erner Erscheint täglich mit Ausnahmo der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis balbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebeacht; durch die Post monatiich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Nr. 40(Erstes Blatt) Kreisanzeiger für den Stadttreis Herne Sodinger Anzeiger 7 Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Oonnerstag, den 17. Februar 1938 Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe 8 Pf., im Textteil 25 Pf.; Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Zifser= und Auskunftsgebühr 25 Pf. Fernsprecher: Sammel=Nummer 52541„ Drahtanschrift: Anzeiger Hooue. 33. Jahrgang S Zwei Dokumente entlarven Moskau Budenko der SpLl entronnen Der frühere Geschäftsträger Moskaus für Rumänien in Rom eingetroffen 7 Der„Fall Budenko“ endet mit teiner Welt=Blamage für Moskau 7 Die Antwort auf die Drohnote an Rumänien 7 Enthüllungen über das„Paradies“ Budenko in Rom Rom, 16. Febr. Der frühere sowjetrussische Geschäftsträger in Bukarest, Budenko, der vor einiger Zeit überraschend aus der rumänischen Hauptstadt verschwunden war und von dem allgemein angenommen wurde, daß er mit den üblichen Methoden der GPU. nach Sowjetrußland verschleppt und ermordet worden sei, ist in Wirklichkeit aus Rumänien geflohen, um den Zugriffen Moskaus zu entgehen. Budenko hat Zuflucht in Rom gefunden. Das halbamtliche„Giornale d'Italia“ veröffentlicht bereits auf der ersten Seite einen ausführlichen Artikel von Budenko über die wahren Zustände in Sowjetrußland sowie ein Interview über die Geschichte seiner Flucht. Der Artikel des früheren sowjetrussischen Diplomaten beginnt mit der Feststellung:„Ich habe mich für immer und mit Abscheu von den Bolschewisten getrennt.“ Die erste Seite des in russischer Sprache abgefaßten Artikels Budenkos wird vom„Giornale d'Italia“ im Faksimile abgedruckt. * Das ist die Lösung des Falles Budenko: Er ist vor der GPU. aus Bukarest geflohen und über die Grenze Rumäniens nach Rom entkommen. Eine überraschende Lösung. eine Weltüberraschung! Als Budenko, der Geschäftsträger der Sowjetregierung, plötzlich verschwand, beganin nicht nur das Rätselraten, das immer einsetzte, wenn reihum die Sowjetbotschafter und gesandten mit ihrem Personal heimlich oder offen von der GPU. liquidiert wurden. Die Sowjetpresse und ein beträchtlicher Teil der Weltpresse verbreiteten unverschämte Hetzmeldungen über„faschistische Mörder“, die in deutschem Auftrag und für deutsches Geld Budenko beseitigt hätten. Eine Sensationsmeldung jagte die andere. Und das Tollste gestattete sich der Kreml. Wie die Sowjetagentur TASS. am 10. Februar meldete, hatten die Sowiets im Zusammenhang mit dem Verschwinden ihres Geschäftsträgers in Bukarest eine offizielle Note an die rumänische Regierung gerichtet. Moskau sprach in diesem Protést die Vermutung aus, daß Budenko einem„politischen Verbrechen" zum Opfer gefallen sei und forderte von der rumänischen Regierung die Ergreifung wirksamer Maßnahmen zur „Feststellung der Schuldigen und deren strengste Bestrafung". Das war eine Spitzenleistung von Heuchelei. Die Moskauer Machthaber hatten, wie Budenko in seinem Interview nachweist, die Agenten der GPl. nach Bukarest entsandt, die auf fremden Boden den kommandierten Mord auszuführen hatten. Budenko kam ihnen zuvor. Welche Frechheit gehört dazu, daß Moskau nach der Verbrecherparole„Haltet den Dieb“ einen heuchlerischen Protest an die rumänische Regierung richtete! Die diplomatische Maschinerie wurde scheinbar aus Interesse für einen Diplomaten in Betrieb gesetzt, der nach dem Moskauer GPU.=Spruch reif für den Genickschuß war. Und die Presse der sogenannten Demokratien fiel prompt auf den Schwindel herein. Die großen und kleinen Schreier der Weltpresse gaben die Parole weiter. Ein Entrüstungssturm gegen die Regierung Goga erfolgte. Ja, die Sowjetpresse behauptete beim Sturz der Regierung Goga, daß gerade der„Fall Budenko“ ausschlaggebend gewesen sei. Einige Tage später wurde der EntDtungsrummel auch gegen die neue rumänische egierung wiederholt. Die„Prawda“ brachte einen offiziösen Artikel, in dem sie sich mit der„Entführung" des Rätegeschäftsträgers beschäftigte und wiederum von einem Racheakt faschistischer Gruppen sprach. Die neue rumänische Regierung versuche, so wurde behauptet, die Untersuchung der Affäre Budenko hinauszuzögern und die an diesem„scheußlichen politischen Verbrechen“ Schuldigen vor der Entlarvung zu schützen. Dabei seien die rumänischen Blätter, ja sogar offizielle rumänische Kreise, eifrig bemüht„böswillige Erfindungen“ in diede# Sache auszustreuen. Die„Prawda“ wählte deshalb, da die Einzelheiten der Budenko=Affäre dem russischen Publikum gegenüber verschwiegen werden mußten, das neue rumänische Kabinett selbst zur Zielscheibe ihrer Polemik, indem sie hemmungslos dessen hervorragendste Mitglieder mit Schmutz bewarf. Das Blatt scheute sich nicht, seine Ausführungen mit der unmißverständlichen Drohung zu schließen: Die politische und geographische Lage Rumäniens sei keineswegs so, daß die rumänischen Regierungskreise sich erlauben könnten, auf die im Zusammenhang mit dem Fall Budenko erhobenen Fragen einer Antwort auszuweichen. Und Europa machte den Rummel mit! Die Zeitungen brachten geflissentlich die Proteste Moskaus, wie sonst ernst zu nehmende diplomatische Schritte registriert werden. Da bei war der GPU=Skandal in Paris eben erst einige Tage vorher das Tagesgespräch in Paris gewesen: Eine von der GPl. gedungene Mörderin wurden den Händen der französischen Polizei entrissen und in die Somjetbotschaft„gerettet“. Und der Fall Budenko war nur das letzte Glied in der Kette aufsehenerregender Ereignisse, die den Beweis gaben, daß die Hand des Sowjet diktators Stalin offen über die Grenzen der Sowjetunion hinausgriff. Die GPl. arbeitet im Ausland mit der gleichen Sicherheit und Brutalität wie im Inlande Neun Sowjetbotschafter und Gesandte sind von der GPU. zur Hinrichtung„abberufen“ worden. Von dem Personal der Pariser Sowjetbotschaft sind im Laufe der letzten beiden Jahre 45 liquidoert worden, acht davon bekamen den Genickschuß, vier werden als verbannt, zwei als verschollen und 21 als verhaftet gemeldet. Man wunderte sich am Ende, daß es überhaupt noch Sowjetdiplomaten gab. Dieser Beruf war gefährlicher geworden als jeder zivile Beruf mit täglichem Lebenseinsatz. In Kowno wurde soeben der Sowjetgeschäftsträger Bodolski erschossen. Sein Amtskollege in Athen und ein sowjetrussischer Botschaftsrat in Paris haben es vorgezogen, rechtzeitig zu fliehen. Aus Warschau wird berichtet, daß der Botschafter Dawian und sein Botschaftsrat Winogradow wahrscheinlich hingerichtet wurden. Und von dem Berliner Sowjetbotschafter Jurenew. der plötzlich abberufen wurde, war nie wieder etwas zu hören. Das ist ohne Beispiel in der Geschichte: Ein Diktator wütet sinnlos und bedenkenlos gegen die„Elite“ seiner Mitarbeiter, er diskreditiert sich mit den befohlenen Morden selber in den Staaten, deren Gastrecht für die Ermordeten in Anspruch genommen war. Kann in Zukunft überhaupt noch ein Staat es wagen, einen Vertreter eines solchen Machthabers zu dulden, ohne sich selbst in Mißkredit zu bringen, sich lächerlich zu machen? Kann man mit den Todesaspiranten der GPU. überhaupt Politik machen? Der Fall Budenko geht alle an. Was er zu sagen hat, konnten die tausende und zehntausende Opfer der GPU. nicht mehr sagen. Seine Warnung vor Moskau ist eine Warnung an Europa: Europa erwache! Budenko kam der GPu zuvor Rom, 16. Febr. Der frühere sowjetrussische Geschäftsträger in Bukarest. Budenko. schildert in einem Interview im„Glornale d' Italia“, wie er den GPU.=Häschern, die sich bereits in der Bukarester Sowjetgesandtschaft eingenistet hatten, entflohen ist. In dem Interview teilt er mit, daß er von Anfang an in Bukarest das Gefühl hatte, aufs schärfste von Agenten der GPU. überwacht zu werden. Auch habe er bald erfahren, daß man in Moskau über seine Vergangenheit Nachforschungen angestellt und entdeckt habe. daß er im Alter von 14 Jahren an einer nationalistischen Erhebung teilgenommen hatte. als die Wrangel=Armee ihren Vormarsch in Südrußland unternahm. Vergeblich habe er in Bukarest auf seine Frau und sein sechsjähriges Töchterchen gewartet. Schließlich habe er erfahren, daß man sie in Leningrad zurückhalte und nicht abreisen lasse. Heute seien sie sicherlich verhaftet. Er habe den bestimmten Eindruck gehabt, daß sein Leben in Gefahr sei. Am 4. Februar. dem Tage vor der Abreise des sowjetrussischen Gesandten Ostrowski aus Bukarest, sei aus Wien ein verdächtiges Subjekt in Bukarest eingetroffen, das in der Sowjetgesandtschaft Wohnung nahm und sich im dritten Stock völlig abschloß. Niemand habe ihm sagen können, warum dieses Subjekt nach Bukarest gekommen sei. Am 5. Februar habe dieses Subjekt, offenbar ein sowjetrussischer Agent, zusammen mit zwei weiteren Agenten der GPl., die ohnehin bereits in der Gesandtschaft wohnten, ihn gerufen und dreimal von ihm dringend verlangt, daß er in Begleitung der Agenten Bukarest verlasse und sich nach Sinaja begebe. Dieses Ansinnen habe er abgelehnt mit der Begründung, daß er sich nicht wohlfühle. Die Agenten bestanden jedoch dringend auf der Befolgung ihrer Forderung. Daraufhin habe er das Gespräch auf seinen Chauffeur gebracht. Man habe ihm jedoch gesagt, daß dieser nicht nötig sei, da der Mann, der aus Wien gekommen sei, ein sehr guter Kraftfahrer sei.„Aus all dem entnahm ich, daß man mir eine Falle stellen wollte, um mich zu ermorden oder zu verschlevpen. Daraufhin habe ich am 6. Februar die Sowfetgesandtschaft verlassen: aber erst am 10. Februar bin ich von Bukarest abgereist, wo ich mich vier Tage lang verborgen hielt, bis ich dann schließlich die Grenze überschreiten konnte.“ Kabinettsumbildung in Oesterreich Die neue Ministerliste: Schuschnigg Bundeskanzler, Seyß=Inquart Innenminister 7 Umfassende Amnestie Wien, 16. Febr. Um 2.30 Uhr morgens wurde nach vielstündigen Beratungen folgende neue Ministerliste ausgegeben: Bundeskanzler: Dr. Kurt Schuschnigg. Vizekanzler: Feldmarschalleutnant a. D. Ludwig Hülgerth. Außenminister: Dr. Guido Schmidt. Finanzminister: Dr. Rudolf Neumayer. Handelsminister: Ingenieur Julius Raab, Sozialminister: Dr. Joseph Resch. Bundesminister für Inneres und Sicherheitsweisen: Dr. Artur Seyß=Inquart, Landwirtschaftsminister: Peter Mandorfer. Unterrichtsminister: Dr. Hans Pernter, Justizminister: Dr. Ludwig Adamovich. Bundesminister ohne Portefeuille: Guido Zernatto. Dr. h. c. Glaise=Horstenau. Hans Rott. Staatssekretäre für Landesverteidigung: General der Infanterie Wilhelm Zehner, für Sicherheitswesen: Dr. Michael Skubl, für Arbeiter= und Angestelltenschutz: Adolf Watzek. und für die Angelegenheiten der Industrie: Oberstleutnant i. R. Ludwig Stepsky=Doliva. Dem Bundesminister für Land= u. Forstwirtschaft wird ein Staatssekretär für die Angelegenheiten der Forstwirtschaft beigegeben. dessen Ernennung bevorsteht. Der Bundespräsident hat die Vereidigung der neuernannten Minister und Staatssekretäre bereits vorgenommen. Die markantesten Aenderungen in dem neuen österreichischen Kabinett find die Berufung von Seyß=Inquart zum Minister für Inneres und des bisherigen Staatssekretärs Dr. Schmidt zum Außenminister. SeyßInquart wurde gleichzeitig auch das Sicherheitswesen unterstellt, das bis jetzt vom Innenministerium abgetrennt und unmittelbar dem Bundeskanzler unterstellt war. Dabei wurde allerdings der Posten eines Staatssekretärs für Sicherheitswesen beibehalten und damit wiederum Skubl betraut, der gleichzeitig Polizeipräsident von Wien bleibt. Bemerkenswert ist ferner die Berufung des Präsidenten des Gewerbebundes, Raab. zum Handelsminister und des bekannten Verfassungsrechtlers und Wiener Universitätsprofessors Adamovich zum Justizminister. Naab kommt aus der Christlich=Sozialen Partei, während Adamovich politisch nicht hervorgetreten ist. Er war im März 1934 zum Staatssekretär ernannt worden. Eine Rangerhöhung erfuhren der Generalsekretär der Vaterländischen Front. Zernatto, und der bisherige Staatssekretär für die Angestelltenfragen, Rott Unter den Staatssekretären sind Adolf Watzek und Oberstleutnant Stepsky=Doliva neue Männer. Der erste ist Leiter des Arbeitsamtes für Metallarbeiter und kommt aus ehemaligen Linkskreisen. Oberleutnant StepskyDovila ist Industrieller in Salzburg und Vizepräsident der Bundesbahnen. Ausgeschieden aus dem Kabinett sind der Handelsminister Dr. Taucher und der Justizminister Dr. Pilz. Männer der neuen österreichischen Regierung Unsere Bilder zeigen von links nach rechts: Staatssekretär für Sicherheitswesen Dr. Michael Skubl, Bundesminister ohne Portefeuille Guido Zernatto, Bundeskanzler Dr. Schuschnigg. Eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten des neuen Kabinetts ist Dr. Seoß=Inquarn Er wurde im Juli 1892 auf der deutsch=mährischen Sprachinsel Iglau, die heute zur Tschechoslowakei gehört, geboren. Schon in jungen Jahren kam er nach Wien, wo er studierte und das Doktorat der Rechtswissenschaften erwarb. Den Krieg machte er als Offizier der Kaiserjäger mit, wurde mehrmals verwundet und ausgezeichnet. Dr. Seyß=Inquart, der Rechtsanwalt in Wien ist, wandte sich bald nach dem Kriege der Politik zu, wobei er immer auf der gesamtdeutschen Linie stand. 1925 wurde er in den Vorstand des Oesterreichisch= Deutschen Volksbundes gewählt und ist seit 1934 dessen Geschäftsführer. Im Juni 1937 wurde er zum Staatsrat bestellt und mit der besonderen Aufgabe-betraut, die nationale Befriedung zu förderDie Amnestie Wien, 16. Febr. Als erste der innerpolitischen Maßnahmen, die in der amtlichen Verlautbarung über die Unterredung von Berchtesgaden angekündigt wurden, hat die neu gebildete österreichische Regierung weitgehende Amnestie erlassen. Sie umfaßt alle politischen Straftaten, die vor dem 15. Februar ds. Is. begangen wurden, sofern die Täter sich im Inland befinden, und setzt alle politischen Häftlinge in Freiheit. Ferner werden die aus volitischen Gründen angeordneten Entziehungen von Pensionen. Unterstützungen usw. sowie die zahlreichen Maßregelungen von Schülern zurückgenommen. Die amtliche Verlautbarung hat folgenden Wortlaut: „Nach der Umbildung des Kabinetts fand nachts unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers ein Ministerrat statt. In Durchführung der gestern als Verlautbarung angekündigten Maßnahmen beschloß der Ministerrat, dem Bundespräsidenten eine Entschließung zu unterbreiten, in der eine Amnestie für die gerichtlich strafbaren politischen Delikte erlassen wird. Sie umfaßt alle politischen Straftaten. die vor dem 15. Februar ds. Is. begangen wurden. insofern der Täter im Inlande verblieben ist. Sie bezieht sich sowohl auf die Nichteinleitung des Strafverfahrens für die vor diesem Zeitpunkt gesetzten Handlungen, bezieht sich auch auf die Einstellung schwebender Verfahren und auf die Nachsicht der noch zu verbüßenden Strafen. Die Strafnachsicht ist an die Bedingung des Wohlverhaltens bis zum 31. Dezember 1941 geknüpft. Die zuständigen Minister haben beschleunigt die erforderlichen Maßnahmen auszuarbeiten, um die wegen politischer Delikte verhängten Verwaltungsstrafen(Polizeistrafen) sowie Maßregeln auf dem Gebiet der Pensionen. Renten und Unterstützungen sowie auf dem Gebiet des Schul* Von links nach recht: Vizekanzler Feldmarschall=Leutnaut a. D. für Inneres und Sicherheitswesen Dr. Artur Seyß=Inquart, Schmidt. Hülgert h. Bundesminister Außenminister Dr. Guido Reichstag am 20. Februar, 13 Uhr Ganz Deutschland hört den Führer! Berlin, 16. Febr. Der Präsident des Deutschen Reichstages, Generalfeldmarschall Göring, hat den Reichstag auf Sonntag, den 20. Februar, mittags 13 Uhr, einberufen. Auf der Tagesordnung steht die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Eine Bekanntgabe von Dr. Goebbels Der Reichspropagandaleiter der NSDAP., Dr. Goebbels, gibt bekannt: Am 20. Februar, mittags um 13 Uhr, spricht der Führer zum Deutschen Reichstag und damit zum deutschen Volk und zur Welt. Alle Deutschen werden wahrend der Rede des Führers am Lautsprecher versammelt sein. Wer zu Hause nicht die Möglichkeit hat, die Uebertragung der Rede des Führers zu hören, dem wird in Sälen und Gaststätten dazu Gelegenheit gegeben. Die Gau= und Kreispropagandaleiter der RSDAP haben hierfür alle Vorbereitungen getroffen. e wefens außer Kraft zu setzen. Wiedereinstellungen in das aktive Dienstverhaltnis kommen hierbei nicht in Frage. Die Bundeoregierung hat diese vom Geiste der Versöhnlichkeit getragenen Maßnahmen getrossen, um allen bisher abseits gestandenen Staatsbürgern den Weg zur Mitarbeit am Aufbau des Vaterlandes freizumachen und damit den inneren und äußeren Frieden des Landes zu sichern. Der Bundespräsident hat den Staatosekretär Dr. Michael Skubl zum Generalinsptzierenden der österreichtschen Exekutive(volizei und Gendarmerie) ernannt. Staatosekretär Dr. Skubl war bekanntlich schon seit längerer Zeit Generalinspizterender der Bundesvoltzeibehörden.“ „Unser Land hat sich stets als deutscher Staat gefühlt“ Starke innerliche Unteilnahme der österreichischen Arbeiterschaft. Wien, 16. Fedr. Nach der„Reichspost“ beginnen nun auch die übrigen Blätter zu der innerpolitischen Neuordnung Stellung zu nehmen. Das„Neuigkeitsweltblatt“ erklärt:„Wer die Liste der neuen Regterungsmitglieder durchmustert, wird finden, daß in ihr alle wichtigen in Oesterreich vorhandenen politischen Anschauungen vertreten sind. Die Männer, die der Bundeskanzler zur Mitarbeit herangezogen hat, sind Personen seines Vertrauens. Besonderes Gewicht wurde bei der Zusammensetzung des neuen Kabinetts auf eine ausgiebige Vertretung der Arbeiterinteressen gelegt. Der Ruf zur Sammlung, der von der Regierung ergeht, richtet sich nicht nur an die sogenannten nationalen Kreise der Bevölkerung, sondern insbesondere an die noch abseitsstehenden Kreise der Arbeiterschaft.“ Die„Neue Freie Presse“ unterstreicht vor allem die historische Bedeutung der Kabinettsumbildung, indem sle schreibt:„Sicherlich wird eine Geschichtsschreibung alle Umstände, die auf die jüngsten Ereignisse einwirkten, eingehend darstellen und alle Fäden klarlegen. Aber schon heute kann man behaupten, daß unter den gegebenen Verhältnissen das Möglichste geleistet wurde.“ „Unser Land hat sich in allen Epochen als deutscher Staat gefühlt und stete die deutschen Gesamtbedürfnisse beachtet. Das lehren die Bücher der Geschichte, das liegt im Empfinden, in der Ueberlieferung, im Wollen begründet. Wer Oesterreich nur einigermahen kennt, wer eine geographische Lage berücksichtigt, der kann auch darüber nicht im Zweifel sein, daß neben dem aufrichtigen Wunsch, der deutschen Sendung gerecht werden zu können, das aufrichtige Verlangen besteht, mit allen Ländern feste Beziehungen zu pflegen und alle tauglichen Versuche, den Frieden zu sördern, nach Kräften zu unterstützen.“ Die Freude im Die Berliner Morgenolätter kommentieren eingehend das Kommunique über die Begegnung auf dem Obersalzberg zwischen dem Führer und Reichskanzler und dem österreichischen Bundeskanzler. Der„Völkische Beobachter“ schreibt u. a.: Die Begegnung aus dem Obersalzberg. die überall große Ueberraschung und gespannte Erwartung hervorgerufen hatte, hat rasch Früchte gezeittigt. Die amtliche Mitteilung zeigt, daß eine eir freuliche Entspannung in den Beziebungen der beiden deutschen Staaten eingetreten ist. und sie berechtigt zu der Erwartung, daß die Differenzen, die der vollen Durchführung des Abkommens vom Juli 1936 im Wege standen. nun endlich überwunden werden. Denn nichts lastete gleich schwer auf den deutschen Menschen diesseits und jenseits der Reichsgrenzen, als das Bewußtsein einer Kluft zwischen ihnen selbst. Was Deutschland und Oesterreich in den letzten 20 Jahren erdulden mußten, war insofern leichter zu ertragen, als es uns von Fremden. von Menschen nichtdeutschen Blutes zugefügt wurde. Daß diese Fremden aber auch uns und unsere Landsleute im Donauraum durch Androhung von Gewalt daran gebindert haben. unser gemeinsames Leben nach unserem Gutdünken einzurichten, das waren die Schläge, die wir am bärtesten emnfunden haben. In dieser Stunde darf es auch gesagt werden, daß wohl kein Deutscher auf beiden Seiten der Grenze die Not dieser Jahre stärker empfunden hat als der deutsche Führer, dessen erste Heimat das Donauland gewesen ist. Ihn hat das österreichische Problem, hat die Sorge um die österreichischen Brüder auch in jenen Stunden und Tagen unablässig beschäftigt, an denen es ihm nicht möglich war, zu helfen. Deohalb erfüllt uns das Bewußtsein, daß es Adolf Hitlers Initiative war. die zu der erfolgreichen Unterredung in Berchtesgaden geführt hat, mit einer ganz besonderen Freude. Wie wissen, wie groß die Genugenung in allen deutschen Landen heute sein wird, wenn die Nachricht von Berchtesgaden die Runde gemacht hat. Wir hoffen, daß man auch in den Gegenden Europas, in denen das Deutsche nicht Muttersprache ist, ein Gefühl der Entspannung und Erleichterung empfinden wird. Konnte es eine bessere Antwort geben auf die internationale Pressehetze gegen das Reich und auf die Putschgerüchte über Oesterreich, die gerade jetzt wieder mit bewußter Bosheit verbrettet wurden— als diesen neuesten gemeindeutschen Beitrag zum Frieden Mitteleurovas? Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Entgegen dem. was ausländische Blätter zu melden wußten. indem ste davon sprachen, daß gewisse Probleme planmäßig nicht berührt worden seien, wird festgestellt, das alle Fragen der Beziebungen zwischen dem Deutsch Reich und Oesterreich eingebender Erörterung unterzogen worden sind. Die Bestätigung, daß beide Teile an dem Abkommen vom 11. Juli 1936 festzuhalten entschlossen sind. klärt die Atmospbüre. Worin die Maßnahmen bestehen, die beide Teile beschlossen haben, um das Ziel der Unterredung in die Wirklichkeit umzusetzen, ist zur Stunde im einzelnen noch nicht bekannt. Es ist aber bedeutsam genug, daß in diesem Zusammenbang von dem Gesamtinteresse des deutschen Volkes gesprochen wird. London: Ueberraschung u. zögernde Stellungnahme „Es ist nicht unsere Sache.