Herner'#Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis balbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebeacht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. seitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8. neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe 4 Pf., im Cextteil 25 Pf. Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf.; Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Siffer= und Auskunftsgebübr 25 Pf., Fernsprower: Sammel=Nummer 52541„ Drabtanschrift: Anzeiger Hame. Nr. 135(Erstes Blatt) Montag, den 13. Juni 1938 34. Jahrgang setern den Füster Rudolf Heß antwortet den Kriegshetzern Scharfe Abrechnung mit dem unverantwortlichen Spiel der Tschechen 7 Die Flut der Verleumdungen7 Die Vermeidung einer Katastrophe ist das Verdienst des Führers 7 Deutschlands Friedensliebe ist nicht Schwäche! Massen=Treuebekenntnis in Stettin Stettin. 12. Juni. Annähernd 500000 Menschen hatten sich am Sonntag aus allen Kreisen des weiten Pommernjaues zum diesjährigen Gautreffen in Stettin verammelt. Mittags sprach auf einer machtvollen Kundgebung auf der Quistorp=Aue der Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß. Um 13.30 Uhr traf dann der Führer ein, der sich unter dem Jubel der Bevölkerung zum Landeshaus begab, wo ihm der Ehrenbürgerbrief der Stadt Stettin überreicht wurde. Später erfolgte der Vorbeimarsch der Formationen vor dem Führer. So gestaltete sich der Schlußappell der getreuen Pommern zu einer machtvollen Kundgebung vorbehaltloser Einsatzbereitschaft, zu einem unvergeßlichen Gemeinschaftserlebnis überströmender und dankbarer Freude. Die Gauhauptstadt Stettin. deren städtebauliche Entwicklung bereits überall sichtbare Erfolge nationalsozialistischer Aufbauarbeit zeigt, trug am Sonntag ein würdiges Festgewand: Fahnen über Fahnen, sämtliche im Hafen liegenden Schiffe über die Toppen geflaggt, Ehrenpforten, leuchtender Grünschmuck, golddurchwirkte Kränze und Girlanden und Säulenbauten, symbolhaft gekrönt von den Hoheitsadlern. Auf den Straßen und Plätzen staute sich die freudig erregte Bevölkerung. Die Bauern vom flachen Lande, die Fischer der abseits gelegenen vommerschen Küstendörfer, die Handwerker und Schiffer, die Industrie=. Werks= und Hafenarbeiter der Stadt— sie alle sind Kameraden und bildeten eine einzige festlich verbundene Schicksalsgemeinschaft. Schon dem Stellvertreter des Führers wurde bei seinem Eintreffen von der Bevölkerung ein jubelnder Empfang zuteil. Langsam ging die Fahrt durch das Spalier der Ehrenformationen und der sich zu unzähligen Tausenden um die Anfahrtsstraßen scharenden Menschenmenge zum Landeshaus und von hier nach, kurzem Aufenthalt zur Quistorp=Aue, einer der herrlichsten Grünanlagen inmitten der Stadt. Hier hatten auf dem gewaltigen Aufmarschgelände inzwischen mehr als 60.000 politische Soldaten des Führers Aufstellung genommen Hunderttausende begeisterter Menschen säumten Kopf an Kopf den weiten Platz, der im Schmuck der Banner und Fahnen ein farbenprächtiges festliches Bild bot.* Der Stellvertreter des Führers spricht Brausende Heilrufe tönten auf, als der Stellvertreter des Führers in Begleitung von Gauleiter SchwedeKoburg und dem gesamten Gaustab erschien und unter schmetternden Marschklängen, begleitet von dem Kom mandierenden General und Befehlshaber im Wehrkreis II General der Infanterie Blaskowitz, die Front der Ehren formationen der Wehrmacht abschritt. Nach dem Fahneneinmarsch eröffnete der Gauleiter die Großkundgebung mit herzlichen Worten des Willkommens für den Stellvertreter des Führers, der als einer seiner engsten und getreuesten Mitarbeiter wie kein anderer berufen sei, die politischen Formationen des Gaues auf den Vorbeimarsch vor dem Führer vor zubereiten. Sodann nahm, stürmisch begrüßt, der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, das Wort. Er betonte einleitend, es sei besonders für diejenigen Deutschen, die noch die furchtbare Erinnerung an die Zeiten mit sich tragen, da der Haß die Deutschen trennte und es keine Brücke zu geben schien zwischen den Menschen, die gleicher Boden geboren hat und durch deren Adern das gleiche Blut rinnt, immer von neuem ein gewaltiges Erlebnis. die Gemeinschaft zu sehen und zu empfinden, in der Adolf Hitler das deutsche Volk geeint hat Führer, wir stehen zu Dir, wie Du zu uns gestanden und immer wieder zu uns stehst. Deine Treue zu Deinem Volk erwidern wir in Treue zu Dir!(Stürmischer Beiall). Wer in der übrigen Welt daran zweifelt, möge sich zwischen uns stellen; er wird genug gesehen und gehört haben, wenn der Führer kommt. Bei uns blitzen keine Vajonette, wenn Tausende beieinanderstehen. Bei uns suchteln keine wildgewordenen Gendarme mit Säbeln und Pistolen. Wir brauchen nicht Pulver und Blei, um ein Volk zu regieren.(Begeisterte Zustimmung der Massen.) Wir stehen zum Führer, jawohl, um ihn zu schützen; aber um ihn zu schützen, daß er von Zehntausenden nicht erdrückt wird; wir stehen Hand in Hand um ihn als eine lebende Mauer der Liebe. „Der Führer ist der erste Volksgenosse unter seinen Volksgenossen, und noch nie wurde ein Deutscher von seinen Deutscher so geliebt wie dieser Führer. Aus freiem Entschluß haben wir Deutsche die geeinte Kraft und den geeinten Willen dem Führer gegeben zu seinem großen Werk. Aus freiem Entschluß sind wir immer bereit, sie ihm von neuem stets zu geben. Weil wir sehen, was der Führer mit dieser Kraft und diesem Willen schafft, deshalb sind wir Deutsche immer wieder so froh und so beglückt an Tagen, in denen diese Gemeinschaft sich dokumentiert, an Tagen wie dem heutigen.“ Es sei ein beglückender Gedanke, so fuhr Rudolf Heß fort, daß einst eine junge Generation groß und ehrfürchtig von einer Zeit denken werde, die wir heute Lebenden dem Führer dürfen mitschaffen helfen und die im Namen und in der dann mystischen Gestalt des Führers unvergänglichen Ausdruck gefunden haben wird. „Auch der Führer selbst, wenn immer er etwas Neues plant, wenn er über neuen Entwürsen gebengt steht und den Ausbau und Umbau festlegt, z. B. von Berlin, Rünchen, Hamburg, Nürnberg, Köln und für viele andere deutsche Städte, dann denkt auch er oft voraus an die Zeiten der Vollendung seiner Pläne, und erfreut sich dann an dem, was er im Geiste erstehen sieht als Ergebnis des friedlichen Schafsens des deutschen Volkes. Wie armselig, meine Parteigenossen, sind die Menschen hraußen in der übrigen Welt, die glauben, daß dieser Mann, dessen Sinnen und Handeln so stark eingestellt ist auf Großtaten der Kultur, der Kunst, des Bauwillens seines Volkes, daß dieser Mann im Innern trachten könnte auf Krieg und Zerstörung.(Tosende Zustimmung.) Er kennt den Krieg; er weiß, daß er das Ende all seiner friedlichen Pläne bedeuten würde. Er weiß noch mehr. daß ein europäischer Krieg das Ende der Kultur Europas bedeutete. „Ich wünschte“, so rief Rudolf Hez seinen Volksgenossen wiederum unter begeistertem Beisall zu. die auf verantwortlichen Posten anderer Völker würden den Krieg ebenso gut wie er kennen und wären sich ebensosehr bewußt, was ein Krieg für das Schicksal Europas bedeutet. Adolf Hitler hat nicht den letzten Einsatz seines Volkes im Kriege von außen her mitangesehen, er hat nicht sernab vom Schuß, von Tod und Verderben, von der Hölle der Materialschlachten über Raum, Gestalt und Zukunft seines Volkes nachgedacht. Er hat nicht an den Rockschößen anderer über nette Grenzen für sein Volk gegrübelt; er hat stets das Schicksal seines Volkes dort miterlebt, wo es am härtesten geschmiedet wurde, und er hat sich stets dort für das Schicksal seines Deutschtums eingesetzt, wo der Einsatz am gefährlichsten war. Er war und ist Soldat, Marschierer. Kämpfer. Hätte jeder maßgebende Mann der anderen europäischen Völker den gleichen Weg des letzten männlichen Einsatzes zurückgelegt, wüßten sie es alle aus eigener Erfahrung, was das Wort„Krieg“ und das Wort„Tod“ bedeutet, dann könnten sich nicht Ereignisse abgespielt haben an unserer Grenze, wie wir sie in den letzten Wochen erlebten.“ Kaum je sei so leichtfertig mit dem Schicksal der Völker gespielt worden wie in diesen letzten Wochen. in diesen letzten Wochen, in deren ereignisreichem Mittelpunkt ein Staat stand, der als solcher nur dank der Lüge von Versailles besteht und der dank dieser Lüge die Welt in Aufregung zu versetzen vermag, ein Staat, in den Versailles willkürlich eine Reihe starker und gesunder Minderheiten hineingezwungen hat. Allein fast 3½2 Millionen unserer deutschen Volksgenossen müßten dort leben! „Diesen Minderheiten,“ fuhr der Stellvertreter des Führers fort,„werden ihre Rechte immer weiter genommen— werden ihre Lebensmöglichkeiten immer mehr zerstört. Einst erhielten sie feierliche Versprechungen, wie Selbstbestimmungsrecht und Selbstverwaltung. Diese feierlichen Versprechungen wurden gebrochen.(Zehntausende brechen in Pfuirufe aus.) Der gegenwärtige Zustand des Daseins der Minderheiten ist ein Hohn auf die einstigen Versprechen. Immer furchtbarer werden die Minderheiten entrechtet, terrorisiert und mißhandelt. Immer wieder werden Angehörige nichttschechischen Volkstums niedergeschlagen niedergeknüppelt und niedergeschossen, nur deshalb, weil sie eben nicht Tschechen sind. Klar und deutlich zeigt sich vor aller Augen: Erstens: Dieser Staat ist offensichtlich nicht in der Lage, Ruhe und Ordnung innerhalb seiner Grenzen zu halten, ist nicht in der Lage, das Leben seiner Bürger zu schützen.(Minutenlange, leidenschaftliche Zustimmung.) Zweitens: Dieser Staat ist zum Gefahrenherd für den Frieden Europas geworden! Es heißt den Frieden Europas bedrohen, wenn man plötzlich mobil macht— mobil macht ohne den geringsten Grund!“ Aber dieser Staat mobilisiert nicht nur; schlagartig habe an der Grenze dieses Staates zu seinem Nachbarn ein Zustand eingesetzt, der praktisch eine Art Kriegszustand sei. Eine Provokation des Nachbarn sei der anderen gefolgt. Als dieser trotz allem nicht reagierte, wurden Kriegsflugzeuge über seine Grenzen geschickt: Ein unverantwortliches Spiel, wie es in der Geschichte der Kulturnationen nicht seinesgleichen kennt. Als Begründung für dieses ganze furchtbare, gefährliche Tun sei schließlich der erstaunten Umwelt bekanntgegeben worden:„Gerüchtweise“ habe verlautet, deutsche Truppen bewegten sich in Richtung auf die Grenze. Ein nicht nachgeprüftes, völlig unwahres Gerücht genüge also, mit einem grauenhaften Krieg zu spielen. „Niemandem als dem Führer, seinen so guten Nerven und seiner grenzenlosen Friedensliebe hat es Europa und die Welt zu verdanken, daß dieses Spiel nicht zur Katastrophe führte,“ stellte Rudolf Heß unter anhaltendem Beifall fest. „Dieses Spiel ist freilich der Beweis, daß andere nicht so gute Nerven haben, Und das ist auch kein Wunder! Denn zu guten Nerven gehört ein gutes Gewissen. Ein schlechtes Gewissen ruiniert aber auf die Dauer die Nerven, Und woher soll bei der Fülle gebrochener VerGroßer sudetendeutscher Wahlsieg Die dritte Etappe der Gemeindewahlen 7 Trotz Terror volle Einmütigkeit Prag, 12. Juni. Die dritte Etappe der Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei hat eine überaus starke Beteiligung der Wahlberechtigten gebracht. Der Wahlterror führte in mehreren Orten dazu, daß von Marxisten und Kommunisten Fensterscheiben deutscher Häuser eingeworfen wurden. Die bisherigen Wahlergebnisse beweisen erneut, daß sich das Sudetendeutschtum zu einer machtvollen Einheit durchgerungen hat. In Franzendorf bei Reichenbera entsielen von 1858 gultigen Stimmen 1220 oder 20 Mandate auf die Liste der Sudetendeutschen, auf die Sozialdemokraten 99, die Kommunisten 195, die Tschechen 344. In den 13 Gemeinden des Reichenberger und Kratzauer Bezirkes wurden zusammen 3412 Stimmen für die Su detendeutsche Partei, 800 für die Kommunisten und 172 für die tschechische Liste abgegeben. Damit bekannten sich von den deutschen Wählern nicht weniger als 96,6 v. H. für die Sudetendeutsche Partei. In Untermetzenseien in der deutschen Sprachinsel Zips erhielten die Sudetendeutsche Partei 515 Stimmen(12 Mandate) gegen 118 Stimmen bei den Parlamentswahlen im Jahre 1935, Kommunisten 346(7 Mandate), die ungarische Liste 396(8 Mandate) und eine unpolitische Liste 149 Stimmen(3 Mandate). In Bruck erzielte die Liste Konrad Henleins 541 Stimmen(14 Mandate), während eine Einheitsliste aller übrigen Parteien nur 179 Stimmen(4 Mandate) erhielt. Im Bezirk Gablenz wurden in 13 Gemeinden insgesamt 20777 gültige Stimmen abgegeben. 97.9 v. H. aller deutschen Stimmen wurden für die Liste Henleins abgegeben. In diesen Zahlen ist auch das Städtchen Reichenau inbegriffen, der frühere Wohnsitz und Heimatort Konrad Henleins. Wie nicht anders zu erwarten, erhielt in der Stadt Reichenau die Sudetendeutsche Partei 100 v. H. aller deutschen Stimmen. Von 2182 abgegebenen gültigen Stimmen vereinigte sie 1729 Stimmen(24 Mandate) auf sich. 91.4 Prozent aller deutschen Stimmen Einheitslisten in 904 Gemeinden Prag, 12. Juni. Für den 12. Juni waren nach der Aufstellung des Presseamtes der Sudetendeutschen Partei insgesamt in 1948 sudetendeutschen Gemeinden Wahlen ausgeschrieben worden. Bis Samstagabend gingen aus 904 Gemeinden Meldungen über die Aufstellung einer Einheitsliste der Sudetendeutschen Partei ein. Daher wurde am Sonntag nur noch in 1044 sudetendeutschen Gemeinden gewählt. Wie aus den bisher vorliegenden Meldungen hervor geht. vereinigte die Sudetendeutsche Partei überall die Mehrzahl auf sich. Nach dem vorläufigen Ergebnis wurden 90.9 Prozent aller deutschen Stimmen abgegeben. Faßt man die drei Wahlgänge zusammen, dan ergibt sich ein Hundertsatz von 91.44 aller deutschen Stimmen! Ein großartiges Ergebnis. Ausbau des„Sachsenringes“ für den Großen Preis von Europa eng Im August wird auf dem„Sachsenring“ bei Hohenstein=Ernstthal das Motorradrennen um den Großen Preis von Europa ausgetragen. Die Strecke wird hierfür noch weiter ausgebaut, um schnellere Zeiten zu ermöglichen. pier sieht man den Bau der neuen Kurve am Quekberg.(Scherl-Bilderdienst-M) sprechungen, nichterfüllter Verträge und nicht eingelöster Worte ein gutes Gewissen kommen?" Zu verwundern sei nur, daß in ihrer Angst wahr scheinlich wahnsinnig Gewordene nicht schleunigst zu; Raison gebracht werden durch Staaten, die Einfluß auf sie haben. Statt dessen hätten wir erlebt, daß jedenfall; in der Oeffentlichkeit durch einen großen Teil der Rundfunksender, durch Presseverlautbarungen usw. eine Flut von Verleumdungen und Verdrehungen der Tatsachen sich ergossen hat gegen denjenigen, der die Nerven behielt und dem es allein zu danken ist, daß Europa nicht in Flammen steht.(Anhaltende Zustimmung.) Die Welt habe allen Grund, auch der vorbildlichen Disziplin der Deutschen in Böhmen selbst und der besonnenen Haltung ihrer Führung Anerkennung zu zollen, umso mehr Anerkennung zu zollen, je mehr sie provoziert wurden, je mehr sie schikaniert wurden, je mehr gemordet wird! „Wen wollte es wundern“, fuhr der Stellvertreter des Führers fort,„daß unsere Herzen mit denen der Sudetendeutschen schlagen?"(Die Massen grüßen die Sudetendeutschen mit minutenlangen Heilrufen). Wir wissen heute alle um den Kampf des Deutschtums in den sudetendeutschen Ländern, der fast solange schon währt, wie Deutsche dort wohnen. Immer sind aus diesem Kampf harte und entschlossene Männer als vorbildliche Deutsche hervorgegangen, und je härter die Schläge gewesen sind, die fremdes Volkstum auf diese Deutschen niedersausen ließ, umso härter wurden die Schädel. Ja, unter diesen Schlägen entstand die eherne Geschlossenheit der deutschen Volksgruppen im Staat der Tschechen, einig, hart und der gerechten Sache bewußt. Niemals wird dieses deutsche Volkstum durch Schikanen zerstört, durch Terror zermürbt werden. Allein auf sich gestellt, unter eigener Führung kämpft es um die Rechte der Selbstbestimmung! Um die Rechte, die ihm selbst von den Urhebern des Versailler Vertrages zugebilligt wurden. Im Bewußtsein eigenen Rechts, im Bewußtsein, damit aber auch für die Rechte der anderen Minderheiten zu streiten, geht das Sudetendeutschtum seinen Weg! Und es ist unser heißer Wunsch, daß endlich, endlich für dieses Volkstum die Tage der Opfer vorbei seien, daß die Zeiten anbrechen mogen, wert dieser Opfer.(Jeder dieser Sätze des Stellvertreters des Führers wurde von stürmischen Zustimmungskundgebungen unterbrochen.) Meine Volksgenossen! Wir können es getrost einer späteren Geschichtsschreibung überlassen,“ so führte Rudolf Heß weiter aus.„das entgültige Urteil zu fällen, wer in diesen Tagen das Verdienst um die Rettung des Friedens hatte und wer sich bemüht hat, den Frieden zu brechen. Die Leitartikel einer gewissen Auslandspresse mögen hierbei die dokumentarischen Unterlagen abgeben für das Gerichtsurteil vor der Nachwelt. Wir können aber inzwischen schon für uns feststellen: Selten noch ist in der Weltöfsentlichkeit so blindlings gelogen worden, zugleich aber auch so lendenlahm dementiert worden, selten noch hat man sich so bemüht, die wahren Tatsachen zu verwischen, wie in den vergangenen Wochen.— Selten noch— und das will etwas heißen! Als sich aber herausstellte, daß Deutschland auf die Provokationen wirklich nicht reagiert, da wollten plotzlich draußen alle die Friedensengel gewesen sein, ja, es begann sogar ein großes Geraufe unter den Friedensengein, wer denn der größte Friedeneengel gewesen sei, wer eigentlich wirklich den Frieden gerettet hätte!(Stürmische Heiterkeit). Freilich: Dieses Verdrehen der Tatsachen, dieses dreiste Lügen, dieses Verschieben der Verantwortung wäre die einzige Möglichkeit gewesen, einen schließlich doch ausbrechenden Krieg vor den eigenen Völkern zu rechtfertigen. Denn die Völker wollen so wenig wie je den Krieg (lebhafte Zustimmung), und die Verantwortlichen wissen sehr wohl, daß die Völker ihn nur dann auf sich nehmen, wenn der Gegner als der Schuldige und der Krieg als unvermeidbar hingestellt wird. Der vergangene Krieg ist allzusehr in aller Erinnerung, als daß die Volker zugeben würden, daß ein neuer leichtfertig vom Zaune gebrochen wird. Vor allem, es leben noch zuviel Frontsoldaten in den Völkern, und die Frontsoldaten in aller Welt wollen den Frieden.(Begeisterter Beifall). Ich kann mir jedenfalls nicht denken, daß die wahrhaften Frontsoldaten anderer Völker es billigen, daß ihre Tapferkeit und die Tapferkeit ihrer Kinder mißbraucht wird, Kriegshetzern ihr Handwerk zu ermöglichen. Wie aber auch die andere Welt sich zu den Kriegshetzern stellen mag, unsere Antwort lautet: Deutschlands Wehrmacht ist stärker denn je! Und weniger denn je ist der Versuch eines Angriffes auf Deutschland ein militärischer Spaziergang. Einiger denn je steht das deutsche Volk hinter seiner Wehrmacht und hinter seinem Führer. Noch nie war das Bewußtsein des deutschen Volkes so stark, das Recht auf seiner Seite zu haben. Es weiß zugleich, daß in dieser Welt Recht nur Geltung hat, wenn es geschützt wird durch die Macht. Wir warnen die übrige Welt davor. Deutschlands Friedensliebe für Schwäche zu halten. Wer glaubt, auf diese Friedensliebe hin auf die Dauer sündigen zu können. der kennt das deutsche Volk nicht. Er würde eines Tages ein furchtbares Erwachen erleben, wenn seine Provokation zum Erfolge geführt hätte. Die Sätze, mit denen der Stellvertreter des Führers die deutsche Friedensliebe und zugleich die deutsche Verteidigungskraft betonte, rissen die Zehntausende zu immer neuen Beifallskundgebungen hin). Der Stellvertreter des Führers schloß seine Rede mit der Betonung. Deutschland stehe heute als ruhiger Pol inmitten sovieler nervöser Erscheinungen Flucht. Das Deutschland Adolf Hitlers stehe fest und werde stehen. getragen von nationalem Stolz und von der sozialistischen Gemeinschaft.„Für dieses Deutschlnad dienen wir dem Führer und geborchen ihm blind, weil wir wissen, daß er die Verkörverung Deutschlands ist". Rudolf Heß grüßte mit den zehntausenden aufmarschierten vommerschen Parteigenossen und Volksgenossen den Führer als den Mann. der unser Volk würdig gemacht habe eines großen Schicksals. einer großen Zukunft. Das Sieg=Heil auf Führer und Reich und die Nationalhymnen bildeten den Abschluß der machtvollen Kundgebung. Jubel um den Führer Um 13.30 Uhr traf auf dem prächtig geschmückten Hauptbahnhof der Sonderzug des Führers ein. Vom Stellvertreter des Führers Rudolf Heß und Gauleiter chwede. Koburg, empfangen, schritt der Führer. der sich in Begleitung seiner persönlichen und militärischen Adiutanten befand. die Front der Edrenformationen der Wehrmacht. Pollzei. SS. und SA. ab. Eine Welle der Begeisterung drandete empor, als der Führer den weiten Bahnhofsvorplatz betrat und verdichtete sich auf der Fahrt durch die Stadt zu einem Jubelorkan ohnegleichen. Helle Fanfarenklänge der Hitleriugend kündeten die Ankunft des Führers vor dem Landeshaus. Unter den Ehrengästen des Empfanges sab man u. a. die Reichsleiter Reichsführer SS. Himmler und Reichevresseches Dr. Dietrich. ferner Reichskriegsovserführer Oberlindober und Staatssekretär Stuckardt. Gauleiter Schwede. Koburg. erstattete dem Führer Meldung. „Der vommersche Bauer", so betonte er dabei.„einst in seiner äußersten Existenz bedroht und immer der Gefahr des Vertriebenwerdens ausgesetzt, ist nun durch Ihre Partei und Wehrmacht Träger des deutschen Schicksals Die Ansprache des Führers 7„Unsere schönste Aufgabe- die Betreuung des deutschen Arbeiters“ entschlossene Tat. mein Führer, wieder gesichert auf einem Hof" Die Ueberreichung des Ehrenbürgerbrieses Nach einem umfassenden Rechenschaftsbericht des Gauleiters über den allgemeinen wirtschaftlichen. kulturellen und sozialen Aufstieg Vommerns entbot Oberbürger= meister Faber den Willkommengruß seiner Stadt. Aus dem sterbenden Stettin sei heute wieder ein aufblübendes Gemeinwesen geworden. Dann überreichte der Oberdürgermeister dem Führer den künstlerisch ausgestalteten Ehrenbürgerbrief. ein Meisterwerk vommerscher Handwerksarbeit, den der Führer mit berzlichen Worten des Dankes entgegennahm. Der Führer antwortete auf die Begrüßung durch den Hauleiter und den Oberbürgermeister mit einer kurzen Ansprache, in der er seiner Freude über die im Gau Pommern während der letzten Jahre geleistete Aufbauarbeit Ausdruck gab. Mit herzlichen Worten würdigte der Führer dabei das Wirken des Gauleiters Schwede als das eines seiner ältesten und treuesten Anhänger. Er gehöre zu dem Kreis jener Männer, die in unerschütterlichem Glauben an die Mission des Nationalsozialismus der Bewegung stets bedingungslos gefolgt seien. Alle Erfolge, die er selbst in diesen 5½ Jahren habe erzielen können— so betonte der Führer— seinen nur möglich gewesen, weil hinter ihm in der nationalsozialistischen Partei diese beste Führerauslese der Nation stehe. Deshalb sei auch die Person des Führers„ebensowenig von seiner Bewegung zu trennen wie ein Feldherr von seiner Armee. Der Führer bezeichnete es als das große Ziel der nationalsozialistischen Bewegung, die ganze Kraft des Volkes zusammenzufassen und nacheinander für die ein. zelnen großen Aufgaben einzusetzen. Jedes deutsche Land und jeder deutsche Gau seien in ihrem Blühen und Gedeihen gebunden an die Gesamtgröße des Reiches. Das gelte auch für Pommern. Noch seien nicht alle Aufgaben gelöst, die wir uns einst stellten. Je mehr Deutschland sich festige und in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht aufzublühen beginne, umso klarer erkenne es erst all das, was noch zu tun übrig bleibe. „Und wir sind darüber glücklich!“— so rief der Führer aus.„Wir sind nun einmal Tatmenschen und werden es ewig bleiben! Wir werden deshalb glücklich sein über jede sich uns stellende neue Aufgabe!“ Der Führer gab in eindrucksvollen Worten seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß wir auch alle die Arbeiten. die wir heute im Großen im Reich und im einzelnen in den Gauen erst in Umrissen vor uns sähen, in der Zukunft lösen würden:„Wir werden in derselben Richtung weiter fortfahren wie bisher: in der Stärkung des Bauernstandes, in der Festigung unserer nationalen Wirtschaft und vor allem im Ausbau unserer sozialen Gemeinschaft! Denn alle unsere großen Leistungen sind nur denkbar gewesen durch das Vertrauen der breiten Massen unseres Volkes. in erster Linie des deutschen Arbeiters. Für ihn zu sorgen, ihn vollkommen herauszulösen aus der verderblichen Ideologie, die ihn noch vor wenigen Jahren beherrschte, darin sehen wir unsere schönste Aufgabe! So werden wir immer mehr dem sozialen Deutschland nachstreben und es zu verwirklichen suchen. Und ich weiß, Herr Gauleiter, daß gerade Sie auf diesem Gebiet ein hervorragender Meister sind.“ „Ich gehe heute mit einem Gefühl vollster Befriedigung in die einzelnen deutschen Gaue. Es ist überal! dasselbe Bild eines großen, gewaltigen Emvorstrebens. Immer mehr bin ich dabei von der Erkenntnis durchdrungen, wie notwendig es ist, zwei Säulen im Staat unerschütterlich festzumachen: Auf der einen Seite die ewige, politisch tragende nationalsozialistische Partei und auf der anderen Seite die deutsche Wehrmacht. In eben dem Maße, in dem diese beiden Säulen sich vereinen und die Träger des ganzen deutschen Schicksals werden, wird die deutsche Nation beruhigt in die Zukunft blicken können!" Festlicher Ausklang Weit öffnet sich der Blick von der bochragenden Hafenterrasse mit dem mächtigen, im Schmuck riesiger Hakenkreuzbanner prangenden Museumsbau auf die Oder bis hinüber zum Freihafen. An den Grünhängen zu beiden Seiten der kühn vorgeschwungenen Freitrevve steben bis an die Uferstraßen hinunter dicht die Menschenmassen in freudiger Erwartung des Führers. An der Mole hat der Torvedobootszerstörer„Friedrich Ihn“ festgemacht. Von hier aus— wohl eine der schönsten derartigen Terrassenanlagen Deutschlands— nimmt der Führer den Vorbeimarsch der 60000 politischen Soldaten des Gaues Pommern ab. Ein erneute beisviellose Triumphfahrt durch die Stadt hat ihn zunächst gemeinsam mit Rudolf Heß und Reichsführer SS. Himmler in das Museum geführt. Nach der Besichtigung begibt er sich unter den stürmischen Heilrusen der Menge zu der Tribüne, wo die Führerstandarte hochgeht. Der Gauleiter erstattet Meldung. Der Vorbeimarsch beginnt. Auf diesen Augenblick haben die 60 000 getreuen Gefolgsmänner Pommerus sehnsüchtig gewartet. Nun dürfen sie dem Führer ins Auge sehen, um sich neue Kraft und Stärke für ihre stille, selbsilose Arbeit im Dienste des deutschen Vaterlandes zu holen. Hell leuchten die Augen und glücklich strahlen die Gesichter. Block und Block marschiert so vorüber, die braunen Bataillone der SAl., die Marschtruppe des RSKK. im Sturzhelm, die Kolonnen der Politischen Leiter, die schwarzen Stürme der SS., der Arbeitsdienst mit blinkendem Spaten. Fahnenwald folgt auf Fahnenwald. Musikzug aus Musikzug. Fast eine Stunde dauerte der Vorbeimarsch und gestaltete sich für alle Teilnehmer zu einem mitreißenden Erlebnis. Schwere Folgen des Erdbebens Bisher drei Todesopfer Großfeuer in Gent In den Bergwerksschächten kein Stoß verspürt Brüssel. 12. Juni. Nach den bisher vorliegenden Meldungen hat das Erdbeben in Belgien mindestens drei Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert. In Gent wurden zwei Arbeiter von herabsallenden Steinen schwer verletzt. Einer von ihnen starb kurz darauf. In Cruxshautem wurde ein Mann auf einer Baustelle durch eine einstürzende Mauer erschlagen. In Mont=St. Amand warf sich ein durch das Erdbeben seelisch erschütterter Mann unter einen Kraftwagen und wurde auf der Stelle getötet. In Kortryk wurde ein Mann, der aus dem Fenster schaute, auf die Straße geschleudert und schwer verletzt. Hier wurden ganze Dächer durch die Erschütterung abgedeckt und die Straßen mit Dachziegeln übersät. In dem berühmten Beginenhof wurden beinahe alle Häuser stark beschädigt. In Gent stürzte ein fast drei Jentner schweres Steinkreuz von der Fassade der JosefKirche auf die Straße, allerdings ohne jemanden zu verletzen. Durch das Erdbeben entstanden auch mehrere Großfeuer, die schweren Schaden anrichteten. In Gent wurde ein großer Teil einer Fabrik, in der durch die Erdstöße ein Kurzschluß ausgelöst worden war, völlig eingeäschert. In den Bergwerksgebieten verursachte das Beben keinerlei Unfälle. Die Bergleute berichten, daß sie selbst in den tkefsten Schächten keine Stöße verspürten Das Erdbeben auch in Württemberg aufgezeichnet Stuttgart, 12. Juni. Am Samstag wurde um die Mittagsstunde an den württembergischen Erdbebenwarten Stuttgart, Ravensburg und Meßstetten ein stärkeres Nahbeben aufgezeichnet, dessen Herd in nordwestlicher Richtung, von Stuttgart rund 400 Kilometer entfernt. also in Belgien, liegt. Kurz nach 14,15 Uhr wurde noch ein schwaches Nachbeben von demselben Herd aufgezeichnet. Gewaltige Bauvorhaben werden begonnen Morgen gibt der Führer das Zeichen Grundsteinlegung zum Haus des Fremdenverkehrs Berlin, 12. Juni. Die Grundsteinlegung zum Haue des Fremdenverkehrs findet am Dienstag, 14. Juni. in Anwesenheit des Führers und Reichokanzlers in festlichem Rahmen statt. Der Führer wird vom Runden Platz an der NordSüd=Achse das Zeichen zum Beginn der gewaltigen Bauvorhaben geben, die mit dem 14. Juni an 16 Stellen gleichzeitig ihren Anfang nehmen. Berlins letzte Vorbereitungen Aufmarschplätze für die Festteilnehmer. Taa und Nacht schaffen viele hundert Arbeiter. Techniker und Ingenieure, um die letzten Vorbereitungen für den gewaltigen Baueinsatz in der Reichshauptstadt am 14. Juni zu treffen. Jeder Berliner hat die Möglichkeit. an einer der Feiern teilzunehmen, da keine besonderen Einlaßkarten ausgegeben werden. Am Runden Platz erfolgt die Grundsteinlegung zum Haus des Deutschen Fremdenverkehrs um 12 Uhr. Reichsminister Dr. Goebbels und der Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes Staatsminister a. D. Esser werden hier zu der Bevölkerung und den angetretenen Ehrenformationen sprechen, während auf den anderen bekannten Plätzen der Reichs= und Preußische Dr. Dorpmüller und Oberbürgermeister und Stat präsident Dr. Lippert das Wort ergreisen werden. Im gleißenden Sonnenlicht liegt der weite Runde Platz an der Potsdamer Straße. Das Gelände ist eingeebnet. Die großen huseisenförmigen Tribünenaufbauten. in deren Mitte sich die Ehrentribüne befindet, sind fast vollendet. Sie bieten Platz zur 3500 Personen. Zwi zwei riesigen Hakenkreuzfahnen wird das Berliner Stadtwappen wehen. Der Grundstein zum Haus des Deutschen Fremdenverkehrs und damit zum ersten großen Neubau an der Nord=Südstraße liegt in der Mitte des von den Tribünen gebildeten Huseisenbogens. Der freibleibende Raum wird in einen Aufmarschvlatz für etwa 1000 Angestelle des Gaststättengewerbes. Abordnungen der Arbeiter und für die aus Hamburg eintreffenden Trachtengruppen Auch auf dem Königsplatz werden große Tribünen errichtet, die in der Achse der Siegessäule und des Bohrturmes in der Alsenstraße liegen. Vor den Tribünen werden die großen Bagger aufgestellt, mit denen nach dem ersten Spatenstich zur Svreeverlegung und zur Neuordnung des Berliner Reichsbahnnetzes die Arbeiten begonnen werden. Das gleiche Bild unermüdlichen Schaffens bietet sich auch an den 14 anderen Baustellen. Erst in der Nacht zum Dienstag. wenn die Fahnen gehißt werden, werden die letzten Vorbereitungen zum 14. Juni. dem Tage der Nationaler Vormarsch an allen Fronten Bahnverbindung Alicante Salamanca. 