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Jahrgang Ein magerer Erfolg In seiner kürzlichen Rundfunkrede unternahm bekanntlich der französische Ministerpräsident Daladier „ gen die 40=Stunden=Woche den„sensationellen“ Vorstoß. einer jener Männer, die für das Wohl und Wehe des Landes gerade stehen müssen, hatte Daladier seit kangem den Plan, die Unmöglichkeit dieses marxistischen Ideals zu bekämpfen. Begreiflicherweise standen ihm hier große Schwierigkeiten entgegen. Dennoch benutzte der Ministerpräsident jede Gelegenheit, wenn auch nur leise, um an der 40=Stunden=Woche rütteln zu können. Nunmehr hat er dieser Tage seinen Vorstoß in die Praxis umgesetzt. Er tat dies nicht nur, weil Frankreichs Industrie nicht einmal mehr die innenwirtschaftlichen Anforderungen erfüllen kann, und insbesondere, weil bei der Aufrüstung so empfindliche Verzögerungen eingetreten waren, daß nach Meinung maßgebender Militärs Frankreich wenrwirtschaftlich die Aufgaben einer Großmacht kaum noch erfüllen könne. Im wesentlichen war der Vorstoß des Ministerpräsidenten zugunsten der Rüstungs=, innerwirtschaftlichen und Export=Industrie gedacht, während Daladier auf einen Durchbruch der 40=Stunden=Woche für die anderen Zweige verzichtete. Am Dienstag hat sich der französische Ministerrat u. a. mit dieser für das Volksfrontfrankreich und vom Gesichtspunkte Daladiers gesehen für die Wehrwirtschaft so dringenden Frage befaßt, wobei bereits im voraus feststand, daß der Plan Daladiers durchdringend werde. Man könnte versucht sein, das Ergebnis als einen großen Erfolg herauszustellen und anschließend die Erwartung aussprechen, daß nunmehr das Ende der 40=Stunden=Woche bevorstehe oder aber zum mindesten nicht mehr weit sei. Gewiß, Daladier hat Ausnahmen erreicht, sollte er aber versuchen, weitere Risse in die 40=Stunden=Woche bringen zu wollen, so dürfte er zweifellos auf riesige Hindernisse und einen fanatischen Widerstand stoßen. Schon die am Dienstag erreichte Lösung ist von Bedingungen abhängig, die mancherlei Verstrickungen und Schwierigkeiten bescheren werden. So sehr geschmeidig ist die„geschmeidigere Gestaltung“ nun doch nicht. Es sei nur hingewiesen auf die verschiedenen Instanzen, die bei der Durchführung der An gleichung ein Wort mitzureden haben, weiterhin auf die Ueberstundensätze und schließlich auf den praktischen Beginn der Anwendung selbst. Im übrigen fragt es sich, wie bei dem verschwindend kleinen Prozent satz an Mehrarbeit die Ankurbelung der Wirtschaft oder wenigstens der Rüstungsindustrie erreicht werden soll Bei einer solchen Entwicklung kann man kaum von einem bevorstehenden Ende der 40=Stunden=Woche sprechen Daran dürfte erst dann zu denken sein, wenn in Frankreich andere Gesichtspunkte als die marxistischer Ideale auf sozialem Gebiete durchgedrungen sind. Immerhin aber hat Daladier erreicht, daß die Träger der 40=StundenWoche selbst einer„Angleichung“, das heißt einer Durch brechung, zustimmen mußten. Im Zeichen der Beruhigung Das wichtigste politische Ereignis für Eurova. soweit es mit allgemeiner Spannung verfolgt und erörtert wurde, ist der außerordentliche britische Ministerrat. der gewissermaßen als praktischer Ausdruck des britischen Interesses an der Lösung der tschechischen Krise und im Anschluß an die Rede des Schatzkanzlers Simon am Dienstag zusammengetreten war. Gleichzeitig war eine Sitzung des Ministerrates auch in Paris, wobei, wie politische Kreise verlauten, der französische Ministerrat in Anlehnung an die englische Initiative ebenso die tschechische Frage erörterte. Im ganzen kann festgestellt werden, daß die außerordentliche Besprechung zum Fall Tschecho=Slowakei in London tatsächlich zu einer ruhigeren Betrachtung auch der kritischen Elemente im Nationalitätenkonflikt geführt hat. Wir können es. nur begrüßen, wenn die englische Regierung besonders 47 h Rücksicht auf die Beachtung. die en dem britischen Urteil in der Welt schenkt, die rager Frage nicht zu bagatellisieren sucht, sondern ernsthaft bemüht ist, sie ruhig zu beurteilen. Nur mit Ehrlichkeit und scharfer Sachlichkeit ist es möglich, eine Lösung herbeizuführen, während Exverimente im Sinne eines Kompromisses bestimmt nicht der gegebene Ausweg aus der unhaltbaren Lage in der Tschecho=Slowakei wären. In diplomatischen Kreisen wird das Ergebnis der Londoner Ministerbesprechung allgemein als ein Zeichen für eine beträchtliche Verubigung angesehen. Gutinformierte Kreise sprechen davon, daß in den letzten 24 Stunden Berichte Runcimans aus Prag eingegangen seien, die insbesondere auch den Eindruck wiedergeben, den die Haltung Henleins als Führer der Sudetendeutschen auf den britischen Beobachter gemacht hat, und sind der Ansicht, daß Runcimans Informationen bzw Schilderungen einen wesentlichen Einfluß auf den Ministerrat ausgeübt hätten. Wir begrüßen es, wenn London den Sudetendeutschen im Lichte einer ruhigen Betrachtung wenigstens diese Anerkennung einer bewundernswerten Diszivlin zuteil werden läßt. Frankreich ist in der tschechischen Frage ganz auf London konzentriert. Auch der französische Ministerrat dürfte ausschließlich in diesem Sinne beraten haben. Die französische Presse sieht sich veranlaßt, in Verfolg dieser politischen Linie im großen und ganzen die englischen Bemühungen zu unterstreichen und anzuerkennen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang eine Aeußerung der„Liberte“, die u. a. sagt, daß sich der Konflikt in der Tschechoslowakei verschärft habe, weil die Prager führenden Männer zu lange mit der Inangriffnahme des Problems gezögert hätten. Im übrigen kommt das Blatt zu der Feststellung. daß Frankreich heute die Politik des„eisernen Korsetts— gemeint ist die Einkreisungspolitik gegen Deutschland— nicht mehr betreiben könne. Das einzige Interesse sei die Aufrechterhaltung des Friedens. Die Aufbauarbeit in der Ostmark Gauleiter Bürckel sprach in einer Großkundgebung der Reichstagung der Auslandsdeutschen Stuttgart, 31. Aug. Die 6. Reichstagung der Auslandsdeutschen stand am Mittwoch im Zeichen einer Großkundgebung in der Schwabenhalle, auf der Reichskommissar Gauleiter Bürckel über die bisherige Aufbauarbeit in der Ostmark Bericht erstattete. Gauleiter Bürckel erinnerte an die Parole der „Rheinlinie“, die solange in der Diskussion stand. als im Reiche von der Mainlinie gesprochen wurde. Er rief den Kampf um die Saar in Erinnerung. in dem damit gerechnet wurde. daß 15 Jahre genügen würden, um all die alten Geister des Marxismus. des politischen Konfessionalismus und des ehrlosen käuflichen Egoismus wachzurufen.„Dem gegenüber“, so rief der Gauleiter aus.„verkündete ein Widersacher gegen alle die Jahrhunderte innerer Schwächen, ein Mann, der Träger einer neuen Volks= und Staatsidee, den Avvell an das deutsche Blut— einen Avvell nicht mehr der klugen Berechnung. der Uebervorteilung. Gegen den spekulativen Verstand in der Geschichte trat jetzt entscheidend das deutsche Herz auf! Und mit diesem Augenblick hat die europäische Geschichte ihren Wendepunkt erfahren". Gauleiter Bürckel sprach weiter in eindringlichen Worten von den beiden Welten, die in der Geschichte der Deutschen miteinander gerungen haben, die Welt der Staatsidee und die Welt der Volksidee, wie der Gauleiter sie kennzeichnete. Die Großmacht Oesterreich sei zerfallen, weil das Haus Habsburg nur sein egoistisches Herrscherideal kannte. weil seine Politik nur Hausmachtpolitik war, die nicht nur vorbeiging an den Kräften des deutschen Volkes, sondern diese Kräfte auch noch unterMussolini=Pokal für den Olympia=Film Triumphaler Erfolg des deutschen Films 7 Ferner Ehrenwort“.„Fahrendes Volk“. Venedig. 31. Aug. Deutschland konnte auf der Internationalen Filmkunstausstellung in Venedig, wie der DKK.=Berichterstatter meldet, einen außerordentlichen Erfolg erringen. Es wurden ihm bei der Preisverteilung zwei Pokale, vier Medaillen und zwei Kurzfilmpreise zugesprochen: Der Olymviafilm Leni Riefenstahls wurde mit dem Mussolinivokal ausgezeichnet, der Film„Heimat“ erhielt den Pokal des Ministers für nationale Erziehung, der Ufafilm„Urlaub auf Ehrenwort" erhielt eine Medaille, wobei im Protokoll besonders lobend sein ausgezeichnetes Thema und dessen Behandlung erwähnt wurde. Der Film „unrendes Volk“ wurde für seine künstlerische Gesamtleistung mit einer Medaille ausgezeichnet. Auch der Film„Der Mustergatte" erhielt wegen der schauspielerischen Leistung Rühmanns eine Medaille. Von den deutschen Dokumentarfilmen wurde„Der Bienenstaat" als bester wissenschaftlicher Lehrfilm mit einem Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Ebenfalls einen Kurzfilmpreis erhielt die Ufa für die beste Wochenschau. Der Usa=Kulturfilm„Natur und Technik" erhielt für die Gesamtleistung eine Medaille. So hat die Biennale in Venedig, die man ohne Uebertreibung den maßgebenden internationalen Filmwettbewerb nennen kann, mit einem großen Erfolg für den deutschen Film geendet. Wie schon die Berichte über die Vorführungen feststellten, haben die deutschen Filme am meisten und nachdrücklichsten begeistert. Geradezu triumphal war der Erfolg des Olympiafilms. Es war der große Abend am Lido. Lange vor der Aufführung waren alle Eintrittskarten ausverkauft. Der wurden ausgezeichnet:„Heimat“.„Urlaub auf „Mustergatte“ und 2 Kulturfilme italienische Minister für Volkskultur, Alfieri, hatte die Schirmherrschaft für diesen Abend übernommen. Es wurde berichtet, daß das Publikum mit größter Spannung das unvergleichliche Filmkunstwerk über das denkwürdige Fest der Völker verfolgte und mit einem kaum je erlebten Beifall diese Höchstleistung feierte. In Venedig hat noch kein Film einen solchen Begeisterungssturm erlebt. Das große Filmepos von der Berliner Olympiade— die filmische Gestaltwerdung einer völkerumspannenden Idee — ist ein Welterfolg geworden für den deutschen Film und für Leni Riefenstahl. Minister Alfieri hatte in seinem Glückwunschtelegramm an Dr. Goebbels schon vor der Auszeichnung gesagt: „Möge Deutschland auch weiterhin seine außerordentlichen Beiträge zum Fortschritt der Filmkunst leisten.“ Und Graf Volpi hatte erklärt, daß dieser Erfolg auch ein Erfolg für die Internationale Filmkunstschau selbst sei. Somit hat der große künstlerische Vorstoß der deutschen Filmschaffenden aus der Atmosphäre des filmischen Jahrmarktes und des künstlerisch unselbständigen Filmes zum werteigenen Filmkunstwerk einen siegreichen Verlauf genommen. Die Auszeichnung des Filmes„Heimat“ mit der zweitgrößten Auszeichnung, ferner des Filmes „Fahrendes Volk“(der gegenwärtig in einem Gelsenkirchener Lichtspielhaus gezeigt wird) und des Rühmann=Filmes sind ein gültiges Zeugnis für die zielbewußte und verantwortungsbewußte Filmarbeit im Dritten Reich. Mögen andere Kitsch in großer Farbenpracht produzieren, die deutschen Filmschaffenden gehen ihren Weg weiter, ihren Weg zum Erfolg und zur Spitzenleistung.„ Große Truppenschau anläßlich des Re gierungsiubiläums Wilhelmings Ganz Holland steht jetzt im Zeichen des 40jährigen Regierungsjubiläums seiner Königin Wilhelmina. Vor den Toren der niederländischen Residenz, Den Haag, wurden die offiziellen Feiern mit einer großen Truppenschau eröffnet, bei der 14000 Mann aller Waffengattungen vor der königlichen Familie paradierten. Unser Bild von der Parade zeigt die Königin Wilhelmina der Niederlande(rechts) mit ihrer Tochter Prinzessin Juliana(links) und ihrem Schwiegersohn Prinz Bernhard(rechts neben der Königin).(Presse-Bild-Zentrale-M., 10 sowjetrussische Admirale erschossen Blücher das Kommando über die Flugstreitkräfte im Fernen Osten entzogen London, 31. Aug. Wie die„Times“ aus Riga meldet. haben die Sowiets unter ihrem Marineversonal derart gründliche". Maßnahmen zur Entfernung von„Verrätern" und„Saboteuren“ ergriffen, daß sich gegenwärtig auch nicht ein einziger Offizier in der roten Flotte befindet, der noch vor einem Jahr einen höheren Posten bekleidete. Das sowjetrussische Marineministerium habe jetzt zum erstenmal zugegeben, daß die bedeutendsten sowjetrussischen Admirale vor wenigen Monaten erschossen worden seien. Das Schicksal, das sie in Wirklichkeit ereilt habe, werde nicht in allen Fällen klar angegeben. Die GPU. habe, wie amtlich bekanntgegeben werde. u. a. folgende führende Offiziere erschossen: Admiral Orloss. Oberbefehlshaber der roten Flotte, der die Sowjetregierung bei den Krönungsfeierlichkeiten in London vertrat. Admiral Sivkoff. Besehlshaber der roten OstseeFlotte und Admiral Ludrn. Leiter der Marineakademie. Andere, so fügt die„Times“ hinzu, die als„Verräter“ und„Feinde des Volkes" verschwunden seien, hätten sicherlich dasselbe Schicksal erlitten. Keiio(Korea), 31. Aug.(Ostasiendienst des DRB.) Das Kommando über die Flugstreitkräfte der Sowjets im Fernen Osten wurde dem Marschall Blücher entzogen und dem Politischen Kommissar der Roten Armee. Ryakow. übertragen. Dieser Meldung. die aus zuverlässiger Quelle stammen soll, wird hinzugefügt, daß hierdurch das Mißtrauen bewiesen werde, das Stalin Blücher entgegenbringe. drückte und zerschlug. Das Metternichsche System sei zur Krönung der Habsburgischen Politik geworden. Der Gauleiter kennzeichnete dann in seinen interessan ten historischen Ausführungen die Steigerung der nationalen Trennungskräfte als Ergebnis des Metternichschen Systems und die gleichzeitige Auswirkung der Metternichschen Gewaltvolitik in ganz Deutschland. Als schließlich das Reich doch gegründet wurde, blieb es ein Rumpfgebilde. Die Deutschösterreicher und die Sudetendeutschen blieben außerhalb des Reiches. Mit unerbittlicher Schärfe fuhr Gauleiter Bürckel in seiner Abrechnung mit dem Hause Habsburg fort, das dann im Weltkrieg„seinen traditionellen Verrat an der deutschen Sache“ übte und damit sein eigenes und das Schicksal des österreichisch=ungarischen Staates besiegelte. Im Rahmen des Versailler Systems wurde Oesterreich außenpolitisch zur Bastion gegen das Gesamtdeutschtum. Da kam die Wende. Adolf Hitler hatte den völkischen Reichsgedanken geboren, der nun kraftvoll durch die nationalsozialistische Bewegung das Volk erfüllte. Die neue völkische Dynamik mußte die künstlichen Grenzen von Saint Germain überspringen. Der politisch und wirtschaftlich hilflose kleine Staat hatte keine Eristenzberechtigung mehr. Das Volk in Oesterreich verlangte sein Lebensrecht: Es wollte heimkehren ins Reich Adolf Hitlers. So hat sich das Schicksal der alten Ostmark erfüllt. Oesterreich hat seine deutsche Aufgabe wiedererhalten. die eine fremde Dynastie und ihre Epigonen Dollfuß und Schuschnigg dem Volke vorenthielten. Die Geschichte des Nationalitätenstaates Oesterreichs beweist uns, daß nur Staaten Existenzberechtigung haben, die von einem starken in sich geschlossenen Volk getragen sind. und daß nur sie ihren Bestand in der Geschichte behaupten können. Das geschlossene 75=Millionen=Volk des Großdeutschen Reiches gestaltet sein Schicksal selbst. Es ist das deutsche Schicksal! „Im Augenblick, als der Führer, dem Ruf der österreichischen Landesregierung folgend. in Oesterreich einzog. bestanden zwei Staaten mit einem eigenen Geldsystem und einer eigenen Wirtschaft. Die Einheit des deutschen Volkes verlangt, daß diese Eigenstaatlichkeit Oesterreichs restlos überwunden wird. Dieser zur Einheit gefügte deutsche Staat kann nur eine Rechtsordnung haben, bei der Schaffung des gesunden völkischen deutschen Rechtes darf das gesunde und volksverwachsene. in Oesterreich erstandene Recht unter keinen Umständen zerstört werden. Ebenso muß die österreichische Wirtschaft der deutschen eingegliedert werden, und zwar so. daß die Wirtschaft Oesterreichs als ein Glied der deutschen Gesamtwirtschaft in ihrer Leistungsfähigkeit gesteigert wird, daß sie bis ins letzte gesundet und von den vielen Fäulnissen und Auswüchsen des Dollfuß=Schuschnigg=Systems befreit wird. Das brave Volk in Oesterreich verdient es, und seine Bewährung in der Geschichte verlangt es, daß wir unsere ganze Kraft an diese Aufgabe geben, und wenn heute die Zahl der Arbeitslosen kaum mehr ein Viertel der bei der Rückgliederung übernommenen Arbeitslosen beträgt, so ist das ein Beweis dafür, daß die deutsche Aufbauarbeit wirklich erfolgreich ist. Daß die Aufbauarbeit so schwierig ist, haben wir ja nicht verschuldet. Wir Nationalsozialisten sind ja nicht schuld daran, daß in der Stadt Wien etwa 3000 jüdische Rechtsanwälte und Richter jahrzehntelang das Recht verdrehen und beugen konnten. Wir haben es nicht zu verantworten, daß in Wien nahezu 60000 judische Händler und Geldwechsler ihre Geschäfte treiben, als Landplage über das Volk herfallen und es ausbeuten konnten. und gleichzeitig soviele wertvolle deutsche Menschen durch ihre üblen Geschäftspraktiken aus Brot und Beruf verdrängten. Wir haben es nicht zu verantworten, wenn Zehntausende von Volksgenossen in Oesterreich in menschlich unwürdigen Baracken sitzen. Das alles ist das Werk der allerchristlichsten Regierung in Oesterreich. Wir haben nur gutzumachen, was sie zugrundegerichtet hat. Wir haben alle Hände voll zu tun. Aber es wird nicht gestreikt, es wird nicht demonstriert, es werden keine Häuser in die Luft gesprengt, es wird nur gearbeitet und noch einmal gearbeitet. Das sind alles Tatsachen, die man auch mit den geschicktesten Lügen nicht aus der Welt zu schaffen vermag. Das Land sieht heute schon anders aus, und mit dem Tag, da meine Aufgabe gelöst sein muß, wird das Menschenmöglichste zu seinem Aufbau geschehen sein. Jedenfalls wird dann ein Jahr nationalsozialistischer Aufbau genügen, um 18 Jahre Genfer Methode zu widerlegen. Der Gauleiter befaßte sich hier mit einem Problem, das ihm in der Ostmark besonders am Herzen liegt, der Haltung gegenüber dem Arbeiter:„Wenn der Arbeiter der Ostmark von früheren elenden und gewissenlosen Volksfeinden in die marxistische Front gehetzt worden war. so gehen wir jetzt nicht den Weg der Vernichtung. sondern jenen der Erziehung. Wir wollen ihn gewinnen, ihm sein Recht geben, um uns auf ihn in allen Zeiten verlassen zu können. Unser Arbeiter will nichts anderes sein als ein Gleichberechtigter in seinem Volke. Wenn daher einige Auslandszeitungen das deutsche Volk besudeln, dabei aber glauben. die Interessen des deutschen Arbeiters zu verteidigen, so muß ihnen gesagt werden: Wer das deutsche Volk besudelt, besudelt den Arbeiter. vor allem weil dieser den Großteil des Voltes ausmacht. Und wer den Arbeiter von uns trenner möchte, beleidigt dessen deutsche Ehre. Dieser Arbeiter gehört nur uns und sonst niemand. Und wo er sich als Deutscher fühlt, aber noch nicht unserer Weltanschauung ist, da wird er nicht terrorisiert. sondern da werden unsere Leistungen für die Gesamtheit ihn überzeugen von der Richtigkeit unseres Glaubens. Wir werden weder ihn erschießen. noch wird er streiken. sondern gemeinsam werden wir uns auf den Weg machen, um das ganze Volk immer mehr zu finden.“ Einen weiteren Punkt der Auslandsbete über Oesterreich griff der Gauleiter auf. Die angebliche„sinnlose Verfolgungswelle“ gegen die Juden. „Man täte gut daran“, so rief er aus.„zu schreiben von einer Verfolgungswelle der Juden in der Welt gegen alles, was deutsch ist. Wir sind großzügig genug, uns für die Vergehen. die andere in gewissen Staaten zur Zeit begehen und die die Juden in Wien begangen haben, nicht zu rächen. Das ist uns aber Grund genug. erst recht die Judenfrage gründlich zu lösen. Wir werden Notizen Die polnische Frontkämpferdelegation. die am 1. September ihre Deutschlandreise antritt, wird durch den Prasidenten der Vereinigung deutscher Frontkämpferverbände. NSKK.=Obergruppenführer Herzog von Coburg. in Berlin begrüßt werden. Die Gäste werden Potsdam und Magdeburg besuchen. * Reichswirtschaftsminister Funk bat den seit Januar mit der Führung der Geschäfte des Reichshandwerksmeisters beauftragten Landeshandwerksmeister der Nordmark. Maschinenbaumeister Ferdinand Schramm, zum Reichshandwerksmeister ernannt. * Havas meldet aus Horta auf den Azoren, daß das Ozeanflugzeug„Leutnant zur See Paris“ am Dienstag um 18.30 Uhr nach Neuvork abgeflogen ist. * Die 15 japanischen Journalisten trafen auf ihrer Deutschlandreise am Dienstag in Hamburg ein. * Ministerpräsident Imredy berichtete am Dienstagabend im Ministerrat über die Deutschlandreise des Reichsverwesers Admiral von Hortbo und seiner Begleitung. * Bei dem am Dienstagabend vom Admiral der Kriegsmarinedienststelle Hamburg gegebenen Empsang für den Befehlshaber der italienischen Schulschiffaruppe. Konteradmiral Brivonesi, und seine Offiziere wurden überaus herzliche und kameradschaftliche Trinksprüche gewechselt. * Der Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch und der Chef des Generalstabes der Luftwaffe Generalleutnant Stumpff sind Dienstag auf dem Stockholmer Flugplatz Bromma gelandet. * Anläßlich des 25. Todestages des um die deutschjavanischen Beziehungen hochverdienten Professors Erwin Bältz fanden am Mittwoch vor den Denkmälern in der Kaiserlichen Universität in Tokio sowie im Badeort Kusatsu und anderen Orten seiner langjährigen Tätigkeit Gedächtnisfeiern und Kranzniederlegungen statt. * Der Führer und Reichskanzler hat dem König der Albaner anläßlich des 10. Jahrestages seiner Thronbesteigung drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. * Dem„Daily Telegraph" zufolge ist zwischen einer Organisation, die im Auftrage der rumänischen Regierung handelt, und zwei englischen Firmen ein Kaufabschluß getätigt worden. auf Grund dessen England 400 000 Tonnen rumänischen Weizen übernimmt. S sie aber so lösen, wie es einem völkischen Rechtsstaat geziemt". Auch zur„Kirchenfrage“— ebenfalls ein beliebdes Thema der Auslandsverdächtigungen über Oesterreich— nahm der Gauleiter Stellung. Er erklärte: „Wo die Kirchenfrage eine religiöse Frage ist, gibt es überhaupt keine Diskussion. weil es keine wahre Religion gibt, die sich anmaßen könnte, das Volk als den Willensausdruck des Schövfers zu bestreiten. Wer diesem Werk des Schövfers. das Volk heißt, dient. verrichtet einen Gottesdienst. weil eben die Vorsehung das Volk erhalten haben will. Sonst hätte sie ja das Volk nicht zu erschaffen brauchen. Nur wer uns an diesem Dienst hindern will. begegnet unserm Widerstand. auch wenn wir dabei mit dem politischen Machtwillen einer Konsession zusammenstoßen. Und wenn im besonderen in diesem Zusammenhang heute unser Anspruch aus die Schule bekämpft wird. so stellen wir fest: Wir haben für die Erhaltung unserer Nation im Diesseits zu sorgen. Das ist nur möglich. wenn die Sorge eine totale sein kann: Dazu gehört vor allem die Sorge um die Jugend. Die Jugend aber wird in der Schule auf den Kampf um das eigene Volk vorbereitet. Daher gehört auch die Schule dem für die eigene Zukunft verantwortlichen Staat. Das allerdings schließt nicht aus, daß die Kirche die gleiche Jugend religiös betreuen kann. Wenn die Kirche als Helfer bei der völkischen Erziehung der Jugend dem Staat zur Seite tritt, so kann der Staat das nur begrüßen. Besitzer aber ist der Staat. Helfer kann die Kirche sein. Diese Ordnung gerecht herzustellen, ist unser Bestreben in der Ostmark. Zum Schluß seiner immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochenen Rede saßte Gauleiter Bürckel die tragenden Gedanken seiner Ausführungen zusammen: „Die Sprache des Blutes hat in unserer Zeit nach einem Jahrtausend sich Gehör verschafft. Sie ist stärker als es alle mobilisierten blutsfremden Ideen. Mächte. Svekulationen und Systeme je sein können. Alle Deutschen verstehen diese Sprache und sie bekennen nc zu dem Gesetz. das sie verkündet, und Ost und Mest wollen Künder dieses gewaltigen Geschehens sein. Nicht für den Machtbunger, nicht für dnnastische Belange. nicht für Geld. nicht für Einzelinteressen, nicht für KlassenBodenlose Hetze gegen Henlein und Runciman Prag duldet neue von Gemein heiten strotzende Haßartikel Neue Sch mutzflut von Verleumdungen Prag, 31. Aug. Die maßlose Hetze der tschechischen Presse gegen das Sudetendeutschtum wird jetzt durch einen von Gemeinheiten nur so strotzenden Artikel des „Autoobrana“, eines in Mähren erscheinenden Blattes. erneut überboten. In einer Sonderausgabe, die vor kurzem erschienen ist, schreibt dieses Blatt folgendes: „Niegends in der ganzen Welt werden wir finden, daß gegen Minderheiten so demokratisch und gerecht vorgegangen wird wie in der Tschecho=Slowakei, und trotzdem ist das Gesindel einiger Bastarde, unter dem Titel Sudetendeutsche, geführt von dem charakterlosen und ehrlosen Verbrecher Konrad Heulein, unzufrieden. Dieser Bastard erlaubt sich gegenüber seinem Staat solche Stückchen, daß nicht nur das Volk in der TschechoSlowakei, sondern auch im übrigen Auslande nicht aus dem Verwundern herauskommt, wie eine ähnliche hoch verräterische, schamlose Tätigkeit eines verworsenen Bastardhundes geduldet werden kann.