“ London, 16. Febr. Die Beschlüsse die das Wiener Kavinett in seiner nächtlichen Sitzung gefaßt hat, sind für die Londoner Morgenblätter zu spät bekanntgeworden, als daß es ihnen möglich gewesen wäre, zu ihnen in eigenen Kommentaren Stellung zu nehmen. Wohl berichten die Blätter über die letzten Geschehnisse in Oesterreich zum Teil sogar in großer Aufmachung und in sensationeller Weise, dabei stützen sich die Blätter in ihrer Haltung auf die den eigentlichen Kabinettsbeschlüssen vorausgegangenen eigenen Vermutungen und Gerüchte. Im untigen scheint die englische Presse nicht sehr angenehm Übe: rascht, war. gesichts der bisher grundsätzlich törichten Haltung der englische Oessentlichkeit dem österreichischen Problem gegenuber nicht verwundert. Zu lange hat man sich i= London in dem Gedanken gewiegt, daß das deutsche Oesterreich bermetisch vom Reich abgeschlossen. von ihm„unabhängia“, aber in desto größerer Abhängigkeit von westlichen Interessenten gehalten werden könne. So sind die Stimmen der Einsicht in London im Augenblick schwach. „Datly Expreß“ schreibt im Leitartikel. früber oder später sei es unvermeidlich, daß Oesterreich sich mit Deutschland vereine. Im übrigen bestehe absolut kein Grund, daß England sich mit österreichischen Diugen überhaupt befasse. Müsse denn, so fragt das Blatt. der Engländer in den Krieg zlehen, um für Oesterreichs„Unabhängigkeit" zu kämpfen? Müsse ferner der Engländer Deutschland in Harnisch bringen?„Wir haben kein Recht. das zu tun, wir sind es, die beisette zu stehen und uns fernzuhalten haben Es ist nicht unsere Sache, den deutschen Völkern zu verbieten, sich zu vereinigen.“ Die„Times“ vertritt in einem nach verschiedenen Budenko berichtet über die Sowjethölle Ein Augenzeuge sagt die Wahrheit Verelendete Arbeiterschaft 7 Unterdrückung der Nationalitäten Rom, 16. Febr. Budenko schildert in einem ausführlichen Artikel im halbamtlichen„Giornale d Italia“ ein eingebendes Bild über die wahren Zustände in Sowjetrußland und die entsetzliche und katastrovhale Lage im sogenannten„Arbeitervaradies“. Einleitend betont Budenko, daß trotz der Mängel des Regimes das Leben im alten zartstischen Rußland in jeder Hinsicht besser gewesen sei. Budenko berichtet dann ausführlich über die heutigen Mißstände in Sowjetrußland: Der Bolschewismus hat nicht nur seine Versprechungen nicht gehalten, sondern auch das Land„in die schlimmste Knechtschaft geführt, die die Geschichte der Menschheit je gekannt hat". Der Bolschewismus habe jegliche Eigentumsrechte an Grund und Boden abgeschafft, jede versönliche Initiative aufgehoben. Die Bolschewisten haben den Arbeitern versprochen, ihnen die Fabriken und Werke auszuliefern und sie zu den Herren der Lage zu machen. „In Wirklichkeit hat der russische Arbeiterstand noch niemals solche Entbehrungen erdulden müssen wie jetzt in der sogenannten Evoche der Sozialisierung.“ An Stelle der„Kavitalisten“ wurde eine neue Bourgeoiste gebildet, die fast zu 100 Prozent aus Juden besteht und die sich der besonderen Protektion des engsten Beraters von Stalin, des Juden Lazarus Kaganowitsch, erfreut. Alle großen Fabriken, die Kriegsindustrie. Handel und Kleinbandel. sind völlig in jüdischen Händen, während der Arbeiterstand nur in der theoretischen Abstraktion als„Herr der Wirtschaft" vorbanden ist. Nach einer Darlegung der ungemein schlechten Einkommensverhältnisse der Arbeitermassen schildert Budenko dann die Lage der unterdrückten Nationalitäten in Sowjetrußland, insbesondere in der Ukraine. die ein blühender, fruchtbater Garten sei. in dem aber heute fast ununterbrochen Hungerenot herrsche. Die arbeitsamen Bauern der Ukraine wurden zu Zehntausenden hingemordet oder Überfülllen die Gefängnisse.„Das ukrainische Volk ist von einem mahlosen Haß gegen die Bolschewisten erfüllt, weil die ganze Urkraine unter dem Joch eines entsetzlichen Belagerungszustandes jener Beiganten lebt, die das Volk unterdrücken und foltern.“ Die gleiche üble Lage besteht in Georgien, in Armenien, in Weißrußland und in Russisch=Asien. Es sei eine grausame und verlogene Ironie: wenn die Bolschewisten behaupten, das sowietrussische Regime sei das Vorbild der tdealsten Demokratie. Zu den Presseverhältnislen in Sowjetrußland betont Budenko, es gebe nicht eine einzige Zeitung. die nicht kommunistisch sei. keine einzige, die auch nur neutral sei oder die nicht varteigebunden wäre. Schon allein der Verdacht. die Stimme gegen Stalin erhoben zu haben, gelte als der schlimmste Hochverrat und werde mit jahrelangem Zuchthaus, wenn nicht gar mit Erschießen bestraft. So sei in Sowietrußland ein geradezu unerträgliches Regime entstanden, das mit seinen Greueln weder vor der Wissenschaft noch vor verdienten Offizieren. Divlomaten. Beamten und alten Parteisekretären halt mache. „Hunderte. nein Tausende von Gelehrten, Prosessoren und Ingenieuren haben bereite dieses Los erlitten oder werden es noch erleiden.“ Die Prozesse, die dabei inszeniert werden, seien eine reine Farce, so daß unweigerlich alle schließlich„vollkommen ihre Schuld und ihren Hochverrat eingestanden und damit ihr eigenes Todesurteil unterschrieben haben.“ Ich habe selbst diesen Prozessen in Sowtetrußland beigewohnt und kenne besser als jeder andere diesen„ganzen surchtbaren Herenkessel der Zerstörung. in dem bochverdiente und vollkommen unschuldige Personen ihr Leben lassen mußten. So habe ich mich entschlossen, ein für allemal mit dem Bolschewismus zu brechen, der auf mir immer wie der schlimmste Alndruck gelastet hat.“ Bei seinen Reisen in Eurova habe er sich ein klares und genaues Bild von dem grenzenlosen Sturz machen können, den das Rußzland der Gegenwart erlebt.„Ich habe eingesehen, daß es nicht mehr länger möglich ist, auch nur noch einen einzigen Augenblick Zeit zu verlieren, indem ich im Bannkreis des trügerischen Sozialismus des Bolschewismus verbleibe, der die angeblichen eigenen Ideale ins Gegenteil verkehrt und entwertet und es sich herausnimmt, das Reich der Barberei, des Krieges und der gegenseitigen Vernichtung auf die ganze Welt zu übertragen. Die Kenntnis der bolschewistischen Revolution in Rutzland, die ich 25 Jahre lang verfolgt und beobachtet habe, hat mich von der Vergänglichkeit und Feigheit der bolschewistischen Ideologien überzeugt. wenn sie auf das praktische tägliche Leben angewandt werden. Ich bin übergegangen zu der Welt der wahren Kultur, der Zivilisation und der Gerechtigkeit, die entschlossen ist, alle ihre Kräfte zur Verteidigung des Fortschrittes der Menschheit einzusetzen.“ Mit falschem sowjetspanischem Paß entkommen Eine amtliche rumänische Erklärung. Bukarest, 16. Febr. Die Nachricht von Budenkos Eintreffen in Rom hat in Bukarester politischen Kreisen größtes Aufsehen erregt. Am Mittwochabend ist eine amtliche Erklärung folgenden Wortlauts erschienen: „Auf Grund der von den Gerichtsinstanzen der Hauptstadt geführten Untersuchungen wurde ohne jeden Zweifel festgestellt, daß der Geschäftsträger der UdSSR. in Bukarest. Herr Theodor Budenko. auf dem Gebiete Rumäniens keinem Anschlag zum Opser fiel. Herr Budenko befindet sich nicht mehr im Lande und hat, wie aus seiner an das Außenministerium gerichteten Erklärung hervorgeht, Rumänien freiwillig verlassen.“ Aus gut unterrichteter Quelle verlautet hierzu, daß die rumänischen amtlichen Stellen in den letzten Tagen mit der Prüfung eines Briefes beschäftigt waren, den Budenko vor etwa acht Tagen aus Budapest an den damaligen Außenminister Micescu gerichtet hat. In diesem Brief bedankt sich Budenko für die Unterstützung. die er während seiner kurzen Amtszeit von der rumänischen Regierung erfahren habe. Er erklärt weiter, daß er sich in Ungarn aushalte und von dort nach Italien fliebe. um der GPU. zu entgehen, vor der er sich in Rumänien nicht mehr sicher fühle. Dieser Brief ist von Micescu seinem Nachfolger Tatarescu übergeben worden. der die Echtheit des Briefes nachvrüfen ließ. Die Schriftsachverständigen haben ihn als einwandfrei echt erkannt. Ferner ist bekannt geworden, daß sich Budenko noch einige Tage in Rumänien aufgehalten hat, ehe er mit seinem falschen Paß die ungarische Grenze überschritten hat. Dieser salsche Paß ist ihm von der Bukarester sowjetspanischen Gesandtschaft zur Verfügung gestellt worden. die er vorher unter Benutzung einer falschen Ausrede darum ersucht hatte. Damit ist eine Lügenkampagne zusammengebrochen. die in Rumänien von der Sowietgesandtschaft und ihren Anhängern olanmäßig betrieben wurde, um die Atmosphäre zu vergiften. Bis in die letzten Tage haben sich diese Kreise nicht gescheut, das Märchen zu kolvortieren. Budenko sei von einer„faschistischen Organisation“ verschlerpt oder gar getötet worden. Auch die unverschämte sowjetrussische Protestnote an die rumänische Regierung hat, wie erinnerlich, glauben machen wollen, daß ausländische Hände am Werk gewesen seien. Diese nur allzu deutliche Anspielung hat nunmehr durch die amtliche rumänische Erklärung die verdiente Zurückweisung erfahren. Die sowtetrussischen Hetzer haben sich nicht nur unsterblich blamiert. sondern es ist auch zugleich erwiesen. was die Sowietdiplomaten von Moskaus Terror halten. dem sie im Gegensatz zum russischen Volk. das diesem Regiment ausgesetzt bleibt, zu entrinnen suchen, wo es nur immer geht. Menschen, die das Schicksal zwingen Roman von Hans Heuer (Nachdruck verboten) 25. Fortsetzung. Er war mit einem Sprung bei ihr und packte ihr Handgelenk. In seinen Augen war ein Ausdruck, vor dem sie sich unwillkürlich duckte. „Eher?“ „Laß mi in Ruh, verstehst?“ zog sie sich zurück.„I kann nix dafür, wann d’ nix z' tun hast! Und aa bisserl Dankbarkeit hab t wohl aa verdient, wo t in der schlimmsten Zeit zu dir g'halten hab! I hätt mi besser unterhalten können— ich hab's net tan, weil 1—“ „Ich weiß!“ schnitt er ihr die ins Weinerliche übergehenden Worte ab.„Ich müßte dir täglich auf den Knien danken, daß du bei mir bist, müßte dich in Seide und Perlen hüllen für deine Anhänglichkeit, anstatt—“ Er schrie plötzlich wieder:„Laß mich mit deinem Theater zufrieden, verstehst?“ „Theater?“ schrie sie zurück.„Theater in, wann du mir sagst, daß du mi liebst, verstehst? Wann's dir paßt. laßt mi sitzen, wie du deine Frau und deine Kinder hast sitzen—“ „Jetzt ist's genug! Noch ein Wort und „Und du schlagst mi! I weiß eh! Etwas anderes kann man von dir ja net verlangen!“ Verächtlich drehte ste ihm den Rücken zu Er sah ste an. Wozu sich aufregen! Aenderte man etwas damit? Nichts! Also— Er war im Nu wieder ganz ruhig. griff nach der im Aschbecher liegenden Zigarre und tat ein paar kräftige Züge. „Mach dich fertig— wir wollen frühstücken gehen.“ Sie kannte diese krassen Uebergänge von Ruhe zu Wut und umgekehrt an ihm und legte solche Wandlungen nach ihren Wünschen aus. Ein unangenehmer Mensch war er— sicher. Einer. der Lannen hatte wie eine schöne Frau, der reizbar war wie ein Tiger in der Gesangenschaft— aber in den Augendlicken der Vernunst gewann sie doch immer wieder die Oderhand über ihn. weil sie durch ihre außeren Wirkungen die Stärkere war. Wenn er auch manchmal so tat, als lasse ihn das allee kal:— wenn ihn nichts an ihr und an sie gefesselt hätte, hätte e“: nicht gerade sie zur Gefährtin seiner Flucht sich ausgesucht. Einmal würde er auch wieder seine Ordnung haben. wie er sie sich ersehnte. Würde wieder einer sein, der das Geld hausenweis' verdiente— und dann kam ihre Zeit! Die Rolle, die jene Frau Paschinger als Leiterin eines fürstlichen Haushalts spielte, ging dann auf sie über— und sie würde sie besser spielen! Gemeinsam verließen sie das Zimmer und suchten die Frühstücksräume des vornehmen Hotels am Utokai auf. Er äußerlich das Bild eines Menschen, den nichts aus der Ruhe bringen konnte— sie scheinbar in strahlender Laune, wie es sich für eine reizende Frau, die von ihrem Manne angebetet wird, gehört. Der Kellner servierte wort= und geräuschlos das Frühstück, brachte die Zeitungen, die„Herr Hartmann“, jeden Morgen zu überfliegen pflegte— und verschwand mit einer Verbeugung im Hintergrund. Melitta bediente„ihren Mann“ mit filmischer Grazie. legte ihm die Brötchen zurecht, während er flüchtig die erste Zeitung durchblätterte. Kam nur bis zur dritten Seite. sah da ein Bild. unter dem der Name„Inge Paschinger“ stand, sah eine große, über drei Spalten laufende Ueberschrift:„Die Rennfahrerin Inge Paschinger verunglückt!" und las: „Inge Paschinger, die erst seit einigen Monaten bekannt gewordene Rennfahrerin, letztjährige Tennismeisterin von Oesterreich, beteiligte sich mit ihrem WaWWagen an dem Rennen um den Großen Preis von Monaco. An der Grimaldischlucht, an der sich auch schon im vorigen Jahre ein bedauerlicher, aber noch glimpflich verlaufener Unglücksfall ereignete, versagte aus noch nicht festgestellter Ursache die Steuerung des Wagens. Durch ein in der Erregung des Augenblicks allzu scharfes Anziehen der Bremsen geriet der Wagen ins Schleudern und stürzte den hinter der Schlucht liegenden Abhang hinunter. Inge Paschinger wurde mit schweren, lebensgefährlichen Verletzungen unter den Trümmern ihres Wagens hervorgezogen und in das Krankenhaus von Monaco gebracht Ueber Inge Paschingers Leben waltet ein Unstern. Gerade an dem Tage. an dem ihr Vater. der von den Wiener Bebörden gesuchte Bankier Leopold Paschinger. die wahrscheinliche Flucht ins Ausland der sicheren Versaftung vorzog. gewann sie die österreichische Tennismeisterschaft. Ein tapferes, modernes Mädchen, mit Vorzügen des Körpers und des Geistes ausgestattet, nahm sie ihr Schicksal selbst in die Hand, war kurze Zeit als Pressephotographin tätig und nahm das Anerbieten der Wiener Automobil=Werke, für sie Rennen zu belegen, an. Am Anfang einer erfolgreichen Karriere stellt ihr ihr Mißgeschick abermals ein Bein. Wie wir nachträglich erfahren, muß Fräulein Paschingers Start in Monaco auf einem Irrtum beruhen. Direktor von Burczik, der die Verunglückte begleitete, war in einem Telegramm von der Zahlungseinstellung bei den WAW. benachrichtigt worden und sollte die Nennung im Großen Preis von Monaco zurückziehen. Wie es dann doch zu dem Start und damit zu dem Unglück kam, bedarf noch der Aufklärung.“ Zeile für Zeile las Leopold Paschinger, ohne daß ihm semand irgend etwas von der Schreckenskunde anmerkte. die er in seinen Händen hielt. Er legte die Zeitung nicht hin, auch als er den Artikel längst zu Ende gelesen, starrte ununterbrochen auf die schwarzen Zeilen, auf das Bild Inges, das sie am Steuer ihres Wagens zeigte, mit einem lachenden Gesicht voll Lebensfreude und Siegeszuversicht. „Laß doch deinen Kaffee net kalt werd'n!“ hörte er Melittas mahnende Stimme, ließ die Zeitung sinken und schaute eine Sekunde lang verständnislos zu ihr hinüber. „Ach so— ja!“ „Was hast' denn?“ Er faltete das Blatt zusammen, legte es sorgsam neben sich auf den Stuhl, griff nach der Kaffeetasse, führte sie zum Munde, setzte sie, ohne getrunken zu haben, wieder hin. Wir fahren mit dem nächstmöglichen Zug nach Monaco!“ sagte er ganz ruhig. Sie blickte ihn ungläubig. Überrascht an. „Nach Monaco?“ Als sie den Namen aussprach, verband sich erst der Begriff damtt, den dieser Name verkörperte.„Wirklich nach Monaco? Polderl, du bist 4a— „Meine Tochter ist dort bei einem Autorennen verunglückt und lebensgefährlich verletzt—“ „Oh—“ Langes Schweigen. bie Melitta sich zu ihm hinüberbeugte und ihm zuflüsterte: „Da kannst" doch net hin— wann s’ verunglückt is. aan doch Menschen um ste, die dich kennen—“ Er machte eine unwirsche Handbewegung. Es i“t von lebensgefährlichen Verletzungen die Rede! Ich muß wissen, was daran ist. und wenn— wenn sie wirklich zugrundegehen sollte daran, will ich ste wenigstens Setten hin schlecht ortentierten Bericht im übrigen die Ansicht, daß es sich bei den letzten deutsch=österreichischen Vereinbarungen um eine Zwischenlösung handeln konne. Daily Mail“ bringt ebenfalls einen ausführlichen Wiener Bericht, der aber im Grunde nichtssagend ist und unter Zugeständnis des großen Fortschrittes in den Beziehungen des Reiches zu Oesterreich ein echt englisches Unverständnis für volksnationale Probleme des Kontinents dußert. Nur mit Ueberwindung wird zum Ausdruck gebracht, daß der Führer einen Ersolg errungen hade. Rom: Wichtiger Beitrag zur Befriedung Europas Rom. 18. Febr. Nach der Veröfsentlichung der Berliner und Wiener Verlautbarung über die Begegnung des Führers mit dem österreichischen Bundeskanzler stellt die römische Morgenvresse übereinstimmend und mit sichtlicher Genugtuung den absolut vositiven Charakter dieser Zusammenkunft und ihrer Ergebnisse sowie die Einmüttnkeit zwischen Berlin und Wien fest. Dabei wird allgemein betont, daß Deutschland und Oesterreich die Grundsätze der Verständigung von 1936 von neuem bekräftigen und an den Ausbau enger und freundschaftlicher Beziehungen herangeben. „Povolo di Roma“ sieht ebenfalls in der Begegnung von Berchtesgaden ein positives und zu praktischer Auswertung bestimmtes Ergebnis in der Geschichte der Beziebungen der beiden Staaten. Dieses Ergebnis stehe auf dem Boden der Verständigung vom 11. Juli 1936 und sei damit auch im Geist der Protokolle von Rom erzielt worden. Es stelle daher einen neuen wichtigen Beitrag zur Befriedung Eurovas dar. Das Verhältnis zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich und die Auswirkungen der Besprechungen zwischen dem Führer und Bundeskanzler Schuschnigg beschäftigen auch die norditalienische Presse in ausgiebigem Umfang. Die zweite Wiener Verlautbarung über die Aussprache wird im Wortlaut veröffentlicht, ebenso die Aus führungen von Papens. Längere Kommentare zu diel Erklärungen und zu der neuen österreichischen Minit# liste finden sich infolge der Kürze der Zeit noch nicht Doch wird betont, daß die Aussprache auf dem Obersalzberg Einmütigkeit über die Durchführung der Abmachungen vom 11. Juli gebracht habe. Die Bedeutung des 12. Februar Die Auswirkung der Begegnung Hitler=Schuschnigg Ein Beitrag zum Frieden Nach Jahren offener oder verhaltener Auseinandersetzungen in Oesterreich, nach dem Auf und Ab der Befriedungsbestrebungen nun dieser glückhafte Tag für den deutschen Staat Oesterreich! Wir vermögen nachzuempfinden, wie in Wien und in allen österreichischen Ländern alle von der Freude über die Wiederherstellung der Freundschaft zwischen den beiden deutschen Staaren erfüllt sind. Auch wir Reichsdeutschen erkennen den 12. Februar als ein bedeutsames Datum der gesamtdeutschen Geschichte. Deutsche reichen Deutschen die Hände. Der Wille zum Frieden unter den Deutschen kam zum Ausdruck in dem in Berlin und Wien gleichzeitig veröffentlichten Kommunique über die Bedeutung und die Auswirkungen der Besprechungen, die am 12. Februar auf dem Obersalzberg stattgefunden haben. Er war dann auch zu erkennen aus der Mitteilung über die Umbildung der österreichischen Bundesregierung und dem noch im Laufe der Nacht gefoßten ersten Beschluß des neuen Kabinetts, der für Oesterreich eine politische Generalamnestie brachte. Ausdrücklich wird dabei erklärt, daß diese Generalamnestie„die erste Handlung im Zuge der in der amtlichen Verlautbarung über die Unterredung von Berchtesgaden angekündigten inneren politischen Maßnahmen“ ist. Amnestie bedeutet Friede. Wie viele harte Schicksalsschläge, wieviel Not und Elend haben die politischen Ereignisse in Oesterreich in den letzten Jahren verursacht. Jetzt sind nicht nur alle aus politischen Gründen verhafteten Personen in Freiheit gesetzt worden, sondern auch jene Strafmaßnahmen, die die wittschaftliche Existenz von Staatsbürgern und Familien erschüttern mußten. wurden ausnahmslos rückgängig gemacht. Dabei gibt die Berufung eines bewährten Vorkämpfers der„nationalen und gesamtdeutschen Sache in Oesterreich, des bisherigen Staatsrates Dr. SeyßInquart, zum Bundesminister für Inneres und Sicherheitswesen, der weiteren Entwicklung der politischen Lage in Oesterreich eine Grundlage zur Erreichung des Zieles, das schon am 11. Juli 1936 gesteckt worden war und dann bei der Besprechung auf dem Obersalzberg am 12. Februar den beiden Staatsmännern vor Augen schwebte: Die Sicherung des Friedens und der Einheit im ganzen Volke. Wenn wir also heute, nach diesen ersten Maßnahmen der neuen österreichischen Regierung, denen zweifellos noch einige andere folgen werden, dieses Ziel unmittelbar vor Augen haben, dann dürfen wir nicht vergessen, daß es die Initiative unseres Führers und Reichsnoch einmal gesehen haben. Inge stand mir immer noch am nächsten—“ Melitta Wendgraf wollte Einwendungen machen. Unterließ es aber, weil in ihrem Köpfchen bereits andere Gedanken keimten. Monaco— Monte Carlo— Nizza— Was ste ihr Leben lang ersehnte, sollte Wirklichkeit werden! Nach Monte Carlo sollte sie, wo die reichsten und vornehmsten Menschen der Welt sich ein Stelldichein gaben— sollte sich mitten unter ihnen bewegen, als wäre ste ihresgleichen! Natürlich würde Leopold Paschinger mit ihr auch einmal das Kasino besuchen müssen. Vielleicht gewann sie dort ein kleines Vermögen. So etwas gab es ja— sie hatte oft davon gelesen. Oder vielleicht lernte sie jemand dort kennen, der besser zu ihr paßte als dieser schwerfällige, pleitegegangene, von der Polizei gesuchte Bankier — einen, der ihre Schönheit ihrem wirklichen Werte nach einschätzte und sie nicht zum Spielball seiner Launen machte und als Blitzableiter benutzte. Die Regungen, die Paschinger zu einer Reise nach dem Süden veranlaßten, waren ihr gleichgültig. Sie kannte die Tochter ihres Freundes nicht und hatte auch kein Interesse an ihr. Leopold Paschinger saß schweigsam Er überdachte alle Möglichkeiten dieser Fahrt. Wem konnte er dort schon begegnen? Irgendwelchen Wiener Bekannten die sicher keine Veranlassung hatten, ihn zu verraten. Sie würden ihn erkennen, ihm den Rücken zuwenden— und sich nicht um ihn kümmern. Sollte aber doch einer darunter sein, der— nun, bevor es zum Handeln kam, war er längst wieder über alle Berge. Außerdem gab es nicht mehr so viel Oesterreicher, die sich heute noch den Luxus leisten konnten, nach Monaco zu fahren. Rita hatte— wie er aus den Zeitungen erfahren— soeben in Wien einen großen künstlerischen Erfolg errungen und konnte nicht fort. Ihr Verhältnis zu Inge war auch nicht so gewesen, daß— jedenfalls, ein Zusammentreffen mit ihr war nicht zu befürchten. Anderseite— bestand denn ein Muß zu dieser Reise? Inge befand sich bestimmt in bester Pflege und Obhut. Er konnte ihr ja schließlich auch nicht helfen, wenn—“ Wenn sie starb. Er stand auf. als wolle er die Gedankengänge seines Gehirns unterbrechen, als wolle er es zu keiner Umwandlung seines Entschlusses kommen lassen WGettitbung folat.! Nr. 40(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Donnerstag, den 17. Februar 1938 Raumplanung im Ruhrgebiet Weiterentwicklung der Kohlenchemie behebt die wirtschaftliche Einseitigkeit. Landkreisen, In sei es zu danken, für neue inhabe. Kaum ein Der Beirat der Industrieabteilung der Wirtchaftskammer Düsseldorf hielt unter dem Vorsitz des Leiters der Industrieabteilung, Generaldirektor Dr. Ernst Poensgen(Düsseldorf) eine Sitzung ab, die sich mit den Fragen Raumplanung und Raumgestaltung im Ruhrgebiet befaßte. Hierüber sprach Verbandsdirektor Lange vom Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk, Essen. Durch das Gesetz vom 5. Mai 1920 seien dem Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk Aufgaben des Straßenbaues, der Verkehrsplanung, des Landschaftsschutzes und einer wirtschaftlichen Siedlungslenkung gestellt worden. Der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit von Stadt= und dustrie= und Ruhrsiedlungsverband daß das Ruhrgebiet Pla dustrielle Entwicklungen Gebiet des Reiches sei so von der Krise betroffen wor den, wie der Ruhrkohlenbezirk. Höchste Arbeitslosenzahlen, niedriges Durchschnittseinkommen bei großem Kinderreichtum und beschränkte Arbeitsmöglichkeit sowie stetige Wanderverluste kennzeichneten die schwierige Lage des Gebiets in der Krisenzeit. Die im Ruhrrevier teilweise vorhandene strukturelle Einleitigkeit der Wirtschaft könne nur durch eine Seiterentwicklung der Industrie beoben werden, die, auf der natürlichen Grundlage der Kohle aufbauend, über die Kohleveredelung zur weiteren Verfeinerung führt. Diese Entwicklung sei großzügig eingeleitet und habe gerade die Zonen des Gebietes erfaßt, die am stärksten unter der Einseitigkeit gelitten haben. Die Neuanlagen der Industrie lägen zum Teil im Kerngebiet, zum Teil wanderten sie mit dem Bergbau nach Norden. Zur Entlastung des Kerngebiets sollten sich in diesem die Wohnstätten von den Arbeitsstätten lösen. Tatsächlich besiedele sich zunehmend der Südrand des Gebietes. Zu dieser Auflockerung unter Loslösung der Wohnstätte von der Arbeitsstätte komme die wesentlichere im Zuge der industriellen Wanderung. Die heutige Uebervölkerung beschränke sich auf Teile des Gebietes, zum Teil auch nur auf Teile der Städte. Die angestrebte Auflockerung dürfe nicht zur Verzettelung führen. Der bodenständige Flachbau lasse sich nur vertreten, billige, die Auflockerung fördernde Tarife im Verkehr ließen sich nur erzielen, wenn die Bebauung mehr als bisher planmäßig zusammengehalten werde. Das verlange auch die Landwirtschaft, der zusammenhängende Gebiete erhalten bleiben müßten. Zum Schlusse verwies der Redner auf die Notwendigkeit eines gerechten Finanzausgleichs, der mit dazu beitragen müßte, im Ruhrgebiet da zu schaffen, was eine große Lebensgemeinschaft an Werten der Kultur verlange. Wieviel vom Einkommen verschlingt die Miete? Große Unterschiede von Land zu Land. Bei geringerem Einkommen wird ein verhältnismäßig größerer Teil für Miete ausgegeben als bei hohem Einkommen. Das ist eine alte Erfahrung, die aber nicht nur für Miete, sondern auch für alle anderen sonstigen dringlichen Lebensbedürfnisse zutrifft; 60 v. H. und mehr seines Einkommens gibt der Arbeiter für Ernährung aus. Andere Länder, andere Wohnsitten. Trotzdem werden 20 bis 25 v. H. des Einkommens durchweg als normaler Mietaufwano angesehen. In den Vereinigten Staaten haben die an und für sich gut bezahlten Arbeiter von jeher mehr für die Wohnung ausgegeben, doch sollen die neuen Volkssiedlungen nach dem Roosevelt=Programm so finanziert werden, daß die Miete ein Fünftel des Einkommens nicht übersteigt. England kennt eine ausgesprochene Wohnkul tur, die insbesondere in den Jahren nach 1930 durch Beseitigung vieler Slums und großzügige Besiedlung neuen Glan# erhalten hat.