12. Juni. Aus taktischen Gründen ist der vorliegende nationalspanische Heeresbericht außerordentlich zurückhaltend. sodaß sich der Umsang und ebenso die Bedeutung der durchgeführten Overationen nur ahnen läßt. An der Front von Teruel haben die nationalen Truppen ihren Vormarsch trotz schwerster Behinderung durch sehr ungünstiges Wetter weiter fortgesetzt. An der Front von Castellon wurde die Offensive weiter geführt. In Gewaltmärschen besetzten die Nationalen eine Reihe von Ortschaften und Positionen von entscheidender Bedeutung. Während des Freitag und im Laufe des Samstag wurden über 3000 Gefangene gemacht. Im Abschnitt Einca an der Porenäenfront wurden die Kämpfe durch starken Nebel sehr erschwert. Trotzdem wurde auch hier der Gegner von den nationalen Truppen zurückgeworfen. Die Luftwaffe hat in der Nacht vom 9. zum 10. Juni d'e Häfen Castellon und Denia bombardiert, wo eine Reihe von Piratenschiffen gerade ausgeladen wurden. Ferner wurden Gandia und Alicante mit Bomben belegt. Im Laufe des Samstag wurden besonders der Hafen und der Bahnhof von Alicante mit Bomben belegt und die Bahnverbindung mit Valencia unterbrochen. Valencia unterbrochen Stappellauf des Kreuzers„Navarra“ Der Verlust der„Baleares“ wird ausgeglichen. Salamanca, 12. Juni. In La Coruna fand der Stapellauf des neuen Kreuzers„Navarra" stau., der an die Stelle des verlorengegangenen„Baleares" treten soll An dem Stapellauf nahmen hohe Vertreter des nationalen Spaniens und der Chef der Marineleitung, Admiral Cervera, teil. 4 Kilometer vor Castellon Bilbao. 12. Juni. Seit den ersten Morgenstunden des Sonntags herrscht rings um die Stadt Castellon eine rege Geschütztätigkeit. Nachdem die Nationalen die Ortschaft Borriol besetzt hatten, eroberten sie einen Teil des ausgebauten Grabensystems und kamen auf vier Kilometer bis an Castellon heran. Der Feind zog sich gegen seine Gewohnheit kampflos zurück, wie überhaupt von allen Abschnitten eine große Mutlosigkeit des Feindes gemeldet wird. Am Samstaa wurde Albocacer eingenommen. Die Roten versuchten, in wilder Flucht Castellon zu erreichen. Dadurch sielen den nachdringenden galicischen Divisionen weite Gebietsteile im Süden und Südosten von Albocacer in die Hände, die von der roten Heersleitung zu einem hartnäckigen Widerstand vorbereitet worden waren. Ausschreitungen in Reichenberg Fünf Sudetendeutsche verle“: Reichenberg(Böhmen), 12. Juni. In den späten Nachtstunden des Samstags kam es in Reichenberg zu Ausschreitungen von Tschechen und Kommunisten gegen Sudetendeutsche. Ein Zwischenfall war besonders schlimm. Tchechen und Kommunisten hatten sich zusammengerottet und warfen mit Steinen die anläßlich der Wahl geschmückten Fenster der deutschen Häuser ein. rissen Zäune um und schlugen mit Latten auf die Sudetendeutschen ein, die infolge der Steinwürse aus ihren Häusern geeilt waren. Trotz wiederholter dringender Vorstellungen der Vertreter der Sudetendeutschen Partei bei der Staatspolizei verweigerte diese ein Einschreiten mit der Begründung, daß„überall Ruhe und Ordnung herrsche". Erst nachdem sich die beteiligten Tschechen und Kommunisten im Dunkel der Nacht aus dem Staube gemacht hatten, erschien Polizei. Ins Reichenberger Krankenhaus wurden fünf Sudetendeutsche eingeliefert und zwar Funke. Dressel. Antonv. Möller und Baer. Man stellte folgende Verletzungen fest: einen Armbruch. Hiebund Rißwunden am Hinterkopf und am ganzen Körper. Einer der Verletzten hat eine schwere Gehirnerschütterung durch einen Schlag auf den Kopf erlitten. In anderen Stadtteilen wurden von Tschechen mit Steinschleudern die Fenster der deutschen Häuser zertrümmert. Die Sudetendeutschen machten in allen Fällen von ihrem Recht der Notwehr keinen Gebrauch, da die Sudetendeutsche Partei die Weisung ausgegeben hatte, alles zu vermeiden, was ernste Konflikte hervorrufen könnte. Wenn es daher zu keinen weiteren ernsten Zwischenfällen kam. so ist dies nur auf die Besonnenheit und Diszivlin der sudetendeutschen Bevölkerung und ihrer politischen Leitung zurückzuführen. Die tschechische Polizei scheut sich nicht, jetzt sogar Zivilisten zu bewaffnen! „Es gibt keine tschechoslowakische Nation“ Klare und eindeutige Sprache der ungarischen Presse. Budapest, 12. Juni. Die Autonomieforderungen des Ungartums in der Tschechoslowakei werden von der gesamten ungarischen Rechtspresse mit großem Nachdruck und fester Entschlossenheit unterstützt, Das Regierungsblatt„Függetlenseg“ betont, das Ungartum fordere von seinen Unterdrückern nationale Gleichberechtigung, Autonomie und Wiedergutmachung. Mit dem Rechte ihres 1000jährigen Bestandes auf ungarischer Erde forderten eine Million Ungarn ihre Befreiung. Der nationalvölkische„Uj Magyarsag“ schreibt, nunmehr habe auch das Ungartum der Welt zur Kenntnis gebracht, daß es keine tschechoslowakische Nation gebe. Der Herrgott habe bei Erschaffung der Welt die verschiedensten Völker geschaffen, jedoch kein tschechoslowakisches Volk. Das Reslektorlicht der sudetendeutschen Frage habe dem Auge Europas den Feuerherd Mitteleuropas enthüllt. Das deutsche Beispiel, das Aufslammen des deutschen Gemeinschaftsgefühls, habe auch den übrigen unterdrückten Völkern der Tschechoslowakei den Lebensodem eingeflößt. Ichuß im Funkhaus Das Schicksal einer lungen Sängerin I von M. OBEk.— Copyright by Prometheus-Verlag. Dr. Eichacker. Oröbenzell b. München 14. Fortsetzung Schaub legte die Hand auf die Tasche. „Noch nicht!“ sagte er langsam und scharf.„Ich bitte. daß Sie mir erst einige Fragen beantworten. Sie waren als letzte Besucherin bei Herrn Dr. Bortefeld. Sie waren sehr erregt und nervös. so nervös, daß Sie sogar Ihre Handtasche unten im Lokal liegen ließen—— erzählen Sie mir den Inhalt der Unterredung zwischen Ihnen und Dr. Bortefeld" Evelyn preßte die Livven schmal zusammen. „Ich möchte darüber nicht sprechen!“ sagte sie nach einer Weile gepreßt. Kriminalrat Schaub nickte, er sab fast zufrieden aus. Evelyn sah ihn an. Plötzlich überfiel sie eine beiße Angst —— was hieß das alles. was sollte das? Mühsam sammelt Evelyn die Gedanken:„Ich kam so gegen sechs Uhr zu Herrn Dr. Bortefeld. Herr Dr. Stein vermittelte mir eine Unterredung. Sie dauerte bis kurz vor Beginn meiner Sendung 19.45...“ „Und dann waren Sie wieder bei ihm—— wann?“ forschte die unerbittliche Stimme. „Eine Zeitlang nach der Sendung. Aber Fräulein Hutstein. Bortefelds Sekretärin, sagte mir, daß er fortgegangen sei. trotzdem er mich bestellt hatte. Da ging ich ins Restaurant. Später sah ich ihn dort und merkte, daß ich salsch unterrichtet war, er war ja doch noch im Haus. Ich ging noch einmal zu ihm...“ Enelyn bricht ab. Plötzlich verschwimmt alles vor ihren Augen, drebt sich in wirbelndem Kreis, sie gleitet aus und schlägt obne jeden Laut zu Boden... Schaub springt auf. „Dr. Stein! Stein——— bitte!“ Stein kommt ins Zimmer gestürzt, siebt das blasse Mädchen am Boden, schrickt zusammen. „Mein Gott!“ „Holen Sie einen der Aerzte von Bortefeld oben!" sagt Schaub schnell.„Scheinbar eine tiese Obnmacht...“ „Von dem Anschlag auf Bortefeld weiß ich nichts!“ sagte sie hastig.„Einmal war ich bei ihm.— vor meiner Sendung— nachher traf ich ihn nicht an...“ „Es ist besser, wenn Sie mir alles der Reihe nach erzählen!“ sagte die kühle, forschende Stimme bestimmt. Evelyn hob den Kopf. sie wollte die Lippen öffnen, aber es kam ganz etwas anderes aus ihrem Mund. als sie sagen wollte. Sie neigt sich vor: „Bitte—— was ist denn mit Dr. Bortefeld—— Ist er schwer verletzt?... Ist er verwundet, bitte, sagen Sie es doch!“ Schaub schüttelte abwehrend den Kopf. „Das ist für unsere Unterredung nicht wichtig“, sagte er fast eisig. Sein Ton wurde schärfer.„Ich bitte Sie, nicht zu vergessen, daß ich in amtlicher Eigenschaft hier bin, Fräulein Kay. Antworten Sie mir auf das, was ich Sie frage... Wann waren Sie bei Dr. Bortefeld?" In Evelyns Hirn kreist alles wild durcheinander, sie hört die scharfen Worte, aber sie kann nichts anderes denken, als: Verletzt? Verwundet? Vielleicht schon tot? ... Sie hebt die Hände und ruft ein wildes:„Nein Nein!“ Schaub tritt nabe an sie heran.„Erzählen Sie!" sagt er rubiger.„Also?“ Man bettet Evelyn ins nächste Zimmer, da steht ein breites Sosa. Stein schiebt ihr noch ein paar Kissen unter den Kopf. siebt einen Augenblick verstört in die wachsbleichen Züge. Dann rust er nach Arzt. Wasser. Tropsen— das helle Licht der Decke erlischt, still liegt Evelyn als Gast in einem fremden Zimmer... Schaub nickt Stein zu. „Sie hätte beinabe alles gesagt!“ meint er ruhig. „Sie soll sich erholen—— dann will ich sie weiter vernehmen.. „Sie hats getan?“ fragt Stein atemlos. „Ich glaube——“ sagt Schaub ruhig Um Steins festen Mund gräbt sich eine grübelnder Zug. dann meinte er: „Ich will mich um den Arzt bemühen—— er kann hier durch die zweite Tür bereinkommen. Uebrigens. das Fräulein Hutstein ist draußen. Bortefelds Sekretärin Sie kam vorhin unten ins Restaurant—— Sie wollten sie doch sehen, heute noch?“ „Ja, heute noch— bringen Sie sie zu mir!“ „Ich schicke Ihnen Holl“. meint Stein müde. „Gut...“ Ein vaar Minuten später betritt Schaubs Zimmer Fräulein Hutstein, allzusüßzen Blumenduft verbreitend. Schaub besieht das Mädchen genau. Ihm entgeht nicht die etwas unsichere Eleganz, das allzu blond gebleichte Haar. nicht das zurechtgeschminkte Gesichtchen, das von billiger Hübschheit ist. Er spricht zu dem Mädchen mit fast väterlicher Freundlichkeit und läßt die Wichtigkeit ihrer Aussage stark hervortreten. Fräulein Hutstein folgt auch sofort und gibt bereitwillig Auskunft. Der Anschlag tut ihr leid. sicherlich, aber das Gefühl. in eine olch sensationelle Sache verwickelt zu sein, überwiegt doch... „Es ist ja schön, daß wir Sie noch erreichen konnten. Fräulein Hutstein!" beginnt Schaub freundlich. „Ach. Herr Kriminalrat. Ach. ich bin ganz außer mir! Vor ein paar Stunden erst habe ich Herrn Bortefeld gesund verlassen und jetzt...!“ Sie seufzt elegisch. „Ja. ja. es ist eine tragische Geschichte. Wir wollen sie recht bald aufklären... da könnten Sie uns sehr helfen. Wollen Sie mir etwas mitteilen über die Personen, die alle heute nachmittag bei Herrn Dr. Borteseld waren?" „O ja. natürlich Herr Kriminalrat!" tut das Mädchen wichtig.„Ich habe die Herrschaften doch immer angemeldet... da war die Frau von Daalen, die Overnsängerin. Dann der Kavellmeister Thüngen. Dann der junge Herr Kay...“ Jetzt macht das blonde Fräulein eine effektvolle Pause.„Ja, und dann schließlich Fräulein Kay Schaub steht auf und geht ein paar Schritte durchs Zimmer. „Sie müssen mich nun recht versteben. Fräulein Hutstein“, fährt er fort.„Wenn ich Sie jetzt frage, ob Sie etwas von dem Inhalt der Unterredung kennen, klänge das ja fast, als hätten Sie gelauscht. Ich weiß natürlich. daß das nicht so ist... Er beugt sich sehr höflich, was Fräulein Hutstein mit geschmeicheltem Lächeln quittiert. „Immerhin——“ fähr er ruhig fort.„Immerhin kommt es mitunter vor, daß man— natürlich ohne es zu wollen— ein paar Worte einer Unterredung auffängt... Haben Sie irgendetwas Verdächtiges gebört? Sagen Sie es mir ganz offen.. Das blonde Fräulein hebt einen Moment etwas unentschlossen die Achseln, dann kommt die Antwort: „Hin und wieder konnte man natürlich schon ein Wort verstehen... Herr Bortefeld schloß selten die gevolsterte Doppeltür—— er war darin sehr offen.. „Sehr interessant. Können Sie mir etwas über den Inhalt der Unterredungen sagen— Fräulein Hutstein?" Das Mädchen verzog etwas den Mund. „Ach. es war ja immer dasselbe. Frau von Daalen und Kavellmeister Thüngen kamen mit Beschwerden—— es gibt ja bei uns immer Aufregung und Intrigen—— das ist nun mal so. Außerdem waren die Herrschaften es von Herrn Bortefelds Vergänger gewöhnt, daß ihre Wünsche erfüllt wurden, wenn hartnäckig darum gebeten wurde... Bei Herrn Dr. Bortefeld war das nicht so. Er hörte sich zwar alles an. aber er war viel energischer * „Sie gingen heute abend zu Herrn Dr. Bortefeld, um ihm Mitteilung zu machen von dem Testament=Brief, den Sie erhalten haben?" Evelyn nickte stumm. „Sie hatten also vor Ihrer Sendung eine Unterredung mit dem Dr. Bortefeld, die sehr erregt verlief. Stimmt das?“ Wieder das stumme Kopfnicken. „Sie machten ihm Vorwürfe, daß er Ihre Mutter in den Tod getrieben habe. Sie riefen unter anderem aus: warum haben Sie das getan!" „Sie waren aufs äußerste verstört, daß Sie Bortefeld für Ihren Vater halten mußten, nicht wahr? Er hatte sich wohl nie um Sie gekümmert.. „Er ist nicht mein Vater!“ kam es abwehrend von den blassen Lippen. Schaub nickte.„Man kann verstehen, daß Sie ihn nicht gern für Ihren Vater halten!“ meinte er sachlich. „Er ist es wirklich nicht!“ Schaub zuckte die Achseln.„Lassen wir das!“ meinte er und fuhr fort: „Nach Ihrer Sendung gingen Sie wieder zu ihm, nicht wahr?“ „Jol. „Er war nicht da?“ „Fräulein Hutstein sagte mir, er sei fort. Sie hatte sich aber geirrt.“ „Ja, das weiß ich. Sie gingen dann ins Restaurant. nicht wahr?" „Ja“. Schaubs Blick wurde schärfer. „Es ware besser, wenn Sie sprächen und sich nicht jedes Wört herausziehen ließen!“ sagte er erwas unsreundlich. In Evelyns Gesicht war flutende Röte geschlagen. Sie raffte die mühsam und angstvoll flatternden Gedanken zusammen, sagte knapp. Nr. 135(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Montag, den 13. Juni 1938 Aus und für Herne Vom Lolderbusch Trotz des raschen Uebergangs von einer rein ländlichen Siedlung, wo fast an jedem Haus als treuer Beschützer von Hof und Heim der mit Wunder= und Zauberkraft umwobene Holderbusch beheimatet war, zur Industriestadt, hat dieser sich an vielen Stellen bei uns erhalten. So sieht man jetzt seine gelb=weißlichen Blütendolden an kräftigen, dichtbelaubten Sträuchern an den meisten alten Gehöften in HerneSüd, so an der verlängerten Düngelstraße, zu beiden Seiten an vielen älteren Gebäuden an der Bochumer Straße, im Feld= und Regenkamp, wie auch in manchen Innenhöfen unserer Stadt. Der Holderbusch war unseren Vorfahren ein heiliger Strauch, den man nicht umhauen durfte, ohne den Zorn der Götter herbeizuführen, er mußte leider später manchen ausländischen Ziergewächsen weichen, obschon er' ein nützlicher und zugleich zierlicher Strauch ist. Seine Blüten liefern im getrockneten Zustand den als Schweißmittel beliebten Fliedertee.(Der Holunder wird fälschlicherweise oft als Flieder benannt.) Auch noch andere Heilkraft schreibt man dem Holunderbusch zu. Von ihm benutzt man die schwarzen Beeren, die sich aus der Blüte bilden, die Rinde und die Wurzel zu Heilzwecken. Vielerorts bereitet man aus seinen Beeren ein schmackhaftes Holundermus, das in Wasser aufgelöst, auch als Blutreinigungsmittel dient. Die getrockneten Beeren helfen bei Durchfall. Aus der Rinde und den Wuzeln kocht man Tee, der bei Nierenleiden verwendet wird. So sind alle Teile des Hokunderbusches wertvoll. Den Kindern ist der Holunderstrauch ein beliebtes Spielzeug. Die ausgehöhlten Zweige benutzten sie als Knallbüchsen und gebrauchen das Mark als Schießpulver. Der nützliche Strauch ist sehr anspruchslos. Er gedeiht auf jeden Boden, sogar auf Schutthausen. *** Der Urlaub für Jugendliche im Jahr 1938. Alle Unklarheiten beseitigt. NSG. Das Gaupresseamt der=NSDAP, Gau Weftfalen=Süd, gibt folgendes bekannt: Am 1. Mai 1938 hat der Führer und Reichskanzler das Jugendschutzgesetz verkündet.„Dieses Gesetz, das einschneidende Bestimmungen über den Schutz der Jugendlichen im Arbeitsleben enthält, tritt am 1. Januar 1939 in Kraft. Es besteht jedoch Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß der in diesem Gesetz verankerte Urlaub bereits mit sofortiger Wirkung Gültigkeit hat. Nach dem Gesetz hat der Betriebsführer jedem Jugendlichen für jedes Kalenderjahr unter Fortgewährung der Erziehungsbeihilfe oder des Lohnes Urlaub zu gewähren. Die Mindestdauer des Urlaubs beträgt für Jugendliche und Lehrlinge unter 16 Jahren 15 Arbeitstage, für Jugendliche und Lehrlinge bis zu 18 Jahren 12 Arbeitstage. Der Urlaub erhöht sich auf 18 Tage, wenn der Jugendliche an einer 10tägigen Fahrt oder an einem Lager der HitlerJugend teilnimmt. Maßgebend für die Urlaubsdauer ist das Alter des Jugendlichen bei Beginn des Kalenderjahres. Wenn also der Jugendliche im Laufe des Kalenderjahres 18 Jahre alt wird, so hat er für das laufende Jahr noch Anspruch auf 12 Tage bzw. 18 Tage. Aehnlich verhält es sich mit der Vollendung des 16. Lebensjahres. Wenn also der Jugendliche im Laufe des Jahres 16 Jahte alt wird, so hat er für das laufende Jahr Anspruch auf 15 bzw. 18 Tage Urlaub. Der Urlaub ist nach Möglichkeit zusammenhängend in der Zeit der Berufsschulferien oder in der Zeit eines Lagers bzw. einer Fahrt der HJ. zu erteilen. *** Zeigen von Kirchenflaggen u. Kirchenfahnen An dem in der Zweiten Verordnung zur Durchführung des Reichsflaggengesetzes vom 28. Aug. 1937 (RGBI. I S. 917) ausgesprochenen Verbot des Zeigens von Kirchenflaggen und Kirchenfahnen muß uneingeschränkt festgehalten werden. Auch jeder Versuch einer Umgehung des Verbots wird unterbunden werden(vgl.§ 2 Abs. 3 der genannten Verordnung). Ein Zeigen von Kirchenfahnen oder Kirchenfarben kann daher nur für die Kirchengebäude selbst und für die kirchlichen Dienstgebäude vom Pfarramte aufwarts in Frage kommen. Jede Ausschmückung von anderen Gebäuden, ferner Straßen, Plätzen, Prozessionsaltären usw. mit Kirchenfahnen oder=farben ist verboten und strafbar. *** Betriebsappell der Flottmänner. 5 Arbeitsjubilare ausgezeichnet. Am Samstagmittag gegen 12 Uhr wurde auf den Flottmannwerken ein Betriebsappell der Gefolgschaft abgehalten. Er fand in der Werkshalle statt. Der Musikzug und die Gesangsabteilung der Flottmänner gaben dem Appell die würdige Umrahmung. Nach der Eröffnung durch den Betriebsobmann Steinbach sprach der Ortsgruppenleiter der RSDAP Herne=Alt, Parteigenosse Heinrich Landwehr. In seinen Ausführungen feierte er die Betriebsgemeinschaft als das Ideal des schaffenden Menschen im neuen Staate. Jedes Gefolgschaftsmitglied sei ein wertvolles Rädchen im Getriebe des Werkes. Wo Gefolgschaftsführer und Gefolgschaftsmitglieder Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig zur Erringung größerer Leistungen anspornen, dort müsse eines Tages die staatliche Anerkennung kommen, die in der Auszeichnung bestehe, daß man das Werk zum Musterbetrieb ernenne. Dieses Ziel zu erreichen, solle jeden der Flottmänner Richtschnur sein, das Beste aus sich herauszuholen. Nach dieser Ansprache wurden fünf Jubilare des Werkes: Stanislaus Morschne, Konrad Breuckmann, Josef Heinz, Otto Wittke und Bruno Rohrmoser, ausgezeichnet. Der Betriebsappell schloß mit dem Gedenken an den Führer und dem Singen beider Hymnen. *** Ein Platzkonzert unserer SchutzpolizeiKapelle Bochum=Herne. Eine schöne Einrichtung für die Bevölkerung im Bereich des Polizeiprasidiums Bochum sind die Platz konzerte der Schutzpolizeikapelle Bochum=Herne. Nachdem schon in den einzelnen Städten des Präsidialbezirks Platzkonzerte mit Erfolg durchgeführt worden waren, besuchten uns die Polizeimusiker am Samstag auch in Herne. Sie fanden ein äußerst günstiges Wetter und eine musikfreudige Herner Be völkerung vor. Die Kapelle erschien gegen 19 Uhr auf dem Adolf=Hitler=Platz und nahm gegenüber der städtischen Sparkasse Aufstellung. Unter ihrem Leiter, Polizeimeister Franz, bot sie eine Stunde lang, bis 20 Uhr, Märsche, Ouvertüren, Walzer, ein Charakterstück und flotte Armeemärsche. Der aus Blasinstrumenten und Holzbläsern zusammengesetzte Klangkörper— 25 Mann stark— zeigte sich in seinen Leistungen auf der Höhe seines Könnens. Das bezeugte auch der immer wieder einsetzende Beifall der zahlreichen Zuhörer. Das Konzert wurde mit dem„Defilier=Marsch“ eingeleitet, dann hörte man die Ouvertüre zu„Fatasatena“ von Hause, der das „Münchener Kindl“, ein Walzer, folgte. Dem Charakterstück„Hochzeitszug des Maharadscha“ schlossen sich das große„Soldatenlieder=Potpourri“ v. Hannemann und Armeemärsche an. Ein biederer Herner Bürger der sich als altgedienter Soldat verriet, war von der Musik entzückt, konnte aber nicht begreifen, daß einzelne Musiker trotz ihres Sternchens auf den Achselstücken nur einen kurzen Säbel trugen. Bis er aufgeklärt wurde, daß es sich hier um keine Soldaten, sondern um unsere Schutzpolizei in ihren neuen Uniformen handele. Da ging ihm ein Licht auf und er bemerkte anerkennend:„Spielen tun die aber wie eine richtige Soldatenkapelle!" Dieser Stimme aus dem Volke haben wir nichts hinzuzufügen. KoF=Ostpreußenfahrer! Der Urlauberzug Nr. 133/38 vom 2./3. August bis 23./24. August nach Ostpreußen ist bereits besetzt. Anmeldungen für den Zug können nicht mehr entgegengenommen werden. Die Urlauber, die sich für den Zug auf der Kreisdienststelle Herne— Castrop=Rauxel vorgemerkt haben, müssen bis spätestens 20. Juni einschließlich ihre Anmeldeformulare ausgefüllt einreichen. Formulare, die bereits für eine andere Fahrt ausgefüllt sind, haben für benannten Zug keine Gültigkeit und werden bei späterer Vorlage nicht berücksichtigt. Da zu erwarten ist, daß der Urlauberzug Nr. 132/38 vom 25./26. Juli bis 9./10. August bald besetzt sein wird, ist umgehende Anmeldung auf der Kreisdienststelle Herne—Castrop=Rauxel, Schulstr. 28, Zimmer 7, und der Dienststelle Castrop=Rauxel, Viktoriastraße 10, erforderlich. Holzschuhe für unsere Kumpels- kein Ruckschritt. Bekämpfung einer unbekannten Bergsmannskrankheit Es dürfte kaum einen Beruf geben, der nicht auch seine Berufskrankheit hat. Träger so einer Berufskrankheit sind in den meisten Fällen in Ursachen zu suchen, die nicht immer sofort erkannt und demzufolge auch nicht sofort beseitigt werden können. Es sind schon einige Jahrzehnte her, als unter den Bergleuten die sogenannte Wurmkrankheit herrschte. Später kam das Augenliderzittern auf. Diese Krankheit war eine Schwäche der Augenlidermuskeln, die ihren Dienst versagten. Diese Augenliderkcankheit konnte mit Erfolg bekämpft werden, und heute dürfte es unter den Gefolgschaften unserer Zechen kaum Augenliderkranke geben. Jetzt hat man eine neue Krankheit festgestellt, die weniger gefährlich, aber umso unangenehmer ist. Bei vielen Bergleuten hat man die Pilzkrankheit festgestellt. Zwischen den Zehen bestehen pilzartige Schwammbildungen, die vom Gehen mit bloßen Füßen auf dem Steinboden der Waschkauen herrühren. Um nun eine Verbreitung der Pilzkrankheit zu verhindern, werden unsere Bergleute mit Holzpantinen ausgerüstet, die in der Kaue zwischen Waschraum und Kleiderhaken zu tragen sind. Auf diese gefährliche Krankheit weisen jetzt auch besondere Anschläge der Ruhrknappschaft hin, die auf sämtlichen hiesigen Zechen zum Aushang gekommen sind. Die Gefolgschaftsmitglieder der Hiberniazechen haben diese Holzschuhe kostenlos erhalten, die in den Schreinereien und den Anlernwerkstätten hergestellt werden. *** Ein tödlicher Verkehrsunfall in Baukau. Ein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang, der sich am Samstag mittag gegen 14 Uhr auf der Cranger Straße in Baukau ereignete, setzte ein Elternpaar in tiese Trauer. Das dreijährige Söhnchen Paul der Eheleute Schulz aus der Mont=Cenis=Straße wurde von einem Lastwagen überfahren und starb an den erlittenen Verletzungen. Die Eltern hatten mit ihrem Kinde in Baukau zu Besuch geweilt. Die Leiche des Kindes wurde im Evgl. Krankenhaus aufgebahrt. *** Grenzlandmarsch der Jugenderzieher NSG. Vom 19. Juli bis 4. August 1938 wird ein Grenzlandmarsch der deutschen Jugenderzieher nach Breslau durchgeführt, an dem 1050 Jugenderzieher und Jungerzieherinnen teilnehmen, die, in Marsch= blocks aufgeteilt, unter den Gesichtspunkten von Rasse, Raum und Volkstum geschult werden. Aus allen Gauen des Reiches bewegen sich die Marschstaffeln in Richtung Breslau, wo sie am 28. Juni eintreffen, um am Deutschen Turn= und Sportfest teilzunehmen und mit den volksdeutschen Menschen benachbarter Staaten zusammenzukommen. Nach dreitägiger Studienfahrt durch den schlesischen Grenzraum(BeuthenAnnaberg) werden die einzelnen Gaustaffeln von Breslau die Heimreise antreten. Treffpunkt für Westfalen=Süd sind die Externsteine. Fahrt zur Internationalen Handwerks. Ausstellung in Berlin In der Zeit vom 17. bis 21. Juni 1938 wird eine Fahrt zur Internationalen Handwerksausstellung durchgeführt. Anmeldung und weitere Auskunft erteilen die Kreisdienststelle Herne=Castrop=Rauxel in Herne, Schulstraße 28, und Dienststelle Castrop=Rauxel, Viktoriastraße 10. *** Kursus für historische Frisuren der Fachschaft„Friseure". Der Kursus beginnt am Montag, dem 13. Juni 1938, 20 Uhr in der Städt. Berufsschule, Schulstr. 39. Bei weiteren Anmeldungen findet gleichzeitig ein zweiter Kursus statt. Kursusleiter ist der Kreisfachgruppenwalter Pg. O. König, Fachlehrer ist Pg. Bartkowiak. Modelle zum Frisieren wollen sich Montags= und Donnerstagsabends dort melden. *** Regimentsappell der 116er NSG. Den ersten und sicher auch den größten Regimentsappell veranstaltet das Traditionsregiment des ehemaligen Infanterie=Regiments„Kaiser Wilhelm“(2. Großh. Hess.) Nr. 116 und der Kriegsaufstellungen dieses Regiments, das Infanterie=Regiment 116 in den Tagen vom 18. bis 20. Juni in Gießen. Vom Infanterie=Regiment 116, der Stadt Gießen und ihrer Bevölkerung werden bereits umfangreiche Vorbereitungen für diese Tage getroffen. Es gilt gleichzeitig, den 125jährigen Gründungstag des sturmerprobten Regiments 116 zu feiern. An den Festlichkeiten werden u. a. teilnehmen: Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger(Frankfurt a. M.), der kommandierende General des 9. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis 9, General der Artillerie Dollmann(Kassel), der Staatssekretär Reiner(Darmstadt), der stellvertretende Gauleiter Lindner(Frankfurt a. M.), der Kommandeur der 9. Infanterie=Division und Standortältester von Gießen, Generalleutnant Oßwald, sowie viele alte Offiziere des Regiments und seiner Kriegsaufstellungen. Im Rahmen der Großveranstaltungen sind am 18. Juni ein Kameradschaftsabend, am 19. Juni morgens eine Gefallenen=Ehrung, nachmittags militärische Vorführungen in Verbindung mit der Luftwaffe vorgesehen. Abends gelangt durch Angehörige des Regiments „Wallensteins Lager" zur Festaufführung. Die Reichsbahn gioi zu diesen Festtagen im Umkreis von 150 km um Gießen und einer Anzahl größerer Orte, die bei allen Reichsbahndienststellen zu erfahren sind, im Umkreis von 250 km Sonntagsrückfahrkarten aus. Da mit einem Massenaufmarsch an diesen Tagen nach Gießen zu rechnen ist, empfiehlt sich eine sofortige Anmeldung beim Infanterie=Regiment 116, Gießen. Frei= und billige Bürgerquartiere stehen den Regimentsappellteilnehmern in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Eine Zuweisung erfolgt bei vorheriger Anmeldung durch das Regiment. Außerdem wird eine billige Verpflegung aus Feldküchen durch das Regiment bereitgestellt werden. Alle ehemaligen Angehörigen des Infanterie=Regiments 116, Reserve=Infanterie=Regiments 116, Landwehr=Infanterie=Regiments 116, Reserve=Infanbesicht und bestaltung des neuen Reichslesebuches Für die nationalpolitische Gesinnungsbildung richtunggebend. Der Plan eines Reichslesebuches, der schon 1919 aufgetaucht war, wurde erst durch den Nationalsozialismus verwirklicht. Nach den Richtlinien des Reichserziehungsministers hat es„für die nationalpolitische Gesinnungsbildung richtunggebend zu sein". Waren die Neubearbeitungen der früheren Volksschullesebücher nach der Machtübernahme vielfach über das Ziel hinausgeschossen, indem sie sich oft auf Kosten des literarischen Wertes nicht genug tun konnten bei der Aufnahme von nationalsozialistischen Stoffen, so wurden in das Reichslesebuch nur nationalsozialistische Stücke aufgenommen, die strengen Anforderungen hinsichtlich der Gestaltung standhalten. Die folgerichtige Verwirklichung der Forderung literarischer Hochwertigkeit der Stoffe führte ferner zur Zurückweisung der rein sachkundlichen Stoffe: es wurden jedoch erlebnishaft gestaltete und durchgeformte Darstellungen, die zu den Sachgebieten hinüberweisen, in genügender Zahl dem Lehrer bereitgestellt. Die Vorgeschichte z. B. erscheint im Reichslesebuch in sachlich einwandfreien und doch dichterisch starken Gestaltungen, das Auslandsdeutschtum nicht als Wissensgebiet, sondern als Schicksal und Aufgabe. Selbst von Fachkreisen wird das Reichslesebuch, wie einer Aeußerung des Reichsblattes des NS.