—.— 608 Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht: durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger# Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe 4 Pf., im Textteil 25 Pf.; Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Sifser= und Auskunftsgebühr 25 Pf. Fernsprecher: Sammel=Nummer 32541,„ Drahtanschrift: Anzeiger Homne. Nr. 7(Erstes Blatt) Montag, den 10. Januar 1938 33. Jahrgang Rompakt und Achse Berlin-Rom Die Wiener„Reichspost“ betont die harmonische Uebereinstimmung. Wien, 9. Jan. Die Leitartikel der Wiener Sonntagszeitungen beschäftigen sich ausschließlich mit der am Montag in Budapest beginnenden Konferenz der Rom=Pakt=Staaten. Die„Reichspost“ legt das Schwergewicht ihrer Betrachtungen nicht so sehr auf die Konferenz selbst, sondern auf eine Untersuchung des Verhältnisses vom Rom=Pakt zur Achse Berlin=Rom. Vereinzelte Miesmacher wollten, so heißt es, in den im Herbst 1936 zustande gekommenen deutsch=italienischen Vereinbarungen durchaus das Grab der römischen Protokolle erblicken, als hätte Italien die politischen und wirtschaftlichen Interessen im Donaubecken, die es aus der Aufteilung Groß=Oesterreichs geerbt hat, für die Freundschaft des Deutschen Reiches opfern müssen. Einen solchen Handel hätte die Berliner Regierung wohl ebenso wenig Rom zugemutet, wie dieses auf ihn eingegangen wäre. Erst in der letzten Zeit, so fährt das Blatt fort, würde es aller Welt klar, welche starken Antriebe die Wirksamkeit der Protokolle besonders auf politischem Gebiet gerade aus den Bestand der Achse Berlin=Rom erfährt. Die Protokolle haben von allem Anfang an niemals den Umsang und die Bedeutung der Interessen des Deutschen Reiches an der Entwicklung im Donaubecken verkannt oder zu schmälern versucht. Vielleicht hat es zur Zeit von Stresa Kreise gegeben, die in der Vorstellung lebten, die Protokolle vor eine einseitige Politik spannen zu können. Das war aber nicht mehr als eine Eintagspolitik. Die Protokolle, die zunächst die Aufgabe hatten, Oesterreich und Ungarn aus der Einkreisung durch die Kleine Entente zu befreien, haben sich in dieser Hinsicht niemals wirksamer erwiesen als seit dem Abschluß der deutsch=italienischen Freundschaft. Man könnte fast sagen, da gehe von der Achse eine Art Atomzerrrummerung aus. Es handele sich allerdings nicht um einen Akt der Zerstörung, sondern um einen solchen gesunder, fruchtbarer Auflockerung, aus der alle Staaten im Donaubecken ausnahmslos Gewinn ziehen. Die Budapester Tagung beginnt Der österreichische Bundeskanzler und Staatssekretär Schmidt trafen Sonntagabend in Begleitung des Gesandten Hornbostel sowie zahlreicher höherer Beamter zu der am Montag beginnenden Rompaktkonferenz in Budapest ein. Zur Begrüßung hatten sich die Kabinettsmitglieder mit dem ungarischen Ministerpräsidenten eingefunden. Auch die Gesandten Deutschlands und Oesterreichs waren anwesend. Der Bahnhof und die Straßen der Hauptstadt sind mit Flaggen geschmückt. Die gesamte ungarische Presse begrüßt die zu der Dreierkonferenz der Romprotokollstaaten in Budapest eintreffenden italienischen und österreichischen Staatsmänner mit großer Wärme. In langen Begrüßungsartikeln werden vor allem die friedlichen Ziele und die Bedeutung der Romprotokolle für den Südosten Europas betont. Dabei heben die Blätter hervor, daß keinerlei Sensationen zu erwarten seien. Die Regierungspresse stellt fest, das Budapester Treffen sei ein Beweis für den engen Zusammenhalt der drei Staaten und die Festigung ihrer auf gegenseitigem Vertrauen aufgebauten traditionellen Freundschaft. Das Regierungsblatt„Függetlenseg“, schreibt, die Römerprotokolle dienten der Befriedung der Donauvölker. Das bisherige Ergebnis dieser Politik sei in erster Linie für Ungarn und Oesterreich von unschätzbarer Bedeutung gewesen. Für Ungarn be stehe bereits die Hoffnung, daß es, gestützt auf die Kraft der Romprotokolle, früher oder später sein Verhältnis zu den Nachbarstaaten normalisieren könne. Der nationalvölkische„Uj Magyarsag“ stellt fest, die Freundschaft der drei Staaten sei nicht in dem Paragraphenwald der Genfer Liga geboren worden. Eine neue Rede Roosevelts Er geißelt die„Erfolge“ der Demokratie. 7 Zweierlei Maß für dieselbe Sache. Washington, 9. Jan. Der 8. Januar wird in ganz Amerika von der demokratischen Partei als„JacksonDay“ gefeiert. Als praktische Leute benutzen die amerikanischen Demokraten diese Feiern gleichzeitig dazu. die Parteikasse wieder aufzufüllen, und ein Teil des Eintrittsgeldes zu Festbanketten wird hierzu verwendet. In Washington, wo Präsident Roosevelt persönlich erscheint und redet, mußte jeder Teilnehmer 100 Dollar für das Essen bezahlen. In seiner Ansprache erläuterte der Präsident, wie schon so oft, seine staatssozialistischen Ideale. ohne diesmal das Ausland in den Kreis seiner Betrachtungen zu ziehen. Umso schärfer verurteilte er „die kleine Clique machtbungriger, egoistischer, individualistischer Amerikaner“. die durch Konzentrierung aller finanziellen Machtmittel in ihren Händen und unter Ablehnung jedweder sozialen Verantwortlichkeit, aber unter dem Mantel von Märtyrern und Wohltätern des Volkes Amerika ausbeuten wollten und darin von der ihnen gefügigen Presse weitestgehend unterstützt würden. Mit diesen wenigen aber werde er gern den Kampf aufnehmen und ohne Kompromiß bis zum unausbleiblichen Sieg durchfechten, ohne Rücksicht darauf. ob eine gewisse Presse, die immer von Pressefreiheit rede. sich seinen Gegnern in diesem Kampf zur Verfügung stelle. Der Fortschritt der Partei könne nicht aufgehalten werden. Auf dem Jackson=Day=Bankett in Denver sagte der amerikanische Kriegsminister Woodring, daß Amerika an der Außenvolitik die Losung Frieden habe, aber nicht Frieden um jeden Preis, sondern Frieden mit Ehre und Würde und Sicherheit. Amerika suche keinen Streit und greise niemanden an. Man bleibe aber gerüstet, selbst wenn das auf Kosten weiteren Defizits im Bundesetat gehe. Ein Nebenerfolg dieser geplanten und durchaus bescheidenen Aufrüstung werde der Antrieb für die Industrie und damit für die Gesamtwirtschaft sein. Amerika wolle keine Diktatur. keinen kommunistischen Staat. keine korvorative Regierung noch irgendetwas Aehnliches. 16.5 Mill. Erwerbslose in U6A. Neunork, 9. Jan. In Washington wurden am Sam tag weitere Ergebnisse der ersten amtlichen Arbeitslosenzählung zusammen mit den früher bekanntgegebenen Zissern veröffentlicht. Hierbei wird angedeutet, daß die Gesamtzahl der völlig oder teilweise erwerdslosen Perlonen im Rovember 16,5 Millionen betrug. 1500 Arbeiterfamilien brotlos Das traurige Ergebnis kommunistisch er Hetze in Frankreich 7 Ein großer Betrieb zusammengebrochen Paris, 9. Jan. Die Abstimmung der Streikenden der Goodrich=Werke über eine etwaige Wiederaufnahme der Arbeit hat folgendes Ergebnis gebracht: Bei zahlreichen Stimmenthaltungen sprachen sich 673 für und 488 gegen eine Wiederaufnahme der Arbeit aus. Somit wird die Arbeit in den Goodrich=Werken am Montag wieder beginnen. Große Erregung hat im französischen Devartement Ardeche die Direktionsentscheidung der Zementfabriken von Lafarge zur sofortigen Schließung der Werke hervorgerufen. Rund 2000 Werksangehörige befanden sich seit nunmehr 13 Tagen im Ausstand: sie wurden zu dieser Bewegung von einer streiklustigen Minderheit gezwungen. Die Mehrheit der arbeitswilligen Belegschaft hatte sich vor einigen Tagen ins Präfekturgebäude des Departements begeben, um gegen die tatenlose Haltung der Behörden gegenüber dieser Verletzung des Arbeitsrechtes zu protestieren. Der Präsekt weigerte sich aber, mit ihnen in Verhandlungen zu treten. Infolge der Verzögerung hat sich die Werksleitung nun gezwungen gesehen, die Fabrik wegen der inzwischen eingetretenen finanziellen Verluste zu schließen. Die gesamte Belegschaft ist über Nacht erwerbslos geworden. Nur das leitende Personal kann auf andere Werke desselben Unternehmens verteilt werden. Ueber 1500 Arbeitersamilien geraten durch die schamlosen Manöver kommunistischer Streikhetzer in die größte Notlage. Da befürchtet wird, daß sich die verständliche Emvörung der verführten Werksangehörigen Luft verschafft, sind beträchtliche Verstärkungen an Gendarmerie und Mobilgarde an Ort und Stelle entsandt worden. Darre auf einer Bauerntagung in Rom Der Duce erklärt:„Auch auf landwirtschaftlichem Gebiet ist eine Zusammenarbeit beider Völker nützlich“ Rom, 9. Jan. Die erste große faschistische Feier des neuen Jahres galt der Würdigung der Leistungen, die der italienische Nährstand im Kampf um die wirtschaftliche Autarkie des Landes im verflossenen Jahr vollbracht hat. Der italienische Regierungschef überreichte bei dieser Gelegenheit den erfolgreichsten Bauern die für die Erzeugungsschlacht ausgesetzten Geldprämien in Höhe von insgesamt 650 000 Lire persönlich. Eine besondere Note erhielt die im Argentina=Theater abgehaltene Feier durch die Anwesenheit des Reichsministers Darre. dem bei seinem Erscheinen ein überaus herzlicher Empfang zuteil wurde. Kurz nach dem mit den Liedern der deutschen Nation begrüßten Reichsbauernführer erschien auch Mussolini, von den Schwarzhemden mit Jubel empfangen. Nach herzlicher Begrüßung Darres, der sich in Begleitung des Staatssekretärs Backe und des deutschen Botschafters von Hassell befand, wandte sich der Duce an die Vertreter des italienischen Bauernstandes. „Der Beifall, mit dem Kamerad Darre, der Landwirtschaftsminister des Deutschen Reiches, empfangen wurde, sei“, so betonte Mussolini einleitend.„der Ausdruck seiner und aller Anwesenden Gefühle der Sympathie und Freundschaft.“ Die Aufgabe, die Minister Darre vollbringe, sei ungeheuer und werde von ihm mit der ganzen Begeisterung für die Landwirtschaft erfüllt.„Auch auf diesem Gebiet ist eine Zusammenarbeit der beiden Völker möglich und nützlich.“ Nach einem Hinweis, daß man nicht in jedem Jahr eine so gute Ernte wie im vergangenen erwarten dürfe, unterstrich Mussolini, daß der Faschismus mit seiner Preispolitik die Landwirtschaft vor dem Zusammenbruch gerettet habe. Zu niedrige Preise zerstörten die Produktion, zu hohe Preise würden den Konsum vermindern und sich dadurch wiederum nachteilig auf die Produktion auswirken.„Ich kenne“, schloß Mussolini,„die italienischen Bauern und weiß, daß sie entschlossen sind, den Endsieg in der Ernährungsschlacht zu erringen und daß sie ihn erringen werden.“ Dann nahm der Duce nach einer längeren Rede des italienischen Landwirtschaftsministers Rossoni die Preisverteilung vor. Als die Kapellen nach Mussolinis Abschlußworten die Giovinezza intonierten, forderte der Duce mit lebhafter Geste den Dirigenten spontan zur Unterbrechung auf und ließ zur besonderen Ehrung des Reichsministers Darre bei dieser faschistischen Feier zuerst die deutschen Nationalhymnen spielen. hatten. Prinzessin Friederike Luise, bei deren Vorbeifahrt überall ein unbeschreiblicher Jubel herrschte, grüßte herzlich erfreut nach allen Seiten. Langsam und mit großen Umwegen bewegte sich der königliche Brautzug durch das festlich geschmückte Athen zur Metropolis, der Athener Kathedrale. 40 Bischöfe in ihren prächtig gestickten Ornaten, an ihrer Spitze der Erzbischof, erwarteten das Brautpaar vor der Kirche und führten eg sodann. zusammen mit den Trauzeugen und Brautjungfern, auf ihre Plätze inmitten der Kathedrale, die mit weißen, blauen und gelben Blumen schlicht und doch überaus eindrucksvoll geschmückt war. 101 Kanonenschüsse kündigten sodann den Beginn der Trauung den Hunderttausenden an, die auf Straßen, Plätzen, Dächern und Balkons warteten. Die Zeremonie hinterließ bei allen Teilnehmern einen unvergeßlichen Eindruck. Die Trauringe, die nun gewechselt wurden, sind aus Goldmünzen Alexanders des Großen, der noch heute für Griechenland das Symbol der Einigkeit und Stärke bedeutet, gegossen. Nach Vollzug der orthodoxen Tranung erschienen die Neuvermählten bei dem Läuten der Glocken vor der Kirche, wo sie von der versammelten Menge stürmisch begrüßt wurden. Kronprinzessin Margarita — so lautet ihr jetziger Name, da Friederike kein griechischer Mädchenname ist— dankte in tiefer Bewegung für die begeisterten Zurufe, die ihr entgegenhallten. Das königliche Paar bestieg sodann den Prunkwagen und kehrte, von den nicht endenwollenden Huldigungen der Bevölkerung begleitet, in das Schloß zurück. Hier fand im engsten Familienkreise die deutsche protestantische Trauung durch Pastor Ostermann statt. Anschließend beglückwünschten die Regierung, das Diplomatische Korps, darunter der deutsche Gesandte Prinz Erbach, sowie Vertreter der Militär= und behörden das junge Paar. Glückwünsche des Führers Berlin, 9. Jan. Der Führer und Reichskanzler hat zur Vermählung des griechischen Kronprinzen dem König von Griechenland und dem Brautpaar drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. Wichtiger Beschluß in Tokio: Beseitigung der antijapanischen chinesischen Regierung. Tokio, 9. Jan.(Ostasiendienst des DNB.) Die japani. sche Regierung trat am Sonntag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Unter Billigung der von der Vier=Minister=Konferenam 6. Januar gesaßten Beschlüsse und nach gemeinsamer dreistündiger Beratung mit dem Hauptquartier sowie nach einer Aussprache mit dem Beraterstab faßte das Kabinett den Beschluß,„die antijapanische chinesische Regierung zu beseitigen“. Die Abberufung des japanischen Botschafters aus China wurde beschlossen. Japanische Truppenlandungen in Tsingtau London, 9. Jan. Nach einer englischen Meldung aus Tsingtau sind im Außenhofen von Thinatau zwölf javanische Transportschiffe erschienen. Bisher sollen die Japaner jedoch noch keinen Landeversuch gemacht haben. Lapaner jedoch noch keinen Landeversuch gemacht Die Hochzeitsfeierlichkeiten in Athen Roter Krawal in Eingapore Herzliche Anteilnahme der gesamten Bevölkerung Die Trauung in der Kathedrale Athen, 9. Jan. Schon in den frühesten Morgenstunden ist buchstäblich ganz Athen auf den Beinen; jeder sucht einen möglichst günstigen Platz zu erhaschen, um alle Vorgänge anläßlich der heutigen Prinzenhochzeit miterleben zu können. Die Fenster= und Balkonplätze, die von den an der Feststraße ansässigen Hotels, Büros und Privatbewohnern zu hohen Mietpreisen ausgeboten worden waren, sind längst ausverkauft. Das schlechte Wetter der vorhergehenden Tage ist abgezogen. Heute ist es bedeckt, aber es verspricht, später schön und klar zu werden. Um 8 Uhr zeigen fünf Kanonenschüsse den Beginn der Festlichkeiten an. Gegen 9 Uhr beginnt die Auffahrt der Hochzeitsgäste. Unter den Mitgliedern des Diplomatischen Korps sieht man den deutschen Gesandten Prinz zu ErbachSchönberg mit Gesandtschaftsrat Dr. Kordt und dem deutschen Militärattache Oberst Rohde. Höchste Vertreter der griechischen Wehrmacht, der Ministerien und Behörden und zahlreiche kirchliche Würdenträger folgen. Besonders herzlicher Beifall grüßt den Ministerpräsidenten Metaxas, der in Begleitung der Minister Georgacopoulos und Kotzias erscheint. Ihnen folgen auch die anderen Regierungsmitglieder. Anschließend fahren die früheren Ministerpräsidenten und bekannte Persönlichkeiten des politischen Lebens, der Künste und Wissenschaften und der Wirtschaft auf. 21 Salutschüsse kündigen den Beginn des königlichen Hochzeitszuges an. Um 9.30 Uhr nahm der Hochzeitszug am königlichen Schloß seinen Anfang. In 20 Autos fuhren die zahlreichen in= und ausländischen Fürstlichkeiten zur Kathedrale. Im letzten Wagen saß König Georg mit der deutschen Brautmutter, die besonders herzlich von der spalierbildenden Menge begrüßt wurde. Es folgte nunmehr eine Abteilung Kavallerie und danach der von sechs weißen Pferden gezogene historische Prunkwagen, in dem die deutsche Braut mit dem Brautvater Platz genommen 60 chinesische Kommunisten festgenommen. London, 9. Jan. Wie aus Singapore berichtet wird, kam es am Sonntag bei einer Demonstration von rund 2000 Chinesen anlaßlich des„China=Tages“ zu schweren Ausschreitungen. Die Polizei naym etwa 60 Personen fest. Man nimmt an, daß die Zwischenfälle von Kommunisten angezettelt wurden, die Drohruse gegen Japan ausstießen. Singapore ist die wichtigste englische Station auf derWege nach Hongkong. Dr. Filchner in Genua Bald in der Heimat. Rom, 9. Jan. Der deutsche Forscher und Nationalpreisträger von 1937 Dr. Filchner ist in Begleitung seiner Tochter am Sonntag an Bord des italienischen Ozeandampfers„Victoria“ in Neapel eingetroffen und um 19 Uhr mit demselben Schiff nach Genua weitergefahren. Dr. Filchner, dem man in keiner Weise die chweren Strapazen seiner Forschungsreise und vor allem seiner Gefangenschaft in Chotan mehr ansah, wird von Genua aus sofort in die Heimat zurückkehren. Er gab seiner lebhaften Freude Ausdruck, recht bald, wenn auch nur für kurze Zeit, wieder im neuen Deutschland verweilen zu können. Werden Hollands Kanonen die Geburt eines Prinzen oder einer Prinzessin verkünden? Das holländische Volk sieht mit großer Erwartung der Geburt des Thronfolgers entgegen und wartet mit Spannung darauf, ob es ein Prinz oder eine Prinzessin sein wird. Im Oranje=Park in Baaren in der Nähe von Schloß Soestdijt wurden bereits die Kanonen aufgestellt, welche als erste die Nachricht von der Geburt des Prinzenkindes dem Volke verkünden werden. Ist es ein Prinz, 10 werden 101 Schüsse erdröhnen, und ist es eine Prinzessin, so werden nur 51 Schüsse abgegeben. Gpsocisied-Preß-M.) Der Eintopfsonntag in Berlin Berlin, 9. Jan. Das vorläufige Ergebnis des Eintopssonntags im Gau Berlin beträgt 449 326,25 Mark. Der erste Eintopssonntag im neuen Jahre vereinte das deutsche Volk in diesem Winter zum vierten Mal in eintopffreudigem Zusammenstehen zur großen symbolischen Tischgenossenschaft der Nation. Wieder waren auch in Berlin die 70000 Helfer und Helferinnen des Winterhilfswerkes von den Morgenstunden an unterwegs, um in den Haushalten die Eintopsspende entgegenzunehmen. Die in allen Teilen der Stadt von der NS.=Volkswohlfahrt durchgeführten öffentlichen Eintopfessen ziehen immer mehr Gäste an sich. Das größte öffentliche Eintopfessen fand im Rathaus Charlottenburg statt, das von der Deutschen Apothekerschaft gemeinsam mit der NSV. veranstaltet wurde. Schalke 04 Tschammer=Pokal=Sieger Köln. 9. Jan. Vor 70 000 Zuschauern kam der Deutsche Fußballmeister FC. Schalke 04, gegen Fortuna Düsseldors im Endspiel um den Tschammer=Pokal zu einem 2:1=(0:0) Sieg im Kölner Stadion.— 1936 waren die Schalker dem 1. FC. Nürnberg und 1937 dem PfB. Leipzig im Endspiel unterlegen. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man u. a. Reichssportführer von Tschammer und Osten sowie die Gauleiter Staaterat Grohe und Staaterat Florian. Damit hat Schalle 04, als erster deutscher Verein zwei Meistertitel auf sich vereinigt. Notizen — land mit dem Präsidenten des Spitzenverbandes der italienischen Industriearbeiter eine längere Aussprache. * Heute beginnt in Berlin die Fischzuteilung an 650 000 bedürftige Volksgenossen durch das WHW. Es werden im ganzen 336 000 Kilogramm Fischsilet verteilt. Der italienische Außenminister Ciano ist in der Nacht zum Sonntag nach Budapest abgereist, um an der Sitzung des Unterzeichnermächte der römischen Protokolle teilzunehmen. Der rumänische Außenminister Micescu stattete Sonntag„in Begleitung des rumänischen Gesandten in Prag im Czernyn=Palais Außenminister Krofta einen Besuch ab. Die Unterredung der beiden Minister dauerte 4 Stunden. Am Abend veranstaltete der tschechoslowakische Außenminister ein Diner, an dem neben den rumänischen Gästen auch der Ministerpräsident, mehrere Kabinettsmitglieder und andere Persönlichkeiten teilnahmen. Nach zweitägiger Vorbereitungspause begann in Algier am Samstag der Rundflug zum HoggarMassiv. Wie die chinesischen Behörden in Tsingtau bekanntgeben, ist die Schantung=Halbinsel von chinesischen Truppen geräumt worden. Tsingtau sei nunmehr als eine unbefestigte Stadt anzusehen. Metropolit Sergius von Moskau in Hast? Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche des Hochverrats angeklagt 20 Bischöse der GPU. ausgeliesert Die Schlacht bei Teruel Nationale Stellungen in der Innenstadt wurden geräumt. Salamanca, 9. Jan. Der nationale Heeresbericht meldet: Die Schlacht bei Teruel wurde fortgesetzt. Feindliche Gegenangriffe südlich der Muela=Stellung wurden blutig abgeschlagen. Die Kämpfe in der Innenstadt haben zur Zerstörung vieler Gebäude geführt. Eine unserer Stellungen innerhalb der Stadt mußte aufgegeben werden. 