* Herner Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebeacht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierz Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1001. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger# Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8. neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe 6 Pf., im Textteil 25 Pf.; Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf. Bäder und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Ziffer= und Auskunftsgebühr 25 Pf.; Fernsprocder: Sammel=Nummer 52541„ Drabtanschrift: Anzeiger Nr. 110(Erstes Blatt) Donnerstag, den 12. Mai 1938 34. Jahrgang Streiflichter Der Aufbau in Oesterreich beginnt Die Krise in Rio de Janeiro Die Nachricht über den Umsturzversuch in Brasilien kam nicht ganz unerwartet. Die Dinge in Brasilien sind seit einiger Zeit gespannt. und Gerüchte im Lande sprachen davon, daß noch im Mai mit einem Umschwung der Dinge zu rechnen sei, wobei einerseits eine Kundgebung der Wehrmacht, andererseits die Ausschreibung von Neuwahlen erwähnt wurde. Die innenpolitischen Verhältnisse in Brasilien haben am 10. November 1937 durch den Staatsstreich des Präsidenten und die Verkündung des sogenannten„Neuen Staates“ ohne Zweifel eine fühlbare Befestigung erhalten, die im wesentlichen gekennzeichnet war durch das gute Verhältnis zwischen dem ohne Parlament regierenden Präsidenten und der Wehrmacht. Eine Volksabstimmung sollte die neue Versassung gutheißen, doch ist diese Abstimmung bis heute noch nicht ausgeschrieben worden. Die Lage erfuhr aber eine unverkennbare Trübung mit dem Verbot der integralistischen Bewegung. Zweifellos verlor die Regierung in den„Grünbemden“, den Integralisten, die stärksten Bundesgenossen im Kampfe gegen den immer noch latenten Kommunismus und seine verschiedenen Ableger. In letzter Zeit ließ sich aber ein gewisser Riß zwischen Regierung und Wehrmacht nicht mehr verbergen. Gekennzeichnet wurde diese Spannung zunächst dadurch, daß der angesehene General Calvacanti. der den Integralisten sehr nahe stand. seinen Abschied nahm. Ein weiteres Symptom dürfte in der Verhaftung der Besatzung der drei neuen U=Boote, die Brasilien in Italien hatte bauen lassen, am Tage nach ihrer Ankunft in Rio de Janeiro zu sehen sein. Es erwies sich, daß die Besatzung ohne Ausnahme Anhänger des Integralismus war. Bemer„ kenswert ist, daß an dem Umsturzversuch Plino Salgado. der oberste Führer der verbotenen Grünhemden oder Integralisten, nicht beteiligt sein soll. Der Umsturz selbst — die Aufständischen setzen sich aus Integralisten und Marineangehörigen zusammen— soll aber von Belmiro Valverdo. der erst kürzlich in Verbindung mit einer Verschwörung angeklagt war, geführt worden sein. Valverdo gehört zu den ersten Führern der Grünhemdenbewegung Es ist anzunehmen, daß die wirtschaftlichen Schwieriskeiten, die übrigens nicht in brasilianischen Marktverhältnissen ihren Grund haben, die anscheinend vorübergehende Krisenstimmung gefördert haben. Solange die Kaffeevreise künstlich gesenkt bleiben müssen. solange wird jede Regierung in Brasilien beträchtliche Sorgen haben. * Um Bulgariens Forderungen Während sich in Genf die Komödie der Ratstagung abspielt, haben zur gleichen Zeit der türkische Ministerpräsident Dielal Bayar und der türkische Außenminister Rüschtü Aras der südslawischen Hauptstadt einen offiziellen Staatsbesuch abgestattet, dem man jedoch in unterrichteten politischen Kreisen sowohl in Südslawien wie in der Türkei keine überragende politische Bedeutung beimißt. Daß natürlich gelegentlich der Begegnung der beiden Staatsmänner mit dem Ministerpräsidenten Stojadinowitsch politische Besprechungen gepflogen werden. wird nicht in Abrede gestellt. Im Gegenteil, es verlautet. daß das Hauptthema dieser Erörterungen, die durchaus zwanglos verlaufen, die Stellung Bulgariens=zum Balkanbund ist. Bekanntlich ist in dieser Frage noch keine Klärung erzielt worden, da Bulgarien nach wie vor auf einen Ausgang zum Aegäischen Meer besteht. der ihm durch das Friedensdiktat von Neuilly zugebilligt worden ist, den es aber bis heute noch nicht erhalten hat. Von türkischer wie auch von südslawischer Seite sind nun aber wiederholt Bemühungen unternommen worden. Bulgarien zum Eintritt in den Balkanbund zu bewegen. Bemühungen, die anscheinend erfolglos bleiben, solange die bulgarische Forderung nicht aufgegriffen wird. Da der Zugang nur über türkisches oder griechisches Gebiet möglich ist, ist die Lösung dieser Frage durchaus nicht einfach. Sie soll sogar. wie in Belgrad behauptet wird, durch das Sonderabkommen der Türkei mit Griechenland erschwert worden sein. Andere Fragen dürften in diesem Augenblick wohl nur eine nebengeordnete Rolle spielen, da im übrigen die Interessen der Türkei und Südslawiens schon durch die Lage der beiden Länder verschieden geartet sind Erfolgreiche Arbeit des„Meteor“ Fortsetzung der ozeanographischen Arbeiten bis Juli. Berlin, 11. Mai. Das Vermessungs= und aeschungsschiff„Meteor“ hat in der Zeit vom Februar bis Mai die ihm zugewiesene Arbeit in den Gewässern des Nordatlantischen Ozeans zwischen den Kanarischen und Kap Verdischen Inseln einerseits und Westindien andererseits auf drei großen Profilen erledigt. Neben einer großen Anzahl von ozeanographischen Stationen sind auch zwei Ankerstationen ausgeführt worden, die wieder für die Fragen der Gezeiten des Atlantischen Ozeans von großer Bedeutung sein werden Das Forschungsschiff„Meteor“ hat voriges Jahr in er Zeit vom März bis Mai in dem Gebiet zwischen den lap Verdischen und Kanarischen Inseln ozeanographisch gearbeitet, sechs Prosile ausgeführt und eine Anzahl von Stationen auf dem Schiff erledigt, wo die Stationen mit Wiederholungsserien bis zu 60 ausgebaut wurden. Die Bearbeitung des wissenschaftlichen Materials dieser Stationen hat so interessante Ergebnisse erbracht, ins besondere bei den Wiederholungsserien sind einzelne wichtige Tatsachen aufgedeckt worden, daß es sich als notwendig erwiesen hat, einzelne dieser Stationen zu wiederholen, um an Hand eines größeren Beobachtungs materials diese Erscheinungen zu verfolgen. Der„Meteor“ wird deshalb in der Zeit vom Mai bis Juli in diesem Gebiet, die ozeanographischen Arbeiten des vorigen Sommers vervollständigen und einzelne der vorjährigen Stationen wiederholen. Göring vollzieht morgen in Linz den ersten Spatenstich für die„Reichswerke Hermann Göring“, 7 Baubeginn des Tauernkraftwerkes bei Zell am Gee Berlin, 11. Mai. Ministervräsident Generalseldmar= schall Göring begibt sich Donnerstag abend mit seinem Staatssekretär Körner nach Oesterreich. Die Reise dient vor allem der Durchführung des großen Wirtschaftsprogramms, das der Generalfeldmarschall als der Beauftragte des Führers für den Vierjahresplan am 26. März in seiner Wiener Rede verkündet hat. Die Planungen und Vorarbeiten sind damals unverzüglich in Angriff genommen und in wenigen Wochen so weit gefördert worden, daß jetzt bereits mit dem praktischen Aufbau begonnen werden kann. Der Generalfeldmarschall wird am 13. Mai um 10.30 Uhr in Linz den ersten Spatenstich für die Reichswerke Hermann Göring. Linz, und am Montag, dem 16. Mai, um 11 Uhr, bei Zell am See den ersten Spatenstich für das Tauernkraftwerk vornehmen. Beide Veranstaltungen sind schlüssiger Beweis für die vollzogene Eingliederung in die großdeutsche Volkswirtschaft und für den entschlossenen Einsatz aller im Vierjahresplan. Die rationelle Auswertung der beiden besonders wichtigen Bodenschätze Oesterreichs ist damit eingeleitet: der Eisenerze und der Wasserkräfte. die früher nur unzureichend genutzt wurden, ja zu wesentlichen Teilen sogar brach lagen. Die beiden großzügigen Projekte sind nicht allein für die Zukunft Oesterreichs entscheidend. ihnen muß auch für die weitere Entfaltung des großdeutschen Wirtschaftslebens wesentliche Bedeutung beigemessen werden. Außerdem wird Generalfeldmarschall Göring die Standorte der Luftwasse, die er auf seiner Fahrt berührt. besichtigen und hierbei den Spatenstich für drei neue große Flughäfen und einige Kasernen tätigen. Die Reichshauptstadt im strahlenden Lichtgewand Tausende von Werkmannshänden hatten die Einzugsstraßen, über die der Führer durch ein Spalier der jubelnden Hunderttausende vom Lehrter Bahnhof zur Reichskanzlei fuhr, ein farben prächtiges Lichtgewand gegeben. Flammende Pylone und starke Scheinwerfer strahlten die bekanntesten Gebäude der Reichshauptstadt taghell an. Hier ein Blick von der Feststraße Unter den Linden über den Pariser Platz auf das Brandenburger Tor, das diesmal eine neuartige wirkungsvolle Beleuchtung von innen erhalten hatte.(Scherl-Bilderdienst-M) in Brasilien Putsch der Integralisten 7 Handstreich auf den Palast des Präsidenten Regierung Vargas Herr der Lage 7 Der Kampf forderte zahlreiche Opfer Paris, 11. Mai. Havas meldet aus Buenos Aires: „Wie man aus Montevideo erfahre, sei die brasilianische Regierung Vargas im Anschluß an eine revolutionäre Bewegung in Brasilien gestürzt worden. Eine provisorische Regierung sei gebildet worden.“ Einer in Paris vor liegenden Meldung der englischen Reuteragentur zufolge, soll die revolutionäre Bewegung innerhalb der brasilianischen Armee mit Unterstützung durch die Zivilbevölkerung ausgebrochen sein. „Die Ruhe wiederhergestellt“ Rio de Janeiro. 11. Mai. In der Nacht zum Mittwoch, um 1 Uhr, brach eine revolutionäre Bewegung von seiten der Integralisten aus. Die Ruhe wurde wiederhergestellt. Um 8 Uhr war die Regierung Vargas Herr der Lage. Ueber den Putsch werden folgende Einzelheiten gemeldet: Mittwoch, um 6.15 Uhr, wurde der Palast des Präsidenten von Marinesoldaten oder von Integralisten, die als Marinesoldaten verkleidet waren, plötzlich angegriffen. Staatspräsident Vargas und sein Schwager leiteten persönlich zwei Stunden die Verteidigung des Palastes. Ihnen standen 16 Mann Wache mit einem Maschinen= gewehr zur Verfügung. Schließlich wurde der Palast durch 2000 Mann Polizei entsetzt, die der Polizeichef herangeführt hatte. Während der Kampf um den Palast im Gange war. slammten an verschiedenen Punkten in der Nähe, des Palastes Straßenkämpfe auf. Das Signal für den Aufruhr wurde durch Lichtsignale gegeben. Der Kriegsminister, der gerade unterwegs war, traf mit größter Beschleunigung Sicherheitsmaßnahmen. Er ließ u. a. sofort alle strategischen Punkte der Stadt durch Spezial truppen besetzen Der Generalstabschef wurde in seiner Wohnung ange griffen, konnte sich jedoch nach einem heitigen Feuergesecht in Sicherheit bringen. Auch auf andere Generäle wurden Angriffe in den Wohnungen verüdt Das Marinearsenal war von den Aufständischen eingenommen worden, wurde aber nach mehreren Stunden durch Heerestruppen wieder zurückerobert. Die rücksichtslose Niederwerfung des Aufstandes erforderte ziemlich viele Todesopfer, deren genaue Zahl noch nicht bekannt ist. Die Ruhe ist jetzt überall wiederhergestellt und durch die Treue der Wehrmacht gegenüber der Regierung gesichert. Aus der Präsidialkanzlei wurde eine schriftliche Mitteilung über den Putsch veröffentlicht, die u. a. folgendes besagt: Die Integralisten versuchten Mittwoch früh einen überraschenden Aufstand, der durch einen Ueberfall auf den Sitz des Staatspräsidenten und das Marineministerium seinen Auftakt nahm. Gleichzeitig durchstreiften zerstreute Gruppen von Integralisten verschiedene Straßen, warfen Bomden und gaben Schüsse ab, um eine Panikstimmung zu erzeugen. Eine Gruppe, die mit einem Maschinengewehr und mit Handgranaten ausgerüstet war, besetzte durch einen Handstreich die Wachräume im Palast des Präsidenten. Der Versuch in das Innere des Palastes einzudringen, mißlang jedoch durch das persönliche Eingreifen des Präsidenten Vargas und seiner engsten Umgebung. Durch das Eingreisen von Spezialtruppen wurde der Palast entsetzt. Im Lause der Kämpfe gab es mehrere Tote. Nach ihrer Beendigung wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Ebenso erfolgten zahlreiche Verhaftungen nach der Wiedereroberung des Marineministeriums und des Arsenals durch Füsiliere, Meldungen aus dem ganzen Lande berichten, daß dort absolute Ruhe herrscht. Im Zentrum von Rio de Janciro, wo sich das Hauptquartier der Aufständischen besand, fanden größere Kämpfe statt. Das Zentrum wurde von Polizei und anderen regierungstreuen Abteilungen umzingelt. 300 Mann wurden nach Kampf gesangen genommen. Es wurden zahlreiche Waffen beschlagnahmt und belastende. Dokumente gesunden. Der Aufstand der Integralisten in Verbindung mit meuternden Marinetruppen kann als niedergeschlagen betrachtet werden.— Es verlautet, daß Piinio Salgado der Leiter des Aufstandes war. Das Bergwerksunglück in England 3 2 8 9 * 14 1 Das tragische Bergwerksunglück auf der„Markbam“ Grube bei Chesterfield in England. das seit Jahren das größte in der englischen Bergwerksgeschichte ist, hat nach den letzten Nachrichten bisher 80 Menschenleben gefordert und man rechnet damit, daß sich diese Zahl noch erhöht, da 45 Bergleute noch in einem Stollen eingeschlossen sind und es kaum gelingen dürfte, sie noch zu befreien. Unser Bild zeigt eine Luftaufnahme von der Unglücksstätte mit den wartenden Angehörigen und den Rettungsmannschaften.(Associated Preß-M) Bisher 80 Tote London, 11. Mai. Einer der Schwerverletzten des Grubenunglücks von„Markham“ ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Damit ist die Zahl der Todesopfer auf 80 gestiegen. Telegramm des Führers an den König von England Deutschlands Anteilnahme. Berlin, 11. Mai. Anläßlich des schweren Berawerksunglücks aus der Markham=Grube bei Chesterfield hat der Führer und Reichskanzler dem König von England telegrafisch seine und des deutschen Volkes herzliche Anteilnahme übermittelt. Danktelegramm Viktor Emanuels an den Führer Berlin, 11. Mai. Seine Majestät der König von Italien, Kaiser von Aethiopien, hat den Abschiedsgruß, den der Führer und Reichskanzler bei Ueberschreitung der deutsch=italienischen Grenze telegraphisch an ihn gerichtet hatte, mit folgendem Danktelegramm beantwortet: „Die Königin und ich danken Eurer Exzellenz vielmals für die Botschaft, die Sie die Liebenswürdigkeit hatten, uns beim Verlassen des italienischen Bodens zu übermitteln. Die von Eurer Exzellenz darin zum Ausdruck gebrachten Gefühle werden— dessen bin ich gewiß— den stärksten Widerhall im Geiste der italienischen Nation hinterlassen, die voller Freude ihre ganze glübende Herzlichkeit dem hochwillkommenen Gast anläßlich dieses glückverheißenden Besuches bezeugen konnte. Durch ihn ist die ideale Verbindung unserer beiden Länder zu einer noch stärkeren Einheit geworden. Wie werden die teuerste Erinnerung daran bewahren in dem Vertrauen, daß Eure Exzellenz aus den Kundgebungen dieser Tage die innere Einstellung des faschistischen Italiens zu der großen befreundeten Nation und ihrem erhabenen Oberhaupt mit Sicherheit entnehmen konnten. In diesem festen Glauben übermittle ich Eurer Exzellenz meine herzlichsten Wünsche für das weitere Wohlergehen des deutschen Volkes und für Sie persönlich. Viktor Emannel.“ Rom-Berlin in 23 Stunden Fahrzeitverbesserung im italienischen Sommerfahrplon. Rom, 11. Mai. Der am 15. Mai in Kraft tretende neue Sommerfahrplan der italienischen Eisenbahnen sieht außer einer Ausdehnung des Netzes im Inlande auch eine Verbesserung der Auslandsverbindungen vor. Eine besondere Verbesserung erfährt die Strecke Berlin— Rom, auf der die Fahrzeit bei einem Stundendurchschnitt von 78 Kilometer um rund 4½ Stunden auf 23 Stunden verkürzt wird. Eine einstündige Zeitersparnis tritt auf der Strecke Rom—Wien ein. auf der die Fahrzeit ebenfalls 23 Stunden betragen wird. Ballon=Sperr=Geschwader London. 11. Mai. Das Luftfahrtministerium teilte am Dienstag offiziell mit, daß ab Montag nächster Woche die Rekrutenwerbung für die ersten drei Ballon=SverrGeschwader beginnen werde. Sie werden mit dem Standort Kidbrooke in der Nähe von Greenwich gebildet. Später sollen sieben weitere Geschwader aufgestellt werder, die in den Grafschaften Surrey, Middlesser und Esser stationiert werden. Im Kriegsfalle werden die Ballone rings um London und an verschiedenen Stellen innerhalb der Hauptstadt selbst hochgelassen. Die Ballons sind auf Lastwagen verladbar, auf die auch die Winden montiert sind, so daß die gesamte Ballonsperte gußerordentlich beweglich ist. Notizen Das englische Unterbaus nahm am Dienstag das Irland=Gesetz auch in dritter Lesung ohne Abstimmung an. Die deutsch=volnischen Luftverkehrsverbandlungen sind am Mittwoch abgeschlossen worden. * Mussolini legte am Mittwoch in der Näbe des im Süden der italienischen Hauptstadt gelegenen Militärflugbasens Ciampino feierlich den Grundstein für wei große Fabriken. * Am Dienstag traf Gauleiter Josef Wagner, der Reichskommissar für die Preisbildung, mit seiner Begleitung als Gast der ungarischen Regierung in Budapest ein. * Das englische Unterbaus befaßte sich mit einer Vorlage des Innenministers Sir Samuel Hoare. die vorsiebt, daß 1 ½ Millionen Pfund für die Instandsetzung sämtlicher Feuerspritzen in England im Zusammenhang mit den Luftschutzmaßnahmen ausgewendet werden sollen. Nur noch 423000 Arbeitslose Weitere günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes im April 7 Die Arbeitslosenzahl auch in Oesterreich bereits erheblich gesenkt Berlin, 11. Mai. Im April nahm die van der Dr. Goebbels an Minister Alfieri den italienischen Minister für Volkskultur, Alfieri, folgendes Telegramm gesandt: „Brennero, den 10. Mai 1938. Seiner Exzellenz Alfieri, Ministro de la Cultura Popolare, Roma. Die unvergleichlichen Tage deutsch=italienischer Verbundenheit und Freundschaft werden mir für immer unvergeßlich bleiben. Sie an Ihrer Seite verlebt zu haben, war mir eine ganz besondere Freude. Wir hatten dabei Gelegenheit, unsere kameradschaftlichen Beziehungen weiter zu vertiefen. Beim Verlassen Ihres Heimatlandes übermittle ich Ihnen noch einmal den Ausdruck meines aufrichtigen Dankes für die auch mir persönlich gewährte so außerordentlich herzliche Aufnahme. Ich verbinde damit alle guten Wünsche für Sie, Ihr schönes Land und Ihr herrliches Volk.“ Rudolf Heß an Starace Berlin, 12. Mai. Vom Brenner aus sandte Rudolf Heß an den Generalsekretär der Faschistischen Partei. Minister Starace. das folgende Telegramm: „Beim Verlassen des italienischen Bodens denke ich zurück an die unauslöschlichen Eindrücke während des Aufenthaltes des Führers in Ihrem großen Lande und zugleich an die so freundschaftliche Aufnahme, die auch ich persönlich erneut bei Ihnen und bei der Faschistischen Partei gefunden habe. Indem ich Ihnen wiederbolt meinen Dank zum Ausdruck bringe, übermittle ich Ihnen meine herzlichsten Wünsche für Sie und das faschistische Italien. Rudolf Heß.“ Keine Zollpassierscheine mehr an der bisherigen deutsch=österreichischen Grenze. Berlin, 11. Mai. Seit dem 1. Mai 1938 wurde der Kraftwagenverkehr über die bisherige deutsch=österreichische Grenze nur noch in der Richtung nach Oesterreich zollamtlich behandelt. Vom 15. Mai ab fällt die Zollüberwachung auch in dieser Richtung fort: Es gibt also hinfort keine Zollpassierscheingrenze mehr zwischen dem Altreich und dem Land Oesterreich. Vom 15. Mai ab wird die Zollüberwachung der mit Zollpassierschein oder Zollpassierscheinheft in das Großdeutsche Reich einreisenden Kraftfahrzeuge und Wasserfahrzeuge ausschließlich an der Grenze gegen das politische Ausland vorgenommen. An dieser Grenze werden auch die Kraftfahrzeug=Vormerkscheine der Zollverwaltung und die Zollpassierscheine der Intergarant=AG. ausgegeben. Die Reichsfinanzverwaltung hat entsprechende Vereinbarungen mit den Zollbürgen, insbesondere mit dem Deutschen Automobil=Club, getroffen. Vom 15. Mai ab werden außer den Zollpassierscheinen der Intergarant=AG. nur noch Zollpassierscheine des Deutschen Automobil=Clubs, nicht mehr anderer Clubs, ausgegeben. Die vor dem 15. Mai ausgestellten, noch nicht abgelaufenen Zollpassierscheine, Zollpassierscheinhefte Kraftfahrzeug=Vormerkscheine und Einfuhrzoll=Vormerkscheine haben von diesem Zeitpunkt ab Gültigkeit für das gesamte Reichsgebiet. Die Neuregelung bedeutet nur eine Lockerung der Zollgrenze zwischen dem Altreich und Oesterreich. Sie bedeutet noch nicht, daß der Kraftfahrer diese Zollgrenze ohne anzuhalten durchfahren darf. Die Zollgrenze muß vielmehr bis auf weiteres noch bestehen bleiben, vor allem für die Zwecke der zollamtlichen Abfertigung von im Kraft= oder Wasserfahrzeug mitgeführten Waren. Die Verordnung über die Aufhebung des Zollpassierscheines nach der Ostmark ist einer persönlichen Inttiative des Korpsführers des RSKK. und dem verständnisvollen Entgegenkommen der einArbeitolosen im alten Reichsgebiet, wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mit. teilt, um 85 000 ab. Gie ging auf 423000 zurück und erreichte damit einen Stand, der um rund 46000 unter der tiefsten Zahl des Vorjahres liegt. Die winterliche Arbeitslosigkeit ist damit trotz ungünstiger Witterung vollständig überwunden. In wie starkem Maße sich der Arbeitseinsatz im Laufe des letzten Jahres noch gesteigert hat, geht daraus hervor, daß Anfang Mai 1937 noch 961 000, also 538000 Arbeitslose mehr als jetzt gezählt wurden. Neben dem Rückgang der Arbeitslosigkeit bat die Wirtschaft im Berichtsmonat bereits einen erheblichen Teil des diesjährigen starken Jahrganges von Jugendlichen in das Erwerbsleben aufgenommen. Die Schulentlassenen konnten in fast allen Bezirken innerhalb weniger Wochen eingesetzt werden. In manchen Gebieten war der Bedarf der Wirtschaft an Nachwuchskrästen so stark, daß die Arbeitsämter nicht in der Lage waren. allen Anforderungen zu entsprechen. Die günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Berichtsmonat ist nicht allein eine Folge der saisonmäßigen Belebung in der Landwirtschaft, der Industrie, der Steine und Erden, dem Baugewerbe und dem Verkehrsgewerbe Auch viele andere Wirtschaftszweige wiesen eine Steigerung des Beschäftigungsgrades auf. Nach den vorläufigen Ergebnissen ist die Zahl der Beschäftigten im Berichtsmonat um insgesamt 550 000 gestiegen. Von den Ende April noch vorhandenen Arbeitslosen waren nur 40 000 für Facharbeiten voll einsatz= und ausgleichsfähig; 13000 waren für ungelernte Arbeiten zwischenbezirklich verwendbar. Der weitaus größte Teil der Arbeitslosen, nämlich 369000= 87 v. H. der Gesamtzahl, war entweder örtlich gebunden oder sonst beschränkt einsatzfähig. Im Lande Oesterreich konnten die Arbeitslosenzahlen bereits erheblich gesenkt werden. Im April wurden durch die Arbeitsämter 120 000 Volksgenossen in Arbeit vermittelt. Ende April waren bei den Arbeitsämtern 416 000 Arbeitslose gemeldet, während die Arbeitslosigkeit bei der Eingliederung Oesterreichs in das Deutsche Reich auf rd. 600 000 geschätzt werden kann. Von den Arbeitslosen standen Ende April 302000 in Unterstützung. Die Zahl der Unterstützungsempfänger hat im Laufe des Monats zugenommen, da der Personenkreis der Unterstützungsberechtigten durch die Wiederhereinnahme der Ausgesteuerten und der Jugendlichen erheblich erweitert worden ist. Ger japanische Vorstoß nach Südchina Noch schwere Kämpfe auf Amoy?