Gacha beint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis haldmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebeacht: durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1901. Nr. 148(Erstes Blatt) Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8. neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe 6 Pf., im Textteil 25 Pf.; Vereinskalender(im Tertteil) se mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Zifser= und Auskunftsgebühr 25 Pf. Fernspreeder: Sammel=Nummer 52541„ Drahtanschrift: Anzeiger Herue Dienstag, den 28. Juni 1938 34. Streiflichter Eine freche Provokation Der in der letzten Woche in Paris und in London zur Schuu getragene Optimismus über einen Fortschritt im 1 steinmischungsausschuß ist durch die herausfordernde ##srache eines Abgesandten der Barcelona=Bolschewisten jäh verschwunden. Denn was dieser Abgesandte erklärte, war darchaus kein Beitrag zu der erstrebten Befriediguennsaktion, sondern die wüste Drohung, die Brandfackel des bolschewistischen Terrors aus Spanien in das übrige Europa hinausu Sragen. Paris und London ist man über die Erklärungen von rotspanischer Seite außerordentlich bestürzt. Man würde es nicht sein, hätte man sich dort von Anfang an bemüht, die sogenannte Regierung in Barcelona und den ganzen sotspanischen Rummel als das aufzufassen, was er in Wirklichkeit ist. Daß gerade in diesem Augenblick neuer Hoffnungen im Nichteinmischungsausschuß von bolschewiseischer Seite mit einer unglaublichen Frechheit provoziert wir. ist zu einem großen Teil jener jedem vernunftigen Menschen unverständlichen Nachsicht zuzuechzeiben, mit der an verantwortlichen Stellen in Paris unn in London die Rotspanier behandelt worden sind und ai noch behandelt werden. Spricht man in den beiden Hauptstädten doch immer noch von einer„Regierung“ in Barcelona und bezeichnet man doch im Gegensatz dazu die Nationalspanier noch immer als Rebellen. Die nachsichtige Haltung gegenüber den Bolschewisten stettt eine ständige Ermutigung für sie dar, jenen berühmten kleinen Finger, der ausgestreckt wird, den anderen aber nicht genügt, weil sie die ganze Hand haben wollen. Ist nicht in den letzten Wochen, um ein anderes aktuelles Beispiel anzuführen, durch eine völlig unangebrachte Nachsicht auch Prag zu seiner unversönlichen Haltung angeregt worden? Im Grunde genommen stellt die Provokation Barcelonas zugleich eine Beleidigung derjenigen Länder dar, mit deren Sympathien die spanischen Bolschewisten bisher rechnen konnten. Wenn allerdings in diesen Ländern eine eindeutige Stellung gegen die ausgesprochenen Drohungen eingenommen wird, so ist das umso beachtenswerter, als gerade in Frankreich und in England erst in den letzten Wochen wieder von den Volksfront= bzw. Linkskreisen eine ungeheure Agitation entfaltet wurde, um eine Hilfsaktion für die Rotspanier zu mobilisieren und die offizielle Politik in Paris und London auf die Bahn einer unverhüllten Einmischung zu drängen. Man sieht in bolschewistischen reisen keine andere Rettung der spanischen Sache mehr als die einer Ausweitung des Konfliktes. als eine allgemeine Unruhe in Europa, von der die Moskauer Politik sich so viele und in dieser Zeit wohl die letzten Chancen verspricht. So ungeheuerlich die bolschewistischen Provokationen auch sind, so wenig ist Veranlassung gegeben, für ihre Absicht, nämlich für eine allgemeine Beunruhigung, Stimmung zu machen, denn in dem Augenblick, da die Drohungen auch nur in einem Falle wahrgemacht werden sollzen, würden die bolschewistischen Verbrecher so blitzschnell unschädlich gemacht werden, daß ihr Anschlag auf Europa und den Frieden seiner Völker als im Keime erstickt betrachtet werden kann. Neuer Leistungsbeweis der deutschen Luftfahrt Das Großverkehrsflugzeug„Condor“ mit Passagieren in 11 Stunden von Berlin nach Kairo 390 Klm. Reisegeschwindigkeit Berlin, 27. Juni. Am Montag kurz nach Mitternacht startete auf dem Flughafen Tempelhof das viermotorige Großverkehrsflugzeug FW. 200„Condor“ der FockeWulf=Flugzeug=EmbH. zu einem Fluge nach Kairo. Die Maschine wird Montag spätabends wieder auf dem Flughafen Tempelhof eintreffen. Es handelt sich bei diesem Fluge nicht um eine Rekordleistung, sondern es soll lediglich die Leistungsfähigkeit dieser Maschine, die nach Beendigung dieses Fluges von der Lufthansa in Dienst genommen wird, unter Beweis gestellt werden. Bei dem„Condor“ handelt es sich um einen Ganzmetall=Tiefdecker, der mit geringem Aufwand an Motorenleistung hohe Geschwindigkeiten und große Flugweiten erzielen kann. Die Maschine kann neben dem Bordpersonal, zwei Piloten, dem Funker und dem Stestaltet. Durch schalldämpfend verkleidete Wände ist eine Unterhaltung ohne besonderen Stimmaufwand möglich. Eine moderne Frischluftzufuhr und für den Winter eine Dampfheizung sorgen für angenehme Temperaturen in der Maschine. Der Anrichteraum ist mit einer elektrischen Küche zum Anrichten warmer Speisen versehen. Um eine Zusammenarbeit der fliegenden Besatzung auch unter schwierigsten Flugverbindungen zu gewährleisten, ist ein geschlossener Führerraum geschaffen worden, in dem neben dem ersten Flugzeugführer und einem zweiten Flugzeugführer oder Bordwart auch der Funker untergebracht ist. Höchste Flugsicherheit ist dadurch erreicht worden, daß die Maschine mit vier Motoren ausgerüstet wurde. Das hat den Vorteil, daß diese Maschine bei dem Ausfall von selbst zwei Motoren immer noch flugsicher ist. Das Flugzeug erreicht eine Nöchstgeschwindigkeit von 430 Kilometer in 3000 Meter Höhe und eine Reiseward, noch 26 Fluggäste aufnehmen, die in zwei großen geschwindigkeit mit 26 Fluggästen von 390 Kilometer bequemen Abteilen untergebracht sind. Der große Fahr=]Von besonderer Bedeutung ist auch, daß die Maschine mit gastraum hat 17 Plätze, das Rauchabteil 9. Die Räumlichkeiten der Maschine sind mit allen erdenklichen Bequemlichkeiten ausgestattet und raumkünstlerisch gedrei Motoren noch eine Reisegeschwindigkeit von 345 Kilometer und bei zwei Motoren auf der gleichen Seite der Maschine immer noch 275 Kilometer erreicht. Selbst mit einem Motor ist eine Ziellandung noch einwandfret möglich. Auf dem Flughafen Tempelhof hatte sich um Mitternacht eine große Anzahl von Zuschauern eingefunden, die dem bedeutsamen Start beiwohnten. In strahlendem Scheinwerferlicht hob sich der silbergraue Leib der riesigen Maschine, die den Namen„Saarland“ trägt, vom dunklen Nachthimmel ab. Rundfunk und Film waren an der Arbeit. Kurz nach 24 Uhr wurden die Motoren angeworfen und das Rollfeld geräumt. Punkt 0.15 Uhr startete die„Saarland“ mit voller Besetzung zu ihrem Fluge Berlin—Kairo—Berlin. Der„Condor“ in Kairo gelandet Kairo. 27. Juni. Das viermotorige Großverkehrs. flugzeug F. W. 200„Condor“, das kurz nach Mitternacht Berlin verlassen hatte, ist heute vormittag gegen 11 Uhr MEZ. aus dem Kairoer Zivilflughasen Almasa glatt gelandet. Der deutsche Gesandte, der Landesgruppenleiter und viele Mitglieder der deutschen Kolonie hatten sich zur Begrüßung aus dem Flugfeld eingesunden. 550=Jahr=Feier der Kölner Universität Hodzas Programm In Prager politischen Kreisen beschäftigt man sich lebhaft mit den von Ministerpräsident Dr. Hodza ausgenommenen Besprechungen über das Nationalitätenprodlem, wobei man zwischen Optimismus und Pessimismus hin= und herschwankt und durch diese Unsicherheit im Urteil die ganze Ungeklärtheit der Lage zum Ausdruck kommen läßt. * I m m e r h i n i s t e s b e m e r k e n s w e r t, d a ß d i e K o n f e r e n z e n ##id Besprechungen jetzt in einem bedeutend rascheren ###empo aufeinander folgen als bisher, wenn sie auch noch immer nicht konkrete Formen angenommen haben, zumal das vielerörterte und fast schon sagenhaft gewor dene neue Nationalitätenstatut der Regie rung noch immer nicht vorliegt. Wohl spricht man davon, daß es noch in dieser Woche den Vertretern der Sudetendeutschen Partei übergeben werden soll. Aller dings dürfte man am Ende dieser Woche in der ganzen Nationalitätenfrage etwas klarer sehen als jetzt, denn in irgendeiner Weise müssen doch die vom Ministerpräsidenten in den kommenden Tagen vorgesehenen Besprechungen auch die Regierung endlich zu einer Aeußerung ihres Standpunktes, um die man sich bisher sorgfältig gedrückt hatte, bringen. Nachdem in der letzten Aussprache zwischen der Regierung und der Sudetendeutschen Partei ausschließlich über die im Karlsbader Programm niedergelegten Forderungen des Sudetendeutschtums gesprochen wurde, sollen in der bevorstehenden zweiten Zusammenkunft die Vertreter der SDP. mit dem Regierungsentwurf für ein neues Nationalitätenstatut bekanntgemacht werden. In einer dritten Konferenz sollen dann die Vertreter der Partei Konrad Henleins ihre Stellungnahme zu diesem Entwurf bekanntgeben. Schließlich soll, wie in Prager politischen Kreisen verlautet, Dr. Hodza in dieser Woche noch je eine Abordnung der ungarischen und der polnischen Bevölkerungsgruppe empfangen, um die Ansichten und Wünsche dieser Nationen zur Kenntnis zu nehmen. In welcher Weise diese Fühlung nahme mit den anderen Nationalitäten erfolgen dürfte, kann aus dem Verlauf der Aussprache geschlossen werden die am Samstag zwischen Dr. Hodza und dem General ckretär des karpatho=russischen Nationalrates Dr Herovsky stattfand. Nach Prager Pressemeldungen soll dabei die Auffassung zum Ausdruck gekommen sein, daß das arpatho=russische Prodlem anders gelagert sei als das er anderen Nationalitäten, da die Autonomie Karpatho kußlands bereits in den Verträgen von 1919 ausdrücklich zügelegt worden sei Anläßlich der Feierlichkeiten zum 550jährigen Bestehen der Kölner Universität hielt Reichsminister Dr. Rust in der großen Messehalle zu Köln=Deutz eine Rede an die aus Deutschland und der ganzen Welt versammelten Ehrengäste..(Scherl-Bilderdichst-M) Wer ist der Anstifter des Manövers? Barcelona schwächt seine wahnwitzige Drohung ab Das Presse=Echo Rom, 27. Juni. Die spanischen Bolschewisten haben, wie die römische Mittagspresse übereinstimmend seststellt. mit ihren wahnwitzigen Drohungen infolge der entschiedenen Stellungnahme Italiens und Deutschlands bereits den Rückzug angetreten. Die Korrespondenten fragen sich, wer dieses verzweifelte Manöver angestiftet habe und unterstreichen dabei, daß es ganz den bekannten Methoden der Komintern entspreche, aber daß auch Frankreich nicht ganz unbeteiligt sein dürfte. Der Londoner Korrespondent des„Messaggero“ betont, es handele sich um einen in Paris aufgezogenen. aber in Moskau ausgeheckten Bluff. der zwar von Ansang an dazu bestimmt gewesen sei, ohne praktische Wirkungen zu verpufsen, aber deswegen nicht weni gefährlich gewesen sei und ernstgenommen werden mu „Tevere“ erklärt. er habe zwar keine Beweise. Frankreich direkt der Urheberschaft dieses Manövers zu bezichtigen. Frankreich sei aber so oft auf frischer Tat ertappt worden, wenn es sich darum handelte. wegen der spanischen Frage Unfrieden zwischen Italien und England zu säen, daß man auch diesmal wohl nicht fehlgehe, wenn man behaupte, daß die Franzosen Barcelona zu seinem Schritt in London veranlaßt hätten. „Der Brandstiftungsversuch“. London, 27. Juni. Uebereinstimmend berichten die Londoner Morgenblätter, daß unter der Drohung Barcelonas mit Vergeltungsmaßnahmen im Falle weiterer Bombenangriffe auf rotspanische Häfen der Bomben14 10 n abwurf über italienisches Gebiet zu verstehen gewesen sei. Gleichzeitig melden die Blätter, daß die französische Regierung mit Unterstützung der englischen Regierung Barcelona von einem derartigen Vorhaben dringend abgeraten habe. Der diplomatische Korrespondent des„Daily Telegraph“ betont, der französische Außenminister habe zum Ausdruck gebracht, daß ein derartiges Vorgehen Barcelonas sinnlos und wahrscheinlich auch wirkungslos sein werde und es nur zu den ernstesten Folgen führen könne. London habe eine ähnliche Ansicht geäußert. Im Leitartikel der„Daily Mail“ heißt es, die rotspanische Drohung beweise, daß Sowjetrußzland wieder einmal versuche, einen Brand in Europa anzulegen. Das selbstmörderische Geschwätz der spanischen Roten sei offenbar von deren Sowjetfreunden und Soufleuren eingegeben worden. Es entspreche der schon zur Genüge bekannten Taktik der Sowjets, in dem Augenblick, wo die Mächte eine entschiedenere Haltung in der Nichteinmischungspolitik einnehmen, erneut zu versuchen, ein internationales Abkommen über Spanien zu Fall zu bringen. „Energische Bremse“. Paris, 27. Juni. Die Montagfrühblätter widmen ihre außenpolitischen Betrachtungen in erster Linie weiterhin der„beunruhigenden Demarche Barcelonas“. Sie heben hervor, daß dank der ruhigen Haltung der französischen und englischen Regierung, die Barcelona energisch zur Mäßigung geraten hätten, die Gefahr beseitigt sei. Bomben auf die Häfen Valencia und Alicante Paris. 27. Juni. Einer Havasmeldung aus Valencia zufolge, ist der dortige Hasen am Montagvormittag von einigen nationalspanischen Flugzeugen bombardiert worden. Ein Matrose des britischen Dampfers„Arlon“ sei bei dieser Gelegenheit getötet und der 3. Offizier verletzt worden. Eine Londoner Meldung Reuters besagt, daß bei einer Bombardierung der militärischen Anlagen Alicantes der englische Dampfer„Farnham“ getrossen worden sei, wobei drei Angehörige der Besatzung ums Leben kamen. Gegenangrisse der Bolschewisten blutig abgewiesen Salamanca, 27. Juni. Wie der nationale Heeresbericht meldet, wurden im Teruel=Sektor mehrere Angriffe der Bolschewisten blutig abgeschlagen. Im Estremadura=Abschnitt Peraleda de Jauceja, nordwestlich det genommen wurden. Die Luftwaffe bombardierte vergangenen Freitag die militärischen Objekte von Valencia und Alicante. In Saragossa erklärte der Oberbefehlshaber der TeruelFront. General Varela, den Frontberichterstattern, daß die Bolschewisten im Abschnitt Sarrion den Nationalen eine entscheidende Schlacht zu liefern beabsichtigen, um den nationalen Durchbruch an der Hauptstraße Richtung Sagunt zu verhindern. Der Feind habe in den letzten Tagen bei Sarrion große Truppenmengen zusammengezogen, worunter sich auch Polizeibrigaden als Sturmtruppen befinden würden. Die Nationalen besäßen alle Sarrion beherrschenden Hohen, deren Ortschaften bereits von den Bolschewisten geraumt seien. Die Roten hätten bei ihren Gegen angeissen in der letzten Zeit nicht eine Hand breit Boden zurückerobert. Der Kampfgeist der Nationalen sei aus „Jour“ und„Excelsior“ weisen unter Aufzählung von Daten nach, daß die Roten in Barcelona stets, wenn sie eine Verständigung zwischen England und Italien befürchteten, zu, wie es„Jour“ nennt, groben Erpressungen und Perzweiflungsgesten ihre Zuflucht genommen haben. Jeden Versuch der Mächte, zu einer europäischen Beschwichtigung zu gelangen, beantworte Barcelona mit Machenschaften, einen europaischen Zusammenstoß hervorzurufen. Der Direktor des„Jour“ verlangt bei dieser Gelegenheit erneut vom französischen Ministerpräsidenten, seine vor 17 Tagen begonnene Untersuchung der Bombenabwürfe auf französisches Gebiet der französischen Oeffentlichkeit mitzuteilen. „Action Francaise" stellt fest, daß Chamberlain dadurch, daß er die Erklärungen des rotspanischen Vertreters in London sofort der Oeffentlichkeit mitgeteilt habe, wieder einmal nützliche Arbeit für den Frieden geleitet habe. Der marxistische„Populaire“ betont, daß die„spanischen Freunde“ keine Herausforderung hätten unternehmen wollen. Die kommunistische„Humanite“ wirft der Regierung Daladier im Zusammenhang mit der Barcelona geratenen Mäßigung„Komplicenschaft mit dem Faschismus“ vor und fordert zu neuer Unterstützung der Sowjetspanier auf. Die Hand der Komintern Barcelonas Drohungen eine neue Warnung— sagt„Dziennik Narodowy“ Warschau, 27. Juni. Mit den Drohungen der sponischen Bolschewisten beschäftigt sich der rechtsstehende „Dziennik Narodowy“. Die politischen Kreise Englands und Frankreichs sowie die öffentliche Meinung dieser Länder hätten, so sagt das Blatt, auf diese Demarche Barcelonas sehr entschieden reagiert. Auch die sonstige europäische Presse sehe in ihr die Hand der Komintern. Barcelonas Drohungen würden für die öffentliche Meinung in den Staaten, die bisher Rotspanien gegenüber eine gewisse Rücksicht nahmen, eine erneute Warnung sein. Außerdem seien sie ein neues Argument. dieses große Land endlich gründlich von der roten Anarchie zu säubern. Aus Sowjetrußland ausgewiesen Erbärmliches Flüchtlingselend unter verjagten Iranern. Teheran, 27. Juni. Das erschütternde Elend unter dem viele Tausend rücksichtslos aus Sowjetrußzland ausgewiesene Iraner zu leiden haben, kam erneut in einer Sitzung des iranischen Parlaments zum Ausdruck. Wie mehrere Abgeordnete mitteilten, sind die Verjagten ohne Ausnahme völlig abgerissen an der Grenze angekommen. Viele von ihnen waren krank. und zahllosen Müttern hatte man die Kinder weggenommen. Der iranische Finanzminister hat neue Maßnahmen in bezug auf Untersuchung durch die Regierung angekündigt. Grubengebietes Penaroya, wurden rote Angriffsversuche gezeichnet, was jeden Tag immer wieder zum Ansdruck vereitelt, wobei zahlreiche Bolschewisten gejangen= komme. „Kopflose“ Fußganger beherrschen die Straße Am Sonntag, an dem sich die VerkehrsunfallVerhütungsaktion an das Millionenheer der Fußgänger wandte, trieben solche Gruppen„kopfloser“ Fußgänger in der Reichshauptstadt als abschreckendes Beispiel ihr Unwesen. Hier run sie, als ob die Durchfahrt des Brandenburger Tors nur ihnen gehört.(Schel-Bilder dienst-N Notizen Der dritte Weltkonaret„Arbeit und Freude" trat am Montagvormittag in den Räumen des Forum Mussolini in seine Arbeiten ein. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley stattete als Vizepräsident allen elf Kommissionen kurze Besuche ab. * Auf das Begrüßungstelegramm aus Anlaß der 550Jahrfeier der Kölner Universität haben der Führer und Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring mit herzlichem Dank geantwortet. * Der 8. Internationale Straßenkongreß. der im Haaa stattsand. und an dem 2000 Sachverständige aus allen Teilen der Welt teilnahmen, bat seine Arbeiten beendet * Im Beisein der gesamten deutschen Kolonie fand in Vigo die Einweihung des neuen Gebäudes der deutschen Schule statt. * In Rom wurden die Arbeiten des ständigen italienisch=ungarischen Ausschusses mit der Unterzeichnung eines Handelsprotokolls beendet. * Das deutsche Großverkehrsflugzeug FW 200„Condor“ ist um 14.15 Uhr Kairoer Zeit zum Rückflug nach Berlin gestartei. * In einer Eingabe des Verbandes der deutschen Angestellten in Polen wird festgestellt, daß seit dem Jahre 1934 bis Ende März 1938 nicht weniger als 1268 Mitglieder des Verbandes ihre Beschäftigung verloren haben. Zollfreie Einfuhr nach Oesterreich Berlin, 27. Juni. Waren österreichischen Ursprungs sind bei der Einfuhr in das Altreich seit dem 26. März 1938 zollfrei. Jetzt ist ein weiterer Schritt zur Vereinigung der beiden Wirtschaftsgebiete getan. Durch Verordnung vom 26. Juni 1938, die am 1. Juli 1938 in Kraft tritt, hat der Reichsminister der Finanzen, um den Warenverkehr aus dem Altreich nach dem Lande Oesterreich zu erleichtern, für zahlreiche Waren die Zollsätze des österreichischen Zolltarifs aufgehoben. Es handelt sich insbesondere um eine große Reihe von Waren auf dem Gebiete der Landwirtschaft und Ernährung, um die meisten Textilwaren— mit Ausnahme von Seide und Seidenwaren— und um viele Waren aus den Klassen Leder. Metalle, elektrische Maschinen und Apparate. Instrumente und Chemie. Der Wert der Gesamteinfuhr aus dem Deutschen Reich nach Oesterreich betrug im Jahre 1937 158.3 Mill. Reichsmark. der Wert der nunmehr zollfreien Einfuhr etwa 30 Mill. RM.; dieser erste große Zollabbau umfaßt etwa ½ des früheren Warenverkehrs. Sicherheitsmaßnahmen für die Hitlerjugend Eine Anordnung des Reichsjugendführers für den Wassersport der Jugend. Berlin, 27. Juni. Im Hinblick auf die in diesem Sommer besonders zahlreichen Wassersportveranstaltungen der Jugend hat der Jugendführer des Deutschen Reiches die nachfolgenden Sicherungsbestimmungen getroffen, die sofort in Kraft treten: „Die wassersporttreibende Jugend wurde nach den Vereinbarungen mit dem Jugendführer des Deutschen Reiches und dem Reichssportführer in die Hitlerjugend übergeführt. Ihre Betreuung erfordert folgende Maßnahmen: 1. Alle wassersporttreibende Jugend zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr muß der Marine=HJ. angehören. 2. Damit gelten die Sichetungsbestimmungen der Marine=HJ. bei allem Wassersport auch für sie. Das gilt besonders für das in der MHI befohlene Anlegen von Schwimmwesten bei der Ausübung des Segelsports. 3. Die wassersportlichen Wettkämpfe finden in Zukunft im Rahmen der Wettkämpfe der MHI statt. Ausführungsbestimmungen dazu erläßt der Marinesachbearbeiter des Amtes fur körperliche Ertüchtigung in der Reichsjugendführung. Stabschef Lutze bei Graf Ciano Rom, 27. Juni. Stabschef Lutze wurde mit seiner Begleitung am Montag vom italienischen Außenminister Graf Ciano sowie von den Unterstaatssekretären für die Armee, für die Marine und für die Luftwaffe und vom Parteisekretär Minister Starace empfangen. Die Besuche. bei denen Stabschef Lutze vom Chef des Generalstabes der Miliz. General Russo, begleitet war, boten überall Gelegenheit zu einem herzlich gehaltenen Gedankenaustausch. den letzten Tagen Oesterreich. Wir haben im lauf der Dollfuß= und Schuschniggjahre Gelegenheit genug gehabt, die Presselüge in nächster Nähe zu beobachten. Die Wiener jüdische Presse hat damals eine führende Rolle gespielt und die Lügen— so dumm sie auch waren— haben im Auslande stets den stärksten und wohlwollendsten Widerhall gefunden. Daß die Märztage die Lügenarbeit dieser Wiener Presse und der amtlichen Propagandaeinrichtungen des Herrn Schuschnigg in der lächerlichsten Weise desavouiert haben, das hat die ausländischen Verbreiter der Lügen über Oesterreich anscheinend nicht gewarnt. Was da erfunden und erlogen wird und dann die Runde durch das Zeitungssystem einer ganzen Welt macht, ist wahrhaft grotesk. Ueberaus harmlos ist es noch, wenn z. B. die Zeitung„Libre Belgique“ schreibt, daß Wien durch den Anschluß seinen Scharm verloren habe und daß„die Stadt, einst ein blühender Garten nunmehr in eine riesige Festung verwandelt“ worden sei. Wie Wiener haben früher nichte von dem blühenden Garten bemerkt, und wir können jetzt trotz angestrengter Nachsorschungen die riesige Festung nicht entdecken. Dreister schon ist es, wenn der„Krakauer Illustrierte Kurier“ gemeinsam mit einer Reihe von anderen polnischen Oppositionsblättern eine Meldung verzapft, daß der Führer seit Tagen in Wien in der Hermesvilla mit Himmler, Goebbels und den Generalen beisammensitze, um dort über die„Entwicklung in Oesterreich" und namentlich auch über die„Austrirre aus der Partei“ zu beraten. Was für ein Schaf muß der Korrespondent gewesen sein, der sich eine so leicht widerlegbare Schwindelmeldung aus den Fingern sangt. Tügen haben kurze Beine Die Lügenfabrikanten beschäftigen sich mit dem Thema Oesterreich„Außergewöhnlich dumm“ Wien, 27. Juni. Die„Wiener Neuesten Nachrichten“ geißeln in einem Artikel„Wie ste lügen“ die internationale Lügenhege, die sich in den letzten Tagen wieder verstärkt mit dem Thema Oesterreich beschäftigt. Das Blatt schreibt u. a.: Von Zeit zu Zeit schwillt die internationale Lügenhetze turmhoch an. Das geschieht nicht zufällig. Sie ist ein bewährtes Instrument der Politik und richtet sich nach den Bedürfnissen der politischen Kräfte, die zwischen Moskau und Neuyork die Drähte der Volksfront=Offensive gegen die autoritären Staaten ziehen. Die Finanzquellen sind die gleichen, das Material aber kommt aus dem abgründigen Haß des Weltjudentums und aus seiner wahrhaft überragenden Erfindungs= und Verleumdungskunst. Das Hauptobjekt der internationalen Lügenflut ist in Es wird aber noch besser gelogen. Nach dem„Daily Telegraph“ ist beim steirischen Hochwasser, wie sich anscheinend erst jetzt herausgestellt hat, ein„Judenbataillon“ eingesetzt worden. Nach dem„Illustrowanny Kurjer Codzienny“ sind beiläufig sämtliche SA=Führer der Ostmark verhaftet worden. Nach demselben Blatt gibt es seit dem 1. Juni in Wien keine Semmeln mehr. Eine englische Zeitung hat erfahren, daß in Wien 60 000 politische Häftlinge gesangengehalten würden, und die„Yorkshire Post“ des Herrn Eden meldet, daß in Oberösterreich„Bauernunruhen“ ausgebrochen seien, weil die Abholzung des Landes das Klima verändert und den Ackerbau gefährdet habe. Wenn Herr Schuschnigg überall dort sein sollte, wo ihm die Meldungen der ausländischen Zeitungen einen neuen Wohnsitz zuweisen, dann müßte er seit Wochen täglich 24 Stunden im D= Zug durch das Land brausen. Zu allen diesen Lügenmärchen kommen noch ausführliche Berichte über die Gegensätze zwischen beiläufig sämtlichen führenden Männern der Partei und des Staates, die anscheinend nach der Meinung der Auslandsjuden nichts anderes zu tun haben, als sich gegenseitig abzusägen. Alle diese Lügen sind so außergewöhnlich dumm, daß man sich fragt, wie neben den Sudelblättern auch größere Zeitungen solches Zeug abdrucken können. Was soll man dazu sagen, wenn also der Anschluß sogar schon das Klima verschlechtert haben soll? Gibt es denn in England einen Leser, der naiv genug ist, so etwas zu glauben, anstatt gerade aus solchen Lügen die Erkenntnis zu ziehen, was für ein Schwindelblatt er in den Händen hat? Wenn irgendwo in der Welt noch Vernunft besteht, dann müßten— so sollte man meinen— Lügen von dieser Dicke sich schließlich und endlich gegen ihren Verbreiter selbst wenden. Und. vor deren Augen sich das Gegenteil dessen, was die Auslandsvresse ihren unglücklichen Lesern vorsetzt, täglich und stündlich absvielt, kann all der Unsinn nur zum Lachen reizen. Ewig kann es nicht dauern, bis die Lügenhetze auch von den breiten Massen derjenigen Länder durchschaut wird. in denen diese Art von Zeitungen erzeugt und verkauft werden. Dann wird allerdings auch dort ein Klimawechsel eintreten. Bis dahin sollen sie halt weiterlügen. Wir können sie nicht daran hindern. aber wir wollen sie von Zeit zu Zeit an den Pranger stellen. East=River=Tunnel in Flammen Neuvorker Feuerwehr machtlos. Neuyork, 27. Juni. In dem in Bau begriffenen Autoverkehrstunne), der in 50 Meter Tiefe unter dem EastRiver hindurch die Neuyorker Stadtteile Manhatten und Queens verbinden wird. wütet seit mehreren Stunden ein riesiger Brand. dessen Bekämpfung mit ungewöhnlichen Schwierigkeiten verbunden ist. Das Feuer brach anscheinend infolge eines Kurzschlusses in der Holzverschalung eines Preßluftraumes aus. Starke Rauchschwaden von brennenden, zur Abdichtung benutzten Stroh= und Sägespänemassen sowie der zur Verhütung eines Einsturzes der Tunnelwände herrschende starke Luftdruck machen es den Feuerwehrleuten unmöglich, an den Brandherd heranzukommen. Mehrere Feuerwehrleute haben bereits Rauchvergiftungen erlitten. Die Feuerwehr muß sich darauf beschränken, den Tunnel mit riesigen Wassermassen zu überfluten. Ausweitung der Aufgaben der Reichstreuhänder der Arbeit Berlin, 27. Juni. Die Durchführung der Reichsverteidigungsaufgaben und des Vierjahresplanes verlangt die genaue Innehaltung der vom Führer aufgestellten Grundsätze für die Führung der Lohnpolitik. Die Organe des Staates zur Durchführung der Lohnpolitik sind die Reichstreuhänder der Arbeit. Ihre Vollmachten haben sich bisher nur auf die Festlegung von Mindestbedingungen durch die Tarifordnungen erstreckt, deren Innehaltung sie zu überwachen haben. Im übrigen waren die Arbeitsbedingungen ihrer Fürsorge entzogen. Nunmehr hat der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring, durch eine Verordnung vom 25. Juni 1938 die Reichstreuhänder beauftragt, ihre Aufmerksamkeit künftig allen Arheitsbedingungen zuzuwenden. Die Treuhänder der Arbeit können ferner in den vom Reichsarbeitsminister bestimmten Wirtschaftszweigen für alle Gebiete des Arbeitsentgelts und der sonstigen Arbeitsbedingungen bindende Anordnungen treffen. Staatsleistungen für die Kirchen nur bei Wahrung der Staatsbelange Berlin, 27. Juni. Der Reichs= und preußische Minister für die kirchlichen Angelegenheiten, Kerrl. hat an die nachgeordneten Behörden einen Erlaß über die Verwendung von Staatsleistungen und Kirchensteuern zur Besoldung der Geistlichen gerichtet Darin stellt der Minister fest, daß der Staat den Kirchen Staatsleistungen nur gewähren und ihnen die Einziehung von Kirchensteuern nur ermöglichen kann, soweit er voraussetzen kann, daß die Kirchen den Belangen des Staates nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen und auch sonst unter Aufrechterhaltung der Ordnung Rechnung tragen. Insbesondere weist der Minister darauf hin, daß bei Abschluß des Kirchenvertrages mit den preußischen Landeskirchen davon ausgegangen wurde, daß an den theologischen Prüfungen bei den Kirchenbehörden sämtliche ordentlichen Professoren der Theologie der betreffenden Provinzialuniversität gleichmäßig beteiligt werden. Infolgedessen bestimmt der Minister, daß für die Besoldung von Theologen, die nach dem 31. Mai 1938 ihre erste theologische Prüfung ablegen, in Zukunft Mittel aus Kirchensteuern oder Staatsleistungen nur noch dann verwandt werden dürfen, wenn an den Prüfungskommissionen alle ordentlichen Professoren der Provinzialuniversität beteiligt sind. Entsprechendes gilt für die Ruhestands= und Hinterbliebenenversorgung usw. Schulungsbrief der N6DA P. wird Unterrichtsmittel beim Heer Berlin, 27. Juni. