Herner Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebeacht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, dierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1007. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gertber Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe 8 Pf., im Cextteil 25 Pf.; Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Af. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ P. Sisser= und Auskunstsgebühr 25 Pf. Fernsprecher: Gammel=Nummer 32541„ Drahtanschrift: Anzeiger Home. Nr. 84(Erstes Blatt) Samstag, den 9. April 1938 33. Jahrgang * Die Parole am 10. Apeil:“ Ein Volk— Ein Reim— Ein Führer! V Heute Appell: Tag des Großdeutschen Ganz Deutschland im Zeichen eines großen geschichtlichen Bekenntnisses 7 Die Welt schaut auf Wien „Die herrlich großen Tage“ Der Väter Traum erfüllt# Vom Hambacher Fest über 1848 zum Großdeutschen Tag Wenn heute mittag vom Balkon des Wiener Rathauses der„Tag des Großdeutschen Reiches" feierlich proklamiert und das Kommando„Heißt Flaggen“ gegeben wird, hat der erhebendste Festtag aller Deutschen, der erste Gemeinschaftstag Großdeutschlands begonnen. In dem Aufruf von Reichsminister Dr. Goebbels zu diesem Tage hieß es:„Mit diesem feierlichen Akt tritt für das gesamte Reichsgebiet eine Verkehsstille von zwei Minuten ein. In diesen zwei Minuten absoluter Verkehrsstille, die nur unterbrochen wird vom Donner der Flugmotoren und vom Heulen der Sirenen, soll das ganze deutsche Volk sich der Größe unserer Zeit und der in ior eingeschlossenen geschichtlichen Wende unseres nationalen Schicksals bewußt werden.“ Ein Tag der Besinnung, des Dankes und der Freude ist dieser Großdeutsche Tag. Das soll am eindruckvollsten zum Ausdruck kommen in dem Millionenaufmarsch, der um 19 Uhr beginnt. Das ist in unserer Geschichte und in der Geschichte aller Völker ohne Vergleich. Alle Deutschen, ob sie in einer Großstadt oder in einem verlorenen Grenzdorf leben, ob sie am Strande des Weltmeeres oder in einem Hochgebirgsort leben, alle verlassen zu dieser Stunde ihre Häuser. Die Straße, der öffentliche Platz wird Feststätte. Es wird die erste Kundgebung großen Stiles im gesamtdeutschen Reichsgebiet sein. Der Väter Traum erfullt sich:„Ich seh die Zeit', die herrlich großen Taae...“, so sang Ritter von Schönerer, der Oesterreicher, in einem Gedicht der Sehnsucht. Und der Oesterreicher Alfred Meißner träumte voracht Jayrzeynten den Traum der Jungen im Lande, den Traum von 1806, von 1832, als etwa 30000 mit unklarer Parole, aber mit der Sehnsucht nach dem größeren Reich in Hambach ihr Nationalfest feierten. Er sang: und größeren deutschen Reich. Nur ein Traum, ein Jugendtraum und viel Aufwand, der erfolglos vertan war. Aber ein symbolischer Tag, an den wir uns heute erinnern, wie wir auch der Frankfurter Tage gedenken. Nach Hambach folgten weitere Volksfeste in der Pfalz und auf dem Niederwald.„Freie Teutsche" nannten sich die Teilnehmer. Polizei und Truppen wurden eingesetzt. Ein Vorspiel zu 1848. Frankfurt tte reichen Fahnenschmuck, als das„Frankurter Parlament" tagte, dessen Hauptaufgabe die„Einigung des Reiches“ sei, wie der Würzburger Eisenmann von der Parlamentstribüne verkündete. Und damals hat der Steyrer Wagner erklärt:„DeutschOesterreich gehört zu Deutschland! Es will zu Deutschland gehoren!“ Die Antwort kennen wir. Die Kabinette dachten anders über den„Spuk“. Der Beginn des nationalen und politischen Erwachens fiel in eine Zeit, in der Deutschland das Schachbrett europäischer Politik war. Wir wollen uns gerade heute daran erinnern: Wie ungeheuerlich schwer war es damals und vorher und vor fünf Jahren noch, den Traum der Einheit zu verwirklichen! Heute ist erverwirklicht. Wir feiern die„herrlichen Tage", von denen unsere Väter traumten. Die Größe des historischen Tages überwältigt uns, wenn wir Rückschau halten und dann das große Werk des Führers in seiner ganzen Bedeutung erkennen. Diese geniale Tat geht uns alle an. Wir haben das Glück, zu erleven, was in vielen Generationen tapfere und hochgesinnte Deutsche mit Opfern erstrebten, ohne auf die Erfüllung hoffen zu können. Darum ist heute der Tag der Freude und des Dankes. Dr. R. Wien schmückt sich zum großen Appell king Wien, 8. April. Morgen erlebt Wien seinen schönsten, stolzesten und glücklichsten Tag. Morgen wird Adolf Hitler wieder in Wien sein und dort seine grandiose Wahlreise beschließen. Dann wird die Welle der Liebe und des Jubels, die den Führer durch die Gaue des großdeutschen Vaterlandes begleitet hat, noch einmal hoch aufschäumen und noch einmal alle erfassen Dann wird das Spalier der Millionen, die den Führer im Geiste auf seiner Triumphfahrt begleitet haben, sich schließen. Das Volk der Deutschen wird einen unzerstörbaren Ri bilden. Zum letzten Male wird der Führer sein Volk aufrufen, wird es an seine Pflicht erinnern. Ueberall werden die Flaggen aufsteigen, und die Glocken werden läuten, um den Tag des Großdeutschen Reiches zu verkünden. Die ganze Welt schaut auf Wien, auf die Stadt des letzten Appells; kein Wunder, daß die Menschen hier erfaßt sind von einem Taumel der Freude und des Jubels, daß sie fiebern vor Spannung. Ungeduld und Erwartung. Kein Wunder aber auch, daß Wien ein Festkleid anlegt, wie es diese Stadt schöner und würdiger noch nicht getragen hat. Die Straßen ertrinken förmlich in Fahnen und Girlanden. Auch die ärmste Hütte draußen am Rande der Großstadt hat sich festlich geschmückt. Das ist ja gerade das Wunder dieser Tage: daß der Arbeiter, einst verhetzt und irregeführt, heute schon zu den treuesten Gefolgsmännern des Führers— auch hier in Wien— zählt. Mit unendlicher Liebe und peinlichster Sorgfalt schmücken diese schlichten Menschen die Fenster und Türen ihrer Wohnungen. Ueberall, wohin das Auge schaut, leuchtet das„Ja“, das am Sonntag dem Führer danken wird. Quer über die Straßen ziehen sich die Spruchbänder, auf denen in Worte gefaßt ist, was jeder in diesen Tagen fühlt. Diese Stoffbahnen sind das Spiegelbild des Denkens derer, die unter ihnen dahinziehen. In der ganzen Stadt wird seit Tagen emsig gearbeitet, gezimmert und gehämmert, um das Festkleid zu vollenden. Es ist alles so neu für die Menschen, die bisher nur Not und Elend. Unterjochung und Unterdrückung kannten. Ein festlich geschmücktes Wien haben sie bis zu den Tagen des Umbruches nicht erlebt. Ist es deshalb verwunderlich, wenn auf den Gesichtern der Männer, der Frauen und der Jugend Glück und Freude leuchten? Auslandsinteresse für den Appes Warschau, 8. April. Das große Ereignts des 10. April findet auch in der polnischen Presse einen immer stärkeren Widerhall. Sie berichtet fortlausend über den Triumphzug des Führers durch die Städte Oesterreichs und über die außerordentliche Spannung, mit der insbesondere in Wien dem morgigen Samstag entgegensehen wird. „Kurjer Warszawsk!“ schildert eingehend, wie sich Wien für den großen Tag vorbereitet, der seinen Höhepunkt in der Rede des Führers und dem Gesang des Niederländischen Dankgebetes erreichen wird. Die Stadt habe schon heute ein festliches Aussehen, sämtliche öffentlichen und privaten Gebäude seien förmlich mit Fahnentüchern und den Hoheitszeichen der Partei bedeckt. Wenn am Samstagabend der Führer der gesamten deutschen Nation spreche, dann werde das ein Augenblick sein, wie es in der Geschichte Deutschlands noch keinen gab. Die 75 Millionen starke deutsche Nation werde zum Generalappell antreten. In ganz Deutschland, auf allen Plätzen, in allen Sälen, Lokalen und Privathäusern werde man nach der Rede des Führers das Dankgebet singen, und von den Kirchtürmen werden überall die Glocken läuten und sich mit dem Dankgesang der deutschen Nation vereinigen. „Unser Reich steht festgefügt, glücklich und stolz“ Görings Rede im Sportpalast 7 Großdeutsches Bekenntnis der Reichshauptst adt Ein,Deutschland, groß und mächtig, Ein Deutschland, stark und frei, Einmütig und einträchtig, Deutschösterreich mit dabei— Ein Reich in Kraft und Ehren, Das ist's, was wir begehren, In Sehnsucht ungestillt, Und denken's zu erleben, Daß sich die Schleier heben Von diesem Riesenbild. Es ist lange hei, seit dieses Gedicht niedergeschrieben wurde. Und mancher, dessen Ohr an einen gefälligeren Fluß der Verse und an einen anderen Klang der Reime gewöhnt ist, mag das Dichterische auf seine Weise beurteilen. Uns aber ergreift der Herzenston dieser Verse aufs tiefste. Welch eine Kraft ist es doch gewesen, die diese Menschen damals bewegt hat, die Anno 1832 gegen tausend Widerstände 30.000 Deutsche aus allen Windrichtungen in Hambach zusammenführte. Die Zeitgenossen fühlten sich bei dieser Massenansammlung an napoleonische Heere erinnert. Tannengrün schmückte alle Häuser, in jedem Dorf stand ein Freiheitsbaum. Zwischen dem Wartburgfest und dem Frankfurter Parlament, stand dieses„Nationalfest". Das Wartburgfest war eine vaterländische Willenskundgebung, auf eine akademische Schicht begrenzt. In Hambach ging es„polyphon“ zu, alle Schichten des Volkes waren vertreten, aber auch alle Parteien und alle Gegensätze. Wirre Träume neben echter Sehnsucht nach einem freieren Berlin, 8. April. Am Vorabend des Tages des Großdeutschen Reiches war die Reichshauptstadt noch einmal in einer machtvollen Kundgebung angetreten. Hermann Göring richtete in der historischen Versammlungsstätte der nationalsozialistischen Bewegung, dem Sportvalast. einen ernsten aufrüttelnden Wahlappell an die Berliner Bevölkerung. Die Zehntausende bereiteten dem General= feldmarschall immer wieder stürmische und herzliche Kundgebungen, die die ganze Volkstümlichkeit Hermann Görings zum Ausdruck brachten. Im weiten Raum des Sportvalastes und seiner Ränge saß wieder Kopf an Kopf das nationalsozialistische Berlin. Der Blick fällt aus die Tribüne der Ehrengäste. wo viele bekannte und verdiente Männer aus Partei und Staat. Männer in Uniformen der Bewegung, der Wehrmacht und des Arbeitsdienstes, ihre Plätze eingenommen haben. Von der Potsdamer Straße, wo Generalfeldmarschall Göring die Front der angetretenen Formationen abschreitet, dringt jetzt der Begeisterungssturm herein und pflanzt sich fort in dem Riesenraum des Sportvalastes. Die Halle scheint zu erbeben, so stark erdröhnt der Gruß der 20000 Berliner. Unter wuchtigen Marschklängen durchschreitet Ministerpräsident Göring das Spalier der SA.=Standarte„Feldherrnhalle" und begibt sich zur Tribüne. Gauprovagandaleiter Wächtler eröffnet die Kundgebung und begrüßt Herman Göring als den Träger des Goldenen Ehrenzeichens des Gaues Berlin, das ihm anläßlich des zehnjährigen Gaujubiläums von Dr. Goebbels verlieben wurde. Als Hermann Göring. der vor nunmehr fünf Jahren als Ministerpräsident Preußens. im Avril 1933. vom Führer den entscheidenden Auftrag zum nationalsozialistischen Staatsaufbau erhielt. nun im Braunhemd an das Rednerpult tritt, kennt die Begeisterung der Menge keine Grenzen. Gleich mit den ersten Worten rührt er an die Herzen der Berliner, die seine Rede immer wieder mit Beifallsstürmen unterbrechen. „In den nächsten Tagen sollt Ihr wieder in einer freien, offenen und geheimen Wahl entscheiden. Ihr sollt bestätigen, was der Führer in diesen Tagen vollzogen hat. Damit ist wohl die größte aller Fragen zur Beantwortung gestellt.„Wollt Ihr ein Großdeutschland haben?"(Mit jubelndem„Ja“ beantworten die Tausende die Frage.) Darüber hinaus ist die weitere Frage gestellt:„Wie steht das Volk zum Führer, wie steht es zu seiner Politik und seinen großen Leistungen?“ Zu keiner Zeit sei ein so klarer Rechenschaftsbericht vor dem Volke abgelegt worden, wie es der Führer in seiner denkwürdigen Reichstagsrede getan habe, in der er die gigantischen Leistungen der vergangenen Jahre, den einzigartigen Ausstieg Deutschlands aufgezeigt und geschildert habe, wie er Deutschland geschaffen hat, als das gewaltige Reich der 75 Millionen im Herzen Europas, das wieder zur Großmacht wurde. „So sollt Ihr nun Stellung nehmen zu diesem Rechenschaftsbericht und zur österreichischen Wiedervereinigung, zur österreichischen Frage."(Jubelnde Zustimmung.) In erschütternden Beispielen schilderte Hermann Göring den Terror des volksseindlichen Regimes gegen die deutschen Volksgenossen in Oestereich. „Daß so etwas möglich war, hatte ich nicht geglaubt. Diese Verbrechen hätten uns das Recht gegeben. Nache zu üben und die Bedrücker vor das Tribunal zu ziehen. Wenn wir das nicht taten, dann deshalb. weil die Freude und der unsagbare Jubel unsere Herzen aufgerichtet haben, sodaß kein Raum war für Vergeltung. Die Haltung der österreichischen Nationalsozialisten in diesen Tagen ist für immer ein Ruhmesblatt in der deutschen Geschichte."(Stürmische Zustimmung.) Eingehend erklärte der Feldmarschall den Berliner Volksgenossen das Elend und die materielle Not, die er auf seiner Fahrt durch Oesterreich erlebte. „Die Wahl“. so fährt der Feldmarschall fort,„vom 10. April ist für uns keine äußere Angelegenheit, um damit etwa Eindruck zu machen. Man könnte uns entgegenhalten: Ihr wißt ja durch den Jubel des Volkes, daß die Volksabstimmung ein einziges Bekenntnis ist. dann antworten wir: Jawohl. das wissen wir!(Stürmischer Beifall.) Aber diese Erkenntnis verhindert uns keineswegs, das Volk zur Wahl aufzurufen. Denn wir wollen aller Welt das Bekenntnis unseres Volkes entgegenhalten.(Beifall.) Wir haben das deutsche Volk in Oesterreich frei und unabhängig gemacht, befreit von der Herrschaft, die. gestützt auf ausländische Baionette. nichts anderes tat, als die Unabhängigkeit dieses Volkes immer wieder an das Ausland zu verraten. Wir wollen, daß das ganze deutsche Volk frei und unabhängig ist, so unabhängig, wie das ganze einige nationalsozialistische Reich."(Stürmische Zustimmung.) „Oesterreich“, so erklärte Hermann Göring,„war ein absolut abhängiger Vasallenstaat fremder Mächte und wurde so allmählich zu einer unmittelbaren Gefahr für das deutsche Volk und das Deutsche Reich.“ Der Ministerpräsident kam dann auf das Abkommen vom 11. Juli zu sprechen und schilderte dann im einzelnen den gemeinen Verrat Schuschniggs. „Oesterreich schien dem Chaos ausgeliefert. SeyßAnnemärie Roman von PAUL HAIN Urheber-Rechtsschutz: Deutscher Roman-Verlag vorm. E. Unverricht 35. Fortsetzung. „Und ich, Annemarie? Und ich?“ „Ein famoser Schwiegersohn,“ lacht Schmidt,„wie ich ihn drüben niemals gefunden hätte. Solche frisch=fröhlichen und starken Gewächse gibt's, glaube ich, nur in Deutschland! Na, in einem Jahr bin ich wieder akklimatisiert!“ „Du?“ sagt Annemarie fröhlich,„du bist und bleibst mein einziger Hans Jochen!“ Was haben die Trina und Wilhelm Schmidt nicht noch alles zu erzählen an diesem Abend. Nun ist es ja an der Trina, in die Vergangenheit zu tauchen und von den letzten Wochen einer lieben Toten zu erzählen. Hans Jochen und Annemarie haben da nicht stören wollen. Sie sind wieder ins Freie gegangen und schlendern durch das Dorf. Und da tönt doch Musik von Peter Malles Krug her? Richtig, heute ist ja Samstag, und die kleinen Vergnügungen in den Bruchdörfern haben begonnen. Und da ist Peter Malles Saal wieder proppenvoll. und in den Hinterstübchen sitzen die Großbauern und der Kantor und der Förster und der Landgendarm, und es dat schon manche Runde gemacht, daß heute vormittag hier der alte Baron gesessen hat, und Peter Malle hat noch so verschiedenes erlauscht, was er nicht für sich behalten kann. Dschingbum, dschingbum, trara, macht die Baßtuba, und die Trompete schmettert und zwei Flöten versuchen zu säuseln— und alles in allem ist es wieder die rechte, richtige Dorfmusik, nach der die Burschen und die drallen und festen Deerns walzen und rheinländern und sich drehen und schwingen! Ein paar Minuten stehen zwei draußen vor dem Saalsenster, unter dek munteren Schar der Halbwüchsigen, die da als Zaungäste teilnehmen an der Lustbarkeit drinnen. Dann gibt der Mann seinem Mädchen einen leisen, zärtlichen Stuk: „Du., Annemarie, wie wär's! Zur Feier dieses Abends? Ich glaube, jetzt kommt bald wieder ein Walzer an die Reihe.“ Das Mädchen lacht verschmitzt. Ihr Hand umfaßt fester den Arm von Hans Jochen. „Du——“ „Ja, hier fing's an— in einer Frühlingsnacht, Annemarie.“ Dann gehen sie in den Krug. Aber es raunt und lichert heute keiner mehr hinterher:„Die Pechmarie, hah!“ Und auch drinnen im Saal, wo es wie in einem gut geheizten Kessel zugeht, höhnt keiner mehr: Der Bettelbaron— oder die Bettelprinzessin oder dergleichen. Da wird getanzt! Und wenn auch der und jener jetzt überrascht zu HansJochen von Trautenau und der Annemarie blickt, die sich unter die Tanzenden mischen, so geschieht das doch in einer respektvollen und ruhigen Art. Es ist richtig ein Walzer, den die Musikanten spielen. „Wie damals, Annemarie, wie damals," flüstert ihr Hans Jochen ins Ohr, während sie sich in dem Gewimmel und Gekribbel mühsam drehen.„Und mit einem Glückssternchen fing es an, das ich mir nachher von deinem Hals fing.“ Der Fritz Kratochmichl tanzt vorbei. Er grinst vergnügt. Er hat im Sommer seine Liebste gefunden, und im Winter wird Hochzeit sein. Er nickt dem Paar zu, und Hans Jochen nickt fröhlich zurück.„Viel Vergnügen.“ ruft er sogar im Vorbeitanzen. Und Kratochmichl antwortet ebenso:„Danke, Herr Baron.“ Ja, so ist das nun. Ein guter Sommer lang macht alle hier, wenn sie gemeinsam auf ihren Schollen ackern und werken, zu Kameraden Ein bißchen Feindschaft, ein bißchen Aerger und Neid— das alles versinkt dann im Herbst in den umgebrochenen Aeckern und blüht nicht wieder auf. Aber Weizen und Roggen und Hafer blühen darüber und die Lerchen singen. „Mit meinem Glückssternchen,“ lächelte Annemarie selig,„dem einfachen Glasstein. Und wie hört es auf, Hans Jochen?“ Er neigt sich noch tiefer an ihr Ohr, dicht unter ihr flimmerndes Haar. „Mit meinem letzten Mädel Annemarie, du, das nun meine einzige Frau werden wird.“ * Mit kühlen Winden ist der Herbst über das Land gefahren und hat die letzten schmalen Weidenblätter in den Fluß geworfen. Und der Winter ist über das Land gekommen mit knietiefem Schnee, und der Fluß ist zugefroren und die Krähen sind darüber hinspaziert und haben krakeelt: Krah, krah— immer der gleiche Schwindel, jedes Jahr! Hier steckt nicht die kleinste Saat unter dem Eis. Wir sind doch keine Eishacker— krah, krah! Und dann sind die ersten Schneeglöckchen hier und im März aus der Erde hervorgestoßen und haben geflüstert: Nicht mehr lange, nicht lange mehr, die Erde ist warm, die Erde treibt, bald werden die Wiesen grün und der Flieder blüht. Es riecht, es riecht nach Frühling, ihr lieben Menschlein. Und dann riechen's die Menschlein auch. Und dann sind wirklich die Hecken grün von den ersten ausgesprungenen Knospen, und der Winter ist vergessen und die Arbeit kann beginnen. Die Felder rufen, die Wiesen rufen, das Vieh schreit nach der Luft, und die Menschen kriegen eine tolle Sehnsucht in die Herzen. Tirili, jubelt der Frühling. Klingklang, klingklang, läuten die Glocken der Kirchen über die neugeborenen Felder, läuten die Glocken von Erlenried und die von Langemoor. Was läuten sie? Hochzeit ist! Schönstes Geläute. Hochzeit ist! Die Annemarie Fink und der Hans Jochen von Trautenau treten da an einem frühlingglitzernden Vormittag aus dem Kirchlein von Langemoor, blinzeln in die bunte, sonnenstrahlende Welt. Hans Jochen neigt sich zu der weißleuchtenden Braut und flüstert: „Es ist ja auch gar nicht anders zu erwarten, daß heute die Sonne besonders hell scheint.“ Ganz Langemoor steht Spalier, als der Hochzeitszug nach dem Gut Trautenau marschiert, und auch von Erlenried ist das halbe Dorf herübergekommen. Jawohl— Gut Trautenau! Und wenn es noch keing ist, so wird es doch eines werden! Dafür hat immerhin Wilhelm Schmidt gesorgt! 300 Morgen Land hat er dem Makler in Berlin, von dem Hans Jochen seine Felder gekauft hat, mit Geschick noch preiswert abgekauft 100 Morgen vom Bauern Puhlmann dazu, der sich verkleinern will und einen guten Preis herausschlägt. Dazu kommen noch 300 Morgen Pachtland. Nun, das ist für den Anfang schon etwas. Mehr hat Hans Jochen gar nicht haben wollen. Ja, und außerdem ist da auf dem neuen Gelände auch ein neues Haus entstanden, Kein großer Herrensitz, aber ein geräumiges, behäbiges Haus, das gut in die Landschaft hineinpaßt. Doch ist es nicht ganz fertig, doch das wird in ein paar Monaten der Fall sein. Und auch die Stallungen dazu werden in Schuß sein, und das alte Inspektorhaus, das mit soviel Liebe instand gesetzt worden ist, wird dann eine Art Vorwerk darstellen, in dem Max Käsebier hausen wird. Erster Inspektor auf Gut Trautenau! Heute wird hier Hochzeit gefeiert. Das hat sich Hans Jochen ausbedungen, und auch die Annemarie. Wilhelm Schmidt hat gelacht.„Wie ihr wollt, und wahrscheinlich habt ihr sogar recht! Ich könnte euch sonst einen Hof hier kaufen, aber ihr habt recht. Kinder! Ihr wollt selber arbeiten! Ist schon richtig! Ich kann's verstehen. Das Land, das einen trägt, muß man selber kennen und bearbeiten; schon gut!“ Aber die Stallungen sind voll vom Vieh, und dagegen hat Hans Jochen nichts einzuwenden gehabt. Ein bißchen Glück muß ja doch wohl im Leben sein! Wilhelm Schmidt, der jetzt im Hochzeitszuge neben dem Major von Trautenau und Frau Elsabe geht, hat feuchte Augen. Ja, er wird hierbleiben! Hier in Deutschland, dem lieben Kinderland. Ein paar Monate ist er den Winter über„drüben“ gewesen, überm großen Teich, und hat die Oil=Company verkauft, auch das Haus auf Long Island mit allem, was dazu gehörte. Er wird wieder in Deutschland bleiben! Es ist besser so, viel besser. Unmöglich, das Mädel, die Annemarie noch einmal allein zu lassen! Da werden doch einmal Kinder durch das neue Haus toben, da wird doch alles wachsen und blühen und das Schmidtsche Blut und das der Herren von Trautenau verspricht eine gute Mischung! So etwas muß man aus nächster Nähe beobachten können, all die Jahre über, die einem noch bestimmt sind. Und dann ist ja nun auch das neue Grab auf dem alten Dorfkirchhof. auf dem die Trautenaus ruhen Da ruht nun eine Frau, die einmal Lilian hieß, und die Wilhelm Schmidt aus ihrem Grab in Hamburg nach hier hat überführen lassen. Da sind sie nun alle wieder zusammen! Und die Trina Fink wird in dem großen, neuen Hause wirtschaften und wie er warten auf den Kinderlärm, der einmal durch das Haus klingen wird. Schöne, herrliche Zukunft! Wilhelm Schmidt hebt den Kopf steifer in den Nacken. Ein neues Leben! Da marschieren sie, der ganze Hochzeitszug, in den kleinen Hof ein. Da stehen schon die rohhölzernen Tische gedeckt. Da riecht es schon nach Essen. nach Kuchen, nach Feiertag! Da dudelt schon die Hochzeitsmusik auf einem Podium, und da sprüht und funkelt und glitzert die Frühlingssonne über den vielen, festlichen Menschen und über das weite, flache, einfache und so herrliche Land. Frühling— Frühling! Hans Jochen faßt seine Annemarie leicht um die Hüften, als sie sich an die Spitze der Tafel setzen. „Da, hör mal, kleine Frau.“ Die Musik spielt, während der Braten schon von den Mägden aufgetragen wird, unter Gottes freiem, gesegnetem Himmel: Dat du min Leevsten büst, dat du wohl weeßt... Wahrhaftig, der Major von Trautenau singt den Text vergnügt mit. Kumm du um Middemnacht, kumm du Klock een, Vader slöppt, Moder slöppt, ich slaap alleen. Hans Jochen beugt sich zu Annemarie und flüstert ihr ins Ohr: „Min söte Deern, für immer min söte Deern!“ Und leise antwortet sie und drückt seine Hand unter dem Tisch: „Du min leev Jung!“ — Ende Nr. 84(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 9 April 1938 Herne in freudiger Wahlstimmung Am Ende der Kundgebungsreihe.- Schmuck im Stadtbild.— Heute mittag erhält die Stadt ihr volles Feltkleid. Betriebsappelle, Platzkonzerte, Propagandamäriche, Gemeinichaftsempfänge, Glockengeläute, Freudenleuer und Fackelzüge. Die Trommel der örtlichen Wahlkundgebungen ist verstummt, und nun haben die Herner das Wort. Und dieses Wort heißt:„Ja“! Eigentlich sind wir alle froh, daß es endlich so weit ist, denn wir haben ja alle seit der Ausschreibung der Wahl nur mit Ungeduld darauf gewartet, unserer Begeisterung für den Führer, sein Werk und seine geschichtliche Tat mit dem Abstimmungszettel Ausdruck verleihen zu dürfen. Kann also über den Ausgang des morgigen Tages gar kein Zweifel sein, so darf man rückblickend derer gedenken, die sich unermüdlich eingesetzt haben, " um auch dem letzten Volksgenossen die Größe des vom Führer Geschaffenen und die historische Bedeu tung der letzten Wochen zum Bewußtsein zu bringen. Da gebührt zunächst Dank und Anerkennung den politischen Ortsgruppen, denen keine Mühe zu viel war, die Wahlkundgebungen vorzubereiten, die alle einen imposanten Verlauf nahmen. Weiter sei der Trommler im braunen Ehrenkleid, der SA, gedacht, die schon Wochen vor der Wahl mit ihren Propagandaaktionen durch die Herner Straßen und den Standartenbereich zogen und trotz aller Wetterunbilden ihre vorderste Stellung als aktive Formation zu behaupten wußten. Neben ihnen haben SS, REKK, NSFK, HI und Jungvolk ihren Mann gestanden. Das REKK hat in altgewohntem Schneid seine Werbefahrten gemacht. Und das Jungvolk wurde noch in den letzten Tagen mit der SA zur Verteilung von Flugblättern und Wahlbroschüren eingesetzt. Am Tage des Abschiedes unserer Arbeitsdienstrekruten sauste auch ein Lastwagen des Arbeitsdienstes durch die Herner Straßen, um Flugblätter abzuwerfen. So haben alle Formationen bewiesen, daß voller Einsatz für sie wieder einmal höchstes Gebot war. Und jetzt, in den letzten Stunden, setzt auch die Mitarbeit der Wählerschaft immer stärker ein. Wenn man durch die Straßen unserer Stadt schreitet, dann sieht man überall, besonders in den oft geschmackvoll ausgeschmückten Schaufenstern, eindrucksvolle Wahlplakate; besonders das farbige Bild mit der Gestalt des Führers leuchtet markant hervor. Transparente, mit Tannegrün geschmückt, sind ebenfalls im Straßenbild zu bemerken. Interessant ist auch die Feststellung, daß in den letzten Tagen in einschlägigen Geschäften eine große Nachfrage nach Fahnentuch eingesetzt hat, hauptsächlich durch den kleinen Mann, der sich nicht mehr länger mit Papierfähnchen begnügen will. Im Behördenviertel stieg vor der Rathausfassade gestern morgen die Magirusleiter unserer Feuerwehr hoch, und nun schmückt riesiges Fahnentuch die Vorderfront des Gebäudes, wie auch unter den Fenstern überall die Hoheitszeichen der Bewegung prangen. Auch die anderen Behörden haben geschmückt. Und daß Herne mit seiner Schmuckbegeisterung nicht allein dasteht, zeigen die zahllosen Fahrzeuge, die alle kleine Wahlplakate mit„Dem Führer Dein Ja“ und ähnlichen Inschriften an den Seiten= oder am hinteren Fenster aufweisen. Das volle Festkleid, ein Festkleid, wie es wohl noch nie war, erhält Herne aber erst heute mittag 12 Uhr, wenn vom Wiener Rathaus aus der„Tag des Großdeutschen Reiches“ verkündet wird und das Kommando erschallt:„Heißt Flaggen“. Wenn in allen Betrieben die Gefolgschaften zu Betriebsappellen versammelt sind, draußen die zwei Minuten dauernde Verkehrsstille eintritt und alle Sirenen heulen. Dann bringt der Nachmittag und Abend als letzte große Aeußerung der Vorfreude die Platzkonzerte, Märsche, Gemeinschaftsempfänge, Freudenfeuer, Glockenklänge und Fackelzüge. * Platzkonzerte Anläßlich des„Tages des Großdeutschen Reiches“ werden am Sonnabend in sämtlichen Ortsgruppenbereichen Platzkonzerte durchgeführt, die ihre Anziehungskraft nicht verfehlen werden. Es konzertieren innerhalb der Ortsgruppe Herne=Alt die Werkskapelle Constantin der Große von 17—17.20 Uhr vor dem Ev. Krankenhaus und von 17.30 bis 17.45 Uhr bei Knapp, der Flottmann=Musikzug von 17—17.20 Uhr auf dem Josef=Waßner=Platz; innerhalb HerneMitte der Flottmann=Musikzug von 17.30—17.45 Uhr an der Ecke Bahnhof= und Schaeferstraße, die Werkskapelle Beien von 17—17.30 Uhr vor dem Kaufhaus Leitner, die Knappenkapelle Shmarock 1/2 von 17—17.40 Uhr vor dem Kaufhaus Sinn; innerhalb Herne=Nord die Werkskapelle Dorn von 17—17.20 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz und von 17.20—17.30 Uhr an der Persiluhr, Ecke Bahnhofund Bismarckstraße, die Knappenkapelle Friedrich der Große vor dem Kasino Friedrichseck; in HerneSooingen veranstalten Gaumusikzug und Spielmannszug um 16 Uhr auf dem Marktplatz ein Konzert unter Mitwirkung des MGV.„Concordia". * Propagandamarsch in Ferne-Mitte und Herne=Alt Sämtliche Politischen Leiter, Milglieder der Gliederungen und angeschlossenen Verbände der Bewegung einschließlich der Musik= und Spielmannszüge treten heute um 18 Uhr auf dem Adolf=Hitler-Platz zum Propagandamarsch an. Nicht nur die Organi“ sationen der Partei nehmen an dem Marsch teil, sondern auch der Reichsbund für Leibesübungen und alle übrigen Vereine, um dem Propagandamarsch der beiden Ortsgruppen ein würdiges Gepräge zu geden. kein Verein darf fehlen. Mitglieder der verschiedenen Organisationen, z. B. des Reichsbundes für Leibesübungen, die zugleich Mitglieder einer Parteiformation sind, haben selbstverständlich bei der Parteiformation zu marschieren. Der Abmarsch erfolgt pünktlich 18.15 Uhr und bewegt sich durch folgende Straßen: Post-, Iranz-Seldte-, Halden=, Von-der-Heydt-, Kaiser-Wilhelm=, Goethe=, Mont-Cenis-, Schiller-, Wiescher=, Straßburger, Altenhöfener, Düngel-, Kurfürsten-, Bochumer, Kronprinzenstraße zum Adolf-HitlerPlatz, daselbst Auflösung. Nach dem Marsch hören die Teilnehmer der Ortsgruppe Herne-Alt im Restaurant Koopmann, der Ortsgruppe Herne-Mitte im Restaurant Linsel(Westfalenschänke) und bei Hilbring die Rede des Führers aus Wien. Aufmarschplan für herne-Nord Die Gliederungen und Formationen der ASDAP sowie alle Vereine und Verbände der Ortsgruppe Herne-Nord treten mit ihren Kapellen um 18 Uhr auf dem Karlsplatz an. Unter Vorantritt der Kapellen marschieren sämtliche Gliederungen durch die August-, Leibniz=, Bahnhofstraße, Bahnhofsvorplatz, Moltkeund Goebenstraße. Auflösung an der Persiluhr. Ecke Bismarckstraße. Anschließend marschieren die Gliederungen und Formationen der NSDAP sowie die Vereine und Verbände zu den einzelnen Sälen, die nach dem Aufmarsch vom Ortsgruppenleiter bekanntgegeben worden, um dort am Gemeinschaftsempfang teilzunehmen. * Sämtliche Politischen Leiter der Ortsgruppe Herne=Nord versammeln sich Sonnabend um 16.30 Uhr im Lokale Grünendahl(Wiegmann) zur Entgegennahme der letzten Anweisungen für die Reichstagswahl. An der Besprechung haben auch sämtliche Blockleiter, Zellen= und Blockwarte sowie die Walter teilzunehmen. * NSDAP, Ortsgruppe Herne=Sodingen Heute abend großer Sternfackelzug. Da in letzter Stunde noch die Durchführung eines großen Sternfackelzuges festgelegt wurde, tritt auch eine kleine Aenderung der Programmfolge ein. Um 17 Uhr findet auf dem Markt an der Geschäftsstelle durch den Gaumusikzug ein Platzkonzert statt. Um 18 Uhr treten dann sämtliche Volksgenossen auf dem Hindenburgplatz an, um nach kurzem Ummarsch durch die Mont-Cenis-, Kirch-, Saar-, Horst-WesselStraße. Am Kricken, Quer= und Uhlandstraße zum Gemeinschaftsempfang in den Lokalen Wiegmann und Wiesmann zu erscheinen. Nach dem Empfang erfolgt Antritt und Abmarsch zum Sternfackelzug unter Vorantritt der Kovellen zum Marktplatz, wo ein großes Freudenfeuer abgebrannt wird. Während des Abbrennens spielt die Kapelle des Gaumusikzuges, und der Männergesangverein„Concordia“ füllt die Pausen durch Gesangstücke aus. Es marschieren die Teilnehmer von Wiegmann aus durch die Straßen Am Kricken, Wilhelm-Busch-Straße. In der Tennscheuer und Gysenbergstraße und die Teilnehmer von Wiesmann durch die Kantstraße, Schwarzer Weg. Beide Marschgruppen treffen sich auf der Mont-Cenis-Straße und marschieren durch diese Straße geschlossen zum Markt. Es finden auch noch Gemeinschaftempfänge in den Lokalen von Schulte-Middelmann, Nöthe, Holthausen, und Ellinghaus statt. * Auch die Herner Sängerschaft ist daber Die Herner Sängerschaft stellt sich heute abend in der volksdeutschen Weihestunde zur Verfügung. Der Herner Männerchor, MGV. Sangeslust und die Besangabteilung Flottmann treten um 19 Uhr in Koopmanns Gaststätten an. In der Ortsfruppe Herne=Nord singen der MGV. Arion und RGV. Frohsinn, und in der Ortsgruppe HerneSodingen singt der MGV. Concordia Sodingen. Antreten aller Sänger ist Ehrensache! Um 18 Uhr werden die Geschäfte geschlossen Aus der Geschäftsstelle der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel wird uns geschrieben: Gemäß Anordnung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, sind die Geschäfte heute, Samstag, abends um 6 Uhr zu schließen. Wir bitten darum unsere Mitglieder, den Ablauf in den Geschäften so einzurichten, daß die Geschäfte pünktlich um 6 Uhr geschlossen werden können. Die Ausbedienung der Kundschaft muß um 6 Uhr beendet sein. * Geschlossene Teilnahme am Reichsbetriebsappell. Aufruf des Gauobmanns Stein zum 9. April. NSG. Der Vortag des großen Wahlganges, der 9. April, ist zum Festtag des ganzen deutschen Volkes bestimmt. Alle Volksgenossen in der Stadt und auf dem Lande begehen diesen„Tag der Freude“ in gemeinsamem Erleben. Die südwestfälischen Betriebe beteiligen sich geschlossen am Reichsbetriebsappell der Deutschen Arbeitsfront, der von 11.55 bis 12.05 Uhr stattfindet. Ich richte an alle Betriebsführer den Appell. die Gefolgschaften bis auf den letzten Mann rechtzeitig für den Gemeinschaftsempfang zu versammeln. Gleichzeitig weise ich darauf hin, daß die Arbeit am Nachmittag nur dort weitergeführt werden, wo lebenswichtige Interessen der Nation es erfordern. Südwestfälische Betriebsführer! Helft mit, den Tag des Großdeutschen Reiches zu einem einzigartigen Erleben zu gestalten. Stein, M. d. R., Gau=Obmann der DAF Westfalen=Süd. * Wahlpropaganda des Rs=Fliegerkorps. Am Samstag und Sonntag Höhepunkt. NSG. Trotz des stürmischen Wetters sind am vergangenen Sonntag Flugzeuge der RSF=Gruppe 10, Westfalen, in drei Ketten von Dortmund, MünsterHandorf und Bielefeld gestartet, um über Westfalen tausende von Flugblättern abzuwerfen. Die drei Maschinen jeder Kette tragen unter den Tragflächen die Worte:„Ein Volk— ein Reich— ein Führer!" Mit vorbildlichem Fliegergeist stellten die Besatzungen ihre Einsatzbereitschaft für Volk und Führer unter Beweis und erfüllten bei einem Sturm, der zeitweise mit 100 Stundenkilometer Geschwindigkeit dahinbrauste und von gefährlichen Böen begleitet war, ihre Aufgaben. Diese Wahlpropaganda durch das NS=Fliegerkorps, Gruppe 10, wurde, soweit das Wetter es ermöglichte, die ganze Woche fortgesetzt und erreicht ihren Höhepunkt heute nach 12 Uhr und am Wahlsonntag nach 15 Uhr. An diesen Tagen werden die Städte und Ortschaften Westfalens in verstärktem Maße überflogen und mit Flugzetteln überschüttet. Die NSV. ein Werk des Führers! Allein in den Jahren 1936/37 wurden durch die NS.=Schwesternschaft in 1 275 330 Sprechstunden Besuchen und 7 200 907 Hausbesuchen insgesamt 2407 148 Volksgenossen betreut. Dein Dank: Am 10. April wigstraße, Ankunft dort 9.20 Uhr.— 9.50 Uhr Rückfahrt zum Kanalschlößchen. 2. Abfahrt 10 Uhr ab Kanalschlößchen, 10.10 Uhr Uhr ab Schleusenweg zum Wahllokal Möller, Ankunft dort 10.20 Uhr.— 10.50 Uhr Rückfahrt zum Kanalschlößchen. Abfahrt 15.00 Uhr ab Kanalschlößchen, 13.10 Uhr ab Schleusenweg zum Wahllokal Möller, Ludwigstraße, Ankunft dort 15.20 Uhr.— 15.50 Uhr Rückfahrt zum Kanalschlößchen. Die Stimmzettel für den 10. April Volksabstimmung und Großdeutscher Reichstag Stimmzettel Du mit der am 13 März 1938 vollzogenen Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich einverstanden und stimmst Du für die Liste unseres Führers Adolf Hitler? Nein In den Kreis unter das„Ja“ gehört dein Kreuz! Der Stimmzettel zur Volksabstimmung und zur Wahl des Großdeutschen Reichslages am 10. April. der für Deutsche aus weitem, für Oesterreicher aus grünem Papier besteht.(Scherl-Bilderdienst-M) Autobusverkehr des nSRR am wahlsonntag Zubringerdienft in den Außenbezirken Um den Deutsch=Oesterreichern und den körperlich Behinderten und alten Leuten in den abgelegenen Stadtbezirken den Weg zum Wahllokal abzukürzen, richtet der RSKK=Motorsturm 23 M 69 am Wahlonntag einen Autobus=Zubringer=Dienst ein. Der Fahrplan ist folgender: Deutsch-Oesterreicher. 1. Abfahrt 7.45 Uhr ab Kasino Teuroburgia zum Rathaus, Ankunft dort 8.00 Uhr.— 8.45 Uhr Rückfahrt nach Teutoburgia. 2. Abfahrt 9.15 Uhr ab Falkschule, 9.20 Uhr ab Amtshaus, 9.25 Uhr ab Denkmal zum Rathaus, Ankunft dort 9.40 Uhr.— 10.15 Uhr Rückfahrt zur Falkschule. II. Kray— Langeloh. 1. Abfahrt 9.00 Uhr ab Kraystraße zum Wahllokal Schulte, Ankunft dort 9.15 Uhr, 9.45 Uhr Rückfahrt zur Kraystraße. 2. Abfahrt 10.00 Uhr ab Kraystraße zum Wahllokal Schulte, Ankunft dort 10.15 Uhr.— 10.45 Uhr Rückfahrt zur Kraystraße. 3. Abfahrt 15.00 Uhr ab Kraystraße zum Wahllokal Schulte, Ankunft dort 15.15 Uhr.