( Die Einleitung zu größeren Aktionen nach Hongkong Hongkong, 11. Mai. Die Verbindung zwischen Hougkong und der Insel Amoy, auf der im Laufe des Dienstags japanische Marinestreitkräfte gelandet wurden, ist seit Dienstagabend unterbrochen. Den kärglich einlausenden Berichten zufolge haben die japanischen Truppen die Stadt Amon vollkommen besetzt. In vongkong erwartet man die Entsendung beitischer Kriegsschifse zum Schutz der Fremden=Niederlassung auf der Kulagsu=Insel in nächster Nähe des Amoyer Kampfschauplatzes. Die Besetzung Amoys scheint der Schaffung einer neuen Basis für japanische Landestruppen und für die Luftwaffe zu dienen und damit größere Aktionen gegen Südchina anzukündigen. In Hongkong wird die Meinung vertreten, daß die Besetzung Amoys größere militärische Aktionen der Japaner in Südchina einleiten solle. Unter Umständen erwartet man eine Verstärkung der Blockade der südchinesischen Küste, wodurch besonders die stark industrialisierten Provinzen Fuktien und Kwangtung betroffen werden würden. In den wenigen von der Insel Amoy einlaufenden Meldungen wird davon gesprochen, daß dort noch schwere Kämpfe im Gange seien. Am Mittwoch sind von Schantung aus chinesische Flugzeuggeschwader zum Bombardement japanischer Stützpunkte aufgestiegen. Keine Verbindung mehr Entscheidungskampf um die Lunghai=Bahn Gewaltige Truppenkonzentrationen. Schanghai, 11. Mai.(Ostasiendienst des DRB.) Die Kämpfe um den Besitz der Lunghai=Bahn scheinen in das entscheidende Stadium getreten zu sein. Die Japaner haben alle erreichbaren Einheiten in diesem Frontabschnitt zusammengezogen. Da der Besitz der Lunghai=Bahn für den Fortgang des Krieges von größter Bedeutung ist, wollen die Chinesen sie mit allen Mitteln verteidigen und haben daher zu beiden Seiten der Bahn zwei ausgedehnte Stellungssysteme angelegt, die sie durch 400000 Manu verteidigen wollen. Trotz der großen chinesischen Truppenansammlungen befinden sie sich in einer sehr gefährlichen Lage, da sie von drei Seiten von den Japanern umklammert sind. Die Japaner machen den Versuch, die Schlüsselstellung der Chinesen, die sich bei Sutschau befindet, zu Fall zu bringen und die chinesische Hauptmacht von ihren Rückzugsstraßen abzuschneiden. schlägigen Behörden zu verdanken. Sie wird allen Kraftfahrern eine große Freude und Erleichterungen bereiten Für den Kraftwagenverkehr nach dem Ausland wird in der Ostmark die Ausgabe der Triptikscheine in gleicher Weise, wie sie in den Richtlinien, die der Korpsführer Hühnlein dem DBAC. für das Altreich gegeben hat, geregelt werden. Beisetzung des Oberstarbeitsführers Bundrock Berlin, 11. Mai. Am Mittwochmittag wurde auf dem Invalidenfriedhof in Berlin der im Alter von 59 Jahren einem segensreichen Wirken für Volk und Vaterland entrissene Mitarbeiter des Verwaltungs= und Wirtschaftsamtes in der Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes, Conrad Bundrock, feierlich zu Grabe getragen. Reichsarbeitsführer Hierl gab dem treuen Kameraden und Mitstreiter das letzte Geleit. Die große Zahl der Leidtragenden ließ erkennen. welcher Wertschätzung sich der Verstorbene erfreut hat. Nach einem Satz aus der Dritten Sinsonie von Beethoven, gespielt vom Reichsmusikzug des RAD., widmete General= arbeitsführer Dr. Schmeidler dem toten Kameraden ehrende Worte des Gedenkens, in denen er die Arbeit und die Kameradschaft des Verstorbenen würdigte. Das Niederländische Dankgebet beschloß die schlichte Feier. Unter den Klängen des Chopinschen Trauermarsches bewegte sich der Trauerzug zur Gruft, an der Superintendent Schuhmacher aus Stralsund. ein Jugendfreund und Lebenskamerad des Dahingeschiedenen, ergreifende Abschiedsworte sprach Arbeitstagung der Kanzlei des Führers Richtlinien für die Bearbeitung aller Fragen des Gnadenwesens. Berlin, 11. Mai. Unter dem Vorsitz des Chefs der Kanzlei des Führers der NSDAP., Reichsleiter Bouhler, findet, wie die NSK. meldet, am 13. und 14. Mai 1938 in den Räumen der Akademie für deutsches Recht eine Arbeitstagung des Amtes für Gnadensachen der Kanzlei des Führers statt. An der Tagung nehmen die Vertreter der Reichsdienststellen der Partei sowie die bei den Gauleitungen ernannten Sachbearbeiter für Gnadensachen teil. Die Arbeitstagung dient der Festlegung von einheitlichen Richtlinien für die Bearbeitung aller auf dem weiten Gebiet des Gnadenwesens anfallenden Fragen. Die Tagung wird mit einer Ansprache des Chefs der Kanzlei des Führers eröffnet. Ein Beauftragter für die kulturellen Fragen in Oesterreich Wien, 11. Mai. Gauleiter Bürckel hat Pg. Dr. Anton Haasbauer zu seinem Beauftragten für die kulturellen Fragen in Oesterreich bestellt. Damit fällt dem Pg. Dr. Haasbauer die Aufgabe zu. auf Grund der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich das gesamte Schul= und Erziehungswesen entsprechend auszurichten und entscheidenden Einfluß auf alle Fragen der Wissenschaft. Kunst und Volksbildung auszuüben. Im Spiegel der Presse Die Pariser Presse zur Heimkehr des Führers: „Triumphaler Empfang“ Die Pariser Morgenblätter schildern bereits ausführlich die Rückkehr des Führers nach Berlin. In den Berichten wird der begeisterte Empfang hervorgehoben, den die Bevölkerung dem Führer bereitet habe. roßen Eindruck hat auf die französischen Pressevertreter in Berlin die festliche Ausgestaltung des Lehrter Bahnhofes, der Tiergarten=Allee und des Brandenburger Tores gemacht, sowie vor allem der von 100 Scheinwerfern gebildete Strahlendom. unter dem Adolf Htler, in seinem langsam fahrenden Wagen stehend, in die Reichskanzlei eingezogen sei. Der Berliner Berichterstatter des„Fvur“ schreibt, der Führer habe zwischen einem doppelten Fackelspalier seinen Einzug gehalten und die Bevölkerung habe ihn mit ungeheurer Begeisterung begrüßt. Es sei triumphaler Empfang gewesen, wie ihn noch niemals einem Staatsmann bei der Rückkehr in sein Land zuteil geworden sei. Auch das„Bvurnal“ spricht von einem triumphalen Empfang. Die Rückkehr des Führers habe sich in der Atmosphäre einer wirklichen Apotheose abgespielt. Schon seit dem Vormittag seien die Linden und die Straßenzüge bis zum Lehrter Bahnhof hin von einem wogenden Menschenmeer umlagert gewesen. SS., SA., Abteilungen der Marine und der Luftwaffe hätten den Vordergrund eines gigantischen Gemäldes gebildet, das den Jubel eines Volkes symbolisierte und sich aus Vaterlandsliebe und Verehrung für den Mann zusammensetzte, der sein ganzes Herz erfülle. Das„Vetit Journal“ läßt sich von seinem Berliner Vertreter ebenfalls in allen Einzelheiten über die großartige Ausgestaltung der Reichshauptstadt berichten. Der Berichterstatter hebt die großartigen Farbenspiele hervor die das Reichstagsgebäude, die Krolloper und das Brandenburger Tor beleuchteten. In dieser Atmosphäre eines nationalen Festtages sei der Begeisterungssturm Menge übergeschäumt. Diese triumphale Apotheose habe ohne Zweifel alles Bisherige übertroffen. „Ueberschäumende Begeisterung“. Die gesamte polnische Presse berichtet heute über die triumphale Rückkehr des Führers von seinem Besuch in Italien und über seinen Einzug in die Reichshauptstadt. Die überschäumende Begeisterung der Berliner, die den Führer auf seiner Fahrt vom Bahnhof zur Reichskanzlei begleitete, der Schmuck der Straßen und der unübersehbare Wald von Fahnen des Reiches und Italiens hätten alles in den Schatten gestellt, was die Reichshauptstadt bisher gesehen habe. Ein Rückblick des„Regime Faszista“ Das Mailänder radikal=faschistische„Regime Fascista“ stellt dem triumphalen Empfang Adolf Hitlers in Italien. der alles bisher Dagewesene übertrifft, anderen Empfängen ausländischer Persönlichkeiten, wie etwa den Besuch Kaiser Wilhelms im Jahre 1903, den Besuch des französischen Staatspräsidenten Loubet 1904 und den des amerikanischen Präsidenten Wilson gegenüber. Keiner dieser Besuche lasse sich mit der Reise des Führers auch nur im entferntesten vergleichen, da die jetzigen Kundgebungen im Zeichen des militärischen Geistes eines durch einen großen Führer zur Disziplin gebrachten Volkes standen. Früher habe man Empfänge von pseudo=patriotischen Vereinigungen durch Anschläge, Tagesbefehle und dürftige Umzüge veranstaltet, während dem Führer die kraftvolle Littoria=Jugend. Marine und Heer und eine kraftvolle Luftwaffe ihre Ehrungen dargebracht hätten. Italien begrüße aus vollem Herzen den deutsch=italienischen Block, in dem natürlich nicht das pseudo=lateinische, zerstörende und demagogische Judentum einbezogen werden könne. Dies hätte auch der Vatikan begreifen müssen, dessen Haltung in der letzten Zeit nicht erklärlich gewesen sei. Was die für beide Völker gemeinsame Frage angeht, so verzeichnet das Blatt daß der Führer in dieser Hinsicht gar nicht deutlicher habe sein können; seine so überaus aufrichtigen Erklärungen hätten den tiefsten Eindruck gemacht. heute Ende der Beflaggung Berlin, 11. Mai. Der Reichs= und Preußische Minister des Innern gibt bekannt: Die Beflaggung der öffentlichen Gebäude anläßlich der Rückkehr des Führers und Reichskanzlers aus Italien endet am Mittwoch. dem 11. Mai. Erstmalige Auszählung der Arbeitsbuchinhaber Berlin, 11. Mai. Der Präsident der Reichsanstalt hat für Ende Juni 1938 eine erstmalige Aufzählung aller Arbeitsbuchinhaber vorgesehen, über deren Ergebnis für die Oeffentlichkeit berichtet werden wird. Von dieser Zählung wird der einzelne Arbeitsbuchinhaber deshalb kaum etwas merken, weil die Arbeitsämter zu jedem Arbeitsbuch eine Arbeitskarte ausgestellt haben, die als Unterlage für die Zählung mit ihren Angaben im allgemeinen ausreicht. = Uebertall auf die Vergangenheit Roman von H. PASSER Cepyricht dr Verlar Oskar Meister. Werdau I. 8a 30. Fortsetzung Man mustert einander stumm. abschätzend, feindlich Konkurrenz. Rivalität. Brotneid. unvermeidliche Begleiterscheinungen im Lebenskampf, werden so stark fühlbar. daß Titti im liebsten das Hasenvanier ergreisen möchte. Energisch überwindet sie diese Anwandlung. Das Klappern von Schreibmaschinen. Rasseln von Telephonen und vielfaches Stimmengewirr hinter den unterschiedlichen Türen, die in dieses Vorzimmer münden. all diese Geräusche einer Tätigkeit, die sie so sehnsüchtig erstrebt, putschen Titti aus. Unwillkürlich steift sie den Rücken zu kerzengerader Haltung und fingert an der ungewohnten Brille. Jedesmal, sobald ein Schreiberlehrling. eine Stenotyvistin oder sonst ein Büroangestellter den Raum querend aus einer der Kanzleitüren tritt, um hinter einer andern zu verschwinden, steigert sich ihr Wunsch, dieser Arbeitsgemeinschaft zugehörig zu werden Inzwischen erscheinen immer mehr Anwärterinnen. Immer geringer werden die Aussichten des einzelnen. der Arbeit sucht. Dann taucht ein würdiger älterer Herr auf mit Kneifer und wohlgepflegtem Spitzbart. die Stirn in ernste Falten gelegt. der mit gemessenen Schritten hinter einer gevolsterten Dopveltür verschwindet. Aba. der Chef! denkt Titti. in ihm ein Gegenstück zu Onkel Pevi Orth erblickend. Aber der entscheidet ja nicht über mein und meiner Konkurrentinnen Schicksal, sondern der Bürovorsteher! In diesem. ihr von Gisela vermittelten Wissen, einem gewissen Mehr= und Besserwissen, fühlt sie plötzlich ein Uebergewicht. eine Ueberlegenheit über die andern Mädchen, deren Augen sehr aufmerksam dem Herrn gefolgt sind. der ihnen offensichtlich keine Beachtung geschenkt hatte Minuten sväter kräht der Laufbursche der das Oefinen der Tür besorgt. in die Versammlung der Wartenden: „Wer war zuerst da?“ Eine üpvige Blondine. die gerade ihren hübsch geschwungenen Mund mit dem Lippenstift nachgezogen hat. meldet sich. Gleichzeitig geht ein Ruck durch alle andern. Nun muß der Vorstellungsreigen bald beginnen. Lamvenfieber ersaßt Titti, indes sich der stumme Stoßseufzer nach der von Amadeus so gepriesenen Eingebung des Augenblicks in ihr losringt. Jetzt öffnet sich eine seitliche Türe. In ihrem Rahmen erscheint ein junger Heer. ein Aktenstück unter den Arm geklemmt. Graue Augen schweisen über die wartenden Mädchen. Der Bürovorsteher! ruft es in Titti. Jetzt oder nie! Alle Unsicherheit gleitet ab. Entschlossenheit glüht auf. Mit zwei sehr bestimmten und sehr graziösen Schritten steht sie vor dem Herrn. „Gestatten Sie Unmutiges Murmeln der Mädchen in ihrem Rücken bremst ihre Attacke. Dazu bemerkt der Herr, zwar nicht unsteundlich, aber doch sehr entschieden:„Das muß hier alles nach der Reihe gehen. Ueberdies habe ich nicht...“ Todesmutig fällt Titti ihm ins Wort:„Herr Doktor von Orth schickt mich. Ich habe persönlich, das heißt direkt zu „Das ist etwas anderes“, bilft der Herr ihr weiter. tritt zur Seite und bittet sie mit einer Handbewegung ins Zimmer, in das er ihr, die Tür hinter sich schließend. folgt. Er läßt sich hinter einem großen, mit Aktenstücken übersäten Schreibtisch nieder. Titti den Besucherstuhl auf der anderen Seite anweisend. „Sie sind da draußen zwischen eine Anzahl Damen geraten, die sich hier als Stenotypistinnen vorstellen wollen.“ „Ja, ich weiß... erwidert Titti. wenig gewandt. „Sie hätten sich gleich melden lassen müssen, dann wären Sie unverzüglich abgesertigt worden, sei es von einem Konzivienten oder mir.“ Titti schweigt. Ihr Mut will sie verlassen. „Also. was bringen Sie mir Schönes. Fräulein...?“ Die Eingebung des Augenblicks hat sich Titti zwar insofern nicht versagt, als sie sie als Erste zur Vorstellung gebracht hat. Nun aber sehlen ihr die Worte. die Lage. und zwar möglichst günstig für sich zu klären. Die abwartende Pause, welche der an sie gerichteten direkten Frage folgt, hat etwas Einschüchterndes. Peinvolles. Unentrinnbares, to Beängstigendes. „Also.?“ wird sie nun nochmals unmißverständlich aufgefordert. „Entschuldigen Sie", stottert sie, den Griff ihres Handtäschchens mißhandelnd.„es... es ist nämlich... doch anders.“ „Was denn? Worum handelt sich's überhaupt?“ Titti, die ungeduldige' Gereistheit dieser Frage fühlend, gibt sich einen Stoß. „Ich komme nicht so von der Kanzlei Ortb. wie Sie denken und ich Sie ja auch absichtlich glauben machte. sondern anders. Deshalb bin ich aber doch nicht übergeschnappt, wie Sie nun wieder meinen" „Dann wir des sich wohl empfehlen, daß Sie sich jetzt endlich deutlich erklären. Fräulein Das klingt weniger unsreundlich als vielmehr ironisch Und so ist auch der Blick, dieser stark leuchtende Blick der großen grauen Augen. dem Titti ausweicht. Sie betrachtet eingehend und ausschließlich die Bücherrücken in den Regalen rechter Hand vom Schreibtisch. indes sie, sich zu sachlichem Bericht zwingend. auseinandersetzt:„Eigentlich gehöre ich unter die Mädchen. die da draußen warten. Als Bewerberin Nummer dreizehn. Man wird abergläubisch mit der Zeit: durch Erfahrungen. die nicht immer glücklich sind. und kriegt es dann mit der Angst vor dieser ominösen Zahl. Villeicht können Sie das verstehen?" Allein ohne eine Antwort auf diese Zwischenfrage abzuwarten, setzt sie mit steigender Sicherheit fort:„So trachtete ich, teils dieserhalb. teils außerhalb den andern zuvorzukommen. Das mag vielleicht nicht ganz korrekt gewesen sein— aber im Kampf sind alle Mittel erlaubt. So ist mir wenigstens beigebracht worden.. Ein scheuer Seitenblick auf ihren stummen Zuhörer zeigt Titti ein belustigendes Lächeln, das ihr ein gewisses Verständnis für ihre„Eingebung des Augenblicks“ gewährleistet. Sich aufs neue in den Anblick der Buchreihen vertiesend. spricht sie weiter:„Aus der Kanzlei Orth aber komme ich insofern, als ich mir dort in vierjähriger Tätigkeit als Stenotyvistin, zuletzt in der gehobenen Stellung einer Sekretärin des Chefs, eine Praxis erworben habe, mit der ich hier gewiß die besten Dienste leisten könnte. Ich fühle mich sozusagen bestimmt für diesen Posten in dieser Kanzlei. Da.. bitte, sind meine Zeugnisse. Ich heiße Gisela Frohwein und.. Tittt reicht ihrem Gegenüber die Papiere, die sie ihrem Täschchen entnommen hat und über die die leuchtenden Grauaugen nun gleiten. Dazu leiert sie herunter, was sie für diesen Fall sehr aut auswendig gelernt hat. Sie endet mit der Wendung:„Bitte. wollen Sie mein Angebot berücksichtigen und sich durch ein Probediktat vor meinen Fähigkeiten überzeugen, Herr Bürovorsteber." Bei dieser Titulierung löst sich das ausdrucksvolle Lächeln, mit dem der Mann ihr bisher zugehört hat, in ein helles Auflachen. Titti stutzt. Dann aber muß sie ganz stark denken. so stark, daß es ihr im Augenblick den Ateum raubt: Was ist das für ein hinreißender Mensch! und sie verliert sich in seinem aufglänzenden Blick. Doch das dauert nur den Bruchteil einer Sekunde. „Daß Sie ein... hm... tüchtiger Kerl sind, haben Sie mir bereits schlagend bewiesen. Fräulein Frohwein. und das Zeugnis Doktor von Orths ist ja ein Loblied sondergleichen. Nur verstehe ich nicht, wie man eine verart hochqualisizierte und hochgeschätzte Arbeitskraft hat ziehen lassen. Was hat es denn gegeben, daß Sie diesen Posten— wie es hier ausdrücklich heißt— auf eigenen Wunsch verlassen haben?" „Ach. das ist es ja eben. Herr Bürovorsteher". flunkert Titti mit beispielloser Meisterschaft.„Ich habe meine Stellung aufgegeben, um zu heiraten. Ich war verlobt. Eine ganze Zeit. Aber.., dann ist eben doch nichts draus geworden. Leider. Die Männer sind manchmal so schlecht. „Nicht möglich. Fräulein Frohwein!“ „Wenn ich es Ihnen doch sage, Herr Bürovorsteber! Der Florian hat mich sitzenlassen. Sie können das ruhig wissen. Nicht aber das Personal aus der Kanzlei Ortb. Deshalb gehe ich dorthin nicht zurück, obzwar der Chef mich gewiß mit Vergnügen wieder einstellen würde. Aber. sehen Sie, da geniere ich mich halt. Da geht man als Verlobt weg. läßt sich angratulieren, veranstaltet einen Abschiedsabend mit den Kollegen, kriegt sogar schon Hochzeitsgeschenke. Und dann so... wiederkommen? Nein. Der Mensch hat doch seinen Stolz. nicht wahr?" „Na. solange nur der Stolz verletzt ist. Fräulein Frohwein. ist alles nur halb so schlimm. Arg wäre es bloß, wenn das Herzlein blutete.“ „I wo!" lacht Titti unglaublich vergnügt für eine verlassene Braut.„Herzweh könnte ich nur kriegen. wenn Sie mich nun nicht einstellen würden, Herr Bürovorsteher.“ Der so Angerufene denkt: Eine ganz Gerissene. Leichtsinnig und kokett. Aber lieb, fast ein Herzensdied. wenn ne nicht so raffiniert wäre. Tüchtig ist sie bestimmt Warum soll man es also nicht mit ihr versuchen „Soso“, sagt er,„na, da werden wir halt schauen, was sich machen läßt.“ (Fortsetzung folgt.) Nr. 110(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Vom Gautag Westfalen=Süd Ein großes und eindruchsvolles Ereignis Die Zahrestagung des Gas- und Wasserfaches 1938 findet in den Tagen vom 29. Mai bis 2. Juni in Leipzig statt und wird mit der Feier des 100jährigen Bestehens des Städtischen Gaswerks Leipzig verbunden. Die Tagung steht unter dem Motto:„Gesteigerter Gasanfall bedingt gesteigerte Gasverwendung“, wird sich also in erster Linie mit den Möglichkeiten beschäftigen, dir im Rahmen des Vierjahresplans stark zunehmende Gaserzeugung wirtschaftlich richtig zu verwerten. Hierzu sprechen auf der 79. Hauptversammlung des Deutschen Vereins von Gas= und Wasserfachmännern Dir. Dr.=Ing. habil SegelkenBreslau, über„Gesteigerte Gasverwendung in der Industrie", Dir. Dr.=Ing. Rohland=Krefeld, über „Die Gasverwendung vom Standpunkt des Industriegasverbrauchers" und Dir. Körting=Dessau:„Besserer Erfolg mit Gas in Haushalt und Werkstatt". Besonders aktuell ist ferner der Vortrag„Kohlenoxyd= entfernung und Benzolgewinnung aus dem Gas“ von Dir. Müller=Dessau. Neben betriebswirtschaftlichen Fragen werden weiterhin solche der Wasserwirtschaft behandelt, und zwar nennen wir u. a. folgende: „Eisenbeton in der Wasserversorgung"(Oberbaurat Dr.