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat angeordnet, daß„Der Schulungsbrief“, herausgegeben vom Reichsorganisationsleiter der NSDAP. als wertvolles Mittel für den nationalpolitischen Unterricht eingeführt wird. Der Schulungsbrief soll in erster Linie den Kompagnie= usw.=chefs neben den„Richtlinien für den nationalpolitischen Unterricht" als weitere Grundlage für den durch ihn zu erteilenden Unterricht dienen. Nach Erfüllung dieses Zweckes sind die Hefte in Lesezimmern, Unterhaltungsräumen usw. aufzulegen. Wohnbaurekord 1932 Nach endgültigen Feststellungen des Statistischen Reichs amtes wurden 1937 im Deutschen Reich insgesamt 340 391 Wahnungen fertiggestellt, 32000 Wohnungen mehr als den vokläufigen Meldungen auf Grund der Monatsstatistik entsprach. Die Differenz ist in erster Linie auf die noch nicht eingespielte Berichterstattung aus den Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern zurückzuführen. Im ersten Jahrfünft der nationalsozialistischen Volksführung wurden 677870 Wohngebäude mit 1 458 124 Wohnungen und 312 657 Nichtwohngebäude erstellt. Die Bauleistung war 1937 sowohl im Wohnungsbau als auch im Nichtwohnungsbau mehr als doppelt so groß wie zur Zeit ihres Tiefstandes 1932. Der Zugang an Neubauwohnungen betrug 1937 308 945, das sind 9.4 v. H. mehr als im Vorjahr. Der Zugang an Umbauwohnungen belief sich auf 31 447, das sind 37 v. H. weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist leicht verständlich, da die zum eigentlichen Umbau zur Verfügung stehenden größeren Altbauwohnungen immer mehr abnehmen, sodaß es sich bei den„Umbauten“ heute in erster Linie um Erweiterungsbauten bei Altwohnungen handelt. Der Anteil des Wohnungsumbaues betrug am Gesamtwohnungsgewinn nur noch 9.2 v. gegen 15 v. H. 1936 und 40.4 v. H. 1934, dem Jahr mit der höchsten Umbautätigkeit. Das Gesamtwohnungsbauergebnis des Jahres 1937 mit 340 392 Wohnungen übertrifft das Ergebnis von 1936 mit 332370 Wohnungen um 2,4 v. H. Im Vorderarund der Bautätigkeit stand die Errichtung von Arbeiterwohnstätten, sodaß die Kleinwohnungen, d. h. Wohnungen bis zu drei Wohnräumen einschließlich Küche, erheblich zahlreicher gebaut wurden als im Vorjahr, und zwar betrug ihr Anteil 46 v. gegenüber 42.4 v. H. 1936. Bemerkenswert ist auch der Zugang an Nichtwohngebäuden, der 5.7 v. H stärker war als 1936. Es sind also sowohl im Wohnung bau als auch im übrigen Hochbau Höchstleistungen auf zuweisen, wie sie in der Nachkriegszeit bisher noch nicht erreicht worden sind. Die Aussichten für den Wohnungsbau 1938 sind entgegen vielfach gehegten Befürchtungen durchaus günstig. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Statistik wurden von Januar bis Mäxz 1938 rund 76·000 Wohnungen zum Bau genehmigt, das sind 15 000 Wohnungen mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Hierdurch wird die Verminderung des Ueberhanges von 1937 auf 1938 um 20000 gegenüber dem Ueberhang von 1936 auf 1937 zum größten Teil ausgeglichen. Der Reinzugang an Wohnungen, d. h. der Wohnungszugang durch Neubau abzüglich des Wohnungsabganges durch Umbauten, Abbrüche, Brände usw., war 1936 mit 310000 Wohnungen erstmals größer als det Reinzugang an wohnungsbedürftigen Haushaltungen von etwa 290 000, was darauf zurückzuführen ist, daß ab 1936 die schwachen Geburtenjahrgänge der Kriegszeit das heiratsfähige Alter erreichen. 1937 dürfte der Reinzugang an Wohnungen mit 320 057 den Reinzugang an wohnungsbedürftigen Haushaltungen auch wieder um etwa 20000 übertreffen. 14 Natürliche Verjüngung unserer Wälder Richtlinien Görings. Berlin, 27. Juni. Reichsforstmeister Hermann Göring hat waldbauliche Richtlinien für den Einschlag 1939 herausgegeben. Danach hat das Schwergewicht auch künftig in der Bestandespflege, in einer zielbewußten Förderung der Zukunftsstämme, in einer allmählichen Besserung der Bodenzustände und damit auch in der Anbahnung günstigerer Voraussetzungen für eine natürliche Verjüngung zu liegen. Zu plötzliche Eingriffe und zu starke Bestandesauflockerungen widersprechen den Grundsätzen einer naturgemäßen künftigen Waldwirtschaft. Die Rücksichtnahme auf die Wirtschaftlichkeit und das Streben nach einer höchstmöglichen Produktion auch an Waldflächen fordern in Verbindung mit der Deckung des zur Zeit hohen Bedarfes der Wirtschaft eine verstärkte Abnutzung und Verjüngung der nicht mehr pflegewürdigen, insbesondere der fremdrassigen Nadelholzbestände. Steuersteckbriefe und Vermögensbeschlagnahme Berlin, 27. Juni. Gegen nachstehende Personen sind Steuersteckbriefe erlassen worden: 1. Aron Salomon, zuletzt als Rentner wohnhaft in Stolberg Rhld., Adolf=Hitler=Straße 212, zur Zeit vermutlich in Amsterdam=Zuid. Albrecht=Dürer=Straat 2. Geschuldete Reichsfluchtsteuer 16 750 RM., fällig gewesen am 25. Avril 1938. nebst Zuschlag. Steuersteckbrief des Finanzamtes Aachen=Land und Monschau vom 3. Juni 38. 2. Alrfed Solomon, zuletzt als Fabrikbesitzer wohnhaft in Stolberg=Buesbach, Buesbacherberg 27, zur Zeit vermutlich in Amsterdam=Zuid. Albrecht=Dürer=Straat 2. Geschuldete Reichsfluchtsteuer 14 500 RM., fällig gewesen am 25. Avril 1938. nebst Zuschlag. Steuersteckbrief des Finanzamtes Aachen=Land und Monschau vom 3. Juni 1938. Es ergeht hiermit die Auffordeung, die obengenannten Steuerpflichtigen, falls sie im Inland betroffen werden. vorläufig festzunehmen und sie unverzüglich dem Amtsrichter des Bezirks. in welchem die Festnahme erfolgt. vorzuführen. Lterne Roman einer seltsamen Ehe von Evering Eschhues des Blückes Prometheus-Verlag Dr. Eichacker. Oröbenzell bei München Copyright by 3. Fortsetzung. Förl lachte schallend und meinte weiter: „Aber ich bin kein Unmensch' Svrechen wir doch einaal von unserer schönen unverhofften Reisebegleitung!“ Er wandte sich ganz Elsbeth zu. „Wie geht es dem Herrn Vater?“ „Danke!“ Ganz kurz war Elsbeths Antwort. Im Erinnern an das Zuhause kam ein bitterer Geschmack auf ihre Zunge. Förl führte das Gespräch und sprach von allen Dingen, die ihn mit der Heimatstadt Elsbetbs verbanden. „Und der Doktor Felden ist ja auch zurückgekehrt...! habe ich gehört! Hat ja eine mächtige wissenschaftliche Ausbeute von seiner letzten Expedition mitgebracht. Soll jetzt schnell sein Herz verloren haben! Und Grita Alend ist die Glückliche?" Elsbeth fühlte eine eiskalte Welle zum Herzen strömen. Für eine Sekunde versank ihr die ganze Welt. Dann aber faßte sie sich. Aber heiser und trocken war ihre Stimme. „Mir... ist es auch... gesagt worden... daß er Grita Alend Förl fiel temperamentvoll ein: „Offen gesagt, ich verstehe ihn nicht, den Doktor Felden. Dieses Pünpchen Grita Alend... kann ein ganz häßliches Kätzchen sein! Ich habe sie einige Zeit als Schülerin gehabt. Von Musik hat die Holde wenig abgebracht... aber sie hat mich immer in helle Verzweiflung versetzt. Na. was soll ich sagen: Dummheit und Stolz! Wirklich, ich verstehe den Doktor Felden nicht! Der hatte eine Frau haben müssen mit Geist. Herz... kurz. so eine Frau, wie es hier unsere schöne Reisebegleiterin Elsbeth Hilgen ist!" Elsbeth hatte große und entsetzte Augen. Erschrocken sah es Förl. Eine herzliche Teilnahme mrach aus ihm „Aber. um Gotteswillen, was ist Ihnen? Soll ich das Fenster öffnen lassen?" Aber Elsbeth hatte sich schon wieder in der Gewalt. „Es ist nichts...! Beunruhigen Sie sich nicht! Es tut mir leid. Ihnen einen Schrecken eingejagt zu haben! Nur eine kleine Herzaffektion!“ Peter Wartenberg beugte sich herüber. Eine heiße Sorge stand in seinen gütigen Augen. „Darf ich etwas für Sie tun?" fragte er mit Teilnahme. Die ruhige Stimme, die echte Sorge taten Elsbeth gut. Sie riß sich von der Erinnerung an Werner Felden gewaltsam los und schaute Peter Wartenberg genauer an. Und sie fand, daß sein männliches Gesicht einen gütigen Zug trug. Die Augen waren trotz der Falten noch jung und voll Feuer. Der Mund war schön geschwungen. Die kurze Oberlippe wurde von der vorgewölbten unteren fast verdeckt. Diese Eigenart gab dem Mund etwas Außergewöhnliches. ja. Verlockendes. Die Augen des Mannes waren heiß bewundernd auf Elsbeth gerichtet. Als sie ihn leise erstaunt anschaute. senkte er erschrocken den Kopf. Eine leichte Röte bedeckte seine Stirn. Elsbeth fühlte plötzlich, daß Peter Wartenberg für sie eine tiese Empfindung haben mußte. Eine Liebe auf den ersten Blick. Künstlerseelen sind leicht entzündbar. Elsbeth bemerkte, wie sich ihre Blicke immer mehr ineinander verfingen, während Förl heiter und unbefangen plauderte. Ehrfürchtige Bewunderung stand in den guten dunklen Augen geschrieben, die Elsbeths Gesicht und Gestalt umfingen. Eine bittende Hilflosigkeit sprach aus seiner Gebärde. Bis heute hatte sich Elsbeth die Liebe eines großen Künstlers immer fordernd und rücksichtslos verlangend vorgestellt. In der Seele der Frau wurde plötzlich ein seltsamer Gedanke wach. Reichte hier nicht das Schicksal die Hand? Sollte sie zupacken? Peter Wartenberg— das fühlte sie mit der Sicherheit einer umworbenen Frau— würde ihr das Vergessen bringen können, das sie doch suchte. Aber fühlte sie für ihn ein Fünkchen Zuneigung? Elsbeth duckte sich ein Weilchen unmerklich zusammen.— Liebe? Zuneigung? Unsinn...! Das waren Dinge aus Wolkenkuckucksheim. Nein, was sie suchte, das war Taumel... Vergessen.! Nicht einmal ein warmes Gefühl verspürte sie für Peter Wartenberg. Gewiß. er war interessant, ausgeprägter Charakter, elegant, überhaupt Typus des Mannes. der eine Frau zu fesseln weit. Aber würde sie Wartenberg lieben können? Eine Laune spülte in Elsbeth hoch. Aus Bitterkeit. Vergessenwollen wollte sie ein Spiel mit dem Herzen ienes Mannes beginnen, dessen Blicke ihr versprechend werbend und bittend zuflogen. Sie griff in das Gespräch des alten Förl ein. streute witzige und fröhliche Worte aus. Peter Wartenberg war begeistert. Er fand Gelegenheit, diese seine Feststellung vorsichtig zum Ausdruck zu bringen. Wenn Elobeth sich ihm zuwandte, dann sob er ein lockendes Lächeln um ihren Mund. Die Minuten glitten wie ein Nichts vorbei. Direktor Förl hatte zur Feier des Wiedersehens einen guten Mosel auffahren lassen, der jetzt goldig und duftend in den Gläsern prangte. „Prost...! Auf Ihre Kunst!“ sagte Elsbeth immer wieder und in Wartenberg stieg ein heftiges Freuen auf. Er, der bis heute nur seinem Schaffen gelebt hatte. der nur die Lösung seiner künstlerischen Aufgabe als einzigen Lebenszweck erkannte, war wie in ein unsichtbares Netz geraten. Gleich. im ersten Augenblick, fühlte er, daß Elsbeth Hilgen sein Schicksal war. So sehr er sich auch dagegen wehrte, er wußte sich in den Kreis eines besonderen überwirklichen Geschehens eingespannt. Freudig erschrocken erkannte er: das war die Liebe! Jenes Heiligtum, das ihm für immer verschlossen schien, hatte plötzlich und unerwartet seine Tore geöffnet. Es war ihm gleichgültig. was wurde: Elsbeths Bild würde sich aus seiner Seele nicht mehr fortwischen lassen. Hatte Peter Wartenberg nicht noch vor wenigen Tagen einen glänzenden Disput mit einem Freunde über die„Liebe im ersten Blick“ gehabt und hatte er nicht die Auffassung vertreten. daß das alles ein Unsinn sei! Nun hatte ihn die Strafe ereilt. Aber Peter Wartenberg fand, daß sie süß und eine schöne Last war. Er ging jetzt mehr aus sich heraus. Er hielt dem lockenden Blick Elsbeths stand und konnte es nicht begreisen, daß die Stunden der Fahrt so schnell herumgingen. Die ruhige stolze Elsbeth sprühte vor Eifer und Stimmung. Direktor Förl war am Schluß der Fahrt einsilbig geworden. Er betrachtete Elsbeth aufmerksam und spürte. daß ihre Seele hinter der Maske der Aufgeräumtheit und Ausgelassenheit ein böses Verstecken spielte. Was sie nur hatte? Er sah aber auch, daß sein Schützling. Peter Wartenberg. sich seelisch stark an Elsbeth vervflichtete. Eine so seltsame, ausgelassene und jungenhafte Freude kannte er bei den Künstler überhaupt nicht. Sonst war er immer einsilbig, verschlossen, von den Dingen seiner Kunst ganz erfüllt. Aber heute...! Direktor Förl war unzufrieden. Er war froh, als der Zug in der großen Halle des Bahnhofs Friedrichstraße die Bremsen anwarf. Peter wartenberg bekümmerte sich um den Koffer Diese Gelegenheit nahm Förl wahr. um einige Worte mit Elsbeth zu tauschen. „Gnädigste!" begann er ernst.„nehmen Sie mir bitte meine Worte nicht übel. Sie sind gutgemeint. Ich habe es gesehen, daß Wartenberg sich Ihnen in einer Weise widmet, die mir an ihm unbekannt ist. Ich sage es als Bitte: sollte er ernsthaft sich um Sie weiter bemühen, dann treiben Sie kein falsches Sviel mit ihm. Er ist ein ganzer Kerl. ein wirklich guter Mensch und ein begnadeter Künstler. Eine Enttäuschung würde ihn vielleicht zu Grunde richten...!“ Förl brach ab, denn Peter Wartenberg trat wieder hinzu. Elsbeth nickte dem Direktor zu und sagte: „Ich muß mich verabschieden, ich werde erwartet! Ich danke den Herren für die schöne Reisebegleitung!" Sie reichte zuerst Förl die Hand. der sie kräftig drückte, Elsbeth verstand, was er sagen wollte. Dann hielt Peter Wartenberg ihre kleine schmale Hand fest. Ein bittende Blick tauchte in Elsbeths Augen. Wir gern hätte de Künstler gesagt: „Gehe nie wieder fort! Du gehörst von heute ab zu mir, und ich bin nichts, wenn du nicht ganz mein eigen werden willst." Aber er bewahrte Haltung, verneigte sich korrekt und fragte nur: „Sehen wir uns wieder. Gnädigste?“ Sie entriß ihm ihre Hand. die er unbewußt länger festhielt. „Vielleicht!“ sagte sie. „Bestimmt!“ bat seine dunkle Stimme. „Vielleicht...!“ Elsbeth drehte sich plötzlich um und tauchte in dem Gewühl unter. Peter Wartenberg schaute hinterher, als entschwände ihm ein Engel des Glückes und der Schönheit. Seufzend stieß Direktor Förl ihn an. „Aber Peter...! Wir sind doch immer vernünftig gewesen!“ Ein schönes Lächeln stand um seinen Mund. „Wenn ich heute unvernünftig bin— dann möchte ich es immer bleiben. Schön ist die Welt... alter, guter Förl!“ Der Direktor schlug in komischem Entsetzen die Augen zum grauen Hallendach. „Komm!" befahl er.„Wir haben noch eine Probe zu machen!" Elsbeth schritt unterdessen die Friedrichstraße herauf. Im Hasten und Treiben der Menschen kam ihr mit einem Mal das Sinnlose ihres Handelns zum Bewußtsein. Was sollte sie hier? Fremde, gleichgültige Gesichter trieben vorbei. Wie einsam kann man doch sein inmitten eines Menschengewühls!“ „Na. Fräuleinchen, sehlt Ihnen was?“ fragte ein Berliner mit vorwitziger Nase und frechen Augen. „Nein!“ sagte sie hart und plötzlich und schritt weiter. (Fortsetzung folgt.) Nr. 148(Zweites Blatt) Herner Anzeiaer Dienstag, den 28. Juni 1938 Westfalen-Süd auf der Rundfunkausstellung 4 Sonderzüge fahren nach Berlin.— 11 alte Rundfunkhörer aus Westfalen-Süd. RSG. Unaufhaltsam entwickelt sich die deutsche Technik. Sie bleibt niemals Zustand, sondern steht immer in einem organischen Rhythmus, drängt immer wieder nach Vollendung. So blieb auch der deutsche Rundfunk nie in einem Stadium haften, und er wird auch künftighin nicht Halt machen. Mag mancher Hörer vielleicht der Ansicht sein:„Rundfunk noch vollkommener?— unmöglich!“, dieses„Unmöglich“ kennt der deutsche Techniker nicht, die Rundfunkausstellung 1938 wird es beweisen. Diese 15. Rundsunkausstellung der Reichshauptstadt vom 5.—21. August 1938 wird, soviel kann heute schon gesagt werden, mit einigen sensationellen Neuigkeiten aufwarten. Wir wollen den Dingen nicht vorgreifen oder uns hier mit technischen Einzelheiten befassen, aber wir können sagen, daß die Ausstellung wertvolle Ueberraschungen bringen wird. Erstmalig werden auch in diesem Jahr die Reichssender gebietseigene Ausstellungen bringen. Für diese Ausstellungen haben die Gauhauptstellen Rundfunk der das Sendegebiet umfassenden Gauleitungen der NSDAP Material geliefert, u. a. Zahlen über die Bewegung Der Rundfunkhörer, Berichte über besonders schöne Pendungen, Bilder aus den Sendegebieten und AufNiahmeorten. Die Reichssender werden auch besondere Sendungen von der Ausstellung aus bieten. Die Sendung des Reichssenders Köln, in der auch der Gau Westfalen=Süd mit Darbietungen vertreten ist, findet am 13. August statt. Die Kurzwellentechnik bietet eine weitere Ueberraschung der diesjährigen Ausstellung. Sie ist eine lebendige Brücke zum Auslandsdeutschtum und ist mehr und mehr in den völkischen Dienst nationalsozialistischer Kunst und Kultur gestellt worden. Nicht minder ist auch das Fernsehwesen in einen neuen Abschnitt gerückt und wird den Besuchern einen Ueberblick geben, was auf diesem Gebiet seit der letzten Ausstellung gearbeitet, geleistet und erreicht worden ist. Wie NSG bereits vor einigen Wochen meldete, sind die 100 ältesten Rundfunkhörer während der Ausstellungszeit Gäste der Reichsrundfunkgesellschaft. Es ist möglich, daß der Gau Westfalen=Süd von diesen 100 ältesten Rundfunkhörern 11 nach Berlin schicken kann. Allerdings sind rund 2000 Anmeldungen eingegangen. Da zudem am 15. Juni die Frist der Anmeldung abgelaufen ist, erübrigt es sich, sich weiter um eine kostenfreie Fahrt zur Rundfunkausstellung zu bemühen. Tausende Volksgenossen aus Westfalen=Süd werden die Ausstellung mit Sonderzügen besuchen. Die Hauptstelle Rundfunk WestfalenSüd fährt in Verbindung mit der NS=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ vier Sonderzüge nach Berlin, und zwar den 1. Zug vom 4.—8. August, zwei Züge vom 8.—15. August und den 4. Zug vom 11.—19. August. Die Abfahrtsorte und Zusteigestationen liegen noch nicht fest. 3 Züge sind inzwischen ausverkauft, so daß sich eine umgehende Anmeldung für den vierten Sonderzug empfiehlt. Die Preise sind auch in diesem Jahr außerordentlich niedrig gehalten und betragen einschließlich Eintritt zur Ausstellung, Uebernachtung und Frühstück für den ersten Zug 21,50 RM., für die beiden nächsten Züge 27 RM. und für den Zug vom 11.—19. August 31.50 RM. So sieht nicht nur die deutsche Rundfunktechnik, sondern Tausende von Ausstellungsbesuchern und darüber hinaus die gesamte deutsche Hörerschaft sehen diesen Tagen entgegen: mit Spannung und lebendigem Interesse. höchstleistungen im westfälischen wohnungsbau 22 641 neue Wohnungen wurden 1937 gebaut.— 11 505 Wohngebäude. Nach den jetzt vorliegenden endgultigen amtlichen Ergebnissen der Bautätigkeit im Jahre 1937 weisen sowohl der Wohnungsbau als auch der übrige Hochbau im Jahre 1937 Hochleistungen auf, wie sie bisher in keinem anderen Jahre der Nachkriegszeit erreicht worden sind. Der Zugang an Neubauwohnungen war im Reich mit 308 945 um 9,4 Prozent größer als im Vorjahr. In der Provinz Westfalen wurden im Jahre 1937 11 505 Wohngebäude errichtet, davon 3101 mit Unterstützung aus öffentlichen Mitteln. Die Zahl der durch den Neubau und Umbau geschaffenen Wohnungen betrug insgesamt 22641. Von ihnen waren 21663 durch Neubau und 978 durch Umbau gewonnen. Da die Errichtung von Arbeiterwohnstätten in steigendem Maße gefördert wurde, hat der Kleinwohnungsbau am stärksten zugenommen. Dementsprechend ist der Anteil der neuerstellten Kleinwohnungen(mit 1 bis 3 Wohnräumen) von 7787 auf 9922 im Jahre 1937 in Westfalen gestiegen. Die staatliche und gemeindliche Fürsorge für den Wohnungsbau drückt sich in der hohen Zahl von 5372 mit Unterstützung aus öffentlichen Mitteln errichteten Wohnungen aus. Davon wurden mit Mitteln der Kleinsiedlung oder mit Hilfe von Reichsbürgschaften für Kleinsiedlungen 1870 Kleinwohnungen geschaffen. Der Reinzugang an Wohnungen(d. h. der Wohnungszugang abzüglich des Wohnungsabganges durch Umbauten. Abbrüche, Brände usw.) betrug im letzten Jahre in Westfalen 21795. Das entspricht 4.3 Wohnungen auf 1000 der Bevölkerung gegenüber dem Reichsdurchschnitt von 4,8 Wohnungen auf 1000 Einwohner. Der Bau von Nichtwohngebäuden, dessen Gesamtumfang schon im Jahre 1936 im Reiche doppelt so hoch war wie 1932, hat 1937 weiter zugenommen. In Westfalen wurden 5566 Nichtwohngebäude im letzten Jahre errichtet mit 7014000 Kubikmeter umbauten Raumes gegenüber 5971 Gebäuden im Vorjahr. Obwohl der„Ueberhang“ an im Bau befindlichen Wohnungen Ende 1937 um etwa 20000 geringer war als Ende 1936, werden die Aussichten für den Wohnungsbau im Jahre 1938 vom Statistischen Reichsamt günstig beurteilt, da in den ersten Monaten des umlaufenden Jahres die Wohnbautätigkeit außerordentlich lebhaft eingesetzt hak. Erhaltung u. Eflege heimatlichen volks- u. Brauchtums Gaufelt der Trachtengruppen und Landsmannichaften in Herne. Anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr der Gründung einer Trachtengruppe als Ortsgruppe Herne seitens des Vereins heimattreuer Bayern fand am Sonntag das alljährliche Gaufest der Trachtengruppen in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft der Landsmannschaften Herne statt. Gegen 3 Uhr wurden die Veranstaltungen mit einem Festzug, an dem 14 Gruppen teilnahmen, eingeleitet, um so die Bevölkerung durch ein öffentliches Zeigen heimatkundlichen Volkstums in der Kleidung, Musik u. a. auf die Ziele und Bedeutung des Zusammenschlusses hinzuweisen. Vom Vereinshause in der Düngelstraße bewegte sich der schöne Festzug, dessen ganze Aufmachung in den bunten Trachtenkostümen und der Bayernkapelle viele Zuschauer herbeilockte, durch die Altenhöfener, Hermann=Löns=, Goethe=, Schaefer= und Bahnhofstraße zurück zum Ledigenheim, wo der große Saal bald mit Festteilnehmern dicht gefüllt war und sowohl im Schmucke der Hitlerfahnen und der einzelnen Trachtengruppenbanner wie auch durch den Farben= und Formenreichtum der Gruppen ein abwechslungsreiches Bild bot. Nach den Begrüßungsworten des Vereinsleiters der Herner Ortsgruppe heimattreuer Bayern, Petzenhauser, sprach Fachstellenleiter Franz Denk=Gladbeck her die einheitliche Zielsetzung zur Lösung der den rtsgruppen gestellten Aufgaben. Danach muß jede Landsmannschaft ihre besondere Stammesart selbständig wahren, jeder Einzelne soll ein Kämpfer für diese Idee sein, um so zum Auf= und Ausbau der Gruppen mit beizutragen und wertvolle Volkstumsarbeit zu leisten. In Verbindung mit der RSG. „Kraft durch Freude“ wird in Gemeinschaftsfahrten durch die deutschen Gaue einerseits den Mitgliedern die Schönheit ihres Vaterlandes erschlossen, andererseit gleichzeitig Sinn und Verständnis für die Eigenarten vieler deutschen Volksstämme geweckt. Eine der demnächstigen Fahrten führt durch den Gau AachenKöln. Nunmehr sprach Kreisfachstellenleiter von Westfalen=Süd, Parteigenosse Scheer=Dortmund, der die Grüße des verhinderten Gaufachstellenleiters Niedermeyer überbrachte. Eingangs betonte der Redner, daß insbesondere die Ortsgruppe Herne des Bayernvereins durch ihr ständiges Trachtentragen ihre große Anhänglichkeit an die Sitten und Bräuche der alten Heimat auch öffentlich beweise und so zielsicher und unbeirrt den rechten Weg dabei gehe. Der Führer, der selbst ein großer Freund und Anhänger seiner Heimattracht sei, habe wiederholt von den hohen Kulturaufgaben gesprochen, die den Landsmannschaften und Trachtengruppen gestellt seien, weshalb diese auch nicht von den Vereinsauflösungen betroffen worden wären. Sie erhalten von der NSKulturgemeinde und KdF. die Richtlinien für ihre grundsätzliche und besondere Volkstumsarbeit. Hierzu gehören: Pflege heimatlicher Sitten, Gebräuche, Mundart u. a. Weil die Stammesheimat die Wurzel allen Volkstums ist, darum soll auch jede einzelne Landsmannschaft ihre Stammesart wahren und pflegen. Eingehend behandelte der Redner die beiden Fragen:„Was wollen wir?“ und„Wie sind die Gruppen entstanden?“ Ausgehend von der durch die Arbeitslosigkeit entstandenen Abwanderung zeigte er die Bildung der Landsmannschaften in der Wahlheimat und ihre damit verbundenen neuen Aufgaben. Da letztere von den Gauen nicht genügend bestritten werden können, ist es Ziel und Pflicht der Otrsgruppen, diese zu lösen. Erfreulicherweise würden dem Gau immer günstigere Ergebnisse über den Fortschritt der Volks= und Brauchtumsarbeit gemeldet, der im Interesse der engeren Heimat sowie von Volk und Vaterland liegt. Im zweiten Teile der Veranstaltung wurden von sämtlichen Landsmannschaften und den 7 Trachtengruppen unter den Klängen heimatlicher Musik die verschiedenen Volkstänze aus der Heimat vorgeführt, die mit den„Niederschlesischen Heimatklängen" begannen. Es war eine Freude, dem bunten und eigenartigen Bilde zuzuschauen, wo die langen weißen Federn sich auf den grünen Hütchen schaukelten, die Burschen in Hemdsärmeln und Lederhosen und die Mädels im schönen bunten Dirndl=Kleidchen tanzten. Besonders die Schuhplattler fanden großen Beifall, desgleichen die Figuren= und Ehrentänze, die meist einzeln aufgeführt wurden. Bei den Vorführungen der Schuhplattlertänze und der Trachtenschau wurden die schönsten und arteigensten Gruppen als Gausieger mit Eichenblättern ausgezeichnet. Spiel mit dem Tode Aktion zur Verhütung der Verkehrsunfälle. In einem Jahr 8388 Tote und 174 000 Verletzte. Mit einer so ungeheuren Schnelligkeit ist in den letzten fünf Jahren die Motorisierung Deutschlands vor sich gegangen, daß alle Beteiligten— von der Polizei bis zu jedem einzelnen Verkehrsteilnehmer— vor schwierige Aufgaben gestellt wurden. Aus Mangel an Schulung der Massen konnten sie nur teilweise gelöst werden; und wenn wir auch von Unfallziffern amerikanischen Ausmaßes verschont bleiben, so haben wir im Jahre 1936 doch 8388 Tote und rund 174000 Verletzte zu beklagen. Durch die sich immer stärker auswirkende Aufklärung und Erziehung konnte zwar im vergangenen Jahr die Zahl der Toten um etwa 9 v. H. gesenkt werden, aber diese Verkehrsopfer sind für uns ganz untragbar. Darum fahrt vorsichtig und beachtet die Verkehrsvorschriften, damit es euch nicht so geht wie diesem Autofahrer.