— 15.45 Uhr Rückfahrt zur Kraystraße. III. Schleuse VII. 1. Abfahrt 9.00 Uhr ab Kanalschlößchen, 9.10 Uhr ab Schleusenweg zum Wahllokal Möller. Ludperner NSKK organisierte den Wahlschlepdienst Umfassende Vorbereitungen des NSRK-Motorsturmer 23 69. Für die morgige Wahl hat der RSKK=Motorsturm 23 69 einen umfassenden Wahlschleppdienst organisiert, um den kranken, gebrechlichen, körperbehinderten oder weit vom Abstimmungslokal entfernt wohnenden Volksgenossen die Ausübung ihrer Wahlpflicht zu erleichtern. Im Sturmheim an der Franz=Seldte=Straße gab es daher in den letzten Tagen eine große Menge Arbeit. Zunächst erließ das RSKK an die Herner Kraftwagenbesitzer einen Aufruf, ihre Wagen am Wahltage zur Verfügung zu stellen. Dieser Aufruf sand ein williges Ohr. Es sind so viele Meldungen eingelaufen, daß die Besitzer kleiner Wagen, die sich in großer Zahl gemeldet haben, nicht in Anspruch genommen zu werden brauchen, da für den Wahlschleppdienst über 300 größere Wagen zur Verfügung stehen. Sie alle sind in einem Verzeichnis mit Wagentype, polizeilichem Erkennungszeichen, Wagen=, größe usw. aufgeführt. Die Hauptaufgabe ist nun morgen, 59 Abstimmungslokalen eine bestimmte Anzahl von Wagen zur Verfügung zu stellen. Zunächst wird jedes Abstimmungslokal 4 Wagen erhalten, die restlichen bleiben in Reserve. Man hat dafür Sorge getragen, daß sich vor jedem Wahllokal wenigstens ein großer, viertüriger Wagen befindet, um den kranken oder gebrechlichen Personen das Einund Aussteigen leicht zu machen. Die Ausschmückung der Wagen des Schleppdienstes erfolgt einheitlich, sie erhalten Spruchbänder mit der Hackenkreuzfahne über dem Kühler. In diesem Jahre wurde auch ein Autobus=Wahldienst geschaffen, um den in den Außenbezirken wohnenden Oesterreichern, deren Abstimmungslokal sich im Rathause befindet, den Weg zu erleichtern, sowie an der Peripherie wohnenden Hernern den weiten Weg zum Wahllokal abzukürzen. Den dafür aufgestellten Fahrplan bringen wir gesondert. Zahlen des Aufstiegs bei Flottmann Aus einem Wahlaufruf des Gefolgschaftsführers der Flottmannwerke an seine Gefolgschaft entnehmen wir folgenden bemerkenswerten Abschnitt: Dank der politischen Führung konnten wir gegenüber 1932 jetzt die Zahl der beschäftigten Kameraden der Jaust um 107 Prozent und die der Kameraden der Stirn um 63 Prozent erhöhen. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg um 157 Prozent gegenüber 1932. Der Jahresverbrauch an Strom, Gas. Luft stieg um durchschnittlich 170 Prozent. Diese wenigen Zahlen können nur einen kleinen Ausschnitt der auch bei uns spürbaren wirtschaftlichen Erfolge der nationalsozialistischen Maßnahmen geben. Auf allen Gebieten des völkischen Lebens war unser Führer in den vergangenen fünf Jahren rastlos für uns alle im großen deutschen geeinten Volke tätig. Jetzt gilt es, ihm unseren Dank auszudrücken. Darum treten wir geschlossen hinter unseren Führer und geben ihm unser Ja. K falsche Sparsanikeit ist es, wenn mon Schuhe nicht töglich mit Erdal behandelt. Gewiß, Erdelglenz hält lange. Erdal mocht Schuhe nicht nur schön, e: pflegt und erhält sie auch, deihalb läglich Erdelpflege Nur noch 13600 einsatzfähige Arbeitslose in ganz Westfalen verfügbar Die ganze Winterarbeitslosigkeit im März abgevaut.— Noch weniger Arbeitslose als beim günstigsten Stand vor der Wirtschaftskrise. Großer Bedarf an Arbeitskräften Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilt über den Arbeitseinsatz im März 1938 mit: Die alljährliche im März übliche frühjahrsmäßige Relebung des Arbeitseinsatzes war im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen in diesem Jahre außergewöhnlich stark. Infolge des großen Bedarfs an Arbeitskräften bei allen Wirtschaftszweigen, insbesondere aber bei den Saisonberufen ging die Zahl der Arbeitslosen um 14300 auf 24300 zurück. Damit ist nicht nur die während der Wintermonate eingetretene saisonmäßige Erhöhung der Arbeitslosenzahl wieder ausgeglichen, sondern die Zahl der Arbeitslosen liegt bereits jetzt um 6100 unter dem günstigsten Stand des Vorjahres, der im September tait 30 600 erreicht war. Der günstigste Stand der Arbeitslosikeit vor der Wirtschaftskrise Im Juni 1929 ist bereits um 35 600 unterschritten. In Anbetracht der nur noch geringen zur Verfügung stehenden Arbeitseinsatzreserven waren die Bemühungen der Arbeitsämter in der Hauptsache darauf gerichtet, die erhebliche Nachfrage der Wirtchaft nach Arbeitskräften durch planmäßige Lenkung der Arbeitskräfte zu befriedigen, wobei die ergangenen Arbeitseinsatzanordnungen eine wirksame Handhabe bieten. Unter den vorhandenen 24 500 Arbeitslosen befanden sich 10 900 Arbeitslose, d. s. 44.6 Prozent, die aus körperlichen oder sonstigen in der Person liegenden Gründen nur beschränkt einsatzfähig sind. Für den Arbeitseinsatz stehen daher nur 13600 Arbeitslose zur Verfügung. Aber auch bei dieser Reserve ist noch zu berücksichtigen, daß sich hierunter 3200 ungelernte Arbeiter befinden und von den 10 400 vorhandenen Facharbeidern einschl. Angestellte nur noch 8400 in ihrem Beruf anzusetzen find. Die Zahl der Unterstützten der Reichsanstalt ging um 10100 auf 11 700 zurück. Bei Notstandsarbeiten wurden 1700 Volksgenossen gegenüber 1900 im Vormonat beschäftigt. In den Saisonaußenberufen hat sich bei der Landwirtschaft der Kräftebedarf mit Beginn der Frühjahrsarbeiten weiter verstärkt. Um bei dem bestehenden Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften überhaupt nur einen Teil der dringendsten Nachfrage befriedigen zu können. munten bei der Besetzung von Stellen Schulentlassene und verheiratete ältere Kräfte herangezogen werden. In der Industrie der Steine und Erden hat sich die Frühjahrsbelebung verstärkt fortgesetzt. Die meisten Ziegeleien nahmen ihren Betrieb wieder auf und riefen die vorübergehend freigesetzten Arbeiter zurück. Auch von den übrigen Industriezweigen wurden zahlreiche Arbeitskräfte angefordert. Einen besonders großen Umfang nahm der Bedarf an Arbeitskräften im Baugewerbe an, der durch die Wiederaufnahme von stillgelegten Arbeiten und durch die Inangriffnahme neuer Bauvorhaben hervorgerufen wurde. Schon jetzt mußte in vielen Fällen zur Beschaffung der Fachkräfte der zwischenbezirkliche Ausgleich in Anspruch genommen werden. Die Produktionsgüterindustrien Bergbau und Eisenindustrie weisen ebenfalls ein weiteres Ansteigen des Beschäftigungsgrades auf. In der Eisenindustrie wurden von den Betrieben häufig anstelle der nicht verfügbaren Facharbeiter Hilfsarbeiter eingestellt, die zu Spezialarbeitern herangebildet werden. In den Konsumgüterindustrien wirkte sich das Ostergeschäft sowie der erfolgreiche Abschluß der Leipziger Frühjahrmesse sehr günstig auf die Arbeitslage aus. Insbesondere hatten das Bekleidungsgewerbe und die Möbelindustrie einen hohen Bedarf an Arbeitskräften. Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Angestellte haben sich weiter gebessert. * klappt es schon— für den Anfang natürlich— denn so bescheiden sind wir doch nicht. Und nun kommt der schönste Teil der Turnstunde. Wir setzen uns alle um Ilse und singen unsere Lieder. Der Jungmädelsport will ja nicht nur den Körper stählen, er braucht den ganzen„Kerl“. und beim Singen wird es uns so frei und fröhlich zu Mute, mit unseren Liedern singen wir alles herunter, was uns bewegt. Ein Jungmädel muß singen. Und spielen! Und diese Spiele bilden den Abschluß unseres Sportnachmittags. Ob wir nun„Drittenabschlagen“ und„Es brennt“, spielen, oder Hindernisstaffeln laufen, immer sind wir Jungmädel mit großem Eifer dabei, wenn es gilt, unsere Geschicklichkeit für die Mannschaft einzusetzen. Ja: Tag des Bekennens, du bist da, ganz Deutschland sagt sein freudig„Ja“! Ein brausend„Ja“ wie Sturm und Meer, von Ost zu West hallts machtvoll her. von Nord zu Süd wie Wetter brichts im Jubelsturm des neuen Lichts!— Aus Traum ward Tat: ein Volk— ein Reich ein Führer hoch und wundergleich!— Tag des Bekennens, du bist da: Großdeutschland ist ein einzig„Ja“! Gustav Schüler. Zwei Millionen Mark neu gespart! Der Herner Sparwille ein Spiegel der Gelundung. RSG. Nichts kann den Wandel in den Jahren vor und nach 1933 besser kennzeichnen als der Stand des Volksvermögens. Die Schaffenskraft des ganzen deutschen Volkes ist das höchste Gut, das zu schützen der nationalsozialistische Staat als seine höchste Aufabe betrachtet. Nur aus der Arbeit heraus kann ie Kapitalbildung erfolgen. Heute stehen wir mitten im zweiten Vierjahresplan, durch den auch der letzte Arbeitslose wieder in den Produktionsprozeß eingegliedert ist. Ein deutlicher Beweis dafür, wie und in welchem Maße sich die Einkommensverhältnisse der Herner Bevölkerung in den letzten Jahren gebessert haben, ist uns das Zahlenbild der Städtischen Sparkasse seit der nationalsozialistischen Machtergreifung. In dem gleichen Grad der Verminderung der Erwerbslosigkeit steht der Spareinlagenzuwachs. Tausende, die früher auf den kargen Unterstützungssatz angewiesen waren, verdienen heute durch ihrer Hände Arbeit und sind in der Lage, einen Teil ihres Verdienstes für spätere Jahre und Tage auf die hohe Kante zu legen. So betrugen die Spareinlagen am Ende des Jahres 1932 10010 210,— Mark, 1933 10 052 739,— Mark, 1934 10 367815,— Mark, 1935 10 842 594,— Mark, 1936 11 268 665,— Mark, 1937 12 149 831,— Mark. Das bedeutet, daß die Spareinlagen in Herne seit 1933 um ganze zwei Millionen Mark zugenommen haben. Es wird nicht nur wieder verdient, sondern auch wieder fleißig gespart, womit dargelegt ist, daß die Schäden der Notzeit überall fast ausgeglichen sind. Herne baut auf! In den letzten drei Jahren wurden 700 neue Wohnungen erltellt. So gehts zu im Jungmädelbund! Die Herner Zehnjährigen haben sich hundertprozentig gemeldet. Hernes Mädel des Jahrgangs 1927 28 haben sich hundertprozentig für den Dienst im Jungmädelbund gemeldet. Sie bringen dem Führer damit das schönste Geburtstagsgeschenk, wenn sie ihm am 20. April erneut zeigen, mit welcher Liebe Deutschlands Jugend an seinem Führer hängt. Und wie ernst schon diese Kleinen ihre Aufgabe nehmen und mit welch fröhlicher Bereitschaft sie darauf warten, endlich mittun u dürfen, das zeigen am besten die vielen Mädel, ie schon jetzt zu den Heim= und Turnnachmittagen kommen und sich den„Betrieb schon vorher ansehen“ wollen, wie mir gestern so ein Lüttes sagte. Da auch die Eltern gern etwas mehr über den Dienst ihrer Mädel wissen möchten, bringen wir einige Artikel über das Jungmädelleben. Zuvor ein Wort an die Mütter: Keine Mutter braucht besorgt zu sein, daß von ihrem Mädel etwas verlangt wird, was seine Kräfte übersteigt. Der Dienst der Jungmädel richtet sich genau nach den Vorschriften der Reichsjugendführung, die den Leistungen der einzelnen Altersklassen Rechnung tragen. Im übrigen werden alle Mädel örztlich detreut, so daß immer eine Kontrolle über den Gesundheitsstand der Mädel besteht. Zwei wöchentliche Pflichtnachmittage muß jedes Jungmädel besuchen, und zwar den Heim= und den Sportnachmittag. Wie es auf diesen Nachmittagen zugeht, das zeigen am besten die Schilderungen der Mädel: Sportnachmittag. „Halloh, Inge, Du kommst doch mit zum Sportnachmittag?“„Klar, Gretel, wo wir doch jetzt bald für unser Sportfest üben. Und weißt Du, ich freue mich immer schon die ganze Woche auf diesen Nachmittag, denn so sein wie der Jungmädelsport ist das Schulturnen doch nicht. Mein großer Bruder KarlHeinz sagt immer so großartig: Da könnt ihr wilden Hummeln euch mal einmal so richtig in Disziplin austummeln. Ist das nicht fein? Aber Ilse versteht es auch prima, die Rasselbande in Schach zu halten Ich bin ja gespannt, was es heute wieder Neues gibt.“ „In Linie zu einem Glied antreten!“ ertönt Ilses Kommando, und wie der Blitz stehen die Mädel schnurgerade ausgerichtet. Dann lockert eine lustige Laufschule die Glieder: da springt man bald über einen„Bock“, bald kriecht man auf allen Vieren, und dort wieder nimmt man im Sturm ein Hindernis. So, und jetzt schnell ein paar Atmungs= und Entspannungsübungen. Nun läßt Ilse zu Vieren abzählen und zur Körperschule antreten. Und dann erzählt sie uns, daß wir auf den diesjährigen Gruppensportfesten, die im ganzen Reich am 27. und 28. Mai stattfinden, eine Körperschule nach einer eigens dafür geschriebenen Musik turnen. Und daß wir jetzt anfangen wollten, diese Uebungen durchzuturnen. Wir sind riesig stolz darauf, was wir alles beim IMSport spielend lernten. Denn viele glauben noch immer, unser Spiel wäre Spielerei. So, und jetzt zeigt Ilse die ersten Uebungen. Und nach einigem Ueben RSG. Es gibt viele sichtbare Zeichen des Auf baues, der in den Jahren des Dritten Reiches auch in Herne erfolgte. Das schöner gewordene Herne ist eines von ihnen, die rauchenden Schlote der großen Industriewerke sind ein anderes. Auch der Wohnungsbau gehört dazu, der in den vergangenen Jahren einen ansehnlichen Wohnraum in Herne geschaffen hat. Gesundes Wohnen schafft Lebensfreude! Auf dem Gebiete des Wohnungswesens hat sich eine grundsätzliche Wandlung vollzogen. Diese liegt im wesentlichen nicht darin, daß heute keine häßlichen Mietskasernen, keine Hinterhöfe mehr geschaffen werden, sondern in der Beurteilung des Wohnungswesens nach den politischen Notwendigkeiten. Die frühere Unterteilung des Volkes in Klassen und Stände und späterhin in marxistische Klassenkampftheorie hat auch dem deutschen Wohnraum ihren Stempel aufgedrückt. Des Volkes Liebe ist des Führers schönster Lohn. Sie gibt ihm stets von neuem Kraft zu seiner Arbeit. Darum: Dein Ja dem Führer! Es gab Stadtgebiete, in denen vorwiegend die minderbemittelte Bevölke rung wohnte, und es gab Bezirke, die die sogenann ten besseren Kreise für sich allein in Anspruch nahmen Das Arbeiterwohnhaus und die Ville waren der Gegensatz dieser Zeit. Im neuen deutschen Wohnraum finden diese Merkmale einer überwundenen Zeit keinen mehr. Wohngebiete werden geschaffen, in denen alle zusammenwohnen und in denen die Volksgemeinschaft nicht nur Theorie bleibt, sondern in die Praxis umgewertet wird. Das unterscheidet die nationalsozialistische Wohnungsbau= und Siedlungspolitik von den Maßnahmen früherer Zeiten, und die Erfolge zeigen die Richtigkeit dieses Weges. Bei der Machtübernahme fand der Nationalsozialismus auch in Herne einen großen Fehlbestand an Wohnungen vor, der sich durch die starke Zunahme der Eheschließungen laufend vergrößert hat. Menschen waren in allen Arten von Unterkünften zusammengepfercht worden. Hierdurch ergaben sich gesundheitliche Schäden: eine Beeinträchtigung des seelischen und körperlichen Zustandes der Bewohner waren die zwangsläufigen Folgen dieses Zustandes. Wie grundlegend hat sich doch dieser Zustand im Lauf der letzten Jahre geändert. Es wurde gebaut, planmäßig gebaut. Und auch die Arbeiterstadt Herne blühte unter einer lebhaften Bautätigkeit wieder auf. Lassen wir Zahlen sprechen: Erstellt wurden 24 Wohngebäude mit 97 Wohnungen im Jahre 1935, im Jahre 1936 waren es schon 66 Gebäude mit 224 Wohnungen, und ein Jahr später stieg diese Zahl noch weiter an auf 126 Wohngebäude mit 340 Wohnungen. Insgesamt wurden also in den letzten drei Jahren rund 700 Wohnungen neugebaut. Dazu kommen noch die durch Umbau und Aufstockung gewonnenen Wohnungen. Also auch hier ein voller Erfolg auf der ganzen Linie! Die erste Woche im April Stichel- und Stachelverse von Stichel=Stacheldorn. 1. Die Wetterlage. Am Freitag, als der Erste war. Betrug er sich schon sonderbar, Er grüßte uns, wie wir noch wissen, Mit vielen kleinen Regengüssen, Er näßte so das trockene Land. Was jeder sehr vernünftig fand. Am Samstag hat er sich gebessert, Da hat er nämlich nicht gewässert, Da suchte er wohl etwas Ruh Und hielt den Vorhang immer zu, Wir konnten ohne Schirme gehn Und plaudernd mal zusammenstehn. Am Sonntag war der Teufel los, Da war er wieder kurios, Da lag er wieder auf der Lauer Und schickte neue Regenschauer, Er ließ auch mal die Sonne leuchten, Um uns dann wieder anzufeuchten. Am Montagmorgen lag dann Schnee Auf Dächern, Wiesen, Feld und Klee, Doch war das Bild schon bald verschwunden, Gleich in den ersten Morgenstunden, Die Sonne kam und dann ein Wind Als wenig schönes Angebind. Am Dienstag fing er trübe an, Die Sonne schten nur dann und wann, Es blieb der Himmel meist verhängt, So sehr er sich auch angestrengt, Doch war er sturm= und regenfrei, Und das ist auch schon allerlei. Am Mittwoch war der Himmel grau, Das Wetter dementsprechend mau, Es war am Tage immer miesig. Den ganzen Tag beständig diesig, Am Morgen etwas Regen fiel, Das war des Tages Wetterspiel. Am Donnerstag der Wetterstand Noch keine neue Lösung fand, Das Wetter blieb so, wie es war, Stets dunkelgrau und wenig klar. Am Abend kam noch Sonnenschein Und lud uns zum Spaziergang ein. So war die Wetterstandepoche In dieser ersten Monatswoche, So gingen hin die sieben Tage Bis zu dem letzten Glockenschlage. Wird der April uns weiter narren, Wenn wir auf schöne Tage harren? 2. Der April als Wolkenschieber. Zwei Wolken, die gemeinsam zogen Dort oben an dem Himmelsbogen, Die hat der Sturm— potz Element— Zerrissen und dann ganz getrennt. Die eine fing nun an zu grollen Und ließ den Donner deutlich rollen, Die and're aber weinte sehr, Und Tränen flossen mehr und mehr. Ja, so was macht schon der April, Wenn er sein Wesen zeigen will. 3. Der April bei guter Laune. Der April, der schwarze Rabe, Schenkt uns manche schöne Gabe, Wenn er guter Laune ist Und die Tücken mal vergißt. Bäume schmückt er schön mit Grün, Viele Blumen läßt er blühn, Seine Sonne läßt er scheinen Auf die Vöglein in den Hainen, Auf die Städte und die Felder, Auf die Wiesen und die Wälder, Läßt die Vöglein lustig singen, Reh und Hasen läßt er springen, Auch die Saaten läßt er sprießen Und die Sprossen höher schießen, Und besorgt zur Osterfeier Für die Kinder Haseneier. Doch an seinen ersten Tagen Hat er anders sich betragen, Schlechte Laune zeigte er An den Tagen mehr und mehr, Und auch heute schaut er noch Düster aus dem Wetterloch. Tritt bald eine Wendung ein? Ja, wer kann das prophezei'n! 4. Die ersten Baumblüten. Immer mehr und eiliger Oeffnet sich das Blütenmeer, Alle Knospen möchten springen Und den vollen Frühling bringen. Jeder Kirsch= und Birnenbaum Ist ein wahrer Blütentraum, Alle eifrig sich bemühen Und im reinsten Weiß erblühen. Auch der Pfirsich ist erwacht Und zeigt seine Blütenpracht, Zart in Rosenrot gehalten, Will er seine Zier entfalten. Sind die Nächte hell und klar, Droht den Blüten oft Gefahr, Denn sie können leicht erfrieren Und den schönen Schmuck verlieren. Was den Blüten nächtlich droht, Ist vielleicht der Früchte Tod, Keine Frucht sich dann gestaltet, Wenn der Frost zerstörend waltet. 5. Das erste Beilchen. Unter grünem Gras versteckt Hab' ein Blümchen ich entdeckt, Ist der Himmel noch so grau, Veilchen, o, wie blühst du blau! Veilchen hat so sehr geweint, Weil die Sonne selten scheint, Tränen fallen ohne Maß In das nasse, grüne Gras Auch der schöne, süße Duft Steigt nicht in die feuchte Luft, Veilchen seinen Schmuck verlor, Weil es in der Nacht erfror. 6. Blüten auf den Hüten. Auf den neuen Frühlingshüten Sehen wir die schönsten Blüten, Alle sind— ich bin entzückt— Mit dem Blumenflor geschmückt. Ist das Hütchen ziemlich klein, Trägt es nur ein Blümelein, Ist der Rand dagegen breit Hält man einen Kranz bereit, Dieser schlängelt— gar nicht ohne— Sich dann um des Hutes Krone. Alle Sorten kann man finden, Die sich um die Hüte winden. Alle Farben sind vertreten Oben auf den Blumenbeeten. Dieser Vorteil ist dabei: Alle blühen frank und frei, Ohne jemals zu verwelken, Ob nun Rosen oder Nelken. 7. Die Herner Frühjahrskirmes. Wieder mal ein Kirmestrubel Mit Musik, Gesang und Jubel, Mit dem Heulen der Sirenen, Mit den Schautheaterszenen, Mit dem vielen Dideldum Und dem Schaupanoptikum, Mit den kleinen Autowagen, Die hier auf den Brettern jagen, Mit den Rutsch= und Kletterbahnen, Unbekannt noch unsern Ahnen, Mit den bunten Karussellen, Die stets in die Runde schnellen, Mit den flinken Akrobaten, Mit den Kölner Stadtsoldaten, Mit den tollen Hexereien Mit den Zukunftsspiegeleien, Mit den hellen Flintenschüssen, Mit den vielen Pfeffernüssen, Mit dem Kasperletheater, Mit dem Fisch= und Würstchenbrater Und noch andern schönen Sachen, Die den Kindern Freude machen Und den Großen auch gefallen, Die sich hier zusammenballen. Und das Wetter? Nun, das war Trocken mal und sonnenklar, Dann mal wieder grau und grauer Und darauf ein Regenschauer. Mancher hat sich schnell gedrückt, Wenn er es von fern erblickt, Mancher aber hielt noch aus Mitten in dem Sturmgebraus, Hielt den Hut mit beiden Händen Und stand an den Budenwänden. Ja, so macht es der April, Wenn er uns mal ärgern will. Drittes Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 9. April 1938 Nachlassen der Kriminalität in unserem Bezirk Ein belenderer Ertolg der nationallozialiltilchen Staatsführung. Von Generalstaatsanwalt Semler= Hamm, SA-Standartenführer, Gaugruppenwalter Richter und Staatsanwälte des NSRB, Gau Westfalen-Süd. RSG. Vor der Machtübernahme sahen wir eine Andig steigende Kure der Kriminalität und eine erchütternde Ueberfüllung der Strafanstalten. Die Maßnahmen zur Verhütung strafbarer Handlungen wurden nach liberalistischer Art nur zögernd und ohne einheitliche Planung getroffen. Auf der anderen Seite waren eine vollige Verweichlichung des Strafvollzuges und eine lasche Handhabung des Gnadenrechts eingerissen. Die Tatsache, daß der Rechtsbrecher zwar verurteilt, aber dann hinterher sofort mit Bewährungsfrist von der Strafverbüßung verschont wurde, war langsam Brauch geworden. Der Verbrecher sagte: „Erst klaue ich, und dann bewähre ich mich.“ Der Gewohnheitsverbrecher war der ständige Gast in den Verhandlungen der Strafgerichte, und kein Mensch dachte daran, daß es erforderlich sei, die Aulgemeinheit vor diesen Elementen wirksam zu schützen. Besonders traurig sah es auch in den Strafanstalten selbst aus. Die meichliche Behandlung der Strafgefangenen war in Zeiten größter Erwerbslosigkeit geradezu ein Anreiz für die Begehung von Straftaten, durch die man sich auf Staatskosten längere Zeit unterbringen und verpflegen lassen konnte. Durch die Maßnahmen des Führers ist hierin ein grundsätzlicher Wandel eingetreten. Der Reichsminister der Justiz hat in Zusammenarbeit mit dem Reichsführer SS unverzüglich den schärfsten Kampf gegen das Verbrechertum aufgenommen. Das Gnadenrecht steht heute unter dem obersten Gesichtspunkt, daß der Rechtsbrecher sich gegen die Volksgemeinschaft vergangen hat, daß daher die Strafe dem Urteil auf dem Fuße folgen muß und daß die Gewährung eines Gnadenerweises nur eine ganz seltene Ausnahme sein darf. Der Strafvollzug hat sich dahin geändert, daß er nunmehr ein wirksames Instrument zur Bestrafung und Abschreckung des Rechtsbrechers vor Rechtsverletzungen geworden ist. Während in der Systemzeit die überwiegende Zahl der Strafgefangenen untätig und bücherlesend in den Strafanstalten herumsaß, sind heute in allen Anstalten glanzend funktionierende Arbeitsbetriebe eingerichtet, in denen die Gefangenen mit aller Strenge zu fleißiger Arbeit angehalten werden. Dies geschieht in der Erkenntnis, daß die Erziehung zu harter Arbeit ein besseres Erziehungsmittel ist, als gutes Zureden. Es sei nur am Rande erwähnt, daß die aus diesen Arbeitsbetrieben dem Justizfiskus zufließenden Einnahmen seit 1933 um ein Vielfaches im Oberlandesgerichtsbezirk Hamm gestiegen sind. Im Kampf gegen den Gewohnheitsverbrecher gab der Führer mit dem Gesetz über die Sicherungsverwahrung der Justizverwaltung ein scharfes und absolut sicher wirkendes Schwert in die Hand. Staatsanwaltschaft und Polizei haben Hand in Hand rücksichtslos gegen den Rechtsbrecher gekämpft, und die Erfolge dieser Arbeit sind aus der Tagespresse hinreichend bekannt. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die erfolgreiche Bekämpfung der politischen Verbrecher, der Sittlichkeitsverbrecher und auch an die Erfolge, die in der Bekämpfung der schlimmsten Seuche, des gewerbsmäßigen Abtreiber= wesens, gerade in den letzten Jahren erzielt worden sind. Aus der mir vorliegenden Statistik über die Belegung der Strafanstalten meines Bezirkes sehe ich, daß die Jahl der einsitzenden Gefangenen aller Kategorien vom Jahre 1933 bis zum Ende des Jahres 1936 um nicht weniger als 50 Prozent gesunken ist. Ich darf dazu bemerken, daß dieser Rückgang zahlenmäßig eine recht hohe Zahl darstellt. Bei der Betreuung der Arbeitsbetriebe in den Strafanstalten habe ich aber noch eine andere Erfahrung gemacht, die überaus interessant ist. Ich benötige für Außenarbeiten(Urbarmachung von Brachland) eine gewisse Zahl von Gefangenen, die ich lausend aus meinen Strafanstalten ersetzen muß. Schon vor ungefähr einem halben Jahr fiel auf, daß die größte Anstalt meines Bezirkes mir nur eine verschwindend kleine Zahl hierfür körperlich geeigneter Gefangener meldete. Eine Nachprüfung ergab im wesentlichen die Richtigkeit der Meldung. Ich stellte hierbei fest, daß sich die körperliche Qualität der einsitzenden Gefangenen im Laufe der Jahre seit 1933 immerfort verschlechtert hatte. Die Gefangenen waren zumeist gesundheitlich oder körperlich irgendwie nicht in Ordnung. Aber auch die Zahl der Strafverfahren, die lausend von mir überwacht wird, zeigte eine ganz wesentliche Aenderung. Besonders die Zahl der politischen Verbrechen ist in einem Umfange zurückgegangen, wie sie kein Mensch erwartet hatte. Im Jahre 1937 kam nur noch ein Drittel der Verfahren zur Aburteilung wie im Jahre 1934. Ein noch besseres Bild ergibt die Zahl der in diesen Verfahren verurteilten Personen. Sie betrug im Jahre 1937 nur noch ein Siebtel der Zahl von 1934. Nach dem mir vorliegenden Ergebnis der ersten drei Monate des Jahres 1938 ist die Zahl der Verurteilungen im Verhältnis noch weiter um zwei Drittel, die Zahl der Verurteilten fast genau um die Hälfte gesunken. Auch bei den sonstigen Straftaten ist ein erheblicher Rückgang festzustellen. Es seien einige besonders typische Straftaten hervorgehoben. Die Zahl der im Jahre 1931 wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt verurteilten Personen ist bis Ende des Jahres 1936 um drei Viertel und gegen die Zahl von 1933 um rund die Hälfte zurückgegangen. Die Zahl der Morde ist seit 1934 um über die Hälfte verringert. Die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen ging seit 1931 um über die Hälfte und seit 1933 um rund 30 Prozent zurück. Besonders eindrucksvoll sind die Zahlen bezüglich der Verurteilungen wegen Raubes. Sie sind seit 1931 um rund 60 Prozent und, bei einem weiteren Ansteigen im Jahre 1933, demgegenüber sogar um 65 Prozent zurückgegangen. Die Verurteilungen wegen Diebstahls sanken seit 1933 um rund 30 Prozent, die wegen Unterschlagung seit 1931 auf ein Die deutsche Wehrmacht ist in Stahl und Erz gerüstet, um den Frieden der Nation zu wahren und den Segen der Arbeit zu hüten. Das dankt das Volk dem Führer am 10. April! Dein Ja dem Führer! Deutschlands Dank. Jum 10. April 1938. Wohlan, ihr Deutschen! Männer! Frauen! Der Führer ruft! Es mahnt die Pflicht: Schenkt ihm aufs neue das Vertrauen, Er hält bestimmt, was er verspricht! Wie er bisher sein Wort gehalten, Was durch sein Werk an uns geschah, Ließ Deutschlands Ruhm und Kraft entfalten Zu höchster Stufe. Stimmt mit„Ja“! Gibts einen Deutschen wohl im Lande, Der sich nicht stolz zu ihm bekennt? Der nicht die Treue gäb zum Pfande, Dem nicht das Herz in Liebe brennt? 9, Deutschland! Deutschland hoch in Ehren, Stimm froh und hell ein Danklied an! Der uns den Führer ließ bescheren, Der Herr hat Großes uns getan! Heil unserm Führer! Seine Sendung Ist gottgewollt, und seine Kraft Wurd' aller Deutschen Schicksalswend#ing, Die schier Unmögliches geschafft. Wer mag da wagen noch und schwanken? Stimmt ein, ihr Deutschen, fern und nah, Laßt uns ohn Unterschied ihm danken: Ein Volk! Ein Reich! Ein Führer!—„Ja!“ Wilhelm Tüting. Drittel und seit 1933 fast um die Hälfte. Endlich sind die Verurteilungen wegen Betruges seit 1931 um rund die Hälfte und seit 1933 um über ein Drittel zurückgegangen. Diese Zahlen zeigen das Ergebnis bei den erfolgten rechtskräftigen Verurteilungen. Ein gleiches Bild gewinnt man aber, wenn man die Zahl der bei den Staatsanwaltschaften und Amtsanwaltschaften im Jahre 1932 u. 1937 eingelaufenen Strafanzeigen überprüft. Die Gesamtzahl der Anzeigen ist in diesem Jahre um fast ein Drittel zurückgegangen. Das gleiche Bild ergibt sich beim Vergleich derjenigen Sachen, die zur Hauptverhandlung vor den Strafgerichten gekommen sind. So sehr die Staatsanwaltschaft und die Polizei auf diese Ergebnisse stolz sein können, so wenig können aber die Hauptgründe für den Rückgang der Kriminalität verschwiegen werden. Diese Gründe sehe ich in zwei Gesichtspunkten: 1. Die xolitische Aufklärungsarbeit der RSDAP läßt die Straftat immer mehr als eine Verfehlung gegen die Volksgemeinschaft als solche erkennen, und die Zahl der Volksgenossen, die aus diesen Gesichtspunkten vor der Straftat zurückscheuen, wird immer größer. 2. Ein großer Teil der Straftaten vor der Machtübernahme war zweifellos auf die ungeheure Erwerbslosigkeit der Volksmassen zurückzuführen. Nicht nur, daß diese Straftaten aus wirtschaftlicher Not begangen waren, vor allem sind sie daraus zu erklären, daß Müßiggang aller Lafangist. Dadurch, daß der Führer der Arbeit des freien deutschen Mannes wieder den Ehrenplatz in der Nation gegeben hat und letzten Endes dadurch, daß die berühmten Räder nicht mehr stille stehen, ist die allergrößte und sicherste Voraussetzung dafür geschaffen, daß der Volksgenosse sich wieder ehrlich und redlich durchs Leben schlägt. und so das Verbrechen lediglich das Handwerk derjenigen Elemente geworden ist, die entweder kriminelle Psychopaten oder gewerbs= und gewohnheitsmäßige Verbrecher sind. WEEE e(Sttie USe Zur beschichte des Herner Theaterlebens Herne schwelgt weiter in Operettengenuß.— Eine Operette zum 25. Mal gegeben. 154 Aufführungen im ersten Halbjahr 1919. Der für die Jahre 1917 und 1918 festgestellte Reichtum an Theatervorstellungen hält auch im Jahr 1919 an. Wenn man bedenkt, daß die Truppe Goßmann täglich einmal, manchmal sogar zweimal spielt, so muß man alle Achtung vor der Arbeitsleistung des Ensembles haben, zumal sie alle die in der Vorkriegs= und Kriegszeit bekannten und beliebten Operetten neu einstudiert. Am Neujahrstag 1919 erfreut sie nachmittags mit der„Rose von Stambul“(wiederholt am 4. Jan.) und abends mit„Am Brunnen vor dem Tore“(Wiederholungen am 7., 9., 16. und 24. Juni). Am 2. des Monats erscheint die„Czardasfürstin“ von neuem. Fünf Aufführungen erlebt die Operette„Hoheit tanzt Walzer“ in den Tagen vom 3.—11. Januar. Das Lustspiel „Die tolle Komteß" steht am 4. und 8. auf dem Spielplan. Die noch heute jugendfrische„Försterchristl“ wird vom 12.—28. des Monats siebenmal gespielt. Der Operette„Der liebe Pepi“(20. und 27. Januar und 1. Februar) folgt„Wo die Lerche singt" am 22. und 26. Januar. Das Lustspiel„Die Hausdame“ von Hostrup sieht das Herner Theaterpublikum ab 23. Januar viermal. Drei Aufführungen sind für die Operette„Eine Nacht in Venedig“ vorgesehen(Anfang Februar). Der zweite Teil vom„Dreimäderl= haus“(„Hannerl“) wird für den 6., 8. und 12. des in Frage stehenden Monats wieder in den Spielplan aufgenommen. Zur Operette„Die Karnevalskinder“ schrieb ein früherer Herner Theaterkapellmeister die Musik. Sechsmal hebt sich für sie der Vorhang in der Zeit vom 9.—21. Februar. Am 11. und 19. geht es wieder zur„Czardasfürstin“, während der 14. und 27.„Die tolle Komteß" bringen. Gillerts Operette „Das Jungenstift“ kommt auf sieben Theaterabenden. Kollos„Der selige Balduin“ erreicht vom 23. Februar bis 6. März fünf. Ebenso Goekes„Wenn Männer schwindeln"(2.—11. März). Am 20. März vird die 20. Aufführung der„Czardasfürstin“ zebracht. Der folgende Tag sieht das„Hannerl“ auf dem Spielplan. Auch der Theaterverein Germania lädt für diesen=Tag zu einer Aufführung. Lesar's„Geschiedene Frau“ kommt am 9. März her ins und wird viermal wiederholt. Nach der„Czardas ürstin; am 13. und 21. des Monats wird„Die Rose von Stambul“ am 15. und 25.(an diesem Tag zum 10. Mal) gespielt. Die Gillertopereite„Die keusche Susanne“ wird am 18., 20 und 22. März gegeben. Webers romantische Oper erfreut am 19., 24., 25. und 28. des Monats. Am 22. werden im Kath. Gesellenhaus die Oberammergauer Passionsspiele von einem Gastensemble zweimal gegeben. Das Schauspiel „Die Revolutionshochzeit“ von Michaelis hinterläßt gelegentlich der Erstaufführung am 27. März nachhaltige Eindrücke, die zu dreimaliger Wiederholung des Bühnenwerkes führen. Mit den Operetten „Filmzauber“(wiederholt am 1. April) und„Die Königin der Luft“(von Schwartz) wartet man bei Steffen am 30. März nachmittags und abends auf. Die 23. Aufführung erlebt die„Czardasfürstin“ am Abend des letzten Märztages. Das Lustspiel„Kasernenluft“ geht am 3. April über die Bretter. Der 5. und 6. des Monats bringen„Das Schwarzwaldmädel" (Wiederholung am 13.). Am Nachmittag des letztgenannten Tages hebt sich für den„Freischütz“ der Vorhang. In den Tagen des 7. und 19. finden wir„Am Brunnen vor dem Tore“ auf dem Theaterzettel, am 9. und 12.„Die Puppenfee“ von Bayer. am 13. „Das Schwarzwaldmädel“(nachmittags), abends den „Walzertraum"(zwei Wiederholungen). Zur„Rose von Stambul“ geht man am 16. April, während man sich am 20. und 29. an dem Lustspiel„Die Tante aus Sparta“ erfreut. Der Abend des 29. bringt die Operette„Die Winzerbraut". Der 21. April ist ein Festtag für„Die Czardasfürstin". Sie erlebt ihre 25. Aufführung und wird damit nach der„Rose von Stambul“, die in Herne meistgespielte Operette. Am 28. April kündet der Theaterzettel„Die Dose Sr. Majestät" an. Das beliebte„Weiße Röss'l“ reizt am 29. zum Theaterbesuch. Die in vielen größeren Städten gastierende Operettengesellschaft Mar Walden kommt auch nach Herne zu Steffen und spielt zunächst Okonkowskis Operette„Das Farmermädchen“ am 17. Mai. Diese Operette wird im Mai noch siebenmal und im Juli einmal(11.) gegeben. Der 18. Mai bringt wie der 24., 25., 26., 27. und 28.„Unter der blühenden Linde".„Am 25. erscheint„Das Glücksmädel“ von Schwarz im Spielplan(wiederholt am 1., 2., 3. und 4. Juni). Nach der Erstaufführung des „Jurbaron“ am 29. Mai kann man diese Operette noch an vier Theaterabenden sehen. Holländers Operette„Die Prinzessin vom Nil“ geht am 1., 7., 8. und 25. in Szene. Der 8. des Monats bringt nachmittags„Polnische Wirtschaft"(wiederholt am 21.). Zu acht Aufführungen kommt es für die„Dollarprinzessin". Okonkowskis Operette„Die schöne Cubanerin“ wird am 13. Juni herausgebracht und findet Wiederholungen am 14., 15. Juni und 12. Juli). „Der ersten Liebe goldene Zeit“, Operette von Gilbert erlebt ihre Erstaufführung am 27. Juni und wird am 30. wiederholt. Mit 154 Vorstellungen hat das erste Halbjahr 1919 die Herner Theaterfreunde bedacht. Dr. Sch. Gastspiel des Gelsenkirchener Stadttheaters: „Der Graf von Luxemburg Dem humorvollen Libretto der Operette„Der Graf von Luxemburg schrieb Franz Lehär eine Musik, die im Melos, Rhythmus und nicht zuletzt in der klangreichen Instrumentation dem genannten 1909 uraufgeführten ansprechenden Bühnenwerk neben der„Lustigen Witwe“ eine über die anderen Schöpfungen dieser Art hinausgehende Zugkraft schenkte. Man fühlt aus dem Musikalischen heraus, daß Lehär sich fernhielt von dem, was man bei vielen anderen Komponisten von Operetten der Zeit vor dem Weltkriege merkte, daß sie nämlich weniger aus ihrer musikantischen Natur(in Lehär haben wir sie zweifellos vor uns), als vielmehr aus einer routinierten, sich vor dem Publikumsgeschmack verbeugenden Kompositionstechnik heraus schrieben. Bei Lehär wächst die Partitur natürlich fließend im MelodischHarmonischen, das sich in seinen Musiknummern so leicht nicht„totsingt“, wie so vieles von dem Geistund Musikalisch=Wertlosen der Ueberproduktion jüngstvergangener Schaffensperioden dieser Region von Bühnenwerken. So wird erklärlich, daß unsere Spielleiter auf ein Werk wie„Der Graf von Luremburg“, gern zurückgreifen, zumal sie durch textliche Improvisationen es gewissermaßen immer zeitnah zu gestalten vermögen. Einen in dieser Beziehung mit vielem Geschick begabten Spielleiter hat das Gelsenkirchener Stadttheater, das die NSG „Rtaft durch Freude“ für die letzte Vormietevorstellung des Theatervereins 1937.38 nach Herne verpflichtete, in Fritz Beyer. Gute Rollenbesetzung, Tempo im Spiel, sehr sympathisches Durchkomponieren der, Massenszenen(doppelt schwer bei den beschränkten Bühnenverhältnisseen in der Lichtburg) und intensives Ausschöpfen der einzelnen Rollen sind die Momente, die mit dem Musikalischen eine lebensprühende Geschlossenheit der Vorstellung am Donnerstag ergaben. Wortspiele, kleine politische Einfügungen in den Text, Tänze(„Frühlingsmarsch" und „Hotelszene“) bauten die Aufführung mit der gesanglich=schauspielerischen Unterstreichung des Charakteristischen jeder Rolle in Humor oder Komik zu einer mit stetig steigendem Beifall begrüßten Leistung des Ensembles auf. Sorgsamst hat der Spielleiter in allem ein Zuviel zurückgedrängt. Last not least sei seiner prachtvollen Verkörperung des alten, so verliebten Fürsten Basil Basilowitsch ein besonderes Lob gespendet. Er hatte oft die Lacher auf seiner Seite. Sympathisch in Gesang und Spiel war Karlheinz Kayser als verschuldeter, verheiratet=nicht=verheirateter Graf von Luxemburg, dem das Glück der Liebe in Angöle(happy end!) doch noch lacht und dessen finanzielle Lage sich schließlich auch noch wesentlich ändert(ein zweites erfreuliches happy end für den lieben Kerl). Die Partnerin Kaysers, Hildegard Bodas, spielte die Rolle der Angéle, in die Beyer als Basilowitsch„bis über beide Ohren verliebt ist", was dem Fortschreiten der Handlung dauernd Antrieb gibt. Im Gesang kann man die Künstlerin herzlich begrüßen. Von Vorteil für ihre schauspielerischen Ausdrucksmöglichkeiten ware noch etwas mehr Kultur. Einen quicklebendigen, charmanten und liebenswerten Maler Brissard wußte Adi Appelt, gesanglich wie schauspielerisch mitreißend, auf die Bretter zu stellen. In den Rahmenrollen waren die Kräfte vom Spielleiter sämtlich auf den rechten Platz gestellt. Nicht unerwähnt bleibe die Trägerin der Sprechrolle der Gräfin Kokozow, die das energische und dabei so liebeshungerige Moment dieser Rolle zur Freude des Publikums gut unterstrich. Das sehr gediegene Bühnenbild, besonders farbenfroh das des Karnevalstreibens im Atelier, fand allgemein herzliche Zustimmung. Die Kostüme waren sorgföltig ausgewahlt und in den Farben harmonischleuchtend zusammengestellt. Das Orchester folgte dem Klangreichtum der Partitur unter Rich. Heine in allen Instrumentengattungen seinempfindend. Von den Gesangsnummern fanden herzlichen Beifall„Ich hab' dich lieb zum Fressen",„Mädel fein“,„Sie geht links. er geht rechts" usw. Für die ansprechenden Tanzeinlagen zeichnete Gerda Sangs. Die Chöre hatte H. A. Sürth sorgfältig einstudiert. Das außerordentlich zahlreiche Publikum unterhielt sich nahezu drei Stunden aufs köstlichste und dankte nach jedem Aktschluß und am Ende des Spiels mit herzlichstem Beifall. Das Gelsenkirchener Ensemble ist in Herne ein gern gesehener Gast, zumal seine Leistungen unter Beyers umsichtiger Spielleitung von Aufführung zu Aufführung an künstlerischen Qualitäten gewinnen. So wirkt es werbend für die Bemühungen der NSG. „Kraft durch Freude"“ um unser kulturelles Leben. Dr. Karl Heinr. Schmidt. Aus und für Herne Zum Sonntag Palmsonntag!