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Jahrgang Nichts dazu gelernt Wie der französische Arbeiter betrogen wird Die „gleitende Lohnskala“ ein sozialer Gefahrenpunkt Vor wenigen Tagen ist als erstes unter den sechs Gesetzen, die das neue französische Arbeitsstatut umsaßt, das Gesetz über das Schlichtungsund Schiedsverfayren, von der französischen Kammer verabschiedet worden. Es wurde im wesentlichen in der Fassung angenommen, die bereits dem Regierungsentwurf zu Grunde gelegen hat. An den entscheidenden Regierungsvorschlägen: Strafbarkeit der Nichtbefolgung rechtskräftiger Schiedssprüche,„Legalisierung“ des Streiks durch Abstimmungen, Einschaltung des Staatsrates als oberste Schlichtungsinstanz ist während der parlamentarischen Verhandlungen nichts geändert worden. Abweichend von der Regierungsvorlage ist dagegen im Laufe der Debatte eine wichtige, für die Zukunft der sozialen Entwicklung in Frankreich vielleicht ausschlaggebende Neuerung eingeschaltet worden: Die„gleitende Lohnskala“. Ein dahingehender Antrag des marxistischen Gewerkschaftsführers Jouhaux sah vor, daß im Falle einer wenn auch so geringfägigen Preiserhöhung die Löhne den veränderten Preisen automatisch angepaßt werden müßten. Es ist bezeichnend für den Einfluß, den die Kommunisten in den französischen Gewerkschaften haben, daß dieser Antrag nur von den Antragstellern, also den Gewerkschaftsvertretern und den Kommunisten unterstützt wurde, während die Sozialisten sich mit der gemilderten Fassung zufrieden gaben, die der General= berichterstatter der Kammer zum Arbeitsstatut im Benehmen mit dem Ministerpräsidenten eingebracht hatte. Danach kann eine Anpassung der Löhne an die Preise erst dann gefordert werden, wenn die Lebenshaltungskosten nach dem amtlichen Indog eine Veränderung von mindestens 5 v H. erfahren Außerdem haben die Unternehmer die Möglichkeit, den Nachweis zu führen. daß die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens eine Lohnerhöhung nicht gestattet. Die Entscheidung darüber obliegt einem Ausschuß von drei Schiedsrichtern, von denen der eine seitens der Gewerkschaften, der andere von dem einschlägigen Unternehmerverband präsentiert wird. Der dritte soll als„Oberschlichter“ von dem zuständigen staatlichen Arbeitsinspektorat bzw.— bei lebenswichtigen Betrieben und umfassenderen Streitfällen— vom Arbeitsministerium ernannt werden. Die Annahme dieser Zusatzbestimmungen durch die Kammer hat in Frankreich eine vollkommen neue arbeitspolitische und auch parlamentarische Lage geschaffen. Die Gewerkschaften sind bei ihrer ursprünglichen Forderung stehengeblieben und wollen von der Einschaltung „neutraler“ Schiedsrichter in die Verhandlungen über die „gleitende Lohnskala“ nichts wissen. Sie drohen mit der Kündigung der Tarifverträge, in die „Garantien“ über die„gleitende Lohnskala“ hereingearbeitet werden müßten. Der unter kommunistischem Einfluß stehende, sehr einflußreiche Metallarbeiterverband erklärt darüber hinaus, daß die Gewerkschaften„sich die volle Freiheit des Handelns zurücknehmen müßten, um die Lebensbedingungen der Arbeiterklasse zu verteidigen.“ Mit anderen Worten: Die soziale Befriedungsaktion, die durch das neue Arbeitsstatut und vor allem durch sein Kernstück, die neue Schlichtungsordnung, gewährleistet werden sollte, ist durch den Radikalismus der Kommunisten und der von ihnen abhängigen Gewerkschaften schon zu Beginn in Frage gestellt. Es zeigt sich eben immer wieder, daß den Schildknappen Moskaus nichts an einer endgültigen Bereinigung der sozialen Spannungen gelegen ist. Die gegenwärtige Regelung wird von iynen höchstens unter taktischen Gesichtspunkten gewertet, wie dies der Gewerkchaftsgewaltige, Herr Jouhaux, auch unlängst offen zugegeben hat.„Unser Ideal bleibt die Ueberwindung des Kapitalismus,“ meinte er während der Beratungen, „aber wir sind klug genug, um dem Rechnung zu tragen, daß man im kapitalistischen System sich über die Existenz des Kapitals hinwegsetzen kann.“ Es handelt sich somit bei dem soeben angenommenen Gesetz höchstens um eine Waffenstillstandsmaßnahme, nicht aber um einen endgültigen sozialen Frieden. Dies um so weniger, als auch die französischen Unternehmer mit der getroffenen Neuregelung keineswegs einverstanden find. Sie befürchten von der Errichtung der Thlreichen Schlichtungs= und Schiedsinstanzen, vor allem .r von den Lohnkontrollausschüssen eine weitere Beeinträchtigung ihrer Wirtschaftsfreiheit und eine fühlbare Lähmung ihrer Initiative. Damit aber ist auch die Modernisierung der französischen Werke in Frage gestellt, die der jüngst veröffentlichte Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses über die Lage der Industrie als den Hauptgrund für die zunehmende Konkurrenzfähigkeit der französischen Industrie bezeichnet hat. Die weitere Folge dieser Unterlassung würde die Zunahme der Arbeitslosigkeit, die Verewigung der Unrentabilität der Werke und— im Zusammenhang damit— die Verschärfung der sozialen Notlage der französischen Arbeiterschaft sein. Die Erfahrungen mit der deutschen Schlichtungsordnung haben erwiesen, daß Schlichtungsverhandlungen in der sozialen Sphäre nur dann wirksam sind, wenn sie von autoritärer Seite un= und überparteilich geführt werden. Deshalb mußten die paritätisch zusammengesetzten Schlichtungsausschüsse versagen und durch die Schlichtungs= und Schiedsrichterbefugnisse der Sachwalter des Staates, der Reichstreuhänder der Arbeit, ersetzt werden Daß Frankreich aus dem Versagen des deutschen Schlichtungswesens vor 1933 nichts gelernt hat und nun den gleichen Weg beschreitet, den Deutschland als nicht zum Ziele führend längst erkannt und deshalb verlassen hat, ist seine Sache. Es wird indessen hierbei die gleichen Erfahrungen machen, wie wir, daß nämlich in einer Volkswirtschaft nicht mehr verteilt werden kann als vorhanden ist, und daß deshalb an erster Stelle die Forde rung nach einer Verstärkung der Produktion stehen muß. Die französischen Linksparteien wollen den umgekehrten Weg gehen, der ins Verderben führt. Das französische Volk wird in seiner Gesameheit den Schaden dieser Politik bezahlen müssen. Flandin warnt die Volksfront Er übte in der Kammersitzung scharfe Kritik an der Außenpolitik der Volksfront 7 Die Jugend will Verständigung und Frieder Paris, 27. Febr. In der Aussprache der Kammer ergriff am Samstagnachmittag der ehemalige Ministerpräsident Flandin das Wort. Er übte scharse Kritik an der Außenpolitik der Volksfront, die sich auf wertlose Garantien der Genfer Liga stütze. Als Flandin erklärte, er sei der einzige, der mit Recht auf solche Irrtümer hinweisen könne, da er die Kammer zeitig genug gewarnt habe, kam es zu einer Auseinandersetzung mit Leon Blum, der versuchte, die Schuld für die damaligen Fehler Flandin zuzuschieben. Flandin bemerkte anschließend, daß das System der„kollektiven Sicherheit“ überall platze. Der Genfer Verein habe sooft versagt, daß man sich nicht auf ihn stützen könne. Zum Schluß trat Flandin für Verhandlungen mit Italien und Deutschland ein. Diejenigen, die von Unterhandlungen mit Deutschland abrieten, hätten die Jugend beider Länder nicht befragt. Der weitaus überwiegende Teil der Jugend sei für eine Verständigung. Auf neue Ereignisse könne man eben nicht mit alten Formeln antworten. Wenn die Regierung eine Entscheidung noch läuger hinausschiebe, könnte es zu spät sein. Die Nachtsitzung der französischen Kammer stand im Zeichen der Rede des Ministerpräsidenten Chautemps. der einleitend den Vorwurf der Schwäche zurückwies, den ihm der ehemalige Ministerpräsident Flandin gemacht hatte. Es sei ungerecht, Frankreich für Schwierigkeiten verantwortlich machen zu wollen, die es nicht verschuldet habe. Es sei notwendig, unter den Franzosen eine Einigung über klare Auffassungen herbeizufuhren, die man sich dann aber auch zu verteidigen entschließe. Die Regierung lehne schon jetzt gewisse Forderungen ab wie beispielsweise den Verzicht auf die kollektive Sicherheit, der zur Folge haben würde, daß die kleinen Staaten den Großmächten ausgeliefert würden. Was die Verständigung mit den totalitären Staaten angehe, so erlaube es weder die Sorge um die französische Sicherheit noch diejenige um die Würde Frankreichs, eine Verzichtpolitik zu betreiben. Mit deutlicher Anspielung auf die kommunistischen Forderungen erklärte Chautemps sodann, daß die Regierung andererseits aber auch eine sogenannte Aktivierungspolitik ablehne, da sie für den Frieden gefährlich sei. Der franzosisch=sowjetrussische Pakt sei für Frankreich kein ideologisches Abkommen. Er stehe allen offen und bedrohe niemanden. Er sei ein Friedens= und kein Kriegsinstrument, man müsse sich daher davor hüten, den Zweck dieses Paktes zu ändern, um nicht bei den Nachbarn Frankreichs gewisse Besorgnisse auszulösen. Das Ziel Frankreichs sei nicht, zwei sich egenüberstehende Blocks zu bilden. sondern alle friediebenden Nationen zu sammeln, um den Krieg zu verhindern. Er glaube, daß Frankreich, ohne die Freundschaft zu England, die die Grundlage der französischen Politik darstelle, irgendwie zu trüben, seine überlieferungsgemäße Politik fortsetzen könne Die Genfer Liga sei die beste Garantie des Friedens und der Zivilisation. Auf die englisch=italienischen Besprechungen eingehend, gab Chautemps dem Wunsche Ausdruck, daß sie im Interesse des Friedens erfolgreich abgeschlossen würden. Frankreich hege gegenüber dem italienischen Volk Gefühle freundschaftlicher Sympathie. Es wäre lücklich gewesen, mit der italienischen Regierung neue lbkommen zu treffen, aber es seien Konflikte ausgebrochen, die die französische Regierung aufrichtig beendet sehen möchte. Wenn Frankreich genügende Garantien für die Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten und die Aufrechterhaltung der Lage im Mittelmeer erhalte, würde es sich außerordentlich glücklich schätzen, die Beziehungen zu Italien enger zu gestalten. Der Ministerpräsident ging sodann auf die deutschfranzösischen Beziehungen ein. So friedliebend Frankreich auch sei, und so sehr man eine Annäherung wünsche, so müsse man doch zugeben, daß die letzten Ereignisse und Erklärungen nicht geeignet seien. diese Annäherung zu erleichtern.(?)„Ich bestätige nach Yvon Delbos,“ so betonte Chautemps,„daß Frankreich sich nicht seiner Pflicht entziehen kann, die mitteleuropäischen Staaten und die Tschechoslowakei zu beschützen.