=Ing. Marquardt=München),„Das Deutsche Frauenwerk und die Wasserversergung“(Frauein prengel=Berlin),„Wasserversorgungsverhältnisse in Oesterreich“(Ing. Westhauer=Wien). In der Eröffnungssitzung am 31. Mai werden der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gas= und Wasserversorgung, Dir. Behrens=Kiel, Oberbürgermeister DenickeLeipzig, Vertreter der Reichsministerien und der Leiter des Reichsfachamts 10 der DAF, Georg KörnerBerlin, Ansprachen halten. Internationale Handwerksausstellung Berlin und Gasfach Nur wenige Wochen trennen uns noch von der großen Internationalen Handwerksausstellung, die vom 28. Mai bis 10. Juli auf dem Berliner Ausstellungsgelände am Kaiserdamm abgehalten wird. Um welch gewaltige Schau es sich handelt, geht schon daraus hervor, daß sie eine Fläche von 160 000 am in Anspruch nehmen wird. Dem Besucher wird sich Gelegenheit bieten, einen umfassenden Ueberblick über die zahlreichen handwerklichen Anwendungsmöglichkeiten der Energie Gas zu gewinnen. Vielen Handwerkszweigen dient heute die Gasflamme als stets bereites, zuverlässiges Werkzeug, das die Güte des Erzeugnisses verbessern und die Arbeit erleichtern hilft. Die vom deutschen Gasfach geplante Gemeinschaftsschau. die in Halle II(Maschinen— Geräte— Rohstoffe) untergebracht wird, soll durch praktische Vorführungen anschaulich zeigen, in wie mannigfacher Weise Gas als Wärme= und Kraftquelle im Handwerk benutzt wird, oft sogar dort, wo man es am wenigsten vermutet. Auch in diesem Jahre: Opfertag für deutsche Jugendherbergen Am 14. und 15. Mai Sammlung und Werbung für das Deutsche Jugendherbergswerk. RSG. Schon seit Jahren findet im Frühjahr der Reichswerbe= und Opfertag für deutsche Jugendherbergen statt. Seit Jahren spenden an diesem Tage alle Volksgenossen für das Deutsche Jugendherbergswerk, ein Werk, wie es in der Welt nicht ein zweites Mal zu finden ist. Wenn man schließlich sogar hört, daß in diesem Jahr die Sammlung für die deutschen Jugendherbergen neben dem Winterhilfswerk die einzige Sammlung des Jahres 1938 sein wird, so fragt man sich wohl nach der besonderen Bedeutung der deutschen Jugendherbergen. Bedauerlicherweise sind noch nicht viele Eltern selbst in einer Jugendherberge gewesen, so daß oftmals noch völlig falsche Vorstellung über diese Einrichtung verbreitet sind. Man hört mitunter die Ansicht, man müsse in den Jugendherbergen auf Stroh schlafen, es bestehen Unklarheiten über die Frage der Verpflegung usw. Es kann jetzt schon verraten werden, daß am 14. und 15. Mai, am Sammeltag, sämtliche südwestfälischen Jugendherbergen der Besichtigung offen stehen, und es werden hoffentlich recht viele Volksgenossen von diesem„offenen Sonntag“ Gebrauch machen, um so mehr, als selbstverständlich der Eintritt frei ist. Dabei wird man feststellen können, daß die Jugendherbergen in ihrer baulichen Gestaltung ganz bestimmte Grundelemente aufweisen. Zu einer Jugendherberge, die den an sie gestellten Anforderungen gerecht werden soll, gehören nicht nur schöne helle und luftige Schlafräume, es gehören dazu auch die entsprechenden Wasch= und Duschräume, es gehören weiter dazu der Tagesraum und die— Herbergselternwohnung. Auch diese ist für den ordnungsmäßigen Betrieb einer Jugendherberge unerläßlich. Es gehört zum ordnungsmäßigen Betrieb einer Jugendherberge, daß der Herbergswart und die Herbergsmutter in der Herberge wohnen, so daß die Jungen und Mädel immer unter der Obhut eines Erwachsenen sind, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Die Wasch= und Duschräume sind gerade in einer Jugendherberge von überragender Bedeutung. Man muß es selbst erlebt haben, was es heißt, nach einem anstrengenden Marsch richtig vollgestaubt und durchgeschwitzt sich unter die Dusche stellen zu können. Der Tagesraum nimmt eine besondere Stellung in den deutschen Jugendherbergen ein. Er ist mehr als ein bloßer Versammlungsraum, er soll die deutsche Jugend durch das Erlebnis zur Gemeinschaft erziehen. Hier finden die lustigen Kameradschaftsabende der Fahrtengruppen statt, aber auch die Feierstunden. Der Tagesraum vereinigt die Jungen aus Westdeutschland mit denen aus Ostpreußen, er bringt den Breslauer mit dem Hamburger zusammen. Ein Raum, der diese Aufgaben zu erfüllen hat, muß in baulicher Hinsicht ganz besonders ausgestattet sein. Er muß für eine Feierstunde der gegebene Rahmen sein, aber er muß gleichzeitig so ausgestaltet sein, daß man sich in ihm„wie zu Hause“ fühlt, daß er nicht zu feierlich, zu steif wirkt. Interessant ist auch ein Blick in die Herberasküche. Nur die wenigsten werden eine einigermaßen richtige Vorstellung von einer Herbergsküche haben. Außer einem Riesenherd finden wir in ihr noch weitere zwei bis drei Kochkessel von je 150 Liter Fassungsvermögen. Im übrigen ist die Küche mit allen technischen Neuerungen ausgestattet, die erforderlich sind, um mit einem solchen Massenbetrieb fertig gu werden. Oft genug kommt es vor, daß dreihundert und mehr Poxtionen Mittagessen ausgegeben werden, oftmals erreicht die Zahl der Schnitten zum Frühstück tausend und mehr. Trotzdem ist das Essen in den deutschen Jugendherbergen stets gut und reichlich, was jeder Pimpf bestätigen wird. Es wird ja nun kaum jemanden geben, der nicht von dem Wert der deutschen Jugendherbergen überzeugt wäre. Um so bedauerlicher aber ist es, daß in Westfalen-Süd noch 100 Jugendherbergen fehlen. Das ist eine Zahl, an der man nicht achtlos vorübergehen kann. Man muß sich einmal vergegenwärtigen, was es bedeutet, daß bei über 500000 Uebernachtungen im Jahre 1937 die Zahl der Anmeldungen nicht viel geringer war, die wegen Ueberfüllung nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Am 14. und 15. Mai wendet sich daher die deutsche Jugend an alle Volksgenossen mit der Bitte, sie bei ihrem gewaltigen Werk zu unterstützen und ihr mit dabei helfen, daß unsere Heimat und darüber hinaus Großdeutschland die Zahl von Jugendherbergen erhält, die notwendig ist. Wir wollen den Jungen und Mädeln unsere Spende nicht versagen, wir wollen ihnen reichlich und nach besten Kräften geben, um so dazu beizutragen, daß unsere Jugend die Häuser erhält, um die uns die ganze Welt beneidet! Neu IH Techlenburg (263-Bild) Das herrliche Fachwerkhaus schaut von der Höhe weit hinab in die münsterische Tiesebene. — Steigende Zahlen bei der Straßenbahn Jahreshauptversammlung der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn. NSG. Nicht einmal drei Wochen mehr trennen uns von dem aus Anlaß des 10jährigen Bestehens des Gaues Westfalen=Süd veranstalteten Gautag der NSDAP in Bochum. Dieses Gautreffen vom 27. bis 29. Mai wird, wie wir bereits mitteilen konnten, in einem großangelegten- und besonders festlichen Rahmen durchgeführt werden. Es zieht an diesen Tagen dat gesamte öffentliche Leben des Gaues in seinen Bann; denn nicht nur über 31 000 Politische Leiter, SA= und SS=Männer, NSKK= und RSFK=Männer, Werkscharen, Hitlerjungen und Arbeitsmänner kommen an diesen Tagen nach Bochum, sondern darüber hinaus Tausende Zivilpaxteigenossen, die ebenfalls an diesem Gautag teilnehmen wollen. 21 Sonderzüge befördern die Marschteilnehmer nach der Gaustadt, die an diesen Maitagen ein ganz neuartiges und festliches Gewand anlegen wird. Nach den großen Vorbildern nationalsozialistischer Feiergestaltung, wie sie bisher auf den Reichsporleitagen in Nürnberg und beim Tag der deutschen Kunst in München in so eindrucksvoller Weise in Erscheinung traten, wird eine Festdekoration vorbereitet, die ihre besondere Prägung durch 120 Stadtfahnen erhält, die aus allen Städten des Gaues nach Bochum kommen, um auf der Castroper Straße, an der der Festplatz liegt, Aufstellung zu finden. Aber auch die Veranstaltungsfolge, die nunmehr in großen Zügen vorliegt, berechtigt zu der Ankündigung, daß der Gautag 1938 ein großes und eindrucksvolles Ereignis und in seiner Gestaltung alle bisherigen Gautage übertreffen wird. Das vorläufige Programm lautet wie foigt: Freitag, 27. Mai 1938: 17 Uhr: Feierlicher Empfang der Stadt Bochum im Rathaus; 20 Uhr: Festvorstellung im Stadttheater Bochum„Die Nibelungen“ von Friedrich Hebbel. Sonnabend, 28. Mai 1938: 11 Uhr: Ehrung der gefallenen Parteigenossen in Bochum am Ehrenmal im Gaugebäude; in Dortmund am Ehrenmal im Gebäude der SA=Gruppe Westfalen; 16 Uhr: Treffen der Ehrenzeichenträger des Gaues Westfalen=Süd im großen Saal des Parkhauses; Ansprache des Gauleiters Wagner; 20 Uhr: Führertagung im Schützenhof; Eröffnung durch den stellvertretenden Gauleiter Vetter und Ansprache des Gauleiters Wagner. Sonntag, 29. Mai 1938: 11 Uhr: Darbietung von 500 Sängern auf dem Moltkeplatz; 15.30 Uhr: Kundgebung auf dem Platz an der Castro= per Straße; 1. Fahneneinmarsch, 2. Eröffnung durch den stellvertr. Gauleiter Vetter, 3. Rede des Gauleiters Wagner; 17 Uhr: Vorbeimarsch am Rathaus. * Neuer Ausbildungsleiter des Gaustabes NSG. Der bisherige Ausbilder des Gaustabes, Pg. Oberbürgermeister Meister, Herne, hat um Entbindung von seinem Posten als Ausbildungsleiter des Gaustabes gebeten, da seine vielen Arbeiten ihm dies nicht mehr gestatten. Der stellvertretende Gauleiter hat dem Wunsch des Parteigenossen Meister entsprochen und als vorläufigen Ausbilder des Gaustabes den Ausbildungsleiter des Kreises Bochum, Parteigenossen Eiben, benannt. Die Fahrt der alten Garde 17 aus Westfalen-Süd nehmen teil. NSG. Die jährlich wiederkehrende Fahrt der alten Garde, die in den vergangenen Jahren durch die Gaue Sochsen, Thüringen, Hessen=Nassau und Ostpreußen geführt hat, findet in diesem Jahr durch eine Reise in den Westmarkgau Koblenz=Trier ihre Wiederholung. An dieser Fahrt nehmen 17 alte Parteigenossen aus dem Gau Westfalen=Süd teil, und zwar 11 Politische Leiter und 6 Angehörige der Gliederungen. Am 21. Juni werden die 600 dienstältesten Politischen Leiter und Führer in den Gliederungen sich nach Trier begeben. Hier in Trier nimmt die Fahrt ihren Ausgang mit 25 Omnivussen und dauert bis einschließlich 24. Juni. „Zusätzliche Gefolgschaftsversorgung" Eine Denkschrift der DAJ. NSG. Zu den Forderungen, welche die DAF an betrieblichen Versorgungseinrichtungen stellen muß, ist eine Denkschrift mit dem Titel„Zusätzliche Gefolgschaftsversorgung“ aufgelegt worden. Ortsmänner und Betriebsmänner sorgen für eine weitgehende Verbreitung dieser Denkschrift, um zu erreichen, daß alle Betriebsführer und Vertraunsmänner solcher Betriebe, in denen eine zusätzliche Altersversorgung der Gefolgschaft möglich werden kann, mit diesen Leitsätzen bekannt werden. Die Denkschrift ist im Verlag der Deutschen Arbeitsfront, Berlin SM 19, Märkischer Platz 1, erschienen und kostet kartoniert 1,60 Reichsmark, in Leinen 2,20 Reichsmark. In drei Straßensammlungen 50 Millionen Abzeichen Ueber das Ergebnis des Winterhilfswerkes 1937 38 werden einige weitere voraussichtliche Endresultate bekanntgegeben, die eindeutig zeigen, daß dieses große Werk der Volksgemeinschaft unter der Parole„Niemand darf hungern und frieren" das deutsche Volk von Jayr zu Jahr noch stärker begeistert. So sind diesmal bei der ersten bis dritten Reichsstraßensammlung insgesamt 55 727 985 Abzeichen verkauft worden gegenüber 47 977 488 Abzeichen bei den entsprechenden Sammlungen für das WHW. 1936/37. Die Eintopfspenden haben gleichfalls einen erfreulichen Mehrbetrag gebracht. Es sind als vorläufiges Ergebnis der Aufkommen der Eintovsspenden des WHW. 1937/38 insgesamt 28 459540.73 RM. gemeldet worden gegenüber einem endgültigen Ergebnis der fünf Eintopfsonntage 1936/37 von 27 895 410.72 RM. Schließlich zeigt sich ein entsprechend günstiger Betrag auch bei den Reichs straßensammlungen. Im letzten WHW. erbrachten die vier Reichsstraßensammlungen zusammen 18 436 401.95 RM. gegenüber 17059947.77 RM. im Vorjahre. Die Gau=Straßensammlung konnte in ihrem Ertrage von 3 971 164.65 auf 4095582.95 RM. gesteigert werden, der Tag der Nationalen Solidarität sogat, wie seinerzeit gemeldet, von 5662 279.19 auf 8129 984.88 RM. Im Bochumer Parkhaus sand am Dienstag in Anwesenheit von acht Aktionären, die ein Aktienkapital von 6 515600 Mark vertraten, die ordentliche Hauptversammlung der„Sgchum=Helsenkirchene Straßenbahn AG. statt. Geschäftsbericht. Bilanz. Gewinn= und Verlustrechnung wurden genehmigt, und dem Vorstand und Aussichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Es wurde ausgeführt, daß die Entwicklung des Geschäftsjahres 1937 eine Einnahme steige rung von 11.8 Prozent gebracht habe Diese Entwicklung könne als nicht ungunstig bezeichnet werden. Gemessen an dem besten Jahr der letzten Konjunktut, dem Jahre 1929, habe die Gesellschaft heute 62.82 Prozent der damaligen Einnahmen erreicht. Selbst bei günstigster Entwicklung sei nicht anzunehmen, daß die Einnahmen des Jahres 1929 jemals wieder erreicht würden, da inzwischen der Auto= und Radsahrerverreyr eine solche Ausdehnung erfahren habe, daß ein erheblicher Teil von Fahrgästen, die früher von der Straßenbahn befördert worden sei. heute als endgültig abgewandert betrachtet werden müsse. Die Entwicklung der Betriebseinnahmen seit dem 1 1. 38 befriedigend. Sodann erinnert der Geschäftsbericht daran, daß die Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn wieder als Nationalsozialistischer Musterbetrieb anerkannt worden sei. Donnerstag, den 12. Mai 1938 Goldene Hochzeit (Aufnahme: Privat) Das Fest ihrer Goldenen Hochzeit begehen heute der Reichsinvalide Johann Schmitz und seine Ehefrau Karoline, geb. Dinkelbach, wohnhaft Heinrichstraße 25. Beide erblickten das Licht der Welt im Rheinland. Der Jubilar ist heute 78 Jahre und seine Gattin 76 Jahre. alt: Im Jahre 1891 kamen beide nach Herne, wo Vater Schmitz über 40 Jahre auf dem Sägewerk Meyer u. Fröhlich, vorm. Gebr. Hillmann, lätig war. Mit acht Kindern wurde die Ehe des Jubelpaares gesegnet, von denen allerdings nur noch fünf leben. Diese und sieben Enkelkinder werden sich heute bei ihren Eltern bzw. Großeltern einfinden, um ihnen herzlich zu gratulieren. Diesen Glückwünschen schließen auch wir uns an, wobei wir unseren Jubilaren, die seit Bestehen des H. A. seine treuen Leser sind, noch einen weiteren sonnigen Lebensabend wünschen. Außerdem wird ihnen heute von dem Beauftragten des Polizeipräsidenten in Bochum im Namen der Preußischen Staatsregierung und auch von der Stadtverwaltung Herne ein Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe überreicht werden. * Noch eine Goldene Hochzeit Im Stadtteil Baukau stehen als Ehejubilare im goldenen Myrthenkranze die Eheleute Johann Küppers und Frau Elisabeth, geb. Meiß, heute im Mittelpunkte zahlreicher Gratulationen. Wer kennt auch hier den alten Küppers nicht, der Jahrzehnte lang, bis zu seinem 72. Lebensjahre, Portier und Heildiener auf der Schachtanlage Julia war? Er hat den verletzten Bergknappen stets hier die erste, fürsorgliche Hilfe zuteil werden lassen und in der Verbandsstube manchen Schmerz gestillt, ehe die Fahrt zum Krankenhaus begann. Der Jubilar wurde am 10. August 1858 zu Neukirchen, Krs. Mörs, geboren. Hier half er nach der Schulzeit seinem Vater, der Landwirt war. bei der Ackerbestellung, bis er nach Berlin zu den 1. Garde=Feldartikleristen kam. Nach der„Militärzeit wor er einige Jahre bei Krupp in Essen als Sanitäter und kam von dort zur Schachtanlage Julia, wo er bis 1932 als Sanitäter und Portter seinen Posten treu und musterhaft ausfüllte. Dann trater in den wohlverdienten Ruhestand. Die Jubilarin ist ebenfalls Neukirchenerin und geboren am 20. Juni 1863. Sie hat dem Gatten fünf Kinder geschenkt, von denen ihnen leider vier durch den Tod entrissen wurden. Heute genießen die Jubilare ihren geruhsamen Lebensabend bei der Familie ihrer Tochter auf der Strünkeder Straße 73a. Wir trafen das Jubelpaar, beide aufgeweckt und rüstig, vor Blumen und Gratulationsbriefen an, nachdem ihnen vorher der Chor des Frauendienstes ein Ständchen gebracht hatte. Heute wird ihnen durch den Beauftragten des Polizeipräsidenten in Bochum im Namen der Preußischen Staatsregierung und seitens unserer Stadtverwaltung je ein Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe überreicht werden. Dem Jubelpaar auch unsererseits herzl. Glückwunsch! üe Gee Der Personenverkehr. Straßenbahn und Autsbus, ist von 28947 927 auf 32351 888. also um 11.69 Prozent, gestiegen. Die Zahl der gefahrenen Rechnungskilomter betrug bei der Straßenbahn 10 234 146 gegenüber9 942 761 im Vorjahr, also 2.93 Prozent mehr. beim Autobusbetrieb 762327 gegenüber 717356, also 6.27 Prozent mehr. Die Betriebseinnahmen betrugen 6012342 gegenüber 5 375 670, also 11.84 Prozent mehr. Die Ausgaben betrugen 4 492 287 gegenüber 4399549. also 2.11 Prozent mehr. Die Summe der in den Betriebsausgaben 1937 verrechneten Löhne und Gebälter betrug 2793 785. die Aufwendungen für bezahlten Urlaub 110 700, für Krankenlohnzuschuß 26500 Mark. Auch im Berichtsjahr legte die Gesellschaft besonderen Wert darauf, durch die Pflege der Betriebsgemeinschaft die Arbeitsfreude und das gute Einvernehmen zwischen Führung und Gefolgschaft weiter zu fördern. Zur Heranbildung eines tuchtigen Facharbeiternachwuchses hat die Gesellschaft in ihrem Betriebsbahnhof Altenbochum eine Lebrlingswerkstätte eingerichtet. Der Wagenvark bestand Ende des Geschäftsjahres aus 202 Motorwagen. 116 Anhängern, 75 Arbeits=, Güterund Hilfswagen und 15 Autobussen. Am 1. 1. 1938 wurden die gesamten dem Straßenhahn= und Autobusbetrieb dienenden Anlagen der WestWie können Sie stärker bräunen? Indem Sie Ihre Haut durch Nivea auf das Sonnenbad vorbereiten und damit die natürliche Widerstandskraft der Haut stärken. sälischen Straßenbahn G. m. b. H. von der Gelsenkirchen=Bochumer Gesellschaft übernommen. Damit ist dieses Unternehmen, dessen Verwaltung die BochumGelsenkirchener Straßenbahn seit 1934 für Rechnung der Konkursverwaltung führte, endgültig in den Besitz des Gelsenkirchen=Bochumer Unternehmens gelangt. Mit Rücksicht auf die bisherigen Ergebnisse der früheren Westfälischen Straßenbahn erfolgte die Uebereignung unentgeltlich. Darüber hinaus haben sich die Gesellschaftergemeinden der früheren Westfälischen Straßenbahn verpflichtet, aus die Dauer von fünf Jahren nach der Uebernahme etwa entstehende Betriebsausfälle und die ersorderlichen Erneuerungsaufwendungen durch Zuschüsse zu decken. Bei den Neuwahlen gelangten in den Aufsichtsrat Oberbürgermeister Böhmer. Gelsenkirchen, an Stelle des bisherigen Direktor Adam. Gelsenkirchen. Bürgermeister Dr. Schuhmacher, Gelsenkirchen. Oberbürgermeister Dr. Piclum, Bochum. Bürgermeister Dr. Seyer, Bochum. und Direktor Dr. Kern aus Essen. Die Versammlung nahm die vorgeschlagenen Satzungsanderungen an; dabei verdient besonders erwähnt zu werden, daß der Tagungsort der Jahreshauptversammlung von jetzt ab abwechselnd Gelsenkirchen und Bochum ist. Aus und für Herne Am diesjährigen Muttertag(15. Mai) führt RS=Frauenschaft zum erstenmal eine nationalsozie Mergenfeier zu Ehren der deutschen Mutter. die sozialistische Morgenfeier zu Ehren der deutschen Mutter durch, an der alle Organisationen der Partei und darüber hinaus alle Volksgenossen teilnehmen können. Auch in unserem Kreisgebiet wollen wir nicht zurückstehen und laden zu dieser Feierstunde, die am 15. Mai in der Zeit von 10 bis 11 Uhr in der Westfalenschänke(Bahnhofstraße) stattfindet, ein. Es sind nicht nur die Frauen der RS=Frauenschaft und des deutschen Frauenwerks, sondern auch alle uns noch fernstehenden deutschen Frauen und Mütter mit ihren Angehörigen herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei. * Achtung! 5d- und 93 Singschar! Alle Igg. der HJ.= und DJ.=Singschar treten heute pünktlich um 20 Uhr an der Evgl. Schule Schulstr. an. Es wird ein wichtiger Vortrag über Sprecherziehung, verbunden mit praktischen Sprech= und Gesangübungen, gehalten. Für die Laienspielschar können sich noch interessierte Igg. melden. * Die Besten beim Herner Reichsleistungs. schreiben auf der Schreibmaschine Die Ergebnisse des Reichsleistungsschreivens auf der Schreibmaschine liegen vor. Berücksichtigt man, daß das Schreiben in dieser Form erstmalig durchgeführt wurde, so können die Ergebnisse in Herne als gut bezeichnet werden. Eine Anzahl Teilnehmer, die den Anforderungen nicht gewachsen waren, gingen leer aus. Andere wieder überschätzten ihre Leistumgsfähigkeit und schrieben zu schnell, fehlerhaft und ohne Ueberlegung, so daß ihre Arbeiten wegen Ueberschreitung der zulässigen Fehlergrenze ausscheiden mußten. Die besten Arbeiten lieferten ab: Aufgabe A Aufgabe B Briefgestaltung Schnellschreiben Maria Cugier sehr gut 387 Netto=Anschl. min O. W. Bockhorst sehr gur 327 Netto=Anschl. min. Helene Schotte, sehr gut 303 Netto=Anschl. min Ernst Lösken gut 322 Netto=Anschl. min Preiswerte Arbeiten gaben weiter ab: Ausgabe A— Briefgestaltung: Elis. Höffken, Berny. Merschemeier, Paul Lukas, Luise Höppner, Irmgard Fischer, Hans Walter, Hildegard Wulf, Mararet Hillesheim, Cläre Wenner, Anneliese Bödeker, Irmgard Steinmetz, Lydia Trompeter, Marget Brill, Elenore Wendel, Gerda Reisen, Hans Schmidt, Gertrud Hegemann, Maria Höffken, Marianne Steffen, Helmut Grimberg, Wilhelm Wöhrmann, Paul Bludau, Horst Ibe, Horst Schmiedel, Bruno Dahlmeier, Hermann Caspelherr, Arno Fickel, Karlheinz Markötter, Harald Wenthe, Fritz Gehler, Erna Hillebrand, Magdalene Teubert, Betty Ballweg, Elfriede Knoch, Mally Paul, Anneliefe Jöllenbeck, Erna Schulze, Else Humpert, Helma Bleckmann, Lilly Flacke, Martha Beckmann, Paula Kaiser, Maria Böing, Hety Kleinen, Gertrud Salbrink, Margret Schultz, Gerda Kemper, Hermann Brockmann, Anneliese Piontek. Alfred Schollmeier, Ilse Krüger, Mia Fabri, Siegfried Peschen, Edith Müller, Hedwig Frie, Heinz Gesing, Erwin Kittel, Günther Villaret, Charlotte Arndt. Aufgabe B— Schnellschreiben: Elisabeth Höffken Bernhard Merschmeier, Paul Lukas, Luise Höppner, Hans Walter, Hildegard Wulff. Cläre Wenner, Anneliese Bödeker, Irgard Steinmetz, Lydia Trompeter, Adolf Jaeger, Eleonore Wendel, Horst Ibe, Bruno Dahlmeier, Bernhard Rofall, Helmut Tölle, Fritz Gehler, Betty Ballweg, Elfriede Knoch, Mally Paul, Erna Schulze, Anni Hunthe, Else Humpert, Helma Bleckmann, Martha Beckmann, Maria Hoilchen, Hety Kleinen, Margret Schultz, Edith Müller, Hermann Brockmann, Paul Horn, Erwin Kittel, Charlotte Arndt. Allen erfolgreichen Teilnehmern unsern Glückwunsch. Möge das Schreiben ein Ansporn sein zu weiteren Erfolgen für alle Teilnehmer. ** Eismann so oder so (Aufnahme: Privat) Vorgestern, gestern und auch heute führten in unserem Kalender die Eisheiligen das Zepter, deren Verschwinden wir aber allzu gern sehen, besonders dann, wenn sie mit Eis, Rauhreif und Frost ihre Visitenkarte abgeben. Ganz besonders sind unsere Kleingärtner auf diese drei Gesellen weniger gut zu sprechen, denn so manches können sie verderben. Aber sie scheinen uns Hernern in diesem Jahr hold gesinnt zu sein, denn bisher spürte man von ihnen bei Tage kaum etwas. Im Gegenteil, es gab schöne Tage mit recht viel und warmer Sonne. Allerdings waren die Nächte wesentlich kälter. Trotzdem gab es dann einen anderen Eismann, der aber nicht im Rufe der Heiligkeit steht. Mit seinem schneeigen Wagen und dem kleinen hellen Glöcklein durchfuhr er die Straßen, herausgelockt durch die Maiensonne, und rief mit vernehmbarer Stimme:„Prima Speiseeis!