hatte er auch bald wieder Geld in den Fingern: Vorschuß und Einnahme aus dem„Betrieb“ seiner Frau. Dieser Betrieb spielte sich am Baoestrand ab, und dabei wirkte die geheimnisvolle Stärkekiste mit. Auf ihr saß nämlich Frau Mübsepeter und machte die Tüten mit den„echten Hamburger Bonbons“ zurecht, die sie durch einen Straßenjungen verkaufen ließ. Sie nahm eine Tüte, blies zunächst tüchtig Luft hinein, dann kamen sechs total vertrocknete Bonbons als Inhalt, und die mächtia voluminöse Tüte kostete zehn Centavos. Damit die Verkäufer nicht durchbrannten, hatte Frau Mübseveter ihnen Schube und Jacken abgenommen. An das Warenlager kam kein Unbefugter beran, denn es war die Kiste. auf der die Ulnternehmerin saß. Das Ganze war also ein sicheres Geschäft. (Fortsetzung folgt.) Das Erdfeuer Von MAX DAUTHENDEY Wenn ich als Junge abends im Wohnzimmer am Fenster saß, uno der Vollmono über den winkeligen Ziegeldächern der Iachbarhäuser auftauchte, dann betrachtete ich besonders genau den Stern, der immer in der ITähe des Vollmondes steht, und von dem mir einmal ein Dienstmädchen gesaat hatte:„Wenn der Stern auf den Ilkono fällt, dann geht die Welt unter.“ Zuweilen schien es mur, als ob der Stern ein klein wenig naber an den Illend geruckt wäre, und ich erwartete din Weltuntergang mit gruselndem Vergnugen. Als ich aber meinen Vater einmal über den Weltuntergang zu Rate zog, zerstört er mir gründlich alle heimlichen Hoffnungen. Er erklärte mir, daß die Erde INillionen Jahre bestehe und wahrscheinlich Millionen Jahre bestehen werde, daß unsere Erde vor Millionen Jahren von der(Tonne fortgeschleudert worden sei und vielleicht einmal wieder zur(Xonne zurückkehren werde. Bei dieser Gelegenheit horte ich auch von ihm, daß Gott kein Mensch sei, der auf einer Wolke im Himmel sitze uno nur auf die Illenschen aufpasse, sondern die ganze AVelt sei Gert selbst. Jeoer Mensch sei ein(tück von Gott, die Bäume, der Ilkain, oas Feuer im HHerd, auch unser Hund, sogar jeder Pflasterstem in der Büttnergasse Außerdem hörte ich noch, daß die Erde auh einmal feurig gewesen sei, wie die Gonne, und im Jnnern der Erde gabe es noch gener. Das war eine ganz unerwartete Offenbarung, und ich sah meinen Vater beinabe für einen Heiligen an, weil er wußte, daß im Erdinnern Feuer sei. Er hatte gesagt, wenn man senkrecht in die Erde bohrt und man würde weiter und weiter bohren, wurde man zuerst auf Wasser und dann auf vieles Feuer stoßen. Er erzahlte mir dieses einmal beim Ilkittagessen. Uno der gruselno aufregende Gedanke, daß ich vielleicht Wasser und Feuer aus der Erde herausgraben könnte, machte mir den Kopf ganz heiß. Kaum war mir die(Teroiette von meiner Schwester vom Hals abgenommen, so verschaffte ich mir aus dem Werkzeugkasten meines älteren Bruders einen langen Nagel, eilte auf die Büttnergasse hinunter und begann, um einen Pflasterstein herum die Erde herauszukratzen. Ich glaubte nicht anders, als daß ich unter dem Pflasterstein schon auf Feuer stoßen wurde. Als ich endlich den Stein ein wenig bewegen aber unmöglich beben konnte, und ich mir die Finger blutig geschunden hatte, mußte ich einige Knaben herbeirufen, die in der NTähe spielten, und die mir den Stein heben halfen, nachdem ich ihnen versichert hatte, ich wüßte, daß unter dem Pflasterstein Feuer ware. Endlich hoben wir den Pflasterstein zur Seite. Da war nur Sand und unter dem(and kotige schwarze Erde, darin sich ein Regenwurm drehte. Die Knaben sahen mich an und fragten, wo das Feuer wäre.„Ich weiß es ganz bestimmt, daß Feuer unter der (roe ist“, versicherte ich wieder.„Grabt nur weiter. Ich will schnell mal hinauflaufen und meinen Vater fragen.“ Am Abend mußten wir den Pflasterstein wieder an seine(Stelle wälzen. Zum Feuer kann man nicht mit den Händen kommen“, hatte mir mein Vater erklärt, als ich mit meinen erdschwarzen Fänsten vor ihm stand und erzahlte, daß wir das Erdfeuer in der Büttnergasse suchten. Zugleich empfahl er mir an, die Straße wieder in Ordnung zu bringen. Die anderen Knaben hatten inzwischen mehrere Steine herausgerissen. Es machte ihnen gar nichts, daß kein Feuer da war. Sie hatten sich beim Herausreißen der Steine sehr gut unterhalten. Aber das Wiedereinsaßen derselben mußte ich allein besorgen. Davon wollten sie nichts wissen und liefen davon. Nur die kleinen Mädchen auf der Straße, die dem Ganzen zugesehen hatten, halfen wir bei der Pflasterarbeit, und sie wie ich glaubten nach wie vor fest daran, daß Feuer in der Erde sei, so wie es mein Vater gesagt hatte, wenn wir auch keinen Beweis dafür bekommen hatten. Die Bemühung Ein Geschichterl aus Wien von C. Droste=Hulshoff. In Wien lebte vor Jahren ein Künstler, der viel Talent, einen bekannten Icamen, aber selten einen Kreuzer Geld im Beutel hatte. Er war eine echte Bohemenatur, liebte den Wein und die schönen Wiener Illaderln und das Geld, oas er veroiente, zerrann ihm unter den Fingern, er wußte nicht wie. Ieister B. war trotzdem kreuzfidel, arbeitete, wenn es ihm gefiel, ließ es bleiben, wenn er keine Lust dazu verspürte und fand immer wieder irgend einen guten Bekannten, der ihm ein paar Kronen pumpte. In einem der Weindörfer bei Wien gab es damals eine bekannte Weinwirtschaft, wo man einen besondere süffigen Tropfen ausschenkte. Eines Tages erschien Meister B. vort mit dem festen Vorsatz, sich nur einen halben Liter Wein zu genehmigen, denn so weir reichte seine Barschaft gerade. Aber der Wein war verteufelt gut! Meister B. konnte nicht widerstehen, ließ sich noch einen halben Liter und noch einen kommen und blieb so lange hinter dem Glase sitzen, bis er einen tüchtigen Schwips und eine Zeche hatte, die in keinem Verhältti### zum Inhalt seines Gelobentels stand. Als sich die## Tarsache herausstellte, gab's einen ziemlichen„Wirbel". (Schließlich wurde Meister B. kurzerhand an die Luft befordert, weil der Wirt keine Lust hatte,„wegen dem bisserl Zechprellen" erst lange die hohe Polizei zu bemüben. Ileister B. blieb der Wein in bester Erinnerung. Illn magischer Gewalt zog es ihn nach dem berühmten Weingarten in Grinzing. Da borgte er sich von einem Freunde einen hocheleganten Anzug, in dem er tadellos und ordentlich zahlungsfähig aussah und fuhr nach Grinzung. Im Weinhaus ließ sich Ilkeister B. mit aller Zuvorkommenheit behandeln, die einem vornehmen Gaste gebührte. Er sprach dem guten Weine ausgiebig zu und verzehrte, weil's in einem ging, auch noch ein uppiges INabl. Endlich ließ Meister B. den Wirt kommen, und erinnerte diesen freundlich lächelnd daran, daß er, als er vor etlichen Tagen„zufällig" kein Geld bei sich gehabt hatte, von den Hausknechten einfach hinausge#er. g. worden war. Der Ahirr gerter in größte Ver######r unegolich leid, Euer Gnad'n, schon arg ei9— oos könn n S' mir gwiß glaub'n! Aber wissen G..— So werd'n scho begreifn—!'s gibt do so arg onl schlechte Leut auf der Welt! Entschuldigen S' halt vulmals, Euer Gnaden! Hoffentlich hat's Eabner dann dafür heut bei uns zug sagt——“ „Aber ja, Herr Wirt—“ erwiderte Meister B eelenruhig.„Ja! I wüßt wirklich net, was bei Ihnen zum Aussetzen war! Deswegen bin i ja auch heut mcgerrommen. So an auten Aiven wie den Ihren inot man net leicht, einfach großartig ie er!= Essen Gerien— int bermüben. u.. Ider Hausknuche wieder Einbißchenfilmverrückt Verkannte Dichter— Geschäft und Poesie JungDeuschland Photo Carl Pajonk Deike-Mater) Nervos oder ungezogen? Nichtmedizinische Untersuchung einer verbreiteten Krankheit von W. GILLES Morgene beim Anziehen fängt es an. Das harmlose Kragenknöpfchen ist die Ursache. Gewichtige Männer haben schon seinetwegen Tänze aufgeführt, die den blassen JLeid jedes Fetischpriesters erregt hätten, und dabei würde nur ein Augenblick Ruhe genugen, um auch das wider spenstigste Knöpfchen zu bändigen. So aber hampeln sie mit im Takt zitternden Händen von einem Bein auf das andere, und jeder, der sich hilfsbereit ihrer nervösen Entrücktheit nähert, begibt sich in unmittelbare Lebensgefahr. Verschwitzt und erschopft vollenden sie dann allein ihr Werk, die Vereinigung des leider inzwischen in seiner Glätte und Reinheit wesentlich beeinträchtigten Kragens mit dem Hemd und begeben sich zum Frühstückstisch, fingertrommelnd die Ankunft des Kaffees erwartend. Sie haben zwar Zeit, viel Zeit, und hätten noch mehr, wenn sie sich für das Anlegen des Kragens gleich mehr davon gegönnt hätten, aber sie trommeln, weil es sie „nervös" macht, daß der Kaffee nicht gleichzeitig mit ihnen durch die Tür des Eßzimmers schreitet und wieder Minuten verrinnen, die ihrem Tätigkeitsdrang Breins klötze unterlegen. So bilden sich Ueberschüsse an Kraft, und es hält sie nicht länger am Tisch. Ruck stehen sie auf und beginnen eine Wanderung durch das Zimmer, immer hübsch den roren Teppichstreifen entlang und dann mit halber Rechtsdrehung weiter bis zum Fenster und zurück, genau acht Schritte jedesmal. Darüber wacht das Kind in ihnen, das selbst die Iervosität noch nicht toten konnte. Ist es ein Wunder, daß der Kaffee nicht schmeckt? Daß die Brötchen wieder mal nicht durchgebacken und die Butter zu weich ist? „Aber auch das mißgelaunteste und nerdöseste Frühstück nimmt einmal ein Ende, und sie stürmen los. Natürlich setzen sie den falschen Hut auf, den blauen grünen Anzug, und vergessen die Schlüssel, aber ###an ist ebenso natürlich die Frau schuld, weil sie nicht daran erinnert hat. Daß sie gestern wegen der„ewigen Fragerei“ angefahren wurde, ist ja„ganz etwas anderes" und im übrigen auch erst drei Akte später spruchreif, dann nämlich, wenn abends das Haus der schlossen wird. Vorläufig stürmen die Iervösen erst mal ins Büro, unter allerlei Widrigkeiten versteht sich, und dann beginnt die Suche nach der Brille, die sich jeden Tag woandershin verkrümelt. Wozu aber gibt es ein Telefon? Die Sekretärin— sie hat ihren Morgengruß schon wegen eines offenen Fensters ab bekommen— muß mit der Wohnung verbinden. Daß dort gerade besetzt ist, daran kann ja nur dieser Unglücks wurm schuld sein, oder ob es der Buchhalter war, der gerade eintritt, als die Verbindung doch zustande kommt? Nach dem Donnerwetter, das unbeschadet der nun am Telefon wartenden Gattin über sein Haupt fährt, möchte man beinabe daran glauben. Aber dann war es bloß, weil er die geheiligten Räume betrat, als der Herr und bieter telefonierte. Das hätte er wissen müssen! Die Brille ist allerdings trotzdem nicht zu Hause und komme auch dann nicht zum Vorschein, als der Hörer mit einem Nachdruck auf die Gabel fliegt, als habe sie sich tückischer weise in das Telefongehäuse verkrochen. Bei alledem gerät der Mensch natürlich wieder in Hitze, und, siehe da, friedlich vereint mit dem Taschen tuch, findet sich in der rechten Hosentasche auch die Brille ein, die sicher wieder irgendjemand dort hingetan hat. Damit ziehr fürs erste Ruhe und Frieden ein. Die Gekretärin darf zum Stenogramm kommen, und der Buchhalter geht wieder an die Arbeit, erfrischt und gekräftigt durch den Anranzer; sein Anliegen wird er dem Chef lieber später vortragen. Auch der hat inzwischen wieder zu sich selbst zurückgefunden und erinnert sich, daß da doch vorhin noch jemand gestanden habe, der unerledigter Dinge wieder ging.„Muß doch mal hören, was er eigentlich wollte“, denkt er sich, und schon steht er im Jebenraum, wo sein Buchhalter gerade mit einem Kunden telefoniert. Das stört den Chef aber keinesfalls, seinem Angestellten einen längeren Vortrag zu halten, in dem allerlei Fragen vorkommen, auf die er natürlich keine Antwort bekommt. Der Kunde kann ja nicht ahnen, daß sich eine höhere Gewalt eingeschaltet hat und muß— nicht nur deshalb— fertig bedient werden. Und er wird es, wenn auch die leidigen NTerden des Chefe ob der Renitenz seines Buchhalters inzwischen zu platzen drohen. Daß der gerade telefoniert und deshalb nicht antworten kann, übersieht er geflissentlich. Schwer gekränkt knallt er die Tür hinter sich zu, wobei sich in seiner Seele, die Gestalt des Buchhalters mit den Begriffen der Böswilligkeit und Rücksichtslosigkeit verbinden. Oh, er tut sich leid, dieser Chef, der derselbe ist, der seiner Stenotypistin der Nerven wegen eine geräuschgedämpfte Schreibmasthine kauste und sie dann anschnauzte, weil er das Schreibgeräusch vermißte, das ihn sonst immer „nervös“, gemacht hatte. Es war ihm unbewußt die Kontrolle ihres Fleißes gewesen, und jetzt machte es ihn„nerdös“, daß er nichts mehr hören konnte... Er gehört eben zu jenen Unglücklichen, denen„alles auf die Nerven gehe". Selbst beim Skat, vielen seelisches Mkoor= und Wechselbad, regen sie sich auf und werden zu Nervenbündeln, die schon ein eben hingekiebitztes„Den Irang hätte ick mit eenem Ooge jewonn... aus der Fassung bringt. Ja, es ist doch tatsächlich schon vorgekommen, daß ganze Skatrunden wie ein Ilkann über einen Kiebitz herfielen und ihn elend zurichteten, einfach, weil er sie durch seine stille Anwesenheit„nervös“ gemacht hatte. Ueberhaupt Ruhe können solche Leute schlecht vertragen, und ein Schalterbeamter, der geradezu von berufowegen dazu verpflichter ist, seine Arbeit mit konzentrierter Gleichmut zu verrichten, kann ihn an sich mühsam zusammengehaltenes inneres Gleichgewicht sofort ins Wanken bringen. Schon der bloße Anblick bringt sie ans der Fassung. „Wenn ich da säße...“ denken sie. Jawohl! sie würden sicher jeden Abend ein beschauliches Defizit in ihrer Kasse haben. chön ist, sie als Mithelfer im Auto zu haben. Vor jedem Menschen, den man überholt, scheuen sie sozusagen, stoßen kleine Schreie aus und aufatmende Seufzer, wenn man auf Mleter Entfernung an einem underen Gefährt vorbeizog. In jeder Straßenkreuzung wittern sie Karambolagen, m jedem Hund sehen sie einen bösen Feind, der ihnen nach dem Leben trachtet, und wenn man am Ziel ist, dann sind sie davon überzeugr, daß es nur ihrer Aufmerksamkeit zu verdanken sei, daß alles noch einmal gut ging. Zurück fahren sie meist lieber mit der Bahn, wenn man nicht schon vorber ihrem: Treiben durch Aussetzen auf einsamer Landstraße ein Ende setzte... Ja, das sind die„Neroösen“, und leider steckt eiln bißchen von ihren Ungezogenheiten in jedem von uns. Unbeherrschtbeit und oft Gedankenlosigkeit sind die Erreger ihrer Krankheit, und daß dies wirklich so ist, mag das Beispiel des„Nervösen" beweisen, der Lärm und besonders Telefonklingen wie den Teufel haßt, dem dieses aufdringliche Geräusch aber zur Engelsmusik wird, wenn er den Anruf seiner Freundin erwartet, die ihn neulich uitzen ließ. Jeden Tag gehen in den dramaturgischen Büros der Filmgesellschaften unzählige Manuskriptsendungen ein. Da ist natürlich stets ein Haufen seltsamen Zeugs vertreten, das einen Einblick tun läßt in die Vorstellungswelt mancher Filmfreunde. F. O. Genzel gibt im„Film=Kurier“ einige Kost proben: Fangen wir bei den Klassikern an. Sie haben sicher noch nicht gewußt, daß es einen„Faust, 3. Teil“ gibt. Ich werde Sie davon überzeugen. Bitte: A. H. aus G. schreibt: „Ich habe den dritten Teil des Goetbewerkes„Faust“ geschrieben. Im nationalen Geiste aufgebaut, ist dieses Werk doch von unerhörter Spannung. Es sind 79 Seiten IKannskript— Geschäftsbogenseiten— einseitig beschrieben. Leserlich, in deutscher Frakturschrift. Ge schrieben ist das Werk wie seine Vorgänger im Reim.“ Das Manuskript ist gar nicht angefordert worden. Es wäre ja auch unverantwortlich gewesen, einen dritten Fausttteil herauszubringen, der eotl. besser gewesen wäre als die beiden Teile von Goethe. Und das durfte man unserem Dichterfürst doch nicht aninn. Interessanter noch schreibt ein Herr E. N. aus A. Dieser ist nur ein Werkzeug der großen Dichter. Doch lesen wir, was er schreibt: „Schlietzlich bin ich soweit gekommen, daß verschiedene Geisteshelden der Vergangenheit angefangen haben, mir große literarische Werke zu diktieren. So hat z. B. Goethe mir außer einer beträchtlichen Anzahl von Gedichten(Liedern, deren Verszahl nicht selten in die Hunderte geht) angefangen, ein Drama „Der Tod“ in 5 Aufzügen zu diktieren, dessen erster Aufzug eben noch in Bearbeitung ist. Auch diktiert mir der russische Dichter Puschkin, dessen 100jähriger Todestag jetzt gefeiert wird, einen Roman in Versen, wovon etwa 1700 Verse fertig sind, was ungefähr die Hälfte des Romans ausmachen soll. Schließlich diktierte mir seit dem 7. März 1933 Friedrich von Schillers Geist bis zum 16. Dezmber 1936 ein Drama in 5 Aufzügen„Die Irrsinnigen“, welches jetzt fertig vor mir liegt. Dieses Drama umfaßt 12 705 handgeschriebene Folioseiten und behandelt die Fragen: Gott, Christus, Untersterblichkeit der Seele, Leben nach dem Tode, Nächstenliebe, Kommunismus und Bolschewismne... Ich schreibe ohne Trance, in wachem Zustande und bei vollkommenem Bewußtsein. Korrekturen gibt es im Werke nicht, denn der Geist irrt sich nie mals.“ Kommentar überflüssig.— Da ich nun einmal bei den Klassikern bin. Da mache Herr F. W. aus K. den Vorschlag,„Christiane Vulpius“ zu verfilmen und schickt gleichzeitig ein Filmexpose in Reimen. Hier zwei Kostproben: „Es wurde viel Schmutz auf Christel gegossen, es blühte der Neid und die Hetzerei— viele Trähnlein sind von Christel vergossen, auch Meister Goethe hatte Kummer dabei!“ „Achrundzwanzig Jahre, welch' lange Zeit! dann kam der Schnitter Tod ine Haus, und entführte die„Christel" so weit;— von Goethe zog viel Freude wohl aus.—“ Ein tüchtiger Geschäftemann ist B. L. aus R. „Da ich keine Aussprache mit Ihnen haben konnte, bitte ich um weitere Nachrichten von Ihnen bzw. ich sehr Ihre Vorschläge entgegen. Ueber die Bezahlung wollen Sie mir Ihre Angebote unterbreiten. Wenn Sie berücksichtigen, daß dieser Film an über 50000 per schiedenen Lichtspieltheatern in der Welt zur Vorführung gelangen wird, so wäre eine Bezahlung von 50000 Mark, also für jede Vorführung 1 Mark, ein sehr mäßiger Preis.“ Wohl fast täglich kommt ein Brief, in dem Männer und Frauen ihre Lebensgeschichte zu verfilmen anbieten. Diese Briefe sind oft so ungewollt komisch, daß man herzhaft lachen muß, trotzdem sie einer gewissen Tragik nicht entbehren. P. B. aus L.: „Haben Sie vielleicht Interesse daran, eine wahre Lebensgeschichte in Wort uno Film zu verfassen, so bitte ich Sie, mein Erlebnis von Arbeit und Verkehr mit Oder Frau R. P. aus 9K.: Der letzte Brief vor den Ferien einer ausgekochten Person in Betrache zu ziehen.“ „Hätte nur eine Bitte und Anfrage, ob er nur gewährt werden könnte, mein Lebensschicksal, was ich min in einer Rolle von 20 Akten zusammengefaßt habe une damit drei Filme entstehen konnten.“ Warum nicht. Uno alle Filmfirmen wären ihrer Stoffsorgen enthoben. Verbrecher wird es zu allen Zeiten geben. Aber##### ein Berliner glaubt, wenn er ein Ilanuskrivt für einen Film hat, gleich mit einem Verbrecher auf eine Stufe gestellt zu werden, das ist wohl einmalig: „Da ich gar nicht in gesellschaftlichen Kreisen verkehre, habe ich naturlich ein unsicheres Anftreten und ware ich sehr erfreut, wenn(ie einen Herrn zwecksprechung zu mir schicken wurden. Es braucht sich niemand zu schämen, zu mir zu kommen, denn ich sichere Sie (Schweigen darüber zu. Gie brauchen auch nicht zu befürchten, was ja in der heurigen Zeit nicht ausgeschlesfen ist, daß ich Gie vielleicht in eine Falle locken will...“ Er wird doch nicht? Rein, er hat nicht. Es hat ihn niemand aufgesucht, denn man kann nie wissen.— Die (Dachsen sino helle, das weiß die ganze Welt... Kurt H. und R. tritt den Beweis an: „... dieses Illannskript ist aus keinem Roman geschrieben, sondern ist aus meinem Kopf geschrieben." Aber erst ein Wiener, der ist noch heller. Heint B. „Ich habe eine Filmidee. Eine sehr gute. Sie dürfen aber den Brief nicht in den Papierkorb werfen, sondern Sie müssen ihn lesen. Nur ein Wort. Das Ganze, um das es sich haudeln soll, spielt noch vor den ersten Menschen. Der Titel konnte heißen„Die zweite Welt...“ Ein Film ohne Menschen und Tiere. GroßartigIdee. Ilan soll nie einen Filmstoff mit den„größten Verbrechen" bearbeiten, sonst geht es jedem wie Herrn E. 9N. jr. in B., dem man einen ablehnenden Bescheit zukommen ließ: „Im Interesse der Filmwelt erlaube ich mir, mich Ihnen vorzustellen. Da ich einen Film geschrieben habe, möchte ich kurz aufragen, ob ich diesen Film bei Ihnen liefern könnte. Es ist ein Kriminalfilm. Er ist mit den großten Verbrechen und Geheimnissen bearbeitet...“ Und nun zum Schluß noch einige bemerkenswerte Manuskriptauszüge: „Da war sein Herz voll Lebenslust und er sauste mie seinem Wagen im 100 Klm.=Tempo die Straße entlang. Aber seine Gedanken weilten schon bei Sonja und seine (eltern. Auf einmal ein Bersten und Krachen und zwischen blühender Heide lag Fred Römer gestützt von seinem Freunde sterbend im Heidekraut und röchelnd sagte er, grüßt mir meine lieben Eltern und an mein Sonja. Gie soll nicht weinen. Hochzeit wollen wir halten übers Jahr, wenn die Heide blüht.“ aus„Wenn die Heide erblüht". von P. F. aus D. „JTachdem sich der Kranke erholt hatte und wieder balo auf den Beinen war, kam die Nachricht, das den Kranken abermals niederdrückte. Es war die Todesanzeige seiner Frau, die am Schlager gestorben war und von seiner Seite scheiden mußte." aus„Spiritismus“ von F. G. aus B. „... wenn ja, ständen Ihnen zwei Sachen zur Verfügung. Erstens, eine Liebe Sache, betitelt, die Verlobten. Worte für vier Schlager sind vorhanden, doch nicht vertont. Der Inhalt ist im Tonfilm noch nicht dagewesen. Ein Drittel graue Vergangenheit, ein Drittel Gegenwart und ein Drittel Liebe...“ Hans Sp. aus M.=Gl. „Die Sonne war gerade am Untergehen und ließ sich noch am Rande eines Teiches nieder um noch einige Liedchen zu schmettern...“ „... Es ist doch kein Traum— es ist Wahrheit! Fräulein Hilde, ich liebe Sie! Und nun gestatten Sie — einen Kuß. Hilde verstand, fühlte die große Liebe, von welcher sie heute so überraschend begossen wurde und revanchierte sich.“ „... Der Korbsessel, in welchem er sich jetzt bequem zurücklehnte, knackte. während es von der großen Stand uhr mit dumpfem Tone vier bimmelte...“ aus der Tonfilmwoelle„Nach vielem Leid das Glück erreicht".. von Fritz St. Phote Seidenstücker Delke-Mater) * Der Totengräber Von THEODOR HEINZ KOHLER Pesr Emnes Tages war es dem Pfarrer zu viel, und er machte sich auf. Er fand den alten Krumbuael in der Dammerung am Tische hocken, und vor ihm stand goldigschimmernd die Flasche. „Tag Krumdugel“, sagte der Pfarrer. Dann saßen sie und sahen sich an. Es war sehr still in der Stube. „Die Leute sprechen schon wieder mal über dich...“ kam es vom Pfarrer. „Joja“, gab der Alte zurück,„ich kann mir' denken... und er hob den Kopf une blickte den Pfarrer aus seinen blauen, tränengefullten Augen an. „Du sollst oas Trinken sein lassen...“. sagte der Pfarrer streng. „Der Herr Pfarrer hat ganz recht, ich sollte es sein lassen. Ich habe es schon viele Ilale gewollt, Herr Pfarrer, aber es ist nicht leicht... und zum Pfarrer aufschauend, fuhr er fort„... denn sehen Sie, was soll werden, wenn die Toten von ihren Bahren aufstehen und im Leichenhaus einhergehen? Was soll ich tun?“ Der Pfarrer schuttelte den Kopf:„Narrisches Zeug!“ Der Tetengraber faßte mit seinen knochigen Handen zitternd um die Flasche. Und dann verfiel er wieder in dumpfes Grubeln, es war, als habe er vergessen, oaß der Herr Pfarrer auf Besuch da war. Der soß eine Weile still, betrachtete die niedrige (Ztube, dann erhob er sich mit einem Ruck, schuttelte den Alten, der eingeschlafen war, und sagte, als der schlaftrunken aufsah:„Also, Krumbügel, nicht wieder... niemals verstanden"" Der Alte murmelte erwas, aber der Pfarrer verstand es nicht. Der Krumbugel sank wieder zurück auf den Tisch, und der Pfarrer nahm die Flasche mit. Aber am anderen Taae auckie dem Totengräber schon eine neue Flasche aus der Jackentasche, und sie war bis ebenangefüllt und schimmerte golden. Nicht weu vom Friedhof wohnte auch eine alleinstehende Frau mit einem kleinen blassen Mäochen. Das hustete immer, und es hatte darum keine Gespielinnen. einmal verirrte es sich zwischen die Gräber, und als es hilflos zu meinen begann, auckte der Krumbugel aus seiner Grube und machte weite Augen. Er wischte sich über den Ilkund und sagte:„Ja, wie kommst ou denn hierher?" Das Kind erschrak, es druckte seine schlenkrige Puppe fest an den kleinen Leib, und es vergaß vor Schreck oas Weinen. Aber oa kletterte ungelenk der alte Totengräber aus seinem Schacht, näherte sich dem Kind uno beugte sich bei ihm nieder. Er streckte die Hand aus und strich mit seinen harten, knochigen Fingern über das dunne Haar des INäochens.„Brauchst keine Angst vor mir zu haben“, sagte er brummig, und sein altes, faltiges Gesicht sah freundlich aus. „Aber on trinkst...“, sagte flüsternd das Mädchen und wollte davonlaufen. Er hielt sie zurück und fragte:„Was?“ „Ja, du trinkst“, sagte ängstlich und leise das INaochen,„und Vater hat es auch getan, und Vater hat uns geschlagen, die IKutter und mich..., und dann ist er fort... und ou trinkst auch, on tust auch so was Der Totengräber lachte ein wenig. Aber sie machte sich los uno sagte, zu ihm heraufblickend, aus schuchternen Augen:„Ich muß jetzt gehen...“ „Kommst du mal wieder?“ fragte er, die Hände in den Hosentaschen, und er empfand plotzlich sein Alleinsein so sehr, so schmerzlich. „Aber wenn ou trinkst...?“ sagte unschlüssig das Kino und war stehengeblieben. „Und wenn ich nicht trinke, wie dann?“ „Dann vielleicht...“, rief sie und trippelte davon. Er sah ihr nach, und er stand noch immer oa, als sie sich längst aus dem Gräbergewirr gefunden hatte. Da nahm er schließlich seine Arbeit wieder auf. Am Abend, als er mit seiner Flasche zusammensaß, dachte er an das kleine Ilkädchen, an oas, was es gesagt, und schließlich auch an den Pfarrer. Aber am nächsten INorgen guckte trotz allem die Flasche aus seiner Jacke. Gegen Abend kam mit zaghaften Schritten das Mäochen. Es ging bis an den Rand der Grube und beugte sich mit ihrem schmalen Hals zu dem Totenaräber hinab. Er hielt in seiner Arbeit mnne, stützte sich auf seine Schaufel und sah zu ihr hinauf. Aber da gewahrte sie seine Flasche, und sie sagte mit ihrer piepsenden, hohen Stimme:„Ich gehe jetzt, du trinkst doch...