erner Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebeacht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1007. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger 7 Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8. neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöhe 8 Pf., im Cextteil 26 Pf.; Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mmn 3½ Pf. Siffer= und Auskunftsgebühr 26 Pf. Fernsprecher: Sammel=Nummer 52541 Drahtanschrift: Anzeiger Hore. Nr. 103(Erstes Blatt) Mittwoch, den 4. Mai 1938 34. Jahrgang — Triumphaler Empfang des Führers in Rom Die Jubelfahrt vom Brenner bis Rom/ Hunderttausende bilden Spalier 7 Ein Meer von Fahnen 7 Die Ankunft Denkwürdiger Auftakt Der Weg der Freundschaft Rückblick und Ausblick Das alte Rom, dessen Geschichte so reich an Höbepunkten ist, hat einen solchen Tag noch nicht erlebt. Große Erwartungen sind erfüllt worden. Das italienische Imverium hat das Fest der deutsch=italienischen Freundschaft mit einem grandiosen Auftakt begonnen. Wäre es nur ein Staatsbesuch üblicher Art, auch dann wäre in diesem Lande. in dem die Form und der sinnerfüllte Stil kein Problem ist, ein solches Ereignis festlich im schönen Sinne gewesen. Diese Triumphfahrt des Führers vom Brenner bis Rom aber und der jubelnde Empfang in der Hauptstadt sind ganz ohne Vergleich. Das faschistische Italien hat gestern, so schrieb der„Messagero".„Adolf Hitler. den großen Kamerad Italiens“ geseiert. Es war die erste imperiale Feier der deutsch=italienischen Freundschaft. In diesen Tgen, da in Italien die Realität der Achse Berlin=Rom erneut ihren beredten und überragenden Ausdruck findet, ist es nicht unwesentlich, den Blick von der Politik des Alltags abzuwenden und noch einmal kurz das Werden der Achse in die Erinnerung zurückzurufen und an dieser Entwicklung ihr festes Gejüge erneut ins Bewußtsein zu bringen. Die eigentlichen Ursprünge der Achse datieren bereits in den Jahren, in denen Adolf Hitler zum erstenmal vor der Oeffentlichkeit sein politisches und weltanschauliches Bekenntnis ablegte und, ohne daß zunächst irgend eine Fühlungnahme stattgefunden hatte, Mussolini bereits 1923 Verständnis für den Kampf des deutschen Volkes gegen das Unrecht des Versailler Diktates zeigte. Erst die nationalsozialistische Revolution in Deutschland löste eine stärkere Annäherung der Ansichten aus, wenn es auch vorübergehend schien, als ob es zwischen Berlin und Rom zu keinem Kontakt kommen würde. Der Politik Italiens aber und der Deutschlands wohnte ihrer faschistischen und nationalsozialistischen Konstruktion entsprechend eine Kraft inne, deren Dynamik zu jener Lösung drängte, die heute eine unerschütterliche Tatsache geworden ist. Ausgelöst wurde diese freundschaftliche Annäherung zwischen dem deutschen und dem italienischen Volke durch den AbessinienKrieg. der Italien mit einem Schlage das wahre Gesicht jener Freundschaften enthüllte, mit denen es bis dahin gerechnet hatte. Sie kehrten sich in offene Feindschaft, die sich am deutlichsten in der durch die in Genf beschlossenen Sanktionsmaßnahmen betriebenen Einkreisungspolitik, gegen das werdende italienische Imperium zeigte. Deutschland hielt sich aus diesem Intrigenspiele heraus, eine Haltung, die Italien im weiteren Verlaufe der Entwicklung anerkennt. Das Jahr 1936 brachte so den erfreulichen Auftakt der Annäherung zwischen Berlin und Rom, für die eine wichtige Station auch das damalige Juliabkommen über Oesterreich war. abgesehen von der am 25. Juli 1936 vollzogenen Verwandlung der deutschen Gesandtschaft in Addis Abeba in ein Generalkonsulat, durch die das Deutsche Reich zuerst das neuerstandene italienische Imperium anerkannte. Wenn die Olympischen Spiele auch keinen politischen Charakter trugen, so waren sie dennoch durch die Deutschlandreise des italienischen Kronprinzen und der Minister Alfieri und Thaon de Reval ein weiterer Abschnitt auf dem Wege zur Herstellung eines engen Kontaktes zwischen dem Deutschen Reiche und Italien. Im September folgte dann zum Nürnberger Parteitag die Entsendung einer offiziellen faschistischen Abordnung. Weiter ist die Reise einer HJ.=Abordnung und die Entsendung einer deutschen Flieger= und Polizeidelegation nach Rom zu erwähnen. Am 19. Oktober fand das Werden der heutigen Achse bereits einen ersten großeren Ausdruck durch einen Besuch des Außenministers Grafen Ciano in Berlin und in Berchtesgaden. Und am 1. November 1936 prägte dann Mussolini in seiner unvergeßlichen Mailander Rede den Begriff der Achse Berlin=Rom, indem er erklärte, daß die politische Vertikale zwischen den Hauptstädten des Deutschen Reiches und Italiens keine Trennungslinie, sondern eine Achse ist, an der alle europäischen Staaten mitarbeiten können, die vom Wunsche nach Zusammenarbeit und Frieden beseelt sind. Die Auseinandersetzungen über Spanien führten unsere beiden Länder zu einem immer engeren Kontakt durch die gemeinsame Erkenntnis, daß Europa vor dem Bolschewismus bewahrt werden muß. In diesem Zusammenhang ist die am 18. November 1936 ausgesprochene Anerkennung Nationalspaniens durch Deutschland und Italien zu erwähnen. Als weitere Stativnen auf dem Wege des Werdens der deutsch=italienischen Freundschaft seien der Beitritt Italiens zum Antikominternabrommen zwischen Tokio und Berlin(6. November 1937) sowie die am 11. Dezember desselben Jahres vollzogene Abkehr Italiens von der Genfer Politik erwähnt. Die Deutschlandfahrt Mussolinis im September 1937 demonstrierte der Weltöffentlichkeit unwiderruflich, daß die Achse Berlin=Rom nicht mehr wegzudenken ist. Am sichtbarsten hat sie ihre Festigkeit in den geschichtlichen Märztagen dieses Jahres erwiesen, als Italien gegenüber der Heimkehr Oesterreichs ins Deutsche Reich eine loyale Haltung einnahm, die den Führer zu dem denkwürdigen Telegramm:„Mussolini. ich werde Ihnen dieses nie vergessen!“ veranlaßte. Mit der größten Spannung richten wir nun den Blick nach Italien, das im Zeichen des Besuches Adolf Hitlers steht, im Zeichen einer neuen Begegnung der beiden größten Männer des Jahrhunderts und damit der beiden glücklichsten und stolzesten Völker Europas. ** 8 28 Hakenkreuzjahnen in den Straßen Roms Zum Empfang des Führers und Reichskanzlers hat die italienische Reichshauptstadt ihr festsichstes Kleid angelegt. In reichem Flaggenschmuck prangen, wie unser am Tage vor der Ankunft aufgenommenes Bild zeigt, die Straßen, um den Führer zu empfangen.(Scherl-Bilderdienst-M) Die Begrüßung an der Grenze Am Brenner, 3. Mai. Der große Staatsbesuch des Führers und Reichskanzlers in Italien, mit dem Adolf Hitler den Besuch Mussolinis im September 1937 in Deutschland erwidert, hat begonnen. Am Dienstagmorgen um 8,01 Uhr traf der Sonderzug des Führers auf der italienischen Grenzstation des Brennerpasses ein. Zwischen zwei mächtigen viereckigen Pfeilern, die gekrönt sind von den Hoheitszeichen des saschistischen Italien und des nationalsozialistischen Deutschland fuhr der Zug unter den Klängen der Nationalhymnen langsam in den erst kürzlich großzügig erbauten Bahnhof ein. Auf dem mit Blumen und von Fahnen der beiden Nationen prächtig geschmückten Bahnsteig entboten die Sondermission des Königs von Italien und Kaisers von Aethiopien, geführt von Seiner Königlichen Hoheit dem Herzog von Pistoia, und einer Abordnung der italienischen saschistischen Partei, geführt von Seiner Exzellenz dem Parteisekretär Minister Starace, dem Führer den ersten herzlichen Willkomm auf italienischem Boden. Die Ehrenkompagnie präsentierte, während der Führer die Front abschritt. Dann setzte nach kurzem Aufenthalt der Zug, der den Führer am heutigen Tage nach Rom bringen wird, seine Fahrt fort. Jubelfahrt vom Brenner nach Verona Verona(im Sonderzug des Führers), 3. Mai. Nach der Ankunft auf italienischem Boden am Brenner begann eine einzigartige, unvergeßliche Triumphfahrt, wie sie wohl noch nie einem Gast auf italienischem Boden zuteil geworden ist. Auf jedem Bahnhof, in jedem Ort und in jeder Straße stand vom Brenner ab das Volk des faschistischen Imperiums in Spalier zu Ehren des Führers des Dritten Reiches angetreten. Formationen der italienischen Wehrmacht und der faschistischen Miliz erwiesen dem Obersten Befehlshaber der deutschen Wehrmacht ihre Ehrenbezeugung. Männer, Frauen, Jungen und Mädel grüßten den Führer ununterbrochen mit ihren stürmischen Jubelrusen„Eia Eia Alala“ und mit ihrem zackigen und rhythmischen„Duce Hitler— Duce Hitler". Jedes Haus, das an der Strecke liegt, trägt die Fahnen Italiens und Deutschlands, die in der Sonne leuchten, und auf jedem Bahnhof erklangen die mitreißenden Hymnen der beiden befreundeten Nationen. Nach dem Brenner folgen wir der grünlich schimmernden Eisack. Strahlender Sonnenschein überflutet die Landschaft. Rechts und links der Bahn erheben sich die Berge der Hauptkette der Alpen. Wieder und wieder bieten sich malerische Ausblicke schneebedeckter Gipfel und wuchtiger Bergmassive, die zu uns herübergrüßen. Plastisch heben sich die schattigen Gipfel gegen den stahlblauen Himmel ab. Dann wieder fahren wir durch eine wildromantische Felslandschaft. Bald treten die Berge zurück, und das Tal, durch das wir fahren, weitet sich mehr und mehr. Die ersten Boten des Frühlings grüßen uns: Pinien und Zypressen. Burgen schauen trutzig von den Bergen herab. Im Tal ist das Asphaltband der Brennerstraße unser ständiger Begleiter. Die Bahnlinie zieht sich dieser römischen Heerstraße entlang, dieser Zeugin der Kraft des alten Imperiums. Die saubere Landschaft. die gut bestellten Gärten. die großen Kräft= und Industriewerke aber zeugen für den Aufbauwillen des neuen Imperiums. Ueberaus festlich hat sich Bozen zum Empfang des Führers geschmückt. Tausende begeisterter Menschen drängen sich auf dem Bahnhof und jubeln dem Führer zu, und als der Zug langsam durch den Bahnhof fährt, erklingen die deutschen und die italienischen Hymnen.! Die Sirenen der Fabriken heulen zum Gruß. Geschwader der italienischen Luftwaffe entbieten ihren Gruß aus der Luft. indem sie donnernd dicht über den Zug hinwegbrausen. Den prächtigen Hintergrund dieses großartigen Bildes stellen die Dolomiten mit dem Rosengarten. Mehrere Kilometer nach Bozen bietet sich uns im Etschtal wieder ein ganz anderes Bild dar. In zäher, harter Arbeit-ringt im unermüdlichen Kampf mit den Gewalten der Natur der Bauer hier dem Boden seine Frucht ab. Trient empfängt uns brausender Jubel einer vieltausendköpfigen Menge. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein. Die Bahnhofshalle und der Marktplatz sind in ein Meer von Hakenkreuzfähnchen, die uns zuwinken, verwandelt. Hier wie in allen Orten, durch die wir fahren, grüßen Ehrenabordnungen der italienischen Wehrmacht und der faschistischen Bewegung den Führer des Dritten Reiches. Ohne Halt geht die Fahrt im unteren Etschtal weiter über Novereto, vorbei an der historischen Berner Klause, der alten Festungsstadt Verona entgegen. Hier ist um 12,15 Uhr. nachdem wir den Brenner passiert haben, der erste Aufenthalt auf italienischem Boden. Die weite Bahnhofshalle von Verona ist gedrängt voll von faschistischen Formationen. Empfangen von einem Orkan von Jubelrufen und Musikklängen, von einem Meer von Hakenkreuzbannern und italienischen Flaggen, fährt der Zug des Führers ein. Inmitten der faschistischen Abordnungen steht in brauner Uniform eine kleine Gruppe von Mitgliedern der Auslandsorganisation. Sie sind die ersten auslandsdeutschen Volksgenossen, die den Führer auf seiner Italienreise grüßen. Strahlende Freude leuchtet aus ihren Augen, als der Zug unmittelbar vor ihnen hält. Der Führer steht am Fenster seines Wagens und dankt imner wieder bewegt nach allen Seiten für die stürmischen Huldigungen, die die Bevölkerung von Verona ihm darbringt. Während des ganzen Aufenthalts, der mehr als zehn Minuten dauert, hält der Sturm der Begeisterung der Faschisten von Verona und von Venetien ohne Unterbrechung an. Dann fährt der Zug wieder langsam aus der Halle. Von Verona aus ging die Fahrt weiter hinein in die fruchtbare sich in unendlicher Weite ausbreitende lombardische Edene, in ein lachendes Land mit lachenden Menschen. Durch die Provinz Modena geht es bei Aufruf des Gouverneurs von Rom „Empfangt den Führer der großen deutschen Nation mit Eurer ganzen Begeisterung!“ Rom, 3. Mai. Der Gouverneur von Rom. Fürst Colonna, hat anläßlich des Staatsbesuches des Führers folgenden Aufruf erlassen, der in allen Straßen Roms in Tausenden von Exemplaren angeschlagen worden ist: „Römer! Heute abend wird der Führer in Rom eintreisen. Empfangt mit Eurer ganzen Begeisterung den Führer der großen deutschen Nation, die in geschichtlichen Stunden dem saschistischen Italien den greifbarsten Beweis ihrer Solidarität gegeben hat. Nehmt Eure ganse glühende Begeisterung für die immer stärkere Festigung der Freundschaftsbande zwischen den beiden Völkern, die gemeinsame Interessen und Ideale zu verteidigen und zu bekräftigen haben und die von dem entschlossenen Willen beseelt sind, der Sache des Friedens und der Kultur zu dienen.. Teilnahme Generaladmiral Raeders an den Flottenübungen in Neapel Auf Einladung des Duce. Berlin, 3. Mai. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Generaladmiral Dr. d. c. Raeder, begibt sich am 3. Mai auf Einladung des Duce nach Italien, um an den Flottenübungen und den sich daran anschließenden Veranstaltungen am 5. Mai in Neapel teilzunehmen. leuchtendem Sonnenschein: vorbei an Dörfern und Flecken mit fröhlich winkenden und rufenden Menschen weiter nach Bologna, dem Mittelpunkt dieser Landschaft, die sich in ihrer ganzen Schönheit des Frühjahrs vor uns ausbreitet. Der Führer in Bologna Seit den frühen Morgenstunden durchziehen unübersehbare Kolonnen Faschisten das über und über fahnengeschmückte Bologna. Sie haben ein und dasselbe Ziel: den Hauptbahnhof oder seine unmittelbare Umgebung. Ein Wald von Fahnen hat den Bahnsteig in ein wogendes Meer verwandelt, in dem Hakenkreuz und Liktorenbündel in verschiedenen Variationen die deutschitalienische Freundschaft und die Verbundenheit der beiden Völker versinnbildlichen. Schon Stunden vor der Ankunft setzte der Anmarsch faschistischer Formationen ein. Vorne Balilla, dann folgten Jungfaschisten, Schwarz= hemden. Alle stehen dann in zwanzigfachen Gliedern gestaffelt bereit. Langsam rückt der Zeiger auf 2 Uhr. Einen Ehrenplatz nimmt die deutsche Kolonie ein. Die Spannung steigt, als ein Staffettenzug einläuft und nach wenigen Minuten Aufenthalt die Einfahrt frei gibt. Unbeschreiblicher Jubel braust plötzlich über den Bahnsteig und verkündet das Nahen des Zuges. Dann wird die mit einem großen Hakenkreuz geschmückte Maschine sichtbar, die in ganz langsamer Fahrt den Führer nach Bologna bringt. In den tosenden Orkan des Jubels mischt sich das Heulen der Sirenen und das Donnern der Motore der faschistischen Motorstürme. Während des 10 Minuten dauernden Aufenthaltes verläßt der Führer den Zug, begrüßt unter tosendem Beifall der unübersehbaren Massen den Präfekten und schreitet dann die Front der aus dem Bahnsteig stehenden Ehrenformationen ab. Immer neuer Jubel klingt auf. Balilla schwenkt begeistert die Hakenkreuzfähnchen. Nur zu schnell verfliegen die kurzen Minuten des Aufenthalts. und unter immer neuem Jubel und den Klängen der deutschen und italienischen Nationalhymnen verläßt der Zug des Führers um 14.28 Uhr den Bahnhof. Von Bologna nach Rom Die Fahrt geht dann weiter. Wieder fahren wir durch ein Meer von Fahnen. wieder begleitet den Führer der Jubel der italienischen Bevölkerung, die teilweise in dichten Reihen den Schienenstrang säumt. um den Schöpfer des neuen Deutschland zu sehen und ihm ihre Huldigungen darzubringen. Bis Florenz verhindern wohl viele Tunnels die Sicht, aber en den kurzen Zwischenräumen wird dann die Sinionie von grellem Sonnenlicht und Fahnen und Girlanden umso eindrucksvoller. Einige der zahlreichen Tunnels sind innen sogar beleuchtet und prangen gleichfalls im reichen Flaggenschmuck. Kilometerlang begleiten gleit einem unendlichen Filmstreisen Tausende und aber Tausende von Plakaten mit Inschriften wie„Heil Hitler!",„Evviva il Ree Imperatore!",„Evviva il Duce!“, „Asse Roma—Herlino!". sowie„Es lebe der Nationalsozialismus. es lebe der Faschismus!" die Strecke, ehe wir dann Florenz erreichen. Der Kopfbahnhof Florenz wird umfahren, und ohne Halt geht es weiter. Die flachen Fabrikdacher tragen ein engmaschiges Netz von deutschen und italienischen Fahnen. Gleich riesigen Teppichen hängen lange Fahnentücher von den Häusergiebeln bis auf die Straße berab. Jetzt ist der Arno unser Begleiter, dessen breites Beit aber nur eine schmale Wasserrinne ausweist. Immer wieder nimmt festlicher Fahnenschmuck den Blick gefangen. Ganze Häuserfronten, ja ganze Straßenzuge sind ein einziges wogendes Meer von Hakenkreuefahnen. Alte Burgen tauchen in der jetzt ungemein reizvollen Landschaft auf. gekrönt mit deutschen und italienischen Fahnen, und dann kommt nach Arezzo der Trasimener See. der, im riesigen Halbkreis von hohen Burgen umgeben, seine kriegerische Vergangenheit kaum abnen läßt. Chiusi ist fast nicht wiederzuerkennen. Wie bei den meisten Stationen verschwinden die Namen in einem Wald von Fahnen und Girlanden, beberrschen Hakenkreuz und Liktorenbündel das Bild. Nun haben wir den Arno verlassen. Jetzt haben wir den Tiber zum Geleit bis Rom. Viele Hunderte Meter lang spannen sich von Baum zu Baum Girlanden. Wir nähern uns Orvieto, der berühmten Weinstadt. Hoch in den obersten Zweigen der Bäume hat die Jugend die Fahnen angebracht, zeitweise versperrt ein hoher Bahndamm die Sicht, und keine Gemeinde will in diesem edlen Wettstreit der Dörfer und Städte hinter den Nachbarn zurückstehen. Es erscheint fast unwahrscheinlich, daß eine Steigerung dieses uns seit fünf Stunden ununterbrochen begleitenden Waldes von Fahnen und Girlanden, dieser kaum abreißenden Kette von Spruchbändern noch möglich ist, und doch! Je mehr wir uns der Hauptstadt des Faschismus nähern, um so dichter wird dieser Wald, umso farbenprächtiger das Bild. Ein riesiges Transvarent„La Provincia di Roma saluta Hitler!"(Die Provinz Rom grüßt Hitler), in Lettern so groß, daß man die Inschrift mit bloßem Auge auf gut 500 Meter Entsernung zu lesen vermag. verrät, daß wir bereits die „Grenze“ des imverialen Rom erreicht haben. Von einem alten Turm sehen wir kaum noch die Mauern, so ist er mit Fahnen gleichsam zugedeckt. Wohin auch das Auge blickt, sieht man immer wieder neue originelle Zusammenstellungen von Fahnen. sodaß das Auge nie müde und stets von neuem freudig überrascht wird. Es ist nicht übertrieben, wenn man behauptet, daß kein Haus längs der viele hundert Kilometer langen Strecke Bologna—Rom ohne Fahnen ist. Zu diesem äußeren Zeichen der Freude und Verehrung. zu diesem Meer der Fahnen. Girlanden. Inschriften und Spruchbänder kommt die unübersehbare Menge der Hunderttausende von Faschisten, von italienischen Männern und Frauen. deren stürmischer Jubel und freudige Begeisterung dem Führer und allen. die ihn begleiten, unvergeßliche Eindrücke vermitteln. Hier zeigte es sich, in wie überwältigend großem Maße das gesamte italienische Volk Anteil hat an dieser wahrhaft einzigartigen Fahrt des Führers. dem längs des ganzen Weges Ovationen dargebracht werden, die in dieser svontanen Herzlichkeit und Begeisterung auch in Deutschland schwer zu übertreisen sind. Es ist ein einzigartiges Erleben, wie sich der Führer im Sturm die Herzen der Massen erobert, und ein Auftakt der Festtage, wie er herzlicher nicht gedacht werden kann. Zwölf unvergeßliche Stunden im Sonderzug des Fuhrers Ebenso wie das gesamte deutsche Volk im Geiste dem Führer auf dieser historischen Italienfahrt folgt, so nimmt auch die gesamte italienische Nation lebendigen Anteil an der Reise des Führers zur Hauptstadt des faschistischen Imperiums. Das haben wir schon am heutigen ersten Tag des Besuches des Führers in Italien vom ersten Augenblick. da Adolf Hitler am Brenner italienischen Boden betrat. in ständig sich steigerndem Maße erlebt. Unzählig und unvergeßlich sind die vielen großen Eindrücke, die diese zwölfstündige Fahrt durch das faschistische Italien uns vermittelt bat, unvergeßlich vor allem. da alle Schichten des italienischen Volkes dem Führer seine spontanen Kundgebungen und begeisterten Huldigungen als ihren herzlichen Willkommensgruß entbietet. Dieser Tag, der zu Ehren des Führers zum italienischen Staatsfeiertag proklamiert worden ist, ist wahrhaftig ein Festund Freudentag für das italienische Volk; das sehen wir an den freudigen und strablenden Gesichtern der Männer und Frauen, an dem hellen Jubel der faschistischen Jugend. Mit rührender Liebe und unendlicher Sorgfalt haben die Italiener die Strecke des Führers auch äußerlich wirklich zur Triumphstraße gestaltet. Zu Rad und zu Pferde oder in ihren tyvischen Ochsenkarren, die mit Hakenkreuzfabnen geschmückt sind, sind sie oft viele Stunden lang unterwegs gewesen. um Anteil zu haben an dem großen Erlebnie des Führerbesuches. Wie im Fluge sind zwölf Stunden Fahrt auf italienischem Boden vergangen. Schon näbern wir uns nach kurzem Aufenthalt Prato und Chiust der Provinz Rom. In Monte Notondo. 38 Kilometer vor der italienischen Hauptstadt, ist letzter Aufenthalt. Hier steigen vom zweiten Sonderzug der Stellvertreter des Führers und die anderen Reichsminister mit ihrer Begleitung in den Zug des Führers über, um mit ihm gemeinsam am Einzug in Rom teilzunehmen. In dem Zug des Führers waren bereits vorher auf anderen Stationen der deutsche Botschafter beim Quirinal. von Mackensen. der Landesgruppenleiter Italiens der AO. der RSDAP., Ettel, und Generalkonsul Bene. Mailand. zugestiegen. In der letzten halben Stunde der Fahrt des Führers durch die Provinz Rom ist bereits die Dunkelheit bereingebrochen. Trotzdem werden diese Minuten zu einem einzigartigen Erlebnis. Freudenfeuer lodern jetzt von allen Hügeln, die von einer Unmenge von Fackelträgern Leben und Gestalt erhalten. Als Meister der Pyrotechnik wissen die Italiener auch den Schlußakkorden der Fahrt des Führers eine besondere Note zu verleihen. Immer dichter werden die Reihen der längs der Schienenstränge stehenden Menschen, bis dann der Zug kurz von 20.30 Uhr in die taghell erleuchtete Halle des neuen Bahnhofes Ostiense einfährt. Die Ankunst in Rom Viktor Emanuel M. und Mussolini am Bahnhof Rom, 3. Mai. Der stundenlange Aufmarsch zum Empfang des Führers und Reichskanzlers in der Hauptstadt des Faschismus ist mit jener Ordnung und Pünkttochkeit erfolgt, die das faschistische Italien seit langem auszeichnet. Schon eine Stunde vor der Ankunft des Führers ist die Ehrenformation, bestehend aus einem Grenadier=Bataillon. in der festlich erhellten Längshalle des Ostia=Bahnhofes mit der Regimentsfahne angetreten. Ihr gegenüber stand die schwarze Front der Leibstandarte. als der Duce um 20 Uhr in der Uniform des Ehrenkorvorals der Faschistischen Miliz in Begleitung des Außenministers Graf Ciano erschien und unter den Klängen der Giovinezza die Front abschritt. 