=Lehrerbundes „Der deutsche Erzieher“ zu entnehmen ist. als noch verbesserungsbedürftig beezichnet. Es konnte bei der Notwendigkeit, das ganze Werk in nicht allzu langer Zeit zum Abschluß zu bringen. nicht überall die letzte und höchste Form jedes Jahrgangs= oder Landschaftsbandes gefunden werden. Deshalb ist an eine Neubearbeitung und Verbesserung von vornherein gedacht worden, jedoch erst nach einer Reihe von Jahren. in denen genügend Erfahrungen in der Schule selbst ge sammelt worden sind. Zur Neubearbeitung. z. B. zur besseren Anpassung des zum Teil reichlich schweren Bandes für das 5. und 6. Schuljahr an die Aufnahmefähigkeit der Kinder, gehört aber auch, daß in Ruhe inhaltlich verwandte, in Gehalt und Form gleichwertige und zugleich leichter. verständliche Darstellungen zum Ersatz für auszuscheidende gesammelt und im Unterricht erprobt werden. Darum muß sich jede Kritik der Verpflichtung. Besseres vorzuschlagen, bewußt bleiben. Der Bebilderung des Reichslesebuches lag von vornherein ein bestimmter Plan zugrunde, dessen Grundzüge bei dem allmählichen Aufbau des Werkes beibehalten worden sind. Sie ist bei Wahrung der Kindertümlichkeit künstlerisch hochwertig und bleibt streng innerhalb der künstlerisch=technischen Grenzen der Buchwiedergabe, vor allem aber ist sie in jedem Band künstlerisch einheitlich. Deshalb finden sich im Lesebuch für das zweite Schuljahr ausschließlich Bilder von Ludwig Richter, aus dessen Schaffensfülle genügend Bilder. die guten Anschluß an den Text des Lesebuches haben, ausgesucht werden konnten. Diese Bilder sind nicht heldisch. sie sind aus einer engen und gemütvollen Welt erwachsen, aber sie sprechen noch heute mit ihrer Seele zum deutschen Kinde dieser Altersstufe. Im 3. und 4. Schuljahr trägt die Bebilderung auch dem Heimatgrundsatz Rechnung dadurch, daß zu den reichsverbindlichen Holzschnitten neuzeitlicher deutscher Künstler je nach dem Reichtum des Schaffens der betreffenden Landschaft fünf bis zwolf beimatliche Holzschnitte hinzutreten. Das Gesicht des Bandes für das 5. und 6. Schuljahr ist hauptsächlich bestimmt durch die geschichtliche Unterrichtsaufgabe dieser Stufe. Deshalb wurde bei der Bebilderung auf die Blütezeit älterer deutscher graphischer Buchkunst zurückgegriffen und dieser Band mit Stichen und Schnitten altdeutscher Meister ausgestattet. Das Lesebuch für das 7. und 8. Schuljahr bringt Werke deutscher Baukunst und Skulptur, in denen sich großes deutsches Schicksal der Vergangenheit und der Gegenwart spiegelt, dazu germanische Zier= und deutsche Volkskunst in voraussichtlich 31 Photogravüren. Als beispielhaft kann das Ehrenmal für den gefallenen Hitleriungen Hans Mallon auf Rügen und zugleich für die Gefallenen des Welttrieges, eine aus germanischem Raumgefühl erwachsene Weihehalle, genannt werden. terie=Regiments 222. Reserve=Insanterie=Reats. 254, Infanterie=Regiments 390, Infanterie=Regts. 418, Erganzungs-Bataillons Gießen, Ergänzungs=Bataillons 53 und Ergänzungs=Bataillons 116 kommen am 18. 20. Juni zu dem Regimentsappell ihres Traditionsregiments, um ein freudiges Wiedersehen mit den alten Kameraden zu feiern. ** 2 Zusammenkunft der Jeutschen Schachgemeinschaft Alle Interessenten des Schachspiels werden gebeten, sich zu den nachstehend angegebenen Spielstunden einzufinden: Herne, Lokal Hengesbach, Bahnhofstraße 63, jeden Mittwoch um 20 Uhr u. jeden Sonntag um 10 Uhr Herne=Baukau, Lokal Nierhoff, Cranger Str., jeden Donnerstag um 19 Uhr und jeden Sonntag um 10 Uhr. Herne=Alt, Lokal„Zum Südstern“, Flottmannstr. 72, jeden Donnerstag um 20 Uhr und jeden Sonntag um 10 Uhr. *** * J a h l d e r R u n d f u n k e m p f a n g s a n l a g e n a m 1. J u n i. Am 1. Juni 1938 betrug die Gesamtzahl der Rundfunkempfangsanlagen im Deutschen Reich(altes Reichsgebiet) 9 600 244 gegenüber 9622 925 am 1. Mai. Im Laufe des Monats Mai ist mithin eine Abnahme von 22681 Teilnehmern(0,24 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. Juni befanden sich 637 888 gebührenfreie Anlagen. * D e r V o l k s w a g e n s t a r k g e f r a g t. NSG. Wie groß das Interesse für den Volkswagen ist, zeigt sich am besten darin, daß schon heute wiederholt Volksgenossen in den Geschäftsstellen der NSGemeinschaft„Kraft durch Freude“ vorstellig geworden sind, um sich nach dem Beginn des Ratenzahlungssystems zu erkundigen. Einige wollten sogar vornotiert werden. Leider können die KdF=Dienststellen noch keine bindende Auskunft geben, da der endgültige Plan für das Zahlungssystem noch nicht vorliegt. * Herner Brieftauben im Raubvogelnest„gelandet". In den vergangenen Tagen wurden in Hirschhorn (bei Heidelberg) in einem Wanderfalkennest 200 Brieftaubenringe gefunden. Die Wanderfalken hatten Reisebrieftauben geschlagen und als Beute in ihre Nester entführt. Neben einer großen Anzahl von Brieftaubenringen der Hirschhorner Brieftaubenzüchter befanden sich auch solche von Reisetauben aus Frankreich, Belgien, aus den deutschen Gauen, unter ihnen wiederum auch zwei Herner. Die Nummern der Herner Brieftauben, die diesen Raubvögeln zum Opfer fielen, sind: 01309 30 Nr. 200 und 0 26 96 31 Nr. 28. * Von der letzten KdF-Schiffsfahrt nach Norwegen sind in diesen Tagen eine Anzahl von Hernern. die daran teilgenommen haben, zurückgekehrt. Sie haben viel Schönes im Norden erlebt und für wenig Geld durch die KdF herrliche Tage verbringen dürfen. Auf dem Schiff waren es besonders acht ältere Herner, die unzertrennlich gewesen sind und als die„lustigen Herner“ bald in aller Munde auf dem Schiffe bekannt waren. Es gehe nichts über eine KdF=Schiffsfahrt, ist ihre unantastbare Meinung. * W e m g e h ö r t d i e G e l d b ö r s e? Am 25. vorigen Monats(am Tage vor Christi Himmelfahrt) wurde in der Laubenstraße in der Kolonie der Zeche Teutoburgia im Ortsteil HerneSodingen eine Geldbörse mit Inhalt gefunden. Der Verlierer wird ersucht, seine Eigentumsansprüche bei der Kriminalpolizei in Herne=Sodingen, Amtshaus, Zimmer 6, geltend zu machen. * Im Verlaufe eines Hausstreites wurde ein Matthias T. aus der Oststraße von seinem Gegner mit einem großen Stein so heftig getroffen, daß er eine Beckenquetschung erlitt und zum Börniger Krankenhaus überführt werden mußte. * Einen Schlüsselbeinbruch erlitt am Samstag das Kind Gustav der Eheleute E. aus der von=Waldthausen=Straße in Horsthausen. Es war aus der Badewanne herausgeklettert, rutschte aus, schlug hart gegen die Kante der Wanne und zog sich auf diese Weise die Verletzung zu. Es fand Aufnahme im Evgl. Krankenhaus. * Ein Zusammenstoß ereignete sich am Samstag an der Ecke Mont=Cenisund Hermann=Löns=Straße. Ein Dreirad=Lieferwagen wollte auf der Mont=Cenis=Straße die HermannLöns=Straße passieren, als aus dieser ein Radfahrer herausfuhr und mit dem Dreirad zusammenstieß, wobei das Fahrrad beschädigt wurde, er selber aber nur Hautabschürfungen, erlitt. CEETTT GUEITTL T * Er muß wohl einen anderen„Radioapparat“ gehört haben. Zum Länderkampf Deutschland— Schweiz im Pariser Prinzenpark(1. Spiel) ereignete sich in Herne ein ergötzlicher Vorfall. Ein Fußballanfänger stritt sich mit einigen Bekannten über die einzelnen Phasen dieses Spieles und platzte endlich damit heraus, daß er es weit besser wissen müsse, weil er selber bei einem Bekannten am Lautsprecher gesessen und auch deutlich ephört habe, wie Szepan des Platzes verwiesen wi#n sei. Belehrt, daß jener gar nicht mitgespielt, sonbern„Pesser“ derjenige welcher gewesen sei, schwur dieser hoch und heilig, es sei Szepan gewesen, was er doch zu deutlich selber gehört habe. Schließlich wurde sogar eine Wette abgeschlossen. Man ließ den Besserwisser mit der Bemerkung, sich aufmerksamer zu informieren, gehen, indem man ihm sagte, er habe eben an einem falschen Lautsprecher gesessen, der Lautsprecher der Bekannten habe ebenfalls„Pesser“ gesagt. Am Samstag nun kam unser Besserwisser geknickt wieder und meinte kleinlaut, ja, nicht Szepan, sondern Pesser wäre des Platzes verwiesen worden, er habe wirklich das Pech gehabt, an einem„falschen Lautsprecher“ gesessen zu haben. * Die Kameradschaft ehem. Unteroffiziere Herne hielt gestern morgen im Lokale Padberg ihren gutbesuchten Monatsappell ab, der vom Kameradschaftsführer Johann Krüger eröffnet wurde. Ein neues Mitglied wurde ausgenommen, das vom Kameradschaftsführer auf die Satzungen verpflichtet wurde. Ferner sprach der Kameradschaftsführer über den Verlauf des Korpeappells des Haeselerbundes in Essen, an dem auch eine Abordnung der Kameradschaft teilgenommen hatte. Die Gedenkausstellung„Weltkrieg 1914—18“ in der Westfalenschänke wurde den Mitgliedern und ihren Familien zum Besuche empfohlen. Ebenso verpflichtete der Kameradschaftsführer alle Mitglieder zur Teilnahme an dem Kreiskriegerverbandsappell, der am 24. Juli d. J. in Bochum stattfindet. Von den Schulungsvorträgen mit Lichtbildern, die im Einvernehmen mit dem Kreispropagandaleiter der RSDAP innerhalb des Kreiskriegerverbandes Herne abgehalten werden, wurde Kenntnis gegeben. Die Gruppe 3. zu der die Kameradschaft ehem. Unteroffiziere gehört, hat einen solchen Vortrag am 27. Juli abends 8 Uhr, in den Gaststätten Koopmann. Das diesjährige Preisschießen des Ringes Deutscher Unteroffiziere findet am 28. August in Essen=Kray statt. Die Uebungsschießen hierzu beginnen am 10. Juli auf dem Stande and er Bergstraße, an die sich ein Kameradschaftsappell anschließt. Zum Schluß wurden die neuesten Bestimmungen aus der Kyffhäuserparole verlesen und die weiteren Sommerarbeiten besprochen. An den Kameradschaftsappell schloß sich eine gemütliche Unterhaltung an. * R e i c h s v e r b a n d s t a g d e u t s c h e r F l e i s c h b e s c h a u e r u n d Trichinenschauer in Dortmund. Am 18. und 19. Juni 1938 findet in Dortmund eine Reichstagung des Reichsverbandes deutscher Fleischbeschauer und Trichinenschauer statt Neben der Tagung und den fachlichen Beratungen finden u. a. gemeinschaftliche Besichtigungen der Stadt und eine Fahrt zur alten Sachsenfeste Hohensyburg statt. Ein Kameradschaftsabend wird alle Teilnehmer in froher Geselligkeit vereinen. Alle Fleischbeschauer und Trichinenschauer werden daher aufgerufen, an der Tagung in Dortmund teilzunehmen. Anmeldungen sind zu richten an den Verband der Fleischbeschau= und Trichinenschauvereine im Reg.=Bez. Arnsberg, z. Hd. des Herrn Otto Kranefeld, Witten=Ruhr, Schlachthofstraße 12. Wer denkt nicht an die Zukunft? Man darf nicht nur dem Augenblick leben! Das Kennzeichen der vergangenen Jahrzehnte war jene Einstellung, wonach sich die Menschen mehr und mehr damit begnügten, dem Augenblick zu leben, nur dem Augenblick Wert beizumessen.:„Nach uns die Sündflut!“ Dieses erbärmliche Wort wurde von immer mehr Menschen, gerade auch in Deutschland befolgt. Die Folge war, daß die deutsche Nation auseinandersiel. und weil jeder an sich selbst dachte, wurde der eine dem anderen zum Teufel. Darunter litt vor allem das Leben unseres Volkes. Die Einsicht des heiligen Wertes der deutschen Mütter und Kinder ging verloren, man ließ ihre Gesundheit und damit die Gesundheit der Nation außer Acht. Ja. man versündigte sich sogar direkt gegen die Zukunft des Volkes. indem man Gesetze schuf und Handlungen beging. die unsere Mütter und Kinder in ihrer Gesundheit schädig“ ten. Mit der Machtübernahme durch den Führer wurde dagegen grundsätzlich Front gemacht. Wohl wissend. daß die kommenden Generationen stark und lebensbejahend sein müssen, um das ewige Leben des deutschen Volkes gegen alle Gefährdungen zu sichern. wurde die NS.=Volkswohlfahrt eingesetzt, überall dem Leben der Nation dadurch zu dienen, daß sie sich der Gesundung von Mutter und Kind annahm. Mit dem Einsatz der NSV. wurde aber die deutsche Volksgemeinschaft zum Dienst berufen. Zu dieser Gefolgsgemeinschaft gehört grundsätzlich jeder von uns. es sei denn, er entzöge sich der Pflichten, die ihm sein Volk auferlegt. Eine der höchsten Pflichten ist es für jeden Volksgenossen. Mitglied der NSV. zu sein. Wir dienen unserem Volke, wenn wir in der Front der NSV stehen. Und unser Beitrag— er darf kein Almosen sein— stellt die erste Voraussetzung für den Ehrendienst in der NSV. und damit für die Bewältigung der gewaltigen NSV.=Aufgaben dar. Oetmolder Festwoche. Aufführung der Oper„Tristan und Isolde“. Detmold, 11. Juni. Der dritte Tag der RichardWagner=Festwoche 1938 brachte mit der Aufführung von Wagners großer Oper„Tristan und Isolde“ einen künstlerischen Triumph des„Vorortes von Bayreuth“. In der glanzvollen Besetzung mit ersten Bayreuther Solisten, wie Kammersängerin Margarethe Close von der Staatsoper Berlin, Kammersänger Erich Zimmermann(Staatsoper Berlin) und Carl Hartmann(Staatsoper München), der in diesem Jahre zum ersten Male den Tristan in Bayreuth singt, kam unter Generalmusikdirektor Prof. Leopold Reichwein und der szenischen Gestaltung von Oberspielleiter Dr. Hans Winkelmann eine Aufführung zustande, die durch die Geschlossenheit und überragende Ensemblekunst und die glänzende Entfaltung des Festorchesters aus Bielefeld einen im Lippischen Landestheater noch nicht erlebten Beifall entfachte. Der vierte Tag der Richard=Wagner=Festwoche wurde mit einer Morgenfeier im Lippischen Landestheater eingeleitet. In vollendeter Weise erklang zunächst das berühmte Klavier=Quintett C=Moll(Louis Ferdinand Prinz von Preußen). Im Mittelpunkt der Feierstunde stand eine Ansprache des Generalintendanten des Deutschen Nationaltheaters in Weimar und Mitglieds des Reichskultursenats. Staatsrat Severus Ziegler. Eine deutsche Musikwoche, so führte er aus, die den zwei Großen Beethoven und Wagner huldigt, leiste ein Stück kultureller Aufbauarbeit im Dienst des heldischen Gedankens, die nicht hoch genug gepriesen werden könne. In Detmold, in diesem alten schönen und intimen Kulturzentrum, sei schon längst der Dienst an der Sache Wagners zu einer schönen Tradition geworden. Heute wisse man, daß Richard Wagners Wirken der denkbar wertvollste Beitrag zur Bewußtwerdung des deutschen Menschen schlechthin und zur Kristallisation seines völkischen Lebens gewesen ist. Unheilvolle Schranken zwischen Kunstgenie und Volk seien niedergerissen; der Eingang in das Herz des Volkes sei freigelegt. Und die Seele des Volkes wiederum sei nach dem Wiedererweckungsprozeß der nationalsozialistischen Bewegung frei und kräftig geworden zum Atmen. Das deutsche Volk, das schon Wagner mit all seiner Liebe als dichtendes und kunstempfindendes und als phantasiebegabtes Volk anspreche, sei für die unmittelbare Wirkung durch die Kunst aufnahmebereiter denn je geworden. Ein durch Richard Wagners Tristan, durch die Ringmusik oder durch die Meistersinger gefühlsmäßig erzogenes Volk sei auch in der Lage, in den gewaltigen Dimensionen und großartigen Gedankenbögen des Staatsmannes Hitler mitzufühlen, wo kleingläubige und kurzatmige Völker versagen würden. In dieser gläubigen Gesinnung, fuhr der Redner fort, wollen wir Deutsche uns gerade in diesem Gedet ihre dem Gesamtwerk Richard Wagners hingeben. Aber wenn wir aus diesem Anlaß ein Besonderes tun wollen, so sei es dies: dem Werke Wagners, dem Wort und dem Ton nicht nur unser leibliches Ohr, dem Bühnenbild nicht nur unser leibliches Auge zu leihen, sondern unsere Seele hören und schauen und erleben zu lassen, damit uns der Geist immer gegenwärtig werde, der hinter diesen Schöpfungen steht wie ein Teil des Weltgeistes selbst. Der Weltgeist hat uns durch einen seiner besten Sendboten einmal in einem übermächtigen Gleichnis die ganze Tragik des Siegfried=Deutschen, der von Neidlingen umgeben ist, als eine ewige Mahnung vorgehalten, aber auch gleichzeitig durch den Schöpfer des Werkes und seinen Lebenskampf selbst bekundet, daß das heldische Prinzip, und das ist das arische, über alle Mächte der Finsternis doch endlich den Sieg davonträgt. * Stadttheater Bochum. In der Woche vom 12. zum 19. Juni weist der Bochumer Spielplan wieder eine ideale Vielseitigkeit auf. Nach der„Faust“=Aufführung am Sonntag. dem 12. Juni. gehen zum ersten Male in dieser Spielzeit an zwei nacheinanderfolgenden Tagen beide eile des„Fault" Samstag. 18., und Sonntag, 19., in Szene. Zugleich ist diese erste Gesamtaufführung an zwei nacheinanderfolgenden Tagen die 97. und 98. Aufführung in der Gesamtreibe. Den Abschluß finden diese Aufführungen in der Einrichtung des Jahres 1928 anläst# der Goetbe=Festwoche mit der 99. nud 100. Aufführung am 25. und 26. Juni. Auch die 97. und 98. Auffübrung steben wieder im Zeichen stärksten auswärtigen Interesses. Des weiteren gebi als nächstes großes klassisches Werk Mittwoch. 15. Juni. Hebbels„Nibelungen“, und zwar die ersten beiden Abteilungen„Der gehörnte Siegfried" und „Siegfrieds Tod“ in der Inszenierung von Professor Dr. S. Schmitt und in der bekannten Besetzung. in der das Werk anläßlich des Gauparteitäges berauskam. in Szene. Der Abschlußteil der Trilogie wird noch im Laufe dieses Monats herauskommen: die Vorbereitungen sind bereits im Gange.— Im zeitgenössischen Spielplan ist vor allem Sudermanns„Stein unter Steinen", das in der vorigen Woche zur Erstaufführung gelangte, hervorzuheben. Die erste Wiederholung findet Freitag, den 17. Juni. statt. während Donnerstag. 16. Juni. Siegmund Graffs exfolgreiches Lustspiel„Die Primanerin“ abermals in Szene geht. Die Kölner Oper gastiert am Montag, und zwar mit Smetanas„Die verkaufte Braut". Es ist die erste Wiederholung nach der Premiere am Samstag. und wiederum werden die Hauptpartien von den ersten Kräften des Kölner Ensembles gesungen. Stadt Wanne=Eickel. Neue Beigeordnetenstelle. Um eine andere Aufteilung der Aufgabengebiete innerhalb der„Stadtverwaltung. Wanne=Eickel zu ermöglichen, ist, wie aus einer kürzlich bekanntgemachten Aenderung der Hauptsatzung der Stadt Wanne=Eickel ersichtlich, bei der Stadt eine neue Beigeordnetenstelle errichtet worden. Das der neuen Beigeordnetenstelle zugewiesene Dezernat umfaßt folgende Verwaltungszweige: Rechtsamt(einschl.,„Stadtverwaltungsgericht). Versicherungsamt. Statistisches Amt. Verkehrsamt, Nachrichtenstelle. Wahlamt. Standesamt. Oeffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsförderung. Wirtschaftliche Unternehmen. Garten= und Friedbofsamt. In diese neue Beigeordnetenstelle ist auf Grund Vorschlages des Beauftragten der NSDAP. für den Stadtkreis Wanne=Eickel. stellv. Gauleiter Vetter. durch den Oberpräsidenten der Provinz Westfalen nunmehr der Städt. Rechtsrat Dr. Paul Mönninghoff aus Wanne=Eickel berufen worden. Die Ernennung wurde unter dem 10. Juni 1938 durch den Oberbürgermeister der Stadt Wanne=Eickel unter Verleibung der Amtsbezeichnung Stadtrechtsrat vollzogen. Die feierliche Einführung des neuen Beigeordneten wird demnächst in einer öffentlichen Sitzung der Ratsherren der Stadt WanneEickel erfolgen. * Wanne gedenkt der Gefallenen. Durch die vorbildliche Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, e. V., Gau Westfalen—Ruhrgebiet und Hessen=Nassau, hat der deutsche Kriegerfriedhof Maissemy bei St. Quentin eine ansprechende Ausgestaltung erfahren. Mit Hilfe der Städte und Gemeinden des Ruhrgebietes ist auf diesem Kriegerfriedhof ein Ehrenmal der Ruhrstädte errichtet, das als eine der schönsten Ebrenstätten an der Westfront angesprochen werden darf. Eine weitere Ausgestaltung wird dieser Patenfriedhof der Ruhrstädte erfahren durch die Aufstellung von 20 großen Steinen, die die Wapven und Namen aller Ruhrstädte tragen. Die Technik der„Wappen und der Schrift ist besonders künstlerisch und haltbar ausgeführt. Die Linien sind zuerst in den Stein eingemeißelt und dann mit Weichblei ausgehämmert. das nur um ein geringes über die Steinfläche hinausragt. Mit dem Transvort dieser Steine nach Frankreich ist inzwischon degonnen worden. Neben anderen Ruhrstädten dat auch die Stadt Wanneickel einen Widmungsstein für diesen Ehrenfriedbof zur erjügung gestellt. Mit diesem Wahrzeichen findet die erbundenheit der Heimatstadt Wanne=Eickel mit ihren im Kriege gefallenen Söhnen für alle Zeiten einen schönen und bleibenden Ausdruck. * Der NSLB. setzt sich für die Ausflugsaktion ein. Billige Sonderfahrten für die Schuljugend. Wie im vergangenen Jahre, wird auch jetzt wieder in unseren Wanne=Eickeler Volks=, Berufs=, Handels= und höheren Schulen der Wunsch laut. Ausflüge mit Sonderzügen nach Haltern. in die Haard und Borkenberge unternehmen zu können. Im vergangenen Jahre konnten erfreulicherweise 15000 Jungen und Mädel aus unserer Stadt zu diesen Sonderzugsfahrten ersaßt werden. wobei besondere Rücksicht aus die wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern genommen wurde. Gerade um unserer deutschen Jugend die Schönheiten unserer Heimat zu erschließen und den Gemeinschaftsgeist zu pflegen, ist es besonders wünschenswert, daß wieder solche verbilligten Sonderzugsfahrten zustande kommen, wofür sich der NSLB besonders aktiv einsetzen wird. * Stadtverschönerung durch Blumenkästen. Wie vorbildlich das Gesamtbild unserer Kohlenstadt verschönert werden kann, beweist uns die Beamtenschaft des 17. Polizeireviers an der Gelsenkirchener Straße. Hier prangen, wie schon im vergangenen Jahre, am Gebäude des Polizeireviers schmucke, farbige Blumenkästen, in denen die leuchtenden Geranien und saftigen Petunien nicht nur die Beamtenschaft, sondern auch jeden vorbeigehenden Passant erfreuen. Bessere Rennzeichnung der Dorstener Straße in Holsterhausen. Erfreulicherweise werden zur Zeit auf der belebten Durchgangsstraße unserer Stadt. der Dorstener Straße im Stadtteil Holsterhausen. die Chausseesteine besser gekennzeichnet, indem die Steine neu geweißt und bis zu balber Höbe mit schwarzen Balken versehen werden. Hierdurch ist die Straße besonders bei Dunkelheit besser zu erkennen, was für Fahrer von Kraftfahrzeugen nur zu begrüßen ist. KdF=Schwimmkursus für Kinder. Zu dem Schwimmkursus für Kinder, der vom KdF=Sportamt in dieser Badesaison noch eingerichtet wird. erteilt die Kdf=Dienststelle nähere Auskunft und nimmt die Anmeldungen zu den Kursen entgegen. Eisenbahnen müssen Warnvorrichtungen haben. In einem kürzlich ergangenen Urteil des Reichsgerichts IW. 1938, 1461) erklärte das Reichsgericht, daß Eisenahnen mit Schalleinrichtungen versehen sein müssen, die geeignet sind, andere Verkehrsteilnehmer an ungeschützten Bahnübergangen vor einem Zusammenstoß zu warnen. Die Schalleinrichtungen müßten mit ausreichender Lautstärke arbeiten, damit sie auch auf einer belebten und verkehrsreichen Landstraße wahrgenommen werden könnten. Insbesondere müßten sie geeignet sein, Kraftfahrer vor dem Ueberfahren der Bahngleise zu warnen. Wenn, wie in dem hier entschiedenen Fall, das Läutewerk der Lokomotive nur schwach ist und kein weiteres ausreichendes Signal z. B. durch Pfeisen oder Sirenen gegeben wird, so haftet die Reichsbahn für den Schaden, der aus einem Unfall an einem unbeschränkten Bahnübergang entsteht. Gesunde Breitenarbeit im BöM=Sport Sportieit des Herner Ringes im BOM- Eine glänzende Heerlchau im Welttalia-Stadion BDM=Sport bedeutet: Erziehung zur Gemeinschaft, Pflicht gegen sich selbst und Dienst am Volke. Diese großen Aufgaben der Gemeinschaft einer sich durch Sport stählenden Jugend bestehen weiter darin, Turnvater Jahns Gedankengut stetig zu pflegen und durch die Tat und Leistung zu verwirklichen. Wie sorgfältig und gewissenhaft der Herner Ring des BDM dieser Aufgabe und Pflicht nachkommt, bewies das Sportfest der Mädel und Jungmädel aus dem Standort Herne, das gestern nachmittag, begünstigt durch ein prachtvolles Sportwetter, auf dem Westfalia=Sportplatz durchgeführt und durch die überaus zahlreiche Beteiligung aller Alters= und Berufsschichten zu einem wahren Volksfeste wurde. Noch stärker als in den Vorjahren zeigte der gestrige Sporttag, wie sehr durch eine gesunde und gewissenhafte Breitenarbeit eine Leistungssteigerung zur Gemeinschaftsertüchtigung und auch zur Förderung von Einzelleistungen erzielt werden kann. Damit wurde aber auch dem Zweck dieses Sporttreffens vollkommen gedient, nämlich zu beweisen, wie durch eine planmäßige Erziehungsarbeit innerhalb des BDM in der Erkenntnis der Einheit von Körper, Geist und Seele durch die ständige Weiterentwicklung der körperlichen Ertüchtigung anmutige, starke und frohe Menschen herangebildet werden, die ein gesundes, einiges und freies Deutschland für alle Zukunft verbürgen. Inbesondere in der Auswahl der dem deutschen Mädel artgemäßigen Leibeserziehung, wie eine einwandfreie Körperschule, Bodenturnen, Laufen, Werfen und Volkstänze standen die gestrigen Vorführungen unserer BDM=Mädels auf einer erstaunlichen und beerkennenswerten Höhe, die eine innere Freude aller Beteiligten bei den einzelnen Darbietungen und das Erlebnis der Gemeinschaft klar erkennen ließen. Und dieses gab dem diesjährigen BDM=Sporttage unserer Mädel seine besondere Note, ein natürliches Turnen, das sich der Eigenart aller daran Beteiligten vorzüglich anpaßte. Die große Sportveranstaltung, an der Vertreter der Partei, Wehrmacht uns Stadt sowie die meisten Eltern der Mädels, viele Erzieher und Erzieherinnen aller Herner Schulen teilnahmen, wurde Sonntagnachmittag um 4 Uhr auf dem Westfalia=Sportplatz mit dem Einmarsch der Turnerinnen eingeleitet. Es war ein unvergeßlich schönes Bild für all die vielen Gäste und Besucher, als sämtliche Teilnehmerinnen am Sportfest, insgesamt 900 Mädels. mit den bunten Wimpeln in das große Stadion einogen. Vorbildliche Ordnung und mustergültige Halung ließen schon gleich beim Einmarsch deutlich erkennen, wie ernst und zielbewußt die Mädels ihre Sportarbeit im BDM auffassen, Eindrücke, die sich bei jeder Vorführung aufs neue bestätigten und bestärkten. Nachdem die Wimpelgruppe vor der vollbesetzten Tribüne Aufstellung genommen hatte, begrüßte Untergauführerin Trottier den Kreisleiter Nieper, alle Gäste und Eltern. Erstmalig, so sagte die Rednerin, finde in diesem Jahre nur für die Herner Mädel das Sportfest statt, um hierbei zu zeigen, welch fleißige Arbeit vorher in den Sportund Heimabenden vorausgegangen sei. Das bereits Geschaffene werde Ansporn sein für weitere erfolgreiche Arbeit. Während nun die froh begeisterte Menge mit in das Lied einstimmte:„Auf weht unsere Fahne“, wurden die Flaggen der Jugend gehißt; anschließend richtete die Untergauführerin in ihrem Fahnenspruch folgende Worte an die Jungmädel und Madel:„Ihr seid das Deutschland der Zukunft. Wir wollen daher, daß Ihr so seid, wie dieses Deutschland sein muß und sein wird.“ Die sportlichen Vorführungen wurden von der Sportwartin Graf geleitet. Sie begannen mit der Körperschule. 400 Mädel zeigten hierbei, wie durch vieseitige Uebungen: Galopphüpfen, Rumpfwippen, Lockerungsübungen der Körper beweglich und straff wird, wodurch die Voraussetzung zur Leistung geschaffen wird. Hierauf folgte das„Brennballspiel", In den Vorkämpfen der sieben Gruppen waren die zwei besten Gruppen ermittelt worden, die hier zur Entscheidung antraten. Siegerin wurde Gruppe 6 mit 9 gegen Gruppe 1 mit 1 Punkte. Großen Beifall.fanden die Vorführungen der „IM=Spielwiese“ und des„BDM=Bodenturnens", letztere Uebungen, die Purzelbäume vorlings und rücklings, Hecht= und Bocksprünge umfaßten, zeigten Mut und Gewandtheit. Nun wurde ein Grenzballspiel ausgetragen, wobei die Gruppe 14 mit 1 Tor Siegerin wurde. Zum BDM=Sportfeste gehört auch der Volkskanz, der leider vielfach in Vergessenheit geraten war. Durch seine Pflege wird die Freude an der natürlichen, echten Bewegung des Tanzens geweckt. Er soll wieder der Ausdruck eines ursprünglichen Empfindens werden für die echten Sitten und Gebräuche unserer Heimat. Jungmädel sangen und tanzten:„Wir haben eine Ziehharmonikt" und„Ei, so wickeln wir". Als Vertreter der Behörden sprach Kreisleiter Nieper. Ich glaube, so führte er aus, schon jetzt die Anerkennung aller Anwesenden aussprechen zu können für die großartigen Leistungen, die die Jungmädel und Mädel unserer Stadt auf sportlichem Gebiete heute hier zeigen. Auch all dieses verdanken wir der klugen Regierung unseres Führers. Es ist ein großes Glück für unsere Jugend, in dieser Zeit aufwachsen zu können, denn der Führer hat ein großes Herz für die deutsche Jugend. Nach seinen Worten sind Nationalsozialismus und körperliche Ertüchtigung dasselbe, da die ganze Volkskraft durch Sport und Leibesübungen gefördert wird. Die heutigen Vorführungen sind von echtem Gemeinschaftsgeist getragen, der allen Standesdünkel überbrückt, und schon durch die einheitliche Sportkleidung versinnbildlicht wird. Die soldatische Haltung der Jungmädel und Mädel erinnert an die preußischen Grenadiere, und ihre Breitenarbeit im Sport zeigt anerkenneswerte Fortschritte. Deutschland, ein Hort des Friedens, wünscht auch für die Zukunft seine großen Friedenswerke in Ruhe vollenden zu können. Diese heutige Veranstaltung wird mit dazu beitragen, bei der Herner Bevölkerung für den BDM=Sport weiter zu werben, denn der Marsch in die deutsche Zukunft geht über Deutschlands Jugend. Zweiter Einmarich und Siegerverkündigung. Nach Beendigung aller Vorführungen wiederholte sich noch einmal das herrliche Bild des Einmarsches aller Teilnehmerinnen, dem die Siegerverkündigung folgte bezgl. der Sportkämpfe am 28. und 29. Mai. Die beste Jungmädelschaft war die Gruppe 16, Mädelschaft 5. Die beste Mädelschaft wurde Gruppe 7, Mädelschaft 2. Als beste Einzelkämpferin wurde Edith Brinkmann und als bestes Mädel Ilse Biberes ausgezeichnet. Sämtliche Siegerinnen erhielten schöne Ehrenurkunden. Der große Rechenschaftebericht, den der Herner BDM mit dem diesjährigen Sportfest ablegte und der Zeugnis von fleißiger und erfolgreicher Arbeit gab, fand seinen Abschluß mit dem Treue=Bekenntnis zum Führer und dem Lied der Jugend:„Vorwätrs, Vorwärts".