500 voll ausgerüstete Soldaten und 100 Einwohner verließen Teruel und gelangten in unsere Etappe. Eine andere Abteilung der Teruel=Garnison, die lange Zeit hindurch den Bolschewisten heldenhaften Widerstand geleistet hat, mußte Teruel ebenfalls verlassen, da sie in den letzten Tagen nicht mit Wasser versorgt werden konnte. Bei ihr befindet sich auch der Bürgermeister von Teruel. der die Aufgabe von nationalen Stellungen innerhalb Teruels als Folge der mangelnden soldatischen Standhaftigkeit des Abschnittkommandeurs bezeichnete Kllometertiese Besestigungen der Volschewisten In einer früheren Meldung aus Salamanca wird noch berichtet: An der Teruel=Front erstürmten die nationalen Truppen weitere für ihr Umgehungsmanöver gegen die Bolschemisten wichtige Positionen. Ein erbitterter Kampf spielte sich insbesondere um den Besitz der Höhe 1205 ab. Diese wurde von den Bolschewisten wegen der strategischen Bedeutung dieses Frontabschnittes durch kilometertiefe Befestigungsanlagen von Drahtsystemen, Gräben und betonierten Unterständen außerordentlich stark ausgebaut. Nach Abwurf von 80 Tonnen Bomben durch nationale Geschwoder und nach fünfstündiger heftigster Artillerievorbereitung gelang es den nationalspanischen Legionären. die von zwei internationalen Brigaden der Bolschewisten besetzte Höhe mit dem Bajonett zu erobern. Rattenplage in Paris Die Fundamente mehrerer Ausstellungsbauten bereits gefährdet. Paris, 9. Jan. Die französische Hauptstadt hat augenblicklich unter einer doppelten Plage zu leiden. Das seit Wochen stillgelegte Weltausstellungsgelände ist zu einem wahren Rattenhort geworden. Hunderttausende von Ratten haben sich dort eingenistet, und wenn die Weltausstellung nicht abgebrochen würde, hätte man bei einer Wiedereröffnung mit zahlreichen Einstürzen rechnen müssen, da vielfach schon die Fundamente der Bauten von den Tieren unterhöhlt sind. Ausstellung„Der Ewige Jude“ bis zum 31. Januar verlängert Am Sonntag über 10 000 Besucher. München, 9. Jan. Die Ausstellung„Der Ewige Jude“ im Bibliotheksbau des Deutschen Museums wurde am Sonntag bis in die späten Nachmittagsstunden von über 10 000 Menschen besucht und mußte zeitweise wegen Ueberfüllung polizetlich gesperrt werden. Die Ausstellungsleitung hat sich entschlossen, die ursprünglich für den 15. Januar vorgesehene Schließung der großen politischen Schau um zwei Wochen hinauszuschieben. Moskau, 9. Jan. Die in Nischni=Nowgorod erscheinende Zeitung„Gorkowskaja Kommuna“ bringt einen ausführlichen Bericht über die neueste Verfolgungsaktion gegen die russische orthodoxe Kirche in der Sowjetunion. Man erfährt daraus, daß zusammen mit dem Metropoliten von Nischni=Nowgorod, Teofan Tuljakow, noch sieben weitere hohe kirchliche Würdenträger von der GPl. verhaftet worden sind. Es sind dies der Erzbischof von Pitirim, Krylow, der Bischof Lebedejew, der Metropolit Witalij(der oberste Leiter der sogen. „Lebendigen Kirche", einer neuen Strömung innerhalb der russisch=orthodoxen Kirche) und der Metropolit Wissarion Sorin in Moskau, ferner der Bischof Purlewski in Sergatsch, der Bischof Korobow in Wetluga und der Bischof Maslowskt in Rjasan. Die verhafteten Bischöfe werden der schwersten Verbrechen, wie Sabotage(12), Spionage, terroristischer Akte usw. bezichtigt, auf denen nach Sowjetgesetz die unverzüglich zu vollstreckende Todesstrafe steht. Das gleiche Schicksal scheint auch das derzeitige Oberhaupt der gesamten russisch=orthodoren Kirche, den Metropoliten Sergius von Moskau, getrossen zu haben. Auch er wird unter den Saboteuren im Bischofsgewande aufgezählt. Im ganzen beträgt die Zahl der in jüngster Zeit verhafteten Bischöse zusammen mit den im November vorigen Jahres bekanntgegebenen Fällen bereits über 20. Die GPu. findet„Schädlinge“ überall Moskau, 9. Jan. Das Zentralorgan des sowjetrussischen „Ossoaviachim“, dem— nach einem Wort des Kriegskommissars Woroschilow— die„Militarisierung der Psyche der Bevölkerung Sowjetrußlands obliegt“, bringt einen Leitartikel, der auf eine Amorganisation dieses Verbandes und eine erhöhte„Schädlingssuche“ in seinen Reihen schließen läßt. Das Blatt erklärt, daß eine ganze Reihe von Abteilungen und Unterverbänden aufgelöst wurden, da sich in ihnen„Volksfeinde" und„Schädlinge“ festgesetzt hätten. Nunmehr solle der„Ossoaviachim“ eine Umorganisation darstellen, die man durch„weitgehende Hinzuziehung aktiver Elemente“ zu neuer Arbeit verpflichten wolle. Auch gegenwärtig gebe es noch schädliche Einflüsse in der Organisation, die die Schuld dafür trügen,„daß der „Ossoaviachim“ seinen Aufgaben nicht gerecht geworden“ sei. Zum Beweis dafür bringt das Blatt einen Bericht aus Weißrußland, der erkennen läßt, daß in der dortigen Organisation die Jagd nach„Schädlingen“ und „Troßkisten“ bereits mit besonderem Eiser betrieben wird. Eine ganze Reihe von wichtigen Verbänden sei dort mit politisch„unzuverlässigen und offen feindlichen Elementen verseucht". Unerhörte Vorgänge spielten sich insbesondere in der Fliegerei ab, erklärt das Blatt, das in diesem Zusammenhang auch den„Zentralen Aeroklub der Sowjetunion“ scharf angreift. Nachdem der Leiter des„Ossoaviachim", Eidemann, zusammen mit Tuchatschewski hingerichtet wurde, ist es offenbar, daß die GPl. auch in dieser Organisation gründlich aufräumen will. Wieder sieben Sowietjunktionäre hingerichtet Warschau, 9. Jan. Wie die Polnische Telegraphenagentur aus Moskau meldet, hat das Oberste Gericht der Karelischen Sowjetrepublik neun Bezirksleiter wegen „Schädlingsarbeit“ zum Tode durch Erschießen verurteilt. Bei zweien wurde die Todesstrafe in eine 20jährige Zuchthausstrafe umgewandelt. Die übrigen sieben wurden bereits hingerichtet. Kalenderreform macht wieder von sich reden Das Datum von der Uhr abzulesen? 7 13 Monate mit Freitag, dem 13. 1938 wird das Welt=Kalender=Komitee seine Bemühungen, aus internationaler Grundlage einen verbesserten Kalender zu schaffen, wieder aufnehmen. Eine kleine Trickfrage zunächst: die gesamten Berliner Verkehrsmittel beförderten in einem Januarmonat 149 Millionen Menschen, Februar dagegen 135 Millionen. In welchem Monat wurden, auf den Tagesdurchschnitt umberechnet, mehr Fahrgäste befördert? Man ist versucht, ohne Ueberlegen den Januar zu nennen, da er hinter dem folgenden Monat um 14 Millionen zurückbleibt. Tatsächlich sind aber die täglichen Beförderungsziffern für den Februar höher, und nicht für den Januar. Natürlich rührt dies daher, daß der Februar durchschnittlich drei Tage weniger zählt als sein Vormonat. Und schon berührt dies eins der wichtigsten Probleme der seit langem herbeigesehnten Kalenderreform: Vereinfachung der Statistiken. Denn durch die Ungleichheit der einzelnen Monate und Vierteljahre wird jede vergleichende Statistik erschwert. Die 365 Tage lassen sich nicht in vier gleiche Viertel aufteilen. Deshalb sind in Amerika große Firmen schon längst dazu übergegangen, für ihre Betriebsstatistiken„interne Kalender" zu verwenden, deren Einteilung von unserem Normalkalender abweicht. In Deutschland tut dies zum Beispiel auch die Reichsbahn. Ihr inoffizieller Kalender rechnet nach Sieben=Tage= bzw. Vier=Wochen=Perioden, um die ungleichen Monatslängen auszuschalten. Nicht immer läßt sich dabei der innere und äußere Betrieb trennen. Zum Beispiel wird sich mancher schon gewundert haben, daß Bettkarten jetzt bis zu 28 Tagen statt einem vollen Monat vor Antritt der Reise besorgt werden können. Ein weiterer Stein des Anstoßes: In jedem Jahr beginnt von neuem das Rätselraten, auf welches Datum fällt wohl Ostern oder auf welchen Wochentag der Geburtstag? Nach einer seit anderthalb Jahrtausenden gültigen Regel hat das Osterfest stets auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang zu fallen. Hierfür ist eine Zeitspanne von 35 Tagen möglich, zwischen dem 22. März und dem 25. April. Fällt Ostern nun sehr früh in den März, dann bedeutet dies erfahrungsgemäß eine Millioneneinbuße für die Bekleidungsindustrie, da so zeitig im Jahr der Anreiz, Frühjahrskleider zu kaufen, durch die rauhe Witterung bedingt, noch nicht sehr rege ist. Gleicherweise leiden das Ausflugsgewerbe und die Gärtnereien unter einem zu frühen Ostertermin. Ein anderer Mangel unseres augenblicklichen Kalenders liegt darin, daß die einzelnen Daten jedes Jahr ihre Wochentaasbezeichnung wechseln, daß also beispielsweise der 1. Mai nicht stets ein Sonntag bleibt. Und schließlich hat die derzeitige Kalenderordnung noch einen großen Nachteil für alle, die wöchentlich Lohn zu zahlen oder zu empfangen haben, denn in einigen Monaten gibt es vier Freitage als Lohntage, in anderen dagegen fünf. Warum hat man also noch keine Lösung in denen die inkernationalen Refoxmbesftrebungen zun Stillstand gekommen waren, eine„Gesellschaft für zeid gemäße Kalenderreform“ hervor. Ein Entwurf, den sie arsgearbeitet hat, ähnelt dem„Plan B“. Er hat den Vorteil, daß nach teweils drei Monaten die Daten wieder auf die gleichen Wochentage fallen würden. Ostern mochte der Deutsche Kalender auf den 12. April festsetzen. Dadurch würde auch das Schuljahr, dessen Länge bishei zwischen elf und dreizehn Monaten schwankte, künftig gleich lang werden. Der bioher 365. Tag des Jahres soll hier ohne Wochentagsbezeichnung zwischen dem 30. Juni und 1. Juli eingeschoben werden. Es ist bereits erwogen worden, diesen Kalender für Deutschland unabhängi von dem Ausland einzuführen. gefunden, wenn so wichtige Interessen des öffentlichen Lebens auf dem Spiel stehen? Vor allem deshalb, weil es eine astronomisch einwandfreie Lösung des Problems nicht gibt, denn die Sonne tut uns nicht den Gefallen, ihre jährliche Bahn in ein symmetrisches Verhältnis zur täglichen Umlaufszeit zu bringen. Astronomisch gesehen, ist das Jahr deshalb 365¼ Tage lang. Die Vierteltage werden alle vier Jahre als Schalttag hinzugerechnet. Aber auch diese Rechnung geht noch nicht restlos auf. Deshalb wird die Menschheit im Jahre 4904 abermals einen vollen Tag hinzufügen müssen, um sich wieder der Sonne anzupassen. Jedoch die ziemlich willkürlich entstandene Länge der einzelnen Monate und das Datum des Öster= und Pfingstfestes ließen sich reformieren. Vor einer Reihe von Jahren hat das Welt=Kalender=Komitee bereits einen Anlauf genommen und Vorschläge gesammelt, rund 400 an der Zahl, von denen aber nur zwei ernsthaft in Frage kommen. Auch Deutschland hatte sich an diesen Vorarbeiten beteiligt. Beide Vorschläge—. B und C— haben zunächst gemeinsam, daß sie einen ewig unveränderlichen Kalender schaffen wollen, indem sie den bisherigen 365. Tag, dieses verwirrungstiftende Sorgenkind, künftig als Tag ohne Wochentagsbezeichnung gelten lassen, als einen Tag, der also auch nicht mitzählt. Es blieben dann übrig 52 Wochen zu je sieben Tagen. In Schaltjahren müßte noch ein zweiter Blankotag hinzugefügt werden, der ebenfalls als Feiertag nicht mitgezählt werden soll. Auf diese Weise erhält man vier genau gleiche Vierteljahre zu je dreizehn Wochen. Jedoch in grundlegenden Einzelheiten weichen beide Pläne voneinander ab. Plan B will den ersten beiden Monaten eines jeden Quartals dreißig Tage geben und dem dritten Monat 31 Tage. Jedes Vierteljahr erhielte dadurch zwar dreizehn Wochen mit einer stets gleichbleibenden Zahl von Werktagen, aber nachteilig wirkt sich wie bisher aus, daß die einzelnen Monate nicht gleich lang sind und die Daten nach wie vor jedes Jahr auf andere Wochentage fallen. Das bedeutet, daß die einheitlichen vier bzw. fünf Freitage als Lohntage beibehalten bleiben müßten. Jedes Jahr müßte mit einem Sonntag anfangen. Die Verfechter des C=Planes sind mutiger. Sie präsentieren uns nicht mehr zwölf, sondern dreizehn Monate zu je vier Wochen oder 28 Tagen. Jeder Monat hätte dabei jahraus jahrein die gleiche Wochentagsreihenfolge. Aber merkwürdigerweise würde jeder„Dreizehnte“ in jedem Monat ein Freitag sein. In Fortfall kämen dabei die Quartale. Den neuen, dreizehnten Monat will man zwischen Juni und Juli als„Sonnenmonat“ einschieben. Dieser Kalender hat den Vorteil, daß er sich auf das Ziffernblatt der Uhr übertragen ließe, und man von der jeweiligen Zeigerstellung das Datum ablesen könnte. In Deutschland trat während der letzten Jahre, Gegen Klatsch und Verleumdung Jahresschlußappell der DAF=Gauwaltung Düsseldorf. Düsseldorf, 9. Jan. Samstagnachmittag hatten sich sämtliche Mitarbeiter der Gauwaltung Düsseldorf der Deutschen Arbeitsfront im Planetarium zu einem Jahresschlußappell versammelt, auf dem der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Bangert, u. a. ausführte: „Nur eine Schar von einsatzbereiten und leistungsfähigen Arbeitskameraden kann dem ungeheuren Tempo folgen, mit dem der Führer sein Aufbauwerk in Angrif genommen hat. Die DAF. hat den Wettkampfgedanken in das deutsche Volk getragen, damit jedermann stets und ständig an sich selbst arbeitet, um seine Leistungen von Jahr zu Jahr zu erhöhen.“ Allen schaffenden Menschen des Gaues Düsseldorf aber müßten die Mitarbeiter der Deutschen Arbeitsfront beispielgebend vorangehen. Vor allem rief der Gauobmans seine Arbeitskameraden zu unbedingter Pflichterfüllung auf, indem er sie aufforderte, durch geeignete Vorschläge an der Förderung und Vereinfachung der Verwaltungsarbeit der DAF. mitzuhelfen. In scharfen Worten wandte sich Pg. Bangert gegen Kriecherei, Klatsch und Verleumdung, die sich in so manchen Betriebsgemeinschaften breit zu machen suchten. Nur wenn Höflichkeit und charakterliche Sauberkeit in den Reihen der— schaffenden Menschen walteten, könnten zuverlässige und dauerhafte Betriebsgemeinschaften entstehen, die wie ein Mann hinter dem Führer und seinem unerhörten Aufbauwerk stünden. Mit dem Motorrad gegen Eisenbahnzug Kalkar, 9. Jan. Ein tödlicher Verkehrsunfall ereignete sich am Samstagabend an einem unbewachten Bahnübergang an der Provinzialstraße vor Kalkar. Ein Motorradfahrer aus Kaldenhausen, der im Beiwagen noch eine Person mitführte, fuhr in voller Fahrt gegen einen Personenzug. Der Fahrer war sofort tot, während der Beifahrer Verletzungen erlitt. Der Führer im Nationaltheater in München München, 9. Jan. Der Führer besuchte am Sonntagabend im Nationaltheater die„Aida“=Aufführung unter der musikalischen Leitung von Clemens Kraus in der Neuinszenierung von Rudolf Hartmann und mit der Gesamtausstattung von Ludwig Sievert. Die Hauptrollen waren besetzt mit Hildegarde Ranczak, Luise Willer, Torsten Ralf, Alexander Sved, Ludwig Weber und Otto Ruepp. Die hervorragende Aufführung fand stürmischen Beifall. Was ist Haltung? Eine grundsätzliche Stellungnahme des amtlichen Organs des Reichsarbeitsführers„Der Arbeitsmann“ setzt sich mit der Frage auseinander, was Haltung sei. Es sei ein großer Irrtum, zu glauben, nur jener Mensch habe eine Haltung, der es versteht, die Hacken zusammenzuklapven. Das Wort Haltung komme vom„Verhalten". und zwar im Umgang mit den anderen. Die Erziebung zum Manne solle erst im Arbeitsdienst beginnen, wo der junge Mensch den tiesen Sinn der soldatischen Gemeinschaft und Kameradschaft verstehen lernt. Eine solche Gemeinschaftserziehung lehre auch den Einzelnen. auf seine Kumeraden Rücksicht zu nehmen, und dies sei eine der besten Schulen der Selbstdisziplin. In einer solchen Gemeinschaft aber herrsche auch der bekannte„rauhe. aber herzliche Ton“. über den Männer unter sich schmunzeln. der jedoch nicht überall angebracht erscheine, noch dazu in Gesellschaft von Frauen. Außerhalb der soldatischen Gemeinschaft könne man ruhig einen Teil jener Haltung ablegen, der einer geschlossenen Formation den Charakter wuchtiger Geeintheit gebe. Man brauche sich mit Schnürschuhen an den Füßen nicht immer in Stiefeln zu fühlen und diesen zuliebe den rauhen. aber herzlichen Ton beizubehalten. Dies werde in den wenigsten Fällen als Haltung empfunden. Der Mensch fange nun einmal nicht beim Gewehrgriffklopfen an. sondern der Mann werde es in den meisten Fällen können, ohne viel darüber zu reden, und wenn er es aus irgendeinem Grunde nicht gelernt habe, so könnten dafür hundert Ursachen maßgebend gewesen sein, ohne daß ihm deshalb Haltung abgesprochen werden könnte. Was nützt uns. so schließt die Stellungnahme, der„strammste Hund“, wenn er nicht ausgefüllt ist von dem Geist den wir brauchen, um das Schicksal zu zwingen. Fünleigtausend Mark für einenMann Roman von A-t. Schwab Urheber-Rechtsschutz Verlag Oreiser, Rastatt 30. Fortsetzung. Und war es nicht aus dem Nichts gekommen?" Verdankte er nicht alles sich selber? Sie dachte zurück an die Zeit, als sie einander liebten! Ach. sie hatte später darüber gelacht! Harry war nicht übel gewesen, aber an dem überschlanken. schlacksigen Menschen war eigentlich nichts, was eine Frau reizen konnte. Er war ihr viel zu weich gewesen! Sie liebte Männer, die mit kräftigen Fäusten, mit starken Ellenbogen sich den Weg zur Höhe bahnten. Und Harrv war einer der Starken geworden, einer ... ohne Fäuste, ohne Ellenbogen! War ein Mann geworden, der seinen Weg ging! Ab... was für ein Mann! Mit ihm zusammen, war da nicht die Welt zu erobern? Rin er sie nicht mit zur Da dachte sie an... seine Gefängniszett. An der sie schuld war. Ja, sie hatte ihn erbarmungslos einem schlimmen Schicksal überlassen. Für sie hatte er gebüßt! Schuldlos: Und er verriet sie nicht! Warum hatte er sie geschont? Liebte er sie noch? Sie war förmlich elektrisiert, als sie jetzt diesem Gedanken nachging. und je länger sie darüber grübelte, um so mehr neigte sie dazu, es anzunehmen. Sie ahnte nicht, das ihm die Scham den Mund verschlossen hatte. * Das Mittagessen, das Harry zusammen mit Usser und Frau Vera einnahm, war so ungemütlich wie nur möglich Usser stand Harrn seindselig gegenüber. Und Vera versuchte es auszugleichen. Harro saß wischen zwei Feuern. Bis er sich zusammenriß und die Inttiative ergriff. Er riß die Unterhaltung an sich, erzählte allerlei interessante Evisoden aus dem Erleben der letzten Monate. Sprach über die Länder und Menschen, die sie besucht hatten. Dann zog er Usser in ein Gespräch, das ihn interessieren mußte. und Usser ging zwar widerwillig mit. aber er ging mit. Harry brachte das Gespräch auf Schweden. denn er kannte dieses Land und wußte, wie schön es war. Und da wurde Usser allmählich doch warm und alles löste sich. Das Gespräch bekam eine heitere Note. die noch verstärkt wurde. als Harrv seine bescheidenen schwedischen Sprachkenntnisse auspackte und mit Willen alles verwechselte. So gelang es Harry doch, die paar Stunden noch angenehm zu gestalten. Aber sobald es die Höflichkeit erlaubte, zog er sich zurück. * Am Abend erhielt Harrv einen Brief Veras. in dem sie ihn um eine Aussprache bat. Sie wollte gegen elf Uhr im Park des Cotinent=Hotels sein. in dem Harry mit seinen Freunden wohnte. Harrys Gesicht wurde finster. Er Überlegte, was zu tun sei. Absagen? Unmöglich! Dann bestand Gefahr, daß Graf Usser aufmerksam wurde. So sehr er auch überlegte. er fand keinen Weg und beschloß, den Abend herankommen zu lassen. Und die Stunde kam. die so entscheidungsvoll für Harry werden sollte. * Als Martin nach elf Uhr zur Ruhe gehen wollte, klovfte es plötzlich. und Harro trat zu ihm ein. Er war ernster denn je. Martin erschrak, als er ihn sab und fragte erregt: „Was ist. Harro?“ Harry entwortete nicht gleich. Er nahm Platz und zündete sich eine Zigarette an. Erst nach wenigen Zügen sagte er:„Ich habe eben ein... schlimmes Erlebnis gehabt!" „Mit... Vera?" „Wie kommst du darauf?" fragte Harry betroffen. „Ja... es stimmt, mit Vera! Höre gut zu! Die Sache ist schlimmer als es scheint! Vera bat mich diesen Nachmittag in einem Briefe um eine Aussprache. Abends elf Uhr in unserem Hotelvark.“ „Und hast du nicht abgelehnt?“ „Nein. weil ich keine Möglichkeit dazu sah! Ihr Gatte. Graf Usser. ist die Eisersucht in eigener Person. Wie sollte ich sie verständigen?" „Ja... und Vera ist gekommen?" „Ja! Sie wollte mich für ihre ehrgeizigen Pläne gewinnen. Sie will wieder filmen. Will drüben in Schweden eine Filmgesellschaft ausziehen, deren Star sie ein will! Und ich soll mit nach drüben kommen. Ich soll... ihr Gegenspieler werden.“ „Und du hast abgelehnt?“ „Ja! Und... da wurde sie leidenschaftlich! Sie sprach davon, daß sie bereue, was sie einst getan habe. und... ach, es widert mich an, diese Lügen zu wiederholen... und... daß sie sich von Usser scheiden lassen wolle... daß sie nur mich liebe! Und auf einmal fiel sie mir um den Hals!" „Und da kam Graf Usser!“ „Ja! Graf Usser überraschte uns!...“ „Und hat hoffentlich nun seine Konsequenzen gezogen und erkannt, was er sich da angeheiratet hat!“ „Hahaha!...“ lachte Harry bitter auf.„Da kennst du Vera aber schlecht, lieber Martin! Sie ist allen Situationen gewachsen.“ „Ich verstehe dich nicht!" stotterte Martin erschrocken. „Ganz einfach... sie drehte den Spieß herum! Jawohl, wie im schönsten Intrigantenstück... sie drehte den Spieß um und bat Usser um Schutz gegen den Mann, der das Glück ihrer Ehe zerstören wollte.“ Martin schüttelte die Wut heimlich. Er begriff es nicht. „Ist denn das möglich? Das ist doch eine beispiellose Gemeinheit!“ „Ja! Erwartest du etwas anderes von Vera?... Es kam nun, wie es kommen mußte. Graf Usser beschimpfte mich und erklärte, daß er mir seine Sekundanten schicken werde!" „Ein Duell?“ fragte Martin schnell. „Ja!“ „Und du willst dich stellen?" „Nein!" gab Harro zurück.„Ich will nicht! Und wenn mich alle Welt seig nennt. Ich kann nicht auf ihn schießen. Er ist... Martinas Bruder. Verstehst du das!“ „Ja. aber!...„ „Kein Aber! Ich lehne das Duell ab und bitte ihn um eine Aussprache! Ich glaube, es wird Zeit... daß er klar sieht, weil er... Martinas Bruder ist! Ich kann es nicht mehr ansehen, daß das schlechteste Weib. das mich einst betrog, wie viele andere... an seiner Seite geht und ihn ins Unglück reißen will!" „Das ist richtig!“ entgegnete Martin tiefatmend. das tue, sorge für Klarheit! Es ist besser so!“ „Ja Am nächsten Morgen erschienen zwei Marineoffiziere der amerikanischen Marine. die Graf Jörring gebeten hatte, um Harry die Forderung Ussers auf Pistolen zu überbringen. Harrv lehnte ab. „Sagen Sie Graf Jörring, daß ich ihn um eine Aussprache bitte. Die bewußte Angelegenheit bedarf dringend einer Aufklärung. Nicht ich habe Graf Jörring beleidigt, sondern er mich! Sagen Sie ihm, daß ich ihn bitte, daß er mich heute nachmittag Punkt drei Uhr empfängt.". Die beiden Herren zogen sich zurück. Nach einer halben Stunde kam ein Telefonanruf. und Graf Usser meldete sich. „Ich will Ihnen nur sagen... daß Sie ein Feigling sind!