Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis dalbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht: durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebüdr, bierzu Besiellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe 4 Pf., im Textteil 25 Pf.; Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Hisser und Auskunstsgebühr 25 Pf. Fernsprecher: Sammel=Nummer 52541" Drahtanschrift: Anzeiger Hame. Ni. 93(Erstes Blatt) Freitag, den 22. April 1938 34. Jahrgang Streiflichter O Daladiers Londoner Programm Es zeigt sich immer mehr, daß man in Paris dem englischen Wunsche nach direkten Verhandlungen zwischen will und daß man vor allem versucht, eingehenden Auseinandersetzungen wenigstens solange auszuweichen, bis das Ergebnis des angekündigten Besuches Daladiers und seines Außenministers Bonnet in London vorliegen wird. Am Quai d'Orsay hofft man anscheinend, daß die Aussprache in London die Position Frankreichs bei den bevorstehenden Verhandlungen mit Rom verstärken wird. Zweifellos hat der Abschluß des englischitalienischen Abkommens Frankreich in eine Art„Zwangslage“ gebracht. In dem für die Aussprachen zwischen Chamberlain, Daladier und Bonnet festgelegten Programm erhalten demgemäß jene Punkte eine größere Bedeutung. die Probleme berühren, an denen auch Italien stark interessiert ist und die daher auch bei den Verhandlungen in Rom eine besondere Rolle spielen dürften. Wenn es zu dem erstrebten französisch=britischen Militärabkommen, das auf jeden Fall ein reines Defensivabkommen sein soll, kommen wird, dann dürfte Frankreich versuchen, ein solches Abkommen zum Rückgrat der ganzen Außenpolitik der Regierung Daladier—Bonnet zu machen. Daneben wird aber auch der ganze spanische Fragenkomplex eine große Rolle spielen, wobei die britischen und die französischen Pläne nicht durchaus gleichlaufend sind. In London sieht man die Endlösung in der spanischen Frage in erster Linie vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus an, während für Paris mehr die politischen und militärischen Momente maßgebend sind. Daladier dürfte infolgedessen nicht nur die Frage der Beseitigung aller Freiwilligenkontingente aus Spanien aufwerfen, sondern daneben auch den Versuch machen, den Nichteinmischungsausschuß, dessen Unterausschuß am kommenden Montag zusammentreten soll, wieder zu beleben. Wie wichtig dieser Teil der bevorstehenden Ministerbesprechungen in London sein wird, geht schon daraus hervor, daß die Regelung der spanischen Frage bekanntlich zu einer Vorbedingung für das Inkrafttreten des ganzen italienisch=englischen Paktes ist. Im übrigen dürften auch die neuen französischen Anleihewünsche, die die französischen Staatsmänner— ein Dementi ist nicht immer wörtlich zu verstehen— in London vorbringen wollen, eine nicht geringe politische Rolle spielen, da deren Befriedigung durch die englische Regierung unter Umständen an Zugeständnisse auf anderen Gebieten gebunden werden kann. Neue Offensive in China? Der japanische Ministerpräsident Konoe erklärte in diesen Tagen gegenüber der Presse u. a., daß der japanisch=chinesische Konflikt in nächster Zukunft als aktuelle Angelegenheit wieder in Erscheinung treten werde und demnach n ocht I###nnejahren" sei, wie es vielleicht den Anschein haben könne. Es sei wohl überflüssig zu sagen, daß die militärischen Aktionen nach einem sorgfältigen strategischen Plan durchgeführt werden müssen. Diese Ausführungen des Ministerpräsidenten dürften sich im wesentlichen auf die bisher stabilisierten Fronten am Weino=Fluß und an der Lunghai=Bahn beziehen. Zur Ueberwindung des Stillstandes haben die japanischen Truppen an der Peking=Hankau=Bahn die Offensive ergriffen, doch trotz des Raumgewinnes das beabsichtigte Ziel nicht erreicht. Hiernach wechselte die japanische Heeresleitung in China das Angriffsziel und stieß mit der allgemeinen Richtung Schantung gegen den Verkehrsknotenpunkt Suetschou vor. wodurch die Kämpfe am Kaiserkanal, die zur Zeit vor sich gehen, gekennzeichnet werden. In letzter Zeit haben die japanischen Truppen an diesem Frontabschnitt beachtliche Verstärkungen erhalten, die sich gegenüber dem Mangel an Manövrier= fähigkeit der Tschiangkaischek=Truppen für die Japaner sehr günstig auswirken. Ohne Zweifel bedingt dieser Umstand auch die jüngsten, beachtlichen Erfolge der Japaner an der Tientsin=Nanking=Bahn, die die jetzt neueinsetzenden Gesechte begleiten und wahrscheinlich auch größere Aktionen einleiten. Die Gefechtstille dürfte demnach einer neuen Aktivität, die Fürst Konoe angekündigt hat, bereits gewichen sein. Bei einer Betrachtung der Gefechtslage im fernen Osten darf nicht übersehen werden, daß der gewaltige Raum nicht nur einen erheblichen Kräfteeinsatz für die Fronten selbst, sondern auch eine entsprechende wohlüberlegte Sicherung verlangt. Erinnert sei an eine Sicherung gegenüber der Sowjetunion. die wiederholt die japanische Lage zu beunruhigen suchte. ferner an Japans geographische und politische Lage im Pazifik. Diese Sicherungen bedeuten ohne Zweifel für die javanische Aktion in China eine wesentliche Erschwerung und für Japan selbst sehr große Anstrengungen. Dennoch hat Japan nicht nachgelassen, sein gewaltiges militärisches, politisches und wirtschaftliches Programm durchzusetzen. Im Laufe eines halben Jahres ist es ihm gelungen. die beiden chinesischen Hauptstädte und die mehrseitigen Eingangstore in die Wasserstraßen Nord= und Mittelchinas sowie die in die heutige Staatengründung einbezogenen Provinzen zu nehmen. Zu den größten Schwierigkeiten, die die javanischen Truppen zur Zeit in China zu überwinden haben, muß ohne Zweifel das Gelände und die Landesnatur gerechnet werden. Den Schauplatz der Schantunggefechte bildet das Usergelände des Schicksalsstroms Hoangho. und die Gesechte selbst finden zum Teil in einem alten Flußbett des Stromes statt. Die Schneeschmelze und die Monsunregen richten durch Ueberschwemmungen alljährlich ungeheure Schäden an. bringen gewaltige Verwüstungen und machen das Gelände geradezu unvassierbar. Eine Lösdecke, weich und schmierig, überzieht das Land, zu allem kommt, daß die Chinesen, an die geschilderten Umstände gewohni, es vor„Fest der Völker, Fest der Schönheit“. Begeisterte Aufnahme des Olympiafilmes 7 Empfang im Reichspropagandaministerium Der Führer beglückwünscht Leni Riesenstahl Den feierlichen Abschluß des Geburtstages des Führers bildete die feierliche Uraufführung des Olympia=Films im größten Kinotheater der Reichshauptstadt, im Afa=Palast am Zoo. Der Film hinterließ bei den Festtagsgästen einen grandiosen Eindruck. Als der erste Teil des OlympiaFilms vorüber war, brach ein Sturm des Beifalls los und der Führer beglückwünschte Leni Riefenstahl zu ihrem Werk.“„(Scherl-Bilderdienst-A) Berlin, 21. April. Der von Leni Riesenstahl so genial gestaltete Olympiafilm sand bei seiner Welturaufführung in Anwesenheit des Führers und fast aller Spitzen von Partei und Staat eine so begeisterte einstimmige Aufnahme, wie sie nur wenigen sensationellen Filmen bisher beschieden war. Schon in der Presse, die nach dem ersten Teil folgte, war es klar, daß der Film einen absoluten Welterfolg von einmaliger Größe darstellt. Unter de. jubelnden Beifallskundgebungen des Hauses her beschieden war. Schon in der Pause, die nach dem dieses genialen Filmwerkes. Leni Riefenstahl, die in der Loge neben der des Führers Platz genommen hatte, durch Händedruck seinen Dank aus. Minutenlang hielt das Beifallsklatschen an, das dem großen Film und seiner Gestalterin galt. Bei Beginn der Pause ließ der Königlich=Griechische Gesandte Leni Riefenstahl im Auftrage des griechischen Kronprinzen. des Präsidenten des griechischen Olymvischen Komitees. einen Oelzweig aus dem Heiligen Hain der Attis in Olymvia überreichen. Die hochgespannten Erwartungen sind bei weitem übertroffen worden. Es gibt, das kann man nach dieser Aufführung getrost sagen, in der ganzen Welt kein Filmwerk, das so unerhörte dramatische Spannungen. so wirkungsvolle wunderbare Aufnahmen und eine so unübertreffliche künstlerische Gestaltung ausweist. Der Beifallssturm setzte während der ganzen Dauer der Aufführung kaum einmal aus. Er wird lediglich für Minuten gehemmt durch die atemlose Spannung bei den Höhepunkten der gewaltigen sportlichen Kämpfe, Das Erlebnis dieses Films ist so einzigartig, daß man zunächst Zeit gebraucht, um die gewaltige Fülle der einander überbietenden und sich ständig steigernden Eindrücke einigermaßen zu ordnen und nach diesem ungeheuren Erlebnis sich wieder in die Wirklichkeit zurückzufinden. Unter den 2000 Besuchern war nicht einer, der nicht von der Wirkung bis ins Innerste ergriffen war. Während der Pause und am Schluß der Vorführung mußte die Gestalterin dieses herrlichen Werkes. Leni Riesenstahl, minutenlang für den zu einem Orkan anwachsenden Beifall danken. Zahlreiche Blumenspenden. unter ihnen ein großer Strauß des Führers, dankten ihr und ihren Mitarbeitern für die außerordentliche künstlerische Leistung, für das grandiose filmische Denkmal. das lange Zeit noch und in aller Welt künden wird von den Olymvischen Spielen in Deutschland. von dem Fest der Völker, dem Fest der Schönheit, dem Heldenlied der Ausdauer und des Siegeswillens, das aber gleichzeitig auch ein überzeugender Beweis ist von der völkerverbindenden und völkerbefriedenden Macht des Svortes und von der hohen internationalen Bedeutung des deutschen Filmschaffens. Im Namen des Führers und Reichskanzlers hatte der Reichsminister für Volksaufklärung und Provaganda. Dr. Goebbels. im Anschluß an die Uraufführung des Olympiafilms alle an den„11. Olympischen Svielen Berlin 1936" beteiligten Svortler und Organisatoren des Großdeutschen Reiches zu einem Empfang in die Räume seines Ministeriums geladen. Der Führer und Reichskanzler wohnte dieser festlichen Veranstaltung bei. Reichsminister Dr. Goebbels hieß zusammen mit dem Reichssportführer. Staatssekretär von Tschammer und Osten. die Gäste herzlich willkommen. Die festliche Aufführung des Olympiafilmes gab an diesem Abend Gelegenheit, alle an der Durchführung der Oldmpischen Spiele Beteiligten zu einem geselligen Zusammensein zu vereinen, das der Erinnerung an jene großen Tage gewidmet war, die dem deutschen Svort und dem deutschen Namen höchste Ehren gebracht haben. Leni Riesenstahls Dympiasilme ausgezeichnet Die beiden Olympiafilme von Leni Riefenstahl„Fest der Völker" und„Fest der Schönheit“ wurden mit dem Prädikat„staatspolitisch wertvoll, künstlerisch wertvoll. kulturell wertvoll und volksbildend" ausgezeichnet und zur Vorführung an allen Feiertagen zugelassen. Französisches Lob für den Dlympiafilm Paris, 21. April. Der Berliner Berichterstatter des „Paris Midi“ äußert sich sehr lobend über den in Anwesenheit des Führers zur Uraufführung gelangten Olympiafilms. Man könne sagen, daß die Schöpfer dieses Filmwerkes gestern ihren schönsten Erfolg davon getragen hätten, einen Erfolg. der verdient sei. denn vor dem Ergebnis der zweijährigen Arbeit müsse man sich verbeugen. Die Atmosphäre sei so ausgezeichnet wiedergegeben, daß man die Zeitspanne vergesse, die dazwischen liege. Man müsse ferner hervorheben, daß dieses Denkmal, das dem Sport gewidmet sei. einen wahrhaft internationalen Charakter habe. Man habe sorgfältig jede nationale Note vermieden, was angesichts der zahlreichen Siege der deutschen Sportler an sich verständlich gewesen wäre. Göring ehrt von Kranzniederlegung am Grabe eines großen Helden 7 Enthüllung eines Gedenksteins in Döberitz durch den Generalfeldmarschall Berlin, 21. April. Das deutsche Volk gedenkt heute in Dankbarkeit des Fliegerhelden Manfred von Richthofen, des Siegers in 80 Luftkämpfen, der vor 20 Jahren. am 21. April 1918. den Heldentod starb. Für die in seinem Geist neu erstandene deutsche Luftwaffe ist dieser Tag ein zu gleicher Opferbereitschaft und Pflichterfüllung gemahnender Ehrentag. Der letzte Kriegskommandeur des Jagdgeschwaders Richthofen, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, ehrte das Andenken des ruhmreichen„roten Kampffliegers" durch eine Kranzniederlegung am Grabe und durch die Enthüllung eines Gedenksteins beim Jagdgeschwader Richthofen in Döberitz. Am Grabe auf dem Invalidenfriedhof hatten sich zum ehrenden Gedächtnis die Generalität der Luftwaffe und das gesamte Offizierkorps des Jagdgeschwaders Richthofen mit Commodore Oberstleutnant von Massow an der Spitze versammelt, ferner die Angehörigen des alten Jagdgeschwaders. Die Ehrenwache hatte eine Abordnung des Geschwaders mit den Fahnen der Geschwadergruppen 1 und 2 gestellt. In Begleitung der Generale Milch, Stumpff und Bodenschatz betrat der Oberbefehlshaber der Luftwaffe den Friedhof, auf dem Flieger des Jagdgeschwaders Richthofen ein Spalier bis zur Grabstätte gebildet hatten Während das Lied vom guten Kameraden erklang, die ziehen, den Gegner durch einen regelrechten Kleinkrieg. der Südfront neue Ereignisse eintreten. Die lange vor allem auch in der Etappe, unsicher zu machen. Die Dauer des Konilikts liegt keineswegs im Interesse Anforderungen, die an die jananischen Truppen gestellt Japans, und es dürfte zutreffend sein, daß sich die javawerden, sind also kaum zu schildern. nische Heeresleitung entschlossen hat, neue Aktionen einWahrscheinlich werden in den nächsten Tagen auch au Fahnen sich senkten und die Ehrenkompagnie das Gewehr präsentierte, trat Generalfeldmarschall Göring, den Marschallstab zum Gruße erhebend, an die Ruhestätte seines verewigten Kriegskameraden und legte auf der granitenen Platte einen prachtvollen Lorbeerkranz mit weißen Blüten und der Inschrift„Seinem tapferen Kameraden“ nieder. Dann begrüßte der Generalfeldmarschall die Mutter des toten Helden. Freifrau von Richthofen, und seinen Bruder Bolko und die weiteren Anverwandten, die dann auch selbst die Grabstätte mit Kränzen und Frühlingsblumen schmückten. Auch ein Vertreter des ehemaligen Ulanen=Regiments 1, dem Manfred von Richthosen zunächst als Rittmeister angehört hatte, gedachte so des Toten. Nach Abschluß der Heldenehrung begrüßte draußen vor dem Friedhof eine vielhundertköpfige Menge den Wiedererwecker und Wahrer des Kampfgeistes Manfred von Richthosens mit begeisterten Heilrufen. „Wer für Deutschland stirbt, ist niemals vergessen“ Berlin, 21. April. Im Fliegerhorst Döberitz. dem Standort des Jagdgeschwaders Richthofen, nahm am Nachmittag des 20. Todestages Manfred von Richthosens der Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Generalfeldmarschall Göring. die feierliche Enthüllung eines Gedenksteines vor. der dem Gedächtnis Richthofens und der mit ihm auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kameraden gewidmet ist. Die Angehörigen des Toten. viele seiner Kriegskameraden, die Generalität der Luftwaffe und das gesamte Jagdgeschwader waren bei der Feier. die den Höhepunkt der heutigen Ehrungen bildete, zugegen. Die Kriegsflaggen des alten und des neuen Reiches und die Fahnen des Geschwaders flankierten den Gedenkstein, einen hohen Granitfindling, dessen Gedenktafel die Reichskriegsflagge noch verhüllte. Im offenen Viereck hatte das Geschwader. eine Abordnung der ehemaligen Traditionskompagnie JR. 9 und eine Gruppe österreichischer Jagdflieger Aufstellung genommen. Generalfeldmarschall Göring richtete eine Ansprache an sein stolzes Geschwader, das er dazu ermahnte. es Richthofen gleichzutun an Einsatzbereitschaft und Treue bis zum Tod. Der Gedenkstein wolle das Gedächtnis an Richthofen und alle mit ihm gefallenen Kameraden für alle Zeiten wachhalten, damit jeder wisse:„Wer für Deutschland stirbt, ist niemals vergessen.“ Als der Generalfeldmarschall seine Rede beendet hatte, erklangen die Lieder der Nation. die verhüllende Flagge fiel und die beiden bronzenen Gedenktafeln auf dem Stein wurden sichtbar. Fürst Konoe über seine China=Politik Erklärungen des Ministerpräsidenten an die Presse. Totio, 21. April.(Ostasiendienst des DRB.) Ministerpräsident Fürst Konoe gab am Donnerstag der Presse nach seiner Wiedergenesung wichtige Erklärungen ab Einleitend stellte er fest, daß an seiner letzten Erklärung, im Amt zu bleiben, nicht zu deuteln sei. Zur Frage der Bildung einer neuen Partei äußerte sich der Ministerpräsident dahin, daß eine neue politische Partei eine ideale Lösung darstellen würde. Zweifelhaft sei jedoch, ob eine solche Lösung durch Zusammenschluß oder Auflösung bestehender Parteien erreicht werden konne, Auf eine weitere Frage, ob neue Maßnahmen gegenüber der alten chinesischen Regierung geplant seien, nachdem Konoe im Januar gesagt habe, mit ihr nicht mehr auf diplomatischem Wege, sondern nur mit den Waffen zu verhandeln, erklärte Konoe, daß die grundsätzliche Politik gegenüber der Regierung Tschiangkaischek weiter durchgeführt werde. Es könnte so aussehen, als ob der China=Konflikt sich festgefahren habe, aber„der Konflikt wird in der nächsten Zukunft als aktuelle Angelegenheit wieder in Erscheinung treten. Es ist überflüssig zu sagen, daß die militärischen Aktionen nach einem sorgfältigen strategischen Plan durchgeführt werden müssen.“ Die nächste Frage betraf die Beziehungen zwischen der alten chinesischen Regierung und England. Die Frage lautete, ob Konoe heabsichtige, in diesem Zusammenhang Verhandlungen mit der britischen Regierung zu führen. Der Ministerpräsident antwortete mit Nein. Da England Wirklichkeitspolitik treibe, so würde es auch seine Haltung ändern. wenn irgend eine Veränderung der gegenwärtigen Lage einträte. Weiter erklärte Konoe ausdrücklich, daß keine Meinungsverschiedenheit unter den Ministern über die Politik der Regierung gegenüber China bestände. Eine noch stärkere Geschlossenheit der Ansichten in strategischen und diplomatischen Fragen werde angestrebt. Politik und Wehrmacht müßten in engster Verbindung stehen. Eine weitere Frage betraf die Vereinigung der neuen chinesischen Regierungen in Peking und Nanking. nachdem die Verbindung zwischen Nord= und Mittelchina durch die Tientsin=Pukow=Bahn hergestellt sei. Auf die Frage. wann Japan die neue vereinigte chinesische Regierung offiziell anerkennen werde, antwortete Konoe, daß die Zeit hierfür noch nicht gekommen sei. Japan müsse aber mit einer japanfreundlichen Regierung in China zusammenarbeiten, die gute Beziehungen zu Japan anstrebe. Vielleicht werde Japan das einflußreiche Regime in Peking als Zentralregierung gnerkennen, aber der Zeitpunkt stehe noch nicht fest. Schweiz und die Genfer Liga Neutrale Reserve! Gens. 21. Aoril. Das Sekretariat der Genfer hat am Donnerstagabend ein Schreiben der schweizerischen Regierung an den Generalsekretär veröffentlicht, in dem Bundesrat Motta die Behandlung der Frage der umfassenden Neutralität der Schweiz auf der Mai=Tagung des Rates beantragt. Der Generalsekretär hat diesem Antrag entsprochen. Wie die„Tribune de Geneve“ hierzu erklärt, wird die schweizerische Regierung in den nächsten Tagen in einer längeren Denkschrift die Gründe darlegen, die dem Bundesrat dazu bewogen haben, die Haltung der Schweiz zur Liga einer Revision zu unterziehen. Zahlreiche Verhaftungen in Tunis Paris, 21. April. Bei einer erneuten Polizeiaktion in Tunis, die mit Hilfe von Truppen in dem Stadtviertel Manoubia durchgeführt wurde, sind weitere 42 Verdächtige verhaftet worden; zwei Gewehre und zahlreiche Dolche wurden beschlagnahmt. Außerdem wurden noch 70 Verhaftungen in anderen Stadtteilen vorgenommen, wo gleichfalls eine Reihe Eingeborener im Besitz von Waffen war. Notizen zu Meldungen über eine Reise des italienischen außenministers Graf Ciano nach London erklärt man in italienischen Kreisen, daß zur Zeit davon noch nichts bekannt sei. Hier und da verzeichnet die französische Presse im Zusammenbang mit dem gestrigen französischen Ministerrat Gerüchte von Meinungsverschieden beiten. die im Innern der franzosischen Regierung selöst zur Finanz= und Außenpolitik besteben sollen. * In den frühesten Morgenstunden des Donnerstag setzte in Wien heftiges Schneetreiben ein, das bei einer Temperatur von knapp 0 Grad stundenlang andauerte. * Der Internationale Medizinerkonaret in Brüssel, der unter der Leitung des Rektors der Kölner Universität. Prof. Dr. Haberer, stand, wurde nunmehr abgeschlossen. In großer Aufmachung berichtet der„Daily Telegraph“, daß die britische Regierung 2000 Vertreter der britischen Gemeinden nach London berusen habe und mit ihnen eine Tagung abhalten werde, um eine Beschleunigung der Organisation des Luftchunes in ganz England zu erreichen. * 408 Dopolavoristen, die sich auf einer Deutschlandfahrt befinden, trafen Donnerstag von Köln kommend in Berlin ein, wo sie herzlich begrüßt wurden. Heury Fords Rat erbeten Zu Besprechungen ins Weiße Haus gerusen. Neuyork, 21. Avril. Wie aus Sudburv(Massachusetts) gemeldet wird. hat Henry Ford am Donnerstag eine Einladung Roosevelts zu unverbindlichen Besprechungen im Weiten Haus über Möglichkeiten zur Bekämpfung der in den Vereinigten Staaten berrschenden wirtschaftlichen Depression angenommen. Wie erinnerlich, ist Ford in den letzten Jahren als ein hartnäckiger Gegner der von Roosevelt zur Regelung der Beziebungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern getroffenen Maßnahmen hervorgetreten. Massenaufträge für U6A. Bomber und nochmals Vomber London, 21. Avril. Mehrere Abendblätter berichten aus Washington und beziehen sich dabei auf eine„gutunterrichtete Quelle", daß man in der amerikanischen Hauptstadt einen britischen Auftrag zur Lieferung von 1000 Flugzeugen erwarte. Auch Frankreich habe um Lieserung von insgesamt 600 Flugzeugen(in zwei Etapven je 300 Stück) aus den Vereinigten Staaten nachgesucht. Schließlich habe noch die Schweiz 100 schwere Bombenflugzeuge zur sofortigen Lieferung in Auftrag gegeben. Die Londoner Blätter wollen erfahren haben, daß Rse amerikanischen Militärkreise einem uneingeschränkten Export von Kampfflugzeugen günstig gegenüberständen. Raffinierte Devisenschieber Bekennte Finanzleute waren Auftraggeber. Budapest, 21. April. Die Budapester Devisenpolizei nahm am Donnerstag fünf Personen in Haft, die unter Anwendung eines besonders raffinierten Tricks versucht hatten, Banknoten der verschiedensten ausländischen Währungen ins Ausland zu schmuggeln. Die Polizei war auf eine Buchbinderwerkstatt aufmerksam geworden, die sich mit dem Neubinden alter Bücher beschäftigte. Hier fanden die Detektive eingepreßt, in dem Hartpapiereinband von 300 Büchern. die zum Versand ins Ausland bereitstanden, jeweils zehn Stück Banknoten im Werte von 1000 Pengö, englische Pfunde und Dollars. Der Besitzer der Buchbinderwerkstatt und sein Gehilfe, die sofort verhaftet wurden, haben bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt und ihre Auftraggeber, die ihnen eine hohe Belohnung versprochen hatten, namhaft gemacht. Drei bekannte Budapester Finanzleute befinden sich bereits in Gewahrsam. Die Polizei ist noch bemüht, alle Mitwisser dieses schmutzigen Geschäfts zu fassen. Englische Militärflugzeuge gegen Araber in Palästina Jerusalem, 21. April. In der Nacht zum Mittwoch überfielen arabische Freischärler im Jordan=Tal mehrere jüdische Siedlungen und griffen anschließend auch die Jolizeistation in Beisan an. Im Verlaufe eines längeren Feuergefechts wurde ein Polizist getötet. Am Morgen verfolgten Polizei und Militär die Araber, wobei es zu einem heftigen Kampf kam, der fast den ganzen Tag über andauerte und bei dem sogar englische Militärflugzeuge eingesetzt wurden. Zahlreiche Araber sollen getötet worden sein. Französische Anleihewünsche Zur Finanzierung der Aufrüstung? London, 21. April. Die Londoner Abendblätter verzeichnen die durch französische Zeitungen verbreiteten Gerüchte über eine angeblich von Frankreich beabsichtigte Rüftungsanleibe in London. Der diplomatische Korrevondent der„Evening News“ schreibt, diese Nachricht, für die man in London keine amtliche Bestätigung habe bekommen können, habe in der City Ueberraschung bervorgerufen. Eine öffentliche Anleibe sei sicherlich nicht zu erwarten. Wenn Frankreich dringend Geld für Aufrüstungszwecke benötige, könnten zweifellos andere Mittel gefunden werden. Es werde in London darauf hingewiesen, daß Frankreich möglicherweise an die vaterländische Gesinnung der französischen Staatsangehörigen appellieren könnte, die ihr Geld im Auslande in Sicherbeit gebracht haben. Der City=Korrespondent des„Evening Standard" schreibt.= City=Kreise zweiselten nicht daran, daß Frankreich eine große Anleibe anstrebe. Aber die Aussichten für ihre Verwirklichung würden nicht als verheißungsvoll angesehen. Sowohl der„Evening Standard" als auch der „Star“ geben die Ansicht der Londoner Citv dahin wieder, daß die von Frankreich benötigte Anleihe weit über das hinausgeben würde, was Londoner Geldgeber zu geben bereit seien. Paris bestreitet Anleiheabsichten Paris, 21. April. In zuständigen Kreisen dementiert man die auch von einigen Pariser Zeitungen übernommenen Berichte, wonach die französische Regierung eine ausländische Anleihe plane. Der schwierige Weg nach Rom Paris, 21. April. Auch am Donnerstag besatzt sich die Pariser Morgenvresse sehr eingehend mit den bevorstehenden französisch=italienischen Verhandlungen. Die große Begeisterung der letzten Tage hat jedoch einer zwischen den Zeilen der Leitartikel fühlbaren gewissen Zurückhaltung Platz gemacht. Zahlreiche Blätter teilen mit einer schlecht verheblten Enttäuschung mit, daß entgegen allen bisherigen Erwartungen die nächste Zusammenkunft zwischen dem italienischen Außenminister und dem französischen Geschäftsträger in Rom nicht bereits am heutigen Donnerstag, sondern erst in einigen Tagen stattfinden werde. Einige Zeitungen wenden sich mit scharfen Worten gegen gewisse von Barcelona und Moskau ausgehende kommunistische Störungsversuche. Im Spiegel der Presse Der Widerhall des 20. April in Polen Sämtliche volnischen lätter bringen die Berichte über den Verlaus des Geburtstages des Fuvrers in großer Aufmachung. Die Meldungen der polnischen Telegraphenagentur aus Berlin und Wien betonen den feierlichen Charakter. der in diesem Jahre diesen Tag besonders auszeichnete. Ihre Schilderungen werden beherrscht von den Eindrücken der grenzenlosen Berehrung, die das deutsche Volk für seinen Führer bege. Mit Nachdruck weisen die Berichterstatter auf die immer wieder ausbrechenden Huldigungen der Menge bei dem Erscheinen Adolf Hitlers auf dem Balkon der Reichskanzlei bin. „Kurier Warszawsk!