„Jugend, Jugend, wir sind der Zukunft Soldaten, Träger der kommenden Taten.“ Wochen=Sportprogra „Kraft durch Monntag: Schwimmen für Anfänger(Frauen und Männer) im Sommerbad an der Bergstr. von 20 Uhr ab. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen in der Turnhalle der Oberschule an der Franz=SeldteStraße von 20—22 Uhr. Dienstag: Reichssportabzeichen=Vorbereitungskursus auf dem Westfalia=Stadion am Schloß Strünkede von 18 bis 19.30 Uhr. Mittwoch: Schwimmen für Kinder(Anfänger) im Sommerbad(für Kinder vom 6. bis 14. Lebensjahr) von 19—20 Uhr. Turnen für Kinder in der Turnhalle der Oberschule an der Franz=Seldte=Straße von 17.30 bis 19 Uhr! Schwimmen für Körperbehinderte(Frauen und Männer) im Sommerbad von 19.30 Uhr ab. Donnerstag: Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen in Sodingen bei Ropertz von 20 bis 22 Uhr. Freitag: Schwimmen für Kinder(Anfänger) im Sommerbad an der Bergstraße von 19—20 Uhr. Schwimmen für Erwachsene(Anfänger) im Sommerbad an der Bergstraße von 20 Uhr ab. Körperschule und Gymnastik für Frauen und Männer in der Turnhalle des Oberlyzeums an der Herm.= Löns=Straße von 20 bis 22 Uhr. Samstag: Reichssportabzeichen-Vorbereitunglskursus für Frauen und Männer auf dem Westfalia=Stadion am Schloß Strünkede von 19.30 Uhr ab. Sonntag: Beginn des neuen Reichssportabzeichen=Vorbereitungskursus für Frauen und Männer auf dem Westfalia=Stadion von 9 bis 10.30 Uhr. Anmeldungen zu allen Sportkursen im KdF=Büro, Schulstraße 28, oder bei den Lehrkräften. Faustballturnier der Abteilung Herne des Polizeisportvereins Bochum. Zum Zwecke der Leibesertüchtigung veranstaltet die Abteilung Herne des Polizeisportvereins Bochum seit 1937 alljährlich Faustballturniere, bei deren Beteiligung dem Alter keine Grenzen gesetzt sind. Im Vorjahr wurde ein solches Turnier zum ersten Mal nur unter den fünf Polizeirevieren des Polizeiamtes Herne durchgeführt, bei dem das 19. Polizeirevier Sieger blieb. In diesem Jahr ist es der Abteilung Herne gelungen, eine zahlreichere Beteiligung zu erreichen, da auch das Wehrbezirkskommando, die SS=Sportgemeinschaft, die HJ und die Sportgemeinschaft Hibernia ihre Teilnahme zugesagt haben. Von den fünf Polizeirevieren, Castrop=Rauxel mit eingeschlossen, wird je eine Mannschaft gestellt. Das Turnier findet jeden Dienstag und Freitag ab 17 Uhr entweder auf dem Westfalia=Sportplatz oder in Castrop=Rauxel auf dem Platz an der Ludwigsteiße statt und wird sich bis zum August hinziehen. Dem Sieger winkt ein Ehrenpreis des Polizeisportvereins. Die Bevölkerung ist zu den einzelnen Kämpfen herzlich eingeladen. Klänge aus dem Erdboden. Erstmalig beim Deutschen Turn- und Sportfest. Die Riesenflächen der Wettkampfplätze des Deutschen Turn= und Sportfestes in Breslau, namentlich die Friesenwiese und die Schlesierkampfbahn, stellen ganz besondere Anforderungen an die Uebertragungsanlagen. So entwickelte sich gleichsam aus der Idee dieses Festes heraus eine neue Form des Lautsprechers, die zum ersten Male in der Welt überhaupt beim Deutschen Turn= und Sportfest 1938 zum Einsatz gelangt: der Boden=Lautsprecher. Diese Neuheit entsprang vor allem der Forderung, daß der Lautsprecher weder für den Verkehr eines Aufmarschfeldes noch für den Blick über das Feld ein Hindernis bieten darf. Nach erfolgreichen Versuchen auf dem Reichssportfeld und in Breslau hat der Reichssportführer den Einsatz des neuen Bodenlautsprechers beim Deutschen Turn= und Sportfest angeordnet. Die Freifläche der Schlesierkampfbahn wird zehn, der Riesenplatz der Friesenwiese 63 Bodenlautsprecher erhalten. Diese sind vollständig in den Erdboden eingelassen, vor Regen= und Spritzwasser geschützt und so stabil, daß der Deckel sechs erwachsene Menschen tragen kann. Bei den Vorführungen, besonders beim großen Festspiel, wird in Breslau der Blick über ein freies Feld schweifen, während die musikalische Untermalung der Bewegungen durch den Bodenlautsprecher erfolgt. Reklametrik- oder was? Louis enttäuscht im Training. In immer stärkerem Maße beschäftigen sich jetzt knapp zwei Wochen vor der Entscheidung die Amerikaner mit dem Kampf Schmeling— Louis. Nicht gerade günstig lauten die Meldungen aus Louis' Trainingslager in Pompton Lake. Der Braune Bomber trainierte in den letzten Tagen mit offensichtlicher Zurückhaltung, die teilweise sogar als Unlust ausgelegt wurde. Er ist überaus langsam und wurde in seinen täglichen sechs Runden immer wieder von den Sparringspartnern getroffen. Man kann nur schwer übersehen, ob es sich dabei um ein Täuschungsmanöver und einen Reklamtrik handelt, oder ob der schlechte Eindruck daher rührt, daß der Trainer Blackburn mit seinen Bemühungen zur Verbesserung der Dekkung gerade das Gegenteil, nämlich eine Beeinträchtigung des ganzen Kampfstils seines Mannes, erreicht hat. Braddock, der seinen Titel an Louis verlor und sich aus den Erfahrungen des Kampfes schon ein Urteil erlauben kann, warnte vor falschen Schlüssen. denn Louis enttäuschte fast stets im Training. Braddock hält den Neger für schneller und hörter als es den Anschein hat. Viele Stimmen sind mit beiden Boxern nicht zufrieden, denn es wird behauptet, daß Schmeling für Louis' Linke genau so offen sei, wie der Neger für die Rechte des Deutschen. Ohne sich etwa auf Grund der Meldungen aus Pompton Lake in Sicherheit zu wiegen, macht Schmeling in Speculator einen durchaus zufriedenen und zuversichtlichen Eindruck. Am Wochenende erwartet er den Besuch des Vorsitzenden der Boxkommission, General Phelan, und des Vertrauensarztes Dr. Walker, der ihn auf seine körperliche Verfassung untersuchen wird. Der spielstarke SC Gelsenkirchen, der Zusammenschluß der drei Vereine Delog Ro SV 12 Gelsenkirchen und Deutscher SC Gel hervorgegangen ist, wurde von Arminia Bie den 18. Juni zu einem Freunoschaftsspiel ve Eine schwere Strafe wurde über den Deutschen Bantamgewich der Amateurringer, Johannes Herbert=Stutte hängt. Wegen unkameradschaftlichen B# wurde Herbert aus den Reihen des KB 95 ausgeschlossen. Männer sich in den Streit einmischten, könnte vieles in Stücke geben. Gustav sah seiner Mutter in das finstere Gesicht: „Wollen wir nicht an den Strand?“ Sie antwortete mit einem matten Nicken. Dann band sie ein Tuch um das Haar und ging in den Hafen. Zwischen den Häusern und dem Strand war ein schmaler Streifen Wald. Der schützte gut gegen den beißenden Nordwind im Winter. Aber er verbarg auch die Aussicht auf den Fiord. Karen mußte bis ganz an die letzten Bäume gehen. ehe sie das Boot sehen konnte. Es war noch nicht so weit drinnen im Fiord, wie sie nach dem Rufen des Jungen geglaubt hatte. Und obwohl alle Segel gesetzt waren, würde es noch eine halbe Stunde dauern, ehe es den heimatlichen Ankervlatz erreichte. Karen setzte sich auf das innere Ende der Bootsbrücke und ließ den Kleinen im Sande krabbeln. Die anderen Kinder spielten ein Stückchen weiter ab. Sie waren ruhiger als sonst, die Heimkehr des Vaters dämpfte ihre Lebhaftigkeit. Gustav kam leise zu ihr und zog an ihrem Rock. Sie folgte seinem Blick und sah, daß Signe am Waldrand. halb von einem Baum verborgen, stand. So hatte sie also bemerkt, daß sie an den Strand ging und hatte gewußt. warum. Sie hielt ein Glas vor den Augen. so eine Art Opernglas, son kleines Ding. das nicht viel taugte. Karen drehte dem Wald den Rücken, obwohl sie mehr als gerne ein versöhnliches Wort mit Signe gewechselt hätte, ehe die Männer an Land kamen. Aber sollte sie wirklich auf stehen und zu Signe hingehen? Da kam Signe schon zu ihr. Karen entdeckte es erst, als sie rasche Schritte hinter sich hörte. Sie bekam einen heißen Kopf. Würden sie nun wieder Freundinnen werden, oder sich noch mehr ver uneinigen? Sie saß ganz still, bis Signe zu ihr trat und ihr Glas reichte.„Sieh hindurch“, sagte sie nur. „Vielen Dank“, sagte Karen.„aber meine Augen sind recht gut. Immerhin kann man ja mal durch so ein Ding durchsehen.“ „Sieh dir die Flagge an“, sagte Signe und ihre Stimme zitterte. Etwas in Signes Stimme machte Karen ängstlich. Sie nahm das Glas und schraubte daran, bis sie die Flagge sehen konnte. Die Flagge war auf Halbmast! Karens Gesicht war auf das Schiif gerichtet, großer Mitleid erfüllte sie. Wie hart für Signe, so jung schon Witwe zu werden, aber sie wußte ja auch, wie verwegen Jörgen immer war. Signe beugte sich nieder und nahm das jüngste Kind auf den Arm. da sah Karen Sione an. Es stand keine Angst in ihrem Gesicht, aber ihr Blick schien deutlich zu sagen—„die armen Kinder, die nun vaterlos sein werden". Karen fühlte plötzlich einen furchtbaren Schmerz. Signe könnte ja recht haben. Es konnte auch Peter sein. dem etwas passiert war. Dabei war er so vernünftig und vorsichtig. durch eigene Schuld war Peter bestimmt nichts passiert! Der Wind hatte zugenommen und die Segel des Bootes strafften sich. Rasch schoß es vorwärts. Gunon stand immer noch mit dem Glas vor den Jugen und plotlich rief er:„Das Boot kommt gar nicht hier herein. Es dreht bei und segelt weiter zur Stadt.“ „Du dummer Junge—. es ist ja gar nicht Vaters Schiff". rief Karen erleichtert aus.„Seht doch nur— unser Boot hat einen ganz anderen Bug.“ Signe sagte gar nichts, aber setzte das Kind in den Sand. Dann trat sie einen Schritt vor. legte das Gesicht gegen Karens Schulter und brach in Tränen aus. Gustav legte das Glas fort und lief weg. die anderen Kinder folgten ihm. Karen stand und strich über Signes Haar.„Na. na. na. der dumme Bengel—. er hätte auch damit warten können zu rufen, bis er wußte, was für ein Boot das war. Weine nicht. Signe. laß uns heimgeben—. und ich werde dich mit zu mir nehmen, damit du nicht alleine bist.“ Berechtigte Uebertragung aus dem Dänischen von Karin Reitz. Soeben erschien die neueste Ausgabe des„Orts= buches für das Deutsche Reich“, in dem selbst die kleinste deutsche Siedlung mit allen wissenswerten Angaben verzeichnet steht. Ein Blättern in diesem Riesenwerk führt zu interessanten Entdeckungen. Da hatte sich vor kurzem ein Herr. der in einem Hotel einer kleinen Provinzstadt abgestiegen war, nicht wenig gewundert, wie zuvorkommend und mit fast übertriebener Höflichkeit er behandelt wurde. Er bekam nicht nur das beste Zimmer angewiesen und die feinsten Soeisen auf den Tisch gestellt, sondern man bemühte sich auch sonst geradezu rührend um ihn, fragte ihn jeden Augenblick nach seinen Wünschen und der Geschäftsführer selbst ließ es sich nicht nehmen, dem Gast die Sebenswürdigkeiten der Stadt zu zeigen.„Mister Smith sprechen ein vollendetes Deutsch. fast vommerschen Dialekt, wenn ich recht erraten habe“, sagte dieser.„Leben Sie denn ständig in London?“—„Jawohl“, meinte der andere.„aber dieses London besteht eben aus lauter Pommern...“ Nun erst stellte es sich heraus daß man den Fremdenzettel, den der Herr nach polizeilicher Vorschrift ausfüllen mußte. nicht ganz zu Ende gelesen hatten. Denn da stand ausdrücklich hinter dem Geburtsort London die nähere Bezeichnung„Regierungsbezirk Köslin, Kreis Bütow“. Der biedere Hintervommer konnte also wirklich nichts dafür, wenn man ihn fälschlicherweise für einen Engländer gehalten hatte. Fünfmal Rom, siebenmal Amerika. Es gibt auch noch andere euroväische Hauptstädte, die wenigstens dem Namen nach mitten in deutschen Landen liegen. Man braucht nur die neueste Ausgabe des„Orts buches für das Deutsche Reich“ aufzuschlagen, ein vier Kilogramm schweres und 2000 Seiten starkes Nachschlagewerk, ohne dessen Hilfe Reichsbahn und Reichspost. über haupt alle Stellen, die mit Stadt und Land in reger Verbindung stehen, nicht auskommen würden. In diesem einzigartigen Lexikon ist nicht nur die kleinste deutsche Siedlung nach Lage und Einwohnerzahl verzeichnet, son dern es gibt auch Auskunft über die für diesen Ort zu ständigen wichtigsten Aemter und Behörden, wie Postamt. Bahnhof. Amtsgericht, Finanzamt, Versorgungsamt, Wehrmeldeamt, höhere Schulen usw. 140 000 Ortschaften zeigen darin ihre Größe und Bedeutung an. und wer zu suchen versteht, findet in den trockenen Angaben den köstlichsten Unterhaltungsstoff. Haben wir es schon gewußt, daß man innerhalb der deutschen Grenzen nicht nur nach London, sondern auch nach Paris. Rom. Petersburg und Mailand reisen kann? Die Ewige Stadt am Tiber ist gleich fünfmal vertreten: wir finden ihren Namen in Pommern, Mecklenburg. Westfalen und doppelt in der Rheinprovinz. Es sind meist Häusergruppen mit ein paar Dutzend Einwohnern. nur das Rom im Kreise Parchim bringt es zu einem Dorf mit 239 Seelen. Mailand stellt sich uns nicht als eine pulsierende italienische Großstadt. sondern als ein welttentlegener Weiler in Württemberg vor, in dem 88 finden. Wer Näheres über diesen„schwarzen Erdteil". der kaum ein paar Morgen groß ist, wissen will, braucht nur das„Ortsbuch für das Deultsche Reich“ auf Seite 10 aufzuschlagen. Unter dem Stichwort„Afrika“ heißt es da: Har Schlesw=Holst Kr Storman PT Hamburg= Fuhlsbüttel Evg Ag Wandsbek Abg Hamburg Fi Storman Ma Bad Oldesloe Vs Altona. 135. Zunächst erscheinen uns diese Angaben wie eine Geheimwissenschaft, aber das Verzeichnis der Abkürzungen löst schnell alle Rätsel: Afrika: Häusergruppe in Schleswig=Holstein, Kreis Storman. Post und Telegraf in Hamburg=Fuhlsbüttel. Eisenbahn mit Personen= und Güterverkehr und Amtsgericht in Wandsbek. Arbeitsgericht in Hamburg, Finanzamt in Storman, Wehrmeldeamt in Bad Oldesloe. Versorgungsamt Altona. Die Ortschaft zählt 135 Einwohner. Mehr braucht man von Afrika wirklich nicht zu wissen! Man kann auch„Auf den Vieren“ ganz gut leben. wenn man dabei trotzdem aufrecht steht— varadox, nicht wahr?— aber es handelt sich hier um eine Ortschaft in Hannover, wie es auch ein Dörschen„Auf dem Poeten". „Auf dem Schnee" und„Auf der Egge“ gibt. Eine „Wienerei" ist keine Hetz und Gaudi, sondern eine Bauernsiedlung in Oldenburg. Puppendörfer finden wir zwar in Thüringen und im Erzgebirge, aber im wirklichen Puppendorf bei Rummelsburg in Pommern schnitzt man kein Spielzeug. sondern geht der Bauernarbeit nach. und wenn jemand auf den Einfall käme, einen Brief nach 4 oder 30 zu schicken, dann würde die Post das auf keinen Fall als Witz betrachten, sondern sich höchstens überlegen. nach welcher Ortschaft Vier die Sendung gehen soll. denn Vier gibt es viermal in Deutschland, während das Dorf Dreißig(Post Döbeln. Sachsen) nur einmal existiert. Manch merkwürdig klingende Ortschaftsnahmen wären noch anzuführen, so ein Adamsverdruß(Ostvreußen), Affendorf(Hannover). Affennest(Bayern), Ziegenhals (Oberschlesien und Brandenburg) und schließlich sogar eine Ortschaft mit den Buchstaben Aa(Westfalen), die den fröhlichen Reigen der 140 000 Ortsnamen anführt. während das Dorf Zywodezütz, das jetzt in„Oderwiese" umgetauft wurde, ihn beschließt. Der JalismanEine Frontgeschichte von K. Sebhardt. schneider als einziger keinerlei Verluste! Herrn Leutnant. Er1 Ja, und so. wie er sich einführte, blieb der Leutnant ! Reiffel auch in Zukunft. Immer sauber und prover, zum r ließ sich keiner seine] Anbeißen sozusagen, mit dem Einglas im Auge. Keine erken. Das ware auch Sekunde entfernte er das Ding. 1a, so behauptete man. kespekt bleiben— und ser schlief sogar damit. Den Reinlichkeitsjanatismus auf auch nur ein Respekt den Lippen und das Herz aus dem rechten Fleck! uch der Herr Leut.]— Weiß der Teufel, er brachte es sogar fertig, daß die e sich der Hert„=ur- Mannschaft ihm nacheiferte! DasHandtuch„stand“ nicht den herr= mehr in der Ecke, das Rasieren war sroße Mode und hie „„ und da manikürte einer sogar die Fingernägel mit dem rei und Lässigkeit ge. Den, Leuten war] Ich will es kurz machen: es ist eine wahre Geschichte. #:: Der Leutnant Otto Reissel hat wirklich gelebt. Die Komne erhonen W:; pagnie ist ihm zu manchem Vorstoß an der Westfront begeistert gefolgt, als sie erst einmal seinen Wert und seine „riggf## Größe erkannt hatten. Er ist seinen Leuten vorgestorben, süßhte der denn nicht, damals bei Poelkavelle in chade, daß gerade die! Sie haben es ihm auch im Tod gelassen; seinen herrschte. Aber warte äußeren Talisman nämlich: das Einglas. Sein innerer Talisman war sein tapferes Herz. Kalbmast Von Erik Bertelsen. Der zehnjährige Gustav kam in das Zimmer gelaufen: „Mutter— nun kommen sie— nun kommt Vater mit der„Möve“— sie sind schon im Fiord!“ Die Mutter erhob sich schwer. Sie hatte sich eben nach der großen schweren Wäsche etwas hingesetzt, um auszuruhen. ehe es Abend wurde. Sie sah den Jungen an:„Wer sagt, daß sie kommen?" „Ich habe es selbst gesehen. Ich kenne den weißen Flicken im Großsegel. Soll ich hinlausen und es Signe erzählen?“ „Kümmere dich um deine Sachen“, sagte die Mutter charf. Signe war mit Peters Kamerad Jörgen verheiratet. Die zwei Männer besaßen das Boot zusammen und fischten gemeinsam. Sie waren immer gut miteinander ausgekommen. Auch die beiden Frauen mochten sich gerne. Sie waren nächste Nachbarn und hatten einen ziemlich weiten Weg bis zu den anderen Häusern. Und es war Brauch gewesen, daß man sich täglich sprach und auf alle Weise gegenseitig hals. Aber in letzter Zeit war es zu einer erbitterten Feindschaft gekommen. Sie hatten kein Wort mehr miteinander gesprochen, seit dem Abend. da Signe die verletzenden Worte sagte:„Ich will dir sagen. was du bist. Karen: du bist eine richtige Klatschliese!" Karen wußte gut, daß sie ihren Mund zu wenig im Zaum hielt. Es kam vielleicht daher, daß sie so einsam wohnte und den Drang verspürte, ihr Herz zu erleichtern. wenn sie endlich unter Menschen kam. Sie wollte auch nicht ableugnen, daß sie zu anderen darüber gesprochen hatte, wie eingebildet und putzsüchtig Signe sei, und für eine verheiratete Frau viel zu freundlich anderen Männern gegenüber. Aber das war doch kein Klatschen! Erstens stimmte es. und dann hatte sie es nicht in böser Absicht geäußert. Und was Klatschen anging. so hielt sich Signe gewiß nicht zurück! Hatte sie vielleicht nicht überall umbererzählt, daß Karen es nicht verstünde, mit ihren Kindern umzugehen, und daß sie nur gut erzogen wurden, wenn der Vater zu Hause war? Nachtragend war sie auch. Sonst hätte sie sich doch versöhnlich zeigen können und ein wenig nur andeuten, daß sie einer neuen Freundschaft nicht abgeneigt sei. Karen tat die Feindschaft längst leid. Aber sollte sie sich demütigen und um Verzeihung bitten, wenn Signe ihr den Rücken drehte sowie sie Karen sah? Aber ein dummer Zustand war dies schon. Besonders wenn nun die Männer zurückkehrten. Sie wußten hoffentlich noch nichts von der Sache. Und sie fürchtete, falls die Naiv. Astronom:„Mittels der großen Teleskove ziehen wir auch sehr ferne Gestirne nahe heran!“ Dame:„Kann das nicht irgendwie für unsere Erde gefährlich werden?" Er und sie. „Ich habe mein Leben für 100000 Mark zu deinen Gunsten versichern lassen. Liebling. Kann ich sonst noch etwas für dich tun. Schatz?“ „Nein. Männe, auf Erden nicht mehr!" „Da solche Maßnahmen zwecklos sind, wie deine Anwesenheit beweist, so erspare ich mir's, sie zu wiederholen. Immerhin kannst du mir bei Gelegenheit sagen, was du mir wieder für Ueberraschungen zugedacht hast!" „Ich wollte nur hören, wie du über diesen Mord denkst. Oder solltest du gar nichts davon gelesen haben?" „Was für ein Mord?“ „Frau Kretschmar ist ermordet worden, die Wirtin von Gisela Mertens.“ Nun hatte er den Vater doch so weit, daß er seine Akten beiseiteschob.„Die Wirtin von Gisela Mertens? Ein merkwürdiger Zufall. aber doch wohl nicht mehr als ein Zufall? Raubmord?“ „Nein. der Täter wollte sich einer Mitwisserin entledigen, die gefährlich zu werden drohte. Leider bin ich es. der an dem Tod der armen Frau gewissermaßen die Schuld trägt. Oder auch du!“ „Ich? Was soll das heißen?" „Jawohl. du. lieber Vater! Wenn du meinen Ver dacht ernst genommen hättest, dann hätte diese Katastrophe veimieden werden können und Radegast hätte nicht als Mörder zu enden brauchen.“ Der Notar sorang vom Sessel hoch. Sein Gesicht zeigte eine fahle Blässe.„Radegast——?“ „Ja. es ist zu Ende mit ihm. In dem Augenblick, als er wegen des Mordes an Frau Kretschmar verhaftet werden sollte, jagte er sich eine Augel durch den Kovf.“ „Also— also doch Radecast!" Er ließ sich mit einem unterdrückten Stöhnen in den Stuhl zurückfallen.„Da habe ich dir demnach— bitter Unrecht getan!" „Laß nur gut sein. Vater, es geschah ja schließlich im guten Glauben!" Und dann berichtete Toni. wie sich alles zugetragen hatte, angefangen von Radegasts Eintreffen in Berlin bis zu seinem Ende.„Man hat bei der Durchsuchung seiner Koffer eine von ihm angefertigte Abschrift jenes Testa mentes gesunden. Außerdem entdecks' man verschiedene Aufzeichnungen, die ebenfalls aus deinen Akten stammen und sich auf eine gewisse Dorothea Malick beziehen.“ „Ach!“ rief der Notar verblüfft.„Das ist dieser Prozeß wegen der schwindelhaften Grundstückskäufe. Nun begreife ich, wie es möglich war. daß die Frau unser Beweismaterial so geschickt zu entkräften wußte. Sie war also über die Schritte meiner Mandanten unterrichtet worden!" „Von Radegast, der dafür als Gegenleistung die Mittel erhielt, um seine Rolle als vermögender Heiratskandidat überzeugend spielen zu können. Frau Malick ist inzwischen verhaftet worden. samt ihrem Freund. einem gewissen Kagereit. Das Pärchen scheint allerlei auf dem Kerbholz zu haben.“ Vater Kindlmann atmete auf.„Gott sei Dank. dann bestcht ja begründete Aussicht, daß meine Mandanten Ich war schon daraufsendlich zu ihrem Recht kommen!" Schön! Aber nun zum eigentlichen Zweck meines Besuches. Fräulein Jasper hat mich und— meine Braut in einem Eilbrief gebeten, daß wir sofort kommen und ihr helfen sollten, die Sache zwischen Fräulein Mertens und Peter Stoll in Ordnung zu bringen. Es scheinen sich da allerhand Mißverständnisse eingeschlichen zu haben" „Peter Stoll?“ wunderte sich der Notar.„Ah. nun geht mir ein Licht auf. Das ist also der junge Mann. der sich bei Lore Jasper einquartiert hat? Hm. ich mus gestehen, daß ich einen ganz angenehmen Eindruck non ihm gewonnen habe. Zum anderen sehe ich ein, daß unsere Gisela Mertens einen Mann braucht.— Liebt sie ihn denn?" „Alle Anzeichen scheinen darauf hinzuweisen. Aber nun hat er ihr seinen Namen verraten, denn er wußte doch nicht, daß sie jene Gisela Mertens ist, in deren Herzen Peter Stoll immer noch als Bösewicht herumspukt, dank der von Radegast eingesädelten Intrigen.“ Der Notar kniff ein Auge zu.„Und er weiß wirklich nicht, daß sein Mädel die Erbin von Lauterbrunn ist?" „Rein Wort. Vater! Stoll hat nicht die geringue Ahnung davon. Er liebt Gisela Werner und hält sie zur irgendeine kleine Büroangestellte.“ „Da hat sich ja ein schönes Durcheinander zusammengebraut!— Und ich soll nun, wenn ich dich recht verstehe, die Finger in diesen heißen Brei stecken?“ „Heli wird dir dabei helfen! Darf ich sie dir vorstellen? Ich habe sie mitgebracht. Sie sitzt draußen bei der Mutter. Die zwei haben sich bereits angefreundet" Der Notar fluchte ingrimmig.„Herein mit ihr! Wenn sie schon hier ist, dann kann ich sie mir ja einmal ansehen.“ „Na eben!“ stimmte Toni zu und sprang zur Tür. um Heli zu rufen. Als ein wenig später das Mädchen ihrem zukünftigen Schwiegervater die Hand entgegenstreckte, war keine Spur von Besangenheit an ihr festzustellen.„So also sehen Sie aus?“ lächelte sie.„Ich habe Sie mir viel schlimmer vorgestellt!" Der Notar mußte sich vor solchem Freimut endaültig geschlagen geben.„Wirklich?“ volterte er.„Der Bengel muß ja ein nettes Kontersei von mir entworfen haben. Ich kann Ihnen jedenfalls meine Bewunderung nicht versagen, daß Sie es mit meinem Jungen aufnehmen wollen. Für mich ist er längst ein hoffnungsloser Fall!“ „Ich glaube. Sie waren zu wenig streng mit ihm. Die Jugend von heute braucht eine straffe Führung!" „Ha. ha!" lachte Kindlmann.„Aus dieser Richtung weht der Wind! Na. da will ich denn mal im Keller Umschau halten. ob wir für heute abend einen anständigen Tropfen haben, um das Ereignis nach guter alter Sitte zu begießen.“ Heli wollte eine Antwort geben. aber in diesem Augenblick wurde Gisela gemeldet. (Schluß solgt Zwei hinter Gisela Roman von Hans Hirthammer Copyrisht by Oskar Meister. Werdau I. Sa. 34. Fortsetzung. Während er so auf sie einredete, rann ihm vor Ansrengung der helle Schweiß von der Stirn. In gleich mäßigen, mit dem letzten Kraftaufwand bewerkstelligten Rucken zerrte er sich und seine Last in die Höhe. Jetzt noch zehn Sprossen, ah. noch neun, nun noch echt! Sein Kopf tauchte über die Bodenlucke, jetzt schohen ach die Schultern nach— und dann war es so weit, daß er das Mädchen über den Rand des Stubenbodens hin wegkivven konnte. In dem Augenblick, da Gisela festen Boden unter sich fühlte. löste sich die schwindelige Lähmung ihrer Sinne, und als Peter sich mit einem keuchenden Atemstoß neben ihr niederließ, fühlte er sich plötzlich von ihren Armen umschlungen, sab ihr schluchzendes Gesicht dicht an dem seinen, und in ihren Augen waren alle Wunder ausgetan. Es war das neugeschenkte Leben, das sie zueinandertrieb und alle Hemmungen versinken ließ. „Peter!“ stammelte sie.„Nicht böse sein!" „Sehr böse. Mädel!" jubelte er und küßte sie, und versank in diesen Kuß wie in einen Abgrund des Glückes. Und sie, indem sie seinen Kuß empfing und dann von der Beschenkten zur Schenkenden wurde, sie wußte, daß dies allein die Liebe war und alles andere ein törichter Irrtum. Mit einer halben Bewegung. fast unbewußt, gab sie sich seiner Umarmung hin. Sein Mund, der sich kaum mehr von dem ihren zu lösen vermochte, wurde ihr zur Offenbarung alles dessen, wonach sie sich gesehnt hatte. Später standen sie vor dem kleinen Fenster. und während sie über die weite, von Gottes Sonne beschienene Landschaft hinschauten, wußten sie beide, daß sie sich für immer gehörten. Gisela netzte mit der Zunge ihre Lippen.„Ich hab dich lieb. Peterle!“ Er schloß seine Hand um ihre Finger.„Gisela, du wirst meine Frau werden. Bevor ich dich aber darum bitte, muß ich dir ein Geständnis ablegen. Ich heiße nicht Bürger, sondern mein Name ist Stoll. Wegen irgendeiner dummen, verfahrenen Geschichte ist Vater Kindlmann auf diesen Peter Stoll nicht gut zu sorechen. und Lore Jasper hatte darum den Vorschlag gemacht. mich unter einem anderen Namen bei ihm einzuführen Nun ist es etwas anderes. Er kennt mich jetzt und wird mir gerne glauben, daß jene Vorwürfe nichts weiter sind ale die haltlosen Verdachtigungen eines Schurken" Gisela war sehr blaß geworden. Ihre Augen irrten halten haben mochte! Ab. nun erst durchschaute sie das ganze schurkische Spiel. Natürlich wußte er ganz genau. daß sie Gisela Mertens war! Lore Jasver wird es ihm längst erzählt haben, vermutlich war auch sie am Komplott beteiligt. Sie war ja die einzige Vertraute Grützmachers gewesen. und es war anzunehmen, daß sie von dem Testament Kenntnis hatte. Und nun, da der ursprüngliche Plan nicht geglückt war, hatte man es auf diese Weise versucht! Nicht übel! Er hatte die Rolle des Liebhabers trefflich gespielt. dieser Herr Stoll, und sie war brav auf den Schwindel hereingefallen. Peter betrachtete erschreckt die jähe Verwandlung. „Gisela!" flüsterte er.„Ist es so schlimm? Was hast du nur?" Er versuchte seine Arme auf ihre Schultern zu legen, aber sie entzog sich ihm mit einer heftigen Bewegung und eilte auf die Leiter zu. „Gisela!“ Wie aus allen Wolken gefallen starrte er ihr nach. Du lieber Gott. was war denn geschehen? War es möglich, daß sein ehrliches Geständnis sie so heftig gekränkt hatte? Gisela langte ohne Unfall am Fuß der Leiter an. und eine Zeit später sah Peter, wie sie drunten den Hof überquerte. Nicht ein einziges Mal blickte sie zu ihm emvor. Neununddreikigstes Kavitel. Als der Notar in dem Eintretenden seinen Sohn erkannte, verzog er mißmutig das Gesicht und beugte sich wieder über seine Arbeit. Toni verkniff ein Lächeln. Er warf sich in den Sessel, der dem Schreibtisch des Vaters gegenüberstand und prüfte sorgfältig seine Fingernägel. Es dauerte eine geraume Zeit. bis er endlich den Kopf hob.„Du scheinst dich gar nicht zu wundern, daß ich schon wieder in Breslau bin!“ „Man gewöhnt sich allmählich daran!