20.20 Uhr erschien Seine Majestät der König von Italien und Kaiser von Aetbiovien in der Uniform des vor wenigen Wochen für ihn und den Duce geschaffenen Rang des Ersten Marschalls des Faschistischen Imveriums. In Begleitung der Staatssekretäre der Wehrmacht und der engsten Mitarbeiter in großer Uniform schreitet der König und Kaiser unter den Klängen des Königsmarsches die Ehrenformation ab. Kurz vor 20.30 Uhr, während die Kameraleute ihre Avvarate bereits in Gang setzen, tritt Seine Majestät Viktor Emanuel III., immer in angeregter Unterhaltung mit dem Duce und mit dem Grafen Ciano, unmittelbar an den Bahnsteig vor. Die letzten scharfen Kommandos werden gegeben. Die Truppen präsentieren. Als der Wagen des Führers unmittelbar vor der Empfangshalle hält, entsteigt ihm Adolf Hitler, der das Abzeichen des Ehrenkorvorals angelegt hatte und den Ehrendolch der Miliz trug. Der Führer wird sofort vom König von Italien und Kaiser von Aethiovien in deutscher Sprache begrüßt. Dann heißt der Duce mit lebhaftem Gruß und Handschlag, der unmittelbar an das große Erlebnis des Besuches Mussolinis in Deutschland erinnert, den Führer des nationalsozialistischen Deutschland willkommen. Nachdem auch der italienische Außenminister Graf Ciano den Führer begrüßt hat, stellt der König und Kaiser dem Führer in der Empfangshalle die Vertreter des Divlomatischen Korps vor. Unter den Klängen der deutschen Hymnen schreitet Adolf Hitler dann die Ehrenkompagnie ab und grüßt die alte ehrwürdige Fahne des Grenadier=Regiments und die Fahne der Leibstandarte des Duce mit erhobener Rechten. Von dem großen Platz vor der Station braust ein Jubelsturm auf. Nach dem Abschreiten der Ehrenfront stellt der König und Kaiser dem Führer die Marschälle del Bono und Badoglio vor. Dann fährt die offene königliche Galakarosse vor. die der Führer und der König und Kaiser sofort besteigen, während in die Klänge des von dem Musikkorps der Karabinieri gespielten Marsches sich brausender Beifallssturm für die Staatsoberhäupter mischt. Vor und hinter der königlichen Karosse, die sich sofort in Bewegung setzt, trabt je ein Zug der königlichen Leibkürassiere. Bei der Abfahrt des Führers und des Königs und Kaisers bleibt der Duce auf dem Bahnhof zurück und grüßte jeden einzelnen Wagen des langen Festzuges mit herzlicher Geste. Triumphale Fahrt zum Quirinal Als der Führer in Begleitung des Königs den Bahnhof verließ, schmetterten die Trompeten der Königskürassiere und gleichzeitig setzten die Musikkapellen mit dem Spiel der deutschen und italienischen Nationalhymnen ein. Vier Reiter der Königskürassiere setzten sich vor die Kolonne der 15 Wagen. Zuerst fuhr ein Wagen, in dem der Zeremonienmeister des königlichen Hofes. Graf Giriodi. ferner Admiral Bonetti, General= adjutant des Königs und Kaisers, Korvettenkapitän von Puttkamer, Adjutant des Führers, und Oberst Leonardi, Flügeladjutant des Königs und Kaisers, Platz nahmen. Dann gliederte sich eine Schwadron der Königskürassiere ein. Nun folgte die königliche Galakutsche mit dem Führer und dem König und Kaiser. Betkrufe halken über den Platz und begleiten den Führer auf seinem ganzen weiteren Wege. Hinter dem Wagen folgten die übrigen Schwadronen der KönigsLürassiere. In der ersten Kutsche des Gefolges haben Platz genommen: Reichsaußenminister von Ribbentrop, Außenminister Graf Ciano, ferner Graf Mattioli=Pasqualini, Chef des Zivilen Kabinetts des Königs und Kaisers, General Marchese Asinari di Bernezzo, Erster Adjutant des Königs und Kaisers. es üer Tulibe des Geholger Der Stelbrtrtte br führers, Reichsminister Rudolf Heß, der Sekretär der aschistischen Partei, Minister Starace, der Chef der Reichskanzlei, Reichsminister Dr. Lammers, Admiral Salza, Generaladjutant des Königs und Kaisers und Chef der Königlichen Mission, die dem Führer als Ehrendienst beigegeben ist. Dritte Kutsche des Gefolges: Botschafter von Mackensen und Botschafter Attolico. ferner Graf Murari della Corte Bra, Mitglied der Königlichen Mission. Vierte Kutsche des Gefolges:„Reichominister Dr. Goebbels, Minister Alfieri, General der Artillerie Keitel, Reichsleiter Bouhler. Fünfte Kutsche des Gefolges: Reichsminister Frank, Staatssekretär Weizsäcker, Unterstaatssekretär beim italienischen Ministerpräsidium, Medici del Vascello, und Unterstaatssekretär des italienischen Außenministeriums Bastianini. Sechste Kutsche des Gefolges: Reichsleiter Amann, Reichsführer SS. Himmler, Unterstaatssekretär im Innenministerium Buffarini, ferner General Graf Solaro del Borgo. Oberstallmeister des Königs und Kaisers. Siebente Kutsche des Gefolges: Reichspressechef Dr. Dietrich, Gauleiter Staatssekretär Bohle, Chef des Protokolls von Bülow=Schwante und sein italienischer Kollege Cortini. Achte Kutsche des Gefolges: Oberstquartiermeister Generalleutnant von Stülpnagel: Obergruppenführer und Chefadjutant des Führers Brückner: General Graf Guerrieri und Zeremonienmeister Graf Suardi. In den übrigen Kutschen nehmen die anderen deutschen und italienischen Herren des Gefolges Platz. Die Fahrt ging in Richtung zum Paulstor, wo der Gouverneur von Rom den Führer erwartete. Dem königlichen Galawagen folgte die große Reihe der Wagen mit den hohen Würdenträgern Italiens und Deutschlands. Als einer der letzten verließ der Duce den Bahnhof. Die Begrüßung an der pforte des antiken Rom Die Wucht und der Zauber einer 2½tausendjährigen Geschichte erfüllte den Augenblick, als dem Führer an der Porta San Paolo vor der Pyramide des Cajus Cestius der Willkommensgruß der Stadt Rom entboten wurde. Neben dem Tor der Porta Ostiensis des alten Roms, durch das schon vor Jahrtausenden der Verkehr nach Ostia, dem Seehafen Roms, flutete, ist nunmehr in die alte aurelianische Stadtmauer eine breite Bresche geschlagen worden, in die die neuangelegte Viale Adolfo Hitler einmündet. Vor dem hier entstandenen weiten Platz war ein festliches, von zwei wuchtigen Säulen überragtes Podium errichtet worden. Zwischen beiden Pylonen und vor einem purpurnen Hintergrund stand die Bronzefigur der säugenden Wölfin, das Sinnbild dieser ewigen Stadt. Piero Colonna, der Gouverneur von Rom, erwartete hier mit dem Vizegouverneur, dem Generalsekretär und zwölf Mitgliedern des Gemeinderates den Führer. Auf beiden Seiten des Podiums hatten in den alten historischen Kostümen 22 Mitglieder der„Getreuen des Capitols" als Bannerträger mit den Fahnen der alten römischen Stadtteile Aufstellung genommen. Diese„Getreuen des Capitols“ sind eine noch aus dem Mittealter stammende Institution, deren Mitglieder aus dem Städtchen Viterbo in der Provinz Latio stammen und seit Jahrhunderten die Treue zu der Roma Eterni symbolisieren. Zu Füßen des Stadtbildes der Wölfin stand auf einem besonderen Ehrenplatz die ehrwürdige Fahne des alten Roms und neben ihr die Trikolore, die Fahne des geeinten nationalen Königreichs und des neuen stolzen Imperiums. Die einzigartige Wirkung dieses Bildes wurde noch erhöht durch den Glanz des Scheinwerferlichtes, von dem diese ganze, für die Begrüßung des Führers errichtete Anlage überstrahlt wurde. Im Hintergrund aber loderten auf der Stadtmauer Aurelians und auf den Zinnen der mächtigen Türme der Porta San Paolo Fackeln in diese zauberhafte Nacht. Auf dem weiten Platz hinter dem alten Stadttor waren Kolonialtrupven aus Afrika aufgestellt, deren rote und weiße Burnusse dem ganzen Bild einen geradezu phantastischen Abschluß gaben. Als der festliche Zug der Wagen mit dem König und Kaiser und dem Führer und Reichskanzler durch die in strahlendem Lichterglanz liegende Viale Adolfo Hitler herannahte, konnte sich keiner der Anwesenden auf diesem Platz der Wucht des Augenblicks entziehen. Man erlebte eine Minute unerhörten Geschehensan der jahrtausendealten Grenze des antiken Roms, man bebte vor innerer Erregung und Begeisterung Vor dem festlichen Podium hielt die Hofkarosse. Der Gouverneur von Rom, Fürst Piero Colonna, begrüßte hier den Führer mit folgenden Worten in der Ewigen Stadt: Im erhabenen Namen Roms entbiete ich Ihnen, Führer der deutschen Nation, den begeisterten Gruß der Stadt. Rom kann die tiese Bewunderung, die die großen Geister Deutschlands für seine Kultur hatten, nicht vergessen. Eingedenkt dieser hohen idealen Bande ist das römische Volk glücklich. Sie inmitten der Denkmaler seiner alten Macht und der Zeichen des erneuerten Imperiums zu empfangen. Seien Sie aus dem heiligen Boden Roms willkommen.“ Als dann der Wagen mit dem Ehrengeleit der Garde die Einzugsfahrt durch das festliche Rom fortsetzte, löste sich die Spannung, die bisher alle Zeugen dieser Augenblicke gebannt hatte, und ein Jubelsturm sondergleichen brauste hinauf zu den gewaltigen Zeugen zweitausendjähriger europäischer Geschichte und hinauf zum nächtlichen Himmel. Und dieser Jubel pflanzte sich fort auf der Fahrt. Am Kolosseum Ueberfall auf die Vergangenheit Roman von H. PASSER Cepyrisht br Verlag Osbs- Meister. Werdau I. Sa. 22. Fortsetzung. Das Rauschen des Windes wächst und schwillt zur kristallklaren Schwermut der dreistimmigen Fuge. tausendfältiges, brausendes Echo auslösend in der Seele des Mannes... Und vor seinem inneren Blick ersteht. als reinster Spiegel dieser edlen Melodie., das in seiner Gelöstheit und demutvollen Hingegebenheit so holdselige Mädchengesicht. Unwillkürlich breitet Maroldt die Arme aus... Diese jähe Bewegung zerreißt den Zauber, in den er eingesponnen ist. Mit einem Schlage verstummt und verschwindet, was Wunschkraft und Phantasie im Augenblick einer besonderen seelischen Bereitschaft und Empfänglichkeit in die Wirklichkeit getragen haben. Die Wirklichkeit, welche bleibt, ist die Schlucht. in deren Düsterkeit vom Grunde der schrägen Kamine flußartig zusammengeschmolzenes Eis leuchtet. Geröllfeld Wirklichkeit, die nahe— und in der sattklaren Luft noch näher erscheinende— Sattelhöhe. Wirklichkeit, daß sich auf ihr eine menschliche Gestalt bewegt, eine weibliche, wie Maroldt durch sein Glas entdeckt. Dieses ausgezeichnete Instrument scharf einstellend. erkennt er das Profil, das sich bei einer graziösen Kopfwendung ganz deutlich abhebt, wobei das Haar golden aufflammt im Strahl der Sonne. Genau so. wie damals in der Votivkirche Denn das hier ist jenes Mädchen. Leibhaftig. Kein Phantasiegebilde, kein vorgegaukeltes Traumbild. Ruhig, weltentrückt hält sie ihr Haupt dem Himmel entgegen. Mit derselben einzigartigen, unnachabmlichen Geste, mit der sie damals die göttliche Musik in sich aufnahm, empfängt sie nun die ebenso göttliche Offenbarung der Natur. Daß er sie endlich gefunden hat hier oben. gleichsam als Gottesgeschenk. entfesselt einen heißen Strom glückhafter Freude in dem Mann. Mit großer Ueberwindung reißt er sich von diesem Aublis los und beginnt rasch und sicher die scheinbar so nahe. tatsächlich aber doch noch recht weite Entfernung zwischen sich und dem abnungslosen Mädchen zu verkleinern. Um ein Vielfaches länger als die Luftlinie ist der an sich beschwerliche Umweg. den er einschlagen muß, um von seiner Seite die Sattelhöhe zu erreichen. Rasch und geschickt setzt er mit Hilfe des Stockes seine Schritte, ab und zu in den Blöcken verschwindend. die sich vor den Ausblick auf den Sattel schieben. Jedoch seine Augen heften sich jetzt sowieso an den Boden Dabei entgeht ihm, wie sich langsam das Bild der Landschaft wandelt. Noch scheint die Sonne, aber sie fällt auf die Nebel. die aus den Tälern aufwallen und. phantastisch beleuchtet. geisterhafte Formen und Gestalten annehmen, um sich schließlich zu seinen, windbewegten Schwaden zu lösen. Absonderliche Schatten fallen nun in die eben noch seltsam magisch beleuchtete Landschaft, rauben ihr alle Farben und hüllen sie in ein silbernes Sterbelicht... Die Sonne ist verschwunden. Feuchter Modergeruch steigt auf. Zwischen den Felswänden wird es kalt wie in einer Gruft. Der Wind pfeift. Nun wird Maroldt aufmerksam und erschrickt. Keine Sicht mehr auf die Sattelböhe. Ueber dem nördlichen Grat steht es drohend geballt und wälzt sich wie ein Ungetüm heran. Ein Donner hallt rollend durch die Wolken. Knisternd fährt der Sturm über die scharfkantige Felswand Mit unheimlicher Geschwindigkeit verdichtet sich der Nebel. Da loht ein flammender Schein auf. Ein Donnerschlag folgt. vom Echo vervielfältigt zurückgeworfen und langsam davongetragen. Dann eine bange, unheimliche Stille. Aber Maroldt erkennt, daß ihm der Weg abgeschnitten ist, daß ihm nichts anderes übrigbleibt, als sich in einen Spalt zu ducken und abzuwarten. Und zu boffen, heiß und inbrünstig zu hoffen, daß das Mädchen früher als er das ausziehende Wetter gewahrt und die Schutzbütte erreicht hat. Der Orkan bricht los. Für Augenblicke zerreißt er die umgebenden Wolken Blitze leuchten und setzen die Nebel in Flammen. Feuermeere blenden das Auge. Und Schlag folgt auf Schlag: donnernd. prasselnd. brausend wütend ern Niederbrechen stürzender Blöcke Es folgt der Regen. Zuerst sprüht er berab. Dann strömt er in ungebeueren Massen gegen die Fellen. stäubt an ihnen emvor, zischend und rauschend. Durch Risse und Da, wo sich die vierstöckige Masse des Amphitheaters des Kaisers Flavian erhebt, das riesige Kolosseum, da beginnt das Imperium Nom erhabene Gestalt anzunehmen. Es präsentiert sich mit einem Schlage die alte Macht Roms, welche verschmilzt mit dem neuen Imperium des Faschismus. Am Abhang des Palatin erstreckt sich die Via dei Trionfi, durchläuft den Konstantinbogen, um dann unmittelbar einzubiegen in die Via del Impero. Hier drängt sich das Volk von Rom, unter ihm 6000 Italien=Deutsche. Kanonendonner mischt sich in die Explosionen von Raketen. Rotes Feuer steht plötzlich in den Bogengängen des alten Amphitheaters. In Rauch und Flammen steht das mächtige Rund. Von fern klingen helle Hornsignale. Gespannt lauscht das Volk. Die Regimentskapelle setzt temperamentvoll mit den Trommeln ein. Die scharfen Rhythmen, klingen die Straße entlang, wo eine Kapelle nach der anderen einsetzt. Händeklatschen der begeisterten Menge und Sprechchöre mischen sich in die Musik. Von Sekunde zu Sekunde steigert sich die Erregung, wächst zu einem einzigen Meer des Beifalls, als plötzlich die mit langen weißen Roßschweifen gezierten Helme von Kürassieren auf der Straße auffunkeln. Auf vier Reihen Reitern folgt die Staatskarosse, in der rechts neben dem König und Kaiser das Oberhaupt des Deutschen Reiches sitzt. Sie und die folgenden Karossen begrüßt immer wieder neuer Beifallssturm. Ein malerisches Bild. Ueberwältigende Ovationen am Quirinal Schon in den Mittagsstunden hatten die ersten Zuschauer auf dem Platz vor dem königlichen Palast. dem Quirinal, Posten bezogen. An Zeitvertreib fehlte es ihnen nicht, denn am königlichen Schloß herrschte bereits Rillen gießt sich das Wasser, wirft sich flutend von Fels zu Fels. Im Nu entstehen Gießbäche, die über die Steilstufen tosen. Bald rast es weißschäumend wie ein Wasserfall. Entfesselt toben im wilden Aufruhr die Elemente und lassen den Menschen ihre ungeheure Macht, ihre vernichtende Gewalt spüren. * Das schwere Gewitter, das sich in seinen gigantischsten Formen über dem Koglmassiv entlud, hat sich in seinen weiteren Ausläufern lediglich südwärts erstreckt. Die nördliche Nachbarschaft blieb, abgesehen von fernem Wetterleuchten und leichtem Strichregen, verschont. Traunkirchen hat nur ein paar Tropfen aus rasch vorüberziehenden Wolken abbekommen. Somit ist den Bewohnern von„Valerienruh“ jegliche Sorge um Titti erspart geblieben. Und das Mädchen. das am Abend jenes Tages, zwar reichlich verspätet. aber durchaus heil und unversehrt, ja sogar bereits wieder vollkommen trocken heimkehrte, hat sich wohlweislich gehütet, je von der Gefahr zu sprechen, durch die sie ganz bewußt gegangen war. während jenes halsbrecherischen Abstiegs inmitten des Gewittersturms auf vernebelten. aufgeweichten und aufgerissenen Wegen. Bei sich selbst aber möchte sie dieses Erleben nicht missen, fühlt sie doch, daß es ihr irgendwie trotz— oder vielmehr gerade wegen— seiner Todesnähe das Letzte und Tiefste vermittelt hat an Erkenntnissen und seelischen Erfahrungen. welche ihr durch diese Beratour gegeben worden waren. Der Blick in das andere, strenge Antlitz der ewigen Mutter Natur hat ihr Lebensgefühl erhöht und erstarken lassen. Heiße Dankbarkeit erfüllt sie für ihr Dasein, das sie jetzt als göttliches Geschenk empfindet. Und als einen gerechten Teil davon erkennt sie nun auch den Schmerz, der mit jedem Leben verknüpft ist— vom Anbeginn aller Zeiten, so lange die Welt besteht und Menschen ihr Geschick erfahren. * Urban Maroldt hat nach dem Abgrollen des Unwetters mit steif gewordenen Gliedern doch noch die Sattelhöbe erstiegen. Er hat keine Spur des Mädchens dort gefunden Natürlich. Und ebenso ergebnislos blieb sein Suchen in der Hütte. Ja. nicht einmal ein noch so geringes Anzeichen ihrer vorübergebenden Anwesenheit konnte er dort aufstöbern. ein eifriges Kommen und Geben der Würdenträger der Hofes und des Staates.„ 4„4lln Aus vielen Fenstern hängen herrliche Gobelins und Teppiche. Die Zugangsstraßen zu diesem Platz begrenzen gewaltige Fahnenblocks. Als die Glocke der Hofkirche St. Andreas 8.30 Uhr anzeigt, künden Kanonenschläge an. daß der Führer den Boden Roms betreten bat. Die großen Kandelaber vor dem Hauptvortal flammen auf. Die berittenen Karabinieri schultern die Säbel. Plötzlich intonieren die Musikkorps der Marine die deutschen Nationalbymnen. Die Truppen treten unter Gewehr. die Karabinieri präsentieren. Im gleichen Augenblick ist auch schon der Wagen mit dem König und dem Führer in Sicht. Der Jubel schwillt an zum Orkan. Nach allen Seiten bin dankt der Führer. Dann ist aber auch schon die Eskorte unter dem Hauptvortal verschwunden. Die Menge strömt dicht vor den Quirinal. von allen Seiten ertönen Hitlerrufe. Die Kapelle der Marine intoniert erneut die deutschen Hymnen. Dann richten sich die Scheinwerfer auf den prachtvollen Marmorbalkon über dem Hauptportal. Immer lauter werden die Rufe. Um 9.30 Uhr tritt der Führer in dem Augenblick, da die Kavelle das Horst=Wessel=Lied intoniert, auf den Balkon. Unmittelbar darauf folgen unter erneuten Heilrufen der König. alsdann auch die Herren der Begleitung des Führers. Minutenlang dauern die Ovationen. Ueberall sieht man zwischen der eingekeilten Menge die rotblauen Federbüsche der Karabinieri. Ihnen ist es unmöglich herauszukommen. Es ist ein Bild von unbeschreiblicher Größe. Immer wieder versichern die Italiener ihren deutschen Freunden, daß Rom eine solche große geschichtliche Stunde noch nie erlebt habe. Der ganze Weg vom Bahnhof Ostia bis zum Quirinal war umsäumt von unzähligen Menschenmassen, die nur mit Mühe zurückgehalten werden konnten. Als zwischen dem von innen her rot leuchtenden Kolosseum und der Via del Impero die Heilrufe die Evvivarufe übertönten, da wußte man, daß sich hier die deutsche Kolonie zusammengefunden hatte. deren Jubel unbeschreiblich war. Denn zum ersten Mal sahen auch diese deutschen Männer und Frauen ihren Führer, den besten Freund ihres Gastlandes. Bis zum Quirinal hin pflanzten sich die Hitler=Rufe, die Heilund Evviva=Rufe fort und waren der Ausdruck einer großen Freude über den Besuch des Leiters der Geschicke des freundnachbarlichen Deutschland. Ein Fest unter Ausführlicher polnischer Bericht. Die Reise des Führers nach Rom drückt der gesamten polnischen Preise den Stempel auf. Die Blätter veröffentlichen Berichte der Polnischen Telegraphenagentur über die Abreise des Führers aus Berlin, in denen: die Abschiedsworte des Generalfeldmarschalls Göring im Wortlaut wiedergegeben werden. In diesen Berichten wird u. a. festgestellt, daß die Abreise des Führers sich in eine Kundgebung unter der Parole „Adolf Hitler, das ist Deutschland“ verwandelt hat. Auch die Artikel, die anläßlich der Führerreise in der deutschen uno in der italienischen Presse erschienen waren. werden ausführlich wiedergegeben. Aus dem Aufsatz der deutschen Diplomatisch=Politischen Korrespondenz wird besonders der Gedanke hervorgehoben, daß es sich um mehr als einen üblichen Höflichkeitsbesuch handelt. In seiner eigenen Betrachtung schreibt„Expreß Poranny“, seit dem Besuche des Duce in Deutschland habe sich manches geändert. Deutschland und Italien seien inzwischen Nachbarn geworden, zwischen Italien und Großbritannien sei eine Verständigung erfolgt und der Krieg in Spanien gehe seinem Ende entgegen. Es gebe keinen Grund mehr, die Bolschewisierung dieses Landes zu befürchten. Alle diese Aenderungen hätten aber zu keinerlei Aenderung der Achse Berlin=Rom geführt, die für beide Partner ein wertvolles Instrument bleibe. Die Achse sei etwas völlig Reales und stelle einen wirklichen Faktor für das Gleichgewicht in Europa dar. Das Militärblatt„Polska Zbroina" erklärt, die italienisch=deutsche Zusammenarbeit sei nicht das Werk eines Zufalls. Sie sei auf die Notwendigkeit zurückzuführen, gewisse Vorstellungen einer Revision zu unterziehen, die durch den Versailler„Vertrag“ geschaffen Glückwünsche der Staatsoberhäupter zum Nationalen Feiertag. Berlin, 3. Mai. Aus Anlaß des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes haben dem Führer und Reichskanzler folgende Staatsoberhäupter Glückwünsche für das deutsche Volk telegraphisch übermittelt: Die Könige von Aegypten und Afganistan, der König der Albaner, der Staatspräsident von Argentinien, der König der Belgier, der Staatspräsident von Bolovien, der König der Bulgaren, die Staatspräsidenten von Chile, Cuba, der Dominikanischen Republik und von El Salvador, der König von Griechenland, der Staatspräsident von Guatemala, der Schah von Iran, der Kaiser von Japan, der Prinzregent von Jugoslawien, die Staatspräsidenten von Mexiko und Polen, der König von Rumänien, der