“ ist vornehmlich beeindruckt durch die Parade. und für ihn überragte die Erscheinung des Führers als Oberster Besehlshaber sämtlicher Streitkräfte das Hochgefühl aller Stimmung. Der konservative„Czas“ kommt noch einmal auf den Abstimmungstag zurück und betont. es unterliege keinem Zweisel, daß Hitler in Deutschland ungeheure donamische Kräfte in Bewegung gesetzt habe. Kräfte, die im deutschen Volk schlummerten, und die er für seine Weltanschauung zu gewinnen wußte. Das beldische Zeitalter des deutschen Nationalsozialismus sei durch große Erfolge gekennzeichnet. Der Besuch des Führers in Nom werde die Festigkeit der Achse Berlin—Rom erneut bekräftigen. In dem Wiener Bericht beißt es. die große Hakenkreuzfahne, die in der Nacht auf dem Stefansdom von zwei Nationalsozialisten gehißt wurde, hebertsche die ganze Stadt. Ueberall in Oesterreich, besonders in Tirol, seien auf den höchsten Gipfeln Feuer angezündet worden. Massenmorden der Spanienbolschewisten Die Londoner Morgenvre Unglaubliche Grausamkeiten Auch Frauen unter den Opfern Saragossa, 21. April. Ueber die zahllosen Verdrechen der Bolschewisten im Grenzgebiet des Aran=Tales wurden jetzt weitere Einzelheiten bekannt. Die roten„Grenzschutzbrigaden“ hatten von den Machthabern Barcelonas das„Recht" erhalten, jede verdächtige Person sofort zu erschießen. Von dieser„Besugnis“ machten sie recht ergiebigen Gebrauch. So wurden drei Falangisten, drei Ingenieure, ein Bankdirektor, ein Friseur und eine Anzahl anderer Personen, deren Namen und Herkunft bisher noch nicht festgestellt werden konnte, von den Bolschewisten hingemordet. Andere wurden aus ihren Heimatorten vertrieben und verirrten sich dann in den Bergen, wo sie abstürzten. Ihre Skelette wurden von nationalen Patrouillen gefunden. Wieder andere erfroren auf der Flucht. Ungeheuerlich war das Wüten der bolschewistischen Mordbrenner in einem kleinen Grubenort. Hier schlachteten die Roten den Grubeningenieur, den Grubeninspektor, alle Steiger, einen Abgeordneten, die Geistlichen, zahlreiche Dorfbewohner, darunter mehrere Frauen, hin. In anderen Grenzdörfern wurden die Wohnungen von dem kommunistischen Gesindel ausgeraubt und die Häuser niedergebrannt. Salamanca, 21. April. Der nationalspanische Heeresbericht vom Mittwoch bestätigt die Besetzung des ganzen Tales von Aran. An der Castellonfront stießen die nationalspanischen Truppen mehrere Kilometer nach Süden vor und machten dabei 387 Gefangene. An der Front von Madrid wurden feindliche Angriffe abgeschlagen, wobei die roten Horden verfolgt wurden und mehrere Stellungen des Madrider Westparks erstürmt werden konnten. Der Frontberichterstatter berichtete Einzelheiten über bolschewistische Grausamkeiten in der Ortschaft San Carlos südlich von Tortosa. Ganze Familien ohne Unterschied der sozialen Stellung hätte das sowietspanische Untermenschentum auf viehische Weise ermordet. Eine Frau von 80 Jahren hätten die einmarschierenden Truppen an einem Baum aufgehängt vorgefunden. In einem anderen Fall hätten die Banditen einen Vater vor den Augen einer Kinder und seiner Frau ermordet und die letztere gezwungen, das Grab für die Leiche ihres Gatten herzurichten. Die große Zahl weiterer entsetzlicher Verbrechen zu schildern sei unmöglich, da sich die Feder sträube, die haarsträubenden und unglaublichen Einzelheiten wiederzugeben. Die Antennen müssen weg Bilbao, 21. April. Der Terror der sowjetspanischen Machthaber nimmt zeitweise groteske Formen an. Um zu verhindern, daß die Bevölkerung mit Hilfe von Rundfunkgeräten von dem siegreichen Vorgehen der Truppen des Generals Franco Kenntnis bekommt, hat man z. B. in den Provinzen Valencia und Castellon die Entfernung sämtlicher Antennen angeordnet. Um diesem Vorgehen den nötigen Nachdruck zu verleihen, kündigten die roten Unterdrücker bei Nichtbefolgung die Verurteilung als „Staatsfeind“ an. Noch immer Menschenschmuggel nach Sowietspanien Stockholm, 21. April. Die Anwerbung von Söldnern für Sowjetspanien hat trotz gesetzlichen Verbots in Schweden noch immer nicht aufgehört. Wie die Blätter am Donnerstag aus Gotenburg melden, ist den dortigen Sicherheitsbehörden zur Kenntnis gelangt, daß sich in letzter Zeit wiederum mehrere junge Männer nach Rotspanien„begeben haben. Die Anwerbung ist durch eine Geheimörganisation bestellt worden, die ihre jungen Opfer durch erhebliche Geldbeträge gefügig gemacht und ihnen durch falsche Versprechungen die Unterschrift entlockt hatte. Bis jetzt konnte festgestellt werden, daß allein am zweiten Osterfeiertag elf junge Männer nach Paris abgeschoben wurden, von wo sie dann nach Rotspanien verfrachtet worden sind. Scharfer Nachwinter in Bayern Die Londoner Morgenvresse bringt Berichte über die feierlichen Veranstaltungen im ganzen Großdeutschen Reich aus Anlaß des Geburtstages des Führers. Die Blätter heben dabei das glanzvolle militärische Schauspiel der großen Parade in Berlin vor dem Führer, insbesondere aber auch die Parade vor dem Heldendenkmal in Wien, hervor. Die„Times“ gibt in ihrem Bericht ein anschauliches Bild der großen Wehrmachtvarade in Berlin. wobei sie sich von der weiteren Vervollkommnung der motorisierten Einheiten stark beeindruckt zeigt, ebenso auch die„Daily Mail“. Das Blatt berichtet dann weiter über die Uraufführung des Otympiafilms in Anwesenheit des Führers und erklärt, es handele sich hierbei um das erste erfolgreiche Unternehmen, einen Film über ein gewaltiges sportliches Ereignis zu schaffen. Ausführlich wird auch in der Presse, so besonders im „Dailv Telegraph", ferner auch im„Dailv Herald“. „News Chronicle" und„Daily Exnreß“, über die ungezählten Beweise der Liebe und Verehrung des ganzen deutschen Volkes zu Adolf Hitler berichtet, die in ganzen Bergen von Geschenken und Spenden. Briefen und Glückwünschen. insbesondere auch aus der Heimat des Führers. zum Ausdruck kamen. „Der Führer hat das deutsche Volk erobert“ Neunork, 21. Aoril. Die Neuyorker Morgenvresse berichtet in großer Aufmachung über den Geburtstag Adolf Hitlers und die Feiern in Deutschland.„Neuyork Times“ schildert ihren Lesern die begeisterten Huldigungen der Berliner Bevölkerung und erklärt, diese Verehrung für den Führer beweise abermals eindrucksvoll, daß Adolf Hitler das deutsche Volk innerhalb und außerhalb des Reiches erobert habe wie wohl noch nie ein Deutscher vor ihm. Salvador, 21. April.„Diario Nuevo“ in San Salvador nimmt ausführlich Notiz von der dortigen Feier aller Deutschen anläßlich des Geburtstages des Führers und erklärt anschließend. dieser Tag werde überall, wo Deutsche leben, festlich begangen. Adolf Hitler habe es verstanden, dem deutschen Volk gewaltige Kräfte einzuflößen, und ihm den Stempel seines schöpferischen. kühnen Geistes aufzudrücken. Geschlossene Schneedecke bis in die Täler Anhaltender Schneesall bei Temperaturen unter Ruc Sleistreckensegeistug Laucha-Berlin Ueberfall auf die Vergangenheit Roman von H. PASSER Cepyrisht dr Verlar Oskar Meister. Werdau I. Ba. 10. Fortsetzung. „Wober kommt Ihnen allo dieser erkenntnisreiche Entschluß, wenn die Frage gestattet ist?“ „Bitte, das ist wirklich kein Spaß.“ „Also. ganz ernst.“ „Schauen Sie. einen Mann wie meinen Papa gibt es nicht zum zweiten Male auf der Welt. Und mit etwas Minderem kann ich mich nicht begnügen. Dazu bin ich eben schon viel zu verwöhnt und anspruchsvoll geworden durch ihn... eben als seine Tochter." Das kommt schlicht und selbstverständlich und heilig überzeugt. „Ich verstehe...“ sagt Laverv leise. Und zum erstenmal überkommt ihn, was er als Evelyns Geliebter nie empfunden hatte. schmerzliche Eisersucht auf Benedikt Ulfers. Er vermag sich nicht so rasch Rechenschaft abzulegen über dieses jäh ausspringende Gefühl, denn Titti setzt weiter auseinander: „Ueberdies habe ich meinen Beruf. das heißt, ich werde ihn haben.“ „Ja. richtig. Ihr Vater sprach davon, daß Sie studieren. Wohl Medizin?“ Titti schüttelt energisch den Kopf: „Rein. Es wäre gewiß viel praktischer, wenn ich dloß die Begabung dafür hätte oder zumindest den Verstand dazu. Doch davon hat sich eben leider nichts auf mich vererdt. Ich falle vollständig aus dem Rahmen sowohl der Ulfers. als auch der Holman. Ambros— eben sämtlicher beiderseitigen Altvordern. Ich studiere ... Musik.“ „Musik?" Des Mannes unbeherrschter Ausruf verrät dem Mädchen nun doch seine innere Erregung. Ihre Zutraulichkeit wird von aufsteigender Befremdung überschattet, als sie meint:„Finden Sie das gar so... abwegia?“ „Nein. keineswegs! Nur... es ist entschieden... das heißt... Sie... bitte...“ Er zwingt seinem bebenden Mund ein Lächeln ab, indes der jahe Blitzstrahl einer erschütternden Erkenntnis in ihm nachzittert. Tief. ganz tief hat er eingeschlagen in sein Gemüt und ein Lachen und Weinen darin entfesselt. München, 21. April. Nach dem prächtigen Vorfrühling im März behauptet sich im Süden von Bayern nun schon in der dritten Woche ein hartnäckiger scharfer Nachwinter. In der Nacht zum Mittwoch erfolgte ein neuer Wintereinbruch von einer Heftigkeit, wie sie sich in dieser vorgeschrittenen Jahreszeit selten ereignet. Im gesamten Alpenvorland und in München selbst hat starker Schneefall eingesetzt, sodaß in München am Mittwochmorgen Schneeräumer zur Freimachung der Gehsteige eingesetzt wurden. Starker Schneefall wird auch aus Augsburg. Kempten und aus Lindau am Bodensee gemeldet. Das ganze Allgäu und das bayerische Oberland boten am Mittwochfrüh ein ausgesprochen winterliches Bild. In den Tälern hat sich überall trotz der beginnenden natürlichen Erwärmung der Erdkruste um diese Jahreszeit eine geschlossene Schneedecke gebildet. In den Höhenlagen dürfte Titti aber sagt sich: Er ist ein Kranker. ein Schwerkranker, wenn er zu Vater kommt... und von auswärts. denn so wie er spricht kein Hiesiger... Und Vater will ihm hier in unserem Garten eine besondere Erholung bieten, bestimmt sind seine Nerven arg durcheinander... Armer. armer Mensch. Inniges Mitleid zieht durch ihre Seele und läßt sie begütigend ihre Hand auf die seine legen, die zitternd auf der Stuhllehne ruht. Dabei entgeht ihrer unbelasteten Harmlosigkeit, was ihm den letzten, sichtbaren Beweis für die Richtigkeit seiner erschütternden Entdeckung liefert: Es sind Hände derselben Art, die sich hier gesunden haben. Die unternehmungsbereite, junge. lebenswarme des Mädchens Patricia, und die müde, kühle, leidgezeichnete des Mannes: beides sind schlanke, langsingrige, empfindsame, feinnervige ausgesprochene—— Klavierhände. Mit scheuer Behutsamkeit zieht Lavery seine Rechte zurück, sie zur Faust ballend. Und sich beherrschend, sein und Evelyns liebreizendes, begabtes, ahnungsloses Kind nicht an sich zu reißen, sagt er, indem er Festigkeit in seine Stimme zwingt:„Wenn ich jetzt meine grobe Unterlassungssünde gutmache, Fräulein Titti, und mich Ihnen, so wie es sich gehört, namentlich vorstelle, werden Sie mein... starkes Interesse an Ihrem Musikstudium begreisen.“ Aufblickend heftet Titti ihre Augen an seinen langsam sprechenden Mund. „.... also gestatten Sie. Fräulein Ulfers, zukünftige Kollegin...“ Das Lächeln, mit dessen liebenwürdiger Grazie der junge Patrick Lavery vor zwei Jahrzehnten jedwedes Herz gefangennahm, umspielt nun in müdem Abglanz seine Lippen. als er. sich ein wenig von seinem Sitze erhebend. mit leichter Verbeugung sagt:„Laverv..“ „Oh... stößt Titti atemlos hervor und faltet mit einer rührend kindlichen, fast anbetenden Geste die Hände über der Brust. Ganz dunkelviolett sind ihre voll zu ihm aufgeschlagenen Augen. Grenzenlose Bewunderung. jugendliche Begeisterung strahlt aus ihnen und eine große Ehrsurcht:„Sie... ach Sie... sind... Lavery?“ „Das wird Sie doch nicht aus der Fassung bringen . Titti „Nein... nur. es ist eine große... eine besondete Ausseichnung „Jawohl. für mich. Nämlich hier in Ihrem schönen Garten sitzen und mit Ihnen plaudern zu bürsen, dank der Güte Ihres verehrten Herrn Vaters Lavery hat sich vollkommen in der Gewalt. Damit die Neuschneedecke bereits eine Höhe von 20 bis 25 Zentimeter erreicht haben. Mailand. 21. April. Nach den warmen Frühlingstagen der letzten Wochen ist in Norditalien ein Temperatursturz eingetreten. An verschiedenen Orten herrscht eine für diese Jahreszeit außergewöhnliche Kälte. Verschiedentlich ist auch Schnee gefallen, der die bereits grünenden Wiesen mit ihren Frühlingsblumen völlig zugedeckt hat. In Valenca sank die Temperatur auf 3 Grad unter Null. Im Ossola=Tal wurden folgende Temperaturen verzeichnet: Toggia minus 13 Grad, Camposecco minus 12 Grad, Vannino minus 10 Grad. Das Formacca=Tal wurde von einem heftigen Sturm heimgesucht. Auch die Nordabhänge der Apenninen hatten heftige Schnee= und Hagelfälle zu verzeichnen. Selbst die Küste der Riviera wurde von einem starken Temperaturrückschlag mit Regen und Schnee überrascht. erleichtert er Titti, sich in die so überraschend geschaffene Besonderheit der Lage zu finden. „Ach“. schwärmt sie,„wenn der Amade das wüßte, daß Patrik Lavery hier auf der Bank neben mir sitzt! Er ist solch großer Verehrer von Ihnen. Das heißt, wir alle sind es natürlich, die ganze Akademie. Nur er eben ganz besonders... Er ist auch sonst besonders begabt ... und „Wer ist er denn, dieser Amade?" sorscht Lavery zärtlich. Und Titti erzählt und schildert ausführlich und ereifert sich bei dem ihr so lieben, geläusigen Thema. Dabei entfaltet sie unbewußt den Reichtum ihres reinen Herzens vor dem tief bewegt lauschenden Manne. „... Amade wird es schaffen", erklärt sie in neidlos glühender Begeisterung für des Freundes Genius.„Leicht wird er es freilich nicht haben. Gibt es doch überall oberflächliche Leute, die sich daran stoßen, daß er verwachsen ist. Aber mit seiner Kunst wird er schon alle Widerstände und Hindernisse besiegen. Weniger schwer hätte er es auch, wenn die Frohweins mehr Geld hätten. oder wenn ich wenigstens ein bisst reich wäre. Aber die Gisl sagt immer:„Das Leben darf gar nicht zu einfach sein. Dann wär's nämlich zu sad!“ Und damit hat sie eigentlich gar nicht so unrecht, nicht wahr?" Lavery anerkennt:„Allerhand bewundernswerte Lebensweisheit, die die junge Dame damit ausspricht.“ „Die Gisl ist auch riesig gescheit und soo tüchtig!“ „Sie hängen wohl sehr an den Geschwistern Frohwein?“ „Es sind meine liebsten, besten Freunde.. die Freunde. wissen Sie. Herr Lavery. Schade, daß ich Sie nicht bekanntmachen kann mit ihnen, besonders mit dem Amade „Sie täten das gern?“ „Und wie! Zu denken, daß der Amade Ihnen gar seine Komvositionen vorsvielen dürfte, also. das wäre unausdenkbar herrlich... Aber ich sebe natürlich ein. daß es nicht geht.“ „Und warum nicht?“ „Wei! Sie Privatmann sein wollen, erholungshalber hier sind. Ruhe brauchen und daher begreiflicherweise Ihr Inkognito gewahrt würschen.“ „Sie haben recht, Fräulein Tittt. So war allerdinge meine Absicht. Aber das hat sich nun alles geändert. weil mir jetzt nichts mehr so wichtig ist als dieses: Ihnen eine Freude zu bereiten.“ Erfolgreicher Flug trotz ungünstigen Wetters. Berlin, 21. April. Der NSFK.=Sturmführer und Segelflughauptlehrer Kühnold der Leiter der Segelflugschule Laucha(RSFK.=Gruppe 7 Elbe=Saale), hat am 20. April mit einem Segelflugzeug vom Bautyp Minimoa die Strecke Laucha—Berlin(186 Kilometer) im Zielstreckenflug zurückgelegt. Der Start in Laucha erfolgte um 12,30 Uhr, Landung auf dem Flughafen Tempelhof um 17,50 Uhr. * Dieser Zielstrecken=Segelflug ist eine besondere Leistung, besonders in Berücksichtigung des zur Zeit herrschenden kühlen Wetters, das für Ueberlandflüge mit dem Segelflugzeug wegen der fehlenden Einstrahlung ungünstig ist. Es ist dies der erste gelungene ZielstreckenSegelflug nach Berlin. Berlin ist für Segelflieger im Zielstreckenflug besonders schwer zu erreichen, da das überaus seenreiche Vorgelände um Berlin herum dem Segelflieger besondere Schwierigkeiten bietet. „Das... oh, das ist zu schön... unverdient herrlich ... ich weiß gar nicht...“ Ein glückselig beschenktes Kind sitzt neben Laverv. staunt ihn an wie ein Wunder und legt alle beiße Dankbarkeit in einen tiesen Blick. „Sie müssen wissen, kleine Titti, daß während unseres Plauderstündchens der Wunsch in mir aufgestiegen ist. recht gut Freund zu werden mit Ihnen... während meines kurzen Hierseins. Ich habe das bestimmte Gefühl. daß wir uns sehr gut verstehen würden und schöne Stunden miteinander haben könnten. Hier in Ihrem Garten oder vielleicht auch in der weiteren, frühlingsheiteren Umgebung Ihrer schönen Vaterstadt. Oder auch beim Flügel... mit und ohne den Amade.. „Das wollen Sie... Sie, der große Patrick Laverv?!“ „Ja. meine... kleine Kollegin.“ Langsam weicht das strahlende Lächeln des Kindes einem reisen Ernst, der die seinen Jungmädchenzüge vergeistigt. „Oh. bitte. scherzen Sie nicht mit der Kollegenschaft. Ich muß Ihnen das gleich sagen. Nämlich, ich weiß sehr wohl, daß ich manches erreichen kann, weil ein gütiges Geschick mich damit beschenkte, im Reiche der Töne nicht nur daheim zu sein. glücklich daheim. sondern darin auch schaffend meine Aufgabe erfüllen zu können. Niemals aber werde ich zu den Großen gehören, zu den Berufenen. zu den Avosteln, gleich Ihnen. Patrick Lavery. Ihrer Meisterschaft vermag wohl ein Amadeus Frohwein zu folgen...“ „Und warum nicht auch Sie. Patricia?“ „Weil ist meine ureigenste Musik nur erträumen kann, nicht aber nachkomvonieren. Da ist die Grenze: die unverrückbare, die unüberschreitbare“ „So genau haben Sie das schon erkannt. Kind?“ „Ja... Im Kopf. da haben die Ideen Flügel: allein sie mit den Händen greisen und formen, das ist... zu schwer für mich. Unmöglich. Ich bleibe beim Talent stehen. Das Schöpferische geht mir ab. Und wenn ich so darüber nachdenke, so sage ich mir, daß es auf diesem Gebiete der weiblichen Psyche wohl überhaupt versagt ist.“ „So wird es wohl sein. Titti. Und welche Winzigkeit wäre auch eine noch so berühmte Komposition gegenüber einer einfachen wahren Frau Die ist und bleibt die Krone der Schöpfung: und ist schöpferisch im höchsten Sinn als Mutter" (Fortsetzung folgt) 9 Nr. 98(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Freitag, den 22. April 1934 Des alten Kumpels Jubiläumstag .. und 25 Jahre treu gedient“— Vom Leben, das lich dem Pütt verlchrieben Der Kumpel gilt doch noch etwas! Das alte Philosophenwort von der„Macht der Gewohnheit“ stimmte nicht ganz. Das spürte der alte Thiemann an diesem Morgen. Es war etwas anderes, wofür er keine Worte wußte, was ihn weder stimmte noch mißstimmte, denn er ware auch heute morgen am liebsten zum Pütt gegangen. Und wenn er nur einmal den Stret hinabgekrochen und dann wieder nach Haus gegangen ware. Das waren so seine Gedanken, als er ganz schwach den verklingenden schrillen Ton der Sirene hörte, die das Zeichen gab, daß der erste Korb mit sechzig seiner Kameraden in die Tiefe des Schachtes sauste. „Die Schicht wird Ihnen angeschrieben" hatte der Betriebsführer gesagt, der ihn persönlich zu der Feierstunde am Abend eingeladen hatte. Schließlich fand er sich damit ab. daß so ein Tag gefeiert werden müsse. Heute vor 25 Jahren, als er vom Kommis wiederkam, hatte er die erste Schicht verfahren. Noch genau kann er sich dieses Tages entsinnen. Sein Vater hatte ihn damals mitgenommen zur ersten Schicht. Ganz weit zurück verloren sich jetzt die Gedanken, als er am Kaffeetisch saß und sein Blick auf das Bündel in der Küchenecke fiel, das seiner allsamstäglichen Waschmaschinentortur entgegensah. Wie war es doch noch damals vor zweieinhalb Jahrzehnten, als er ein junger Bursche war? Scharfe Auseinandersetzungen hatte es zwischen ihm und dem Vater gegeben, wenn das Thema auf die Bergmannsarbeit kam. Mit fester Stimme hatte der Vater immer gesagt:„Eck bin op'n Pütt. dien Großvadder waß anne Ruhr emm Stollen und du niärmst auhk de Koffieteute ov'm Puckel.“ Anfangs hatte er widersprochen, dann aber, als er erkannte, daß es nicht nur des Vaters Meinung. sondern sein umumstößlicher Grundsatz war, machte er dem Streit ein Ende und gab der Mutter, die so oft beide zu versöhnen trachtete, die Hand. Nie hatte damals der Vater nach ihm gefragt. Von den Freunden nur so Andeutungen gehört, daß ihn wohl die Wanderlust gepackt hätte.„He sall sick schauhn de Hörner awstauhten", war des Alten Antwort immer, wenn man ihn im Kohlberg fragte:„Wat mähkt dann dien Henrich?" Bald mußte auch er den bunten Rock anziehen und erlebte, daß seine Kameraden bei den Pionieren anzupacken verstanden. Jedesmal wenn der Alte vor versammelter Mannschaft sagte:„Mit meinen Bergleuten bringe ich alles zu Fall“. dann fühlte er sich ein wenig beschämt, denn zu ihnen hätte er auch zählen können. Es konnte nicht wahr sein. daß der Püttmann nichts galt. Einen Stolz kannte der Vater nicht: kamen die Dinge aber auf den Pütt zu sprechen, dann steifte er den westfälischen Nacken, und so etwas wie Trotz und Stolz leuchtete aus seinen Augen. Sprach er dann kurz und knapp, wie es seine Art war. vom Kohlberg und seinen Menschen, dann schwiegen die, die ihn kannten. weil sie wußten, daß er oft in gefahrvollen Stunden sein Leben in die Schanze geschlagen, daß er den Tod nicht fürchtete und der Pütt nur ganze Kerle gebrauchen kann. Mit der Reserveflasche und dem buntbebänderten Hute bolte er sich beim Betriebsführer den „Meine Herren, daß sind Kumpels von der Ruhr!" Sväter, als er den Marsch in die Heimat tat. fuhr er mit der kokardenlosen Feldmütze und dem geflickten Waffenrock wieder an. Der Berageist hatte ihn gepackt und ließ ihn nicht wieder. Fünfundzwanzig Jahre lang war er nun tagtäglich zur Schicht gegangen und hatte fünfundzwanzig Jahre tagtäglich das Grubenhemd angezogen, von dem es hieß, daß es ein Totenhemd werden könnte. Doch an den Tod hatte er nie gedacht, auch seine Kameraden hatten nie davon gesprochen. Immer war es sein Wort:„Den einen packt es früh, den anderen spät.“ Bisher hatte er noch immer Glück gehabt und warum sollte es anders kommen. Nie hat er von seinen Taten Aufhebens gemacht. Es lag ihm nicht. Und nun sollte er geeyrt werden. Mit einem so sonderbaren Gefühl betrat er den großen Festsaal und konnte seine Unsicherheit nicht verbergen. Die strahlende Lichterfülle, die Lorbeer= und Blumenpracht. die großen Fahnen an den Wänden, alles blendete ihn. Langsam und unauffällig, als störe er eine feierliche Handlung. setzte er sich zu den Kameraden am weißgedeckten Tisch, genau an der Stelle, an der er das Licht des großen Kronleuchters mit dem Kristall der Blumenvase spielen sehen konnte. Die Blumen kannte er nicht. obwohl er zu Hause einen großen Blumengarten pflegte. So ähnlich hatte er mal in der Stadt in einem Blumengeschäft gesehen, die waren recht teuer. Er schaute gezwungen nach rechts und dann nach links und hielt auch seine Hände unter den Tisch, genau so wie es alle andere machten, und ängstigte sich, daß die schwere, zerschundene und zernarbte Hand auf der schneeigen Decke Gegensätze schaffen würde. Es war nicht gemütlich, dachte er und fand an der Haltung und Wortkargheit der Kameraden, daß sie ebenso dachten wie er. Schließlich nahm einer von ihnen das auf dem Tisch liegende Programm aus Büttenpapier und so. als gehöre es tum Programm, hatte die ganze Tischreihe auch ein Programm in den Händen, ohne daß sie es vorgehabt hatten. Als dann die Kapelle in der alten Knappentracht einen Jubelmarsch erklingen ließ, gab es eine kleine Bewegung in den Reihen. Da straffte sich der vom Kriechen in Pfeilern und niedrigen Strecken gekrümmte Rücken. Alle fühlten, daß die Pracht und der Glanz nur ihnen galt. Inmitten der blühenden Blumenpracht stand die Büste des Führers und rundherum brannten die alten, aus jungen Knappentagen so vertrauten Wetterlampen in Grün, in Rot. in Weiß. Von der Bühne strahlte in fließender Metallkerzenfülle der kostbare und inhaltsreiche Bergmannsgruß„Glückauf“, der ihnen das Willkommen entgegenrief. Die ersten Klänge der Festouvertüre präludierten durch den Saal. Da hörte das sonst nur an Gebirgsknälle. Sprengexplosionen. Kettengerassel und Abbauhammer= schläge gewohnte Ohr auch die Höhe und Tiefe. das Erhebende und Vollendete der jauchzenden Geigen und der sonoren Cellos. Diese Musik verstanden nicht nur die seinen Leute. diese Musik verstanden auch sie. Mehr und mehr fühlte er, und ein Kumpel neben ihm sagte es. daß man das alles getan habe, weil sie den Ehrentag der Arbeit feierten. Und es sprach der Gefolgschaftsführer von der Treue. die sie dem Werk erwiesen, von dem Pflichtbewußtsein, das gerade den Knappen auszeichne und dem Dank. den die Verwaltung ihnen zollen müsse. Angefangen vom Direktor bis zum jüngsten Schlepper gehörten sie zusammen im Schaffen zum Segen aller. Das waren Worte, die er immer gedacht. aber nicht ausgesprochen hatte. Alle traten dann an den langen Tisch, der vorne auer stand und jeder erhielt aus der Hand des Gefolgschaftsführers die Jubiläumsgeschenke und den Ehrenbrief der Arbeit.„Dat eß also de Direktor. de mieh de Hand gegiärwen häb“, sagte Heinrich, als er wieder am Tisch saß und eine der dicken Zigarren. die vor ihm auf den Tisch lagen. in Brand setzte.„Da sall mieh eß jäner kommen un seggen, de Kähl hett et ächter de Ohren sitten. Eck kenn die Lüe un wiär jähnmen sauh inne Augen kieken kann. de denkt auh wie eck.“ So ganz feierlich klang das Lied: Und so stehet fest zusammen, die zum Bergbau ihr euch zählt. Mit allen am Tisch stieß der alte Thiemann an, auf daß sie noch einige Jahre ins Bergwerk fahren können um den Jungen zu sagen:„De Kumpel gelt doch nochwatt.“ L. * 40jähriges Dienstjubiläum bei Friedrich der Große. Gestern stand der Zechenbeamte Karl Siepmann 40 Jahre im Dienste der Zeche„Friedrich der Große", wo schon sein Vater von 1878—1896 als Expedient tätig gewesen war. Im Jahre 1898 begann Karl Siepmann als Lehrling in der kaufmännischen Verwaltung der Zeche, besuchte von 1899—1902 die kaufmännische Schule in Bochum; war weiter in verschiedenen Abteilungen der Zechenverwaltung tätig und fand darauf sein Hauptarbeitsfeld in der Versand= und Schiffahrtsabteilung. Heute steht er als Bevollmächtigter und Prokurist an verantwortlicher Stelle bei „Friedrich der Große". Bei allen Mitarbeitern genießt er ob seines lauteren Charakters, seines liebenswürdigen Wesens und seiner Tüchtigkeit allgemeine Wertschätzung, die gestern in zahlreichen Ehrungen und Glückwünschen beredten Ausdruck fand. Seit mehr heute westfäl. Sängerfahrt in die Reichshauptstadt Unlegeschein, den er dem Vater am Mittag auf den Tisch legte. Wortlos hatte er ihn betrachtet und nach einer Weile für sich gesagt:„Thiemann waß iäner de ersten ov'm Pütt un auhlange noch iän Wagen Kourhlen heruht kömmt. sall än Thiemann de Hacke inne Fühßte niärmen. Sauh Hott e well!" Es ist wahr geworden. Diese Familientradition wahrt heute der Urenkel, der am Ladekasten steht. Wenn er in Bälde Großvater wird, dann wird er seinem Enkel, das hat er sich geschworen, vom kohlberg und seinem Berggeist erzählen, von seinen Ahnen. die beide in heute längst verfallenen, von Sagen umwobenen Stollen an der Ruhr nach Kohlen schürften. Wie eine nicht endenwollende Kette zogen an diesem Morgen der „Jubiläumsschicht" all die frohen und ernsten, schweren und leichten Stunden des Bergmannschaffens an seinem geistigen Auge vorüber. Einmal sollte in unruhigen Tagen gestreikt werden, als er noch Pferdejunge war. Da hatte er laut in der Waschkaue nach Streik gerufen, als ihm plötzlich wie ein Blitz aus heiterem Himmel eine klobige Ortshaueraust in den Nacken sauste. Erst nach Jahren hat er sie verstanden. An jenem Tag. an dem er auf dem Wege zur Schicht an seine Kinder dachte, die neue Schulbücher und Kleider brauchten. Mitten aus diesen Gedanken riß ihn ganz plötzlich ein Mann heraus, der aus einer dunklen Hausecke auf ihn zukam und ihm einen Zettel hinhielt.