“ schrie Usser außer sich vor Erregung.„Und wenn Sie sich in meine Nähe wagen, dann schieße ich Sie nieder wie einen tollen Hund!" „Ich werde Punkt drei Uhr bei Ihnen sein und erwarte, daß Sie sich bis dahin beson eines Usser Jörring unwürdig ist. einen Mann, der ihm nichts angetan hat, in so gemeiner Weise zu beleidigen.“ Dann hängte Harrv ein. Punkt drei Uhr betrat Harry das Zimmer des Grafen Usser. Er fand Usser in einem Zustand stärkster Erregung. Usser schrie ihn an:„Geben Ste oder es geschiebt ein Unglück!" Drohend zückte er die WaffAber Harro trat vor. „Ich habe mit Ihnen zu reden, es muß Klarheit werden! Sie haben eine schlechte Frau. Graf Usser! Weiter kam er nicht, denn Graf Usser drückte ab. Zwei Schüsse verließen den Lauf seiner Wasse, und Harry wankte gegen die Tür und brach dann zusammen. Alles in dem Hotel war in Aufregung. Der Arst kam sofort. Der Krankenwagen des Krankenhauses traf ein und holte den Bewußtlosen ab. Graf Usser aber lehnte totenbleich am Schreibtisch. Die Wasse war ihm entfallen. Alo die Untersuchungskommission erschien, da war er nicht in der Lage, eine Auskunft zu geben. Nr. 7(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Montag, den 10. Januar 1938 „Wir künden deutsche Leistung“ Schaufenlterwettbewerb der Jungen und Alten Aufruf! RSG. Der kommende Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen stellt die im Einzelhandel Tätigen vor eine besondere Aufgabe. Zum ersten Male rufen wir alle Arbeitskameraden und Arbeitskameradinnen im deutschen Einzelhandel zum Schaufensterwettbewerd in der Zeit vom 13.—20. Februar 1938 auf. In diesem Wettbeweib kommt es mehr denn je darauf an, alle Schaufenster in den Dienst der wirtschaftspolitischen Zielsetzung unserer Zeit zu stellen. Es gilt, die Millionen Verbraucher so schnell und eindringlich zu überzeugen, vorhandene Vorurteile zu beseitigen und den Absatz deutscher Erzeugnisse durch eine sinnvolle Lenkung des Bedarfs sicherzustellen. Nichts kann diese Aufgabe besser erfüllen, als ein nach diesen Leitgedanken gestaltetes Schaufenster. Das Schaufenster ist aber auch Künder der Kultur und der Leistungsfähigkeit der ganzen Nation. Seine Gestaltung muß daher geschmackvoll, wahr und vor allem schöpferisch sein! Wir rufen Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder des deutschen Einzelhandels zu diesem Leitungskampf auf! In der Woche des Wettbewerbs müssen alle Schaufenster im Deutschen Reich unter der einheitlichen Parole stehen. „Wir künden deutsche Leistung" Der deutsche Einzelhandel war stets bemüht, seinen volkswirtschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen. Wir vertrauen darauf, daß er seine Leistungsfähigkeit und seinen Willen zur Mitarbeit auch in dem Schaufensterwettbewerb erneut unter Beweis stellen wird. Heil Hitler! Der Leiter des Deutschen Handels in der Deutschen Arbeitsfront: Feit. Der Leiter des Berufswettkampfes aller Schaffenden: Axmann. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel: Hayler. * Merksätze für den Schaufenster-Wettbewerb. Grundsätzliches: Teilnahmeberechtigt sind alle im Einzelhandel schaffenden Deutschen. Eine Altersbegrenzung ist nicht festgelegt. Voraussetzung für die Zulassung ist die arische Abstammung. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Anmeldung hat bis spätestens 25. Januar 1938 auf dem dafür vorgesehenen Anmeldeschein zu erfolgen. Aufgabenstellung: Es ist ein Schaufenster mit einer guten Werbeidee bei möglichst geringem Kostenaufwand und sauberer technischer Ausführung zu gestalten, mit dem eine erfolgreiche Werbewirkung erzielt wird. Idee und Ausführung müssen von dem Wettbewerber selbst stammen. Mit fremder Hilfe gestaltete Schaufenster werden von der Bewertung ausgeschlossen. Die Gesamtidee des Schaufensterwettbewerbes ist zu berücksich tigen, jedoch kann den besonderen Erfordernissen des Geschäftszweiges entsprochen werden. Weitere Richtlinien werden nicht gegeben. Ein Teilnehmer kann mehrere Fenster gestalten, jedoch ohne Mitwirkung eines zweiten Teilnehmers. Leistungsklasseneinteilung: Es bestehen folgende Leistungsklassen: Leistungsklasse 1: erstes Lehrjahr. Leistungsklasse 2: zweites Lehrjahr. Leistungsklasse 3: drittes Lehrjahr. Leistungsklasse 4: fällt weg! Leistungsklasse 5: Arbeitskameraden bis zum fünften Berufsjahr nach vollendeter Lehre; Lehrjahre zählen nicht als Berufsjahre. Arbeitsdienst und Wehrdienst zählen als Berufsjahre. Leistungsklasse 6: Arbeitskameraden vom sechsten Berufsjahr aufwärts. Gliederung nach Geschäftszweigen: Die verschiedenen Geschäftszweige werden in solgenden Gruppen zusammengefaßt: Gruppe 1: Eisen= und Metallwaren. Gruppe 2: Glas und Porzellan. Gruppe 3: Foto, Optik und Mechanik. Gruppe 4: Uhren, Schmuckwaren, Gold= und Silberwaren. Gruppe 5: Textilien. Gruppe 6: Leder= und Schuhwaren(auch Galanteriewaren). Gruppe 7: Raumgestaltung(Möbel, Teppiche, Gardinen, Tapeten, Linoleum). Gruppe 8: Nahrungs= und Genußmittel. Gruppe 9: Rundfunk, Schallplatten und Musikinstrumente. Gruppe 10: Buchhandel, Zeitschriften und Musikalien= handel. Gruppe 11: Papier= und Schreibwaren, Büroeinrichtungen und Büromaschinen. Gruppe 12: Spielwaren, Korbwaren. Gruppe 13: Drogerien, Gesundheits= u. Körperpflege, Farben und Lacke. Gruppe 14: Kunst= und Antiquitätenhandel. Gruppe 15: Blumenbindereien. Dabei werden die verschiedenen großen Schwierigkeiten bei der Bewertung berücksichtigt. Kennzeichnung der Fenster: Jedes im Wettbewerb stehende Fenster wird mit einem von der Wettbewerbsleitung gelieferten Teilnehmerschild gekennzeichnet, das sauber auszuführen und vom Teilnehmer und dem Betriebsführer zu unterschreiben ist. Außerdem wird ein Plakat= streifen geliefert, der quer über die Schaufensterscheibe anzubringen ist. Besonders gute Fenster werden durch eine Urkunde von der Wettbewerbsleitung ausgezeichnet, die im Fenster ausgestellt werden kann. Dauer des Wettbewerbes: Die Fenster müssen am ersten Wettbewerbstag um 12 Uhr fertiggestellt sein und müssen bis zum letzten Tag stehen bleiben. Aenderungen während dieser Zeit dürfen nicht mehr erfolgen. Werkschar=Stoßztrupp der Betriebs. gemeinschaft NSG. Unter dem Motto„Werkschar=Stoßtrupp der Betriebsgemeinschaft" veranstaltet die Reichswerkscharführung zusammen mit der Reichsbetriebsgemeinschaft Druck und Papier einen Wettbewerb zur Erlangung von werbewirksamen Plakaten und Anzeigen zur Veröffentlichung in der Presse der Deutschen Arbeitsfront. Es soll der Einsatz der Werkscharen im Betrieb, für die Winterhilfe, für die Feierabendgestaltung, für Schönheit der Arbeit, für Berufserziehung und Berufswettkampf graphisch dargestellt werden. Der Gesamtwert der Preise beträgt 500 Mark. Das Ausschreiben läuft bis zum 20. Januar. Die Bedeutung der Lehrwerkstatt NSG. Welche Bedeutung die Lehrwerkstatt für die fachliche Ausbildung unseres Nachwuchses besitzt, geht daraus hervor, daß unter den Teilnehmern des letzten Reichsberufswettkampfes 52,8 v. H. der Jungen mit Lehrwerkstatt gute und sehr gute Leistungsquoten erhalten konnten, während die übrigen Teilnehmer für diese Wertung nur 43 v. H. stellten. Familienlastenausgleich Familienhilfe für Kinderreiche durch die Krankenkassen. RSG. Vor einiger Zeit veröffentlichten die Zeitungen eine Meldung, der zufolge der Leiter einet Allgemeinen Ortskrankenkasse beschlossen hatte, von den Kassenmitgliedern mit drei und mehr unterhaltsberechtigten Kindern die Gebühr für den Krankenschein und das Arzneiverordnungsblatt nicht mehr zu fordern. Weiter wurde den kinderreichen Kassenmitgliedern der Vorteil geboten, daß für sie der Zuschuß der Kasse zu den Kosten für Arznei und kleinere Heilmittel als Mehrleistung in der Familienhilfe für die Frau des kinderreichen Versicherten sowie für seine unterhaltsberechtigten Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr von 50 auf 70 Prozent der Kosten erhöht worden war. Wie das Gaupresseamt von dem Vorsitzenden des Oberversicherungsamtes Dortmund erfährt, haben auch die meisten Krankenkassen im Gau Westfalen=Süd eine Erweiterung der Familienhilfe für kinderreiche Familien durch Satzungsänderung vorgenommen. Es ist sowohl die Altersgrenze bei Kindern erhöht wie auch eine höhere Staffelung des Familienzuschusses und des Hausgeldes vorgenommen worden. Mehrfach ist auch die Dauer der Wochenhilfe und der Krankenhauspflege ausgedehnt worden. Soweit nicht finanzielle Gründe entgegenstehen, ist die Verbesserung der Familienhilfe von weiteren Krankenkassen in Aussicht genommen. Ein Teil der Kassen, namentlich unter den Betriebskrankenkassen, hat in den Satzungen sehr erhebliche Mehrleistungen für sämtliche Mitglieder, so daß eine zusätzliche Gewährung an kinderreiche Familien nicht besonders notidi wendig war. Fragen der Unfallverhütung. Schadenverhütungswoche der RB6 Bergbau. RSG. Die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau wird in der Zeit vom 7.—12. März eine für ganz Deutschland verbindliche Schadenverhütungswoche durchführen, die die allgemeine und besondere Aufmerksamkeit erneut auf Fragen der Unfallverhütung und der betriebstechnischen Sicherung hinweisen soll. Der aus den drei Gauen Westfalen=Süd, WestfalenNord und Essen bestehende Ruhrbergbau veranstaltet im Rahmen der Woche am 9. März eine Sondertagung für Arbeitsschutzwalter und Gefolgschaftsmitführer. 25 Jahre Verbandsstraßenbau Bereits vor dem Kriege hatte sich bei den maßgebenden Behörden die Ansicht festgesetzt, daß eines Tages das Straßenverkehrsnetz nicht mehr den Anforderungen des Verkehrs entsprechen werde. Die einsetzende gewaltige Entwicklung des Automobils als Beförderungsmittel im Straßenverkehr hielt an. An verantwortlicher Verkehrsstelle hatte man sich überzeugt, daß nur umfassende Maßnahmen interkommunalen Charakters hier Besserung und Abhilfe zu schaffen imstande seien. Aus dieser Erkenntnis heraus ersuchte der Regierungspräsident von Arnsberg in den ersten Tagen des Jahres 1913, also vor 25 Jahren, die größeren Städte des westfälischen Ruhrbezirkes um Aeußerung über die weitere Entwicklung des Straßenverkehrsnetzes. Diese erste amtliche Rundfrage führte dann recht bald zu einer vom Regierungspräsidenten anberaumten Besprechung der westfälischen Städte seines Bezirkes im Bochumer Rathaussaal am 15. April 1913, in der vornehmlich die Frage der Schaffung einer Hauptverkehrsstraße von Essen her über Wattenscheid nach Bochum—Dortmund behandelt wurde zur Entlastung des Straßenverkehrs in den Innenstadtteilen dieser Städte. Mit ihr war eine Befahrung und Besichtigung der in Frage kommenden westfälischen Ortschaften verbunden. Um zunächst einen Ueberblick zu erhalten, beauftragte der Landeshauptmann der Provinz Westfalen das Landesbauamt Bochum mit der Aufstellung eines Vorprojektes für den im westfäli100000 Mädel für die Hauswirtschaft Für jedes Mädel ein Jahr hauswirtschaftliche Ertüchtigung. Ueber die Durchführung der Anordnung des Reichsjugendführers über die hauswirtschaftliche Arbeitspflicht macht die Beauftragte des Reichsjugendführers. Obergauführerin Gertrud Kunzemann. in der sozialpoltischen Zeitschrift der Hitlerjugend„Das junge Deutschland“ ergänzende Mitteilungen. Mit der Anordnung werde ein völlig neuer Abschnitt in der Erziehungsarbeit der weiblichen Jugend beschritten. Die hauswirtschaftliche Arbeitspflicht sei eine moralische Pflicht, und die Führung der Jugend werde sich mit voller Autorität hinter ihre Maßnahmen stellen. Sie leite mit der Einführung der hauswirtschaftlichen Ertüchtigung eine Erziehungsarbeit ein, die über jede BdM.=Führerin das letzte BdM.=Mädel und Jungmädel erfassen werde. Sie stelle aber auch gleichzeitig ihre gesamte erziehende Kraft allen Maßnahmen des Staates und der Partei zur Verfügung, die in Uebereinstimmung mit den Bestrebungen der Hitlerjugend durchgeführt werden. Die hauswirtschaftliche Ertüchtigung erfülle neben dem erzieherischen Zweck im wesentlichen die Aufgabe, die Mädel auf dem Wege über die befristeten Maßnahmen zur endgültigen Ergreifung der reinen Frauenberufe zu veranlassen. Aus diesem Grunde würden auch alle Mädel, die in einem solchen Beruf bereits tätig sind, von der hauswirtschaftlichen Ertüchtigung freigestellt. Im übrigen solle nun jedes Mädel im Alter zwischen 14 und 21 Jahren nach Möglichkeit ein Jahr lang in einer hauswirtschaftlichen, landwirtschaftlichen oder sozialen Arbeit stehen. Die Schaffung der wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Einsatz und die Klärung, in welchen Maßnahmen der Einsatz erfolgen solle, werde grundsätzlich, wie bisher, den Arbeitsämtern überlassen sein. Zu den Haupteinsatzgebieten werden der Mädellanddienst und das Hauswirtschaftliche Jahr im Familienhaushalt gehören. Der Mädellanddienst, von dem bisher 5000 Mädel erfaßt wurden, soll schon in diesem Jahre etwa 12000 Mädel erreichen. Im Hauswirtschaftlichen Jahr wurden im letzten Jahr etwa 25 000 Mädel erfaßt. Hier wird ein Ausbau in der Weise vorgeschlagen, daß auch Haushalte zugelassen werden, die über keine Unterbringungsmöglichkeit für das Mädel verfügen oder trotz Ueberlastung der Hausfrau aus finanziellen Gründen eine Hausgehilfin nicht anstellen können. Die Mädel aus anderen Städten müßten dann in Wohnheimen des BdM. zusammengefaßt werden. Außerdem wäre eine finanzielle Unterstützung der Familien für Verpflegung der Mädel notwendig. Ueber die Aufnahmefähigkeit der Maßnahmen äußert sich die Referentin dahin, daß gegenwärtig etwa 60000 Mädel in einer vorübergehenden haus= oder landwirtschaftlichen Arbeit stehen. Dieser Kapazität aller Einrichtungen stehe die Stärke eines Mädel=Jahrganges von 400 000 bis 500 000 gegenüber.„Die Aufnahmefähig keit der Maßnahmen dürfte auch im neuen Jahr nicht über 100000 Mädel hinausgehen. Es bleibe aber das Ziel, einmal die jeweils zur Schulentlassung kommenden Jahrgänge ausnahmslos heranzuziehen und damit den Zustand zu schaffen, daß alle Mädel vor Eintritt in das Berufsleben für eine bestimmte Zeit in eine haus= oder landwirtschaftliche oder soziale Arbeit eingeführt werden. schen Gebiet liegenden Teil der geplanten Verbandsstraße, die eine Länge von 22,5 Kilometer hatte. Die Bochumer Stadtverordnetenversammlung bewilligte noch im nämlichen Jahre die auf Bochum entfallenden Kosten von 6800 Mark für die Ausarbeitung des Projektes, desgleichen auch die übrigen westfälischen Städte und Gemeinden ihren betreffenden Kostenanteil. Infolge des Krieges konnte die Fertigstellung des Gesamtentwurfes erst in der Mitte des Jahres 1919 erfolgen. Inzwischen war es zur Bildung des Ruhrsiedtungsverbandes gekommen, der in der von ihm vorgenommenen Aufstellung eines generellen Bebauungsplanes das bereits vorhandene Projekt über die geplante Industriestraße Essen—Wattenscheid—Bochum—Hortmund weitestgehend berücksichtigte. Den geplanten Verbandsstraßen wurde in erster Linie als Aufgabe die Aufnahme des AutoDurchgangsverkehrs zur Entlastung der engen Straßen der Stadtinnern zugedacht. Ihr Ausbau konnte selbstverständlich nur stückweise unter Berücksichtigung der finanziellen Lage der Ruhrstädte vor sich gehen. Man war darauf bedacht, die Linienführung der Verbandsstraßen möglichst an schon vorhandene Straßen zu bewerkstelligen. Die Kosten des Gesamtbauprogramms, das in den nachfolgenden Jahren seine Verwirklichung fand, wurden alljährlich auf die Kommunen des Verbandsgebietes umgelegt. Für die Entwicklung des Verkehrswesens im rheinischwestfälischen Industriebezirkes hat sich der Bau der Verbandsstraßen von großer Verkehrsbedeutung erwiesen. Die in den letzten Jahren im Industriegebiet angelegte und bis zur Herner Skr. In Recklinghausen durchgefuhrte Reichsautobahn verwirklicht größeren Ausmaßes, was der Bau der Verbandsstraßen im Industriebezirk begonnen hat. Führerschein Klasse 1V kostet 1 Mark Durch die neue Straßengerkehrezulassungsordnung sind auch die bisher führerscheinfreien Kleinkraftfahrzeugs der Führerscheinpflicht unterworfen worden. Infolgebessen wurde der Führerschein für Kraftfahrzeuge der Klasse 4 geschaffen, die Kraftfahrzeuge mit einem Hubraum bis 250 ccm. und Kraftfahrzeuge mit nicht mehr als 20 Klm. Stundengeschwindigkeit umfaßt. Jetzt ist auch durch Verordnung des Reichsverkehrsministers eine entsprechende Anpassung der Gebührenordnung an die neuen gesetzlichen Bestimmungen erfolgt. Die Entscheidung über Erteilung eines Führerscheins für Kraftfahrzeuge der Klasse 4 kostet danach eine Mark. Jahressportkarten 1938 lösen! NSG. Alle Betriebssportgemeinschaften und Werkscharen müssen mit Beginn des neuen Jahres sich neue Jahressportkarten beschaffen, da nur diese dem Inhaber Versicherungsschutz gewähren. Der Preis der Jahressportkarte, die die KdF=Dienststellen ausgeben, beträgt einschließlich Ausweis für die Zugehörigkeit zur Betriebssportgemeinschaft und Versicherungsschutz für das ganze Jahr nur 1 Reichsmark. Für die Angehörigen der Werkscharen ermäßigt sich der Preis auf 70 Pfg. Tägliche Redensarten Und wie sie entstanden sein könnten. Es gibt Hunderte von Redensarten: verliebte und feindselige. schlimme und gute, unartige und artige. und es gibt Tausende von Menschen, die sie anwenden, häufig an passender und noch häufiger an unpassender Stelle, weil die meisten nicht wissen, woher die Redensart stammt, die sie gebrauchen, und welchem Ereignis sie ihren Ursprung verdankt. Als Ziel mehr oder weniger geschmackvoller Scherze werden gern Pantoffelbelden genommen, und die Redensart„unter dem Pantoffel stehen“ kann man täglich hören. Ueber ihren Ursprung berichtet eine romantische Geschichte: Zu Ehren des Friedensschlusses zwischen Kaiser und Papst wurden staatliche Turniere abgehalten, und die Ritter., die gegeneinunder in die Bahn traten. trugen entweder die Farben des Kaisers oder des Papstes am Helm. Einer der tapfersten Recken weigerte sich, seinen Eisenhut mit einer der Farben zu schmücken, sondern steckte sich den zierlichen Goldvantoffel seiner Eheliebsten an den Helm. Er besiegte 12 Ritter. und als er, wie äblich, von der Prinzessin den Siegespreis erhielt, sagte ihm diese lächelnd:„Wenn Ihr auch nicht unter den Farben des Papstes oder des Kaisers stehen wollt, so steht Ihr doch allewegs unter dem Pantoffel und seiner Herrschaft!" Diese Geschichte findet sich in einer alten schwäbischen Chronik. Sie deutet aber gerade dahin, daß die Redensart schon älter ist und aus jener Zeit stammt. in der bei Hochzeitsbräuchen der Schuh seine vielseitige Rolle spielte. Mit Schuhwerk hängt auch die Redensart zusammen: „Auf großem Fuße leben“. Da war einmal in Frankreich ein sehr vornehmer, sehr eleganter und sehr eitler Herr. Gottfried von Plantagonet. Graf von Anion. den ein schlimmes und großes Fleischgewächs am Fuße hinderte, die damalicken Modeschuhe zu tragen. Er ließ sich also welche mit sehr langen Soitzen machen, und seine Schmeichler beeilten sich, ihm zu Gefallen. diese Schuhmode nachzuahmen. Die Schuhmode„a la poulaine“ artete schließlich so aus, daß die Gigerl jener Zeit Schuhe mit so langen Schnäbeln trugen, daß man sie mit den Spitzen am Knie befestigte. Gegen diese Unsitte wie gegen so manchen„Kleiderteufel“ jener Zeit wetterte die Geistlichkeit solange, bis eine andere Mode die alte ablöste. Das Volk nannte aber die vornehmen Herren, die sich den Luxus dieses Schuhwerks leisteten. Leute. die „nur auf großem Fuße leben". Von solchen Leuten pflegt man auch zu sagen, daß sie „ihr Schäfchen im Trockenen“ haben. Das ist eine Redensart. die nichts mit der Schafzucht, sondern vielmehr mit der Fischerei und der Schiffahrt zu tun hat. Das Wort„Schäschen“ leitet sich nämlich nicht von Schaf. sondern von Schiffchen, niederdeutsch„Schepken". ab. Sein „Schepken“ aus dem Sturm gerettet und im Trockenen zu haben bedeutet also. sorgenlos leben zu können, im später übertragenen Sinne, wohlhabend zu sein. Aus dem Studentenleben sind zwei Redensarten genommen:„auf den Hund kommen" und„sich die Hörner ablausen“. Die erstere Redensart soll Wallenstein ihre Entstehung verdanken. Diesem großen Krieger wurde, als er noch in der damaligen Universität Altdorf studierte, eine Karzerstrafe zudiktiert. Nun war eben erst ein neuer Karzer erbaut worden, und nach alter Sitte erhielt dieses fidele Gefängnis seinen Namen von dessen erstem Bewohner. Wallenstein ließ nun erst seinen Hund durch die Karzertür laufen, und der Karzer wurde daher nicht Wallenstein, sondern der„Hund“ genannt. In den Hund oder auf den Hund kommen war gleichbedeutend mit„in den Karzer fliegen“, und so wurde diese Redensart allgemein bekannt und später Gemeingut. Vielleicht war auch einmal ein reicher Mann durch eigenes Verschulden zum alten. blinden Bettler herabgesunken, der sich von einem Hunde führen lassen mußte, also auf den Hund gekommen war. wodurch die alte Redensart die jetzige Bedeutung erlangte. „Sich die Hörner ablausen“ war eine alte Studentensitte, der Luther wiederholt gedenkt. Die Füchse mußten sich einen mit Hörnern garnierten Hut aufsetzen und mit diesem eine Tür einrennen, wobei die Hörner absielen. Dieser Vorgang bildete einen Teil der Zeremonien, durch die aus den Füchsen ein Bursch wurde. Der Fuchs. der sich„die Hörner abgelaufen“ hatte, war zum Mann mit ernsterer Lebensauffassung und festgesteckten Zielen geworden. 65. gegen abstinenzlerischen Uebereifer Der„Deutsche Frauenbund für alkoholfreie Kultur e. V.“ in Bremen hatte sich mit einer Werbung an die„deutschen Buben“ und„Mägdelein“ gewandt. Eine gehörige Abfuhr wurde dem Bund dafür in der Zeitschrift„Die HI.