tschechoslowakische und der türkische Staatspräsident und der Reichsverweser des Königreiches Ungarn. Der Führer und Reichskanzler hat diese Glückwünsche im Namen des deutschen Volkes mit Danktelegrammen beantwortet. Verschwunden war sie. verschwunden blieb sie. Zum zweiten Male. Enttäuschung bemächtigt sich seiner. Aus ihr entsteht ein Hadern und Zweifeln. Immer breiter klafft der Riß in seiner Stimmung. die nichts mehr von Ferienlaune hat. In dieser unausgeglichenen, grollenden Gemütsverfassung bricht er seine Bergwanderung ab. läßt sein Gepäck nach Gmunden kommen. nimmt dort Wohnung im Hotel„Austria“ und schlägt, immer nervöser werdend. die Zeit in jener, von ihm sonst reichlich bespöttelten Weise herumschlendernder Nichtstuer tot. Da er hierzu jedoch im Grunde keineswegs veranlagt ist. spielt er seine Rolle schlecht, weder sich noch seiner Umgebung zur Freude. Blind für alle Schönheiten, die sich hier rings um den märchenhaften Traunsee aufbauen, gerät er nur immer in eine wilde Erregung. sobald ihn irgendwo eine ensfernte Aebnlichkeit eines weiblichen Wesens mit jenem, ihm wiederum entschwundenen Mädcheus narrt. Diese Erregung wird dann von einem ebenso wilden Mißmut abgelöst, sobald er seines Irrtums inne wird. Nach und nach beginnt er daran zu zweifeln, das Mädchen tatsächlich auf der Höhe des Kranabetsattels erblickt zu haben. Ja. selbst ihre erste Erscheinung in der Votivkirche kommt ihm allmählich unwirklich vor. Schließlich weiß er überhaupt nicht mehr, was er glauben soll und was nicht von ihm selbst, seinen Nerven und seinem Geisteszustand noch zu halten ist. Zu guter Letzt verwirrt er sich dermaßen, daß er nicht mehr imstande ist, sich klar und deutlich das Mädchenantlitz vorzustellen, nach welchem eine drängende Sehnsucht ihn verzehrt. Nur die sprühenden Geldreflexe des Braunhaars verbleiben seinem Erinnerungsvermögen. Jedoch die seinen Linien der edlen Züge verwischen sich. verzerren sich, zeigen eine höhnische Fratze... In einem Zustand bochgradiger Nervosität reist Urban Maroldt nach Wien ab. Die Kanzlei ruft ihn, der seine Abwesenheit weit über das übliche, vorgesehene Maß ausgedehnt hat. dringend zurück. Ja. die Arbeit. Sie ist eben doch das Beste, das Treueste, das einzig und immer Wertbeständige im Leben. Steter Trost, nie versagende Stütze. Arznei. Zuflucht und Halt. Dr. Urban Maroldt konzentriert sein ganzes Denken auf seine Arbeit; stürzt sich in sie, betäubt sich mit ihr. ergibt sich ihr. Sortsetzung folgt.) Nr. 103(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Mittwoch, den 4. Mai 1938 1— Volkskrankheiten werden bekämpft Wachsende Leistungen der Angestelltenversicherung. RSG. Die bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte versicherten Volksgenossen können den Jahresbericht über das 25. Jahr der Anstalt mit großer Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Die Anstalt teht gefestigter denn je da, einmal durch ihre eigene verantwortungsbewußte Finanzwirtschaft trotz großten Entgegenkommens gegenüber den Versicherken, sodann wegen der vom Reich im Dezember 1937 übernommenen gesetzlichen Garantie für alle Leistungen der Sozialversicherung. Die Eingliederung der österreichischen Angestellten in die deutsche Sozialversicherung wird auch den österreichischen Volksgenossen eine Sicherung des Zuschusses der Sozialversicherung für den Unterhalt im Alter bringen. Das Gesetz vom 21. Dezember 1937 eröffnet die Angestelltenversicherung für jeden Deutschen, gleichgültig, welchen Beruf er ausübt, was er verdient und wo er lebt. Der Vierjahresplan wirkt sich durch seine allgemeine Befruchtung der Wirtschaft indirekt auch auf die Reichsversicherung aus. So weist das Jahr 1937 seit Bestehen der Anstalt den Höchststand in der Zahl der Versicherten(4½ Millionen). die höchste Beitragseinnahme(456,9 Mill. RM.), den höchsten Betrag für Versicherungsleistungen(272 Mill. RM.) und für Rücklagen(3,4 Mrd. Reichsmark) auf. Die Aufgliederung der Beitragszahlen nach Gehaltsklassen läßt erkennen, daß eine erhebliche Verschiebung von den unteren zu den mittleren und sogar den höheren Beitragsklassen zu beobachten ist. Während das Jahr 1929 monatlich durchschnittlich 31 Mill. RM. Einnahmen brachte, gingen 1937 monatlich 38 Mill. RM. ein. Aber auch die Leistungen haben zugenommen. Die Rentenleistungen selbst verlangsamen sich allerdings im Tempo des Anwachsens. Sie stiegen 1934 um 11 v. H., 1935 um 5,5 v. H., 1936 um 5 v. H., 1937 um 4,4 v. H. Die Verlangsamung der Rentensteigerung liegt nicht etwa in einer rigoroseren Handhabung der Rentenbewilligungen, sondern einfach daran, daß durch die besseren Ernährungs= und Lebensverhältnisse in Deutschland frühere Rentenempfänger wieder arbeiten können und ältere Angestellte Stellung finden. Seit Bestehen der Anstalt wurden 389 376 Ruhegelder bewilligt, davon 254 315 oder 65,3 v. H. wegen Berufsunfähigkeit. Diese Ziffer allein zeigt, weshalb die Reichsversicherung so starkes Interesse an der Gesundheitsführung des Volkes hat und die vorbeugenden Maßnahmen gegen Gesundheitsschäden finanziell vielseitig unterstützt. 30 796 Ruhegeldempfänger sind erst 30 Jahre oder weniger alt. Daher die gesundheitsfürsorgliche Aktivität der Anstalt, die sich nicht nur besonders der Bekämpfung der Tuberkulose durch Tausende von Heilverfahren, sondern auch der Erforschung und Bekämpfung anderer Volkskrankheiten, wie der Geschlechtskrankheiten, der Rauschgiftsucht, des Krebses, der Herzkrankheiten, des Rheumas und der Paradentose widmet und eine Reihe von Zentralstellen und Forschungsstellen durch Geldmittel fördert. Außerdem beteiligte sich die Reichsversicherung gemeinsam mit den Landesversicherungsanstalten an den auf Veranlassung der Deutschen Arheitafront in den Gauen Kurhessen, KölnAachen, Bayerische Ostmark und Groß=Hamburg stattfindenden Betriebsuntersuchungen durch anteilige Uebernahme der Untersuchungskosten und durch Teilmaßnahmen als behandlungsbedürftig befundenen Gefolgschaftsmitgliedern. Die Gemeindepflegestationen erhielten Mittel zur Weiterarbeit, im Rahmen der Adolf=Hitler=Spende sind in den eigenen Heilanstalten kostenlose Heilverfahren für SA=, SS=, NSBO=Männer und Politische Leiter, die keiner Versicherung angehören, durchgeführt worden. 437 mill. Km. Leistungen außerhalb des whw. Eine stolze Geburtstagsbilanz der ASB.— 45,1 Prozent der Haushaltungen Mitglied. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt beginnt am 3. Mai den fünften Jahrestag seit ihrer durch den Führer Adolf Hitler erfolgten Anerkennung als Organisation innerhalb der Partei für das Reich, die zuständig ist„für alle Fragen der Volkswohlfahrt und der Fürsorge". Innerhalb von fünf Jahren hat sich die NSV. zu der gewaltigsten sozialen Hilfsorganisation der ganzen Welt entwickelt. Ihre Leistungen reißen zur Bewunderung hin. Abgesehen vom WHW., also in der übrigen Arbeit der NSV., erreichte der Aufwand in RM. seit der Machtübernahme bis 31. 12. 1937 nicht weniger als 437 613 190 RM. Hiervon entfielen auf das Hilfswerk„Mutter und Kind“ einschließlich der Mütter= und Kinderverschickung, der Wohnungs= und Siedlungshilfe und der Jugendhilfe 294 476 690 RM. Dank der Bevölkerungspolitik des Nationalsozialismus. an der die NSV. eben durch ihr Hilfswerk„Mutter und Kind“ maßgeblich mitbeteiligt ist, konnten seit der Machtübernahme bis Ende 1937 dem deutschen Volk rund 150 000 Säuglinge am Leben erhalten werden, die unter den Verhältnissen vor der Machtübernahme bei gleicher Geborenenziffer gestorben wären. Man möchte sagen, daß allein schon diese eine Tatsache die ungeheuer segensreiche Wirkung der NSV. für das deutsche Volk so überzeugend dartut, daß es gar keiner weiteren Geburtstagsbilanz mehr bedürfe. Aber selbst diese fundamentale und erfolgreiche Arbeit am lebendigen Volk ist ja nur ein kleiner Teilausschnitt eines viel weitergreifenden Arbeitsbereiches. So stellten sich die Aufwendungen für ein anderes wichtiges Teilgebiet, das Tuberkulose=Hilfswerk und die Heilverschickung seit der Machtübernahme allein aus mehr als 12.6 Millionen RM. Ebenfalls seit der Machtübernahme bis zum 31. Dezember 1937 wurden 616 114 werdende Mütter und Wöchnerinnen und ledige Mütter betreut. Allmonatlich sind allein im Jahre 1937 durch das Hilfswerk„Mutter und Kind“ 971·782 Volksgenossen betreuend ersaßt worden. Das Netz der Hilfs= und Beratungsstellen, das die NSV. immer enger über das ganze Reich erstreckt, zählte am 31. 12. 1937 bereits 24 478 Stellen. Hier haben in der Zeit vom 1. 1. 1935 bis 31. 12. 1937 rund 10.3 Millionen Volksgenossen Nat und Hilfe gefunden. Die Zahl der seit der Mactübernahme bis zum 28. Februar 1938 verschickten Mütter betrug 265 692: mit ihnen wurden fast 14000 Kleinkinder und Säuglinge mitverschickt. Insgesamt sind seit der Machtübernahme bis 28. 2. 1938 nicht weniger als 2 877 904 Kinder verschickt worden. Davon verschickte die NSV. allein 1811 157 Kinder. Wenn man bedenkt, daß vor der Machtübernahme. in den fünf Jahren von 1928 bis 1932, insgesamt nur 1 596 205 Kinder verschickt werden konnten, und zwar von einer staatlichen Plattform aus, die schon viel länger eristierte, wenn auch versagte, so zeigt sich hier die bei der Kürze der zur Verfügung stehenden Aufbauzeit frapvierende Leistungsgewalt der nationalsozialistischen Organisation. Die jüngste ihrer Einrichtungen. das Ernährungshilfswerk, schaffte dem deutschen Volk zusätzlich bis 31. 12. 1937 zusammen 20 678 Schweine mit einem Gesamtgewicht von mehr als 2.4 Millionen Kilogramm. Aber auch nach ihrem Mitgliederbestande kann die NSV. eine stolze Entwicklung in den ersten fünf Jahren seit ihrer Einsetzung durch Adolf Hitler nachweisen. Am 28. Februar 1938 zählte die NSV., wie das Nd3. abschließend meldet. 8142 199 Mitglieder; das sind 12.3 Prozent aller Einwohner Deutschlands, über 45.1 Prozent der Haushaltungen. gelten nur für Waren 1. Güte. Der Preis für Waren 2. Güte beträgt höchstens 80 Prozent des Preises für Waren 1. Güte. Wenn ein Großhändler eine Ware zu einem niedrigeren Erzeugervreis als in vorstebender Preisfestsetzung vorgesehen, einkauft, dann ist er verpflichtet. die Ware nur unter Einhaltung der vornenend festgesetzten Handelsspanne entsprechend billiger an den Kleinhändler abzugeben. Der Kleinhändler ist verpflichtet, ebenso zu verfahren, sodaß in einem solchen Fall der Verbraucherhöchstvreis unterschritten werden muß. Der Großhändler hat dem Kleinhändler für jede Lieferung eine Rechnung auszustellen, die folgende Angaben enthalten muß: gedruckte Anschrift des Verkäufers. Datum. Anschrift des Käufers. Gewicht oder Einheit, Warenart. Güteklasse. Halbkilo= oder Gesamtpreis. Wenn auf einer Rechnung die Güteklasse für die betr. Ware nicht angegeben ist. wird diese Ware als 2. Güte eingeschätzt. Die Selbsterzeuger haben an ihren Vekaufsständen ein Namensschild anzubringen, das sie als Selbsterzeuger kenntlich macht. Von Erzeugern. außer Erwerbsgärtnern. die ihre eigenen Waren aus dem Wochenmarkt feilbieten. muß der Verbraucherhöchstvreis in jedem Fall um 15 Prozent unterschritten werden. Erwerbsgärtner haben sich durch ein beglaubigtes Schreiben der Kreisbauernschaft als solche auszuweisen. Die Sicherungsverwahrung eine Schutzmaßnahme Der Staatssekretär im Reichsjustizministerium. Dr. Freisler, behandelt in der„Deutschen Justiz“, die Sicherungsverwahrung, die als schneidiges Schwert im Kampf gegen das Berufs= und Gewohnheitsverbrechertum eingeführt wurde. Sie hat sich grundsätzlich bewährt. An der Beseitigung einiger Mängel, die sich ergeben haben, wird gearbeitet. Insgesamt wurde von 1934—1937 in 6852 Fällen Sicherungsverwahrung verhängt. Auf das Jahr 1934 entfielen allein sast 4000 Fälle. Seitdem sind die Zahlen rückläufig. Dafür gibt es eine befriedigende Erklärung: Ein Teil der Gewohnheitsverbrecher ist eben schon unschädlich gemacht, so daß wir uns dem Zeitpunkt nähern, in dem es nur noch gilt. die jährlich zuwachsenden Gewohnheitsverbrecher aus der Volksgemeinschaft auszuscheiden. Dennoch bleibt, wie der Staatssekretär ausführt, ein gewisses Gefühl der Besorgnis bestehen. ob nicht hier und da die Anwendung des Gesetzes nachlaßt. Er untersucht die Gründe dieser Entwicklung und wendet sich dabei gegen die Auffassung. in der Sicherungsverwahrung eine Verurteilung mit unbestimmtem Strafmaß zu erblicken, die dem Richter nicht liege. Die Sicherungsverwahrung sei überhaupt keine Strafe, sondern eine Schutzmaßnanme zur Sicherung des Volkes. Der Richter müsse sich hier einzig und allein davon leiten lassen, ob die Ausscheidung des Täters erforderlich ist. um das Volk vor weiterer Schädigung durch ihn zu bewahren. Hier gelte es. die Gewohnheit zu überwinden, überall den Blick auf den einzelnen zu richten. Hier komme alles darauf an. daß die Rechtsprechung ihren Blick bewußt aus das Ganze richtet. Große Schwierigkeiten mache auch die Prüsung der Frage, ob der Sicherungsverwahrte entlassen werden könne. Dazu sei die Feststellung nötig, daß er keine Gefahr mehr für die Volksgemeinschaft bildet. Aus dem Verhalten des Verurteilten könne man diesen Schluß nicht ziehen, denn der immer wiederkehrende Gast unserer Strafanstalten sei in der Regel der mustergültige Gefangene, der längst gelernt habe, daß er durch Widersätzlichkeit und Unsauberkeit sich das Leben in der Anstalt nur noch schwerer macht. Man werde vielleicht erstreben müssen. in Fällen, in denen man glaubt, die Wiedereingliederung eines Sicherungsverwahrten in die Gemeinschaft in langer und zielbewußter Arbeit und Prüsung vorbereiten zu können. von Vergünstigungen in der Sicherungsanstalt über eine Lockerung der Einschließung durch Außenarbeit zu einer Art Halbfreibeit in einer für diesen Zweck besonders eingerichteten Anstalt zu gelangen. Auf jeden Fall müsse von der Möglichkeit der Entlassung Sicherungsverwahrter nur sparsam Gebrauch gemacht werden. Ausreichende Freizeit auch für Erwachsene Neuregelung im Zusammenhang mit dem neuen Jugendschutzgesetz.— Die neue Arbeitszeitordnung. Berlin, 2. Mai. Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht das neue Gesetz über die Arbeitszeitordnung. Wie hierzu bekannt wird, wurde durch das neugeschaffene Jugendschutzgesetz eine ganze Anzahl anderer Gesetze notwendig. Besonders betrosfen davon wird die Arbeitszeitordnung vom Juli 1934, die die wesentliche Grundlage für die Arbeitszeitordnung darstellt. Die Arbeitszeitordnung findet künftig auf Jugendliche keine Anwendung mehr, da diese in Zukunft dem Jugendschutzgesetz unterliegen. Dadurch ist eine ganze Reihe zunächst formeller Aenderungen der Arbeitszeitordnung erforderlich geworden. Gewisse sachliche Aenderungen durch den Erlaß des Jugendschutzgesetzes kommen hinzu. Es war nötig. die Arbeitszeit der Erwachsenen an die der Jugendlichen anzupassen mit Rücksicht auf die enge Zusammenarbeit zwischen Erwachsenen und Jugendlichen in den Betrieben. Die neue Arbeitszeitordnung soll nicht nur den förmlichen und sachlichen Aenderungen Rechnung tragen, sie soll auch zugleich den erhöhten Anforderungen, die heute an die Erwachsenen gestellt werden müssen. Rechnung tragen und auch den erwachsenen Gefolgschaftsmitgliedern genügend Freizeit nach nationalsozialistischen Gesichtspunkten sicherstellen. Die Vorschriften über die regelmäßige Arbeitszeit sind im wesentlichen dieselben geblieben; sie beträgt acht Stunden täglich. Die Bestimmungen über eine andere Verteilung der Arbeitszeit sind etwas geändert, teils erschwerend. teils erleichternd. Die Vorschriften über Vorund Abschlußarbeiten sind zusammengefaßt und durch Uebernahme der Vorschriften des Jugendschutzgesetzes ebenfalls vereinfacht worden. Fälle von Arbeitszeitveränderung durch Tarifordnung und Genehmigung des Gewerbeaussichtsamtes würden jetzt klarer als bisher gegeneinander abgegrenzt. Besonders hervorzuheben ist, daß künftig für alle männlichen Gefolgschaftsmitglieder eine einheitliche Mindestvause vorgeschrieben ist, und zwar eine halbe Stunde Pause, die in zwei Viertelstunden aufgeteilt werden kann. Die Bestimmungen über die Gewährung einer ununterbrochenen Ruhezeit von en#— in gewissen Fällen zehn— Stunden sind auf alle ausgedehnt worden. Der erhöhte Schutz der Frauen gilt unter Beseitigung der Beschränkungen, die bisher für Arbeiterinnen und größere Betriebe bestanden, künftig grundsätzlich für alle weiblichen Gefolgschaftsmitglieder: sie sind dadurch wesentlich einfacher geworden. Lediglich die Vorschriften über die Nachtruhe und den früheren Arbeitsschluß vor Sonnund Feiertagen, der bei 17 Uhr liegt, sind nach wie vor auf Arbeiterinnen beschränkt geblieben, da ihre Ausdehnung auf weibliche Angestellte einer weiteren Prüfung vorbehalten bleiben muß. Auch die Durchführungsbestimmungen sind weitgehend dem Jugendschutzgesetz angepaßt worden. Der verbesserte Jugendschutz. Die Reichsregierung hat, wie schon gestern kurz mitgeteilt, ein Gesetz über Kinderarbeit und über die Arbeitszeit der Jugendlichen(Jugendschutzgesetz) beschlossen. Das Gesetz berücksichtigt die Erkenntnis des nationalsozialistischen Staates, daß ein Volk nur dann zu höchsten Leistungen befähigt und berufen ist, wenn es eine an Leib und Seele gesunde Jugend hat. Das neue Gesetz dehnt den bisher weitgehend eingeschränkten Geltungsbereich des Jugendschutzes auf alle in einem Lehr= oder Arbeitsverhältnis oder mit ähnlichen Dienstleistungen beschäftigten Jugendlichen aus. Es läßt Ausnahmen nur noch für bestimmte Gewerbegruppen zu, z. B. für die Hauswirtschaft, die Landwirtschaft, die See= und Binnenschiffahrt und die Luftfahrt, für die besondere Regelungen in Aussicht genommen sind. Entsprechend dem Punkt 21 des Parteiprogramms wird Kinderarbeit grundsätzlich verboten. Nur in beschränktem Umfange wird die Beschäftigung von Kindern unter Bedingungen gestattet, die auch dem empfindlichen Organismus des Kindes einen genügenden Schutz gewähren. Ein wesentlicher Fortschritt im Jugendschutz ist durch die Heraufsetzung des Jugendschutzalters von 16 auf 18 Jahre erreicht worden, wodurch die Jugendlichen in Zukunft zwei Jahre länger im Genusse der besonderen Schutzvorschriften bleiben. Das bisherige Schutzalter von 16 Jahren ist nur dort beibehalten worden, wo die Jugendlichen soweit in den Erzeugungsvorgang eingeschaltet sind, daß sie zu ihrer Ausbildung und zur Aufrechterhaltung des Betriebes eng zusammen mit den Erwachsenen beschäftigt werden müssen. Die achtstündige Arbeitszeit ist beibehalten worden. Sie wird aber um die Unterrichtszeit in der Berufsschule gekürzt, die in Zukunft auf die Arbeitszeit anzurechnen und als solche zu bezahlen ist. Für Jugendliche unter 16 Jahren ist jegliche Mehrarbeit verboten. Auch für Jugendliche über 16 Jahre ist die Mehrarbeit stark eingeschränkt; nur bei Vor= und Abschlußarbeiten, bei Arbeitsbereitschaft, aus dringenden Gründen des Gemeinwohls und zu ihrer Ausbildung dürfen Jugendliche über 16 Jahre Mehrarbeit leisten, jedoch ist hier eine Beschränkung der Arbeitszeit auf höchstens 54 Stunden in der Woche vorgesehen. Nachtarbeit wird für Jugendliche grundsätzlich verboten. Die bisher in einzelnen Gewerbezweigen, z. B. in Gast= und Schankwirtschaften, in Bäckereien und in Glashütten möglichen Ausnahmen sind wesentlich eingeschränkt worden. Erstmalig wird durch das Jugendschutzgesetz in der deutschen Gesetzgebung für die Jugendlichen allgemein ein erweitertes Wochenende von Samstag 14 Uhr av eingeführt. Von Samstag 14 Uhr bis Montagmorgen 6 Uhr dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden. Wo die Eigenart der Betriebe eine ausnahmsweise Beschäftigung am Samstagnachmittag oder am Sonntag erforderlich macht, z. B. in offenen Verkaufsstellen und in Gast= und Schankwirtschaften, ist den Irgendlichen eine Ersatzfreizeit an einem anderen Tage oder Nachmittage zu gewähren. Die aufgeführten Verbesserungen des Jugendschutzes waren aber unvollkommen, wenn nicht dafür gesorgt würde, daß die Jugendlichen wenigstens einmal im Jahre ihre Kräfte durch einen längeren Urlaub auffrischen können. Jugendliche unter 16 Jahren erhalten 15 Werktage. Jugendliche über 16 Jahre 12 Werktage Urlaub. Ohne Rücksicht auf das Alter erhöht sich der Urlaub auf 18 Tage bei der längeren Teilnahme an einem Lager oder einer Fahrt der Hitler=Jugend. Entsprechend der Bedeutung des Jugendschutzes werden für die Uebertretung der Schutzvorschriften scharfe Bestrafungen angedroht. dem Hilfewerh Mutter und Aino dienst Du durch Deinen Mitgliebebeitrag jue nsb.! So noch niemals Keines Menschen Auge hat die Olympischen Spiele so nah, so schön, so vollständig und so dramatisch gesehen wie die Kamera, wie der Film von Leni Riefenstahl.„Schönheit des Körpers, Schönheit der Seele“— das klasssische Altertum hat in seinen Idealgestalten für alle Zeit Vorbild und Maß geschaffen, dem die moderne Zeit bewundernd nacheifert. Wie ein Weihespiel um die Schönheit des Menschen hat Leni Riefenstahl den Eingangsteil ihres filmischen Denkmals vom Wettkampf der Jugend der Welt gestaltet — die nackte Reinheit des vollendeten menschlichen Körpers wird in einem unvergleichlichen Mysterium, tänzerisch ernst und lieblich zugleich, aus dem klassischen Vorbild entwickelt und vor Augen geführt. Die Sehnsucht nach dem Schönheitsideal findet in dem Prosogteil des gewaltigen Werkes packendsten Ausdruck: Tanz ist Sehnsucht, Sehnsucht ist Flamme— aus dem Gebet um das Feuer, für die Flamme, entzündet sich die Fackel, die von Olympia aus durch die Fackelläufer von sieben Nationen nach Berlin gekragen wurde Allein dieser Prologkeil ist eine einmalige filmische Dichtung, die das Denkmal der kämpfenden Jugend unvergleichlich aufklingen läßt. Zwei Jahre wurden in ununterbrochener Arbeit am Olympia-Film verbracht: weit über jeden Dokumentenfilm hinaus, weit über alles, was Sportreportagen an Sensationellem und Spannendem zu bieten hatten, stützt sich das große Werk auf die schönsten Stars der Welt— nämlich auf die Idealgestalten von Mannern und Frauen aus 32 siegreichen Nationen. Mit den modernsten Mitteln der Kamera und einem riesigen Einsatz von Organisation und künstlerischem Willen sind diese ringenden, kämpfenden, siegenden Menschen so unmittelbar und aus nächster Nähe verfolgk und ausgenommen, wie kaum stärkere Großaufnahmen stärkster dramatischer Künstler versucht und gelungen sind. Aufregend— ganz unabhängig von der sportlichen Leistung— in jeder Phose der Erlebnisse, erhebend und mitreißend durch die Massen der 100 000, die eine ganz einmalige leidenschaftliche„Mitspielerschar“ des Films bilden, verspricht das Werk für zwei Abende unvergeßliche Eindrücke, spannendste Stunden von dem Olympischen Wettstreit der„16 Tage“. Ganz unabhängig von der Aktualität ist ein dauerndes, bleibendes Filmwerk geformt worden, von dem schon jeder gesprochen hat und von dem jeder sprechen wird, weil dieser Film etwas ganz Einmaliges ist. Eine erhöhte Krönung findet der erste Teil des Fülms: die zahllosen Höhepunkte an den„16 Tagen“ vereinigt in der Darstellung des„Marathon"= Laufs, so wie ihn das Kameraauge, aber noch niemals ein Menschenauge in seiner Gesamtheit erleben konnte.