“ sagte der Notar nebenhin, ohne von dem dicken Aktenbündel aufzusehen. mit dessen Studium er gerade beschäftigt war. „Ein erfreuliches Zugeständni gesatzt, daß du mich wieder kinauswersen würdest Die vom Rhein waren besser Der Gau Niederrhein liegte im Drei-Gaue-Schwimmwettkampf im Gelamtergebnis mit 285 Punkten, Gau Mittelrhein wurde mit 204 Punkten Zweiter und der Gau Weittalen mit 197 Punkten Letzter. Europameilter Heina und der Olympiakämpfer Bachmann ichlten den Weitialen. Die Tribünen im Sommerbad erlebten einen Zulchaucrandrang. Mit dem Wettergott zutrieden. Der Herner Schwimmsport hat eine große Schlacht geschlagen. In seinem Vertreter, dem Schwimmklub „Witing“, hat er wieder einmal einen großartigen Ausrichter für einen seiner größten Großkampftage Im Herner Schwimmsportleben gefunden. Wohl an die 3000 Besucher aus Herne und Westfalen wohnten gestern dem Drei=Gaue=Schwimmwettkampf Niederrhein.— Mittelrhein— Westfalen bei und erlebten großartige Kämpfe. Die Witterung, an sich recht kühl, war dieser Großveranstaltung hord und die zeitweiligen schwarzen Wolken am Himmel schob der Wind zum Glück weiter. Das Wasser im Sommerbad war so klar, daß der Boden durchschimmerte, was die Anerkennung der großen Schwimmergemeinde hervorrief. Die Temperatur des Wassers war morgens etwa 18 Grad erwärmte sich dann ein wenig gegen Mittag, um eber zum Abend hin wieder mächtig abzukühlen Kein Wunder, daß die Wasserballspieler mit hiauen Lippen aus dem Naß stiegen. Bei diesen abgehärteten Schwimmsportlern spielte das jedoch keine große Rolle, sie erwärmten sich dafür an den heißen Kämpfen, und den Zuschauern wurde dabei nicht minder warm. Ein zu heißer Tag wäre den Tribünenbesuchern auch nicht angenehm gewesen. Das Sommerbad im feltlichen Gewande. Der Schwimmklub„Wiking“ hatte sich mit Unterstützung der Stadtverwaltung sehr darum bemüht, um der Veranstaltung einen schönen Rahmen zu geben. Die Hakenkreuzfahnen flatterten hoch über dem Sommerbad und die Stadtfarben schmückten den Sprungturm. Wer aber den Haupteingang benutzen durfte, erfreute sich an der in der Halle aufgevauten Dekoration, die das Führerbild inmitten von Lorbeerbäumen und Blumen darbot. Auch die Promenade war mit Lorbeerbäumen vor den Schwimmerbecken geschmückt. Die Anlagen waren in mustergültiger Ordnung und eine genügende Anzahl von Bänken, Stühlen und gedeckten Tischen sorgte für das weitere festliche Bild. So mußte es unseren Gästen aus den drei Gauen gefallen, und wir haben feststellen dürfen, daß man von auswärts wieder einmal sehr zufrieden mit dem Herner Sommerbad war. Der Rundfunk war Morgengalt. Ehe gestern morgen gegen 10.30 Uhr die ersten Besucher und Gauschwimmer eintrafen, war der rote Rundsunkwagen vom Reichssender Köln zur Stelle und nahm auf dem Rasen hinter dem Sprungturm Aufstellung. Er machte zwischendurch einige Schallplattenaufnahmen, die, wie der Kölner Ansager zum Mittag durchgab, zum Nachmittagskonzert bereits gesendet werden sollten. Das ist dann auch geschehen. Herne kam dadurch wieder einmal ins Gedächtnis der Hörer des westdeutschen Sendebezirks und weit darüber hinaus horchte man auf, daß in der Arbeiterstadt Herne auch schwimmsportliche Großveranstaltungen gestartet werden können. Es war ja eigentlich schade, daß der Rundfunk keine Zeit mehr für die interessanteren Nachmittagskämpfe hatte. Vorerlt ein kleiner Streitzug durch den rheinilchen Humor. Die vom Niederrhein und Mittelrhein hatten nicht nur einen starken Siegeswillen mitgebracht, sondern auch eine gehörige Dosis echten rheinischen Humors. Sie konnten bei den Wettkämpfen natürlich nur ihren Schwimmerjargon anwenden. Die bekannte Düsseldorfer Schwimmerin Anny Stolte war morgens zum Kampfgericht hinzugezogen worden, was den Kolleginnen Anlaß gab, sie zu befragen:„Heh, Kampfrichterin, sprechen Sie nicht mehr mit uns?“, worauf sie von der schlagfertigen Anny zur Antwort bekamen: „Wenn Ihr nit ruhig seid, baller ich Euch einen vor den Latz!“ Eine kleine rheinländische Schwimmkanone trug dicke Wollsocken und brüstete sich überall damit, diese sich selber als erste Strickarbeit angefertigt zu haben, und blieb stumm, als die Frage kam: „Und im Winter trägste woll Fischflossen?“ Ein rheinischer Schwimmer, der den Kameraden nicht nach Geschmack geschwommen hatte, erhielt die Belehrung: „Du Schleiereule, geschwommen haste nicht, aber gebadet.“ Und einen westfälischen Katzenjammerhumor gab schließlich den Rheinländern der westfälische Gausportwart Dahmen von sich, als die vom Rhein schon an der Spitze mit der Punktzahl lagen. Er äußerte sich zu den rheinischen Schwimmern:„Ihr habt Euch wohl vorgenommen, den westfälischen Nimbus zu zerstören?“ Und weil man von Gau zu Gau Siege wie Niederlagen von der gemütlichen Seite her auffaßte, war die Kameradschaft untereinander auch recht herzlich. Die Morgnnkämpfe. Nach der Kampfrichtersitzung ging es gleich ohne jedwede Ansprachen in den Kampf. Zum Sprecher am Mikrophon hatte man Rechtsanwalt Koch=Bochum erkoren, der seine Sache ausgezeichnet machte und immer gut verständlich war, wozu auch der aufgehaute Lautsprecher der Firma Stakemann beitrug. Koch bat gleich zu Beginn die Zuschauer, die Schwimmer anzufeuern und dem jeweiligen Sieger tüchtig Beifall zu spenden. Das ließ man sich nicht zweimal sagen. Gleich bei der Männerkraulstaffel 4 mal 200 Meter merkte man, daß die vom Gau Niederrhein sich etwas vorgenommen hatten. Nicht nur die Männer verrieten diesen Vorsatz, den zeigten hinterher bei der Frauenlagestaffel über 100, 200 und 100 Meter auch die Schwimmerinnen desselben Gaues. Die deutsche Meisterin Wollschläger vom Gau Niederrhein schwamm die 200 m selber und holte allein über 100 m eine Zwischenzeit von 1,31 Min. heruas. so daß ihren Kameradinnen der Sieg nicht mehr zu nehmen war. Waren die Männer vorher wenigstens Zweite geworden, so langte es bei den Damen des Gaues Westfalen nur für den dritten Platz. Im dritten Wettkampf, der Männerbruststaffel 4 mal 200 Meter setzte sich der Mittelrhein endlich an die Spitze durch Ohligschläger, Kamm und Vogel. Das war uns Westfalen nicht gerade angenehm, denn bisher haben wir immer in dieser Staffel den Sieg davongetragen. Allerdings, hier wollen wir es gleich bemerken: ohne Bachmann mußten wir verlieren. Aber die Stützen der Gaumannschaft Westfalen, Heina und Bachmann, weilten gestern auf Einladung in Paris zu einem Freundschaftstreffen mit französischen Schwimmkameraden. Ja, wäre Bachmann und Heina ...„Wenn“ ist ein Wörtchen, das seine Tücken hat, reden wir lieber nicht mehr davon. Es kamen nun die Kunstspringer, Pflichtsprünge für Männer und Frauen, an die Reihe. Vom Brandsen=OlympiaSprungbrett herab wurden die schönsten Leistungen gezeigt, wobei sich die westfälischen Gauvertreter Ernst und Lorenz bei den Männern in den Vordergrund stellten, bei den Damen waren es Fr. Tatareck und Frl. Eckstein. Es wurde auch die höchste Zeit, daß der westfälische Gau aufholte, denn schon standen in der Punktwertung der Niederrhein mit 68 Punkten, der Mittelrhein mit 52 vor Westfalen mit seinen 36 Punkten an der Spitze. Beim 5. Wettkampf passierte das drollige Ding, daß bei dem Männerkraulschwimmen über 400 Meter der zweite Mann vom Mittelrhein, der aussichtslos im Rennen lag, zum Schluß mit dem Sieger wendete und fast gewonnen hätte wenn man es nicht bemerkt hätte, daß er sein Schwimmen um 100 m gekürzt hatte, die er dann schleunigst nachschwimmen mußte, sollte er mitgewertet werden. Bei der Frauenkraulstaffel 3 mal 100 m zeigte sich das niederrheinische Häschen Frl. Karnatz von einer verblüffenden Schnelligkeit, die den Sieg einbrachte. Wallerballlpiel Mittelrhein— Welttalen. Daß das Treffen mit einem Siege des Mittelrheins endete und 9:1 hieß, sah man morgens zunächst als ein Ungeschick der Westfalen an, denn, dachte man, was werden sie dann erst gegen die repräsentativen Wasserballer vom Niederrhein ausrichten können? Die westfälischen Wasserballer spielten zu zerfahren, sie kombinierten schlecht und warfen eher dem Gegner als den Kameraden die Bälle zu. Da war selbst der Iserlohner Eigenbrodt im Tor machtlos. Erst die späteren Wasserballspiele bewiesen, daß die vom Rhein doch besser sind. Weshalb? wird man fragen. Nun, die vom Niederrhein besitzen in erster Linie vorzügliche Hallenbäder, in denen sie auch im Winter trainieren können. Mit dem Wasserballspiel ging es in die Mittagszeit, denn der Zeiger deutete schon 13.30 Uhr an. Die drei Gaue nahmen im Saale der Wirtschaft Knapp (Alt=Herne) das von„Wiking“ vorbereitete und von von Knapp servierte Mittagsmahl ein und erholten sich ein wenig von den Morgenkämpfen, wenn es auch nur zwei Stunden bis zum Wiederbeginn waren. Aufmarich und Anlprachen. Waren am Morgen nur einige hundert Besucher zur Stelle, so füllten sich jetzt die Tribünen, daß es schließlich nur so von Menschen wimmelte. Die Nachmittagskämpfe wurden mit einem Aufmarsch aller an den Kämpfen teilnehmenden Schwimmsportler, voran die Fahnen, begonnen. Im Namen des Oberbürgermeisters Meister begrüßte Magistratsrat Horstmann die Schwimmsportler der drei westdeutschen Gaue und die zahlreichen Zuschauer sowie eine Anzahl von Ehrengästen aus Partei= und Spoctkreisen und erwähnte, daß man schon bei den westfälischen Meisterschaften des Schwimmsportes im Herner Sommerbad, die 1937 stattfanden, die Hoffnung ausgesprochen habe, noch mehr solcher Meisterschaften nach Herne zu bekommen. Dem einheimischen Schwimmklub„Wiking“ gebühre das Verdienst, diese Hoffnung verwirklicht zu haben. Man werde nun erkennen, daß auch im Industriegebiet viele schöne Bäder vorhanden seien, in denen man sich wohlfühlen könne. Er wünschte den Kämpfen einen reibungslosen und schönen Verlauf. Dann sprach kurz der Gaufachwart Löhr für den Gauführer, SABrigadeführer Lorenz, Münster, dessen Grüße er entbot. Der Drei=Gaue=Schwimmwettkampf werde als eine traditionelle Einrichtung von den Schwimmern dieser Gaue betrachtet, um zu zeigen, daß der westdeutsche Schwimmsport eine Einheit bilde. Die Grenzen hätten nie den kameradschaftlichen Geist untereinander trennen können. Er dankte dann der Stadtverwaltung Herne und dem Schwimmklub„Wiking“ für die große Arbeit und die Opfer, die man übemnommen habe, um diese Großveranstaltung der westheutschen Schwimmer Wirklichkeit werden zu lassen. Nach einem dreifachen Siegheil auf den Führer erfolgte dann der Abmarsch. Die Nachmittagskämpfe. Sie waren interessanter als die morgendlichen. Schon der große Besuch und ebenso dessen Anseuerung schürten den Kampfeifer. In glänzender Manier holte sich Anny Kellermann vom Niederrhein in dem Frauenrückenschwimmen über 100 Meter den Sieg in 1:25,5 Minuten, gefolgt von der Stolte, die ihre Gaukameradin gern gewinnen ließ. Eine Begeisterung herrschte beim Männerbrustschwimmen über 200 Meter, wo hinter Ohligschläger vom Mitteirhein sich Deusen und Altenhofer, beide vom Niederrhein, einen heißen Kampf um den zweiten Platz lieferten, den Deusen knapp gewann. Es folgten die Kürsprünge, hier konnte der Gau Westfalen wieder durch Lorenz, Ernst und bei den Frauen durch Fr. Tatareck und Frl. Eckstein an Punkten aufholen. Die nun folgenden weiteren Kämpfe waren nicht minder interessant und spannend. Wallerballlpiel Weittalen- Niederrhein. Die Wasserballer vom Niederrhein gingen hier als Favoriten in das kühle Naß und verstanden sich glänzend untereinander. Die Westfalen konnten wenigstens ein Ehrentor werfen, um aber mit 5:1 für den Niederrhein die Waffen vor den besseren Spielern zu strecken. Wallerballlplel Mitteirhein- Niederrhein. Als beide Mannschaften ins Wasser stiegen, stand das Punktergebnis der bisherigen Kämpfe auf 288 für den Niederrhein, 160 für Westfalen und 141 für den Mittelrhein. Man erlebte dann ein Wasserballspiel, wie man es hier selten finden wird. 3 gleichwertige Gegner standen sich gegenüber, denn die Kölner Stadtmannschaft, die schon für den Gau Mittelrhein den Gau Westfalen höher als die Niederrheiner es vermocht hätten, besiegen konnte, zeigte sich den Repräsentativen vom niederrheinischen Wasserball überlegen und siegte mit 3:2. Da tutete auch schon die Sirene, der Drei=Gaue=Schwimmwettkampf Niederrhein—Mittelrhein—Westfalen war zu Ende. Das Gesamtresultat aller Kämpfe lautete auf 285 Punkte für den Niederrhein, 204 für den Mittelrehin und auf 197 Punkte für den Gau Westfalen. Ergebnisse: Bahnlänge 50 m, Sprungstart, Drehwende) Männerkraulstaffel 4mal 200 m: 1. Gau Niederrhein in 10:25,0 Min.(Hirschmann, Piel, Spelleken, Bilstein). 2. Gau Westfalen in 10:29,5 Min. 3. Gau Niederrhein in 10:35,5 Min. Frauenlagenstaffel 100, 200, 100 m: 1. Gau Niederrhein in 6:01,9 Min.(Stolte, Wollschläger, Kellermann). 2. Gau Mittelrhein in 6:14,8 Min. 3. Gau Westfalen in 6:18,8 Minuten. Männerbruststaffel 4mal 200 m: 1. Gau Mittelrhein in 12:27,6 Min.(Ohlingschläger, Kamm, Vogel) 2. Gau Niederrhein in 13:09,2 Min. 3. Gau Westfalen in 13:31 Min. Kunstspringen,(Pflichtsprünge für Männer u. Frauen): Männer: 1. Gau Westfalen,(Ernst 60,43 P., Lorenz 53:27 Punkte); 2. Gau Mittelrhein(Langen 53,63 P., Hen rich 43,86 Punkte); 3. Gau Niederrhein(Langenberg 45,13 Punkte, Schmitz 44,80 Punkte). Frauen: 1. Gau Westfalen(Tatarek 49,93 Punkte, Eckstein 46,03 Punkte). 2. Gau Mittelrhein(Bollinger 41,26 Punkte). Niederrhein fiel aus. Männerkraulschwimmen 400 m: 1. Piel(N) in 5:30,4 Min.; 2. Hirschmann(N) in 5:31,1 Min.; 3. Küper(W) in 5:31,2 Min.; 4. Schroer(W) in 5:50,1 Min.; 5. Kuhn (M) in 5:56,4 Min.; 6. Pieß(2) in 7:31,4 Min. Frauenkraulschwimmen 3mal 100 m: 1. Gau Niederrhein in 3:51,5 Min.(Driewer, Karnst-Jansen). 2. Gau Mittelrhein in 3:53,8 Min. 3. Gau Westfalen in 4:13,1 Min. Wasserballspiel Mittelrhein—. Westfalen 9:1(3:0) (Mittelrhein: Herrmann. Winand, Budig, Lambetz, Haas, Witek, Schmitz). Männerkraulstaffel 10mal 100 m: 1. Gau Niederrhein In 11:13,7 Min.; 2. Gau Westfalen in 11:23,2 Min.; 2. Gau Mittelrhein in 11:45,8 Min. Frauenrückenschwimmen 100 m: 1.=Kellermann(N) in 1:25,5 Min.; 2. Stolte(N) in 1:25,8 Min.; 3. Pletsch (W) in 1:32,2 Min.; 4. Gorskl(W) in 1:37,0 M.; 5. Gallers(2N) in 1:37,4 Min. 6. Schuht(M) 1:41,7 Min. Männerbrustschwimmen 200 m: 1. Olingschläger in 2:53,8 Min.(M), 2. Deusen(N) in 3•02 Min., 3. Altenhofer(N) in 3:06,6 Min., 4. Kuhnke in 3:06,5 Min.(2), 5. Borgmüller(W) in 3:08,2 Min., 6. Nowagewski(W) in 3:16,6 Min. Kunstspringen für Frauen(Kürsprünge): 1. Eckstein(W) 58,93 Punkte; 2. Tatarek(W) 45,20 Punkte; 3. Bollinger(M) 45,13 Punkte. Kunstspringen für Männer(Kürsprünge): 1. Ernst(W) 78,23 Punkte. 2. Lorenz(W) 72,20 Punkte; 3. Langenberg (2) 67.71 Punkte; 4. Schmitz(N) 65,75 Punkte; 5. Langen (M) 6373 Punkte; 6. Henrich(N) 60,05 Punkke. Frauenbruststaffel 4mal 100 m: 1. Gau Niederrbein in 6:16,4 Min.; 2. Gau Mittelrhein 6:21,1 Min.; 3. Gau Westfalen in 6:26,5 Min.(Wollschläger, Pichaida, Fischer, Stolte 2). Männerkraulschwimmen 100 m: 1. Bornhaupt(N) in 1:03,8 Min. 2. Küper(W) in 1:05,8 Min. 3. Bläser(27) in 1:059 Min, 4. Fischer(W) in 1,07 Min.; 5. Blumenau (2) in 1:08,4 Min., 6. Kuhn(M) in 1:12,4 Min. Männerrückenschwimmen 100 m: 1. Simon(() in 1:16 Min., 2. Schröder(M) in 1:16,2 Min., 3. Fünderich(N) in 1:20,1 Min., 4. Symann(W) in 1:20,4 Min., 5. Hermann (2) in 1:22,6 Min. 6. Piel(N) in 1:23,0 Min. Wasserballspiel Westfalen— Niederrhein 1:5(0:2). (Niederrhein: Klingenburg, Hensch, Körting, Buhren, Tehlen, Lütgemeier, Hohweck). Frauenbrustschwimmen 200 m: 1. Wollschläger(N) in 3:11,8 Min.; 2. Pichaida(N) in 3:14,7 Min.; 3. Gauthoff (W) in 3:26,4 Min. 4. Müller(W) in 3:27,3 Min.; 5. Hofmann(M) in 332,0 Min.; 6. Schuht(M) in 3:32,0 Min. Männerlagenstafel 100, 200, 100 m: 1. Gau Westfalen in 5:23,7 Min.(Schroeder, Ohligschläger, Haas). 2. Gau Niederrhein in 5:30,8 Min. 3. Gau Westfalen in 5:32 Min. Frauenkraulschwimmen 100 m: 1. Karnatz(N) in 1:13,6 Min.; 2. Franke(M) in 1:13,8 Min. 3. Driewer(N) in 1:17,8 Min.; 4. Lindner(W) 1:21,6 Min., 5. Maus(W) in 1:25,8 Min. 6. Kratz(M) in 1:31,4 Min. Wasserballspiel Mittelrhein— Niederrhein 3:2(3:1) Gesamkergebnis Niederrhein 285 Punkte, Mittelrhein 204 Punkte, Westfalen 197 Punkte. Siegerehrung im Saalbau Koopmann. Nach den Kämpfen versammelten sich am Abend im Saalbau Koopmann noch einmal die Schwimmsportler der drei Gaue mit ihren Herner Freunden und Gästen. In seiner Ansprache rühmte Gaufachamtsleiter Löhr die vorbildliche Organisation und Durchführung dieser Großkampfveranstaltung durch den Schwimmklub„Wiking". Dann überreichte er dem 1. Sieger vom Gau Niedrrhein den schönen Wanderpreis der Stadt Leverkusen, der für die DreiGaue=Schwimmwettkämpfe eigens gestiftet worden ist. Vereinsführer Gustav Brehm vom Schwimmklub „Wiking“ dankte den drei Gauen für ihre Teilnahme an den Kämpfen und für deren faires Verhalten. Dem Gau Niederrhein überreichte er im Namen der Stadt Herne die Ehrenplakette für den Sieger, eine weilere dem zweiten Sieger und dem Gau Westfalen das von der Stadt Herne gestiftete Führerbild. Die Anerkennung der schwimmsportlichen Leistungen durch unsere Vaterstadt rief bei den drei Gauen eine große Freude hervor. Sie nahmen die Ehrengaben mit dem Wunsche entgegen, noch oft schwimmsportliche Veranstaltungen in Herne mitmachen zu dürfen. Ein froher Unterhaltungsteil, wobei auch der rheinländische Humor zur Geltung kam, gab dem Tag des Schwimmsportes in unseren Mauern den harmonischen Ausklang. Heerschau des Kraftfahrgeländesports Reichstreffen der Motor-53.— RSRK-Wehrsportübung und 10. Dreitage-Mittelgebirgsfahrt. Die Oberste Nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt teilt u. a. mit: Kraftfahrzeuggeländesport als Hohe Schule wehrhaften Geistes, technischer Erkenntnisse und männlichen Mutes ist erst aus dem Geist des neuen Deutschland in seiner jetzigen Form entstanden. Das RSKK hat den Kraftfahrgeländesport, dem dankenswerte Ansätze vorausgingen, sein eigentliches Gesicht gegeben und zum Kernstück unseres Kraftfahrsportes gemacht. Die Motorsportwoche im Harz vom 18. bis 25. Juni stellt einen Spitzenwettbewerb des Kraftfahrgeländesports dar, wie wir ihn in solcher Kräfteres wird die Dreitage=Mittelgebirgsfahrt bei ihrer zehnten Austragung selstverständlich schwer sein. Die Strecke bietet bei nicht zu hohen Durchschnitten alle nur erdenklichen Schwierigkeiten, denn nur härteste Prüfung kann dem Fortschritt dienen. Diese Jubiläumsveranstaltung gibt dem Korpsführer Veranlassung, den besten Motorradfahrer und den besten Wagenfahrer der vergangenen sehn Jahre sowie weitere Fahrer durch besondere Ehrenpreise auszuzeichnen. Den Auftakt der Motorsportwoche bildet das 5. Reichstreffen der Motor=HI im Harz, für das der Korpsführer Hühnlein als Ehrenführer der Motor=H3 die Schutzherrschaft übernommen hat. Nicht zu schwere Aufgaben werden den Jungen gestellt, die aber dennoch Mut, Kraft, Geschicklichkeit und Firigkeit verlangen. Fahrdisziplin ist Hauptaufgabe der Zielfahrt vom Standort der Gebiete nach Goslar, im Sportwettkampf wird die Motor=HI ihre körperliche Ertüchtigung beweisen, und bei der Geländefahrt im Harz wird das fahrerische Können geprüft. In der Wehrsportübung des RSKK wird auf breitester Grundlage ein Leistungsbeweis abgelegt. Am 18. Juni treten die Mannschaften jeder Motorgruppe und jeder Motorsportschule des RSKK in Stärke von 40 Mann einen Marsch über 600 km von ihren Standorten aus nach Gandersheim an, wo bei die Streckenführung nur abschnittweise bekannt egeben wird. Dann wird das Aufgabengebiet auf rientierung im Gelände, Uebermittlung von Befeh len und Durchqueren von fliegergefährdeten Geländeabschnitten erweitert. Den Abschluß bildet die Nachtorientierungsfahrt. Jeutsche Gewichtheber nach USA unterwegs Die Mannschaft der Vereinigten Staaten. Unter der Leitung des Fachamtsleiters Kurt Frey (München) hat die deutsche Nationalmannschaft der Gewichtheber die Reise mit der„Bremen" nach USA angetreten. Bekanntlich bestreitet Deutschland am 19. Juni gegen USA in Philadelphia einen Länderkampf im Mannschafts=Gewichtheben. Nachdem nun auch die Vereinigten Staaten ihre Mannschaft aufgestellt haben, stehen sich die Gewichtheber wie folgt gegenüber: Deutschland US24 Federgewicht: Gg. Liebsch(Düsseldorf) John Terry Leichtgewicht: Karl Jansen(Essen) Anthony Terlazz## Mittelgewicht: R. Ismayr(Freising) Vohn Terpak Halbschwergewicht: Ant. Gietl(München) Stanley Kratowski Schwergewicht: I. Manger(Freising) John Grimek Mit Ausnahme des Halbschwergewichtlers Kratowski sind die Amerikaner Teilnehmer der letzten Olympischen Spiele in Berlin. Der Italo=Amerikaner Terlazzo wurde damals Sieger im Federgewicht, und 1937 holte er sich in Paris die Weltmeisterschaft im Leichtgewicht. John Terpak gelang es ebenfalls, in Paris Weltmeister zu werden, doch muß man dabei berücksichtigen, daß in Paris Rudi Ismayr fehlte. Der Neger Terry ist in den letzten Jahren weniger in Erscheinung getreten, während sich Grimek in Paris als talentierter Schwergewichtler entpuppte. Ueber Kratowski ist vorläufig noch nichts zu sagen. Die deutsche Mannschaft wird voraussichtlich am 25. oder 26. Juni noch einen zweiten Start in Neuyork absolvieren. Im Anschluß an die in Wien stattfindenden Weltmeisterschaften werden die Amerikaner mit ihrer stärksten Mannschaft in München zum Rückkampf antreten. Es ist durchaus möglich, daß bei dieser Gelegenheit auch noch ein Start in Essen vereinbart wird. 15 Spieler nach Island Unter Leitung von Sportlehrer Karl Hohmann begeben sich am 18. Juni von Hamburg aus 15 deutsche Fußballspieler mit dem isländischen Frachtdampfer„Godafoß" nach Island. Damit wird die Gastrolle, die schon einmal eine deutsche Fußballexpedition in Island 1935 gab, wiederholt. Der deutschen Vertretung, die am 26., 28. und 30. Juni sowie am 3. Juli vier Werbespiele austragen wird, gehören folgende 15 Spieler an: Sonnrein(Hanau), Bertram (Göttingen), Lüdecke(Hamburg), Koppa(Gleiwitz), Gappa, Eickhoff(beide Münster), Kraft(Stuttgart), Lindemann(Frankfurt M.), Schneider(Berlin), Gäßler, Michel(beide München), Baars(Trier), Peschel (Guben), Prysok(Beuthen) und Epp(Wien). Die deutsche Expedition wird am 15. Juli wieder in Hamburg eintreffen. zusammenfassung und solchem Umfang noch nie erlebten. In einer achttägigen Heerschau des Kraftfahrsportes wird der Nachwuchs sein Können beweisen, wird das RSKK in einer großen Wehrsportübung eingesetzt, und bei der Dreitagemittelgebirgsfahrt werden die besten Spezialisten des Geländes ihre Kräfte messen. Ein besonders hervorstechendes Merkmal ist die Teilnahme von je drei Mannschaften der italienischen Straßenmiliz und der Freiwilligen Miliz, die Schulter an Schulter mit den dreihundert deutschen Männern aus dem RSKK, der Wehrmacht und der SS kämpfen. Als geländesportliche Spitzenveranstaltung des JahDas Programm der vom 9. dis 25. Juni stattfindenden Deutschlandfahrt die vom Deutschen Radfahrer=Verband mit interstützung der deutschen Zeitungen veranstaltet wird, ist erschienen. Es ist 32 Seiten stark, kostek nur 10 Pf. und enthält alle Einzelheiten der Deutschlandfahrt u. a. die 15 Etappen, die Startliste, das große Preisausschreiden, Fahrer-„Steckbriefe“, Prämien-Stiftungen, wann und wo sind die Deutschlandfahrer zu sehen, Tavellen zum Eintragen der Ergebnisse. Das Heft ist bei uns und unseren Zeitungsboten zu haben. Geschäftsstelle des Herner Anzeigers Herm.=Göring-Str. 8— neben dem Postamt. Montag, 13. Juni 1938 Italien, Angarn und Schweden siegten Der Kampf um die Weltmeisterschaft Frankreich, Cuba und die Schweiz blieben auf der Strecke 7 Tschechoslowakei gegen Brasilien muß wiederholt werden Ungarn schaltet die Schweiz aus 2:0(1.0) in Lille Das mit großer Spannung erwartete Treffen um die Fußball=Weltmeisterschaft zwischen Ungarn und den Eidgenossen in Lille vor rund 18000 Zuschauern brachte einen 2:0=(1:0=) Sieg der Magyaren. Die Schweiz konnte allerdings für dieses schwere Treffen nicht die stärkste Elf aufbieten. Der bervorragende Verteidiger Mänelli mußte wegen seiner Knieverletzung durch Stelzer und der Links„außen Abi durch Grassi ersetzt werden. Das Fehlen der beiden vorzüglichen Spieler machte sich bei den Eidgenossen nachteilig bemerkbar. Die Schweizer erreichten nicht die große Linie wie gegen Deutschland. Besonders der Angriff ließ den mitreißenden Schwung vermissen. Der linke Flügel kam fast garnicht ins Gefecht, da Walacek und Grassi sich schlecht miteinander verstanden. Die ersten 45 Minuten standen im Zeichen der Ungarn, bei deren schnellen und schußgefährlichen Angriffen allein der Schweizer Torhüter Huber durch glänzende Abwehr die in der Luft liegenden Tore verhinderte. Im Schweizer Sturm machte allein der wieder den Angriff führende Amado der gegnerischen Verteidigung zu schaffen. Immerhin dauerte es bis vier Minuten vor dem Pausenpfiff. bis die Ungarn das Führungstor erzielten. Nach einer Reihe von Eckbällen war es der Mittelstürmer Dr. Sarosi. der das erste Tor schoß. Im zweiten Abschnitt zeigten die Schweizer besseres Zusammenspiel. Nunmehr wurde jedoch der rechte Läufer Springer verletzt und mußte für kurze Zeit pausieren. Bei einem der wenig geschlossenen Angriffe der Schweizer verbinderte der ungarische Verteidiger Koranyi den schon fast sicheren Ausgleich. Als diese letzte Gelegenheit für die Eidgenossen dahin war, konnte der Halbrechte Szengeller in der vorletzten Minute des auf keiner hohen Leistungsstufe stehenden Kampfes noch einen zweiten erfolgreichen Torschuß anbringen. Harter Kampf in Vordeaux Brasilien— Tschechei ohne Entscheidung. Eine Reihe Auseinandersetzungen, bei der die sportlichen Uegeln wenig geachtet wurden, gab es in Bordeaux zwischen Brasilien und der Tschechoslowakei. Beide Mannschaften konnten nach 120 Minuten Svielzeit keine Entscheidung herbeiführen, sodaß beim Stande von 1:1 ein Wiederholungsspiel notwendig geworden ist, das am kommenden Dienstag erneut in Bordeaux ausgetragen wird. Ungeachtet des Regens bei Spielbeginn waren noch rd. 15000 Zuschauer erschienen. Nachdem sich die erste nervöse Spannung unter den Spielern gelegt hatte. griffen die Südamerikaner mit dem ihnen eigenen unbändigen Temperament an. In erster Linie waren es der schwarze Mittelstürmer Leonidas und der Halbrechte Romeo. die Planicka im Tschechentor alles abverlangten. Leonidas war es auch, der nach der ersten halben Stunde Brasilien nach Vorlage von Martin in Führung brachte. Dann wurde der rechte Läufer José„angeschlagen“ und mußte kurz vor der Pause ausscheiden. Als er wieder mit von der Partie war. schlug er. um sich zu rächen. nach und wurde vom ungarischen Schiedsrichter Hertzka des Feldes verwiesen. Nach dem Wechsel nahm der Kampf roch bärtere Formen an. Als Nejedly 20 Minuten nach Wiederbeginn den Gleichstand hergestellt hatte, häuften sich auf beiden Seiten die Unsportlichkeiten in einem so großen Maße, daß der Unvarteiische sich gezwungen sah. noch den tschechischen Rechtsaußen Riba und den brasilianischen Läufer Alfonso mit Platzverweis zu bestrafen. Die verlängerte Spielzeit wurde lediglich durch eine Unmenge von Strafstößen ausgefüllt. Italien besiegt Frankreich mit 3:1 Von den Spielen der Zwischenrunde um die Weltmeisterschaft hatte der Kampf im Pariser ColombesStadion zwischen Italien und Frankreich die größte Beachtung gefunden. Vor rund 65000 Zuschauern siegten die Italiener dank ihrer besseren Gesamtleistung besonders in der zweiten Svielhälfte über die Franzosen mit 3:1(1:1) Toren. Mit dem Wind im Rücken hatten die Italiener einen guten Start, erzielten aber zunächst nur fünf Eckbälle. Beide Mannschaften schlugen unter der nachsichtigen Leitung des belgischen Schiedsrichters Baert eine sehr harte Gangart an. Es gab dauernd Strafstöße und ein Pfeifkonzert löste das andere ab. Schon in der achten Minute erzielte Italien die Führung. Der Linksaußen Colaussi hatte geflankt, der Ball wurde abgedreht und schon war Di Lorto geschlagen. Bei einem kurz darauf folgenden Angriff der Franzosen war aber der Ausgleich bald fällig. Veinante kam bis an die italienische Verteidigung deran. wo Foni das Leder erwischte. Der Ball kam zu Nicolas. der nicht auf dem Posten war. aber der Halbrechte Heisserer war blitzschnell zur Stelle und sandte ein. Nach der Pause kommandierten die wieder ausgezeichnet zusammen spielenden und das Feld klar beberrschenden Italiener. In der achten Minute gingen die„Azzuri“ erneut in Front. Meazza batte die Kugel steil in den französischen Strafraum vorgelegt. Piola blieb im Kampf mit Mattler siegreich und schlug Di Lorto zum zweiten Male. Zwar antworteten die Franzosen mit beftigen Angriffen, die aber nur zu drei Ecken führten. Bereits in der 27. Minute hatte der Weltmeister den Kampf zu seinen Gunsten entschieden. Ein Ballwechsel zwischen Piola und Colaussi bzw. Biavati schloß der italienische Angriffsführer, der als bester Mann auf dem Platze zu bezeichnen ist, mit dem dritten Tor ab. Die Franzosen setzten den Gegner zum Schluß stark unter Druck. aber die Italiener hielten das Ergebnis durch eisenbarte Abwehr. Italien gewann verdient. Schweden schlug Cuba mit 8.0 Zu einem ganz klaren Siege kamen die Schweden am Sonntag in Antibes. Die siegreiche Mannschaft hatte es insofern gut getroffen, als am Vortage und in der Nacht zum Sonntag die trovische Hitze einem erquick nden Regen weichen mußte. Schon eine Stunde vor dem Spiel hatten sich etwa 20000 Zuschauer eingesunden. Das Treffen stand im Zeichen der ganz und gar überlegen svielenden Schweden. die durch ihr flüssiges, schnelles und überlegtes Spiel durchaus verdient auch in dieser Höbe siegten. So wurde jeder Widerstand des Gegners gebrochen. Alles in allem war es natürlich eine einseitige Angelegenheit und in beiden Halbzeiten