“(Folge 45) zuteil: „Wenn irgendeiner seinem Magen mit gebackener Kalbsleber und Endiviensalat einen besonderen Liebesdienst erweisen kann, dann soll er es tun. Wenn Herr Dimpfelhuber jeden Abend ins Münchener Hofbräuhaus schlendert und sich dort drei Halbe auf die Lampe gießt, weil es ihm bekommt und er das Bier vertragen kann, dann liegt es uns fern, ihn darum anzufrozzeln. Im Gegenteil: ein Wohl bekomm's! Herr Dimpfelhuber trinkt sich einen für seinen Durst, weil es ihm ausgesprochen gut schmeckt, er trinkt nicht, weil der Herr Staatsminister Soundso, auf den er große Stücke hält, auch einem kühlen Blonden nicht abgeneigt ist. Wenn allerdings der Herr Kajetan Dimpfelhuber sich allabendlich einen Mordsrausch ansäuseln würde, auf den Straßen herumkrakeelte und seine Frau zu Hause von der Luft leben ließe, dann zu Recht mit ihm auf die schwarze Liste oder in die Trinkerheilanstalt! Und dann hätte der„Deutsche Frauenbund für alkoholfreie Kultur e. V.“ mit der Geschäftsstelle in Bremen, Hansastraße 90—94, vollstes Recht. laut ins Horn gu stoßen und die deutsche Jugend vor solch schrecklicher Lasterhaftigkeit zu warnen. Aber dieser für Süßmost und Traubensaft eifernde Frauenbund macht sich seine Reklame viel bequemer und leichter. Seine Mitglieder schielen von Bremen aus auf den Obersalzberg, spitzen ihren Federhalter, lassen Druckmaschinen laufen und verteilen Flugblätter mit folgenden Versen: Deutsche Buben! Mägdelein! Wollt den Führer ihr erfreuen? Wenn ihr euern Führer liebt, folgt dem Beispiel, das er gibt! Kehrt euch ab von Rausch und Rauch, schafft gesunden, neuen Brauch! Wir könnten uns denken, daß jener Uebereifrigen, die sich mit sichtlicher Mühe ihr Verslein abgezapft hat, der Strickstrumpf besser anstehen würde, als der Jugend unpassende, geschmacklose Parolen zu geben. Der Frauenbund mag aber beruhigt sein.„Deutsche Buben und Mägdelein“ können sich nicht von„Rausch und Rauch“ abkehren, weil sie aus eigenem Interesse und eigener Einsicht jeden Mißbrauch ablehnen. Und wir glauben nicht einmal, daß mit Wasseraposteln und Limonadentanten allein die Kultur sich wesentlich höbe.“ Reichsappell der deutichen Erzieherschaft. RSG. Anfang August 1938 findet in Köln ein Reichsappell aller im NS=Lehrerbund zusammengeschlossenen Erzieher und Erzieherinnen statt. Auf Anordnung des Reichswalters wird der Appell in so großzügigem Umfang vorbereitet, daß er zur größten, jemals stattgefundenen Exzieherkundgebung werden wird. Es ist mit 60.000 Erziehern und Erzieherinnen als Teilnehmer zu rechnen. Wandkalender 1938 Stück 10 Pig. Zu haben in der Geschäftsstelle des Herner Anzeigers Hermann-Göring-Str. 8, neben dem Postamt Aus und für Herne Glückbringender Nachklang So ist das immer: Man hat Wochen hindurch die Vorfreude und hegt und pflegt sie wie einen kostbaren Besitz. Man nimmt allerlei Opfer auf sich für ein Fest und erwartet von ihm ein besonderes Freudengeschenk in dem Kranz der Tage. Da wird geordnet, gesegt, gebürstet, da wird eingekauft und erneuert, daß sich festlicher Glanz ringsum breite. Und dann ist das Fest endlich da, die festliche Stunde schenkt sich uns, und wir sind auch bereit, uns ihr zu schenken. Es fällt auch mancher heitere Schein in unser Leben, der von solcher Stunde kommt. Aber nur zu schnell eilt sie an uns vorüber. Wir möchten sie halten, möchten ihr ein Stück der Ewigkeit geben, aber es ist törichtes Bemühen: sie eilt und eilt. Und ehe wir uns ihrer ganz recht bewußt geworden sind, ist sie schon verklungen und versunken. Die Glocke schlägt, die uns zurückruft in den Alltag mit seinem nüchternen Pflichtenkreis. Vorüber! hallt es uns nach und wir wissen, daß wir nichts zurückholen können. Was uns die Zeit schenkt, schenkt sie nur einmal, was sie uns vorenthält, holt sie niemals nach, was wir selbst ausschlagen, naht sich uns niemals wieder. Vielleicht kommt es in anderer Form zu uns, aber es ist niemals dasselbe. Der Duft, der süße Klang, den eine Stunde besaß, die sich uns als schönes Geschenk gab, ist verweht für alle Zeit. Es kommen andere Stunden herauf, die ihre eigenen Inhalte, ihre eigenen Freuden, ihren eigenen Glanz haben; auch ihre eigenen Schmerzen. Diese anderen Stunden mögen verwandt sein den verklungenen, und einem oberflächlichen Zusehen mag es scheinen, als ob es dieselben wären; es ist ein Irrtum. Je feiner der Klang war, den eine Stunde verströmte, je inniger wir im Herzen einschlossen, was sie an zarter Schönheit uns entgegentrug, desto mehr müssen wir erkennen, daß sie eine für immer entglittene Stunde ist. Und doch nicht. Eben dann, wenn wir uns ganz dieser festlich=schönen Stunde schenkten, gibt sie uns etwas aus dem Born der Ewigkeit. Wir tragen ja diesen Klang. diesen Duft einer glückerfüllten Stunde in uns, und keine Macht der Welt ist imstande, uns ihn zu nehmen. Sie müßte uns dann selbst auslöschen. Aber solange unser Herz fühlend schlägt, solange unsere Pulse fliegen, wenn uns Freude emporträgt auf lichten Schwingen, solange unser Auge hungrig die Schönheit dieser Welt umfassen will und solange unsere Seele geöffnet ist der Sehnsucht, die nach Sonne verlangt, solange werden wir auch in uns als holden Nachglanz bergen, was uns eine freundliche Stunde zugewendet hat. Und wir dürfen wissen, daß uns Menschen damit ein Geschenk bereitet ist, dessen Wert oft gar nicht richtig gewürdigt wird. mehr erteilt werden darf. Damit können auch keine Prüfungen mehr in dieser Sprache erfolgen. Den erforderlichen. Orientalistennachwuchs heranzubilden, ß den Uni muß den Universitäten überlassen bleiben. Ordnung sich defindende Kasse dat Kamerad Blomann als Kassenprüfer um Entlastung, die einstimmig erteilt wurde. Mittlerweile war auch Oberstleutnant a. D. Hüger mit seinem Stabe erschienen. Langendreer wurde er schwer verletzt. Parteigenosse Wiegemann war Ehrenzeichenträger mit der Nummer 16 959. In seiner Ansprache gedachte er der Verdienste des scheidenden Kameradschaftsführers Berger und führte dann den Kameraden Peters in sein neues Amt USA gestern und heute Eindrücke einer Studienreise. Ueber dieses Thema spricht am Dienstag, dem 11. Januar, um 20 Uhr in der Aula der Oberschule für Mädchen an der Hermann=Löns=Straße im Rahmen der Sondervortragsreihe der Verwaltungsakademie Bochum der Direktor des Amerika=Instituts Dr. Bertlina=Berlin. In Anbetracht der Bedeutung des Vortrages werden alle Volksgenossen hierzu herzlichst eingeladen. Der Eintrittspreis beträgt 0.50 M. Wer ist Dr. Bertling? Dr. Karl Oskar Bertling, der Leiter des AmerikaInstituts in Berlin, ist 1875 in Bonn als Sohn des Gymnasialprofessors und Pfarrers Dr. Oskar Bertling geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium in Blankenburg a. H. studierte er neuere Sprachen, Philosophie, Geographie und Theologie an den Universitäten Göttingen, Halle und Bonn, bestand 1900 vor dem Konsistorium der Rheinprovinz die Prüfung Pro Licentia conc., weilte nach dem Studium lange Jahre in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo er die Prüfung als Magister Artium an der Havard=Universität in Cambridge bestand und 1906=08 Leiter der deutschen Abteilung an der St. George School in Newport im Staate Rhode Island war, und machte dann umfangreiche Studienreisen in Europa(Italien, Griechenland, Türkei, skandinavische Länder, England, Frankreich). Nachdem er 1911 in Breslau zum Dr. phil. promoviert hatte, wurde er bei der Gründung des Amerika=Instituts vom Preuß. Kultusministerium als Assistent in das Institut berufen. Bis zum Weltkrieg weilte er in USA auf Auslandsurlaub, stand ab August 1914 im Dienste der Aufrechterhaltung der kulturellen Beziehungen, insbesondere der amtlichen und wissenschaftlichen Tauschbeziehungen, in den USA, wurde aber beim Eintritt der Ver. Staaten in den Weltkrieg interniert und konnte erst Juni 1919 mit dem Ende der Inter nierung nach Deutschland zurückkehren. Im Jahre 1919=20 machte er gleichzeitig Dienst im Amerika Institut und bei der Presseabteilung des Auswärti gen Amtes(USA=Referat). Ab 1920 ist er Leiter des Amerika=Instituts. Im Entschädigungsverfahren der im Kriege geschädigten Auslandsdeutschen(Freigabe feindlichen Eigentums) war er Vorstand der Kommission des Bundes der Auslandsdeutschen(Ab teilung Amerika). *„* Auszeichnungen für Lebensretter. Morgen Reiterscheinprüfung 1938 Am Dienstag, dem 11. Januar, vormittags 10 Uhr findet für den Sturmbereich des Reitersturmes 5/67 Herne, Wanne=Eickel und Castrop=Rauxel in der Reitbadn am Stichkanal in Herne die Prüfung für den Reiterschein statt. Die Prüfung wird durch den Beauftragten des Reichsinspekteurs für Reit= und Fahrausbildung, SA=Standartenführer Scheunemann, abgenommen. Alle Jungreiter und Jungbauern, welche in einer berittenen oder fahrenden Truppe dienen wollen, müssen sich um den Reiterschein bewerben. Ferner können alle Mitglieder des NS=Reiterkorps an der Prüfung teilnehmen und den Reiterschein erwerben. Die im vergangenen Jahre erworbenen Reiterscheine verlieren ihre Gültigkeit. Gleichzeitig werden die vom Führer gestifteten Anerrennunaspiareiten vom Gruppenreiterführer den Pferdebesitzern überreicht, die ihre Pferde zwei Jahre ununterbrochen der vor= und nachmilitärischen Ausbildung in der SA zur Verfügung gestellt haben. Die Eltern und Angehörigen der Prüflinge, ebenso wie alle Interessenten sind zu dieser VerPeters in sein ein, der sich für das Vertrauen der Kameradschaft be dankte und die Ausfüllung seines neuen Postens nach dem Vorbilde seines Vorgängers versprach. Der scheidende Kameradschaftsführer Berger wurde einstimmig zum Ehrenmitglied der Kameradschaft ernannt und erhielt zum Dank für seine vorbildliche Leitung der Kameradschaft ein wertvolles Andenken überreicht. *** * Die Jugendfilmstunde am Sonntag morgen in der Lichtburg, bei der der Usafilm„Verrater“ mit Willi Birgel und Lydia Baarova in den Hauptrollen lief, sicherte sich einen vollen Erfolg. Die in stattlicher Zahl erschienenen Besucher, unter ihnen vornehmlich Mitglieder der HJ., nahmen den von Anfang bis Ende spannungsvollen Bildstreifen mit Begeisterung auf. Jahreshauptversammlung und Jubilarenehrung der Kameradschaft ehem. 39er. Im Saale Möller an der Von=der=Heydt=Straße hielt die Kameradschaft ehem. 39er am Samstagabend ihre Jahreshauptversammlung ab, die zugleich mit einer Ehrung der Jubilgre verbunden war. Letztere vollzog sich in Form eines Kameradschaftsabends, an dem auch die Frauen der Mitglieder teilnahmen. Kameradschaftsführer Loesecke gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung des Ablebens des Chefs des Reaiments. des Feldherrn Generals Ludendorff, sowie der verstorbenen Mitglieder Waskönig, Walkenhorst und der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung. Er konnte dann den Bundeskassenwart Kameraden Brune als Gast begrü * 24 neue Hauer. Auf der Schachtanlage Julia bestanden im vergangenen Monat mit Erfolg 24 Teilnehmer des Hauerkursus, der von Diplomingenieur Kirchhoff geleitet wurde, die Hauerprüfung. Die Prüfung erstreckte sich auf Fragen der bergmännischen Berufsausbildung, auf das Gebiet der Unfallverhütung und das theoretische Wissen über die Arbeiten in der Aus= und Vorrichtung, im Abbau und in der Schießarbeit. Danach bewiesen die Anwärter auch in der praktischen Prüfung unter Tage, daß sie sich in den Kursen das notwendige Rüstzeug für den Hauerberuf angeeignet hatten. * Fertigstellungen auf Julia. Die Verkleidung der neuen Kokskohlenförderbrücke auf der Zeche Julia ist fertiggestellt worden. Für die Fördermaschinen des Schachtes 2 wurde eine neuzeitliche Notsignalanlage eingebaut, weiter wurden die Gleisanlagen des Zechenbahnhofes überholt. ßen. Kamerad Friedrichs gab als Schriftwart anstaltung als Zuschauer herzlichst eingeladen. Anmel= den Jahresbericht, dessen Höhepunkt die Feier des dungen für die Prüfung sind zu richten an den Reiter=[25jährigen Bestehens war. Die Kameradschaft sei im Seir#e 10 m aoar1Berichtsjahre bei allen öffentlichen Veranstaltungen sturm 5/67 Herne, Gräffstraße 43, Ruf 51325. *** Kriegerkameradschaft Herne=Bahnhof unter neuer Führung. Die Jahreshauptversammlung der Kriegerkameradschaft Herne=Bahnhof, die gestern nachmittag in der Gaststätte Friedrich Ostholt(Hotel Meinhardt) stattfand, hatte die Einführung des neuen Kameradschaftsführers, des ehemaligen 1. Schriftwartes Peters, durch Oberstleutnant a. D. Hüger„um Mittelpunkt. Dieser Posten war infolge des Fortzuges des früheren Kameradschaftsführers Berger, der aus Gesundheitsrücksichten nach Oeynhausen übergesiedelt ist, seit Oktober verwaist. In der Zwischenzeit hatte der stellvertr. Kameradschaftsführer Westerholt dieses Amt pflichtgetreu ausgefüllt. Kam. Westerholt eröffnete die zahlreich besuchte Jahreshauptversammlung und verlas die Namen der im Jahre 1937 heimgegangenen acht Kameraden, zu deren Andenken sich alle von den Plätzen erhoben. Aus Bad Oeynhausen war Komeradschaftsführer Berger persönlich erschienen, um sich von allen Kameraden zu verabschied:n, er begrüßte sie mit einer kurzen Ansprache. Die Taesordnung sah u. a. die Berichte der einzelnen Warte es Führerbeirates vor. Schießwart Tegler hob hervor, daß die Kameradschaft am 17. Januar 1937 am Opferschießen und am 18. Juli am Kleinkaliber= Wettkampf teilgenommen habe, wobei sie die Gruppen= und auch die Einzelmeisterschaft habe erringen können. Beim Schießen um den Von=Velsen=Pokal am 19. September habe die Kameradschaft die sechste Stelle unter den Kameradschaften des Herner Kreisverbandes erreicht. Die Kameradschaft sei bisher im Besitz von 2 goldenen, 2 silbernen und 5 bronzenen Ehrennadeln. Für das Jahr 1938 richtete Tegler auch an die jüngeren Kameraden den Appell, sich an den Uebungsschießen, die in Zukunft an jedem dritten Sonntag im Monat vormittags auf dem Schießstand Köhlhoff abgewickelt werden, rege zu beteiligen. Den Jahresbericht gab Schriftwart Szillat. Die Kameradschaft zähle gegenwärtig 250 Mitglieder. Man n V e r a n s t a l t n d e s Zeranstaltungen der Partei, des Kreishabe an allen Veranstaltungen verbandes und auch am Reichskriegertag mit einer Abordnung und der Bundesfahne teilgenommen. Zur Ehrenkompagnie des Kreisverbandes habe man 12 Kameraden gestellt. Die Kameradschaft sei im Besitz von fast 20 Auszeichnungen des Kyffhäuserbundes. Ueber die Tätigkeit der Kameradschaft im Fechtwesen hob Kamerad Peters besonders die rührige Tätigkeit der Frauengruppe hervor. Den Kassenbericht gab Kamerad Rath. Für die in mustergültiger Berichtsjahre bei allen öffentlichen Veranstaltungen des Kreiskriegerverbandes, der Bewegung, an der Maifeier und den Verbandsschießen in starker Vertretung beteiligt gewesen. Das fleißige Ueben mit dem Kleinkaliber und der Wehrmannsbüchse habe neun Kameraden Auszeichnungen mit der Ehrenschießnadel gebracht. Der vom Kameraden Overkämping vorgetragene Kassenbericht wurde genehmigt und der vorbildlichen Kassenführung die einstimmige Entlastung erteilt. Dem Führerrat sprach Kam Brennholt für die mustergültige Kameradschaftsführung den Dank der Kameraden aus. Es folgte die Jubila renehrung im kameradschaftlichen Unterhaltungsteil, bei der die Kapelle Frey mit musikalischen Darbietun gen aufwartete. Mit der goldenen Bundesnadel wurden die Kameraden Loesecke und Overkämping, mit der silbernen Bun des nadel die Kameraden Brennholt, Brockmann. Schwarz und Stak vom Bundeskassenwart Brune ausgezeichnet. Letzterer gab später einen Bericht über die Beisetzungsfeierlichkeiten in München und Tutzing zum Heimgange des Chefs des Regi ments, General Ludendorff, an denen er persönlich als Bundesvertreter teilgenommen hatte. Ein Preis schießen und ein schöner Unterhaltungsteil beschloß die Jahreshauptversammlung. * 2 * Eine Glückssträhne beim grauen Glücksmann. Das war eine Ueberraschung für die Gäste im Lo kale Möller an der Von=der=Heydt=Straße, als am Samstagabend ein Glücksmann erschien und ein ge wisser M. von der Von=der=Heydt=Straße den schönen Gewinn von 100 Reichsmark zog. Beim gleichen Glücksmann kamen bald darauf in kurzen Abständen noch drei Gewinne zu 5 Reichsmark und zwei zu 2 Reichsmark heraus. * Zum Kreiswerkscharführer ernannt SA=Sturmführer Schucht ist zum Kreiswerkscharführer ernannt worden. * Heimgang eines alten Parteigenossen. RSG. In Bochum starb Stadtdirektor Partei genosse Wiegemann. Er war einer der ersten, die sich im Ruhrgebiet dem Führer zur Verfügung stellten und sich rückhaltlos, ungeachtet persönlicher Verfolgungen und beruflicher Nachteile, zu ihm bekannten. Bereits im Jahre 1925 übernahm er das Amt eines Propagandaleiters für den Bezirk Bochum. Von 1926—1931 leitete er die Ortsgruppe Bochum, und von 1928—1932 auch den früheren Bezirk Bochum. Als SA=Mann zahlte er 1928 der Bewegung seinen Blutzoll. In einer Saalschlacht in Bochum* Aufklärende Vorträge für Herner Bergbauknappen. Im Saale der Wirtschaft Luke, Herne=Sodingen, fand gestern morgen für die gesamte Gefolgschaft der Zeche Mont=Cenis ein Vortrag über„Unfallverhütung" und„Erste Hilfe bei Unfällen" statt. Damit war eine erläuternde Filmvorführung der Knappschafts=Berufsgenossenschaft verbunden. Am kommenden Sonntag wird ein gleicher Vortrag für die gesamte Gefogschaft der Zeche Julia morgen im Saale der Wirtschaft Schneider in Baukau stattfinden. Bergrat Dr. Kindermann wird hier über das Thema „Aufbau und Aufgaben der Bergbehörde“ sprechen. 0 * Beim Harpener Preisausschreiben„Das schöne Lichtbild" erkannte jetzt das Preisgericht den Einsendern: Paul Hartmann(Zeche Julia), Heinrich Hartmann(Zeche Recklinghausen 2) und Bernhard Segbers(Zechengruppe Herne) je einen dritten Preis zu. Trostpreise errangen weiter die Einsender Walter Mielke(Zeche Julia) und L. Inacker(Zeche Mont=Cenis). Insgesamt hatten von allen Harpener Schachtanlagen 51 Arbeitskameraden 503 Lichtbilder eingesandt. * Jusammenstoß. An der Ecke Bahnhof= und Kaiser=Wilhelm=Str. stieß Samstagabend ein Kraftfahrer mit einem in die Kaiser=Wilhelm=Straße einbiegenden Personenwagen zusammen. Der Materialschaden war beträchtlich. Der Motorradfahrer wurde durch den Sturz auf das Pflaster verletzt und mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. * F ü r b e s o n d e r e L e i s t u n g e n i n d e r S c h i e ß p f l e g e erhielten von der Leitung des Deutschen Reichskrieaerbundes die silberne Ehrennadel: aus der Krieger= und Landwehrkameradschaft Gysenberg: L. Zblewski: aus der Kameradschaft ehem. 131 W. Sonnenschein, L. Hennecke: aus der Krieger und Landwehrkameradschaft Alt=Herne Ludwig Siea. Wilhelm Kambacheid, G. Schnieder und August Pleßzmann. Was der Listenmann erlebte Der Führer und Reichskanzler hat dem Obersteiger Karl Dietrich und dem Grubensteiger Adam Podworny, beide in Herne=Sodingen, die Rettungsmedaille am Bande verliehen. Herzl. Glückwunsch! * 1 Die Verbreitung der Maul= und Klauenseuche 65 Gehöfte im Regierungsbezirk Arnsberg. Nach einer im„Reichsanzeiger“ veröffentlichten Zusammenstellung des Reichsgesundheitsamtes auf Grund von Berichten der beamteten Tierärzte waren am 1. Januar 1938 von der Maul= und Klauenseuche im Reichsgebiet 237 Kreise mit 2226 Gemeinden und 20 699 Gehöften betroffen. In diesen Zahlen ist bei den Gemeinden ein Neuzugang von 626 und bei den Gehöften von 11 336 enthalten. Für Preußen ergibt sich ein Befall von 136 Kreisen, 1415 Gemeinden und 8414 Gehöften(davon neu 382 Gemeinden und 4443 Gehöfte). Frei von der Maul= und Klauenseuche waren Thüringen, Mecklenburg, Braunschweig und Anhalt. In Preußen weisen den stärksten Befall auf der Regierungsbezirk Düsleldorf mit 21 Kreisen, 320 Gemeinden, 3070 Gehöften(neu 63 Gemeinden, 1595 Gehöfte), der Regierungsbezirk Münster mit 14, 177, 979(31, 558), und der Regierungsbezirk Arnsberg mit 10, 26, 65(17, 44). Kein hebräischer Unterricht mehr. NSG. Vor Müllers Haus stand ein Mann, eine graue Liste hatte er unter dem Arm geklemmt. Er ging nicht gern da hinein, denn die Leute waren nicht immer freundlich. Zu Webers ging er sogar ungern. Sie waren nie mit Glücksgütern gesegnet gewesen, aber jetzt ging es ihnen wesentlich besser. Sie wohnten unten. Jedesmal an diesen betreffenden Sonntagen waren sie„zufällig“ ausgegangen. Seltsam! Ob sie Angst vor dem Gerichtsvollzieher hatten. Aber der kommt doch sonntags gar nicht. Darüber sprach man auch im Hause, und man zwinkerte mit den Augen, lachte vielsagend und nickte ebenso vielsagend. Nach vorn so— Sie wissen ja! Diesmal— o gütiges Schicksal— waren sie daheim geblieben. Erstaunt fand der„Listenmann“ Einlaß. Er hielt sich nicht lange auf. Bald kam er zurück, seinem Gesicht war indes nichts abzulesen. Man hatte im Hause das Schauspiel natürlich beobachtet. Auf diese Webers paßte alles auf. In der ersten Etage sah man sich skeptisch an. „Na, der arme Mann ist natürlich wieder an die Rechten gekommen, die haben ihm etwas„geblasen“. Man ist das doch gewohnt! Alle möglichen Ausreden werden sie schon bereit haben, sich zu drücken. Wir liefern unsere Eintopfspende immer freiwillig und ohne Murren ab, aber die...! Man muß sich schämen, daß man mit solchen Leuten zusammenwohnt. In der zweiten Etage war man wegen der Entfernung schon weniger vorsichtig. Da wurde kräftig geschimpft.„Da unten wohnen richtige Knauser. Wenn es etwas gibt, dann halten sie die Hand auf. Vielleicht haben sie den armen Mann noch angebettelt. Wer weiß...! Es ist wirklich bedauerlich!— Man braucht sich nicht einmal einzuschränken, denn die Eintopfspende kann man so erübrigen!