„So noch niemals“ ist das Urteil über die Leistungen des einzigartigen Werkes dessen erster Teil am kommenden Freitag in der Lichtburg läuft und zu dem Kreisleiter Nieper das Protektorai übernommen hat. Preise für Gemüse. Die Preisfestsetzungskommission für Obst und Gemüse in Arnsberg hat die Verbraucherhöchstvreise bis auf weiteres wie folgt festgesetzt: Abgabevreis in Rof. an den Verbraucher: Spinat, je 500 Gramm 12. Wirsirg, grün 14: gelb 12.5. Weißkohl A 11.5; B 10. Rotkohl 15. Möhren A. gewaschen 11: Aungewaschen 10: B gewaschen 7.5: B ungewaschen 6.5. Rhabarber 16. Rote Beeten 87 Zwiebeln. in= u. ausl., außer Parma, 16. Fleischerzwiebeln 14. Porree. klein. je Stück 3; mittel 6: dick 9. Supvengrün. Bündchen 13.(Ein Bündchen Supvengrün muß mindestens enthalten: Porree. Sellerie. Möhre. Petersilienlaub oder wurzel.) Ital. Blumenkohl: Paluda, 12er Steige. je Kopf 63. 18er Steige 43: Pisa u. Jesi. 12er Steige 60. 18er Steige 42: Brocolli, 9er Steige 56. 12er Steige 44. 18er Steige 32. Bei vorstehend aufgeführten Gemüsearten handelt es ich um Freilandware. Die vorstehend ausgeführten Verraucherhöchstvreise sind als Höchstvreise zu be rachten. d. h. sie dürfen in keinem Falle überschritten. vohl aber unterschritten werden. Vorstehende Preise Für ewige Zeiten werden die Olympischen Spiele in Berlin in der Erinnerung der Menschen fortleben als das große und auch schönste der Völker, das die Welt bisher erlebte. Von diesem Fest wurde bekanntlich im Auftrage des Führers und unter Leitung von Leni Riesenstahl ein Uraufführung bereiss am Geburtstage des Führers erfolgte. Der Film und tüchtigsten sportlichen Kämpfer der Welt ihre Kräfte maßen und mit ist dem Film aufgenommen, dessen nisse, bei denen die besten Der Film ist ein gelungenes und einzigartiges Dokument unvergeßlicher Tage. Von links: der Beginn des historischen Fackellaufs von Griechenland nach Berlin. Mitte: Ein Schnappschuß von der Arbeit der Kameraleute: ein Operateur an der Riesenkamera. Rechts: Der Diskuswerfer, ein herrliches Bild moderner Klassik, wie es selbst von Künstlerland nicht vollendeter gestaltet werden könnte.(Tobis-Olympia— ein Spiegelbild der großen Ereig letzten Einsatz um den Sieg rangen. Aus und für Herne Gauleiter Wagner bankt Gauobmann Stein. Betriebsführer und=obmänner der südwestfälischen Musterbetriebe beim Gauleiter. RSG. Gauleiter Reichskommissar Josef Wagner empfing unter Führung des Gauobmanns Ernst Stein die anläßlich der feierlichen Auszeichnung der für das Arbeitsjahr 1938=39 ernannten nationalsozialistischen Musterbetriebe in Berlin weilenden Betriebsführer und=obmänner der fünf südwestfälischen Musterbetriebe. Der Gauleiter gab seiner Freude über die hervorragenden Leistungen im Gau Westfalen=Süd mit herzlichen Worten Ausdruck und dankte Gauobmann Stein für seine unablässige Einsatzbereitschaft und erfolgreiche sozialpolitische Arbeit. Deutsches Frauenwerk, Herne=Mitte. Die Sprechstunden der Ortsfrauenschaftsleiterin sind jeden Mittwoch von 10—12 Uhr in der Geschäftsstelle Heinrichstraße. Donnerstag, den 5. Mai, 20 Uhr Pflichtabend in der Westfalenschänke. *** 500 alte Kämpfer aus der Ostmark kommen nach Westfalen-Nord, Westfalen-Süd und Essen. Die ersten 500 erholungsbedürftigen alten Kämpser aus der Ostmark, die im Rahmen der HitlerFreiplatzspende in Familienpflegestellen in den Gauen Westfalen=Süd. Westfalen=Nord und Essen untergebracht werden. treffen nicht, wie bekanntgegeben, am 15. Mai 1938 in Westfalen=Süd ein, sondern bereits am 6. Mai 1938. Wir richten an die Freiplatzspender die Bitte, bereits von diesen Tage ab die Freiplätze bereitzustellen. Der zweite Transport mit Hitler=Urlaubern aus der Ostmark wird am 16. oder 17. Mai im Gau Westfalen=Süd eintreffen. *** 8 Reichssieger aus dem Gau Westsalen=Süd. Einer wurde dem Führer vorgestellt.— Ehrung durch den stellvertretenden Gauleiter Better. RSG. Der Reichsberufswettkampf aller Schaffenden 1938 gehört der Vergangenheit an. In Hamburg haben auch die Besten unseres Gaues in dem größten friedlichen Wettkampf der Welt ihre Kräfte mit Tausenden von Teilnehmern aus den anderen Gauen Deutschlands gemessen. Und sie haben nicht versaat. Von Jahr zu Jahr ist nicht nur die Teilnehmerzahl gestiegen, sondern wir haben auch einen ständigen Leistungsaufschwung. Davon gibt die frohe Kunde Kenntnis, daß acht Südwestfalen als Reichssieger aus dem diesjährigen Reichsberufswettkampf aller Schafsenden hervorgehen konnten. Einem von ihnen, Schümmelfeder(Dortmund) aus der Wettkampfgruppe Handel, wurde das große Glück zuteil, am Nationalfeiertag des deutschen Volkes dem Führer vorgestellt zu werden. Die anderen traten von Hamburg aus die Rückreise zur Gaustadt Bochum an, wo sie am Sonntagvormittag im Bochumer Schützenhofsaal durch den stellvertretenden Gauleiter Vetter die verdiente Auszeichnung und Anerkennung für ihre Arbeit fanden. Außer diesen Reichssiegern stellt der Gau Westfalen=Süd im Wettkampf der deutschen Studenten als Reichssieger in der Gruppe Energiewirtschaft die Mannschaft Heinz Bornkessel von den Vereinigten Höheren Staatslehranstalten in Dortmund. Die Namen der Reichssieger sind: Schümmelfeder aus der Wettkampfgruppe Handel, Dortmund; Katzer, Otto, Wettkampfgruppe Handel, Bochum; Büsenkamp, Otto, Bochum, Eisen und Metall; Diesbach, Erich, Bochum, Freie Berufe; Weinreich, Else, Witten, Stein und Erde; Beckmann, Alfred, Berge bei Hamm, Reichsnährstand; Unger, Asta, Soest, Reichsnährstand; Bornkessel, Heinz, Dortmund, Vertreter der Mannschaft der Höheren Technischen Staatslehranstalten. ** Maifeiern bei der Stadtverwaltung. Der 1. Mai wurde am Samstag, dem 30. April, von der Stadtverwaltung in folgenden Lokalen gefeiert: Die Städt. Sparkasse im Lokal Wiegmann (Grünendahl), das Gas= und Elektrizitätswerk im Lokal Schulte=Middelmann(Börnig), das Wohlfahrtsamt in Verbindung mit dem Jugendamt und Gesundheitsamt im Lokal Braun und die übrige Stadtverwaltung im Hotel Schlenkhoff. Am Sonntag wurde der 1. Mai von dem Fuhrpark, Garten= und Friedhofsamt bei Düppe=Korte in Baukau und von dem Bauamt bei Möller, Von=derHeydt=Straße, gefeiert. Die Pflichtarbeiter der Stadtverwaltung feierten den 1. Mai bei dem Wirt SchulteMiddelmann in Börnig. Oberbürgermeister Meister und der Verwaltungsdirektor besuchten sämtliche Betriebsfeiern. Maifeier der Gefolgschaft des Herne im Grünen. Der nationale Feiertag des deutschen Volkes vereinigte die Gefolgschaft des Herner Arbeitsamtes am Samstagnachmittag in der Halterner Stadtmühle. In drei Autobussen war man über Castrop=Rauxel, Datteln, Flaesheim zum Haus Niemen gefahren, um dann zu Fuß die Stever und den See entlang gegen 16 Uhr am Zielpunkt anzulangen. Die Organisation, die wie am Schnürchen klappte, lag in den Händen des Betriebsobmannes Pg. Kegler, dem der Dank für die schöne Fahrt und die schönen Ueberraschungen des Ausflugs gebührt, an dem aber auch seine Mitarbeiter teilhaben. Gleich beim Eintreffen in der Stadtmühle fand man den Kaffeetisch gedeckt und alle ließen es sich gut munden. Nach dieser Stärkung setzte recht bald eine fröhliche Stimmung ein, die durch einige Bootsfahrten erhöht wurde. Bei Einbruch der Dunkelheit kehrte man zum warmen Abendessen zurück und ließ sich dieses gut schmecken. Danach begann der Kameradschaftsabend mit einem sehr unterhaltenden Programm. Er wurde mit dem Marsch„Alte Kameraden“ eingeleitet. Ein gemeinsames Lied war dem Monat Mai gewidmet. In einer Bierzeitung, die zur Verlesung kam, wurden humorvoll die menschlichen Qualitäten der Gefolgschaftsmitglieder herausgestellt, und manche Glosse wurde stark belacht. Die Ansprache hielt Amtsleiter Regierungsrat Dr. Mueller. Er wies auf den Sinn des Nationalfeiertages hin, durch den die Verbundenheit aller deutschen Volksgenossen am 1. Mai eine besondere Herausstellung erfahre und den Beweis erbracht habe, daß im deutschen Vaterlande kein Platz für Klassenhaß und Klassenunterschiede sei. Betriebsobmann Pg. Kegler würdigte die Bedeutung des Tages und stattete dem Gefolgschaftsführer Regierungsrat Dr. Mueller den Dank der Gefolgschaft für das Gelingen der Fahrt ab. Verwaltungsinspektor Pg. Sabahs wurde Dank dafür gesagt, daß er im Laufe der letzten Monate dafür Sorge trug, daß die Mittel für hilfsbedürftige Kaneraden zur Stelle waren. Nach fröhlichem Tanz trat man dann die Heimfahrt an, um hochbefriedigt und in froher Stimmung in Herne einzutreffen. * Gasthausangestellte feierten den 1. Mal. Den Ausklang der Maifeiern brachte gestern abend die Veranstaltung der Herner Gasthausangestellten im Lokale Th. Stemberg. Musikalische Darbietungen und humoristische Vorträge sorgten für erholungsreiche Stunden der Schaffenden aus den Herner Gaststättenbetrieben. ** Dem Bergmann die besten Wohnungnn. Rechtswahrer erhielten einen Einblick in den Bergmannsberuf. RSG. Vor den Rechtswahrern, die zurzeit auf der Leben des deutschen Bergmanns und seine sozial politische Lage". Ausgehend von dem Jahre 1890, in dem der deutsche Bergmann noch als geachteter Knappe ein wohlständiges Leben führte, schilderte er die Zersetzungsarbeit der marxistisch=liberalistischen Gewerkschaften, die den Bergmannsberuf nach der November=Revolte herabwürdigten. Berufsstolz und Ehre waren in diesen Jahren für den Bergmann fremde Begriffe. Aufgabe der Deutschen Arbeitsfront lei es, den Bergmann zu einem berufsfreudigen Volksgenossen zu erziehen. Dies sei aber nur möglich, wenn der Werksführer als erster Sozialist vor seiner Gefolgschaft stehe und alles so gestalte, daß der Bergmann sich selbst wieder als wertvolles Glied der Volksgemeinschaft fühle. Gerade der Wohnungsbau lei für den Werksführer eine der vornehmsten Aufgaben, denn der Bergmann, der zwei Drittel seines Lebens im Dunklen verbringe, habe Anspruch auf die besten und gesundesten Wohnungen. Der Redner stellte die Aufgaben der Werksführer klar heraus. Sie müßten sich jederzeit bewußt sein, daß der Bergmann als Frontsoldat der Arbeit an einer der wichtigsten Stellen stehe, die für die Verwirklichung des Vierjahresplanes ausschlaggebend seien. Werksführer, die den Bergmännern nicht das rechte soziale Verständnis entgegenbrächten, hätten im Reiche Adolf Hitlers keinen Anspruch auf einen Führungsposten. Die Deutsche Arbeitsfront als die Beauftragte der NSDAP für die Aufrechterhaltung des sozialen Friedens werde rücksichtslos gegen alle störenden Kräfte vorgehen, gleich, ob es sich um die Gefolgschaft oder die Führung eines Betriebes handele. Anschließend wurde eine Grubenfahrt durchgeführt. Schützt die städtischen Anlagen! Trog wieberholter Erm waltung, die Gartenanlage sind in letzter Zeit diese wie U. a. ist der Zaun am St Trotz wiederholter Ermahnungen der Stadtveren der Stadt zu schonen, ederholt beschädigt worden. Stadtgarten erst vor kurzer Zeit neu errichtet worden, der aber jetzt schon wieder stark beschädigt ist. Die Stadtverwaltung wird in Zukunft gegen diese Schädlinge mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln strengstens vorgehen. Die Bevölkerung wird gebeten, die Stadtverwaltung in diesem Sinne zu unterstützen und jeden Schädling, der sich an städtischen Anlagen vergreift, zur Anzeige zu bringen. Nur so ist es möglich, die Anlagen für die Allgemeinheit zu erhalten. „* Auch Herner Grünslächen werden besichtigt. Anfang dieses Monats tritt der Fachschaftsleiter des Reichsbundes der Kleingärtner Deutschlands, Pg Steinhaus, Berlin, eine längere Reise an, um die vorhandenen Grünflächen in allen deutschen Städten über 50000 Einwohner zu besichtigen. Es soll hierbei geprüft werden, ob die von den Städten nach Berlin gemeldeten Grünflächen auch ausreichend für die Bevölkerung sind. Wo dieses nicht zutreffen sollte, wird eine Besprechung mit den einzelnen Bauämtern zwecks Zuweisung weiterer Flächen für die Kleingärtnerbewegung erfolgen. Bei uns in Herne, wohin Steinhaus ebenfalls kommt, sind vom Bauamt noch Parzellen Land für Kleingärten vergeben und deshalb für die Bebauung vorläufig nicht freigegeben. Wir nehmen aber an, daß der Besuch mit der Grünflächenpolitik der Herner Stadtverwaltung zufrieden sein wird. *** Tarisordnung für die Schieferindustrie. RSG. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen erließ für die Schieferindustrie seines Wirtschaftsbereiches eine Tarifordnung, die in engster Zusammenarbeit mit der Deutschen Arbeitsfront, Gau Westfalen=Süd, entstanden ist und eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedin= gungen darstellt. Die Tarifordnung ist deshalb von Bedeutung, weil sie erstmalig die Regelung für die gesamte Schieferindustrie vorsieht. Bisher gab es nur wenige Betriebe, die im wesentlichen die Arbeitsbedingungen in der Betriebsordnung festgelegt hatten. „ n* * Das 40jährige Ehesubiläum begingen gestern im Kreise ihrer noch lebenden acht Kinder und sechzehn Enkel unsere langjährigen treuen Leser, die Eheleute Kolonieverwalter a. D. Heinrich Lechler und Frau Maria, geb. Tollkamp, HerneSodingen, Kantstraße 5. Der heute 67jährige Jubilar stammt aus Weddern bei Dülmen und war, ehe er in den Ruhestand trat, Kolonieverwalter der Herner Feuerwehr nach wie vor voll auf dem Posten Jahreshauptverlammlung des Kreisteuerwehrverbandes Herne.— Die Verjüngung der Wehr macht weitere Fortichritte, 19 Feuerwehranwärter beitanden ihre Hauptübung. Die Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Herne begann am Montag mit der Ablegung der Hauptprüfung der 19 Feuerwehranwärter am Feuerwehrturm auf dem Platz an der Schillerstraße, der eine halbjährige Ausbildung vorausgegangen war. Die gesamten Löschzüge traten unter der Führung von Hauptbrandmeister Karl Köhlhoff am Feuerwehrdepot Breddestraße an, um dann unter Vorantritt des Gaumusikzuges zum Platz an der Schillerstraße zu marschieren, die Gerätewagen folgten. Dort erwartete bereits eine stattliche Zahl von Mitbürgern die Wehr. In Begleitung der Ehrengäste, wie Oberbürgermeister Meister und Kreisleiter Nieper, die auch der Hauptübung wie der späteren Jahreshauptversammlung vom Anfang bis zum Ende beiwohnten, und des Leiters des Städtischen Nachrichten= und Presseamtes, Pg. Grümer, schritt Kreisfeuerwehrführer Jöllenbeck die Front der aufmarschierten Wehr ab. Es folgten die einzelnen Uebungen der 19 Feuerwehranwärter. Zuerst sah man Freiübungen, die mustergültig ausfielen, dann wurde am Steigerturm geübt, wobei wiederum die Exaktheit der Ausführungen offenbar wurde. Eine Löschübung mit vier Schläuchen, wobei die Magiruspumpe auch in Tätigkeit trat, schloß sich an. Nach einem tabellosen Marschieren ging es unter Vorantritt des Gaumusikzuges im Paradeschritt am Kreiswehrführer und den Ehrengästen vorbei. Durch diese Parade stellte sich wiederum die gesamte Herner Kreisfeuerwehr selbst das beste Zeugnis aus. Mit Musik ging es dann die Mont=Cenis=Straße hinunter, durch die Bahnhof= und Kaiser=Wilhelm=Straße zum Versammlungslokal Köhlhoff. Wehrführer und Stadtoberhaupt Iprachen. Im Köhlhoffschen Saale begrüßte Kreiswehrführer Jöllenbeck die Ehrengäste und gab seiner Freude Ausdruck daß neben der finanziellen Unterstützung der Wehr das Stadtoberhaupt sein Interesse für sie stets durch seine persönliche Anwesenheit bekunde. Wenn die bewilligte Feuermeldeanlage in diesem Jahre eingerichtet werde, dann sei das Hauptbedürfnis der Wehr an Geräten befriedigt. Auch Kreisleiter Nieper bezeuge stets durch seine Anwesenheit, welche Bedeutung die Bewegung der Wehr zumesse. Die großen Aufgaben der Wehr für die Zukunft gestatteten keine großen Festlichkeiten, dafür sei es aber den Kameraden ein Bedürfnis, sich auf den kameradschaftlichen Treffen näher kennenzulernen. Oberbürgermeister Meister, der auch im Namen des Kreisleiters Nieper der Wehr den Dank für ihren Idealismus aussprach, betonte, daß man schon am Neujahrstage 1938 allgemein in der Herner Bevölkerung wiederum den Eindruck erhalten habe, daß die Herner Wehr schlagkräftig sei und die an sie gestellten Aufgaben bewältigen werde. In der Geschichte der Stadt Herne werde ihrer Wehr stets die ihr zustehende Anerkennung gezollt werden. Er wünschte den Wehrleuten, daß sie diesen Abend in fröhlicher Kameradschaft verleben möchten. Vereidigung der Feuerwehranwärter. Nach dem Aufmarsch der Anwärter in voller Ausrüstung nahm Kreiswehrführer Jöllenbeck die Vereidigung vor. Er führte aus, daß das Rühren der Werbetrommel für einen jungen, und guten Wehrnachwuchs vor einem halben Jahre von Erfolg gekrönt gewesen sei. Früher habe man die Anwärter gleich den einzelnen Löschzügen zugewiesen, heute sei infolo der größeren Zunkunftsaufgaben eine gemeinsame Ausbildung der Anwärter notwendig. Ein halbes Jahr lang seien die 19 Anwärter im Feuerlöschwesen gründlich ausgebildet worden, und die vorhin durchgeführte Prüfung habe Zeugnis von der Tüchtigkeit, Fertigkeit und dem Können der Anwärter abgelegt. Er sprach Hauptbrandmeister Köhlhoff und dessen Mitarbeitern den Dank der Wehr für die Mühen dieser Ausbildungszeit aus. Nun folgte die Vereidigung der Anwärter, die sodann den einzelnen Löschzügen zugewiesen wurden. Die Anwärter sprachen dem Kreiswehrführer die Eidesformel nach, die da lautete:„Ich gelobe, im Sinne des nationalsozialistischen Staates meinem Führer gehorsam zu sein und meinen Kameraden ein treuer Kamerad zu bleiben, meine freiwillig übernommenen Pflichten pünktlich und gewissenhaft zu erfüllen und mich als freiwilliger Feuerwehrmann unter Einsatz meiner ganzen Kraft bereitzuhalten. Gott zur Ehr— dem Nächsten zur Wehr!" Mit einem Handschlag wurde dann jeder Anwärter nun als vollgültiger Wehrmann in den Kreisfeuerwehrverband Herne ausgenommen. Nach einer kurzen Rückschau auf die Jahre, da die Wehr um die Anerkennung nach außen hin zu kämpfen hatte und hierbei nie ihre nationale Gesinnung verleugnete, ließ der Kreiswehrführer ein dreimaliges Siegheil auf den Schöpfer des neuen Deutschlands ausbringen, das in den beiden Hymnen ausklang. Der Gelchäftsbericht. Nun trat man in die Tagesordnung der Jahreshauptversammlung ein. Den Geschäftsbericht für das Jahr 1937 erstattete Geschäftsführer Itseshorst, der folgendes ausführte: Der Kreisfeuerwehrverband Herne besteht zur Zeit aus 4 Normalzügen und 4 Halbzügen. Der Mitgliederbestand beträgt 198 ak tive und 30 passive Mitglieder. Ab 1. Oktober 1937 wurden 28 Feuerwehrmann=Anwärter eingestellt, von denen nach ½jähriger Ausbildung 19 Mann in die Feuerwehr eingereiht wurden. Durch Tod schieden folgende Kameraden der Altersabteilung aus der Wehr aus: Oberbrandmeister Karl Lindner, Löschmeister Fritz Heiermann, Feuerwehrmann Karl Potzkei. Die Ausrüstung der Wehr wurde weiterhin ver vollständigt. Unter anderem wurde die bisher für Pferdebespannung eingerichtete Magirus=Leiter des Löschzuges Baukau mit einem Kostenaufwand von 11000 Mark in eine automobile Leiter umgebaut. Damit ist die Einsatzfähigkeit des 2. Löschzuges(Baukau) bedeutend verbessert. Der theoretischen und praktischen Ausbildung der Feuerwehrleute wurde erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Mehrere Kameraden nahmen an den von der Provinzial=Feuerwehr= schüle in Münster eingerichteten Kursen teil. Es fanden 2 Hauptübungen und 104 Uebungen in der Zügen statt. Die Wehr wurde in 53 Fällen alarmiert, und zwar zu 3 Großbränden, 4 Mittelbränden, 25 Kleinbränden, 9 Kaminbränden, 10 Hilfeleistungen uno zweimal zum Probealarm. Drei Feuerwehrmänner erlitten Unfallschäden, die durch die Versicherung glatt entschädigt wurden. Glücklicherweise haben die Unfälle keine dauernden Schäden hinterlassen. Die Wehr hielt eine Generalversammlung ab. Bei allen Gelegenheiten hat die Wehr ihre Schlagfähigkeit auf das Beste bewiesen und damit das Vertrauen gerechtfertigt, das ihr von der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft geschenkt wird. Auch für die Zukunft werden die Kameraden der Feuerwehr stets freudig ihre freiwillig gegenüber der Allgemeinheit übernommenen Pflichten erfüllen. Den Kassenbericht erstattete darauf Kassierer Weinholt vom Kreisfeuerwehrverband. Es wurde ihm einstimmige Entlastung gegeben. Im kameradschaftlichen Kreise, bei schmissigen Marschrhythmen des Gaumusikzuges und frohen Liedern der Wehrkameraden blieb man noch eine Weile im kameradschaftlichen Kreise zusammen. Mont Cenis, während die Jubilarin, heute 64 Jahralt, gebürtige Hernerin ist. Beide Eheleute erfreuer sich innerhalb der Bevölkerung des größten Ansehens Wir wünschen beiden, daß sie in der bisherigen Frische auch ihr goldenes Ehejubiläum und einen geruhsamen Lebensabend verleben möchten. * Drei Arbeitssubilare bei Harpen. Ihr silbernes Arbeitsjubiläum konnten auf der Schachtanlage Julia die Hauer Vernhard Wübbelina und August Kühn begehen. Auf ein gleiches Jubiläum kann der Vorarbeiter Wilh. Heibel auf der Zeche Mont Cenis zurückschauen. Wir gratulieren * Autobusse jetzt vorübergehend durch Herne-Nord. Die Ausbauarbeiten der La=Roche= und Cranger Straße treten jetzt ins letzte Stadium, da man an der Zeche Julia damit begonnen hat, die Asphaltdecke aufzutragen. Hierdurch ergibt sich eine Umleitung des Verkehrs, u. a. auch der Personenautobusse, die nun hart an der nordwestlichen Ecke unserer Stadt vorbeifahren, wobei mancher Fahrgast, der nicht aus Herne stammt, zu der Feststellung gelangt, wie man es gestern vielfach hören konnte, daß Herne nicht nur groß ist, sondern auch schöne landschaftliche Flecken besitzt. a Bodenuntersuchungen wurden ausgeführt. Auf dem Gelände an der östlichen Seite der JeanVogel= und Düngelstraße, auf dem der Bau eines H3Heimes bald erstehen wird, führte man gestern durch Bohrungen Bodenuntersuchungen durch, um festzustellen, ob dort der Westbach Fließ aus grauer Vorzeit hinterlassen hat. * Die Dampfwirtschaft in den Kesselhäusern der Schachtanlagen Julia und Recklinghausen I der Harpener Zechengruppe Herne konnte erheblich günstiger gestaltet werden. Im Vorjahre hat man mit dem Kesselumbau im Kraftwerk Mont Cenis begonnen, der nun weiter fortgeschritten ist und durch den man nach der Vollendung in der Lage sein wird, von dort aus eine weit höhere Leistung an die Landesstromversorgung abzugeben. Gegenwärtig werden bereits bis zu 7000 Kilowatt geliefert. Mit der Wiederaufnahme der Verkokung auf Julia und Recklinghausen I waren auf der Schachtanlage Julia die Errichtung einer großen Bekohlungsanlage und auf Recklinghausen I die Verlegung der Seilbahn zur Zentralaufbereitung und die Ueberholung der Bahnhofsanlagen verbunden. * Arbeitsunfall. Durch eine Ladung Blechplatten, die dem Handwerker Otto G. aus Coesfeld auf einem Herner Werk auf den Körper fielen, erlitt dieser Fuß= und Armverletzungen. Der Unfall, der sich gestern morgen gegen 8 Uhr zutrug, machte die Ueberführung des Verlogten in ein Herner Krankenhaus notwendig. * F e s t n a h m e n. Ein Mann aus der Mont=Cenis=Straße wurde wegen Fahrraddiebstahls festgenommen. Anfang März d. J. wurde eine nach Haus gehende Verkäuferin auf der Flottmannstraße von einem jungen Mann angefallen. Jetzt konnte dieser ermittelt und festgenommen werden. Er ist geständig. * Diebstähle. In der Nacht zum 1. Mai wurde in der Wirtschaft Schneider, La=Roche=Straße, ein dunkelblauer Herrenmantel mit Rückengurt gestohlen. Der Mantel ist mit schwarzer Seide gefüttert, auf der Innenseite der linken Brusttasche befindet sich aus gelber Seide ein Monogramm mit den Buchstaben I. M.