„My home is my castle“, mein Heim ist meine Welt, wie wir in freier Uebersetzung sagen würden, ist heute wie je die Devise des Durchschnittsengländers. Darum zögert er auch nicht, rund 30 v. H. seines Einkommens für die Wohnung auszugeben. Noch viel mehr wenden die Nordländer für ihre Wohnung auf. Das hängt zum Teil damit zusammen, daß sich in Skandinavien ein viel größerer Tei' des Lebens als sonstwo in den vier Wänden abspielt. Klima und Besiedlung führen ohne weiteres dazu. Außerdem ist das Leben dort oben verhältnismäßig billig, so daß schon deswegen ein größerer Teil des Einkommens für Miete frei ist. Daher mag es kommen, daß der Nordländer durchweg mehr als 50 v. seines Einkommens für die Wohnung aufwendet. Eine große Ueberraschung bildet der Mietanteil in Frankreich. Man ist gewohnt, den Franzosen als den häuslichen Menschen anzusehen, der in beschaulichem Rentnerdasein dahinlebt, falls die Jahre und Verhältnisse es eben erlauben, der also für seine Wohnung verhältnismäßig viel ausgibt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Nach der amtlichen Statistik gab er 1914 ganze 15 v. H. des Einkommens für seine Wohnung aus; im übrigen war er ein Freund der guten Pariser Küche und ließ sich Essen und Trinken viel kosten. Heute braucht der Franzose nach derselben Statistik gar nur 10 v. H. für Miete. Eine ziemlich planlose Wirtschaftspolitik, in welcher sich Währungsabwertungen, Lohn. und Preisheraufsetzungen ablösten, hat die Lebenshaltung gerade in jüngerer erheblich verteuert. Die Linksregierungen haben sich bei den Massen durch Mietsenkungen popular zu machen gesucht. Die Lage des französischen Hausbesitzers, der nach wie vor dieselben Abgaben zu leisten hat, ist daher verzweifelt; es werden auch mit Hilfe verbilligter Kredite immer weniger Miethäuser gebaut. Bei uns Deutschen ist der Mietanteil sehr verschieden, je nachdem, ob wir eine Alt= oder Neubauwohnung bewohnen. Die Zwangswirtschaft in den Nachkriegsjahren hat eine Angleichung verhindert. Erst heute hat uns eine planvolle Wirtschaftspolitik auch auf dem Gebiete des Bau= und Wohnungswesens gelehrt, daß man nicht am Bedarf vorbei bauen soll. Die Finanzierung wird so gestellt, daß eine Miete annähernd in der Höhe des oben gekennzeichneten Normalsatzes herauskommt, die allein eine dauernde und erträgliche Hausgemeinschaft garantiert. H=k. neu jederzeit bei der Geschäftsstelle der Hochschulen eingereicht werden, spätestens aber bis 1. November. Zum Studium werden in erster Linie diejenigen Abiturienten und Abiturientinnen zugelassen, die in der Partei und ihren Gliederungen, insbesondere in der H3. einschl. des BdM., mitgearbeitet haben. In Leibesübungen sollen die künftigen Studenten und Studentinnen soweit ausgebildet sein, daß sie das Ziel der für alle Studierenden der deutschen Hochschulen verbindlichen Grundausbildung in der vorgeschriebenen Zeit erreichen können. Bei den künftigen Studierenden für das Lehramt an Volksschulen wird Wert darauf gelegt, daß sie militärisch hinreichend vorgebildet sind und eine natürliche Begabung besitzen. Von den künftigen Studenten wird erwartet, daß sie ihrer Dienstpflicht in der Wehrmacht bereits vor Beginn des Studiums genügt haben. falls nicht zwingende Gründe dem entgegenstehen. Das Studium an den Hochschulen für Lehrer= und Lehreinnenbildung ist gebührenfrei, so daß sich die Kosten im wesentlichen auf die Bestreitung des Lebensunterhaltes beschränken. Die Studierenden können aber auch hier unterstützt werden. Gesuche sind ausschließlich an den Direktor zu richten. Die Bestimmungen sind vom Jahre 1938 ab allgemein verbindlich für das Reich. Kriegsdienstzeiten werden angerechnet NSG. Auf Grund des Gesetzes über den Ausbal der Rentenversicherung vom 21. Dezember 1937 werden ab 1. Januar 1938 für die Kriegsdienstzeiten Steigerungsbeträge gewahrt. Rentenempfänger, die Kriegsteilnehmer gewesen sind auch die Kriegsbeschädigten, sowie die Witwen und Waisen, deren Ehemänner bzw. Väter am Kriege teilgenommen haben, können sich bei den Versicherungs= und Wohlfahrtsämtern melden. Der Nachweis über die Kriegsdienstzeit muß vorgelegt werden. 2000 westfälische Schützenvereine Jahrestagung des Gaues Westsalen des Deutschen Schützenverbandes. Mitarbeit in Partei und Gliederungen gibt Vorrang beim Lehrernachwuchs. Der Reichserziehungsminister hat grundlegende Bestimmungen über die Zulassung zum Studium an den Hochschulen für Lehrer= und Lehrerinnenbildung erlassen. Das Studium kann nur zum Wintersemester begonnen werden. Anträge auf Einschreibung zum Studium für das Lehramt an Volksschulen oder höheren Schulen könDie Neuorganksation des westtältschen Schützenwesens im Deutschen Schützenverbande hat im Jahre 1937 das neue Aufgabengebiet der Schützenvereine und Schützengilden stark gefördert. Die am Sonntag. 13. Februar. zu Dortmund stattgefundene Jahresarbeitstagung des Gaues Westfalen im Deutschen Schützenverbande erbrachte eine Uebersicht über den Stand des Schützenwesens in der Provinz Westfalen. An der Tagung nahmen teil die Kreis= und Unterkreisführer und Kreiswarte der westfälischen Schützenvereine. Als Vertreter der Leitung des Deutschen Schützenverbandes wohnte Oberst leutnant a. D. Kannegießer=Berlin der Tagung bei. sowie der Gauamtmann Becker vom westfälischen Gau des Reichsbundes für Leibesübungen. Gaugeschäftsführer Lühn=Münster gab einen Ueberblick über die im Jahre 1937 im westfälischen Schützenwesen geleistete Arbeit und eine Ausschau in das Aufgabengebiet für 1938. Er bewertete das abgelaufene Jahr als ein solches des Aufbaues im Schützenwesen. Die mit 700 Schützenvereinen begonnene Neuorganisation des Schützenwesens in Westfalen umfasse nunmehr 2000 Schützenvereine, sie stelle nunmehr die Einheitsfront des Schützenwesens Westfalens dar, die sich in 16 Schützenkreise mit zahlreichen Unterkreisen zergliedere. Auch die Bewegung unter den Jungschützen habe gute Fortschritte gemacht. Für sie habe man als Betreuer den Unterbannführer der HJ. Berghardt als Gaujugendschießwart gewonnen. Es gelte auch im westfälischen Schützenwesen ein wehrhaft Volk mit starker Einsatzbereit schaft zu schaffen. Zur weiteren Förderung der Schulung würden demnächst in den Gauen und Kreisen des deutschen Schützenverbandes Gauführerringstellen eingerichtet. Der Deutsche Schützenverband gebe sich als die drittstärkste Organisation im Reichsbund für Leibes übung. In den Dienst der Wehrhafthaltung stelle sich die Was soll unter Sohn werden? „Die Volksgemeinschaft wartet auf jede aus der Schule kommende Arbeitskraft.“ Annähernd 450 000 deutsche Jungen und ebenso viele Mädel treten nach Ostern aus der Schule ins Leben, und das will bedeuten: ins Berufsleben. Das sind fast eine Million junger Menschen! Manchen mag bei einer solchen Ziffer ein wenig Sorge beschleichen, ob die Wirtschaft eine solche Menge von Jugendlichen auch aufnehmen kann. Viele Väter und Mütter stehen jetzt vor der endgültigen Antwort auf die Frage: Was soll mein Junge oder meine Tochter werden? Wo finde ich die richtige Lehrstelle? Welcher Beruf bietet am meisten Aussichten? Für gewissenhafte Eltern sind das Fragen. die manche schlailose Nacht bedeuten können. Vor sechs Jahren und früher war das oft eine verzweifelte Frage. Die Zahl der verfügbaren Lehrstellen schmolz in den Krisen= und Notjahren vor der nationalsozialistischen Machtergreifung immer mehr zusammen. Hunderttausende von Jugendlichen konnten nicht untergebracht werden, und von den übrigen mußten sich sehr viele von Anfang an darüber klar sein, daß es nach vollendeter Lehrzeit keine Anstellungsmöglichkeit gab. Es waren die Zeiten, wo man fast daran zu verzweifeln begann. ob es überhaupt möglich sei, die deutsche Bevölkerung im eigenen engen Lebensraum zu erhalten und zu ernähren. Die Väter, die monatelang nach einer Lehrstelle für ihren Sohn suchten, waren oft selber schon jahrelang arbeitslos. Durften sie es wagen, ihre Söhne den eigenen, anscheinend so aussichtslosen Beruf erlernen zu lassen? Diese Zeit liegt noch nicht so lange hinter uns, als daß man sie schon vergessen könnte. Und da hört man heute, im Jahre 1938, im sechsten Jahr der nationalsozialistischen Machtergreifung, mit innerer Bewegung. daß fast 90 Prozent der Jugendlichen, die zu Ostern schulentlassen werden. bereits eine Lehrstelle besitzen und der Rest in wenigen Wochen ebenfalls untergebracht sein wird.„Die Volksgemeinschaft", so heißt es in einer Mitteilung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung. „wartet heute auf jede Arbeitskraft, die aus den Schulen kommt.“ Wo sonst noch in der weiten Welt kann heute behauptet werden, daß die Frage nach dem aussichtsreichsten Beruf fast nebensächlich sei, weil beinahe alle Berufe Aussichten und Aufstiegsmöglichkeiten böten! Wo sonst noch in der Welt werden die Jügendlichen, bevor sie sich für eine Lehrstelle entscheiden oder eine solche nachgewiesen bekommen, sorgsam auf ihre körverliche und geistige Eignung geprüft, nicht nur um Enttäuschungen zu vermeiden, sondern um auch den Arbeitseinsatz schon von der Lehrstelle an planvoll und sinnvoll zu leiten! Und nicht nur die künftigen Lehrlinge, auch die Lehrstellen selber werden sorgfältig untersucht, denn die jungen Menschen sollen in gesunde und gedeihliche Verhältnisse kommen. Keine Sorge also! Jeder Junge und jedes Mädel wird untergebracht! Alle haben die Möglichkeit, einen tüchtigen Beruf zu ergreifen, alle haben, wenn sie tüchtig und strebsam sind. Aufstiegsmöglichkeiten. Die Wirtschaft braucht sie, und sie könnte wahrscheinlich noch viel mehr gebrauchen. Denn auf manchen Gebieten herrscht in Deutschland heute Arbeiterknappheit. Schießfvortpflege. Jeder Schützenverein müsse daber einen gründlich im Schießwesen ausgebildeten Schießwart besitzen. Die Schaffung einer Gauschießschule in Westfalen habe sich sehr bewährt. Neben dieser Schulung liefen im Lande die Wochenendlehrgänge und die Belehrung der Jugend im Schießsport. Am Anfang der Lehrarbeit stehe der praktische Unterricht im Schießwesen mit militärischem Anschlag. Die nächsten Kurse an der Gauschießschule fänden in der Zeit vom 20. bis 22. März. 24. bis 26. April und 15. bis 47. Mai statt. Jeder Verein sei verpflichtet, eine Schießgruppe zu bilden. Gauschulungskurse als Nachwuchslehrgänge seien vorgesehen. An sich solle an den Schützenfesten nichts geändert werden. Aber die Schützenfeste hätten mehr das Wehrhaftmachende herauszuheben. Es gelte auf ihnen den wirklich besten Schützen im Orte zu ehren und herauszustellen. Zur Frage der Schießstände wurde verlangt. daß in jeder Gemeinde ein Kleinkaliberschießstand sein möchte. An dem Turn= und Sportfest in Breslau, das nun zum ersten Male sich als Fest des Reichsbundes für Leibesübungen darbiete, möchten sich auch westfälische Schützen stark beteiligen. Für 1939 plane man ein großes Gauschützenfest zu veranstalten. Oberstleutnant a. D. Kannegießer überbrachte die Grüße des Deutschen Schützenverbandes unter Dankesworten für die Förderung, die das Schützenwesen in Westfalen erhalten habe. Gauschulungswart Funke verbreitete sich über die Arbeit der Gauschießschule und den Stand der Schießauszeichnungen. Gauamtmann Becker stellte das Schützenwesen im Reichsbund für Leibesübungen mit seinen wichtigen Aufgaben zur Wehrhafthaltung heraus. Zum Turn= und Sportfest in Breslau lägen aus Westfalen bereits 6200 Anmeldungen vor. Der Gauschützenführer wünschte, daß in Breslau 1000 Schützen aus Westfalen sich vor dem Führer einfinden möchten. Gauschießwart Kempke konnte mitteilen, daß die abgeschlossenen Fernwettkämpfe in Westfalen eine beachtenswerte Leistungssteigerung gezeitigt hätten. Oberstleutnant a. D. Kannegießer sprach über die Neugliederung svortlicher Belange im deutschen Schützenwesen. Starke Beachtung bringe man der Aufgabe der Schulung der Spitzenkönner im Schießen entgegen, um bei internationalen Schießwettkämpfen bestehen zu können. So würde man in den Gauen Nachwuchslehrgänge für internationale Schützen einrichten. Mit dem 1. April 1938 werde man eine deutsche Nationalmannschaft zur Beteiligung an internationalen Wettkämpfen im Schießen aufstellen. Dem Deutschen Schützenverband gehörten jetzt schon 300000 Schützen an. Gaujugendschützenwart Berghardt behandelte das wichtige Gebiet der Ertüchtigung der Jugend im Schießsport, Gaudietwart Ebeling sprach über das Dietwesen in den Schützenvereinen. Gaupressewart Schuhmacher über Förderung des Schützenwesens in der Tagespresse und Gaugeschäftsführer v. Cleve über VerwaltungsKassenfragen im Gau Westfalen des Schützenverbandes. Die für das Jahr 1938 richtunggebende Arbeitstagung des westfälischen Schützengaues schloß ab mit ermunternden Worten des Gauschützenführers. S Allabendlich mit Nivea-Creme die Hau geschmeidig machen. Denn trotzt sie Wind und Wetter, ohne rissig oder spröde zu werden. Die deutschen Mundarten Die Muttersprache als lebendiger Quell des völkischen Seins. Zweifellos ist der lebendigste Quell allen völkischen Dins die Muttersprache, die die Geschlechter über#lert und von wahrhaft bodenständigen Menschen auch in der Fremde nicht vergessen wird. Leider hat die starke Verstädterung der letzten Jahrzehnte sehr dazu beigetragen, den Sinn für das heimische Sprachgut verküm mern zu lassen, und wenn heute sogar schon viele ur wüchsige ländliche Sprachbezirke durch die Verkehrsüberflutung in ihrer Eigenart bedroht sind, so scheint es höchste Zeit, zur Besinnung aufzurufen, soll hier nicht un wiederbringliches Kulturgut verloren geben. Die Dialekte. die von den Landbewohnern bei ihrer Uebersiedlung in die großen Städte mitgebracht worden sind, haben sich zum größten Teil stark mit den lokalen„Ausdrucksweisen vermischt, sodaß sie längst keine reinen Mundarten mehr darstellen. weshalb man sie als „Halbmundarten“ oder„Missingsch" bezeichnet. Wenn der Städter die Dialekte als unsein abtut oder gar behauptet. sie seien schlechtes, verdorbenes Deutsch. so soll man ihm seine Unwissenheit nicht übelnehmen, sondern ihn lieber eines Besseren belehren. Die Sprache, die wir heute allgemein sprechen und die wir„Hochdeutsch“ nennen. ist keineswegs unsere eigentliche Muttersprache, sondern vielmehr ein künstliches. nicht mit dem Boden verwurzeltes Gebilde, das erst wenige Jahrhunderte alt ist. Während des ganzen Mittelalters bis ins 17. Jahrhundert hinein gab es in Deutschland keine mündliche Allgemeinsprache und selbst Goethe und Schiller haben noch ein stark mundartliche# Deutsch gesprochen. Wer weiß, daß die Mundarten die Grundlage bildeten, aus der unsere heutige Sprache er wuchs, der wird ihnen die gebührende Achtung gewiß nicht versagen können. Forscht man nach, wie die vielfältigen Formen der Mundarten entstanden sind. so kommt man zu der Fest stellung, daß die germanische Ursprache, die etwa zur Zeit von Christi Geburt in Westgermanien gesprochen wurde. sich später in verschiedene Arten der Aussprache spaltete. Die Ursache dieser Sprachveränderung ist in der Trennung der damaligen Bevölkerung zu suchen, die sich in rschiedene Stämme aufteilte und in den so entstehenden eng zusammengeschlossenen kleinen Volksgemeinschaften auch ein sprachliches Sonderleben führte. Innerhalb der Grenzen jedes Stammes bildete sich auf diese Weise eine bestimmte mundartliche Ausdrucksweise heraus, die aber häufig wieder unter sich kleine Veränderungen auswies. War beispielsweise ein Stammesgau durch natürliche Grenzen, Gebirge. undurchdringliches Waldgebiet usw vom Hauptstamm getrennt oder kam nur selten mit ihm in Verbindung. so bildete sich bei ihm leicht wieder eine Abart der ursprünglichen Stammes=Sprechweise heraus. Wenn wir uns heute darüber wundern, wie grundverschieden die nord= und süddeutschen Mundarten voneinander sind, so daß der Mann von der Waterkante den Oberbayern nur schwer versteht, so fragen wir unwillkürlich, wie eine solche Unterschiedlichkeit der Aussprache und Ausdrucksweise innerhalb einer einzigen großen Stammesverwandtschaft entstehen konnte. In der gleichen Weise wie die Weltgeschichte, ist auch die Sprachgeschichte durch umwälzende Ereignisse starken Umformungen unterworfen. Um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. bestanden bereits die mundartlichen Hauptgruppen unserer Volkssprache, als die sogenannte„althochdeutsche Lautverschiebung“, ein sprachgeschichtliches Ereignis von einschneidender Bedeutung, eintrat. Die Lautverschiebung", die in Süddeutschland durch keltischen und romanischen Einfluß entstand. betraf die Aussprache der Konsonanten t. k. b. d und g. Durch den Lautwandel wurde die germanische Sprachwelt in zwei Teile geteilt, den sogenannten„hochdeutschen“ süd licheren Teil, der die Lautverschiebung durchgemacht hat und den nördlicheren„niederdeutschen" Teil, der seinen ursprünglichen Lautstand in den Mundarten bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Am ausgenrägtesten wirkte sich die Lautverschiebung in der bayerischen und alemannischen Mundart aus. die man beide als„ober deutsch" bezeichnet. Nach Norden zu drang die Laut veränderung bis zur heutigen sächsischen Grenze vor, die seinerzeit die niederdeutsche Sprachgrenze bildete. Noch heute unterscheiden wir bei den Mundarten zwei Hauptgrupnen: Die niederdeutsche und die hoch deutsche Gruppe. Die niederdeutschen Mundarten, auch Plattdeutsch genannt. stammen vom Altsächsischen her und werden in Norddeutschland gesprochen. Im Platt deutschen gebraucht man statt pf und ff—p(Perd statt Pferd). k stattch(ik statt ich) usw. Im Westen des niederdeutschen Sprachgebietes bedient man sich der all gemein bekannten Aussprache des reinen st und sp be S—tein und S—paß. In Westfalen sagt man sogat S—chinken. Eine Eigentümlichkeit der ostfälischen Mund, art ist die Beibehaltung der ursprünglichen Endungen oder et. z. B. in olt— alles und grootet— großes. Sei Einführung der hochdeutschen Sprache wird das Niederdeutsche hauptsächlich noch vom Volksmund gesprochen In Süddeutschland herrscht die Mundart noch fast in allen Bevölkerungsschichten vor. Die hochdeutsche Gruppe zerfallt in die oberdeutschen und mitteldeutschen Mund arten. Zu den ersteren zählen die alemannischen. bayerisch=österreichischen und die oberfränkischen Dialekt Im Bauerischen sind noch die alten Formen„es. enk“ für „ihr. euch" erhalten— während der Bayer aber seine Worte durch die angehängte Silbe„el. erl“ verkleinert. benutzt das Alemannische die Verkleinerungssilbe„li. le“. Untergebiete des Alemannischen sind wiederum die Mundarten des Oberrheins und das Schwäbische des Neckar und Donaugebietes. Die bayerischen Mundarten umfassen das Sprachgebiet Altbayern und die Oberpfalz. Die Hauptmerkmale dieser Dialekte sind die Verwandlung des a in der Aussprache in einen Mittellaut von o und a. des ai in oa. des ei in ai und der Endsilbe er in a. Die oberfränkischen Mundarten werden am reinsten im bayerischen Franken gesprochen. Hier sagt man anstatt wie— wöi. anstatt genug— genoug, hat— haut, einer aner. Eine Besonderheit des Oberfränkischen stellt die Hennebergische Mundart dar. die an der oberen Werra heimisch ist und in der man noch letzte Reste der mittelhochdeutschen Sprache erblicken kann: Zit— Zeit. Hus— Haus. ber. bie, bas,— wer. wie. was. Die mitteldeutschen Mundarten umfassen u. a. die rhein= und mittelfränkischen Gebiete. Charakteristisch ist hier bei den erstgenannten das Fortfallen des n in der Endung des Infinitivs: sage statt sagen. In Mittelfranken verändert sich der Auslaut b in f und v: Weib — Wis. Weiber— Wiver. Schließlich gehört auch noch das Ostmitteldeutsche zu den mitteldeutschen Mundarten. es umsaßt die Provinzen Thüringen. Obersachsen und Schlesien. Allen drei gemeinsam ist die Verwandlung des anlautenden pf in f: Flaume statt Pflaume. In der thüringischen Mundart sagt man Bom statt Baum. Ben tatt Bein und asse statt essen. Die Obersachsen kennen bekanntlich keinen Unterschied zwischen b und v. d und t. g und k. In Schlesien herrscht eine große Verschiedenheit zwischen der breiten Aussprache des Flachlander und dem kurzen Gebirgsdialekt. Bei letzterem ist die Wandlung der Endung en in a(Kuchen— Kucha) besonders merkwürdig Für die urwüchsige Kraft der Mundarten zeugt die Tatsache, daß sich bei den deutschen Ansiedlern im Auslande eine ganze Reihe mundartlicher Sprachinseln inmitten der fremden Umgebung erhalten haben. Am bekanntesten dürften in dieser Beziehung die sogenannten „Schwaben“ in Südungarn sein, die allerdings zum größten Teil aus der Pfalz eingewandert sind. Es ist zu hoffen, daß auch in unserem Mutterland die mundartlichen Bestrebungen von Erfolg gekrönt sind, damit dem Verfall des uralten Sprachgutes endgültig vorgebeugt wird. H. W. Ludwig. S UI LEE UEE TTAMMEM * 1 Aus und für Herne Vertrauen Es ist etwas sehr Schönes, wenn man zu einem Menschen Vertrauen daden kann.