“ In der dritten Etage hüllte man sich in Stillschweigen. Die unten waren nicht wert, daß man sich mit ihnen beschäftigte. Nicht gerade erfreut trat der Listenmann wieder aus dem Hause. Es war schon mehr ein Seufzer, als er sagte: Da bin ich wieder im richtigen Haus gewesen. Hier knausern sie alle! Die geben ihre Eintopfspende zwar, sie murren auch nicht, aber gern und froh, gar glücklich rückt niemand die Spenden heraus. Sie tun alle aber sehr überzeugt! Nur die unten, die haben mir Freude gemacht. Sie riefen mich herein und sagten:„Wir haben bisher nicht gekonnt, weil unser Vater arbeitslos war, aber jetzt geben wir gern. Wir geben gern sogar etwas Besonderes, aber Und jetzt die Kriegsopfer. RSG. Am 15. und 16. Januar wird die erste Straßensammlung für das Winterhilfswerk in diesem Jahre durchgeführt. Die Frontsoldaten und Kriegsopfer der RSKOV setzen sich an diesen Tagen ein zum Kampf gegen Not und Kälte. Volksgenossen, laßt sie nicht vergeblich bitten! Neues Jahr- Neues Opfer für das WöW.! Westfalen-Süd an der Spitze aller Gaue. RSG. Die Dienststelle des Gaubeauftragten des Winterhilfswerkes des Gaues Westfalen= Süd gibt nachstehend die Ergebnisse der Eintopssammlungen der Monate Oktober, November und Dezember 1937 bekannt: Kreise: Altena=Lüdenscheid Arnsberg Bochum Brilon Dortmund Ennepe=Ruhr Hagen Hellweg Herne-Castr.-Rauxel Iserlohn Lippstadt Meschede Olpe Siegerland Soest Wanne=Eickel Wattenscheid Witten Wittgenstein 10. Okt. 27238,29 9 681,53 36 635,20 4832,70 61 067,87 25 409,18 25 089,25 31 810,81 13 725,49 23 442,17 7 395,32 6 156,43 6205,92 19 687,13 11 008,48 8 782,23 4 967,45 8 593,66 3 351,76 14. Nov. 27634,19 10042,29 38 209,06 4759,24 63 435,08 26 201,61 25 854,90 33 474,32 14070,55 23 925,72 7 460,94 6646,22 6 201,61 19 970,12 10 925,02 9130,93 5 180,34 8 476,46 3 565,31 12. Dez. 28 940,55 10 797,33 41 383,96 4 986,94 69380,06 28 220,07 28 109,08 34731,73 15 344,00 25 111,31 7836,61 7318.63 6 437,32 21 604,94 11 682,37 10 194,44 5 549,98 9327,26 3729,37 *„Die Konzerne im neuen Aktienrecht.“ Am Donnerstag, dem 13. Januar, 20 Uhr, spricht in der Verwaltungsakademie Bochum Universitätsprofessor Dr. Lehmann, Köln, über„Die Konzerne im neuen Aktienrecht". *„Einsatz der Frau in der Nation“. NSG. Die NS=Frauenschaft vertreibt zurzeit ein Heftchen, das sich„Einsatz der Frau in der Nation“ betitelt. Dieses Heftchen enthält die Rede der Reichsfrauenführerin, die sie auf dem Reichsparteitag der Arbeit 1937 hielt. Es ist herausgegeben vom Deutschen Frauenwerk. Der Preis beträgt 10 Pfg. Stadt Wanne=Eickel. Große Projekte im Hoch- und Tiefbau Das Jahr 1938 bringt voraussichtlich die Verwirklichung zahlreicher für die städtebauliche Entwicklung Wanne=Eickels bedeutsame Pläne im Hoch= und Tiefbau. Da ist zunächst die Errichtung eines großen H J=Heimes. das nach dem Wunsche der Reichsjugendführung in seinen Ausmaßen die früher gevlanten drei kleineren Heime bei weitem übertreffen wird. Der Finanzamtsneubau soll gleichfalls noch in diesem Kalenderjahr. voraussichtlich im Herbst 1938 begonnen werden. Als Standort des neuen Finanzamtes ist ein Grundstück unweit des Bahnhofsvorvlatzes vorgesehen. Schließlich sind auch die vorbereitenden Arbeiten für die Ausführung der Verbandsstraße. Ola, die den Hauptbahnhof WanneEickel mit der Stadt Herne verbinden soll. so weit gediehen, daß voraussichtlich noch im Jahre 1938 mit dem Ausbau dieses höchst wichtigen Verkehrsbandes begonnen wird. Erfreulich ist die Tatsache, daß die Finanzierung der drei vorerwähnten großen Projekte bereits sichergestellt ist, sodaß mit der Durchführung unbedingt gerechnet werden kann. Der Plan der Aufschließung des Geländes am Eickelvlatz ist gleichfalls mit in Angriff genommen worden und wird hoffentlich noch im Verlaufe des Kalenderjahres 1938 mit zur Ausführung kommen können. Sprechstunde der NS.=Kriegsopfer. Ein Vertreter der Gaudienststelle Dortmund wird am Montag. 10. Januar. in der Geschäftsstelle am Bahnhofsvorplatz in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr Sprechstunde ab halten, um allen Mitgliedern auch bei schwierigerei Fällen Auskunft erteilen zu können. Neue Lehrgänge der Mütterschule. Die neuen Vierteljahreskurse für Mütter. Hausfrauen und junge Mädchen beginnen in der Woche nach dem 16. Januar. Zu den Lehrgängen im Kochen und Nähen werden nur noch in Ausnahmefällen(SS=Bräute und Bewerberinnen um Ehestandsdarlehen) Anmeldungen angenommen. Im übrigen können nur die berücksichtigt werden, die vor Weihnachten vorgemerkt waren. Die Rettungsmedaille am Rande murde vom Führer und Reichskanzler dem Reviersteiger Bernhard Stein verliehen. Herzlichen Glückwunsch. Insgesamt 335 080,87 345 163,91 370 685.95 Mit diesen glänzenden Ergebnissen marschiert der Gau Westfalen=Süd an der Spitze aller deutschen Gaue. Mit dem 4. Eintopssonntag hat nun die zweite Hälfte des Winterhilfswerkes 1937 38 begonnen. Es ist selbstverständlich, daß auch jetzt wieder alle Volksgenossen ihre Pflicht erfüllen und ihre OpferbereitDer Reichserziehungsminister hat angeordnet, daß hebräischer Unterricht in den höheren Schulen nicht das braucht im Hause niemand zu wissen. Wir den= schaft unter Beweis stellen, damit der Gau Westfalen ken an unsere Volksgenossen, wie das WHW. bisher Süd weiter beim Eintopfergebnis die Spitze halten an uns gedacht hat.“ lkann Kurzfilm„Der Einkopssonntag“. Das WHW. hat einen Kurzfilm„Der Eintopssonntag“ herstellen lassen, der auch Im Gau Westfalen=Süd gezeigt werden soll. Er wurde am 5. Januar in Holsterhausen, am 6. in Eickel, am 7. in Röhlinghausen und Wanne-Süd und am 8. 1. in Wanne=Eicke! gezeigt.(RSG.) Volksschulpersonalien. Mit Wirkung vom 1. Dezember 1937 traten die katholischen Lehrerinnen Anna Vollmer und Gertrud Augustin in den Rubestand. Zum gleichen Tage wurde die evangelische Schulamtsbewerberin Else Smolka an einer hiesigen evangelischen Volksschule einstweilig angestellt. Der Sammler dee UHD. Rleht im DlenR für Dich, denn er ein Bindeglieb der Gemeinschaft. Nur durch diese Gemeinschoft auch du! lebst G ∆ Die die all Gelsenk frohen Meister und 70 gesehen Tscham Deutsch sich den vielen einem beiden nebenei Sie sin einer schen große wollen erleben der bri allen König ohne merkte vöses ein fr Freude Teil de meister war. 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Die starke Spannung. die alle Freunde des Fußballs, vornehmlich aber die Gelsenkirchener in Atem hielt, ist endlich einer frohen Gewißheit gewichen. Schalke 04. der Deutsche Meister, hat sich in Anwesenheit des Reichssportführers und 70000 Menschen in einem großartigen, wohl selten gesehenen prächtigen Sviel die kostbare Tropbäre des Tschammer=Pokals gesichert. Damit ist der diesjährige Deutsche Meister auch zugleich Pokalmeister und darf für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, als Erster von den vielen Vereinen Deutschlands beide Meisterschaften in einem Jahre auf sich vereinigt zu haben. So werden die beiden großen Siegeszeichen, die Viktoria und der Pokal. nebeneinander in Schalkes Trophäenschrank zu sehen sein. Sie sind der Ausweis für das Können und die Leistung einer Mannschaft die Vorbild und Wegbereiter im deutschen Fußball gewesen ist und noch heute ist. Wer dieses große Entscheidungsspiel, um dessen Ausgang uns, das wollen wir keineswegs verhehlen, doch etwas bangte. erleben durfte, dem mußte das Herz im Leibe lachen ob der brillanten Technik, der ausgeklügelten Taktik und vor allen Dingen der wohltuenden Ruhe, mit denen die Königsblauen das Spiel durchführten. Unbeschwert und ohne Aufregung ging die Mannschaft in den Kampf. Man merkte es gleich zu Anfang des Spieles, da es kein nervöses Abtasten und Suchen nach Möglichkeiten, sondern ein frisch=fröhliches Sviel gab, das den Jungen sichtlich Freude machte. Und diese Unbeschwertheit hat zum großen Teil dazu beigetragen, daß die Ueberlegenheit des Deutschmeisters so eindeutig war, daß der Sieg mehr als verdient war. Schalke 04 hat mit diesem 2:1=Erfolg gegen den Widersacher von 1933 sich glänzend gerechtfertigt und bewiesen, daß sie an Qualität nichts eingebüßt haben.daß sie nicht überspielt sind, wie manche zu wissen glauben. sondern daß sie den richtigen Weg gehen. der neben einem schönen und bestechenden Spiel auch das Zweckmäßigkeitssviel mit sich bringt. Denn sonst würde die Mannschaft nicht in konsequenter Arbeit an sich zu einem so herrlichen Doppelerfolg in diesem Jahr gekommen sein. Gelsenkirchen darf sich glücklich schätzen, in seinen Mauern junge Leute zu haben, die seinem Namen stets Ehre gemacht. die den Ruf Gelsenkirchens weit verbreitet haben und die überall. wohin sie auch immer kommen, gern gesehene Gäste wegen ihres vornehmen und anständigen Charakters im Spiel und außerhalb des Spieles sind. Und es wird wohl niemand geben. der Schalke 04 nicht diesen Erfolg gönnen möchte; auch der Gegner vom Sonntag nicht, denn wir wissen, daß auch Fortuna eine Niederlage ertragen kann. wenn der Gegner eben aufgrund seiner besseren Leistung gesiegt hat. Und so sprechen wir unsern Schalkern Jungens auch an dieser Stelle unseren berzlichen Glückwunsch aus und wünschen, daß es ihnen vergönnt sein möge, beide Trovhäen des Sieges noch länger als ein Jahr in Gelsenkirchen treu behüten zu können. Zwei der Neujahrswünsche des blonden Fritz Szepan sind in Erfüllung gegangen. Möge auch der dritte. der Deutschland als Weltmeister sehen möchte, seine Erfüllung finden. * Endsviele haben es immer in sich. Das wissen die vielen Freunde des Fußballs und deswegen wollen sie dabei sein. Daß die Gelsenkirchener Anhänger den Schalkern ihre moralische Unterstützung angedeihen lassen würden, wer wollte daran zweifeln. Und so war es kein Wunder, daß die Nachfrage nach Karten so groß war. daß sie nicht befriedigt werden konnte. Viele Gelsenkirchener sahen sich vor die bittere Tatsache gestellt, den Stehplatz in Köln mit einem Sitzplatz vor dem Lautsprecher zu Hause zu vertauschen. Die glücklichen Inhaber von Eintrittskarten aber fanden sich zu dem KdF.= Sonderzug am Sonntagmorgen ein, der vollständig ausverkauft war. Darüber hinaus aber brachten auch die folgenden Eil- und D=Züge noch zahlreiche Freunde aus Gelsenkirchen und Westfalen nach Köln. Gegen 10.30 Uhr startete die Schalker Mannschaft mit der Begleitung. Alle waren in bester Stimmung und gut gelaunt. Ein bißchen Regen haben die Schalker gern und so gab es nichts, was sie aus der Ruhe hätte bringen können. In Düsseldorf kam der Fortunen=Anhang dazu und die kleinen Neckereien konnten beginnen, die man natürlich gerne hinnahm. Denn die Leute aus der Kunststadt sind recht gemütliche Menschen. Die Reichsautobahnen wurden an diesem Tage besonders stark in Anspruch genommen. So sah man lange Kolonnen von Personenkraftwagen aller Art aus allen Gegenden über das glänzende Band dahinrasen. Alles drängte nach Müngersdorf. Am Kölner Hauptbahnhof brachten die Züge immer neue Menschenmassen heran, die sich nur langsam durch die Sperren in die Stadt bindurchwinden konnten. Vor dem Hauptbahnhof hatte man den Verkehr durch Lautsprecher geregelt. Aber trotzdem stürzten sich die Massen auf alle heranrollenden Straßenbahnen, die pfropfenvoll hintereinander zum Stadion fuhren. Daneben brachten auch die Kraftwagen zahlreiche Fußballfreunde hinaus. Leider hatten der Schnee und der Regen der letzten Tage einen Teil der Wege im Stadion gründlich aufgeweicht und mehr als einer versank bis über die Knöchel im Schlamm und Dreck. Aber was nimmt man nicht alles in Kauf für ein schönes und großes Spiel! Schließlich wird den Unser ständiger Svortmitarbeiter hatte nach dem Sviel Gelegenheit, über das Kampfgeschehen zu plaudern. Fritz Szevan war natürlich über den Sieg seiner Elf hocherfreut. „Zum dritten Male mußte es ja eigentlich gelingen. Wenn wir auch vorher einige Besorgnisse zu überbrücken hatten, so sind wir doch mit der inneren Ueberzeugung nach Köln gefahren, diesmal den Pokal des Reichssportführers zu erkämpfen, den wir nun zur„Viktoria“ stellen.“ „Papa“ Unkel. der ebenfalls von dem Sieg seiner Schützlinge überzeugt war. äußerte sich in gleichem Sinne.„Jetzt heißt es weiter rüsten zur Deutschen Meisterschaft, die wir natürlich gerne zum vierten Male erringen möchten.“ Im Lager der Fortuna erkennt man den Sieg der Schalker restlos an. Trainer Flink: „Mich hat das Sviel der Knappen begeistert. Der Erfolg der Schalker ist auf Grund der heute gezeigten Leistungen verdient. Wenn auch Fortuna nicht das Spiel gezeigt hat wie in Hannover gegen Dresden, so muß doch gesagt werden, daß sie auch in einer besseren Spielform gegen das technisch ausgefeilte Können des Gegners kaum westdeutschen Fußballfreunden nicht oft eine Gelegenheit zum Besuch einer derartig großen Veranstaltung geboten. * Merkwürdigerweise begann der Andrang zu den Plätzen, auch zu den Stehplätzen, erst reichlich spät. Im allgemeinen ist man es gewohnt, daß wenigstens schon eine Stunde vor Beginn eines Großkampfes alle Plätze besetzt sind. Nicht so am Sonntag. Man ließ sich Zeit. Rechnete man damit. noch früh genug zu kommen? Die Rechnung hätte unter Umständen nicht aufgehen können. Das Kölner Stadion fast 70 000 Zuschauer und die waren auch da. Die Stadionverwaltung in Köln hatte die wirklich nicht einfache Aufgabe, die Karten so zu verteilen. daß allen Sportfreunden Gerechtigkeit widerfuhr. Der erste Ansturm bei einem Kartenverkauf geht natürlich auf die Sitzplätze, die überall im Handumdrehen an den Mann gebracht worden waren. Mit Stehplatzkarten ist man dabei nicht so ganz eilig. Man liest zunächst einmal die Wettervorhersage für den betreffenden Tag. bleibt mit Erfolg hätte bestehen können. Für uns war der Kampf eine Lehre. Wir haben Schwächen hier und da festgestellt, und diese zu beseitigen, muß unser nächstes Aufgabengebiet sein.“ Pesch. der Torwart und Spielführer der Fortuna=Elf. unterstrich die Worte Flinks.„Schalke hat die Schwächen, die fünf Minuten nach der Halbzeit in unseren Reihen auftraten, geschickt ausgenutzt. Unsere Hintermannschaft war an den Treffern nicht ganz schuldlos; ihr unterliefen einige taktische Fehler. Schade, daß wir in den letzten Wochen auf unseren erkrankten Trainer Flink verzichten mußten. Wir wären sonst besser gerüstet in den schweren Kampf gegangen. den Schalke als die bessere Mannschaft verdient gewann.“ Reichstrainer Herberger äußerte sich in kurzen aber treffenden Worten über den Pokal=Endkampf.„Schalke hat auf Grund der geschlosseneren Mannschaftsleistung verdient gewonnen.“ Grabler. Regensburg, der Schiedsrichter. lobte die sportliche Haltung aller 22 Spieler, die keinen Anlaß zu energischem Einschreiten gaben. es voraussichtlich einnigermaßen gut, dann ist man dabei. Wird das Wetter anders, überlegt man sich die Sache. Man möchte sich nicht gerne einen nassen Pelz holen und bleibt zu Hause. Nun, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Festlich hatte sich das Stadion für diesen Tag ausgevutzt. In einem böigen Wind, der die zerrissene Wolkendecke vor sich hertreibt, flattern die Fahnen des Reiches. des Reichsbundes für Leibesübungen, der beiden Vereine. Mitten im überfüllten Oval liegt der Platz mit seiner saftiggrünen Grasnarbe und keiner abnt, daß er dennoch tief und glatt ist. Das Wetter war nicht besonders einladend. Jeden Augenblick konnte ein Guß von oben kommen. Aber das konnte die Stimmung nicht trüben. Blau=weiße Fähnchen ließen erkennen, wo sich die Anhänger der Schalker eingefunden hatten, die natürlich auch mit den nie fehlenden Trompeten für die nötige Begleitmusik sorgten. Und auf der anderen Seite die Fortunen=Anhänger mit ihren rot=weißen Fähnchen. Welches Heerlager war größer? Unter den Ebrengästen auf der Tribüne sah man den Stifter der wertvollen Trophäe, um die es ging. den Reichssportführer von Tschammer und Osten mit seinem Stabe. Gauleiter Staatsrat Grohé. Gauleiter Staatsrat Florian, den Oberpräsidenten Staatsrat Terboven vertrat Staatsrat Stangier. Weiter bemerkte man die„Männer vom Fach“. Fachamtsleiter Linnemann, Dr. Tandry. den SA.=Obergruppenführer Knickmann, den Gauführer von Westfalen. Lorenz. den Gelsenkirchener Oberbürgermeister, die Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf. Vertreter der Wehrmacht, der Partei. der HJ. und der Stadtverwaltung. * Und worüber unterhält man sich? Ueber die Aussichten? Zum Teil nur, denn kaum einer wagt eine bestimmte Ansicht über den Sieg der einen oder anderen Mannschaft zu äußern. Man weiß nur, daß in wenigen Minuten zwei Mannschaften auf das Spielfeld treten werden, die im deutschen Fußball zur besten Klasse gehören und etwas bedeuten. Daß es ein scharfes Ringen werden wird. darüber war sich jeder klar. Einige wollen für ihr Geld noch mehr haben und sprechen von Verlängerung. Andere wieder glauben, daß das erste Tor gleich die Entscheidung über Sieg und Niederlage bringen wird. Ein ganz Schlauer meint sogar, der Kampf würde erst dann interessant werden, wenn Schalke 04 mit 4:0 in Führung liege. Und zwischendurch ertönt die Stimme des Lautsprechers:„Herr B. aus Solingen wird gebeten. nach dem Spiel seinen Sohn im Dom=Hotel abzuholen“. Auch das gibt es, wenn der Vater mit dem Sohne zum Großkampf geht. Und dieser Fall soll nicht einmalig sein. Und so wird immer wieder durch kleine heitere Zwischenfälle die ohnehin gute Stimmung belebt. Der Zeiger der Uhr rückt näher auf zwei. Aller Augen sind auf den Haupteingang in der Nordkurve gerichtet. Nun müssen sie bald kommen. Gleich kann es losgehen. Und dann die Stimme aus dem Lautsprecher:„Die Zuschauer im Innenraum werden gebeten, sich auf ihren... Platz zu setzen. vorher werden die Mannschaften den Platz nicht betreten" Dieses Kommando zieht. Man lacht über die kleine Kunstpause und im nächsten Augenblick ist die Diszivlin bei den 70.000 eingekehrt. Unter dem Geschmetter der Schalker Trompeten und dem Winken der blau=weißen Fähnchen laufen als erste die Schalker Spieler auf den Platz. angeführt von Kuzorra, und kurz darauf die Fortunen in ihrem rot=weißen Dreß. an der Svitze Pesch. Man versucht sich einige Augenblicke am Ball. Der Schiedsrichter Gabler aus Regensburg pfeift die Spieler zusammen. Photograpben knivsen. Pesch und Kuzorra losen. Kuzorra hat den besseren Teil erwählt. Schalke spielt mit Wind und Sonne. Die Mannschaften stellen sich wie folgt auf Fortuna: Pesch Janes Klutb Mehl Bender Czatka Albrecht Wigold Heibach Zwolanowski Kobiersti Urban Kuzorra Pörtgen Szepan Kalwitzk Berg Tibulski Gellesch Bornemann Sontow Klodt Schalke 04: Nur ein Arteil: Schalke hat verdient gewonnen Urban im Kampf mit dem Fortunen=Verteidiger Janes Mit einem gewaltigen Sprung köpft Kobierski das Leder zum Schalker Tor 13 Potos: van Heekern) 45 Minuten ohne Tor godiersti ist es. der sich vom Anstoß weg gleich durcherzt. Es lausen Gellesch und Sontow hinter ihm her. er soppt sie beide av. muß sich dann aber von Tibulski koppen lassen. Schalkes Mittelläuser schickt den Ball nach vorn. aber der Sturm kann den Ball nicht halten; wieder sind die Fortunen vor Schalkes Tor. In diesem Falle hat sich Bornemann zu weit vorgewagt, wird übersvielt, und wieder rettet Tibulski unheimlich ruhig, sachlich und gründlich. Er ist der Mann, der der Verteidigung Besonnenheit gibt. Und nochmals schickt sich der Düsseldörfer Albrecht in den Angriff. flankt den Bal sehr gut. aber Wigold verpaßt den Ball. Die Stimmung bei den Fortuna=Anhängern steht aus dem Siedepunkt, aber die betrübliche Miene will sich nicht verwischen lassen. Es mußte ein Tor sein! Was hat die FortunenMannschaft jetzt voraus?... Die Wucht, sie setzen alle Kraft daran. um zu Torerfolgen zu kommen. Die Schalker Mannschaft dagegen scheint noch alles abwägen zu wollen Der Innensturm praktiziert noch. Szevan ist weit vorgeschoben. er sucht die Abwehr der Fortunen auf die Festigkeit bin zu prüfen. Hingegen hat der Schalker Tibulski reichlich Arbeit, er muß den zudringlichen Sturm besonders aber den Linksaußen Kobierski. in Schach halten. Die Fortunen gehen nicht von ihrer Spielweise ab, es ist das Gemisch von Wucht, Kraft und Tändele mit dem Ball, um den Gegner zu täuschen und Gassen offenzureißen. Bei Sontow kann Kobierski vorerst noch ankommen, auch Gellesch läßt sich noch einigemale tauschen. Aber da kommt der kleine Berg von links her und setzt Kobierski gründlich zurecht. Ganz unvermutet ergibt sich für Szepan eine Torgelegenheit, herrührend aus einem Prellball, aber Szevan läßt den Düsseldorfer Tormann Pesch früher an den Ball kommen. Die Schalker ermuntern sich. Pörtgen versucht seine Dribblings, aber Bender und Janes treten ihn unbarmherzig in die Hacken, daß er am Boden liegt. Bornemann weiß sich auf dem schweren Boden vorerst nicht zurechtzufinden. Oft startet er zu früh, dann wieder zu spät. Aber Tibulski steht wie ein Schatten einmal hinter seinen Läufern. dann wieder vor dem Düsseldorfer Stürmer. Und immer noch flattert Berg im Felde, ist hier tätig, unterbindet dort einen Angriffsversuch, er legt sich dem Gegner vor die Füße. ist ihm der Boden genommen worden. Schalke will die Fortunen mürbe machen. Ganz will ihnen die Angriffsluß Schalle nicht nedmen, sie sollen angreisen. Die Fortunen dürfen aber keine Miene zum Torschuß machen. dann werden die Schalker Verteidiger wie die Katzen. Ueberhaupt ungleiches Gewicht auf beiden Seiten. Die Fortunen. stämmige, starke Kerle, die Schalker sehnig. schmächtig und lang ausgeschossen. Urban. der Schalker Linksaußen, ist in diesem Spiel das blitzschnelle Wiesel. das an der Linie vorbeisegt und der Abwehr der Fortunen zusetzt. Und gegenüber ist es Kalwitzki, der mit Wechselschritten sich an den Gegner heranvirscht, ihn stehen läßt und Flanken hereinbringt. Aber die Schalker Innenstürmer packen nicht recht zu. Wohl sendet Szepan einen Bombenschuß auf den Kasten. Und dann flankt Urban den Ball kunstgerecht nach innen. Pörtgen kann nur noch im Fallen köpfen; um ein Haar, der Ball wird auf der Torlinie von Pesch aufgesangen. Aber auch auf der Gegenseite hat der Sturm noch nicht das Pulver verschossen. Albrecht und Wigold sind wie bei Schalke Urban und Kalwitzki die treibenden Kräfte. Der Innensturm läßt sich bie wie drüben alles zutragen, ohne aber daraus etwas weiteres zu machen. Wigold köpft auch daneben und Zwolanowski versucht einmal, den Ball aufs Tor zu ziehen, schlägt ihn aber ins Aus. Auf der Gegenseite wischt Bender, der Fortunen Mittelläufer. die Bälle weg, wie er sie erreichen kann. Er ist der Ungestüme, der Kraftvolle, der sich aufopfert bis zum Umfallen. Und Janes steht ruhig da. aber er ist zur Stelle, er schlägt die Bälle aus dem Gewühl. aus dem Gedränge. im freien Stand, er köpft und sieht aufmerksam von Mann zu Mann. Und dann wird Pörtgen von Bender und Kluth ohne Rücksicht niedergemäht, als er sich nicht entschließen kann. den Ball abzuspielen. Auch Kalwitzki muß einen Notschuß loslassen, der auf der Latte landet, weil Czaika auf der Gegenseite den Raum für den Schalker sehr eng hält. Aber Schalkes Angriffe rollen von links und rechts heran, einmal muß Janes die Notbremse ziehen. Urban umspielt dann Kluth in geradezu vorbildlicher Weise, muß sich dann aber von Janes stopven lassen. Es ist ein Gewühl und Gedränge vor dem Fortunen=Tor. Aber es will kein Tor fallen. Auch in ein gut durchdachtes Zuspiel zwischen Urban und Kalwitzki fährt Janes mit einer prächtigen Parade. Und immer wieder greisen diese beiden Stürmer an. aber alles nützt nichts. So verläuft die erste Halbzeit nach einem spannenden Kampf torlos. 