“ „„Dor doch“, rief er aus der Grube,„die stebt noch von gestern da... wegen mir kannst on sie wegwerfen, ich mache mir gar nichts aus ihr..“ und er fügte hinen,„wenn du nur manchmal da bist.“ Da kam sie zurück Von dem Tag an versteckte er seine Flasche vor dem MNaochen, das jeden Abeno zu ihm berauskam und mit ihrer zaghaften, hohen(timme leise von ihrer Duppe erzählte, von der IUlntter, die viel weine, und dein Vater in der Ferne. les war alles rührseliges Zeugs, über das der Alte zu anderen Zeiten gelacht hätte, aber jetzt stand er dabei und wandte seinen Kopf ab, damit sie sein Gesicht nicht sehe. Es war ihm nicht ganz einerlei, was sie saate. leines Abends aber kam sie nicht, und der Alte trank eine halbe Flasche mehr. Und als das Mädchen am nächsten Taa noch immer nicht da war, machte er abends beim Heimweg einen Bogen und gina an dem Hause vorüber darin sie mit ihrer Mutter wohnte. Die Frau kam gerade mit einem Eimer aus dem Hause.„Da bist du ja, Krumbügel“, sagte sie,„die Kleine ist krank und sie redet von dir, immerzu... geh hinein“ Er trat in die niedrige Stube, und da lächelte d#### Kind in dem rotgemusterten Bert. Er setzte sich zu ihr und hielt ihre Hand. Da sagte sie auf emmal:„Du hast wieder getrunken, ich rieche es“, und sie wandte sich auf die andere Seite des Bettes. „Ee war doch nur, weil niemand bei mir war...“ sagte er. „Auch dann nicht...“, sagte sie und sah ihn an. Dann hustete sie laut und lange. „Kommst ou morgen wieder?“ fragte das Madchen, als er ging. Er nickte. Gie wurde nicht mehr gesund. Er ging Abend für Abeno zu ihr, saß an ihrem Bett und sah, wie das Husten arger und arger wurde. Er trank tagsuber nur wenig, und von Illittag an uberhaupt nicht. Aber manchmal roch sie es doch und dann war sie bose. Eines Abende war sie tot, und er fand sie starr in ihrem Bett liegen, die dürftigen Zopfe lagen auf der Decke, das Gesicht war still, wenn auch blaß und leicht beschattet, und dunn zeigten sich ihre Arme. Da trottete er nach Hause und grubelte über den Too der Kleinen, über sich, über die Welt. Und als er ging, um ein kleines Grab nicht weit von der Friedhofsmauer zu schaufeln, ließ er die Flasche zu Hause. Aber am Mittag, als die(Sonne herabbrannte, lief er heim und trank in der dämmrigen(tube drei tiefe Schluck. Dann steckte er die Fleische ein. Am späten Abeno gung er nochmal ins Totenhaus und deckte das Tuch von der Bahre. Es war dunkel, er sah nichts. Und er trat balo hinaus in die Iacht, tapste zur Frieohofsmauer und warf die Flasche, die er bei sich trug, in bohem Bogen die Boschung hinab. Er horte, wie sie zerschellte. Er trank am nächsten Tag nicht, auch am übernächsten nicht, er trank nie wieder. Aber am Ende der Woche fand ihn der Pfarrer lebles am Tisch in der kleinen(Ttube vor, genau wie zuvor hatte er den Kopf in die Arme gelegt, nur die Flasche fehlte. Da begrub man ihn in dem Grab, oas er in den letzten Tagen neben dem des kleinen IXaochens geschaufelt hatte. # ( ) Fa — # # □ 20 An der Elbbrücke bei Magdeburg Federzeichnung von Wilhelm Giese (Deike-Mater) Im aufsteigenden Gewitter Veronika Scheithauer brockt mit ihrer Tochter Himbeeren am steilen Hange. Die Sonne brennt am wolkenlosen Himmel und schüttet ihre Feuergusse über Täler und Berge. Im Grunde haben sie das Korn vor ein paar Tagen ge schnitten, und nun stehen die ströhernen Zelte allenthalben in langen Reihen auf den Stoppelfeldern. Hie und da zieht schon wieder ein Pflug seine braune Spur durch cas Land, das eben noch Halme trug, und wendet einen Streifen zwischen den Kornpuppen, damit der Bauer in den nächsten Tagen seine(#toppelruben aussäen kann, die bis zum Herbst noch dick und saftig werden sollen. Ja, hier im Gebirg ists karg; da wird dem Boden ebensowenig Ruhe gegonnt wie den Leuten, die sich jahraus jahrein rühren müssen und nur zwischen Weihnacht und Lichtmeß einen Winterschlaf halten. MNorgen aebt es ans Einfahren, aber heute steht das Getreide noch aufgebündelt, damit die Korner das letzte Tropflein Caft ausschwitzen und trocken werden wie (° taub und Stein. Illorgen muß eine jede Hand drun ten im Tale mit anpacken, da geht es mit Rechen und Gabel, mit Korb und Erntewagen hinaus. Ilkorgen dient alles einzig dem täglichen Brote: Männer, Weiber und Alte, Kinder und Halbwüchsige, alle werden auf den Feloern und im Stadel gebraucht, ob sie nun selber Gründe besitzen ooer nicht. Heute sind sie noch alle bei ihrer Ernte auf den Himbeerhalden am Berge. Auch die Scheitbauer=Veronika brockt seit dem frühen Illorgen mit ihrer Tochter, oer neunzehnjährigen Anna, auf der Halde. Unter einem Otterbeerenstrauche, der mit ziegelroten Dolden prunkt, haben sie ihre Tragkörbe stehen, ihre Eimer, und in einem der Korbe liegt ein Flaschlein Milch, ein Messer und ein dicker Keil Schwarzbrot. Gie pflücken ohne Unterlaß. Die Beeren sind in diesem trockenen Sommer klein geblieben, aber die Eimer sino so groß wie imer. Mitunter summt Anna ein Lieochen vor sich hin, und wenn ein Bursche ooer ein Illädchen vom höheren Hange oder von einem der anderen (Schläge übers Tal hin juchzt, richtet sie sich auf, beschattet ihre Augen mit der flachen Hand, um nach dem Aufer auszuspähen, und zuweilen aibt sie auch Antwort mit einem lanahinhallenden Juchschrei. Ihre Mlutter aber ist still. Nur selten wischt sie sich mit dem Aermel übers Gesicht und seufzt leise:„O weh, heiß ists!“ Es ist ihr heute ganz seltsam zumut. Irgendetwas drückt an ihrem Herzen und bohrt und frißt, aber sie kann nicht sagen, was es ist, denn sie weiß es nicht, obwohl sie unablässig oarüber nachgrübelt. Alles kommt ihr heute so eigentümlich bekannt vor, als habe sie es ganz genau so,(Schritt für(Schritt und Griff für Griff schon einmal erlebt, aber sie findet sich damit nicht zurecht, denn das Himbeerzupfen am(# teinhange in der prallen (Tonne erlebt sie ja Jahr für Jahr, seit der Zeit, da sie zur Schule gehen mußte. Der sonnenerhitzte Boden brennt ihre nackten Gohlen, ihre Finger sind rot von dem lauen Gafte der Beeren, die von Stunde zu(tunde warmer werden und zum Teil schon an den Standen gären. Ueber den fernsten Hügeln im Westen kriechen gewittrige Wolken hin, hinter den hohen Bergen im Osten steigen gefahrorohende Wolkenturme auf, über dem Abfall des Gebirges im(uden liegt ein dicker, schwüler Dunst. In der Höhe wölbt sich der Himmel überall klar und flimmernd blau, aber ein kaum merkliches Grollen geht um, dunkel murrend, als ob es aus der Erde komme. Ja, ja! Das alles war schon einmal so da, genau so, und ihr wird es so eng um die Brust und unsäglich schwül. Plotzlich fährt sie auf:„Hast gehört, Dirndel? Was ist denn das?“ Es ist ein hartes Hufetrappen undeutlich aus der Tiefe zu boren.„Was soll denn sein, Mutter?" „Reiter kommen, Dirndel, lus auf!“ Sie ist ganz erregt. Aber die Anna lacht:„Ach wober denn, MRutter! Ein Holzfuhrwerk fährt auf der Forststraße hin, sonst nichts.“ Ja, es ist wahr: ihre Tochter hat recht. Was ist ihr nur heute“. Diesen Laut der stampfenden und schnaubenden Tiere hat sie doch vieltausenomal gehört, und jetzt greift er ihr so aus Herz? Die Stunden gehen feurig über den Berg. Die Scheithauer=Veronika und ihre Tochter schütten ein 9Näßlein Himbeeren nach dem andern in den Eimer, der sich immer mehr mit den tiefroten Früchten füllt. Die Conne steyt steil überm Gebirge. Unzählige Blutstropfen hängen süß und rauschig duftend im Laub. Hundert Eimer stehen mit roten Beeren angefüllt an der Berglehne. Ueberall, vom Tale herauf bis zum Grat, bewegen sich dunkle Gestalten zwischen den(tanden und alle zapfen dem Berge sein warmes rotes Blut ab. Da fährt die Veronika wieder auf, voller Schrecken, deutet mit ausgestrecktem Arme ins Tal und ruft ihre Tochter ängstlich an:„Lus, Ranni, lus! Läuten tun sie!“ „Ja freilich, Mutter! sagt die Anna verwundert. Freilich läuten sie, weil Mittag ist!" Aber die Mutter läßt sich nicht beruhigen, und mit kenchendem Atem ruft sie:„Rein! Rein! Ueberall läuten sie, borch nur, und ganz wilo!“. Und plötzlich werden ihre Augen weiß und starr, und sie schreit:„Krieg ist!“ Dann wird sie ganz matt und schlaff und setzt sich, während ihre Tochter herzueilt, auf einen tischgroßen Abornstumpf, der silberfarbig und morsch noch an den mächtigen Wald mahnt, der vorzeiten an dieser Halde stand.„Bist krank, Mutter?“ fragt Anna besorgt, löst ihr das Gürtelband, nimmt ihr das Beerenkrüglein ab und kommt geschwind mit einem Stück Bret und der Milch zurück. Aber die Mutter will nichts davon wissen.„Laß gut sein, Dirndel!“ wehrt sie ab.„Ich muß gleich heim. Hörst on, wie sie Krieg läuter? Drüben, hinter den Bergen, schießen sie auch schon. Lus, wie es wuwert und kracht! Die Reiter sind auch schon gekommen, Krieg einsagen. Jeht werden sie gleich die Rösser in die(Schmiede bringen zum Beschlagen Allorgen müssen sie ausmarschieren! Hernach tun sie singen, und die Weiberleut plärren. Ja, Dirndel, das merkst dir: Die Mannsbilder singen, und die Weiberleut müssen weinen!“ Von JOHANNES LINKE Nein, die Illutter will keinen Schluck Milch trinken und keinen Bissen Brot essen, wie sehr ihr Anna auch zusetzt:„Komm, Dirndel, und tummel dich! Der Gaugerl, dei Vater halt, steht drunten in der Schmiede und muß Rösser beschlagen. Lauter Rösser bringen sie, alle soll er beschlagen. Wie soll er denn fertig werden, der arme Bursch? Und morgen muß er ausrucken, er ist doch Schwalangscher. Eine Ilkutter hat er ja mimmer, die ihm seine Sachen berrichten könnt, und die Schmiedin, o mein, o mein, die kummert sich um den Gesellen nicht; und außerdem hat sie ja selber keine Zeit! Illorgen muß er in den Krieg mein herzlieber Wolfgang, und hat kein frischgewaschenes Hemd und keine sauberen Göckel!“ Der Anna ist so angst und weh ums Herz, daß sie sich kaum zu helfen weiß. Die Mutter redet irr! Ach, wenn sie nur nicht stirbt! Sie hat ja niemanden auf der weiten Welt als ihre Mutter, keinen Vater, keine Geschwister! Immer wischt sie der Fiebernden die großen Schweißtropfen von der Stirn. „Geh herein, Gangerl, auf ein Stündchen in meine Kammer! flüstert Veronika und lächelt matt.„Es wird schon wieder licht draußen. Bist fertig mit den Rössern? Komm, deine Gachen sind schon gerichtet. Du mußt ja fert, heute noch in den Krieg! Geh herein zu mir!“ Müde und willenlos läßt sich die Mutter von ihrer Tochter in den Waldschatten führen. Anna läuft zu dem kleinen Bache, schwingt ihr weißes Kopftuch darin aus und legt es der Mlutter, die schon eingeschlafen ist, um Stirn und Schläfen. Dann setzt sie sich still zu ihr uno betet ein Vaterunser.„Es ist nur die Hitze, denkt sie, die fürchterliche Hitze.“ Da sie merkt, daß die Mutter ruhig atmet, fängt sie wieder an, Himbeeren in ihr Blechgefäß zu zupfen. Nach einer Stunde richtet sich auch ihre Mutter wieder auf. Sie ist noch etwas benommen, aber sie lebe wieder im heutigen Tage.„Hab ich geschlafen, Nauni?“ meint sie.„Ich hab wohl auch dummes Zeug dabergeredet. Es ist halt auch gar zu heiß, und die Hände sind ganz rot, wie von lauter Blut, ja Dirndel, da ist halt die Zei von vor zwanzig Jahren wieder mächtig geworden, wie ich so alt war, wie du jetzt bist. Wolfgang Echoberl hat er geheißen, und ein Schmiedgesell ist er gewesen, und alleweil lustig, und so gut schon! Heirnten haben wir halt nimmer können, weil er gleich am ersten Lag hat ausrücken müssen. Wie er ein paar Wochen in Frankreich drin gewesen ist, da ist er halt gefallen, der Wolfgang, was dein Vater ist.— Laß das Brocken jetzt sein, ich bin auch matt, uno morgen gehts ans Einfahren. Nur für die Geißen wollen wir noch einen Korb gutter berrichten.“ Dann schneiden die beiden Frauen leergepflückte Himbeerstanden ab und allerlei wuchernde rauter, die sie zusammenbinden und auf ihre Traakörbe schnüren. Dann bucken sie die Lasten auf den Rücken, nehmen die Eimer in die Hand und schreiten nachdenklich die steile Halde hinunter. Ringsum si die Gewitterwuchten an und rollen von allen Seiten her ins Gebirge. Wild. West. * 2 „Ich habe vier Trümpfe! „Und ich einen Revolver! „Dann hast du gewonnen! sich das Buch geben, blätterte darin und sagte schließlich verwundert, daß er nichts finde; alle(eiten des Buches waren leer.„Warum denn das?“ fragte er den„Lustigmacher", worauf Nelle erwioerte:„Der Reichstag hat ja nichts getan, deshalb konnte ich auch nichts aufschreiben!“—„Du bist ein kluger Narr“, sagte der Kaiser und gab oas Buch zurück. 89 1400— — #E " # Hofnarr und Reichstag. Als im Jahre 1613 zu Nürnberg ein Reichstag ibgehalten wurde, auf dem rein gar nichts zustande kam, trat###eile, der Hofnarr des Kaisers Mitthias, eines Tages init einem dicken Buch unter dem Arm vor seinen kaiserlichen Herrn. Auf die Frage des Kaisers, was in diesem Buche stünde, antwortete Nelle mit großem Ernst: „Dns sind die Akten des Reichstages!“ Der Kaiser ließ m Pa *—*** P 3:** „Ich habe oas Bild hierhin gesetzt, damit die Hühr. einen Gchreck bekommen!" Kreuzworträtsel. 12 1 113 15 20 □ 21 Bedentung der einzelnen Wörter: an von links nach rechts: 1 Dienstsiufe, 4 Insel im Mittelmeer, 7 männ liches Haustier, 8 Bewegungslosigkeit, 9 Gartenfrucht, 10 Huftier, 12(Ttadt in Bohmen, 14 Himmelsrichtung. 15 Teil des Weinstocks, 16 Kriegsgen 19 Unter haltungsstätte, 22 männlicher Vorname, 23 Gedanke, 21 berühinter Läufer, 25 Kuchnnerat, 26 Art der Ge ichmackseinstellung. 27 dönische Geloeinbeit, 28 mannlicher Vorname; b) von oben nach unten: 1. Witterungserscheinung, 2 Bewohner Afrikas, 3 unterste Fläche, 4 vorgebauter Teil des Hauses, 5 unwahre Aussage, 6 Teil der Getreidepflanze, 11 französischer Strom, 13 glatte Fläche, eichtes Kriegsschiff, 17 Ruderboot, 18 Teil der Wohnung, 19 Zielmittel, 20 sprachliche Eigentümlichkeit, 21 Insel in der Ostsee. Bilderrätsel. Auflösung der Rätsel aus der Unterhaltungsbeilage. Auflösung des Kreuzworträtsels: a) 1 Trave, 4 Rute, Erek, 9 Ire, 10 Beere, 12 Hof, 14 Kante, 16 Ratte, 18 Ala, 21 Gasse, 22 Ute, 23 Este, 24 Ewer, 25 (#tern:— b) 1 Trio, 2 Rurik, 3 Ate, 6 Reh, 7 Eros, 8 Kefir, 10 Bitte, 11 Knabe, 13 Klage, 15 Glas, 17 enter, 19 Ast, 20 Kern, 22 Uwe. Auflösuno des Bilderrätsels: Reibeisen. Amfierdfeuer Giganten des Waldes Die Douglassichte wird deutscher Nutzbaum Ein Versuch, der hundert Jahre dauerte Ein Viertel der deutschen Heimaterde, in Bayern sogar ein Drittel, ist mit Wald bedeckt. Fast die Hälfte davon wird von Kiefernbeständen eingenommen. Erst in weitem Abstand folgen Buchen, Fichten. Aborn. Eichen, Tannen. Birken. Erlen. Linden und die übrigen Baumarten. Drei Viertel des gesamten deutschen Hochwaldes bestehen aus Nadelhölzern, womit diese auch an wirtschaftlicher Bedeutung den Laubwald bei weitem übertreffen. Von der Wiege bis zum Sarg begleiten die Erzeugnisse des Waldes den Menschen durch das ganze Leben. Natürlich muß der alljährliche große Abgang an deutschen Edel= und Gebrauchshölzern in den Forst beständen wieder ersetzt werden. Dies geschieht entweder durch„Boschensetzen", wobei der Nachwuchs in Gestalt zarter, junger Pflänzchen dem Waldboden anvertraut wird, oder die Einführung neuer Baumarten. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang ein Versuch. der volle hundert Jahre in Anspruch genommen hat. In Vorvommern hat man 1838 ein Eremplar der ursprüng Aich nur in den Vereinigten Staaten heimischen Douglas#chte eingepilanzt und seine Entwicklung aufmerksam Verfolgt. Allmählich ist der Baum zu einem kerzen geraden, mächtigen Stamm herangewachsen, der anläßlich der Dendrologen=Tagung unlängst feierlich bekränzt wurde. Ihres hervorragenden Wachstums wegen, das durch den hundertjährigen Versuch nachgewiesen wurde. wird die Douglassichte nunmehr in den deutschen Wald aufgenommen und bald überall vertreten sein. Die Libanonzeder von Weinheim. Wo steht in Deutschland der älteste Baum? Diese Streitfrage beschäftigt immer wieder die Dendrologen aller Länder. Der Tagungsort selbst kann auf diesem Gebiet mit einem in Schönbrunn stehenden mächtigen Gingko. einer im Garten der Heilmittelschule am Rennweg befindlichen fast tausendjährigen Eibe und einer immerhin zweihundertfünfzig Jahre alten Robinie aufwarten. So sehenswert diese Baumriesen der Ostmark an sich sein mögen, werden sie doch an Alter und Größe von den Giganten des Altreiches bei weitem übertroffen. Da ist zunächst einmal die tausendjährige Dorflinde von Effelsteich, in deren Schatten zwanzig Generationen aufgewachsen sind. Sie bedeckt mit ihrem Geäst einen ganzen Wirtsgarten. Wohl der stärkste Baum im Reich ist die Wolframslinde am Haidstein im Bayrischen Wald. Ihr Stamm hat in Kniehöhe einen Amfang von 16 Meter und weist einen Hohlraum auf. der 16 Personen Platz bietet. In alter Zeit soll sogar. wie die Sage wissen will, im Innern des mächtigen Baumes ein— Webstuhl betrieben worden sein. Eine Höhe von 50 Meter hat eine zu Ebern im Haßgau in dichtbewaldetem Hügelgelände stehende riesige Tanne erreicht. deren Alter bei einem Durchmesser von 1.57 Meter und einem Umfang von 5 Meter in Brusthöhe auf 400 Jahre geschätzt wird. Wenn dieser Gigant, der vom Zahn der Zeit bereits bedenklich abgenagt worden ist und daher durch Ausmauerung einer gewaltigen Höhlung künstlich am Leben erhalten werden mußte. einmal durch die Axt oder einen Sturm zu Fall gebracht worden ist, wird man 45 Festmeter Holz daraus gewinnen können. Zwar kein Kind des deutschen Waldes, doch trotzdem ein einzigartiges Naturdenkmal. ist die Libanonzeder von Weinheim an der Bergstraße. Sie ist die größte ihrer Art in Deutschland, etwa 300 Jahre alt. 25 Meter hoch und überdeckt mit ihrem weitausgreifenden Geäst eine Fläche von nicht weniger als 325 Quadratmetern. Eiben halten den Altersrekord. In vielen Gegenden des Reiches findet man heute noch tausendjährige Eichen. Noch älter aber können Linden und Taxusbäume werden, von denen manche schon seit zweitausend Jahren im Heimatboden wurzeln. Sie alle werden jedoch an„Greisenhaftigkeit" von einigen Eiben im Teutoburger Wald übertroffen. deren Alter nicht einmal annähernd festgestellt werden kann. Jedenfalls waren sie schon längst erwachsen, als Hermann der Cherusker unter ihren Wipfeln die Römer schlug. Die Natur rechnet eben nicht wie der kurzlebige Mensch nach Jahren. sondern nach Jahrbunderten. So dauert es 100 bis 120 Jahre. bevor an eine Fichte oder Kiefer die Säge angesetzt werden kann. Noch länger. etwa 140 Jahre, muß man warten, bis ein Buchenbestand schlagreif geworden ist. Ein Eichenforst aber, der heute angelegt wird. kann erst vom Jahre 2095 an nutzbringend verwertet werden. Er benötigt nämlich volle 160 Jahre, bis die einzelnen Waldriesen„erwachsen“ sind. Besitzt man aber eine Bauschule mit frisch gepflanzten„Fournier=Eichen“, den kostbarsten deutschen Edelhölzern, so kann man bestenfalls in der zehnten Generation auf einen Ertrag hoffen, denn nicht weniger als 300 Jahre „Du hier. Martba?“ Erstaunt kam es von des Mannes Lippen, der durch die Tür des Gartenhauses trat. „Ja, ich suche Stille.“ „Die Einsamkeit betrügt uns. Ihre Stille kann gefährlich sein, aufdringlich, geschwätzig.“ Der Blick des Mannes ruhte forschend auf den Zügen der Frau, die nun ihre Lider hob und offen zu ihm aufsah. „Nur wer vor sich selber fliehen möchte, fürchtet sie. Warum aber meidest du den fröhlichen Kreis? Wenn meine Eltern ein Fest geben. ist dein Platz im Gesellschaftszimmer, doch nicht im Garten. Und wo ist deine Frau?“. Ein Vorwurf lag in diesen Worten, sie sah es ungern, daß er sie im Gartenhaus überrascht hatte. Aus den Fenstern des Hauses trug ein Windstoß Klänge einer Overettenmelodie beran. „Die Fröhlichkeit dort drin ist geschminkt. Ich fliehe die Unwahrheit und flüchte zu mir selbst, aber ich laufe im Kreis, weil ich zugleich Jäger und Wild bin. Was fragst du mich nach deiner Schwester? Hörst du sie nicht lachen und lustige Lieder singen?" Er schlug nach einer Biene, die summend sein Haupt umschwirrte. Die Frau sah lächelnd zu ihm empor.„Du siehst nur den Stachel und mißachtest den Honig, weil du satt bist!" „Nein, ich stehe mit leeren Händen vor meinem leeren Haus und bin bungrig. mehr als ich's jemals war.“ „Vielleicht kommst du nicht zu den Schätzen. weil du die Schlüssel gar nicht finden willst." Der Blick der Frau suchte die blaue Ferne, über der des Abends Goldglanz hing. „Du hast recht. Ich gebe mir keine Mühe, weil ich die Armut ahne, die hinter den Mauern lauert. Aber ich weiß von einem Sommerabend. so lind und süß wie der heutige, an dem ich das Glück heimholen wollte. Eine Frau ging an meiner Seite und trug einen Kranz im Haar. so bunt wie meine Hoffnungen und Träume. Wir folgten dem Tag. aber wir erreichten ihn nicht, denn diese Frau schickte mich zurück, wo die Nacht war ohne Sternenschein.“ Marthas Hände spielten unruhig mit der Gardine. „Sommerabende sind schwül und süß, und man glaubt am kühlen Morgen nicht mehr, daß sich am Abend goldener Scheidegruß mit blinkenden Hoffnungsflämmchen vermählten. Doch erinnere mich nicht an diesen Abend.“ Der Mann trat einen Schritt näher.„Dieser Abend hat über meine Zukunft entschieden, über mein Leben. das hätte eine einzige Seligkeit werden können, aber eine Wüste geworden ist.“ „Damals war bereits entschieden.“ „Nein. Mich banden nur Worte an deine Schwester. Diese Kette wäre mit Worten gesprengt worden. Du aber stießest mich zurück in einer Stunde. die das Blut zu den Schläsen trieb und die Seele zu tollkühnem Fluge rüstete.“ „Eben darum. Der Flügel erlahmt. und im gesenkten Flug erbleicht das Licht, das die Weite in Helle getaucht.“ „Wie leicht dir die Worte der Entschuldigung von den Livpen fließen! Genau so leicht wie damals die Worte deiner Ablehnung.“ Düster war sein Blick. fast seindselig. Aber ihm begegneten zwei klare Augen. in denen der Vorwurf stand, während die Lippen fragten: „Weißt du so genau, daß mir der Entschluß leicht geworden ist?" „Martha! War das Lüge an jenem Sommerabend?“ „Frage nicht danach!“ Sie stand auf und wollte zurück. „War deine Absage Lüge? Galt ich dir mehr, als du eingestandest?“ Er faßte ihre Arme bei den Handgelenken. und sein Blick bohrte sich in den ihren, daß sie nicht mehr loskam. „Ich muß es wissen. War es Lüge, daß du nichts für mich empfandest? Heute darfst du mir nicht ausweichen. wenn ich meine Ruhe wiederfinden soll. Dann will ich müssen ins Land geben, bevor die mächtigen Stämme in Schnittholz verwandelt werden können. Raubbau am Wald rächt sich, wie man heute in China und den Vereinigten Staaten sehen kann, wo ungeheute Ueberschwemmungen und Sandstürme das Land ver wüsten, nicht nur an der lebenden, sondern auch an vielen folgenden Generationen. Es ist jedoch in Deutschland dafür gesorgt, daß auch die kommenden Geschlechter einen edlen Waldbestand vorfinden. genau wie unsere Abnen einst pflanzten und hegten, was wir heute ernten und nutzbringend verwerten. deine Wege merden, dich nichts mehr fragen. Sage mir — die Wahrheit.“ Es gab kein Ausweichen mehr. Seine kaum gebändigte Glut strömte auf Martha über, daß sich ihre Wangen röteten:„Ja, es war Lüge.“ Ein froher Glanz trat in seine Augen, und es war. als ob er die Frau mit liebenden Armen umjangen wollte. Doch Martha hob abwehrend die Hand. „Bitte. du gabst dein Wort. Ich baue darauf. Laß mich nicht irr werden an dir.“ Er trat einen Schritt zurück, und sein Blick hing am Boden. Dann sagte er finster:„Und dafür ein Nichts statt der Fülle, dafür ein Bettler statt der Reichsten einer, dafür die Oede und nacktes. totes Gestein statt einer Blumenilur. Weib. weißt du. was das heißt!" Und Zorn stand in seinen Augen. „Du batest mich um die Wahrheit.“ „Du hättest schweigen müssen wie der Tod. Deine Wahrheit ist Gift. ist die Lüge meines Lebens.“ Er wandte sich zum Ausgang und sah zu den Fenstern emvor. aus denen ein lustiger Walzer klang. „Meine Wahrheit zeigt den Weg unserer Pflicht.“ Er lachte.„Pflicht! Das sprichst du so gelassen, als ob nicht zerschlagene Hoffnungen darin lägen und ein Leben ohne Sonne. Deine Pflicht wäre es gewesen, damals die Wahrheit zu sagen.“ Martha trat aus dem Dunkel zum Fenster, so daß sie der letzte Gruß der Sonne überflutete.„Deine Pflicht aber? Du hättest mich nicht fragen dürfen, sondern dein Herz.“ „Tat ich es nicht?“ Nun lächelte sie wieder und griff nach seiner Hand. „Wäre es erfüllt gewesen an mir, so wie ich es damals noch hätte wünschen dürfen, dann hätte es dir zugerufen so laut und zwingend, daß du nicht mit meiner Schwester hättest zum Altar schreiten können. Heute hast du nur eine Pflicht: dich nicht zu belügen, sondern den geraden Weg zu gehen, den dir die Ehre befiehlt.“ Der Kies des Weges knirschte. Ein junges Mädchen meldete:„Die gnädige Frau möchte heimfahren.“ „Ich komme sofort.“ In den Augen des Mannes blitzte es noch einmal auf. als er sagte:„Martha. nichts anderes haben wir uns zu geben?" Sie sah ihn kalt und abweisend an.„Frage nicht weiter. Ich mag nicht glauben, daß du an Schleichwege denkst.“ Da ging er mit leisem Gruß. langsam. als schleove er eine Last. Aber nach wenigen Schritten straffte sich seine Gestalt. und aufrecht ging er ins Haus. Martha blickte ihm mit zusammengepreßten Livven nach. Dann suchte ihr Blick die Ferne. über der bereits der Mond stand. Bald hatte er die Welt in silbernes Licht getaucht, daß sie eine ganz andere schien. Als ein neugieriger Strahl in den Wagen schien, fand er einen zärtlichen Ehemann. Da stahl er sich davon und blickte verstohlen in das Gartenhaus. Dort sah er Tränen auf Marthas Wangen. Die Kunde trug er dem Monde zu. Der verzog das Gesicht zu einem spöttischen Lächeln, sagte breit und behäbig:„So’ne Dummheit.