Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis baldmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15. frei ins Haus gebeacht: durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, dierzu Bestellgeld 36 AN.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe 4 Pf., im Textteil 25 Pf.; Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf. Bäder und Sommerfrischenanz##gen se mm 3½ Pf. Zisfer= und Auskunstsgebühr 25 Pf., Fernsprecher: Gammel=Nummer 52541 Drahtanschrift: Anzeiger Nr. 105(Erstes Blatt) Freitag, den 6. Mai 1938 34. Jahrgang Die große Flottenschau im Golf von Neapel Glanzvolle Bestätigung der militärischen Tüchtigkeit der Flottenmacht Italiens! Großartige Parade vor dem König und dem Führer Italien als Seemacht Die großen Manöver der italienischen Flotte, die mit einer einzigartigen Bravour und phantastischer Präzision im Golf von Neapel zu Ehren des Führers veranstaltet werden, lenken die Aufmerksamkeit auf ein Gebiet der italienischen Rüstung, das angesichts der geographischen Lage Italiens wohl zu den wichtigsten militärischen Gebieten überhaupt gehört. Mit einer Küstenlänge von 8500 Kilometer ist Italien feindlichen Angriffen von der Seeseite her besonders stark ausgesetzt und zweifellos mehr als die anderen Anliegerstaaten des Mittelmeeres. Aus dieser Tatsache ergibt sich die Bedeutung der Worte, die Mussolini einmal zu jenem für die italienische Rüstung grundlegenden Satz formulierte, daß das Schicksal Italiens letzten Endes von seiner Flotte abhängt. Nach dem neuen, zum erstenmal im Januar der Oeffentlichkeit bekannt gewordenen italienischen Flottenbauprogramm für die Zeit von 1938 bis 1941 wird nach Ablauf dieser Frist der Kern der italienischen Flotte von acht Schlachtschiffen gebildet werden, während sich die eigentliche Stärke dieser Flotte auf die U=Boote begründen wird, deren Zahl einmal so groß sein soll, daß Italien unzweifelhaft als die stärkste U=BootMacht der Welt angesprochen werden kann. Was die Schlachtschiffe betrifft, so handelt es sich um zwei ältere umgebaute Linienschiffe„Cesare“ und „Cavour“, um die„Doria“ und„Duilio“, weiter um die Schlachtschiffe„Littorio" und„Vittorio Veneto“, die 1939 fertig werden, und schließlich um die bereits in Bau gegebenen Schiffe„Romeo" und„Impero". Bemerkenswert ist, daß die italienische Flottenrüstung auf die Schaffung einer sogenannten ozeanischen Flotte hinstrebt, wie der Admiralstabschef Cavagnari einmal in einer seiner früheren Reden hat durchblicken lassen. Das„Eiornale d' Italia“ sagt in einem Artikel zu den Flottenübungen im Golf von Neapel, daß der Führer nunmehr auch Kontakt mit der Wehrmacht des faschistischen Italien erhalte, das einen Beweis seines Kampfgeistes gebe. Die internationale Machtstellung des Faschismus sei mit der des Nationalsozialismus zusammen mit der Stärke der Wehrmacht gewachsen. Am Mittwoch habe der Führer bei der Jugendkundgebung feststellen können, daß die Macht der faschistischen Revolution auch für die Zukunft gesichert sei. Am Donnerstag habe Adolf Hitler die Macht und die Seetüchtigkeit Italiens ermessen und feststellen können, daß die Uebungen ein deutlicher Beweis für den hoben Stand der Ausbildung und der Aufrüstung der icalienischen Kriegsmarine seien. Noch in diesem Jahre würde Italien 260000 Tonnen Neubauten in Dienst stellen oder aul Kiel legen, sodaß es bis 1941 über 700000 Tonnen modernster Kriegsschiffe verfügen werde. Die italienische Wehrmacht werde entschlossen ausgebaut und verstärkt, ohne daß man sich dabei um das Geschrei jener Staaten kümmere. die. obwohl sie selbst am stärksten aufrüsteten, dennoch den Anspruch erhöben, andere Staaten in einem Zustand der Unterlegenheit zu halten. Der„Paris Soir“ nennt diese Flottenschau die großte Flottenparade, die jemals' organisiert worden sei. Und gleichzeitig ist sie im deutsch=italienischen Sinne eine gewaltige Kundgebung der Entschlossenheit, die friedliche Neuordnung in Europa zu sichern. Die Fahrt des Führers nach Neapel Im Sonderzug des Führers, 5. Mai. Als der Sonderzug des Führers um 8 Uhr früh in Campoleone, wo der Zug während der Nacht abgestellt war seine Fahrt fortsetzte, leuchtete die strahlende Sonne des Südens über der römischen Campagna, ein verheißungsvoller Auftakt für die große Flottenparade des faschistischen Imperiums zu Ehren des Führers. Schon sehr bald sind wir Zeugen der schöpferischen Kraft des Faschismus. Wir fahren durch Littoria, die vom Faschismus aus dem Boden gestampfte Stadt inmitten der ehemaligen Pontinischen Sümpfe. Jahrhunderte, ja Jahrtausende haben sich vergeblich bemüht, Sümpfe und Moore in fruchtbares Ackerland zu verwandeln. Aber seit 1931 führen ehemalige Frontkämpfer und Kriegsveteranen das gewaltige Werk der Urbarmachung durch. Nach einem Jahr bereits wurde der Mittelpunkt der neuen Ansiedlung. Littoria, eingeweiht und inzwischen sind weitere vier vollkommen neue Städte hinzugekommen. In dem Namen Littoria ist ebenso wie in der Stadt selbst das Wesen des Faschismus enthalten. Ungeheuer ist in dieser vom Faschismus geborenen Stadt der Jubel der Bevölkerung. Die Siedler und Bauern. die hier durch die Tatkraft des Duce eine neue Heimat in ihrem schönen Land erhalten haben, grüßen den Führer bei der Durchfahrt mit stürmischer Begeisterung und brausendem Jubel. Der Führer steht am Fenster seines Zuges, seine Blicke schweifen über das weite Land. das der Faschismus für die Erzeugungsschlacht Italiens im Frieden erobert hat, über neue Gebäude und Werke, die sich als steinerne Zeugen der Tatkraft des faschistischen Imperiums über den grünen Feldern erheben. Mit erhobener Rechten dankt er den Angehörigen der faschistischen Formationen und der Jugend. den Männern und den Frauen des italienischen Landvolkes, den Bauern und Soldaten, die dieses schöne Land wieder fruchtbar und wertvoll gemacht haben. Noch meinen wir das Brausen der Ruse und Musikklänge zu hören, das den Zug bei seiner langsamen Fahrt durch den neuen Bahnhof Littoria umgab. Aber weiter geht die Fahrt gen Süden. Nach mehreren langen Tunnels taucht zur Rechten die Bucht von Gaeta auf. Zum erstenmal sehen wir hier auf dieser Fahrt das blaue Mittelmeer, das in der hellen Morgensonne silbern glitzert. In Fondi. Pomia. Minturno überall erleben wir das gleiche packende Bild. Das Volk Süditaliens grüßt den Führer in überschwänglicher Begeisterung in allen Orten und auf der ganzen Strecke In Villa Literna haben wir den einzigen Aufenthalt auf der Fahrt. Hier steigen die den Führer Mussolini und Adolf Hitler bei der feierlichen Kranzniederlegung am Grabmal des Unbekannten Soldaten bei der Flottenparade begleitenden deutschen Persönlichkeiten auf den zweiten deutschen Regierungssonderzug zu. Begeistert grüßen Tausende auf dem kleinen Bahnhof den Führer. Böllerschüsse werden abgefeuert. Transparente heißen den Führer willkommen. Unter ihnen fällt uns eins besonders auf: „Wir sind hart mit unseren Feinden, aber mit unseren Freunden marschieren wir bis zum letzten.“ Wenige Minuten Fahrt nur und wieder bietet sich uns zur Rechten ein wundervolles Bild: der Golf von Neapel liegt vor uns ausgebreitet. Wir sehen die Ponza=Inseln, die Bucht von Pozzuoli und leicht verschwommen in der Ferne das sonnige Capri, die Insel der Träume im blauen Golf von Neapel. Die in der Bucht liegenden Kriegsschiffe der italienischen Flotte schießen zu Ehren des Führers und Obersten Befehlshabers der deutschen Wehrmacht Salut. Neapel, die Perle aller Städte des Mittelmeeres, liegt vor uns. Die Vorstädte sind überreichlich geschmückt und überall jubeln die lachenden Menschen des Südens dem Führer zu. Es ist ein farbenfrohes, malerisches Bild, das sich uns bietet. Als wir in langsamer Fahrt kurz darauf in die im festlichen Schmuck prangende Bahnhofshalle von Napoli Mergellina einfahren, brandet dem Führer als Gruß der Jubel und die Begeisterung dieser herrlichen Stadt entgegen. Neapels großer Tag Eine Lichtstraße von märchenhafter Schönheit Neapel, 5. Mai. Der historische Tag ist angebrochen, an dem Neapel den Schöpfer des neuen Deutschland empfangen wird. Ueber die Meeresbucht, in der die Flottenübung gleich nach der Ankunft des Führers bis zum späten Nachmittag stattfindet, zieht noch der Frühnebel in dichten Schwaden. In den Straßen hallen die Marschtritte der faschistischen Legionäre, der Truppen, die zum Spalier marschieren. Trachtengruppen ziehen vorüber. Vielfach ist die Bevölkerung schon seit Mittwoch ununterbrochen auf. den Beinen, denn niemand wollte gestern abend die Generalprobe der Festbeleuchtung versäumen, die ganz Neapel mit einem Schlage in ein wahres Lichtermeer tauchte Bäume und Wege der öffentlichen Gärten waren von magischem Licht übergossen, in den winkligen mittelalter lichen Bauwerken strahlte blaues Licht, barocke Türme und Zinnen flammten in grünweißrot, den Farben der italienischen Trikolore. Die Strahlenbündel der zahllosen Scheinwerfer heben die satten Farben der wertvollen Teppiche unter den Fenstern und an den Balkonen der Häuser besonders wirkungsvoll hervor und die Adler auf den Säulen und Masten blinken wie flüssiges Gold in der Fülle des Lichtes. Das riesige Halbrund der Piazza del Plebiscito, auf der heute abend Stadt und Land Neapel dem Führer huldigen wird. ehe die Galavorstellung von„Aida“ beginnt, ist zu einem Festplatz gestaltet, wie ihn kein noch so genialer Bühnenbildner besser hätte gestalten können. Durch das aus dem Säulengang, der den Hintergrund abschließt, nach außen strömende Licht wurde das Dunkel der Nacht vollkommen verdrängt. Tageshelle überflutete den ganzen Vorplatz. Schlanke Säulen mit stufenweise angebrachten HakenDie Abwertung des Franken 179 zum englischen Pfund Sterling“ Der neue Frankenkurs Erbitterte Vorwürse kreuzen, Liktorenbündeln und dem Wappen des Hauser Savoyen flankieren den Weg. Ein künstlicher Laubengang von Blattgrün bildet den Abschluß dieser Lichtstraße, über der am Himmel nur der Widerschein des feurigen Berges, des Vesuv leuchtet, während von der See her die Nachtbrise die Banner und Fahnen und die silber= und golddurchwirkten Teppiche und Tücher leise bewegt. Neapel ist zum Empfang gerüstet. Mit Leidenschaft und Liebe haben die Neapolitaner ihrer Stadt zu Füßen des Vesuns ein festliches Gewand angelegt. Der König begrüßt den Führer Jubelnder Empfang Während noch in den sonnendurchfluteten Straßen der Aufmarsch der Hunderttausende andauert, die den Führer sehen wollen, während unter klingendem Spiel Regiment um Regiment, Cohorte um Cohorte an seinen Bestimmungsort rückt, nehmen bereits die Formationen, die den Ehrendienst am Bahnhof Mergellina versehen, Aufstellung. Offiziere erteilen letzte Befehle. Statuenhaft stehen in ihren malerischen Uniformen mit den Dreispitzen die Carabinieri. Kurz vor ¾10 Uhr läuft der Sonderzug des Außenministers Graf Ciano, des Generalsekretärs der Faschistischen Partei. Starace, und des Ministers für Volkskultur, Alfieri. ein. Wenige Minuten später klingen die italienischen Nationalhymnen auf:=Der Kronprinz betritt den Bahnsteig. Plötzlich scharfe Kommandos an das Militär: Unter den Klängen der Giovinezza rollt der Sonderzug des Königs ein. Und zehn Minuten später. pünktlich um 10,10 Uhr, kommt der Sonderzug des Führers. Während noch die Klange des Deutschlandliedes die Halle erfüllen, tritt der König auf den Führer und Reichskanzler zu, um ihn mit Handschlag willkommen zu heißen. Dann begrüßt der Kronprinz den Führer. Dann schreitet der Führer in Begleitung des königlichen Gastgebers, gefolgt vom Krovprinzen, von den Spitzen der Partei und des Staates sowie der hohen Generolität die Front der Ehrenformationen ab. Brausender Jubel empfängt den Führer, als er am Eingang des Bahnhofee erscheint. Gleichzeitig intonieren die Jungsaschisten mit ihren Trompeten die deutschen Hymnen, denen die beiden italienischen folgen. Nach Abschreiten der vor dem Bahnhof aufgestellten Gliederungen nehmen der Führer und der König im ersten Wagen Platz. um sich zur Flottenpara## zu begehen; im zweiten Wagen folgen der Kronprinz mit Außenminister von Ribbentrop. im dritten Wagen der Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß. mit Graf Ciano. in den weiteren Wagen Reichsminister Dr. Goebhels und die anderen Mitglieder der Begleitung des Führers und die führenden Männer des italienischen Staates und der Partei. Auch Neapel bereitet dem Führer einen grandiosen Empfang. Die Fahrt vom Bahnhof Mergellina zum Hafen Municipio führt schon nach wenigen hundert Metern auf eine der schönsten Straßen Neapels, die Riviera di Chiaja mit dem Blick auf die herrliche Bucht, auf das Meer, den Vesun und die Halbinsel von Sorrent. Dieser prächtige Ausblick, der schon Virgil und Horaz begeisterte, begleitet den Führer vorbei an dem auf einer ins Meer vorgeschobenen schmalen Landzunge liegenden Castell dell' Ovo. Dann schwenken die Wagen nach links ab. um auf die von architektonischen Meisterleistungen umrahmte Piazza del Plebiscito zu gelangen. Ein historischer Platz. Von hier aus haben die neapolitanischen Faschisten am 24. Oktober 1922 ihren Marsch auf Rom angetreten Das Prachtstück dieses Platzes ist der herrliche von Fontana erbaute Königspalast. Gegenüber liegt der Rundbau der Franz=Paul=Kirche, die dem römischen Pantheon nachgebaut ist. Sobald die Motorradeskorte der Carabinieri das Nahen des Führers ankündigt, rauschen die Eviva=Rufe und das für Italien so charakteristische Händeklatschen auf. Die Massen, die sich überall in vielen Gliedern tief hinter der Absperrung stauen, schwenken die Fähnchen und werden nicht müde. Heil zu rufen. Vor dem Königlichen Platz präsentiert das Ehrenspalier der Kavallerie und der Artillerie. die mit ihren Geschützen auf der gegenüberliegenden Seite aufgefahren ist. In ganz langsamer Fahrt naht als erster der Wagen des Königs und Kaisers mit dem Führer. Immer wiede: danken sie für die unaufhörlichen und temperamentvollen Ovationen. Die Wagenkolonne biegt dann um das Schloß herum am Castell Nuovo vorbei in den Hafen von Municipio ein. Der Führer an Bord des Panzerschiffes „Cavour“ Paris, 5. Mai. Der Stabilisierungskurs des fran zösischen Franken ist am Donnerstag endgültig auf 179 zum englischen Pfund festgesetzt worden. Finanzminister Marchandeau erklärte hierzu u. a.: Im Gegensatz zu dem, was man glauben oder sagen könnte, handele es sich bei dem heutigen Entschluß nicht um eine Stabilisierung, sondern um eine Operation. deren Ziel darauf hinausgehe, zunächst zu einer wirklichen Stabilität zu gelangen. Die Regierung habe beschlossen, daß der Kurs von 179 zum englischen Pfund in Zukunft nicht überschritten werde. Der Franken könne sich also nicht verbessern. Er werde sich wieder ausrichten, weil die Regierung dieses Ergebnis mit unbeugsamem Willen verfolge. Der Wille, stabile Wirtschaftsbedingungen zu schafsen, werde in Zukunft in einer Atmosphäre durch geführt, die vor Unordnung und vor Währungsschwankungen geschützt sei. Die rechtsstehende Abendzeitung„Liberte“, schreibt: „Der Sturz des Franken ist das Ergebnis der zweijährigen sozialdemokratisch=kommunistischen Demagogie! Die wirklich Verantwortlichen hierfür haben sogar noch die Kühnheit, sich aufzuregen!“ Der sozialistische „Populaire“ wirft sich zum Verteidiger des Franken auf, und die kommunistische„Humanite“, läßt neue üble Streiche in den Fabriken voraussehen. Die„Liberte“ schreibt weiter, daß man in anderen Ländern rechtzeitig alle Marzisten als mittelbare oder unmittelbare Ver treter ausländischer Einflüsse von den Kommandostellen des Staaies entiernt habe. In Frankreich werde die Abwertung nicht aufhören, solange das Land nicht mit einem gehörigen Besen reingesegt sein werde. In der herrlichen leuchtenden Pracht des Südens und unter dem tiefblauen südlichen Himmel liegt nach einem trüben Morgen der Molo Beverello in Neapel da. Dieser in der Welt einzigartige Hafen, über dem sich stolz der Vesun mit seiner Rauchfahne erhebt, gab wohl den glanzvollsten Ranmen für den festlichen Empfang des Führers und Reichskanzlers durch die italienische Flotte ab. Ernst und stolz ragt in seinem Hintergrund das mächtige Mauerwerk des Maschio Angionino auf. der alten Burg der Anjous. Im Hafen selbst haben zur Ehrenbezeugung für den Führer das 1. Geschwader, bestehend aus den Panzerschiffen„Cavour“ und„Cesare“. aus den schweren Kreuzern des Typs„Fiume“, den leichten Kreuzern des Typs„Garibaldi“, den neuesten Ueberzerstörern des Typo„Wkioni“ und den Torpedobooten„Freccia“ und„Folgore". Paradeausstellung genommen. Weiter befinden sich im Hafen eine Flottille der modernen Torpedoboote des Typs„Aldebran“, vom Kundschafter„De Nocco“, geführt, ferner eine Flottille der modernsten Schnellboote und zur Vervollständigung des Bildes die Schulschiffe„Colombo“ und„Vespucci“. Rechts vom Eingang zum Hafenplatz vor der Burg Anjous haben ein Infanteriebataillon, eine Abteilung Marinesoldaten und die Offiziere der in Neapel stationierten Truppenteile Aufstellung genommen Von den Stlaßen per kunden die begeisterten Rufe der neapolitanischen Gruppen der„Söhne und Töchter der Wölfin=, diese jüngsten der faschistischen Jugendverbände, das Nahen der Wagenkolonne. Auf dem Hasen platz en dem Molo Bevereklo fährt der Führer und Reichskanzler in Begleitung des Königs und Kaisermit seinem Wagen zuerst die Front der Ehrenformationen ab. Beide begeben sich dann mit ihrer Begleitung auf ein Motorboot, während die Geschütze sämtlicher im Hafen liegenden Kriegsschiffe dem Führer des deutschen Volkes den dröhnenden Salut entbieten. Nach kurzer Fahrt degt das Motorboot am Panzerschiff„Cavour“ an. wo Adolf Hitler mit dem Kaiser und König und dem Prinzen von Piemont an Bord eht. Auf dem Schiff erwartet Benito Mussolini den ührer, den er herzlich begrüßt. Mit dem Führer schifften sich Minister von Ribbentrop und Graf Ciano der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und der Generalsekretär der Faschistischen Partei, Starace, die Minister Dr. Goebbels und Alfieri, Reichsführer SS. Himmler und Staatssekretär BuffariniGuidi auf der„Cavour“ ein. Parade der Kriegsslotte Im Augenblick des Betretens des Flaggschiffes erweisen alle auf den anderen im Hafen liegen Kriegsschiffen in Paradeaufstellung angetretenen Besatzungen die Ehrenbezeugung. Kurz darauf wird der Besehl erteilt, die Anker zu lichten und das ganze Geschwader beginnt mit den Manövern, um den Hasen zu verlassen. Unmittelbar vor dem Hafen teilen sich die Schiffe in zwei Linien und schaffen so zu beiden Seiten der auslaufenden„Cavour“ zwei mächtige Spaliere, während in der Luft ein Geschwader der italienischen Marineflugzeuge unter dem blauen Himmel des Südens dahinbraust. Eindrucksvoll und unvergeßlich war dieser herrliche Auftakt zu den Flottenmanövern im Tyrrhenischen Meer vor den Toren Neapels, die dem Führer die Größe, Stärke und Schlagkraft der italienischen Kriegsflotte zeigen. Ein herrliches Schauspiel Mehr als 200 Einheiten der Flotte nahmen an den Uebungen teil 7 Der Führer spricht dem Duce seine Bewunderung aus Die erste der drei Großveranstaltungen, mit denen die ttalienische Wehrmacht in diesen Tagen den Führer und Reichskanzler ehren will, brachte Donnerstag mit der einzigartigen Flottenschau im Golf von Neavel einen neuen Beweis für die Machtstellung, die dem faschistischen Italien heute mit Recht in der ganzen Welt zukommt. Bilder von unerhörter Schönheit und größtem technischen Können übermittelten einen bervorragenden Einblick in die ausgezeichnete Schulung und Ausbildung der Marine. zeigten aber auch die echt kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Mannschaften und ihren Offizieren. mit der allein solche Leistungen, wie sie heute dem Führer gezeigt werden konnten, erzielt werden können. 186 Einheiten, d. h. fast die ganze italienische Flotte. darunter 86 U=Boote, nahmen an diesen Uebungen teil. die von Anfang bis zu Ende regelrechte Höchstleistungen in Zusammenarbeit mit der Luftwasse darstellten. Nach Abschluß dieses im steten Wechsel mit den unvergleichlichen landschaftlichen Schönheiten des Golfes von Neapel stehenden, zuweilen pbantastischen und fast unwahrscheinlichen Schauspieles ging der Führer, der auf dem Admiralsschiff„Cavour“ den Uebungen mit dem lebhaftesten Interesse gefolgt war. und sich bald mit dem König und bald mit dem Duce. bald mit Herren aus ihrem Gefolge unterhalten hatte. auf den Duce zu, um seiner ganzen Bewunderung für die italienische Flotte Ausdruck zu geben. Im Gefolge des Führers konnte man nur eine einzige Stimme der Bewunderung und Begeisterung für die Flotte bören, die der Faschismus in kaum anderthalb Jahrzehnten nach völlig modernen Grundsätzen der Flottenmacht und Großmacht Italien geschenkt bat. Mussolini hat sich um 18.36 Uhr im Sonderzug nach Rom zurückbegeben. Bravourleistungen der L=Boote u. Schnellboote Hunderttausende huldigen dem Führer Ueberwältigendes nächtliches Schauspiel vor dem Schloß in Neapel Neapel, 5. Mai. Die herrliche Piazza Plebiscito, auf der sich im Oktober 1860 Neapel und die umliegenden südlichen Provinzen für die Einheit Italiens erklärten, und die Kolonnaden, Dächer, Säulen und Fenster waren mit Fahnen geschmückt. Auf dem Dach des Schlosses, das, in seiner herrlichen Architektur ein Juwel an sich, ohne schmückende Zutaten geblieben war, wurde kurz vor der Ankunft des Führers und des Kaisers und Königs neben der Trikolore mit der königlichen Krone die Standarte des Führers gehißt, was einen Sturm der Freude und Begeisterung und Ovationen auslöste. Hinter der faschistischen Miliz, die nur den Auffahrtsweg in geringer Breite freihielt, wogte ein ungeheures brodelndes Menschenmeer in beängstigender Fülle, besser gesagt eine einzige lebendige Menschenmauer. Es ist ein unvorstellbares Schauspiel. Auf dem Platz und in den benachbarten Straßen sind etwa ¾ Millionen Menschen zusammengeströmt. Kurz vor 18,30 Uhr hallen plötzlich Kommandos über den Platz. Die Banner gehen hoch. Die tausend Trompeten blasen das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied und dann den Königsmarsch und die Giovinezza. Die Motorrad=Eskorte hält vor dem Palast. Dann fahren unter einem ohrenbetäubenden Sturm der taktmäßigen „A=Noi“=Rufe der Führer und der König und Kaiser auf die Piazza Plebiscito, nach allen Seiten dankend, durch das prachtvolle Tor in den Palast ein. Auch die Begleitung des Führers wird mit den rhythmischen Ovationen der faschistischen Formationen bedacht. Eine halbe Stunde vor Beginn der Kundgebung flammen unter lauten Freudenrufen die Scheinwerfer auf beiden Seiten des Platzes auf. Die Kolonnaden, die sich zum Portal des Franz=von=Paula=Domes hinziehen, werden angestrahlt, das Gold der römischen Adler funkelt. Es gleißen die Liktorenbündel von den schwarzen faschistischen Fahnen. In die Straße vor dem Schloß rücken alle dienstfreien Offiziere des Dert:zim.