“ Es wurden schon einige Klagen gegen diesen Verbrecher überreicht, aber bis heute ist dank der Benevolenz der Hodscha=Regierung nichts geschehen, und zu allem kommen uns noch die Engländer in die Republik, um uns Ratschläge zur Einigung mit diesem Bastardgesindel und diesen Verrätern der tschecho=slowakischen Republik zu erteilen(!). Die Reichsdeutschen selbst wollen mit dieser Bagage verhandeln, die dazu da ist, um gegen die Republik zu hetzen und ganze Nationen mit ihrer Lüge von der Unterdrückung, die niemals und in keinem Fall bei uns in der Republik bestanden hat, zu beunruhigen. Was sich diese verschiedenen Ordner und das andere ihnen ähnliche Gesindel erlauben, das übersteigt die Grenzen der Geduld und des Anstandes. Wir sind überzeugt, daß sich Parlament und Senat ihrer Würde bewußt sind und der großen, geradezu historischen Verantwortlichkeit vor der Nation, daß sie nicht erlauben, daß das geschieht, was das verbrecherische Maul der Bestardensöldner verlangt. Wir sind überzeugt. daß Parlament und Senat dieses lächerliche Verhandeln um das Statut beenden und die Regierung zu schärferem Handeln gegenüber all' denen nötigen, die dem Verbrecher Henlein Treue geschworen haben. Wir fordern auf, daß die Staatsanwaltschaft das tut, was ihre Pflicht ist. Wenn sie unsere kleinen tschechischen Menschen wegen jeder noch so kleinen Dummheit verfolgen kann, dann fordern wir, daß dasselbe mit Henlein und seinen Kreaturen geschehe. Wenn dies so geschieht, dann wird Ruhe und Ordnung in der ganzen Republik eintreten und die Bürgerschaft, tschechische wie deutsche, wird für einen derartigen tatkräftigen Schritt der Regierung im Interesse der Ruhe, Ordnung und Sicherheit der Bürger dieses Staates dankbar sein. Damit sei klar, wem unsere Verachtung gilt. Wiederholen wir, daß sie nur diesen deutschen HenleinAnhängern gilt, die frech behaupten, daß sie in unserer Republik unterdrückt sind und daß ihnen Unrecht geschieht. Da wir damit rechnen, daß der Verbrecher Henlein seine Ehre wird schützen wollen, die ihm jedoch vollkommen fehlt, wiederholen wir nochmals, daß er ein charakterloser Lügner und ein Ausbund ist.“ Die Schmutzflut von Verleumdungen, die dieser Schmierfink. ein„verantwortlicher“. Schriftleiter Fr. Klein, hier losläßt, ist schlechthin nicht mehr zu übertreffen. Das Schlimmste an der ganzen Sache ist aber, daß die staatlichen Zensurbehörden, die die— hochanständigen— sudetendeutschen Blätter nicht scharf genug unter die Lupe nehmen können, derartige skandalöse Sudeleien völlig unbeanstandet lassen. Hier liegt, wie dieses Beispiel schlagend beweist, eine der Hauptquellen für die zahllosen Unruhen und Zusammenstöße, die man dann auch noch den Sudetendeutschen in die Schuhe schiebt. „Deutsche Schweine“ werden von Offizieren angespuckt Bajonette und blaue Bohnen für die rechtlose Bevölkerung Prag, 31. Aug. In der Nacht zum 29 August kam es in Mährisch=Schönberg zu einem Zusammenstoß zwischen einem tschechischen Offizier und Sudetendeutschen. Der Offizier, der dem dort liegenden Infanterie=Regiment angehört, beschimpfte sudetendeutsche Passanten als „deutsche Schweine“ und versuchte, einem von ihnen das Abzeichen herunterzureißen. Als sich der Beschimpfte zur Wehr setzte, wurde er angespuckt und mit Füßen getreten. In Neu=Ebersdorf bei Freudenthal stürmten tschechische Soldaten eine Erntefeierlichkeit der Sudeten deutschen Partei. Ein Offiziersaspirant gab den Befehl, worauf zwei Soldaten das Bajonett zogen und auf die Gäste eindrangen, wobei ein Sudetendeutscher verletzt wurde. Mit Mühe gelang es. die Tschechen aus dem Gastlokal hinauszudrängen. Beim Abzug der Soldaten wurden auf die Sudetendeutschen drei Schüsse abgegeben, die jedoch glücklicherweise niemand trafen. In den Grenzgemeinden bei Grulich kam es in den letzten Nächten zu wüsten Schießereien von Militärpatrouillen, ohne daß die Ursache ermittelt werden konnte. Der Bevölkerung hat sich eine begreifliche Erregung bemächtigt, da sie naturgemäß durch das Pfeifen der Kugeln um ihre Gehöfte beunruhigt wird. Slowakische Volkspartei bleibt Hlinkas Grundsätzen treu Preßburg, 31. Aug. Am Mittwoch fand in Preßburg eine Sitzung des Vorstandes der Slowakischen Volkspartei unter dem Vorsitz des Stellvertreter=Abgeordneten Tiso statt. Die Sitzung dauerte von 14 bis 17 Uhr und beschloß einstimmig: Die Stelle des Parteivorsitzenden bleibt ein Jahr lang unbesetzt, und die Partei wird im Geiste der letzten Verfügungen Andreas Hlinkas autonomistisch wei geführt. Es wurde ferner beschlossen, ein Memor dum der Slowaken an Lord Runciman von einer Abo#### nung der Partei überreichen zu lassen. Der Kongreß der Slowakischen Volkspartei wird im September 1939 stattfinden. Zunächst wird die Partei auf der bisherigen Linie durch den Parteivorstand und den Vollzugsausschuß weitergeführt. Mit großer Spannung wurde in der politischen Oeffentlichkeit der Beschluß hinsichtlich des Vorsitzenden erwartet, der als ein Sieg des vom Abgeordneten Sidor geführten streng autonomistischen Flügels der Partei bezeichnet werden kann. Kein neuer Vorschlag Prags E9P gegen geflissentliche Irreführung der öffentlichen Meinung Prag, 31. Aug. Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei teilt mit:„In ihrer heutigen Sitzung bat die Delegation der Sudetendeutschen Partei. die von Konrad Henlein zur Führung der Verhandlungen mit der tschechoslowakischen Regierung bevollmächtigt ist, sich eingehend mit den die ausländische Oeffentlichkeit irreführenden Nachrichten über den Stand dieser Verhandlungen befaßt. Die Delegation stellte fest, daß seit einigen Tagen systematisch Falschmeldungen dahingehend verbreitet würden, als ob der Sudetendeutschen Partei ein sogenannter Dritter Vorschlag seitens der Regierung unterbreitet und von der Sudetendeutschen Partei noch nicht beantwortet wäre. Hierzu muß klargestellt werden, daß der Sudetendeutschen Partei bis zum heutigen Tage seitens der tschecho=slowakischen Regierung außer dem bereits bekannten Nationalitätenstatut kein neuer Vorschlag vorgelegt wurde. Es kam bisher auch nicht zu der vorhergesehenen Aussprache zwischen dem Ministerpräsidenten Dr. Hodza und Abgeordneten Kundt über die Möglichkeiten einer Fortsetzung der Verhandlungen. Fortdauer der diplomatischen Besprechungen in London London. 31. Aug. Die diplomatischen Besprechungen dauerten auch am Mittwoch in London fast ununterbrochen an. Lord Halisax hatte mit Winston Cburchill eine fast einstündige Unterredung über die tschechische Frage. Außerdem empfing er den volnischen Geschäftsträger, der ihn, wie verlautet, über die Haltung der polnischen Regierung gegenüber dem tschechischen Konflikt unterrichtete. Der amerikanische Botschafter Kennedy, der Dienstag nachmittag mit Chamberlain und Mittwoch vormittag mit Halisax Besprechungen führte, die sich ebenfalls um das tschechische Problem gedreht haben. hatte Mittwoch nachmittag eine Aussprache mit dem tschecho=slowakischen Gesandten Masaryk, der Kennedy in der amerikanischen Botschaft aussuchte. und Stände. nicht für fremde Mächte stehen wir mit dem eigenen Schicksal gerade, nein, wir alle sind nur einem eingeschworen und das ist unser Volk. Jahrhunderte haben dieses Glück uns verweigert. Und wenn es ein allgewaltiges Mittel gibt, uns diees Glück zu erhalten, so ist es das, was uns der Führer geschenkt hat, die Gemeinschaft aller Deutschen. Und wenn der Führer mit der Heimkehr der Ostmark seine größte Vollzugsmeldung der Geschichte dem Volk gemacht hat, so bedeutet das auch nichts anderes, als daß er Deutsche an Deutsche schmiedete zur unlösbaren Gemeinschaft". Braunau gedenkt Philipp Palms Braunau, 31. Aug. Die Geburtsstadt des Führers gedachte am Sonntag des Freiheitshelden Johann Philipp Palm, der am 26. August 1806 unter den Kugeln französischer Soldaten in Braunau am Inn verblutete. Der Palm=Platz, der das Palm=Denkmal umgibt, hatte zu der Feierstunde eine weihevolle Ausschmückung erhalten. Rund um das Denkmal waren die Formationen und Gliederungen der Partei angetreten. Kreisleiter Reithoffer, der die Gedenkkundgebung eröffnete, wies auf die besondere Stellung Braunaus im großdeutschen Raum als Geburtsstadt des Führers hin und verlas dann ein Telegramm des Oberbürgermeisters von Berlin, Dr. Lippert, in dem dieser von der Umbenennung der Kaiser=Friedrich=Straße in Braunauer Straße Mitteilung machte. Der Kreisleiter von Nürnberg, Zimmermann, sprach anschließend über den Kampf, den das große ewige Deutschland durch die Jahrhunderte deutscher Geschichte führte, und über das Heldentum jener. die um Deutschlands willen ihr Leben opferten und in deren Reihen auch Johann Philipp Palm gehört. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden wurden dann vor dem Denkmal, wo sich auch Verwandte des Freiheitshelden eingefunden hatten. Kränze niedergelegt. Mit den Liedern der Nation schloß die Weihestunde, deren Abhaltung jahrelang durch das System verhindert worden war. Der Führer beglückwünscht Königin Withelmine Berlin, 31. Aug. Der Führer und Reichskanzler hat der Königin der Niederlande zu ihrem Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. „Nordwind“ und„Nordmeer“ überflogen erneut den Nordatlantik Berlin, 30. Aug. Das Montag früh um 1.00 Uhr von Horta nach Neuyork gestartete Ha 139=Flugzeug„Nordwind“ erreichte nach einer Flugzeit von 15 Stunden und 13 Minuten mit der Besatzung Schirrmacher, von Engel. Rösel und Stein Neuvork. Das Gegenflugzeug„Nordmeer“ mit der Besatzung Blankenburg, Blume, Eger und Küppers, das Dienstag morgen um 0.00 Uhr von Neuyork nach Horta gestartet war, erreichte um 15,55 Uhr sein Ziel auf den Azoren und war demnach 15 Stunden und 55 Minuten unterwegs. Es ist erfreulich, festzustellen, mit welcher planmäßigen Pünktlichkeit auch diese beiden letzten Nordatlantikflüge über die 4000 Kilometer lange Ozeanstrecke von der Lufthansa mit den Blohm=undVoß=Flugzeugen ausgeführt werden konnten. Henderson wieder in Berlin Berlin, 31. Aug. Der britische Botschafter Sir Neville Henderson ist Mittwochnachmittag mit dem planmäßigen Flugzeug aus London nach Berlin zurückgekehrt. London, 31. Aug. An zuständiger englischer Stelle wird betont, daß der britische Botschafter in Berlin Sir Neville Henderson sich mit voller und genauer Kenntnis der Ansichten des britischen Kabinetts nach Berlin zurückbegibt. Berichte jedoch, die wissen wollen, daß er eine Note der britischen Botschaft an den Führer in Gestalt eines persönlichen Briefes mitbringe, werden an amtlicher Stelle als gänzlich unbegründet bezeichnet. Neue Zusammenstöße in Palästina Eine Bahnstation durch Brandstiftung vernichtet. Jerusalem, 31. Aug. Die Unruhen in Palästina halten weiter an. Wie soeben bekannt wird, ist die an der Eisenbahnlinie Jerusalem—Ramle gelegene Bahnstation Sarrar durch Brandstiftung zerstört worden. In dem Dorfe Deir Ghussun unweit Nablus wurden zwei Häuser, in denen vermundete Freischärler Unterschlupf gefunden haben sollten, dem Erdboden gleichgemacht. Bei einem Zusammenstoß, der sich in der Umgebung von Nablus zwischen Militär und einem Freischärlertrupp ereigneté, wurde ein Araber getötet. An der Libanon=Grenze wurde ein mit jüdischen Polizisten besetzter Kraftwagen beschossen. Einer der Angreifer kam bei der Erwiderung des Feuers ums Leben. Wer bist Du„ Kenriett: Roman von M. OBERLIN Copprisht by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker Orobenzell b. München 36. Fortsetzung. Colombo Ich sitze in meinem wundervollen großen Schlafraum und sehe in das traumhaft schöne Stückchen Park hinaus, das vor meinem Haus liegt. Gestern ist Morahn nach Australien abgereist. Er hielt lange meine Hand. „Mögen Sie wenigstens Ihr Glück finden, Henny!“ sagte er sehr weich.„Es ist ein tröstlicher Gedanke für mich, einem Menschen, der meiner lieben Verstorbenen so gleicht, ein wenig geholfen zu haben. Ja, hoffentlich habe ich etwas zu Ihrem Glück getan...! Ach, wieviel er dazu getan hat! Ich fand nach seiner Abreise ein dickes Briefkuvert auf meinem Schreibtisch; als ich es öffnete— ich nahm an, es seien noch schriftliche Instruktionen wegen der Plantagen— fand ich Unbegreifliches darin. Eine Schenkungsurkunde für dieses Haus. Ein Bankkonto, das mich jeder Sorge enthebt Und Vollmacht für die Teeplantagen. Ich fasse es nicht. Die schmutzige, halbverhungerte Köchin bei Lu=Feng! Und jetzt eine gepflegte, elegante Frau. Gepflegt und elegant bis auf die Innenflächen meiner Hände. Sie haben trotz aller Creme die Zeit bei LuFeng noch nicht verwunden, sie sind immer noch rissig, rauh und narbig. Aber sonst ist mein Leben unbegreeiflich verändert. Des Morgens in aller Frühe fahre ich mit dem Wagen durch diese herrliche, schöne Tropenstadt, durch dichten Wald auf die Plantagen hinaus, arbeite, schaffe, habe viel Pläne. Ich will aus diesen wertvollen Besitzungen für Morahn alles nur Schaffenswerte herausarbeiten, um meinen Dank zu beweisen. Am Nachmittag komme ich heim. Und ich handle nach Morahns Rat. „Wenn Sie Ihr Kind herüberholen wollen, müssen Sie dafür sorgen, daß es Gesellschaft hat!“ sagte er an einem der letzten Tage.„Hier in den Tropen ist das wichtiger als anderswo. Schaffen Sie sich für Ihr Kind eine geachtete Stellung in der Gesellschaft von Colombo. ehe Sie es herüberholen... „Eine Stellung in der Gesellschaft?“ sagte ich bedrückt. Ich dachte an meinen Aufenthalt in der Klinik, in der zweifelhaften französischen Pension, in dem merkwürdigen Hotel, dessen Vorsteherin ich sein sollte... Und ich dachte mit unendlichem Schrecken an den Abgrund bei Lu=Feng. „Ich kann das nicht!“ sagte ich ihm leise.„Vielleicht weiß doch jemand, daß das Fräulein Lipperloh in sehr fragwürdigen Lokalen tätig war. Man wird mich nicht anerkennen. Sie kennen doch die strengen Rassebegriffe in den Tropen und die gesellschaftlichen Vorurteile.“ „Aber Sie können doch Ihre erwachsene Tochter nicht ganz abgeschieden hier leben lassen!“ Morahn sah mich nachdenklich an. Dann lächelte er. „Aber natürlich!“ sagte er dann.„Eine ganz einfache Lösung.." „Was?“ fragte ich ihn. „Sie werden Ihren Namen ändern, in den meinen!“ Ich blickte ihn fassungslos an. „Eine Heirat?“ fragte ich leise. Er schüttelte den Kopf, sein Gesicht wurde bleich. „Das nicht“, meinte er ruhig.„Ich könnte Ihr Vater sein, ich gebe Ihnen meinen Namen, wenn ich Sie adoptiere Er beugte sich vor. „Fangen Sie unter meinem Namen ein ganz neues Leben an!“ sagte er herzlich.„Ein glückhaftes und frohes Leben mit Ihrem Kinde!“ Und wieder konnte ich seiner Güte nicht anders danken, als dadurch, daß ich sie annahm. Ich habe meinen Namen in Henriette Morahn geändert. Auch für die Teeplantagen ist das zweifellos ein Vorteil, eine Erleichterung der Arbeit... Und als Henriette Morahn habe ich in Colombo Besuche gemacht bei den Konsulaten, bei angesehenen Deutschen und Engländern, ich gab nachmittags Tee= und Cocktail=Gesellschaften. Und seltsam— ich habe Erfolg! Manchmal meine ich, zu viel Erfolg. Ich bin die oberflächlichen Komplimente, die Schmeicheleien schnell leid geworden. Aber ich denke an mein Kind. Ich muß ein wenig lächeln Vielleicht wird Henny sich freuen, wenn man ihre Mutter umschwärmt. verehrt, mit Aufmerksamkeiten und Einladungen überhäuft. „Halten Sie das ruhig durch!“ sagte Morahn noch, als ich ihm ein wenig bedrückt von all den Liebenswürdigkeiten erzählte, die man mir erweist.„Das ist alles ganz verständlich! Sie sind eine sehr schöne Frau, und eine gescheite dazu. Wenn Sie gesellschaftlich fest im Sattel sitzen, können Sie den ganzen Kram hinwerfen. Aber denken Sie daran: die Tropen sind nicht Europa! Dort kann ein Mensch ganz gut allein leben. Hier nicht, auch wenn er es will. Schaffen Sie sich einen angesehenen Kreis. Ihr Kind wird sich sicherlich später die wertvollsten Menschen heraussuchen.“ Nun teile ich mein Leben zwischen meiner neuen Arbeit und dem Aufbau einer gesicherten und angesehenen Stellung für Henriette Morahn in Colombo. Henriette Morahn, deren sich auch eine verwöhnte Freiin von Lipperloh nicht zu schämen hat——— Hin und wieder kommen Nachrichten von Morahn. Ueberweisungen auf mein Konto. Ein kostbarer Rembrandt, ein Geschenk von ihm zu Weihnachten. Und die Frage? Wann fahren Sie nun auf ein paar Monate nach Europa und holen sich Henny? Ich habe es noch einige Monate hinausschieben müssen, die Arbeit auf den Plantagen war zu anstrengend und verantwortungsvoll. Aber in ein paa Wochen werde ich soweit sein. Ich habe Tante Tina in den letzten schweren Jahren immer nur wenig schreiben können, ebenso Hans=Hermann. Jetzt endlich habe ich einen Brief abgesandt, in dem ich von der glückhaften Wendung meines Lebens berichtet habe und auch von dem Wunsch, jetzt endlich Henny zu mir zu nehmen. Sie muß nun die Wahrheit erfahren. Hans=Hermann hat es mir doch versprochen. * Auf meinen Brief habe ich noch immer keine Antwort. Ich habe mehrere hinterher gesandt. Schweigen, Stille. Bis mich plötzlich eine furchtbare Angst erfaßt hat. Tante Tina ist so alt. kann sie von mir gegangen sein? Ich schrieb an Dora. Keine Antwort. Streik in den Teeplantagen, schwierige Verhandlungen. Ich konnte nicht weg. Jetzt ist wieder Frieden eingekehrt. Ich habe ein Detektivbüro beauftragt, nach den Lipperlohern zu forschen. Gestern kam die Antwort: Alles dort ist gesund und wohlauf, auch das alte Fräulein von Lipperloh. Ich bin sehr traurig. Warum antwortet man mi: nicht. Hat man mich vergessen? Ii drei, vier Wochen werde ich soweit sein, nach Deutschland zu fahren... Meine gesellschaftliche Stellung ist gesichert. Ich habe gesiegt— auf der ganzen Linie. Ich muß lächeln, wenn ich das schreibe. Wie gleichgültig waren der Henny von Lipperloh früher all diese Dinge. Aber was will ich denn mehr, als meinem Kinde alles das ersetzen, was ich ihm nehmen muß. Ich kann ihm den Makel seiner Geburt nicht verschweigen. Es wird schwer sein, ihn zu bekennen. Aber ich möchte doch wenigstens ein wenig Ausgleich dafür bieten: ein schönes Heim, Sicherheit, gesellschaftliche Anerkennung, anregenden Verkehr! Ich muß lächeln, wenn ich an Skandalgeschichten denke, die man mir oft erzählte. Skandalgeschichten ist nicht richtig ausgedrückt. Soviel ich weiß, betrachtet man mich als„schönes Bild ohne Gnade“, munkelt von fürstlicher Abkunft und allen anderen romantischen Dingen. Mag man munkeln. Ich habe bald ein Ziel erreicht, für das ich zwanzig Jahre lang gekämpft habe. * Gestern hat mir jemand von der deutschen Gesandtschaft den Forscher Thomas Dürkheim vorgestellt. Ich lud ihn zum Tee. Seine Güte, seine Festigkeit und sein Ernst erinnern mich an die beiden Männer, die unendlich gut zu mir waren in meinem Leben: Henner und Morahn. Er kannte Korgler, ich erzählte ihm von meiner Tätigkeit bei ihm. Merkwürdig, wieviel Freude mir dieser Besuch machte. Alle Wünsche, einem Mann zu gefallen, sind doch sonst bei mir ausg. löscht, meines großen Zieles wegen... Thomas Dürkheim wird häufiger kommen. Ich fühle es. Ich bin seltsam bewegt. Freude und Angst mischen sich bei mir, wenn ich daran denke. * Ein Schatten fällt in meine Heimreiseerwartungen. Gestern war Amoa bei mir, Lu=Fengs schmutziger Mischling. Weiß der Himmel, woher er meine Wohnung erfahren hat, den Umschwung in meinem Leben, alles... Was konnte er anderes verlangen als Geld? Er droht, daß Lu=Feng Briefe schreiben wird, an die Gesandtschaften, an die„seinen Leute“, mit denen ich verkehre, wenn ich nicht zahle. Eine glatte Erpressung. Ich war schwach genug, zu zahlen. Ich hätte es nicht tun sollen. Ich muß noch sehen, wie ich diese Dinge regle und völlig in Ordnung bringe, ehe ich Henny hierherhole. (Fortsetzung folgt.) Nrr. 204(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Donnerstag, den 1. September 1938 Die Herner Politischen Leiter vor dem Führer Der Marich zum Zeppelinfeld— Herner Mulik eröffnet den Zug. RSG. Wenn der blaue Lichtdom sich über dem Zeppelinfeld in Nürnberg wölbt, wenn die Fahnen der Bewegung, die in Rot, Silber und Gold glän zen, das Feld füllen, dann haben die Politischen Lei ter ihren großen Tag in Nürnberg. Aus den Lagern der Gaue marschieren über 100 000 Hoheitsträger und Politische Leiter mit über 30000 Fahnen durch die Straßen Nürnbergs zum Zeppelinfeld, wo der Füh rer zu ihnen über das Fundament des Kampfes und über dae Aufgaben der Politischen Leiter spricht. Aus dem Gau Westfalen=Süd nehmen in diesem Jahr an dem Aufmarsch 3360 Politische Leiter teil, und zwar 2724 Marschteilnehmer, 318 Fahnenträger und 318 Fahnenbegleiter. Davon stellt der Kreis Herne=Castrop=Rauxel 135 Marschteilneh mer mit 8 Fahnenträgern, außerdem den Gau Spielmannszug und Musikzug in Stärke von 55 Mann, der den Zug eroffnet. Hinter der Musik marschieren der stellvertretende Gauleiter mit dem=Organisationsleiter und dem Gau=Ausbildungsleiter, 318 Hoheitsfahnen mit Trägern und 318 Begleiter, 50 Mann Gaustab, der Spielmanns= und Musitzug des Kreises Dortmund, 540 Mann des Krei# Dortmund. Dann folgen die Kreise Hellweg, Wena=Lüdenscheid,„Hexne= Castrop=Rauxel, Wanne=Eickel, Wattenscheid und der Spielmannszug und der Musikzug des Kreises Ennepe=Ruhr. Die Kreise Ennepe=Ruhr, Soest, Olpe, Lippstadt und Brilon bilden den Beschluß des ersten Marschblocks. Den Marschblock 2 führt der Spielmanns= und Musikzug des Kreises Siegerland an. Die Marschteilnehmer dieses Marschblocks marschieren in folgender Reihe: Kreis Meschede, Kreis Iserlohn, Kreis Wittgenstein und der Kreis Bochum mit seinem Spielmannszug. Abmarschiert wird am 9. September 17.15 Uhr. Die Marschdauer beträgt 1 Stunde und 10 Minuten. Es wird in 12er Reihen marschiert. Der Fahnenblock des Gaues Westfalen=Süd wird beim Einmarsch in das Zeppelinfeld vom Gau getrennt und nimmt auf der Wiese hinter dem Zeppelinfeld zum großen Fahneneinmarsch Aufstellung. Sonderzüge nach Nürnberg. 5 Sonderzüge mit Politischen Leitern aus dem Gau Westfalen-Süd. NSG. Die Politischen Leiter des Gaues Westfalen=Süd fahren auch in diesem Jahr in Sonderzugen nach Nürnberg. Der erste Sonderzug, in dem die Kongreß= und Fackelzugteilnehmer sowie die Zeltältesten, Lagerwachen und Schützen in die Stadt der Reichsparteitage fahren, fährt bereits am 5. September ab Dortmund=Hbf. Die übrigen Sonderzüge fahren ab am 6. September. In dem ersten Sonderzug, der den Hauptbahnhof in Dortmund am 5. 9., 4.57 Uhr, verläßt, fahren Parteitagteilnehmer aus den Kreisen Lippstadt, Soest, Hellweg, Dortmund, Herne=Castrop= Rauxel, Kongreßteilnehmer, Fackelzugteilnehmer, Lagerwachen, Zeltälteste und Schützen, der Gaumusikzua. die Kongreßteilnehmer der SA, der SS, der H3, des RSKK, des Arbeitsgaues, der Fliegergruppe, des Studentenbundes und 11 Köche. Ankunft in Nürnberg ist um 17.31 Uhr. Der zweite Sonderzug verläßt als Abgangsbahnhof Bochum=Nord am 6. 