* Herner's Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus beacht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebüdr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe 6 Pf., im Cextteil 25 Pf. Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf., Sisser= und Auskunstsgebühr 25 Pf.; Fernspreoer: Sammol=Rummer 52541„ Drahtanschrift: Anzeiger Horue. 1 Nr. 107(Erstes Blatt) Montag, den 9. Mai 1938 34. Jahrgang Zetz=Weltecho. Feierlicher Ausklang der römischen Festtage Der letzte Tag des Führer=Besuches in der Hauptstadt 7 Außergewöhnliche Leistungen der Luftwasse 7 Packende Angriffsoperationen und meisterhafte Kunstflüge 7 Gefechtsübung der Insanterie * Stärkster Eindruck der denkwürdigen Freundschaftskundgebung in Rom Rom, 8. Mai. Die Ansprachen des Führers und des Duce im Palazzo Venezia werden von der gesamten römischen Sonntagspresse als eine hochbedeutsame politische Kundgebung gefeiert, die über den Rahmen konventioneller Reden hinausgehe, und ebenso wie die denkwürdigen Ansprachen Mussolinis und Adolf Hitlers auf dem Berliner Maifeld unmittelbar an die 120 Millionen Italiener und Deutsche sowie an die ganze Welt gerichtet waren. In ihren Schlagzeilen unterstreichen die Blätter die im Palazzo Venezia gesprochenen Worte als eine entschiedene Bekräftigung der deutschitalienischen Freundschaft und der Unerschütterlichkeit der Achse Rom— Berlin und heben in großen Ueberschriften die markantesten Stellen der Reden hervor. Bilder der nach Hunderttausenden zählenden Menge, die sich vor der Piazza Venezia bis zum Colosseum eingefunden hatten, um den beiden Führern begeistert zuzuiubeln, vermitteln einen Eindruck von dieser gewaltigen Kundgebung. Der italienisch=deutsche Pakt sei, wie der Direktor des halbamtlichen„Gkornale d' Italia" betont, feierlich bestätigt worden und bleibe tief und unabänderlich in den politischen Richtlinien der beiden Führer und im Herzen ihrer Völker auf ihrem Wege zu einer leuchtenden Zukunft verankert. Die Macht, die die Soli darität zwischen den beiden Völkern“ im politischen System Europas und dessen kultureller Entwicklung dar stelle, ergebe sich nicht nur aus der Zahl dieses Blocks von 120 Millionen Menschen, sondern aus ihrem Geist. ihren produktiven Kräften und ihren militärischen Tugenden sowie aus der gegenseitigen Achtung, die Mussolini für den Führer und die wiedererstandene Macht Deutschlands und Adolf Hitler für den Duce und die von ihm geschaffene imveriale Wehrmacht Italiens zum Ausdruck gebracht haben. Diese gegenseitige Achtung, die unglücklicherweise von so vielen Seiten Italien und Deutschland versagt wurde, müsse besonders beworgehoben werden. Der Anschluß habe, so betonte das halbamtliche Blatt weiter, im System der deutsch=italienischen Beziehungen ein Element der Unsicherbeit end gültig beseitigt, dagegen keine ihrer lebenswichtigsten Elemente eliminiert. Italien habe den Anschluß als eine natürliche Entwicklung in der Einigung der deutschen Nation betrachtet. Der Anschluß habe der geistigen Solidarität der beiden Revolutionen und der politischen Zusammenarbeit zwischen den Regierungen die geographische Nachbarschaft zwischen Italien und Deutschland hinzugefügt. Diese Nachbarschaft bedinge einen intensiven Austausch von Werten jeder Art. ein unmittelbareres und nützlicheres gegenseitiges Zusammenwirken zweier Nationen, die nach einem jahrtausendelangen Gegeneinanderfluten der Volksmassen endlich in den Alven auf der von Goit vorgezeichneten Grenze die endgültige Linie ihres Gleichgewichts gefunden hätten. Die Funktionen der feierlich bestätigten Achse, die jeden Anlaß zu Zweifeln im Innern ausgeschaltet haben. wendeten sich mehr denn je der Außenwelt und ihren ursprünglichen, der Klärung und dem Aufbau dienenden Aufgaben zu. Mehr denn je zeige sich die Achse in einer unabänderlichen Stärke als ein Werkzeug der Ordnung und als eine Garantie für alle. Wenn Eurova. so erklärt der Direktor des halbamtlichen Blattes abschließend, ein offenes Verständnis aufzubringen vermag. so könne man hoffen, daß die Reden Mussolinis und Hitlers den Auftakt zu einer entsmeidenden Klärung seiner Probleme bilden werden. Paris, 8. Mai. Die Pariser Sonntag=Morgenpresse beschäftigt sich ausführlich und eingehend mit dem weiteren Verlauf des Führerbesuches in Italien und ganz besonders mit den zwischen Adolf Hitler und Mussolini ausgetauschten Trinksprüchen am Samstag Ein großer Teil der Blätter veröffentlicht die Anprachen der beiden Staatsoberhäupter in vollständigem Wortlaut. Von den Worten des Führers heben die Zeitungen vor allem den Ausspruch von dem Block der 120 Millionen Menschen hervor. Im übrigen geben die Trinksprüche den Blättern erneut Anlaß zu uferlosen Kombinationen und Vermutungen über die angeblichen Ergebnisse der Besprechungen und zum Teil äußerst phantasievollen Vermutungen über die Absichten der deutsch=italienischen Politik. Warschau, 8. Mai. Die in Rom zwischen dem Führer und dem Duce gewechselten Trinksprüche stehen im Mittelpunkt des politischen Interesses der polnischen Presse. Alle Blätter berichten über die Trinksprüche ausführlich, einzelne geben ihren Wortlaut wieder. „Gazeta Polska“ schreibt, im Lichte dieser beiden Reden sei die Tatsache unbestreitbar, daß der Anschluß die Achse Rom—Berlin nicht zerbrochen, sondern daß er nielmehr neue Motive und eine neue Erundlage für die italienisch=deutsche Zusammenarbeit geschaffen habe. Der Wille, die von Mussolini im September in Berlin verkündete Freundschaft getreulich zu pflegen, sei bestätigt worden. London, 8. Mai. Die Spannung, mit der die Reden des Führers und des Duce in London erwartet worden sind. findet in der Tatsache ihren Niederschlag, daß bereits die ersten Ausgaben fast aller Sonntagsblätter in aroßer Aufmachung den Wortlaut beider Reden bringen, obwohl diese erst gegen 11 Uhr abends endgültig bei den Zeitungen vorlagen. Kommentare zu dem Redenaustausch zwischen Führer und Duce bringt die Londoner Sonntagsvresse noch nicht Sie besaßt sich vielmehr mit allgemeinen Spekulationen üiber die politischen Beratungen in Rom. Der britische Königsbesuch in Paris vom 28. Juni bis 1. Juli London, 8. Mai. Das Programm für den Besuch König Georgs VI. und der Königin in Paris wurde um Sonntag amtlich bekanntgegeben. Der Besuch wird demdach vom 28. Juni bis 1. Juli dauern. Rom, 8. Mai. Der letzte Tag des Führer=Aufenthaltes in Rom ist mit strahlendem Sonnenschein angebrochen. Das belle Licht der Sonne fällt auf die Gärten und Terrassen des Königsvalastes. Auf dem Arkadenhof steht der Wagen des Führers bereit. Die Minister und Reichsleiter haben zum Teil schon die Fahrt angetreten zu der großen Militärschau, die wegen des Unwetters auf Sonntag verlegt werden mußte und heute das Hauptereignis bilden wird. Um 8.30 Uhr verläßt der Führer durch das Ehrenspalier der italienischen Gebirgsartillerie, die seinen Weg säumt. den Quirinalvalast. Durch den schönen Morgen tönt ins Rauschen der Fontänen am Obelisk auf der Piazza schmetternd die Musik der Wache. Der Führer im offenen Wagen sitzt zur Rechten Seiner Majestät des Königs und Kaisers. In schneller Fahrt geht es die Straße des 24. Mai hinunter, zu dem großen Schauspiel, das die befreundete Militärmacht Italien dem Obersten Besehlshaber der deutschen Wehrmacht bietet. Gegen 10 Uhr traf der Führer in Begleitung Seiner Majestät in Furbara ein. Das großartige Programm der Uebungen der italienischen Luftwarse zu Ehren des Führers und Reichskanzlers ist am Sonntagvormittag auf dem Flugfeld in Furbara in der Nähe von Civitavecchia bei prächtigstem Sonnenschein in der gläuzendsten Weise abgewickelt worden. Es zerfiel in zwei Teile, einmal in überraschend schöne Kunstflüge in großen Verbänden und zum anderen in eine kriegsmäßige Angriffs= und Abwehroveration unter Einsatz der modernsten Flugzeuatyven und Bomber Italieno. Die Durchführung dieses Programms, zu dem über 400 Flugzeuge aus allen Teilen Italiens eingesetzt worden waren, nahm nicht ganz eine Stunde in Anspruch. Ein Geschwader von 25 Flugzeugen überquerte in der geometrisch genau eingehaltenen Form eines Hakenkreuzes unter dem stürmischen Beifall aller Anwesenden das Flugfeld und kreuzte dann noch einmal in der Form des faschistischen Rutenbündels über dem Platz, auch diesmal allgemein von begeisterten Kundgebungen begrüßt. Die Kunstflieger zeigten die völlige Vertrautheit des italienischen Fliegers mit seiner Maschine, ja nachgerade ein Verwachsensein von Mann und Maschine. Auflösung und Wiedervereinigung der einzelnen Formationen erfolgte mit spielender Leichtigkeit und in verblüfsend kurzer Zeit. Die an die Piloten bei den Massenkunstflügen gestellten Aufgaben waren bei der Einhaltung engster „Tuchfühlung“ voller Gefahren, da auch das kleinste Versehen oder der kleinste Fehler zur Katastrophe geführt hätte. Die Tatsache, daß trotz der ungemein schwierigen Aufgaben, die gerade bei diesem Manöver gestellt waren, auch nicht der kleinste Unfall sich ereignete, zeugt von der Kaltblütigkeit der Flieger und ihrer Nichtachtung der Gefahr. Die vollkommene Beherrschung der Maschine trat aber noch offensichtlicher bei den ausgesprochenen Kunstflügen in Erscheinung. Die gleichen erstaunlichen und bewundernswerten Leistungen wie bei den Kunstflügen ergaben sich bei den kriegsmäßigen Angriffsoperationen. Es wurden verschiedene Angriffsziele, wie Truppen= und Nachschubkolonnen. Materialdevots. Verteidigungsstellungen. Wersten und Hasenanlagen sowie im Hasen liegende Schiffe mit einigen hundert Tonnen hochexplosiver Bomben mit stärkster Sprengwirkung belegt, wobei fast immer schon beim ersten Angriff die größte Treissicherheit erreicht wurde. Die beiden im Hafen liegenden Handelsdampfer bekamen schon mit den ersten sechs Bomben der ersten Dreierstaffel schwere Schlagseite, die bei den nächsten zwei Angriffen. die Schlag auf Schlag von zwei zu zwei Minuten folgten, immer bedenklicher wurde. Gleichzeitig gab die italienische Luftwaffe eine praktische Demonstration ihrer Theorie des blitzartigen Angrisses in kurz gestaffelten Abständen. Der Bombenabwurf aus 2000 Mtr. Höhe ging mit der gleichen Eraktheit und Trefssicherheit vor sich, wie aus geringen Höhen. Wie bereits die Flottenmanöver im Golf von Neavel. so gehören auch die Vorführungen der italienischen Luftwafse sowohl hinsichtlich der Zahl wie der angewandten Kampfmethoden zu den stärksten Eindrücken von den zahlreichen Veranstaltungen, mit denen das faschistische Italien den Führer und Reichskanzler ehrt. Nach Abschluß der Paradeübungen hat der Führer Seiner Majestät Viktor Emanuel III. und dem italienischen Regierungschef und Luftfahrtminister Mussolini seine Bewunderung für die Leistungsfähigkeit der italienischen Luftwaffe und ihrer Offiziere ausgesprochen. Kriegsmäßiges Gefecht in der Campagna Mustergültige Zusammenarbeit aller Wassengattungen Der Führer Gast des Kaisers und Königs Die Fahrt zur Gefechtsübung der italienischen Wehrmacht führt in die römische Campagna. Die Via Aurelia schlängelt sich durch das saftige Grün der nach dem gestrigen Regen im Sonnenschein erwachenden Landschaft Sie folgt der alten römischen Straße nach Turin. Die wenigen Ortschaften. die berührt werden, sind festlich geschmückt und ihre gesamte Bevölkerung jubelt den hohen Gästen zu. Die Campagna=Bauern sind zu Ehren des Tages mit dem Besten aufmarschiert, was sie zu bieten haben. Hoch zu Roß stehen sie an den Straßen; bekränzte Gespanne und beladene Erntewagen stehen neben sauber geputzten landwirtschaftlichen Maschinen und Traktoren. Zwischen Weiden. Korn= und Artischockenfeldern geht die Fahrt durch ein Gebiet der vollständigen Urbarmachung Italiens. Durch eine riesige Ehrenpforte und ein Spalier der faschistischen Jugendverbände, die Fahnen schwenkend und jubelnd die Ehrengäste empfangen, geht es hinauf in das hügelige Gelände zum Beobachtungsstand. Das gut sichtbare Uebungsgelände gliedert sich vor ihm landeinwärts in mehrere Hügelketten, die in verschiedener Richtung von Tälern durchzogen werden. Das Signal kündigt um 11.40 Uhr die Ankunft des Führers und Mussolinis an. Die neben dem Beobachtungsstand haltende Kavallerieschwadron erweist die Ehrenbezeugungen. Der Führer und Mussolini werden von der hohen Generalität empfangen. Man sieht neben ihren Begleitern den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht General der Artillerie Keitel und die italienischen Marschälle Graziani und de Bono. Weiter abseits steht der abessinische Ras Gugsa mit seinem Gefolge in bunten Trachten. Wenige Minuten später ertönt ein neues Signal. Der König betritt den Beobachtungsstand. Die Manövergäste lassen sich die bevorstehende Gesechtsübung erklären. Das Manöver zeigt die letzte Angriffsphase einer Kolonne aus zwei Bataillonen im Rahmen der Gefechtshandlung einer Infanteriedivision und soll beweisen, daß eine modern ausgerüstete Insanteriedivision, die mit dem Feind in Berührung geraten ist, ausschließlich mit eigenen Kampfmitteln in die Ausgangsstellung zum Sturm auf die feindliche Linie vorrücken kann. An der Gefechtsübung nimmt ein Bataillon in vorderer Linie und das 2. Bataillon in Reserve teil. Auf ein Signal machen sich die im Gelände verteilten Abteilungen des Angreifers für den Beobachter durch Fähnchen und Tafeln als Schützen=, Maschinengewehr=, Minenwerferzüge kenntlich. Ein Augenblick noch, dann steigt eine rote Rakete zum Himmel. und sofort setzt das Trommelfeuer der Artillerie auf die feindliche Stellung ein. Es wird scharf geschossen. Brausend jagen die Granaten heran und schlagen krachend in die auf den gegenüberliegenden Hügeln errichteten feindlichen Stellungen ein. Hochausspritzend wirbeln Der Führer auf der Fahrt zum Palast der Senatoren Am Freitagabend bereitete der Gonverneur von Rom dem Führer im Palast der Senatoren einen großen Empfung. an dem die Elite von Staat und Partei sowie der Aristokratie Italiens teilnahm Unser Bild zeigt den Führer und Reichskanzler in der Galakutsche mit dem italienischen König auf der Fahrt zum Palast. Der Wagen war eskortiert von Königskürassieren. GSeberl-Bilde Steine und Erdreich durch die Luft, während sich das Gelände mit Rauch überzieht. In das Krachen des Artilleriefeuers mischt sich plötzlich das Tacken der M6s. und die dumpfen Knalle der Minenwerfer. deren Geschoßbahnen durch Leuchtmunition sichtbar sind. Die Infonterie rückt. die Wirkung des Artillerieniederhaltungs= feuers ausnützend. langsam vor. Das Gefecht wird dann weiter kriegsmäßig mit Einsatz aller Wassen, zuletzt der Kampfwagen. weiter entwickelt. Die Uebung dauerte etwa eine halbe Stunde. Der König und Kaiser. der Führer und Mussolini verlassen den Beobachtungsstand und begeben sich nach Santa Marinella, wo sie von der gesamten Bevölkerung mit unbeschreiblichem Jubel empfangen zwerden. Zu beiden Seiten der Straße ist die Jugend ausmarschiert und jubelt den Gästen zu. Riesige Spruchbänder enthalten Willkommensgrüße an den König, den Führer und den Duce. Nach Abschluß der militärischen Uebungen folgte der Führer und Reichskanzler einer Einladung Seiner Majestät des Königs und Kaisere zum Frühstück in der Villa Rospigliosi. unmittelbar am Meer in Santa Marinella. An der Veranstaltung nahmen außer dem König und Kaiser und dem Führer der Duce, der Kronprinz, die hohen faschistischen Persönlichkeiten, insbesondere die Generalität und die den Führer begleitenden Reichsminister. Reichsleiter und Staatssekretäre teil. Bei strahlendem Sonnenschein bot sich den deutschen Gästen in der in einem wundervollen Park gelegenen Villa am Tyrrhenischen Meer ein herrliches Bild. Gegen 14 Uhr begaben sich der König und der Fuhrer sowie der Duce und die übrigen Gäste wieder nach Rom zurück. Die Bevölkerung der Ortschaften an der alten römischen Heerstraße. der Via Aurelia, grüßten den König und seine deutschen Gäste sowie den Duce überall auf der Fahrt mit spontaner Herzlichkeit. Festliche Kundgebung im Forum Mussolini Rom, 8. Mai. Um 19.45 Uhr verlassen der Führer und Mussolini den Quirinal, um sich in Begleitung der Reichsminister und Reichsleiter und der italienischen Minister zum Forum Mussolini im Norden Roms zu begeben. Ein wundervoller warmer Maiabend senkt sich über Rom. während das taghell erleuchtete Forum Mussolini. das von einer unübersehbaren Menge bis hinauf zu den Höhen des Monte Mario und der Farnesina umgeben ist. Hitler und Mussolini aufnimmt. Der Führer und der Duce danken für den jubelnden Empfang der Menge. Aus aber tausend Kehlen klingt der faschistische Heilruf „Eja. Eja Alala!“ für den Führer emvor und mischt sich in die Klänge der Nationalhymnen. Nun wird das Forum Mussolini verdunkelt. 5000 Fackelträger der Avanguardisten marschieren ein und bilden flammende Hakenkreuze. In leuchtenden Buchstaben schreiben sie ein rienges„Heil Hitler!" Der Führer erhebt sich und dankt für diese Kundgebung. Dann wird der Gruß„Viva il Duce!" sichtbar. Beifallsstürme für beide Ehrengäste folgen. Zu den Fechtübungen mit dem Dolch nehmen die Avanguardisten in Form eines großen Schachbrettes Aufstellung. Danach tritt die faschistische Frauenakademie von Orvienco ein. Das Schauturnen der Schülerinnen der faschistischen Akademie. der sväteren Lehrerinnen, in deren Hand die körverliche Ertüchtigung der jungen Italienerinnen liegen wird, besteht aus gymnastischen Uebungen und Kampfvorführungen. Dann marschieren in sechs großen Abteilungen die Schüler der faschistischen Akademie von Rom auf. um sich mit größter Schnelligkeit in zwölf Abteilungen zu grupvieren. Weithin schallen die Kommandos aus den Lautsprechern. Mit unübertrefflicher Exaktheit führen sie verschiedene Bewegungen aus. um plötzlich drei große schwarz=weiße Hakenkreuze zu bilden. Aus der Menge ertönt es in Sprechchören: Hitler. Hitler. Hitler! Der Führer steht auf und dankt. Auch Mussolini erheht sich und stimmt in den Beifall für Adolf Hitler ein. Ein kurzer Augenblick— und an Stelle der drei großen Hakenkreuze werden 16 kleine Hakenkreuze sichtbar. Immer wieder dringt der Ruf„Hitler. Hitler— Duce— Duce!“ über das weite Rund des Stadions. Dann folgt ein Vorbeimarsch der Akademie=Schüler im Passo Romano(Römischen Schritt), mit stürmischem Beifall begrüßt. Der zweite Teil des Abends wird durch die Aufführung des zweiten Aktes der Oper„Lohengrin" ausgefüllt. Die Darbietung wird mit ungeheuerem Beifall ausgenommen. Die Scheinwerfer flammen wieder auf und erleuchten das ganze Stadion taghell. Wieder dröhnt das von allen Anwesenden ausgenommene„Eja, Eja Alala“ über das Feld. Die Nationalhymnen schließen die Vorführungen auf dem Forum Mussolini ab. Der Führer und der Duce verlassen das Stadion, um sich in die Villa Madama zur Abendtafel zu begeben. Von der Terrasse der Villa aus beobachteten sie Riesenfeuerwerk, das den Abschluß des Tages bildete. Ein Gennegruß an den Stadtkommandanten von Wien Paderborn, 8. Mai. Das Offizierskorps des Kavallerieregiments Nr. 15 hat jetzt durch einen Paderborner Kunstmaler ein imposantes Großgemälde schaffen lassen. das dem früheren Regimentskommandeur. Oberst Graf von Rothkirch, der bekanntlich als Stadtkommandant von Wien eingesetzt wurde, als Abschieds= und Erinnerungsgabe überreicht werden soll. Das Bild stellt einen Ausschnitt aus dem Reiter= und Jagdleben der Senne dar. dessen Pflege dem weitbekannten Turnierreiter Graf von Rothkirch besonders am Herzen lag. Auf dem Gemälde, das dem Beschauer das„Sammeln“ der Hubertusjagd zeigt, wurden unter den feldgrauen Teilnehmern der Jagdgesellschaft dem Jagdherrn die Züge des jetzigen Wiener Stadtkommandanten verliehen. Mehr als ein Siebtel des Volkes lebt vom Handwerk Ler Ausschwung des Handwerks unter nationalsozialistischer Führung 7 1.60 Millionen Betriebe am 1. April 1937 4.65 Millionen Beschäftigte 7 Bereitstellung von Facharbeitern 7 Die neuen Werkstoffe; Nicht alles mit einem Mal Großkundgebung des Handwerks Frankfurt, 8. Mai. Der„Tag des deutschen Handwerks“ erreichte am Sonntagmittag mit einer Großkundgebung in der Frankfurter Festhalle seinen Höhepunkt, in deren Mittelpunkt die richtungweisenden Reden des Reichswirtschaftsministers Funk und Reichsorganisationsleiters Dr. Ley standen. Die prächtig geschmückte Festhalle war bis auf den letzten Platz von den Vertretern des gesamten Handwerks aus dem Reich und zahlreichen Vertretern aus dem Auslande gefüllt. Nach dem Fahneneinmarsch begrüßte Gauamtsleiter Gamer die Gäste, unter ihnen Handwerksvertreter aus 16 europäischen Staaten. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger entbot den Willkommensgruß des Gaues HessenNassau. Anschließend sprach Reichsminister Funk Er überbrachte zunächst die Grüße des Führers sowie des Ehrenmeisters des deutschen Handwerks. General= feldmarschall Göring, und sprach dann über„Die Stellung und die Aufgaben der Handwerker im nationalsozialistischen Staat“. Einleitend wies der Reichswirtschaftsminister auf die große kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung des deutschen Handwerks in einer fast 1000jährigen Entwicklung hin und betonte, daß die Zeiten, in denen man das Handwerk als den„abstervenden" Teil der Volkswirtschaft betrachtete, durch den Nationalsozialismus endgültig überwunden worden seien. Nachdem Reichominister Funk die besondere Stellung der altehrwürdigen Handwerkerstadt Frankfurt a. M. und ferner des wieder zum Reiche zurückgekehrten deutschen Oesterreichs in der Geschichte des deutschen Handwerks eingehend gewürdigt hatte, führte er zur gegenwärtigen Lage des Handwerks übergehend u. a. folgendes aus: „Im Handwerk finden wir eine glückliche Verbindung von Arbeit und Besitz, zwei Begriffe, die der Nationalsozialismus zu einer ganz besonderen Bedeutung erhoben hat. Die Arbeit ist für uns das Grundelement des Staatslebens. Aus der Arbeitsgemeinschaft erwächst die Volksgemeinschaft, der wir alle ohne Ausnahme verpflichtet sind. Der durch Arbeit gewonnene Besitz, das Privateigentum, ist für uns ein unantastbares Gut des Volksgenossen, das er zum Wohle der Gesamtheit zu verwenden hat. Die deutschen Menschen sollen nicht von Renten, sondern von der Arbeit leben. Der Handwerksmeister ist Arbeiter und Eigentümer zugleich. Er erfüllt damit eine doppelte Funktion in der Volksgemeinschaft und nimmt deshalb auch eine besonders wichtige Stellung im Wirtschafts= und Sozialleden des Staates ein. Der nationalsozialistische Staat hat, von dieser Grundauffassung aus, eine besondere Pflicht, das Handwerk zu fördern, zumal diese Verpflichtung bereits im Parteiprogramm der NSDAP. verankert ist.