„Kumpel“, hatte dieser zu ihm gesagt,„du mußt streiken!" Da glaubte er die Hand des Kameraden von damals im Nacken zu spüren, der sich um seine Kinder sorgte, wie er heute.„Wenn du nich mähkst, dat du weggkömmst, dann schloh eck dieh de Knourken kapott“, hatte ir dem Streikhetzer gesagt, der niemals einen Kohlberg gesehen zu haben schien und garnicht so sprach, wie er und seine Kumpels. Der Krieg kam. and er vertauschte das Grubenhemd mit dem Waffenrock. Nie wird er es vergessen können, als im Herbst 1917 in einem Gefechtsabschnitt im Westen die Lage brenzlig war, als der Feind einen Schlag vorbereitete. Als fünfbundert Kameraden in Gefahr schwebten, in der Luft in Stücke gerissen zu werden. Da war der ergraute Oberst durch die Gräben gerannt und rief nach Bergleuten. Bergleute können uns nur retten!" sagte er jedem Kompagnieführer, und den Offizieren des Divisionsstabes hatte er es durch das Feldtelefon zugerufen. Von fünfhundert Mann waren nur fünfzehn Bergleute, Hauer. Lehrhauer und ein neunzehnjähriger Schlepper Tausend Augenvaare ruhten damals auf ihnen. Noch oft glaubt er die Stimme des Obersten zu vernehmen. der anordnete, daß es alle hören mußten:„Die Leute erhalten ofort Zigarren. Zigaretten. Schokolade. Wein und dopvelte„Schläge“ aus der Küche!“ und die Sorgen um das Schicksal der ihm anvertrauten Truppe war aus seinem Gesicht verschwunden, als Thiemann mit seinen vierzehn Kumvels in Feldarau den Abbauhammer in die Hand nahm. Abwechselnd zu je fünf Mann in zwei Stun den wurde der Stollen aufgefahren. Das war mal etwas inderes. Da konnte man dem Feind auf beramännischem Feld beikommen. auf dem man zu Hause war. Zehn Meter tiefer fuhren je unter dem feindlichen Stollen her. der den Kameraden den sicheren Tod bringen sollte. Ein Wettlauf war im Gange. Wer wurde ener ans Ziel kommen? Die Kame radschaft Thiemann oder die, die jenseits der Gräben lagen und auch Kumpels im Stollen hatten? Zwei Mann stemmten den Abbauhammer, zwei Mann, bauten. und der Schlepper bediente den Kompressor und vumpte sich an dem Wassersauger bald die Lungen wund. Auf dem „Gedingeschein“ stand der Name des Obersten und unten rechts in der Ecke:„Heinrich Thiemann. Pionierunter= offizier“, mit ungelenker Hand geschrieben. Für jeden vierzehn Tage Heimaturlaub, das winkte ihnen. Nach vier Tagen waren 75 Meter aufgefahren und voll Dynamit gepackt. Mehr als die beschoßbude auf seinem Pütt hatte. Er hatte die Onnamitkisten so fest aneinandergepackt, wie er sonst Berge versetzt hatte. Ein Feuerwerker, der von der Berg schule in den Krieg gerück war. rief:„Es brennt", wadie fünfhundert erst viel später zu deuten wußten, als er ihnen davon erzählt hatte. Tausend Meter im Umkreis hatte die Erde gezittert. Die Kameraden waren gerettet. Nie wird er es vergessen, wie der Oberst zu einen Offizieren sagte: 150 Herner fahren mit.— Neben dem großen Philharmoniekonzert Besichtigungen in Berlin und Potsdam.— Rückkehr am Montag. Auch Bundesführer Meister in Berlin Heute abend fährt die Westfälische Chorgemeinchaft, der bekanntlich außer dem Herner Männerchor Thöre aus Dortmund, Bochum und Münster angehören, zur Reichshauptstadt, um dort unter Albert Lamberts in der Philharmonie den Berlinern ein großes Chorkonzert zu vekmitteln. Es handelt sich dabei nicht nur darum, die Männerchorleistungen Westfalens herauszustellen, sondern auch das Berliner Publikum mit den jüngsten Chorschöpfungen westfälischer Komponisten vertraut zu machen. Ueberaus wirkungsvoll und musikalisch gediegen ist das Programm aufgestellt. Wie glänzend es von den Sängern geboten wird, das haben die Konzerte in der Westfalenhalle und in Herne bei Strickmann, in denen das Philharmonie=Programm gesungen wurde, gezeigt. Die westfälischen Sänger fahren also mit der. begründeten Zuversicht, einen vollen Erfolg zu erzielen, nach Berlin, und die besten Wünsche der Daheimbleibenden begleiten sie. Der Sonderzug nach Berlin wird heute abend 22,52 Uhr in Dortmund eingesetzt. Mit ihm fahren 800 Westfalen(Sänger und Gäste) zur Reichshaupttadt. Aus Herne sind 90 Sänger und 60 Angehörige sowie sonstige Gäste für die Fahrt gemeldet. Auch der Bundesführer des DSB und Schirmherr der Westf. Chorgemeinschaft, Oberbürgermeister Meister, wird ich nach Berlin begeben. Am Samstagvormittag ist eine Rundfahrt durch Berlin bis zum Reichssportfeld vorgesehen, nachmittags findet eine Generalprobe statt und abends ist das Konzert in der Philharmonie, zu dem allerlei hohe Gäste erwartet werden und dem man, wie aus dem unten abgedruckten Willkommensgruß hervorgeht, in Berliner Sängerkreisen mit Erwartung entgegensieht. Am Sonntag findet eine Fahrt nach Potsdam statt, wo die Potsdamer Sänger die Betreuung der westfälischen Gäste übernehmen, abends wird man die Aufführung der Oper„Tiefland" im Theater des Westens oder andere Kulturstätten beuchen. Die Rückfahrt wird Montag mittag um 14 Uhr angetreten. Abends sind die Herner dann wieder daheim. Wir wünschen ihnen eine schöne Fahrt und vor allem einen machtvollen Konzerterfolg in der Reichshauptstadt. Willkommensgruß der Berliner Sanger Die Berliner Sängerschaft hat der Westfälischen Chorgemeinschaft folgende Begrüßungsworte gewidmet: Wir Sänger in der Reichshauptstadt begrüßen Euch, schaffende Männer der Roten Erde, als treffliche Künder unserer schlichten Volkskunst auf das herzlichste in Berlin. Eure chorischen Darbietungen werden getragen sein von der Liebe zu Eurer heimatlichen Scholle und erklingen mit der Fülle Eurer gepflegten und geschulten Stimmen. Eines großen Erfolges seid Ihr schon durch die hohe künstlerische Arbeit Eures Chorleiters sicher. Die Herzen der Berliner Sänger werden Euch um so mehr entgegenschlagen, als an der Spitze Eurer Chorvereinigung der allverehrte Bundesführer des Deutschen Sängerbundes steht. Wir sind gewiß, daß Ihr in Eure schaffensfrohe Heimat bleibende Erinnerungen von dem Aufbauwillen und der Aufbauarbeit der Reichshauptstadt und das Gefühl mitnehmen werdet, daß die Berliner und Märkischen Sänger in treuer Gemeinschaftsarbeit an unseren großen Kulturzielen mit Euch verbunden sind. In diesem Sinne drücken wir unseren lieben westfälischen Sangesfreunden in kameradschaftlicher Treue zum Willkommengruß die Hand. gez. Karl Schulz, Sängergauführer Berlin=Kurmark. gez. Dr. Karl Naumann, Sängerkreisführer Berlin. * Wer will noch mit nach Berlin? Für die Sonderzugfahrt der Westf. Chorgemeinschaft nach Berlin sind noch einige Plätze frei. Fahrkarten zum Preise von 10,50 Mark(mit 2 Uebernachtungen und Frühstück 16,50 Mark) sind noch bis heute abend 18 Uhr in der Kreisdienststelle der RSG.„Kraft durch Freude“, Schulstraße 28, zu haben. Abfahrt des Sonderzuges ab Dortmund um 22.52 Uhr. schwöre unerschütterliche Treue.. 18 785 Politische Leiter, Walter und Warte in Westfalen- Süd vereidigt. NSG.. Wie in den vergangenen Jahren, so fand auch wieder am Geburtstag des Führers im ganzen Deutschen Reich die feierliche Vereidigung der Politischen Leiter der Partei und der Walter und Warte der Gliederungen und angeschlossenen Verbände statt. Im Gau Westfalen=Süd waren 18 785 Parteigenossen und Parteigenossinnen versammelt, um ihr Gelöbnis zum Führer abzulegen. Es waren 4879 Politische Leiter, 2041 Leiterinnen in der RS=Frauenschaft, 721 Walterinnen des Deutschen Frauenwerks, 5913 Obmänner, Walter und Warte der Deutschen Arbeitsfrons, 4684 Walter und Walterinnen der NSVolkswohlfahrt, 403 der RS=Kriegsopferversorgung, 6 des NS=Aerztebundes, 2 des RS=Rechtswahrerbundes, 29 des RSLB, 105 des Reichsbundes Deutscher Beamten und 2 Schriftleiter der Parteipresse. Mit dem Gelöhnis zum Führer, das diese 18 785 Mittwoch abend ablegten, ist ihre Arbeit zu einer großen Verpflichtung geworden. Die Sorge für den deutschen Volksgenossen, für sein tägliches Mühen und Schaffen die Mittelpunkt aller Arbeit in der RSDAP. und ihren Gliederungen ist, ist nunmehr mit einer noch größeren Verantwortung und Verpflichtung verbunden. Die Männer und Frauen, die den Eid auf den Führer abgelegt haben, die in der politischen Organisation und in den Gliederungen tätig sind, sind nunmehr Mitgestalter an dem Werk, dem nationalsozialistischen Staat stets den Pulsschlag des aktiven Lebens von unten zu erhalten. Das, was einst die alten Kämpfer predigend verkündeten, in tausendfältiger Kleinarbeit zur Tat werden zu lassen, das ist das Werk, dem sich alle Politischen Leiter, die Amtswalter und=warte verschrieben haben. In dieser Arbeit, zu der sich mit Hunderttausenden im Reich auch die 18 785 Parteigenossen und Parteigenossinnen im Gau Westfalen=Süd durch ihren Eid auf den Führer verschrieben haben, ist— wie der Stellvertreter des Führers sagte— das wesentlichste die Pflicht. Die Rechte, die ihnen gegeben sind, sind nur dazu da, die Ausführung der Pflichten zu ermöglichen. Die 18.000 neuen Politischen Leiter, Amtswalter,=walterinnen und Warte gehören nunmehr dem großen Führerkorps der Bewegung an. Ihre Arbeit gilt der Gegenwart und der Zukunft Deutschlands. Sie haben mitzuhelfen an der Erfüllung der großen Aufgaben, die Adolf Hitler ihnen weist, dem sie stolz Treue gelobt haben. Amtliche Bekanntmachungen im Anzeigenteil Jörderung der Tagespresse.— Erlaß des Reichsund Preußischen Innenministers an die Gemeinden. Die große Bedeutung. die der Presse im nationalsozialistischen Staate zukommt, macht ihre weitgebende Förderung durch alle amtlichen Stellen zu einem politisch bedeutsamen Erfordernis. Um die bisher schon vorhandene vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Gemeindeverwaltungen und der Presse in Zukunft noch zu verstarken, hat der Reichs= und Preußische Minister des Innern in einem Runderlaß vom 12. April 1938 allen Gemeinden zur Pfilcht gemacht, nicht nur ein echtes Vertrauensverhältnis mit der Presse zu pflegen. sondern auch auf die wirtschaftliche Kraft der deutschen Tagespresse die gebotene Rücksicht zu nehmen. Zu diesem Zweck sollen amtliche Bekanntmachungen, deren Aufnahme in die Presse von der Gemeinde gewünscht wird, grundsätzlich im Anzeigenteil der Zeitung gegen Entgelt veröffentlicht werden. Den kleineren Gemeinden wird nahegelegt. in Zukunft die Herausgabe von Amtsblättern zu unterlassen, auch die Landkreise sollen im einzelnen prüfen. ob sie auf ein eigenes Amtsblatt verzichten können. Neue Amtsblätter sollen grundsätzlich nicht mehr geschaffen werden. Auch soweit die Beibehaltung von Amtsblättern der größeren Gemeinden und der Landkreise noch erforderlich erscheint, soll darin die Wirtschaftswerbung eingeschränkt und abgebaut werden, wenn eine sofortige Einstellung derselben aus finanziellen Gründen nicht möglich erscheint. Der Runderlaß will dazu beitragen. der Presse die Durchführung ihrer wichtigen Aufgaben wesentlich zu erleichtern, damit wird nicht nur der Presse selbst, sondern auch der Volksgemeinschaft ein wertvoller Dienst erwiesen. als 30 Jahren wendet der Jubilar sein Interesse der Ertüchtigung der Jugend im Herner Turnklub zu, wo er viele Jahre an führender Stelle stand. Auch wir beglückwünschen den Jubilar zu seinem Ehrentag und wünschen ihm noch viele Jahre der Schaffensfreude. 40 Jahre treue Dienste bei der Hibernia. In diesen Tagen konnte der Kassierer Otto Trompeter, Schlageterstraße 12, auf eine 40jährige Dienstzeit bei der Bergwerksgesellschaft Hibernia in Herne zurückblicken. Aus Anlaß dieser langjährigen Tätigkeit wurden ihm seitens der Bergwerksgesellschaft Hibernia, seiner Arbeitskameraden wie auch seiner Freunde und Bekannten reiche Ehrungen zuteil. Eine Ehrenurkunde der Deutschen Arbeitsfront, mit der Unterschrift des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley, wurde ihm durch Kreisobmann Krumbholz überreicht. Auch wir gratulieren zu der langjährigen treuen Dienstleistung. Noch ein Jubiläum der Arbeit. In diesen Tagen konnte der Maschinist Heinrich Pieper auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Gewerkschaft„Friedrich der Große" zurückblicken. Er stammt aus Westfalen(Krs. Hamm), war nach der Schulentlassung zwei Jahre in der Landwirtschoft tatig und begann 1899 seine bergmännische Arbeit als Pferdetreiber auf der Zeche„Monopol“ bei Kamen. 1901 nahm er seine Tätigkeit als Lehrhauer auf Friedrich der Große 1=2 auf. Infolge eines Unfalles an der Hand wandte er sich 1906 einem anderen Berufe zu, arbeitete bis 1913 auf der Maschinenfabrik Baum und kehrte dann als Maschinist im ZentralMaschinenhaus 3=4 zu„Friedrich der Große" zurück. Von 1903—05 diente er aktiv und nahm von 1914—17 am Weltkrieg teil. Zwei seiner Söhne arbeiten ebenfalls auf„Friedrich der Große“, wie auch sein Vater 1883 im Dienste der gleichen Zeche starb. Dem Jubilar auch unserseits herzl. Glückwunsch! Der älteste noch lebende Shamrocker 88 Jahre alt. In beneidenswerter Frische und körperlicher Rüstigkeit vollendet heute der Hauptkassierer i. R. Wilhilm Trösken sein 88. Lebensjahr. Man kann ihn noch jeden Tag sehen, wie er seine Spaziergänge macht und sich mit seinen alten Freunden unterhält. Einer alteingesessenen Herner Familie entstammend, hat er nicht nur die Entwicklung unserer Gemeinde vom Dorf zu einer Stadt mit blühender Industrie mitgemacht, er ist auch der älteste noch lebende Shamrocker. Am 2. Februar 1868, also vor 70 Jahren, trat er als Bürogehilfe in den Dienst der Zeche Shamrock, wo er zuerst in der Schichtmeisterei tätig war. Als er von seiner Militärdienstzeit in Wesel 1874 als Unteroffizier zurückgekehrt wax, trat er in den Dienst der Bergwerksgesellschaft Hibernig. Er kam in das Hauptbüro, das damals seinen Sitz in Düsseldorf hatte, und wurde im Jahre 1876 als Rechnungsführer ins Hauptbüro nach Herne versetzt. Im Jahre 1889 wurde er zum Hauptkassierer befördert, und als solcher war er bis zum Jahre 1924, als er in den Ruhestand trat, tätig. Die Kriegerkameradschaft Alt=Herne und der Männergesangverein Sangeslust können ihn zu ihren alten und treuen Mitgliedern zählen. Wir wünschen ihm noch manches Jahr in Rüstigkeit und Gesundheit. Wer will Offizier werden? Die Schutzpolizei stellt zum 1. Juni und 1. November 1938 Offiziersanwärter ein. u. a. werden Bedingungen gestellt: Reifezeugnis ewer reichsdeutschen neunklassigen öffentlichen Lehranstalt. Höchstalter am Tage der Einstellung: 23 Jahre. Mindestgröße 1.70 Meter. bei besonderer sonstiger Eignung 1.68 Méter. beendeter zweijähriger Wehrdienst und Zuerkennung der Eignung zum Reserve=Offizier=Anwärter. Die Ausbildung dauert etwa zwei Jahre. Es wird empfohlen, sofort bei dem nächstgelegenen Kommando der Schutzvolizei Merkblätter und Fragebogen anzufordern, die über sämtliche Einzelheiten. insbesondere über die Unterlagen, die dem Gesuch beizufügen sind. Aufschluß geben. Merkblätter sind auch bei der Einstellungsstelle Recklinghausen und Bochum erhältlich. Einstellungsgesuche sind sofort— spätestens bis zum 10. Mai 1938— einzureichen. Bewerber. die z. Zt. noch ihre Wehrpilicht ableisten, reichen die Gesuche auf dem Wehrmachtsdienstwege in der Zeit vom 1. Juni bis 15. Juli 1938 ein. Ueber die Einstellung von Offiziersanwärtern der Wasserschutzpolizei erfolgt besondere Bekanntmachung. Aus und für Herne heute Werkvausen=Sendung aus Herne Der Reichesender Köln überträgt in Verbindung mit der Deutschen Arbeitsfront heute in der Zeit von 12—13 Uhr die Werkpause der Firmen Viktor Halstrick, Gruben=, Feld= und Industrie=Bahnwerk, und Metallwarenfabrik Franz Kleine, Herne, aus den Räumen der Firma Halstrick. Es ist selbstverständlich, daß alle nicht an der Werkpause beteiligten Herner sie am Lautsprecher miterleben werden. ** 2 Einladung zum„Frontgockel“ An alle Ironksoldaten, ihre Angehörigen und alle übrigen Volksgenossen! Heute abend treffen sich alle Volksgenossen im Saalbau Strickmann, wo auf Veranlassung der RSKriegsopferversorgung das Rhein=Ruhr=Theater ein Lustspiel aus dem Weltkrieg aufführt. Die Handlung des Lustspiels wickelt sich an drei auseinanderfolgenden Tagen im Schloßpark von Manicourt, einem Dorf in Nordfrankreich, ab. Wir alle kennen den Ernst des Weltkrieges, aber auch der Humor ist zu seinem Recht gekommen. Diesen Beweis liefert heute abend die Künstlerschar des Rhein=Ruhr=Theaters. Der Eintrittspreis ist auf 50 Pf. gesetzt, damit jeder Volksgenosse sich einige Stunden der heiteren Kunst widmen kann. Lachen ist gesund und gehört zum Leben. Kommen Sie bitte rechtzeitig, da die Aufführung um 20 Uhr beginnt. Darum, auf zum Saalbau Strickmann! Es ladet Sie herzlichst ein „Der Frontgockel“. ** „Das Ringen um Verdun“ Illmaufnahmen, die in der vordersten Linie gedreht wurden. Nicht nur alle, die während des Weltkrieges das Ringen um Verdun in vorderster Linie miterlebt haben, werden an dem Film„Das Ringen um Verdun“ Interesse haben, vor allem muß unsere Jugend sich diesen Film ansehen, um begreifen zu können, was ihre Väter zur Verteidigung der Heimat, des Vaterlandes alles geleistet, welch große Opfer sie gebracht haben. Dieser Film, zu dem die franzöischen, englischen und insbesondere die deutschen Filmarchive die nötigen Unterlagen lieferten, zeigt zum größten Teil während der blutigen Kämpfe in den vordersten Linien gedrehte Aufnahmen. Bis zum letzten Augenblick wirkt der Film erschütternd. Beim Anblick der Bilder leben in der Erinnerung noch einmal die erbitterten Bajonettkämpfe um jeden Fußbreit Boden auf, dröhnen einem die Ohren wieder von dem tagelangen Trommelfeuer, duckt man sich beim Anfurren der Granaten unwillkürlich in seinem Sitzplatz.„Das Ringen um Verdun“ ist der einzige auf den Schlachtfeldern ausgenommene Kriegstonfilm und nicht zu verwechseln mit bereits gezeigten Kriegsfilmen ähnlichen Titels. Dieses ungewöhnliche Filmwerk läuft Samstag und Sonntag in Spätvorstellungen in der Lichtburg, außerdem in einer Frühvorstellung am Sonntagmorgen. —* Hast Du nicht vergessen, wo wir uns morgen treffen werden? Nein, denn es ist mir wohl bekannt, daß im Saalbau Strickmann ein„Buter Abend“ stattfinden wird, den jeder gesehen haben muß. Großartige Darbietungen deutsche Varietekünstler werden den Abend zu genußreichen Stunden gestalten. Deshalb werden wir auch bereit sein, zugunsten des Hilfswerks „Mutter und Kind“ anwesend zu sein. Ballspiel auf der Straße verboten! Die Polizei schreitet ein. Der Polizeipräsident teilt mit: Mit Eintritt der warmeren Jahreszeit hat das Ballspielen der Kinder— insbesondere das Fuß=, Hand= und Schlagballspielen halbwüchsiger Burschen — auf den öffentlichen Straßen wieder erheblich zugenommen. Das Ballspielen bildet nicht nur eine Geahr für den allgemeinen Verkehr, sondern die Beteiligten sind auch selbst erheblichen Gefahren ausgesetzt. Darüber hinaus werden aber auch Fensterscheiben eingeschlagen sowie Umzäunungen und Gärten zerstört. Meine Beamten habe ich angewiesen, gegen diese Unsitte mit Anzeigen einzuschreiten. *** „Besenders preiswerte Restbestände“ Ein betrügerischer Lebensmittelverkäufer. Seit Ende 1936 vertreibt ein Unbekannter in Mitteldeutschland, vorwiegend in kleineren Ortschaften und Kleinstädten, Kakao, Puddingpulver, Kaffee usw. unter der Angabe, es handle sich um Restbestände der Firma„Kaisers Kafseegeschäft“ in Viersen(Rheinland), die besonders preiswert abgegeben würden. Die geforderten Preise sind jedoch erheblich höher als die Ladenpreise. Die Waren bietet der Schwindler in Tüten mit dem Aufdruck obiger Firma an. In letzter Zeit verwendet er auch neutrale Tüten. Der Schwindler ist bis jetzt in der Gegend von Eisleben. Eilenburg, Lennerz, Fulda, Gera und Meerane aufgetreten. Zeitweilig soll er ein Auto benußen. Beschreibung: 25—27 Jahre alt, etma 1,65 Meter groß, blondes Haar, trägt einen grauen, abgeschnittenen Ueberzieher aus grobem Stoff, dunkle Hose und Filzhut. Ist der Schwindler auch schon in hiesiger Gegend aufgetreten? Wer kann über die Persönlichkeit des Beschuldigten nähere Angaben machen? Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 76, Telefon 60 661, Nebenstelle 233. *** Der„Direktor der Großindustrie“ in Rotlage Warnung vor einem Unterstützungsbetrüger. Am 30. 3. 1968 versuchte ein Unbekannter in Düsseldorf unter Ueberreichung einer Visitenkarte, auf Ernst Weiß lautend, Geld zu erschwindeln. Auf der Rückseite der Karte war handschriftlich vermerkt, daß Weiß langjähriger Prokurist und Direktor in der Großindustrie gewesen ist, aber infolge von fünf schweren Operationen in den letzten Jahren arbeitslos geworden und in vorübergehende unverschuldete Notlage geraten sei. Es handelt sich vermutlich um den gleichen Täter, der Ende Januar 1938 in Duisburg als Unterstützungsbetrüger und Stellenvermittlungsschwindler, am 1. 3. 1938 in Bonn als Unterstützungsschwindler und am 10. 2. 1938 in Köln als Lohnvorschußbetrüger aufgetreten ist. In Duisburg und Bonn gab er sich als Direktor Weiß und in Köln als Werbeleiter E. Westermann aus. Beschreibung: 58—60 Jahr alt, 1,75—1,80 Meter groß, blondes Haar, Glatze, hageres, blasses Gesicht, graumelierter Schnurrbart, trägt vermutlich dunklen Wintermantel und schwarzen Schlapphut. Wer ist von dem Unbekannten geschädigt worden? Wer kann über seine Person sachdienliche Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 76, Telefon 60 661, Nebenstelle 233. ** Bestandsaufnahme im Reichskriegerbund Nachdem der NS. Deutsche Reichskriegerbund die umfassende deutsche Soldatenorganisation geworden ist, hat der Reichskriegerführer eine Bestandsaufnahme über die dem Bunde angehörenden Kameradschaften und Mitglieder nach dem Stichtag vom 1. Juli 1938 angeordnet Die Erhebung erfolgt getrennt nach Kameradschaften, die bereits durch den Verbands=Stärkenachweis 1938 gemeldet sind, und Kameradschaften, die in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Juli neu in den Bund ausgenommen sind oder sich zum Eintritt angemeldet haben. „* 4000 brauchen den Führerschein der Klasse 4 Anträge schon jetzt stellen. Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Durch die Straßenverkehrs=Zulassungs=Ordnung vom 13. 11. 1937 wurde auch der Führerschein der Klasse 4 geschaffen. Zur Klasse 4 gehören Kraftfahrzeuge mit einem Hubraum bis 250 Kubikzentimeter und Kraftfahrzeuge mit nicht mehr als 20 Kilometer je Stunde Höchstgeschwindigkeit. Für bisher führerscheinfreie Kraftfahrzeuge bleibt die Führerscheinfreiheit bis zum 1. 10. 1938 bestehen. Führerscheine der Klassen 1, 2 und 3 berechtigen zum Führen von Fahrzeugen der Klasse 4. Wer einen Führerschein der Klassen 1, 2 und 3 nicht besitzt, muß ab 1. 10. 1938 im Besitz des Führerscheins der Klasse 4 sein, wenn er bisher führerscheinfreie Kraftfahrzeuge führen will. Es kann nur dringend empfohlen werden, Anträge auf Erteilung des Führerscheins der Klasse 4 chon jetzt zu stellen, da bei der großen Anzahl(ca. 4000) die Gewähr für rechtzeitige Erledigung von Anträgen, die nach dem 1. S. 1938 eingehen, nicht übernommen werden kann. Die Anträge sind schriftlich unter Beifügung eines Lichtbildes(Größe 52X74 mm, Vorderansicht, Brustbild ohne Kopfbedeckung) und eines amtlichen Nachweises über Tag und Ort der Geburt(Familienbuch, Reisepaß, Wehrpaß, Taufschein pp.) einzureichen. * Jum Oberst der Schutzpolizei ernannt. Am Geburtstage des Führers und Reichskanzlers wurde Oberstleutnant der Schutzpolizei Scheer, Polizeiverwaltung Bochum, zum Oberst der Schutzpolizei und Polizei=Oberwachtmeister Josef Balz vom 22. Revier zum Polizei=Revier=Oberwachtmeister befördert. * Die ersten Landjahrkinder abgereist. Gestern sind die ersten Transporte der diesjährigen Landjahrpflichtigen abgefahren. Um 17.57 Uhr entführte der Zug 20 Jungen nach Kleistdorf bei Schneidemühl und um 18.13 Uhr ein weiterer Zug 24 Jungen nach Wittbeck in Pommern. Die Eltern und Geschwister gaben den Jungen bis zum Zuge das Geleit. Dort gab es ein letztes herzliches, etwas wehmütiges Abschiednehmen, ein letztes Winken, und ab ging die Fahrt durch das weite deutsche Land. Heute vormittag 10.13 Uhr treten 76 Jungen die Fahrt in die ostpreußischen Landjahrlager an, morgen folgen die 57 Mädchen für die Landjahrlager in Schlesien. * Blütenzauber in Herne-Süd. Die Schrebergartenanlage Herne=Süd weist einen großen Obstbaumbestand auf, der der Anlage ein besonderes Gesicht verleiht. Wer in diesen Tagen seine Schritte nach dort lenkt, erlebt den Blütenzauber des Frühlings in einer Pracht, wie man ihn selten in einer Kohlenstadt finden dürfte. Die letzten Frostnächte haben das Bild noch nicht zu zerstören vermocht. Hoffentlich bleibt es auch weiter so. * Buddelei an der Franz-Seldte-Straße. Auf der Franz=Seldte=Straße het man gestern damit angefangen, den südlichen Bürgersteig aufzureiRiesenprachtfeuerwerk am Vorabend des 1. Mai Das von der Stadtverwaltung Herne als Auftakt zum 30jährigen Eingemeindungsjubiläum von Baukau und Horsthausen und zum 10jährigen Eingemeindungsjubiläum des ehem. Amtes Sodingen, welches am 30. März 1938 stattfinden sollte, findet nunmehr am 30. April 1938(am Vorabend des 1. Mai, des „Tages der nationalen Arbeit") statt. Das Riesenprachtfeuerwerk, wie es Herne noch nicht erlebt hat, wird auf der Wiese„Am Stadtgarten“ gegen 21 Uhr abgebrannt. Für diese feuertechnischen Leistungen wurde dieselbe Firma gewonnen, die auch die bengalischen Beleuchtungen und Feuerwerke auf dem Reichsparteitag in Nürnberg arrangiert hat. Es ist somit etwas ganz Ungewöhnliches zu erwarten. Für das Riesenprachtfeuerwerk wird ein Eintrittspreis in Höhe von 20 Pf. erhoben. Anläßlich dieses Feuerwerks wird es interessieren, etwas über die Herstellung von Feuerwerkskörpern in Deutschland zu erfahren. Sie findet selbstverständlich in großen Fabriken statt, in denen z. T. für die schwierigsten Stücke, wie die sogenannten italienischen Bomben, Italiener beschäftigt sind. Die übrige Erzeugung von Feuerwerkskörpern geschieht nach modernen fabrikatokischen Prinzipien. Eine solche pyro technische Fabrik besteht nicht etwa aus großen Fa brikationsräumen, sondern aus zahlreichen kleinen Häuschen, in denen jeweils ein bestimmter Satz oder ein bestimmter Effekt hergestellt wird, damit im Falle einer Explosion nur dieser eine Raum gefährdet ist, dagegen die anderen unbehelligt bleiben. Aus diesem Grunde erhalten die Arbeiter auch immer nur eine ganz bestimmte kleine Menge des zu verarbeitenden Materials, und erst, wenn diese aufgebraucht ist, wird wieder neues Material ausgeliefert. Von Häuschen zu Häuschen gehen große Rohre, in denen sich heiße Luft befindet, die die einzelnen Räume erwärmen, denn es ist natürlich selbstverständlich, das nirgendwo mit offenem Feuer in irgendeiner Form hantiert werden darf. Außerdem sieht man in einer solchen Fabrik große Wälle, hinter denen sich die Pulverfässer be finden. Auch die übrigen Sicherheitseinrichtungen müssen aufs schärfste beobachtet werden, ob es sich nun um die elektrische Lichtanlage, um die Möglichkeit der Erstickung von Bränden usw. handelt. Großer Führer-Appell der Sa-bruppe westfalen Der Stabschef kommt nach Dortmund.