“ Kniff das eine Auge zu und fragte in die Nacht hinein:„Wo ist nun Lüge? Und wo ist Wahrheit?" Nlicht zu einilisieren Schlafdecken scheinen ihnen gefährlich Anscheinend erfolglose Exverimente Alle Versuche der australischen Regierung. die Bewohner der Bentinck=Insel zu zivilisieren, sind, wie es heißt, fehlgeschlagen. Man hat sich daraufhin nunmehr entschlossen, das merkwürdige Eiland in der südöstlichen Ecke des Golfs von Carventaria an der Nordküste von Australien zum Naturschutzgebiet zu erklären. Damit sind die Eingeborenen unter staatliche Aussicht gestellt. Aber man will sie nicht bilden, man wird sie nicht mit Hygiene und Medikamenten behandeln, sondern sie in ihrer Lebensform ganz in Ruhe lassen. Sie laufen einsach weg Die Bentinck=Insel liegt abseits jeder Schiffahrtsroute. Das Eiland besteht aus Sandstein und ist mit dichtem Wald bestanden. Der Umfang beträgt etwa 60 Quadratmeilen. Im November 1802 wurde die Bentinck=Insel von dem Abenteurer und Kapitän Matthew Flinders entdeckt, der sie nach dem damaligen Gouverneur von Madras. Lord William Bentinck, taufte. Schon Flinders wurde darauf aufmerksam, daß die Bewohner der Insel ungewöhnlich scheu und furchtsam seien. Denn bei jeder Annäherung von Fremden un die Insel laufen die Bewohner in wildem Galopp davon und verstecken sich in dem dichten Busch, um dort zu bleiben, bis die„fremde Gejahr“ wieder verschwunden ist. Auch die primitivsten Errungenschaften fehlen Soweit man mit den Bewohnern der Bentinck=Insel auf einige Entfernung in Berührung kommen konnte, ergab sich, daß diese Menschen noch auf dem Niveau der Bewohner der Erde leben, die etwa zur Steinzeit Eurova oder Amerika bevölkert haben dürften. Selbst die einsachsten Errungenschaften unserer Zivilisation fehlen. Die Eingeborenen der Bentinck=Insel tragen überhaupt keine Kleider. Jahr für Jahr und zu jeder Jahreszeit laufen sie vollkommen nackt herum. Sie haben auch keine Häuser oder Hütten. sondern sie legen sich einfach zum Schlafen auf den Boden. Wenn während der heißen Jahreszeit die Mücken allzu zudringlich werden. häusen die Eingeborenen einjach trockenes Gras über sich. Die Mücken scheuen sich. in dieses Gewebe von Gras und Kräutern einzudringen. Ferner reiben die Bentinck=Leute den Körver mit Fett ein, um so gegen die Stiche besonders gefährlicher Insekten geschützt zu sein. Wenn man bedenkt, daß die Eingeborenen von Bentinck nicht einmal Küchengeräte haben, sondern alles roh verzehren oder höchstens leicht im Feuer angeröstet, wird man zugeben müssen, daß diese Leute wirklich zu den einfachsten und primitivsten Menschen des Erdballs gehören. Aber auf Speere verstehen sie sich Nicht einmal Kanus kennen die Bentinck=Leute. Sie bauen nur Flöße, auf denen sie sich ein Stück auf das Meer hinauswagen. Im übrigen aber besorgen sie ihren Fischfang gleich an der Küste. Die einzige Fertigkeit. über die sie verfügen, ist die Beherrschung des Speers. Die Sveere sind 1.80 bis 3.60 Meter lang und werden mit einer unwahrscheinlichen Sicherheit geschleudert. Die Spitzen sind entweder aus scharfen Knochen. aus irgendeinem besonderen festen Holz oder aus einem Stein hergestellt. Mit dem Speer sticht man die Fische im Wasser. erlegt aber auch kleines Wild. auf das man auf der Bentinck=Insel Jagd machen kann. Größere Wildarten leben hier nicht. Leben nur noch 500? Wenn man sonst auf irgendeiner Insel im Pazifik eine Verbindung mit den Eingeborenen herstellen wollte. dann bot man Decken. Zucker. Gebäck und Tabak an. Selbst die einfachsten Inselbewohner reagierten auf diese Geschenke vositiv. Nur die Einwohner von Bentinck wollen nichts davon wissen. Wenn man ihnen aus reinem Mitleid Schlafdecken für die kalte Jahreszeit anbot. d. h. am Ufer niederlegte und vielleicht noch ein wenig Zucker hinzugab,— dann konnte man diese Geschenke nach acht oder zehn Tagen noch genau so am Ufer liegen sehen, wie man sie hingelegt hatte. Die Bentinck=Leute empfinden also jede Annäherung der Weißen als eine ungeheure Gejahr. Man vermutet. daß in vergangenen Jahrhunderten(vielleicht vor der eigentlichen Entdeckung der Insel) die Eingeborenen schlechte Erfahrungen mit den Weißen gemacht haben. Eine genaue Uebersicht über die Kopfzahl der jetzigen Bewohner der Bentinck=Insel ist unter den geschilderten Umständen natürlich nicht zu erlangen. Doch man nimmt an, daß etwa 500 Eingeborene auf der Insel in der einfachen Art und Weise leben. die man ihnen auch belassen will. um eines Tages vielleicht doch mit den letzten Bentinck=Menschen in Fühlung zu kommen, um ihre Sprache und ihre Sitten genauer kennen zu lernen. als dies bis heute der Fall ist. Stizze von Otto Sättler. Die Lüge Was wile denn Irent? Kriminalroman von A. TOBOS 11. Fortsetzung. „Sie waren doch mit Mister Trent später wieder zusammen,“ meinte der Polizeipräsident.„Haben Sie ihn dann gefragt?“ „Das wollte ich tun.“ erwiderte Zeder,„wurde aber durch das erneute unverhoffte Auftauchen Armstrongs und Mister Gales vor dem Hause des Notars daran gehindert.“ „Ist die Auskunft. die Sie haben wollten, denn so wichtig?“ „Vielleicht ja. Sie kann natürlich auch unwesentlich sein.“ lächelte Zeder.„Mister Trent sagte nämlich zu mir auf der Wache, daß er zwar keine Katzen zu Hause hätte, denen er Futter bereitzustellen vergaß, wie Doktor Hanlon, aber auch er—. Damit brach er ab. Nun wollte ich gern erfahren, was für Tiere er in Pflege hat.“ Der Präsident sann still vor sich hin, und auch Zeder dachte eifrig nach. Plötzlich sprang der Inspektor so un vermutet auf, daß sein Vorgestzter ihn erstaunt ansah: war er doch nicht gewohnt, daß sein tüchtigster Beamter jemals die Ruhe verlor. „Und wenn noch so viele Hindernisse zu überwinden wären. Sir," beteuerte Zeder,„ich werde mein Ziel dennoch erreichen. So bin ich denn doch nicht auf den Kopf gefallen, daß ich mir nicht schon jetzt denken könnte. welche Rolle Mister Trent und dieser Armstrong wohl spielen. Von Mister Trent bin ich überzeugt, daß er ein ehrlicher Mann ist. Armstrong dagegen scheint mir ein windiger Bursche zu sein. Alle Vorfälle aber, das ist mir jetzt schon klar. hängen mit der Angelegenheit zusammen, die sich vor einem Jahr in Indien abspielte und bei der verschiedene Freunde Mister Gales spurlos verschwanden. Darf ich mich darauf verlassen. Sir, daß Sie mir den Rücken decken werden?" „Wie immer, mein lieber Zeder!" erwiderte der Präsident und verabschiedete den Inspektor freundlich. Sechstes Kavitel. „Geh aus dem Weg. du blöder Hund!" Der brutal aussehende Kerl. der nicht ganz fest auf den Beinen zu sein schien, versetzte dem ihm im Wege stehenden Mann in Anstaltskleidung einen so heitigen Stoß, daß er zu Boden flog. Wüste Schimpsworte vor sich hinbrummend. ging der Grobian auf das Gebäude zu. das mitten im Garten lag. der von hohen Mauern umgeben war. Auf dem Korridor begegnete er verschiedenen Wärtern und Wärterinnen, die alle über außergewöhnliche Körverkräfte zu verfügen schienen. Dem Betrunkenen wurden anzügliche Bemerkungen nach gerufen, als er so über den Flur torkelte. Die gemeinen Antworten, die er gab, waren von einem rohen Lachen begleitet. Ohne anzuklopsen, riß er eine Tür am Ende des Korridors auf und stolverte in das Zimmer.„Alles in Ordnung. lieber Freund!" gröblte er und wart sich auf einen Stuhl. daß dieser in allen Fugen krachte. Die Luft in dem Raum füllte sich mit dem Alkoholgeruch. der von dem Manne ausströmte. Der Angeredete wandte sich an seinem Schreibtisch= sessel halb um und legte den Federhalter aus der Hand. Abschätzend musterte er den Betrunkenen, dann stand er langsam auf und ging auf ihn zu. Dicht vor ihm blieb er stehen. Georg Bradshaw, so hieß der Betrunkene, hatte ein gemeines und brutales Aussehen. Breitschultrig und von riesiger Gestalt, verfügte er über Kräfte. die von allen seinen in der Irrenanstalt des Doktor Hanlon be schäftigten Kollegen gefürchtet wurden. Da er überdies auch noch jähzornig war. so ging jedermann ihm lieber aus dem Wege. als daß er sich mit dem groben Kerl eingelassen hätte. Nun allerdings, als er merkte, daß seine joviale Anrede nicht versing. verlor sein Gesicht die herausfordernde Miene und war fast unterwürfig auf den vor ihm stehenden Assistenten des Gelehrten und Leiter der Anstalt. Doktor Herbert Doakes. gerichtet. Er schien nichts Gutes zu ahnen, und richtig: die Methode. die er selber nur zu gern anwandte, erwies sich auch an ihm als Beruhigungsmittel. Ein Faustschlag. so über raschend schnell ausgeführt, daß er nicht mehr ausweicher konnte, traf sein Kinn. und mit einem Aufstöhnen kivpter vom Stuhl. Doktor Herbert Doakes ging an die Tür und öffnete diese weit. Nur eine Handbewegung machte er zu dem am Boden Liegenden, der daraufbir wie ein verprügelter Hund davonschlich. Der Assisten arzt warf ihm einen geringschätzigen Blick nach, dan wischte er vor Ekel die Hand an seinem weißen Kitte ab. Einige Minuten später verließ er das Zimmer und rief einen in der Nähe befindlichen Wärter zu sich heran. Er begann die gewohnte Nachmittagsstunde bei seiner Patienten. Nur Leichtkranke lagen in dem unteren Stockwer! Die schweren Fälle waren in der zweiten und dritten Etage der Anstalt untergebracht. Der Doktor schien das volle Vertrauen seiner Pflegebefohlenen zu besitzen, denn überall wurde er mit einer gewissen Freundlichkeit begrüßt. Geduldig hörte er sich die Klagen und Beschwerden seiner Kranken an und hatte für jeden einen Rat. Wie er so langsam durch die Zimmer ging, wirkte er recht ansehnlich. Das machte seine Hagerkeit, die ihn größer erscheinen ließ. als er in Wirklichkeit war. Selbst sein Gesicht schien in die Länge gezogen, doch ein genauer Beobachter hätte feststellen können, daß es nicht anders war als das eines Durchschnittsmenschen. Vorbin, als er den Oberwärter Bradshaw bestrafte, hatte er allerdings kein sehr freundliches Gesicht gemacht. Es war beinahe noch brutaler gewesen als das des Wärters. Jetzt aber hatte es sein natürliches Aussehen wieder angenommen und drückte Güte und Milde aus. In den oberen Stationen schlossen sich dem Arzt noch zwei Wärter an, da es zu gefährlich war. allein die Räume der Kranken zu betreten, die in ihrer Umnachtung jeden Augenblick zu einem Angriff bereit waren. Als die Tür zu dem ersten Einzelzimmer aufgeschlossen war und Doktor Doakes eintrat, richtete sich der dort untergebrachte Geisteskranke langsam auf. Tastend und mit schleichenden Bewegungen kam er auf den Arzt zu. indem er seine Füße mit den Zehen zuerst auf den Fußboden setzte, während seine Arme gleichzeitig mit weit gespreizten Händen in die Luft griffen, als versuchten sie, irgend einen in seiner Einbildung existierenden Gegenstand zu ergreifen. Speichel floß ihm aus dem Munde und seine Zähne schlugen leise auseinander. Die Lider waren zu kleinen Schlitzen zusammengezogen. durch die sein Blick in die Augen des Arztes bohrte. Dieser blieb ruhig stehen und wartete auf den Kranken. Es war einer der weniger gefährlichen, wenngleich er manchmal unverhofft über die Wärter herfiel. Er war früher ein bekannter Borer gewesen, der sich durch einen unglücklichen Sturz im Ring eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Es war übrigens einer von den interessanten Fällen des Doktors, der fest behauptete, es sei unmöglich, daß ein Mensch durch eine Gehirnerschütterung irrsinnig werden könnte. Seinen Bemübungen gelang es dann auch. über die Familie des Kranken Erkundigungen einzuziehen, wobei sich heraus stellte, daß tatsächlich Geisteskrankheit bei den Großeltern vorhanden gewesen war. Begütigend sprach er auf den Unglücklichen ein. nachdem zwei Wärter unauffällig neben ihn getreten waren, fühlte ihm den Puls und hob ihm dann die Augenlider. Er ging mit dem Mann so selbstverständlich und ruhig um. als hätte er mit einem normalen Menschen zu tun. Zufrieden nickend verließ er das Zimmer. Nachdem er noch die andeten Kranken auf diesem Stockwerk untersucht hatte. schickte er einen der Wärter fort mit der Weisung. Georg Bradshaw zu holen. Er brauchte diesen jetzt, da die Kranken sich an ihre Pfleger gewöhnt hatten und ruhig blieben, wenn sie ein ihnen bekanntes Gesicht sahen. Bradshaw kam brummend hinter seinen Kollegen ber und ging dann mit dem Doktor allein weiter in das oberste Stockwerk. Hier waren die Türen mit schweren Schlössern gesichert, zu denen nur Bradshaw die Schlüssel besaß. Bevor er aber die erste Tür öffnete, schlich er auf einen Wink des Arztes noch einmal nach der Trevve und horchte nach unten. Als er zurückkam, murmelte er: „Es kommt keiner hinter uns her, sie sind wieder nach unten gegangen. Was soll heute mit den Jungens geschehen?“ „Wir wollen nur einen Blick hineinwerfen,“ erwiderte Doakes leise, sonst aber lassen wir sie in Ruhe. Wir müssen sehr vorsichtig sein, denn es sind unsere gefährlichsten Kranken.“ Bradshaw lächelte zynisch vor sich hin und hantierte an dem ersten Schloß. Nachdem er schließlich noch einen starken Riegel zurückgeschoben hatte, öffnete er behutsam die Tür und drängte seinen Körver langsam in die Zelle. Mit barscher Stimme drohte er:„Halte Ruhe. mein Junge, sonst bekommst du eine Tracht Prügel, die besser ausfallen wird als das letzte Mal.“ Nach einem rohen Auflachen ließ er auch den Doktor eintreten. Die ganze Einrichtung des Raumes bestand nur aus einem Metallbett, dessen Füße in den Boden eingelassen waren. Das kleine schmale Fenster, das sich fast unter der Decke befand, war stark vergittert. Auf dem Bett lag lang ausgestreckt ein nur mit einer Hose bekleideter Mann. Er warf einen einzigen Blick auf die Eintretenden, dann wandte er sein Gesicht der Wand zu und schloß die Augen. Sein nackter Oberkörver war abgemagert, überall traten die Rivven hervor. Die Arme waren so dünn. als ob sie nur aus Haut und Knochen beständen. Merkwürdig waren lediglich die Sehnen, die verrieten, daß der Mann in gesunden Tagen über große Kräfte verfügt haben mußte. „Haben Sie irgendwelche Wünsche?“ fragte der Doktor. bekam aber keine Antwort. Mit einer Handbewegung hielt er Bradshaw ab, der Anstalten machte, über den Verstockten herzufallen, worauf der Wärter brummend zurücktrat und hinter Doakes den Raum verließ. Noch zwei andere Zellen schloß Bradshaw auf. und in beiden wiederholten sich die Vorgänge wie bei dem ersten Kranken. Keiner der eingesverrten Männer gab eine Antwort. Der eine von ihnen warf lediglich einen haßerfüllten Blick ans die beiden Besucher, sonst benahm er sich genau so wie seine Leidensgejährten. (Fortsetzung folgt) * F ü r d a s j u n s e O o l l e 1 MIIE Hgrtall seltifeg#un e i cn## ee M Was man vom Jugendherbergswerk wissen muß Jährlich amt Millionen Uebernachtungen.— Der„Schulpfennig“ hilft bauen. Es gibt kein deutsches Mädchen und keinen deutschen Jungen, die in den Jahren seit 1933 mit dem deutschen Jugendherbergswerk nicht nahe Bekanntschaft gemacht haben. Aber doch wissen die Erwachsenen immer noch zu wenig von diesem schönsten Werk des deutschen Volkes. das der jungen Nation geschenkt ist. Und noch weniger wissen sie von der großen wirtschaftlichen Bedeutung, die dieses Werk neben der großen kulturellen Aufgabe erfüllt. Das Jugendherbergswerk. an dessen Spitze die Dienststelle des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen in Berlin steht, besitzt heute rund 2000 Häuser in. allen Gauen des deutschen Vaterlandes, die auf die 21 Landesverbände so verteilt sind. daß möglichst in Abständen von 30 Kilometer die nächste Jugendherberge zu finden ist. Der Zweck ist offensichtlich: Es soll der Wanderer in einer bequemen Tagefahrt die nächste Raststätte erreichen können. Acht Millionen Uebernachtungen wurden in diesen rund 2000 Häusern im letzten Jahr gezählt. Die Jugendherbergen sind in drei Klassen eingeteilt, die Klasse A, die jene Häuser umfaßt, die bis zu 6000 Uebernachtungen im Jahre möglich machen, die Klasse B. die über 18000 Uebernachtungen im Jahre zählt und die Klasse C, die über 18000 Uebernachtungen aufweist. Von diesen großen Häusern der Klasse C bestehen etwa 50 im Deutschen Reich. Die in den letzten Jahren gebauten Häuser gehören fast alle zu dieser größeren Klasse C. Im Durchschnitt kostet ein solches Haus der Klasse C rund 100000 Mark. Man sieht also schon an diesen Ziffern, welches erhebliche Vermögen in den deutschen Jugendherbergen investiert ist. Jungen und Mädchen beköstigen sich entweder in diesen Jugendherbergen selbst— es steht zu diesem Zweck die Selbstkocherküche zur Verfügung—, zum großen Teil werden sie aber zu erschwinglichen kleinen Preisen von den Herbergseltern verpflegt, denen in den großen Häusern zahlreiche Helfer und Helferinnen für diese Arbeit zur Verfügung stehen. Bei der Gesamtzahl von rund acht Millionen Uebernachtungen kann man sich selbst überschlagen, welche unübersehbare Mengen von Lebensmitteln zur Beköstigung der jungen Gäste beschafft werden müssen, und wie eine Jugendherberge in die Wirtschaft einer kleinen Gemeinde eingreift. Die Finanzierung des deutschen Jugendherbergswerks, über die Obergebietsführer Rodatz in der Zeitschrift„Jugend und Heimat“ berichtet, stützt sich in der Hauptsache auf die Mitgliedsbeiträge und den sogenannten Schulpfennig. Mitgliedsbeitragspflichtig ist jeder, der die Jugendherberge benutzen will, denn er muß Mitglied des Reichsverbandes der Deutschen Jugendherbergen sein. Es zahlen Erwachsene über 20 Jahre 4.— Mark Jahresbeitrag, HI.=Angehörige bis zum 20. Lebensjahr auf den sogenannten Bleibenausweis 50 Pfg. und alle anderen Jugendlichen 2 Mk. Jugendgruppen, wie sie die Einheiten der HJ. darstellen, entrichten einen gemeinsamen Jahresbeitrag in Höhe von 5.— Mk. Außerdem zahlen jeder deutsche Junge und jedes deutsche Mädchen im Monat 1 Pfg., den sogenannten Schulpfennig, als Zeichen ihrer Verbundenheit mit dem Jugendherbergswerk. Merkwürdigkeiten von der Saar. Bei Blieskastel findet man ein bemerkenswertes Denkmal aus germanischer Zeit. Es ist der Gollenstein, ein spindelförmiger 75 Meter hoher Stein, der vermutlich dem Sonnenkult und der Sonnenbeobachtung diente. Der Schloßberg von Homburg im Saargebiet birgt in seinem Innern große Sandsteinhöhlen, die sich auf drei Stockwerke verteilen und eine Gesamtlänge von etwa fünf Kilometer haben. In der Franzosenzeit des 17. Jahrhunderts wurden diese durch Auswaschung entstandenen Höhlen erweitert und zu Verteidigungszwecken ausgenutzt. In Neukirchen, einem Hauptorte der saarländischen Eisenindustrie, hat die Eisenverarbeitung eine fast 700jährige Geschichte. Schon die älteste vorhandene Urkunde über das Dorf. die aus dem Jahre 1281 stammt, beschäftigt sich damit. Wieder eine neue Jugendherberge. In Demmin in Pommern erhielt die dort errichtete neue Jugendherberge den Ehrennamen„GenetalLudendorff=Jugendherberge“. Weit über 100 Gäste können hier täglich Aufnahme finden. Ihrer ganzen Lage in der Landschaft und ihrer baulichen Ausgestaltung nach ist diese neue Jugendherberge eine der schönsten im ganzen Reich. Unsere Bilder— eine Außenaufnahme und ein Blick auf die gemütliche Kaminecke im Tagesraum— bestätigen diesen Eindruck.(Ehlert— M 12]). Der„Schwager“ von heute. Trara, trara- die Post ist da! Wir erzählen euch von den Postautos.— Mittler swischen Stadt und Land. Wir haben erst in den letzten Wochen gehört, daß die Deutsche Reichspost dazu übergehen wird. die alten schönen Postkutschen wieder fahren zu lassen. Das ist aun beileibe keine Maßnahme zur Förderung des Vierjahresplanes, wie Miesmacher glauben machen wollen, sondern das hat seinen einfachen und einleuchtenden Grund. Wir wissen, daß viele deutsche Landschaften so viele Schönheiten bergen, daß sie nicht voll genossen werden, wenn man in schneller Fahrt im Auto hindurchflitzt. Wie oft kann man es erleben. daß einer sagt:„Ach. hier müßte man ein bißchen anhalten oder wenigstens langsamer fahren!" Diese Freude kann ihm so ein Autobuschauffeur nicht machen, weil er ja seinen Fahrplan einhalten muß. Dafür gibt es jetzt aber wieder die Postkutsche, die in gemütlichem Zuckeltrab nach der Väter Art durch die Landschaft fährt und dem Auge Zeit läßt, alle Schönheiten zu studieren und zu genießen Darüber werden wir nun aber die Postautos nicht vergessen, die ja heute die Hauptaufgabe der alten Postkutschen zu erfüllen haben. Der Omnisbus= chauffeur ist der„Schwager“ von heute. Denn „Schwager“ wurde früher der Postkutscher weit und breit genannt. Die Postkutschen von damals erreichten langst nicht alle abgelegeneren Dörfer. und so war es eft eine beschwerliche Angelegenheit, wenn man einmal den nächsten größeren Ort besuchen wollte odr mugte. Da hat die Reichspost eingegrissen, als sie sich der abgelegenen Dörfer annahm und große und kleinere Postomnibusse einsetzte, die den Anschluß an die große Welt vermittelten. Ueberall sausen heute die Kraftomnibusse durch das deutsche Land. und das ist entschieden eine seine Sache. Man kann nun ganz bequem die Stadt erreichen und dort seine Einkäufe tätigen. Man kann mal gelegentlich das Theater besuchen und einer Kinovorstellung beiwohnen. Die Verwandten in der Stadt kommen nun auch einmal öfter. da ihnen die Fußwege— die allerdings auch einiges für sich haben— erspart bleiben. Das Peirschenknallen ist freilich verstummt, und an Stelle des Posthorns blökt die Hupe durch das weite Land Auch mit der alten Gemütlichkeit ging es zu Ende. die Zeit ist knapp geworden im Zeitalter der Technik, und wenn man heute in flottem Tempo über die Landstraße und von Dorj zu Dorf saust, so ist das eben nur eine ganz selbstverständliche und zeitgemäße Angelegenheit. Morgens, wenn das Dorf erwacht, dann geht der Postchauffeur dem Ende des Dorses zu, wo die Garage steht. in der der gigantische Omnibus seine wohlverdiente Nachtruhe hielt. Bald geht ein Zittern und Schüttern durch den großen Wagen. Dumpft brummt der Motor. und dann schiebt sich der Omnibus rückwärts aus der Garage heraus. Der Fahrer hat die Maschine noch einer gründlichen Durchsicht unterzogen, und dann geht es ad. zur Postagentur, wo die erste Reise gestartet werden soll. Dort stehen schon die Fahrgäste bereit Flugs steigen sie in den Wagen, ein grelles Hupensignal hallt durch die morgendliche Straße, und schon rollt der Riese los zur nächsten Haltestelle. Auch hier wartet man bereits auf den Omnidus. auf das Postauto, wie man einfach sagt. und nachdem der Fahrer abkasstert hat, beginnt unter munterem Gehupe die große Reise. Beim nächsten Dorf wird die Fahrt erst einmal unterbrochen. Passanten steigen zu, bezahlen ihr Fahrgeld. und so geht das weiter, bis die Fahrt schließlich in der Stadt gestoppt wird. Gegen Mittag wird dann die Rückfahrt angetreten, und inzwischen darf der Fahrer so allerlei Fracht im Innern seines Wagens oder auf dem Verdeck verstauen. Das Postauto befördert ja nicht nur Fahrgäste. sondern auch gelegentlich Pakete und sonstige Poststücke Früher brachte es auch die tägliche Post vom Dorf zur Stadt und umgekehrt. Heute, da die Landpost motorisiert wurde, wird dieser Dienst von den kleineren und schnelleren Paketautos übernommen, die am allgemeinen zweimal am Tage ihre Runde machen. Wieder auf die Endstation angekommen, leistet sich der Fahrer meist eine kurze Mittagspause, aber dann beginnt der Dienst von neuem, und wenig später wird die zweite Tour gestartet. Am Abend. wenn die Heimfahrt beginnt, leuchten schon die vielen Lichter über der Stadt. und wenn das Postauto das freie Feld erreicht hat, fällt weithin der Lichtkegel der starken Scheinwerfer. Der Fahrer findet auch bei schwärzester Finsternis seinen Weg. Der letzte Fahrgast verläßt auf der dörflichen Endstation den Wagen. und nun steuert der Fahrer den Wagen zur Garage. Ein Schlüssel dreht im Schloß. und der Fahrer geht zum Dorf zurück. Vielleicht hockt er noch eine Stunde im ländlichen Gasthof. Vielleicht besucht er noch Bekannte im Dorf. Bis er sich zur Rube legt, der Fahrer, der im Dorf ebenso beliebt ist, wie es in den vergangenen Jahren der Schwager war. Am nächsten Morgen kündet dann die Hupe den Beoinn der neuen Tagesreise. NIEIN GARTEN• Ratgeber für Obst- und Gemüsebau, Blumenpflege und Kleintierzucht Sliichmen Ammmmmmammmmmmmmmmmmemmmmmmmmammmnummmamnmtenin um.inmmmmmmummnmgmnnnnggungr- Ammmm Lilien und Rhododendron Bei keiner Gartenpflanze erlebt man so leicht Ent täuschungen wie bei den Lilien. Das ist merkwürdig weil gerade sie durch ihr gleichmäßiges Wachsen und Blühen an Standorten, die ihnen zusagen, den Eindruck der Anspruchslosigkeit machen. So sind auch wirklich anspruchslos in bezug aus Pflege. aber um so empfindlicher gegenüber Bodeneigenschaften. Die Beob achtungen, die in dieser Richtung gemacht wurden. er gaben eine deutliche Verwandtschaft der Lilien mit den Alvenrosen. Sie fühlen sich in derselben Boden art wohl wie diese. Rhododendron werden gern als Moorbeetpflanzen bezeichnet, sind es aber gar nicht. Sie halten zwar im Moor lange aus. aber mit seiner Armut an Mine ralien sind sie keineswegs einverstanden. Am besten gedeihen sie in frischem, sauerstoffhaltigen Waldhumusboden, der keinen tätigen Kalk enthält. Es ist zwar möglich. Rbododendron auf Kalkunterlage einzubürgern. aber das Bodenwasser und die volle Pflanztiefe muß kalkfrei sein. Genau so wollen es die Lilien haben. Beide Pflanzenarten sind sich auch einig in ihrer Abneigung gegen chemische Düngesalze. Ebenso wie Rhododendron vertragen Lilien die schnelle Erwärmung der Erde in unmittelbarer Nähe ihrer Wurzeln nicht. Dem sind sie in leichtem Sandboden am meisten ausgesetzt. Wer ihn in seinem Gar ten hat. muß die Stellen für beide Pflanzenarten also sachgemäß verbessern. Als gute Mischung wird dafür empfohlen ein Drittel Lehm. ein Drittel Torimull. ein Sechstel Kubdung und ein Sechstel verrottetes Laub. Ebenlo ungeeignet wie ganz leichter ist schwerer Boden. Zu Hause sind die Lilien auf sanften Berghängen und Wiesen. an Waldrändern und in lichten Waldungen. Von Natur nicht frischer Boden ist mit grobfaserigem Torimull oder