(Scherl-Bilderdienst-M) Mehrere Male schon war ich Augenzeuge bei Zusammenstößen von Kraftwagen in verschiedenen Hauptverkehrsstraßen Hernes. Zum Glück ging es dabei immer glimpflich ab. d. h. es kam nicht zu schweren Verletzungen oder gar zum Tode der Beteiligten. Hautabschürfungen, zerbrochene Scheiben und verbogene Kotflügel waren aber die regelmäßigen Zugaben. Die Polizei ist meist auch sofort zur Stelle und sovgt für das Nachsviel. Es ist unglaublich und immer wieder überraschend. mit welcher Schnelligkeit die Menschen an der Unfallstelle zusammenströmen. Der erste Blick gilt den Wageninsassen, und jeder atmet erleichtert auf und lächelt ein wenig, wenn die Zusammengestoßenen aus ihren Wagen klettern, wie Kampfhähne einander. gegenüberstehen und sich gegenseitig die Schuld zuschieben. Natürlich ist es auch in solchen Fällen meist so, daß Schuld auf beiden Seiten vorliegt; aber bei den Zusammenstößen. die ich beobachtete, gab es unter grober Verletzung der Verkehrsregeln nur ein einseitiges Verschulden. Spiel mit dem Tode! Wir klugen und mißtrauischen Erwachsenen wissen, daß überall Türen offenstehen, aus denen das Unheimliche heraustreten und sich uns erbarmungslos nähern kann. Das ist nicht unsere Schuld, und wir können das Unvermeidliche nicht voraussehen. Aber ein frevelhaftes und gefährliches Sviel mit dem Tode treiben jene, die in gemeinschaftswidriger Selbstherrlichkeit sich so verhalten, als ob die Verkehrsvorschriften ausgerechnet für sie nicht berechnet seien. In einer Straße, an der Mündung einer von links kommenden Einbahnstraße, stießen vor einiger Zeit zwei Personenwagen zusammen. Jeder Nichtautofahrer, der sich um der Allgemeinheit willen ein wenig in die Verkehrsvorschriften vertieft hat. konnte feststellen, daß der aus der Einbahnstraße kommende Fahrer sich regelwidrig verhalten hatte. Sein Wagen stand nach dem gelinden Zusammenstoß an der linken Seite des Ausgangs der Einbahnstraße. Wie so viele. hatte auch dieser Wagenlenker den Begriff„Einbahn= straße" so ausgelegt, daß auf solcher Straße alle Vorschriften über das Rechtsfahren usw. keine Geltung haben. Nein, es handelt sich in solchem Falle nicht um die Auslegung seitens eines Unwissenden, sondern um das oberflächlichste und denkfaulste Verhalten eines Leichtfertigen. Er war im Begriffe gewesen, die rechte Seite der an dieser Stelle besonders unübersichtlichen und verkehrsreichen Straße erster Ordnung von links her anzusteuern. Vorfahrtsrecht hin. Vorfahrtsrecht her: die Straße war in erster Linie für ihn da. Von ganzem Herzen wünschte ich diesem rücksichtslosen„Volksgenossen“ einen ganz gehörigen gerichtlichen Denkzettel: solche Menschen gehören nicht an das Steuer. Mit dem Rade fahre ich durch eine Einbahnstraße. Vor mir fahren auf ihren Rädern zwei junge Madchen nebeneinander(!) und voll Unruhe: die eine gondelt noch dazu fortwährend in die Mitte der Fahrbahn hinein. und im Ueberholen kam sie mir unvermutet vor das Rad und kugelte sich auf dem Fahrdamm: ich konnte noch einigermaßen gut landen und habe dem Mädchen, das sich unversehrt erhoben hatte. einige nicht sehr zarte Winke mit auf den Weg gegeben. Oft beobachtete ich Hunde. die vor dem Ueberschreiten der Fahrbahn links die Straße hinauf= und rechts hinunterwittern, als wären sie in einer Verkehrsschule gewesen. Und wir vernunftbegabten Menschen? Rennt nicht mancher Sehende wie blind in Gefahr und Tod? Anläßlich der Aktion zur Verhütung der Verkehrsunfälle, die des Reiches Provagandaminister Dr. Goebbels persönlich einleitete, sollten wir besonders daran denken, daß die meisten Unfälle nicht durch Versagen des Materials. sondern durch menschliches Verschulden herbeigeführt werden. Hast du in unserer Stadt das Plakat gesehen, das einen Schupomann zeigt. der dir die flache Rechte warnend entgegenhebt?„Vorsicht im Straßenverkehr!“ Handle danach Die neue Baugesinnung Die neue bauliche Gestaltung von Betrieben nach den Grundsätzen der D2J. Ein besonders wichtiges Gebiet innerhalb der Neugestaltung des Arbeits= und Lebensraumes der schaffenden deutschen Menschen ist die bauliche Gestaltung der gewerblichen und industriellen Betriebe nach den Grundsätzen, die der Nationalsozialismus für das gesamte Bauen im neuen Deutschland entwickelt hat. Die Deutsche Arbeitsfront befaßt sich durch ihr Amt„Schönheit der Arbeit“ auch mit dieser Frage und hat in jedem Gau ihre Vertreter damit beauftragt, den Betriebsführern bei der Vorbereitung und Ausführung von betrieblichen Bauten mit Rat und Tat im Sinne der Forderungen der DAF. zur Seite zu stehen. Ueber die hauptsächlichsten Gesichtspunkte, die auf diesem Arbeitsgebiete von der DAF. herausgestellt werden und im betrieblichen Bauen immer mehr ihre Verwirklichung finden sollen, machte in einer Besprechung bei der Gauwaltung Schlesien der DAF. Vertrauensarchitekt Häusler(Breslau) einige bemerkenswerte Ausführungen. Die Ansich, daß das industrielle Bauen vom Kleingewerbe bis zur Großindustrie allein eine Angelegenheit des reinen Zweckes sei, hat, so führte der Reserent u. a. aus, heute keinen Platz mehr in Deutschland. Auch diese Bauten haben die Aufgabe, Ausdruck der Gesinnung unserer Zeit zu sein, sich mit schönen Formen harmonisch in das Bild von Stadt und Land einzufügen und dem deutschen Menschen einen Raum zu bieten, in dem er freudig und leistungsfähig schaffen kann. Jeder gewerbliche und industrielle Bauherr hat die Pflicht, sich diese Ueberlegungen zu eigen zu machen und danach zu handeln. Gewiß geht es bei diesem Bauen in erster Linie um wirtschaftliche Dinge. Es ist nicht gleichgültig, ob ein Betrieb wirtschaftlich zweckmäßig ist und arbeitet, denn die in ihm ausgewendete Arbeitskraft und verarbeiteten Werkstoffe sind Volksvermögen, die dem Betriebsführer zur besten Verwertung übergeben sind. Voraussetzung für eine fruchtbare Arbeit ist aber zunächst Ordnung und planvolle Organisation der Arbeit. Um dieses Ziel zu erreichen und darüber hinaus zu vermeiden, daß durch willkürlich gestaltete Erweiterungsbauten das bauliche Gesicht eines Betriebes und seiner Umgebung verschandelt wird, ist unbedingt eine eingehende Gesamtplanung vor jedem neuen Betriebsbau erforderlich. Der Gestalter dieser Planung. der Architekt, muß Einfühlungsvermögen in die jeweilige Aufgabe, Organisationsgabe, klares technisches Denken. Gestaltungskraft und vor allem stärkstes Verantwortungsbewußtsein und Einsatzbereitschaft besitzen. Im allgemeinen wird deshalb der Weg salsch sein, den viele Betriebe einschlagen, wenn sie bauliche Planungen von ihren Ingenieuren oder Technikern vor nehmen lassen, da diese Arbeit vornehmlich eine Aufgabe des Planers von Beruf, des Architekten, ist. Ein gewerblicher Bau braucht zwar kein Kunstwerk zu sein, vor allem soll man ihm nicht Kunst anhängen wollen. aber er soll ehrlich und anständig in der baulichen Gesinnung sein. Wird dieser Grundsatz berücksichtigt dann wird er auch schön sein und auf seine Art allen kulturellen Anforderungen genügen. Hierzu gehört auch eine werrgerechte Materialverwendung und eine saubere und tüchtige handwerkliche Ausführung. Künstlerischer Schmuck ist dadurch nicht ausgeschlossen, aber es soll mit ihm sparsam verfahren und seine Anbringung auf wirklich geeignete Stellen beschränkt werden. Mit dem kulturellen Wert eines Baues ergeben sich seine Beziehungen zum Menschen. Hierin liegt das Wesentliche des Bauens. Freude kann nur dort aufkommen, wo die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Für die Arbeitsleistung ist es wichtig, wie die Räume und die Umgebung beschaffen sind. In unordentlichen, schmutzigen, schlecht belichteten und belüfteten Räumen und einer ebenso trostlosen Umgebung wird Freude nicht aufkommen können. Diese Zusammenhänge müssen in ihrer Wichtigkeit erkannt und entsprechend verwertet werden. Das Amt„Schönheit der Arbeit“ hält dafür eine Fülle von Anregungen und Erfahrungstatsachen bereit. Der nationalsozialistische Staat hat die Forderung nach einem planmäßigen Bauen und einer anständigen Baugesinnug bereits stärkstens gesetzlich unterbaut, und sämtliche mit dem Arbeitsgebiet besaßten höchsten und nachgeordneten Stellen haben entsprechende Anordnung getroffen. Doch wichtig bleibt immer die freiwillige Mitarbeit aller Volksgenossen an der von der nationalsozialistischen Führung vorgezeichneten Aufgabe. Drei Jahre Arbeitsdienstpflicht. Am 26. Juni 1935 wurde durch Gesetz die Arbeitsdienstpflicht verkündet, nachdem bereits im Juli 1932 durch die NSDAP. die Freiwillige Arbeitsdienstpflicht begründet und gute Erfolge ermöglicht hatte. Durch das Gesetz wurde der Arbeitsdienst zum Ehrendienst am deutschen Volke erhoben. Alle jungen Deutschen sind verpflichtet, im Reichsarbeitsdienst zu dienen, ohne Ansehung der Person oder Herkunft.„Der Spaten ist aufgewertet worden, er ist das Symbol einer neuen Gemeinschaft.“ Der Satz„Arbeit adelt“ kam wieder zur Geltung. Neben der erzieherischen Aufgabe des Reichsarbeit#dienstes sind von großer Bedeutung für die Volksgemeinschaft die produktiven gemeinnützigen Arbeiten, die ohne den Arbeitsdienst hätten unterbleiben müssen. Wir wollen uns daran erinnern, daß durch Bodenkultivierung, in Deutschland noch eine Fläche von der Größe Ostpreußens urbar gemacht werden kann. Flurbereinigungen, Wasserlaufregulierungen und Katastrophenbekämpfung sind weitere wichtige Aufgaben des Reichsarbeitsdienstes. Mehr als 2000mal wird der RAD. durchschnittlich im Jahr bei Bränden, Hochwassergefahr usw. eingesetzt, um Volksvermögen zu retten. Es ist darum durchaus begründet, wenn man die Einführung der Arbeitsdienstpflicht der Einführung der Schulpflicht im Jahre 1717 und der Wehrpflicht im Jahre 1813 gleichstellt. Schule, Arbeitsdienst und Wehrmacht sind heute die Erziehungsgrundlagen der deutschen Menschen, wobei die entscheidende Mitwirkung der HJ. und der NS.=Formationen gewährleistet ist Die Besehlsgewalt über den RAD. übt der Reichsarbeitsführer Reichsleiter Konstantin Hierl aus, der Vorkämpfer. Gründer und Führer des National= sozialistischen Arbeitsdienstes von den ersten Anfängen bis zur heutigen Reichsorganisation ist. Dr. R. — Das Gaufest, das von viel Frohsinn und Heimattreue zeugte, hat seinen Hauptzweck, die Verbundenheit mit der ersten Heimat sowie die der einzelnen Ortsgruppen zu festigen und reicht und zur Stärkung der Brauchtum viel beigetragen. mehren, vollauf erlege von Volks- und Aus und für Herne Klüger als unsere Wünsche. Da bemüht man sich um etwas, weil es begehrensvert erscheint. Mit aller Sicherheit möchte man darauf cechnen, daß es gar nicht fehlschlagen kann. Und dann sieht man, daß es doch fehlgeschlagen ist. Mehr noch— es ist einfach tückisch gegen alle Vernunft das Gegenteil von dem erreicht worden, was man gewollt und gewünscht hat. Man sieht keinen Grund dafür, im Gegenteil, man sieht tausend Gründe, die zur Erfüllung führen müßten. Das Schicksal sagte: nein! Man ist enttäuscht, man kann sich in Aerger und Verbitterung hineinsteigern. Töricht, blödsinnig nennt man diese Fügung, bar jeder Einsicht und Vernunft. Dann geht vielleicht ein bißchen Zeit darüber hin. Man beruhigt sich, und nun kommt der Augenblick, in dem man durch„Zufall“ darauf hingewiesen wird, daß dieses Unsinnige gar nicht unsinnig war, sondern viel klüger als unsere Wünsche. Eben die Erfüllung dieser Wünsche hätte uns aus der Bahn gerissen, und es wäre für uns ein Verlust entstanden statt des Gewinns. Nur die Außenseite haben wir gesehen, und die konnte verlockend sein. Der Kern aber war faul, den wir nicht gesehen haben. Gewiß— das wollen wir nicht, daß wir vor dem Schicksal kapitulieren. Aber es ist nicht alles Schicksal, was man dafür hält, und manchmal ist schicksalhafte Klugheit am Werke, wo wir es nicht sehen wollen. Zugewiesen ist uns die Pflicht, mir ganzem Einsatz der Stimme zu folgen, die uns beruft. Wenn wir diese Pflicht erfüllen, wenn wir von uns sagen können, daß wir darüber hinaus nichts zu tun vermochten, und der Erfolg bleibt unserem Streben dennoch versagt, dann haben wir die Möglichkeit, zu beweisen, ob wir einsichtig oder töricht handeln können. Einsichtig ist es, ohne Zögern neuen Aufgaben und Zielen zugewandt sein, die nie fehlen werden. Töricht aber ist es, eigensinnig auf dem beharren was sich uns verwehrt, ja, was in der Erfüllung eher einen Fluch statt eines Segensspruches von unseren Lippen löste. Das hat mit Fatalismus nichts zu tun, sondern dürfte weit eher das kraftvolle Ja zu dem sein, was das Schicksal mit einem Nein bedenkt. *** An alle Köf-Urlauber. Durch die frühe Anmeldung zu einer KdF=Urlauberfahrt hat scheinbar schon mancher vergessen, daß vier Wochen vor Beginn der Fahri die Zahlung erfolgt sein muß. Hunderte von Teilnehmern mußten zurückgewiesen werden, weil die Fahrten schon ausverkauft waren, und viele der früher Angemeldeten es nicht für nötig hielten, 4 Wochen vor Fahrtbeginn ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Kreisdienststelle Herne=Castrop=Rauxel wird unnachsichtlich jede Eintragung aus ihren Listen entfernen, für die die Zahlung nicht 4 Wochen vor Beginn der Fahrt erledigt worden ist. *** Gebote der Post für Ferienreisende. 1. Besorge Dir rechtzeitig einen Postreisescheck. Er ist sicher, bequem und billig und enthebt Dich aller Sorge um den Verlust Deiner Ferienkasse. 2. Laß Dir bei dem nächsten Postamt eine Postausweiskarte, das überall gültige Ausweispapier. ausstellen. 3. Nimm auf weiten Reisen das Reichskursbuch mit, es gibt Dir in allen Reiseangelegenheiten zuverlässige Auskunft und guten Rat. 4. Vergiß auch nicht das Kraftpostkursbuch mit sämtlichen Kraftpost= und Eisenbahnkraftfahrlinien des Reiches: dann kannst Du auch abseits der großen Verkehrsstraßen im Kraftvostwagen die Schönheiten des Vaterlandes genießen. 5. Denke daran, daß die Daheimgebliebenen auf ein Lebenszeichen von Dir warten. Lege Dir deshalb beizeiten eine Liste mit den genauen Anschriften derjenigen an, denen Du schreiben willst. Ein Gruß aus der Ferne erhält die Freundschaft. 6. Stelle rechtzeitig— möglichst schon einige Tage vor der Reise— bei Deiner Heimatvostanstalt einen Nachsendungsantrag, damit die Post Dir Deine Sendungen pünktlich nachsenden kann. Weiter= und Rückreise melde zweckmäßig ebenfalls umgehend bei der Post an. 7. Sage der Rundsunkstelle Bescheid, wenn Du verreist. Laß Dir Deine Fernsprechrechnungen nachsenden oder hinterlege bei der Fernsprechrechnungsstelle einen Betrag, der dem Monatsaufkommen an Fernsprechgebühren entspricht. 8. Belaste Dich nicht unnötig mit Geväck. schicke Reiseutensilien. Wäsche u. dgl. in Postvaketen oder Päckchen voraus, denn mit dem leichtesten Geväck läßt sich am leichtesten reisen. 9. Sorge dafür, daß Du stets einen angemessenen Vorrat an Postwertzeichen bei Dir hast. Ein Freimarken= heftchen gehört zu einer vollständigen Reiseausrüstung. Besonderen Wert bekommen Deine Feriengrüße. wenn sie mit Sonderwertzeichen der Deutschen Reichspost freigemacht sind. .0. Schreibe jede Anschrift stets deutlich, vollständig und möglichst mit Tinte. Gib in der Absenderangabe auch Deine genaue Ferienadresse an. Nur so erreicht der Feriengruß nicht nur sein Ziel, sondern erfüllt auch seinen Zweck. die Verbindung mit der Heimat aufrecht zuerhalten. Gartenkonzert in Sodingen. Der MGV. Concordia musizierte unter der Leitung von P. Folge=Bochum mit dem Gaumusikzug Westfalen=Süd(Leitung stellvertr. Gaumusikzugführer Suhling) am Sonntag im Garten der Wirtschaft Borgmann vor einer infolge des nicht sonderlich warmen Wetters verhenltnismäßig kleinen Hörerschaft. Im ersten Teil des Konzerts erklangen im wesentlichen Sätze vom Mai und Wandern, die sich in ihrer musikalischen Struktur an den homophonstrophischen Aufbau bei eingängiger Melodie= und Stimmenführung hielten. Sympathisch wurde„Der Lenz ist gekommen“ von Dürrner geboten. Pohls schlicht=volkstümlicher Satz„Heidelied“ machte dem Klangkörper keine Schwierigkeiten und fand viel Beifall. Nicht restlos zu befriedigen vermochte Bucks Arbeit„Im Maien". Der Chorklang ließ manchen Wunsch offen. Vielleicht lag das daran, daß der Männerchor bei diesem Konzert nicht alle Sänger zur Stelle hatte. Oder folgte man den Absichten des Dirigenten nicht aufmerksam genug? Aufmerksamkeit bis ins Letzte hinein ist bei jedem Konzert(auch Gartenkonzert!) eine der ersten Forderungen. Wie abgerundet im Chorklang kam im Gegensatz zu„Im Maien“ dann Gellerts vollchöriger Satz„Wandern im Mai“ in dem flotten Marschtempo seiner frischen Harmonik. Freude am frühlingshaften Werden sprach aus Zanders Arbeit„Tanz und Gesang“, die zum zweiten Konzertteil in beschwingtem Zweitakt überleitete. Viel Beifall löste der im harmonischen vollklingende humorvolle Satz„Der Kronenwirt“ von Schilling aus. Zwei Märsche mit Blasorchester bildeten den Abschluß des Konzertes und zwar„Frei weg" von Latan und der immer wieder wündende„RadetzkyMarsch“. Der Gaumusikzug wartete mit Märschen, Tänzen und Potpourris auf und betreute den Instrumentalpart der beiden Märsche. ** „Die Sparkasse im Eine Sparkassenwissenschaftliche Halbwoche in der Verwaltungsakademie Bochum. RSG. Unter äußerst reger Beteiligung der Sparkassenbeamten aus den verschiedensten Städten des Industriebezirks wurde Donnerstag vormittag die vom Westfälischen Sparkassen= und Giroverband in Verbindung mit der Verwaltungsakademie in Bochum durchgeführte Sparkassenwissenschaftliche Halbwoche„Die Sparkasse im bürgerlichen Rechtsverkehr“ eröffnet. Der große Hörsaal der Verwaltungsakademie in Bochum war für die Eröffnungsfeier würdig ausgeschmückt worden. Das Häusler=Quartett des Städtischen Orchesters Bochum spielte einleitend ein Menuett von Haydn. Der Direktor der Anstalt, Parteigenosse Dr. Elleringmann, hieß die Teilnehmer herzlich willkommen und dankte allen Männern, die sich für das Zustandekommen des Lehrganges eingesetzt hätten. Der stellvertretende Präsident des Deutschen Sparkassen= und Giroverbandes, Dr. Gugelmeier, Berlin, sprach zum Thema„Die Sparkassen als Glieder der deutschen Kreditwirtschaft". Der Redner beleuchtete zunächst die Geschichte des deutschen Sparkassenwesens und betonte, daß die Sparkassen aus dem Gedanken der Fürsorge und Vorsorge geboren seien. Durch die Zusammenfassung der Kräfte wollte man dem Einzelnen helfen. Nach der Machtübernahme sei der Gedanks, alles müsse der Gemeinschift dienen, zu einem festen Begriff geworden. Niemand darf mehr gegen diesen Grundsatz handeln. Der Verbandsvorsteher des Westfälischen Sparkassen= und Giroverbandes, Dr. Rosenbaum, Münster, sprach über„Die Beleihung von Grundstücken im Real= und Personalkreditgeschäft nach den neuen Beleihungsgrundsätzen“. Am Nachmittag gab es zwei weitere Vorträge. Universitätsprofessor Dr. Schumann, Münster, sprach über„Spargeschäft, Sparguthaben und Sparbuch in Rechtstheorie und Rechtspraxis“ und Universitätsprofessor Rechtsanwalt Dr. Hallermann, Münster, zum Thema„Die Sparkassen und das neue Grundbuchrecht". * Ihr silbernes Berufssublläum konnten auf der Zeche Julia der Maschinensteiger Johann Großjung und der Hauer Hugo Paduch begehen. Auf der Zeche Mont Cenis können gleichzeitig der Zimmerhauer Paul Czech, der Lehrhauer August Koch und der Wäschearbeiter Aug. Kaiser auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Zeche zurückschauen. Herzl. Glückwunsch! * Die sportliche Leistungsprüfung der Bergjungleute der Zechen Julia und Mont Cenis findet am 3. Juli auf dem Sportplatz der Zeche Recklinghausen 2 in Hochlarmark statt. Die Kämpfe, die den Drei=, Fünf=, Siebenkampf und Massenfreiübungen umschließen, beginnen um 8 Uhr morgens und werden gegen 13 Uhr beendet sein. * R ü c k k e h r d e r V e r m i ß t e n. Der seit dem 5. d. M. vermißte Bergmann Ludwig Boer, geb. am 3. 4. 1900 zu Bochum, zuletzt in Herne, Kraystraße 13, wohnhaft gewesen, ist in Datteln von der Polizei aufgegriffen worden.— Ebenso ist der seit dem 24. d. M. vermißte Bäckerlehrling Hugo Sieverling, geb. am 11. 7. 1924 zu Lichtenhorst, zuletzt in Herne, Bahnhofstraße 5, wohnhaft gewesen, in die elterliche Wohnung zurückgekehrt. * R e i c h s b u n d d e r R i n d e r r e i c h e n. Wir verweisen an dieser Stelle nochmals auf das am Mittwoch, dem 29. 6. 1938(Peter und Paul), nachmittags 4 Uhr stattfindende Kaffeetrinken in der Westfalenschänke. Karten für Kaffee und Kuchen sind noch an der Kasse zum Preise von 0.60 M. zu haben. * Am Kameradschaftstreffen des Bundes Hessischer Leibgardisten in Verbindung mit den ehem. Angehörigen der 25. Hessischen Division in Dortmund vom 2. bis 4. Juli sind folgende Formationen beteiligt: Leibgarde J. R. 115, J. R. Kaiser Wilhelm 116, 1. Leibregiment Großherzogin 117, J. R. Prinz Karl 118, J. R. 168, 186, 221, 254, 358, 390, 418, 625, Res. J. R. 116, 118, 222, 254, 224(7.—12. Komp.), 88 2. Batl., Landw.= J. R. 116, 118 und 94, Musketen=Batl. 1 und 2, Ersatz=Batl. 115, Ergänzungs=Batl. Gießen, 53 und 116, Brigade=Ersatz=Batl. 50, M.=G.=ScharfschützenAbtlg. 55 und 59, Arm.= Batl. 54, 87, 108, 116, 134 und 188, Fuß=Art.=Rgt. 3, Art.=Regt. 25 und 61, Dragoner=Regt. 23 und 24, Pionier=Regt. 25 und 61, Abtlg. 18, Landsturm=Batl. XVIII 18 und 20. Anmeldungen zu diesem großen Kameradschaftstreffen nimmt das Fremdenverkehrs= und Werbeamt der Stadt Dortmund, Stadthaus, entgegen, welches auch weitere Auskunft erteilt. Stadt Wanne=Eickel Kohlenstadt vor 70 Jahren. Durst haben die Wanne=Eickeler schon immer gebabt. denn bereits zu dieser Zeit waren in den fünf Gemeinden des Amtes nicht weniger als 75 Gastwirtschaften, 20 Schankwirtschaften und 10 Wirtschaften ohne Branntweinausschank vorbanden. Es war ja auch schon viel Rauch und Ruß binterzuschlucken, der aus den riesigen Schornsteinen sich schon damals auf Wanne=Eickel ergoß. In Röhlinghausen waren Schacht 1 und 2 der Steinkohlenzeche„Königsgrube“ 1860. Schacht 1 des Schachtes„Thies“ der Bergbau=Aktiengesellschaft„Pluto“ 1861 in Förderung getreten. In Bickern war Schacht 1 der Steinkohlenzeche „Unser Fritz“, mit dessen Abteufung 1872 begonnen war. fertiggestellt und nahm 1875 die Förderung auf. Mit der Abteufung der neuen Schachtanlage„Wilhelm“ der Zeche „Pluto“, 1873 begonnen, war man noch beschäftigt: die erste Förderung konnte ein Jahr später, 1876. erfolgen. Die am 23. Mai 1872 errichtete Postanstalt Wanne. von dem Postassistenten Kersting geleitet und in einem eisenbahnfiskalischen Gebäude am Bahnhof Wanne untergebracht, hatte drei Briefkästen in ihrem Bezirk angebracht und bewältigte mit zwei Beamten und vier Unterbeamten den Verkehr. 97470 Briefe gingen 1875 beim Postamt Wanne ein, 71 568 Briefe wurden bei ihm zur Weiterleitung aufgegeben. Die Zahl der vom Orte mit den Posten abgereisten Personen betrug 858. Crange war Kirchdorf. die dortige evangelische Kirchengemeinde hatte 450 Seelen: Pfarrer Meißner wirkte hier und wurde von dem Lehrer Brockboff als Organist und Küster unterstützt. Sein Organistenamt. das er seit 1866 bekleidete, hat Rektor Brockboff erst im Februar 1925 niedergelegt. Die Bewohner von Bickern ael. jede Jehn Pflichten für Radfahrer Verkehrsgemeinschaft ist ein Stück Volksgemeinschaft! Vergiß das nie! Präge dir ein und behalte gut und für immer: Erste Pflicht: Scharf rechts am Rand der Fahrbahn fahren Zweite Pflicht: Grundsätzlich nicht neben anderen Radfahrern fahren! Deitte Pflicht: Immer die Nadwege benutzen! Vierte Pflicht: Die Lenkstange stets festhalten und die Füße auf den Pedalen lassen! Fünfte Pflicht: Nur dann überholen, wenn genügend Platz ist und keine Gefahr bestebt: nach links in weitem und nach rechts in engem Bogenn einbiegen! Sechste Pflicht: Vor dem Einbiegen nach links die entgegenkommenden Fahrzeuge vorbeilassen! Rechtzeitig abwinken: vergiß nicht, daß deine Zeichen bei Dunkelheit oder Nebel schwer zu erkennen sind! Siebente Pflicht: Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen vorfahren lassen. wenn du nicht auf gekenzeichneter Hauptstraße fährst! Achte Pflicht: Dich nicht anbängen, kein Vieh führen und andere Fahrzeuge nur dann ziehen, wenn sie mit deinem Rade fest verbunden sind! Neunte Pflicht: Nur ein Erwachsener darf ein Kind bis zu sieben Jahren auf einem besonderen Sitz mitnehmen! Zehnte Pflicht: Dein. Fahrrad stets in verkehrssicherem Zustand halten! Dritte Pflicht der Radfahrer: Immer die Radwege benutzen! Wilde Fahrer mit dem Tretauto Tag der Radfahrer in Herne. Gestern war es eine Freude, festzustellen, wie manierlich sich Kraftfahrer und Fußgänger an die Verkehrsvorschriften hielten. Es gab aber auch Tageszeiten, da raste, wie von allen guten Geistern verloren, ein Radfahrer durch den dichtesten Verkehr. Hätte er nicht zum Unterschied zum zweiten, korrekt fahrenden Radler ein Schild:„Ich fahre falsch!" zur Schau getragen, er hätte sich vor Strafmandaten nicht retten können. Polizei und RSKK verteilten Broschüren mit den 10 Geboten des Radfahrers und machten das Publikum gleichzeitig darauf aufmerksam, daß es noch ungezählte undisziplinierte Radfahrer gebe, wie an dem drastischen Beispiel gezeigt worden sei. Deser Tag für den Radfahrer aber ist besonders wichtig gewesen, denn der kleine Mann steht mit seinem Tretauto an der Spitze aller Zahlen, die den Verkehr betreffen. Millionen von Arbeitskameraden legen täglich den Weg zur Arbeitsstätte mit dem Rade zurück. Für sie werden Radfahrwege geschaffen, ihnen läßt die Hüterin der Ordnung besonderen Schutz angedeihen. Sie haben daher auch alle Ursache, auf die Beachtung der Verkehrsregeln betonten Wert zu legen. Die Unfälle im Verkehrsleben— über 8000 waren es doch im letzten Jahr— müssen auf ein Mindestmaß gesenkt werden. Zu diesem Zweck ist auch die behördlicherseits bestimmte Unfallverhütungsaktion angeordnet worden. Jeder muß da mithelfen und nicht in den Belehrungen der Polizeibeamten und des RSKK eine unnötige Bevormundung sehen. Wer allerdings so denkt, tut gut, möglichst schnell umzulernen und sich dem Volksganzen unterzuordnen. Kameradschaft auf der Straße ist das dringendste Gebot der Stunde, nur unter diesem Gesichtswinkel alle Fürsorgemaßnahmen in dieser Woche gesehen, bringen uns alle vorwärts. Wer sich dann noch nicht zur Mitarbeit entschließen kann, hat nach Ablauf dieser Woche bei eotl. Verkehrsvergehen mit strengen Strafen zu rechnen. Schlafen soll man im Bett und nicht auf der Straße. Wer einmal gesehen hat, welche Scharen von Arbeitern nach Betriebsschluß ihre Arbeitsstätte auf dem Fahrrad verlassen, wird kaum noch über den hohen Anteil der Radfahrer an den Verkehrsunfällen erstaunt sein. Nicht daß nun etwa der Radfahrer ein besonders ungeschickter Verkehrsteilnehmer wäre, aber die gewaltige Zahl der in Deutschland im Gebrauch befindlichen Fahrräder wird ja gefahren von Menschen mit Fehlern und Schwächen, wie wir sie alle haben. Diese Fehler und Schwächen, als da sind besonders Leichtsinn und Unachtsamkeit, sollen nun in diesen Tagen energisch bekämpft werden, denn es ist für das deutsche Volk nicht länger zu ertragen, daß jährlich 8000 Menschen den Verkehrstod sterben. Die wichtigste Forderung, die der Straßenverkehr an uns stellt, heißt: Sich ständig so verhalten, daß weder Menschen noch Material zu Schaden kommen können. Die Erfüllung dieser Pflicht bedingt eine ständig angespannte Aufmerksamkeit auf der Straße. Das bedeutet mit anderen Worten für alle, die mit dem Fahrrad nach Hause fahren: Der Feierabend beginnt nicht am Betriebstor, sondern erst zu Hause! Auf dem Weg dahin müssen die Sinne ebenso wach sein wie an der Maschine, schlafen soll man im Bett und nicht auf dem Rad. Ferner darf, wo Radfahrwege sind, nicht auf der Fahrbahn gefahren werden, und wo keine sind, ist es bei der Benutzung der Fahrbahn Ehrensache, sich so zu benehmen, daß ein Unfall unter allen Umständen ausgeschlossen bleibt. und Röblinghausen gebörten ebenso wie die katholischen Bewohner von Crange, zu den Kirchengemeinden Eickel. Seit dem 1. März 1871 leitete aber Vikar Rudolf Wrei die neueingerichtete Filialgemeinde Bickern, die a Crange umfaßte, aber der katholischen Pfarrgemei Eickel als Muttergemeinde unterstellt blieb. Ihr Gottesdienst hielt die junge Filialgemeinde in einem Raume des Schlosses Crange ab. In Bickern waren zwei einklassige evangelische Schulen vorhanden, an der einen unterrichtete Lehrer Beccard. an der anderen Lehrer Mumme. Das eine Schulhaus stand an der Stelle der heutigen Viktoriaschule, das andere war die am 2. November 1874 eröffnete alte Melanthonschule. die 1920 abgebrochen worden ist. Vikar Wrede batte seit 1871 die katholischen Schulkinder von Bickern und Crange im Schloß Crange unterrichtet. Am 20. April 1874 war Lehrer Lindhoff hinzugekommen. Ein neues Schulgebäude. die frühere Diesterwegschule, war im Bau begriffen und konnie am 21. Mai 1876 bezogen werden. In Röhlingbausen erteilten die Lehrer Kremer und Lübbert den evangelischen, die Lehrer Harlingbausen und Dohle den katholischen Kindern Unterricht. Das evangelische Schulhaus stand an der Stelle der heutigen Südschule, das zweiklassige katholische Schulhaus war die heutige Augustaschule. Die evangelische Schulgemeinde Crange wurde von den politischen Gemeinden Crange. Bickern und Eickel und von den Hausvätern in Holsterhausen unterhalten. Träger der Schulunterhaltungspflicht der evangelischen und der katholischen Schulgemeinde Eickel, zu denen die Schulen in Bickern und Röhlinghausen gehörten, waren die volitischen Gemeinden Bickern. Eickel. Röhlinghausen und Hordel und die Hausväter von Holsterhausen. Die Hausväter von Hofstede waren an der katholischen Schulgemeinde Eickel beteiligt. Auf einen Lehrer entfielen in der evangelischen Schulgemeinde Eickel 89. in der katholischen Schulgemeinde 94 und in der evangelischen Schulgemeinde Crange 105 Schulkinder. während der Durchschnitt im Kreise Bochum 87 betrug. Erfolgreicher Einsatz der Flieger=53. Jahlreiche A- und C-Prüfungen bei den WanneEickeler Fliegern. Der Eiser, mit dem sich die Wanne=Eickeler Flieger53. im Gebiet des RSFK.