“ Frankreich könne auch nicht die Einmischung ausländischer Mächte in Spanien dulden. Es werde nicht unter dem Druck von Drohungen auf eine Politik verzichten, die ihm zur Ehre gereiche. Chautemps gab der Hoffnung Ausdruck, daß es ihm gelingen werde, deutschfranzösische Annäherungsverhandlungen zu einem glücklichen Abschluß zu führen. Die Vertrauensentschließung für die Regierung wurde mit 439 Stimmen angenommen, dagegen stimmten zwei Abgeordnete, während sich 160 der Stimme enthielten. Barcelona fordert stärkere Einmischung „Kein Interesse an der Zurückziehung der Freiwilligen“. Eine zynische Erklärung Negrins Bilbao, 27. Febr. Der Oberbolschewist Negrin hielt am Samstag über sämtliche sowjetspanische Sender eine Ansprache, in der er sich bemühte, der durch die schwere Niederlage von Teruel hervorgerufenen Niedergeschlagenheit in den bolschewistischen Reihen zu begegnen. Die von Negrin ohne jede Ueberzeugungskraft vorgetragenen„Argumente“ waren nichts anderes als eine bewußte Fälschung der Tatsachen und Ereignisse der letzten Zeit. So hatte der Bolschewistenhäuptling u. a. die Dreistigkeit, die Teruelschlacht als einen„Erfolg“ der bolschewistischen Horden hinzustellen. Schuld an dem Verlust der Stadt Teruel hätten die europäischen Demokratien mit ihrer Nichteinmischungspolitik.(!) In der Erkenntnis, daß die Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen eine katastrophale Schwächung der Widerstandskraft Sowjetspaniens bedeuten würde, erklärte Negrin mit zynischer Offenheit, daß Barcelona kein Interesse an einem internationalen Beschluß habe. Zum Schluß forderte Negrin mit den stets wiederkehrenden Phrasen die Bevölkerung zum„blinden Vertrauen“ auf und kündigte rücksichtslose Verfolgung derjenigen an. die pessimistische Nachrichten verbreiten. Der schwindende Kampfeswillen, gegen den Oberbolschewist Negrin in seiner Rede anzukämpfen versucht, wird durch einen Artikel der in Barcelona erscheinenden Zeitung„Vanguardia“ unterstrichen, in dem zugegeben wird, daß die Wehrpflichtigen infolge der verschärften Kontrolle aus den Städten in die Berge flüchteten wo sie bewaffnete Banden bildeten, um auf diese Weise der Verschickung an die Front zu entgehen. „Festhalten am Sowjetpakt und an Genf“. Außenminister Delbos sprach vor der französischen Kammer Paris, 26. Febr. Die Kammer setzte am Samstagvormittag um 10.30 Uhr MEZ. ihre außenpolitische Aussprache fort. Zunächst befragte der Abgeordnete Gerard (Linksdemokrat) den Außenminister, welche Maßnahmen er zu ergreifen gedenke, um durch Wiederherstellung normaler Beziehungen zu den Nachbarn für die Wahrung der französischen Interessen zu sorgen. Er bemängelte, daß Frankreich in Rom keinen Botschafter habe und daß es in Salamanca nicht vertreten sei. Ferner kritisierte er die Tatsache, daß die Regierung die wiederholten Meldungen über Waffenlieferungen aus Frankreich nach Sowjetspanien nicht energisch dementieren lasse. Die nationalspanische Regierung sei heute Herr über 72 v. H. des spanischen Gebietes, das von 12 Millionen von insgesamt 18 Millionen Einwohnern besiedelt sei. Warum habe Frankreich nicht wenigstens einen Handelsattaché in Salamanca wie England, Frankreich schade sich selbst damit. Der Abgeordnete Dupont(Republikanisch=Soziale Vereinigung) widmete sich dem gleichen Thema und sprach die Befürchtung aus, daß die Regierung, indem sie sich auf die Kommunisten stütze, das Land der größten Gefahren entgegenführe. Die spanische Freundschaft sei für die französische Sicherheit wesentlich. 12 Mächte hätten die Regierung von Salamanca anerkannt und neun Mächte hätten Vertreter hingeschickt. Frankreich jedoch sei ablehnend. Der Redner forderte schließlich die Regierung auf, einen Kontrollausschuß an die sowjetspanische Grenze zu entsenden, wo nach wie vor Waffen= und Menschenschmuggel betrieben werde. Nach belanglosen Ausführungen des radikalsozialen Abgeordneten Albert ergriff Außenminister Delbos das Wort zu einer längeren Rede Außenminister Delbos erklärte in seiner Rede vor der Kammer, in der gegenwärtigen Lage Europas sei es die erste Pflicht Frankreichs„seine materiellen und moralischen Kräfte auf ein Höchstmaß zu entwickeln“. In diesem Sinne habe die Regierung eine neue Anstrengung für die Landesverteidigung beschlossen. Die von den Rednern behandelten Ereignisse seien schwerwiegend, aber Frankreich sei nicht isoliert,„noch sei die Genfer Liga unwiderruflich zur Schwäche verurteilt". Delbos wandte sich gegen die von dem Kommunisten Péri und seinen Freunden vertretene Auffassung, daß Frankreich der Gendarm der Welt sein müsse. Die Regierung lehne die Isolierung in der Passivität, aber ebenso die Isolierung in der Aktion ab. Die Zurückhaltung, die er, Delbos, hinsichtlich der englischen Krise beobachten müsse, hindere ihn nicht, seinem zurückgetretenen Kollegen Eden Worte der Hochachtung zu widmen. Er vergesse im übrigen nicht die vollständige Uebereinstimmung, die stets zwischen Chamberlain und der französischen Regierung geherrscht habe. Die Frage der Beziehungen zu Italien sei mit den englischen Ministern ausführlich behandelt worden. Es sei wünschenswert, daß den Streitigkeiten in Spanien ein Ende gesetzt werde. Wenn die Entsendung von Menschen und Waffen eingestellt würde, würde eine allgemeine Liquidation möglich werden, in die die abessinische Angelegenheit einbeschlossen werden könnte und die von Genf gebilligt werden würde. Nachdem Delbos sodann sein Vertrauen in die Solidarität zwischen England und Frankreich bekundet hatte. erinnerte er an die Freundschaft Frankreichs gegenüber Polen und der Kleinen Entente. Weiter erklärte Delbos. er vertraue auf die„Friedfertigkeit des französischsowjetrussischen Paktes". Die Regierung sei entschlossen. ihn loyal anzuwenden. Die Regierung werde nach wie vor die Genfer Liga verteidigen, deren Schwäche man Rechnung tragen müsse. Einige Großmächte seien gegen Genf. Die französische Regierung schließe daraus nicht. daß eine Verständigung mit diesen Staaten unmöglich sei. aber eine Verständigung setze einen gemeinsamen Willen voraus. Europa vor dem Zusammenbruch zu retten. von dem es bedroht sei. Wenn Europa nicht untergehen wolle, müsse es aufhören, sich zu zerreißen. Delbos ging dann auf die Donau=Frage ein und bekräftigte aufs neue die Freundschaft Frankreichs zur Tschechoslowakei. Im Anschluß an die Rede des Außenministers sprach der Abgeordnete Montiano(Linksdemokrat und unabhängiger Radikaler). Er erklärte. er habe eine undankbare Rolle zu erfüllen. Sie bestünde in der Feststellung, daß Frankreich nicht mehr die Politik seiner Vorliebe führen könne, sondern die der Notwendigkeit und seiner Möglichkeiten führen müsse. Der Abgeordnete machte dann den Vorschlas einer Abstimmung in Oesterreich, die von Neutralen kontrolliert werden könne. und tadelte die Politik der Regierung gegenüber Italien. Schließlich stellte der Redner die Frage. ob die Regierung überhaupt die Freibeit habe, eine„Politik der Würde“ zu führen. Deutschlands Beispiel Oberst de la Rocque über Deutschland. Paris, 26. Febr. Unter der Ueberschrift„Frankreich und Deutschland“ nimmt der Führer der französischen Sozialpartei, Oberst de la Nocque, im„Petit Journal“ zu den außenpolitischen Fragen Stellung. Bei Sowjetrußland handele es sich unter allen Umständen um einen negativen Staat. Was England betreffe, erinnerte er an die Notwendigkeit einer ehrlichen Annäherung zwischen beiden Ländern. Was Deutschland betreffe, trage es den Respekt vor der Kraft und dem Sinn zum konstruktiven Aufbau in sich. Man dürfe besonders die großen Lehren der deutschen Vergangenheit nicht vergessen. Man müsse an den hervorragenden Mut und an die heroische Selbstentsagung denken sowie an die 15 Jahre unermüdlichen nationalen Aufbaues aus sozialer Not und Elend. Solle man also mit den Deutschen verhandeln? Ja. tausendmal ja, aber unter der Bedingung, zunächst einmal Herr seiner selbst zu sein. Rekordsonntag auf der Autoschau60 Sonderzüge aus dem Reich. Berlin, 27. Febr. 102000 Schaulustige besuchten am Sonntag die Internationale Automobil= und MotorradAusstellung Berlin 1938. Schon bis 14 Uhr wurden bereits 70000 Besucher der zehn Hallen und des großen Freigeländes unter dem Funkturm gezählt, von denen ein großer Teil in 60 Sonderzügen aus allen Gauen nach Berlin gekommen war. Außerdem trafen am Sonntag früh etwa 65 Sonderomnibusse mit Reisegesellschaften ein. In der ersten Woche haben also bereits 374000 Besucher die Autoschau besichtigt. Von Dienstag ab werden täglich Volksnachmittage geboten, bei denen man bereits für 1 RM. Zutritt zu der Schau findet. Für ein Los zum Preise von 50 Pfg. erhält man auch die Aussicht, unter vielen anderen wertvollen Gegenständen ein Automobil oder ein Motorrad zu gewinnen. Das Geschäft ist, soweit die Firmen bereits eine Uebersicht haben, außerordentlich zufriedenstellend. „Fest der deutschen Kraftfahrt“ Berlin, 26. Febr. In Krolls Festsälen am Königsplatz fand am Samstagabend das„Fest der deutschen Kraftfahrt" statt, das alljährlich den gesellschaftlichen Höhepunkt während der Internationalen Automobil= und Motorradausstellung bildet. Korpsführer Hühnlein konnte eine große Zahl von Ehrengästen aus Diplomatie, Partei, Wehrmacht, Staat und Wirtschaft begrüßen. Unter den Diplomaten sah man mehrere Gesandte; ferner waren anwesend der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, der Kommandierende General der Panzertruppen. SS.=Obergruppenführer Lorenz. RSKK.=Obergruppenführer Herzog von Koburg, mehrere Staatssekretäre, der Präsident des Reichsverbandes der deutschen Automobilindustrie, Geheim. Rat Allmers. sowie viele bekannte Rennfahrer. Musikalische und künstlerische Darbietungen schufen in den dichtbesetzten Sälen bald eine festlich heitere Stimmung. Mussolini weist die Lügenpresse zurecht Zürich, 26. Fehr. Vom 14. bis 17. Juni findet in Rom der 6. Kongreß des Internationalen ZeitungsverlegerVerbandes statt. Minister Alfieri hat das Ehrenpräsidium übemnommen. Den wichtigsten Beratungsgegenstand bildet die Bekämpfung tendenziöser und falscher Nachrichten. deren gefährliche Folgen bekanntlich auch der Führer mit allem Nachdruck unterstrichen hat. In diesem Zusammenhang ist eine Erklärung von Bedeutung. die Mussolini dem Präsidenten der internationalen Verlegerorganisation, Dr. Rietmann.