welkem Kartoffelkraut zu bedecken. Außerdem ist es gut. Lilien so zu pflanzen, daß sie in den Mittagsstunden von Bäumen beschattet werden. Fast alle Arten wachsen im Halbschatten gut. Die Luftfeuchtigkeit, die diese Pflanzen lieben, künstlich zu erzeugen, ist freilich kaum möglich. In dem Wurzelfilz, der sich in geschlossenen Staudenbeeten im Laufe der Jahre bildet, können sich die Lilien nicht behaupten. Auch stark wachsende Sträucher dürfen nicht in der Näbe der Pflanzstellen stehen. weil ihre Wurzeln sich bald in dem verbesserten Boden auf Kosten der Lilien breitmachen würden. In Rhododendrongruppen halten sich die Lilien so lange gut. wie die Wurzeln der Sträucher ihnen noch genügend Platz lassen. Da diese flach streichen. die Zwiebeln aber tief liegen, stören sich beide nicht gleich. Infolge ihrer Neubildung am Stengel heben sich die Lilienzwiebeln allmählich. Es ware verkehrt. immer gleich durch Verpflanzen die alte Pflanztiefe wiederberstellen zu wollen. Es ist aber gut. die Pilanzen mit der beschriebenen Erdmischung zu beschütten damit die Zwiebeln kühl genug liegen. Stalldung bringt Fäulnisgefahr und zieht Ungezieser an. Trotz= dem sind die Lilien nicht unbedingt düngerschen. In den Wochen des ünvigen Wachstums kann man ihnen sogar dünne Jauche geben. Zu Beginn der heißen Zeit. etwa Anfang Juni. wenn sie in vollem Wachsen sind ist es angebracht, die Lilien einmal gründlich zu wässern. * Verpflanzen vor dem Laubfall Am sichersten verpflanzt man Laubgehölze während der Rubezeit, zu der sie der Winter zwingt. Ihren Eintritt zeigt der Blattfall an. In Ausnahmefällen kann man aber auch im Sommer solche Pflanzen verletzen, man muß dann nur einen künstlichen Laubfall herbeiführen, indem man alle Blätter von den Stielen abschneidet. Die Stiele müssen stehenbleiben zum Schutze der Knospenanlagen. Ein so vorbereiteter Strauch oder Baum treibt dann von neuem aus und vermag so die Atmungs= und Verdunstungsfläche der Blätter immer im Gleichgewicht mit dem Aufnahmevermögen der Wurzeln zu halten. Natürlich muß er in der ersten Zeit sorgfältig überwacht und reichlich mit Wasser versorgt werden. Je mehr es auf den Herbst zugeht. um so weniger ist es nötig. alle Blätter zu entfernen. Immerhin wird man sich bei Obstbäumen und anderen größeren Holzocwächsen zu solchem Eingrisi in ihr Leden nur Edelrosen aus eigenen Veredlungen Sonntagsarbeit für den Gartenbaitler. Rosen zu besitzen, die man selbst aus Veredlungen heranzog. hat für viele Rosenfreunde einen besonderen Reiz. Bis in den September hinein können wir uns wieder dieser Arbeit widmen, die uns vom bloßen Betrachten der Pflanzenschönheit zur Beobachtung der Lebensvorgänge führt. Zaghaft machen wir den ersten Versuch, aber zugleich entschlossen, uns durch keinen Mißerfolg entmutigen zu lassen. (Deutscher Provinz=Verlag— M.) Von den beiden Arten der Rosenveredlung ist jetzt das Okulieren auf das schlafende Auge zeitgemäß, während vom März bis Juni auf das treibende Auge okuliert wird. Der Rosenwildling. der veredett wer den soll. muß im vorigen Jahr gepflanzt und gut angewachsen sein. Für die Arbeit wählt man möglichst seuchte Tage, damit sich die Rinde leicht löst. Ueberflüssige Triebe am Wildling schneiden wir mindestens acht bis zehn Tage vor dem Veredeln weg. damit aller Saft dem veredelten Zweig zuströmt. Zu Edelaugen eignen sich am besten dicke Knospen an abgeblühten Trieben. Will man eine Buschrose haben. setzt man das Edelauge dicht über der obersten Wurzel ein, dem sogenannten Wurzelhals. Soll es eine Hochstammrose werden. sucht man einen kräftigen stammartigen Trieb aus und okuliert an seinem oberen Ende. Mit einem scharfen Taschenmesser oder einem Okuliermesser macht man an einer oder bei Hochstämmen besser an zwei glatten Stellen einen T=förmigen Schnitt. schlägt die frei werdenden Rindenecken vorsichtig zurück und schicbt das Edelauge so tief dabinter, daß seine obere Kante an dem oberen Querschnitt liegt. Die Edelaugen schneidet man von gesunden, kräftigen Trieben einer Edelrose. Die Blätter werden vorher entfernt, doch von den Blattstielen läßt man genug stehen, um die Augen bequem daran halten zu können. Zum Schluß wird die Veredlungsstelle von oben nach unten gleichmäßig mit Bast umwickelt. Darüber kann man noch Baumwachs streichen. Das Ange mit seinem Stielstummel muß natürlich frei bleiben. Ist dieser nach zwei bis drei Wochen abgefallen oder lost er sich bei leiser Berübrung und ist das Auge angeschwollen und von frischer Farbe, dann wächst es an. Den Verband entfernen wir nach fünf bis sochs Wochen. Das darf man nicht vergessen. weil die schon angewachsene Beredlung sonst durch Abschnürung wieder abstirbt. Die Wildtriebe nimmt man erst mit dem Laubfall weg. Dabei läßt man über dem Edeltrieb einen zehn Zentimeter langen Zavien stehen, um den Edeltrieb im nächsten Jahre daran hochbinden zu können. Verpflanzt dürfen solche eben veredelten Rosen nicht werden. Diese Störung könnte dem jungen Edelauge das Leben kosten. Auf gleiche Weise kann man im Juli und August auch Acpfel= und Birnwildlinge. Kirichen und Pilaumen. Goldjohannisbeeren und Flieder veredein. Die Goldjahannisbeere dient als Unterlage zur Stachelund Johannisbeeren, die als Kronenbäumchen aczogen werden sollen. in besonderen Zwangslagen entschließen, zum Beispiel bei unerwarteter Räumung von Pachtgärten. beim Wechsel von Dienstwohnungen usw. Ohne Sorge kann man dagegen im September Himbeeren mit dem Laub verpflanzen, wenn man ihnen in der Folge reichliche Feuchtigkeit im Boden gewähren kann. Es empfiehlt sich, hier die ältesten. nicht mehr sehr lebenskräftigen Blätter zu entsernen, damit die Pflanzen nur die frischen, lebhaft arbeitenden zu ernähren brauchen. * Kein taunasses Futter Wenn die Nächte wieder kühler werden. ist das Grünfutter der Wiesen und Gartenbeete morgens stark betaut, und bei regnerischem Wetter wird es oft den ganzen Tag nicht trocken. Solch jeucht geschnittenes Futter kann unserem Kleinvieh gefährlich werden. namentlich für Ziegen ist es gesundheitsschädlich Fressen sie auf der Weide einmal etwas nasses Grün. geht es oft ohne Schaden ab. obwohl sie auch dagegen empfindlich sind. aber im Stall sollte man solches Futter nie verwenden. Die Gesundheitsstörungen, die dadurch entsteben. machen sich zunächst im Sinken des Milchertrages bemerkbar. und bei empfindlichen Tieren kann die Milch ganz versiegen, wenn sie öfters nasses Grünfutter bekommen. Da man es nun aber oft nicht wird vermeiden können, das Grünfutter naß zu ernten, sollte man es wenigstens, bevor man es verfüttert, dünn ausbreiten und trocken werden lassen. Sonne und Wind wird man dabei allerdings oft nicht zu Hilfe nehmen können. aber im Kleinbetrieb genügt es schon, wenn man das Grünfutter abends in der Küche aus dem Fußboden ausbreitet und über Nacht liegenläßt. Es ist dann am anderen Morgen nicht nur trocken. sondern auch etwas angewärmt, und in diesem Zustand sehr bekömmlich für die Tiere Aufräumen vor der Mauser Die stete Erneuerung der Hühnervölker. der Gänseund Entenherden bringt es mit sich, daß jedes Jahr ein Teil des Bestandes dem Schlachtmesser vorsällt. Vom dritten Lebensjahr an nimmt die Legctätiale: der Hühner merklich ab und es wäre Verschwendung. Hennen zu halten, deren Nutzleistung in keinem Verhältnis zu ihrem Futterverbrauch steht. Es komme nun aber auch darauf an. sie zu einem Zeitpunkt abzuschaifen, in dem sie am wertvollsten für die Kuche und. Das ist besonders dann wichtig. wenn man die geschlachteten Tiere verkaufen will. Die männlichen Tiere. die in der Zucht ausgedient haben. werden gewöhnlich bald nach Abschluß der Brutzeit bescit gk. dei den Hennen wartet man bis zum Beginn der Manier. um keins von den bis dahin fälligen Eiern zu verlieren. Man muß aber bei einer größeren Zahl doch rechtzeitig zu schlachten anfangen, damit alle ror dem Eintritt in die Mauser darankommen. Denn wahrend des Federwechsels fressen sie viel, ohne Fleisch anzusetzen. Die besten Legerinnen sind als Suppenhuhn oit zweiter Güte. Man läßt die Hennen der leichten Rassen deshalb im allgemeinen nicht länger als drei Jahre leben. schlachtet sie also vor ihrer dritten Mauser. Aber auch bei schwereren Rassen bringt längere Haltung keinen Vorteil. weil die Hennen von Jahr zu Jahr träger und setter werden und im Sommer iortwährend brüten wollen. Auch bei ihnen int das Fieise um so besser, je jünger man sie schlachtet. Ein längeres Leben gönnen wir dem Schlachtgeflügel. Gäuse sind mitunter noch im zwölften Jahre brütlustig und fruchtbar. Dann machen sic aber beiler den nächsten Generationen Platz. Gänseriche lätt mon höchstens drei Jahre alt werden. Enten schlachtet man mit vier bis fünf Jahren. Ervel aber ichon noch dem zweiten. Puten sind etwa fünf Jahre nutzbrengend. Truthähne werden meist schon im dritten Jahre zu schwer und auch bösartig. Tauben schlachte man spätestens mit acht Johren. Um diese Terwen= eenhalten zu können, muß jedes Tier durch einen Ring am Fuß lein Geburtsjahr nachweilen Sport=Rundschau König Fußball erwacht! Das Spieljahr 1938/39 beginnt! Die Herner Spitzenvereine spielen auswärts Vorbei ist die Zeit der Fußballruhe. Zu frischen Taten lockt ein neuer Tag. Die Vorbereitungen sind in allen Lagern getroffen, und morgen geht es los. Das an Ereignissen so reiche Spfeljahr 1937 38 wird abgelöst von dem Jahr 1938°39, welches eine neue Aera im deutschen Fußball einleiten soll und sehr wahrscheinlich auch tun wird. Einige Wochen noch freundschaftliche Treffen— und dann entbrennt ein Meisterschaftsjahr, welches durch das Eingreifen der Ostmark als Gau 17 noch spannender werden wird, als alle seine Vorgänger. Vorerst treten die Tschammer=Pokal=Spiele in den Vordergrund. Am 28. 8. steigt die erste Schlußrunde, für uns Herner besonders bedeutungsvoll, da erstmalig unser Gauligist Westfalia diese Runde erreicht hat. Schon diese Pokalspiele werden äußerst interessant werden, denn sobald die letzten Vier des Altreiches feststehen, greifen auch vier Mannschaften der Ostmark ein, und dann wird ein erbittertes Ringen einsetzen und es sich zeigen, ob auch der Tschammer=Pokal den Kohlenpott verlassen wird, wo er zur Zeit von Schalke 04 getreulich behütet wird. # Der 14. August bringt eine Fülle von Spielen. Münster wird es sich zeigen, wer der zweite Bekein sein wird, welcher zur Gauliga Westfalens neben Arminia Bielefeld aufsteigen wird: Wattenscheid 09.30 oder Preußen Münster. Für Münster genügt ein Unentschieden, um sich auf Grund der guten Torzahl den Wiederaufstieg zur Spitzenklasse zu sichern. Die Vereine unserer Stadt greifen gleich am ersten Sonntag fast vollzählig ein. Für die Kreisklassen ist das sehr notwendig, da deren Spiele um die Punkte schon am 28. 8. beginnen, also die Vorbereitungszeit sehr kurz ist. Unser Gauligist Westfalia Herne geht auch am ersten Sonntag wieder nach auswärts, und zwar in die Bierstadt Dortmund. Dort spielt man gegen eine Kombination aus drei Vereinen: Westfalia Eving, Phönix Lindenhorst und Minister Stein. Der VfB Börnia tritt ebenfalls auf fremden Plätzen an, und zwar auf dem Gelände des TB Eickel. Wie der BfB, gehört auch der TB Eickel der Bezirksklasse an, so daß es dort zu einem spannenden Kräftevergleich kommen wird. Fast alle Kreisklassenmannschaften treten auf den Plan. Es gibt Spiele inner= und außerhalb unserer Stadt mit sehr interessanten Paarungen. So haben wir schon glesch am ersten Spielsonntag ein umfangreiches Spielprogramm, welches auf reichliche Abwechselung schließen läßt. Westialia Herne spielt in Dortmund jegen eine Kombination Westfalia Eving Phönix Lindenhorst Minister Stein kombiniert gegen Westfalia Herne. Auf dem Stadion von Westfalia Eving treten die Strünkeder der Kombination aus drei Vereinen gegenüber. Die Dortmunder Vorstädter haben ihre Elf sehr geschickt aufgestellt, um gegen den Gauligisten aus Herne bestehen zu können. Es wird für die Strünkeder keine leichte Aufgabe sein, dort zu bestehen, zumal sie nicht in bester Besetzung antreten, da Niklas, Klein 2 und Krüger nicht mitmachen können. Zudem haben sie mit dem großen Ehrge., der Kombination zu rechnen, welche es sich unbedingt zur Ehre anrechnen wird, einen der führenden Vereine der Westfalen=Gauliga abzuhängen. Wir haben aver zu unseren heimischen Westfalen das Vertrauen, daß sie auch diese Klippe überwinden. Eickel erwartet den Bfs Börnig TB Eickel— UfB Börnig. In neuer Mannschaftsaufstellung tritt der BfB Börnig in Eickel dem bekannten Turnerbund gegenüber. Dieser spielte vor zwei Jahren, am Tage der Aufstiegsfeier des BfB, in Börnig. Damals endete die Partie 3:3. Inzwischen hat der BfB in der Bezirksklasse reichlich Erfahrungen gesammelt. Ob diese ausreichen, die spielstarken Eickeler auf ihrem Gelände zu schlagen, bleibt abzuwarten. Im Mittellauf setzen die Schadeburger den Spieler Juna ein. Er wird zwar den alten, erfahrenen Jaraczewski nicht voll ersetzen können, aber durch seine Jugend und Schnelligkeit viel ausgleichen. Immerhin wird BfB Börnig in Eickel einen schweren Stand haben. TB Eickel Res.— PfB Börnig Res. Auch Germania Herne in Wanne SpU. Wanne— Germania Herne. Neben VfL. Herne und BfB Börnig weilt auch Germania Herne in Wanne=Eickel. Das Gelände der Gastgeber liegt aber in unmittelbarer Nähe der Cranger Kirmes, was dem Besuch nicht förderlich sein dürfte. Es ist eine Art Propagandaspiel, denn naturgemäß halten wir die der 1. Kreisklasse gehörenden Herner für viel stärker als ihre Begner, die in der 2. Kreisklasse stehen. Allerdings war es immer schwierig, auf dem Wanner Gelände Lorbeeren zu ernten. Vorher spielen die unteren Mannschaften. Jugendspiele. Westfalia Herne A 1. Jgd.— Germ. Herne A 1. Jgd. Westfalia Herne A 2. Jgd.— Germ. Herne A 2. Jgd. Wogegen spielen Sodingen und Constantin Herne? Große Unklarheit herrscht über die ersten Spiele dieser beiden Mannschaften. Ihre Vorschauen widersprechen sich. Constantin Herne meldete uns, daß sie gegen den SpV. Sodingen spielen würden, und der SpV. Sodingen meldete gleichzeitig ein Spiel gegen Brambauer an. Bis zur Stunde ist eine Klärung nicht erfolgt. Es stehen also zwei Spiele offen: Constankin Herne— Spy. Sodingen oder Brambauer— SpB. Sodingen. Im ersten Spiel ständen sich zwei Mannschaften der 1. Kreisklasse gegenüber, im zweiten Spiel hätten die Sodinger einen Bezirksverein zum Gegner. Viktoria Herne beginnt aus eigenem Boden Viktoria Herne— Sp6 Erin 11 Castrop. Gleich am ersten Spielsonntag des neuen Fußballjahres haben die Horsthauser einen achtbaren Gegner verpflichtet. Die Werkssportgemeinde Erin, vormals Castrop 11, gilt als eine der besten Mannschaften der 1. Kreisklasse in der Dortmunder Gruppe, und gerade in den letzten Monaten soll sich die Elf erheblich verbessert haben. In den Tschammer=Pokal=Spielen boteten sie sogar den BfB Börnig aus, und das will schon etwas heißen. Bei aller Achtung vor der Spielstärke und dem Siegeswillen der Horsthauser glauben wir kaum, daß ihnen der Sieg zufallen wird. Viktoria Herne 2.— Spc Erin 11 Castrop 2. Viktoria Herne 1. Jgd.— Fortuna Herne 1. Jgd. Fortung Herne spielt in Gerthe UfB Gerthe— Fortuna Herne. Die Holper=Heider spielen gleich am ersten Sonntag auswärts und stellen sich in Gerthe dem gleichklassigen BfB Gerthe. Diese Mannschaft ist in Herne nicht unbekannt. Ihre Stärke lag in den letzten JahMünster oder Wattenscheid? Entlcheidendes Aufltiegslpiel zur Gauliga Mit dem Beginn der neuen Fußballsaison fällt im Gau Westfalen gleich eine wichtige Entscheidung: Steigt Preußen Münster oder SG Wattenscheid neben Arminia Bielefeld in die Gauliga auf? Dieses letzte und entscheidende Spiel konnte vor Beendigung der alten Spielzeit nicht mehr durchgeführt werden, da mehrere Preußen=Spieler für die Islandreise benötigt wurden. Die Spannung ist aber geblieben. Wie war doch noch die Lage? Union Gelsenkirchen führt bei einem Torverhältnis von 15:9 mit 8:4 Punkten vor Preußen Münster(13:6.7:3) und SG Wattenscheid 9:7/7:3). Ein Unentschieden zwischen Münster und Wattenscheid würde dafür sorgen, daß drei Mannschaften mit der gleichen Punktzahl von 8•4 an der Spitze ständen, so daß das Torverhältnis den Ausschlag geben müßte. Es ist tatsächlich- nicht ausgeschlossen, daß am Sonntag der Rechenschieber in Tätigkeit treten muß. Union Gelsenkirchen ware völlig ausgeschaltet, wenn Münster oder Wattenscheid gewinnen sollte. Die Preußen aber würden Gruppensieger, wenn sie unentschiedene Ergebnisse von 0:0 bis 4:4 herausholen sollten, bei einem Resultat von 5:5 aber wäre Union Gelsenkirchen der lachende Dritte. Die Wattenscheider Elf hat als einzige noch kein Aufstiegsspiel verloren, sie büßte ihre drei Punkte lediglich durch unentschiedene Spiele ein. Preußen Münster versagte einmal mit dem 0:3 gegen Gelsenkirchen recht gründlich. Dieser Fehltritt könnte eotl. den Aufstieg kosten In der ersten Begegnung in Wattenscheid trennten sich die beiden ersten Aufstiegskandidaten 1:1. Beide haben sich auf den entscheidenden Kampf sorgfältig vorbereitet, so daß es sehr schwer fällt, eine Vorhersage zu treffen. Wir geben aber den Preußen zu Hause den Vorzug und glauben, daß sie einen knappen Sieg landen werden.— Der Stand vor dem Entscheidungsspiel: 1. Union Gelsenkirchen 6. S 2 1 15:9 8:4 2. Preußen Münster 5 S 1 1 13:6 7•3 3. SG Wattenscheid 5 2 3 0 9:7 7:3 4. Spfr. Siegen 6 0 0 6 7:22 0:12 Einige Freundschaftsspiele. Die Zeit bis zum Start der Meisterschaftsspiele wird von den meisten Vereinen mit Freundschaftsspielen ausgenützt. In Bielefeld geht der große Lokalkampf zwischen BfB und Arminia in Szene, während Arminia Marten in Bocholt gegen Hamborn 07 antritt und VfL Bochum 48 in Hagen vom dortigen DSC erwartet wird. Schalke 04 macht einen Abstecher nach Sachsen und spielt dort gegen den SC Planitz. Sonntag wieder Harkortbergfest Auch Herner Turner und Turnerinnen nehmen teil. Zum 57. Male. Zum 57. Male treffen sich auf dem„Alten Stamm bei Wetter“ am Sonntag die Mehrkämpfer und Leichtathleten der westdeutschen Gaue. Mehr als 3000 Wettkämpfer und=kämpferinnen werden erwartet. Am Sonntag früh wird mit den Mehrkämpfen der Frauen und Männer sowie der Hitlerjugend begonnen. Der Dreikampf derr Frauen besteht aus 100 m=Lauf, Weitsprung und ugelstoßen. In den gleichen Uebungen mißt auch die Hitlerjugend ihre Kräfte. Der in 4 Klassen durchgeführte Dreikampf der Aelteren sieht einen 75=m=Lauf, Weitsprung und Steinstoßen vor. Der Vierkampf der Männer in Ober= und Unterstufe besteht aus den Uebungen: 100=m=Lauf, Hochsprung, Weitsprung und Kugelstoßen. Auch die Ringer sind wieder vertreten. Zu dem Faustball=Turnier um die Harkort=Plakette sind 8 der besten westdeutschen Mannschaften zugelassen. Erstmalig wird auf dem Harkortberg der„Griewische Fünfkampf" durchgeführt. Hierzu sind Rarlchen wieder im Banne des Lederballes # K ö n i g F u ß b a l l e r h e i s c h t w i e d e r s e i n R e c h t— J r e u d u n d L e i d d e r n e u e n J u ß b a l l s a i s o n— D e r A u f t a k t a m Sonntag— Westfalias Gegner in der Pokalhauptrunde— Sportfreunde Katernberg sind nicht zu unter. schätzen— Unsere Leichtathleten im Kampf gegen US1 Also, da ist der runde Lederball wieder aus der Kiste gehüpft. Wie auf ein Kommando öffnen sich am morgigen Sonntag bei allen deutschen Fußballklubs die Geräteschränke, dann rollt die braune Lederkugel wieder über den grünen Rasen. König Fußball hat wieder in allen deutschen Gauen das Wort. Dem einen zur Freud, dem anderen zum Leid. Zu der erstgenannten Kategorie gehören alle die, für die der ball nun einmal eine unentbehrliche Sonntagskost geworden ist, die sozusagen von Kindheit an daran gewöhnt sind, am Sonntag nach dem Mittagessen zu den Sportplätzen hinauszupilgern, denen ein Sonntag ohne Fußball wie ein Gericht ohne Salz vorkommt. Sie alle atmen am Sonntag erleichtert auf:„Gott=seiDank, jetzt weiß man doch wieder, wohin man gehen soll!“ Weniger erbaut davon sind jedoch die Hausfrauen, denen der Fußball schon so manche Aufregung und Unruhe ins Haus getragen hat, wo Vater und Sohn es am Sonntagmittag immer furchtbar eilig haben und das Essen nicht schnell genug auf den Tisch kommen kann. Ihnen entlockt der Beginn der neuen Fußballsaison einen tiefen Stoßseufzer:„Nun geht das Gerenne wieder los!“ Aber Karlchen kann hier die erfreuliche Einschaltung machen, daß im Laufe der Jahre die Geschichte denn doch nicht mehr so einseitig geblieben ist. Karlchen hat im vergangenen Jahr die Beobachtung machen können, daß auch unsere holde Herner Frauenwelt den Geschehnissen auf dem grünen Rasen immer stärkeres Interesse entgegenbringt, er hat so manch wackere Herner Hausfrau, so manches nette junge Herner Mädel, die das noch werden will, Seite an Seite mit„Papi“ bzw. dem Schatz hinter den Barrieren der Fußballfelder gesehen. Und das wird ja wohl auch in diesem Jahr der Fall sein... Vorerst haben wir Herner allerdings keinerlei Anlaß, uns über den Beginn des neuen Fußballjahres aufzuregen. Er vollzieht sich in unserer Stadt recht geruhsam, ohne Pauken und Trompeten. Unser heimischer Gauligist, der SCW, trägt im Dortmunder Vorgelände ein kleines„Länderspielchen" aus, und auch die übrigen Herner Mannschaften proben nur einmal, wie es noch klappt. Doch das wird schon bald anders werden. Vierzehn Tage später steigt am Schloß Strünkede das Spiel um den Tschammer=Pokal. Die Sache beginnt jetzt riesig interessant zu werden. Nur noch 64 Mannschaften aus dem Altreich stehen am 28. August in dem Kampf um den Pokal des Reichssportführers, und so gibt es bei diesem kleinen Kreis bereits recht pikante Mischungen. Unser Augenmerk richtet sich natürlich in erster Linie auf die Paarungen, an denen westfälische Mannschaften beteiligt sind. Einschließlich Schalkes liegen noch fünf Rennen. Der Altmeister muß nach Hamburg zur Viktoria, Borussia Dortmund hat sich mit dem Sieger des noch ausstehenden Spiels Phönix Lübeck Wolfsbüttel auseinanderzusetzen. Die Spielvg. Röhlinghausen und der neue Gauligist Arminia Bielefeld haben 32 Kämpfer zugelassen, von denen nur einer den Sieg erringen kann. Alle 32 Teilnehmer treten beim Kugelstoßen an, dann scheiden die 16 schlechteren aus. Nach dem Weitsprung muß wieder die Hälfte ausscheiden, so daß nur noch acht Wettkämpfer sich für den Speerwurf rüsten. Die vier besten aus dieser Uebung kämpfen im 100=m=Lauf um die beiden ersten Plätze, diese beiden stellen dann im Ringkampf, der also die Krönung bildet, den Sieger des Gesamtkampfes fest. Bei den Einzelwettkämpfen steht auf dem Harkortbergfest die Breitenarbeit in Front. Im 100=mLauf, 1500 m=Lauf, Stabhochsprung, Hochsprung und in den Staffeln über 4 mal 100 Meter und 4 mal 1500 Meter wird es harte Kämpfe um Sieg und Platz geben. Wir sind gewiß, daß das Harkortbergfest wieder eine schöne Schau westdeutschen Sportes wird. Von Herne fahren, wie wir hören, etwa zehn Turner und Turnerinnen des Herner Turnklubs, die sich an den Mehrkämpfen beteiligen, zum Harkortbergfest. „dicke Brocken“ vorgesetzt bekommen. Die Röhling hauser erwarten Werder Bremen, und die Bielefelder Arminen kreuzen mit Holstein Kiel, dem deutschen Meister der Vorkriegszeit, die Klingen. Demgegenüber hört sich die fünfte und letzte Paarung etwas bescheiden an: Westfalia Herne— Sportfreunde Katernberg! Karlchen hat in dieser Hinsicht schon manches Wort der Enttäuschung gehört:„Warum serviert man uns nicht auch eine Mannschaft mit klangvollem Namen, warum müssen wir uns wieder einmal mit einem Verein der Bezirksklasse zufrieden geben?“ Man könnte geneigt sein, dem voll und ganz beizupflichten. Um ganz offen zu sein, auch Karlchen hätte es lieber gesehen, wenn die Strünkeder sich bereits jetzt mit einer der prominenten Mannschaften auseinanderzusetzen gehabt hätten. Das würde die Aufmenksamkeit auch der Umwelt auf sie gelenkt haben. Aber bei schärfstem Zusehen liegt durchaus kein Anlaß vor, über diese Paarung achselzuckend hinwegzugehen und sie als eine nebensächliche Angelegenheit beiseite zu schieben. Die Westfalia, und was zu ihr steht, hat vielmehr allen Anlaß, dieses Spiel recht ernn zu nehmen. Die Sportfreunde aus Katernberg sind eine der wenigen Mannschaften, die sich aus der Bezirksklasse in die erste Hauptrunde gekämpft haben. Karlchen und jeder alte Fußballhase weiß aus Erfahrung, daß solche Mannschaften von einem geradezu fanatischen Ehrgeiz beseelt sind. Die Katernberger erblicken in diesem Spiel „die Chance ihres Lebens“. Wenn sie den westfälischen Gauligisten aus dem Felde schlagen, dann halten sie ihren Einzug in den Kreis der„letzten 32“, und werden sie zu dem„großen Unbekannten“ im Kreis der Träger alter klangvoller Namen. In Katernberg spricht man bereits von nichts anderem mehr, und wir Herner können gewiß sein, daß am 28. August die Leute aus der niederrheinischen Bezirksklasse mit Mann und Maus, mit Kind und Kegel am Schloß ren im eigenen Gelände, dort zog manche sonst wohl stärkere Elf den kürzeren. Die Holper=Heider werden daher auf harten Widerstand stoßen und schon etwas leisten müssen, wenn sie dort bestehen wollen. Wie man hört, soll die Fortunenelf zur Zeit sehr stark sein, da man alle Leute wieder zur Verfügung hat. Nun, das erste Ergebnis wird ja zeigen, ob die Fortunen für die kommenden Spiele reif sind. Vorher pielen: BfB Gerthe 2.— Fortuna Herne 2. Der BV Herne=Süd in Langendreer Langendeer 04— B0 Herne-Süd. Wie so viele andere Herner Vereine, weilt auch der BV Herne=Süd am ersten Spielsonntag auswärts. Er stößt in Langendreer auf die 04er. Zwei gleichklassige Mannschaften stehen sich hier gegenüber, die sich schon manchen harten Kampf lieferten. In Herne gab es damals einen knappen Sieg der Herner, diesmal aber könnte es umgekehrt lauten, wenn die Süder nicht in bester Besetzung antreten. Wir sind auf den Start des BV Herne=Süd gespannt. Langendeer 04 2.