sielen je vier Tore. Die erfolgreichsten Schützen waren mit je drei Treffern der Rechtsaußen Andersson und der Linksaußen Wetterström, sowie der Halbrechte Nyberg mit zwei Toren. Kommt Union noch in die Entscheidung? Aufstiegsspiele Union Gelsenkirchen— Wattenscheid 09 1:1. Union eröffnete das Sviel vielversprechend. Es war die erste Kraft. die sich auswirkte. Union liegt im Angriff. beengt Wattenscheid, denn die Bölle kommen von links und rechts aufs Tor. Die Wattenscheider Hintermannschaft ist noch nicht im Bilde, sie läßt sich zu überstürzten Handlungen hinreißen und verliert dabei die Spielübersicht. Dieses wirkt sich auch schon nach fünf Minuten aus. Es Kird von seiten Unions ein Eckstoß rechtsseitig vollstreckt, der Ball kommt boch her in, alles stürzt sich auf einen Hausen, nur nicht dorthin, wo der Ball ausspringt. Da steht nur der Mittelstürmer Unions Kuiawa, der ungehindert und vlaziert einschießen kann. Dieser schöne Erfolg hätte nun Union Auftrieb geben müssen. Alles andere tritt ein. Union hat das beste Pulver schon verschossen. Wattenscheid drängt sich immer ielbewußter, immer wuchtiger in den Angriff. Nach einer Viertelstunde hat Wattenscheid den Angriff an sich geMar Schmeling schärft seinen Blick In Speculator hat Max Schmeling sein Trainingsquartier aufgeschlagen, das ständig von vielen Schaulustigen besucht wird. Maxe arbeitet aber nicht nur im Ring, sondern auch in sonstigen Sportarten, wie mit dem Pseil und Bogen, um sein Auge, das die Geaner besonders fürchten, zu schärfen. rissen. Union kommt nur noch in Vorstößen auf. Unions Sturm zeigt einige Verschlagenheit in der Ballführung die Stürmer kommen im einzelnen aber nicht mehr zurecht. Die letzten harten Sviele haben Union doch schärfer mitgenommen, als die Mannschaft eingestehen will. Es ist kein Zusammenhang mehr im Spiel. Entschieden und schneidig ist die Gegenwirkung Watten scheids. Unions Abwehr hat viel Arbeit, sie erledigt sich ihrer Aufgabe aber mit Umsicht und Energie. Bei Wattenscheid gibt es von vorne bis hinten nur restlosen Einsatz aller Kraft und Energie. Das macht das Sviel sympathisch. Es ist der Ausdruck restloser Entschlossenheit. Da läßt nicht der Sturm die Läuferreihe ackern und lausen, da packt auch der Sturm zu. hilft aus, baut mit auf. treibt und fördert. Da überläßt nicht die Läuferreihe die letzte Verantwortung der Hintermannschaft, da greift auch der Lauf immer ein. wo Gefahr im Verzuge ist. Das konnte Union im ganzen nicht von sich sagen Wenn schon einzelne Kräfte desinteressiert beiseite stehen. kann nie eine flüssige Linie ins Spiel kommen. Wattenscheid gestaltet also das Sviel. es ist ein Wunder, daß der Ausgleich nicht vor der Halbzeit schon erzielt wird. Nach der Halbzeit ist Wattenscheid auch weiterhin die meist angreifende Partei. Union verschafft sich auch jetzt nur in gelegentlichen Vorstößen Raum. Aber vor dem Union=Tor ballt sich die Gefahr zusammen. Rechtsseitig kommt ein hoher Ball auf das Tor. den der Torwart Unions wohl abwehrt. aber nicht festhalten kann, als der Ball ausspringt, ist es gescheben. Grewe, Wattenscheids Mittelstürmer, ist bei der Hand. um den Ausgleich zu erzielen. Mehr ist vorerst nicht zu erreichen. Unions Hintermannschaft will jetzt den Angriff. wird einige Male sogar überspielt. aber Unions Torwart hat Glück. Und in der letzten Minute des Spiels hat Wattenscheids Torwart großes Glück. Der Linksaußen Heeres schickt eine Flanke nach innen. der Rechtsaußen Ille braucht den Ball mit der Brust nur einschieben. Union hätte dennoch das Sviel gewonnen, der Stürmer ist zu mitgenommen, er drängt den Ball neben den Pfosten. Gelsenkirchen 07— Recklinghausen 13 3:2. Olympia Bocholt— Hassel 4:1.: Gellenkirchen 07 und Recklinghausen zeigten deutliche Spuren der Anstrengungen, die mit den Aufstiegsspielen verknüpft sind. Das Spiel war nicht besonders angelegt. Beide Mannschaften spielten müde und verhalten. Durch einen Handelser geht 07 in Führung. Die Recklingbäuser haben in diesem Jahre einen wirksameren Sturm herausbringen können. Ein schöner Schuß des Halblinken besorate den Ausgleich. Ohne große Erregung gebt der Kampf weiter. Nach der Halbzeit bringt ein zügiger Angriff des Innensturms das Gast=Tor in Gefahr. Der Halbrechte ist auch prompt zur Stelle und bringt für 07 die Führung. Aber Recklinghausen gibt sich nicht geschlagen. Wieder ist er der Halblinke, der den Ausgleich erzielt. Nun kommt eine straffe Linie in 07's Spiel. Der Linksaußen geht durch und schafft die Führung und den Sieg Hassel hatte nichts mehr zuzusetzen, während Bocholt mit verbissener Energie um den dritten Platz in der Tabelle kämpfte. Aber es langte nicht ganz. Hassel hat 4 Pluspunkte mit 11:14 Toren. Bocholt erreichte 4 Pluspunkte, 14:21 Tore. Hassel dürfte dennoch als dritter Vertreter in die Bezirksklasse neben Gelsenkirchen 07 und Recklingbausen 13 aufsteigen. BV. 12's Jugend in der Schlußrunde BV. 1912— Schwerte 09 10:5. Es ist ein eigenartiges Ergebnis, das nur erklärt werden kann, weil die Gäste einen Sturm mitbrachten, der wirklich nicht klein beigab. In der ersten Halbzeit ging es schon hoch her. So war die Torfolge. 1:0. dann 1:1. Jetzt 2:1, dann 2:2. Halbzeit 4:2. Nach der Halbzeit ein einzigartiger Ansturm der Schwerter Stürmer. Es heißt 4:5. Als aber die Ballspieler auf 5:5 gleichzieben, ist die Kraft der Gäste erschöpft. In einem grandiosen Endspurt kommen die Ballspieler=Stürmer noch zu vier weiteren Toren. Damit kommt die Gelsenkirchener Jugend in das Entscheidungsspiel. 7B. Eickel— Sodingen 4:1. Auch die Eickeler Jugend steuert auf die Schlußrunde hin. Nachdem die Sodinger Jugend weichen mußte, ist Eickel noch die Aufgabe gestellt. Gronau oder DortmundJugendelf zu schlagen, um dann auf der Kampfbahn Glückauf gegen BV. 1912's Jugend den Endkampf um die westfälische Bannmeisterschaft zu bestreiten. Gaumeisterschaft im Gewichtheben Deutsche Eiche Gelsenkirchen richtete die Kämpfe aus Die Alleinmeisterschaft vom EC. Hörde gebrochen 7 Driesen=Gelsenkirchen Meister im Mittelgewicht Im Nationaleck war der Schauplatz der diesjährigen Gaumeisterschaften im Gewichtheben. Hörde war lange Jahre die unbestrittene Domäne des Kraftsportes. Im letzten Jahre nun machten auch die anderen Bezirke große Anstrengungen. um den Vorsprung der Hörder in etwa aufzuholen. Sie waren auch teilweise von Erfolg begleitet. Die Veranstaltung war sehr gut besucht, ein Beweis dafür, daß die Begeisterung für den Kraftsport in Gelsenkirchen nicht erloschen ist. Deutsche Eiche hat sich für die Idee des Kraftsportes Jahre nun eingesetzt, der Verein bewies, daß auch die Organisation einer größeren Veranstaltung bei dem Gelsenkirchener Schwerathletikverein in guten Händen war. Alle Kämpfe wickelten sich reibungslos ab, die Haltung der Kämpfer war vorbildlich. Es ist gegenüber dem Vorjahre eine erhebliche Leistungssteigerung eingetreten. Bemerkenswert ist, daß im Schwergewicht der Gaumeister Velten zum 16. Male diesen Titel an sich bringen konnte. Der junge Gelsenkirchener Aaldering. kaum der Jugendklasse entlassen, konnte den zweiten Platz belegen. Auch er berechtigt zur großen Hoffnung und dürfte Velten in absehbarer Zeit ablösen. Im Mittelgewicht konnte DriesenGelsenkirchen zum ersten Male den Gaumeistertitel an sich bringen. Ein stolzer Erfolg für Gelsenkirchens Kämpfer. Ueberhaupt war die Veranstaltung in ihrer Gestaltung ein voller Erfolg für die Deutsche Eiche. Das Ergebnis war folgendes: Bantamgewicht: 1. Antoni=Hörde. Gesamtgewicht 247,5 Klg., Drücken 75. Reißen 72.5, Stoßen 100; 2. KönigDerne 225; 3. Ring=Derne 220; 4. Beer=Siegen 205. Federgewicht: 1. Dorrbecker=Hörde. Gesamtgewicht 285 Klg., Drücken 80. Reißen 87.5, Stoßen 117.5: 2. NitschErkenschwick 250; 3. Grabwoski=Gelsenkirchen 245: 4. Beer 2=Siegen 230. Leichtgewicht: 1. Diederichs=Wanne=Eickel. Gesamtgewicht 300 Klg., Drücken 82.5. Reißen 95. Stoßen 122.5: 2. Masan=Derne 275: 3. Binger=Wanne=Eickel 265, 4. Tonk=Gelsenkirchen 265. Mittelgewicht: 1. Driesen=Gelsenkirchen. Gesamtgewicht 300 Klg. Drücken 90. Reißen 90. Stoßen 120: 2. Grötzinger=Bielefeld 280. 3. Hagenbrock=Warendorf 225.5. Halbschwergewicht: 1. Widua=Wanne=Eickel. Gesamtgewicht 310 Klg., Drücken 95. Reißen 95, Stoßen 120. 2 Schwergewicht: 1. Velten=Hörde. Gesamtgewicht 332.5 Klg., Drücken 107.5. Reißen 97.5, Stoßen 127.5; 2. Aaldering=Gelsenkirchen 320. Altersklasse: 1. Güttler=Derne 207.5 Klg.(einarmig). Aeltesten Klassen: 1. Koch=Altena 240 Klg. Die ersten Sieger sind damit Gaumeister. Im Anschluß an diese Kämpfe wurden Artistik=Wettbewerbe gezeigt, die auch sehr beifällig ausgenommen wurden. hat 15 Minuten Vorsprung Wierinckx=Belgien gewann die 3. Etappe Wohl selten hat sich die Lage so schnell verändert, wie bei der diesjährigen Deutschland=Rundfahrt. Drei Etappen. und zum dritten Mal trägt ein anderer Fahrer das gelbe Trikot. War es am ersten Tage der Deutsche Umbenhauer. so folgte tags darauf der Belgier Bonduel. und nach Beendigung der dritten Etappe Chemnitz— Schweinfurt über 276.6 Kilometer hat sich nun der zweite Etappensieger. Hermann Schild=Chemnitz, die Svitze im Gesamt erobert. und nun die Ehre, das gelbe Trikot zu tragen. Fast ideales Wetter trafen die Fahrer am Samstag auf der Tagesstrecke Chemnitz—Schweinfurt an. Erstmalig gab es einen ausländischen Etappensieger. und zwar kam der Belgier Wierinckr in 8:04.59 mit einem Stundenmittel von 34.2 Kilometer vor dem Hagener Oberbeck. Le Calvez=Frankreich. Kijewski=Dortmund und Schild=Chemnitz ein. Immer mehr kann man feststellen. daß die Deutschland=Rundfahrt kaum noch binter der „Tour de France“ zurücksteht. In allen Städten, wo die Deutschlandfahrer durchkamen, besetzten Tausende von Zuschauer die Straßenränder. Selbst ganze Schulen waren zur Begrüßung mit kleinen Fähnchen vertreten. die die Teilnehmer jeweils beim Passieren der Orte begeistert zujubelten. Genau wie am zweiten auf Umbenhauer. wurde am Samstag auf den Spitzenreiter Bonduel Jagd gemacht. Vorstoß auf Vorstoß wurde unternommen und zum Schluß kam der Belgier nicht mehr mit. Schließlich lag Bonduel sieben Minuten im Rückstand und fiel somit in der Gesamtwertung auf den dritten Platz zurück. In der letzten Kontrolle Kulmbach hatte sich die Spitzengruppe auf sechs Mann erhöht. Kurz vor dem Etappenziel zog der Belgier Wierinckr allein davon und traf mit einer halben Minute Vorsprung im dicht besetzten Schweinfurter Stadion ein. E G Schild siegte, aber Bonduel bekam das gelbe Teikot Auf der zweiten Etappe der Deutschlandfahrt von Zittau nach Chemnitz verlor der Nürnberger Umbenhauer das gelbe Trikot, das er sich am Vortage erkämpft hatte. Zwar war in Chemnitz der Chemnitzer Schild Steger, doch bekam der Belgier Bonduel das gelbe Trikot. weil er in der Punktbewertung bereits vor Schild lag. Unser Bild zeigt Etappensieger Schild(rechts) und den Gewinner des gelben Trikots, Bonduel, nach dem harten Kampf des Tages.(Schirner-M) Oberbeck gewann die 4. Etappe In der Deutschlandrundfahrt siel am Sonntag eine gewisse Vorentscheidung. Auf der Tagesstrecke von Schweinfurth nach München(297.2 Klm.) konnte Hermann Schild als Träger des Gelben Trikots seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf über 15 Minuten ausdehnen. Sein Sieg ist damit aber noch keineswegs gesichert, denn wie schnell ist durch Zwischenfälle eine schwer erkämpftViertelstunde wieder verloren. Außerdem werden die hinter Thierbach an der dritten und vierten Stelle liegenden Belgier De Caluwe und Bonduel sich noch keineswegs geschlagen bekennen. Die Etavve selbst gewann der starke Westfale Willy Oberbeck auf Diamant in 8:21.27 gegen Grundahl=Hansen und entschädigte sich so für seine Niederlage, die er am Vortage durch Wieringar erlitt. Bei den strengen Strapatzen haben einige Fahrer den Versuchen nicht widerstehen können und sich fremder Hilfe bedient. Die Rennleitung hat aber energisch durch gegrissen und Roth. Arents. Langhoff. Wölkert sowi Pividori=Italien mit fünf Strafminuten und einer Geldbuße bestraft. Aufgegeben haben Diederichs und SchultenJobann. Hackebeil=Chemnitz gewinnt 1. Großdeutsche Alpenfahrt Irrgang=Berlin Deutscher Bergmeister. Am Sonntagmorgen nahmen von den 39 Amateuren noch 33 den Kampf auf der letzten Etappe Innsbruck— München auf. Schon nach einem Kilometer nach dem Start gab es das erste schwierige Hindernis, hieß es doch den Zirler Berg zu bewältigen. Bis dahin war das Feld noch geschlossen zusammen. Als erster machte sich der Innsbrucker Mair frei. Er kam mit Abstand als erst auf den höchsten Punkt, erlitt aber 150 Meter nach der Abfahrt einen Defekt und mußte aufgeben. Bald bildete sich eine Spitzengruppe von vier Fahrern. Baehler=Jena, Hackebeil=Chemniz. Irrgang=Berlin und Schöpflin=Berlin, die am Ettaler Berg bereits vier Minuten Vorsprung vor der Verfolgergruppe mit Heller. Zoebisch. Seufert und Schellhorn hatte. Die Spitzengruppe vergrößerte ihren Abstand mehr und mehr und hatte bei Starnberg schließlich schon acht Minuten Zeit gewonnen. Inzwische fing es leicht zu regnen an. Trotzdem ließ das Tempo der Svitzengruppe nicht nach. sodaß sich der Vorsprung gegenüber der zweiten Gruppe nicht verringerte. Als diVierergruppe dann zum Endspurt rüstete und in das Dante=Stadion einfuhr. wurde sie von 6000 Zuschauern mit großem Jubel empfangen. Als Spurtsieger und Gewinner der deitten Etapve ging der Berliner Schöpflin vor seinem Landsmann Irrgang und Hackebeil hervor. Der Chemnitzer wurde durch seine Leistung Sieger in der Gesamtwertung der Alvenfahrt. Auf der letzten Etapne waren noch einige Wertungen eingelegt worden. Nach dem Siege von Mair=Innsbruck auf dem Zirler Ber holte sich der Ausreißer Bachler die Abfahrtswertung von Klais nach Garmisch=Partenkirchen. während Irrgang auf die Schlußwertung am Ettaler Berg Beschlag legte und mit 59 Punkten somit Deutscher Bergmeister wurde. Frischer Wind an der Weser Minden besiegt MTSA. Leipzig im Vorfinale 8:5. Die Deutsche Handballmeisterschaft 1938 hat in Hindenburg Minden einen Favoriten. Das bewiesen die Pionier von der Weser am Sonntag im ersten Vorschlußrunden kampf gegen den Titelverteidiger eindringlich. MTS: Leipzig war ohne den Nationalspieler Dossin an die Weser gekommen und wurde mit 8:5(3:2) von den We salen besiegt. An der Weser wehte ein kräftiger. Wind. den die Sachsen nicht vertrugen. Während Westfalen Meister in großer Spiellaune war, spielte Leipzig ohn sonderliche Linie und vor allem fehlte der Zusammenhang. Ein Glück, daß Wendt im Tore sein Handwer## verstand. Minden spielte ohne Schwächen. Leider zog sich Helligrath eine Sehnenverletzung zu.“ SV. Waldhof—. MSV. Weißensels 2:10. Gegen die ausgezeichnete Verfassung des MS. Weißenfels kam Badens Meister vor 4000 Zuschauer einfach nicht an. Die Mitteldeutschen waren nicht halten. Laqua und Klingler warfen bis zum Seiter wechsel je zwei Tore, ohne daß Waldhof auch nur einm zu einem Wurf ins Schwarze kam. Durch Herzog kame die Badenser zum ersten Gegenkor, aber durch Klingker. Hübner, Klingler und Stahr zogen die Soldaten unwiderstehlich auf 8:1 wea. Zimmermann warf das zweite Waldhof=Tor, doch Stahr und Sieler machten es mehr als wett. Das 10:2 von Mannheim dürfte schon der Gruppensieg für Weißensels sein. Dortmund schlägt Wanne=Eickel 15:4 Handball=Stadtespiel für Breslau. Mit nur einem Tressen wurden die Ausscheidungs= viele der Handball=Stadtmannschaften für Breslau am Sonntag fortgesetzt. Die gute Dortmunder Mannschaft brachte es zu einem hohen Sieg über Wanne=Eickel mit 15:4(6:2) Toren. Dortmund stellte die technisch und taktisch bessere Einheit und ihr Sieg war in jeder Hinsicht verdient. Budge und Mathien Die neuen französischen Tennismeister. Im Roland=Garros=Stadion zu Paris wurden am Samstag die neuen französischen Einzelmeister im Tennis ermittelt. Bei den Männern und Frauen waren diesmal die Titelverteidiger Henner Henkel und Hilde Sperling nicht beteiligt und so erscheinen neue Namen in der Meisterliste von Frankreich. Im Endspiel der Männer schlug erwartungsgemäß Weltmeister Donald BudgeUSA. den sudetendeutschen Meister Roderich Menzel in drei Schen grast 6:0. 6:2. Bk. Der Amerikanes Bieke in diesem Sviel wieder Weltklasse. Die Französin Simone Matbieu, die im letzten Jahre an Hilde Sperling scheiterte. war am Samstag über ihre Landomännin Landro mit 6:0. 6:3 erfolgreich und gewann damit zum ersten Male die Meisterschaft ihres Landes. Es war die große Ueberraschung im Stade Roland Garros in Paris: Dest remeau=Petra schlugen im Endspiel des Männer=Doppels die Wimbledonsieger Budge=Makon — und dazu noch glatt in vier Sätzen 3:6. 6:3. 9:7, 6:1! Nach dem Siege über die ausgezeichneten Jugoslawen Mitic=Puncec waren Stimmen laut geworden, die Destremean=Petra zum besten französischen Doppel erklärten. Dennoch waren die Amerikaner so gut wie einstimmig die Favoriten des Schlußkampfes. Ohne Schwierigkeiten zogen sie stetig im ersten Satz davon und gewannen ihn 6:3. Mit dem gleichen Ergebnis fiel der zweite an die Franzosen und nun setzte der große Kampf ein, der selbst für die Zuschauer zermürbend wirkte. Aus den sich erst verzweifelt wehrenden Franzosen wurden die Bezwinger der Amerikaner. In heißem Ringen sicherten sie sich den langen dritten Satz und schalteten. vom eigenen Erfolg ermutigt. Budge=Mako im vierten Satz verblüffend sicher aus. Bei den französischen Tennismeisterschaften sicherte sich im Gemischten Doppel Frau Mathieu ihren dritten Titel. Zusammen mit dem Jugoslawen Mitic gewann sie gegen das australisch=französische Paar Wynne=Boussus 2:6. 6:3, 6:4. und seine„Korpsangehörigen“. Erleichterte Aufnahmebest immungen ab 1. Mai 1938 Seit Jahren hat das Nationalsozialistische Kraftfahrcorps die Einrichtung getroffen, daß motorsportbegeisterte Partei= und Volksgenossen, die aus beruflichen oder sonstigen stichhaltigen Gründen aktiven Dienst im RSKK nicht verrichten können. dieser Gliederung der Partei unter bestimmten Voraussetzungen als Korvsangehörige beitreten und so ihre kameradschaftliche Verbundenheit zum Korvs zum Ausdruck bringen können. Wenn jemals diese Einrichtung ihre Zweckmäßigkeit unter Beweis zu tellen vermochte, so in den Tagen des Wahlkampfes und insbesondere anläßlich des Schleppdienstes am Wahlsonntag selbst. Viele tausende Fahrzeuge wurden hier von diesen Korpsangehörigen eingesetzt und stellten zusammen mit den aktiven Männern des NSKK. sowie den sonstigen freiwilligen Helfern aus DDAC. usw. der Partei einen Kraftwagenpark zur Verfügung. der aber auch allen Anforderungen gerecht werden konnte. Mit voller Deutlichkeit hat dieser Tag gezeigt. in welchem Umfange noch Hunderte von Männern. die durch ihren Beruf oder aus Interesse am Motor an sich zum NSKK. gehören müßten. noch nicht in den Reihen der Korvsangehörigen stehen: sicher nicht deshalb. weil es ihnen vielleicht an ideeller Einstellung fehlt, sondern einzig und allein deswegen. weil sie über die Korvsangehörigen nichts oder zu wenig wissen. Diese Tatsache und die fortschreitende Entwicklung erheischen eine gewisse Auflockerung der bisherigen straffzentralen Organisation. die Korvsführer Hühnlein mit Wirkung vom 1. Mai 1938 auch angeordnet bat. Korvsangehöriger kann von nun an jeder deutsche Mann werden, der sich für die Ziele und Aufgaben des RSKK. einzusetzen verpflichtet. Dieser Ruf des Korpsführers wendet sich vor allem an die Kreise der deutschen Kraftverkehrswirtschaft. der Kraftfahrzeugindustrie und des Kraftfahrzeughandwerks. also an alle die Gefolgschaftsführer. Betriebsleiter. Ingenieure. technischen Werkmeister und kaufmännischen Angestellten dieser Wirtschaftszweige, denen durch ihre stärkste berufliche Belastung nicht die Möglichkeit gegeben ist, sich zu einer aktiven Dienstleistung im Korvs zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus kommen aber auch alle jene Kreise der Partei. der Gliederungen. der Behörden und der freien Wirtschaft in Frage, die aus ähnlichen Gründen aktiven Dienst im Korps nicht verrichten können. Voraussetzung für die Aufnahme muß sein, daß der sich meldende neue Korpsangehörige Parteigenosse ist oder die Voraussetzungen für eine spätere Aufnahme in die Partei erfüllt. Bei Nichtvarteigenossen übernehmen zwei Parteigenossen, die nicht unbedingt dem Korps anzugehören brauchen. die Bürgschaft. Die Betreuung der Korpsangehörigen erfolgt in erster Linie durch die Stürme. welche die Einladung zu Kameradschaftsabenden. sportlichen und sonstigen Veranstaltungen veranlassen. Von der Teilnahme an den wöchentlichen Uebungen und Appellen sind die Korpsangehörigen selbstverständlich befreit. Frömming heute auf der Traberbahn Diesmal sieben Rennen Nachdem der Gelsenkirchener Trabrennverein mit dem vor kurzem an einem Montag abgehaltenen Renntag einen sehr guten Erfolg zu verzeichnen gehabt hat, folgt am kommenden Montag wieder ein Wochenrennen auf der Gellenkirchener Bahn. Das Programm ist sehr geschickt zusammengestellt, sodaß die westdeutschen Traberfteunde wieder voll auf ihre Kosten kommen werden. Außerdem hat man auch wieder den Berliner Chamvion= fahrer J. Frömming verpflichtet, der eine Anzahl Pferde steuern wird. Als Hauptanziehungspunkt ist ein JockeyFahren ausgeschrieben. Hier können auch die Galoppfreunde ihre Lieblinge bewundern, wie sie sich im Sulky betätigen. Das umfangreiche Programm, das acht Rennen umsaßt, wird mit dem Preis von Horst=Emscher eiigeleitet. Neviges konnte seinerzeit mit J. Frömming als Fahrer einen sicheren Sieg gegen ähnliche Pferde herausholen. Montag muß Neviges Vorgaben geben. und da sind die Aussichten etwas geringer. Als ihre Gegner sind zu nennen: Amenophis. Addis. Albin und Via von Welhe. Ist Norbert Euy schon weit genug. so könnte er ein ernster Anwärter sein. Der Preis von Dortmund ist den Amateurfahrern vorbehalten. Edith Loh mit W. Dahl findet keine günstige Position vor und hat es gegen Humulus. Nationale. Rheinstolz und Fiedler nicht leicht. Preis der Leichtgewichte ist das JockeyFahren benannt. Zwölf der bekanntesten westdeutschen Jockens kämpfen im Sulky um den Preis. M. Schmidt steuert Schmeling und hat gute Aussichten. Ansonsten sind noch zu nennen Cavitän(Hochstein). Dirigent(Buge). Elfriede v.(Rößler) und Lederstrumpf(Andrle). . Im Preis von Krefeld trifft sich der jüngste ahrgang. Bäuerin, die ihren ersten Start siegreich geund ein Jockeifahren stalten konnte, hat hier mit I. Frömming wieder gute Aussichten. Auch das zweite Amateur=Fahren um den Preis von Mülheim=Duisburg weist eine starke Besetzung auf. Favoriten sind: Kardia. Tosca. Lydia und Bettie. Ein sehr offenes Rennen ist der Wreis von Köln. in dem sich die bessere Klasse auf 2100 Meter trifft. Der Stall Teßmann ist mit Cito Watts und Duck vertreten. während der Stall Middeldorf mit Herenmeister und Herold antritt. Außerdem sind noch Maria R., Jean W. Angelus und Salvator vertreten. Der ehemalige Crack Herold wird von J. Frömming geleitet. Wir erwarten den Stall Middeldorf vor Stall Teßmann und Jean W. Im Prei's von Düsseldorf wird gute Mitte klasse sich einen spannenden Kampf liefern. Bei glattem Verlauf müßten David Bingen und Diskont für Hanni H., Herodias W. Herenjunge. Graf Geßler und Luitpold sowwere Gegner sein. Auch das abschließende Rennen um den Preis von Neuß verspricht einen interessanten Verlauf. Osterma### mit J. Frömming im Sulky hat gute Aussichten. Aber Christoph. Natango und Dina Lob werden sich nicht leicht geschlagen bekennen. Unsere Voraussagen: 1. R.: Neviges— Amenophis— Addis. 2. R.: Edith Loh— Humulus— Nationale. 3. R.: Schmeling— Capitän— Dirigent. 4. R.: Bäuerin— Kühnheit— Willkür. 5. R.: Kardia— Tosca— Bettie. 6. R.: Stall Middeldorf— Stall Teßmann— Jean W. 7. R.: David Bingen— Hanni H.— Diskont. 8. R.: Ostermaid— Christopb— Natango. Auftakt auf der Horster Rennbahn Clain gewinnt das Maximilian=Reichsfreiherr=von=Fürstenberg=Rennen Am Eonntag wurde die diesjährige Horster RennSoison eingeläutet. Es war klar, daß sich zu diesem Tag des Galoppsportes recht zahlreich einfinden würden. Und so bot denn diese schönste Rennbahn des Westens wieder das gewohnte Bild. Zwar waren einige Rennen nicht so stark besetzt, wie man das sonst gewohnt ist. Aber es wurde dafür ein Sport geboten, der auf beachtlicher Höhe stand und das Publikum zufrieden gestellt hat. Dis schvelle und kurze Aufeinanderfolge der vielen Rennen im Westen wird manchen Besitzer davon abgehalten haben, sein Material auf die Bahn zu bringen. Aber es ist damit bestimmt zu rechnen, daß der Ausfall nan gestern durch eine stärkere Besetzung am Fronleichramstage wieder wettgemacht werden wird. Der Toto wurde recht fleißig in Anspruch genommen. Im allgemeinon kamen die mehr oder weniger savorisierten Pferde zu Erfolgen. wenn auch einige kleine Ueberraschungen nicht ausblieben. so z. B. im Hauptrennen des Tages. dem Maximilian=Freiherr=von=Fürstenberg=Rennen, das sich Clain unter Lommatzsch in einem prächtigen Speed sicher holte. Im Schloßpark=Jagd= rennen, das über die leichte Bahn ging. kam Prior unter Stangl zu einem klaren Sieg, nachdem er schon bald nach dem Start das Kommando übernommen hatte. Durch den Sturz von Kruschwitz fiel der favorisierte Stauffen aus. auch Baoul enttäuschte sehr. Verlauf der Rennen Zum einleitenden Neulingsrennen, das für die zweijährigen Pferde, die noch nicht gesiegt haben. ausgeschrieben war, hatten sich fünf Pferde am Start eingesunden. Widerspruch kam schlecht ab und verlor viel Boden. Aulup ging sofort in Front und konnte das Rennen leicht mit drei Längen für sich entscheiden. Widerspruch holte zum Schluß noch stark auf und ging als Zweiter durchs Ziel. Der favorisierte Hernani kam als Vierter ein. Eine gute Besetzung fand das Schloßpark=Jagdrennen, das über die leichte Bahn ging. Hier stellten sich zehn Pferde dem Starter. Lavant ging söfort an die Spitze. aber schon bald hatte Prior das Kommando überSechen Von uber Lasantl Muss Auf von Forsen wck. Porta, die an dritter Stelle lag. mußte vor den Tribünen Finoterie passieren lassen. Ruf dem Nachhausewege vergrößerte Prior mehr und mehr seinen Vorsorung und ging mit zehn Längen vor Lavant als klarer Sieger durchs Ziel. Mit weiteren zehn Längen folgte Finoterie und mit 15 Längen Abstand als Vierter Spitzweg. Krusch= wirz sturzte auf Stauffen schon nach dem dritten Sprung. Baoul kam als Fünfter ein. Zu einem leichten Start=Ziel=Sieg kam im Friedweide=Rennen Zelina. Mephisto ging gleich an die zweite Stelle, fiel aber im Bogen zurück und ließ Colorado vorbei. In der Einlaufgeraden streckte sich Mephisto stark. ging an die zweite Stelle. konnte aber den Sieg Zelinas nicht mehr gefährden. Die beiden übrigen Pferde Strecker und Colorado kamen als Dritte im toten Rennen ein. Eine Ueberraschung gab es im Hauptrennen, dem Marimilian=Freiberr=von= FürstenbergRennen, das mit 4000 Mark ausgestattet und von fünf Pferden beschickt war. Gastgeber. Humbert, Staatsover: in dieser Reibenfolge ging es vom Start. Im Bogen war Humbert nach vorn gegangen und ließ Gastgeber und Staatsoper hinter sich. Clain. der lange hinten gelegen hatte. kam in der Einlausgeraden außen angeflogen. gewann mehr und mehr Boden und siegte mit vier Längen vor Staatsvreis, der sich zum Schluß gleichfalls gut vorgearbeitet hatte. Ueber zwölffaches Geld notierte der Toto. während sich die Einlauswette auf 760 stellte. Ueber die Zwei Kilometer(Ausgleich II) gingen sechs Pferde. Stobno führte das Feld vor Irmgard an. die dann aber etwas zurückfiel und Ende Gegenüber Sarafan den Vorrang lassen mußte. Als im Einlauf außen Lockruf aufkam, fiel Stobno stark zurück. Lockruf ging an die Spitze und konnte nach hartem Kampf einen Angriff von Irmgard. die innen herauskam, abwehren. Natango zahlte noch drittes Geld. Vier Pferde bestritten das Weidwaxl=Hürdenrennen, das als Ausgleich III ausgeschrieben war. Märchenwald ging vorne prächtig ab und vergrößerte nehr und mehr seinen Vorsotung vor Limverich und Firestone, der Gegenüber an die zweite Stelle ging. Alzum Schluß Firestone außen in Front ging, steckte Märchenwald das Rennen auf, konnte aber dennoch als klaret zweiter Sieger vor Limperich durch das Ziel geben. Zum abschließenden Bungard=Ausgleich(Ausgleich IV) fanden sich sieben Pferde ein. Maghyar strebte vor Shannon Silver und Hausmarke stark nach vorn. mußte aber schließlich im Einlaufbogen Shannon Silver vorbeilassen. Im Schlußkampf kam innen Schnepfe prächtig heraus und ließ Shannon Silver hinter sich. Musterknabe sicherte sich noch das dritte Geld. Ergebnisse 1. Neulings=Rennen: 1. Van Enderts Aulun(Haut). 2. Widerspruch. 3. März. Ferner: Hernani. Ruth. Toto: Sieg 45. Pl. 17, 18. La.: 3. 2½, 1. E.=W. 132. 2. Schloßpark=Jagdrennen: 1. Schaumanns Prior (Stangl); 2. Lavant. 3. Finoterie, 4. Spitzweg. Ferner: Baoul, Stauffen. Ostgote. Porta. Pomerol. Bandora. Toto: S. 45. Pl. 18. 16. 18, 46. Lg.: 10, 10, 15. E.=W. 396. 3. Friedweide=Rennen: 1. Röslers Zelina(M. Schmidt), 2. Mephisto. 3. Strecker und Colorado totcs Rennen. Toto: S. 13. Pl. 11, 12. Lg.: 5/4, 4. T. E.=W. 34. 4. Maximilian=Reichsfreiherr=von=Fürstenberg=Rennen: 1. v. Bylandts Clain(Lommatzsch), 2. Staatspreis. 3. Staatsover. Ferner: Gastgeber, Humbert. Toto: S. 124, Pl. 31. 21. Lg.: 4, 4, 6. E.=W. 760. 5. Zwei Kilometer: 1. Röslers Lockruf(M. Schmidt). 2. Irmgard. 3. Natango. Ferner: Sarafan, Stobno. Famula. Toto: S. 34. Pl. 16, 16, 17. Lg.: ½. 1. 1. E.=W. 122. 6. Weidwall=Hürdenrennen: 1. Bylandts Firestone (Hochstein), 2. Märchenwald. 