#„Marine und der Luftwafse, die in Neapel und Umgebung in Garnison liegen, das Führerkorps der faschistischen Formationen sowie die Auslandsorganisation der NSDA P., Landesgruppe Italien, mit ihrer Fahne ein. Die Balkontüren tuen sich auf. Ein einziger Schrei„A noi dröhnt durch die Luft. Diener des königlichen Hofes breiten einen Teppich über die Balkonbrüstung. Im gleichen Augenblick wirbeln die Trommeln, schmettern die Fanfaren, und— es ist wenige Minuten vor 20 Uhr— betritt der Führer zusammen mit dem Konig und Kaiser und gefolgt vom Kronprinzen, den Reichsministern, den hohen italienischen Würdenträgern und den Behörden Neapels den Balkon. Das Spielen der nationalen Lieder geht trotz der tausend Trompeten völlig unter in dem donnernden, tosenden und jauchzenden Schreien der Freude und begeisterung, in den Rufen„Hitler! Hitler!" und in dem Händeklatschen. Die faschistischen Formationen heben ihre Waffen, ihre Fahnen und Standarten, schwenken Tücher, deutsche, italienische und faschistische Fähnchen. Alles eine ungeheure ab= und ausschwellende Brandung. Nur vereinzelt können sich einige der Trompetentöne durch dieses Gebrause hindurchstehlen. So geht es Minuten um Minuten. Die nationalen Lieder beider Länder werden wieder gespielt. Eine unbeschreibliche und unvergeßliche nächtliche Szene: Das Spiel der Lichter und Farben, die Freude der Hunderttausende. Erst nach etwa 10 Minuten verlassen der Führer und der König mit ihrer Begleitung wieder den Balkon. Die Türen werden geschlossen, und Stunden mitreißender und Kommunisten provozieren Die Sudetendeutschen sollten verdächtigt werden Phantastische Präzision Zehn Kilomete und Auftauchen Aa Bord des„Cavour“. des Admiralschiffes, herrschte unter den deutschen wie unter den italienischen Ebrengästen von Anfang an eine erwartungsvolle Stimmung. die durch die Genauigkeit und Raschheit, mit der alles genau nach dem Programm sehlerlos durchgeführt wurde. bald einer allgemeinen Bewunderung Platz machte. Schon die Art des Auslausens des Ersten Geschwaders in geschlossener Formation aus der verhältnismäßig engen Hafenausfahrt war ein glänzendes Meisterstück. Dabei brachte der Ablauf des weiteren Programms— fingierte U=Boot=Augriffe auf den„Cavour“, die Einnebelung einer fast zehn Kilometer langen Front von Torpedobooten mit erneueen Torvedoangrifsen, das Scharfschießen auf das ferngelenkte Zielschiff„San Marco", das Sperrfeuer gegen einen Fliegerangriff— immer neue, fast dramatisch wirkende Steigerungen. Nach der westlich von Cavri erfolgten Begegnung des Ersten und Zweiten Geschwaders wurde in voller Fahrt das aus der Skagerrak=Schlacht bekannte. von Admiral Schecr mehrmals angewandte Manöver der Kehrtwendung mit vollendeter Präzision und Raschheit durchgeführt. Der erste Teil der Flottenschau wurde dann mit einer allgemein bewunderten Glanzleistung beendet, bei der fast die ganze italienische U=Boot=Flotte zu gleicher Zeit tauchte und nach etlichen fünf Minuten unter voller Wahrung ihrer in Neuner=Kolonne eingeteilten Formationen ebenfalls gleichzeitig wieder auftauchte. Mehr als 5000 Mann waren bei diesem Manöver wie mit einem Schlag unter dem Wasserspiegel verschwunden, um wenige Minuten darauf an Deck ihrer Schiffe zu erscheinen. Ein Bravourstück war die in voller Geschwindigkeit vorgenommene Durchfahrt der beiden Geschwader zwischen den beiden Schlachtschiffen „Cavour" und„Cesare", die in einer kaum 400 Meter großen Entfernung Bug gegen Bug aufgestellt waren Mit erstaunlicher Geschicklichkeit schossen die Schiffe in einer Entfernung von zuweilen unter 50 Meter am Bug des„Cavour“ vorbei. Kurz darauf tauchten in der Ferne die von der italienischen Flotte bevorzugten, mit je zwei Torpedorohren bestückten Schnellboote auf. die mit einer Stundengeschwindigkeit von weit über 40 Meilen ein Angriffsmanöver durchführten und dann ebenso rasch wieder in der Ferne verschwanden. Zum Schluß fuhren im Golf von Neavel fast sämtliche Schiffe in Paradeaufstellung auf. während gleichzeitig über dem Golf gegen 100 Flugzeuge kreuzten. Dann lief das Admiralsschiff in den Hasen Einnebelung Gleichzeitiges Tauchen aller U-Boote von Neavel ein. auf dessen Höben, alles beberrschend. der Gruß Neavels.„Heil Hitler“. in riesiger Flammenschrift prangte. Am Abend gab der Kronprinz ein Essen zu Ehren des Führers. Gegen 23 Uhr verließ der Führer Neavel. Er fuhr unter dem Jubel der Bevölkerung zum Hauptbahnhof. geleitet vom König und Kaiser. Die Landung nach dem Flottenmanöver Im Hafen von Neapel vor der Mole Beverello verließ der Führer mit dem König und Kaiser und dem Gefolge das Panzerschiff„Cavour“. Sie bestiegen ein Motorboot. Die Fahrt zur Mole ging an dem an einer Landungsbrücke fest liegenden italienischen Riesendampfer„Nex“. vorbei, auf dem Tausende von Menschen dem Führer und dem König und Kaiser begeisterte Kundgebungen darbrachten. Auf der Mole nahmen der Führer und der König und Kaiser Platz in einem Kraftwagen, mit dem sie langsam die Front des Ehrenbataillons abfuhren. Währenddessen entboten die auf dem Meere ankernden Schiffe der italienischen Kriegsflotte threm Gast noch einmal durch Salutschüsse einen Gruß. Gleichzeitig kreuzten Geschwader der Marineflugzeuge über dem Hafen. Ueber den dicht mit Menschen gefüllten Rathausplatz fuhr der Führer in der ersten Abenddämmerung dem Palazzo Reale zu, vor dem auf der Piazza Plebiscito die große Volkskundgebung stattfindet. Um 6.30 Uhr fuhr der Führer mit dem König unter ungeheueren Begeisterungsstürmen ins Schloß ein. Kurze Zeit nach der Abfahrt des Führers verließ auch der Duce das Panzerschiff„Cavour“ und begab sich an Land. wo ihm ebenfalls stürmische Ovationen dargebracht wurden. Freudige Nachricht für Dr. Goebbels Funktelegramm an Bord des„Cavour“. Ncapel, 5. Mai. Während der Einfahrt des„Cavour“ in den Hafen ging an Bord auf funkentelegrafischem Wege die freudige Nachricht von der Geburt eines Töchterchens des Reichsministers Dr. Goebbels ein. Der Führer sprach dem Minister sofort seine herzlichsten Glückwünsche aus. Auch die übrigen führenden Persönlichkeiten beider Nationen schlossen sich diesen Wünschen von Herzen an. Praa. 5. Mai. Kommunistische Provokateure machten in der Nacht zum 4. Mai den heimtückischen Versuch, die Sudetendeutsche Partei durch eine Denkmalsschändung zu verdächtigen und zu belasten. Wie das tschechoslowakische Preßzbüro meldet, ist nämlich in der Nacht zum Mittwoch das Masaryk=Denkmal in Mährisch=Schönebera beschädigt worden, indem der Statue das Kinn abgeschlagen und auf dem Sockel des Dentmals mit roter Farbe ein Hakenkreuz gemalt wurde. Die Polizei, die das Hakenkreuz sofort wieder entfernte. hat nach den Tätern umfangreiche Nachsorschungen eingeleitet. Die Sudetendeutsche Partei hat schon wiederholt auf das schändliche Treiben derartiger kommunistischer Provo kateure hingewiesen. Tschechische Ausschreitungen Die Folge der kommunistischen Provokation. Prag, 5. Mai. Die Beschädigung des Masaryk=Denkmals in Mährisch=Schönberg hat noch am Mittwochabend die von den kommunistischen Provokateuren gewünschte Wirkung gezeigt. Bald nach Bekanntwerden des Vorfalles kam es nämlich auch schon zu heftigen Aus schreitungen gegen Sudetendeutschen. In der Bahnhofstraße sielen vier tschechische Soldaten über einen Arbeiter aus dem Adlergebirge her und verletzten ihn am Kopf derart, daß er blutüberströmt die Hilfe eines Arztes in Anspruch nehmen mußte. Nach der Untersuchung des Vorfalles durch den Abgeordneten der Sudetendeutschen Partei Richard Knorre wurde gegen die Attentäter die Strasanzeige erstattet. Ein ähnlicher Vorall ereignete sich im„Narodni dum"(Volkshaus), wo ein Soldat einem deutschen Arbeitslosen das Bajonett mit dem Knauf in die Seite stieß und ihn in gemeinster Weise beschimpfte. Gegen 21 Uhr rotteten sich etwa 20 tschechische Burschen zusammen und provozierten. Aus Brünn ist eine 200 Mann starke Polizeiverstärkung eingetroffen. In deutschen Kreisen Mährisch=Schönbergs erwartet man, daß der Ausnahmezustand über die Stadt verhängt werden wird. Die Ortsleitung der Sudetendeutschen Partei hat durch ihre Amtswalter die deutsche Bevölkerung auffordern lassen, die Straßen zu meiden, um jeder Provokation aus dem Wege zu gehen. Strafmaßnahmen gegen Sudetendeutsche Sanktionen wegen Beteiligung an den Maiseiern Feststellungen des Hauptausschusses der Eudetendeutschen Partei Prag, 5. Mai. Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei teilt mit: Der politische Hauptausschuß der Hauptleitung der Sudetendeutschen Partei nahm in seiner Sitzung vom 3. Mai die Berichte über die gewaltigen Kundgebungen der sudetendeutschen Bevölkerung am 1. Mai entgegen. Er dankte allen Ordnern, Amtswaltern und Teilnehmern für die bewiesene Disziplin und den Geist, der vor aller Welt kundgetan hat, daß das Sudekendeutschtum hinter Konrad Henlein steht. Mit umso größerem Bedauern und berechtigter Entrüstung hat der politische Hauptauschuß zur Kenntnis genommen, die einerseits das Veragen einzelner Organe der öffentlichen Gewalt und andererseits die Verletzung der politischen Neutralität durch Angehörige der Armee im Hause des Militärkommandos von Troppau zeigen. Nur durch die Besonnenheit der örtlichen Amtswalter der Bewegung. den Einsatz der Ordner der Sudetendeutschen Partei und durch das entscheidende Eingreifen des Abgeordneten„Ingenieur Künzel sind politisch unabsehbare Weiterungen in Troppau vermieden worden. Dem politischen Hauptausschuß lagen ferner zahlreiche Nachrichten aus verschiedenen Teilen des Staates vor, daß u. a. auch wegen der Teilnahme an Maiseiern der Sudetendeutschen Partei öffentliche Angestellte Disziplinarund sozialen Sanktionen unterworfen worden sind. Der politische Hauptausschuß stellt fest, daß derartige Maßnahmen nicht einmal mit den derzeit gegebenen Grundrechten, wie sie in der Verfissung enthalten sind, in Einklang zu bringen sind. Er versichert den betroffenen Volkogenossen, daß sich die Bewegung mit ihrem ganzen politischen Gewicht unnachgiebig und vorbehaltlos vor sie stellt. Die Kundgebungen Konrad Henleins in Karlsbad und seine Rede am 1. Mai haben das Verhältnis des Sudetendeutschtums zum tschechoslowakischen Staate klargestells und einen Ausweg aus der gegenwärtigen Lage gesucht. Bei solchen Vorkommnissen ist es jedoch unmöglich, diesen Ausweg zu finden. Der politische Ausschuß macht darauf alle Verantwortlichen mit allem Nachdruck aufmerksam. Er hat seine parlamentarischen Vertreter beauftragt, diesen Standpunkt unverzüglich der Regierung zur Kenntnis zu bringen. Oebertall auf die Vergangenheit Roman von H. PASSER Cooyricht by Verlex Oskar Meister. Werdau I. Sa. 24. Fortsetzung. Fünszehntes Kavitel. Die Novembernebel spinnen ihre dichten Fäden um die Wienerstadt, schleichen lautlos in die Straßen und breiten sich wie eine wollene Decke über die Häuser. Dieses Wetter... es drückt auf einen... denkt Evelyn, die unter einer seltsamen, unerklärlichen Beklemmung leidet. Sie will damit die Unruhe beschwichtigen, die sich als bohrendes Angstgefühl am Grunde ihrer Seele zu regen beginnt. Allein die vage Furcht vor etwas Unnennbarem will sich nicht bannen lassen, und die vibrierenden Nerven spotten aller logischen Ueberredungskünste. Und dann kommt die Stunde— es ist auf den Tag ein Vierteljahr nach Patrick Laverns Tode— die den Vorhang zerreißt. unter dem sich Gewesenes verbergen hielt. Das Licht des Tages beleuchtet die Vergangenheit in einer Weise. die einem Ueberfall gleichkommt. Ein kurzer geschäftlicher Brief der Advokatenkanzle: Maroldt bittet Frau Evelyn Ulfers um ihren geschätzten Besuch in Angelegenheit der Hinterlassenschaft des am 17. August dieses Jahres in London verstorbenen Mr. Patrick Laverv. dessen Testamentsvollstrecker und Abhandlungspfleger unterzeichneter Dr. iur. Urban Marold: ist In dieser seiner Eigenschaft wende er sich laut letztwilliger Verfügung des Erblassers drei Monate nach dessen Hinscheiden an die Adressatin. Auf gegebenenfalls besonderen Wunsch der gnädigen Frau stebe er dieser auch nach Schluß der offiziellen Bürostunden zur Ver fügung. Sie möge die Freundlichkeit haben. telephonisch da über zu bestimmen. Diese letzte Wendung. welche die Ritterlichkeit eines versönlichen Entgegenkommens ausdrückt, beweist der verstörten Frau, daß Patrick Laverns Rechtsfreund einge weiht ist in das sorglich gehütete Geheimnis verschwie gener Zusammenhänge. Eingeweiht, zu welchem Zweck? Aus welchem Grunde? Weshalb? Warum? „Stast...!“ Es ist der kindlich=klagende Hilfeschrei auswegloser Angst. der die treue Seele ruft, die diesen schmerzdurchzitterten Ton nur allzu gut kennt. Mit tröstlichen Worten und Gesten ist ihre Mütterlichkeit bemüht, das Lintscherl zu beruhigen. „Aber, aber... Dabei ist doch nix... kann doch nix sein! Er wird dir halt ein Andenken vermacht haben und dös derfst du ihm net verargen, gelt? Schau, mein Herzblatt, was Böses kann dir ja net kommen von ihm. Und natürlich gehst nach die Bürostunden zum Advokaten. wenn seine Leut' weg sein... brauchst dich von niemand net sehen lassen dorten. I wer's ihm schon telephonieren. dem Doktor. na wie haßt er gleich... Maroldt. Scheint a ganz gscheiter Mensch zu sein. Wird di net auffressen, und tratschen derf er eh net. Dadrauf hat er ja an Eid. bald so wie a Beichtvater. gelt? Und gleich morgen gebst zu ihm, damit du aus die unnützen Aengste rauskommst!" * Und dann sitzt Evelyn dem Rechtsanwalt Dr. Maroldt gegenüber. Er hat ihr selbst geöffnet. Ihr Besuch in seinen, von sämtlichen Angestellten verlassenen, leeren Kanzleiraumen vollzieht sich mit derselben Diskretion, ja Heimlichkeit, mit welcher der Anwalt diese ganze, äußerst vertrauliche Angelegenheit behandelt, deren schriftliche Unterlagen— Patrick Laverns bei ihm errichtetes Testament— er nicht in dem allgemeinen, dem Personal zugänglichen Aktenschrank verwahrt, sondern in seinem Wandtresor. zu dem nur er die Schlüssel besitzt. Seine ritterliche Gewandtheit hilft der Frau. deren vornehme, rührende leidgezeichnete Schönheit ihn sofort ganz stark anspricht, über die Peinlichkeit der ersten Minuten. Jedoch als Evelyn Maroldt betrachtet, will sich aufneue Verlegenheit ihrer bemächtigen. Ein Advokat. von Staft nicht zu Unrecht in gewisser Beziehung mit einem Beichtvater verglichen, bat so auszuseben wie der gute Peri Ortb. ihres Vaters Jugendfreund. der für Evelyn bisher den Begriff eines Rechtsbeistandes schlechthin verkörvert hat. Hier aber amtiert zu ihrer nicht geringen Ueberraschung ein junger Mann. Flüchtig betrachtet. ein eleganter, äußerst anziehender Herr der Gesellschaft: genauer angeseben, ebenso männlich wie menschlich wirkend blutrot und lebendig— weit entfernt von des alten Ortbh wohlwollender Onkelbaftigkeit. Verwirrt buschen Evelyns Blicke über das energische gradlinige Gesicht mit dem aus der steilen Stirne strafi zurückgebürsteten Blondbaar. den tief liegenden grauen Augen und den scharfgeschnittenen schmalen Livven. die einen klassisch schönen Mund bilden. Dieser Mund beginnt nun zu sprechen. „Ich darf mit allem Stolz behaupten. Meister Laverys Freund gewesen zu sein. Mein Beruf machte mich zu seinem Rechtsfreund. Als solcher durfte ich ihm zur Seite stehen, als es am letzten Tage seines Wiener Aufenthaltes galt. für seine irdischen Angelegenheiten eine Ordnung zu finden, die den möglichsten Ausgleich seiner zwiespältigen Sorgen Rechnung tragen sollte. Bestimmend für mich, für meinen Rat war der Wunsch. diesem so wertvollen Menschen auf der letzten beschwerlichen Wegstrecke einen beruhigenden Ausblick zu eröffnen.— Wollen Sie mich darum schelten. verehrte, gnädige Frau?“ „Nein. nein.“ sagt Evelyn atemlos,„wie könnte ich wohl!“. Und mit einer impulsiven Bewegung reicht sie ihre Hand dem Mann, der Patrick Laverv den letzten Liebesdienst erwiesen hat. Maroldt versteht sie und begreift, was in ihrer Seele vorgeht. Mit festem Druck umschließt er die bebende Frauenhand. „Die rückhaltlose Freundschaft des Mannes. der Sie bis zum letzten Atemzug angebetet hat. mag ein Freibrief sein für mich bei Ihnen. gnädige Frau. Er mag meine ganz ergebene Bitte unterstützen. Ihnen dienen zu dürfen mit allem meinem Wollen und Können. Jedes Vertrauen ist ein Gang über eine dunkle Brücke, deren Ende man sticht sehen kann. Dennoch bitte ich Sie inständigst: wagen Sie es mit mir. schenken Sie mir Ihr Vertrauen— wie es auch der Wunsch des Verstorbenen war.“ Während seiner Rede ist alle Scheu. alle Verwirrung von Evelyn gewichen. Voll aufgeschlagen erwidert ihr gesammelter Blick den eindringlichen des Mannes so zustimmend, daß das mehr gilt als jedes gesprochene Wort. Hierauf berichtet Maroldt. Er erzählt und erklärt. wieso und warum es zur Errichtung jenes Testamentes kam. dessen Niederschrift Evelyn durchlesen mag. Sie hält in den nüchternen Formen und Normen des Rechts varagraphiert und verklausuliert fest, was Patrick Laverns Rechtsfreund ihr. als Mensch zum Menschen sorechend verdolmetscht. Patrick Lanery hat letztwillig verfügt, daß ein Vierteljahr nach seinem Sterbetage Frau Evelon Ulfers. die Mutter seines Kindes Patricia. davon in Kenntnis gesetzt werden solle, daß er seine einzige minderjährige Tochter zur Universalerbin seines gesamten, beweglichen und unbeweglichen Vermögens. sowie der auch noch nach seinem Tode fortlausenden Einkünfte aus Tantiemen= vertragen und dergleichen einsetze. Jedoch in der Art, daß Frau Evelyn Ulfers anheimgestellt werde, ob seine Tochter— über ihre Herkunft aufgeklärt— dieses Erbe antreten solle oder nicht. Ein ganzes Jahr Bedenkzeit werde dafür eingeräumt; ein Jahr des Aufschubs für die Abwicklung der Hinterlassenschaft. Im Falle einer Ablehnung des Erbes seitens Frau Evelyn Ulfers bzw. ihres Verzichtes namens der minderjährigen Tochter Patricia, falle das Vermögen, für welches weder natürliche noch gesetzliche Erben vorhanden seien, zu gleichen Teilen den Musikakademien London und Neuyork als Unterstützungsfonds für mittellose Musiker zu. Das ist„das kleine Andenken“, das Stasi von Patrick Laverys Testament für Evelyn erwartet hat. „Nein. nein,“ ruft die Frau in leidenschaftlich=impulsiver Abwehr aus. „Meister Lavery legt freilich eine schwere Verantwortung auf Ihre Schultern, gnädige Frau. Aber er dufte es wohl füglich tun, dem Menschen gegenüber, der die größten Beweise einer einzig dastehenden Seelengröße und Charakterstärke gegeben hatte.“ „Ich brauche kein Jahr der Ueberlegung. keinen Tag, keine Stunde. Nie. Herr Doktor Maroldt. niemals darf weder Titti noch mein Mann etwas erfahren. Glauben Sie mir, daß ich an mich selbst zuletzt denke, wenn ich unsern Frieden schützen will, um jeden Preis. Dieser Frieden „Ich weiß darum. gnädige Frau, weiß es durch den Meister. der diesen Frieden kannte, der Teil daran nahm und ihn tausendfach gesegnet hat. Im geheimsten Herzenswinkel nur erfreute er sich an seinem herrlichen Kind; Ihrem Gatten brachte er alle aufrichtige, innige Verehrung und Freundschaft entgegen und eine große Dankbarkeit. Nie hätte er die Harmonie des Lebens gestört. das das Ihre geworden war. Doch dessen sind Sie sich ja bewußt, ohne daß ich es besonders betonen müßte.“ Evelyn nickt schwer. Das blasse Gesicht hebt sich über die weinrote Seide des Kleides. Tränen verlen langsam aus wehen Augen. Die Frau wehrt ihnen nicht, indes der Mann nach kurzer Pause fortfährt: „Wenn Patrick Lavery trotzdem diese Möglichkeit offen ließ. wobei er deren Auswertung ausdrücklich und vorbehaltlos in Ihre Hand legte, gnädige Frau: wenn er wohlbedacht die Gelegenheit schuf, sein über alles geliebtes Kind in den Besitz dessen gelangen zu lassen, was ihm nach Recht und Gesetz gebührt, so hatte er schon seine besondern Beweggründe dazu. Beweggründe. die ihm viel zu schaffen gaben und über die er sich in eingehender Aussprache mit mir bertet.“ (Fortsetzung folgt.) 105(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Freitag, den 6. Mai 1988 Deutsche Mütter— frohe Mütter Durch Hilfeleiltung der Gemeinichaft zu Itolzer Lebensbejahung.— Die verlchiedenen Einlatzpunkte des Hillswerks„Mutter und Kind“. RSG. Wenn heute ein Ausländer die deutschen Bäder bereist, so fällt ihm eine Erscheinung auf, der er zweifellos in keinem anderen europäischen Lande begegnet: daß sie nämlich nicht mehr wie vor wenigen Jahren nur einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht vorhehalten sind, sondern daß die ärmsten unseres Volkes in einer ganz selbstverständlichen Weise teilhaben an den Schönheiten der deutschen Landschaft und den Annehmlichkeiten des zivilisierten Lebens. Hier ruhen sich die Mütter des deutschen Volkes, getragen von der Liebe und Opferbereitschaft einer neu erstandenen Gemeinschaft, von den tausend großen und kleinen Sorgen des Alltags aus; hier trinken sie in tiefen Zügen die Schönheit der heimatlichen Natur. Wer jemals einen Blick in dieses neugestaltete deutsche Leben und namentlich in seine einzigartige Betreuung von Mutter und Kind getan hat, der weiß, was es um den zukunftsfrohen Idealismus und die ungeheure Tatkraft ist, die der Nationalsozialismus birgt. Allerdings hat auch der Marxismus dem deutschen Volke versprochen, alle staatlichen Einrichtungen in den Dienst des Arbeiters und der Arbeiterfrau zu stellen. Aber alle Versuche, die er auch unternehmen mochte, mußten kläglich scheitern; denn sie waren nicht aufgebaut auf den Gesetzen des Lebens und der Natur. Die Fürsorge für den vierten Stand ging nicht aus der Liebe zu diesem Stand hervor, sondern aus dem Haß gegen alle übrigen Stände. Nicht die naturgesetzlich aufeinander angewiesene Gemeinschaft eines Volkes war für die marxistische Wohlfahrtspflege maßgebend, sondern der aus der Gemeinschaft herausgelöste Einzelmensch. Der Nationalsozialismus dagegen macht die Wohl fahrtspflege zu einer Verpflichtung aller. Jeder hat zu seinem Teil aus ganzer Kraft für das Wohlergehen all jener zu sorgen, die durch unverschuldete Notverhältnisse daran gehindert sind, vollwertige, schaffensfrohe und einsatzbereite Glieder der Volksgemeinschaft zu sein. Es ist etwas Wunderbares und Einzigartiges um die Fürsorge, die der Staat seinen Müttern angedeihen läßt. Kein Wunder— sieht er doch in der Mutter das Wertvollste und Beste, was einem Volke gegeben ist, das er daher mit aller Fürsorge diesem Volke zu erhalten trachtet. Die Mutter ist die Trägerin des Blutstromes, der aus der Vergangenheit kommt und in die Zukunft reicht. Wenn wir also dem deutschen Volke das ewige Leben retten wollen, dann ist es nur dadurch möglich, daß wir ihm gesunde Mütter erhalten. Aus dieser Erkenntnis wurde die erste und heute bedeutendste soziale Maßnahme„Mutter und Kind“ ins Leben gerufen. Die Aufgabe dieser Aktion ist die Schaffung von Erholungsmöglichkeiten für solche Mütter, die zwar in ihrer vollen Arbeitskraft und ihrem Lebenswert im Augenblick gehemmt sind, die aber aus ihrer gesamten Anlage heraus die Gewähr dafür bieten, durch die Hilfeleistung der Gemeinschaft wieder zu voller Einsatzmöglichkeit und freudiger Bereitschaft geführt zu werden. Diesem Zweck, nämlich zunächst einmal die ge sundheitlichen Voraussetzungen zu schaffen, dienen vor allem die Erholungsheime der NS=Volkswohlfahrt. Es gilt zunächst, die Schäden des Körpers und der seelischen Empfindungswelt zu beseitigen. Doch in demselben Maße kommt der Pflege der inneren, rein menschlichen Werte eine große Bedeutung zu. Das Ziel ist, Geist und Körper aufs neue die Voraussetzungen zu geben, die zu einem einsatzbereiten Leben gehören. Dazu dienen nicht zuletzt die kameradschaftlichen Gemeinschaftsstunden der Mütter und Kinder in den Heimen, die Vorlesungen und Aussprachen, die Stunden der gemeinsamen Erinnerung an Volksbräuche und Lebensformen der Ahnen, dazu dienen aber auch die fröhlichen Stunden des gemeinsamen Gesanges und der Spiele. Eine der unzähligen glücklichen Mütter schreibt einmal gerade über das Erlebnis dieser Stunde der Sammlung und Erholung: „Wir hatten fröhliche und ernste Abende, die wohl keine Mutter vergessen wird. Mal sangen wir gemeinsam, mal veranstalteten wir einen Märchenabend. Jede einzelne trug dazu bei, etwas Originelles aus ihrer Heimat zu erzählen. Auch die Bastelabende waren schön. Mit weicher Freude waren die Mütter dabei, galt es doch, irgend etwas Nettes für die Kleinen daheim mitzubringen.“ Im Rahmen des Hilfswerkes„Mutter und Kind“ ist aber auch die Pflege des Säuglings und Kleinkindes nicht vergessen worden. In besonderen Heimen werden die werdenden Mütter betreut. Ebenso stehen Heime für Mütter mit Säuglingen zur Verfügung, die in gleichem Maße ihre erzieherische neben der pflegerischen Aufgabe erfüllen. Ein Blick in die Großstädte, die ehemals Zentren der erbarmungswürdigsten, Sitte und Gesundheit zerstörende Not waren, genügt, um un: von dem Erfolg dieser Einrichtung zu überzeugen. Wenn wir von der Fürsorge„Mutter und Kind“ sprechen, dürfen wir ein wichtiges Kapitel nicht übergehen, nämlich die Kinderlandverschickung. Alljährlich reisen Tausende deutscher Kinder zu den Volksgenossen anderer Gaue. Sie lernen dabei das Land mit all seiner Schönheit kennen, werden den Tieren in Hof, Feld und Wald verbunden, erleben das Bauerntum in seiner täglichen Arbeit. Man stelle sich einmal vor, welche unbekannte Welt einem Großstadtkind aufgeht, das bisher aus der düsteren Hinterwohnung vielleicht nicht einmal ein Stück blauen Himmels sehen konnte! Es empfängt hier seelische Eindrücke, die oft für das ganze Leben bestimmend sind. Es gibt kein besseres Mittel zum gegenseitigen Verständnis zweier bisher feindlicher Stände; des Bauern= und Arbeitertums, als daß sich die Menschen auf diese Weise schon in der Jugend begegnen. Nicht nur, daß manches Stadtkind wieder zur Scholle zurückfindet, von der Ahn und Urahn einst abwanderten, nicht nur, daß sich manche Freundschaft fürs Leben knüpft, viel wichtiger ist, daß sich Bauernund Arbeitertum, Seßhaftigkeit und entwurzeltes Menschtum begegnen, und daß aus dieser innigen Verbindung eine Gemeinschaft aufwächst, die unzerstörbar ist. zur Reichsarbeitstagung der NSKOV. 