— Eine Woche beginnt, ernst und still, am Anfang voll Freude und Jubel, dann erfüllt mit Schmerz und Leid und endend mit glorreichem Sieg. Gerade als wenn in einer einzigen Woche uns der Inhalt eines ganzen Lebens gezeigt würde, das Leben großer Menschen, die an ihre Idee und Sendung glauben und für sie auch sterben können. Ein unbekannter, armer Zimmermannssohn hatte in kurzer Zeit, einem König gleich, ein Reich um sich erobert, ohne Krone und Purpurmantel, ohne Zepter und Glanz. Seine göttliche Idee und Sendung war es, die allein ihn zum König machte. Aber sein Reich war nicht von dieser Welt. Eine festlich geschmückte Stadt harrte seiner. Nicht Herolde waren ihm vorangegangen, sondern der Ruf, den die Kinder hörten, der in die Stuben der Kranken drang und in die Hütten der Armen. Seine Worte hatten gezündet, seine Taten die Herzen geöffnet, und seine Wunder führten die Menschen in nie gekanntes, nie erlebtes Geschehen. Das war einmal ein König, nicht umgeben von Gold und Glanz, sondern ein Führer und Retter der Armen und Notleidenden, selbst ein Armer, der die Not von Geburt kannte, der aber um so reicher an Schätzen war, die ihm sein himmlischer Vater mit auf seine Weltmissionsreise gegeben hatte. Donnernd bricht der Hosannaruf der Menge an dem alten Gestein der hohen Häuser und Mauern Jerusalems. Ein demütig Tier trägt den Gefeierten Der ernste, stille Mann, dieser Jesus von Nazareth, der sonst nur die Einsamkeit, die Bescheidenheit und die Einkehr liebte, nimmt heute sogar diese irdische Huldigung entgegen. Denn er weiß, daß es die letzte Freude sein soll.— Trotz Palmen und Blumen, trotz Jubel und Hosannarufen führt sein Weg hinauf nach Golgatha... Heute nachmittag keine Postzustellung Aus Anlaß der festlichen Begehung des„Tages des Großdeutschen Reiches" fällt die Briefzustellung am Sonnabendnachmittag(9. 4.) aus. Die Annahmeschalter werden allgemein um 17 Uhr geschlossen. *** Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meher sprach in Gerne Letzte Wahl-Großkundgebung des Kreises Herne— Castrop-Rauxel. Ein Propagandamarsch unserer SA und SS leitete gestern abend die letzte große Wahlkundgebung des Kreises Herne=Castrop=Rauxel ein, die um 20 Uhr im Saalbau Strickmann stattfand. Der Gaumusikzug eröffnete sie vor gutbesetzten Stuhlreihen mit einer Reihe flotter friderizianischer Märsche. Mit Begeisterung wurde der Redner des Abends, Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer von Westfalen=Nord, der noch in den letzten Tagen in Oesterreich gesprochen hat, empfangen. Nach dem Einmarsch der Hakenkreuzbanner der politischen Ortsgruppen und der DAF=Werkscharen eröffnete: Kreispropagandaleiter Nordmann die Kundgebung. Gauleiter Dr. Meyer erinnerte zunächst daran, daß er in den schweren Zeiten des Kampfes um die Macht Schulter an Schulter mit den Herner Parteigenossen gestanden habe und daß er sich freue, als letzte Kundgebung dieser Woche die jetzige im Kreise Herne—Castrop=Raurel miterleben und vor den Hernern sprechen zu dürfen. Er wolle, das möchte er vorausschicken, keine Wahlrede halten, denn er sei überzeugt, daß niemand im Saale am 10. April dem Führer sein„Ja“ vorenthalten werde. Das könne kein aufrichtiger Deutscher tun, wenn er sich vor Augen führe, daß der Führer Deutsch=Oesterreich von der Diktatur befreit, es dem Vaterlande zurückgeführt und vor einer grauenvollen Revolution bewahrt habe. Der 10. April müsse zeigen, daß Oesterreich deutsch war, deutsch ist und deutsch bleiben wird. Der Redner verbreitete sich dann über den Unterschied zwischen den Demokratien Europas und der autoritären Staatsführung. Nur diese habe dem Führer die Möglichkeit zu schnellem Handeln zum Wohle des gesamten großdeutschen Volkes gegeben. Aus den weiteren Ausführungen des Redners, die immer wieder von Beifallsbezeugungen unterbrochen wurden, schälte er, indem er die Erfolge des Nationalsozialismus auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens angeführt hatte, die verheißungsvolle Zukunft heraus, der das deutsche Volk nun entgegengeführt wird. *** Gute Arbeitsmöglichkeiten für weibliche Arbeitskräfte. Das Arbeitsamt teilt mit: Die Spargelindustrie benötigt in den nächsten Tagen und Wochen gesunde und arbeitswillige Frauen und Mädchen. Wie alljährlich, so soll auch in diesem Jahr ein Transport von Spargelarbeiterinnen aus dem Arbeitsamtsbezirk Herne für die Spargelernte in der Umgegend von Hannover zusammengestellt werden. Der Stundenlohn beträgt 18 Rpf. bei freier Unterkunft und Verpflegung. Meldungen nehmen entgegen: das Hauptamt in Herne, Zimmer 46, die Nebenstelle in Wanne=Eickel, Zimmer 9, und die Nebenstelle in Castrop=Rauxel, Zimmer 1. Unzulässige Werbung. RSG. Wegweiser mit Gasthauswerbungen, z. B. ein Schild„Nach Berneck 5 Kilometer“ nebst dem darunter gesetzten Zusatz„Besucht das Gasthaus K“ sind hinfort unzulässig. Nach der neuen Verkehrsordnung darf eine Wirtschaftswerbung in Verbindung mit Verkehrszeichen nicht mehr vorgenommen werden. Derartige Schilder müssen beseitigt werden. *** Nun bereits 221 Schweine in der Schweinemastanstalt Entgegen der ersten Annahme, daß die dritte Schweinesendung für die Mastanstalt erst nach Ostern eintreffen würde, langten gestern morgen weitere 59 Schweine an. Damit ist der Bestand auf 221 Schweine angewachsen. 7 9. und 10. April kein Haus, kein Jenster, im Gau Westfalen=Süd ohne Jahnen- und Grünschmuck. Jeder denkt daran und besorgt sich rechtzeitig Fähnchen und Girlanden! Vom weiblichen Pflichtfahr befreit wer bis 31. Dezember 1938 auslernt. In einer sozialpolitischen Betrachtung in der„Ortskrankenkasse" teilt Ministerialrat Dr. Münz vom Reichsarbeitsministerium mit, daß Zweifel aufgetaucht waren, ob auch die Mädchen, die zum 1. März 1938 oder später ausgelernt haben, das Pflichtjahr noch ableisten müssen. Diese Frage werde demnächst durch eine Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt geklärt werden. Danach würden die bis zum 31. Dezember 1938 auslernenden weiblichen Lehrlinge noch nicht unter die Bindungen über das haus. und landwirtschaftlich Pflichtjahr fallen. Dadurch werde vermieden, daß ein großer Teil gut vorgebildeter weiblicher Kräfte plötzlich ausscheiden muß. ** neuen Gesellen An uns herangetretenen Wünschen nachkommend, veröffentlichen wir im folgenden die Namen der bei der Lehrlinglossprechung am vorigen Sonntag mit dem Gesellenbrief ausgestatteten Herner(in Klammern die Lehrmeister). Maler-Handwerk: Anton Mangelmann(B. Dürdaut), Karl Degenhardt(Michaeles), Eduard Dürdaut(B. Dürdaut), Franz Bieker(Goos, sen.), Wilhelm Gößling(Gößling), Fritz Säger(Düppe). Tischler-Innung: Josef Kexel(Schäfer), Heinrich Gröning(Seeger), Artur Peter(Hübell), Willy Gebhard(Kinkel), Robert Hartlieb(Fabri), Fritz Koschin(Hilbring jr.), Otto Stein(Berghoff), Theodor Rupieper(Wetterkmp, C.=R.), Rob. Endres(Mazur), Karl Porsfeld(Schierbaum), Hans Heckt(Brinkmann), Adolf Alstede(Plarre. C.=R.), Otto Fischer(Veuhoff), Theodor Meier (Kessebohm, C.=C.). Innung des Kraftfahrzeug-Handwerks: Leopold Dornhard. Sattler-Innung: Erwin Plaga(Puhlmann), Franz Moschner (Reinartz), Heinrich Blau(Schüpfer, C.=R.). Schmiede-Innung: Wilhelm Siemon(Hüning, C.=R.), Heinrich Rogge (Sehrbruch). Friseur-Innung: Heinrich Ridder,(Lerch), Heinrich Leyk(Dawin), Heinrich Wand(Möller), Edith Erlenberger(Harbott), Alice Dehler(Kufenberg), Hermann Endemann(Görlitz), Elfriede Brüggestrahs(Karthoff), Johannes Casjens(Badenhorst), Otto Bönig(Bartkowiak), Bruno Jatzkowfki(Lücker), Karl=Heinz Waldeck(Senß). Schuhmacher-Innung: Alfred Peick(Kentner, C.=R.), Otto Knapp(Knapp). Maler-Innung: Heinz Höfft(Goos, sen.), Karl Friedrich Schirmer (Wagenschwanz) Bäcker-Innung: Friedrich Piel(Eilbracht), Franz Pickel(Hubbert), Erich Engser(Schute), Willy Köhlhoff(Ahaus), Otto Nader(Mansfeld), Eduard Bönninghaus(Neu), Hans Auffenberg(Heermann), Werner Steinfels(Westerhoff), Fritz Wrobel(Franke), Josef Neuhoff(Bleckmann). Werner Bieker(Hesselmann) Baugewerken-Innung: Helmut Luck(Luck, C.=R.), Konrad Stork, Heinz Pleßmann(beide Pleßzmann u. Schrader), Paul Rohmert(Nöthe, C.=R.), Bernh. Eck(Henkel, C.=R.), Werner Sprengel(Kortebusch), Roman Burglin(Finke), Fritz Wortmann(Pleßmann u. Schrader). Dachdecker-Innung: Johann Helle(Burmann jr., C.=R.), Franz Wand (Franz Wand, C.=R.). Elektro„Installateur-Innung: Gustav Czapeik(Eckey), Herbert Wirth, Wilh. Sander(beide Boldt u. Roeper), Hans Wertenbruch(Goebel), Hans Weber(Pflüger), Alfred Smieja(Günzler), Erwin Stolzke(Schlenkhoff), Ernst Franzen(Funke u. Huster). Herrenschneider-Innung Karl Kleinhubbert(Röhr). Klempner-Innung: Heinz Josef Prior(Seelhorst, C.=R.), Bernhard Pieper(Wietelmann), Gerhard Termast(Kümpel), Erich Tödtmann(Füßmann). Werner Müller,(Potthast), Johannes Haupt(Niermann), Karl Seufert (Frackmann), Walter Dierk(Radermacher, C.=R.). Konditoren-Innung: Helmut Wegmann(Köster), Rudi Wysk(Sonnenschein), Heinz Liedtke,(Decker, C.=R.). *** Niemand mehr zum Umschulen da Die Umschulungswerkstätten des Arbeitsamtes für die Städte Herne, WanneEickel und Castrop=Rauxel auf der Zeche von der Heydt sind seit dem I. Aprtl auf Anordnung des Landesarbeitsamtes stillgelegt worden. Es waren keine Erwerbslosen meyr für eine weitere Umschulung vorhanden. Auch die Lehrgänge der DAF im Schweißen den. sind zu diesem die Lehrg Zeitpunkt t beendet word Der Ostermontag wird bezahlt. Hermann Görings sozialpolitische Tat. RSG. Zu den sozialrechtlichen Bestimmungen, die durch Verordnung des Ministerpräsidenten Hermann Göring zum Wohle aller schaffenden deutschen Menschen geltend gemacht wurden, gehört auch die Anordnung über die Bezahlung von gesetzlichen Feiertagen. Es erschien der nationalsozialistischen Staatsführung ein rechtmäßiger Anspruch des deutschen Arbeiters, daß man ihm an den Tagen seinen Lohn bezahlt, an denen im ganzen Volk Freude und Feiertagsstimmung herrschen soll. Das Gaupresseamt Westfalen=Süd weist darauf hin, daß auch der Ostermontag zu jenen Feiertagen zählt, an denen der Lohn zu vergüten ist. *** Zulassung und Abstempelung von Kraftfahrzeugen vor Ostern Der Polizeipräsident teilt mit: Es wird darauf hingewiesen, daß vor den Österfeiertagen nur noch die Kraftfahrzeuge abgestempelt werden können, deren Zulassung spätestens bis Mittwoch, dem 13. April 1938, schriftlich— nach vorgeschriebenem Formular— im Polizeiamt Herne für die Stadtkreise Herne, Wanne=Eickel und Castrop=Rauxel beantragt worden ist. Am Sonnabend, dem 16. April 1938, findet eine Zulassung und Abstempelung von Kraftfahrzeugen nicht statt. *** Der erste Pilzlautsprecher Die Firma Stakemann hat gestern am Rande des Bürgersteiges der Bahnhofstraße, vor ihrem Geschäft, den ersten Pilz=Lautsprecher aufgestellt. Solche in der Art eines Kandelabers gebaute Lautsprecher sahen die Herner bisher nur in den Wochenschauen der Tonfilmtheater, wenn die Uebertragung der Führerreden auf Berliner Plätzen durchgeführt wurde. Der neue Lautsprecher stellt die bisherigen Uebertragungsleistungen weit in den Schatten, wovon man sich gestern nachmittag bereits auf der Bahnhofstraße überzeugen konnte. *** * Lautsprecher auf den Bahnsteigen. Auf den Bahnsteigen unseres Bahnhofs sind jetzt Lautsprecher angebracht worden, aus denen bei der Ankunft eines jeden Zuges den Reisenden die Parole für den morgigen Abstimmungstag entgegenschallt. Durch den Lautsprecher wird auch der jeweils einlaufende Zug ausgerufen, was allgemeine Anerkennung gefunden hat. Er wäre begrüßenswert, wenn diese Lautsprecher hängen blieben, da sie sich auf anderen Bahnhöfen bei Zugverspätungen. Abfahrt von Sonderzügen, wie auch bei der Bekanntgabe von Anordnungen als sehr zweckmäßig erwiesen haben. * A u c h e i n e W a h l p r o p a g a n d a. Vor dem alten Amtsgericht auf der Bahnhofstraße wurde ein kunstvoller Tempelbau aus Holz mit der Aufschrift„Die Kunst dem Volke“ auf den Bürgersteig gestellt. Er zeigt in der Bauart der Akropolis, wie das Dritte Reich sich für die kulturelle Erziehung des deutschen Volkes einsetzt. * Schweinemarkt in Herne-Sodingen. Am Dienstag, dem 12. April, findet auf dem Marktplatz an dem früheren Amtshaus in Sodingen ein Schweinemarkt statt. * Der Bienenwolf auch bei uns. Jenes die Bienenvölker mordende Tier, das besonders im benachbarten Vest zahlreich auftritt, der Bienenwolf, ist auch bei uns schon mehrfach gefunden worden. So entdeckte man gestern bei dem Abbruch eines Schuppens an der unteren Bahnhofstraße mehrere Nester dieses Schädlings, die verbrannt wurden. * B e t r i e b s u n f ä l l e. Durch einen schweren Stein, der ihm auf den Fuß gefallen war, erlitt gestern morgen der Arbeiter S. W. vom Landwehrbach eine so erhebliche Quetschung, daß er dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. — Der Arbeiter E. Sch. aus der Lützowstraße erlitt auf einem hiesigen Werk Brustquetschungen. Auch er wurde ins Krankenhaus geschafft. * Angefahren. Bei Ueberschreiten der Bahnhofstraße wurde gestern morgen der Invalide I. M. aus der Blücherstraße von einem Personenwagen angefahren. Er erlitt erhebliche Gesichts= und Beinverletzungen und fand Aufnahme im Marienhospital. * Einen Wirbelsäulenbruch erlitt bei der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit auf einem Herner Werk der Arbeiter B. H. aus der Hafenstraße. Er wurde dem Krankenhaus zugeführt. hans Sachs erfreute ale Herner Arbeitsopfer Ein heiterer Kunst-Nachmittag der Berliner Hans=Sachs-Bühne. Im Dritten Reich kümmert man sich nicht nur um das leibliche, sondern auch um das seelische Wohl der Arbeitsopfer. Früher war der verbrauchte Arbeiter für Regierung und Wirtschaft abgetan, ja, er war ihnen ein lästiges Uebel, weil man ihm Rente zahlen mußte. Das ist heute ganz anders geworden, der Nationalsozialismus tut alles, um ihnen den Lebensabend zu verschönern. Einen neuen Beweis dafür erbrachte das gestriae Gastspiel der Berliner Hans=Sachs=Bühne, die auf Veranlassung der RSG.„Kraft durch Freude“ vor überfüllten Stuchlreihen im Saalbau Koopmann den Arbeitsopfern beiderlei Geschlechts bei nur 10 Pf. Eintritt eine bunte Folge altdeutscher Bühnenkunst und darüber hinaus ein heiteres Werk aus der Gegenwart sowie die Gaben einer Sängerin schenkte. Vor dem Beginn der Darbietungen sprach der Gaufachschaftsleiter der Arbeitsopfer, Pg. Stein, über die Arheitsopferversorgung in Verbindung mit den neuen Aufgaben der Regierung für die deutsch=österreichischen Arbeitsopfer. Die Darbietungen standen unter der Gesamtleitung von Wilhelm Braune, die musikalische Leitung hatte Erich Thabe. Letzterer begann mit einem Musikstück, dann sprach Maria von Faber du Faur einen Prolog zu den HansSachs=Spielen, welcher mit den Worten schloß:„Dafür, daß Deutschland blüh' und wachs, hat stets gearbeitet Hans Sachs". Es folgte die Aufführung des Schwankes„Der ahrende Schüler im Paradiese“ von Hans Sachs, dem Schustervocten aus Nürnberg. der von 1495 bis 1576 lebte, dessen Werke aber heute noch in manchem zeitnah sind und in ihrem Wechselthema „Mann und Frau“ einen unvergänglichen Wert besitzen, trotz aller zeitweiligen Derbheiten. Meta Wodrich war die dumme Bäuerin, die dem fahrenden Schüler(Martin Klaaß) Geld und Kleidung für den verstorbenen ersten Mann im Paradies mitgibt und deren Mann(Wilhelm Braune) trotz aller Klugheit selber mit seinem Gaule hereinfällt. Siegfried Kiok hatte die Bühne wirkungsvoll gestaltet. Die humorvolle Dichtung im Stile mittelalterlicher Rüpelspiele, die in ihrer rauhen Schale einen Kern echter Lebensweisheit birgt. wurde von den Zuhörern mit Beifall ausgenommen. Es sang dann Felice Schelens mit geschulter Stimme drei altdeutsche Volkslieder in der Bearbeitung von Brahms. Beim nächsten Aufgehen des Vorhanges erlebte man das burschi. kose Hans=Sachs=Fastnachtsspiel„Der tote Mann“. Hier waren Wilhelm Braune als Mann, Maria von Faber du Faur als lieblose Bäuerin sowie Meta Wodrich und Martin Klaaß als Nachbarsleute mit Liebe beim Spiel. Es schloß mit einem Rüpeltanz. Felice Schelens sang dann weitere altdeutsche Volkslieder und Walter Jensen rezitierte die heitere Dichtung„Der Eiersegen“, dann folgte als drittes Hans=Sachs=Spiel das groteske„Kälberbrüten“ mit Wilhelm Braune in der Hauptrolle, Maria von Faber du Faur als seine Frau und Walter Jensen in der Pose des Pfäffleins. Ein heiteres Siedler=Sind= viel aus der Gegenwart„Dus Richtfest“, mit Withelm Braune, Meta Wodrich, Felice Schelens, Walter Jensen und Martin Klaß in den einzelnen Rollen beendete in froher Laune den schönen Nachmittag, der allen Arbeitsopfern viel Freude bereitet hatte. Franz Semglaty. * Warenautomat bestohlen. Am 6. d. M. wurden aus einem Warenautomaten, der im Flureingang einer Gastwirtschaft an der Bahnhofstraße aufgestellt war, 15 Schokoladenrollen Marke Orangen=Dessert mittels Nachschlüssels gestohlen. Außerdem wurde aus dem Automaten ein Geldbetrag in Höhe von 3,50 Mark entwendet. Wer hat Wahrnehmungen gemacht? *„Vorteilhafter" Tausch. In der Nacht vom 2./3. d. M. wurde aus einem Wirtschaftslokal an der Bahnhofstraße ein hellgrauer Wintermantel(Fischgrätenmuster) gestohlen. In den Taschen des Mantels befanden sich ein Paar graulederne Handschuhe und ein grüner Schal. An Stelle des gestohlenen Mantels wurde ein minderwertiger Mantel zurückgelassen. Mitteilungen werden bei der Kriminalpolizei in Herne entgegengenommen. * Wer ist verletzt worden? Am 4. d. M. gegen 18.45 Uhr wurde ein Kind, welches Insasse des Autobusses der Linie„E“ war, in der La=Roche=Straße durch das plötzliche des Wagens am Kopfe verletzt. Die Eltern des Kindes werden gebeten, sich umgehend bei der Kriminalpolizei in Herne, Hermann=Göring=Straße 11, oder bei jeder anderen Ponzeidienststelle zu melden. Stadt Wanne=Eickel. Generalappell am 9. April Wichtige Mitteilung der Kreispropagandaleitung der ASDAp. Am Tage des Großdeutschen Reiches wird in allen Kreisen ein Provagandamarsch durchgeführt Alle Politischen Leiter des Kreises Wanne=Eickel treten früh genug grtsgrupvenweise an den durch die Ortsgrupven bestimmten Plätzen an, um Punkt 18 Uhr aus dem Eickelplatz(Hundewiese) einzutreffen. Seitens der Ortsgruppen sind folgende Aufmarschplätze vorgesehen worden: Eickel: Auf der Wenge. Holsterbausen: Holsterhausener Markt. Röblinghausen: Röhlinghausener Markt. Wanne=Mitte:„Feuerwehrplatz. Wanne=Nord: Dorstener Straße(Sassenhof). Wanne=Süd: Kaiser=Friedrich=Platz. Die Gliederungen der NSDAP. treten als Gesamtsormationen ehenfalls um 18 Uhr auf der Hundewiese an. Lediglich die Hitler=Jugend tritt unterbannweise mit den Politischen Leitern der Ortsgruppen an. Das Deutsche Jungvolk nimmt nicht an diesem Provagandamarsch teil. da es schon um 15 Uhr einen Marsch durch die Straßen Wanne=Eickels durchführt. Die angeschlossenen Verbände treten auch auf der Hundewiese an, und zwar verbandesweise(DAF., NSLB., NSV. usw.). Ebenso nimmt der NS.=Kriegerbund geschlossen an diesem Provagandamarsch teil. Nach Be. endigung des Provagandamarsches, der über die Hindenburgstraße geht, rücken die Ortsgruppen sternweise zu folgenden Uebertragungslokalen ab: Ortsgruppe Eickel: Saalbau Rendel. Ortsgruppe Holsterhausen: Saalbau Oelmann. Ortsgruppe Röhlinghausen: Saalbau Böhm. Ortsgruppe Wanne=Mitte: Stadtgartensaal. Ortsgruppe Wanne=Nord: Großer Saal Marzina. Ortsgruppe Wanne=Süd: Stadtballe. Alle Gliederungen und Verbände der NSDAP. lösen sich nach Beendigung des Provagandamarsches auf. Die Angehörigen der Gliederungen und Verbände schließen sich dann den Ortsgruppen an, um geschlossen zum Uebertragungslokal zu marschieren. Spätestens 19.45 Uhr muß in den Uebertragungslokalen Platz genommen sein. Stimmlokal für Oesterreicher „ Sämtliche im Stadtbezirk Wanne=Eickel wohnenden Stimmberechtigten können am 10. April 1938 nur im Stimmlokal Kurhaus. Hindenburgstraße 148. abstimmen. In den übrigen Stimmlokalen ist eine Stimmabgabe für österreichische Stimmberechtigte nicht möglich. * Warenautomat beraubt. In der Nacht zum 6. April wurden an einem vor einem Lebensmittelgeschäft in der Hindenburgstraße aufgestellten Waxenautomaten mehrere Glasscheiben zertrümmert und Lehensmittel im Werte von etwa 2 RM. gestohlen. Wer kennt den Täter? kochen wir nächste Woche? Rüchenzettel des Deutschen Frauenwerks. Gau Westfalen=Süd. Montag: Suppe aus Resten vom Sonntag. Wie Zwetschgenknödel mit Marmeladetunke. Ttig aus gekochten Kartoffeln wie zu Kartoffelklößen dick ausrollen, in Vierecke schneiden, in deren Mitte eine eingema Pflaume gelegt wird: Klöße formen, in Salzwasser garkochen Zucker und Zimt bestreut und mit Marmeladetunke zu Tisch geb Dienstag: Fischauflauf mit Maccaroni und Tomat Tunke. Buktermilchsuppe. Mittwoch: Gemüseeintopf. Wiener Schmarren. i in die Pfanne geben. Eine Seite anbacken. Korinthen unterstreuen, mit zwei Gabeln den Kuchen kleine Stücke reißen und fertig backen. Fertig gebacken wird Minuten lan.— Schmarren zwischen zwei Tellern 10 Minuten lang auf Da gestellt. Beim Anrichten mit Zucker und Zimt bestreuen. Donnerstag: Ungarisch Gulasch mit Salzuarto und Salat. Rhabarbersuppe. Schusterpastete mit Rohkostsalat. Wi Apfelstrudel. Samstag: Kartoffelsuppe mit Wiener Würsichen. Sonntag: Klare Gemüsesuppe. Wiener Schnißel Blumenkohl und Salzkartoffeln. Caramelflammert. Für den Tag der 1. hl. Kommunion empfehlen wir unser großes Lager in Sursum Corda Alle Ausgaben und Preislagen sind reichhaltig und vielfältig in der Auswahl vorhanden. Ebenfalls verfügen wir über ein reiches Lager in allen Ausgaben und Einbänden des Schott'schen Meßbuches Dieses Buch ist eines der schönsten Geschenke. Reichhältig ist auch unser Lager in Lommunion=Krzählungen, Heiligen=Lege den, Vorbereitungsbüchern für Mutter un Kind usw. für den Weißen Sonntag Buchandlung Koethersa Röttsche Hermann=Göring=Straße 8, neben dem Postan Jllustrierte Unterhaltungs-Beilage des Herner Anzeigers König wider König Von ERWIN CLOSE Nicht jedem wird das hohe Glück widerfahren, eines in die Riemen... und jetzt erschrecken sie sehr,— denn Tages vor die Augen seines Volkes gestellt zu werden und nicht allein manche Auszeichnung und sogar einen kleinen Reichtum zu erhalten, sondern zuguterletzt den Druck der königlichen Hand— wie das alles dem Ilkatrosen und spateren Steuermann Gibbe widerfuhr. Jahre sind viele vergangen, als er stolz und lächelnd und umjubelt aus der Freinde kam; ein Herr, ein Held, wahrhaftig ein König, der seine Krone tief im Herzen trägt... so zeg er in die Heimat ein. Noch viel mehr Jahre sind vergangen, als er ehemals die Heimat verließ, ein Lend= und Stadtstreicher, riefen alle Einwohner. Ihn aber trieb es, der zu See gegangen war, aleinen der untersten der IXannschaft über Gottes Erde und Ilkeer, er sah die Kontinente und verließ sie wieder, er liebte die Gonne und sah auf nächtlicher Wache dem MNond zu; er wurde älter, er nahm den Rang eines Ilatrosen ein, aber nirgende hielt es ihn... jeder Wind trieb ihn fort, jede Woge spulte ihn vorwärte. Würden am Ende jene braden Stimmen recht behalten, die ihn einen Nichtsnutz nannten, einen Vagabunden ohne festen Ehan. Gibbs dachte daran sehr wenig, dagegen sandte er seine Gedanken zuweilen seiner Stadt zu, seinem Haus daheim. Zumeist jedoch war dies ein heißer schwüler Landstrich hier ohne Winde, und die Gedanken schlummern dann wohl. Es waren die ersten Tage des Krieges. Das Schiff lag in einem australischen Hafen, um Ladung für sein Land aufzunehmen. Und wohl oder übel mußte es ihm auf höheren Befehl glücken, unversehrt die Heimat zu erreichen; das schien in diesen erregten Tagen nicht leicht zu sein. IIkan nahm die Ballen während der Nächte an Bord— das gelang. Was indes ganz und gar zweifelhaft blieb, war die Absicht eines fremden Dampfers, der draußen vor dem * #### Am stillen Sec (Deike-Mater) Hafen lag: eine rechte drohende Sperrmauer; vielleicht mit Waffen und gar Kanonen gespickt, vielleicht mit vorgetänschter Stärke. Der Kapitän zogerte, er durfte es nicht wagen, leichtfertig dort vorbeizukommen, wo der Weg in die Heimat verstellt war, obwohl er seinen Maschinen vertraute und die Kraft seines Schiffes sehr wohl kannte. Der freinde Dampfer draußen wich nicht. Hinter ihm aber wartete die Heimat. Gibbs trat zum Kapitän und sagte, daß es wohl möglich wäre, gegen den Feind dort auszukundschaften, wie es um seine Angriffsstärke bestellt sei.— Gewiß, erwiderte der Kapitän, das ware auszukundschaften gegen den Feind und auch gegen... den Hai im Ilkeer... es wimmele hier davon... Wenn einer sein Leben ein setzte!— So, antwortete Gibbs erschreckt, sein Leben... Andern Tags trat er erneut zum Kapitän und sagte, daß sein Freund namens Uhlendörfer zur Kundschaft be reit sei. „Er weiß alles?“ fragte der Kapitän. „Er setzt sein Leben ein.“ „Man wird schießen...“ „Ja, Kapitän.“ „Und die Haie...?“ „Ja, Kapitän, er weiß alles.“ „Einer ist wenig, nein! Das ist nichte fur einen einzelnen IUntigen!“ rief der Kapitän verzweifelt. „luch ein anderei ist bereit.“ „Wie? Ein zweiter?“ rief der Kapitän. Gibbe entgegnete:„Ich bins.“—Ulnd ja, sie wagten es miteinander, bestiegen am INorgen, vermeintliche Fischer, ein altes Boot und ruderten langsam zur Hafenausfahrt, fischend und oauernd geschäftig, die Netze auszuwerfen... und sie spähten heimlich nach dem fremden Dampfer, der nach und nach heranrückte, ob er bewaffnet oder nicht be waffnet sei. Vorerst gewahrten sie wenig, fast nichts, aber Aufbauten waren an Bord errichtet worden, die viel Geheimes verbergen konnten... Und die beiden wagten mehr und schlugen einen Bogen dicht um den Oampfer und lugten hinterrücks dann in die Verstecke hinein. Und nun bemerken sie plötzlich alles in Wahrheie und wurden über das Illaß froh, vermochten kaum in Ruhe auszuhalten, rafften die JTetze mit bebenden Fingern und steuerten ihrem Ziele zu, dem Kapitän die gute Nachricht kundzutun. Da geschah es, daß wütende Stimmen auf jenem fremden Dampfer jäh erschallten: das Boot der beiden Fischer mochte jetzt der Wache seltsam aufgefallen sein, nun sturzten Illatrosen und Schützen herzu und oranaten sich in der Richtung der Fliehenden und heben hier und vort schon eine Waffe... Die beiden saben es und vom Dampfer kommt ein Schuß, dröhnt und fällt bei den Ruderern klatschend ins Wasser, wieder ein Schuß, wieder ein Schuß. Und die beiden rudern um ihr Leben, keuchen und lechzen bald... dort ist ja ihr Schiff, noch fünfzig Bootslängen entfernt. Wieder ein Schuß, und wieder ein Schuß... und ihr Boot schwankt, das Holz zersplittert, das Boot sinkt schnell, und die beiden verlieren damit wohl alles, kämpfen sich nun mit gar nichte als den bloßen Armen durch die Flut.. dort liegt ihr Schiff, noch dreißig Armlängen entfernt. Schüsse fallen unaufhörlich, von denen abgefeuert, die einem andern König oienen. Und die Gefahr ist groß. Größer noch ist die Gefahr durch einen stärkeren und viel unerbittlicheren König, der jetzt rasch ihren Spuren folgt, durch die Wellen fliegt, den Gischt zerteilt und ihren Füßen näberkommt mit furchtbar aufgerissenem Rachen. Gibbs spürt die Nähe des Hais. Und da der Tod so sichtbar hinter ihm und das Leben nahe vor ihm ist, so schont er keine Kraft, nicht Arm, nicht Bein, erreicht sein Schiff, ergreift ein ausgeworfenes Tau, hängt mart und hilflos und rührt sich nicht mehr, während von oben ein Boot kommt. Nur etliche Armlängen zurück liegt der Freund, geradezu vor dem geöffneten Rachen, und schreit... Gibbe hört es... und der Frennd taucht unter die Flut, verschwindet ganz, taucht wieder einpor... Gibbe sieht es. ITun begibt sich alles sehr geschwind; Gibbs läßt das Tau aus seinen Händen, das wagt er und zögert nicht dabei, stößt sich von der Schiffswand fort und ist in der Nähe, in den aufgewühlten Wogen, und hat gar nichts als die Fäuste, seine Fäuste und sein Herz. Was sind zwei Fänste? Nichts, fast nichts... viel aber, sehr viel ist ein mutiges Herz. Der Kampf gibt sich halb sichtbar zu erkennen, halb ist er in den Wellen verborgen; im nächsten Augenblick verschlingt schon alles das Iiteer: die beiden Fäuste, die den Ansturm wagen, das Herz, das sich nicht fürchtet— erschreckt versinkt der Hai vor dem jähen Angriff. In den folgenden Gekunden erretteten die Ilkatrosen die wieder auftauchenden Körper und brachten sie in Sicherheit. Sie erwachten erst zum Leben, als das Schiff weit draußen auf der See lag, die Ausfahrt erzwungen und nach etlichen Opfern und waghalsigen Angriffen, ermutigt durch der beiden Illut, am Feind vorbeigestürmt war, der außer seinen Gewehren, wie sichs erwies, an Bord keine als die vorgetäuschte Macht besaß. Und die Heimat empfing die dringliche Ladung und einen König über den König des Illeeres dazu. Der Freund war arg verletzt, seine Wunden schlossen sich schon; Gibbs aber hatte einen Arm dafür gegeben und noch eine halbe Hand. Und als er später seine Heimat, jene winzige Stadt, erreichte und als nach den Jahren Bürger, Handwerker und alle miteinander zum Empfang angetreten waren und lant jubelten und winkten, da vermochte er nicht zu danken und kein Zeichen zu erwidern, außer er täte es mit seinen verstümmelten Armen. Der Bürgermeister hieß ihn willkommen, heftete den Orden der großen Tapferkeit an seine Brust und brachte Rufe auf ihn aus, den Steuermann Gibbs, Sohn der Heimat, der einer ihrer Großen geworden. Und viele gingen umber und brachten eine Sammlung zustande, einen kleinen Reichtum für das Leben, das er fortan ohne Fäuste würde meistern müssen. Aber er machte sich keine Sorgen, er lächelte ihnen allen zu, trug keinem ein böses Wort nach und nannte sich gar nichts als einen treuen Sohn des Landes. Aber als sein König vor aller Augen seine vernarbte Hand ergriff zum Zeichen des besonderen Dankes, das war die Krönung seines Glückes. = ZeitglossenS Ein Glücksfall. Ein englischer Kavallerist fiel vom Pferde und zog sich eine Schädelverletzung zu. Nach seiner Heilung fing der Mann, der früher nie an dergleichen gedacht hat, auf einmal an, Erzählungen und Artikel zu schreiben, die ihm jetzt so viel einbringen, daß er um seinen Abschied nachgesucht hat; er hat so viele Einfälle, daß er mit dem(chreiben gar nicht nachkommen kann. Ikun werden wohl viele Schriftsteller, denen es an Einfällen mangelt. Reitunterricht nehmen. Böse Zungen werden den„Fall“ des Kavalleristen als Beweis dafür heranziehen, daß viele Erzähler und Artikelschreiber nicht auf den Kopf gefallen seien. sahen auch ihre Zuflucht ver Angen und warten sich wild die Katz“ sein Der Maharadscha auf der Goldwaage. Als kürzlich der Maharadscha von Bikanir sein goldenes Regierungsjubiläum feierte, setzte er sich auf eine Waage, auf deren Seite dann Golo gelegt wurde, bis das Gleichgewicht hergestellt war; dazu war für 270000 RMN. Gold nötig. In diesem Betrag wurde dann Silbergeld unter die Armen der Hauptstadt verteilt. Die Armen werden bedauert haben, daß sie nicht;. B. Heinrich VIlI. oder August den Starken zum Illaharadscha gehabt haben. * Katerfrühstück. In manchen amerikanischen Gaststätten wiro neuerdings ein Gericht angeboten, das auf der Speisekarte als „Kleiner Löwenbraten" verzeichnet ist. Es handelt sich dabei um Katzenbraten; dazu werden seit einiger Zeit in besonders hygienisch gehaltenen Katzen farmen eiagne Speisekatzen gezüchtet. „Kleiner Löwenbraten“, hört sich besser an als „Dachhasenpfeffer“ und mancher Wirt ist nunmehr durch die Belieferung von der Farm der Mühe enthoben, sein„Wildprer“ nächstens mit dem Schrubberstiel zu schießen. Eine„kleine Mlaus" darf man allerdings nicht mit in ein solches Lokal nehmen. Wer dort im Abonnement speisen will, muß vorber einen „Illiezvertrag“ unterzeichnen. Da anzunehmen ist, oaß die Zahl der Liebhaber von„Etappenhasen“ nicht allzu greß ist, dürfte diese Neuerung balo„für Die Dirndin vom Zillertäl HEIN WILLEM CLAUS Schön wie das Land. das sie zur Weit gebraet Von Felsenburgen himmelhoch umstenden, Die noch den Preiheitshelden Hofer kannten. Für die der Vogelweider manches Lied erdacht, Wie ihre Zithern immer troh gestimmt, Mit Augen. drin das Alpenglühen glimmt. Mit treuem deutschem Herzen allemal: Tiroler Dirndt aus dem Zillertaf. Scherl-Bilderdienet-M.) Der Urlaub Von ALFRED RICHTER Der Postbote Anderl kam heim von seiner beschwerlichen Ueberlandtour, legte die Ledertasche ab, lehnte den Eichenstock an seinen Platz im Eck beim Ofen, setzte sich auf die Bank an der Wand am Fenster und versank in gefährliches Grübeln. „Was hast denn?“ fragte ihn die Broni, sein Eheweib. „I? Nixn“, erwiderte der Anderl und stierte weiter gradaus. „Hamm's lei wieder die Nachnahma net eing'löst, oder bei die Brief die Annahm' verweigert?“ forschte die Vroni weiter. Aber nun bekam sie überhaupt keine Antwort mehr, und da wurde sie ärgerlich, zuckte die Achseln und ging mit schlagenden Röcken hinaus.„Werd scho wieder wern mit eam", tröstete sie sich. Doch es wurde keineswegs wieder mit ihm. Er blieb weiter tiessinnig und wortkarg, und es mußte etwas mit ihm geschehen, sonst wurde er noch ganz narrisch. Die Broni alse ratschlagte mit ihren Nachbarinnen, ob da ein Naturtee hülfe oder ein Klistier, oder einmal derb schwitzen oder ein Schlafenschnaps oder, wenn das alles versagte, schließlich ein Besprechen durch den alten Schäfer, dem das ganze Dorf Wunderkräfte zutraute. Die Nachbarinnen lauschten verstört und meinten zu allem:„O mei!“ und„Jesses ha!" und widersprachen einander beim Ratschlagen, und so kam eigentlich gar nichts Vernünftiges dabei heraus, außer dem, daß es eben mit dem Anderl nicht richtig wäre und irgend etwas geschehen müßte! Die Broni war ganz untröstlich und jammerte gerade wieder:„Ja, was nur den Ilko drückt!" Da kam der Bahn=Loisl hinzu, der den Beruf hatte, die Fahrkarten an der Sperre zu knipsen. Er stellte sich in den Kreis der greinenden Weiber, und als er die Ursache erfuhr, kratzte er sich den Kopf und meinte, am Ende mache der Underl sich Gedanken über seinen Urlaub——? Urlaub?— Den kannten sie damals noch nicht. Es war eine Neuerung, die soeben bei den Behörden eingeführt wurde. Der Loisl hatte die amtliche Urlaubsverordnung mit eigenen Angen gelesen und erklärte es nun den Frauen.„Urlaub des hoaßt: Arbeit'n is verboten! Verstehst?“ Die Weiber schlugen die Hände zusammen und stannten und schauten einander an.„Und desz weng", meinte endlich die Schottenmairin,„is der Anderl so narrisch, weil er an Urlaub kriagt?" „Nko“, fuhr sie der Bahn=Loisl da an,„soll er da net narrisch sei? Oder woaßt du dös, wos oana macha soll, bal er mir nir dir nir so an Urlaub von zwoa langa Woch'n auf an Buckel naufg'laden kriagt!“ Das war wahr. Der Loisl hatte Recht. Die Weiber sahen es ein. Sie machten große Augen. Und es wurde ein Problem für das ganze Dorf: Was sollte der „Postrat“=Anderl, ein bienenhaft fleißiger Ilkanderl, der nun schon vierzig Jahr lang tagein, tagans seine Posttour ablief, mit den unseligen beiden Wochen des Arbeitsverbotes bloß anfangen? Gie schüttelten den Kopf und dischkurierten und sannen und rieten, bis der Urlaub da war. Und dann sahen sie mit ihren eigenen Angen, wie der gewitzte alte Anderl das Problem löste. Der Urlaub ging vorüber, und der wirkliche Herr Postrat, der in der großen Kreisstadt drinnen thronte, kam zu einer Amtsvisitation beraus auf die kleinen Postämter. Er war ein freundlicher Mlann, dim das Wohl seiner Beamten durchaus am Herzen laa. und er wußte natürlich auch, wer mit Urlaub daran gewesen war und fragte gleich nach Beendigung der Kontrolle den alten Anderl, ob er sich über den Urlaub gefreut, und wie er ihn denn verbracht hätte? Er sähe ja auch so aufgefrischt und erholt aus——! „Dös glaub' i“, mate der Anderl ernsthaft,„i beb mi an derholt, Herr Postrat.