„Ich habe volles Vertrauen zu dir," sagt man. Nein. das gibt es im Grunde nicht. Jede Steigerung ist in solchem Falle eine Minderung. Man hat Vertrauen oder man hat keino. Und es ist leider so. daß man es nicht immer haben kann. Es begen, bedeutet häufig, es schmerzhaft verlieren. Denn die entscheidende Probe wird selten bestanden. Ach nein, es führt darum noch nicht zum Pessimismus und zur Verneinung. Nur zur Vorsicht. weil eine Enttäuschung dieser Art nicht nur bitter, sondern auch teuer ist. Je höher man in der Forderung greift, desto schwerer ist sie begreiflicherweise zu erfüllen. Vertrauen schenken in einer Sache, die Vorteil für den einschließt, dem man es schenkt. das ist gar nichte. Solche Vorderung wird leicht bewältigt. Aber Vertrauen mit einem Glauben an einen Menschen verbinden, wie es ja im Grunde sein soll, das ist schon sehr viel. Und allzu leicht kehrt sich dann die Seite des Menschlichen heraus, die wir als die allzu menschliche bezeichnen. Es-nibt allzu viele Schausvieler des Lebens. Die Maske des Biedermannes ist ihnen geläufig, und die Grimasse des Lügners und egoistischen Heuchlers übersieht man allzu leicht. Die Ernüchterung. die man erlebt, wo man geglaubt bat. schmeckt deshalb so herb. weil sie sich mit Selbstvorwurf vereinigt. Und keiner wirft gern die Göttin, die er angebetet hat. in den Müll. Wenn er es aber tun muß? Dann ist er auf geradem Wege, um Unrecht zu tun. Denn er zerbricht auch das. was wert ware, bewahrt und geachtet zu werden. Weltverneiner und Weltverächter werden nicht gedoren, sondern vom Leden dazu gemacht. Und Menschenverächter sind die Enttäuschten, die mit blutendem Herzen am Menschen leiden, den sie geliebt haben und lieben möchten. Weiß man, daß die Vertrauensenttäuschung eine Pest ist. die das Dasein schwer belastet? Tragen einige Unaufrichtige und Schwache, die eine Vertrauensprobe nicht bestehen. nicht dazu bei, daß sich das Mißtrauen in die Welt einfrißt? Denn könnte man hinter die Stirn sehen, brauchte man nicht zu befürchten, enttäuscht zu werden, wie hätte dann die Vorsicht, das Mißtrauen eine Berechtigung? Wäre es dann nicht Sünde gegen sich selbst, sich auch nur eine Minute lang mit der Maoke der Zurückhaltung zu sichern vor unangenehmen Ueberraschungen? ** In den nächsten Tagen VM37 Der Konflikt Japan=China läßt in den dichtbestedelten Großstädten des Landes der aufgehenden Sonne die Furcht vor Luftangriffen aufkommen, zumas sich eine Einmischung des bolschewistischen Weltfeindes immer stärker abzeichnet. Mit der den Japanern eigenen Tatkraft wird nunmehr neben der militärischen Flugabwehr auch der zivile Luftschutz stärkstens vorangetrieben. Im Vordergrund der Luftschutzmaßnahmen steht die Austeilung von Gasmasken an die Bevölkerung der Städte. Wird jeder eine Maske griffbereit haben, wenn wirklich rote Luftgeschwader über Tokio oder Yokohama brausen und Kampfstoffbomben abwerken sollten? Das Wettrennen zwischen drohender Gefahr und sicherem Schutz ist in vollem Gange. Es ist eine ein dringliche Mahnung für uns, die wir im Frieden leben dürfen, trotzdem keinen Augenblick zu versäumen, um die Volksgasmaske zu erwerben, denn im Ernstfalle kann die Bereitstellung der Volksgasmaske nicht mehr nachgeholt werden. Sie wird in den nächsten Tagen auch in unserer Stadt allen Bewohnern durch die Amtswalter der NS=Volkswohlfahrt zum Kauf angeboten. Die Verpassung der BM 37 und die Unterweisung der Besitzer im Gebrauch nimmt der Reicholuftschutzbund vor. RSG. *** Kundgebung der NSDAP in Herne-Mitte Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die NSDAP, Ortsgruppe Herne=Mitte, morgen abend bei Strickmann eine öffentliche Kundgebung veranstaltet. Es spricht Gauredner Parteigenosse Heider, Siegen, über politische Tagesfragen. Die Kundgebung wird umrahmt von Musikstücken des Gaumusikzuges. Sämtliche Volksgenossen sind zu dieser Kundgebung herzlich eingeladen. Für Parteigenossen und Parteianwärter ist der Besuch dieser Veranstaltung Pflicht. Eintrittskarten zum Preise von 20 Pf. sind bei den Block= und Zellenleitern sowie in der Geschäftsstelle der WL. Rote Erde zu haben. ** 2# Pyrmonts Bürgermeister in Herne=Alt Die Ortsgruppe Herne=Alt der NSDAP veranstaltet am Montag im Strickmannschen Saale eine Kundgebung. Als Redner ist der Bürgermeister der Stadt Pyrmont, Reichsstoßtruppredner Zuchhold, gewonnen worden, ein alter Vorkämpfer der nationalsozialistischen Idee und Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Bewegung. Hastpflicht für die Rö-Veranstaltungen erweitert NSG. Der bisher bestehende Haftpflichtversicherungsschutz ist mit Wirkung vom 1. Januar 1938 für die KdF=Sportkurse und=Veranstaltungen, die Betriebssport= und Wettkampfgemeinschaften in jeder Hinsicht erweitert worden. Die persönliche Haftpflicht der Sportlehrer. Uebungswarte, auch der Betriebssportgemeinschaften, der sonstigen Beauftragten und schließlich die der Teilnehmer ist mitversichert. aber nicht erwa die persönliche Haftpflicht der Zuschauer bei irgendwelchen Veranstaltungen. „ Reit= und Fahrausbildung für die 63. Preis des Reichsjugendführers. RSG. Zur Förderung der Reit= und Fahrausbildung der Hitlerjugend und der Zusammenarbeit der mit dem Nationalsozialistischen Reiterkorps hat Baldur von Schirach den„Preis des Reichsjugendführers für die Reit= und Fahrausbildung“ gestiftet. Diesen Preis erhält alljährlich derjenige RSRK=Sturm, der die meisten Hitlerjungen so ausgebildet hat, daß sie den amtlichen Reiterschein erwerben konnten. Der zleiche Preis steht auch dem HI=Bann zu, zu dessen Bereich der betreffende NSRR=Sturm gehört. * Mit der DAF nach Düsseldorf NSG. Die Deutsche Arbeitsfront, Gaubetriebszemeinschaft„Der Deutsche Handel". Fachgruppe das Deutsche Gaststätten= und Beherdergungsgewerde, beabsichtigt, anläßlich der Fachschau für das Gaststättenund Beherbergungsgewerbe in Düsseldorf vom 9. bis 20. März Omnibusfahrten durchzuführen. Interessenten wollen sich bei den Kreiswaltungen der DAst melden. An der Fahrt können auch Nichtfachleute teilnehmen. ** * G r u ß d e m A l t e r. Der Invalide Karl Bever. Im Uhlenbruch 8a, feiert heute im Kreise seiner Kinder und Enkelkinder seinen 77. Geburtstag. Wir gratulieren! * Herner vor der Jugendschutzkammer. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde von der Jugendschutzkammer des Landgerichts Bochum ein Sch. aus Herne wegen Sittlichkeitsverdrechens im Sinne des§ 176, Abs. 3, des Strafgesetzbuches zu 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis, in einer weiteren Verhandlung vor derselben Kammer ein P. aus Herne wegen des gleichen Vergehens zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. * Ein Balkenbrand entstand gestern nachmittag gegen 15 Uhr im Hause Forellstraße 135. Die alarmierte Feuerwehr griff schnell ein und beseitigte nach kurzer Zeit jegliche Gefahr. * Wer kann Angaben machen? In der Nacht zu Mittwoch zwischen Mittemnacht und 0.45 Uhr wurde ein Mann mit einem Fahrrade auf dem Ruhrschnellweg, etwa 250 Meter östlich des Lütgendortmunder Hellweges, liegend aufgefunden. In der Nähe hielt ein Personenkraftwagen, wovon eine Insassin einen Pelzmantel trug. Diese Personen werden dringend um Aufklärung ersucht. Wer sachdienliche Angaben machen kann, wird gebeten, sich bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden. Insbesondere werden die Insassen des Personenautos gebeten, sich zu melden. * Achttägige AdJ-Jahrten für 14 Reichsmark. RSG. Auf einer Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront in Schwerte teilte der Gauwart der RSGemeinschaft„Kraft durch Freude", Parteigenosse Breidenbach, Bochum, u. a. mit, daß die NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ in diesem Jahr Achttagefahrten zum Preise von 14 Reichsmark veranstaltet. Der Preis versteht sich einschließlich Fahrt, Verpflegung und Unterkunft. * R e i c h s b a h n f a h r p r e i s e r m ä ß i g u n g e n f ü r d e n B e s u c h der Westdeutschen Fachschau 1938. Aus Anlaß der Westdeutschen Fachschau 1938 für das Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe gibt die Reichobahn während der Veranstaltungszeit vom 9. bis 20. März an bestimmten Tagen in einem Umkreis von 100 km und 150 km um Düsseldorf Sonntagskarten aus. Insbesondere an den Tagen, an denen größere Tagungen und Kundgebungen des Gaststättengewerbes vorgesehen sind. * Soldatenbund, Insanterie-Rameradschaft. Am Freitag, dem 18. d. M., werden an dem Dienstabend der Kameradschaft in der Wirtschaft Grünendahl die Zugführer endgültig eingesetzt und die Gruppenführer bestimmt werden. Gleichzeitig findet die Verpflichtung von bereits ausgenommenen, sowie die Aufnahme neuer Mitglieder statt. Es wird erwartet, daß alle Kameraden erscheinen. Der Dienst für den Monat März wird am gleichen Tage bekanntgegeben Aus dem Herner Blindenverein. Am Dienstagnachmittag hielt der Blindenverein Herne seine Monatsversammlung im Kath. Gesellenhause ab. Vereinsleiter Schwan konnte nahezu alle Mitglieder begrüßen. Anschließend an einige geschäftliche Angelegenheiten erstattete der Beistand, Rektor a. D. Knust, den Jahresbericht, der von einem reichen und vielfältigen Wirken für die Blindensache Zeugnis ablegte. Stadtsekretär a. D. Hoppe verlas den Kassenbericht, der einen günstigen Stand ergab. Zusammenarbeit der Landsmannschaften Die meisten der in Herne bestehenden Landsmannschaften und Trachtengruppen vereinigten sich vor unefähr einem Jahre zu einer Arbeitsgemeinschaft, die em KdF=Ring, Abteilung Volkstum und Trachtenschau, angeschlossen wurde, um so eine Einheitlichkeit bei der Verwirklichung des gemeinsamen Zieles zu erreichen. Dieses besteht darin, durch Wahrung und Pflege heimatlicher Sitten, Bräuche und Trachten In der neuen Wahlhelmat mit zum Aufbau einer lebendigen deutschen Volkstumsarbeit beizutragen. Die bieherige vorberestende Werbetätigkeit stand unter der Leitung des Kameraden Wallner und führte In der ersten Jahresversammlung, die Dienstag abend in der Gaststätte Kremer, Wiescherstraße, stattfand, zu einem festen Zusammenschluß von insgesamt sieben Landsmannschaften und Trachtengruppen. Als Vertreter des Gaues war hierzu Gaufachschafteleiter Niedermener, Dortmund, erschienen. Dieser nahm nach dem Vortrage des Kreiskulturwarts für das„Deutsche Bildungswerk", Pg. Brinkmann, der über Heimat und Brauchtum sprach, das Wort zu grundlegenden und richtunggebenden Ausführungen über Zweck und Ziel der Arbeitsgemeinschaften im KdF=Ring. Als erstes Erfordernis bezeichnete der Gauredner den festen Zusammenschluß aller Landsmannsschaften und Trachtengruppen zu einer Einheit mit klarem, einheitlichen Ziele. Letzteres bestehe insbesondere darin, durch Vorführungen auf der Bühne, durch Trachtenschau und Trachtengruppen dem deutschen Volksgenossen, der heute durch die KdF=Fahrten durch alle deutschen Lande kommt, schon vorher mit den besonderen Sitten, Gebrauchen, der landseigenen Tracht und vielen anderen heimatverbundenen Dingen bekannt und vertraut zu machen. Alsdann wird er mit anderen Augen und Gefühlen und mit mehr Freude und Verständnis das Neue schauen und genießen. Dadurch aber, daß möglichst viele Volksgenossen die Elgenart und besonderen Vorzüge der deutschen Menschen in Nord und Süd, Ost und West kennenlernen, werden sie sich als ein zusammengehöriges Volk fühlen. Auch Filmvorführungen leisten bei der Verwirklichung, so sagte der Redner, gute Dienste. Der Zusammenschluß im KdF=Ring bringt den Mitgliedern selbst durch die Ausgabe verbilligter Eintrittskarten zu vielen Veranstaltungen manche Vorteile. Diese Karten werden durch den Vereinsleiter an die einzelnen Mitglieder weitergegeben. Nach den Ausführungen des Gaufachschaftsleiters wählte man den Kameraden Wallner zum endgültigen Leiter der Arbeitsgemeinschaft, nachdem ihm von mehreren Vertretern der Landsmannschaften Dank und Anerkennung für seine bisherige erfolgreiche Arbeit ausgesprochen worden war Wallner ernannte zum stellvertretenden Leiter Josef Hundeshagen, zum Kassierer Jos. Blage, zum Schriftführer und Kulturwart Littberger. Die Revisoren sollen von den Gruppen„Rheinländer" und„Ober landler“ bestimmt werden. Im weiteren Verlauf der Versammlung erklärten je ein Vertreter der Schlesier und der Lippeland=Gruppe den Anschluß ihrer Grup pe an die Arbeitsgemeinschaft, wodurch diese nun mehr sieben Landsmannschaften umfaßt, und zwar: Eichsfelder, Sauerländer, Oberlandler, Bayern, Rheinländer, Schlesier und Lipper. Der Vertreter der Gauleitung verlas die einzelnen Punkte der Abmachungen zwischen KdF und Gauarbeitsgemeinschaft für Volkstum und Trachtenschau und gab auf mehrere Anfragen seitens einiger Kameraden Aufklärung. Insbesondere betonte er das gute freundschaftliche Zusammenleben der Landsmannschaften mit allen Volksgenossen in der Wahlheimat. Blick in den herner Reichsberufswetthampf Der Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen ist jetzt auch in Herne auf volle Tourenzahl gekommen. Am sinnfälligsten tritt er nach außen durch den Schaufensterwettbewerb in die Erscheinung. Lange schmale Plakate, weiß mit roter Umrandung, kennzeichnen die Schaufenster, die von den Jungen und Mädeln für den Reichsberufswettkampf gestaltet wurden.„Wir künden deutsche Leistung" ruft es überall den Beschauern entgegen. Lebereich ist ein Bummel an diesen Schaufenstern vorbei. Sie zeigen nicht nur eine gewisse Unterschiedlichkeit nach der Leistungsklasse, sondern auch nach der Auffassung über die Wirkung einer Dekoration. Bei„Lebensmittel und Genuß“ herrscht, wie wir in der Stadtmitte und in Herne=Sodingen feststellen konnten, die Absicht vor, einerseits durch die Fülle, anderseits durch eine besondere geometrische Einteilung den Blick zu fangen. So sind bei verschiedenen Fenstern sehr gute Wirkungen zustandegekommen. Man versucht hier mit Erfolg, mit einem Genußmittel den Blick zu fangen und ihn dann überzuleiten auf die anderen Genußmittel. Hervorzuheben ist die gute Beschriftung der in den Mittelpunkt gestellten Plakate, die durch schöne Aufmachung zum Lesen reizen. Auch bei den anderen Branchen stellt man Lust und Liebe zur wirkungsvollen Dekoration fest, wobei die Konfektion Gelegenheit hat, besonders kunst= und geschmackvoll zu wirken, wobei die Hervorhebung der deutschen Kunststoffe und ihre Erfolge auf der Pariser Weltausstellung 1937 auffällt. Die Prüfungskommission war am Dienstag und Mittwoch in den Stadtteilen Herne=Mitte und Herne=Sodingen eifrig mit der Bewertung der insgesamt fünfzig am Wettbewerb beteiligten Schaufenster beschäftigt. Schwer geschafft wird seit Montag bei der Gruppe „Eisen und Metall“. die gestern in der Berufsschule ihre theoretische Prüfung ablegte. Vorher hatten die Wettkampfteilnehmer in den Werkstätten Beweise ihres praktischen Berufskönnens abgelegt. So hatten die Dreher u. a. Gewindebolzen herzustellen, die Schlosser Winkel und Paßstücke. Die Bewertung dieser praktischen Arbeiten erfolgt heute. Die Gruppe„Bekleidung" stellte sich am Montagmorgen zum Reichsberufswettkampf. 58 Mädel— Schneiderinnen, Putzmacherinnen und Weißnäherinnen— wurden bei verschiedenen Meisterinnen untergebracht, wo sie morgens den praktischen Teil der Prüfung erledigten. Nachmittags folgte in der Berufsschule der theoretische und allgemeine Teil. Am Dienstaa führte VERGISS DAS NICHT BEI DEINEM OPFER Wohlfahrtspfleger Tripp hielt ein Referat über „Blinde und Blindenfreunde“. In origineller Weise zeichnete er den Lebensgang des lichtlosen Fabeldichters Pfeffel und sein Lebenswerk, eine Erziehungsanstalt, die vielen Menschen, namentlich auch sehenden(Lavater, Jung Stillig, Oberlien), Geistesgut vermittelte. Die angeführten volkstümlichen Fa###### beln fanden volle Aufmerksamkeit. Als rechter Blin denfreund kam der Dichter Jung Stillig zur Darstel=— lung, der als Augenarzt sich vorzugsweise der Blinden annahm und manchen durch sein außergewöhnliches Geschick in uneigennütziger Weise heilte. Es folgte sodann die Erklärung der Reichsstraßenverkehrsordnung, namentlich in bezug auf das Verhältnis des Blinden im Straßenverkehr. Danach hat der blinde Verkehrsteilnehmer die für ihn geeigneten Schutzmaßnahmen zu treffen. Unsere Blinden tragen meistens eine Armbinde; nach den gesetzlichen Vorschriften dürfte bald die zweite hinzukommen. Wie im Vorjahr, so will der Blindenverein auch im kommenden April wiederum theatralische Aufführungen im Gesellenhause und im Stadtteil Sodingen veranstalten. Der Erlös soll für einen Ausflug und die Weihnachtsfeier Verwendung finden. * Der Friedrich-Sticher-Chor von 1889 hielt am vergangenen Sonntag seine Jahreshauptversammlung ab. Im Jahresbericht wurde besonders das Breslauer Sängerfest den Sangesbrüdern noch mal vor Augen geführt. Wenn der Chor im Jahre 1937 auch kein Konzert gegeben hat, so hat er doch für Breslau fleißig gearbeitet und ist so am Breslauer Erfolg beteiligt gewesen. Neun Mitglieder haben sich an der Fahrt beteiligt, ein schöner Erfolg für die kleine Chorgemeinschaft. Die Mitgliederzahl ist dieselbe geblleben. Die Kassenverhältnisse waren befriedigend. Vereinsführer Kruse wurde einstimmig wiedergewählt. Er ernannte zu seinem Stellverkreter Hans Reinecke, zum Schriftführer Wilh. Vernarding, zum Schriftführer Heinrich Platzmann, zum Kassierer Hans Konieczinski, zum Stellvertreter des Kassierers Paul Surma, zum Beisitzer Ed. Brenker, zum Notenwart Aug. Blankenburg. Zum Schluß der Versammlung wies der Vereinsführer darauf hin, daß der Chor im nächsten Jahre sein goldenes Jubelfest feiern kann. die Gruppe„Druck“ ihren Berufswettkampf durch. In ihren Betrieben hatten die Lehrlinge morgens die ihnen gestellte praktische Aufgabe zu bewältigen, die nach der Leistungsklasse verschieden gestaltet war. Meist handelte es sich um den Satz eines vorgeschriebenen Textes für eine Anzeige oder Drucksache. Nachmittags fand in der Berufsschule die vorgeschriebene theoretische Prüfung statt. Am nächsten Sonntag greifen zum ersten Male die Gehilfen in den Berufswettkampf ein. Die Gruppe„Hausgehilfinnen“ entsandte gestern 30 Mädel, die morgens ihre prak tischen Prüfungen in der Mütterschule an der KaiserWilhelm=Straße machten. Ein Teil der Mädel mußte kochen, ein anderer putzen, wieder andere bekamen eine Handarbeit. So hatten sie z. B. Kinderfäustlinge zu stricken. Am Nachmittag wurden in der Berufsschule die theoretischen Prüfungen durchgeführt, wobei fachkundliche Fragen des Haushaltes, Rechnen, weltanschauliche und hauswirtschaftliche Fragen bewältigt wurden. Wenn auch die Bewertungen noch ausstehen, so kann doch schon jetzt festgestellt werden, daß unsere Jugend aus den früheren Reichsberufswettkämpfen gelernt und manche Leistung erheblich besser geworden ist. * Planmäßige Gestaltung der Lehrlingsausbildung durch die DAJ. NSG. In der Arbeit für den Schaffenden nehmen die Berufserziehungsmaßnahmen der Deutschen Arbeitsfront einen weiten Raum ein. Die planmäßige Gestaltung der Lehrlingsausbildung erfordert vor allem die Errichtung und den Ausbau von Lehrwerkstätten. So wurden auch in den letzten Wochen wiederum von der Abteilung Berufserziehung und Betriebsführung in der Deutschen Arbeitsfront, Gauwaltung Westfalen=Süd, verschiedene Betriebe besichtigt und mit den Betriebsführern und Ausbildungsleitern eingehende Besprechungen über die Ausbildung des Nachwuchses geführt. Die Besprechungen und eine Reihe Betriebsbesuche sowie auch Besuche von Betriebsführern in der Dienststelle der Abteilung in Bochum führten zu dem Ergebnis, daß bei der Errichtung und dem Ausbau der Lehrwerkstätten die Wünsche der Deutschen Arbeitsfront für eine planmäßige Gestaltung der Lehrlingsausbildung weitgehendst berücksichtigt werden. Die Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung stellte im Monat Januar 107 Schulungsmaßnahmen mit 3628 Teilnehmern neu auf. Zahlreiche neue Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften konnten begonnen werden. Stadt Wanne=Eickel. Anstreicher kapezieren für die RSy. RSG. Die Wanne=Eickeler Maler= und Anstreicher= lnnung hat sich in vorbildlicher Weise für eine Maßnahme der NS=Volkswohlfahrt eingesetzt, die unter dem Leitgedanken„Schöne Wohnungen für Hilfsbedürftige" steht. In rung 20 Fällen wurden Küchen und andere Zimmer kostenlos gestrichen und tapeziert. Das Matertal stellte die Innung zur Verfügung, die Arbeiten wurden unter der Aufsicht einzelner Meister von fortgeschrittenen Lehrlingen ausgeführt. Sprechstunden der NSKOV. Jeden Dienstag von 17 bis 18 Uhr hält die Gaudienststelle Westfalen=Süd in Hagen, Funkestraße 4. Sprechstunden ab. NS.=Lehrerbund stellt Lehrmittel aus. Gestern eröffnete der NS.=Lehrerbund in der Augustaschule eine Lehrmittelausstellung, die noch bis zum 18. Februer täglich zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet ist. Die umfangreiche Ausstellung gibt einen interessanten Querschnitt durch alle Wissensgebiete, wobei die staatsvolitische Ausrichtung unserer Jugend im Vordergrund steht. Jahresappell der NS.=Kriegsopfer. Die NS.