1000 fahren aus Westfalen-Süd nach Northeim. RSG. In Northeim findet vom 6. bis 8. Mai die Reichsarbeitstagung der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung statt. An diesen Tagen nehmen sämtliche Politischen Leiter im Amt für Kriegsopfer in der NSDAP und sämtliche Kameradschaftsführer aus dem Reich teil, denen das Rüstzeug für die Aufgaben in der RSKOV im kommenden Jahr gegeben werden soll. Führende Männer aus Partei und Staat werden auf den einzelnen Sondertagungen sprechen. Auf einer großen Massenkundgebung am 8.-Mai werden außer dem Reichskriegsopferführer ausländische Kriegsopferführer das Wort ergreisen. An der Reichsarbeitstagung nehmen auch sämtliche Politischen Leiter im Amt für Kriegsopfer und die Kameradschaftsführer aus dem Gau Westfalen=Süd teil. Sie fahren bereits heute abend nach Northeim. Die beiden Sonderzüge aus Westfalen=Süd fahren am Sonntag. Insgesamt wird die Reichsarbeitstagung in diesem Jahr von rund 1000 Politischen Leitern, Kameradschaftsführern und Kriegsopfern aus Westfalen=Süd besucht. Rom— Neapel— Florenz Neues Leben in alten Städten.— Das Italien Mullolinis. In neuer Weise, mit neuen Gedanken und Gefühlen steht die uralte Sehnsucht der Deutschen nach Italien wieder auf. Der Führer zieht nun die Straße, die unzählige Deutsche mit heißem Herzen, unbezwinglicher Sehnsucht und einer Bereicherung sondergleichen nach Süden gezogen sind: in die drei Brennpunkte des italienischen Lebens und der Kultur: nach Rom, Neapel und Florenz. Lassen wir kurz unseren Blick in die Vergangenheit schweisen und erleben wir die Gefühle und Gedanken derer nach, die den Weg über die Alpen nach Italien suchten und fanden. Da waren zuerst unsere Vorfahren, germanische Stämme die den ernstlichen Angriff auf das schon langsam unsicher werdende Reich der Römer unternahmen. Sie taten es wohl in erster Linie um ihres Ausdehnungsdranges willen, und die Sehnsucht nach der südlichen Sonne war nicht ihr Hauptbeweggrund; aber mitgeschwungen hat sie sicherlich in ihrem „Zug“ nach Süden. Und das gleiche gilt von den verschiedenen germanischen Stämmen zur Zeit der Völkerwanderung; sie haben damals das Antlitz des alten Italien entscheidend gewandelt und den Grund gelegt zu dem heutigen. Dann aber begann die eigentliche Sehnsucht der Deutschen nach dem Süden zu wirken. Die Kaiser der Deutschen fühlten sich dort unten wohl, oft allzu wohl, sodaß sie die dringenderen Aufgaben der Heimat vergaßen. Friedrich II., der Hohenstaufe, hat in Neapel und Sizilien einen Staat von hoher Kulturstufe eingerichtet. Und Unzählige folgten dem Rufe der Kirche, des Papstes oder der Renaissancefürsten; ein Nikolaus von Kues, der große deutsche Geist von der Mosel, wurde Kardinal in Brixen und verlebte viele Jahre seines Lebens am päpstlichen Hofe zu Rom; Albrecht Dürer erfuhr wichtige Eindrücke und Wandlungen seiner Künstlerlaufbahn in Italien. Mit der Erleichterung des Verkehrs nahm der Drang nach Süden ständig zu. Es kam die Kavaliersfahrt im 17. Jahrhundert. Wer etwas auf sich hielt, mußte nach Italien fahren. Es kam die Fahrt der Wiedererwecker der altrömischen und altgriechischen Kultur: ein Winckelmann, ein Goethe zogen nach Italien und gewannen aus der Fülle der Eindrücke, aus Natur, Kunst und Geschichte innere Reichtümer, die sie dann im kälteren und härteren Norden in Werke der Kunst und Wissenschaft ummünzten. Goethe in Florenz und Goethe in Rom— das sind Bilder, die nicht so sehr der italienischen, als vielmehr der deutschen Kulturgeschichte angehören. Und noch einmal kam im 19. Jahrhundert die Zeit, wo das gebildete Bürgertum, wie es sich damals nannte nach Italien zog und einen erheblichen Mangel an Bildung spürte, solange die Reise nach Italien noch nicht angetreten war. Aber auch immer wieder zogen Künstler wie Feuerbach und Overbeck oder Böcklin nach Italien und fanden dort eine Art zweiter Heimat, so Feuerbach in Rom, Böcklin in Florenz. Nun aber, im 20. Jahrhundert und vor allem seit der Zeit, wo Mussolini das Antlitz Italiens völlig wandelte, ziehen wir nach Italien im Bewußtsein, dort ein Land zu finden. aus dem uns die Jahrtausende ansehen und das doch im Rhythmus und mit den Lebensinhalten unserer Gegenwart gestaltet wird. Als der Verfasser dieser Zeilen im Jahre 1930 viele größere und kleinere italienische Städte besuchte, da fand er einen neuen Atem, da fand er, wie den alten Städten und ihren massiven Palästen neues Leben eingehaucht wurde und wie eine Disziplin, die man seit den Römerzeiten nicht mehr in Italien kannte, die Herzen des Volkes ergriff. Und als er den Vorzug hatte, damals im Palazzo Venezia von Mussolini zu einer langen Unterredung empfangen zu werden, da sagte ihm der Duce: Wir fühlen uns als die Erben der alten Römer. Was sie hatten an Recht und Formung des Lebens, an Zucht des Leibes und des Geistes und an Vaterlandsliebe, das wollen wir in den Formen der Gegenwart erneuern. Sehen wir in solcher Weise über die Jahrtausende und die Jahrhunderte hin, so haben wir den schönsten inneren Zugang zu den Städten, die der Führer jetzt besucht. Wir erleben in ihnen einen Zusammenklang von herrlicher Landschaft von der reichsten Geschichte, in Aufstieg, tragischem Untergang und sieghafter Erneuerung, die je ein Volk erlebte und wir erleben, wie auf den Werken der alten großen Kultur heute neue Werke eines völkischen Daseins entstehen, die auf eine ferne und, wie wir hoffen, ebenfo große und reiche Zukunft weisen. Der Versuch, Geist, Art und Form der drei Städte, die der Führer besucht, wie in einer Momentaufnahme einzufangen, ist nicht leicht; es wird immer beim Versuch bleiben. Und jeder, der Italien erlebt, wird und muß es neu erleben. Gleichwohl sei der Versuch gewagt. Rom— das ist die Weltstadt, die stets Mittelpunkt von Weltreichen war, von der aus die Legionen nach allen Gegenden der damals bekannten Erde marschierten. von wo aus die Sendboten der Kirche ausgingen, und von wo dann die Legionen wieder ausgingen auf heißen afrikanischen Boden, um das neue italienische Weltreich zu schaffen. Und immer hat diese Stadt die größten Menschen an sich gezogen und gefesselt, die aus der Fülle ihrer künstlerischen oder geistigen Begabung schöpften und so unzählige Werke dort hinterließen, daß allein ihr Kennenlernen. geschweige denn ihr Studium Jahre und Jahre erfordert. Neavel aber ist die Perle der Städte, malerisch gelegen im Golf, umdroht vom schicksalsschweren Wirken des Vesuvs, der seine Nachbarstädte unter seiner Lava begrub— gleichwohl in der Heiterkeit und Lebenslust seines Volkes berufen zum Frohsinn, zur Freude und zur Farbe. Und Florenz schließlich— wir erleben es als eine Stadt der Träume, immer wieder geträumt von den besten Dichtern wie Dante. dem Florentiner, von den Besten unter den Streitern Gottes wie Savonarola. Und steckt nicht auch in der Gewalt des Palazzo Vecchio und der Loggia dei Lanzi, der Wachstube der deutschen Landsknechte, die das Vorbild für die Münchener Feldherrnhalle ist, steckt nicht in den Kirchen und Klöstern, das herrliche Fiesole auf dem Berge voran, ein ewiger Traum von Schönheit und Größe? Wer es erlebte, kann diese Frage nur mit einem freudigen Ja beantworten und wünschen, daß noch recht viele Deutsche in den Spuren, in denen jetzt der Führer geht, den gleichen Weg erleben mögen. Dr. Hans Hartmann. Ueber alle Reichssender Truppenparade in Rom. Berlin, 4. Mai. Am Freitag, dem 6. Mai, berichten alle Reichssender in der Zeit von 16—18 Uhr lausend über die Truppenvarade in Rom. Der Reichssender Berlin bringt als Rahmenprogramm ein Unterhaltungskonzert. Gauleiter Frauenfeld spricht in der DAF. „Das deutsche Volk als Träger und Schirmherr der Kultur des Abendlandes.“ NSG. Am kommenden Sonntag, dem 8. Mai 1938, vormittags 11 Uhr, findet im Stadttheater zu Dortmund eine Feierstunde der Deutschen Arbeitsfront, Gau Westfalen=Süd, Fachabteilung Freie Berufe, statt. Nach begrüßenden Worten des Gaufachabteilungswalters Parteigenossen Oedekofen hält der Gauleiter und Geschäftsführer der Reichskulturkammer, Parteigenosse Frauenfeld, einen Vortrag über„Das deutsche Volk als Träger und Schirmherr der Kultur des Abendlandes". Die musikalische Umrahmung dieser Veranstaltung hat das Städtische Orchester Dortmund unter Leitung des Generalmusikdirektors Wilhelm Sieben übernommen. Gauobmann Ernst Stein, M. d. R., spricht das Schlußwort. Kündigung wegen Verheiratung wird bestraft NSG. Ein Betriebsführer, der, um Mehrauslagen an Lohn zu sparen, das Druckmittel der Kündigung benutzt, um einen jungen, gesunden Menschen an der Eingehung der Ehe zu hindern, verstößt damit gegen den von der Regierung immer erklärten Grundsatz, daß jeder in Arbeit und Brot stehende junge, gesunde, im heiratsfähigen Alter stehende Mann nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht hat, zu heiraten und für den Weiterbestand des deutschen Volkes zu sorgen. Dieser Grundsatz darf nicht durch liberalistische, privatkapitalistische Erwägungen sabotiert werden. Ein Betriebsführer, der ein Gefolgschaftsmitglied wegen dessen Verheiratung kündigt, macht sich daher eines Verstoßes gegen seine sozialen Pflichten schuldig und ist deshalb im Rahmen der Sozialen Ehrengerichtsbarkeit zur Verantwortung ziehen.(Soziales Ehrengericht, Aktenzeichen: E. V. Arb. I 2437.) Mai aus verschiedenen Perspektivev Der Loriker Der Luriker kennt keine Langeweile im holden Monat Mai, wenn alles keimt. Die Welt ist bunt. der Lyriker hat Eile. er setzt beflissen Zeile neben Zeile und freut sich, wenn sich hinten alles reimt * Der Schrebergärtner Er pflanzt. streut Samen aus der Tüte— gut ist das Graben für den Bauch Und blüht im Mai der erste Strauch. dann lacht er: dies ist seine Blüte. * Der Partwächter Sein Blick ist leider etwas bitter: er weiß. nun kommen wieder Kinder und Hunde und noch andre Sünder. nicht achtend Weg und Zaun und Gitter. Er ist zum Schelten stets bereit. Ob er sich(außerdienstlich) dennoch manchmal freut? * Der Genießer Er lächelt mild und selbstvergessen. und meint, daß das allerschönste im Mai gewiß das Stangenspargel=Essen sei. * Das Liebespaar Man denkt gewöhnlich, ein Liebespaar sei ganz besonders glücklich, menn's Mai ist Irrtum. Ein richtiges Liebespaar liebt jeden Monat im ganzen Jahr solange kein störender Dritter dabei ist. * Aelteres Fräulein meint: „Ach. wie es der Natur gelingt. daß sie alljährlich sich verjüngt!" Mir selbst ist diese Kunst versagt. doch ist es zwecklos, daß man klagt!" W. H.— N. Sckkoanzüge, helle Muster u. Streiten, aus guten Kammgarn-und Frescostoffen, todellose Verorbeitung und Si: 89-69Sportanzüge, 3fg., Sokko mit Rückengornierung, longe sportl. gearb. Straßenhose, dazu Golfhose, i. allen modernen Formen C. ben 75-55Sportsakkos, modern gemusferte Cheviotstoffe, in feschen sportlichen Formen und Farben, Kombino1107T GCsokto 55-30Vonnishosen dorv possend, in volen forben u. Ausfulungen Jugendl. Sommerkleid aus bunt bedrucktem Mattkrepp, mit 2 forb. Gürtel v. Knopfgorrierung, in 2 verschiedenen.7 Farbstellungen 19 Elegenter Woll-Georgette-Mantel in schwarz oder morine mit modischer Biesengornitur, ouf kunstseiden. Marocom georbeit. 9Jgendl. Sommerkomplet aus Kunstseiden-Pepita-Jersey, in drei verschiedenen Forbstel. lungen 10 0 forb Sen r W So. 0 er* " 5 mit arl auf 6 R Po zieht % S P uce-Deeug Urfaka UTTRERLIUEL EI DORTMUNO, Hansastr. 5, Anruf 35254—56. lohn tlich! Aus und für Herne Rekordförderung bei„Friedrich der Große" Wie aus einem Bericht der Ilseder Hütte hervorgeht, stieg im Jahre 1937 die Kohlenförderung der Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks„Friedrich der Große" im Vergleich zum Vorjahre um 12.42 Prozent und stellt somit eine Höchstleistung der Zeche Jahr ist kaum mit einem Rückgang der Förderung zu rechnen, da die weitere Niederbringung von neuen Erzschächten auch einen erhöhten Bedarf an Kohlen im Gefolge hat. ** 20 Neuer Geschäftsführer beim Haus= und Grundbesitzerverein. Mir Wirkung vom 1. Mai ist Assessor Walter Neuhaus mit der Geschäftsführung des Herner Haus= und Grundbesitzervereins betraut worden. Nächste Woche neuer ReichssportabzeichenVorbereitungskursus Wie uns das Sportamt der NSG.„Kraft durch Freude“ mitteilt, beginnt schon nächste Woche Mittwoch ein neuer Reichssportabzeichen=Vorbereitungskursus für Frauen und Männer. Da der jetzt noch laufende erste Vorbereitungskursus überfüllt ist, wird das KdF=Sportamt den vielen Nachfragen somit gerecht. Alle Interessenten werden gebeten, sich umgehend auf dem KdF=Sportamt, Schulstraße 28, zu melden. Erholungsurlaub bei unberechtigter fristloser Entlassung RSG. Ist ein Gefolgschaftsangehöriger fristlos entlassen worden, so ist der Betriebsführer bei Feststellung der Unwirksamkeit der fristlosen Entlassung nicht berechtigt, den Urlaub nachträglich in die Kündigungszeit zu verlegen; denn die durch eine unberechtigte fristlose Entlassung eingetretene Dienstfreieit kann nicht als Urlaub innerhalb der nun laufenen ordentlichen Kündigungsfrist gerechnet werden, weil das Gefolgschaftsmitglied während der fraglichen Frist nicht über seine Zeit verfügen konnte, vielmehr stets damit rechnen mußte, daß die Beklagte die Unwirksamkeit der fristlosen Entlassung einsehen und ihn zur Wiederaufnahme der Arbeit auffordern könnte. Die Zahlung einer Abgangsentschädigung läßt den Anspruch auf die Urlaubsvergütung unberührt; denn die Urlaubsvergütung ist die Entschädigung für eine in der Vergangenheit geleistete Arbeit und kann daher mit Abgangsentschädigung nicht verrechnet werden. *** Reichsleistungsschreiben auf der Schreibmaschine Wer hat sich noch nicht gemeldet? Schon mehrmals ist auf das Leistungsschreiben der Deutschen Arbeitsfront, das in Verbindung mit der Deutschen Stenografenschaft stattfindet, hingewiesen worden. Die eingegangenen Meldungen sind so zahlreich, daß die Einteilung der Teilnehmer in mehrere Gruppen erfolgen mußte. Schon morgen treffen sich um 17 Uhr in der Städt. Handesschule die ersten Teilnehmer zum Wettstreit. Am Sonntag, dem 8. 5. 1938, wird in drei Gruppen geschrieben, und zwar um 9, 10 und 11 Uhr in der Städt. Handelsschule, Breddestraße. Die Stadtverwaltung und die Bergwerksgesellschaft Hibernia haben ihr besondere Unterstützung dadurch bewiesen, daß ihre Angestellten als geschlossene Gruppe in einem Betriebsschreiben teilnehmen. Es ergeht an alle Schaffenden, die mit der Schreibmaschine zu tun haben, der Ruf: Nehmt an dem Leistungsschreiben teil und meldet euch noch heute bei der Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront, Herne, Schulstraße 28, oder am Samstag, dem 7. 5. 1938 um 17 Uhr in der Städt. Handelsschule zur Teilnahme. 2 Fern vom Land der Ahnen Die Gaufilmstelle Westfalen=Süd zeigt Sonntag, den 8. Mai 1938, 10.30 Uhr in der Lichtburg diesen Film, zu dem Pg. Felix Schmidt, Berlin, sprechen wird. Zwei Männer, Pg. Felix Schmidt und Pg. Gerhard Huttula, haben Argentinien bereist und mit einer tragbaren Tonfilmapparatur Hunderten und Tausenden deutscher Volksgenossen lebendige Kunde aus der Heimat und von der Idee des Führers gebracht. Ein erschütternder Bildbericht des harten Lebenskampfes unserer Volksgenossen im fernen Argentinien wickelt sich hier vor den Augen der Besucher ab. Eintrittskarten sind bei allen Ortsgruppen der RSDAP und an der Theaterkasse zu haben. Achtung, Briefmarkensammler! Zusammenkunft der Deutschen Sammlergemeinschaft In RSG.„Kraft durch Freude“ am Sonntag, dem 8. Mai 1938, um 18 Uhr in der Wirtschaft Borgmann, Mont-Cenis-Straße 247. Die Deutsche Sammlergemeinschaft in NSG. „Kraft durch Freude“ wendet sich an die Dienststellen der Partei, der Behörden und an die Betriebe mit der Bitte, sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Dienststellen erhalten täglich ungezählte Briefe mit Dienstmarken, Gedenkmarken, ausländischen Wertzeichen und deutschen Briefmarken. Es ist der Wunsch der Deutschen Sammlergemeinschaft, diese Wertzeichen nicht in den Papierkorb wandern zu lassen, sondern diese den Briefmarkensammlern zuzuführen. In der Deutschen Sammlergemeinschaft gibt es sehr viele Anfänger, denen diese Wertzeichen wertvolles Tauschmaterial ist. Die D. S. G. bittet, die bei den Posteinsangen anfallenden Wertzeichen, soweit dies möglich, der Deutschen Sammlergemeinschaft zuzuführen. Die Kreiswaltung RSG.„Kraft durch Freude" Deutsche Sammlergemeinschaft, Schulstraße, bittet daher um Nachricht, wann und wo die gesammelten Wertzeichen abgeholt werden dürfen. * Angetrunkene Kraftfahrer Bekanntlich ist einem angetrunkenen Kraftfahrer der Führerschein zu entziehen. Der Fahrer darf oft dauernd oder jahrelang kein Kraftfahrzeug mehr führen. Ein solches Verbot bringt für den Betroffenen und seine Familie in der Regel die schwersten wirtschaftlichen Nachteile. Es ist aber nutzlos, auf diese Folgen später— also nach Entziehung der Fahrerlaubnis— hinzuweisen, weil Rücksichtnahme auf die wirtschaftliche Lage im Hinblick auf das überwiegende öffentliche Interesse an ausreichender Sicherheit des Verkehrs bei der Entscheidung über die Entziehung des Führerscheines auszuscheiden haben. Die von diesen Maßnahmen Betroffenen sollten sich vorher überlegen, welche Folgen durch den Alkoholgenuß eintreten. Deshalb kann allen Kraftfahrern nur dringend empfohlen werden, vor und während der Fahrt den Alkohol zu meiden. * 2 * Zwei Grünanlagen. Der Gedanke„Schönheit der Arbeit“ hat auf dem Röhrenwerk Kuntze manche vorbildliche Einrichtung geschaffen. So hat man eine große Anzahl Silbertannen angepflanzt, die sich recht prächtig entwickelt haben. Nunmehr schafft man zwei weitere Grünanlagen, die das Werksgelände noch freundlicher gestalten werden. * Endlich das richtige Material. Vor dem Bürogebäude der Zeche Julia befindet sich ein großer Springbrunnen, dessen Bassin aus gemauerten Schlackensteinen besteht. In den Vorkriegsjahren waren Aschenbrocken und Schlackensteine ein beliebtes Material für derartige Anlagen. Dieser Brunnen, dessen Fontäne schon lange nicht mehr emvorstrahlte, wird nun instandgesetzk, wobei das Bassin aus Sandsteinen gemauert wird. * Umfangreiche Bahnbauarbeiten. Ueberall erklingt das Lied der Arbeit und kündet vom wirtschaftlichen Wiederaufstieg unseres Vaterlandes. Die vielen Zechenbahnen, die teilweise zu den Kanalhäfen führen, haben gegenwärtig Hochbetrieb, Was essen wir im Monat Mai? NSG. Diese Frage wird sich die Hausfrau jetzt am Monatsanfang stellen müssen, um sich ihr Kostgeld richtig einteilen zu können. Bei der Aufstellung und Ueberprüfung ihres Speisezettels wollen wir der Hausfrau einige Fingerzeige geben. Ein Rundgang durch den Lebensmittelmarkt, wie ihn der Monat Mai bietet, enthebt sie aller Sorgen. Die ersten Vorboten des neuen Gemüsejahres sind am Markt freudig begrüßt, da sie die Möglichkeit geben, nach langer Winterkost den Speisezettel abwechllungsreicher zu gestalten. Kopfsalat, frische Gurken, Spinat und Rhabarber sind preiswert auf dem Markt. Besonders Rhabarber dürfte bei dem jahreszeitlich bedingten Mangel an Frischobst äußerst willkommen sein. Unter den Frühjahrsgemüsen steht der Spinat an erster Stelle. Es empfiehlt sich, ihn nicht nur als Beigabe zu Fleischgerichten, sondern auch einmal als füllung von Eierküchen zu verwenden. Einmal in der Woche sollte es zumindest Fisch geben. Natürlich muß er immer wieder abwechslungsreich auf den Tisch gebracht werden, soll er der Familie munden. Wenn die Hausfrau seslbst nicht genügend Rezepte kennt, sollte sie sich einmal von ihrem Fischhändler das kleine Heftchen„25mal Fisch“ geben lassen. Hier findet jede Hausfrau auch das für ihren Haushalt passende Fischgericht. Zum Abendbrot stellen wir einmal ein Gericht mit Salzheringen, ein andermal einen einfachen Quarg auflauf auf den Tisch. Gerade mit Salzhering, dem Plebjer unter den Fischen, lassen sich viele billige und schmackhafte Gerichte herstellen, angefangen vom Heringskartoffelsalat bis zu Heringsbratlingen mit Kartoffeln. Als Brotaufstrich seien für den Monat Mai wieder Speisequarg, Käse und Marmelade empfohlen. Bei vielen Hausfrauen besteht gegen die„verbilligte Marmelade" noch ein unbegründetes Vorurteil, das eigentlich schon längst ausgerottet sein müßte. Nur beste Früchte und Zucker werden zum Einkochen dieser Erzeugnisse verwandt. Ein weiteres billiges Brotaufstrichmittel, dem die kluge Hausfrau mehr Beachtung als bisher schenken wird, ist der Käse, und hier besonders der fettarme Käse. Durch unsere heutige Lebensweise ist unser Organismus mit Fett überlastet, so daß wir dem fettarmen Käse den Vorzug geben können. Die be kanntesten hiervon sind: Harzer: Mainzer, Schimmel käse, Limburger und Quarg. Bei einiger Ueberlegung, etwas Geschick und gutem Willen kann die Hausfrau mit wenig Geld ihren Lieben eine Fülle abwechslungs reicher und leckerer Sachen auf den Tisch bringen. Da bei trägt sie zugleich auch den volkswirtschaftlichen Forderungen des Staates Rechnung, indem sie das einkauft, was reichlich am Markt ist. wodei viele Bahnen den starken Zugverkeor kum bewältigen können, da ste seit der Wirtschaftskrise keine Instandsetzung mehr erfahren haben. Nunmehr hat man umfangreiche Arbeiten in Angriff genommen. die sich über mehrere Monate hinaus erstrecken werden. So werden die gesamte Constantin=Bahn und die Hafenbahn von Shamrock erneuert. * Der Abbruch der ehemaligen Schule Friedrichstraße ist beendet. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, wird die Gewerkschaft Dorn, die das Gelände für die Errichtung eines notwendig gewordenen modernen Bürogebäudes angekauft hat, mit der Ausführung der Bauarbeiten beginnen. * Eine Woche Sonderurlaub für Arbeitssubilare. Auf der Maifaier des Nationalsozialistischen Musterbetriebes Schlegel=Scharpenseel=Brauerei Bochum and eine Ehrung von elf Arbeitsjubilaren statt, wodurch die Zahl der Schlegel=Jubilare nunmehr die Gesamtzahl von 103 erreicht hat. Gefolgschaftsführer Hövelhaus überreichte den Jubilaren neben einem beträchtlichen Geldgeschenk den Ehrenbrief der Arbeit, eine Ehrennadel und das Buch des Führers„Mein Kampf“. Außerdem erhielten die Jubilare noch einen Sonderurlaub. * Ein recht beschauliches Bild kann der Spaziergänger gegenwärtig im Stadtteil Baukau in dem Bereich der Rott= und Baukauer Straße beobachten. Es sind nicht nur die stattlichen Gehöfte, die mit ihrem großen Feldbesitz die Aufmerksamkeit manchen Spaziergängers erregen, sondern auch durch die großen Wiesen wird man daran erinnert, daß die Stadt hier ihre Grenzen gefunden hat. Eine große Anzahl Kühe, Kälber und Ochsen grast dort in aller Ruhe, ungestört vom Verkehr, und dawischen sieht man fünf Fohlen, ein Zeichen, daß die Baukauer noch viel von der Pferdezucht halten. Besonders bei den Kindern sind die kleinen Pferdchen beliebt, die an den Zäunen stehen und mit einem Butterbrot die Tiere locken. * Deutsches Frauenwerk Herne-Alt. Am Mittwochabend hatte das Deutsche Frauenwerk Herne=Alt in Koopmanns Gaststätten seinen Pflichtabend, der gut besucht war. Er wurde von der Ortsgruppenleiterin eröffnet, wonach die Singschar ein Frühlingslied sang. Die Kreisschulungsleiterin für Fest= und Feiergestaltung hielt einen Vortrag über das Thema„Die Stellung der Frau im frühen Mittelalter", der mit großem Interesse verfolgt wurde. Als Gast war die Kreisleiterin Frau anwesend, die zeitgemäße Worte an die Frauen richtete. Nach einem gemeinschaftlichen Lied fand der gutgelungene Abeno seinen Abschluß. * Schwerer Grubenunfall. Von einem bedauerlichen Grubenunfall wurde gestern morgen der Lehrhauer Franz M. aus der Hiberniastraße betroffen, der im Blindort, als er mit dem Versetzen von Steinen beschäfigt war, unter herabfallende Steinmassen geriet. Dabei erlitt er derart schwere Verletzungen, daß er mit dem Zechenauto dem Bergmannsheil zugeführt werden mußte. &* Loren kein Spielzeug für Kinder! Das 4jährige Kinder der Eheleute M. aus der Roehenstraße fiel gestern nachmittag, als es auf dem Untergestell einer Lore saß, herunter und brach sich den Arm, so daß die Ueberweisung zum Krankenhaus erfolgen mußte. * Ein Verkehrsunfall ereignete sich gestern morgen an der Unterführung an der Bahnhofstraße. Der aus der Richtung Bochum kommende Motorradfahrer Hans S. aus der Parkstraße wollte einem Fußgänger ausweichen und fuhr dabei auf eine Handkarre. Er erlitt einen Oberschenkelbruch, Beinquetschungen und leichte Kopfverletzungen, so daß der Verletzte dem Ev. Krankenhaus überwiesen wurde. * F e s t n a h m e n. Zwei Frauen aus Herten wurden festgenommen, weil sie in Herner Kaufhäusern Diebstähle ausgeführt hatten. Aktueller als 1936! Von Otto Lautschner, Mitarbeiter Leni Riefenstahls. In den Tagen, als sich die Sportjugend der ganzen Welt in Berlin zusammengefunden hatte, um bei den 11. Olympischen Spielen ihre Kräfte zu messen, waren Presse und Bildbericht, Rundfunk und Film mit der ganzen Einsatzkraft aufgeboten, um den Millionen, die nicht das Glück hatten, selbst dabei zu sein, ein möglichst umfassendes Bild von den Ereignissen Der Diskuswerfer. Moderne Klassik. Mater: Tobis=Olympia. zu geben. Der Rundfunk schilderte die Kämpfe an Ort und Stelle und verband das Olympia=Stadion mit der ganzen Welt. Presse und Bild erschienen mit langen Berichten mehrmals täglich, wo aber blieb der Film? Man sah doch Dutzende von Kameramännern an allen Ecken und Enden der Kampfstätten mit ihren Apparaten ständig auf der Lauer. 