— Auch die Herner SA-Führer beteiligt. NSG. Am kommenden Sonntag findet, wie von uns schon kurz mitgeteilt, in Dortmund der große Führer=Appell der SA=Gruppe Westfalen statt, zu dem Stabschef Lutze sein Erscheinen zugesagt hat. Mit dem Stabschef werden auch die Amtschefs der Obersten SA=Führung an diesem Appell des gesamten Führerkorps der westfälischen SA teilnehmen. Der Stabschef kommt mit seiner Begleitung bereits am Sonnabendnachmittag nach Westfalen, um dann zunächst der Führerschule der SA=Gruppe Westfalen in Fredeburg einen Besuch abzustatten. Abends trifft der Stabchef in Dortmund ein, wo ihn die SA durch einen großen Fackelzug begrüßen wird. Nach einem kurzen Marsch durch Dortmund findet am„Römischen Kaiser“ der Vorbeimarsch vor dem Stabschef statt. Dann nehmen die rund sechstausend am Fackelzug teilnehmenden SA=Männer auf dem großen Platz vor dem„Römischen Kaiser“ Aufstellung, wo zu später Abendstunde, von rund 150 SAMusikern gespielt, der„SA=Ruf" erklingen wird. Dieser Abend wird der machtvolle Auftakt zu dem eigentlichen Führer=Appell am Sonntag sein. Der Appell des Führerkorps der SA=Gruppe Westfalen, an dem 12000 SA=Führer teilneh men wird am Sonntagvormittag mit einem Sinfonie=Konzert des großen Orchesters der SA Gruppe Westfalen im Goldsaal der Westfalenhalle eingeleitet. Erstmalig wird hier das vor kur zem mit größem Erfolg an die Oeffentlichkeit getretene Orchester mit seinen über hundert SA=Musikern vor dem Stabschef konzertieren. Anschließend findet dann in der großen Kundgebungshalle der FührerAvpell der westfälischen SA statt. Zahlreiche Son derzüge aus allen Teilen Westfalens werden in den frühen Morgenstunden die Teilnehmer an diesem Ap pell nach Dortmund bringen. Um 10.30 Uhr wird der Führer der SA=Gruppe Westfalen, SA=Obergruppen führer Schramme, dem Stabschef 12000 zum Ap pell angetretene westfälische SA=Führer melden. Nach einer feierlichen Einleitung des Appells wird de Stabschef zu den westfälischen SA=Führem sprechen, um den Männern der SA aus dem Lande der Roten Erde die Ausrichtung für die kommenden Aufgaben der SA zu geben. Schreibübung auf der Schiefertafel Durch Erlaß des Reichskultusministers ist die Schiefertafel als Unterrichtsmittel wieder zu größeren Ehren gelangt. Die Zettung hat darüber berichtet. Da nun ein neuer Jahrgang ABC=Schützen mit der Schiefertafel nähere Bekanntschaft macht, möchten wir ihren Helfern zu Hause nachstehende Gespräche zwischen I=Männchen und ihren Müttern nicht vorenthalten. „Mutti. guck mal, das i habe ich doch ganz schön geschrieben.“ „Aber Kind. das steht ja ganz schief da.“ Und schon fährt wie ein Blitz der mütterliche Zeigefinger zum Munde hin, wird an der Zunge gefeuchtet—. und dem verunglückten„i“ ist das Lebenslicht ausgeblasen. „Nun schreibe mal schöner, siebst du. so „Ja. Mutti. du kannst das wohl besser; du bist ja auch viel größer als ich: wenn ich mal so groß bin, mache ich's auch so gut.“ Und wieder beugt sich das Kövschen des Buben über die Tafel, und unter eifrigen Zungenverrenkungen läßt er eine Reibe i ausmarschieren. „Ach, das letzte ist aber wieder schlecht: wir wollen doch lieber alles nochmal wegwischen.“ Ritsch! fährt der weichelnasse Finger der bösen Mutti über die ganze Reihe bin. „Aber Mutti. da werde ich ja den ganzen Tag nicht fertig; höre doch. wie draußen Karl und Heinz mich rufen.“ Die Tränen kullern dem kleinen Burschen nur so über die Wangen und bilden auf der Tafel gewölbte schwarze Seen. Nach einer Stunde oder mehr ist die schwere Arbeit endlich geschafft. Reichlich Speichel= und Tränenflüssigkeit ist verbraucht. Aber immerhin hat Klein=Robert dabei gelernt. nach dem Beisviel der Mutter mit Finger und Spucke verunglückte Schöpfungen selbst auszutilgen. Er kann ja noch nicht wissen, daß dieses Verfahren höchst unsauber, also gesundheitswidrig ist und zugleich den Grundsätzen der Erziehung und des Unterrichts entgegensteht. Eine andere Mutter sab ich auf folgende Weise verfahren: „Siehst du. Liebling, das wird schon ganz gut: nur dieses i ist noch ein bißchen wackelig: aber das schadet gar nichts.“ „Nein. Mutti. das schadet gar nichts; das sagt auch der Herr Lebrer. und wir sollten ein krummes i. hat er gesagt, auch nicht mit dem Finger und mit Spucke wegwischen; dann würde die Tafel eklich riechen mit der Zeit.“ Die Mutter lächelte. „Ja. das ist ganz richtig. Und wenn man das unschöne „!“ wegwischt, dann weiß man doch auch garnicht, ob das nächste besser geworden ist.“ „Weißt du. Mutti. was der Herr Lehrer noch gesagt hat? Sväter müßten wir mit Tinte und Feder ins Heft schreiben; da könnten wir auch nicht mit Finger und Spucke einfach: hupo weg! Ja, ja; da will ich doch lieber jetzt schon sehen, daß ich auf der Tafel gleich schön und richtig schreide.“ Diese gute Mutter machte es richtig. Das Kind war ohne Tränen eifrig dabei. seine„„ immer besser zu machen, freute sich über der Mutter Lob und zeigte dem Lehrer voll Stolz seine Leistung. In seinem kleinen Könschen aber keimte die wichtige Lebensregel: Tue gleich gut, was du tust. Ist aber mal eine Sache schlecht geraten, so ist bei gutem Willen immer Raum und Zeit. ein Besseres nachfolgen zu lassen. ken, um Rohrlegungsarbeiten auszuführen. Die Arbeiten werden sich über einige Tage erstrecken. * Ausbesserung von Schäden in der Bismarckstraße. Auf der Bismarckstraße hat jetzt eine Pflasterkolonne damit begonnen, die Schlaglöcher, die dort sehr groß und vielzählig sind, durch eine abschnittsweise Neupflasterung zu beheben. * Vorbeugung gegen die Pilzkrankheit. Eine typische Bergmannskrankheit ist die sogenannte Pilzkrankheit, eine Wundbildung zwischen den Zehen, die von dem nicht guten Abtrocknen der Füße nach dem Bad in der Waschkaue herrührt. Die Ruhrknappschaft hat nun auf allen Zechen Anschläge herausgebracht, in denen den Bergleuten empfohlen wird, zwei Handtücher mitzubringen, wovon eins nur für das Abtrocknen der Füße Verwendung finden soll. * Der Saarpfalzverein Herne hielt seine Monatsversammlung im Vereinsheim Padberg ab. Vereinsleiter Landsmann Kratzsch gab die Bundeseingänge bekannt. Nach diesen findet die diesjährige Bundestagung am 18. und 19. Juni in Dinslaken statt. Die Gauleiter aus der Ost= und Westmark und Vertreter der Sudetendeutschen werden sich an den Verhandlungen beteiligen. Die Ortsgruppe Herne des Saarpfalzvereins nimmt durch eine Delegation an der Bundestagung teil. Eine besondere Note wird die Versammlung am 11. Mai in Herne erhalten. In ihr werden die vom Bund der Saarpfalzvereine zugesandten Abstimmungs=Gedenkzeichen den Landsleuten übermittelt werden. Landsmann Kratzsch ging nun auf die großen Ereignisse in der letzten Zeit ein, die für die Saarpfalzleute eine besondere Bedeutung hätten, weil der Gauleiter der Saarpfalz, Pg. Bürkel, die Geschicke in der Ostmark zu leiten berufen worden sei. Landsmann Bürkel habe mit großem Geschick auch die letzten Zweifler in Oester. reich zu überzeugen gewußt und gezeigt, daß er ein warmes Herz für die darbenden und hungernden Volksgenossen in Oesterreich habe. Darauf dürften die Saarpfalzbewohner stolz sein. An die Versammlung schloß sich eine gemütliche Unterhaltung an, bei der manche Gedanken über die Heimat ausgetauscht wurden. Stadt Wanne=Eickel. Ausstellung„Mutter und Kind“ eröffnet. Die Wanderausstellung.„Mutter und Kind“. deren Trägerin die Gauleitung Westfalen=Süd ist und an deren Aufbau das Amt für Volkswohlfahrt in Verbindung mit der Landesbauernschaft Westfalen. NS.=Frauenschaft und Reichsmütterdienst, sowie der Bund der Kinderreichen mitwirken. worde in der Stadthalle in feierlicher Form der Oeffentlichkeit übergeben. Nach einleitenden Grußworten des Kreisamtsleiters der NSV.. Pa. Matern, wies in Vertretung des Kreisleiters Kreisamtsleiter Pg. Groll auf die vom Nationalsozialismus angebahnte Erneuerung des deutschen Familien= lebens hin. Wegen der Dringlichkeit der hier umrissenen Probleme sei es notwendig, daß die Ausstellung von allen Wanne=Eickeler Volksgenossen besucht werde. Die Lieder der Nation beschlossen die von Musikweisen umrahmte Eröffnungsfeier. Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigte in klarer Gliederung eine allgemeine bevölkerungspolitische Uebersicht, einen Einblick in die Ziele und praktischen Erfolge des Reichsbundes der Kinderreichen, gab eine Reihe von Ausschnitten aus der Gesundheitspflege für die werdende Mutter und den Säugling.„Kinderkrankenpflege, Erziehung der Jugend und Familienforschung. In dieser Abteilung sahen wir auch Ahnentafeln des Führers. Weiter zeugte eine Sonderschau von Arbeiten. die in Kursen des Reichsmütterdienstes entstanden, wie man mit geschickter Hand für billiges Geld oder auch aus alten Resten das Heim wohnlicher gestalten kann. Abschied der Landjahrpflichtigen. 41 Wanne=Eickeler Jungen kommen ins Landfahrlager Ostmark in Zion und 60 Jungen ins Landjahrlager Güstebieser=Loose. Beide Lager liegen im Regierungsbezirk Frankfurt Oder. Von den Mädeln kommen 17 ins Landjahrlager Bleibenstadt und 36 ins Landjahrlager Dickschied. beide im Untertaunuskreis. Die Abfahrt der Jungen erfolgt am 21. Avril um 17.50 Uhr. Zur Abschiedsfeier treten die Jungen um 16,45 Uhr in der Aula der Oberschule für Mädchen an. Die Mädel fahren am 22. April um 9.51 Uhr vom Hauptbahnhof ab und treten um 8.45 Uhr in der Aula der Oberschule für Mädchen an. Die Eltern der Landjahrpflichtigen sind zu dieser Abschiedsfeier eingeladen. Befreiung von der Rundsunkgebühr. Die Verlängerung per Befreiung von der Rundsunkgebühr ist bis zum 25. April im Wohlfahrtsamt. Langekampstraße 19. Zimmer 21, zu beantragen. Wer die Verlängerung nicht rechtzeitig beantragt, ist zur Zahlung der Gebühr ab 1. Mai verpflichtet. Von Wanne=Eickels alten Kriegern. Führerrat und Kameradschaftsführer des Kreisverbandes Wanne=Eickel im NS.=Deutschen Reichskriegerbund fanden sich zu einem Kameradschaftsabend im Kurhaus zusammen, auf dem Kreisführer Spiekermann aus Anlaß seines 60. Geburtstages durch Ueberreichung des vom Reichskriegerführer bewilligten Kuffhäuser=Ehrenzeichens 1. Klasse aus„Jurde. Nach einem vom Kreisführer gegebenen Rückblick über die Arbeit der letzten Jahre wurde auf den Vorkampf für den Kleinkaliber=Wettkampf binz gewiesen. un drei Sonntagen im Mai wird dieser auf der Flora und der Kameradschaft Westwacht Röhlinghausen durchgeführt. Das Winterhilfsschießen erbrachte einen Betrag von 414.07 RM. Briefkasten dieses nicht der Fall ist, erfolgt keine Beantwortung. Frl. M. Federdichte Inlekts erhält man durch Schmelzen von weißem Wachs und Seifenschnitzeln von Kernseife zu gleichen Teilen. Lauwarm bestreicht man die Innenselten der gewaschenen, gebügelten Bezüge mit der Mischung und bezieht sie nach dem Trocknen mit den äußeren Bezügen. R. K. Aus Rhabarber kann ein ganz vorzüglicher Nakurwein gewonnen werden. Zur Verwendung gelangen jedoch nur die Stengel, die vorher vom Blatt befreit werden. Nun folgt das Rezept: Die Stengel werden zunächst mit heißem Wasser überbrüht, das dann wieder abgegossen wird. Dann erst werden die Stiele zerstampft oder durch den Fleischwolf gedreht. Der Brei kommt in eine Fruchtpresse, die den verwendbaren Saft ergidt. Ehe der Saft weiter bearbeitet wird, mun er erst klären und dann wird er mit der gleichen Menge Wasser versetzt. Die hinzuzufügende Menge Zucker berechnet sich im Verhältnis 5:1, d. b. auf 5 Liter Saft mit Wasser kommen 1000 Gramm er.„u die gleiche Menge entfällt auch jeweils ein ablette. Das Ganze wird nun zum Gären in einen Gärballon oder in eine Flasche mit Gäraufsatz gefüllt und die möglichst flüssige Reinzuchthefe hinzugefügk. Es kann nun, se nach der Art des verwendeten Rhabarbers, vorkommen, daß der erhaltene, ausgegorene Wein nicht besonders gut schmeckt. Dann ist es natsam, noch vor dem Adfüllen wenige Gramm Weinsäure je Liker Liter zuzusetzen. des Weines noch nicht mundgerecht(der Selchnack,#,#a verschieden) so kann noch Jucker oder Kristallsüßzstoff zugegeben werden. Man darf sich jedoch vom„Geschmack des Weines nach der Juckerzugabe käuschen lassen und füge zuviel hinzu. Der Kristallsüßstoff hat vor Zucker den Vorzug, sich in kalten Getränken schneler aufzulösen und daher nach gutem Umrühren ein schnel—##tell zu genatten. Die Flaschen mit dem abgezogenem wein müssen sehr gut verkorkt und dürfen nicht zu kalt gelagert werden. Rhabarderwein ist ein ganz vorzüglschet chwein, dessen Herstellung nicht versäumt werden sollte. Beilagen-Hinweis (Außer Verantwortung der Schriftleitung. Unsere heutige Ausgabe enthält eine Beil Schauburg= Lichtspiele, Herne, auf die wir Leser aufmerksam machen. —.— Amferdfeuer Stadt zwischen Gestern und MorgenGang durch Belgrad. Von Josef Friedrich Perkonig. Wie haben einmal seltsame Irrtümer das serbische Land dunkel gemalt. Haben wir nicht immer wieder den großen, schnauzbärtigen Komitatschi mit der langen Flinte sehen wollen. den unheimlichen, ewig unruhigen Wildlina? Aber wir wollen es bedenken: westliche Ver gangenheit ist eben noch östliche Gegenwart. Ging nicht über Belgrad. über Südslawien erst die Sonne auf? Das junge. noch unsichere Licht dieser frühen Stunde liegt auf Stadt und Land, schon ein halbes Glänzen und doch noch der letzte Schatten der nahen Dämmerung. Denn da sind noch die niederen, kleinen türkischen Häuser mit dem flachen Dach, unter dem sich eines der orientalischen Märchen begeben haben könnte, da ziehen noch krumme, abschüssige Straßen, auf deren grob kugeligem Pflaster die Huse des Pferdes, das einen türkischen Aga trug. Funken schlug, da ruft noch ein Muczzin von dem letzten verbliebenen Minarett irgend wo am verschämt fortgerückten Rande der Stadt. Aber man hat eine fast traurig stimmende Eile, diese alte Stadt zu verändern, bald wird man nicht mehr in dem Hause. an dem noch die Fürstin Lijubica gehalten haben mag. Früchte kaufen können. Die Maler werden trauern. die Dichter und alten Pentsionisten. freilich nur lauter Menschen, deren schmerzliche Auflehnung zwar schön und vielleicht auch notwendig ist, die aber nicht gefragt. nicht gehört werden dürfen, wenn man die neue Hauptstadt eines neuen Reiches baut. Der erste Augenaufschlag eines erwachten Volkes zerstört unweigerlich seinen letz ten Traum: was noch an seiner Wimper hängt, ver flüchtigt sich bald. Dositei Obradovic, der große, unruhige Wanderer— es scheint. als wollte er auch von dem Sockel im Park vor der Universität am liebsten entfliehen— hätte seine Freude an dem heutigen Belgrad. Ihm. der als erster das Gesicht seines Volkes dem Abendlande zuwandte. wären Lärm der westlich gewordenen Stadt, Geräusch der bauenden Hast ein unablässiger Gesang. Und was für verwunderte Augen würde Fürst Milos machen. der ganz Serbien als ein Bauerngut und die Beamten als dessen Gesinde betrachtete, der, zwanzig Jahre verbannt. nach seiner Wiederkehr als ein fröhlicher, bauernschlauer Tyrann mit seinem aufgebrachten Volke gemeinsam die Kanzleien ausräumte. Ja. die Freiheit schritt seit damals auf einer langen Straße, sie wuchs und wandelte sich, wie eben Irdisches wächst und verwandelt wird, seit Milos im Jahre 1815 vor der Kirche von Takovo die Serben zur Empörung gegen den verhaßten türkischen Herrn aufrief. Immer noch entsteht dieser neu gewordene Staat: was sind wenige Jahre für einen so schwierigen geschicht lichen Prozeß? Belgrad ist der Kern des Kraftfeldes. um den sich, wie kosmische Nebel zum Stern, die Figuren verdichten, die, teils schon von Legenden umrankt, in die beldische Erinnerung der Nation eingehen werden. Hier ist große Historie noch in lebenden Gestalten menschlich nahe. Erscheinungen, die später einmal in ihren Denk mälern dauern werden. Generäle, Politiker. Dichter und Zeitungsschreiber gehen, umraunt, bestaunt und ver dammt, mit irdischen Schwächen behaftet, als Zeit genossen durch die Stadt, die sich bald anschicken wird. sie in Galerien, leeren Hallen und Gedenkfeiern zu verewigen. Ein Volk. das ein halbes Jahrtausend hindurch immer wieder aus dem Joche eines gewalisamen Herrn, wie es der Türke war. auszubrechen versuchte, muß seine Helden nicht erst mühsam wählen, eine treue Ueberlieferung bewahrt ihre Namen auch drunten im tieferen Lande. Dies ist in Belgrad für den Empfindsamen ein Bewegendes: daß er an den Schultern der Zeit ruht. Noch leben Greise. die den Jubel der endlichen Erlösung als einen nicht mehr schweigenden Nachhall in den Ohren haben: und das war 1867, als der letzte osmanische Sol dat serbische Erde verließ: noch sitzen die jüngsten Frei heitshelden in einer Kasana beim rauchenden schwarzen Kaffee. noch kann man ehemaligen Freischärlern begegnen, die sich, düster den Feldzügen nachhängend. in den Frieden nur schwer und widerwillig fügen. Kaum ist der Staat in seiner Schmelzglut erstarrt. Alle die Männer, die in Gasthäusern mit sonderbaren Ramen, wie„Zu den zwei Damaszenersäbeln“.„Zu den drei Hüten“.„Zu den sieben bloßfüßigen Kellnern“, gerne gut essen und viel trinken, sie haben genug Krieg gehabt. Es gibt nicht wenige, die kamen überhaupt nicht mehr aus der Uniform, es fehlte nicht viel. und sie wären Oberste der Reserve geworden. An den Wirtshaustischen, wo Offiziere, Minister, frühere Abgeordnete. manche von ihnen den Hut auf dem Kopf. wie es zu einem Bauernlande gehört. neben ganz einfachen Leuten sitzen, kommt man den Belgradern sehr bald nahe. Sie sind heiter, freundlich und bespötteln sich selbst nicht ungern. Sie sind glücklich, wenn man ein ihnen Gehöriges bewundert und schön und eigenartig nennt. Das echte Belgrad ist auch bei dir. kleine schmucklose Stube des jungen„Arabin“, wo der Wirt mit den roten Wangen und den weißen Haaren eigenhändig Truthahn und gefüllte Wachteln aufträgt und wo man den goldgelben Wein von Smedrovo trinkt: Belgrad ist dort, wo hohe Beamte. Dichter. Gelehrte, Menschen, die in westlicheren Städten den Zusammenhang mit der uralten Seele ihres Volkes schon sast verloren hatten, zu den Melodien der serbischen Volkslieder, die ihnen Zigeuner geigen, wieder die alten Texte singen. So wie nicht der Konak. neue Paläste und junger Reichtum allein Belgrad sind. sondern neben ihnen die alten Stadtteile, verschämte Häuser und gestrige Armut. so sind Belgrad auch nicht nur die kleinen, pariserisch eleganten Frauen, denen der Mund wie eine purvurne Wunde im Gesicht glüht, die hochgewachsenen, dunkelhaarigen Männer: Belgrad ist ein seltsames Gemisch. seine Straße ist ein Bilderbuch. Abgesandte ferner Landschaften des weiten Reiches schreiten stolz die hageren Männer in der verwirrenden Stadt. Mazedonier, Bosniaken. Dalmatiner. in buntem. nach der strengen Regel ihres Stammes geschnittenem Kleid. Serbische Bauern mit der spitzen schwarzen Mütze, mit den Lederopanken. die in einem aufgeschwungenen Schnabel enden, kommen auf den Markt. Zerrissene und geflickte Albanesen. Holzarbeiter, wohl auch Handlanger drunten im Savehafen. wo sich Schuppen und Kähne fast über Nacht mehren. gehen. Säge und Axt auf der Schulter, etwas wie Hochmut in dem kühn gehauenen Gesicht. in Schöcken zur Arbeit oder lungern auf einem Platz. Und nicht umsonst hat General Wrangel eine russische Armee hier zerstreut; so empfing Belgrad auch Anteil an Asien. Und nun schauen vom Kalimegdan, zu dem einst drüben in dem weiß leuchtenden Semlin Prinz Eugen die Faust erhob. ehe er die Brücke schlagen ließ. auch mongolische Augen hinunter auf Sove und Donau. Drunten im Süden, schon in bläulichem Dunst getaucht, steht der Berg Avala. Heldengesänge kreisen um ihn; überhaupt: welcher Gipfel wäre hier verwaist, wo jeder Brocken Erde Blut in sich gesogen bat? Guslaren singen noch die Lieder. aber viele von ihnen sind schon vergessen, unter ihnen vielleicht schönere als der„Morlakische Klagegesang der edlen Frauen von Asan Aga“. den Goethe nachgedichtet hat. Als er damit„die scheue und wilde Muse des serbischen Volksliedes an der Hand in den Saal der Weltliteratur einführte", da kannte er Lied der Oesterreicher Deutschland, du unsere Wiege, Deutschland, du unser Sara, Vater, mit dem ich siege, Mutter, die mich verbarg. Abend. in den ich träumte, Morgen, in den ich erwacht. Sternenlicht, es umsäumte eine bittere Nacht. Edlerem Dasein geboren. ziehen wir singend ein. Oh. wir waren verloren. und nun werden wir Deutschland sein. Josef Friedrich Perkonig. nicht einmal die Lage des Amselfeldes. Er hat dies und manches andere über Serbien erst von Karadzic erfahren. Als dieser kluge und gesunde Serbe— viele, die aus dem starken Bauernlande kommen, haben die robuste Natur des unverwüstlichen Fürsten Milos, der noch als achtzigjähriger Greis ohne Beschwerden eine rohe Hammelniere frühstücken konnte— durch Goethe. Wilhelm von Humboldt, und Jakob Grimm beinahe eine literarische Mode Deutschlands wurde, als er, Mitglied der Berliner königlichen Akademie der Wissenschaften und anderer gelehrter Gesellschaften, in jener die Würde eines Ehrendoktors empfing, da hatte er daheim bereits die tiefen Quellen des Volkstums entdeckt und das frische, starke Volksserbisch zur neuen Sprache seiner Heimat gemacht. Dieser serbische Luther, der für seine Sprachschöpfung ansangs in seinem Lande verfemt war, schlug die erste Brücke von Serbien zu Deutschlano hin. Und Goethe ging als erster darüber... Noch bestimmt das Gegenständliche das Gesicht des jungen Reiches, der jungen Stadt. Wie einst der serbische Bauer mit der Linken die Wasse fortschob und mit der Rechten wieder nach dem Pflug griff. so berühren sich hier heroisches Gestern und idyllisches Morgen. Es ist mehr als nur der wehmütige Seufzer eines alternden. immer unruhig gewesenen und nun endlich feiernden Wanderers, es ist auch noch für heute ein Sinnbild, wenn der große Dositei Obradovic, der ewige Bummler. 1810 in einem Brief schreibt:„Mein Weinberg hat zu gedeihen begonnen und anitzt wird mein Faßwerk voll Weines sein. Meine Zuber sind voll Käse und Fett. die Mulden in der Speisekammer fließen von Milch über, die mit dickem Rahm bedeckt ist. Die Lämmlein hüpfen auf meinem Hof umher und längs der Mauer blühen Linden. unter denen die Nachbarskinder Flöte spielen. Kleine Mädchen, die einen blondhaarig. die andern schwarzäugig. tanzen freudig umber. Ich habe auch eine kleine gescheckte Kub und ein geschecktes Kalb, wahre Wunder für meine Augen.. Der kaubengraue Damenmantel Skizze von W. Hollstein. Er konnte sich nicht mehr genau erinnern, wer es war. aber irgendeiner aus seiner großen Bekanntschaft hatte einmal zu ihm gesagt, daß das siebente Jahr der Ehe ein besonders gefährliches sei. da— Gesundheit vorausgesetzt — der reibungslose Durchmarsch durch das siebente Jahr der Ehe eine vergnügte goldene Hochzeit gewissermaßen garantiere. Willi war vor wenigen Tagen nun in dieses siebente Jahr seiner Ehe hineingetreten. Und als er sich mit seinen Blicken zum ersten Male in dem silbernschillernden Taubengrau eines entzückenden Frühjahrmantels fing. fiel ihm mit quälender Deutlichkeit jene Warnung ein. Der taubengraue Damenmantel war entzückend. seine Trägerin war ebenso schlank und groß wie seine Frau. und trotzdem... „Also muß an der Sache mit dem siebenten Jahr etwas daran sein.“ stellte Willi fest und überprüfte in Gedanken die Stabilität seiner Ehe. Er fand sie durchaus geordnet. das Essen war stets gut. seine Frau verwöhnte ihn wie am ersten Tage. Zigarre und Zeitung lagen stets griffbereit. Er seinerseits erfüllte ihr jeden möglichen Wunsch, sogar auch dann hin und wieder, wenn er ihn für absolut unnötig hielt, kurz und gut: Willi sah nirgendwo Schwierigkeiten, Gewölke am Ehehimmel. alles ging in Ordnung— bis auf diesen taubengrauen Damenmantel. Sei es der Mantel, sei es seine Trägerin, das war gleich, jedenfalls. der Mantel irritierte ihn, denn zur Minute pünktlich leuchtete er auf dem Promenadenweg auf. den er von seinem Bürofenster aus übersehen konnte. Und. was er besonders schwerwiegend empfand, schon Minuten vorber ließ er die Arbeit Arbeit sein und blickte nur zu dem Promenadenweg hinüber. In den ersten Märztagen war ihm der Taubengraue zum erstenmal aufgefallen. Alle die Wochen hindurch bis heute stand er nun im täglichen Banne dieses Taubengrauen... oder seiner Trägerin? Das durfte auf keinen Fall sein. Das hatte seine kleine liebe gute Friedel sich wirklich nicht um ihn ver dient! Hier mußte er eben mit aller Strenge gegen sich selbst ankämpfen oder... „Idee!“ sagte er laut vor sich hin,„Psychologe muß man sein, klar. ich schenke eben Friedel genau so einen taubengrauen Mantel. und schon ist die Gefahr behoben. Jawoll, Köppchen.“ Das Mittel gegen die Gefahr des siebenten Jahres freilich war teurer, als Willi in seinen verwegensten Träumen geahnt hatte. Trotzdem bestellte er sich eines Mittags Friedel in das Büro und benutzte seine Mittagszeit, um mit ihr taubengraue Damenmäntel anzunrobieren. Friedel war sichtlich ergriffen. Sie probierte und probierte und schlug schließlich sogar begeistert eifrig vor. noch ein weiteres Geschäft zu besuchen, wo sie, wie sie sich erinnerte, wunderschöne taubengraue Damenmäntel gesehen hatte. Es sollte nahe sein, und sie fuhren mit der Straßenbahn eine halbe Stunde Eine halbe Stunde sväter verließen sie das Geschaft wieder. und Friedel hatte den Tabengrauen bereits angezogen. Er kleidete sie hervorragend. Beruhigt soh Willi seine Frau an. Jetzt konnte ihm der Taubengraue auf der Promenade nicht mehr gefährlich werden! Er fuhr in sein Büro zurück und sah auf die Uhr. Noch eine Viertelstunde, dann mußte die Dame im taubengrauen Mantel auf der Promenade drüben erscheinen. Er saß und wartete. Der Taubengraue erschien nicht. Willi wartete über eine halbe Stunde. aber vergebens. Er sand es sonderbar, daß ausgerechnet nun, wo er soeben seiner kleinen guten Friedel einen solchen Mantel geschenkt hatte. die Versuchung freiwillig von ihm wich. „Schicksal.“ sagte er zu sich selbst.— Und:„Nochmal vielen herzlichen Dank. liebes Fräulein.“ sagte im gleichen Augenblick Friedel am Telephon zu der ersten Vorführdame des Geschäftes. in dem sie den Mantel gekauft hatten.„Sie haben Ihre Sache herrlich gemacht, also es bleibt dabei, morgen nachmittag im Café Sehwing bei Torte mit Schlagsahne.