9., 21.29 Uhr. Ihn benutzen die Politischen Leiter der Kreise Bo chum, Wanne=Eickel= Wattenscheid, Herne=Castrop=Rauxel und 26 Politische Leiter des Gaustabes. In Hagen kommen 157 Politische Leiter des Kreises Hagen hinzu, so daß der Zug von insgesamt 987 Parteigenossen besetzt ist. Er trifft 10.02 Uhr in Nürnberg ein. Der dritte Sonderzug befördert die Politischen Leiter aus dem östlichen Teil des Gaues nach Nürnberg. Der vierte Sonderzug fährt ebenfalls am 6. 9., und zwar 23.06 Uhr ab Hagen. In ihm finden neben den Zivilparteigenossen die Mitglieder der Frauenschaft aus den Kreisen Brilon, Meschede, Arnsberg, Lippstadt, Soest, Hellweg, Dortmund, Wanne=Eickel= Wattenscheid, Herne=Castrop=Rauxel, Bochum, Witten, Hagen und Ennepe=Ruhr Platz. Dieser Zug, der in Nürnberg 10.45 Uhr eintrifft, befördert 1014 Personen. Der Sonderzug Nr. 5 fährt am 6. 9. ab Hagen. Zelt=Wettbewerb in Nürnberg. NSG. In diesem Jahr wird auf dem Reichsparteitag in Nürnberg im Lager des Gaues Westfalen=Süd ein Wettbewerb um das schönste Zelt durchgeführt. Nach eingehenden Vorbesprechngen haben überall die ersten Vorbereitungen für die Ausschmükkung der Zelte eingesetzt. Bei der Ausschmückung wird auf die Eigenart des Kreises, auf besonders hervorstechende Merkmale im Industrieleben Rücksicht genommen, wenn Aehnlichkeiten mit den Nachbarkreisen vorliegen. Die Kreise haben zum Teil namhafte Künstler mit der Arbeit der Ausschmückung beauftragt. Jeder Kreis will eben im Wettbewerb um das schönste Zelt am besten abschneiden. Woche des deutschen Buches 1938. Vom 30. Oktober bis 6. November. NSG. Die„Woche des deutschen Buches“ findet in diesem Jahr vom 30. Oktober bis 6. November statt. Zum ersten Mal wird sie als eine Großdeutsche Buchwoche durchgeführt. Sie besitzt daher in diesem Jahr eine besondere Bedeutung. Mit der Buchwoche ist in diesem Jahr, uno zwar am 28. und 29. Oktober, ein großdeutsches Dichter=Treffen verbunden. 200 der namhaftesten deutschen Dichter werden sich im Schloß zu Weimar über die Aufgaben des Schrifttum=Schaffens unterhalten können. Gleichzeitig wird in Weimar die Jahresschau •„minist das neue Buchschaffen geben wird. Neben diesen reichswichtigen Veranstaltungen wird die Woche des deutschen Buches erganzt durch die Veranstaltungen der Gaue. Auch der Gau Westfalen=Süd wird einige Veranstaltungen, die unter dem Motto der Buchwoche„Das Buch. eine Kraftquelle der Nation" stehen werden, und die das Ziel verfolgen, jeden Deutschen in ein inneres Verhältnis zum Buch zu bringen, durchführen. Befreiung von Rundsunkgebühren. Erneuerung der Anträge. NSG. Das Gaupresseamt erinnert daran, daß die Erneuerung der Anträge auf Befreiung von Rundfunkgebühren bei den Fürsorgestellen in der Zeit vom 1. bis 15. September und bei den Postdienststellen ir der Zeit vom 20. bis 25. September erfolgen muß Später eingehende Anträge können nicht berücksichtig! werden. Rückkehr in die Schule Auch die längsten Ferien gehen einmal zu Ende. Schrift Dr. Goebbels eröffnet. des deutschen ttums durch Reichsminister Am 3. November wird in Wien eine Ausstellung eröffnet, die einen Gesamtüberblick über Nun muß auch unter die langen Sommerferien der Schlußstrich gezogen werden. Mit dem Beginn eines neuen Monats beginnt auch die Schule wieder. Heute morgen ist es vorbei mit dem langen Schlafen, Mutter und Kinder müssen wieder früh heraus, damit rechtzeitig der Schulweg angetreten werden kann. Zwar ist alles noch so ungewohnt, und man ist noch ganz erfüllt von den Eindrücken der schönen, von so unerwartet viel Sonne beglückt gewesenen Ferienzeit, aber schon als gestern die Schulbücher wieder hervorgeholt und mit neuen Umschlägen versehen wurden, begann die innere Umstellung auf den Wiederbeginn der Zeit ernsten Strebens und Lernens, und wenn erst einige Tage vergangen sind, dann sind alle wieder im alten Geleise. Die meisten Mütter werden sogar froh sein, daß sie die lärmende Schar jetzt wieder morgens wohlverwahrt wissen, und die Kinder selbst freuen sich vielleicht auf das Wiedersehen mit ihren Klassenkameraden, denen sie erzählen wollen, wo sie in den Ferien waren und was sie alles erlebt haben. Die Lehrpersonen wissen, daß dies den Kindern mehr auf der Zunge brennt als alles, was den Unterrichtsstoff anbelangt. Und darum werden sie heute auch zunächst einmal den unumgänglichen Aufdes Stadtbildes von unschönen Reklamen Was auch in Herne Beachtung verdient. Der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund hat sich mit einer Presseverlautbarung an die Oeffentlichkeit gewandt, die auch in Herne Beachtung verdient und in der es u. a. heißt: „So selbstverständlich die Sauberhaltung der Straßen, Plätze und Grünanlagen von Schmutz erscheint, so wenig verständlich ist es, daß das Stadtbild durch „Reklame“ verunreinigt wird. Das Wort hat einen jüdischen Anklang und ist der deutschen Sprache fremd. Ebenso fremd sollte uns auch ihr Wesen oder Unwesen sein. Eine„Reklame“ erinnert an marktschreierische Anpreisung, an unlauteren Wettbewerb und an Uebertrumpfen.„Werbung“ ist ein anständiger Begriff— eine Werbung läßt auf Leistung schließen—; diese wird immer vornehm sein und muß es sein, wenn sie Erfolg haben soll. Mo kann man die Werbung anbringen? In erster Linie in der Tageszeitung, dann an Anschlagtaseln und Anschlagsäulen. Hier steht jedem das Feld frei. Ferner kann der Geschäftsmann innerhalb seines Schaufensters so viel Werbung— und nach seiner Art auch Reklame— treiben, wie er will. Der wirklich vornehme Kaufmann wird sich zurückhalten; vielfach genügt sein Name. Ein Haus ist ein Teil einer Straße, ein Haus dient den Lebensanforderungen in seiner vielgestaltigen Art; ein Haus ist keine Anschlagtafel. Bauwerke müssen grundsätzlich von Reklamen freibleiben. Gegen eine anständige Geschäftswerbung ist nichts einzuwenden. Ich habe im Einvernehmen mit den beteiligten Stellen veranlaßt, daß— soweit Zeit und Kräfte in der Verwaltung ausreichen— eine gründliche Säuberung unseres Stadtbildes vorgenommen wird. Eine gedrängte Uebersicht soll zeigen, was künftig erlaubt und was verboten ist. Vor allen Dingen mache ich darauf aufmerksam, daß geetzwidrige Handlungen unnachsichtlich geahndet werden; nicht der Gesetzbestimmungen wegen, sondern mit Rücksicht auf untere Volksgenossen, die in einer schönen Stadt leben wollen, und weil jüdisches Geschäftsverfahren, Eigenbrötelei, falscher Wettbewerb, Verunstaltungen der Straßen und Häuser nicht mehr geduldet werden können. Alle Behelfswerbungen, wie Leinenschilder, Fahnen mit Aufschriften, sowie figürliche Nachbildungen in Schildform— sogenannte Attrappen—, bemalte Holzschilder an Gebäuden müssen nach und nach verschwinden. Bemalungen der Dachflächen und der Hausfronten sind unzulässig; Dachgerüste mit Lichtoder Schriftwerbung sind äußerst einzuschränken. Giebelbemalungen müssen verhindert werden. Zettelwerbungen und Bekanntmachungen gehören nicht an Häuser und Zaune. An Einfriedigungen werden gegebenenfalls nur Namenschilder und Hinweise auf den Hauseingang gestattet. Blechschilder sind— besonders in der Mehrzahl und als Markenschilder— zu vermeiden. Nasenschilder werden nicht genehmigt. Fahnenschilder unterliegen Beschränkungen nach der Ausladung und Höhe über dem Bürgersteig. Tankstellen dürfen nur mit den vorgeschriebenen Markenschildern werben. Aufschriften an den Ueberdachungen sind verboten. Automaten dürfen nicht vor der Bauflucht angebracht oder aufgestellt werden. Bestehende Automaten, die hiergegen verstoßen, sind zu entfernen. Firmenaufschriften sollen möglichst aufgelegte Buchstaben im guten Verhältnis zur Architektur der Häuser erhalten. Im allgemeinen sind die Verkehrsfarben(schwarz, weiß, rot) und die der Feuermelder(blau) zu vermeiden. Bei Leuchtreklamen dürfen keine grellen Farben verwendet werden, die den Verkehr beeinträchtigen. In der Nähe von Eisenbahnen ist grünes Licht verboten. Auch auf die Straßenbeleuchtung ist Rücksicht zu nehmen. Vor allen Dingen müssen die freie Landschaft, die Schmuckanlagen, die geschützten Bauten und Gegenden der Stadt vor der Anbringung von Werbetafeln, Aufschriften und dergl. bewahrt werden. Zur Beratung über Werbeanlagen ist die Baupolizei in den Sprechstunden bereit.“ satz„Mein schönster Ferientag" im plaudernden Gespräch vorbereiten. Tastend werden sie dann zu erkunden suchen, wieviel vom letzten Unterrichtsstof noch„sitzt", und nach dem Wiederauffrischen des Wissens in einigen Tagen allmählich an neue Arbeit herangehen. Verschönerte Schulgebäude. Wenn unsere Herner Kinder heute wieder ihre Schule betreten, dann werden sie manches verändert finden. Zunächst einmal sind die Eisengitter an der Einfriedigung des Schulhofes verschwunden, und die leeren Pfeiler der Schulhofmauer ragen verloren empor. Dieser Zustanc, der zumeist mit Zerstörungen der Mauer an den Stellen, wo die Gitterstäbe eingelassen waren, verbunden ist, wird nicht für immer bleiben. Vielmehr wird die Stadtverwaltung so bald als möglich darangehen und die Pfeiler abtragen, um dann der ganzen Einfriedigung ein architektonisch ansprechendes Bild zu geben. So schön wie bei der Oberschule für Jungen wird es ja wohl nicht werden, doch läßt auch deren Einfriedigung noch einen Wunsch offen. Nachdem durch Abbruch des Hauses der Schulhof recht übersichtlich geworden ist und das Schulgebäude wirkungsvoll hervortritt, wirkt nämlich die Westseite mit dem Abortgebäude und dem hohen Giebel des Nebenhauses recht kahl. Es kann aber mitgeteilt werden, daß im Frühjahr hier Pappeln zur Anpflanzung kommen, die das Bild hübsch grün beleben werden. In den Schulgebäuden selbst werden die Kinder heute ebenfalls manche Neuerung finden. Zum mindesten ist alles sauber gefegt und geputzt. Vielfach aber sind Flure und Klassen, Fensterrahmen und Türen neu gestrichen und überholt. Etwa 40—45 Klassen in Volks= und Oberschulen sind in diesen Ferien im Anstrich erneuert worden, daneben auch einige Hausmeister= und Lehrerdienstwohnungen. Allerdings hat das Vorhaben, alle veralteten Trockenklosetts, wo sie noch vorhanden sind, durch hygienisch einwandfreie neue Spülklosetts in den Kellergeschossen zu ersetzen, außer an der Schule Forellstraße, deren Erweiterungsbau sich der Vollendung nähert, kaum Fortschritte gemacht. Wir hoffen jedoch, daß es der Stadtverwaltung finanziell möglich ist, recht bald ihr Vorhaben der weiteren Verwirklichung zuzuführen. Fliegeralarm! Verdunkelungsmaßnahmen nachprüten! RSG. Wie im gesamten Reichsgebiet, werden auch in den größeren Städten der Provinz Westfalen in der nächsten Zeit Fliegeralarm- und Verdunkelungsübungen stattfinden. Es ist damit zu rechnen, daß die Uebungen erst kurz vorher bekanntaegeben werden. Es ergeht daher an die Bevölkerung der Aufruf. umgehend die Maßnahmen für die Verdunkelung nachzuprüfen und, wo noch notwendig. zu ergänzen. Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, daß bei Ertönen des Fliegeralarms die Straßen sofort zu raumen und die nächsten Sammel-Schutzräume aufzusuchen sind. Die Bewohner der Häuser haben sich in die hierfür vorgesehenen Schutzräume zu begeben. Den Anordnungen des Luftschutzwartes ist Folge zu leisten. Jahrzeuge müssen so aufgestellt werden, daß sie nicht verkehrshindernd wirken. „Sehr geehrte Frau Kanzleivorsteher.. Schluß mit der falschen Titelsucht.— Im neuen Deutschland gibt es keinen Standesdünkel mehr. Und keine Gedankenlosigkeiten. " Vor kurzer Zeit hat sich der Reichsiustizminister ###der veranlaßt gesehen, die ihm unterstellten Amts###en darauf hinzuweisen, daß es dem heutigen Empfinden nicht entspricht, wenn Frauen von Beamten oder Witwen mit dem Titel ihres Mannes angeredet werden. Wieder ist damit einmal ein Kapitel berührt worden. das man mit dem Anbruch der nationalsozialistischen Revolution eigentlich für abgeschlossen gehalten hat. Der Titeldünkel hat ja früher in Deutschland die erstaunlichsten Blüten getrieben. Es ist noch nicht allzulange her, da war es das Selbstverständlichste von der Welt. daß man die Gattin mit dem Titel des Mannes anredete. „Frau Kommerzienrat“.„Frau Obermedizinalrat".„Frau Professor".„Frau Oberveterinärsrat“, so ging das den lieben langen Tag. wenn man in einem Geschäft, wo die Damen ihre Einkäufe zu tätigen pflegten, die Ohren aufmachte. Selbstverständlich gab es auch damals schon eine Menge vernünftiger Leute. die das komisch und absurd empfanden. Aber diese Leute hüteten sich meist, ihrer Ansicht allzu nachhaltigen Ausdruck zu geben, wenn sie selber darauf angewiesen waren, in irgendeiner Form Karriere zu machen. Das galt beileibe nicht nur für die Kleinstadt. Auch in Großstädten war das vor einem halben Menschenalter noch gang und gäbe. Es ist heute ziemlich müßig, untersuchen zu wollen. wer an diesem sonderbaren Unfug eigentlich die Schuld trug. Ganz sicher steht fest, daß einst die meisten Frauen eifersüchtig darüber wachten, genau mit ihrem Titel angeredet zu werden. Ein Verstoß nach dieser Richtung konnte für einen Kaufmann den Verlust der Kundschaft nach sich ziehen. All dies wurzelt natürlich in Gesellschafts vorstellungen, die wir längst hinter uns haben, sie waren nicht nur das Kennzeichen eines Standesdünkels, sondern sie trugen auch das untrügliche Kennzeichen des Klassen dünkels in sich. An der tiefen Enttremdung weiter Volks #eile in der vergangenen unseligen Zeit haben solche Dinge größere Schuld gehabt, als man ihnen meist zubilligt. Muß man heute erst wieder ausdrücklich betonen, daß die Gattin eines Kanzleivorstehers mit dessen Namen durchaus nicht auch dessen Titel gebeiratet hat? Daß sie selbstverständlich Anspruch darauf hat, mit dem Familiennamen ihres Mannes. aber keineswegs mit dessen Amtsbezeichnung angeredet zu werden? Den Amtstitel führt lediglich der Inhaber des Amtes. Solche Dinge muß man, das sei ausdrücklich betont, ausschließlich in Deutschland predigen. Niemandem im Ausland würde es im Traume einfallen, die Gattin eines Titelträgers mit dessen Titel anzureden. Die Gattin ist Frau soundso. Daß im neuen Deutschland, das so gründlich mit jedem Klassen= und Titeldünkel aufgeräumt hat. Verstöße gegen solche Selbstverständlichkeiten besonders unangenehm empfunden werden. nimmt niemand wunder. der sich ehrlich bemüht hat. mit der neuen Zeit Schritt zu halten. Und es sei gern zugestanden, daß in den meisten Fällen aus vurer Gedankenlosigkeit und lässiger Gewohnheit gegen solche Selbstverständlichkeiten gesündigt wird. Trotzdem bleibt es schwer verzeihlich, denn auch Gedankenlosigkeiten können Folgen haben. Es würde schön, lehrreich und ungeheuer beispielgebend sein, wenn es die Frau Kanzleivorsteher selber wäre, die hier einen Punkt setzt. Wenn sie beim Einkauf oder sonstwo wieder einmal mit dem Titel ihres Mannes angesprochen wird, dann möge sie klar und deutlich darauf bestehen, ausdrücklich mit ihrem Namen angeredet zu werden. R. G. * Wunichen der Herr Geheimrat...? Der Reichsminister des Innern hat in einem Runderlaß vom 4. S. 1938 festgestellt, daß die Anrede von Vorgesetzten in dritter Person nicht dem nationalsozialistischen Gemeinschafts= und Kameradschaftsgedanken entspricht. Er erwartet, daß die Beamten und Angestellten nicht nur die Anrede in dritter Person unterlassen, sondern auch, daß die einzelnen Personen in ihrer Eigenschaft als Vorgesetzte die Anrede nicht dulden. Hierdurch wird ein alter„Zopf“. der aus manchen Gründen bisher noch beibehalten worden ist, jedoch nicht unserer heutigen Auffassung von der Volksgemeinschaft entspricht, beseitigt. Früher herrschte der Grundsatz„Warum denn einfach. wenn es auch kompliziert geht“. Auf dem Umwege über die dritte Person.(die garnicht vorhanden war) virschte man sich an den Vorgesetzten heran. um dann möglichst mit lebengefährlicher Zungenakrobatik sein Anliegen vorzubringen bzw. seinen Bericht zu erstatten. Ein alter Zopf hat aufgehört zu existieren. Der Vater. Eine heitere Schulgeschichte von Adolf Reß. Er war der Humorist unter den Lehrern unseres kleinen Gymnasiums. Durch seine launigen Einfälle und treffenden Antworten verschaffte er seinen Kollegen manche heitere Stunde. Seine, meisterhaft erzählten Schnurren hatten Stadtberühmtheit erlangt, und davon, daß sein Humor auch seinen Vorgesetzten gegenüber stets siegreich das Feld behauptete, gäbe es manches lustige Stückchen zu erzählen. Kaum jemand in der Stadt nannte den Lehrer bei seinem richtigen Namen, bei allen hieß er kurzhin„der Vater". Nur diejenigen, die Näheres von der lustigen Begebenheit wußten, der er diesen Ehrennamen verdankte, sagten„der Vater bin ich“. Zu diesen Wissenden gehörten vor allem wir. rund 30 ehemalige Quintaner, die die Geschichte miterlebt hatten. So war es gewesen: Eines Tages erschien unangemeldet der Herr Schulinspektor im Klassenzimmer, in dem unser Oberlehrer T. sich verzweifelt bemühte, uns etwas von den Geheimnissen des Doppelbruchs beizubringen. Zu seinem Entsetzen mußte der hohe Herr sehen, wie der Lehrer gerade dabei war. einem seiner Schüler die Kunst des Bruchrechnens in einer Weise beizubringen, die nach den Verfügungen der Schulbehörde gar nicht, oder doch nur bei ganz groben Verstößen gegen die Schulordnung erlaubt war. Die Gegenwart des Vorgesetzten schien für den schlagkräftigen Erzieher nicht von Bedeutung zu sein. Ruhig prugelte# er weiter. Und als wollte er noch seine Mißachtung der Vorschriften besonders eindeutig zum Ausdruck bringen, beauftragte er zum Schluß den heulenden Jungen:„So, und jetzt schere dich nach Hause und vergiß ja nicht, deiner Mutter zu erzählen, wie es dir ergangen ist!“ Da aber nahm der Schulinspektor Veranlassung, einzuschreiten. Mit erhobener Stimme machte er dem Herrn Kollegen klar, daß er kein Recht habe, einen Schüler in dieser Weise zu erziehen, und daß er es als eine unerhörte Mißachtung der vorgesetzten Behörde ansehen müsse, daß er die handgreifliche Maßregelung in seiner, des Schulinspektors Gegenwart vorgenommen habe. Doch diese ganze Strafpredigt schien auf den Oberlehrer T. keinen Eindruck zu machen. Mit listig zwinkernden Augen betrachtete er den sich ereisernden Vorgesetzten, dessen Gesicht eine blaurote Färbung angenommen hatte. Ob sonst noch etwas zu dem Fall zu sagen sei, wollte er wissen. Der Herr Schulinspektor schnappte nach Luft. Dann donnerte er los. Ob sich denn der Herr Kollege gar nicht überlegt habe, welche Folgen ein solches Verhalten im Amt haben könne?„Was zum Beispiel soll geschehen. so frage ich Sie, wenn die Mutter des Jungen bei mir erscheint und sich mit gutem Recht beschwert?“ „Hinauswerfen, Herr Schulinspektor, einfach hinauswerfen, möglichst schnell!“ lautete die gemütvolle Antwort. „Hinauswerfen?" Dem Herrn Schulinspektor wollte es die Sprache verschlagen.—„Hinauswerfen, jawohl!“— Der hohe Herr führte noch einmal alle Gründe an, die ihm den Fall besonders schwerwiegend erscheinen ließen. „Ich bitte Sie, um alles in der Welt. Und wenn dann der Vater kommt und verlangt von mir Rechenschaft über die Behandlung seines Sohnes?“ Dem tüchtigen Erzieher blitzte der Schalk aus den Augen:„Der Vater? Herr Schulinspektor. der kommt nicht. Der Vater ist viel zu vernünftig, als daß er sich wegen dieser paar Hiebe aufregen würde. Er weiß, was seinem Sohn gehört. Der Vater nämlich— bin ich!“— Wir haben nicht gehört, daß dieser Vorfall noch, irgendwelche Folgen gehabt hat. Aber seit diesem Tage führte Oberlehrer T. den Beinamen„der Vater“. Aus und für Herne Astern. Nein, du kannst sie nicht vergessen haben, die Astern. die einst in dem kleinen Garten blühten, durch den du als Kind büpftest. Von einem Manne wurden sie betreut, den du liebtest. Und wie er deine Kindheit umbegte, so sorgte er auch für die Blumen in seinem Garten, der auch dein Garten war. Wohl am meisten von allen galten ihm die Astern. Warum?, das konntest du nicht wissen. Aber du bast es erfahren, damals an jenem lichten Herbsttage, an dem du so freudig warst, weil der Himmel so glockenrein über der Erde hing und die Welt wie in Verklärung diesen Tag beging. Nebenan leuchteten die Früchte von den Bäumen, deren Zweige tief niederhingen, weil sie schwer an der Frucht trugen. An diesem Tage liefst du durch den Garten und tratest nicht nur Astern nieder, sondern du rissest sie auch ab für eine flüchtige Freude und warfst sie dann achtlos beiseite. An diesem Tage geschah es, daß du dir einen schweren Tadel zuzogst, der tief in dich drang. weil er mit so leisen Worten gesprochen wurde:„Du weißt es vielleicht noch nicht, daß ich diese bunten Blumen so liebe. Darum will ich es dir sagen. Sie sind die ersten Boten des abklingenden Jahres. Es ist. als ob sich mit ihnen der späte Sommer schmückte, um noch einmal zu zeigen, welche Schönheit und welche Buntheit er uns dargeboten hat. Wir Menschen gehen ja so leicht achtlos durch unsere Tage, seben gar nicht. was uns umgibt, und wenn wir es sehen, schätzen wir es nicht. So breitet sich vor uns als Abschiedsgruß die reine Farbe der bunten Blüten aus. um uns zu mahnen, daß ein Sommer war und daß noch goldene Tage vor uns stehen, die zwar ein wenig müde sind. aber doch noch genug an Schönheit bergen, um uns zu beglücken. Heute verstehst du das noch nicht. aber wenn du erst so alt sein wirst wie ich. wirst du wissen, daß eine solche Mahnung recht nötig ist oder auch nötig war. Vielleicht denkst du einmal daran. wenn ich nicht mehr bin. Und wenn dir die Erinnerung kommt. dann wisse, daß es ebenso ein Segensspruch von mir sein wird, wie es heute ist." So hörte ich damals die Worte und verstand sie nicht. Heute habe ich auf meinem Tisch die ersten Astern dieses späten Sommers vorgefunden. Und heute habe ich die Worte von damals verstanden.= *** Beitragserleichterung in der Der Gauschatzmeister weist darauf hin, daß für Parteimitglieder, die ein geringes Einkommen haben und auch für ihre Frauen in der Frauenschaft und für ihre Kinder in der Hitler=Jugend Beiträge entrichten müssen, Erleichterungen angestrebt werden müssen. Die Beiträge zur DAF sind für Parteigenossen bereits gesenkt worden. Die Ermäßigung, die am 1. Juli in Kraft getreten ist, beträgt bis zu einem Einkommen von 220,— Reichsmark monatlich 2 Beitragsklassen. Der Mindestbeitragssatz ist 0,40 Reichsmark. Die Beitragsermäßigung für Parteigenossen oder Parteianwärter, im einzelnen gestaffelt, sieht vie folgt aus: gen dem Betrage nach über 10 000.