— B3 Herne-Süd 2. Auch BfL Herne auswärts beschäftigt SB Jahn Holsterhausen— UfL Herne. Diese Begegnung an der Heinrichstraße in Wanne wird wohl nicht allzu stark besucht werden, denn auzusehr wird die nahe dabei liegende Cranger Kirmes locken. Trotzdem wird dieses Treffen sehr interessant sein, stehen sich doch hier zwei künftige Meisterschaftsgegner gegenüber. Es könnte leicht so kommen, daß sich beide Parteien in wenigen Wochen erneut gegenüberstehen, dann aber im Punktekampf. Holsterhausen stieg bekanntlich von der 1. Kreisklasse ab und hat das Bestreben, sich wieder vorzuarbeiten. BfL Herne lieferte vor der Sperre große Spiele und erfocht unerwartete Siege über klassehöhere Vereine. Wir sind gespannt, wie sie die erste Kraftprobe bestehen werden. Vorher spielen die 2. Mannschaften beider Vereine. Tus Holsterhausen am Schloß Strünkede Vor einem großen Handballtreffen. Der schon angekündigte SC Westfalia Herne— spielabschluß: Tus Holsterhausen wird uns jetzt bestätigt. Beide Mannschaften treffen sich am 21. August auf dem Stadion des SC Westfalia Herne. Tus Holsterhausen als Tabellendritter der Gauliga Westfalens ist weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt. Selbst der Westfalenmeister Hindenburg Minden mußte einmal im ersten Punktespiel die Waffen strecken, wie so mancher andere Gauligist. In Herner Sportkreisen sieht man diesem Spiel mit größter Spannung entgegen und verspricht sich sehr viel von ihm. Da auch die Stärke der Herner mehr als beachtlich ist, begrüßt man diesen Spielabschluß. Adolf Heuser bort doch. Die Berliner Deutschlandhalle hat sich nun doch entschlossen, die Hallensaison am 9. September mit einer großen Veranstaltung zu eröffnen. Adolf Heuser, Deutschlands Europameister im Halbschwergewicht, wird im Hauptkampf des Abends seinen Titel gegen den von der IBU offiziell anerkannten Herausforderer Merlo Preciso(Italien) verteidigen. Der Italiener ist für Heuser kein unbekannter Gegner. Beide standen sich schon zweimal im Ring gegenüber. Im ersten Kampf wurde Heuser in der ersten Runde wegen Tiefschlags disqualifiziert, den Rückkampf gewann der Deutsche Meister sicher nach Punkten. In der Zwischenzeit hat sich Merlo Preciso, der über einen Kopf größer ist als Heuser, durch einen K. o.=Sieg über den Engländer Frank Hough, den Heuser nur knapp auspunkten konnte, für eine dritte Begegnung mit dem Deutschen qualifiziert. Drei weitere internationale und drei Nachwuchskämpfe vervollständigen das Programm. Neusel- Judas in Hamburg. Schmelings letzter Gegner vor dem Weltmeisterschaftskampf, Steve Dudas, wird demnächst wieder in Deutschland kämpfen und zwar in der Hamburger Hanseatenhalle. Nachdem er jetzt in Asheville den Amerikaner Butch Rogers in der 5. Runde k. o. geschlagen hat, beabsichtigt er, gegen Walter Neusel anzutreten. Strünkede anrücken. Aber auch rein spielerisch betrachtet, besteht kein Grund, das Spiel von vornherein als gewonnen für den SCW zu betrachten. Man schaue sich nur die Ergebnisse der Katernberger in den letzten drei Pokalspielen an: gegen Rotthausen 5:0, Sterkrade 6:0, Spielvg. Herten 4:0. Das kann sich wirklich sehen lassen. Und zudem weiß Karlchen auch aus zuverlässiger Quelle, daß die Katernberger im Gau Niederrhein allgemein sehr spielstark eingeschätzt werden. Man hat es hier zweifelsohne mit einer Elf zu tun, die nach vorn will, und für die dieses Pokalspiel ein willkommener Anlaß ist, der großen Oeffentlichkeit zu zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt ist. Die Strünkeder haben also alle Ursache, sich auf dieses Spiel auf das gewissenhafteste vorzubereiten. Sie werden die Aufgabe nur dann meistern können, wenn sie den gleichen Willen und die Einsatzbereitschaft wie der ehrgeizige Gast vom Niederrhein aufbringen. Die Herner Fußballfreunde werden dann am Schloß Strünkede Zeuge eines Kampfes werden, der überaus reizvoll werden kann und dessen Besuch gewiß keinen reuen wird. Also nicht schimpfen, son dern dazu beitragen, daß dieses Pokaltreffen zu einer für uns Herner großen Sache wird. Steht der erste Tag des neuen Fußballjahrs noch im Zeichen des Vorgeplänkels, so wartet die Leichtatheltik mit einem Großkampf auf. Unsere Leichtathlten kreuzen zum ersten Male im Länderkampf mit USA die Klingen. Die Yankees sind mit einer starken Streitmacht über den großen Teich zu uns gekommen. Sie haben bei ihren Starts in Hamburg und Dortmund gezeigt, was in ihnen steckt. Unsere Leichtahtleten stehen vor der schwersten Aufgabe, die sie bisher zu lösen hatten. Sie haben, wie es im Sportleben heißt, nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Karlchen erwartet von ihnen denn auch, daß sie sich ganz groß schlagen und den Repräsentanten des Sternenbanners den Sieg nicht kampflos überlassen werden. Die Gruppeneintellung im Kreis Bochum Die Zulammenletzung der Kreisklallengruppen und die erlten Termine der erlten Serie Kurz vor Beendigung der Fußballsperre legen Fußball=Fachwart Mellis und sein Mitarbeiter Heinrich Schmidt für den Kreis Bochum die Gruppeneinteilung der drei Klassen und die Termine der ersten Serie vor. Dafür werden die Vereine dies## beiden Kameraden Dank zollen, wissen sie doch nun, woran sie sind. Beginn am 28. August. Zunächst der Beginn der Spiele. Am 28. August starten die Mannschaften sämtlicher Klassen und Gruppen zur ersten Serie, das ist eine Vorverlegung gegenüber den früheren Jahren, in denen man zumeist am ersten Sonntag im September oder später begann. Diese Ansetzung läßt den Willen der leitenden Männer erkennen, in dieser Saison frühzeitig fertig zu werden, damit jeglicher Terminnot zu begegnen und rechtzeitig die Meister melden zu können. Offiziell wird diese Serie in der 1. und 2. Kreisklasse am 27. November, in der 3. Kreisklasse am 20. November beendet, so daß noch Zeit verbleibt, vor Beginn der zweiten Serie alle rückständigen Spiele, die nun mal durch die Ungunst der Witterung usw. nicht zu vermeiden sind, nachzuholen. Die 1. Kreisklalle wird wieder in zwei Gruppen zu 12 Vereinen spielen. In der Gruppe 1 sind sämtliche Vereine aus Herne und Wanne=Eickel mit vier Bochumer Mannschaften enthalten, während wir in der Gruppe 2 sämtliche übrigen Bochumer Mannschaften finden. In der Gruppe 1 spielen: Teutonia Riemke, Rasensport Bochum, BfB Gerthe. Constantin Bochum, Germania Herne, Fortuna Herne, Viktoria Herne. Constantin Herne, SB Sodingen. BB Herne-Süd, Preußen Wanne, Reichsbahn Wanne. Diese Gruppe weist gegenüber dem Vorjahr folgende Aenderungen auf: Ausgeschieden sind der Meister Phönix Bochum und die Abstiegskandidaten Rasensport Herne und Holsterhausen. Aufgestiegen ist dafür Constantin Bochum, und dann hat man Rasensport Bochum und BfB Gerthe, die im Vorjahr in Gruppe 2 spielten, in diese Gruppe genommen. In Gruppe 2 spielen: T6 Bochum=Ehrenfeld, Polizei=SB Bochum, SC Altenbochum, STV Werne, Langendreer 07. Langendreer 04, SpSp Stiepel, Tus 26 Altenbochum, Concordia Bochum, SC Werne 19. Preußen 11 Bochum und Westfalia Weitmar. Ausgeschieden aus dieser Gruppe sind die Meister LFC Laer, Langendreerholz und SV Bochum=West durch Abstieg, ferner durch Ueberweisung in Gruppe 1 Rasensport Bochum und BfB Gerthe. Diese fünf Mannschaften sind durch TG B.=Ehrenfeld und Polizei=SV Bochum, die aus der Bezirksklasse abgestiegen sind, ferner SC Werne 19, Preußen 11 und Westfalia Weitmar, die aus der 2. Kreisklasse aufgestiegen sind, ergänzt worden. Die 2. Kreisklalle besteht aus insgesamt 23 Mannschaften, davon die Gruppe 1 ausschließlich aus Bochumer Mannschaften, 12 an der Zahl. unter den elf Einheiten der Staffel 2 sind vier aus Bochum, vier aus Wanne=Eickel, zwei aus Herne und eine aus Wattenscheid. Gruppe 1: SB Bochum-West, UfB Langendreerholz, PostSB Bochum, Reichsbahn-Tus Bochum, Borussia Bochum, Germania Kaltehardt. Tus Bruchstraße, Germania Querenburg, Tus Engelsburg. Sp6 SS Bochum, BSG Edelstahlwerke und Laer 87. In dieser Staffel sind gegenüber dem Vorjahr Veränderungen eingetreten, indem sie als die mit den rein Bochumer Vereinen als Gruppe 1 bezeichnet wird(im Vorjahre Gruppe 2). Bochum=West und Langendreerholz sind aus der 1. Kreisklasse, SpGem. SS. Edelstahlwerke und Laer 87 aus der 3. Kreisklasse für die aufgestiegenen Mannschaften Preußen 11 und Westfalia Weitmar bzw. abgestiegenen Einheiten von Fortuna Bochum und Wattenscheid 19 hinzugekommen, während Tus Bruchstraße gegen Wattenscheid=Ost in der anderen Gruppe ausgetauscht ist. Gruppe 2: BC Hordel, Tus Carolinenglück, Spsp Gerthe, STB Harpen, BfL Herne, Rasensport Herne, Wanne 1911, Rasensport Wanne, Holsterhausen, Hannibal Wanne=Eickel und SpFr. Wattenscheid-Ost. Constantin Bochum und Werne 19, die stärksten Mannschaften des Vorjahres, sind aufgestiegen, durch Abstieg für Rasensport Herne und Holsterhausen, durch Aufstieg Hannibal Wanne=Eickel hinzugekommen. Wattenscheid=Ost ist gegen Tus Bruchstraße ausgetauscht worden, und da Schwarz=Weiß Herne völlig ausgeschieden ist, wurde die Zahl von elf Mannschaften erreicht. 3. Kreisklalle Sie spielt wie im Vorjahre in einer Gruppe mit neun Vereinen: Fortuna Bochum, Hansa Herne, BV Gerthe-Hiltrop, DSC 31 Bochum, Teutonia Stiepel, TB Friesen 87 Bochum. BSG Bochumer Verein, Post Wanne, SB Herne 16. Die beiden erstgenannten Vereine sind abgestiegen, aber vier Mannschaften aus dem Vorjahr, SpGem. SS, Edelstahlwerke, Laer 87 und Tus Hannibal aufgestiegen, BSG Kortum ist ausgeschieden und nur die BSG Bochumer Verein hinzugekommen, so daß die Gruppe zwei Mannschaften weniger als im Vorjahr umfaßt. Da auch in der 2. Kreisklasse Wattenscheid 19 und Schwarz=Weiß Herne völlig ausgeschieden sind, verzeichnet die Bochumer Kreisklasse zwei Vereine weniger als im Vorjahr, insgesamt also 56 gegenüber 58 in der Meisterschaftsspielzeit 193738. Allerdings erhält diese Aufstellung noch eine Aenderung durch die hier noch nicht berücksichtigte Auflösung von Hansa Herne! Englsnderin Slave kam mit 109.60 Dunkken zu dem vielbegehrten Titel und verwies die Deutsche Daumerlang mit 102.28 Dunkten auf den zweiten Platz. Daumerlang sprang sehr sauber, konnte aber die Engländerin nicht ganz erreichen. Herne schwimmt in Haltern. Wiking und Reptun beim Gauschwimmfest im Seebad Haltern. Am kommenden Sonntag haben die westfälischen Schwimmvereine ohne Winterbad ihren Großkampftag im Seebad Haltern, wo die Gaubesten ermittelt werden sollen. Aus dem weiten Bezirk des Westfalengaues werden 16 Vereine mit ihren Spitzenkönnern am Start sein. So sind vertreten der Meister Gütersloh 06, der Bocholter Wassersportverein, Jahn Holzwickede, Neptun und Wiking Herne, Schwerte 06 als aussichtsreichste Vereine. Mit einer besonders starken Streimacht ist der Ausrichter, Turn= und Sportverein Haltern, vertreten. Für die Einzelwettkämpfe liegen 56 Meldungen vor, hinzu kommen noch 34 Mannschaften der Frauenund Männerklasse. Mit 130 Nennungen und neun Mannschaften ist die Jugend sehr zahlreich am Start. Im Wasserball messen sich Neptun Herne und Lünen 08, die beide über ein achtbares Können verfügen. In allen Wettkämpfen ist mit guten Leistungen zu rechnen. Unfer größter und schwerster Länderhampf Deutichland- USA in Berlin Das an sich schon recht ereignisreiche Leichtathletikjahr 1938 erfährt am Samstag und Sonntag mit dem Länderkampf Deutschland— USA seinen Höhepunkt. Zum ersten Male treten wir gegen eine Auswahl der Vereinigten Staaten in einem offiziellen Länderkampf an, nachdem es bisher nur ein Zusammentreffen bei internationalen Festen und auf den Olympischen Spielen gab. Es ist eine überaus große Aufgabe, die sich die deutsche Leichtathletik hier stellt, weit schwerer noch als die Länderkämpfe mit Schweden und Finnland. Die Amerikaner, die eine kampfstarke Auswahl entsenden, gelten natürlich als voriten, aber sie können sich auf ganz erbitterten Widerstand gefaßt machen. Die deutschen Athleten sind denkbar gut gerüstet, und sie werden gerade gegen diesen großen Gegner alles daransetzen, um ein günstiges Ergebnis zu erzielen. Mit 38 Athleten kommt USA nach Berlin. Man findet hier fast ausschließlich alle Meister dieses Jahres, ein Beweis dafür, wie ernst auch„drüben“ dieser Länderkampf genommen wird. Ein großer Teil der Amerikaner hat sich bereits auf Sportfesten ausgezeichnet, die dieser Tage in Europa stattfanden. Es wurden Leistungen gezeigt und Ergebnisse herausgeholt, die teilweise ganz erstaunlich sind. Man ist immer wieder überrascht über die große Auswahl von erstklassigen Läufern, Werfern und Springern, die USA zur Verfügung stehen. Kaum einen Namen findet man unter den Länderkampfteilnehmern, der beispielweise 1936 beim Olympia war. Und trotzdem ist es die zur Zeit stärkste Vertretung, denn Amerika will kein Risiko eingehen, sondern seine führende Stellung in der internationalen Leichtathletik durch seinen Erfolg in Berlin befestigen. Das Programm umfaßt die olympischen Wettbewerbe mit Ausnahme vom Zehnkampf. Marathonlauf und Gehen. Auch werden nur zwei Staffeln gelaufen. Jede Nation stellt zwei Bewerber in einer Konkurrenz. Dem Sieger fallen 5 Punkte, dem Zweiten 3, dem Dritten 2 und dem Vierten 1 Punkt zu. In den Staffeln wird mit 5:3 gewertet. Wenn man die einzelnen Wettbewerbe durchgeht, ist zunächst die Feststellung zu machen, daß es unsere Sprinter sehr schwer haben werden. deutschen Erfolg rechnen. Dieser Ansicht sind auch die Belgier. Sie verfügen in verschiedenen Disziplinen über sehr starke Könner, aber auf alle Wettbewerbe verteilt, werden die Deutschen die meisten Punkte erobern. Die bekanntesten Leute in der deutschen Mannschaft sind Riether und Mellerowicz über 100 und 200 m. Robens über 400 m, Jakob und Strößenreuther über 1500 m, Scheele über 400 mHürden, die beiden Hochspringer Gehmert und Langhoff sowie im Stabhochsprung Müller und Sutter. Auf belgischer Seite verdient in erster Lin Weltrekordmann Mostert, der die 800 m un 1500 m bestreitet, größte Beachtung. 112:74 Pürkte lautete das Ergebnis im vergangenen Jahre für Deutschland; diesmal wird es vielleicht etwas knapper als in Wuppertal werden. Deutschland- Polen der Frauen In Posen tragen unsere Frauen einen zweitägigen Länderkampf gegen die Polinnen aus, die wir 1934 und 1935 schon zweimal schlagen konnten. Diesmal geht es um den endgültigen Gewinn des vom polnischen Botschafter in Berlin gestifteten Ehrenpreises. Deutschlands Leichtathletinnen haben sich in den letzten Wochen wiederholt durch Prachtleistungen ausgezeichnet, aber die Polinnen sind auch stärker geworden und dürfen auf keinen Fall unterschätzt werden. Ihre größte Kraft ist Frl. Walasiewicz, die nicht weniger als in fünf Wettbewerben startet. Ueber 100 und 200 m kommt es wieder zu Zweikämpfen Krauß— Walasiewicz. Während Hürdenlauf und Hochsprung ziemlich sicher von den Deutschen erobert werden sollten, hat es Gisela Mauermayer schwer, Fri. Walasiewicz im Weitsprung zu schlagen. Im Diskus= und Speerwerfen sind die Polinnen mit Jadwiga Weiß und Frl. Kwafniewska nicht zu unterschätzen. Deutschland hat aber mit Mauermayer, Lisa Gelius und Erika Matthes gute Kräfte am Start. Auch im Kugelstoßen müßte sich Deutschland behaupten, wahrend der Ausgang der Staffel diesmal ziemlich offen ist. Insgesamt erwarten wir wieder einen deutschen Erfolg. Die ersten Termine der Kreisklasse 1. Kreisklalle, Gruppe 1 28. August 1938: Rasensport Bochum— Fortuna Herne, Teutonia Riemke— Bf6 Gerthe, Viktoria Herne— Constantin Herne, Sodingen— Constantin Bochum, Preußen Wanne— Herne=Süd, Germania Herne— Reichsbahn Wanne. 11. September 1938: Reichsbahn Wanne— Constantin Bochum, Riemke— Rasensport Bochum, Herne=Süd— Sodingen, Viktoria— Germania, Fortuna Herne— Preußen, Constantin Herne— BfB Gerthe. 18. September 1938: BfB Gerthe— Germania, Preußen 04— Reichsbahn Wanne, Sodingen— Riemke, Constantin Herne — Fortuna, Herne=Süd— Viktoria, Constantin Bochum— Rasensport Bochum 2. Kreisklalle, Gruppe 2 28. August 1938: Gerthe 11— Hordel, BfL Herne— Carolinen= glück, Wanne 11— Rasensport Wanne Rasensport Herne— Holsterhausen, Wattenscheid=Ost— Hannibal. Ungarn befiegt Deutschland mil 2:0(1:0) Einen gewissen Höhepunkt bildete am Donnerstag im Rahmen der Europameisterschaften im Schwimmen in der Wembley-Halle in London die Vorentscheidung im Wasserdallturnier zwischen den beiden Favoriten aller internationalen Kämpfe Deutschland und Ungarn. In der deutschen Sieben fehlte die Schußkanone Schneider-Duisburg, dessen Ohrenverletzung sich doch als schlimmer herausgestellt hat, als man vorher annehmen konnte. Unsere Mannschaft öbertraf sich selbst und lieferte einen offenen, teilweise sogar überlegenen Kampf. Als„Hausschiedsrichter“ der Ungarn wurde nakürlich auch der Belgier Delahaye für die Leitung dieses wichtigen Spieles bestimmt. Er half den Ungarn während des Kampfes und tat zum Siege bei, was er kun konnte. Immer erzielten die Ungarn dann die Tore, wenn sie mehr Spieer als Deutschland im Wasser hatten. Halassy verwandelte eine Vorlage von Brandys zum 1:0, als die Ungarn fünf Mann und Deutschland vier Mann im Kampf hatte. Darauf erzielten die Deutschen zwei Tore, doch pfiff der belgische Schiedsrichter ab. In beiden Fällen wurde nur auf Freistoß erkannt. Allein Baier erhielt sechs Freistöße zugesprochen, weil sich Nemeth dauernd von ihm abstieß, aber der Schiedsrichter konnte sich nicht entscheiden, den Ungarn herauszunehmen. Schließlich wurde es doch zu bunk, jetzt mußten Baier und Nemeth das Wasser verlassen. Brandys nutzte die Gelegenheit aus und sandte zum 2:0 ein, womit der Sieg für Ungarn sicherstand. In den letzten Minuten hatte Deutschland zwar etwas mehr vom Spiel, doch konnte ein Tor nicht mehr erzielt werden. Die Ungarn dürften nunmehr die Europameisterschaft sicher haben. 11. September 1938: Hannibal— Harpen, Carolinenglück— Wanne 11, Gerthe— Rasensport Wanne, BfL— Wattenscheid=Ost, Holsterhausen— Hordel. 18. September 1938: Hordel— Rasensport Herne, Harpen— VfL Herne, Carolinenglück— Gerthe, Rasensport W.— Holsterhausen, Wanne 11— Hannibal. 3. Kreisklalle 28. August 1938: Fortuna— Bochumer Verein, DSC 31— Friesen, Post Wanne— Gerthe=Hiltrop, Hansa Herne — Herne 16. 11. September 1938: Fortuna— Hiltrop, DSC 31— Hansa Herne, Teutonia Stiepel— Herne 16, Post W.— Friesen. 18. September 1938: Friesen— Fortuna, Hiltrop— DSC 31, Herne 16 — Post W., Bochumer Verein— Hansa. (Durch die Auflösung von Hansa Herne erhält die Terminliste noch eine Aenderung; die als Gegner von Hansa Herne angesetzten Verein haben jedesmal spielfrei.) da sie sich in den beiden noch ausstehenden Spielen gegen Belgien und Großbrilannien wohl kaum schlagen lassen sollten. Borg Europas bester Mittelstreckler Mit Bora und Werner Plath trafen sich zwei junge, aber doch schon große Talente im 400-Meter-Kraulschwimmen. Beide haben sich schon oft besiegt, doch niemals ging es um eine Europameisterschaft wie am Donnerstag in London. Der Schwede war der Stärkere und entschied im Schlußspurt den Kampf für sich. Die erste Wende bei 50 Meter erreichte Borg als Erster, dann zog Plath davon und schlug bei 100 Meter in 1:03 vor dem Schweden an, bei 200 Meter hatte der Deutsche seinen Vorsprung auf eine Körperlänge vergrößert. Diesen Vorsprung hielt er nicht nur bis zur 300-Meler=Wende, sondern lag auch bei der letzten Wende noch in Front. Nach der 350-Meter=Marke mußte dann der Deutsche den immer schneller werdenden Schweden vorbeilassen. Platy konnte den stürmischen Angriffen von Borg nichts mehr entgegensetzen. Man merkte dem Berliner noch die fabelhafte Leistung, die er am Mittwoch in der 4mal 200-Meter=Staffel vollbracht hatte, an. Borg schlug in 4:51,6 vor Plath in 4:56,2 on und wurde damit Europameister. Das Rennen zeigte klar. daß der Schwede Europas schnellster Mittelstreckler ist. Plath ist noch nicht stark genug, um zwei solch schwere Rennen, wie er sie in den letzten 24 Stunden bestritt, ohne Schlappe durchstehen. Stade siegt im Kunstspringen der Frauen. Englands Hoffnungen auf den Sieg in der Europameisterschaft im Kunstspringen der Frauen erfüllten sich. Die erfolgreich zu sein. Hornberger geht sowohl über 100 als auch über 200 Meter an den Ablauf, einmal mit Kersch, das andere Mal mit Scheuring. Eine besondere Delikatesse versprechen die 400 Meter mit Harbig und Linnhoff sowie Malott und Herbert zu werden. Ein neuer deutscher Rekord ist durchaus möglich, vor allem aber ein deutscher Sieg. Ueber 800 Meter muß Harbig auf Borck und Marion achten, wobei er von Eichberger unterstützt wird. Die 1500 Meter sind Fenske kaum zu nehmen, doch können sich Mehlhose und Schaumburg vor Rideout behaupten. In den langen Strecken sind die Aussichten für uns wieder günstiger, denn mit Syring und Eitel sowie Berg und Schönrock haben wir Eisen im Feuer, auf die man rechnen kann. Im 3000=MeterHindernislauf starten Kaindl und Heyn, die sehr schnell sein müssen, denn Efaw und Degeorge sind für 9:20 Minuten gut. Großartige Kämpfe wird es auch in den Hürdenläufen geben. Auf der kurzen Strecke ist Wolcott, der in Stockholm 13,5 lief, Favorit. Auch Allan kam schon an 14 Sekunden, die Kumpmann und Wegner kaum erreichen werden. Ueber 400 Meter Hürden ist alles„drin“, denn die 53 Sekunden, die Patterson unlängst benötigte, können auch Glaw und Hölling schaffen. In der Kurzstreckenstaffel wird USA mit Greer, Johnson, Walker und Jeffrey, vielleicht auch noch Ellerbee, nicht zu schlagen sein. Auch über 400 Meter spricht der bessere Durchschnitt für die Gäste, zumal Harbig nicht auch noch in der Staffel laufen kann. In den Sprüngen sind die Amerikaner schwer zu schlagen. Im Stabhochsprung haben Haunzwickel und Hartmann nichts zu bestellen, sie können aber von Varoff und Warderdam, die 4,40 Meter immer sicher haben, viel lernen. Im Dreisprung wurde Neil mit 14,77 Meter USAMeister. Da Wöllner, vor allem aber Kotrat= schek diese Weite auch erreichen können, ist hier noch nichts entschieden. Ossen ist auch der Ausgang im Weitsprung, denn Long und Leichum sind den Amerikanern Lacefield und Nutting durchaus gleichwertig. Im Hochsprung werden Weinkötz und Martens gegen die Neger Walker und Cruter, die 2 Meter glatt schaffen, nicht ankommen hönnen. Sieht es in den Sprüngen nicht gerade sehr gut für uns aus, so haben wir bei den Werfern ein fehr ernstes Wort mitzusprechen. Im Hammerwurf sind Hein und Blask allein auf weiter Flur. Dagegen können im Diskuswerfen Levy. der in London an die 50 m kam, und Zagar unseren Vertretern Lamvert und Schröder gefährlich werden. Im Speerwurf ist Stöck kaum zu schlagen, und auch im Kugelstoßen müßte es Woellke schaffen. Gute Leistungen sind aber auf jeden Fall erforderlich, denn die Yankees sind zu Ueberraschungen fähig. * Zum zweiten Male gegen Belgien Deutschlands Leichtathleten kämpfen am Wochenende an zwei Fronten. Neben dem Großkampf mit USA findet die zweite Begegnung gegen Belgien in Brüssel statt. Deutschland entsendet zu diesem Kampf zwar seine zweite Front, doch darf man nach den vielen guten Erfahrungen sicher mit einem weiteren Unsere Voraussagen Samstag Galopprennen in Hoppegarten. 1. R.: Elbgraf— Wiener Walzer; 2. R.: Humbert— Lord Tullus; 3. R.: Rosselenker— Linden= wirtin; 4. R.: Burgunder— Heimfahrt; 5. R.: Olymp— Vico: 6. R.: Graf Flambo— Lerchenau; 7. R.: Nuber— Item; 8. R.: Torerotochter— Flaminia. Kleine medizinische Rundschau Wirkt Musik auch auf Tiere? Daß musikalische Eindrücke auf den Menschen beträchtliche Wirkungen auslösen können, ist allgemein bekonnt. Wirkt Musik aber auch auf das Tier in irgendeiner Form ein? Daß man zum Zähmen von Tieren im alten Rom Musikinstrumente verwandte. ist uns überliefert. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird jedoch heute angezweifelt, denn die Erfahrungen aus dem modernen Zirkus lehren, daß Raubtiere, Elefanten und andere Großtiere durch Musik lediglich aufgeregt und geängstigt werden. Man muß sie jedenfalls erst allmählich an Musik gewöhnen. Eine andere Rolle spielen Musik und Gesang allerdings bei den Vögeln. Gibt es doch sogenannte Spottvögel, die das Pfeisen und Singen anderer Arten nachahmen, wie ja auch der Mensch von einigen Vögeln imitiert wird, wobei nur an die Papageienarten erinnert sei. Im Jahresbericht des Budapester Zoo von 1933 wird sogar ein Pfau erwähnt, der eine solche Vorliebe für die Abendkonzerte zeigte, daß er sich regelmäßig in nächster Nähe des Orchesters niederließ, bis er aber begann, sich durch lautes Kreischen selbst an dem Konzert zu beteiligen und er deshalb eingesperrt werden mußte. Daß Schlangen durch Töne beeinflußt werden, wird jeder als selbstverständlich annehmen, sehen wir doch immer wieder Schlangenbeschwörer mit der Flöte abgebildet. Ueberraschend aber ist, daß wahrscheinlich diese Tiere in Wirklichkeit überhaupt die Musik gar nicht aufnehmen können, da sie bekanntlich gar keine Ohröffnungen und auch kein äußeres Ohr besitzen. Wahrscheinlich sind es in Wirklichkeit die Bewegungen der Musikanten. die diese Schlangen reagieren.. 4 Sport als Heilmittel. Daß Sport den Körper kräftigt, ihn dadurch auch abhärtet und unempfindlicher gegen mancherlei Krankheiten macht, ist heute wohl allgemein bekannt. Es handelt sich dabei weniger um Sport mit dem Endzweck, Höchstleistungen zu erzielen. Ein solcher verlangt einen besonders kräftigen Körper und absolut gesunde innere Organe. Zur allgemeinen Kräftigung genügen schon leichtere Sportarten, bei welchen möglichst alle Muskelgruppen betätigt werden und die zu gleichmäßiger, tiefer Atmung anreizen. Seit einigen Jahren wendet man aber auch manche Sportarten direkt als Heilmittel an. Klug ausgedachte gymnastische Uebungen dienen gegen körperliche Verkrümmungen, Haltungsfehler und zur Wiedergelenkigmachung von teilweise versteiften Gliedmaßen nach längerer Ruhigstellung. Zur Vorbeugung gegen die Altersgelenkentzündung empfiehlt man regelmäßige Uebungen nach dem 45. Lebensjahre. Gegen beginnende Schrumpfniere und bei Nierensteinen sieht man Ski=, Schlittschuhlaufen und ruhiges Wandern als erfolgversprechend an. Skilaufen in höheren Gebirgslagen bewährte sich schon gegen chronischen Bronchialkatarrh und Magengeschwür. Auch gegen manche Erkrankungen des„Herzens und Kreislaufes wendet man heute im Gegensatz zu früher zahlreiche ruhige Sportarten an. Die Festsetzung solcher Heilsportübungen ist natürlich Sache des Arztes. Die Curopa-Schwimmeisterschaften in London Deutiche Wallerball-Niederlage mit Hilfe des Schiedsrichters Nichage Korn-Katice — haben Sie schon problert? Kandiert mit Carlsbuder Kaffeegewürz daher der katfeeahnliche Geschmack In eigener Rösterei tagl. wrisch gebrannt. Versuchen Sie bitte! 