=Kriegsovferversorgung führte im Kurhaus ihren gutbesuchten Jahresappell durch, den Kreisamtsleiter Vg. Trümver mit einem Rückblick auf die Jahresarbeit 1937 eröffnet#### Er schilderte die eingehenden Bemühungen für die Ka## raden und Kameradenfrauen und die Kameradschafts pflege, die in zahlreichen Veranstaltungen gefördert wurde. Er schloß mit einem Dankeswort an die Mitarbeiter und rief die Versammelten zu geschlossenem Einsatz auch im neuen Jahre auf. Ein Beauftragter der Gaudienststelle Dortmund sprach über die Neuerungen und Verbesserungen auf dem Gebiete des Versorgungswesens und die Sozialgesetzgebung im neuen Deutschland. Wer nimmt erholungsbedürftige Kinder auf? Um erholungsbedürftigen Kindern einen vierwöchigen Aufenthalt im kommenden Sommer ermöglichen zu können. werden in diesen Tagen die Blockwalter der NSV im Gau Westfalen=Süd in Familien Listen abgeben, in denen die Meldungen zu einer Aufnahme dieser Kinder getätigt werden sollen. Es kommt die Zeit von April bis Oktober in Frage. Hohes Alter. Der Invalide Kaspar Gasvercic. Kurfürstenstraße 76. konnte seinen 80. Geburtstag begehen. Der Hochbetagte erfreut sich körverlicher und geistiger Frische. Den 78. Geburtstag beging der Pennonar August Pritzner, Hindenburgstraße, und den 70. Geburtstag konnte Frau Wwe. Heinrich Heitkamp. Kurfürstenstraße 159. feiern. Wir gratulieren. Dortmunder Zucht= und Faselriehmarkt am 16. Februar. Dem heutigen Zucht= und Faselviehmarkt wurden zugeführt: 668 Stück Großvieh, 152 Ferkel, 22 Läufer und dltere Futterschweine. 23 Kälber. Hochtragende am wur Läufer und ditere Futterschweine, 33 Kälber. Hochtragende und frischmelke Kühe kosteten: je nach Qualität 330—550 RM., Rinder kosteten 290—430 RM. Der Handel in Großvieh war in guten Tieren lebhaft, sonst langsam, voraussichtlich kleiner Ueberstand. Am Schweinemarkt war der Handel sehr langsam. Es kosteten(Durchschnittsqualitäten und Durchschnittspreise): a) Ferkel: 5—6 Wochen alt 19 RM., 6—8 Wochen alt 20—23 RM., 8—10 Wochen alt 24—29 2M., 10—12 Wochen alt 30—35 RM.; b) Läuferschweine: über 3—4 Monate alt 36—46 RM., über 4—5 Monate alt 47—60 RM., über 5 Monate alt 61—75 RM. Der nächste Markt findet am 23. Februar statt. NS-Winterkampfspiele Aufruf von Lutze, Himmler und Hühnlein. Für die in der Jett vom 10. bis 20. Jedruar in Oberhof eattfindenden Nationalsozialistischen Winterkampfspiele haben der Stadschef der S2, Victor Lutze, der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, und der Korpsführer des RSKK, Adolf Hühnlein, nachstehende Aufrufe erlassen: „Eine große Zeit braucht ein körperlich gestähltes, widerstandsfählges und stets einsatzfreudiges Geschlecht. Die Wehrkraft des deutschen Volkes zu erhöhen und zu erdalten, ist für alle Zukunft Richtlinie unseres Seins und unseres Kampfes. In diesem Sinne wollen wir alle unser Beknntnis zum Wehrgelst ablegen und es durch Haltung vorleben, Beispiel und Tat über die eigenen Reihen hinaus tief ins Volk tragen. Um die körperliche Ertüchtigung in einer Leistungsschau dem deutschen Volk vor Augen zu führen, schuf der Führer die Nationalsozialistischen Kampfspiele, die alljährlich auf dem Reichsparteitag ausgetragen werden. Ein Tell dieser nationalsozialistischen Leistungsschau sind die RS-Winterkampfspiele 1930. gez. Luße, Stadschef der SA.“ * „Ebenso ernst, wie wir milelnander um die beste Leistung kämpfen, ebenso herzlich wollen war uns üder die beste Leistung freuen; denn jede Leistung von uns nützt Deutschland. gez. H. Himmler, Reichsführer der SS und Chef der Deutschen Polizei Im Reichsministerium des Innern.“ * der Kraftfahrsport fordert auch der Schisport und lport ganzen Einsatz des Mannes, ein gutes Auge und Mlle Entschlußkraft. Bei den Nationalsozialistischen #terkampfspielen 1938 werden die Männer des RSK# zeigen, daß sie auf den Brettern genau so zu kämpfen wissen wie hinter dem Lenker des Kraftfahrzeuges oder In rasender Fahrt auf dem Bob. gez. Hühnlein, Korpsführer des RSKK.“ Der Preis für den Sieger in den Wintersportkämpfen In Oberhof in Thüringen werden vom 18. bis 20. dieses Monats die Berliner Sportkämpfe der verschiedenen RS.=Gliederungen durchgeführt. Dem Sieger winkt diese Plakette in Gold. Dieselbe Plakette gibt es in Silber als zweiten Preis und in Bronze als dritten Preis. Neue Termine 3. Kreisklasse. 20. 2. Teutonta Stiepel— Bochum=Laer 87 Tus Hannidal Wanne— 8B 16 Herne Friesen Bochum— Marathon Bochum 27. 2. SS.Sport Bochum— SV 16 Herne Bochum=Lauer 87— Marathon Bochum Teutonia Stiepel— Friesen Bochum 6. 3. Teutonia Stiepel— SB 16 Herne: Tus Hannibal Wanne— Marathon Bochum BB Gerthe-Hiltrop—. Bochum=Laer 87. und Gelsenkirchens Dank an Schalke 04 Als sich am 10. Januar dieses Jahres die Bevölkerung von Größ-Gelsenkirchen auf dem Schalker Markt zur Feier des Pokalsieges des Deutschen Meisters, FE Schalke 04, versammelt hatte, versprach der Oberbürgermeister den „Knappen“ eine neue Vereinsfahne und einen Wimpel. Dieses Versprechen hat der Oberbürgeremister jetzt wahrmacht. Beide Stücke, Zeichen deutschen Kunstschaffens und deutscher handwerklicher Arbeit, sind nun fertig geworden. Die Fahne ist in der äußeren Form und Aufmachung streng den Einheitsvorschriften des DRL angepaßt: Schwarze: Adler auf weißem Mittelfeld und rotem Grund. Die Konturen und das aufliegende Hakenkreuz sind mit Aluminiumfäden ausgestickt. Als Stoffart ist deste Krefelder handgewebte Seide gewählt worden, um etwas Dauerhaftes und Schönes zu schaffen. Mehr Vorbereitungsarbeit bedingte der Wimpel, da die Stadt bewußt davon absehen wollte, den landläufigen Dreieckswimpel zu verleihen. Die Auswahl traf auf die älteste Art von Feldzeichen. Der Wimpel erscheint in den Stadtfarben schwarz=silber=grün. Die Wappenfläche trägt auf der Vorderseite das Stadtwappen auf grünem Grund und auf der Rückseite ein helles Wappenfeld aus Silberbrokat auf schwarzem Grund mit der Widmung:„Dem dreimaligen deutschen Meister und Pokalsieger 1937/38 FC. Gelsenkirchen=Schalke 04 in Anerkennung seiner großen sportlichen Leistungen. Der Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen Böhmer." Die feierliche Weihe der Fahne findet auf einem Kameradschaftsabend am kommenden Dienstag statt. Am Ostersamstag: Schmeling— Dudas und Neusel— Ben Joord in Hamburg. Die Direktion der Hanseatenballe teilt mit, daß sie außer dem bereits gemeldeten. Kampf Neusel gegen Ben Foord nunmehr auch den Abschluß des Kampfes Max Schmeling gegen Steve Dudas bekanntgeben kann. Beide Kämpfe finden am Ostersamstag. 16. Avril. in der Hanseatenhalle statt. Steve Dudas wurde bekanntlich nach dem Kampf Schmeling gegen Thomas von den Amerikanern Mar Schmeling als letztes vor dem Weltmeisterschaftskampf, Schmeling gegen Louis zu nehmendes Hindernis bestimmt. Aufruf an alle Sa-Sportabzeichenträger Der Führer hat in seiner Verfügung vom 18. 3. 37 die Einführung von Wiederholungsübungen für alle Träger des SA-Sportadzeichens befohlen, damit diese den Beweis ihrer körperlichen, charakterlichen und weltanschaulichen Haltung und Festigkeit immer wieder erbringen. Die erste Wiederholungsüdung findet am Sonntag, dem 27. März 1938, statt, bestehend aus einem 15Kilometer-Marsch(ohne Gepäck) mit einer Einlage aus der Gruppe III der Leistungsprüfung(Geländedienst). Bei Beginn der ersten Wiederbolungsübung erhält jeder SA-Sportabzeichenkräger eine SA-Sportabzeichen-Urkunde in welche die Wiederholungsübungen eingetragen werden. Um die zur Ausfüllung dieser Urkunden notwendigen Unterlagen beizubringen, werden alle Träger des SASportabzeichens aufgefordert, sich umgehend bei den für sie zuständigen, nachstehend aufgeführten Dienststellen zwecks Eintragung zu melden. Es sind zuständig: 1. Die Dienststellen der SS für alle Angehörigen der SS mit Ausnahme der fördernden Mitglieder. 2. Die Dienststellen der Polizei für alle Angehörigen der deutschen Poltzei mit Ausnahme der Feuerlsschpollzel. 3. Die Dienststellen der SA für alle Angehörigen der SA, des RSKK, RSFK sowie für alle oben nicht angeführten Träger des SA=Sportabzeichens. Die aktiv dienenden Angehörlgen der Wehrmacht, der kasernierten Dolizei, der motorisierten Gendarmerie, der SS-Verfügungstruppe, der SS-Totenkopfverbände, das Stammpersonal der SA-Junkerschule und Stammpersonal des Reichsarbeltsdienstes werden von dieser Anordnung nicht berührt. Für alle diese Träger des SA-Sportabzeichens ergehen von ihren Dienststellen Sonderbestimmungen. Zur Zeit bei der Wehrmacht kurzdienende SA-Sportadzeichenträger haben sich spätestens nach abgeleisteter Uebung zu melden. Alle SA-Sportabzeichenkräger mik Ausnahme der Angehörigen der SS und der Polizei melden sich in der für ihren Wohnbezirk zuständigen Eintragungsstelle, und zwar: Herne=Süd, All- u. Mitte: Sturmb. 1/457, Breddestraße 1. Herne=Nord: Sturm 1/457, Bahnhofsvorplatz. Herne=Sodingen: Sturm 3/457, Kantstraße 28. Die Dienststellen sind täglich, außer Sonnabends und Sonntags, von 18—20 Uhr geöffnet. Zur Meldung sind mitzubringen: Leistungsbuch und Besitzzeugnis des SASportabzeichens. Leistungsduch und Besitzzeugnis des Reichssportabzeichens(soweit vorhanden), Besitzzeugnis und Nr. des Hö.=Leistungsabzeichens(soweit vorhanden), Wehrpaß und Arbeitspaß(soweit vorhanden). Außerdem sind von jedem SA Sportabzeichenträger 0.30 RM. für die Ausstellung der Urkunde bei der Meldung einzuzahlen. Der Führer der SA-Standarte 457 J. B. Marhfort, Sturmhauptführer. Hockeykampf Deutschland- Oesterreich Nach siebenjähriger Pause, treffen. Oesterkeich und Deutschland wieder In einem Hockev=Länderkampf zusammen. Die Oesterreichische Turn- und Sportfront hat den für den 28. Mai nach Wien vereinbarten siebten Kampf der beiden Nationalmannschaften soeden genehmigt. Die letzte Begegnung fand am 10. April 1931 in Leipzig statt, und wurde von Deutschland überlegen mit 10:2 Toren gewonnen. Deutschland schlug Norwegen 8:0 Eishockey-Weltmeisterschaft in Prag. Deutschlands Teilnahme an der Zwischenrunde der Eishocken=Weltmeisterschaft steht nunmehr endgültig fest. nachdem unsere Mannschaft am Dienstagvormittag mit 8:0 über Norwegen ihren zweiten Sieg errang., Ebenso wie Deutschland in der Gruppe B erkämpfte sich in der Gruppe A Ungarn den dritten Platz durch einen 3:1= Sieg über Rumänien. Als Dienstagvormittag die beiden Spiele ausgetragen wurden, waren die Tribünen nur sehr dünn besetzt. Mit 700 Zuschauern war der bisher schlechteste Besuch zu verzeichnen. Die Norweger leisteten den Deutschen einen erbitterten Widerstand in den beiden ersten Dritteln. Dann hatten sie aber ihr Pulver verschossen, sodaß im letzten Svielabschnitt die deutschen Treffer in kurzen Zeitabständen sielen. Ausgezeichnet schlug sich wieder unsere Verteidigung. Jgenecke und Wild beteiligten sich durch blitzichnelle Vorstöße auch an der Bombardierung des norwegischen Tores und hatten dabei dreimal Erfolg. Die körverlich sehr starken Norweger suchten ihr Heil in rasanten Durchbrüchen, hatten damit aber kein Glück. Fast eine halbe Million Kartenbestellungen Noch niemals hat ein Sportkampf in Deutschland, wenn nicht in der Welt überhaupt, eine solche Anteilnahme gefunden, wie der für den 14. Mai im OlymviaStadion zu Berlin stattfindende Fußballkampf der beiden Nationalmannschaften von Deutschland und England. England gilt noch immer als das Mutterland des Fußballsports. seine Auswahlmannschaft ist unbestritten die stärkste, die ein Land zu stellen vermag. Der Kampf England— Deutschland ist durch die erfolgreichen Kämpfe Deutschlands im letzten Jahr zu einer Kraftvrobe zwischen England und dem Kontinent schlechtbin geworden. So erklärt sich das Interesse, das auch im Ausland diesem Treffen entgegengebracht wird. Lange. bevor die Vorbereitungen für den Fußballkampf Deutschland— England auch nur geplant waren. liefen schon Stöße von Kartenbestellungen ein. Das Olympia=Stadion hätte mit seinen 100000 Plätzen zur Hälfte allein durch die Kartenvorbestellungen gefüllt werden können. Obwohl als Endtermin für Kartenbestellungen der 1. Januar festgesetzt war, laufen noch heute 40 bis 50 Briefe mit Bestellungen vro Tag ein. Bis Mitte Januar waren 360000 Bestellungen ausgezählt, heute marschieren wir stark auf die halbe Million zu. So mußte für die Kartenzuweisung ein Schlüssel gefunden werden, der allen berechtigten Wünschen Genüge tat. Die Feststellung. daß zuerst die Träger der Svortidee, also die Vereine des DRL., von denen 260 000 Bestellungen eingingen, ein Anrecht haben. Zeuge des großen Kampfes Deutschland— England zu sein. bestimmte die Verteilung der Karten. Der Gedanke, diesen größten Fußballkampf der letzten Jahre zu einem wirklichen Lehr= und Werbespiel zu machen, war allein ausschlaggebend. Es ist völlig ausgeschlossen, daß die vorliegenden Kartenwünsche zu dem Länderkampf Deutschland— England auch nur annähernd erfüllt werden können. Deshalb hat das Fachamt Fußball folgenden Schlüssel für die Verteilung festgelegt: Entscheidend für die Kartenzuteilung ist die Mitgliederstärke der DRL.=Vereine. Fußball=Vereine bzw.=Abteilungen erhalten 10 Prozent. Vereine ohne Fußball=Abteilungen 5 Prozent ihres Mitgliederbestandes(gezählt werden in diesem Fall nur die männlichen Vereinemitglieder). Es ist zwecklos, sich jetzt noch wegen Einlaßkartenzuteilung an die Kartenstelle des Fachamtes Fußball zu wenden. Berufsboren im Spichernring Beck beslegt Cornut-Frankreich. Die drikte Veranstaltung für die Nachwuchsboxer im Spichernting hatte bei den Berliner Voxsportfreunden auch noch nicht den erwarteken Anklang. Den Einlettungskampf gewann Bieselt-Berlin gegen den Leichtgewichtler Reovel verdient nach Punkten. Im Weitergewicht gestaltete der Düsseldorfer Knoth seinen ersten Start in der Reichshauptstadt zu einem glatten Punktsieg über Radtke=Danzig. Den Federgewichtskampf gewann der Deutsche Meister Beck über den Franzosen André Cornut nach acht Runden hoch nach Punklen. Alberk Esser-Köln datte Im Leichtgewicht in dem Franzosen Noel Hernault einen Gegner, der ihm an Größe und Reichwette überlegen war. Weiter besaß der Franzose eine gute Beinarbeik und eine zermürbende Linke. Esser trieb seinen Gegner fast pausenlos durch den Ring, und nach acht farbigen Runden erhielt der Deutsche für seinen Kampfeseifer den verdienten Punktsleg zugesprochen. Im Mittelgewicht krennten sich Wlelsch=Breslau und Hein=Berlin unentschieden. Die westdeutschen Eisbahnen Bis zum Olympiawinter hat es gedauert, bis Westdeutschland, das in jedem anderen Sport längst eine bedeutende Rolle spielte, auch im Eissport den Anschluß fand. Als aber Düsseldorf einmal„das Eis gebrochen“ hatte, da folgten bald auch andere Städte. Ein Jahr verging und gleich zwei Städte eröffneten neue Bahnen: erst Krefeld, dann Köln. Im folgenden Jahre baute Köln seine Bahn weiter aus und verfügt heute über die größte Eissportanlage des Reiches. Zu Anfang dieses Jahres eröffnete Essen seine Halleneisbahn. Einige Zahlen! Deutschland hat eine Fäläche von 470 713 Quadratkilometer. Zwölf Kunsteisbahnen stehen für den Eissport zur Verfügung. Das bedeutet, daß auf ein Gebiet von 40000 Quadratkilometer eine Eisbahn kommt. Das Gebiet zwischen Dortmund. Essen, DüsselWinke für den Kraftfahrer Vom Halten und Parken In der Straßen=Verkehrsordnung. die seit dem 1. Januar in Kraft ist, ist ein Unterschied gemacht zwischen Halten und Parken. Was unter diesen beiden Begriffen zu verstehen ist, ist bereits seit Jahren eine große Streitfrage, die schon oft die Gerichte beschäftigt hat. Leider ist auch in der neuen Straßen=Verkehrsordnung keine eindeutige Definition für die beiden Begriffe gegeben, sodaß nach wie vor damit zu rechnen ist, daß sich zwischen Kraftfahrern und Verkehrsbeamten Meinungsverschiedenheiten ergeben werden, ob ein Halten oder ein Parken vorliegt. Allerdings sagt§ der Straßen=Verkehrsordnung, daß Parken das Aufstellen von Fahrzeugen ist, soweit es nicht nur zum Ein= und Aussteigen oder Be= und Entladen geschieht. Aber darin kann man keine absolut zu. treffende Definition erblicken. Man könnte aus dieser Fassung vielleicht schließen: Ein Parken liegt dann vor. wenn das Fahrzeug für wirklich längere Zeit unbenutzt stehen bleiben soll. Dagegen müßte man von einem Halten des Fahrzeugs sprechen, wenn das Fahrzeug während des Stillstandes Mittelpunkt irgend welchen Geschehens ist, wie Ein= und Aussteigen. Be= und Entladen usw. Aber ganz zutreffend ist auch diese Definition noch nicht. Denn wenn beisvielsweise ein Fahrer anhält, um schnell einen Brief in den Kasten zu werfen. eine Schachtel Zigaretten zu kaufen oder sonst eine nur wenige Minuten dauernde Angelegenheit zu erledigen, so hat das mit dem Fahrzeug als solchem gar nichts zu tun Es würde also nach unseren Ausführungen ein Parken vorliegen. Dem aber widerspricht, daß es sich ja nur um einen ganz kurzen Aufenthalt handelt. Kurz. so wie die Dinge liegen, ist eine genaue Abarenzung zwischen Parken und Halten unmöglich. Der Kraftfahrer muß da sehr oder fast ausschließlich sich auf das Wohlwollen der Verkehrsbeamten verlassen, von denen schließlich in zweifelhaften Fällen allein die Entscheidung abhängt. Ein Berliner Verkehrsvolizist, der bei den Kraftfahrern sehr bekannt und wegen seiner Umsicht sehr beliebt ist. hat einmal, als er über die heikle Frage des Unterschiedes zwischen Halten und Parken Auskunft geben sollte. geantwortet:„Das hängt von den Umständen ab Ist es still. kann sich der Fahrer ruhig Zigaretten aus dem Laden holen: bei starkem Verkehr darf es natürlich nicht sein!" Diese Einstellung— das wäre im Interesse aller Kraftfahrer sehr zu wünschen— sollten sich alle Verkehrsbeamten zu eigen machen. Es hängt wirklich nur von den Umständen ab. ob eine Handlungsweise des Kraftfahrers zulässig erscheint oder nicht. Die Kupplung ist schuld! Manchmal muß der Autler zu seiner großen Verwunderung die Feststellung machen, daß das Schalten, das er bisher ganz tadellos und ohne Geräusch durchführen konnte. plötzlich nicht mehr so glatt und ohne „Konzert“ vorzunehmen ist. Dieses scheinbar unerklarliche Phänomen ist meist darauf zurückzuführen, daß die Kupplung auch bei völligem Niedertreten des Pedals nicht mehr genügend ausrückt, so daß auch beim Auskuppeln die Verbindung zwischen Motor und Getriebe nicht völlig gelöst wird. Die Folge ist, daß die Hauptwelle, statt vom Motor getrennt zu werden, mit ihm verbunden bleibt und sich weiterhin dreht. So ist es erklärlich, daß beim Schalten das bekannte„KreissägenGeräusch" entsteht. Wenn man diesen Fehler bemerkt. tut man im Interesse des Getriebes und seines Geldbeutels gut. möglichst bald in einer Werkstatt die Kupplung wieder richtig einstellen zu lassen. * Vorsicht beim Abschleppen! Es ist kameradschaftliche Pflicht jedes Kraftfahrers, einem in Verlegenheit geratenen Kameraden vom Volant nach Möglichkeit zu helfen.. Dazu gehört auch, daß man ihn, wenn er aus eigener Kraft nicht weiterkommt, nach der nächsten Werkstatt schleppt. An diesem Liebesdienst sollte man sich auch dadurch nicht hindern lassen, daß man eine große Verantwortung übernimmt. Es ist nämlich nach mehrfachen Gerichtsurteilen der Halter bzw. Fahrer des schleppenden Fahrzeuges verantwortlich für alle Zwischenfälle, die während des Abschleppens sich ereignen da das schleppende und das geschleppte Fahrzeug als eine Einheit angesehen werden, für die der Fahrer des schleppenden Fahrzeuges verantwortlich ist. * Vorsicht vor Bahnübergängen! Wenn ein Kraftfahrer bei Annäberung an einen schienengleichen Bahnübergang ein dem Schallzeichen von Kraftfahrzeugen gleiches oder ähnliches Zeichen bört, so darf er sich nicht darauf verlassen, daß dieses Zeichen von einem Kraftfahrzeug nähert und sein Verhalten dementsorechend einstellen, denn der Eisenbahnbetrieb bringt es mit sich, daß Triebwagen. Kleinlokomotiven und Gleiskraftfahrzeuge mit akustischen Signalmitteln ausgerüstet werden müssen, deren Töne sich von den Schallzeichen der Kraftfahrzeuge(Huven usw.) nicht deutlich unterscheiden. dorf, Krefeld und Köln ist etwa 15000 Quadratkilomerer groß, das heißt: im Westen des Reiches entfällt auf je 3000 Quadratkilometer eine Kunsteisbahn. Um das ganze Gebiet des Reiches auf eine solche Dichte zu bringen, müßten wir in Deutschland 154 Kunsteisbahnen haben. Diese Zahl ist allerdings etwas reichlich hoch, da wir nur über 53 Großstädte verfügen. Aber auch bis zu der Zeit, da jede Stadt über ein Eisstadion verfügt, wie heute über einen Sportplatz, wird noch mancher Winter vergehen. Der Aufschwung, den der Eissport in den letzten Jahren nahm, ist großartig. Der Erfolg der westdeutschen Bahnen spiegelt diese Entwicklung. Essen gab am 2. Weihnachtstag seine Bahn für den Laufbetrieb frei und eröffnete feierlich mit 3 Veranstaltungen. Immer war die Halle voll besetzt. Nach kaum 14 Tagen waren bereits über 50.000 Besucher in der Halle gewesen, wobei es eine Rolle spielen mag, daß die Essener Bahn, eine Halleneisbahn, bequem zu erreichen ist und eine hübsche Gaststätte besitzt. Deutlich drückt sich der Aufstieg des westdeutschen Eissports bei der Eröffnung der Essener Bahn aus. Essen konnte bereits zur Eröffnung den Düsseldorfer Nachwuchs für sich verpflichten. Ferner spielte in zwei Spielen die Eishocken Düsseldorf, die im vergangenen Jahr bei den deutschen Meisterschaftskämpfen dritte wurde, gegen eine Auswahlmannschaft Kanadier unentschieden. Mehr kann man in so kurzer Zeit wirklich nicht verlangen. Sonstige Svortnachrichten Argentinien bewahrt Haltung. Erst dieser Tage fand in Montevideo der schon vor langer Zeik angekündigte Kongreß des Südamerlkanischen Fußzdall-Verdandes statt. Die Tagung wurde zu einem völligen Fiasko, denn Argentinien, das wegen seiner Teilnahme an der Weltmeisterschaft mit der Confederalon im Konflikt liegt und sogar vor einiger Zet seinen Austritt erklärt hat, blieb der Versammlung fern. Ebenso hatten Brasillen und Columbten keine Verkreter entsandt. Diese Verbände wurden telegraphisch zu einer neuen Tagung eingeladen, doch hat Argentinten bereits mitgetellt, daß es seine Haltung nicht ändern werde, vlelmehr dem südamer! kanischen Verband immer fernbleiben wird. Englische Fußball=Mannschaften in Deutschland. Zwei Spiele englischer Fußballmannschaften in Deutsch. land wurden jetzt oom Fachamt genehmigt. Es handelt sich um die englischen Vereine Cioil Service Stores, der vor 20 Jahren einmal in Deutschland war, und Paddington Postal=Sports Association. Der erstgenannte Verein spielt zu Ostern in Köln gegen den BfL 99 Köln, der andere am 16. Aprll In Köln gegen Post=SD Köln. Neuer Sieg von Hough. Der auch in deutschen Ringen bekannte englische Halbschwergewichtler Frank Hougb traf im Londoner National Sporting Club auf den Franzosen Emile Ollive. Der Engländer slegte knapp nach Punkten, da der Franzose beson ders in den letzten beiden Runden sehr erfolgreich angriff Nationalpreis für Frl. Jedrzesowska. In der Sondersitzung des Warschauer Staatsamtes für Leideserzlehung wurde beschlossen, die auch in Deutschland bestens bekannte polnische Spitzenspielerin Jadwiga Jedrezesowska mit dem National-Sportpreis für das Jahr 1937 auszuzeichnen. Unsere Veraussagen Auteuil. 