“ Seine Kunden waren überwiegend unsere Jüngsten, die zwar die Hitze ertragen konnten, aber auf das süße Naschen nicht verzichten wollten. So kamen wir an diesen Tagen der drei Eisheiligen noch zu einem weiteren Eismann. „„* Ein Rassenschander zu 3½. Jahren Zuchthaus verurteil! Ein Jude Oppenheimer aus Herne wurde aus der Intersuchungshaft des Landgerichts Bochum unter der chweren Beschuldigung der fortgesetzten Rassenschande vorgeführt. Er hatte schon mehrere Vorstrafen wegen Diebstahls und eine solche wegen Straßenraubes mit 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis erhalten. Der Angeklagte kam dem Gericht mit dem Einwand, daß er mit dem Erlaß des Gesetzes zur Reinhaltung deutschen Blutes und der deutschen Ehre sein rafseschänderisches Treiben sofort eingestellt habe. Die Feststellungen der Beweisaufnahme überführten jedoch den Angeklagten, daß er ungeachtet des Gesetzes vornehmlich christliche und deutsche Mädel geschändet hatte, und dies in einer ganzen Reihe von Fällen. Der Staatsanwalt beantragte gegen ihn eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren und die Nebenstrafen. Das Gericht ging aber über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und verurteilte O. zu 34 Jahren Zuchthaus und wegen bewiesener ehrloser Gesinnung zu 5 Jahren Ehrverlust. *** 2 40jähriges Ehejubiläum. Am heutigen Tage begehen die Eheleute Max Wiepzek und Frau Maria, geb. Pahl, ihr 40jähriges Ehejubiläum. Der Jubilar stammt aus Schlesien und kam im Jahre 1893 nach Herne. Seit 39 Jahren steht er im Dienste der Gewerkschaft Constantin der Große 45. Frau Wiepzek, die in Fölsen, Kr. Warburg, geboren ist und einem alten westfälischen Bauerngeschlecht entstammt, kam im Jahre 1893 mit ihren Eltern nach Herne. Von den neun lebenden Kindern des Jubelpaares sind fünf verheiratet, welche mit zwölf Enkelkindern ihren lieben Eltern und Großeltern heute die besten Wünsche darbringen. Seit Bestehen unseres Blattes sind die Eheleute Wiepzek Bezieher. Auch wir schließen uns den Glückwünschen an, die dem Jubelpaare am heutigen Tage entgegengebracht werden. Möge es ihm ferner vergönnt sein, auch noch den Tag der Goldenen Hochzeit zu erleben. * Der Richtkranz konnte gestern auf dem Neubau eines eineinhalbstöckigen Wohnhauses auf der Feldkampstraße gesetzt werden. * Die Turmuhr der Herz-Jesu-Kirche in Herne=Süd wird gegenwärtig überholt, u. a. erhalten die Ziffernblätter einen wirkungsvollen Anstrich. * P r e u ß i s c h- S ü d d e u t s c h e S t a a t s l o t t e r i e. Die Ziehung der 2. Klasse der laufenden(51. 277.) Lotterie findet am 24. und 25. Mai 1938 statt. Schluß der Erneuerung 17. Mai 1938. * S c h u l g e l d z e t t e l f ü r d i e h ö h e r e n S c h u l e n. Den Erziehungsberechtigten, die Kinder zu den hiesigen höheen Schulen schicken, werden in den nächsten Tagen die Schulgeldzettel für das Schuljahr 1938 zugestellt. Die Schulgeldzettel enthalten die vollen Schulgeldbeträge, ohne Berücksichtigung der zu gewährenden Geschwisterermäßigung. Die Geschwisterermäßigungen werden später abgesetzt. Hierüber erhalten die Zahlungspflichtigen schriftlichen Bescheid. * Die„Emscherboxstaffe!" steht. Die Vorbereitungen für die Gründung einer„Emscherboxstaffel“ aus den beiden Vereinen BSC Herne 22 und Schmeling Wanne=Eickel können nunmehr als beendet angesehen werden. Bereits am Himmelfahrtstage findet in Wanne=Eickel ein Großkampftag statt, für den als Gegner die starke Mannschaft Marathon Dortmund gewonnen ist. Dabei tritt erstmalig die vereinigte Herne=Wanne=Eickeler„Emscherboxstaffel" auf den Plan, für die folgende Besetzung vorgesehen ist: Stach, Strangfeld, Röttger, Schweika, Pastuschak, Kubiak, Stratenhoff und Knorr. * S t r o m p r e i s s e n k u n g f ü r M ü l h e i m. Die Stadt Mülheim hat mit dem RWE. einen neuen Vertrag abgeschlossen, so daß es ihr möglich geworden ist, rückwirkend ab 1. April den Tarif für Lichtstrom von 39 auf 30 Ps., für Kraftstrom von 18 auf 14 Pf. und für Haushaltstrom von 9 auf 8 Pf zu ermäßigen. Das macht eine Preisermäßigung von beinahe 25 o. H. aus. * Jahrraddiebstahl. Am 3. dieses Monats wurde ein vor der Wirtschaft Stemberg stehendes Herrenfahrrad Marke Goldrad Nr. D 4408 mit schwarzem Gestell und silbern abgesetzten Felgen gestohlen. * Ene Verletzung, die der Bergmann Friedrich O. von der Horststraße gestern morgen auf einem hiesigen Werk eritt, machte eine Ueberführung zum Ev. Krankenhaus notwendig. * Beim Aussteigen Unterschenkel verletzt. Die Ehefrau D. aus der Cranger Straße fiel gestern beim Aussteigen aus einem Omnibus so unglücklich, daß sie eine Unterschenkelverletztung erlitt und in das Marienhospital überführt werden mußte. * Unterschenkelbruch beim Hausputz. Gestern mittag fiel die Ehefrau M. P., Flottmannstraße, beim Hausputz von einem Stuhl uno zog sich einen Unterschenkelbruch zu. Sie wurde dem Marienhospital überwiesen. * W a n d e r f a h r t d e s S a u e r l ä n d i s c h e n G e b i r g s v e r e i n s. Am Sonntag unternahm der Sauerländische Gebirgsverein eine Wanderfahrt zum Niederrhein. Zwei Autobusse brachten die Teilnehmer zunächst nach Gahlen, von wo aus die Morgenwanderung begann, die durch stille, einsame Wälder führte. Kurz vor Dorf Hünxe, auf der Höhe des Ostenberges, hatte man eine wunderbare Aussicht auf weite Heideflächen, die sich fast terrassenartig vor dunklen Kieserwäldern ausbreiten. Nach kurzer Rast in Hünxe wurde die Fahrt nach Wesel fortgesetzt. Unter kundiger Führung von Wanderfreund Schlüter wurden das Denkmal auf der Schillwiese und die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt. Ueberraschend schön ist die Aussicht von der Rheinbrücke auf die im hellen Sonnenschein liegende Stadt, auf den Rhein und auf die weite Landschaft. Hinter der Brücke sieht man die vom Feinde gesprengten Blöcke der Festungswerke liegen; schmerzhaft kommt ein Ingrimm hoch. Die Fahrt ging nun, den Rhein zur Rechten, nach kanten. Nach der Mittagsraft wurden Stadt und Dom besichtigt, dann ging es zu den Ausgrabungen. Ein umfassender Vortrag führte in die graue Vergangenheit, in die Zeit der Römerherrschaft. Langsam wandert man zur Stadt zurück und sieht nun, wie der Dom mit seinen Türmen das Stadtchen überragt und die Landschaft beherrscht. Die Heimfahrt führte über Mörs nach Duisburg. Strom und Häfen sind voller Schiffe, ringsum ein Häusermeer und rauchende Schlote, welch ein Gegensatz zu der stillen Weite am Niederrhein. Hier rastloses Schaffen, dort geruhsames Leben. Die Autobusse drängten sich durch das Getriebe in den Straßen, erst auf der Reichsautobahn wurde es wieder geruhsam. Beglückt und zufrieden von dem eigenartigen Wandertag wurde im Abenddunkel Herne erreicht. * Der AS Deutscher Reichskriegerbund. Kreisverband Herne, hat heute abend bei Meinhardt eine Kameradschaftsführer=Besprechung. &am Soldatenbund. Die Infanterie= und Soldatenkameradschaft hält am kommenden Sonntagvormittag in der Zeit von 8.30 bis 10.30 Uhr das nächste Kleinkaliberschießen ab. Wichtige Befehle werden bekanntgegeben. VollWo Herner sich die Hana zum Lebensbunde reichen Trausaal im Rathaus erheblich verschönert— Würdigere Ausgeltaltung des Raumes. Vor einigen Wochen teilten wir mit, daß seitens der Stadtverwaltung der Ratsherren=Sitzungssaal mit entsprechender Ausschmückung bei Trauungen, natürlich gegen Entgelt, zur Verfügung gestellt würde. Vorgestern nun wurden wir vom Leiter des städt. Presseamtes, Pg. Grümer, im Verlauf einer Besprechung zum Trausoal, direkt beim Standesamt gelegen, geführt, wo uns dessen Ueberholung— allerdings ist diese noch nicht abgeschlossen— gezeigt wurde. Seit dem Bau des Rathauses, im Jahre 1912, war hier alles beim alten geblieben. Es fehlten nach dem Kriege wohl die Mittel, um hier zwischenzeitlich Erneuerungen durchführen zu lassen. Jetzt konnten diese aber vom Oberbürgermeister Meister zur Verfügung gestellt werden, so daß auch diese dringlichen Arbeiten in Angriff genommen werden konnten. So waren die auf dem Boden eingearbeiteten Skulpturen kaum noch zu erkennen, so daß eine Aufhellung nötig war, die durch Abklinken des Fußbodens vorzüglich gelungen ist. Ebenso wurde der alte Teppich durch einen neuen, im frischen Muster gehaltenen, ersetzt, wobei aber der Boden noch gi zur Geltung kommt. Der seit 26 Jahren bestehende Anstrich wurde ebenfalls im wirkungsvollen Farbton erneuert. Das bisherige Bild wurde durch ein weit schöneres Führerbild im hellen Rahmen ersetzt. Der Führer ist hier gewissermaßen als Trauzeuge bei jeder Bindung fürs Leben zugegen. Die Tischplatte ist mit einer Decke aus gefällig abgetöntem Samt mit Hakenkreuz bedeckt. Blumen, die jeden Tag eine liebevolle Wartung sinden, geben dem Trausaal noch eine besondere Note. In der Fensterverglalung, wo die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, wird noch ein Spruch folgenden Inhalts eingebaut: Arbeit adelt jeden Mann und jede Frau, aber das Kind adelt die Mutter! Jetzt besteht auch noch die Absicht, die anliegenden Vorräume und den Flur zum Trausaale dem Gesamtbild anzupassen. Die Pläng hierzu sind aber noch nicht ausgearbeitet, es wird also noch etwas dauern, bis alles aufeinander abgestimmt vorliegt. Soviel kann aber schon jetzt gesagt werden, daß ein verheißungsvoller Anfang gemacht worden ist. Der Trausaal hat jedenfalls durch die Neuerung ein weit freundlicheres Gesicht erhalten und lädt zur Trauung unwiderstehlich ein. zähliges und pünktliches Erscheinen sämtlicher Kameraden ist Pflicht. * Die Krieger= u. Landwehrkameradschaft Herne-Alt hielt im Lokale Knapp an der Bahnhofstraße eine Führerbesprechung ab, in der die Tagesordnung für den Monatsappell am kommenden Sonntag beraten wurde. Der Kamerdschaftsführer August Pleßmann legte besonderen Wert darauf, daß alle Kameraden ihre gedienten Söhne und solche, die im Herbst vom Militär entlassen werden, der Kameradschaft als Mitglieder zuführen. Das Militärkonzert der Kameradschaft des 15. A. K. am 21. Mai im Saalbau Strickmann wurde den Kameraden zum Besuch empfohlen. Das Kleinkaliberverbandsschießen auf dem Stande bei Wirt Köhlhoff und die Kameradschaftschießen waren Gegenstand eingehender Besprechung. In der Erwartung, daß alle Kameraden am Sonntag den Monatsappell besuchen, schloß der Kameradschaftsführer die Besprechung. * Die Artillerie-Kameradschaft Herne hält an jedem zweiten Sonntag im Monat, vormittags, im Lokale Fritz Möller, Von=der=Heydt=Straße, ihren Monatsappell ab. Der am vergangenen Sonntag stattgefundene Appell wies einen erfreulich starken Besuch auf. Kameradschaftsführer Kusemann gab aus den Eingängen die neuen BundesanordnunNicht warten, sondern lernen Zum Hauswirtichaftsjahr der Mädel So wie jeder Junge im Arbeitsdienst und im Heer 2½ Jahre dem Vaterland zu dienen hat, wird sich künftig auch jedes Mädel ein Jahr lang Aufgaben zur Verfügung stellen, die über dem persönlichen Wohl hinaus dem Gesamtwohl des deutschen Volkes dienen. Wurde in einer vergangenen Zeit die hauswirtschaftliche Arbeit als etwas Geringwertiges betrachtet, so wurde sie durch die Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan geradezu zu staatspolitischer Bedeutung erhoben. Betätigung in Haus= und Landwirtschaft ist ebenso Dienst am Volk wie der Heeresdienst des Mannes Es kann nicht als Privatangelegenheit angesehen werden, wie eine Hausfrau mit den Nahrungsgütern, überhaupt mit dem ihr anvertrauten volkswirtschaftlichen Vermögen umgeht, genau so wenig wie es dem Staat gleichgültig ist, wieweit etwa die Bäuerin an der Erzeugungsschlacht teilnimmt. Noch viel weniger ist es eine rein private Angelegenheit, welche gesundheitlichen und erziehungsmäßigen Werte eine Mutter ihren Kindern für deren späteren Leistungseinsatz in der Nation mitgibt. Daher muß auf hauswirtschaftliche Tüchtigkeit der Mädel größter Wert gelegt werden Häusliche Tugenden und vor allem hauswirtschaftliches Können, werden nicht vererbt, selbst nicht von der besten Hausfrau. Auch durch gelegentliche Handreichungen im elterlichen Haushalt werden sie nicht angeeignet. Eine intensive Betätigung in allen im Haushalt erforderlichen Arbeiten ist unerläßlich. Und das soll in diesem Jahr praktischer hauswirtschaftlicher Arbeit geschehen. Jedes Mädel wird das in einem fremden Haushalt Gelernte nie wieder vergessen, selbst wenn es danach wieder jahrelang in einem ganz anderen Beruf gestanden hat. Wenn es später heiratet, weiß es aus eigener Erfahrung, was eine Frau können und wissen muß. Nach dem hauswirtschaftlichen Jahr sind dann auch die Grundkenntnisse vorhanden, auf denen die Kurse des Reichsmütterdienstes und der Abteilung Volkswirtschaft=Hauswirtschaft des Frauenwerkes aufbauen. Vor allem soll sich in dieser Zeit jedes Mädel aus eigener unschauung einmal einen Begriff bilden von der Vielseitigkeit der häuslichen Arbeit. Es soll die Arbeit der Hausfrau achten lernen, um sie in das richtige Verhältnis zu ihrem Beruf bringen zu können und um sie nicht als etwas gänzlich Nebensächliches oder gar Minderwertiges zu betrachten. Oft hat auch ein solch gründliches Kennenlernen dieser Arbeit dazu geführt, daß das Mädel Eignung zu einem ausgesprochenen fraulichen Beruf gezeigt hat, sei es in der Haus= oder Landwirtschaft oder in pflegerischen Berufen. Diese einjährige Ausbildung ist ja auch zugleich die Vorstufe für viele aussichtsreiche Berufe, die aus dem Schaffenskreis der Frau in Haus und Familie entspringen und ihm wieder dienen. Heute darf kein Mädel müßig zu Hause bleiben und auf irgendeine günstige Berufsaussicht oder den Mann warten. Jedes Jahr ruhen Tausende von Mädchenhänden. die anderen Frauen in Stadt und Land die so dringend notwendige Hilfe leisten könnten. Das Leben nach der Schulentlassunng darf nicht mit Warten und Ferienstimmung ausgeftllt sein, sondern muß mit freudigem Schaffen, mit neuem Lernen beginnen. gen bezüglich der nunmehr erfolgten einheitlichen Gliederung des NS. Deutschen Reichskriegeroundes(Kyffhäuser) bekannt. Auf den in diesem Jahre stattfindenden großen Reichskriegertag in Kassel wurde hingewiesen, wozu allerdings noch nähere Anordnungen ergehen werden. Alle ehemaligen 22er Feldartilleristen treffen sich zum Regimentsappell 1938 am 23. und 24. Juli d. J. in Münster. Ueber einen Sommerausflug der Kameradschaft soll auf dem nächsten Monatsappell beschlossen werden. Zur Aufnahme in die Kameradschaft lagen vier Anmeldungen vor. * Achtung. Franzer! Am Sonntag, dem 19. Juni 1938, nachmittags 3 Uhr, findet in Bochum in der Gaststätte des Städt. Parkes ein allgemeines Treffen der Angehörigen des ehemaligen Berliner Kaiser=Franz=Garde=Grenadier= Regiments Nr. 2 und dessen Kriegsformation für ganz Westdeutschland statt, zu dem alle Kameraden willkommen sind. Kostenfreie Auskunft durch Kamerad Otto Ewich, W.=Elberfeld, Kyffhäuserstr. 79. * Wiedersehensfeier sämtlicher MaschinengewehrSchorfschützen in Bochum. Am 28. und 29. Mai d. J. findet in Anwesenheit des letzten Kommandeurs, Major Habersang, in Dortmund eine Wiedersehensfeier der Maschinengewehr=Scharfschützen=Abteilung 13 statt. An der Wiedersehensfeier nehmen auch die ehem. Kompagnieführer teil. Alle ehemaligen Angehörigen der Abteilung werden gebeten, die Wiedersehensfeier zu besuchen. Nähere Auskünfte für die Abteilung 13 erteilt Adolf Schmiemann, Lünen=Brambauer, Brambauer Straße 284. Alle Kameraden anderer Scharfschützenabteilungen melden sich bei Major a. D. Schultze, Hannover, Aegidientorplatz 1. * Wiedersehensfeier ehem. Elisabether in Dortmund. In der Zeit vom 21. bis 23. Mai d. J. findet in Dortmund der Bundestag und die Wiedersehensfeier des Königin=Elisabeth=Garde=Grenadier=Regt. Nr. 3 unter Leitung des Bundesführers Generalmajor Freiherr Grote statt. Der Bundestag und die Wiedersehensfeier umfassen alle ehemaligen Elisabether im ganzen Reich. Bis jetzt liegt bereits eine große Anzahl von Anmeldungen vor. An alle ehemaligen Elisabether ergeht der Aufruf, den Bundestag und die Wiedersehensfeier zu besuchen. Nähere Auskunft erteilt das Fremdenverkehrs= und Werbeamt der Stadt Dortmund, Dortmund, Stadthaus, an das auch die Anmeldungen zu richten sind. * S o n n t a g a b L e h r t e. Am kommenden Sonntag führt unsere Brieftauben=Reisevereinigung den zweiten diesjährigen Preisflug durch, der ab Lehrte führt. Bei dem Flug müssen bis zum heimatlichen Schlag etwa 215 Kilometer zurückgelegt werden. Stadt Wanne=Eickel. Festnahme eines Unterstützungsbetrügers Wer wurde in Wanne-Eickel geschädigt? In unseren Nachbarstädten trat vor einiger Zeit ein Betrüger auf. der Ende April in Osnabrück festgevommen und dem Gerichtsgefängnis zugeführt werden konnte. Es handelt sich um den Kaufmann Ernst Reiß. geboren am 23. 3. 1881 zu Köln, der Unterstützungen erschwindelt hat. Er nannte sich Ernst Weiß und gab sich als Hauptmann a. D., Ingenieur und Direktor der Hanomag aus. Er wandte sich hauptsächlich an pensionierte höhere Beamte. Offiziere und bessere Kreise. Er bediente sich einer selbst geschriebenen Visitenkarte, aus deren Rückseite sich eine kurze Schilderung seiner Rotlage befand. Beschreibung: 1.80 Meter groß, bager, graue Haare. Stirnglatze. kleinen, blonden Schnurbart. fast zahnlos. trug braunen Hut. graugemusterten Anzug. Reiß will nach Verbüßung seiner letzten Strafe am 20. 6. 1936 eine großere Zahl von Nachbarstädten bereist haben. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß auch in unserer Stadt einige. Volksgenossen von Reiß geschädigt worden sind. Geschadigte werden gebeten. ihre Anschrift der Kriminalpolizei mitzuteilen. 25jähriges Dienstjubiläum. Die Hauer Max Neu#. n g., Ota., 11a., und Heinrich Ritfersen. Fichtest,. vunten auf eine ununterbrochene Dienstu. der Gelsenkirchener Bergwerks=A.G. zurückblicken. Wir gratulieren. Ehemalige 136er tagten. Die Kameradschaft ehem 136er aus Wanne=Eickel und Recklinghausen hielt im Kameradschaftsheim Schulte ihre Versammlung ab. die aufwies. Kameradschaftsführer KroesRecklinghausen wies hin auf das Wettkampfschießen des Kreisverbandes und forderte zu reger Beteiligung auf. us n unme zahrtstgg wurde ein Ausflug ins Sauerund im August wird ein Familienausflug Laistinden„unge soch saß die Kameradschaft gemütlich beisammen und viele schöne Erinnerungen aus der Soldatenzeit wurden wieder wachgerufen ins Runria.. Nachdem der SGV rung nach Feztar gangenen Wochenende eine Wand unternahm mird d. Pete zum Harkortse ..#### kommende Sonntag eine Wander abrt ins herrliche Ruhrtal bringen. Krav=Nord. Schwarz der Maiwanderan: 3it Pealsz. 3eig Se Pn=elsketsck. i er„ Ollersgnaeg a0 a# in den Freisen Planostage, dgr Grenzlandein an in den Kreisen Ahaus und Borken. woran 300 aus auen westfälischen Bannen und Jungbanne teilnehmen werden. Damit die Jungen. bevor sie einma auf großere Fahrt gehen, zunächst ihre enger Heimat er wandern und kennen lernen sollen, werden sie auf ihre nächsten Fahrten das westfälische Grenzgebiet durch wandern, das ihnen mit leinen Heide= und Moorfläche viel Schönes bieten wird. Eine Fahrtengruppe des Jung banns Wanne=Eickel=Wattenscheid wird das Rbein an besenber rengau ic untere Zugend scon dent 1165 Amfferdfeuer Der wandernde See Von Bernard N. Friedrichs. Gegen die Jahrhundertwende wanderte ein junger schwedischer Forscher in Innerasien durch das Gebiet des unteren Taxim. Er kam dabei an einen großen See— den Kara=koschun— und vermaß ihn. Auf dieses Forschungsgebiet hatte ihn vor Jahren sein verehrter Lehrer, der Berliner Geographieprofessor Freiberr Ferdinand von Richthofen, hingewiesen. der der Meinung war, daß dieser See der rätselhafte alte Lop=nor sei. der allerdings nach den alten chinesischen Karten viel weiter im Norden hätte liegen müssen. Der junge Forscher stieß auf ein ausgetrocknetes Flußbett und entdeckte eine vom Wüstensand begrabene Stadt, wo er unter anderem die ältesten bekannten Briefe der Welt sand. Wo aber war denn das Wasser hingekommen, das allein menschliche Nieder„ lassungen ermöglicht haben konnte? Weit und breit war kein Fluß. kein Brunnen, ja nicht einmal die leiseste Andeutung des feuchten Elements zu entdecken. Nichts als Sand. Wüste, wohin das Auge schweifte. Der mit mathematischer Genauigkeit rechnende Verstand des Forschers. beflügelt von einer die Zeiten überspringenden und verbindenden Phantasie, zog nun eine gedankliche Linie zwischen dem. worüber er mit seinem Lehrer diskutiert hatte. seinen eigenen Untersuchungen am Kara=koschun sowie im Bett des ausgetrockneten Flusses und dieser toten Stadt, die den Namen Lou=lan führte. In seinem Geiste bevölkerte sich die unheimliche Stille der Wüste. von den Türmen der Garnisonstadt spähten die Soldaten: er hörte die Glöckchen der Kamele. die in feierlichem Schritt die Karawanen durch die Wüste leiteten. Diese Stadt mußte einst an dem alten Fluß gelegen haben, der in den geheimnisvollen See mündete! Und zwar mußte der Kara=koschun, den er mit eigenen Augen geschaut hatte, jener alte See sein, der ja seine Lage südwärts verschoben hatte. Wie eine Erleuchtung kam der Gedanke über den jungen Gelehrten! Viel sprach für seine These. viel dagegen. Ein wandernder See. war so etwas überhaupt denkbar? See— mit diesem Wort verbindet sich doch die unlösliche Vorstellung von Ruhe, Unveränderlichkeit. Ewigkeit! Aber warum sollte er— Sven Hedin!