1½ Jahre sind inzwischen vergangen; wird nun der so oft genannte Olympia=Film von Leni Riefenstahl noch aktuell sein? Ich will hier erzählen, wie die Herstellung dieses Films überhaupt vor sich geht, eines Filmes, der nicht zu vergleichen ist mit einem Spielfilm, dessen Gestaltung ganz neuartig ist und bisher in der Welt kein Beispiel hat. Tatsachen Es ergab sich zunächst folende unabänderliche Tatsache: 16 Tage dauerten die Olympischen Spiele, von morgens früh bis in die Nacht hinein wurde gekämpft, gelaufen, geritten, gesprungen. Der Film aber, der alles wiedergeben sollte, durfte nicht 16 Tage, sondern nur in jedem seiner zwei Teile zwei Stunden, also zusammen vier Stunden dauern. Dabei spielten sich viele Kämpfe gleichzeitig ab. Hier wurde geschwommen, da geturnt, wiederum woanders stritten zwei Fußballmannschaften um den Sieg. Gewiß. die 40 Kameramänner waren allgegenwärtig, sei es mit Zeitlupe oder Fernlinse, sei es vom Aufnahmekran aus oder unter Wasser, überall surrten die Apparote, damit ihnen auch nichts entginge. Von jeder Sportart sollten die Besten besonders hervorgehoben werden, aber wer konnte von vornherein wissen, wer die Besten sein würden? Es mußten daher alle ausgenommen werden. Was tun aber, wenn ein Apparat in der Hitze des Gefechtes versagte oder wenn die Filmrolle gerade in dem Augenblick zu Ende Ende ging, in dem der Kampf in die entscheidende Phase trat? Wir mußten eben doppelt drehen, um nicht etwa Lücken in unser Programm zu bekommen. War ein Kampf vorbei, er kam nicht wieder, er konnte nicht wiederholt werden. Wie viele Einstellungsmöglichkeiten aber gab es? Wir sollten und wollten nicht eintönig werden in unseren Bildern. Eine Bewegung von vorn gesehen mag schön sein, von oben aber ist sie vielleicht noch besser, mit Zeitlupe aufgenommen schließlich gibt sie die tollste Wirkung. In stundenlangen nächtlichen Regiesitzungen arbeitete Leni Riefstahl die täglichen Aufnahmepläne für jeden einzelnen Kameramann aus. Das unabänderliche Ergebnis dieser peinlichen Genauigkeit, dieses Arbeitens auf hundertprozentige Sicherheit waren 400000 Meter Film. Die Aufgabe Diese Aufgabe, die Leni Riefenstahl von Führer übertragen wurde, ist deshalb so schwierig, weil sie auf alle Fälle auf Anhieb glücken mußte, denn es konnte nichts wiederholt werden. Weder die Spiele von 1924 in Paris noch 1928 in Amsterdam, noch 1932 in Los Angeles sind im Film auch nur halbwegs brauchbar festgehalten worden, obwohl es nicht an Interesse dafür gefehlt hatte. Amerika, das Land, das in der Filmproduktion als führend gilt, in dem der Sport das halbe Leben bedeutet, hat 1932 von den Olympischen Spielen in Los Angeles keinen Film herausbringen können, da ihm die dafür unerläßliche Organisation fehlte und niemand da war, der sie aufgebaut hätte. Sollte ein Olympia=Film aber sportlich interessant, dokumentarisch richtig und zugleich künstlerisch sein, dann konnte es keine Rolle spielen, ob er einige Monate früher oder später erschien. Ein dokumentarilch richtiger, ein Iportlich ger, ein 1p0 interellanter, ein künltlerilcher Film Was bedeuten nun 400000 Meter Film? Ein Film mit durchschnittlicher Länge(2500 m) läuft 1½ Stunden. 400 000 m geben 165 solcher Filme; zwei aber durften es nur werden. In diese Berge von Filmen mußte erst Ordnung gebracht werden. In über hundert Sportarten wurde das Material gruppiert, von jeder Sportart mußte jeder Kämpfer mit Name und Land und mit seinem Platz in der Entscheidung festgestellt werden, denn ein dokumentarisch richtiger Film sollte es werden. Welchen Wurf der beste, welcher Sprung der weiteste, welcher Lauf der schnellste war, mußten wir wissen, denn einen sportlich interessanten Film wollten wir zeigen. Welches Bild das schönste, ob mit Sonne oder bei Regen, ob aus der Ferne, ob aus der Nähe, ob mit Zeitlupe oder im normalen Tempo, mußten wir unterscheiden, denn ein künstlerischer Film war das Ziel. Erst nach dieser seinen Gliederung war es möglich, in wochenlangen Vorführungen einen Gesamtüberblick über das vorhandene Bild= und Tonmaterial zu bekommen, und danach erst konnte Leni Riefenstahl mit dem Schnitt, d. h. mit der endaltigen Zusammenstellung des Films beginnen. Wie sollte man den Film auf die notwendige Kürze bringen, ohne dabei die Vollständigkeit aufzugeben? Sportart um Sportart wurde vorgenommen, gestrichen, was nicht unbedingt wesentlich erchien oder was bildlich durch schlechtes Licht nicht voll zur Geltung kam. Immer wieder mußte verglichen werden, um nur das Beste, das Spannendste auszuwählen. Kampf um Kampf reihte sich aneinander, und schon waren wir stolz auf das Ergebnis. Jedoch so schön und interessant ein Teil für sich allein wirkte, im Zusammenhang mit den anderen Teilen glaubten wir eine gewisse Gleichförmigkeit festzustellen. Es mußte eine andere Aufbaulinie gefunden werden, und schon scheinbar gelöste Aufgaben wurden neuerdings in Angriff genommen. Nicht allein die Kämpfe an sich, auch die ganze Umgebung und das Milieu der Olympischen Spiele sollten dem Film sein Gesicht geben. Die Spannung und das Rasen der Zuschauer, das Leben und Treiben im Olympischen Dorf, das nächtliche Tanzfestspiel, die würdige Ehrung der Sieger. Bild, Geräulch, Sprache, Mulik In harmonischem Wechsel zwischen feierlicher Einführung, sportlicher Sachlichkeit, kämpferischem Tempo und allfregende? Spannung gestaltete schließlich Leni, Riefenstahl den Bildschnitt des Films. War auch nur 1 Prozent des gesamten Materials verwendet worden, so fehlten doch häufig kleine Verbindungsstücke, sei es auch nur der Aufschlag eines Diskus oder eine Ergebnistafel oder eine gerissene Sprunglatte, in peinlich genauen Nachaufnahmen mußte es beschafft werden, um einen fließenden Uebergang oder einen deutlichen Abschluß einer Phase darzustellen. War das Bild unter Dach, begann das zweite große Problem, der Ton. Wohl hatte der Tonschnittmeister die insgesamt 30.000 Meter Originalton für jede Sportart zurechtgelegt, aber konnte das genügen? Hunderte von Mikrophonen hätten im Stadion verstreut stehen müssen, um jeweils den richtigen Ton zu erfassen, ein Ding der Unmöglichkeit. Es galt daher, an Hand des geschnittenen Bildes den Ton zu komponieren: das Stampfen der Pferdehufe, das Rauschen der Rennboote, das Flattern der Segel, den Einschlag einer Kugel, den Beifall der Zuschauer, die anfeuernden Sprechchöre der Sportler, die Nationalhymnen der Siegernationen— alles mußte zum Bild passen. Aber nicht allein Geräusch liegt über den Bildern, auch Sprache. Eine spannende Reportage, gesprochen von den besten Sportsprechern, mußte die Kämpfe begleiten und und ihren sportlichen Verlauf schildern, um sie auch dem Laien verständlich zu machen. .., um auch hier wieder nicht in allzu große Gleichmäßigkeit zu verfallen, werden große Teile des Filmes musiralisch untermalt. Den richtigen wohltuenden Ausgleich zu finden zwischen Geräusch, Sprache und Musik für jedes Bild der insgesamt 6000 langen vierstündigen Filme, erfordert eine künstlerische Begabung und eine technische Feinarbeit, die nicht umzusetzen ist in Zeit und die nur erfassen und begreifen kann, wer den Werdegang und die Gestaltung des Films miterlebt. Diese Frage aber, ob der Film von den Olympischen Spielen 1½ Jahre nach ihrer Beendigung noch aktuell sei, wird von den Sportsmännern und vom Publikum Deutschland und der ganzen Welt selbst beantwortet werden, wenn der Film in mehreren Sprachen durch die Lichtspiel-Theater aller Erdteile ziehen wird. Alle aber, die ihn bisher in Ausschnitten geehen haben, sind überzeugt, daß er aktueller ist als 1936, spannender als die Olympischen Spiele selbst Beilagen=Hinweis (Außer Verantwortung der Schriftleitung.) ###eunige Ausgabe enthält eine Beilage der Schauburg- Lichtspiele, Herne, auf die wir unsere Leser aufmerksam machen. 4. Am sierdfrüct Wieder dakeim Stitze von O. Reinicke. Groß ist der Hasen von Sidnev. Ueber die mächtigen Mauern der Lagerhäuser fliegen die Sirenenschreie der Ozeandampfer, der mächtigen Frachter. Adolf Sander letzt den Fuß auf das schwere Faß nieder, verschränkt die Arme und ruht sich tiefatmend aus. Mit glanzlosen Augen blickt er über das gewohnte bunte Bild hin und schätzt dann prüsend die Entfernung bis zur Faktorei. Noch einhundert Schritte. noch zweihundert Fließen. noch dreibundert Tropfen Schweiß! Die Trovensonne hat das Gesicht des Sechzigjährigen bräunt. Graue Stopveln umrahmen das Kinn. Die Mütze hängt auf dem Hinterkopf. und das schlohweiße Hauothaar fällt dünn in die Stirn. Im Laufe der Jahre datte er sich als Hasenarbeiter eine Kleinigkeit erspart. nicht der Rede wert. aber doch soviel, daß die Angst vor dem Hunger im Alter verblaßt. Adolf Sander war eigentlich zufrieden, und er wäre es bis an sein beschei denes Lebensende wohl auch geblieben, wenn nicht plötz lich ein junger Mann namens Jakob Leuschner von der Firma eingestellt worden wäre. Als sie gemeinsam Baumwollballen abluden, lernten se sich kennen. Der Leuschner fluchte auf die unerträg liche Hitze. Er fluchte auf deutsch. Und schon nach einer guten Viertelstunde stellten sie voll fassungslosen Er haunens fest, daß Jakob Leuschner aus dem nämlichen scbleftschen Dorse Barutbe stammte, aus dem vor über vierzig Jahren Adolf Sander voll Abenteuerlust ausdewandert war „Ich hade einige Bilder von zu Hause mitgebracht. Ich wohne bier bei Deutschen in der Kensingtonstreet. Du mußt bald mal zu mir kommen,“ drängte Leuschner. Und an einem der nächsten Tage betrachtete Adolf San der die Bilder und Postkarten aus Baruthe. Nach und nach fielen idm Einzelheiten ein. Er erkundigte sich nach den Namen. Manche kannte er noch, andere waren ihm kremd. Die Sanders seien alle verstorben, erzählte Leusch ger. der Sanddof sei vom Kretschamwirt ausgekauft orden. Und Adolf Sander nickte bedächtig dazu. So. so. der Sandhof ist nicht mehr,“ meinte er nach denklich Nach drei Tagen wurde der junge Leuschner in eine Schlägerei verwickelt, er wurde entlassen, nahm Heuer auf dem nächstbesten Schiff und verabschiedete sich von leinem Landsmann herzlich. Adolf Sander sah dem aus lausenden Schiffe lange nuch. „In acht Wochen ist der Leuschner in Deutschland. dann fährt er mit der Bahn und dann...“ Als das Schiff am Horizont unterging, sagte der alte Sander halb laut vor sich hin:„Sehen, nur noch einmal lehen. bevor es aus ist... es müßte schon schön sein.“ Und dann:„Ich bin zu alt. mich nimmt kein Schiff mehr mit. Man müßte mal fragen, was es kostet...“ Wochenlang trug er diesen Gedanken wie ein schweres Bündel mit sich herum. Und dann fragte er. Die Fahrt kostete mehr als zwei Drittel alles dessen, was er sich in vierzig Jahren erspart hatte. Wie tastend geht der alte Mann auf der breiten Landstraße hin, die durch einen hohen Mischwald hin durch in das Dorf Baruthe hineinführt. Ueber Ulmen wipfel hinweg grüßt der Turm„einer Holzkirche. Da bleibt der Alte erschüttert stehen, und tausend unge weinte Tränen drängen sich hinter seinen großgeöffneten Augen. Leute aus dem Dorfe seben ihn dann hingeben, wic er jedes Haus, jeden Hof einzeln betrachtet, wie er über Blumenkönfe hinstreicht und vor alten Bäumen an der Straße sinnend stehen bleibt. Man schüttelt die Kövfe über ihn und gewöhnt sich daran, daß er Tag um Tag diesen Weg durch das ganze Dorf macht. Der alte Sander ist in seinem Heimatdorfe. Er nächtigt in einer alten Scheune. Eines Tages hält ihn ein Landjäger an:„Sie haben gebettelt, kommen Sie mal mit...“ Und er nimmt den erschrockenen Alten mit sich in das Haus des Gemeindevorstehers. „Zeigen Sie Ihre Papiere,“ fordert er ihn auf. Der alte Sander zuckt zusammen:„Jetzt nimmt er mir mein Dorf.. alles war umsonst...“ und er holt mühsam einen Brustbeutel hervor. entnimmt ihm die Papiere und reicht sie dem Landiäger zu. Dieser nimmt ste mißtrauisch und liest sie aufmerksam durch. Einige Male blickt er den Alten durchdringend an, dann räuspert er sich und meint, indem er die Papiere zurückreicht:„Ja. Menschenkind. Sie hatten da unten ein auskömmliches Dasein, was zum Kuckuck blieben Sie denn nicht dort... ich könnte Sie jetzt hier wegen Land streichens sestsetzen. Was hat Sie denn nur veranlaßt. wieder hierberzukommen?“ Sie sind nur noch wenige Schritte von dem Hause des Gemeindevorstehers entfernt. Der Weg ist sandig und von Wiesen eingesäumt. Der Alte bückt sich und hebt eine Handvoll Erde auf. läßt sie langsam durch die zerarbeite ten Hände rinnen und antwortet schlicht:„Das da.“ Da gibt ihm der Landjäger die Hand:„Sie brauchen nicht mit hereinzukommen, die Sache hat seine Richtig keit.“ Unschlüssig sieht der alte Sander ihm eine Weile nach. dann geni er den Weg zurück, wieder in sein Dors. von Haus zu Haus. von Hof zu Hof. Der Landjäger spricht mit dem Gemeindevorsteher über den seltsamen Fall. Und der Gemeindevorsteher. der bereits an dreißig Jahre in Baruthe ansässig ist, geht in den nächsten Tagen auf den Polenzhof, denn er weiß, daß der Bauer Polenz mit dem vor vier Jahren verstorbenen Karl Sander gut befreundet war. Sie sprechen lange miteinander. Und als die Bäuerin dazu kommt und von dem Fall hört, meint sie sogleich:„Das kann man schon machen, sein Brot wird er sich irgendwie auf unserem Hofe schon abverdienen, dazu ist viel Gelegenheit da, und wenn er mir nur solange, wie die Kinder weg sind, auf die Enkel aufpaßt.“ Wie jeden Tag so kommt auch heute pünktlich zur Mittagszeit der alte Sander durch das Dorf. Wie träumend geht er dahin, wie einer, der in Erinnerungen eingesponnen ist. Frau Martba Polenz steht in der Gartentür und sieht ihn schon, kaum daß er um das Kretscham biegt. Da er näher kommt, immer mit seinen fast tastenden Schritten, ruft sie ihm zu:„Sie, alter Mann, kommen Sie doch mal zu uns herein.“ " Verwundert, beinahe erschrocken bleibt er stehen und sieht sich um, da er meinte, der Ruf habe einem andern gegolten. „Nein, ich meine schon Sie.“ Da preßt er mit den Händen die beulenden Taschen jest, nimmt den Hut schon auf der Straße ab und betritt mit einem Gefühl der tiefen Verwunderung und aufkeimenden Angst den reichen Polenzhof. Ein gutes halbes Jahr ist ins Land gegangen. Frühling ist wieder. Die Kirschbäume blühen. und rosenrot färben sich die Wipfel der Apfelbäume. Die Gärten von Baruthe leuchten, als seien sie verschneit. Im Vorgarten des Polenzhofes sitzt Adolf Sander auf der Bank unter den Kirschbäumen. Er schaukelt zwei Kinder auf den Knien, die ihm mit leuchtenden Augen zuhören. Lang sam erzählt der Alte: „Groß ist der Hafen von Sidney. Da liegen tausend Schiffe vor Anker. Und hinter ihnen ist das Meer, so weit wie von hier bis in den Himmel hinein... Das Ichloßgespenst von Berlin Ein Geschichtchen von Kurt Luigen. Die Frau des anderen lizze von Herbert H. Eckert. Holger Dürsen hatte endlich seinen Traum Wirklichkeit werden lassen können! Er war am Lido,. mitten in Sonne, Wasser und Flirt! Daß er, der kühle Nordländer. aber so schnell sein Herz verlieren würde. restlos und leider auch aussichtslos, davon hätte er nie geträumt! Der Gegenstand dieser aussichtslosen Liebe war die junge, bezaubernde Gattin des schon ältlichen, schwerreichen Mr. Stephenson, der im Excelsior eine Zimmerflucht bewohnte. während Holger Dürsen seinen bescheidenen Einkommensverhältnissen entsorechend eine kleine, billige Pension aufgesucht hatte. Der Zufall, vielleicht auch das Schicksal hatte es gewollt, daß Holger der schönen Helen Stephenson in einer unangenehmen Situation helfen konnte. Und das ungleiche Ehepaar fand Gefallens an dem jungen. offenherzigen, gutaussehenden Manne. vor allem wohl Mrs. Stephenson. Jedenfalls sah man die beiden von jetzt an häufig zusammen. Beim Schwimmen, beim Tanz. auf der Promenade. Ab und zu war auch Mr. Stepbenson zugegen. Doch er schien nicht zu merken, was sich zwischen Helen und Holger anbahnte, ja er war dem jungen Manne sogar noch aufrichtig dankbar, daß er jetzt nicht selber seine Frau überallhin zu begleiten brauchte. Er war eben alt! An einem wunderbaren Abend. da lag dann Helen plötzlich in Holgers Armen. Sie dachten beide nicht. was nun werden sollte, sie wußten nur, daß sie sich liebten. Vergangenheit und Zukunft war unwichtig in dieser gegenwärtigen Stunde. Der Schreck kam aber schon am nächsten Morgen zu Holger Dürsen in Gestalt von Mr. Stephenson. Mr. Stephenson überhörte Holgers verlegenen Gruß. „Mr. Dürsen, ich habe Sie für einen Ehrenmann gehalten. bis gestern abend!" Holger wollte unterbrechen, entschuldigen, aufklären. warum alles so gekommen war. Doch der andere winkte energisch ab. „Nichts kann die Tatsache aus der Welt schaffen, daß Sie meine Frau geküßt haben, trotzdem sie sich nach Kräften gegen Ihren gemeinen Ueberfall gewehrt hat!" Was? Holger Dürsen glaubte nicht recht gehört zu haben. Helen hätte sich gesträubt?! Schon wollte er antworten. Dann überlegte er schnell und schwieg. Es war besser, er nahm alles auf sich und schützte Helen. Mochte sie auch dem Gatten noch so viel vorschwindeln und ihn selber schlecht machen. Man gewann damit vor allem Zeit zum Nachdenken. „Junger Mann,“ redete Mr. Stephenson weiter. haben Sie überhaupt mal bedacht, ob Sie eine Frau auch anständig“ernähren können mit Ihrem lächerlichen Einkommen?" „Wenn Sie. Mr. Stephenson, mein Einkommen auch lächerlich nennen, so ist es doch wenigstens ehrlich erarbeitet. Und nicht so zusammengegaunert!“ „Wollen Sie etwa damit sagen, daß ich mir mein Vermögen ergaunert habe?" Drohend klang Stephensons Stimme. „Jedenfalls haben Sie bei Ihren Geschäften reichlich — Glück gehabt!" entgegnete Holger furchtlos und blickte den anderen mit seinen offenen Augen an. „Dafür scheinen Sie in Liebesabenteuern umso mehr Glück zu haben!“ spöttelte Mr. Stephenson. Dieser spöttische Ton brachte den jungen Mann um seine Selbstbeherrschung.„Mit Liebesabenteuern hab ich nichts zu tun! Aber ich liebe Helen! Schon, als ich sie zum ersten Male sah! Und hätte sie das Schicksal nicht zur Mrs. Stephenson gemacht, und sie wäre frei und hätte auch kein Geld. wie ich— ich wüßte genau, was ich täte! Das können Sie mir glauben!" „Sagen Sie mir lieber, was Sie jetzt zu tun gedenken? Oder halten Sie mich etwa für so großmütig. daß ich das alles so ruhig weiter ansehe?" fragte Mr. Stephenson. „Seien Sie unbesorgt! Ich werde sofort abreisen! Ich werde in der Arbeit einen schönen Traum zu vergessen suchen!“—-Holger Dürsen saß im Zug. starrte aus dem Fenster. Immer weiter entführte er ihn von der Stätte seines höchstens Glücks. die aber auch in gleichem Maße tiefstes Leid gebracht hatte. Er war so in Gedanken. so in Erinnerung an schöne. unvergeßliche Stunden, daß er erschreckt herumfuhr, als die Abteiltür ging. „Helen, du?“ Wie eine überirdische Erscheinung starrte er die junge Frau an, die lächelnd im Türrahmen stand. „Ohne Abschied wolltest du von mir gehen. Holger?“ Mit zärtlichem Vorwurf sprach es Helen. Aber er hörte nicht, was sie sagte, konnte nicht fassen. daß sie so plötzlich vor ihm stand „Warum bist du hier im Zuge?" brachte er dann mühsam hervor. „Weil ich bei dir bleiben will, du Dummer!" „Und dein Mann?“ „Hier ist er. Mr. Dürsen!“ antwortete an Helens Stelle Mr. Stephenson, der jetzt an der Tür sichtbar wurde.„Oder darf der Vater nicht doch ein Wörtchen mitreden, wenn sein einziges Kind sich Hals über Kopf verliebt? Nur. um Helen vor Mitgiftjägern zu schützen. sind wir als Mann und Frau gereist. Uebrigens Helens Idee! Und sie hat damit genau ins Schwarze getroffen! Oder?“ „Kein Oder. Paps!“ Stephenson nickte den beiden Glücklichen zu, schloß leise die Abteiltür und ließ sie allein. Am Abend des 10. Juli 1766 wurden einige harmlose Spaziergänger, die am Berliner Schloß vorübergingen. durch eine unheimliche Stimme heitig erschreckt, die geisterhaft dumpf„Wehe. Wehe über Berlin! Webe. Wehe über die verfluchte Stadt!" rief. Ob die Stimme aus der Erde oder vom Himmel sprach, war nicht zu unterscheiden. Die Erschreckten hatten auch nicht Zeit. das genau zu untersuchen. Sie eilten mit gesträubten Haaren und kaltem Angstschweiß auf den Stirnen davon. Aber ne waren Berliner und kehrten deshalb nach einer Weile neugierig zurück. Allmählich sammelte sich vor dem Schloß ein Menschenauflauf an. Die Wache begann aufmerksam zu werden. Und dann— als habe sie nur auf ein zablreiches Publikum gewartet— erhob sich die schreckliche Stimme von neuem und rief Unheil auf die Stadt Berlin herab. Ihren Zuhörern gruselte tüchtig, doch sie wichen nicht, bis endlich die Polizeibeamten sie heimschickten. Man untersuchte das Schloß von oden bis unten, doch man sand nichts Verdächtiges. Am nächsten Abend aber wiederholte sich das spukhafte Ereignis! Die Strate war voll von Neugierigen, denen es kalt über den Rücken lief. als die Gespensterstimme ihren Verfluchungen diesmal noch ein schauerliches Hohngelächter folgen ließ. Danach schwieg das Gespenst. obwohl seine Zubörer bis tief in die Nacht hinein warteten und sich dabei die Zeit mit wilden Vermutungen vertrieben. Als sich am dritten Abend die Geisterstimme aufs neue vernehmen ließ, glaubte der Leutnant. der die Schloßwache kommandierte, hinter der Brustung des Schloßdaches bewege sich etwas. Er stieg hinauf und fand dort wirklich das Gespenst der Länge nach auf dem Dache liegen. Es lag auf dem Bauche und hatte den Konf in eine der Regenröhren hineingesteckt. Gerade als der Leutnant das Dach betrat. begann es seine Offenbarungen zu wiederholen. Die Regenröhre verstärkte dabei seine Stimme wie ein Sprachrohr und gab dem Ton das Gespenstische. Der Leutnant schlich sachte an das„Gespenst“ heran und versetzte ihm mit der Degenscheide einen derben Hieb über das Hinterviertel. Ein Schmerzensgeheul beendete diesmal die Prophezeiungen und ging den Zuhörern auf der Straße durch Mart und Bein. Der Offizier ergriff das„Gespenst" am Ohr und zog es die Treppen hinab auf die Straße hinaus, wo er es der versammelten Menge präsentierte. Das vermeintliche Gespenst war ein— Dachdeckerlehr= ling. dessen Meister tagsüber das Schloßdach ausbesserte. Die weinerliche Versicherung des Jungen„Ich will's nie wieder tun“, ging unter in einem Hohngelächter, mit dem sich die Berliner dafür rächten, daß ein grüner Junge sie in so schauerlicher Weise gesoppt hatte. Wissenswertes Allerkei Man erzählt, daß die erste Teegesellschaft in England folgendermaßen verlaufen sein soll: Ein Seemann brachte aus China eine Tüte Teeblätter mit. gab sie seiner Mutter und erklärte ihr, wie sie das neue Getränk bereiten müsse. Aber die mochte ihn wohl mißverstanden haben, denn als er von seinem Spaziergang nach Hause kam. saß sie mit drei Freundinnen und verzehrte ohne Begeisterung die dampfenden Teeblätter, mit denen sie geröstetes Brot belegt hatten. Das Wasser hatten sie weggegossen. Wenn behauptet wird, der Tod durch Verbungern sei sehr schmerzvoll, so wird dem entgegengehalten, daß Menschen nach den ersten drei Tagen ohne jede Nahrung kein Hungergefühl mehr empfinden. Der Erfinder Charles White in Illionis bat sich eine Baumwollpflückmaschine vatentieren lassen, die mit Hilfe eines elektrischen Auges die vollreisen Samen auswählt. Von der weißen Wolle in einer offenen Samenkavsel fällt das zurückgeworfene Licht auf eine photoelektrische Zelle, die den Pflückmechanismus lenkt. Grüne. noch unreise Samen haben keine Einwirkung auf die Zelle und werden daher nicht gepflückt. Im Jahre 1925 führte Kemal Pascha in der ein Alphabet von lateinischen Buchstaben ein, das nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen lernen mußten. Zwei hinter Gisela Roman von Hans Hirthammer Copyright dy Oskar Meister. Werdau I. 8. Fortsetzung. „Das ist etwas anderes!" lächelte Peter.„Alsdann. meine Damen und Herren: auf zum Kurfürstendamm. obwohl mir die Straße im allgemeinen nicht besonders lympathisch ist.