1. R.: Murillo II— Aldany; 2. R.: Ibis VII — Kumelle; 3. R.: Le Florentin— Soda; 4. R.: Kaba Kaba— Scalmy; 5. R.: Ptoly Buzz— Evohé II; 6. R.: Cornac— Tric Troc. SA-Sport-Abzeichen Körperlich wehrhaft, geiltig wehrwillig. Aus amtlichen Bekanntmachungen Der Herr Regierungspräsidenk in Arnsberg hak die Gültigkeit des Ortsstatuts betr. die Abfuhr des Hausmülls in der Stadt Herne vom 12. 1. 1929 mit Nachtrag vom 10. 3. 1934 durch Verfügung vom 3. 2. 1938 bis zum 31. 3. 1940 verlängert. Die ortsgesetzlichen Bestimmungen, die am 4. 3. 1929 und 9. 4. 1934 veröffentlicht worden sind, können während der Dienststunden im Stadtbauamt, Sparkassengebäude, Zimmer Nr. 5, eingesehen werden. Herne, den 14. Februar 1938. Der Oberbürgermeister. * Die Schankerlaubsnissteuerordnung für die Stadtgemeinde Herne vom 30. Juni 1927, veröffentlicht am 23. Mal 1932 in den Herner Zeitungen, ist dis zum 31. März 19•9 verlängert. Die diese Verlängerung der Geltungsdauer genehmigende Verfügung wird nachstehend bekanntgemacht. „Die Weitergenehmigung der Schankerlaubnissteuerordnung wird im Einverständnis mit dem Reichs= und Preußischen Minister des Innern für die Zeit bis zum 31. März 1939 mit folgenden Maßgaben verlängert: 1. In§ 8 sind die Worte„und die für die Veranlagung in Betracht kommenden Urkunden vorzulegen" zu streichen.(vgl. OVG. E. Bd. 73 S. 162). 2. Im§ 11 ist das Wort„Bezirksausschuß" durch„Bezirksverwaltungsgericht“ zu ersetzen. 3. In den§§ 6. 8, 9 und 11 ist das Wort„Magistral“ durch„Oberbürgermeister“ zu ersetzen. Arnsberg, den 4. Februar 1938. Der Regierungspräsidenk. Im Auftrage: gez. Unterschrift.“ Veröffentlicht. Herne, den 17. Fedruar. 1938. Der Oberbürgermeister. * In unter Handelsregister, Abtl. B. Nr. 105— Firma Funke& Huster, Elektrizitätsgesellschaft. m d. H., Rettwig vor der Brücke, Zweigniederlassung in Herne— ist am 11. Februar 1938 folgendes eingetragen worden: Der Elektrotechniker Otto Huster in Herne ist nicht mene Geschäftsfüdrer. Amtsgericht Herne. Buddka lächelt nicht mehr' Stizze von Will Wenden Schloß Whitebome trug festlichen Schmuck. Alle Fenster waren erleuchtet. Musik klang in leisen Aktorden aus den Räumen. Die Hochzeit der Tochter Seiner Lordschaft mit dem jungen Divlomaten Gerard Wreath wurde gefeiert. Eine erlesene Gesellschaft hatte teil an diesem festlichen Tage. Die vielen Lampen der Kronleuchter strahlten berab auf Samt und Seide, auf dunkel=glänzende Fracks und belleuchtende Uniformen, oder sie brachen sich tausendfältig im Widerschein der Edelsteine und spiegelten sich im Silberschmuck der Tafel. Das junge Paar saß schweigend in seinem stillen Glück und gab sich Mühe. dem Zeremoniell zu folgen. Bald wurde die Tafel aufgehoben, die Türen zu den anschließenden Sälen wurden geöffnet, in kleinen Gruppen fand man sich zum Gespräch. Lord Whitehome war zu Aina und Gerard getreten. „Bist du mir böse. Kind“, fragte er seine Tochter,„wenn ich dir Gerard für einen Augenblick entführe?" Das Mädchen schaute mit einem bittenden, fast wehmutvollen Blick den Vater an:„Muß es sein?“" bat sie. Doch Lord Whitehome wich geschickt mit einem Scherz dem Erstaunen seines Schwiegersohnes aus:„Bist du so eifersüchtig, daß du ihn nicht einmal deinem Vater anvertrauen willst?" „Nein! Aber... Sie brach ab und senkte zusimmend den Kopf.„Ich werde hier auf dich warten. Gerard. Komm bald... bald zurück.“ Kleiner Angsthase“ Ich bin gleich wieder bei dir!" tröstete sie der junge Mann. Die beiden Herren verließen den Saal und stiegen die Trevve zu den oberen Räumen emvor. „Es ist ein alter Brauch in diesem Hause...“ erklörte der Lord.„daß der Brautvater am Hochzeitstage seines Kindes dem neuen Mitglied der Familie die indische Gottheit zeigt, deren Anblick nur den allernächsten Angehörigen gestattet ist. Es ist eigentlich nur eine äußere Geste, mit der wir dir auch das letzte Geheimnis des Hauses unterbreiten und es zu dem deinigen machen.“ Lord Whitehome hatte eine Türe geöffnet. Das mystische Dunkel eines fensterlosen Raumes gähnte ihnen entgegen. Nur eine verdeckte Lichtquelle versandte rötlichen Schimmer. „Nach den Bestimmungen meines Großvaters. der die Gottheit aus Indien mitgebracht, soll in diesem Gemach Schweigen herrschen", flüsterte der Lord und schritt auf den dunklen Aufbau im Hintergrund des Raumes zu. Fast andächtig öffnete er mit einem goldenen Schlüssel einen Schrein, schlug die beiden Seitentüren auseinander — und prallte erschrocken zurück.„Leer:“ sagte er mit bebenden Livven. Gerard eilte herbei:„Der Gott stand hier?“—„Ja! Er ist gestohlen worden!" „Gestohlen? Aber lieber Schwiegervater, erregen Sie sich doch nicht. Es wird ein Versehen sein. vielleicht ein Scherz.“ „Im Schlosse Whitehome scherzt man nicht! Man hat Achtung vor der Tradition. Auch wenn sie unverständlich.“ „Aber was wollen Sie tun?" „Sofort Scotland Bard anrufen!" „Daß an meinem Hochzeitstag Skandal los geht? Rein „Wir können aber auch nicht solange warten. bis der Dieb seine Beute in Sicherheit gebracht hat. Die Figur ist über 20 000 Pfund wert. Allein die Diamanten=Augen stellten einen riesigen Wert dar.“ „Ich verstehe Ihre Erregung. Schwiegervater. Aber hier heißt es. klug und in aller Ruhe zu überlegen. Darf ich einige Fragen an Sie richten?" „Bitte!“ sagte der Lord kurz und schaltete eine helle Wandbeleuchtung ein. „Wer wußte außer den Familienmitgliedern um den Wert des Buddha?“ „Den Wert ahnt wohl keiner, doch wußte ein Teil der Dienerschaft von diesem Raum.“ „Wann waren Sie das letzte Mal hier?" „Heute morgen! Kurz vor der Trauung! Da stand die Figur noch an ihrem Platz! Allerdings muß ich gestehen: ich vergaß den Schlüssel abzuziehen. Doch nach der Feier im Gotteshaus kann der Dieb das Schloß nicht mehr verlassen haben. sodaß die Möglichkeit besteht, daß er sich noch hier befindet.“ „An der Trauung nahmen alle Angehörigen teil?“ „Ja! Außer der alten Lady, der Mutter meines Vaters.“ „Aina erzählte mir von ihrer Urgroßmutter. Ich konnte sie leider noch nicht kennen lernen" „Das geschah auf ihren persönlichen Wunsch hin.“ „Dann möchte ich mein Versäumnis nachholen.“ „Ein andermal. Jetzt ist diese Sache dringlicher. Die alte Lady ist über jeden Verdacht erhaben.“ „Wenn sie die einzige war. die das Haus nicht verlassen bat? Na, zum mindesten müßte sie Angaben machen können.“ „In Ihnen ist ein Kriminalist verloren gegangen. Gerard!" „Ich bin Diplomat. Es bleibt sich also gleich!“ „Und wenn Sie die Lady nicht empfängt? Sie wissen. daß sie erst nach den Feierlichkeiten das junge Paar zu sich bitten wollte.“ „Dann wird sie sich eben dreinfinden müssen, daß plötzlich ihres Urenkels Lebensgefährte den Drang in sich verspürt, mit ihr zu sprechen.“ Gerard war an die Türe getreten und hatte einen vorbeikommenden Diener zu sich gerufen.„Melden Sie mich... nein, führen Sie mich zu Lady Whitehome senior!“ sagte Gerard und zu seinem Schwiegervater gewandt:„Gehen Sie doch bitte voraus. ich komme zu den Gästen in kurzer Zeit zurück!“ Dann folgte er dem voranschreitenden Diener durch lange Gänge in den zum Park hin liegenden Teil des Schlosses. Der Diener machte vor einer Türe halt und bedeutete seinem Begleiter, daß sie zu den Räumlichkeiten der Lady gehöre. Gerard klopfte und trat ein, ohne auf Antwort zu warten. Er stand in einem halbdunklen Zimmer, das zu einem zweiten Raum führte. Gerard schritt zu der halbgeöffneten Verbindungstür... Ihm gegenüber saß Jedes Jahr einmal findet der berühmte Tanz der Hopi=Indianer statt, der als Schlangentanz eine gewisse Berühmtheit in ganz Amerika erlangt hat. Nicht nur aus den westlichen Staaten und aus Kanada kommen ganze Gesellschaften in ihren Privatwagen nach Arizona. um sich diesen aufregenden Tanz anzusehen, sondern Tausende von Menschen aus den Oststaaten und dem mittleren Westen kommen einzeln, paarweise oder in zusammengestellten Reisegesellschaften mit der Eisenbahn oder den Ueberlandautobussen nach Old Walvi dem Pueblo der Hovi=Indianer, so wie der jährliche Schlangentanz wieder fällig ist. Das spannende und schauerliche an diesem Tanz ist in der Tatsache zu suchen, daß die HoviIndianer mit nackten Händen große Klapverschlangen anfassen und sie während des Tanzes an den Körver drücken. ia sie selbst mit dem Gesicht und dem Mund berühren. ohne daß jemals ein Fall bekannt wurde, daß einer dieser Indianer dabei von der Schlange tödlich gebissen wurde. Der Griff in das Schlangenloch. Nach den üblichen Vorbereitungen erscheint die lange Reihe der„Tänzer und bewegt sich auf das mit hölzernen Planken zugedeckte große Loch in der Erde. in welchem sich Hunderte von lebenden Schlangen befinden. Die Tänzer treten zwei zu zwei an. Je einer von einem Paar hat einen leichten Stab in der Hand. der ein Wedel von Federn an der Spitze stecken hat. Es ist die sogenannte Schlangenveitsche, mit welcher der Tänzer eine Schlange. die sich als angriffslustig erweist, ablenkt. Der zweite Tänzer des Paares. ein Medizinmann des uralten Klans der Antiloven=Zauberer, stampft nun mit den Beinen auf den Holzdeckeln umher und zwar in einem gewissen Rhyth= mus, so als wollte er den Schlangen im Loch bedeuten. daß er Einlaß heische. Nachdem er ungefähr eine Minute gewartet hat, schiebt er eines der Bretter zur Seite und greift mit nackter Hand in das dunkle Loch hinein, das mit ringelnden Schlangen gefüllt ist. Die erste Schlange. die ihm in die Hand kommt. packt er, zieht sie beraus und wirbelt sie triumphierend über seinen Kopf. Dann schreitet das Paar weiter und das nächste Tänzervaar kommt an das Loch und es wiederholt sich alles. Die etwas nervös veranlagten Zuschauer, besonders natürlich die Frauen. stoßen Angstschreie aus, wenn sie beobachten, daß die Tänzer mit den Schlangen alles Mögliche anstellen, sie sogar beißen. Nicht alle Schlangen sind giftig. Da sind z. B. Peitschenschlangen oder Gopher=Schlangen, die nicht giftig sind. Der Tänzer aber. der ohne hineinzusehen, in das Loch greift, weiß natürlich nicht, ob er eine ungiftige oder dochaufgerichtet im Bette die Gretsin. Mit einem fragenden Bliak umsatzte sie den Eindringling und sagte dann auf Gerards Entschuldigung mit dunkel=barter Stimme „Sie sind Gerard Wreatb!— Ich wußte, daß Sie kommen würden. Daß Sie in der Stunde nach der Tafel mich besuchen, sagt mir auch den Zweck Ihres Hierseins. Sie kombinierten recht und gut. junger Freund. Sie suchen den Buddha bei mir. Ich will Ihnen zeigen, wo er ist. Geben Sie an das rechte Fenster und schauen Sie in die Tiefe hinad...“ „Ich sebe einen Teich“. sagte Gerard erstaunt. „Auf seinem Grunde rubt jetzt die Gottbeit... and Buddha lächelt nicht mehr!" „Ader warum haben Gie das getan. Lado Whitebome?“ „Weil ich mein Enkelkind glücklich seden wollte. Alle. die den Buddba gesehen, haben aus seinen Rätselaugen die Sehnsucht nach jenem fernen geheimnisvollen Land mit sich genommen, die sie verzehrte: Mein Mann hat mit dem Gott sich von dort eine tödliche Krankheit mitgebracht, mein Sohn ist in Indien gestorben, mein Enkel litt lange an dem Sehnen nach dem fernen Traumreich ... und Sie. lieber Gerard. sollten vor dem Anblick bewahrt bleiben. Deshalb wurde eine englische Lady zur Diebin.“ Gerard ergriff der Greifin Hand und küßte sie lange und innig.„So dürfen Sie nicht sprechen. Sie haben eine törichte Tradition ausgeboben, die Ihr Gatte geschaffen. Wenn jemand das Recht dazu hatte, dann waren Sie es. Soll Buddha in der Tiefe weiter lächeln, uns lacht das Glück unserer Liebe.“ Lady Whitehome legte behutsam ihre seine alte Hand auf des jungen Mannes Haupt und hatte ein gütiges Leuchten in den müden Augen, die schon so viel Leid und Kummer gesehen hatten... eine der giftigsten Schlangen der Erde. eine ArizonaKlapperschlange, packen wird. Der Tanz. der einige Stunden dauert, ist von dem üblichen indianischen Zeremoniell begleitet. Er endet damit, daß die Schlangentänzer in der Prärie verschwinden. Gegen Gift geseit? Die merkwürdigsten Hypothesen sind vorgebracht worden, um eine Erklärung dafür zu finden, warum die Indianer von den gefährlichen Schlangen nicht gebissen werden. Man glaubte, daß man die Schlangen vorher durch irgend welche Mittel varalvsierte, oder daß die bunte groteske Bemalung der Indianer, die an dem Tanz teilnehmen, des Rätsels Lösung darstellte, in dem man annahm, daß die Farben ein Gegengift gegen das Gift der Klapverschlange enthielten. Jetzt endlich hat einer der Medizinmänner der Hovi=Indianer das Gebeimnis des Schlangentanzes entschleiert. Ein Hovi erzählt: Dieser Hopi ist auf einer amerikanischen Universität gewesen und zum Christentum bekehrt worden. Er hat allerdings sich ausgebeten, daß sein Name nicht genannt werden dürfte. Er will seinen Ruf bei den Indianern nicht in Gefahr bringen, denn ein Medizinmann der Hovi=Indianer entscheidet über Leben und Tod seiner Volksgenossen. Schlangen werden gemolken. Nachdem die Schlangen einige Tage vor dem Tanz auf Grund uralter traditioneller Gebräuche gewaschen worden sind, sortiert man die Klapverschlangen heraus und reizt sie, indem man das Herz oder die Leber frischgeschlachteter Tiere auf lange Stangen steckt und sie den Schlangen entgegenstreckt. Die Schlangen beißen sofort in das frische. warme Fleisch, das sofort das Gift absorbiert. Man nennt diese Prozedur das„Melken der Schlangen“. und jede Schlange wird so oft zum Beißen gereizt. bis man sicher ist, daß ihre Giftzähne leergemolken sind. Sie werden dann in Säcken. kurz ehe der Tanz beginnt, zum Schlangenloch gebracht und dort hineingeschüttet. Die Medizinmänner, die allein in das Geheimnis dieser Entgiftung eingeweiht sind. können sicher sein, daß in der Zeit. in welcher sie mit den Schlangen tanzen, diese nicht genügend neues Gift erzeugen können, um ihnen gefährlich zu werden. * Janz mit KlapperschlangenDas Geheimnis der Hopi=Indianer. Juperkative der Reilkunde Denkwürdigkeiten aus dem Reich der Medizin. Das älteste Lebrbuch der Chirurgie ist eine aus dem Jahre 2800 vor der Zeitenwende stammende ägyvtische Papyrusrolle. Sie ist jedoch unvollständig, da sie mitten in der Beschreibung des 48. Krankheitsfalles abbricht. Der erste Arzt, der die Heilkraft der Elektrizität erkannte, war der Römer Scribonius, der im Jahre 48 vor der Zeitenwende Patienten, die an Rheumatismus oder chronischen Kopfschmerzen litten, die Auflegung eines Zitterrochens verordnete, dessen elektrische Kräfte er damals schon erkannt hatte. Tatsächlich hat die Elektrizität freilich erst im Jahre 1744 in Form der Elektrißiermaschine in der Heilkunde erstmalig Anwendung gesunden. Das erste öffentliche Krankenhaus Eurovas besaß Irland. wo die Fürstin Macha im Jahre 300 vor der Zeitenwende ein„Spital für jedermann, gleich welchen Stammes und welchen Geschlechts" erbauen ließ. eine Einrichtung, die bis dahin völlig unbekannt war. Den ersten authentischen Bericht über die Einsetzung eines künstlichen Auges in die Augenhöhle eines lebenden Menschen finden wir im Jahre 1561 vor. Er stammt aus der Feder des berühmten französischen Chirurgen Ambroise Pare, dessen Schriften auch ins Deutsche übersetzt wurden. Er schildert die von ihmdurchgeführte Herstellung eines künstlichen emailliertem Gold in den natürlichen Farben. Die erste Bluttransfusion wurde am 15. 1667 von dem französischen Arzt Jean Denis durchgefährt. Diese Operation, die im übrigen nicht glückte, fand in der Oeffentlichkeit lebhaften Widerspruch. eine Wiederholung wurde schließlich von der Regierung verboten. Die erste Magenoveration wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts an einem zum Tode verurteilten Sträfling ausgeführt. Der Patient, der sich dem Chirurgen freiwillig zur Verfügung gestellt hatte, überlebte den Eingriff nur wenige Stunden. Der Henker aber forderte von dem Arzt für seinen Verdienstausfall Schadenersatz. Die erste Blinddarmoperation wurde 1883 von dem Schweizer Chirurgen Rudolf Ulrich Krönlein ausgeführt; sie kam freilich nur zufällig zustande, als man bei der Oeffnung der Bauchhöhle eines Patienten den Eiterdurchbruch entdeckte. Die teuerste Overation, die bisher bekannt ist. wurde vor einigen Jahren an dem König von Siam vollzogen, der sich von einem berühmten amerikanischen Augenspezialisten am Grauen Star overieren ließ und dafür ein Honorar von einer Million Mark bezahlte. Die gesamte Behandlung kostete mit den Reisespesen für den König und seine Begleitung sowie für Pflege und Aufenthalt rund fünf Millionen Mark. Der meistoverierte Mann dürfte der Amerikaner Henry Smythe sein, der nach Angabe amerikanischer Fachzeitungen den einzigartigen Rekord verbuchen kann, unlängst im Alter von 47 Jahren die 148. Operation erlebt zu haben. Das reichste Radiuminstitut der Welt ist die „Radiumhemmet“, genannte Klinik von Stockholm. die einen Radiumvorrat von 10 Gramm besitzt. Ein Gramm Radium kostet ungefähr 300000 Mark. Scherz= und Rätselecke In der Schule. „Die Katze ist nicht falsch. Oder kann mir jemand ein Beispiel für die Falschheit der Katze anführen? Nun, Franz?“ „Sie gibt sich gern für Hasenbraten aus!“ Sie kennt ihn „Lisa. am besten ist es, wir breiten einen Schleier über meine Vergangenheit“, meinte er zerknirscht. „Ich denke gar nicht daran!" rief sie.„Ein Pelzmantel ist das mindeste.“ Bilderrätsel. Kotel„#u den Domspatzene Roman von WOLFGANG MARKENE 14. Fortsetzung. Als Dr. Eck wieder zu dem Geheimrat zurückkam. traf er den Geheimrat mit seiner Schwiegertochter in erregter Aussprache. Jetzt wandte er sich ihm wieder zu und sagte mit angehaltenem Atem:„Sollte es möglich sein, daß sich Dr. Seliger die Erfindung Richards angeeignet hat? Ich möchte es fast nicht glauben.“ Warum nicht. Herr Geheimrat? Ihr Sohn Richard war mehr Chemiker als Arzt. das wissen Sie ja am besten. und ich habe ihn immer für einen genialen Kopf gehalten.“ „Ich werde die Paviere kommen lassen", sagte Frau Anna und konnte ihre Erregung nicht verbergen.„und es loll mich sehr glücklich machen, wenn Ihre Vermutung zutrifft und wenn Richards Name über seinen Tod hinaus noch bekannt wird.“ * Gegen Mittag unternahm Dr. Eck mit Anna einen kleinen Spaziergang. Anna unterhielt sich sehr gern mit ihm, seine temveramentvolle Art zu sprechen, seine außerordentlich prägnante Ausdrucksweise zwangen förmlich zum Zuhören. Er sprach viel, aber er schwatzte nicht. Es waren wichtige. interessante Dinge, die er geistvoll beleuchtete. Frau Anna lernte ihn schätzen. Er erzählte von seinem Heim und wie glücklich er mit der ehemaligen Kranken schwester Antonie geworden sei. Anna konnte sich noch ganz genau auf das tatkräftige. gescheite Mädchen besinnen, das angenehm. wenn auch nicht schön, wirkte. „Sie können sich meine Ueberraschung nicht vorstellen“, lagte Dr. Eck zu Anna, als sie wieder heimwärts gingen. nals ich von dem Geheimrat erfuhr, daß sein Sohn Richard verheiratet gewesen war. und daß ein Sohn aus dieser Ehe da ist. Sehen Sie sich doch den Herrn Geheim rat an! Es ist ja geradezu, als wenn er ein anderer Mensch ist. Zehn Jahre jünger ist er geworden und mit einem Male ausgesöhnt mit seinem doch entsetzlich bitteren Anna nickte stumm zu seinen Worten. „Warum haben Sie unseren Geheimrat nicht früher erlöst, Frau Anna?“ fragte Dr. Eck dann behutsam. „Es war Richards Wunsch, daß sein Vater niemals etwas von unserer Ehe exjahren sollte“, entgegnete Frau Anna müde.„Er hat einst sehr unter seinem Vater gelitten. Ein wenig davon wissen Sie ja auch, Herr Doktor. Ich hatte Angst um meinen Buben, ich sage es ganz offen. Angst davor, daß die herrische Natur des Geheimrats auch meinen Buben mit Beschlag belegen würde, und daß er ihn einen Weg zu gehen zwänge, der ihm nicht liegt. Richard war nicht zum Arzt geschaffen, er war zu weich dazu, und so hoch, so verehrungswürdig auch der Beruf ist. es muß einer dazu geschaffen sein. Er darf sich nicht dazu zwingen, wie es bei Richard der Fall war.“ „Ich verstehe Sie. Frau Anna. und ich hoffe, daß jetzt Ihre Angst geschwunden ist.“ „Ja, jetzt habe ich keine Besorgnis mehr“. gestand Anna ausatmend. * Die drei Jungen suchten den Domkantor in seinem kleinen Büro auf und Stephan Inniger nahm sie sich vor. „Herr von Autenaar hat sich über euch beschwert, Buben. Nun erzählt mir mal. was eigentlich geschehen ist.“ Uno der Bertl erzählte und der Zach fiel ein, und der Alisi genau so, sodaß der Domkantor lachend eingreisen mußte. „Erst erzählt der Bertl und dann kommt ihr dran.“ Und der Bertl erzählte: Sie hatten im Walde gespielt. Indianer und Trapper. und da sei plötzlich der Toni gekommen und habe munter mit ihnen geschwatzt. „Wer ist denn der Toni?“ fragte der Domkantor. „Der hat ein Gütl in Pinnigau. Herr Domkantor. Früher war er einmal Seemann und war überall in der Welt! Und weil doch sein Bruder gestorben ist, da hat er heimkommen müssen und den Hof übernommen. Aber ganz arg schlecht hat er den Hof gefunden, daß er sich sehr plagen muß, der Toni Einacher! Das hat er uns alles erzählt. Wir sollten ihn einmal besuchen. Und das wollen wir auch. Wir haben mit den anderen gesprochen. Alle kommen mit! Und weil der Toni doch keine Leute hat. da wollen wir ihm helfen. Und... und da ist dann der Herr von Autenaar gekommen und er hat sich bald mit dem Toni gezankt. Da ist der gute Toni wild geworden und hat Herrn Autenaar ausgezankt... und dann haben wir einen Spaß gemacht, als wenn wir ihn fangen wollten. Der Toni meinte nur, wir sollten ihn an den Marterpfahl binden. Aber wir wollten nur Spaß machen. Da ist aber der Herr Lehrer über den Graben gesprungen und in den Graben gefallen. „Aber geschad' hat's ihm nix!“ warf der Zach trocken ein.„Nur arg geschimpft hat er.“ Der Domkantor hörte aufmerksam zu. Vor allen Dingen das, was ungesprochen zwischen den Zeilen lag. das versuchte er zu erlauschen. Als er sich alle drei angehört hatte, schickte er sie wieder weg und ließ den Peter Waldbauer zu sich kommen. „Peter“, sagte er,„du mußt jetzt einmal ganz offen mit mir sprechen.“ „Ja. Herr Domkantor. das tue ich schon immer. Und was ist's?“ „Kannst du dir vorstellen, daß unsere Kleinen zu Herrn von Autenaar frech geworden sind?" „Frech? Nein. vielleicht ein bissel übermütig. Herr Domkantor. aber frech auf keinen Fall. Da haben sie viel zuviel Angst vor ihm.“ „Angst?“ fragte der Domkantor betroffen. „Ja. Sie wollen, daß ich ganz offen bin. Herr Domkantor. und darum muß ich es aussprechen. Alle haben Angst vor Herrn von Autenaar. Es gibt keinen auf der Schule, der ihn gern hat.“ „Das verstehe ich nicht. Peter. Gewiß, ich gebe zu, daß Herr von Autenaar sehr zurückhaltend ist, und daß ihm die Mathematik über alles geht, aber er benimmt sich doch sehr korrekt allen gegenüber.