“ „Bravo! Das war g'scheit! Gehr vernünftig! Gie haben also nicht einfach in den Wirtshäusern berunt gebockt, gebechert und gekartelt! Sehr vernunftig!“ Er schlug ihm anerkennend auf die Schulter und fügte noch hinzu:„Sie waren wohl verreist? Verraten Sie nur Ihr Geheimnis! Vielleicht mach' ich es dann ebense, wenn ich meinen eigenen Urlaub kriege!" Da wurde der Anderl nun doch ein bißchen verlegen. „Verroast, na, Herr Postrat— dös war i grad net“ meinte er und kratzte sich hinterm Ohr,„aber i hob an wiesler=Schorsch, der wo mi im Dienst hat verrreten müass'n, auf sei Gäng' begleit', oamal, daß er's lerur, und dann— net wahr, Herr Postrat— i bin's halt amal a so g'wöhnt!“ Wie man ein Hörspiel schreibt H. WILLUMSEN Es werden viele Versuche unternommen, Geld zu verdienen. Einige probieren, Erfindungen zu machen. Andere wieder spielen Klassenlotterie. Und dann gibt es eine Kategorie von Illenschen, die ein Hörspiel schreiben, ermuntert durch die Aussicht, zu Ehre, Ruhm und Honorar zu gelangen, und durch die Gerüchte, daß die Mitglieder der dänischen RundfunkLeitung nach dem richtigen Hörspiel suchen, das immer noch nicht— trotz der großen Konkurrenz— das Licht des Tages erblickt hat. Es gibt eine Menge Hörspiel=Verfasser, die täglich einem paar hundert Hörer und einem halben Dutzend Kritiker graue Haare verursachen, weil ein Hörspiel von ihnen angenommen wurde, das dazu bestimmt ist, bei Gelegenheit den Lauschern in das eine Ohr hinein, zum anderen wieder hinauszugehen, Im großen und ganzen werden von Hörspielautoren folgende Regeln verwandt: 1. Man kauft 25 Blatt weißes Papier. 2. Leiht man sich eine Schreibmaschine. 3. Setzt sich mit angespannter Aufmerksamkeit und gespitztem Bleistift vor das Radio, jedesmal wenn im Programm„Horspiel" steht, und notiert sich alles, war darin fehlt, um es zu einem Erfolg zu gestalten. 1. JTachdem man ein halbes Dutzend Hörspiele hinter sich hat, sammelt man alle gemachten Bemerkungen und hat so das Skelett zu dem richtigen Horspiel. 5. Ian erfindet eine Handlung und baut sie um das vorher erwähnte Gkelett herum aus. 6. Schaltet allerlei wohltönende Laute ein, wie das Brausen des Meeres, Revolverschüsse, Abfahrt eines Zuges, Autohupen, Radfahrklingeln. 7. Legt das Resultat in einen Briefumschlag und adressiert es an die Rundfunkleitung. 8. Teilt darauf der Presse sowie allen Bekannten mit, daß man ein Horspiel geschrieben habe. Wenn man trotzdem keinen Kredit mehr darauf erhält, wappner man sich mit Geduld und setzt sich hin und wartet auf die Post. 9. Drei Monate später kommt das Manuskript zurück, man bedauert, es leider nicht verwenden zu können. 10. Worauf man die 25 Blatt Papier nimmt, sie zerreißt und ausgeht, un einen hinter die Binde zu gießen. Dies ist der gewöhnliche Verlauf der Dinge. 99 Prezzut der Hörspielverfasser gehen so vor, und es ergeht ihnen so. Abgesehen davon, daß die Rundfunkleitung sicherlich der hörenden Menge in Dänemark eine Wehltat damit erweist, das Ilannskripe zurückzusenden, kann es doch nicht geleugnet werden, daß viel Arbeit gespart werden konnte, wenn die Hörspielverfasser dieselbe Metbode wie ich anwenden würden— nämlich nur die Punkte einund zehn zu befolgen— die dazwischenliegenden ache aber fortzulassen. Berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von Karin Reit. PIERTAT Amfierdfeuer „Dreiklang aus Erde, Rimmek, Witterund“ Deutscher Mensch im südostdeutschen Lebens raum Ein Kavitel vom Oesterreicher Die Formung eines Volkes geschieht durch zwei, seine geistige und körverliche Einenart bildende Einflüsse: seine allgemeine Veranlagung vom Blute her und die Einwirkung ger Landschaft, in der es lebt. Der„Dreiklang aus Erde. Himmel. Witterung", wie Josef Nadler. der Literaturgeschichtsschreiber der deutschen Stämme. die „Landschaft“ einmal bezeichnet hat.— dieser Einfluß des räumlichen Bildes. in dem der Mensch sein Leben lebt und seine Arbeit schafft. sowie des Klimas, das die äußeren Lebensbedingungen maßgeblich beeinflußt, aus all dem entstehen die Unterschiede zwischen den einzelnen Stämmen eines Volkes, die Landschaft„zerlegt den Volkskreis in seine Sektoren". Die„geologische Erbmasse“ eines Volkes ist unabänderlich, ganz gleich, unter welchem Himmel es lebt. der Einiluß der Landschaft aber vermag ein Volk zu ändern. Verläßt ein Stamm seine Landschaft und wandert in eine andere, so fallen die Eigenheiten, die die alte Heimat erzeugte. von ihm ab. und andere, von der neuen geschaffene, kommen hinzu. Die Geschichte erweist es am Beisviel solcher Volksstämme. die sich als Kolonisatoren aus ihrer Gesamtheit ablösten und sich und ihre Nachkommen einer anderen Landschaft. einem anderen Lebensraum überantworteten. Jedoch nicht alle Glieder eines Volkes unterliegen gleichmäßig dem Einfluß der Landschaft. In jeder Landschaft finden sich drei Menschenaruppen des gleichen Valkes: die in ihr Geborenen und sich in ihr„zu Hause“ Fühlenden: die aus anderer Landschaft Eingewanderten. die erst in dieser Wahlheimat die wahre Heimat fanden: endlich die in dieser Landschaft Geborenen. aber einer anderen. ihnen gemäßeren Wahlheimat Zustrebenden. In seiner schönen Kulturgeschichte des südostdeutschen Lebensraumes hat Erwin Stranik aus diese wichtigen Zusammenhänge in ebenso licht= wie liebevollen Darlegungen bingewiesen, vor allem darauf. daß, wenn ein Volk die Kräfte aller seiner Glieder am richtigen Ort in richtiger Weise entsalten wolle.„ihm ein Landschaftsreichtum zur Verfügung stehen müsse, der alle Abschattungen menschlicher Charakterfähigkeiten hervorzubringen und alle Sehnsüchte nach Neufassung landschaftlicher Umwelt zu befriedigen vermag. Fehlt dem Volkskreis ein Sektor. dann besteht die Gefahr des Verlustes solcher, oft sehr wertvoller Glieder an fremdes Ausland.“ Nun weist aber der Lebensraum keines andern euroväischen Volkes eine gleiche Mannigfaltigkeit seiner Landschaften auf wie der des deutschen, dessen Wohnbereich sich, den Mittelteil des Kontinents beherrschend. vom rein nördlichen bis in jene Gegenden erstreckt, denen schon die Eigenheiten südlicher Landschaft zugesprochen werden können. Die Abstufung erfolgt allmählich, ohne horte Uebergänge. Die rauhen Stürme der Nordsee. die eisigen Winde der Ostsee streichen bis ins mittlere Deutschland. Auf flachem. kargem Boden trotzen ihnen ernste. schweigsame, ansoruchslose Menschen. Die Gebirge Mitteldeutschlands mildern den Norden und wandeln den Boden in ünvigeres Wald= und Wiesenland. Die Deutschen am Rhein und seinen Nebenflüssen kennen bereits die heitere Seite des Lebens. Die Mitteldeutschen bekennen sich zu leichterer Daseinsauffassung als die N'=dersachsen. Friesen und Ostvreußen. Je weiter nach Stiden. um so mehr ist das Getränk der Menschen der in ihren fruchtbaren Landstrichen gebaute und gepflegte Wein: nur die Bayern ziehen ihm das heimatliche starkgebraute Vier vor. So findet man in diesen Teilen des gesamtdeutschen Landes schon bedeutsame Ansätze zu frohem Lebensgenuß. und die Kunst verleiht in ihren Fermen der Eigenart der Menschen sichtbaren Ausdruck. Die letzte Lösung all dieser leichteren Charakterelemente aber ersolgt erst„im vorgeschobensten Sektor deutschen Lebeneraumes. im südostdeutschen,— mit einem Wort: in Orsterreich. Herzader des deutschen Oesterreich ist die Donau. der „Nihelungenstrom“. der eine der großen Wasserläufe des deutschen Volksraums. Der andere ist der Rhein. Zwischen beiden spinnen sich in tausendjähriger Geschichte zahllose kulturelle, erdkundliche und gefühlsmäßige Fäden. spannen sich Bogen und bauen sich Brücken. die jur das Deutschtum im Südosten und für das Gesamtdeutschtum von gleicher Bedeutung sind. Aufblübende Städte entstanden zur Römerzeit. Rhein und Donau wurden die Grenzflüsse des gewaltigen Imveriums. Als das römische zerfiel. trafen sich hier an Rhein und Donau Germanentum und Christenglaube einander am frübesten. Ueber Rhein und Donau ergossen sich die germanischen Välterwanderungen: der Rhein wurde zum Welthandelsweg nach Süden, zu den Alven und nach Italien. die Donau der Weg der handelspolitischen Eroberung des Oftens. Und dort unten nun. in einer leuchtenden, bunten. heiteren. lockenden Landschaft, mit zeitigem Frühling. langem Herbst. kurzem Winter und einem endlosen Sommer ohne die ermüdende Hitze des Südens. leht ein deutsches Volk. dem dies Land in seiner Dovvelart der Erhabenheit des äußeren Bildes und der Auflösung der Schwere durch die Bedingtheit des Klimas zum Schicksal werden mußte. Eine Landschaft wie diese, in ihrem steten Wechsel des äußeren Bildes, mußte die in ihr wohnhaften Menschen wesentlich beeindrucken. Sie mußte vor allem an jene geheimen Gründe rühren, denen die Phantasie entspringt. In dieser Landschaft mußten die Menschen zu„Abenteurern der Seele" werden: der südöstliche Deutsche verschreibt sich der Phantasie. Aber die Phantasie allein treibt die Menschheit vorwärts, sie ist es, die das Unbekannte entdeckt und erforscht, sie allein schließt alle Bereiche auch der exakten Wissenschaften. Nur verlieren darf sie sich nicht. Sie darf sich. so hoch sie will. über den festen Boden erheben, aber nicht ihn vergessen oder verleugnen. Die Mehschen des österreichischen Lebensraumes sind im Kreise des Gesamtdeutschtums die mit am meisten mit Phantasie begabten. Sie suchen den harmonischen Ausklang aller Gegensätze im Romantischen. Sie sind freudvoll vlanend und besinnlich beschauend.„Lebenskünstler“, die dem Dasein jegliche Freude abzugewinnen versuchen, die, auch in bescheidenen Verhältnissen, zu genießen vermögen, denen, wenn ne nicht eine überstarte Zeit verwirrt, ein wahrer, oft kindlicher Humor eigen ist.“ Der norddeutsche Mensch hat in besonderem Maße die Fähigkeit der philosophischen Erfassung des Weltbildes. Nach Süden zu vermindert sich diese Gabe immer mehr. Im südostdeutschen Raum erwuchs durch Jahrbunderte kein einziger richtungweisender Philosoph erkenntniskritischer Art. obwohl man hier weit mehr und weit lieber„philosophiert" als anderswo in deutschem Gebiet. Immanuel Kant ist Ostvreuße. seine Philosophie sand im Südosten nur wenig begeisterte Anhänger. Die Vorherrschaft des Hirns gegenüber den anderen Lebensäußerungen stieß im Südosten von Anfang an auf den heftigsten Widerstand der Herzen. in denen das Blut schneller und heißer pulst als im kühlen Herzen der nördlichen Menschen:„der Intellekt. Kennzeichen des schweigsamen, um die Klärung aller Geheimnisse ewig sich mühenden Norddeutschen, findet sich im Südosten vom Gefühl entthront.“ Wenn es richtig ist, daß die Menschheit in zwei Arten von Menschen teilbar ist: in die„tiessinnig=restlose" und die„genialisch=oberflächliche"(nach der Theorie des Vorgeschichtsforschers Oswald Menghin), so gehört der südostdeutsche Mensch des österreichischen Lebensraumes auf den ersten Blick bestimmt zur zweiten Gattung: denn das Romantische wird bei flüchtiger Betrachtung immer leicht als„oberflächlich=genialisch“ wirken. Daß es dennoch zu bedeutsamen Leistungen führt, diese vielleicht sogar besonders zu fördern vermag, dafür gibt es unzählige Beispiele. Allerdings liegt im Romantischen auch der„Mut zum Irrtum" verborgen, aber aus diesem Mute sind oft schon die größten Genies entstanden. Verstand und Geist sind zweierlei. Der Verstand ist bestrebt, sich niemals zu irren. der Geist ist immer zum Irrtum bereit. Verstand und Geist unterscheiden sich voneinander wie Kälte und Wärme. Das Feuer. das aus dem Ueberschwang kommt. ist dem Südostdeutschen vertrauter Gefährte und willkommener Kamerad. Wer nicht weiß, daß es Dinge gibt. die mit dem Verstande nicht zu erfassen sind. kann die Wesenheit des Menschen in Oesterreich nicht begreifen. Wer aber darum weiß. wird sich immer wieder in den südostdeutschen Bezirk des Reiches hingezogen fühlen. weil dort die Landschaft. die Lebensluft und die Menschen ihm seelische Heimat bedeuten. Rettung im ketsten Augenelick Novelle von Erik Bertelsen. Das argentinische Früdjahr war da. Aber für Holger Estmark gab es keine Frühlingsfreude. Das Wetter hatte seit langer Zeit gewechselt zwischen beißender Sonne und veitschendem Sturm. Aber wenn er nun nicht bald Regen bekam. ging es seinem Weizen übel. Es würde ihm dann kaum möglich sein. die Pacht zu bezahlen— es hieß dann, seine Chacra verlassen, für die er zwei Jahre lang gearbeitet hatte. Er und Grete müßten dann wieder für Fremde arbeiten. er als Peon und sie als Küchenmädchen— oder nach Dänemark heimkehren. Er war draußen im Camp. um seine Stacheldrahtzäune zu ordnen, die an einigen Stellen zusammengefallen waren. In Wirklichkeit war sein Heim nur ein Kasten aus Wellblech. ohne Fenster. und einer Dresch maschine, die die eine Wand bildete. Die Bewohner waren er. seine Frau und der dreijährige Erbe aller dieser Herrlichkeiten. Sie schliefen in einem kleinen Haus auf Rädern. Als Junge hatte Estmark gesunden. es müsse schön sein. in so einem Zigeunerwagen zu hausen. nun wurde sein damaliger Wunsch richtig erfüllt. Ja. er konnte siel. nicht beklagen, daß er von Abenteuern verschont geblieben sei! Und war er ehrlich. mußte er zugeben, wie glücklich er sich die erste Zeit hier draußen in dem Sonnenland gefühlt hatte. Trotz aller Hitze. Fliegen und Bremsen. So glücklich war er gewesen. daß er nur eins beklagte— nicht schon vor Jahren gekommen zu sein. Und selbst auf dieser Chacra hatte er manchen herrlichen Tag verlebt. und wie oft hatte er nicht in herrlicher Zufriedenheit auf der Trevpe gesessen. während er entzückt den verschwenderischen Farben des schnellen Sonnenuntergangs zusah und zuhörte, wie die Feldhühner einander mit kurzen, flötenden Lauten riefen. Und solche Stunden konnten wiederkommen. Falls der Regen strömen wollte und die Grashüpfer fortblieben, konnte der Weizen wie ein See von goldenen Aehren aussehen. Und falls das Glück ihm treu blieb. konnte er am Ende noch seine eigene Estancia erhalten. mit in den Grund gemauerten Bauten, Eucalntvushain und über hundert Pferden. Ja. falls— Was half alles Glück, wenn keine Arbeit da war. Er griff wieder zu und zog den Stacheldraht stramm. Was auch geschehen würde, die Hände durfte er nicht in den Schoß legen. Grete sollte nicht merken, daß er den Mut verlor. Treu und ausdauernd, ohne jemals zu klagen, hatte sie ihren großen Anteil an den Schwierigkeiten getragen. Als er am Abend heimkehrte, stand Grete vor der Tür und erwartete ihn. Er rief ihr vergnügt zu: „Siehst du die schwarzen Wolken. die von Nordost aufziehen? Da kommt sicher Feuchtigkeit vom Ozean und ist auf dem Wege hierher. Ich glaube, wir bekommen heute nacht ein Unwetter. Wenn nur kein Hagel statt Regen kommt!“ Sie antwortete nicht. Und als er näher kam. sah er in ihren Augen einen Schein von Angst. Er fragte hastig:„Wo ist Viggo?“ „Er ist im Bett mit einem Umschlag um den Hals. Der Husten ist schlimmer geworden. Und er hat anscheinend Fieder.“ Sie gingen beide zum Wagen. Der Junge schlief. aber er war sehr unruhig. Seine Atemzüge kamen schwer und pfeifend, unterbrochen von einem trockenen, rauben Husten. „Wenn es nur nichts Ernstes ist.“ sagte Grete. „Wie kommst du darauf? Wer könnte ihn angesteckt haben?“ „Rasmussen vielleicht. Er hustete sehr, du weißt doch.“ „Das geschah ihm ganz recht!“ „Aber Holger. man soll anderen nichts Schlechtes wünschen.“ „Ich habe kein Mitleid mit Pserdedieben.“ Sie legte bittend ihre Hand auf seinen Arm.„Aergere dich nur nicht wieder über diese Sache. Laß uns lieber heruntergehen. Das Essen ist gleich fertig.“ Die Mahlzeit verging schweigend. Estmark saß mit gesenktem Kopf und fühlte, wie seine Frau ihn bekümmert betrachtete. Er wußte auch, daß sie sich um den Kleinen sorgte und Trost brauchte. Aber wie sollte er tröstende Worte finden! Schließlich brach sie die Stille.„Du siehst müde aus. Holger. Du hast wohl hart gearbeitet. Wann werden wir wieder einen Peon haben?" Er antwortete mürrisch:„Ich will lieber alles allein machen. Wir können es uns nicht leisten, noch mehr Pferde zu verlieren.“ „Holger. denkst du die ganze Zeit über an das Pferd?“ „Nein. aber du selbst hast mit dem Thema angefangen.“ „Ja. weil jetzt ein Mann kommt. Holger. versprich mir. vernünftig mit ihm zu sprechen. Ein Mensch ist mehr wert als ein Tier.“ Er drehte sich zu der offenen Tür um und blickte hinaus. Man sah auf dem breiten. offenen Weg einen Mann herankommen: er ging mit schlevvenden Schritten und kam nur langsam vorwärts. Holger sagte nichts. beugte sich nur mit einem unwilligen Knurren über das Essen und sah erst auf. als der Fremde in der Tür stand und mit einem Seufzer der Erleichterung einen Sack von seinem Rücken gleiten ließ. Es war ein junger Mann. Trotz seiner anscheinend großen Müdigkeit lächelte er, als er guten Abend bot. „Na.“ sagte Estmark mürrisch.„ein Landsmann. wie ich hören kann. Vielleicht stiehlst du auch Pferde?" Der junge Mann lächelte wieder.„Noch habe ich mich in dieser Kunst nicht versucht. Ich heiße Hansen und bitte um ein Nachtquartier. Es sieht nach Regen aus.“ Grete stand auf. um die Unfreundlichkeit ihres Mannes ein wenig gut zu machen. „Setzen Sie sich hitte. Hungrig werden Sie auch sein.“ „Ich wäre dankbar für ein Stückchen Brot.“ Estmark saß verärgert dabei. Grete wurde auch niemals klüger! Immer half sie allen Landsleuten. Plötzlich fragte er:„Wenn du über Nacht bleiben kannst— was wird dann morgen?" „Vielleicht hätten Sie Arbeit für mich?“ Kotel„#u den Domspatzen Roman von WOLFGANG MARKEN 51. Fortsetzung. Die Domspatzen wandern heim. Sie sind seltsam bedrückt, fast traurig. Was ist geschehen? Wer hat ihrem Domkantor wehe getan? Die Buben zerbrechen sich den Kopf und sinnieren. Sie möchten ihm so gern helfen, ihm, der immer gütig und hilfsbereit zu ihnen war. Am schwersten getroffen ist der Liebstöckl. dessen Leben um den Domkantor kreist. der ihm Lebensinhalt geworden ist. Der Domkantor aber geht schweigend am Ende der Schar zusammen mit dem Geheimrat. Robert von Kahr will Anna alles sagen. Aber jetzt, auf dem Wege nach Luisenthal. ist er ruhiger geworden. und er denkt an das Entsetzliche, daran. wie krank Richard ist. Wird er leben? Oder nicht! Wird er, wenn er am Leben bleibt, nicht nur ein Krüppel sein? Und mit einem Male wird der Arzt in ihm wach. Er will sich an die Hoffnung klammern. er will hoffen. will glauben, daß Richard wieder gesunden kann, aber der Arzt ist unbestechlich. und Robert Kahr weiß, daß die Hoffnung sehr klein ist. Soll der Sohn als Krüpvel hinvegetieren? Nein. nein! Nur das nicht! Schlimmer als der Tod wäre ihm das. Und mit einem Male wird er sich darüber klar. welch unsagbares Elend über Anna käme, wenn sie an einen A#r#ippel. einen geistigen Krüppel gebunden wäre. Und er weiß, daß er es Anna nicht sagen kann, daß er abwarten muß „Herr Domkantor.“ beginnt er plötzlich zu sorechen. „ich bin mit Ihnen gegangen, weil ichs Anna alles sagen wollte. Aber ich kann's nicht! Noch nicht. Herr Domkantor! Und Sie dürfen ihr noch nichts sagen! Sie müssen warten, bis die Stunde komm!!" Stepban versteht ihn nicht. Doch plötzlich begreist## „Gut, ich werde schweigen, so schwer es mir auch fällt! So bitter schwer.“ „Richard soll gesund werden. Das soll er erst sein. Und er ist noch nicht über das Schlimmste hinweg! Nicht wahr. Sie schweigen. Herr Domkantor!" Und Stephan Inniger verspricht es ihm in die Hand. Der Geheimrat ist nicht mit nach Luisenthal gekommen. Er ist wieder heim ins Doktorhaus gewandert. Und je näher er seinem Hause kam. um so schwerer fiel ihm Schritt um Schritt. Zuletzt schleynte er sich nur so hin. Die Freude in ihm war nicht erloschen, nur das große Erlebnis, das wußte er, das konnte ihm niemand nehmen. das lag für immer, solange er atmete, in ihm eingegraben. Aber die Angst war wieder gekommen. Der Mensch mit seinem Wünschen und Hoffen, seinem Glauben, stritt sich in ihm mit dem unbestechlichen Arzt. Und aus diesem Zwiesvalt der Seele fand er keinen Ausweg. Dr. Eck empfing ihn ausatmend. „Wie geht es Richard?“ fragte Kahr. „Er schläft wie sonst!" „Hat er etwas zu sich genommen?“ „Ja.“ Kahr las eine Frage in Dr. Ecks Augen. Und er hatte das Gefühl. sich ihm anzuvertrauen. Er bat ihn zu sich in das Arbeitszimmer. Seitsam erregt folgte ihm Eck. während Felicitas mit Antonie auf der Terrasse saß. Bertha wachte bei dem Kranken. „Doktor Eck. schwören Sie mir, daß das, was ich Ihnen jetzt sage, in Ihnen verschlossen ist, bis ich Sie von Ihrem Schweigen entbinde!“ „Ich schwöre es Ihnen. Herr Geheimrat!“ Kahr sab vor sich nieder, eine lange Pause trat ein. Bis der Geheimrat plötzlich heiser sagte:„Es ist nicht Richard Rogaller, den wir operiert haben!" „Nicht Rogaller?“ entgegnete Dr. Eck betroffen.„Ich verstehe Sie nicht. Herr Geheimrat! Wer soll es sonst sein!“ „Richard, mein jüngster Sohn!“ Dr. Eck sah jetzt den Geheimrat an. als zweifle er an seinem Verstande. Er fuhr sich über die Stirn und strich den Schweiß weg. „Ich bin ganz klar. so klar wie nur je im Leben. Doktor Eck! Es ist Wahrheit! Der Tod hat Richard zurückgegeben. Er hat mich erkannt! Ich habe mit ihm gesprochen!“ „Das ist doch nicht möglich!“ Dicke Schweißtroofen standen auf der Stirn des erregten Dr. Eck. und der Kragen war ihm mit einem Male zu eng geworden. „Es ist so! Wie diese Verwechslung gekommen ist. das kann ich nicht sagen. Vielleicht wird es nie zu klären sein. Aber ich habe auch das Mal auf Richards linkem Schulterblatt gesehen. Haben Sie nicht gemerkt, daß ich vor der Overation darüber stutzte. Es ist Richard. und er hat mich erkannt! Er lebt!“ Schweigen ist zwischen den beiden Männern. Sie wagen nicht, einander anzusehen. Eck weiß genau und fürchtet die Frage, die kommen muß, und Kahr fürchtet sich genau so. sie zu stellen. Aber reißt sich doch zusammen und tut es. „Und nun sagen Sie mir, was ich tun soll! Niemand außer mir. außer Ihnen und dem Domkantor weiß es. welches Wunder ich noch erleben durfte. Und nur ich weiß, welcher Schmerz mich vielleicht noch erwartet!" „Sie haben es Frau Anna nicht gesagt?“ „Nein! Auch meiner Frau nicht!“ konnte es nicht! Ich vermochte es nicht! Soll ich sagen, er lebt! Und dann geht er doch wieder von.„ größeres Leid als vorher zurücklassend. Glauben Sie. eine Mutter gibt den Sohn zum zweiten Male her, ohne daran zugrunde zu gehen? Und Frau Anna. würde ich nicht ihr ganzes Leben zerstören? Sie liebt! Den Domkantor liebt sie. und ich kann sie versteben. Man muß ihn lieben, diesen prächtigen Mann. der Besten einer. Und jetzt soll sie vielleicht auf das große Glück, das ihr das Leben bis heute schuldig geblieden ist. verzichten, soll wieder an einen Krüopel gebunden sein?!" „Geht es anders? Sie können nicht schweigen. Herr Geheimrat. Sie müssen reden!" „Ich kann nicht!" wehrte sich der Geheimrat ver9 e „Arbeit? Du siehst recht schwächlich aus. Was warst du zu Hause?" „Ich habe studiert.“ „Das kennen wir! Und dann hast du alles Mögliche gemacht. Und dann hat die Familie dich abgeschoben.“ Die Worte wurden höhnisch hervorgestoßen. Aber Hausen behielt sein Lächeln.„Ich will gerne arbeiten.“ antwortete er.„Aber lieber immer wieder wo anders. Ich bin hier, um Eindrücke zu sammeln. nicht um Geld zu verdienen.“ „Also Abenteurer! Die Sorte kenne ich zur Genüge. Vor einer Woche saß hier auch jemand. der mich um Reisegeld nach Hause bat. weil er hier nicht vorwarts kam.“ „Er war kronk.“ warf Grete ein. „So? Na. er ging hier ein vaar Tage herum. und eines Morgens, als ich hinauskam, war er fort, der gute Rasmussen, und zwar mit einem meiner Pferde.“ „Ich werde Ihre Pferde bestimmt in Ruhe lassen.“ sagte der Fremde.„Ich ziehe es vor, zu Fuß zu gehen. Und falls ich hier unwillkommen bin, gehe ich noch heute abend weiter.“ „Na. das ist Unsinn. Ich wollte dich nicht beleidigen. Du findest hier schon eine Schlafstelle. Also gute Nacht!“ Estmark stand auf und ging hinaus. Es wurde schnell dunkel. Er sah nach dem Jungen. Die Atemzüge gingen schwer. Estmark setzte sich auf die Treppe und steckte seine Pfeise an. Wenn nur der Junge erst wieder gesund wäre. In der Heimat konnte man in Krankheitsfällen einen Arzt haben. Hier war das fast unmöglich. Nur Frau Saeby. die früher Krankenschwester gewesen war und manchmal in dringenden Fällen Hilfe schaffte. konnte man erreichen, aber auch das war ein weiter Weg bis zu ihr. Und wer wußte, ob es etwas Ernstes mit dem Kind war? Grete kam und setzte sich zu ihm.„Du warst nicht gerade freundlich zu Hansen. Er sieht doch ganz ordentlich aus!“ „Das sagst du von allen. selbst wenn sie Pferde stehlen.“ „Holger. kannst du das Pferd denn nicht verschmerzen? Laß uns lieber hineingehen. Du siehst so müde aus. Leg dich schlafen, ich möchte bei dem Jungen wachen.“ Einige große Regentropfen schlugen an das Fenster. als Estmark sich hingelegt hatte. Es machte ihm keine Freude. Eine große Gleichgültigkeit hatte ihn ergriffen. Es kam ihm vor. als habe er nur einen Augenblick geschlafen, als er wieder die Augen aufschlug. Der Regen strömte nun hernieder. Grete stand über ihn gebeugt. „Holger. der Kleine bekommt fast keine Luft mehr. Er ist ganz blau im Gesicht.“ Mit einem Satz war Estmark aus dem Bett.„Ich hole Frau Saeby!“ „In diesem Wetter?“ „Ich muß es versuchen. Sonst verlieren wir unseren Jungen. Versuche alles, was möglich ist, bis ich wiederkomme.“ Er lief hinaus, holte ein Pferd und wart einen Sattel darauf. Der Regen schlug ihm veitschend das Gesicht. Er war sofort durchgeweicht, es blitzte stark. aber die Blitze erhellten den Weg. Es mußte ihm glücken. Frau Saeby zu holen. Estmark beugte sich über den Hals des Pferdes. Aber gerade als er das Pferd wieder antreiben wollte, kam ein dumnfer Laut wie ein Gewehrschuß zu ihm. Einen Augenblick war er wie gelähmt vor Schreck. Was ging da vor? War der Fremde ein Bandit und Grete kämpfte mit ihm? In wilder Jagd trieb er das Pferde nach Hause. Als er näher kam. sah er, daß im Haus und im Wohnwagen Licht brannte. Die Türen standen weit auf. Estmark sprang vom Pferd und blickte durchs Fenster. Jetzt sah er. wie sich der Fremde über das Bett des Kindes beugte. Ein Messer blitzte auf dem Tisch. Mit einem Satz war Estmark oben im Wagen. Gleich darauf erhielt er einen Schlag unters Kinn. und als er aufstehen wollte, merkte er ein vaar starke Arme, die ihn hielten. Was war los? Er schlug um sich und hörte erst damit auf. als er Gretes Stimme vernahm. Klagend rief sie:„Holger. was ist denn nur mit dir? Warum gingst du denn auf den Doktor los?“ „Auf welchen Doktor?“ „Hansen: er ist Arzt und hat unseren Jungen gerettet.“ Sie zog ihn mit sich fort bis zum Hause. Dann berichtete sie:„uis du fortrittest, erwachte Hansen. Er kam angelaufen, um zu hören, was denn los sei. Und als er den Jungen sah. lief er wieder zu seinem Lager und kam mit seinen Instrumenten wieder. Dann mußte ich warmes Wasser holen. und ich gab einen Schuß ab, damit du umkehren solltest." „Und der Junge ist gerettet?“ „Ich glaube bestimmt.“ „Ja.“ klang eine ruhige Stimme. Hansen stand in der Tür.„Der Junge kommt durch, aber es war im letzten Augenblick, daß ich den Schnitt machen konnte.“ Estmark stand auf. „Ich danke— und bitte um Verzeihung.“ Er mußte sich wieder setzen, so zitterten seine Beine von dem Schrecken. Hansen ging wieder zu dem Jungen. und als die Eltern nachkamen, lag der Kleine ganz ruhig und schlief. Berechtigte Uebertragung aus dem Dänischen von Karin Reitz. 9 6 zweifelt.„Noch nicht! Ich bin ein Mensch. der wieder fühlen gelernt hat durch das Wunder! Ich bin ein Mensch, der weiß, was Leid bedeutet. Soll noch mehr Leid erwachsen aus allem?“ Dr. Eck verstand ihn nur zu gut, aber er wußte keinen Ausweg aus dieser seelischen Not. Der Geheimrat erhob sich. „Ich weiß, was ich zu tun habe, was ich vor Gott verantworten kann! Gott. die höhere Macht über uns. ich glaube an sie! Ja, felsenfest glaube ich an sie, und ich lege die Entscheidung in Gottes Hand. Erfüllt er das letzte Wunder und läßt Richard gesund werden, dann will ich Anna, dann will ich die Mutter mit dem Sohne vereinen!“ „Und sonst?“ „Soll niemand als wir drei Menschen, die schweigen können, je von diesem großen und doch so schmerzlichen Wunder erfahren! Unsere Lippen müssen dann versiegelt sein. Es muß sein. Doktor Eck! Ueberwinden ist das Schwerste, aber hier in diesem Falle dann das Barmherzigste! Wir können nicht noch mehr Leid erwachsen lassen. Das müssen Sie einsehen!" Stumm drückt Dr. Eck die Hand des Geheimrats Der Domkantor ist seltsam verändert. Alle spüren es und am meisten Frau Anna, die unter seiner plötzlichen Zurückhaltung leidet. Stephan Inniger wagt kaum in ihre Augen zu blicken. jedes Wort der Liebe, das sie zu ihm spricht, kommt ihm wie Verrat vor. Er weicht ihr aus, sagt ihr, daß er gesundheitlich nicht recht auf der Höhe ist. und zieht sich zeitig zurück. Frau Anna aber sieht ihm bange nach. Auch Zenzi begreift den Bruder nicht. und sie hat. wie Anna. das Gefühl, daß etwas geschehen ist, etwas das tief einschneidend in sein Leben ist. Sie sucht den Bruder auf. der am Harmonium sitzt wie immer, wenn er sich innerlich aufrichten will. Und sie fragt ihn. Da sieht er sie ernst an und sagt:„Du mußt mit glauben, daß ich nicht ohne Grund so bin. Aber ich kann dir den Grund jetzt nicht sagen, meine Livven müssen schweigen.“ (Fortsetzung folgt). I. 8e1.— us. 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Oktofer letzten Jahres. als unser Herner Boxer Kubiak, der im Verlauf des Kampfabends: Herne 22— Polizeisportverein Essen im Kolpingshaus seitens seines Vereins für seinen 100. Kampf besonders geehrt wurde. Richtungweisend und ermunternde Worte fand der Vereinsführer für seinen Aktiven, Blumen und sonstige Aufmerksamkeiten wurden überreicht. Aber auch ein Kofser sand sich unter den Geschenken, der mit den Worten übergeben wurde, daß Kubiak noch einmal Gelegenheit haben möchte, diesen zwecks Erledigung höherer Aufgaben packen zu müssen. Unser Mitarbeiter Karlchen unterstrich denn auch gerade in der folgenden Samstagsplauderei diese gutgemeinten Worte noch einmal besonders. Er steuerte schon damals sehr deutlich auf das Ziel los und nannte als solches die Teilnahme an den deutschen Boxmeisterschaften. Mag man auch damals diese Wünsche als zu hoch gespannt und verstiegen angesehen und bezeichnet haben, wer aber den damals von uns veröffentlichten Werdegang des Borers Kubiak aufmerksam gelesen hat und auch sonst öfter Zeuge seiner gelieferten Kämpfe gewesen ist, durfte immerhin die stille Hoffnung hegen, daß hier ein Talent in der Entwicklung begriffen und am Reifen war, das sich für höhere Aufgaben vorbeleitete. Wir schrieben Ende Oktober u. a.: Theo Kubiak, der Lieblina der Herner Vorsportgemeinde, wurde am 21. Januar 1918 in Herne geboren. Im Jahre 1933 begann seine Laufbahn als Faustkämpfer. Er trat damals dem Borsportclub 1922 Herne bei, dem er in unterbrochener Folge noch angehört. Kubiak konnte als Jugendlicher bereits große Erfolge feiern. Nur einmal wurde er als solcher knapp nach Punkten besiegt. Als der junge Herner in der Jugendklasse, wo er sich schon bald einen ausgezeichneten Namen verschafft hatte, keine gleichwertigen Gegner mehr finden konnte, ließ er sich im Jahre 1934 bereits zum Senior erklären. In der Seniorenklasse setzte er als Leichtgewichtler seine Erfolgsserie fort. Gegen gute Kämpfer aus Westdeutschland kam er zu prächtigen Siegen. Durch seine besonderen Leistungen hatte er sich bereits recht früh einen starken Anhang gesichert. Sein größter Sieg im Jahre 1934 war der sichere Eerfolg über den Heeresmeister Gloger (Kassel 26), aber auch die Siege über Rauen(Kupferdreh). Seiffert(Bochum), Quintemeyer(Gronau) und Bast(Dortmund) erregten in Borkreisen großes Aufsehen. Im Jahre 1935 konnte Kubiak Siege auf Siege feiern. Besonders erwähnen möchten wir die Erfolge über Lidert(Gladbeck) Mancyk (Bochum), Timm(Dortmund 20), Stephaniak(Castrop=Rauxel), Kaisler(Bochum), Grüter(Essen) und Mülders(Viersen). Beachtlich sind auch die erzielten Unentschieden gegen Herchenbach(Elberfeld), Kartz(Oberhausen) und Kalinowski(HerneSodingen). Lediglich von Jakubowski(Bochum) und dem mehrfachen deutschen Meister Schmedes (Dortmund) wurde der junge Herner im Jahre 1935 knapp nach Punkten besiegt. Im Jahre 1936 kletterte Kubiak ebenfalls sehr erfolgreich in den Ring. Seine Siege über Kaisler(Bochum), Melzer Hamborn), Koch(Soest), Kalinowski(Herne=Sodingen), Fritsche(Ahlen) und Fischer(Gronau) bewiesen seine stets aufsteigende Form. Unentschieden trennte er sich in diesem Jahre von Schumacher Düsseldorf=Neuß), Kalinowski(Herne=Sodingen) und Wagenführ(Altena). Theo Kubiak, der inzwischen ins Weltergewicht übergewandert war, mußte sich dem Schalker Murach, dem Soester Koch und dem Wanne=Eickeler Gaumeister Pries 1 knapp nach Punkten beugen. Die Kämpfe im Jahre 1937 sahen einen äußerst starken Kubiak. Nur einmal blieb er recht knapp nach Punkten geschlagen. Sein Bezwinger war Kaisler(KSV Bochum), den er vorher schon mehrfach bezwungen hatte. Seine bemerkenswertesten Siege erzielte er über Vogelsang(Lengerich), Rolfmeier(Minden), Pörtner (Herford), Kalinowski(Gladbeck), Lohäfener(Edelstahl Dortmund) 100. Kampf), Pries 1(WanneEickel), Zimmermann(Oberhausen) und Cielski (Herten). Unentschiedene Ergebnisse gab es gegen Quinot(Körne), Wagenführ(Altena) und Schumacher(Neuß). Seinen 100. Kampf trug Kubiak bei einer größeren Boxveranstaltung in Wanne=Eickel gegen den Dortmunder Lohöfener aus, den er klar nach Punkten besiegte. Inzwischen hat der junge Herner bereits einige Kämpfe in auswärtigen Ringen ausgetragen. Insgesamt trug Kubiak bisher 105 Kämpfe aus. Davon konnte er 81 siegreich gestalten und 23mal k. o.=Sieger werden. Unentschieden verliefen 17 Kämpfe, während seine Rekordliste in allen Jahren nur sieben Niederlagen aufweist. Nach dieser Aufstellung hat Kubiak weitere neun Kämpfe siegreich gestalten können. Von diesen gewann er acht nach Punkten und einen durch technischen k. o., so daß die Gesamtbilanz folgendes Aussehen hat: 83 Kämpfe wurden von Kubiak nach Punkten gewonnen, 24 durch techn. k. o., während 7 Treffen mit knappen Niederlagen endeten— 114 Starts. Da kann man wirklich behaupten, daß die Laufbahn des sympathischen Heiner Boxers bisher sehr erfolgreich gewesen ist. Kubiak zeigte sich aber auch immer als ein echter Sportsmann, weshalb er auch überall sehr geschätzt wird. In der Zwischenzeit holte sich unser tüchtiger Herner Boxer noch den Titel eines Gaumeisters von Westfalen im Mittelgewicht, der ihm wiederum die Berechtigung zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Frankfurt am Main einbrachte. Diese Kämpfe finden nun in der Zeit vom 12. bis 15. April(also nächste Woche) statt. Am Montag treten die westfälischen Teilnehmer die Fahrt nach Frankfurt an, wo bereits am ersten Tage gegen 80 Paarungen angesetzt sind. Am nächsten Tage finden gegen 36 Kämpfe ihre Erledigung, so daß am Karfreitag die Meister, die Zweit=, Dritt= und Viertbesten ermittelt sein werden. Hoffen wir, daß unser Herner Teilnehmer bei diesen Kämpfen günstig abschneiden wird. Glück gehört allerdings auch bei diesen Auseinandersetzungen dazu, wo sich Deutschlands beste Kräfte im Amateurboxsport treffen. Dieses Glück aber und vielen Erfolg wünschen wir unserem sympathischen Landsmann für Frankfurt. Im Handball alles klar Westfalia Herne sicherte sich für Herne eine Meisterschaft. Nun ist in allen Handballklassen alles klar, Meister= und Abstiegskandidaten sind ermittelt. Nur die Spiele um die Deutsche Meisterschaft und um den Aufstieg zur Gauklasse stehen noch aus. In der Gauliga heißt der neue Meister ein weiteres Mal: Hindenburg Minden. Nachdem die Pioniere im Anfang der Meisterschaft sehr viel Boden verloren hatten und schon keiner mehr mit ihnen rechnete, kam die Soldatenmannschaft unerwartet stark auf, und es gelang ihr noch, mit dem Zweiten der Tabelle gleichzuziehen. Im Entscheidungsspiel wurde Eintracht Dortmund endgültig auf den zweiten Tabellenplatz verwiesen. Die Mindener Pioniere sind zurzeit in bester Form und dürften den Gau Westfalen ehrenvoll in den Endspielen vertreten. Hervorragend hielten sich in dieser Klasse die beiden Neulinge Gevelsbera und Tus Holsterhausen, welche den 3. und 4. Tabellenplatz belegten. Das ist eine besonders anerkennenswerte Leistung gegenüber den anderen alten Handballvereinen. Zwei dieser alten Kämpen treten nun den Abstieg in die Bezirksklasse an. Mit Arminia Bielefeld verschwindet der letzte Gauligist der Leinenstadt aus Westfalen höchster Klasse, nachdem in den letzten Jahren schon der BfB Bielefeld und Grün=Weiß Bielefeld abtraten. Von diesen muß nun wieder der BfB sogar den Weg in die 1. Kreisklasse antreten. GrünWeiß dagegen schaffte es bis zum zweiten Tabellenplatz. Neben Arminia Bielefeld steigt auch der DSC Hagen ab. Die alten Kämpen aus der Handballstadt waren ebenfalls die letzten Vertreter ihrer Stadt. Schafft es kein Hagener Verein in den Aufstiegsspielen, so hat auch Hagen keinen Verein mehr in der Gauliga. In der Bezirksklasse sind alle Gruppenmeister ermittelt, der Meister der hiesigen Gruppe, Henrichtshütte, hat zwar in den Aufstiegskampf eingegriffen, hat aber kaum noch Aussichten, sich hier durchzusetzen. Das ist bedauerlich und beweist erneut, daß die hiesige Bezirksgruppe nicht sonderlich stark ist. Weitere Gruppenmeister sind: Hüttenverein Dortmund, Schalke 96, Reichsbahn Hagen, Post Hagen, Reichsbahn Recklinghausen=Ost, Münster 08, Künsebeck, Jöllenbeck, MSV Arnsberg, Dankersen, MSV Preußen Hamm, Weitmar, MSV Rheine, MSV Höxter. In mehreren Gruppen ermittelte man die Gruppenmeister, welche dann unter sich die beiden Aufsteigenden ermitteln. Sehr groß ist die Zahl der absteigenden Mannschaften. Aus jeder Gruppe treten die letzten vier ab, das ist ein hartes Schicksal; man will aber unbedingt die Spielstärke der Bezirksklasse heben. Aus der hiesigen Gruppe steigen ab: TV Röhlinghausen, SpVg Röhlinghausen, TB Eickel und Friesen Bochum. Besonders hart wird hier unsere Nachbarstadt WanneEickel betroffen, welche gleich drei Vereine verliert und nun nur noch im Turnklub Wanne einen Bezirksvertreter hat. In allen Gruppen verschwinden Karlchens lautes und freudiges„Ja!