=Sturmes 4/57 für ihre Aufgaben einsetzte, wurde erfreulicherweise auch durch entsprechende vositive Erfolge belohnt. So legten in verschiedenen Wochenendschulungen die Junggenossen Schenk. Schmale. Tisart und Vogelsang in den Borkenbergen ihre A=Prüfung ab. Zu Pfingsten konnten die Junggenossen Daldruv, Fritsche. Oswald. Litkow. Schwarze und Schnarre die A=Prüfung bestehen. während Gilwald. Schenk und Wieschhaus die B=Prüfung ablegten. Auch die C=Piloten unternahmen manchen erfolgreichen Start und die schwierige Höchstleistung des Segelfluges, die so begehrte„amtliche C“. wurde dabei von Sturmführer Hase vom RSFK.=Sturm 4.57 geholt. Gespannt sehen nun die Wanne=Eickeler Flieger dem Vergleichsfliegen in Oerlinghausen entgegen. an dem sie sich in der Zeit vom 2. bis 10. Juli dieses Jahres zahlreich beteiligen werden. Schulen fahren in Sonderzügen nach Haltern Eltern können sich an dem Ausfluge beteiligen. Eifrig schon hat unsere Schuljugend für die bevorstehenden Fahrten nach Haltern gespart, worauf sie sich wie in den vergangenen Jahren lange gefreut hat. Für nur 35 Pfennig kann sie nun in Sonderzügen ihren Ausflug nach Haltern mitmachen. Begeistert hat die Jugend ihre Pläne festgelegt, damit sie den Ausflugtag auch recht gut ausnützen kann. Hier freut sie sich auf die Geländeund Kampfspiele, die sie noch zum Teil aus Revanche vom vergangenen Jahre durchführen will. Dann sind da die Segelflugzeugmodellbauer, die sich günstiges Wetter zum Start für ihre Modelle wünschen, und dann die vielen lustigen Badefreuden! Die Eltern, die an diesem Ausflug teilnehmen können, werden ihre helle Freude an dieser kernigen, gesunden Jugend haben und sich davon überzeugen, daß ihre Kinder sich ganz prächtig in die Klassengemeinschaft einfügen, in der sie betreut werden. Der neue Schützenkönig. Den Auftakt für das in den Tagen vom 9. bis 11. Juli stattfindende Schützen= und Volksfest bildete am Sonntag das Königsschießen in der Flora=Marzina, wo die Schützen unter festlichen Musikklängen einmarschierten und in heißem Wettkampf eifrig um die Siegesvalme rangen. In später Abendstunde konnte endlich der Schützenkönig ermittelt werden. Es ist der Schützenbruder Elektromeister Heinrich Fliegner, der nun als zweiter Stadtschützenkönig das Zevter führen wird. Zahlung der Heeresrenten. Am Mittwoch. 29. Juni. findet die Zahlung der Heeresrenten für den Monat Juli, am Freitag. 1. Juli. die Zahlung der Sozialrenten statt. „Vereinigtes Fahrversonal“ aufgelöst. Der schon seit bestehende Verein„Vereinigtes Fahrversonal Wanne=Eickel, hat sich aufgelöst. Das Vermögen wurde durch Zahlung von 12 rückständigen Sterbebeipillen, in wesamthobe von 1550 RM. zweckmäßig aufgeteilt, womit alle rechtlichen Ansprüche erledigt sind. venar wurde teils verkauft, teils verschenkt und die Musikinstrumente erhielt die Werkschar des Bannes gestickten Vereinsfahnen bilden eine Zierde des Wanne=Eickeler Heimatmuseums. „— I n d e r N a c h t z u m 2 6. d. M. w u r d e i n der Schillstraße ein Stall erdrochen und daraus zwei abgeschlachtet. Wer kann dezüglich des Täters Angaben Der Mannichaftsgeilt der SA ilt die Urzelle der geleilteten und gelteigerten Breitenarbeit des Volkes. Dichter deutscher Volksseele Bauernbursch— Schneidergesell— Volksdichter— Ehren doktor. Zu Peter Rosengers 20. Todestag am 26. Juni. Die Verfasser von Literaturgeschichten haben es manchmal nicht leicht. Sie haben hie und da die Dichtung und die Dichter ein für allemal, damit alles seine Ordnung habe, sein säuberlich in Klassen und Kategorien und Untergruppen eingeteilt. und jeder Dichter erhält seinen Stempel und kommt in sein Fach. und da steht er dann und hat seinen Platz. an den er gehört. Manchmal aber kommt einer daher, der ganz gegen alle Vorschriften ist: der paßt in keine Klasse und in kein Fach. und wenn ihn der„Fachmann für Dichtung“ in das Prokrustesbett einer Sparte zwängt, dann dauert es nicht lange, bis der ingebärdige Dichter wieder mit allen Gliedern über den Bettrand hinausragt, und es ist ein ewiger Aerger mit diesem Mann. Peter Rosegger (Scherl-Bilderdienst-M) Ern solcher Dichter war der Peter Rosegger. der aus den steirischen Bergen frisch und fröhlich mit etwas ungelenkem Bauerntritt in die deutsche Literatur hereingestapft kam und nicht aufhörte, denen Sorge zu machen. die den Garten der deutschen Dichtung zu betreuen hatten. Mit seinen treuberzigen Augen. seinen schlichten, biederen. warmherzigen Worten hatte er sich schnell. nicht nur in seiner österreichischen Heimat, sondern weit im ganzen deutschen Sprachgebiet, die Herzen der Bücherleser erobert: die Wirkung, die von ihm ausging. war die unmittelbarste, mit der ein schreibender Mensch die Ge müter seiner Mitmenschen zu rühren vermag: die ihn lasen. lachten und weinten, jubelten und bangten mit seinen Helden, das Licht, das aus seinen Werken strahlte. war der edle Glanz der echten Dichtung,— aber irgend etwas stimmte dabei nicht. Er war„doch eigentlich“ im strengen Sinne„kein Dichter". Der Theodor Storm. und der Gottfried Keller, der Wilhelm Raabe und wie sie alle heißen mochten. die„dichteten“, bewußt oder unbewußt. nach den großen„Gesetzen“ höchster Kunst. und wenn die Merker kamen und mit den Massen der„Tabulatur“ und des„Goldenen Schnitts“ daran gingen, dann waren sie zufrieden und erteilten freudig eine gute Note. Aber mit dem Rosegger aus der Steiermark wollte das„irgendwie“ nicht gehen. Der dichtete drauflos, wie ihm sein steierischer Schnabel gewachsen war. und die Menschen lasen ihn und liebten ihn, wie so leicht keinen andern. und immer wieder griff das Volk zu seinen Büchern und sah in ihnen seinen liebsten Besitz. Das aber war nicht so. wie mit seichten Schreibern, die in der großen Masse der Anspruchslosen ihre Leser fanden, sondern die den steierischen Dichter lasen. das waren unter den Menschen die stillen und besinnlichen, die seinen und ernsten, und da von diesen unter dem einfachen Volke viele leben, so war es wohl zunächst„das Volk“, das seinen Rosegger las und liebte; und siehe da, so fand sich schließlich auch für den Mann aus dem steierischen Walde eine Rangklasse, und sie nannten ihn einen„Volksschriftsteller". Sie gaben ihm damit nicht den höchsten Rang: denn daß sie ihn einen„Schriftsteller“ nannten, und nicht einen „Dichter", das sollte heißen, daß er den höchsten Anforderungen und Maßen der Dichtung nicht entsprach; daß seine Schriften den„architektonischen Gesetzen" dichterischer Komposition nicht geborchten, daß sie also keine„vollendeten Kunstwerke“ waren. Und damit hatte er sein Teil weg. der Peter Rosegger. und konnte sehen, wie er damit fertig wurde. Aber das war nun das Merkwürdigste an ihm: ihn socht das alles garnicht an: er schrieb und schrieb, und die ihn liebten, lasen ihn weiter, und das waren nicht nur die einfachen Leute aus dem„Volke", sondern auch viele gerade unter denen, die sonst ein Buch nach Tabulatur und Goldnem Schnitt zu messen pflegten; die fragten beim Roseager plötzlich nicht nach Regel und Ordnung. sondern gaben sich hin an das Große. Tiefe und Echte, das aus diesen Schriften leuchtete, an das warme Herz, an den edlen Sinn. an die hohe Güte. die wie wärmendes Herdieuer den Leser heimelig anstrahlte; sie ließen sich willig von dem schlichten Manne an die Hand nehmen und in seine Heimat führen, in die„Waldheimat“ der steierischen Berge. die, wie keine andere, durch 50 Jahre Millionen von Lesern zur Wahlheimat ihrer Herzen wurde. Fünf Jahrzehnte lang hat dieser große Herzenskenner unter den Menschen diejenigen angezogen, die nicht die schlechtesten waren, ein halbes Hundert Bücher hat er ihnen geschenkt und dafür ihren Dank und ihre Liebe empfangen, und wenn auch das meiste davon nicht nach den Regeln der Hohen Kunst gebildet ist, so ist es doch nach den Gesetzen des Herzens, nach der Grundordnung wahrer Menschlichkeit, echter Herzensgüte, tiefster Seelenreinheit ganz von selbst geworden. weil das Dichter herz. aus dem diese Dichtung strömte, der reinste Kristall war. der in der deutschen Dichtung in jenen 50 Jahren seines Schaffens geleuchtet hat. Das Leben dieses Dichters ist wie eine Bilderbuchgeschichte. Der Lorenz Rosegger, ein armer Alpenbauer. der weder lesen noch schreiben kann, hat mit seinem Weibe Maria, dem wenigstens das gedruckte Wort nicht fremd ist, einen Knaben, den Peter. Der muß früh mit in der Wirtschaft heran und soll natürlich selbst ein Bauer werden. Aber er ist ein zartes Kind und lauscht lieber den Geschichten der Mutter, deren Herz und Sinn voll ist der Sagen= und Märchenvoesie der heimischen Wälder. Hervorgegangen aus dem tiefsten Dunkel des Gebirges. eingeschlossen seit frühester Kindheit in die geheimnisreiche Welt dieser Waldnatur. vereinigt sie in ihrem hellen, regen Geiste vielfältige Elemente, die sich ungekannt in ihrem Geschlechte fortgeerbt haben. Ihre Seele ist irgendwie der Sammelpunkt der Volksvoesie von entlegenen Zeiten her geworden. Und nun fließen diese durch Jahrhunderte angestauten dichterischen Elemente aus den Seelen der Ahnen. aus den tausendfachen Quellen der Wald= und Bergnatur der Heimat, aus Sitte und Sage der Urväter=Zeiten in dieses Sohnes Seele zusammen. Bei keinem Dichter bricht der Drang zu voetischem Schaffen so elementar hervor wie bei ihm: noch nie zuvor ist die Durchbruchsstelle an so entlegener. auf den ersten Blick fast ungeeignet scheinender Stelle, zutage getreten, wie bei diesem Bauernburschen, dem das innerste Gesetz seiner Seele und seiner Sippe gebietet. ein Dichter zu sein, der aber erst ein Schneiderlehrling werden muß und ein Schneidergesell. bevor der Wildbach der Phantasie. der aus ihm wie in vulkanischer Eruption hervordringt. sich selbst sein Bett schafft, in dem er dann 50 Jahre lang dahinströmen wird. Kaum je hat aus einer Dichterseele heraus die konzentrierte Seele eines Volksstammes sich so bekannt, wie im Falle dieses Dichters. Die Urkraft der Poesie in Peter Roseggers Seele, die nichts anderes war als die dichtende Urkraft der steierischen Volksseele. war so groß, daß der Quell seiner Dichtung unaufhaltsam sprudelte, solange der Mann am Leben war. den das Schicksal gewählt hatte. dieses Wunder zu vollbringen. So wurde dann nicht das sogenannte„Handwerk des Dichtens“ zur Hauptsache, sondern der seelische Inhalt der äußeren Form. Die voctische Seele schuf sich den Körver. offenbarte sich in selbstgefundenen Formen, die einen wesentlichen Teil des Originellen und Originalen in Roseggers Schaffen bilden. Dieser Mensch und Dichter war von so vollkommenem und einmaligem Eigenwuchs. daß er. so. wie er war und wie er sein mußte. so. wie nur er allein zu sein ein Recht hatte, durch diese Welt genen und sich in sie hineinschreiben durfte, abseits aller „Richtungen", aller literarischen Moden. aller Schulen. aller Klassen. Kategorien und Kliquen. Der Mann. den die Universität Heidelberg nicht an seinem, sondern an ihrem eigenen Ehrentage, sich selbst in ihm und damit ihn noch höher ehrend, zum Ehrendoktor machte, auf der Höhe jenes Dichterweges, der begonnen hatte, als im Arme Illuschi... Droben auf dem Heuboden der Scheune hatte Muschi mit noch drei Geschwistern das Licht der Welt erblickt. Die warmen Strahlen der Mittagssonne sielen durch die Luken zwischen den morschen Schalbrettern des Giebels. als Cora. die Mutter, sich aus dem warmen Neste von ihren neugeborenen Kinderchen erhob und mager, glanzlos im schwarzweißen Fell, leise von dannen schlicht, ohne zu vergessen, die Oefinung, aus der sie ge schlüpft, leicht mit Heu zu verdecken. Der Hunger plagte und noch mehr der Durst. Ueber den Bauernhof lenkte sie deshalb ihre Schritte zur Küche, wo die Wirtin ihr um diese Zeit warme Milch vorzusetzen pflegte. Die Familie saß bereits zu Tisch. Man hatte sich schon gewundert, daß die Katze nicht gekommen. Man hatte sie gerufen und zuletzt geglaubt, sie wäre draußen im Garten und lauere dort den Spatzen auf. Als sie jetzt aber so dürftig auf der Schwelle erschien. drängte sich großes Erstaunen auf aller Munde. „Was ist dir denn. Corchen?" fragte sogleich der Bauernsohn, ein Bub von zehn Jahren, und streichelte das Tier.„Sie wird kleine Kätzchen bekommen haben!" flocht die Mutter wissend ein.„Kätzchens'. wiederholte Max Klinkmüller, ein Ferienkind aus der Stadt.„müssen aber nett aussehen!“. Und sogleich war ein heißes Begehren in ihm aufgestiegen. Je länger er der Kavenmutter beim Schlecken der Milch zuschaute, desto größer und mächtiger wuchs es in seiner Brust. Nach beendeter Mahlzeit drang er beim Hinausgehen auf seinen Spielkameraden ein, sie möchten doch beide nach den Jungen suchen. Gesagt, getan: Mit großen Augen schauten sie voller Erwartung klovfenden Herzens ins Nest. Wie nackt schimmerten die vier rosigen Leiberchen ihnen daraus entgegen! Wie Seide blinkten die kurzen Härchen auf der glänzenden Haut. Jeden Tag stiegen die beiden Knaben nun zum Boden hinauf. und eins der niedlichen Tierchen erregte besonders durch seine seltene Färbung die Aufmerksamkeit Mar Klinkmüllers. Das völlig schwarze Fellchen blinkie, daß es seine Art hatte, und die vier schlohweißen Pfötchen suchten ihresgleichen. Und dann die grünlich flimmernden Aeuglein', Kein Wunder, daß er„Muschi“, so ward das zierliche Wesen von ihm benannt. in sein Herz geschlossen. Die Bäuerin erfuhr erst davon, als eines Tages die Kinder mit verstörten Gesichtern ins Haus tkaten. Ruch der Ursache ihres Betrübtseins forschend, erfuhr sie denn auch den wahren Sachverhalt. Die Kätzchen waren aus dem Heu verschwunden und nirgends zu finden. Ihre Mutter hatte sie nämlich, die täglichen Besuche der Knaben übel vermerkend. an eine andere. geschütztere Stelle getragen. Es wäre alles nicht so schlimm gewesen. wenn Mar Klinkmüller nicht gar zu gern„Muschi“ mit nach Hause genommen hätte. Da die Angelegenheit nun dringlich wurde, half auch der Bauer mit. das neue Versteck zu suchen, und man hatte schließlich auch Erfolg. Max Klinkmüller wußte sich vor Freude kaum zu fassen, als man ihm das Kätzchen als Geschenk übereignete. Jeder Brief an die Eltern und Geschwister atmete Glückseligkeit. So verrann die köstliche Zeit der Ferienerholung. Als die Abschiedsstunde schlug. trug Max Klinkmüller die Freude seines Lebens in einem eigens vom Bauern gezimmerten Kästchen nach Haus. Dort konnte man die Liebe zu dem Tierchen nicht recht verstehen. Klinkmüllers waren arm und wohnten eng. Ueber aller Wiedersehensfreude aber hatten die Eltern die Abneigung gegen den unerbeteten Haus genossen fast vergessen. Nun, da es nicht sogleich zu ändern war. schickten sie sich, wenn auch ungern, drein. Das zwei jährige Brüderchen teilte dem Kätzchen stets mit seinen Patschhändchen den Rest seiner Flaschenmilch zu. und die Winter 1864 der Redakteur der„Grazer Tagespost“. Du Adalbert Swoboda, einen Aufsatz über den jungen„Volksdichter“ schrieb, der. lang aufgeschossen, schmächtig, blaß und ungelenk. vor seinen Redaktionstisch getreten war.— dieser Mann war so sicher in sich selbst, in seinem Heimatboden und in seiner Begabung verwurzelt, daß er wachsen durfte wie ein wilder, knorriger Baum auf den Berghängen seiner grünen Steiermark Johannes Moeller. sechsjährige Schwester wußte überall Leckerbissen für Muschi aufzutreiben. Das Tierchen lohnte alle Liebe durch ein drolliges Spiel. Mutter Klinkmüller war weniger davon erbaut, und der Vater mochte es erst recht nicht leiden, wenn auf seinem Sofaplatz jemand anderes saß als er. Mehrmals hatte er die Katze schon geschlagen, wenn sie sich zu den Kindern ins warme Bett gelegt hatte. Eines Tages kam er mißgestimmt nach Hause. Als er das Tier vor sich unterm Tische die Milch. die teure Milch schlecken sah, war es bei ihm beschlossene Sache: die Katze muß aus dem Hause! Die Mutter bat um Rücksichtnahme auf den Jungen und die Geschwister. Es war umsonst. Sein Plan war fertig. Er wollte die Katze in der Feldmark aussetzen. Durch Vertilgen von Mäusen mochte sie sich dort nützlich machen. Ertränken wollte er sie nicht, dazu war sie ihm zu schade, und vor allem durfte und sollte der Mar nichts von der ganzen Sache erfahren. Eines Morgens. als Klinkmüller mit dem Rucksock zum Pilzesuchen fahren wollte, setzte er das Tier ein Stück vom Chausseerande aus. Erst schaute es sich ganz verdutzt in der ungewohnten Gegend um. Darauf begann es kläglich zu mianen. In Gedanken an seinen Sohn wurde dem Mann dabei etwas weich ums Herz. Er wollte geben. doch kaum hatte er sich bewegt. als Muschi ihm schnell zu folgen sich bemühte. Er rannte geschwinde zu seinem Rade und fuhr davon, ohne sich auch nur einmal umzusehen. Ein Stück war die Katze auf der Straße gefolgt. Müde saß sie nun am Wegrande. wo Disteln blühten und Leinsaat reifte. Schließlich buschte sie die Grabenböschung hinab, überkugelte sich im hohen Grase ein paar Mal und gelangte nach mancherlei Mühen endlich in einem Gebolz. Dort verweilte sie über Tag. Alles schien ihr seltsam. die Sonnenglut. der Quell im kühlen Farnwuchs, wo sie ihren Durst löschte und zum ersten Mal in ihrem Leben ein brennendes Verlangen spürte, den Ammern und Finken auszulauern. Mit dieser Stunde war ihre Urnatur erwacht. Lange lag sie unter einem breitschirmenden Huflattichblatte verborgen, zwar noch ohne Erfolg. aber mit der unauslöschlichen Gier, zu morden. Der Hunger stachelte all ihre Sinne zu größter Schärfe an. Ihre Puvillen sogen sich förmlich an jedem Lebewesen fest. Ihre Gehöre waren so empfindlich gestimmt, daß ihr nicht das geringste Geräusch entging. Das vorsichtige Ausfahren des Jungkaninchens aus dem Bau hatte sie soeben vernommen. Wie eine Schlange glitt sie lautlos aus ihrem Versteck hinter dem ahnungslosen Wesen her. So leicht war das Anschleichen durchaus nicht. Der vorwitzige Jungrammler war auch vorsichtig. Er vergewisserte sich sehr wohl. machte einen graziösen Kegel. spielohrte und prüfte sorglich den Wind. Und vennoch war sie ihm über. Sie virschte gegen den Luftzug und nützte wohlweislich einen großen Maulwurfshügel als Deckung. Drei. nur noch zwei Körverlängen war sie vom ahnungslosen Nager entfernt. als sie mit weitgezieltem Sprunge ihm im Genicke sitzend. auch schon das Leben drosselte.— Förster Hegermann war es, als er auf dem abendlichen Reviergange mit dem Glase den Gehölzrand der Wiese kontrollierte, doch gleich so gewesen, als hätte sich dort etwas Schwarzes bewegt. Weil er es aber nicht genau ansrechen konnte, war er näher gegangen und hatte nun die Bescherung vor Augen.„Eine Katze. natürlich!" Da galt nicht langes Besinnen. Wie sie sich sogleich dicht an den Boden schmiegte! Na warte, du schwarzes Teufelchen!“. Ein Knall. Erde spritzt auf. und dann ist alles still. „Arme Muschi!“ weinte daheim den ganzen Tag ein Kind. Eine Katzengeschichte von Kurt Anaaf. Wenn Mitg au nock eine Jante Roman von M. v. SAWERSKY. kas Conyright by Verlag Oskar Meister erdau i. Sa. 9. Fortsetzung. „Diese Platte ist einem berühmten Landsmann von Ihnen geweiht, Fräulein Irmli.“ „Oh. wem denn?" „Friedrich Nietzsche, der große deutsche Dichter und Philosoph hat hier eine Zeitlang gelebt und gearbeitet.“ Die Huve des Postautos mahnte zum Einsteigen. Die Fahrt ging weiter. Bald hatte man den Silser See und das wundervoll gelegne. aber einsame Maloja erreicht. Auf einer umgitterten Steinvlatte stehend. sahen Henry und Irmli in die tiefe grüne Malojaschlucht hinab. „Hu. hier ist's arg windig.“ sagte das Mädchen. „Es ist eben die Geburtsstätte der berühmten„Maloia schlange", die manchmal das ganze Engadin durchpustet.“ lächelte Coster.„Nun wollen wir den hübschen Friedhof besichtigen.“ Man besuchte den idollischen kleinen Gottesacker. der ein wundervolles Stückchen Frieden bot und voll köstlicher Romantik war. „Hier liegt Segantini. der Maler des Engadins. bearaben.“ sagte Henry und deutete auf eine einfache Grabstätte. Nach einem kleinen Spaziergang kehrten die beiden in einer Gaststätte ein, um Kaffee zu trinken. Irma gefiel der Raum mit den alten, dunklen Möbeln. Sie blieb an einem Tisch stehen, auf dem die Andenkenindustrie ihre Erzeugnisse aufgebaut hatte. Da standen amphorenartige Gefäße aus einem schweren, einheimischen Gestein und hübsche Tövserwaren, wie die Eingeborenen sie an fertigten. Das Mädchen nahm einen kleinen Krug in die Hand. Er war von ulkiger Form. buntbemalt und zeigte die Inschrift: bevete se votete. „Trinke, wenn du kannst," übersetzte Henry.„Das dürfte bei diesem Scherzkrug ein Kunststück sein. Wenn man ihn füllt, rinnt die Flüssigkeit aus der listig ange brachten kleinen Schnauze wieder heraus.“ „Und bekleckert den Durstigen.“ lachte Irma.„Ich möchte Frau Brändli so ein Scherzkrüglein mitbringen.“ Zwei Krüge wurden erstanden, einer für Madam und einer für das Irmli. Dann saßen die beiden an einem Fenster, schmansten. planderten und beobachteten das bunte Bild draußen. Da kamen neue Postautos mit Reisenden an; andere standen, mit Menschenfracht beladen, zur Abjahrt bereit Plötzlich fuhr Henry Coster zusammen. Er hatte in einem der Wagen den deutschen Ingenieur mit seiner Schwester entdeckt, die sich angeblich mit Mutz auf einer tagelangen Autojahrt befanden. War seine Tante doch schon zurück? „Einen Augenblick. Fräulein Irma.“ sagte Henry hastig.„ich habe draußen einen Bekannten gesehn.“ Der junge Man lief hinaus. aber das Auto fuhr ab. ehe er es erreicht hatte. Das ist sonderbar. dachte er. Na. es wird wohl alles seine Richtigkeit haben. Auf jeden Fall will ich das Suv retta=Haus anrufen, wenn wir wieder daheim sind.— Aber das vergaß Henry Coster gründlich. Erstens weil er verliebt war; zweitens, weil man die Chesa Brändli in fröhlichem Aufruhr vorsand. als man heimkehrte. Ein italienisches Ehevaar. das seit Jahren zu Madams Stammgästen zählte. feierte silberne Hochzeit und hatte sämtliche Pensionsgäste dazu eingeladen. Der Eßsaal war mit Blumen geschmückt und ein Musiktrio stimmte die Instrumente. Nach dem Essen wollte man tanzen. Natür lich nahm Frau Brändli an der Feier teil. und daß das Irmli nicht fehlte, dafür sorgte Henry Coster. Er ließ kaum einen Tanz mit dem Mädchen aus, sodaß Madam den Kopf schüttelte und leise mahnte: „Oje. was soll daraus werden. Herr Coster?" „Eine grüne Hochzeit, wenn Fräulein Irma will." war die lachende Antwort. „Tia. will sie denn? Haben Sie sie schon gefragt?" neckte Frau Brändli. „Ich trau mich nicht." bekannte Heury mit kläglicher Miene. Madam war drauf und dran. ihren Lieblingsgast einen Feigling zu schelten, aber sie kam nicht dazu. Die ausgelassenen Pensionäre hatten nämlich das Silberpaar auf zwei Ehrensessel placiert und brachten ihm nun einen Fackelzug dar. Dazu wurde ein lustiges Lied von Liebe und Treue gesungen, das ein talentierter Gast rasch auf eine bekannte Melodie gereimt hatte. Als letztes Paar im Zuge marschierten Irma und Henry. Der junge Man hatte den Arm des Mädchens durch den seinen gezogen, hielt ihn hübsch fest, und sang das Wörtchen„Liebe" noch einmal so begeistert wie alle anderen. Es war lange nach Mitternacht, als die fröhliche Gesellschaft endlich auf die Zimmer ging. Irma lag im Bett und konnte nicht einschlafen. Sie fühlte Henry Costers heimliches Werben, und das machte sie unruhig. Hatte er sie etwa lieb? Das bescheidene Irmchen wies den Gedanken von sich Das war ja unmöglich! Dann dachte sie an Mar Roland. Sie versuchte krampfhaft sich sein Gesicht vorzustellen. Merkwürdigerweise gelang ihr das nicht. Ihre Phantasie brachte nur ein verschwommenes Gebilde zusammen. Und darüber kriegte das Irmchen einen richtigen kleinen Gewissensbiß. Geriet ihr Dichter ins Vergessen? Das war ja schrecklich“„Er hat dich ja auch vergessen.“ sagte der Verstand.„auf keinen Brief hat er dir geantwortet.“ „Ach.“ mahnte das Herz.„vielleicht ging die Post ver loren.“ „Ha. ha.“ lachte der Verstand.„wir leben doch nicht in Wildwest, wo die Briessäcke aus der Postkutsche trudeln!" „Vielleicht war er krank und konnte nicht schreien.“ flüsterte das Herz. „Glaubst du ja selber nicht." brummte der Verstand. In diesen Streit schob sich Henrys braunes Gesicht. In seinen hellen Augen stand eine Frage. Seine Livven flüsterten Worte. die das Irmchen nicht hören wollte. Sie versteckte den Kopf in den Kissen. Siebentes Kavitel Nach dem Frühstück rief Henry Coster das Suvretta Haus an und verlangte nach seiner Tante. Wieder mußte er endlos lange Zeit warten. Und wieder bekam er die Auskunft: Frau Anne Bosch ist nicht anwesend. Diesmal hatte Henrn das deutliche Gefühl: da ist etwas nicht in Ordnung! Er wollte Fragen stellen, hängte dan aber kurzerhand ab. Es war besser, wenn er selber hinüberfuhr und einmal nachsab. was Mutz eigentlich trieb. Eine seltsame Unruhe ersaßte ihn. Er riß Hut und Mantel vom Haken und rannte aus dem Hause. Vor der Tür stieg soeben das italienische Silbervaar in ein Auto. „Wir sind von der gestrigen Feier etwas verkatert und wollen eine Spazierfahrt machen.