“ Unter dem Einfluß marxistischer Theorien habe man— so erklärte Reichsminister Funk weiter— geglaubt, daß mit der Ausdehnung der kapitalistischen Produktionsmethoden bald die letzte Stunde des Handwerks geschlagen habe. Eine Ansicht, die von der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik völlig widerlegt worden sei. Als machtvoller Pfeiler der schaffenden Kräfte finde die Bedeutung des Handwerks in seiner wohlgefügten Organisation sichtbaren Ausdruck der von ihm im Rahmen der deutschen Volkswirtschaft zu lösenden wichtigen Aufgaben— besonders auch im Vierjahresplan— die seinen Bestand für alle Zeiten sicherten. Eine Reihe von Produktionsleistungen von entscheidender Bedeutung für das tägliche Leben und das Funktionieren der Volkswirtschaft könnten weder von Industrie, Handel oder Landwirtschaft allein vollbracht werden, während das Handwerk auf einer Reihe von Produktionsgebieten allein den Markt beherrsche. Als schlagendes Beispiel hierfür erwähnte Reichsminister unk u. a. die Nahrungsmittelversorgung der Großstädte, in denen die Nahrungsmittel handwerke eine der wichtigen und breiten Säulen bildeten. auf denen der gesamte Stand des Handwerks ruhe. Dies gelte aber nicht nur dort, wo Erzeuger und Verbraucher beisammen wohnen müssen, sondern auch überall, wo zwischen beiden ein besonders enger persönlicher Kontakt bestehe, wie etwa dem Friseurgewerbe, dem Schneider= und Putzmacherhandwerk, bei den Möbeltischlern, Buchbindern usw. sowie großen Teilen des Bauhandwerks Gerade heute in der Blütezeit der Wert= und Qualitätsarbeit habe das Handwerk besondere Aufgaben zu erfüllen. Die als Anbringungs= und Reparaturgewerbe bezeichneten Handwerkszweige bewiesen schließlich — so beendete der Reichswirtschaftsminister diesen Teil seiner Ausführungen— daß zwischen Industrie und Handwerk keine Feindschaft zu bestehen brauche. Beide würden sich vielmehr auf das Beste erganzen, und die wirtschaftliche Entwicklung dieser Handwerkszweige beweise am besten, wie notwendig für das wirtschaftliche Ganze die spezifische Leistung des Handwerks sei. „Diese kurzen Schlaglichter auf die Funktionen des Handwerks innerhalb des volkswirtschaftlichen Produktionsprozesses mögen genügen“— fuhr der Minister fort—„um die großen Aufgabengebiete aufzuzeigen, mit denen der Handwerker auch in Zukunft rechnen muß. Für die Volkswirtschaft und die Volksgemeinschaft kommen aber noch andere Aufgaben hinzu, die besondere Anforderungen gerade an das Handwerk stellen!“ „Einem großen Teil unserer gelernten Arbeitskräfte in der gewerblichen Produktion, die nach wie vor das Fundament der Wirtschaft bilden, ist das Handwerk von je die berufene Ausbildungsstätte gewesen. Es wird auch weiterhin so bleiben müssen. Im Handwerksbetrieb ist der Meister in einer Person Produzent, Kalkulator. Einkäufer und Verkäufer. Und so werden hier durch Beispiel und Anschauung unmittelbar dem jungen Menschen die Grundlagen jenes Denkens beigebracht, die das Wesen der Wirtschaft ausmachen. Das Handwerk ist und bleibt zusammen mit dem Handel und der Landwirtschaft der Grundstock des selbständigen Mittelstandes in unserer Volksgemeinschaft, der in dem sozialen Aufbau die Stufe des sozialen und wirtschaftlichen Aufstiegs für den einzelnen bildet. Wenn wir uns diese Stellung und diese Bedeutung des Handwerks im nationalsozialistischen Staate vergegenwärtigen, so erkennen wir auch sogleich, wie stark die Aufgaben, die die Deutsche Arbeitsfront hat, auf die Handwerkspolitik hinübergreifen müssen. Die Deutsche Arbeitsfront soll eine Gesinnungs= und Leistungsgemeinschaft aller in der Wirtschaft tätigen Menschen herbeiführen und in dieser Gemeinschaft den sozialen Frieden sichern. Die Deutsche Arbeitsfront nimmt damit zunächst eine Aufgabe wahr, deren Führung der Partei zusteht, nämlich die Aufgabe der Menschenführung, der Erziehung der Menschen zu den Idealen des Nationalsozialismus. Der nationalsozialistische Staat bestimmt die Formen und den Inhalt des politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens der Volksgemeinschaft; er ist also verantwortlich für die Staats=, Wirtschaftse. Sozial= und Kulturpolitik. Die Deutsche Arbeitsfront will den arbeitenden Menschen in seiner Arbeit glücklich machen, sie will seinen Arbeitsplatz verschönern, ihn zur Liebe zu seiner Arbeit erziehen, den Kameradschaftsgeist in den Betrieben pflegen und durch Gemeinschaftsorganisationen dem arbeitenden Menschen. ganz gleich ob Unternehmer oder Arbeiter, Erholung, Wissen und Lebensfreude vermitteln. Auf dieser Grundlage wird eine erfolgreiche und reibungslose Zusammenarbeit zwischen Arbeitsfront und Staat erreicht werden, indem beide im Rahmen ihrer gesonderten„Aufgaben dem gemeinsamen Ziele dienen, der Herbeiführung einer Einheitsfront aller in der Wirtschaft tätigen Menschen in einer, nämlich der nationalsozialistischen Gesinnungs= und Arbeitsgemeinchaft, um Führer und Volk zu dienen und durch Arbeitsreude und Arbeitskraft die Arbeitsleistung immer mehr zu steigern. So muß es auch im deutschen Handwerk werden. Und gerade dieser Tag des Deutschen Handwerks steht im Zeichen dieses Gemeinschaftsgeistes. Von ihm soll eine neue Epoche der Handwerkspolitik im Deutschen Reiche ausgehen, zum Segen des deutschen Handwerks und des deutschen Volkes.“ Die wirtschaftliche Stellung des Handwerkes habe erklärte Reichsminister Funk weiter, unter nationalsozialistischer Führung einen bedeutenden Ausschwung zu verzeichnen, auch wenn diese Bedeutung durch statistische Vernachlässigung in der Oeffentlichkeit z. T. noch nicht entsprechend gewürdigt werde. An Hand einiger Zahlen aus Untersuchungen des Reichsstandes des Deutschen Handwerkes unterstrich der Minister die Größe und Bedeutung des Handwerkes, das bei der letzten Erhebung— am 1. April 1937— in Deutschland 1 604 588 Betriebe einschloß, eine Zahl, die sich durch die Wiedervereinigung mit Oesterreich auf 1,86 Millionen Betriebe erhöhte. In diesen 1.6 Millionen Handwerksbetrieben waren ungefähr 4,65 Millionen Menschen beschäftigt, sodaß die Gesamtzahl aller Beschäftigten im Handwerk über ½ aller in Handwerk und Industrie zusammen tätigen Personen ausmache. Rechne man hierzu noch die Familienangehörigen, so könne festgestellt werden, daß mehr als ein Siebtel der gesamten Bevölkerung zum Handwerk gehöre und von ihm lebe. Ein weiterer Maßstab seien die Umsätze des Handwerkes, die nach den Berechnungen des Institutes für Konjunkturforschung im Jahre 1937 etwa 18 Milliarden gegen 10 Milliarden im Jahre 1932 betrugen. Mit Einschluß der gezahlten Löhne und der Vergütung des Betriebsinhabers für eigene Leistung stehe das Handwerk mit einer Wertschöpfung in der Größenordnung von 6 Milliarden RM. an sehr beachtlicher Stelle innerhalb der gesamten volkswirtschaftlichen Wertschöpfung, an der es mit rund ein Zehntel beteiligt sei. Die Lohnsumme des Handwerkes mit rd. 3 Milliarden könne sich sehr wohl neben der der Industrie sehen lassen, die im vergangenen Jahre über 12 Milliarden RM. Löhne gezahlt habe. Die Handwerksumsätze kämen heute an den Höchststand im Jahre 1929 heran; das Krisentief sei um rund 100 v. H. überschritten. Da die Preise für handwerkliche Erzeugnisse und Leistungen im genzen genommen unter dem Stand von 1929 liegen, könne man damit rechnen, daß mengenmäßig die Umsätze und Eine Ausstellung für den Urlaub „Reisen, Wandern, Wasserfahren".— Erste Sonderausstellung der Reichsgartenschau Essen eröffnet. Essen, 8. Mai. Samstag vormittag wurde im Rahmen der Reichsgartenschau Essen 1938 die erste Sonderausstellung.„Reisen, Wandern, Wasserfahren“, eröffnet. Die Ausstellung gibt einen Ueberblick über all die Dinge, die mit Freizeitgestaltung. Urlaub, Erholung, Reisen, Wandern, vor allem aber mit den Leibesübungen aller Sportarten zusammenhängen. Besonders eindrucksvoll sind die Ausstellungsabteilungen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, des RSFK., des Landesfremdenverkehrsverbandes Rheinland, der Deutschen Reichsbahn und der Deutschen Lufthansa. In der Mitte der Halle, die mit vielen bunten Wimpeln geschmückt ist, zieht eine schnittige Segeljacht den Blick an. In den Kojen und Ständen zahlreicher Firmen findet man alles, was für den Reisenden, den Wanderer, den Wasserfahrer nützlich und angenehm ist und was der Sportler braucht. Hier sieht man einen Wochenendanhänger für Kraftwagen, dort ein schmuckes Wochenendhäuschen und Einrichtungen für den Garten, Wochenend=, Wander= und Badeausrüstungen, Atlanten, Globen, Boote, Sportausrüstungen und=geräte, Grammophon=, Rundfunk= und Photoapparate, Kleidungsstücke, Kosmetische Mittel und Apparate, Erfrischungen, Nährmittel und vieles andere mehr. Die Ausstellung ist geöffnet bis zum 22. Mai. Unerhörte Tierquälereien Versmold, 8. Mai. Ueber die grauenhaften Tierquälereien des inzwischen verhafteten jüdischen Viehhändlers Steinfeld aus Versmold erfahren wir noch, daß die Polizei auch im Stall des Juden drei völlig heruntergekommene Kühe vorfand, von denen zwei sofort einer Abdeckerei zugeführt werden mußten. Einen besonderen Schwindel leistete sich Steinfeld noch dadurch, daß er ein in seinem Stall verhungertes Rind als an der Maulund Klauenseuche verendet angemeldet hatte, um die Entschädigung aus der Provinzialkasse zu erhalten. Gasvergiftung im Badezimmer Rheyot, 8. Mai. Durch eine Gasvergiftung fand im Badezimmer eines Hauses am Hindenburgwall eine 28jährige Haustochter den Tod. Man nimmt an, daß das Mädchen sich ein Bad bereiten wollte. Es hatte wahrscheinlich den Gashahn schon geöffnet, dann aber einen Schwindelanfall erlitten, ehe es das Gas entzünden konnte. Ein Lastkahn gesunken Wesel, 8. Mai. An der linksrheinischen Baggerstelle Husen oberhalb Rees wurde der etwa 800 Tonnen große Lastkahn„Rhenania“ von der Baggermaschine aus mit Kies beladen. Plötzlich brach das Schiff in der Mitte durch und sank in wenigen Augenblicken. Die Erschütterung war so stark, daß beinahe die Baggermaschine gekentert wäre. Die Schiffsbesatzung konnte sich durch Ueberspringen retten. Vom Wrack ragen Bug und Heck aus dem Wasser empor. Ueberfall auf die Vergangenheit Roman von H. PASSER Copyrisht dr Verlas Oskar Meister. Werdau I. Sa. 26. Fortsetzung. Sechzehntes Kavitel. Titti ist stolz. Ueber alle Maßen stolz. Stolz auf den Amade. dessen Orchestersuite im Rahmen eines großen Rundfunkkonzertes mit erstklassigem Programm von London Regional gesendet worden war. Es war ein ganz großer Erfolg. Und auch die Uebertragung an sich war wunderbar gewesen. Man hat sie in Purkersdorf genossen. Bei den Metzners. Dort herrscht za überhaupt das große Glück der Jungvermählten. Und das ist auch wieder etwas für Tittis warmherzige Mitfreude. Stolz über alle Maßen ist sie aber— wieder einmal — auf den vergötterten Vater. „Die Zeitungen sind ja voll von deinem Herrn Papa!“ hat auch Hella Spöhr heute bewundernd gesagt. Natürlich. Professor Ulfers ist die wichtigste Persönlichkeit der so überaus wichtigen internationalen Aerztetagung in Amsterdam.„Der hervorragende Wissenschaftler“.„der begnadete Chirurg".„die Kavazität auf dem Gebiet der Krebsforschung". So und ähnlich wird Benedikt Ulfers in den Berichten bezeichnet, die nicht nur die Fachblätter über den derzeitigen Kongreß bringen. Daß der Vater einen aufsehenerregenden Vortrag gehalten hat. weiß Titti überdies durch das Füchslein, das während des Professors Abwesenheit von Wien Labor und Sprechstunde hütet. Titti stellt sich hin und wieder zu einem kleinen Schwatz bei Regina ein. an die sie sich während der Sommertage in„Valerienruh" recht angeschlossen hat. „Weißt du. Musch. das Füchslein bietet mir ein schönes Gleichgewicht gegenüber meinen ausschließlich musikbeflissenen Freunden,“ erklärt sie der Mutter, die das sehr gut begreift. Auch Evelyn hat viel übrig für die maßvolle Art des ebenso klugen wie tapferen Mädchens und für deren zwar nie mit Worten ausgesprochene, darum aber do stark empfundene, bedingungslose, treue Anhänglichkeit an das Haus Ulfers. Sie sieht Regina gern bei sich, wann immer es sich fügt, daß diese sich dem Familienkreis zugesellt. Aber heute erschrickt sie, als Stasi kopfschüttelnd meldet. die Hoevelsche habe angerufen. Sie sei in einer Viertelstunde da. Man möge keinesfalls fortgehen, sondern sie unbedingt erwarten. „Was ist?“ forscht Evelyn ängstlich. „Weiß net.“ Stasi suckt die Achseln.„War so komisch. das Frauenzimmer. Aber heute soll ja der Herr kommen. Vielleicht ist da was Besonderes zu bestellen.“ Und dann steht Regina. blaß und verstört, vor der Boticellifrau und müht sich vergebens um Worte. „Bleiben Sie da. Stasi!“ hat sie nur hervorgestoßen. als die Alte das Zimmer verlassen wollte und hat dabei gleichsam hilfesuchend deren Arm umklammert. „Mein Mann...?“ haucht Evelyn, böser Abnungen voll. Regina nickt schwer. „Reden S'. um Christi willen, reden S'!“ herrscht Stasi sie an. „Ja.“ schluckt die Hoevel.„Ein Unglück... mit dem Flugzeug... in Bergen on Zoom... Notlandung Man hat es in die Sprechstunde telephoniert...“ „Wa? Was?“ „Der Professor „Lebt er?“ „Ja, aber ja!... Er ist doch nur verletzt! Brandwunden... Ist schon in der Klinik untergebracht... sehr gut untergebracht... in Amsterdam sind ja noch die ersten Mediziner versammelt!". „Gottlob!“ „Aber... er wird wohl overiert werden müssen.“ „Lebensgefährlich?“ „Nein. nein... das nicht...“ „Aber...?“ „Es... wird sich wohl nicht umgehen lassen... um einer Sepsis vorzubeugen... den... den Arm zu amputieren... den rechten Arm Evelyn taumelt. Regina und Stast wollen zuspringen. Da hören sie einen Aufschrei, so jammervoll, daß es sie jäb herumreißt und erstarren läßt. Titti steht in der Türe. Das seine Gesichtchen zersetzt. es Feuer in den Augen. Und noch einmal reißt schüttelndes Grauen ihren Mund zu einem zweiten. elementaren Hilferuf auf. Aber er bricht ab in einem matten Aechzen, wie eine Orgelpfeife ohne Luft... Da vergißt Frau Evelyn das eigene. wehe Entsetzen. Die Mutter ist zur Stelle, die mit zärtlicher Behutsamkeit ihr Kind an ihr Herz nimmt. Siebzehntes Kapitel Geballte brodelnde Nebel stehen über Amsterdams Grachten. Auf dem Rokin schwimmen Eisschollen, und auf den Eisschollen schreien Möwen. Mit der feuchten Luft atmet man bleierne Schwere und Freudlosigkeit ein. besonders im Winkellaborinth der engen Kanäle und dunklen schmalen Gassen mit ihren runzligen, schmutzigen Häusern. Auf dem schönen freien Platz des Leidsche Plein weicht dieses niederziehende Gefühl der Beklemmung. Und als Evelyn. von ihrem Ausgang heimkehrend. das Hotel„Majestik“ betritt, in dem sie seit des Gatten körperlicher Genesung und Entlassung aus der Klinik mit diesem wohnt. bringt sie doch wieder ein Lächeln zustande. Dieses Lächeln, das zum Halt des Mannes geworden ist, den grausame Willkür seines Lebensinhaltes beraubt und zum hilflosen Krüppel geschlagen hat. Das Leben des schwer Verletzten ist gerettet worden. Auch seine organische Gesundheit war unversehrt geblieben. Desgleichen die Kraft seines Geistes. Aber der rechte Aermel seines Antugs hängt schlaff herab. Der geniale. Chirurg ist als Einarmiger ein— Nichts und seine Lebensgrundlage vernichtet. „Lebender Leichnam!“ hat er ausgerufen, damals. als ihm bewußt wurde, was geschehen war. Doch nach dieser einen Unbeherrschtheit hat er sich nie wieder gehen lassen. Mit übermenschlicher Kraft hat er sich bezwungen. Um der Frau willen. die nicht von seinem Krankenlager gewichen ist, all die schweren Wochen hindurch. Wochen waren es. in denen das Leben weiterging. unbeirrt, ohne Aufenthalt. Wochen, in denen nach den ersten sensationellen Mitteilungen über jene Flugzeugkatastrophe, die den Pilot das Leben gekostet und den berühmten Professor der Medizin seines rechten Armes beraubt hatte, das große Interesse der Umwelt daran naturgemäß erlosch: andere Ereignisse. im ewigen Wechlel sich ablösend. lenkten die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich und beschäftigten sie. Denn dieses ist der Welten Leistungen des Handwerks den früheren Höchststand nicht nur erreicht, sondern in der Mehrzahl der Handwerkszweige überschritten hätten. „Die Belebung, die von der staatlichen Arbeitsbeschaffung auf die allgemeine Wirtschaft ausging.“ so führte Reichsminister Funk weiter aus,„wirkte auch auf das Handwerk günstig. Sie gab ihm einen Rückhalt, als die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ausliefen. Gleichzeitig aber kamen neue Aufträge hinzu: Die Wiedergewinnung der Wehrhoheit stellte neben der Bauwirtschaft, vor allem der Eisen= und Metallwirtschaft, umfangreiche Aufgaben. In stärkerem Umsang wurden nunmehr auch die metallverarbeitenden Handwerkszweige, sowie die holzverarbeitenden Handwerke in den Ausschwung einbezogen. Zunächst standen allerdings der Beteiligung des Handwerks an den Aufträgen der öffentlichen Hand, da es sich meist um Großaufträge handelt, gewisse Schwierigkeiten im Wege. Hier schufen jedoch die bezirklichen Lieferungsgenossenschaften des Handwerks, zusammengefaßt in der Reichszentrale für Handwerkslieferungen, bald Wandel. Diese Lieserungsgenossenschaften nehmen die Bestellungen entgegen. Sie vermitteln die Finanzierung der Aufträge, sie sorgen für ihre Verteilung, und sie bürgen für die Einhaltung der Lieferungstermine und für die Qualität der Arbeit. Zu den Aufgaben aus der Wehrhaftmachung des deutschen Volkes und den wachsenden Aufgaben der Privatwirtschaft, die mit der zunehmenden Verbreiterung des Wirtschaftsanstiegs auch für das Handwerk ansielen, traten seit Herbst 1936 die Aufträge zur Durchführung des Vierjahresplanes. Die Durchführung des Vierjahresplanes hat auch in den Investitionshandwerken den letzten Mann in Arbeit gebracht. Anders als die„Investitionshandwerke“, haben sich die„verbrauchsorientierten“ Handwerkszweige in den letzten Jahren entwickelt. Diese holen also in einem langsameren Tempo die Entwicklung nach, die die Investitionshandwerke in einem stürmischen Zuge durchlaufen haben. Mit der Zunayme der Umsätze haben sich die Ertragsverhältnisse im Handwerk durchweg gebessert. Freilich dürfen die gestiegenden Umsätze allein. nicht als Maßstab herangezogen werden; denn— wie auch sonst in der Wirtschaft— ist auch im Handwerk die Umsatzsteigerung vor allem auf die Zunahme der Umsatzmengen und der Leistungen zurückzuführen. Wie der Einzelhandel, so hat auch das Handwerk dazu beigetragen, unvermeidliche Preissteigerungen, die auf den Vorstufen eingetreten sind. aufzufangen. Die Erträge sind also nicht in dem Maße gestiegen, wie man vielleicht auf Grund der Amsatzsteigerung annehmen könnte. Dank seiner besonderen Eigenart und seiner besonderen Stellung in der Wirtschaft kommen dem Handwerk im Rahmen des Vierjahresplanes, der den Einsatz aller Kräfte erfordert, besondere Aufgaben zu. Eines der wichtigsten Probleme des Vierjahresplanes ist heute die Frage der ausreichenden Versorgung mit Arbeitekräften. Was den Arbeitseinsatz betrifft, so kann das Handwerk auf verschiedene Weise das Seine dazu beitragen, hier die Möglichkeiten für eine weitere Steigerung der volkswirtschaftlichen Produktionsleistung zu gewähren. Die Lehrlingsausbildung ist gewissermaßen der Beitrag des Handwerks zum Arbeitseinsatz auf lange Sicht. Aber auch unmittelbar kann das Handwerk selbst vieles tun, um die Knappheit an Arbeitskräften zu beheben. Durch den Einsatz aller verfügbaren Kräfte im Betrieb selbst und in der Familie, durch die S.eigerung der eigenen Arbeitsleistung kann vor allem in den Handwerkszweigen, in denen der Facharbeitermange! sich besonders fühlbar macht, noch manches getan werden, um eine größere Ergiebigkeit der Arbeitsleistung zu erzielen. Erfreuliche Schritte sind auf diesem Gebiete schon getan worden durch die Bemühungen, die Arbeitsunterbrechung im Winter, zu der die„witterungsabhängigen Handwerkszweige gezwungen sind, auf ein Mindestmaß zu beschränken. Wie in der Gesamtwirtschaft, besteht heute auch für das Handwerk das Gebot, nach Möglichkeit durch Einführung arbeitsparender Maschinen die Leistung zu steigern. Die Fortschritte, die auf dem Gebiet der Arbeitsmaschinen und der Kleinmotoren erzielt worden sind. weisen hier dem Handwerk den Weg zu immer neuen Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang darf eine Forderung nicht unerwähnt bleiben, die in den Kreisen des Handwerks selbst und in der Oeffentlichkeit zu Mißverständnissen Anlaß gegeben hat. Es ist ganz natürlich, daß auch im Handwerk wie in allen Teilen der Wirtschaft selbst in Zeiten hoher Beschäftigung, gutgehende Betriebe und schlechter ausgenutzte Betriebe nebeneinander existieren. Es ist nur im Interesse der davon Betroffenen, wenn die zuständigen Stellen sich darum bemühen, die nicht rentablen und ausgenutzten Handwerkerbetriebe zu veranlassen, sich als Facharbeiter zur Erfüllung des Vierjahresplanes zur Verfügung zu stellen. Daß dieser Prozeß erfreulicherweise bereits im Gang ist, ergibt sich daraus, daß im Laufe der Jahre 1936 und 1937 die Zahl der Handwerksbetriebe im ganzen um 90448 gesunken ist. Davon sind 13300 Betriebe aus organtsatorischen Gründen aus dem Reichsstand des deutschen Lauf. daß man allgemach zur Tagesordnung übergeht. hinweg über des Einzelnen zerstörte Gegenwart und aussichtslose Zukunft. Mag dieser einzelne auch noch so bedeutungsvoll gewesen sein. Das Gewesene hat nun mal keinen Wert im Wandel der Zeit, im Prozeß einer steten Erneuerung. Wie bitter ist diese Erkenntnis für den, der sich selbst zum Gewesenen verurteilt sieht, ohnmächtig das Brachliegen seiner besten Kräfte fühlend. Ein in seiner Grausamkeit unbegreifliches Geschick hat Benedikt Ulfers' Schultern dieses allerschwerste Kreuz auferlegt. Denn der erste Trost, daß er nur als ausübender Chirurg lahmgelegt sei. jedoch als forschender Wissenschaftler weiter tätig sein könne, hat sich bei genauerer Betrachtung als trügerisch erwiesen. Die nüchterne Rechnung ergab alsbald den Schluß: Nur die großen Einnahmen aus des Professors overativer Praxis hatten bisher die Unterhaltung des Laboratoriums ermöglicht. das wiederum die einzige Basis für seine Forschertätigkeit bedeutete. So fiel mit dem einen das andere. Denn die Mittel. die man von dritter Seite. und nur zögernd mit allen möglichen Vorbehalten und Einschränkungen einem Manne zur Verfügung zu stellen geneigt war, der, ungeachtet aller früheren, unleugbaren Verdienste um die Wissenschaft, jetzt eben doch nur ein Krüpvel und damit nicht vollwertig war, waren so wenig ausreichend gewesen, daß Ulfers— sett jeher geschworener Feind aller Halbheiten— diesen Ausweg ablehnte. vielmehr ablehnen mußte. Die Vorlesungen an der Universität, die ihm belassen bleiben sollten, bedeuteten einen Tropfen auf den heißen Stein: denn die Lage der Familie war insofern brennend geworden. als die Berechnung seiner wirtschaftlichen Lage, welche Ulfers. unterstützt von Dr. von Orth. anstellte, eine glatte Null ergab. Das jähe Erlöschen der unerschöpflich geschienenen Arbeitskraft des Großverdieners hatte diese Lage so rasch und eindeutig herbeigeführt, daß sich die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit ihr bereits während Ulfers' Krankenlager ergab. Hierbei bewies neben dem alten Orth Regina Hoevel ihre werktätige Freundschaft. Titti ihren im Leid gereiften Charakter. Stafi den unversiegbaren Born ihrer Mütterlichkeit, die mit den Opfern wächst, die von ihr gefordert werden. * * Nr. 107(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Arbeitseinsatz nach staatspolitischen Gesichtspunkten Statt Arbeitsloligheit Arbeitermangel.-— Keine leichte Arbeit eder gar Lautjungentätigkeit mehr für voll arbeitsfähige Männer. Verltärkter Arbeitseinlatz von Frauen und Mädchen in Landwirtichaft, Hauswirtichaft und Indultrie. Jeder zweite Ichulentlallene Junge muß Bergmann werden. Bedeutungsvolle Grundfäße des Arbeitsamtes Herne * Herne hatte beim Höchststande der Beschäftigung am 30. 6. 1929 1084 Arbeitslose, heute(Stand vom 1. Mai) nur noch 752, nachdenr die Zahl am 28. 2. 1933 15 246 betragen hatte. Wenn von 15 246 Arbeitslosen nur noch 752 übrig sind und diese Zahl noch geringer ist als die Arbeitslosenzahl beim besten Beschäftigungsstand vor der Wirtschaftskrise, dann kann man wohl sagen: die Arbeitslosigkeit in Herne ist praktisch beseitigt. Im Vergleich zu den anderen Städten des Arbeitsamtes Herne steht die Stadt Herne allerdings am ungünstigsten da, denn in Wanne=Eickel entfallen auf 1000 Einwohner 5,0, in Castrop=Rauxel 2,3, in Herne aber 7,8 Arbeitslose. Sehr beachtlich ist weiter der Vergleich zwischen dem Arbeitsamtsbezirk Herne und den benachbarten Arbeitsamtsbezirken: Im Arbeitsamtsbezirk Herne kamen am 1. Mai auf 1000 Einwohner 5,3 Arbeitslose, im Bezirk Dortmund dagegen 7,9, im Bezirk Gladbeck 10,6, im Bezirk Bottrop 13,5 und im Bezirk Gelsenkirchen sogar 15,6.