— RM. Die Zahlen zeigen, daß das Sparkassenbuch Volksgut im wahrsten Sinne des Wortes ist. *** Fest der Goldenen Sochzeit begehen heute die Eheleute Friedrich Schürhold und Frau, Herne=Sodingen, Liebigstraße 7. Der Jubilar, der 1866 geboren ist, entstammt einer alten Familie, die noch jüngst in Olpe im Sauerland ihren Sippentag durchgeführt hat. Der Jubilar ist vor seiner Pensionierung jahrzehntelang Bergmann auf Mont Cenis gewesen und hat es bis zum Fahrhauer gebracht. Seine Frau ist eine Kölnerin, die ihren Mann in seiner Soldatenzeit in Köln kennen gelernt hat. Dem Jubelpaar, dem von vielen Seiten heute Glückwünsche zugehen werden, wünschen auch wir für seinen Lebensabend das Allerbeste. *** * Die lehle Schicht nach über 50 Jahren. Gestern verfuhr der Markenmeister Wilhelm Patten, Im Wildholz 7, seine letzte Schicht auf der Schachtanlage Shamrock I/II, um in den wohlverdienten Ruhestand zu treten. Patten hat über 50 Jahre Dienst auf der Zeche geleistet. Am Ende des vorigen Jahres konnte er sein 50jähriges Dienstjubiläum feiern. Er wurde als Brückenarbeiter auf der Zeche angelegt und im Jahre 1907 zum Hilfsbrückenund Seilfahrts=Aufseher befördert. Am 1. April 1914 rückte er zum Markenkontrolleur auf, und im Jahre 1923 wurde er zum Markenmeister befördert. Hochgeachtet und geschätzt bei seinen Vorgesetzten und Gefolgschaftsmitgliedern tritt er nun in den wohlverdienten Ruhestand. Der Markengehilfe Alfons Korst wurde als sein Nachfolger zum Markenmeister befördert. * Die Unwetterschäden in Westdeutschland machten sich am Dienstag auch im Herner Zugverkehr bemerkbar. Die Leidtragenden waren in erster Linie viele Herner Famillen, die die Rückkehr ihrer Kinder von Verwandten zum heutigen Schulbeginn erwarteten. * Hilflos aufgefunden wurde gestern nachmittag auf der Franz=SeldteStraße der Invalide B., der auf der Haldenstraße wohnt. Er wurde ins Marienhospital eingeliefert. * Ein Schachtgerüst wird angestrichen. Das Schachtgerüst der Hauptföderung der Zeche Julia erhält gegenwärtig einen neuen Anstrich zum Schutze gegen Rost. * Mit dem Luftgewehr angeschossen. Der Unfug des Spielens mit dem Luftgewehr hat gestern nachmittag wieder ein Unglück angerichtet. Auf der Von=der=Heydt=Straße spielte ein Knabe mit dem Luftgewehr. Als ihm sein Spielkamerad hänselte, er könnte nicht schießen, probierte er diese Kunst aus und traf seinen Spielkameraden in den rechten Unterschenkel. Die Bleikugel konnte noch nicht entfernt werden. Ein Polizeibeamter beschlagnahmte das Luftgewehr. * S c h i e ß b u c h f ü r d a s A d J- W e h r m a n n s g e w e h r. Für das KdF=Wehrmansgewehr, 4 Millimeter, das die Deutsche Arbeitsfront, NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, den Betriebssportgemeinschaften leihweise zur Verfügung stellt, ist nun auch ein Schießbuch mit den Bedingungen der 1. und 2. Schießklasse der Scharfschützenklasse und der Meisterklasse herausgekommen. Das Buch kostet 0.10 Reichsmark und durch die Dienststellen der DAF, NS=Gemeinschaft „Kraft durch Freude", zu beziehen. nig. * Ausbildungslehrgang für Säuglings- und Kleinkinderschwestern. Am 1. Oktober 1938 beginnt in der Landesfrauenklink Paderborn ein Ausbildungslehrgang für Säuglings= und Kleinkinderschwestern. Aufnahmegesuche sind baldigst dem Oberpräsidenten der Provinz Westfalen(Verwaltung des Provinzialverbandes) in Münster, Landeshaus, wo auch die Aufnahmebedingungen gegen eine Gebühr von 0,50 RM. zu erhalten sind, einzureichen. Die Bewerberinnen müssen bei Beginn Schlichten ist besser als richten! Hausfrieden und Friedensrichter. Bücherei wieder geöffnet. Von heute ab ist die Bücherei wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Die Ausleih=Zeiten sind Montags und Donnerstags von 11—12 und 17½ bis 194 Uhr, Dienstags und Freitags von 11—12 Uhr, ferner von 16—17 Uhr für Jugendliche(Freitags auch noch von 17—18 Uhr für Erwachsene); Mittwochs ist geschlossen, Samstags ist Ausleihezeit von 10—12 Uhr. *** Die Städtische Chor nimmt seine Arbeit wieder auf. Nach Ablauf der großen Ferien nimmt der Städt. Chor seine Tätigkeit wieder auf. Die Proben finden an jedem Freitagabend 20 Uhr in der Aula der Oberschule für Mädchen, Hermann=Löns=Straße, statt. Alle Sängerinnen und Sänger und solche, die es werden wollen, sind hiermit herzlichst eingeladen. *** Schweißtechnische Lehrgänge der Deutschen Arbeitsfront. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, teilt mit: Nachdem die bisher von der Deutschen Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, durchgeführten Schulungsmaßnahmen für Autogenenschweißen den Nutzen und die Zweckmäßigkeit dieser Einrichtungen erwiesen haben, kann jedem vorwärtsstrebenden Volksgenossen der Besuch unserer Autogenen=Schweißkurse auch im kommenden Winterhalbjahr wärmstens und dringend empfohlen werden. Da bereits eine Reihe von Anmeldungen vorliegen und nur noch eine beschränkte Zahl von Schulungsplätzen zur Verfügung stehen, ist beabsichtigt, schon Anfang September einen neuen Lehrgang zu beginnen. Der Mangel an Autogen=Schweißern und die besondere Verantwortung, die in der Ausführung von Schweißarbeiten liegt, läßt es geboten erscheinen, auch schon länger im Beruf stehende Schweißer einer Unterweisung in neuen Arbeitsmethoden auf diesem Gebiet zuzuführen. Sämtliche Lehrgänge werden in Gemeinschaft mit dem Verband für autogene Metallbearbeitung im RSBOT. durchgeführt. Anmeldungen sofort erbeten an die Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront, Herne, Schulstraße 28, Zimmer 16. *** Millionen Sparkassenbücher. Mit gutem Grund kann man sagen, daß im Durchschnitt auf jede deutsche Familie mindestens ein Sparkassenbuch entfällt. Etwa 36 Millionen Sparkonten verwalten die deutschen öffentlichen Sparkassen. Hiervon sind allein 28 Millionen Stück seit 1924, dem Zeitpunkt der Währungserneuerung, angelegt worden, der Rest entfällt auf sogenannte Aufwertungssparbücher. Einen Beweis für die weitere Verbreitung des Sparens gerade auch in den wirtschaftlich schwä cheren Volkskreisen bildet die Größengliederung der Sparbücher. Auf Sparkassenbücher bis zu 20.— RM enftallen nämlich über zwei Fünftel aller Sparguthaben und runo zwei Drittel auf Sparkonten bis zu 100.— RM. Nur etwa 100000 Sparkassenbücher lieNach dem geltenden Recht berühren Störungen des Hausfriedens je nach Art der Delikte Privatrecht. Strafrecht oder Verwaltungsrecht, die durch die verschiedensten Bebörden repräsentiert werden. In Konfliktsfällen werden infolgedessen auch je nach Zuständigkeit die eine oder andere behördliche Stelle angerufen. Die Bestrebungen geben nun dahin. die Vielheit der Zuständigkeiten zu beseitigen. Dazu entwirft Professor Dr. Eduard Kohlrausch. Berlin. Mitglied der Amtlichen Strafrechtskommission des Reichsjustizministeriums und der Akademie für Deutsches Recht, in der ersten Ausgabe des neuen fachlichen Schulungsblattes der Deutschen Arbeitsfront„Haus und Heim". Ausgabe: Haus= und Grundstückswesen, ein interessantes Bild von der künftigen Wirksamkeit des Friedensrichters. der zur Sicherung insbesondere des Heimfriedens die verschiedenen bisher zuständigen Stellen ersetzen wird. Den Friedensrichter kann jeder Betroffene anrufen. Seine Aufgabe ist nicht zu strafen, so schreibt Professor Dr. Kohlrausch. Unnötig ist jedoch zu betonen. daß in ernsteren Fällen der Staateanwalt stets Anklage erveben kann. Aber der Friedensrichter wird es oft überflüssig machen. Er soll zu schlichten versuchen. er kann Ebrenfeststellungen treffen. auch eine„Friedensbuße" verhängen(die nur Geldbuße sein darf und nicht das Strafregister belastet), er wird aber namentlich die Macht erhalten, den ganzen unfriedlichen Zustand zu beseitigen, nicht beschränkt auf den Einzelfall und auf die ursprünglichen Streitteile und nicht beschränkt auf das Strafressort. Er soll die Quellen des Streites verstopfen. Er wird darum ein echter„Richter“ sein müssen: Friedensrichter wird der Amtsrichter. Der Friedensrichter kann eine Friedensbürgschaft auserlegen. Ergibt sich nämlich in dem Verfahren die Besorgnis, daß jemand eine Friedensstörung auch weiterbin begeben werde. so kann der Friedensrichter ihn zur Leistung einer Sicherheit in Geld verurteilen. daß dies unterbleibe: einer Sicherheit, die erst nach bestimmter Frist wieder frei wird. Es ist nach den Darlegungen von Professor Kohlrausch unschwer zu erkennen, daß der neue Friedensrichter ungemein segensreich zu wirken berufen sein kann. um für Heim und Haus das zu schaffen, dessen diese neben einem festen Dach und einer starken Mauer bedürfen: den Heimfrieden. Nicht in aufdringlicher Einmischung, denn nur auf Anrufen wird er tätig. Und nicht als einer, der nach allen Seiten Zensuren austeilt. Seine Tätigkeit soll im Gegenteil unter der guten alten Devise stehen, daß schlichten besser ist als richten. „Morgen gibt es Abschlag“ Wenn der Kumpel seinen Lohn empfängt. Der Bergmann hat in jedem Monat drei bedeutende Tage, das sind der 2., 12. und 22. An den beiden ersten Tagen gibt es einen Abschlag, d. h. einen größeren Vorschuß auf den Verdienst der zurückliegenden 10 Tage, und am 22. gibt es einen Abschlag mit dem Restlohn, d. h. den Rest des mittlerweile genau errechneten Lohns des Vormonats. An diesen drei Tagen, denen man noch einige anhängen darf, die direkt dahinter folgen, floriert das Wirtschaftsleben im ganzen Revier. Daher rechnet nicht nur jeder Kumpel, sondern auch jeder Geschäftsmann mit diesen Tagen, und darum stellen sich auch ein, zwei Tage hinterher beim Einzelhändler die Kassierer der Großfirmen mit den Rechnungen ein unter dem Hinweis: „Vorgestern war ja Abschlag“, was soviel heißt: Wenn der Kumpel Geld bekommen hat, mußt du auch Geld haben. Ebenso stellen sich am Abschlagstage beim Kumpel selbst hier und da Kassierer ein, um die fällige Rate für auf Abzahlung gekaufte Anschaffungen abzuholen. Vom Geld des Kumpels hängt eben unser Wirtschaftsleben ab. Das hat sich besonders in den Krisenjahren gezeigt. Als damals durch Feierschichten die Abschläge der Kumpels geringer wurden, da brachten auch die kunstvollsten Schaufensterauslagen kein Leben mehr in den Laden des Geschäftsmannes. Hat der Kumpel kein Geld, dann ist es eben um alle mies bestellt. „Morgen gibt es Abschlag“ ist ein Thema, das am Tage vorher von jedem Kumpel mit allerlei Betrachtungen erörtert wird. Aber auch für unsere Banken bringen die Abschlagtage Hochbetrieb. Schon einige Tage vorher werden die Bündel Zwanziger, Fünfziger und Hunderter gepackt, um dem Ansturm der Zechenlohnbuchhaltungen gewappnet zu sein. Am Nachmittag vor dem„Abschlag“ fahren die Autos der Zechen vor, um in schweren Koffern das Geld abzuheben, dessen Gesamtsumme im Durchschnitt für jede Schachtanlage 80 bis 100000 Mark beträgt, ein Betrag, der sich am Lohntag noch um ein Drittel erhöhen dürfte. Diese erkleckliche Summe hat in früheren Jahren manchen Verbrecher gereizt, einen Lohngeldraub zu unternehmen. Es sei nur erinnert an den Lohnraub im Jahre 1921 auf der Zeche Emscher=Lippe, wo die Gebrüder Kley, Heising und Müller den Geldtransport, der in einem Kutschwagen erfolgte, überfielen. Sie schossen den Kutscher vom Bock herunter, hielten ihre Pistolen in den Wagen, wo sie beide Beamte tödlich trafen, und erbeuteten 2 Millionen Papiermark. Alle drei ereilte aber das unvermeidliche Schicksal, die findige Kriminalpolizei überantwortete sie dem indischen Richter. Heute ist ein solcher Geldtransportraub so gut wie ausgeschlossen. Man braucht nur einmal zuzusehen, wenn vor der Reichsbank oder einer anderen Bank Lohngelder verladen werden, um zu erkennen, wie gut der Transport gesichert ist. Jedesmal sind Kriminalbeamte oder Angehörige der Werkspolizei als Begleiter dabei, und man darf in jedem Falle damit rechnen, daß diesen Begleitern, die übrigens vom Pistolenschießen etwas verstehen, bei einem Raubversuch das Schießeisen locker sitzen würde. Allen Kumpels ist am Abschlagtage eine etwas freudigere Stimmung anzumerken, wie das ja bei jedem Menschen ist, wenn er seinen Lohn empfängt. Dann ist der einfache Arbeiter genau so aufgeräumt wie der Regierungsrat, der sein Gehalt empfängt. Dieses Aufgeräumtsein findet mannigfachen Niederschlag. Viele Kumpels erstehen auf dem Nachhausewea neben einer guten Zigarre, die sie sich nur am Abschlag erlauben, für ihre Kinder eine Tafel Schokolade oder irgendein Spielzeug, das ein Kinderherz erfreuen kann. Meist ist es ein von den Kindern schon wochenlang vorgebrachter Wunsch, dessen Erfüllung von dem guten Abschlag abhing. Darum braucht wohl kaum erwähnt zu werden, daß man an diesen Tagen zu Hause mit Spannung auf den Vater wartet. Das Geschäftsleben nimmt schon am frühen Morgen des Abschlagtages ein anderes Gesicht an als gewöhnlich. Es ist eine Feststellung, die man immer wieder machen kann, daß an diesem Tage die Geschäfte mit peinlicher Genauigkeit, einige sogar noch viel früher, als üblich, ihre Türen öffnen. Das gilt für die Geschäfte in den Außenstadtteilen genau so wie für die im Stadtkern. Ueberall ist an diesem Tage ein Zustrom der Käufer zu beobachten. Der Taler wandert. Nicht die täglichen Lebensmittel oder tägliche Gebrauchsgegenstände werden gekauft— höchstens bezahlt man beim Metzger, Bäcker und Kleinhändler seine Schulden—, in der Hauptsache werden größere Teile erstanden. An diesem Tag geht der Kumpel auch vielfach selbst, mit seiner Frau aus zum Kaufen, da für ihn vielleicht ein Stück abfallen muß, sei es Berufskleidung, seien es Sonntagsschuhe, ein Schlips oder ein Hut. Das sind Dinge, die für den Kumpel viel Geld kosten und lange getragen werden müssen, weshalb ihr Einkauf oft einen feierlichen Charakter annimmt, der seinen Abschluß bei einem Glas Bier findet. Wer will dem Kumpel widersprechen, wenn er zu seiner Frau sagt:„Et hätt jetz twintig Mark gekost, nu lott ank noch en Daler mehr dropp gohn.“ Es ist schon oft vorgekommen, und wird immer wieder vorkommen, wobei wir nicht untersuchen wollen, ob es Zufall oder eine abgemachte Sache ist. daß sich Kumpels einer Rutschenkameradschaft am Abschlagtage irgendwo treffen. Die einen sagen:„Der Kohlenstaub muß herunter“, die anderen sagen:„Gut gelebt und setig gestorben hat immer dem Dübel die Rechnung verdorben", und wiederum andere sagen: Wir haben Ueberschichten gekloppt, und etwas muß der Mensch haben.“ Wie dem auch sei. Ein' Tropfen in Ehren kann niemand wehren. Heute ist das Abschlagholen wieder eine freudige Angelegenheit geworden. Davon künden die Lohnabrechnungen. Auf unseren Zechen ging ein Hauer mit zwei Kindern im Monat August 1932 mit 120 bis 140 Mark nach Hause, während er heute 220 Mark verdient. Der Führer beseitigte nicht nur die Feierschichten und sicherte seinen Arbeitsplatz, er kürzte auch seine Abgaben. Heute weiß der Kumpel, wofür er arbeitet, und daß er mit einem gesicherten Lohn rechnen kann. D. L. des Lehrgangs mindestens 18 Jahre alt sein und dürfen das 33. Lebensjahr nicht überschritten haben. * Ausbildungslehrgang für Wochenbetipflegerinnen. Am 1. Oktober 1938 beginnt in der Landesfrauen klinik Paderborn ein sechsmonatiger Ausbildunglehrgang für Wochenbettpflegerinnen. Aufnahmegesuche sind baldigst dem Oberpräsidenten der Provin Westfalen(Venwaltung des Provinzialverbandes) in Münster, Landeshaus, wo auch die Aufnahmebedin. gungen gegen eine Gebühr von 50 Pf. angeforder werden können, einzureichen. Die Bewerberinnen müssen bei Beginn des Lehrgangs mindestens 20 Jahre alt sein und dürfen das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben. Der Mann soll richtig angezogen sein. Der veredelte„Schniepel“ als Jestgewand. Jeder Mann soll zu jeder Zeit und bei jeder Gelegenheit richtig angezogen sein! Das ist die Parole, die jetzt wiederum anläßlich der internationalen Tagung der Herrenschneidermeister in Berlin ausgegeben wurde. Das Publikum sollte darauf nicht mit der Verdächtigung antworten, daß die Schneider rein egoistisch die Belebung ihres Geschäftes im Auge haben, wenn sie verlangten, daß der Frack ganz allgemein zum Festgewand des Mannes für den Abend und der Cut wieder zum Festgewand für den Tag wird. In der Kleidung drückt sich doch auch ein großes Stück menschlicher Kultur aus, und es ist verständlich, daß die Fachleute es besonders bitter empfinden, wenn die Regeln der Kleidungskultur verletzt werden. Der Geschäftssinn braucht garnicht die Ursache dieses bitteren Gefühls zu sein. Im gastronomischen Beruf krampft sich dem Fachmann ja auch der Magen zusammen, wenn er einen Gast erblickt, der den Burgunder aus einem Moselweinglas trinkt. Seit etwa hundert Jahren hat sich der schwarze Frack als Festtagsgewand des Mannes behauptet und n seinem Zuschnitt nur geringe Wandlungen erf#### Während die Mode in der weiblichen Tracht viele lutionen durchgemacht hat und weiter durchmacht— vom Reifrock über die Tournüre zum engen Tütenrock und wieder anders herum— zeigte die Festkleidung des Mannes im Laufe der Jahre immer einen konservativen Zug. Weniger alt als der Frack ist die Ernennung des Cut zum männlichen Festgewand für den Tagesgebrauch. Das Kleidungsstück selbst ist viel älter und wurde in Deutschland im allgemeinen als„Schniepel“ bezeichnet. Ein deutsches Wort, das garnicht so schlecht den Kern der Sache trifft. Es kennzeichnet den Gehrock, von dem die vorderen Schöße„weggeschnippelt“ sind. Das englische Wort„Cutaway“, das sich in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts bei uns einbürgerte, besagt ungefähr dasselbe. Gleichzeitig mit der Einführung der englischen Bezeichnung wurde auch mit größerer Strenge darauf geachtet, daß der Frack ausschließlich für den Abend reserviert blieb. Es war nämlich vielfach der Brauch eingerissen, daß diese„Gala=Uniform des Zivilisten" bei Hochzeiten und ähnlichen Feiern schon vormittags und mittags angelegt wurde. Die Gesetzgeber der Mode verkündeten nun, daß bei Tage der Cut die Stelle des Fracks zu vertreten habe. In der deutschen Notzeit nach dem Weltkrieg lockerten sich auch die Gesetze der Herrenmode. Der dunkle Anzug mit einem weniger tief ausgeschnittenen Jackett ersetzte bei Festlichkeiten bei vielen Teilnehmern den Cut und manchmal sogar den Frack. Mit dem Wiederaufschwung der deutschen Wirtschaft nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ist dieser Surrogatwirtschaft ein Ende gemacht worden. Die anläßlich der gegenwärtigen internationalen Schneider=Tagung veranstaltete Modell=Ausstellung zeigt, daß der„Schniepel“ von früher zu einem sehr eleganten Festgewand geworden ist. Er ist heute sehr tief und scharf ausgeschnitten und wird über heller Weste getragen. So wirkt der veredelte Schniepel am Tage ebenso feierlich wie der Frack am Abend. Stadt Wanne=Eickel. Das Deutsche Frauenwerk berät die Siedler. Interessanter Lichtbildervortrag in Holsterhausen. Auf Spaziergängen in den Außenbezirken unsereStadtgebietes. in Alt=Eickel. an den Grenzen von Röhlingbausen und Holsterbausen, können wir immer wieder feststellen, wie wertvoll die Förderung ist, die das neue Deutschland unseren Kleingärtnervereinen zukommen ließ. Wie eng der Bergmann und der Arbeiter überhaupt in unserer Industriestadt mit der Scholle verwachsen ist, sehen wir an den schmucken Siedlungen z. B. in Holsterhausen. Gerade der Mensch in der Industriestadt, dessen Vater oder Großvater noch hinter dem Pfluge ging. hat im stillen Winkel seines Gefühlslebens noch eine starke, verborgene Sehnsucht nach ländlichem Leben. nach Ackerbau und Viebzucht. Blut und Boden. die uralten Wurzeln deutscher Stärke. tragen dem Menschen mehr Kraftströme zu. wenn er noch mit der Scholle verwachsen ist. Besser als jede Ausgleichsgymnastik schafft die landwirtschaftliche oder kleingärtnerische Betätigung dem Industriearbeiter neue Kraft und stärkt die Schaffensfreude. In vielen Siedlersamtlien. in denen der Mann tagsüber seinem Berufe nachgebt, hat die Siedlerfrau neben ihrer Hausarbeit auch die Aufgabe der Kleingartenversorgung und Viehhaltung auf sich genommen. Da gibt es natürlich noch mancherlei Dinge. in denen die Frau Rat und Anleitung braucht. Erfreulicherweise können heute unsere Frauen an den Schulungen, die der Siedlerverband in Verbindung mit dem Deutschen Frauenwerk durchführt, teilnehmen. Durch eine in allen Gau= und Kreisstellen eingesetzte Siedlungsberaterin erhalten unsere Siedlerfrauen wertvolle Aufschlüsse durch reiches Bildmaterial und Vorträge. Mit großem Interesse wurde am Sonntagnachmittag bei Spieker der Lichtbildervortrag von den Holsterhausener Siedlerfrauen ausgenommen, zu dem die Kreissiedlungsberaterin der NS.=Frauenschaft Deutsches Frauenwerk. Frau Meisolle. die Frauen eingeladen hatte. Zu den beiden Lichtbildbändern„Der Garten des Kleingärnters" und„Kampf dem Verderb“ gab die Siedlungsberaterin wertvolle Erläuterungen. In allernächster Zeit finden auch wieder Quarg= und Fischkochkurse für die Siedlerfrauen statt. Ein gemütliches Beisammensein mit reger Unterhaltung beschloß denanregenden Nachmittag. Sieger im Preisflug ab Oeynhausen. Einen ausgezeichneten Verlauf nahm der über eine Strecke von 137 Klm. führende Preisflug ab Oeynhausen. zu dem rund 5000 Tauben auf die Reise geschickt wurden. Die erste Taube traf um 12.01 Uhr am Schlage ein. Der Konkurs dauerte bis 12.25 Uhr. Die ersten 10 Sieger waren: Mosebach(Komet) 1125 Minutengeschwindigkeit. Pluto) 1114.1. Kruck(Wiedersehen) 1113.3. Braun(Heimkehr Günnigfeld) 1111.3. Jorkberger Crange) 1111.1. von Dillen(Glückauf Pluto) 1106. Göring(Sport) 1105.6, Bernsdorf(In Treue fest) 1102. Schütz(Tempo Hordel) 1100, van Dillen(Glückauf pluto) 1094.6. Am kommenden Sonntag starten die Wanne=Eickeler Tauben ab Kirchhorsten über 163 Kilometer. Als letzte Flüge folgen der Preisflug ab Seelze und ein Derbyflug ab Lehrte. Wildkaninchen am Bahnhofsvorplatz. Ein für eine Industriestad seltenes Schauspiel erleben häufiger die Reisenden auf dem Wege zum Bahnhof in den Grünanlagen des Bahnhofsyorplatzes. Unversehens buscht hier und da ein Wildkaninchen über den Weg und verschwindet schnell mit drolligen Sprüngen im Buschwerk. Auch tagsüber wagen sich die Tiere zur Freude vor allem der Jugend mitunter ans Licht. Weniger Freude bereitet dies dem Gärtner. der nachher Mühe hat. die Wildschäden wieder auszumerzen. In den Außenbezirken haben die Kaninchen derart überhand genommen, daß in den Gärten gleichfalls manche Zerstörungen angerichtet werden. Nur ein umjangreicher Abschuß kann das häufige Auftreten der Wildkaninchen. Hasen. vor allem im Wanne=Eickeler Norden und Osten auf das Normalmaß zurückdrängen Briefkasten P. S. 3060. Früher galt die dreimonatliche Kündigung dahin, daß zum Quartalsersten, z. B. am 1. Juli zum 30. September gekündigt werden konnte. Jetzt kann bei dreimonatlicher Kündigung jeden Monatsersten gekündigt werden, z. B. am 1. September zum 30. Novemder. Ist diese Kündigungsfrist vertraglich vereindart, muß diese eingehalten werden, es sei denn, daß Sie auf gütlichem Wege, zu einer anderen Vereinbarung kommen. Amferdfeuer Karo bellt per EilbotenDas Neueste: Tönende Briefe: Ein drei jähriges Kind„schreibt“ seinem Großvater. Liebesbriese, von zarten— Livven. Bekanntlich wurde vor kurzer Zeit von der Reichspost der„gesprochene Brief“ eingeführt, durch den man mit Hilfe einer Metallvlatte Nachrichten dem Empfänger übermitteln kann, die dieser dann auf einem gewöhnlichen Sprechapparat abhört. Diese Neueinrichtung erfreut sich, wie der nachfolgende Artikel unseres zb.=Mitarbeiters beweist, beim Publikum einer außerordentlichen Beliebtheit. Seit Tagen stehen vor einem Schalter des Berliner Postamtes Charlottenburg I von früh bis abends die Menschen in Schlangen an. Sie alle, die hier geduldig warten, bis sie ihr Anliegen dem freundlichen Beamten vortragen können, wollen zu den Ersten gehören, die sich des„gesprochenen Briefes" bedienen, des neuesten Nachrichtenmittels, das die fortschrittliche Reichspost dem Publikum geschenkt hat.„Ich glaube, mit der tönenden Korrespondenz ist das Ende der Schreibfaulheit besiegelt". erzählt uns der Beamte, der alle jene. die mit den Lippen schreiben wollen, betreut.„Sehr viele meiner Kunden sagten mir nämlich, bevor sie die Platte besprachen. lachend, sie wollten jetzt schnell alte Briesschulden abdecken. we nun ja so einfach sei und man nurmehr zu brauche.“ nn man hört, wieviele und welche Leute in der kurzen Zeit seines Bestehens den gesprochenen Brief benützten, erkennt man, welche ungeahnten Möglichkeiten diesem jüngsten Kind des Nachrichtenverkehrs innewohnen.„Gestern kam ein Herr zu uns, der fünf Minuten lang eine Rede ins Mikrophon sprach", lassen wir uns von dem Postbeamten berichten.