“ Heli zog sich rasch um, und dann verstaute sich die ganze Schar in Lores Auto Toni runzelte. nachdem er hineingekrochen war. bedenklich die Stirn.„Wird das schmucke Dingelchen einer solchen Belastung gewachsen sein?" „Mal sehen!“ lachte Lore und gab Gas.— Tonis Voraussagen bezüglich des Lokals erwiesen sich nicht als übertrieben. Es war an dem Wochentag nicht übermäßig voll, so daß die Ankommenden einen schönen Plau fanden. Die Wände des geschmackvoll ausgestalteten Raumes waren mit altrussischen Motiven in hell leuchtenden Farben geschmückt. Auf einem Podium, spielte eine Kosakenkapelle eine schwermütige russische Weise. „Ganz entzückend!" lobte Lore.„Auch die Musik scheint ehr aut zu sein. Ich liebe die russische Musik.“ Ein älterer Herr trat an den Tisch. Er fragte mit halblauter Stimme nach den Wünschen der Gäste. Sein Deutsch hatte einen fremden Akzent. Man einigte sich auf einen milden Mosel, den der Kellner unaufdringlich empfahl. Vor dem Musikvodium wurde ein Tisch aufgestellt. Ein Mann von der Kavelle sprang hinauf und tanzte den Krakowiak Einige der Gäste mit unverkennbar russischem Typ katschten im Takt der Musik mit den Händen. Der Tanz. der an die Muskeln des Tänzers nicht geringe Anforderungen stellte, wurde immer schneller, immer leidenschaftlicher. In gleicher Weise nahm der Rhuthmus der klatschenden Hände an Geschwindigkeit zu. bis schließlich in einem tollen. schwindelerregenden Wirbel der wilde Tanz sein Ende fand. Im übrigen hatte Toni allen Anlaß, sich über Heli Stoll zu wundern. Sie geriet schon nach dem ersten halben Glas in eine Gelöstheit, wie er sie kaum je an dem herben Mädchen gesehen hatte. Außerdem schien sie tatsächlich entschlossen, es in bezug auf Toni„drauf ankommen“ zu lassen. Der Arme wußte nicht, wie ihm geschah und wie er sich zu den ebenso un gewohnlichen wie offensichtlichen Beweisen von Zuneigung verhalten sollte. Heli schenkte ihm ihr strahlendstes Lächeln, sie gefiel sich darin, ihn mit halben Sätzen zu verwirren und sein der Liebe abholdes Herz zu schmerzbasven Zuckungen zu verleiten. Peter war nicht wenig erstaunt über diese neue Heli. die in ihrer sandfarbenen, die Brust straff umspannenden Bluse allerdings verlockend genug aussah, um selbst einen so eingefleischten Junggesellen, wie es Toni Kindlmann war. aus der Fassung zu bringen. Peter fügte sich jedoch gern in die Rolle eines unbeteiligten Zuschauers, denn sie gab ihm Muße, mit Lore Jasper die Gedanken weiter auszutauschen, über die sie beide schon am Nachmittag gesprochen hatten. Indessen ließen sich am Nebentisch, der bisher leer geblieben war. neue Gäste nieder, ein nicht mehr ganz junger Herr mit einer Hornbrille, der sich in Begleitung von zwei mageren, semmelblonden Mädchen befand. Ihre aufdringlich bemalten Gesichter mit den grellroten Livpen verrieten deutlich genug, daß es nicht weit mit ihnen her war. Der Mann schien schon etwas angetrunken zu sein. Er hielt die eine seiner Begleiterinnen derben Griffes umspannt. unklat, ob aus Leidenschaft oder weil er sich nicht mehr sicher bewegen konnte. „Kurfürstendamm!" flüsterte Peter. als Lore Jasper ihn fragend anblickte.„Es sind die Typen, die ich besonders ins Herz geschlossen habe!“ fügte er mit einem sarkastischen Lächeln hinzu. Die Angekommenesk hatten sich kaum niedergelassen da begann der Herr mit einer unangenehm gröhlenden Stimme nach der Bedienung zu rufen. Jetzt erst wurde Toni auf den Mann aufmerksam. Er drehte sich nach ihm um, stutzte, sah noch einmal hin— er schien eine ganz außergewöhnliche Entdeckung gemacht zu haben. „Sagt mal. meine Lieben, ich bin doch noch einigermaßen nüchtern. Oder kann ein einziges Glas Wein die Wirkung haben, daß man Hirngespinste wahrnimmt?“ „Nicht anzunehmen!" beruhigte ihn Peter.„Warum fragst du so albern? Ist dir nicht wohl?" „Nun, entweder bin ich total besossen— oder der sympathische Herr dort am Nebentisch ist Radegast. ein kleiner Büroangestellter beim Notar Kindlmann in Breslau, mit anderen Worten: bei meinem alten Herrn.“ „Vielleicht irrst du dich!“ meinte Peter, indem er den fraglichen Herrn interessiert musterte.„Es kann sich um eine bloße Aehnlichkeit handeln!" „Dafür kenne ich Radegasts unangenehme Visage zu auf, wenn er auch jetzt statt seines Klemmers eine Hornbrille trägt.“ „Er wird auf Urlaub sein. Warum soll er sich zur Abwechilung nicht einmal in Berlin amüsieren, wenn es seine Verhältnisse erlauben?". „Aber seine Verhältnisse erlauben es nicht. Er bezieht, seiner Tätigkeit entsprechend. ein äußerst bescheidenes Gehalt.— Sieh nur an, jetzt bestellt er sogar Sekt. Hol's der Teufel, ich werde nach Hause schreiben, was da los ist.— Im übrigen dürfte es gut sein, wenn der Brave mich nicht sieht. Ich schlage deshalb vor, daß wir uns nach oben zurückziehen. Dort vorn an der Brüstung ist noch ein Platz frei. von dem aus ich den Halunken ungehindert beobachten kann.“ Man verhandelte mit dem Ober. und in wenigen Minuten war der Umzug vollzogen. „Hier oben ist es sogar noch gemütlicher!" stellte Lore fest und knipste die Tischlampe an.„Nun wollen wir bei gedämpftem Licht die Geister des Weines beschwören.“ Toni warf ab und zu einen Blick hinunter auf Herrn Radegast, der sich immer unmöglicher benahm. Die Mädchen kicherten verlegen und schienen sich ziemlich unbehaglich zu fühlen. Als er sväter eine nach der anderen zu küssen begann. wurden auch andere Gäste auf Radegast aufmerksam. Jemand winkte den Kellner heran und flüsterte ihm etwas zu. „Der Kerl ist den Sekt nicht gewohnt. Er hat doch in seinem Leben noch keinen getrunken.— Seht euch diese Peinlichkeit an!“ Der Kellner hatte den Geschäftsführer geholt, der nun an den Tisch von Herrn Radegast trat. Radegast begann zu toben. Die beiden Mädchen. die wohl einsahen, daß sie sich in der Wahl ihres Freundes geirrt hatten, standen naserümpfend auf. rafften ihre Sachen an sich und eilten davon. Alles begann zu lachen.„Wersen Sie doch den Burschen hinaus!“ schrie jemand.„Er scheint das Lokal mit einer Destille verwechselt zu haben!" Einige von den Gästen standen auf und stellten sich hinter den Geschäftsführer. Nun schien der Betrunkene doch einzusehen, daß es keinen Sinn hatte. hier zum allgemeinen Gaudium den wilden Mann zu spielen. Er zog knirschend seine Brieftasche, bezahlte seine Zeche und machte sich mit eingezogenem Kovf aus dem Staub. „Skandalös!" rief Toni.„Ich bin bloß neugierig. was mein alter Herr zu seinem so seltsam verwandelten Radegast zu sagen dat. Nun aber Schluß damit! Auf das Wohl unserer Damen! Stoß an. Peterlein.“ Zehntes Kavitel. Noch am Morgen des Mittwochs war Gisela Mertens entschlossen, sich zu dem Stelldichein unter keinen Um ständen einzufinden. Wie hatte sie sich auf diesen Unsinn einlassen können? So tief war man denn doch noch nicht gesunken, daß man sich einem wildfremden Menschen an den Hals werfen mußte, daß man Gefühle heuchelte und sich verkaufte, um sein Ziel zu erreichen. die Tücke des Zusalls wollte es, daß gerade an diesem Tag Herr Hasselschwert in einer besonders schlechten Laune war. Es war reinweg der Teufel los. Fräulein Hinterhuber, auf deren breite Schultern schon am Vormittag ein Donnerwetter mit Blitz und Hagel niedergeprasselt war. schlich umber wie ein ausgehungerter Löwe und fauchte unheildrobend. so oft Herr Hasselschwert sich nur von ferne sehen ließ. Auch Weißfloh hatte schon seinen wohlgemessenen Teit erhalten und kam aus dem Stottern nicht heraus. Gleich nach der Mittagsvause— Gisela hatte ern langes Diktat zur Unterschrift vorgelegt— broch auch über sie das Unheil herein, nur weil sie nach Hasselschwerts Ansicht einige Satzzeichen nicht richtig eingefügk und weil sie ein paar Wendungen. die ihr unmöglich erschienen waren, durch bessere ersetzt hatte. Herr Hasselschwert schrie, tobte, hüpfte wie ein Gummimann auf seinem gevolsterten Sessel auf und nieder.„Unverschämtbeit, Schweinerei, tolle Wirtschaft““ das waren noch die harmlosesten Ausdrücke. die Gisela zu hören bekam. Das wäre aber alles noch zu ertragen gewesen. „Man sagte mir, daß Sie sich in Ihrer Freizeit noch nebenberuflich betätigen. Da ist es freilich kein Wunder. daß Ihre Leistungen im Büro zurückgehen. In Zukunft hört das auf. haben Sie verstanden? Sie haben sich ausschließlich der Arbeit zu widmen, für die Sie bezahlt werden. und wenn Ihnen das nicht paßt, dann können Sie gehen!" Als Herr Hasselschwert sich endlich ausgctobt hatte. durfte sie an ihre Schreibmaschine zurückkehren. Den Brief mußte sie noch einmal schreiben. Babett Hinterhuber hatte reichlich zu tun, bis es ihr gelungen war. das hemmungslos schluchzende Mädchen einigermaßen zu trösten. Eine Viertelstunde vor Büroschluß mußte sie noch einmal hinein. „Ich habe da noch eine dringende Sache. Sie können doch etwas länger bleiben?“ „Nein!“ sagte Gisela.„Es tut mir leid, ich habe etwas Wichtiges zu erledigen!“ Sie stannte selbst über ihre Entschlossenheit. „So?“ sagte Hasselschwert schnaubend und rollte seine Froschaugen. Gisela machte sich auf etwas Schreckliches gefaßt. aber es geschah nichts.„Gut. dann gleich morgen früh!“ sagte Herr Hasselschwert und ließ sie geben. Herr Weißflob. getrieben vom Mitleid seines fühlenden Herzens. wollte Gisela auf dem Nachbauseweg begleiten, wie er es schon mehrmals gctan hatte „Es geht heute leider nicht. Bitte. seien S#e mir nicht böse!“ (Fortsetzung folgt). Cob. Horn-Verlag Berlin W 35 Ein Tatsachenbericht aus dem Leben berühmter Artistinnen] Von Hans Heuer 1. Fortsetzung. Leona Dare hatte ihre Zähne verloren! Nach Wochen konnte sie wieder aufstehen. Ein paar Brüche waren einwandfrei verheilt. Aber mit ihrer Arbeit als Zahnkraft=Akrobatin war es vorbei. Sie saß Abend für Abend im Zirkus oder in einem Varieté. Bis einmal ihr früherer Mann vor ihr stand. Sie trug ein falsche Gebiß. Sonst hatte sich nichts an ihr geändert. Ihr Körper war ebenmäßig schön wie früher. „Willst du nicht mit mir nach Wien zurückkommen, Leona?“ fragte er. Sie lächelte. Schüttelte den Kopf. „Hier gehöre ich her, Darling... sei mir nicht böse!“ Eines Taaes arbeitete sie wieder: In plastischen Posen stellte sie Marmorstatuen. Es war ein armseliger Ersatz, aber es war dieselbe Luft, ohne die sie nicht leben konnte. „... dös beste Weiber!“. In einer kleinen österreichischen Stadt versickerte dieses reiche Leben. An der Seite eines bescheidenen Bahnbeamten, der sie heiratetet als sie— nur noch ein Schatten ihrer einstigen Schönheit— keinen Platz mehr in ihrer Welt fand. Sie war ihm eine vorbildliche Hausfrau. Wenn ein Zirkus ins Städtchen kam, lachte er sie an. „Na, Leonie, was is? Wollen wir uns die Gaudi net anschaun?“ Und wenn sie dann auf den einfachen Holzbänken saßen, beugte er sich hinüber und flüsterte ihr zu: „Woast, früher hab i mir immer denkt, so oane vom Zirkus, dös is scho was Recht's... net in die Händ' nimmt man so was! I hab mi getäuscht... du bist dös beste Weiberl wo es gibt!“ Leona Dore blickte in die Manege hinab und nickte lächelnd... es war ein Lächeln, das sie aus einem anderen Leben mit hinübergenommen hatte in die Welt, in der sie jetzt wirkte... und in der sie ihren Platz ausfüllte, wie es ihre Pflicht war... 3. Kapitel. Ein Leben unter Löwen. „Dös Mädel ist net normal!“ sagte der Mann zu einer Frau.„Lauft allweil in den Zirkus... möcht nur wissen, was schließlich und endlich dabei herausschaut!“ Das wußte Tilly selbst noch nicht, was dabei„herausschauen“ würde. Tatsache war, daß es sie Abend für Abend mit unwiderstehlicher Gewalt in den Zirkus zog. Tilly kannte das ganze Programm schon auswendig. Sie wußte genau, wann die Parterre=Akrobaten kamen, wann der Herr Direktor eigenhändig seine„20 Pracht=Berber=Henaste“ vorführte, wann die Frau Direktor ihre Hohe Schule ritt— und sie wußte: Jetzt kommt die Löwennummer! Auf diese Löwennummer wartete Tilly während der ganzen Vorstellung. Wegen dieser Nummer saß sie Abend für Abend an der Manege. Wenn der Käfig aufgestellt wurde, wenn der erste Löwe durch den Gittertunnel die Manege betrat, dann trat ein eigentümlicher Glanz in ihre Augen. Dann versank die ganze Welt um sie herum, dann vergaß sie, daß sie tagsüber in einem Rechtsanwaltsbüro in der Wollzeile saß als Sekretärin. Boshafte Menschen hätten nun auf die Vermutung kommen können, daß die„martialische“ Gestalt des Löwenbändigers Lillys Herz im Sturm erobert hätte. Der Dompteur war bestimmt ein schöner Mann! Aber wenn Tilly gefragt worden wäre, wie der Dompteur aussehe, wäre sie in die ärgste Verlegenheit gekommen Aber diese Löwen und Löwinnen... Jedes einzelne Exemplar hätte sie beschreiben können, hätte von jedem einzelnen sagen können, welche Eigenarten es habe, wie es sich bewege, wie es gehorche, wie es arbeite. Tilly war bis vor kurzem die vorbildlichste Angestellte eines Rechtsanwaltsbüros. Pünktlich auf die Minute saß sie auf ihrem Platz, pünktlich auf die Minute erledigte sie ihre Arbeit. Auf einmal war das anders geworden. Wenn Tlly einen Brief schreiben sollte, in dem dem Landesgericht auseinandergesetzt wurde, daß der„gute“ Alois Pimpfinger nie und nimmer ein Raubmörder sein könne, weil er— ad 1 das Gesicht eines neugeborenen Säuglings haben und ad 2 bei jedem Ochsen, den er habe schlachten müssen, Tränen des Mitleids vergossen habe— dann sah Tilly Löwen vor sich durch die Manege schreiten, würdevoll, majestätisch... und sie sah sich inmitten dieser Löwen, gut Freund mit ihnen. Der Rechtsanwalt drohte ihr mit Entlassung, wenn das nicht anders werde. „Was haben S' da wieder ang'stellt!“ grollte er „Ich hab' Ihnen ausdrücklich g'sagt, der Klient... woher haben S' überhaupt den Namen Löwe? Wer hat Ihnen g'sagt, daß der Klient Löwe heißt? Also... wenn das net anders wird, bleiben S daheim! Frauen die Mannsbilder im Kopf haben, sind für jede vernünftige Arbeit nei mehr zu gebrauchen!“ Der Anwalt hatte recht, es ging nicht mehr so weiter. Tilly erbat sich einen zweistündigen Urlaub. „Zu was denn? „Meine Tank' in Ottakring ist krank g'worden!“ stammelte sie. Und ging geradewegs in den Zirkus. Fragte den ersten besten Menschen, der ihr begeg nete, nach dem Dompteur Bertolini und wurde in einen dunklen Gang gewiesen, in dem allerlei ungewöhnliche Gerüche das Dasein aller möglichen Tiere verrieten. Sie hörte ein Grollen— und wußte sofort, das ist „Erni“, das Prachtstück unter den Löwinnen. Bertolini traf sie an einem Käfig. „Wat is'n los?“ fragte Bertolini, der es nicht leiden konnte, wenn Fremde ihn bei seinen Tieren störten. Tilly erfaßte vorerst nur, daß der Mann mut dem italienischen Namen, der abends in der Manege so gebrochen deutsch sprach, unbedingt aus Berlin stammen mußte. Tilly nahm alle Kraft zusammen. Als zukünftige Löwenbändigerin durfte sie sich nicht einschüchtern lassen. „Ich möchte Dompteuse werden!“ sagte sie und sah den Berliner, der Eduard Schulz hieß, tapfer an. Bertolini glaubte, nicht recht gehört zu haben. „Wat woll'n Sie werden?“ fragte er. „Dompteuse!“ Bertolini brach in ein schallendes Gelächter aus. Tilly wurde rot. „I möcht“ wissen, was es da zu lachen gibt!“ entfuhr es ihr zornig. „Sie werden doch noch gestatten, det ick kichere, wenn da so ein kleenes Mädchen kommt und...“ „Stellen Sie mich auf die Probe!" unterbrach ihn Tilly entschlossen.„Ich bin bereit, mit Ihnen sofort den Löwenkäfig zu betreten!“ Bertolini machte erstaunte Augen. „Wat denn? Wat denn? Haben Sie denn kenne Angst, det Cäsar Se zum Frühstück verzehren könnte?"= Tilly lächelte. Ihr Blick ging in den Käfig und streifte einen schläfrig am Boden liegenden Prachtlöwen mit wundervoller Mähne. „Cäsar ist ein gutmütiges Tier...“ Bertolini bekam Kulleraugen. „Junge, Junge, da bleibt mir aber die Spucke weg! Cäsar is een jutmütijes Tier! Wer hat Ihnen denn det jeflüstert?“ „Ich habe ihn seit vierzehn Tagen jeden Abend beobachtet.“ Bertolini streifte plötzlich den Aermel seines Hemdes zurück. Eine breite, tiefe, blaßrote Narbe wurde sichtbar. „Denn is det also een Zeichen seiner Jutmütigkeit! Det hab ick nich ewußt! Ick will Ihnen wat sagen, Kleene, jehn Se nach Hause und stell'n Se sich hintern Kochtopp... det is ooch ne janz schöne Beschäftigung!“ Tilly verlegte sich aufs Bitten. Sie haben sich alles genau überlegt, sie wisse ganz genau, daß der Beruf eines Dompteurs gefährlich sei, daß man einen starken Willen und ein gutes Auge haben müsse... aber man müsse die Tiere, mit denen man zusammen arbeite, auch lieben... und sie liebe Löwen. Er solle tern, war immer da... dann war es so, daß die Löwen auf ihre Stimme hörten. Cäsar besonders suchte ihre Nähe, wenn sie im Käfig war. Bald war es so weit, daß sie bei den Darbietungen Bertolinis zum erstenmal als„Assistentin“ mitwirken durfte. Tilly hatte sich in dieser Zeu mit Cäsar so angefreundet, daß sie eine eigene kleine Nummer mit ihm vorführen konte: Auf ihren Wink streckte sich Cäsar am Boden aus, Tilly ließ sich neben ihm nieder und kuschelte ihren Kopf in seine Mähne, als könne sie sich kein besseres Ruhekissen vorstellen. Das Publikum klatschte Beifall. Es war nicht viel für den Anfang— aber Tilly war glinklich. Und dann kam der Tag, an dem Bertolini ihr erklärte, daß sie reif sei, sich eine eigene Zirkusnummer zusammenzustellen. Er vermittelte ihr die Bekanntschaft mit Hagenbeck, von dem sie einige Löwen zur Verfügung gestellt erhielt. Mit diesen Löwen lebte Tilly, die sich von nun an Tilly Bebé nannte, zusammen. Tag und Nacht befand sie sich in ihrer Umgebung, begann, als sich die Tiere an sie gewönht hatten, mit ihrer Ausbildung. Und sie hatte sie nach verhältnismäßig kurzer Zeit so weit, daß sie ihr auf den leisesten Wink gehorchten. Im Zirkus Renz trat sie zum erstenmal allein auf. Und erntete großen Beifall. Von da aus ging die Reise durch Deutschland, Oesterreich und Portugal. Ueberall erregte die junge, kühne Dompteuse Aufsehen, überall wurde sie von jung und alt stürmisch gefeiert. Sie bekam inzwischen einen Panther hinzu, der neben dem Tiger das blutgierigste Tier ist. Mit ihm stand sie bald auf besonders gutem Fuß. Er folgte ihr, wenn sie im Käfig war, auf Schritt und Tritt. Tillys tollstes Stück. In Bordeaux traf sie auf die Konkurrenz einiger berühmter Dompteure. Einer von diesen Dompteuren nannte sich selbst den„größten Löwenbändiger aller Zeiten". Das ließ Frühlingssonne im Stadtgarten. sie doch als seine Schülerin annehmen, solle ihren Mut auf die Probe stellen. Wenn sie einmal eine Spur von Angst habe, oder wenn er merke, daß sie sich nicht für den Umgang mit Löwen eigne, könne er sie davonjagen. Bertolini stand dem Erguß des jungen Mädchens ziemlich hilflos gegenüber. Während sie sprach, beobachtete er sie.. es war etwas an ihr, das ihm gefiel. Er dachte an seine eigene Anfangszeit, dachte daran, wie er als Junge jedem Zirkus nachlief, in dem wilde Tiere gezeigt wurden... dachte an seine Leidenschaft zu Löwen... „Schön,“ sagte er nach kurzem Entschluß.„Uff Ihre Verantwortung! Ick will's probieren!“ Jreundschaft mit„Cäsar“. Als die Eltern Tillys hörten, was ihre Tochter zu werden beabsichtigte, schlug der Vater erst einmal einen mordsmäßigen Krach. Aber alles war vergeblich. Tilly gab ihre Stellung auf und siedelte in den Zirkus über. Wurde die Gehilfin Vertolinis. Er machte sie mit den Tieren vertraut, die— als Tilly zum erstenmal den Käfig betrat— erst ein wenig nervös waren, aber sich merkwürdig schnell mit ihr anfreundeten, Cäsar war der erste, der sich ihr näherte. Tilly blieb ruhig stehen, als der Löwe auf sie zuschritt, langsam, Schritt um Schritt, den Blick unverwandt auf sie gerichtet. Jetzt stand er vor ihr, Bertolini verfolgte jede Bewegung Cäsars. Tilly spürte nicht eine Sekunde lang Angst. Ihre Hand bebte nicht, als sie sie jetzt hob und auf Cäsars Kopf legte, ihn kraulend. Da geschah etwas selbst für Bertolini Unerwartetes. Cälar kam so dicht an Tilly heran, daß sein Leib sie berührte. Mit den Flanken drückte er sich an das Mädchen... es war eine offenkundige Bewegung des Wohlbehagens. Nur widerwillig kehrte er auf seinen Platz zurück, als Bertolini ihm den Befehl gab. Der Dompteur streckte Tilly die Hand entgegen. „Alle Achtung! Det hat mir imponiert!“ Er lachte. „Cäsar hat'ne jute Nase... der Bursch wees schon, wat sut is!“ In den ersten Wochen sorgte Bertolini, daß die Tiere mit Tilly vertraut wurden, sie half beim Fütdie Direktion des Zirkus, in dem Tilly Bebé auftrat, nicht schlafen. Nach einer Rücksprache mit ihr prangte am Tage darauf an allen Straßenecken Bordeaux' ein Riesenplakat: „00 000 Sranken erhält derjenige Dompteur, der die gleichen Leistungen bietet. die die Dompteuse Tilly Bebé allabendlich einem verehrlichen Publikum vorführt!“ Große Aufregung... die Vorstellung war ausverkauft. Alle Tierbändiger, die sich zur Zeit in Bor deaur aufhielten, waren anwesend. 50000 Mark— das war ein Verdienst, den sich niemand entgehen lassen wollte. Tilly Bebé begann mit ihrem üblichen Programm. Pyramiden, die von den Löwen gestellt wurden, Sprünge durch brennende Reifen. Sie legte den Kopf in den Rachen ihres Lieblingslöwen„Bubu“, setzte den Fuß in den Nacken des vor ihr liegenden Panthrs, der programmgemäß die Zähne fletschte. Das alles waren die Dinge, die ihr jeder der Männer ohne weiteres nachmachen würde. Aber dann ging es los! Tilly Bebé verließ für einen Augenblick den Käfig, umrauscht vom Beifall der Tausende. Gab den Männern, die bereitstanden, einen Wink... in einem Korb wurde ein riesiges Stück Fleisch gebracht. Tilly nahm das Fleisch und warf es in den Käfig. Brüllend, fauchend warf sich die Meute auf das Fleisch. Alle Urinstinkte waren gelöst. Der Geruch des frischen, blutigen Fleisches ließ für den Augenblick alle Dressurergebnisse zurücktreten. Und jetzt— atemlose Stille lag über dem Zuschauerraum— öffnete Tilly Bebé die Tür zum Käfig und trat ein, nur mit einer leichten Peitsche bewaffnet. Eine Frau stand inmitten eines Knäuels wütender Bestien, die um ein Stück Fleisch kämpften! Tilly Bebés Nerven waren angespannt bis zum äußersten. Sie wußte genau, daß sie da ein Spiel mit dem Tode trieb. Nun hatte der Panther das Stück Fleisch erbeutet und schleppte es mit wütendem Knurren in eine Ecke. Tilly trieb die Löwen zurück und trat dem Panther entgegen. Der sah sie, das Fleisch zwischen Pranken und Zähnen. aus tückisch funkelnden Augen an. Ein dräuendes Knurren bewies ihr, daß er nicht gewillt war, sich das Fleisch entreißen zu lassen. Jetzt stand Tilly Bebé dicht vor ihm, beugte sich herab, packte das Stück Fleisch und versuchte, es ihm fortzunehmen. Er führte einen wilden Prankenhieb nach ihrer Hand. Und traf sie nicht. Tilly Bebé sprach zu ihm. Liebe, beschwörende, beruhigende, schmeichelnde Worte. Er hatte kein Ohr dafür. Pranken und Zähne hielten das Fleisch das Funkeln in den blutgierigen Augen blieb. Tilly packte wieder zu. Diesmal war der Panther schneller als sie... eine tiefe Kratzwunde am Arm ließ das Blut hewvorquellen. Sie achtete nicht darauf, griff ein zweites Mal zu und hielt das Fleisch in der Hand! Der Panther duckte sich zum Sprung— ein harter, zwingender Befehl bannte ihn für Sekunden... und diese kurze Spanne Zeit genügte für Tilly Bebé, den Käfig zu verlassen. Lähmendes Entsetzen lag über den Zuschauermassen. Dann aber brach ein Beifall los, wie er in diesem Zirkus noch nie gehört worden war. „Verrücktes Frauenzimmer!“ brummte einer der Dompteure.„Soll ihre fünfzigtausend Franken behalten!“ Von nun anbildete der Kampf um das Stück Fleisch den Höhepunkt der Darbietungen Tilly Bebés. Tilly Bebé war nun schon so geschickt, daß es ihr stets gelang, dem Panther das Stück Fleisch gleich beim erstenmal zu entreißen. Bis es eines Abends doch schief ging. Irgend jemand— wer, wurde nie bekannt— hatte das Fleisch in Oel getaucht. Als sie zufaßte, rutschte es ihr aus der Hand. Sie mußte noch einmal zugreifen und erhielt einen furchtbaren Prankenhieb auf die Hand. Eine große Narbe blieb. „Bubu“ hat seinen tückischen Tag. Mit Bubu, ihrem Lieblingslöwen, hatte sie eines Tages auch einen Zusammenstoß. Die Vorstellung war beendet, Tilly Bebé wollte den Käfig verlassen, da stand Bubu plötzlich vor dem Ausgang, knurrte drohend und machte Miene, seine Herrin anzugreifen. Tilly wußte nicht, was in Bubu gefahren war. Bubu liebte sie so sehr, daß er, als sie einmal einige Tage krank war, die Annahme von Nahrung und Trank verweigerte. Hielt sie sich in der Nähe des Käfigs auf und sprach dabei mit jemandem, so sprang er wütend gegen das Gitter, und hätte den, der es wagte, Tilly Bebé die Hand zu geben, wahrscheinlich zerrissen, wenn er ihn hätte erreichen können. Und nun stand Bubu vor dem Ausgang, kurrte, fauchte und versperrte ihr den Weg. Dreimal versuchte Tilly, an ihm vorbeizukommen. Das Publikum wurde unruhig. Entschlossen ging Tilly Bebé auf ihn zu... da sprang er sie an, riß sie zu Boden... ein Prankenhieb traf ihren Schenkel. Im Zuschauerraum schrie alles vor Entsetzen. Tilly Bebé aber verlor nicht einen Augenblick die Nerven. Bubu warf sich knurrend über sie, seine Pranken lagen auf ihrer Brust... dicht über sich sah sie das furchtbare Gebiß des Löwen. „Bubu!