(Bochum lag mit 4,3, Reckling= hausen mit 2,9 unter Herne. Der Durchschnitt des Landesarbeitsamtes Westfalend lag bei 4,0.) Der Arbeitsamtsbezirk Herne, der in all den Jahren der Arbeitslosigkeit zu den am stärksten belasteten Bezirken gehörte, hat also seine Stellung in jüngster Zeit so verbessern können— die Zahl der Beschäftigten hat im Jahre 1937 in den Betrieben der 3 Emscherstädte mit 20 und mehr Gefolgschaftsmitgliedern um 7336(davon 766 Angestellte) zugenommen, wovon 5128 auf den Bergbau, 844 auf die Metallindustrie, 365 auf die Chemische Industrie, 434 auf das Baugewerbe und 420 auf das Verkehrsgewerbe entfallen — daß er mehrere Nachbarbezirke hinter sich gelassen hat. Es sind nur noch 1327 Arbeitslose in den drei Städten Herne, Wanne=Eickel und Castrop=Rauxel vorhanden( davon stellt Herne 752, Wanne=Eickel 443, Castrop=Rauxel 132). Von diesen 1327 Arbeitslosen gehören 125(9,3 Prozent) dem Bergbau an, je 18 (1,4 Prozent!) dem Metallgewerbe und dend Baugewerbe, 747(= 56,3 Prozent!) den ungelernten Berusen, 191(— 14,4 Prozent), den Angestelltenbrufen und 228(= 17,2 Prozent) sonstigen Berufen. In Herne sind von den 752(682 männlichen und 70 weiblichen) Arbeitslosen nur 12 Bergleute, 11 Metallarbeiter. 10 Baugewerbler, 500(davon 12 weibliche) ungelernte Arbeiter, 119(davon 27 weibliche) Angestellte und 100(davon 31 weibliche) Angehörige sonstiger Berufe. Untersucht man die im Arbeitsamtsbezirk Herne noch vorhandenen Arbeitslosen nach ihrer Arbeitseinsatzfähigkeit, so ergibt sich, daß von den 1327 Arbeitslosen nur 409(— 30,8 Prozent) im Beruf und 114((8.6 Prozent) sonst voll einsatzfähig sind, daß aber 804(60,6 Prozent) nicht mehr als voll einsatzfähig angesehen werden können(Dem Alter nach untersucht, ergibt sich, daß von den 1327 Arbeitslosen 510(38,4 Prozent) über 50 Jahre alt sind. Aus diesen Zahlen— man darf allerdings dabei nicht übersehen, daß mehrere tausend Parteien allein in Herne vom Fürsorgeamt unterstützt werden müssen, die für den Arbeitseinsatz wegen Alters, Arbeitsunfähigkeit usw. nicht in Frage kommen— geht hervor, daß an die Stelle des Arbeitslosenheeres ein bedenklicher Mangel an Arbeitskräften zu treten droht. Welche Folgerungen man daraus beim Arbeitsamt zu ziehen gedenkt, geht aus einem Vortrag hervor, der vor einigen Tagen auf einer Veranstaltung der RSDAP von dem Leiter des Arbeitsamtes Herne, Regierungsrat Dr. Mueller, gehalten wurde. Hier wurden folgende Grundsätze vertreten: 1. Die Arbeitslosigkeit ist praktisch beseitigt. Der Arbeitseinsatz der einsatzfähigen, aber noch arbeitslosen Volksgenossen ist eine Frage weniger Wochen. Beim Arbeitsamt gemeldete Arbeitslose, die nach eingehender ärztlicher Untersuchung wegen ihres Gesundheitszustandes oder aus sonstigen Gründen für einen Arbeitseinsatz überhaupt nicht mehr in Frage kommen, gehören in die Betreuung des Fürsorgeamtes. Diejenigen Arbeitslosen, die zwar nicht mehr voll einsatzfähig sind, jedoch noch leichte Arbeiten verrichten können, müssen beschleuniat in Arbeitsstellen vermittelt werden, deren Anforderungen sie gewachsen sind, die jetzt aber noch mit voll einsatzfähigen Arbeitskräften besetzt sind. Dabei sind Eingriffe in bestehende Beschäftigungsverhältnisse nicht zu vermeiden. 2. Der steigende Bedarf an Arbeitskräften aller Art verlangt gebieterisch die Mobilisierung„der stillen Reserve und den Arbeitseinsatz der unsichtbaren Arbeitslosen. Dazu nst notwendig: a) Erneute Ueberprüfung aller in der Betreuung des Arbeitsamtes und Wohlfahrtsamtes stehenden Arbeitslosen auf ihre Einsatzfähigkeit hin mit dem Ziele eines sofortigen Einsatzes aller einsatzfähigen Kräfte. b) Rücksichtslose Bekämpfung der Arbeitsscheuen und Asozialen, notfalls mit Zwangsmitteln. e) Sofortiger Arbeitseinsatz aller Kräfte, die zwar weder beim Arbeitsamt noch beim Wohlfahrtsamt gemeldet sind, jedoch auch keiner geregelten Beschäftigung nachgehen, sich in keiner Berufsausbildung befinden und gewöhnlich von Angehörigen unterhalten werden. Dies gilt beson ders für Jugendliche unter 25 Jahren, die sich bisher ihren staatsbürgerlichen Pflichten der deutschen Landwirtschaft gegenüber entzogen haben. d) Verstärkter Cinsatz von Frauen und Mädchen. Auch in industriellen Betrieben müssen auf Arbeitsplätzen, auf denen Frauen oder Mädchen verwandt werden können und in anderen Bezirken auch verwandt werden, bereits jetzt weihliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Die dadurch freiwerdenden männlichen Arbeitskräfte sind auf Arbeitsplätzen zu verwenden, für die Frauen nicht in Frage kommen. *) Vollwertiger Arbeitseinsah voll einsatzfähiger Arbeitskräfte, die wirtschaftspolitisch unwichtige oder gar schädliche Arbeitsstellen innehaben und sich dadurch bislang einem vollwertigen Arbeitseinsatz zu entziehen verstanden(z. B. Beschäftigung eines voll junge im lohn von Gemüsegeschäften und Bäckereien usw.). 3. Trotz des steigenden Bedarfs an Arbeitskräften aller Art muß jeder ungeregelte und planlose Zuzug in den Bezirk unter allen Umständen unterbleiben. Dies gilt besonders für jede ungeregelte Zuwanderung aus dem Osten, durch die die nationalpolitischen Ziele der Reichsregierung durchkreuzt werden und die Lage der ostpreußischen Landwirtschaft erschwert werd. 4. Jede Gefährdung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes muß vermieden werden. Die Befriedigung des Bedarfs der Landwirtschaft an Arbeitskräften ist für den Erfolg des Vierjahresplanes ebenso wichtig, wie die Steigerung der industriellen Produktion. Die Versorgung des Bergbaues mit Arbeitskräften kann also keineswegs auf Kosten der deutschen Landwirtschaft erfolgen. Arbeitskräfte, die landwirtschaftliche Kenntnisse besitzen, bis jetzt in der Landwirtschaft gewesen sind und Landflucht begangen haben, können auf keinen Fall im hiesigen Bezirk zu industriellen Arbeiten zugelassen werden. Ausnahmen sind nach vorheriger Fühlungnahme mit dem zuständigen Arbeitsamt nur möglich in Fällen, in denen die Arbeitskräfte ihrer Verpflichtung der Landwirtschaft gegenüber nachgekommen sind, ihnen ein weiteres Verbleiben in der Landwirtschaft nach der besonderen Lage des einzelnen Falles nicht zugemutet werden kann oder schwierige Familienverhältnisse die Zuweisung in industrielle Arbeit geboten erscheinen lassen. 5. Der Bedarf des Bergbaues an Arbeitskräften muß nicht nur wegen der besonderen Aufgaben, die dem Berghau im Vierjahresplan gestellt sind, sondern auch wegen der Bedeutung, die dem Bergbau für die Regelung des Arbeitseinsatzes im Bezirk zukommt, unbedingt sichergestellt werden. Da arbeitslose Bergleute nicht mehr vorhanden sind, muß auf Berufsfremde zurückgegriffen werden. Daß dabei jede Gefährdung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes vermieden werden muß, wurde bereits betont. Trotzdem besteht noch die Möglichkeit, diesen Bedarf aus den im Bezirk vorhandenen Reserven zu decken. Dabei müssen jedoch seitens des Bergbaues Anwerbemethoden vermieden werden, die in der Metallindustrie zum Erlaß der bekannten Metallarbeiteranordnung geführt haben. Auf weite Sicht gesehen, ist jedoch das Problem des bergbaulichen Arbeitseinsatzes nur von der Nachwuchsseite her zu lösen. 6. Eine sinnvolle Nachwuchslenkung ist Voraussetzung für eine organische Verteilung der Arbeitskräfte in der Zukunft. Die Berufswahl ist nicht mehr wie früher Angelegenheit des einzelnen Berufsanwärters, sondern Sache der Volksgemeinschaft. Für den Arbeitseinsatz der Jugendlichen im Bezirk ergeben sich vornehmlich 2 Tatsachen: a) Mehr als die Hälfte aller Schulabgänger möchte einen Beruf in der Metallindustrie oder im Metallhandwerk ergreisen. Diese Berufswünsche können unmöglich erfüllt werden. b) Der objektive Nachwuchsbedarf des Bergbaues liegt bei etwa 1200 Jugendlichen. Das bedeutet bei etwa 2300 Schulabgängern, daß jeder zweite Schulabgänger Bergmann werden muß, wenn dieser Nachwuchsbedarf des Bergbaues gedeckt werden soll. Dabei ist bemerkenswert, daß der Anteil der auf den Bergbau entfallenden Berufswünsche Ostern 1937 nur 5,0 und Ostern 1938 nur 8,9 v. H. betragen hat. So verständlich in mancher Beziehung die Abneigung gegen den Bergmannsberuf erscheinen mag, so wenig vermag diese Abneigung an der absoluten Notwendigkeit zu ändern, den objektiven Nachwuchsbedarf des Bergbaues unter allen Umständen sicherzustellen. 7. Der weibliche Arbeitseinsatz gewinnt bei der fortschreitenden Verknappung der Arbeitskräfte immer mehr an Bedeutung. Es ist bekannt, daß Hunderte von voll einsatzfähigen jungen Mädchen beschäftigungslos zu Hause weilen; sie für einen vollwertigen Arbeitseinsatz zu gewinnen, ist eine vordringliche Aufgabe. Die in den Kreisen dieser Mädchen gegen die Haus= und Landwirtschaft bestehende Abneigung ist bekannt, jedoch unbegründet. Das durch den Beauftragten für den Vierjahresplan eingeführte Pflichtjahr und das Hauswirtschaftliche Jayr eröffnen die Hoffnung, daß diese Abneigung von der Nachwuchsseite her wirksam bekämpft werden kann. Für die beschäftigungslos zu Hause weilenden Mädchen, die sich der Haus= und Landwirtschaft entziehen, erwächst jedoch die unabweisbare Verpflichtung zur Arbeitsaufnahme in industriellen Betrieben innerhalb und außerhalb des Bezirks zur Ersetzung von männlichen Arbeitskräften, die auf anderen Arbeitsplätzen bringender gebraucht werden. 8. Durch diese verschiedenen Maßnahmen soll eine Verteilung der Arbeitskräfte erreicht werden, die den staats- und wirtschaftspolitischen Zielen der Reichsregierung entspricht und Arbeitslosigkeit für die Zurunft vermeidet. Jeder einzelne Fall ist einer möglichst endgültigen Berufslösung zuzufuhren. Die Winterarbeitslosigkeit in den Außenberufen muß auf ein Mindestmaß beschränkt und durch geeignete Maßnahmen möglichst ganz verhindert werden. Besonders der landwirtschaftliche Beruf ist keineswegs ein„Saisonberuf". 9. Alle diese Maßnahmen lassen sich nicht ohne gewisse Härten in Einzelfällen durchführen. Die Arbeitseinsatzgesetzgebung engt bewußt die Freizügigkeit des Einzelnen ein und stellt das Wohl der Volksgemeinschaft über das des einzelnen Volksgenossen. Auf dem Gebiete des Arbeitseinsatzes gilt der nationalsozialistische Gxundsatz„Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ ganz besonders. Dabei sind alle Dienststellen des Arbeitsamtes bemüht, solche Härten möglichst zu vermeiden. Sie bedürfen bei dieser Arbeit jedoch weitgehender Unterstützung durch die Dienststellen der Bewegung. Dies gilt besonders für die Aufklärung der Oeffentlichkeit über die absolute Notwendigkeit einer Regelung des Arbeitseinsatzes nach staatspolitischen Gesichtspunkten. plorgen kommt die hitler-Urlauber-Kameragschaft Ein reichhaltiges Programm für ihren 14tägigen Aufenthalt in Herne Mittwoch vormittag Begrüßung im Rathaus Heute treffen aus allen Gauen des Deutschen Reiches 25 Hitler=Urlauber in Herne ein. Sie werden in Herner Gaststätten untergebracht und verpflegt werden. Vierzehn Tage dauert ihr Aufenthalt in Herne. Für diese Zeit ist ein reichhaltiges Programm ausgearbeitet, um den alten Kämpfern Adolf Hitlers die Tage, die sie in Herne verleben, recht inhalt= und erlebnisreich zu gestalten, denn sie sollen sich wirklich wohl fühlen in Herne und reichen Gewinn mit nach Hause nehmen, wenn sie wieder von hier scheiden. Am Mittwoch, dem 11 Mai, werden sie im großen Sitzungssaale des Rathauses empfangen werden. Im einzelnen gestaltet sich das Programm ihres Herner Aufenthaltes folgendermaßen: Dienstag, 10. Mai, ab 7 Uhr: Beginn der Anmeldung der Urlauber in der Auskunftstelle im Wartesaal 2. Klasse Bahnhof Herne, wo Anweisung der Quartiere erfolgt. Nachmittag zur freien Verfügung. Mittwoch, 11. Mai, 10 Uhr im Rathaus Herne Begrußung der Urlauber im großen Sitzungssaal. 15 Uhr: Treffpunkt Rathaus Herne. Rundgang durch Herne. Donnerstag, 12. Mai. 8 Uhr: Treffpunkt Rathaus Herne. Besichtigungen: Sommerbad, Gysenberger Wald und Herner Zov. Nachmittag zur freien Verfügung. 19 Uhr: Kinobesuch. Freitag, 13. Mai. 7 Uhr: Treffpunkt am Rathaus Herne. Fahrt nach Essen. Besichtigung der Reichsgarten=Ausstellung(Gruga). Fußwanderung Baldeney=See— Hügel. Rückkehr gegen 21 Uhr. Samstag, 14. Mai, 10 Uhr: Treffpunkt Rathaus Herne. Kranzniederlegung am Grabe des SS=Mannes August Pfaff in Castrop=Rauxel. 14 Uhr: Treffpunkt Rathaus Herne. Gemeinschaftlicher Spaziergang durch Herne. Kaffeetrinken im Lokal Köhlhoff, Kaiser=Wilhelm=Straße. Sonntag, 15. Mai: Vormittag zur freien Verfügung. 14 Uhr: Abmarsch zur Besichtigung des Schießstandes der SA=Standarte 457 mit Schie ßen. Anschließend Kameradschaftsabend im SAHeim auf dem Schießstand mit den Angehörigen der SA. SS und dem NSKK. Montag, 16. Mai, 10 Uhr: Besichtigung eines industriellen Werkes. Für den Nachmittag stehen Badekarten zur Verfügung. Dienstag, 17. Mai: Vormittag zur freien Verfügung 14 Uhr: Abfahrt vom Rathaus Herne nach Bu chum. Besichtigung des Stadtgartens, Berg bau=Museums und Schlachthofes. Mittwoch, 18. Mai: Grubenfahrten. Die übrige Zeit steht zur freien Verfügung. Donnerstag, 19. Mai, 10 Uhr: Treffpunkt Bahnhof Herne. Besichtigung Herner Museum und Rhein=Herne=Kanal. 19 Uhr Kinobesuch. Freitag, 20. Mai: Vormittag frei. 14 Uhr: Abfahrt vom Rathaus Herne zum Stausee nach Haltern u. a. Besichtigung des Hebewerkes in Henrichenburg. Samstag, 21. Mai: Frei. Sonntag, 22. Mai, 7 Uhr: Abfahrt vom Rathaus Herne mit Autobus zum Sauerland. Rückkehr gegen 22 Uhr. Montag, 23. Mai: Vormittag frei. 18 Uhr: Abschiedskundgebung im großen Sitzungssaal des Rathauses Herne. 20 Uhr: Abschiedsabend mit den Gastgebern in sämtlichen Räumen der Gaststätte Stemberg. Dienstag, 24. Mai: Abfahrt in die Heimat. Es ist also, wie man sieht, vortrefflich dafür gesorgt, daß die Hitler=Urlauber Herne, das Ruhrgebiet und die sehenswerten Stätten des Westens ausgiebig kennenlernen. Möge es ihnen in Herne recht gut gefallen. Die Herner Bevölkerung wird sie mit Freude empfangen und mit Liebe betreuen. Unseren sechs Wiener SA-Kitierurlaubern. Unsere ersten Urlauber der Hitler=Freiplatzspende, die sechs SA=Männer aus Wien, haben sich inzwischen etwas mit den Herner Verhältnissen vertraut gemacht. Es sind sechs Junggesellen, alle aus einem SASturm, einer Schar. Sie haben während der Zeit der Unterdrückung durch das Schuschniggsnstem viel erleiden und erdulden müssen. Aber das haben sie heute vergessen. Der schönste Augenblick war für einem unserer jungen Wiener SA=Männer die Erstürmung des Bundeskanzleramtes, wo er mittenmang gewesen ist. Sie haben die Anwesenheit des Führers, von Dr. Goebbels und anderer markanter Persönlichkeiten des neuen Deutschlands in Wien erlebt und ausgekostet. Sie sind Kinder der Arbeit und wollen nichts von denen hören, die etwa noch ein kitschiges Film=Wien im Gedächtnis haben. Und es wird ihnen daher recht sein, wenn sie hier von Mitternacht zu Mitternacht das Lied der Arbeit zu sehen und zu hören bekommen, wenn hier im Bergbau in den Fabriken, im Handel, im Verkehr, bei den Behörden gearbeitet wird. Denn Arbeit heißt ja Deutschland eine Zukunft geben. Möge den sechs SA=Männern aus Wien lebe idig vor Augen geführt werden, daß der deutsche Mensch, ob in Nord, Süd, Ost und West, immer danach strebt, innerhalb der Volksgemeinschaft ein rutztiches Glied zu sein. Und darüber mögen sie baheim berichten, vorerst sich ab:: Montag, den 9. Mat 1938 erst erholen von ihren schweren Anstrengungen, wodurch auch des Führers Idee mn der Ostmark zum Siege geführt werden konnte. Jum 15-km=Marsch traten an: 1800 SA=Sportabzeichen-Träger im SA-Standartenbereich 457, Herne allein mit 500 Männern am Stort. Am Sonntag morgen traten in Herne, Castrop= Rauxel, Wanne=Eickel und Wattenscheid insgesamt 1800 Träger des SA=Spoktabzeichens zur Wiederholungsübung an. Sie hatten diesmal einen 15=Kilometer=Marsch zu bewältigen, wobei auch noch im Verlaufe einer Zwischenrast Einlageübungen zu erledigen waren, die darin bestanden, 5 Entfernungen von 100 Meter bis 800 Meter avzuschätzen. Unsere SA=Standartenleitung, stellvertretender Standartenführer SASturmhauptführer Markfort und seine Mitarbeiter, hatten die Durchführung des Marsches in jeder Beziehung sehr gut vorbereitet, so daß die Abwicklung vorzüglich klappte. Vorher hatte jeder Träger des SASportbzeichens seine Beteiligung einzuzeichnen und sein Besitzzeugnis vorzuweisen, was wiederum in Listen eingetragen wurde. Der SA=Sturmbann WanneEickel Wattenscheid führte den Marsch in seinen Städten durch, wahrend der SA=Sturmbann I(HerneCastrop=Rauxel) mit rund 750 Mann antrat, die Herner SA=Stürme auf dem Adolf=Hitler=Platz, die Castrop=Rauxeler SA=Stürme auf der Castroper Marktplatz, um dann entgegengesetzt zu marschieren. Die Herner marschierte über Castrap=Rauxel und zurück, die Castrop=Rauxeler über Herne und zurück. Die Herner SA nahm mit insgesamt 500 Mann aus der SA, Marine=SA, HJ, aus dem REKK und der Feuerwehr morgens auf dem Adolf=Hitler=Platz Aufstellung, um erst die Uebertragung aus der Reichshauptstadt anzuhören, von wo auch nach der Feierstunde Stabschef der SA. Lutze. den Marschbefehl an die Einheiten der SA=Sportabzeichenträger im Reich gab.(Wir berichten darüber gesondert im politischen Teil). Als dieser Befehl gegen 8.30 Uhr im Lautsprecher vom Stabschef durchgegeben wurde, setzten sich auch in Herne unsere 500 SA=Sportabzeichenträger zum 15=Kilometer=Marsch in Bewegung. Der Musik= und Spielmannszug der SA=Standarte 457 eröffnete den Marsch mit flotten Musikweisen. Die Herner Bevölkerung schenkte dieser unserer besten Jugend ihre ganze Aufmerksamkeit und grüßte überall, wo die Marschkolonne sich zeigte, ihre Väter, Söhne, Brüder, Freunde Bekannte usw., die alle durch mustergültige Haltung bewiesen, daß sie weiterhin auf das Tragen des SA=Sportabzeichens Wert legten. Es ging über Sodingen bis zur Holthauser Straße, wo Zwischenrast gemacht wurde. Hier begegneten den Hernern die Castrop=Rauxeler SA=Sportabzeichen träger, die umgekehrt den Marsch nach Herne angetreten hatten. Auf beiden Seiten versicherte man sich in froher Laune, daß alles in bester Ordnung sei und marschierte einander grüßend vorüber. Die Zwischenrast brachte dann das fünffache Entfernungsschätzen über 100 bis 800 Meter. Darin zeigten sich die Träger des SA=Sportavzeichens besonders geübt, ein Beweis, daß sie in ihrem wehrsportlichen Können nach wie vor auf der Höhe waren. Es ging hiernach weiter durch Castrop=Rauxel und zurück nach Herne. Das Maiwetter war mit seiner kühlen Temperatur bestens geeignet für die Durchführung dieses Marsches. In der Mittagsstunde traf man wieder in guter Verfassung auf dem Adolf=Hitler=Platz in Herne ein, wo sich jeder Teilnehmer zur Eintragung über erfolgte Wiederholungsübung meldete. SASturmführer Markfort richtete als stellvertr. Leiter der SA=Standarte 457 an die Teilnehmer eine kurze Ansprache. Er dankte allen, daß sie mit stolzer und freudiger Genugtuung der Aufforderung zur Wiederholungsübng gefolgt seien. In ihnen sehe man nicht nur die Träger des SA=Sportabzeichens, sondern gleichzeitig die Träger der Idee des Wehrsportgedankens. Mit dieser Auffassung helfe jeder dem Führer, diesen Wehrsportgedanken ins Volk zu tragen und dort zu vertiefen, auf daß auch bald der letzte deutsche Volksgenosse Träger dieses Wehrsportgedankens werde. Der Redner brachte dann zur Bekräftigung dieses Gelöbnisses, treuer Mitarbeiter zu bleiben, ein dreifaches Siegheit auf den Führer aus, in das alle SA=Sportabzeichenträger einstimmten. Das war der Ausklang dieses Wiederholungsmarsches für das SASportabzeichen, der in den anderen Städten der SAStandarte 457 ähnlich verlief. Unter den Teilnehmern bemerkten wir übrigens SA=Männer, die die Farben anderer SA=Gruppen trugen. Bei diesen handelte es sich um Hitler=Urlauber aus Thüringen und Schlesien, die die Gelegenheit ihrer Pflicht, auch weiterhin Träger des SA=Sportabzeichens sein zu dürfen, schnell nachgekommen waren. Fahrten mit dem Gläsernen zug der Reichsbahn Wie wir vom Pressedienst der Reichsbahndirektion Essen hören, wird der Gläserne Zug in der Zeit vom 11. bis 17. Mai d. J. fünf verschiedene Fahrten ausführen, und zwar abwechselnd je eine von Essen Hbf. am 11. 5., von Dortmund Hbf. am 12. 5., von Bochum Hbf. am 14. 5., von Duisburg Hbf. am 15. 5. und von Gelsenkirchen Hbf. am 17. 5. Bei allen Fahrten, die in landschaftlich schöne Gegenden unserer Nachbargebiete, z. B. durch das Sauerland oder in die Rheingegend führen, sind zwei Unterwegsaufenthalte von 2 bis 3 Stunden in sehenswerten Ortschaften vorgesehen. Die reine Fahrzeit beträgt bei den Tagesfahrten ab Essen, Dortmund, Duisbura und Gelsenkirchen 5 bis 6 Stunden. Die Fahrt ab Bochum Hbf. ist eine Halbtagsfahrt mit reiner Fahrzeit von etwas über 4 Stunden. Nähere Auskunft geben die Fahrkartenausgaben der vorgenannten Bahnhöfe. Achtet auf den Wasservorrat! NSG. Der niedrige Grundwasserstand in den meisten Gemeinden der Provinz Westfalen läßt befürchten, daß in diesem Jahre viele Kulturpflanzen unter Trockenheit zu leiden haben, wenn nicht durch zahlreiche Niederschläge der Wasserbedarf gedeckt wird. Man kann daher nicht oft genug darauf hinweisen, daß mit dem Wasservorrat des Bodens haushälterisch umzugehen ist und sämtliche Getreidearten, soweit es möglich ist, zu häcken sind. Die Kartoffel= und Rübenschläge müssen durch wiederholtes Hacken und Lockern der Bodenoberfläche vor Austrocknung geschützt werden. Aus und für Herne Mit dem Soldenen Treudienst=Ehrenzeichen geehrt. Der Leiter des hiesigen Bahnhofs, Reichsbahnoberinspektor E. Hirtmann, beging am Samstag sein 40jähriges Dienstjubiläum. Im Bahnhof fand aus diesem Anlaß eine schlichte Feier statt, in der dem Jubilar als einen der ersten im Reichsbahndirektionsbezirk Essen das Goldene Treudienst=Ehrenzeichen überreicht wurde. Auch unserseits dem Jubilar herzl. Glückwunsch! Ueber 400 Kinder aus der Ostmark nach Herne=Castrop=Raurel Der Großkreis Herne—Castrop=Rauxel der NSVolkswohlfahrt erwartet für den 7. Juni die Ankunft von über 400 erholungsbedürftigen Kindern aus dem ehemaligen Oesterreich. Für die Unterbringung der Kinder, die in einem Sonderzug an diesem Tage hier eintreffen, sind in den beiden Städten Herne und Castrop=Rauxel erfreulicherweise die erforderlichen Freiquartiere aus der Bürgerschaft bereitgestellt worden. Und nun in das zweite Leistungsjahr NSG Als im vorigen Jahre Reichsorganisationsleiter Dr. Ley mit dem großen Gedanken auf den Plan trat, die deutsche Betriebsgemeinschaft und die Gefolgschaften zu einer Wettkampfgemeinschaft zusammenzufassen, sie zu einem„Leistungskampf der deutschen Betriebe“ aufzurufen, da stand für sie alle das eine Ziel von vornherein fest, daß dieser aus revolutionären Wollen geborene Wettkampfgedanke umwälzende Neugestaltungen des gesamten betrieblichen Soziallebens zeitigen müsse; denn ebenso wie der sportliche Wettkampfgedanke nur das eine Ziel sieht, durch immerwährende und harte Arbeit an sich selbst zu Höchstleistungen emporzusteigen, so mußte der Wettkampf der deutschen Betriebe unter sich um die beste Sozialpolitik schlechthin zu einem zumindest eleichen Erfolg führen. Daß diese Auffassung nicht auf in Theorien gegründet war, sondern dem wirklichkeitsnahen praktisthen Leben entsprang, hat uns das erste Leistungskampfjahr gezeigt, das, wie in allen Gauen, nun auch im Gau Westfalen=Süd seinen Abschluß und mit der Auszeichnung von über 40 Betriebsgemeinschaften als musterhafte und vorbildliche Betriebe seine Krönung gefunden hat. Mit diesem stolzen Erfolg hat aber nicht nur der Leistungskampfgedanke an sich, sondern vor allem der Begriff der sozialen Selbstverantwortung seinen höchsten Sieg davongetragen. Damit ist der Weg vorgezeichnet, den die deutsche Wirtschaft, das deutsche Volk in seiner Gemeinschaft zu gehen hat. In dem Streben um ein Emporführen des deutschen Arbeiters zu Dingen, die das Leben schön und begehrenswert machen, kann niemals ein Endziel gesetzt werden. Tag um Tag und Monat um Monat werden neue Probleme an jene Männer herantreten, die im Rahmen der Selbstverantwortung zu lösen sind. Damit wird die soziale Selbstverantwortung zur höchsten persönlichen Verpflichtung. Die von ihr ausgehenden Kräfte des Aufbaues werden genau wie biser auch in Zukunft auf die fortschreitende Gesundung der deutschen Wirtschaft und ihren weiteren Aufstieg von größtem Einfluß sein. Vorsicht an Bahnübergängen! RSG. Trotz wiederholter Hinweise in den Tageszeitungen kommt es immer wieder vor, daß die von der. Reichsbahn zur Sicherung der Plankreuzungen angebrachten Schranken durch Unachtsamkeit von Fahrzeugen, insbesondere von Kraftfahrzeugen, beschädigt werden. Es ist Pflicht jedes Kraftwagenführers und Fuhrwerkslenkers, insbesondere zur Verhütung von Verkehrsunfällen, bei Annäherung an Bahnübergängen die größte Vorsicht zu üben. Die Fahrzeugführer werden ganz besonders auf die genaueste Beachtung des§ 79 Ziffer 4 der Eisenbahn= bau= und Betriebsordnung hingewiesen, wonach Fuhrwerke sowie Kraftfahrzeuge und Tiere an den Warnkreuzungen, und wo solche nicht vorhanden sind, in angemessener Entfernung von der Bahn angehalten werden müssen, wenn die Uebergänge geschlossen sind, wenn an den mit Zugschranken versehenen Uebergängen die Läutevorrichtung der niedergehenden ligkeit und ohne Absätze abzuschreiben. Das Abschreiben dauerte 10 Minuten. Der Text war einzeilig zu schreiben und bei der Bewertung wurden für jeden lang„„# Sunbbrrichtung d Schranke ertönt, oder wenn ein Zug sich nähert. Verstöße gegen diese Vorschrift haben empfindliche Bestrafung zur Folge. 