“ Wissenswertes Allerkei Der Schimpanse Chince im Zoologischen Garten in London hat jetzt gelernt. eine Nähnadel einzusädeln. Er macht das mit ganz besonderer Begeisterung, obwohl er sich anfänglich dabei oft gestochen hat. Der Name Beethoven ist flämisch=niederländischen Ursprungs: der Name ist zusammengesetzt aus beethe— Rübe und hoven= Hag, bedeutet also eigentlich Rübenhag. . E s w i r d b e h a u p t e t, d a ß d a s G a c k e r n d e r H ü h n e r. wenn sie ein Ei gelegt haben, darauf zurückgehe, daß die wilden Stammütter der Hühner immer wenn sie ein Ei gelegt haben, etwa hundert Meter weit fortliefen und dann zu gackern begannen, um Feinde und Eierdiebe von der Stelle, wo das Ei wirklich lag, fortzulocken. Es wird sich also um eine ererbte Gewohnheit handeln. die aber bei unserer Haushenne genau die entgegengesetzte Wirkung hat als ursprünglich. Denn durch das Gackern lenkt sie gerade die Aufmerksamkeit auf das gelegte Ei. R * „Du mußtest ja durchaus ein Haus am Wasser haben..!“ Kotel„#u den Domspatzen Roman von WOLFCANG MARKEN 58. Fortsetzung. Ein wenig Hoffnung war noch in seinem Herzen gewesen, aber als er die Zeilen liest, da ist alles aus. Gramvoll sind seine Züge, als er sich wieder an sein Har monium flüchtet, um Trost in der Musik zu finden. Die Schule ist wieder angegangen, und man muß es allen. vor allen Dingen den Domspatzen lassen, daß sie sich mit allem Eiser dem Lernen widmen. Sie wollen besonders Autenaar Freude machen. Und sie machen ihm Freude. und er bleibt der neue Mensch, der ein warmes, mitfühlendes Herz seinen Schülern gegenüber hat, daß die Herren vom Lehrerkollegium,“ daß der Direktor des Gymnasiums den Kopf schüttelt. Aber sie freuen sich der Wandlung. Und sie hält an. verzischt nicht wie ein Strohfeuer Autenaar hält Freundschaft mit dem Domkantor. Er weiß nicht, was geschehen ist. aber er spürt, daß er leidet. und er kümmert sich um ihn. Er bringt's dahin, daß Stephan Inniger hin und wieder an dem Stammtisch im„Löwen" erscheint, daß er ins Haus Autenaar kommt. und der tatkräftigen Unterstützung Autenaars gelingt es, daß der Domkantor wieder ein wenig auflebt. Fast scheint es, als würde er wieder der alte. Aber die Domspatzen wissen, daß es nicht der Fall ist Sie haben das seine Gefühl und spüren, wie es ihm ums Herz ist, sie ahnen, daß ihn ein bitteres Erlebnis aus der Bahn geworfen hat. Sie möchten ihm so gern helfen aber sie wissen nicht, was zu tun ist. Der Bertl ist nicht mehr da! Hinter den konnte man sich stecken, der hätte einmal bei Fräulein Zenzi lauschen können, oder durch sein Mutterl. Aber der Bertl ist jetzt in München auf dem Gymnasium. Er hat schon ein vaarmal geschrieben, daß es ihm nicht gut gefällt und daß er Heimweh nach Heiligenberg hat Inzwischen ist es Herbst geworden, dann in der Winter mit seinem Schnee und Eis gekommen. Heute hat Herr von Autenaar den Domkantor wieder besucht und findet ihn mit glänzenden Augen. „Ich hab' Nachricht von Luisenthal!“ sagt Stephan „Die Therese wird bald nicht mehr allein sein! Und der Toni will sie heiraten. Sie soll seine Bäuerin werden. Der Siebenstuhl hat mir alles geschrieben. Ja! Alles ist schon gespannt, ob's ein Bub oder ein Mädel sein wird.“ „Natürlich ein Bub!“ „Warum?“ „Weil's die Domspatzen sagen!“ lacht der Autenaar. „Nur der Alisi macht eine Ausnahme. der tippt auf ein Mädel! Wenn ich denk'— in vierzehn Tagen ist Weihnachten. Vielleicht wird's ein Weihnachtsbub! Das wäre eine Geschicht'! Was meinen Sie denn, lieber Inniger, möchten Sie denn nicht zum Weihnachtsfest nach Luisenthal mit den Buben fahren?" „Geht nicht. Herr von Autenaar! Die Buben fahren zu ihren Eltern. Nur ein gutes Dutzend bleibt da. Aber ich will zusehen, daß ich denen das Fahrgeld stiften kann!" „Ein Vorschlag zur Güte. Herr Domkantor! Wir fahren mit diesen Buben. diesen armen Teufeln. nach Luisenthal und bereiten ihnen dort ein schönes Weih nachtsfest! Alles Bittere ist doch vorüber, und wir werden viel Freude auf Luisenthal haben. Es muß im Winter doch wunderschön dort sein!" Der Domkantor seufzt. „Ja. fast möcht' ich's auch! Aber es hängen für mich so bittere Erinnerungen an Luisenthal!" „Frau Anna?“ sorscht der Autenaar leise. Der Domkantor nickt.„Ja! Wir waren versprochen miteinander und dann kam ein Schatten aus dem Jenseits und trennte uns, und jetzt ist der Weg zueinander versperrt.“ „Herr Domkantor.“ spricht der Autenaar wieder,„ich mein', es läßt sich doch alles leimen!" „Nicht alles. Herr Autenaar! Ihnen kann ich's ja sagen! Sie können schweigen, das weiß ich! Frau Annas Gatte war wieder zurückgekehrt! Richard Rogaller war Richard von Kahr!" „Aber das ist doch nicht möglich!“ stottert Autenaar. „Der war doch gejallen!" „Ja. das glaubten wir alle! Er tat damals Dienst als Arzt in dem Lazarett. in dem auch Richard Nogaller als Kranker lag! Eine Fliegerbombe traf das Lazarett und richtete ein Gemetzel an. Die Amerikaner nahmen dort unsere Stellungen, und auch das Gebäude bei Amiens. wo das Lazarett lag. Sie fanden ein grauenvolles Bild. Und da muß es wohl geschehen sein, daß man Richard Kahr für Richard Rogaller, der von den Granatsvlittern zerrissen worden war, hielt. Hilligon war damals Stabsarzt bei den Amerikanern. er hat damals Richard als Richard Rogaller festgestellt. Er war auch schwer verwundet, hatte einen Splitter im Konf. der das Schwerste befürchten ließ, und er wahre jahrelang ohne Erinnerungen. So muß es geschehen sein! Wer weiß— vielleicht war's auch ein Sviel Hilligons. der mit dem Hause Rogaller befreundet war. der einer Mutter den entsetzlichsten Schmerz ersparen wollte und der aus Richard von Kahr eben Richard Rogaller machte.": „Aber man mußte ihn doch sofort erkennen!" „Das sagt jeder Mensch, aber vergessen Sie nicht, daß zehn Jahre dazwischen lagen, daß Richards Gesicht sehr verändert worden war; ein Splitter hatte einen Nerv getrofsen, und die linke Gesichtspartie hatte sich verschoben. Hinzu kam die entstellende Narbe. Und durch die Zeit war er aus der Erinnerung gerückt. Man hielt Richard ja für tot. Ich habe gehört, wie Anna eine Aehnlichkeit zwischen Richard Rogaller und dem toten Gatten feststellte.“ „Das ist entsetzlich, furchtbar! Und jetzt verstehe ich viel. Ich werde schweigen. Herr Domkantor. Mein Mund ist versiegelt.“ „Schon um Frau Rogallers willen! Sie wird wieder. nach Deutschland kommen. Sie hat mir vorgestern geschrieben. Sobald die Verhandlungen mit dem Staat endlich abgeschlossen sind, kommt sie zurück. Und sie will das Doktorhaus kaufen. Vielleicht wird sie auch dauernd im Domspatzenhotel wohnen. Sie will in der Nähe des Sohnes ihr Leben zu Ende führen— und es ist doch nicht ihr Sohn. Aber kein Mensch wird ihr neue Qual bringen und das Geheimnis verraten.“ „Es wäre unmenschlich! Aber, lieber Domkantor. ich kann nicht verstehen, daß es keinen Weg mehr geben soll. der Sie mit Frau Anna vereint. Vielleicht kann ich mich in das furchtbare Erleben ihrer Seele nicht voll hineindenken, aber Frau Anna ist doch gart und kraft voll! Sie wird eines Tages kommen! Sie wird kommen. verlassen Sie sich drauf.“ * Die Tage gingen hin. Die letzte Adventswoche begann. Da kam Nachricht aus Luisenthal. Die Therese hatte einem kräftigen. strammen Buben das Leben geschenkt. Und mit der Nachricht kam die Einladung zur Taufe zum ersten Feiertag im Domspatzenbotel. Der Domkantor. Herr von Autenaar und seine Frau und alle Domspatzen wurden gebeten, zur Taufe nach Luisenthal zu kommen. Herr von Autenaar erfuhr es vom Domkantor. als er am Domkantorhause früh vorbeiging, um Unterricht zu halten. Lachend kam er in die Schule. Und als er heute die Obervrimaner unterrichtete. nahm er Ludwig Seidemann beiseite und sagte zu ihm: „Ludwig. sorgen Sie doch einmal dafür, daß alle Domspatzen in der Pause im großen Prüfungszimmer zusammenkommen! Ich habe allen etwas Wichtiges mitzuteilen.“ Ludwia Seidemann versprach's, er war so gespannt. daß es ihm in der Unterrichtsstunde schwer fiel. sich richtig zu konzentrieren. Er war froh, als die Stunde zu Ende war und auch die weitere Stunde vor der großen Pause. Als dann die Glocke aufschrillte, da war Lugwig sofort aus dem Zimmer und benachrichtigte die Domspatzen, die sich neugierig und gespannt im Prüjungszimmer zusammensanden und eifrig berieten, um was es sich handeln könnc. Sicher hatte Autenaar eine Nachricht von Luisenthal erhalten. Endlich kam er und wurde mit lautem Hallo empfangen. „Buben.“ nahm der Mathematiklehrer das Wort.„es ist eine Nachricht aus Luisenthal gekommen! Der Herr Domkantor wird's euch bei der heutigen Probe auch noch sagen! Die Therese hat einem strammen Buben das Leben geschenkt." Da brach die Freude lärmend los. Die Jungen. die großen wie die kleinen, strahlten über das ganze Gesicht und gaben ihrer Freude so bewegt Ausdruck, als habe jeder von ihnen ein Brüderchen bekommen. Und sie waren stolz, daß sie alle recht behalten hatten. bis auf den Alisi. der den Kopf schüttelte, dem es nicht einging, daß kein zartes Mädelchen gekommen war. * Und nun sind noch fünf Tage bis zum Weihnachtsfest. Am Freitag ist Heiligabend. und heute, am Montog. sind die Domspatzen wieder zusammengekommen. Der Domkantor ist in den letzten Tagen stiller denn je gewesen, und seine Buben haben gespürt, daß ihn etwas sehr schwer bedrückt. Sie ahnen ja nichts von den stillen Kämpfen. die er Tag um Tag mit sich aussicht, daß er manchmal mit dem Schicksal gehadert hat. weil es ihm den Weg ins Glück versperrt hatte. Sie möchten ihm gern helfen. aber sie wissen ja nicht. wie sie es ansangen sollen. Der Peter Waldbauer hat heute morgen mit dem Herrn von Autenaar gesprochen. Und da ging der alte Lehrer einmal aus sich beraus. „Peter.“ hat er gesagt.„Sie sind noch sehr jung. Sie wissen noch nicht, was es heißt, wenn einer auf eine Lieb' verzichten muß!" „Auf eine Lieb'. Herr von Autenaar?“. Der Peter wurde rot. „Ja! Sehen S'. Peter. das haben Sie nicht gespürt. daß dem Domkantor sein Herz sich Frau Anna zugeneigt hat. Daß er sie lieben gelernt und muß doch auf alles Glück verzichten!“ „Hal sie ihn denn nicht lieb. Herr von Autenaar?“ „Doch. Bub! Aber es ist— das kann ich dir nicht sagen— der Schatten eines Toten steht dazwischen! Frau Annas Gatte ist doch einst draußen im Felde gefallen" „Und drum mag sie unseren Domkantor nicht heiraten?“ „Ja!“ „Sic denkt, sie tut ein Unrecht!" „So ist es. Peter!“ (Fortsetzung folgt). * Zwischen Dreißig und Vierzig Mhno ggggng will man noch groß an Liebe verlangen?“ Ehe ist mehr als Kameradschaft ** Es war an dem Geburtstag einer jungen Frau, an dem sie die ominöse Neunundzwanzig überschritt, um dreißig Jahre alt zu werden. Ein ganz klein wenig beklommen las sie den Satz, den eine ältere Freundin iht zu diesem Tage geschrieben hatte:„Freue Dich— vor Dir liegt jetzt das Jahrzehnt der herrlichsten Reise, jene Jahre, in denen die Frau zur vollen Bewußtheit und der tiefsten Verantwortlichkeit wächst— also noch einmal, freue Dich!“ Freue dich..., wenn man mit dreißig Jahren Abschied von den Zwanzigern nimmt, glaubt man, das Land seiner Jugend verlassen zu müssen, und der Marsch auf die Vierzig erscheint einem nicht ganz so glückverheißend, wie es durch den zitierten Satz klingen will. Wer aber tief in das Erlebnis und das Erleben dieses Jahrzehnts taucht, wer mit allen Fasern, allen Fibern dieses Leben lebt, um es auszufüllen, der weiß, wie recht das Wort hat, das da von dem schönen Jahrzehnt einer ausschließlichen Reise spricht. Wie viele werden aber wirklich„reif“?'er hat immer die Geduld des Herzens, die Unschuld der Sinne. die Kraft seiner Seele so voll beisammen, daß er unter dem heißen Atom dieses Jahrzehnts willig reift? Da geht manche Frau umher und fiillt diese Jahre mit einem Verzicht, der gar nicht nötig ist, mit einer frühen Müdigkeit oder auch mit jener blinden Angst, die um die Vergänglichkeit des Jungseins kreist, so daß an ihr der schmerzlich=schöne Prozeß des Reifens vorübergeht, ohne sie freudig und willig gefunden zu haben. Wir kennen diese Frauen alle. Wir haben gelernt. in ihren Gesichtern zu lesen, wir finden sehr oft das Hastige genau so wie das Resianierte, die allzugroßen wie die zu schnell aufgegebenen Wünsche— kurz gesagt, wir kennen zuviel unerfülltes Frauentum. Zwischen Dreißig und Vierzig gestalten sich wichtige Jahie der Ehe. Von einigen krassen Fällen abgesehen weiß man, daß der Verlustsaldo einer unglücklichen Ehe immer auf zwei Konten zu buchen ist.„Liebe Seele. habt Geduld, ihr habt alle beide schuld.“ Bedeutende Juristen, die lange in Scheidungskammern gesessen haben und sich die Mühe machten, in den Kleinkram und den Kleinkrieg der Ehen hineinzuleuchten, bestätigen, daß sie fast immer Schuld auf beiden Seiten finden. Wir haben uns in diesem Falle hier nicht mit den häufig besprochenen Fehlern der Ehemänner zu befassen, sondern lediglich mit dem Versagen der Frauen, denn der größte Teil unserer inneren Probleme liegt allein in unseren Fehlern begründet. Nehmen wir zuerst einmal den handgreiflichsten und— ich möchte sagen— alltäglichsten Fehler der Frau unter die Lupe. Sie sind amüsant, reizvoll und zärtlich, solange sie Braut sind, sie pflegen sich, Friseur und Schneiderin verdienen gut an ihnen, wenn es ihre Verhältnisse irgend gestatten; dann aber, wenn sie den Mann „haben“, gleichen sie sehr oft jenem Fafner, der„besitzt und schläft". Es gibt aber keinen„Besitz“ im höheren Sinne, vor allem hat kein Mensch Besitzrechte an dem anderen, die ihm erlauben, zu sagen oder zu denken:„Der ist besorgt und aufgehoben". Liebe ist kein Handel und kein Warenaustausch; Liebe ist die lebendigste Kraft des Daseins überhaupt, und sie ist im höchsten Grade„lebensgefährlich“, wie eben alles Leben. Sie verlangt vollen Einsatz der Kräfte. und wer sich an ihrem Naturgesetz versündigt, das dem ständigen Wachsen, Wechseln, Werden und Sich=Wandeln untersteht, wird neben das Glück greifen. Die Frauen vernachlässigen sich so sehr oft rein äußerlich und vergessen dabei ganz, daß gerade der Mann stark non seinen Sinnen und daher auch von seinen Augen abhängig ist. Mit Gegebenheiten muß man sich abfinden. Keine noch so schöne und gesetzte Moralvredigt wird einen wirklichen Mann davon überzeugen können, daß er die schöne Seele einer schlampig gewordenen Frau inniger betrachten muß als ihre ungemachten Haare und ihren dreckigen Morgenrock.„Ach, es ist ja nur mein Mann zu Hause...“ heißt es dann. Welch eine seelische Unverirorenheit liegt in diesem einzigen„nur“. Der Mann bleibt der einzige, den es wirklich innerlich etwas angeht, wenn wir versuchen, so gut wie möglich auszusehen. Seelisch ergibt sich für den erfahrenen Beobachter sehr oft das gleiche Bild: Es ist ja„nur“ der Mann, da kann man so bequem sein, wie man will, man kann sich gehen lassen und überhaupt... zehn, fünfzehn Jahre Gemeinsamkeit, was will man noch groß an Liebe verlangen? Ein heiliger Zorn überkommt uns, wenn wir dieses Achselzucken sehen, diese abgedroschenen Phrasen hören, die aus untätigen Herzen und Hirnen kommen. Was man verlangen will?— Alles!— Denn dieses Jahrzehnt bedeutet Zenith des Lebens, verlangt die Zusammenfassung der Kräfte, die ja aus Jugend und Reise von zwei Seiten zusammenströmt. verlangt eben ein mohlgehütetes und wohlgeschürtes Feuer der Liebe. „Wenn es am besten brennt, dann legesnach.“ Eine Frau. ITEITT UND WELT Minmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmunmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Beilage zum Herner Anzeiger die, symbolisch gesehen, die Herdflamme, die dem Hause Licht und Wärme geben soll, verlöschen läßt, hat nicht genug Kraft aufgewendet. Sie braucht sich nicht allzusehr zu wundern, wenn sie schließlich Dunkelheit und Kälte umgeben und der Mann anderen nachläuft, weil ihm das nette Dämmern seiner Ehe einfach zu eintönig grau, zu langweilig wurde. Eine dritte große Gefahr für das glückliche Eheleben ist eine allzu betonte Mütterlichkeit. Die Frau vergißt zu oft über den kleinen, hilflosen Wesen, das einen ebenso starken wie rührenden Liebesanspruch stellt, den Mann und Gefährten. Ihr erster und letzter Gedanke ist das Kind. Jede instinktsichere Frau fühlt aber genau, daß der Mann sie ebenso stark braucht, wenn er auch in seiner auf der einen Seite leicht unbeholfenen und auf der anderen Seite wieder ebenso schnell überheblichen Art (zwei Dinge, die übrigens, psychologisch gesehen, zusammengehören, wie die rechte und die linke Hind) oft so tut, als käme er ganz gut ohne die Frau aus. Man darf sich da nicht täuschen lassen; die Frau in dem Manne, der sie liebt und den sie liebt, unentbehrlich, besonders wenn sie verstand, sich unentbehrlich zu machen. Was fesselt denn letzten Endes den Mann mit so starker und magischer Kraft? Das Sinnenerlebnis? Das ist niemals für die Dauer; ihn überwindet allein die wirkliche Liebe, die allerdings niemals ganz abgekehrt von der Erlebniskraft der Sinne sein darf. Man hat über das schöne Thema„Wie fessele ich meinen Mann?“ schon verschiedene mehr oder minder ernsthafte Bücher geschrieben—— nun, kleine Kniffe und Klugheiten mogen ganz gut sein, aber das ist doch recht oberflächlich gesehen. Es gibt keine Regeldetri=Aufgabe der Ehe. Die Verbundenheit zwischen zwei Menschen ist an kein„starres System“ gebunden, sondern verlangt größte Aktivität und Lebendigkeit des Herzens. Eine Frau, die wach und wahrhaft liebt, hat diese Kraft, diese ewige Wünschelrute, die alle Quellen des Lebens entbindet, in sich, und sie braucht nur ihr Herz zu fragen, um die richtigen Mittel zu finden. Die Vergötterung der Kiader bekommt den Heranwachsenden schlecht. Darüber hinaus trennt sie die Eheleute und läßt sogar die Eltern der Herangewachsenen einmal die ganze Leere ihres falsch ausgefüllten Daseins furchtbar begreifen. Ehe ist mehr als Kameradschaft; und es ist gut, immer und zu allen Zeiten sich zuerst dem Lebenskameraden zuzuwenden, denn nur der Weg der beiden Eheleute bedeutet letzte Gemeinsamkeit. Denn sie muß auch dann noch bleiben, wenn sich die neuen Pfade, die unsere Kinder einmal entlang gehen müssen, längst von den unsrigen getrennt haben. Zwischen Dreißig und Vierzig... dieses Jahrzehnt trifft heute noch in den letzten Ausläufern die Frauen der Kriegsgeneration, also jene, die ohne das Glück oder das Unglück der Ehe geblieben sind, weil die Männer, die zu ihnen gehört hätten, in Flandern, Frankreich, in Rußland oder am Isonzo begraben liegen. Eine unverheiratete alte Frau sagte mir einmal ein gutes Wort:„Liedes Kind, eine ledige Frau kann zwar niemals so glücklich sein wie eine glücklich verheiratete, aber auch nie so unglücklich, wie eine unglücklich verheiratete.“ Dar ist für viele ein gewisser Trost. Es ist ungemein töricht, daß viele, die in diesen Jahren noch unverheiratet sind, den ganzen falschen Minderwertigkeitskomplex bekommen::„Mich wollte keiner... Hier entscheiden Zahlen über Schicksale. Und das Schicksal der unverheirateten Frauen der Kriegsgeneration muß genau so geformt und gestaltet und— getragen werden, wie das jener Männer, die ihr Leben dahingeben, dem höheren Gebot gehorchend.—„Liebe dein Schicksal, dir bleibt keine Wahl!“ sagt Nietzsche; das klingt unermeßlich hart, aber es ist wirklich tausendmal besser, bewußt die Kräfte seines Lebens in den uns gebliebenen Möglichkeiten anzusetzen, als sich in unerfüllter und nutzloser Sehnsucht zu vergiften. Der Krampf des Wollens ist es nämlich, der ganz automatisch den Menschen die letzten und oft unbemerkten Glücksmöglichkeiten aus der Hand schlägt. In jener nervösen, manchmal hysterisch anmutenden Hast und Unruhe, unbedingt Anschluß finden zu wollen, vergißt man nämlich das Wichtigste, den Gang des Geschehens still zu belauschen und die innere Stimme zu hören, die eine schicksalsmäßige Bindung zwischen Menschen anzeigr. Glück muß man finden. man soll es nicht suchen, vor allem nicht mit krankhafter Ungeduld suchen, denn sonst gleicht man jenem Bauern des Spichworts, der verzweifelt das Pferd sucht, auf dem er sitzt. Manch eine hätte sicher noch Liebe und Ehe gefunden, wenn nicht eine aufdringliche Heiratssehnsucht sie dem Manne von vornherein unleidlich und verdächtig gemacht hätte. Das vollgelebte Frauendasein überzeugt und überwältigt immer, zwischen Dreißig und Vierzig ist die schöne Zeit der großen Kämpfe und der noch größeren Siege. Es bleibt unsere tiefe Schuld, wenn wir uns den Sommer unseres Lebens verregnen lassen. Die Schule der weiblichen Anmut Tennisspielen ist nichts für Vorführdamen.— Zehn Jahre Berliner Lehrinstitut für Mannequins. städten Berlins. Damen aus den sogenannten„höheren Kreisen" kommen als Mannequin meist weniger in Betracht, da diese zu viel Tennissport betreiben, wodurch die Muskeln der rechten Körperpartien übermäßig entwickelt werden. was natürlich den Gesamteindruck beeinträchtigt. Dasselbe läßt sich von den Speer= und Diskuswerferinnen behaupten. Sehr gut ist hingegen gerade für Mannequins ein„zweiseitiger“ Sport wie Laufen oder Schwimmen, bei dem nicht einzelne Körperteile besonders beansprucht werden.“ Mitunter wird dem Beruf der Vorführdame nachgesagt, daß er nur dazu beitrage, den Kleiderluxus zu erhöhen und daher in der heutigen Zeit nicht mehr am Platze sei Wer sich diese Anschauung zu eigen macht, vergißt ganz, daß sich die deutschen Modeschöpfungen in den letzten Jahren selbst in Weltstädten wie Paris, London. Wien oder Neuyork nur deswegen so schnell und erfolgreich durchsetzen konnten, weil ihnen Mädchenschönheit und Frauenanmut zum Siege verhalfen. An starren Schaufensterpuppen hätte sich kaum dieselbe Wirkung gezeigt, wie am lebenden Modell. Das Mannequin übt daher einen Beruf aus, der Devisen einbringt und in hohem Maße dazu beiträgt. Deutschland von den Modeerzeugnissen des Auslandes immer unabhängiger zu machen, ja darüber hinaus sogar die fremden Nationen in unserer Geschmacksrichtung beeinflußt. Auch die Vorführdamen zählen in gewissem Sinne zu den Heldinnen des Alltags, wenn sie unentwegt dem Blitzlicht des Photographen standhalten, täglich bis zu hundert Kleider an= und wieder ausziehen und an Geduld, weiblichem Einfühlungsvermögen und Selbstverleugnung oft sich selbst übertreffen müssen. Hunderttausenden von deutschen Arbeitern in Fabriken, Modeateliers und Schneiderwerkstätten verschafft das Mannequin das tägliche Brot und verdient daher einen Ehrenplatz in der großen Volksgemeinschaft, die jeder wirklichen Leistung ihre Averkennung nicht versagt. Deutschlands einziges Mannequin=Lehr= institut in Berlin=Schöneberg kann nunmehr auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Unser zb.Mitarbeiter unterrichtete sich aus diesem Anlaß in einem Gespräch mit dem Inhaber des Unternehmens über die Berufsausbildung der Vorführdamen. „Mannequin. Hüftweite 98. sofort gesucht!“ Wie oft liest man ein derartiges Inserat, ohne sich darüber weiter Gedanken zu machen. Besonders die jungen Mädchen. die selbst einmal Vorführdamen werden wollen. stellen sich den Mannequinberuf sehr leicht und angenehm vor. Den ganzen Tag in schönen Kleidern stecken, darin ein wenig spazierengehen und dazu freundlich lächeln—'o etwas kann doch einer Zwanzigjährigen sicht schwerfallen. „In Wirklichkeit" erzählt der Leiter des Berliner Mannequin=Lehrinstituts,„ist es natürlich keineswegs so einfach. Vorführdame zu werden. Höchstens der zehnte Teil der Berufsanwärterinnen besteht die Aufnahmeprüfung. Die Verwendbarkeit einer jungen Dame als Mannequin ist nämlich ganz bestimmten Voraussetzungen unterworfen. Sie muß nicht nur in jedem Fall über die genau vorgeschriebenen Körpermaße verfügen, sondern auch besonders gute Umgangsformen und ein gepflegtes Aeußere haben. Die Hüftweite, die übrigeng nicht an der Hüfte, sondern an der stärksten Stelle über dem Gesäß ermittelt wird, darf nicht mehr und nicht weniger als 92 bis 102 Zentimeter betragen. Und die sogenannte Oberweite. die über der Brust gemessen wird muß jeweils 6 bis 8 Zentimeter weniger als die Hüftweite ausmachen. An dem Nichtbesitz dieser Körpermaße scheitern die allermeisten Berufsanwärterinnen.