— nicht der Lösung eines einzigartigen Naturrätsels auf der Spur sein, desgleichen es auf der Welt nicht wieder gab? Viel, unglaublich viel, sah dann der Forscher in seinem weiteren Leben. Er drang in Tibet ein, zog durch die furchtbare Salzwüste Kewir, fand die Quellen des Brahmaputra. Indus und Satletsch, entdeckte den Transhimalaja— sein Name wurde ein Begriff. sein Ruhm strahlte durch alle Erdteile. Auf dem See Tscharguttso im Herzen des„verbotenen Landes“ machte er eine mehrtägige stürmische Faltbootfahrt. in einem von Ladakis pezogenen Schlitten befuhr er den zugefrorenen See Raanatsetso, er ruderte und segelte über den heiligen See Manasarovar. heilig für die Hunderte von Millionen Hindus— aber niemals verlor er die Erinnerung an seinen See. den Wanderer unter den Seen, wie er ein Wanderer unter den Wissenschaftlern war, immer schwebteihm als leuchtendes Ziel vor. das Geheimnis des Lov=nor endgültig zu enträtseln. Er gab eine kühne. aber sorgfältig begründete Voraussage, die sogar ihm, dem Weltberühmten, heftige Entgegnungen einbrachte: daß der Fluß und mit ihm der wechselnde See an seiner Mündung einst in ihre alten Betten weiter im Norden. und daß demzufalge in das Land an ihrem jetzigen Lauf wieder Durst und Tod zurückkehren würden. während dagegen„in dem Reich, das er“— Sven Hedin—„erobert“ hatte. ein„eigenes Siegesfest der Natur". unter der„Begleitung eines Triumphmarsches" für ihn, den Entdecker. gefeiert werden würde. Stolze Gefühle und stolze Worte. aber die Zukunft sollte sie rechtfertigen. Im Februar 1928 erzählten ihm in Turfan Eingeborene, der Fluß sei 1921 umgekehrt— in die Richtung weit nach Norden, die er vorausgesagt hatte. Diese Nachricht traf ihn wie ein Blitz. Wenn sie sich bewahrheitete. hatte ein Traum sich erfüllt. Aber noch mußte er seine Ungeduld bezähmen. politische und andere Hindernisse verzögerten den Nachweis durch Ueberprüfung an Ort und Stelle. Endlich, im April und Mai 1934. nach mehr als einem Menschenalter, konnte er in das Lov=norGebiet aufbrechen und die neue Lage kartographisch bestimmen. Das Gerücht erwies sich als zutreffend. Das Unwahrscheinliche, ja Märchenhafte, das auch Sven Hedin als kühl denkender Wissenschaftler. der mit Jahrbunderten und Jahrtausenden rechnet, im Ernst wohl nie zu hoffen gewagt hatte, war eingetreten. Dieser See hatte sich nicht erst etwa vielleicht im Jahre 1934. sondern schon in der armseligen Spanne seines eigenen kurzen Lebens auf eine neue Wanderschaft begeben. Nicht erst Nachkommen würden rühmend des Propheten in sagenhafter Vergangenheit gedenken, sondern die Zeitgenossen saben noch den Beweis. den die Mutter Erde selbst einem ihrer sanatischsten Bekenner in unbegreiflicher Huld geschenkt hatte.„Es war wirklich eine so wunderbare und unwahrscheinliche Fügung des Schicksals, daß man die Erfindung eines solchen Zusammentreifens in einer Dichtung als verk hlt empfunden haben würde.“ So sagt Sven Hedin in seinem neuen Buch„Der wandernde See““, das soeben bei Brockhaus. Leipzig. erschien. Es ist ein Werk. das in seiner Art kaum wieder möglich sein wird. Denn wie sollte sich wohl ein solches Ereignis in der Gestaltung * Sven Hedin.„Der wandernde See“. Mit 151 Abbildungen und 10 Karten. Geheftet RM. 6.50. Leinen RM. 8.—. Verlag F. A. Brockhaus. Leipzig. unseres Planeten wiederbolen? Diese Geschichte ist an sich so einmalig und abenteuerlich, daß sie ihresgleichen sucht. Man muß in dem Buch, dem Sven Hedin zahlreiche schöne und interessante Photos. Zeichnungen und Karten von eigener Hand beigegeben hat. selbst nachlesen, mit welchen Mitteln. auf welchen Wegen und durch welche erstaunlichen. aber logisch klaren und lückenlosen Gedankenketten er seine Behauptungen bewies, um die Hochachtung vor dieser Leistung in vollem Umsang mitfühlen zu können. Und als Laie darf man auch darauf binweisen. daß dieses Problem nicht nur Fachleute angebt, sondern allgemeines Interesse beanspruchen darf. Baut sich doch in Ostturkestan. einem Land. das mehr als die dopvelte Größe des Deutschen Reiches hat. die Kultur ganz und gar auf der Bewässerung aus. Wer weiß. ob hier nicht mit der neuen Verteilung des Wassers auch neue Stätten pflanzlichen, tierischen und damit menschlichen Lebens erstehen, die in bundert Jahren einmal Mittelpunkte der Kultur und Wirtschaft Asiens sein werden? Der König der Spaßvögel Ein Eulenspiegel des 20. Jahrbunderts.— Streiche, über die ganz England lachte. Daß ein Spaßvogel unsterblich werden kann, beweist der deutsche Schalksnarr Till Eulenspiegel, der mit seinen tollen Streichen die ganze Welt zum Lachen brachte. Nun erscheint in England ein Buch mit dem Titel„Der König der Spaßvöge!l", oas die absonderlichen Narreteien eines Mannes erzählt, der ein würdiger Nachfolger Eulenviegels war. Daß dieses Buch ein Vorwort des britischen Premierministers schmücken wird. ist nicht so erstaunlich, wie es scheint, denn der vor zwei Jahren verstorbene Gentleman William Cole war ein Schwager von Mr. Neville Chamberlain: er hat mit seinen Narrenstreichen oft genug die ehrwürdigen Minister und Parlamentsmitglieder erheitert. William Cole. ein feinsinniger Kunstkenner und bekannter Sammler alter und neuer Gemälde, der einer der reichsten Familien Englands entstammte, ist lachend durchs Leben gegangen und lachend gestorben. Es sei hier gleich jene in ganz England noch heute in der Erinnerung weiterlebende Geschichte erzählt, mit der William Cole, damals noch ein blutjunger Student am Trinitv College in Cambridge, seinen Ruf als Eulenviegel des 20. Jahrhunderts begründete. Zu jener Zeit stattete der Sultan von Sansibar dem englischen König in London einen offiziellen Staatsbesuch ab. Man kann sich die Erregung vorstellen, als eines Morgens ein Telegramm bei der Universität Cambridge eintraf. in dem der erdtische Monarch eine Besichtigung der berühmten Erziebungsanstalt ankündigte. Der Rektor. die Professoren sämtlicher Fakultäten, der Bürgermeister von Cambridge und die Stadtbonoratioren hatten sich am Bahnhof eingefunden, wo aus Girlanden eine Ehrenpforte errichtet worden war. Daß der junge Cole und zwei seiner Freunde sich gerade an diesem Tage hatten beurlauben lassen, war in dem allgemeinen Trubel niemand aufgefallen. Fanfarenstöße ertönten, als der Zug mit dem hohen Gast eintraf. Aus einem Abteil erster Klasse stiegen würdevoll drei Gestalten in herrlichen orientalischen Kostümen. Der Sultan, von dem man nicht viel mehr sab als einen gewaltigen Bart und eine goldene Brille. wurde vom Bürgermeister mit einer lateinischen Begrüßungsansprache empfangen. Der Monarch dankte huldvoll. reichte jedem die Hand. murmelte ein vaar unverständliche Worte, nahm dann am Empfang im Rathaus, der Besichtigung der Universität und dem Gala=Bankett in der Aula teil. Der Gentleman an der Leine. Nach der Eintragung in das goldene Gästebuch erfolgte die Rückfahrt zum Bahnhof. Aber schon an der nächsten Station verließen der Sultan und seine Begleiter den Londoner Zug. um sich in den Studenten William Cole und seine Freunde zu verwandeln, die sich die braune Farbe abwuschen und ihre Prunkgewänder an das Londoner Theaterkostüm=Verleihunternehmen zurücksandten, wo sie entlehnt worden waren. Erst nach zwei Tagen kam die Geschichte beraus. als die Londoner Blätter den Besuch des Sultans in Cambridge meldeten. der über diese angebliche Reise höchst erstaunt war, denn er hatte London gar nicht verlassen. An diesem Tage mußte Cole zwar die ehrwürdige Hochschule von Cambridge unverzüglich verlassen. aber ganz England lachte über seinen Scherz. einschließlich des Sultans von Sansibar selbst Einen köstlichen Streich spielte Cole zwei seinen Herren. als er sich gerade eine Rolle Bindfaden besorgt hatte. Gent Aufeine Ein stolz die Regent=Street berunterspazierender mit Zylinder und weißen Gamaschen erregte die merksamkeit des Spaßvogels. Er bat ihn höflich Minute lang das Ende des Bindfadens halten zu wollen. er sei Geometer und habe die Aufgabe, den Umfang des an der Ecke befindlichen Anwesens zu messen. Mit süßsauerem Lächeln erfüllte der Fremde die Bitte und nahm die Schnur in seine wohlbehandschuhte Hand. Cole lief geschäftig mit dem Knäuel um die Ecke, wo er wiederum einen vornehmen Herrn mit derselben Begründung bat. das andere Ende der Schnur zu halten. Und dann mischte er sich unter die Passanten und beobachtete die beiden Snobs, die sich gegenseitig nicht sehen konnten und. ungeduldig mit den Füßen klopfend, die Schnur hielten. der Dinge harrend, die da kommen sollten. Schließlich sing das Publikum, das sich rund um die sonderbare Szene ansammelte, zu lachen an, bis die beiden Gents zornbebend erkannten, daß man sie genarrt hatte. Sensation aus dem Markusplatz. Einen mißliebigen Abgeordneten, der einem Autobus nacheilte, brachte Cole einmal in schlimme Verlegenheit. als er hinter ihm herrief:„Haltet den Dieb!“ was dem Parlamentarier nicht nur eine Tracht Prügel durch das ihn verfolgende Publikum, sondern auch einen einstündigen Aufenthalt auf der Polizeiwache eintrug. Ein anderes Mal ließ Cole an der„Ecke von Piccadillv und Strand. einem Verkehrsmittelpunkt Londons. von einer Gruppe Arbeiter, die auf ihren Vormann wartete, das Pflaster aufreißen, indem er sich als der Bauunternehmer ausgab. Die Folge war eine Verkehrsumleitung, die der hier stationierte Polizist hilfsbereit durchführte. Zwei Tage lang wurden Autobusse und Kraftwagen umständlich in Nebenstraßen umgeleitet, bis man daraufkam, daß ein Unbefugter hier einen Streich gespielt hatte. Diese Narretei. über die ganz London Tränen lachte, kostete Cole übrigens eine erhebliche Geldstrafe. Seine Hochzeitsreise machte Cole nach Venedig. Er hatte seiner Frau versprochen, von nun an alle Narrenstreiche sein zu lassen. Aber der Schalk in ihm war stärker. Als man ihm erzählte, daß es in der Lagunenstadt kein einziges Pferd gäbe, fuhr er nach Mestre und kaufte von einem Wanderzirkusbesitzer für klingendes Bargeld eine große Kiste voll Pferdeävfel. die er des Nachts mitten auf dem Markusplatz verstreute. Am nächsten Morgen beobachtete er schmunzelnd von seinem Hotelfenster aus, wie ganz Venedig in Aufregung geriet. als man diese unerklärlichen Pferdeäpfel sah. die in der vferdelosen Stadt geradezu Sensation erregten und abergläubische Gemüter an ein Wunder glauben ließen. Fotografen und Revorter. Touristen und neugierige Venetianer fanden sich aufgeregt debattierend am Markusplatz ein. Eulenspiegel Cole aber suchte, von Lachkrämpfen geveinigt, mit seiner kopfschüttelnden Gemahlin schleunigst das Weite. Ein gelahrvoller MorgenEine Geschichte um Friedrich den Großen. Friedrich der Große hatte einen Kammerdiener mit Namen Glasow. einen etwas schwächlichen Menschen, um dessen Gesundheit er besorgt war. Es kam vor, daß er den Mann an schönen, sonnigen Tagen aufforderte, den Zwei hinter Gisela Roman von Hans Hirthammer Copyrisht by Oskar Meister. Werdau I. Sa. 12. Fortsetzung. Vierzehntes Kavitel. Peter sauste im Atelier umher, von Hungerqualen gesoltert. Als Heli eintrat, stürzte er sich wie ein Wilder auf sie.„Endlich' Sag mir um Himmels willen wo steckst du denn? Es ist schändlich! Vor lauter Verzweiflung habe ich die ganzen Kartoffeln hinuntergewürgt, die ich im Küchenschrank vorsand. Nun drücken sie mir fast den Atem ab.“ „Wie. die trockenen Kartoffeln? Armes Peterle! Hassu du denn solchenen Hunger dehabt?“ „Auh das noch Ausgelacht wird man noch dazu. Und— was ich noch sagen wollte— hast du mir das Bild von dem Mädel aus der Tasche genommen?“ Heli griff in ihre Handtasche.„Hier— damit deine arme Seele Ruhe findet. Und damit du vollends versöhnt bist. will ich dir verraten, daß es Makkaroni mit Schinken gibt.“ Die Nachricht wirkte wie lindernder Balsam. Er schnalzte verheißungsvoll mit der Zunge.„Fein! Aber willst du mir nicht sagen, warum du die Photographie mitgenommen hast?" „Das möchtest du gerne wissen!“ neckte sie ihn noch ein wenig. Und dann ernst werdend:„Ich habe versucht. ihre Adresse ausfindig zu machen.“ „Ah!— Na und?“ „Gar nichts na und! Ich mußte bald einsehen, daß es ein aussichtsloses Beginnen ist.— Also schlag dir die Sache aus dem Kopf. mein Lieber! Es hat keinen Zweck! Wie soll man denn das Mädel finden?": Peters Enttäuschung war so offensichtlich, daß er ihr leid tat.„Laß deswegen nicht gleich den Kopf hängen Wenn dir das Mädel wirklich bestimmt ist. dann wirst du es schon finden. Es gibt manchmal komische Zufälle" Peter nahm das Bild an sich und betrachtete es.„Ich werde sie finden, und wenn ich ganz Berlin nach ihr abuchen müßte!" „Da wünsche ich dir guten Erfolg!“. In ihrer Stimme lag ein leiser Spott. Später dann. als er die Makkaroni vertilgt hatte und das zufriedene Lächeln des Gesättigten seine Züge um nielte, rückte sie mit der Nachricht heraus, daß sie den Abend bei einer Freundin verbringen werde. Was sind das nun wieder für Witze?" grollte er „Seit wann besuchst du Freundinnen? Bis jetzt hast du immer behauptet, daß du dir nichts aus den Damen deines Bekanntenkreises machst.“ „Ein reiner Höflichkeitsbesuch! Ich bin eingeladen worden und ich hatte keinen triftigen Grund. eine Absage zu geben.“ „Schon gut! Ich werde die Gelegenheit benützen, um mein Memorandum für die„Treibstoff=AG." fertig zu machen. Ich habe so ein Gefühl, als oo ic die Leute für meine Sache gewinnen könnte. Wer ist denn die Dame. bei der du die Ehre hast, den heutigen Abend zu verbringen? Eine von deinen Kolleginnen?“ „Nein. keine Kollegin! Eine gewisse Gisela Mertens. ich glaube nicht, daß dir der Name etwas sagt.“ „Nee. er sagt mir nichts! Gisela? Wie kann man nur Gisela heißen!" „Der Name gefällt dir nicht? Schade! Ich hatte dich gelegentlich mit ihr bekannt machen wollen. Ein reizendes Mädel. du!“ „Laß mich aus!“ rief Peter und hielt sich die Ohren zu.„Behalte du nur deine Giselas für dich!" „Tu ich ja!" lachte Heli und machte sich über den Pudding her, den sie für den Nachtisch zubereitet hatte. Als sie zur verabredeten Zeit in der Wilmersdorfer Straße eintraf. muße sie feststellen, daß Fräulein Mertens geradezu festliche Vorbereitungen getroffen hatte Der Tisch war mit frischem Leinen bedeckt und mit Blumen geschmückt. Die Tassen und Teller waren aus altem Porzellan und Gisela selbst prangte in einem duftigen, olivgrünen Seidenkleide. „Aber Kindchen, soviel Umstände? Das war doch nicht nötig!“ „Es hat mir Freude gemacht. Fräulein Stoll! Das Porzellan hat übrigens meine Wirtin aus ihrem Staatsschatz zur Verfügung gestellt. Sie wäre sehr gekränkt gewesen, wenn ich es nicht angenommen hätte.— Legen Sie doch ab. Fräulein Stoll. und machen Sie sich's bequem!“ Es half alles nichts. Heli mußte ein reichliches Abendbrot über sich ergehen lassen, das Frau Kretschmar zubereitet hatte und in eigener Person auftrug. Gisela bemerkte, daß ihr Gast über soviel Aufwand befremdet war. Sie machte ein hilfloses Gesicht.„Ich bin ganz unschuldig an diesem Taufschmaus. Ich wollte alles einfach machen. Aber ich war so unvorsichtig, meiner Wirtin zu verraten, daß ich Besuch bekomme. Und da hat sie mich solange mit ihrem Arranaschemang" bearheitet bis ich endlich nachgeb, um Ruhe zu bekommen.— Beim nächstenmal werde ich vorsichtiger sein.“ „Sie meint es sicher gut!" lächelte Heli. „Ach, zu gut seit einigen Tagen. Es wird mir schon unbeimlich. Früher hat sie sich kaum um mich gekümmert. Aber jetzt macht sie die schrecklichsten Anstrengungen, um mich nach Strich und Faden zu verwöhnen. Diese Heiratsanzeige scheint sie ganz aus dem Häuschen gebracht zu haben!“ „Eine Heiratsanzeige?“ Heli machte ein möglichst harmloses Gesicht.„Will denn die alte Frau noch heiraten? Sie ist doch schon über die Sechzig.“ „Ich bin das bedauernswerte Opfer. Ich soll heiraten Was sagen Sie dazu?“ „Warum nicht, wenn sich ein passender Partner findet. den Sie lieben?" „Ach“. meinte Gisela.„es ist eine zu alberne Geschichte — ich hätte mich gar nicht darauf einlassen sollen. Darf ich Ihnen davon erzählen? Ich habe soviel Vertrauen zu Ihnen.“ „Wenn Sie es gerne tun. dann— bitte ich Sie darum!“ Helis Stimme war von schwesterlicher Wärme. Es erging ihr ganz seltsam mit dieser Gisela. deren Inneres sie schon zu sehen glaubte, obwohl sie das Mädchen erst flüchtig kannte. Sie. die nie eine Schwester gehabt hatte, fühlte eine schwesterliche Zuneigung zu diesem jungen Menschen. Kein Wunder, daß Giselas Vertrauen sie tief beglückte! Und nun vernahm sie die Geschichte dieser Anzeige. Sie erfuhr von Giselas Leben. von ihrer Arbeit. von ihren Plänen und Sorgen und sie verstand. welche Lockung diese Anzeige für sie hatte bedeuten müssen. Sie wußte ja selber, wie schwer und bitter es war. wenn man ganz allein auf sich selbst gestellt und aller Unbill des Lebens schutzlos ausgeliefert war. „Da bin ich denn zu dem Stelldichein gegangen. Da ich selbst nicht die Kraft hatte, eine Entscheidung zu treifen, wollte ich den Zufall. das Schicksal entscheiden lassen. Ich glaubte kaum. daß er kommen würde.— aber er kam. Und ich muß ehrlich gestehen, daß es schöne Stunden waren, die er mir schenkte.“ Sie schilderte in allen Einzelheiten den Verlauf ihres ersten Beisammenseins mit Radegast. „Er benahm sich ganz anders, wie sonst junge Leute zu tun pflegen. Kein Wort. das mich hätte verwirren können. keine Frage, die mich entweder zu einer Ausrede oder zu einer entscheidenden Stellungnahme verpflichtet hätte. keine Zudringlichkeit!" Heli kannte sich eines seinen Lächelns nicht erwehren. Wäre Ihnen denn eine glatte Frage oder ein zarter Annäberungsversuch so unangenehm gewesen?" Gisela machte ein geradezu erschrecktes Gesicht. Dann fühlen Sie also doch nichte— oder sagen wir: h nichte für diesen Herrn Radegast?" stellte Heli fest. G'auben Sie. daß Sie ihn eines Tages lieben werden?" „Ich— weiß es nicht!“ gestand Gisela betroffen.„Ich kann mir sein Gesicht nicht mehr vorstellen, aber ich erinnere mich, daß ich im ersten Augenblick— Angst vor ihm hatte. Wenn ich darüber nachdenke, dann will es mir scheinen, als ob ein innerer Widerspruch in diesem Manne wäre. Sein Gesicht stimmte nicht mit seinem Handeln überein. Gibt es das, daß ein Mensch mit gutem Charakter ein böses Gesicht haben kann?" „Ich— weiß es nicht!“ meinte Heli nachdenklich.„Ich glaube es eigentlich nicht, aber— es kann wohl möglich sein. Sie werden sich wieder treifen?" „Ja. übermorgen! Ich fühle mich auf eine besondere Art ihm verpflichtet, obwohl er mir alle Möglichkeiten des Rückzuges offen ließ!“ „Vielleicht gerade deshalb. Fräulein Mertens! Ihr Stolz. Ihr Ehrgefühl läßt es nicht zu, daß Sie sein Opfer annehmen und sich wie ein kleiner Feigling aus dem Staube machen.“ „Es mag sich so verhalten, obgleich ich nicht leugnen will, daß die Aussicht auf eine Wiederholung der mit Herrn Radegast verbrachten angenehmen Stunden keinen geringen Reiz auf mich ausübt.“ Heli nickte.„Ja. ja. wir sind ja alle viel größere Materialisten, als wir zugeben wollen.“ Einen Augenblick spielte sie mit dem Gedanken. dem Mädchen alles zu sagen, zu erzählen, wie ihr Brief in Tempelhof angekommen sei. wie Peter ihr Bild zurückbehalten und wie dann in jenem russischen Restaurant der Notariatsschreiber Radegast aus Breslau sich so schamlos aufgeführt habe. Aber zu solchem Geständnis war es noch viel zu früh. Giselas Vertrauen und die Grundlagen der eben geknünften Beziehung wären erschüttert worden. Zudem war es wohl nicht anständig, mit solchen Waffen zu kämpfen. „Nun. Sie werden ja sehen, wie sich Herr Radegast weiterentwickelt! Jetzt wollen wir unsere Ahnen beschwören.“ * Fünfzehntes Kavitel. Gisela war glücklich, so glücklich wie noch nie in ihrem Leben. Es gab keinen schimpfenden Hasselschwert mehr, keine Schreibmaschinen, kein halbdunkles Zimmer. Es gab keine engen Straßen mehr. keine hastenden, drängenden Menschen, keine Sorgen mehr und keine Mübsal. Es gab nur noch das gleichmäßige. rhythmische Surren des Motors und es gab nur noch diese weiße. steinerne Bahn. in die Landschaft hineingebettet, binführend über Berg und Tal. auf kühnen Brücken die Schluchten und Flüsse bezwingend. in edel geschwungenen Kurven zu den Höhen ansteigend und sich wieder senkend zu den Niederungen. Endlos schien das silberne, aus Stein und Stahl gefügte Band dieser herrlichen Straße. eine ungeheure Lockung. ohne Unterlaß und Aufenthalt auf ihr dabinzujagen bis zu den Grenzen des Reiches (Fortsetzung folgt). — Dienst für einige Stunden auszusetzen und auf der Terrasse von Sanssouci in einem Sessel Platz zu nehmen. um die Wohltat der Sonne zu genießen. Nun kam eine Zeit. wo Glasow dem König durch sein zerfahrenes Wesen auffiel und schließlich unheimlich zu werden begann. Der Diener zeigte sich demütiger in seinem Betragen als sonst, er hatte dabei ein scheues Wesen und bekam einen merkwürdig unsteten Blick. den er dem König zu verbergen suchte. Friedrich wurde mißtrauisch— und mit Recht. Er führt etwas im Schilde. dachte er. er hat ein schlechtes Gewissen und kann es in seiner Unsicherheit nicht verbergen— es wird sich zeigen. ob er ein Filou ist. „Glasow. Er sieht schlecht aus“, sagte der König eines Morgens. als der Diener die Schokolade in das blaue Frühstückszimmer brachte.„Er muß etwas für sich tun.“ Glasow schrak zusammen „Es geht vorüber. Majestät". entgegnete er.„es ist einer der kleinen Anfälle, die ich zuweilen habe. nichts weiter.“ Dann goß er die Schokolade ein und Friedrich hörte mit geschärftem Ohr, wie die Tasse leise klirrend gegen die Untertasse stieß. Glasows Hand zitterte also. überhaupt war der Mann heute noch unsicherer in seiner Haltung als sonst. Friedrich schwieg und dachte sich sein Teil. seine Miene war eisig. Der Diener stellte die Schokolade auf den kleinen Tisch vor seinem Herrn und zog sich schnell wieder zum Serviertisch zurück. Friedrich nahm einen Löffel und rührte das Getränk langsam um, ohne ein Wort zu sprechen. Er tat es auffallend lange. der Diener stand Qualen aus. Nun legte der König den Löfsel beiseite, ergriff die Tasse und bob sie gemächlich emvor. Er blickte dabei mit durchdringendem Blick zu Glasow hinüber, der blaß und geduckt am Serviertisch stand. Jetzt tat der König. als wolle er ansetzen und trinken, da erscholl ein Schrei. „Nicht trinken!“ rief der gefolterte Diener und sank. von seinem Gewissen gejagt. auf die Knie.„es ist Gift darin. Majestät! Gift!" Der König setzte die Tasse ruhig hin und streifte Glasow mit einem Blick tiefster Verachtung. „Ich wußte es“, sagte er.„darum war ich ja so gütig zu dir. du Schurke, damit du dich eines Tages bereit erklärtest, mich zu vergiften, nicht wahr? Steh auf! Wieviel hat man dir geboten?" Glasow wimmerte. „Wieviel, frage ich“, rief der König gereizt. „Zweihundert Dukaten.“ „Zweihundert Dukaten für den Mord an einem König. Bube, du jammerst mich.“ Er griff nach der Tischglocke und läutete.„Die Wache!“ rief er dem eintretenden Diener zu. Ein blutjunger Leutnant erschien und meldete sich. „Leutnant von Mylius“, sagte Friedrich.„den Mann da in Fesseln und nach Spandau. Er wollte mich umbringen. Sie stehen mir mit Ihrem Kopf für ihn. Er darf mit niemand sprechen— mit niemand. Ab.