150 Seiner Teilnehmer am 1. Reichsleistungsschreiben auf der Schreibmaschine. Am Samstag und Sonntag wurde in Herne das 1. Reichsleistungsschreiben auf der Schreibmaschine durchgeführt. Verantwortlich zeichnete für die Durchführung die DAF und die Deutsche Stenografenschaft, und zwar der Leiter des DAF=Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung Pg. Milleg und der Leiter der hiesigen Deutschen Stenografenschaft Stadtinspektor Pg. Güth und deren Mitarbeiter. Am Samstag führten Betriebe wie die Herner Stadt verwaltung und die Hibernia=Hauptverwaltung betriebseigene Reichsleistungsschreiben durch. Am SonnFehler 25 Anschläge abgezogen. Also war das lang samere und fehlerlose Schreiben einem Abzug vorzuziehen. Als dann von Güth nach genauer Uhrzeit der Beginn bei beiden Aufgaben bekanntgegeben wurde, da summten die Maschinen ihr fleißiges Ratterlied. Es wurden, das kann man schon jetzt nach grober Uebersicht sagen, schöne Resultate auch bei den Herner Teilnehmern erzielt, weil sie sich auf der Schreibmaschine sehr vertraut zeigten. Wir wollen abwarten, was die Herner Leitung dieses 1. Reichsleistungsschreibens auf der Schreibmaschine in den nächsten Tagen an Resultaten an dieser Stelle veröffentlichen wird. Für die drei Besten im Gau sind KdF=Fahrten als Preise vorgesehen, aber auch die Herner Stadtverwaltung und die Hibernia werden ihre Preisträger belohnen. Reichsleistungsschreiben um acht Tage verlegt RSG. Das Reichsleistungsschreiben auf der Schreibmaschine, zu dem sich auch in Witten eine große Anzahl von Bewerbern gemeldet hat, muß wegen der Maifeiern in verschiedenen Betrieben um acht Tage, und zwar vom 8. Mai auf Samstagnachmittag, den 14., und Sonntagvormittag, den 15. Mai, verschoben werden. Jeder Teilnehmer erhält noch eine besondere Nachricht über Tag und Uhrzeit, zu der er zum Leistungsschreiben erscheinen muß. * Ihr silbernes Arbeitssubiläum in den Diensten der Schachtanlage Shamrock 1=2 konnten begehen: Schreiner Heinrich Schwerbrock, Fördermaschinist Wilh. Gottschalk, Dreher Karl Niehaus, Maschinist Heinrich Steinkamp, Hauer Wilhelm Grabsch und der Klempner Hermann Arlt: Wir gratulieren! * Pfarrereinführung in Baukau. Gestern führte die evangelische Kirchengemeinde Baukau Pfarrer Wendt, Wanne=Eickel, in sein Amt ein. Am Morgen fand ein Festgottesdienst statt und am Nachmittag versammelte sich die Gemeinde im Gemeindehaus zu einer weltlichen Feier, auf der der neue Pfarrer eine Reihe von Glückwünschen entgegennehmen konnte. * G u t e r B e s u c h i m J o o. Obwohl der Herner Zoo seine Pforten schon seit Ostern geöffnet hat ließ der Besuch noch zu wünschen übrig, da das bisherige Wetter kaum jemanden aus den vier Wänden heraus zu locken vermochte. Gestern war das schon anders. Auf den Wegen zum Gysenberg, ganz besonders aber auf der Ostbachpromenade, setzte schon am frühen Nachmittag eine erfreuliche Wunderung für einen Zoobesuch eln. Viele Besucher die das letzte Mal im vergangenen Jahre in der Herner Mark weilten, wurden sich schnell darüber klar, daß sich im Herner Zoo doch vieles verändert habe und schöner geworden sei. Im übrigen erregten die Jüngsten des Zoos, also der diesjährige Zuwachs, in den Gattern und den Käfigen allgemeines Interesse, da bekanntlich diese nach der Meinung so mancher Besucherinnen fabelhaft putzig sind. * Größere Grünapflanzungen nimmt den chemische Flüße etwas mildern werden. iimmt gegenwärtig die Emscherbaugenossenschaft an den Böschungen beider Emscherufer vor, die das hemische Gesicht des schwärzesten aller schwarzen * Bahnhofstraße als Wochenendspiegel. Jetzt kann man wieder die Feststellung machen, welche Bedeutung die Bahnhofstraße für viele am Wochenende hat. Vom frühen Samstagnachmittag bis zum Abend bewegen sich auf ihr Radler, Fußgängergruppen, Personenautos und Autobusse; sie bringen aus Richtung Bochum die Industriebevölkerung in die noch ungestörte Natur des Münsterlandes. „Fern vom Land der Ahnen“ Erlebte Wirklichkeit bei den Argentiniendeutschen als filmisches Zeitdokument. Die Gaufilmstelle Westfalen=Süd zeigte am Sonntagmorgen in der Lichtbura der Bevölkerung, die leider nicht so vollzählig anwesend war, wie es gerade diese Veranstaltung verdient hätte, einen fi.mischen Bildbericht von der erschütternden wirtschaftlichen wie geistigen Not deutscher Auswanderer in Argentinien. Vorher hielt Pg. Felix Schmidt, Berlin, der mit dem Pg. Gerhard Huttula Argentinien bereiste und mit einer tragbaren Tonsilmapparatur Tausenden deutscher Volksgenossen in den argentinischen Pampas lebendige Kunde aus der Hei mat und von de- dee des Führers gebracht hat tagmorgen starteten dann in drei Partien um 9.10 und 11 Uhr in der Städtischen Handelsschule die anderen Teilnehmer. Ueber 20 Schreibmaschinen aller Marken standen hier auf kleinen Tischchen, vor denen dann die weibliche und männliche Jugend in Erwartung des Beginns saßen. Stadtinspektor Pg. Güth beschwichtigte zunächst das Lampenfieber der einzelnen Teilnehmer und gab ihnen gute Winke, damit sie in Ehren bestehen könnten. Sie sollten sich nur vorstellen, in ihrem Büro am alten Platz zu sitzen, wo ihnen der Chef eine Aufgabe zur Erledigung gebe, die sie doch auch stets gelassen annehmen und durchführen würden. Es waren zwei Aufgaben zu erledigen. Die Aufgabe A bezog sich auf eine Briefdarstellung, die auf dem Merkblatt, das jedem ausgehändigt wurde, auf der Rückseite aufgeführt war. Danach war dieser Brieftext formgerecht darzustellen. Die Zeit für die Anfertigung der Arbeit betrug 20 Minuten. Es kam hier auf eine zweckmäßige, übersichtliche und sinngemäße Anordnung des Inhaltes an, ferner auf Sauberkeit und Fehlerlosigkeit. Die ausreichende Zeit von 20 Minuten ermöglichte es jedem Teilnehmer, in diesem Sinne und mit Ueberlegung zu arbeiten. Jeder Teilnehmer hatte auf die Rückseite seiner Arbeit seinen Vor= und Zunahmen und seine Anschrift anzugeben. Die Aufaabe B betraf das Schnellschreiben. Der auf dem Merkblatt doppelseitige Brieftext war von jedem Teilnehmer in der von ihm zu erreichenden höchstmöglichen Schnelmat und von der Idee des Führers gebracht hat. einen Vortrag über Entstehung des Filmes. Felix Schmidt war schon im Jahre 1927 einer der ersten Nationalsozialisten in Buenos Aires in Argentinien, von wo er nach Beendigung dieses Films vor 7 Monaten zur Heimat zurückgekommen ist. Es ist immer interessanter, einen Augenzeugen erzählen zu hören der sich selber an Ort und Stelle sein Berichtmaterial holte. Der Redner erzählte, unter welch primitiven Verhältnissen diese argentinischen deutschen Volksgenossen unter tropischer Hitze kilometerweit und tagelang in der Pampas voneinander entfernt leben und doch fest zusammenhalten. Die Sehnsucht zur Heimat, der harte Lebenskampf, das Dasein unter einem anderen Volke, der Drang nach Kultur hätten diese Pioniere zusammengeschlossen, wenn auch die Entfernungen in Argentinien, das als Land sechseinhalb mal größer als Deutschland ist, noch so groß sei. Es war eine Freude, zu hören, daß erst der Nationalsozialismus bei uns den deutschen Auswanderern, die den Hader und den Zwist daheim nicht mehr ertragen konnten und deshalb in die Ferne zogen, neuen Impuls gab und den Stolz, sich zum Deutschtum bekennen zu können. Und im Film sahen wir, wie im Winterhilfswerk die deutschen Volksgenossen in Argentinien treueste Mitarbeit leisteten, wie selbst die primitivste Chaco(Hütte) draußen an der Tür ein gezimmertes Hakenkreuz und drinnen schlichte Führerbilder aufweist und das„Heil Hitle:“ fern in der Pampas ein feierlicher Gruß geworden ist. Wir sahen deutsch=argentinische SA und HI marschieren, erlebten, wie deutsche Kinder in der argentinischen Dorfschule das Lied„Fern vom Land der Ahnen“ sangen, so daß derjenige, der hier zu Hause lebt und dieses Glück als etwas Selbstverständliches hinnimmt, sichtlich gerührt wurde. Wir haben, das sahen wir weiter an diesen glücklichen Gesichtern, die in einer Scheune eine Vorführung eines Tonfilms vom Führer erleben durften, das Schicksal unserer deutschen Auswanderer viel zu wenig vor Augen, um zu erkennen, welch ein Vorzua es ist, im Deutsch terland leben zu können, als jene Deutschen draußen in unwirtlichen Steppen, die sie für andere Völker aus dem Grunde urbar machen, um selbst ein kleines Stückchen Erde„Heimat“ nennen zu können. Und wenn uns auch dieser Film Naturschönheiten in ungebrochener Wildheit und Romantik bot, so nahmen wir von ihm in der Hoffnung Abschied, daß die im Film zu sehenden frohen Kindergesichter das Land ihrer Ahnen auch einmal in Wirklichkeit sehen möchten. Männer machen Geschichte Der Marsch nach Abessinien.— Filmvorführung für die Herner Schulen. Der Film„Männer machen Geschichte", der an den Tagen dieser Woche sämtlichen Herner Schulen vormittags in der Lichtburg vorgeführt wird, vermittelt einen Einblick in die Schwierigkeiten und Mühen, die das italienische Volk auf sich genommen hat, um in einem glänzenden Feldzuge das Kaiserreich Abessinien zu erobern und damit Italien zum „Imperium“ zu erheben. Der Film ist aus zwei kleinen und einem größeren Bildstreifen entstanden und in dieser Fassung und in seinen Hauptteilen in Deutschland noch fast unbekannt. Er wird also unseren Schülern als ersten Zuschauern gezeigt und ihnen in Verbindung mit Vorführung der gewaltigen Ereignisse und Kundgebungen anläßlich des Besuches unseres Führers in Italien ein bedeutendes und unvergeßliches Erlebnis werden. Der 2500 m lange Film besteht aus 6 Akten und benötigt eine Vorführzeit von 90 Minuten. Er wurde bearbeitet in der Reichspropagandaleitung der NSDAP, Hauptstelle Schulfilm. Der Film beginnt mit dem Besuch des Duce Mussolini in Deutschland vom 24. bis 29. 9. 1937, er zeigt dann: der Duce in Rom (vier Akte) und ist sowohl unterrichtlich wie auch erziehlich sehr wertvoll, einmal um die kolonialen Schwierigkeiten kennen zu lernen, dann aber auch, um die Gründe unserer italienischen Bundesgenossen zum Erwerb von Kolonien zu erfahren. Für die Ober= und Berufsschulen sind die großen politischen und auch die geologischen Zusammenhänge sehr wertvoll, indem sie die Entwicklung der Achse Berlin—Rom—Tokio, das Verhältnis zum Völkerbund, die Entwicklung des Kolonialbesitzes, der kolonialen Forderungen und die allmähliche Umgestaltung der Weltlage aufzeigen. Jahreshauptversammlung des Sc westfalia 04 54 Teilnehmer für Breslau. Im Vereinsheim Sassenhof hielt der Verein am Sonnabend seine Jahreshauptversammlung ab, welche gut besucht war. Einleitend gedachte Oberstudienrat Kracht der Toten und erteilte dann den Kassenprüfern das Wort, welche nichts zu bemängeln hatten. Der umfassende Bericht des Hauptkassierers Niklas gab Aufklärung über die Kassenverhältnisse, welche sich entgegen der Vorjahre gebessert haben. Es folgte der Bericht des Fußballobmanns Schlicker, der auf die großen Erfolge der Mannschaft im verflossenen Jahre hinwies. Er erinnerte an die guten Ergebnisse gegen Schalke und Borussia Dortmund, dankte seinen Spielern und Mitarbeitern, wie Dr. Saß, Niklas und Drilling. Ferner rechnete der Fußballobmann mit den Meckerern und Nörglern ab, welche jede Handlung innerhalb des Vereins kritisierten, selbst aber zur Mitarbeit keine Lust verpürten. Der nun folgende Bericht des Handball=Obmanns verriet der Versammlung den großen Aufstieg dieser Abteilung. Nach schweren Zeiten steht die Abteilung heute mit 50 Mitgliedern gefestigt da und konnte sich die Kreismeisterschaft sichern, welche den Aufstieg zur Bezirksklasse mit sich brachte, aus welcher man vor zwei Jahren schied. Weiterhin konnte der Handball=Obmann Schmidt melden, daß auch die 1. Jugend sich die Bannmeisterschaft der HJ. gesichert habe. Er sprach ferner den Freunden und Förderern der Handballabteilung seinen wärmsten Dank aus, wie er auch die Leistungen seiner Spieler anerkennend würdigte. Jugenoobmann Papenheim, welcher erst kurze Zeit die Abteilung im Jugendfußball führt, gab die nächsten Ziele der Jugend bekannt und meldete die Teilnahme zahlreicher Jugendlicher nach Breslau. Dann gab für die Leichtathletik das Mitglied Kassert einen kurzen Bericht und streifte die Erfolge der Abteilung. Oberstudienrat Kracht dankte allen Obleuten für ihre vorbildliche Arbeit und schritt zur Wahl der Kassenprüfer. Die alten Prüfer Schuh und Knaden wurden erneut einstimmig gewählt. Der Vereinsführer gab hierauf den neuen Vorstand des Vereins bekannt: Vereinsführer: Oberstudienrat Herm. Kracht. Stellvertr. Vereinsführer: Theo Holsträter. Geschäftsführer: Bartling, 2. Hentrey. Finanzobmann: Schrader. Kassierer: Karl Niklas, 2. Dr. Alberts, 3. Schulte. Dietwart: Assessor Schulte. Sportwerbewart: Bartling. Presse und Propaganda: Vollmer. Platzobmann: Cloß. Platzwart: K. Nöth. Fußballobmann: Schlicker: Mitarbeiter: Dr. Saß, K. Niklas, Drilling. Jugendfußball: Assessor Papenheim. Mitarbeiter: Drilling, Winkelhagen. Handballobmann: W. Schmidt. Mitarbeiter: W. Simon, W. Holzapfel. Jugend: Kurt Schorrig. Leichtathletikobmann: E. Hülsmann. Mitarbeiter: Reuther, Kassert. Vor allen Dingen sind es die Jungen der Hitlerjugend, die der Stadt den Rücken kehren. Der starke Verkehr an Radlern bestätigt die Zweckmäßigkeit der Radfahrwege. * Am Vorabend seiner Silberhochzeit einem Herzschlag erlegen. Tiefes Mitgefühl bringt die Bürgerschaft den Angehörigen des am Donnerstagabend unerwartet an einem Herzschlag verschiedenen Weichenwärters Johann Bieker, Sodinger Straße 32, entgegen. Dem Verstorbenen war es nicht mehr vergönnt, das Fest der Silbernen Hochzeit am folgenden Tage mitzuerleben. Als am Jubiläumsmorgen die Blumen und Gratulationen eintrafen, konnten diese nicht mehr den ihnen zugedachten Zweck erfüllen, dem eine trauernde Familie stand an der Bahre eines im Leben vorbildlichen Gatten und Vaters. * Einen Grubenunfall erlitt während der Nachtarbeit gegen 4 Uhr morgens der Bergmann S. aus Herne auf einer hiesigen Schachtanlage. Er wurde dem Evgl. Krankenhau. zugeführt. * Durch einen Schwindelanfall stürzte gestern nachmittag ein älterer Mann auf der Mont=Cenis=Straße aufs Pflaster und zog sich Kopfverletzungen zu. Der Verletzte wurde ins Marienhospital gebracht. * Das Wohnzimmer ist kein Fußballplatz. Um dem Sport der runden Lederkugel huldigen zu können, kommt unsere Jugend auf alle möglichen Gedanken. So trainierten Sonntag morgen zwei sechsjährige Knirpse aus der Schulstraße, während die Eltern auf dem Kirchgang waren, mit einem Tennisball der älteren Schwester in dem Wohnzimmer. Dabei ging der Ball in die große Scheibe des Bücherschrankes, die in Trümmer ging. Zu allem Unglück kippte auch noch eine kunstvolle Vase um und von einer Goethebüste brach die Nasenspitze ab. Bei dem Wehklagen der beiden Fußballenthusiasten hörte man, daß sie niemals wieder Fußballspielen würden, was wir allerdings nicht glauben können. * I m H a u s f l u r a u s g e g l i t t e n. Einen schweren Beinbruch erlitt der Schwerkriegsschädigte, städtische Beamte R. im Hausflur seiner Wohnung in der Siepenstraße. Als er im Begriff war, einem Besucher die Tür zu öffnen, glitt er aus und zog sich hierbei Krov einen Beinbruch zu, so daß er ins Krankenhaus geschafft werden mußte. * Verkehrsunfall. Am Freitag gegen 22 Uhr wurde eine Frau aus Recklinghausen, als sie die Straßenbahn an der Haltestelle Schloß Strünkede besteigen wollte, von einem Personenkraftwagen angefahren und am Kopfe leicht verletzt. Sie wurde in die Wohnung ihrer in Herne wohnenden Tochter gebracht. Lebensgefahr besteht nicht. * Ein Verkehrsunfall ereignete sich Samstagvormittag auf der Bochumer Straße.=Ein vor einer Wirtschaft(früher Hirdes) parkender Kraftwagen war im Begriff in die Kurfürstenstraße einzubiegen, als ein anderer Wagen von der Bahnhofstraße her nahte und mit dem einbiegenden Wagen zusammenprallte. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt, wohl aber gab es Sachschaden Anschließend sprach Assessor Schulte über Breslau und warb eindringlich für dieses Turn= und Sportfest. Ebenfalls sprach Kassert über Breslau und der Vereinsführer machte bekannt, daß der Verein bis jetzt 54 Personen gemeldet habe. Im Schlußwort gedachte der Vereinsführer des Mannes, der den deutschen Sport einte, unseres Führers Adolf Hitler. Sein Dank klang aus in einem dreifachen Siegheil auf den Führer, die nationalen Lieder folgten anschließend. Erwähnt sei ferner, daß der Verein im Juli in sämtlichen Räumen des Lokales Wiegmann(Grünendahl) sein Sommerfest abhalten wird, dessen Erlös den Breslaufahrern zu Gute kommt. Mit der Durchführung des Festes wurde Hentrey beauftragt. * Die Kameradschaft ehem. Unteroffiziere hielt gestern morgen im Lokale Padberg(Mumme) ihren gut besuchten Monatsappell ab. Der Kameradschaftsführer, Johann Krüger, konnte neben den vielen anwesenden Kameraden auch den Ringehrenführer, Major a. D. Donisch und den Ringführer, Kamerad Kalwa aus Bochum begrüßen. Nach der Verlesung der letzten Niederschrift durch den Ringgeschäftsführer, Kam. Nadelstädt, gab dieser das Programm über den am 15. ds. Mts. stattfindenden Ringausflug nach Essen=Kray bekannt. Sämtliche Kameradschaften des Ringes nehmen in Stärke von 600 Mann an diesem Ringausflug teil. Herne ist mit 63 Personen vertreten. Die Teilnehmer aus Herne fahren morgens in 2 Autobussen vom Kameradschaftsheim Padberg ab und treffen vor 9 Uhr am Ehrenmal in Essen=Kray ein, wo die Kranzniederlegung stattfindet. Nach dem Mittagessen bei den Unteroffizieren in Kray fahren sämtliche Teilnehmer nach Kupferdreh— Baldeneysee, wo ein Preisschießen stattfindet. Von da aus wiro zum Haus der Technik nach Essen gefahren, wo sich ein Kameradschaftsabend anschließt. Der Kameradschaftsführer Krüger gab noch die Eingänge bekannt, darunter befand sich eiee Einladung des Kreiskriegerverbandes Herne zu eine: Kameradschaftsführerbesprechung am 12. ds. Mts., an dem sämtliche dem Verband angeschlossenen Kameradschaften teilnehmen. Von dem Korpsappell und der großen Kundgebung des Haeselerbundes am 28., 29. und 30. Mai in Essen(Ruhr) wurde ebenfalls Kentnis gegeben und beschlossen, an diesem teilzunehmen. Einer Einladung der Flakbatterie zum Reinoldus in Dortmund folgt die Kameradschaft ebenfalls. Auf das Militärkonzert der Kameradschaft des 15. A.=K. am 21. Mai im Saalbau Strickmann wurde empfehlend hingewiesen. Nach der Erledigung interner Kameradschaftsangelegenheiten sprach der Ringehrenführer Major a. D. Donisch über einen Besuch, den er vor kurzer Zeit bei einem aktiven Truppenteil machen durfte. * Ni BSC 22 Herne- Herten 07 14:6 Vor gutem Besuch konnten gestern abend die Herner einen eindrucksvollen Sieg landen, wobei Kubiak gegen Keisler=Bochum nach Punkten gewann und Bregenstroth seinen Gegner Sielski aus Herten in der ersten Runde zur Aufgabe zwang. Näherer Bericht folgt morgen. New York macht nicht mit Was wird aus den Kongreß-Beschlüssen von Rom? Aus New York kommt die Meldung, daß die New Vorker Boxkommission die in Rom im Beisein ihres Vorsitzenden General Phelan gefaßten Beschlüsse über eine einheitliche Gestaltung des internationalen Beiufsboxsports, der Weltmeisterliste und Weltmeisterschaftskämpfe nicht anerkennt. Sofort nach seiner Ankunft hat General Phelan, der sich bekanntlich in Nom zu einer Unterschrift der Protokolle außerstande erklärte, eine Sitzung der Kom mission einberufen und einen kurzen Bericht erstattel. Daraufhin haben die Mitglieder der Kommission erklärt, daß sie zurzeik nicht imstande seten, mit den anderen internationalen Boxverbänden zusammenzuardetten Die Haltung der New Yorker Kommission ist zwar sehr merkwürdig, aber sie war schon allein mit Rücksicht auf das nicht zu bestreitende finanztelle Abhängigkeitsverhältnis der Kommission von den großen Boxkampfveranstaltern zu erwarten. Man fürchtete, daß bei den zu erwartenden Ansetzungen neuer Weltmeisterschaftskämpfe die New Vorzu ku., kämen. Es ist dies sa nicht die erste Enttäuschung, die gerade die New Vorker Kommission der Boxwelt bereitet hat, und in amerikanischen Kreisen ist man über diese Einstellung der New Yorker zum Teil recht erbost. Nach dieser Erklärung muß man abwarten, wie sich die übrigen Verbände dazu stellen werden und ob es möglich sein wird, auch ohne die New Yorker dem Internationalen Berufboxsport eine einheitliche Ausrichtung omm der n sittich Fuhbe nraß eines strähn gedach in der Grupr aber Grupr Glück erinne Schall verläß nicht. so ger zu ziel gegen ausho der G mußte Sie s strahl ließ 3 frische Rechn beim einem hat ne ein T dem r mit W Falle meisten keinen machen daß m Mann gekämt Schalk wie ge unter Wa Gunst rechnen die Ve das Ot etwa d sofort sondern so gut sie hin zuwetze erwart keit zu Gestern für Sc Gruppe vor Be von Sd als er Schalke auch da rechnen sich geste die ein bekamen Nachwul erst sah dann K und ein da wuß der Han Nachrich wurde d mit grof alles dr steckt und Gruppen 4 Der das Spil hänger Schalke Berliner Tor. die fast hätt ein Selb Bewegun schnell ist stimmten lassen. 1 Linie kon die Ber! wieder v hinterlast Er ist Springt will ein? schlägt ei saßt ist. 