“ Das kam hart und befehlend von ihren Lippen. „Bubu, zurück!“ Eine Sekunde lang zögerte der Löwe, richtete sich etwas auf... Und diese Sekunde rettete Tilly Bebé. Gewandt glitt sie unter ihm hervor, sprang auf und erreichte die Tür, die gerade hinter ihr ins Schloß fiel, als Bubu mit einem wütenden Sprung dagegen prallte. Tilly Bebé war bleich, aber sie lächelte, als sie sich vor dem befreit aufatmenden, ihr zujubelnden Publikum verneigte. Am nächsten Morgen war Bubu friedlich wie immer,blinzelte sie an, als habe er ein schlechtes Gewissen und knurrte beruhigt, als er die Liebkosung ihrer Hand spürte. Das furchtbarste Erlebnis hatte Tilly Bebé in Paris. Im Cirque d'Hiver. Wie unzählige Male vorher legte sie auch an diesem Abend ihren Kopf in den Rachen des Löwen. Ueber und unter ihr blitzten die mächtigen weißen Zähne der Bestie. Im selben Augenblick erlosch das Licht. Wahrscheinlich Kurzschluß. Tilly Bebé spürt, wie sich der Rachen des Löwen schließen will, spürt bereits die Zähne an ihrem Kopf. Es gelingt ihr mit äußerster Kraftanstrengung, die Kiefer des Löwen zu packen und jestzuhalten. Vorsichtig zieht sie den Kopf heraus. Der Löwe, nervös geworden, wehrt sich... die Kiefer entgleiten ihren Händen. Die Zähne bohren sich in die untere Hälfte ihres Gesichts. Der Mund, das Kinn, die rechte Seite des Gesichts und der Hals wiesen furchtbare Verletzungen auf. Als das Licht wieder aufflammte. taumelte sie blutüberströmt durch die Manege. — und arbeitete vier Tage später bereits wieder mit verbundenem Gesicht! Tilly Bebé kannte keine Furcht. Mit jedem Raubtier wurde sie fertig. — Und hatte wahnsinnige Angst vor Affen! * Einmal sollte sie in einem Film mitwirken, in dem au Affen eine Rolle spielten. „Ausgeschlossen!“ rief sie entsetzt.„Mit Affen will i nix z'tun haben! Vor so kleinen Affen packt mi's Grausen... die san mir zu heimtückisch!“ Heute hat Tilly Bebé ihren gefährlichen Beruf längst aufgegeben. Sie lebt still und zurückgezogen in Berlin. Wären nicht die vielen Narben Zeugnis ihrer früheren Tätigkeit, würde niemand in der stillen, bescheidenen Frau die ehemalige weltberühmte Tierbändigerin Tilly Bebé vermuten. Aber wenn irgendwo in Berlin ein Zirkus seine Zelte aufgeschlagen hat, dann sitzt sie auf ihrem Platz und verfolgt mit fach,männischen“ Blicken die Arbeit ihrer früheren Kollegen. „Möchten Sie nicht noch einmal da unten arbeiten?“ fragte man sie. Ihre Augen leuchteten. „Wann i noch einmal Dreißig wär', sofort aber so... in meinem Alter wollen die Viecher nir mehr von einem wissen!“ antwortete sie lächelnd. (Fortsetzung folgt.) herner Sport Prüfung Die Herner Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen bot „Leibesübungen in bunter Folge“ #en Vorbereitungen, die Wochen vorher eifrig für die Mittwoch=Veranstaltung der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen im Saalbau Strickmann getroffen wurden, war ein voller Erfolg beschieden, denn zahlreiche Interessenten fanden sich ein. Die RfL=Ortsgruppe Herne sorgt von Jahr zu Jahr dafür, daß sie durch Herausstellung sämtlicher Sportarten, soweit es auf einer Bühne eben möglich ist, die Lust und Liebe bei der Bevölkerung für die Leibesübungen vergrößert und vertieft. Diese Schau von Leibesübungen in bunter Abwechslung ist unstreitig die beste Gelegenheit, um immer wieder für den Turn= und Sportgedanken erfolgreich zu werden. Es " wäre zu überlegen, ob man diese Art von Veranstaltungen nicht noch vermehren, oder gar zur Sommerzeit in einem der Herner Sportstadien durchführen sollte. Wir haben häufig genug feststellen können, daß die Sportfeste der HJ und des B0M, die immerhin noch in den Anfängen stecken, über einen statt lichen Besuch verfügen. Da würde auch die Enge und mit ihr manche Hemmungen für den Sportler beseitigt. denn dort sind sie zu Hause. Dort könnte z. B. die Vorführung: Ausschnitt aus dem Fußballsport, die schon am Mittwoch bei Strickmann ihre Zugrraft nicht verfehlte, noch ganz anders zur Geltung kommen, ebenso wäre es mit dem Boxen, den Freiübungen, dem Fechten, dem Reckturnen usw. Allerdings wäre schönes Wetter erste Bedingung. Wenn wir diesen Vorschlag bringen, so nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt, weil wirkliche Könner aus dem Herner Sportleben zur Verfügung stehen, wofür die vorgestrige Veranstaltung den abermaligen Beweis erbrachte. Für das sportliche Großerlebnis dieses Abends gebührt der Dank in erster Linie Dr. Subera als unserem BfL=Ortsgruppenführer, dann seinen Mitarbeitern, nicht zuletzt dem Ortsgruppen-Dietwart Brinkmann, sowie Geschäftsführer Graß, die sich um die harmonische Abwicklung der Bühnendarbietungen bemühten, sodann den beteiligten Vereinsleitern, die ihre besten Kräfte zur Verfügung gestellt hatten. Ferner sei ein besonderes Lob dem Schü lerorchester unserer Oberschule für Jungen ge spendet, das unter seinem Leiter Assessor Schulte ein musikalisches Temperament entwickelte, das selbst Berufsorchestern nicht immer innewohnt. Die Programmgestaltung war auch hier vielseitig und trug zur Unterhaltung der vielen Sportfreunde zum Anfang und in den Pausen sehr erheblich bei. Die Begrüßung des vollen Hauses durch den RfLOrtsgruppenführer Dr. Suberg gab dem Abend den Auftakt. Auf der Bühne hatten vor dem bereits aufgestellten Boxring unser Herner Boxer Kubiak als Mittelgewichts=Gaumeister von Westfalen und die Aktiven des Radsportvereins„Tempo“, Herne=Bau kau, die als Verein ebenfalls eine Gaumeisterschaft im Kunstfahren errungen haben, Aufstellung genom men. In seiner Festrede, die der RfL=Kreisführer Pg. Groll, Wanne=Eickel, hielt und in der er die Leibesübungen im nationalsozialistischen Deutschland, ihre Bedeutung für die körperliche Ertüchtigung aller Deutschen ohne Altersunterschied schilderte, ging der Redner auf das Wreslauer Turn= und Sportfest ein, das einen neuen Meilenstein in der stetigen Ent wicklung der deutschen Leibesübungen darstelle. Er beglückwünschte die Herner Sportgemeinde zu den beiden Gaumeistern und ließ nach einem herzlichen Händedruck mit den Gaumeistern ihnen und dem deut schen Sport ein dreimaliges Siegheil ausbringen. Un ter starkem Beifall überreichte dann Dr. Suberg im Namen des Oberbürgermeisters Meister der Stadt Herne dem westfälischen Gaumeister der Mittelge wichtsklasse im Boxen, Kubiak, die Plakette. Die Abwicklung des Programms Dann stieg das eigentliche Programm, das im Boxring seinen Start fand. Die Federgewichtler Gleblattel(BSK 30 Herne=Sodingen) und Korte(Polizeisportverein Bochum) führten einen Schaukampf über drei Runden ohne Wertung vor. Ringrichter war Köchling, Bochum. Trotz tüchtiger Angriffe des Sodingers war dessen bessere Reichweite dem stämmigen Bochumer nicht gefährlich genug. Die erste Runde verlief ausgeglichen, in der zweiten machter der Sodinger von der Deckung wenig Gebrauch, war aber forsch im Angriff, dafür kam in der dritten Runde Korte wieder besser auf. Es war ein schöner und fairer Kampf, der den sympathischen Boxern star ken Beifall einbrachte. Dann stellten sich die Mittel gewichtler Kubiak(Herne 22) und der frühere Gaumeister Strathmann(BSK 30 Herne=Sodingen) zum Schaukampf. Strathmann ist ein alter Ringsuchs, und wenn er auch älter geworden ist, so tat er doch alles, um den Zuschauern einen schönen Kampf zu bieten, wie man es von ihm als früherem Gaumeister gewohnt ist. Ein weiterer Genuß war ferner die fabelhafte Technik und Ruhe unseres neuen Gaumeisters Kubiak. Hier konnte auch der Laie feststellen, welcher Unterschied zwischen beiden Boxern bestand. In diesem Schaukampf legte sich Kubiak die größtmögliche Reserve auf, sparte aber nicht mit allen Finessen und seinem technischen Können. Beiden Borern schenkten die Zuschauer nach den drei Schaurunden reichlichen Beifall. Die nächste Darbietung brachte Einzel=Gymnastikvorführungen von Erich Casspelherr, Ferdinand Zakoll, Bernhard Friedrichs und Fritz Caspelherr. Das turnerische Können dieser. Herner Mustersportler grenzte oft an Akrobatik, und die Art, wie sie sich als Herr über ihren Körper zeigten, wo jeder Muskel gehorchte und die Holtung vollendet schön war, brachte ihnen die Anerkennung der Zuschauergemeinde.— Dem Rollschuh gehörte der nächste Auftritt. Gisela Müller eröffnete, nun schon routiniert, den Reigen mit einem Einzel=Kunstlauf, und ihre beiden männlichen Kollegen vom Herner Rollschuh= und Eislaufverein 1935 e. V. rundeten einzeln und im Paarlauf die vielen auf Haltung und Figurenreichtum zielenden Rollschuhdarbietungen ab. Mit Applaus wurde auch nicht gegeizt.— Aus unserer Nachbarstadt Wanne=Eickel waren Mitglieder der Fechtabteilung der dortigen Turngemeinde herübergekommen und zeigten forsche Ausfälle mit Florett und Säbel. Ob uns Hernern dieser Sport Ju exklusiv erscheint, daß er hier keinen Boden fassen kann? Dem Beifall nach zu urteilen, müßte er hier aber Anhänger in genügender Zahl finden können.— Dann stellten sich unter Leitung von Turn= und Sportlehrer Enkemann unsere Herner Fußballer des Gauligisten Westfalia vor, nämlich: Kroll, Niklas, Wischnewiki und Hans Klein. Sie zeigten uns etwas ganz Neues, den Lehr=Fußball. Die Aktiven führten balltechnische Uebungen vor, ferner verschiedene Stoßarten, das kurze Passen des Balles, das Innenspiel Wir empfehlen eletante einselne Karten mit Prägung. Gold- oder Silberschrift, nochteinem Karton, In reicher Auswahl, z. B. für: Geburtstag Namenstag. Verlobung Vermählung Frohes Ereignis Taufbriefe Wiederkehr des Hochzeitstages Silberhochzeit Goldene Hochzeit Trauerfälle Primizfeler Priesterweihe Priesterjubiläum Profeß Einkleidung Dienstjubilkum Amtajubilkum Geschäftseröffnung Geschäftsjubiläum Tischkarten ferner Glückwunschkarten für allgemeine Zwecke. 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Der Radsportverein„Tempo“, Herne=Baukau, unser zweiter Inhaber der Gaumeisterwürde, zeigte durch seine Vorführungen, daß er diesen Titel mit Recht trägt. Man sah sechs Kunstfahrer, die zu zweien, dreien, bis zu sechsen die verschiedensten Kunstschleifen und Wendungen fuhren. Hinterher bewiesen zwei weitere Fahrer, daß sie im freihändigen Kunstfahren auf der Höhe ihres Könnens waren. Der einsetzende Beifall war verdient.— Im Réckturnen bot unsere bekannte Werberiege, aus den Herner Turnvereinen zusammengestellt, erstklassige Kost. Um ihre Leistungen werden uns manche Städte beneiden. Diese Disziplin über den Korper. diese Gewandtheit und Sicherheit, die mit Salto mortale ihre Höhepunkte erreichte, riefen Beifall über Beifall hervor. In„Breslau werden einige von ihnen Hernes Hoffnung sein. Ein lebendes Bild aller Sportarten, wie sie in Herne betrieben werden, beschloß die bunte Folge der Leibesübungen. RfL=Ortsgruppenführer Dr. Suberg schloß den Abend mit dem Gedenken des Führers. Berufsboxkämpfe in Gelsenkirchen Am Samstag ein deutsch-italienischer Boxabend. Das ist das neueste sportliche Ereignis in Gelsenkirchen: Es soll in der Ausstellungshalle ein ständiger Boxring aufgetan werden für Berufsboxer. Warum gerade unsere Stadt als erste im Westen dazu ausersehen wurde?... Einmal hat es die Ausstellunghalle den Veranstaltern angetan. die für solche Kämpfe geradezu ideal ist. ihre günnige Lage und ihre Größe. Nicht zuletzt aber auch die Annahme, daß der Berufsborsport eine große interessierte Svortgemeinde in unserer Stadt findet. Das Boxen ist. nach dem Ausspruch des Führers. der Sport. der besonders in der umfassenden Körverschulung der deutschen Jugend berausgestellt zu werden verdient. weil der Boxsport harte Menschen sucht und nur harte Menschen schulen will. Darum herrschen gerade im Boxsport strenge Gesetze, die unnachsichtlich die Kämpfer ac Leistungen messen. sowohl im Amateur= als auch im Verufslager. Es kann also nicht jeder beliebige Borer diesen oder jenen ausgezeichneten Boxer zum Kampf herausfordern. die Aussicht wacht darüber, daß nur gleichwertige Kämpfer sich zum Kampf gegenübertreten. Diese Gesetze werden in Deutschland und auch in Italien streng eingehalten, denn die Kämpfer vertreten nicht nur ihre eigenen. sondern auch ihres Landes sportlichen Interessen. Darum waren auch die Amateurboxkämpfe, die die nationalen Boxstaffeln Deutschlands und Italiens austrugen. eine wahre Leistungsprüfung beider Lager Nicht anders wird es auch im Berufssport sein. Am Samstag nun soll der erste Abend steigen. Die Kämpfe sind eine Auseinandersetzung der jungen Elite aus dem deutschen und italienischen Berufslager. Der italienische Delegierte. Faccenda, wird die Kämpfer seines Landes führen. Kimvel=Elberfeld ist mit der sportgerechten Durchführung der Kämpfe seitens der Behörde der Faustkämpfer beauftragt Der Abend wird eingeleitet mit einem Qualisikations= kampf von Hans Heuser=Köln und Eugen Flick=Barmen. Der Kampf gebt über vier Runden und mit sechs Unzen Handschuhe. Hans Heuser wird sekundiert von seinem Bruder. dem Weltmeister Adolf Heuser. Hans Heuser scheint seinem Bruder nachzuschlagen, auch er hat ein echtes Kämpferberz. ist ebenso mutig wie zähe. Vor einem Monat mußte der Bielefelder Breenkötter in der zweiten Runde auf die Bretter. Heuser hatte die Voraussagen glänzend erfüllt. Aber Flick=Barmen wird sich nicht so leicht überraschen lassen. Auch er gilt als ein Talent mit großer Zukunft. Beide Kämpfer sind ehrgeizig, sie wollen ihre Rechtsertigungskämpfe siegreich bestehen Der zweite Kampf ist ein Treisen im Weltergewicht zwischen Knoth=Düsseldorf gegen Emor Perticaroli=Rom. Der Kampf geht über acht Runden. Knoth ist ein sehr gewitzter Junge. hat ein gutes Auge und eine harte Faust. Er ist gewohnt, zu siegen, nur Klockbaus konnte ihm widerstehen. Er ist äußerst beweglich, verrat eine gute Schule bort sauber und ist mit allen Listen vertraut Der Italiener Perticaroli ist ein aufstrebendes Boxtalent. der seine Kämpfe meist mit ko. beendete Er war auch der Gewinner der torno professionisti in Rom. Die Gegner werden sich als gleichwertig ausweisen, aus keinen Fall will sich einer der Gegner erwischen lassen und vor der Distanz den Kampf verlieren. Die dritte Begegnung bringt das Treffen im Leichtgewicht: Esser, Deutscher Meister. und Cesare Garbelli. Hier geht der Kampf über zehn Runden. Albert Esser gehört zu der Boxelite Deutschlands. In seinen letzten Kämpfen beendete er das Treffen mit dem Belgier Aerts in der 1. Runde durch Niederschlag. der Belgier Machtens mußte schon in der 4. Runde auf die Bretter der Berliner Leovold hielt nur fünf Runden stand. Der Italiener wird durch sein südliches Temverament auffallen. Seine ausgezeichnete Körverhaltung wird durch außergewöhnliche Beweglichkeit bestimmt. Er ist schwer zu treffen. Die Frage ist. ob Esser sich dem ausgezeichneten Konterboxer anvassen kann. Härter wird der Deutsche sein, er muß aber seine Ausdauer beweisen, denn vor der Zeit wird sich der Gegner sicher nicht auspunkten lassen. Nach einer Diskutierpause steigt der Hauptkampf des Abends im Schwergewicht: Klein=Solingen gegen Angelo Seruggia. Außerordentlich wird die Belastungsprobe für den Solingener sein. Er ist an Gewicht und Stärke dem Italiener gegenüber im Nachteil. Aber Klein ist trotzdem die deutsche Hoffnung. Seine bisherigen Gegner waren Köblin. Pierre Charles. Hein Müller, Sauvage. Rutz. Harry Stal. Schönrath. Klein verlor nicht einen Kampf Siege und Unentschieden waren die Erfolge gegen diese bedeutenden Männer. Er ist außergewöhnlich schnell und versteckt. Er sucht und liebt den Kampf auf Biegen und Brechen. Der Gegner ist ein herkulisch gebauter Junge. hart im Schlag und unerbittlich. Aber dennoch muß er höllisch achtgeben. Gegen den Deutschen Ermeister Hower mußte der Italiener den Kampf wegen einer Verletzung aufgeben. gegen Klein aber wird er sich sicherlich zu rechtfertigen versuchen. Den letzten Kampf des Abends bestreiten im Federgewicht: Karl Beck=Düsseldorf gegen Timolo Clavari. Beck hat in Deutschland keinen Gegner. Er muß sich schon in höheren Gewichten nach Gegnern umschauen und hat auch den Leichtgewichtsmeister Esser zum Kampf um den Titel herausgesordert. Beck ist unstreitig in seiner Klasse von überdurchschnittlichem Format, ist mit einem Wort: Weltklasse. Schnelligkeit und ungestümer Angriffsgeist sind die hervorragenden Merkmale seiner Kampfführung. Aber der Italiener ist beileibe kein leichter Mann. Alle seine Kämpfe gewann er, auch er kämpft mit einem leidenschaftlichen Eiser, läßt trotz seines Temveraments nicht Klugheit und Umsicht vermissen. 42 Runden sind also an diesem Abend angesagt. Es wird ein Kampfabend erster Güte sein.„Ringrichter sind Budgereit=Düsseldorf und Alfred Handke.„Punktrichter wird sein: Farber=Köln und Zeitnehmer Dömkes=Dünel= dor Ernst Kluth ist kol. Schwerer Verlust für Fortung. Einen schweren Verlust hat Fortuna Düsseldorf erlikten. Ernst Kluth, der ausgezeichnete Nachwuchs-Verteidiger, der sich in den letzten Monaten einen Stammplatz in der Mannschaft gesichert hatte, ist in der Nacht zum Mittwoch gestorden. Eine Lungen- und Rippenfell=Entzündung warf ihn in der vergangenen Woche aufs Krankenlager. Vorübergehend schien eine Besserung einzutreten, aber die Krankheit war zu schwer. Kluth ist am 30. November 1913 zeboren. Er war als Spieler und Kamerad ein sympathlcher Sportsmann. Unsere Voraussagen Maisons=Lafsitte. 1. R.: Terebenthine— Türempt; 2. R.: Laboratoire— Scopat; 3. R.: Stall Neuter— Silvodelel; 4. R.: Le Temeraire— Vardar; 5. R.: Damas— Polilla; 6. R.: Coppersield— Gutgnol's Dride: 7. Birdios— Distolet. Sonntag überaus reichhaltiges erogramm unter Leitung von Enkemann in der Wanne=Eickeler Reimers=Turnhalle statt. „ Endkämpfe im Fußball, Handball, Hockey, Rugby, ferner zohlreiche Veranstaltungen der Radfahrer, Lennisspieler und Leichtathleten, alles in allem ein überaus reichhaltiges Programm, das den Freunden des Sports am Wochenende geboten wird!— Im Fußball geht es dem Höhepunkt der Spielzeit entgegen. Die Gruppenspiele stehen dicht vor dem Abschluß, und es ist nicht ausgeschlossen, daß schon der Sonntag einige wichtige Vorentscheidungen bringen wird. Schalke 04 ist, wenn der BfR Mannheim in Dessau gewinnt, aus dem Endkampf um die Deutsche Meiterschaft ausgeschaltet. Fortuna Düsseldorf geht einen schweren Gang nach Stuttgart, während Alemannia Aachen in Hannover gegen den Niedersachsenmeister antritt, eine Begegnung, aus der Hannover 96 als Sieger hervorgehen dürfte.— Die Kämpfe um den Tschammer=Pokal werden mit der ersten Hauptrunde fortgesetzt, an der erstmalig auch die Gauligamannschaften beteiligt sind.— In Düsseldorf findet ein großes Divisionssportfest statt, in dessen Mittelpunkt der Kampf einer Niederrheinauswahl gegen die Divisionsmannschaft steht. Der Sonntag bringt dann als fußballsportlichen Höhepunkt einen Kampf zweier deutscher Auswahlmannschaften, in denen zum ersten Male auch Wiener Spieler Verwendung finden.— Schwarz=Weiß Essen hat die bekannte Mannschaft Ostmark Wien(früher Austria) zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Von den Ereignissen im Auslande dürften vor allem die Kämpfe Schweiz — Belgien in Lausanne und Schweiz B— Württemberg Baden in Basel interessieren.— Das Programm der Handballer steht setzt gleichfalls völlig im Zeichen der Endspiele um die Deutsche Meisterschaft. Der zweite Spielsonntag bringt einige interessante Kämpfe, so die Begegnungen SB Lintfort— Hindenburg Minden, PostSV Hannover— VfB Aachen, Polizei Berlin— MSV Weißenfels, SV Waldhof— SV Urach und MTSA Leipzig— Oberalster Hamburg.— Im Gau Mittelrhein finden noch einige rückständige Punktespiele und ein Repräsentativkampf der Frauen von Mittelrhein und Brandenburg statt.— Der Deutsche Meistertitel im Hocken wird am Sonntag in Frankfurt zwischen dem TS Sachsenhausen und dem Berliner SC ermittelt. Die Berliner nehmen zwar eine unbestrittene Favoritenstellung ein, werden aber trotzdem gegen die starken Suddeutschen um den Sieg kämpfen müssen.— In Lyon steigt ein Länderkampf zwischen den Nationalmannschaften von Frankreich und der Schweiz.— Der Tennissport steht im Zeichen der Davispokalkämpfe. Auf den Kampf Irland— Tschechoslowakei in Agram, Polen — Dänemark in Krakau, Frankreich— Holland in Scheveningen und England— Rumänien in Harrogate. Ein Teil unserer Davispokalspieler nimmt am Landerkampf gegen die Schweiz in Bern teil, während der Rest in Wiesbaden weilt, wo die deutsche Turnierzeit mit einer großen Veranstaltung eröffnet wird.— Sehr rührig sind schon die Leichtathleien, von denen diesmal in erster Linie die Langstreckler und Geher zum Zuge kommen. So finden in München internationale Geher= und Langstreckenwettbewerbe statt. In den DRL=Kreisen werden an zahlreichen Orten Staffelläufe durchgeführt und in Leipzig die Deutsche Gepäckmarschmeisterschaft unter starker Beteiligung aus den Gliederungen der Partei, der Wehrmacht und des DRL entschieden.— Eine große Wehrmachtsveranstaltung steigt in Düsseldorf, wo außer den bereits erwähnten Fußballkämpfen auch zahlreiche Wettbewerbe im Schwimmen, Boxen, Handball, Geräteturnen und leichtathletische Kämpfe stattfinden.— Die Turner rüsten bereits für Breslau. Diesem Zweck dienen auch die niederrheinischen Mehrkampfausscheidungen für Manner und Frauen in Essen.— Die Schweizer tragen in Paris einen Länderkampf gegen Frankreich aus.— Von den motorsportlichen Veranstaltungen sind vor allem das gut beschickte Hamburger Stadtparkrennen und das 200=MeilenRennen von Irland zu nennen.— Die Schwimmer veranstalten ein nationales Fest in Magdeburg und die Boxer deutsch=italienische Kämpfe in Gelsenkirchen und Florenz, wähend sich die ungarischen Amateure nochmals in Ludwigsburg vorstellen.— In Budapest kommt ein Länderkampf im Der erste Lehrgang für Männer(Turnen und Leichtathletik) steigt für den Unterkreis Bochum unter Leitung von Kreissportwart Schmidt am Sonnabend, dem 7. Mai, um 18 Uhr in der Bochumer Turnhalle un der Bleichstraße. Zur gleichen Zeit findet für den Unterkeis Wanne=Eickel Herne Wattenscheid der Lehrgang in der Wanne=Eickeler Reimersturnhalle unter Leitung von Unterkreissportwart Panhorst statt. Ein weiterer Lehrgang für Frauen(Turnen und Leichtathletik) des Unterkreises Bochum beginnt am Sonntag, dem 9. Mai, um 9 Uhr in der Bochumer Turnhalle im Lyzeum an der Königsallee. Die Leitung hat Frau Kraft. Der Parallellehrgang für WanneEickel Herne Wattenscheid ist zur gleichen tung Frl. Niemeier in Wanne=Eickel, Lyzeum an der Bismarckstraße. Einen Lehrgang für Fußballübungsleiter im Unterkreis Bochum leitet am 14. Mai in der Turnhalle an der Feldsieper Straße in Bochum (Sportplatz an der Hofsteder Straße) der Kreisjugendobmann für Fußball, Vollmer. Der Beginn ist auf 17 Uhr festgesetzt. Der Lehrgang für WanneEickel Herne Wattenscheid findet, zur gleichen Zeit Die Frau und die Leibesübungen Der Herner Turn=Club e. V. führt am Sonntag, dem 22. Mai, vorm. in der Lichtburg erstmalig für Herne eine reine Frauen=Werbeveranstaltung durch. Sie steht unter dem Leitwort „Die Frau und die Leibesübungen“ und stellt einen Querschnitt durch die Leibesübungen der Frau von der Kindheit bis ins hohe Alter dar. Die Vorführung dient dem Gedanken der Frau in den Leibesübungen allgemein, sowie im besonderen der Werbung für den Gedanken des großen Deutschen Turn= und Sportfestes in Juli dieses Jahres in Breslau. Wieder Staffellauf„Duer durch Bochum“ Bereits am 22. Mai wird, und zwar in Verbindung mit dem Bahnstaffeltag des DRL=Kreises Bochum und der 90=Jahrfeier des TV Bochum 48, der Staffellauf„Quer durch Bochum“ ausgetragen. WeiWerden die Favoriten bestehen? Zweiter Spieltag um die Handballmeilterichaft Als vor knapp 14 Tagen die 16 Gaumeister zum ersten Waffengang um die Deutsche Handballmeisterschaft aufmarschierten, glaubte man schon im voraus die vier Gruppensieger auf Grunk: ihrer bisherigen Spielstärke namhaft machen zu können. Die Niederlage von Waldhof Mannheim, also eine der ruhmreichsten Handballmannschaften, bei dem blutjungen Neuling DRL Haßloch erinnerte dann sehr deutlich daran, daß auch im Handballsport manche sicher scheinende Position zu erschüttern ist. Man wird gut tun, die fortschreitende Annäherung der Spielstärke in den deutschen Gauen zukünftig mehr in Rechnung zu stellen. Noch finden wir in drei von den vier Gruppen die Favoriten vorn, den Titelverteidiger MTSA Leipzig und Oberalster in Gruppe 1, Polizei Berlin und MSV Weißenfels in Gruppe 2, Hindenburg Minden in Gruppe 3. Dagegen setzten sich in der süddeutschen Abteilung mit SV Urach und DRL Haßloch zwei Mannschaften an die Spitze, die vor kurzem noch der zweiten Klasse angehörten. Die Pagrungen des kommenden Sonntags führen nun schon einige Mannschaften zusammen, die am ersten Spieltag erfolgreich blieben: Gruppe 1: Oberalster Hamburg— VfL Königsberg Flak Stettin— MTSA Leipzig Gruppe 2: Polizei Berlin—. MSV Weißenfels Borussia Carlowitz— TV 47 Wetzlar Gruppe 3: Lintforter SV— Hindenburg Minden Post Hannover— BfB Aachen Gruppe 4: SV Waldhof— SV Urach Post München— DRL Haßloch In der westdeutschen Spielgruppe bescheinigte uns das unentschiedene Spiel die Ausgeglichenheit der beiden rheinischen Mannschaften. Am Sonntag greift in dieses Kräftemessen auch der Westfalenmeister Hindenburg Minden gegen Lintforter SV ein. Minden war zu Hause auch ohne den Verteidiger Küter gegen Hannover stark überlegen. In Lintfort wird ihn der Niederrheinmeister schon in eine härtere Probe nehmen. Im Sturm der großen Namen Roß, Röttger, Helligrath und Strack war trotz der elf Tore nicht alles„beste Butter". Mit Einzelaktionen wird der Lintforter Deckung nicht so leicht beizukommen sein. Immerhin, der Papierform nach sollte der deutsche Altmeister zum mindesten einen Kampf erzwingen, dessen Ausgang in Lintfort offen sein dürfte.