(Verleger der„Neuen Jürcher Zeitung"), der augenblicklich zur Vorbereitung des Kongresses in Rom weilt, machte. Nach Angabe der„Neuen Zürcher Zeitung“, die ja oft genug an der Greuelhetze gegen Deutschland beteiligt gewesen ist, erinnerte der italienische Regierungschef an eine Reihe von Vorgängen aus der letzten Zeit, um darzutun, wie stark das Uebel der tendenziösen Berichterstattung verbreitet ist. So sei z. B. gemeldet worden, er— Mussolini— habe vor der Rede Adolf Hitlers ein 20 Minuten langes Telephongespräch mit Schuschnigg geführt An dieser Behauptung sei kein wahres Wort. Oesterreich sei übrigens ein deutsches Land und es sei töricht, das zu verkennen. Alle diese unrichtigen oder gar unwahren Pressemeldungen schafften einen geistigen Zustand, der nicht unbedenklich sei, und den im Interesse des Friedens zu beseitigen alle Länder helfen sollten. Mussolini. fährt das Blatt fort, verkannte in der Unterredung nicht die Schwierigkeiten zur Beseitigung dieses Uebels, aber er begrüßte es sehr, wenn in Rom die Verlegerorganisationen einen praktischen Weg suchten, soweit als immer möglich bessere Zustände zu schaffen und vor allem für die Aufnahme von richtigen Darstellungen zu sorgen. Das Blatt berichtet weiter, daß Mussolini auf viele Fälle hingewiesen habe, in denen schweizerische Blätter es nicht nur an Objektivität hätten fehlen lassen, sondern sich sogar bewußt unfreundlich über Italien und italienische Verhältnisse geäußert hätten. Er habe auf die Gefahr einer daraus entstehenden Trübung des Verhältnisses zwischen den Ländern aufmerksam gemacht. Graf Mazzotti gerettet Marschall Balbo suchte und fand die Verschollenen selbst. Rom, 27. Febr. Marschall Balbo, der am Sonntagvormittag im Flugzeug in der Oase Cufra eingetroffen war. um persönlich die Nachsorichungen nach dem seit Mittwochabend während der zweiten Etappe des Wüstenfluges verschollenen Apparat des Grafen Mamotti zu leiten, ist es am Sonntagnachmittag nach mehrstündigem Erkundungsflug gelungen, das in der Wuste 300 Kilometer westlich der Oase Cufra notgelandete Flugzeug zu sichten und bei ihm niederzugeben. Nach einer ersten Radiomeldung sind sämtliche Insassen wohlauf und werden an Bord des Flugzeuges von Marschall Balbo voraussichtlich schon im Lause des Abends in Cufra eintressen.— Auch im vergangenen Jahr war es der Initiative Marschall Balbos zu verdanken, daß ein beim Wettbewerb in der Wüste notgelandetes belgisches Flugzeug wieder aufgefunden und die Besatzung aus ihrer verzweifelten Lage gerettet werden konnte. Die drei tollen Tage am Rhein Jubiläumssassenacht in Mainz„Määnzer Blut is kä Buttermilch“ 7 Originelle Schau in Düsseldorf Burg Eltville wird Eutenberg=Gedächtnisstätte Die Burg Eltville in dem gleichnamigen Rheinstädtchen, wo vor 470 Jahren der Erfinder der Buchdruckerkunst Joh. Gutenberg starb und wo sich die einzige bis auf den heutigen Tag unverändert erhaltene Arbeitsstätte des großen Erfinders befindet, wird nun zu einer Gutenberg=Gedächtnisstätte ausgestaltet.(Atlantik-M) Der Code Napoleon im Wandel der Zeiten Pros. Mestre=Paris in der Akademie für deutsches Recht. Berlin, 25. Febr. Im Rahmen der im Auftrage des Präsidenten der Akademie für deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, veranstalteten wissenschaftlichen Vortragsreihe dieses Winterhalbjahres, sprach der bekannte französische Rechtsgelehrte Professor Dr. Mestre von der juristischen Fakultät der Universität Paris über den „Code Napoleon“. Zu dem Vortrag, der in Anwesenheit des Reichsministers Dr. Frank und des französischen Botschafters Francois=Poncet stattfand, waren zahlreiche Persönlichkeiten von Partei, Staat. Wissenschaft und Wirtschaft erschienen. Von der Wehrmacht sah man den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der Infanterie Keitel. Von häufigem Beifall unterbrochen. schilderte Professor Dr. Mestre den Code Napoleon als ein Instrument rechtlicher Ordnung und Einheit Napoleon habe mit dem Code eine Kombination aus dem römischen Recht. dem vom 16. Jahrhundert ab schriftlich niedergelegten Gewohnheitsrecht, dem kanonischen Recht. sowie aus Stücken der königlichen Erlasse des 17. und 18. Jahrhunderts geschaffen. In den 134 Jahren seines Bestehens habe sich aber vieles geändert. Der Code entspreche nicht mehr den Notwendigkeiten der Gegenwart. Er ging von der revolutionären Idee aus, daß das Individuum alles sei und jeder Kollektivität nur ein kleiner Platz zustehe. Heute sei der absolute Individualismus der Revolution und des Empire verschwunden. Darum sei man gezwungen, eine Reihe von Reformversuchen in Angriff zu nehmen, um zu der ersten Entwicklung des Gemeinschaftsgedankens zu kommen Reichsminister Dr. Frank gab in seinem Dank dem Wunsche Ausdruck, daß auch die auf dem Gebiete des Rechts eingeleitete Zusammenarbeit zu ihrem Teil zur Vertiefung der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland beitragen moge. Grundsteinlegung zur Reichsluftschutzschule Berlin, 25. Febr. Am 2. März wird der Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch. in BerlinWannsee den Grundstein zur Reichsluftschutzschule legen. Bei der Feier werden außer den am Bau Beschäftigten auch die Teilnehmer des gerade stattfindenden 100. Lehranges an der vorläufigen Reichsluftschutzschule und namafte Persönlichkeiten aus Staat. Wehrmacht und Bewegung zugegen sein. Mit der Errichtung der Reichsluftschutzschule erfährt die Lehrtätigkeit des Reichsluftschutzbundes eine grundlegende Umwälzung. Sobald die Schule mit ihren zahlreichen Nebengebäuden vollendet ein wird. kann sich die Reichsluftschutzschule voll ihrer eigentlichen Aufgabe zuwenden, hochwertigste Führerausbildung zu betreiben. Mainz, 26. Febr. Mit tausend Masten treibt das Goldene Mainz bereits im heiteren Strom der närrischen Seligkeit. Die Freude über das 100jährige Jubiläum des Mainzer Karnevalvereins tritt übermächtig in Erscheinung. In den Straßen wachsen von Stunde zu Stunde die Menschenmassen. Aus den Augen der Menschen blickt die Lebenslust. Ihren hochoffiziellen Anfang nahm die Jubiläumsfassenacht am Samstagnachmittag mit einem, man kann schon sagen, feierlichen Akt im Kurfürstlichen Schloß. Oberbürgermeister Dr. Barth hatte Ihre Tollitäten Prinz und Prinzessin Martin I. und Hildegard I., das närrische„Staatsministerium“ des MEV. und die Generalitäten der Garden zu einem Empfang geladen. Das tiefgehende Verständnis, das die Mainzer Stadtverwaltung mit dem Stadtoberhaupt an der Spite dem heimischen Volksfest entgegenbringt, kam auch bei diesem Empfang zum Ausdruck. Oberbürgermeister Dr. Barth prach dem Prinzenpaar herzlichsten Dank aus für den Dienst, den es mit der Uebernahme seines fröhlichen Amtes der Vaterstadt geleistet habe. Als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichte er dem Prinzenpaar und dem Präsidenten des MCV., Heinrich Bender, eine eigens für diesen Zweck geschaffene große Denkmünze. Am Nachmittag wurden vor dem närrischen Hoftheater die Gardistenrekruten„vereidigt". Zahllose Schaulustige begrüßten das Prinzenpaar bei seiner Anfahrt mit dem närrischen Staatsministerium und den Kommandierenden der Garden mit lautem Applaus. Von schmetternden Marschklängen zweier Musikkorps geleitet, zogen die Rekruten in den drolligsten Aufzügen ein und nahmen vor der Ehrentribüne Aufstellung. Der„Kriegsminister" verkündete angesichts der Tatsache, daß im Jubeljahr der fröhlichen Residenz nichtsnutzige Mucker und Philister ihr schwarzverdunkeltes Haupt zu erheben wagten, die allgemeine Mobilmachung aller stehenden, laufenden und liegenden Heeresgruppen und nahm ihnen den Schwur auf das närrische Banner ab, Kämpfer zu sein im Streit bei Weck, Worscht und Woi, ihre Pflicht im Dienste des fröhlichsten aller Fürsten zu tun mit dem Schlachtruf:„Määnzer Blut is kä Buttermilch!“ Nach der Vorstellung des Prinzenpaares und der Generale der verschiedenen Garden sangen die Rekruten den Schlachtgesang des„Latwerge=Liedes“ und das Mainzer Lied. Dann rückten die Rekruten in ihre Quartiere ab. Geisterzug und Beedelszoeg in Köln Köln, 27. Febr. Unter dem Szepter Peter Huberts I. hat Köln nunmehr die drei tollen Karnevalstage begonnen. Am Samstagabend wurde das für den Kölner Karneval typische Straßentreiben mit dem traditionellen Geisterzug eingeleitet. In Kostümen und Masken. in denen der närrische Frohsinn wahre Triumphe der Ausgelassenheit feierte, begleiteten die gespensterhaften Gestalten den Kölner Prinzen zum Rathaus, wo ihm mit närrischen Reden der Kölner Stadtschlüssel überreicht wurde. Eine ungeheure Menschenmenge nahm an diesem fröhlichen Ereignis lebhaftesten Anteil. Am Sonntagvormittag stand die ganze Stadt im Zeichen des närrischen Festes. In hellen Scharen strömte die Bevölkerung mit zahlreichen Gästen aus allen Teilen Aachen, 27. Febr. In den Abendstunden des Samstags verkündete das Schwurgericht in Aachen im Prozeß gegen den des Raubmordes angeklagten 24jährigen Heinrich Müller aus Düren das Urteil. Der Angeklagte wurde wegen Totschlags und wegen Unterschlagung zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt. In der Urteilsbegründung heißt es u. a., daß sich das Schwurgericht nicht mit genügender Sicherheit habe davon überzeugen können, daß sich der Angeklagte des ihm zur Last gelegten Raubmordes schuldig gemacht habe. Es habe vielmehr nur eine vorsätzliche, aber nicht mit Ueberlegung durchgeführte Tötung der geschiedenen Ehefrau Hecker, damit also nur einen Totschlag im Sinne den§ 212 des Strafgesetzbuches und daneben als selbständige Handlung eine Unterschlagung im Sinne des § 246 des Strafgesetzbuches bezüglich der den Geldbetrag von etwa 160 RM. enthaltenden Handtasche für nachgewiesen erachtet. Das Gericht kam weiter zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte den Tötungsgedanken erst kurz vor der Tat gefaßt habe und zwar unter der Wirkung des mit der Frau Hecker geführten Gespräches. Er habe das Tötungsvorhaben sofort ausgeführt, ohne sich ganz klar über das„Wie“ gewesen zu sein. Das Schwurgericht glaube ihm auch, daß er in diesem Augenblick an Deutschlands in die Innenstadt, um den Aufmarsch der sogenannten„Veedelszoeg“ zu erleben, in denen die Kölner Eigenart ihren schönsten Ausdruck findet und der typische Kölner Karnevalshumor sich am echtesten äußert. Närrische Parade in Düsseldorf Düsseldorf. 