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Andere Mannschaften. die ein Höchstmaß an Leistungen und Fertigkeiten aufbringen, werden eines Tages vom Pech verfolgt, und dann reißt die Pechsträhne so leicht nicht wieder ab. Wer hätte jemals gedacht, daß sich ein Außenseiter wie Mannheim soweit in den Gruppenspielen hätte vorarbeiten können, daß die Gruppenmeisterschaft als gesichert erschien. Wer hätte aber auch jemals daran gedacht. Schalke den Sieg in der Gruppenmeisterschaft abzusprechen. Mannheim hatte das Glück zur Seite. Schalke war vom Pech verfolgt. Wir erinnern nur an das Spiel in Mannheim. bei dem Schalle klar in Nachteil gesetzt wurde.„Aber Fortuna verläßt einen anständigen Schalker nicht", auch dann nicht, wenn die Möglichkeit für einen Gruppensieg noch so gering ist, daß man sie überhaupt nicht in Erwägung zu ziehen wagt. Denn die Wahrscheinlichkeit, daß Dessau gegen Mannheim einen Sieg oder ein Unentschieden herausholen könnte, war so verschwindend gering, daß mit der Gruppenmeisterschaft Mannheims gerechnet werden mußte. Aber im letzten Augenblick besann sich Fortuna. Sie schickte einen für Schalke böchst erfreulichen Glücksstrahl nach Dessau in Gestalt eines Unentschieden und ließ zugleich die Schalker Mannschaft in ihrer neuen frischen Besetzung mit 3:0 über Berlin triumphieren. Rechnerisch ausgedrückt, sieht die Lage nun so aus: Mannheim steht nach Abschluß der Sviele mit 8:4 Punkten und einem Torverhältnis von 15:10 an der Spitze. Schalke hat nach fünf Spielen ein Punktverhältnis von 6:4 und ein Torverhältnis von 13:5. Schalke braucht also aus dem restlichen Sviel gegen Dessau noch zwei Punkte, um mit Mannheim punktegleich zu sein, hat aber in diesem Falle das bessere Torverhältnis. so daß die Gruppenmeisterschaft dann errungen ist. Schalke soll sich aber auf keinen Fall auf einen Svaziergang nach Münster gefaßt machen: denn Dessau hat am gestrigen Sonntag gezeigt. daß mit der Mannschaft nicht zu spaßen ist, wenn auch Mannheim infolge der ungewohnten Anstrengungen abgekämpft zu sein schien. Jedenfalls möge man sich bei Schalke davor hüten, mit einem ähnlichen Exveriment wie gegen Mannheim aufzuwarten. Die Rechnung könnte unter Umständen recht teuer sein. * Wandelbar wie das Fußballglück ist aber auch die Gunst des Volkes. Ist mit einer Schalker Sensation zu rechnen, dann stürzt man sich mit heller Begeisterung auf die Vorverkaufsstellen und umsäumt in zigtausenden das Oval. Wenn die Schalker Mannschaft aber einmal etwa daneben geraten ist, dann kündigt man dem Verein sofort die Freundschaft. Das ist nicht allein undankbar. sondern auch unsportlich. Eine Mannschaft ist sportlich so gut erzogen, daß sie eine Niederlage ertragen kann, sie hinnimmt, um sie so bald wie möglich wieder auszuwetzen. Das gleiche sollte man auch vom Publikum erwarten, das gerade dann seine Treue und Anhärtglichkeit zu beweisen hat, wenn es einmal etwas schief geht. Gestern machte man noch lange Gesichter, als die Lage für Schalke ziemlich aussichtslos war: heute, da die Gruppenmeisterschaft vor der Türe steht, kann man sich vor Begeisterung kaum halten. Der' 2. Vereinsführer von Schalke 04. Heinrich Tschentscher. hatte schon Recht. als er einmal sagte:„Nicht das sind die Freunde von Schalke 04. die nur Siege sehen wollen, sondern die. die auch dann kommen, wenn man mal mit einer Niederlage rechnen muß.“ Es war eigentlich kaum zu verstehen, daß sich gestern nur etwa 10000 Menschen eingefunden hatten, die ein wirklich schönes und spannendes Sviel zu sehen bekamen, das zugleich auch einmal wieder den Schalker Nachwuchs auswies, der sich durchweg gut bewährte. Zuerst sah die Lage etwas böse für Schalke aus, aber als dann Kalwitzki nach 10 Minuten das erste Tor vorlegte und eine Viertelstunde später Berg ein zweites dazu tat. da wußte man, daß Schalke das Sviel nicht mehr aus der Hand geben würde. Als während des Svieles die Nachricht von dem Unentschieden in Dessau eintraf, da wurde dieses Ergebnis, das für Schalke alles bedeutete. mit großer Freude ausgenommen. Denn„dann steckt noch alles drin". Hossen wer. daß wirklich noch alles drinsteckt und daß wir am nächsten Sonntag von Münster die Gruppenmeisterschaft Schalkes melden können. Halbzeit 2:0 Der Ball rollt. es rollt das Schicksal. Sonst, wenn das Sviel seinen Lauf nimmt, gerät das Blut der Anhönger gleich in Wallung, denn Schalke spielt. Nun ist Schalke doch befangen. Dazu war auch Anlaß. denn der Berliner Halblinke jagte gleich eine Bombe aufs Schalker Tor. die aber von Klodt sehr sicher gehalten wurde. Und fast hätte im Anschluß daran der Verteidiger Sontow ein Selbsttor zu beweinen gehabt. Er hatte sich in der Bewegung des eigenen Torwarts geirrt. Wahnsinnig schnell ist das Tempo. das Berlin vorlegt. Früher bestimmten es die Schalker. nun müssen sie sich drängen lassen. Die Folge ist, daß Schalke nicht auf die bekannte Linie kommt. Berlin greift an. wird abgeschlagen. aber die Berliner wanken und weichen nicht, sie sind immer wieder vor dem Schalker Tor und wollen ein Andenken hinterlassen. Da muß schon Tibulski auf der Wacht sein. Er ist es mit seiner ganzen Schlauheit und Ruhe. Springt ein Berliner nach dem Ball. springt er höher. will ein Berliner ihn beseitigen, dann sägt er rn ab oder schlägt einen Hasenhaken, auf den der Gegner nicht, gesaßt ist. Er ist nötig. der kleine Tibulski. mit seiner Ruhe und Sicherheit: es könnte leicht sein, daß die Unruhe wie ein Feuerfunken überspringt auf alle Svieler. die dann vor Aufregung brennen und alles verderben. Schalkes Sturm sucht sich anzuvirschen, findet aber den Torwart und die Verteidigung auf dem Posten. Große Abwehrhandlungen der Berliner sind zu sehen. Berg hat es gut gemeint. er schießt eine Bombe knanp nenen den Pfosten. Er lächelt zwar sauer, der Berliner Verteidiger nickt ihm zu. Vielleicht ein andermal. Wie die Berliner ihre Außenstürmer ins Trefsen schicken. lange Pseile sind es, die nach der Außenlinie gesandt werden. Da stannt nicht nur der Schalker Bornemann, er ist sogar so benommen, daß ihm ern Stürmer durch die Lapven geben kann. Nicht einmal. nicht zweimal. fa. in der ersten Halbzeit muß Bornemann sich oft rückwärts ortentieren, daß er nicht ganz außer Gesecht gesetzt wird Hellesch hat einen Ball vernatzt, der Berliner geht auf und davon und knallt scharf und flach. aber Klodt angelt den Ball aus dem gefährlichen Schußwinkel. Der Ball hatte es in sich. Da schreit das Volk auf. Kalwitzki ist durchgebrochen, die Berliner Verteidigung ist binten. Kuzorra hat den Ball, der Verteidiger stürzt sich ihm entgegen. Kuzorra will eine Glanzleistung zeigen, er umvielt den Torwart Berlins, feuert dann den Ball gegen die Latte. Da sträuben sich die Haare— diese berrliche Torgelegenheit ist sutsch. Und jetzt ist alles still geworden, was kann denn Kalwitzki schon im äußersten Winkel des Berliner Tores groß werden? Ja, er knallt, der Torwart Berlins wehrt den Ball ab. Kalwitzki zögert keinen Augenblick, er schießt noch einmal, die Zuschauer reißen erst die Augen. dann den Mund los. Es ist Tor! Und das in der 10. Minute. Da springen die Menschen von den Sitzen. Jetzt muß es werden! Was mag Mannheim gegen Dessau anfangen? Wenn man wüßte... Das Spiel geht weiter. Schalle kann aber kein Tempo aufdreben. Tibulski muß immer noch weit hinten das Ankommen des Gegners übervrüfen, wie und wo er abriegeln muß. Er besorgt es ohne Tadel. Szepan hat Schußgelegenheit, aber die alte Sicherheit ist ihm verloren gegangen. Szepan ist überhaupt fleißig. aber er beschickt wenig Ersprießliches. Aber es ist gut. daß er noch da ist, er bringt Spielübersicht in das oft heikle Durcheinander des Sturms. Berg spritzt immer noch in allen Gassen herum, er bringt die Verteidigung Berlins in Aufregung. Wenn doch Schalke einmal das Drehen lassen wollte! Immer vor und zurück mit dem Ball. bis die flinken Berliner dazwischenfahren und sich des Balles annehmen. Selbst der sonst kühl rechnende Gellesch ist aus dem Häuschen. Was für ein kluges Feldsviel die Berliner aufziehen! Man muß staunen und ehrlich sagen, daß die Linie des Berliner Sviels schöner ist, viel flüssiger, es hat mehr in sich als das der Schalker. Immer sind die Berliner schneller am Ball. betreiben auch das bessere Kopfsviel. Und doch die Schalker wissen. was die Glocke schlägt. Da haben Mecke und Berg ein Spielchen ganz für sich entwickelt; was keiner glaubt, wird Tatsache. Auf einmal macht Berg eine kurze Wendung, steht frei, er schießt, und in der 25. Minute hängt das zweite Tor. Nun geht die Brandung des Beisalls boch. Und da schreit jemand: Das Spiel Mannheim— Dessau steht 1:1!! Und der Schrei pflanzt sich fort: Das Spiel Mannheim— Dessau steht 1:1, es sind noch 10 Minuten zu spielen!— Auf. ihr Schalker! Aber die Schalker sind nicht aufzuregen, sie dürfen sich auch nicht aufputschen, sie müssen kühl und besonnen bleiben. Sie ahnen ihre Schwächen, sie wissen aber. was von diesem Spiel abhängt. Die Berliner Außenstürmer lassen Sontow und Bornemann nicht zu Atem kommen. Man muß sagen, daß Sontow seiner Aufgabe besser gerecht wird. Bornemann kostete es Aufregung. aber man merkt ihm die äußerste Entschlossenheit an: er schwimmt oft. aber er geht nicht unter. Viele tausend Augen beobachten Szevan. Was ist mit ihm los? Er kommt nicht zurecht; wo ist seine Geschmeidigkeit geblieben, seine sonst so sicheren und durchdachten Ballvorlagen. Gewiß. er ist fleißig. aber nichts will glücken. Die Berliner Außenstürmer lassen ihre Schrägschüsse am Schalker Tor vorbeipfeisen. Es ist gut, daß Halbzeit ist. And schließlich 3:0 Svielten die Berliner erst mit Rückenwind. so haben sie den Wind nun im Gesicht. Macht ihnen aber nichts aus. Sie sind genau so schnell und zähe, sie zeigen es den Schalkern gleich. Ihnen kommt es auf Torerfolg an. sie wollen auch zum Tor kommen. Aber wenn nicht der kleine Tibulski wäre. Wenn der einmal ganz aus dem Wege geräumt werden könnte! Es könnte dann glücken. Immer steckt er den Fuß in den Schußwinkel. er fischt. schlägt den Ball weg. Und da bereitet sich wieder etwas vor. Ein Innenspiel versuchen die Schalker nun, es hat den Anschein nach nichts in sich. Und doch. als Berg zum Schuß ansetzte und wie er den Schuß ausführte, da war es nichts anderes als ein drittes Tor für Schalke. Der kleine Berg. so ein Kerl! Jetzt ist Schalke seines Sieges sicher. Berlin gibt nicht nach. Mögen die Schalker auch Tore treten, sie wollen spielen, wollen auch zu Toren kommen. wenn es geht. aber es geht nicht! Sontow und Bornemann sind verschieden. Sontow greift wacker an. Bornemann zögert, wenn Berlin anrückt. Es ist. als wollte er den Sturm Berlins anziehen. Und dann sieht es nicht immer ungefährlich vor dem Schalker Tor aus. Wehe. wenn der Berliner Sturm Schußstiefel angehabt hätte. Aber er tänzelt nur, es sieht zwar sehr schön aus. aber mehr Wagemut im Torschuß stände ihnen besser an. Alles hat das Berliner Sviel noch in sich. Es kann zwar keine große Ueberraschung mehr kommen, denn dafür sind die Schalker zu wachsam. aber wie der Berliner Sturm anprescht. verursacht doch oft Herzklopfen. Auch Kuzorra versucht es hin und wieder, einmal nach alter Art durchzubrechen. Das gibt immer wieder Auftrieb. Schalke zirkelt oft. es hat aber keinen Zweck. Die Berliner waren zu flink. um sich an der Nase herumführen zu lassen. Gellesch ist entschieden besser geworden, er ist wieder der langatmige Windhund, der in der Mitte und rechts aushilft, wo er nur kann. Dadurch bekommt das Schalker Spiel mehr Linie. Es sind noch 15 Minuten zu svielen. Nun wird das Gerücht bestätigt: Mannheim konnte gegen Dessau nur ein 1:1 herausholen! Menschenskinder, was sagt ihr nun? Auf einmal ist Schalkes Mannschaft wieder der Glanzpunkt geworden. auf den alles mit Begeisterung schaut. Aber die fehlenden 20 000 Zuschauer am heutigen Tage werden morgen auch begeistert von Schalfe sein und ihm zufubeln. Ja. Schalke 04 wird es noch ihrer Meinung bestimmt machen. Zu dem Spiel gegen Berlin ließen sie sich nur entschuldigen, denn was war Berlin 92 eigentlich? Wann aber festgestellt werden muß, daß Berlin den Schalkern mindestens im Sviel ebenbürtig war. daß sie es auch verdient hätten, mit in der Reihe zu warschieren?.... Das Loh muß den Berlinern ausgestellt werden sie haben redlich gekämrft, sie wollten es den Schallern zeigen. Und wenn schußfreudige Stürmer zur Stafle waren, hätte es für Schalle böse ausgesehen. Der Sieg Schalkes war siche: kein Spaziergang. Schalke mußte sich redlich abmühen. Die Mannschaft hat es auch restlos getan. Sie hat alles eingesetzt, alle Verschlagenheit, jede Möglichkeit zum Torschuß ausgenützt. Berlin batte wirklich eine gute Mannschaft zu stellen. die noch alles in sich hat. Sie spielte sauber, sein und genau, war sehr fleißig, sie spielte aus innerer Freude und schöpfte aus dem Vollen. Die Außenstürmer waren die besten Leute. Der Lauf sehr gut und aufmerksam. Die Verteidigung machte keinen Schnitzer. Auffallend sicher war auch der Tormann. Bei Schalke war es in erster Linie der Tormany Klodt und Tibulski, die in einem Atem zu nennen sind. Dann gefielen Berg. Kalwitzki und Kuzorra, später auch Gellesch. Aber alle taten ihre Pflicht bis zum äußersten. Der Kampf war aus. die Anhänger sprangen nun herzu und beglückwünschten die Schalker mit einer Herzlichkeit, die man lange vermißte. Wenn es auch nur ein Gruppensviel war. das gewonnen wurde, jetzt freute es die Anhänger mehr. als wenn die Deutsche Meisterschaft siegreich ausgetragen worden wäre. Und das ist gut Die Ueberraschung von Oessau VfR. Mannheim spielt nur 1:1 vor Es waren nicht allzu viele Optimisten, die noch daran glaubten, daß der Deutsche Meister Schalke 04 in seiner Gruppe noch zum Siege kommen würde. Mit drei Minuspunkten hatte er gegen den BfR. Mannheim mächtig Federn lassen müssen, und es schien so, als ob Badens Meister auch in Dessau zum Siege kommen würde, denn er hatte ja seinerzeit daheim den Meister des Gaues Mitte mit 6:1 schwer geschlagen nach Hause geschickt. Aber es reichte für Mannheim nicht. Dessau 05 setzte seinen ganzen Ehrgeiz darein, gerade gegen die Elf, die dem Deutschen Meister drei Punkte abgeknöpft hatte, besonders günstig abzuschneiden. Und so mußte Mannheim froh sein, mit dem 1:1 davonzukommen. 10 000 Besucher sahen in Dessau ein typisches Kampsspiel. Schon in der ersten Hälfte lag der Mittemeister stürmisch im Angriff. aber gerade in dieser Zeit kam Mannheim durch Lutz zum Führungstor. Der Erfolg machte den Gästen Mut, aber die Dessauer Abwehr stand eisern. Gerade als die heimische Elf im stärksten Druck war, entwischte der schnelle Außenstürmer Paul dem Ersatzverteidiger Spindler und schoß das 1:1 heraus. In der Gruppe 3 fiel bereits die Entscheidung. Fortung Düsseldorf schlug den BfB. Stuttgart in Stuttgart mit 2:0(0:0) und ist nunmehr nicht mehr einzuholen, da der BC. Hartha zur gleichen Zeit in Gleiwitz durch Vorwärts Rasensport Gleiwitz seine erste Niederlage erlitt, die mit 0:5(0:1) unverständlich hoch ausfiel. Sehr schwer hatte es der 1. FC. Nürnberg in der Gruppe 4. Er liegt zwar nur zwei Punkte hinter Hannover 96 zurück, könnte also, wenn er die bisher noch ungeschlagenen Niedersachsen in Nürnberg besiegte, punktgleich werden. Der„Club“ müßte aber schon mit 3:0 gewinnen, soll es noch zur Meisterschaft reichen. In der Gruppe 1 kam Eintracht Frankfurt zwar zu einem neuen 5:0=(3:0)=Sieg, diesmal über Vork Insterburg. Die Meisterschaftsfrage ist hier aber bereits praktisch entschieden, da der Hamburger SV. ein zu gutes Torverhältnis hat, um selbst im Falle einer Niederlage durch Frankfurt noch gefährdet zu sein. 10000 Zuschauern7 Fortuna Meister Der Stand der Gruppenspiele Gruppe 1 Eintracht Frankfurt— Vork Insterburg 5:0 Tabelle: (3:0). Gruppe 3 VfB. Stuttgart— Fortuna Düsseldorf 0:2(0:0). Vorw. RS. Gleiwitz— BC. Hartha 5:0(1:0. Tabelle: Fortuna Düsseldorf 5 3 BC. Hartha 6 1 PfB. Stuttaan 6 2 Vorw. RS. Gleiwitz. 5 1 Gruppe 4 SV. Hannover 96— Alemannia Aachen 6:1(2:0. FC. 93 Hanau— 1. FC. Nürnberg 1:4(1:3). Tabelle: SV. Hannover... 5 5—— 14:4 10:0 1 FC. Nürnberg 5 4— 1 14•7 8:2 Alemannia Aachen.. 5 1— 4 9:17 2:8 FC. Hanau 5—— 5 5:14 0:10 Vorschlußrundenspiele erst om 29. Mai Da für den 14. und 15. Mai eine Reihe der besten deutschen Spieler, deren Vereine noch im Kampf um die 80 000 beim Hamburger Stadtparkrennen Wieder große deutsche Erfolge Das internationale Hamburger Stadtparkrennen, das nach schönem Auftakt am Samstag und nach einer vierteljährigen Pause am Sonntag zum zweiten Mal auf dem verbesserten und ausgebauten Kurs durchgeführt wurde, war auch am Haupttag in jeder Beziehung ein voller Erfolg. Der Besuch ist mit 80000 Zuschauern als sehr gut zu bezeichnen. Die Rennen verliefen als sehr spannend und abwechslungsreich. Das Wetter ließ allerdings etwas zu wünschen übrig, Hagelschauer und Regen wechselten mit Sonnenschein ab. Aber das tat der guten Stimmung und dem Rennverlauf selbst keinen Abbruch. Das Rennen der 350er=Maschinen verlief während der ganzen 50 Runden überaus spannend und gestaltete sich zu einem hervorragenden Auftakt des Haupttages der Stadtparkrennen Bodmer beendete dann das Rennen unter großem Beifall vor Bungerz, der in letzter Runde noch Anderson auf den dritten Platz verweisen konnte. Bodmer fuhr eine Gesamtzeit von 2:36:57,4 mit einem Durchschnitt von 115,3 Std.=Klm. heraus. Bester Privatfahrer war der NSKK.=Mann Schön auf Velocette, zwei Runden zurückliegend. Mit großer Spannung erwarteten die großen Zuschauermassen die Sportwagenrennen. Zunächst wurden die zwei kleinen Klassen bis 1000 und 1500 ccm über sieben bzw. acht Runden mit einer Minute Abstand gestartet. In der kleinen Klasse bis 1000 ccm führte der im Training gute Leistungen zeigende Vollmer auf Neander(Essen), der aber überraschend in der vorletzten Runde ausschied, so daß der RSKK.=Mann Sörgel(auf NSU.=Fiat), Köln, Sieger wurde. In der 1½=Ltr.=Klasse führte Wiswedel(MG.=Midget) Berlin, von Beginn an und gab die Spitze nicht mehr ab, so daß er schließlich Sieger wurde. Zur großen Ueberraschung der Zuschauer scied im Rennen der 2=Ltr.=Klasse der im Training so ausgezeichnet fahrende Richter(BMW.), Lochhausen, bereits in der ersten Runde aus, da er aus der langen Rechtskurve aus der Bahn getragen worden war, glücklicherweise aber nur leichte Gesichts= und Knieverletzungen erlitten hatte. So führte Paul Heinemann(BMW.), Köln, vom Beginn des Rennens und konnte auch als Sieger durchs Ziel gehen, obwohl nach spannendem Verlauf Frh. von Langen sich alle Mühe gab, ihm den ersten Platz streitig zu machen, nachdem er vorher nach hartem Kampf in der achten Runde vom dritten auf den zweiten Platz vorgerückt war. Daß Gall und Meier das Rennen der 500=ccm=Klasse unter sich ausmachen würden, stand von vornherein fest. Gall wollte diesmal dem Ueberraschungssieger von der Eilenriede zeigen, was ein Meister wirklich kann. Nur acht Runden lang ließ er Meier die Führung, drehte dann immer mehr auf und versuchte, seinen jungen Markengefährten zu überrunden. Meier wehrte sich aber mit aller Kraft und konnte sich auch behaupten. Schon von der 18. Runde ab war Gall Alleinherrscher im Feld. und in der 28. Runde schraubte er den Rekord auf 139.9 Std.=Klm. Mit 135.0 Std.=Klm. siegte Gall vor Meier. Im Hamburger Stadtpark wurde am Sonntag der zweite Lauf der deutschen Meisterschaften der Auto= und Motorradfahrer durchgeführt. Scher die Trainingstage brachten außerordentlich scharfe Wettkämpfe. Linko sieht man Schmiot=Vo###sdam aus Fiat vor Lobering=Frankfurt am Main auf Hanomag beim Training auf der Straße. Rechts: Viel beachtet wurde auch das eigenartige Gesicht dieses mit Sperrholz verkleideten Neanderwagens von Vollmer=Essen, der mit die besten Trainingszeiten erzielen konnte. Schirner-M4) deutsche Fußballmeisterschaft stehen, benötigt werden hat Gauklasse eine guke Rolle fyieken. An und für sich ist er die Reichsführung des DRL. sich entschlossen die noch ausstehenden vier Gruppenspiele erst am 22. Mai zur Durchführung zu bringen. Dadurch muß nun die ursprünglich für diesen Tag angesetzte Vorschlußrunde um eine Woche auf den 29. Mai verlegt werden. Das Endspiel um die„Deutsche“ kommt, wie vorgesehen, am 26. Juni, also nach der Weltmeisterschaft, zum Austrag Gruppe 1: Eintracht Frankfurt— Hamburger SV. im Frankfurt Gruppe 2: Schalke 04— Dessau 05 in Münster Gruppe 3: Fortuna Düsseld.— Vorw. RSV. Gleiwitz in Flingern Gruppe 4: 1. FC. Nürnberg— Hannover 96 in Nürnberg. zudem erfreulich und wahrscheinlich befruchtend für das gesamte Fußball=Leben des Westfalen=Gaues, daß ein Vertreter Ostwestfalens sich wieder in die ersten„Zehn“ einreihen konnte. Preußen Münster— Gelsenguß Gelsenkirchen 3:1(1:1). 1000 Zuschauer in Münster sahen endlich das erste Spiel ihrer Preußen um den Aufstieg und auch den ersten Sieg. Freilich waren die Leistungen nicht so, daß nun in Münster eitel Zuversicht herrschen würde. Gelsenguß wußte keine Gegenwehr und wird schon sehr viel mehr bieten müssen, wenn mitgesprochen werden soll. Die Preußen zogen durch ihren rechten Verbinder Haarmann in Führung. aber der Jubel dauerte nicht lange. denn schnell zogen die Gäste durch den Halblinken Friese gleich. Hinterher schossen noch Zink und Rabeneck die Tore, die den Sieg bedeuteten. Aufstiegsspiele zur Fußball=Gauklasse Berliner SC. wieder Hockeymeister In beiden Gruppen wurde je ein Aufstiegsspiel zur westfalischen Fußball=Gauklasse ausgetragen, das bereits in der Gruppe 2 die endgültige Entscheidung brachte. Hier schlug nämlich die Bielefelder Arminia Schwelm 06 trotz des Platzvorteils des Sauerlandmeisters mit 2:0 und ist damit nach drei gewonnenen Spielen nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen. Die Bielefelder haben sich damit also den Aufstieg zur höchsten deutschen Fußballklasse erkämpft und dürften nach ihren letzten Leistungen auch im Meisterschaftskampf der westfälischen TV. 57 Sachsenhausen mit 1:0(1:0) geschlagen Das Endspiel um die Deutsche Hockenmeisterschaft führte am Sonntag in Frankfurt a. M. den Titelverteidiger. Berliner Sportklub. und TV. 57 Sachsenhausen zusammen. Die Berliner gewannen durch ein bereits nach zehn Sekunden Spielzeit erzieltes Tor von Kurt Weiz mit 1:0 und blieben damit in den Besitz der Meisterwürde. Dem Sviel wohnten bei schönem Wetter rund 3000 Zuschauer bei. u. a. sah man auch den Reichsfachamtsleiter Jäger und Sportwart Wette(Köln). Die erste Hauptrunde um den Tschammer=Hokal Armina Marken— Voktzel SV. Bochkum 7:1 Germania Datteln— Sp. Va. Herten 1:1 u. V. Sp. Va. Beckum— VfL. 09 Geseke 0:2(0:1). VfL. Altenbögge— Tus Neheim 4:0(2:0). SuS Hüsten 09— MSV. Arnsberg 1:0. Rot=Weiß Oberhausen— Sportfr. Gladbeck 6:1((1:1). VfB. Ruhrort— BfL. Wetter 10 6:1(2:1). TuSv. Germania Mudersbach— Sportfreunde Siegen 0:4(0:1) Sport frei Haus Union bleibt, Rotthausen scheidet aus Die 1. Hauptrunde um den Tschammer=Pokal wurde Mai erledigt, und brachte fast durchweg die erisse, am 8. warteten Ergebnisse, aber auch einige Ueberraschungen. So blieb zur großen Ueberraschung in Essen am Uhlenkrug EXB. Schwarz=Weiß bereits auf der Strecke, indem sie von Union Gelsenkirchen knapp mit 1:0 bezwungen wurden. Borussia Dortmund dagegen fertigte den BV. Altenessen mit 4:0(2:0) ab und auch Westfalia Herne behauptete sich gegen die SGm. Mengede mit 3:1(1:1). Der DSC. Rotthausen hatte gegen die Sportfreunde aus Katernberg nichts zu bestellen und unterlag glatt mit 0:5(0:1). Rot=Weiß Essen besiegte die Scm. Wattenscheid mit 6:4(3:2) und Borussia M.Gladbach feierte über SC. Viktoria Kellersberg einen schönen 311=Sieg. Ansonsten verliefen die Treffen erwartungsgemäß. DSC. Rotthausen— Sportfr. Katernberg 0:5. Die Sportfreunde aus Katernberg haben auch die erste Hauptrunde bei den Tschammerpokalspielen glänzend überstanden. Am zweiten Maisonntag weilten sie in Rotthausen und konnten dort auf fremdem Gelände vor rund 200 Zuschauern einen schönen Sieg feiern. Mit 5:0 wurde die neue Mannschaft von SpV. und Delog. die sich zusammengeschlossen hat und jetzt den Namen DSC. Rotthausen führt, eindeutig geschlagen. Der Elf fehlt noch vollkommen die einheitliche Linie, insbesondere der Lauf hing in der Luft. Der Sturm ging an, doch hatten die Spieler mit ihren Schüssen großes Pech.