3 Tore in der zweiten Halbzeit Schalke 04 macht nun Fortuna den Prozeß. Da sind doch die Schalker Halbstürmer das ganze Spiel nicht recht aufgekommen. Aber dem Spiel eine ungeahnte Wendung zu geben, das war ihr Werk. Als wenn sie es ahnten, daß nun die Zeit zum Toremachen reif wäre. Ein harmloses Zusammenspiel des Schalker Innensturms im Felde scheint die Hintermannschaft von Fortuna nicht sonderlich aufzuregen. Da hat sich aber Kalwitzki in die Gasse gestellt. Kuzorra sendet ihm den Ball. und als die Hintermannschaft des Geaners die Gefahr erkennt, ist es zu spät. Der Ball liegt im Netz. Kalwitzki läßt sich für die Tat beglückwünschen. Und kaum ist der Beifallssturm verrauscht, als Schalle wieder vorn liegt. Pörtgen ist durchgebrannt, legt den Ball nach innen. Janes, Kluth, Bender, Szevan, Kuzorra und Urban bilden ein Knäuel, aber Szepan drückt den Ball zum zweiten Tore ein. Es geht ein einziger Schrei durch das weite Rund des Kölner Stadions! Dreiviertel Stunde haben die Schalker vergeblich um ein Tor gekämpft. und nun fallen zwei schon längst verdiente Tore in einer Minute!— Die Fortunen haben sich nun den Wind aus dem Segel nehmen lassen. Die Schalker legen keinen großen Wert mehr. Tore zu machen, sie wollen aller Oeffentlichkeit, allen Zweiflern, allen Gegnern kund tun, was Fußballsvielen heißt. Und Schalke 04 spielt Fußball, läßt den Ball in einer einzigartigen, flüssigen Linie über den Platz laufen. Jeder einzelne Schalker Svieler wächst zum Ballkünstler aus. Schalke 04 will den Fortunen offenbar zeigen, daß ihnen der Sieg zusteht. Sie lassen die Fortunen abfahren, abgleiten, die Schalker foppen, täuschen. überlisten, lassen den Gegner stehen und fallen, und keiner kann daran etwas ändern. Aber Fortuna legt die letzte Kraft an. Fortuna will sich nicht geschlagen bekennen. Es ist eine tapfere Mannschaft, zum äußersten entschlossen, die nun gegen das ausgezwungene Schicksal ankämpft. Aber Schalke ist schneller, beweglicher, behender, Schalke ist eine Klasse, in die man keine zweite Mannschaft mit der gleichen Güte einreihen kann. Da ist Kobierski noch einmal durchzukommen, er hat Sontow hinter sich gelassen und auch Tibulski ist sogar umgangen. aber Sontow hat sich nicht aufgegeben, er ist nachgelaufen und rettet wieder. Das ist Schalkes Geist, sich nicht aufzugeben; der eine Spieler ergänzt den anderen: ein jeder weiß, wann der Nebenmann einmal schwach ist, dann ist aber der stärkere zur Stelle. Auch Bornemann macht viele Streifen ins Feld. aber Tibulski. als der denkende Kopf. hält die Wacht. Fortuna hat Strafstöße auszuführen. Sie muß Janes eigens aus der Verteidigung holen. Er erzwingt auch eine Ecke, bei der ein Schalker Hand im Torraum macht. Eigentlich unnötig. aber es kann schon einmal im Uebereifer und in Aufregung vorkommen. Diesen Elfmeterball verwandelt dann auch Janes zum Gegenerfolg. Dieser Erfolg läßt den Fortunen=Anhang noch hoffen. Sie feuern ihre Spieler an. die auch wirlich das Letzte versuchen. Sie legen sich noch einmal in den Angriff. aber es fehlt die Kraft, sie hätten tatsächlich einmal eine Ausgleichsgelegenheit gehabt. aber Zwolanowski läßt den Ball auf seinem Rücken abgehen. Es sind nur noch wenige Minuten zu svielen. Schalke läßt sich nicht das Sviel aus der Hand nehmen. Die Svieler zirkeln noch auf engem Raum: sie wissen, daß sie es machen können. Der Gegner ist abgekämpft. Der Schlußpfiff ertönt. Ein Jubel ohnegleichen bricht los. Schalke 04 ist auch Deutscher Pokalmeister, der Gewinner des Tschammer=Pokals 1937. Verdienter Doppelmeister Mit diesem prächtigen Sieg hat die Schalker Mannschaft gezeigt, daß sie wirklich die beste Mannschaft Deutsch lands ist. Dieser Erfolg kann erst recht gewürdigt werden. wenn man berücksichtigt, wie diese Mannschaft in den letzten Jahren dauernd beansprucht worden ist. Punktesviele. Pokalspiele. Abstellung fast der ganzen Mannschaft für den Reichsbund=Pokal, dazu Abstellung zu Länderkämpfen usw. Alles das kostet Nerven und nochmals Nerven. Und wenn eine Mannschaft sich unter diesen schweren Bedingungen die Deutsche und die Pokalmeisterschaft in einem Jahre sichert, dann kann es keinen geben. der irgendwie an der Qualität dieses Mannschaftsgefüges zweifeln kann. In diesem Endspiel hat Schalke wohl das beste und schönste Spiel geliefert, das diese Fußballkünstler überhaupt zeigen können. Hier tat jeder bis ins kleinste seine Pflicht, war einsatzbereit bis zum äußersten. Keine einzige Niete gab es an diesem Tage. Klodt wurde wenig beschäftigt. was aber an ihn herankam, erledigte er mit größter Ruhe und Sicherheit. Den scharfen Elfmeter von Janes allerdings konnte er unmöglich halten. Die Verteidigung mit Sontow und Bornemann war gleichfalls gut. vor allen Dingen gesiel Bornemann mit seinen raumgreifenden Abwehrschüssen. Vom Lauf darf vor allen Dingen Tibulski herausgestrichen werden, den man ohne Uebertreibung als den besten Mann des Platzes herausstellen darf. Mit einer Ruhe und Sicherheit wehrte er ab und mit einer Klugheit baute er auf, daß wir ihn auch einmal bei größeren Aufgaben sehen möchten. Gellesch und Berg gaben sich nichts nach. Sauber waren ihr Stopper und ihr Zusviel und oft mußte der gegnerische Sturm bei ihnen Kehrt machen. Der Schalker: Sturm lief gleichfalls zu einer prächtigen Form auf. Szepan liegt der Posten eines vorgeschobenen Angreifers anscheinend sehr gut, dazu kam eine recht gute Verständigung mit seinem Schwager Kuzorra. Pörtgen wie immer ein Reißer, der der gegnerischen Verteidigung viel Kopfzerbrechen machte. Kalwitzki und Urban konnten durch ihre schnellen Durchbrüche besonders gefallen und mehr als einmal mußte sogar ein Janes die Ueberlegenheit Urbans anerkennen. Von der Fortuna=Mannschaft hatte man eigentlich mehr erwartet. Zwar konnte die Mannschaft zu Beginn des Spieles und am Schluß ein offenes Spiel erzwingen. aber der Sturm war doch zu lasch. Kobierski war in der ersten Halbzeit recht gut und beschwor durch seine plötzlichen Durchbrüche manche Gefahren vor dem Schalker Tor herauf. Auf der anderen Seite war Albrecht nicht der Mann. der aus bisweilen guten Vorlagen etwas zu machen verstand. Da Fortuna zu sehr defensiv spielte. kamen auch die beiden Halbstürmer wenig zur Geltung. Heibach allein konnte es auch nicht schaffen. Die gesamte Läuferreihe arbeitete taktisch falsch, indem sie sich zuviel auf die Verteidigung legte. statt die Außenstürmer wie sonst etwas mehr zu bedienen. Kluth in der Verteidigung war recht schwach, während Janes der beste Mann der Fortunen war. Immer wieder warf er sich in der größten Gefahr dem Gegner entgegen und mehr als ein mißglückter Torangriff der Schalker ging auf sein Konto. Pesch tat seine Pflicht, die beiden Tore von Kalwitzki und Szepan kamen für ihn aber zu überraschend. Schalke hat sich damit vollkommen für die Niederlage vor vier Jahren gerechtfertigt und dazu den Pokal ob seiner besseren Leistungen verdient gewonnen. Eintracht Dortmund bleibt an der Spitze Nur zwei Spiele in Westfalens Handball=Gauklasse. Erwartungsgemäß machte das schlechte Wetter den westfälischen Handballern einen Strich durch das volle Meisterschaftsprogramm. Es kamen nur zwei Meisterschaftstreffen in der Gauklasse zum Austrag. Die Dortmunder Eintracht wußte sich auch zu Hause gegen Svortring Gevelsberg durchzusetzen. Nach einer 0=Halbzeitführung der Dortmunder kam es etwa zehn Minuten nach der Pause zum Spielabbruch durch den Schiedsrichter, da die Südwestfalen keine ordnungsmäßige Mannschaft mehr im Felde hatten. Der Gevelsberger Torwart wurde wegen höchst unsportlicher Vorgänge des Platzes verwiesen und seinem Abgang schlossen sich die meisten Gevelsberger Spieler an. Vorher hatten die Dortmunder noch einen Treifer erreicht, sodaß sie die Begegnung mit 3:0 gewannerk und damit weiterhin an der Spitze stehen, die ihnen jetzt nur noch Hindenburg Minden, allerdings nicht mehr aus eigener Kraft, streitig machen kann. Schade, daß die Gevelsberger bei ihrem ausgezeichneten Können sich absolut nicht mit einer Niederlage abfinden. In der ersten Halbzeit lieferten die Südwestfalen eine durchaus gleichwertige Partie und lediglich den besseren Leistungen der Verteidigung ver dankten die Eintrachtler den 2:0=Vorsprung. Beide Tore wars Lensern. Im zweiten Treffen gab es eine kleine Ueberraschung. da der TuS Holsterhausen den TV. Svenge mit 5:4 schlagen und damit für die Niederlage im Hinsviel Revanche nehmen konnte. In dem harten Kampfspiel behaupteten die Ostwestfalen zwar bis zur Pause eine 3:2=Führung. aber nach dem Wechsel kam der Platzverein mehr und mehr auf, um am Ende noch knapp und etwas glücklich erfolgreich zu bleiben. Durch diesen Sieg haben sich die Wanne=Eickeler vor dem TV. Spenge an die dritte Tabellenstelle schieben können. Großer deutscher Tennistriumph in Melbourne Mit dem verletzten Henner Henkel sowohl Australien auch USA. zu schlagen, das ist keine Kleinigkeit, zumal dieser Dreiländerkampf auf dem regennassen Boden in Melbourne ausgetragen wurde. Im Gesamtergebnis triumphierte Deutschland mit 4 Siegen, 10 Sätzén und 85 Spielen über USA. mit 2 Siegen, 5 Sätzen und 69 Svielen und Australien mit 2 Siegen. 5 Sätzen und 59 Svielen, und die Einzelergebnisse der Länderkämpfe lauten: Deutschland— USA 2:1. Deutschland— Australien 211. USA.— Australien 111. wobek im letzten Treffen die Zahl der gewonnenen Spiele den Ausschlag für USA gab. Die F3FA tagte in San Remo Der Vollzugsausschuß des Fußball=Weltverbandes hielt gemeinsam mit dem Komitee für die Weltmeisterschaft am Wochenende in San Remo eine Tagung ab. Es wurden hier alle Fragen des in diesem Jahre in Frankreich stattfindenden dritten Weltturniers geklärt. Von besonderer Wichtigkeit sind die Beschlüsse über die südamerikanischen Teilnehmer. So wird nunmehr Brasilien, das seine Meldung rechtzeitig abgegeben hat, ohne Ausscheidung sofort an der Endrunde teilnehmen. Dagegen muß Argentinien ein Ausscheidungsspiel gegen Zentral=Amerika austragen, das am 29. Mai veranstaltet wird. Ein zweites Ausscheidungsspiel wird am gleichen Tage in einer noch zu bestimmenden europäischen Stadt zwischen USA. und Niederländisch Indien, vermutlich in Amsterdam, stattfinden. Dem zentralamerikanischen Verband ist aufgegeben worden, die mit der Wahrung seiner Interessen betraute Nation bis spätestens 1. April zu melden, anderenfalls seine Nennung als zurückgezogen betrachtet wird. Ebenso wurde den Verbänden von Portugal und der Schweiz aufgegeben, ihre Gruppenspiele am 30. April oder 1. Mai in einer italienischen Stadt — es ist Mailand in Aussicht genommen— durchzuführen. Zur Durchführung des Weltturniers hat der Ausschuß die Spieltage wie folgt bestimmt: Die acht Vorrundenspiele der an den Endkämpfen beteiligten 16 Mannschaften werden am 4. und 5. Juni in verschiedenen französischen Großstädten ausgetragen. die noch bekanntgegeben werden. Bei unentschiedenen Kämpfen finden Wiederholungen am 9. Juni statt. Die Spiele der zweiten Runde werden am 12. Juni. Wiederholungsspiele am 14. Juni durchgeführt. Die beiden Treffen der Vorschlußrunde finden am 16. Juni statt. das Endspiel um den dritten und vierten Platz ist für den 17. Juni angesetzt, während das Endspiel um die Weltmeisterschaft am 19. Juni in Paris stattfindet. In der allein acht Gruppen umfassenden Eurovazone stehen in Gruppe 1 Deutschland und Schweden bereits als Teilnehmer fest. In Gruppe 2 nimmt Norwegen mit dem Sieger des Rückspiels zwischen Polen und Jugoslawien am 3. April in Belgrad an der Endrunde teil. Nach ihrem 4:0=Erfolg in Warschau benötigen die Polen nur noch ein Unentschieden. In Gruppe 3 ist Rumänien durch den Verzicht von Aegypten kampflos zu den„letzten Sechzehn" aufgerückt. Die einzige Begegnung in Gruppe 4 zwischen Portugal und der Schweiz ist für den 30. April oder den 1. Mai von der FIFA nach Mailand angesetzt worden. Ungarn erwartet in Gruppe 5 den Sieger aus den Kämpfen zwischen Palästina und Griechenland, die am 23. Januar und 15. Februar stattfinden. Die Gruppe 6 sieht nur noch ein Rückspiel zwischen Bulgarien und der Tschechoslowakei am 3. April in Prag vor. Der Vorkampf in Sofia endete 1:1 unentschieden. Oesterreich ist der Endsieger der Gruppe 7. während in Gruppe 8 noch die Spiele zwischen Belgien und Luxemburg am 13. März in Luxemburg sowie zwischen Belgien und Holland am 3. April in Antwerven noch ausstehen. Die Niederländer haben Luxemburg bereits mit 4:0 geschlagen. Geklärt sind die Dinge nunmehr auch in der Amerikazone, wo USA. und Niederländisch=Indien sich am 29. Mai im Ausscheidungskampf voraussichtlich in Amsterdam treffen werden. Die Gruppe Zentral=Amerika umfaßt die Landesverbände von Columbien. Costa Rica. Cuba. El Salvador. Holländisch=Guyana und Mexiko. Diese Grupve wollte endgültig zwei Teilnehmer nach Frankreich senden. doch hat die FIFA endgültig entschieden, daß ein Vertreter bis 1. April namhaft zu machen ist, der am 29. Mai in Europa gegen Argentinien einen Ausscheidungskampf zu liefern hat. Die Südamerika=Zone ist allein durch Brasilien vertreten, das sogleich an den Endkämpfen teilnahmeberechtigt ist. Dazu kommen Italien als Verteidiger des Weltmeistertitels und Frankreich als Ausrichter des Fußballweltturniers, deren Mannschaften von jeglicher Ausschei dung befreit sind.— Fußball im Tschammer=Pokal=Endspiel in Köln: Schalke 04— Fortuna Düsseldorf 2:1 Westfalen: Westfalia Herne— Germania Bochum 3•3 SuS 09 Hüsten— Borussia Dortmuno 1:1 Niederrhein: Rot=Weiß Oberhausen— SSV. Wuppertal. 0:0 Union Hamborn— Duisburg 99. 6:3 ViL. Benrath— Hamborn 07..... 0:2 Mittelrhein: Alemannia Aachen— BfR. Köln 3:3 Rhenania Würselen— Bonner FV. 4:1 Pommern: MTV. Pommerensdorf— Viktoria Stolv 2:1 Germania Stolv— Stettiner SC. 11 Greifswalder SC.— Graf Schwerin Greifswald, 3:5 Brandenburg: Wacker 04 Berlin— Berliner SV. 92. 1:1 Union Oberschöneweide— Hertha BSC. Berlin, 3•3 Tennis=Borussia Berlin—. Nowawes 03... 4:0 Friesen Cottbus— Bewag 4:1 Brandenburger SC.— Viktoria 89 Berlin 2:2 Schlesien: Vorwärts RSV. Gleiwitz— Beuthen 09. 5:4 Preußen Hindenburg— Breslau 0o.„ 3:0 Vorwärts Breslau— Breslau 02. 1:2 Sachsen: Gutsmuts Dresden—. VfB. Leipzig 1:5 Fortuna Leipzig— SC. Planio 3:0 Tura Leipzig— Sopgg. Leipzig...... 2:1 BC. Hartha— Dresdener SC. 1:1 Mitte: Spogg. Erfurt— SV. 05 Dessau 2:2 Thüringen Weida— VfL. 96 Halle 5:4 Nordmark: Hamburger SV.— Viktoria Hamburg. 6:1 Eimsbüttel— Komet Hamburg..... 9•0 FC. St. Pauli Hamburg— Borussia Harburg. 5:1 Phönix Lübeck— FC. 93 Altona...... 1:2 Niedersachsen: Werder Bremen— Germania Wolfenbüttel.„ 5:0 VfB. Peine— Algermissen 1911... 0:1 Linden 07— VfL. Osnabrua 011 Südwest 1. FC. Kaiserslautern— Wormatia Worms. 2•4 Württemberg: 1. SSV. Ulm— Stuttgarter Kicker 0:1 Sportfreunde Stuttgart—. FV. Zuffenhausen. 7•1 Bayern: München 1860— FV. 05 Schweinfur. 5:0 Beicht wieder Deutsche Meisterin Maxi Herber Zweite vor Sophia Schmidt in Köln Das Kölner Eis= und Schwimmstadion stand am Wochenende von früh bis spät ganz im Zeichen der Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlaufen. Wurde am Vormittag und in den frühen Nachmittagsstunden das gesamte Pflichtprogramm erledigt, so brachte der Abend bereits mit dem Kürlausen der Frauen und Junioren die ersten Deutschen Meister des neuen Jahres. Die junge Titelverteidigerin. Lydia Veicht. München, lag bereits nach den Pflichtfiguren vor ihrer großen Gegnerin Maxi Herber knapp in Front.„Lydia“, die am Sonntag ihren 16jährigen Geburtstag feiert, lief am Abend eine meisterliche Kür, sodaß ihr der Titel nicht zu nehmen war. Maxi Herber gefiel den 6000 Zuschauern. unter denen sich auch der Reichssportführer v. Tschammer und Osten weilte, mit ihrer geradezu mühelosen, temporeichen und mit herrlichen Sprungkombinationen durchsetzten Kür noch besser. Sie wurde auch eine Kleinigkeit höher bewertet, schaffte es aber nicht mehr ganz. Mit weitem Abstand wurde die vorjährige Juniorensiegerin Sophia Schmidt. München, sichere Dritte. Kunstlaufmeisterschaft der Frauen: 1. und Deutsche Meisterin 1938: Lydia Veicht, München, Platzziffer 7, 384,6 Punkte, 2. Maxi Herber, München, Platzziffer 8. 387,7 Punkte. Sophia Schmidt. München, Platzziffer 1° 311 Punkte, 4. Grimmiger, München. Platzziffer 20, 296.8 Punkte, 5. Hertling. Hamburg. Platzziffer 25, 280.2 Punkte. Ulrich Kuhn, Berlin, Juniorensieger. Das Kürlaufen brachte auch die Entscheidung bei den Junioren. Lag nach der Pflicht noch der Münchener Durschel in Front. so ließ der talentierte Berliner Ulrich Kuhn im„Phantasielaufen" alles fast um eine Klasse hinter sich. Der Berliner siegte dann auch sicher vor dem kleinen Schwabacher Hofer. Den Endsieg im Paarlaufen der Junioren holten sich die Münchener Schmidt=Rambold vor Dusold=Hofer(Schwabach). Die Ergebnisse: Meisterschaft der Junioren: 1. Kuhn, Berlin. Platzziffer 7, 152,9 Punkte, 2. Hofer. Schwabach, Platzziffer 10. 147.7 Punkte, 3. Durschel, München, Platziffer 15. 145.5 Punkte. Paarlaufen: 1. Schmidt=Rambold(München) 8.5 10.3 Punkte. 2. Dusold=Hofer(Schwabach) 9.5/10,2 Punkte, 3. Wahl=Ruschke(Nürnberg) 12/10.2 Punkte. Natürlich wieder Herber Baier Und Baier Einzelmeister. Der zweite Abend der Deutschen Eiskunstlaufmeisterschaften in Koln mit den Entscheidungen im Männereinzelund Paarlaufen hatte einen ganz überragenden Zuschauererfolg. 8000 Eissportfreunde, Kovf an Kopf gedrängt, übersüllten die Plätze. Wie am Abend zuvor. erschien auch hier wieder der Reichssportführer als aufmerksamer Beobachter. Der Titelverteidiger bei den Männern, Ernst Baier=Berlin, dessen Vorsprung in der Pflicht doch größer als angenommen war. sicherte sich durch eine stilvolle Kür den Titel ganz klar vor seinem Landsmann Günther Lorenz. der den jungen Münchener Horst Faber überraschend auf den dritten Platz verweisen konnte. Im Paarlausen waren unsere Olympiasieger und Weltmeister Herber Baier natürlich eine Klasse überlegen. Die Zuschauer spendeten jeder guten Leistung starken Beifall. Am meisten wurden Herber Baier„bedacht", die nach ihrem Paarlaufen drei Zugaben(!) geben mußten. Nachdem sich die junge Münchenerin Susi Demoll durch eine überaus sein zusammengestellte und reise Kür den ersten Platz bei den Junioren gesichert hatte, begann die Meisterklasse ihre Entscheidung. Ernst Beier lief mit unerhörtem Schwung. Horst Faber zeigte sich wohl als ein Meister der Sprünge. aber er konnte sein Tempo nicht ganz durchhalten. So kam Günther Lorenz auf den zweiten Platz. Ehrenpreis des Führers für Ostpreußens Hallenturnier Der Führer und Reichskanzler stiftete diese mit Bernstein ausgelegte Silberschale für die große pferdesportliche Winterveranstaltung, die vom 13. bis 16. Januar in Königsberg stattfindet. Die Schale ist mit dem Hoheitszeichen und den drei Königsberger Wappen geschmückt und wurde nach einem Entwurf von Carl=Jan Holschuh in den Werkstätten der Staatlichen Bernstein=Manufaktur Königsberg hergestellt.(Scherl Bildere Rennen zu Nizza. 1. Rennen: 1. Nautons Tamino(Fleury), 2. Lingot. 3. Mareuil. Toto: Sieg 587:10, Platz 110. 16. 21:10. Lg.: 1½. H., 2½. Ferner liefen 9 Pferde. 2. Rennen: 1. de Molas Verbena(Denton), 2. Disraeli, 3. Deucalion. Toto: Sieg 56:10. Platz 24. 24:10. Lg.: 10. 4, 4. Ferner liefen 2 Pferde. 3. Rennen: 1. Sterns Fierabras(Lock), 2. La Gabelle, 3. Alejo. Toto: Sieg 15:10, Platz 11, 11:10. Lg.: K. H., 3. W. Ferner lief 1 Pferd. 4. Rennen: 1. Cointreaus Le Dion(Bonaventure). 2. La Pretantaine, 3. Floreal. Toto: Sieg 20:10. Platz 16 13:10. Lg.: ½. 5. 6. Ferner liefen 3 Pferde. 