27. Febr. Auch in Düsseldorf ist das Narrenschiff mit vollen Segeln in die drei tollen Tage bineingesteuert. Der Samstag brachte bereits mit seinen zahlreichen Maskenbällen und lustigen Festen einen verheißungsvollen Auftakt. In den frühen Nachmittagsstunden des Sonntags setzte dann das Fastnachtstreiben in den Straßen ein. Den Auftakt bildete die große närrische Parade vor dem Prinzenvaar. In langem fröhlichen Zug— sozusagen eine Generalprobe der Fußtruppen des Rosenmontagszuges— zog das närrische Volk an dem Prinzenpaar vorüber und brachte ihm humorvolle Huldigungen dar. Es war eine prächtige Schau, eine Gruppe origineller, lustiger und toller als die andere. Unter den zahllosen Zuschauern sah man bereits viele auswärtige und ausländische Besucher, so vor allem aus dem benachbarten Holland. Im Anschluß an die närrische Parade begab sich das Prinzenpaar mit dem gesamten Hofstaat zum Empfang beim Regierungspräsidenten. Karnevalszug in Recklinghausen Recklinghausen, 27. Febr.„Karneval im Vest Recklinghausen“— das mußte eigentlich zu einem gewissen Mißtrauen verleiten. Aber der Sonntag, der nach dreijähriger Uebung zum Haupttag des Karnevalstreibens im Vest wurde, hat alle Zweifler bekehrt. Recklinghausen kann Karneval feiern und hat Karneval gefeiert. Der Karnevalszug am Sonntagnachmittag hatte es wirklich in sich. Es war ein lebensgefährliches Gedränge in den Straßen, durch die der Zug seinen Weg nahm. Die Nachbarstädte Herne, Wanne=Eickel, Datteln, Herten, Marl und selbst Gelsenkirchen hatten Scharen von Menschen nach Recklinghausen entsandt. Die Straßen= und Eisenbahn auf der Strecke nach Recklinghausen wird wohl das beste Geschäft gemacht haben. Der Zug, der unter dem Motto„Hopp Mariännken“ stand, war ein einziges Tanzen, Singen und Jubilieren. Alte und neue Schlagermelodien waren der Grundton für die Ausschmückung der Wagen, deren derber Humor bei den Zuschauern auf bestes Verständnis stieß. Besonders begrüßt wurde der Wagen des Prinzen, der freigebig seine süßen Sachen unter das Volk warf. Den Wagen der Prinzessin begleiteten die„Treuen Husaren“, die von Zeit zu Zeit vom Pferd sprangen, um mit den Hofdamen ein Tänzchen zu riskieren. Noch drolliger als die offiziellen Wagen waren die Volkstypen und Volksgruppen, die sich in den Zug hineingemengt hatten. Wer hätte das gedacht, daß es noch einmal einen solchen Karneval geben könnte! Nach dem Zuge war der Marktplatz eine einzige Tanzfläche. Bis in die späten Abendstunden wurde getanzt und geschunkelt. In den Wirtschaften erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Ein toller Tag im Jahr— auch in Recklinghausen. das Geld und seine Erlangung nicht mehr gedacht habe, da ihn lediglich der Beseitigungswille beherrscht habe. Das sei aber Totschlag und nicht Mord. Ebenso sei der Angeklagte nach der Ueberzeugung des Gerichts kein Räuber, sondern er habe die Handtasche nachträglich sich rechtswidrig angeeignet und damit eine Unterschlagung begangen. Die Straftat des Angeklagten sei außerordentlich schwer und er verdiene nicht nur keine Zubilligung mildernder Umstände, sondern die Strafe, die der Gesetzgeber für den schwersten Fall des Totschlags vorgesehen habe. Es sei daher auf 15 Jahre Zuchthaus erkannt worden. Wegen der Unterschlagung der 160 Mark wurde eine Gefängnisstrafe von einem Jahr angesetzt, die in acht Monate Zuchthaus umzuwandeln war. Jedoch mußte es bei der zeitlichen Zuchthausstrafe beim Höchstmaß von 15 Jahren sein Bewenden haben. Mit Rücksicht auf die zum Ausdruck gekommene ehrlose Gesinnung seien dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt worden. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an, während der Staatsanwalt sich eine Erklärung vorbehielt. Eine Anordnung Schuschniggs Bedeutende Personalveränderungen in der Vaterländischen Front. Wien, 27. Febr. Bundeskanzler Schuschniga bat, wie amtlich gemeldet wird, eine Reihe von bedeutenden Personalveränderungen in der Vaterländischen Front angeordnet, die mit der notwendigen Konzentration aller Patrioten begründet werden. Die bemerkenswerteste umbesetzung ist die des Landesleiters der Vaterländischen Front in Steiermark. Der bisherige Landesleiter Dr. Gorbach ist in dar Amt des Frontführers berufen worden. Seine Stelle hat der Generalsekretär der Vaterländischen Front Cernatto selbst übernommen und mit ihrer Leitung den Generalsekretär=Stellvertreter der Vaterländischen Front. Ingenieur Dworschak, betraut. der bereits nach Graz abgereist ist. Interessant ist ferner auch, daß die Landeshauptleiter von Niederösterreich. Dr. Reither, von Salzburg. Dr. Rehrl. und von Tirol. Dr. Schumacher, zu den Landesführungen der betreffenden Gebietsorganisationen der Vaterländischen Front berufen wurden. Schließlich ist Dr. Jury zum Stellvertreter des volkspolitischen Referenten beim Amt der Frontführung ernannt worden. Volkspolitischer Referent heim Amt der Frontführung ist bekanntlich Innenminister Dr. Senß=Inquart. Dr. Hugo Jury entstammt dem nationalen Lager und gehörte dem Siebener=Ausschuß für nationale Befriedung an. Hochschulen und höhere Schulen in Graz geschlossen Wien, 27. Febr. Nachdem am Freitag die Grazer Hochschulen gesperrt worden sind, wurde jetzt die gleiche Maß, nahme auch für alle höheren Schulen getroffen. Wie lange die Sperre dauern wied, ist nicht bekannt. Ein Kriegshetzer Paris. 27. Febr. Im weiteren Verlauf der Kammersitzungen ergrif auch der Abgeordnete Paul Reynaud das Wort, um unter phrasenhaften Friedensbeteuerungen zu einem Kriege gegen Deutschland zu hetzen, wo infolge des kurzen Bestehens der Wehrpflicht noch nicht genügend Reserven vorhanden seien; auch Rohstoffe fehlten den Deutschen glücklicherweise. Der Abgeordnete stellte dann die dreiste Behauptung auf, daß sich Deutschland nie auf die Fragen der Politik geäußert habe.(!) Expräsident Hoover bei Lebrun Paris, 26. Febr. Der Präsident der Republik empfing am Samstagnachmittag den früheren Präsidenten der Vereinigten Staaten. pover, in dessen Begleitung Botschaftsrat Wilson war. Provinzielles Raubmord bei Suhl Suhl, 27. Febr. Auf der Straße zwischen Merbendorf und Albrechts ist am Sonntag der 66 Jahre alte Fabrikant Gustav Bachmann aus Albrechts ermordet worden. Der Täter brachte ihm mit einem Schraubenschlüssel tödliche Kopfverletzungen bei. Als ein herannahendes Auto den Mörder an der Beraubung seines Ovsers hinderte, flüchtete er in den nahen Wald. Die Verfolgung blieb ohne Erfolg. Der Tat verdächtig ist ein 27jähriger Mann aus Zella=Meblis. Mit der Eisenstange auf Kaninchenjggd Duisburg=Hamborn, 27 Fehr. Schwer gegen das Jagdschutzgesetz verstoßen hatten zwei Wilderer, die sich jetzt vor Gericht zu verantworten hatten. Als sich der Wildbestand eines Pächters von Ländereien sehr verringerte und er der Ursache energisch nachging, wurden zwei Männer beobachtet, die, mit Eisenstangen bewaffnet, die Behausungen von wilden Kaninchen zerstörten und die Tiere dann mit der Eisenstange erschlugen. Zur Rede gestellt erklärten sie, auf„Rattenjagd“ gegangen zu sein, fanden aber damit vor Gericht keinen Glauben. Sie erhielten Freiheitsstrafen von drei und fünf Monaten Gefängnis. Französische Gäste in Köln Köln, 26. Febr. Der Stadtpräsident von Paris traf am Samstag zusammen mit führenden Herren der Pariser Stadtverwaltung in Köln ein, um der Hansestadt Köln einen offiziellen Besuch abzustatten. Die Gäste wurden im Rathaus von Oberbürgermeister Dr. Schmidt empfangen. Der Präsident des Pariser Stadtrates überreichte dem Kölner Oberbürgermeister als Ehrengabe eine wertvolle Brance=Plastik. Die französischen Gäste, unter denen sich führende Persönlichkeiten der Pariser Oeffentlichkeit befinden, werden am Sonntag an einer musikalischen Veranstaltung im Wallraf=Richartz=Museum teilnehmen. Nach Abschluß des offiziellen Teils des Besuchs werden die Gäste Gelegenheit haben, den Kölner Karneval kennen zu lernen. Das Arteil im Aachener Mordprozeß Müller wegen Totschlags zu 15 Jahren Zuch thaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt Menschen, die das Schicksal zwingen Roman von Hans Heuer (Nachdruck verboten) 35. Fortsetzung. „Ein Schauspieler ohne Einbildung ist wie ein Dichter ohne Phantasie!“ erklärte er überzeugt.„Notabene— theoretisch den Fall erörtert— angenommen, es träfe zu, wobei ich hinzufügen muß, daß meine Liebe schon um fünf Jahre älter ist als deine, also viel mehr Existenzberechtigung hat!— nur mit dem Unterschied, daß du damals nix davon wissen wolltest—“ „Verhaspele dich nicht!“ „Also theoretisch den Fall erörtert: Ich liebe dich, du liebst mich— Voraussetzung natürlich, es wäre wirklich so— wie dächtest du dir unsere Ehe?“ „Ueberhaupt nicht!“ „Was heißt hier überhaupt net? Wenn gegenseitige Liebe da ist, muß doch bei moralisch einwandfreien Menschen notwendigerweise— so will es der hohe G'setzgeber!— auch eine Ehe dabei sein. Außerdem hab ich zweimal betont, daß nur eine theoretische Erörterung zur Erörterung steht!“ „Erörtere weiter, wenn es dir Spaß macht!“ lachte sie gutgelaunt. Der Kellner brachte jetzt erst den Kaffee. Robert Ilgner schenkte Rita und sich ein und fuhr dann fort: „Also einmal ernsthafter g'sprochen— Hauptbedingung wär', wenn es jemals zu einer Ehe zwischen uns kommen sollte—“ „Du vergißt, daß ich noch verheiratet bin!“ „Unterbrich mich doch net dauernd! Hauptbedingung also wär', daß du deine Bühnentätigkeit aufgibst!“ „Und warum?“ „Man sagt doch immer, daß Ehen zwischen Schauspielern nur deshalb unglücklich werden und in die Brüche gehen, weil der eine dem anderen den Erfolg neidet. Stimmt doch? Um das zu verhindern—“ Rita belustigte sich über seine„theoretischen“ Erörterungen, hinter deren scherzhaftem Ton sie sehr wohl den Ernst heraushörte. Und sie gestand sich ehrlich ein, daß sie heute als Frau, die ganz anders über Menschen und Leben zu urteilen vermochte als vor sechs Jahren, fühlte und wußte, daß eine Ehe zwischen ihr und Robert glücklich verlaufen würde. Sie kannte ihn in allen seinen Schwächen, kannte ihn in seinen Vorzügen. Die großen Erfolge in seiner Künstlerlaufbahn hatten in ihm die Ueberzeugung aufwachsen lassen, etwas Besonderes zu sein. Daher sein manchmal eigentümliches Benehmen anderen gegenüber, seine scheinbare Anmaßung, die im Grunde nichts anderes war als der Ausfluß eines Geltungsbedürfnisses, das er beanspruchen zu können meinte. Anderseits war er seinem innersten Wesen nach ein viel zu natürlicher Mensch, um diese Rolle Mitmenschen gegenüber, mit denen er öfter zusammenkam, auf die Dauer durchspielen zu können. Da taute er dann auf, wurde umgänglich, zeigte seinen wahren, seinen— wie er es nannte—„Privatmenschen", als der er sich unbewußt immer noch am wohlsten fühlte. Diese wirkliche Art hatte Rita erst jetzt in den Wochen des steten Zusammenwirkens kennengelernt. Früher hatte sie nur den„Berufsmenschen“ gesehen, den sie nicht sehr sympathisch gefunden hatte. Und je mehr sie sich„privatim“ näher kamen, um so mehr lernte sie ihn schätzen. Um so mehr erfaßte sie seine tatsächlichen Werte, um so besser verstand sie es, ihn zu behandeln. Er wollte in dem Glauben gelassen werden. es geschehe alles nach seinem Willen— sie vermochte ihm diesen Glauben zu erhalten und gewann doch immer mehr die eigentliche Führung. Wobei ihr auch von Tag zu Tag mehr zum Bewußtsein kam, daß er eine solche unmerkliche Führung nötig hatte. Wenn nicht so vieles gewesen wäre, das ihrer Verbindung mit ihm unüberwindbar im Wege stand, sie wäre heute gern, sehr gern, mit ihm weitergewandert, weil sie die innere Verbundenheit mit ihm fühlte. „Ich müßte also Hausmütterchen spielen?