“ Der Schwanengesang der Wiener Profis im Pruter.— Herr Nerz wird es in Zukunft nicht mehr so schwer haben.— Der Tanz um die„Viktoria".— Fahrten in die Provinz. die keinen rühmlichen Ausgang nahmen.— Die Parole für alle Sportsfreunde am 10. April. Also, da haben die Wiener Fußballer doch noch zuguterletzt ihren guten, alten Ruf bewahrt, hat die berühmte Wiener Fußballschule noch einmal einen großen Triumph gefeiert. Die 60000, die im Wiener Prater diesem letzten„Länderspiel“ zwischen Oesterreich und Deutschland einen würdigen Rahmen gaben und es wie ein großes Volksfest feierten, konnten den in jeder Beziehung verdienten 2:0=Sieg der Wiener Elf bejubeln. Es war gleichsam so, als wollten die Wiener Profis, bevor sie jetzt den Weg ins Lager der großen deutschen Familie antreten, noch einmal alle ihre Trümpfe ausspielen. Der Herr Dr. Nerz und seine Paladine werden zwar ob der Niederlage der von ihnen ins Feld geschickten Elf nicht gerade entzückt gewesen sein, aber andererseits werden sie mit dem frohen Bewußtsein nach Haus gefahren sein, daß der deutsche Fußballsport diese„Wiener Importe“ ehr gut vertragen kann. Wenn sich die Einordnung des österreichischen Fußballs in das große Ganze, das uns nach dem 10. April verbindet, vollzogen hat, dann wird sich eine deutsche Nationalelf herausbringen lassen, die wirklich keinen Gegner mehr zu fürchten hat. In diesem Sinne will auch Karlchen den letzten Länderkampf, den wir in der Stadt der Walzer absolviert haben, ab acta legen. Derweil die Wiener den stolzen Sieg davontrugen und sich ihre Landsleute noch einmal an dem Können der„Wunderelf" begeistern konnten, ging in den deutschen Gauen der Kampf um die„Viktoria“ weiter. Der derzeitige Hüter und Beschützer der spröden Jungfrau, Schalke 04, war diesmal Zaungast. In seiner Gruppe ist nun glücklich niemand mehr ohne Verlustpunkt. Die Berliner„Störche" brummten den „Mannemern, die durch ihren 6:1=Sieg über Dessau 05 so mächtig aufhorchen ließen, eine 3:1=Packung auf. Damit stehen die Mannen um Szepan relativ wieder einmal am günstigsten, die Partie ist wieder völlig ausgeglichen. Wie die Dinge hier auslaufen. wird man nach den Ostertagen schon klarer sehen. Denn während der Feiertage wird sich allerhand tun. So absolviert Schalke gleich zwei Spiele. Am Karfreitag fahren die Knappen nach der Stadt des„ollen Dessauers“, und am Ostermontag gibt der BfR Mannheim in der Glückauf=Kampfbahn seine Visitenkarte ab. Soweit Karlchen im Bilde ist, steht man am Schalker Markt den Dingen mit Ruhe und Zugute Vereine mit traditionsreicher Vergangenheit. In Zukunft wird man die restlichen Vereine von zwei Gruppen zusammenlegen, also die vier verbleibenden Vereine jeder Gruppe und die beiden Kreismeister der Gruppen Bezüglich Meister= und Aufstiegsvereine ist es in diesem Jahr in unserer Stadt gegenüber den Vorjahren sehr mager bestellt. Es ist um so erfreulicher, daß es der 1. Handballelf von Westfalia Herne gelungen ist, sich die Meisterschaft der 1. Kreisklasse zu sichern. Nach einer unbeugsamen harten Arbeit gelang es der Elf, sich durchzusetzen und den Meistertitel mit einem Punkt Vorsprung vor ihrem Bochumer Namensvetter und dem Herner Turnklub an sich zu reißen. Zum Beweise führen wir noch einmal das Tabellenbild der Spitzengruppe an, hieran erkennt man, wie schwer den Strünkedern der Aufstieg gemacht wurde: Westfalia Herne 16 13 1 2 152:64 27:5 Westf. Bochum 16 12 2 2 114:65 26:6 Herner Turnklub 16 11 0 5 112:69 22:10 Der Weg bis zur Meisterschaft war ein schwerer und wurde nur durch echte Kameradschaft errungen, obwohl manche Schwierigkeiten zu überwinden waren, hervorgerufen durch Verletzungen, Krankheiten usw. Nur die vorsorgliche Nachwuchsheranbildung gab hier aber den Ausschlag zum endgültigen Erfolg. Genau 20 Spieler waren an dieser Meisterschaft beteiligt und nicht einer konnte alle Spiele durchhalten. Wären keine guten Ersatzkräfte zur Stelle gewesen, so wäre das Ziel nicht erreicht worden. An der Meisterschaft beteiligt waren folgende zwanzig Spieler: Starke, Schorrig, Klopothek, Telkemeier, Rybicki, Föllmer, Servais, Groschek, Padberg, Simon, Rosche, Kaminski, Wille, Rathmann, Stallmann Tietz, Joyt, Oleinik, Keßler, Kleinhubbert. Nun steigen die Strünkeder nach zweijähriger Abwesenheit wieder zur Bezirksklasse auf. Im vergangenen Jahr langte es bei 16 Spielen und 17:15 Punkten nur zum fünften Tabellenplatz. An siebter Stelle lag der Turnklub Herne mit 12:20 Punkten, und den dritten Platz belegte VfL Herne mit 18:14 Punkten. Westfalia Herne und der Turnklub Herne verbesserten in diesem Jahr ihre Tabellenplätze ganz erheblich. Schlechter erging es aber dem VfL Herne, der dem Abstieg verfallen ist, nachdem man ihm am grünen Tisch eine Reihe Punkte abnahm. Er wird also zur 2. Kreisklasse absteigen, wo der Meister in der SS=Sportgemeinschaft Bochum ermittelt wurde. Diese nahm erstmalig an den Punktespielen teil und sicherte sich gleich im ersten Gang nach 11 Spielen mit 22:0 Punkten ungeschlagen den Titel vor dem Tklb. Weitmar 82 mit 16:8 Punkten. Damit waren die Serienspiele bis auf einzelne belanglose Treffen bereits erledigt. Noch keine Entscheidung ist bei den Jugendspielen gefallen. Hier versicht entgegen. Die„Verlustliste“ hat inzwischen keine Bereicherung erfahren, vielmehr hört man, daß Kalwitzki, Szepan und Gellesch wieder ganz auf dem Damm sind. und den„Remonten“, die in Berlin von so starkem Lampenfieber befallen waren, wird der Bumbas inzwischen energisch auf den Zahn gefühlt haben. Also sehen auch wir Westfalen den kommenden Gefechten mit der so viel an uns gerühmten Bierruhe entgegen. In den anderen Gruppen gab es mancherlei Ueberraschungen. So vollführten die Stuttgarter mal wieder einen ihrer vielberühmten Schwabenstreiche und schickten die wackeren Schlesier mit 7:1 nach Haus. Immerhin hat sich die Düsseldorfer Fortuna bereits einen derartig netten Vorsprung verschafft, daß sie kaum noch einzuholen ist. Jedensalls sind in dieser Gruppe Janes, Czaika und Genossen nach wie vor Karlchens Trumpf. Einen gefährlichen Konkurrenten hat der 1. FC Nürnberg in Hannover 96 erhalten, denn nach der 2:1=Niederlage an der Leine wird es dem„Club" allerhand Mühe machen, in diesem Jahr den Anschluß an die letzten Eier zu bekommen. In der vierten und letzten Gruppe werden sich nach Karlchens Meinung der Hamburger SV und Eintracht Frankfurt um den Titel streiten, wobei die Chancen pari stehen. Ansonsten hat sich im Fußball ja nicht gerade viel getan. Unser heimischer Gauligist ist nicht mit Ruhm bedeckt von seinen Ausflügen in die„Provinz“ heimgekehrt. Es war für Karlchen und die übrigen Herner Fußballfreunde wirklich kein Vergnügen, die Kritiken in Fußballfachblättern zu lesen. Scwohl in Wewird die Jugend von Westfalia Herne ins Endspiel um die Bannmeisterschaft kommen und diese hoffentlich gewinnen. Hindenburg Minden- Mesn Leipzig verlegt Der westfälische Handballmeister MSV Hindenburg Minden hatte für kommenden Sonnabend den Deutschen Meister im Handball MTSA Leipzig zu einem Freundschaftsspiel nach Minden eingeladen: Wegen der Veranstaltungen des großdeutschen Tages wird das Spiel verlegt. Der genaue Termin steht noch nicht fest, doch wird das Treffen in aller Kürze ausgetragen. Für Westfalen hat das Spiel eine besondere Bedeutung, da man schon in etwa sehen kann, welche Rolle unser Vertreter bei der Deutschen Meisterschaft einnehmen wird. Nolizei Berlin Handballmeister Vor stattlichem Besuch fiel im Polizei=Stadion in Berlin die Entscheidung um den Gaumeistertitel im Handball des Gaues Brandenburg. Der PolizeiSportverein schlug den ATV mit 7:1(5:0) sicherer als erwartet. Da die ausstehenden Spiele gegen die Leibstandarte SS nicht ausgetragen werden, haben die Ordnungshüter mit einem Punkt Vorsprung vor der Beamtenvereinigung die Meisterschaft gewonnen. Nunmehr stehen alle Gaumeister, die sich an den Kämpfen um die Deutsche Meisterschaft beteiligen, fest. Jeutscher Amateur=Billard=Verband Der Billardklub Herne=Stamm 1928 veranstaltet in seinem Klubheim Jäger=Wand, Herne, MontCenis=Straße 93, in der Zeit vom 11. bis einschließl. 16. April 1938 eine Jubiläums-Pokal=Woche. Folgende Vereine nehmen teil. 1. B.Sp.V. Wattenscheid=West, 2. B.Sp.V. 1934 Gelsenkirchen, 3. Amateure Bochum, 1. Mannschaft, 4. Amateure Bochum, 2. Mannschaft, 5. B.Sp.V. Fortuna Schalke, 6. B.Sp.V. Bochum=Werne, 7. B.Sp.V. Castrop=Schwerin, 8. B.Sp.V. 1927 Herne, 9. B.Sp.V. Grüner Ring, Wanne, 10. B.Sp.V. Alt=Börnig, Herne, 11. B.Sp.V. Gelsenkirchen=Bulmke, 12. Herne=Stamm 28, außer Konk. Karfreitag beginnen nachmittags die Mannschaftskämpfe um den Jubiläums=Pokal. Abends findet ein großer Fünfkampf auf kleinem Billard zwischen Jarschel=Dortmund und Böcke=Wattenscheid statt. Beide sind Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft im Fünfkampf am 23. und 24. April in Dortmund. Tenet Weltmeister Besselmann gab in der 12. Runde auf. Nach ganz kurzer Zeit stand Berlin schon wieder im Mittelpunkt des Boxgeschehens. Zum dritten Mal kam ein Weltmeisterschaftskampf im Berliner Sportpalast vor nahezu 8000 Zuschauern zum Austrag. Fiebernd sahen die Boxsportfreunde dem Hauptkampf des Abends um die Nachfolge von Marcei Thil entgegen. Die schöne Hoffnung, im Mittelgiewicht einen zweiten Weltmeister zu stellen, hat sich nicht erfüllt. Nach einem bis zur elften Runde ausgezeichneten Kampf gab Besselmann in der zwölften Runde völlig zermürbt auf. Es bewahrheitete sich wieder, daß Beiselmann mit seinen empfindlichen Nerven einem Kampf mit so hohem Einsatz über 15 Runden einfach nicht gewachsen ist. Dabei boxte er zwei Drittel des Kampfes wahrhaft meisterlich und führte knapp nach Punkten, als der Franzose in der elften Runde unerhört hart loslegte und auf den Kölner einhämmerte. Die zwölfte Runde trat Besselmann nur mit schwacher noch einmal zum Kampf. Nach einem Treffer von Tenet beugte sich Besselmann über die Seile und begab sich in seine Ecke. Besselmann gab auf und der Ringrichter mußte Tenet als Europa= und Weiimeister ausrufen. Wiener Ac tritt geschlossen der SA bei Einen feinen Beweis nationalsozialistischer Gesinnung liefert die Vereinsleitung des Wiener Athletic= Sportclubs in einem Schreiben an die Mitglieder des Vereins. Darin heißt es, daß mit dem Dank an den Führer, der am 10. April bei der Wahl mit einem begeisterten„Ja" bekundet wird, alle gleichzeitig die Pflicht übernommen haben, Soldaten des Führers zu werden. Deshalb soll jedes Mitglied der SA beitreten und sich in eine im Clubsekretariat ausliegende Liste eintragen, um dann die Erklärung des geschlossenen Eintritts in die SA abgeben zu können. sel als auch in Siegen war man demzufolge ob der Leistung des„Schalke=Rivalen“, wie es in einem Bericht hieß, ziemlich enttäuscht. Von einer Elf, die Schalke solche großen Kämpfe geliefert hat, erwartet man nun einmal in solch kleineren Städten etwas ganz Besonderes. Zugegeben, daß die Fahrt der Elf unter besonders schwierigen Verhältnissen angetreten werden mußte, aber danach fragt die große Allgemeinheit nicht. Sie richtet sich nach dem, was sie sieht, was sie liest, läßt sich in ihrem Urteil nach dem Ergebnis beeinflussen. Und so gibt Karlchen sich der Hoffnung hin, daß man am Schloß Strünkede sich diese Sache ernstlich zu Gemüte geführt hat und bestrebt sein wird, diesen ungünstigen Eindruck in Bälde zu korrigieren. Jedenfalls würde es Karlchen freuen, wenn die weiteren Freundschaftsspiele des SCW dem Fußballansehen unserer Stadt mehr Ehre einbringen würden. Doch ist heute nicht der geeignete Zeitpunkt, sich kritischen Gedankengängen hinzugeben. Heute ruht der Lederball, auch die deutsche Sportjugend steht voll und ganz unter dem Eindruck des großen weltgeschichtlichen Ereignisses, das der 10. April dem gesamten deutschen Volke bringen wird. Heute gibt es nur ein lautes und freudiges„Ja“! Und in diesem Sinne will Karlchen es heute kurz machen und geschlossen mit allen Herner Sportsfreunden morgen an die Wahlurne treten, um dem Führer den Dank zu bezeugen für all das. was er für Großdeutschland getan hat und noch tun wird. 4 Das NSKK und der Führerschein Klasse 4 RSG) Die Motor=Gruppe Westsalen teilt mit: Am 1. Oktober dieses Jahres müssen die Fahrer der visher noch führerscheinfreien Kraftfahrzeuge bis zu 20 Klm. Höchstgeschwindigkeit und der Kraftfahrzeuge bis 200 Kubikzentimeter Hubraum im Besitz der Führerscheins der Klasse 4 sein. Die Erteilung des Führerscheines Klasse 4 wird von der Ablegung einer Verkehrsprüfung abhängig gemacht. Diese Verkehrsprüsung wird nach den gesetzlichen Bestimmungen von den Polizeibehörden abgenommen. Eine Ausnahme hiervon ist für die Männer des NSKK. einschließlich der Korvsangehörigen und alle Angebörige der HJ. vorgesehen, die die Verkehrsprüsung bei den Motorstandarten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorvs ablegen können. Damit erweitert sich das große Aufgabengebiet des RSKK, und eine weitere umfangreiche Aufgabe, die ebenso wie der Verkehrserziehungsdienst in der vorbildlichen und gründlichen Arbeit für die Verkehrssicherheit der Straße begründet liegt. Die Verkehrsprüsungen werden von den Führern der Motorstandarten in Verbindung mit sachlich geeigneten RSKK.=Führern durchgeführt. Der zu Prüfende hat nachzuweisen, daß er über genaue Kenntnisse der Verkehrsvorschriften und ihrer praktischen Anwendung verfügt. Ort und Zeit der Prüfungen werden jeweils im voraus bekanntgegeben, jedoch empfiehlt es sich. die Antrage zur Verkehrsprüjung rechtzeitig zu stellen, da in den letzten Wochen vor dem 1. Oktober mit einem starken Andrang zu den Prüfungen zu rechnen ist. Als Prüfungsort sind in erster Linie die überall im Bereich der Motoraruppe Westfalen bestehenden NSKK.=Sturmheime, welche alle über vorbildlich eingerichtete Verkehrsunterrichtsräume verfügen. vorgesehen. Zulassungsanträge zur Verkehroprüsung sind an die jeweils zuständige Motorstandarte zu richten. Schachklub Herne- Turm Wanne unentschieden. Herne weiter in Führung. Nichtwertung der Spiele von Turm=Herne?] Schachklub Herne protestiert. Der interessanteste Kampf der 6. Runde der Mannschaftskämpfe im Schachkreis Herne war die Begegnung der Spitzenkandidaten Schachklub Herne und Turm=Wanne. Daß beide ziemlich gleichwertig sind, beweist das Unentschieden von 4:4 5:5) Punkten, das nach hartnäckigem, fünfstündigem Spiel herauskam. Die Tabellenspitze hält Herne mit 34½:13½ Punkten aus fünf Kämpfen, während Turm mit 28½:11½ Punkten aus vier Spielen ähnlich, vielleicht auch etwas günstiger steht. Erst die Schlußrunde wird uns zeigen, wer Kreismeister wird. Im Spiel der beiden B=Mannschaften siegte Herne mit 6:2(8:2) Punkten. Die Sodinger, deren gar nicht schlechte Mannschaft in diesem Jahre stark enttäuscht, verloren gegen Turm=Herne mit 2:6(2:8) Punkten. Deutlich zeigen damit die Türmer, daß ihre A=Klasse, wen vollzählig am Platze, die Schlagkraft früherer Jahre besitzt. In Wanne=Eickel fand der Kampf zwischen Aljechin und Castrov=Schwerin statt. Knapp mit 4½:3½(6:½:3½) Punkten siegte Aljechin. Stand nach der 6. Kunde. Klasse 21: Sp. gew. un. verl. Schachklub Herne 5 3 1 1 34½:15½ Turm=Wanne 4 3 1 0 28½:11½ Castrop=Schwerin 4 2 0 2 24:16 Alsechin 4 2 0 2 19½:20½ Springer 4 2 0 2 17½:22½ Sodingen 4 1 0 3 14½:25½ Turm=Herne 5 1 0 4 11½:38½ Klasse 3: Sp. gew. un. verl. Pkt. Sodingen 3 2 1 0 19:10 Schachklub Herne 3 2 0 1 18•12 Springer 4 0 2 2 13:26 Castrop=Schwerin 2 1 0 1 12:8 Turm=Wanne 2 0 1 1 7:13 Die 7. Runde der Mannschaftskämpfe wird am 24. April ausgetragen. Es spielen: Turm=Wanne— Sodingen: Castrop= Schwerin— Schachklub Herne und Springer— Aljechin. Turm=Herne ist spielfrei. Ist das richtig? Durch Rundschreiben gibt der Leiter des Schachkreises Herne bekannt, daß die Spiele des Schachklubs Turm=Herne nicht als Meisterschafts-, sondern als Freundschaftskämpfe zu betrachten seien und nicht gewertet würden. Grund der Maßnahme: Das zweimalige Nichtantreten Turms. Gegen diesen Bescheid hat der Schachklub Herne, der sich benachteiligt fühlt, Einspruch erhoben. Das erste Lustreisen=Rennen der Welt Im Juli 1888 erhielt bekanntlich J. B. Dunlov. ein Tierarzt in Belfast=Icland, das Patent auf den ehen von ihm erfundenen Luftreifen. Im Mai des folgenden Jahres erlebte dieser Luftreifen in einem Fahrradrennen seine Feuertaufe. Aus zeitgenössentlichen Schilderungen zusammengestellt geben wir ein anschauliches Bild von diesem ersten Rennen. Es war am 18. Mai des Jahres 1889. Belfast. die lebendige, blühende Handelsstadt Nordirlands hatte ihren großen Tag. Die Aufregung. die alle Gemüter bewegte. ging nicht vom Hasen aus, nicht irgendein ungewöhnlicher Transport von Uebersee war angekommen, sie hatte auch nichts mit der Börse oder mit der Leinenindustrie zu tun. die den Lebensnerv der Stadt ausmachten. Das Fieber der Erwartung kreiste um das Sportfest von„Queen's College". um das Radrennen, das es heute dort geben sollte. Aber nicht dieses Rennen an sich war der Gegenstand der Unruhe und der eifrigen Erörterung. es war ein einziges Rad! An die Darbietung sportlicher Rennen war man gewöhnt. Hochrad und Niedexrad hatten ihre Anhänger, heute gewannen diese, morgen jene. das bing ganz vom Fahrgeschick und der Muskelkraft des Renn fabrers, oft genug auc vom Wind ab. der die Chancen zu beeinflussen vermochte. Alle diese Maschinen trugen seit ieher Vollgummikeifen, und William Hume, der sich schon seit mehreren Jahren für das Niederrad entschieden hatte, weil es ihm die größeren Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten schien, war auf der Rennbahn Favorit. Aber heute schien William Hume verrückt geworden zu sein. Er spielte mit seinem Glück und gab die sichere Aussicht auf Sieg. an der so manche Wette hing. leicht sertig aus seiner Hand. Und wer trug die Schuld? Kein anderer als dieser verdrehte Kuhdoktor und Tierarzt John Bood Dunlon aus Belfast, der sich etwas ganz Blödsinniges ausgedacht hatte. Er hatte aus ziemlich dünnen und nicht allzu wesentlich verstärkten Gummistreifen Schläuche gemacht diese um die Felgen eines Fahrrades gelegt und mit Luft aufgeblasen. Dieses unzuverlässige Zeug sollte den guten, ehrlichen Vollreisen ersetzen! Unglaublich war es. daß ein sonst so besonnener, wenn auch manchmal verUnser Schachmitarveiter reilt uns hierzu folgendes mit: Wenn das Nichtantreten Turms einen Ausschluß der Nunktwertung rechtfertigt(Ist in der Wettkampfordnung eine derartige Bestimmung enthalten?), dann hatte dieser unmittelbar nach dem Richtantreten zu erfolgen, nicht aber einige Wochen später, nachdem inzwischen weitere Runden ausgetragen wurden und die Tabellenführer festgestellt sind. Das Nichtantreten Turms geschah nicht böswillig und war hinreichend begründet. Schließlich: Ist der Ausschluß nicht Sache des Kreisspielleiters?(Wozu ist er sonst da?) Er wurde nicht gefragt, sondern vor vollendete Tatsache gestellt. Wir alle bekennen uns zum Friedenswerk des Führers und geben ihm am 10. April unler begeiltertes„Ja“! Sonstigs Svorinachrichten Spyg Schildesche— Germania Bochum Die Sportvereinigung Schildesche hat für Ostermontag den Gautigisten Germania Bochum zu einem Freundschaftstreffen eingeladen. Das Spiel wird auf dem Platz von Arminia Bielefeld durchgeführt. Unsere Voraussagen Köln. 1. R.: Gnom— Fehler— Wolkenflug: 2. R.: Brocken— Thammo— Siona; 3. R.: Stora— Finer— Agnus; 4. R.: Schill— Höllenfürst— Märchenwald; 5. R. Gastgeber— Perlfischer— Royal — Pantalion; 6. R.: Laufpaß— Gladius— Kohinor; 7. R.:(Kohinor) Graf Moltke— Golf— Hereine: 8. R.: Lonsky— Lonka— Letzter Siour. Ruhrgebiet braucht mehr Radfahrwege Hochofenschlacke als brauchbare und rationelle Deckenbefestigung. Da der Verkehr mit Fahrrädern im Umkreis der Großstädte und in Industriegegenden am stärksten ausgeprägt ist, ist es zu verstehen, wenn das dicht besiedelte rheinisch=westfälische Industriegebiet ein besonders stark von Radfahrern beanspruchtes allgemeines Wegenetz besitzt. Gerade für unseren Bezirk mit seiner Masse schwerstarbeitender Volksgenossen mit beschränktem Einkommen ist das Fahrrad vielfach das einzige Mittel. um den Menschen nach Feierabend aus dem Dunstkreis der Fabrikschlote herauszubringen in die freie Natur. Wer bei Beginn und Schluß der Arbeitszeiten in Zechen. Hütten und anderen Großbetrieben dier im Westen einmal die Scharen von Radjahrern aus den Portalen der Großindustrie heraus hat kommen sehen, der wird verstehen, daß zum Schutz der Gesundheit dieser nach Tausend und aber Tausenden zählenden Volksgenossen und im Hinblick auf den von Jahr zu Jahr gesteigerten Straßenverkehr infolge der Motorisierung der Bau von gesonderten Radwegen eine dringende Notwendigkeit darstellt. Man hat errechnet, daß bei Anlage von Radwegen die Verkehrsunfälle etwa im Verhältnis von 10:1 sinken. Die starke Zusammenballung von Städten im rheinischwestfälischen Industriegebiet erzeugt einen weit über den Reichsdurchschnitt gehenden allgemeinen Straßenverkehr. wodurch die Unfallgefahr für Radfahrer hier im Westen besonders hoch ist. Die weitgehende Trennung der Verkehrsarten(Kraftwagen und Fahrrad) ist in erster Linie für die großen verkehrsreichen Städte ein Prodlem besonderer Art. Ruhrsiedlungsverband und Gemeinden des rheinisch=westfälischen Industriegebietes haben in gemeinsamer Planung ein ansehnliches Radwegenetz festgelegt. von dem aber wegen der Kürze der Zeit nur ein geringer Teil fertiggestellt werden konnte. sodaß die Hauntarbeit noch zu leisten ist. Wenn die Notwendigkeit und Dringlichkeit des Radwegebaues insbesondere in den Verkehrs= und damit gleichzeitig auch gefahrreichen Großstädteb zu keiner Diskusion mehr steht, für die Deutsche Arbeitsfront handelt es sich hierbei vornehmlich um eine soziale Förderung, so kann auch die Technik des Radwegebaues selbst als gelöst betrachtet werden. Wenn sog. Radfahrstreisen auch kein Ideal in bezug auf Verkehrssicherheit darstellen. so sind sie doch oft in bereits ausgebauten Stadtstraßen mit geringer Fahrbahn= und Bürgersteigbreite die einzige Lösung. Gesonderte Radwege sollten eine gute Befestigung erhalten. kommt es doch darauf an. daß auch bei schlechtem Wetter die Fahrdecke nicht aufweicht und dadurch für den Radfahrer unbefahrbar wird. So sehr es bei großem Bedarf an Radwegen vermieden werden muß. kostspielige Deckenbefestigungen vorzunehmen, so wäre es andererseits ebenfalls falsch. vielleicht eine unzeitgemäße Sand= oder Kiesdecke zu wählen, die bald zerstört ist. Wenn sich für den Unterbau als Material die verschiedenen Gesteinsarten eignen, so ist es hier für den Westen natürlich, die in großen Mengen örtlich vorhandene Hochofenschlacke sowohl als Unterbau, als auch in Verbindung mit Teer als Deckend. estigung zu verwenden. Vor allen Dingen werden hierbei nur eigene Rohstoffe verwandt. Die mit einer Oberflächenteerung versehene oder mit Teersolitt abgeschlossene Decke ist wasserabweisend und bleibt auch bei ungünstigstem Wetter stets sauber befahrbar. Die Finanzierung der in den Städten vorgesehenen Radwege liegt den im Augenblick in den meisten Fällen haushaltsmäßig noch sehr stark angespannten Gemeinden ob. Zwecks Erleichterung der Finanzierung springt in vielen Fällen der Ruhrsiedlungsverband mit Zuschüssen ein. Wenn man sich also bei der Planung von Radwegen nach den zur Verfügung stehenden Geldmitteln richten muß, so darf doch mit der zunehmenden Besserung der Gemeindefinanzen erwartet werden, daß auch von Jahr zu Jahr erhöhte Beträge für den Radwegebau in die Gemeindehaushalte eingesetzt werden. „Sterngucker“ aus Leidenschaft Tagsüber an der Werkbank, abends am Himmelsrohr— Laien helfen der Wissenschaft. Die Treptower Sternwarte in Berlin veranstaltet zum erstenmal eine Ausstellung von Arbeiten der Liebhaberastronomen, denen die Wissenschaft schon so manche wichtige Erkenntnisse verdankt. „Weißt du wieviel Sternlein stehen...?“ frägt der Dichter in einem vielgesungenen Kinderlied, aber diese Frage wird wohl ewig ohne erschöpfende Antwort bleiben. Gewiß, man kann heute ungefähr die Zahl der Sterne schätzen, die den zarten Silberschleier der Milchstraße bilden— es sind ihrer 100 Milliarden!— aber es mögen annähernd 75 Millionen solcher Milchstraßensysteme den Weltenraum bevölkern, woben man auch bei dieser Mutmaßung noch im Dunklen tappt, denn niemand weiß, wo und ob überhaupt die leuchtende Welt der Sonnen und Sterne eine Grenze findet. Vor dem Begriff Unendlichkeit kapituliert das Menschenhirn. Aber gerade diese scheinbar unergründbaren Geheimnisse des Himmels haben schon immer den Menschen lebhaft beschäftigt und zu Forschungen angeregt, sodaß wir die Astronomie wohl als die älteste Wissenschaft der Menschheit bezeichnen können. Aber es sind nicht immer Gelehrte gewesen, denen wir bahnbrechende Entdeckungen in der Himmelskunde verdanken, sondern wir finden in der Geschichte genug Laiennamen, die sich um die Erforschung des Weltalls große Verdienste erworben haben. Denn solange der Mensch seine Augen zum Firmament erhebt, empfindet er heißes Verlangen, einen Blick in diese geheimnisvolle Welt tun zu können, ein Wunsch, der dank der hohen Entwicklung unserer Optik auch für jene Erfüllung finden kann, die nicht aus beruflichen Gründen, sondern aus Liebhaberei und Leidenschaft ihre Fernrohre zum Himmel richten wollen. wegener Mann wie William Hume auf diese Verrücktheit hereingefallen war. Es wird ein Bluff sein, sagten viele. „Unsinn,“ sagte der Spezereiwarenhändler Sniders. der mit seinem Nachbar. dem Hutmacher Olden. vor seinem Laden in der Sonne stand.„dieses neue Zeug hat niemals eine Zukunft!" „Ja. aber wenn ein Fachmann wie Hume Vertrauen dazu hat...“ „Nein, nein. Ich habe doch auch so einige Kenntnisse in der Physik und in der Chemie. Dieser Gummi hält natürlich die Luft fest. Wo soll sie hin, wenn er dicht ist. Das ist doch nur eine Sache des ruhigen Zustandes. Aber, wenn das Ding anfängt zu arbeiten! Haben Sie schon mal einen Rennreifen angefühlt, wie heiß der wird. wenn die Jungs so ihre vier. fünf Runden über die Bahn gesaust sind? „Also hält er nicht. der Luftreifen?“ „Kann er gar nicht! Sie wissen doch, wie sich die Luft bei ihrer Erwärmung ausdehnt. Haben wir ja zusammen auf der Schulbank gelernt. Und hier wird sie nicht gekocht. hier wird sie zur Weißglut.“ Der Herr Hutmacher versuchte ganz bescheiden den Einwand:„Luft kann man ja gar nicht kochen.“ „Aber erhitzen!“ trumpfte Sniders auf.„und sie erhitzen sie. die Kerle, wenn sie auf Luftreisen fahren würden, zu einer höllischen Temveratur. Hume ist ein Kind des Todes" „Der William Hume? So schwarz wollen wir nicht sehen.“ „Er fliegt in die Luft! Die Reisen dehnen sich, sie erplodieren. Auf geht er in Pech und Schwefel. Das ist ein ganz einfaches physikalisches Gesetz!“ Und genau so standen die Mechaniker zusammen. die die Fahrräder gebaut hatten, so die Zeitungshurschen, die für jede Art von Sport begeistert waren, so die Milchbuben. die ihre Esel anhielten, um über das Rennen zu sprechen.— Es war die letzte halbe Stunde vor dem Beginn des Ereignisses. Die ältesten Sportfteunde konnten sich nicht einer solchen Aufregung auf einer Radrennbahn erinnern Joe Jefferson, auf seinem Hochrad einst unbestrittener Meister der Bahn. bis eben dieser schneidige William Hume ihm die Palme entrissen hatte. konnte Humes Erveriment nur recht sein. Vielleicht war mit dem heutigen Rennen der Sonne seines Namens ein neues Aufgehen und Leuchten beschieden. Ein Bauer entdeckt den„Hallenschen Kometen“ Wir alle haben schon vom„Halleyschen Kometen“. gehört, aber wer weiß es, daß es ein sächsischer Bauer war, der 1758 als erster diesen Irrgänger des Wettalls entdeckte? Johann Georg Palitzsa aus Prohlis bei Dresden, der vor genau 150 Jahren gestorben ist, war im Volksmund als„Sterngückler von Pruhls“ bekannt und hatte ob seiner astronomischen Leidenschaft viel Spott und Unbill zu ertragen. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse aber erregten großes Aufsehen bei den Himmelskundlern, alle Universitäten der Welt tauschten mit ihm Erfahrungen aus, und als er 1782 die periodische Veränderlichkeit des Fixsterns Algol feststellte, erhielt er die besondere Anerkennung der Akademie von London, nachdem ihm schon Jahrzehnte zuvor für die Entdeckung des Halleyschen Kometen von der Pariser Akademie der Wissenschaften besondere Ehrungen zuteil wurden. Das alles aber hielt den berühmt gewordenen Bauer nicht davon ab, nach wie vor hinter dem Pflug einherzugehen. die Saat zu streuen und die Ernte einzuholen. Das ist ja das Schöne bei den Liebhaberastronomen, daß sie sich aus allen Berufen zusammensetzen, sich die notwendigen Instrumente selber bauen und in aller Still: und Zurückgezogenheit von der Dachluke oder vom Balkon ihres Hauses aus ihren abendlichen Bummel durch die Sternenwelt unternehmen, wobei der Zufall sie hin und wieder eine interessante Entdeckung machen läßt. Meist haben sich diese Leute zu Vereinen zusammengeschlossen, tauschen in dieser Gemeinschaft ihre Kenntnisse aus und stellen sich gegenseitig Aufgaben, die jeder nach seiner Art und seinen zur Verfügung stehenden Mitteln zu lösen versucht Da lebt im märkischen Dorf der Eisendreher Richard Jacob. der sich aus seinen Ersparnissen nach und nach Der kleine sixe Smith nahm Georges Coolidge beiseite:„Du, ich habe ein Pfund auf Hume gesetzt. Ich nehme das zurück und setze auf Jefferson.“ Coolidge lächelte:„Kann ich dir nicht verdenken. Von Hume hält keiner mehr viel.“ Und er duchte in seinem Notizbuch das Pfund auf Jefferson um. Schlimm wurde dem Fahrradbauer Walter Endlin zugesetzt. Man fand es leichtfertig und gewissenlos, daß er dem unbesonnenen Hume die Maschine mit den DunlovReisen zur Verfügung gestellt hatte. Auf diesen plumven Wulsten, die einem Pudding ähnlicher sahen, als einem soliden Reifen, sollte das Rad lausen?! Inzwischen hatte sich die Tribüne mit einer lebhaften Menge von Schaulustigen gefüllt. Die Sonne lachte drauf hernseder, wie nur je an einem schönen Maitag. Zierliche Sonnenschirme spannten sich über mit kostbaren Pleu reusen geschmückten Hüten. Interessiert schaute alles zu dem merkwürdigen Rad binüber, das bei den Fahrerkabinen startbereit stand. War es nicht sicher, daß der arme Hume bei der ersten Erschütterung herunterfallen mußte? Man machte Scherze. Zarten Gemütern tat der Luftreisenfahrer leid. Und in der großen aufgeregten Gesellschaft war nur ein einziger Mann. der seine Nerven nicht verlor. Er lächelte nur still vor sich hin. Das war Mr. Dunlov selbst. der seines Erfolges sicher war. Die Vorläufe gingen ohne Zwischenfall und ohne be sonderer„Interesse vorüber. Dann kam der große Augenblick. Das Rudel der Fahrer ordnete sich zum Start. „Wahrbaftig. er nimmt das Ding!“ rief gellend einer von der Tribüne. als William Hume sich anschickte, seine „gefährliche“. Maschine zu besteigen. Ein Summen ungeheuter Spannung ging durch die Reiden der Zuschauer. Hume erwartete ruhig den Startschuß. In wunderbarem Stil zogen Irlando beste Rennfadrer dahin. Koof au Koof liegen sie nun auf ihren Hoch= und Niederrädern. Wie die Kolben einer Maschine arbeiten die Beine. Tief auf die Lenkstange geduckt hält Hume das Tempo. und als er zum ersten Male wieder die Teibüne passiert, hat er noch keine Handbreit verloren. Er fährt besonnen. Kräfte sparend und in einer Form. wie sie nur einem Meister, der seiner Sache sicher ist. eigen sein kann. eine kleine Sternwarte errichtet und sich jedes Instrument selbst gebastelt hat. Er befaßt sich hauptsächlich mit der Erforschung der Sonne auf der es ja noch viele Rätsel zu lösen gibt. Seine Beobachtungen werden heute von verschiedenen Sternwarten Deutschlands und des Auslandes verwertet. Neuerdings ist er auch Wetterwart geworden, nachdem man in seinem Hause sogar eine meteorologische Beobachtungsstation eingerichtet hat. Der Fleck aus dem Neptun Der Arbeiter Max Kutscher in Berlin, den wir ebenfalls aus der großen Zahl der Liebhaberastronomen herausgreifen wollen, erzählt uns, daß ihn das Märchen vom„Mann im Mond“ in seiner ganzen Kindheit beschäftigt habe und er es sich damals schon fest vorgenommen hätte, den Dingen auf den Grund zu gehen. Schon als Lehrling sparte er sich das Geld vom Munde ab, um sich dafür astronomische Bücher anzuschaffen, und schließlich ging er daran, sich selbst ein großes vierzölliges Fernrohr, einen Sternenglobus und Mikroskop zu bauen. Wenn er spätabends von seiner Arbeitsstelle nach Hause kommt, ist es bei klarem Sternenhimmel sein erstes, das Fernrohr auf den Balkon zu stellen und von hier aus das ganze Firmament genauestens abzusuchen. Auch ihm gelangen schon einige wichtige Entdeckungen; so fand er u. a. im Jahre 1934 auf dem Neptun einen neuen schwarzen Fleck, über dessen Auffindung und mutmaßliche Entstehung er in den wissenschaftlichen Blättern lange Berichte schrieb. Sein Wunschtraum ist, einmal einem neuen Kometen auf die Spur zu kommen, vorerst aber hat er, wie alle anderen Liebhaberastronomen, genug mit den Sonnenflecken zu tun deren Einfluß auf die Erde es zu ergründen gilt. Viele dieser„Laien der Himmelskunde“ stehen mit dem Observatorium auf dem Erbisbühl bei Sonneberg in Thüringen in engster Verbindung. dessen Aufgabe es ist, gewissermaßen ständige Wacht über das Riesenheer der leuchtenden Gestirne auszuüben und ihr tägliches Bild photographisch festzuhalten. Auch diese Forscher, die dort oben ein wahres Einsiedlerleben führen. sind zum Teil aus Laienkreisen hervorgegangen— sie haben. wie der Leiter dieser Anstalt, Dr. Hofmeister, der früher Kaufmann war. ihren Beruf aufgegeben, um ihr Leben ganz dem Wunder Kosmos widmen zu können. Coangelische Gottesdienftordnung. Sonntag, den 10. April 1938. Herne. Hauptkirche: 8 Uhr Frühgottesdienst, Pforrer Vohwinkel; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, Pfarrer Helmich: 11.15 Uhr Kindergottesdienst, Pfarrer Helmich; 13 Uhr masortscher Gottesdienst; 15 Uhr Taufen, Pfarrer Helmich.(Die Taufen sind in der Woche vorher bei dem Bezirkspfarrer anzumelden.) Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gotlesdienst, Pfarrer Bohwinkel; Taufen; 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Waldschule Constantin: 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Kiehl; 10.45 Uhr Taufen; 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Eogl. Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst, Pfr. Kiehl. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Hartmann, 11 Uhr Kindergottesdienst, Pfr. Kiehl; 11.45 Uhr Taufen. Amtswoche: Pfarrer Helmich. Vorsitz im Presbyterium: Pfarrer Harkmann. Gründonnerslag, den 14. April 1938. Haupsklrche: 9.30 Uhr Beicht= und Abendmahlsgottesdienst, Pfarrer Bohwinkel. Karfreitag, den 15. April 1938. Hauptklrche: 8 Uhr Frühgottesdienst, Pfarrer Hertmann: 9.30 Uhr Haupkgotkesdienst, Pfarrer Schaub; im Anschluß an den Hauptgottesdienst Beichte und Feier des bi Abendmahls: 18 Uhr liturgischer Gottesdienst, Pfarrer Helmich. Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Hartmann; 18 Uhr liturgischer Gottesdienst, Pfr. Schaub Waldschule Constantin: 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Kill. Evgl. Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst, Pfr. Kill. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Kiehl. Baukau. Sonntag: 10 Uhr Gottesdienst, Past. Schemmann; 11.45 Uhr Taufen. Gründonnerstag: 17 Uhr Abendmahlsgottesdienst für die ganze Gemeinde, Pfarrer Barner. Karfreitag: 10 Uhr Gottesdienst mit anschließender Beicht- und Abendmahlsfeier, Pastor Schemmann; 17 Uhr liturgischer Gottesdienst mit anschließender Beichte und Feier des hl. Abendmahls, Pfarrer Barner. Sodingen. Sonntag: 9.30 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Ruwisch; 11 Uhr Kindergottesdienst: 12 Uhr Tauffeier; 20 Uhr kirchenmusikalische Feierstunde. Gründonnerstag: 20 Uhr Abendmahlsgottesdienst, Pfr. Ruwisch. Karfreitag: 9.30 Uhr Gottesdienst mit anschließender Beichte und Feier des hl. Abendmahls, Pfarrer Lehbrink; 17 Uhr Abendmahlsgottesdienst, Pfarrer Lehbrink. 