“ Er sah nicht zu, wie der Leutnant den Verbrecher abführte. er stand am Fenster und blickte schweigend in den entblätterten Park. müde, niedergedrückt. voll Verachtung gegen alles, was atmete Glasow bekam in Spandau eine Lungenentzündung und starb in Kürze. Gleich nach seinem Tode befahl der König sämtliche Gesandten der fremden Länder zur Audienz. zugleich die Generäle und höchsten Beamten des Staates. Es wurde eine kurze und äußerst merkwürdige Audienz. Friedrich sah sich die Versammelten eine Weile schweigend an, mit kaltem. abweisendem Blick, es war so still im Saal, daß man das Fallen einer Stecknadel gehört hätte. Dann begann er mit metallener Stimme: „Wie Sie wissen, meine Herren, hat man mich töten wollen. Der Anschlag ist vereitelt. Ich weiß nicht, wer die Kanaille ist, die meinen Kammerdiener bestochen hat. und will es nicht wissen. Es scheint nicht schwer zu sein. einen kränklichen. schwachen Menschen durch klingendes Gold zur Gemeinheit zu verführen. Die Untersuchung hat ans Licht gebracht, daß Arsenik in der Schokolade war. Ich habe meinen Leibarzt Dr. Pfändler beauftragt. Arsenik unentgeltlich abzugeben an jeden, der es haben will. und zwar unter strenger Verschweigung des Empfängers. Ich bitte von dieser Verordnung Gebrauch zu machen. Meine Herren, ich danke Ihnen!" Nun begab er sich mit hartem Schritt zur Tür binüber. stellte sich dort auf und sah jedem einzelnen, der den Saal verließ, scharf ins Gesicht. Es war unendlich veinlich für alle, die an ihm vorüber mußten. Mit besonders strengen Augen musterte er die Gesandten der fremden Länder— er war überzeugt, daß sich unter ihnen der Mann befand. der den Kammerdiener gedungen hatte. Hans Bethge. Hundertiausende von Jahren Menschheit! Von Walther Flaig Es gab Zeiten, da kletterten die Ozeane sozusagen aufs Festland hinauf— als Eis. Diese dem Meer entzogenen Wassermassen lagen als Eis auf dem Festland, bedeckten ein Drittel desselben und schufen während 750 000 Jahren in schwankendem Wachsen und Schwinden, auf mehrere „Eiszeiten“ verteilt, das rätselhafte Eiszeitalter, Etwa 1000 Millionen Jahre sind verstrichen, seitdem sich die Anjänge des Lebens die Erde eroberten. Erst in der letzten dieser 1000 Millionen Jahre gewann die Erde die Grundformen ihrer heutigen Gestalt. Jetzt aber griffen die Gletscher ein; denn ihren im wahrsten Sinne „letzten Schliff“ erhielt unsere Erde in jenem Eiszeitalter oder Diluvium. Es ging unserer Zeit. dem Alluvium, voran. Seine Wirkungen prägten das Antlitz halb Europas. Außerdem darf es als die Wiege der Menschheit bezeichnet werden. Die letzte Frage steht vor uns: wie verhielten sich die Lebewesen in diesen Zeiten, und warum sollen sie die Wiege der Menschheit sein? Es ist leicht einzusehen, daß die Gletschervorstöße nicht nur den eisfreien Raum in Mitteleuropa auf oft schmale Streifen und Inseln zwischen Gletscherstirnen zusammenpreßten, sondern auch noch mit ihren Schmelzwassern überfluteten, außerdem aber von dem sibirischen Klima der„trockenkalten binnenländischen Kältesteppe“ begleitet waren. Däß in dieser Tundra das Leben nicht allzuviel Spielraum hatte, ist auch klar. Trotzdem hausten dort, wie allgemein bekannt ist, sogar das dichtbehaarte Mammut, das wollhaarige Rhinozeros, und das Renntier streifte, von seinen nordischen Bezirken vor den Gletschern herwandernd, bis zu den südeuropäischen Halbinseln hinab. Dagegen drang in den wärmeren Zwischeneiszeiten die Pflanzenwelt mit ihrem„mächtigsten Pionier, dem Wald“, höher in die Alpen empor als heute und zudem mit einem Wald, der als Eichenmischwald ein nahezu südländisches Gepräge hatte, ganz anders als unsere heutigen Bergwälder mit ihrem dunklen, kältestarken Nadelholz. Der Mensch, der als Urmensch mit rohesten Werkzeugen— nach Funden aus England zu urteilen— zu Beginn des Eiszeitalters erstmals in unsern Wissenskreis tritt, wurde als ein Spielball der Eiszeiten hin und her gejagt. Aber dieser Urmensch, homo primigenius, war— so oft er auch vor den Gletschern zurückweichen mußte— stets in den Zwischeneiszeiten wieder im Herzen Europas auf dem Platze. Das beweisen mehrere Funde. Der Mensch der letzten Eiszeit aber, der bei Hamburg dicht hinter dem zurückschmelzenden Eis vor 20000 bis 25 000 Jahren lebte, gehörte schon„unserer Art“ an, war ein homo sapiens kannte mannigfache Werkzeuge und hinterließ vor allem in Spanien und Südfrankreich Felszeichnungen von verblüffender Schönheit. Er jagte dort als Nomade die Mammute, Renntiere, Nashörner, Bisons und zeichnete, ritzte sie, zuletzt sogar in Farben, schwarz und rot, und mit Schattierungen an die Wände seiner Wohnhöhlen. Ja, er malte sogar Menschen, die zu Bewegungsbildern in Frauentänzen, Jagdbildern usw. vereinigt sind. Berühmt wurde der„Zauberer“ aus der Höhle„Trois Freres“: Ein Mensch, der den Beschauer anblickt aus starr=runden Augen; er ist in tanzender Haltung. Seine Maskierung besteht aus Hirschgeweih, Wolfsohren. Bärentatzen und Pferdeschweif. Ein unvergeßlichschreckhafter Eindruck. Und ringsum an den Wänden der Höhle sind Hunderte von Tierbildern, das gesamte Jagdwild der damaligen Zeit vertreten. So weitete sich unser Wissen. und wir hören das innere Frohlocken des schöpferischen Menschen, der seine Arbeit vollendet sieht. Der Eiszeitforscher Penck sagt hierüber: Das ist vielleicht das wichtigste Ergebnis aller glazialgeologischen Forschungen, daß nunmehr dem Menschengeschlecht, dem jahrhundertelang ein Alter von nur 6000 Jahren zuerkannt wurde, ein solches von Hunderttausenden von Jahren zugeschrieben werden kann. Die historische Tiefe der Menschheit ist auf das 100fache gestiegen. Das ist ein ungeheurer Gewinn, der uns das Verständnis der Entwicklung unseres Geschlechtes erst völlig erschließt. Damit aber bei aller Freude über die Entwicklung und allem Glauben an die Berufung des Menschen geschlechtes eine zeitliche Gestalt auf das rechte Maß zurückgeführt werde, stellt er das Alter des Lebens auf der Erde in einer Zeitenuhr dar. Wir erinnern uns, daß dies Alter eine Milliarde Jahre umfaßt. Penck preßt es auf„ein Milliardstel", d. h. auf ein Jahr zusammen und setzt nun die Zeitenuhr in Gang: Das organische Leben beginne in diesem Schöpfungsjahr zu Neujahr, seine ersten Spuren sind uns aus der Jahresmitte erhalten, jeder Tag hat die Länge von rund drei Millionen Jahren. Der erste Mensch würde daher am letzten Tage des Jahres abends 8 Uhr in Erscheinung treten, um 10 Uhr waren wir mitten in der großen Zwischeneiszeit, 10 Minuten vor Mitternacht beginnt der starke Gletscherrückzug der letzten Eiszeit und drei Minuten vor Mitternacht die durch menschliche Aufzeichnungen überlieferte geschichtliche Zeit. Was die erste Generation des 20. Jahrhunderts erlebte, würde wenig mehr als die letzte Sekunde füllen. Welch kurze Spanne Zeit und welch großes Erleben! Die Eiszeit ist die Wiege der Menschheit, nein, mehr als das, sie ist auch die Wiege und Ursache ihrer unerhörten Aufwärtsentwicklung als weiße Rasse. Der Kampf ums Dasein trieb und drängte den Menschen, die Macht über seine Umwelt und damit über sich selbst zu erringen oder unterzugehen. Die Macht über uns selbst aber ist es, die uns die Kraft verleiht, an und in uns selbst zu wachsen, die uns den herrlichen Mut gibt, kühn nach den Sternen zu greifen.(Mit besonderer Genehmigung des Verlages F. A. Brockhaus dem Werk„Das GletscherBuch“ von Walther Flaig im Auszug entnommen.) Vorstöße ins Erdinnere Teure Pläne eines Gelehrten.— Erreichte Tiefe: 4000 Meter.— Mit modernen Bohrgeräten nach Oel. Vor einigen Jahren sprach man sehr viel von den Plänen eines Brüsseler Professors, der in der Nähe von Lüttich mit Hilfe besonderer Geräte bis auf 10000 Meter in die Tiefe der Erde vorstoßen wolle. Aber dieser Professor brauchte zur Ausführung seiner Pläne so gewaltige Geldsummen, daß sie nach und nach fallen gelassen wurden. Heute spricht niemand mehr von den Träumen dieses Phantasten, der sich anschickte, den Weg zum Mittelpunkt der Erde zu beginnen. Dabei sollte es sich nur um eine rein wissenschaftliche Arbeit handeln. Man wollte wissen, wie sich die Steigerung der Wärme=Grade in großeren Diefen fortsetzt und wie sich die Materie überhaupt in dieser Tiefe verhält. Das sind allerdings sehr wissenswerte Punkte; aber unsere Welt ist nicht reich genug, um derartige Spekulationen zu finanzieren. Wenn sich der Mensch schon in die Tiefe der Erde hinunterwagt, dann geschieht dies bis heut; in der Verfolgung eines ganz bestimmten Zweckes. Man bemüht sich, Oel zu bohren. Die Oelbohrung hat der Geologie in den letzten 5 Jahren interessantes Material liefern können. Denn die Bohrgeräte, die man heute in Mexiko und in Nordamerika verwendet, sind so ausgebaut, daß man bis zu 4000 Meter Tiefe vorstoßen kann. Es ist möglich, daß in ein paar Jahren sogar Tiefen von 5000 bis 6000 Meter erreicht werden, ohne daß man gezwungen wäre, große, neue Erfindungen an den Bohrgeräten zu machen Allerdings erfordert derartige Bohrarbeit viel Geduld und sehr oft auch die Investierung großer Geldmittel. Denn mitunter hat man Monate hindurch Bohrungen vorgenommen, die dann kein Ergebnis brachten und nicht den Weg wiesen, zu einem Oel=Lager, das die Gesellschaft, welche die Bohrungen unternahm, über Nacht reich machen sollte. Der Mankel Fortungs 29 Teusendguldenscheine waren im Jutter eingenäht. Der Kobold Zusall stittet Wierwart an. Die abenteuerliche Geschichte eines alten Mantels beschäftigt gegenwärtig die Gerichte von Amsterdam. Ein ganzer Rattenschwanz von Prozesse ist um dieses Kleidungsstück entstanden, mit dem. es freilich eine ganz besondere Bewandtnis hat. Ein Jahr lang hing der Mantel friedlich im Laden eines Altkleiderhändlers der Stadt Batavia in Niederländisch=Indien. Dort erwarb ihn eines Tages der Angestellte einer holländischen Exportfirma namens Carel de Jong. Der Mantel, den einstmals ein vornehmer Herr getragen haben mußte, erwies sich als etwas zu lang. Frau de Jong, die Fertigkeit im Schneidern besaß, beschloß, ihn der Figur ihres Mannes anzupassen. Und somit kam der Stein ins Rollen. Als Frau de Jong das Futter auftrennte, flatterte ihr plötzlich ein braunes Stück Papier entgegen. Sie traute ihren Augen nicht, da sie bemerkte, daß dieses Stück Papier eine Tausendguldennote war. Und als sich gar noch herausstellte, daß sich 29 solcher Banknoten im Futter des Mantels befanden, da glaubte sie, ein Wunder sei geschehen. Ihr Mann wollte den Fund bei der Polizei anzeigen, aber Frau de Jong hinderte ihn daran. Sie machte ihm klar, was man mit diesem märchenhaften Reichtum, der ihnen durch einen Zufall in den Schoß gefallen sei, alles anfangen könne. Carel de Jong entschloß sich, seine Stellung aufzugeben und mit dem entdeckten Schatz nach Europa zurückzukehren. Er eröffnete in Amsterdam ein Lebensmittelgeschäft. Kurze Zeit später wurden bei der Firma in Batavia, bei der de Jong tätig gewesen war, Unterschlagungen entdeckt. Der Verdacht fiel auf den Angestellten, der so plötzlich seine Position freiwillig aufgegeben hatte, und er verstärkte sich noch, als die Polizei in Amsterdam auf Anfrage aus Batavia hin feststellte, daß Carel de Jong in überraschend guten Verhältnissen lebte. Man verhaftete den Verdächtigen, der in seiner Not die sonderbare Geschichte seines Mantelkaufes erzählte. Natürlich glaubte niemand an die 29 Tausendguldenscheine im Mantelfutter, und wer weiß, wie es Carel ergangen wäre, hätte man nicht kurz darauf in Batavia den wahren Schuldigen in der Unterschlagungssache, den Hilfskassierer der Firma, ermittelt. De Jong war gerechtfertigt und wurde sofort freigelassen. Aber nun begann erst der Wirrwarr, denn die Geschichte von dem geldgespickten Mantel war in die Presse gekommen und hatte ihrer Kurkosität wegen viel Aufsehen erregt. Vor allem aber fand sie die Aufmerksamkeit der in Haag lebenden Familie des Kaufmanns van Menem, der zu Beginn des Jahres 1937 in Niederländisch=Indien gestorben war. Dieser Mann, als Sonderling bekannt, hatte überraschenderweise außer Möbeln und Kleidern nichks hinterlassen, obwohl man ihn für wohlhabend hielt. Die enttäuschten Erben, die vergebens ein Testament gesucht hatten, verkauften die Habseligkeiten, mit denen sie nichts anfangen konnten, und dabei landete der Mantel des Verstorbenen bei dem Altkleiderhändler Prieß in Batavia. Als nun der Name dieses Mannes im Zusammenhang mit dem Geständnis de Jongs in den Zeitungen erschien, waren sich die Erben darüber klar, daß der Sonderling Menem sein Kapital in den Mantel eingenäht hatte. ohne jemanden davon etwas zu sagen. Sie strengten sofort eine Klage gegen de Jong auf Herausgabe des Geldes an, und außerdem zeigten sie ihn wegen Fundunterschlagung an. Aber auch der Kleiderhändler Prieß war nicht müßig. Er verklagte Herrn de Jong auf Rückerstattung des Geldes im Mantelfutter, da er ihm nur den Mantel, nicht aber das darin enthaltene Geld verkauft habe. Wie sollen sich die Gerichte in diesem vom Kobold Zufall angestifteten Wirrwarr zurechtfinden? Man hofft, den merkwürdigen Fall durch einen Vergleich beilegen zu können. Kellle Jahnschmerzen mehr? Die meisten Menschen unserer Tage baden schon irgendeinem Zeitpunkt einmal an einem hohlen Ze# gelitten. Wir wurden auf den hohlen Zahn durch e# Schmerzempfindung aufmerksam. Aber die Aerzte schüttelten den Kopf und sagten, man könne eigentlich gar keinen Zahnschmerz haben, weil man im Dentin keine Spuren von Nerven entdecken konnte. Wenn aber keine Nerven vorhanden waren, wie konnte dann ein Schmerz gespürt werden? Die merkwürdige Tatsache also, daß der so hartnäckige Zahnschmerz auch ohne Nerven gefühlt wurde, war für eine Reihe von Spezialisten Anlaß genug. nach dem Schmerzleiter zu suchen. Es glückte nun dem amerikanischen Zahnarzt Dr. Harold A. Osserman von der Poliklinik der Medizinal= Schule in Neuyork, den Nachweis zu erbringen, daß im Dentin doch Nerven vorhanden sind, allerdings in ganz anderer Form, als man es sich vorgestellt hatte. Der ganze Zahn besteht bekanntlich aus Dentin, ausgenommen die kleine innere Höhlung und die dünne Emailleschicht an der Außenseite. Jene Außenseite ist hart und wird aus sechsseitigen Kristallen aufgebaut, die ihre Achsen im rechten Winkel zur Oberfläche des Zahnes gerichtet haben. Sie stellen also eine feste, geschlossene Fläche dar. Der wichtigste Bestandteil dieser Kristalle ist CalziumPhosphat. vermischt mit Calzium=Carbonat und kleinen Beimischungen von Magnesium usw. Man ging nun von der harten Außenschicht in das Dentin über. Das Dentin ist nämlich aus genau dem gleiche Material aufgebaut, enthält aber eine organische Mas Das Dentin ist nicht kristallisch, sondern gewissermaßen strukturlos. Es bilden sich in dieser strukturlosen Masse kleine Hohlräume, die von feinsten Fasern durchsetzt sind. Es gelang nun Osserman. diese Fasern zu photographieren. Und so war man dem eigentlichen Leiter der Zahnschmerzen auf die Spur gekommen. Durch die Verbindung der Nervenfasern untereinander ist es auch möglich, daß der ganze Zahn wehtut, auch wenn nur an einem winzigen Punkt sich eine bohle Stelle zu entwickeln beginnt. Bei der Bekämpfung des Schmerzes an den Zähnen ergab sich nun, daß vor allem Thymol eine lähmende und teilweise sogar tötende Wirkung auf diese seinen Nervenfasern ausübte. Alle Menschen haben übrigens nicht die gleiche Empfindlichkeit an den Zähnen. Es soll sogar 40 Prozent Erdenbewohner geben, die fast unempfindlich gegen Zahnschmerzen sind. Mit dieser Entdeckung ist man in der Zahnbehandlung insofern ein Stück weitergekommen, als es nun gelingen dürfte, den Zahnschmerz sowohl vor der Behandlung als auch bei der Behandlung vollkommen zu unterdrücken, indem man Präparate verwendet. durch die die bisher unbekannten Nervenfasern im Dentin entsprechend beeinflußt werden. Mit modernsten photographischen= und mikroskopischen Geräten war es sogar möglich, die Reaktion der Nexven im Dentin auf verschiedene Metalle, wie Gold und Silber, zu phographieren. Wenn man bedenkt, daß schon die Höhlenmenschon Eurovas und der Peking=Mensch in seiner stillen Schlucht in China von Zahnschmerzen gequält wurden, dann dürfte es als einer der interessantesten Fortschritte unserer Zeit und der Menschheitsgeschichte überhaupt erachtet werden. wenn wir mit den neuen Untersuchungen auf dem Weg zur Besiegung der Zahnschmerzen wären. Deutsche Frau, des Führers Ruf hast Du ihn noch nicht vernommen? Deutsches Frauenwerk er schuf und Du bist noch nicht gekommen? Schneller fahren— mit Leichtmetall Deutschland führt in der Verwendu ng von Aluminium und Magnesium Die Aluminiumindustrie feiert in diesem Jahr ihr 50jähriges Jubiläum. 1888 gelang es dem Deutschen Martin Kilian die Aluminiumfabrikation durch Erfindung eines neuartigen Herstellungsverfahrens auf industrielle Grundlagen zu stellen. Damit war der Anfang zum„Leichtmetall=Zeitalter“ gemacht, das inzwischen neben Aluminium auch Magnesium als leichtesten metallischen Werkstoff schätzen gelernt hat. Der Aussatz schildert die technischen Fortschritte, die wir der Kenntnis der Leichtmetalle verdanken. Schaulenster und Ladeneingang. Alle sichtbaren Metallarbeiten aus neusilberartig veredeltem Leichtmetall (Poto: Moegle, Stuttgart) Warum macht man alle Schlüssel immer noch aus Eisen? Vielleicht— aus Gewohnheit. Wie ist der deutsche Reichshandwerksmeister doch zu beneiden! Er benutzt schon seit 25 Jahren keine Eisenschlüssel mehr. Er nimmt Duralumin.„Weil er sich auskennt. Erstens hat er mit einem Aluminiümschlüssel viel weniger Arbeit. Das Feilen geht schneller, obwohl der Schlüssel genau so stabil ist. Zweitens ist ein Aluminiumschlüssel um zwei Drittel leichter als ein Eisenschlüssel. Und drittens reißt er sich jetzt keine Löcher mehr in die Hosen. Schon dieses alltägliche Beispiel zeigt, daß wir es uns in vielen Fällen sehr viel„leichter“ machen könnten, wenn wir ein wenig umdenken lernten. Unsere Väter und Großvater haben in Eisen und Stahl konstruiert. Eisen und Stahl ist heute keineswegs überflüssig. Wir wissen nur, daß es in tausend Dingen auch ohne Eisen und Stahl geht. Muß unsere Schreibmaschine einen so schweren Eisenrahmen besitzen? Könnten wir nicht bequemer Rad fahren. wenn wir mehr Leichtmetall verwendeten? Warum sollen die Ingenieure nicht recht haben, die überzeugt sind, daß wir in ein Leichtmetall=Zeitalter hineinmarschieren? In Amerika baut man riesige Brücken, Kranen, Wehre, Bagger, Feuerwehrleitern. Waggons und Autos aus Leichtmetall. In Deutschland, England, Frankreich, Italien, Japan, überall ist ein noch nie dagewesener Aufschwung der Leichtmetallindustrie festzustellen. Leichtmetall ist heute das große Schlagwort. Aber natürlich wird man sehr genau nachprüfen, wo Leichtmetalle besser als Schwermetalle einzusetzen sind, einmal technisch, zum andern wirtschaftlich. Leichtmetalle kosten uns so gut wie keine Devisen. Aluminium benötigt nur 7 Proz. Devisen. Magnesium, das noch um 40 Prozent leichter ist als Aluminium, steht uns in unbegrenzten Mengen ohne jeden Devisenaufwand in Deutschland zur Verfügung. Bei Aluminium will man die 7 Proz. Devisenaufwand mit der Zeit noch einsparen durch bessere Ausnutzung der heimischen Erden, aus denen Aluminium gewonnen werden kann. Von den beiden Leichtmetallen ist Aluminium zuerst bekanntgeworden durch den deutschen Chemiker Wöhler im Jahre 1827. Als die ersten Gegenstände aus Aluminium auf der Pariser Weltausstellung 1855 gezeigt wurden, fanden sich keine Interessenten. Ein Kilo Aluminium kostete im Jahre 1850 4800 Mark. Heute zahlt man fürs Kilo 1,40 RM. Als Kilian 1888 mit seinem neuen Verfahren die alten Herstellungsmethoden aus dem Felde schlug, setzte langsam das Interesse ein. Mit Magnesium dauerte es noch länger als bei Aluminium, bis man seine Vorzüge praktisch nutzte. Da Magnesium der leichteste metallische Werkstoff ist, den wir kennen, hatte es mit dem ganzen Mißtrauen zu kämpfen, das ältere Leute des Schwermetallzeitalters ganz natürlich gegen Leichtmetall besitzen. Das Mißtrauen besteht heute nicht mehr, seitdem das bekannte Elektron, eine Magnesium=Legierung, auf vielen Gebieten. z. B. als Kolben für Flugzeug= und Automobilmotoren, seine Probe hervorragend bestanden hat. Der Einsatz der Leichtmetalle geht nicht in erster Linie darum, ob wir Eisen und Stahl sparen. Nein, durch die stärkere Verwendung von Leichtmetallen soll Gewicht gespart werden. Das Gewicht der Omnibusse läßt sich durch Verwendung von Leichtmetall von 9 Tonnen auf 6.5 Tonnen verringern. Diese Ersparnis von 2.5 Tonnen bedeutet im Lause von vier Jahren eine Einsparung von 20000 Liter Brennstoff und 25 Reifen! Die Nutzanwendung hat man in Deutschland, Amerika, England und anderen Autoländern schon gezogen. Was die Autobesitzer an Gewicht sparen, werden sie zwar nicht dem Staat schenken. obwohl der Staat herzlich ftoh wäre, wenn seine teuren Straßen durch die geringere Abnutzung länger standhielten. Der jüngere Vetter des Autos. das Flugzeug, hat diese Vorteile viel schneller wahrgenommen. Die ganze Luftfahrt, ob Flugzeug oder Luftschiff, ist ohne Duralumin undenkbar. Duralumin vermindert nicht bloß das Gewicht. Es verleiht mechanische Festigkeit und Stabilität, die bei richtiger Konstruktion an Stahl heranreicht. Unsere dreimotorigen Verkehrsflugzeuge werden aus 60 000 Einzelteilen zusammengesetzt, die Motoren nicht mitgerechnet. 