“ lächelte sie. „Ja, unbedingt! Allerdings würden wir dafür sorgen. daß deine künstlerischen Werte nicht allzusehr vernachlässigt werden!“ „Und wie?“ „Ganz einfach: Wir würden uns daheim für uns allein etwas vorspielen! Ich bin Zuschauer, und du der meine!“ „Wundervolle Aussicht! Aber jetzt mußt du deine Zukunftsgesänge abbrechen. Wir müssen nämlich gehen!“ Sein Wagen stand draußen. Er lenkte ihn selbst, brachte sie nach Hause und fuhr dann weiter. Er ließ den Wagen vorm Hause stehen, da er ihn nachher zur Fahrt ins Theater brauchte. Schloß auf und wurde in der Diele von seiner Hausdame, einer Offizierswitwe, die seinem Haushalt schon seit Jahren vorstand, empfangen. Sie half ihm beim Ablegen des Mantels und sagte ihm, daß er von einer Dame erwartet werde, die schon seit zwei Stunden in seinem Arbeitszimmer sitze und sich nicht vom Fleck rühre. Es scheine irgend etwas nicht in Ordnung zu sein mit ihr. „Eine junge Dame?“ staunte er.„Ich weiß net, wie ich Er fing einen seltsam forschenden Blick Frau Holtens auf und lachte. „Nein, Frau Halten, mein Gewissen ist rein wie das eines eben zur Welt gekommenen Erdenbürgers! Das sollten S' doch wissen!“ Er deutete auf seine zartsilbern schimmernden Schläfen.„Da...“ „Alter schützt vor Torheit net!“ „Frau Holten, werden S' doch net immer gleich anzüglich! Und was die junge Dame anbetrifft— das werden wir gleich sehen, welcher Art die G'fühle sind, die sie in mein keusches Junggesellenheim führen—“ Er öffnete die Tür zu seinem Herrenzimmer und blieb überrascht auf der Schwelle stehen. Schloß die Tür rasch hinter sich und ging auf das junge Mädchen zu. „Ja, Charry, was wollen S' denn hier?" Charry Paschinger war aufgesprungen und stand jetzt mit blutübergossenem Gesicht vor ihm. Ihr Blick irrte an ihm vorbei, als suche sie nach einer Möglichkeit zur Flucht. Dann blieb er wie hilfesuchend an Robert Ilgner haften, flog über seine hohe elegante Gestalt, über sein schmales, interessantes Gesicht, kreuzte eine Sekunde lang seinen fragenden Blick und deutlich trat ein so deutlicher Ausdruck des Erschreckens in ihre Augen, daß er auf sie zutreten wollte. Sie wich zurück, als fürchte sie seine Berührung. „Lassen Sie mich hinaus!“ schrie sie auf. In die helle Stimme mischte sich unaufhaltsames Weinen, das nun jäh hervorbrach und den jungen schlanken Leib durchschüttelte. Er war im Nu bei ihr, legte den Arm um ihre Schultern und führte sie zu einem Sessel. begann auf sie einzusprechen in einer weichen, beruhigenden Tonart, wie sie nur Robert Ilgner so vollkommen beherrschte. Die Wirkung war gegenteilig. Ihr Weinen wurde haltlos, krampfhaft, furchtbar. „Aber was ist denn geschehen, kleine Charry? Seien s doch still! Sie sind doch bei mir, wo Ihnen nix mehr g'schehen kann!“ Er ging, wie es manchmal seine Gewohnheit war, zum Du über:„Kinderl, wer wird denn so weinen— komm, so leg' das Köpferl hier an das Polster — und es wird schon gut werden!“ Alles an ihm war väterliche Besorgnis, war Bemühen, zu helfen. Es dauerte lange, ehe sie sich so weit beruhigt hatte, daß die Tränen nur noch vereinzelt über die Wangen kollerten. Die Schultern zuckten in verhaltenem Schluchzen, das langsam verebbte. Er trocknete ihr Gesicht mit dem seidenen Tuch aus seiner Brusttasche. Und als sie endlich still war, zog er einen Sessel heran. nahm ihre Hände, schaute sie an und fragte:„So— und nun erzähl mir einmal, Kinderl, was du auf dem Herzen hast, Was hat denn unsere kleine Charry?“ Es schien, als drohe ein neuer Weinkrampf. Er hielt es diesmal für richtiger, zu schweigen. Die Gefahr ging vorüber. Er streichelte ihre Hände, ihre Arme— sie zitterte wie im Fieber. Und dann brach es auf einmal hervor aus ihr, wie ein Sturzwasser, das elementar den Staudamm zerriß und unaufhaltsam vorwärts rauschte: „Ich halte das nicht mehr aus— ich gehe zu Grunde daran! Immer und immer muß ich mit ansehen, wie Sie zu Rita sind— so— so lieb und so rücksichtsvoll— so, als wollten S' ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen! Und ich steh' dabei und mich seh'n S' gar nicht an und ich will doch nichts weiter, als daß Sie auch einmal für mich ein— ein gutes Wort haben. Ich will net immer dabeistehen und net beachtet werden— ich halt's nicht mehr aus! Mit allen lachen Sie— zu allen sind Sie gut— nur zu mir nicht, ich bin für Sie nicht da— und ich— ich—“ Hände umklammerten seine Rockaufschläge, sie schüttelte ihn, schrie das alles sinnlos heraus. In ihren Augen, rotumrandet vom Weinen, war ein leidenschaftliches Glühen, ein wahnerfülltes Leuchten, das ihn überflutete, ihn in sich aufsaugen zu wollen schien. „Sie haben kein. Recht, über mich hinwegzusehen!“ schrie ste.„Ich bin jung— bin jünger als Rita— und ich will— ich will, daß Sie auch für mich da sind— nur für mich! Hören Sie? Verstehen Sie mich!“ Nr. 49.(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Montag, den 28. Februar 1988 Der Reichsjugendführer beim HJ.=Bann 259 Weihe des neuen Staatsjugendheimes in Caltrep-Rauzel und der Fahnen von 20 Gelolglchaften und 15 Föhnlein, Castrop=Raurel in der Heimbeschaffung vorbildlich Die Stadt Castrop=Rauxel war gestern zur Weihe des neuen Staatsjugendheimes durch den Resche jugendführer reich beflaggt, wobei sich besonders die Gegend um den Altstadtmarkt auszeichnete. Die Herner HJ und der BDM waren mit hiesigen Ehren stürmen der SA=Standarte 457, dem RSFK und den Politischen Leitern in Sonderzügen in die Nachbar stadt gefahren und vollzogen zusammen mit den Castrop=Rauxelern einen dizsiplinierten Aufmarsch vor dem Staatsjugendheim auf dem Altstadtmarkt. Es war ein prächtiges Bild, das sich hier den Menschenmassen, die den Platz umsäumten, bot. Die Fah nen der politischen Ortsgruppen standen zu beiden Seiten des Jugendheimportals, die zu weihenden Fahnen hatten dicht davor Aufstellung genommen. egen 15 Uhr verkündete ein Marsch des HJ-Musik zuges unter Schulte die Ankunft des Reichsjugendführers, der in Begleitung von Kreisleiter Nieper, Oberbürgermeister Dr. Anton und seinem Stabe mit dem Auto anfuhr. Er schritt zunachst die Fronten der H3, des Jungvolkes, des B0M, der SA und der Politischen Leiter ad, dann stieg er die Treppen hin auf zum Portal, wo das Mikrophon stand. Nach ei nem Fanfarenmarsch des Jungvolkes begrüßte 5J Bannführer Heinz Naael den Reichsjugendführer in der Arbeiterstadt Castrop=Rauxel im Namen der gesamten nationalsozialistischen Jugend, die sich freue, ion inmitten einer Industriebann=Hitlerjugend, die treu im Glauben zum Führer stehe, begrüßen z. dürfen. Der Reichsjugendführer tauschte einen kräftigen Händedruck mit Bannführer Heinz Nagel. Die Sing char trug das Lied„Wir Jungen tragen die Fahne“ vor, dann nahm für den verhinderten stellv. Gauleiter Vetter der Gau=Geschäftsführer Rogalski das Wort. Er übermittelte die Grüße des Gaues Westfalen=Süd der NSDAP an den Reichsjugend führer und die Staatsjugend. Diese Jugend solle sich nie von falschen Propheten betören lassen und in Einigkeit stark werden. Dazu werde das neue Heim dienen. Es sei eine überalterte Weltanschauung, die sage, die Jugend sei noch zu jung, um sich politisch zu betätigen. Wer sich für das Vaterland einsetze, beweise einen Dienst am Volk, der nicht schöner sein könne. Aus den Scharen der HJ heraus sprach eine helle Stimme einen Prolog zur Weihe des Hauses der Hit lerjugend, dann nahm Oberbürgermeister Pg. Dr. Anion das Wort. Er begrüßte den Reichsjugendführer sowie den Regierungspräsidenten Dr. Runte und alle an dern Gäste von Partei, Wehrmacht und Behörden im Namen der Stadtverwaltung in einer Stadt der harten und schweren Arbeit, die mit Glücksgütern und äußeren Reizen nicht gesegnet sei, sich darum aber um so mehr des ehrenvollen Besuches freue. Besonders stolz seien die Castrop=Rauxeler, daß sie schon vor dem um Jahre der Heimbeschaffung erklärten Jahre 1937 ür die Staatsjugend gesorgt hätten. Am 17. Mai 1936 sei das erste, nach dem im Kampf gefallenen SS=Mann Augeist Pfaff benannte Heim eingeweiht worden, am 8.. 1936 ein zweites Heim im Stadtteil Merklinde und jetzt, nach fast genau einem Jahre Bauzeit, das dritte uno zugleich größte Heim, das für die gesamte Jugend der Altstadt und des Stadtteils Obercastrop bestimmt sei. Ueber 3300 Jungen und Mädel sollten hier ein= und ausgehen, um in der Welt anschauung des Führers geschult zu werden. Nachdem der Oberbürgermeister die Sorgfalt der Vorbereitung, die Klarheit und Einfachheit der Form, die Gediegen heit und Wohnlichkeit der Inneneinrichtung des neuen Heims hervorgehoben, allen am Bau Beteiligten ge dankt und das Heim als Gemeinschaftswerk von Heim. beschaffungsausschuß der Reichsjugendführung, Stadtverwaltung, Sparkasse, Regierungspräsident, örtlicher Industrie und einzelnen Privatpersonen gewürdigt hatte, teilte er mit, daß im nächsten Frühjahr der erste Spatenstich zum vierten HIHeim der Stadt Castrop=Rauxel erfolgen solle, das im Norden seinen Platz finden werde. Zum Schluß hat er den Reichsjugendführer, das Heim aus der Hand der Stadt auf die Partei zu übernehmen. Mit Spannung von den Tausenden erwartet, sprach jetzt Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Viele unter Euch, so führte er aus, können sich der Tage erinnern, da wir in Deutschland eine Vielzahl von Fahnen und Symbolen besaßen, hinter denen sich wiederum eine Vielzahl von Auffassungen, und nicht nur Auffassungen, sondern von Menschen und Gruppen und Parteien versteckte. Wir haben nun im Kampf gegen alle diese Gruppen und Menben, die ihr eigenes Ich höher erachteten als Deutschd. die Fahne des deutschen Volkes c,Oben. Und das müssen wir uns vor Augen halten, daß diese Fahnen mehr sind, als die Zeichen einer früheren Jugend, und Ihr müßt immer bedenken, daß Ihr tatsächlich nun die erste Generation unseres Volkes seid, die in so jungen Jahren die Fahne des gesamten deutschen Volkes tragen