— Ebenso wurde in der Nacht zum 2. Mai im gleichen Lokale ein heller Winterüberzieher(Fischgrütenmuster), ein graublauer Haarhut und ein grauer Wollschal mit roten Streifen gestohlen. Der Ueberzieher ist mit grauer Seide bis zur Hälfte gefüttert. Die Sachen sind fast neu. Wer kann zu den Diebstählen Angaben machen? Vor Ankauf der Sachen wird gewarnt. Stadt Wanne=Eickel. Ein Dankschreiben des Führers. bürgermeister der Stadt Wanne=Eickel folgendes Der Führer und Reichskanzler richtete an den Oberraermeister der Stadt Wanne=Eickel folgendes Dankschreiben: Berlin, den 27. April 1938. Für das treue Gedenken an meinem Geburtstaa und die mir namens der Einwohnerschaft freundlichst übermittelten Glückwünsche sage ich meinen herzlichsten Dank. Mit Deutschem Gruß! gez.: Adolf Hitler. Ernennungen bei der Wehrmacht. Zum Leutnant der Reserve wurde der chr. Leutnant a. D. Bernhard Bensmann, Hermann=Göring=Straße 113 ernannt. Diebstahl. Einem Anwohner der Reicsstraße wurden in der Nacht zum 29. April aus einem verschlossenen Stall fünf Hühner(Rhodeländer) und fünf Küken im Alter von 12 Wochen gestoblen. Ein Huhn wurde am Tatort abgeschlachtet und liegen gelassen. Wer kann zur Ermittlung der Täter Angaben machen? Verkehrsunfall. Am 30. April gegen 15.40 Uhr kam es auf der Kreuzung Bochumer und Hordeler Straße zu einem Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Kleinkraftrad. Hierbei wurde der Fahrer des Kleinkraftrades leicht verletzt. Eigentümer von Fahrrädern gesucht. Bei der Kriminalpolizei sind zwei Fahrräder sichergestellt, die beide vermutlich aus einem Diebstahl herrühren. 1. Ein Herrenahrrad. Marke Garanta. Nr 119 494. 2. Ein Herrenfahrrad. Marke Miele, ohne Nummer. gelbe Felgen. rote Handgriffe. Eigentumsberechtigte werden gebeten. zwecks Besichtigung und Empfangnahme ihres Eigentums im Polizeipräsidium vorzusprechen. 1892 Schweine in Wanne=Eickel. Nach dem Ergebnis am.##r 2### d#rchgeführten Zählung werden in dert Lagngrrickel in 1209 Haushaltungen insgesamt 189. Schweine gehalten. Unter Zuarundelegung einer Gesamtzahl von 27216 Haushaltungen bedieses, daß von jeder 22. Haushaltung in unserer Stadt Schweine unterhalten werden. Briefkasten Frl. C. Um Regenflecken aus Tuch- und Wollkleidern entfernen, gibt man in einen halben Liter Regenwasser ein wenig Weinsteinöl, mischt es tüchtig und trägt es mit einem Leinenläppchen auf die Regenflecken, hierauf streicht man mit einem trockenen Tuch nach dem Strich den Stoff. Eisen gchagels. Aus amtlichen Bekanntmachungen Der Regierungspräsident. Arnsberg, den 3. Mai 1938. I a Sta. IV 60.2. Offenlegung eines Planes. „Im Bau einer Gasfernleitung von Herne nach Huckeswagen dauernd zu beschränkende, in der Gemarkung Holthausen belegene Grundeigentum liegt nebst „#lagen in o#: geit vom 4. bis zum 11. Mai 1938 beim ½ 7##manns Einsicht aus. Wahkann jeder Beteiligte im Umfange seines Einwendungen unz:“##gen den Plan erheden. Solche cngungen uind dei dem Oderdürgermeister in Hetne schriftlich einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu erPlanfeststellung uno zur Verhandlung über 15 and Guhs„Bestzeinwelsung wird anderaumt auf den 7 Uhr in d.r Gastwirtschaft Schulte in De: Beteligten diermit gelade. 3“ dielem Ternin werden Im Auftrag: gez. Unterschrift Amferdfeüer Wacktmeister Zaulou und 100 Mann. Die geheimnisvolle, ebensoviel geschmähte wie verehrte Gestalt des Barons Ungern=Sternberg., des Eroberers der Mongolei und letzten großen Generals der weißrussischen Gegenrevolution, stebt im Mittelpunkt des dramatisch spannenden Buches von Berndt Krauthoff„Ich befehle. Kampf und Tragödie des Barons Ungern=Sternberg". Mit Erlaubnis des Verlages Carl Schünemann, Bremen, bringen wir nachfolgenden Ausschnitt aus dem in Kürze erscheinenden Werk. „Morgen. Bolschewisten!" ruft Baron Ungern mit heller Stimme den vor ihm aufgestellten sechshundert Rotarmisten zu. Die Gefangenen antworten mit roten Gesichtern, aber ziemlich erakt: „Wünschen Gesundheit. Euer Exzellenz!“ „Wollt bei mir dienen?“ fragt der Baron. Unter den Gefangenen werden zustimmende Rufe laut. Ungern nickt. Die Truppe macht einen guten Eindruck. „Brauche euch nicht alle. Werde mir hundert aussuchen.“ Er reitet die Reiben entlang, weist hier und da mit seinem Bambusknüppel auf einen der Soldaten: „Rechts raus!— Du auch! Und du!“ So aeht es eine Weile. Als etwa hundert zusammenstehen, spricht er zu ihnen: „Wenn einer von euch wirklicher Bolschewist ist, soll er vortreten. Wird ihm nichts geschehen.“ Es meldet sich niemand. „Gut.“ fährt Ungern fort.„Seid von den Roten zum Kriegsdienst gepreßt?“ „Sehr richtig. Exzellenz.“ klingt es vielstimmig durcheinander. „Wer nicht bei mir dienen will—: rechts heraustreten. Geschieht ihm nichts.“ Nach einer kleinen Pause treten zwei Mann zögernd vor. „Na?“ „Wir. Euer Gnaden— zu Hause— die Frau— unser Acker—“ „Wollt nach Hause. was, zur Alten? Euer Land bestellen?" „Jawohl. Euer Gnaden, wenn Sie erlauben.“ „Na schön. Seid ehrliche Kerle. Laßt euch jeder hundert Rubel auszahlen und dann ab. Aber nicht versaufen! Verstanden?" Die beiden versuchen, dem Baron die Uniform zu küssen, und entfernen sich schnell. „Noch jemand?" fragt Ungern.„aber ohne bundert Rubel." Keiner rührt sich. „Also gut. Gehört von jetzt ab zur Asiatischen Kavallerie=Division. Weggetreten!" Der Baron sucht sich aus den hundert Mann noch einen älteren schnauzbärtigen Wachtmeister aus, der ihm einen vertrauenerweckenden Eindruck macht. Er heißt Pawlow und hat, wie sich herausstellt, schon aktiv in der alten Armee gedient. Ungern befiehlt ihm. den Leuten in möglichst kurzer Zeit etwa noch vorhandene bolschewistische Ideenreste auszutreiben und sie im altrussischen Geiste zu erziehen. Den fünfhundert anderen Gefangenen wird für drei Tage Essen zurückgelassen. Später sollen sie selber sehen. wie sie weiterkommen. Da die Jahreszeit warm und die Gegend besiedelt ist, kann ihnen das nicht schwerfallen. Die Rotarmisten aber flehen und betteln, gleich ihren Kameraden unter dem Baron dienen zu dürfen. Als Ungern am nächsten Tage mit der Division weiterreitet. laufen sie seinem Pferde nach, hängen sich an die Steigbügel und küssen Ungerns Stiefel. er möge sie doch mitnehmen. Der Baron aber bleibt fest. „Tut mir leid. kann euch nicht gebrauchen.“ Wegen der ständigen Nähe des Feindes wird der Marsch jetzt langsamer fortgesetzt. Um so mehr hat der Wachtmeister Zeit, seine Truppe an den marschfreien Nachmittagen zu drillen und ihnen— wie er sagt— endlich mal einen Begriff davon beizubringen, was eigentlich Diszivlin ist. Ungerns Offizieren macht die erfolgreiche Tätigkeit des energischen Wachtmeisters Spaß. und sie sehen ihm mit Vergnügen zu. „Vortreten, Kamjenko!“ klingt Pawlows Stimme über den Platz. Der Gerufene tritt vor. „Her zu mir!“ Kamienko marschiert auf den Wachtmeister los. Werd' dir deine krummen Sowjetbeine schon geradebiegen! Läufst ja wie eine Ente, die kotzen muß! Zurück, marsch, marsch! Wieder her!" Kamjenko schmeißt die Beine, daß es knallt. „So. War schon besser. Jetzt salutieren.“ Kamjenko wirft die Hand an die Mütze, die er sich dabei vor Eiser fast vom Kovfe stößt. „Das nennst du grußen, alte Eule?“ schreit ihn der Wachtmeister an.„So kannst du sowietrussische Galgenvögel grüßen, aber nicht bei einer anständigen Truppe! Nochmal!" So geht es stundenlang. „Bauch rein. Astachin! Kopf hoch! Wie redest du deine Vorgesetzten an?“ „Genof „Genosse Offizier. was? Mißlungener Sowjetsohn, du?! Der Teusel ist dein Genosse! Wie heißt es?“ „Euer... Euer Wohlgeboren.“ „Eu—er Hoch—wohl—ge—bouren! Laut und deutlich wiederholen!“ Astachin wiederbolt. „Verstehe kein Wort! Laut hab' ich gesagt. Dreimal hintereinander jetzt, ganz schnell!“ Astachin beingt das schwierige Wort, ohne sich zu versprechen, dreimal nacheinander mit trompetenartiger Stimme vor. „Na also!— Und wie antwortest du einem General. wenn er dich einer Anrede würdigt, was sowieso nicht vorkommen wird?" „Euer Exzellenz!“ „Aha. So langsam lernst du's also.— Und wie beißen deine Vorgesetzen?“ „Geno...“ Astachin stottert.„Offiziere.“ sagt er endlich. „Offiziere? Bist du ganz und gar des Teufels, du bolschewistischer Rotz? Wie heißt es. Kamienko?“ „Die Herren Offiziere!" „Wiederholen. Astachin! Na. los, zwanzigmal: Die Herren Offiziere! Verrenk dir bloß nicht deine schmutzige Sowjetzunge dabei, roter Krüppel! Also?“ Jede freie Stunde übt der Wachtmeister Pawlow auf diese Art mit den ehemaligen Rotarmisten. Und es kann gar kein Zweifel darüber bestehen, daß er mit seiner Methode sichtbar gute Erfolge erzielt. Die Frau auf dem Acker' Von Frieda Peltz. Mathias war ein Ackermann, das heißt, er war schon als ein solcher auf die Welt gekommen. Nicht, weil sein Vater ein Bauernhaus und einen Acker. Feld und Vieh hatte, sondern weil sein Ackersinn auf den jungen Mathias übergekommen war, so daß er als Kind keine größere Freude hatte, als in Mutters Garten Samen in die hungrige Frühjahrserde zu streuen und die schwarze, wohlriechende Krume in den kleinen Händen zu halten. Frühzeitig half er dem Vater bei der Arbeit. Er ging an der Leine hinter dem Pflug und trieb das Pferd mit Hüh und Hott und sah dabei die Schar in den Acker fassen und ihn aufbrechen. Er sah das Korn aus seines Vaters Händen lausen, sah das Wunder des Brotes wachsen und werden und suchte, kaum ein Jüngling. Gott nicht hinter den weißen Wolken, sondern tief in der Erde. woher alles Leben zu kommen schien. Als der Vater sterben mußte, gab er seinem Sohne Haus und Acker. und alles, was er sonst noch hinterließ. „Mach es recht. Mathias.“ sagte er und starb. Mathias war über dreißig Jahre alt. und als die Schwestern verbeiratet und aus dem Haus waren, nahm er sich ein Weib. das etwas anzufassen verstand. Es war ihm nicht schwer gefallen. eine solche zu finden. denn Mathias war groß und breit, war rechtschaffen und in guten Verhältnissen. Er war kein schöner Mann. seine Züge waren derb. Seine Hände waren außergewöhnlich groß. aber Jurinka meinte, als sie seine Frau wurde, daß man in solchen Händen wohl behütet sein könne. An ihrem Namen hatte Mathias zuerst viel auszusetzen gehabt, denn eigentlich hieß sie Julia. Doch weil sie von Kind an sich immer nur Jurinka rufen gehört hatte. mochte sie nicht anders heißen. Weib, sagte da Mathias einfach zu ihr. Er hatte in allem seine eigene Art. Mit der Sonne war er auf und davon, fand sich zum Mittag und Abendbrot ein, sprach wenig und schlief schnell und fest. Nun war Jurinka zwar nach auzen ein derbes Bauernweib. aber das Kleid ist nicht die Seele. Sie hatte viele Gedanken. und mit den Gedanken kam manche Sehnsucht. und bald litt sie im Geheimen an dam gar zu kargen Mann. Sie hatte es sich anders gedacht. Der Vater war ein milder Mann gewesen, der oft vor aller Kinder Augen die Mutter herzlich umarmt und soviel er wollte geküßt hatte. Jurinka grämte sich um ihre Jugend. bis sie eines Tages ein Kindlein unter dem Herzen spürte. So eine Mutter wächst in einer Nacht. Jurinka erwachte und war eine Neue, als es sich in ihr regte. Mathias wußte es nicht. Sie sprach von nun an, wenn sie allein war, mit dem Lebendigen, das sie in sich wußte.„Du mußt ein Bub werden.“ sprach sie,„aber anders als der Vater. Blonde. krause Haare mußt du haben und blaue Himmelsaugen. mußt groß und stark werden. aber mit innigem, zärtlichem Gemüt, deiner Mutter eine Freude...“ so träumte Jurinka. Als alle Leute längst um ihr Geheimnis wußten, hatte Mathias noch kein Wort davon gesprochen, und Jurinka weinte heimliche Tränen. bis die Mutter es einmal sah und ihr zum Vorwurf machte.„Tränen gibst du dem eigenen Kind.“ schalt sie,„da kann es niemals ein Bub werden, allenfalls ein schwächliches Mädchen.“ Da weinte Jurinka nicht mehr, denn sie wollte einen Sohn. Eines Tages hatte der Mann Pflaumenbäume gebracht und machte sich daran, sie an den Ackerrand zu setzen, und rief nach Jurinka. Sie schürzte ihren Rock und trat vor die Tür und ging mit großen Schritten über den Acker zu ihm hin.„Halt das Bäumel.“ sprach Mathias zu ihr und grub rings die Erde um wohl fünf. sechs Bäume lang. bis er auf hartes Erdreich stieß und ins Haus ging. um die Hacke zu holen. Nun stand Jurinka allein auf dem Acker und spürte den großen, blauen Himmel als Segen über sich und dem Kind. Mütterliche Verklärung kam ihr ins Herz. Gerade trat Mathias wieder aus dem Haus und sab die Frau so stehen, mitten in seinem Acker. Ganz langsam ging er und sah auf die Frau. Er hatte gut gewählt. Sie stand wie ein Baum. der Frucht zu tragen versprach. Er sah. wie schön sie war und stark. und. einer heftigen Regung folgend. ging er auf sie zu und legte seine beiden Arme um sie— unter dem großen blauen Himmel. Er sagte kein Wort. aber er hielt Jurinka mit seinen mächtigen Händen, als wäre sie der Pflug. der die Erde für die Saat aufreißt. So dicht, spürte er den Geruch ihres Haares. Er sah ihren Hals und die Fülle ihrer Brust und mußte sie fester an sich nehmen. Es war nur ein Augenblick, denn es kamen Leute— aber Jurinka konnte es nicht vergessen. Sie ging ins Haus und stand am Herd und dachte an Mathias, der ihr Mann war. Seit heute. Sie hatte ihn gespürt. Ein Lebendiges war von ihm zu ihr hingekommen und hatte an ihr Herz gerührt, und im gleichen Augenblick war der Bub unter ihrem Herzen gesprungen. Sie wußte jetzt, wer er war. ihr Mann. Er war wie der Acker: er brauchte Zeit. Saat und Ernte auszutragen. „Wie der Vater sollst werden.“ sprach sie zu dem Leben in sich.„und kein Korn anders". Da stand der Mann in der Tür. und es war noch früh. Er setzte sich an den Tisch und sah ihr zu. Um ihretwillen war er gekommen. das wußte Jurinka. Höher als am Brauttag schlug ihr Herz. „Setz' dich her. Jurinka.“ sagte er und nannte sie zum erstenmal mit ihrem Namen.„setz dich zu mir her.“ Und sie ließ, was sie hielt, aus ihren Händen und folgte ihm. nun um ihren Skalv gescheben sei oder daß sie jämmerlich an einem Marterpfahl geröstet werden. aber die Rothaut neigt grüßend ihren Federschmuck und frägt das Bleichgesicht auf gut bavrisch, wann der nächste Zug von Starberg nach München geht. Unter dem phantastischen Aufputz schlägt nämlich nichts anderes als das brave Herz eines Herrn Oberbuchhalters. Mitglied des bekannten Münchener Cowboy=Clubs zur Pflege der Romantik des Wilden Westens, der nunmehr auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken kann. Es sind also keineswegs abenteuerliche Jungens. die Sonntag für Sonntag als Winnetou verkleidet oder im Cowboydreß eines Fred Black irgendwo auf den Isarauen ihre phantastisch bemalten Zelte aufschlagen, sondern ernste Männer, die die Woche über an der Drehbank oder vor dem Schreibtisch arbeiten, sitzen da um die prasselnden Lagerfeuer. üben sich im Lassowerfen, sprengen auf feurigen Mustangs über Stock und Stein oder zielen mit Pseil und Bogen auf einen weißen Zettel, der als geheimnisvolles Zeichen an einem Baum flattert. Es war im Jahre 1913. als von ein paar Männern. die lange Jahre„drüben“ als Farmer tätig waren, ein Verein gegründet wurde, der sich zum Ziel setzte, die Indianerkultur und die Cowboysitten, wie sie uns Karl May geschildert hat, zu pflegen und hochzuhalten. Man führte strenge Statuten und Zeremonien ein, nahm Verbindungen mit Amerika auf und beschaffte sich echten Indianerschmuck, wo man ihn nur bekommen konnte. Selbst der Weltkrieg konnte den Stamm der„Isarindianer", wie die Vereinsmitglieder vom Münchener Volksmund genannt werden. nicht mehr auseinanderreißen. Heute verfügt der Klub über einen reichhaltigen und wertvollen Schatz an Erinnerungsstücken aus der Zeit, da noch Rattlesnake und Big Eagle sich mit dem Stamm der Siour rauften und mit Feuerbrand und giftigen Pfeilen um die Siegestrovbäen gerungen wurde. Der Cowboy=Club verfügt über eigene Pferde, echte Indianersättel und alle Kriegsgeräte, die je einmal im Kampf gegen die verhaßten Bleichgesichter verwendet wurden. Aber nichts von alledem ist nur Schaustück. sondern findet an den Sonntagen. wenn Herr Maier oder Herr Oberhuber seinen Adlerfedernkovsschmuck mit dem bürgerlichen Hut vertauscht und mit den gleichgesinnten Mannen und Squaws auf Kriegspfad zieht. Verwendung. Erst kürzlich wurde mit viel„Hau kola. hau kola!" und Freudentänzen hoher Besuch gefeiert. Mister Lindney aus Oklahama, ein berühmter Indianerforscher. der auf einer Studienreise durch Deutschland nach München gekommen war, hatte es sich nicht nehmen lassen, einer Kriegsratssitzung des Cowbon=Clubs beizuwohnen. Selbstverständlich wurde er zum Ehrenhäuptling ernannt. die Friedenspseise ging von Mund zu Mund. man lagerte auf Büffelsellen und unterhielt sich in indianischer Sprache, so gut man es gelernt hatte. Alles war da echt und unversälscht— nur die schäumenden Maßkrüge wiesen darauf hin, daß man nicht in den ausgetrockneten Prärien des Wilden Westens lebte, sondern im Schatten der Münchener Frauentürme. Indianer an der I.sar’ Der Herr Oberbuchhalter aus dem Kriegspfad. 25 Jahre Münchener Cowbon=Club. Der Münchener Cowboy=Cluo zur Erhaltung und Pflege der Wildwestromantik kann nunmehr auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde eine Reihe verdienter Mitglieder zu Ehrenhäuptlingen ernannt. Es kann dem harmlosen Spaziergänger, der in der waldreichen Umgebung Münchens seine Sonntagsfreuden genießt, hin und wieder schon passieren, daß plötzlich aus dem Dickicht ein leibhaftiger Indianer im vollen Kriegsschmuck auftaucht, der drohend seinen Tomahawk schwingt. Aengstliche Menschen mögen da zunächst glauben, daß es 6 12 ) M0 ## S## X Zwei hinter Gisela Roman von Hans Hirthammer Copyrisht by Oskar Meister. Werdau I. Sa 6. Fortsetzung. Sie setzte sich neben ihn an das Steuerrad und brachte den Wagen in Gang. Wenig später hatten sie das Brandenburger Tor durchfahren und glitten auf der Charlottenburger Chaussee dahin. „Ich habe mir das alles sehr hart erkämpfen müssen!" begann Lore Jasper, ohne den Blick von der Straße abzuwenden.„Wenn du mein letztes Buch„Das Opfer“ gelesen hättest, würdest du das Wesentliche meines Werdegangs wissen.“ Peter Stoll riß die Augen auf.„Ach!" rief er in höchster Ueberraschung.„Du schreibst Romane? Und— dabei verdient man soviel?" „Ja, dabei verdient man soviel!“ lächelte Lore. „Sofern man die große Probe besteht, das weise und sehr nützliche Durchhungernmüssen durch die Jahre des Werdens und Reisens.“ Peter schwieg. Sein Blick prüfte von der Seite ihr Gesicht. und jetzt erst erkannte er, wie schön dieses Gesicht war. schön in einem guten und tiefen Sinn, geformt vom Leben und vom Wissen um die Dinge. „Ich habe mir das Häuschen. das mir mein Vater hinterließ, ein wenig herrichten lassen. und dort lebe ich nun. Der Kramladen hat freilich verschwinden müssen. Manchmal sehne ich mich nach dem hellen Gebimmel der Ladenglocke.“ „Die Lore Jasper!“ sagte Peter. mehr zu sich selbst als zu ihr.„Sie war immer schon ein seltsames Mädchen. ganz anders als die übrigen Kinder.— Wie gebt es eigentlich in Hengersdorf? Ich bin nie mehr bingekommen." „Es wird wohl so ziemlich alles beim alten geblieben sein. Es ist das gleiche, kleine, weltverlorene Nest, das es immer war. Werden und Sterben und dazwischen ein Leben voll Mühe und Arbeit!“ „Daß du es dort aushalten kannst—“ Lore Jasper drehte den Konf zu ihm, für einen Augenblick nur. aber Peter hatte gesehen, daß ihr Blick voll Mitleid war. „Daß du es hier aushalten kannst?" fragte sie zurück. „Daß man hier leben kann in dieser Heimatlosigkeit—!“ „Heimatlosigkeit?“ „ Was mich an der Großstadt am tiefsten erschüttert. ist die Heimatlosigkeit ihrer Menschen. Denke doch. all diese Kinder, all diese Jugend hier weiß nichts vom Vaterhaus. Sie haben kein Vaterhaus, keine Heimat. kein noch so kleines Stückchen Erde, das ihnen gebörte und das sie für ihre Kinder bewahren könnten. Sie wissen nicht, wo sie geboren sind, ist das nicht surchtbar? Vielleicht sind sie in irgendeiner Klinik zur Welt gekommen. vielleicht in irgendeiner Mietwohnung— sie wissen es nicht. Ich habe viele Kinder gefragt, keines wußte eine Antwort zu geben.“ „Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht, aber ich muß gestehen, daß du recht hast!" „Nimm dir den ärmsten Lausejungen von Hengersdorf und frage ihn, wo er geboren ist, dann wird er dich hinführen und wird dir sein Vaterhaus zeigen.“ Peter nickte, und es war, als hätten Lores Worte etwas längst Versunkenes in ihm aufgeweckt.„Steht— unser Haus noch?“ „Natürlich!" erwiderte Lore. Sie merkte, daß sie etwas Schmerzliches angerührt hatte und lenkte das Gespräch auf einen anderen Gegenstand.„Was ist eigentlich aus Heli geworden? Wir haben uns als Kinder immer recht gut verstanden.“ Peters Gesicht wurde hell.