“ Hier wird das Lächeln zur Kunst. Die„gangbarste" Durchschnittsgröße beträgt 1.70 Meter einschließlich der Absätze, da zum Beispiel bei einem Sportkleid allzu lange Beine keinen guten Eindruck machen würden. Ausnahmen hiervon sind nur bei Abendkleidern mit langer Schleppe gestattet. Die Vorführdamen dürfen in diesem Falle bis zu 1,75 Meter groß sein. Wie wird nun eigentlich die Berufsausbildung der Mannequins durchgeführt? Das Berliner Lehrinstitut verfügt über zwei Unterrichtsräume, in denen die zukünftigen Modeköniginnen in die Geheimnisse des graziösen Gehens, leichtbeschwingten Schreitens und richtigen Kleidertragens eingeweiht werden. Für jede Schülerin ist behördlich ein bestimmtes Maß an— Atemluft vorgeschrieben weshalb die Aufnahmezahl beschränkt ist. Die Kursdauer ist auf drei bis vier Wochen festgesetzt. Die Lehrfächer umfassen in der Hauptsache Rundfunkgymnastik, das Verhalten gegenüber der Kundschaft und einiges kaufmännische Wissen. Jedes Mädel muß schon am frühen Morgen die„Kerze“. machen können, die frisch und elastisch erhält. Die richtige Fuß= und Beinhaltung lernen die angehenden Mannequins durch Selbstbeobachtung im Spiegel und an Sohlenabdrücken, deren Bedeutung ihnen von der Lehrerin an einem Blatt Papier erläutert wird. Dann gilt es, weder affektiert, noch nachlässig gehen zu lernen und immer wieder jene für Vorführdamen charakteristische verbindlichunverbindliche Handbewegung zu üben, die jeder Modeschau ihr Gepräge gibt. Dazu müssen die Mannequins stets ein stereotypes freundliches Lächeln zur Schau tragen, das auch nicht aus ihren Gesichtszügen verschwinden darf, wenn sie hungrig, schlecht gelaunt oder zum Umfallen müde sind. Das alles und noch viel mehr lernen die jungen Damen in dem einzigartigen Ausbildungsinstitut im Berliner Westen. Wo der Tennissport schadet. „Nach meinen Erfahrungen“, fährt der Leiter des Unternehmens fort,„die ich in zehnjähriger Berufstätigkeit gesammelt habe. kommen die für den Mannequinberuf geeignetsten Mädels durchweg aus Arbeiterund Beamtenkreisen. Und die hübschesten und bestgewachsenen davon stammen wiederum aus den VorWinke für Woblergehen Etwas vom Schwitzen. Jetzt kommen bald wieder die warmen Tage. Mancher empfindet Hitze sehr lästig, namentlich fettleibige Personen leiden stack unter der Schweißabsonderung. Schwitzen ist an sich gesund. Es reinigt den Körper von mancherlei Schlacken, die sich im Winter infolge zu geringer Bewegung bei reichlicher Nahrungsaufnahme angesammelt haben. Der mit dem Schwitzen verbundene Wasserverlust bewirkt Gewichtsabnahme, die allerdings meist wieder durch vermehrte Flüssigkeitszufuhr illusorisch wird. Der Wasserverlust entlastet das Herz und den Kreislauf. Menschen, welche bei Hitze und Bewegung übermäßig schwitzen, sind immer noch besser daran, als solche, welche nicht schwitzen können, bei denen sich die Wärme im Körper staut. Der auf der Haut verdunstende Schweiß bringt auch Abkühlung. Es gibt aber auch krankhaftes Schwitzen. Der Fieberkranke und der durch Krankheit Geschwächte schwitzt leicht. Nächtliche Schweiße ohne übermäßig hohe Außentemperatur oder zu warme Federbetten kommen bei Tuberkulösen vor. Wer da irgend welchen Verdacht hat, frage rechtzeitig seinen Arzt. Ein gutes Mittel gegen lästiges Schwitzen ist häufiges Waschen mit kaltem Wasser, in dem einige Eßlöffel voll gewöhnlichen Essigs gelöst sind Auch Konservengemüse enthalten Vitamine. Die für unser Leben so wichtigen Vitamine sind bekanntlich in reicher Menge im Frischgemüse, Frischobst. überhaupt in jeder unzerkochten pflanzlichen Nahrung enthalten. Je roher diese Pflanzen genossen werden, desto mehr Vitamine führen wir mit ihrem Genuß dem Körper zu. Es wird deshalb immer empfohlen, die Gemüse nicht zu zerkochen, sondern nur abzubrühen. Diese Ratschläge haben in weitesten Kreisen den Glauben erweckt, Gemüsekonserven enthielten keine Vitamine mehr. Eingehende Versuche haben diese falsche Anschauung widerlegt. Zwischen dem Garkochen der Gemüse und des Obstes und den Konservierungsverfahren besteht ein großer Unterschied. Beim Garkochen tritt der Sauerstoff der Luft hinzu und bedingt eine Oxydation. Diese wird für die Zerstörung einiger besonders wertvoller, aber auch besonders empfindlicher Vitamine verantwortlich gemacht. Das Konservierungsverfahren dagegen geschieht wohl bei wesentlich höheren Hitzegraden als das Kochen, aber unter Luftabschluß. Dadurch bleiben den Konservengemüsen und=früchten die Vitamine in hohem Grade erhalten. Was man also im Sommer nicht verbrauchen kann, darf man getrost sterilisieren, man wird im Winter immer einen hochwertigen Ersatz für die sommerliche Frischkost haben. eic AArbeits uns Dil #eid mit 11 bluse und Ultra=Schnitt K Dirndlkleid aus Blaudruckstoff fur U traB-F 2579 1 7 4/33 Inser Stückchen Harten, unser Stols und unsere Freude, macht das doppelte Vergnügen, wenn wir uns zur Arbeit in seinem grünen Bezirk einen Anzug geschaffen haben, der Zweckmäßigkeit und Nettigkeit vereint. Zweckmäßigkeit steht dabei obenan. Aber soweit sollte sie bei uns Gärtnerinnen aus Liebhaberei nun doch wieder nicht gehen, daß wir darüber ganz vergessen, wie arbeitstüchtig wir uns auch in einem kleidsamen Anzug erweisen können. Hübsch auszusehen ist kein Hinderungsgrund für fleißiges Graben. Jäten und Gießen. Wie famos schauen die Mädels heutzutage in ihren ländlichen Dirndlkleidern aus! Einstige eintönige Vorstellungen sind einer fröhlichen Aufgelockertheit gewichen. Man muß nicht durchaus ein Kleid von oben bis unten aus dem gleichen Trachtenstoff haben, selbst wenn es mit Zackenlitzen aufgeheitert ist. Eine unbekümmerte Zusammensetzung von zwei oder drei und mehr Stoffen in den verschiedensten Druckmustern am gleichen Kleid gefällt manchen viel besser. Sie gehen mit Eiser daran, ihrem blauen Rock ein rotes getunftes Leibchen, eine weiße Bluse und eine gestreifte Schürze hinzuzugesellen, die ihr Muster von Vögeln und Lebensbäumen alter Volkskunst entnimmt. Aus Streifenbordüren und Blaudruckstoffen sieht man gleichfalls viele Dirndlkleider sich im Garten betätigen. Weiße Unterblusen geben appetitliche Frische, allerdings verlangen sie auch, daß man sie so oft auswechselt, wie es im Interesse ihrer blütenweißen Sauberkeit nötig ist. Wer einem Dirndlkleid weniger Geschmack abgewinnt, findet andere Möglichkeiten, sich zur Arbeit unter freiem Himmel praktisch anzuziehen. Jedes einfache Sportkleid aus derbem, dem handgewebten Leinen ähnelndem Waschstoff erfüllt diesen Zweck. Nicht weniger tut es eine karierte Bluse zu einem stravazierfähigen Rock. der vorsichtshalber mit einer breiten Falte versehen ist. Man könnte sonst vielleicht keinen ordentlich großen Schritt über die nächste Regenpfütze machen oder sich schlecht zu seinen kleinen Pfleglingen niederhocken. Was das betrifft, wäre ja überhaupt ein Hosen=Overall das richtigstk. Er gibt Bewegungsfreiheit wie kaum ein anderer Anzug bei der AmateurLandarbeit. Jawohl. darin steht man seinen Mann. Aber das kann man eigentlich genau so gut ohne Hosen. In einem Schürzenkleid läßt es sich ebenfalls tüchtig wirtschaften. Freie Arme, freier Hals machen es einem leicht. Kovftuch und großer Hut schützen gegen übermäßige Sonnenbestrahlung und halten das Haar ebenso schön in Ordnung wie wir selber unsern Garten. M. Cl. ur De Aieter Dirndlkleid aus drei ertei Trachtenstoff. Weiße Armel. Ultra. Schnitt K 7850 0 175 P M * 1% ee Sportkleid mit Taschen an den zackigen Nahten. Ultra=Schnitt K 7867 Karierte Bluse und einfacher Rock. UltraSchnitt Roa24 u. R533 Nicht mehr Ullstein-Schnitte sondern„Altra“-Schnitimus###.. Das ist der neue Name des altbewährten„sptechenden“ unn Ulistein-Schnitte. Lehzter Aprilsonntag sportlicher Großhampftag Zahlreiche große Veranstaltungen stempeln den letzten Aprilsonntag zu einem spertlichen Großkampftag ersten Ranges. In fast allen Sportarten herrscht Hochbetrieb, und es genügt, um auf so bedeutende Ereignisse wie den Fußball=Länderkampf Deutschland —„Vortugal, die Gruppenspiele zur Deutschen Fußballmeisterschaft, die Vorrundenkämpfe der Handballgaumeister, die Meisterschafts=Vorschlußrunde im Hockey und die Deutschen Meisterschaften im Fechten hinzuweisen, um zu zeigen, wie reichhaltig das Programm am kommenden Wochenende ist.— Im Fußball nähern sich die Entscheidungsspiele um den Meistertitel ihrem Höhepunkt. Fünf Gruppenspiele sind angesetzt, von denen die Begegnungen Hamburger SV — Eintracht Frankfurt, BfR Mannheim— Berliner SV 92 und 1. FC Nürnberg— Hanau 93 die interessantesten sind. Die westdeutschen Vertreter sind spielfrei. Außer diesen Gruppenspielen kommt noch dem Fußball=Länderkampf Deutschland— Portugal in Frankfurt besondere Bedeutung zu.— Der internationale Kalender sieht im übrigen noch die Ländertreffen Tschechoslowakei— Bulgarten in Prag, England— Schottland, Luxemburg— Belgien B und die Städtekämpfe Wien—. Budapest, München— Stuttgart und Dresden— Prag vor. An Freundschaftsspielen seien hier nur die Begegnungen Fortung Düsseldorf— Spög Fürth, IV Karlsruhe— Wacker Wien, 1. FC Pforzheim— Wacker Wien, Stuttgarter Kickers— Admira Wien und BfL Neckarau— Admira Wien aufgeführt.— Im Handball nehmen am Sonntag die Meisterschaftsendkämpfe mit acht Spielen ihren Anfang. Die drei westdeutschen Vertreter spielen in einer Gruppe. Am Sonntag hat Hindenburg Minden den Postsportverein Hannover zu Gast, während der BfB Aachen gegen den Lintforter SV antritt.— Eine deutsche Ländermannschaft fährt nach Esch=Alzette zum Länderspiel gegen Luxemburg. Die deutsche Vertretung setzt sich in der Hauptsache aus westdeutschen und süddeutschen Spielern zusammen.— Der Hockeysport steht im Zeichen der Meisterschafts=Vorschlußrunde. VfR Mannheim und TV Sachsenhausen sowie SC Berlin und der Uhlenhorster Hockeyklub sind die Gegner, aus denen die beiden Endkampfteilnehmer ermittelt werden.— Weiter gibt es noch einige interessante Auswahlspiele und internationale Begegnungen wie Westfalen— Ostholland in Münster, Holland B— Westdeutschland(Frauen) in Amsterdam und Frankreich— Holland in Paris.— Die Titelkämpfe im Rugby werden mit der Vorschlußrunde fortgesetzt. Für die Vorentscheidung haben sich die RG Heidelberg und Siemens Berlin sowie Eintracht Frankfurt und Volkssport Hannover qualifiziert.— Der Tennissport bringt außer den englischen Hartplatzmeisterschaften in Bournemouth noch die Ländertreffen Polen— Deutschland in Warschau und Jugoslawien— Ungarn in Zagreb.— Italienische Turner stellen sich am Samstag in Leipzig vor, während in der Stuttgarter Stadthalle die ersten Reichswettkämpfe der Hitlerjugend im Gerätturnen durchgeführt werden. Einen Länderkampf im Kunstturnen tragen die Mannschaften der Schweiz und der Tschechoslowakei in Basel aus.— Die internationale Kampfzeit der Leichtathleten wird am Sonntag mit dem über 25 km führenden Laufen und Gehen „Quer durch Berlin“ eröffnet. Diese Dauerprüfung wird voraussichtlich eine erstklassige Besetzung erfahren. Ein ähnlicher Wettbewerb wird in München ausgetragen, während sich die westfälischen Leichtathleten beim Geländelauf„Rund um den Seilersee" treffen.— Wenig los ist bei den Schwimmern, die diesmal von größeren Veranstaltungen abgesehen haben. Das Programm sieht denn auch nur die Vorrundenkämpfe um die Wasserballmeisterschaft vom Niederrhein in Altenessen und Wuppertal vor.— In den Tagen vom 21. bis 24. April werden in Hannover die Deutschen Meister im Fechten ermittelt. Ueber 300 Meldungen wurden für die Titelkämpfe abgegeben, an denen sich nach 40jähriger Unterbrechung erstmalig auch wieder unsere Fechter aus der Ostmark beteiligen. Das neue Rudersportjahr wird am Sonntag mit dem„Tag des deutschen Rudersports“ feierlich eröffnet. Alle deutschen Rudervereine treten zur feierlichen Flaggenhissung an. und nach kurzen Ansprachen wird mit dem Startschuß des Reichssportführers das 102. Jahr des deutschen Rudersports eröffnet.— In Reval treffen sich die besten Ringer des Kontinents bei den Europameisterschaften im griechisch=römischen Ringen. Aus 14 Ländern kommen 70 Ringer nach Reval, wo die Meisterschaften am Sonntag ihren Anfang nehmen.— Die bedeutendsten motorsportlichen Ereignisse am Wochenende sind das Eilenriede=Rennen, für das 100 Meldungen abgegeben wurden, und die im Gebiet des Teutoburger Waldes stattfindenden Wehrmachts=Meisterschaften im Kraftfahrgeländesport.— Zum ersten Male werden alle drei Wehrmachtsteile mit über 300 Bewerbern vertreten sein. Interessieren dürfte weiter noch der Große Preis von Tork in Irland.— Sehr rührig sind wieder die Radfahrer. Bahnrennen sind in Nürnberg. Zuffenhausen, Kreeld. Zürich und Paris vorgesehen. Auf der Landtraße rollen u. a. die Fernfahrten„Rund um dortmund".„Rund um Halle" und Paris— Brüssel ab.— Der Schisport dringt noch Schirennen an der Wiesenbaude, das Liglav=Abfahrtsrennen und den Riesentorlauf am Burgl.— Reger Betrieb herrscht auf den Tursplätzen, da in Dortmund, Hoppegarten, Hamburg, Leipzig. Saint=Cloud und Longchamp Golopprennen stattinden. Meilterlchaften im Wehrmachtkraftlport Nach dem großen Erfolg der im Vorjahre erstmalig vom Heer durchgeführten Heeeresmeisterschaften, in deren Rahmen auch die Meisterschaften der Kriegsmarine ausgetragen wurden, werden bei den diesjährigen Meisterschaften im Wehrmacht-Kraftsport vom 21. bis 23. April in unmittelbarer Nähe des Sennelagers ähnliche Bedingungen wie im Vorjahre gestellt, um die besten motorislerten Soldaten festzustellen. Zum ersten Mal nehmen alle drei Wehrmachttelle daran teil. In einigen wesentlichen Punkten unterscheidet sich die diesjährige Ausschreibung von derjenigen des Vorsahres. Die diesjährige Veranstaltung ist noch mehr kriegsmäßigen Verhältnissen angepaßt worden, so daß erkennbar wird, welche vielseitigen Anforderungen an den WehrmachtKraftfahrer gestellt werden. Meldungen zur Teilnahme an den Meisterschaften sind aus allen deutschen Gauen eingegangen. Das Heer stellt den größten Anteil mit 191 Fahrzeugen, 128 Offizieren, 234 Unteroffizieren und Mannschaften. Die Luftwaffe folgt an zweiter Steile mit 95 Fahrzeugen, 40 Oflzieren, 124 Unteroffizieren und Mannschaften. Die Kriegsmarine hat 22 Fahrzeuge gemeldet, 8 Offiziere, 20 Unteroffiziere und Mannschaften. Der gesamte Sicherungs. und Absperrdienst wird von NSRn-Männern der Motorgruppe Westfalen durchgeführt, die so in engster Zusammenarbeit mit den Kameraden dei Wehrmacht zum reidungslosen Verlauf der Veranstaltung beitragen. Durch die verstärkte Teilnahme von geländegängigen und geländefähigen Lastkraftwagen gewinnen die Meisterschaften ganz bedeutend an Interesse. Die Lastkraftwagen müssen während der Dauer der Prüfung mit der zulässigen Geländelast(zwei Drittel der Ladefähigkeit) belastet werden. Während der erste Tag eine Geländeprüfungsfahrk mit Erkundungsaufgabe bringt, ist am zweiten Tag eine Orientierungsfahrt mit Beobachtungsaufgaben durchzuführen. An beiden Tagen wird die Schießfertigkeit von Fahrern und Beifahrern geprüft. Die Besatzungen der Personenkraftwagen müssen mit Pistolen schießen, dagegen haben Kraftradfahrer und Beifahrer sowie die Besatzungen der Lastkraftwagen mit Karabinern zu schleßen. Die Waffen haben die Fahrer und Beifahrer während der ganzen Veranstaltung mitzuführen. Die benötigte Munition wird von der Leitung bereitgestellt. Nach der Nachkfohrk, am dritten Tage um 7 Uhr früh, findet abschließend noch für alle Tellnehmer ein Schießen statt, woran sich eine Zustandprüfung anschließt, um die äußerlich erkennbaren Schaden an den Fahrzeugen aufzunehmen. Für alle während der Veranstaltung eingetretenen Beschädigungen, wie Beulung der Kotflügel, Scheinwerfer, Kühler oder Seitenwagen, werden Schlechtpunkte notiert. Die Ergebnisse aus Geländeprüfungsfahrt, Nachtortentierungsfahrt, Schleßzen und Instandprüfung ergeben die Gesamtwertung, wobei zu beachten ist. daß Einzelfahrer und Mannschaften getrennt gewertet werden. Breslau=Gebungen im Rundsunk Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen macht darauf aufmerksam, daß der Reichssender Köln am kommenden Sonntag, 24. April, die Männerturnibungen für Breslau mit den entsprechenden musikalischen und tonsprachlichen Untermalungen, wie sie in Breslau veranstaltet werden, von 10.30—11 Uhr sendet. Um den Wert dieser Sendung auszunutzen, empfiehlt der DRL allen Vereinen, Turnwarten und allen Verantwortlichen für Breslau, in ihren Vereinen oder in engeren Gemeinschaften die Uebungen nach der Sendung durchzuarbeiten. In Turnhallen oder auf entsprechenden Plätzen und Anlagen kann nach dem Lautsprecher auf diese Weise äußerst wertvolle Arbeit für das Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau geleistet werden. Der Reichssender Köln wird diese Sendung am 8. Mai mit den Frauenübungen fortsetzen. Deutsche Billard=Meisterschaft im Fünfkampf Vom 21.—24. April in Dortmund. Zur Teilnahme an der erstmalig zum Austrag kommenden Deutschen Meisterschaft im Fünfkampf auf kleinem Billard haben sich aus den Gaumeisterschaften die sechs Besten herausgeschält. Demnach nehmen an den Meisterschaften in Dortmund vom 21.—24. April Pesch(Köln), Jarschel(Dortmund), Böcke(Wattenscheid), Janzen(Essen), Greitemeier (Gelsenkirchen) und Koppers(Wanne=Eickel) teil. Heißer Favorit ist natürlich der Meister im Einband und Sechzehn Gaumeister am Start Gruppenlpiele zur Deutlchen Handballmeilterichaft beginnen Nach dem Endspiel um den Adlerpreis, das dem Gau Mitte einen neuen schönen Erfolg brachte, wird am kommenden Sonntag, dem 24. April, als zweite große Entscheldung im Handballsport die Deutsche Meisterschaft in Angriff genommen. Weitere bedeutende Ereignisse werden folgen; die Weltmeisterschaft in Wien, das Turnier der deutschen Städte beim Turn= und Sportfest in Breslau und einige Länderspiele sind im Verkauf des Jahres schon dazu angekan, unsere Spitzenkräfte auf dem Damm zu halten und auf alle Spieler aneifernd zu wirken. Für Vereinsmannschaften aber ist die größte Kraftprobe des Jahres die Meisterschaft, die nun mit den Gruppenspielen der 16 Gaumeister in das entscheidende Stadium eintritt. Von den 16 Auserwählten griffen sechs schon im Vorjahr nach der höchsten Würde des deutschen Handballsportes. Es sind dies der Titelverteidiger MTSA Leipzig. der SD Walhof-Mannheim, der Im Endspiel 1937 in Halle 4:5 unterlag, Oberalster Hamburg, BfL Königsberg, Borussia Carlowit und Hindenburg Minden. Neulinge im Ring der letzten Sechzehn sind Flak Stettin(Pommern), TV 47 Wetzlar(Hessen), Lintforter Sp.Vgg.(Niederrhein), PfB Aachen(Mittelrhein), Bfl Haßloch(Südwest), SP Urbach(Württemberg) und Post München(Bayern). Polizei Berlin und Post Hannover standen schon in vorausgegangenen Jahren in den Endspielen, 1937 hatte auch noch MSB Weißenfels diese Etappe erreicht, wurde aber von den Gruppenspielen ausgeschlossen, da einige Mitglieder seiner Mannschaft nicht spielberechtigt waren. Darunter litt im vergangenen Jahr der sportliche Wert der Meisterschaft, zumal auch noch der Gau Pommern unvertreten war. In diesem Jahr nun ist das Feid wieder vollzählig. Es wird in vier Gruppen im Hin- und Rückstiel nach Punkten gespielt, die vier Sieger bestreiten die Vorschlußrunde. Die ursprüngliche Eintellung der Gruppen 1 und 2 wurde vom Fachamt in letzter Stunde noch einmal umgestoßen, um zu verhindern, daß der Titelverteidiger MTSA Leipzig und MSV Weißensels, also jene Mannschaften schon in der Vorrunde zusammentreffen, die allgemein als Jovoriten auf den Endsieg eingeschätzt werden. Unglücklicherweise— vom Standpunkt des Westens— sind die Gaumeister von Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein mit dem Vertreker Hannovers alle in einer Gruppe vereinigt, die allerdings den ausgeglichensten Kampf verspricht. Alle übrigen Gruppen haben klare Favoriten, von denen in erster Linie MTSA Leipzig. MSB Weißenfels und SB Waldhof das Vertrauen ihrer Anhänger haben. Der Spielplan für den 24. April lautet: Gruppe 1: Flak Stektin— Oberalster Hamburg MTSA Leipzig— Bfr Königsberg Gruppe 2: Borussia Carlowitz—. MSt Weißenfels in Breslau Gruppe 3: Hindenburg Minden— Post Hannover BfB Aachen— Lintforter SpPg. Gruppe 4: PfL Haßloch— SD Waldhof SD Urach— Post München Zwei Spiele im Westen. Im Handballsport wiegt der Platzvorteil schwerer als in den anderen Rasenspielen. Man darf also dem Deutschen Altmeister MSB Hindenburg Minden in seinem ersten Kampf gegen Dast Hannover gewiß einen guten Start voraussagen. Zu Hause lieferten die Mindener Soldaten immer gute Spiele. Die Elf ist mit wenigen Ausnahmen seit Jahren zusammen. Die Stürmerreihe mit Roß 2— Helligrath— Röttger— Strack— Roß 1, die Läufer Topp— Knautz— Fischer sowie die Verteidigung Küter — Bandholz sind so hoch einzuschätzen, daß Minden im ersten Spiel als Favorit gilt. Post Hannover, öbrigens der Stammverein des gegnerischen Mittelstürmers Röttger, weist nicht so viele bekannte Namen auf, wenngleich der Torhüter Witt und Mittelläufer Onnen schon national gespielt haben. Die Mannschaft darf nicht unterschätzt werden, dann wird Minden wohl die ersten Punkte buchen können. Die Auseinandersetzung der westdeutschen Gaumeister beginnt mit dem Aachener Treffen zwischen BfB 08 und Lintforter Spog., also Mittel. gegen Niederrheinmeister. Die beiden Gaue standen sich unlängst im Adlerpreisspiel gegenüber, bei dem der Mittelrhein sehr knapp die Oberhand behielt. Das würde für den PfB Aachen sprechen, der in seinem Jubiläumsspiel gegen die Mittelrheinmannschaft auch ein Unentschieden erzielt. Ein solcher Vergleich kann indessen nicht angestellt werden, als Vereinsmannschaft zeichnet den Lintforter Verein doch eine größere Einheitlichkeit aus. Die seine Läuferreihe mit Wolziniak — Prizigoda— Wutschick st durch ihr gutes Aufbauspiel bekant und sollte die Schußzkanonen Brünigens und Ladage schon richtig in Stellung bringen. BfB Aachen hat zwar keine gleichwertigen Ausbauspieler, dafür aber eine ausgezeichnte Deckung(mit Goeres) und einen wurfgewaltigen Sturm, in dem vor allem Krüger zu beachten sein wird. Alles in allem ist ein ebenbürtiger Kampf zu erwarten, dessen Ausgang von der Tagesform und den kleinen Zufälligkeiten des Spieles abhängt. Leichtathletische Ausscheidungskämpfe für Breslau morgen im Bochumer Stadion. Im Bochumer Stadion an der Castroper Straßtreffen sich am morgigen Sonnabend vormittag um 10 Uhr und Sonntag ab 16 Uhr die Dreikämpfer aus den Vereinen des DRL=Kreises Bochum. Es gilt, die Uebungen für das Deutsche Turn= und Sportfest 1938 In Breslau abzulegen, damit der Kreisfachwart im Hinblick auf die Ausscheidungskämpfe des Gaues am 15. Mai in Hagen einen Ueberblick erhält. im Dreiband, Pesch(Köln). Seit drei Jahren ist er Deutscher Meister im Einbandbillard. Nach dem Weltmeister Tiedtke ist er auch der stärkste deutsche Spieler im Dreiband. Zu den letzten Erfolgen zählen seine beiden Siege über den Weltmeister der Berufsspieler, Hagenlocher, und am vergangenen Wochenende errang Pesch noch die Deutsche Cadre=Meisterschaft ganz überlegen. Zu seinen stärksten Gegnern zahlt in Dortmund der Einheimische Jarschel. Nach Voraussicht wird sich der Kampf um die Meisterschaft zu einem Zweikampf zwischen dem Kölner und dem Dortmunder zuspitzen. Auf den nächsten Plätzen werden Greitemeier und Janzen zu finden sein, doch ist auch von den anderen Teilnehmern eine Ueberraschung nicht ausgeschlossen. Ringer=Europameisterschaften in Reval In Estlands Hauptstadt Reval beginnen am kommenden Sonntag die Europameisterschaften im griechisch=römischen Ringen. Für die bis zum 27. April dauernden Titelkämpfe sind von 13 Ländern insgesamt 68 Athleten gemeldet worden. Den Mannschaftspreis der Nationen verteidigt Schweden gegen Finnland, Deutschland, Estland, Lettland, Frankreich und die Türket. Durch Krankheitsfälle sahen sich einige Nationen gezwungen, Absagen zu geben. Selbst die gastgebenden Esten sind arg vom Dech verfolgt, die nach dem Ausfall des Olompiasiegers, Titelverteidigers im Schwergewicht Kristjan Palusalu noch auf die Teilnahme des Olympiadritten August Neo verzichten müssen. Für ihn wird im Halbschwergewicht Karklin antreten. Am stärksten besetzt von den einzelnen Klassen ist das Federgewicht mit 11 Ringern, im Leicht-, Welter= und Bantamgewicht kommen je 10, in den drei schweren Klassen je 9 Ringer auf die Matte. Drei=Gaue=Schwimmkampf in Herne Am 12. Juni steigt im Herner Sommerbad der Drei=Gaue-Schwimm=Wettkampf Niederrhein— Mittelrhein—. Westfalen. Der Schwimm=Club„Wiking“ hat sich als Ausrichter bedeutsamer Meisterschafts=Schwimmwettkämpfe bisher so gut bewährt, daß ihn auch fortan die höchsten Stellen des deutschen Schwimmsportes im Reichsbund für Leibesübungen mit der Durchführung großer Veranstaltungen beauftragen werden. Im Jahre 1937 stieg in Leverkusen bereits der DreiGaue=Schwimmwettkampf Niederrhein— Mittelrhein — Westfalen für Vereine ohne Winterbad, der nun am 12. Juni im Herner Sommerbad seine Wiederholung findet und, da die besten Kräfte aus den drei Gauen am Start erscheinen werden, über Westdeutschland hinaus mit größter Aufmerksamkeit verfolgt werden wird. In der Mittwochbesprechung zwischen der Vereinsleitung des Schwimmklubs„Wiking“ und dem Gaufachamtsleiter Löhr, Dortmund, sowie dem Gaufachsportwart Hilgers, Gladbeck, wobei noch hervorzuheben ist, daß Wikings Vereinsleiter Gustav Brehm den Posten eines Gaufachwalters bekleidet, wurde im Vereinsheim Knapp(Alt=Herne) das Programm für den Drei=Gaue=Schwimmwettkampf festgelegt. Die Gaue werden insgesamt 120 aktive Teilnehmer stellen, so jeder Gau je 2 Einzelkämpfer, 2 Springer, ferner jede Staffel besetzen und an den Wasserballspielen mit einer Mannschaft teilnehmen. Es werden folgende Wettkämpfe ausgetragen werden: Vormittags: 1. Männer=Kraulstaffel 4 mal 200 Meter 2. Frauen=Lagenstaffel 100— 200— 100 Meter 3. Männer=Bruststaffel 4 mal 200 Meter 4. Kunstspringen für Männer und Frauen mit je Pflichtsprüngen 5. Männer=Kraulschwimmen über 400 Meter 6. Frauen=Kraulschwimmen 3 mal 100 Meter 7. Wasserballspiel Mittelrhein— Westfalen. Nachmittags: 8. Männer=Kraulstaffel 10 mal 100 Meter 9. Frauen=Rückenschwimmen über 100 Meter 10. Männer=Brustschwimmen über 200 Meter 11. Kunstspringen für Männer und Frauen mit je fünf Kürsprüngen 12. Frauen=Bruststaffel 4 mal 100 Meter 13. Männer=Kraulschwimmen über 100 Meter 14. Männer=Rückenschwimmen über 100 Meter 15. Wasserballspiel(offen) 16. Frauen=Brustschwimmen über 200 Meter 17. Männer=Lagenstaffel 100— 200— 100 Meter 18. Frauen=Kraulschwimmen über 100 Meter 19. Wasserballspiel(offen). Wertungen. Bei den Einzelkämpfen gilt folgende Wertung: Der erste Sieger erhält 13 Punkte, der zweite 8 Punkte, der dritte 5 Punkte, der vierte 3 Punkte, der fünfte 2 Punkte und der sechste 1 Punkt. Bei den Staffeln und Wasserballspielen bekommt die erste Mannschaft 26 Punkte, die zweite 16 Punkte und die dritte 10 Punkte angerechnet. Der im vorigen Jahre von den I. G. Farben, Leverkusen, gestiftete Wanderpreis, der vom Gau Westfalen errungen wurde, winkt wiederum als höchster Gewinn. Außerdem stehen für den ersten Sieger eine goldene Plakette, für den zweiten eine silberne und für den dritten eine bronzene Plakette als Auszeichnung zur Verfügung. — Das Mittagessen wird im Vereinsheim Knapp eingenommen, die Siegerfeier findet im Saalbau Koop mann statt. Eine Weltkommission gebildet Sitzung der internationalen Boxverdände. Am ersten Arbeitstag des Kongresses der vier internationalen Boxverbände von Europa, Groß-Brikannten, Amerika und Neuyork in Rom war schon ein bedeutender Erfolg zu verzeichnen. Am Nachmittag kam es nach mehrstündiger Beratung zur Bildung einer Weltkommission, die In Zukunft die Herausforderungen der Weltmeister regeln und die Liste der Meister herausgeben soll An der Sitzung nahmen teil: General Vaccaro(Italten) als Leiter und Sekretär des italienischen Olympischen Komitees, General John J. Phelan, Präsident der Boxkommission des States Neuyork, Edward Foster, Generalsekretär der National Boxing Association von Amerika, M. Ward, Sekretär der Boxkommission des amerikanischen Staates Illinots(Chikago), der italienische Graf Campello, D r. Metzner und Paul Bousseau, Vertreter der International Boxing-Union von Europa, Colonel Middleton und Chas Donnall, Vizepräsident und Generalsekretär des Britsh Boxing Borad of Control(England), Riccardi und Mazzia, als Vertreter des italienischen und auch argentinischen Boxverbande. Für die Weltmeisterschaftskämpfe wurde die Distanz von 15 Runden beschlossen, aber gleichzeitig festgelegt, daß in Ländern, wo eine niedere Rundenzahl gesetzlich vorgeschrieben ist, diese gelten soll. Auch die Ausscheidungskämpfe zu Weltmeisterschaften sollen über 15 Runden geben. Eine Ausnahme macht hier nur England, wo an manchen Orten nur zehn oder zwölf Runden als Höchstdistanz vorgeschrieben sind. Für die Handschuhe und Bandagen gelten in jedem Falle die Bestimmungen des betreffenden Landes. Eine Einigung über den Tiefschlag wurde zunächst nicht erzielt. Nach zweistündiger Auseinandersetzung konnten sich sowohl die 381 als auch der englische Verband nicht der amerikanischen Regel anschließen, daß durch einen Tiefschlag kein Kampf beendet werden kann. Neben kleineren Feststellungen war dann die Bildung einer internationalen Kommission der fortschrittlichste Teil der Besprechungen des ersten Tages. Dieser Kommission, die— wie schon erwähnt— in Zukunft die Herausforderungen der Weltmeister regeln und die Liste der Weltmeister herausgeben wird, gehören an: Colonel Middleton (England), Foster(Amerika). General Phelan(Amerika), Dr. Metzner(Deutschland), Campello und Mazzia(Italten). Die Besprechungen werden fortgesetzt. Aus dem westdeutschen Schachleben Der Krefelder Schachklub„Turm 1851“ feiert vom 24. September bis 1. Oktober d. J. sein 87jähriges Bestehen. Es ist ein starkes Turnier mit etwa acht Teilnehmern vorgesehen, zu dem bis jetzt die Meister Bogoliubow. Keininger und Engels eingeladen sind. Im Westfälischen Schachbund ist die Verschlußrunde der Mannschaftsmeisterschaft auf den 15 Mai festgesetzt worden. Es spielen: Bochum gegen Siegerland in Bochum und Dortmund gegen den Vestischen Schachkreis in Recklinghausen.