5. Rennen: 1. Hennessys Organeau(Rochet). 2. Farfadette, 3. Thesee. Toto: Sieg 13:10, Platz 11. 11:10 Lg.: 2½. W., W. Ferner lief 1 Pferd. Rennen zu Pau. 1. Rennen: 1. Mouillefarines Dauneck(Chancelier). Cornac. 3. Le Breuilh. Toto: Sieg 42•10. Platz 15 12:10. Lg.: 2½, 2. 15. Fernerlief 1 Pferd. 2. Rennen: 1. Etchevares Couscous(Dallery). 2 Bastan, 3. Landari. Toto: Sieg 40:10. Platz 23, 85. 27:10. La.: 1½. H., 3. Ferner liefen 10 Pferde. 3. Rennen: 1., Saures Saint Avit(Saure), 2. Dieriko 3 Urfa. Toto: Sieg 27:10. Platz 14, 12:10. Lg.; 4. 6 W. Ferner liefen 3 Pferde. 4. Rennen: 1. Etchevares Bean Luron(Pelat). Moron. 3. Nouvelle Mode. Toto: Sieg 16:10, Platz 21. 1:10. Lg.: 7###2, 1. Ferner liefen 4 Pferde. Rennen: 1. de Bonands Hosvodar(Pueyo).* 0. Florentin, 3. Angelita. Toto: Sieg 66:10. Platz 21. 15 18•10. La: J. 1½, ½. Ferner liafen 8 Me. 106 21, 15, 4 Auch In Herne bei Koopmann Werbeveranstaltung für das Deutsche Turn= und Sportfest in Breslau Die Herner Turn- und Sportvereine vor neuen Autgaben.— Wichtige Vereinsführerbeiprechung Im Reichsbund für Leibesübungen bei Koopmann.— Vordringlichlte Aufgabe: Alles für Breslau.— Außer den Turnvereinen müllen lich auch alle übrigen Vereine des Reichsbundes an dieler gigantilchen Kundgebung beteiligen.— Die Ichlelilchen Heimatvereine herzlich eingeladen. Vom Herner Turnklub ichon vierzig Mann für Breslau Itartbereit. Abend mit seinen Jilmvorführungen über Schlesien und Breslau hinweisen. In den letzten Tagen vor dem neuen Jahr und , darauffolgenden Tagen haben wir an „## Stelle in kurzen Rückschauen von den großen Fortschritten, die in den einzelnen Sportsparten des deutschen Turn- und Sportlebens im vergangenen Jahr erzielt wurden, berichtet. Erfreuliche Erfolge ließen sich da nach jeder Richtung vermelden, ein Beweis dafür, daß die aufgewandten Sorgen und Mühen nicht vergebens getan wurden. Sie sind jedenfalls genügend Ansporn und Verpflichtung, sich auch im Jahre 1938 für neue Aufgaben bestens vorzubereiten. Große Ziele sind auch diesmal den deutschen Turnern und Sportlern gesetzt; das höchste ist aber unbestreitbar die gigantische Kundgebung für den deutschen Turnund Sportgedankens in den Tagen vom 23. bis 31. Juli in Breslau. Das ist schließlich der Sinn aller großen Sportseste: Ueber das Bekenntnis der gemeinamen Ziele hinaus das Wirken der Zukunft zu belügeln. Hierzu ist aber ein unerhörtes Maß von Kleinarbeit nötig. Ohne besondere Mühen winkt nun einmal im Leben kein Preis, gibt es auch kein Vorwärts. Es ist daher schon jetzt erforderlich, die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen, damit Breslau ein hundertprozentiger Erfolg gesichert wird. Aus diesem Grunde trafen sich am letzten Freitag die Vereinsführer der Herner Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen. Besonders stark war der Besuch allerdings nicht, er hätte weit besser sein können und auch müssen. Ob hier Unwissenheit oder auch Gleichgültigkeit vorliegen, läßt sich natürlich sehr schwer behaupten. Immerhin erheben wir unsere warnende Stimme, wach zu sein und die Zeichen der Zeit und auch die jeweiligen auf der Tagesordnung stehenden Punkte richtig und gewissenhaft zu verflehen, ehe es zu spät ist. So begrüßte denn in Abwesenheit des Ortsgruppenleiters des Reichsbundes für Leibesübungen, Pg. Dr. Suberg, der zu einer weiteren Uebung beim Militär weilt, sein Stellverkreter. Oberstudienrat Kracht, die Erschienenen und sprach ihnen ferner die Glückwünsche zu einem erfolgreichen neuen Jahr aus. Er wies dann auf den wichtigsten Besprechungspunkt des Abends hin, auf die Verbeveranstaltung für das Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau, die bereits am kommenden Dienstag, dem 11. Januar. im Saal Koopmann steigen müsse. Eine Verlegung des Termins sei nicht mehr möglich gewesen, weshalb diesmal ganz besonders alle Kräfte angespannt werden sollten, um einen vollen Erfolg an diesem Abend zu erzielen. Der Versammlungsleiter gab dann weiter das ungefähre Programm für den Abend bekannt, wo turn- und sportliche Arbeiten, Ansprachen und Filmvorführungen vorgesehen sind. Die Erläuterungen zu den Filmen gibt ein Herr Mangold aus Berlin, der auch über Breslau, Schlesien und das Programm für das Deutsche Turn- und Sportfest sprechen wird. Als Eintrittspreis ist ein Entgelt von 20 Pf. festgesetzt, während die Jugendlichen der dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossenen Vereine unter Vorzeigung ihres Ausweises freien Eintritt haben. Bis zum Schluß der Veranstaltung hat die Abrechnung über die den Vereinen zugestellten Eintrittskarten zu erfolgen. Der evtl. Ueberschuß aus den Einnahmen dient zur Unterstützung der minderbemittelten Turner und Sportler für die Fahrt nach Breslau. Diese Mitteilung müßte allein für turn- und sportbegeisterte Interessenten Grund genug sein, restlos, also in Massen zur Stelle zu sein, um durch ein hohes Einkommen an Eintrittsgeldern anderseits minderbemittelten Volksgenossen die Reise nach Breslau zu ermöglichen. Die Herren Hampe. Brinkmann und Graß wiesen ebenfalls auf die hohe Bedeutung gerade des 16. Deutschen Turn- und Sportfestes hin, weshalb alle Mittel und Wege ausgenutzt werden müßten, um der Werbeveranstaltung am kommenden Dienstag im Saale Koopmann ein volles Haus zu bescheren. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch vor allen Dingen die schlesischen Heimatvereine auf diesen hinweisen * Weitere aktuelle Themen Weiter wurde dann noch bekannt, daß auch in diesem Jahr eine Saalveranstaltung„Leibesübungen in bunter Folge" durchgeführt werden wird. Als vorläufiger Termin ist Mittwoch, 6. April. vorgesehen. Die Veranstaltungsstätte liegt dagegen noch nicht fest. Bereits am 19. Januar treffen sich bei Koopmann die Vereinsführer mit ihren Fachschaftswarten, um sich über die Programmaufstellung schlüssig zu werden. Abschnittsdietwart Brinkmann wies nochmals auf die Aufgaben und Pflichten der Vereinsdietwarte hin, wobei er auf die Ausfüllung eines Fragebogens aufmerksam machte, der die mannigfaltigsten Fragen enthielte und genau und schnell beantwortet werden mußte. Herr Hampe gab Aufklärung über das bevorstehende Turn- und Sportfest und erinnerte daran, daß die Bresl. Fragebogen auch als Leermeldung zurückgeschickt werden mußten, und daß beim Herner Turnklub sich bereits 40 Teilnehmer zur Jahrt nach Breslau angemeldet hätten. Der Vertrauensmann der Deutschen Sporthilfe. Lehrer Gustav Bäcker, erläuterte nochmals den richtigen und erfolgreichen Weg. den man bei Eintritt von Sportunfällen zu beschreiten habe. Dann wäre es einfach ausgeschlossen, daß Verletzte unnötig lange auf die Auszahlung der Unterstützung zu warten brauchten. In seinem Schlußwort streifte Oberstudienrat Kracht zusammenfassend alle behandelten Punkle und bat, für das Gelingen der Werbeveranstaltung am kommenden Dienstag und für das Deutsche Turn- und Sportfest als vordringlichste Aufgaben sich einzusetzen. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer und den Reichssportführer wurde die sehr interessante und ersprießlich verlaufene Sitzung geschlossen. Nur Teilung der Punkte auf dem westfaliaplatz Ein Treifen mit kaum durchichnittlichem Niveau.— Herne mußte Mittelläufer erletzen.— Die Gälte boten eine große kämpferilche Leiltung.— Welttalia wurde erlt in der letzten Viertelltunde wach. Westsalia Herne- Germania Bochum 3:3(1:1) Es kam diesmal, in dem gestrigen Treffen der beiden Vereine, ganz anders, als wie die meisten Besucher wohl angenommen hatten. Bekanntlich hatten die Herner im Spiel der ersten Serie ganz klar mit 3:0 gewonnen, trotzdem sie den größten Teil des Treffens nur 10 Mann im Felde stehen hatten. Wenn auch die Gäste ihren guten Spieler Kölling, der ja nach Aachen zur Alemannia abgewandert ist, nicht zur Verfügung hatten, so boten sie insgesamt eine beachtenswerte kämpferische und auch spielerische Leistung. Sie waren ihren Bastgebern fast im Verlauf des ganzen Spielgeschehens wohl ebenbürtig. Nur in der letzten Viertelstunde suh es für die Germanen aus Bochum äußerst kritisch aus, o daß das Unentschieden reichlich aft auf des Mesers Schneide stand. Aber vorher konnte man von einer derartigen Herner Ueberlegenheit weniger merken. Die Gäste kämpften von Beginn an mit letztem Einsatz, während es die Herner anscheinend langsamer gehen lassen wollten. Das sollte ihnen aber, wie auch der Verlauf des Treffens bewies, schlechter als geahnt bekommen. Dazu kam noch, daß die Westfalia an Stelle ihres etatsmäßigen Mittelläufers eine andere Kraft stehen hatte, die aber, wenn man die letzte Viertelstunde außer Betracht läßt, überhaupt nicht entscheidend in den Gang der Handlungen eingreifen konnte. In der Mitte klaffte meistens ein großes Loch. das die beiden Seitenläufer auszufüllen versuchten, was natürlich nicht immer gelingen konnte, da die Außenläufer genügend Arbeit mit den gegnerischen guten Außenstürmern hatten. So hatte das Herner Sviel oft überhaupt keine klare Linie. und doch mußte man sich wundern, da sich auch im Schlußdreieck bedenkliche Schwächen auftaten, daß die Herner Fünferreihe drei Treffer erzielen konnte. Allerdings ließen die Westfalen auch einen Elfmeter aus. während die Besucher eine ähnliche Chance sehr sicher auszunützen verstanden. Auffallenderweise lag auch noch eine sehr gereizte Stimmung über diesem Treffen, denn beiderseits wurden reichlich viel Unfreundlichkeiten ausgetauscht. Hierdurch sank wiederum das Niveau des Spieles sehr bedenklich, es wurde dann reichlich verkrampft hantiert, wie man es schließlich in jeder anderen Klasse auch wohl vorgesetzt bekommt. Mit ähnlichen Leistungen werden allerdings die Westfalen nächsten Sonntag im Treffen gegen Borussia Dortmund nicht aufwarten dürfen, dann ist schon mit einem Hereinfall im voraus zu rechnen. Bester Mann auf Herner Seite war unstreitig der Rechtsaußen. seiner besonders regen Aktivität sind wohl in erster Linie die drei Herner Erfolge zuzuschreiben. Dabei wurde er von vornherein besonders ruppig behandelt, ohne sich aber einschüchtern zu lassen. Ihm ware auf ein Haar auch noch der Siegestreffer geglückt. Ihm wäre das Tor zu gönnen gewesen, aber seine Mitspieler verdarben zu viel. Zeitweilig gut waren auch noch Mittelstürmer und Halblinker; letzterer gab weniastens gestern das Leder ab, vertrödelte nur durch seine Reden zuviel Zeit. Westfalias Außenläufer waren gestern allein die wirklichen Arbeitspferde in der Hintermannschaft, der Mittelläufer hatte genug zu tun, um hinter dem Ball herlaufen zu können. Er hatte einen wider Erwarten schwarzen Tag und kam erst in der letzten Viertelstunde etwas in Tritt. war an den drei Toren keine Schuld zuzumessen. Bei den Gästen war das Schlußdreieck ansprechend gut, ferner Mittelläufer, Mittelstürmer und Außenstürmer. Ebenso gut leitete auch der Unparteiische, er war nur reichlich nachsichtig, selbst der eine oder andere Platzverweis wäre zu rechtfertigen gewesen. Trotzdem die Gastgeber gegen den sehr scharfen Wind zu spielen hatten, tauchten sie im Verlauf der ersten Minute vor dem Bochumer Tor auf, mit sehr viel Glück gingen um diese Zeit zwei, oder auch drei Chancen für Herne unausgenützt vorüber. Mit diesem Gedränge vor dem Bochumer Gehäuse waren auch schon die ersten Reibereien fällig, Hernes Halblinker bekam die erste Nummer verschrieben. Also war diesmal nicht der Halblinke der Sünder, sondern Spieler der Gegenpartei, was schließlich an dieser Stelle auch mal festgestellt werden muß. Im Verlauf der weiteren Spielhandlungen aber wurde die Herner Angriffsversuche immer matter, dementsprechend über kamen die Gäste immer besser in Stimmung. Unterstützung fanden sie bei Hernes Mittelläufer und rechtem Verteidiger. Zwei klare Gelegenheiten ließen die gegnerischen Stürmer aus. Erst nach 20 Minuten Spieldauer wurde Hernes Sturm wieder unternehmungslustiger, und schon fiel nach guter Vorarbeit der linken Seite durch den Mittelstürmer unhaltbar der erste Erfolg. Hierdurch waren die Besucher nicht etwa niedergeschlagen, sondern sie verdoppelten ihre Bemühungen und sahen diese auch nach weiteren acht Minuten durch den Ausgleich belohnt, da der rechte Herner Verteidiger die Gefährlichkeit einer Situation nicht klar genug erkannt hatte. Hüben wie drüben hätte auf Grund der Gelegenheiten die Trefferspanne erhöht werden können, aber es blieb bis zum Pausensfiff beim 1:1, wobei die Westfalen durch ihren Halblinken sogar noch einen Elfmeter ausließen. Wenn auch die Besucher nach der Halbzeit gegen den scharfen Wind anzukämpfen hatten, so verstanden sie ihr Angriffsspiel noch gefährlich zu formen. Ja, sie konnten nach mehr als zehn Minuten Spielzeit sogar in Führung gehen. Aber dieses Vorsprunges sollten sie sich nicht lange erfreuen, denn drei Minuten später notierte Hernes Halblinker nach Flankenschlag von rechts unhaltbar den Ausgleich. Noch aber sollte der Kampf nicht entschieden sein, die Gäste versuchten sich immer wieder in schwungvollen Vorstößen, von denen sie einen erfolgreich beschließen konnten. Weil ihr Mittelstürmer unfair gelegt wor den war, gab es diesmal für Bochum einen Elfme ter, der sicher verwandelt wurde. Jetzt erst drehten die Herner restlos auf, während die Gäste hinten dicht zu machen versuchten. Es half aber alles nichts, ein Durchspiel von links verwandelte der Rechtsaußen sehr sicher nochmals zum Ausgleich. Klar beherrschten die Gastgeber in der letzten Viertelstunde das Spielgeschehen. Nur mit viel Glück konnten die Bochumer weiteres Unheil bannen. Es ging vor dem Bochumer Gehäuse drunter und drüber, es roch sehr oft nach einem vierten Herner Tor. Nur mit letzter Kraft und durch vielbeinige Verteidigung konnte weiterer Schaden durch die Gästespieler verhindert werden. Hoffentlich haben aber die Gastgeber aus diesem Spiel die Lehre gezogen, daß man am nächsten Sonntag gegen Dortmund mit weit besseren Leistungen aufwarten muß, wenn man nicht auf eigenem Platz auf die Verliererstraße geraten will. blatter Sieg von Börnig über den Tabellenletzten hundert Zuschauer hatten sich zu diesem Meisterschaftsspiel eingefunden, und diese werden noch BfB Börnig— BV 12 Gelsenkirchen 4:0(1:0) Westfalia Buer— Union Gelsenkirchen ausgef. Schwarz=Gelb Gladbeck— BfB Bottrop 2:3 Delog Rotthausen— SpV 08 Erle ausgef. Gelsenguß Gelsenk.— Sportfr. Gladbeck 4:1 B#B Börnio- BB 12 Gelienkirchen 4:0(1:0) Kaum enttäuscht abgezogen sein. Nicht etwa wegen schlechter Leistungen des Platzvereins, nein, wegen der undisziplinierten Mannschaft der Gäste. Gewiß, die Bodenverhältnisse waren schlecht, aber man hat schon auf weit schlechteren Plätze Spiele ausgetragen. Der Schiedsrichter gab daher auch das Leder frei. Zwanzig Minuten nach der Pause wurde ein Elfmeter gegen BV 12 verhängt, und schon setzte ein lebhaftes Gerede ein. Der Schiedsrichter blieb aber hart und ließ den Elfmeter ausführen. Kurz darauf wurde ein Gelsenkirchener unsportlich und sollte den Platz verlassen, die ganze Mannschaft wollte zuerst mit, besann sich aber noch frühzeitig genug. Aber ein Spieler nach dem andern meldete sich ab, dann bat der Gelsenkirchener Spielführer den Leiter, das Spiel abzubrechen, sie verzichteten auf ein Weiterspielen, so daß das Treffen 20 Minuten vor Schluß beendigt wurde. Die Börniger hatten für einen Verteidiger einen Ersatzmann einstellen müssen, sonst trat die Elf in der gemeldeten Aufstellung an. Im Verlaufe des ganzen Spieles waren die Gastgeber überlegen, aber es wollten keine Tore fallen, der Morast vor dem Gästetor ließ Erfolge kaum zu. Erst ku., vor der Halbzeit war der erste Erfolg fällig. Eine Linksflanke täuschte der Halblinke geschickt, und unheimlich scharf schoß Franz Humpert ein. Nach der Pause war es ganz mit den Gästen vorbei. Tore hingen nur so in der Luft. Durch eine Fehlentscheidung kamen die Börniger um ein Tor, dann gab es eine 11=m=Entscheidung für den Platzbesitzer. Roman verwandelte diese glatt. Vom Anstoß an zog Franz Humpert erneut davon und knallte zum 3. Tor ein. Dann mußte ein Spieler der Gäste vom Platz, aber es dauerte wohl fünf Minuten, bis dieser das Feld geräumt hatte. Roman erwischte weiter das Leder, zog auf und davon, umspielte zwei=drei Gegner, und der Gast lag mit 4:0 im Nachteil. Nun verließen einzelne Gästespieler den Platz, bis es zur oben erwähnten Spielbeendigung kam. Immerhin hatten die Börniger einen feinen und beachtlichen Sieg errungen und dürften in der Tabelle einen guten Rutsch nach oben gemacht haben. nreis Bochum erledigte nur fünf Pokalspiele In Herne kamen Fortuna und Herne-Süd zu knappen Erfolgen.— Viktoria fiegte 11:0.— Wanne 11 schlug Reichsbahn 4:0. Das Tauwetter und der Regen machten dem ersten Hernes Pokalsonntag im Kreise Bochum einen dicken Strich ele Eine auffallend schwache Vorstellung gab auch Herne... rechter Verteidiger, sein Nebenmann zur Linken hatte durch die Rechnung. Nur fünf Spiele fanden ihre C rechter Verteidiger, sein Nebenmann zur Linken hatte jdurch In„.. auch nicht den besten Tag erwischt. Dem Schlußmann ledigung, und diese fünf Treffen litten noch unter den miesen Platzverhältnissen. hald mächtige Ueberraschur In Herne hätte es bald mächtige Ueberraschungen abgesetzt. So kamen Fortuna Herne und BV. Herne=Süd nur zu glücklichen Siegen. Nur Viktoria Herne stellte seinen xclassenunterschied unter Beweis und schlug den SpB. 16 Herne zweistellig. Zur Zeit ist es noch nicht bekannt, wann die ausgefallenen Spiele wiederholt werden. Innerhalb der Stadt Bochum kam überhaupt kein Spiel zur Durchführung. Ein Spiel gab es in Langendreer und eins in Wanne. (2) Hansa Herne— Germania Herne(1) ausgef. (1) Constantin Herne— Schw.=W. Herne(2) ausges. (1) BB Herne=Süd— VfL Herne(2) 6:5(2:2) (1) Viktoria Herne— SpV 16 Herne(3) 11:0(6:0) (1) SpV Sodingen— BV Gerthe=Hiltrop(3) ausgef. (1) Fortuna Herne— Rasensp. Wanne(2) 4:3(1:3) (2) SC 19 Wanne— Rasensp. Holhausen(1) ausgef. (3) Kortum Bochum— SFC Laer(1) ausgef. (2) Sp. u. Gerthe— Holsterh.(1) Gerthe n. angetr. (1) Preußen Wanne— Carolinenglück(2) ausgef. (1) Langendreer 04— Bruchstr. Langendreer(3) 7:1 (1) SC Altenbochum— Constantin Bochum(2) ausg. (1) Stiepel 04— Teutonia Stiepel(3) ausgef. (1) Tus 26 Altenboch.— Barathon Bochum(3) ausg. (1) STV Werne— Laer 87(3) ausgef. (1) Rasensport Bochum— Tus Harpen(2) ausgef (1) Teutonia Riemke— Borussia Bochum(2) ausgef. (2) Weitmar 09— SS=Sport Bochum(3) ausgef. (1) Reichsbahn Wanne— SpV 11 Wanne(2) 0:4 (2) Preußen 11 Bochum— Langendreer 07(1) ausg, (2) Querenburg— Concordia Bochum(1) ausgef. (2) Fortuna Bochum— VfB Gerthe(1) ausges. (2) Germ. Kaltehard— Langendreerholz(1) ausgef. (2) Post Bochum— DSC 31 Felsenburg(3) ausgef. (2) Wattenscheid=Hst— Tus Hannibal(3) ausgef. (2) Tus Engelsburg— Friesen Bochum(3) ausgef. (2) Wattenscheid 19— Fort. Wanne=Eickel(2) ausgef. (2) BC Hordel— Phönix Bochum(1) ausgef. (1) FC Bochum=West— Reichsb. Bochum(2) ausgef. (Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die hörigkeit zu der betr. Kreisklasse.) BV. Herne-Süd— OfL. Herne 6:5(2:2) Das hätte beinahe eine Ueberraschung in der ersten Pokalrunde gegeben. Nur dem Vorteil des eigenen Bodens können die Süder den mageren und glücklichen Sieg verdanken. Die Gäste aus Horsthausen legten jedenfalls ein Spiel hin, an dem man seine helle Freude hatte. Leider behinderte die morastige Spielfläche das Spiel sehr stark und stellte an die Aktiven sehr große Ansprüche. VfL. legte gleich vom Anstoß mächtig los und schon nach drei Minuten lag er mit 1:0 in Führung. Nach sieben Minuten kamen die Süder zum Ausgleich und erzielten nach weiteren zehn Minuten den zweiten Treffer. Die Horsthauser konnten aber noch vor der Pause gleichziehen. Nachher gab es reichlichen Torsegen, die Süder legten immer wieder ein Tor vor, aber immer folgte auch prompt der Ausgleich. Kurz vor Spielende war es dann geschehen, wieder hatte Süd ein Tor erzielt, welches die Gäste nicht mehr aufholen konnten, so daß sie mit 6:5 eine ehrenvolle Niederlage hinnehmen mußten. Viktoria Herne— Sp. V. 16 Herne 11:0(6:0) Der Viktoriaplatz war noch in leidlicher Verfassung. Damit hatten die Baukauer kaum gerechnet, denn sie traten mit einigen Ersatzleuten an. Sie sollten das bitter bereuen. Viktoria Herne befand sich in bester Spiellaune, zog alle Register seines Könnens und fertigte den Gast zweistellig ab. Die 16er hatten aber auch keine Aussicht, das Ergebnis zu verbessern. Ununterbrochen rollten die Angriffe der Horsthauser heran, so daß Tor auf Tor fällig war. Beim Seitenwechsel hieß es schon 6:0. Nach der Pause gab es in diesem Schützenfest keine Unterbrechung, zum Schluß hieß es dann 11:0 für Viktoria, und damit war der Weg zur 2. Runde frei. Fortuna Herne— Rasensport Wanne 4:3(1:3) Auch an der Holper Heide hätte es beinahe eine er. Ueberraschung gegeben. In Anbetracht des schlechten Tabellenplatzes des Gastes traten die Fortunen eberfalls mit zahlreichem Ersatz an. Die Gäste machten sich aber nicht bange und griffen gleich forsch an. Ehe es sich die Fortunen richtig überlegt hatten, lagen sie schon mit 0:2 im Nachteil. Dann konnten die Holper Heider ein Tor aufholen, aber noch vor der Pause legten die Wanner einw eiteres Tor vor. Nach der Pause stellten die Fortunen um und nahmen die Ersatzleute in die Hintermannschaft. Nun klappte er besser, aber erst 20 Minuten vor Schluß brachte der linke Läufer von Fortuna einen vom Wanner Ton wart abgewehrten Ball mit seinem Kopf über die Linie. Drei Minuten vor Schluß fiel dann noch der Siegestreffer durch den Linksaußen. Auch hier waren die Bodenverhältnisse ziemlich schlecht, aber bespielbar. Nur ein Handballspiel gab es In hiesiger Gegend. Tus Holsterhausen schlug den TV Spenge 5:4. Weit magerer als im Fußball war die Handballausbeute an diesem Sonntag. Im ganzen Kreis Bochum kam nur ein Spiel zur Durchführung. Die angesetzten Spiele der Bezirks= und Kreisklasse fielen der Witterung zum Opfer. Lediglich in Holsterhausen wurde das Gauligaspiel durchgeführt, um den Gästen aus Spenge die erneute weite Reise zu ersparen. Das Spiel litt unter den sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen, wie diese damals in Spenge ebenfalls waren. Gab es damals einen knappen Sieg der Spenger, so blieb gestern Tus Holsterhausen ebenso knapp erfolgreich. Zur Halbzeit hatten die Spenger sogar eine 3:1=Führung geworfen, doch waren sie dem Endspurt der Wanner nachher nicht ganz gewachsen. Schalke und Fortung in der Schwetz? Schon jetzt befaßt man sich in der Schweiz ausgiebig mik dem Länderkampf gegen Deutschland, der am 6. Februar im Kölner Stadion ausgetragen wird. Die knaonen Niederlagen durch Ungarn und Frankreich, das öberraschende 2:2 gegen den Weltmeister Italien, vor allem aber die so überaus ehrenvolle 1:0-Niederlage gegen Deutschland in Jürich, erfüllen die Eldgenossen mil großen Hoffnungen für das Kölner Rückspiel. In einem längeren Trainingskursus werden die Nationalspieler seit geraumer Zeit zum ersten Male wieder offiztell vorbereitet. Man will unter allen Umständen das neue Länderspteljahr erfolgreich starten. Im Zusammenhang damit klingt auch wieder der Wunsch durch, in Zukunft wieder einen regelmäßigeren Spielverkehr zwischen den Spitzenvereinen Deutschlands und der Schweiz anzubahnen. Vor allem sind es die starken westdeutschen Vereine wie Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf, die man in Jürich gerne begrüßen würde; ist es doch auch den Eldgenossen bekannt, daß in Westdeutschland die Spielart unserer Nationalelf am meisten und erfolgreichsten verbreitet wurde. Bei Fortuna Düsseldorf ist in der Zwischenzett eine Einladung der Grashoppers Jürich eingegangen. Ebmöchte der AIK. Stockholm die Mannschaft noch in dielem Jahre empfangen. Warka Posen hat das schon lange fällige Rückspiel gewünscht. Es int nicht ausgeschlossen, daß Fortung mit diesem Treffen eine Fahrt nach Königsberg und Danzig verbindet. Caspelherr(Herner Turnklub) Kreismeister im Zwölfkampf Die Besten des Kreises Bochum bei den Gerätemeisterschaften in Herne.