„Wir wohnen zusammen. Du. ich glaube, es würde sie riesig freuen, wenn du sie besuchtest!" „Aber natürlich tue ich das! Wollen wir gleich hinfahren? Wo wohnt ihr denn?" „In Tempelhof!“, sagte Peter mit einem Blick auf die Uhr.„Ja. das können wir machen. Bis wir hinkommen. wird sie zu Hause esein.“ Achtes Kavitel. Heli Stoll war noch nicht da. und nun erst fiel es Peter ein, daß sie versprochen hatte, nach der Schule bei der Zeitung nachzufragen, ob schon ein Angebot auf seine Anzeige eingelaufen sei. Lore war an die Fensterwand getreten und ließ ihren Blick weithin über das Häusermeer schweisen.„Ganz hübsch habt ihr es hier, jedenfalls gefällt es mir da besser als in meinem Hotelzimmer. Wenn ich es gewußt hätte. wäre ich zu euc gekommen. Hättet ihr eine Liegestatt für mich gehabt?“ „Klar!" rief Peter.„Heli hat eine Couch in ihrer Stube. Und da du vermutlich noch öfter nach Berlin kommen wirst, so sei schon jetzt für diese Fälle eine herzliche Einladung ausgesprochen.“ „Wird dankend angenommen!“, sagte Lore und drückte seine Hand. Ihre nußhrannen Augen lachten ihn an Daß du mir aber nicht zudringlich wirst, mein Liever!" „Würdest du es mir sehr übel nehmen?" „Natürlich!" gab Lore zurück, indes ihre Lippen sich spöttisch verzogen.„Außerdem vermute ich wohl mit Recht, daß dein Herz sich schon irgendeiner kleinen Berlinerin zugewandt hat. Alt genug bist du ja eigentlich!“ „Du wirst dich wundern. Lore: es ist noch frei— und es steht zu deiner Verfügung.“ „Im Augenblick habe ich keine Verwendung dafür.“ Sie trat vom Fenster zurück und auf Peters Arbeitstisch zu.„Chemiker bist du also? Ich glaube, das ist ein sehr schöner Beruf.“ „Der schönste, den ich mir denken kann!" Es war dem jungen Mann nicht entgangen, daß sie mit einer auffallenden Hast den Gesprächsstoff gewechselt hatte. Lore Jasper war zwar keine ausgesprochene Schönheit. aber auch keineswegs unansehnlich oder gar häßlich. Und er wußte von früher, daß sie ein paar Monate jünger war als er. Aber während ihm in diesem Zusammenhang noch allerlei Möglichkeiten durch den Kovf gingen, fiel ihm plötzlich ein, daß sie vermutlich über ein ansehnliches Einkommen verfügte, während er selbst noch ein armer Teufel war. Das war entscheidend. Er wollte gerade anfangen, ihr von seiner Arbeit zu erzählen, da erschien Heli. „Wir haben einen ebenso seltenen wie lieben Gast!" sagte Peter, indem er auf Lore wies.„Kennst du sie noch?“ Heli stutzte einen Augenblick, dann streckte sie der Besucherin beide Hände entgegen.„Lore Jasper! Bist du es wirklich?" „Wenn ich nicht irre, ja! Ich freue mich sehr. Heli! Und wie prächtig du dich herausgewachsen hast! Ich zweifle, ob ich dich auf der Straße erkannt hätte. Früher warst du so ein dünnes, mageres Würmchen!" „Das macht der Beruf! Peter wird dir schon erzählt haben, daß ich Sportlehrerin bin. Aber du hast dich auch nicht gerade zu deinem Nachteil verändert!" „Ja. denke dir.“ rief Peter.„sie ist Schriftstellerin, verdient Geld wie Heu, hat ein Auto und einen ganzen Hofstaat von Kammerzosen!" „Das letztere ist eine aufgelegte Lüge und das„Geldverdienen wie Heu“ ist leider auch übertrieben, dank der mangelnden Großzügigkeit meines Verlegers. Eigentlich ist das Auto ein Lurus und— im Vertrauen gesagt— es ist mir schon ein vaarmal passiert, daß ich das Benzin schuldig bleiben mußte!" „Man kennt das schon!" lachte Peter.„Je besser es den Leuten geht, desto mehr sammern sie. Aber wie denkst du. Helikind. über eine nette Tafelrunde bei Kaffee und Kuchen?" „Ich werve gleich aufbrühen. aber den Ruchen mußt du besorgen!“ „Keineswegs!“ warf Lore Jasver ein.„Männer versteben davon nichts. Wenn es euch recht ich. möchte ich diese Aufgabe übernehmen. Und— außerdem hätte ich "„Hallo. Albert, glaubst du, daß du mir heute abend die zehn Mark zurückgeben kannst, die ich dir geborgt habe...?!“ eine sehr große Bitte! Ich würde sie nicht auszusprechen wagen, wenn mich Peter nicht schon vorhin dazu ermutigt hätte.“ „Keine salsche Bescheidenheit! Sollte es darauf hinausgehen, daß du diese Nacht unter unserem bescheidenen Glasdach verbringen willst?— Es wäre zu schön, um wahr zu sein!“ „Das ist es, worum ich euch bitten wollte!“ „Wird mit tausend Freuden bewilligt, nicht wahr. Heli?“ „Gerne! Am liebsten würde ich Lore so bald nicht wieder fortlassen. Es ist so schön, einmal einen Menscheu aus der Heimat zu haben.“ „Nein. nein, morgen mittag muß ich auf alle Fälle fort. Wenn ich Peter nicht getroffen hätte, wäre ich schon heute abend gereist.“ Sie griff nach ihrem Mantel.„Ich fahre nur rasch zum Hotel, hole dort mein Gepäck. unternehme dann einen Ueberfall auf eine Konditorei und werde in einer halben Stunde wieder hier sein.“ „Bis dahin ist alles schön hergerichtet!“ rief Heli der Forteilenden nach. Dann wandte sie sich an den Bruder. „Daß ich die kleine Lore Jasper heute treffen würde. hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Die scheint es ja geschafft zu haben.— Tut es dir sehr weh?“ „Aber Kind. wie kommst du darauf?— Nach dem. was sie mir angedeutet hat. ist ihr Erfolg redlich genug verdient. Wir wollen es ihr gerne gönnen. Nun— Heli -- noch nichts eingetroffen, wie? Hat sich noch niemand gemeldet, der mir seinen Mammon an den Kopf werfen will?" „Doch, es waren ein vaar Briefe da!“ Heli griff nach ihrer Handtasche.„Hier. sieh sie dir einmal an! Inzwischen werde ich den Kaffee fertig machen.“ Peter nahm die drei Briefe, ließ sich in den Sessel fallen und riß die Hüllen auf. Das erste Angebot war von einem Darlebnsinstitut und forderte alle möglichen Sicherheiten, die für Peter Stoll unerfüllbar waren. Der zweite Brief war von einer Industriefirma. Man hat um genauere Einzelheiten und zeigte sich gegebenenfalls zu einer Prüfung der Stollschen Erfindung bereit. Hm. das war schon eher etwas. Als Peter schließlich den letzten Brief entfaltete, fiel zunächst eine Photographie beraus.„Nanu!“ rief er verwundert und hob sie vom Boden auf. Sein Erstaunen wuchs, als er das Bild betrachtete. Ein junges Mädchen schaute ihn aus schönen, fost lebendigen Augen an. Das Haar mochte von einem dunklen Blond sein und lag wie eine Krone über der sanft gewölbten Stirn. Der weiche nkospende Mund war zu einem scheuen Lächeln geöffnet. Die zartgeschwungenen Livven schienen noch unberührt, blübend. mädchenhaft frisch.(Fortsetzung folgt.) Nr. 1 1938 Aus der evgl. Kirchengeschichte Hernes Die Pfarrer Welthoff In Herne. * Ein Nachkomme einer alten Herner Pfarrerfamilie, Herr Julius Fomm, Köln, hat uns liebenswürdigerweise einen recht aufschlußreichen und interessanten Abriß über die Pfarrer Westhoff in Herne(1727—1797) und Saatmann(1809—1871) zur Verfügung gestellt, der einen wichtigen Beitrag zur Herner Kirchengeschichte darstellt. B. mit dem Hofapotheker Franz Wilhelm Flashoff zu Essen, und 6. Christine Charlotte Henriette Westhoff, vermählt 1810 mit Johann Friedrich Waldhausen, Kaufmann zu Essen. Johann Westhoff war über 38 Jahre als Pfarrer im Amt, darunter beinahe 6 Jahre als Inspektor (Superintendent) der Bochumschen Klasse. Er hatte gleichzeitig das Vikarienamt verwaltet. Am 17. März 1791 starb Westhoff am Schlagfluß im Alter von 63 Jahren und wurde am 22. März in der alten, jetzt abgebrochenen Kirche am Markt, auf dem Chor unter dem mittelsten Steine bestattet, Zu seinen Lebzeiten war das noch jetzt in Benutzung befindliche Pfarrhaus am Markt im Jahre 1766 erbaut, das seine Nachkommen noch über 100 Jahre bewohnten. Westhoffs Sohn Ludwig wurde sein Nachfolger. Johann Ludwig Ernst Westhoff(1767—1837). Er war das älteste Kind und einziger Sohn des lutherischen Pfarrers Johann Westhoff zu Herne und dessen Ehefrau Margarete Dorothea Jacobi. Am 1. Januar 1767 wurde er im Pfarrhause zu Herne geboren, vollendete seine Studien auf dem Gymnasium zu Dortmund und bezog die Universität Halle, wo er am 26. April 1788 als Student der Theologie ausgenommen wurde. Die Universität stand damals in ihrer zweiten Blüte und zählte die berühmtesten Theologen zu ihren Lehrern. Viele Studenten der Gottesgelahrtheit waren als Informatoren(Lehrer) an dem berühmten, von August Hermann Francke begründeten Waisenhause tätig, aber unser Wefthoff erscheint nicht in den Verzeichnissen dieser Lehrer. Das äußere Betragen der hallischen Studenten jener Zeit wird als anständig bezeichnet, und es herrschte ein glücklicher Mittelton zwischen Leipziger stutzerhafter Feinheit und Jenaischer Rauheit, auch wurde den Theologen weit größere Tätigkeit als den Juristen nachgerühmt. Nach Studentenbriefen vom Jahre 1789 war als Tracht der Musensöhne ein blauer Frack mit rotem Kragen und roten Aufschlägen beliebt, wozu später der Zweimaster als Kopfbedeckung kam. Westhoff hatte sich dem landmannschaftlichen Kränzchen der Westphälinger angeschlossen, und es sind drei Stammbucheinträge von seiner Hand überliefert. Dem Studenten der Rechtswissenschaft W. C. Grundschöttel aus Schwelm schrieb er ins Stammbuch: „Ein Leben ohne Liebe und Freundschaft ist wie ein Gericht ohne Salz und Würze.“(24. 2. 1790.) Dem Studenten der Theologie Johann Albert Henneke aus Soest trug er aus der ersten Strophe des„Rheinweinliedes“ von Hölty ins Album ein: „Ich gebe zu, ein Kuß ist süß, doch süßer ist der Wein", während dem Studenten der Theologie Johann Friedrich Wilhelm Curtius aus Braunschweig der Eintrag gewidmet wurde: Die Familie Westhoff führt ihre Stammreihe bis Henrich Christoph von Echthausen, genannt Westhoff. Herrn zu Echthausen bei Werl, Kaufmann zu Werl und dessen Ehefrau Margarete Schmale, 1490, zurück. Dieses Ehepaar starb während der großen Pest. Ihre Nachkommen haben sich in großer Zahl der Gottesgelahrtheit zugewandt, und man findet in der Stammtafel Westhoff etwa 32 Theologen und 8 Töchter Westhoff, die Pfarrer geheiratet haben. Die Pfarrer waren in der Grafschaft Mark, im Bergischen, i Holland u. a. im Amte, in Asseln sind 4 Generationen Westhoff als Pfarrer gewesen. Von dort kam auch der erste Pfarrer des Namens Westhoff nach Herne. Das Wappen der Familie zeigt im Schilde zwei übereinanderstehende sechseckige Sterne, als Helmzier im offenen Flug einen sechseckigen Stern. Johann Westhoff(1727—1791) war der zweite Sohn des Gottfried Westhoff, lutherischen Pfarrers in Asseln, und dessen Ehefrau Anna Elisabeth Wiskott. Er wuroe zu Asseln am 31. Dezember 1727 geboren. Seine Studien vollendete er auf der Universität Halle. Dort schrieb er dem Studenten der Rechtswissenschaft, dem Arnold Christoph Kipp aus Bochum, in sein Stammbuch(das die Studenten der Zeit als ihr höchstes Heiligtum aus ihrer Studienzeit zu bewahren pflegten) am 26. September 1748: „Recht Liebe Keiner trübe Wissen nichts von Heucheley] Und den Schätzen Edler Herzen Fällt kein schnöder Argwohn bey] Was ich sinn Und beginn Ist ein Anspruch steter Treu.“ Ueber Westhoffs Berufung berichtet auch das Asselner Kirchenbuch, denn dort trug sein Bruder, der dem Vater im Amte Asseln folgte, ein: „Anno 1753, den 4. Januar, ist mein Bruder Johannes Westhoff nach erhaltener Vocation(Berufung) und überkommener Collation(Verleihung) von der Frau von Strünkede zum Pastorem in Herne von dem Herrn Inspektor(Superintendenten) von Steinen zu Herne ordiniert(eingesetzt). Am 12. Juni 1759 vermählte sich Westhoff mit Margarete Dorothea Jacobi zu Bochum, Tochter des Kaufmanns und Bürgermeisters Johann Konrad Jacobi und dessen Ehefrau Gertrud Christine Severin (die eine Tante des Bergarztes Dr. med. Karl Arnold Kortum zu Bochum, des bekannten Dichters der „Jobsiade", war). Margarete Dorothea Jacobi starb am 9. März 1814, 80 Jahre alt, zu Bochum. Sie hatte ihrem Ehemann 6 Kinder geschenkt: 1. Johann Ludwig Ernst Westhoff, den späteren Nachfolger seines Vaters, über den wir noch hören werden: 2. Henriette Westhoff, 1820 vermählt mit dem Pastor Fr. Ludwig Clasen zu Lütgendortmund; 3. Luise Westhoff, wahrscheinlich früh gestorben; 4. Anna Konradine Dorothea Westhoff, vermählt mit dem Kaufmann Heinrich Arnold Ballot zu Bochum; 5. Ottonette Westhoff, vermählt „Freundschaft ist des Lebens Wonne Lindert seden Schmerz Schafft so wie im Lenz die Sonne] Freude uns ins Herz.“ Als Westhoff die Universität Halle bezog, waren gerade 1788 Vorschriften über die Reifeprüfung für die preußischen Universitäten erlassen worden, auch bürgerte sich eine dreijährige Studienzeit an den Universitäten mehr und mehr ein. Am 4. April 1790 verließ Westhoff Halle. Als sein Vater Johann Westhoff am 17. März 1791 gestorben war, wählte man seinen Sohn Ludwig am 18. Januar 1792 einstimmig zu seinem Nachfolger. Am Palmsonntag, dem 1. April 1792, führte ihn der Inspektor(Superintendent) von Steinen in sein Amt ein. Er vermählte sich am 14. Juli 1795 mit Christina Dorothea Jacobi aus Krefeld, einer Base seiner Mutter. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor: 1. Joh. Ludwig Friedrich Westhoff, Königlicher Kanzleirat in Soest, der mit drei anderen Herner Jünglingen 1813 als freiwilliger Jäger eintrat und sich auf eigene Kosten ausrüstete. Er war in 1. Ehe mit Dorothea Schreiber, in 2. Ehe mit Wilhelmine Lange vermählt. 2. Karl Westhoff, Pastor, anfangs zu Schermbeck, später zu Nymwegen(Holland), vermählt in erster Ehe mit Trinchen Tönnies, und nach deren Tode mit der Schwester Ida Tönnies aus Elberfeld. 3. Gollstied Westhofs, jediger Goldschmied in Bochum. 4. Ottonette Sophie Friedericke Westhoff, vermählt 1836 mit Julius Saat= mann, Pastor, dem späteren Nachfolger ihres Vaters., In den Freiheitskriegen hatten sich in der Grafschaft Mark, wie überall in preußischen Landen, Frauenvereine gebildet. An der Spitze des Herner Vereins stand neben der Frau von Forell vom Hause Strünkede auch Frau Prediger Westhoff. Der Verein sammelte aus freiwilligen Gaben in den Bauernschaften 204 Taler ein. Christine Dorothea Westhoff, geborene Jacobi, starb 1829. Den Wortlaut ihrer Todesanzeige geben wir am Schluß. Ihr Ehemann Ludwig Westhoff überlebte sie noch fast 9 Jahre, erreichte ein Alter von 71 Jahren und starb am 4. September 1837, wie sein Vater, am Schlagfluß. Er hatte das Herner Pfarramt 45 Jahre innegehabt. Sein Grab soll unmittelbar neben der Tür der alten, jetzt abgebrochenen Kirche am Markt an der Nordseite außerhalb gewesen sein. Die Todesanzeige verfaßte sein Schwiegersohn und Nachfolger im Amte Julius Saatmann. Wir geben ihren Wortlaut am Schluß. Wie aus Westhoffs und seines Schwiegersohnes gemeinsamen Privatschreiben hervorgeht, erhielten die Herner Schulkinder bei der Beerdigung ihres Seelenhirten Weißbrot(wohl weil sie die Leiche mit dem Lehrer an der Spitze nach altem Brauch begleiteten), die Nachbarn Westhoffs Branntwein für zusammen zwei Taler. Die Westhoffschen Mägde empfingen Trauertücher, Kattun und Trauerkleider im Werte von 9 Talern u. einem Silbergroschen, der Küster für das feierliche Totengeläute 2 Taler, der Herner Totengräber für seine Arbeit 25 Silbergroschen. Es wurden von den Trauernden für 1 Taler 5 Silbergroschen„Beschütte" verzehrt, und von diesen anscheinend für Trauerflor, Handschuhe und dergleichen 19 Taler 8 Silbergroschen 8 Pfennig ausgelegt. Westhoff muß ein starker Raucher gewesen sein, denn es sind zwei ältere Tabakrechnungen von zusammen 32 Talern aufgeführt. Weiter erfahren wir, daß die Todesanzeige in der Elberfelder Zeitung 28 Silbergroschen 8 Pfennig, in der Essener Zeitung 16 Silbergroschen kostete und der rückständige Barbierlohn für% Jahr 1 Taler 28 Silbergroschen ausmachte. Der Bezugspreis des Wochenblattes wird mit 15 Silbergroschen für den halben Jahrgang verrechnet. Weitere Ausgaben sind nur mit dem Namen der Empfänger erwähnt und lassen keine weiteren Schlüsse zu, es sind zum Teil Pachtgelder von Wiesen und Ländereien, die zum Pfarrhause gehörten und einen Teil des Pfarreinkommens darstellten. Ein Posten heißt das Strünkedesche Pfarrgehalt, es wird nach Abzug des Stempels mit 91 Talern, 28 Silbergroschen und 1 Pfennig angegeben, ohne daß erwähnt wird, für welchen Zeitraum der Betrag fällig war. Endlich geht aus dem Schreibbuch noch hervor, daß der Pfarrer Roggen Gerste, Hafer und Weizen dreschen ließ, und daß jed Magd zur Miete 2 Taler und jährlich 12 Taler Jahreslohn erhielt, außerdem Flachs, Schuhe und dergl. Todesanzeigen. Unser theuerer Vater und Schwiegervater, de Pfarrer der hiesigen Gemeinde Johann Ludwig Ernst Westhoff ward heute früh in einem Alter von 70 Jahren 8 Monaten und 4 Tagen plötzlich durch einen Schlag fluß uns entrissen. Noch Tags vor seinem Tod konnte der Entschlafene öffentlich vor seiner Gemeinde, unter der er 45 Jahre gewirkt hatte, seines Herren Tod verkünden, und die letzten Stunden, welche er, wiewohl ohne Ahnung seines nahen Endes, im Kreise der Seinen zubrachte, waren durch Gespräche über Jenseits und ewiges Leben ausgefüllt. Durch Theilnahme unserer Verwandten und Freunde versichert, widmen wir ihnen diese Anzeige. Herne, den 4. September 1837. Die Kinder und Schwiegerkinder des Verstorbenen. * „( E l b e r f e l d e r Z e i t u n g, Freitag, den 8. September 1837. Nr. 248.) In der vergangenen Nacht ¼ nach 1 Uhr ging meine Theure Gattin, geborene Christine Jacobi nachdem sie seit mehreren Jahren gekränkelt hatte, im 67. Jahre ihres Lebens sanft zu einem besseren Leben hinüber. Wie sie mir während beinahe 34 Jahren als treue, liebende Gefährtin zur Seite stand, so war sie meinen 4 Kindern eine gute, sorgsame Mutter, deshalb fühle ich mich mit diesen über ihren Verlust tief darniedergebeugt. In der Ueberzeugung, Daß unter denen, welche die Vollendete kannten, und insbesondere unter unseren beiderseitigen Verwandten manche sein werden, die ihr gern eine Träne nachweinen, widme ich diesen die obige Anzeige und bitte zugleich, mir und meinen Kindern auch ferner ihre Liebe schenken zu wollen. Herne, den 15. Januar 1829. Der evangelische Pfarrer L. Westhoff. * (Allgemeine Zeitung, Elberfeld, 18. 1. 1829, Nr. 18.) Der Emscherreiter Am Laurentlustage des Jahres 1636 zog der Herr der Schadeburg, Reichsfreiherr von Palland, mit seinen Pferdestrükern ins Bruch. Hatten doch die entmenschten Söldnerscharen den herrlichen Stot (Einzäunung für Pferde) duchstäblich dem Erdboden gleichgemacht und mit den gezähmten Gäuten nach kurzem Kampfe das Weite gesucht. Franz, der getreue Knecht. war dabe' an den Boden geschlagen worden. Mit verbissenem Grimm stand die vierschrötige, eckige Gestalt des Grafen da. Alles bäumte sich in ihm gegen diese Mordbrenner auf. Doch was nützte es! Gegen diese völlig verwilderten Kriegsknechte war nicht anzukommen. Hatte ihm nicht unlängst ein Kurier von der Vernichtung der Stadt Magdeburg erzählt? Es waren Bilder des Grauens und der Schändung. Nur ungern zogen die sonst so getreuen Gehilfen in dieser unheimlichen Nacht hinaus. Aber die graue Not zwang sie. Nicht einmal die notwendigsten Gäule hatte man noch. Viele gestohlen, etliche verkauft, um die Steuern zahlen zu können. Zudem mußte man in solch bewegten Zeiten eher ein Dutzend Pferde mehr halten— wenn mal in einer stürmischen Brandnacht das ganze Dorf fliehen mußte. So zog alles schweigsam ins schwarze Bruch. Aus grauen Nebelschwaden, die über den Sümpfen standen, tauchten die Kopfweiden auf, wie stienme Begleiter auf schauriger Fahrt. Mit sauser' n Flügelschlag strich der Birkhahn durch das Oek 1o. Sonst war es still. Grabesruhe breitete sich rings um die kleine Schar aus. So war man nach beschwerlichem Gehen bei den in Urgroßvaterstagen gebauten Anständen angekommen. Allzu gefährlich am Rande der Sümpfe stehend, doch seit altersher als beste Fangstelle für wilde Emscherbrücher(Wildpferde) weit und breit bekannt. Schnell kletterte jeder auf die hölzernen Gerüste, um beim mitternächtlichen Wechsel dieen oder jenen Unrast zu fassen. Wie vorauszusehen, lugte man vergeblich. In einer solchen Nacht wagten sich die Wildpferde nicht aus ihren Verstecken. Eine unheimliche Ruhe breitete sich über das Bruch.„Es liegt was in der Luft“, unterbrach Pferdestrükers Karl das eisige Schweigen. Keiner wunderte sich, als der Graf trotz des Mißerfolges das Zeichen zum Aufbruch gab. Eine solche Nacht trotzte allen Leidenschaften. Zurück gings dem Dorfe zu. Aber wie erschraken sie, als die Nebelwände wie Steinschichten undurchdringlich vor ihnen standen und Irrlichter wie neckische, verderbliche Kobolde vor den Augen dahintanzten. Nach wenigen Schritten war der Herr selbst vom Pfad abgekommen. Trotz seiner kräftigen Stimme fand man ihn erst nach langem Suchen. Nach beschwerlichem Marsch erreichten sie den Rand des Bruchs. Da— jäh erschrocken hielt alles den Atem an. Angst und Schrecken war in den entgeisterten Gesichtern zu lesen. Karl, die gute Seele, war nicht mitgekommen. Rufe aus rauhen Kehlen gellten weit ins Bruch. Alles vergeblich.— Als schrie man gegen eine Festungsmauer, so abgeschnitten verklang es im unheimlichen Nichts. Eine seltsame Naturerscheinung lenkte noch einmal die Blicke unserer verängstigten Schar rückwärts. Ein kometähnlicher, weißgelblicher Nebelstreif, einen schwefligen, stinkenden Geruch verbreitend, sauste daher, zickzackförmig einem Zidle zu, als verfolge er, von unsichtbarer Geisterhand geführt, einen Menschen. Da— ein deutliches Aufstoßen und ein entsetzlicher Schrei— ein gräßliches Stöhnen— dann herrschte Grabesstille!— „Karl ist tot!“ „Wißt ihr, was das bedeutet?" fragte einige Abende später die Muhme am Herdfeuer,„die Pest! Und Karl ist ihr erstes schreckliches Opfer!