darf. Es ist die Fahne eines Glaubens, der ein ganzes Volk zusammenschließt, einer Ueberzeugung, die Protestanten und Katholiken, hoch und niedrig, arm und reich zu einer Volksgemeinschaft verbindet, in der nichts anderes gilt als Fleiß, Arbeitseifer, Treue und Tapferkeit. Gerade hier in diesem Teil Deutschlands bin ich stolz, der Führer einer Jugendbewegung zu sein, die sich gründet auf den Adel der Arbeit. Wir wollen einmal eingehen in die Geschichte als die Jugend des Berufswettkampfe.s Ihr müßt auch als die Tläger eines unsere ganze Nation umfassenden Erlebnisses diese Fahnen nach außen und, wenn es nottut, nach innen verteidigen. Denn immer noch gibt es in unserem Volke Besserwisser, Meckerer, reaktionare und konfessionelle Kräfte, die die Einheit des Reiches stören und nicht verstehen, entweder weil sie das nicht wollen, oder weil sie das nicht können. Gegen diese Kräfte habt Ihr, meine Kameraden, immer in einer geschlossenen Front zu stehen. Immer sollen in unserer nationalsozialistischen Ingendbewegung die Söhne der Arbeit den Weg zur Führung freibekommen. Immer soll der Sohn der harten Arbeit in dieser Jugendorganisation gleichberechtigt sein. Das ist der tiefste Sinn unserer Ge meinschaft und das, was ims immer die Kraft für unsere Arbeit gibt. And nun stehen wir mit unseren Fahnen vor einem Haus, das im Zeichen der Jugend errichtet wurde und das die Aufgabe erhalten soll, der Jugend in ihrer Selbstführung und Selbsterziehung zu dienen. Wenn ich daran denke, daß es kaum ein Jahr her ist, daß der Führer einen ersten Aufruf zur Heimbeschaffungsaktion der Hitler=Jugend erließ, und daß heute 1400 Heime der Jugend im Bau begriffen sind, so kommt es mir fast wie ein Wunder vor, daß in so kurzer Zeit diese gewaltige Zahl von Bauten errichtet werden konnte. Manche stellen sich die Heimbeschaffung der Hitler=Jugend so vor, als ginge man in Berlin zum Finanzminister und hole sich einige Millionen Mark dafür ab. So einfach ist das nicht, und es ist auch nicht möglich gewesen, die Heimbeschaffung dadurch zu finanzieren, daß wir uns in der Hauptstadt des Reiches viele Millionen besorgen oder, wie Ihr sagt, organisieren können, sondern wir mußten uns damit abfinden, daß derartige große Aktionen gar nicht zentral zu finanzieren sind. Der Ausschuß für Heimbeschaffung, der vor etwa einem Jahr seine Tätigkeit mit Unterstützung des Führers aufnahm, mußte seine Hauptaufgabe darin sehen, die deutschen Gemeinden für den Gedanken der Heimbeschaffung zu gewinnen. Und zum anderen mußte er seine zweite Aufgabe darin erblicken, die geplanten Bauvorhaben von zweckmäßigen und künstlerischen Gesichtspunkten aus zu prüfen. Noch bevor der Ardettsausschuß für Heimbeschaffung seine Tätigkeit aufnahm, hat der Oberbürgermeister dieser Stadt, unser alter Pg. Anton, sich als Erster in Deutschland für die Heimbeschaffung eingesetzt, und das ist auch der Grund, warum ich hierhergekommen bin. Ich möchte jeder Gemeinde in Deutschland dieses Heim, das hier entstanden ist, als Beispiel hinstellen. Der Führer hat uns alle ein gemeinsames Ziel gesteckt, und diesem Ziel dienen wir mit unseren Heimen, Fahnen und Organisationen. Wir folgen diesem Ziel und versuchen in unserer Jugendbewegung in bescheidenem Umfange bei der Erfüllung seiner gewaltigen Aufgaben dem Führer zu helfen. So übergebe ich denn dieses Heim seiner Bestimmung, so weihe ich dieses Heim und mit ihm die Zeichen der Jugend des Führers, indem ich mich zu ihm bekenne, zugleich im Namen aller, die hier auf diesem Platz versammelt sind. Wir wollen unserem Führer in harten und schweren Tagen so dienen, daß wir seiner wert und würdig sind. Und so sei dieses Heim ihm zu Ehren geweiht, und ihm zu Ehren entrollen wir unsere Fahnen. Ihm gin unseve Dankbarkeit, unsere Treue und unser Gruß. Es folgte nun der würdige An der Jahnenweihe. Mit der allen Tradttions=H0-Fahne des Bannes 259 henden 20 Gefolgschaftsfahnen und 15 Fähnlein ab und berührte jede Fahne mit dem Tuch der Traditionsfahne. Währenddessen erklang das Lied der Singschar„Nun laßt die Fahnen fliegen". Der Rundgang durch das heim bildete den Abschluß der Feierlichkeiten. Man konnte sich dabei überzeugen, daß es wirklich beispielhast ist. Eine Beschreibung muß mit dem vom Kunstbildhauer Hans Richard Floitgraf aus Dortmund=Hörde ausgeführten Eingangsportal beginnen, das zwei Reliefbilder zeigt, eins mit zwei Hitlerjungen und das andere mit zwei BdM=Mädchen, die streng in der Linie und markant gehalten sind. Wenn man die Innenräume des imposanten Gebäudes betritt, verweilt man zunächst in der Ehrenhalle, die schlicht und stimmungsvoll ausgestaltet ist, die Ehrentafel der gefallenen Hitlerjungen und eine Porträtbüste des Führers aufweist, die beide von den Fahnen und Fähnlein der HJ und des BdM flankiert sein werden. Das Heim besitzt drei Stockwerke, ferner ein Dach= und ein Kellergeschoß. Jedes Stockwerk enthält vier Scharzimmer, aus denen durch Oeffnen von Harmonikatüren größere Gemeinschaftsräume geschaffen werden können, eine Diele und ein Führerzimmer sowie einen Toilettenraum. Die Zimmer weisen ein einfaches Deckengebälk auf, im Sockel besitzen die Wände eine Holztäfelung. Im ersten Stockwerk ist das Reich der Hitlerjugend, im zweiten ist die verständlicherweise wohnlicher im Charakter gehaltene Heimstätte des BdM. Das dritte Stockwerk beherbergt das Jungvolk, die Flieger= und Marine=HJ. Im Dachgeschoß können HJ=Wanderer ausgenommen werden, auch werden hier die Programme für festliche Veranstaltungen eingeübt. Die Ausstattung der Räume weist mit seinem Wandschmuck auf den Industriecharakter der engeren Heimat, auf die soldatischen Vorbilder der Nation und durch Bilder nationalsozialistischer Führer auf seine ureigenste Bestimmung hin, sich in deren Geiste zu entwickeln uno zu schulen. Nach einer kleinen Kaffeepause in den Räumen des BdM, die den Reichsjugendführer mit den Vertretern der politischen Gliederungen, der Industrie und der Behörden zusammenführte, setzte er unter begeisterten Abschiedsrusen der Jugend seinen Weg in Richtung Bochum fort. Führertagung der westfälischen SA. SA=Obergruppenführer Schramme sprach zu dem westfälischen SA-Führerkorps. NSG. In der Gruppenschule in Fredeburg begann am Donnerstag die Führertagung der westfälischen SA, an der die Führer der Brigaden und Standarten sowie die Referenten der SA=Gruppe Westfalen teilnahmen. Zu Beginn der Tagung nahm SA=Obergruppenführer Schramme zu aktuellen Tagesfragen Stellung. Hetzer im Ausland, so führte der Obergruppenführer aus, hätten vor allem die Maßnahmen des Führers vom 4. Februar d. J. zum Anlaß genommen, die gemeine Lüge von Differenzen zwischen Staat und Wehrmacht zu verbreiten. Der Führer habe in seiner großen Rede vor dem Deutschen Reichstag diese Brunnenvergifter in ihre Schranken verwiesen. Noch mehr als bisher werde daher die SA jede Gelegenheit wahrnehmen, dem Kamergdschaftsverhältnis zur Wehrmacht Ausdruck zu verleihen. Es sei vielleicht kein Zufall, so führte„SA=Obergruppenführer Schramme weiter aus, wenn diese Arbeitstagung des westfälischen Führerkorps der SA zu einem Zeitpunkt stattfinde, da man in Deutschland den Todestag Horst Wessels und den Gründungstag der Nationaisozialistischen Deutschen Arbeiterpartei begehe. Gerade diese Tage müßten in eindringlicher Form erkennen lassen, wo die Verpflichtung eines jeden Deutschen liege. Auch diese Tagung habe den Zweck, eindeutig und klar das Ziel zu weisen, dem der ganze Einsatz der SA gelte.— Anschließend sprach der SA=Obergruppenführer den aus Anlaß des diesjährigen Jahrestages der nationalsozialistischen Revolution Besörderten und den am gleichen Tage mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Bewegung Ausgezeichneten, SABrigadeführer Lorenz und SA=SturmführerBalster, seine Glückwünsche aus. Im Anschluß daran sprach SA=Brigadeführer Faßbach über das Thema„Waffe und Geist". Im Jahre 1918, so führte Brigadeführer Faßbach aus, sei eine Armee zusammengebrochen, die bis dahin in der Welt unbezwingbar gewesen sei. Der tragische Ausgang dieses Krieges habe uns gerade heute die Erkenntnis gegeben, daß nicht allein die meisterliche Beherrschung einer Waffe, als vielmehr der Geist des Waffenträgers die Stärke und Einsatzfähigkeit eines Heeres ausmache. Gerade hier sei der SA heute auf dem Gebiete des Sportabzeichens eine große und schöne Aufgabe gestellt. Nicht derjenige werde mit dem SA=Sportabzeichen ausgezeichnet, der besondere sportliche Leistungen nachzuweisen in der Lage sei, sondern nur derjenige, der dazu auch weitanschaulich gefestigt sei. Wie man früher in den Stempelstellen, in den Fabriken und Büros um die Seele des deutschen Menschen gerungen habe, so werde die SA auch heute die ihr vom Führer gestellte Aufgabe zu erfüllen wissen: möglichst jeden deutschen Volksgenossen wehrfähig und vor allem auch aus weltanschaulicher Ueberzeugung wehrwillig zu machen. Im weiteren Verlauf der Führertagung der westfälischen SA sprachen Standartenführer Jirka über „Methodik des Redens“, Brigadeführer Lorenz über„SA und Reichsbund für Leibesübungen", Oberführer Heßler über„SA=mäßige Ehrauffassung" und Oberführer Jackstien über„Führungstätigkeit des SA=Sturmführers". Am Freitag wurde die Arbeitstagung fortgesetzt. Vormittags sprach zunächst Sturmbannführer Rathke über das Thema„SA und Wehrmacht". Die Tatsache, daß der in die Wehrmacht eintretende SA=Mann für den Wehrdienst in der SA gründlich vorbereitet ist, gebe der SA das Recht, zu erwarten, daß von allen Stellen Wert darauf gelegt werde, den SA=Mann nach Ablauf seiner Dienstzeit bei der Wehrmacht wieder der SA zurüa zuführen. Standartenführer Kölling sprach über die „kulturelle Dienstgestaltung der SA“. Der Vortragende gab dem westfälischen Führerkorps der SA praktische Hinweise für die Durchführung und zur Ausgestaltung von Feierstunden. Gaufrauenschaftsleiterin Frau Polster(Westfalen=Nord) swrach von dem Kampf der deutschen Frau vor der Machtübernahme und sodann von all den organisatorischen Maßnahmen, die im Zuge des 30. Januar 1933 auch auf dem Gebiete der Frauenverbände notwendig geworden waren. Nachmittags sprachen noch SA=Oberführer Merker, Brigadeführer Jaenke und SA=Standartenführer Siebel. Nach diesen Vorträgen fand eine allgemeine Aussprache statt. Am Samstag kehrten die Führer der westfälischen SA wieder in ihre Einheiten zurück. In Fredeburg wurde ihnen erneut die große Ausrichtung auf das Ziel allen Kampfes der SA gegeben: Mit dem Führer — alles für Deutschland! Zehn Porzellanabzeichen Jur 5. Reichsstraßensammlung des WHW werden am 5. und 6. März 10 Porzellanabzeichen(Soldaten der drei Wehrmachtsteile) durch SA, SS. RSRR, NSIK. RSKOB und RDR verkauft. brachte, konnte er den nun einsetzenden Ausfall nicht überwinden. Er konnte nur die Reste seiner Habe aus dem mißlungenen Versuch retten und war froh, als er wieder in die Stadt ziehen konnte. Den beachtlichen Vorschlag machte uns ein Landwirt aus Livve. der sein Rezept bereits mit gutem Erfolge erproben konnte.