— Auf der Gegenseite klappte es ausgezeichnet. In der 15. Min. der ersten Halbzeit eröffnete der Rechtsaußen Broika von Katernberg den Torreigen. Nach der Pause kamen noch der Mittelstürmer Smolinski(2). der rechte Verteidiger Grutmann und wieder der Rechtsaußen Broika zu weiteren Treffern. Der 5:0=Sieg ist für die Gäste vollauf verdient. EXB. Schwarz=Weiß Essen— Union Gelsenkirchen 0:1. Union Gelsenkirchen brachte es am Sonntag fertig, vor rund 2000 Zuschauern am Essener Uhlenkrug den Gauligist EXB. Schwarz=Weiß Essen aus dem Wettbewerb um den Tschammer=Pokal zu verdrängen. 1:0 (1:0) wurden die Essener geschlagen, die während der 90 Minuten nie richtig in Fahrt kamen und anscheinend das schwere Vortagsspiel gegen den SC. Ostmark noch nicht ganz überwunden hatten. Immerhin muß aber die Leistung der Jonier aus Gelsenkirchen anerkannt werden. die mit großem Eifer spielten und schließlich den glücklichen, aber nicht ganz unverdienten Sieg davontrugen. Die Mannschaft ließ sich nicht einen Moment aus dem Konzept bringen, spielte einen frischen Fußball und war auch in kritischen Minuten, besonders in der letzten halben Stunde, als die Essener Elf alles auf eine Karte setzte. Herr der Lage. Während die erste Hälfte keine besonderen Höhepunkte brachte, wurde das Spiel nach der Pause zeitweise sehr temperamentvoll. Union kam 10 Minuten vor dem Wechsel zu dem einzigen Treffer Löhr hatte den Halblinken im Strafraum etwas forsch mitgenommen, der Schiedsrichter diktierte Elfmeter, den der Rechtsaußen Rogowski zum einzigen Treffer verwandelte. Hierbei sollte es bis zum Schluß bleiben, obwohl der EXB. seine ganze Mannschaft nach vorn warf und neben einigen Ecken und Lattenschüssen nichts mehr anbringen konnte. SC. Borussia Rheine— Sp. Va. Röhlinghausen 4•4(2:1) u. V. Trotz einer Verlängerung kam es in diesem Tschammer= Pakalspiel nicht zu einer Entscheidung. Bis zur Pause hatten die Rheiner zwar eine 2:1=Führung. kamen kurz nach dem Wechsel sogar auf 3:1, aber ein Selbsttor der Rheiner brachte Röhlinghausen wieder auf 3:2 heran. Rheine ging dann durch ein weiteres Tor mit 4:2 in Führung. und man glaubte allgemein an einen Sieg. aber Röhlinghausen drehte zum Schruß mächtig auf und holte noch durch den Rechtsaußen durch zwei schöne Tore den Gleichstand. In der Verlängerung wurde hart um den Sieg gekämpft. aber es gab auf beiden Seiten keinen Treffer mehr. Tus Winz=Baak— Sp. Vg. Höntrov 0:5. Der Kreisklassenvertreter hatte gegen die routinierte Eif vom Hellweg nicht viel zu bestellen und wurde glatt niedergehalten. Die Rothosen lagen schon bei der Pause mit 3:0 in Führung und schossen nach dem Wechsel noch zwei weitere Treffer, während die Einheimischen leer ausgingen. Rot=Weiß Essen— SEm. Wattenscheid 6:4. Der neu ermittelte Gauligavertreter. Rot=Weiß Essen. hat sich durch diesen schönen Sieg über Wattenscheid eine Runde weiter gespielt. Obwohl die Essener ohne den befähigten Mittelläufer Hein antraten. der durch Wessel famos ersetzt war, kam es zu diesem sicheren Sieg. Für Moritz stand Pott im Tor. Wattenscheid trat in seiner zur Zeit stärksten Besetzung an. Nur 800 Zuschauer waren zugegen. Ueberraschend gingen die Gäste mit zwei Toren in Führung. Mit dem ersten Treffer wartete der linke Läufer nach 14 Minuten auf. während kaum fünf Minuten später derselbe Spieler einen Strafstoß zum 2:0 einlenkte. Rot=Weiß brauchte einige Zeit zum Anlauf, dann klappte es umso besser. In der 23. Minute paßte Hulisch geschickt zu Altrath, der ein Tor aufholte. Bei einem Strafstoß könfte dann Hulisch zum 2:2 ein. Eine Minute vor der Pause stellte schließlich Gorzelancek auf 3:2. Nach dem Wechsel spielten die Wattenscheider die erste Viertelstunde sehr forsch, aber ein viertes Tor von Hulisch ließ keine Unklarheit aufkommen. Dann rettete die Latte einen Treffer für den Gast. Die Wattenscheider waren endgültig geschlagen, als Gorzelancek auf 5:2 stellen konnte. Derselbe Spieler machte dann auch das halbe Dutzend voll. Rot=Weiß ließ dann sichtlich nach, was dem Gegner natürlich zum Vorteil gereichte. Durch einen verwandelten Elfmeterball und ein weiteres Tor eine Minute vor dem Ende durch den Halblinken kam Wattenscheid bis auf 4:6 heran. Weitere Pokalspiele Borussia Dortmund— B.V. Altenessen 4:0(2:0). Westfalia Herste— Sportgem. Mengede 3:1(1:1). Sinn, Wert und Ziel der Strabenrennen. Mit dem Strabenrennen Wien—Berlin im Jadre 1893 setzte sich der Radrennsport an die Svitze der damals in Deutschland geübten Sportarten. Er wurde Bahnbrecher. Schrittmacher und Pionier, wenn nicht gar ein Martyrer der Idee. das Volk für die Leibesübungen zu gewinnen. In diesem Kampf wartete er nicht darauf. daß sein. Jünger zu ihm kämen. Er ging zu denen. die er für seine Idee begeistern wollte. In Straßenrennen von Stadt zu Stadt,„quer durch" und„rund um" suchte und fand er seinen stärksten Helser, und aus dem Erstaunen der Menge über die Leistungen der Rennfahrer schlug er Kapital. Bis zum Jahre 1893 hatte man in Deutschland von Straßenrennen größeren Stils nur gelesen. Das Fahrrad galt in der Meinung der Menge als das Modewerkzeug verwegener Jünglinge. Man lagte, es sei nichts für junge Mädchen oder gar für die Frauen. In gewisser Beziehung war diese Ansicht berechtigt. Auf den mit Vollgummi bereiften„Hochrädern. Dreirädern oder zentnerschweren Niederrädern zu fahren, war nicht jedermanns Sache. Erst als der mit Luft gefüllte Gummireisen das Gewicht der Räder verminderte, ihren Lauf erleichterte und den Fahrer vor den Stößen der Straße schützte, sand das Fahrrad den Weg zum Herzen der Menge. Wien—Berlin entsachte das Feuer. Zum ersten Male trug man die Idee in weite Kreise der Bevölkerung. Man lieferte Sport frei Haus. Niemand brauchte auf einen Sportplatz zu genen, niemand brauchte den Geldbeutel zu ziehen, um sportliche Leistungen zu sehen. Er brauchte nur vor die Tür seines Hauses zu treten, um die Rennfahrer zu sehen und den Gedanken zu erfassen daß die Jünglinge auf ihren leichten Rädern Hunderte von Kilometer zurücklegte und fast das Tempo der als schnellstes Verkehrsmittel geltenden Eisenbahn streiften. Das trabende Pferd hatten die Radfahrer bereits in der Fahrt Wien—Berlin geschlagen. Vierzig Stunden weniger hatte der Radfahrer für die 600 Kilometer gebraucht, als der siegreiche Reiter, und überdies war der Radfahrer frisch, der Reiter marode an das Ziel gekommen. Diesem Gedanken, der Menge den Radsport durch Straßenrennen nahe zu bringen und neben die sportlichen Leistungen die Leistungei der Industrie zu stellen. ist der Radsport treu geblieben bis auf den heutigen Tag.„Straßenrennen stehen nach wie vor in der Gunst der Menge. In den Dörfern und Städten stehende Tausende, wenn die Rennfahrer durchfahren. Billiger und bequemer vermag niemand an einer sportlichen Leistung sich zu erfreuen. Als man noch mit schweren Rädern und breiten Reisen fuhr galt es den Kampf der Idee des Radfahrens— heute stellt man neben diese Werbung für den Sport die Werbung deutscher Wertarbeit. Man will durch die Straßenrennen einen Vergleich schaffen Heute, da jeder vierte Deutsche ein Fuhrrad besitzt, vermag man die Leistung der Fahrer durch den Vergleich mit der eigenen Leistung auf dem Rade zu messen. In dieser Möglichkeit ruht das Geheimnis der Volkstümlichkeit der Radrennen auf der Straße. Die Rennfahrer überwinden alle Schwierigkeiten, die ihnen auf ihren langen Wegen entgegentreten. Sie trotzen dem Die Berufsboxer in der Ausstellungshalle Nicht alles, was sich Meister nennt, ist Klasse Wenn sich ein Unternehmen auftut, ist nicht gesagt. daß der erste Abend ein voller Erfolg wird. Auch im Borsport wechseln die Erfahrungen. Die Ausstellungs= halle hätte noch gut zweitausend Besucher mehr fassen können. Hierzulande ist man bekanntlich immer vorsichtig. man will erst mal hören und horchen. was denn eigentlich gespielt wird. So werden die ersten zweitausend Besucher in der Ausstellungshalle die Werber für die neue Einrichtung: Ständiger Boxring in Gelsenkirchen sein. Sie wurden nicht enttäuscht, wenngleich auch nicht alle Kämpfer befriedigten. Auch im Borsport ist alles in Fluß#####einer hat Ansehen. Ruhm und Ehre in Pacht genommen, er muß das Errungene stets zähe verteidigen. Das gilt besonders den Meistern. die es heute noch sind und die morgen schon wieder entthront werden. Wenn auch das Interesse vorzugsweise den deutschen Kämpfern galt. so wurden doch auch die Gäste beachtet. Es ist erstaunlich, welche Boxtalente noch unerkannt in deutschen Landen nach Ehre und Würden streben. die vielleicht nur durch Zufall entdeckt werden. Der Abend in der Ausstellungshalle erbrachte hierfür den deutlichen Beweis. Man muß in der Tat vorsichtig sein: Wer Meister wird, ist auch verpflichtet. Meisterleistungen zu zeigen. Sonst hängt er daneben, für ihn ist es dann schwer, sich von dem Sturz zu erheben. Der Abend wurde mit einer kurzen Ansprache des Veranstalters eröffnet, der auf den Zweck der Einrich= tung hinwies und um Empfehlung in weiteren Kreisen bat. Die Kämpfer wurden vorgestellt und dann stieg der erste Kampf: Leichtgewicht: Heuser=Bonn(61 Kilo) gegen Flick=Barmen(60 Kilo). Hans Heuser wäre nicht der Bruder des Weltmeisters Adolf Heuser, der ihm auch assistierte, wenn er nicht auch das Kämpferherz des Bruders hätte. Er hat wohl seine eigene Art. in vielen schlägt er aber doch dem berühmten Bruder nach. Er ist ein Kämpfer, der alles in Rechnung zieht, sparsam mit Gesten ist, aber desto sicherer und wirksamer schlägt. Nun muß aber gesagt werden, daß Flick zunächst das Kämpferberz fehlte, er suchte sich nur durch Kontern aus dem Schlagbereich zu halten. Aber auch das gelang ihm nur dürftig. In der zweiten Runde ließ er sich durch einen Leberhaken erwischen und mußte sich zum Auszählen bereithalten. Weltergewicht: Knoth=Düsseldorf(65.5 Kilo) gegen Perticaroli=Italien(65 Kilo). Der Kampf ging über acht Runden. Es war ein Kampf. der vollauf befriedigte. Er wurde mit durchdachten Angriffsmitteln geführt. Knoth machte einen etwas steiferen Eindruck, war ungeheuer hart im Nehmen. während seine Schläge in den ersten Runden wenig wirksam zu sein schienen. Knoth suchte sich die oberen Teile des Körpers als Angriffsziel aus, während der Italiener die unteren Partien des Gegners als Zielpunkt seiner Treffer wählte. In den ersten Runden hatte der Gast durch seine große Beweglichkeit Vorteile für sich. Von der fünften Runde an zeigten sich bei ihm aber leichtere Ermüdigkeitserscheinungen, die Anlaß genug waren. um Knoth stärker werden zu lassen. Auch paßte er sich dem Gegner besser an. Der Italiener steckte viel durch und mußte verwarnt werden. Knoth hingegen war unerbittlich, stand glänzend durch und sicherte sich einen sicheren Punktsieg. Leichtgewicht: Esser=Köln(60.5 Kilo) gegen Pilski=Solingen(61 Kilo). Eigentlich sollte der Italiener Garbelli gegen Esser antreten. Der war aber auf der Reise erkrankt, zeigte sich wohl dem Volke, mußte aber vom Kampfe Abstand nehmen. Dafür hatte man als Gegner für den Deutschen Meister einen Unbekannten gewählt, der sich als Meister herausstellte. Der Kampf sollte über zehn Runden gehen. Auf den unverbildeten, urwüchstgen Pilski machten die Eigenheiten Essers keinen Eindruck. Das bewies er schlagend. als er durch einige wohlgezielte Kovfhaken Esser zeigte, was er in der Faust hatte. Nun mag auch Esser salsch beraten worden sein; er wollte sich auf einen Kampf über die Runden vorbereiten und den Gegner planmäßig zermürben. Aber Pilski verstand keinen Spaß. er verabreichte Esser recht derbe Haken. die Esser sichtlich erschütterten. Und da geschieht in der zweiten Runde schon das Undenkbare: Pilski erwischt den Gegner durch Kinnhaken. Esser muß bis acht zu Boden. er wankt nur noch. ein zweiter Kinnhaken macht den Rest. Nicht gerade ruhmreich muß Esser sich auszählen lassen. Schwergewicht: Klein=Solingen(91 Kilo) gegen Seruggia=Italien(91.3 Kilo). Der Kampf sollte über 10 Runden gehen. aber nach einem Kampf über die Distanz sah das Treffen nicht aus. Die Gegner schienen sofort die Entscheidung zu suchen. Der Italiener ist es. der durch Schläge auf die kurze Rivpe und einen Aufwärtshaken in Vorteil geht. Aber Klein ist ein harter Mann, der furchtlos an den Mann geht. Der Gegner schien davon beeindruckt zu sein. Er wurde in der zweiten Runde unsicher und vernachlässigte die Deckung. Klein fühlte das heraus. er landete gewaltige Schläge, erwischte den Gegner auch durch einen schmerzhaften Leberhaken und noch einen Schlag. Der Italiener mußte infolge dieser Einwirkung den Kampf aufgeben. Federgewicht: Beck=Düsseldors. Deutscher Meister(57,5 Kilo) gegen Clavari=Italien(62.3 Kilo). Es war weniger ein Kampf der Treffer. vielmehr ein technisch ausgefeilter Kampf. Der Gast war beweglicher und variantenreicher im Kampf. Der Deutsche machte keine schlechte Figur, er landete schöne Treffer. die von seinem sicheren Auge Zeugnis gaben. Aber auch dieser Kampf. so hoffnungsvoll er von dem Deutschen geführt wurde, nahm ein vorzeitiges Ende. Beck zog sich eine Augenverletzung zu: der Arzt riet zur Aufgabe, infolgedessen wurde der Italiener zum Sieger durch technischen k. o. erklärt. Wetter und nehmen Berge, die man für unüberfahrber gebalten hat, sie bewältigen im Eilzugtemvo Strecken. die vielen erschrecklich erscheinen, wenn sie daran donken, sie in der Eisenbahn zurücklegen zu müssen. Im Frühjahr. wenn die Straßenfahrer in ihren farbigen Trikots wieder über die Landstraße flitzen. steht alt und jung am Wege. Man kennt die klassischen Straßenrennen auch in Kreisen, die noch nicht für den Sport eingesangen worden sind. denn auch die kleinste Zeitung nimmt heute Notiz von diesen Rennen. Wer ein solches Rennen gesehen, sich für die Fahrer, die Fabrikate und für den hinter allem stehenden Sport interessiert hat. bringt einen Freund. einen Bekannten oder Verwandten an die Strecke, damit auch er sehe, was es mit diesem Geschehen auf sich hat. Nur wenigen Sportarten ist es vergönnt. ein solches Schaufenster offen zu halten. Das Fahrrad ist Sportwerkzeug und Verkehrsmittel. In dieser Verbindung hat es die Möglichkeit, das zu betreiben, was man„Dienst am Kunden" nennt. Der Deutsche Radfahrer=Verband wirbt für die Idee der Leibesübungen. die Rennfahrer für den Kampssport und die Industrie für deutsche Wertarbeit. „Lieserung frei Haus“ ist eine Parole, der nur der Fahrsport zu folgen vermag. An keinen Sportvlatz gebunden, können die Radfahrer der Menge zeigen, was ihr Sport bedeutet und was ihre Maschinen zu leisten vermögen. Nach zwei Richtungen erfüllen sie Dienst am Kunden. als Mittler zwischen Sport und Industrie. Diese Werbung wäre dem Radsport nicht möglich ohne die Opserwilligkeit der Industrie. Schon damals, als die Fahrer, von Wien kommend, in der Abenddämmerung über die Lausitzer Berge strebten, um Berlin zu erreichen, stützte die Industrie die von vielen Seiten ob ihrer Kraftmeierei angeseindeten Radfahrer. Sie hat diesen Brauch beibehalten über Jahrzehnte und damit immer wieder neues Leben erzeugt, nicht nur unter denen, die gemächlich ihres Weges ziehen wollen. teils zur Uebung des Leibes. teils im Beruf. Als„Wien— Berlin" vor nunmehr fünfundvierzig Jahren über die Straße rollte, glaubte man, daß sich der Traum der Radfahrer von dem Sieg des Fahrrades über die Welt vielleicht im Jahre 2000 verwirklichen werde. Kein halbes Jahrhundert ist vergangen bis der Traum Wirklichkeit wurde. Wenn man nach dem Schlüssel zu diesem Geheimnis sucht, dann möge man die werbende Wirkung des Dienstes am Kunden durch die„Lieferung des Sports frei Hauss nicht vergessen. Der Sinn der Straßenradrennen liegt in der Werbung für den Sportgedanken, ihr Wert in der Förderung der Leibesübungen und ihr Ziel in einer Zerreißprobe als Werbung für deutsche Wertarbeit. Pferdesport Rennen zu Düsseldorf. 1. Mosel=Preis: 1. Röslers Forstgraf(M. Schmidt). 2. Pomponius, 3. Sankt Märgen. Ferner: Thammo, Risito. Tot.: Sieg 19, Platz 17, 28. Lg. 1½, ¾. 1. EW. 88. 2. Preis vom Main: 1. Röslers Gastgeber(M. Schmidt), 2. Janiculus, 3. Hesperion. Ferner: Windsor. Tot.: Sieg 25. Platz 13. 23. Lg. 5. ½, 5. EW. 84. 3. Lahn=Preis: 1. Bisgos' Galsworthy(M. Schmidt), 2. Wolkenflug. 3. Sense. Ferner: Kohinor, Debatte, Folge. Tot.: Sieg 33, Platz 21, 22, 19. Lg. 3, ½, 2½. EW. 260. 4. Düssel=Jagdrennen: 1. v. d. Heydts Herero(Flieth), 2. Enthusiast. Ferner: Agnus. Waldteufel. Tot.: Sieg 14. Platz 12, 22. Lg. 8. EW. 146. 5. Rhein=Preis: 1. Röttgens Reichsfürst(Printen), 2. Edel=Bitter. 3. Cyrillus. Ferner: Kameradschaftler. Ideolog. Staatsover. Hosover. Tot.: Sieg 20. Pl. 13. 14, 13. Lg. 2, 1, 2. EW. 122. 6. Ahr=Ausgleich: 1. Bevers Augur(H. Schmidt). 2. Lockruf. 3. Sarafin. Ferner: Chorberr. Mogul. Natango. Thurilind. Tot.: Sieg 29, Platz 13. 15. 17. Lg. 3. ½. ¼. EW. 124. 7. Livpe=Hürdenrennen: 1. Pletzers Sextus(Flieth). 2. Lavant. 3. Evikur. Ferner: Ilmenau, Satilla, Winnetou, Maktonia, Pomerol. Tot.: Sieg 27. Platz 15, 22. 20. Lg. 6. K., 1½. EW. 338. 8. Ruhr=Ausgleich: 1. Sträters Augraf(M. Schmidt). 2. Gewehrlauf. 3. Wernigerode. 4. Denar. Ferner: Sheila, Silvester. Hausmarke, Mohamed. Gamin. Maaßliebchen. Romantik. Tot.: Sieg 33. Platz 13, 15, 35, 15. La. ½, 1½. ½. EW. 176. Rennen zu Hoppegarten. 1. Schlüsselblumen=Rennen: 1. Arnims Catilina (Hellebrandt). 2. Märchenprinz, 3. Oriono. ferner Leibhusar. Toto: S. 29, Pl. 15, 17. La. ½. 8, 2¼, EW. 80. 2. Anemonen=Rennen: 1. Butkes Prinzregent(Narr), 2. Pabst, 3. Geradeaus, ferner Maiflieder, Yquem, Athanatos Item. Toto: S 51, Pl. 21, 17, 19. Lg. H., 2, H., EW. 276. 3. Margueriten=Rennen: 1. Horaloks Treuer Geselle (Zuber), 2. Fidalgo, 3. Adria, ferner Turmvogt, San Michele, Hadrian. Toto: S. 20, Pl. 15, 25. Lg. 5/4, 1, 4, EW. 156. 4. Kisaßzony=Rennen: 1. Röttgens Hannealt(Starosta), 2 Makramee, 3. Liebesgabe, ferner Zibebe. Toto: S. 69, Pl. 16. 11. Lg. 1½, 1, 5. EW. 148. 5. Botschafter=Rennen: 1. Schlendrhans Orgelton (Berndt), 2. Gela, 3. Nobelpreis, ferner Schnitterin. Toto: S. 23, Pl. 11, 12, Lg. 3, 1. 6. EW. 36. 6. Maiblumen=Rennen: 1. Röttgens Frauenpreis(Starosta), 2. Garnele, 3. Föhrental, ferner Goldvfennig. Marschall Vorwärts. Scorel, Stromwart. Toto: S. 95. Pl. 21, 16, 13. Lg. 6. K., 5. EW. 336. 7. Narzissen=Rennen: 1. Stoofs Oriande(Narr), 2. Geisha, 3. Biene. ferner Herzsolo. Feuernelke. Toto: S. 31. Pl. 16, 17. Lg. 2, 5/4, 1. EW. 68. 8. Vergißmeinnicht=Rennen: 1. Nemos Harpagos (Radoch), 2. Pollux, 3. Yorick, ferner Varus Idomeneus, Einfall. Rheinländer, Glücksvogel. Toto: S. 82, Pl. 22, 17, 16. Lg. 2, 1, 1. EW. 316. Rennen zu Longchamp. 1. Rennen: 1. Gramedos Snoeriva(Poincelet). 2. Ogre. 3. Huntreß. Ferner liefen 6 Pferde. Tot.: Sieg 49. Platz 19. 51, 18. La. 2, K. K. 2. Rennen: 1. Lucinges Mon Ami(Brethnes), 2. Mouktar Pacha, 3. Corselier. Ferner liefen 3 Pferde. Tot.: Sieg 46. Platz 20, 22. Lg. ¼, 1½, K 3. Rennen: 1. Rothschilds Royal Gift, 2. Castel Fusano, 3. Cillas. Ferner liefen 5 Pferde. Tot.: Sieg 61. Platz 35. 48. Lg. ½. ¾, 2. 4. Rennen: 1. Boussac' Dadji(Elliott), 2. Vatellor. 3. Sanguinesto. Ferner liefen 4 Pferde. Tot.: Sieg 81. Platz 31, 17. Lg. 2, 3, K. 5. Rennen: 1. Esmonds Forlight(Semblatt), 2. Terek. 3. Brochet. Ferner liefen 3 Pferde. Tot.: Sieg 38. Platz 28. 27. Lg. H., K., 1½. 6. Rennen: 1. Neuters Valrosa(Tucker), 2. Atlas 2. 3. Platinum Blonde. Ferner liefen 10 Pferde. Tot.: Sieg 145. Platz 42, 39, 35. Lg. 1, 1½, 2. Rundfunk=Programm Montag, den 9. Mai 1938. 6.00 Morgenlied- Wetterbericht. 6.10 Knie—e beua!! 6.30 Freut euch des Lebens! 7.00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf 7.10 Frühkonzert. 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Für die Arbeitskameraden in den Betrieben: Konzert. 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten. 10.00„Sei sparsam! Auch wir wollen helfen! 10.30 Was brachte der Sportsonntag? 11.45 Bauer. merk' auf! 11,55 Wettermeldungen für den Bauern. 12.00 Die Werkvause bei der Firma Gebr “ Lhoss in Bochum 1.1 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Schlonkonzert. Solist: Treffner(Tenor), 1. Lachner: Ball=Suite, 2. Suppe: Ouvertüre zu„Paragraph 3“, 3. Zeller: Zwei Lieder aus„Der Vogelhändler“: a) Ahndl'=Lied: b) Schenkt man sich Rosen in Tirol. 4. J. Strauß: Ceid umschlungen. Millionen. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein 15.00 Fröhliche Märchen für große und kleine Kinder. 15.30 Das gute Buch: Sonne in Preußens Fahnen. 15.45 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Musik am Nachmittag vom Deutschlandsender. 17.00 Wir suchen und sammeln. 18.30 Nordische Volkslieder. 18.50 Und was meinen Sie? 19.00 Nachrichten.= 19.10 Die Woche sängt gut an.(Industrie= Schallvlatten und Aufnahmen) 20 00 Abendkonzert. 1 Schumann. Liebesfrühling. Ouverinre. 2„Griea: Suite 1 au„Deer Gonl“, 3. A. Glasunow: Ballettizenen 20.40 Westdeutsche Wochenschau. 21.00 Aus der italienischen Over. Kläre Hansen=Grüttefin(Sopran), Rasp(Tenor). 1. Rossini: Ouvertüre zu„Wilhelm Tell“. 2. Verdi: Aus„Der Troubadour“: a) Szene und Arie„Daß nur für dich mein Herz erbebt“. b) Ballettmusik. c) Arie der Leonore: „In deines Kerkers tiese Nacht“. 3. Puccini: Aus„Die Boheme“.„Wie eiskalt ist dies Händchen".“4. Leoncavallo: Intermezzo aus „Cavalleria rusticana". 6. Mascagni: Intermezzo aus„Cavalleria rusticana“. 7 Donizetti: Ouvertüre zu„Die Regimentstochter“. 22,00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik(Schallrlatten). 22,30 Nachtmusik und Tanz. 24.00—3.00 Nachtmusik. Dienslag, den 10. Mai 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebens! 7.00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf 7.10 Frühkonzert 8 00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.30 Eine bewährte Arbeiterin erhält zusätz lichen Urlaub! 9.45 Nachrichten. 10.00 Tor zur Welt: England— Deutsche sehen London. 10.30 Kindergarten. 11.45 Bauer, merk' auf! 11.55 Wettermeldungen für den Bauern. 12.00 Mittagskonzert. 1. Lortzing: Ouvertüre zu„Undine“. 2. L. v. Beethoven: Schottischer Tanz. 3. Alte Volksmusik aus Oesterreich. 4 Smetana: Musik aus„Die verkaufte Braut". 5. Povy: Ständchen, 6. Komzak: Münchener Kindl, 7. Wismar: Hamburger Bilderbogen. 8. Börschel: Auf flotzer Fahrt. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Konzertfortsetzung. 9. Winkler: Donna Chiquita. 10. Zauella: Menuett. 11. a) Schrammel: Weil ma Weana san. b) Winkler: Wolfratshauser Landler. 12. Ponchielli: Musik aus„La Gioconda“, 13. Schrock: Mein Gruß, 14. Blume: Harlekinade. 11.00 Nachrichten. 14.10 Melodein— aus Köln am Rhein. 15.00 Fliegers Erbe. 15.20 Oesterreich, wie ich es sab und erledte. 15.45 Wirtschaftemeldungen. 16.00 Nachmittagskonzert vom Deutschlandsender. 