500 gr Qualität 11 500 Gramm 30 Zeitung (Ab man AALIm Meus! säglich den herner Anzeiger lesen! Gechen Das Fachgeschäft für Alle, die gut und billig kaufen wollen. Folo-Alchler Epping Bahnhefstr. 70 Paßbilder Stück 50 Pig Blicke 1 in deutsches Silmschaffen! „Wer Dich liebt, stirbt an Dir!“ Ein Film um den Carmen-Stoff:„Andalusische Nächte“. Stierkampf ist heute. Der berühmte Torero Antonio Largas Heredia huldigt aus der Arena heraus den angebeteten Carmen. Mit bezauberndem Lächeln wirft sie ihm eine Nelke herunter. Antonio will sie aufheben; doch dieser kleine Augenblick der Unachtsamkeit kostet ihn sein Leben. Die Hörner des wülenden Stiers erfüllen den Fluch, der auf der schönen Carmen lastet:„Dir ist kein Tod bestimmt, aber wer Dich liebt, der stirbt an Dir!“ Das ist das romantische Spanien.— Der sonnige Süden mit all seiner Pracht offenbart sich den staunenden Augen des Beschauers bei diesem großen Ereignis, beim Stierkampf, der Nationalleidenschaft der Spanier.— Aus der ganzen weiten Umgebung sind sie zusammengekommen, die Frauen mit ihren kunstvoll gearbeiteten Brusttüchern, die Männer mit leuchtenden Seidenschärpen, schöne Menschen, die die Vorgänge in der Arena mit südländischem Temperament verfolgen. Ader auch wir sind durch dieses farbenfrohe Bild gefangengenommen, und die Kämpfe sind so spannend, so echt, daß erst das Ende der Szene uns in die Wirklichkeit zurückruft. „Andalusische Nächte“ heißt der Ufa-Film der neuen deutsch=spanischen Gemeinschaftsproduktion, von dem gaüleg fe er Weschen eechn un uun der. Rey ist der spanische Regisseur, der auch mit Fred dreas und Ph. Lothar Mayrina das Drehbuch aßt hat. Die deutsche Spielleitung hat Herbert Maisch. Um etwas über das Zustandekommen und die Arbeit dieses Films zu erfahren, werden wir an Graf Gomar gewiesen. Der Graf ist uns bereits durch Erzählungen bekannk: Falangistennummer 30, zweimal durch die spanischen Bolschewisten zum Tode verurteilt und dann lange Zeit an der Madrider Front, auf der Suche nach den Mördern seiner Verwandten. Viel Leid hat dieser Mann erleben müssen, doch in der letzten Zeit hat sich sein Gesicht wieder etwas aufgehellt; den es geht ja nun in seinem Vaterland unaufhaltsam vorwärts, und so kann er auch heute wieder mit frohem Mut an seine Arbeit gehen. Er erzählt uns, daß es das Bestreben aller an diesem Film Beteiligten ist, der befreundeten deutschen Nation einmal das wirkliche Spanien zu zeigen.„Man kennt uns überhaupt nicht“, sagt Graf Gomar,„und wenn man etwas Spanisches zeigen will, so wirft man Süden und Norden durcheinander, ja man zelgt sogar zwischendurch Kleidung und Musik, die nur nach Südamerika gehören können. Wenn wir uns beispielsweise die Oper„Carmen“ des Franzosen Bizet ansehen müssen, tut es uns richtig weh. wenn wir daran denken, daß man so wenig von unserer Heimat weiß.— Schauen Sie sich diese Frau an, ist sie nicht wunderbar“, er deutet auf Imperio Argentina, die Hauptdarstellerin dieses Films.„Das ist Spanien, das ist unser Volk, wie es lebt, wie es singt und kanzt und wie es liebt!“ Auf die Frage, wie sich die deutschen Darsteller und der deutsche Regisseur nun mit den für sie doch ganz neuen Aufgaben abfinden, antwortet der Graf sofort:„Wunderbar! Wir sind sehr zufrieden, besonders mit dem Spielleiter Maisch, der sich sehr gut einfühlen kann, und auch die Schauspieler eignen sich ihrem Aussehen und ihrem Temperament nach prachtvoll für die spanischen Rollen. Die Darstellung der weiblichen Hauptrolle hat, wie Sie ja eben gesehen haben, in der deutschen Fassung auch Imperio Argentina. Uebrigens hat sie einen netten zweleinhaldjährigen Buben, der in Deutschland erzogen wird und der schon viel besser deutsch als spanisch spricht.“ G. R. Elsner. Moderne Piraten Verdrecherbekämpfung ist in Amerika keine einfache Sache— es besteht keine amtliche Meldepflicht, die meisten öffentlichen Aemter sind nicht durch lebenslänglich angestellte Beamte ausgefüllt, sondern werden alle vier Jahre neu besetzt. Siegt der republikanische Kandidat, so ziehen Republikaner in die Aemler ein, wird ein demokratischer Präsident gewählt, so werden die Posten mit Demokraten besetzt. Lebenslängliches Beamtentum gibt es nur bei den sogenanten„Federal"=Stellen. Diese Federalbeamten unterstehen direkt dem Staats-Departement in Washington und sind— soweit es die Gesetze überhaupt erlauben— den Beamten der einzelnen amerikanischen Staaten übergeordnet Die außerordentliche komplizierte Gesetzgebung oer 48 Staaten, die sich in vielen Punkten grundlegend unterscheidet und die etfersüchtig gehütet wird, macht es den Federalbeamten nicht immer leicht, Verbrecher zu verfolgen. Die Auslieferungsbedingungen und Strafmaße in den einzelnen Staaten sind äußerst verschieden. Erst seit der großen Plage durch die Alkoholschmuggler und neuerdings auch durch den immer häufiger werdenden Menschenraub— Kidnapping— werden die Federalbeamten bei solchen Kapitalvergehen von den staatlichen und örtlichen Behörden weitgehend unterstützt. Das immer gefährlicher und schamloser werdende Treiben der Unterwelt hat endlich dazu geführt, daß die kleinliche Eigenbrötelei der einzelnen Staaten nachläßt. Neuyork ist aber auch heute noch die Ausnahme in Amertka; seine nach Millionen zählende Bevölkerung, seine sogenannten„slums“(Elendsquartiere), in denen Hunderttausende von Menschen zusammengepfercht hausen, bieten den sichersten und besten Unterschlupf für Verbrecher, die in organisierte„Protection Rackets" und gewöhnliche % Du wilist frech werden? Joel MacCrea l. d. neuen dischspr. Poramount-Fülm „Assistenzarzt Dr. Kilder“(1000 Dollar Lösegeld) Presse-Mater P 906 Verbrecher zerfallen. Die„Protectors"— Beschützer— sind eigentlich nichts anderes als... Erpresser. Es gibt Ringe, die sich z. B. auf das Beschützen von Reinigungsanstalten, Bäckereien, Fleischereien usw. spezialisieren. Der Europäer wird sich nun fragen, wovor beschützen sie die Leute, Nun, erstens einmal vor eingeworfenen Fensterscheiben, umgestürzten Warenladungen, Diedstählen. Solche Uebergriffe erfolgen stets dann, wenn ein Geschäft nicht geschützt ist, d. h. sich nicht bereit erklärt hat, die Jahlungen zu leisten, die von ihm für„Schutz“ verlangt werden. Wenn man sich fragt, warum die Leute nicht die Pollzei holen, lautet die Antwort: weil diese bei der hervorragenden Organisation der Rackets so gut wie machtlos ist und oft genug mit ihnen unter einer Decke steckt. In die Kreise dieser organisierten Nacketeers führen auch einige Szenen des neuen Paramountfilms„Assistenzarzt Dr. Kilder“(Tausend Dollar Lösegeld) und aus ihnen wird man sehen, mit welchen Mitteln die Unterwelt arbeilet, um ihre Geheimnisse zu verbergen. Sie schreckt nicht davor zurück, einer Mutter ihr Kind wegzunehmen, um vor Verrat sicher zu sein. Umgekehrt aber wird es auch ersichtlich, daß diese Freibenter eine Art von„Ehrenkode“ haben. der bei der seltsamen Geschichte des jungen Arztes zu spannenden und abenteuerlichen Zwischenfällen führt.— Dieser Film, der auf eine Erzählung von Mar Brand, der zu den besten Kennern der Neuyorker Ringe gehört, zurückgeht, gibt dem deutschen Besucher Einblicke in ein äußerst interessantes Kapilel aus dem Leben in der größten Stadt der Well. mit kurzen Riemen bewegt wurden, zeigenMittschiffs zwei große Aufbauten, die durch eine Brücke verbunden waren und an deren Achterende ein Stock mit einer wehenden Flagge aufgestellt war. Daraus geht eindeutig hervor, daß die Entstehung oder Erfindung der Flagge etwa 6000 Jahre vor der christlichen Zeitrechnung zurückliegt. Nicht immer sind es herrliche buntfarbige Flaggen, die üder die weiten Meeere wehen. Irgendein Stück weißes Tuch, vielleicht auch ein Hemd, das letzte Hemd der Schiffbrüchigen, mit dem sie in ihrer Not und Verzweiflung den fern vorüberfahrenden Schiffen ihre verzweifelte Lage anzeigen wollen, können als Fahne angesprochen werden. Der Kapitän eines zusammengeschossenen Kriegsschiffes, der Kommandant eines dezimierten Forts kann in höchster Not, um weiteres nutzloses Blukvergießen zu verhindern, die weiße Fahne als Zeichen der Uebergabe hissen. So ist gerade weiß, die Farbe der Unschuld, im Krieg und auf hoher See das Zeichen von Not und Ohnmacht. Als Signalinstrumenk ist die Flagge für die Schiffahrt im Kriea und im Frieden unentbehrlich. Radio und Funkentelegraphie werden nie die Flagge als das wichtigste Signalinstrument in der Hand des Seemanns verdrängen können. Das Winken und Uebermitteln von Befehlen mit Flaggen geschieht nach den Regeln des Morsealphabets und es ist erstaunlich, mit welcher Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit, die im Winken ausgebildeten Seeleute Befehle und Nachrichten anderen Schiffsverbänden zuwinken. Gerade im Weltkrieg während der großen See schlachten ist erneut der Beweis erbracht worden für die Zuverlässigkeit der Flaggensprache. Treffen sich Schiffe fremder Nationen oder laufen sie einen fremden Hafen an, dann wird die Landesflagge zum Gruß gesetzt. Weht die Flagge auf Halbmast, dann ist sie das Zeichen der Trauer. Die bekränzte und blumengeschmückte Flaage gilt als Zeichen der Freude oder des Sieges in einer Schlacht. Man sieht also, daß Flaggen, Fahnen und Wimpel keine toten Gegenstände sind, sondern eine beredte Sprache reden. Kurz sei noch die Geschichte der Entstehung einiger Flaggen angeführt. Die dänische Flagge, ein weißes Kreuz auf rokem Untergrund, bekannt als„Danebrog“, ist wohl einer der ältesten der heute vorhandenen Flaggen überhaupt. Waldemar II. soll, als er gegen die heidnischen Lioländer kämpfte, ein Kreuz am Himmel gesehen haben, was ihn veranlaßt haben soll, dies Zeichen als Landesflagge anzunehmen. Nicht immer wehte über Frankreich die Trikolore, denn früher führte man dort eine blaue Flagge mit den drei Lilien. Von blau, gold, rot wechfelte die Farbe unter den Bourbonen auf rot, weiß, blau. Als im Juli 1789 die Farden der Stadt Paris blau und rot von der Pariser Menge als Nationalfarben erklört worden waren und Ludwig XVI. die ihm von Bailly angebotene blau=rote Kokarde auf die weiße geheftet hatte, die er am Hut trug, verwandelten sich die bis dahin geltenden blau=roten Nationalfarden in blau=weiß=rot. Durch Losreißung der nordamerikanischen Kolonien von England entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf der westlichen Erdhälfte ein neues Reich, die Vereiniglen Staaten von Amertka. Auch hier wechselten die Flaggenfarbe und die Flaggenzeichen anfänglich recht häufig Erst nach Anerkennung dr Unabhängigkeit wurde ein gemeinsames Zeichen festgesetzt. Am 14. August 1777 entschied der Kongreß, daß die Flagge der Vereinigten Staaten 13 Längsstreifen, abwechselnd weiß und rot haben sollte, während als Unionszeichen 13 weiße Sterne im blauen Felde(13 Staaten) geführt wurden. Trotz der gewaltigen Ausdehnung, die die Vereinigten Staaten genommen haben, wur de im Jahre 1818 beschlossen, daß es bei 13 Streifen sein Bewenden haben sollte, daß aber für jeden Staat ein neue Stern im Unionszeichen hinzugefügt werden muß. Andiesem Grund befinden sich heute im blauen Unionszeichen 48 Sterne. Afa 1938=39 Die besondere Pflege, die der nationalsozialistische Staat dem deutschen Filmschaffen angedeihen läßt, ist Verpflichtung und Aufgabe zugleich. Die Ausrichtung ist fest umrissen: Filme zu schaffen, deren Stoff und Gestaltung die stärkste Anziehungskraft auf das Publikum gewährleisten. Diese Verpflichtung und Aufgabe hat die Ufa. wie sie zugleich mit der nunmehrigen Veröffentlichung ihres Produktionsprogramms für die Spielzeit 1938/39 zu erkennen gibt, berücksichtigt. Sie legt der Oeffentlichkeit ein Programm vor, das 34 abendfüllende Spielfilme(darunter drei ausländischen Ursprungs), 34 zweiaktige Kurzfilme. 34 Kulturfilme sowie je 52 Folgen der Ufa., Deulig= und Uja=Auslandswoche umfaßt. Die seit zwei Jahren übliche Arbeitsmethode, die Herstellung der Filme auf das gesamte Jahr zu verteilen, um dadurch nicht nur eine ständige Besetzung der Ateliers.. sondern auch ein normales Ausspielen der Filme zu ermöglichen. tritt auch diesmal in die Erscheinung. Jetzt schon bei Saisonanfang sind bei der Ufa über die Hälfte der angekündigten Filme fertiggestellt oder in Angriff genommen. Bis Februar 1939 hofft sie, sämtliche Filme wenigstens abgedreht zu haben. Inwieweit das Motto des neuen Produktionsprogramms:„Nur die Leistung soll entscheiden!" zu einer künstlerischen Qualitätssteigerung führte, kann sich erst berausstellen, wenn die fertigen Filmwerke vorliegen. Bemerkenswert ist jetzt schon, daß die Ufa nicht nur eine Reihe hervorragender Darsteller verpflichtet hat, sondern auch auf zahlreiche reife und bewährte Könner aus dem Nachwuchs zurückgreift, der sich mehr und mehr in den Vordergrund spielt und dem Publikum nicht mehr ganz unbekannt ist. Genannt werden: Hilde Krahl. Ingeborg von Kusserow. Frauke Lauterbach. Vera von Langen. Leni Marenbach. Helga Marold. Hermann Braun. Rudi Godden. Matterstock. Moebius. Nilsen und Raddatz. Aus dem vielseitigen Programm seien einige Beispiele herausgegriffen: Der Film„Maria, Königin in Schottland“, der Carl Froelich und Zarah Leander zu gemeinsamem künstlerischen Schaffen vereinen wird, wird das Schicksal einer tragischen Gestalt der Weltgeschichte darstellen. Bei Karl Ritters„Pour le merite“ ist die Zertrümmerung der deutschen Luftwaffe der Hintergrund einer Handlung. die die Schicksale deutscher Männer und Frauen der Kriegsund Nachkriegszeit schildert. Der Film soll ein Denkmal sein, das den Kriegsfliegern und den Männern der deutschen Luftwaffe gewidmet wird. Weiter wird Karl Ritter mit einer Verfilmung von Seribes„Ein Glas Wasser“ aufwarten. Der zweite Film Zarah Leanders inszeniert Tourjansky. der mit dem„Blausuchs“ eines der erfolgreichsten Theaterstücke der letzten Saison verfilmt. Ferner sind noch zu erwähnen:„Altes Herz geht auf die Reise“, ein heiterer Jungenfilm.„Orkan“. ein Spiel vom Meer.„Ein Mädchen geht an Land“. ein Werk nach dem gleichnamigen Roman von Eva Leidmann.„War es der im dritten Stock?“, eine Kriminalgeschichte.„Frauen für Golden Hill“. Abenteuer unter Fliegern und Goldgräbern. „Hotel Sacher“. Schicksalsbild aus dem Wien von 1913/14. „Der Edelweißkönig". der Bergfilm des Programms. „Brücke ins Leben“, ein Spiel von der Reichsautobahn. „Preußische Liebesgeschichte", die von der jungen Liebe zwischen der Prinzessin Radziwill und dem späteren Kaiser Wilhelm I. erzählt.„Ultimo“, das Glück einer jungen Ehe. Herner Filmschau JFahnen, Flaggen und Wimpel Die alle und ewig neue Idee der Flagge und des Valerlandes muß jede junge Generation von neuem begreisen lernen. Ein ausdrucksvolles Beispiel dafür, wie dies geschehen kann, gibt der neue deutschsprachige Paramount= Film„Sein letztes Kommando". Bei dieser Gelegenheit sei einiges Interessanle über die Verwendung der Flaggen bei der Marine erzählt. Der Gebrauch einet Flagge oder einer Fahne ist seht und ihr Ursprung fällt unstreitig mil dem Beginn der Schiffahrt zusammen. In Gräbern, die wahrscheinlich lyd.schen Ursprungs sind, sand man Vasen, auf denen sich Zeichlungen befinden, die Fußszenen daritellen Boole. die „Die kleine und die große Liebe“ Lichtburg Dieser Film mit seinem beschwingten, gelösten Spiel hat, wie man zwischendurch feststellt, keinen Altheidelbergtitel und behandelt auch den prinzlichen Konflikt nicht mit Operettenmanier. Das alte Thema hat eine neue Variation bekommen, so neu, daß die Melodie eine andere geworden ist. Es gibt hier keine Schloßromantik und keine Mandolinenherrlichkeit. Wie weit liegt das Operettenland mit seinen Konflikten, die uns nur noch durch ihre reizvolle musikalische Untermalung und durch Stimmungsration unterhielten. Hier reißt uns schon zu Beginn der Rhythmus der Gegenwart mit: Die Titelansage rollt auf uns, die wir gleichsam mit im „Großen Dessauer“ sitzen, zu wie die Wolken und die Spielzeugkästen der Erde, die langsam angeflogen wird. Die Landung und dann der große Flug über die Alpen, das alles geschieht so, wie der Zuschauer es dankbar begrüßt: Nicht irgendein Großflugzeug wird uns gezeigt, sondern der„Große Dessauer", der für uns alle ein Begriff geworden ist. Seine Leistung wird nicht als Sensation gefilmt, sondern als selbstverständliche Leistung, und alle, die nun den„Dessauer" in seiner majestätischen Schönheit beim Anflug und als herrlichste„Reisekutsche" über den Wolken kennen lernen, sind begeistert, wie die Mitwirkenden begeistert sind, ohne dabei eine Bühnenpose anzunehmen. In diesem idealen Reiseflugzeug bereitet die anmutige und schlagfertige Stewardeß Erika allen Fluggästen, auch den Dickfälligen und Frechen, ein angenehmes Reiseheim. Die männlichen Gäste freilich stellen immer die gleichen Fragen. Die Antworten sind ebenso automatisch und treffend. Nur nicht bei einem Passagier, dessen Frechheit sympathisch ist. Zwischen Diktat und Zwischenlandung beginnt die„kleine Liebe“. Die große Liebe scheint da zu beginnen, wo sie ihm mit eleganten Sätzen klarmacht, wie wenig ihr die äußere„Sieghaftigkeit" des Liebhaberstars imponiert und wie der Liebende und Geliebte sein müßte. Wahrscheinlicher ist es, daß die große Liebe erst dann beginnt, bevor die„Königliche Hoheit“ auftritt. Aber es wird keine sentimentale„Tragödie". Die Sensationsmacher bekommen ihre Abfuhr, und das happy end ist fröhlich wie der Beginn. Daß es so fröhlich und gelöst wird, dieses Spiel unter der südlichen Sonne und im Flugzeug über den Wolken. dazu haben außer dem Regisseur J. v. Baky, dessen Bli“ für das Lustspielmäßige Anerkennung fordert, vor allem Jenny Jugo als Stewardeß und Gustav Fröhlich als Prinz wider Willen beigetragen. Jenny Jugos resolute Anmut, ihre eigene Art, mit Situationen und Menschen fertig zu werden, gibt vielen Szenen erst ihren Wert. Gustav Fröhlich hat für das Draufgängertum dieser Rolle die besandere und wirkungsvolle Nüance gefunden. Im wesentlichen ist der Film ein gelöstes Spiel zu zweien. A Ruppert. * „Krach und Glück um Künnemann Schauburg. Cine kurzweilige und lustige Geschichte von einem Ehe mann, der es zu Hause bei seiner besseren Ehehälfte nicht mehr aushalten kann. Auf dem Wege zum Büro flattert ihm ein Hundert=Mark=Schein entgegen. In seinem Tran erlebt er dann das Abenteuer mit einem Hochstapler, den er bei einem Diebstahl ertappt. es kommt zu einer solennen Keilerei, zu hochnotpeinlichen Vernehmungen bei der Polizei, aber schließlich auch zu einer öffentlichen Belobigung und auch wieder zu einem glücklichen und frohen Famiienleben. Will Dohm als der verärgerte Ehemann, aber auch der verliebte Hagestolz, Maria Krahn, eine schloddrige und unordentliche Frau, bei der es wohl kein Mann ausgehalten hätte. Georg Alexander, der reiche Fabrikdirektor mit seiner eifersüchtigen Frau Inge Lists. Jessie Virogh, eine waschechte Berlinerin, die die Gelegenheit beim Schopse nimmt, einmal mit einem„Herrn von der Regierung“ einige nette Stunden zu verleben, Hilde von Stolz. eine raffinierte Hochstaplerin. * „Premiere Gloria-Palast. Dieser große Revuefilm bringt die Welt des Tanzes, der schmissigen Musik, des Gesanges und des Humors, wozu sich noch eine kaum zu überbietende Ausstattung gesellt. Und wenn dazwischen noch das Gesetz in Erscheinung tritt, so findet man Licht und Schatten, Heiterkeit und Ernst in so reichem Maße, daß man von mehr als nur einem kurzweili gen Revue=Tonfilm sprechen kann. Im Vordergrund steht Zarah Leander, die schwedische Schauspielerin. Sie ist trotz der dunklen Stimme keine Marlene Dietrich, denn sie wirkt fraulich, wie auch der ganze Eindruck von ihr der einer reisen weiblichen Abgeklärtheit ist. Karl Martell ist ihr Partner und spielt bewußt männlich. Theo Lingen ist der Revueinspezient mit den abgehackten Sätzen und Bewegungen. Er liefert den Löwenanteil des Erfolges auf dem Gebiete des Humors. Attila Hörbiger verkörpert den Kriminalkommissar in eleganter und überlegener Weise. In den Nebenrollen sind Maria Bard, Walter Steinbeck und Karl Günther besonders zu nennen. Die filmischen Renuebilder, besonders der Auftritt der vierhundert Floyddu=Pont=Tänzerinnen und=Tänzer in den verschiedensten Nummern, sind eine besondere Augenweide. Der Spiegelboden vermittelt dabei technische Tricks, die Stannen erregen. Franz Semglaty. * „Dreiklang" Apollo. Mit ausgereifter Kultur und mit erlesenem Feingefühl Regisseur Hans Heinrich den schwierigen Stoff be hat der Regisseur Hans Heinrich den schwierigen Stoff behan delt und zu erheblichen Spannungen ausgewertet. Dabei half ihm nicht zuletzt sein sicherer Einsatz von überdurchschnittlichen Darstellern— lauter Köpfe und Charaktere, die an ihrem Platze richtig stehen und dem Film seine Eigenart verbürgen: Paul Hartmann, nämlich soldatisch und menschlich. Rolf Mobius, jung und gläubig, Lil Dagover, schön und gereift. Außerdem Helgo Marold als herbes, sprechendes Jungmädchengesicht und herzhaft frische Filmdebütantin, der gütige Arzt Walter Werners, Karl Günthers schuftiger Bantier, der prachtvoll gemüthafte Bursche Franz Wehers. Lili Schoenborns kraftvolle Herbheit und die trefflich gesehenen Typen von Otto Mathies und Werner Pledath. Kurt Schröders Musik erwächst als fernnervige, mit dramatischen Spannungsmomenten ebenso wie mit zartesten Lyrismen durchsetzte Ausdruckssprache unmittelbar aus dem Geschehen selbst. „Die schöne Galathee“. ein Werk aus dem Künstlerleben „Der Fall Deruga"“, der mit Willy Birgel in der Hauptrolle eine spannende Gerichtsverhandlung zum Mittelpunkt hat.„Nanon“. Singsviel vom Hofe Ludwigs XIV., „Gastspiel im Paradies“, ein Film mit einer kleinen Schwindelei und von der Liebe.„Es war eine rauschende Ballnacht". Sviel von Tschaikowsky(Hauptrolle Zarah Leander).„Hallo Janine" und„Eine Nacht im Mai“ (Hauptrolle Marika Rökk),„Fortsetzung folgt"..Bekehrung eines unverbesserlichen Junggesellen".„Zwischen Hamburg und Haiti“. abenteuerliches Liebesspiel zwischen zwei Kontinenten.„Was tun Sybille?". Gefährdung und Rettung einer Klassengemeinschaft von Oberprimanerinnen. „Am seidenen Faden". Sviel aus den Wirren der Nachkriegszeit. in der zwei junge Menschen sich gegen alle Not mutig behaupten.„Kautschuk". Abenteuer im brasilianischen Busch mit weltwirtschaftlichem Hintergrund.„Nord licht". Geschichte unter Pelzjägern.„Drei Unteroffiziere". ein Wehrmachtsfilm.„Gebrandmarkt", Kriminalgeschichte zwischen Ostasien und Paris,„Adrienne Lecouvreur". Leben und Tod einer großen Geliebten.„Die Dame mit den schönen Schultern“. ein Film mit Lil Dagover. und schließlich„Der grüne Kaiser". ein Film, der an der deutschen Wasserkante und in Amerika spielt. An bekannten Svielleitern sind eingesetzt: Carl Froelich. Karl Ritter. Carl Hartl. Viktor Tourjansky. Erich Waschneck. Paul Martin. Herbert Maisch. Georg Jacoby. Robert A. Stemmle. Fritz Peter Buch. Werner Hochbaum. Karl Boese. Hans Devve. Peter Paul Brauer. Eduard von Borsody. Günter Rittau. Erich Engel. Herbert Fredersdorf. Rolf Hansen. Paul Östermayr. Kerl Junghans, Augusto Genina und Marcel l’Herbier. 10 Minuten Atelier Skizzen aus Johannisthal— Schauspieler antworten. Großkampftag im Tobis=Atelier in Johannisthal. Ueberall geschäftige Arbeiter. Eine Riesenhalle wird gebaut. Dem. der es nicht„weitersagen“ will. verrät man. daß die ersten Szenen von Herbert Selvins neuem Film „Ich liebe dich!“ darin spielen sollen. Eine große Aufgabe hat sich der junge Spielleiter gestellt: Nur zwei Personen tragen die Handlung, neben ihnen stehen nur Randfiguren, zu denen auch— ein Kater und ein Hund gehören. Noch liegen Bar und Tanzraum verlassen. Aber bald werden Luise Ullrich und Viktor de Kowa einziehen und— sie mit Leben erfüllen. Nebenan dreht Hans Depve den neuen Anny=OndraFilm„Narren im Schnee“. Ein Skihütte lädt ein. In voller Kriegsbemalung eines Ski=Haserls taucht die kleine blonde Anny auf. Zwei Szenen aber am Rande großer Dreharbeit verdienen es, daß man ihrer besonders gedenkt. Das eine: eine Begegnung mit einem berühmten Schauspieler. Das andere: ein Blick auf junge Darsteller, die wir vielleicht morgen in großen Rollen sehen werden. „Der Spieler“ von Dostojewski— französische Fassung. Der Schauspieler Pierre Blanchar. einer der größten der französischen Leinwand, macht eine Spielvause. Sein Friseur kommt, legt ein wenig Puder auf. Da findet der Darsteller ein vaar Minuten Zeit zu einer Unterhaltung. Das Merkwürdigste an dem zarten, mittelgroßen Mann mit dem rassigen, romanischen Profil, das gereift und doch jugendlich wirkt, sind die Augen. Stahlblaue, barte Augen, in denen ein tiefes Feuer brennt. Kalt scheinen sie, und doch geht unheimliches durchdringendes Leben von ihnen aus. Blanchar spricht ausgezeichnet Deutsch und versteht die Frage, die ich ihm stelle, sofort, weiß sogleich, worauf ich hinaus will. Wissen möchte ich, inwiefern er als Franzose sich die Rollen des Alexei anders vorstellt als sein deutscher Kollege Hannes Stelzer, der diese Figur in der deutschen Fassung verkörvert. „Ach“, sagt er.