60.000 Einzelteile! Ohne Leichtmetall unvorstellbar. Neuerdings fängt auch der Schiffsbau an, Leichtmetall zu verwenden. Als erstes werden Schornsteine und Rettungsboote bei einigen größeren Ueberseeschiffen aus Leichtmetall gebaut. Ein Ingenieur rechnet aus, daß bei Verwendung von Leichtmetall im Schiffsbau auf je drei Tonnen Stahl 2 Tonnen gespart„werden können. Eine so große Gewichtseinsparung führt notwendig zu kleineren Maschinen mit weniger Brennstoffverbrauch und dies wiederum zu einem leichteren Schiffsrumpf. Auch für die Eisenbahn sind solche Fortschritte von größter Bedeutung. Daß die Deutsche Reichsbahn ebenfalls ausgiebig Leichtmetall verwendet, kann jeder Reisende an den meisten Wagen feststellen. Wir nannten bisher nur Beispiele aus dem Verkehr. Die Bedeutung der Leichtmetalle geht jedoch viel weiter. Schon vor 20 Jahren verwendete man Aluminium für Ueberlandleittungen an Stelle von Kupfer. Am beliebtesten sind sogen. Stahl=Aluminium=Seile, d. h. Leitungen mit einem Stahlkern, um den zahlreiche Aluminium=Trossen gezogen werden. Es lassen sich mit diesen Seilen große Entfernungen und krasse Temperaturschwankungen überbrücken. Mit der Zeit ist das ganze Ausland zu diesem System übergegangen. Selbst die Vereinigten Staaten, der größte Kupferproduzent der Welt, verwenden bei 60 Prozent ihrer Freileitungen nicht mehr Kupfer, sondern Aluminium. In letzter Zeit findet Elektronmetall Verwendung für Foto= und Fernglasgehäuse. Bisher wurden die Gehäuse aus Eisen gegossen. Wer die alten schweren Ferngläser kennt, wundert sich, wie federleicht die neuen Gehäuse sind. Statt verzinktem Eisenblech oder Blei wird wetterfestes Aluminium auch von den Dachdeckern benutzt. Das Luftfahrtministerium in Berlin hat sich die Dächer mit Aluminium decken lassen. Warum nicht umlernen! In Rom gibt es eine Kirche, die kam vor mehr als 40 Jahren durch Zufall zum ersten Aluminiumdach der Welt. Das vorgesehene Bleidach stellte sich als zu schwer heraus. Die Säulen konnten so viel Gewicht nicht tragen. Der fortschrittstüchtige Ingenieur entschlöß sich, es statt mit Blei mit Aluminium zu versuchen. Das Dach liegt heute noch! Von den Kochtöpfen, Milchkannen, Straßen= und Hausschildern lohnt es gar nicht zu reden. Die kennt jeder. Daß die Tuben nicht mehr aus Zirn, sondern aus Aluminium hergestellt werden, ist dagegen weniger bekannt. Allein Zahnpastatuben verbrauchen wir in Deutschland jährlich 400 Millionen! Fein ausgewalztes Aluminium wird in Form von dünnen Folien zum Einwickeln von Schokolade und zum Verpacken von Zigaretten benutzt. Solche Folien schneidet man auch in lange Bände und verarbeitet sie als sogen. Aluminium=Wolle zu Stricken, mit denen an Stelle von Blei die Rohrmuffen abgedichtet werden. In Pulverform benutzen die Maler Aluminium für Silberbronze, die Fotografen das Magnesium fürs Blitzlicht. Die Vorteile der Leichtmetalle leuchten jedem ein. Nur muß man mit ihnen umzugehn wissen. Daran haperts meistens. Geht mal etwas schief, kann man sicher sein, daß in der Regel Ausführungsfehler daran schuld sind. Zu lange hat man Aluminium wie jedes andere Metall behandelt. Man hat es mit Eisen zusammenmontiert, ohne es richtig zu isolieren, oder wie Eisen gelötet, und war nachher furchtbar tückisch, wenn das nicht klappen wollte. 9 Omnibus mit Leichtmetall-Karosseris (Poto: Teubert-Neumann, Berlin) Für die Fensterverkleidung Im Kaiser-Wilhelm-Institse für Metallforschung in Stuttgart wurden gediegene Hand werksarbeiten aus veredeltem Leichtmetall verwendet (Poto: Moegle, Stuttgart) Wie jedes Metall hat auch Leichtmetall seine eigenen Gesetze. Wer sie kennt, kann nie Fehler machen. Für Handwerker sind deshalb überall Schulungsmöglichkeiten geschaffen worden, um sie mit den Besonderheiten des Leichtmetalls vertraut zu machen. Man erfährt dort z. B., daß man Aluminium nicht mit Sodawasser zusammenbringen darf, wenn man nicht ein halbes Prozent Wasserglas zusetzt.=Oder daß man moderne Schaufenster nicht mehr mit Messing, Holz oder Eisen, sondern mit einem elektrisch oxydierten Aluminium einrahmt, das nicht wie Messing oder Kupfer jeden Tag gründlich genutzt werden muß, sondern zufrieden ist, wenn alle paar Wochen einmal ein weicher Lappen darüberfährt. All diese Dinge muß man wissen, wenn man mit Leichtmetall arbeitet. Es ist rührend zu sehen, wie alte Handwerksmeister ihre Kenntnisse auf diesem ihnen fremden Gebiet erganzen. Als sie in die Lehre gingen, war Leichtmetau im Handwerksbetrieb unbekannt. Heute kommt keiner daran herum. Die Handwerksmeister besuchen die kurse, weil sie wissen, daß die Jungen ihnen sonst bald über sind. Das tut nie gut. Sie gehen mit der Zeit. Und das in recht so. Wir, die wir die Entwidlung der Dinge miterleben, wollen auch Schritt halten. Wenn wir auch keine Fachleute sind, wollen wir uns doch nicht nachsagen lassen, nichts von alledem zu wissen. Denn auch die Verbraucher bestimmen durch ihre Einsicht das Tempe des Fortschritts. Snscht uims Jouge Fünfjähriges Dienstjubiläum General Dalueges Gerlin, 11. Mai. Am 11. Mai feierte der Chef der Ordnungspolizei, SS.=Obergruppenführer General der Polizei, Kurt Daluege, sein fünfjähriges Dienstjubiläum. Vor fünf Jahren, am 11. Mai 1933, beauftragte der damalige Preußische Minister des Innern Hermann Göring, den am Tage der Machtergreifung als Kommissar z. b. V. ins Innenministerium berufenen SS.= Gruppenführer Kurt Daluege mit der Leitung der Paliselsbtellung im Preußischen Minike: rium des Innern. Zwei Momente bestimmten diese für den jungen nationalsozialistischen Staat so wichtige Berufung. Einmal handelte es sich bei Daluege um einen alten erprobten Vorkämpfer der Bewegung, der im Jahre 1926 aus verschiedenen Verbänden und Formationen die SA. der Reichshauptstadt gründete, der an der Spitze der Berliner SA. unter Gauleiter Dr. Goebbels die entscheidenden Saalschlachten und Straßenkämpfe um das ehemals rote Berlin schlug, der später nach der Gründung der Berliner Schutzstaffeln ganz Ostdeutschland übernahm, und zum anderen war Daluege der Mann, der durch seine Tätigkeit als Berichterstatter der nationagsozialistischen Landtagsfraktion im Polizei=Untersuchungsausschuß einen genauen Einblick in das Polizeiwesen des zusammengebrochenen Systems gewonnen hatte. * Nach den Weisungen Hermann Görings wurden von Daluege wichtige Maßnahmen zunächst in Preußen, später im Reich unter Reichsminister Dr. Frick getroffen, die die Polizei zu einem zuverlässigen Machtsaktor des nationalsozialistischen Staates machten, die sie von allen unzuverlässigen und politisch untragbaren Elementen säuberten und sie weiter so mit nationalsozialistischem Gedankengut erfüllten, daß sie heute als Teil der nationalsozialistischen Bewegung gelten kann. Diese Arbeit auf einem der wichtigsten Aufgabenebiete, die der Führer zu vergeben hatte, fand wiederolt die Anerkennung Adolf Hitiers. Am 13. Septemher 1933 zum General der Landespolizei befördert, wurde Daluege ihr Befehlshaber und schuf binnen kurzem aus der Landespolkzei eine hervorragende soldatische Truppe, die als mertvoller Bestandteil in das neugeschaffene Volksheer überführt werden konnte. Am 7. September 1934 ernannte der Führer Daluege zum SS.=uverarupvenfuhrer. und am 20. April 1935 würdigte Adolf Hitler die Verdienste Dalueges um den Aufbau der Landespolizei durch die Ernennung zum Generalleutnant der Landespolizei. Bei der Neuorganisation der deutschen Reichspolizei unter dem Reichsführer SS. Heinrich Himmler am 17. Juni 1936 ernannte der Führer und Reichskanzler Kurt Daluege durch ein persönliches Handschreiben zum General der Poliei. Heute steht Daluege in seiner Eigenschaft als Chef er Ordnungspolizei an der Spitze der gesamten uniformierten Polizei des Reiches. Förderungie erbgesunden kinderreichen Familien Kinderreiche Versicherte von Gebühren für Krankenschein und Arzueiverordnungsblatt befreit Berlin, 11. Mai. Der Reichs= und Preußische Arbeitsminister Seldte bat die Versicherungsbehörden und die Träger der Krankenversicherung schon bei früheren Gelegenheiten darauf bingewiesen, daß sie die Förderung der erbgesunden deutschblütigen kinderreichen Familien als ihre vornehmste bevölkerungspolitische Aufgabe zu betrachten haben. In einem neuen Erlaß, der in der nächsten Nummer des Reichsarbeitoblattes(Teil 4) veröffentlicht wird. bestimmt der Reichs= und Preußische Arbeitsminister nunmehr, daß deutsche kinderreiche Versicherte, deren Familien als geordnet anzusehen sind, von der Verpflichtung. für den Krankenschein und das Arzneiverordnungsblatt eine Gebühr zu entrichten. vollkommen befreit werden. Die Befreiung von der Krankenscheingebühr gilt auch für die Familienhilfe. Für das Arzneiverordnungsblatt ist bei der Inanspruchnahme von Familienhilfe schon nach geltendem Recht keine Gebühr zu zahlen. Als kinderreich im Sinne der neuen Bestimmung gelten Versicherte. die mindestens vier. Witwen. die mindestens drei ebeliche oder für ebelich erklärte Kinder haben oder gehabt haben. Hiernach sind Versicherte auch dann noch als kinderreich anzuseben, wenn einzelne Kinder bereits erwachsen oder gestorden sind. Voraussetzung für die Gebührenfreiheit ist jedoch, daß zu dem Haushalt des Versicherten mehr als zwei unterhaltsberechtigte Kinder gehören, für die nach den Vorschriften der Reichsversicherungsordnung Familienhilfe gewährt werden. Als Ausweis gilt z. B. das vom Reichsbund der Kinderreichen aufgestellte Ehrenbuch für die deutsche kinderreiche Familie. Da es jedoch noch eine geraume Zeit dauern wird, bis wieder Kinderreiche im Besitz des Ehrenbuches sind, genügt vorläufig die Bescheinigung über die Mitgliedschaft des Versicherten beim Reichsbund der Kinderreichen zusammen mit der volizeilichen Bescheinigung zur Erlangung der Fahrvreisermäßigung bei der Deutschen Reichsbahn für kinderreiche Familien. Bräuteschulen Die Gabe des Frauenwerks zum Muttertag. Berlin, 11. Mai. Das Deutsche Frauenwerk, Abteilung Mütterdienst, tritt auch in diesem Jahre zum Muttertag mit einer neuen Leistung an die Oeffentlichkeit Während im vergangenen Jahr die erste Heimmütterschule des Deutschen Frauenwerkes als Reichsschule ihrer Bestimmung übergeben wurde, heißt die Parole für 1938: Bräuteschulen des Deutschen Frauenwerkes, Mütterdienst! Die Aufnahme dieser Aktion wurde deshalb mit dem Muttertag verbunden. weil die Bräute von heute die Mütter von morgen sind. Auf den Bräuteschulen wird den jungen Mädchen Gelegenheit gegeben, innerhalb von sechs Wochen durch interessante und vielseitige Lehrgänge in den Aufgabenkreis der Hausfrau und Mutter eingeführt zu werden. Es ist z. B. in der Bräuteschule eine richtige Zwei=Zimmer=Wohnung, eingerichtet, enthalten, wie sie von einem Ehestandsdarlehen von 1000 Mark beschafft werden kann. Diese Wohnung wird während der Dauer des Aufenthalts der Mädchen in der Bräuteschule von ihnen bewohnt. Die erste Reichsbräuteschule wird auf Schwanenwerder am Wannsee eröffnet als Musterschule für die Gaue, die nach ihrem Vorbild weitere Bräuteschulen=schaffen werden. Alle Mädchen, die vor der Ehe stehen, können darin Aufnahme finden. Ruckzuck=Gendung Berlin—London Interessante Vergleichsmöglichkeiten für den Rundsunkhörer Berlin, 11. Mai. Der Deutschlandsender hat für Donnerstag, 12. Mai. 19 Uhr, eine Sendung vorbereitet. die für eine Stunde die Strecke Berlin—London zu einem Nichts zusammenschrumpfen läßt. Abwechselnd wird, immer nach Abläuf weniger Minuten, zwischen„London National“ und dem Deutschlandsender geschaltet. Auf diese Weise hört man in kurzen Zeitabständen aus Berlin das Unterhaltungsorch ster des Deutschlandsenders unter Leitung von Otto Dobrindt und aus London die Kapelle Jack Payne so, als ob beide Klangkörper im gleichen Saal ein Konzert gäben. Dadurch bieten sich dem Rundfunkhörer interessante Vergleichsmöglichkeiten zwischen deutscher und englischer Unterhaltungsmusik. „Wie ein wildes Tier in Todesangst“ Ein Marxist über das Sowjetvaradies. )( Berlin, 10. Mai. Der aus der Sowietunion ausgewiesene und jetzt in Paris lebende russische Sozialdemokrat Theodor Dan hat gegenüber einem dänischen Pressevertreter Aeußerungen über die Moskauer Machthaber getan, die ein bezeichnendes Licht auf die Verhältnisse im vielgepriesenen Sewietvaradies werfen. Diese Aeußerungen sind umso bemerkenswerter, als sie von einem Marristen stammen. Dan kennzeichnet die Moskauer Theatervrozesse als einen Versuch Stalins, die Alleinherrschaft zu sichern. Er erklarte, Stalin. der wie ein wildes Tier in Todesangst rase. arrangiere diese Prozesse mit teuflischer Verschlagenheit. Es wurden immer drei Arten von Angeklagten gleichzeitig vor das Gericht gezerrt. einmal seine politischen Gegner, zum anderen wirkliche Verbrecher und schließlich führende sowietische Persönlichkeiten, die sich durch die Ausführung der Besehle Stalins im Volke besonders verhaßt gemacht hätten. Durch diese Vermischung erreiche Stalin, daß die unzufriedenen Volksmassen gegenüber diesen Prozessen fast gleichgültig. vielleicht sogar etwas schadenfrob seien. Die große Masse der Bauern und Arbeiter lebe unter äußerst schlechten Bedingungen. Unter diesen Umständen sei es leicht, die Bevölkerung zur Annahme von Entschließungen gegen die Angeklagten zu bringen. Die Geständnisse in den Prozessen seien das Ergebnis einer geistigen Tortur. Die Angeklagten hätten ihre Widerstandskraft meist auch dadurch eingebüßt, daß sie an unglaublichen Zuständen mitschuldig seien. Urlaubsregelung für Jugendliche im Baugewerbe Vor dem Erlaß von Ausführungsbestimmungen. Berlin, 11. Mai. Im Jugendschutzgesetz vom 30. April 1938 ist u. a. auch der Urlaub der Jugendlichen unter Berücksichtigung der bisher auf Grund der Tarifordnungen der Reichstreuhänder der Arbeit gesammelten Erfahrungen geregelt. Dabei konnten tarifliche Sonderregelungen des Urlaubs z. B. im Baugewerbe und in den Baunebengewerben nicht in dem Gesetz selbst berücksichtigt werden In der amtlichen Begründung zum Jugendschutzgesetz ist daher darauf hingewiesen, daß der Urlaub der Jugendlichen in diesen Gewerbezweigen im Rahmen des Gesetzes durch Ausführungsbestimmungen geregelt wird. Diese Ausführungsbestimmungen werden in nächster Zeit ergehen und u. a. die bewährte Urlaubsmarkenregelung im Baugewerbe dem Jugendschutzgesetz anpassen. Bis zum Erlaß der Ausführungsbestimmungen sind die Urlaubsmarken für Jugendliche wie bisher weiter zu kleben. Einweihung des„Dr.=Goebbels=Heimes“ in Bad Harzburg Erholungsheim für deutsche Komponisten. Harzburg, 11. Mai. Am Samstag, dem 14. Mai, wird in Bad Harzburg ein Erholungs= und Altersheim für deutsche Komponisten im Rahmen einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben. Das Heim, das aus Mitteln der Versorgungsstiftung für deutsche Komponisten geschaffen wurde, wird zur Erinnerung an die großen Verdienste, die sich Reichsminister Dr. Goebbels um die Förderung der deutschen Kunst erworben hat, den Namen „Dr.=Goebbels=Heim“ tragen. Zu der Einweihungsfeier wird eine Reihe der bekanntesten deutschen Tonsetzer nach Bad Harzburg kommen. Im Kurhaus findet abends ein Konzert des Orchesters des Braunschweigischen Landestheaters statt, wobei bekannte zeitgenössische deutsche Tonsetzer ihre eigenen Werke dirigieren werden. Volksdeutscher Schrifttumspreis 1938 für Friedrich Bodenreuth Stuttgart, 11. Mai. Wie alljährlich am 9. Mai, dem Todestag Friedrich Schillers, wurde auch am Montagabend in Stuttgart in einer würdigen Feierstunde im „Ehrenmal der deutschen Leistung im Auslande" durch Oberbürgermeister Dr. Strölin der Preis des Deutschen Auslandsinstituts, der Volksdeutsche Schrifttumspreis der Stadt der Auslandsdeutschen für 1938 verliehen. Der Preis wurde in diesem Jahre dem volksdeutschen Dichter Friedrich Bodenreuth für sein Werk„Alle Wasser öhmens fließen nach Deutschland“ zuerkannt. Sowjet=Manöver in Genf Groteskes Spiel um den Neaus. Paris, 11. Mai. Die„Liberte“ klagt offen LitwinowFinkelstein als den Drabtzieher der Genser Manöver um Abessinien an. Alle Befürchtungen bätten sich jetzt verwirklicht, denn die Abessinier trügen einen so umfassenden Angriff vor, daß dadurch die Taktik Lord Halifax' verteilt worden sei. Der Negus sei zwar nur als„Herrscher von Abessinien“, d. b. als das Staatshaupt eines „Mitgliedsstaates“ der Liga zugelassen. Dies bedeute aber dennoch, daß Genf sich wieder auf den Standpunkt gestellt habe, daß Abessinien, juristisch betrachtet, noch nicht verschwunden sei. Aber selbst wenn die Angelegenheit am Donnerstag in Anwesenheit des Neaus wirklich liquidiert würde, tauche eine neue und noch ernstere Schwierigkeit auf. denn man sehe nicht, wie man eine endgültige Regelung finden solle, da sich eine tatsächliche Lösung noch nicht abgezeichnet habe. Halifax und Bonnet liefen Gefahr, ihr widerspruchsvolles Unternehmen teuer zu bezahlen, weil sie ausgerechnet über Genf gehen wollten. um sich in der abessinischen Frage zu decken. Die französische Regierung müsse sich darüber klar werden, wie sehr auch nur eine Verzögerung in der Prozedur die Manöver der Sowiets erleichtere. Man müsse sich ferner den Eindruck vorstellen, den die Genfer Hindernisse in Italien auslösen und dies gerade zu einem Zeitpunkt, wo die französisch=italienischen Besprechungen wieder anfangen sollten. Das Leben in Frankreich wird immer teurer Paris, 11. Mai. Die Großhandelskennzisfer in Frankreich ist bis zum 7. Mai auf 638 gegenüber 619 am 30. Avril gestiegen. Ungünstig liegt auch die für eine vierkönfige Arbeitersamilie berechnete Lebenshaltungs= kennziffer, die sich im ersten Vierteljahr 1938 auf 688 gegen 658 im letzten Vierteljahr 1937 und gegen eine Durchschnittshöhe von 619 für das vergangene Jahr beläuft. Geheimnisvolle Waldbrände in Frankreich Paris, 11, Mai. In der Nähe von Valenciennes sind in den letzten Tagen verschiedene geheimnisvolle Waldbrände ausgebrochen. Ein Brand am Montagvormittag nahm große Ausmaße an und zerstörte in kurzer Zeit 100 Hektar Pinienwald. Die Entdeckung verschiedener Brandberde weist darauf hin, daß es sich um böswillige Brandstiftungen handelt. Der deutsch=französische Kriegsgräber=Ausschuß in Paris zusammengetreten Paris, 11. Mai. Der deutsch=französische KriegsgräberAusschuß tritt am Mittwoch in Paris zusammen. Im Laufe des Tages werden die Mitglieder des Ausschusses von dem Präsidenten der Republik, Lebrun, empfangen. Schachturnier in Wuppertal Tabellenspitze unverändert. In der fünften Runde des Barmer Schachturniers ersocht der Deutschlandmeister Kieninger gegen Fedler einen Schnellsieg. Er eroberte bereits in der Eröffnung zwei eiguren und siegte dann unangefochten. Westfalenmeister Herrmann enttäuschte weiter. In der Eröffnung einer königsindischen Partie kam er gegen Nordmann in eine schwierige Stellung und später in Zeitnot. Der Barmer nutzte seine Chancen energisch aus und siegte im Mattangriff. Ernst(Gelsenkirchen) hatte gegen den Barmer Stadtmeister Elsaß zu spielen. Er wählte gegen ein Damengambit die Tarraschverteidigung. Es kam zu einem schwierigen Mittelspiel, das sich jedoch später in Wohlgefallen auflöste. Die Gegner trennten sich unentschieden. Biedendorf siegte gegen Quabeck in einer englischen Partie. Quabeck kam in entscheidenden Nachteil. worauf Biedendorf seine Siegchancen ausnutzte. Die Partie zwischen Engels und Schlender ergab eine CaroCann=Eröffnung. Engels versuchte vergeblich, im Mittelspiel zu einem Vorteil zu kommen. Der Barmer spielte ausgezeichnet und brachte kurz vor Beendigung der regulären Spielzeit ein Figurenopfer. Die Partie wurde in schwieriger Stellung abgebrochen. Stand nach der fünften Runde: Kieninger 4 u. H., Ernst und Engels 3½= u. H., Elsaß 3½2. Nordmann 3 Schlender 2 u. H.. Biedendorf 2. Herrmann 1½. Quabeck und Fedler 0 Schachturnier in Bad Elster Hervorragende Besetzung. Nach dem Zonenturnier des Großdeutschen Schachbundes in Heilbronn, bei dem sich Kohler(München) und Eisinger(Karlsruhe) die Teilnahmeberechtigung für Oennbausen erkämpften, findet als nächstes großes Ereignis im deutschen Schachleben in Bad Elster ein Meisterturnier statt. Dieser vom 26. Mai bis 2. Juni dauernde Kampf hat eine hervorragende Besetzung erfahren. Es nehmen teil: Der internationale Meister Bogoljubow(Triberg). der Meister von Oesterreich. Eliskases. der Reister von Deutschland Kieninger. der ludetendeutsche Meister Gilg. der Meister von Berlin Rellstab. sowie der österreichische Meister Dr. Weil. Zu diesen Schachgrößen werden noch je ein sächsischer. schlesischer. Berliner und Hamburger Meister treten. Pferdesport Rennen zu Köln. 1. Aventin=Rennen: 1. Friederike(H. Wenzel). 2. Gradelauf. 3. Lustibus. Tot.: Sieg 180. Platz 33. 34. 25•10. Ferner: Amern Gnu. Garant. Sagenprinz. Die Eilige. La. 11—¼/—11/. EW. 4662.„„ 2. Widerhall=Rennen: 1. Famula(A. Schulte), 2. Onkel Karl. 3. Schloßfrau. Tot.: Sieg 144. Platz 29. 17. 18•10. Ferner: Heidekönig. Höllenfahrt. Sandmann, Kurigalsu. La. 6—2—1. EM. 122 3. Mattiacum=Jagdrennen: 1. Ancona(R. Anderle). 2. Totes Rennen zwischen Titine und Johannes M. Tot.: Steg 41. Platz 15. 17. 20:10. Ferner: Fahrewohl, Enthusiast. Panzerflotte. Horaz. La. 2—T.R.—3. EW. 98. 4. Kölner Pokal: 1. Elanus(Rastenberger), 2. Panheros. 3. Marienfeld. Tot.: Sieg 15. Platz 12. 19. 14:10. Ferner: Helliot. Palastherold. Mogul. Lg. ½—2—1. EW. 40. 5. Wallenstein=Rennen: 1. Sarafan(Knoche), 2. Chrysler, 3. Irmgard. Tot.: Sieg 155, Platz 38. 19. 19:10. Ferner:„Perlfischer, Natango. Feuereifer., Obersteiger. Infant. Lg. 5/4—¼—1. EW. 1180. 6. Walzertraum=Rennen: 1. Smike(M. Schmidt), 2. Carga, 3. Golf. Tot.: Sieg 22. Platz 13, 18. 18:10. Ferner: Coeuraß. Volker, Aviatik. Gladius. Graf Moltke. Thuribert. La. 3—1—1 1. EW. 126. 7. Avanti=Flachrennen: 1. Marland(Schlengel). 2. Prior. 3. Wölund. 4. Ala. Tot.: Sieg 43. Platz 18, 25. 110. 73:10. Ferner: Seeräuber. Lonka. Aurel. Florjan Geyer. Perdita. Cornet. Der Wind. Pfalzburg. Lg. 5— 2—1—K. EW. 608. Rennen zu Le Tremb. 1. Rennen: 1. Pirogue(Bouillon), 2. Janine 2. 3. La Tramontane. Tot.: Sieg 14. Platz 18. 24:10. Ferner lief 1 Pferd. Lg. 1—2½—15. 2. Rennen: 1. Anchois(Villecourt). 2. L'Quragan 3. 3. Alfredo. Tot.: Sieg 13. Platz 11. 19:10. Ferner liefen 2 Pferde. Lg. 1½, ¾, ¾ 3. Rennen: 1. Le Trappeur Saustier). 2. Kirmusin. 3 Mondragon 2. Tot.: Sieg 289. Platz 79. 21:10. Ferner: liefen 5 Pferde. Lg. 1—3—2. 4. Rennen: 1. Iskandar(Dupuit). 2. Citron. 3. Last Post. Tot.: Tot.: Sieg 15. Platz 14. 12. 16:10. Ferner liefen 6 Pferde. La. 1—2—85. 5. Rennen: 1. Falstaff 2(Guimard), 2. Oriflamme 2. 3. Trappe. Tot.: Sieg 50. Platz 22. 33. 30:10. Ferner liefen 5 Pferde. La. 4—85—3 6. Rennen: 1. Cor Fleuri(Bouillon). 2. Reve d'Argent. 3. Le Boucau. Tot.: Sieg 14. Platz 12. 