“ „Das schon. Herr Domkantor. aber er... er hat kein Herz für uns alle. Er gönnt uns kein gutes Wort. Wir leiden alle darunter, daß er uns... unsere Ferien weg stiehlt.“ „Aber Peter, so kannst du doch nicht sprechen.“ Es ist aber so. Herr Domkantor. Schon seine Anenheit bedrängt uns, und wir können nicht recht fröh ich sein. Er ist unser Lehrer, und wir kommen ihm mit allem Respekt entgegen. aber uns ist immer zumute, ale wenn er unsere Freude verbieten möchte.“ Der Kantor sah nachdenklich vor sich hin. bis plötzlich ein verschmitztes Lächeln über sein Gesicht ging.„Du. Peter, ich weiß was! Wir werden jetzt eine kleine Verschwörung, eine ganz kleine, harmlose Verschwörung gegen Herrn von Autenaar vom Stapel lassen. Geh, ruf mir doch einmal den Bastel.“ Der Peter wußte nicht, auf was der Domkantor hinaus wollte, aber eilfertig lief er und holte den Sebastian Patzer, kurz Bastel genannt, heran. Und dann saßen sie zu dritt zusammen, und der Domkantor verriet den beiden Domspatzen schmunzelnd seinen Plan, wie man aus dem gestrengen Herrn von Autenag einen liebenswerten Menschen machen könnte.— Die jungen Männer waren begeistert davon und der Bastel versprach, ganz nach Wunsch und Willen des Herrn Domkantor zu verfahren. ** An diesem Abend gab es ein langes und breites Reden im Schlassaal. Ständig stand einer an der Tür und spannte, ob sich nicht Zwick einmal sehen ließ, aber sie hatten Pech. An diesem Abend erschien der Zwick nicht, und schließlich ging man zur Tagesordnung über, und die Tagesordnung lautete: Wie können wir dem Toni helfen? Alles mögliche wurde durchgesprochen, bis plötzlich der Zach einen Vorschlag machte, der alle förmlich elektrisierte. „Ich habe einen feinen Gedanken“, sagte der Zach bedächtig.„Ich werd' meinem Herrn Vater schreiben, daß er mir tausend Mark Geld schickt. Er gibt ja nicht gern Geld aus, mein Herr Vater, weil er sparsam ist. aber ich denke, wenn ich ihm schreibe, wie es dem armen Toni geht, da wird er mir schon Geld schicken, damit ich es dem Toni geben kann.“ „Ja, du hast es gut“, sagte der Alisi betrübt,„dein Vater ist ein reicher Mann. aber an wen soll ich schreiben?“ „Du brauchst net zu schreiben. Alisi, aber ich mein', wer von uns einen Herrn Vater hat, der ein paar bundert Mark entbehren kann, der soll schreiben.“ Der Vorschlag gefiel ungemein und die Buben beschlossen, am nächsten Vormittag nach Hause zu schreiben und in bewegten Worten zu schildern, wie schlimm es dem armen Toni gehe, und daß sie ihm so gern mit Geld helfen möchten, damit er sich Vieh kaufen könne. Der Gedanke hatte für alle förmlich etwas Beglückendes an sich. (Fortsetzung folgt.) kanzkers war, die zu der entscheidenden Aussprache am 12. Februar und damit zur Durchführung des Friedensverkes geführt hat. Adolf Hitler kommt selbst aus Oesterzeich und er kennt die uralte Volkstreue des österreichischen Deutschtums und seine ewige, durch nichts zu erschütternde Sehnsucht nach der großen geistigen und kulturellen, leelischen und weltanschaulichen Einheit unserer Nation. Die österreichische Regierung hat durch ihre Maßzahmen und ihre Haltung der gesamtdeutschen Sache einen großen Dienst geleistet. So war der Tag von Berchtesgaden in seiner Auswirkung beisptelgebend und ein neuer Beitrag für die Bestrebungen zum friedlichen Ausgleich in Europa. Paris: Lieser Eindruck und Rätselraten Paris, 16. Fedr. Nachdem Havas kurz vor 2 Uhr nachts die in der„Wiener Reichspost“ erschienene Ministerliste veröffentlicht hatte, drückt das Büro aus: Nach einer Entwicklung, die zu gewissen Stunden recht kritisch habe aussehen können, erscheine die neue Regierung als ein Kabinett der österreichischen Wiederaufrichtung. Die Meldung von der österreichischen Ministerliste ist in Paris zu spät eingetroffen, als daß die Pariser Morgenblätter sie noch hätten veröffentlichen können. Auch die Leitartikler konnten sie in ihren Aussätzen nicht berücksichtigen. Immerhin glauben die meisten Blätter, an Hand des deutsch=österreichischen Kommuniques genügend Veranlassung zu haben. Bundeskanzler Schuschnigg in „Schutz" nehmen zu müssen(?!) Verschiedene Zeitungen brechen in das übliche Alarmgeschrei aus, wie immer. wenn sich etwas nicht nach ihrem Gusto richtet.„Jour“ erklärt.„man dürfe sich nicht allzuviel Illusionen machen". Das Hauptergebnis am gestrigen Dienstag sei die Tatsache gewesen, daß der Führer Zugeständnisse erhalten habe. Das Blatt. dessen Phantasie trotz umsangreicher Beiträge zu vor kurzem erst ab absurdum geführten Schwindelmeldungen unerschöpflich scheint, erzählt im übrigen die einfaltigsten Märchen über die„Vorgeschichte“ der Kabinettsumbildung in Wien. Auch das„Echo de Paris“ weiß mit geheimnisvollen Informationen auszuwarten. Es sieht sich dabei veranlaßt, wieder einmal zum Schutz der logenannten kollektiven Sicherheit aufzurufen.„Evoque“ gar glaubt, von einer Tragödie(!) sprechen zu können. Der Berliner Berichterstatter des„Journal" erklärt, die Divlomatie des Führers könne sich beglückwünschen zu ihrem Unternehmungsgeist und der Initiative, für die sie glänzende Beweise an den Tag gelegt habe. Diejenigen. die aus ideologischer Opposition beraus im Anschluß an den 4. Februar(gemeint ist die vergangene Lügenhetze. Die Schriftleitung.) eine Verringerung des deutschen Ansebens vorausgesagt hätten, können nur enttäuscht sein. Im„Figaro" unternimmt Wladimir d'Oimesson den skandalösen Versuch, die Achse Berlin—Rom im Zusammenhang mit der Verständigung zwischen Berlin und Wien anzugreifen. Der Außenpolitiker des„Petit Pazisien“ weiß zu berichten, daß Außenminister Delbos in seiner gestrigen Besprechung mit dem englischen Botschafter in Paris die österreichischen Angelegenheiten angeschnitten habe. Doch sei es wenig wahrscheinlich, daß dieser Gedankenaustausch die Divlomatie der beiden Westmächte zum Eingreisen in die Angelegenheit führen werde. die den Kreis ihrer Verpflichtungen nicht berühre. „Die Freiheit des Forschens Gede des Reichsleiters Rosenberg in der Martin=Luther=Universität HalleWittenberg“ Nationalsozialismus und Wissenschaft Halle, 16. Febr. Die Martin=Luther=Universität HalleWittenberg, von jeher im Weltanschauungskampf der Zeiten in vorderster Linie stehend, ist heute in einen neuen Abschnitt ihrer von weltbedeutenden Geschehnissen gekennzeichneten Geschichte eingetreten. Reichsleiter Rosenberg, der Beauftragte des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der RSDAP., weilte auf Einladung der Untversität und der Stadt Halle zum Besuch in der Gaustadt. Nachdem Reicholeiter Rosenberg in Begleitung von Gauleiter Staatsrat Eggeling, dem Rektor der Universttät. Pros. Weigelt, und dem Oberbürgermeister von Halle die Aula betreten hatte, hieß ihn der Rektor der Universität auch für die ganze Dozentenschaft unter stürmischem Beifall in der Hochschule willkommen. Weiter begrüßte der Rektor den Leiter des Amtes für Wissenschaft im Reichserziehungsministerium, Staatsminister Dr. Wacker, die Vertreter der Reichsstudentenführung, der Parteigliederungen, der Wehrmacht und der Behörden sowie die anderen Ehrengäste. Staatsminister Dr. Wacker Überbrachte die Grüße des Reichoministers Rust. Im Zusammenbang mit der Feststellung, daß sich die Studentenziffer nach dem ungewöhnlichen Hochstand in den Jahren 1927 bis 1932 grundlegend gewandelt und wieder auf den Durchschnitt der Jahre 1911 bis 1914 zurückgegangen sei, kam der Redner auch auf die Befürchtungen der Schließung von Hochschulen zu sprechen, die einmal akut gewesen seien. Der Wille des Reichserziehungsministers sei es, daß keine der bestehenden Hochschulen in Deutschland geschlossen werde. Eine Planung und Aufgabenverteilung sei dagegen in Aussicht genommen. Sie werde sich niemals dahin auswirken, daß die Grundlage der Universitag zerstört werde, etwa in dem Sinne einer fachschulmäßigen Ausspaltung.„„„ Der Rektor der Universität teilte mit, daß der Senat dem Reichsleiter Rosenberg vor Beginn des Festaktes ein auf Pergament abgefaßtes Dokument überreicht habe, in dem der Reichsleiter gebeten werde, der„an stolzer Tradition und großen Zukunftsaufgaben so reichen Martin=Luther=Universität seine besondere Förderung zuteil werden zu lassen“. Anschließend nahm Reichsleiter Rosenberg das Wort und führte u. a. aus: Vor längerer Zeit seien der Gauleiter von HalleMerseburg und der Oberbürgermeister der Stadt Halle an ihn herangetreten mit der Bitte, sich im Sinne einer weltanschaulichen Festigung der MartinLuther=Universitar zur Verfügung zu stellen; die gleiche Bitte wurde dann auch von der Universität selbst ausgesprochen. Daraufhin habe er sein Einverständnis gegeben aus Freude, daß eine derartige Anregung aus einem Gau gemeinsam mit der Universität selbst gekommen sei. dann aber auch, weil ihm innerlich daran gelegen sei, an der Fortführung des großen Erbes teilzunehmen. das sich allein schon mit dem Namen der Universität für immer verknüpfe. Es handele sich für uns heute nicht mehr darum, den Namen Martin Lutlers im Sinne des Reformators einer Konsestion zu werten, sondern seine Persönlichkeit als einen der größten deutschen Charakter= revolutionäre zu empfinden. Halle selbst sei später stets ein Forum weltanschaulicher Auseinandersetzungen gewesen, und daher begrüße er es, wenn diese Stadt nun erneut die Stätte um das Ringen der Weltanschauung unserer Zeit werden könne. Das wesentliche bei all diesen Kämpfen, so sagte Reichsleiter Rosenberg,„ist nicht immer der jeweilige Inhalt, sondern der Mut überhaupt, sich zum Schicksal seiner Zeit zu bekennen. Antworten aus der Kraft des gesunden Instinktes zu geben, den Problemen fest ins Auge zu sehen und mit allen Mitteln des Herzens und einer hohen Vernunft ihre Lösung anzustreben. Wenn Sie nich gebeten haben, so nehme ich das nicht als Verchfung zu einer Somme von Einzeibeienninisen, sonbern zu einer allgemeinen entschlossenen Haltung, daß das Recht, das mit uns geboren wurde, nicht in Frage stehen dars sondern mit aller Energie verteidigt werden muß. Wir wollen nicht nur Enkel sein, sondern auch zu herrn werden.“ Reichsleiter Rosenberg führte weiter aus, daß dies politisch schon der Fall sei. Der Nationalsozialismus sei Schicksal für alle Deutschen, Verpflichtung aber auch für das Dasein aller jener, die vielleicht seinem Schritt bisher noch nicht ganz folgen konnten. Die innere Wahrheit unseres Kampfes werde an ihrer Fruchtbarkeit in der Zukunft abzulesen sein. Wir stünden, wenn wir den Standpunkt unserer Zeit überprüfen wollten, in einem entscheidenden Zeitalter, dessen Kennzeichen das Vergehen aller universalistischen Systeme sei. Alle diese Systeme hätten ein gemeinsames Zeichen: Sie verkündeten ein allgemeines Dogma, eine Lehre für alle Völker und Rassen, sie erstrebten eine Herrschaft geistig und wenn irgend möglich auch politisch über möglichst große Teile einer buntscheckigen Menschheit. Von diesem Gesichtspunkt aus erscheint der Bolschewiemus als der letzte Versuch eines solchen universalistischen Denkens, das sich wie eine harte unbewegliche Hülse über den lebendigen Leib der Völker zu pressen versucht. Aber alles das, was wir an Abwehr bei vielen Nationen feststellen könnten, seien bereits äußere Zeichen dafür, daß sich eine innere Abkehr überall bemerkbar mache. Bewußt oder unbewußt komme hier der Versuch zur Rückkehr zu den granitenen Fundamenten des eigenen Wesens zur Schau. Nachdem Reichsleiter Rosenberg die verschiedenen Elemente einer Weltanschauung aufgezeigt hatte, behandelte er das im Mittelpunkt seiner Rede stehende Thema der„Freiheit des Forschens“. Die nationalsozialistische Bewegung könne nicht anerkennen, daß die Freiheit des Forschens gleichsam eine liberalistische Angelegenheit sei, vielmehr sei sie die Folge eines vielhundertjährigen heroischen Kampfes des europäischen Forschergeistes. Deshalb würde der Nationalsozialismus allen kosmischen Forschungen der Welt. allen Forschungen der Erdkunde, Phusik und Chemie freie Bahn lassen. Der Unterschied mit der scheinbar hier gleichlautenden liberalistischen Anschauung bestünde aber darin. daß die nationalsozialistische Bewegung doch ein Bekenntnis aussprechen müßte, wo der Mensch unmittelbar selbst beteiligt sei. Hier hätte er sich nicht gescheut, mit der notwendigen Kühnheit zwei Gebiete mitzuergreifen, denen er aus innerer Wahrhaftigkeit nicht aus dem Wege gehen könnte. Das seien die Gebiete der Rassenkunde und der Geschichte. Die Rassenkunde sei nicht eine plötzlich aufgetauchte Theorie, sondern nur die Geburt einer neuen, wenn auch schon längst vorbereiteten umwälzenden Wissenschaft. Sie bedeute im tiefsten Grunde nichts anderes als die ehrliche Anerkennung der Gesetzmäßigkeiten des Lebens. Seit der Entdeckung des Blutkreislaufes sei die Entwicklung innerlich vorgezeichnet und wir hätten nur die Konsequenz einer vielhundertjährigen Arbeit gezogen. Damit sei nicht ein Materialismus ausgesprochen, sondern die tiese Einheit des Lebensprogramms. Rasse sei deshalb für uns— wie Reichsleiter Rosenberg schon früher einmal ausgedrückt hat—„Außenseile einer Seele. und Seele die Innenseite einer Rasse". Es gäbe noch vieles zu erforschen, daß es aber eine Vererbung gebe, stehe außer Frage. Und hier stellte sich Reichsleiter Rosenberg gegen manche Versuche fremder Philosophen, welche neuerdings glaubten, die Kausalität als„überwunden“ hinstellen zu können.„Die Kausalität ist vielmehr die methodologische Voraussetzung aller unserer Wissenschaft überhaupt“. Sie trete auf in den Formen einer mechanischen Ursächlichkeit, dann als Reiz, als Motiv. weshalb Schopenhauer hier schon die Motivation als„die Kausalität von innen gesehen“ hingestellt hätte. Und die Biologie vertrage ihrerseits auch eine finale Behandlung. das heißt eine Betrachtung, die den Zweck der Organe als Voraussetzung ihrer Bildung begreife.„Das Suchen nach Gesetzmäßigkeit ist das entscheidende Kennzeichen der germanischen Forscherseele. Das Gesetz der Welt ist für uns das größte Wunder gewesen, nicht die sogenannte „Durchbrechung der Gesetze durch Zaubereien.“ Reichsleiter Rosenberg verlas darauf ein äußerst lehrreiches Bekenntnis von Chamberlain an Cosima Wagner von 1869, in dem gleichsam das Fernsehen schon verkündet wird, und betonte:„Dieser auf die Gesetzmäßigkeit zielende Wille schuf alle Naturforschungen, alles das, was wir heute überhaupt Wissenschaft nennen“. Das europäische Denken sei niemals reine, platte Empirie gewesen, aber auch niemals magisches Denken. Es erblicke auch nicht in Idee und Erfahrung Gegensätze, sondern anerkenne, daß die Erfahrung in sich begreife Idee plus Experiment. Die Rassenkunde sei heute bereits in das Bewußtsein der Wissenschaft als Erfahrung eingefügt worden, und wenn dagegen Proteste aus weltanschaulichen Lagern sich erhöhen, so könnte man nur feststellen, daß eine einmal gemachte wissenschaftliche Entdeckung durch keinerlei noch so laute Proteste mehr ungeschehen gemacht werden könnte. Die Rassenseelenkunde hat uns neue Augen geschenkt und auch Geschichte erscheint uns deshalb heute nicht als eine dogmatisch vorgezeichnete gradlinige Entwicklung zu irgendeiner behaupteten Christianisterung oder Humanisierung aller Völker und Rassen. Vielmehr stehen wir vor dem Bild des dramatischen Kampfes der verschiedenen Rassenseelen gegeneinander und damit ihrer Götter, ihrer Werte und Ideale.“ Reichsleiter Rosenberg schilderte, wie sich diese Anschauung in der Betrachtung der Antike auswirken müsse, und fügte hinzu,„eine Rasse könne ewig bestehen, wenn sie nicht physisch vergiftet würde". Durch diese Erkenntnis diene der Nationalsozialismus dem schöpferischen Prinzip der Natur. „Ist das etwa Unterdrückung der Forschung? Nein! Das ist ein Fanal einer neuen Freiheit, einer neuen Ideenstellung, neuer Experimente, neuer Aufgaben. Wer das bestreitet, kämpft nicht für die Freiheit der Forschung, sondern will unsere Forschungsfreiheit unterdrücken“. Im Grunde handele es sich darum, daß gewisse Menschengruppen, die durch bestimmte Lehren zur Macht gekommen seien, nunmehr ihre Machtposikion durch eine neue Forschung erschüttert sehen und alles tun, um ste zu unterdrücken. Den Forschern seien aber heute Themen von einer Tiefe und Größe gestellt wie seit einem Jahrtausend nicht. Reichsleiter Rosenberg führte eine große Anzahl dieser Themen an, die heute der Bearbeitung harrten, und fügte hinzu, wenn auch in unserem Zeitalter Staatsmänner und Soldaten im Voerdergrund stünden und manche Forscher sich vielleicht zurückgesetzt fühlten, so sollten sie doch wissen, daß die nationalsozialistische Bewegung nun nach Beendigung des unmittelbar politischen Ringens auch hier ein Bekenntnis zur Hochhaltung auch für den Denker und Forscher ablegen wolle. „Stille Gedanken sind es oft, die einen Sturm in die Welt gebracht haben, zugleich sind sie aber auch die Ursache einer inneren Ruhe und Geborgenheit, wenn sie zum esenm wer—hOTG Beide Erkenntnisse stehen her — Aanrnunderte in einem ech ver glei wan D nermarcen d — Ende genommen, und der dei# s heim gefunden zu sich selbst. In diesem Zeichen der tisches Dasein, enr neute unser Forschen und Denken, und wir alle sind berusen, jeder an seiner Stelle, diesen großen Prozeß des Ausbaues einer äußeren und inneren Heimat durchzuführen, uns zum Schicksal unserer Zeit ohne jedes Wenn und Aber zu bekennen. Das scheint uns auch allein würdig jenes Mannes, dessen Namen diese Universität zu tragen die Ehre hat. Als nach den Ausführungen des Reichsleiters Rosenberg die Heilgrüße und der Beifall des Auditoriums verstummt waren, gab der Oberbürgermeister von Halle die Errichtung einer Alfred=Rosenberg=Stiftung zur Förderung der Wissenschaften an der Martin=Luther=Universität Halle=Wittenberg bekannt. Die Stiftung, die von der Stadt alljührlich mit 100000 RM. dotiert wird, soll nach der Bestimmung Alfred Rosenbergs im Einvernehmen me Stadt und Universität zur Fodd rung des wissenschaft lichen Nachwuchses verwendet werden. Am Schluß des Festaktes verkündete der Gauleiter, Staatsrat Eggeling, die Gründung einer Halleschen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, in deren Händen auch die Verwaltung der Alfred=Rosenberg= Stiftung ruhen solle. Er verkündete weiter die Schaffung von Arbeitsgemeinschaften von Hochschullehrern und Studenten, in denen erstmalig ein horizontaler Zusammenschluß der verschiedenen Wissenschaftsgebiete zu gemeinsamer Forschungsarbeit auf nationalsozialistischer Grundlage erfolge. Thesen zum 20. Jubiläum der Roten Armee „Existenz der Sowjetunion neben„Imperialistischen Staatswesen“ auf die Dauer unmöglich“ Moskau, 15. Febr. Die Sowjetvresse veröffentlicht Mittwoch„Thesen“ zu dem bevorstehenden 20. Jubiläum der Roten Armee. Darin kommt der nunmehr mit Erfolg ungetarnte offensiv=weltrevolutionäre Aktivismus zum Ausdruck, der auf den bekannten„offenen Brief“. Stalins zurückzuführen ist. Die Erfolge der Roten Armee in den Jahren des Bürgerkrieges wären. so wird jetzt proklamatorisch verkündet. undenkbar gewesen ohne die aktive Unterstützung seitens der revolutionären Bewegungen des Auslandes. Zur Kennzeichnung der gegenwärtigen Situation und um die Notwendigkeiten einer hochgerüsteten bolschewistischen Armee nachzuweisen, wird wiederum— unter Bezugnahme auf Aeußerungen Lenins, betont, daß die Existenz der Sowjetunion„neben imverialistischen Staatswesen“ auf die Dauer hinaus unmöglich sei. Entweder müsse die eine oder die andere Staatsform siegen. Weiter wird Lenins Ausspruch zittert wonach„bis dahin eine Reibe schwerster Zusammensköße zwischen der Sowjetunion und den bourgeoisen Skaaten unvermeidlich sei". Das bedeutet, daß der Bolschewismus, wenn er an der Macht bleiben wolle, eine dementsprechende militärische Organisation besitzen müsse. Eine andere nicht weniger bezeichnende Aeußerung fiel Dienstag auf der zur Zeit stattfindenden Tagung des Zentralvollzugsausschusse der großrussischen Bundesrepublik. Ein namhaftes Mitglied dieser Körverschaft äußerte u. a., das„Weltproletariat“ müsse wissen, daß die Sowjetversassung den Anschluß neuer Sowjekrepubliken an die gegenwärtigen 11 Bundesrepubliken. welche die Sowjetunion bildeten, zulasse. Auf diesem Wege. so meinte der Redner, werde„die konkrete Verwirklichung“ des bolschewistischen Weltherrschaftsanspruches erfolgen. Notizen Der neue Botschafter der Vereinigten Staaten, Hugh R. Wilson, traf Mittwoch früh in Berlin ein. * Am Dienstaa trafen in München 370 Angehörige der italienischen Freizeitorganisation Dopolavora ein, die den Münchener Fasching erleben wollen. An der Aragonfront wurden dolschewistische Gegenangriffe blutig abgewiesen, wobei 350 Bolschewisten gesangen genommen wurden. * Ueber dem Mittelmeer toben heftige Stürme. Mehrere Dampfer sind überfällig. Bei Samnaun im Kanton Graubünden Dienstag eine Staublawine nieder, von Skiläuferinnen getotet wurden. Sere am vier „Frankreich muß für die Scherben zahlen“ Der scharfe deutsche Protest gegen die Pariser Schmutzausstellung. Paris, 16. Fehr. Die Pariser Morgenvresse vom Mittwoch enthält bereits ein erstes Echo zu dem von der deutschen Presse einmütig unterstrichenen Aussatz des „Völktschen Beobachler gegen die von jüdischbolschewistischen Kreisen organisierte antinationalsozialtstische Ausstellung. So schreibt in seiner ersten Ausgabe „Journal“: „Die deutsch=französischen Beziehungen, die letztbin eine fühlbare Entspannung zu verzeichnen hatten. beginnen sich von neuem zu vergiften. Und das alles nur. weil in Paris Kommunisten und zwei Dutzend jüdische Emiaran= ten. die 40 Millionen Franzosen ihre Gesetze aufzwingen wollen. es für günstig befunden haben, unter Moskaus Schutzherrschaft eine antinationalsozialistische Ausstellung zu veranstalten. Frankreich muß die so entstandenen Scherben bezahlen. Ueber den Rhein hinweg werde man sich mit glühenden Kohlen bewersen". Jungmädeldienst neu geregelt Berlin, 16. Febr. Die Reichsjugendführung hat jetzt im Hinblick auf die bevorstebende Aufnahme der Mädel des Jahrganges 1928 in den Jungmädelbund die neue Regelung des Jungmädeldienstes bekanntgegeben. Wöchentlich ist ein Heim= und Sportnachmittag und monatlich eine Fahrt vorgesehen. Weiter umfaßt der Jungmädeldienst, so meldet der Reichsjugendvressedienst. die Teilnahme an Lagern sowie den Sonderdienst. Jedes Jungmädel, das sich der ärztlichen Untersuchung unterzogen hat und für„tauglich“ bzw.