“ Obwohl ihr die Sprache bei dem drückenden Nebel bald versagte, drängte es sie, weiter zu sprechen. Der Pfarrer selig hatte einmal darüber aus einem großen schweinsledernen Bande der Gemeinde vorgelesen: ein weißer Nebelstreif kommt in einer mondfinsternen Nacht als Bote des Saturn und schickt die todbringenden Dünste auf die Erde, dann, wenn der Mond eine Finsternis unter dem Zeichen des Wassermanns, der Waage und des Skorpions erleidet. Karl galt als der erste Pestfall im Dorse. Er war nicht wiedergekommen, so sehr man er auch hoffte. Das gespenstische Bruch behielt ihn und zählte ihn zu den Seinigen. Nur die alte Greite fügte traurig hinzu:„Er kommt nicht zurück, weil er uas nicht verderben will!" Beim Scheine des Herdfeuers wußte jeder etwas zu erzählen. Aus dem Almanach verlas der Schulmeister die Weissagung des prophetischen Arztes Marsilius Firinius, der aus der Stellung von Saturn und Mars schon Jahre vorher eine Pest angesagt hatte, daß selbst Katze und Hund hinfalle! Monde waren seit jenem Abend ins Land gezogen. Doch dann erlebte das Emscherland die Schreckensfahrt der apokalyptischen Reiter. Zuerst rüttelte ein wütender Sturm das Dorf wach, knickte die stolzen Buchen und Pappeln wie Streichhölzer. Dächer wurden abgedeckt, Brände entfacht. Dann sauste vom Bruch her unter Sturmgetöse das wilde Heer heran, angeführt von einem spindeldürren Riesen mit weithin flatterndem Nebelmantel. Ein erdfahles Gesicht, mit blaßgrauen ausdruckslosen Augen, die unter der schwarzen Stirn des Knochenmannes hervorglotzten. Mit dürren langen Armen und entsetzlich langen Fingern, wie Spinnenfüße anzusehen, mit heiserem, schadenfrohem Kichern zog er durch das Dorf dahin, packte willkürlich Kinder, alte Leute, eine entletzliche Luft um sich verbreitend. Auf die Nacht des Grauens folgte der schwärzeste Tag in der Geschichte des Bruchs. Die Pest war da. Einige hatten schon, wie es ihre Pflicht war, das Pestzeichen— ein schwarzes Tuch— angebracht. Priester und Pestknechte in ihren phantastischen Vermummungen walteten ihres Amtes. Aus einem stark verstaubten Buche hatte der Schulze die behördlichen Bekanntmachungen abgeschrieben und den Gemeindeboten damit durchs Dorf geschickt. Und er verkündete mit Amtsstimme: „Häuser mit Pestkranken sind am Tage an der schwarzen Schleife und des Nachts an der roten Lampe zu erkennen. Jeder Pestkranke muß auf das Feld hinaus getragen werden. Wer nachweisbar die Pest ins Dorf bringt, dessen Hab und Gut verfällt dem Staate Aerzte, Träger und Krankenhelfer tragen ein weißes Kreuz. Pestpriester dürfen keine Kirche betreten. Nur Mitte der Straße gehen und mit besonderer Pfeise Ankommenden ein Zeichen geben.“ Eine Weltuntergangsstimmung machte sich breit denn das ganze Enischerland hatte der Emscherreiter geschlagen. „Vor Pest, Hunger und Krieg bewahre uns. o Herrgott!“ flehten die Gläubigen. Doch der„Schwarze Tod“ wütete ohne Ansehen der Person und des Standes Castrop. Frohlinde, Kirchlinde und Merklinde erlebten den ganzen Jammer. Merklinde verlor auch den letzten Einwohner. Minderbrüder und Dominikaner, die den Sterbenden den letzten Trost brachten wurden so rasch von dem schwarzen Tod ergriffen, daß einige sogar im Sterbezimmer zurückblieben. „Was Jammer ist nun da, man sieht auf allen Gassen die Häuser ganz verlassen. Der Vater läßt sein Kind, das Kind den Vater stehn, und darf nicht so geschwind ein Mensch zum andern gehn.“ Im Bruch flehte man zum hl. Rochus, baut ihm in Recklinghausen eine Kirche und errichtete überall sein Standbild. Gewaltige, fast unmogliche Stiftungen wurden eidlich und urkundlich bei Gericht niedergelegt. Die Oberkastroper St.=Rochus=Stiftung schließt: „In Urkund und der Wahrheit haben die ehrwürdigen wohlgelährten Ehrachtbare und fürnehme Martinius Bochardus, Pastor zu Kastrop, und Johann Kallenbergh, Erbgesessene zu Oberkastrop, Hovesrichter und Mitinteressent, im Namen und wegen unserer sämtlicher Eingesessenen gegenwärtige Fundation pp. mit ihrer eigenhändigen Unterschrift bekräftigt, auch ist zu unserer Beglaubigung des kaiserlich freien Hones zu Kastrop Erben der Freiheit Kastrop, Eigensiegel hierunter an diesem Briefe äußerlich gehangen. So geschehen im Jahre nach der Geburt Jesu Christi 1637 den 16. August aufs Fest des hl. Rochus Beichtigers.“ Fromme Bittgänge führten im Monat August nach Maria Himmelfahrt zu den Linden. Die Geißel wich nachdem sie im Emscherbruch die Hälfte der Menschheit vernichtet hatte. Furchtbarer denn je wurde für die Bewohner das Geheimnis des Bruchs, und gar mancher hat wegen der Bruchnebel für immer die Heimat verlassen. Doch der größte Teil blieb und sagte dem Emscherreiter tödlichen Kampf an. Zog Gräben und Kanäle und lenkte das Wasser in vorgeschriebene Bahnen. Der Staat unterützte die Anlieger, zwang sie, die Gräben peinlichst sauber zu halten. Vernichtete so die Sümpfe mit ihren„bösen Dünsten“ und minderte so die Wut der Nebel. Fruchtbare Aecker mit goldenen Getreidefeldern waren das Ergebnis jahrhundertelanger Kulturarbeit, und seitdem hat kein Mensch mehr den Emscherreiter gesehen. Friedrich Hausemann Fünf Jahre segensreiche Arbeit Danktelegramm Dr. Goebbels an Hauptamtsleiter Hilgenfeldt Prokubtel. Arhl.herik Urn.arihieit War am Weltmarkt noch nicht zu beobachten. Tendenz: abgeschwächt. Uebriges unverändert. Kakaobalbfabrikate wurden gern aufgenommen. Die übrigen Preise waren weiter gültig. Vlehmärkte Berlin, 3. Mai. Aus Anlaß der Vollendung der ersten fünf Jahre segensreichen Wirkens der NationalVolkswohlfahrt sandte Reichsminister Dr. Goebbels an den Leiter der NSV. und Beauftragten für das WHW., Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, folgendes Telegramm: Lieber Parteigenosse Hilgenfeldt! Heute vor fünf Jahren hat der Führer die NSV. als Organisation innerhalb der Partei für das Reich anerkannt. Dieser Tag gibt mir besondere Veranlassung, Ihnen und allen Ihren treuen Mitarbeitern meinen herzlichsten Dank und meine besondere Anerkennung zum Ausdruck zu bringen für die große und segensreiche Arbeit, die Sie seitdem für Führer, Volk und Reich als einen per wichtigsten Gebiete des öffentlichen Lebens geleistet haben. Millionen deutscher Menschen sind in den Genuß der Früchte dieser Arbeit gekommen. Sie selbst können an diesem Ehrentage der NSV. mit Stolz und Befriedigung auf das Geleistete zurückschauen und Ihren schönsten Lohn darin sehen, im Dienste des Führers dem Volke geholsen zu haben. Die größte Hilfsorganisation der Welt Fünf Jahre NSV., fünf Jahre liebevolle Betreuung armer Volksgenossen, fünf Jahre Linderung größter Not sind Anlaß genug, um sich über den Aufbau und das Wirkungsfeld dieser Organisation Aufklärung geben zu lassen, die sich in dieser kurzen Zeitspanne aus einer ehrenamtlichen Tätigkeit von zwei, drei Parteigenossen zu der größten Hilfsorganisation der Welt entwickelte. Der Leiter der NSV. und Beauftragte für das WHW., Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, gab in einer Unterredung einem DNB.=Vertreter einen Ueberblick über die weitverzweigte Tätigkeit der NSV. Sie wurde, wie Hilgenfeldt schilderte, im April 1932 im Auftrage von Reichsminister Dr. Goebbels in Berlin gegrunver, um überall da einzugreifen, wo Kämpfer der Bewegung oder ihre Angehörigen in bitterste Not geraten waren. Am 3. Mai 1933 wurde die Organisation vom Führer für alle Fragen der Volkswohlfahrt und der Fürsorge für das ganze Reich für zuständig erklärt. Im September erhielt Hauptamtsleiter Hilgenfeldt den Auftrag, das erste Winterhilfswerk des deutschen Volkes aufzuziehen, und binnen Monatsfrist stand eine Organisation und ein Verteilungsplan, dessen Richtlinien und Grundsätze noch heute gültig sind. Die Wirkungsweise der NSV. hat sich seit 1933 erheblich verschoben. Denn heute gibt es, abgesehen von Oesterreich, nicht mehr diese Notlagen, wie sie in den Zeiten tiefsten Niederganges an der Tagesordnung waren. Die Hauptarbeit im kommenden Jahr wird die 5 Jahre Reichsarbeitsdienst Konstantin hierl vor fünf Jahren zum Staatssekretär ernannt Berlin, 3. Mai. Am 4. Mai jährt sich der Tag zum fünften Male, daß der Führer und Reichskanzler einen „Beauftragten für den Arbeitsdienst der N SD A P.“. Oberst a. D. Konstantin Hierl. zum Staatssekretär für den freiwilligen Arbeitsdienst ernannte. Das bedeutete über die Anerkennung der von Konstantin Hierl für den Arbeitsdienst geleisteten Arbeit hinaus den sichtbaren Ausdruck für den Entschluß des Führers. die Arbeitsdienstidee als ein wichtiges Mittel zur Herbeiführung der deutschen Volksgemeinschaft in ihrer Entwicklung vorwärts zu tragen. Fünf Jahre sind seitdem vergangen, fünf Jahre Arbeit und Kampf für eine aus der nationalsozialistischen Weltanschauung hervorgegangene Idee. Aus der Vielfalt von Arbeitsdienstverbänden und Arbeitsdienstvereinen schuf Konstantin Hierl kompromißlos den nationalsozialistischen Arbeitsdienst und gab somit die Voraussetzung für die am 26. Juni 1935 erfolgte Verkündung der Arbeitsdienstpflicht für alle jungen Deutschen beiderlei Geschlechts. Damit war erreicht, was der Reichsarbeitsführer von Anfang an erstrebt hatte: Jeder junge Deutsche muß heute durch die Schule der Nation. den Reichsarbeitsdienst, gehen und mit der Waffe des Friedens, dem Spaten. Dienst für Volk und Vaterland tun. Ebenso sollen die deutschen Mädchen im Geiste der Volksgemeinschaft und der richtigen Arbeitsauffassung erzogen werden. Mit ihrer Arbeit im Reichsarbeitsdienst helfen sie vielen deutschen Müttern. Das Werk des Reichsarbeitsführers spricht für sich selbst. Ueberall im weiten deutschen Vaterland stehen die Lager, und überall werden die jungen deutschen Menschen während ihrer Dienstzeit zu dem für uns so wichtigen Ideal vom Adel der Arbeit erzogen. Jeder lernt, ohne Rücksicht auf seine Horkunft, auf den Baustellen des Reichsarbeitsdienstes die Handarbeit kennen und achten. jeder muß für die Gemeinschaft bereit sein zu Treue. Gehorsam und Kameradschaft. Somit ist der Arbeitsdienst Nationalsozialismus der Tat. Einmal im Jahre tritt der Reichsarbeitsdienst an. um auf dem Reichsparteitag in Nürnberg beim feierlichen Appell vor dem Führer und vor dem ganzen deutschen Volk Bekenntnis abzulegen zu der Idee des Dienens durch Arbeit. Die Wertung der Arbeit als eine der stärksten sittlichen Kräfte tritt in der Idee des Arbeitsdienstes klar und eindeutig in Erscheinung. Wenn unsere Zeit erfüllt ist von einem neuen Arbeitsethos, und wenn wir uns bewußt sind, daß nur in der täglichen Arbeit die lebendige Kraft der Nation liegen kann, so hat daran auch das Werk des Reichsarbeitsführers seinen historischen Anteil. Der Führer hat in Anerkennung und Würdigung dieser Verdienste Konstantin Hierl auf dem Parteitag 1936 zum Reichsleiter ernannt und ihm am 9. November 1936 das Goldene Parteiabzeichen verliehen. Nationale Offensive in Durchbruch in 15 Salamanca, 3. Mai. Wie der nationalspanische Heeresbericht mitteilt, setzten die Truppen des Generals Franco trotz des Andauerns der Regenverivde ihren Vormarsch im Abschnitt Alfambra fort. Sie eroberten die Ortschaften Miravete und Villaroya de los Pinares und trieben den Feind stellenweise über 10 Kilometer zurück. Die Bolschewisten erlitten bei diesen Gefechten empfindliche Verluste und verloren neben mehreren hundert Toten 300 Gefangene. Der Berichterstatter des nationalspanischen Hauptquartiers teilt hierzu mit, daß der Befehlshaber der nationalspanischen Kastilien=Armee. General Varela, eine große Offensive angesetzt hatte, die jedoch durch ständiges Unwetter stark behindert wurde. Dennoch gelang es. in 15 Kilometer Frontbreite in die gerade während der letzten Zeit stark ausgebauten bolschewistischen Stellungen einzubrechen und etwa 150 Quadratkilometer den Roten zu entreißen. Die Luftwaffe konnte infolge der durch den dauernden Regen aufgeweichten Flugplätze nicht eingesetzt werden. Bilbao, 3. Mai. Trotz anhaltender schlechter Wetterlage konnten die Streitkräfte Generals Varela den bereits gestern begonnenen Vormarsch im Teruelabschnitt wieder fortsetzen. Auf dem rechten Flügel stießen die nationalen Truppen längs der Straße von El Pobo vor und konnten im Rudar=Gebirge, das zum Hauptzentrum der roten Befestigungen während der letzten fünf Monate ausgebaut wurde. wichtige Stellungen nehmen. Eine andere Gruppe eroberte Allevuz, ein Städtchen, dem als Straßenknotenpunkt eine sehr wichtige Bedeutung zukommt. Hierdurch wird es den Bolschewisten unmöglich gemacht, das in diesem Abschnitt konzentrierte Heeresmaterial ungehindert zurückzuschaffen. Klm. Frontbreite Frankreich„füttert“ 2000 belagerte Rotmilizen mit Munition Bilbao, 3. Mai. An der Pyrenäenfront sind im BielsaTal seit einiger Zeit etwa 2000 bolschewistische Milizen mit 250 Maschinengewehren und 8 Kanonen von den Nationalen eingeschlossen. Die Belagerten halten sich nur dank der Unterstützung von jenseits der französischen Grenze. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, besteht eine direkte Verbindung mit der französischen Stadt Tarbes. Täglich erhielten die Rotspanier von dort etwa 2 Tonnen angeblicher„Lebensmittel", doch seien dies in der Hauptsache Munitionstransvorte. Generalkonsul Borchers vor den Deutschen in Neuyork Neuyork, 2. Mai. Anläßlich des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes wurde in der Schwabenhalle im Neuyorker Stadtteil Brooklyn eine Festveranstaltung abgehalten, auf der— wie schon kurz berichtet— Generalkonsul Borchers sprach. Er wandte sich vor allem gegen die planmäßig gegen Deutschland betriebene Hetze. Es gebe, erklärte Borchers u. a., gleichsam zwei Amerikas. Das eine, das Amerika der Tradition, sei unabhängig und geistig aufgeschlossen. Es besitzt einen gesunden Menschenverstand und sei von einer vernünftigen Mischung von Selbsterhaltungstrieb und Rücksicht auf die Interessen anderer beseelt. Mit diesem Amerika halte Deutschland traditionsgemäß Freundschaft. Seit 1933 aber bestehe daneben ein zweites Amerika, das zum großen Teil identisch sei mit jenen Elementen, gegen die sich der Reinigungsprozeß in Deutschland richten mußte. Forderungen der deutschen Volksgruppe in Polen Posen, 2. Mai. Aus Anlaß des 1. Mai fanden in Posen zwei überaus stark besuchte Versammlungen des dortigen Deutschtums statt, die von der Jungdeutschen Partei und der Deutschen Vereinigung veranstaltet worden war. Im Mittelpunkt der Veranstaltung der Jungdeutschen Partei stand die Rede des Landesleiters dieser Partei, Senator Wiesner. Der Redner gab einen Ueberblick über die Lage der Volksgruppe in den letzten vier Jahren, um dann ihre Forderungen gegenüber dem Staat auf dem Gebiet des deutschen Schulwesens, der Arbeitsbeschaftung und des Bodenbesitzes noch einmal eindeutig zu präzisieren. Die Forderung nach deutschen Schulen, die nicht nur dem Namen. nach vielmehr auch ihrem Geiste nach deutsch sein müßten, sand dieselbe leidenschaftliche Zustimmung der Tausende, unter denen auch viele Messebesucher zu sehen waren, die von auswärts nach Posen gekommen waren, wie die Forderung nach gerechter Handhabung der Arbeitsbeschaffung auch für die schwer geprüfte deutsche Arbeiterschaft in den Industriegebieten NSV. deshalb, ohne die großen Aufgaben darunter leiden zu lassen, auf die wiedergekehrte Ostmark richten. 140000 Kinder aus allen Gauen Oesterreichs und etwa 35000 Frauen werden ebenfalls für viele Wochen in des Reiches Ferienheimen liebevolle Aufnahme finden. Die meisten Kinder müssen erst eingekleidet werden, da viele von ihnen nicht einmal ein Hemd besitzen. Außerdem werden für tägliche Speisungen etwa eine Million Mark monatlich bereitgestellt; ein großer Teil der 500 Waggons mit gespendeten Lebensmitteln und Sachen ist schon zur Verteilung gelangt. Der Schwerpunkt der Arbeit der NSV. liegt also auf dem notleidenden Teil Oesterreichs. Im übrigen hat sich die Arbeit der NSV. immer mehr zu einer planmäßigen Volkswohlfahrts= und Gesundheitspflege entwickelt. Alle an führende Persönlichkeiten gerichteten Bittgesuche werden zum größten Teil an die NSV. weitergegeben, die alljährlich ungefähr 40000 Schreiben ganz indididuell behandelt und entsprechend der Lage der Bittsteller beantwortet. Wenn heute das Winterhilfswerk des deutschen Volkes Ueberschüsse hat, so werden diese Gelder des Volkes wieder an anderer Stelle für das Volk eingesetzt. Diese größte Wohlfahrtsorganisation der Welt, die vor fünf Jahren aus dem Nichts geschaffen wurde, ist heute so fest im deutschen Volke verankert, daß ihre Arbeit nicht mehr wegzudenken ist. Polens. Schließlich sorderte Senator Wiesner eine baldige Einstellung der bisherigen Handhabung des Grenzzonengesetzes, das den Bestand der Volksgruppe ernstlich gefährde. Zu den innervölkischen Fragen überehend, vertrat der Landesleiter der Jungdeutschen Partei en Grundsatz einer bedingungslosen Zusammenarbeit aller deutschen Organisationen in Polen, wodurch am ehesten der Weg zur Einheit der Volksgruppe gefunden werden könne. Nationalfeiertag in Polen Paraden in allen Garnisonen. Warschau, 3. Mai. Das volnische Volk begeht am 3. Mai seinen Nationalfeiertag. Es ist der Tag. an dem im Jahre 1791 die volnische Verfassung reformiert und das liberum veto aufgehoben worden ist. In allen Garnisonstädten finden große Paraden statt, die in der Hauptstadt vor dem Staatspräsidenten ihren Höhepunkt erreichen. Handel und Gewerbe Rheinisch=Westfälische Börse An der heutigen Börse schrumpfte das Geschäft weiter zusammen. An und für sich war die Stimmung nicht unfreundlich, jedoch neigten die Kurse eher nach unten, die Abschlüsse waren aber nur gering. Kaufaufträge des Publikums lagen fast garnicht vor und auch die Kulisse beteiligte sich kaum am Geschäft. Nach den ersten Kursen trat eine Aenderung in der Geschäftsstille nicht ein. Auf dem Rentenmarkt waren Altbesitz bevorzugt, die ½% anzogen. Erheblicher gingen Farben zurück, die sich einen Kursabschlag von 1 Prozent gefallen lassen mußten. Auf dem Montanmarkt verkehrten Ver. Stahlwerke sowie Rheinstahl nur wenig verändert. Am Kurenmarkt trat eine Belebung nicht ein. Umsätze kamen fast garnicht zustande. Von den Kohlentuxen wurden lediglich Deutschland 25 RM. niedriger aus dem Markt genommen. Carolus Magnus senkten ihre Notiz um 100 RM. und Constantin um ca. 150 RM., während die übrigen Werte unverändert blieben. Im Einklang mit den übrigen Märkten konnten sich auch am Kassamarkt keine größeren Umsätze entwickeln. Von Industrie= werten erzielten Kabel Rheydt. Gebr. Gödhardt und Ver. Dtsch. Nickel ungefähr letzte Kurse. Ver. Rumpus waren ½ Prozent fester, während Klauser Spinnerei ½ Prozent zurückgingen.— Am Brauereimarkt stiegen Dortmunder Ritter 22. Prozent. Dagegen verloren Dortmunder Union 1 Prozent. Banken und Versicherungen ohne nennenswerte Aenderungen.— Die Börse schloß bei stillem Geschäft leichter. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Der Markt bot ein lebhaftes Bild, da das Inland lausend disvoniert. Nach Westafrika kam es zu kleinen Exportumsätzen. Preise unverändert. Kaffee: Am Platze kam das Geschäft noch nicht zu voller Entfaltung, da man sich auf Käuferseite eher abwartend verhielt. Einen gewissen Ausgleich brachte hingegen der Transitverkehr, der einen befriedigenden Verlauf nahm. Hier lauteten die Preise unv. Das KaffeeInstitut in Rio beziffert die bis zum 15. Avril d. Jo. zerstörten Kaffeemengen auf 59 875 000 Sack gegen 59513000 Sack am 31. März und 56729000 Sack am 31. Dezember 1937. Schmalz: Ruhig. unverändert.— Fettwaren: Unverändert. Hülsenfrüchte: Der Hülsenfruchtmarkt lag stetig. Der Absatz vollzog sich in ruhigen Bahnen, wobei Bohnen, Erbsen und Linsen gleichmäßig ausgenommen wurden. Kautschuk: Stetig. loko 5 11/16. Juni=Juli 5¾. Juli=August 513/16. Zucker: Effektivmarkt: Die Abwärtsbewegung im Preise für britischen Zucker setzte sich fort, dagegen konnte sich Tschechenzucker behaupten. British fine per Mai=Juni 6/4½.— Terminmarkt ruhig, unverändert. Oele und Fette: Der Inlandsmarkt zeigte für Fettsäuren lebhaftes Interesse, doch ergaben sich hierin infolge des geringen Anfalls noch keine nennenswerten Abschlußmöglichkeiten. In Rohölen bestand kleines Bedarfsgeschäft. Leinöl für Anstreichzwecke ließ sich auch leicht verkaufen. Am Weltmarkt wurde Kokosöl im Preise stark beraufgesetzt. Gewürze: Der Bedarf der Verbraucherseite war nicht dringlich, sodaß die Umsatztätigkeit nicht sonderlich roß war. Die Abgeber stellten teilweise ermäßigte Forerungen, die wie folgt lauten: Nelken 90—110. Japan. Ingwer 95—110. Cassia vera sekunda 80. Kardamom 410 bis 495. gelber Rohrzucker 40—42.— Alles andere unv. Baumwolle: Ruhig. unverändert. Rauhfutter: Ruhig. unverändert. Rohkakao: Der Preisabbröckelungsvroseß hielt für Konsumsorten an. Edelsorten waren jedoch im Preise Altenessener Schweinemarkt. Auftrieb: Ferkel 900. Läuferschweine 245. zusammen 1145. Es kosteten im Großhandel: Ferkel unter 6 Wochen 17 RM., 6—8 Wochen alte 18—24 RM., 8—12 Wochen alte 24—34 RM. Läuferschweine: 3—4 Monate alte 34 bis 44 RM., 4—6 Wochen alte 44—60 RM., größere entsprechend höher. Marktverlauf mittel. Essener Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder. gesamt 979, darunter: Ochsen 142, Bullen 182. Kühe 606. Färsen(Kalbinnen) 49, Kälber 1188. Schafe, Lämmer und Hammel 98. Schweine 2983. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45. sonstige vollfleischige 41, fleischige 36. Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39. fleischige 34. Kühe: Jüngere. vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—39. fleischige 29—33, gering genährte 18—25. Färsen(Kalbinnen): Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44. vollfleischige 40. fleischige 35. Kälber: Dovvellender bester Mast 70—78, beste Mast= und Saugkälber 63. mittlere Mast= und Saugkälber 57. geringere Saugkälber 48. geringe Kälber 38. Hammel. Stallmasthammel, beste, jüngere 52. Schweine: Fettschweine über rd. 150 Klg. Lebendgewicht 56. vollfleischige Schweine von 135—149 Klg. Lebendgewicht 55. vollfleischige Schweine von ca. 120 bis 134 Klg. Lebendgewicht 54. vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 52. vollfleischige Schweine von ca. 80—100 Klg. Lebendgewicht 49, fleischige Schweine von ca. 60—80 Klg. Lebendgewicht 49, fleischige Schweine unter 60 Klg. Lebendgewicht 49, fette Specksauen 53. andere Sauen 51 RM. Marktverlauf: Rinder und Kälber zugeteilt. Schafe mittel. Schweine zugeteilt. Mit Klodt, Gellesch und Szepan 36 im Training für die Weltmeisterschaft Der Vorbereitungslehrgang des Fachamtes Fußball auf die Weltmeisterschaft hat am Montag im Duisburger Reichsbundheim begonnen. Von den ursprünglich 38 eingeladenen Spielern haben die Wiener Epp und Andritz infolge Verletzung abgesagt, sodaß also folgende 36 Mann trainieren: Torhüter: Jakob(Jahn Regensburg), Buchloh (Hertha=BSC.), Raftl(Rapid Wien), Klodt(Schalke 04). Verteidiger: Janes(Fortuna Düsseldorf). Billmann(1. FC. Nürnbers). Welsch(Borussia Neunkirchen), Münzenberg(Alemannia,Aachen), Schmaus(Vienna Wien). Streitle(Bayern München). Müsch(Troisdarf). Läufer: Kupfer(Schweifurt 05), Wagner(Ravid Wien), Rohde(Eimsbüttel), Goldbrunner(Bayern München), Mock(Ostmark Wien), Sold(FV. Saarbrücken). Pekarek(Wacker Wien). Kitzinger Schweinfurt 05). Skoumal(Rapid Wien), Joksch(Ostmark Wien). Stürmer: Lehner(Schwaben Augsburg). Hahnemann(Admira Wien). Malecki(Hannover 96). Gellesch (Schalke 04), Stroh(Ostmark Wien). Gauchel(TuS. Neuendorf). Siffling(SV. Waldhof). Jerusalem(Ostmark Wien), Berndt(Tennis=Borussia Berlin). Lenz (Borussia Dortmund). Szevan(Schalke 04). Neumer(Ostmark Wien), Fath(Wormatia Worms). Pesser(Rapid Wien), Binder(Ravid Wien) 2:1 am ersten Tage Tenniskampf Deutschland— Indien. Der Vorbereitung unserer Davispokalspieler dient auch der Länderkampf mit Indien, der bei trübem Wetter am Dienstag auf den Plätzen des Wiesbadener THC. im Nerotal in Gegenwart des Reichssportführers von Tschammer und Osten und des Reichsfachamtsleiters Schönborn seinen Anfang nahm.