„Mir fehlen". so gab er ehrlich zu.„wie so manchem anderen Landwirt und Bauer im Lippeschen die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die in der Hauptsaison benötigten Kräfte das ganze Jahr hindurch entsprechend beschäftigen zu können. Die lausenden Arbeiten kann ich auch ohne Schwierigkeit mit meinen Stammarbeitern bewältigen. aber den Ausgleich für die Sommermonate geben mir zwei Invalidenfamilien. Wenn der körperlich noch recht rüstige Berginvalide mit seiner Frau und seinen vielen Kindern im Sommer kräftig zufaßt, ist meinem Betrieb und einer Familie geholfen. Den Winter hindurch kann er hier billiger leben und angenehmer wohnen als in der Industriestadt und im Sommer soviel Geld verdienen, daß seine Lebenshaltung für das ganze Jahr gesichert ist.“ In Westfalen gibt es bereits Landarbeiterwohnungen, vor denen sich sogar manche Stadtwobnungim Industriegebiet verstecken muß. Vorbildlich ist der Arbeitsamtsbezirk Detmold. der mit seinen 148 neu errichteten oder zeitgemäß instandgesetzten Landarbeiterwohnungen fast ein Viertel aller im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen geschaffenen Wohnungen für Landarbeiter erstellte. Davon konnten wir uns bei der Besichtigung eines derartigen Landarbeiterheimes überzeugen, das als Heuerlingswohnung einer Landarbeiterfamilie eingeräumt wurde, deren Vorfahren schon über 300 Jahre auf dem Rittergut Honedissen bei Leovoldshöhe tätig waren. Das Heim des jungverheirateten Heuerlingsehevaares gleicht einem Schmuckkästchen. Blitzsauber und mit schönen Möbeln behaglich eingerichtet, sind Küche und Schlafzimmer. Wohnraum und Kinderzimmer mit Recht der Stolz der Hausfrau. Der Blick in die Speisekammer. wo Würste und Rauchfleisch. Schinkenspeck und andere Fettigkeiten ein nahrhaftes Stilleben bilden. sowie in den Keller. wo Einmachobst. Kartoffeln und Brennholz von guter Versorgung zeugen, macht uns den Mund wässerig. Wo gibt es eine Arbeiter= oder auch Beamtenfamilie im Kohlenpott. die schon einige Monate nach der Verheiratung über ähnlich umfangreiche Vorräte verfügt? Die neue Schulgeldregelung Weitgehende Entlastung der Kinderreichen. Die neuen Bestimmungen über die Schulgelderhöhung an den höheren Schulen Preußens werden von Regierungsrat Dr Klamroth im Amtsblatt des Reichserziehungsministers eingehend erläutert. Er weist darauf hin, daß bei mehr als 350000 Schülern an den öffeutlichen höheren Schulen Preußens jede Veränderung der Höhe des Schulgeldes sich für den Haushalt von Staat und Gemeinden in Millionenziffern ausdrücken muß. Die endgültige nationalsozialistischen Grundsätzen entsprechende Regelung der Schulgeldfrage stehe daher in engem Zusammenhang mit einer grundlegenden Neuregelung der Schulunterhaltung. die vielleicht im Anschluß an die Auswirkungen der Realsteuerreform zu erwarten stehe. Angesichts der genannten Schwierigkeiten sei der Entschluß umso höher zu bewerten, durch eine Neuregelung EEE M HELEEE ANLREE M IM EIIEE IXE Berginvaliden werden Arbeitskameraden des Bauern Ein brennendes Problem der Kohlenltädte Fr. In Städten, die wie die Kohlenstädte Gelsenkirchen, Wanne=Eickel, Herne, Castrop-Raurel, Bottrop oder Gladbeck in ihrer wirtschaftlichen Struktur wesentlich oder gar einseitig aus Bergbau abgestimmt sind. wird die Lösung der Frage immer dringender:„Wie bessern wir die Lage„bergfertiger“ Invaliden. die oft mit einer großen Familie bei einer kargen Rente am Rande der Kohlenstädte ein dürftiges Leben fristen?" Wir stoßen hier auf ein Problem, das schon seit Jahren den Soziologen und Bevölkerungspolitiker, nicht zuletzt auch den Kommunalpolitiker in unserem industriellen Westen eingehend beschäftigt und das häufig zur Grund lage ernster Erörterungen gemacht worden ist. Unter den Einwohnern der Bergarbeiterstädte gibt es noch Tan sende, die hier in absehbarer Zeit nicht den nötigen Lebensraum finden können. Der Nationalsozialismus wird. davon dürfen wir über zeugt sein, auch das Problem der Ueberbevölkerung mancher Industriestädte— gemessen an ihter wirtschaftlichen Leistungskraft— auf allen hierzu geeignet erscheinenden Wegen zu lösen wissen. Wir erlebten im Livpischen ein Beispiel, wie man es nicht machen soll— und einen praktischen Vorschlag. der ernsthafte Erörterung verdient. Da hatte sich unweit des Gutes, Niedermein, ein ebemaliger Industrie= arbeiter aus dem Kohlennott. der über einige tausend Mark Bargeld verfügte, ein Kötterhäuschen mit rund 20 Morgen Land und zwei Kühen gekauft. Er hoffte.„auf eigener Scholle“ sich und seiner Familie eine glücklichere Zukunft zu sichern. Leider kam es anders. als es der hoffnungsvolle Siedler erwartete. Er hatte nämlich vergessen, daß auch zur Landwirtschaft, wie zu jedem anderen wirtschaftlichen Berufszweig, gewisse Kapitalreserven gehören, um unerwartet einsetzende Schwierigkeiten überbrücken zu können. Als nach einander seine beiden Kübe an Maul= und Klauenseuche eingingen und auch der Acker nicht den erhofften Ertrag der Geschwisterermäßigung und Begabtenförderung bereits jetzt den bevölkerungspolitischen Bedürfnissen moglichst entgegenzukommen. Der Referent hebt hervor, daß die Neuregelung den kinderreichen Familien eine weitgehende Entlastung bringt und darüber hinaus für jede Schule die Gewährung einer bestimmten Mindestzahl von Freistellen sicherstellt. Die Höhe des Schulgeldes bleibt nur für Einzelkinder unverandert. Sie beträgt weiterhin jährlich 240 Mark. Eltern mit mehreren Kindern erhalten für jedes Kind eine sich nach der Kinderzahl staffelnde Ermäßigung des Grundbetrages. Dabei werden nicht mehr die einzelnen Kinder nach ihrem Lebensalter gewertet, und es wird nicht mehr danach gefragt, welche Schule sie besuchen, sondern es wird grundsätzlich nur festgestellt. wieviel Kinder von dem zur Zahlung des Schulgeldes verpflichteten Erziehungsberechtigten unterhalten werden. Dann ermäßigt sich ohne weiteres das Schulgeld. Ein Vater von sechs Kindern beispielsweise, von denen drei die höhere Schule besuchen, zahlt künftig monatlich nur noch 18 RM., statt bisher 45. Im übrigen ist es erwünscht. begabte Kinder kinderreicher Familien über die Gewährung der Geschwisterermäßigung hinaus durch Freistellen zu fördern. Die Bestimmungen über die Geschwisterermäßigung finden eine wichtige Ergänzung in der Begabtenförderung. Diese dient dazu, durch Gebührenerlaß oder sonstige Hilfeleistungen dort einzugreifen, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern es nicht gestatten. die Kinder zur höheren Schule zu schicken, die besondere Begabung der Kinder aber eine staatliche Förderung angezeigt erscheinen läßt. Der Referent hebt hervor, daß diese Maßnahme nicht als karitative Hilfsmaßnahme für den einzelnen betrachtet werden darf, sondern stets unter dem Gesichtspunkt eines möglichst wirksamen Kräfteeinsatzes zum Besten des Volksganzen durchgeführt wird. Aus und Sitzung der Ratsherren. Trotz des Karnevals geht die kommunalpolitische Arbeit weiter. Für Dienstag sind die Ratsherren zu einer Sitzung einberufen, die außer der Einführung des Stadtrats Bernhard Ewert vorbereitende Angelegenheiten für das neue Haushaltsjahr vorsieht. Außer Ausdehnung der Müllabfuhr und der Straßenreinigung stehen die Festsetzung der Müllabfuhrgebühren, der Straßenreinigungsbeiträge und der Kanalbenutzungsgebühren für das Rechnungsjuhr 1938 auf der Tagesordnung. *** Der nächste Spielplan des Westsälischen Landestheaters Das Westfälische Landestheater gibt seinen Spielplan für die Spielzeit 1938=39 bekannt. Seinem Grundsatz getreu, in erster Linie kulturpolitischen Aufgaben gerecht zu werden, betont auch dieser Spielplan das wertvolle Stück. An ernsten Klassikern sind vorgesehen:„Der Erbförster".(Otto Ludwig) und „Othello“(Shakespeare). Dazu kommen die klassischen Komödien„Der Geizige“(Moliere) und„Donna Diana“(Moreto). Die neuere Literatur ist mit zwei weiteren ernsten Stücken vertreten, und zwar mit „Thomas Paine"(Johst) und„Eismeervolk“(Hansen). Das Lustspiel„Einen Sommer lang“(Stoll) wird ergänzt durch die Komödien„Schneider Wibbel“ (Müller=Schlösser),„Ein ganzer Kerl“(Buch),„Straßenmusik“(Schurek). Auch in der kommenden Spielzeit werden 2 Truppen eingesetzt, von denen jede 5 Stücke herausbringt. Vom Modellflugwettbewerb der Herner Volksschulen. Vergleichs- und Ausscheidungsfliegen in dieser Woche. für Herne zeitige Erledigung von Anträgen, die nach dem 1. 8. 1938 eingehen, nicht übernommen werden kann. Die Anträge sind schriftlich unter Beifügung eines Lichtbildes(Größe 52X74 mm, Vorderansicht, Brustbild ohne Kopfbedeckung) und eines amtlichen Nachweises über Tag und Ort der Geburt(Familienbuch Reisepaß, Wehrpaß, Taufschein pp.) einzureichen. *** Eine Einkleidungsaktion in der 93. RSG. In enger Zusammenarbeit zwischen den beiden Gaubeauftragten Westfalen=Nord und=Süd des WHW des Deutschen Volkes und der Gebietsführung Westfalen der HI wird in den Einheiten der nationalsozialistischen Jugend zurzeit eine Einkleidungsaktion durchgeführt. Im Rahmen dieser Aktion werden einer Anzahl bedürftiger Jungen und Mädel kostenlos Uniformen zur Verfügung gestellt. *** * Bestandene Reiseprüfung. Bei der am Freitag an der Oberschule für Mädchen in Castrop=Rauxel stattgefundenen Reifeprüfung bestanden alle zehn Oberprimanerinnen, unter ihnen Hilde Kaiser aus H.=Holthausen, Paula Lindemann aus Herne und Hanny Schöppner aus H.=Börnig. Wir gratulieren. * Mit Kd J. in den Urlaub! Die Jahreshefte der NSG.„Kraft durch Freude" sind eingetroffen. Sie sind zum Preise von 30 Pf. auf der Kreisdienststelle, Herne, Schulstr. 