3. Limperich. Ferner: Geländeritt. Toto: S. 18. Pl. 11, 13. La.: 1¾, 10. 6. E.=W. 34. 7. Bungard=Ausgleich: 1. Ravenbergs Schnepfe(Lommatzsch), 2. Shannon Silver. 3. Musterknabe. Ferner: Helmwiege, Frigga, Hausmarke, Maghyar. Toto: S. 40. Pl. 16. 17. 19. La. 4, 1½, 1. E.=W. 408. Adlerfee siegt in Hoppegarten Elritzling Sieger im Rennen um das Silberne Pferd 1. Dornrose=Rennen: 1. Stoofs Poto(Narr), 2. Vinsebeck. 3. Etelka; ferner: Angelus, Vico. Orplid. Toto: Sieg 25:10, Platz 15. 40:10. EW.: 60:10. Lg.: H., 5, 4. 2. Preis der Wehrmacht: 1. Schlenderhans Wunderhorn(Berndt), 2. Faustitas, 3. Steinbach. Toto: Sieg 14:10. EW.: 16:10. La.: 1. 4. 3. Sichel=Rennen: 1. v. Rauchs Per asperum(Berndt). 2. Florida, 3. Famaredi. 4. Numa Pompilius; ferner: Dalmatiner, Giotto. Condotiere, Deutsches Gold. Perosi. Organdy. Toto: Sieg 48:10, Platz 20, 13, 11, 22:10, EW.: 1252:10. La.: ½, 2, 2. 4. Preis der Diana: 1. Ebbelslohs Adlersee(O. Schmidt). 2. Geisha. 3. Makramee; ferner: Zeit vergeht, Zibebe, Waffenweihe, Blaue Donau. Gela, Toto: Sieg 12:10, Platz 10, 10, 10:10. EW.: 40:10. Lg.: 4. K., 6. 5. Hoppegartener Querfeldeinrennen: 1. v. d. Heydts Mahadöh(Lt. v. Mitzlaff), 2. Friesenhof. 3. Quintilian; serner: Nektar. Reichsmark. O. P., Faktor. Toto: Sieg 20:10, Platz 11, 11. 11:10. EW.: 68:10. Lg.: 1¼. 4. 8. 6. Rennen um das Silberne Pserd: 1. Ebbeslohs Elritzling(O. Schmidt), 2. Trollius. 3. Origenes: ferner: Lampe. Goldtaler. Poets Fancy. Taisun, Scövola. Toto: Sieg 62:10, Platz 21, 14, 19:10. EW.: 240:10. Lg.: H., 1¼. 1¼ 7. Melanie=Rennen: 1. Jentschs Rin=tin=tin (Huguenin), 2. Garnele. 3. Vineta, 4. Pollux; ferner: Erntedank. Cromwell, Festspiel, Balte. Nuber, Fortunato. Pomponius. Toto: Sieg 68:10, Platz 22, 18. 25. 25:10, EW.: 504:10. Lg.: K., ½. H. 8. Alvenrose=Rennen: 1. Fritsches Albatros (Huguenin). 2. Clarice. 3. Ostinato; ferner: Sankt Peter. Quick, Sapristi. Toto: Sieg 57:10, Platz 20. 13:10, EW.: 112:10. Lg.: ½. 3. 2. Cillas Derbysieger Rennen zu Chantilly. Frankreichs Rennjahr erreichte am Sonntag mit der Entscheidung des Derbys auf der Prunkbahn in Chantilly seinen sportlichen Höhepunkt. 15 Pferde fanden sich am 2400=Meter=Start ein. Als Favorit ging der in Baden=Baden im Vorjahre siegreiche Adlerfee ins Rennen. Der Hengst kam jedoch infolge seines mangelnden Stehvermögens nie zur Geltung und belegte einen mäßigen fünften Platz. Der Stall Boussac stellte in Cillas unter C. Elliott den Sieger. Er lag ständig in der Vordergruppe und ging am Anberg in Front, um in der hervoragenden Zeit von 2:33,8 leicht mit ein einhalb Längen vor Canot unter W. Johnstone un Antonym(Tucker) zu gewinnen. 1. Rennen: 1. Esmonds Earnest(Semblat), 2. Colombe Poignardee, 3. Kerkennah. Toto: Sieg 42:10, Platz 16. 13:10. Lg.: 4, 1. 8. Ferner liefen 3 Pferde. 2. Rennen: de Hoz' La Lumiere(Semblat).* Wertheimers La Canee(Johnstone). 3. Ambivalence. Toto: Sieg 16. 13:10. Platz 65, 30, 15:10. La.: t. R., F. ½ Ferner liefen 8 Pferde. 3. Rennen: 1. Marchands DilemneI(Rochetti), 2. Pure Cup, 3. Boshiwara. Toto: Sieg 52:10. Platz 19, 15, 21:10. La.: ½½ ½. 2½. Ferner liefen 5 Pferde. 4. Prix du Jocken=Club(Derby): 1. Boussacs Cillas (Elliot), 2. Canot. 3. Antonym; ferner: Pylos. Cavallino. Alibi. Talma, Gaspillage. Eclair au choc. Roval Gift. Bougainville. Pocket Avollo. Coe de Chasse. Castel Fusano, Accius. Toto: Sieg 50:10, Platz 28, 49. 65:10. Lg.: 1½. 1. H. 5. Rennen: 1. Rothschilds Nymphe Dicte(Bouillon), 2. Emine, 3. Ksar es Srir. Toto: Sieg 36:10, Platz 13. 33, 19:10. Lg.: ½ ½, 1½. Ferner liesen 5 Pferde. 6. Rennen: 1. Wildensteins Molitor(Dupuit). 2. Six Avril. 3. Vaiß. Fantome. Toto: Sieg 106:10, Platz 26. 16. 26:10. Ferner liefen 5 Pferde. Vernadotte siegt im österreichischen Derby In der Wiener Freudenau wurde Sonntag bei herrlichem Sonnenschein und vor überfüllten Tribünen zum 71. Male das österreichische Derby entschieden. Es war das Rennen eines Pferdes. Bernadotte. Von Haus aus führend. gab der prachtvolle Hengst seine Spitzenstellung nicht mehr ab. baute sie im Gegenteil immer mehr aus und kam mit sieben Längen Vorsprung vor dem Zweiten. Dankovista. durchs Ziel. Die Zeit von 2:38 ist in Anbetracht des schweren Bodens ziemlich gut. Hinter Bernadotte lag zunächst Dugo auf dem zweiten Platz, in der Einlaufgeraden schob sich aber Dankovista unter der Peitsche vor und Dugo blieb auch noch von Osborne geschlagen. Oesterreichisches Derby: 52000 Sh., 2400 Meter: 1. Alerandra de Bonas Bernadotte(Scheibal). 2. Dankovista(Csaplar). 3. Osborne(V. Esch). 4. Dugo(Szentgyoergyi). Toto: 11, 11, 14:10. EW. 54:10 verh. 7. 6. 2 La. Boxen Niederrhein— Hessen und Westsalen— Ostmark Die Box=Mannschaftsmeisterschaft in Breslau. Im Rahmen des Deutschen Turn= und Sportfestes 1938 Breslau tragen unsere Amateurboxer die Gaumannschaftsmeisterschaft aus. Mit einer Ausnahme finden die Vorrunden am 26. Juli in vier schlesischen Städten statt. Lediglich die Gaue Baden und Südwest führen ihre Ausscheidung in Frankfurt a. M. durch. Für die Vorrunde am 26. Juli lauten die einzelnen Paarungen: In Görlitz: Niederrhein— Hessen und Brandenburg — Bayern. In Breslau: Westfalen— Ostmark und Nordmark— Württemberg. In Hirschberg: Mittelrhein— Sachsen und Pommern — Niedersachsen. In Liegnitz: Ostvreußen— Mitte und Schlesien— Südwest oder Baden. Die weiteren Kämpfe werden im Freiluftring des Breslauer Hermann=Göring=Sportfeldes veranstaltet. Die Zwischenrunde mit 32 Einzelkämpfen wird am Donnerstag. 28. Juli(11 Uhr), die Vorschlußrunde mit 16 Kämpfen am Freitag. 29. Juli(13 Uhr). und die Endrunde am Samstag. 30. Juli(15 Uhr), erledigt. Mammutzahn in der Lippe gesunden Datteln, 12. Juni. Als ein in der Nachbargemeinde Ahsen wohnender Arbeiter in der Lippe badete, bemerkte er etwas Hartes. Glattes auf dem Boden des Flußbettes. tauchte danach, und mit vieler Mühe gelang es ihm, einen Mammutzahn von 1.70 Meter Länge und etwa einem Zentner Gewicht ans Ufer zu bringen, der nur an der Spitze etwas beschädigt ist. Dieser für die Vorgeschichte unseres Landes sehr wertvolle Fund ist dadurch besonders bemerkenswert, als man, wie erinnerlich. noch vor etwa zwei Jahren auf dem Gräflich von Wedelschen Gelände von Haus Sandfort bei Olfen auch noch allerhand prahistorische fossile Funde gemacht hat. Schadenfeuer Rüthen, 12. Juni. In der unweit des freiherrlich von Fürstenbergschen Schlosses Köktlinghausen gelegenen Sägemühle brach nächtlicherweile ein Brand aus, der erst bemerkt wurde, als bereits die ganze Mühle in hellen Flammen stand. Obgleich die Feuerwehren von Rüthen. Callenhardt und Suttrop mitsamt der Motorspritze zu Hilfe eilten, war von dem Gebäude wie auch den Maschinen und dem sonstigen Inhalt nichts mehr zu retten, und die Feuerwehren mußten sich daher in erster Linie darauf beschränken, den dicht an der Mühle beginnenden Wald vor dem Uebergreifen des Feuers zu schützen. Wie wird das Wettes? Nicht ganz beständig. Aussichten für Montag: Mäßige nordöstlüche Winde bei stärkerer Bewölkung, nur im östlichen Vorhersagebezirk geringe Niederschläge. Keine Temperaturänderung. Aussichten für Dienstag und wahrscheinliche Weiterentwicklung: Oestliche Winde, Bewölkungsabnahme, trocken und Erwärmung. Rundfunk=Programm Rontag, den 13. Juni 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Knie—e beugt! 6.30 Freut euch des Lebens! 7.00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 7.10 Die Schrammeln svielen! 8.00 Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Nachrichten. 19.00 Dorsteichgeschichten. 10.30 Was brachte der Sportsonntag? 11.15 Bauer. merk' auf! 11.55 Wettermeldungen für den Bauern. 12.00 300. Schloßkonzert. 1. Wagner: Die Feen 2. Wagner:„Gralserzählung aus„Loben grin“. 3. Wagner: Venusbergmusik aus „Tannhäuser". 4. Wagner: Stolzings Preis lied aus„Die Meistersinger von Nürnberg“. 5. R. Wagner: Tanz der Lehrbuben und Aufzug der Meistersinger aus„Die Meistersinger von Nürnbera“. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Konzertfortsetzung. 6. Liszt: Les Preludes. sinion. Dichtung. 7. Verdi: Arie des Richard aus„Der Maskenball“: Steh auf dort im Zimmer. 8. Krug: Romanische Tänze. 9. Verdi: Stretta des Manrico aus „Der Troubadour": Lodernde Flamme. 10. Liszt. Veneziae Napoli. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein aus Köln am Rhein. 15.00 Für große und kleine Kinder. 15.30 Das gute Buch. 15.45 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Volksdeutsche Märsche. Musikkorvs des , B a h n s c h u t z e s d e r R e i c h s b a h n d i r e k t i o n K ö l n Darin: Welche Ausgaben und Ziele hat der Volksbund für das Deutschtum im Ausland 2291)? 17.00 Wir suchen und sammeln. Von Quellen und Brunnen 17.10 Unterhaltungskonzert. 1. Cherubinj: Ouvertüre zu„Anakreon“. 2. Debusso: Kleine Suite: a) Im Boot. b) Festlicher Aufzug: c) Menuett: d) Ballett. 3. Rachmaninow: Aus der U. Suite: a) Romanze: b) Tarantelle. 4. Huppertz: Romantisches Intermesso. 18.00 Neue Bauerndichtung in Hollano. 18.20 Ländliche Musik. 18.50 Und was meinen Sie? 19.00 Nachrichten. 19.10 Die Woche sängt gut an(Industrie= Schallvlatten) 20.00 Westdeutsche Wochenschau. 20.20 Einführung in das folgende Konzert. 20.30 Aus Paris: Konzert. 1. Chabrier: An die Musik. 2. Debussy: Das Meer. 3. Fl Schmitt: Pfalm. 21.30 Von der 5. Niederrheinischen Heimat= woche in Duisburg. Querschnitt in Rundfunkberichten. 22,00 Nachrichten. 22.15 Zwischenmusik(Schallplatten) 22.30 Nachtmusik. 21.00—3,00 Nachtmusik. Dienstag, den 14. Juni 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Knie—= beugt! 6.30 Freut euch des Lebene! 7.00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 7.10 Frühkonzert. 8.un Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.30 Haben Sie tausend kleine Sorgen? 9.45 Nachrichten. 10.00„Kurmark.“ Hörfolge von Lenning. 10.30 Kindergarten. Gretel Weise. 11.45 Bauer, merk' auf! Flurbereinigung und Nahrungsfreiheit. 11.55 Wetterbericht für den Bauern. 12.00 Uebertragungen und Hörberichte vom Baubeginn zur Neugestaltung der Reichshauptstadt. Schlagartiger Arbeitseinsatz an elf Berliner Großbaustellen: Grundsteinlegung für die Monumentalgebäude des Deutschen Fremdenverkehrs und des Deutschen Gemeindetages. Umgestaltung des Tiergartens. Verlegung des Spreebettes am Königsplatz, Neuordnung des gesamten Ber liner Reichsbahnnetzes mit der Arbeitsaufnahme ar drei Baustellen. Beginn der Tiefbauarbeiten für die viergleisige Untergrundhahn in der neuen Nord=Süd=Achse an drei Baustellen,„Durchführung der Unter tunnelungsanlage in der Kreuzung der Nord. Süd= und der Ost West Achse. 13.30 Mittagskonsert. 14.00 Nachrichten. 14.10 Melodein aus Köln am Rhein. 15.00 Lustiger Rätselfunk. 15.45 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Nachmittagskonzert. Aus neuen Overet (Industrie=Schallplatten und Aufnahmen) 17.00 Frau Musika auf Reisen geht. 17.30 Kleines Konzert. Ilse Mühlen(K vier). Walth. Dicks(Bariton). Krug(Flö Smit(Violine), Busbach(Viola). 18.30 Englische Unterhaltung. 18.50 Momentaufnahme. 19.00 Nachrichten. 19.10 Deutsches Turn= u. Sportfest Breslau 1 19.15 Konzert zum Feierabend. 1. Flote Ouvertüre zu„Alessandro Stradella“ Klughardt: Drei Stücke für Orches Capriccio=Gavotte. 3. Weninger: Galan Schäserspiel. 4. Gauwin: Türkische Suite: der Moschee Konstantinovel. 5. Schmalst Siciliana. 6. Strecker: Melodien aus„Ae chen von Tharau". 7. German: Ein Wal aus Wien. 8. Millöcker: Lumpus 1 Pumpus. 20.15 Der Einbrecher. Eine Szene von Chi „„Taureggen. 20.30—24,00 Alles tanzt mit. Ein bunter Ta 85.00 ju. ung und alt. Mitw.: Meli Wittenbecher(Sopran). Hagestedt m. sein Lanzorchester, der Gaumusikina 21 Nachrichte 4 fn 22.90—27 une EIs sittliche Aufgabe Reichsminister Dr. Goebbels auf dem Kontinentalen Reklamekongreß in Wien Anschließend würdigte der Minister die Bemühungen der einzelnen Staatsführungen um die Lauterkeit des kaufmännischen Handelns und die Erfüllung der Wirtschaft mit dem Gedanken einer sauberen Handlungsgesinnung. Mit einem kurzen geschichtlichen Hinweis auf die„königlichen Kaufleute“ zeigte Reichsminister Dr. Goebbels, daß der Erfolg dieser vorbildlichen Kaufleute bewiesen habe, daß Ehrlichkeit und Lauterkeit im Wettbewerb das wertvollste Anlagekapital für die Weiterentwicklung jeden Unternehmens seien. In den grundsätzlichen Zielen nach Lauterkeit und Sauberkeit ihres Berufes glaube er, mit allen Teilnehmern des Kongresses übereinzustimmen. Mit Stolz weise er als die aufsichtführende Behörde auf den „Werberat, der deutschen Wiztschaft“ hin, der es sich zum Ziel gesetzt habe, das Gewerbe des Reklamefachmannes nach den gleichen Prinzipien von Treu und Glauben auszurichten wie das eines jeden anderen Kaufmannes. Diese Absicht sei im nationalsozialistischen Staat gesetzlich stabilisiert. Der nationalsozialistische Staat wisse die Tätigkeit des Reklamefachmannes zu würdigen und befreie darum das Reklamewesen von Einengung und Bevormundung, um es gebracht. Wien. 12. Mai. Am Ansang seiner Rede auf der Abschlußtagung des Kontinentalen Reklamekongresses gab Reichsminister Dr. Coebbels seiner Freude Ausdruck, die Grüße der deutschen Reichsregierung übermitteln zu können. Er nähme gern die Gelegenheit wahr, den ausländischen Delegationen dieses Kongresses, den Gästen der Vereinigung„Die deutsche Werbung" die besten Wünsche und Klarheit der vorgetragenen Gedankengänge. für erfolgreiches Nachwirken ihrer Wiener Beratungen auszusprechen. Er könne sich vorstellen, so erklärte der Minister, daß es sowohl in Deutschland wie auch in anderen Ländern Menschen geben möge, die aus einer veralteten Anschauung heraus darüber verwundert seien, daß maßgebliche Vertreter des Staates an einer Tagung der Reklamefachleute teilnehmen. Er glaube, daß eine solche überhebliche, ablehnende Meinung darauf beruhe, daß in der Vergangenheit mit dem Wort„Reklame“ sehr verschiedene und nicht immer schmeichelhafte Begriffe und Werturteile verbunden wurden. Der Minister zeigte an einigen Beispielen, wie im Laufe der Zeiten und bei den verschiedensten Völkern der Inhalt mancher Wörter verschieden gewertet worden sei. Er unterzog in diesem Zusammenhang das Wort „Aristokratie“ einer genaueren Betrachtung und legte dar, wie es im Altertum, in frühester Zeit die Bezeichnung für die gebräuchlichste Staatsform gewesen sei, wie es späterhin einen Stand bezeichnet habe, zur Kennzeichnung einer Weltanschauung geworden sei, bis es schließlich zur Parteiparole degradiert und heute ohne irgendeine sinnvolle Beziehung zu seinen eigenen Wortbestandteilen nur noch gesellschaftlichen und genealogischen Sinn habe. In gleicher Weise zeigte er den Wandel, den auch das Wort„Demokratie" im Laufe der Geschichte durchgemacht habe, das einst als leuchtendes Ideal die besten Kräfte hochwertigster Völker weckte, bis es schließlich ein Mantel für Formen einer Herrschaft geworden ist, unter der alle möglichen Interessengruppen, selten aber noch das Volk regieren. Ebenso zeigte der Minister die Entwertung der beiden Begriffe„Völkerbund" und„Selbstbestimmungsrecht der Völker“ zu traurigen Karikaturen und schattenhaften Abbildern ihrer einstigen Größe. So sei auch einst ein Hohngelächter durch die ganze Welt gegangen, als Deutschland dem Wort„Propaganda“ einen neuen und positiven Wert unterlegt habe, als bald nach der Gründung des Dritten Reiches das erste und damals einzige Propagandaministerium der Welt errichtet wurde. Man habe es damals nicht verstanden, wie man das Wort„Propaganda“ in Beziehung bringen konnte zu einer staatlichen Einrichtung. Habe Provaganda nicht stets etwas Geheimes. Schmutziges an sich? In seinen weiteren Ausführungen legte der Minister dar, daß der verächtliche Klang, der einstens dem Worte Propaganda“ anhaftete, aus den Zeiten des Krieges seinen Ursprung genommen habe, da unter diesem Wort Greuelhetze. Lügenfeldzüge, systematische Brunnenvergiftung und rücksichtslose Difsamierung von Millionenvölkern betrieben wurde. Es habe freilich Mut dazu gehört, so fuhr der Minister weiter fort, das gleiche Wort„Propaganda“ als sittliche Aufgabe auf das Banner einer neuen Bewegung zu schreiben, die ein tief daniederliegendes Volk aufrichten und zu neuen Zielen führen sollte Unter der Propaganda verstünden wir Verkündung vollbrachter Taten, erlebter Leistungen. Propaganda sei für uns Erziehungsarbeit, Formung der öffentlichen Meinung, nicht für heute und morgen, sondern nach unserem Willen für Jahrzehnte und für Generationen. Bedeutet Propaganda für andere versteckte Wühlarbeit und lichtscheue Betriebsamkeit politischer Hasardeure, so beschließe dieses Wort für uns in sich festliche Repräsentation des neuen Staates und der Partei wie auch Betreuung der Kulturgüter der Nation. Durch Propaganda lasse die nationalsozialistische Staatsführung das Volk teilnehmen am politischen Geschehen, vermittle sie das Verständnis für werdende und gewordene Gesetze, wecke sein soziales Gewissen und halte es ständig wach. Im folgenden gab der Minister eine Erklärung dafür, warum die nationalsozialistische Regierung mit so leb hafter Anteilnahme die internationalen Kongresse in den Grenzen des Reiches verfolge. Man wisse, daß auf jedem solcher Kongresse die Elite eines Berufsstandes versammelt sei. Es sei unser Bestreben, die Erörterung der verschiedensten Probleme für den Bereich des geistigen Lebens unserer gesamten Nation fruchtbar zu machen Darüber hinaus aber seien wir bestrebt, mit jedem Kongreß, der in unserem Reich tage, Brücken zu schlagen zu anderen Völkern. Dieser Wunsch sei deswegen so lebhaft, weil es immer besondere und hochwertige Menschen seien, aus anderen Völkern und Nationen, die sich zu derartigen internationalen Beratungen zusammenschlössen. In jedem internationalen Kongreß, der in Deutschland tage, so betonte der Minister, sähe er eine Dokumentation moderner Gastfreundschaft von Volk zu Volk. Für ihn sei jeder Kongreß ein Mittel zur Ueberwindung trennender geistiger Schranken und engtirniger Eigenbrötelei. zum Schriktmacher der Leistungen unseres Volkes zu Kn B——* In den nun folgenden Ausführungen wies der Minister darauf hin, daß für die auf viel zu schmaler Basis aufgebaute deutsche Volkswirtschaft eine gut fundierte und anständige Reklame notwendiger sei als für andere Länder. An einzelnen Beispielen zeigte er auch, Uebergehend zu den besonderen Fachfragen, die den daß die Reklame viel dazu beigetragen habe, dem techReklamelengseh beschästigt haben, legie der Minister dar, Wischen Eghizsgrseinee gepre, te vezinister nochmaldaß die Grundelemente der politischen Propaganda auc die weit übe den eigenen Beruf hinausgehende Bedeu im wesentlichen Bestandteil der Wirtschaftswerbung seien, tung der Arbeit des Reklamefachmannes heraus. Es Beider Grundelement sei: Wahrheit der Argumentation ung der Arbeit des Reklamefachmannes heraus. reife dieser Beruf ein, so erklärte Dr. Goebbels. in die Bildung der öffentlichen Meinung eines jeden Landes. Millionen von Drucksachen, Prospekten und Annoncen, Filmen und Rundfunksendungen würden auf dem Gebiete kaufmännischer und geschäftlicher Werbung geformt und verbreitet. Die Reklamefachleute sollten die gewichtigen Beeinflussungsmittel der Oeffentlichkeit nutzen zum Besten ihrer eigenen Nation, aber auch zur Befriedung der Völker. Die deutschen Werbefachleute, so schloß der Minister, würden ihren ausländischen Gästen in diesem Sinne gern die Hand reichen zur gemeinsamen Arbeit an einem hohen Ziel der Menschheit. Anhaltende Beifallsstürme dankten Dr. Goebbels für seine Ausführungen. Präsident Fischer gab diesem Dank in kurzen Worten Ausdruck. Dann brachte er ein Telegramm zur Verlesung, in dem der Führer und Reichskanzler den Teilnehmern des Kongresses für ihre Grüße dankt und sie erwidert. In Vertretung des Vizepräsidenten Pietmann(Zürich) überbrachte das Mitglied der Schweizer Delegation, Boßhart, die Einlandung für den Kongreß 1939 in Zürich. Die Lieder der Nation erklangen. Beim Verlassen des Saales wurden Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsstatthalter Dr. Seyß=Inquart stürmische Ovationen darAufgaben des Genossenschaftswesens Eine Rede von Reichsminister R. Walther Darre Koblenz, 12. Juni. Auf der Haupttagung des Deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschaftstages wandte sich Reichsernährungsminister, Reichsbauernführer R. Walther Darre, mit einer umfassenden Rede an die Teilnehmer der Tagung. Der Minister führte dabei u. a. aus: Diese Tagung ist dem Gedenken an Friedrich Wilhelm Raiffeisen gewidmet. Dieser große Deutsche schloß vor nunmehr schon 50 Jahren seine Augen. Aber er hat auch der heutigen Zeit noch manches zu sagen. Wir wollen heute seiner deshalb gedenken, weil er einer der wenigen Männer des letzten Jahrhunderts war, die erkannt hatten, daß das Landvolk gegen den Einbruch des Liberalismus geschützt werden müsse. Sein ganzes Leben war diesem Kampf gewidmet. Nur wenige Männer sahen klar, wohin letzten Endes die Verelendung des Bauerntums führen mußte. Einer von diesen wenigen war Raifseisen. Einem Manne wie Raiffeisen und manchem anderen war in jener Zeit der Weg zur völkischen Aufbauarbeit verschlossen. Er konnte, ebenso wie auch Ruhland, nicht den Weg der völkischen Aufbauarbeit beschreiten, sondern er mußte die Spielregeln des Liberalismus bejahen, um sich des Liberalismus zu erwehren. Wenn er auf diesem Wege das Bauerntum auch nicht grundsätzlich zu retten vermochte, so hat er doch verindert, daß das deutsche Bauerntum und die deutsche Landwirtschaft in den Jahrzehnten vor dem Weltkrieg 1914/18 völlig zusammenbrachen. Damit hat er nicht nur die Voraussetzungen geschaffen, welche es dem deutschen Volk ermöglichten, vier Jahre einer Welt von Feinden die Stirn zu bieten, sondern er hat auch damit dem Nationalsozialismus die Grundlage einer lebensgesetzlich ausgerichteten Aufbauarbeit gerettet. Hierin liegt das geschichtliche Verdienst Raiffeisens Heute aber müssen wir die Frage stellen: Ist mit dem Sieg des Nationalsozialismus die Aufgabe der Genossenschaften demnach beendigt oder verbleibt ihnen noch eine Aufgabe im Dritten Reich? Ich will diese Frage gleich eingangs bejahen. Wir können im heutigen Stadium der Aufbauarbeit die Genossenschaften, die sich in Jahrzehnten bewährt haben. nicht vermissen. Allein, wir wünschen, daß die Genossenschaften entsprechend der politischen Wandlung durch die Machtergreifung des Nationalsozialismus auch ihre Aufgaben neu ausrichten. Heute müssen die Aufgaben der nationalsozialistischen Agrarpolitik in den Vordergrund treten. Bei der Bewältigung dieser neuen Ausgaben einer nationalsozialistischen Agrarpolitik hat das Genossenschaftswesen einen großen Beitrag zu leisten. Das Schwergewicht der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik liegt heute in der Erweiterung der nationalen Erzeugungsgrundlage auf allen Gebieten des nationalen Wirtschaftslebens. Hier liegen in erster Linie die Aufgaben nicht nur für die deutsche Landwirtschaft. sondern ebenso vordringlich für das deutsche Genossenschaftswesen. Gerade dem Genossenschaftswesen wird es dabei vorbehalten sein, zwei Aufgaben zu meistern und ihre scheinbar gegensätzlichen Entwicklungstendenzen zu überbrücken: einmal die notwendige Erhaltung und sogar Stärkung des Bauerntums als Lebensquell der Nation und zum anderen die Notwendigkeit der betriebswirtschaftlichen Rationlisierung ihrer Betriebe. Anders gelagert sind die Verhältnisse bei den Genossenschaften der Zirkulationssphäre, also im Gebiet des Warenverkehrs und des Handels. Kein Mensch wird heute die Notwendigkeit der Warengenossenschaften verkennen. Kein Mensch wird etwa auf den Gedanken kommen, diese Warengenossenschaften heute zu zerschlagen Jedoch muß man sich darüber im klaren sein: Bauernpolitik ist Mittelstandspolitik, d. h. ein Staat, der sich zum Bauerntum bekennt, bekennt sich auch zum Mittelstand Man kann nicht Bauernpolitik treiben und zugleich die Mittelstandspolitik in anderen Gebieten der Wirtschaft, in diesem Falle also im Handel, verneinen. Es wäre aber falsch, die Warengenossenschaften weiter auszubreiten. Es wäre falsch, für ein weiteres Vor dringen dieser Genossenschaften in der Handelssphäre ein zutreten. Denn es würde damit die oben aufgezeigte Linie einer nationalsozialistischen Mittelstandspolitik durchbrochen. Ich sage das heute in dieser eindeutigen Klarheit, um einen unnützen, kräfteraubenden Kampf zwischen Genossenschaften und Landhandel zu vermeiden, und um beide Partner gleichberechtigt an ihre gemein same Aufgabe heranzuführen. Ebenso gelagert sind die Verhältnisse bei den Kredit genossenschaften, den Spar= und Darlehnskassen. Ihre Tätigkeit ist heute noch wichtig. Aber mit fortschreitender Durchdringung der gesamten Wirtschaft mit nationalsozialistischen Grundsätzen wird auch ihre Aufgabe einmal erfüllt sein. L=Boot=Ehrenmal an der Kieler Förde Das vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf der Adolf=nitler=Schanze bei Heikendort an der Kieler Förde erbaute neue U=Boot=Ehrenmal wird heute am 12. Juni eingeweiht. Der Bundesführer des Volksbundes, Dr. Eulen, wird die Weihe selbst vollziehen und das Mal dem Bundesführer des NS.=Deutschen Marinebundes, Kapitän zur See Hingmann in Obhut übergeben. Zahlreiche Vertreter von Staat, Wehrmacht und Partei sowie Abordnungen der Kriegsmarine, der Gliederungen der Bewegung und der U=Boots=Kameradschaften werden an der Veranstaltung teilnehmen, der Kommandicrende Admiral der Marinestation der Ostsee, Admiral Albrecht, wird die Schlußansprache halten. Das neue Ehrenmal wurde an der gleichen Stelle erbaut, wo das frühere U=Boot=Ehrenmal gestanden hat. In Verfolg seiner 16. Reichstagung in Kiel Ende 1934 reifte beim Volksbund der Gedanke, ein neues Mal zu errichten, das in würdiger und künstlerisch einwandfreier Form das Gedenken an die Heldentaten unserer U=Boote und ihrer todesmutigen Besatzungen der Nachwelt übermittelt. In zweieinhalbjähriger Arbeit ist der Bau durchgeführt worden. Das weithin über die Förde sichtbare Wahrzeichen des Males bildet ein 17 Meter hoher Steinpfeiler. der aus mächtigen Blöcken des schönen deutschen Wesersandsteines aufgeführt ist und von einem 4## Meter hohen Bronzeadler gekrönt wird. Seine Schwingen im Seewind breitend. will der Adler sich zum Flug in die Lüfte erheben, Sinnbild des wiedererstarkten Deutschland und im besonderen seiner neuerstandenen Macht zur See. Zu beiden Seiten des Pfeilers sind zwei Gedenkhallen angeordnet, die gleichfalls aus Wesersandstein erbaut sind. Sie sind vertieft angelegt und in ihren Umrissen ganz schlicht gehalten; ähnlich den Bunkerbauten in der Kriegszeit, sind sie mit Rasen abgedickt. Ein im Halbkreis geführter Umgang, nach der Landseite zu gelegen, verbindet die beiden Gedenkhallen miteinander An der Brüstung der Innenseite sind Ge denksteine eingelassen für die U=Boot=Flottillen mit Angabe der Verluste an Booten und Mannschaften. Es ist ein Grundsatz des Volksbundes, beim Bau seiner Ehrenmale deutsche Künstler und Kunsthandwerker in weitgehendem Maße zu beteiligen Die eine der beiden Gedenkhallen enthält eine ergreifende Plastik, die die Kameradschaft im sinkenden U=Boot zum Ausdruck bringt. Die andere Gedenkhalle birgt in einer besonderen Nische hinter bronzenem Gitter vier metallene Bücher, in denen auf feuervergoldeten Blättern die Namen aller gesunkenen U=Boote und der gefallenen U=Boot=Helden verewigt sind. Diese vier Goldenen Bücher, die unter Aussicht und nach Entwürsen der Bauleitung des Volksbundes in München hergestellt wurden. stellen eine einmalige Leistung deutscher Handwerkskunst dar. So bildet das Mal in seiner Gesamtheit eine ergreifende und zugleich erhebende Ehrung unserer U=BootHelden; es reiht sich ein in den Kranz der Ehrenmale, die der Volksbund im Inlande und an den ehemaligen Fronten des Weltkrieges geschaffen hat. Für alle Zukunft werden unsere deutschen Schiffe bei ihrer Ein= und Ausfahrt in der Kieler Förde zum U=Boot=Mal hinübergrüßen und von Generation zu Generation das lebendige Vermächtnis weitergeben, das uns unsere U=Boot=Helden hinterlassen haben. 8. Waffentag der deutschen Kavallerie Jubel um Mackensen. Erfurt, 12. Juni. Die Veranstaltungen des 8. Waffentages der deutschen Kavallerie, die am Samstag ihren Anfang genommen batten, erreichten am Sonntag ihren Höhepunkt. Um die Mitternachtsstunde veranstaltete die Stadt Erfurt für Generalfeldmarschall von Mackensen, den Gauleiter und Reichsstatthalter Sauckel, die Vertreter der Wehrmacht, der Partei und des Staates im Festsaal des Rathauses einen Empfang. In den zum Rathaus führenden Straßen hatte sich eine vieltausendkönfige Menge angesammelt, die dem greisen Feldherrn auf der Fahrt zum Rathaus immer wieder stürmisch zujubelte. Nachdem der Oberbürgermeister der Stadt den Feldmarschall herzlich willkommen geheißen hatte, trug sich dieser in das Goldene Buch der Stadt ein und dankte sodann in einer kurzen Ansprache für die ihm in Erfurt zuteilgewordene herzliche Aufnahme. Ein Vorbeimarsch der Teilnehmer am Waffentag. ein großes Reitturnier und kameradschaftliche Zusammenkünfte beschlossen den Waffentag der deutschen Kavallerie. Ein Volk in Leibesübungen Dr. Len verkündet den Sportappell der Betriebe. Der Vorschlag des Reichssportführers verwirklicht. Hamburg, 12. Juni. Am„Tage des Sportes“ der Reichstagung der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. rief Reichsorganisationsleiter Dr. Ley anläßlich der nachmittags auf der Festwiese des Zoo vorgenommenen Siegerehrung des Reichswettbewerbes der KdF.