— BfB Aachen wird bestrebt sein, in Hannover nicht aus der Mittelgruppe zurückzufallen. Das Vorhaben sollte auch gelingen. Man wird sich nicht noch einmal allzufrüh in Sicherheit fühlen und auf Halten eines Vorsprunges bedacht sein, der am Ende nicht ausreicht. In der Gruppe 1 werden sich Oberalster vom BfL Königsberg und MTSA Leipzig von Flak Stettin kaum von der Spitze verdrängen lassen. MSV Weißenfels muß in Gruppe 2 den schweren Kampf gegen Polizei Berlin in der Reichshauptstadt ohne den Sturmfuhrer Laqua bestreiten, doch ist für ihn in Schneider annähernd gleichwertiger Ersatz gefunden. Bei einem Sieg wären die Weißenfelder Soldaten kaum mehr zu gefährden. Borussia Carlowitz ist nach seiner guten Leistung im Spiel gegen den Mittemeister über den TV Wetzlar als Sieger zu erwarten. Der junge Schwabenmeister SV Urach hat die undankbare Aufgabe, dem SV Waldhof zur Wiederherstellung seines gesunkenen Selbstvertrauens zu dienen. Die Klasse der Mannheimer ist zu groß, als daß wir an eine zweite Niederlage glauben könnten. DRL Haßloch wird in München zeigen wollen, daß die gute Leistung im ersten Spiel kein Strohfeuer war. Dennoch ist der Kampf als offen zu geben. Start zur Deutschen vereinsmeisterschaft 1938 Am 15. Mai finden die Kämpfe um die Deutsche Vereinsmeisterschaft statt. Die Kämpfe führe ich in diesem Jahre nach dem Rundensystem mit Punktwertung durch.“ Jeder Verein hat gegen jeden Verein zweimal zu kämpfen. Für jeden gewonnenen Kampf werden zwei Punkte gutgebucht. Falls der Pünktunterschied nicht höher als 50 Punkte ist, wird der Kampf unentschieden gewertet. Die Punkte werden dann geteilt. Ich habe vorläufig folgende Klasseneinteilung vorgenommen: A-Klasse Männer:(200, 5000, Hochsprung, Dreisprung, Kugelstoß, Speerwurf, 4mal 100 m, 400, 1500, Weitsprung, Stabhochsprung, Diskuswurf, Hammerwurf.) SS=Sportgemeinschaft Bochum, BfL. 48 Bochum, Herner Turnclub, Westfalia Herne. A-2-Klasse, Männer:(100, 800, 3000, Weitsprung, Kugelstoß, 4mal 100=m=Staffel.) Tura Werne, SC. Dahlhausen, Postsportverein Bochum, Tamd. Bochum Ehrenfeld,„TV 01 Wattenscheid, TK. Wanne=Eickel, Tura Hattingen, TV. Friesen Bochum, Marathon Bochum, TV Jahn Querenburg, MBV. Linden, Reichsbahn Wane=Eickel, Wanne 85. B-Klasse, Frauen:(100, Kugelstoß, Weitsprung, Hochsprung, Diskuswurf, Speerwurf, 4mal 100=mStaffel.) Tus 08 Bochum, TV. 48 Bochum, Herner Turnklub. C-Klasse, Frauen:(100, Kugelstoß, Weitsprung, Hochsprung, 4mal 100=m=Staffel.) Jahn Querenburg, TK. Wanne, Wanne 85, Tgmd. Bochum Ehrenfeld, TV. Brenschede, WV. Friesen Bochum, TV. Jahn Bergen=Hiltrop, Reichsbahn Wanne, TV. 01 Wattenscheid, Tura Hattingen. Die Vereine hatten bis zum 1. 5. 1938 zu melden, ob sie sich an den Kämpfen beteilgen. Für säumige Vereine ist eine Strafe von 2 M. festgesetzt. Vereine, die noch nicht eingeteilt sind und sich an den Kämpfen beteiligen wollen, müssen sich umgehend melden. Allen Meldungen sind Namen und Anschrift des Vereinsfachwartes beizufügen, ebenfalls sind die Vereinskampfrichter mit Namen und Anschrift zu melden. Die weiteren Bedingungen sind im Heft 9„Der Leichtathlet" nachzulesen. Meldungen an: Fritz Buhr, Fachwart für Leichtathletik, Bochum, Verbindungsweg 2. Ruf Bochum 630 70. Fallt Rosemeuers Rekord? Hamburger Stadtpark-Rennen.— Iweiter Lauf zur Kraftradmeisterschaft. Ringen zwischen den Nationalmannschaften von Ungarn und Deutschland zum Austrag.— Die Radfahrer halten Bahnrennen in Dresden, Forst, Könn=Riehl. M=Gladbach, Herne und Hemer ab, während auf der Landstraße u. a. die Ulmer Achterfahrt u. der Große Preis von Hannover abrollen.— Hoch geht es auch auf den Tursplätzen her. In Düsseldorf wird das dreitägige Frunjahrsmeeting mit einem Renntag beendet, in. dessen Mittelpunkt der mit 10000 M. dotierte Rheinpreis steht. In Hoppegarten wird das erste klassische Stutenrennen, das Kisaßzony=Rennen, das unsere fünf besten dreijährigen Stuten am Ablauf sehen wird, entschieden.— Turnierveranstaltungen sind in Celle und Brüssel vorgesehen. Im Zeichen von Breslau Der DRL=Kreis Bochum führt in den kommenden Tagen und Wochen für alle Vereine in Bochum, Herne,, Wanne=Eickel und Wattenscheid mehrere Lehrgänge durch, die der Vorbereitung des Deutichen Turn= und Sportfestes in Breslau dienen. Insbesondere werden darin die Allgemeinen Vorführungen geprobt, die bereits am 15. Mai in Hagen öffentlich gezeigt werden. Es wird daher die Teilnahme aller in Breslau Mitwirkenden, insbesondere auch der Leschtathleten erwartet. Nach vier Jahren wird im Hamburger Stadtpark wieder ein internationales Motorradrennen aufgezogen. Schon 1925 hatte man versucht, auf der schönen Strecke ein Rennen aufzuziehen, doch scheiterten damals an der Eigenwilligkeit eines Gartenbaudirektors die Pläne. Erst 1934 wurden sie durch Korpsführer Hühnlein verwirklicht, doch erwies sich die Strecke für die damals schon schnellen Maschinen nicht sicher genug. Inzwischen ist der sechs Kilometer lange Kurs sorgfältig ausgebaut worden, so daß einer Aufnahme von Rennen auf dieser Strecke nichts mehr im Wege stand. Die OAS ging sogar noch einen Schrikt weiter und schrieb auch Rennen für Sportwagen aus, so daß ein großes Programm zustande kam. Da nicht weniger als 102 Meldungen von den Motorradfahrern und 33 von Sportwagenfahrern eingingen, war man sogar gezwungen, die Rennen auf zwei Tage zu verteilen. Wir sind davon überzeugt, daß dieses Rennen in dem sportbegeisterten Hamburg glästzend einschlagen wird. Es hat ja auch seine besonderen Reize, da es als zweiter von vier Läufen zur Deutschen Kraftradmeisterschaft schon eine Vorentscheidung über die Vergebung der Titel bringen kann. Denn die augenblickliche Punktwertung ist mit 5— 3— 1 so. daß der Sieger von der Ellenriede schon einen erheblichen Vorsprung vor seinen Kameraden hat, wenn er auch in Hamburg das Rennen seiner Klasse gewinnt. 120 kmistd beträgt der Rundenrekord, den Bernd Rosemeyer 1934 im Training auf dieser Strecke aufstellte, während im Rennen selbst ein Durchschnitt von 111,7 kmstd von dem Godesberger Loof gefahren wurde. Nach dem Ausbau und bei der erheblichen Verbesserung der Maschinen darf man diesmal mit weil höheren„Schnitten“ rechnen. Das hat ja schon das Eilenriederrennen trotz der Verdoppelung der Streckenlänge gezeigt. Richt nur größere Motorleistung, sondern auch die dessere Straßenlage der Maschine, die Hinterradfederung und die konsequentere Schulung der Fahrer haben zu dieser Steigerung beigetragen. Im Rahmen eines sogenannten„Motorsport-Volkstages“ wird das Rennen der 250er-Maschinen bereits am Samstag ausgetragen. Hier werden über die 50 Runden(300 km), die alle Motorräder zu durchfahren haben, Kluge und Petruschke auf der Auto-Union/DKW nie zu schlagen sein, während sich die Privat-DKW-Fahrer Gablenz, Pätzold und Häusler für die nächsten Plätze empsehlen. Der größte Kampf wird am Sonntag in der 350erKlasse zwischen DKW und RSU entbrennen. Auf der Eilenriede blieb DKW mit Winkler vor Heiner Fleischmann(NSU) in Front. Ursprünglich sollte neben Wünsche (DK W) auch Hamelehle(DKW) starten, aber der Sindelsinger zog sich beim Training auf dem Nürburgring eine kleinere Fußverletzung zu, so daß er pausieren muß. Man ist gespannt, ob auch diesmal wieder die DKW in Front erscheint, oder ASU durch Fleischmann, Bodmer oder Hentze sich wieder die alte Vormachtstellung erkämpft. Mellors und Thomas(England) sind mit ihren Belocettebezw. A3S-Maschinen bestimmt im Vorderteld zu finden. In der Halbliterklasse ist die 500er=BmRW vorläufig nicht zu übertreffen, zumal RSU und DK W mit ihren Modellen sehlen. Meier oder Gall, das ist hier die einzige Frage. Die Sportwagenrennen sind für kompressorlose Fahrzeuge ausgeschrieben. In den drei Klassen starten bekannte Fahrer so Bobby Kohlrausch auf MG(bis 1100 gcm), Dr. Wernecke und Odendahl auf B0K W(bis 1500 ccm) und Röse, Brudes, Ulrich Richter, v. d. Mühle=Eckart(alle BR W) in der Klasse bis 2000 ccm, wobei die Rennen über 60 bis 90 km gehen. Mit Ausnahme der kleinen Klasse dürfte BM W die Lage eindeutig beherrschen. ter wird im Zusammenhang schaften und Offenen Kämpfe der Unbekannte Sportsmann gesucht. Faustballspiele erganzen das Programm. Der Staffellauf selbst wird in acht Gruppen durchgeführt. Frau Erna Reinhardt siegt im Kampf um den Gauwanderpreis. Auf den Scherenbahnen des Keglervereinsheim Koopmann kämpften am Mittwoch unseve Sportkeglerinnen zum zweiten Male um die Gauplakette. Bekanntlich wurde diese Gauplakette als Herausforderungspreis vom Gau Westfalen für die Herner Frauenabteilung gestiftet. Der Kampf führt über 50 Kugeln in die Vollen, gewertet wurde nach einem Punktsystem, bei dem alle Teilnehmerinnen, gleiche Siegesaussichten hatten. Als beste Keglerin erwies sich Frau Erna Reinhardt, die mit 29 Punkten sich uangesochten den Sieg und damit die Anwartschaft auf die Gauplakette sicherte. Auf den nächsten Plätzen folgten Frau Uhtbrock und Frau Knickow mit je 21 Punkten vor Frau Dienhart mit.20 Punkten und Frau Kopshoff mit 16 Punkten. A-Mannschaft gegen B-Mannschaft, Am 8. Mai treten zwei Mannschaften der Herner Sportkegler zu einem Auslscheidungskampf im Keglerheim an. In einem kombinierten Kampf stoßen die A= und B=Mannschaft aufeinander, um die besten Herner Kegler zu ermitteln, die würdig sind, den Verein Herne bei den kommenden Mannschaftskämpfen zu vertreten. Zu werfen sind von jedem Teilnehmer 50 Kugeln in die Vollen und 50 Kugeln Abräumen, ein Kampf, bei dem der spannende Reiz nicht fehlen wird. Stabschef Lutze in Leipzig Bei der Deutschen Gepäckmarschmeisterschaft. Der ersten von der SA ausgeschriebenen und am Sonntag in Leipzig zur Entscheidung anstehenden Deutschen Gepäckmarsch-Meisterschaft wird Stabschef Lutze beiwohnen, um sich von der Leistungsfähigkeit der besten deutschen Marschierer zu überzeugen. Ueber 50 Mannschaften haben für den schweren Kampf, den die SA-Gruppe Sachsen in mustergültiger Weise ausrichten wird, in Stärke von je einem Führer und 15 Mann gemeldet. Alle Mannschaften starten in einem Wettbewerb, ganz gleich, ob sie der SA, oder dem Reichsarbeitsdienst, der SS oder Polizei, dem ASKK, RSIK, oder der politischen Leitung angehören. In der umfangreichen Meldeliste sind u. a. der Reichsarbeitsdienst Stuttgart, der SS-Totenkopf-Sturmbann „Oberbayern“, die Polizei Erfurt, das NSKK Nordhausen, das RSFK Bayern=Süd. die SA-Gruppen Hansa, Hochland, Niedersachsen, Westfalen und Ostmark aufgeführt. Diese nur willkürlich herausgegriffenen Mannschaften lassen bereits erkennen, daß auf der 20-km-Strecke, mit ihrem Wechsel von Straßen, Wald- und Wiesenwegen, durch das Einlegen von natürlichen Hindernissen, wie Graben, Zaunund Trichtergelände, ein heißer Kampf bevorsteht. Auf Kommando muß die Gasmaske aufgesetzt werden und damit eine 500-m-Strecke zurückgelegt werden. Das Schießen erfolgt auf eine 50 m entsernte Kopffallscheibe. Auf Befehl des Führers wirft jede Mannschaft geschlossen Handgranaten auf einen 25 m entfernten Graben, ohne dabei Tornister und Gewehr abzulegen. Wie schon beim Schießen, so können auch hier beträchtliche Punktverluste entstehen, da für jede nicht in den Graben fallende Handgranate fünf Verlustpunkte zudiktiert werden. Bei der letzten Uebung, ein Handgranatenweitwerfen, können Tornister und Gewehr abgelegt werden. Es bietet sich durch Erzielen großer Weiten die letzte Möglichkeit eine größere Anzahl von Gutpunkten herauszuholen. Die neue deutsche Gepäckmarschmeisterschaft fordert nicht nur Tüchtigkeil und Disziplin im Marsch, sondern auch wehrsportliches Können im höchsten Ausmaß. Daher wird nur die Mannschaft mit guten Aussichten in den Titelkampf ziehen, die alle Tugenden des wehrhaften deutschen Mannes in meisterhafter Form aufweist. OKw prüft Nachwuchsfahrer Versuchsfahrten auf dem Nürburgring erfolgreich. Auch im Motorradsport gibt es einige Lücken aufzufüllen, die durch den Abgang verschiedener Fahrer im letzten Jahr entstanden sind. Der Nachschub ist verhältnismäßig klein. Die bevorstehenden internationalen Kämpfe machen es daher nötig, rechtzeitig befähigte Talente zu schulen. Besonders für das große Vorhaben von AutoUnion/DK W ist die Nachwuchsfrage brennend, um so mehr als in absehbarer Zeit wahrscheinlich noch zwei weitere Spitzenfahrer der Ischopauer Werke in die Wagenmannschaft übernommen werden müssen. Rennleiter Meurer hat es sich deshalb zur Aufgabe gestellt, junge Talente für die Fabrikmannschaft ausfindig zu machen. Seit vier Tagen wurden auf dem Nürburgring junge Kräfte erprobt und die Versuche sind überaus zufriedenstellend ausgefallen. Der erst zwanzigjährige Berliner Burk war sowohl mit der kleinen, als auch mit der 500-ccm-Maschine sofort vertraut und erreichte beachtliche Zeiten. Auch Karl Gablenz machte einen hervoragenden Eindruck. Ziemer(Danzig) fuhr seine Probefahrten auf der großen DK W zufriedenstellend und der Stuttgarter Baer konnte ebenfalls gut gefallen. Das„Fliegengewicht" Lottes(Marburg) verspricht in Kürze ein guter Fahrer zu werden. Die beiden Eilenriedsieger Kluge und Winkler waren bei den Versuchsfahrten als Beobachter zugegen, um auf Grund ihrer Erfahrungen ein Urteil abzugeben. Hamelehel, der auch einige Runden fuhr, hatte am Flugplatz viel Glück, als ihm in voller Fahrt ein Hase in die Maschine sprang. Es gelang aber dem. Schwaben, die Maschine abzufangen, ohne dabei zu Fall zu kommen. Hamelhle hat sich dabei seinen Fuß stark verletzt, so daß sein Start dem Hamburger Stadtparkrennen unmöglich sein wird. Großer Reitertag der SA-Gruppe Westsalen zu Pfingsten in Haltern. Nach dem großen Appell des Führerkorps der westfälischen SA in Dortmund bereitet die SA=Gruppe Westfalen jetzt einen großen Reiteraufmarsch vor, der am 4. und 5. Juni in Haltern stattfindet. Nachdem während der Wintermonate in ganz Westfalen durch die SA die Prüfungen zum Erwerb des Reiterscheines durchgeführt worden sind, an denen sich diesmal über 3000 Jungen und Männer beteiligten, soll dieser Reitertag in Haltern die Bedeutung der vor= und nachmilitärischen Ausbildung, die ja eine der Hauptaufgaben der SA=Reiterei ist, unterstreichen. Mit 1000 Pferden werden die Reiterstandarten der SA=Gruppe Westfalen zu Pfingsten in Haltern antreten, um hier durch Uebungen und Vorführungen aller Art einen Querschnitt aus der Arbeit der Reiterstandarten der SA zu geben.(RSG.) Derby 1938 mit 100 000 Mark Der Hamburger Rennklub hat nachträglich die Preise für das diesjährige Deutsche Derby, das am letzten Junisontag auf der Bahn in Hamburg-Horn entschieden wird von 70 000 auf 100000 Mark erhöht. Damit wurde eine Maßnahme verwirklicht, die der Hamburger Rennklub schon vor einigen Monaten angekündigt hatte.— Die Ausschreibung für nächstes Jahr sieht an Preisen bereiss 100000 Mark vor. Notizen 117 zum Oberbefehlshaber der belgischen Luftstreitkrafte wurde Oberst Hiernaux, zu seinem Stellvertreter Oberst Legros ernannt. * Dr. Eckener hat sich in Begleitung des Direktors der Deutschen Zeppelin=Reederei, Issel, nach den Vereinigten Staaten begeben, um dort Verkehrsfragen für den Luftschiffsdienst der Deutschen Zeppelin=Reederei zu besprechen. Das ungarische Abgeordnetenhaus hat Donnerstag die dritte Lesung des von der Regierung dem Parlament vorgelegten Judengesetzes begonnen. Die Regierung hat die Absicht, das Gesetz mit Beschleunigung im Parlament zur Annahme zu bringen. Für die Schlußaussprache haben sich 28 Redner gemeldet. Zur Ueberraschung des Hauses gab der Führer der Kleinlandwirtspartei, Tibor Eckhardt, bekannt, daß seine Partei das Judengesetz uneingeschranrr annehme. * Reichsorganisationsleiter Dr. Ley traf Donnerstag mit dem Flugzeug von Athen und Belgrad kommend in Wien ein. * Mit einem Aufruf der Führer der waffenstudentischen Altherrenverbände und einer Anerkennung des Stellvertreters des Führers hat die Einigung des deutschen Altherrentums ihren Abschluß gefunden. Am zweiten Tag der Ratstagung der Kleinen Entente in Sinaia stand die Frage einer Verständigung mit Ungarn im Vordergrund. * König Geora VI. von England empfing am Donnerstag im Buckingham=Palast den neuen deutschen Botschafter in London. Dr. Herbert von Dircksen, der ihm sein Beglaubigungsschreiben überreichte. * In Praa wurde die polnische Zeitung „Dziennik Polski“ beschlagnahmt, weil sie über die antipolnischen Kundgebungen der tschechischen Kommunisten am 1. Mai berichtete. * In Gegenwart des französischen Arbeitsmmisters unterzeichneten die Arbeitgeber= und Arbeitnehmerverbände den neuen Kollektiv=Arbeitsvertrag in der Metallindustrie. Die neue Reichsanleihe stark überzeichnet Aufstockung um 450 Millionen RM. Berlin, 5. Mai. Die in Großdeutschland aufgelegte ind am 4. d. Mts. geschlossene Zeichnung auf die 4### prozentigen auslosbaren Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1938, Zweite Folge, hat ergeben, daß der vom Reichsanleihekonsortium übernommene Betrag von 750 Millionen RM. erheblich überzeichnet worden ist. Um die Zeichner, die mit einer vollen Zuteilung gerechnet und dies überwiegend bereits bei der Zeichnung zum Ausdruck gebracht haben, befriedigen zu können ist das Reichsanleihekonsortium an das Reich wegen nachträglicher Ueberlassung des mehr gezeichneten Betrages herangetreten. Das Reich hat, um den dringenden Anforderungen zu entsprechen, dem Reichsanleihekonsortium weitere 450 Mill. RM. gleichartiger Schatzanweisungen überlassen, sodaß der durch das Reichsanleihekonsortium untergebrachte Betrag sich nunmehr auf 1200 Mill. RM. beläuft. Hiernach kann im allgemeinen mit einer vollen Zuteilung der Zeichnungen gerechnet werden. Einschließlich der bereits vorweg fest übernommenen Anleihebeträge von 250 Mill. RM. beläuft sich der Gesamtbetrag dieser Reichsanleihe=Emission auf 1450 Millionen RM. Errichtung einer Rundsunkakademie Zur Nachwuchsschulung und Heranbildung von Rundsunkschaffenden. Berlin, 5. Mai. Auf einem Vortragsabend der „Deutschen Hochschule für Politik“ sprach Reichsamtsleiter Hans Kriegler, Präsident der Reichsrundfunkkammer, über das Thema„Nationalsozialistische Rundfunkgestaltung und rundfunkwissenschaftliche Schulung". Nach einem Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung des Rundfunks seit seiner Einführung in Deutschland, und zwar als technisch=gestaltender wie auch künstlerisch= gestaltender Erscheinung, gab Präsident Kriegler eine umfassende Darstellung des modernsten Propagandainstruments der nationalsozialistischen Weltanschauung. Präsident Kriegler stellte dann mit Genugtuung fest, daß an der Deutschen Hochschule für Politik auch der Rundfunk einen Platz im Lehrplan gefunden habe Außerdem verkündete er, daß in allernächster Zeit mit der Errichtung einer Rundfunkakademie zu rechnen sei, deren Grundlagen sich auf der Praxis deutscher Rundfunkarbeit aufbauten. Die Rundfunkakademie solle der Nachwuchsschulung und der Heranbildung von Rundfunkschaffenden dienen, die für die praktische Betätigung an den deutschen Reichssendern sich zuvor die notwendigen Grundsätze der Zielsetzungen der nationalsozialistischen Rundfunkgestaltung angeeignet haben müßten. Gleichzeitig nähme auch die Verwirklichung einer Rundfunkwissenschaft an den deutschen Hochschulen immer greifbarere Formen an. Abflug Dr. Leys aus Athen Nach einem Abschiedsempfang. den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley am Mittwochabend in Athen gab. verließ er am Donnerstagfrüh mit seiner Begleitung im Flugzeug die griechische Hauptstadt. Zum Abschied hatten sich zahlreiche Minister, der deutsche Gesandte und der Landesgruppenleiter eingefunden. Postsendungen an Kriegsschiffe im Ausland Die Absendung von Briefpost vom Marinevostbüro erfolgt an das Segelschulschiff„Horst Wessel" am 5., 10., 11. und 12. Mai nach Hamilton(Vermudas). an den Dampfer„Altrair“ am 5., 6., und 7. Mai nach Sta. Cruz de Tenerise(Kan. Inseln), am 16., 17., 18., 30. und 31. Mai nach Horta(Azoren). Die Briessendungen müssen spätestens an den Absendungstagen vormittags beim Marinepostbüro Berlin SW eingehen. Straferlaß auch bei der DAß Durchführungsbestimmungen für die Ehren= und Disziplinargerichtsbarkeit Berlin, 5. Mai. Reichsleiter Dr. Robert Ley hat für die Deutsche Arbeitofront einen Straferlaß verkündet. Der Vorsitzende des Obersten Ehren= und Diszipliaarhofes der DAF., Hauptamtsleiter Dr. von Renteln, gab am Mittwoch die Durchführungsverordnung zum Straferlaß bekannt. Die Verordnung enthält folgende Bestimmungen: Rechtskräftig abgeschlossene Verfahren. § 1. (1) Unter den Straferlaß vom 30. Avril 1938 fallen die durch die Gerichte der Deutschen Arbeitsfront verhängten dauernden oder zeitweiligen Ausschlüsse. soweit sie bis zum 6. Mai 1938 rechtskräftig geworden sind. Bis zum Ablauf der erkannten Ausschlußfrist ist der Betroffene unfähig. ein Amt in der DAF. zu bekleiden. sofern nicht bereits eine darüber hinausgehende Dauer der Aberkennung der Befähigung zur Bekleidung von Aemtern in der DAF ausgesprochen worden war. Die durch den Ausschluß erloschenen Anwartschaften leben nicht wieder auf. a) Der Straferlaß findet keine Anwendung auf Personen, die eine über den 1. Mai 1939 hinausreichende Freiheitsstrafe verbüßen. Endet diese vor dem 1. Mai 1939. findet der Straferlaß erst dann Anwendung, wenn die Strafhaft verbüßt ist. b) Personen, die einem unter das Dovvelmitgliedschaftsverbot fallenden Standesverein angehören. werden von dem Straferlaß unter der Voraussetzung betroffen. daß sie ihren Austritt aus dem Standesverein bis zum 31. Juli 1938 nachweisen. (2) Alle anderen Strafen(Ordnungsstrafen. Entfernung aus dem Amt sowie Aberkennung der Befähigung zur Bekleidung von Aemtern in der DAF.) bleiben von dem Straferlaß unberührt. S 2. Die Gerichte des ersten Rechtszuges geben den von der Ausschlußstrafe Betroffenen und den Dienststelleninhabern von Amts wegen den Straferlaß schriftlich bekannt. auch wenn sich die Zuständigkeit in der Zwischenzeit geändert haben sollte. Die in§ 1 Ziffer a und b bezeichneten Personen werden dahingehend benachrichtigt. daß auf sie der Straferlaß zur Anwendung gelangt, sobald der dort bezeichnete Hinderungsgrund weggefallen ist. Anhängige Verfahren. S 3. (1) Anhängige Verfahren werden von dem Straferlaß betrossen, sofern die Begehung der Tat vor dem 1. Mai 1938 liegt. (2) Wenn nach dem pflichtgemäßen Ermessen des Kammervorsitzenden keine höhere Strafe als ein strenger Verweis zu erwarten ist, wird das Verfahren durch einen den Beteiligten zuzustellenden und genaäß den§§ 42 ff. VO. ansechtbaren Beschluß eingestellt. In allen anderen Fällen ist das Verfahren durchzuführen. Die Verbängung einer Ausschlußstrafe ist jedoch unzulässig. stattdessen ist auf eine Aberkennung der Befähigung zur Bekleidung von Aemtern in der Deutschen Arbeitsfront zu erkennen, und zwar im Wege einer Mindestdauer der an sich verwirkten Ausschlußstrafe. (3) Die Verhängung der Ausschlußstrafe ist jedoch zulässig gegen Personen, die sich in Strafhaft befinden, für die Zeit der noch zu verbüßenden Freiheitsstrafe. (4) Das Verfahren gegen Personen, die einem unter des Dovvelmitgliedschaftsverbot fallenden Standesverein angehören, wird durch Beschluß eingestellt, wenn sie ihren Austritt aus dem Standesverein bis zum 31. Juli 1938 nachweisen, andernfalls ist der Ausschluß für unbeschränkte Dauer zulässig. Neue Verfahren. S 4. Neue Verfahren, die sich aus eine vor dem 1. Mai 1938 begangene Tat bezieben, werden eingeleitet und entsprechend den Vorschriften des§ 8 behandelt. Nichtanwendung des Straferlasses. S 5. (1) Ausgeschlossen von dem Straferlaß sind in allen Fällen Handlungen, bei denen die Art der Ausführung oder die Beweggründe eine besonders gemeine, insonderheit asoziale Gesinnung des Täters erkennen lassen. (2) Erachtet das Gericht des ersten Rechtszuges die Voraussetzung des Absatzes 1 für gegeben, übersendet es von Amts wegen die Akten dem Obersten Ehren= und Disziplirarhof. der hierüber durch unansechtbaren Beschluß entscheidet. Uebergangsbestimmungen. § 6. Auf Entscheidungen der Gerichte der DAF., die vor dem 6. Mai 1938 erlassen, aber erst bernach durch Ablauf der Rechsmittelfrist rechtskräftig geworden sind. finden die Verschriften der§§ 1 und 2 entsprechend Anwendung. . Tag des Inkrafttretens. 