= Nach dem ersten Tage führen die Deutschen, in deren Reihen erstmalig die Wiener Georg von Metara und Hans Redl stehen, mit 2:1. Die Inder stellten sich in überraschend guter Form vor. Ihr stärkster Spieler war Rambir, der den ihm an Spielerfahrung unterlegenen jungen Hans Redl 9:7. 3:6. 6:1 schlug und somit den ersten Punkt, für die Gäste erkämpfte. Bester Deutscher war natürlich Henner Henkel. der mit von Metara zusammen das Dovvel gegen die Inder Ghaus=Du Singh 6:4. 10:8 gewann. Metaxa hinterließ einen guten Eindruck. war aber im Ueberkopfspiel etwas schwach. Henkel wird es nicht leicht haben. sich mit dem Linkshänder Metara einzustellen. Das erste Einzel gewann Dr. Tüscher 6:3, 3:6. 6:2 über Alam. Pferdesport Rennen zu Enghien. 1. Rennen: 1. Teresira(Kallen), 2. Winie Winkle. 3. Conchita. Tcto: Sieg 82:10. Platz 25. 14:10. La.: 3. 4. 5. Ferner liefen 4 Pferde. 2. Rennen: 1. Mercennaire(Guiho), 2. Mourad Ben. 3. Duguay Trouin. Toto: Sieg 38:10. Platz 18. 21. 26•10. Lg.: K. H., 2. 1½. Feiner liefen 6 Pferde. 3. Rennen: 1. Turkish Delight(Maupas). 2. Gloire de Maizet. 3. Saint Cyrien. Toto. Sieg 52:10. Platz 25. 46. 37:10. Lg.: ½. v., 2. Ferner liefen 11 Pferde. 4. Rennen: 1. Benedictue(Kalley), 2 Limac. 3. Denver. Toto: Sieg 137:10. Platz 33. 15. 21.10. Lg.: 3. 2½. 1½. Ferner liefen 7 Pferde. 5. Rennen: 1. Irresistible(Vernier), 2. Girardiere. 3. Liban. Toto: Sieg 24:10. Platz 18. 28:10. Lg.: K K., 1. 5. Ferner liesen 4 Pferde. 6. Rennen: 1. Le Vizir(Seguin), 2. Elzear. 3. Saint Auvent. Toto: Sieg 31:10. Platz 17. 13:10. La.: 8. 5. 10. Ferrer liefen 2 Pferde. Wie wird das Freundlicher. Durch die langsame Wendung des Hochs über England und Südskandinavien werden die Winde immer mehr nach Ost bzw. Südost drehen. Vom Mittelmeer aus dringen warme Luftmassen nach Norden. die auch bei uns Milderung. aber später wieder Unbeständigkeit bringen werden. Während der nächsten Tage ist im ganzen mit meist trockenem und freundlichem Wetter zu rechnen. Vorhersage für Mittwoch: Bei östlichen Winden wechselnde Bewöllung, zeitweise auch heiter. keine Niederschläge. Temperatur wieder ansteigend Vorhersage für Donnerstag: Schwache östliche bis südöstliche Winde. trocken, meist sehr leicht bewölkt. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Freundlich. jedoch nicht ganz sicher. Rundfunk=Programm Mittwoch, den 4. Mai 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebene! 7,00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf 7,10 Frühkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Musik am Morgen. 9.30 Vom gesunden Leben. 9.45 Nachrichten. 10.90 Eine Abendmusik am Hofe Friedrichs des Großen. 11.45 Bauer. merk' auf! Marktberichte des Reichsnährstandes. 11.55 Wettermeldungen für den Bauern. 12.00 Die Werkpause bei der A.G. Schwabenbräu in Düsseldorf. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Mittagskonzert. 1. Henrich: Rheinwacht 2. Alb. Lortzing: Fest=Ouverture. 3. Siede: Am Lagerfeuer. 4. Löhr: Märchenwalzer. 5. Suppé: Ein Morgen. ein Mittag. ein Abend in Wien. 6. Hempel: Laridahmarsch 7. Köhler: Maikäfers erster Spaziergang 8. Küssel: Soldaten. Kameraden. 44n Nachrichten.— 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Für große und kleine Kinder. 15.30 Das gute Buch. 15.45 Wirtschaftemeldungen. 16.00 Wir treiben Familienforschung. 16.30 Nachmittagskonzert. 1. Adam: Ouvertüre zu„Wenn ich König wär“. 2. KickSchmidt: Hymne an die Sonne. 3. Thome: Legende für Harfe und Orchester. 4. Leoncavallo: Zwischenspiel aus„Der Bajazzo“. 5. Rachmaninow: Prslude. 6. RimskyKorssakow: Die Hummel. 7. Leoncavallo: Tarantelle. 8. A. Maillart: Ouvertüre zu „Das Glöckchen des Eremiten“. 9. Weber: Concertino für Klarinette und Orchester. 10. Glinka: Balse Fantasie. 11. Tschaikowsky: Polonäse aus„Eugen Onegin“. 12. Grieg: Zwei Melodien für Streichorchester. 13. Bizet: Aegyotischer Tanz. 14 Coleridae=Taylor: Intermezzo. 18.00 Griff ins Leben. 18.30 Beethovens Violinsonaten. Sonate A Dur. Werk 12•2. 18.50 Momentaufnahme. 19.00 Nachrichten. 19.10 Konzert des Kölner Rundsunkorchesters. Sinfonie C=Dur(Jugendsinfonie) von Bizet. 19.45 Politische Zeitungels 20.00 Unterhaltungskonzert. 1. Winkler: Romanesque. 2. W. Borchert: Wiegenlied: b) Strauch: Nimm mich in deine Arme. 3. German: Aetherwellen. 4. a) Mackeben: Ich bin auf der Welt. um glücklich zu sein: b) Schröder: Ich tanze mit dir in den Himmel hinein. 5. a) Hellmesberger: Elsenreigen: b) Cardoni: Gnomenreigen. 6. Ferraris: Ungarisches Capriccio. 7. a) Mackeben: Ja. so küßt sie. die Dubarry; b) Profes: Irgend etwas Wunderschönes. 8. a) Mainzer: Lustige Musikanten: b) Driso: Serenade aus„Die Millionen des Harlekin“. 9. Lincke: Vater Rhein. 21.00 Reichssendung: Stunde der jungen Nation. Chöre der deutschen Jugend 21.30 Fortsetzung des Konzerts. 10. KaiserEric: Donaustrand. du Walzerland. 11. Heumann: Rhavsodie Nr. 2. 12. Melichar: Melodien aus dem Tonfilm„Land der Liebe“. 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik(Schallplatten), 22.50 von Wien:„Im Wiener Dialekt“. Donnerslag, den 5. Mai 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebene. 7,00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 7,10 Frühkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.30 Haben Sie tausend kleine Sorgen? Dann hören Sie zu! 9.45 Nachrichten. 10.00 Volksliedsingen. 11.45 Bauer, merk' auf! Wie siedeln im Osten. 11.55 Wettermeldungen für den Bauern. 12.00 Die Werkvause bei der DortmundHörder=Hüttenverein A.G., Dortmund. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Mittagskonzert. 1. Siebert: Ouvertüre zu„Aschenbrödel". 2. Bruch: Wettsviele zu Ehren des Patroklus aus„Achilleus“. 3. Lortzing: Fantasie a.„Der Waffenschmied". 4. Smetana: Wiegenlied aus„Der Kuß“. 5. Strauß: 1001 Nacht. 6. Suppé: Ouvertüre„Flotte Bursche". 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Volk musiziert— Volk erzählt. 15.30 Das Recht des Alltags. 15.45 Wirtschaftemeldungen. 15.50 Das gute Buch. 16.00 Nachmittagskonzert. 1. Mozart: Ouvertüre zu„Der Schauspieldirektor“. 2. Godard: Berceuse. 3. Volkmann: Walzer aus der 2. Serenade. 4. Lalo: Suite aus dem Ballett „Namouna“. 5. Schubert: a) Frühlingssehnsucht. d) Gretchen am Spinnrad. 6. Scassola: Ländliches Fest. 7. Tschaikowsky: Barcarole. 8. d'Albert: Melodien aus„Die toten Augen“. 17.00 Der Erzähler. Vom Rauchen. 9. Grimm: Tanz der Gespielinnen u. Zauber=Walzer aus dem Ballett„Der Zaubergeiger“. 10. Grieg: An den Frühling. 11. Trunk: Serenade für Streicher. 12. A. Grainger: Mock Morrio. 13. Schumann: Aus den Waldszenen: a) Jäger auf der Lauer. b) Vogel als Provhet. c) Jagdlied. 18.00 Wir sagen den neuen Monat an. 18.25 Aus einem Notenbuch von 1735. 18.50 Momentaufnahme. 19,00 Nachrichten. 19.10 Musik zum Feierabend(IndustrieSchallvlatten). 20.00 Grüß Gott. du schöner Maien. Frodes Singen der Rundfunkspielschar. 20.40 Die Tageszeiten. Kölner Rundfunk= orchester u. Rundfunschor. Elisabeth Schwidt (Sovran). Johanne Marie Unkel(Alt). Matern(Tenor). Teumer(Baß=Bariton), Else Mühlen(Cembalo). Grote(Violo da Gamba). 1. Haydn: Heitere Musik für Orchester. 2. Telemann: Die Tageszeiten. ein Sing= und Svielkreis für vier Soli. gemischten Chor und Orchester. 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik(Schallvlatten) 22,30 Unterhaltung und Tanz Heute abend„Leibesübungen in bunter Folge“ Das sportliche Großereignis In Herne Heute abend 20 Uhr hebt sich im Saalbau Strickmann der Vorhang, hinter dem sich das sportliche Großereignis, die Werbeveranstaltung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, Ortsgruppe Herne, abspielt. Obwohl wir bereits Gelegenheit nahmen, die einzelnen Programmpunkte an dieser Stelle ausführlich zu behandeln, soll hiermit nochmals den Besuchern in Stichworten vor Augen geführt werden, welche sportlichen Hochgenüsse zu erwarten sind. Nachdem Ortsgruppenführer Dr. Suberg und Kreisleiter Groll, Wanne=Eickel, die Begrüßungsansprache und einleitende Worte gesprochen haben, beginnt die Abwicklung des Programms. E Boren: Unser junger Gaumeister in der Mittelgewichtsklasse, Kubiak, eröffnet den Reigen. Daran anschließend folgt ein Kampf zwischen dem bekannten Gleblattel vom BSK 30 Sodingen und Korte, Bochum. Auch diese beiden Borer bieten die Gewähr für einen technisch hochstehenden Kampf. Rollschuh: Inzwischen haben die Rollschuhläuferinnen und=läufer ihre reizende Sportkleidung angelegt, um uns unmittelbar nach den Boxkämpfen mit ihrem schönen Sport zu erfreuen. Freiübungen: Die Turner geben uns Gelegenheit, bei den Vorführungen ihrer Freiüvungen die hohe Kunst und vollendete Körperbeherrschung zu bewundern, Fechten: Wenn sich die Klingen kreuzen, werden die Zuschauer diese schöne Sportart mit regem Interesse verfolgen. Wir sind überzeugt, daß reichlicher Beifall nicht ausbleiben wird. Fußball: Der dann folgende Ausschnitt aus dem Fußballsport dürfte für die Mehrzahl der Besucher neu sein. Er ist als Werbemittel für all diejenigen gedacht, die dem Fußballsport bisher interessenlos gegenübergestanden haben. Filmvorführung: Hier werden alle Zuschauer ihre Erwartungen bei weitem übertroffen sehen, mehr soll nicht verraten werden. Volkstanz: Unsere Schwimmerinnen werden uns mit ihren Vorführungen beweisen, auf welch hoher Stufe ihre rhythmischen Uebungen stehen. Wir werden gern ihre wunderbaren Leistungen durch reichlichen Beifall lohnen. Kunstradfahren: Der neue Gaumeister, Radsportverein„Tempo“, bürgt dafür, daß auch hier bezüglich Spitzenleistung kein Wunsch offen bleibt. Er wird der Herner Bevölkerung beweisen, daß er seinen stolzen Titel„Gaumeister" zu Recht trägt. Reckturnen: Der schneidigen Riege des Ringes der Herner Turnvereine ist die hohe Aufgabe zugefallen, dem sportlichen Großereignis einen unvergeßlichen Abschluß zu geben. Sie wird ihre Aufgabe meisterhaft lösen. Durch einen gewaltigen Beifallssturm werden ihre großartigen Leistungen sicherlich anerkannt werden. Lebendes Bild: Zum Schluß werden von jeder Sportart je ein Sportler im Sportdreß sich zu einem imposanten lebenden Bild zusammenfügen, um sich in dieser Form von den Zuschauern zu verabschieden. An dieser kurzen Skizzierung aber möge man ermessen, welche Anstrengungen zu einer zackigen Abwicklung dieser Veranstaltung gemacht wurden. Es liegt nun bei der turn=sportliebenden Herner Bevölkerung, sich nicht abseits zu stellen, sondern durch ihren Besuch die enge Verbundenheit mit Turnen und Sport zu beweisen. Die Programme, die gleichzeitig zum Eintritt berechtigen, sind auch an der Abendkasse zu den Vorverkaufspreisen— 30 Pf.— zu haben. Westfalens SA. am Start Deutsche Gepäckmarschmeisterschaft am 3. Mai 1938 in Leipzig. RSG. Die SA als Trägerin der wehrsportlichen Wettkämpfe führt in diesem Jahre erstmalig die Deutsche Gepäckmarschmeisterschaft durch. Mit der Vorbereitung und Durchführung dieses Kampfes wurde die SA-Gruppe Sachsen beauftragt. Als Durchführungsort wurde Leipzig und als Termin der 8. Mai 1938 bestimmt. Zur Teilnahme an der Deutschen Gepächmeisterschaft werden zugelassen: Mannschaften der SA. Se, des RSKK, RSFK, der Wehrmacht, Polizei, des Arbeitsdienstes und der Politischen Leitung. Sämtliche Wettkampfkeilnehmer müssen seit 1. Januar 1938 diesen Gliederungen und Verbänden bzw. seit dem 15. April 1938 dem Reichsarbeitsdienst angehören. Die Deutsche Gepäckmeisterschaft ist ein Mannschaftskampf. Jede Mannschaft besteht aus einem Führer und 15 Mann. Die Teilnehmer einer Mannschaft müssen bei SA, SS, RSKK und RSFK einer Standarte, bei der Wehrmacht einem Bataillon oder entsprechender Einheit, bei der Polizei einer Abteilung, beim Reichsarbeitsdienst einer Gruppe und bei der Politischen Leitung einem Kreise angehoren. Aeben der Marschleistung über 20 Kilometer werden noch folgende Sonderaufgaden aus dem Gebiete des Wehrsports geprüft: Marsch mit Gasmaske, Handgranatenzielwerfen, KK-Schießen auf 50 Meter Entfernung und Handgranatenweitwerfen. Zur Marschausrüstung gehören Tornister mit aufgeschnallter Decke, Zeltbahn und Kochgeschirr mit einem Gesamtgewicht von 20 Pfd. KK-Gewehr mit Koppel und Brotbeutel, Feldflasche und Gasmaske werden bei diesem Gewicht nicht eingerechnet. In der Marschstrecke sind natürliche Hindernisse wie Gräben, Hürden und Zäune eingelegt, die von jedem Marschteilnehmer zu überwinden sind. Ein Kilometer vor dem Ziel müssen Anzug und Gepäckverteilung wieder in Ordnung gebracht werden. Beim ersten Kontrollpunkt wird die Sonderaufgabe„50-Meter-Marsch mit Gasmaske“, beim zweiten Kontrollpunkt die Sonderaufgabe„Handgranatenzlelwerfen" durchgeführt. Tornister und Gewehre dürfen bei diesem Massenwurf nicht abgelegt werden. Für das KK-Schießen werden am dritten Kontrollpunkt 15 Kopffallscheiben aufgestellt. Jeder Marschteilnehmer hat einen Schuß abzugeben. Für das KK=Schießen stehen jeder Mannschaft 3 Minuten zur Verfügung. Beim vierten Kontroll= punkt wird die Sonderaufgabe„Handgranatenweitwerfen“ durchgeführt. Hierbei können Tornister und Gewehre abgelegt werden. Die Oberste SA-Führung hak angeordnet, daß von jeder SA-Gruppe eine Pflichtmannschaft in Stärke von einem Führer und 13 Mann an diesem Wettkampf teilnimmt. Es ist den Gruppen aber freigestellt, mehrere Mannschaften zu entsenden. Die SA-Gruppe Westfalen wird drei Mannschaften zu den Deutschen Gepäckmeisterschaften nach Leipzig enksenden, die hier gewiß vor keiner leichten Aufgabe stehen, die aber alles einsetzen werden, die SA-Gruppe Westfalen würdig zu vertreten. Zwei Großkämpfe in Bieleseld. FSV Frankfurt und Klagenfurt kommen. Der BfB Bielefeld warket im Mai Juni mit zwei Fußball-Großkämpfen auf. Die Mannschaft des BfB, die übrigens dem Fußball-Länderkampf Deutschland— England am 14. Mai im Berliner Stadion beiwohnen wird, verbindet diese Reise mit einem Spiel gegen den BfB Peine. Am 21. Mai gastiert Austria Klagenfurt in der Leinenstadt, während für den 4. Juni(Pfingstsamstag) der in Deutschland bestens bekannte FSB Frankfurt, der 1925 im Endspiel gegen den 1. FC Nürnberg erst in der Verlängerung mit 0:1 unterlag, verpflichtet wurde. Der FSB Frankfurt hat zwar in dieser Saison im Gau Südwest keine überragende Rolle gespielt, die Mannschaft zählt aber dennoch er desten Klasse und hat in ihren Relden u. a. lo gut Spieler wie Armbruster, Held, Schuchardt und Dietsch aufzuweisen. Pokalwoche im Fußball beim Werkssportverein Erin Caf'rop 11. Drei Herner Vereine beteiligt. Vom 12. bis 22. 5. werden bei obigem Verein Poka spiele im Fußball durchgeführt, die sehr interessant zu werden versprechen, da folgende Paarungen vorgesehen sind: 12. 5. 1938: Germania Herne— SpB Sodingen Freitag, den 13. Mai: BfB Börnig— BfB Gerthe. Sonntag, den 15. Mai: Mengede— Bfl Habinghorst. Dienstag, 17. Mai: Sportfr. Schwerin— BfL Lütgendtm. Das erste Zwischenrundenspiel steigt am Mittwoch, dem 18. Mai, zwischen den Siegern vom 12.—13. Mai. Das zweite Zwischenrundenspiel ist am Donnerstag, dem 19. Ma zwischen den Siegern vom 15.—17. Mai. Das Endspiel gelangt am 25. 5. zur Durchführung. Termine für die Aufstiegsspiele zur Gauliga Gruppe 1: teilnehmende Vereine: Sportgemeinschaft 09/30, Wattenscheid. Sportverein Union 1910 Gelsenkirchen, SC Preußen 06 Münster, BC Sportfreunde Siegen. 15. 5. 38: Wattenscheid— Münster, Gelsenkirchen— Siegen 22. 5. 38: Wattenscheid— Siegen, Münster— Gelsenkirchen 29. 5. 38: Siegen— Wattenscheid, Gelsenkirchen— Münster 5. 6. 38: Siegen— Münster, Wattenscheid— Gelsenkirchen 12. 6. 38: Münster— Siegen, Gelsenkirchen— Wattenscheid— 19.6. 38: Münster— Wattenscheid, Siegen— Gelsenkirchen* 53 Bann Meister im Handball pielen um die Gruppenmeisterschaft. In der Gruppe 6 der H3-Handball-Bannmeister wurden jetzt die Spiele angesetzt. In einer k. o.- Runde werden die beiden Endspielteilnehmer ermittelt. An diesen Spielen ist der Bannmeister des Bannes 259, Westfalia Herne, beteiligt. Folgende Paarungen wurden für den 8. Mai angesetzt: Westfalia Herne— Turnerbund Boktrop auf dem Polizei=Sportplatz in Recklinghausen. Tus Haltern— HJ-Gefolgschaft Lüdinghausen auf dem Platz des TSG. Dülmen. Die Sieger aus diesen Treffen spielen am 15. Mal gegeneinander. Besselmann bis August gesperrt. Die Nachprüfung des Kampfuxteils Besselmann— Tenet vom 7. April 1938 in Berlin, unterstrichen durch das Attest des Ringarztes, hat ergeben, daß das Verhalten Besselmanns der Sportordnung nicht entsprochen hat. Der Verbandsführer des Berufsverbandes Deutscher Faustkämpfer hat aus diesem Grunde dem Deutschen Mittelgewichtsmeister Jupo Besselmann zur Wiederherstellung seiner sportlichen Leistungsfähigkeit die Aktivenlizenz bis zum 1. August 1938 gesperrt. Unsere Voraussagen Düsseldorf. 1. R.: Clain— Saarfreund; 2. R.: Panzerflokte— Freiheitslied; 3. R.: Agnat— Allp; 4. R.: Herzober— Dichwurz; 5. R.: Pollur 2— Stora; 6. R.: Zelina— Schnepfe; 7. R.: Heidekönig— Feldmesser. Le Tremblay. 1. R.: Tridace— Aqua Caliente; 2. R.: Liard— Sabir; 3. Argolida— Lament; 4. R.: Sylvanire— Patache: 5. Allegoriste— Almanao; 6. Brown Trout— Apollonius. Weinet nicht an meinem Gonnet mir die ewnige Ruh, Denkt, was ich gelitten habe, Eh' ich schloß die Augen zu. Nach Gottes unerforschlichem Ratschlusse verschied Sonntag abend 8½ Uhr unser lieder Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Postheifer Felix Jassner Er starb nach kurzet, schwerer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten der römisch-katholischen Kirche, im Alter von 26 Jahren. In tiefem Schmerze; Die trauernden Hinterbliebenen. Herne, den 3. Mai 1938. Die Beerdigung findet statt am Donnerstagnachmittag 3¼ Uhr vom Trauerhause, Franz=Seldte=Straße 83, aus.— Das Seelenamt ist am gleichen Tage morgens 8 Uhr In der St.-Bonifatius-Pfarrkirche. Endlich hab ich ausgelitten, Vorbei ist alles Erdenleid, Weinet darum nicht, ihr Lieben, Alles, was mir hier zum Leid, Dient mir nun zur Seligkeit. Der liebe Gott nahm am Montag, dem 1. Mai 1288, nachmittags 2.15 Uhr unsere liebe und gute Mutter, Schwiegermutter, Grotzmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Auna Nierhoff geb. Rosblech im Alter von 52 Jahren zu sich in den Sie stard still und ruhig nach langer, schwerer Leidenszeit und einem christlichen Leben, gestarkt und getrostet durch den oftmaligen, andächtigen Emrfang der bl. Sakramente Um siehe Teilnahme bitten: Die trauernden Hinlerbliebenen. Herne, den 2. Mai 1938. und was man sonst allgemein mit rheumatisch. Schmerzen bezeichnet kommt es zumeist daraut an. die abgelagerte Harnsäure zu lösen und über die arnwege auszuscheiden. Gut bewährt sich Mühlbau's Harnsäure-Tee Marke„Wurzelsepp““ Er kann das Blut entsäuern und entgitten. Tausende trinken ihn. Origmal-Packung 1.— RM. Nur echt zu haben. Fachdrogerie K. Masthof Wiescherstr. 39. gegenüb. 4. ev. Krankenhaus la Referenzen am Platze, kommt. Stimmung RM 5.—. Langjähriger Stimmer der Fa. lbach. Reparaturen usw. Meldungen erbeten unter MRI38 an den Herner Anzeigers bis zum 7. Mai Die Beerdigung ist Donnerstag nachmittag 4 Uhr von der Leichenballe des Kommunalfriedhofes aus Das Seelenamt ist am gleichen Tage, morgens 7 15 Uhr, in der St. Bonisatiuskirche. Haupkschriftleiter: Dr. Leo Reiners, Herne, z. Zl. beurl. Stellv. d. Hauptschriftl. Jos Möller, Herne. Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Dr, Leo Reiners, Herne, z. Il. beurlaubt; Stellvertreter für Kommunalpolitik und Lokales Jose Möller, Herne; für„Unterhaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport, Jos Möller, Herne: für Anzeigen Josef Röttsches Herne Bildverantwortliche: Ressorkleiter. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne. H-Göring Sti., 8) nicht an idre einzelnen Mitglieder zu richten D. A. III. 38 über 3500.— Druck und Verlag Roethers& Röttsches. Herne. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 galtig.— Mengenstaffel E. Der Führer in Italien! 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Zur Beerdigung der Frau Katharina Brast-Kerkhoft am Mittwoch um 15.20 Uhr vom Sterbehause, Freiligrathstr. 21, aus, werden alle Mitglieder zur zahlr. Beteiligung eingeladen. Die Verstordene war Mitglied der Sterbekasse. echt Eiche, Büfekt, Kredenz, Ausziehlisch, 6 Stühle, sowie eine Klubgarnitur, besteh. aus Sofa und 2 Sessel, preiswert zu verkaufen durch H. Greve Nachf. Bahnhofstraße 70 Wer mehr verkaufen will, muß inserieren! Guterh., kompl Schlalzimmer 2 Metaübellen mit Unterlagen u. sonstige Haus. haltgegenstände billig zu verkauf. Balzer, Horsthauser Str. 15. Zwischen 10 und 17 Uhr. 7285 Dernene Volks Rod. 37 38 65.oder: Anzahlung 6.20 und 18 Raten je 3.80 Mk. Ferner große Auswahl in den neuesten Kostenlose Vortührung und Beratung bei Julius Berke Bahnhofstraße 77 Rut 51305. Moderner Wohnzimmeroten (Küppersbusch) Allesbr., gut erhalt., preisw. ab zugeben. Besicht 13—15 Uhr. Gerig. Andlenslr. 7. 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TE ERSTER IFNILMN VON DEN OLTMPISCHEN SPIELEN BERLIN 1936 GESTALTUNG: LENT RIEFENSTAHL• rocs Der Film erhielt den Staatspreis 1938. Seit dem festlichen Start dieses einmaligen Filmwerkes in Berlin spricht die Welt von Leni Riefenstahls gigantischem Dokumentfilm von den 16 Tagen der Olympischen Spiele in Berlin. Kein Teilnehmer an den Spielen sah dieses Ereignis so, wie die Kamera es jetzt Millionen Menschen in packenden und mitreißenden Reportagen noch einmal erleben läßt. Unvergleichliche Eindrücke vermittelt dieser Film, der. als Stars die sportlichen Idealgestalten aus 52 Nationen herausstellt. Wir zeigen den ersten Teil des Filmes. Protektorat: Kreisleiter Nieper. Freilag: Lichtburg Nur noch 2 Tage der große Erfolgstilm: Jugend. Bücher sind gute Freunde sie belehren und bilden uns! Mädchen Suche für sofort ein tüchtig., kath. nicht unter 20 Jahren; dasselbe muß bürg kochen und alle Hausarb verricht, können. Lohn nach Uebereinkunft JFamilien=Anschluß. Frau R. Stroot, Damen= u. 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