0 Der Feuerreiter, die gern gelesene illustrierte Wochenschrift, wird den Bestellern mit der heutigen Ausgabe des Herner Anzeigers ins Haus gebracht. In der dritten Runde gibt es ein Raunen. Humes Rad ist immer noch nicht explodiert, immer noch nicht in Pech und Schwefel ausgegangen. Dafür aber ist er bereits an fünfter Stelle. Ganz vorn liegt immer noch der lange Jefferson auf seinem Hochrad. Bei der Tribünschaut er sich gespannt um. Wahrhaftig, der Hume holt aus. Nun aber los. Schneller noch tritt er in die Pedale Aber Hume ist auch nicht müßig. Mit fast spielerischen Leichtigkeit beschleunigt er sein Tempo. Näher und näher rückt er an Jefferson heran. „Hume! Hume!“ wagen sich die ersten zaghaften Zurufe hervor. Da! Am Schluß der vierten Runde gibt sich William Hume einen Ruck, er spritzt vorwärts. Jetzt liegt er neben Jefferson, dem Spitzenfahrer. Ein wilder Kampf beginnt. Jefferson gibt sich nicht gutwillig geschlagen. nicht diesem Unding von einem Fahrrad gegenüber, das unmöglich etwas taugen kann. Gerade als sie an der Tribüne vorbeiziehen, übernimmt Hume die Führung. Mit einer geradezu tänzerischen Leichtigkeit setzt er sich an die Spitze und fliegt dem Rudel daven. Die Tribüne beginnt zu rasen. Männer, die sich kaum kennen, fallen sich in die Arme. Weit, weit vor allen andern geht William Hume durchs Ziel. Der erste Sieger auf der Rennmaschine einer neuen Zeit.— Die Fahrer. die eben noch seine Gegner waren. umiubeln ihn. beben ihn auf die Schulter und tragen ihn an der Tribüne vorbei. William Hume ist der Liebling und der Stolz von Belfast geworden. Und John Boyd Dunlov? Noch vor einer Stunde haben ihn selbst gute Bekannte nur mit einer gewissen Verlegenheit gegrüßt, wie man halt einen Menschen grußt. der plötzlich närrisch geworden ist. Nun wird er von allen Seiten beglückwünscht und kann sich der begeisterten Händedrücke kaum erwehren. Mister Sniders aber, der Spezexeiwarenhändler. klopft seinem Nachbarn, dem Hutmacher Olden auf die Schulter: „Sehen Sie. Mister Olden. habe ich nicht recht behalten? Ich habe ja heute vormittag schon gesagt, wenn diese Erfindung sich durchsetzt, dann datiert von heute an ein neue Zeit. Die Phnsik und die Chemie haben es in sich!“ Sniders.“ sagte Mister Olden. und schüttelte resigniert seinen grauen Konf. Nichage Korn-Kallee — haben Sie schon probieri? — Kandiert mit Carlsbader Katteegewürz daher der kaffeeähnliche Geschmack In eigener Rösterei tägl. irisch gebrannt. 20 Versuchen Sie bitte! 500 gr 30. Qaalität 1I 500 Gramm 24) tine Anleite n deser Cröße 22 mm breit. 30 mm hoch kostel nur nech M 1.20 bei Wiederhoung bis zu 20% Rahatt vom Köster nur Steinweg 9 Greße Auswahl in Muelkhaus Bahnhofstr. 54 Ecke Heinrichstr. Haben Sie Paßbeschwerden? Uran Iragen Sie Dr. Diehl=Schuhe Zu haben au im Schuhhaus Wilmsen Bahnhofsnaße 80 Rut 50311 DasFachgeschäft für Alle, die gut und billig kaufen wollen. Polo-Ateller Eppins Bahohefstr. 70 Paßbilder 4 Stück 30 Pig KKZ Oesterreich, die alte deutsche Ostmark In glücklichster Stunde Ein österreichischer Dichter über die Wende. Der österreichische Dichter Bruno Brehm. der ourch seine Erzählungen und vor allem durch seine große Weltkriegstrilogie mit den Bänden„Apis und Este“. Das war das Ende“ und„Weder Kaiser noch König“ in die erste Reihe der deutschen Dichter der Gegenwart gerückt ist, veröffentlicht in der DeutschOesterreich gewidmeten neuesten Folge von„Wille und Macht“ einen Beitrag, dem wir folgende Abschnitte entnehmen. Liebe Kameraden, ihr habt keinen Krieg verloren, ihr einnt es nicht wissen, wie tot uns damals das Herz in der Brust war und wie grau jene Tage und Jahre. Ihr könnt es daher auch kaum ahnen, wie es uns alten Soldaten zumute ist, da sich diese Niederlage von einst endlich in einen Sieg, in einen Sieg von unvorstellbarer und heute noch gar nicht abzusehender Größe verwandelt hat. Man muß vom Schicksal in den tiefsten Abgrund geschleudert worden sein, um die schmerzhafte Gewalt dieses Glückes ermessen zu können. Aber diese Niederlage des Jahres 1918 hat sich nicht von selbst in einen Sieg verwandelt, sondern dieser Sieg wurde uns von einem Oesterreicher geschenkt, der an jenem Tage, als über das Schicksal eines Staates abgestimmt werden sollte, auf dem Heldenplatze in Wien der Geschichte des deutschen Volkes die Vollzugsanmeldung des Anschlusses seiner Heimat an das Reich erstatten konnte. Von Schauern geschüttelt, haben wir jenes unvergeßliche Wort gehört, das wir dem Führer immer danken werden Kein Dichter könnte Aehnliches ersinnen: Vom trüben Himmel schneite es bedrucktes Papier und säumte mit Lügen die Straßen und Gassen, Lautsprecher riefen zu einer Wahl auf, die dazu bestimmt war, das deutsche Volk dieses Staates so lange einzusargen bis die Feinde unseres Volkes bereit gewesen wären, vor diesem Grabe die Wache in Waffen zu halten. Schneegewölk ballte sich zusammen und stöberte, vom kalten Wind getrieben, über unser Land hin. Dumpf murrend setzte der Widerstand ein. Unheil drohte noch einmal über diese vielgeprüften und gepeinigten Menschen hereinzubrechen. Da kehrte, in höchster Not gerufen, der Sohn dieses Landes in seine Heimat zurück, und, wie die Wolken auf dem Himmel, verzogen sich die Feinde, und ein Frühling wurde uns geschenkt, wie wir ihn seit zwanzig Jahren in solcher Schöne nicht mehr gesehen haben... Ihr jungen Kameraden aus dem einstigen kleineren Reich könnt euch niemals ausdenken, wie es uns in all den Jahren, da wir gezwungen in einem kleinen Staate leben mußten, dessen Schlagader so gedrosselt war, daß der Puls nur langsam schlug, ums Herz war, um das schmerzhaft schlagende Herz. Hättet ihr den tiefen Ernst des in sein Land einziehenden Führers gesehen, ihr wüßtet, was den Führer für immer an dieses Land. und was dieses Land für ewig an das Reich binden wird Mir ging es mehr als um Tradition, mir ging es um das Erbe, um das große deutsche Erbe dieses Landes, das dem gesamten Volke nicht verloren werden durfte. Und wenn ich meinen schwachen Kräften eine Aufgabe gestellt habe, so war es diese: solches Erbe getreulich so zu verwalten, daß wir am Tage der Heimkehr nicht mit leeren Händen vor unser großes Volk hintreten müssen. Und da' uns heute niemand mehr entgegentreten und dieses große Erbe für seine kleinen, dem Reiche feindlichen Absichten entwenden kann, so bringen wir freudigen Herzens das größte Geschenk, das wir haben: die Kaiserkrone und die Reichsinsignien aus der Schatzkammer in Wien und den Ruhm einer jahrtausendalten ehrenvollen Geschichte. Wir rufen das Andenken an die deutschesten Kaiser, an Maximilian den letzten Ritter, an Joseph l. und Joseph II. wach, wir rühmen unsere großen Soldaten, den Savoyer Prinz Eugen und den Livländer Laudon, und mit ihnen zugleich die Kraft des Landes, die diese beiden zu deutschen Soldaten gemacht hat, wir stellen für immer in die Geschichte neben Friedrich den Großen die große deutsche Frau Maria Theresia, und wir hoffen, daß dadurch für immer der Kampf um die Vormacht beendet ist Wir vergessen gerade deshalb, weil man dieses Wort in jener heuchlerischen Antwortrede nach dem Berchtesgadener AbDas schöne Burgenland Seit dem 13. März des Reiches südöstlicher Grenzgau Eisenstadt im Burgenland: Hier lebte und wirkte Josef Handu. Blick auf die Bergkirche von Eisenstadt in Burgenland, wo Haydn 30 Jahre als Organist wirkte und wo er auch bestattet wurde. Haydn verdanken wir bekanntlich auch die Melodie des Deutschlandliedes.(Zeichnung Rehmesch— Scherl-M.) K kommen gegen uns angeführt hat, auch nicht Franz Josephs Wort:„Ich bin ein deutscher Fürst", da wir nicht gewillt sind, auch nur etwas von unserem Erbe jemandem andern zu überlassen. Denn wir haben jenen, die sich gegen das Reich gestellt haben, für immer jeden Anspruch zu nehmen, sich zu dieser Vergangenheit zu bekennen, und wir haben immer wieder zu zeigen, daß diese ehrenvolle Vergangenheit eine deutsche gewesen ist. Für immer melden wir den roßen Einsatz unserer deutschen Soldaten im Kriege an. essen Niederlage sich jetzt in einen Sieg verwandelt. und wenn wir nichts anderes vorzulegen hätten als die Blutkarte unserer deutschen Regimenter, sie wäre schon Beweis genug für das Opfer, das wir gebracht haben und immer wieder zu bringen bereit sind. Denn ohne Erbe ist keine Ehre, und ohne Ehre kann kein Mann sein. Und ich hoffe, daß zu jenen Toten der Bewegung, die mit dem Namen des Führers auf den Lippen gestorben sind, uns auch wieder die Ehre und der Sinn des Opfers jener geschenkt wird, die nun nicht umsonst im. Kriege ihr Leben für das uns geschenkte Reich gelassen haben... Hier in diesem Lande wußte man immer, was das Reich ist, und viele Stimmen werden uns das bezeugen. Hier in diesem Lande hat das Volk tief in den Boden seines Daseins Wurzeln gesenkt, und die Erde nährt es mit ihrer alten Kraft. Wer das heilige Feuer gesehen hat, das in jenen entscheidenden Tagen in den Augen unserer Jugend aufflammte, dessen Schein verklärend auf allen kühnen Gesichtern lag, der weiß, daß diese Jugend die heilige Flamme nicht nur bewahren und stets von neuem entfachen, sondern daß sie die Flamme auch dem ganzen Volk hringen wird, um es aufs neue zu befeuern. Hat das tapfere Preußen dem Reich den geformten und besten Soldaten, hat es die Ehre seiner Geschichte der deutschen Wehrmacht geschenkt, so soll Oesterreich dem großen Volk sein Herz bringen, sein nach innerlichem Glück verlangendes, sein liebestarkes Herz. So soll Schönbrunn neben Potsdam treten und Wien neben Weimar, so soll unsere große Tonkunst immer wieder sagen, was den Worten zu sagen verwehrt ist So soll die Tonkunst durch Mozart für Salzburg, durch Bruckner für Oberösterreich, durch Schubert und Beethoven für Wien, durch Hugo Wolf für Steiermark und durch Haydn für das jüngste Land des Reiches, für das Burgenland, Zeugnis ablegen. So soll Oesterreich seinen starken Glauben mitbringen, jenen Glauben, der in solcher Kraft nur an den Grenzen wächst, weil er aus der Bedrohung emporslammt und durch keine Sturzflut ertränkt werden kann. Wenn uns in jenen glücklichen Tagen gesagt worden ist, daß uns Oesterreicher niemand übertreffen soll, so gilt das für immer. Wir hoffen aber auch, daß unser glücklich schlagendes Herz und unser warmes Blut, das so früh in diesem Jahre die Blüten zum Treiben gebracht hat, im ganzen Reiche zu spüren sein wird, weil es das lebendige Leben mit seinem Glücke selbst ist, das wir bringen. Bruno Brehm. Schönes Oesterreich Dolomite Sieb es aus der Waldschlucht winken. Riesentürme. Felsenzinken. Kühles Schloß der Einsamkeit. In des Tales Reifebrodem Haucht der Bergwelt Lebensodem Wie ein Gruß der Ewigkeit. Auf die Zinnen will ich steigen. Die erhabnes, ewiges Schweigen Zu des Lichts Aktären weibt. Und berauschend in mich trinken. Wo im Schnee die Kare blinken. Frieden, Glanz, Unendlichkeit. A. v. Wallpach. Durch den Anschluß Deutsch=Oesterreichs an das Reic ist auch ein Land in den festen Verband des Reiches gelangt, das vielleicht die eigenartig=schönste deutsche Landschaft ist, darüber hinaus aber ein Volk hat das so bieder=deutsch, unerschütterlich national fühlt, daß es geradezu erhebend ist: Burgenland! Im Schlosse zu Eisenstadt, Burgenlands Hauptstadt, ist auch Josef Haydns„Deutschland, Deutschland über alles“ entstanden, die herrliche Hymne mit der dem deutschen Empfinden so ganz angepaßten, fast wie ein ewiges Volkslied anmutenden Melodie. Das Burgenland, wie es heute zum Reiche gehört, umsaßt ein Gebiet von der Größe Braunschweigs. Sein Südzipfel liegt auf der Höhe von Meran. Im Norden erreicht es die geographische Breite von München. Es ist ein gewellter Grenzwall am mannigfach geformten Ostrand der Alpen. Ihr Hang sinkt im Burgenland in die weite ungarländische Tiefebene ab. Aus diesem Grunde sind, im Burgenland nahezu alle Arten der deutschen Landschaft vertreten: die dichtbewaldeten Hänge der Mittelgebirge, das lebhaft bewegte Hügelgelände und die oft steppenartige Ebene. Weit nach Osten ziehen sich die Ausläufer der Alpen. Jeder Teil des Landes hat seine eigene Note: zwischen der Alm des Aelplers und den ungarländischen Pußten erstrecken sich liebliche Täler, traubenreiche Rebenhänge, Edelkastanienhaine, Obstgarten und weite Eichenwälder. Neben den malerischen Dörfern findet der Wanderer barocke Kleinstädte und einsame Hochflächen, bis ihn der Weg an den eigenartigen Neusiedler See führt. Eine schilfumgürtete Silberfläche tut sich dort vor seinen erstaunten Blicken auf und erlebt eine Vogel= und Sumpfwildnis, die in Europa ihresgleichen sucht. Im Burgenland siedelte schon der Frankenkaiser Karl, als er die Ostmark gründete. Stürmische Jahrhunderte hat das Land gesehen; aber immer wieder schuf emsiger deutscher Bauernfleiß aus der Wildnis und den Sümpfen ein lachendes, blühendes Gärtlein des Deutschen Reiches In der Naturschönheit und Lebensfreude erwuchs künstlerisches Schaffen. Haydn und Liszt stehen als die beiden größten Vertreter der burgenländischen deutschen Künstler vor einem unübersehbaren Strom. den das Burgenland dem gesamten beutschen Volke geschenkt hat. Denn weltoffen und leicht zugänglich ist der Geist der Burgenländer. Reich ist das Burgenland an Bodenschätzen. Im Rahmen des Vierjahresplanes werden Kalk und Kohle, Asbest und Antimon und viele andere Erze, ja selbst Edelsteine, eine große Bedeutung erlangen. Das Burgenland, das immer wieder in einen Dornröschenschlaf zu fallen drohte, wird sich mit kräftigen Marschtritten in den Weg des deutschen Friedenswerkes einreihen. Obst und Wein, Bodenschätze und Holz— um nur die wichtigsten Dinge zu nennen— aus dem deutschen Burgenlande werden zukünftig jedem Volksgenossen im Reiche den südöstlichsten Gau des Reiches vertraut machen. Das Wunder in Sachsen „Das hätte ich vor fünf Jahren nie für möglich gehalten“. Zahlen sprechen Von unserem auf eine Deutschlandreise entsandten Sonderberichterstatter Heinz Otto. Plauen, i. V., im März 1938. Wenn man mit dem Kraftwagen durch Sachsen fährt, weiß man als Reisender zunächst nicht, soll man diese Deutsche Landschaft wegen ihrer Schönheit. die Jahr um Jahr Tausende und aber Tausende von Fremden anzieht. bewundern oder ob des Fleißes ihrer Industrie. Sachsen hat— wohl einmalig im ganzen Reich— die Eigentümlichkeit, gleichzeitig Industrie=, Agrar= und Fremdenverkehrsgeviet zu sein. Auf der Autobahn verlassen wir Dresden in Richtung Freiberg. Kurz vor Freiberg überqueren wir eine der gewaltigen Autobahnbrücken. welche die Freiburger Mulde in 75 Meter Höhe und 400 Meter Länge überquert. Es ist ein einzigartiges Bild, wie sich dieses Bauwerk in die Landschaft einfügt. Als kleine Burschen haben wir bei den Schulausflügen und Reisen die alten Römerstraßen bewundert. deren Fundamente heute noch deutlich erkennbar sind. Damals haben wir mit leisem Gruseln vor der Größe jener Zeit bewundernd gestanden. Die Straßen Adolf Hitlers. über deren eine uns jetzt der Weg führt, sind noch viel gewaltiger. Die alten Röm rstraßen sind kleine Feldwege verglichen mit diesen Straßen. Es macht stolz. in einem Land zu leben, zu einem Reich zu gehören. die solche Werke zu bauen vermögen. In Freiberg sind wir mitten im Herzen des Erzbergwerkgebietes. Wir besuchen eine dieser neu erschlossenen Gruben. die Grube„Beihilse- Kurvrinz“. Es ist Sonntags=Betrieb, nur wenige Arbeiter sind mit Revaraturen beschäftigt und so können wir ohne die Arbeit zu behindern, das Werk besichtigen. Der Betriebsführer zeigt uns zunächst die alten Pläne der Grube. die wahrscheinlich schon lange vor 1600 angelegt wurde. Im Jahre 1912 wurde die Grube dann völlig stillgelegt. weil die Herren Geheimräte errechnet hatten. daß eine.wirtschaftliche Ausbeutung" nicht mehr möglich sei. So wie diese Grube waren die meisten Freiberger Erzbergwerke in jener Zeit stillgelegt worden und eine Stadt, die bis dahin fast ausschließlich vom Erzberwerk gelebt batte drohte völlig zu verarmen. Gleich nach der Machtübernahme im Jahre 1933 wurden auf die Inttiative der Partei zunächst die Vorbereitungen bergwirtschaftlicher und geologischer Art zur Wiederaufnahme der Ausbeutung begonnen. Im Jahre 1935 konnte dann der erste Spatenstich für den Neuaufbau der Werkanlagen getan werden. „Es war eine schlimme Arbeit". so berichtet der Betrieboführer des Werkes.„erst wieder einmal an die Erzvorkommen beranzukommen Wir mußten allein 1 Million einhunderttausend Kubikmeter Wasser und Schlamm aus der Grube herauspumven. Mit 100 Mann haben wir 1935 diese Arbeit begonnen. Heute können wir schon 400 Mann beschäftigen und fördern täglich 200 To. hochsilberhaltiger Bleierze Stolz führte uns der junge Betriebsführer in eine kleine neuaufgebaute Fabrikhalle und zeigt uns die verschiedenen Lier aufgestellten Kompressoren, mit denen die Druckluft erzeugt wird. die unter Tage für die Bohrungen gebraucht wird. „Sehen Sie diesen kleinen Schlitten, mit dem haben wir angefangen. Er erzeugt ganze 4 Kubikmeter Drucklust in der Minute. Daneben steht Nr. 2 heute auch nicht mehr im Gebrauch, damit haben wir 12 Kubikmeter geschafft. Nr. 3. der jetzt gerade arbeitet, schafft 23 Kubikmeter, damit kommen wir am Sonntag aus, um unter Tage die Pumpen und die für die Revaraturen nötigen Geräte in Gang zu setzen. Das sind so die kleinen Sonntagsarbeiten bei uns“. Wir müssen durch eine Mauerlücke kriechen in einen Anbau. Hier steht ein ganz neuer Kompressor. der erst vor wenigen Tagen fertig geworden ist. Es ist das Kunststück der Grube. Mit dem können 70 Kubikmeter Preßluft i; der Minute erzeugt werden. Ueberall auf dem Werkgelände wird noch gebaut. Ueberall stehen Gerüste, liegen Balken und Bretter im Stapel. Man sieht förmlich das ständige Wachsen und Vorwärtsstreben des Werkes. Rings um den Grubenschacht wurden hübsche Siedlungshäuser gebaut. in denen die Arbeiter nahe am Werk wohnen und in den kleinen Gärten ihren Kohl bauen können. Es ist geradezu unglaublich, was hier in so kurzer Zeit geleistet wurde. „Hier auf dem Fleck. auf dem wir jetzt stehen, wo sich heute Häuser erheben, wo der Förderturm emvorragt. da war noch im Jahre 1935 Buschwerk und Gras. totes unbrauchbares Land". so berichtet der Betriebsführer. Dann ruft er einen der Arbeiter heran Der erzählt uns. wie er und seine Kameraden aus den verschiedensten Berufen. in denen sie Jahre durch keine Arbeit sanden. gekommen sind, um hier umzulernen und heute als Bergmänner ihr Brot zu verdienen. Später erfahren wir vom Kreisleiter. welche entsetzliche Not diese Stadt bis zur Machtübernahme Adolf Hitlers durchgemacht hat. 1932 waren in ganz Freibeig nur 7 Betriebe in Arbeit und auch die mußten sich mühsam durchschlevpen. Heute sind alle früheren Freiberger Betriebe wieder in Gang und dazu sind 10 neue Fabriken und Betriebe gekommen. Praktisch gibt es überhaupt keine Arbeitslosigkeit mehr. Der Erzbergbau dieses Gebietes, den man schon tot wähnte. ist wieder von neuem aufgelebt. Im Zeichen des VierJahres=Planes werden hier täglich erhebliche Werte an deutschen Rohstossen gefördert. Die Erfahrungen dieser alten Bergwerksstadt werden im ganzen Reiche bochgewertet. Es ist deshalb nicht weiter verwunderlich. daß heute zu der ältesten deutschen Bergakademie, die in Freiberg ist. noch eine ganze Reihe weitere Forschungsinstitute für Kohlen= und Erzbergwerksfragen gekommen sind. * Weiter geht unsere Fahrt in das sächsische Industriege biet. Unterwegs berühren wir den Ort Brand=Erbisdorf, der noch 1932 als eine der rotesten Städte ganz Sachsens galt. Der Ortsgruppenleiter von Brand=Erbisdorf gibt uns ein vaar Zahlen, die mehr als langatmige Berichte den Wandel dieser Ortschaft zeigen. 1932 waren von 5700 Einwohnern 1400 erwerbslos. Nur 350 Beschäftigte gab es in dem ganzen Ort. Heute sind bei einer Gesamteinwohnerzahl von 5070 Menschen nur noch 26 Erwerbolose gegenüber 2000 Beschäftigten zu verzeichnen. Interessant sind auch die Zahlen aus den früheren Wahlen der Systemzeit. 1932 wählten von 3600 Wahlberechtigten 1100 kommunistisch. 1400 bekannten sich zur SPD. und der Rest verteilte sich auf die bürgerlichen Parteien und auf die nationalsozialtstische Wahlliste. Bei der Wahl im Jahre 1936 stimmten 98 Prozent aller Wahlberechtigten für Adolf Hitler. Ein solcher Wandel ist nur aus der Leistung. die die Partei in den Jahren, die sie an der Macht ist, vollbrachte, zu erklären. Unser Wagen rollt weiter durch Wälder und über Hügel, durch eine herrliche Landschaft nach Chemnitz. Hier besuchen wir die sächsische Textilmaschinenfabrik, vorm. Hartmann, ein Werk. das bereits über 100 Jahre besteht und das doch eingegangen wäre, wenn nicht im Jahre 1933 Adolf Hitler die Zügel der deutschen Staatsführung in die Hand genommen hätte. Wir geben mit dem Betriebsführer dieser Fabrik durch die hellen, sonnigen Büroräume, die überall den Schmuck von Blumen und Blattpflanzen tragen. in das schlichte Direktionsbüro, wo er uns einen Aufriß gibt von dem nabezu unwahrscheinlichen Ausschwung den dieses Werk genommen hat. Der Umsatz dieser Fabrik konnte seit dem Jahre 1931, wo er 3.9 Millionen betrug. bis zum Jahre 1937 vervielfacht werden. Allein der Umsatz bei den Baumwollwebmaschinen, der damals 200000 RM betrug, ist um das sünfzigfache gestiegen. Auf meine Frage, wie eine derartige verblussende Entwicklung überhaupt möglich gewesen ist, erklärte uns der Direktor zunächst die katastrophale Rückentwicklung der Webereien vor der Machtübernahme. „Es gab ja niemand mehr, der sich noch irgend etwas anschaffen konnte. Als dann der Aufbau in Deutschland begann. wurde jeder bis dahin Arbeitslose, der jetzt Beschäftigung sand. ein Käufer. Er brauchte Arbeitskleidung. die Kleidung und Wäsche, die in den Jahren seiner Erwerbslosigkeit überhaupt nicht ergänzt werden konnte. wurde jetzt von den neu in den Produktionsprozeß eingereibten als erstes in Ordnung gebracht. Die Aufträge an die Baumwollwebereten bäuften sich derart, daß diese Fabriken einfach mit ihren alten Maschinen, die meist durch die lange Stillegung gelitten hatten. nicht mehr mitkamen. Damals mußten Neueinrichtungen in den Webereten vorgenommen werden und unsere Maschinenfabrik hatte Arbeit mehr als je zuvor.“ 1930 war unser Werk am Ende. wir mußten uns völlig umstellen. Damals hatten wir ganze 425 Arbeiter. Ende 1933 waren es schon 560. Heute haben wir 2040 und wir schaffen unsere Arbeit kaum. Aber Neueinstellungen sind nicht möglich, da es keine Facharbeiter gibt, die wir einstellen könnten. Ich habe deshalb in unserem Werk eine Lehrwerkstatt eingerichtet. in der wir uns unseren Nachwuchs selbst heranbilden." Als wir dann durch das Werkgelände geben, erzählt uns der Betriebsführer von eigenartigen Auftragserteilungen, die jetzt gar keine Seltenheit mehr sind, die jedoch früher unvorstellbar gewesen wären. „Neulich ruft mich eine Weberei aus Westdeutschland an und bestellt 40 Maschinen. die jede einzelne einen Wert von 10000 RM. repräsentiert. Also immerhin ein Auftrag von RM. 400 000 RM., der uns am Teleson erteilt wurde. so als wenn der Auftraggeber sich ein vaar Brötchen bestellte. Das ist eine Entwicklung, wie ich sie selbst niemals für möglich pehalten hätte. Das ist auch nur damit zu erklären. daß die deutsche Industrie und die deutsche Wirtschaft, d. h. also die Männer. die von berufswegen vorsichtig und skeptisch sein müssen, ein so selsenfestes Vertrauen in die deutsche Staatsführung haben, daß sie sich ohne Bedenken derartige Investitionen erlauben. Ein andermal kam ein Oberingenieur. der irgendwo draußen die Montage einer von une gelieferten Maschinenserie prüfen wollte, mit einem Auftrag für weitere 20 Maschinen zurück. Das alles wäre noch im Jahre 1932 völlig unmöglich gewesen. Ich hätte mich damals gehütet, derartige Aufträge anzunehmen, in der Ueberzeugung, daß nur ein Verrückter derartig disvonieren könnte. Heute sind solche Aufträge garnicht mehr ungewöhnlich. denn wir leben in einem Deutschland. das einen unvorstellbaren Ausschwung genommen hat und daß auf Jahrhunderte hinaus fest begründet ist. Da kann man es sich leisten, so zu disponieren.“ * Wieder rollt unser Wagen durch sächsisches Land. über die bugeligen Ausläufer des Erzgebirges. Vor uns im Tal liegt Zwickau unter den rauchigen Dunstschleiern der von zahllosen Schloten in den Abendhimmel geschickten Qualmwolken. Ein Sonntag liegt hinter uns mit Eindrücken von unerhörter Wucht. Nur zwei Werke von den vielen, die hier Werte schaffen, haben wir geseben. Nur wenige Arbeiter von den vielen Tausenden, die hier ihrem Brot nachgehen, haben wir gesprochen. Aber der Eindruck ist überall der gleiche: Ein schaffendes glückliches. stolzes Volk. in dem ein jeder einzelne weiß und fühlt. wem dieser unvorstellbare Ausschwung zu danken ist. dem Fübrer aller Deutschen. Adolf Hitler! Blicke in deutsches Silmschaffen! Zerreissprobe eines Filmtitels Das Echlimme- mit Lumor gemacht Seit es Filme gidt, sitzen auch immer wieder ernste Männer da und brüten über Filmtitel nach. Sie reiden sich die Ohren warm vor Anstrengung, sie stehen auf und spazieren wie knurrende Tiger hin und wieder zurück an den Wänden ihres Arbeitszimmers, sie fahren in den Mantel und laufen hinaus in die Nacht und hoffen, daß der Himmel ihnen doch noch einen Titel schickt. Plötzlich einmal ist dann der Titel da:„Das Mädchen von gestern nacht“. Es steht in großen hohen Lettern über der Stirn der Klnos, und die Menschen sehen es, aber sie wissen nichts von dem Mann, der diesen Titel fand, an seinem Schreibtsch brütend oder— vielleicht auch— nachts um vier In seinem Bett. Willy Fritsch spielk die männliche Hauptrolle in „Das Mädchen von gestern nach!“ Phot. Ufa. Ader was ist das nun: ein guter Titel, Schließlich muß darin etwas vom Inhalt enthalten sein, schließlich muß der Titel auch neuglerig machen, schließlich muß er einprägsam sein— nicht zu lang, nicht zu kurz— nicht zu simpel, nicht zu kompliziert— und auch nicht so, daß die Besucher, die den Film sahen, nach drei Tagen wenn sie einem Bekannten über den Film ekwas erzählen wollen, dasitzen und den Film wohl wissen, aber den Titel nicht mehr: Wie hieß der Film bloß noch? Es werden allerlei gute Eigenschaften von einem guten Filmtikel verlangt. Und nun haben wir einmal den Titel eines neuen Films„Das Mädchen von gestern nacht“ einer Art Materialprüfung und Zerreißprobe unterzogen. Wir haben eine junge Dame, eine Filmbesucherin unter Tansenden, gefragt, was sie sich unter diesem Filmtitel „Das Mädchen von gestern nacht" denkt, was für einen Film man dahinter vermuten, was ungefähr der Inhalt dieses Films sein könnte. Und die Filmbesucherin daf katsächlich gleich von einem Film dieses Titels eine bestimmte Vorstellung.„Es ist da vielleicht", erzählt sie,„ein Mann, könnte ich mir vorstellen, der in einer Nacht, vielleicht in einer Bar ein Mädchen kennenlernt, eine junge Dame, die ihm gefällt, mit der er sich verabredet.— Dieser Mann könnte der Direktor eines Werkes sein— ich denke mir nicht einen dickleibigen Hornbrillenherrn mit zwei Zigarren im Mund, sondern einen jungen sympathischen Mann, einen, der wirklich arbeitet, der durchaus nicht jeden zweiten Abend irgendwo auf Barstühlen sitzt— und dieser Mann nun hat eben im Werk seine alte Sekretärin einem Zweigunternehmen zur Verfügung gestellt— aus ganz bestimmten Gründen: weil einer seiner Mitarbeiker sich menschlich für sie zu interessieren anfing. Er will so etwas nicht dulden, es stört die Ardeit, Punkkum! Und hat sich nun von dem Zweigunternehmen im Austausch eine andere Sekretärin kommen lassen, die ihm am nächsten Tag vorgestellt wird: das Mädchen von gestern nacht! Der Konflikt ist da———“ Soweit unsere Filmbesucherin. Für den Anfang ist diese Filmfahrt so übel gar nicht, und sogar ein Thema steckt schon drin. „Aber der Film“, erzähle ich dann,„hakte nun einen ekwas anderen Inhalt. Das Mädchen von gestern nacht ist eine junge Dame, die von Hause ausgerissen ist—“ „Nachts?“ „Nein, nein, so nicht. Es kommt noch viel schlimmer. Sie Ist nachts zu einem völlig fremden Mann ins Zimmer gestiegen.“ „Waaas?“ „Ja, durchs Fenster. Aber so schlimm, wie es klingk, ist es nun auch wieder nicht. Das Schlimme ist mit Humor gemacht, und darum ist es nicht so schlimm.“ „Aber dann“, fragte sie,„danach— was passiert dann?“ „Ja, dann— das kann man nicht nacherzählen das muß man sehen.“ C. Bock. chehnisse, die in der Grundides verankert klegen, dem Fum die Möglichkeiten geden, die seine Stärke sind. Die Stärke des Films beruht nun einmal auf dem ständig möglichen Bildwechsel. Der Bühnenautor ist gehemmt. Er muß auf unzählige Situationen und Gesechhnisse verzichten oder kann sie nur dialogisch flüchtig andeuten. Der Drehbuchautor bringt sie durch den Milieuwechsel dem Publikum bildlich nahe und läßt sie zu sichtbaren Erlednissen der handelnden Personen werden. Daraus ergidt sich die filmische Erweiterung, die Neugestaltung des Bühnenstückes. Und mt Neid blickt deshalb der Bühnenautor oft auf den Dreybuchautor, der nach keiner Richtung hin Hemmungen zu haben braucht, und dem er zurufen kann: „Greif nur hinein ins volle Menschenleben! Und wo du's packst, erscheint es dir im Bild!“ Alfred Möller. Können Ehepaare im Film Liebesleute spielen? Gedanken gehen spazieren... Diele Autoren sind während ihres Denkens und Schaffens on sonderbare Dinge gebunden. Sei es eine bestimmte räumliche Umgebung, besondere Farbtönung der Beleuchtung, irgendein Tapetenmuster, auf dem das Auge ruhen muß und was sonst noch mehr. Bei mir spielt ein Klubsessel nach dieser Richtung hin eine entscheidende Rolle. Er ist mir, ich bilde es mir wenigstens ein, für jede Lustspieldee bisher verantwortlich gewesen. In diesem Sessel saß ich auch schickte meine Gedanken pozieren. Um es gleich vorweg zu nehmen, das Ergebnis ihrer Wanderschaft war gleich Null. Müde und abgespannk kehrten sie in ihre Behausung zurück. Es wurde Nacht um mich, dunkelste Nacht. Da plötzlich— wie einen elektrischen Schlag empfand sch es— zuckte in einem entlegenen Winkel meines Gebirns ein Lichtschein auf, und in diesem hellen Schimmer erschien eine Gestalt. Geschlechtlich noch nicht recht erkennbar. Aber als sich mein Auge an die Helligkeit gewöhnt hatte,-löste sich aus dem Lichtkegel eine Frau heraus. Ihrer mangelnden Bekleidung wegen hielt ich sie für eine Statne. Aber ich täuschte mich, sie lebte. Kokett und vielverheißend blickte sie mich an. Zögernd näherte ich mich ihr und stellte mich vor. Aber meine Vorstellung schien keine Resonanz zu finden. Sie lächelte nur. Trotzdem hatte es den Anschein, als formten ihre Lippen den Nemen„Beake“.— Beake! Ein schöner Name! So wenigstens empfand ich ihn. Ich war bezaubert von dieser Frau. Peinlich nur der Unterschied unserer beiderseitigen Kostümierung. Ich entschloß mich also, ihr ein Gewand anzulegen. Ich wählte das Abendkleid, das große Abendkleid. Und mit diesem Gewand bekleidet, das große Abendm einem hell erleuchteteten Festsaal stehen. Ein faszinierende Erscheinung. Der Mittelpunkt des Abends Und da, mit einem Schlage, stand sie vor mir, die Idee iu der Gesellschaftskomödie„Rätsel um Beate“, die dann dren Weg über alle deutschen Bühnen genommen hat. Nun erfährt sie durch den Film ihre Wiedergeburt, ihre Zeugestaltung(mik Lil Dagover, Albrecht Schoenhals, Sadine Peters, Erika v. Thellmann, Erich Fiedler, Fritz Odemar, Walter Steinbeck, Ernst Waldow, Okto Wernicke, Paul Westermeier in den Hauptrollen; Spielleitung Johannes Meyer). Nicht jedes Bühnenwerk eignet sich für die Verfilmung. Die Eignung dafür hängt davon ab, die Gespielk in dem Lil Dagover Film„Rätsel um eine Hauptrolle. Beate“ Man glaudk im allgemeinen, daß es für ein glücklich verheiratetes Ehepaar, wenn sowohl Mann wie Frau Schauspieler sind, ein Leichtes sei, als Liedespaar im Theater oder Film aufzutreten. Aber ganz so einfach ist die Sache doch nicht. Das Liebesleben des Menschen ist seine ureigenste und heiligste Prwatangelegenheit. Da nun Schauspieler, die wirklich etwas bedeuten, natürlich ihren ganzen Eehretz daran setzen, wirklichheitsnahe Darstellungen zu geben, so kann man durchaus verstehen, wenn sie mit instinktiver Scheu Rollen übernehmen, die sie verpflichten, tiefe und echte Gefühle für einander in aller Oeffentlichkeit, in diesem Fall ja nicht vorzuspielen, sondern zu leben. Auf der anderen Seite wird natürlich ein guter Schauspieler sich so in die Rolle der dargestellten Person einleben, daß er, wenigstens auf der Bühne oder im Aufnahmeatelier, die Gestalt seines Ehepartners, in den er nun nicht nur in Wirklichkeit, sondern auch in der dargegestellten Scheinwelt verliebt ist, als eine aus dem Stoff des Stückes oder Filmes hervorgegangene neue Person ansieht, zu der er, während der Stunden künstlerischer Zusammenarbeit, andere und neue Beziehungen anknüpft. In Deutschland kennen wir viele Schauspieler=Ehepaare, die sich auf der Bühne oder im Film in leitenden Rollen gegenüberstehen und die ganze Stala der Liedesgefühle von der ersten Werbung bis zum Seligbeglückenden des Findens darstellen. Um ein Beispiel zu nenen, sahen wir alle Magda Schneider und ihren Mann Wolf AlbachRelky im Film„Wiedersehen in Wien“ die Höhen und Tiefen einer großen Liede spielen. Auch Aktila Hörbiger und seine Gatin Paula Wessely haben die Rolle eines verliebten Paares gespielt, ebenso Aldrecht Schönhals und seine Gattin Annaliese Born, Annv Ondra und Max Schmeling, und Werner Krauß und Maria Bard, um nur einige zu nennen. Aber man kann durchaus verstehen, daß ein junges. glücklich verheiratetes Ehepaar nur widerwillig zum ersten Mal im Film die Rolle eines Liebespaares spielt. Da lebt zum Beispiel ein junges Schauspieler=Ehepaar in Hollywod, Joel MeCrea und seine Frau Frances Dee. Die schöne Frances Dee haben wir in Deutschland bereits kennen gelernt, zum ersten Mal vor vielen Jahren in dem Film„Amerikanische Tragödie“, und zuletzt in dem Paramountfilm„Schiffbruch der Seelen“, in dem sie die weibliche Hauptrolle spielte. Diese beiden jungen Leute heiraleten vor vier Jahren. Und als sie das Standesamt verlassen hatten, schworen sie, niemals mehr zusammen in einem Film zu spielen. Vier Jahre lang hielten sie das gegenseitige Versprechen, und dann trat der Versucher an stie heran in Gestalt des Partmount=Regisseurs Frank Lloyd. Dieser wollte durchaus Joel MeCrea für die männliche Hauptrolle seines neuen Films„Frisco-Expreß" haben und Frances Dee für die weibliche Hauptrolle verpflichten. Frances Dee blieb standhaft, sie wollte auf keinen Fall mit ihrem Mann zusammen ein Liebespaar spielen.„Ich habe genug Tragödien als Folge von solchem Zusammenspiel Frances Dee und Joel Mccrea in dem neuen Paramount-Großfilm„Frisco-Expreß". (Um Liebe, Gold und Heimat). von Mann und Frau erlebt", erklärte sie,„und ich möcht das Glück unserer Ehe nicht aufs Spiel setzen.“ Aber de Regisseur ließ nicht nach. Er erzählte, daß das Liebespagim Film charaktermäßig und dem vermutlichen Aussehen nach eine so große Aehnlichkeit mit dem Ehepaar M.Crehabe, daß er weder auf ihn noch auf sie verzichten könne Endlich siegte der Regisseur. Mit starken Bedenken be gann das Ehepaar vor der Kamera zu spielen. Sie warebeide sehr verlegen, als sie im grellen Licht der Schein werfer, umgeben von lielen Menschen, mit einander per liebt tun mußten. Es dauerte einige Tage, ehe die Schei ganz überwunden war und sie erkannten, daß Filmliebund eheliche Liebe wohl doch nicht ganz das gleiche zu sein braucht. Sie fanden sich in ihre Rollen hinein und spielten so gut wie noch niemals zuvor. Den Ausschlag gab eine Szene, in der Frances Dee in Uebereinstimmung mit ihrer Rolle 15 Jahre älter geworden war. Als ihr Mann sie plötzlich so sah, blieb er überrascht stehen und rief gan begeistert:„Mutti, wie schön, wirst du sein, wenn du älter bist.“ Ob Frances Dee das als ein Kompliment aufgesoßt hat, wissen wir nicht. Aber seitdem war das Eis gebrochen. Und doch behaupten beide heute, daß sie nimals wieder zusammen in einem Film spielen werden. Zeitgeschehen auf der Filmleinwand Die Wochenschau jubiliert.— Die erste Sensation Fallschirmabsprung von der Freiheitsstaine. Für den Menschen unserer Zeit ist es selbstverständlich daß er die großen Geschehnisse auf der Welt nicht nur durch die Zeitung erfährt, sondern daß er sie auch mit dem Auge miterlebt, wenn er sich im Kino die neueste Wochenschau ansieht. Wir wissen, wie es auf den Kriegsschauplätzen im Fernen Osten oder in Spanien aussieht. wir werden Zeuge des Brandes eines Ozeandampfers oder des Verlaufs einer weltbewegenden Sportveranstaltung: ein Naturereignis in fernen Zonen oder eine Katastrophe wird auf der Leinwand lebendig dank den kühnen Kameraleuten, die sich, oft unter Einsatz ihres Lebens. mit ihren Apparaten an den Schauplatz begaben, um die Vorfälle festzuhalten. Dreißig Jahre ist es nun her, daß der erste derartige „Tagesneuigkeiten=Film“ gezeigt wurde. Der Franzose Pathé, ein Pionier der Filmindustrie und Begründer der einst berühmten Firma Pathé Frères. führte ihn in Paris im Jahre 1908 einem kleinen Kreis von Fochleuten und Interessenten vor. Freilich machten die Zeitgenossen, die da in irgend welchen kurzen, meist belanglosen Szenen zu sehen waren— unter ihnen befanden sich auch der Zar von Rußland und der deutsche Kaiser— in ihren hastigen, abgehackten Bewegungen einen fast lächerlichen Eindruck, man konnte sich zunächst noch nicht recht vorstellen, daß diese flimmernden Bilder vom Tagesgeschehen ein Erfolg sein würden. Sie waren es auch nicht, als diese erste„Wochenschau“ ein Jahr später der breiten Oeffentlichkeit vorgeführt wurde, die Leute lachten Tränen über die Soldaten, die in ganz falschem Zeitmaß über die Leinwand rannten statt zu marschieren. und über das kaiserliche Auto, das mit Rädern. die sich in verkehrter Richtung drebten.