17.00 Schliemann, der Narr. eine Szene von Rombach. 17.30 Kleines Konzert. 1. Erpf: Adagio und Fuge in C=Moll, für Klavier, 2. Jarnach: Sonatine für Flöte und Klavier. 3. Unger: Lieder nach Gedichten von Löns. 4. Gerster: Sonatine für Klavier. 5. Haas: Sonatine für Violine und Klavier. 18.00 Seemannsliedchen aus aller Welt. 18.30 Englische Unterhaltung. 18.50 Momentaufnahme. 19.00 Nachrichten. 19.10 Deutsches Turn= und Sportfest Breslau 1938. 19.15 Musik zum Feierabend.(Industrie=Schallplatten und Aufnahmen) darin: General= musikdirekter Schulz=Dornburg spricht über die letzte Veranstaltung„Wir schlugen eine Brücke". 20.10 Neues vom Film. 20.30—24.00 Großer Tanzabend des Reichssenders Köln. Es spielt das Tanzorchester Eysoldt. Sollsten: Inge Vesten(Sopran). „Die Sechs Frohen Sänger“ und andere Solisten, darin 22.00—22,15 Nachrichten. 21.00- 3.00 Nachtmusik und Tanz Pes S S Handwerks ausgeschieden. Wenn auch der Rest nicht voll als Zugang an Fachkräften von den Selbständigen der angesehen werden darf, so ist es doch ein Zeichen dafür daß es sich hier um eine recht beträchtliche Anzahl handeln daß diese Entwicklung aber an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betont, daß teine„er zunandigen Stellen daran denkt, 32., 4le, 600,00 Ein=Mann=Betriebe auf diese Weise beseitigt werden sollen. .###ms, Autgabe, die dem Handwerk im Rahmen des Vierjahresplans zukommt, liegt in der Mithilfe des Handwerks bei der Umstellung in der Rohstoffwirtschaft. Wie, die,„#pen Teile der Wirtschaft, so muß auch das Handwerk alles aufbieten, um den Anforderungen gerecht zu werden, die die heutige Lage stellt. traditionsgebundene Technik des Handwerks schließt nicht aus, daß das Handwerk sich die neuen Produktionsverfahren und neuen Werkstoffe zu eigen macht, echnische Fortschritt ihm zur Verfügung stellt. ich er stienalisierung und Steigerung des handwerklichen Produktionsprozesses bedeutet es auch, wenn das Handwerk allgemein zu einer zweckmäßigen Buchführung übergeht, die es dem Meister ermöglicht, Kosten und Erlöse genau zu überblicken. Der Appell zum Export, im Rahmen des Vierjahresplans an die gesamte Wirtschaft ergangen ist, gilt auch für die dazu geeigneten Handwerkszweige. Die Schwierigkeiten, die sich dabei für den einzelnen Meister ergeben, werden durch eine zweckmäßige Organisation überwunden werden. Man rechnet für das Jahr 1938 bereits mit einer Exportquote des Handwerks in der beachtlichen Höhe von 150 Millionen Reichsmark. Mit besonderer Freude habe ich bei meinem antritt als Reichswirtschaftsminister eine Vorlage vorgefunden, durch die die Altersversorgung für das deutsche Handwerk geregelt werden soll. Ich werde mich dafür einsetzen, daß alsvald auf gesetzlichem Wege eine Regelung eintritt, durch die der deutsche Handwerker vor unverschuldeter Not im Alter geschützt und dabei den besonderen Verhältnissen beim Handwerk weitgehend Rechnung getragen wird. Man darf aber nicht übersehen, daß gerade die Frage der Altersversorgung, nicht allein beim Handwerr, sondern im allgemeinen außerordentlich große finanzielle Belastungen in sich schließt und daß zunächst einmal sehr genau geprüft werden muß, inwieweit die deutsche Wirtschaft auf die Dauer solche Belastungen tragen kann. Wir können heute noch gar nicht übersehen, wie die Auswirkungen einer dauernd vollbeschäftigten Volkswirtschaft in bezug auf die einzelnen Wirtschaftsfaktoren und in bezug auf die Gesamtstruktur der Wirtschaft sein werden. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die Schwierigkeiten des Arbeitseinsatzes und des Investitionsbedarfes. Es muß einmal mit allem Nachdruck betont werden, daß bei allen gewaltigen Leistungen, die der Nationalsozialismus vollbracht hat, es auch Grenzen gibt und daß es nicht im Bereiche menschlicher Kräfte liegt, ein Volk und Land aus tiefster Not und Ohnmacht zu Größe, Freiheit und Ehre emporzuführen, ohne daß dafür auch Opfer gebracht werden müssen. Wir können nicht alles mit einem Male erreichen, und es kann niemand von uns verlangen, daß wir mit Deutschlands Größe und Macht auch zugleich den Himmel auf Erden schaffen, obwohl das Glück und die Wohlfahrt des Volkes uns bei all unserem Denken und Handeln stets als höchstes und letztes Ziel vor Augen steht. So wollen wir auch alles tun, daß auf dem alten Beden des deutschen Handwerks wieder neues Leben erblüht und das Handwerk wieder zu dem Quell deutscher Kraft wird, der es durch die Jahrhunderte gewesen ist.“ Nach der mit großem Beifall ausgenommenen Rede des Reichswirtschaftsministers ergriff Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort. Wir durchlebten eine Zeit. so führte Dr. Ley aus, die nicht nur groß, sondern auch lehrreich sei. Wir Deutsche predigten nicht umsonst, daß Wohlstand und Gluck des Einzelnen abhängig seien vom Gedeihen des Volkes, abhängig von dem Selbstbehauptungswillen, den dieser Volk besitze. Die Voraussetzung hierzu sei unser politisches Wollen, und deshalb setzen wir die Weltanschauung vor alle Programme. Aber wir müßten uns immer wieder darüber klar sein, daß es vier Dinge seien, deren Bejahung und Durchführung unseren Selbstbehauptungswillen erst ermöglichen: Die Einheit, die Leistung, die Lebensfreude und der Glaube. Der einzelne bedeute dem Schicksal gegenüber nichts, nur die Gemeinschaft sei eine Macht. Einheit Deutschlands sei heute erstmalig nach Tausenden von Jahren. Immer wieder seien es in der Vergangenheit die Klassen. die Berufe usw. gewesen, die sie verhindert hätten. Auch die Zünfte seien ihr hinderlich gewesen, und sie mußten dem Verfall anheimfallen, weil das Reich zusammenfiel. Die zweite Voraussetzung für unseren Willen zur Selbstbehauptung sei die Leistung. Wenn wir einen Platz an der Sonne haben wollten, dann müßten wir Höchstleistungen vollbringen.„Einmalig ist unser Führer Adolf Hitler, einmal muß auch unsere Leistung sein!“ so rief Unwandelbare Freundschaft Abendtafel zu Ehren des Führers im Palazzo Venezia 7 Ansprachen des Duce und des Führers 7 Ein historisches Manisest des Vertrauens und der Freundschaft7 Verteidigung des Friedens und der Ordnung Rom, 7. Mai. Kurz vor 21 Uhr verließ der Führer und Reichskanzler in Begleitung des Außenministers Graf Ciano den Quirinal, um zur Abendtafel im Palazzo Venezia zu fahren. Den herrlichen Platz, der durch die festliche Beleuchtung der beiden Flügel des Königsschlosses und des Kolonialministeriums einen märchenhaften Anblick bot. umsäumte eine vieltausendkönfige Menschenmenge. Als der Wagen mit dem Führer auf die Rampe des Schlosses fuhr, brach die Menge in begeisterte Ovationen aus. Sie setzten sich fort während der ganzen Fahrt zur Piazza Venezia. die ebenfalls mit Menschen dicht gefüllt war. Im Palazzo Venezia, wo der Duce zu Ehren des Führers eine Abendtasel gab, wurden folgende Ansprachen gewechselt: Die Ansprache des Duce: „Führer! Es geschieht mit der allerherzlichsten Freude, daß ich Ihnen meinen, der Regierung und des Italienischen Volkes Willkommensgruß entbiete in dieser Stadt Rom, die Sie heute empfängt in dem doppelten Glorienschein ihrer Ueberlieferung und ihrer Macht. Ihr Besuch in Rom vollendet und besiegelt das Einvernehmen(intesa) zwischen unseren beiden Ländern. Dieses Einvernehmen, das wir mit festem Willen angestrebt und hartnäckig aufgebaut haben, wurzelt in Ihrer und unserer Revolution; es zieht seine Kraft aus der weltanschaulichen Gemeinschaft, die unsere beiden Völker verbindet; es hat seine historische Aufgabe in den dauernden Interessen unserer beiden Völker. Hundert Jahre Geschichte— seit Deutschland und Jialien sich erhoben, um mit Revolution und mit den Waffen ihr Recht auf die nationale Einheit durchzusetzen — bekunden die Parallelität dieser Grundstellung und die Solidarität dieser Interessen. Mit dem gleichen Glauben und mit dem gleichen Willen haben Deutschland und Italien gekämpft, um ihre Einheit zu begründen; sie haben gearbeitet, um sie fest und sicher zu machen; sie haben sich in der letzten Zeit aus der Verderbuis zersetzender Ideologien befreit, um jenes neue Volksregime zu schaffen, das das Kennzeichen dieses Jahrhunderts ist: Auf diesem von der Geschichte vorgezeichneten Wege marschieren unsere Völker vereint mit lovalen Absichten und mit jenem überzeugten Vertrauen, das seine Probe bestanden hat in den Ereignissen dieser Jahre des Friedens und des Einvernehmens unter den beiden Nationen. Das faschistische Italien kennt nur ein einziges ethisches Gesetz in der Freundschaft: jenes, das ich vor dem deutschen Volk auf dem Maifeld angeführt habe. Die Zusammenarbeit zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien hat diesem Gesetz gehorcht, sie gehorcht ihm gegenwärtig und sie wird ihm in der Zurunft gehorchen. Die Voraussetzungen und die Ziele dieser Zusammenarbeit,„die durch die Achse Berlin—Rom ihre Weihe empfängt," haben wir dauernd und offen bekräftigt. Deutschland und Italien haben hinter sich die Utopien gelassen, denen Europa in seiner Blindheit sein Schicksal anvertraut, hatte, um untereinander und mit den anderen ein Regime internationalen Zusammenlebens zu suchen. das in gleicher Weise für alle wirksamere Sicherheiten zur Gerechtigkeit. Sicherheit und Frieden einzurichten in der Lage sei. Dahin aber kann man nur gelangen, wenn die elementaren Rechte eines jeden Volkes auf Leben, Arbeit und Verteidigung loyal anerkannt werden und wenn das politische Gleichgewicht beruht auf der Wirklichkeit der geschichtlichen Kräfte, die es begründen und bestimmen. Wir sind davon überzeugt, daß die Völker Europas auf diesem Wege jene Nuhe und jenen Frieden finden werden, die unerläßlich sind, um die Grundlagen der europäischen Kultur zu bewahren. Dr. Ley aus. Jeder von uns müsse sich bis zum letzten für die Größe Deutschlands einsetzen. Er könne sich kein besseres Vorbild als das Handwerk denken, wenn es gelte, unserem Volk das Beispiel einer Leistungsgemeinschaft zu demonstrieren. Der Handwerker=Wettkampf. an dem sich in diesem Jahre 60000 Meister und Gesellen beteiligt hätten, sei eine Maßnahme, die wie keine andere geeignet sei, das Vorwärtsstreben des einzelnen zu fördern. Die Berufswettkämpfe hätten sich als richtig erwiesen. Heute schon hätten sich an dem Berufswettkampf 3 Millionen beteiligt, und 200000 Beteiligte seien in den Leistungswettkampf eingetreten. In einigen Jahren müsse das ganze Reich eine edle Sport= und Leistungsgemeinschaft sein. Zum Schluß verwies der, Reichsorganisationsleiter auf die Lebensfreude, die eine Voraussetzung jeden Selbstbehauptungswillens sei. Führer! Vor meinen Augen steht noch deutlich das wunderbare Bild von Arbeit, Krieden und Kraft, das mir im vergangenen Herbst Ihr Land geboten hat, Ihr Land, von huen wiederhergestellt, auf der Grundlage der Tugenden, der Disziplin, des Mutes und der Hartnäckigkeit, die die Größe der Völker ausmachen. Ich habe nicht vergessen, noch werde ich vergessen den Empfang, der mir durch Sie, durch die Behörden und durch das Volk zuteil wurde. Ihrer machtvollen Wiederaufbauarbeit gelten meine und des saschistischen Italien heißeste Wünsche. Führer! Ich hebe mein Glas auf Ihre Gesundheit und ich trinke auf das Gedeihen der Deutschen Nation, auf die unveränderliche Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern. Die Antwort des Führers: „Duce! Tiefbewegt danke ich Ihnen für die zu Herzen gehenden Worte der Begrüßung, die Sie zugleich im Namen der Italienischen Regierung und des Italienischen Volkeo an mich gerichtet haben. Ich bin glücklich, hier in Rom zu sein, das mit den Zeugen seiner unvergleichlich ehrwürdigen Vergangenheit die machtvollen Zeichen des jungen saschistischen Italiens vereint. Seit dem Augenblick in dem ich italienischen Boden betrat, habe ich überall eine Atmosphäre der Freundschaft und Zuneigung empfunden, die mich tief beglückt. Mit derselben inneren Bewegung hat das deutsche Volk im vergangenen Herbst in Ihrer Person den Schöpfer des Faschistischen Italiens, den Begründer eines neuen Im veriums und zugleich auch den großen Freund Deutsch= lands begrüßt. Die nationalsozialistische Bewegung und die faschistische Revolution haben so neue machtvolle Staaten geschaffen. die heute in einer Welt der Unrube und Zersetzung als Gebilde der Ordnung und des gesunden Fortschritts dastehen. So haben Deutschland und Italien gleiche Interessen und sind durch ihre weltanschauliche Gemeinschaft miteinander eng verbunden. Damit ist in Europa ein Block von 120 Millionen entstanden, die entschlossen sind. ihre ewigen Lebensrechte zu wahren und sich gegenüber allen jenen Kräften zu behaupten. die es unternehmen sollten, sich ihrer natürlichen Entwicklung entgegenzustellen. Aus diesem Kampf gegen eine Welt des Unverständnisses und der Ablehnung, den Deutschland und Italien Schulter an Schulter führen mußten, ist allmählich eine herzliche Freundschaft zwischen den beiden Völkern erwachsen. Diese Freundschaft hat ihre Festigkeit während der Ereignisse der letzten Jahre erwiesen. Sie haben zugleich der Welt gezeigt, daß den berechtigten lebenswichtigen Interessen großer Nationen so oder so Rechnung getragen werden muß. Es ist daher nur zu natürlich, daß unsere beiden Völker diese in den letzten Jahren sich immer mehr bewährende Freundschaft in ständiger Zusammenarbeit auch für die Zukunft weiter ausbauen und vertiefen. Duce! Sie haben im letzten Herbst auf dem Maifeld in Berlin als das ethische Gesetz, das Ihnen und dem Faschistischen Italien heilig sei, den Satz proklamiert: „Klar und offen reden, und wenn man einen Freund hat, mit ihm bis ans Ende marschieren“. Auch ich bekenne mich im Namen des Nationalsozialistischen Deutschland zu diesem Gesetz. Ich will Ihnen heute folgendes antworten: Seit sich Römer und Germanen in der Geschichte für uns bewußt zum ersten Male begegneten, sind nunmehr zwei Jahrtausende vergangen. Indem ich hier auf diesem ehrwürdigsten Boden unserer Menschheitsgeschichte stehe, empfinde ich die Tragik eines Schicksals, das es einst unterließ, zwischen diesen so hoch begabten und wertvollen Rassen eine klare Grenzscheide zu ziehen Unsagbares Leid von vielen Generationen war die Folge. Heute nun nach fast zweitausend Jahren erhebt sich dank Ihrem geschichtlichen Wirken. Benito Mussolini, der römische Staat aus grauen Ueberlieferungen zu neuem Leben. Und nördlich von Ihnen entstand aus zahlreichen Stämmen ein neues germanisches Reich. Belehrt durch die Erfahrung zweier Jahrtausende wollen wir beide, die wir nun unmittelbare Nachbarn geworden sind, jene natürliche Grenze anertennen, die die Vorsehung und die Geschichte unseren beiden Völkern ersichtlich gezogen haben. Sie wird dann Italien und Deutschland durch die klare Trennung der Lebensräume der beiden Nationen nicht nur das Glück einer friedlich gesicherten dauernden Zusammenarbeit ermöglichen, sondern auch als Brücke gegenseitiger Hilfe und Unterstützung dienen. Es ist mein unerschütterlicher Wille und mein Vermächtnis an das deutsche Volk, daß es deshalb die von der Natur zwischen uns beiden aufgerichtete Alpengrenze für immer als eine unantastbare ansieht. Ich weiß, daß sich dann für Rom und Germanien eine große und segensreiche Zukunft ergeben wird. Duce! Und so wie Sie und Ihr Volk in entscheidungsreichen Tagen Deutschland die Freundschaft gehalten haben, werden ich und mein Volk Italien in schwerer Stunde die gleiche Freundschaft beweisen. Die großartigen Eindrücke, die ich schon jetzt von der Jugendkraft, dem Arbeitswillen und dem stolzen Geiste des neuen Italien erhalten habe, werden mir unauslöschlich in Erinnerung bleiben. Unvergeßlich auch der Anblick Ihrer mit jungem Ruhm bedeckten Soldaten und Schwarzhemden. Ihrer bewährten Flotte und der Elan Ihrer grandiosen Luftwaffe. Sie geben mir die Gewißheit, daß Ihr bewunderungswürdiges Aufbauwerk, das ich mit den innigsten Wünschen begleite, auch weiterhin zu großen Erfolgen führen wird. So erhebe ich mein Glas und trinke auf Ihre Gesundheit. auf das Glück und die Größe des italienischen Volkes und auf unsere unwandelbare Freundschaft.“ NöFK-Sturmführer fliegt neuen Weltrekord im Segelflug Berlin, 7. Mai. Am 6. Mai hat der RSFK.=Sturmführer Beck einen Weltrekord im Zielstreckensegelflug aufgestellt. Er startete in der Reichsschule für Segelflugsport Hornberg zu einem Zielflug der Segelflugschule Hesselberg und kehrte ohne Zwischenlandung zur Startstelle zurück. Die Gesamtflugstrecke beträgt etwa 140 Klm. Der Rekordflug ist bei der FAJ. zur Anerkennung als Weltrekord angemeldet worden. Die FAJ. hat bereits seit mehreren Jahren eine Rekordflugkategorie für Zielstreckenflug mit Rückkehr zur Startstelle ausgeschrieben. Wegen der ungeheuren Schwierigkeiten, die bei einem Zielstreckenflug in einem Segelflugzeug mit Rückkehr zur Startstelle ohne Zwischenlandung vorhanden sind, konnte jedoch bisher noch kein solcher Flug als Rekord anerkannt werden. RSFK.=Sturmführer Beck ist also der erste Segelflieger der Welt, der einen solchen Zielstreckenflug durchgeführt hat. Einstellung von Freiwilligen in die Lustwasse im Frühjahr 1939 Berlin, 8. Mai. Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: 1. Im Frühjahr 1939 werden bei der Fliegertruppe und der Luftnachrichtentruppe Freiwillige eingestellt. Den Bewerbern wird angeraten, sich sofort bei einer Fliegerersatzabteilung zu melden. Bei später eingehenden Gesuchen besteht die Gefahr, daß das Annahmeverfahren bis zum Meldeschluß nicht mehr durchgeführt werden kann. Auskunft über die Bedingungen und über den vorher abzuleistenden Arbeitsdienst erteilen die genannten Truppenteile, die Wehrbezirkskommandos und die Wehrmeldeämter. Das„Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwasse“ wird durch die angegebenen Dienststellen an die Bewerber auf Anforderung ausgehändigt. 2. Einstellungsgesuche bei anderen militärischen Dienststellen sind zwecklos. Sie verzögern nur die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers 3. Bei der Flakartillerie und beim Regiment General Göring werden im Frühjahr 1939 keine Freiwilligen eingestellt. 4 Der Zeitpunkt für die Meldungen von für die Herbsteinstellungen 1939 bei Fliegertruppe. Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe und Regiment General Göring wird noch durch Presse und Rundfunk bekanntgegeben. Felix von Habsburg wird steckbrieflich verfolgt Wien, 8. Mai. Die Staatsanwaltschaft in Wiener= Neustadt hat gegen Felix von Habsburg. den 20jährigen Bruder Otto von Habsburgs. einen Steckbrief erlassen. Felix von Habsburg wird darin wegen des Verbrechens des Diebstahls verfolgt. Er war Zögling der Theresanischen Militärakademie in Wiener=Neustadt gewesen. wo ihm auf Anordnung Schuschniggs eine bevorzugte Behandlung zuteil wurde. Es wurden ihm Wohnräume prunkvoll eingerichtet und mehrere Garnituren kostbares Silbergeschirr aus Wiener Bundesbesitz zur Verfügung gestellt. Am 11. März flüchtete Felix von Habsburg über die Grenze und nahm dabei das gesamte kostbare silberne Tafelgeschirr mit Entsprechend der entwendeten Sachen stellt sich der Diebstahl als Verbrechen dar. Ueberfall auf die Vergangenheit Roman von H. PASSER Coppright dr Verlax Ostar Meister. Werdau I. Sa. 27. Fortsetzung. Und Evelyn? Evelyn war noch nie so innig. so bewußt, so durchglüht von ihren besten Empfindungen idres Gatten Frau gewesen als nun, da es galt. Leid mit ihm zu tragen. Sorgen für ihn zu bekämpfen. Halt und Stütze zu bieten dort, wo sie bisher stets nur gehalten und gestützt worden war. Sie vollzog diesen Wandel mit einer anmutigen Selbstverständlichkeit. in der sich Demut und Stolz zum Dienst an ihrem Liebeswerk verbanden. Dabei verlor sie nichts von ihrer Eigenart, jenem wundersamen Reiz. dem Benedikt Ulfer's Mannesherz erlegen war. vom ersten Augenblick. da er ihn staunend erkannte und allsogleich in seiner Seele wirken fühlte. Sie blieb auch jetzt die kostbarste Blüte seines Gartens. Tiefster Sinn des Lebens. dem sie allein seinen Wert gab. Ein inniges Lächeln blüht um ihren leicht geöffneten. blassen Mund, als sie mit dem Gatten Amsterdam verläßt und dem neuen, von schweren Pflichten erfüllten L.bensabschnitt entgegenfährt. * Sein Schauplatz ist„Valerienruh". Jetzt in verschneiter Wintereinsamkeit. Dr. vonl Orth hat den Ulfersschen Mietkontrakt mit seinen Klienten verlängert. Stasi hat die einfache. aber behagliche Dauerwirtschaft mit allem dazu Erforderlichen dort eingerichtet und versieht den Dienst allein Für die Wiener Cottagevilla mit allem Drum und Dran. wozu auch der Wagen gehörte, hat sich glücklicherweise im weiten Kreise der Ortbschen Bekanntschaften und Beziehungen ein Käufer gefunden. Ein guter Käufer. der auch die Dienerschaft mit übernahm Die Praxis hat man vermietet. Das hat Regina Doevel zustande gebracht. Mit Anzeigen. Laufereien. Verhandlungen. Konfzerbrechen— allein von dem heißen Willen beseelt, zu nützen, zu helfen. Das ist ihr in vollendetster Weise geglückt. Sie hat nicht nur eine gute monatliche Zahlung beim Dozenten Lohberger herausgedrückt, der als Nachfolger Ulfer“' an der Klinik besonderen Wert auf die Sprechstundenräume am OttoWagner=Platz legte, sondern darüber hinaus auch erreicht, daß das Ulferssche Laboratorium. zunächst verschlossen, unangetastetes Eigentum des Professors bleibt. Darüber, daß diese Vereinbarung genauestens eingehalten werde, wacht sie versönlich, da sie die Sprechstundenbilfe bei Lohberger übernommen hat. Ihre gläubige Hoffnung auf ein Geschehen, das dieser Forschungsstätte eine Auferstehung zu neuem Leben bescheren würde, ihr Vertrauen auf die ausgleichende Gerechtigkeit des Schicksals, das den unschuldig zu Boden Geschleuderten wieder aufheben müsse, wird von Titti geteilt. Von jener Titti. die nach dem Austoben ihres leidenschaftlichen Schmerzes und der darauf folgenden glasklaren Erkenntnis der ernsten Lage der Dinge tatkräftig Hand anlegt. ihr Leben im Rahmen desjenigen der Eltern auf der neu geschaffenen Basis entsprechend aufzubauen. Dafür ist„Valerienruh“. die Zufluchtsstätte, nicht der geeignete Platz. Titti bleibt in Wien. Um dort so billig als möglich zu leben, ist sie in die Paniglgasse gezogen. Sie führt Amadeus Frohwein, dem Unpraktischen, dem die Fürsorge der Schwester immer mehr abgeht. die Wirtschaft. Die glückliche Lösung im guten Hausen der beiden Kameraden findet die vollste Billigung von Tittis Eltern und befreit Gisela von der Sorge um den Bruder. Und nun sieht Titti zu. Geld zu verdienen; aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt zu bestreiten: selbständig in Ausübung eines Berufes. Natürlicherweise sucht sie diese auf dem ihr vorbestimmten Gebiet. Doch bald muß sie erkennen, daß Wollen und Können dazu noch lange nicht genügen.. Ihre erst in den Anfängen befindliche Ausbildung. die noch so weit entfernt ist von einem formalen, durch Zeugnisse bescheinigten Abschluß, etweist sich als vollkommen unzulängliches Rüstzeug im Kampf um des tägliche Brot. Klavierstunden von einem achtzehnjährigen„Kind“. mag dieses auch noch so begabt sein. rufen überall eine durch nichts zu entkräftende Skensis hervor. Zum Unterrichten muß man Pädagogin sein und dädagogische Erfahrungen besitzen, die ihrer Jugend ohne weiteres ab gesprochen werden. Die Laufbahn einer Pianistin, die geldlichen Rückhalt erfordert. scheidet sowieso aus. Zum Korrevetieren engagiert man natürlich auch lieber bewährte, erfahrene Kräfte, deren es geügend gibt. So begegnet Titti überall einem bedauernden Achselzucken. Die größte Enttäuschung bereitet ihr aber der Umstand, daß die Lehrer, die sie als Schülerin nicht genug loben konnten, es unvereinbar halten mit ihrer Stellung. Verantwortung und ähnlichen Dingen, die so zu ihrem Amt gehören, die Unfertigkeit der kleinen Ulfers zur Uebernahme einer bezahlten Leistung zu empfehlen. Hoffnungsvoll und zuversichtlich klingen allein die Briefe, die Titti nach„Valerienruh“ schreibt, wobei sie selbst die fromme Lüge nicht scheut. nicht vorhandenene Klavierstunden zu erfinden. Aber in Wirklichkeit ist sie sterbenstraurig und Mutlosigkeit will sie überkommen. Hella Spöhr, die natürlich ebensowenig wie Amadeus und andere freundschaftlich gesinnte Kollegen imstande ist. Titti zu helfen, fühlt, wie ihr gütlicher Zuspruch immer weniger Einlaß findet in das verwundete, sich verschließende Mädchengemüt. Und Gisela, die es nicht lassen kann. ab und zu in der Panialgasse nach dem Rechten zu sehen und die Wirtschaft mit süßen Spenden aus dem Purkersdorfer Konditoreibetrieb zu bedenken, erschrickt zu Tode. als Titti ihr zögernd anvertraut, daß sie sich mit dem Gedanken trage. Patrick Laverys Perlen zu verkaufen oder doch zumindest zu versetzen. „Nein, das darfst du keinesfalls tun!" beschwor sie die Freundin, wohl erfühlend, was dieses letzte, bedeutungsvolle Geschenk des so innig verehrten Meisters für Titti bedeutet. Doch diese entgegnet müde:„Es wird mir bald nichts anderes übrig bleiben. Schon damit ich meinen Eltern gegenüber den Schwindel aufrechterhalten kann. Sie müssen um jeden Preis weiter daran glauben, daß ich meinen Weg mache. Das Wissen um meine tatsächliche Untücktigkeit und Minderwertigkeit würde das Maß übersteigen, das.. „Titti. um Gottes willen, wie redest du daher? Hör' auf, ich bitte dich!