„Unterschiede, nein! Zwischen Stelzers und meiner Auffassung ist kaum ein Unterschied. Wir beide spielen ja nicht einen Russen, das Russische ist uns nur Atmosphäre und Umgebung. Wir beide aber svielen einen Menschen, eine tragische Figur. Vielleicht, daß der Altersunterschied, wahrscheinlich, daß das Temperament der beiden Nationen einen Unterschied bedingen. Aber im Wesentlichen sind wir uns sehr einig: Auf den wahren. auf den echten Menschen kommt es an! Und da ist es gleich. ob es sich um einen Russen, einen Deutschen oder einen Franzosen handelt.“ Das. scheint es. ist die rechte Auffassung eines großen Schauspielers von seiner Rolle. Ein Wort aber des jungen deutschen Darstellers Hannes Stelzer soll hier noch stehen. Stelzer wurde gefragt, warum er auch an den Tagen immer im Atelier sei. an denen die französische Fassung gedreht werde. Er antwortete:„Ich möchte mir Pierre Blanchar ansehen; von einem so großen Schauspieler kann man nur lernen!" Und dann der Gegenvol: Rudolf Klein=Rogge macht Probeaufnahmen. Prüft Gesichter und Stimmen auf ihre Eignung für den Film. Ein Archiv von kurzen Streifen wird angelegt. Hier findet der Regisseur nun später, was er braucht für neue Rollen. Ein Zimmer: Kulisse aus irgend einem Film. Am Fenster ein junges Mädel im schwarzen Kleid. Die Sonne scheint durch die Gardinen und zeichnet ihr Muster auf das zarte Gesicht. Davor. langsam heranfahrend. die Kamera. Das junge Mädel, das dort ihre Eignung für eine größere Rolle erbringen soll. ist Ilse Stevat. Man sab sie schon in mehreren Filmen in kleineren Rollen. Sie spricht aus„Kabale und Liebe“ die Worte der Lady Mil ford. Ganz leise schwingt in der weichen schönen Stimme eine ferne Sehnsucht, schon im Klang der Worte ist ein Schicksal beschlossen: ein Mensch, ein unglücklicher Mensch Der„Regisseur“ Klein=Rogge korrigiert hier und da Die Produktionsleiter der Tobis stehen rundberum. prü sen. Unbeirrt spricht die junge Schauspielerin ihre Worte. muß sie noch einmal sprechen, wird anders beleuchtet. Endlich erlöst Noch ein Schauspieler stellt sich der Kamera: Eduard Wandren von der Volksbühne. Mit der markigen. metallisch klingenden Stimme, die schon auf dem Theater die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf den ausgezeich neten Darsteller lenkt. spricht er ein vaar Sätze. banale Sätze aus irgend einem Stück. Wird die Stimme ihren eigenartig feiselnden Klang auch im Mitrophon haben? Vielleicht behält einer der Produktionsleiter das Gesicht. vielleicht wird ein Regisseur sich schon nach wenigen Tagen. wenn er den Streifen sieht, sagen:„Dies Gesicht oder diese Stimme brauche ich das suche ich für meinen Film. hier ist eine größere Rolle!" Ein kleines Zwischensoiel nur am Rande großer Dreh arbeit. Und dennoch, hier entscheidet es sich: Unbekannte Gesichter in Filmen, die wir sehen werden? Hier beginnt der Weg. der schon manchen zum Ruhm führte. Autoviraterei im Ruhrgebiet Auch eine„Leidenschaft"— Aus der Praxis der Piratie— Ein neues, durchgreifendes Gesetz in Vorbereitung. Jast täglich wird in den Städten des Ruhrgebietes ein Auto gestohlen. Meist findet man es nach einigen Stunden oder Tagen an anderer Stelle unbeschädigt wieder. So wurde kürzlich ein in Düsseldorf gestohlener Wagen in Essen, ein in Essen gestohlener an derselben Stelle wiedergefunden. Autopiraten gidt es in jeder Stadt, in den größeren Städten des Westens ist es gleich eine ganze Bande, die gewissermaßen organisiert ist. Sie arbeitet so. daß sie z. B. in Dortmund hier einen Wagen stiehlt, damit nach Essen, Dässeldorf. Köln oder sonstwo fährt, dort den Wagen skehen lätzt, hier einen anderen Wagen stiehlt und damit zurück nach Dortmund fährt. Jugendliche, die es nicht nötig haben. Wer annimmt, daß eine Autoviratenbande sich aus Dieben üblichen Schlags zusammensetzt, der wird staunen: es sind durchweg Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren. oftmals noch jünger, die sich an die Kraftwagen heranmachen. Dazu sind es nicht einmal solche, die sich einen Gewinn aus der Entwendung eines Fahrzeuges machen. das haben sie garnicht nötig, denn es sind vielfach Söhne wohlhabender Eltern, oder Jugendliche, die in einem Beruf stehen. Sie betreiben die Autoviraterei teils aus Leidenschaft. oder weil sie im Augenblick einen Kraftwagen für irgendeinen Zweck benötigen. So wurde auf Grund sorgfältiger Beobachtungen und der Aussagen bereits abgefaßter Banden festgestellt, daß man Kraftwagen stahl, um damit z. B. zu einem Fußballgroßkampf im Westen zu starten. Oder man stahl sie angeblich aus Leidenschaft zur Autofahrerei, veranstaltete mit den gestohlenen Wagen auf der Reichsautobahn regelrechte Rennfahrten. Einer von den abgesaßten Piraten hatte zum Beispiel für seine Umgebung den Fahrleiter gespielt und auf gestohlenen Wagen anderen Zunftgenossen das Fahren beigebracht. Das geht solange gut, dis sich die Angst einstellt, oder ein Verkehrsunfall es an den Tag bringt. Wie umfangreich die Piraterei betrieben wird, beweist die Tatsache. daß eine abgesaßte Bande beisvielsweise nachgewiesen über 60 Kraftwagen stabl. Autoviraterei ein Verbrechen. Mögen im jugendlichen Verstand mancher Autopiraten noch so harmlose. räuberromantische Vorstellungen spuken. mögen die Kraftwagen alle wiedergefunden werden, mag auch nichts aus den Kraftwagen entwendet werden außer dem verfahrenen Benzin, mag die Piraterei als eine Leidenschaft erklärt werden, für die man kein Verständnis aufbringen kann... das gesunde Volksempfinden sagt, daß sie ein Verbrechen ist und dementsprechend eine harte Bestrafung finden muß. Gegen die Autoviraten gibt es bisher noch nicht die Gesetzeshandhabe, die mit aller Schärfe dagegen vorzugehen vermag, da die Piraterei ja nicht als Diebstahl gewertet werden kann, sondern nur als Benutzung des Kraftwagens wider Willen des Besitzers und auch nur so bestraft wird. Aber es wird nicht mehr lange dauern und es wird jetzt, da mit einer riesigen Steigerung des Kraftwagenverkehrs zu rechnen ist, zur dringenden Forderung, daß die Piraten so angesaßt werden, daß ihnen ein für alle mal die Lust vergeht, die Mitmenschen noch weiterbin in unnötige Sorge und Angst zu versetzen. Es ist ein neues Gesetz in Vorbereitung, das sie. wenn sie erwischt werden, für längere Zeit unschädlich macht. Ein unverständliches Verhalten der einmal Bestohlenen ist jedoch folgendes, das wir an einem Beispiel zeigen wollen. Da wurde einer der Autoviraten von der Polizei erwischt, dem 35 Fälle nachgewiesen werden konnten. Es war ein Sohn gutfituierter Eltern, die sich zur Verteidigung ihres hoffnungsvollen Sprößlings eines Rechtsanwaltes bedienten. Dieser besuchte nacheinander die 35 Autobesitzer und erwirkte, daß 30 ihren Strafantrag zurückzogen, weil sie dem „sonst tüchtigen Jungen" die Karriere nicht verderden wollten— er wollte die technische Hochschule besuchen und wurde„aus Leidenschaft zur Technik(!)" Autovirat. Es ist anzunehmen, daß der detreffende Rechtsanwalt jedoch nicht jedem einzelnen berichtet datte, daß es ihrer 35 waren, die der Bursche in Angst und Sorge jagte. So kam er mit einer geradezu lächerlichen Strafe davon. Denn vorläufig wird die Bestrafung der Autoviraten noch so gehandhabt, daß der Kraftwagenbesitzer einen Strasantrag stellen mut, auf Grund dessen der Pirat bestraft werden kann, zieht er ihn jedoch zurück, so kann vorläufig auch die Polizei nichts machen. Jeder Kraftwagenbesiver sollte es aber im eigenen Interesse und im Interesse der groben Zahl von Kraftfahrern niemals unterlassen. Strafantrag zu stellen. wenn ihm der Wagen gestohlen wurde. Erst recht nicht sollte er, wenn einer der üblen Kadetten erwischt wurde. sich erweichen lassen, den Strafantrag zurückzunehmen. das ist gleichbedeutend einer Förderung der Piraterei. Denn jede persönliche Rücksichtnahme auf den einzelnen ist hier unangebracht, die anderen werden nur um so frecher und gemeiner. Wer die Gemeinheit der Burschen zu entschuldigen sucht mit Leidenschaft zur Technik und zum Kraftfahrwesen der soll sich einmal fragen. wobin es führen würde, wenn jeder seine verdrecherische Handlungsweise mit einer orivaten Leidenschaft entschuldigt. Wer Liebe zum Kraftsport besitzt, der sollte erst recht das Fahrzeug aus Sportkameradschaft schätzen und das Besitztum achten. Es nichtsnutzigerweise entwenden und beschädigen ist ein Verbrechen wie jedes andere auch und und auf keine Weise zu entschuldigen. Drum Kraftfahrer. verfolgt mit aller Unerbittlichkeit jeden Piraten und laßt euch auch nicht durch noch so rührselige Erklärungen erweichen! Ihr tut dem Kraftfahrwesen und der Polizei damit den besten Dienst. Zu teure Parkplätze! Wie uns von der Sachbearbeitungsstelle erzählt wurde. sind die gestohlen gemeldeten Kraftwagen zum größten Teil die zwei, drei gleichen Marken. Diese Tatsache sollte die Kraftfahrzeugkäufer bestimmen, vor dem Kauf noch einmal nach der Diebstahlssicherheit des betreffenden Fahrzeugs zu fragen und sich alsdann eine vernünftige Sicherung anbringen zu lassen. Das erspart viel Aerger und Sorge. Zugegeben, man wäre vor einem Diebstadl schon geschützter, wenn man sein Fahrzeug der Parkwache übergäbe. Aber man vergißt folgendes: wohl die Mehrzahl der Kraftfahrer in Deutschland hat als Autobesitzer nicht einen solchen Geldbeutel, wie man wohl allgemein anzunehmen beliebt. Ihnen kann man keine Parkplatz= preise zumuten, die sich an gewissen Veranstaltungstagen im Westen schon bis zu 1,30 RM. bewegten. Schon 30 Pfennig und alle zwei Stunden einen Groschen mehr ist an größeren Plätzen zu viel, wer seinen Wagen zu Berufszwecken braucht, müßte demnach, da er oftmals am Tag parken muß, einige Zehnmarkscheine monatlich allein für das Parken auswerfen. Wie verhält es sich zum Beispiel mit den Stellen, an denen nur ein Wächter mit„beliebiger Gebühr" steht. Wer haftek hier im Ernstfall wenn nun doch in der Nacht ein Fahrzeug gestohlen wird? Denn mit dieser beliebigen Gebühr ist ja keinerlei Versicherung verbunden. Das sind nur zwei genannte Tatsachen, die vorerst noch als Probleme dastehen, aber in Erwartung des kommenden Großverkehrs. wenn erst einmal der Volkswagen zu lausen beginnt, gelöst sein müssen. Ein Tag im Kalksteingebiet der Hönne. Das einst von Freiligrath als das romantischste Tal Westsalens geruhmte Hönnetal hat auch heute noch seine besonderen Reize und ist Jahr für Jahr Anziehungspunkt für viele tausend Naturfreunde. Die steilen Kalkselsen und die schönen grünbewachsenen Hänge stehen in unserm Sauerland auch einzig da. Wir beginnen in Menden, 145 Mir. hoch gelegen, an der unteren Hönne, werfen, kennen wir das ganz ausgezeichnete Heimatmuseum noch nicht, einen Blick in die vorzüglich zusammengestellten Räume und wandern vom Bahnhof aus auf Hauptwanderstrecke(Hwstr.) 18 des Sauerländischen Gebirgs=Vereins gen Süden. Linker Hand plätschert die Hönne, doch bald steigen wir hinter der Landstraße zum Sundern empor und lassen uns hier von alten Buchen umrauschen. Nach 80 Min. sind wir in Apricke, 310 Mtr. Von dem hochgelegenen Ort hat man einen schönen Fernblick über Iserlohn ins westliche Sauerland. ½ Std. danach folgt Brockhausen. Gleich hinter der kleinen Ortschaft gehts im dichten Hochwald in 50 Min. zum Balverwald=Kopf, 510 Mtr., dann auf prächtigem Waldweo in 1 Std. zu Tal nach Balve, 235 Mtr., mitten im Hönnetal. Auch dieses Städtchen hat mehrere Sehenswürdigkeiten, einmal die große neue kuppelgewölbte Kirche, die an das uralte Kirchlein angebaut wurde, zum andern ein kleines aber feines geologisches Museum. Von Balve aus besuchen wir ½ Std. die Landstraße entlang die riesige Balver Höhle, in der die Bürger alljährlich ihr Schützenfest feiern. Von Sanssonci ab sind wir dann wieder auf einer Hwstr., und zwar mit der Nummer 1. Das weiße Liegekreuz geleitet uns auf einem vor wenigen Jahren vom SGV. gebauten Wanderschutzpfad abseits der vielbefahrenen Landstraße westlich der Hönne in 55 Min. durch Volkringhausen zur Reckenhöhle, einer der Tropfsteinhöhlen des Sauerlandes, dann talab weiter in 20 Min. zwischen den steilaufragenden Kalkselsen hindurch und unterhalb der einstigen Grenzfeste Klusenstein zum Bahnhof Klusenstein, 185 Mtr., von wo aus wir die Heimfahrt antreten. Alle beschriebenen Wanderwege sind auf Blatt 2 Iserlohn der SauerlandKarte 1:50000 des Sauerland=Verlages zu Iserlohn genau eingezeichnet. Im Lenneknick. Schlagen wir Blatt 8 Schmallenberg der Sauerlandkarte 1:50 000 des Sauerland=Verlages zu Iserlohn auf, finden wir links bei Altenhundem einen scharfen Knick der Lenne, die auf einmal aus der Ost=West=Richtung in die Süd=Nord=Richtung abbiegt. Den Raum dieses Lenneknicks wollen wir heute einmal kennen lernen. Altenhundem liegt 280 Mtr. hoch. Wenige Schritte links vom Bahnhof sehen wir das weiße Kreuz der Hauptwanderstrecke(Hwstr.) 6 des Sauerländischen Gebirgs=Vereins, dem wir durch den Ort rechts bis vor der Schützenhalle nachgehen, ehe wir rechts aufwärts steigen. Schon bald haben wir den Fuß des Rothaarwaldes erreicht. In mählicher Steigung, während der wir dauernd die wundervollsten Fernblicke auf das Lennetal und die Berge auf der anderen Seite(von denen wir am Abend heimzukehren gedenken) haben, gelangen wir an mehreren klaren Brünnlein vorbei in 50 Min. zur Kichenbacher Kanzel— einem Felsvorsprung mit weiter Sicht—. und in den folgenden 35 Min. zum Steinernen Kreuz, 498 Mtr., dem Treffpunkt zahlreicher Wege. Ein schöner Hangweg geleitet uns durch Nieder= und Hochwald, zwischendurch immer wieder herrliche Ausblicke auch gen Süden auf den Hilchenbacher Zipfel des Rothaars ietend, in ½ Std. am Ilberg entlang bis zur Kreuzung mit der Hwstr. 18(550 Mtr.). Nun hiegen wir auf dieser links abwärts ab. Auf steilem Wege gelangen wir in ¼ Std. nach Saalhausen im Lennetal, 315 Mtr., als Sommerfrischenort sehr schmuck und beliebt. Die Hwstr. 18 führt 20 Min. der Straße nach lenneabwärts, um dann in Gleierbrück rechts das liebliche Gleierbachtal aufwärts zu verlaufen. Der kleine Bach plaudert uns unterwegs so allerhand aus den Zeiten, da Gleierbrück noch Totenohl hieß und hier die Toten aus dem Siegerlande, die in Wormbach beerdigt wurden, für die Nacht untergestellt wurden. Auch der„Femhof“ von Josesa Berens=Totenohl wird hier in der Heimat dieses Romans in uns lebendig. 1X Std. ungefähr brauchen wir, um zur Höhe 545 und damit zur Kreuzung mit der Hwstr. 27 zu gelangen, aber dieser Talweg wird uns nicht leid. Wer einmal bei unserer sauerländischen Nachtigall, Christine Koch, in Bracht einkehren möchte, die uns die farbenprächtigen„Willen Räosen" beschert hat, kann schon kurz vorher rechts in ½ Std. nach Bracht gehen und auf der Hwstr. 27 zur Höhe 545 zurückkehren. Sonst aber wandern wir von Höhe 545 auf der Hwstr. 27 links auf entzückendem Höhenweg, meist durch Wald, doch immer unterbrochen von den seinsten Fernblicken gen Norden, später auch Süden auf das Rothaargebirge, in ½ Std. zum Jürgensberg, 590 Mtr., weiter in ¼ Std. zum Kickenberg, 540 Mtr., endlich in 1 Std. zum Gipfel der 603 Mtr. hohen Kuhhelle. Hier stockt unser Fuß, weil das Auge gebieterisch Halt verlangt angesichts der gewaltigen sauerländischen Berglandschaft zu unseren Füßen. Auch der Abstieg von der Kuhhelle in gut 1 Std. nach Altenhundem wird, wenn auch manchmal etwas steil, doch angenehm belebt durch immer wechselnde Fernblicke über das scharfeingeschnittene Lennetal, einmal nach Süden über Kickenbach hinweg, das andermal über Altenhundem zur Hochen Bracht mit dem schlanken Turm, wieder anders über Meggen hinweg zu den Höhen auf Finnentrop zu. Vom Endpunkt der Hwstr. 27 sinds noch 5 Min. zum Bahnhof Altenhundem. an dem wir unsere Rundwanderung, eine der dankbarsten im ganzen Sauerlande, begannen. Warum Volksgasmaske? Im Kriegsfalle muß mit der Verwendung chemischer Kampfsloffe(„Giftgase") bei Luftangriffen gerechnet werden. Vorsorge hiergegen bietet außerhalb des Schutzraumes(Weg zur Wohnurg und Arbeitsstätte, Schulweg usw.) nur die#### maske. Sie ist also auch dann notwendig, Schutzräume bereits vorhanden sind. 1— Gvangelische Gottesdienftordnung. Sonntag, den 14. August 1938. Herne. Hauptkirche: 8 Uhr Frühgottesdienst, Pfarrer Kiehl; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, Pfarrer Hartmann; 13 Uhr masurischer Gottesdienst; 15 Uhr Taufen, Pfarrer Kiehl. (Die Taufen sind in der Woche vorher bei dem Bezirkspfarrer anzumelden.) Donnerstag 20 Uhr Gebetsstunde. Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Vohwinkel; Tausen; 11 Uhr Kindergottesdienst. Waldschule Konstankin: 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Helmich: 10.45 Uhr Taufen. Evangel. Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Helmich. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Kiehl; 10.45 Uhr Taufen. Amtswoche: Pfarrer Kiehl. Vorsitz im Presbyterium: Pfarrer Hartmann. Baukau. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Barner, 11.15 Uhr Taufen. Mittwoch 8 Uhr Betstunde in der Kirche Sodingen. Sonntag 9.30 Uhr Gottesdienst, Kandidat Reich: 11 Uhr Tauffeier. Montag 20 Uhr Uebungsstunde des Kirchenchors in der Kirche. Donnerstag 20 Uhr Bibelstunde in der Kirche. Bladenhorst. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Fritsch: 11 Uhr Kindergottesdienst. Holsterhausen(Eickel II). Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Vikar König; 11.10 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Taufen. C Ihre am 5. August 1938 vollzogene Vermählung beehren sich anzuzeigen: Heinrich Schmidt Gerda Schmidt-Severin Hannover Grupenstr. 2 z. Zt. Bled Jugosl. Hotel Petran Herne I. W. Goethestr. 57 Heiße Tage, schlaflose Nächte Schlaslosigkeit und ähnliche sommerliche Gesundheitsstörungen sind häusig auf Überanstrengung des Herzens und der Nerven oder aus unregelmäßige Verdauung zurückzuführen. Klosterfrau=Melissengeist hat bei diesen Be schwerden schon viele gute Erfolge erzielt. Als Heilkräuterdestiklat übt er einen allgemein beruhigenden Einfluß auf den gesamten menschlichen Organismus aus, sodaß der Schlaf nicht sozusagen„erzwungen“ wird, sondern aus eine natürliche Weise ohne ungünstige, Nachwirlungen eintritt. So schrieb z. B. am 18. 1. 37 Herr Friedrich Kühnemund. v. B., Erfurt. Schlösserstr. 18. u. a.:„Ich habe mir inzwischen Klosterfrau=Melissengeist gekauft und nehme ihn nun regelmäßig. Die Wirtung ist ausgezeichnet. Ich lann seitdem besser schlafen und merke auch die beruhigende Wirkung auf die Nerven. Es sreut mich, daß ich nun endlich ein gutes Mittel gesunden habe, nach dem ich schon so lange suchte. Und weiter Herr Michael Albrecht(Bild nebenstehend), Einrichter. Berlin N 31, Scheringstr. 8. am 6.5.37:„Ich habe Ihren Klosterfrau=Melissengeist versucht und bin mit diesem sehr zufrieden. Bei Schlaslosigkeit und Magenbeschwerden angewendet, hat er sich sehr gut bewährt und kann ihn auch jedem empfehlen. Ich werde nun schon 67 Jahre alt und gehe mit Lust und Liebe zur Arbeit.“ Sowie Krau Agnes Bontz, Crailsheim. Kronprinzenstraße 6. am 12. 10. 36:„Ich benutze KlosterfrauMelissengeist mit vorzüglicher Wirkung bei Herzbeschwerden nervöser Art und Schlaflosigkeit.“ Leiden auch Sie in den heißen Sommertagen an solchen Gesundheitsstörungen? Dann machen Sie einmal einen Versuch mit Klosterfrau=Melissengeist, den Sie bei Ihrem Apotheter oder Drogisten in Flaschen ab 90 Psennig erhalten. Klosterfrau=Melissengeist ist nur echt in der blauen Packung mit den drei Nonnen: niemals lose. C Edith Feldmann Hermann Eichhorn geben ihre Verlobung bekannt Herne. Bochumer Str. 29 Essen, Schulzstraße 1 14. August 1938 Gurken einmachen! well sieh die Ourken denn den Winter hinaus halten, icht weich worden und nicht schimmein. Püria Pfennig überall zu haben. GEHRINO A NEIWEIBEN: BIELEFELO S Helga Barten Di. med. dent. Willy Riedel geben ihre Verlobung bekannt Herne Salzgitter Bahnhofstr. 8a(Llarz) I8 Augun 19738 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Mutter sprechen wir hiermit allen unsern herzlichen Dank aus. Familie Franz Gesing. Herne, im August Goethestraße 16. P#efönnen auch durch richtiges Linweichen der WD#sche enn Abene per Waschtag. Jur nur 13 Ofennig besorge Henke über Tacht dae Schmuglösen und giedt die grödtten Oernn reinigungen und Jiecke berause Dorwuschen, scharfee Aeben und Börsten brauchen Sie nicht medr. ven. Jenkeetkinmchkraftsch flr die Waschardet! Une Hunststopferei Harta Firley. Fram-Seidte Str. 25(ir Reustr.) führt Kunststopfarbeiten gut und dußerst billig aus. 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Vor der Kroll=Oper wehten an hohen weißen Masten die Fahnen der 51 an dem Kongreß beteiligten Nationen Ein breites Band mit dem Titel„12. Internationaler Gartenbaukongreß Berlin“ zieht sich, eingerahmt von Lorbeerschmuck, über die ganze Breite des Einganges zum Krollhaus. Entsprechend der Veranstaltung, gleichen die gesamten Räume der Kroll=Oper einem Blumenhain. Neben den mehr als 200 Delegierten und den übrigen Kongreßteilnehmern war zu der Eröffnung eine große Zahl von Ehrengästen erschienen. So sah man Vertreter des Diplomatischen Korps, ferner Reichominister Lammers und Vertreter der Reichs= und Staatsbehörden, der Stadt Berlin, der Partei, der Wehrmacht und des Auswärtigen Amtes. Vertreten waren außerdem sämtliche Organisationen des deutschen Gartenbaues, eine große Reihe wissenschaftlicher Institute und deutscher Obstschulen. Aus den Präsidien hatten die Mitglieder des Internationalen Komitees Platz genommen. Die Eröffnung wurde eingeleitet mit der EgmontOuvertüre, worauf der Reichsfachwart Gartenbau, Johannes Boettner, der Geschäftsführende Präsident des Kongresses, die Teilnehmer begrüßte. Es folgten dann Reden von van Rijn, Professor Angelini und Reichsminister Darre. Mit dem Huldigungsmarsch von Richard Wagner schloß die feierliche Eröffnung. Reichsbauernführer Darre Nrte u. a. folgendes aus:„Die Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft führten zu einer stärkeren Bevorzugung der Pflanzenkost. Obst und Gemüse sind heute keine Luxusartikel mehr, sondern erscheinen als regelmäßige Kost auf dem Tisch jedes Volksgenossen. Der erhöhte Bedarf an Gartenbauerzeugnissen stellte an die Gartenbauer der meisten Länder neue Anforderungen. Mit der Ausweitung der Produktion an gartenbaulichen Erzeugnissen erschöpft sich aber keineswegs die Bedeutung der Aufwärtsentwicklung im Gartenbau. Denn die Steigerung der Produktion hat eine ganze Reihe anderer Auswirkungen zur Folge gehabt und Fragen der verschiedensten Art in Angriff nehmen und zum Teil ihrer Beantwortung entgegenführen lassen. Wie wichtig ist zum Beispiel heute die Transportfrage bei diesen leicht verderblichen Erzeugnissen! Welche Aufgaben sind der Konservierungsindustrie und der Kühltechnik gestellt! Und welche Aufgaben ergeben sich bei der Verteilung dieser leicht verderblichen Erzeugnisse, um Erzeuger und Verbraucher gleichmäßig zu befriedigen! Die Frage der Marktordnung beziehungsweise der Marktregelung ist daher heute ein Problem, mit dem sich nahezu alle Staaten beschäftigen. Ueber die Methoden der Marktordnung und Marktregelung mögen die Meinungen vielleicht noch auseinandergehen, das Prinzip der Marktordnung und Marktregelung als solches hat aber heute allgemeingültige Anerkennung gefunden. So wichtig die Stellung des Gartenbaues in der Volkswirtschaft auch ist, so darf doch seine kulturelle Bedeutung nicht geringer eingeschätzt werden. Hierzu will ich ein Beispiel aus deutschen Verhältnissen geben. Von 17,5 Millionen Haushaltungen in Deutschland(ohne Oesterreich) verfügen 5,5 Millionen Haushaltungen über einen Kleingarten. Diese Kleingärten erfüllen nicht nur den Zweck, den en Bedarf der Handel und Gewerbe Rheinisch-Westfälische Börse Die gestern eingetretene Aufwärtsbewegung setzte sich seute fort. Mit wenigen Ausnahmen wiesen die Kurse Besserungen bis über 1 Prozent aus. Im Verlaufe kam es dann aver zu kleinen Kursabbröckelungen. Montanpaviere hatten mit Ausnahme von Hoesch, die X Prozent niedriger einsetzten. Kursgewinne aufzuweisen. Rheinstahl waren X. Mannesmann und Ver. Stahlwerke je Prozent. Erdöl ¼ Prozent erhöht aus dem Markt genommen. Chemiemarkt fest. Farben gingen erneut 1¼ Prozent höher um. Goldschmidt stiegen um annäbernd 2 Prozent. Maschinenwerte steigend. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Bei unveränderten Inlandsvreisen war die Umsatztätigkeit auf diesem Gebiet nach wie vor lebhaft. Baumwolle: Ruhig. Suverfine 3.75. Fine Omra 4.30 Dollar. Kaffee: Die Abschlußtätigkeit war nach wie vor recht befriedigend. Auch der Transit blieb lebhaft. Das Kaffee=Institut beziffert die zerstörten Kaffeemengen bis zum 31. Juli 1938 auf 62 621 000 Sack gegen 62 406 000 Sack am 15. Juli 1938 und 39 532000 Sack Ende Dezember vorigen Jahres. Schmalz: Ruhig. American Steamlard 20¾, American Purelard 21 bis 21¼ Dollar für 100 Klg.— Dänisches Schmalz nicht notiert. Fettwaren: Unverändert. Gewürze: Auch heute war die Kauflust nur gering. södaß sich auf Basis der letzten Preise Geschäfte nur in mäßigen Grenzen anzubahnen vermochten. Raubfurter: Unverändert. Hülsenfrüchte: Auf diesem Gebiet war die Geschäftstätigkeit fast durchweg ruhig bei unveränderten Preisen. Kautschuk: Ruhig. 6. Okt.=Nov. 8 Pen —. Sheets loko 729/32. Sept.=Okt. ence per lbs. 7 15/16. Okt.=Nov. 8 Zucer: Effektivmarkt: Auf die ruhigen Auslandsamärkte hin war dieser Markt ruhig— abwartend. wobei ach die Preise auf letzter Linie bewegten. Terminmarkt: S#ei unveränderten Forderungen ergob sich ein ruhiger Grundton. Oele und Fette: Bei unveränderten Forderungen ergaben sich am Inlandsmarkt kaum nennenswerte Geschäftsmöglichkeiten.