8 7. Die Verordnung tritt am 6. Mai 1938 in Kraft. Minister Miletitsch als Gast Baldur v. Schirachs Für eine stetige Verbindung zwischen der jugoslawischen und deutschen Jugend Berlin, 5. Mai. Der königlich=jugoslawische Minister für körverliche Ertüchtigung. Miletitsch, stattete, am Montag der Dienststelle der Reichsjugendführung in Berlin. Lothringer Straße, einen Besuch ab. wo ihm Stabsführer Hartmann Lauterbacher die Aemter der Reichsjugendführung mit ihren Aufgabengebieten zeigte. Im Anschluß an diesen Besuch gab der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, zu Ehren seines hohen Gastes ein Frühstück. an dem außer dem jugoslawischen Erziehungsminister Miletitsch der königlich=jugoslawische Gesandte in Berlin, Cincar=Markovitsch. und die Herren seiner Gesandtschaft, ferner der Abteilungsleiter der Dienststelle Ribbentrov. Brigadeführer Humann=Heinhofen, der Gesandte von Raumer. Geheimrat Busse vom Auswärtigen Amt. sowie Hartmann Lauterbacher mit den Amtschefs der Reichsjugendführung teilnahmen. Im Namen der Jugend des Reiches begrüßte der Reichsjugendführer seinen Gast und sprach die Freude darüber aus, daß er in Gegenwart Seiner Erzellenz des jugoslawischen Gesandten in Berlin, der für die Beziehungen der Jugend beider Völker ein besonderes Interesse zeige, mit dem Minister für körperliche Erziehung des befreundeten Jugoslawien in einen so herzlichen Gedankenaustausch treten könne.„Bei meinem Aufenthalt in Belgrad“, so führte der Reichsjugendführer aus,„habe ich Gelegenheit gehabt, die erzieherischen Einrichtungen Ihres Landes kennenzulernen, und diese Eindrücke leben bis zum heutigen Tage in uns fort. Ich hoffe auf eine ständige Verbindung zwischen uns und unserer Jugend. Daß Sie als jugoslawischer Minister hier nicht nur gern gesehen sind. sondern, wie Sie erlebt haben, auch in unserem Volke im wahrsten Sinne vopulär sind, zeigt Ihnen die Sompathie, mit denen unsere Jugend unsere Verbindung begrüßt." Baldur von Schirach sprach die Hoffnung aus, daß eine Abordnung der jugoslawischen Jugend in den Sommerzeltlagern der HitlerJugend und im Anschluß daran am Parteitag in Nürnberg teilnehmen werde. Minister Miletitsch erwiderte diese Begrüßungsansprache mit folgenden Worten:„Ich danke Ihnen recht herzlich für die liebenswürdige Einladung und für das Willkommen, welches Sie ausgedrückt haben. Ich danke Ihnen für die großen Erlebnisse, die mir in diesen kurzen drei Tagen geschenkt wurden. Ich habe gern diese Deutschlandreise angetreten, da ich wußte, daß sie zu meiner ersten Berührung mit Ihrem höchstgeschätzten Führer führt, und da ich wußte, daß ich die großen Taten des Dritten Reiches näher kennenlernen werde. Nie werde ich den gestrigen Tag vergessen, wo ich Zeuge größter Liebe und Hingabe Ihrer Jugend der Führung gegenüber war. Ich freue mich, daß ich Gelegenheit gehabt hatte. Ihre Organisation und den Geist der Bewegung näher kennenzulernen. Die deutsche Jugend ist ein Symbol ihrer Kraft und ihres Formungswillens, und Sie können stolz aus sie lein.“ Neue Geheimbefehle der Komintern Besprechung eines Aktionsplanes in den„kapitalistischen Staaten“. Streiks und Unruhen als„proletarische Sanktionen“ Warschau, 5. Mai. Hier trafen Meldungen aus Moskau ein über Beratungen, die beim Generalsekretariat der Komintern anläßlich des Aufenthaltes der zahlreichen zum 1. Mai in Moskau eingetroffenen ausländischen Kommunisten stattfanden. Beteiligt waren der Vorstand der Komintern und der sowjetischen Gewerkschaften sowie Vertretungen der Volksfront. Der Generalsekretär der sowjetischen Gewerkschaften, Schwernik, habe bei dieser Gelegenheit einen„Aktionsplan der Komintern in den kapitalistischen Staaten“ bekanntgegeben, der fünf Hauptpunkte enthalte. Zunächst sei die Notwendigkeit einer organisatorischen Vereinigung der sowjetischen Gewerkschaften mit der Zweiten Amsterdamer Internationale der Gewerkschaften unterstrichen worden, damit„der Faschismus systematisch bekämpft werden kann". Weiter werde von sowjetischer Seite vorgeschlagen, demnächst einen gemeinsamen Kongreß stattfinden zu lassen, auf dem ein Vollzugsausschuß ins Leben gerufen werden soll, in dem die Hälfte der Mitglieder Vertreter der sowjetischen Gewerkschaften sind, und auf dem zwei Generalsekretäre gewählt werden sollen, von denen der eine die sowjetischen Gewerkschaften vertreten würde. Dann habe Schwernik über die Taktik einer gemeinsamen revolutionären Aktion Erklärungen bekanntgegeben. Die Vereinigung der beiden Gewerkschaftsinternationalen ermögliche die Anwendung sogen. „proletarischer Sanktionen“ gegenüber den kapitalistischen Staaten. Diese Sanktionen würden in der Hervorrufung von Streiks und Unruhen auf den Handelsflotten, im Transportgewerbe und in der Kriegsindustrie bestehen. Er habe erklärt, daß in der nächsten Zeit in Oslo eine Sitzung des Generalrates der Gewerkschaftsinternationale stattfinde, auf der die Angelegenheit der Zusammenarbeit mit den sowjetischen Gewerkschaften besprochen werde. Sollte der sowjetische Vorschlag einer gemeinsamen Aktion abgelehnt werden, dann würde die Moskauer Zentrale der Gewerkschaften die in Aussicht genommene Aktion selbst in die Tat umsetzen. Siegreiche Gesechte an den spanischen Fronten Weiteres Vorrücken der nationalspanischen Truppen. Salamanca. 5. Mai. Wie der nationalspanische Heeresbericht meldet, befinden sich die Truppen General Francos im Frontabschnitt Castellon in fortgesetztem Angriff. Sie erreichten die Straße von Alcala de Chisbert nach Cuevas de Vinroma. Trotz erheblichen Widerstandes der Bolschewisten in einem dreifachen Grabensystem konnten die Stellungen im Sturm erobert werden. Der Feind erlitt schwere Verluste an Gefangenen und Kriegsmaterial. Im Abschnitt von Teruel kam es zu einer Reibe kleinere Gefechte, die von den nationalen Truppen überall siegreich durchgeführt wurden. Eine große Anzahl von Gefangenen, darunter der Anführer einer Brigade. fielen den nationalen Truppen in die Hände. Auch hier konnten einige bolschewistische Stellungen erobert werden. Südlich von Morella wurde der Feind aus seinen Stellungen an der Straße nach Portell vertrieben. Rheinisch=Westsälische Börse Die vorliegenden günstigen Wirtschaftsmeldungen, wir die gute Besserung im Inlande und die erhöhte Belebung des Auslandsmarktes. ferner der Eisenmarktbericht, blieben auf die Börse ohne jeden Einfluß. Das Geschäft hielt sich weiter in den engsten Grenzen. Zufallsaufträge bedingten die Kursgestaltung. sodaß es wieder zu Kursabweichungen nach oben und unten kam. Auch nach den ersten Kursen trat eine Aenderung in der Lage nicht ein. Von den„Rentenwerten waren Reichsbahnvorzuge heute erholt. Für die übrigen Werte kamen kaum veränderte„Notierungen zustande. Maschinenaktien nachgebend. Demag verloren 1½ Prozent und Rheinmetall ½ Prozent. Warenmärkte Großmarkt für Getreide und Futtermittel in Dortmund. Erzeugerpreise für die„Festpreisgebiete der Provinz Westfalen. „ Weizen, 75/77 Klg.: W 18 211. W 16 209. W 13 206. W 12 205. W 9 204 RM. Roggen, 69171 Klg.: R 18 193. R 16 191. R 15 189, R 13 187. R 11 185 RM. Futterhafer, 46/49 Klg.: H 19 175. H 18 174. H 16 172. H 15 171. H 14 170. H 13 168 RM. Futtergerste, 59 Klg.: G 14 181, G 13 171. G 12 178. G 11 176. G 10 175 RM. Mebl. Grundpreis für Weizen= und Roggenkleie. Weizen= und Roggenmehl. Die Zuschläge bzw. Handelsspannen errechnen sich je nach den gesetzlichen Bestimmungen, Vollmebl vlus 50 Pig. Frachtaufschlag Vollmehl. Type 812: W 18 29.40, W 16 29.40. W 1e 28.65. W 12 28.65. W 9 28.65 RM. Roggenmehl, Type 1550: R 18 23.15, R 16 23.—. R 15 22,95, R 13 22.75. R 11 22.55 RM. „ Weizenkleie: W 18 12.05, W 16 11.95. W 13 11.75, W 12 11.70. W 9 11.55 RM. Roggenkleie: R 18 10.80. R 16 10.70. R 15 10.55. R 13 10.45. R 11 10.30 RM. Luzernheu, gut, gesund und trocken 4.00—4.15 RM. Wiesenheu, gut, gesund und trocken 2.20—2.30 RM. „ 3. 5 0 R M. Rotkleeheu, gut, gesund und trocken 3.40— Hamburger Warenmarkt. Reis: Aus dem Inland wurden lausend Aufträge gebucht, die auf Grund der bisherigen Preise ausgeführt wurden. Die seit Tagen zu beobachtende feste Grundstimmung an den Ursprungsmärkten setzte sich fort. Kaffee: Am Platze setzte sich die lebhafte Umsatztätigkeit in Nachwirkung der Zuteilungen in Santos= und Columbienkaffees fort. Den Abschlüssen wurden die bisberigen Preise zugrundegelegt, während von Brasilien die Forderungen etwas höher lauteten. Baumwolle: Ruhig. Sunerfine 4.00. Fine Omra 4.45 Dollar. Hülsenfrüchte: Der Markt war durch regelmäßiges„Bedarfsgeschäft gekennzeichnet. Die Käufe gingen allerdings über den bisherigen kleinen Rahmen nicht hinaus, betrafen aber gleichmäßig alle Sorten.— Preise unverändert. Kautschuk: Ruhig. Sheets loko 5¾. per JuniJuli 5 13/16, per Juli=August 5¾. Zucker: Effektivmarkt: Für greifbare Ware wurden die bisherigen Preise genannt. In der Markt= lage traten ebenfalls keine Veränderungen ein.— Terminmarkt lag ruhig=stetig. Oele und Fette: Bei gleichbleibenden Umsätzen wurden wenig veränderte Preise genannt.— Holl. Leinöl prompt 20¼, per Juli=August 20¾. per Sept.=Dez. 21, Sojahohnenöl, manschur., roh, per Mai=Juni 17/10•—. Uebriges unverändert. Kakaobalbfabrikate: Die Kaufwünsche wurden im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mengen befriedigt, wobei unveränderte Preise gefordert und bewilligt wurden. Rohkakao: Ruhig, von Käuferseite lagen keine Anregungen vor. sodaß sich am Weltmarkt die rückläufige Preisbewegung fortsetzte. In erster Linie wurden hiervon wieder die handelsüblichen Sorten betroffen. Accra g. f. loko 24/6. Accra g. f., neue Ernte, per April=Juni 2106 cif., Lagos f. a. g., neue Ernte, per April=Juni 21·3 cif., Sup. Bahia, monatl. Abldg., per Juni=August 24 3 efr., Plantation. Trinidad, per April=Mai 33/— cfr.— Uebriges unverändert. Sport= Turnen Schalke— Dessau in Münster Das Gruppenspiel in Gruppe 2 zur deutschen Fußballmeisterschaft zwischen Schalke 04 und Dessau 05 ist für den 22. Mai nach Münster angesetzt. Stabschef Lutze gibt den Marschbefehl Erste Wiederholungsübung zum SA.=Sportabzeichen. Am Sonntag findet für alle Träger des SA.=Sportabzeichens die erste Wiederholungsübung statt. In der Reichshauptstadt meldet der Führer der SA.=Gruppe Berlin=Brandenburg, Obergruppenführer v. Jagow, dem Stabschef der SA. Lutze die im Lustgarten angetretenen Einheiten. Nach dem Spiel eines Marsches durch einen Musikzug trägt ein Sprecher den Spruch von Gerhard Schumann„Verpflichtung der Kämpfer“ vor. Fanfarenstöße leiten über zu der Ansprache des Stabschefs der SA. an die Träger des SA.=Sportabzeichens im ganzen Reich. Die Ansprache des Stabschefs. die auf alle Reichssender übertragen wird. endet mit dem Marschbefehl an die Einheiten. Mit dem Marschlied„Ein junges Volk steht auf...“ treten die Einheiten den Marsch der Wiederholungsübung an. Führer=Sportabzeichen der 53. Der Jugendführer des Deutschen Reiches. Baldur von Schirach, hat ein Führer=Sportabzeichen der Hitlerjugend gestiftet, um die Leistungsfähigkeit der 5J.=Führerschaft auch nach außen zu kennzeichnen. Das Führer=Sportabzeichen wird in dem im Vorjahre erstmalig durchgeführten Zehnkampf verliehen, wenn in der Stufe A 7500 und in der Stufe B 6500 Punkte erreicht werden. Das Abzeichen wird jeweils für eine Dauer von fünf Jahren verliehen. Pferdesport Rennen zu Lonachau.# 1. Rennen: 1. Kirfor(P. Francolon), 2. Mordicus. 3. Trappe. S. 25. Pl. 16. 21.— k. K., 2½, ½— Ferner: 2 Pferde. 2. Rennen: 1. Eeleir au Chooolat(C. Bouillon), 2. The Spy, 3. Rodin. S. 41. Pl. 16, 12— 4. ö. 4— Ferner: 3 Pferde. 3. Rennen: 1. Ma Normandie(J. Laumain), 2. Priene, 3. Coquetterie. S. 63. Pl. 37. 80— 2½, 1. 2— Ferner: 4 Pferde. 4. Rennen: 1. Kiß Curl(C. H. Semblat), 2. Chuchoteur, 3. Le Chari. S. 28. Pl. 15. 14— 4, 4. 6— Ferner: 1 Pferd. 5. Rennen: 1. Le Koh l Noor(W. Johnstone), 2. Flicker, 3. Kisaki. S. 31. Pl. 14, 13— v., 14. A Ferner: 2 Pferde. 6. Rennen: 1. Cardon(W. Johnstone), 2. Mousseline Fine, 3. Beau Tehebreux. S. 42. Pl. 19, 22, 29— 4, 2, 1½— Ferner: 6 Pferde. Rundfunk=Programm Freitag, den 6. Mai 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Ani—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebens. 7,00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.30 Da streiten sich die Leut' berum... 9.45 Nachrichten. 10.00 Welthasen Hamburg. 10.30 Turnen. Sport und Spiel in der Schule. 11.45 Bauer, merk“ auf! 11.55 Wettermeldungen für den Bauern. 12.00 Mittagskonzert. 1. Lortzing: Ouvertüre zu„Zar und Zimmermann". 2. Lortzing Ballettmusik aus„Undine“. 3. Puccini: Melodien aus„La Boheme“. 4. Strauß: Vervetuum mobile. 5. Rossini=Resoiabi: Der Zauberladen. 6. Strauß: Ouvertüre zu „Eine Nacht in Venedig“. 7. Hellmesberger: Ballszene. 13.00 Nachrichten— Glückwunsche. 13.15 Mittagokonzert. 1. Freundorfer: Der Weg zum Herzen. 2. Schaeberthal: Elsentanz. 3. Dreuer: Sonne des Südens. 4. Pogorelow: Mazurka 5. Kockert: Ich er warte dich. 6. Blon: Blumengeflüster. 7. Derksen: Liebeswerben. 8. Blaauw: Die Svitzbuben. 9. Rixner: Spitzbub. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodeien— aus Köln am Rhein. 15.00 Reisen aus der Landkarte— und dann richtig! 15.25 Kinderlied und Kindersviel im Frühling 15.45 Pirtschaftemeldungen. 16.00 Nachmittag=konzert. 1. Eysoldt: Schaffendes Volk. 2. Pachernega: Der Kobold. 3. Gebhardt: a) Novellette. d) Erotisches Wiegenlied. 4. Fischer: Linzer Torte. 5 Rirner: Rhaosodie Nr. 1. 6. Mausz: Ballade. 7. Dostal: Melodien aus„Olivia“. 17.00 Bunte Fracht. 18.00 Musik unserer Zeit. Werke von Hammerschlag. Ausführende: Schmidt(Bariton). Rummel(Klavier). 18.30 Hinter den Kulissen des Sports. 18.50 Momentaufnahme. 19.00 Nachrichten. 19.10 Kleine Musik„(Industrie=Schallplatten). 19.30„Glückliche Reise“. Overette von Künneke. 21.00 Die Stunde des Soldaten. 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik(Schallplatten). 23.00 Viva. niva la musica. Das Städtische Orchester Essen. Samslag, den 7. Mai 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebene. 7,00 Nachrichten— Morgenlied— Moegenruf. 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.15 Fröbliches Spiel für unsere Kleinsten. 9.45 Nachrichten. 10.00 Barbara Uttmann. Von Strieber. 11.45 Bauer, merk' auf! Marktberichte des Reichsnährstandes. 11.55 Wettermeldungen für den Bauern. 12.00 Mittagskonzert. 1. Beethoven: Ouvertüre und Türkischer Marsch aus der Musik zu Kotzebues Festspiel„Die Ruinen vor Athen". 2. Brahms: Sinfonie D=Dur Werk 73. 3. Hochstetter: Romant. Ballade 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Konzertfortsetzung. 4. Wolf: Vorspiel und Scherzo aus der Over„Der Correg dor“, 5. Mozart: Serenade 525: a) Allegro b) Romanze: Andante. c) Minuetto: Allegro. d) Rondo: Allegro. 6. Lanner: Die Schönbrunner. 7. Strauß: Ouvertüre zu „Waldmeister". 14.00 Nachrichten— Sportvorschau. 14,10 Wochenendkonzert(Industrie=Schallpl.). 15.15 Junamädel erzählen. Tapfer sein ist gut. 15.45 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Bunte Melodien. Margret Schmitz (Sovran): Engels(Tenor): Eisenberg (Bariton): Gruppenmusikzug 212 d. Reichsarbeitsdienstes und das Unterhaltungsorchester. 18.00 Was bringt der Reichssender Köln in der kommenden Woche? 18.10 Musik unserer Zeit aus Tirol. Milli Engelmann=Gillrath(Sopran): Smit(Violine): Haaß(Klavier). 18.50 Momentaufnahme. 19.00 Nachrichten. 19.10 Platzkonzert zum Wochenend. Gruppenmusikzug 212 des Reichsarbeitsdienstes. 20.00 Schlag auf Schlag. Bunter Abend aus Nürnberg. Mitwirkende: Erika Pauli (Sovran): Andersen(Tenor) und andere Solisten: der Esche=Chor: Musikzug der SA.= Standarte 14; die Tanzkanelle und das NS.=Franken=Orchester. 22.00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik(Schallvlatten) 22.30 Unterhaltung= und Tanzmusik. □ Auch der Schweiz fehlen Stürmer Mit einigen Sorgen sehen die Verantwortlichen für den Schweizer Fußballsport den schweren Prüfungen entgegen, die der Mai ihrer Nationalelf bringen wird. Allzusehr ist die augenblickliche Stimmung von dem Eindruck bestimmt, den der Länderkampf zwischen Portugal und der Schweiz hinterließ. Selbst wenn es stimmt, daß alles Mißgeschick der drei letzten Jahre durch die tüchtige Portion Glück von Mailand aufgewogen wurde und darüber hinaus ein Vorschuß für die ganze Saison besteht, so darf man nicht die großen Leistungen der Schweizer Nationalelf vergessen, die in den letzten Monaten gegen Italien und Deutschland unentschieden spielte und die Tschechoslowakei hoch schlug. Was den Schweizern zu denken gibt, sind die schwachen Stürmerleistungen von Mailand. Bickel und Trello Abegglen haben am meisten enttäuscht, Walacek steht für die Weltmeisterschaft nicht zur Verfügung. So bleiben also von dem Angriff, der gegen Portugal spielte, nur noch Amado und Aeby, die Torschützen von Mailand. Die beste Gelegenheit, neue Spieter zu erproben, bieten die nächsten Länderkämpfe am 8. Mai in Lausanne gegen Belgien und am 21. Mai in Zürich gegen England. Zur Weltmeisterschaft wird die Schweizer Auswahl erst Donnerstag vor Pfingsten eintreffen und bis zum Kampf gegen Deutschland am 4. Juni im Pariser Prinzenpark, in einem Vorort der französischen Hauptstadt, Quartier aufschlagen. Man ist in Zürich überzeugt, daß es der Ländermannschaft, die in den letzten Jahren gegen Deutschland immer über sich hinauswuchs, am nötigen Willen zu einer ganz großen Leistung gegen die erste großdeutsche Elf sicher nicht fehlen wird und hofft jetzt schon auf die Unterstützung der Schweizer Schlachtenbummler.— Wir können sicher sein, der Vorrundenkampf Deutschland — Schweiz wird eine sportlich reichhaltige Ouvertüre zur Weltmeisterschaft. Kuba vertritt Mittelamerika. Wie die FIFA nunmehr offiziell mitteilt, wird die Staatengruppe Mittelamerikas, der Mexiko, Suriname, Costa Rica, Kuba, Columbien und San Salvador angehören, im Kampf um die dritte Fußballweltmeisterschaft durch Kuba vertreten sein. Die Amerikaner treffen am Pfingstsonntag in Toulouse auf Rumänien. Von ihren 16 Länderkämpfen haben die Kubaner neun gewonnen, einer endete unentschieden und sechs gingen verloren. Keine Europa-Pokalspiele. Auf seiner Mailänder Tagung beschloß das Komitee des Euxopa=Fußball= Pokalwettbewerbes, den diesjährigen Wettbewerb abzubrechen, da der Ausfall Oesterreichs eine zu starke Veränderung ergeben habe. Bis zum 1. Januar 1939 soll der Schweizer Otto Eicher als Präsident des Komitees einen neuen Wettbewerb ausgearbeitet haben und versuchen, für Oesterreich eine neue Nation zur Teilnahme zu bewegen. Man denkt in erster Linie an Deutschland oder Spanien. Bei Abbruch der Spiele war der Stand folgender: 1. Ungarn 10:4 Punkte, 2. Italien 7:1, 8. Tschechoslowakei 7•7, 4. Oesterreich 5:7, S 3:13 Punkte. Sparta in Hochsorm. Die Fußballmannschaft von Sparta Prag, die am Sonntag in Brüssel die„Roten Teufel“ 3:2 geschlagen hatte, trat auf der Rückreise in Leipzig gegen Tura an. Vor 15000 Zuschauern zeigten die tschechoslowakischen Berufsspieler fabelhaftes Können, zumal die Sachsen ihrem großen Gegner alles abverlangten. Mit 3:1(2:0) gewann Sparta durch Tore von Riha, Senecky und Zeman, während Zander den Ehren=, treffer für Leipzig einschoß. chweiz liner hat es verstand n. sich in den leuzten Jahren sehr stark in den Vordergrund zu stellen und es vergeht kaum ein Renntag auf Berliner. Münchener oder Homburger Renndahnen, ohne das Hänschen Frömming einen ader mehrere Sieger steuert. Im vorigen Jahre gelang es Frömming, der schon seit mehreren Jahren Chamvion er deutschen Trabrennjahrer war, einen sensatione### Sonstige Sportnachrichten Aufstiegsspiel Arminia— Alemannia zurückgestellt. Das für den 15. Mai in der Gruppe 2 vorgesehene Fußballaufstiegsspiel zur westfälischen Gauliga zwischen Arminia Bieleseld und Alemannia Dortmund findet an diesem Tage nicht statt und wird an einem noch zu bestimmenden späteren Termin nachgeholt werden. Die Absage erfolgte mit Rücksicht auf die am 15. Mal in Bielefeld auf der Königsbrügge stattfindenden Ausscheldungskämpfe für das Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau. An diesem Tag bestehk in Bielefeld für alle Sportarten Spielverbot. Frömming in Gelsenkirchen Wie wir erfahren, wird der Meisterfahrer am Montag, dem 9. Mai, der Gelsenkirchener bahn einen Besuch abstatten und bei dieser Gelegenheit in mehreren Rennen in den Sulky steigen. Frömming ist eine der polulärsten Erscheinungen auf den europäischen Trabrennbahnen. Der im 28. Lebensjahr stehende Berseltrekord aufzustellen. Er fuhr nicht weniger als 2 Siege und überbot damit den im Jahre 1930 von Charli## Mills aufgestellten Rekord von 205 siegreichen Fahrten ganz erheblich. Es ist immer wieder ein Genuß, den jungen Meisterfahrer im Sulky tätig zu sehen, und es ist zu erwarten, daß die westdeutschen Freunde des Trabersports am Montag, dem 9. Mai. restlos auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn versammelt sind. M un g WA LICHTBURG von ganz Herne mit größter Spannung erwartet! Der Fllm für die Welt! Keute, Freitag, 3 Uhr„Festliche Sremier-“ Protektorat: Kreisleiter Nieper. OLTMPIA „FEST DER VÖLKER“ Erster Film von den Olympischen Spielen Berlin 1936. Gestaltung: Leni Riefenstahl. Hein Auge hat die Olympischen Spielie so klar, so schön, so reich geschen wie die Kamcra, wie der Film von Leni Rleienstahl. Erhebend! Mitreißend! Einmalig! Ein unvergleichliches Erlebnis für jedermann in der ganzen Welt! Der Film erhielt den Staatspreis 1938. Die neueste Ula-Wochenschau zeigt: Die Abreise des Führers aus der Reichshauptstadt nach Italien 88 Früh kommen heilsi: sich einen guten Platz sichern Unsere Vorstellungen beginnen: Wochentags 3 Uhr, Sonntags 2 Uhr. Leizte Hauptabendvorstellung: 8.00 Uhr. Billigster Platz nur 50 Pfa— Erwerbslose wochentags bis 6 Uhr nur 40 Pig. Programm-Anfangszeiten: 3 Uhr, 5.20 Uhr, 8 Uhr.— Olympia: 3.10 Uhr, 5.40 Uhr. 8.25 Uhr. ROBERTTAVOR Neu für Herne! Das Geheimnis des Kampfes gegen den Beherrscher der Unterwelt. Was unter vier Augen beschlossen wurde, soll dem Wohl von Millionen dienen! In geheimer Mission gegen Gangstertum und Korruption! Gefahren über Gefahren! Hochspannung bis zur letzten Szene! Dazu das auserleseoe Beiprogramm: Tierbilderbuch Kulturtilm: „Nachdenklicher Spaziergang“ Fox tönende Wochenschau GLORIAPALAST Lies täglich den Herner Anzeiger Das Ercianis 1938 Nur noch heute, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr in Cafe Stracke Moden-Canz-Revue mit dem glänzenden Kölner Ansager Rud.Haniger und s entzückenden Mädels. Das müssen Sie geschen haben! Apollo Ab Freitag,. den 5 bis Montag. den 9 Mai die hertliche Tonfilm Operette: „Die Landstreicher“ Lachen und Jubeln am laufenden Band bei dem herzerquickenden Humor der Darsteller: Paul Hörbiger, Lucie Englisch, Rudolf Carl. Gretl Theimer, Rudolf Platte. Walter Grüfers, Lee Peukert und andere Lustspiel Kulturtilm Wechenschau Sonnian 2 Uhr Große Kindervorstellung Drückt Ihr Schuh? Wir längen und weiten ihre Schuhe bis zu 2 Nummern: Annahmestelle: Leder-Droste, Herne, Bahnhorstraße 158. Sodingen. 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