„bedingt tauglich“ befunden worden ist. hat die Pflicht. an diesem Jungmädeldienst teilzunehmen. Der Heim= und Sportnachmittag darf die Dauer von zwei Stunden nicht überschreiten. Er muß im Sommer spätestens um 20 Uhr, im Winter um 19 Uhr beendet sein. Die Fahrt hat innerhalb des Jungmädeldienstes einen besonderen erzieherischen Wert. denn einmal wird das Mädel zum Schauen angeregt. es lernt seine Heimat kennen, zum anderen zeigt sich bei der Fahrt besonders, wie das einzelne Jungmädel in der Gemeinschaft steht. Nach jeder Stunde Wanderung ist eine Ruhevause vorgeschrieben, sodaß also eine Ueberanstrengung auf der Fahrt nicht in Frage kommt. Die Jungmädelfahrt muß im Sommer spätestens um 19 Uhr. im Winter um 18 Uhr beendet sein. Während die 10= bie 11jährigen Jungmädel nicht länger als einen Tag unterwegs sein dürfen und die 12= bis 14jährigen im Monat eine 1½täg. Fahrt durchführen, find Großfahrten sowie längere Radfahrten für Jungmädel verboten. Jungmädel dürfen nur in Jugendherbergen und feste Quar= tieren übernachten, was auch für die Sommerlager zutrifft. Neben dem täglichen Lagerbetrieb, Sviel. Sport und kleinen Wanderungen, ist im Sommerlager für genügend Freizeit und vor allem für ausgiebige Nachtruhe gesorgt. Für die genaue Durchführung des Jungmädeldienstes ist die Jungmädelführerin voll verantwortlich. Sie hat dafür Sorge zu tragen, daß die Bestimmungen genau eingehalten werden Der Sonderdienst der Jungmädel erstreckt sich auf Teilnahme an Elternabenden und Werbeaktionen. Kundgebungen. Festen. Feiern und ibren Vorbereitungen und an Avvellen. 10= bis 11jährige Jungmädel dürfen an Aufmärschen und Straßensammlungen nicht teilnehmen und auch nicht Spalier stehen. Die Verantwortlichkeit der Führerin, die ständige Ueberwachung durch die BdM.=Aerztin sowie eine genügende Anzahl von ausgebildeten Mädeln des Unfalldienstes geben die Gewähr für eine genune Durchführung der Bestimmungen Handel und Gewerbe Rheinisch=Westfälische Börse Düsseldors, 16. Fehr. Die Börse eröffnete in fester Haltung. ohne daß aber das Geschäft eine wesentliche Belebung erfuhr. Einen günstigen Eindruck machte das Ergebnis der deutsch=österreichischen Besprechungen. Die Beteiligung des Publikums am Geschäft ist jedon gering. Lediglich seitens der Kulisse wurden kleine Meinungskäufe vorgenommen. Nach den ersten Notierungen war die Haltung nicht einheitlich. Eine kräftige Erholung erfuhren Farben mit plus 1¼ Prozent. Auf dem Montanmarkt gewannen Ver. Stahl ½ Prozent. Hoesch und Rheinstahl je X Prozent. Erdöl konnten einen Gewinn von 1½ Prozent buchen und waren bei weiteren Umsatzen noch eine Kleinigkeit gebessert. Der Kurenmarkt verkehrte gleichfalls in freundliche: Haltung, jedoch war die Umsatztätigkeit noch ziemlich eingeschränkt. Von den Kohlenkuren wurden ledinlich Deutschland mehrfach zirka 5 RM. höher bezahlt. Der Freiverkehr nahm einen sehr ruhigen Verlauf. Zu ungefähr letztem Kurs verkehrte Humboldt. Dolerit wurden 1½. Elsa Zement sowie Kölsch Fölzer bis 1 Prozent höher aus dem Markt genommen. Schött fielen um 1 Prozent zurück.— Im Einklang mit den anderen Märkten hielten sich die Umsätze auch auf dem Kassamarkt in engen Grenzen. Ver. Glanzstoff. die seit dem 81. Dez. 1987 nicht notiert wurden, gingen mit 198½ um. Unverändert verkehrten Banning. Ver. Rumpus und Klauser Spinnerei. Basalt und Braunkohle Zukunft 1½. Dinnendabl 1 Prozent fester. Bonner Berg ½ Prozent gedrückt. Banken und Versicherungen ruhig und kaum verändert. Die Börse schloß still und leicht abgeschwächt. Warenmärkte Reis Hamburger Warenmarkt. ie Umsätze am Platze sind kleiner geworde ##er geworden, em Maße eingedeckt .... Die Umsätze am Platze si da sich das Inland in ausreichend hat. Noch eingehende Aufträge wurden zu den bisherigen Preisen ausgeführt. Die Ursprungsländer im Fernen Osten hatten eine stetige Marktlage. Preise unverändert. Baumwolle: Ruhig. Suverfine 4.25. Fine Oomra 4.60 d. Kaffee: Das Abzugsgeschäft nahm seinen Fortgang. ohne daß sich Preisveränderungen ergaben. Auch aus Brasilien wurden gleichbleibende Forderungen gemeldet. Preise unverändert. Schmalz: Stetig. unverändert. Fettwaren: Unverändert. Hülsenfrüchte: Die Käufer legten sich Zurückhaltung auf. so daß keine nennenswerten Umlätze zustandekamen. Die Forderungen bewegten sich im Rahmen der Vortage. Preise unverändert. Rauhfutter: Ruhig. unverändert. Futtermittel: Ruhig. unverändert. Oele und Fette: Mangels Anregungen verlief der Markt recht ruhig. Sojabohnenöl gab weite Preise nach. Holl. Leinöl, prompt, 22¼, dto. März für 100 Kilogr. engl. Pfund für 1016 dto. Mai August 22¾ hfl bohnenöl. roh, mandsch. 16/50 Kilogr. Rest unverändert. Gewürze: Sofern sich Bedarf zeigte, konnte dieser aus den ausreichenden Beständen glatt gederkt werden. Lediglich Piment, der guter Nachfrage begemnete, war schwer zu beschaffen. In den Preisen ist keine Veränderung eingetreten. Rohkakao: An der Goldküste soll eine Kommission zur Prüfung der Lage eingesetzt sein und gleichzeitig die Verbrennung der Kakaobestände durch die Pflanzer verbindern. Kakaohalbfabrikate: Markt= und Preislage wie zuletzt. Kautschuk: Stetig. Sheets loco 71/32. März, Avril 7½. Avril Mai 7 3/16 Pence per lbs. Zucker: Auf stetige Auslandsmärkte setzte sich auch hier eine stetigere Grundstimmung durch, so daß die Forderungen durchweg höher lauteten. Tschechen Kristalle Feinkorn per Febr. März 7/2¼ sh für 50 Kilogr. hrutto“ netto sob Hamburg. British fine Granulated ver. Fedr. März 6/8¼. Avril Juni 6/9 sh für 1 cwt netto sob London. Am Terminmarkt stellten sich die Notierungen teilweise 5 Pfg. höher. Allgemeine Nachrichten L einziger Messe=Sonderzug über Selsenkirchen. Während in den letzten Jahren die Messebesucher aus Gelsenkirchen den Sonderzug nach Leinzig nur in Essen oder Bochum erreichen konnten. verkehrt zur Frühjahrsmesse 1938 ein besonderer Messezug(LM 75) auch über Gelsenkirchen, und zwar am 5. März, 10.24 Uhr von Gelsenkirchen, 10.32 Uhr von Wanne=Eickel. an Leinzig=Hbf. 18.04 Uhr. Der 2M 75 wird als D=Zug gefahren und führt einen Mitrova=Speisewagen mit. Die Rückfahrt kann mit einem beliebigen D= Zua bis zum 20. März 1938 ausgeführt werden. Bedingung für die Benutzung des LM 75 ist der Besitz eines Messeabzeichens oder Ausstellerausweises. Messeabzeichen und SondorzugFahrkarten erhält man im Lloydreisebüro Hugo Degenhard. Gelsenkirchen. Pferdesport Rennen zu Cannes. 1. Rennen: 1. Ariel. 2(M. Davn), 2. Vertigineur. 3. Sange Bleue. Tot.: Sieg 26. Platz 14. 15:10. H., N. 3. Ferner liefen 4 Pferde. 2. Rennen: 1. Le Siroco(R. Gigant), 2. Alicourt. 3. Arian. Tot.: Sieg 28. Platz 16. 15:10. 3. 2. 2. Ferner liefen 4 Pferde. 3. Rennen: 1. Savon de Mars(de Pazzis). 2. Ambre. 3. Goldin Wing. Tot.: Sieg 37. Platz 18. 75. 31:10. 2. K., 3. Ferner liefen 10 Pferde. 4. Rennen: 1. Edward the Confessor(P. Duarenot). 2. Aqueduc, 3. Vieur Basaue. Tot.: Sieg 14. Platz 11. 14:10. 4. ¾. 3. Ferner lief 1 Pferd. Wie wird das Wetter? Keine Aenderung. Für Donnerstag: Zeitweise stärker bewölkt. bei frischen östlichen Winden vorwiegend trocken, im Berglande noch vereinzelt Schneefälle. Frost bis minus 5 Grad. Freitag und wahrscheinliche Weiterentwicklung: Temperaturen meist unter dem Gefrierpunkt, bei südöstlichen Winden weiter zunehmender Frost und Schneefälle. Wetterbericht für Wintersportler vom 16. Februar. Sauerland. Winterbera: minus 9 Grad. Nebel, kein Neuschnee, Schneehöhe 70 cm, Pulver, Sport sehr gut.— Willingen=Ufseln: minus 6 Grad, bedeckt, Neuschnee 3 emn, Schneehöhe 60 cm, Pulver, Sport sehr gut. Schafft Schleßstände für die Hitler-Jugend! Eine Werbeaktion zur Förderung des Schießsports. Eine Million Jungen üben heute am Kleinkaliber= Gemehr. und bald soll jeder, der mit 18 Jahren die Hitler=Jugend verläßt, wenigstens ein guter Durchschnittsschütze sein. Die Zahl der ausbildungsberechtigten Schießzwarte ist seit Beginn der planmäßigen Schießausbildung in der HJ. im Jahre 1936 bereits auf 5000 gestiegen und wird jährlich durch die Lehrgänge der neuen Reichsschießschule der HJ. und die Wochenend= und Sonderlehrgänge innerhalb der Gebiete um einige Tausend vermehrt. 7000 Hitlerjungen haben im vorigen Jahr im ersten Reichsschießwettkampf um den Ehrenpreis des Reichsjugend führers und um den Titel des Reichssiegers bei den H5. Kampfspielen in Nürnberg gekämpft. und bei den jetzt beginnenden Ermittlungsschießen für den Reichsschieß wettkampf 1938 sollen bereits alle HJ.=Einheiten vertreten sein. Leistungssteigerung auch im Schießsport. Auch der im vergangenen Jahr vom Reichsjugendführer erstmalig befohlene Führerzebnkampf und der neue Wehrsportfünfkampf der Nürnberger Kampfspiele schließen je zwei Bedingungen im KK.=Schießen ein. Mit welchem Erfolg der Schießsport in der HJ. betrieben wird. beweisen die 1000 Schießauszeichnungen, die monatlich neben dem HJ.=Leistungsabzeichen von der Reichsjugendführung verlieben werden. Ueber die drei Leistungsstufen der gewöhnlichen Schießausbildung hinaus ist jetzt für die Inhaber der Schießauszeichnung noch eine„H J. Schießauszeichnung für Scharfschützen" geschaffen worden. Die ausgezeichnete Siegermannschaftsleistung von 10.45 Ringen, die im Endkampf des vortährigen Reichsschießwettkampfes in Nürnberg erzielt wurde, war also nur der Anfang einer systematischen Breitenarbett auch auf diesem Gebiet der Ertüchtigung. Dieser Leistungsstand ist erreicht worden, ohne daß bisber die nötigen Voraussetzungen für die Schießausbildung auch nur annähernd erfüllt gewesen wären. So ist erst durch die Uebergabe von 10 000 Kleinkaliber Gewehren durch die Wehrmacht im vorigen Jahr jede Gefolgschaft in den Besitz einer Ausbildungswaffe gekommen. In allen HJ.=Gebieten fehlt es aber nicht nur an Gewehren. sondern vor allem auch an Schußbahnen Die 25000 Schußbahnen, die es in den 49000 Gemeinden des Reiches gibt. stehen in keinem Verhältnis zu den wachsenden Anforderungen der Ertüchtigungsarbeit der Jugend und zu der besonderen Vorliebe der Jungen gerade für das Schießen mit den kleinkalibrigen Waffen. das in den angelsächsischen Ländern und in der Schweiz schon seit Jahrzehnten als Volkssport betrieben wird. Wenn erreicht werden soll, daß nach den Worten des Chefs des Amtes für körverliche Ertüchtigung der RIF., Obergebietsführer Dr. Stellrecht.„jeder Hitlerjunge wenigstens seine zehn Schuß im Monat abgeben soll". so müssen auch ausreichende Uebungsgelegenheiten geschaffen werden. Denn Schießen ist Aebungssache, und die Bekanntschaft mit Kimme und Korn wird deshalb am besten schon in der Jugend gemacht. Das heißt nicht — wie von maßgebender Stelle immer vieder eindeutig festgestellt wurde—. daß wir etwa nach dem Muster vieler anderer Länder schon den Jüngsten oder gar der weiblichen Jugend die Kriegswaffe in die Hand geben. Die Luftbüchse des Jungvolks und das Kleinkaliber= Gewehr der pJ. dienen nicht dazu. den Jungen das Kriegshandwerr einzudrillen. Vielmehr gehört die Schießausbildung in den planvollen Erziehungsweg. auf dem die Jugend heute von der Pimpfenprobe auf die Grundschule der Leibesübungen bis zu den Leistungsabzeichen zu erhöhter körverlicher und geistigcharakterlicher Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft geführt wird. Wie jeder Junge schwimmen und boren lernt, so muß er auch in der Handhabung des Gewehres sicher sein, die ihm Verantwortungsbewußtsein und Sicherheit. Konzentrations= und Entschlußkraft anerzieht. Aber die Schußbahnen fehlen. Die erste Voraussetzung für eine planmäßige Schießausbildung, nämlich die Bereitschaft einer ausreichenden Mannschaft zuverlässiger Schießwarte. ist durch die Ein richtung der ersten Reichsschießwarte der HJ. in Obermaßfeld(Thüringen) erfüllt worden. Wenn nun in jedem Monat Lunderte von Schieswarten ihre Ausbildungs= arbeit in den Einbeiten der H3. aufnehmen, ergibt sich die ebenso verantwortungsvolle Aufgabe, für einwand freie Schußbahnen zu sorgen. Seit der Vereinbarung mit dem Deutschen Schützenverband stehen zwar allen HJ.= Schützen die Schießzstände der DSV.=Vereine zur Ver fügung, aber die Uebungsplätze reichen bei weitem noch nicht aus Auf die Mitarbeit der Gemeinden kommt es an. Da die HJ. nicht in der Lage ist, aus eigenen Mitteln Schießstände zu bauen, wird es auf die Unterstützung der Gemeinden. der Partei und ihrer Gliederungen ankommen. Die glücklichste Lösung für das Jugendgelände der Zukunft ist zwar die Verbindung der Schießbahn, des Sportplatzes und Schwimmbades mit dem HJ.=Heim. wie sie in der Anlage des„Hermann=Göring=Hauses der deutschen Jugend“ in Melle gelungen ist. Aber auch ohne solche großzügige Planung muß der Schießstandbau eine Selbstverständlichkeit sein, wenn sich die beteiligten Stellen zu Beihilfen oder Sachleistungen und die anderen schießsporttreibenden Organisationen, denen es meist ja auch an Schießgelegenheiten fehlt, zur freiwilligen Mitarbeit bereitfinden; denn es handelt sich hier nicht um Millionenbauvorhaben, sondern um eine für alle Gemeinden tragbare Maßnahme, die im Höchstfalle 300 bis 400 Mark erfordert. Aufgabe der Sachbearbeiter in den Gebieten ist es nun, die Schießsportverhältnisse in den einzelnen Standorten festzustellen und für den Ausbau der vorhandenen Schießbahnen und die Erfassung der restlichen Gemeinden zu werben. „Steiger werden ist nicht schwer.. Ein Besuch auf der Steigerschule. Hat der Kumpel nach der Schicht seine Marke abgeworsen, dann ist für ihn Schicht. Für ihn ist der Pütt wenigstens für den Tag vollkommen erledigt. Was sich dann noch in der Grube ereignen kann, ist ihm gänzlich schnuppe, was durchaus verständlich ist. Er hat Feierabend bis zum nächsten Tag und ist für Zweidrittel des Tages sein freier Mann. Wie steht es nun mit dem Zechenbeamten, deren Gros das Steigerkorps ist? Es gab leider eine Zeit, da war der Steiger in den Augen vieler damals verführter Volksgenossen ein„Stehkragenproletarier", aber heute weiß der Kumpel, daß der Steiger nicht nur ein Mann ist, der ein wenig mehr Geld verdient. sondern auch mehr Pflichten. Verantwortung und Sorgen hat. Ein Besuch auf der Steigerstube beim Schichtwechsel läßt uns erkennen, daß der Grubenbeamte keinen Achtstundentag kennt und es oft auf mehr als zwölf Stunden bringt. Am Anfang seines Berufes stand der Bergschulbesuch langer Jahre. Während andere Schicht hatten. packte er seine Bücher unter den Arm für die Schule und am späten Abend bis tief in die Nacht binein wurden die Hausaufgaben erledigt, die die Schile verlangte Diese Jahre gingen dem Privatleben verloren und wurden dem Beruf geoviert. Unruhige Wochen brachte das Eramen. Theoretisches Wissen und praktisches Können. die beide mehr als Durchschnitt sein mußten, brachten ihm dann die Anstellung. Gewiß hörte mit diesem Tage die Schwere der körverlichen Arbeit auf. aber die geistige Arbeit nahm damit ihren Anfang und er nahm freiwillig eine Bürde von Pflichten und Verantwortungen auf sich, die die wenigsten kennnen und für die sich mancher Kumpel bedanken möchte. Schon am frühen Morgen ist er früh zur Stelle. An großen. langen. blankgescheuerten Tischen sitzen 20 und mehr Beamte. einen Wust von Listen und anderem Schreibmaterial vor sich. Kurz vor Beginn der Schicht erstatten ihm die „Feuermännner“, die die ganze Nacht durch das Ladyrinth der Erde gekrochen sind. Meldung, ob sämtliche Grubendaue frei von Gasen sind, daß keine Strecke zugesallund kein Streb ineinandergebrochen ist. Es sind dang Minuten für ihn, dennn es hängt hiervon nicht nur ol daß das Fördersoll erreicht wird, sondern auch, daß jeden seiner Untergebenen nicht in Gefahr weiß. Ha sich jedoch etwas Unvorhergesehenes ereignet, dann geb es in aller Eile hinab in den Schacht, um mit einige vertrauten und zuverlässigen Leuten die Arbeiten für di Beseitigung der Gefahr zu leiten. In seinem Revier muß er täglich mehr als 10 Kilometer Strecken. Pfeiler. Aufhaue usw. befahren. d. h. zu Fuß o gehen. Hiervon müssen mindestens mehr als die Hälfte in gebückter Haltung, teilweise sogar auf dem Bauch liegend. gekrochen werden. Bei jedem Kumpel stellt er sich ein und man verlangt nicht nur ein„Glückauf“ von ihm, sondern auch ein freundliches Wort. Nach der Ausfahrt, wenn schon längst leine Leute „gebuckelt“ sind, steht er noch in„schwarz“ mit dem Kollegen von der anfahrenden Schicht boch oben am Schacht auf der Hängebank zu einer„Expreßkonferenz". Schnell wird unter den beiden gerechnet, überlegt und sachliche Meinungen ausgetauscht, denn Naturgewalten wie Gebirgseinbrüche, Wassereinbrüche. Explosionen usw. lassen sich nur schwer besiegen und es gilt. niemanden in Gefahr zu bringen. Steht er dann wieder in„Weiß" auf der Steigerstube, so harrt eine Fülle von schriftlicher Arbeit auf ihn. die mit zum täglichen Pensum zählt. Es müssen die Schichten eingetragen werden, das tägliche Journal ausgefüllt, der tägliche Holzverbrauch angeschrieben werden und vieles mehr. Zwischendurch klopft mancher Kumpel am Schaltersenster, der nicht nur betriebliche Angelegenheiten vorträgt, sondern oft auch persönliche Wünsche hat. Mancher unserer Steiger muß auch ein Psychologe sein. Ein junger Schlepper will bald beiraten. Er muß mehr Geld verdienen. Ein Familienvater hat durch einen erlittenen Unfall längere Zeit krankfeiern müssEr hat den Wunsch. gerne eine Ueberschicht wollen. Ein anderer Kumpel macht in der SA. Se# dienste. sodaß er für eine Zeitlang nur die Morgen verfahren kannn. Dafür muß der Steiger Ohren“ Verständnis haben. Jede angefangene schriftliche Arbeit muß er dadurch mehrere Male unterbrechen und hat er sie schließlich beendet, dann heißt es„Beim Alten Bericht erstatten“. Wie steht die Arbeit und ist das Soll erreicht? Jenes Soll, für das er sich täglich aufopfert und auf viele Lebensgenüsse verzichtet. Die Jahl von 400 und mehr Kohlenwagen begleitet ihn täglich und hat ihm schon manche schlaflose Nacht bereitet, als ein Streb zusammenbrach, als Motore versagten usw. sodaß manchmal das tägliche Soll ein Minus von 100 Wagen brachte. Nicht der Kumpel haftet dafür, daß die Wagen fehlen. nein, der Steiger ist dafür verantwortlich. Der Kumpel geht nach Hause, wennn es Schicht ist, während der Steiger dafür einzustehen hat, da er ja dafür gebürgt hat. als man ihm ein Revier und 200 Bergmänner anvertraute.— K. Zum Fastnachtszug nach Rechlinghausen Sonntag, den 27. Februar 1938, 15 Uhr.— Motto: „Hopp Mariännken“ 80 Wagen und Gruppen— 500 Kostümierte „Quelo“-Fastnacht im Saalbau. Gloria-Palast Heute ein neues Programm! debet dahn Lent den herner Anzeiger! OTTONIESS 3 Nabelau o. K. II., 500 8 22 Schelltisch o. K. III 50 a 38. Kabeliau-Filet 500 840 Rabatt. HERNE Bahnhofstr. 5d. Tel. 50 915 Eine Schlossersfrau gaist zur Seidsthilft. Sie war es leid, sich mit dem Waschen der öligen und fettverschmutzten Berufswäsche abzuplagen. Sie hatte von in gehört und prodierte es kurzerhand aus. Nachtsüber weichte sie die Sachen in heißem in4# Wasser ein und kochte sie am Morgen eine Diertelstunde in einer frischen ie# Lösung. Und welch ein Erfolg! Muhelos und viel billiger hatte sie in kurzer Zeit alles sauber und frisch ie#l in das preiswerte und bewährte Reinigungsmi für Berufswäsche aller Art Wissen Sie abnigene schon, dok ATa vn so billiges und verzügliches Remgungsmittel für verölte und stark verschmuzte Hande ist? Injeder guten Gaststätte finden Sie den Herner Anzeiger. Ritte, verlangen Sie ihn! Gewinnauszug 5. Klasse 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 7. Ziehungstag 15. Februar 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20000 RM. 339788 2 Gewinne zu 10000 NR. 225140 4 Gewinne zu 5000 RM. 335884 371917 6 Gewinne zu 3000 RM. 338067 379959 386053 30 Gewinne zu 2000 RM. 2680 11460 23505 108296 148755 186686 191360 206341 209023 223183 223845 303736 333354 333816 367870 62 Gewinne zu 1000 RM 11674 19176 22598 88043 61573 63600 64093 82453 85462 133004 133344 136610 146848 147166 159076 172408 194123 206396 225378 226422 272112 292129 296966 321910 341495 349743 356415 363322 866:87, 370239 389.368 100 Gewinne zu 500 RM. 12736 16496 16979 18319 34220 35269 43632 56841 81653 86888 96137 110273 112102 114836 126790 147565 151239 160952 171485 177567 185189 189492 193146 193939 200407 209475 220300 224694 253840 259159 273007 274081 292432 300196 301239 301885 306654 315924 316679 338213 354637 374041 378230. 379906 382671 363037 391544 391965 392160 393799 176 Gewinne zu 300 RM 3775 5634 9935 22877 23881 28055 28448 29520 33388 44076 54894 57905 59129 60414 70431 73349 77802 93568 95229 97225 100322 100610 104188 104833 105613 114556 117046 125702 132211 137704 142440 144408 156684 157564 160700 161512 162810 171322 174914 176410 178433 192552 193046 194391 195218 197596 196356 198405 199488 208921 213254 227601 232480 240345 243371 244321 249447 256360 256093 259160 260900 264975 272053 279461 284519 305184 306504 309969 311313 315406 322814 338484 339069 345000 345001 345511 352126 358219 361552 363139 364550 366579 366602 367947 371455 377767 380967 394908 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20000 AM. 373724 6 Gewinne zu 10000 RM. 163196 230150 30308 8 Gewinue zu 5000 RM. 124489 131193 326050 333249 6 bewinne zu 3000 RM. 117550 153670 289475 8 Gewinne zu 2000 RM. 3374 4975 57612 236777 48 Gewinne zu 1000 RM 29610 36869 37423 32929 72848 79589 103528 110668 172092 184924 234754 253507 290798 292329 306212 346595 361032 362016 371293 388372 389628 393560 393914 398340 84 Gewinne zu 500 NM. 17378 21485 31927 96493 51264 62129 58774 62900 74167 81833 6.1880 94356 104206 107427 111900 126639 131320 132755 138376 157619 160496 166127 183229 197052 210613 214334 222921 237186 236970 243610 270627 291374 297056 309917 324357 326613 333093 340614 355229 367999 374381 330618 170 Geminne zu 300 NN. 1374 29658 32167 37369 39410 53473 53754 63241 67495 73252 75868 89741 106864 110765 115424 115865 118727 124005 125428 130939 133887 137785 143212 144482 144583 154212 159174 168896 170056 171064 172098 172785 172994 174905 196066 197933 198512 199665 206067 218576 219249 226655 229955 231602 241061 241773 241972 243435 249845 251156 251406 253774 256184 261901 264009 268321 270004 283034 294717 287302 288514 290825 R11187 319286 319513 322138 322214 325585 327666 343466 3°9862 350363 356266 356371 360228 363801 369678 373553 379066 379219 383002 393065 383617 386446 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu se 500000, 2 zu se 300000, 2 zu je 200000, 2 zu se 100000, 2 zu se 75000, 4 zu se 50000, 6 zu se 30000, 14 zu je 20000, 76 zu ie 10000, 150 zu se 5000, 300 zu je 3000, 780 zu se 2000, 2182 zu se 1000, 3734 zu se 500, 7630 zu se 200, 181112 zu je 130 NM Zwangsversteigerung Freitag, den 18 Fedr., 10 Uhr, versteigere ich in der Wirtschaft lermann, Bahnhofstr. 136, öffentl. meistbietend gegen Barzahlung: 1 Klavier, 1 Schreibtisch, 1 Bücherschr., 1 Motorrad Zündapp), 1 Aklenrollschrank, 1 Büfelt, 1 Kredenz, ferner bestimmt: Wandbilder, Bleistifte, Federhalter, Tintenstifte, Postkarten, 1 Post. 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