“ Gisela geht erregt im Zimmer hin und her. Ihre Gedanken flattern. suchen krampshaft. Und ebenso heitig arbeitet ihr Herz. Helfen! Der drängende Wunsch zu helfen treibt ihr Denken wie ihr Fühlen an. „Kind!“, ruft sie mit einem Male wie erlöst aus. „Für deine lieben, seinen, geschickten Klaviersinger müßte es doch eine Kleinigkeit sein, mit aller Virtuosität die Tasten einer Schreibmaschine zu betätigen, gelt?“ "„Da kannst du schon recht haben, Gisl; aber ich verstehe, offen gestanden, nicht, was ich mir daraus oder damit machen soll?" „Einen neuen Beruf. Wenigstens zunächst. Vorübergebend. Als Behelf. Welch guter. einträglicher Behelf es sein kann, habe ich erfahren und bewiesen, nicht wahr? In Kurzschrift bist du ja sowieso geübt. Denn soviel ich weiß, hast du die Hochschulvorträge immer herrlich mitstenographiert.“ „Allerdings „Na also! Ich hoffe, du begreifst nun auch schon, wo ich hinaus will.“ „So ungejähr wenigstens.“ „Du sollst mal sehen, wie rasch ich dir aus meinen praktischen Erfahrungen beibringen werde, was du für eine gute Stenotyvistin brauchst. Deine Auffassungsgabe. dein Fleiß und alle sonstigen guten Eigenschaften, die du mitbringst. werden svielend bewältigen, was du dir aneignen mußt und wozu ich dir. beisvielsweise für einen Posten in einer Advokatenkanzlei, ganz spezielle Kenntnisse vermitteln kann. Damit wird es eine Kleinigkeit für dich sein, dich sehr schnell zu bewähren. Schau. Tittilein, auf diese Art kommst du am ebesten ins Verdienen. Deine Musik, die beb' dir schön auf. Für dich. Für später. Fürs Beste eben. Was meinst du dazu?“ „Ach. Gisl. wenn du mir helfen wolltest— wenn du glaubst... wenn wirklich...“ „Hast du Bedenken?“ „Eigentlich nicht... nein. Deine Idee. so plötzlich sie auch daberkam, hat sogar schon kaum mehr etwas Fremdes für mich“ Und als Amadeus wenig sväter heimkehrt, hat Titti sich bereits restlos mit dem Plan angefreundet und steckt alsbald den Freund mit ihrem Feuereifer an, der nur noch von dem Giselas überflügelt wird. Unverzüglich beginnt man mit der Ausführung des einmal gesaßten Entschlusses. Giselas Voraussage bewahrheitet sich. Titti lernt unter ihrer Anleitung verblüffend rasch alles. was notwendig ist, damit sie sich mit gutem Gewissen um den Posten einer Stenotyvistin bewerben kann. Allein— das Selbstvertrauen und das umfassende Wissen vermögen leider auch hier nicht die mangelnden Zeugnisse zu ersetzen. Die Anfangsstellung findet sich keineswegs so leicht. wie sich das die Mädchen während der fröhlich=fleißigen Vorarbeiten dafür vorgestellt hatten. (Fortlennna tolat Westfalig überstand die 1. Pokalhauptrunde Westsalia Lerne- Sportgem. Mengede 3.1(1:1) Die letzten Leistungen der Herner in ihren Gesellschaftsspielen waren nicht vertrauenerweckend, aber verständlich, weil man Zukunftsarbeit leisten wollte und daher zahlreiche Nachwuchskräfte einstellte, die natürlich nicht von heute auf morgen allen Anforderungen genügen konnten. Niederlagen waren so unausbleiblich, aber nicht so tragisch zu nehmen, wie es hier und da geschehen ist. Gestern nun hatte man zum Start für das erste Pokalspiel eine stärkere Einheit zur Stelle, aber auf linksaußen stand trotzdem ein Nachwuchsmann, der seine Bemühungen, die ihm gestellten Aufgaben bestmöglich zu lösen, mit Einschränkung, aber doch noch erfolgreich beschloß. Seine Größe und sein noch entwicklungsfähiges Kopfballspiel müssen aber für die Zukunft besser ausgewertet werden. Wenn man den hinteren Staffeln der Gastgeber, vor allem dem Schlußdreieck und auch dem Mittelläufer eine gute Note ausstellen kann, so ließ die Fünferreihe doch manchen Wunsch offen. Mir geben zu, daß die Besucher in der Verteidigung Kräfte stehen hatten, die sich, aber auch den Gegner nicht schonten, so mußte aber gerade diese Tatsache den Hernern der deutliche Fingerzeig sein, mit schnellem Abspiel allen unnötigen Komplikationen aus dem Weg zu gehen. Im Gegenteil, man spielte teilweise sehr geruhsam, drehte vorübergehend etwas auf, ließ dann aber wieder jeden Witz vermissen und vertrödelte die Zeit mit gewissen, an dieser Stelle schon öfter gerügten Belanglosigkeiten. So gab es über längere Strecken in beiden Halbzeiten unproduktives Spiel, so fehlten das genaue Abspiel, rascher Flügelwechsel und der Einsatz. Man zeigte im Sturm jedenfalls nicht mehr, als wie zum Siege nötig war. So war es den Mengedern doch möglich, einmal anzudeuten, daß sie als Bezirksklassenvertreter ihr Spiel zu entwickeln verstehen und ferner zeitweilig mit flüssigen Kombinationshandlungen aufzuwarten. Nur einmal konnten sie das Herner Schlußdreieck bezwingen, eine Tatsache, die dem Herner Bollwerk das denkbar beste Zeugnis ausstellt. Beide Verteidiger schafften mit ihren Schlägen kräftig und auch noch brauchbare Vorlagen, die die Läuferreihe weiter zu verarbeiten verstand, was man aber vom Herner Sturm nicht immer behaupten kann. Käme noch der Leiter, der durch sein entschiedenes Durchgreifen bei gröberen Verstößen dafür sorgte, daß das Treffen im immerhin noch gefälligen Rahmen zur Durchführung kam. Kaum 2 Minuten lang hatten sich beide Parteien um den Besitz des Leders gestritten, als die rechte Herner Seite sich durchsetzte und ihr Flankenschlag nach leichter Berührung durch den Herner Mitteistürmer zum Linksaußen gelangte, der aus kurzer Entfernung ins Schwarze traf. Noch mehrmals hatten die Gastgeber Erfolgsmöglichkeiten, aber es fehlte dann dem in Frage Kommenden meist an dem erforderlichen Reaktionsvermögen, worin ihm der gegnerische Hüter vorläufig noch überlegen war. Zwischendurch rauchte es auch vor dem Herner Gehäuse, aber erst eine Minute vor dem Pausenpfiff war Holland in Not und der Ausgleich durch den Besuch geschafft. Nach der Erfrischungswause ließen die Westfalen die Zügel vorerst nicht locker, trotzdem verstand es aber der Gegner, ein geschicktes Verteidigungsspiel aufzuziehen, aus dem wiederum durchbruchartige Vorstöße in die Wege geleitet wurden. Als aber nach 10 Minuten Spieldauer die rechte Herner Seite abermals zum Flankenschlag kam, köpfte der Linksaußen vor das Tor, wo der gegnerische Hüter bei der Abwehr von seinem eigenen Mann behindert wurde, den Ball verlor, der dann vom Herner Mittelstürmer eingeschossen wurde. Schon fünf Minuten später hieß es 3:1, als es nochmals von rechts eine Flanke gab, die der Halblinke als schönsten Treffer des Tages einzuschießen wußte. Die Herner Sturmleistungen wurden matter, zudem stand der linke Läufer von Herne wegen Verletzung auf linksaußen. Die Besucher kamen auch stärker auf, so daß es bei Herne kritische Momente und auch Ecken gab. Erfolge fielen nicht mehr, so daß die Herner sich beim Schlußpfiff über einen Sieg freuen konnten, der sie doch eine Runde bei den Pokalspielen weiter gebracht hat. Auf wie lange aber, das ist zwar jetzt schon die Frage, auf die beim nächsten Treffen aber erst die Antwort erteilt wird. UfB Gerthe— Viktoria Herne 3:3(1:1) Einen guten Eindruck hinterließen die Horsthauser bei ihrem Gastspiel in Gerthe gegen den VfB. Beide Mannschaften setzten sich mächtig ein, um den Sieg zu erringen, welcher aber jeder Partie versagt blieb. Zuerst gingen die Herner in Führung, mußten sich aber noch vor der Pause den„Ausgleich gefallen lassen. Nach dieser waren es wieder die Herner, welche das erste Tor traten, Gerthe glich erneut aus und ging sogar in Front. Die Horsthauser setzten sich nun mächtig ein und es gelang ihnen, noch kurz vor Schluß den verdienten Ausgleich zu erzielen. Langendreer 07— Constantin Herne 720(3:0) Eine wohl nicht erwartete Niederlage erlebten die Constantiner in Langendreer. Man trat zu diesem Spiel mit einer bunt zusammengestellten Mannschaft an und wurde dementsprechend auch besiegt. Die Gastgeber stellten sich in bester Form vor, spielten einen guten Fußball und warteten mit kernigen Torschüssen auf. Schon bis zur Halbzeit hatten sie eine 3:0=Führung erzielt. Nach der Pause kam es noch schlimmer und die Herner mußten mit 7:0 geschlagen abziehen. Eine solche Niederlage hatten die Herner lange nicht mehr zu verzeichnen. Langendreer 2— Constantin Herne 2 1•1. Arsenal London englischer Ligameister. Aston Villa Meister der 2. Division. Englands Fußhall-Meisterschaftsspielzeit wurde am Samstag programmäßig zum Abschluß gebracht. Die Entscheidung über den Titel und die Abstiegsfrage wurde, wie so oft, erst an diesem letzten Spieltag erreicht. Arsenal London feierte zu Hause einen hohen 5:0-Sieg über die Bolton Wanderers und holte sich damit die Meisterschaft, da Wolverhampton Wanderers zur gleichen Zeit mit 0:1 in Sunderland geschlagen wurde und damit ihren Vorsprung von einem Punkt verloren. Arsenal hat sich damit zum fünften Male seit 1931 den Reistertitel gesichert. Die„Wölfe" belegten einen sicheren zweiten Paltz vor dem Pokalsieger Preston Northend. Ganz besonders erbittert war der Kampf um den Verbleib in der ersten Liga. Nicht weniger als sieden Mannschaften waren noch vom Abstieg bedroht, von denen sich aber fünf slegreich behaupteten. Die Elf des Pokalfinalisten Huddersfield Town besiegte Manchester City mit 1:0, so daß der vorjährige Ligameister zusammen mit Westbormwich Albion den Weg in die zweite Liga antreten muß. In der zweiten Ilasse verabschiedete sich Aston Villa, die bekanntlich im Mai noch in Deutschland spielt und deren Meisterschaft bereits feststand, durch einen 2:0-Sieg über Norwich City. Im Kampf um den zweiten Platz blieb Manchester United, das im Vorjahre erst abgestiegen war, nach einem 2:0 über Bury erfolgreich. Mit Aston Villa und Manchester Untted wird das„Oberhaus“ in der nächsten Spielzeit zwei gefährliche Neulinge haben. Die Tadellenspitze der 1. Liga zeigt folgendes Bild: 1. Arsenal 42 21 10 11 77•44 2. Wolverhampk. Wander 42 20 11 11 72:49 3. Preston Northend 42 26 17 9 64:44 4. Charlion Athletic 42 16 14 12 65:51 5. Middlesbrough 42 19 S 15 72:65 6. Brenkford 42 18 9 15 69:59 7. Bolton Wanderers 42 15 15 12 64.60 Am Tabellenende sieht es folgendermaßen aus: 17. Stocke City 42 13 12 18. Birmingham 42 10 18 19. Portsmouth 42 13 12 20. Grimsby Town 42 13 12 21. Manchester City 42 14 6 22. Westbromwich Albion 42 14 8 17 58:59 14 58:62 17 62:68 17 51:68 20 80•77 20 74:101 36:48 52:32 51:33 49•35 46•38 46•38 45•39 45•39 38:46 38:46 38:46 38:46 36:48 Erstes Radrennen auf der Germania-Rennbahn Postlee=Viehmeyer(Paderborn) Sieger ebenfalls im Hauptfahren.— im Mannschafts-Rennen über 60 Kilometer.— Postler fiegte Pöpping(Münster) holte sich das Jugendrennen. Fußball=Gesellschaftsspiele. BV Herne-Süd— Vorwärts Recklingh. 6:0(1:0). Die Gäste aus Recklinghausen zeigten nur in der I. Halbzeit die gewohnten Leistungen, mit denen sie manchem Herner Verein ein achtbares Ergebnis abzwangen. In diesem Spielabschnitt war das Spiel auch noch vollständig ausgeglichen. Die Süder gingen zwar in der 20. Minute durch ihren Halblinken in Führung, doch roch es immer stark nach Ausgleich, welcher den Gästen aber versagt blieb. Nach der Pause gab es eine große Wendung im Spiel. Mehr unrd mehr wurden die Gäste in die Verteidigung gedrängt, sie kamen nicht mehr mit. Schon in der 3. Minute erzielte Süds Linksaußen das 2. Tor. Dann rafften sich die Gäste noch einmal auf, ohne aber sonderlich gefährlich zu werden. In der 20. Minute erhöhte Süds Mittelstürmer auf 3•0 und wenige Minuten später war es wieder der Mittelstürmer, welcher eine Vorlage seines Halbrechten durch Kopfball ver wandelte. Die beiden letzten Tore trat dann wieder der Linksaußen, welcher in bester Schußlaune war. Den Gästen blieb selbst das Ehrentor versagt. Die 2 Mannschaft Süds gewann sogar 8:1 über die 2. Garnitur von Vorwärts. Jortuna Herne— Preußen Hochlarmark 5:4(3:1) Auch auf dem Fortunaplatz gab es ein torreiches Treffen, an welchem aber beide Mannschaften beteiligt waren. Gleich vom Anfang an kamen die Fortunen gut in Schwung und konnten mit drei Toren Vorsprung fast die ganze 1. Halbzeit durchhalten. Kurz vor dem Seitenwechsel kamen die Gäste zum er sten Gegentor. Nach der Pause wurde es sehr span nend. Die Gäste glichen aus, dann aber gingen die Fortunen erneut in Front, wieder folgte der Ausgleich durch Hochlarmark. Im Endspurt stellten dann die Holper Heider den Sieg dennoch sicher. Beide Mannschaften zeigten sehr gute Leistungen, welche die Zuschauer begeisterten. Der Sieg Fortunas war verdient, denn sie hatten jederzeit etwas mehr vom Spiel. Fortuna Herne 1. J.— Westfalia Herne 1. J. 2:7 Fortuna Herne 2. J.— Westfalia Herne 2. J. 0:1 Am nächsten Sonntag spielen die Jugendlichen der Westsalia mit 3 Mannschaften auf ihrem Platz gegen Dortmund 95. Bei schönstem, aber kaltem Wetter stieg gestern nachmittag auf der Germania=Radrennbahn das erste diesjährige Radrennen. Etwa 800 Zuschauer umsäumten die Kampfbahn. Von den gemeldeten Fahrern fehlten nur zwei. Die Sanitäter. vom Roten Kreuz bekamen nur in einem Fall etwas zu tun, da sämtliche Rennen glücklicherweise ohne Stürze verliefen. Sonst bot der Innenplatz das gewohnte Bild, wie man es von den früheren Rennen her kennt. Die Helden des Tages waren unstreitig Postler und Viehmeyer, die glänzend eingefahren waren. Aber wer weiß, wenn Niermann(Münster) einen stärkeren Partner gehabt hätte, wie dann das Hauptrennen ausgelaufen wäre. Die drei genannten Fahrer überragten ihre Mitkonkurrenten ganz überlegen. Postler war besonders glänzend aufgelegt und konnte schon im Hauptfahren als Sieger die Zuschauer begeistern. Im Jugendrennen über unbekannte Distanz bestach Pöpping(Münster), der das Rennen überlegen gewann. Nachdem der Wettfahr=Vorsitzende Dürrwald die Begrüßungsworte gesprochen hatte, stiegen sofort die Vorläufe zum Hauptfahren. Den ersten Vorlauf, die alle über 2 Runden gingen, holte sich Postler in der Zeit von 18 Sekunden vor Badoreck. Niermann gewann im 2. Vorlauf vor Kempa, den wir von den früheren Jugendrennen noch bestens kenen. Den 3. Vorlauf holte sich Bergmann vor Viehmeyer, und schließlich den letzten Hoffmann vor Baumgärtner. Gleich danach stiegen die zwei Zwischenläufe. Im ersten starteten Badoreck, Niermann, Kempa und Postler. Letzterer gewann vor Niermann in feiner Manier. Baumgärtner, Bergmann, Hoffmann und Viehmeyer hatten den 2. Zwischenlauf unter sich auszumachen. Sieger wurde hier Bergmann vor Viehmeyer, der sich nicht ganz ausgab. Im Jugenorennen gingen 12 Fahrer an den Start. Nach einigen Runden siegte Pöpping vor Vieres, Heithorn und Steiper(alle Münster). Rennen Nr. 4 sah den Endlauf des Hauptfahrens vor. Niermann, Bergmann, Postler und Viehmeyer machten sich zum Start fertig; aber gleich der erste Start mußte abgeläutet werden, da Viehmeyer Reifenschaden hatte. Dieser Endlauf ging über 3 Runden. In der ersten Runde lagen noch alle vier Fahrer zusammen, keiner wollte die Führung übernehmen. Erst als die Glocke zur letzten Runde ertönte, legten die Fahrer los. Leidtragender war der Bochumer Bergmann. der stürzte. Postler gewann vor seinem Partner Viehmeyer sicher das Rennen. Niermann streckte aus unerklärlichen Gründen schon vorher die Waffen. Nach 10 Minuten Pause ließ der Wettfahrausschuß die Fahrer zum Hauptrennen, dem Mannschaftsrennen über 60 km. antreten. Dieses führte über 177 Runden. Wertüngen waren in der 30., 60., 90., 120., 150. und 177. Runde mit 5, 3, 2 und 1 Punkt. Und wie war das Schlußfinale in diesem Rennen? Ueber der ganzen Strecke gelang es keiner Mannschaft, sich ernstlich vom Felde zu lösen, stets waren die führenden Mannschaften auf dem Posten und führten die Meute wieder heran. Postler und Viehmeyer ergänzten sich wunderbar, und so konnte es nicht ausbleiben, daß diese Mannschaft auch Sieger wurde. Niermann hatte verschiedentlich Raddefekt, wodurch die erste Wertung ohne ihn steigen mußte. Diese holte sich der frühere Hertener vor Schlegel=Bochum. Aber auch in den nächsten Wer tungen gewann Postler durch sein fabelhaftes Spurtvermögen jeweils knapp vor Niermann. Die vierte sah Niermann auf dem Posten, der kurz vor dem Ziel Pöpping abfangen konnte. Sehr spannend war die letzte Runde der fünften Wertung. Niermann und Postler lieferten sich einen packenden Endkampf, den der Münsteraner knapp gewann. Nach dieser Wertung spritzten auf einmal Krupp=Schremmer(Boch.) aus dem Hinterfeld und im Nu hatten sie eine halbe Runde gewonnen, da die anderen Fahrer nicht nach setzten. Beide ließen sich in den letzten Runden nicht mehr einholen, so daß sie diese Wertung vor Vieh meyer, Kema und Brand gewannen. Die 60 km. wur den in der guten Zeit von 1 Stunde, 49 Minuten und 35 Sekunden durchfahren, bei der Schwere der Bahn eine gute Leistung. Nachstehend die Ergebnisse. Rennen 1, Hauptfahren: 1. Postler 16,3 Sek., 2. Viehmeyer=Paderborn, 3. Niermann=Münster. Rennen 2, Jugendfahren: 1. Pöpping=Münste 3 Min. 12 Sek., 2. Vieres=Bochum, 3. Heithorn=Mün ster. Rennen 3, Mannschaftsrennen über 60 km: 1. Postler=Viehmeyer(Paderborn) 23 Punkte, 2. Niecmann=Brand(Münster) 17 Punkte, 3. BergmannKempa(Bochum) 6 Punkte, 4. Schlegel Bergermann (Bochum=Buer) 6 Punkte. In der 2. Liga laukei die Tabellenspiße: Um die Gruppenmeisterschaft der Handball53 Bannmeister. Tbd. Bottrop— Westfalia Herne 13:4(4:2) Tus Haltern— Lüdinghausen 814. Die Herner traten zu dem Gruppenspiel mit stark geschwächter Mannschaft an, da ein Teil ihrer Leute zur Zeit die H3=Führerschule besuchen. So hatte dann die Mannschaft auch wenig Aussichten, sich durchzusetzen. Die körperlich starken Bottroper kamen zu einem verdienten Sieg. Sehr hoffnungsvoll begann der Kampf für die Herner, denn schon nach 10 Minuten führten sie mit 2:0 und konnten diesen Vorsprung lange Zeit halten. Schwere Deckungsfehler aber brachten den Bottropern bis zur Pause eine 4:2=Führung. Nach der Pause versagte die Herner Deckung auf der ganzen Linie, und nur der gute Torwart verhinderte eine noch höhere Niederlage. Damit wurde die Westfalia=Jugend gleich aus dem Wettbewerb ausgeschaltet. Am kommenden Sonntag tragen nun die Sieger des gestrigen Sonntags, Bottrop und Haltern, auch auf dem Polizeisportplatz in Recklinghausen das Entscheidungsspiel um die Gruppenmeisterschaft aus. Ausgefallene Handballspiele: Westfalia Herne— Westfalia Röllinghausen ausgef. SpVg Röhlinghausen— Herner Turnklub ausgef. Die Handballer Westfalias erhielten in der letzten Stunde noch eine Absage.— Der Herner Turnklub trat in Wanne nicht an. 1. Preisflug der Herner Tauben. Nachdem die Vorflüge der Herner Brieftaubenreisevereinigung beendet sind, fand gestern der erste Preisflug statt, der ab Lehrte führte. Rund 211 Kilometer mußten die Tiere bis zum heimatlichen Schlag zurücklegen. Der Auflaß erfolgte um 8 Uhr bei kaltem, aber klarem Wetter. Auf dem ganzen Wege herrschte Nordostwind. Die erste Taube erreichte Herne um 11,34 Uhr bei einer Fluggeschwindigkeit von 978 Meter in der Minute. Konkursschluß war um 12.07 Uhr. Nachstehend die ersten 10 Sieger: 1. Piosek(Kolumba), 2. Franz Müller(Hüte dich). 3. Freese (Frohes Wiedersehen), 4. Krohm(Sodingen), 5. Justkowiak(Edeltaube), 6. Roese(Kolumba), 7. Wagner (Gut Flug), 8. Hansner(Blitz), 9. Kastowsky(Siegespalme), 10. Mikusch(Sodingen). Um den Davispokal. Italien schlug Irland 4:1. Mit einem noch sehr deutlichen 4:1=Sieg gewannen die italienischen Davispokalspieler den Kampf in der ersten Runde gegen Irland in Dublin, nachdem man am ersten Tage noch an einen härteren Endkampf geglaubt hatte. Italien trifft nunmehr in der zweiten Runde auf den Sieger aus der Begegnung Polen— Dänemark. Nach dem Doppel wurden auch die beiden restlichen Einzelspiele von den Italienern gewonnen. Giorgio de Stefani schlug den für Mo Beaoh eingesetzten Ersatzmann Ryan 6:2, 6:2, 6:2 und im letzten Kampf kam der junge Canepele gegen den langen Littleton Rogers in einem harten Fünfsatzkampf mit 5:7, 6:3, 1:6, 6:3, 6:1 zum Sieg. Polen ist schon Sieger. Der Krakauer Davispokalkampf zwischen Polen und Dänemark ist bereits zu Gunsten der Polen entschieden. Im Doppelspiel'schlugen Tloczynski Hebda die Dänen u### rich Körner 6:2, 6:3, 6:8, 6:3 und buchten damit den dritten Punkt, während Dänemark bisher leer ausging. Die Polen treffen nunmehr in der zweiten Runde auf Ikalien. Dreißigtausend wollten nach Breslau. Zugelassen wurden 26 270 Turner und Turnerinnen. Die ersten Meldungen, die der Turner und Turnerinnen, für das Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau liegen vor. Ueber 30000 wollten an den turnerischen Mehrkämpfen und dem volkstümlichen Dreikampf teilnehmen. Mehr als 3000 mußten zurückgewiesen werden, da die Meldeliste überzeichnet war. Insgesamt 26 270 Turner und Turnerinnen werden antreten, 16 380 im volkstümlichen Dreikampf und 9890 in den turnerischen Mehrkämpfen. Fahrräder Nähmaschinen. Waschmaschinen. Finderwagen Herne, Bahnhofstraße 3b-3c Günstige Zahlungsbedingungen Annahme von Bedarfsdeckungsscheinen der Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen. Angeschlossen der Wirtschaftshilfe für Kriegs beschädigte und Sozialrentner Angeschlossen der Kunden-Kredit-C.m.b.H. und Beamtenbank. Hauptschriftleiter: Dr. Leo Reiners. Herne, z. It. deurl. Stellv. d. Hauptschriftl. Jos Möller, Herne. Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Di, Leo=einers, Herne, z. It. beurlaubt; Stellvertreter für Kommunalpolitik und Lokales Josef Möller, Herne: für Unterhaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möiler, Herne: für Anzeigen Josef Röttsches, Herne. Bildverantwortliche: Ressortleiter. Betträge sind an die Schriftleitung(Herne, H=Göring. Str. 8) nicht an ihre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. IV. 38 über 3500— Druck und Verlag Roetders& Röltsches. Herne. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gältig.— Meagenstaffel E. 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