— Anläßlich des 15. Schachkonaresses des Landesverbandes Westsalen vom 28. Juli bis 7. August in Bad Oeynhausen wird auch ein Probeturnier für westfälische Problemkomponisten veranstaltet. Das Turnier wird in drei Abteilungen ausgetragen: 1. Zweizüger. 2. Dreizüger und 3. Mehrzüger. Eine besondere Schule oder ein besonderes Thema wird nicht vorgeschrieben. Gewertet wird lediglich die Originalität der Idee bzw. die Oekonomie in der Wertung der Mittel Jeder Komponist kann in jeder Abteilung mit höchstens zwei Aufgaben teilnehmen. Einsendungen bis 1. Juni an die Schachschriftleitung der„WL3.— Rote Erde“. In jeder Abteilung werden 3 Ehrenvreise ausgesetzt. In der Deutschen Schachgemeinschaft wurden in der Gaugruppe Düsseldorf die Gauzonenkämpfe in Zone 1 beendet. Es siegte Elsas(Barmen) mit 5 Punkten aus 5 Partien. In der Gaugruppe Köln fand im März ein Großkampftag statt, an dem 60 Mannschaften, danon die zehn besten im Blitzspiel. teilnahmen. Nach spannendem Kampf siegte das Carlswerk. Kunfer& Kabel, mit 41¼. Punkten vor Humbold=Deutz. Werk Kalk mit 36% Punkten Die Reichsmeisterschaft der Deutschen Schachgemeinschaft„Kraft durch Freude" wird im Gau Köln=Aachen ausget ragen. Sonstige Svortnachrichten SpBg Röhlinghausen in Ostwestfalen. Die Spielvereinigung Röhlinghausen weilt am Wochenende in Ostwestfalen und erledigt hier zwei FußdallFreundschaftsspiele. Am Sonnabend ist der BfB Bielefeld der Gegner, während sich am Sonntag eine Stadtmannschaft aus dem Bad Oeynhausen der Spielvereinigung stellt. Unsere Voraussagen Maisons=Laffitte. 1. R.: Orbicole—. La Tramontane; 2. R.: La Fileuse— Lucques; 3. A.: Faraud— Axiome: 4.=.: Buckingham— Inspekteur; 5. R.: Le Kodinoor— Aphorodite IV: 6. R.: Courtil— Folderole: 7. R.: Jerbino— Magpar. Reichsringsendung der H3. Glückwunsch und Gelöbnis der Jugend am 20. April. Am Geburkstag des Führers zur Mitternacht überbrachte in einer Reichsringsendung die Jugend Großdeutschlands, dieses Millionenheer der Pimpfe und Jungmadel mit als erster Gratulant ihre Grüße und zugleich ihre Geburtstagsgabe, die immer wieder in das schlichte Bekenntnis gesaßt wurde:„Unsere ewige Treue und unsere Liebe— das sind unsere Geschenke für Dich!“ Mit dem feierlichen Klang der Glocken von Braunau am Inn, der Geburtsstadt des Führers, begann die Sendung. Die Jugend der ins Reich eingekehrten Ostmark grüßte den Führer mit der gleichen Liebe wie die Jungen und Mädel, die dann, viele 100 Kilometer entfernt, vom Norden des Reiches aus Pasewalk die Wünsche der Kameraden aus Pommern und Mecklenburg, aus Niedersachsen und der Nordmark überbrachten. Von dieser pommerschen Kleinstadt, von der einst der grandiose politische Weg des unbekannten Gefreiten des Weltkrieges ausging, führte die Sendung in die Hauptstadt der Bewegung.„Zu Deinem Geburtstag geloben wir Jungen und Mädel Deutschlands, Dir zu helfen, daß alles. was Du hier in München einst als Programm verkündet hast, bis auf den letzten Buchstaben erfüllt werde.“ München folgte Landsbera am Lech. Hier dankte die Jugend des Hochlandes. Franken und der ayerischen Ostmark dem Führer für das Buch, das er dem deutschen Volke schenkte, wayrend Ostpreußens Jungen und Madel an den Großdeutschland=Flug Adolf Hitlers erinnerten.„Wenn Du uns rufst“, gelobte die Jugend des deutschen Ostens.„wird unsere Heimat stets in erster Reihe stehen". Die ehernen Klänge von St. Marien in Danzig mischten sich in das Treuegelöbnis der Danziger Jugend, und dann wieder gedachten die Jungen und Mädel der Gebiete Westfalen, Ruhr. Niederrhein, Kurhessen und Hessen=Nassau dankbar des Tages, an dem zum ersten Male wieder deutsche Soldaten über die Rheinbrücke marschierten, um die befreiten Rheinlande in ihren starken Schutz zu nehmen. Aus Potsdam klang die Erinnerung an jenen Treuemarsch der Jugend im Jahre 1932 auf. der im folgenden Jahre seine Erfüllung fand.„Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar!“. Nach diesem Schwur überbrachte die Jugend der Saarpsalz ihren von Herzen kommenden Dank. während die Jugend Breslaus mit der Hymne„Deutschland, heiliges Wort“ die Ringsendung beschloß. Gerade schlug die erste Stunde des Geburtstages des Führers, da Reichsjugendführer Baldur v. Schirach alle die Wünsche der Jungen und Mädel aus Ost und West aus Nord und Süd des großen Deutschlands in einer kurzen Ansprache zusammenfaßte, mit der die weihevolle Sendung ausklang. „Der Geburtstag des Führers ist für die Hitlerjugend ein Fest der Dankbarkeit. Nicht allein, daß wir als einzige den Namen Adolf Hitler tragen dürsen, unser ganzes Erziehungssystem ist auf ihn bezogen. Er ist das Vorbild und er gibt das Beispiel. So formt er die Jugend nach seinem Bild und gibt jedem Einzelnen in ihr Kraft und Selbstvertrauen. Im Hinblick auf ihn sind wir glücklich geworden— wahrlich die glücklichste Jugend dieser Welt! Aus unserer tiefen Dankbarkeit heraus erheben wir in dieser ersten Stunde des Führer=Geburtstages unsere Stimmen, um den Glückwunsch der Jugend an der Schwelle dieses Tages niederzulegen als ein Zeichen der Treue, Ehrfurcht und Begeisterung. Im Namen der unabsehbaren Masse unserer Pimpfe und Jungmädel, unserer BDM=Mädel und Hitlerjungen wünsche ich unserem Führer für sein neues Lebensjahr, daß er in schweren und sorgenvollen Stunden sich seiner Jugend erinnern moge. Gerade in jener Einsamkeit, in der er die Entschlüsse für ein 75=Millionen=Reich zu treffen hat, sollen ihm die gläubigen Gesichter seiner Jungen und Mädel gegenwärtig sein und er soll wissen, daß seine jüngste Gefolaschaft auch seine treueste ist. Wir wollen in dieser Stunde keine Worte machen. Moge Gott uns allen die Kraft verleihen, dieses Führers würdig zu werden, damit die Jugend von heute sein gewaltiges Werk dereinst in die Zukunft zu tragen vermag! Ja, wir wollen versuchen, seiner würdig zu werden— das geloben wir unserem Führer an seinem Geburtstag!“ Mit dem Fahnenlied der Hitlerjugend schloß die auf alle deutschen Sender übertragene Veranstaltung. von Volksgenossen abgehalten würde. ein Kraftfahrzeug anzuschaffen, wenn ihnen gleichzeitig diese zusätzliche Belastung auferlegt wird, ist nach Kröners Ansicht nicht stichhaltig, denn— das ist eine ebenso interessante wie wichtige Erwägung Kröners— in Anbetracht der zu erwartenden Zunahme der Kraftfahrzeuge wird jeder Autofahrer selber ein Interesse haben, versichert zu sein, weil er das gleiche von jedem Autofahrer wünscht, da ja nämlich nicht nur der Fußgänger das Opfer eines Autounsalles sein kann. sondern auch der Kraftfahrzeughalter selber, nämlich bei Zusammenstößen. Die Interessen der Haftungspflichtigen und Haftungsgläubiger fallen also immer mehr zusammen. Sollte tatsächlich in dem einen oder anderen Fall die Anschaffung eines Fahrzeuges mit Rücksicht auf die Versicherungskosten unterbleiben, so liegt dies im Allgemeininteresse, da der Betreffende auch wohl kaum imstande wäre, einen sich ereignendon Schaden zu decken. Daß eine Pflichtversicherung mißbraucht werden könnte, daran glaubt der Verfasser des Aussatzes nicht. denn es wird stets ein strenger Maßstab an die Ansprüche von Geschädigten gelegt werden. Die Ausführungen werden besonders unterstrichen durch die Erhebungen der Fachschaft Kraftsahrzeugversicherung über die Zahl der hastpflichtversicherten Kraftfahrzeughalter im Jahre 1937. Danach waren bei einem Gesamtbestand von 1125 727 Personenkraftwagen und Omnibussen 838 150 Fahrzeuge haftpflichtversichert, es fehlte also etwa nur ein Viertel in der Haftpflichtversicherung. Dagegen waren bei einem Gesamtbestand von 1327189 Krafträdern nur 240 550 Motorradhalter versichert. d. b. erst ein Fünftel der Gesamtzahl. Kröner äußert hierzü, daß diese Zahl besonders erfreulich sei. denn gerade bei den Motorradhaltern handelt es sich vielfach um Personen die nicht in der Lage seien, größere Schadenansprüche zu befriedigen. Erfahrungsgemäß würde aber gerade durch Motorradfahrer eine große Zahl von Unfällen verursacht. Einst aber werdet Ihr deutschland sein Reichsminilter Rult lprach zur deutlchen Jugend Reichsminister Rust hielt am Geburtstag des Führers von 9 Uhr bis 9.30 Uhr über alle Sender zu den Schülern im Deutschen Reich eine Rede, wobei er u. a. ausführte: Vor zehn Tagen bestätigte das deutsche Volk mit einem in der ganzen Geschichte unerhörten Bekenntnis die Tat des Führers vom 13. März und setzte damit seine Unterschrift unter die Urkunde von der Geburt des Großdeutschen Reiches. Heute versammelt sich hier zum ersten Male die Jugend Großdeutschlands in ihren Schulen und beginnt gemeinsam die Arbeit mit einer Feier, wie sie die deutsche Jugend noch niemals gekannt hat. Hier sitzt beisammen auf den friesischen Inseln der Nordsee, und in den Hochtälern der Alpen, an der Kurischen Nehrung und am Bodensee, von der niederländischen bis zur ungarischen Grenze, eine einzige deutsche Jugend. Diese Jugend kann in dieser Feierstunde nicht anders beginnen als mit dem Dank an den Mann, der uns das große Deutsche Reich geschenkt hat, an Adolf Hitler, unserem Führer. Und Ihr alle ohne Ausnahme könnt ihn auch mit Eurem Dank erreichen. Ihr könnt an ihn heran. Er ist Euch nicht fremd, er kommt aus Eurer Mitte. So hoch er auch emporwächst über seine Zeit, nie entwächst er Eurer Gemeinschaft. Die Vorsehung hat Adolf Hitler nicht als Sonntagskind geschaffen, das nur die Hand auszustrecken brauchte, um reise Früchte mühelos zu ernten. Nein, die Vorsehung hat ihm einen harten Weg beschert, denn sein Auftrag verlangte einen harten Mann. Was zusammengehört, weil es von gleichem Fleisch und Blut und darum gleichem Wesen ist, das muß auch zusammengehören wollen und muß für diese Zusammengehörigkeit zu Opfern bereit sein. Erst wenn ein Volk so innerlich geeint ist, kann es seine äußere Einheit verwirklichen. So stellte er sich die große Aufgabe, diese innere Einheit zu schaffen. In einem ungeheuren, ein halbes Menschenalter währenden Kampf um die Seele des deutschen Menschen hat er diese Aufgabe gelöst in einer Zeit, wo das Volk zerfallener war als je. und hat eine in Stände, Klassen und Konfessionen zerrissene Menschenmasse zu einer verschworenen Gefolgschaft, zum deutschen Volk zusammengeschweißt. Ohne diesen Kampf um den deutschen Menschen, den er Jahre hindurch landaus, landab geführt hat, wäre es auch nicht möglich gewesen, das deutsche Oesterreich ins Reich zurückzuführen. Gehärtet im Ringen um sein eigenes Leben in Wien, doppelt gehärtet als Soldat in den Stahlgewittern des Weltkrieges, zum deutschen Führer geschlagen in 18 Jahren unsagbaren Einsatzes von den Anfängen der nationalsozialistischen Bewegung über das Blutbad an der Feldherrnhalle am 9. November 1923, über den Kerker von Landsberg und fünf Jahre schwerster Verantwortung als deutscher Reichskanzler, abermals unter Einsatz allen Mannesmutes und nie abreißender Arbeit hat er sein Volk ins Großdeutsche Reich geführt. Damit ist nun auch das deutsche Volk nach tausendjähriger ebenso harter Prüfung. von der Vorsehung über alle Höhen des Glücks und durch alle Tiefen des Unglücks geführt, aus Ziel seiner Sehnsucht gelangt. Ihr alle, meine deutschen Jungen und Mädel, habt die Verpflichtung erkannt, die seine Tat Euch auferlegt. In Euren Gesichtern, die bei allem Jubel so ernst waren. stand der Schwur, daß von nun ab Euer Leben und Euer Glück nichts gelten soll vor Deutschland und vor dem Kampf um Deutschland. Ihr wollt nicht nur mit dem Führer seiern. Ihr wollt auch mit ihm gehen. Einst aber werdet Ihr Deutschland sein, selbst und allein werdet Ihr das Schicksal zu meistern haben. So hat es Euch einmal der Führer selbst gesagt. Seine Worte lauten: „Was wir vom kommenden Deutschland ersehnen und erwarten, das müßt Ihr, meine Jungen und Mädchen. erfüllen. Wenn wir ein Deutschland der Stärke wünschen, so müßt Ihr einst stark sein. Wenn wir ein Deutschland der Kraft wollen, so müßt Ihr einst kraftvoll sein. Wenn wir ein Deutschland der Ehre wiedergestalten wollen, so müßt Ihr einst der Träger dieser Ehre sein. Wenn wir ein Deutschland der Ordnung vor uns sehen wollen, so müßt Ihr die Träger dieser Ordnung sein. Wenn wir wieder ein Deutschland der Treue gewinnen wollen, müßt Ihr selbst lernen, treu zu sein. Keine Tugend dieses Reiches, die nicht von Euch selbst vorher geübt wird. keine Kraft, die nicht von Euch ausgeht. keine Größe, die nicht in Eurer Disziplin ihre Wurzel hat. Ihr seid das Deutschland der Zukunft. und wir wollen daher, daß Ihr so seid, wie dieses Deutschland der Zukunft einst sein soll und sein muß!" Dieses herrliche neuerstandene deutsche Volk. das heilige Erbe Adolf Hitlers. sollen nur die Echten führen. die. die härter, mutiger und fleißiger sind, die mehr können und mehr leisten. Aber auch der letzte Gefolgsmann muß auf den Führer schauen jetzt und immer. Wir grüßen heute am Geburtstage Adolf Hitlers nicht nur den Führer des deutschen Volkes und das Oberhaupt des Reiches, sondern sehen auf einen Kämpfer und Sieger, der uns zuruft und vor allem der Jugend zuruft: Folgt mir nach, nehmt das Ringen mit dem Leben auf als deutsche Menschen und als deutsches Volk. Wer schon früh eine Fahne trägt, muß auch schon früh an die Zukunft denken. Es gibt, deutsche Jugend. auf dieser Erde nichts, was besteht und worauf wir einigermaßen sicher rechnen können. Wir können nur soviel von unserer Zukunft erwarten, wie wir selbst bereit sind. mit Fleiß und Mut immer wieder neu zu erwerden. So will es Gott. der Schöpfer und Gesetzgeber dieser Welt, und als Grundlage unseres Deutschen Reiches bleibt auch in der Zukunft der heilige Wille zur Volksgemeinschaft. Ihr könnt dem Führer Adolf Hitler heute nichts Schöneres schenken zu seinem Geburtstag, als wenn Ihr Euch all gelobt, fleißig und mutig zu sein und zusammenzuhalten# in guten wie in bösen Tagen. Und wenn Ihr im neuen Arbeitsjahr, das das 50. Lebensjahr des Führer ist. Euer Gelöbnis in die Tat umsetzt, so weit Ihr es heutschon könnt. Gebt alle heute Euch. Deutschland und dem Führer den Schwur und haltet ihn: Ich will werden wie Adolf Hitler, fleißig und mutig und nur deutsch! Davon hängt das Werk des Führers und Deutsch= lands Zukunft ab. Eine Warnung für Versicherte Prämien rechtzeitig bezahlen! Das Reichsgericht hat in einer Entscheidung (VII 151 37) ausgeführt, daß es gegen Treu und Glauben verstoße und deshalb eine unzulässige Rechtsausubung bedeute, wenn der mit der Beitragszahlung in Verzug geratene und über die Folgen des Verzugs unterrichtet Haftpflichtversicherungsnehmer erst in Kenntnis eine Schadensfalles den rückständigen Beitrag einzahlt un so einer Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen deVerletzten zuvorzukommen trachtet. Unter solchen Umständen könne er keinen Versicherungsschutz mehr verlangen. In einem Kommentar des Reichsjustizministeriums in der„Deutschen Justiz“ wird betont, daß diese Entscheidung für manche Versicherungsnehmer eine ernste Warnung bedeute, denn nach ihr habe die Zahlung im Falle des Verzuges keinen Zweck mehr, wenn der Schaden. nicht aber bereits der Versicherungsfall eingetreten und zur Kenntnis des Versicherungsnehmers gelangt sei. Die Entscheidung bedeutet zugleich eine Mahnung für den Versicherungsnehmer, die fälligen Prämien pünktlich zu zahlen. Die Entscheidung werde sinngemäß auch in der Krankenversicherung zu gelten haben. Auch hier habe sich der Mißstand herausgebildet, daß die Prämien öften erst nach Eintritt der Krankheit von dem säumigen Versicherungsnehmer gezahlt werden. Da die Krankheit allein nicht Versicherungsfall sei, vielmehr, soweit Aufwendungen zu ersetzen sind, die Behandlung hinzukommen müsse, sei das Problem das gleiche. Auch bei der Krankenversicherung würde nach der Entscheidung des Reichsgerichts die Zahlung der Prämie im entsprechenden Falle zwecklos gewesen sein. Dabei wäre es nicht auf den Eintritt der Krankheit allein, sondern auf die Kenntnis des Versicherungsnehmers abzustellen, ein Umstand, der in der Krankenversicherung, wo Versicherter und Versicherungsnehmer häufig nicht die gleichen Personen seien, von wesentlicher Bedeutung sei. Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt Dortmund, 21. April. Dem heutigen ZuchtFaselviehmarkt wurden zugeführt: 471 Stück Großvieh, 102 Mansen, 86 Ferkel, 8 Läufer und ältere Futterschweine, 32 Kälber und 1 Schaf. Hochtragende und frischmeltze Kühe kosteten: je nach Qualität 320—560 RM. Rin der kosteten 285—420 RM. Der Handel in Großvleh war in guten Tieren rege, sonst langsam. Am Schwelnemarnt war der Handel sehr langsam. Am SchweiDurchschnittsqualität und Durchschnitkspreise); al Ferkel: 5 bis 6 Wochen alt 24 RM., 6 bis 8 Wochen alt 26—28 RM., 8 bis 10 Wochen alt 29—34 RM., 10 bis 12 Wochen alt 35—39 R2.; b) Läuferschweine über 3 bis 4 Monate alt 40—48 R2, über 4 bis 5 Monate alt 49—60 RM., über 5 Monate alt 61—75 RM. Der nächste Markt findet am 27. April statt. Die Ns=Volkswohlfahrt rust! Deutscher Volksgenosse, wie lange willst Du noch fernbleiben. Du bist verpflichtet, mitzuarbeiten am Aufbau der deutschen Nation! Werde Mitglied! Ernennungen und Beförderungen in der Berlin, 20. April. Der Jugendfühker des Deutschen Reiches. Baldur von Schirach, ernannte, wie der Reichsjugend=Pressedienst meldet, zum 20. April: den komm. Chef des Grenz= und Auslandsamtes der Reichsjugendführung. Gebietsführer Theo Stadler, zum Chef des Grenzund Auslandsamtes: den komm. Chef des Amtes für Gesundheitsführung der Reichsjugendführung. Oberbann= führer Dr. Robert vordemann, zum Chef des Amtes für Gesundheitsführung; den komm. Führer des Gebietes Nordmark(6), Gebietsführer Hubert Meifortb. zum Führer des Gebietes Nordmark(6); den komm. Führer des Gebietes Mittelrhein(11). Gebietsführer Heinz Hohoff, zum Führer des Gebietes Mittelrhein(11); den komm. Führer des Gebietes Mittelelbe(23), Hauptbann= führer Martin Brandt, zum Führer des Gebietes Mittelelbe(23). Weiter wurden u. a. ernannt: zu 5 J.=Richtern: der Oberbannführer Hans Kleeberg unter gleichzeitiger Beauftragung mit der Ausübung der richterlichen Tätigkeit für die Gebiete Nordmark(6). Nordsee (7), Niedersachen(8). Mecklenburg(24) und Hamburg (26): der Unterbannführer Johann Michael Möller unter gleichzeitiger Beauftragung mit der Ausübung der richterlichen Tätigkeit im HJ.=Obergericht; zu Stabsleitern: der komm. Leiter des Stabes des Gebietes Kurhessen(14). Bannführer Lutz Uth. zum Leiter des Stabes des Gebietes Kurhessen(14); der komm. Leiter des Stabes des Gebietes Mittelelbe(23) Oberbannführer Gattfried Schröter, zum Leiter des Stabes des Gedietes Mittelelbe(23): der komm. Leiter des Stabes des Gedietes Hessen=Nassau(13). Bannführer Horst Dettmar, zum Leiter des Stabes des Gebietes HessenRassau(13). Für die Um die Zwangshaftpflichtversicherung Staatssekretär Koenigs hatte vor einiger Zeit in der „Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht" die Frage noch der zukünftigen Regelung der Haftpflicht des Kraftfahrzeughalters ausgeworfen und zum Ausdruck gebracht. daß man die Lösung des Problems vom Standpunkt der Verkehrsovfer aus wird angreisen müssen. Da nun die Verwirklichung der Ansprüche des Verletzten oftmals an dem geringen Einkommen und Vermögen des Haftenden scheitern, so stellt sich automatisch die Frage nach der Zwangshaftpflichtversicherung der Kraftfahrzeughalter Sie ist von den Interessenten nicht unbeantwortet geblieben, und das Für und Wider ist mehrfach beleuchtet worden Im ersten Märzheft der„Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht“ meldet sich jetzt ein Sachbearbeiter in der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP.. Assessor Hans Kröner, zum Wort. Er berührt u. a. die sehr wichtige Frage. ob nicht der mittelbare Versicherungszwang genügen würde, nämlich der Entziehung des Führerscheins bzw. der Zulassung. wenn Schadenansprüche aus Kraftfahrzeugunfällen durch den Kraftfahrer nicht befriedigt werden können. Er verneint die Frage grundsätzlich und spricht sich für den unmittelbaren Versicherungszwang aus. Der mittelbare Versicherungszmang ermögliche nur eine nachträgliche Bestrafung des nachlässigen Kraftfahrzeughalters, nicht aber ohne weiteres einen wirksumen Schutz des Geschädigten. Wie die Erfahrung zeigt, werden auch durch die Möglichkeit der Entziehung des Führerscheins nachlässige Elemente vielfach nicht zum Abschluß einer freiwilligen Verscherung veranlaßt werden können. Der Einwand, daß durch die vom Halter des Fahrzeuges aufzubringende Versicherungsprämie die Motorisiegung Deutschlando Schaden leiden würde, da eine Reibe empfehlen wir unsere guien St. Mariner Schlohberg 00 natur, der sütfige Tischwein C. UU Aptelwein I Fl. 0.29 Johannisbeerwein. u. Fi. 0.50 Stachelbeerwein..:. Fi. 0.60 Heidelbeerwein...:, ri. 0.60 Orange-Likör..... Ltr. 0.70 Nanille- Lihör.... 2. Lir. 0.70 Kirschwein.... J. Fl. 0.75 Zitronen-Eis-Likör.... 1.10 Frucht-Sekt...., rr. 1.25 Echter Trauben-Sekt.v. rr. 1.95 Klarer und gelber Branntwein.... Lir. 1.90 Spezial-Branntwein 200 mit Kräuterschuß. Ltr. 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Hill Herne[Sodingen bekannte Verkaufsstellen und was man sonst allgemein mit rheumatisch. Schmerzen bezeichnet. kommt es zumeist daraul an, die abgelagerte Harnsäure zu lösen und über die Harnwege auszuscheiden. Gut bewährt sich Nühlhan's Harnsäure-Tec Marke„Wurzelsepp“ Er kann das Blut entsäuern und entgitten. Tausende trinken ihn. Original-Packung 1.— RM. Nur echt zu haben Fachdtogerie R. Masthof Wiescherstr. 35. gegenüb. 4. ev. Krankenhaus Pe. An-, Ab- und Ummeldeformulare 10 PIA. Buchhandlung Koethers& Röltsches Hermann Göring-Straße 8— neben dem Postamt. FAKRNNNN am 14. Mai 1938 in Berlin: Buchung und Auskunft(Mercatorreisen): Reisebüro J. Gahlmann Overkampshof 1. a. d. Schlageterstraße, Ruf 505 10 Prospekte Autobusvermittlung Urlaubsreisen(spez. Oesterreich). Korper entgiften beft a1e Porele. wenn„ ud bangletig bieher ui finn ue a###kamdotts Nachalder Petten verslorkie Kuren Rag u. A1 HOtS5-Sobomeh be Herne und Sodingen. 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Erste große Fahrt des„Wilhelm Gustloff“. 7 Britische Journalisten an Bord Zu Oberarbeitsführern: Die Arbeitsführer: Walter Girgensohn, Führer der Arbeitsdienstgruppe 207; Wilhelm von Pannwitz, Führer der Arbeitsdienstgruppe 83; Paul Storck, Führer der Arbeitsdienstgruppe 224; Dr. HeinzEmil von Maltitz, Leiter der Dienstabteilung der Arbeitsgauleitung 15; Günther Herrmann=Lejeune, Leiter der Dienstabteilung der Arbeitsgauwaltung 8; Wolfram Freiherr von Racknitz, Führer der Arbeitsdienstgruppe 266; Friedrich Brandes, Führer der Arbeitsdienstgruppe 181; Karl Flierl, Führer der Arbeitsdienstgruppe 280; Karl Stapff, Führer der Arbeitsdienstgruppe 285; Wilhelm Raff, Leiter der Abteilung Arbeitsleitung der Arbeitsgauleitung 26; Wilhelm Link, Leiter der Dienstabteilung der Arbeitsgauleitung 19; Kurt Hillebrecht, Führer der Arbeitsdienstgruppe 90, versetztkommandiert als Leiter der TS. 2; Kurt Schüttler, Leiter der Dienstabteilung der Arbeitsgauleitung 4; Dr. Hans Hecker, Leiter der Dienstabteilung der Arbeitsgauleitung 5; Hans Wilde, Leiter der Abteilung Arbeitsleitung der Arbeitsgauleitung 14; Adolf Zinner, Führer der Arbeitsdienstgruppe 154, versetztkommandiert als Leiter der FS. 2; Robert Leitner, Sachbearbeiter im Personalamt der Reichsleitung, kommandiert als Stabschef des Aufbaustabes Oesterreich. Zum Oberstabsamtswalter: Den Arbeitsführer Dr. Georg Eickemeyer, Arbeitsgauleitung 30, kommandiert zum Bezirk 13 des ADwJ. Zu Arbeitsführern: Die Oberstfeldmeister: Harry Gotzek, Stabsleiter der Arbeitsdienstgruppe 174; Hans Schmülling, Stabsleiter der Arbeitsdienstgruppe 43. Zum Stabsamtswalter: Den Hauptamtswalter Erich Becker, Sachbearbeiter im Personalamt der Reichsleitung. Der Führer und Reichskanzler hat den Arbeitsgauarzt Dr. Heinz Esser bei der Arbeitsgauleitung 31 zum Oberarbeitsarzt ernannt. Bauerntum wird liquidiert Neue Zwangsmaßnahmen gegen die letzten Einzelbauern „ in Sowjetrußzland. Moskau, 21. April. Die Blätter veröffentlichen mehrere von Molotow und Stalin unterzeichnete Verordnungen, die sich mit der Lage der Kollektivwirtschaften (Kolchose) auf dem Lande befassen. Die erste Verordnung verbietet den Kolchose=Leitungen, eigenmächtig Kollektivbauern aus dem Kolchose auszuschließen, selbst in den Fällen, wo diese zeitweilig oder tändig in staatlichen Unternehmungen und in der Indutrie tätig sind. Diese Maßnahme dürfte insofern eine neue Belastung der Kolchose darstellen, als dadurch die saisonmäßige Abwanderung der Bauern in Industrie= gebiete begünstigt wird, die meist gerade während der Sommermonate einsetzt während die bäuerlichen Saisonarbeiter dann im Winter wieder vom Kolchose unterhalten werden müssen. Eine weitere Verordnung beschäftigt sich mit der Lage der Einzelbauern, die nach den letzten amtlichen Angaben nur noch 7 v. H. der Gesamtzahl der Bauernhöfe innehaben und lediglich 0,7 v. H. der ganzen Anbaufläche der Sowjetunion besitzen. Die Verordnung stellt fest, daß es diesem kärglichen Rest des individuellen Bauerntums in der Sowjetunion in letzter Zeit zu gut gegangen sei, daß die Einzelbauern sich um die Steuern und Abgaben teilweise mit Unterstützung der Lokalbehörden hätten drücken können und durch Fuhren. Pferdeverleih usw. sich auf spekulativem Wege bereichert hätten(!). Es werden nunmehr alle staatlichen Organe erneut aufgefordert, die Tätigkeit der Einzelbauern genau zu überwachen und von ihnen sämtliche vorgeschriebenen Steuern und Naturalabgaben ohne Nachsicht einzutreiben. Weiter wird die Steuer auf die im Besitz der Einzelbauern befindlichen Pferde mit Wirkung vom 25, April wieder eingeführt. Ferner sollen die Einzelbauern zu allen Fronarbeiten wie Straßenbau. Holzfuhren und sonstigen zwangsmäßigen Dienstleistungen ohne Ausnahme herangezogen werden. Es entsteht so der Eindruck, daß durch diese Verordnung die letzten Reste des unabhängigen Bauerntums in der Sowjetunion liquidiert werden sollen. Ein neues Opfer Stalins Moskau, 21. April. Die wolgadeutsche Zeitung„Nachrichten“ vom 17. April bezeichnet den ehemaligen Direktor des sowjetamtlichen Verkehrsbüros„Intourist“, Kurz, der in früheren Jahren Vorsitzender des Exekutivkomitees der wolgadeutschen Republik war, als Volksfeind und Schädling. An der Verhaftung von Kurz, die bisher noch nicht offiziell zugegeben wurde, kann also kein Zweifel mehr bestehen. Ein Kind von einem Zirkuslöwen zerrissen Leichtsinn eines Vaters verschuldet schrecklichen Unfall. Warschau, 21. April. Ein schrecklicher Unfall ereignete sich in einer kleinen Ortschaft in Mittelpolen. Dort gastierte ein Wanderzirkus. Während die Zelte abgebrochen wurden, führte ein betrunkener Mann seinen neunjährigen Sohn an den Löwenkäfig und öffnete ein wenig die Gittertür. Dem Löwen gelang es, den Knaben zu packen und in den Käfig hineinzuziehen. Ehe Hilfe herbeigeholt werden konnte, hatte ihn das Tier zerrissen. Später konnte der Löwe durch die geöffnete Käfigtür das Freie gewinnen. Erst nach mühseliger Jagd wurde er wieder eingefangen. Großfeuer in einem Warenhaus Für mehrere Millionen Tschechenkronen Schaden angerichtet. Mährisch=Ostrau, 21. April. Auf dem Gelände eines Warenhauses in Mährisch=Ostrau brach am Mittwoch gegen 21 Uhr ein Brand aus, der mit großer Schnelligkeit um sich griff und das Warenhaus bis zum Erdgeschoß vernichtete. Das Gebäude. das renoviert werden sollte, war mit einem Holzgerüst umgeben, das ebenfalls in Brand geriet, sodaß die Feuerwehr an das Gebäude nicht herankommen konnte. Von der Inneneinrichtung und den Waren konnte nichts gerettet werden. Der Schaden wird auf einige Millionen Tschechenkronen geschätzt. Schweres Kraftwagenunglück bei Trapezunt 16 Tote. Istanbul, 21. April. Auf einer Landstraße in der Nähe der Hafenstadt Trapezunt am Schwarzen Meer versagte beim Befahren einer Brücke die Steuerung eines mit 26 Personen besetzten Lastkraftwagens. Der Wagen stürzte über die Brücke in einen Fluß. 16 Personen wurden getötet, die übrigen 10 erlitten schwere Verletzungen. eins, erste große Fahrt an, die mit der übrigen KdF.