— Auch schöne Herner Erfolge bei den Einzelkämpfen. Im Saalbau Schneider in Herne=Baukau kamen gestern die diesjährigen Kreismeisterschaften des Kreises erstmalig in dieser Art zur Austragung. Leider war der Besuch nicht wie ihn eigentlich die guten Leistungen, die dort geboten wurden, verdient gehabt hätten. Vielleicht waren das schlechte Wetter oder auch der nicht zentral gelegene Austragungsort daran schuld. Bereits am Nachmittag begannen die Kämpfe und wurden mit den Pflichtübungen an den verschie denen Geräten und dem Pferdkürsprung mit insge samt 7 Uebungen durchgeführt. 12 Teilnehmer stell ten sich zum Kampf, davon schied im Verlauf der Pflichtübungen der Herner Zakoll wegen einer leichten Verletzung aus. Die Veranstaltung lag in Händen des Kreismännerturnwartes Hallerbach vom Baukauer Turn=Club, der auch die Durchführung rei dungslos erledigte. Bereits nach diesen 7 Uebungen setzte sich der favorisierte Herner Caspelherr an die Spitze mit 133 Punkten. Ihm folgten: H. Platzek(Bochum) mit 124,5 Punkten, Fr. Platzek mit 124, Vöpel(H. Tog.) mit 122 Pkt., Friedrich(H. Tog.) mit 119,5 Punkten, Schulte (TuS Carolinenglück) mit 117 Punkten, Wroblewski (Tus Carolinenglück) mit 114 Punkten und Caspelherr, Erich, mit 103 Punkten. Insgesamt wurden während der Pflichtübungen dreimal die volle Punktzahl 20 vergeben, und zwar an Platzek, Fritz(Reck), Bernhard Friedrich(Barren) und Fritz Caspelherr(Pflichtsprung). Für eine gut geturnte Pferdquerübung erhielt der Bochumer Heinrich Platzek 19,5 Punkte. Besonders spannend wurde der Kampf bei den Kürübungen. Jeder bereits in der Spitzengruppe rangierende Turner gab sein Bestes. Natürlich blieben verschiedene Turner von dem bekannten Turnerpech nicht verschont. Vielleicht ist hier die lange Abwicklungsdauer— man hat die Veranstaltung in zwei Abteilungen durchgeführt— nicht ganz schuldlos. Die Fortsetzung am Abend begann mit den Kürübungen. Gegenüber den Pflichtübungen wurde hier die volle Note fünfmal vergeben. Caspelherr, Fritz, erhielt sie als erster für seinen prächtigen Pferdsprung, ebenfalls am Reck erhielt er die gleiche Note. Auch der Bochumer Fritz Platzek kam zweimal zu der vollen Punktzahl, und zwar am Reck und am Pferdquer. Eine ganz hervorragende Leistung vollbrachte der Herner Böpel an den Ringen. die ihm auch wirklich mit 20 Punkten gebührend bewertet wurde. Reicher Beifall war hier wie auch bei allen anderen Darbietungen der Lohn. Bester Einzelturner am Reck und damit Kreisbester wurde Platzek, Fritz. Am Barren gab es gleich 3 Kreismeister und zwar mit Caspelherr, Vöpel und Friedrich, die alle die gleiche Punktzahl 37,5 erreichten. Am Pferdquer wax wieder Platzek, Fritz, mit 38,5 Punkten der Beste. Mit der vollen Punktzahl 40 wurde Caspelherr, Fritz, bester in den Sprüngen. In den Freiübungen war er ebenfalls mit 38,5 Punkten der Tüchtigste. An den Ringen demonstrierte der Herner Vöpel seine Kunst und hatte hier mit 39 Punkten den Titel verdient. Den turnerischen Zwölfkampf gewann wie erwartet der HTCler Fritz Caspelherr überlegen vor Heinrich Platzek(Bochum) mit 216,5 und Vöpel (Herner Tog. 1873) mit 211 Punkten. Eine eindrucksvolle Siegerehrung, vorgenommen durch den Kreisoberturnwart Schmidt(Bochum), beendete die Veranstaltung. Die Einzelergebnisse im Zwölfkampf: (Nachstehende Turner vertreten gleichzeitig den Kreis Bochum bei den Bezirksmeisterschaften.) 1. Fritz Caspelherr(Herner TC) 226 Pkt. 2. Heinrich Platzek(Friesen Bochum) 216,5 3. Willi Vöpel(Herner Turnvereinig. 1873) 211 Röttger sehr knapp unterlegen. Der herner ein sehr lapferer Verlierer. Am letzten Samstag fand in Bochum im großen Saal der Bürgergesellschaft der Endkampf um die Kreismeisterschaft im Federgewicht statt. Es standen sich in diesem Treffen der Herner Röttger 1, BSC 22, und Gänserig vom Polizei=Sportverein Bo chum gegenüber. Vorweg muß betont werden, daß der junge Herner einen sehr sauberen Kampf lieferte und sich seinem großen Gegner fast vollkommen ge wachsen zeigte. Ueber alle drei Runden wurde sehr erbittert gestritten, wobei sich Röttger I vorzüglich aus der Affaire zog. Das Punktegericht entschied sich zu letzt für den Bochumer, der wohl hier und da eine noch ausgefeiltere Technik erkennen ließ als Röttger I Jedenfalls wurde die große kämpferische Leistung des Herners von dem zahlreich erschienenen Besuch herzlichst gefeiert. Weiter fand an gleicher Stätte auch noch ein Mannschaftsmeisterschaftskampf wischen BSK 19 Bochum und VfL Dortmund eine Erledigung, den die Bochumer nach beiderseitigen guten Leistungen mit 9:5 für sich entscheiden konnten. 210,5„ 208„ 206.5„ 197,5„ 181,5 172„ 160„ 144,5„ 4. Fritz Platzek(Friesen Bochum) 5. Bernh. Friedrich(Turnvereinig. 1873) 6. Schulte(Tus Carolinenglück Bochum) 7. Wroblewski(Carolinenglück Bochum) 8. Caspelherr, Erich(Herner TC) 9. Kaufmann(Tgmd. Bochum=Ehrenfeld) 10. Bialleck(Bochumer Verein) 11. Merx(Eintracht Dahlhausen) Als 12. Turner kommt der Herner Turner Zakoll (HTE) für die Bezirksmeisterschaften hinzu. Einzelmeisterschaften (gewertet Kür= und Pflichtübung): Kreismeister am Reck: Fritz Platzek(Friesen Bochum Kreismeister am Barren: Fritz Caspelherr(Herner Turnklub) Willi Vöpel(Turnvereinigung 1873) Bernh. Friedrich(Turnvereinig. 1873) Kreismeister am Pferdseit: Fritz Platzek(Friesen Bochum) Kreismeister im Pferdsprung: Fritz Caspelherr(Herner Turnklub) Kreismeister in Freiübungen: Fritz Caspelherr(Herner Turnklub) Kreismeister an den Ringen: Willi Vöpel(Turnvereinigung 1873) 40 Pkte. 37,5 Pkte. 37,5 Pkte. 37,5 Pkte. Schöne deutsche Erfolge Vierländer-Boxturnier in der Reichshauptltadt Zesse Owens will wieder starten Eine aufsehenerregende Meldung kommt aus Neuyork, wo dieser Tage der dreifache Olympiasieger Jesse Owens bei der Amerikanischen Amateur=Athletik=Union wegen seiner Rückqualifizierung zum Amateur vorstellig wurde. Die Verhandlungen mit dem Schwarzen führte der stellv. Vorsitzende Lyman Byngham, der Owens erklärte, daß ein Gesuch nur dann Erfolg haben würde, wenn er beweisen könne, daß er bei der Ausübung seines Sportes niemals Geld verdient und aus der Volkstümlichkeit seines Namens kein Kapital geschlagen habe. Beide Fragen glaubt Owens mit gutem Gewissen verneinen zu können, denn nach seinen Angaben hat er seinen Unterhalt durch Einnahmen als Dirigent einer Jazzkapelle und als Tänzer auf Varietebühnnen bestritten. Die Wiederanerkennung von Owens als Amateur wird daon abhängen, wie die mit der Entscheidung betrauten Führer der AAU. die Satzungsbestimmungen auslegen. Zur Vorgeschichte ist zu bemerken, daß Owens von der AAll. selbst nicht zum Berufsläufer erklärt worden ist. Als er sich nach den Olympischen Spielen in Berlin weigerte mit der amerikanischen Mannschaft in Skandinavien zu starten, wurde er von den Führern seines Verbandes gesperrt. Als Antwort darauf erklärte der Olympiasieger Berufsläufer zu werden. Er hat auch an einigen Berufsveranstaltungen teilgenommen, so bestritt er u. a. mehrmals Läufe gegen ein Rennpferd. In einer nochmaligen Sitzung hat dann die AAU. Owens aus ihren Listen gestrichen und den schnellen Neger für unbestimmte Zeit disqualiZiert. Der Berliner Polizeisportverein hatte mit seinem Borkurnier, zu dem Frankreich, Dänemark und Irland eine Reihe vorzüglicher Kräfte entsandt hatten, einen großen Erfolg. Der Sportpalast war nahezu ausverkauft, und es gab spannende Kämpfe in den vier vorgesehenen Gewichtslassen. Ueberraschend war, daß in den Vorkämpfen sich keiner der so stark eingeschätzten Iren durchsetzen konnte. Im Weltergewicht mußte Moore(Irland) durch den Leipziger Jahn eine etwas unerwartete Punktniederlage einstecken. Dagegen hatte man dem alten Ringsuchs Mietschke(Berlin) schon einen Punkterfolg über den Dänen Knudsen zugetraut, der auch Wirklichkeit wurde. Im Mittelgewicht setzte sich im ersten Kampf der Franzose Zigan sehr sicher nach Punkten über Köhler (Leipzig) durch, während im zweiten Kampf Campe (Berlin) den Iren Herlihy sicher nach Punkten abfertigte. Hornemann(Berlin) erfocht im Halbschwergewicht einen überzeugenden Sieg gegen Deguerre (Frankreich), der mehrfach angeschlagen war, sich aber über aue drei Runden brachte. Den ersten k.o-Sieg des Abends holte in der gleichen Gewichtsklasse Nielsen(Dänemark) gegen Brannigan(Irland) heraus. Der Vertreter der Grünen Insel war in der dritten Runde gänzlich kampfunfähig und wurde aus dem Ring genommen. In der schwersten Gewichtsklasse waren zwei schöne deutsche Erfolge fällig. Zuerst schlug Voosen (Bonn) den irischen Ersatzmann Kerry überzeugend nach Punkten, und der junge Berliner Nickel ging im Kampf gegen den Franzosen Copin gleich so stürmisch zu Werke daß Copin schon nach einer halben Minute für die Zeit zu Boden mußte. In den entscheidenden Kämpfen waren nur deutsche Siege zu verzeichnen. Im Weltergewicht wurde de: Berliner Mietschke kampflos Sieger, da sich Jahn Im Vorkampf den Mittelhandknochen gebrochen hatte und nicht mehr antreten konnte. Moore(Irland) erklärte sich zu einem Einlagekampf bereit, den er auch sicher nach Punkten gewann. Einen nicht alltäglichen Kampfverlauf brachte die Entscheidung im Mittelgewicht, da hier der Franzose Zigan schon nach kurzem Schlagwechsel mit Campe mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden ging, doch hatte niemand einen Tiefschlag gesehen. Es stellt sich heraus, daß Zigan so an der Faust getroffen wurde, daß sein Ellenbogen in die unteren Körperpartien stieß und so der „Tiefschlag“ erfolgte. Weit vor Ablauf der ersten Runde wurde der Franzose ausgezählt. Einen der schönsten Kämpfe des Abends lieferten sich der Berliner Hornemann und Nielsen(Dänemark) im Coubertins Herz nach Olympia. Noch im Frühjahr wird die nach dem Tode des Ehrenpräsidenten des JOK und Begründers der modernen Olympischen Spiele, Piere de Coubertin, angekündigte Ueberführung seines Herzens nach Olympia stattfinden. Im Anschluß an den in der Zeit vom 18. bis 22. Mai in Kairo stattfindenden Kongreß will der Präsident des JOK, Graf Baillet=Latour, alle Mitglieder zu einer Reise nach Athen auffordern und an der klassischen Stätte Olympias eine Gedächtnisfeier veranstalten. Sonstige Sportnachrichten Graaf übersiedelt nach Berlin. Einer der tüchtigsten deutschen Bahntamgewichtler, Alfred Graaf(Hamburg), wird in den nächsten Tagen von der Hansestadt nach Berlin übersiedeln. Der frühere Deutsche Meister tritt der Boxstaffel der Berliner Verkehrsgesellschaft(BVG) bei, die erst vor we Das ist der Tschammer=Pokal, den Schalke 04 gestern in Köln errang. (Schirner=M) nigen Wochen in Europameister Nürnberg wertvollen Zuwachs erhielt. Helmul Schön, der Mittelstürmer des SC Dresden und Halbrechte de Nationalmannschaft, hat sich nach dem Sporksanatorin Hohenlychen begeben, wo der Spezialist Prof. Gebhardt d Knieverletzung des Dresdners behandeln wird. Chelsea spielt in Dänemark. Chelsea London wird nach Schluß der Meisterschaftsspiele auf dem Inselreich eine Wettspielreise nach Dänemark antreten. Es sind drei Kämpfe, am 16., 18. und 20. Mai in Kopenhagen abgeschlossen worden. Gegner der Engländer, die in der Tabelle einen Mittelplatz einnehmen, werden in allen drei Spielen dänische Auswahlmannschaften sein. Millionen Rundsunkteilnehmer Berlin, 8. Jan. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich hat mit Beginn des Jahre 1938 die Neun=Millionen=Grenze überschritten. Sie betrug am 1. Januar 1938 9 087 454 gegenüber 8 795 967 am 1. Dezember 1937. hat also im Laufe des Monats Dezember um 291 487 Teilnehmer zugenommen. In den letzten fünf Jahren hat sich die Teilnehmerzahl mehr als verdopvelt, denn sie betrug am 1. Februar 1933 nur 4 427 600. Am Anfang des Jahres 1937 zählte der deutsche Rundfunk 8167 957 Teilnehmer. Der Weg von der 8. zur 9. Million innerhalb des vergangenen Jahres ist genau betrachtet in acht Monaten geschafft worden, da die Monate Mai bis September keine Zunahme, sondern den üblichen Sommerabgang auswiesen. beim Verbrennen von Weihnachtsbäumen Alljährlich entsteht ein erheblicher Sachschaden dadurch. daß die trockenen Tannenzweige von Christbäumen unvorsichtig verbrannt werden und dabei den Ofen auseinandertreiben. Außer den beträchtlichen Unkosten, die durch das Neusetzen des Ofens entstehen, ist hierbei auch eine Gefährdung von Personen. die Entstehung von Bränden und die Beschädigung von Tavete und Zimmerdecke möglich. Darum: Tannenzweige nur in kleinen Mengen — je trockener die Zweige, umso weniger auf einmal— im offenen Ofen verbrennen! Am besten ist es. die Zweige zunächst in einen Karton packen und täglich beim Feuermachen davon zu nehmen. Dasselbe gilt übrigens auch von Nußschalen. Kirsch= und Pflaumenkernen usw. Aus amtlichen Bekanntmachungen In unser Handelsregister Abt. A Nr. 114 ist bei der Firma Drogen- und Sanitätsmagazin zum Kreuz J. Klische, Herne, am 7. Januar 1938 folgendes eingetragen worden: Der Kaufmann Fritz Klische jr. ist durch Tod aus der Gesellschaft ausgeschieden. Alleinige Gesellschafter sind jetzt Kaufmann Paul Klische und Kaufmann Albert Matthies in Herne. 1 Kommanditist ist ausgeschieden. Amtsgericht Herne. Nach Gotfes hl. Willen entschlief Samstag morgen 6.15 Uhr unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grohmutter und Urgrohmutter, die verw. Löbbering, geb. Köster Im Alter von fast 82 Jahren nach einem erbeitsreichen, christlichen Leben, versehen mit den hl. Sterbesekramenten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Josef Löbbering. Herne, Recklingheusen-Süd, Hamm, Hörde, Düsseldorf und Essen, den 8. Januar 1938. Sei getreu bis in den Tod, und ich will dir die Krone des ewigen Lebens geben. Nach Goltes unerforschlichem Ratschlusse entschlief heute trüh nach langem, schwerem Leiden unsere gute, unvergehliche Tochter, Schwägerin und Tante, die wohlachtbare Sursum corda und Schott’s Messbücher in reicher Auswahl. Buchhandlung Koethers& Röttsches Hermann-Göring-Str. 8, neben dem Postamt Jungfrau Die Beerdigung findet staft am Dienstag, dem 11. d. M., nechmittags 3 Uhr vom Sterbehause, Friedrichstrahe 40, aus.— Das Seelenamt ist Mittwoch morgen 8.30 Uhr in der St.-Bonifatius-Kirche. Allen, denen aus Versehen keine Nachgricht zuging, diene diese Anzeige als solche. Hauptschriftleiker Dr. Leo Reiners, Herne. Stellv. des Hauptschriftleiters Jos. Möller, Herne. Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Dr. Leo Reiners, Herne; für Unterhaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport Jose? Möller, Herne; für Anzeigen 1. V. Willi Hülsmann, Herne. Bildverantwortliche: Ressortleiter. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, Hermann-Göring-Straße 8), nicht an ihre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. XII. 37 über 3500.— Druck und Verlag Koethers& Röttsches, Herne. Jur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig.— Meagenstaffel E. Josepha Flieger Im Alter von 37 Jahren, versehen mit den hl. Sterbesekrementen der röm.-kath. Kirche. Um ein stllles Gebei für die liebe Verstorbene bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Herne, M.-Gledbach, Rheydt, Niedermarsberg, Essen, den 8. Januar 1938. Die Beerdigung findet statt em Dienstag nachmittag 3.45 Uhr vom Sterbeheuse, Horsthauser Straße 20, aus.— Das Seelenamt ist Dienstag morgen 8 Uhr in der St-Josephs-Pfarrkirche. 4-ZimmerWohnung mit allem Jubeh zum 1. 4., Preis 60.— Mark; 2 schöne 3-ZimmerWohnungen z. 1. 2. oder spät. verm. Preis se 45,65 Mark. Zu erfragen: Schüßzenplatz 6, (Büro) Ruf 50300. Entlaufen am 2. Weihnachtstage in Essen sehr großer heller, auffallend schöner Rüde), langhäng. Rute, schwarzer Rücken, gelb. Fell (Kopf hell, hört auf den Namen Argos. Wiederbringer erhält gute Pelohnung. Müller, Essen, Margaretenhöhe Waldlene 43. besorgen schnell und preiswert Koethers 4 Röttsches Herm.=Göring=Str. 8 Aelteren StundenBuchhalter sucht Dur=Schlenkhoff. Friedrichstr. 2. 1938 Der Blinden=Verein Herne erbiktet für nachstehende Mitglieder Aufträge: Kunstslickerei und Häckelarbeiten: Aenne Pützer, Schloßstraße 26. Blumen u. Kränze: Wienholt, Steinweg 4; Tel. 512 94. Schreibmaschinenarbeiten aller Art(Abschriften, Gesuche): Okto Busse. Am Westbach 19. Strick= und Häkelarbeiten: Maria, Makowidk, Nordstcaße 34. Annahme von Reparaturen und Verkaufsstelle Blindenwerkstat: Städtisches Altersheim, Herne Wiescherstraße, Ruf 521 93, sowie bei Wienbolk. Steinweg 7. Ruf 512 94. Blindenwerkstatt des Westfäl. Blindenvereins Ortsgruppe Herne. Kalender Büro und Schreibtisch Taschenkalender Kunstkalender Familienkalender. Abreißkalender, Abreißblocks empfiehlt: Buchandlung Koethers& Köttsches Hermann-Ciöring-Straße 8. neben dem Postamt W Schlegel-Scharpenscel-Brauerei A.-G. Tagesordnung der am 27. Januar 1938 11 Uhr im Parkhause zu Bochum stattfindenden Haupfversammlung. I. Vorlage des Geschäftsberichtes und des Jahresabschlusses. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung des Jahresabschlusses und über die Verwendung des Reingewinns. 3. Entlastung für Vorstand und Aufsichtsrat. 4. Herabsetzung des Grundkapitals um RN 5000.— auf RM1 6000 000,— durch Einziehung der nom. RM 5000.— Vorzugsaktien nach Heimzahlung aus dem Reingewinn gem.§ 5 der Satzung zwecks Beseitigung der Vorzugsrechte Ueber diesen Punkt findet neben gemeinsamer Abstimmung sämtlicher Aktionäre gesonderte Abstimmung der Vorzugsaktien und der Stammaktien statt. 5. Ermächtigung des Vorstandes, auf Wunsch den Aktionären je 5 Aktien zu nom. RM 200,— in eine Aktie zu nom. RMI 1000,— umziitauschen. 6. Aenderung der gesamten Satzung entsprechend der Herabsetrung des Grundkapitels durch Einziehung der Vorzugsaktien und zum Zwecke ihrer Vereintachung und Anpassung an das Aktiengesetz vom 10. f. 1937. Brmächtigung des Autsichtsrats, die sich aus dem Umtausch der Stammaktien gem. Punkt 5 der Tagesordnung ergebende Aenderung der Satzung jeweils vorzunehmen 7. Aufsichtsratswahl. 8. Wahl des Bilanzprüfer: Berechtigt zur Teilnahme sind nur ansere Gesellschafter, sofern sie ihre Aktienspätestene bis zum 2 1 Januar 1935 vor Schluß der Geschäftszeit bei unserer Kasse, der Deutschen Bank in Berlin, deren Zweiggeschätten in Bochum, Duisburg. Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Recklinghausen, Soest, bei einer deutschen Effekten-Girobank oder einem deutschen Notar hinterlegt oder die anderweitige rechtzeitige Hinterlegung in einer dem Aufsichtsrate genügenden dargetan haben. In den beiden letzten Fallen ist der Hinterlegungsschein einen Tag nach Ablaut der obigen Frist einzureichen. Wenn jemand in eigenem Namen das Stimmrecht für Aktien ausüben will, die ihm nicht gehören, so ist dies gem§ 110 AktG. gesondert anzugeben. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß die Versammlung pünktlich um 11 Uhr beginnt. Bochum, am 23. Dezember 1937. Schlegel-Scharpenseel-Brauerei Aktien-Gesellschaft Der Vorstend. zu haben in der Buchhandlung Koethers& Röttsches Hermann-Göring-Straße 8— neben dem Postamt. uel ssansssnsmm