„Bocksprünge" auszuführen schien. Bezeichnenderweise erkannte man in Amerika zuerst die Bedeutung des Tagesneuigkeiten=Films. wo Patbes erster Bildstreifen erst 1910 zur Vorführung gelangte. Hier lachten die Fachleute nicht, sondern sie beeilten sich. Gesellschaften ins Leben zu rufen, die sich mit der Herstellung dieser Filme, der sogenannten„Newsreels". besaßten. Sehr schnell wurde man sich über die Möglichkeiten klar, die hier lagen. und schon vor dem Kriege wurden in Amerika die ersten Sensationsaufnahmen für die Wochenschau=Filme gemacht. Heute stellt eine Wochenschau=Filmgesellschaft in den Vereinigten Staaten 10000 Meter Film in acht Tagen her. die Krönung des englischen Königsvaares hielten nicht weniger als 120 Kameras im Bilde fest, bei dem großen englischen Pferderennen, der Grand National Steeplecha waren im Vorjahre 45 Operateure, und alle bisherigen Ziffern wurden von der Olympiade in Berlin in den. Schatten gestellt. Fünf Stunden. nachdem der letzte Passagier die brennende„Morro Castle“ verlassen hatte, wurde schon der Filmstreifen gezeigt. ein Beweis. wie aktuell die Wochenschau von heute ist. In Neuyork. Paris und London gibt es schon seit langem Tagesneuigkeiten=Kinos. die eine Stunde lang ausschließlich Evisoden aus dem Zeitgeschehen vorführen. Herner Filmschau „Die unruhigen Mädchen“ Lichtburg. An einer Vorankündigung trug der Film den UnterRei„Trixie“. Sehr mit Recht. Denn diese Trixie, oder Beatrix Leitner, wie sie ausgeschrieben heißt, ist die Helin des Spiels und einer Handlung, die Lebenskameradschaft schildert und bewähren läßt. Das geschieht nicht auf der Ebene einer klaren und ausgerichteten Haltung im Sinne der Grundauffassung im heutigen Deutschland, wie se uns bei jungen Menschen nun schon Selbstverständlichkeit geworden ist. Vielmehr ist dieser Film, der in Wien spielt, nicht zum geringsten ein Sozialbild aus der traueigen Zeit, da auch in Oesterreich junge Menschen jahrelang erfolglos nach einer Möglichkeit suchen mußten, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in Arbeit und Brot umzuwerken. Die geschichtliche Tat des Führers schuf die Voraussetzungen zum gründlichen Wandel, und so erhält der Film, von dieser Seite gesehen, gerade im Augenblick eine zktuelle Note für den Vergleich hier und drüben. Die Regie Geza von Bolvarys zeigt alle Merknale seiner treffsicheren Routine. Sie setzt das von Ernst Marischka geschriebene Drehbuch, ein mixtum compositum aus allen möglichen spielerischen und äußerlichen Mittel zünftigen Unterhaltungsfilmtheakers, mit gewohnlem Können in ein Filmdasein um, in dem es an Unterzaltung und Abwechslung nicht mangelt. Schulmädelromanlik, Barbetried, Kabarett mit erstklassiger Artistik, Liebe ind Leichtsinn. vier Mädels, die fest und treu zusammenhalten, zwei Klasse=Komiker, wie Hans Moser und Theo Lingen, die dem Film das Beste geben, am Ende sogar ein Revolverschuß, der der Heldin Tririe allgeneine und gerührte Sompathien sichert— man sieht, daß o gut wie alles zum Einsatz kam, was der Unterhaltungsilm dieses Wiener Genres nur aufzubieten hal Die vier Mädels sind alle lieb und nett. Käthe von Nagy verkörpert die Trixie schlicht und natürlich. Ilse Werner zeigt als zunächst am Liedeskonflikt mitbeteigte Hilde seine, jungmädchenhafte Hallung. Lucie Engburg vom GastspiJi“ gedrehten lisch ist als Drikte im Bunde wieder eine prächtige Mischung von mollert, deppert und süß; alles freut sich über sie. Elfride Datzik macht das Mädchenquartett auf liebe Art vollständig. Für den Windhund von Liebhaber war Hans Holt gerade der richtige elegante Darsteller, um zu überzeugen. Und dann, wie gesagt: Maser und Lingen, der erste Pedell eines Mädchengymnasiums, unerschöpflich in seinem„steks beleidigten“. Wienertum, hinter dem die goldene Menschlichkeit immer zu greifen ist, der letztere als verliebter Mathematiker biendend komisch, beide ein köstliches Duo. Die bewegliche Musik schrieb Franz Doelle. Friedrich Böhmer. * Die ersten Herner Filmtalente bestanden ihre Probe Starker Erfolg der ersten mit Besuchern der Licht viel„Je—K0—To Tonfilme. Am Freitagnachmittag erfolgte die erste Filmaufnahme des Gastspiels Je-Ka-To=Fi(Jeder kann tonfilmen) durch den Regisseur Czerny und seinem Stab von Mitarbeikern in der Lichtburg. Es war interessant zu beobachten, wie zurückhaltend sich zunächst das Publikum Scheinwerfer und Mikrophon gegenüber verhielt, bis es dem Leiter der Aufnahme durch seine gewinnende Art gelang, die Scheu zu vertreiben. Der Juruf aus dem Publikum„Der verliebte Chef“ führte zu einer Handlungsgestaltung, die den nervösen Chef eines Arkistenbüros, seine Sekretärin und Stenotypistin in den Mittelpunkt des Geschehens stellte. Dem Chef war die für die„Scala“ verpflichtete Diva im letzten Augenblick vor Ankritt des Engagements durchgebrannk. Das Drängen des Varieles nach Ersatz machte ihn nervös. Für die Rolle des Chefs meldete sich Herr Alsons Lingen, der schauspieserisch ansprechende Talente— er ist Mitglied eines Theatervereins— zeigte. Seine Sekretärin. Mia Bußmann, verfügt über sompathisches Sorechtalent. Hildegard Schmidt sand sich in der Rolle der Stenotipistin gut zurecht. Ein der Handlung eingefügtes Interemezzo löste sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Vorführung viel Heiterkeit aus. Der zweite Film hieß„Hummel, Hummel!“ und verurachte sebenfalls viel Freude und Heiterkeit. Doch darüber berichten wir am Montag. „Rekrut Willi Winkie" Schauburg. Das ist nun Shirley-Film Nr. 8. Und sie ist frisch, mutig und anmutig wie im ersten Film. Andere Filmkinder erliegen oft dem Starbetrieb, der gewollt oder ungewollt dem Kinde das Kindliche nimmt. Die Kamera entlarvt das Unechte und Starmäßige rasch. Es ist schon oft bewiesen worden, daß auf die Dauer das Filmpublikum sich keine Starmode diktieren läßt. Und im Falle Syirley Temple läßt das herzliche Lachen, mit dem immer wieder Shirleys Mutterwiß bedacht wird, den Grad der Anerkennung dieses urwüchsigen Talentes erkennen. Ihr„berühmles" Lächeln ist nicht gekonnt oder angelernt, sondern bezaubernd echt. Und schließlich kommk eins hinzu, um den großen Erfolg auch dieses Films zu erklären: In allen Jonen applaudiert jedes Publikum gern einem begabten Kinde, da ist der Weg zu den Hergen kein Umweg. Die Menschen aller Sprachen verstehen ihr Englisch, ob es übersetzt wird oder nicht. Der Zuschauer freut sich, daß Shirlen Temple dieses Mal nicht durch zahllose Szenen hindurch Liebe, Verlöbnis und Ehe anzustiften hat. So ein Liebes-happy-end ist auch hier eingeschaltet, aber mil Verhaltenheif. Der dramatische Hintergrund des Grenzkrieges in Nordindien und Shirleys Erziehung zum Rekruten„Willi Winkie“ ist wichtiger als das Amorspiel. Shirley-Priscilla, die von Amerika nach Nordindien zum Großvater Oberst Williams verschlagen wird, ist bald der Liebling des Schotten-Regiments und trägt die Schottenunform. Die glückliche Besetzung der übrigen Rollen ist Victor McLaglen als Sergant Mac Duff. Dieser soldatische Borertop ist der Partner des zarten achljährigen Kindes. Neben diesem Draufgänger mit Schwergewichts-Rang ist sie ganz spielendes Kind und dann ein junges Menschenwesen, das den Ernst des Lebens zum ersten Male begreift. Ausgezeichnet ist ferner C. A. Smith als Oberst, sowie June Lang und Michael Whalen. Die Kampfszenen und die„Männerszenen“ sind wiederum mit Meisterschaft gekurbelt worden. Das Manuskript wurde nach einer Novelle des vielgelesenen R. Kipling geschrieben. A. Ruppert. „Lauber der Boheme“ Gloria-Palast. Keine Verfilmung der bekannten Oper Puccinis, sondern ein herrliches Kunstwerk, das diese Oper aktualisiert und an die Wirklichkeit des tragischen Schicksals eines jungen Mädchens bindet. Aus diesem Schicksal heraus wird die eigentliche Oper noch ausgeweitet und ausgeschmückt bis zur packenden und mitreißenden Sterbeszene Mimis, der Sterbestunde der Denise. Jan Kiepura und Martha Eggerth sind die Träger der Handlung, die mit dem herrlichen Klang ihrer Stimme bezaubern und überzeugen, sich einander ergänzend und ausgleichend. Als ein kleiner Ausgleich gegenüber dem kragischen Schicksal der beiden Liebenden die steks heiteren und frohen und zu kleinen Streichen aufgelegten, Bohemiens mit Theo Lingen, Paul Kemp, Oskar Sima usw. „Urlaub auf Ehrenwort“ Apollo=Horsthausen. Dieser deutsche Film großen Formakes hat die auf ihn gesetzten Erwartungen restlos erfüllt. Der Aufgabe, einen zeitgeschichtlichen Stoff mit lebendiger Wirklichkeit zu erfüllen und zugleich aus dieser Wirklichkeitsnähe das Ethos soldatschen Pflichtgefühls zu spiegeln, ist sowohl das Drehbuch wie auch Karl Ritters meisterliche Regie in hohem Glade nachgekommen. Es fällt in der ganzen bilder= und zenenreichen Handlung kein pathetisches Work, und doch weiß jeder, was gemeint ist. Vor allem hat die Spielleitung die vielen Darsteller des Films so menschlich überzeugend geführt, daß min weiß: so ist es gewesen, und den Menschen vom Schlage dieses Leutnants und dieser Soldalen ist es zu danken, daß Deutschland einige Wochen späler nicht ganz in Dreck und Verzweiflung verkam. Ein Film von großer Haltung, der nicht zuletzt den Vorzug dal. daß er künstlerisch vrachtvoll gelungen ist! ** Autoreifen hausgemacht Deutlcher Erfindergeilt und Laboratoriumstleiß führen zu überlegenem Sieg über das Naturprodukt 1 zwe Mit dem rohen Kautschuk ist wenig anzufangen. Er ist wohl elastisch aber viel zu klebrig. Ein Auto damit zu bereifen, wäre ausgeschlossen. Erhitzt man dagegen Kautschuk ein wenig mit Schwefel, verliert er seine Klebrigkeit und nimmt viel bessere Eigenschaften an, als er sie von Natur aus besitzt. Das wußte schon Goodvear. der vor 100 Jahren lach diesem Prinzig zum ersten Mal Hartgummi herZwei Reifen, die dieselbe Anzahl von Kilometer binter sich haben. Der eine Reisen ist stärker abgrnutzt, es ist ein Pneu aus Natur=Kautschuk. Der andere Reisen aus Bung zeigt die viel größere Abreibfestigkeit des syntbetischen Kautschuks. stellte. Das wußte auch der irische Tierarzt Dunlop, der sich vor 50 Jahren die Erfindung des Luftreifens patentieren ließ. Erst die Beschwefelung— wir nennen es vulkanileren— macht aus dem Rohstoff Kautschuk den Werkstoff Gummi. Kautschuk und Gummi sind also zweierlei. Die chemische Behandlung gibt dem Naturgummi keine neuen, sondern nur bessere Eigenschaften, d. h. Eigenschaften, die in der Art seiner Natur liegen. Nun verlangt aber die Praxis oft mehr als die Natur bietet. Gummi z. B. verträgt kein Oel, kein Benzin und altert schnell. Wie lassen sich diese Nachteile beseitigen, ohne daß man auf die Vorzüge verzichten muß? Der erste Kunstkautschuk. Schon vor mehr als 80 Jahren haben deutsche Chemiker diese Frage durch Schaffung eines synthetischen Kautschuks zu beantworten gesucht. Es gelang im Jahre 1909 nach langjährigen Versuchen im Laboratorium der Elberfelder Farbenfabriken, einen künstlichen Kautschuk aus Holz und Stärke herzustellen. Dieser Kautschuk war noch nicht das heutige Buna. Er hatte seine Mängel. Immerhin leistete er uns im Krieg gute Dienste. Man verwendete ihn u. a. für die Akkumulatorenkästen in U=Booten(ohne ihn hätten wir den U=Bootkrieg wohl nicht führen können); dagegen verwendete man ihn selten zu Autoreifen, war aber als Weichgummi noch nicht elastisch und nicht zäh genug. Man muß den Weitblick der Männer bewundern, die damals schon Millionen in diese Versuche steckten und instinktsicher vorausahnten, was heute die ganze Welt brennend interessiert. Ein Geschäft war mit dem Kunstkautschuk nicht zu machen. Naturkautschuk gab es billig und in Hülle und Fülle. Er wurde noch wild eingesammelt, d. h. die Eingeborenen gingen in die Urwälder und zapften von den Bäumen, was sie tragen konnten.(Kautschuk ist bekanntlich der Milchsaft tropischer Bäume. Das Wort„Kautschuk“ stammt von den Indianern und heißt caahutschu=„tränendes Holz“.) Vor dem Krieg ging man zu rationelleren Methoden über. Der Wildkautschuk wurde abgelöst vom Plantagenkautschuk. Plantagen kautschuk ist wesentlich besser als Wildkautschuk. Und heute wird der Plantagenkautschuk wieder übertrumpft vom künstlichen Kautschuk. Buna wird erfunden. Der künstliche Kautschuk, den heute alle Welt unter dem Namen Buna kennt, ist das Ergebnis umfangreicher Versuche, die eine Armee von Chemikern und Ingenieuren bei der I. G. Farbenindust rie durchführten. Als Ausgangsstoffe verwendet man Kohle und Kalk. Im Laufe der Jahre gelang es, die Mängel des Kriegskautschuks zu beseitigen und alle Forderungen der Praxis in geradezu verblüffender Weise zu erfüllen. Schon 1931 waren die Versuche soweit abgeschlossen, daß man etwas besseres als Naturkautschuk zu bieten hatte. Die Großerzeugung wurde 1936 ausgenommen. Buna öl- und beuzinfest. Naturkautschuk ist sehr elastisch. Buna genau so. Aber Naturkautschuk verträgt weder Oel noch Benzin und verformt sich schnell bei höheren Temperaturen. Diese Mängel besitzt Buna nicht. Wir sprechen hier vom künstlichen Kautschuk, wie es gewöhnlich geschieht: in der Einzahl. Ganz richtig ist diese Vorstellung nicht. Es gibt nicht„den“ einen und einzigen künstlichen Kautschuk, sondern Bungexistiert in verschiedenen Sorten und jede Sorte hat— genau dem Verwendungszweck angepaßt— besondere Eigenheiten und Eigenschaften. Die moderne Chemie kann bei der Herstellung der Kunststoffe sehr viel freier schalten als die Natur. Die Naturprodukte fallen zwar nicht gleichmäßig, aber in ihren Eigenschaften immer uniform aus. Die Herstellung der Kunstprodukte hingegen läßt sich von vornherein bewußt so lenken, daß das Enderzeugnis je nach Wunsch diese oder jene Eigenschaft oder mehrere Eigenschaften zusammen besitzt. So gibt es nicht eine einzige Bunasorte, sondern zahlreiche Bunasorten. Als Reifenbuna ist weit bekannt Buna S wegen seiner„geringen Abnutzung. Perbunan(früher Buna N) zeigt sich öl= und benzinbeständig. Beide Sorten nennt man auch„Buchstaben=Buna". Daneben gibt es noch Buna 115 und Buna 85 mit anderen wichtigen Eigenschaften, wegen der Zahlen=Bezeichnung„ZahlenBuna“ getauft. Die Benzin=Beständigkeit läßt sich an einem einfachen Beispiel nachweisen: Legt man zwei gleich große Gummiringe aus Naturkautschuk und benzinfestem Buna in eine Schale voll Benzin,, quillt der Naturkautschuk dick auf, verliert seine Festigkeit, sein Gefüge und einen Abnutzungswiderstand. Perbunan dagegen verändert sich überhaupt nicht. Der Ring quillt nicht auf, noch verliert er an Festigkeit. Solche Eigenschaften sind sehr begehrt für ölfeste Packungen, Dichtungen und Manschetten im Kraftwagen= und Maschinenbau, bei denen sowohl Oelfestigkeit wie Elastizität verlangt wird. Autoreisen prima. Im Reifenbau ist die Oel= und Benzinfestigkeit von geringerer Bedeutung. Dafür wartet Buna S hier mit zwei kapitalen Trümpfen auf. Buna S ist viel hitzebeständiger und nutzt sich nicht so schnell ab wie Naturkautschuk. Wird Naturkautschuk über 100 Grad erwärmt, zersetzt er sich. Buna S hat man 32 Tage lang einer Temperatur von 150 Grad ausgesetzt, ohne daß die geringste Erweichung eingetreten wäre. Bei den erheblich größeren Geschwindigkeiten, vor allem auf den Autobahnen, werden die Reifen gerade wärmetechnisch außerordentlich beansprucht. Die Buna=Vorzüge sind darum nicht hoch genug zu schätzen. Gegen die Abnutzung verwendet man schon seit Jahren sog. Alterungsschutzmittel. Sie geben dem Reifen eine größere Lebensdauer. Im Krieg hielt ein Autoreifen höchstens 8000 Kilometer, heute fährt man 40 000 Kilometer damit! Buna S ist hier allen gewöhnlichen Pneus weit überlegen. Dabei spielt es für Buna keine Rolle, ob die Straße trocken oder naß ist. Auf der trockenen Straße nutzt sich bekanntlich ein gewöhnlicher Pneu schneller ab als auf einer nassen Straße. Für Buna ist naß oder trocken Nebensache. Auch auf einer trockenen Straße nutzt sich Buna nicht schneller ab. Es rußt wie noch nie— und alles hausgemacht. Für einen Autoreifen braucht man außer Gummi noch Ruß zur Beimengung und Kord fürs Gewebe. Alle drei Baustoffe wurden bisher eingeführt. Kautschuk aus Britisch=Malaia und Niederländisch=Indien, Ruß aus Amerika(weil die europäischen Fabriken angeblich keinen die so guten Ruß lieferten), und Baumwolle für das Kordgewede aus Aegypten. Bei Gummt werden wir mit den Jahren unabhängig vom Ausland sein. Wie steht es aber mit Ruß und Kord? Auch hier schalten wir heute, wie wir wollen. Baumwolle für den Kord besitzen wir zwei keine. Dafür hilft aber die Kunstseidenindustrie mit einem neuartigen Gewebe aus, das sogar noch besser ist als das alte Baumwolle=Gewebe. Und was den Ruß betrifft, so rußt es heute in Deutschland wie noch nie. Die Rußindustrie hat ihre Erzeugnisse in den letzten Jahren derart verbessert, daß die Reisenfabriken auf den amerikanischen Ruß verzichten können. Der Reifen wird also in wachsendem Maße hausgemacht. Naturgummi kapituliert. Wer einen Gummimantel besitzt, weiß, daß das Gummi mit der Zeit mürb und rissig wird und bricht, wenn man es nicht ständig mit Glyzerin einreibt. Außer Oel und Benzin zerstört nichts so schnell natürlichen Kautschuk als Licht und Sonne. Buna zeigt sich hier ebenfalls widerstandsfähiger. Man hat zwei gleich große Stücke Stoff gummiert, das eine mit Naturkautschuk, das andere mit Buna. Sechs Wochen lang wurden diese Stücke unter gleichen Bedingungen„bewettert“. Buna zeigte keine Spur von Zersetzung, das andere Stück war nahezu zerstört. Eine neue Zeit ist angebrochen. Müssen solche praktischen Erfahrungen nicht unsere ganzen hergebrachten Vorstellungen umwerfen? Verlangen nicht Autoreifen, Oel= und Heizschläuche, Schuhabsätze, Regenmäntel, Transmissionen und tausend andere Dinge direkt nach Buna? Ja, muß nicht eines Tages die friedliche Buna=Chemie das wirtschaftliche und politische Gesicht der Welt ändern? Heute verfügt England noch über das Weltmonopol in Naturkautschuk. Aber bereits besitzen außer Deutschland auch die Vereinigten Staaten, der größte Kautschukverbraucher der Welt, und Rußland eigene Fabriken zur synthetischen Herstellung von Kautschuk. Allerdings erreicht weder Amerika noch Rußland die deutsche Buni=Qualität. Man spürt jedoch, wie der Jahrhunderte alte Kampf um die Rohstoffe auf eine neue Ebene gehoben wird. An vielen Beispielen moderner Kunststoffe haben wir diesen Vorgang bereits erlebt, bei den Teerfarben, dem Stickstoff, der Kunstseide, dem synthetischen Benzin. Warum soll der künstliche Kautschuk nicht eines Tages dieselbe Rolle spielen? Ob sich bewahrheitet, was eine englische Fachzeitschrift vor kurzem schrieb:„Naturgummt wird bald ein minderwertiges und überlebtes Produkt sein"? gab es vor 1933 noch nicht Buna ist einer der neuen Stoffe, die Deutschland vor 1933 noch nicht besaß. Zwar war die Kautschuksynthese schon durch die I. G. Farbenindustrie erfunden worden. die Durchführung einer großtechnischen Bunafabrikation und damit eine Einführung des Buna im großen konnte jedoch erst nach der Machtübernahme erfolgen. Durch die Stabilisierung der Verhältnisse und nicht zuletzt durch den Vierjahresplan schuf Adolf Hitler die Voraussetzungen für einen gesteigerten Bunaverbrauch. Die Ueberlegenheit des Buna dem Naturkautschuk gegenüber in bezug auf Oel= und Benzinfestigkeit ist in der ganzen Welt anerkannt worden. Ein weiterer Triumph ist die Fettsäuresynthese zur Herstellung von technischen Fetten. Deutsche Seife aus Kohle ist in der Welt ohne Beispiel. Volkswirtschaftlich nicht minder bedeutsam ist die Erzeugung von Hefe aus Holzzucker nach dem Bergius=Verfahren. Sie trägt dazu bei, die Futtermittelbasis des deutschen Volkes wesentlich zu erweitern. Besonders bemerkenswert ist schließlich der Aufbau der Treibstoffsynthese auf Kohlenbasis. in einer Reihe neuer, riesiger Produktionsstätten der Ausbau der Zellwollproduktion aus deutschem Holz und vor allem die Schaffung einer Faser, die der Wolle auf Prüfung der Oelbeständigkeit. Buna und Naturgummi sind mit Oel getränkt und dann gedehnt worden. Naturgummi weist starke Risse auf. Buna hält die Beanspruchung ohne die geringste Veränderung aus.(Bilder: IO.-Bildarchiv) ein Haar gleicht. Nicht zu vergessen die Vielzahl der neuen Kunst= und Austauschstoffe, die die Eigenschaften der aus dem Auslande bezogenen Nichteisenmetalle in vieler Hinsicht übertreffen. Deutsches Magnesit Die österreichische Wirtschaft verfügt in ihrem Lande über einige wichtige Rohstoffe, die in Europa nur vereinzelt anzutreffen sind. Ihre Gewinnung und ihr Absatz an fremde Staaten hat der deutschen Ostmark auf den betreffenden Gebieten eine besondere Stellung eingeräumt. In erster Linie handelt es sich um bedeutende Vorkommen von Magnesit, eine meist an der Oberfläche hervortretende Gesteinsart, die sich zu verschiedenen industriellen Verwendungszwecken eignet. Die Bedeutung des Magnesits liegt namentlich darin. daß es sich in mehreren Verarbeitungsstufen, teils als Magnesitsteine, teils als Magnesitmögiel, zur feuerfesten inneren Bekleidung von Eisen= und Stahlösen eignet, wie kein anderes Erzeugnis ähnlicher Art. Er ist für die Eisen= und Stahlindustrie in allen Ländern unentbehrlich. Rothelfer=Bilanz: Ueber eine halbe Million Arbeitsstunden. Das vorläufige Jahresergebnis des 18. Tätigkeitsjahres der Technischen Nothilfe gibt wieder ein Bild von den Leistungen, die diese Organisation zu vollbringen hat. Die Einsätze dienten vorwiegend der Bekämpfung von Ueberschwemmungen, Sturm= und Flutschäden. Heide= und Waldbränden. Größere Einsätze erfolgten im Mai 1937 anläßlich der Unwetterkatastrophen in Mitteldeutschland Auch der Einsatz von Nothelfern beim Bau der Reichsautobahn Leipzig—Nürnberg zur Sicherung der Fertigstellung zum Reichsparteitag ist besonders hervorzuheben. Ueber 1100 Nothelfer leisteten mehr als 12000 Arbeitsstunden über ihre gewöhnliche Arbeitszeit hinaus. Von den Hilfsarbeiten entfallen allein aus das Winterhilfswerk und Arbeiten der NSV. über 40000 Nothelfer mit rund 350000 Arbeitsstunden. Bei der Durchführung von Verkehrszählungen beteiligten sich mehr als 3600 Nothelfer mit fast 18000 Stunden Dienst. Ein großer Teil der weiteren Hilisarbeiten bestand in der Errichtung von Tribünen. Ausschmückungsarbeiten. in der Ausführung bautechnischer Arbeiten. von Sprengungen und Brückenbauten. in Arbeiten bei der Siedlung bei der Altmaterialsammlung, bei der Entrümpelung. im Waldstreifendienst usw. Insgesamt ergeben sich hinsichtlich der praktischen Betätigung 582 Einsatzstellen mit 7180 Nothelfern und rund 40000 Arbeitsstunden, ferner rund 45000 Arbeitsstunden von über 5000 Nothelfern bei Alarmbereitschaften und schließlich 485 000 Arbeitsstunden mit 62 500 Nothelfern für Hilfsarbeiten. Bochumer Schlachtviehmarkt am 5. April 1938. Auftrieb: 405 Rinder, darunker: 51 Ochsen, 62 Bullen, 262 Kühe, 30 Färsen; ferner 602 Kälber, 3 Schafe, 1614 Schweine. Für 50 kg Lebendgewicht wurde bezahlt für Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45 RM., d) sonstige vollfleischige 41 RM. Bullen: a) jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43 RM., b) sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39 RM., c) fleischige 34 RM.: Kübe: a) jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43 RM., b) sonstige vollfleischige oder gemästete 39 RM., c) fleischige 30—33 RM., d) gering genährte 23—25 RM.; Färsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44 RM, d) vollfletschige 40 RM., c) fleischige 35 RM.; Kälber: Sondenklasse 78 RM., a) beste Mast- und Saugkälber 60—63 RM., b) mittlere Mast- und Sangkälber 57 RM., c) geringere Saugkälber 46—48 RM., d) geringe Kälder 34—38 RM.: Lämmer: a2) Holst. Weidemastlämmer 46 RM.; Schafe: deste Schafe 42 RM., geringe Schafe 25 RM.; Schweine: a2) vollfl. über 150 kg 56 RM., b1) vollfl. 135—150 kg 55 RM., b2) vollfl. 120—134,5 kg 54 RM., c) vollfl. 100—120 kg 52 RM., d) vollfl. 80—100 kg 19 RM., e) fleischige 60—80 kg 49 RM., f) fleischige unter 60 hg Lebendgewicht 49 RM., gl) fekte Specksauen 53 RM., g2) andere Sauen 51 R2N. vieh Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber flokt. Bothumer Schlachtviehmarkt am 7. April 1938. Auftrieb: 7 Rinder, darunter 1 Bulle, 6 Kühe, ferner 41 Kälber und 247 Schweine. Für 50 kg Lebendgewicht wurde bezahlt für Bullen: b) sonstige vollllfleischige oder ausgemästete 36 RM., Kühe: a) jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43 RM.; c) fleischige 33 RM.: Kälber: a) beste Mast- und Saugkälder 63 RM., b) mittlere Mast- und Sangkälber 57 RM., c) geringere Saugkälber 48 RM.; Schweine: a2) vollfl. über 150 kg 56 RM., b2) vollfl. 120—134.5 kg 54 RM., c) vollfl. 100—120 kg 52 RM., d) vollfl. 80—100 kg 49 RM., e) fleischige 60—80 kg 49 RM., gl) sette Specksauen 53 RM. Marktverlauf: Großvleh und Schweine zugeteilt; Kälber flott. Betffedern Stepp-und Daunendecken eigener Anferrigung Bell-Inleft Bett Wäsche seh gunstig Sächsische Befffedern Fabrik Delitzsch Provinz Seeisen ster u Preisliste umSon# Balalum Stragula Teppiche Läufer Vorlagen in reicher Auswahl bei Kemper alo. Bahnhofstr 111. Die Freude derFestlage erhöhen Sie durch einen wirklich feinen Kattee Nehmen Sie Niehage Haffee. 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In herzlicher und dankbarer Freude begrüßten die Männer und Frauen des Ruhrgaues, die dicht gedrängt die beiden großen Säle füllten, den Mann. der mehr als einmal seine deutsche und nationalsozialistische Haltung bewiesen hat und der bei der Befreiung des deutschen Oesterreich durch den Führer aller Deutschen mit an verantwortlicher Stelle and. In starker Anteilnahme und zutiefst gepackt lauscht die Menge seinen Worten, als er von dem unsagbaren Leid der deutschen Menschen in Oesterreich in den letzten Jahren und von der endlichen Erfüllung des Traumes von einem großen und einigen Deutschen Reich durch den Führer berichtete. Als der Redner auf den Juliaufstand des Jahres 1934 zu sprechen kam und der Opfer jener Zeit gedachte, erhob sich die Menge spontan zu Ehren jener Männer, die mit dem Gruß an den Führer und an ein großes Deutschland starben. Der Redner rief die schwere Zeit des inneren Kampfes, der dann folgte, in die Erinnerung zurück und schilderte den opferreichen Weg, der schließlich zum Abkommen des 11. Juli 1936 auf dem Obersalzberg führte. Erschüttert hören die Menschen in der großen Halle zu, als der Redner von den schweren Enttäuschungen sprach, die dann kamen. In freudiger Anerkennung würdigte Parteigenosse Glaise=Horstenau die großen Verdienste, die sich der illegale Kämpfer für den Nationalsozialismus, der unbekannte und ungenannte Soldat der Bewegung um die Sache des Großdeutschen Reiches erworben habe.„Wir Oesterreicher“, so schloß Minister Glaise=Horstenau unter stürmischen Begeisterungskundgebungen der Menge seine Rede,„ziehen in das Reich ein, wir Oesterreicher grüßen Euch aus dem alten Reich und vor allem Euch Männer von Rhein und Ruhr, die Ihr so schweres Schicksal zu tragen hattet Ich grüße Euch mit dem Ruf„Heil Hitler!“ und mit dem Ruf „Deutschland, Deutschland über alles!“ Zuchthaus für einen abgeseimten Betrüger Bielefeld, 8. April. Nicht weniger als 15 Vorstrafen weisen den 31jährigen Georg Claus als üblen Burschen aus. Die Straftaten, die ihm jetzt vor der Bielefelder Strafkammer zur Last gelegt wurden, stellen aber den Gipfel der Schamlosigkeit dar. Als er im Februar 1937 aus der Strafhaft entlassen wurde, ging er auf„Wanderschaft". Irgendwo lernte er einen Halbjuden kennen, der gleich ihm durch die Lande trollte und sich bei seinen jüdischen Rassegenossen durchfutterte. Claus faßte jetzt den Plan, sich als Halbjude zu tarnen und als solcher sein Geschäft zu machen. Sein Vorstrafenregister war ihm dabei Empfehlung, denn er verstand es geschickt, sich bei den Juden als„politischen Märtyrer“ hinzustellen. Er erhielt auch von einem seiner„Stammesbrüder“ neben Bargeld und Adressen ein Empfehlungsschreiben, das ihm dinfort die Türen der Judenhäuser öffnete Im Sommer 1937 kam Claus nach Bielefeld, wo er ebenfalls unter der falschen Angabe. er sei Halbjude, vor Judentüren und Rheinland bettelte und Geld, Lebesmittel und erhielt. In gleicher Weise verfuhr er bei einem Abstecher ins Ravensberger Land in Bünde. In Bieleseld bekam er dann später Arbeit, wurde aber in ein Verfahren wegen Vorbereitung zum Hochverrat verwickelt und festgenommen. Im Laufe der Untersuchung kamen die unverschämten Schwindeleien heraus. Die Srafkammer gab dem Burschen für sein schamloses Verhalten jetzt die Quittung mit einem Jahr und drei Monaten Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust und 60 Mark Geldstrafe. 1000 Jahre alte Grube wieder in Betrieb Aufbau im Wittgensteiner Land. Laasphe, Kr. Wittgenstein. 8. April. Die Aufbauarbett im Kreise Wittgenstein in den letzten fünf Jahren brachte außerordentliche Erfolge. Von ganz besonderer Bedeutung für den Kreis dürfte aber die Tatsache sein, daß sich auch die Wirtschaft sehr erbolte. Und dier sei in erster Linie die 1000 Jahre alte Grube Gonderbach genannt. die wieder erschlossen wird. Hochvrozentiges Blei= und Silbererz hofft man hier zu gewinnen. Die Vorarbeiten in diesem alten Betrieb steben vor dem Abschluß. sodaß mit einem baldigen Abbau der Vorkommen gerechnet werden kann. Eine heimtückische Tat Duisburg, 8. April. Als ein recht unangenehmer Gast entvuppte sich in den Karnevalstagen Stefan Grabinski. denn wenn er in einer Wirtschaft erschien, dauerte es nicht lange und es gab Streit. Trotzdem man ihn überall an die Luft setzte, kehrte er immer wieder in das gleiche Lokal zurück. Man hatte ihn bereits zum dritten Mal hinausgefördert und als sich der Streit auf der Straße fortsetzte, ging ein im Lokal anwesender Polizeibeamter hinaus und versuchte, den Streit zu schlichten. Der rabiate Bursche schlich sich aber von hinten an den Beamten beran und versetzte ihm mit einem Dolch einen Stich in den Rücken. Erst als der Beamte plötzlich im Lokal infolge des Blutverlustes zusammenbrach, bemerkte er und die anderen. was geschehen war. Man brachte den Verletzten ins Krankenhaus, wo er heute noch ist. Der Täter gebärdete sich bei der Festnahme wie ein wildes Tier. doch konnte er schließlich verhaftet werden. Sein Vorstrafenregister bewies, daß man es mit einem gewalttätigen Menschen zu tun hatte, der schon wegen Straßenraubes. Schmuggelns usw. gesessen hatte. Er erhielt wegen der heimtückischen Tat ein Jahr drei Monate Gesängnis. Trabrennen auch am Wahlsonntag Vor dem Betreten der Rennbahn muß jeder Besucher seiner Pflicht gegenüber Führer und Reich nachgekommen sein 7 Rennen um eine halbe Stunde verlegt Mit dem gestohlenen Wagen verunglückt Neuwied. 8. April. Bei Unkel verunglückte ein Auto am Ausgang der Umgebungsstraße nach Honnef. wobei die vier Insassen nicht verletzt wurden, obschon sich der Wagen überschlagen hatte. Die zwei Männer entierr“ sich nach dem Unfall. angeblich um die Polizei kamen jedoch nicht zu den zwei Mädchebei den Nachforschungen der I#·5.: d#m Magen um Polizei herausstellte, handelt den beiden ihner g# nnten Kavalieren zu einer Spazierfahrt eir worden und wußten von Autodiebstahl Die Reichspropagandaleitung für die Volksabstimmung am 10. April hat im Interesse der wirtschaftlichen Belange der vielen im Rennsport tätigen Volksgenossen im Einvernehmen mit dem Leiter der Obersten Behörde seine Genehmigung erteilt, daß die für den Wohlsonntag angesehzlen Rennen adgehalten werden dürsen mit der Maßgabe, daß die Rennen nicht vor 3.30 Uhr nachmittags beginnen und daß von den Vereinen eine strenge kontrolle darüber ausgeübt wird. daß nur solche wahlberechtigten Reichsbürger den Rennplatz betreten dürfen, die durch das ihnen ausgehändigte Abstimmungsabzeichen nachweisen können, daß sie ihrer Wahlpflicht nachgekommen sind. Im Mittelpunkt das Mitz=Independence-Rennen Am Wablsonntag setzt der Gelsenkirchener Trabrenn= verein seine große Aptil,=Verankaltugs fort. Die Trader. freunde werden sich. nachdem sie vorher ihre Wahlpflicht erfüllt haben, zahlreich auf der Rennbahn in Rotthausen einfinden. Das geschickt zusammengestellte Programm verspricht guten und interessanten Sport. Die gewinnarme Klasse eröffnet den Tag mit dem Peter=W.=nennen. Von älteren Pferden sind Bergstein, von Hünefeld und Constantia zu nennen, die es mit dem Dreijährigen Christopb zu tun haben werden. Heliade muß Meetingszulage aufnehmen, ist aber trotzdem Das Mis=z.enennen ist für die Amateurfahrer ausgeschrieben. Amalie steht hier an den kann gewinnen, wenn sie alatt vom Start kommt. Von den übrigen Bewerbern sind Matador. Ostermaid und Feinsliebchen zu nennen. Die Dreijährigen treffen sich im Herold=Renne: auf 1800 Meter. Marie Dear hat mit ihrer Meetingszulage einen schweren Stand gegen Ausbund. Rheinmädel. Lydia und Christoph. Die besten Aussichten hat wohl Ausbund vor Lydia und Marie Dear. Die beste Klasse trifft sich im Miß=Indevendence=Rennen auf 2000 Meter. Luitpold. Graf Geßler und Lederstrumpf stehen an den Stangen und werden für ein schnelles Rennen sorgen. Maria R., die 20 Meter dahinter stebt. sollte aber die Oberhand behalten. Vom Stall Teßzmann könnte Cito Watts in Frage kommen, da Duck zuviel auszubolen hat. Cavitän könnte ebenfalls noch eine Rolle spielen. Das Rennen ist sehr offen. Wir glauben an einen Sieg von Maria N. vor Luitvold und Graf Geßler. Im Organist=Rennen sind die Amateurfahrer wieder unter sich. Herodias W. findet hier eine günstige Position vor und sollte Peter Duffo ir., Herenjunge und Quintilian in Schach halten können. Eine gute Besetzung weist das Jan=Lee= W.= Rennen auf. Kommt Bergstein hier an den Start. so ist er zu beachten, da er mit Davids Bertha und Tosca an den Stangen steht, die in seiner Abwesenheit für den Sieg in Frage kommen. Sonst sind noch Elfriede H. und Westerholt zu nennen. Im abschließenden Herodias=W.=nennen trifft sich gute Mittelklasse. Unsere Voraussagen: 1. A.: Bergstein— von Hünefeld— Christoph. 2. A.: Amalie— Matador— Ostermaid. 3. R.: Ausbund— Lydia— Marie Dear. 4. R.: Maria R.— Luitvold— Graf Geßler. A.: Herodias W.— Peter Duffo ir.— Hereniungr 6. R.:(Bergstein)— Davids Bertha— Elfriede#. 