=Sportgruppe der Baue und Betriebe sowie der Hamburger Betriebswettkämpfe die deutschen Betriebe zu einem sich alljährlich wiederholenden Sportappell auf. Der Reichsorganisationsleiter führte dabei u. a. aus: „Die Gesunderhaltung und körperliche Ertüchtigung des schaffenden deutschen Menschen zählt zu den vordringlichsten Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront. Als eines der wirksamsten und zugleich schönsten Mittel zur Lösung dieser Aufgabe haben im Wirkungsbereich der Deutschen Arbeitsfront die Leibesübungen lebhafteste Förderung erfahren. Darum begrüße ich freudig den Vorschlag des Reichssportführers von Tschammer und Osten, die deutschen Betriebe in jedem Jahre zu einem Sportappell der Betriebe auszurufen. Ich erwarte, daß sich die deutschen Betriebe restlos an diesem Sportappell beteiligen und damit für das Ziel des Reichssportführers—„Ein Volk in Leibesübungen“— einen wesentlichen Beitrag leisten.“ Ichuß im Funkkaus Das Schicksal einer jungen Sängerin von M. OBERLIN Coppright by Prometheus-Verlag. Dr. Eichacker. Oröbenzell b. München 15. Fortsetzung „Ich sah Herrn Bortefeld im Restaurant und merkte. daß ich falsch unterrichtet war. Ich versuchte es daber nochmals. Ich ging in den zweiten Stock berauf.. Plötzlich brach sie jäh ab. schloß die schmalen blassen Lipven und schwieg. Die Gesichter der beiden Männer waren in höchster Spannung auf sie gerichtet. „Und—— und?“ drängte Schaub heftig. Evelyn schwieg immer noch. „Dann will ich es Ihnen sagen!“ sagte Schaub rubig. „Sie gingen zu Bortefeld. Ihre Erregung steigerte sich und in höchster Erregung zogen Sie den Revolver und schossen—“ „Es hätte so sein können!“ murmelte Evelyn schließlich schwer.„Aber es war nicht so!“ Schaub zog die Handtasche aus der Lade. Er hielt Evelyn die Revolverhülse bin. Nach einer Weile griff er in die Tasche und zog auch den kleinen Revolver beraus. „Das ist doch Ihr Revolver...“ Evelyn sah verwirrt auf die Wafse. „Sie hatten ihn doch bei sich?“ forschte die ruhige unerbittliche Stimme weiter.„Sie können es doch nicht leugnen!“ „Ich hatte den Revolver bei mir! Aber— es ist nicht mein Revolver. Ich habe ihn nie besessen.“ „Interessant!“ kam es in leichter Ironie aus Schaube Mund.„Nicht Ihr Revolver? Wie kam er denn in Ihre Handtasche? Sie trugen ihn doch bei sich?“ „Ich—— ich nahm ihn jemandem fort...“ „Wem?“ Evelyns Gesicht trug einen abwehrenden Zug. „Das möchte ich nicht sagen...“ Es war sehr still rm Zimmer. In Schaubs behäbiger Gesicht war eine langsame Röte gestiegen, er schüttelte jetzt energisch den Kopf. „Nicht sehr klug. was Sie da sagen. Fräulein Kav!" sagte er kühl.„Eine im Affekt begangene Handlung läßt sich verzeihen. Ihr Vertuschen und Verheimlichen macht die Sache schlimm...“ Plötzlich stand Evelyn auf. Sie stand hoch und schlank vor den beiden sitzenden Herren, ihr schneebleiches Gesicht batte einen festen, eisernen Zug. „Ich habe keinen Anschlag auf Bortefeld verübt!" sagte sie fast raub und sehr entschieden.„Ich sage Ihnen das jetzt zum letztenmal...!“ Schaub seufzte. Dann sagte er bekümmert: „Dann erzählen Sie uns wenigstens. ob Sie Bortefeld noch gesehen und gesprochen haben beim drittenmal Ihres Besuches.“ „Gesehen habe ich ihn... gesprochen nicht. Ich kam die Treppe berauf und fand die Vorzimmer von Herrn Dr. Bortefeld offen. Die Sekretärin hatte abgeschlossen. er muß wohl wieder geöffnet haben. Ich trat ins Vorzimmer. Die Tür zu seinem Arbeitsraum war offen...“ Schaub machte ein etwas ungläubiges Gesicht, als höre er einem Märchen zu. „Sie konnten also Herrn Dr. Bortefeld sehen?“ meinte er mit leisem Spott. „Ja. er war nicht allein. Es war jemand bei ihm...“ Schaub richtete sich auf und sah das Mädchen kopfschüttelnd an. „Fräulein Kay. Fräulein Kay! Sind Sie nicht zu gescheit, um das Märchen vom großen Unbekannten aufzusagen?“ Evelyn wurde vom spöttischen Ton der Worte nicht verletzt. „Ich wußte, daß Sie es nicht glauben würden. Es ist aber so. Es war eine Dame bei ihm. Ich wollte nicht stören und ging wieder. Dann habe ich das Funkhaus verlassen.“ „Es gebört zu Ihren Gewohnheiten. abends früh daheim zu sein. Fräulein Kay?" „Sie sind gut unterrichtet!“ gab Evelyn bitter zurück. „Es war scheußliches Wetter draußen. Schnee und Regen, eiskalt dazu... Warum gingen Sie nicht heim?“ „Sie haben ja den Brief gelesen“, sagte das Mädchen schartig.„Ich mußte mit den Dingen fertig werden...“ „In Schnee und Regen?“ kam es skeptisch zurück. „War es nicht mehr ein Schuldgefühl, was Sie hinaustrieb. Fräulein Kau?“ Plötzlich hob Evelyn den Kopf und sab den Kriminal= rat gerade an. Es waren verstörte, angstvolle Augen. die den Mann anblickten, und doch erschien es auch ihm plötzlich. als seien es nicht die Augen einer Schuldigen. Verrückt, sagte er sich. Verrückt. Plötzlich stand groß wie eine riesige Filmaufnahme das Bild des Schwerverletzten vor seinen Augen, er sah das todbleiche Gesicht, das blutbefleckte Oberhemd. die matt herabhängenden kraftlos gewordenen Hände. die Bahre, die man von irgendwoher beschafft hatte, um den Verletzten in die Hausmeisterwohnung zu bringen... Und dann sah er das Mädchen noch einmal forschend an. „Sie sagen also, daß eine Dame bei ihm war. Können Sie sie beschreiben?“ Evelyns Gesicht wurde noch bleicher.„Nein“, sagte sie hastig. Es klang wie eine Lüge und war auch eine. Schaubs geübtes Ohr hatte den unechten Klang der Worte sogleich aufgespürt. „Ich glaube doch, daß Sie es können“. sagte er scharf. Was ist nun richtig. dachte er. Ist sie eine virtuos raffinierte Schauspielerin oder wirklich ein bilflos. junges Weib, das nicht aus noch ein weiß? Sein Blick wurde noch schärfer. „Kannten Sie die Dame vielleicht?“ Seine Stimme brannte jetzt förmlich. Evelyn bewegte abwehrend und unbestimmt den Kopf. „Ich kann darüber keine Auskunft geben“. kam es matt von den blassen Lippen. Doch wohl bluff. Ablenken auf falsche Fährte. oder sonst etwas, dachte Schaub. Nun, so leicht kann man es ihr nicht machen. „Jedenfalls werden Sie sich der Polizei zur Verfügung stellen——“ begann er. Brach ab. denn die Tür öffnete sich nach raschem Klopfen. Eine Krankenschwester stand auf der Schwelle, blickte aus müden angestrengten Augen durch den Raum, sah schließlich den Kriminalrat am Schreibtisch an. „Herr Kriminalrat Schaub?“ Schaub stand auf. „Ja. Schwester, bitte?“ „Herr Bortefeld bat die Overation überstanden und ist bei Besinnung.“ sagte die müde Stimme sachlich. Schaub fuhr zurück. Freude übergoß sein Gesicht. „Er lebt? Er ist bei Besinnung?" Evelyn hatte sich taumelnd an den Schreibtisch gesehnt Torsten beobachtete sie scharf. Ihre Augen leuchteten auf „Er lebt!“ murmelten die blassen Livpen.„Er lebt!“ „Wird er alles überstehen?" forschte Schaub und bot der Schwester Platz an. Sie ließ sich einen Augenblick auf der Kante des Stuhls nieder. „Vielleicht!“ meinte sie vorsichtig.„Die große Kunst des Herrn Professors wird ihn hoffentlich retten. Herr . Aber ich kann do Verletzten berubige meinte die Schwester Dr. Bortefld ist bei Besinnung, doch noch zu schwach jemanden zu sprechen. Seine ersten Worte galten denUnglück—— Er fragte, was unternommen worden sei Der Herr Professor Hevstedt klärte ihn in kurzen Worten auf. daß Sie die Angelegenheit übernommen hätten und alles tun würden, den Fall zu klären. Herr Bortefeld geriet jedoch in Erregung. als er das hörte. Er bat. das Unglück als einen selbstverschuldeten Unfall anzuseben... nichts zu unternehmen... Schaub saß einen Moment unbeweglich. „Das ist unmöglich!“ sagte er leise.„Es war kein Unfall. das weiß Bortefeld doch. Es war ein Anschlag. ei Ueberfall. ein Verbrechen!!" Die Schwester zuckte die Achseln.„Das meinte der Herr Professor auch zu mir...“ Sie dämpfte ein wen#n die Stimme.„Ich glaube, Herr Kriminalrat. daß eine Frau im Sviel ist. Herr Bortefeld möchte sie nicht belasten, darum seine Bitte...“ „Sehr gut möglich!“ meinte Schaub und warf eine scharfen Blick zu Evelyn hinüber, die matt am Schreiltisch lehnte.„Sehr gut möglich. nicht meine Pflicht versäumen.. „Jedenfalls mun man den Fieber soll vermieden werden.. ruhig. Sie brach ab. die Tür ging. Professor Hepstedt stand da. „Kann ich hier telefonieren. Herr Schaub? Ich kenne mich in diesem riesigen Gebäude nicht aus. Ihr Zimmer ist das einzige, was ich finde...“ „Ja. selbstverständlich— hier ist das Telefon!" Der Arzt griff zum Hörer, ließ sich mit der Klinik verbinden, bestellte Zimmer. Krankenwagen, Nachtwack. „Wir müssen jetzt sehen, daß wir ihn hinüberschaffen. Kommen Sie. Schwester...“ „Einen Augenblick, Herr Geheimrat!“ hat Schaub und sah den Chirurgen bittend an.„Die Schwester erzäl: mir von Bortefelds Wunsch. Er ist begreiflich... aber ich kann natürlich nic.... Der Arzt— müde, überanstrengt. nervös— unterbrach ihn knapp:„Tia. das müssen Sie wissen. Heer Kriminalrat. Das wichtigste ist doch, den Mann am Leben zu halten. Was glauben Sie. was das für eine schwierige Operation da oben war. nur mit den allernotwendigsten Hilfomitteln. Er wäre uns unter den Händen gestorbe:. wenn wir nicht gleich zugegriffen hätten. Jetzt meine ich. das Wichtigste ist wirklich, ihn zu berubigen. ihm Ausregung zu ersparen. Das ist unsere verdammte Pflicht“ (Fortsetzung folgt.) und mehr seinen Vorforung ne. eenüber estfalla drehte gestern den Spieß um Ret=Weiß Essen- Westsalia Herne 1:0(1:0) Beim letzten Male, noch bevor die Essener ihre Aufstiegsspiele angesangen hatten, waren die Gäste der Herner. Damals mußten die Gastgeber auf eigenem Gelände eine knappe 2:1=Niederlage einstecken. In der Zwischenzeit aber sicherten sich die Rot=Weißen in einer achtunggebietenden Art und Weise, ohne eine Verlustpartie, den Aufstieg zur Gauliga. Daher mußte man auch diesmal mit einem Treffen rechnen, in dem man den Sieger schlecht im voraus benennen konnte. Man hielt sich daher diesmal beim Stellen irgendeiner Prognosse draußen und ließ, anstatt Blumen lieber die Beine der 22 Aktiven sprechen, oder noch besser gesagt, wirken. Wer so dachte, kam dem Ziel in erwa doch am nächsten, denn auch gestern lieferten sich beide Gegner einen Kampf, den diesmal die Westfalen mit 1•0 für sich entschieden. Wenn es auch abermals bezüglich des Ergebnisses knapp um die Ecke ging, so war wiederum, genau wie letztens in Herne, die erfreuliche Feststellung zu machen, daß das Treffen in einem vorbildlichen Rahmen durchgeführt wurde und daher Anspruch auf den Namen Werbespiel erheben durfte. Erich Schmidt hatte natürlich seine Schützlinge mit den Schlichen und Methoden der Besucher weitgehendst vertraut gemacht. Vor allen Dingen der bekannte Mittelläufer Hein war abermals ein kaum zu überwindendes Hindernis. Nur einmal kamen die Einheimischen zu einem Schachmatt und zwar in der 14. Min. nach Spielbeginn. Wie dermal gelang dem Herner Mittelläufer eine vorzügliche Vorlage an seinen Halblinken, die dieser an ne Gegenspieler vorbei zu seinem Halbrechten weiterlenkte, der dann unhaltbar in die Vollen„plästerte“ Der Herner Hintermannschaft war im Verlauf des ganzen Spiels nur in Versuchen, aber nicht endgültig beizukommen. So ähnlich war es aber auch nach dem Herner Erfolg. Auftauichten sie wohl noch öfter vor dem Essener Gehäuse, aber die Eröffnung ihrer „Feindlichkeiten“ waren nicht listenreichen genug angelegt. Mit einem Pokalergebnis von 1:0 mußten sich beide Parteien zufrieden geben, nur standen diesmal die Herner im Vordergrund. Gespielt haben für die Herner Farben: Sobota, Krüger, van Haren, Wischnewski, Niklas, Kroll, Klein 1, Joswiak, Genderski, Bonner u. Kannacher. Fronleichnam dieser Woche erwartet Westfalia anläßlich des Staffellaufes„Quer durch Herne“ den TfB. Börnig. Sonntag aber fährt die Elf nach Paderborn. Und zum letzten Treffen in dieser Saison erwarten die Herner ihren Pokal gegner? Zur Abwechllung Bombenlieg der Germania SC Germania Herne— Bochum-West 8:0(5:0). Einen imponierenden Heimsieg nach den zahlreichen Niederlagen gab es in diesem Freundschaftsspiel der alten Germanen, die mit einem verjüngten Sturm antraten, der in großer Spiellaune war. Folgende Herner Elf stellte sich den gegenüber dem Vorjahr nicht wieder zu erkennenden Bochumer Gästen: Stahl, Kaiser, Beckebaum, Skiba, Haake, Pschak, Berndt, Lange, Budzinfki, Alt und Ruth. Die eingestellten „Jugendlichen" bewiesen ihre Eignung für die 1. Garnitur in glänzender Weise. Da steckte noch Ehrgeiz drin, den man bisher bei den Hernern stets vermißte. Herrlich war es anzusehen, wie diese Leute in schöner Kombination immer und immer wieder vors Gästetor zogen und Bombenschüsse losließen, die nicht weniger als achtmal ins Schwarze trafen. Bei den Gästen überragten Mittelläufer, linker Verteidiger und der Torwart, die eine zweistellige Niederlage verhüteten. Sonst aber zeigten die Bochumer herzlich wenig, lediglich ihre reichlich unsaire und harte Spielweise machte sich bemerkbar. Besonders in der zweiten Hälfte wurde die Partie unnötig hart, ja unfair durchgeführt. Der Unparteiische sah oft die versteckten Bosheiten nicht. Er hätte darauf sein besonderes Augenmerk richten müssen. Einige Minuten nach dem Wechsel setzte er zwar einen Bochumer Spieler vom Platz, aber damit war die Kette der unschönen Begebenheiten nicht abgerissen. Die besonders Leidtragenden bei den Germanen waren Ruth und Lange, die stark angeschlagen dennoch das Spiel durchstanden. Gleich von Beginn an wissen sich die Gastgeber durchzusetzen. Schon in der 4. Minute folgte das Führungstor durch Ruth, der die Flanke Budzinsskis mit schönem Schrägschuß abschloß. Der schußgewaltige Lang= sorgte schon wenig später mit einem Pfundsschuß in die kurze Ecke für das 2•0. Das dritte Tor erzielte Ruth in der 29. Spielmuinute. Ein schönes Zusammenspiel der linken Seite schloß Alt mit dem vierten Tor ab. Die Gäste versuchten zwar oft zum Gegentor zu kommen, aber die ganze Herner Hintermannschaft ließ auch nicht einen Erfolg zu. Und wieder ein Gedränge vor dem Bochumer Tor. Einen dreimal abgewehrten Ball schlug Ruth endgültig über die Linie, damit das Halbzeitergebnis herstellend. Auch nach der Pause waren die Herner tonange bend, die Bochumer versuchten jetzt durch grobe Un sairneß vorwärtszukommen. Budzinski und zweimal Lange schraubten aber das Ergebnis auf 8:0. Damit gaben sich die Herner dann zufrieden. Vorwärts Recklinghausen— Herne-Süd 2:2(2:0) Die Recklinghäuser hatten sich für dieses Treffen doch viel vorgenommen. Ihnen prickelte die damalige 6:0=Packung, die sie in Herne hatten einstecken müssen.]##. Hnn an. Ihr Vorhaben gelang ihnen im Verein mit dem Fräu=Iman, wverhaupt, nichts wußle! lein Fortuna auch teilweise. Die Besucher spielten sehrg ut, vermochten im Verlaufe des Treffens auch 15 bis 18 Ecken zu erzielen, während die Gastegeber etwa auf 4 kamen. Aber schon nach 5 Minuten Spielzeit gelangten die Recklinghäuser schnell vor, ein Herner Verteidiger wollte seinem Hüter das Leder zuschieben und schob es aber an diesem vorbei ins Tor. Wieder folgte eine Ueberlegenheitsperiode der Süder, wobei ein weiter Abwehrichlag zum in Abseitsstellung befindlichen Recklinghäuser Linksaußen kam, der sicher einschoß. Im Verlauf der zweiten Halbzeit diktierte Süd weiter das Spielgeschehen. Aber erst nach 60 Minuten Spieldauer folgte für Süd das erste Gegentor, als ihr Halblinker pfundsmäßig aufs Tor knallte, der gegnerische Hüter nur abwehren konnte, so daß der Herner Mittelstürmer den Rest besorgte. Schon 3 Minuten später lieferte der Halblinke mit einer 20=MeterBombe den Ausgleich. Oft sah es nach einem Herner Siegtor aus, aber es blieb bei diesem Aussehen. Auch Holthaulen mußte lich den VILern beugen. Rasensport Holthausen— UfL Herne 2:3(0:2) : Die beachtenswerten Erfolge von VfL Herne erregte in den letzten Wochen in Herner Sportkreisen Aufsehen, und auch an diesem Sonntag wurde die augenblicklich gute Form der Horsthauser, trotz Ersatzes, erneut unterstrichen. Es ist allgemein bekannt, daß auf dem Holthausener Gelände nur sehr schwer zu gewinnen ist und leicht wurde es den Horsthausern hatte den Aufftieg schon sicher m Händen und festigte mit her Stärke dieses Gegners gerechnet und nemmen die Stellung durch einen weiteren klaren Sieg über das Spiel erwas zu leicht, obwohl sie in bester BeserDortmund 95.— Der Aufstieg von Bövinghausen zung zur Stelle waren. Die Wanner uverrump#n# steht nunmehr ebenfalls fest, denn sie schlugen Laer den Gegner, denn schon nach 15 Minuten hieß es Die Börniger setzten nun alles auf eine auch gestern nicht gemacht. Nur durch das überragend mit 4:2 klar und eindeutig. Nunmehr ist nur noch der für Wanne. Die Boin##nnn.„„ gute Spiel der Horsthauter in der ersten Halbzeit, wel 3. Platz zu vergeben, wird ihn Dortm. oder Lauer be= Karte, gaben ihrem Spiel eine weit bessere Note, ches ihnen einen 2•0=Vorsprung einbrachte, wurde der setzen, das entscheiden die nächsten Wochen. Der augen= konnten aber den Halbzeitstand von 4:0 für die Reichs Sieg sichergestellt. Die Rasensportler kamen kurz nach der Pause zum ersten Gegentor, BfL. aber stellte durch ein 3. Tor den alten Vorsprung wieder her. Nun setzten sich die Gastgeber mächtig ein und kamen auch noch zu einem 2. Treffer. Der Ausgleich aber blieb ihnen jedoch versagt, und so mußten sie den Gästen den verdienten Sieg überlassen. Um den Aufstieg zur Bezirksklasse im Fußball Phönix Bochum und Bövinghausen steigen auf; wer ist der 3. Verein? Phönix Bochum— Dortmund 95 3:0. Bövinghausen— Bochum=Laer 4:2 Die Aufstiegsspiele um die Fußball=Bezirksklasse nahmen einen erwarteten Verlauf. Phönix Bochum setzen, das entscheiden die nächsten Wochen. Der augenblickliche Tabellenstand ist jedenfalls folgender: Phönix Bochum 5 S 0 0 17:6 10.0 Bövinghausen 5 8 0 2 15:13 6:4 Bochum=Laer 5 1 1 3 8:11 3:7 Dortmund 95 5 0 1 4 4•14 1:9 Der VIB Börnig wurde hoch gelchlagen. Reichsbahn Wanne—. BfB. Börnig 5:1(4:0) Schon in unserer Vorschau wiesen wir auf die Gefährlichkeit der Reichsbahner hin, wenn sie auf eige nem Boden gegen klassehöhere Gegner spielen. Wir behielten mit dieser unserer Ansicht erneut recht. Die Reichsbahner überfuhren ihren Gast, welcher aus Anlaß des 10jährigen Jubelfestes der Wanner dort spielte, klar und eindeutig. Die Schadeburger hatten kaum Leichtathleten ermittelten ihre Kreismeister Den Haupfanteil licherte lich VfI. Bochum.- Wietehnann und Frl. Schulze(HTC) die einzigen Herner Sieger.- Beluch und Beteiligung recht Ichwach. Der Kreis Bochum brachte gestern auf der TuS-Kampfbahn in Bochum seine diesjährigen leichtathletischen Kreismeisterschaften zur Austragung. Obschon das Wetter sehr gut war, waren die Beteiligung an den Kämpfen und der Besuch sehr mäßig. Die Durchführung der Veranstaltung hatte der BfL 48 Bochum übernommen, der auch die Kämpse über die vorgeschriebene Zeit brachte. Die Kreismeisterschaften brachten besonders bei den Läufen mitunter harte und spannende Kämpfe. So war vor allem der 100-m=Endlauf hart umstritten, der nach schönem Kampf eine Beute des Bochumer Lütteke wurde, der auch die 200 m gewann. Knapp kam der Herner Thöne mit 11,2 Sek. hinter dem Sieger ein. Auf den 4. Platz schod sich Hosberg, der Frank, Westfalia, und Rochol (HT) auf die nächsten Plätze verwies. Der 400-m-Lauf wurde eine klare Angelegenheit des früheren Herner Sievers, der jetzt für den BfL Bochum startet. Auf den 2. Platz kam Rether(Herner Turn-Club) vor Stüber, Bochum. Bei den übrigen Laufwettbewerben zeigten sich durchweg die Bochumer als überlegen. Bei den technischen Uebungen klappte die Organisation weniger gut. Ebenso vermißte man die Bekanntgabe des jeweiligen Leistungsstandes, so daß diese Kämpfe für die Zuschauer mitunter weniger interessant wurden. Die Kampfphasen sind eben beim Lauf für den Zuschauer eine ganz andere, als wie bei den technischen Uebungen. Hierauf wäre bei späteren Veranstaltungen wohl zu achten. Einen schönen Herner Erfolg gab es durch den HTEler Wietelmann beim Rugestoßen. Mit 12.32 m wurde er hier Bester vor Bergmann, Bochum, und Thöne(HTC). Im Dreisprung siegte der Dahlhauser Schürbusch mit 12,50 m vor Wietelmann, der auf 12,07 m kam. Die erfolgreichsten Leichtathleten waren die Bochumer Lütteke und Legge(beide DfL Bochum) und Schürbusch(Dahlhausen), die sich je mit zwei Kreismeistertitel auszeichnen konnten. Im Hammerwerfen siegte Ziehhofer(Bochum) knapp vor dem Herner Habbel(Westfalia) mit 35,56 m. Habbel schaffte hier 35,12 m. Bei den Frauen=Kämpfen gab es trotz schwacher Teilnahme gute Leistungen. Hier waren vor allem die Wattenscheider und Bochumer Mädels erfolgreich. Doppelmeister wurden Frl. Schulze(HTC) und Frl. Hackert(Bochumi. Im Kugelstoßen kam Frl. Schulze auf 10.11 m und beim Speerwersen schaffte sie 29,45 m. Frl. Hackert(Bochum) sicherte sich den 100m-Lauf und den Weitsprung. Beachtenswert ist ihre Zeit im 100-m-Lauf mit 13,1 Sek. Loschon die diesjährigen Kreismeisterschaften für die Herner keine großen Erfolge brachten, zeigten sie aber doch durch ihre Teilnahme, besonders der Herner TurnClub stellte wieder die großte Herner Streitmacht, daß sie immer noch da sind. Während der HTC 3 Titel einheimste ging Westfalia leer aus. Durch die Austragung der Armeekorps-Meisterschaften in Münster und de. SA-Sportfestes in Recklinghausen, an denen Leute der Westfalen beteiligt waren, war das Herner Aufgebot stark geschwächt. Die Siegerliste: Männer. 100-m=Lauf: 1. Lütteke, BfL Bochum 11 Sek., 2. Thöne, Herner Turn-Clud 11,2 Sek., 3. Kurzaw, Postsport Wanne 11.4 Sek. 200-m=Lauf: 1. Lütteke, BfL Bochum 23,0 Sek., 2. Hommer, BfL. Bochum 23,6 Sek., 3. Thöne, Herner Turn-Cl. 24,1 Sekunde. 400-m=Lauf: 1. Sievers, BfL. Bochum 54,9 Sek., 2. Rether, Herner Turn-Club 55,4 Sek., 3. Stüber, BfL. Bochum 57,4 Sek. 800-m=Lauf: 1. Floren, BfL Bochum 2:03,1 Min. 2. Riedel, Tura Werne 2:05,7 Min., 3. Pokroppa, Tura Werne 2:09,5 Min. 1500-m=Lauf: 1. Legge, BfL Bochum 4:18,8 Min., 2. Riedel, Tura Werne 4:32,2 Min., 3. Sievers, BfL Bochum 4:35,6 Min. 5000-m=Lauf: 1. Legge, BfL Bochum 15 56 Min., 2. Gerwig, Edelstohl Bochum 17:30,8 Min., 3. Riedel, Tura Werne 17:35,4 Minuten. 110-m-Hürden: 1. Göttmann, Reichsbahn 19,4 Sek.; 2. Zeiger, BfL Bochum 19,6 Sek. 400 m-Hürden: 1. Tournee, Edelstahl Bochum 62,4 Sek., 2. Stüber, BfL Bochum 63,8 Sek., 3. Bohnenkamp, Herner TC. 65,00 Sek. 10mal„Runden-Staffel: ausgefallen. Weitsprung: 1. Schürbusch, Dahlhausen 6,24 m; 2. Gölzenleuchter, SS Bochum 6,20 m; 3. Göttmann, Reichsbahn Bochum 6,00 m. Hochsprung: 1. Schirmer, BfL Bochum 1,65 m; 2. Tournee, Edelstahlwerke Bochum 1,60 m; 3. Himbert, BfL Bochum 1,55 m. Dreisprung: 1. Schübusch, Dahlhausen 12.50 m; 2. Wiekelmann, Herner Turn-Clud 12,07 m; 3. Göttmann, Bochum 11,89 m. Stabhochsprung: 1. Hobel, SS Bochum 3.10 m; 2. Tournee, Edelstahl Bochum 3,00 m; 3. Frank, BfL Bochum 2,80 Meter. Kugelstoßen: 1. Wietelmann, Herner Turn-Club 12,32 m; 2. Bergmann, SS Bochum 11,97 m; 3. Thöne, Herner Turn-Club 11.57 m. Diskuswerfen: 1. Gölzenleuchter, SS Bochum 33,78 m; 2.Hobel, SS Bochum 31,32 m; 3. Grube, SS Bochum 30,62 Meter. Hammerwerfen: 1. Ziehofer, BfL Bochum 35.56 m; 2. Habbel, Westfalia Herne 35,12 m; 3. Buhr, PfL Bochum 34,76 m. Speerwerfen: 1. Zeiger, BfL Bochum 43,60 m; 2. Hobel, SS Bochum 42,60 m, 3. Göttmann, Reichsbahn Bochum 41,63 m. Frauen: 100-m-Lauf: 1. Hackert, BfL Bochum 13,1 Sek.; 2. Sebastian, BfL Bochum 13,6 Sek.; 3. Schäfer, Turn-Club Weitmar 14,2 Sek. Hochsprung: 1. Jeglinski, TB Wattenscheid 1,30 m; 2. Hackert, BfL Bochum 1,30 m; 3. Ehrke, BfL Bochum 1,30 m. durch Stechen entschieden. Weitsprung: 1. Hackert, BfL Bochum 4,75 m; 2. Schäfer, Turn-Club Weitmar 4,60 m; 3. Jeglinski, TB Watten scheid 4,50 m. Kugelstoßen: 1. Schulze, Herner Turn-Club 10,11 m; 2. Ehrke, BfL Bochum 9.67 m; Kottenhahn, Wattenscheid 01 8.67 m. Diskuswerfen: 1. Koltenhahn, Wattenscheid 01 22,10 m; Hackert, BfL Bochum 21,76 m; 3. Jeglinski, Wattenscheid 01 21.54 m. Speerwerfen: 1. Schulze, Herner Turn-Club 29.45 m; 2. Kottenhahn, Wattenscheid 01 22,60 m. Gruppenwettkämpfe der SA=Gruppe Westsalen. Nach den Ausscheidungen in den einzelnen Stan darten finden die Sportwettkämpfe der SA=Gruppe Westfalen am 2. und 3. Juli in Dortmund statt. bahner nicht mehr verhüten. Drückend war die Ueberlegenheit der Börniger in der 2. Halbzeit, aber ein unheimliches Pech klebte an ihren Fersen. Kein Erfolg gelang ihnen, dafür kamen die Gastgeber noch zum 5. Tor und erst kurz vor Schluß war das Ehrentor für Börnig fällig. Das Spiel wurde verdient verloren, weil die Gastgeber eben eifriger und einsatzbereiter waren. Der VfB. Börnig hatte den Gegner zu sehr unterschätzt und um eine bittere Erfahrung reicher ging er aus dem Spiel. Reichsbahn Wanne 1. Jgd.— Castrop 02 1. Jgd. 1:1 Reichsbahn Wanne 2. Igd.— Castrop 02 2. Jgd. 4.6 Reichsbahn Wanne Alte Herren— Westfalia Herne Alte Herren 0:8(0:2) Der Pokalsieger von Münster stellte auch beim Jubiläum der Reichsbahner seine bestehende Form erneut unter Beweis und landete einen aushohen Sieg. Nach einer 2:0=Führung der ersten Halbzeit, gingen die Strünkeder im 2. Spielabschnitt ganz aus sich heraus und holten ein 8:0=Ergebnis heraus. An den Toren waren alle Stürmer beteilgt, diese wurden aber auch von einer guten Hintermannschaft bestens unterstützt. Viktoria Herne— BfB. Gerthe ausgefallen. Spy. Sodingen— Constantin Herne 2:1(1:0) Diese beiden Rivalen, die sich bereits aus den Meisterschaftsspielen ganz gut kennen, waren mit ihren besten Leuten zur Stelle. Das Spiel hat au allen Zuschauern gefallen, von einem Sommerfußba merkte man jedenfalls gar nichts. Schnell und sehr fair wickelte sich das Spielgesechehen bis zum Spielende ab. Allerdings muß auch zugestanden werden, daß dieser knappe Sieg des Platzvereins als glücklicher bezeichnet werden kann, ebenso gut hätte nämlich au“ Constantin den Sieg erringen können. Den Ansto führte Constantin aus, auf beiden Seiten folgten so dann schöne Angriffe. Zu Erfolgen aber kam bei diesen Handlungen keine Partei, da die beiderseitigen Schlußleute ganz zuverlässig arbeiteten. Außer mehreren erfolglosen Ecken schien es so, als ob es eine torlose Halbzeit geben sollte. Kurz vor der Pause aber setzte die Platzelf mit einem nochmaligen Angriff ein. Die Belohnung blieb auch nicht aus, mit schönem Schuß des Sodinger Rechtsaußen wurde Fuchs im Constantiner Tor zum erstenmal geschlagen. Nach Wechsel griff der Gast sofort beherzt an, lange Zeit war er tonangebend. In dieser Drangperiode gelang ihm aber nur der Gleichstand, alle weiteren Bemühungen wurden von dem famosen Sodinger Torwart Volz unschädlich gemacht. Der Siegestreffer für Sodingen wurde dann im weiteren Verlauf des Spieles wiederum vom Rechtsaußen Feigel erzielt. Um die Gebietsmeisterschaft der 53. Eickel 1. Jgd.— Sodingen 1. Jgd. 4:1(1:1) Viel Pech hatte Sodingen in diesem Spiel. Den besten Stürmer hatte man nicht zur Stelle, dann spielte man nicht den gewohnten flachen Paß, sondern machte lustig das hohe Spiel der Eickeler mit. Hierdurch wurden die Sodinger Jungens so aus dem Konzept gebracht, daß ihr Gegner nach der Pause zusehends Oberwasser bekam und mit Hilfe des Schiedsrichters weitere drei Tore auf sein Konto bringen konnte. HSV- Fortuna in Bremen Die in der Vorschlußrunde zur Deutschen Fußballmeisterschaft an Schalke 04 bzw. Hannover 96 gescheiterten Mannschaften von Fortuna Düsseldorf und Hamburger SV stehen sich am Samstag, 25. Juni, dem Vortag des deutschen Endspiels in der Wasserkampfbahn in Bremen, im Kampf um den dritten und vierten Platz gegenüber. Fortung- Wiener SC in Hamm In der Jahnkampfbahn zu Hamm werden am 19. Juni Fortuna Düsseldorf und der von einer Skandinavienreise zurückkehrende Wiener SC ein Werbespiel austragen. Vienna Wien wurde in einem Freundschaftskampf in Gießen vor 3500 Zuschauern von einer einheimischen Stadtmannschaft mit 3:0(1:0) geschlagen. Peinlich, nach der Sommerreise zu erfahren, daß wichtige Ereignisse eingetreten sind, von denen Welche Anannehmlichkeiten hätte doch die mit so geringen Kosten verbundene Kreuzband=Nachlieferung des Herner Anzeigers erspart!— Geringe Gebühr; wöchentlich mit Porto nur Rm. 1.—. 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Annahme von Reparafuren und Verkaufsstelle Blindenwerkstatt Städtisches Altersheim, Herne, Wiescherstraße. Ruf 521 93, sowie bei Wienbolk, Steinweg 7, Ruf 51294. Blindenwerkstatt des Westfäl. Blindenvereins Ortsgruppe Herne. Fahrräder Nähmaschinen. Herne, Bahnhofstraße 3b-3c Günstige Zahlungsbedingungen Annahme von Ehestandsdatlehen und Kinderbeihilfen— Kundenkredit-Anschlussfirma Beamtenbank— Wirtschaftsbeihilfe für Kriegsbeschädigte und Sozialrentner. Hauptschriftleiker: Dr. Leo Reiners, Herne, z. It. beurl. Stellv. d. Hauptschriftl. Jos Möller, Herne. Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Dr, Leo Reiners, Herne, z. Ik. beurlaubt; Stellvertreter für Kommunalpolitik und Lokales Josef Möller, Herne; für„Unterhaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möller, Herne; für Anzeigen Josef Röttsches, Herne. Bildverantwortliche: Ressorkleiker. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, H.-Göring-Str. 8) nicht an ihre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. V. 38 über 3500.— Druck und Verlag Koeiders Röttsches. Herne. Jur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig.— Mengenstaffel E.