= Hamburg, 21. Aptil. Wieder einmal erledte der Hafen der Hansestadt Hamburg am Donnerstag einen großen Tag. Das Kd F.=Urlauberschiff„Wilhelm Gustloff“ trat ste große Fahrt-......“ lotte nach Madesra geht Am frühen Morgen schon herrschte auf dem Hauptbahnhof reges Leben. Aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes trafen die frohgestimmten Männer und Frauen der Arbeit ein, um mit„ihren“ Schiffen hinaus in die Ferne, in den sonnigen Süden zu fahren. In Gruppen von je 30 bis 50 für den„Wilhelm Gustloff“ und je 100 für die„Oceana“ kamen sie an und erlebten erst einmal das immer neue und schöne Bild des Hasens mit seinem vielgestaltig pulsierenden Leben. Während auf der ebenfalls von Hamburg auslaufenden„Oceana“ 700 Volksgenossen aus Schleswig=Holstein. Ost=Hannover. Mecklenburg, Pommern, Schlesien, Ostpreußen und Danzig zusammentrafen, fahren mit„Wilhelm Gustloff“, Männer und Frauen aus allen deutschen Gauen und Auslandsdeutsche. Auch die Witwe des unvergeßlichen Wilhelm Gustloff nimmt an der Fahrt teil. Um 10,30 Uhr begann die Einschiffung— und nachmittags ging dann die Fahrt los. Ueber die Toppen geflaggt lagen die beiden majestätischen Riesen, die das jeue Deutschland d neue Deutschland der Volksgemeinschaft für seine schaffen Mangel an Unterhaltung zu klagen haben. den Menschen baute, inmitten des bunten Gewimmels der ragenden Masten. Unzählige Menschen strömten über die Ueberseebrücken und umlagerten die beiden Schiffe, auf deren Deck fröhliche Menschen winkten und sangen. Unermüdlich spielten die Bordkapellen. Als der Zeiger am Turm des Michel, das Wahrzeichen Hamburgs und der deutschen Seefahrt, auf 3 Uhr rückte, war alles zur Abfahrt bereit. Jubelnd klang das Siegheil auf den Führer, dem Deutschland alles Schöne und Große verdankt, über das Wasser. Machtvoll erklangen die Hymnen der Nation. Dann setzte sich„Wilhelm Gustloff“ unter dem Heulen der Sirenen langsam in Bewegung. Tücher winkten von hüben und drüben, fröhlich erklangen die Lieder des Abschiede„Muß i denn zum Städtle hinaus“ und der deutschen Lebensfreude„Freut euch des Lebens“. Bald darauf folgte die dem nassen Element schon lange vertraute„Oceana“ dem Schwesterschiff. Auf den verschiedenen Schiffen der KdF.=Flotte nehmen neben zahlreichen deutschen Künstlern und Dichtern auch englische Journalisten als Vertreter einer Reihe britischer Zeitungen teil. Da weiter auch das„Kölner Hänneschen“, die Hohnsteiner Puppenspieler, die Puppenbühne Saarpfalz und eine HJ.=Spielschar an Bord der KdF.=Schifse sind, werden die Urlauber neben den vielen Eindrücken der wundervollen Fahrt auch sonst nicht über klagen Deutsche in aller Welt feierten den 20. April Berlin, 21. April. Ueberall in der Welt, wo Deutsche leben, da fanden sie sich am gestrigen Tage zu Feierstunden zusammen, um in Dankbarkeit und Verehrung den Geburtstag Adolf Hitlers zu begehen. Der Geburtstag des Führers ist in Italien auf Einladung der AO. der NSDAP. von allen Ortsgruppen und Stützpunkten unter gleichzeitiger Vereidigung aller Politischen Leiter und unter stärkster Teilnahme der Volksgenossen festlich begangen worden. In Rom hielt der Ortsgruppenleiter Dr. Fuchs die Festansprache auf den Führer, der unser aller Schicksal geworden ist, und gedachte dabei mit dem heißen Dank der Auslandsdeutschen besonders der Befreiung des deutschen Volkes, der Schaffung der Nation, der Erfüllung eines tausendjährigen Traumes durch den Führer: der Schaffung eines Großdeutschen Reiches, und betonte, daß Adolf Hitler in unerhörten Kämpfen das deutsche Volk tiefer begriffen hat als je ein Staatsmann sein Volk begreifen kann. Die Vereidigung der Politischen Leiter schloß mit dem in feierlichster Form erneuerten Treuebekenntnis der ganzen Kolonie zum Führer. Auf einem der größten Sportplätze der Stadt Mailand hatte sich die Mailänder deutsche Kolonie zu einer großen Geburtstagsfeier für den Führer eingefunden. An der Kundgebung nahmen auch die Vertreter der Faschistischen Partei und des deutschen Generalkonsulates teil. Die Feier hatte insofern eine besondere Bedeutung, als zum ersten Mal auch die Volksgenossen aus Oesterreich in großer Zahl erschienen waren. Die großdeutsche Kolonie in Paris hatte sich unter besonders starker Beteiligung der Volksgenossen aus der Ostmark im Deutschen Kolonieheim zu einer schlichten Feier eingefunden, der auch eine Gruppe von 60 Vertretern des Deutschen Rechtswahrerbundes, die zur Zeit in der französischen Hauptstadt weilt, beiwohnte. Der deutsche Gesandte in Kovenhagen hatte eine große Zahl der dort lebenden deutschen Volksgenossen in die schönen Räume seines Hauses eingeladen, so daß sie diesen Tag, wenn auch nicht in der Heimat selbst, so doch auf deutschem Boden erleben konnten. Von dem, was der Geburtstag des Führers für alle Deutschen daheim und im Auslande bedeutet, hat auch die dänische Oeffentlichkeit einen Eindruck gewinnen können aus der heutigen Berichterstattung der Kopenhagener Presse, die sich nicht nur mit einer Schilderung der Feiern im Reich begnügte, sondern dieses Bild vielfach durch ausführliche Wiedergaben verschiedener von berufener deutscher Seite geschriebenen Aufsätze aus Anlaß dieses Tages gut zu ergänzen suchte, wobei die großen Würdigungen des Generalfeldmarschalls Ministerpräsident Göring und des Reichspressechefs Dr. Dietrich besondere Beachtung gefunden haben. Die deutsche Kolonie Athen versammelte sich vollzählig im Festsaal des Deutschen Hauses, und beging im Beisein des deutschen Gesandten in feierlicher Form den Geburtstag des Führers. In Ankara versammelten sich die Volksgenossen Großdeutschlands in den Festräumen der ehemaligen österreichischen Gesandtschaft und gedachten in weiter Ferne ihres Führers, der auch ihnen fern der Heimat berechtigten Stolz und neuen Lebensmut gegeben hat. Reichsstatthalter Gauleiter Hildebrand sprach gestern im überfüllten Saal der deutschen Kolonie in Salamanca und vermittelte den zahlreich erschienenen Volksgenossen einen eindrucksvollen Bericht über die historischen Ereignisse der jüngsten Zeit, die ihren Höhepunkt in der Schaffung Großdeutschlands gefunden haben. Mit einem gemeinsamen Treuebekenntnis zum Führer nahm die Feierstunde ihr Ende. Glückwünsche fremder Staatsoberhäupter zum Geburtstag des Führers. Berlin, 21. April. Auch in diesem Jahre haben eine Reihe fremder Staatsoberhäupter des Geburtstages des Führers und Reichskanzlers gedacht. So erhielt der Führer in herzlichen Worten gehaltene Glückwunschtelegramme von Ihren Majestäten dem König von Aegypten. dem König der Albaner, dem König der Belgier, dem König der Bulgaren, dem König von England, dem König von Italien. Kaiser von Aethiovien. dem König vom Irak. dem König von Rumänien, von Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzregenten von Jugoslawien. Seiner Durchlaucht dem Reichsverweser des Königreiches“ Ungarn und dem Führer des nationalen Spaniens Generalissimus Franco. sowie von Zar Ferdinand von Bulgarten. Ebenso haben ihm telegraphisch ihre Glückwünsche übermittelt: der italienische Regierungschef und Marschall des Imperiums Benito Mussolini, der italienische Provagandaminister Alfieri. der Präsident des Senats der Freien Stadt Danzig. außerdem zablreiche führende Persönlichkeiten des Auslandes und des Reiches. Der Führer und Reichskanzler hat diese Glückwünsche mit Danktelegrammen beantwortet. Die in Berlin beglaubigten ausländischen Vertreter haben teils durch Telegramme. teils durch persönliche Eintragung in die im„Haus des Reichopräsidenten“ aufliegende Gratulationsliste dem Führer und Reichskanzler ihre Glückwünsche zum Geburtstag ausgedrückt. Feierstunde im Reichsjustizministerium Berlin, 21. April. Am Geburtstage des Führers kam die gesamte Gefolgschaft des Reichsjustizministeriums zu einer Feierstunde zusammen. Nach Musikvorträgen der Hauskapelle und des Korps ergriff Reichsjustizminister Dr. Gürtner das Wort zu einer Ansprache. Sodann wurden Bilder des Führers an Angehörige des Reichsjustizministeriums verteilt und all den Gefolgschaftsmitgliedern, deren drittes oder weiteres Kind im letzten Jahre geboren worden ist, ein Geschenk in Gestalt eines Buches überreicht. Verleihung von Treudienstehrenzeichen Berlin, 21. April. Der Führer und Reichskanzler hat am 20. April an 19 Beamte des Hauptamtes Ordnungsvolizei im Reichsministerium des Innern das Treudienstehrenzeichen für 40jährige treue Dienste und an 75 Beamte dieses Amtes das Treudienstehrenzeichen für 25jährige treue Dienste verliehen. Die Urkunden und Treudienstehrenzeichen wurden am Geburtstag des Führers vom Chef der Ordnungspolizei. General der Polizei Daluege. den Beamten persönlich ausgehändigt. Anläßlich des Geburtstages des Führers überreichte Reichsarbeitsminister Franz Seldte 38 Beamten aus dem Geschäftsbereich des Reichs= und Preußischen Arbeitsministeriums, darunter dem Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Syrup und dem Präsidenten der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte Grieszmeyer, das Silberne und dem Präsidenten des Reichsversicherungsamtes Dr. Schäffer das Goldene Treudienstzeichen. Erstes Arbeitsdienstlager in Oesterreich Linz, 21. April. In der Nähe der Ortschaft Dobl bei Graz wurde am Geburtstage des Führers in seierlicher Weise der grundlegende Spatenstich für das erste Arbeitslager des Reichsarbeitsdienstes in Oesterreich getan. Nach einer Begrüßung durch den Arbeitsführer Stoekele von der Arbeitsdienstgruppe Graz hielt Ingenieur Viktor Band vom Aufbaustabe Wien eine Ansprache und vollzog den ersten Spatenstich. Der Landeshauptmann der Steiermark, Ingenieur Helfrich, wies auf die Bedeutung des Arbeitsdienstes für Volk und Gemeinschaft hin und pflanzte zum Gedenken an diese Feierstunde eine Geburtstagseiche für den Führer. Handel und Gewerbe Rheinisch=Westsälische Börse Düsseldorf, 21. April. In der freundlichen Grundstimmung trat an der heutigen Börse keine Aenderung ein. Das Publikum ist nach wie vor mit kleineren Käufen im Markt. Vereinzelt kam es aber wieder zu geringen Abgaben. sodaß die Kursentwicklung nicht ganz gleichmäßig war. Auf dem Rentenmarkt lagen Reichsbahnvorzüge etwas niedriger, sonst traten hier keine nennenswerten Kursänderungen ein. Einen erheblichen Rückgang erfuhren Rheinische Braunkohle. Erdöl ebenfalls#4% leichter. Farbenaktien eröffneten X Prozent niedriger. Auf dem Elektromarkt setzten Siemens ihre Kurssteigerung mit vlus ½ Prozent fort. Felten ¾ Prozent gebessert. Kaliaktien uneinheitlich. Aschersleben gewannen 1¼ Prozent. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Der Markt nahm einen ruhigen Verlauf. Die Preise waren unverändert und eher nominell. Die fernöstlichen Robreismärkte waren durch einen festen Grundton gekennzeichnet. Kaffee: Am Platze herrschte das übliche Bedarfsgeschäft, dem die bisherigen Preise zu Grunde gelegt wurden. Der Transitverkehr gestaltete sich wieder lebhafter. Hulsenfrüchte: Eine Belebung ließ sich noch nicht feststellen, da die Kauflust für Hülsenfrüchte eng begrenzt blieb. Die Abgeber stellten unveränderte Forderungen. Kautschuk: Ruhig. Sheets loko 6 3/16. Mai=Juni 6 3/16. Juni=Juli 6½ Pence per lbs. Zucker: Efsektivmarkt: Bei ruhig— stetiger Grundstimmung wurden unveränderte Forderungen genannt. Terminmarkt: Am Terminmarkt lauteten die Notierungen teilweise 5 Pfg. höher. Oele und Fette: Von Käuferseite bestand Interesse für Leinöl für Anstreichzwecke, das im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mengen der Verbraucherschaft zugeführt wird. Leinöl für Fabrikationszwecke war reichlich vorhanden, ohne daß sich entsprechende Aufnahme — Inn Umsatzen. Nennenswerte Greisveranderungen rraten nicht ein. Holl. Leinöl Mai Juni 20¾, Mai=August 207 5fl. für 100 Klg.— Uebrigens unverändert. Gewürze: Seitens des Inlandes werden nur vereinzelt Bedarisdeckungen vorgenommen, sodaß der Gewürzmarkt wieder ein recht ruhiges Gepräge aufwies. Auch von den Auslandomärkten lagen keine Anregungen vor. Pfeffer wurde teilweise entgegenkommender angeboten. Weiter Muntok=Pfeiser 66. Weißer Java 68 RM. für 50 Klg. Uebriges unverändert.. Kakaobalbfabrikate: Markt= und Preislage 1#: R u b i g. A m W e l t m a r k t w a r d i e U n t e r nehmungslust nicht bedeutend. obgleich die Forderungen vereinzelt ermäßigt waren. Accra g. f. loko 307—, Lagos f. a. g., neue Ernte, per Avzil=Juni=Abldg. 2306 eif. gup. Evoca Arriba per Febr.=März=Abldg. 36/6 cfr., Sup. Sommer=Arriba per April=Mai 38/— efr., Suv. Machala per März=April 36/— efr. sh. für 50 Klg. netto unversollt. Uebriges unverändert. Blehmärkte Essener Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder. gesamt 459. darunter: Obbsen 62. Bullen 67, Kübe 312. Färsen(Kalbinnen) 18. Kälber 915. Schafe. Lämmer und Hammel 37. Schweine 1467. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45, sonstige vollfleischige 36. Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43. sonstige vollileischige oder ausgemästete 39. Kübe: Jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 42—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 38—39. fleischige 31—33, gering genährte 20—25. Farsen(Kalbinnen): Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44. vollfleischige 40. Ffleischige 35. Kälber: Dopellender bester Mast 70—78, beste Mast= und Saugkälber 63, mittlere Mast= und Saugkälber 57., geringere Saugkälber 48. geringe Kälber 38. Lämmer, Hammel und Schafe: Stallmasthammel, beste jüngere 52, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 40—45. Schweine:„Fettschweine über rund 150 Klg. Lebendgewicht 56, vollfleischige Schweine von 135—149 Klg. Lebendgewicht 55. vollfleischige Schweine von ca. 120—134 Kla. Lebendgewicht 54, vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 52, vollfleischige Schweine von ca. 80—100 Klg. Lebendgewicht 49. fleischige Schweine von ca. 60—80 Klg. Lebendgewicht 49. fleischige Schweine unter 60 Klg., Lebendgewicht 49. fette Specksauen 53. andere Sauen 51 RM. Marktverlauf: Rinder und Kälber zugeteilt. Schafe mittel. Schweine zugeteilt. Sport: Turnen* Spiel Ein„Ständiger Ring“ in Gelsenkirchen Für den deutschen Berufsborsport sieht heute die Zukunft anders aus als früher. Es wird etwas geboten. Die vielen Nachwuchskräfte beim Schmeling=Kampftag in der Hanseatenhalle zeugten davon. Nun ist man auch in Gelsenkirchen mit Tatkraft daran gegangen, einen „Ständigen Ring“ auszubauen. Er wird in der großen Ausstellungsballe aus dem Wildenbruchplatz steben und jeden ersten Samstag im Monat mit Kämpfen aufwarten. Am 7. Mai soll es mit einem deutsch=italienischen Abend losgehen. Deutsche Billardmeisterschaft in Dortmund In Dortmund wurde am Donnerstag die Deutsche Billard=Fünfkampfmeisterschaft auf kleinem Brett eingeleitet. In den zwei ersten Svielen holten sich der Essener Janzen und„Greitemeter=Gellenkirchen„Llare Siege. Janzen— Böcke=Wattenscheid 7:3(Freie Partie 200:77, cadre 35•2 150:110. Einband 50:50. cadre 52•2 100:73, Dreiband 12:20): Greitemeier— KovversWanne=Eickel 7:3(200:91, 87:150. 50:26. 100:62, 20:20). Hedwig Haß Deutsche Florettmeisterin Die erste Entscheidung bei den Großdeutschen Fechtmeisterschaften in Hannover siel am Donnerstagabend im Florett der Frauen. Von den 57 Teilnehmerinnen. die sich um den Titel bewarben, setzte sich Hedwig. Haß=Offenbach nach einem Stichkampf mit Friederike Wehnisch aus Wien durch. Zum vierten Male wurde sie damit Meisterin. Hinter Frau Wehnisch belegte Trude JakobOfsenbach vor der Studentenweltmeisterin Rotraud von Wachter=München und der Vorjahressiegerin Leni OslobLeipzig den dritten Platz. Pferdesport Nennen zu München. 1. Preis von Achselschwang: 1. Palko(Klöhn) 2. Palmenländer, 3. Grasfrosch. Toto: Sieg 88:10. Platz § 30. 16:10, EW.: 272:10. Lg.; H., P. Ferner ligemaus. Lune d'Or. Ergo. Wartaweil. neigung zeigte. nordischen Talgen kam es zu einigen ——. 89„ 00.10. 4fun 16. 30. 16:10, EW.: 272:10. Lg.: H., P. Ferner liefen: Inger 2. Trabrennen. 3. Hoffnungs=Rennen: 1. Genua(Leise). 2 Laudon ir., 3. Mitsou. Toto: Sieg 127:10. Platz 32. 29. 16·10. EW.: 1454:10. Lg.: K. K., 1. Ferner liefen: Chemielehrer. Olearius. Waldsee, EFischermädel. Christenlebre. 4. Trabrennen. 5. Entschädigungs=Flachrennen: 1. Mirer(Wiebelt). 2. Grisson, 3. Senora. Toto: Sieg 31:10. Platz 31. 38. 31:10. EW.: 292:10. Lg.: 1... H. Ferner liefen: Oberhaupt, Darius. Treuexr Husar. Opus. 6. Trabrennen. Rennen zu Auteuil. 1. Rennen: 1. Nador(G. Brillet), 2. Crevecoeur, 3. In Nigris. Toto: Sieg 34:10. Platz 22. 50:10. La.f 4, 8. 10. Ferner liefen 3 Pferde. 2. Rennen: 1. Limac(Bonaventure). 2. Majestic. 8. Quassia. Toto: Sieg 11:10. La.: 10. Weile. Dret 3. Rennen: 1. Skiff(Guiho), 2. Trie Troc. 8. Jbis III. Toto: Sieg 16:10. Platz 13. 22:10. Lg.: 2. N. 8. Ferner lief 1 Pferd. 4. Rennen: 1. totes Rennen zwischen Briterari (Rochet) und Beautemps(Bates), 8. Genua. Toto; Sieg 19 und 96:10. Platz 16 und 49, 36:10. La.: 14. 2. Ferner liefen 5 Pferde 5. Rennen: 1. Le Dion(Bonaventure) 2. Karemy. 3. Lame. Toto: Sieg 18:10, Platz 14. 15:10. Ls.: 1½. 15. 4. Ferner lief 1 Pferd 6. Rennen: 1. Barboteur(Pelat), 2. Klad. 3. Castel Gondolfo. Toto: Sieg 11:10. La.: 1. 8. Drei Pferde liefen. Wie wird das Wetter? Weiterhin Nachtfrostgefahr. Vorhersage für Freitag: Mäßige Winde aus nördlichen Richtungen, meist heiter und trocken, für die Jahresseit zu kalt. Nachtfrost Für Samstag: Nördliche Winde, meist heiter und vorwiegend trocken. Nachtfrost. Weiterentwicklung: Vorwiegend trocken. aber noch immer kalt. Rundfunk=Programm Freitag, den 22. April 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebens. 7.00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.30 Schönheitepflege— aber richtig! 9.45 Nachrichten. 10.00 Ein Mann bekämpft den Tod. Hörfolge von Niese. 10.30 Kleine und große Meister. Wag die Jüngsten von den Bormeistern lernen können. 11.45 Bauer. merk' auf! Bei einer landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft. 12.00 Die Werkvause bei der Firma Vikton Halstrick. in Herne. 13.00 Nachrichten. 13,15 Mittagskonzert(Industrie=Schallvlatten) 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Richtiges und Falsches über die Zellwolle 15.20 Kleine Zwischenmusik. Musikalische Anet doten. 15.30 Das gute Buch. 15.45 Wirtschaftemeldungen. 16,00 Musik am Nachmittag vom Deutschlandsender. 17.00 Bunt ist die Welt. Ein Gang durch das Rautenstrauch=Joest=Museum in Köln 18.00 Musik unserer Zeit. Werke von Broermann.„Ausführende: Der Komronist(Klavier): Kaiser=Breme(Bariton). 18.30 Hinter den Kulissen des Sports. Das Haus des Sports in Berlin. 19.00 Nachrichten. 19.10 Flotte Märsche— Frohe Weisen. Ein buntes Unterhaltungskonzert. Mitwirkende: Melitta Wittenbecher(Sopran): die Sechs Froben Sänger, die Schrammeln. der Gaumusikzug XXI des Reichsarbeitsdienstes, das Unterhaltungsorchester. 21.00 Die Stunde des Soldaten— darin: Wo bist du. Kamerad? 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik(Schallplatten). 22.45 Viva. vina la musica! VIII. Das Städtische Orchester Wupvertal. Samstag. den 25. Avril 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Freut euch des Lebens. 6.45 Knie—e beugt! 7.00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.15 Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 9.45 Nachrichten. 10.00 Manfred von Richthosen, der deutsche Fliegerheld. Hörfolge von Wenzel. 11.45 Bauer, merk' auf! Marktberichte des Reichsnährstandes. Jungtierkrankheiten. 12.00 Mittagskonzert. 1. Gade: Nordische Seenfahrt. 2. Fuchs: Neue Serenade E=Moll. 3. Millöcker: Serenade, 4. Tschaikowsky; Walzer aus„Eugen Onegin“. 5. Beethoven: Musik zu einem Ritterballett. 6. Gounod: Ballettmusik aus„Margaretbe“. 7. Schubert: Militärmarsch 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Konzertfortsetzung. 8. Strauß: Ouvertüre zu„Indigo und die 40 Räuber“. 9. Lehar: Gold und Silber. 10. Kliment: Aus meiner Jugendzeit. 11. Strauß: Billettmu#k aus„Ritte; Palzman“. 12. Komzak: Alte Wiener Volksmusik 14.00 Nachrichten— Sportvorschau 14.10 Wocgnendkonzert.(Industrie=Schallvl.) 15.15 Tiere sind unsere Freunde. Die Kölner Jungmädel singen und erzählen. 15.45 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Der Frohe Sametaanachmittag des Reichesenders Köln. Mitwirkende: Die 7 Frohen Gesellen mit ihrer„Laterna Magica". Lotte Luckoald(Sooran). Jautz (Tenor). Neugebauer(Trompete). Kölner Rundsunkorchester. 18.00 Was bringt der Reichesender Köln in der kommenden Woche? 18.10 Junges Oesterreich. Alte und neue Gedichte von Billinger. 18.40 Neavolitanische Lieder. Ausführende: Ugo Berni(Tenor). 18.50 Momentaufnahme. 19.00 Nachrichten. 19.10 Platzkonzert zum Wochenend. Gruppenmusikzug 212 des Reichsarbeitsdienstes 20.00 Abendkonzert. Kölner Rundsunkorcester. 1. Wagner: Einleitung zum 3. Akt aus „Lohengrin". 2. Chovin: Nocturno für Violine und Orchester. 3. Delibes: Tanz der Blumen, 4. Svendlen: Norwegische Rhaosodie Nr. 3. 5. Tschailowsky: Walzer aus der Serenade, 6. Pacherneag: Aus der Steiermark. 7. Bizet: Suite aus„Carmen“. 1. Zeit genug? Keine Zeit! Eine kleine Teuselei vor. Schaaf. 11. Bei Paul Lincke. Kölner Rundsunkorchester und Rundfunschor. 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik.(Schallplatten) 22.30 Unterhaltungs= und Tanzmusik Abgg Frauen- und Mütter=Verein St. Bonisatius. Zur Teilnahme an die Beerdi gung des verstor benen Mitgliedes. Frau Helene Precking om Samstag 2.45 Uhr vom Sterbe hause, Schulstr 54, aus, werden die Mitglieder 3. zahlr. Beteilig. eingeladen. Sel bige war Mitgl. der Sterbekasse. Von Zeit zu Zeit eine durchgreif. 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Die gewaltigste Schlacht aller Zeiten von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende Vorsplel der Patrouillen— 22. Februar 1916, zwölf Uhr mittags: Die grauen Sturmtrupp: brechen los— Räumung der Städte durch die trenzösische Zivilbevölkerung— Trichter- und Handgranstengemenge— Nervenzermürbendes Trommelfeuer— Monatelange Artilleriekämpfe— Die Erde zittert— Blutige Stellungs- und Nachhutgefechte— Der Kampf im Niemandsland— In den bombensicheren Kasematten der Forts— Verirrt im Kraterfeld und gelangen. Original-Aufnahmen der welthistorischen Hampfstätten: Port Daux s Douaumont= Thiaumont Ornes: Haumont* Dorf Fleury= Toler Mann: Caurewäldchen= Höhe 304 Jeder dieser Namen ein Dokument deutschen Heldentums Kein verfilmtes Theater, sondern Geschichte. Ein Tetsachenbericht, so wahr, wie es gestellte Filn sein können. Hier wird der Krieg als Krieg gezeigt Wer bei Verdun gestanden und gekämpft haf, dem schlug das Herz im Anblick diese: Filmes, und hundertmal möchte er rufen: „Ja, so war es!“ schreibt die Presse. Jeder Deutsche sollte diesen Film sehen, auch die deutsche Jugendl 2 Späl-Vorstellungen Morgen, Samstag. den 23. Aptil abends 10. 30 Uhr. und Sonntag, den 24. April. abends 10.30 Uhr. 1 Früh-Vorstellung norzens 31 Ua“ Lichtburs *LICHTBURGA etat gelas Heute Freitag beginnen wir mit der Aufführung des aufschenerregenden Ula-Filmwerkes: Frausylvelin nach dem vielgelesenen Roman„Sylvelin“ v. Franzhans v. Schönthan. Maria von Tasnady Paul Richter die wundervolle Sylvelin elegant und liebenswürdig. Heinrich George Carla Rust großartig überlegen! jung und hübsch. Alfred Abelt In seiner letzten Filmrolle. Elisabeth Wendt, Hurt Meisel, Walter Steinbeck, Paul Otto, geben weitere interessant gezeichnete Figuren in diesem Film. Für die schwungvolle Musik setzte„Franz Doelle“ seine oft bewährte Meisterschaft ein.— Die Regie führte„Herbert Maisch“, der Schöpfer vieler Ertolgsfilme. Kampf, Flucht und Läuferung einer in der Ehe einsam gewordenen Frau... Dieser Ufa-Spitzenfilm ist ein einmaliges großes Erlebnis! Achlund! Hierzu zeigen wir den deutschen Flieger-Film: Flieger Funker Kanoniere. Ein Querschnitt aus der Aufbauzeit der deutschen Luttwaffe. Hergestellt in Zusammenarbeit mit dem Reichsluftfahrtministerium. 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April 1938, nechmittags 2¼ Uhr vom Trauerhause, Schulstraße 54, aus staif.— Das Seelenamt ist Semstag morgen 8 Uhr in der St.-Bonifatius-Kirche. Allen, denen aus Versehen keine Anzeige zuging, diene diese als solche. Hauptschriftleiter Dr. Leo Reiners, Herne. Stellv. des Hauptschriftleiters Jos. Möller, Herne, Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Dr Leo Reiners, Herne; für Unterhaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möller, erne; für Anzeigen Josef Röttsches, Herne. Bildverantwortliche: Ressortleiter. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, H.-Göring-Str. 8) nicht an ihre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. III. über 3500.— Druck und Verlag Koethers Röttsches, Herne. Jur Zeit ist Preisliste Nr gültig.— Mengenstaffe! E. 38 Gebt den Herner Anzeiger Eurem Nachbar!