„Es war der Vorsitzende einer über ganz Deutschland ausgedehnten Vereinigung. der die Jahresversammlung in einer anderen Stadt eröffnen sollte, jedoch in letzter Minute verhindert wurde. Also schickte er einfach einen gesprochenen Brief mit dem Tert der Ansprache, die dann am nächsten Abend trotzdem gehalten werden konnte. Denn noch mit dem Abendzug ging die Metallplatte ab und gelangte am darauffolgenden Morgen in die Hände des Adressaten. des zweiten Vorsitzenden, der später veranlaßte, daß ein gewöhnlicher Sprechapparat. auf den die Platte aufgelegt wurde, den Text widergab.“ Tante Rosa und ihr Wellensittich. Gewiß. der Beamte am Schalter für gesprochene Briefe ist den ganzen Tag bis über den Kopf mit Arbeit überhäuft. aber dafür hat seine neue Tätigkeit auch viele humorvolle Seiten. Oder ist es nicht lustig. wenn ein Wellensittich gleichsam Briefe schreibt? Und das kam so: Die Witwe eines Berliner Bankdirektors war kürzlich für einige Wochen in die Ferien gefahren. Ihre einzige Sorge in der Zeit der Erbolung war, ob denn ihr Wellensittich„Piepsi“ sich bei den Verwandten, zu denen sie ihn während ihrer Abwesenheit in Pflege gegeben hatte, wohlfühlen werde. In keinem Brief vergaß sie. Verhaltungsmaßregeln zu erteilen, wie das Lieblingstierchen Pievsi zu behandeln sei. Da kamen die Verwandten, als sie von der Einführung des gesprochenen Briefes lasen, auf eine nette Idee. Sie trugen den Wellensittich zum Postamt Charlottenburg I und ließen ihn nun vor dem Mikrophon seine Sprechkunste wiederbolen. Die Platte. auf welche das fröhliche Gerede „Piepsis“ übertragen wurde. sandten sie sofort an Tante Rosa. die sich nun mit eigenen Ohren davon überzeugen konnte, daß dem über alles geliebten Vogel während ihrer Abwesenheit nicht das Geringste fehlt. Auf diese Weise hat auch ein dreijähriges Kind seinem Großvater einen Geburtstagsgruß„geschrieben". Dreijährige Erdenbürger verstehen es ja noch nicht, wenn sie nicht gerade Wunderkinder sind. den Federhalter zu führen. wohl aber können sie schon ganz nett plappern. Und so wurde Klein=Edith ein Geburtstagsgedichtchen eingelernt, das sie ebenfalls mit dem tönenden Brief an den fernen Großvater sandte. Welch kühner Ausblick: Ein Baby und ein Greis nehmen die letzte Errungenschaft der Verkehrstechnik in Anspruch! Stimmen reisen per Briefpost ins Ausland. Wenn auch vorerst der tönende Brief versuchsweise nur vom Postamt Charlottenburg I aufgegeben werden kann, so ist bei dem großen Interesse. das das Publikum dieser Neuheit entgegenbringt, doch damit zu rechnen daß in Bälde auch von anderen deutschen Großstädten aus eine tönende Korrespondenz geführt werden kann Es ist ja auch zu verführerisch bequem: man geht auf die Post. spricht eine Minute lang in ein Mikrophon, erhält dann eine Metallvlatte, die in eine vorrätige Briefhülle gelegt wird. schreibt die Adresse darauf, erlegt eine Gebühr. die nicht einmal zwei Mark beträgt— und am nächsten Tag hört der Empsänger das, was man ihm mitteilte. Da nimmt es nicht wunder, daß diese Briefe. die viel persönlicher als die geschriebenen sind. sehr oft dazu benutzt werden, um Verwandten und Bekannten im Ausland ein Lebenszeichen zu senden. Im amerikanischen Miethaus. in der Blockhütte Afrikas oder im australischen Bungalow kann der Adressat dann die Stimme an sein Ohr dringen lassen, die vielleicht der Mutter. dem Bruder, der Frau oder Braut gehört. Sein größter Erlolo) Das Riesenzelt füllt sich mit Menschen. Kopf an Kopf gedrängt harrt die Menge. der Kavellmeister wirft sein Stöckchen boch. eine jagende brausende, erregende Musik rauscht schmetternd auf. Zirkusluft! Berberlöwen veitschen mit ihren Schweifen den Sand der Manege. Elefanten lassen die Rüssel vendeln und heben die Riesenleiber, edle Pferde hetzen mit Schellengeklirr und Hufgestampf in die Arena. Und dann kommt Orello, der Clown. König des Drahtseils. Sein Gesicht ist mit einer ungeheuren Puderschicht bedeckt. in der Rechten einen großen, durchlöcherten Regenschirm tragend, mit weiten, schlotternden Hosen. auf den feuerroten Schopf einen lächerlich winzigen Zylinder geklemmt, watschelt er mit komischer Grandezza herbei. Das Publikum lacht, klatscht und jubelt. Der Zirkus svielt in der Nähe von Clown Orellos Heimatsort, und es sind viele Leute aus dem kleinen Dorf gekommen, um den Berühmten zu sehen. Ein Drahtseil ist einige Meter über den Boden der Arena gespannt. Orello watschelt heran wie eine feiste. unbeholfene Gans. er verfängt sich in seinen weiten Hosen, stolvert über die eigenen Füße, fällt mit Gedröhn in den Sand. schimpft und babbelt und watschelt weiter. Die Menschen schreien vor Entzücken. Der Kerl ist zu drollig! Orellos Regenschirm zu sehen und diese Hosen, das ist schon köstlich. Der buntbemalte Tölvel will die kleine Leiter erklettern, die zum Drabtseil führt, auf jeder Stufe rutscht er ab. kämpft mit seiner in Unordnung geratenen Gestalt:— Arme und Beine. Zylinder und Regenschirm, brandroter Schopf und Schlotterhosen sind in toller Verwirrung, der ganze. unglückliche Mensch ist ein hilfloses, zuckendes, buntes Paket. Die Leute auf Stühlen und Bänken rasen vor Begeisterung. Das ist Orello! Ein Kerl! Ein göttlicher Bursche! Endlich ist es dem Clown gelungen. die Spitze der Leiter zu erreichen. Vorsichtig setzt er einen Fuß auf das Seil. zieht den zweiten nach, macht ängstliche Grimassen. klammert sich an seinen Regenschirm und stößt kleine. spitze Hilferufe aus. Das Publikum jubelt: Orello hat Angst! Der Clown zieht sich kopfschüttelnd zurück, überlegt. betastet und prüft das Seil. faßt Mut, wirft sich in die Brust, setzt wieder die Füße auf den Draht und rutscht sofort, laut jammernd und schrille Quiektöne ausstoßend. bis zur Seilmitte. Der Draht ist locker gespannt und schwankt hin und her. schlägt immer weiter nach beiden Seiten aus. ist eine luftig=gefährliche Schaukel, auf der der unglückliche Mensch herzzerreißend um Hilfe wimmert. Die Zuschauer wischen sich die Lachtränen aus den Augen. Das ganze weite Zelt schäumt und tobt vor Entzücken. Und nun kommt der Höbepunkt. Das Seil schwingt ganz weit nach außen. Orello verliert seinen Regenschirm und den linken Schuh. ein Bein zappelt. die roten Haare sträuben sich vor Entsetzen, die Hände greisen halt= und hilfesuchend ins Leere, mit einem Webeschrei fliegt Orello wie ein Sack durch die Luft und olumpst krachend in den Sand. Streckt alle Viere von sich und sagt mit einem unendlich komischen Seufzer:„—— Ich bin tot!“ Die Menschen rasen! Welch ein Ker!! Welch ein verrückter, toller, komischer Bursche! „Orello! Orello!“ jubeln die Menschen. Plötzlich aber brechen die Zurufe ab. die Zuschauer recken die Hälse. Geht die Komödie noch weiter? Ein kleines. verhutzeltes Weiblein stolvert in die Arena und wirft sich jammernd über den Clown. über das bunte. Wie innig vermag doch ein gesprochener Liebesbrief zu sein, wenn zärtliche Worte über große Entfernungen hinweg ans Ohr dringen! Oder ist es unrichtig gefolgert, wenn man annimmt, daß auch ein— Mahnbrief. mit etwas lauten Worten gesprochen, viel eindringlicher wirkt, als eine geschriebene Zahlungserinnerung. Als wir den Beamten besuchten, um uns von seinen Erlebnissen bei der Abfertigung gesprochener Briefe erzählen zu lassen, kam gerade ein— Schaferbund aus der Sprechzelle. Er gehört einem bekannten Schauspieler. der sich auf einer Filmreise befindet und nun von seiner zurückgebliebenen Gattin per Eikboten das freudige Gebell des vierbeinigen Lieblings„Karo" nachgeschickt erhält. Ja, der gesprochene Brief hat tausend Möglichkeiten, und vielleicht werden wir dereinst über uns selbst lachen, als es uns noch so unbequem gemacht wurde. Mitteilungen umständlich zu Papier zu bringen. Eine Zirkusgeschichte von J. K. Hesse. zuckende Paket. Betastet und streichelt den Liegenden. die Schlotterbosen, den roten Schopf. dreht das Gesicht aus dem Sand und küßt den grell gemalten Mund und die kalkigen Wangen. Die Menge hält den Atem an. Der Clown aber richtet sich auf. faßt zärtlich die Schultern der Alten und sagt:„—— Mutter!“ Und dann hebt er das kleine krumme Weiblein auf seine Arme und trägt es aus der Menge. Orello geht— er watschelt nicht! Die Menschen sehen: der Clown geht wie ein Mann. und auf seinen Armen trägt er ein hutzeliges. törichtes Frauchen, das sich in der Einfalt des Herzens um ihr Kind gebangt hat. Orello ist mit seiner leichten Last hinter dem abschließenden Samtvorhang verschwunden. Und nun bricht ein Sturm los. ein Orkan. Das Riesenzelt brodelt, donnert und schäumt. Die Menge jubelt, klatscht, lacht und weint. In seinem Wohnwagen aber sagt ein Herr im Frack. der Herr Direktor:„Unbezahlbar. die Geschichte!— Trimms— schreiben Sie fir eine kleine Sache für die Presse:—— Sein größter Erfolg!" Der Uhu, der Randküsse gibtUeberraschende Zuchterfolge mit dem„altnordischen Hund“.— Unsere Hauskatze in ihrer Urform. Dem Tierforscher König in Treseburg im Ostharz ist es nach langjährigen Versuchen geglückt. Exemplare der Urform unserer Hauskatze und des„altnordischen Hundes" zu züchten. Treseburg im Ostharz kann den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, das erste zootechnische Institut der Welt zu besitzen. Oberhalb des geräumigen Marktplatzes des schön gelegenen Ortes fällt ein in tiroler Bauart errichtetes Haus auf. die Arbeitsstätte des Tierpsychologen König. der in jahrelanger stiller Arbeit die schon von seinem Vater und Großvater gesammelten Erkenntnisse und Forschungsergebnisse auf seiner umfangreichen Tierfarm weiterentwickelt. Der Gründer und Leiter des zootechnischen Instituts geht völlig neue Wege. Die Ergebnisse, die er ohne jegliche Dressur erreicht, sind verblüffend. So läßt sich der Forscher von einem Uhn. der gefährlichen und berüchtigten Raubvogelart. Handküsse geben, befiehlt ihm. den Finger in seinen Schnabel zu nehmen. die Augen zu schließen. auf diesen oder jenen Ast zu fliegen und schneidet schließlich an seinen scharfen Krallen Gras. Bei den Waschbären macht er ähnliche Dinge. Er gibt ihnen zu fressen, sagt aber zum Besucher, daß die Tiere erst bei der Nennung dieser oder jener Zahl das Fressen annehmen. Und wirklich! Er sagt sieben oder drei oder irgend eine andere Zahl. und wenn er diese nennt, dann bemüßigt sich erst der Waschbär. nach dem Fressen zu schnappen. Beim Fuchs ist es genau so. Beim Wildschwein noch verblüffender: Der Forscher hält dem Wildschwein seine Hand hin, einzelne Finger der Hand und bittet den Besucher, die andere Hand. die das Wildschwein gar nicht sieht, zu berühren. Welchen Finger des Forschers nun der Besucher auf der einen Seite(vom Wildschwein nicht sichtbar) betastet, genau den gleichen Finger beschnüffelt das Wildschwein an der anderen, ihm hingestreckten Hand des Forschers. Aber diese Erfolge sind nur ein Teil der StudienWas wile denn Ixeut#####on##osos 23. Fortsetzung. Bobby zog an seiner Zigarre und achtete anscheinend nicht auf die verwunderten Blicke. die ihm von allen zugeworfen wurden.„Ja. ja“, seufzte er.„ein junges Mädchen hat es nicht leicht in London, sich sein Brot zu verdienen. Ich will gar nicht einmal von den Gefahren reden, denen eine Frau ausgesetzt ist, die weiter keinen Menschen auf der Welt hat als ihren Vater, den sie aber nicht besuchen, ja noch nicht einmal um Rat fragen darf. n sie dringend einen braucht. Ich kenne Leute, die ren Kindern nie verzeihen können, wenn diese mal eine Bummheit begangen haben. Ich habe Eltern gehabt, die mir stets zur Seite standen, wenn ich mal etwas ausgefressen hatte. Ich bekam meine Standvauke zu hören. gelobte Besserung. und alles war wieder in Ordnung. Aber Sie. Mister Lipvets. verzeihen niemals, wenn ein junger unerfahrener Mensch einen Tehler begeht. Was für einen Zweck hat die Lebenserfahrung denn, wenn das Alter der Jugend nicht ratend zur Seite steht und weise verhindert, daß sie Schaden nimmt?" Bobby richtete seine Augen scharf auf den alten Livvets.„So. und damit Sie nun auch alles zu hören bekommen, was ich auf dem Herzen habe, will ich gern gestehen, daß ich extra Ihretwegen hierher gekommen bin. Wollte nur erst eine Erkundigung über Sie einziehen, was für ein Mensch Sie sind. Das ist ja nun hinfällig geworden durch Ihr Erscheinen.“ Freemann. der Wirt und auch Madges Vater blickten auf den fremden Mann. der solche Worte sprach und der über die Verhältnisse Livpets anscheinend mehr wußte. als er bisher gesagt hatte. Freemann schüttelte den Kopf und meinte leise: „Ich glaube. es war ein Glück, daß ich Sie getroffen habe. Mister Armstrong. Sie sind zwar ein sehr lustiger Mensch. aber Sie besitzen auch ein tiefes Gefühl für alles Menschliche. Ich freue mich außerordentlich, die Ehre zu haben, mit Ihnen an einem Tisch sitzen zu dürfen. Mister Livvets ist ein alter Freund von mir und hat in der letzten Zeit viel Trauriges durchmachen müssen.“ „Ich weiß", fiel Bobby ein.„aber trotzdem kann ich keine Entschuldigung dafür finden, daß er sich nicht um seine Tochter kümmerte. Schön. Mister Lippets!" wandte er sich direkt an diesen und lehnte sich weit über den Tisch.„Ich will Ihnen gern behilflich sein. den Weg zu Ihrer Tochter zu finden. Aber der ist schwerer geworden. als Sie es sich träumen lassen. Ihre Tochter ist seit heute früh. kaum daß sie durch Inspektor Zeder von Scotland Pard nach Hause gebracht worden ist— der Herr war nämlich zugegen, als Ihre Tochter von einem plötzlichen Unwoblsein befallen wurde— verschwunden. Die Umstände deuten darauf hin, daß sie gewaltsam entführt wurde. Das hängt wieder mit anderen Dingen zusammen. die sich in der letzten Zeit ereigneten.“ Bobby schwieg. um dem alten Lippets Gelgenheit zu geben, sich zu sammeln. Dieser zitterte vor Aufregung und Schreck so sehr, daß sein Freund Freemann sich besorgt zu ihm beugte und ihn nötigte. einen Schluck von dem Wein zu trinken. Zögernd kam Lippets dem Rat nach. Aufatmend stellte er das Glas wieder aus der Hand und sann einen Augenblick vor sich hin. Dann hob er die Augen und sah Bobby lange an. Schließlich streckte er seinen Arm aus und sagte mit fester Stimme, indem er Armstrongs Hand kräftig drückte: „Es ist gut. Mister Armstrong, daß Sie gekommen sind. Madges Verschwinden ist nur die gerechte Strafe dafür, daß ich zu stolz war. ihr zu verzeihen. Erst habe ich meine Frau verlieren müssen, dann beiratete Madge gegen meinen Willen diesen Doakes. und zum Schluß verlor ich auf rätselhafte Art meinen Sohn. Doch was wollen Sie. Mister Armstrong?" „Mit wem. sagten Sie. war Ihre Tochter verbeiratet?“ „Mit einem gewissen Herbert Doakes“, erwiderte Mister Lipvets.„Er soll Mediziner sein. aber ich glaube nicht daran, denn so lange das Geld meiner Tochter reichte, hatte er keine Beschäftigung. Wo der Kerl sich jetzt aushält, weiß ich nicht.“ „Können Sie mit nach London kommen. Mister Livvets? Sie müssen sich aber sofort entscheiden! Es geht hier nicht allein um die Aufklärung eines Vorfalls. der sich vor Jahresfrist in Indien ereignete, sondern Ihre Tochter schwebt in Lebensgefahr. und vielleicht sind auch noch andere Menschen zu retten, die wir bisher schon für tot gehalten haben. Sie haben eine halbe Stunde Zeit. Mister Lipvets. Sind Sie da noch nicht wieder hier. fahre ich allein nach London. Damit Sie sich überzeugen können, daß ich es ehrlich mit Ihnen meine, stelle ich Ihnen frei, sich mit dem Außenminister in Verbindung m setzen, und zwar können Sie das augenblicklich telesonisch machen. Wollen Sie? Ich werde die Verbindung gern herstellen.“ „Nein, das ist nicht nötig“, versicherte Mister Livvets erregt.„Mein Verstand sagt mir, daß ich es mit einem ehrlichen Menschen zu tun habe. Ich will nur ein vaar Kleinigkeiten herbeiholen.“ Mit wenigen Schritten war er aus dem Raum. Dem Wirt und Mister Freemann war die Lust zum Plaudern vergangen. Ihnen war klar geworden, daß der Fremde nicht etwa ein aufdringlicher Mensch war, sondern genau wußte, was er wollte. Armstrong rechnete mit dem Wirt ab und Freemann begleitete ihn zum Auto. „Wenn ich Zeit finden sollte. Mister Freemann". sagte Bobby beim Einsteigen freundlich,„dann werde ich gern noch einmal nach Hale Ende kommen. Es ist ja nicht weit von London, ich habe mit dem Wagen nur knapp eine Stunde gebraucht. Doch nun wollen wir uns verabschieden, in sehe Mister Livvets kommen Leben Sie wohl!“ Bobhy schüttelte dem Mann die Hand und war dann Mister Livvets beim Verstauen seines geringen Gepäcks behilflich. „Ich denke mir“, begann der alte Lipvets nach einiger Zeit,„daß wir alle früher oder später unsere Strafe erhalten für unseren Stolz. Glauben Sie, Mister Armstrong. daß es gelingen wird. den Aufenthaltsort meiner Tochter ausfindig zu machen?" Mit einer gewissen Spannung suchte er Bobbys Augen. „Das schon", nickte Armstrong ruhig.„Fürs erste kommt es nur darauf an. wo ich Sie unterbringen kann. Wenn Sie mit Doakes nicht auf gutem Fuß stehen, so möchte ich gern vermeiden, daß er von Ihrer Ankunft in London etwas erfährt." „Ich besitze ein kleines Stadthaus in der Bolton Row 22. dort werde ich wohnen", schlug Lippets vor. „Meine Tochter sollte es bei ihrer Verheiratung erhalten. aber dazu kam es nicht, weil ich mit ihrer Wahl nicht einverstanden war. Vielleicht habe ich auch darin einen Fehler gemacht? Wie Sie aber sagten, kennen Sie die Aifäre mit meinem Sohn. Ist Ihnen darüber Genaueres bekannt?“ „Nur das, was Sie wohl selber erfahren haben". erwiderte Bobby ausweichend.„aber so viel ich weiß. ist Scotland Dard mit der Aufklärung der Sache beschäftigt und hat einen seiner besten Beamten. Inspektor Zeder. beauftragt. Licht in das Dunkel zu bringen. Wir wollen hoffen, daß ihm das bald gelingen wird. Doch nun werde ich halten. Bitte. entschuldigen Sie mich einen Augenblick, ich muß ein dringendes Gespräch führen.“ Ohne eine Antwort abzuwarten. verließ Bobby den Wagen und eilte in ein Geschäft. Als er nach einigen Minuten zurückkehrte, blieb er überrascht stehen. Inspektor Zeder stand bequem an das Auto gelehnt und unterhielt sich mit Madaes Vater.„Der hat mir gerade noch gefehlt", murmelte Bobby und trat mit einem freundlichen Grußwort beran. „Na. Mister Armstrong?“— In Zeders Stimme lag deutlicher Zweifel.—„Ich glaube nicht, daß Sie sehr erfreut sind, mich hier zu treffen. Ich sab Ihr Gesicht sich im Wagensenster spiegeln, und da zeigte es keinen Ausdruck von besonderer Herzlichkeit. Inzwischen habe ich mich gut mit Mister Lipvets unterhalten. Er war sehr erstaunt, als ich ihn beim Namen anredete nicht wahr?" Zeder beugte sich etwas berab. um in das Gesicht des alten Lippets sehen zu können.„Sie sind jetzt bestimmt 4 ergebnisse. Dem Tierpsychologen ist es auch getungen durch Inzuchtversuche die Urform der Hauskatze wieder berauszubringen, und man bestaunt in diesem ersten zootechnischen Institut der Welt diese alte Kulturform unserer Lieblinge. In neun Generationen wurde durch Geschwisterpaarung diese Rekonstruktion der Urhauskatze erreicht. Aehnlich ist es bei der Hundezüchtung. Der Forscher hat den altnordischen Hund wieder rekonstruiert, der in jeder Weise einen Vergleich mit deutschen Schäferhunden aushält und als Haushund viel mehr leistet. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu hören, daß viele deutsche Schäferhund=Vereine sich auf diesen leistungsfähigeren altnordischen Hund umstellen. Man ist über den ausgedehnten Wirkungskreis des zootechnischen Instituts in dem kleinen Harsflecken überrascht und mehr noch, wenn man erfährt, daß all die Tiere in bezug auf Inzuchtfragen. auf Vererbungs= und Rassefragen, ja auch auf Zeugungsfragen erforscht werden. So ist es dem Forscher heute schon möglich, mit 95 Prozent Gewißheit bei den Tieren die Möglichkeit männlichen oder weiblichen Nachwuchses zu klären. Die Jürklike Diese Geschichte spielte vor 25 Jahren. Damals lebte noch Professor Kück, der die Angewohnheit batte, wenn er das Klassenzimmer der Untersekunda betrat, die Tür nicht gerade leise zuzumachen. Um die Erziehungsmethoden nicht einseitig zu gestalten, beschlossen die Jungen, dem Herrn Professor das laute Zuknallen der Türe ein für allemal abzugewöhnen. Jedenfalls sah sich der Herr Professor überrascht die Türklinke in der Hand halten, als er mit lautem Knall die Tür zuwarf. „Was war denn das?" fragte Professor Kück nachdenklich Max Brust. „Ich weiß nicht, Herr Professor!“ sagte Brust und stierte angestrengt zur Decke, dabei sich mühsam das Lachen verkneifend. „Lachen Sie etwa, Brust?" fragte Professor Kück ernst. „Aber nein. Herr Professor!“ antwortete Brust und bustete.„J..i.. l... ich ha—habe mich nur verschluckt!“ stotterte er. „Klopfen Sie ihm den Rücken!“ wurde Bartocki vom Professor aufgefordert. „Au!“ schrie Brust. „Sie wollen ihm wohl das Rückgrat brechen!" fuhr Professor Kück Bartocki an.„So macht man das!“ Und Kück klopfte sanft den Rücken von Brust. „Und was machen wir hiermit?“ fragte der Professor. als sich der Husten Brusts gelegt hatte, und hielt die Türklinke hoch. „Wir müssen versuchen, die Tür wieder zu öffnen!“ schlug Quast vor. „Versuchen Sie es. Quast!" Quast trat vor und nahm die Klinke in Empfang. Er ging zur Türe und bohrte im Türklinkenloch berum. „Es geht nicht!“ gestand Quast. Die Klasse feirte. Eine Viertelstunde war herum. „Was machen wir nun?“ „Wir müssen jetzt an die Tür bummern. bis Herr Schroeder kommt!“ machte Schreck den Vorschlag. Darauf trat erst einer vor. dann der zweite, der dritte. bis alle vierzehn Jungen an der Türe versammelt waren und alle Skalen von Klonfgeräuschen erschallen ließen. Entweder mußte Herr Schroeder, den dieses Klovfen herbeirufen sollte. im Pförtnerraum eingeschlafen sein. oder er war mit einem Sonderauftrag des Direktors außer dem Hause. Jedenfalls ließ„Herr Schroeder nichts von sich hören. Ein halbe Stunde war um „Dann müssen wir die Türfüllung einstoßen!“ meinte Quast und krempelte sich die Hemdsärmel hoch. „Ich glaube, das sind wir nicht zu Dürfende!" Wenn Professor Kück erregt war, gebrauchte er immer diese lateinischen Formen im Deutschen. Da läutete es zur Pause. Die Sekundaner stimmten ein lautes Gebrüll an und stürmten mit aller Wucht gegen die Türfüllung. Die Tür war aber aus solidem Holz und gab nicht nach. Nochmals rannten die Jungen gegen die Türfüllung. Wieder gab sie nicht nach. Da entschloß sich Professor Kück, seinen Leib mit gegen die Tür zu werfen. Außerdem feuerte er in jugendlichem Eifer seine Sekundaner an. alle Kräfte bei diesem Sturm zusammenzunehmen. Hinter ihm warfen sich also vierzehn Jungenkörver gegen die Tür, die diesem Ansturm nicht gewachsen war. Sie fiel um... Durch den Anprall stürzte der Professor hin und auf ihn alle Jungen. Als der Professor als letzter auf die Beine kam. stand vor ihm der Direktor und schüttelte den Kopf über seinen Professor... Dietrich G. Lupke. der Ansicht, daß die Polizei tüchtig ist, wenn sie gleich jeden Menschen, der nach London hereinkommt. beim Namen nennen kann. Ich will Ihnen aber mein Geheimnis verraten. Ich war in der Wohnung Ihrer Tochter und sah da Ihr Bild. Nach dem habe ich Sie gleich wiedererkannt. Sie sehen also, daß es sehr einfach war.“ Freundlich blickte Zeder Madges Vater in die Augen. in denen er stillen Kummer und tiefes Leid lesen konnte.„Wenn Sie nichts dagegen haben. Mister Armstrong", wandte er sich wieder an den immer noch neben ihm stehenden Bobby.„dann fahre ich gern ein Stückchen mit.“ „Nicht nur abgebrüht, sondern auch aufdringlich sind Sie!