— Der Weltmarkt lag preislich kaum Familie an Obst und Gemüse zu decken, sie sind auch Schmuck= und Ziergärten, die mit größter Liebe betreut werden. In diesem Zusammenhang will ich auch die Arbeit der Garten= und Landschaftsgestaiter würdigen. Eine ihrer vordringlichsten Aufgaben besteht in der Auflockerung der großen Industriestädte durch Schaffung von Grüngürteln und Grünanlagen. Verantwortungsvoll ist ihre Arbeit bei der Gestaltung der Landschaft, wobei ich hier in Deutschland ihre Aufmerksamkeit besonders auf den Bau der Reichsautobahnen lenken möchte, die wohl beispielhaft Technik und Landschaft zu einer Harmonie zu verschmelzen versuchen. Schließlich darf der bevölkerungspolitische Wert des Gartenbaues nicht verkannt werden. Im deutschen Erwerbsgartenbau sind 88 v. H. der Betriebe kleine und kleinste Betriebe; sie werden in der Mehrzahl von Familienmitgliedern bewirtschaftet, die 76 v. H. der im Gartenbau ständig beschäftigten Personen ausmachen. Daß in solchen Betrieben der Boden, der im Gartenbau an sich intensiv bewirtschaftet wird, besonders liebevoll bearbeitet wird, und darum besonders hohe Erträge liefert, ist leicht einzusehen.“ Nach einem Hinweis auf die Reichsgartenschau in Essen und die Sonderschau„500 Jahre deutscher Garten“ in Berlin schloß der Minister mit dem Wunsch, daß die Beratungen und Ergebnisse dieses Kongresses die Gartenbauer mit neuen Anregungen für ihre Arbeit in den kommenden Jahren erfüllen möchten. Der Kongreß möge sich dahin auswirken, daß das große Ziel des Gartenbaues, zu seinen Teilen an der Gesundheit und dem Wohle der Menschheit und damit auch des eigenen Volkes mitzuwirken, erreicht werde. Am Mittwoch treten die Delegationen und die Kongreßteilnehmer zu den ersten Sektionssitzungen in den Räumen von Kroll zusammen. Am Abend treffen sich die Kongreßmitglieder auf einer Veranstaltung der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft. Provinz Ciudad wird Kriegsgebiet Bestürzung im roten Hauptquartier. Saint Jean de Luz, 12. August. Nachrichten aus Rotspanien zufolge ist die Provinz Ciudad Real. auf deren Grenze die Nationalen in mehreren Kolonnen vorrücken. nunmehr in die Kriegszone einbegriffen worden. Mehrere höhere„Offiziere“ der Roten trafen in Ciudad Real ein. um Vorbereitungsmaßnahmen zur Verteidigung zu treffen. Plakate fordern die Bevölkerung der Provinz auf. sich aktiv an der Verteidigung zu beteiligen. Jedes Zeichen von Auflehnung oder Sympathie für die Nationalen ist mit Todesstrafe bedrobt. Im Hauptquartier„General“ Miajas herrscht den gleichen Meldungen zufolge große Bestürzung, da es dort für unmöglich gehalten wird. Truppen aus anderen Frontabschnitten zur Verteidigung Cindad Reals freizumachen. Andererseits soll Negrin angeordnet haben, daß Almaden unter allen Umständen zu halten sei. da die dortigen hochwertigen Quecksilberminen die Haupt quelle zur Beschaffung von Devisen für Rotspanien darstelle. An der Ebro=Front konnten die nationalen Truppen am Freitagmorgen ihre Stellungen ebenfalls vorverlegen Unter den zahlreichen Toten und Gefangenen, die die Bolschewisten zu verzeichnen hatten, befinden sich fast nur Ausländer. ompt 17¾, per Sekt.=Okt. 17¾ hfl. für 100 Klg.— Kokosöl. Ceylon, Aug.=Sept. 15.15/— engl. Pfund für 1016 Klg.— Uebriges unverändert. Rohkakao: Bei ruhigem Geschäftsgang waren die Preise unverändert. Kakaobalbfabrikate: Für Kakaomasse und auch Kakaopulver besteht in erster Lin Kaufinteresse. Bei letzten Forderungen blieb die Geschäftstätigkeit äußerst gering. Viehmärkte Dortmunder Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder, gesamt 795. darunter Ochsen 58. Bullen 134, Kühe 428, Färsen(Kalbinnen) 175. Kälber 663. Schafe, Lämmer und Hammel 25. Schweine 3251, Ziegen 3. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44—45. sonstige vollfleischige 38—41. Bullen: Jüngere, voll fleischige höchsten Schlachtwerts 41—43, sonstige voll fleischige oder ausgemästete 37—39. fleischige 32—34, gering genährte 25—27. Kübe:„Jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 41—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 36—39. fleischige 27—33, gering genährte 20—25. Färsen(Kalbinnen): Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 42—44, vollfleischige 38—40, fleischige 32—35, gering genährte 27—28. Kälber: Beste Mast= und Saugkälber 60—63, mittlere Mast= und Saugkälber 55—57. geringere Saugkälber 45—48. geringe Kälber 35—38. Schweine: Fettschweine über rd. 150 Klg. Lebendgewicht 59½. vollfleischige Schweine von 135 bis 149 Klg. Lebendgewicht 58½. vollfleischige Schweine von ca. 120—134 Klg. Lebendgewicht 57½. vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 55½. vollfleischige Schweine von ca. 80—100 Klg. Lebendgewicht 0—80 Klg. Lek 2. fette.n 56½4, Mark.=##lauf: R er und Schweine zugeteilt. 52¾, fleischige Schweine von ca. 60—80 Klg. Lebendgewicht 52¼, fleischige Schweine unter 60 Klg. Lebendgewicht 52½, fette Specksauen 56½. Marktverlauf: Rinder Wie wird das Wettes? Nur noch leicht unbeständig. Vorhersage für Samstag: Schwache, später auf Nordost drebende Winde, früb morgens diesig und neblig. am Nachmittag wolkig. im ganzen trocken und etwas wärmer. Für Conntag: Schwache Winde um Nordost bis Ost. noch Frühnebel und Frühdunst, wolkig. gelegentlich auch aufheiternd. trocken und ziemlich warm. Weiterentwicklung: Wärmer werdend. Criterium und Rudolf=Rose=Rennen in Horst des langjäbrigen verdienstvollen Geschäftsführers de Vereins und Schöpfers der Horster Bahn trägt. Die Besetzung dieses 10000=Mark=Rennens wird auch verwöhnAm Sonntag und Mittwoch tritt der Essen=Horster Rennverein mit einer zweitätigen Veranstaltung, auf den Plan. die wieder einige„Zugnummern“ ausweist. Dazu zadlen vor allem das Holster Criterium und das Rudolf Rose=Rennen, zwei Prüfungen, die am Sonntag zur Ent scheidung kommen und den sportlichen Erfolg dieses Tages sicherstellen dürften. Das Horster Criterium. eine mit 6700 Mark dotierte Zweitährigenprüfung über 1000 Meter. zählt zu den ältesten Horster Traditionsrennen und sah immer Pferde guter Klasse am Ablauf. Auch am Sonntag wird wieder ein stattliches Feld den Kampf aufnehmen, denn nach der letzten Einsatzzahlung sind noch 12 Zweijährige startberechtigt. Gute Klasse reprasentieren vor allem die Graditzer Stute Aschenbrödel. ferner Organdy. Porto und Telramund, der das Rudolf=Oetker=Rennen in Krefeld nur knapp an Flavier verlor. Aber auch die westdeutschen Ställe bieten erprobte Pferde auf. von denen vor allem Nanette einen Hinweis verdient. Diese Stute hat zwei Rennen überlegen gewonnen, auf ihr Abschneiden in dieser Klasse dari man wirklich gespannt sein. Nicht zu übersehen ist Ingwer, der in Köln seine Gegner einfach stehen ließ und alle Berechnungen über den Hausen werfen kann, falls er wieder gesattelt werden sollte. An Wert wird das Criterium noch vom Rudolf=RoseRennen übertroffen, einem als„Allgemeiner Ausgleich“ ausgeschriebenen 2000=Meter=Rennen, das den Namen ten Ansprüchen gerecht, denn neben guten Berliner Pferden wird auch die beste westdeutsche Klasse antreten. Goldtaler läuft in Horst seine besten Rennen, scheint aber über seine Höchstform heraus zu sein, sodaß wir ihm Panheros. Elvis, Freischärler und Broock vorziehen möchten. Auch für Grimbarts Bruder kann es einmal reichen, der Hengst nähert sich wieder seiner Bestform. Die Ueberraschung steckt, falls der Boden tief sein sollte, in Maiflieder, der ein verlockendes Gewicht trägt. Nützliche Flachvferde treisen sich auch im BarbaraAusgleich(1400 Meter). in dem es ein knappes Ende zwischen Dickwurz. Sankt Märgen. Schnevfe und dem stark verbesserten Truchseß geben kann, während im Preis der schwarzen Diamanten. einem Jagdrennen Über 3700 Meter. Lovutz. Waldteusel. Denar. Titine—— Cape in die engere Wahl zu nehmen sind. Unsere Voraussagen: 1. Zennen: Partitur—Waldluft. Risiko—Föbrenta! Glasbläser—Orchilles. Aschenbrödel—Nanette ennen: Panberos—Broock. ennen: Laputz—Waldteufel. kennen: kennen: kennen: kennen: 3. 4. 5. en: Lavutz 7. Rennen: Truchseß—Leguana. wird Wesideutscher Amateurmeister? Neun Rennen am Montag auf der Traberbahn Auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn Riesenprogramm au 97e# „ kommt am Montag ein Riesenprogramm zur Abwicklung, denn in fast allen der neun vorgesehenen Rennen werden zehn und mehr Pferde am Start erscheinen, so daß dieser Tag in jeder Beziehung ein Rekordtag zu werden verspricht. Im Mittelpunkt des Programms sieben diesmal die Amateure, denen das mit 3400 RM. ausgestattete Hauptereignis, die Westdeutsche Amateurmeisterschaft, vorbehalten ist. Das Rennen wird in zwei Vorläufen und einem Entscheidungslauf ausgetragen und führt über die Fliegerdistanz von 1800 Meter. Die beste Klasse unserer westdeutschen Traber ist für diese Konkourrenz genannt worden, und die Spitzenfahrer der deutschen Amateure werden am Montag in Gelsenkirchen versammelt sein, um zu versuchen, den Titel„Westdeutscher Amateurmeister" zu erringen. Drei der besten Amateurfahrer, nämlich Erich Speckmann. Heinz Witt und Alfons van der Beek, deren Hauptbetätigungsfeld die Hamburger und Berliner Bahnen sind. statten am Montaa ihrer westdeutschen Heimat einen Besuch ab und haben Fahrten für das große Rennen übernommen. Auch Walter Hehemann, ein bekannter und beliebter norddeutscher Amateurfahrer, wird an diesem Rennen teilnehmen, so daß auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn am Montag mit ganz hervorragendem Sport zu rechnen sein wird. Aber nicht nur die Westdeutsche Amateurmeisterschaft. sondern auch alle übrigen Rennen haben ganz außergewöhnlich starken Anklang, bei den Ställen gefunden. und gleich im einleitenden Rennen wird ein sehr starkes Feld an den Ablauf kommen. Es hat den Anschein. als ob in diesem Preis von Bad Eilsen der vor einigen Wochen aus Berlin gekommene Gardefuß seinen ersten westdeutschen Sieg feiern könnte. Dieser Hengst hat allerdings Dura. Dina Loh. Davids Bertha und Christopb zu schlagen, die ihm einen Sieg nicht leicht machen werden. Im Preis von Bad Nenndorf treifen sich die illkür in Front. ennen gewinnen Zweijährigen, und wir erwarten hier die vor einigen Wochen ein ähnlichesn. konnte. Als Platzpferde nennen wir Landitos Schwester. Rauhreif und Bergstein. In diesem ersten Vorlauf der Westdeutschen Amateurmeisterschaft gehen wir mit Nationale (E. Speckmann), die wir vor Hansi Watts(A. van der Beek) und Humulus(K. Rothkopf) in Front erwarten. Diabella(W. Geldbach) ist eigens für dieses Rennen aus Hamburg gekommen. Diese Stute könnte hier überraschen. Im zweiten Vorlauf erblicken wir in David Bingen (K. Rothkopf) den Sieger, der sich in erster Linie mit Dominikus(H. Witt). National(W. Hohemann) und Luitvold(E. Speckmann) auseinanderzusetzen haben wird. Für den Entscheidungslauf, der als achtes Rennen ausgetragen wird, ist es sehr schwer, eine Wahl zu treffen. da das Abschneiden der einzelnen Teilnehmer in den Vorläufen manchen wertvollen Fingerzeig geben wird. Wir nehmen jedoch an, daß sich der Vertreter des Stalles Forelles, siegreich durchsetzen wird. und erwarten Fahrt Rothkopf in Front vor dem Erwählten von E. Speckmann Dominikus und Hansi Watts. Das fünfte Rennen, der Preis von Bad Oeynhausen, wendet sich wiederum an den jüngsten Jahrgang. Hier gehen wir mit Donna von Billerbeck und ziehen ferner noch Barbier. Manja und Grubenlicht in die engere Wahl. Im sechsten Rennen, dem Preis von Bad Salzurlen, wird voraussichtlich ein Riesenfeld am Start erscheinen, denn nicht weniger als fünfzehn Pferde gelten hier als sichere Starter. Nach seinem guten Laufen am letzten Renntag möchten wir hier zu Amenophis halten. Constantia hat mehr hohe Zulage aufzunehmen, aber auch diese Stute steht hier vor sehr guten Aussichten. Ferner erwähnen, wir noch Norbert Guy, der sich in sehr guter Form befindet, Milanka und Via von Welhe. Sehr gute Pferde treffen sich im Preis von Bad Livvspringe, den nach Form Cito Watts gegen Herenmeister gewinnen müßte. Auch Handball und Herodias W. kommen für die Entscheidung in Frage. Als neuntes Rennen wird der Bäder=Ausgleich gelaufen, in dem ebenfalls ein Dutzend Pferde sich dem Starter stellen werden. Hier halten wir Harvest Frisco. Bergfer. Volker. Schmeling und Salvator für die aussichtsreichsten Kandidaten und geben Schmeling einen kleinen Vorzug vor Salvator. Volker und Harvest Frisco. Waltroper Rennen am Mittwoch, dem 24. August Nachdem der letzte Renntag ein voller Erfolg war und Massenbesuch aufzuweisen hatte, findet das nächste Rennen an einem Wochentage, und zwar am Mittwoch. 24. August, statt. Mit den Wochenrenntagen bat man in„Recklinghausen und Gelsenkirchen die besten Erfolge erzielt. Die Felder werden zweifellos besser besetzt sein und die Zahl der Rennbesucher wird sich ausgleichen. Die Ausschreibungen zeigen 8 Rennen, davon 5 Galovv= und 3 Trabrennen. Für die SA ist ein Halbblutflachrennen von 1600 Meter eingelegt worden. Das 3. Trabrennen wird von Damen gefahren. Bekannte Damen aus Gelsenkirchen und aus der Umgegend werder ihr Können unter Beweis stellen und dem Publikun zeigen, daß sie auch vom Sulky aus mit der Peitsche i1 der Hand regieren können. Auf dieses Rennen darf mar gespannt sein. Dem Rennungsschluß geht es so langsam entgegen. E sind bereits Nennungen eingegangen und werden no in großer Zahl eingehen. Das Kavallerie=Regiment in Lüneburg wird sich mit Jagdpferden beteiligen. Pferdesport Rennen zu Deauvill.. 1. Rennen: 1. Mounette(Truin), 2. Pennon, 8. Sabir. Toto: Sieg 43:10. Platz 21, 23:10. La.: H., ½. 5. Ferner lief 1 Pferd. 2. Rennen: 1. Birikil(Dovasbere), 2. Tricameron. 3. Nord Expreß. Toto: Sieg 58:10. Platz 23. 29. 25:10. L.: 1½. 2#. P Ferner liefen 13 Pferde. 3. Nennen: 1. Kyasnadar(Bridgland), 2. Bach Agha. 3. Le Temeraire. Toto: Sieg 18:10. Platz 14, 14:10. Lg.: K., k. K., ½. Ferner lief 1 Pferd. 4. Rennen: 1. Lactone(Bouillon), 2. Dream Girl. 3. Emir d'Iran. Toto: Sieg 67:10. Platz 21. 45. 23:10. Lg.: 3. 1½, 1. Ferner liesen 14 Pferde. 5. Rennen: 1. Cardon(Johnstone), 2. Platinum. 3. Evolene. Toto: Sieg 133:10. Platz 43, 21, 19:10. Lg.: 3. K., K. Ferner liefen 8 Pferde. Rennen zu Vichy. 1. Rennen: 1. Vers Galant(Le Gouedenec), 2. Vanau. 3. Tuttt. Toto: Sieg 33:10, Platz 13. 14. 19:10. La.: H., 2½. 2. Ferner liefen 5 Pferde. 2. Rennen: 1. Son du Cor(Perret). 2. Nicolette II. 3. Cantatrice. Toto: Sieg 69:10. Platz 32, 33:10. Lg.: 1, 1½. 6. Ferner liefen 4 Pferde. 3. Rennen: 1. Tiveleine(Bou Arago). 2. Casters Pride, 3. Viennoise. Toto: Sieg 46:10. Platz 14, 14. 25:10. La.: 5. k. K., 2. Ferner liefen 6 Pferde. 4. Rennen: 1. N. D. du Laus(Combes), 2. Pearl Jeland, 3. Phanor. Toto: Sieg 292:10. Platz 90. 99. 100:10. Lg.: 1, 1. 1½. Ferner liefen 14 Pferde. Europameisterschaften im Schwimmen Gerda Daumerlang Zweite im Kunstspringen. Das Kunstspringen der Frauen gewann die junge Engländerin Slade vor der deutschen Vertreterin Gerda Daumerlang. während Suse Heinze im letzten Sprung Pech hatte und auf den vierten Platz zurückfiel. Borg vor Platb. Mit großer Spannung wartete man auf den Ausgang des 400=Meter=Kraulschwimmens, wo die beiden jungen Favoriten Biörn Borg und Werner Plath an den Start gingen. Borg schlug bei der ersten 50=Meter=Wende in 30.2 Sek. vor Plath an. der dann aber die Führung übernahm und bei 100 Meter als Erster in 1:03.5. über 200 Meter die ausgezeichnete Zeit von 2:16.5 mit Körverlänge in Front lag, die 300 Meter in 3:36.5 zurücklegte und auch noch bei 350 Meter führte. bis schließlich der Schwede immer schneller wurde und Plath. der noch das Vortagsschwimmen in der Staffel nicht ganz überwunden hatte, überholte und in 4:51.6 als Erster anschlug. Zweiter wurde Werner Plath. während Arendt den sechsten Platz als Letzter belegte. Sietas und Balke Vorlaussieger. In den beiden Vorläufen über 200 Meter Brust waren die beiden deutschen Vertreter Sietas und Balke im ersten bzw. zweiten Lauf nicht zu schlagen. Balke schwamm mit 2:45.6 die beste Zeit. Freese ausgeschieden Die riesige Wemblen=Halle wies am Freitagnachmittag eine gähnende Leere auf. standen doch nur ein Vorlauf zum 1500 Meter=Kraul der Männer und ein Wasserballspiel auf dem Programm. Durch die geringe Beteiligung an den 1500 Meter sind nur zwei Vorläufe erforderlich. in denen sich die drei Besten für die Entscheidung qualifizierten. Bereits nach 400 Meter waren Costolli=Italien und Neumann=Luxemburg so weit zurückgefallen, daß ne überhaupt nicht mehr in Frage kamen. Der Engländer Leives hatte die Svitze, gefolgt von Freese. Borg und Grof. Bei 950 Meter ging Borg an Freese vorbei und bei 1150 Meter überspurtete auch Grof den Deutschen. Borg griff nun auch Leivers an, lag bei 1300 Meter in Front, ließ aber dann wieder den Engländer ziehen, der die letzten 50 Meter forcierte und gegen den verhalten schwimmenden Schweden gewann. Für Leivers wurden 20:08.2 gestoppt. Borg schlug mit vier Zehntelekunden Rückstand an. während der Ungar Grof gegenüber dem Sieger etwa zehn Meter verloren hatte. Eine Zeit konnte für den Dritten nicht bekanntgegeben werden. da die Stoppuhr bei 20:20 stehengeblieben war. Rundfunk=Programm Samstag, den 13. August 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebens! 6,55 Morgenlied— Morgenruf. 7,00 Nachrichten. 7,10 Frühkonzert. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.15 Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 9.45 Nachrichten. 11.55 Wettermeldungen für den Bauern. 12,00 Mittagskonzert. 13,00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Fortsetzung des Mittagskonzertes. 14,00 Nachrichten— Sportvorschau. 14.10 Wochenendkonzert. 15.00 Nachbar Jugoslawien: Das Volk und seine Jugend. 15.30 Wirtschaftsmeldungen. 15.40 Einführung in die Over„Die Walküre" von Wagner.„ 16.00(aus Bayreuth):„Die Walküre“. Over in drei Akten von R. Wagner.„ In der 1. Pause von 17,10—17.50 Leichtathletik=Länderkampf USA. gegen Deutsch= land. In der 2. Pause von 19.30—20.30 Hörberichte von dem Leichtathletik=Länderkampf USA gegen Deutschland und Nachrichten. 21.40 Zwischenmusik(Schallplatten).— 18.30 Lieder u. Tänze aus neuen Tonfilmen (Schallvlatten). 19.35 Der Sonntag im Rundsunkbericht— Sportvorbericht. 22.00 Nachrichten. 120,00 Nachrichten. 22.20 aus Wembley: Eurovameisterschaften im 20.10 Leichte Abendmusik mit Kammersänger Schwimmen. 22.45 Spätmusik. 24.00—3,00 Nachtmusik zur Unterhaltung. Sonntag, den 14. August 1938. 6.00 Bremer Hasenkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand. 8.05 Ferien, Aehrenlesen und Sommerende. 8.15„Hinaus in die Ferne. 9.00 Wer leben will. der kämpfe also. 9.30 Auf frischer Fahrt im Morgenstrahl. 10.00 Sonntagmorgen ohne Sorgen. 11.00 Junge Mannschaft: Mar Wegener. 11.20 Kleines Konzert. 12.00 aus der Rundsunkausstellune: Musik am Karl Schmitt=Walter. Es spielt das Kölner Rundfunkorchester. 1. Mozart: Ouvertüre zur Over„Figaros Hochzeit". 2. Mozart: a) Der verliebte Italiener. 5) Ständchen aus der Oper„Don Giovanni“. 3. Weber: Ouvertüre zur kom. Over„Abu Hassan“. 4. Lortzing: Holzschuhtanz aus der Over „Zar u. Zimmermann". 5. Thomas: Melodien aus der Oper„Mignon". 6. Bizet: Suite aus„Die Arlesierin". 7. Verdi: a) Arte des Luma„Ihres Auges bimmlisch Strahlen“. b) Arie des Renée„Erhebe dich“. 8. d'Albert: Intermezzo aus der Over „Tiefland“. 9. Liszt: Zweite ungarische Rhapsodie. 10. Ziehrer: Nachtschwärmer. 11. Strecker: Melodien aus dem Singspiel „Aennchen von Tharau“. 12. Zeh: Freundschaftsmarsch. Mittag. Trest Rudolph. Decker. Strienz. das Landesorchester Gau Berlin. Berliner Triel# an drei Flügeln.00 Nachrichten. Darin 13.00—13.10 Nachrichten— Glückwünsche 22.30 Wörther=Gee=Sportfest. Grenzlandtreffen 14.00 Die Schrammeln svielen. 15.00 Für große und kleine Kinder. 15.30 Zwischenmusik(Schallvlatten). 15.40 Die schönen Bauernhöfe des Westens. Sauerländer Bergbauern. 16.00 Sport und Unterhaltung. Dazwischen spielen die Kavellen Michalek und Lutter. Hörberichte vom Leichtathletik=Länderkampf USA— Deutschland aus dem OlomviaStadion und Internationales Reitturnier in Bad Aachen: Jagdspringen Klasse SA. in Rosege. 23.00 Zu Tanz und Unterhaltung. 24.00—3.00 Nachtmusik. Montag, den 15. August 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebene! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7,00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter. Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Blasmusik. 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten. 11.00 Salzburger Festspiele 1938. Orchester konzert aus dem Festspielhaus in Salzburg. Die Wiener Philbarmoniker. 12.40 Zwischenmusik(Schallplatten). 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Mittagskonzert. Das Große Orchester des Deutschlandsenders. 14.00 Nachrichten. 14.10 Die„Drei Musikanten“ spielen. 14.45 Das gute Buch. 15.00 Kinder, hört zu! 15.30 Musik am Nachmittag. Unterhaltungsorchester des Deutschlandsenders. Solist: Oskar Sala. Trautonium. Darin gegen 15.50 Wirtschaftsmeldungen und 16.30—16.40„Die Werkvause". Kurzgeschichte von Müller. 17.30 Wir suchen und sammeln! 17.40 Junges Flandern. 18.00 Und jetzt ist Feierabend in Wien. Marina Ursica. Lucie Tiersch. Bernauer. Gibisch und die Kavelle Freundorfer. 19.00 Und was meinen Sie? 19.10 Die Woche fängt gut an(Schallvlatten). 20.00 Nachrichten. 20.10 aus Bad Salzuflen: Kurkonzert. Es spielt das Kurorchester(Städtisches Orchester Gelsenkirchen), Solist: Wilhelm Leiseifer (Tenor). 1. Kreutzer: Ouvertüre zur Over „Das Nachtlager von Granada“. 2. a) Bizet: Hier an dem Herzen treu geborgen, aus „Carmen“: b) Mascagni: Schäumt der süße Wein im Becher, aus„Cavalleria rusticana", 3. Verdi: Melodien aus„La Traviata 20.40—21,00 Westdeutsche Wochenschau. 4. Schubert: Militärmarsch. 5 J. Lanner: Hofballtänze. 6. Strauß: Gondellied aus „Eine Nacht in Venedig". 7. Fr. v. Supn: Ballade und Tanz aus„Das Pensionat“. 8. Reinl! Humoreske über eine Wiener Melodie in Form sinfontscher Variationen. 9. a) Lincke: Rosen. Tulven. Nelken. b) Künneke: Ich bin nur ein armer Wandergesell'. 10. Hrubo: Ein Stelldichein bei Franz Lebar. 22.00 Nachrichten. 22.15 Internationales Reitturnier in Nachen. Zeitspringen Klasse M. 22.30 Nachtmusik und Tanz. 24.00—3.00 Nachtmusik. Bad — Schaubur 2 Spätvorstellungen Samstag, den 13. und Sonntag. den 14. August, abends 10.15 Uhr mit dem unvergesslichen Pola-Negri-Film MoskauSchanghai nach einer wahren Begebenheit wird hier ein Menschenschicksal erzählt. Es begann In Moskau im Februar 1917. als das Heer des Zarenreiches zusammenbrach. Horsthausen N. S. U. Opel. Adler 9 Mlla: Presto e Panther Bismardt e Bauer Diamant u. andere Marken-Fahrräder Monatsrate 5.— RM. Lieferung sofort bringt ven Freitag bis Montag den großen Ertolgsfilm der Uls: Dreiklang mit Lil Dagever. Paul Hartmann Rolf Möbius, u. a. Nur heute Im Tagesprogramm das erfolgreiche Lustspiel: Sonntag Konzert und Tanz im modern renovierten Jaalbau Schneider La-Roche-Straße 88. Es spielt Sonntag die neue, moderne Tanzkapelle Ta-Ka-Ad. Eintritt trei. Spiegelglatter Parkettboden. Bochum. am Rathaus und Langendreer, Kaiserstrabe 111 Radio Die neuen Modelle 1938-39 in großer Auswahl lormschöner klangvoller billiger. Jeden Tag kostenlose Verführung bei Julius Berke Bahnhofstraße 77. Eigene Reparaturwerkstatt Gewinnauszug Odne Gewahr Nachdruck verbeten LIEBE Das Schicksal einer Ehe Die Presse schreibt über diesen ungewohnlichen Film: Es ist eine Meisterschaft der Franzosen, Liebesprobleme mit aller Freiheit und doch mit großer Delikalesse zu behandeln. Apollo-Theater Herne-Horsthausen Wegen des großen Zuspruchs, den dieser Film überall aufzuweisen hat, bittet man, die Karten möglichst im Vorverkauf zu entnehmen. Sonderprogramm: Türck-Düsseldorf Lies und fördere den Herner Anzeiger! Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich bede Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Abteilungen 1 und 11 3. Ziehungstag 11. August 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 75000 RM. 119211 2 Gewinne zu 10000 RM. 232225 2 Gewinne zu 5000 NM. 90222 8 Gewinne zu 3000 RM. 124909 208227 302770 369613. 20 Gewinne zu 2000 NM. 5679 34017 90450 85217 119117 133312 162033 215519 233256 392502 36 Gewinne zu 1000 RM. 10994 26113 29710 65739 59504 61729 65007 65869 100213 144759 149439 201425 233475 240587 330581 335936 343634 350629 98 Gewinne zu 500 RM. 2177 3695 6726 2953! 33402 52774 66566 68685 68802 70964 89708 92872 100020 100962 102823 115744 139527 139597 140060 143757 147067 153153 155037 179108 189017 189465 222441 227364 236126 246486 267634 274089 296100 297511 302500 310546 315161 315759 316180 325861 330825 330886 343234 344776 348007 377468 378441 385577 39992 226 Gewinne zu 300 RM. 3118 5969 8305 13191 13883 22713 28130 33171 35668 35706 37100 38173 39741 40435 51553 55563 58362 59683 72743 74683 76357 77919 79510 79685 87868 99030 99040 103915 111032 117179 120787 21401 134865 135109 135539 135712 136062 149089 151375 156160 156718 159350 164060 164585 168274 175738 179909 180430 180723 186223 186626 189650 190177 193050 193567 202887 208473 209719 213505 214663 215453 215471 222067 222431 222836 231677 234440 243477 245258 245342 247721 251817 259671 261185 262555 274018 278088 288647 291000 291152 295589 295803 297503 302484 304411 305742 307098 310563 310786 311625 311813 317902 319042 321042 322082 327990 333685 336473 338872 351651 355111 357946 367082 367556 369526 371068 376091 376331 379852 382002 383022 384690 396246 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 50000 RM. 109902 2 wowinne zu 10000 MM. 190510 4 Gewinne zu 5000 RM. 29162 229813 14 Gewinne zu 3000 RM. 125196 155715 196618 275841 288688 306023 323501 16 Gewinne zu 2000 RM. 41866 103196 242989 254122 341814 362000 374845 375057 52 Gewinne zu 1000 RM. 7478 19909 26757 64191 64325 70073 81084 101706 119701 124930 142737 163574 181652 212321 243703 259194 262600 264777 286528 308232 322126 323889 323999 326444 378891 391293 90 Gewinne zu 500 RM. 14612 16062 28280 33576 53307 66710 75809 76279 77746 85433 95524 95690 95796 402156 120512 128549 132664 36406 172453 213850 222061 226135 228433 260290 261622 275887 292415 313661 322781 329151 334521 360965 367148 373108 374069 382323 385241 Telefon spart Zeif und Geld! 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