7. A.: Dominikus— Volly— Humulus. Reichsbund für Leibesübungen Kameraden und Kameradinnen des 9R/L. Eure Stimme dem Führer! Der Erhaltung der Gesundheit des deutschen Arbeiters gilt die Sorge des Führers. Das Amt„Schönheit der Arbeit“ verbesserte und schuf: 23 000 Arbeitsräume, 6000 Werkhöse, 17 000 Speise= und Aufenthaltsräume, 13000 Wasch= und Umkleideräume, 800 Kameradschaftshäuser, 1200 Sportanlagen. Dein Dank am 10. April: Dein Ja dem Führer! Raskolnikow geslohen Großes Aufsehen in Sosia. Sosia, 8 April. Die Amtsenthebung des bisherigen Sowjetgesandten in Sofia, Raskolnikow, bildet in allen hiesigen politischen und diplomatischen Kreisen die große Sensation des Tages. Raskolnikow, der am Nachmittag des 1. April mit Frau und Kind Sofia verließ, hat gelegentlich seiner Abschiedsbesuche bei dem Ministerpräsidenten Küsseiwanoff und bei dem tschechoslowakischen Gesandten erklärt, daß er sich über Prag nach Moskau in Urlaub begeben wolle. Nach Feststellungen der hiesigen Presse ist er jedoch nicht in Prag eingetroffen, sodaß angenommen werden muß, daß er in Belgrad die Fahrtrichtung geändert hat. Es sei auch ganz unwahrscheinlich und widerspreche menschlicher Vernunft, daß Raskolnikow, dessen Name bei dem letzten großen Mordprozeß in Moskau mehrsach gefallen sei. offenen Auges mit seiner Familie in den sicheren Ton gefahren sei. Die Blätter bringen u. a ein Bild aus der politischen Vergangenheit Raskolnikows, das ihn zusammen mit dem ermordeten Kirow und anderen nicht mehr lebenden Sowjetgrößen als führendes Mitglied des revolutionären Soldatenrates der 11. Roten Armee zeigt. Wie die heutige Morgenpresse weiter berichtet, machte Raskolnikow in der letzten Zeit einen auffällig nachdenklichen und ernsten Eindruck, eine Beobachtung, die auch von diplomatischen Kreisen bestätigt wird. Juletzt war er auf Schritt und Tritt von zwei jungen, erst kürzlich in Sofia eingetroffenen Mitgliedern der Gesandtschaft begleitet, die beim bulgarischen Außenministerium als Legationssekretäre angemeldet worden waren. Wie man hier allgemein annimmt, oblag ihnen die Ueberwachung Raskolnikows. Bekanntlich hat auch der im Vorjahre aus Sofia abberufene sowjetrussische Militärattache Oberst Suchorukow die Rückkehr in das Land der Genickschüsse abgelehnt. Die jahrtausendlange Sehnsucht bester deutscher Menschen nach einem einigen und mächtigen Geotzdeutschen Reich ist Wirklichkeit geworden. Ee muh uns mit innerer Freude vr##enarnung erfüllen. für alle Zeit mit unseren Brüdern und Schwestern des bieligen Deutsch=Oesterreich vereint zu sein und gewaam die Geschicke Großdeutschlands gestabt eu delfen. Großdeutschland ist entstanden durch den unbeirrbaren Glauben und die unversiegbare Kraft unseres Führers Adolf Hitler. Wir können ihm das nicht besser danken, als daß wir ihm am Abstimmungstag freudigen Herzens unsere Stimme geben. Heil Hitler! Rudolf Schnittmann, Kreispressewart und stellv. Ortogruppenführer. Tenet ist Weltmeister Besselmann gab in der 12. Runde auf. Die schöne Hoffnung, daß Deutschland nach Heuser auch den Weltmeister im Mittelgewicht stellen würde, hat sich nicht erfüllt. Nach einem bis zur elften Runde ausgezeichneten Kampi gab Jupv Besselmann zermürbt schon vorzeitig das Gesecht gegen Frankreichs Meister Edouard Tenet auf. Es zeigte sich hier wieder, daß Besselmann mit seinen empfindlichen Nerven einem Kampf mit so hohem Einsatz über die lange Strecke von 15 Runden einfach nicht gewachsen ist. Dabei boxte der Rheinländer zwei Drittel der Distanz wahrhaft meisterlich und führte sogar knavo nach Punkten. Als jedoch der Franzose im Kampf Mann gegen Mann in der elften Runde unerhört hart loslegte und auf den schon ermüdeten Besselmann einhämmerte. trat der Kölner zur zwölften Runde nur noch mit schwacher Zuversicht an. Schon nach der ersten Minute dieser Runde wandte sich Besselmann nach er neutem Schlagwechsel vom Gegner mit schmerzverzerrtem Gesicht weg. stellte sich noch einmal zum Kamof— mit einem Treffer von Tenet beugte sich Besselmann über die Seile und begab sich schließlich in seine Ecke. Die ratlose Stimmung der Menge wurde gelöst durch das Urteil „Besselmann gibt den Kampf auf“ und so mußte der gute Schweizer Ringrichter Zehr Tenet zum Sieger und neuen Eurova= und Weltmeister ausrufen. Training in Ruvolari sprang aus dem brennenden Wagen Der Große Preis von Pau ist noch nicht gestartet. aber schon hat man eine große Aufregung binter sich. Der Freitag war zum ersten Training freigegeben und obschon man noch nichts Besonderes erwarten konnte. war auf n Xtlometer langen Rundstrecke durch die Straßen von Pau allerlei los. Es wurden beachtliche Zeiten gefahren und der seit 1935 bestehende Rundenrekord von 1.52 mußte mehrfach sein Leben lassen. Toll jagten die Wagen durch die Stadt. Helle Aufregung ergriff die Zuschauer, als plötzlich aus dem Alfa Romeo von Tazio Nuvolari Flammen schlugen. Der Italiener versuchte mit kühlem Kopf. das brennende Gefährt abzubremsen. schaffte es aber nicht. Er mußte aus dem fahrenden Wagen springen und zog sich so neben Brandwunden auch noch Hautabschürfungen am Kopf zu. Sein Start am Sonntag ist daher noch ungewiß. Vorher hatte Nuvolari mit 1:49 die schnellste Zeit gefahren. An der 90=Klm.= Std.=Grenze lagen auch die 1:51 von Lang auf MercedeBenz und von Dreysus auf dem neuen kompressorlosen Delahaye. Caracciola im neuen Mercedes=Benz war mit 1:52 zufrieden. Es fehlt nur der neue Bugatti von Wimille, sonst ist alles 15 Mann hoch zur Stelle. Es war sehr heiß— 24 Grad Luft= und 33 Grad Bodenwärme. Pferdesport Rennen zu Maisons=Lassitte. 1. Rennen: 1. Gloire de Maizet(Thirion), 2. Silvabelle, 3. Cormoran. Sieg 43:10. Platz 16. 17. 20:10. Ferner: 6 Pferde. La.: 3—KK—3. 2. Rennen: 1. Priene(Francolon), 2. Guignols Pride. 3. Tandelly. Sieg 88:10, Platz 33. 48. 60:10. Ferner: 16 Pfrede. La.: 3—2—3. 3. Rennen: 1. Balse de Vienne(Rosso), 2. Bergere. 3. Balle. Sieg 47:10. Platz 18. 72. 25:10. Ferner: sieben Pferde. La.: 4—1½—2. 4. Rennen: 1. Comilon(Dusorez), 2. Ange Gradien. 3. Proctor. Sieg 48:10, Platz 21, 58. 22:10. Ferner: 11 Pferde. La.: 3—4—½. 5. Reunen: 1. Haltea(Johnstone), 2. Echidna, 3. Inspecteur. Sieg 89:10. Platz 38. 31. 21:10. Ferner: 15 Pf. Lg.: 3—½—K. 6. Rennen: 1. Dark Land II(Foot), 2. Rodin. 3. Daidol. Sieg 77:10. Platz 27. 17, 21:10. Ferner 6 Pferde. Lg.: 4—3—½ 7. Rennen: 1. Agent Secret(Brunzt), 2. Le Trappeur. 3. Flake. Sieg 161:10. Platz 48. 41. 17:10. Ferner 9 Pf. Lg.: 1 Wie wird das Wetter? Kühl. lagsüber bei frischen auch zeitweilig böigen Nordwinden wechselnd wolkig mit Aufheiterung. noch örtliche Schauer und fühl. Vorhersage für Sonntag: Nachtfrost. bei nördlichen Winden wechselnd wolkig, zeitweise auch stärker aufheiternd. noch einzelne Schauer und weiterbin kühl Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Nur langsame Beruhigung. Rheinisch-Westfälische Börse Düsseldors. 8. April. Im allgeminen erfuhr das ruhige Börsengeschäft keine Aenderung. In einigen Spezialwerten trat eine leichte Belebung ein, die Kurse waren fast durchweg erböht. Nicht nur das Publikum trat als Käufer auf. sondern auch die Kulisse nahm kleine Anschaffungen vor. Nach den ersten Kursen gingen Farbenaktien mehrfach um und konnten ihren Kurs um ½ erböhen. Von den Montanwerten setzten Ver. Stahl Prozent höher ein und stiegen bei Umlätzen von ca 50 Mille nochmals um ¾ Prozent. Rheinstahl gewannen 5 Prozent. Für Mannesmann wurden letzte Kurse gezahlt. Erdöl stiegen um 1 Prozent. Maschinenwerte waren gut behauptet. Vereinzelt gingen RWE. auf letzter Basis um. Kalimarkt fest. Wintershall waren 78 Prozent gebessert. Am Kurenmarkt bewegte sich das Geschäft in mäßigem Rahmen. Teilweise gaben die Kurse noch etwas nach, jedoch zeigte sich auf dieser Grundlage mehrfache Kaufneigung. Am Kohlenkurenmarkt wurde das vor liegende Angebot zwar teilweise noch zu etwas billigeren Preisen abgegeben. Warenmärkle Hamburger Warenmarkt. Reis: Das deutsche Geschäft liegt unverändert still. Preise unverändert. Baumwolle: Ruhig. Suverfine 4.20. Fine Omra 4.65 Dollar. Kaffee: Das Geschäft am Platze verlief verhältnismäßig ruhig. Im Transit zeigte sich vermehrte Nachfrage und es kam verschiedentlich zu befriedigenden Abschlüssen. wobei die bisherigen Preise zuarundegelegt wurden. Schmalz: Ruhig. American Steamlard 22¾. American Purelard 23¼ bis 23½. Dänisches Schmalz nicht notiert. Fettwaren: Unverändert. Hülsenfrüchte: Unveränderte Preise. Vereinzelt kommt es zu einigem Geschäft in Linsen und auch hier und da in Mittelbohnen, während Erbsen nach wie vor vernachlässigt sind. Oele und Fette: Am Inlandsmarkt zeigt sich keinerlei Nachfrage für Rohöle, während Fettsäuren weiter begehrt bleiben, ohne daß entsprechendes Angebot vorhanden ist. Gewürze: Preise unverandert. Rauhfutter: Ruhig. unverändert. Rohlako: Stetig. Der Weltmarkt für Rohlakao verkehrt weiter in lustloser Haltung. sodaß von Abschlüssen kaum etwas bekannt wurde. Das deutsche Geschäft liegt stetig. Für Edelkakaos hält das Interesse noch an. Die Preise lauten unverändert. Kakaohalbfabrikate: Kakaohalbsabrikate sind lausend gesucht und Angebote zu annehmbaren Preisen finden schlank Aufnahme. Kautschuk: Stetig. Sheets loko 5¾. per Mai=Juni ##. per Juni=Juli 5 15/16. Zuaer: Effektivmarkt. Bei ruhig=stetiger Marktlage blieben die Preise unverändert. Tschechen per April 6 6¾. British fine per April=Mai 6 3¾. per Juni Terminmarkt: Die Preise hielten sich bei ruhiger Tendenz auf Vortagshöhe. Viehmärkte Dortmunder Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder, gesamt 709, darunter: Ochsen 52. Bullen 123. Kühe 448, Färsen(Kalbinnen) 86 Ziegen 3. Kälber 1752. Schafe. Lämmer und Hammel 35. Schweine 3442. Bezahlt für 30 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 43—45. sonstige vollfleischige 41. Bullen: Jüngere. vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39. fleischige 33—34. Kühe: Jüngere. vollfleischige höchsten Schlachtwerts 41—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 36—39, fleischige 29—33, gering genährte 20—25. Färsen(Kalbinnen): Vollfleischige. ausgemästete höchsten Schlachtwerts 43—44, vollfleischige 39—40, fleischige 35. Kälber: Doppellender bester Mast 70—78. beste Mast= und Saugkälber 61—63, mittlere Mast= und Saugkälber 53—57. geringere Saugkälber 43—48. geringe Kälber 33—38. Schweine: Fettschweine über rund 150 Klg. Lebendgewicht 56. vollfleischige Schweine von 135—149 Klg. Lebendgewicht 55. vollfleischige Schweine von ca. 120—134 Klg. 54. vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 52. vollfleischige Schweine von ca. 80—100 Klg. Lehendgewicht 49. fleischige Schweine von ca. 60—80 Klg. Lebendgewicht 49. fleischige Schweine unter 60 Klo. Lebendgewicht 49. fette Specksauen 53. Marktverlauf: Rinder zugeteilt. Kälber gut. Schweine zugeteilt. Rundsunk=Programm Samstag, den 9. April 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Freut euch des Lebens. 6.45 Knie—e beugt! 7.00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9 30 Mütter, was wißt Ihr vom Jungmädeldienst? 9 45 Nachrichten. 10.00 Volks= und Unterhaltungsmusik. 10.30 Eintreisen der Trevestafseln des N3an. aus dem Reich am Weitbahnhof in Wien. 1.00 Eintreffen des Sonderiuges des Führers am Weithohnhof. Abshreiten der Ehren kompagnien durch den Jührer. 11.57 Reichsminister Dr. Goebbels verkündet vom Balkon des Wiener Rathauses den „Tag des Großzdeutschen Reiches". 12.02 Der Führer nimmt vor dem Rathaue die Treuebotschaften des RSKK. aus 31 Gauen des Deutschen Reiches entaegen. 13.00 Nachrichten. 13.10 Mittagskoneert. 14.00 Nachrichten. Von Saarbrücken: 14.10 Zwei Lünder kehrten heim zum Reich. 15.00 Ringsendung.„Soldaten— Kameraden“ Märsche. Lieder. Anckdoten deutscher und deutsch=österreichischer Regimenter. 17.60 Heitere Musik. 18.00 Unterheltungsmufik. 19 00 Nachrichten. 19.°0 Koniert. 19 15 Bericht von der Fahrt des Führeraurch die Straßen Wiens zur Nordwestbahnhalle. 20.00 Gauleiter Bürckel begrüßt den Führer. Der Führer spricht. 22.20 Nachrichten— Unterhaltungskonzert. 24.00 Volkomufik und Tanz. Sonntag. den 10. April 1938. 6.00 Fröhliches Wecken. 7.00 Orgelkonzert. 7.30, Wolfg. Amadeus Mozart:„Krönungs. messe“, s. Soli. Chor. Orchester u. Orgel.„Ave verum". Motette für Chor. Orchester und Orgel. 8.15 Heitere Musik em Sonntagmorgen. 9.00 Deutschlands Jugend singt und spielt. 9.45 Nun eilt herbei. Witz. heitere Laune— Heiteres aus deutschen Overn. Es spielt das Kölner Rundfunkorchester. Soliitin Elisa beth Reichelt(Sopran). 11.00 Das Lied der Heimat. Der Rundsunkchor, Musikkorvo des Ins.=Reg. 119. die Stuttgarter Volksmusik. die Bauernkapelle. Rehfeld— und Solisten 13.00 Heitere Musik großer Meister. Wiener Philharmoniker. Hilde Konetzni(Soprau) 15.00 Am lausenden Band. Bunte Musik wirkende: Das Kleine Orchester des Reichssenders Wien. Wiener Kammerorchester. Blasmusik Pfleger. Schrammelquartett Jä ger. die Zither=Gruppe der Landsmannsch der Oberösterreicher und Salzburger Wien— dazwischen: Berichte vom Al mungstag. 18.00 Großes Unterhaltungskonzert. Es svie len: Das Große Orchester des Deutschlandsenders, Unterhaltungsorchester. Musikkor### einer Fliegerhorst=Kommandantur. Musi! koros des Ins.=Lehrregiments. Egon Kaise mit seinen Solisten. Kapelle Freundorfer. und Solisten. 22,00 Nachrichten. 22.15 Unterhaltungskonzert— dazwischen: Bekanntgabe von Abstimmungsergebnissen. 24.00—3 00 Unterhaltungsmusik. Das Kleine Orchester Berlin, Kapelle Raatzke. Musikkorps des Ins.=Reg. 67 3.00—6,00 früh: Wien spielt für das Reich. Unterhaltungs=. Tanz und Volksmusik daswischen: Bekanntgabe der letzten Wahlergebnisse. Inquart, der Herrn Schuschnigg elegank herausspiekte, tat das einzig Richtige: Er rief den Führer zu Hilfe. Und Adolf Hitler haudelte! (Minutenlanger stürmischer Beifall.) Noch in der Nacht verfügte der Führer den Einmarsch der Truppen. Jetzt weiß jeder im österreichischen Land, jetzt kommt auch für uns die Volksgemeinschaft, auch bei uns ist jetzt die Zeit vorbei, wo Brüder gegen Brüder standen. Sie sind zurückgekehrt in die große Heimat; jetzt schützt Adolf Hitler das deutsche Volk im deutschen Oesterreich (Tosender Beifall.) Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen den Schaffenden der Faust und der Stirn. Wirtschaftspolitik bedeutet für uns den richtigen Arbeitseinsatz jedes einzelnen an der richtigen Stelle. Uebergehend auf die großen Arbeiten der Reichsführung, fuhr der Ministerpräsident fort:„Als wichtigste Aufgabe steht jetzt der Vierjahresplan vor uns. Wir müssen ihn nun auf Oesterreich ausdehnen, und zwar mit besonderem Schwung. Ich habe den Oesterreichern den Aufbauplan verkündet und bin nicht verwundert, daß man im Auslande hier und da Zweisel hegt, ob das alles ausführbar ist. Nun, wir werden der Welt beweisen, daß wir die gewaltigen Aufgaben schneller lösen, als sie es für möglich hält.(Lebhafter Beifall.) Wir haben in den verflossenen anderthalb Jahren des Vierjahresplanes schon ein gerüttelt Maß geschafft und werden nicht locker lassen. Wir hoffen nicht auf iegendwelche Weltkonjunktur, wir verlassen uns nur auf unsere eigenen Kräfte. So will es der Führer, so hat er gearbeitet, so hat er uns das Ziel gesetzt und so wird's gemacht! ∆(Donnernder Beifall.) Wir haben erlebt, was es heißt, wehrlos und damit ehrlos zu sein. Wer wehrlos ist, ist ehrlos, ist rechtlos in der Welt. Daraus haben wir die Folgerung gezogen: Wollen wir den Frieden, dann muß beim Frieden das scharfe Schwert liegen. Allein das scharfe Schwert garantiert den Frieden. Heute ist dieses Schwert geschmiedet, es sichert uns den Frieden, die Macht schafft uns das Recht!(Stürmischer Beifall.) Die Kraft des Volkes sichert den inneren Frieden. Diesen inneren Frieden brauchen wir nicht mit dem Schwert zu schützen, ihn garantiert die nationalsozialistische Idee und die Bewegung. So steht unser Reich inmitten der von wirtschaftlichen und politischen Krisen erschütterten friedlosen Welt, so steht es festgefügt, glücklich, arbeitsam und stolz.(Lebhafter Beifall.) Das ist des Führers großes und unvergleichliches Werk. So sagen wir unseren Volksgenossen in Oesterreich: Blickt in die Zukunft und schüttelt das Vergangene ab. Ihr steht jetzt auf dem Boden des Schiffes, das Deutschland heißt. Dieses Schiff hat einen geraden Kurs, es hat glückhafte Fahrt, sein Kapitän heißt Adolf Hitler. (Minutenlange Jubelkundgebungen folgen diesem Ausruf.) Der Albdruck Oesterreich ist von uns und damit auch von Europa gewichen. Die Welt soll dankbar sein, daß wir einen Unsicherheitsfaktor ausgeschaltet haben. Der Norddeutsche Bismarck hat das Deutsche Reich geschaffen, der Süddeutsche Hitler einte das gesamte deutsche Volk. Das ist seine Mission gewesen, dafür ist er in Oesterreich geboren. Die Vorsehung hat ihn immer geschützt, damit er seine historische Mission erfüllen kann. Er lehrte uns wieder glauben an Deutschland, er lehrte uns wieder arbeiten, leiden und kämpfen, er rettete uns vor dem Untergang, er gab dem Arbeiter Brot, dem Volk die Ehre und dem Reich die Freiheit zurück. er schenkte schließlich der Nation seine herrliche Heimat. Jetzt ruft er uns. Wir sollen und werden Zeuge sein für sein stolzes Wort, das er der Welt gab: Deutschland! Wenn morgen abend die letzten Worte des Führers im Aether verhallt sind, wenn von allen Türmen des geeinten Reiches die ehernen Glocken dröhnen, dann steigt aus 75 Millionen Herzen der Dank auf zum Allmächtigen, dann braust das alte Dank= und Freiheitsgebet zum Himmel: Du, Gott, warst ja mit uns. Herr, wir sind frei!" Als Hermann Göring geschlossen hatte, löste sich die Begeisterung der Massen aus in dem immer wiederkehrenden Ruf: Ein Volk. ein Reich. ein Führer! Hermann Görings großartiger Schlußappell, mit dem er die Berliner Bevölkerung ermahnte, am 10. April ihre Pflicht zu tun, löste tiefste Bewegung bei den 20 000 aus. Diese Rede war ein Erlebnis, geboren aus dem tiefen Erleben Görings auf seiner Jubelfahrt durch Oesterreich. Die Arme reckten sich, der Begeisterungssturm brach sich an den Wänden des Sportvalastes. die Rufe„Ein Volk. ein Reich. ein Führer“ wollten nicht enden. Die Lieder der Nation klangen auf. und ergriffen wurden sie von den 20000 ausgenommen. Als Hermann Göring durch die Reihen des Sportvalastes zum Ausgang schritt. drang noch einmal die helle Begeisterung der Berliner an sein Ohr. Aber auch noch draußen vor dem Sportvalast bekam er die Liebe und Verehrung der Reichshauptstadt zu spüren, die sich immer wieder in Rufen„Unser Hermann“ kundtat. Die Rundfunkübertragungen am„Tag des Großdeutschen Reiches“ Berlin, 8. April. Für den„Tag des Großdeutschen Reiches“ sind folgende Reichssendungen des Deutschen Rundfunks vorgesehen: 10,30 Uhr: Eintreffen der Treuestaffeln des RSKK. aus dem Reich am Westbahnhof in Wien. 11,00 Uhr: Eintreffen des Sonderzuges des Führers am Westbahnhof. Abschreiten der Ehrenkompagnie durch den Führer. 11,57 Uhr: Reichsminister Dr. Goebbels verkündet vom Balkon des Wiener Rathauses den„Tag des Großdeutschen Reiches“ 12,02 Uhr: Der Führer nimmt vor dem Rathaus die Treuebotschaften des RSKK. aus 81 Gauen des Deutschen Reiches entgegen. 19.45 Uhr: Bericht von der Fahrt des Führers durch die Straßen Wiens zur Nordwestbahnhalle. 20,00 Uhr: Gauleiter Bürckel begrüßt den Führer. Der Führer spricht. Winterliche Arbeitslosigkeit restlos überwunden Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit im März um 439 000. Berlin, 8. April. Im März ging die Arbeitslosigkeit in Deutschland(ohne Oesterreich) um 439000 zurück. Damit ist bereits Ende März die übliche winterliche Arbeitslosigkeit restlos überwunden. Mit einem Stand von 508000 Arbeitslosen ist bereits jetzt derselbe Stand erreicht, der im vorigen Jahre erst Ende August erzielt wurde. Der vorjährige Tiefpunkt der Arbeitslosigkeit (469000) wird also bereits im nächsten Monat unterschritten werden. Verglichen mit dem März des Vorjahres ist der Stand der Arbeitslosigkeit um 740 000 geringer. Die größten Rückgänge der Arbeitslosigkeit im März entfallen auf Schlesien(minus 75000), Bayern(minus 58 000), Sachsen(minus 57.000) und Rheinland(minus 45 000). Die Liste des Führers zur Wahl des Großdeutschen Reichstages Berlin, 8. April. Der„Reichsanzeiger“ hat am Donnerstag die 1717 Namen enthaltende„Liste des Führers zur Wahl des Großdeutschen Reichstages am 10. April 1938“ veröffentlicht. An der Spitze steht der Führer und Reichskanzler. In einem ersten Abschnitt sind die führenden Persönlichkeiten der Partei aufgezählt, unter ihnen sämtliche Reichsleiter, die Gauleiter und die Führer der Parteigliederungen. So verzeichnet der erste Abschnitt der Liste die Namen folgender Männer der Bewegung: Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, Generalfeldmarschall Hermann Göring, Reichsleiter Dr. Frick, Reichsleiter Dr. Goebbels, Reichsleiter Amann Gauleiter Bohle, Reichsleiter Bormann, Reichsleiter Bouhler, Reichsleiter Buch, Gauleiter Bürckel, Reichsleiter Darre, Reichsleiter Dr. Dietrich, Gauleiter Eggeling, Reichsleiter Ritter von Epp, Reichsleiter Fiehler, Gauleiter Florian, Gauleiter Forster, Reichsleiter Dr. Frank, Stellvertreter=Gauleiter Görlitzer, Reichsleiter Grimm. Gauleiter Grohe, Gauleiter Dr. Hellmuth, Reichsleiter Hierl, Gauleiter Hildebrandt, Reichsleiter Himmler, Korpsführer Hühnlein, Gauleiter Jordan. Gauleiter Kaufmann, Reichsminister Kerrl. Gauleiter Koch, Reichsleiter Dr. Ley, Gauleiter Lohse, Reichsleiter Lutze, Gauleiter Dr. Meyer, Gauleiter Murr Gauleiter Mutschmann, SA.=Obergruppenführer Reschny, Reichsminister von Ribbentrop, Gauleiter Röver, Reichsleiter Rosenberg, Gauleiter Reichsminister Rust, Gauleiter Sauckel, Reichsleiter v. Schirach, Stellvertreter=Gauleiter Schmalz, Reichsleiter Schwarz, Gauleiter SchwedeKoburg, SA.=Obergruppenführer Reichsminister Seldte, Gauleiter Simon. Gauleiter Sprenger, Gauleiter Streicher, Gauleiter Stürtz, Gauleiter Telschow, Gauleiter Terboven, Gauleiter Wächtler, Gauleiter Adolf Wagner, Gauleiter Josef Wagner, Gauleiter Robert Wagner, Gauleiter Wahl, Gauleiter Weinreich. Aus dem Lande Oesterreich finden sich im gleichen Abschnitt folgende Namen: Minister Dr. Fischböck, Minister Dr. h. c. Glaise=Horstenau, Stabsleiter der Landesleitung Oesterreich Globotschnigg. Minister Dr. Hueber, Minister Dr. Jury, Führer des SS.=Ober= abschnitts Oesterreich, Dr. Kaltenbrunner. Minister Klausner, General der Infanterie Alfred Krauß, Hauptmann a. D. Leopold, der Leiter des Politischen Amtes der Landesleitung Dr. Rainer, Minister Rheintaler, Reichsstatthalter Dr. Sepß=Inquart, Universitätsprofessor Ritter von Srbik. Die Liste des Führers zur Wahl des Großdeutschen Reichstages enthält im weiteren Teil die Namen vieler bekannter und verdienter Manner von Partei und Staat, der SA., SS., des RSKK., des NSFK., des Arbeitsdienstes, der Deutschen Arbeitsfront, Manner aller Beruse, der Wissenschaft und Wirtschaft, Arbeiter und Bauern. Die Liste verzeichnet u. a. die Namen folgender Männer: SA.=Obergruppenführer Wilhelm Brückner, Staatssekretär i. R. Dr Bang, NSKK.=Obergruppenführer Herzog von Koburg, SS.=Obergruppenführer Daluege, General= arbeitsführer Dr. Decker, SS.=Obergruppenführer Sepp Dietrich, Staatsminister a. D. Hermann Esser, Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. Everling, Staatssekretär Dr. Freißler, Prof. Freiherr von Freytagh=Loringhoven, Reichshauptamtsleiter Gohdes, Prof. Dr. Grimm=Essen, Reichsamtsleiter Dr. Groß, Staatssekretär Hanke, SS.= Obergruppenführer Heinmeyer, SA.=Gruppenführer Graf von Helldorf, SS.=Gruppenführer Heydrich, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, Geh. Finanzrat Dr. Hugenberg. Staatssekretär Keppler, SS.=Gruppenführer Ministerpräsident Klagges, SA.=Brigadeführer Ministerpräsident Köhler, SS.=Gruppenführer Staatssekretär Körner, Stabsleiter Hartmann=Lauterbacher, SA.=Gruppenführer Oberbürgermeister Liebel, SA.=Gruppenführer Ministerpräsident Marschler, Reichshauptamtsleiter Hermann Neef, Reichshauptamtsleiter SA.=Obergruppenführer Oberlindober. Botschafter von Papen, SS.=Gruppenführer Generalmajor Reinhard, SA.=Obergruppenführer Statassekretär Reinhardt, SS.=Brigadeführer Schaub, SA.=Gruppenführer Hauptdienstleiter Schmeer, Gouverneur i. R. Dr. Schnee, Reichshauptamtsleiter Claus Selzner, Ministerpräsident Siebert, Prof. Martin Spahn, Staatsrat Dr. Dr. h c. von Stauß, Obergebietsführer Dr. Stellrecht, Staatsrat Dr. Thyssen, SA.=Obergruppenführer Reichssportführer von Tschammer und Osten, Dr.=Ing. Albert Vögler, Hauptdienstleiter Reichsärzteführer Dr. Wagner, SS.=Gruppenführer Chef der Technischen Nothilfe Weinreich. SA.=Obergruppenführer Hauptmann Weiß, SS.= Gruppenführer Staatssekretär Willikens. Sturz der Regierung Blum Ablehnung der Finanzvorlage Blums im Senat 7 Daladier beauftragt Paris, 8. April.# Der Senat begann am Freitagnachmittag unter dem sicheren Schutz der Polizei und Mobilen Garde, die wieder in beträchtlicher Stärke aufmarschiert ist, die Aussprache über den Finanzplan Blums. Programmgemäß erhielt Senator Gardey als erster Redner das Wort. Er zerpflückte den Finanzplan ohne Nachsicht und erklärte, dieser Gesetzentwurf käme einem fortschreitenden Vorstoß in ein Dasein wirtschaftlicher Isolierung gleich. Der Entwurf sei charakterisiert durch die Auffassung: Inflation in jeder Form und bei jeder Gelegenheit. Am meisten werfe er dem Gesetzentwurf vor, daß der Begriff der Inflation immer fast als unvermeidliches Augenblicksübel als Antrieb für die Regierungsaktion angesehen werde. Gardens Ausführungen wurden vom Senat mit stürmischem Beifall ausgenommen. Darauf versuchte ein sozialdemokratischer Senator, die gegen den Finanzplan Blums vorgebrachten Kritiken zu entkräften; doch schenkte ihm der Senat wenig Gehör. Anschließend nahm Ministerpräsident Blum das Wort. Er erklärte u. a., der Gesetzentwurf der Regierung sei kein Hirngespinst. Er und seine Regierungskollegen seien der Ansicht gewesen, daß ein Land wie Frankreich, das durch den Krieg und die Erschütterungen der Nachkriegszeit verarmt sei, sich nur durch strenges planmäßiges Vorgehen wieder aufrichten könne. Blum stellte dann die Frage an den Senat, was er nach dem Sturz der Regierung tun werde, da sich die gegebenen Tatsachen durch eine Regierungsänderung nicht wandeln würden. Der Senat habe wohl das Recht, eine Aenderung der Mehrheit zu wünschen, nicht aber eine Aenderung der Mehrheit zu beschließen. Diese Bemerkung Blums verursachte allgemeine Entrüstung. Senatsvräsident Jeanneney erklärte, der Senat habe wohl das Recht, seine Meinung frei zu äußern. Er werde dies gleich tun.„Sie. Herr Blum, können die Konsequenzen daraus ziehen“. Mit 223 gegen 49 Stimmen lehnte der Senat sodann den Uebergang der artikelweisen Lesung der Vorlage ab. Damit ist die gesamte Finanzvorlage Leon Blums abgelehnt. Während der Verlesung des Abstimmungsergebnisses kam es noch zu einem Zwischenfall. Von der den Kammerabgeordneten vorbehaltenen Tribüne erscholl eine abfällige Bemerkung gegen Caillaux, worauf die Senatoren von ihren Sitzen aufsprangen und stürmisch die Entfernung des Schuldigen verlangten. Unbekannt ist, ob es sich bei dem Rufer um einen Abgeordneten oder um eine Privatperson handelte. Der Kabinettsrat der Regierung Blum, der um 19.30 Uhr begann, dauerte eine gute Viertelstunde. Die Minister begaben sich anschließend um 20 Uhr ins Elysee, um dem Präsidenten der Republik ihren Gesamtrücktritt zu unterbreiten. Der Empfang der Regierung Blum durch den Staatspräsidenten dauerte nur knapp eine Viertelstunde. Im Verlauf der Unterredung nahm der Präsident den Rücktritt des Gesamtkabinetts an. Beim Verlassen des Elysees lehnte Leon Blum, der von Pressevertretern bestürmt wurde, jede Erklärung ab. Wie üblich, ist die zurückgetretene Regierung bis zur Ablösung durch ein neues Kabinett mit der Abwicklung der Geschäfte beauftragt. Um 21 Uhr empfing das Staatsoberhaupt den Senatspräsidenten Jeanneney, anschließend den Kammerpräsidenten Herriot. Wenige Minuten nach 22 Uhr traf dann Daladier im Elysee ein. Er wurde sofort vom Präsidenten der Republik empfangen. Puris, 8. April. Staatopräsident Lebrun hat den bieherigen Kriegsminister Daladier mit der Neubildung der Regierung beauftragt. Der Minister hat den Auftrag angenommen. Notizen Die Deutsche Reichspost gibt zum Geburtstag des Führers und Reichskanzlers am 20. April eine neue Marke zum Freimachungswert von 12 Rpfg. mit dem Bild des Führers heraus. * Am 1. April betrug die Zahl der Rundsunkempfangsanlagen in Deutschland 9574791 gegenüber 9489 337 am 1. März. * Am Freitagvormittag besuchte der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, das Heldeneyrenmal in Wien. Er begab sich in die Krypta und legte dort einen Kranz für die im Weltkriege gefallenen Helden der verbündeten Armee nieder. * In Anwesenheit des Reichsjugendführers und des Leiters des Reichsjugendherbergswerkes fand am Freitag in Scharsdorf bei Leoben die feierliche Grundsteinlegung zur ersten Jugendherberge der österreichischen H J. statt. Der neue deutsche Botschafter und Frau von Mackensen sind am Freitagabend in Rom eingetroffen. Die Ausstandsbeweauna in Paris nimmt mit jedem Tag zu. In Paris befinden sich allein 60.000 Arbeiter der Metall= und Rüstungsindustrie im Streik. * In Akron(Ohio) wurde kürzlich ein neues amerikanisches Marineluftschiff fertiggestellt. Ein weiteres befindet sich im Bau. Dr. Goebbels letzter Wahlappell 90 000 hörten ihn in der Stadt der Reichsparteitage Ernennung von Sondertreuhändern Berlin, 8. April. Zum Sondertreuhänder der Arbeit zur Regelung der Arbeitsbedingungen in der Gußglas= und Farbglasindustrie sowie in den Flachglasverarbeitungsund Veredelungsbetrieben(Schleifereibetriebe u. Spiegelbelegerei) im Deutschen Reich hat der Reichsarbeitsminister den Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtchaftsgebiet Sachsen bestellt. Den Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat der Reichsarbeitsminister zum Sondertreuhänder der Arbeit zur Regelung der Arbeitsbedingungen der gewerblichen Arbeiter in den Granitwerken mit Schleifereibetrieben und den Marmor= und brabmalbetrieben im Deutschen Reich bestellt. Nürnberg, 8. April. Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage, war für die Wahlreise des Reichspropagandaleiters Dr. Goebbels die letzte Etappe vor dem historischen 10 April. Die=Fahrt vom Flughafen durch die Stadt glich jenen unvergeßlichen Erlebnissen, die wir jedesmal an den Parteitagen in dieser alten Reichsstadt mitgemacht haben: Fahnen über Fahnen, Schmuck an allen Häusern, jubelnde, begeisterte Menschen auf den Straßen und an allen Fenstern. Viele Tausende grüßten an diesem Abend Dr. Goebbels: 3000 hörten seine Rede im großen Saal des Kulturvereinshauses, 30000 lauschten auf den Straßen der Stadt seinen Worten und weitere 60000 waren in 24 Sälen Nürnbergs Zeugen dieses letzten großen Appells von Dr. Goebbels im alten Reichsgebiet. Nicht einer von den vielen Zehntausenden konnte sich der aufrüttelnden Wucht dieser Rede entziehen, durch die Dr. Goebbels die Wege aufzeigte, die der Nationalsozialismus im Aufbau seines starken Staates unter der zielsicheren Leitung Adolf Hitlers gegangen ist.„Der Erfolg jedes politischen Handelns“, so führte Dr. Goebbels aus.„beruht einmal auf dem guten politischen Jostinkt des Volkes. 2. auf der Herbeiführung günstiger Umstände durch die Volksführung, 3. auf dem wachsamsten Achtgeben auf die Begleitumstände der darauffolgenden, Ereignisse und schließlich auf dem Instinkt sicheren Handelns der Führung im rechten Augenblick. Unter soichen„realen“ Gesichtspunkten, so stellte der Minister unter dem stürmischen Beifall der vielen Tausende fest, sei in den vergangenen Wochen der jahrhundertelange Traum der Deutschen verwirklicht worden: Die Heimführung des deutschen Oesterreichs ins Reich. „Nun ruft uns der Führer zur Wahl! Nun soll unser Volk auf dem Posten stehen! Wenn ich, so sagt der Führer, in den nächsten Monaten und Jahren wieder mit der Welt um dein Lebensrecht, deutsches Volk, ringe, dann soll die Welt wissen, daß aus meinem Munde 75 Millionen Deutsche sprechen, daß in meiner Person 75 Millionen Deutsche repräsentiert sind, daß in meiner Kraft die Stärke von 75 Millionen vereint ist. Die Welt soll wissen“— und nun schwillt der verhaltene Beifall der hingerissenen Massen zu einem wahren Orkan an—, „daß ich Deutschland bin! Dann wird sich die Welt“— so schloß der Minister unter erneutem tosenden Beifall—. „unseren nationalen Lebensrechten auf die Dauer nicht versagen können“. „Was wir am Sonntag tun, das ist nicht allein Dank, das ist eine Pflicht! Das deutsche Volk hat sich so oft auf seinen Führer verlassen, jetzt soll sich der Führer auf das deutsche Volk verlassen können! So wird an diesem 10. April in der Tat eine geschlossene Nation an die Wahlurne treten und dem Führer aus überquellendem Herzen zurusen: Ja! Ja! Ja!“ „Lebe für ihn!“ Baldur von Schirach an die Jugend Adolf Hitlers Wien, 8. April. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, erläßt zum Tage des Großdeutschen Reiches folgenden Tagesbefehl an die Jugend Adolf Hitlers: „Jugend Adolf Hitlers! Obwohl du bei dieser heiligen Wahl nicht mitstimmen kannst, bist du doch mit deinem Herzen an ihr beteiligt. Du weißt, worum es geht, und fühlst ehrfürchtig die Bedeutung dieser für unser Volk so glücklichen und großen Zeit Während die älteren ihre Stimmzettel mit dem„Ja“ der Treue und Dankbarkeit in die Wahlurne werfen. sollst du mit heißem Herzen dieses selbe„Ja“ bekennen. Zieh mit flatternden Fahnen singend durch die Dörfer und Städte des weiten Großdeutschen Reiches, dessen Jugend du bist. Adolf Hitler hat dir seinen Namen verliehen. Erweise dich seiner würdig! Du kannst für ihn nicht stimmen, aber du kannst mehr tun als das: Lebe für ihn, Jugend des Führers! Durch diese Bereitschaft fühlst auch du am 10. April die Urne des deutschen Schicksals! Baldur von Schtrach.“ Der Reichsarbeitsminister hat Oberregierungsrat Dr. Hoppe in Dresden zum Ständigen Sondertreuhänder der Heimarbeit in der Bürsten=, Borsten=, Pinsel= und Besen industrie im Gebiet des Deutschen Reiches bestellt. Schweres Explosionsunglück Döbeln(Bad Tölz), 8. April. Am Donnerstagnachmittag ereignete sich in einer Döbelner Seifenfabrik ein schweres Explosionsunglück. Im Siedehaus explodierte ein unter sechs Atmosphären stehender Behälter mit etwa 3000 Liter flüssiger Fettmasse. Durch die Wucht der Explosion stürzte ein Teil des Siedehauses in sich zusammen und durchschlug das Kellergewölbe. Hierdurch wurden die im Keller befindlichen Gefolgschaftsmitglieder teilweise verschüttet. Es gelang zunächst, sechs von ihnen zum Teil schwer verletzt zu bergen. An die unter den Trümmern selbst begraben Liegenden konnte man zunächst Fast ganz Katalonien ohne Strom Weitere Kraftwerke den Nationalen in die Hände gefallen Saragossa, 8. April. Nach der Besetzung der Elektrizitätswerke von Tremp setzten die nationalen Truppen unter dem Besehl des Generals Solchaga ihren Vormarsch in nördlicher Richtung zwischen den Flüssen Flamincell und Noguera Ribagorzana fort und stehen jetzt noch 20 Kilometer sündlich des Elektrizitätswerkes von Capdella. Diese Werke decken gemeinsam mit den Werken von Tremp 90 v. H. des katalanischen Strombedarfes. Tokio dementiert Niederlage Berlin, 8. April. Die Kaiserlich Japanische Botschaft in Berlin teilt mit: „Nach einem Telegramm aus Hongkong melden die dortigen chinesischen Lokalblätter und ausländischen Zeitungen von heute, die japanische Armee habe bei Tail=luChang eine ernsthafte Niederlage erlitten; die Divisionen in Itagaki und Isegoya seien so gut wie vernichtet. United Preß, Reuter und Transozean bringen und verbreiten gleichlautende Berichte aus Hankau, wo— nach diesen Quellen— helle Begeisterung herrsche und Siegesseiern stattfinden sollen. Von japanischer Seite wird demgegenüber erklärt, daß an den Nachrichten von einem angeblichen chinesischen Sieg kein wahres Wort ist. Die Chinesen verfolgten nur wieder einmal ihre alte Taktik, die Sorgen des eigenen Volkes über die zunehmenden Mißerfolge an der Front, durch falsche Siegesnachrichten zu beruhigen. Auf japanischer Seite bestehe kein Anlaß, durch eine Widerlegung im einzelnen diese chinesischen Siegesseiern zu stören.“ Die deutsch=polnischen Pressebesprechungen abgeschlossen Warschau, 8. April. Die deutsch=polnischen Pressebesprechungen in Warschau haben nach zweitägiger Verhandlung ihren Abschluß gefunden. In eingehender Erörterung wurden alle Elemente der öffentlichen Meinungsbildung durchgesprochen, wobei erneut der aufrichtige Wille zum Ausdruck kam. alles dafür einzusetzen, damit das Werk wechselseitiger Befriedung im Geiste deutsch=polnischer Abkommen vom 26. Januar 1934 und der Minderheitenerklärungen vom 5. November 1937 gefördert wird. Daneben halten beide Abordnungen eine unmittelbare Fühlungnahme auch zwischen Vertretern der Presse beider Länder für wünschenswert, in der sie eine wertvolle Ergänzung der beiderseitigen Pressebestimmungen erblicken. Die in offener und freimütiger Aussprache geführten Verhandlungen zwischen den beiden Abordnungen werden gegen Ende des Jahres in Berlin fortgesetzt werden. nicht berankommen. Zu den Bergungsarbeiten u sofort Feuerwehr und Technische Nothilfe eingesetzt. den Trümmern befinden sich noch vier Gefolgschaf sarbeiten wurden Unter aftsmitglieder, mit deren Tod leider gerechnet werden muß. Brandunglück beim Marineartillerie=Zeughaus in Pillau Pillau, 8. April. Bei Arbeiten an der Pulverladung für eine schwere Küstenbatterie hat sich heute vormittag beim Marineartilleriezeugamt Pillau ein Brandunglück ereignet. In treuer Pflichterfüllung fanden nach den bisherigen Feststellungen 10 Angehörige des Zeugamtes den Tod, vier weitere Gefolgschaftsmitglieder sind verletzt worden. Wie sich der Vorgang abgespielt hat, muß erst die sofort eingeleitete Untersuchung ergeben. Außerhalb des unmittelbar betroffenen Gebäudes sind keine weiteren Schäden von Bedeutung eingetreten. Wieder ein glänzendes Abstimmungsergebnis! Spaniendeutsche bekannten sich zum Führer. Salamanca, 7. April. Die in Nationalspanien lebenden Auslandsdeutschen und Auslandsösterreicher kamen am Dienstag in den Häfen Vigo, La Coruna und Malaga zusammen, um an Bord deutscher Schiffe ihre Stimmen für den Führer abzugeben. Die Abstimmung in Vigo ergab bei einer Beteiligung von 156 Stimmberechtigten 155 Ja=Stimmen und eine mit Nein; in La Coruna wurden 49 Stimmen abgegeben, die sämtlich auf Ja lauteten. In Malaga stimmten 218 Volksgenossen ab, davon 216 mit Ja, einer mit Nein und eine Stimme war ungültig. Auch Marschall Budjenny wird „liquidiert“? Warschau, 8. April. Die Warschauer Presse veröffentlicht heute eine Agenturmeldung aus Moskau, die seit längerer Zeit umlaufende Gerüchte bestätigt, wonach Marschall Budjenny seines Postens als Inspektor der roten Kavallerie enthoben worden ist. Statt seiner wurde General Tjulenjew zum Kavallerieinspektor ernannt. Die spolnische Presse erinnert daran, daß Budjenny zu dem Kriegsgericht gehörte, das Tuchatschewski zum Tode verurteilte. Sein jetzt erfolgter Sturz sei seit Monaten in Moskau vorausgesagt worden, obwohl man vielfach glaubte, daß die außerordentliche Volkstümlichkeit Budsennys Stalin veranlassen würde, auf seine„Liquidierung“ zu verzichten. 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