“ fauchte Bobby mit grimmigem Gesicht. Er sprach aber so leise, daß der alte Livvets ihn nicht versteben konnte. Eine Handbewegung lud Zeder ein, in dem Wagen Platz zu nehmen. Der Inspektor fühlte sich nicht im geringsten gekränkt. Lachend sah er Armstrong an und versetzte ihm einen kleinen Rippenstoß. Bobby grunzte nur etwas Unverständliches und nahm am Steuer Platz. Livvets Augen gingen vom einen zum anderen. Da er nicht hatte sehen können, ob sich die beiden Herren besonders freundlich begrüßt hatten. so konnte er auch nicht beurteilen, ob sie zusammen arbeiteten oder Gegner waren. Doch dann. so sagte er sich, hätte der Inspektor bestimmt anders mit dem Mann am Steuer gesprochen, der übrigens nicht den Eindruck eines Verbrechers machte. Plötzlich hielt der Wagen und Lipvets konnte hören. wie der Polizeibeamte beim Aussteigen etwas von Benzinvergeuden und sich mit fremden Federn schmücken sagte. was auf Armstrong allerdings keinen großen Eindruck machte, denn sein Gesicht straffte sich zwar etwas. behielt aber im übrigen den Zug unterdrückter Heiterkeit. Livvets konnte sich über die beiden merkwürdigen Menschen nicht recht klar werden. Kopfschüttelnd ging er auf die Tür des kleinen Grundstücks zu und schloß sie umständlich auf. Zeder hatte einige Gepäckstücke zur Hand genommen, stellte diese aber wieder zu Boden. als er sah, wie Bobby die Achseln hob. als hielte er diese Hilfeleistung für die größte Aufdringlichkeit. Lachend überließ er Armstrong die Koffer und geng. seinen Hut ziehend. davon. Als er schon einige Schritte entfernt war. blieb er noch einmal stehen und rief: „Ich komme Sie nächstens besuchen. Mister Lipvets. Jetzt will ich Sie in der ersten Freude Ihres Alleinseinmit Mister Armstrong nicht stören.“ Livvets wußte mit diesen Worten nichts anzufangen. Fragend blickte er Bobby an, der darüber direkt in Verlegenheit geriet: kannte er sich doch selber nicht mehr mit dem Inspektor aus. der sonst immer den Eindruck machte. als könne er kein Wässerchen trüben, es aber allem Anschein nach faustdick hinter den Ohren hatte. Er tat. als bemerkte er den Blick nicht und trat in das Haus. (Fortsetzung folgt Schwere wolkenbruchschäden im Kuhrgebiet Straßen und Keller unter Wasser.— Häuser eingestürzt.— Feuerlöschpolizei mit Kähnen und Flößzen unterwegs.— Eisenbahndämme unterspült. Am letzten Montag und in der Nacht zum Dienstag gingen über dem Ruhrgebiet heftige Gewitter mit teilweise wolkenbruchartigen Regengüssen nieder. die verschiedentlich erhebliche Wasserschäden in den Gärten und Feldern. aber auch in den Straßen der Städte durch Wassereinbruch in die Keller anrichteten. In EssenStadtwald wurde eine Frau. die mit ihrer Familie unter einem Baum Schutz vor dem Unwetter gesucht hatte. vom Blitz getötet. Die übrigen Familienmitglieder kamen mit dem Schrecken davon. Besonders verheerend wirkte sich das Unwetter in Mülheim an der Ruhr aus. 25 Alarmmeldungen liefen in schneller Folge bei der Feuerlöschpolizei ein, die alle Hände voll zu tun hatte, um zunächst wenigstens die schlimmsten Schäden zu beseitigen und noch schlimmere Folgen zu verhüten. Mit allen Wagen und Mannschaften rückte die Feuerlösch= volizei aus. um an den am meisten gefährdeten Stellen rettend einzugreisen und wertvolles Gut vor der Vernichtung zu bewahren. So mußten bei der Schokoladenfabrik Tengelmann die Butter= und Fettvorräte für die Schokoladenherstellung aus den unter Wasser gesetzten Lagerkellern geborgen werden. Im Ruhmbachtal zwischen Essen und Mülheim richteten die hereinbrechenden Wassermassen besonders schweren Schaden an. Ein Bauer, in dessen großen Hof an der Ruhr und die Stallungen die Wassermassen gefahrdrobend eingebrochen waren, erklärte den hilfeleistenden Feuerwehrmännern. daß er seit Jahrzehnten eine Ueberschwemmung derartigen Ausmaßes und solcher Plötzlichkeit nicht mehr erlebt habe. Die weite Rennbahn des Mülheim=Duisburger Rennvereins in Rafselberg und auch die Zuschauerplätze wurden durch den wolkenbruchartigen Regen ebenfalls unter Wasser gesetzt, sodaß die für Mittwoch vorgesehenen Rennen auf Donnerstag verlegt werden mußten. Auch in der Mülbeimer Innenstadt wurde erheblicher Schaden angerichtet. Die Wassermassen setzten ganze Straßenzüge unter Wasser und drangen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Keller und in zu ebener Erde gelegene Ladenraume und Werkstätten ein: der Verkehr erlitt zum Teil starke Stockungen. Starke Störungen im Eisenbahnverkehr. Wie der Pressedienst der Reichsbahndirektion Essen itteilt, haben die wolkenbruchartigen Regengüsse in der acht zum Dienstag auch im Eisenbahnbetrieb Störungen hervorgerufen. In den Morgenstunden mußten außer einigen nur dem Güterzugverkehr dienenden Strecken die Strecken Oberhausen=Hbr.— Dorsten i. W. und die Strecke Oberhausen=Hbf. — Hamborn für den Personenverkehr gelverrt werden. weil die Bahndämme großenteils unterspült und teilweise eingestürzt sind. Auf beiden Strecken wird der Personenverkehr mit Kraftomnibussen bedient. Die Strecke Oberhausen=Hbf.— Duisburg wird zurzeit eingleisig gefahren, doch wird der zweigleisige Betrieb voraussichtlich noch heute wieder aufgenommen. Wann die übrigen Störungen behoben sein werden, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen. Dammbruch der Kleinen Berne in Essen. In Essen=Altenessen brach der Damm der sog. Kleinen Berne eines dem Abwässerabfluß dienenden Kanalbaches, weil die Große Berne. die mit unwiderstehlicher Gewalt andrängenden und sich stauenden Wassermassen nicht bewältigen konnte. Ein anliegender Bauernhof wurde etwa einen Meter hoch überflutet; die Kühe und Pferde standen in den Ställen bis zum Leib im Wasser. Zwei nahegelegene Häuser wurden ebenfalls schwer heimgesucht. Das Wasser drang etwa 1½ Meter boch in die Häuser ein. Mit aller Mühe gelang es in größter Eile das Vieh in Sicherheit zu bringen. Die Essener Feuerlöschvolizei hatte alle verfügbaren Kräfte hier und an den sonst noch gefährdeten Stellen zur Hilfeleistung eingesetzt. Außerordentlich schwer wurde die Stadt Bottrop heimgesucht. Ab 5 Uhr morgens liefen bei der Bottrover Feuerlöschpolizei nicht weniger als 100 Notrufe ein. Ununterbrochen ist seit dieser Zeit die Feuerlöschpolizei mit allen Mannschaften und Wagen unterwegs. Da der Vorfluter im Stadtteil Eigen die Wassermassen nicht fassen konnte, wurden ganze Straßenzüge hoch unter Wasser gesetzt. Mit Kähnen und lößen ging die Feuerlöschvolizei an die Hilfeleistung, die zunächst darin bestand. Kranke und alte Leute in Sicherheit zu bringen. Vier Häuser. die von den reißenden Wassermassen unterspült waren, mußten wegen drobender Einsturzgefahr geraumt werden. An einem der Häuser war bereits die Giebelwand eingestürzt. An den Rettungsarbeiten und der Hilfeleistung beteiligten sich in hervorragendem Maße auch die SA. und die T N. Straßendurchlässe für Abwässer. u. a. in der Prosverstraße, mußien gesprengt werden, da durch ihren Einsturz die Wassermassen keine Möglichkeit batten. abzufließen. Die Feuerlöschvolizei baute Dämme aus Sandsäcken. um dem rasenden Element einen Weg zu bahnen und weitere Unterspülungen zu verbindern. Hunderte von Kellern stehen unter Wasser. Auch die Zechenbahn von„Prosper 3“ nach„Prosper 2“ wurde unterspült und stark beschädigt. Teilweise konnten die Bewohner der vom Hochwasser betroffenen Häuser in der Innenstadt ihre Wohnungen vor 10 Uhr morgens nicht verlassen. Das Gelände der alten Ziegelei in BottrovBatenbrock steht jetzt noch ganz unter Wasser. Im Stadtzentrum, in unmittelbarer Nähe der Curiakus=Pfarrkirche wurden eine Reihe Geschäfte vom Hochwasser schwer geschädigt und beispielsweise größere Bestände von Schuhen vervorben. Der Schaden beträgt in einem Schuhwarengeschäft, wie verlautet, an die 20 000 RM. Schwere Wasserschäden auch in Gladbeck. Die gewaltigen Regenmassen, die in der Morgenfrühe des Dienstag auch über Gladbeck hereinbrachen. überfluteten in kurzer Zeit die Stadtteile Roßheide. Brauck und Bov. Bereits gegen 6,30 Uhr standen ganze Straßenzüge mit über 300 Häusern zum Teil meterhoch unter Wasser. Das Wasser stieg höher und höher. zumal das Pumpwerk in Brauck. dem sämtliche Abwässer der Stadt zugeführt werden, nicht in der Lage war, den Abfluß zu bewältigen. Die Feuerlöschpolizei mußte sich darauf beschränken, das gefährdete Vieh und sonstige Sachwerte aus den bedrohten Gehöften und Häusern in Sicherheit zu bringen. Trotz Einsatzes aller Kräfte und aller Pumpen des Pumpwerks war es bis zum späten Mittag nicht möglich, die Gefahr restlos zu Eröffnung im Oktober. Cl. Magdeburg, im August. Der 16. Oktober wird einer der größten Tage für die deutsche Binnenschiffahrt sein. Das Schlußstück des Mittellandkanals bei Magdeburg wird an diesem Tage feierlich dem Verkehr übergeben, und damit wird die seit Jahrhunderten geplante und seit Jahrzehnten schwer umkämpfte Querverbindung der großen deutschen Ströme endgültig geschaffen. Diese vier Ströme— Rhein, Weser, Elbe, Oder— fließen alle von Süden nach Norden und Nordwesten, aber es fehlt eine natürliche westöstliche Wasserstraße zwischen ihren großen Stromgebieten. Der Wunsch nach einer solchen Querverbindung ist sehr alt. Daraus entsprang die Idee des Mittellandkanals, und dieser Gedanke ist nun zur Wirklichkeit geworden. Tag für Tag mehren sich in Magdeburg die Hinweise auf das große Ereignis, das nun bald die Blicke des ganzen Reiches auf die Elbestadt lenken wird. In den Ratsherrensitzungen werden die Fragen, die damit zusammenhängen, besprochen, und auf dem Ausstellungs= gelände am Roten Horn wird die mächtige Leistungsschau des Gaues Magdeburg=Anhalt ausgebaut, die unter dem Titel„Am Schleusentor deutscher Ströme“ ebenfalls auf das bedeutsame Geschehnis hinweist. Die Reststrecke des Mittellandkanals von Neuhaldensleben bis zur Elbe wird eingeweiht, und damit ist das große Werk, um das Jahrzehnte lang der Kampf tobte. praktisch vollendet. Die Verbindung der deutschen Flüsse untereinander ist dann hergestellt. In vier Jahren soll auch noch der Anschluß an den Plauer Kanal gebaut werden. Die große Mittellandkanalbrücke über die Elbe im Norden von Magdeburg wird 1924 fertiggestellt sein. Und dann werden die Schiffe ungehindert vom Rhein bis nach Berlin und weiter bis zur Oder fahren. In den nächsten Jahren werden die 1000=Tonnen=Kähne zunächst noch die Elbe zu ihrem Weg in die märkischen Wasserstraßen benutzen, aber mit der jetzt bevorstehenden Verkehrsübergabe des Elbabstieges bei Rothensee im Norden Magdeburgs ist die Verbindung tatsächlich bereits hergestellt, die dann später nur noch ausgebaut und verbessert wird. Der Kampf um den Mittellandkanal ist seit mehr als 80 Jahren mit dem Aufgebot aller Beredsamkeit und Leidenschaft von den interessierten Stellen geführt worden, aber die Idee des Schiffahrtsweges quer durch Deutschland ist viel älter. Schon im 16. Jahrhundert hatte Herzog Julius von Braunschweig den Gedanken dannen. In ganzen Stradenzügen drangen die Wassermassen in Keller und Wohnungen und vor allem in die Ladengeschäfte und Wirtschaften ein und richteten vielfach schweren Schaden an. 200 Alarmierungen in Oberhausen. Auch in Oberhausen herrschte Hochbetrieb bei der Feuerlöschvolizei. Rd. 200 Alarmmeldungen gingen in kürzester Zeit ein. In der Oberhausener Glasfabrik waren die Transformatoren gefährdet, in einigen Krankenhäusern waren die Wassermassen auch in die tiefergelegenen Räume, in einem Falle sogar in das Röntgenzimmer eingedrungen. Ungezählte Keller von Wohnhäusern. die Lagerkeller zahlreicher Lebensmittelgeschäfte. Bäckereien, Metzgereien usw. standen im Nu unter Wasser. In Osterfeld wurde durch die Wucht der in die Kanalisation gepreßten Wassermassen eine Straßendecke buchstäblich gesprengt und ausgerissen. Die angestaute Flut ergoß sich weithin und setzte Straßen und Keller unter Wasser. Mindestens 5000 B9M Mädel meldeten sich für den Schwesternberuf. Seit dem letzten Herbst führt der BdM. in seinen Reihen eine verstärkte Werbung für den Nachwuchs der Schwesternschaft, besonders der NS.=Schwestern, durch. Auf allen Tagungen und Schulungsveranstaltungen, auf den Heimabenden und auch in den weiblichen Landjahrlagern wird auf die Bedeutung der Schwesternarbeit bingewiesen. Ueber den großen Erfolg dieser Arbeit unterrichtet eine Erhebung, über die die sozialvolitische Zeitschrift der Hitlerjugend„Das junge Deutschland" berichtet. Durchschnittlich haben sich 60 Prozent aller Mädel der Landjahrlager für die sozialen und pflegerischen Berufe entschieden. Ein Gesamtüberblick über die vom BdM. geworbenen Mädel ist kaum möglich, da sich die Mädel vielfach unmittelbar bei der NSV. angemeldet haben. Eine vorläufige Erhebung der beim BdM. selbst eingegangenen Meldungen ergibt weit über 5000 Anmeldungen für den Schwesternberuf. einer Wasserstraßenverdindung von der Weser zur Elbe erwogen. Die Zerrissenheit in Deutschland machte es damals unmöglich, ein derartig großes Werk durchzuführen. Der einzige Mann, der später die Macht dazu gehabt hätte, war Napoleon, dem tatsächlich ein Schifffahrtsweg von der Seine bis zur Elbe vorschwebte. Aber die Freiheitskriege machten allen Plänen und so auch diesem ein jähes Ende. In den Bereich der Wirklichkeit trat der Gedanke des Mittellandkanals erst um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, als 1856 in Dortmund ein Komitee zur Förderung eines Rhein=Weser=Elbe=Kanals gegründet wurde. Aber hier begann schon der erbitterte Kampf um die Linienführung. Während nämlich das Dortmunder Komitee, die südliche Linienführung vorschlug, die von Duisburg über Bochum, Dortmund. Bielefeld. Bückeburg und Hannover führen und damit ein fruchtbares Gebiet mit großen Städten aufschließen und die industrielle Entwicklung fördern sollte, trat ein anderes Komitee in Essen zusammen und schlug die nördliche Linie vor, die über Ruhrort, Oberhausen und Minden geführt werden sollte. Das Ziel war, die rheinisch=westfälische Bergwerksindustrie in ihrem Wettbewerb mit der englischen Kohle zu stärken. Es ist dann zu einer Einigung gekommen, und man entschloß sich dabei für die südliche Linienführung im Sinne jenes Dortmunder Komitees. Das Stück von Hannover bis zur Elbe wurde jedoch zum Gegenstand einer besonderen Untersuchung gemacht. Hier tauchte ein neues Südprojekt auf. Man wollte das Endstück zur Elbe über Braunschweig, Wolfenbüttel, Oschersleben und Nienburg nach Schönebeck führen, sodaß der Mittellandkanal die Elbe südlich von Magdeburg erreicht hatte. Den entscheidenden Vorteil sah man darin, auch die Saale in das Kanalsystem mit einzubeziehen, denn von Nienburg aus sollte ein Seitenkanal in diesen Fluß führen und so das mitteldeutsche Industriegebiet um Halle und Merseburg an den großen Wasserweg der Binnenschiffahrt anschließen. Alle Pläne aber scheiterten an dem damaligen Preußischen Landtag, der sich bis zur Jahrhundertwende immer wieder gegen das Kanalprojekt aussprach. Vor allem wurde eine Benachteiligung der schlesischen Bergwerksindustrie gegenüber der rheinisch=westfälischen Kohle befürchtet. Und so erreichte die Regierung die Annahme der Vorlage nur dadurch, daß sie das Schlußstück Hannover — Magdeburg fortließ und 1905 den Bau den MittellandWie der Mittellandkanal entstand Ein 80 Jahre altes Projekt verwirklicht.— Die Quer verbindung vom Rhein bis zur Oder. Der Kampf um die Linienführung. kanals nur dis Misburg bei Hannover forderte. Diese Vorlage wurde angenommen. Ein Jahr später begander Bau, der sich bis in das dritte Kriegsjahr hinzog Aber schon während der Zeit des Baues wurde er klar, daß der Kanal ohne die Reststrecke bis Magdeburg nur ein halbes Werk sein würde. Der Kampf um dieses Schlußstück ging deshalb weiter, und schließlich wurde nach langen Auseinandersetzungen eine Mittellinie vor geschlagen, die über Peine und Oebisfelde an die Elbführte, und die dann auch gebaut wurde. Ihr Vorteil ist daß sie(mit 182,2 Betriebskilometern gegen 234 bei der Südlinie) die kürzeste Verbindung darstellt. Ihre Nachteile sah man im wesentlichen darin, daß das Harzgeblet nicht so erschlossen wird wie bei der Südlinie. 1920 wurde dieser Plan angenommen, 1926 erhielt die Elbstrombauverwaltung zu Magdeburg den Auftrag zur Herstellung des Schlußstückes. 1934 wurde Braunschweig erreicht. und zu Beginn dieses Jahres wurde das Stück bis Neuhaldensleben im Norden Magdeburgs dem Verkehr übergeben. Nur der Elbabstieg fehlte noch, dessen Ein weihung nun der 16. Oktober bringen wird. Noch vor der endgültigen Fertigstellung aber haben sich die Aufgaben des Mittellandkanals inzwischen stark erweitert. Fur die Volkswagenfabrik bei Fallers leben und die Hermann=Göring=Werke in Salzgitter ist der Kanal von ausschlaggebender Bedeutung zu den Reichswerken Hermann Göring wird ein Stichkanal in der Länge von 18 Klm. gebaut, der gleichzeitig mit dem ersten Teil der Hüttenwerke fertiggestellt sein wird, während die Volkswagenfabrik ja unmittelbar an dem Kanal gelegen ist. Damit gewinnt das große Werk, um das Generationen gekämpft haben, außer seiner allgemeinen verkehrspolitischen Bedeutung als Querverbindung zwischen den großen Strömen im Zeitpunkt seiner Vollendung auch einen besonderen aktuellen Wert für die neuen wirtschaftlichen Aufbauarbeiten des Dritten Reiches. Mein Kampf“ hat die 4-MillionenLlage überschritten. Am 18. Juli 1925 erschien die erste Auflage von Adol Hitlers„Mein Kampf“, am 2. Dezember desselben Jahre: folgte die zweite Auflage. Insgesamt waren damit 1923 18000 Bände herausgebracht, und das in einer Periode der Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung, die sogar von Freunden der Bewegung pessimistisch beurteilt wurde: Im April 1924 war Adolf Hitler in die Festung Landsberg als Häftling eingeliefert worden, die Anhänger waren verhaftet, zerstreut oder wurden verfolgt. Die wenigen nationalsozialistischen Zeitungen waren verboten. Aber der Führer enttäuschte seine Getreuen nicht. Er hielt auf der Festung Landsberg eine Generalabrechnung über seinen bisherigen Lebenskampf ab, er setzte sich bei der Niederschrift von„Mein Kampf“. — der ursprüngliche Titel hieß:„Viereinhalb Jahre Kampf gegen Lüge, Dummheit und Feigheit.— Eine Abrechnung".— endgültig mit seinen Gegnern auseinander. Es wurde die gültige, gedankenklare Darlegung der Grundsätze und Ziele seiner Bewegung. Der zweite Band. ebenfalls in Landsberg begonnen, wurde 1926 auf dem Obersalzberg vollendet. Im Jahre 1930 wurde eine Auflage von 62.000 herausgebracht, 1932 steigerte sich die Zahl auf 80 000, im nächsten Jahre auf 1182000. Der Millionenerfolg des Buches, der größte Erfolg eines politischen Bekenntnisbuches überhaupt, spiegelte dann den Siegeslauf der Bewegung wieder. Es folgten zahlreiche Uebersetzungen. sodaß heute das Werk des Führers über die ganze Welt verbreitet ist. Vor kurzem konnte mitgeteilt werden, daß die 4=Millionen=Auflage überschritten ist! So hat sich das Werk des Führers das deutsche Volk erobert und draußen in der Welt den Kampf gegen die Lüge fortgesetzt. Das bekanntlich im Eher=Verlag erschienene Werk ist in einem Band zu 7.20 RM., in 2 Bänden kart. zu 5,70. in Geschenkausgabe(2 Bände) zu 16 und 24 RM. zu kaufen. Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt Dortmund, 31. August: Dem heutigen Zuchi= und Faselviehmarkt wurden zugeführt: 370 Stück Großvieh, 148 Ferkel. 28 Läufer und ältere Futterschweine, 4 Kälber. Hochtragende und frischmelke Kühe kosteten: je nach Qualität 340 bis 590 RM.; Kinder kosteten 285—440 R2N. Der Handel in Großvieh war in guten Tieren rege, sonst mittel. Am Schweinemarkt war der Handel ruhig. Es kosteten(Durchschnittsqualitäten und Durchschniktspreise): Ferkel 5 bis 6 Wochen alt 20 RM., 6 bis 8 Wochen alt 26—28 2M., 8 bis 10 Wochen alt 29—34 R2., 10 § 12 Wochen alt 35—39 RM.; Läuferschweine über 3 bis 4 Monate alt 40—48 RM., über 4 bis 5 Monate alt 49—60 RM., über 5 Monate alt 61—70 RM. Der nächste Markt findet am 7. September statt. Turnen pou&a Spiel 200 000 Schaffende beim Sportappell der Betriebe. Im Gau Westfalen=Süd sind durch den Sportappell der Betriebe rund 200 000 Schaffende auf den Plan gerufen worden. Diese Schaffenden treiben den Sport nicht als Leistungssport, sondern als Ausgleichssport. Das Ziel ist, den Körper auszuspannen und seine Glieder aufzulockern. Jeder soll im Betriebssport die Sorgen des Alltags vergessen und sich ganz der Freude an der Kraft und Schönheit hingeben. nsg. Sieben deutsche Europarekorde. Anläßlich der ersten im Jahre 1934 in Turin veranstalteten Leichtathletik=Europameisterschaften wurde von der Europakommission der JAAF beschlossen, eine eigene Rekordliste zu führen. Von den insgesamt 20 Europarekorden der Männer sind sieben in deutschem Besitz, und zwar sind wir durch Helmut Körnig(200 m), Lutz Long(Weitsprung), Hans Wöllke(Kuglestoßen), Karl Hein(Hammer= wurf), und Hans-Heinz Sievert(Zehnkampf) verkreten. Die Europakommission hat auf ihrer bevorstehenden Pariser Tagung wieder einige neue Höchstleistungen zu bestätigen. Es sind dies die Weltrekorde des englischen Läufers Sydney Wooderson über 800 m in 1:48,4 Min., des Laurt Lehtinen über 10000 m in 30:06,6 und des deutschen Olympiasiegers Karl Hein im Hammerwerfen mit 58.24 m, ferner von D. Finlay(England) im 110-m-Hürdenlausen in 14,1 Sek. und im 4mal 100-m-Staffellauf die Bestzeit der deutschen Mannschaft mit Kersch, Hornberger, Neckermann und Scheuring in 40,3 Sekunden. Insgesamt enthält die Europaliste sieben Weltrekorde, und zwar über 800, 5000, 10000 m, Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen und Hammerwerfen. Die Europa-Rekordliste. 100 m: 10.3 Sek., Christian Berger(Holland) 1934 200 m: 20,9 Sek., Helmut Körnig(Deutschland) 1928. 400 m: 46,7 Sek., A. G. K. Brown(England) 1936. 800 m: 1:48,3 Min.(noch nicht anerkannt) Sydney Wooderson(England) 1938. 1500 m: 3:48,6 Min.(noch nicht anerkannt), Nikolaus Szabo(Ungarn) 1937. 5000 m: 14:17,0 Min., Lauri Lethinen(Finnland) 1932. 10.000 m: 30:05,6 Min.(noch nicht anerkannt) Ilmari Salminen(Finnland) 1937. 110 m Hürden: 14,1 Sek.(noch nicht anerkannt) D. Finay(England) 1937. 400 m Hürden: 52,4 Sek., Sten Pettersson(Schweden) 1928. 4mal 100 m: 40.3 Sek., Deutschland(Kersch, Hornberger. Rechermann, Scheuring) 1938. 4mal 400 m: 3:09,8 Min., Großbrikannien(Wolf, Rampling, Roberts, Brown) 1936. Hochsprung: 2,04 m, Kalevi Kotkas(Finnland) 1936. Weitsprung: 7,90 m, Lutz Long(Deutschland) 1936. Dreisprung: 15.48 m, Villi Tuulos(Finnland) 1923. Stabhochsprung 4,25 m, Charles Hoff(Norwegen) 1925. Kugelstoß: 16.60 f. Hans Wöllke(Deutschland) 1936. Diskuswurf: 53,10 m, W. Schröder(Deutschland) 1934. Speerwurf: 76,66 m, Makti Järvinen(Finnland) 1934. Hammerwerfen: 58,24 m(noch nicht anerkannt), Karl Hein(Deutschland) 1938. Zehnkampf: 7824,5 Pkt., Hans=Heinz Sievert(Deutschland) 1934. Paarungen für Dortmund geändert. Das Reichsfachamt Boxen hat für den Kampf der Nationalmannschaft gegen eine Nachwuchsstaffel am Samstag, dem Samstag, 3. September, in der Dortmunder Westfallenhalle die Paarungen etwas ändern müssen. Das Program des„Opfertag-Borens“ lautet nun: Fliegengew.: Obermauer(Köln)— Strangfeld(Herken) Bankamgew.: Wilke(Hannover)— Limbach(Königsberg) Federgew.: Graaf(Berlin)— Ostländer(Aachen) Leichtgew.: Heese(Düsseldorf)— Kraft(Hagen) Weltergew.: Murach(Schalke)— Herchenbach(Wupperkal) Mittelgewicht: Blum(Altena)— Hinrichs(Köln) Halbschwergew.: Koppers(Hannov.)