“ gestand der Signor. Henrn ergriff die Gelegenheit beim Schopfe. „Würden Sie mich nach Sankt Moritz mitnehmen?" bat er. Das wurde gern zugesagt, und nach kurzer Fahrt. die dem jungen Mann trotzdem nicht rasch genug ging. setzte man ihn am Suvretta=Haus ab. Als er in die Halle trat. kam ihm Miß Gray ent gegen. Es sah aus, als habe sie auf ihn gewartet. Sie begrüßte den jungen Mann mit einem liebenswürdigen Wortschwall. aber um ihre Livpen schwebte ein merk würdiges Lächeln. Henry stand wie auf Kohlen. „Verzeihung. Miß Gray. aber ich muß sofort meine, Tante sprechen.“ „Oh. das wird sich schwer machen lassen, bester Herr Coster.“ „Wie soll ich das verstehen?" „Ihre reizende Frau Tante ist abgereist. Samt Jossi. Pov und dem Auto.“ Henry fiel erst mal in den nächstbesten Stuhl. Er war einfach baif und starrte Miß Gray entgeistert an. die ihn amüsiert betrachtete. Endlich sand er die Sprache wieder und stotterte: „Abgereist! Wann denn?" „Am Tage nach Ihrer Uebersiedlung nach Pontresina" „Aber da wollte sie doch eine Fahrt nach Tirano machen!" 4 „Ich fürchte, diese Fahrt ist ein Phantasicgebilde Ihrer Tante. lieber Freund.“ lachte Vivian Grav.„denn sie hat gar nicht stattgefunden. Uebrigens hat mir Frau Bosch einen Brief für Sie übergeben, der vielleicht die nötigen Aufklärungen enthält.“ „Das sagen Sie mir jetzt erst!" rief Henry außer sich. „Ach. ich hatte das Schreiben ganz und gar vergessen. Man hat ja immer soviel im Kopfe. nicht wahr? Aber ich werde es gleich holen.“ Miß Gray entschwebte mit der Genuatuung im Busen. dem widerspenstigen Henry einen Streich gespielt zu haben. Der junge Mann sab ihr wütend nach. Das sah Mutz wieder mal ganz ähnlich, dieser... hm... Perion einen Brief zu geben, anstatt ihn direkt nach Pontresina zu senden. Und da er ein Ventil für seinen Zorn brauchte. ging er ins Büro, wo er einen Riesenkrach schlug. weil man ihm Mutz' Abreise nicht sofort gemeldet hatte. Der aalglatte Geschäftsführer ließ den Sturm mit unerschütterlicher Ruhe austoben und blieb eitel Höflichkeit. Er war an aufgeregte Gäste gewöhnt. „Frau Bosch wünschte es nicht.“ sagte er liebenswürdig. „Und nach den Wünschen unserer Gäste haben wir uns zu lichten. Ich bitte Sie, das einzusehen. Herr Coster.“ Henry sah nur eins, daß Mutz ausgerückt war. De konnte man nichts machen. Er kehrte in die Halle zurück und hielt nach Miß Gray Ausschau. Aber die Dame trat nicht mehr in Erscheinung. Ein Page brachte Mutz' Brief. und Henry riß das Schreiben hastig auf. Dann setzte er sich zum zweiten Male hin. Da stand kurz und bündig: „Lieber Junge! Ich langweile mich sehr, weil hier gar nichts mehr los ist. Sei also nicht böse, wenn ich auf und davan gebe. Eine Fahrt ins Blaue mache ich aber nicht, sondern ich reise zu Frau Maior Habermann. Ich will mich mal um die Dame kümmern: schließlich und wir ja miteinander verwandt. Mache Dir keine Sorgen um mich, sondern unterhalte Dich gut in Deinem geliebten Pontresina. Gruß und Kuß von Mutz." Punktum! Henry fuhr sich durch die blonden Haare. Dann dachte er nach. Wenn Mutz plötzlich Familiengefühle für Frau Habermann entdeckt hatte, dann steckte etwas dahinter. Aber was.. Die Frage konnte er nicht beantworten. Da er aber durchaus etwas unternehmen mußte, gab er ein Telegramm an seinen Onkel Julius in Holland auf und teilte ihm die Abreise seiner quecksilbrigen Gattin mit. Schlienlich munte Onkel Julius jo sowieso erfahren, wo seine bessere Hälfte geblieben war! Er schloß mit der Bitte um sofortigen Anruf in der Chesa Brändli. Dann fuhr er heim. (Fortsetzung folgt.) G. 9 □ 96—• GETA **O ExE" EETUET 6UTEUOETE TA0n #Sgg EENGTSEST □ S t20 K * B OPe YU..= S%% ESSBEEE =ünugrxnon 0065 ÄCEOZUTRGES 33586 S 85N G -OE EE *•— 4— 8 * L o# 1—— 27 " ENSOSTTGOEESOErÖUT EEUEUENURGITOCÄONLULNGSORE G O — □ 6* SETEE hese ESEGSSLe. 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Deutscher Provinz=Verlag wichtige Wurzel von Erde entblößt und dem Vertrocknen preisgegeben. Das muß man verhindern und es it leicht möglich durch einen Lattenrost, den man auf die Baumscheibe legt. Man nagelt 3 Zentimeter breite Latten zu einem Rahmen zusammen, an dem dis Enden an einer Seite etwa 15 Zentimeter überstehen, und vervollständigt diesen Rahmen durch mehrere mit Zwischenräumen darübergenagelte Latten zu einem Rost. In der Mitte muß man eine Latte so weit verkürzen, daß der Obstbaum in der Luke beauem Platz hat. Noch gefährlicher als Hühner durch ihr Scharren werden Gäuse niedrigen Bäumen nicht nur durch das In allen Jahreszeiten gibt es im Garten Aufräumungsarbeiten, und dabei sind ausgerissene Unkrautpflanzen, abgeschnittene Blüten und Ranken. welke Blätter und andere Abfälle zu beseitigen. Manches davon ließe sich durch Eingraben an Ort und Stelle aus dem Wege schaffen, meist ist dies aber nicht möglich, weil der Boden Kulturpflanzen trägt. und wenn man die Folgen prüft, auch gar nicht zweckmäßig. Namentlich in leichtem Boden können unverweste Pflanzenteile Schaden anrichten, weil sie die Gefahr des Austrocknens noch erhöhen. Sie lockern den Boden übermäßig und vermindern noch seine geringe Fähigkeit. Wasser festzuhalten. Infolgedessen zersetzen sich die untergegrabenen Stoffe zu langsam zu Humus. Das beste Verfahren, sich aller im Garten vorkommenden Abfälle zu entledigen, ist ihre Verwandlung in Erde mit Hilfe des Komposthaufens. Diese Erde ist ein höchst wertvolles Mittel neben dem Stalldung. den Boden des Gartens immer wieder in nahrhaften Zustand zu versetzen. Durch seinen Gehalt an lebendiger Bodensubstanz. sogenanntem Humus. ist der Kompost besonders wichtig in Gärten mit mineralischen Böden. sei es, daß darin der Sand. der Lehm oder der Kalk vorherrscht. Hier brauchen wir den Komposthausen, um jeglichen Abfall der Bodenverbesserung dienstbar zu machen. Zum Kompostieren eignen sich auch die meisten Küchenabfälle, verdorbene Nahrungs= und Futtermittel. Federn. Eingeweide. Kadaver kleiner Tiere. Geflügelmist. Nicht auf den Komposthausen gehören Glas= und Porzellanscherben. Schwer zersetzliche Stoffe. wie Knochen. Kohlstrünke, dürfen nur zerkleinert beigemengt werden. Da bei ihnen hauptsächlich die Mineralbestände wertvoll sind, ist es sogar noch besser. sie zu verbrennen und dann ihre Asche dem Komposthausen einzuverleiben. Auf diese Weise werden auch alle Keime vernichtet, die Kohlstrünken oft anhaften. Beim Komvostieren von Unkraut muß man sich hüten. Pflanzen mit reifen Samen in den Haufen zu bringen. Diese verwesen nicht. sondern gehen nach dem Ausbreiten der fertigen Komposterde lustig auf. Wurzelunkräuter. Baumrinde, dürre Zweige, verdorrte Früchte verbrennt man auch am besten. Völlig frei von schädlichen Kleinlebewesen ist natür lich kein Komposthaufen zu halten. Durch dünn zwischen die aufgeschütteten Abfälle gestreuten Aetzkart kann man aber viele von ihnen ausrotten. Der Kait fördert die Zersetzung. In unerwünschter Weise tu. er dies auch bei Ammoniakverbindungen. und er dar deshalb nicht gleichzeitig mit Hühner= und Kleinviel mist oder Jauche dem Komposthaufen einverleibt wer den. Diese tierischen Ausscheidungen mit zu komvostieren, empfiehlt sich im übrigen sehr, denn sie machen den Kompost besonders nahrhaft und werden auf diese Weise fast ohne Verluste an Stickstoff in Pflanzennahrung verwandelt. Der Komposthaufen soll möglichst allen Witterungseinflüssen gleichmäßig ausgesetzt sein. Es ist ebenso verkehrt, ihn an einer dem starken Sonnenbrand ausgesetzten. trockenen Stelle anzulegen, wie in dauernd feuchter und beschatteter Lage. Läßt man ihn zu trocken werden, wird die Entwicklung der für die Garebildung wichtigen Bakterienflora, besonders der stickstoffbildenden Kleinlebewesen, gehemmt. bei zu nassem Zustande gibt er einen günstigen Boden für das Gedeihen verschiedener Schimmelvilze ab. und statt der erwünschten langsamen Verwesung tritt eine Vermoderung ein: ferner besteht die Gefahr, daß wertvolle, wasserlösliche Nährstoffe in den Untergrund gewaschen werden. Bei trockener Hochsommerbitze tränkt man den Hausen öfter mit Küchenabwässern oder Jauche. Damit die Witterungseinflüsse einwirken können, macht man ihn nicht höher als 120 bis 150 Zentimeter. Auch die Arbeit des Umsetzens wird bei zu hohem Aufbau unnötig erschwert. Sie hat die Aufgabe. Licht. Luft und Feuchtigkeit gleichmäßig Zutritt zum ganzen Inhalte des Haufens zu verschaffen und seine verschiedenen Bestandteile immer besser zu mischen. und muß wenigstens zweimal im Jahre ausgeführt werden. Je nach der Menge der Abfälle legt man alle drei oder sechs Monate neue Hausen an. Sie werden in der Reihenfolge, in der sie entstanden. später verbraucht, sodaß man dauernd Kompost in allen Altersstufen auf Lager hat. Reife Komvosterde ist das beste Pflanzenfutter. und nur verrotteter Mist oder Mistbeeterde ist ihr überlegen. Deutscher Provinz=Verlag rucksichtslose Abfressen der erreichbaren Blätter, sondern auch durch Benagen der Rinde junger Triebe. Sie hält man davon fern durch einen Lattenzaun, den man wenigstens halbmeterweit von der Wand entsernt aufstellt. Er braucht nur 60 bis 70 Zentimeter boch zu sein. Gartenarbeit im Juli Auch im Juli fragen wir uns bei jeder Ernte im Garten, durch die zusammenhängende Flächen frei werden. was wir darauf noch in den übrigen Sommermonaten beranziehen könnten. Es brachliegen zu lassen. erschiene uns als mangelhafte Nutzung und Verschwendung von Gelegenheiten. Nahrung zu er zeugen. Sie sind vielseitig genug. sodaß jeder etwat nach seinem Geschmack finden wird. Aus Julisaat ge winnen wir vor allem eine schöne Ernte von frühen Kohlradisorten. Ferner kommen in Frage Kopf= und Endiviensalat. Karotten und Radieschen. Spinat. Petersilie. Sommerrettiche und Teltower Rübchen. Grünkobl und der Mangold. Schnittmangold wird in 8 bis 10 Wochen erntereif. Ripvenmangold braucht 13 bis 17 Wochen. Jenen gibt man 30 Zentimeter Reihenabstand und 10 bis 15 Zentimeter Zwischenraum. dieser verlangt in beiden Richtungen 5 bis 10 Zentimeter mehr Spielraum. Bei zwölswöchiger Entwicklungsdauer kommt man auch mit der Saat von roten Rüben im Juli noch zurecht. Gepflanzt können noch werden Lauch und Kohlrüben. Bei diesen Aussaaten muß man den sommerlichen Boden= und Wetterverhältnissen Rechnung tragen. die das Keimen der Saat zwar beschleunigen, den Sämlingen aber schaden können durch zu viel Hitze und zu grelles Licht. Es ist deshalb dauernd für genügende Bodenfeuchtigkeit zu sorgen und die Saatbeete sind. wenn nötig. zu beschatten. Beim Auspflanzen müssen sowohl die Sämlingsbeete, wie die zu bevflanzenden Beete einen Tag zuvor gründlich gewässert werden. wenn nicht gerade größere Regengüsse gefallen sind Das wirkt besser als die Ueberschwemmung der Beete nach dem Pflanzen. Beim Ausheben sehe man darauf. daß die Pflanzen recht große Wurzelballen behalten. Erinnert sei an die Regel des Fruchtwechsels. Vor allem darf Kohl nie zweimal hintereinander auf dasselbe Land kommen. da die Pflanzen sonst leichter an Kohlbernie erkranken. Grünkohl läßt man auf Möhren und frühe Buschbohnen. Kohlrabi auf Erbien. Spinat und frühe Gurken folgen. Rosenkohl. Steckrüben, späten Rot= und Weißkohl und Wirsing auf Spinat und Frühkartoffeln. An allen kohlartigen Gemüsen legt jetzt der Kohlweißling seine Eier ab. Die gelben Eierbäuschen und die daraus auskriechenden Raupen sind oft abzusuchen und zu vernichten. Sellerie und Kohlarten erbalten ifter flüllige Düngung auch Ababarber und Sparael werden jetzt gedüngt. Erdbeerbecte, die den Höhe punkt der Fruchtbarkeit überschritten haben, sind abzuräumen. Gräbt man sie sofort um, kann man noch eine volle Ernte auf den Beeten haben. Die wenigen. noch unreifen Früchte sollen uns nicht davon abhalten. Auch bei den Erbsen beschleunigen wir unter Umständen die Ernte, um das Land nochmals zu bestellen. Die Erdbeerbeete, die noch eine Zukunft haben, werden entrankt und mit verrottetem Stallmist belegt. Wer neue Beete anlegen will. läßt die Ranken der Pflanzen, die am reichsten getragen haben, stehen, um die Ableger im August zu versetzen. Außer den Kirschen gibt es im Juli noch zeitige Aepfel und Birnen. Diese Früchte dürfen am Baum nicht völlig reif werden. weil sie sonst mehlig werden und ihren Wohlgeschmack einbüßen. Manche Frühobstsorten erlangen ihren besten Geschmack erst nach zehnbis zwölftägigem Lagern. In der zweiten Monatshälfte können Sommerveredlungen durch Okulieren ausgeführt werden. Im Blumengarten sind viele verblühte Blumen abzuschneiden. Bei Einjahrsblumen kann man dadurch oft die Blütezeit verlängern, denn die Pilanzen geben ihr Ziel. Samen zu bilden, nicht gleich auf. Hochwachsenden Stauden geben wir rechtzeitig Stützen. damit sie nicht vom Winde geknickt oder durcheinandergewirrt werden. Besondere Sorgfalt widmen wir auch den Rosen in Schnitt und nachhelfender Düngung. um uns bis tief in den Herbst hinein ihrer Blüten erfreuen zu können. Durch grüne Stecklinge lassen sich Rosen und manche Ziersträucher vermehren. Man gewinnt dadurch sogenannte wurzelechte Pflanzen. Die Triebe, die man zu diesem Zwecke abschneidet. werden in eine Schale mit feuchtem Sand. der nie trocken werden darf. gesteckt und mit einer Glasscheibe oder Glasglocke bedeckt. Die Wurzelbildung vollzieht sich im Lause einiger Wochen. Vergißmeinnicht. Stiefmütterchen und Tousendschönchen werden für den Gartenschmuck des nächsten Frühlings jetzt ausgesät. * * Für das junde Oolke# Snite Rinlnemnalammshannermnmem Mmmmmmmmmmmmnnmnnnnamenznmmmmmmmmanmmammmmmmmammmmmmmmaauren Ammmmmmm chenrnmmna Das Reichsführerlager in Weimar Mit dem Reichsjugendführer in der Zeltgemeinschaft. In Weimar waren auch in diesem Jahr wieder 1400 Gedietsführer. Bannführer und Jungbannführer zu dem Reichs=Führerlager zusammengezogen. darunter zum erstenmal 75 aus der Ostmark. Mit diesen Führern erlebten zusammen die Zeltgemeinschaft der Reichsjugendführer mit seinem Stab und eine Anzahl von Amtschefs. Zuerst sah es so aus. als sollte das Wetter durch die Anordnung des Reichsjugendführers einen Strich machen, denn die etwas tief liegende Glockenwiese im Goethe=Park nahm viel Wasser auf und war deshalb kein idealer Lagergrund. Aber schließlich hatte der Wettergott ein Einsehen und ließ die Sonne scheinen. So konnte die Führerschaft aus den vielleicht bequemeren. aber keineswegs gleich zünftigen Bürgerquartieren in die Zelte umsiedeln. Aber selbst, wenn es während der ganzen Zeit Bindfaden geregnet hätte, das Lager wäre auf jeden Fall. und wenn für einen Tag. bezogen worden. Was der Zweck des Reichsführerlagers war? Stabsführer Lauterbacher gab darüber Auskunft. Außer der Schulung der Führerschaft sollten die Amtschefs. die Gebiets=, Bann= und Jungbannführer sich einige Tage in kameradschaftlichem Zusammensein jungenhaft austoben können und die Zeltgemeinschaft unter Gleichgestellten erleben, weil sie im Sommer die Lager führen müssen. Die Glockenwiese in Weimar ist ein idealer Lager platz. Sie liegt etwas außerhalb der Stadt im Goethe Park und ist ganz umrandet von herrlichen Bäumen. Hier standen 176 Rundzelte, die einen Durchmesser von Ein schönes Stimmungsbild von dem Lager auf der Weimarer Glockenwiese (Reichsbildstelle=HI.=M.) vier Meter hatten und als Schlafstätten für jeweils zehn Mann dienten. und' 45 Langzelte. die eine Größe von sechs Meter mal 14 Meter hatten. In den Langzelten wurden die Uniformstücke aufbewahrt— wenn der Bannführer in das Reichsführerlager fährt, dann muß er Uniformen für verschiedene Gelegenbeiten mitnehmen—. und an den darin aufgestellten Tischen wurde das Essen eingenommen. Inmitten des Lagers. vor dem Appellplatz, befanden sich die Zelte des Reichs jugendführers, des Stabsführers Lauterbacher und des Begleiters des Reichsjugendführers. Gebiets führer Müller. In der Lagermitte lag auf der einen Seite der Avpellplatz mit Fahnenmast und Lagerfahne und gegenüber das Ehrenmal, das von 80 Gefolg schafts= und Fähnleinfahnen stimmungsvoll umrahmt wurde. Und auf der Grenze rings um das Lager wehten auf langen Masten 185 große Fahnen. Das Lager. das unter dem Kommando von Stabsführer Lauterbacher stand, hatte natürlich neben den Schlaf= und Wohnzelten zahlreiche Einrichtungen. die zu einem Reichsführerlager gehören. So waren hinter dem Zelt des Reichsjugendführers ein großes Kan tinenzelt und ein Ausstellungszelt aufgeschlagen. Das eine diente dem kameradschaftlichen Beisammensein. in dem anderen wurden Rodelle und Pläne von durchgeführten und vorgesehenen Bauten der HJ. gezcigt. Da waren weiter ein Pressczelt. ein Postzelt. Verpflegungszelte, Leichtkrankenzelte, und schließlich mußten auch das Kommando und die Verwaltung untergebracht werden. Selbstverständlich gab es auch eine seine Waschanlage und schließlich hatte jedes Zelt elektrisches Licht. Im Lager gab es eine Lagerfernsprechanlage, die Lagerleitung war selbstverständlich an die Amtsleitung angeschlossen, und schließlich hatte die Post sogar noch Münzfernsprecher aufgestellt. Die Lautsprecheranlage. die der Reichsautozug„Deutsch land“ ausgebaut hatte. tat zur Uebetmittlung von Befehlen und Reden gute Dienste und schließlich hörte man auf diesem Wege die schönen Lieder der 5J. Was es alles im Lager gab? Viel fröhliches Leben. Der Tag bätte beinahe mehr als 24 Stunden haben können, denn neben dem Lagerbetrieb mit seinen Feierstunden. Singstunden. Dichterabenden und Morgenfeiern sollten ja in der Stadt auch noch Vorträge gehört und Ausstellungen besichtigt werden. Es blieb aber immer noch Zeit für kameradschaftliches Beisammensein und Sviel und Sport. Wer an dem Reichsführerlager in Weimar teilgenommen hat. freut sich schon auf das nächste, das im Mai 1939 in Braunschweig stattfinden soll. aus Anlaß der Eröffnung der Akademic der Reichsjugendführung. Ein Pimpf spinnt Seemannsgarn In einer Ecke im Heim sitzt ein Kleeblatt der Frechsten aus dem Fähnlein zusammen. Sie haben die Köpfe dicht beieinander und einer ist mitten im schönsten „Spinnen": „Vor zwanzig Jahren fuhr ich als Primaner zur See. Als ich in Indien war. erhielt unser Schiff ein Leck. Wir konnten das Wasser gar nicht mehr ausvumpen. Da mußten wir an Land fahren. Nun war keine Feuerwehr da. die das Wasser bätte auspumpen können. Gerade kam eine Herde Elefanten herbei. die steckten ihre Rüssel ins Schiff. saugten das Wasser heraus und spritzten es in die Luft. Wir machten das Leck schnell wieder dicht. Am anderen Tage kam das Wasser als Regen wieder herunter!" Vor so viel Schwindelbegabung konnte der sonst durch nichts aus der Ruhe zu bringende Jochen sogar nicht mehr den Mund zu einer„niederschmetternden“ Antwort öffnen! Aufmarsch der Motoren Wir haben erst vor kurzer Zeit gelesen, daß in Fallersleben durch den Führer der Grundstein zu der großen Volkswagenfabrik gelegt wurde. Ende 1939 sollen bereits die ersten fahrfertigen KdF.=Wagen die Fabrik verlassen, und dann wird die Motorisierung im nationalsozialistischen Deutschland einen weiteren starken Antrieb erhalten. Mancher von euch hat sicher auch die Bilder von den ersten Modellen des Volks wagens gesehen, und wenn er dabei mit seinen Erinnerungen verglichen hat. dann wird er herausgefunden haben, daß solche ähnlichen Wagen. wenigstens in der äußeren Form ähnlich, bereits auf unseren Straßen zu sehen sind. Es stimmt schon so. Tatsächlich bringt die äußere Form des Volkswagens nichts ausgesprochen Neues mehr. Einige Fabriken haben schon in den letzten Jahren Wagen gebaut, die in der strömungsrichtigen Außenform den Zweck verfolgen, möglichst geringen Luftwiderstand bervorzurusen und so Brennstoff zu saren und gleichzeitig schneller zu fahren. Das Vorbild unserer Rennwagen hat sich bereits ausgewirkt. In unserem ersten Bild sehen wir in einer Draufsicht schräg von oben ein solches Auto. das ein Bruder des künftigen Volkswagens sein konnte. Auch dieser Wagen hat den Motor hinter den Fahrgastsitzen zu liegen. Aeußerlich unterscheidet er sich von dem Volks wagen in erster Linie dadurch, daß die Scheinwerfer noch nicht in die Kotflügel mit einbezogen sind. Außerdem kann ganz genauen Beobachtern verraten werden, daß bei diesem Wagen hinter den Fahrgastsitzen die Luftschlitze fehlen, die beim Volkswagen an gebracht sind. weil er einen luftgekühlten Motor be sitzt. Das sind natürlich Feinheiten, die auf dem Bilde nicht zu erkennen sind. Im übrigen bandelt es sich bei der Zeichnung um eine sogenannte Cabrio=Limousine. also um eine glückliche Verbindung zwischen dem ge schlossenen Wagen und dem Kabriolett, wie man sie jetzt häufig sieht. Das zweite Bild zeigt ein viersitziges Kabriolett mit vier Seitenfenstern. Es gehört zu einem Motor von 1.7 Liter. stellt also einen Wagen der Mittelklasse dar. sieht aber in der schönen äußeren Form wie ein großer Reisewagen aus. Dieser Wagen zeigt in seinen äußeren Linien mehr die bisher ge bräuchliche Form. und es ist nun jedermanns Geschmackssache, sich auszusuchen, was ihm besser gefällt. (2 Werkzeichnungen-M.) Alpenglühen Er war noch nie in den Bergen gewesen. Es war das erstemal... Dieses muß zur Einleitung gesaat werden. Einen Tag war er schon in Oberstdorf. Einsach großartig waren die Berge. Er hatte die letzte Wache Er beschützte das Lager. auf daß kein böser Feind eindränge. Um vier Uhr morgens war die Sonne noch nicht boch, die Kuppen der Alven lagen noch im Nebel. Da. die Sonne brach durch, leichter wurde eder Nebel, rotlich färbten sich die Spitzen der Bergc: „Alvenglüben...“ Wie im Fluge verrannen die Wachtstunden. Der Weckruf erscholl. und das Lagerleben begann, welche Möglichkeit für ihn. anzugeben! Er hat doch das Alvenglühen gesehen. Für fünf Minuten wai er beneidet von der ganzen Gesellschaft. Bis, ja bis.— und das war das Tragische an der ganzen Geschichte,— bis einer den unbeabsichtigten Schwindel merkte und klar und jachlich seitstellte:„Am Morgen gibt's kein Alvenglühen!" Noch heute sagt man von ihm. wenn man ihn besonders ärgern will. und er gebt dann ganz besimmt boch:„Du und dein Alvenglüben!... Nochmals Schalke 04— Hannover 96 Der dramatische Kampf um die Fußballmeisterschaft.— Wie wird es am kommenden Sonntag?— Die westdeutsche Streitmacht im Tschammer-Pokal.— Westfalen mit fünf Gauligisten im Rennen.— Noch immer auf der Suche nach dem zweiten aufsteigenden Verein.— Hindenburg Minden ausgeschaltet. Der Tag des Derbys. Die entthronte Adlerfee. Als man am Sonntagnachmittag vom Westfalia=Sportglaßz, wo unser heimischer Gauligist im Pokalspiel gegen Rheingold Emmerich mit 3:0 den erwarteten sicheren Sieg davontrug, zur Stadt zurückkehrte, zweifelte man keinen Augenblick mehr daran, daß Schalke 04 zum vierkenmal als Deutscher Reister zurückkehren würde denn es stand 3:1 für die Mannen um Szepan und Kuzorra. Um so größer war die Ueberraschung, als man hörte, daß Hannover 96 auf 3:3 herangekommen war. So erlebte man im Klublokal des SCW oder in den anderen Gaststätten, wo man befriedigt über den Erfolg der heimischen Elf sein Glas leeren wollte, noch die dramatisch bewegte halbe Stunde der Spielverlängerung. Es ging hark auf hart, wiederholt waren beide Tore in höchster Gefahr, und als es in die zweite Viertelstunde der Verlängerung ging, schten den Schalkern doch noch der zu winken, immer wieder drangen die blau=weißen ###ner in den Strafraum der Niedersachsen ein, lag der #cheidende Treffer in der Luft. Langsam, aber sicher v#rrannen die Minuten. Dann hielt man noch einmal den Atem an, denn Kuzorra, der alte Haudegen, brauste nochmals heran, Schuß.. aber Pritzer, der tüchtige Tormann, hatte sich in die Schußrichtung geworfen, lenkte den Ball um den Pfosten. Ein Eckball für Schalke 04 folgte, aber noch vor der Ausführung des Eckstoßes erkönte der erlösende Schlußpfiff. Denn keiner von all denen, die da vor dem Lautsprecher saßen, hätte einer der beiden Mannschaften das Mißgeschick gegönnt, daß sie noch im letzten Augenblick dieses gigantischen Ringens den k. o.-Schlag erhalten hätte. So erfährt der Kampf um die„Viktoria“ am kommenden Sonntag seine Wiederholung, kreuzen Schalke 04 und Hannover 96 erneut im OlympiaStadion die Klingen. Als Sonntagnachmittag der Schlußpfiff verhallte, bauchte sofort die Frage auf: Wo findet das Wiederholungsspiel stalt? Allgemein war man der Ansicht, daß man eine andere Austragungsstätte wählen würde. Man tipte auf Köln, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt. Aber wieder einmal hat Berlin den Vorzug erhalten. Am vergangenen Sonntag waren es 90 000, die dem Kampf beiwohnten; werden sich am kommenden Sonntag 100 000 einfinden? Um den Kampf noch zugkräftiger zu machen, findet vor dem Treffen das Wiederholungsspiel um den„dritten Platz“ stakt, denn auch die beiden Unterlegenen der Vorschlußrunde, Hamburger St und Fortuna Düsseldorf, kamen trotz Spielverlängerung nicht über ein 0:0 hinaus. So wird den Berlinern wiedermal ein Großkampftag erster Ordnung beschert. Die Frage ist nur die, ob das Berliner Publikum, das in den letzten Wochen in so überreichem Maße mit FußballereigWen größten Kalibers beglückt worden ist, noch die entsprechende Aufnahmefähigkeit besitzt. Aber es hat wenig Zweck, darüber weilere Betrachtungen anzustellen, der Beschluß des Fachamtes steht fest und es wird nichts mehr daran zu ändern sein. Wie wird nun das Wiederholungsspiel ausfallen? Das wird zunächst in starkem Maße davon abhängen, wie die beiden Gegner die Nachwirkungen des schweren Kampfes, der beiden Mannschaften das Letzte abverlangte, in der kurzen Ruhepause überwinden werden. Die Schalker wollten bekanntlich am morgigen Mittwoch gegen Ostmark Wien in die Schranken treten. Wie wir nun von Schalke erfahren, ist das Spiel abgeblasen worden. Denn drei Tage vor dem Wiederholungsspiel ein solch schweres Spiel auf sich zu nehmen, das kann auch eine solch routinierte Elf wie Schalke nicht riskieren. Zudem muß die Elf ja bereits Samstagmorgen wieder die Fahrt nach Berlin antreten. Der unentschiedene Ausgang des Treffens am 26. Juni ruft im übrigen die Erinnerung an die dramatischen Kämpfe wach, die sich 1922 der 1. FC Nürnberg und Hamburger SB lieferten. Damals bestand noch nicht die Regel, daß das Spiel nach zweistündigem Verlauf abgepfiffen und neu angesetzt werden mußte. Der ersten halbstündigen Verlängerung folgte eine zweite und dritte. Drei Stunden währte der Kampf, zu Tode erschöpft quälten sich die Spieler auf dem grünen Rasen ab, selbst der als Schiedsrichter amtierende Dr. Bauwens war der unerhörten Anstrengung nicht mehr gewachsen und sank ohnmächtig zu Boden. Auch der zweite Gana brachte keine Entscheidung, so daß das Los entscheiden sollte. Der Hamburger SB verzichtete jedoch darauf, durch einen Glücksfall Deutscher Meister zu werden, so daß der Titel dem 1. FC Nürnberg verblieb. Die Rolle, die damals der große§SD spielte, hat nunmehr der„kleine HSD“, wie man Hannover 96 im Norden nennt. übernommen. Die Elf hat am Sonntag den Beweis erbracht, daß sie eine Kampfmannschaft ersten Ranges ist und auch in spielerischer Hinsicht in den Kreis der deutschen Spitzenklasse eingedrungen ist. Wohl gab es Strecken in diesem Spiel, die Schalke als die reifere Elf sahen, wo die vielgerühmte Fußballkunst des Meisters erstrahlte, aber die 96er machten das alles durch ihren ungeheuren Einsatz wekt. Die Frage nach dem Sieger ist nun noch schwerer zu beantworten, als es bereits vor dem rsten Zusammentreffen der beiden diesjährigen Bewerber in die Deutschmeisterschaft der Fall war. Eine nicht zu unterschätzende Rolle bei diesem Kampf spielte allerdings die Haltung des Publikums. Dem kleinen Trupp der westfälischen Schlachtenbummler, die Schaltze auf der Fahrt nach der Reichshauptstadt begleitet hatten, stand das große Aufgebot der niedersächsischen Parteigänger gegenüber. 