14:10 Ferner liefen 2 Pferde. La 5—2/—4 Handel und Gewerbe Rheinisch=Westfälische Börse Düsseldorf, 11. Mai. Bei sehr ruhigem Geschäft wiesen die Kurse nur geringe Veränderungen auf. Abgaben wurden kaum vorgenommen und verschiedentlich kam es zu kleineren Anlagekäufen. besonders in den in letzter Zeit stärker rückläufigen Werten. Nach den ersten, Notierungen traten vereinzelt wieder Besserungen ein. Stärker beachtet waren Farbenaktien, die ¾ Prozent höher einsetzten und nach mehrsachen Umsätzen den Gewinn verdoppelten. Goldschmidt ebenfalls zirka 1 Prozent befestigt. Der Montanmarkt war nach den gestrigen Abschwächungen erbolt. So wurden Mannesmann und auch Ver. Stablwerke 2e ½ Prozent und Hoesch# Prozent höher gehandelt. RWE. konnten sich nur knapp behaupten. Am Kurenmarkt war die Kursgestaltung bei etwas lebhafterem Geschäft uneinheitlich. Von den Kohlenkuren wurden Carolus Magnus 100 RM. höher aus dem Markt genammen. Auch Diergardt gingen gegenüber den letzten Umsätzen leicht erhöht um. Der Freiverkehrsmarkt lag nicht einheitlich. Von Kohlenaktien fanden einige Posten Bergbau Lothringen auf 1½ Prozent niedrigerer Grundlage Aufnahme. Erhöht gingen Dyckerhoff um und Walther wurden unverändert bezahlt, während Westfalen Kunfer 1 Prozent anzogen. Kölsch Fölzer büßten 1 Prozent und Westwaggon ½ Prozent ein. Der Kassamarkt verkehrte in freundlicher Haltung. Zu letzten Kursen wurden Küpversbusch. Bösverde. Eschweiler Berg und Basalt gehandelt. Klauser Spinnerei stellten sich ½. Gebr. Gödhardt und Ver. Rumpus um 1 Prozent höber. Kabel Rheydt fielen um 1 Prozent und Braunkohle Zukunft um 2 Prozent. Am Bankenmarkt waren Dresdner Bank ¼ Prozent leichter. Deutsche und Commerzbank gut behauptet. Versicherungen sehr ruhig und ohne nennenswerte Kursänderungen.— Die Börse schloß fester. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Die inländischen Verbraucher traten lausend als Käufer auf und bewilligten die bisherigen Forderungen. Aus dem europäischen Ausland und Zentral= amerika lagen Aufträge vor. die gleichfalls ihre Erledigung fanden. Von den fernöstlichen Rohreismärkten wurde eine stetige Stimmung gemeldet, jedoch traten keine weiteren Preiserhöbungen ein.— Preise unverändert. Baumwolle: Ruhig. Superfine 3.90. Fine Oomra 4.35 d. Hülsenfrüchte: Eine Belehung des Marktes konnte sich noch nicht durchsetzen, da die Aufnahmeneigung sich nicht verstärkt hat. Es waren daher nur kleine Bedarfskäufe in Bohnen. Erbsen und Linsen zu verzeichnen. die auf der bisherigen Grundlage getätigt wurden.— Preise unverändert. Kautschuk: Ruhig. Sheets loco 5 15/16. Juni Juli 6. Juli August 6 1/16 Pence per lbs. Zucker: Efsektivmarkt: Entsorechend den festeren Auslandomärkten stellten die Abgeber erhöhte Forderungen. Tschechen=Kristalle Feinkorn per Mai 6/6¾ sb für 30 Kilogr. brutto für netto sob Hamburg. Britssh fine Granulated per Mai 606. per Juni August 606¾ sh für 1 cwt. netto sob London.— Der Terminmarkt nahm einen ruhigen Verlauf bei gleichbleibenden Notierungen. Oele und Rette: Die ruhige Versassung des Vortages übertrug sich auf den heutigen Verkehr. Gewürze: Das Inland versügt noch über ausreichende Lagervorräte. Die Forderungen lauteten unverändert. Preise unverändert. Rohkakao: Der Weltmarkt gestaltete sich anbaltend ruhig, da die Käufer sich Zurückhaltung auserlegten. Preisveränderungen, haben sich nicht ergeben. Kakao=Halbfabrikate: In Kakaobalbfabrikaten blieb die Umsatztätigkeit lebhaft. Preise wie zuletzt. Regimentsrevolte in Wiadiwostok Chinesische Söldner im Dienste der Sowjets. 83 standrechtlich erschossen. Warschau, 11. Mat. Ueber die Revolte eines Infanterieregiments der Roten Armee in Wladiwostok berichtet„Nowa Rzeczpospolitta“ aus Charbin. Das Blatt meldet, daß unter den höheren Offizieren im Fernen Osten auch Oberst Raskolnikow, der Kommandant eines Infanterieregiments in Wladiwostok, von den„Säuberungsmaßnahmen“ betroffen worden sei. Der Verhaftete sei ein persönlicher Freund des bereits vor einiger Zeit verhafteten Generalstabschefs im Fernen Osten Lewandowski gewesen. Die Maßregelung Raskolnikows, der sich großer Sympathien unter den Soldaten erfreute, habe eine Revolte des Regiments hervorgerufen, das sich zur Befreiung des Obersten anschickte. Erst ein Bataillon chinesischer Söldner, das mit Maschinengewehren ausgerüstet war. habe die Revolte niedergeschlagen. Im Verlauf der Schießerei seien 17 Mann getötet und 35 verwundet worden. Fünf Offiziere und 78 Soldaten seien dann als Rädelsführer der Revolte standrechtlich erschossen worden. Bekenntnis sudetendeutscher Priester zur deutschen Volksgemeinschaft Prag, 11. Mai. Auf einer Klerus=Konferen der deutschen Priester des Luditzer Vikariates wurde einstimmig eine Entschließung gesaßt, in der sich die versammelten deutschen Priester nicht weniger begeistert als alle anderen Stände und Berufe des deutschen Volkes zur großen deutschen Volksgemeinschaft der sudetendeutschen Heimat bekennen und allen Volkskameraden die gleiche begeisterte Anteilnahme am Volksganzen empfehlen. Gleichzeitig gliederten sich die anwesenden Priester geschlossen der„Sudetendeutschen Erzieherschaft" an. Prag verbietet die Einfuhr Wiener Zeitungen Prag, 10. Mai. Mit Gültigkeit vom 9. Mai 1998 wurde folgenden in Wien erscheinenden Blättern die Postbeförderung in der Tschechoslowakei entzogen:„Neue Freie Presse“.„Neues Wiener Tagblatt".„Reichspost“, „Neues Wiener Journal“,„Das Kleine Volksblatt“ und „Neuigkeitsblatt“. Das Verbot erfolgte auf Grund der Bestimmungen des Pressegesetzes und erstreckt sich bei allen genannten Blättern bis zum 15. April 1940. Hollands Nahrungsmittelversorgung im Kriegsfalle Amsterdam, 10. Mai. Auf Veranlassung der niederländischen Regierung ist vor einiger Zeit ein staatliches Büro für die Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung in Kriegszeiten geschaffen worden. Es wird erwartet, daß die Regierung bereits in absehbarer Zeit auf Grund der ihr von diesem Büro vorzulegenden Gutachten Beschlüsse fassen wird. Es bestehen zwei Möglichkeiten: Entweder die Schaffung von Lebensmittelvorräten durch die Regierung oder die Anlage von Vorraten durch den Großhandel. Zwei Arbeitsausschüsse sollen diese Frage eingebend prüfen. Kommunistenüberfall auf den Rexistenführer Degrelle Brüssel, 11. Mai. Der Rexistenführer Degrelle wurde am Montagabend, als er eine rexistische Kundgebung in Charleroi eröffnete, von einem Kommunisten überfallen. Der Kommunist schleuderte gegen Degrelle eine Bierflasche, die aber den Rexistenführer nur leicht streifte. Der Angreiser wurde sofort von der Polizei verhaftet. Die Pariser Jeanne=d'Arc=Feier Paris, 10. Mai. In ganz Frankreich fanden am Sonntag die traditionellen Jeanne=d'Arc=Feiern statt. In Paris wurde diese Feier am Denkmal der National= heldin in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Daladier und Innenministers Sarraut durch eine Truppenvarade unterstrichen, an der die in Paris liegenden Wassengattungen teilnahmen. Die Parade wurde von General Vary, dem Kommandeur der Infanterie des Pariser Standortes. abgenommen. Alle nationalen Verbände, die Frontkämpfer. die Studenten und die Schülerschaft nahmen an der Feier teil. Fünfjahresplan für England? London, 10. Mai. Wie der politische Korresvondent der„Sunday Chronicle" berichtet, habe die englische Regierung einen Fünsjahresplan zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit ausgearbeitet, der einen Kostenaufwand von einer Milliarde Pfund erfordern soll.(England hat bekanntlich nach 1.5 Millionen Arbeitslose). Der Plan solle 1939 in Tätigkeit treten. Für die ersten beiden Jahre würde die Rüstungsindustrie im Vordergrund stehen. Der Plan sehe jedoch auf Sofortmaßnahmen für die Beschäftigung aller von der Rüstungsindustrie nicht oder nach drei Jahren nicht mehr benötigten Arbeitslosen vor. Da es sich bei den Arbeitslosen meist um ungelernte Arbeiter handele, beabsichtige die Regierung, Arbeiterschulen zu eröffnen. Reorganisation der britischen Heimatarmee London, 10. Mai.„Sundev Chronicle" berichtet, dab Kriegsminister Hore=Belisha und der General Kirke eine völlige Reorganisierung der Heimatarmee beabsichtigen. Nach ihren Plänen solle die Armee die gesamte schwere Küstenverteidigung übernehmen. 14 berittene Regimenter würden mit leichten Tanks und Panzerwagen anstatt mit Pferden ausgerüstet. Der Rest der Heimatarmee, nämlich die gesamte Insanterie, würde in Luftabwehreinheiten umgewandelt. Ferner werde die Armee die Mannschaften für die Ballonsperre rund um London stellen. Dürre in England Riesenschäden für die Landwirtschaft. London, 10. Mai. Seit Monaten bereits leidet ganz England unter einer unnatürlichen Dürre, die der Landwirtschaft bereits Riesenschäden gebracht hat. Die Dürreschäden sind gebietsweise noch dadurch verschärft worden, daß der Obstansatz unter Nachtfrösten erheblich gelitten hat. Wegen der Trockenheit hat man in Manchester und Bolton bereits an die Oeffentlichkeit appelliert, den Wasserverbrauch einzuschränken. „Daily Telegraph“ berechnet die Dürreschäden in der Landwirtschaft auf täglich 500000 Pfund. Insgesamt sei bereits ein Schaden von etwa 10,5 Millionen Pfund (130 Mill. RM.) entstanden. „Stieglitz" und„Jungmann“ begeistern in Santiago Schaufliegen des Aeroklubs von Chile. Santiago de Chile. 10. Mai. Der Aeroklub von Chile veranstaltete anläßlich seines zehnjährigen Bestehens am Sonntag in Santiago ein großes Schaufliegen. an dem außer Militärfliegern auch ein Focke=Wulf„Stieglitz" und ein von Pilot Benitz geführter Bücker=„Jungmann" teilnahmen. Die Vorführungen der deutschen Flieger waren von einer Vollendung, wie sie in Chile noch nicht gezeigt wurde. Sie wurden von den zahlreichen Zuschauern. unter denen sich die maßgebenden Männer des chilenischen Flugwesens befanden, mit höchster Begeisterung und uneingeschränkter Anerkennung ausgenommen. Wie wird das Wetter? Sonnia und warm. Unter dem Einfluß des ausgedehnten von den Azoren bis Dänemark sich erstreckenden Hochs hält das seit Tagen herrschende sonnige Wetter an. Mit langsamer Ostwärtsverlagerung der Hochdruckbrücke gelangen wir stärker in die wärmere Südströmung. sodaß die Tagestemveraturen wieder jahreszeitlicher werden. Die Nachtfrostgefahr dürfte damit ebenfalls behoben sein Vorbersage für Donnerstag: Oestlicher Wind. meist heiter. trocken und warm. Vorhersage für Freitag: Südöstliche Winde. heiter. trocken. warm. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Langsam aufkommender Storungseinfluß. Turnen= Sport= Spiel Strafe für Schwarz=Weiß Essen Vier gewonnene Spiele sind verloren. Strathmann bis zum 28. 10. gesperrt Der„Fall Strathmann“, der im letzten Abschnitt der Gauligg=Fußballspiele am Niederrhein im Mittelpunkt zahlreicher Gerüchte stand, hat die schon lange erwartete amtliche Aufklärung gefunden. Im„Gauverordnungsblatt des Gaues Niederrbein“ ergeht folgendes Urteil: „Es wird festgestellt, daß die dem Spieler Strathmann vom Fachamt Fußball erteilte Spielberechtigung zum 23. 12. 1937 aus Grund falscher Voraussetzungen erfolgt ist. Die vom EXB. Schwarz=Weiß Essen zwischen diesem Zeitpunkt und dem 23. März 1933 unter Mitwirkung des Spielers Strathmann ausgetragenen Meisterschaftsspiele werden für den EXB. Schwarz=Weiß als verloren erklärt. Stratbmann ist erst am 23. März 1938 spielberechtigt. Die Auswirkung dieser Feststellung aus die Meisterschaftstabelle der Gauliga obliegt dem Gaufachwart für Fußball. Der Geschäftsführer von ETB. Schwarz=Weiß erhält wegen grobfahrlässigen Handelns einen Verweis. Der Svieler Strathmann wird wegen wissentlich falscher Angaben gegenüber dem Geschäftsführer des ETB. Schwarz=Weiß auf die Dauer von sechs Monaten(28. 4. bis 28. 10.) für jeglichen Sportverkehr gesperrt.“ Bei den verloren erklärten Spielen handelt es sich um die Begegnungen SSV. Wupvertal(1:0). Hamborn 07 (1:0). B.V. Altenessen(7:3). Turn Düsseldorf(2:1) Auf Meisterschaft und Abstieg ist die Entscheidung also ohne Einfluß gewesen. Rotweiß Oberhausen ist allerdings auf den letzten Platz zurückgefallen. Die Wertung aus den verloren gerechneten Spielen erfolgte mit 0:0. Trimbold zwei Jahre gesperrt „Der Spieler Trimhold(früher B2 Altenessen), der sich dem EXB Schwarzweiß Essen angeschlossen hat, wird wegen groben Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen auf die Dauer von zwei Jahren(28. 4. 38 bis 28. 4. 1940) aus dem DRL. ausgeschlossen. Ferner werden bestraft wegen zeitweiliger Duldung bwz. wegen verspäteter Anzeige dieses Verstoßes der B3 Altenssen mit einer Geldstrafe von 50.— Mark, der Vereinsführer K. mit der Amtsenthebung auf die Dauer eines Jahres(bis 28. 4. 1939). Das Verfahren gegen den EXB Schwarzweiß Essen wird wegen erwiesener Schuldlosigkeit eingestellt.“ Mit dieser amtlichen Entscheidung hat auch der„Fall Trimbold“ seine entgültige Erledigung gefunden. Die Strafe ist sehr hart, aber im Interesse des Sportes durchaus zu begrüßen. Wanne=Eickel zog zurück Gau=annschaftsmeisterschaft im Amateurdexen. Nach einer längeren Unterbrechung, bedingt durch die Gau= und deutschen Amateurdox=Meisterschaften, wird das westfälische Mannschaftsturnier der Amateurvoxer im Juni fortgesetzt. Der BFK.„Schmeling“ Wanne=Eickel, der vor einer Vereinsumgestaltung steht, zog aus diesem Grunde seine Meldung zurück, so daß die Sieger der Gruppe eins und zwei, BSK. 19 Bochum und Altena 26, nun die Endrunde im Hin- und Rückkampf unter sich ausmachen. Die Termine werden noch bekanntgegeben. Der rückständige Kampf der Gruppe 1 zwischen Hüttenverein Dortmund und BSK. 19 Bochum wird am 3. Juni nachgeholt. Die deutschen Kegler für Stuttgart Zur Aufstellung der deutschen Mannschaft für die Europameisterschaft auf der I-Bahn und den Länderkampf gegen Schweden am 14. und 15. Mai in Stuttgart, sind von der Reichssportführung nachstehende 24 Regler zu einem gemeinsamen Training in die Stadt der Auslandsdeutschen eingeladen worden: Fabian, Birth(Berlin), Wunderlich (Buchholz), Trautschke(Dresden), Bade(Leipzig), Frank (Erfurt), Kreve, Riedel(Hamburg), Hartmann(Frankfurt am Main), Kaufmann(Mainz), Reif, Winkler(Mannheim), Fendelbach(Karlsruhe), Dötsch, Kurzenberger(München), Brunner(Nürnberg), Marte, Wermuth, Gebr. Schmauder, Maier, Wolf, Eggert, Geiger(alle Stuttgart). Münster und Dortmund Medensieger Gau=Mannschaftsmeisterschaften der Männer und Frauen. Die Tennis-Mannschaftsmeisterschaften der Männer und Frauen des Gaues 9(Westfalen), die sogenannten(kleinen Medenspiele“ wurden in den vier Städten Dortmund, Bielefeld, Hagen und Gütersloh ausgetragen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen waren alle gemeldeten Vereine ihrer Startverpflichtung nachgekommen, so daß sich sowohl beim Nachwuchs als auch bei der Spitzenklasse durchweg spannende Kämpfe abspielten. Bei den Frauen konnten in beiden Klassen bereits die Titelträger ermittelt werden, während bei den Männern die Kämpfe nur bis zum Gruppenmeister(Nord bzw. Süd) durchgeführt wurden. Die entscheidenden Spiele zwischen den Gruppensiegern werden an einem noch zu bestimmenden Termin ausgetragen. Die Teilnahmeberechtigung haben sich in der Spitzenklasse Preußen Münster und Hoesch Dortmund sowie in der Nachwuchsklasse TTC. Gaterslod und Hüttenverein Dortmund gesichert, während in der Spitzenklasse der Frauen der ATK. Münster die Meisterwürde errang. Nachstehend die einzelnen Ergebnisse der Schlußspiele: Frauen: Spitzenklasse: AT K. Münster— DTK. 98 Dortmund 6:3; Nachwuchsklasse: Hüttenverein Dortmund— Hoesch Dortmund 6:3. Männer: Spitzenklasse, Gruppe Nord: Preußen Münster— Spiel und Sport Bielefeld 9:0; Gruppe Süd: Hoesch Dortmund— DTG. 98 Dortmund 5:4; Nachwuchsklasse, Gruppe Nord: XXC. Gütersloh— TC. Wiedenbrück 6:3: Gruppe Süd: Hüttenverein Dortmund— Post SB. Dortmund 5:4. Neuer Weltrekord von Sepp Manger Der deutsche Olympiasieger Sepp Manger befindet sich zur Zeit in ganz hervorragender Form. Im Rahmen eines Städtekampfes zwischen den Ringer-Auswahlmannschaften von Kopenhagen und Bamberg, den die Bamberger in seiner mit 4:3 Punkten gewannen, wartete Manger in seiner Heimatstadt mit Leistungen auf, die erneut beweisen, daß er im Schwergewicht auf der Welt unerreicht ist. Um nicht weniger als neun Kilogramm überbot er die bisherige Weltbestleistung im Olympischen Dreikampf auf 439 kg. Dabei erzielte er im beidarmigen Reißen 130 kg. Im beidarmigen Drücken mit 144 kg beim dritten Versuch einen neuen Weltrekord und im beidarmigen Stoßen mit 165 kg eine neue Europabestleistung. Hier blieb er nur um 2.5 kg hinter dem Weltrekord des Aegyplets Nossoir zurück. Da die Versuche Mangers unter offizieller Kontrolle stattfanden, dürfte die internationale Anerkennung der neuen Rekorde nicht lange auf sich warten lassen. Eröffnung der Bochumer Rollschuhbahn Die Stadt Bochum hat zur Pflege des Rollschuhsportes Im Innenraum der Nadrennbahn eine Rollschuhbahn angeegt. Es handelt sich um eine Anlage, die in Verbindung mit den sportlich interessierten Kreisen nach den neuesten Erfahrungen errichtet worden ist. Die Rollschuhfläche ist hergestellt aus einem Holzrost in der Größe von 27X40 m, auf dem Fulgurit-Platten aufgelegt sind. Diese Platten sind für die Zwecke der Rollschuhbahn besonders gut geeignet weil sie staubfrei, griffig und wetterfest sind. Fulgurit ist ein neuer Werkstoff aus Pflanzenfaserstoff, Asbest und Zement. Der Innenraum der Radrennbahn ist auf die Rollschuhbahn abgestimmt; so sind neue Sitzgelegenheiten eingebaut. Außerdem ist dafür gesorgt, daß jede Art Erfrischungen im Innenraum zu haben sind. Zur Eröffnung der Rollschuhbahn am kommenden Sonntag nachm. hat der Bochumer Roll- und Schlittschuh-Club als Ausrichter für den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, Ortsgruppe Bochum, für ein gutes Sportprogramm gesorgt. Ausgetragen wird ein 3-Städte=RollschuhHockeykampf(Dortmund Essen Bochum). Ferner werden bekannte deutsche Meister des Rollschuhsportes mit Sondervorführungen aufwarten. Zur Unterhaltung steht das Programm verschiedene humorvolle Rollschuhsporkeinlagen vor. Der Abend vereinigt die Teilnehmer zu einem Frühlingsfest im Parkhaus. Sonntag für Zugendfußball Aus Anlaß des Jugendspiels um die Gebietzm sterschaft im Jußballl zwischen Sportverein dingen und Hösch Dortmund ist in Herne bis 14 Uhr für alle Jugendabteilungen Spielverbot. Sonstige Sportnachrichten Kein Handball=Aufstiegsspiel in Westfalen. Infolge der am kommenden Sonntag, 15. Mai, in Münster stattfindenden Ausscheidungskämpfe für Breslau fällt das für diesen Tag vorgesehene Aufstiegsspiel zur westfallschen Handball-Gauliga zwischen Reichsbahn Tus Rechlinghausen-Ost und TV. Auf den Hütten Weidenau aus. Franz Elbern, der bekannte Nationalspieler des FB Beuel, ist nach Ausheilung seines Beinbruches in Hohenlychen wieder nach Beuel zurückgekehrt. Elbern ist gesündheitlich wieder ganz auf dem Posten, darf aber vor einem halben Jahr nicht mit dem Training beginnen. Unsere Voraussagen Karlshorst: 1. R.: Idomeneus— Radau; 2. R.: Kriegtflammen— Petrarca; 3. R.: Leutehen— Blancheflor; 4 R.: Cirano— Rhein; 5. Flaminia— Genoveva; 6. R.: Goldelse— Lufthauch; 7. R.: Gueß Again— Claaßzen;+ N: öndio— Lare. Longchamp. 1. R.: Decave— Frascatane; 2. R.: La Lu miere— Nymphe Dietee; 3. R.: Pou du Ciel— Turluplnade; 4. R. Elborouz— Borak; 5. R.: Stall Widener— Champagne Cup; 6. R.: Bach Agha— Inspecteur. Vereinskalender. Krieger= und Landwehrkameradschaft All-Herne, gegr. 1865. Sonntag, d 15. Mai, vorm. 10.30 Uhr. Kameradschafttappell im Lokale Knapp, Bahnhofstraße 1. Tagesordnung: 1. Jahlen der Beiträge, 2. Aufnahme neuer Mitglieder, 3. Schießen bekr., 4. Verschiedenes. Es wird um pünktliches und zahlreiches Erscheinen gebeten. Zur Beerdigung des Kameraden Friedrich Schwarz treten die Kameradenaam Freitag, dem 13. Mai, 15 Uhr, am Kameradschaftsheim Knapp an. Die Gewehrgruppe erscheint um 14.30 Uhr. Vollzähliges Erscheinen erwartet Der Kameradschaftsführer. Aus amtlichen Bekanntmachungen In unser Handelsregister, Abt. B, ist bei der unter Nr. 179 eingetragenen Firma„Westland", Lebensmittel-Vertriebs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Herne am 9. Mai 1938 folgendes eingetragen worden: Die Firma ist geändert in„Westland“, Kühl- und Lagerhaus-Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Sitz der Gesellschaft ist von Herne nach Gelsenkirchen verlegt. Gegenstand des Unternehmens ist jetzt die Lagerung von Lebensmitteln und Fettwaren aller Art. Amtsgericht Herne. Herr, Dein Wille geschehe! Nach kurzem, fapfer ertragenem, schwerem Leiden entschlief heute morgen um 4.30 Uhr mein über elles geliebter, treusorgender Mann, mein lieber Bruder, mein guter Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Kaufmann im Alter von 57 Jahren, versehen mit den Heilsmitteln unserer Kirche. In tielem Schmerz: Frau Sophie Mertens geb. Lessmann Familie Arand Familie Lessmann nebst Anverwandten. Herne(Siepenstraße 20), den 11. Mei 1938. Die Beerdigung findet auf Wunsch des Verstorbenen am Samstag, dem 14. Mai, vormittags 10.30 Uhr in Kreield von der Leichenhalle des neuen Friedhofes aus statt. Das Seelenamt ist am gleichen Tage morgens 8.30 Uhr in der St.-Martins-Kirche In Krefeld. Beileidsbesuche höflichst verbeten. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und die reichlichen Kranzspenden beim Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen sagen wir allen, besonders der Gefolgschaft des Postamtes, unsern herzlichen Dank. Familie Peter Jassner. Herne, Im Mai 1938 mönchenerBegräbnis-verein B.BV a G., Siyz München Nach Gottes hl. Willen # verschied am 10 Mai 1938 unser liebes Mitglied Ehefrau Sophie Breuer. Das Begräbnis findet am 13 Mai nachm. vom Trauerhanse, HerneBörnig, Weichselstr. 61, aus statt. Das Seelenamt ist am Freitag 7.45 Uhr in der Peter u. PaulKirche zu Börnig=Sodingen. Die Obmannschaft Herne III. LimonadeSirup mit oder Relzende in geschmackvoller Ausführung finden Sie zu günstigen Preisen bei Herne, Bahnhofstraße 7f Annahme von Kinderbeihilfsscheinen. Lies den Herner Anzeiger! ApfelsinenZitronenAroma ¼Liter 0.30. Erstklassiger HimbeerSirup 1-Liker 0.40 Drogerien Dickehage Herne, Bahnhofstr. 9c, Sodingen, Am Amtshaus. I an Aufnehmer von JLan Wischtlicher 16 . S t ü c k 2 5, 1 0 8 Schrubber 24 Stück 30, Wischer 24 ." 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