—Schnarre(Recklingh.) Schwergew.: Runge(Wuppertal— Babski(Bochum) Kölblin= Heuser* Wallner* Selle Vier Schwergewichtskämpfe der Düsseldorfer Großveranstaltung. Der neugegründete„Vor=Ring Rheinland“ steht mitten in den Vorbereitungen für den Großkampftag, der am Sonntag, 25. September im Düsseldorfer Rheinstadion abgewickelt werden soll. Durch die Bestuhlung des Innenraumes mit rund 30000 Plätzen soll das Fassungsvermögen des Rheinstadions auf 75000 Personen gebracht werden, denen ein außerordentlich umfangreiches Programm geboten werden soll. Es ist geplant, vor dem eigentlichen Berufsborkampf-Programm durch den D'L mehrere Amateurkämpfe durchführen zu lassen, die die Anmarsch= zeit der Zuschauer überbrücken sollen. Das Hauptprogramm dürfte jetzt mit dem Abschluß eines vierten Schwergewichtskampfes so weik komplett sein, daß nur noch der eine oder andere Rahmenkampf aussteht. Den Kern der Riesenveranstaltung bilden folgende vier Schwergewichtskämpfe: Deutscher Schwergewichtsmeister Arno Kölblin(Berlin) gegen den Ranadier Al Desanev, Halbschwer gewichts-Europameister Adolf Heuser(Bonn) gegen den Engländer Len Rowlands, Paul Wallner(Düsseldorf) gegen den beglischen Schwergewichtsmeister Marc Noben und Werner Selle(Duisburg) gegen den Schotten Aler Bell. Im Stile der Großveranstaltungen von Hamburg und Stuttgart werden die Hauptakteure auch in Düsseldorf in den Wochen vor dem Kampftag ihr Training öffentlich absolvieren. Meister Kölblin beginnt bereits am kommenden Freitag im„Jägerhaus“ mit seiner Vorbereitungsarbeit, für die ihm Kurt Haymann und Jakob Schönrath zur Verfügung stehen. Paul Wallner wird später mit seinem Training im„Paulushaus" beginnen, während für die Ausländer, die in den ersten Tagen des September in Düsseldorf eintreffen, das Trainingsquartier noch nicht feststeht. Europameister Adolf Heuser wird voraussichtlich gleich nach seinem Berliner Titelkampf gegen den Italiener Merlo Preciso am 9. September zur Trainingsarbeit nach Düsseldorf kommen. Walter Neusel verlobte sich. Walter Neusel, der Bochumer Schwergewichtsboxer hat sich in diesen Tagen mit Fräulein Hilde Groß verlobt. Noch in diesem Jahre wollen die beiden den Weg zum Standesamt antreten. Kegeln am„Opfertag des Deutschen Sports“ Am kommenden Sonntag finden, wie schon kurz berichtet, in allen Sportarten Opferveranstaltungen statt. Auch hier in Herne wird es kaum anders sein. So ruft z. B. der Verein Herner Kegler alle kegelfreudigen Damen und Herren, alle Gesellschaftsklubs, Einzelkegler usw. aus den Plan, sich recht zahlreich an dem in den Koopmannschen Gaststäten stattfindenden Kegeln zu beteiligen. Gekegelt werden 10 Wurf in die Vollen bei mehrmaligem Start, die Sieger einer Serie erhalten Diplome des Reichsbundes für Leibesübungen. An die Nicht=Vereinsmitglieder ergeht die besondere Bitte, sich recht zahlreich zu beteiligen, sind doch die Unkosten so gering gehalten, daß es jedem möglich ist, sein Scherflein zur guten Sache beizutragen. Hernes Sportkegler sind selbstverständlich, wie immer, vollzählig am Start. Also, Parole für Sonntag, den 4. September 1938: „Auf zum Kegeln in Koopmanns Gaststätten in der„ Zeit von 10—13 Uhr und 16—21 Uhr!“ Roderich Menzel„kaltgestellt“ Der tschechische Tennisverband hat über Roderich Renzel ein Verbot für die Teilnahme an Auslandsturnieren verhängt, da der sudetendeutsche Meister angeblich ohne Starkgenehmigung im Körtschacher Turnier mitwirkte. Bis zum Abschluß der gegen ihn eingeleiteten Untersuchung wird Menzel also nur auf heimatlichem Boden spielen können. Kleine Sportnachrichten Dr. v. Halt Betriebsführer der Deutschen Bank. Reichsfachamtsleiter Ritter Dr. von Halt ist als Direktor in den Vorstand der Deutschen Bank berufen worden. Gleichzeitig wurde er mit der Betriebsführung des im Bankfach führenden Unternehmens in Deutschland betraut. Mülheimer Rennen auf Donnerslag verlegt. Wegen des wolkenbruchartigen Regens, der vor allem die Zuschauerplätze unter Wasser gesetzt hat, sind die Mülheimer Galopprennen von Mittwoch auf heute verlegt worden. Der größte Renntag des Jahres! Rund 33000 Mark Geldpreise und wertvolle Ehrengaben. Acht Rennen, von denen zwei weit über dem Durchschnitt sehen, durchweg gute Felder, eine abwechslungsreiche Turfkarte und eine einwandfreie Rennbahn stellen das Sprungbrett zu einem fesselnden und farbigen Renntag am Sonntag, dem 4. September, in Dortmund dar, der wohl als der größte des Jahres bezeichnet werden kann. Im Kampf um den„Großen Preis von Dortmund##### es um einen Zehntausender, und bei dem Allgemeinen gleich„Stahl und Kohle“ warten 5000 Mark Geldskeise auf die erfolgreichen Pferde. Selbst die anderen Entscheidungen, die zwar etwas im Schatten dieser Großkämpfe liegen, können angesichts ihrer guten durchschnittlichen Ausstattung nicht verblassen. Für die insgesamt 15 Rennen des Dortmunder September-Meetings am Sonntog, d. 4. September, und Mittwoch, d. 7. September, sind nicht weniger als 52000 Mark Geldpreise ausgesetzt. Davon entfallen allein auf den ersten Tag rund 33000 Mark. Das ist eine Ausstattung, welche die Turffolgen der beiden Tage weit aus den bisherigen Veranstaltungen heraushebt. Ebenso wertvolle wie geschmackvolle Ehrenpreise und Andenken vervollständigen diesen bedeutsamen Rahmen. Eine große silberne Terrine, gegeben von der Stadt Dorkmund, winkt dem Sieger im Kampf um den„Großen Preis von Dortmund“. Ein Kasten mit schweren silbernen Tellern ist der Ehrenpreis, der von der Dortmunder Stahlund Kohle-Industrie für den Sieger im Allgemeinen Ausgleich„Stahl und Kohle“ ausgesetzt ist. In beiden Rennen erhalten zudem Trainer und Reiler des Siegers werwvolle Andenken in Gestalt silberner Teller. Alles deutet darauf hin, daß die Wambeler Bahn am Sonntag, dem 4. September, ganz und gar im Zeichen dieser Großereignisse des westdeutschen Turfs stehen wird. Am Mittwoch, d. 7. September, wird dann ebenfalls ein fesselnder Renntag folgen. Unsere Voraussagen Hoppegarten. 1. R.: Crivelli— Prinzenweg: 2. R.: Prinzregent— Taifun; 3. R.: Hauptgestüt Gradiß— Gestüt Waldfried; 4. R.: Thronfolger— Fortungta; 5. R.: Heimfahrt— Zeit vergeht; 6. R.: Lilian— Mapal; 7. R.: Botschafter— Statthalter; 8. R.: Mädchenfreund— Balilla. Dieppe. 1. R.: Dilbouti— Trappe; 2. R.: Halbblukrennen; 3. R.: Ditbouti— Benapore; 4. R.: Maitre GoCointreau; 5. a.: Bellefoise— Aquilina; 6 R.: Servandon!— Rustom Heroun. *. Blutprozeß in Valencia Todesstrafe süe„Feindschaft gegen die Regierung“. Bilbao, 30. Aug. Nach sowjetrussischem Muster begann in Valencia ein prozeß gegen 58 Angeklagte, die der „Feindschaft gegen die Regierung" beschuldigt werden. Der „Staatsanwalt“ beantragte, wie vorauszusehen war. die Todesstrafe. Völliger Mangel an Brot in Barcelona Saint Jean de Luz, 31. Aug. Wie hier bekannt wird, verhandeln sowjetspanische Beauftragte gegenwärtig in Frankreich über große Getreidelieferungen für Barcelona, um dem völligen Mangel an Brot, der sich im Winter noch bedeutend verstärken muß, abzuhelfen. Auch in Australien, Kanada und Uruguay wird über Getreidesendungen für Barcelona verhandelt. Die Tochter des rotspanischen„Botschafters“ in Washington ist beauftragt worden, unter den amerikanischen Marxisten für bedeutende Lebensmittelsendungen für das rotspanische Heer zu werben. Aus Oslo sind von der„Roten Hilfe“ Sendungen im Werte von drei Millionen Francs in Rotspanien eingetroffen. Corbin sucht Lord Halisax auf London, 31. Aug. Wie verlautet, wird der zur Zeit in aris weilende französische Botschafter in London. Corbin, heute noch nach London zurückkehren, wo er voraussichtlich am Abend eintrifft. Man nimmt an, daß er sich sehr bald mit Lord Halifax in Verbindung setzen wird, um von diesem sich über das Ergebnis der heutigen Ministerbesprechung unterrichten zu lassen. Der Riesenprozeß Hines Der„Boß“ sagt aus. Nepyork, 31. Aug. In dem Riesenprozeß des Staates Neunt gegen Jimmy Hines, einem der einflußreichsten Mam in der noch vor wenigen Jahren allmächtigen demö### tischen Parteimaschinerie„Tammany Hall“, der auf eine skandalöse Weise Hand in Hand mit dem Gangstertum Neuyorks arbeitete, ist eine neue Sensation zu verzeichnen. Der ehemalige Führer von Tammany Hall, John Curry, hat durch seine Aussagen seine demokratischen Parteigenossen auf das schwerste belastet. Das Erscheinen Currys, der jahrelang der unbestrittene„Bog“ der demokratischen Parteimaschinerie Neuyorks war, die Bürgermeister, Polizeipräsidenten, Richter, Stadträte usw. ein= und absetzte und über den Pfründen des riesigen Neuyorker Verwaltungsapparates wachte, kam völlig überraschend. Curry bezeugte unter Eid, daß der demokratische Gangsterpolitiker Hines tatsächlich— wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft— Polizisten versetzen und degradieren ließ, wenn sie ihre Pflicht taten und die Spielhöllen der Gangsterbande des Juden Dutch Schultz alias Flegenheimer zu belästigen wagten. Hines, so sagte Curry weiter aus, habe ihm lediglich die Liste der zu versetzenden Polizeibeamten übergeben, die er dem Polizeikommissar weiterleitete, der sich seinerseits genau an die Instruktionen des einflußreichen demokratischen Politikers Hines hielt. Curry erklärte ferner, daß Hines, der den größten Wahlstimmenbezirk Manhattans kontrollierte, im Jahre 1933 einen gewissen William Dodge als Oberstaatsanwalt aufstellen ließ. Hines wird beschuldigt, im Verein mit dem Gangster Flegenheimer unter Ausnutzung seines Bestechungssystems und seiner politischen Beziehungen die Wahl von Dodge bewerkstelligt zu haben, weil er sich damit ein williges Werkzeug verschaffen wollte. Hines soll darüber gesagt haben:„Dodge ist Mitglied. weil er dumm und geachtet und mein Mann ist.“ Vor der Aussage Currys hatten bereits mehrere Polizeibeamte bezeugt, daß sie nach Zusammenstößen mit Mitgliedern der in Frage stehenden Gangsterbande zuerst bedroht und dann in andere Polizeireviere versetzt wurden. Gleichzeitig sind auch ihre Gehälter gekürzt worden. 66 Arbeiter im Schlafe von einer Erdlawine verschüttet Keije(Korea), 31. Aug.(Ostasiendienst des Ein Lager mit Arbeitern bei der Eisenbahnstation Chuto in der Nähe von Kainei wurde in der Nacht zum Mittwoch teilweise zerstört. 66 Arbeiter kamen ums Leben. zehn wurden verletzt. Nur drei konnten lebend geborgen werden. Die Erdlawine ging nieder, als die Arbeiter im Schlafe lagen. Britisches Bombenflugzeug abgestürzt London, 31. Aug. In der Nähe von Redesdale in der Grasschaft Northumberland stürzte am Dienstagabend ein Bombenflugzeug der britischen Luftwaffe ab, wobei einer der drei Insassen den Tod fand. Die beiden übrigen Besatzungsmitglieder konnten sich durch Fallschirmabsprung retten. Der Besuv in erhöhter Tätigkeit Rom, 31. Aug. Der Vesuv ist in der Nacht auf Mittwoch in eine Phase erhöhter Tätigkeit getreten. Die im Innern des Kraters austretenden feurigen Lavamassen, deren Widerschein im gesamten Golf von Neapel sichtbar ist, bieten ein einzigartiges Naturschauspiel. Zu Besorgnissen ist keinerlei Anlaß gegeben. Provinzielles De Hilfe der Partei bei der Unwetter=Katastrophe in Bottrop. Bottrop, 31. Aug. Wie bereits gemeldet, wurde das Unter=Vest von einer schweren Unwetterkatastrophe heimgesucht, die besonders große Ausmaße in der Stadt Battrop angenommen hat. Während des Unwetters # wurden die Formationen der Partei bereits zur pfung der auftretenden Schäden eingesetzt, deren schnellem Eingreifen es zu verdanken ist, daß nicht noch größere Schäden angerichtet wurden. Um einen Ueberblick über die weiteren notwendigen Maßnahmen zu erhalten und diese sofort einleiten zu können, fand auf Anordnung von Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer in Bottrop sofort nach dem Unwetter eine Besprechung statt, an der Gaurichter Ummen als Vertreter des Gauleiters, Pg. Uranowski als Vertreter der Gaupropagandaleitung, Gauamtsleiter Degenhard, der Leiter des Amtes für Volkswohlfahrt im Gau Westfalen=Nord, Kreisleiter Scholdra vom Kreis Emscher=Lippe und Oberbürgermeister Graf Stosch teilnahmen. Die in der Besprechung festgelegten Hilfsmaßnahmen wurden sofort Programm des Reichsparteitages Der Ablauf der Kundgebungen und Appelle vom 5. bis 12. September Berlin, 31. Aug. Die Nationalsozialistische Parteikorrespondens veröffentlicht das folgende Programm für den Reichsparteitag 1938: Der 10. Reichsparteitag der NSDAP., der in den Tagen vom 5. bis 12. September durchgeführt wird. findet am Montag, dem 5. September, um 14.30 Uhr seinen Auftakt mit dem Empfang der Presse im Kulturvereinshaus durch den Reichspressechef. Von 15.30 Uhr bis 16 Uhr läuten die Glocken den Parteitag ein. Um 16 Uhr erfolgt der traditionelle Empfang des Führers im Großen Rathaussaal. Der erste Tag wird mit der Festaufführung„Die Meistersinger von Nürnberg" beschlossen, die 17.30 Uhr. im Opernhaus beginnt. Am Dienstag. dem 6. September, wird um 11,30 Uhr der Parteikongreß durch den Stellvertreter des Führers eröffnet. Der Sprecher der NSDAP. Gauleiter Adolf Wagner. verliest die Proklamation des Führers. Bevor am Abend um 20 Uhr die Kulturtagung im Opernhaus beginnt. auf der die Nationalvreisträger verkündet werden, wird um 16 Uhr die Ausstellung „Eurovas Schicksalskampf im Osten“ eröffnet. Das„Kraftdurch=Freude"=Volksfest, das bis zum 12. September andauert. nimmt zur gleichen Zeit seinen Beginn. Der Mittwoch, der 7. September, steht im Zeichen des Reichsarbeitsdienstes, der um 10 Uhr auf der Zepvelinwiese zum Apvell und zur Feierstunde Aufstellung nimmt. Um 13.30 Uhr beginnt der Marsch des Reichsarbeitsdienstes durch die Stadt. Am Morgen um 8 Uhr wird das Wettkampsschießen der Politischen Leiter abgewickelt. Neben der Fortsetzung des Parteikongresses um 19 Uhr werden am gleichen Tage die folgenden Sondertagungen durchgeführt: Tagung des Hauptamtes für Kommunalpolitik und HJ.=Führertagung. Aus dem Programm des Donnerstag, 8. September, ragt der„Tag der Gemeinschaft“ der SN.=Kampfspiele auf der Zeppelinwiese um 15 Uhr und um 21 Uhr der Vorbeimarsch des Fackelzuges der Politischen Leiter vor dem Führer am Deutschen Hof nach dem Marsch durch die Stadt hervor. Um 11 Uhr wird der Parteikongreß fortgeführt. Zu Sondertagungen vereinigen sich das Hauptorganisations=. Hauptschulungs= und Hauptversonalamt. das Hauptamt für Volksgesundheit und der NSD.= Studentenbund. Das Hauptereignis vom Freitag, dem 9. September, bildet um 20 Uhr der Appell der Politischen Leiter auf der Zeppelinwiese. Außerdem wird um 11 Uhr der Parteikongreß fortgesetzt und um 14.30 Uhr werden Zwischenkämpfe und Entscheidungen der NS.=Kampfspiele abgewickelt. Folgende Sondertagungen füllen fernerhin das Programm dieses Tages: Arbeitstagung des Reichsrechtsamtes. Tagung des Hauptamtes für Beamte, Tagung der Presseamtsleiter und Presse=Referenten, der Parteigerichtsvorsitzenden. der NSKOV. Die Kundgebung der NS.=Frauenschaft beginnt um 16 Uhr in der Kongreßhalle. Am Samotag, dem 10. September. beginnt um 9.30 Uhr der Appell der Hitlerjugend im Stadion. Die 5. Jahrestagung der DAF. in der Kongreßhalle ist für 11.30 Uhr angesetzt. Um 15 Uhr werden die Endkämpfe der NS.=Kampfspiele im Stadion durchgeführt, um 16 Uhr nimmt der Haupttag des„Kraft=durch= Freude"=Volksfestes seinen Anfang. Der Parteikongreß wird an diesem Tage um 19 Uhr weitergeführt. Dieser Tag, der um 20 Uhr ein Großkonzert der HJ. auf dem Adolf=Hitler=Platz bringt und um 21 Uhr das große Feuerwerk am Dutzendteich, vereinigt außerdem die Gauund Kreisprovagandaleiter, das Amt für Agrarpolitik und die Kommission für Wirtschaftspolitik zu ihren Sondertagungen. Der Sonntag, 11. September, steht im Zeichen der Gliederungen der NSDAP., die um 8 Uhr zum Appell im Luitvoldhain antreten. Um 11.30 Uhr nimmt der traditionelle große Vorbeimarsch der Kämpfer der Bewegung vor dem Führer auf dem AdolfHitler=Platz seinen Anfang. Der letzte Tag des Reichsparteitages 1938. der Montag, 12. September, beginnt um 8 Uhr mit der ersten Vorführung der Wehrmacht auf der Zeppelinwiese. Die Hauptvorführungen der Wehrmacht finden um 14 Uhr statt und werden mit der Paradeaufstellung der beteiligten Truppenteile und der Meldung an den Führer eingeleitet. Die Gefechtsvorführungen und der Vorbeimarsch an dem Führer schließen sich an. Abends um 19 Uhr wird der Parteikongreß zu Ende geführt. Das Programm des Abschlußtages. das mit dem Großen Zavfenstreich der Wehrmacht vor dem Führer am Deutschen Hof beendet wird. enthält außerdem noch die folgenden Sondertagungen: Tagung des Hauptamtes für Technik. des Rassenpolitischen Amtes. der NSV. und der Gau= und Kreisleiter. Achtung Teilnehmer am Reichsparteitag Verseht euch mit vollgültigen Personalausweisen für Nürnberg! München, 31. Aug. Teilnehmer und Besucher des Reichsparteitages, die während ihres Aufenthaltes in Nürnberg Geld= und andere Postsendungen erwarten, wollen sich, wie eine Bekanntmachung des Reichsschatzmeisters der RSDAP. besagt, mit einem vollgültigen Ausweis versehen. Vollgültige Ausweispapiere sind solche von Behörden für bestimmte Personen ausgestellte Papiere, die eine Personenbeschreibung. ein beglaubigtes Lichtbild und die eigenhändige Unterschrift des Inhabers enthalten, z. B. Postausweiskarten, gültiger Reisepaß. Parteiausweis, Mitgliedsbuch, SA=Ausweis usw. haben, wie NSK. meldet, nicht den Zweck, als Personalausweis bei Behörden zu dienen und sind keine Ausweise im Sinne der Postvorschriften. Es ist notwendig, daß jeder Besucher und Teilnehmer am Reichsparteitag ständig einen entsprechenden Ausweis bei sich trägt, um seine Person einwandfrei feststellen zu können. Das Erziehungsideal der deutschen Frau „Tapfer, gütig, anmutig und klug“. 7 Die Reichsfrauenführerin Scholtz=Klink kennzeichnet das Erziehungsideal im Dritten Reich Stuttgart, 31. Aug. Daß sich auch die auslandsdeutschen Frauen mit der Arbeit ihrer Schwestern im Reich verbunden fühlen, bewies die große Kundgebung, die im Rahmen der 6. Reichstagung der Auslandsdeutschen mit der Reichsfrauenführerin, Frau ScholtzKlink, am Dienstagnachmittag in der Gewerbehalle stattfand. Der große Saal war bis zum letzten Platz besetzt, als die Reichsfrauenführerin, begleitet von Gauleiter Bohle, SS.=Gruppenführer Kaul, Oberbürgermeister Dr. Strölin, der Mutter des Stellvertreters des Führers, Frau Heß, Frau Bohle und Gaufrauenschaftsführerin Haindl den Saal betrat. Gauleiter Bohle eröffnete die Frauenkundgebung. Hierauf trat Frau Scholtz=Klink an das Mikrophon, um über die Aufgaben zu sprechen, die sich die deutsche Frau im Dritten Reich gestellt hat. Heute, so stellte Frau Scholtz=Klink mit berechtigtem Stolz fest, sind nicht weniger als 12 Millionen deutsche Frauen in der deutschen Frauenorganisation zusammengeschlossen. Es ist selbstverständlich, daß von dieser Arbeit auch die auslandsdeutschen Frauen nicht ausgeschlossen werden wollten und konnten. Die Frauenorganisation, so betonte die Reichsfrauenführerin unter dem stürmischen Beifall der Versammlung, ist als Teil der nationalsozialistischen Bewegung auf Gedeih und Verderb mit der Partei und ihrem herrlichen Führer verbunden. Mit scharf geschliffenen Worten wandte sich die Rednerin gegen das moralinsaure Gehabe gewisser Frauen. Das, was uns als Erziehungsideal vorschwebt, so betonte sie, ist weder ein wandelndes Pathos, noch eine verkörperte Sentimentalität, weder die Jungfrau mit dem frommen Augenaufschlag noch das vermännlichte Weib. Unsere Mädel und jungen Frauen sollen vielmehr ebenso tapfer als großzügig. ebenso klug als gütig und ebenso mutig als anmutig sein. eingeleitet. So wurden schon jetzt rund 180 Familien, die besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden, von der NSV. mit Lebensmitteln, Kohlen und sonstigen Notwendigkeiten versorgt. Japanische Jugendherbergskommission besucht Westsalen Münster, 31. Aug. Die zur Zeit in Deutschland weilende japanische Jugendherbergskommission wird im Verlauf ihrer Besichtigungsreise auch dem Gebiet des Westfälischen Jugendherbergsverbandes einen Besuch abstatten. Von Melle aus, wo die Japaner das neu errichtete Hermann=Göring=Heim besichtigen werden, begeben sich die Gäste nach Tecklenburg, um hier die in diesem Jahre fertiggestellte vorbildliche Jugendherberge in Augenschein zu nehmen. Die Weiterfahrt erfolgt dann über Münster, wo eine Stadtrundfahrt eingelegt wird, um die alten Bogenhäuser, die Adelshöfe und einige andere städtebauliche Besonderheiten zu besichtigen. Von Münster aus fahren die Gäste dann weiter zum Möhnesee. Von hier aus wird die Reise über Bochum nach Düsseldorf fortgesetzt. Lammbruch am Rhein=Herne=Kanal Schiffahrt aus einer Teilstrecke gesperrt. Münster, 31. Aug. Nach einer Mitteilung des Preußischen Wasserbauamtes Duisburg=Meiderich ist infolge Dammbruches bei Kilometer 11,5 des Rhein=HerneKanals die Schiffahrt in der Kanalhaltung zwischen den Schleusen II und III von Kilometer 5,5 bis 12.5 des Rhein=Herne=Kanals für jeden Verkehr bis auf weiteres gesperrt. Herbstkirmes in Witten In Witten findet in der Zeit vom 2. bis 4. September die Große Herbstkirmes statt. Wie in den früheren Jahren, so wird die Kirmes auch diesmal im früheren Umfange im Stadtinnern abgehalten. Sie ist als westfälisches Volksfest weit über Wittens Grenze hinaus bekannt und erfreut sich alljährlich eines überaus starken Besuchs. Für viele Auswärtige ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, die große Wittener Herbstkirmes mitzumachen. Sie wissen, daß sie hier in ihrer Erwartung, einige frohe Stunden zu erleben, nicht getäuscht werden. Darum:„Jung und alt, auf zur Wittener Herbstkirmes, wo Jubel und Trubel herrscht!“ Ehrlicher Finder Amerikanerin 7000 RM. zurückerstattet. Lügde(Kr. Höxter), 31. Aug. Ein Einwohner aus Lügde, der im Hannoverschen arbeitet, fand in einem Reiseabteil der Reichsbahn eine Damenhandtasche. Er gab den Fund sofort an den Zugschaffner ab, und es wurde festgestellt, daß die Tasche nicht weniger als 7000 RM. Bargeld, eine Schiffskarte und andere Wertsachen enthielt. Wenige Stationen weiter meldete sich die Besitzerin, eine Frau aus Amerika. Neben einem klingenden Finderlohn für den Arbeiter sprach sie auch ihre Anerkennung für seine Ehrlichkeit aus. Schußwasse in Kinderhand Hattingen, 31. Aug. Ein elfjähriger Junge aus dem benachbarten Sprockhövel war auf noch nicht festgestellte Weise in den Besitz eines geladenen Nevolvers gekommen. Auf der Straße traf er seinen achtfährigen Spielkameraden, auf den er im Scherz mit dem Ruf: „Hände hoch, oder ich schieße!" die Waffe richtete. Im gleichen Augenblick krachte auch schon ein Schuß, und der achtjährige Junge brach schwer verletzt zusammen. Man brachte das Kind sofort ins Krankenhaus, wo ein schwerer Bauchschuß festgestellt wurde. Der Zustand ist ernst. Lastzug gegen Straßenbahn gefahren Ein Toter und füns Verletzte bei einem Verkehrsunglück in Düsseldorf. Düsseldorf, 31. Aug. Am Dienstagabend stieß an einer Straßenkreuzung ein aus Rheydt kommender Lastzug einer Wuppertaler Firma, der die Straße überqueren wollte, mit voller Wucht auf einen zur Stadtmitte fahrenden Straßenbahnwagen, der aus den Schienen gehoben und etwa acht Meter weit mitgeschleift wurde. Der Beifahrer des Lastwagens wurde von dem Ladegut des sich überschlagenden Lastzuges zu Tode gequetscht. Von den Insassen des Straßenbahnwagens wurden fünf Personen vor allem durch Glassplitter mehr oder weniger schwer verletzt. Rheinisch=Westsälische Börse Düsseldorf, 31. Aug. An der heutigen Börse setzte sich eine kräftige Aufwärtsbewegung durch. Seitens der Börsenkreise wurden Rückkäuse vorgenommen, die sich zwar in beschränktem Rahmen hielten, aber bei dem wenig herauskommenden Material zu erheblichen Kursbesserungen führten. Die Gewinne schwankten zwischen 1½ und 3 Prozent. Nach den ersten Notierunger blieb die Stimmung weiter fest. Auf dem Montanmarlk zogen Klöckner 3½ Prozent an. Mannesmann gewannen 2 Prozent unter mehrfachen Umsätzen. Buderus warr 1¾. Rheinstahl 17. Hoesch 1½ und Ver. Stahl ½ Prozent gebessert. Erdöl setzten 1¼ Prozent höher ein und zogen im Verlauf weiter an. Farben konnten nach der letzten Abschwächung unter mehrfachen Umsätzen 2 Prozent gewinnen. Felten waren zunächst zwar etwas leichter, im Verlaufe aber wieder befestigt. Auf dem Kalimarit wurden Wintershall 1¾/8 Prozent höher bezahlt. Von den Sonderwerten stiegen, Kaufhof um 1 Prozent. Anleihe bei ruhigem Geschäft fester. Nach längerer Zeit gestaltete sich am Kurenmarkt das Geschäft ziemlich lebhaft. Bevorzugt waren Kohlenwerte, die teilweise beachtliche Steigerungen erfuhren. So wurden Constantin und Carolus ungefähr 150 RM. höher bezahlt. Diergardt konnten einen Gewinn von 400 RM. buchen. Deutschlandkure wechselten auf 10 RM. höherer Basis ihre Besitzer. Einige 100 RM. höher wurden ferner ein Langenbrahm aus dem Markt genommen. Braunkohlen hatten ruhiges Geschä Erhöhte Nachfrage bestand für Gute Hoffnung. Am Kalmarkt lenkte sich das Hauptinteresse auf die Werte des Burbachkonzerns. Beienrode konnten gegenüber ihrem gestrigen Höchstvreis 25 RM. gewinnen. Burbach hatten bei mehrfachen Umsätzen einen Tagesgewinn von 275 RM. aufzuweisen. Im Freiverkehr hielten sich die Umsätze in engen Grenzen. Der Kassamarkt tendierte freundlich. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Die Marktlage zeigt keinerlei Veränderung gegenüber den letzten Tagen. Es kommt nur gelegentlic zu kleinsten Bedarfskäufen, die zu letzten Preisen untergebracht werden.— Im Ausfuhrgeschäft kam es zu keinen neuen Abschlüssen. Die Märkte des Ostens melden bei stetiger Tendenz nichts über Abweichungen in der Preisgestaltung. Baumwolle: Ruhig. Superfine 3.80. Fine Omra 4.35 Dollar. Kaffee: Im Zusammenhang mit den erfolgten Columbiazuteilungen zeigt das Platz= und Inlandsgeschäft einen lebhaften Verlauf. wenngleich auch die neue Ware hauptsächlich zu Einlagerungszwecken Verwendung finden soll. Der Durchfuhrbandel kann weiter in jeder Hinsicht befriedigen. Preise unverändert. Schmalz: Ruhig, unverandert. Fettwaren: Unverändert. Hülsenfrüchte: Markt= und Preislage unv. Kautschuk: Stetig. Sheets loko 8 8/32, per Sept.Oktober 8¼. per Okt.=Nov. 8 3/16. Zucker: Der Effektivmarkt liegt auf stetige Auslandsmärkte preis= und stimmungsmäßig unv.— Terminmarkt: Bei stetiger Tendenz und mäßigem Umsatz lauten die Forderungen für entferntere Sichten um fünf bis zehn Pfennig erhöht. Oele und Fette: In der ruhigen Marktlage ist auch heute keine Veränderung eingetreten, stark beachtet bleiben nach wie vor Fettsäuren und technische Schweinefette. Preise wie zuvor.— Am Weltmarkt bewegt sich die Geschäftstätigkeit in ruhigen Bahnen. Die Prei gaben zunächst weiter nach so für holl. Leinöl. Kokos= und auch Baumwollsaatöl.— Holl. Leinöl prompt 17¾. per Okt.=Dez. 17¾, per Jan.=April 17¼. Kokosöl. Ceylon. per Oktober 15/—/—. Baumwollsaatöl per Sept.=Oktober 21/10/—. Rest unv. Gewürze: Der Umsatz ist bei weiterer Zurückhaltung sowohl der Abgeber als auch der Käufer nicht sonderlich groß. Piment begegnet weiter starker Nac frage. ist aber nur wenig im Markt. Die Forderungen lauten allgemein wie bisher. Rohkakao: Stetig. der hiesige Markt ist gleich den Auslandsmärkten in der Tendenz stetig und in den Preisen ohne Veränderung, zumal seitens der Ablader ebenfalls gleichbleibende Forderungen zu hören warer Das Geschäft verläuft ruhig. Pferdesport Rennen zu Clairefontaine. 1. Rennen: 1. Maori(Duveau), 2. Mauritius. Pagode. Tot.: Sieg 31. Platz 38. 21. 27. Ferner liefen 4 Pferde. Lg. 1—1½—K. 2. Rennen: 1. La Malouine(L. Toche). 2. Bonito. 3. Kirgaton. Tot.: Sieg 74. Platz 23. 23. 108. Ferner liefen 8 Pferde. La. KK—K—1. 3. Rennen: 1. Monthery(R. Brethes), 2. Sesterce. 3. Saltabadil. Tot.: Sieg 48. Platz 19. 18. 29. Ferner liefen 6 Pferde. Lg. 2—KK—1½. 4. Rennen: 1. Le Deauville(H. Bonneau). 2. Mignon. 3. Covperfield. Tot.: Sieg 57. Platz 13. 11. 14. Ferner liefen 5 Pferde. Lg. 3—¾—1. 5. Rennen: 1. Raisonnable(M. Bonaventure). 2. Quatre As. 3. Dix vour Cent. Tot.: Sieg 19. Platz 18. 22. 58. Ferner liefen 10 Pferde. Wie wird das Wettes“ Vorhersage für Donnerstag: Bei mäßigen Nordwinden heiter, später wieder Bewölkungszunahme, doch noh vorwiegend trocken und kühl. Für Freitag: Winde aus Nordwest, bei stärkerer Bewölkung zeitweise geringe Niederschläge, kühl Weiterentwicklung: Kühl und nur vorübergehend ruhig. Rundfunk=Programm Donnerstag, den 1. September 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht und zehntägige Wettervorbersage. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebene! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7.00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter. Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8 30 Ohne Sorgen jeden Morgen. 0.30 Mutter als Kamerad bei Sport u. Spiel. 9.45 Nachrichten. 10.00 Volksliedsingen. Liederblatt 11. 11.45 Schulgärten als Vorbilder für Bauerngärten. 11.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00 Mittagskonzert. 1. Rust: Jägerlatein. 2. a) Damo: Zärtliches Intermezzo. b) Demaret, Bib und Bob. 3. Meisel: Miramar. 4. Schröder: Die Tänze der Fanny Elßler. 5. Freiberg: Kleine Romanze. 6. Fischer: a) Plauderei. b) Burleske. 7. Bayer: Melodien aus„Die Puppensee“. 8. Neuhäuser: Westerwald=Marsch. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Fortsetzung des Mittagskonzertes. 9. a) Voigt: Gavotte. b) Will: Bruder Lustig 10. Hruby: Ein Wiener Souper. 11. a) Meyer: Serenade in Des=Dur. b) Micheli: Ein Frühlingstraum. 12. Stork: TitanenMarsch. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Lesefrüchte aus den neuesten Zeitschriften. 15.20 Kleine Zwischenmusik auf der KinoOrgel. 15.35 Das Recht des Alltags. 15.50 Wirtschaftemeldungen. 16.00 Musik am Nachmittag, vom Deutschlandsender.— Darin 17,00—17,10 Der Erzähler. 18.00 Dat is ne sunnenfrohe Welt! 18.25 Klaviermusik. Werke von Beethoven. 18.50 Momentaufnahme. 19.00 Gute Lanne! Ein buntes Unterhaltungskonzert. 20.00 Nachrichten. 21.00„Der gutgelaunte Zufall.“ Ein beiteres Sviel von Paul Schaaf. 22,00 Nachrichten. 22.15 Endlauf der Steberweltmeisterschaften in Amsterdam 1938. 22.30 Volks= und Unterhaltungsmusik. 24.00—3,00 Nachtkonzert. Freitag, den 2. September 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.05 Durchsprüche für den Bauern. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebens! 6.55 Morgenlied— Morgenruf. 7,00 Nachrichten. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter. Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.30 Wer erhält lausend Kinderbeihilfen? 9.45 Nachrichten. 10.00 Komm. wenn du lachen kannst. Eine Hörfolge vom Sinn der Volksgesundheit. 10.30 Vom Sport der Deutschen jenseits der Grenzen. 11.45 Kleine Geschichten aus unserem alten Garten. 11.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00 Mittagskonzert. 1. Berlioz: Ouvertüre zur Oper„Benvenuto Cellini“. 2. Klose: Elfenreigen. 3. Volkmann: Serenade DMoll für Streichorchester. 4. Neßler=Nickisch: Melodien aus der Over„Der Tromveter von Säckingen". 5. Glasunow: Konzertwalzer ov 51. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Fortsetzung des Mittagskonzertes. 6 Sczuka: Eine lustige Ouvertüre. 7. Joh. trauß: Sphärenklänge. 8. Dostal: Melodien aus der Operette„Monika“. 9. Rossini: Ouvertüre zur Oper„Wilhelm Tell". 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Neu angekommen! Menschenaffen im Kölner Zoo: Schlangen im Rundfunkhaus. 15.30 Briese an Familie Fröhlich. 16.00„Und nun klingt Danzig auf!“ Musik am Nachmittag. Danziger Landesorchester. Das Musikkorvs der Schutzpolizei der Freien Stadt Danzig. Darin: 17,00—17,10 Der Erzähler. 18.00 Wir sagen den neuen Monat an. 18.30 Lieder v. Ludwig Neubeck. Ausführende: Lore Schröter(Sopran). Grave(Klavier). 18.50 Momentaufnahme. 19.00 Und es leuchten die Sterne(v. Evmari). Musik von Schallplatten. 20,00 Nachrichten. 20.10 Robert Gaden spielt. 20.40 Heitere Bilder aus dem Zoo für Sopran. Bariton. Chor und Orchester. Ausführen Das Kölner Rundsunkorchester u. der Rurdfunschor. Solisten: Hildegard Krings vran). Dicks(Bariton). 21.10 Die Stunde des Soldaten. Darin:„Wo bist du. Kamerad?“ 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik(Schallvlatten). 22,30 Tanz und Unterhaltung. 24.00—3,00 Nachtmusik. Autos— keine Leckerbissen für Blitze Sind Autofahrten bei Gewitter gefährlich? Die ersten Versuche mit dem Fahrrad. Wer als Kraftfahrer mit seinem Fahrzeug einmal in schwere Gewitter gekommen ist, wird ehrlich zugeben müssen, daß ihn dabei seltsame Gefühle beschlichen haben. Um zunächst die Gefahr des Radfahrens während eines Gewitters zu klären, unternahm Pros. Dr. Stephan Jellinek, der Leiter des Elektropathologischen Instituts der Univedsität Wien, folgende Untersuchung. Er stellte ein Fahrrad auf eine Eisenplatte und belastete das Fahrrad derart, daß dieselben Verhältnisse gegeben waren wie bei der Belastung mit einem Menschen. Die Pneumatikreifen waren nicht zu stark aufgepumpt, so daß der Teil der Felge, der der Eisenplatte am nächsten ist, noch 2,2 Zentimeter von der Eisenplatte entfernt war. Es wurde nun durch die Eisenplatte und durch das Fahrgestell des Rades ein Strom langsam ansteigend bis zu 7000 Volt geschickt, an dieser Marke sprang ein kleiner Funke über den Gummi des Rades. Bei einer schlagartigen Stromzuführung, wie es also im Gewitter der Fall ist, konnten bei 15000 Volt Funkendurchschläge durch die Bereifung erzielt werden. Auch eine gut isolierende Gummiplatte würde bei einer Emnwirkung von 16 000 Volt glatt durchschlagen. Radtouren bei starkem Gewitter gefährlich. Allein diese Tatsachen genügen, um auf die Gefahr des Radfahrens bei Gewitter hinzuweisen. Wenn man aber bedenkt, daß bei Blitzschlägen weit mehr Energie entwickelt wird und daß auch durch die Feuchtigkeit, durch den niedergehenden Regen und den Schmutz, der an er Gummibereifung haften bleibt, die Isolierung so gut wie aufgehoben ist, muß vor Radtouren während eines starken Gewitters entschieden gewarnt werden, da zum mindestens die Möglichkeit einer Gefährdung durch Blitzschlag gegeben ist. Soweit das wissenschaftliche Untersuchungsergebnis, das von leider nur allzuvielen Kraftfahrern auch auf das Auto als zutreffend angesehen wurde. Es wäre grundfalsch, derartige Versuchsergebnisse ohne weiieres auch auf Kraftfahrzeug übertragen zu wollen, da wir es sa mit ganz anderen Verhältnissen und Bedingungen zu tun haben. Zur Beruhigung aller Krafttaorer— so schreibt uns„Der Deutsche Automobil-Club“— sei vorangestellt, daß— unseres Wissens— bis heute noch in keinem einzigen Fall ein Blitzeinschlag in einen betriebssicheren Kraftwagen nachgewiesen wurde. Wenn trotzdem ab und zu Nachrichten über Blitzeinschläge in Kraftfahrzeuge veröffentlicht wurden. so ergab sich doch immer wieder, daß nach eingehender Prüfung von einem Blitzeinschlage nichts mehr übrigblieb. Kraftwagen vom Blitz nicht begehrt. Man muß sich einmal die Frage vorlegen, ob ein Kraftwagen für den Blitz überhaupt etwas besonderes anziehendes dietet. Erfahrungsgemäß sucht sich der Blitz von den Gewitterwolken zur Erde immer den bequemsten Weg mit dem geringsten elektrischen Widerstand. Wohl steckt in unseren Kraftwagen eine große Menge gut leitender Metalle, aber trotzdem ist der elektrische Leitungswiderstand eines Wagens für den Blitz außerordentlich groß. Der Blitz fließt bekanntlich immer an der Oberfläche des Leiters entlang, ohne in das Innere des Leiters einzudringen. Bei einem Kraftwagen besteht die Oberfläche aus Lackschichten, die denkbar schlechte Leitereigenschaften haben. Schließlich bietet auch die Gummibereifung für den Blitz keine Bequemlichkeit, denn Gummi ist ja gleichfalls ein sehr schlechter elektrischer Leiter. Außerdem kennt man von den Sonderheiten des Blitzes seine grundsätzliche Abneigung gegen elektrische Anlagen mit induktidem Widerstand. Jedem Elektromotor geht z. B. der Blißz in großem Bogen aus dem Weg, und dementsprechend scheut der Blitz auch Lichtmaschinen, Anlasser und Jündspulen. Sicherlich ist der elektrische Leitungswiderstand einer regennassen Lackierung und Bereifung kleiner als im trockenen Zustand. Nachdem es sich aber doch immer um einen sehr dünnen Feuchtigkeitsbelag auf auf der Lackierung und auf den Reifen handelt, ist es verständlich, daß der Blitz in der mit Regen durchsetzten Luft doch noch einen bequemeren Weg zur Erde findet und deshalb auf Kraftfahrzeuge gar nicht so erpicht ist. Jedenfalls decken sich diese Ueberlegungen mit der Erfahrung, daß sich der Blitz— unseres Wissens— noch kein Opfer unter den Kraftfahrzeugen ausgesucht hat. Bei Gewitter für Auto gunstigen mlatz suchen Trotzdem kann es aber durchaus angebracht sein, wenn man bei einem Gewitter einen günstigen Platz sucht und anhält. Gewitter sind ja häufiger von schweren Stürmen begelitet, die möglicherweise Schäden an den Alleebäumen anrichten und dadurch den Fahrer gefährden können. Wenn man merkt, daß von den Alleebäumen der Gefahr droht, ist es zweifellos richtiger; einen schützenden Platz aufzusuchen und abzuwarten, bis der ärgste Sturm vorüber ist. Bei einem Gewitter schalten die meisten Fahrer das Abblend- oder Standlicht ein. Wer glaubt, damit die Blitzefahr dannen zu können, der befindet sich in einem großen #rrtum. Trotzdem ist es aber ganz gut, kleines Licht einzuschalten, denn bei gewittrigen Regenschauern wird doch sehr oft die Sicht außerordentlich verschlechtert, so daß man entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge nur undeutlich zu erkennen vermag. Bei eingeschaltetem Scheinwerfer sieht man aber wenigstens diese Lichtpunkte rechtzeitig und auch das rot aufleuchtende Rücklicht läßt vorausfahrende Wagen und Motorräder früh genug erkennen. Du Jollit kämpfen! Mit uns- fürs Volk! Werde Mitglied der NS-Volkswohlfahrt. bolel oder Fremdenheim, nicht mehr Vention Nachdem der Reichswirtschaftsminister die Betriebsart Fremdenheim festgelegt hat, ist die Fachuntergruppe Fremdenheime nunmehr bestrebt, zu dieser Begriffsbestimmung Erläuterungen zu geben, die sich vor allem auf die Benennung der Fremdenheime erstrecken sollen. Das Wort„Pension“ soll als Bezeichnung für ein Fremdenheim nicht mehr verwandt werden. sondern nur noch für eine Leistungsart. Dasselbe gilt für die hier und da anzutrefsende Bezeichnung„Hotel=Pension"; die Betriebe, die sich so bezeichnen, sind entweder Hotels oder Fremdenheime. Neben oder statt der Bezeichnung Fremdenheim dürfen auch die Ausdrücke„Haus“ oder „Villa“ verwendet werden. Die Fachgruppe Beherbergungsgewerbe strebt eine Festlegung dieser Richtlinien durch Verhandlungen mit den maßgebenden Stellen an. Damit dürfte dann allerdings der Kreis der Betriebsarten, die durch behördlich sanktionierte Definitionen festgelegt wurden, vorerst geschlossen sein. Fachschulen für Einzelhändler. Im Jahre 1936 wurde der erste Versuch mit einer Fachschule für Einzelhandelskaufleute gemacht, und zwar für den Nahrungs= und Genußmitteleinzelhandel in Neuwied. Angesichts der guten Erfolge ist die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel inzwischen um den Aufbau weiterer ähnlicher Einrichtungen besorgt gewesen. Im letzten Frühjahr konnte die Fachschule des Möbeleinzelhandels in Fürstenwalde eröffnet werden, und am 1. Oktoder wird eine Fachschule des Textil= und Bekleidungseinzelhandels in M.Gladbach eröffnet. Ferner sind Vorbereitungen für eine Fachschule des Eisenwaren- und Hausrateinzelhandels getroffen. Der Unterrichtsplan dieser Fachschulen enthält eine abgerundete Warenkunde, eine Betriebslehre des Einzelhandels mit praktischen Uebungen und eine allgemeine Wirtschaftslehre. Für den Besuch sind eine abgeschlossene erfolgreiche Kaufmannslehre, ausreichende praktische Gehilfentätigkeit und Befürwortung#rch die zuständige Gliederung der Wirtschaftsgrun#raussetzung. Weinek nicht an meinem Grabe, Gönnet mir die ewige Ruh', Denkt was ich gelitten habe, Eh' ich schloß die Augen zu. Mittwoch nacht 12.05 Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die geb. Tönnes wohlvorbereitet durch den Empfang der hl. Sterbesakramente, im Alter von 54 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jakeb Marx und Kinder. Herne, den 31. August 1938. Die Beerdigung findet statt am Samstag, dem 3. September, 3.15 Uhr vom Sterbehause, Herne, Kronenstraße 20, aus.— Das Seelenamt ist am gleichen Tage morgens 7.10 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese Anzeige als solche. Der große Erfolg in Cafe Stracke Heute Donnerstag, nachm. 4 Uhr u. abends S Uhr: Gastspiel des in Herne bestens bekannten u. beliebten der mit seinem lachenden Habareit. 1I. a.: Dely Blass, Tinzeris Dolly Herve. Tanzsoubrette Armand, Kemponisten-Darsteller Loupero, Komiker Für gute Unterhaltung sorgt wie immer Das„Lachende Habarest“ mit Rud. Haniser. Meine Spezialität: zimmer für 360 RA. innen und außen echt Eiche Erstkl. Arbeit. Höchste Garantie. Nur gegen Kasse od. Ehestandsdarlehen. Es ist Ihr Vorteil, wenn Sie vor dem Kauf meine Zeichnungsvorlagen unverbindlich anfordern. Liefere auch an Wiederverkäufer(Tischlermstr.) 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Ein tüchtiges, zuverlässiges, kath. nicht unter 18 J., für halbe Tage gesucht.(2436a Zu erfragen im Herner Anzeiger Abgeschlossene 4-ZimmerWohnung mit Baderaum u. Mans., 3. Etage, ab 1. Okt. zu vermieten im Hause Herm.-Göring= Straße 8. Sparkasse der Stadt Herne. 6-ZimmerWohnung m. Mansarde u Zubehör, Altenhöfener Str. 73, Mietpreis 69.20 RM., z. 1. Okt. zu vermieten. Näheres Wohnungsbauverein, ecmbH., Herne, Bochumer Straße 72. Zwangsversteigerung. Gemarkung Herne, Flur 38, Nr. 67/33, 68/33, 69/33, 70/33, 71/33, 72/33, 73/33, groß: 1,71 Ar, 0.26 Ar, 0,39 Ar, 1,82 Ar, 0.49 Ar, 0,28 Ar, und 1.20 Ar, Wiese auf der Böde. Eigenkümer: Dentist Leonhard Rotermund in Bochum. Versteigerungstermin: 13. September 1938, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Zimmer 4. 24320 Amtsgericht Herne. Gewinnauszug 5. Klasse 51. Preußisch-Süddeutsche (277. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 19. Ziehungstag 30. August 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10000 RM. 116364 6 Gewinne zu 5000 RM. 3635 191793 198685 8 Gewinne zu 3000 RM. 77300 141231 266533 291730 20 Gewinne zu 2000 RM. 78969 104936 132386 137417 179070 193471 285778 298765 340514 391282 52 Gewinne zu 1000 RM. 2240 44126 57678 66072 96808 99015 107118 115246 115900 146629 162740 199318 201850 215564 232444 260415 268536 269788 276073 327834 330674 331926 332664 367649 370039 379302 82 Gewinne zu 500 Mm 2018 26608 44605 51113 55646 62153 62980 65265 73774 79768 84717 114053 117037 119033 129551 160969 175173 216059 216215 220066 222475 224573 227724 229952 230792 268117 268376 274564 282818 293153 295158 311396 315608 325820 325902 331436 342093 354664 374962 386687 367531 142 Gewinne zu 300 RM. 795 5092 10613 38971 39036 41693 52613 64294 64546 67044 77704 79636 84521 88147 93162 95478 105809 117748 132233 137954 153984 165724 166876 193168 217336 284809 311072 337544 347229 370969 392209 199193 217370 287139 316574 338063 355634 371011 393642 247865 291099 322760 338636 359315 377968 394134 202513 258047 299800 323422 339720 363535 384596 395915 207068 261382 305104 325137 340412 367289 386493 397563 189363 213360 274214 306508 329845 345599 368886 390828 Außerdem wurden 4688 Gewinne zu 150 RM. gezogen. In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 30000 RM. 359604 5000 RM. 147475 175063 184108 2 Gewinne zu 10 Gewinne zu 283049 339764 2 Gewinne zu 14 Gewinne zu 207753 250431 34 Gewinne zu 98949 13739 242012 266174 38 1664 385489 62 Gewinne zu 81053 101502 34052 168377 258742 270171 304467 307110 338700 361943 3000 RM. 383640 2000 RM. 36602 57648 57827 377547 390589 1000 RM. 1720 64765 83915 142404 155252 217283 229062 279644 283243 286021 342555 500 RM. 10480 211364 273153 313311 370219 8978 40834 45648 58355 14557 129638 131262 212905 236179 247804 289402 295355 299301 317605 322747 329417 126 Gewinne zu 300 RM. 768 8893 20437 34530 36513 39642 42833 43492 61918 88561 100790 102576 103381 109542 43807 145467 148758 161401 161652 163890 177242 202244 204551 205223 240840 243096 247607 254234 257693 286009 286349 288584 293177 294811 298021 308199 326005 326010 339214 341026 349996 352884 354273 354727 355133 356493 357296 362595 362893 365005 365460 368116 394183 Außerdem wurden 4250 Gewinne zu 150 RM Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 4 zu je 30000, 12 zu se 20000, 36 zu je 10000, 48 zu se 5000, 136 zu se 3000, 294 zu se 2000, 1056 zu se 1000, 1594 zu se 500, 3138 zu se 300, 69680 zu ie 150 RM. 33575 64889 133142 162419 209537 273729 996685 340612 355020 362913 Schönes, großes, belles gut möbliert, sosort oder später zu vermieten. Adolf=Hitler Platz 11, part., r. Woher die gute Laune! Die guten deutschen Fettbückinge sind da.— So ein Bücking schmeckt immer sein und pikant... und gesund ist er auch. Die Hauptsache aber, er kostet so herzlich wenig, daß man sich nach Herzenslust sattessen kann. Aus unserem Großeinkauf bieten wir an Frische deutsche Feilbückinge n 30 300 Gramm 0,00 OTTOMESS Nerne, Bahnhofstr. 68(Tel. 50916) und Bahnhofstr. 2a Waschmaschinen mit Kugellager, 85 Liter RM. Zahlungserleichterung. Heinrich Richter Herne, Bahnhofstraße 117. Lies den Herner Anzeiger! LICHTBURGG Das Lichtburg-Programm 1938/39. " Die besondere Pflege, die der Staat dem deutschen Pllmschaffen angedeihen läßt, ist Verpflichtung und Aufgabe zugleich. Von diesem Grundsalz ging die Lichtburg aus, als sie Ihr neues Programm 1938 39 zusammenstellte. Seit Monaten waren wir damit beschäftigt, die Filme so sorgfältig auszuwählen, daß man Im Resultat von wahrhaft künstlerischen Ereignissen sprechen kann. Möge auch das neue Filmprogramm der Lichtburg ihren Freunden In Herne die reiche Lebendigkeit und die hohe Leistungsfähigkeit des deutschen Films beweisen! Aus der Großproduktion der deutschen Filmkunst wurden 60 Großionfilme für unser Haus gebucht. Silmn, Ane Nin Woie Fuitin eom Aeicht: Heimat mit Zarah Leander Nanon mit Erna Sack, Joh. Heesters Der Edelweißkönig mit Hansi Knotek, Paul Richter Der Fall Deruga mit Willy Birgel, Geraldine Katt Der Blaufuchs mit Zarah Leander. Willy Birgel Eine Nacht im Mai mit Marika Rökk. Viktor Staal Frau Sixta mit Gustav Fröhlich Der Spieler mit Lida Baarova Tanz auf dem Vulkan mit Gustaf Gründgens Pour le mérite Eine Karl-Ritter-Schöpfung Preulbische Liebesgeschichte mit Lide Baarova. Willy Fritsch Es war eine rauschende Ballnacht mit Zarah Leander Ein Glas Wasser mit Lilian Harvey Menschen, Tiere, Sensationen mit Harry Piel Die Dame mit den schönen Schultern mit Lit Dagover Maria, Königin in Schottland mit Zarah Leander Filme: Der weite Weg#: Inierno Aufersichung vr. Beginn der Winte Der bisher größte Erfolg der Internationalen Filmkunst-Ausstellung in Venedig HEINIAT mit Heinrich George, Ruth Hellberg. Paul Hörbiger, Leo Siezak, Georg Alexander, Franz Schafheitlin. Ein Ufa-Spitzenfilm nach dem Schauspiel von Hermann Sudermann. Ein neues Erlebnis höchster Filmkunsf! Achten Sie bitte auf unser morgiges Inserat. Cang Existenz! BäckereiFiliale mit Lebensmittelverkauf, in guter Lage, z. 1. Okt. zu verm.(Billige Miete). Schriftl. Ang. u. H 2 287 an den Herner Anzeiger Wer mehr verkaufen will, muß inserieren! Kreppapier Butterbrotpapier Schrankpapier Amschlagpapier Toilettepapier zu haben bei: Koethers& Röttsches Hermann-Göring-Straße 8 neden dem Postamt. Ein geliehenes Buch liest man freilich geschwinder; allein eine selbsteigene Bibllothek, die man zu aller Zeit bei der Hand hat, bringt wahren und bleibenden Gewinn.(Hippel) Hauptschriftleiker: Dr. Leo Reiners, Herne. Stellv. des Hauptschrifkleikers Jof. Möller, Herne. Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Rupperk, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Dr. Leo Reiners, Herne; für Unterhaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möller, Herne; für Anzeigen: Hubert Gener, Herne. Bildverantwortliche: Ressortleiter. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, H.=Göring-Str. 8) nicht an ihre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. VII. 38 über 3500.— Druck und Verlag Roethers Röttsches, Herne. Jur. Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig.— Meagenstaffel E.