20000 feuerten die 96er mit einer leidenschaftlichen Anteilnahme an, wie man sie bei einem Endspiel um die„Deutsche“ bisher kaum erlebt hat. Es wäre daber im Interesse unseres westschlischen Meisters nur zu wünschen, daß am kommenden Sonntag der Westen zahlenmäßig stärker im Olymvia-Stadion vertreten ist. Der sensationelle Verlauf des ersten Spieles sowie die Tatsache, daß nunmehr auch das Rheinland angesichts des Vorspiels Fortuna— Hamburger SB stärker interessiert Ist. läßt erwarten, daß diesmal auch aus Rheinland=Westfalen ein paar Sonderzüge ihren Kurs nach Berlin nehmen werden. Jedenfalls ist die Svannung, wer in diesem Jahr die Deutsche Fußballmeisterschaft an sich reißt, auf den Siedepunkt gestiegen. Noch zwölf westdeutsche Mannschaften im Tschammer-Pokal. Ihren offiziellen Ausklang erlebte die westdeutsche Fußballsaison mit der dritten Hauptrunde um den Tschammer= Pokal. 18 westdeutsche Mannschaften standen im Kampf. neun blieben auf der Strecke, so daß der Westen sich in der nächsten Hauptrunde, die zu Beginn des neuen Fußballjahres zum Austrag kommt und auch die 16 Gaumeister im Start sehen wird. noch auf 12 Mannschaften stützt Fünf davon stellt der Gau Westfalen: Schalte 04, Borussia Dortmund, Westfalta Herne, Spielvereinigung Röhlinghausen, Arminia Bielefeld. Damit ist der Gau Westfalen von den drei westdeutschen Gauen nicht nur zahlenmäßig, sondern auch qualitativ am besten gerüstet. Seine fünf Bewerber gehören sämtlich der Gauliga an. Der Gau Niederrhein hat außer dem Gaumerker Fortuna Düsseldorf noch drei Mannschaften im Renten: den Gauliganeuling Rot=Weiß Essen und die beiden Bezirksklassenmannschaften SB Veldert und Sportfreunde katernberg, die der Spielvereinigung Herten überraschend hoch mit 4:0 das Nachsehen gaben. Der Gau Mittelrhein hat mit seinen Gauligisten in diesem Jahr wenig Glück gehabt. Die gesamte mittelrheinische Gautiga ist mit Ausnahme des Gaumeisters Alemannia Aachen bereits ausgebootet. Er hat letiglich noch in den beiden Bezirksklassenmannschaften, Blau=Weiß Köln und Grün=Weiß Eschweiler, zwei Kandidaten. Man darf gespannt sein, mit wem Westfalia in der nächsten Runde gepaart wird Hoffentlich ist bis dahin bei den Strünkedern alles wieder auf dem Damm, so daß der Name Herne auch bei den Pokalspielen einmal stärker zur Geltung kommt als dies bisher der Fall war. Von den Pokalspielen im Reiche ist der 8:1=Sieg, den Hertha=BSC Berlin üder Preußen Langenbielau errang, bemerkenswert. Hingegen hatte Holstein Kiel alle Mühe, Preußen Magdeburg mit 3:2 zu bezwingen. Werder Bremen blieb gleichfalls nur durch einen knappen 2:1-Sieg über die Spielvereinigung Erfurt im Wettbewerb. Eintracht Braunschweig unterlag der Hamburger Viktoria mit 1:3, auch Arminia Hannover ließ sich vom 1. SB Jena mit 3:2 ausschalten. Der As B Blumenthal blieb gegen Polizei Lübeck mit 2:3 auf der Strecke. Der Frankfurter Fußballsportverein schlug Kickers Offenbach mit 4:1 aus dem Felde, die Stuttgarter Kickers behielten über den Lokalrivalen Sportfreunde mit 1:0 die Oberhand. Der Kampf um den Aufstieg hat im Westfalengau eine Unterbrechung erfahren. Da Dreußen Münster zu der Reise der deutschen Studenteneif nach Island mit Gappa, Boß und Althoff drei seiner besten Spieler abstellen mußte, findet das entscheidende Spiel Wattenscheid— Münster erst am 17. Juli statt. Union Gelsenkirchen kehrte aus Siegen mit einem 3:2-Sieg über BC-Sportfreunde zurück. Die Gelsenkirchener würden damit relativ am günstigsten stehen, wenn das Spiel, das Gelsenguß gegen Preußen Münster ausgetragen hat und das von Münster mit 3:1 gewonnen wurde, nicht für Union gewertet wird. Die Gelsenkirchener hätten dann die Chance, durch einen Sieg in Münster die Tabellenführung an sich zu reißen. Aber kroß des Einspruchs der Gelsenkirchener gegen die Wertung dieses Spiels und wiederholter Hinweise in der Presse, daß man doch unmöglich einer Mannschaft ein Spiel ankreiden kann, das sie gar nicht ausgetragen hat, haben die maßgeblichen Stellen bis her nichts darüber verlauten lassen, ob es bei dem ursprünglichen Entscheid bleibt oder nicht. So wird man also noch bis Mitte Juti warken müssen, wer Arminia Bielefeld bei dem Aufstieg in die westfälische Gauliga begleiten wird. Neben dem Endspiel im Olympia-Stadion gab es am Sonntag eine Fülle von großen Ereignissen. Da ist zu nächst der Abschluß der Deutschlandfahrt. Wie zu erwarken stand, behlelt der Fahrer, der bei der Durchfahrt durch den Industriebezirk das geibe Trikot trug, der junge Chemnitzer Schild, den Sieg im Gesamtklassement vor dem Belgier Bonduel, Weckerling(Magdeburg), Thierbach(Dresden), Bauß(Dortmund). Die Deutschlandrundfahrt gestaltete sich, wie wir im„Kohlenpott“ ja selbst erlebten, zu einem großen Publikumserfolg. Jedoch kann es nicht schaden, wenn die Rennbestimmungen eine Aenderung erfahren, denn die letzten Etappen verliefen reichlich monoton. Immerhin, nach dem diesjährigen Verlauf dürfte die Volkstümlichkeit dieses größten deutschen Straßenrennens gesichert sein. Betrübte Gesichter gab es in Minden. Hindenburg Minden, das schon als sicherer Teilnehmer am Endspiel um die Deutsche Handball meisterschaft angesehen wurde, ließ sich in Leipzig von dem Titelhalter MTSA Leipzig mit 7:2 aus dem Felde schlagen. Die Leipziger setzten sich jetzt im Endspiel mit dem MSV Weißenfels auseinander. Bei den westfälischen Leichtathletikmeisterschaften wartete der Dortmunder Lutz von Herne mit einer prachtvollen Leistung im Hammerwerfen auf. Er erreichte die Weite von 56,43 Metern. In den Kurzstreckenläufen beherrschte Schalke 96 die Situation, das auch die viermat 100-Meter-Staffel auf sein Konto brachte. Im übrigen stand der Sonntag Schmidt, Herne, erster Sieger Kanumeilterlchaften auf dem Möhnelee. Die westfälischen Kannmeisterschaften der langen und kurzen Strecke wurden am Sonntag zusammen mit der Gebietsmeisterschaft der HJ auf dem Möhnesee zur Durchführung gebracht. Die Veronstaltung brachte in sportlicher Hinsicht einen schönen Erfolg, obwohl das Wetter nicht gerade günstig war. Der Besuch ließ sich ebenfalls recht gut an. Ergebnisse: Gaumeisterschaften: Langstrecken=Regatta: Zweier=Kajak (10.000 Meter): 1. Gebr. Sameit(Herdecker Paddelgilde) 55:32 Min. Einer=Faltboot(10 000 Meter): J. Schmidt (Herner KC) 64:34 im Alleingang. Einer-Kajak(10.000 Meter): 1. W. Frek(Hammer KB) 62:02 Min.; 2. J. Steltemeier(WSC Lippstadt) 63:49.6 Min. Zweier=Falkboot(10 000 Meter): 1. Liedke— Zimmermann(Herdecker PG) 60:10 Min. Einer-Falkbook(Altersklasse): 1. F. Buhrmester(MTB Minden) 79:10 Min. Einer=Kajak(Anfänger): 1. J. Knepper(TB Lünen) 61:28 Min. Einer-Kajak(Frauen): 1. J. Lehmenkühler(WSC Lippstadt) 21:15,2 Min. Zweier=Faltboot(Anfänger): 1. Wellmann— Joningk(Herdecker PG) 61:08 Min. Zweier=Kajak(Anfänger): 1. Waltenberg— Schrader(Herdecker PG) 56:10 Min. Einer=Faltbool(Anfänger): 1. W. Grebe(Herdecker PG) 68:10 Min. Gaumeisterschaften: Kurzstrecken=Regatta(Männer): Einer-Kajak: 1. Corzilius(TB Hamm) 4:41,8 Min.; 2. J. Schmidt(KC Herne) 4:50. Zweier=Kasak: 1. Rink— Cor zllius(TB Hamm) 4:13,8 Min.; 2. Gedr. Sameit (HerIs„. decker PG) 4:17,2. Einer-Kanadier: 1. G. Sievering(Linden-Dahlhausen) 5:35,2 Min.; 2. Strothotte(Dahlhausen) 5:43 Min. Frauen: Einer-Kajak: 1. Lehmkühler(WSC Lippstadt) 3:07,4 Min.; 2. Kropp(WSC Lippstadt) 3:23,2 im Alleingang. Gebietsmeisterschaft der H3: Einer=Rajak(Jahrgang 1920 22): 1. J. Kleinemeier(WSC Lippstadt) 3:27,6 Min. Einer-Kanadier(Jahrgang 1923/24): 1. H. Hensdiecke(Bochumer RK). Zweier=Kajak(Jahrgang 1920 22): 1. J. Kleinemeier— H. Hoffacker(WSC Lippstadt) 2:38,8 Min. Einer-Kanadier(Jahrgang 1920 22): 1, Gottschalk(Bochumer RK) 33:94 Min. Zweier=Faltboot(Jahrgang 1929 22): 1. Kleinemeier—H. Hoffacker(WSC Lippstadt 3:05.9 Min. Zweier=Kanadier(Jahrgang 1920 22): 1. W. Soldat— S. Möller(KC Lünen). Zweier=Kajak(Jahrgang 1923 24): 1. K. Thormählen— W. Wagenbach(Tus Lünen) 2:15,2 Min. Mannschafts=Kanadier: 1. Linden-Dahlhausen 1:48,0. Einer-Faltbook(Jahrgang 1920 22): 1. R. H. Hoffacker (WSC Lippstadt) 3:22,6 Min. Zweier=Kanadier(Jahrgang 1923 24): 1. E. Trompeter— K. Henke I(KC. Lünen) 2:02,4 Min. Am Sonntag landete Jos. Schmidt über die kurze Strecke auf den zweiten Platz. 1000 Meter erledigte er in 4.50 Minuten. Union jetzt an der Spitze Sportfreunde Siegen mit 2:3 geschlagen. Auch in dem letzten Sviel der Sportfreunde Siegen um den Aufstieg zur westfälischen Gauliga hatten die Siegener wenig Glück. Auf eigenem Platz wurden die Svortfreunde von der Union Gelsenkirchen mit 3:2(1:1) geschlagen. Damit verliefen die Aufstiegsspiele der Gruppe 1 für die Siegener nicht gerade befriedigend. Mit diesem Sieg eroberte sich Gelsenkirchen vorläufig die Svitze, doch haben Preußen Münster und die Sportgemeinschaft Wattenscheid noch ein Spiel auszutragen. Für beide Parteien genügt ein unentschiedenes Spiel. um Gelsenkirchen zu überflügeln. Für den Sieger aus der Begegnung ist der Aufstieg sicher. Bei schlechtem Besuch gab es wenig gute Leistungen. doch schließlich siegte Gelsenkirchen verdient durch das bessere Stellungsspiel. In der 20. Minute fiel das erste Tor für Siegen durch den Mittelstürmer Hochstadt. Nach fünf Minuten fiel durch den Linksaußen Hierdes der Ausgleich für Gelsenkirchen. Mit dem Stande von 1:1 geht es zum Wechsel. In der 30. Minute nach der Pause ist es der Halbrechte Hofmann. der Gelsenkirchen in Führung bringt. Zehn Minuten vor Schluß kann der Rechtsaußen den Ausgleich erzielen. Zwei Minuten vor Schluß sendet Hierdes zum siegbringenden Treffer ein. Tabelle der Fußball=Aufstiegsspiele in Westfalen. Pokalspiele. Röhlinghausen schlägt Hamborn 07. Sportfreunde Katernberg Herten. Sportfreunde Katernberg— Sp. Va. Herten 4:0. Die Sportfreunde Katernberg haben wohl den eindrucksvollsten Sieg der ganzen Spielzeit davongetragen. Sie haben wohl selbst kaum an die Möglichkeit eines Sieges gelaubt, weil sie schon des öfteren gegen Herten antraten. aber nichts erreichen konnten. Auch jetzt nahm Herten das Spiel forsch auf. wollte den Gegner gleich im ersten Ansturm überlaufen. Aber die Sportfreunde widerstanden jetzt. ja. als das Spiel offener wurde, kamen sie mit ihren Angriffen heraus. die aber viel nachdrücklicher waren. Katernbergs Mittelstürmer feierte einen seltenen Triumph. von seinen Halbstürmern gut bedient, schoß er alle Tore des Tages. Er zeichnete sich vor allen Dingen durch Ruhe. Dilzivlin und Ueberlegung aus. Auch die umsichtige Spielweise der Läuferreihe trug viel zum Siege der Katernberger bei. Ein Tor. das erste, hätte der Tormann der Hertener vielleicht verhüten können. Die Hertener gaben sich vorzeitig geschlagen. Sie konnten sich nach dem 2:0 für Katernberg nicht mehr zu geschlossenen Handlungen aufraffen. Sie ließen sich geben. Darum ist der Ausgang des Treffens für sie noch glimpflich ausgelaufen. Die 1000 Zuschauer waren von dem Kampfspiel stärkstens beeindruckt. Nie hat Katernberg mit solchem Elan und restlosem Einsatz an Mut und Kraft gekämpft. Rölinghausen— Hamborn 07 2:1. Hamborn hatte in der letzten Zeit eine Reihe von guten Spielen geliefert. Röhlinghausen hatte den Berechnungen nach eigentlich wenig Aussicht, gegen Hamborn zu bestehen, zumal die Mannschaft noch drei Mann ersetzen mußte. Die westfälische Gauliga ist nicht so schwach, wie fälschlich angenommen wird, sie kann es getrost mit den Mannschaften der stärksten Gaue aufnehmen. Auch dies Treffen erhärtete die Tatsache aufs neue. Die Hamborner rissen erst das Spiel an sich, als sich Röhlinghausen eingefunden hatte. Das Sviel wurde offen. Aufmerksam waren beiderseits die Hintermannschaften. Der Hamborner Sturm schoß mehr. aber ohne Kraft und Genauigkeit. Röhlinghausen dagegen war auffällig sparsam mit Torschüssen. Dennoch beunruhigten sie den Hamborner Torwart empfindlich, weil die Torschüsse immer die Ecke suchten. Es schien, als sollte die erste Halbzeit torlos verlaufen. Da hatte Hamborn einen Eckstoß auszuführen. der Röhlinghausener Tormann sing den Ball auf. ließ ihn aber fallen. er glitt aus und ins Netz. Nach der Halbzeit aber drückte Röhlinghausen immer stärker aufs Tempo. Röhlinghausen riß den Angriff an sich. Das Zusammenwirken der Mannschaft ging jetzt nach Wünschen. der Ball lief. es war Fluß im Spiel. Immer ungestümer wurden die Angriffe der Röhlinghausener. der Mittelstürmer hatte einen Angriff aussichtsreich eingeleitet, er schoß auch den Ball ab. der Torwart stürzte beim Auffangen, der Halbrechte der Platzelf war zur Stelle. den Ball zum Ausgleich einzudrücken. Wieder war Röhlinghausen im Angriff, der Mittelstürmer betätigte sich auch in diesem Angriff außerordentlich nachdrücklich, wieder feuerte er einen Schuß los. der abvrallte, der Linksaußen war jetzt zur Stelle, um das Letzte zu tun. Hamborn spielte sehr hart. nahm Röhlinghausen wohl körverlich hart mit, doch ließ sich die Mannschaft den Sieg nicht nehmen. Borussia Dortmund— Rot=Weiß Oberhausen 2:0. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Das Spiel stand auf einer wenig hohen Stufe. wurde aber von den technisch besseren Borussen verdient mit 2:0(0:0) gewonnen. Die Oberhausener. die mit Jürissen antraten. kamen für einen Sieg nie in Betracht. Die Tore fielen erst im letzten Spielabschnitt der zweiten Halbzeit. und zwar durch den Halblinken Janowski und den Ersatzspieler Somblemski. Arminia Bielefeld— Hüsten 09 2:1. Gleich zu Beginn nutzte Hüsten einen Fehler der Bielefelder Verteidigung aus und ging durch den Linksaußen in Führung. aber Arminia konnte noch vor der Pause durch Schlivs ausgleichen. Nach der Pause nahm Arminia das Sviel ganz in die Hand. doch stießen die Stürmer bei der Hüstener Abwehr auf barten Widerstand. Erst vier Minuten vor Schluß fiel durch Hogenkamp auf Vorlage von Pohl der verdiente Bielefelder Siegestreffer. Zetzt Wandersportlehrer Osterloh in Herne Ab 28. 6. bis 1. 7. einschließlich. Wie wir bereits vor etwa 14 Tagen an dieser Stelle bekanntgaben, weilt in der Zeit vom 28. 6. bis 1. 7. Wandersportlehrer Osterloh vom Reichsbund für Leibesübungen in Hernes Mauern. Heute abend um 7.30 Uhr treffen sich daher die Vereinsleiter mit den Uebungswarten ihrer einzelnen Abteilungen au dem Westfalia-Stadion, wo über die Programmgestaltung usw. an den einzelnen Tagen gesprochen wird. Es dürfte selbstverständlich sein, daß die Der eine diese sich ihnen bietende Gelegenheit, ihr Fach wissen wesentlich zu vervollkommnen, beim Schop ergreifen und daher sehr zahlreich zur Stelle sind. im Zeichen der großen Turfereignisse. In Anwesenheit einer Rekordzuschauermenge kam auf der traditionellen Bahn von Hamburg-Horn das Deutsche Derby zum Austrag. Bei dem Durcheinander, das in diesem Jahre bei den dreijährigen Hengsten zu beobachten wai, hatte man der Ebbeslobschen ungeschlagenen Stute Adler= fee die Rolle des erklärten Favoriten eingeräumt. Es kan aber, wie schon so oft auf dem grünen Rasen, anders. Adlerfee endete unplaziert, der Schlenderhaner Orgetton riß nach einem mörderischen Gefecht mit Elbgraf und Me soran mit einem„Kopf“ den Sieg an sich. Die Totoquoten (Sieg: 114:10, Einlauf: 4360:10) kennzeichnen die große Ueberraschung, die das Rennen brachte. Drei Derbystege gaben sich in dem mit einer Million Franken ausgestat teten„Grand Prix des Paris“ ein Stelldichein: der fran zösische Derbysleger Cillas, Englands Gewinner des Blaue Bandes, Bois Roussel, ein der französischen Zucht entstam mender Vollblüter, der in den Besitz des Sohnes des verstordenen englischen Admirals Beattly gelangt ist, und de Italiener Nearco, der bei 13 Rennen in seiner Heimat no keinen Bezwinger gefunden und in überlegenster Weis gewonnen hat. Der Italiener erbrachte auch in Frankreich wertvollsten Rennen den Beweis, daß er ein Ausnahme pferd ist, er siegte in absolut sicherer Weise vor dem Fran zosen Cannot und dem Engländer Bois Roussel. Nearco besitzt auch eine Meldung für das Braune Band vo Deutschland. Nach seinem Pariser Sieg ist er, wenn e In München wirklich an den Start kommen solltet hauhoher Favorit. Um den Aufstieg zur Sandball-Gauliga Noch keine restlose Entscheidung. Mit den Siegen von TB Iöllenbeck und Auf der Hütten Weidenau in den zwei am Sonntag ausgetragenen Au stiegsspielen zur Handball-Gauliga ist noch keine restlose Entscheidung gefallen. Hüttenverein Dortmund, der gege den TV Jöllenbeck mit 9:10 verlor, steht bereits als Aufstiegskandidat fest, trotz der Niederlagen. Durch den 8:6Sieg von Weidenau über Reichsbahn Recklinghausen stehe nun Iöllenbeck und Weidenau punktegleich in der Tabelle. so daß ein Ausscheldungsspiel notwendig wird. Die Ergeb nisse: Hüttenverein Dortmund— TB Jöllenbeck 9:10(4:5) Auf den Hütten Weidenau— Reichsb. Recklingh. 8:6(4:3) Um die Eintellung der Handball=Bezirksklasse In welcher Gruppe spielt Westfalia Herne? Immer noch herrscht keine Klarheit über die Einteilung der westfälischen Bezirksklassengruppen im Handball. Be kanntlich wurde diese Klasse von 129 auf 80 Vereine verringert. Aus jeder Gruppe stiegen 4 bzw. 5 Mannschaften ab, und nur die Kreismeister stiegen auf. Nun bereitet die Einteilung der neuen Gruppen einige Schwierigkeiten und zahllose Wünsche wurden laut. Hoffentlich teilt man die Gruppen nach geographischer Lage derart ein, daß jede Verein ungefähr gleiche Kilometerzahlen zu fahren hat. Der Vorschtag Hagens, beide Gruppen Hagens zusammenzu schließen, dürfte nicht in Frage kommen, dnen dann hätten diese die billigste und verdienstreichste Gruppe, während andere Gruppen Fahrten von 60 bis 70 Kilometer erledigen müßten. Ein weiterer Vorschlag geht dahin, Gelsenkirchen fünf Mannschaften in einer Gruppe mit Westfalia Herne, Turnklub Wanne, Recklinghausen-Ost, Polizei Reckling= hausen und Tus Haltern zu vereinen und die beiden restlichen Vereine Recklinghausens, Herten und Scherlebee mit Linden, Tus Bochum, Henrichshütte und einige Mannschaften des Hellwegbezirks zusammenzuschließen. Dieser Vorschlag ist kaum tragbar, vor allen Dingen für Herten und Scherlebeck nicht. Für die hiesige Gegend ha ten wir folgende Gruppeneinteilungen für beachtenswer Recklinghausen-Ofl, Polizei Recklinghausen, TuS Haltern, Herten, Scherlebeck, Westfalia Herne, Turnklub Wanne, Schalke 96, Delog Rotthausen, Heßler 84; die andere Gruppe: Bottrop, Erle, Tus Bochum, Henrichshütte, Linden und einen Teil der Hellweggruppen. Dann die Dortmunder Gruppe mit dem zweiten Teil der Hellweggruppe, Münster mit Lippe usw. Mehrere Sitzungen brachten bisher keine Klarheit, aber einmal muß die Lösung kommen, ob man sich dabei an die starre 10er-Gruppe halten kann, ist fraglich. Die finanzielle Seite muß aber die stärkste Berücksichtigung finden, damit alle Seiten ziemlich ausgeglichene Entfernungen zu bewältigen haben. Westsalias Handballer besiegen auch den Bochumer Großverein. Westfalia Herne— BfL 48 Bochum 7:6(5:5) Mit nur 10 Mann nahmen die Strünkeder das obige Spiel auf, welches ihnen einen knappen, aber verdienten Sieg einbrachte. Die Bochumer waren ein äußerst starker Gegner und zwangen die Herner zur höchsten Kraftentfaltung. Der Vier=Mann=Sturm wurde von Simon gut geführt. Im Lauf zeigte Rybicki erneut großes Können und unterstützte den Sturm vorbildlich. Auch die übrigen Spieler erfüllten ihre Pflicht. Beim Seitenwechsel hieß es 5:5. Nach der Pause hielten sich die Herner noch besser und siegten mit 7:6. Die Tore für Herne warfen Simon(2), Rybicki, Padberg, Kaminski(3). Juisburg 98 Turniersieger. Letzte Vorrunde um die Deutsche Wasserballmeisterschaft. Am Sonntag wurde in Leverkufen das letzte der vier Vorrundenkurniere um die Deutsche Wasserballmeisterschaft in Leverkusen entschieden. Mit Duisburg 98 setzte sich die härteste Mannschaft durch, die ihren Erfotg ober erst au Grund des besseren Torverhältnisses gegen Schwaben Stuttgart errang. Am Sonntagvormittag gab es zwei Ueberraschungen, denn die Sieger vom Vortage wurden von den Unterlegenen geschlagen, so daß nach den ersten vier Spielen Punktgleichheit in der Tabelle bestand. Duisburg 98 wurde von Schwaben Stuttgart 3:4(2:1) geschlagen und Bayern 07 Nürnberg slegte mit 2:1(1:0) über EWAS. Wien. Die Entscheidung mußte nun nachmittags fallen Schwaden Stuttgart zeigte sich dann Bayern 07 Nürnbe 3:1(1:0) öberlegen. Man glaubte schon an einen Sieg 6 Stuttgarter im Gesamtergebnis, zumal es nach Beendigung der regulären Spielzeit im Kampf Duisburg 98— Wien 3 stand. Schließlich setzten sich die Dutsburger in der Verlängerung gegen die abgekämpften Wiener mit 6:3 durch. so daß ihnen der Turniersieg durch das bessere Torvoe hältnis zufiel. Die SA verkörpert deutlches Mannestum und deutlches Volkstum. Gefahr um Bianca Mungnnnzgnzgngzggng Kofhan Vorl Härald Baumgarten Munndnnngngugungg (7. Fortsetzung.) Man setzte sich an den Kaffeetisch und plauderte. Eva erzählte nur von sich. Ganz unwillkürlich. Von ihrem großen Erfolg, von ihren fabelhaften Aussichten. Von den Kritiken, von der Berliner Gesellschaft. Und Peter stimmte so lebhaft ein, ging ganz in diesen Dingen auf, daß Frau Fanning ihren Sohn manchmal anblickte, ob das wirklich noch ihr Peter sei, der da von Gesellschaften und Tanzturnieren sprach, als füllten solche Dinge seine ganze Seele aus. Und so kam sie— nur von einem anderen Gesichtspunkte aus— zu einem ähnlichen Resultat wie die alte Jette. Auch ihr gefiel die junge Künstlerin nicht. Nein, gar nicht. Frau Fanning wurde immer zurückhaltender, je lebhafter Eva und Peter wurden, und schließlich erhob sie sich als gerade eine Gesprächspause es ermöglichte. Sie sagte, sie wolle mit Jette noch einiges besprechen, denn Fräulein Stahl werde doch noch ein wenig dableiben. Als sie gegangen war, sah Eva Bianca an.„Was für einen interessanten Schmuck Sie umhaben, kleines Fräulein!" „Ein Erbstück,“ erwiderte Bianca hastig und griff unwillkürlich nach der Kette, weil sie empfand, die Augen dieses Mädchens stachen mit einer förmlichen Gier nach ihrem einzigen Besitztum. „Ein Schmuckstück, wegen dessen ich eine Differenz mit Hern Brandt hatte, Eva“, fiel Peter ein.„Ich laube nämlich, daß dies die fehlende Kette zu dem önigsschmuck ist, der sich im Besitz von Herrn Direktor Brandt befindet. Ich will die Kette nächster Tage, wenn Bianca es erlaubt, gründlich untersuchen.“ „Eine reizende Kette! Ich schwärme für derlei Dinge. Das wäre eine wundervolle Erinnerung an mein erstes Konzert. Ich möchte sie Ihnen abkaufen, Peter.“ Sie legte ihre Hand auf seinen Arm und sah ihn bittend an. Etwas verlegen lächelte Fanning.„Die Kette gehört Bianca. Sie ist außerdem— ein Altertum von größtem Wert.“ „Ach ja— die Kette gehört Ihnen, kleines Fräulein? Nun, vielleicht unterstützen Sie meine Bitte, Peter. Ich habe mich direkt in die Kette verliebt. Vielleicht ist dem Kinde bares Geld, mit dem sich eine Existenz aufbauen läßt, lieber als ein totes Stück Gold um den Hals.“ Sie stand auf und trat dicht vor Bianca hin. Der starke Duft ihres Parfüms drang auf Bianca ein.„Ich biete Ihnen zehntausend Mark dafür. Den ganzen Verdienst aus meinem Konzert. Was meinen Sie?“ Die zierliche kleine Hand Biancas lag noch immer fest auf ihrem Schmuck. Eine unerklärliche Unruhe erfüllte sie. Scheu sah sie von Peter zu Eva. Was war das? Man wollte ihr die Kette abkaufen? Die Kette, die sie aus der Kinderzeit wie ein Heiligtum gehütet hatte? Und dafür ein solches Vermögen? Im gleichen Augenblick durchzuckte sie das Bewußtsein, daß sie mittellos war. Gänzlich mittellos, und auf die Gnade fremder Menschen angewiesen. Aber die Kette hergeben? Ein unbezähmbarer Wille leuchtete in ihrem jungen, kühnen Gesicht auf. Ein jäher Stolz brannte in ihren Augen, als sie sagte:„Ich verkaufe die Kette nicht.“ „Ich habe mich in diese alberne Kette verliebt, Peter. Vielleicht versuchen Sie, das Mädchen umzustimmen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir die Kette bringen würden.“ Während sie über die Laufplanke an Bord eilte, sah sie noch einmal zurück. Leicht hob sie den Arm und winkte. „Auf Wiedersehen, Eva!“ rief er ihr nach. Nun fuhr das Schiff schon. Noch einmal erblickte er ihr Gesicht— dieses sieghafte, schöne Gesicht. Dann glitt der Dampfer stromaufwärts. „Morgen werde ich sie aufsuchen, morgen, bevor sie nach Kopenhagen fährt! Morgen muß sich mein Schicksal entscheiden!" Nicht eine Sekunde dachte er an Bianca. Eva Stahl nahm Besitz von seinen Sinnen und Gedanken. Als er nach Hause kam, saß die Mutter noch auf der Veranda. Sie hatte die Hände, diese seinen, gütigen Hände, in den Schoß gelegt. Um ihre Augen waren kleine Falten. Fragend blickte Peter sie an. Was würde sie sagen? Aber es ging doch nicht an, daß er jetzt schon ins Hatel Esplanade ging. So sehr ihn die Ungeduld auch trieb, er mußte noch warten. Zwei Stunden wohl. Um zehn Uhr. Dann würde Eva wohl beim Frühstück sein. Er wollte sie einladen, mit ihm irgendwohin zu fahren. In diesen herrlichen Herbsttag, der über der Alster lag. Draußen im Freien— da konnte man besser reden. Wirklich— in ein paar Stunden konnte er der glücklichste Mensch in ganz Hamburg— ach was, in der ganzen Welt sein. Da war der Alsterpavillon. Trotz der Morgenstunde waren die Tische, die teils auf der Straße standen, teils auf dem Platze, der zum Wasser hinunterführte, gut besetzt. Manch eiliger Geschäftsmann trank hier seinen Morgenkaffee. Peter Fanning ging auf einen kleinen Tisch zu, der hinter einer grünen Efeuwand stand. Vielleicht konnte er doch— trotz der innerlichen Aufregung— etwas essen. Außerdem war es gescheiter, sich hier ein wenig hinzusetzen, als zwei Stunden in den StraRETOUR A LENVOYEUR Zum Absender zurück. „Siehst du, das sind die Bomber, die gestern hier in Einzelteilen die Grenze passierten",— sagte der französische Zollbeamte zu dem Grenzposten.„Gringoire“ in Paris meint aber nicht nur die französischen Bloch=Bombenflugzeuge, die kürzlich von Sowjetspanien zum Provozieren über französisches Gebiet geschickt wurden, sondern meint den ganzen Skandal der Wassenhilfe Frankreichs. Soeben hat sich Frankreich verpflichtet, die Grenze zu schließen. Wie lange?(Scherl-Bilderdienst-M) Aber dann sah sie Fanning an, wurde hilflos und unschlüssig. Wünschte er es vielleicht? Tiefer Schmerz legte sich um ihren feingeschnittenen Mund. „Aber nein,“ rief Peter.„Kein Mensch wird dir uraten. Die Kette ist dein. Du mußt handeln, wie u denkst.“ Ohne sich über sein Empfinden klar zu sein, erschütterte Peter das leidvolle Gesicht Biancas. „Ich verkaufe die Kette nicht!" wiederholte Bianca, und ihre Stimme klang wie ein altes, herrliches Cello. Dann wandte sie sich ab, ging fort, die Treppe hinunter in den Garten, ruhig und fremd. ihr junges Gesicht war schön, beinahe geheimnisvoll. Die Pause, die zwischen Peter und Eva entstand, war peinlich. Während sie den geschminkten Mund spöttisch verzog, suchte er nach einer Entschuldigung für Bianca, deren rasches Weggehen einen offenen Widerstand gegen Eva gezeigt hatte. „Sie ist etwas scheu— ich sagte Ihnen schon...“ „Scheu nennen Sie das? Ich finde es ungezogen. Außerdem scheint sie eine merkwürdige Ansicht vom Leben zu haben. Man lehnt ein solches Angebot nicht ab, wenn man eine arme Waise und mittellos ist.“ Einen Augenblick beinahe hätte das unbestechliche Rechts= und Anstandsgefühl in Peter ihm bittere Worte auf die Zunge getrieben. Eva hielt es noch keineswegs für angezeigt, alle Brücken abzubrechen. Diese Bianca van Timmer schien Peter gänzlich ergeben zu sein! Durch ihn wurde sie doch noch in den Besitz der Kette gelangen. In geschickter Weise brachte sie das Gespräch wieder auf fröhlichere Bahnen. Gleich darauf kam auch Frau Professor Fanning wieder. Hinter ihr Jette mit einem kalten Abendbrot. Nur Bianca ließ sich nicht mehr sehen. Sie saß in ihrem Zimmer, schmerzlich ergriffen von dem Gefühl der Einsamkeit. Von unten herauf hörte sie das unbekümmerte Lachen Evas. Wie anders hatte Peter Fanning mit diesem blonden Mädchen gesprochen als mit ihr! Wie zärtlich hatte seine Stimme geklungen! Wie hatten seine Blicke sie umfaßt! In einer raschen Aufwallung riß sie sich die Kette vom Halse und starrte sie an. War nicht die Kette schuld, daß Peter sie zu sich genommen? War es nur diese Kette— und nicht sie? Gehetzt lief sie im Zimmer umher. Nichts hatte sie auf der Welt... Keine Heimat, keine Eltern, keine Existenz! Wie ein Spielball wurde sie hilflos herumgeworfen! Heiße Tränen stiegen in ihre Augen, hilflos warf sie sich auf ihr Bett und schluchzte hemmungslos, durchschüttelt von den Qualen ihrer ersten, jungen Liebe.— Eva zeigte wenig Lust, nach dem Abendessen noch länger zu bleiben.„Ich muß zurück, lieber Doktor, ich erwarte heute abend noch eine wichtige Nachricht.“ Sichtlich zerstreut verabschiedete sie sich von Frau Professor Fanning. Peter brachte sie bis an das Schiff, das sie nach Hamburg zurückbringen sollte. „Wann darf ich Sie wiedersehen, Eva?“ „Ich kann es nicht sagen, Peter. Vielleicht fahre ich schon morgen nach Kopenhagen, vielleicht bleibe ich noch. Ich gebe Ihnen Nachricht, vielleicht komme ich auch noch einmal hierher, ja?“ Sie sah ihn mit einem jener Blicke an, die sein Blut in Wallung brachten. Würde sie aussprechen, was er selbst empfand, daß diese Eva ein entzückender Mensch sei? Nein— sie sagte nichts dergleichen. Da stockte Peter die Frage auf den Lippen. Wie ein böses Tier biß sich der Trotz in ihm fest. Alte Menschen verstehen die heutige Zeit nicht mehr, dachte er bei sich, sonst hätte Mutter sagen müssen...“ Und da sprach die Mutter:„Bianca war recht unglücklich heute abend. Sie ist auf ihr Zmmer gegangen. Weißt du, warum?“ Ganz zerstreut antwortete er, daß er es nicht wissen könnte.„Sie muß sich eben erst eingewöhnen, Mutter. Vielleicht ist sie auch etwas empfindlich.“ Die alte Frau stand auf. Das Windlicht in ihrer Hand flackerte und streute silberne Reflexe auf ihr weißes Haar. Er wich ihrem Blick aus.„Ich fahre morgen ganz früh in die Stadt, Mutter.“ Sie erwiderte nichts, sah ihn nur mit ernsten, nachdenklichen Augen an. Dann ging sie in die Küche, wo die alte Jette noch herumwirtschaftete. Peter Fanning ging noch lange in dem Garten auf und ab. Morgen— morgen— dachte er und blickte sehnsüchtig nach dem östlichen Himmel, ov sich nicht bald das silberne Grau der ersten Morgendämmerung zeige Siebentes Kapitel. Die Glocken von den Türmen schlugen die achte Morgenstunde, als Peter Fanning aus dem Vorortzug stieg, den er benutzt hatte, um in die Stadt zu fahren. Schade, daß er mit Mutter nicht noch hatte sprechen können. Nie hatte es sonst ein Geheimnis zwischen ihnen gegeben. Alles konnte man der Mutter sagen. Nur dies nicht. Da war ein unsichtbares Etwas, das die Lippen verschloß. Etwas, was man ganz mit sich ausmachen mußte— und mit Eva natürlich. Doktor Peter Fanning lächelte vor sich hin, wenn er an sie dachte. An dieses Mädchen, das ihn so ganz bezaubert hatte. Je intensiver er sich Eva vorstellte, um so heißer wurde sein Begehren, sie zu sehen. Wie war das nur mit der Inkakette gekommen? Vielleicht war es nur ein Anflug von Güte gewesen, daß sie der armen Waise hatte helfen wollen, indem sie ihr diese Summe bot. Denn schließlich, was sollte Eva mit der Kette? Man trägt doch solch einen Schmuck nicht! Iu Bianca paßte er. Zu diesem fremdländischen Mädchen. Er hätte Bianca doch zureden sollen. Jawohl— Eva hatte recht. Mit dem Gelde hätte Bianca sich eine Existenz gründen können. Warum Mutter nur so verschlossen gewesen war? Es war doch sonst nicht ihre Art, mit ihrer Meinung hinter dem Berge zu halten. Na— wenn er nun nach Hause kam und sagte:„Mutter, ich habe mich mit Eva Stahl verlobt!“ Was würde sie für Augen machen! Sicherlich würde sie sehr glücklich sein. Denn sie hatte ja immer gewünscht... Viertel nach acht— so früh. Diese Nacht hatte er keine Sekunde schlafen können. Immer nur an Eva gedacht. ßen herumzulaufen. Diese zwei Stunden, die endlos sein würden, weil jede Minute ihn bedrängte mit der Frage:„Was wird Eva sagen— was wird Eva antworten?“ „Ober, einen Kassee!". Der Kellner verschwand. Herrlich— dieses pulsierende Leben der Arbeit! Mit einem schreckhaften Ruck umfaßte Doktor Peter Fanning plötzlich die Armlehne seines Stuhles. Was für ein Wagen kam denn da angefahren? Hielt vor dem Eingang zum Alsterpavillon. Ein schnittiges Kabriolett. Wo hatte er den Wagen schon gesehen? Ein ganz seltener, neuer Typ. Wo war das doch gewesen? Seine Gedanken suchten... Richtig, jetzt wußte er es. Der gleiche elegante Wagen hatte vor dem Lehrter Bahnhof gestanden, als er mit Eva in Berlin angekommen war. Der Wagen hatte Edgar Brandt gehört. Ein dunkles Gefühl des Mißtrauens überfiel Pe ter. Sollte der junge Brandt etwa Eva nachgefahren sein? Sie von Berlin verfolgt haben? Er hatte sie doch, wie sie gestern erzählte, mit seinen Anträgen belästigt. Deshalb war sie doch von Brandts fortgezogen! Unwillkürlich ballte Peter die Hände. Wenn es so war— dann konnte sich dieser junge Mann auf etwas gefaßt machen! Jetzt hielt der Wagen. Vorsichtig hob Peter die Blätter, die ihn verdeckten, etwas beiseite. Richtig— kein Zweifel mehr möglich! Es war der Brandtsche Wagen, und der junge Mensch saß am Steuer. Jetzt stieg Edgar aus, sah sich suchend um und ging dann auf eines der kleinen Tischchen zu, setzte sich. Gut, daß dieser junge Brandt ihn nicht bemerken konnte. Er war ganz versteckt hinter seiner grünen Efenwand. Aber Eva mußte er sofort erzählen, daß dieser Mensch hier war. Und wenn sie es wünschte — nun, er würde nicht zart mit dem jungen Burschen umspringen, wenn er es etwa wagen sollte, auch hier Eva zu belästigen. Dann würde er— hoffentlich— ein Recht dazu haben, sich einzumischen. Das Recht des Bräutigams. Peter wollte eben den Ober rufen, um zu zahlen, als das Wort in seinem Munde erstickte. Dort über die Straße kam Eva. Eva in einem hellen Kostüm. Sie ging eilig und, wie es schien, mit der bestimmten Absicht, den Alsterpavillon aufzusuchen. Ein wilder Zweifel erfüllte Peters Gemüt. Konnte das möglich sein— hatte sie sich etwa mit Edgar Brandt verabredet? Peters Herz schlug bis zum Halse hinauf. Nein, jetzt durfte er nicht mehr gehen. Jetzt mußte er Gewißheit haben! Es war schmählich, hier zu sitzen und zu spionieren, wohin das geliebte Mädchen ging. Aber durfte er solch ein Tor sein und sich zum Narren halten lassen? Noch schien ihm alles unglaubhaft. Aber seine Augen sahen doch! Da saß Edgar Brandt— und da kam Eva Stahl. Und jetzt— jetzt hob der junge Brandt die Hand.„Hallo!“ rief er,„Hallo— hier bin ich. Eva!“ Peter Fanning mußte ein paarmal schlucken, so jäh überfiel ihn ein Gefühl, als müsse er ersticken. Nun wandte Eva Stahl den Kopf, und nun— hob sie grüßend die Hand und ging auf den Tisch zu. „Aufstehen! Aufstehen und fortgehen!“ schrie eine innere Stimme Peter zu. Auf Eya zugehen und sagen:„Wie schön, daß ich Sie treffe, Fräulein Stahl. Ich wollte Sie eben aufsuchen und bitten, meine Frau Aber nein— nein— man mußte seine Nerven in der Gewalt behalten. Er mußte wissen... Ja, das war es! Wissen, wie es kam, daß dieser Brandt hier in Hamburg war und sich mit Eva traf... Nun hatte Eva den jungen Brandt erreicht.„Morgen, my boy!“ sagte sie. Peter konnte sie nicht mehr sehen. Aber er hörte ihre Stimme, die hell und lustig klang. Gar nicht, als sei dies ein unerwünschtes Zusammentreffen. „Ober— Kaffee!“ rief Edgar.—„Hast du schon gefrühstückt, Eva?“ Was war das? Er nannte sie„du" und„Eve“? Sollte er aufspringen und hinüberlaufen, diesen blassen Burschen an der Bruist packen und ihm### verlebte Gesicht schreien:„Was erlauben Sie sich, Lümmel!". Rasende Eifersucht kochte in Peters Herzen. Aber da hörte er schon wieder Evas Stimme. „Wir haben doch ausgemacht, daß wir zusammen frühstücken wollten. Was macht denn der alte Herr?“ „Pa sitzt auf dem Balkon im Atlantik und ist sehr verstimmt, daß du gestern nichts erreicht hast. Er sagt, nun hätte dieser Besuch höchstens Mißtrauen erwecken können. Wie ein Schleier zerriß etwas vor der Seele Peters. Also dieses Zusammentreffen war abgemacht Und der gestrige Besuch in Blankenese war zwischen Brandts und Eva besprochen worden. Alles war Lug und Trug! Nun wollte er alles erfahren. Ach, es war erbärmlich, zu lauschen und ein Ideal nach dem anderen in Trümmer sinken zu sehen! Aber war es nicht noch viel erbärmlicher, was jene dort taten? Und warum? Mit einem Schlage stand der Abend in der Villa Brandt vor ihm. Er meinte den hellen, spitzen Aufschrei von Brandt zu hören, als er sagte, er kenne die Inkakette. Was gab es hier für ein Geheimnis? Wie unter dem Zwange, lauschen zu müssen, neigte er den Kopf. Die blasierte Stimme Edgar Brandts klang zu ihm herüber.„Also Pa sagt, wir müßten unbedingt die Kette haben. Unbedingt. Es ginge um unser aller Existenz, wenn dieser Fanning noch weitere Entdeckungen machte. Ich fahre jetzt nach dem Uhlenhorster Fährhause, und du nimmst den Alsterdampfer. Pa wartet im Fährhause auf dich. Dort soll weiteres besprochen werden. Pa ist ganz außerordentlich erregt, seit er weiß, daß dieses Mädel sich van Timmer nennt. Er läßt extra fragen, ob es auch stimme.“ „Ganz bestimmt, Edgar. Sie heißt van Timmer.“ „Na, Pas Sorgen sollen uns nicht hindern, unsere Verlobung mit einem auserwählten Mahl im Fährhaus zu feiern. Du weißt, Liebling, ich bin dafür, den Tag zu genießen.“ Peter Fanning hörte nichts mehr. Es brauste in seinen Ohren. Nur das eine Wort trug er noch in sich:„Unsere Verlobung“. Kein Zweifel war mehr möglich. Dieses Mädchen, das er so innig geliebt, hatte ihn belogen! Mit einem abwesenden Blick bezahlte er, stand auf und schlug den entgegengesetzten Weg ein. Nicht um alles in der Welt hätte er jetzt das lachende Gesicht von Eva Stahl sehen mögen— dieses Gesicht, das ihn noch vor einer halben Stunde das schönste und reinste von der Welt zu sein dünkte. Mit zusammengebissenen Zähnen schritt er dahin. Jetzt wollte er handeln. Er wollte erfahren, was diese Brandts vorhatten! Er, Peter Fanning, würde ihnen einen Strich durch ihre Rechnung machen. Plötzlich blieb er stehen. So leer war sein Herz— so voller tiefster Verzweiflung. Die Enttäuschung fiel wie ein Stein auf seine Seele. Betrogen und belogen! Von dem Mädchen, das er so geliebt hatte! Bitter lachte er vor sich hin. Als müder, gebrochener Mensch wanderte Peter Fanning in der Stadt umher an dem Morgen, an dem er gehofft hatte, dies würde der glücklichste Tag seines Lebens werden. Aber die Tatkraft und der Mut seiner Seele waren nicht erloschen. Sein männlicher Zorn lebte noch und seine unbeugsame Energie. Die Inkakette, die Inkakette, sagte er zu sich, sie muß der Schlüssel zu allem sein! Die Kette, die diese Menschen so gern haben wollten, daß sie vor keiner Hinterlist zurückscheuten. Aber ich— ich werde mit ihnen kämpfen. Er nahm eine Taxe und fuhr nach Blankenese. Als der Wagen vorfuhr, stand Bianca am Zaun, Sie hatte traurige Augen. Auf der Veranda er# wartete ihn seine Mutter. Mit dem gütigen Lächel#### das sie immer für ihn hatte, begrüßte sie ihn. Abes in ihren Augen lag versteckte Trauer.„Mein armer Junge“, sprach der Blick, während ihr Mund schwieg, „was für ein müdes Gesicht du hast! Hat das Leben dich enttäuscht? Hast du Schiffbruch erlitten in der Verwirrung deines Herezns? Warum kommst du nicht zu mir und sprichst dich aus?“ Frau Fanning ging Bianca und ikrem Sohne entgegen, dann legte sie den Arm um Biancas schmale Schultern.„Komm, Bianca— wir wollen Peter ein wenig Gesellschaft leisten.“ Peter Fanning hielt die Blicke zu Boden gesenkt. Schweigsam ging er voran. Dann wandte er sich jäh herum.„Ja, Mutter und Bianca, kommt. Wir wollen die Kette untersuchen. Die Kette, die dieses Fräulein so gern gekauft hätte und die wir ihr nicht geben werden, und wenn sie uns Millionen bietet.“ Ohne ein Wort zu sagen, öffnete Bianca das kunstvolle Schloß der Goldkette und legte sie auf den Tisch im Wohnzimmer, in das sie gegangen waren. Zum ersten Male fühlte Peter Fanning die Kette in seiner Hand. Er wog das schwere Gold— welche Last für den zierlichen Hals von Bianca!— und betrachtete genau die Zeichen, die reliefartig sie schmück„* Hunnung ihn un.„ N1 was hältst du von der Kette unserer kleinen Bianct Ist sie wirklich so wertvoll, wie du vermutetest?“ „ men.,##pe untersuchte Fanning genaud Art des Goldes und die Zeichen. Dann legte er auf den Tisch. Das schwere Gold klirrte auf d Holzplatte.„Es ist zweifellos eine Kette aus d Inkazeit. Wenn ich mich nicht irre, so ist es die genannte Liebeskette der Inka— mithin die Kett de 31“m. Schmuck, der sich im Besitz der Famil Brandt befindet und den Doktor Jessen entdeckt ho (Fortsetzung folgt.) Steigender Besuch polnischer Schrleu trotz Tschecheuterror Warschau, 27. Juni. Die Polnische Telegraphen= Agentur berichtet aus Mährisch=Ostrau, daß tron des tschechischen Terrors die jetzt abgeschlossenen Schuleinschreibungen zu einem Erfolg für die Polen geführt haben. Die polnischen Schulen vermochten ihren bisherigen Besitzstand nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern können sogar eine erhebliche Zunahme der polnischen Schulkinder, die in vielen Fällen 25 v. H. beträgt, feststellen. In einzelnen Gemeinden hätten sogar bereits eingeschulte Kinder in großen Scharen die tschechischen Schulen verlassen, um sich jetzt in den polnischen Schulen unterrichten zu lassen, Brand in polnischem Kino Warschau, 27. Juni. Während der Vorstellung in einem Kino in der mittelvolnischen Stadt Siedlce geriet ein Filmstreifen in Brand. Das Feuer griff auf andere Filmrollen und auf den Zuschauerraum über, in dem eine Panik ausbrach. Sechs Personen erlitten schwere Brandwunden. Durch ein schweres Schadenfeuer wurden in dem Dorf Odrvze in der Wojewodschaft Wolbynien 24 Wohnhäuser und 50 Scheunen und Ställe eingeäschert. Wollvorräte für über 10 Millionen Franken verbrannt Großfeuer in einer Teppichsabrik. 27. Juni. In einem Lagerhaus der größten französtschen Teppichfabrik in Beauvias, das bis auf den letzten Platz mit Rohwolle gefüllt war, brach in den Zn Nachmittagsstunden des Sonntag aus unbekannten #den Feuer aus. Die gesamten Wollvorräte in einem AWte von weit über 10 Millionen Franken sind dem Element zum Opfer gefallen. : Luftballone explodierten bei einem Kinderfest 20 Verletzte. Paris, 27. Juni. Bei einem Kinderfest in Versailles wurden größere Mengen mit Leuchtgas gefüllter Luftballone aufgelassen. Durch die Unvorsichtigkeit eines Rauchers explodierten mehrere hundert Luftballone. Etwa 20 Personen, Erwachsene und Kinder, erlitten Verbrennungen im Gesicht und am Körper und mußten zum Teil ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Vier Kinder waren so schwer verletzt, daß sie einem Krankenhaus zugeführt werden mußten. „ 1 0 0 0 d e u t s c h e U r l a u b e r f u h r e n n a c h P o m p e s i Rom. 27. Juni. Ueber 300 Vertreter der Deutschen Arbeitsfront sind Samstagnachmittag zusammen mit 150 Delegierten von 33 verschiedenen Nationen zum Dritten Weltkongreß„Freude undArbeit“ im Sonderzug in der italienischen Hauptstadt eingetroffen, wo ihnen eine überaus herzliche Aufnahme zuteil wurde. Die deutschen und ausländischen Gäste waren gegen Mittag mit dem KdF.=Dampfer„Wilhelm Gustloff“ in Neapel angekommen, wo ihnen gleichfalls von Behörden und Verbänden sowie der Bevölkerung ein begeisterter Empfang bereitet worden war. An Bord des„Wilhelm Gustloff“ waren auch rund 1000 deutsche Urlauber nach Neapel gekommen, die sofort in Sonderzügen zu einer Besichtigung von Pompeji weiterreisten und sich anschließend an Bord des KdF.= Schiffes nach Capri begeben werden. Unruhiges Wochenende in Palästina Schießereien, Eisenbahnanschläge, Sabotageakte u. Streike Jerusalem, 27. Juni. Das Wochenende ist in verschiedenen Landesteilen Palästinas in größter Unruhe verlaufen und hat verschiedene Opfer gefordert. Bei Schießereien kamen drei Personen ums Leben, darunter zwei Araber. Der eine von ihnen wurde in einem englischen Hospital, wo er verwundet lag, von einem Freischärler erschossen. Acht Personen wurden verwundet, unter ihnen drei Araber. Die Engländer nahmen drei arabische Freischärler gefangen und verurteilten einen Araber zum Tode. Zahlreiche Sabotageakte wurden verübt, auch die Eisenbahn hatte unter Anschlägen zu leiden. in zwei Fällen wurden Züge zum Entgleisen gebracht. In Nablus. Haisa und anderen Orten kam es zu Sympathiestreiks für den Sandschak=Alexandrette. Ein Kaffeehausbesitzer in Nablus. der sein Kaffeehaus öffnen wollte, wurde sofort beschossen. Der Distriktskommissar drohte für den Fall. daß der Streik nicht abgeblasen würde, mit einem 24stündigen Ausgehverbot. Die Nordgrenze von Palästina ist vorläufig von Sonnenuntergang bis Sonnenausgang gesperrt. Die Mutter der englischen Königin beigesetzt London, 27. Juni. In Glamis(Schottland) wurde am Montag die Mutter der englischen Königin. Counteß of Stratmore, zur letzten Ruhe geleitet. An der Beisetzung nahmen außer dem Königspaar nur die engsten Familienmitglieder teil. Gleichzeitig fand in London' ein Gedächtnisgottesdienst tatt, dem u. a. das Divlomatische Korps und die engische Regierung beiwohnten. „Sieben Tage Weltgeschichte“. Festaufführung des For=Films in Anwesenheit des italienischen Unterrichtsministers Bottai. Köln, 27. Juni. Im Rahmen einer von der Faschistischen Partei in Köln gemeinsam mit der Gaufilmstelle Köln=Aachen der NSDAP. durchgeführten Festveranstaltung am Spätabend des Samstag wurde der italienische Film vom Führerbesuch in Italien„Sieben Tage Weltgeschichte" im Filmtbeater„Capito!“ in westdeutscher Erstaufführung gezeigt. Die Veranstaltung erhielt durch die Anwesenheit des italienischen Unterrichtsministers Bottai ein besonderes Gepräge. Sehr zahlreich waren vor allem die Angehörigen der Faschistischen Partei und Mitglieder der italienischen Kolonien aus ganz Westdeutschland erschienen. Gauprovandaleiter Obling begrüßte die Erschienenen und stellte in einer kurzen Ansprache das gemeinsame Wollen der deutschen und italienischen Nation beraus. Dann ergriff der italienische Erziehungsminister. Erz. Bottai, das Wort. Er gab zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, daß er Italien bei der 550=JahrFeier der Universität Köln vertreten konnte. Er rühmte die Jahrtausende alte ruhmreiche Geschichte der Hansestadt Köln und betonte, daß der. der Köln nicht gesehen habe, Deutschland nicht kenne. Er wandte sich dann an seine italienischen Volksgenossen und führte aus, daß im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen die italienischen Auswanderer von ihrer Heimat völlig verlassen gewesen seien, sie heute durch die Faschistische Partei in fortwährender inniger Verbindung mit ihrem Vaterlande seien, auf das sie als einer starken und selbstbewußten Nation stolz sein könnten. In beredten Worten schilderte der Minister dann die unvergeßlichen Eindrücke, die der Besuch Adolf Hitlers allen Italienern bereitet hat, dann den Führer zu seiern, der in so tiefer und aufrichtiger Weise die Freundschaft zwischen beiden Nationen bekundet habe. Die neue gemeinschaftliche Grenze zwischen Italien und Deutschland, wie sie sich nach dem Anschluß Oesterreichs ergeben hat, sei kein Trennungsstrich, sondern diene der ständigen innigen und berzlichen Berührung der beiden Nationen. Lebhafter Beifall dankte Exz. Bottai für seine Ausführungen. Sodann rollte der Film ab. der eine lebendige Anschauung von den historischen Tagen vermittelte, da der Führer in Italien weilte. Immer wieder gaben die Besucher ihre Zustimmung kund und bereiteten dem großartigen Film eine überaus berzliche Aufnahme. Aus Westfalen und Rheinland EA=Pioniere im Wettkampf 2. Sieger SA.=Pioniersturm 137(Gelsenkirchen) Witten, 27. Juni. Am Sonntag trugen die SAPionierstürme der Gruppe Westfalen an der Ruhr in der Nähe des Bootshauses des Bochumer Ruderklubs Pionierwettkämpfe aus, die von den einzelnen Stürmen Hindernis= und Fährenbau, Fahren auf dem Wasser, Hindernislauf und Handgranatenwerfen forderten. Bei den einzelnen Aufgaben, Bau von Stolperhindernissen, Flandenzäunen, Bau einer Fähre usw. kam es für die einzelnen Mannschaften darauf an. den Auftrag fehlerlos in möglichst kurzer Zeit auszuführen. Nach einer Mittagspause fanden Uebersetzübungen über die Ruhr statt, die auch Obergruppenführer Schramme, der in den Nachmittagsstunden von Gelsenkirchen vom Gauparteitag Westfalen=Nord nach Witten gekommen war. um sich von der Fähigkeit seiner Männer und von ihrem Ausbildungsstand zu überzeugen, mit Interesse verfolgte. Hindernisläufe und eine Schwimmstaffel beendeten das Programm des ereignisreichen Tages, der wieder einmal gezeigt hat, daß die SA. auch auf dem Gebiete des Pioniersports Vorbildliches zu leisten in der Lage ist. Die Ergebnisse der Wettkämpfe: 1. Sieger SA=Pioniersturm 17(Bochum), 849 Punkte; 2. Sieger SA=Pioniersturm 137 (Gelsenkirchen). 832 Punkte: 3. Sieger SA=Pioniersturm 132(Hagen), 810 Punkte; 4. Sieger SA=Pioniersturm 174 (Bielefeld), 762 Punkte. Vom Zug erfaßt Schwerer Verkehrsunfall. Bochum, 27. Juni. Am Bahnübergang der Strecke Bochum=Nord Bochum=Weitmar am Glockengarten, wurde ein Radfahrer von der Lokomotive eines Güterzuges erfaßt. 20 Meter mitgeschleift und so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Wieder 29 Hektar dem Moor abgerungen Emden, 26. Juni. In Wiesmoor wurden von den abgetorften Flächen weitere 29 Hektar der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Insgesamt wurden auf dem Neuland an Brotgetreide, Speisekartoffeln und Futtermitteln 1 215 050 Klg. geerntet. Waldbrand im Füchtdorfer Venn Warendorf. 27. Juni. Sonntagnachmittag brach in dem Füchtdorfer Venn. und zwar in einem Kiefernbestand ein Waldbrand aus, der sich auch auf benachbartes Waldstück ausdehnte. Den Feuerwehren aus Sassenberg. Füchtdorf und Warendorf gelang es, ein weiteres Ausbreiten des Feuers durch Ausheben eines Sandstreifens zu verbindern. Das brennende Waldstück wurde ein Raub der Flammen. Ausklang der Krefelder„Jahresteilung“ Krefeld, 27. Juni. Das große Krefelder Heimatfest, die„Jahresteilung“, brachte nach einem wohlgelungenen Auftakt am vergangenen Sonntag eine Reihe Veranstaltungen im Laufe der Woche, wobei jung und alt reichlich Abwechslung und beste Unterhaltung fanden. So hatte u. a. die NS.=Frauenschaft im Stadtwaldhaus einen Bunten Mittwochnachmittag aufgezogen die Krefelder Hausfrauen veranstalteten ein Sommerfest, das mit Musik, Spiel, Tombola und Tanz ein richtiges Fest der Freude war. Auch die große Krefelder Sportgemeinde kam auf ihre Kosten. So gab es in der Festwoche ein internationales Abendrennen der Radfahrer und in der Grothenburg=Kampfbahn das große Reit= und Springturnier. Besonderen Anklang fanden die Veranstaltungen der Ortsgruppe Krefeld des Deutschen Sprachvereins, die ihr 50jähriges Jubiläum mit der Heimatwoche zusammengelegt hatte. Als Gast hatte der Verein den Dichter Richard Euringer gewonnen, der am Samstagabend einem großen Zuhörerkreis aus seinen eigenen Werken vorlas. Mit einem großen Heimatabend unter Leitung des Deutschen Sprachvereins und des Vereins„Linker Niederrhein“. fand auch das diesjährige Heimatfest einen harmonischen und stimmungsvollen Ausklang. Zwei Tote bei einem Motorradunglück Monschau, 27. Juni. In den Abendstunden des Freitag ereignete sich auf der Straße Monschau—Lammersdorf ein Verkehrsunglück, dem zwei blühende Menschenleben zum Opfer fielen. Der 26 Jahre alte Breuer aus Düren, der mit seinem Motorrad zur Silberhochzeit seiner Eltern nach Monschau fahren wollte, stieß mit einem Motorrad, das sein gleichaltriger Jugendfreund Schmitz fuhr, zusammen. Breuer war auf der Stelle tot. Schmitz starb kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Sein Begleiter trug schwere Verletzungen davon. Frühstück zu Ehren des itatienischen Erziehungsministers Bottai Köln, 27. Juni. Zu Ehren Seiner Exzellenz des italienischen Erziehungsministers Bottai gab. Reichserziehungsminister Rust im Muschelsaal des Rathauses der Hansestadt Köln am Sonntag ein Frühstück, an dem außer den beiden Ministern und ihren Begleitern Gauleiter Staatsrat Grohe, Staatsminister Dr. Wacker, Regierungspräsident Reeder, Oberbürgermeister Dr. Schmidt, die Generale Freiherr Röder v. Diersberg und Behschnitt, der Präsident des Petrarca=Hauses in Köln. Exzellenz Giuliano, der italienische Generalkonsul Armao sowie zahlreiche italienische und deutsche Rektoren und Professoren teilnahmen. In den herzlichen Trinksprüchen, die Reichsminister Rust und Exzellenz Bottai wechselten, kam der beiderseitige Wille zum Ausdruck, auch auf kulturellem Gebiet die freundschaftliche Verbindung auszubauen. die auf politischem Gebiet bereits so fruchtbar in Erscheinung getreten ist. Revision gegen die Todesurteile im Schönewald-Prozetz Köln, 27. Juni. Gegen das am Freitag im Mordprozeß Schönewald gegen die Angeklagte Frau Gerda Schönewald verhängte zweifache Tobesurteil hat der Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Achter, Revision beim Reichsgericht eingelegt. Ebenso hat Rechtsanwalt Boden für den Angeklagten Otto Schönewald Revision gegen das zweifache Todesurteil eingelegt. Auto gegen einen Baum gerast Eine Tote, fünf Schwerverletzte. Köln, 27. Juni. Sonntagnacht gegen 2 Uhr raste auf der Zülpicher Straße ein mit sechs Personen besetzter Kraftwagen gegen einen Baum. Ein Mädchen im Alter von 21 Jahren erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß es kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Die übrigen fünf Insassen trugen schwere Verletzungen davon. Bei zwei Männern ist der Zustand sehr bedenklich. Wie die Polizei mitteilt, soll der 26jährige Fahrer des Wagens betrunken gewesen sein. Erweiterte Ausgabenermächtigung für die Gemeinden Für den Fall, daß aus technischen Gründen die alljährlichen Hausbaltspläne der Gemeinden nicht rechtzeitig verabschiedet werden können, sieht bereits der § 87 der deutschen Gemeindeordnung die Möglichkeit einer Ermächtigung an den Bürgermeister vor, die feststehenden Ausaaben der Gemeinden vorläufig weiter zu leisten und den Gang der lausenden GeMallorca gewinnt den Rheinland=preis Wieder ein erfolgreicher Abendrenntag auf der Gelsenkirchener Traberbahn Fast durchweg Favoritensiege Das Abendrennen am Montag auf der Gelsenkirchener Traberbahn brachte, wie nicht anders zu erwarten war. dem Westdeutschen Traberzucht= und Rennverein wieder einen großen Erfolg. Wieder hatte sich ein zahlreiches. wettlustiges Publikum eingefunden, das bei stark besetzten Feldern sehr guten Sport zu sehen bekam. Fast durchweg kamen die Favoziten zu Ehren. Eine Ueberraschung brachte lediglich der einleitende Ruhr=Preis. der Guy Albert als Sieger sah, da Estländer, der ohne Wetten lief. trotzdem er als Erster das Ziel passierte, für die Wetter nicht in Frage kam. Die favorisierten Lydia und Via von Welhe endeten im geschlagenen Felde. Im Mittelpunkt des Tages stand der mit 2000 Mark dotierte Rheinland=Preis, ein Stichfahren 2:3. Das erste Stechen brachte National an sich, der die zunächst führende Mallorca vor der Tribüne hinter sich ließ. Mallorca machte zwar Boden gut. blieb aber mit einem kurzen Konf hinter National zurück. Im zweiten Stechen hatte Mallorca wieder die Führung übernommen, gab sie diesmal aber nicht wieder ab und kam mit einer Länge vor National ein. Im dritten Stechen fiel die Entscheidung. als Mallorca wieder zu einem Start=Ziel=Sieg kam National konnte sich zwar zunächst noch auf dem zweiten Platz halten. kam aber zum Schluß vollkommen von den Beinen, sodaß Luitvold zweiter Sieger wurde. Ergebnisse: 1. Ruhr=Preis: 1. Th. Böckers Estländer(Kieloch) (ohne Wetten). 1. Grimbergs Guy Albert(Irbach). 2. Lotte Mochester, 3. Milanka, 4. Waldo. Ferner: Rufi. Addis, Albin, Via von Welhe. Norbert Guy(als 3. disqualifiziert. Lydia(ang.). Tot.: Sieg 123. Platz 20. 45. 22.20, ital. 180:10. Ri: ½. 1. 4 Lg. Zeit: 1:35.5. 2. Rheinland=Preis, Stichfahren 2:3: 1. Terhardts National(C. Forthmann), 2. Mallorca, 3. Cito Watts. Ferner: Dirigent, Wenzel. Graf Geßler, Lederstrumpf. Luitvold. Maria R. Tot.: Sieg 71, Platz 25. 16. 12, ital. 33:10. Ri: k.K., 1 Lg. Zeit: 1:27. 3. Lahn=Preis: 1. Ahrens Bäuerin(Schürmann), 2. Kühnheit, 3. Barbier. Ferner; Landitos Schwester, Gerta, Grubenlicht, Tot.: Sieg 16. Platz 10. 11. 11. ital. 33:10. 4 Shatuland-Rreie 2. Stechen: 1. Gautinas Mallorca (Gillar), 2. National. 3. Wenzel. Ferner: Dirigent, Graf Geßler. Lederstrumpf. Luitpold. Maria R., Cito Watts. Tot.: Sieg 30. Platz 17. 17. 21. ital. 50:10. Ri: 1. 1½ Lg. Zeit: 1:28.2. 5. Nahe=Rennen: 1. Gillars Hadubrand(Bes.). 2 Bettie. 3. Rotwein, 4. Granitta. Ferner: Gerberga, Rheinmädel. Berni Loh. Heliade. Dina Loh(als Dritte disqualifiziert). Morgenlied. Tot.: Sieg 18. Platz 13. 13. 21. 25. ital. 37:10. Ri: 2. 2 Lg. Zeit: 1:31.2. 6. Rheinland=Preis, 3. Stechen: 1. Geutings Mallorca (Gillar), 2. Luitpold. 3. Cito Watts. Ferner: National. Wenzel. Graf Geßler. Tot.: Sieg 22. Platz 14. 30. 19. ital. 98:10. Ri: 2. 3 Lg. Zeit: 1:27.6. 7. Mosel=Rennen: 1. Meners Edith Loh(Dahl). 2. Humulus, 3. Daisy. Ferner: Elfriede H., Westerholt. Feinsliebchen. Peter Dufy jr., Fridolin. Tot.: Sieg 30. Platz 15. 19. 24, ital. 43:10. Ri: 2½. 3 Lg.. Zeit: 1:30.5. 9. Preis vom Rhein: 1. Forelles David Bingen(Teßmann), 2. Herodias W., 3. Diskont. Ferner: Bergstein (ang.). Desire Guv. Herenjunge. Tot.: Sieg 15. Platz 11. 11. 14 ital. 34:10. Ri: 4, 2 La. Zeit 1:28. 10. Main=Ausgleich: 1. Iflands Angelus(Gillar), 2. Handball, 3. Capitän. Ferner: Benedikt. Deutscher Vater. Arrak. Prinzeß Elisabeth. Schmeling. Quintilian. Tot.: Sieg 29. Platz 18. 16. 20. ital. 49:10. Zeit: 1:25.7. Eventual=Duoten 1. Ruhr=Preis: Rufi 46. Lotte Mochester 403. Addis 8d. Waldo 75. Albin 242. Via von Welhe 63. Norbert Guy 110. Milanka 222. Lydia 30. Guv Albert 123. Estländer ohne Wetten. 2. Rheinland=Preis(Stichfahren): Mallorca 50 Dirigent 620. National 71. Wenzel 19. Graf Geßler 194. Lederstrumpf 166. Luitvold 292. Maria R. 288. Cito Watts 63. 3. Lahn=Preis: Landitos Schwester 302, Gerta 110. Grubenlicht 104. Barbier 43. Bäuerin 16. Kühnheit 63. 4. Rheinland=Preis, 2. Stechen: Mallorca 30. Dirigent 373. National 81. Wenzel 42. Graf Geßler 158, Lederstrumpf 261. Luitpold 256. Maria R. 374. Cito Watts 39. 5. Nabe=Preis: Gerberga 138. Rheinmädel 504. Berni Loh 333. Heliade 104. Dina Lob 91. Granitta 166. Bettie 50, Rotwein 208. Morgenlied 185. Hadubrand 18. 6. Rheinland=Preis, 3. Stechen: Mallorca 22. National 51. Wenzel 58. Graf Geßler 67. Luitvold 171. Cito Watts 49. 7. Mosel=Rennen: Elfriede H. 114. Daisy 107. Edith Loh 30. Westerholt 23, Feinsliebchen 286. Peter Duffy jr. 573. Humulus 52. Fridolin 430. 9. Preis vom Rhein: Bergstein 247. Herodias W. 10—. Desire Guy 57. David Bingen 15. Diskont 56. Herenjunge 193. 10. Main=Ausgleich: Benedikt 356. Deutscher Vater 97. Capitän 60. Handball 43. Arrak 647. Prinzeß Elisabeth 105. Schmeling 237. Quintilian 53. Angelus 29. Rennen zu Auteuil. 1. Rennen: 1. Sosteme D.(Dornaleiche). 2. Dalages. 3. Kousor. Toto:„Sieg. 66:10„Platz 16. 12:10. Lg.: H., 4. W. Ferner lief 1 Pferd. 2. Rennen: 1. Dede VIII(Tremeau), 2. Ponce. 3 Don Cesar. Toto: Sieg 49:10. Platz 16. 13. 50:10. Lg.: ½. 10, 12. Ferner liesen 7 Pferde. 3. Rennen: 1. Karemy(Bates), 2. Lame. Toto: Sieg 15:10. Lg.: 5. 8 Pferde liefen 4. Rennen: 1. Santeuil(Bonaventure). 2. Roi Mage II. 3. Revendi. Toto: Sieg 15:10. Platz 13. 23:10. La.: 8. 10. ½. Ferner lief 1 Pferd. 5. Rennen: 1. Le Solin(Dunn), 2. Tric Troc. 3 Dark Martel. Toto: Sieg 33:10. Lg.: 6. W. 3 Pferde liefen. 6. Rennen: 1. Un Grisard(Bates), 2. Hospodar. 3 Melba. Toto: Sieg 49:10. Platz 16. 12:10. La.: 1½. 6. 3. Ferner liefen 2 Pferde. Schalke—Ostmark verlegt Wie zu erwarten war, wurde das für Mittwoch angesetzte Treifen des Deutschen Fußballmeisters, Fußballklub Gelsenkirchen=Schalke 04. gegen Ostmark Wien wegen des am nächsten Sonntag stattfindenden Entscheidungssviels um die Deutsche Fußballmeisterschaft abgesetzt und auf einen sväteren Termin verlegt. Die gelösten Eintrittskarten werden von den Vorverkaufsstellen wieder eingelöst. SV. Nowawes 03— Gelsenauß 0:4(0:1). Das Berliner Gastsviel konnte Gelsenguß für sich erfolgreich gestalten. Nachdem bei gleichwertigem Spiel ein Halbzeitergebnis von 1:0 durch Piotrowski erzielt wurde. rieß Gelsenguß in der zweiten Hälfte die Initiative mehr und mehr an sich. Die Tore schossen Weber 1 und Friese 2. Dem Spiel wohnten etwa 1000 Zuschauer bei. schäfte der Gemeinden zu sichern. Da für das Jahr 19#6 dieser Fall vorliegt, wird der§ 87 wirksam. Der Reic#sminister des Innern hat nun aber durch Verordnung über diese Ermächtigung hinaus die Bürgermeister bevollmächtigt, auch andete wichtige Aufgaben der Gemeinden schon vor Erlaß des endgültigen Haushall#planes zu fördern. Es handelt sich dabei um 1. Ausgabn für freiwillige Aufgaben der Gemeinden bis zu ein m Viertel der Haushaltsansätze des Vorjahres, wenn hierdurch der Ausgleich des Haushalts 1938 nicht gefährdet wird: 2. Ausgaben für freiwillige Aufgaben, die im Haushaltsvlanentwurf 1938 erstmalig vorgesehen sind und die nach Beratung mit den Gemeinderäten nunme#r geleistet werden können, wenn sie unabweichbar sind und den Ausgleich des Haushalts 1938 nicht gefährden: 3. dürfen die Bürgermeister Ausgaben im außerordentlichn Haushaltsplan bis zur Hälfte der Gesamtansätze des Ertwurfes für 1938 nach Beratung mit den Gemeinderäten leisten, wenn die Deckungsmittel für diese Ausgaben verfügbar sind. Sollen außerordentliche Ausgaben aus Derlehen bestritten werden, so kann die Genehmigung erteilt werden. wenn das Darlehen im Haushaltsvlanentwurf 1938 vorgesehen ist. Die Verordnung tritt mit Rückwirkung vom 1. Avril 1938 in Kraft. Sie tritt mit dem 1. August 1938 außer Kraft. Handel und Gewerbe Rheinisch=Westfälische Börse Die neue Woche begann in freundlicher Grundstimmung, wenn auch die ersten Kurse nicht ganz einbe#lich lagen. So büßten Farben und Dtsch. Erdöl je“„ ein, dagegen waren Goldschmidt 1¼ Prozent höher Gelo. Von Montanwerten wurden Mannesmann und Rheinstahl je ¼ Prozent niedriger bezahlt. Ver. Stahlwer###e waren mit 10074 Geld ,. Prozent unter Schluß. Hoe 5 wurden dagegen ¼ Prozent höher bezahlt und auch Felten plus Prozent. Von Tarifwerten vermochten RWE. weiter ¾ Prozent anzuziehen. Westdeutsche Kaufhof waren ¼ Prozent über Schlußkurs angeboten. Der Kuxenmarkt zeigte für Steinkoblenkuxe festere Notierungen. Deutschland gingen unverändert um. Braunkohlenkuxe geschäftslos. Von Kalikuxen battn Beienrode zu weiter höheren Notierungen Interesse. Ein Umsatz kam 30 RM. über letzten Preis zustande. Aun Burbach wurden ca. 50 RM. höher gehandelt. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Hier konnten sich vorerst Umsätze nicht enrwickeln. Auch im Export kam es zu keinerlei Abschlüssen. Von den Märkten des Ostens liegen heute keine Na#richten vor. man schließt indessen auf unveränderte Tendenz und Preislage. Baumwolle: Stetig. Superfine 3.80. Fine Omra 4.30 Dollar. Kaffee: Der Markt verkehrt zum Wochenbeginn in ruhiger Haltung. Aus dem Inlande zeigt sich etwas Nac.frage und auch der Transithandel befriedigt weiter. Die Preise erfuhren keinerlei Veränderungen. Schmalz: Stetig. unverandert. Fettwaren: Unverändert. Hülsenfrüchte: Der Handel konnte sich bislang noch nicht entwickeln, jedoch zeigt sich nur vereinzelt geringe Bedarfsnachfrage, die zu bisherigen Preisen befriedigt werden kann. Kautschuk: Fest. Sheets loko 6= 27/32. per Juli= August 6—— per August=September 6= 15/16 Pence per lbs. Zucker: Der Effektivmarkt konnte sich zum Teil erheblich abschwächen. die Tendenz ist indessen weitr stetig. British fine Juni=August 606 für 1 cwt netto sob London. Uebriges unverändert.— Terminmarkt: Bei ruhiger Stimmung erfuhren die Preise keine Veräderung. Oele und Fette: Der Markt liegt zum Wochenbeginn noch recht unentwickelt, sodaß von Umsätzen kaum etwas bekannt wurde. Die Preise waren wie bisher hören. Baumwollsaatöl per Juli=Aug. 20.15/— L. Uebrige Preise unverändert. Gewürze: Die ruhige Marktlage hat sich zum Beginn der neuen Woche keineswegs geändert. Vereinze#t kommt es zu geringen Bedarfskäusen aus bisberiger Preisbasis. Getr. Früchte werden weiter beachtet. Rauhfutter und Futtermittel: Markt= und Preislage wie bisher. Kakaohalbfabrikate: Markt= und Preislace wie zuvor. Grotmarkt für den Nährstand zu Duisburg. Preise unverändert. Die Preise verstehen sich per 100 Klg. frei„Waggon Duisburg. Die Meblvreise verstehen sich ab Mühle. Stimmungsbild: Die Nachfrage nach Futtergetreide hielt in gleicher Stärke an. Die Bestände an westdeutscher Waren waren erschöpft. Von Ostvreußen wurden nur vereinzelt Haferpartien angeboten, ohne daß es zu Geschäftsabschlüssen gekommen wäre. Die Umsätze in deuschem Mais blieben angesichts der hohen Preisforderungen bescheiden. Das Geschäft in Mischfuttermittel mit Ausnahme der ölhaltigen Futtermitteln und Kleie, die gut gefragt war. war schleppend. Die Brotgetreidezuteilung durch die Reichsstelle für Getreide erfolgte im wesen:lichen an kleinere Mühlen, die bis zur neuen Ernte noch nicht genügend versorgt sind. Das Mehlgeschäft war weiterhin klein. Allgemeine Nachrichten Schweizerische Lebensversicherungs= und Rentenaustalt, Zürich. Von dieser Lebensversicherungsanstalt auf Gegenseitigkeit werden folgende Zahlen über den Versicherungsbestand und seine Bewegung im Jahre 1937 bekannt.geben: Versicherungsbestand Ende 1937: 1811.5 Mill (1936: 1729.1* Mill. Fr.) Versicherungssummen 40.2 Mill. Fr.(1936:40.3— Mill. Fr.) Jahresrenten+) zu Wechselkursen Ende 1937. 1937 neu abgeschlossene Versicherungen: 169.1 Mill. Fr.(150.4 Mill. Fr.) Versicherungssummen 10.1 Mill. Fr.(5.5 Mill. Fr.) Jahre# renten. 1937 Reinzuwachs des Versicherungsbestandes: 82.4 Mill. Fr.(55.1 Mill. Fr.) Versicherungssumm n 7.9 Mill. Fr.(3.1 Mill. Fr.) Jahresrenten. Alle Tärigkeitsgebiete verzeichnen eine erfreuliche Zunahme der Neuabschlüsse. Der vorzeitige. Abgang an laufenden Versicherungen durch Verzicht. Rücklauf. Umwandlung und Herabsetzung der Versicherungssumme ist gegenüber dem Vorjahr weiter zurückgegangen. Deutsche Mittelstandskrankenkasse„Volkswobl“. Versicherungsverein a. G., Dortmund. Die Jahreshauptversammlung genehmigte den Abschluß für 1937. Die Deutsche Mittelstandskrankenko# „Volkswohl“ konnte auch im vergangenen Jahr auf ein gutes Geschäftsergebnis zurückblicken. Die Beitragsennahme stieg auf RM. 13.697000(i. Vi. RM. 11 805 000). Die Leistungen für Schadenfälle betrugen RM. 91020 00 (i. Bi. RM. 7348000). Die Deckungsrücklagen wuren wieder beträchtlich erhöht. Bemerkenswert ist die erhöhung der Sterbegeldreserve auf RM. 1300 000(i. Pj. RM. 530 000) und die Bildung einer Reserve von A. 215000 für Krankheitskosten, die auf Grund mathen#atischer Berechnung als erforderlich erachtet wurde. Dareit ist die Deckungsrücklage insgesamt auf RM. 1 515.000 c#fgefüllt worden. Die Schadenreserve für Erstattungen aus dem Vorjahre beträgt RM. 2150000(i. Vi. R. 1 900000). Der Jahresabschluß verzeichnet einen Ueb rschuß von RM. 50296 52. Hinsichtlich Verwendung es Ueberschusses wurde beschlossen. RM. 20 296 52 der Sich erheitsrücklage zuzuweisen, die damit eine Höhe von Ri. 1 297 750.25 erreicht hat. Die gesamten Rücklagen es Vereins betragen mithin über 5 Millionen RM. Aufrdem wurden RM. 30000 zur Bildung eines Grundst# ks für eine Altersversorgungeinrichtung der Gefolgschift verwendet. Der Versichertenbestand am 1. 1. 38 belft sich auf 447285 Personen. Auch im abgelaufenen##eschäftsjahr hat die Deutsche Mittelstandskrankenkesse „Volkswohl“ einige bemerkenswerte tarifliche Verbe#s#erungen vorgenommen. Die„Entwicklung des Versic##erungsvereins im lausenden Jahr 1938 ist ebenfalls sehr befriedigend. Wie wird das Wetter? Vorbersage für Dienetag: Lebhafte westliche Wi se. meist stärker bewölkt, noch einzelne Regenschauer, kühler. Für Mittwoch: Lebhafte westliche Winde. wechsend bewölkt vorwiegend trocken, etwas warmer. Weiterentwicklung: Vorübergebend unbeständig. Ausscheidungshämpfe der 53 des Bannes 259 und Staat vom 28. Februar 1933 sämtliche katholischen Studenten= und Altakademikerverbände einschließlich aller Untergliederungen und angeschlossenen Vereinigungen mit sofortiger Wirkung ausgelöst. Am Sonntag fanden die Wetskämpfe der Hitler=Jugend auf dem neuen Erin-Sportplatz an der Karlstraße in Castrop-Rauxel statt. Hier wurden die beste Mannschaft und der beste Einzelkämpfer ermittelt, welche den Bann auf dem Gebietssportfest und Sporttag des Bannes, der ebenfalls in der oben erwahnten Kampfstätte stattfindet, vertreten werden. Die Durchführung der Kämpfe lag in Händen des Stellvertreters für Leideserziehungen, Grank, Sie sanden in Anwesenheit des Bannführers statt. Nachstehende Ergednisse zeigen, daß die HJ auch auf dem Gebiete der Körperertüchtigung Breitenarbeit leistet und die Besucher des Sporttages am 10. Juli d. J. mit großen Kämpfen und interessanten Darbietungen unter Mitwirtung von Jungvolk, BM und 32R rechnen können. B. K. Einzelwettkämpfe. 100-Meter=Lauf: 1. Berendt(Gef. 7) 11,4 Sek.; 2. Kämmerer(Gef. 12) 11,5 Sek.; 3. Wessel(Gef. 6) 11.6 Sek. Kugelstoßen: 1. Weder(Gef. 12) 13,05 m; 2. Berendt (Gef. 7) 12,85 m; 3. Longhut(Gef. 13) 12,35 m. Hochsprung: 1. Schmidt(Gef. 7) 1,65 m; 2. Horst(Gef. 7) 1.50 m: 3. Bartusis 1.45 m. Weitsprung: 1. Kämmerer(Gef. 12) 6,58 m; 2. Berendt (Gef. 7) 6.35 m; 3. Wessel(Gef. 6) 6,12 m. 100-Meter=Lauf: 1. Schmidt(Gef. 7) 2:58 Min.; 2. Sloma 3:4 Min.; 3. Schnitza(Gef. 6) 3:5 Min. 4X100-Meier-Staffel: 1. Gef. 12(Theiler, Kömmerer, Weber, Langhut) 49,6 Sek.; 2. Gef. 7 50,2 Sek.; 3. Gef. 6 50.3 Sek. Mannschafts-Dreikampf(10 Jungen, 1 Führer): Als Beste erwiesen sich bei den nachstehenden Gefolgschaften England ladet Norwegen ein. der Londoner Tagung des Englischen Fußball= Verbandes wurde beschlossen, Norwegen in diesem Jahr einem Länderspiel auf dem Inselreich einzuladen. Der Kampf wird im November oder Dezember in einer nordenglischen Stadt veranstaltet. Gleichzeitig wurde bekanntgegeden, daß das große Treffen England— Kontinent am Oktober in London auf dem Platz des FC Arsenal durchgeführt wird. Deutschland- Belgien im Radball. Der erste der beiden Radländerkämpfe zwischen Deutschland und Betgien am Wochenende in Bonn ergab in der Gesamtwertung einen deutschen Sieg mit 6:2 Punkten. Turwiersteger wurden die Essener Brüder Höfels, die De Vas Rogghe 7:4 und Rostagni Hendrickx 9:3 besiegten. Nicht ganz so glücklich waren die Kölner Arni Castenholz. Nach einer 6:9-Niederlage durch De Vos Rogghe konnten sie nur gegen Rostagni Hendrichx mit 12:4 gewinnen. Unsere Voraussagen Maisons-Lafitte. 1. R.: Ducky— Roi Fol; 2. R.: Nord Expreß— Amos; 3. R.: La Bergeronnette— Fast; 4. R.: Chuchoteur— Kisaki; 5. A.: Deidus— Calabraise; 6. R.: Lilac Time— Scottish; 7. R.: Pourpoint— Smaragda. Diese Woche neue Kdx=Sportkurse. Schwimmen— Reichssportabzeichen-Vorbereitung und Reitkurse. Wie uns das Sportamt der ASG.„Kraft durch Freude" mitteilt, beginnen diese Woche odengenannte Sportkurse. Der Schwimmkursus für Anfänger(Erwachsene) beginnt am kommenden Freitag um 20 Uhr im Sommerbad. Eine Stunde vorher, um 19 Uhr beginnt der neue KinderSchwimmkursus; dieser Kursus ist nur für Kinder, vom 6. bis zum 14. Lebensjahr. Am Donnersdag nimmt in der Turnhalle des Oberlyzeums an der Hermann=Löns=Straße ein Reichssportabzeichen=Vovbereitungskursus für Frauen und Männer einen Anfang. Der RSA-Vorbereitungskursus wird spcter auf dem Stadion durchgeführt. Auch der Reitkursus ist für Frauen und Männer vorbereitet.(Pferde und Reitlehrer stehen zur Verfügung.) Der Beginn des Reitkursus wird bei der Anmeldung bekanntgegeben. Interessenten für alle Sportkurse können sich jederzeit auf dem KöF-Sporkamt, Schulstraße 28, anmelden. Auflösung der katholischen Studenten= und Akademikerverbände. Berlin, 25. Juni. Der Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei hat auf Grund des§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk Die katholischen Studenten= und Altherrenverbände waren vor der Machtübernahme im alten Reichsgebiet die Träger der Zentrumspolitik und im Lande Oesterreich bis zum 13. März 1938 im Rahmen der Vaterländischen Front die stärksten Stützen des Regimes Dollsuß und Schuschnigg. Trotz äußerer Gleichschaltung haben in den Jahren 1933 bis 1938 Angehörige dieser Verbände im alten Reichsgebiet staatsfeindliche Beziehungen mit österreichischen Verbandsbrüdern gepflogen. Nachdem sich im Avril 1938 alle waffenstudentischen Altberrenverbände unter dem Eindruck der Schöpfung des Großdeutschen Reiches aufgelöst haben, um ihre Mitglieder in den offiziellen, unter Führung des Reichsstudentenführers stehenden RS.=Altherrenbund der Deutschen Studenten überzuführen und damit die Einigung des gesamten nationalsozialistischen Altherrentums herzustellen, ist das weitere Bestehen von Studenten= und Altherrenverbänden außerhalb des NSD.=Studentenbundes und des NS.=Altherrenbundes als den hierfür zuständigen Parteigliederungen politisch nicht tragbar. Die Bedeutung der Presse für die Rechtsprechung. In einer Entscheidung über die viel erörterte Frage der offenen Bahnschranken, die die„Juristische Wochenschrift“ veröffentlicht, hat sich das Schöffengericht Kottbus in beachtlicher Weise auch über die Bedeutung der Tagespresse für die Rechtsprechung geäußert. Zehn Pflichten für Fußgänger Verkehrsgemeinschaft ist ein Stück Volksgemeinschaft! Vergiß das nie! Präge dir ein und behalte gut und für immer: Erste Pflicht: Benutze die Gebwege! Zweite Pflicht: Die Fahrbahn gehört dem Fahrzeug! Daher Vorsicht vor dem Betreten der Fahrbabn! Dritte Pflicht: Die Fahrbahn stets auf kürzestem Wege und nur dann überschreiten, denn sie wirklich frei ist! Vierte Pflicht: Die Fahrbahn nicht kurz vor oder hinter einem Fahrzeug, besonders einer Straßenbahn, überschreiten! Fünfte Pflicht: An Straßenkreuzungen nur die gekennzeichneten Uebergänge benutzen! Sechste Pflicht: Verkehrszeichen und Verkedrsregelung genau beachten! Du darist die Fahrbahn erst dann betreten, wenn die Verkehrsampel für dich grunes Licht zeigt! Siebente Pflicht: An Straßenecken nicht stehenbleiben! Achte Pflicht: Nicht vergessen, daß Fahrzeuge bei nassen und glatten Straßen nicht immer sofort halten können! Neunte Pflicht: Obstreste und andere Gegenstände nicht auf Gehweg oder Fahrbahn wersen! Zehnte Pflicht: Bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel während der Fahrt weder auf= noch abspringen! Dritte Pflicht der Fußgänger: Die Fahrbahn stets auf kürzestem Wege und nur dann überschreiten, wenn sie wirklich frei ist! Wenn früher derartige Begriffe, so wird bei der Behandlung der einzelnen Fragen ausgeführt, vorzüglich von einem abstrakt juristischen Gesichtspunkt aus definiert wurden, von einem Standpunkt aus, der bei der Auslegung gesetzlicher Bestimmungen und Begriffe rein wortlich interpretierte und dabei eine grammatikalische Deutung oder die meist längst überholten Motive eines anonymen Gesetzgebers in den Vordergrund stellte, so erscheint es heute richtiger, die Auslegung der Gesetze und Begriffsbestimmungen so vorzunehmen, daß sie sich im Praktisch=Technischen nach den ständig sich ändernden Bedürfnissen und Notwendigkeiten des täglichen Lebens richtet, darüber hinaus aber von den großen gemeinsamen Grundsätzen unserer heutigen Weltanschauung bestimmt wird. Diese Weltanschauung findet ihren Ausdruck und Niederschlag in der Presse und in dem Schrifttum der nationalsozialistischen Bewegung. Wenn hier auch der Rechtswahrer in erster Linie die heutige Rechtsprechung, insbesondere die der oberen und höchsten Gerichte und die Veröffentlichungen seines Fachschrifttums, kennen und beachten muß, so muß er ebenso sehr auch die Taaespresse und besonders das weltanschauliche Schrifttum der Bewegung und ihrer Gliederungen verfolgen und beachten. Nur eine ständige und innige Fühlungnahme und Durchdringung des täglichen praktischen Lebens, der weltanschaulichen Forderungen und des Rechtslebens miteinander und untereinander können uns der Einheit und Geschlossenheit täglichen Lebens näherbringen. Die große Beachtung, die erfreulicherweise die Tätigkeit des Rechtswahrers. insbesondere des Richters, in der Presse und im NS.=Schrifttum findet, verlangt auch umgekehrt eine sorgfältige Beachtung dieser Veröffentlichungen durch den Rechtswahrer. — Hn.H Pläne des Reichsinstituts für Puppensokrie Zusammenarbeit mit 5J., KdF. und Gemeinden. Reichspuppenspieltage. Nach allzulanger Vernachlässigung dieser wertvollen Kleinkunst soll nun auch in Deutschland das Puppentheater tatkräftig gefordert werden. Maßgebend hierfür ist die Tatsache, daß sich das Kulturamt der Reichsjugendführung mit der Reichsleitung von KdF., dem Deutschen Gemeindetag. der Reichstheaterkammer und der Stadt Stuttgart zur Gründung eines„Reichsinstituts für Puppenspiele" zusammengeschlossen hat. Das Institut hat sich die Mitarbeit einer ganzen Reihe bedeutender Dichter und Komponisten gesichert. Gegenwärtig gibt es in Deutschland nur etwa 30 Puppenspiele, die überhaupt für einen Einsatz in Frage kommen. Da die Zuschauer in erster Linie von KdF. kommen. mus die Gewähr dafür bestehen, daß es sich bei allen Spielen um hochwertige Qualitätsleistungen handelt. Jede Puppenbühne muß sich daher verpflichten, mindestens einen Monat im Jahr an das Institut nach Stuttgart zu gehen, um neue Spielpläne einzustudieren. Hauptsächlich werden durch das Reichsinstitut vier große Gattungen Puppenspiele gepflegt werden: das Märchenspiel, oas Sagenspiel, das Volksspiel und die politische Satire. Das politische Puppensviel ist, wie Dr. Leisegang in der„Spielschar" ausführt. in Deutschland bisher über einige wenige Ansätze noch nicht hinausgekommen. Damit wird ein neues Forum geschaffen, um dem Volke die Kampfmittel des Staates sinnfällig vor Augen zu führen. In Drei=Wochen=Kursen übernimmt ferner das Institut die Ausbildung von Laienkräften, vie das Puppenspiel auch laienmäßig im Lager. auf Heimabenden. Dorfgemeinschaftsabenden usw. betreiben sollen. Die beiden Versuchsbühnen des Instituts selbst haben vor allem internen Charakter und werden nur bei besonderen Anlässen eingesetzt. z. B. auf großen Tagungen, für das Grenz= und Auslandsdeutschtum und auf Auslandsfahrten. In Zeitabständen von einem oder mehreren Jahren sollen in Stuttgart Reichspuppenspieltage stattfinden. Bilanz mit Gewinn- u. Verlustrechnung der eingetr. Genossenschaft„Rote-Erde“ m. b. H. Herne per 31. 12. 1937. Aktiva. 1. Anlagevermögen Wohngebäude 304007,— Bodenkosten 10 725.— Const. Anlge-Berma. 2.— 2. Umlaufsvermögen Kassenbestand 798,01 Bankbestand 27,75 Sonstig. Umlaufsvermögen u. Forderungen 9 448,45 Reinverlust im Geschäftsiohr 3 241,46 Verlust aus d. Vorsohr 1936 3 735,19 331 984,86 Gewinn- und Aufwendungen. Verlustvortrag a. 1936 3 735,19 Abschreibung a Wohngebäude 3 297.— b andere Abschreibungen 1 108,27 Geschäftsunkosten a persönliche 790.— d sächliche 889,91 Betriebskosten 2 627,51 Instandsetzungskosten 2 035,49 Hypothekenzinsen 10 865,75 Sonst. Aufwendungen 132,99 25 482,11 Mitgliederbestand amAnfang des Geschäftsjahres 42 Jugang an Mitgliedern 14 Abgang on Mitgliedern 5 Bestand am Ende des Gechäftsjahres 31 Passiva. 1. Geschäftsguthaben 3281,22 2. Reservefondskto. 1 665,74 3. Wertberichtigungspst. Rückstllg. für Mielen 3500.— 4. Hypotheken 314392,54 5. Sonstige Schulden 8 267,36 6. Posten der Rechnungsabgrenzung 878,— 331 984/86 Verlustrechnung Erträge. Sollmieten 18 048.— Abzügl. Ausf. 30.—=18013.— insen und sonstige apitalerträge 15,36 Außerordenkl. Erträge 477,10 Reinverlust i. Geschäftsjahr 3 241,46 Verlust aus 1936 3 735,19 25 482,11 Herne, den 24. Mai 1938. Der Aufsichtsrat: Lorenz. Leinweder. Gottwald. Der Vorstand: Großek. Haensel. Raber. Adler, Mita, NSU, Opel, Presto Diamant, Astoria, Bismarck Monatsrate 5.00 RM. Röder 1hr Berut ohne Anzahlung Injeder guten Gaststätte finden Sie den Herner Anzeiger. Bitte, verlangen Sie ihn! Statt Karten Adolf Peters Hanna Peters geb. Vortmann Vermählte Bochum Abtei Mariawald Alsenstr. 37 Eitel 28. Juni 1938 Drückt Ihr Schuh? Wir längen und weiten Ihre Schuhe bis zu 2 Nummern: anahmestelle: Leder-Drosie, Nerne, Bahnhofstraße 18a, Sodingen, Mont-Cenis-Straße 297. Begueme Zahlungsweise erleichtert Ihnen den Einkauf. Neumann, v. A-eyat-Sir.1 Sperrholz u. Leisten liefert ab Laser Grabenstr. 16 Heinrich Schlenkhoff, 6. u. b. I. Fernruf 50241 Stunden- oder Halbtagsmädch. gesucht. Kaiser-WilhelmStraße 19. Suche sand., ehrl. Mädchen 16—18 Jahre, f. halbe oder dreiviertel Tage für leichte Hausarb. u. für Geschäftsgänge. Hausmädchen vorh. Gut. Lohn. 11315 Zu erfragen im Herner Anzeiger. Wahnungs Angebote Große, geraum 2=3.=Wohng. Herne=Alt) an an ruh. Mieler zu vermieten. Offert. u. 3 T 192 an den Herner Anzeiger. Moderne 6=ZimmerWohnung 1. Elage, Heinrichstraße 7, mit all. erdenkl. Bequemlichk.(zwei Veranden, eing. Bad usw.) fortzugshald. f. monatlich 100 RM. sofort oder spät. zu vermieten. erfragen Heinrichstr. 7, pl. 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Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Di Leo Reiners, Herne, z. Zt. beurlaubt; Stellvertreter für Kommunalpolitik und Lokales Josef Mäller, Herne; für Unterhaltung Franz Gruns, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möller, Herne; für Anzeigen Josef Röttsches, Herne. Bildverantwortliche: Ressorkleiker. Belträge sind an die Schriftleitung(Herne, H.-Göring-Str. 8) nicht an ihre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. V. 38 über 3500.— Druck und Verlag Koethers& Röttsches, Herne. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig.— Mengenstaffel E. Möbl. Zimmer (Stadtmitte) zu vermieten. Zu erfragen im Herner Anzeiger. Einfach möbliert. Zimmer mit oder ohne Pens. zu verm. Zu erfragen im Herner Anzeiger. (11296) Sonntag mittag auf der Bergstr. in der Nähe der Wirtschaft Puls Geld verloren Der ehrl. Finder wird gebeten, es geg. gute Belohn. abzugeb. Goelhestraße 21, 2. Elg. Suche Blattgeschirr zu kaufen(auch gebraucht. Offert. u. 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