28, zu haben. * F ü n f F ä l l e v o n V i e h s e u c h e i n C a s t r o p- R a u x e l. Wie in Herne ist auch in Castrop=Rauxel die Maulund Klauenseuche erneut ausgebrochen. Sie ist festgestellt unter dem Viehbestand des Viehhändlers Willi Bökamp, Wittener Str. 10, des Landwirts Heinrich Köster, Nierholzstraße 20. des Bauern Hugo Dingebauer, Oststraße 141, des Bauern Wilhelm Wittenberg, Castroper Straße 190. und des Händlers Karl Althöfer, Kirchlinder Str. 48. * Umfangreiche Uferausbesserungen werden jetzt am Rhein=Herne=Kanal vorgenommen, wo das Wasserbauamt mit dem Antransport von Schiffs ladungen Sandstein begonnen hat. Die Steine werden für die Beseitigung von Uferschäden verwendet, die ziemlich umfangreich sind. * Der Jeuerwehrplatz in Baukau wieder freundlicher. Der Feuexwehrübungsplatz des Löschzuges Baukau an der La=Roche=Straße weist einen äußerst prächtigen Baumbestand auf. In vier Reihen stehen dort mächtige Platanen, die im Sommer mit ihren buschigen Kronen eine wohltuende Kühle schaffen und manchen Spaziergänger herbeilocken, der auf den Bänken Flucht vor der Hitze sucht. Leider war das im letzten Sommer anders, da der Platz mit Schuttund Baumassen bedeckt war. Die Bänke standen verwaist da. Nunmehr ist erfreulicherweise mit dem Abfahren der angeschütteten Erdmassen begonnen worden. * Vom Karneval ins Krankenhaus. Gestern wurde ein Arbeiter B. aus der Mühlenkampstraße in das Marienhospital eingeliefert. Er hatte auswärts gearbeitet und war nach Herne gekommen, um in einem Horsthauser Lokal Karneval zu feiern. Die Festlichkeit nahm für ihn einen unverhofften Ausgang, indem er plötzlich im Festsaal ausglitt und sich dabei einen Unterschenkelbruch zuzog. * Beihilfen an Bauern und Kleintierhalter. RSG. Das Reich hat auch für 1938 für die Errichtung von Düngerstätten, Jauchegruben, für Hühnerstallneu=,=um und=einbauten und für die Anschaffung von Obstbaumspritzen größere Beträge als Beihilfen zur Verfügung gestellt. Auf einem besonders vorgesehenen Formular ist der Antrag für die Beihilfen an die Landesbauernschaft Westfalen in MünNachdem die Prüfung der Modelle, die die Arbeit#gemeinschaften der Schulen gemeldet haben, erfolgt ist, findet in dieser Woche das Vergleichs= und Ausscheidungsfliegen im Rahmen der Wettbewerbsvorschriften des RSFK statt. Da die Durchführung von den Wind= und Wetterverhältnissen abhängig ist, wird auf Grund einer Vereinbarung zwischen der staatlichen Schulaufsicht Herne und dem RSFK der Termin durch Rundschreiben bekanntgegeben. Die Abwicklung des Vergleichsfliegens erfolgt in der Reihenfolge des Eintreffens der einzelnen Schulen. * Die DAF wirbt für den Lustwehrgedanken Vortrag bei Boß am Gysenberg. RSG. Das Volksbildungswerk der Deutschen Arbetisfront hat sich ebenfalls zwecks Verbreitung und Vertiefung des deutschen Luftwehr= und Luftfahrtgedankens in den Dienst der Sache gestellt. Von dieser Organisation aus finden im Gau Westfalen=Süd Vorträge über die deutsche Luftfahrt statt. Parteigenosse Beckmann von der Gruppe 10 des Nationalsozialistischen Fliegerkorps hält am 5. März 1938, abends 20 Uhr, im Saal der Gaststätte Voß, Herne, Ecke Landwehrweg und Mühlhauser Straße, vor Gefolgschaftsmitgliedern der DAF den Vortrag„Keine nationale Verteidigung ohne Luftwaffe.“ Anschließend werden Filme aus der Arbeit und dem Leben des RSFK vorgeführt. Das Erscheinen von Sturmangehörigen des RSFK zu dieser Veranstaltung ist Pflicht, Förderer des NSFK und Interessenten werden herzlichst eingeladen. Der für den 12. Februar 1938 festgelegte Vortrag vor DAF=Mitgliedern der Gewerkschaft„Friedrich d. Große“ in Herne mußte leider aus technischen Gründen ausfallen. * 2# ist die nächste RS=Rechtsbetreuungsstelle? RSG. In den NS=Rechtsbetreuungsstellen des Gaues Westfalen=Süd, in denen im Jahre 1937 9969 Fälle bearbeitet wurden, erteilen die deutschen Rechtsanwälte allen wirtschaftlich bedrängten Volksgenossen unentgeltlich ihren Rechtsrat. Wer die NS=Rechtsbetreuungsstellen in Anspruch nimmt, muß allerdings seine Bedürftigkeit durch Vorlage eines Nachweises (Arbeitslosenkarte, Rentenbescheid oder ähnliche Urkunden) glaubhaft machen. Sie wird grundsätzlich anerkannt, wenn die Voraussetzungen für die Bewilligung des Armenrechts vorliegen und wenn der Ratuchende Unterstützungs= und Rentenempfänger ist. In Herne befindet sich die RSR=Stelle im Amtsgericht, Zimmer 16. Ihr Leiter ist Rechtsanwalt Dr. Hohmann. 2* Neue Dienstbezeichnungen der Ns Frauenschaft NSG. Auf Vorschlag der Reichsfrauenführerin und im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers wird bestimmt: Die Dienstbezeichnung der Dienststelleninhaberinnen der NS=Frauenschaft werden ab sofort unter Aufhebung bisheriger Bezeichnungen wie folgt geführt: 1. Blockfrauenschaftsleiterin, 2. Zellenfrauenschaftsleiterin, 3. Ortsfrauenschaftsleiterin(betr. Ortsgruppe und Stützpunkt), 4. Kreisfrauenschaftsleiterin, 5. Gaufrauenschaftsleiterin. „* Ausreichende Versorgung mit Zwiebeln. RSG. Die Versorgung mit Zwiebeln wird durch planmäßige Verteilung von Seiten d.: Gattenbauwirtschaftsverbandes sichergestellt. Die ersten Kühlhauszwiebeln gelangten bereits zur Verteilung. Auch in Zukunft wird die Verteilung auf breitester Basiz erfolgen, so daß auf keinen Fall ein Grund zu irgendwelcher Beunruhigung besteht. Führerschein Klasse 4 ab 1. Oktober. Anträge schon jetzt stellen. Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Durch die Straßenverkehrs= Zulassungs-Ordnung vom 13. 11. 1937 wurde auch der Führerschein der Klasse 4 geschaffen. Zur Klasse 4 gehören Kraftfahrzeuge mit einem Hubraum bis 250 Kubikzentimeter und Kraftfahrzeuge mit nicht mehr als 20 Kilometer e Stunde Höchstgeschwindigkeit. Für bisher führercheinfreie Kraftfahrzeuge bleibt die Führerscheinreiheit bis zum 1. 10. 1938 bestehen. Führerscheine der Klasse 1, 2 und 3 berechtigen zum Führen von Fahrzeugen der Klasse 4. Wer einen Führerschein der Klassen 1, 2 und 3 nicht besitzt, muß ob 1. 10. 1938 im Besitz des Führerscheins der Klasse 4 sein, wenn er bisher führerscheinfreie Kraftfahrzeuge führen will. Es kann nur dringend empfohlen werden, Anträge auf Erteilung des Führerscheine der Klasse 4 schon jetzt zu stellen, da bei der großen Anzahl(ca. 4000) die Gewähr für rechtHerne am Faschingssonntag Nach der ersten Karnevalsnacht.— Massenbesuch in Recklinghausen.— Der Festtag der Staatssugend. Arbeitsmänner erinnerten an das WHW.— Film volkstag. Es hat am gestrigen Faschingssonntag verschiedene Kategorien von Hernern gegeben. Da waren zunächst diejenigen, die karnevals= oder alkoholselig erst in der Frühe heimgekommen waren, nachdem sie eine faschingstolle Nacht im Reiche des närrischen Prinzen verbracht hatten. Sie schliefen sich erst einmal aus, solange es andere Pflichten erlaubten. Dann war da die zweite Kategorie, die den Karneval bisher nur am Rundfunk erlebt hatte und nun, um auch selbst etwas davon zu sehen, zu Tausenden am Mittag nach Recklinghausen fuhren, wo der große Karnevaiszug und das bunte Faschingstreiben sie erfreute. Und wahrscheinlich sind diese„Halben" jetzt soweit, daß der heutige Rosenmontag sie ganz in die Narrenwelt überführt und sie vielleicht bis Aschermittwoch noch nicht genug gekriegt haben. Von der dritten Kategorie der„Immunen“, die„sich nichts daraus machen“, soll hier nicht gesprochen werden, sie gehören wahrscheinlich zum falschen„Jahrgang". Daneben hatte der Sonntag aber auch sein ernstes Gesicht. Die Staatsiugend und die Männer der Bewegung und ihrer Gliederungen fuhren nach Castrop=Rauxel, um dort der H3=Heimweihe und der Fahnenweihe durch den Reichsjugendführer beizuwohnen. Und auf den Straßen und an den Türen erinnerten uns Männer des Arbeitsdienstes mit der roten Sammelbüchse und einem kleinen Gedichtheftchen, das sie verkauften, daß auch in den Freuden des Faschings die Pflichten der Gemeinschaft bestehen, der bedürftigen Volksgenossen zu gedenken. Fünfzig Arbeitsmänner aus Lüdenscheid hatten in dieser WHW=Sammelaktion die Stadt Herne zugeteilt bekommen, und sie sind sicherlich überall yerzlich empfangen worden Noch eine besondere Bedeutung erhielt der gestrige Sonntag als Filmvolkstag. In allen Herner Kinos fanden vormittags Freivorstellungen statt, die so starken Anklang fanden, daß die Theater schon am Samstag„ausverkauft“ waren. Nicht nur die Filme, sondern auch die„Filmfibel“, die jeder, der die Vorstellungen besuchen wollte, für 10 Pf. erwerben mußte, werden dazu beigetragen haben, von dem künstlerischen Ernst des heutigen deutschen Filmschaffens zu überzeugen. * „Du kannst von mir alles, alles haben.. Ja, du kannst von mir alles, alles haben, was du nur willst— wenn du mich nur in Ruhe läßt und mir einen sauren Hering besorgst. Es war ja ganz schön auf dem Herner Karneval, laut und lustig, vunt und wirr, aber vom Tanzen sind mir Beine und Füße wie Blei, und von dem vielen, edlen Getränk ist mir ganz schwach im Magen. Und wie der Schädel brummt! Da schiebt sich noch immer die lachende, lärmende, singende bunte Karnevalswelt hindurch, als tanzten tausend Paare und wühlten hundert neue und alte Schlager in meinem Gehirn herum. Am liebsten machte ich„husch, husch ins Körbchen", aber schließlich muß ich ja heute auch arbeiten. Also, her mit dem sauren Hering auf den Frühstückstisch, aber „gib acht auf den Jahrgang". Wie, das spielt beim Hering keine Rolle? Nun, beim Wein und bei den Mädchen habe ich darauf geachtet, und da mur das Rezept schon richtig, also soll es auch wahl beim Hering richtig sein. Gib acht auf den Jahrgang, mein treuer Husar, dann kannst du von mir alles haben, was du nur willst. Nur einmal ist ja Karneval, nicht wahr, Kapitän Heidewitzka? Lassen wir das Körbchen dem Schängchen, der von seinem neuen Papa träumt, wir aber ziehen heute abend aufs neue ins Reich des tollen Prinzen. Ja, das sind Sächelchen, die's Herz erfreu'n! Stadt Wanne=Eickel Jeder zweite Junge muß Bergmann werden Nachwuchslenkung und Lehrerschaft.— Vortrag von Arbeitsamtsdirektor Dr. Müller. Nur noch eine kurze Zeitspanne trennt uns von den Östertagen, in denen bei Hunderten von Wanne=Eickeler Familien die Frage entschieden werden muß:„Was soll der Junge. was soll das Mädel werden?" Nicht immer läßt sich der Berufswunsch unserer Jugend in Einklang bringen mit den wirtschaftlichen Forderungen unseres Bezirks. Manche besorgte Mutter und viele Väter haben gewiß schon den Weg zum Lebrer gemacht, um sich hier vertrauensvoll Rat zu holen. Für die Lösung des Gesamtproblems der Nachwuchslenkung ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Arbeitsamt. Lehrerschaft und Eltern die notwendige Voraussetzung. Diese Probleme standen im Vordergrunde eines aufklärenden Vortrags über die Eingliederungsmöglichkeiten des Berufsnachwuchses im Arbeitsamtsbezirk Herne. zu der der Vorsitzende des Arbeitsamtes Herne. Regierungsrat Dr. Mueller. die Mitglieder der Fachschaft Volksschulen des NS.=Lehrer= bundes. Kreis Wanne=Eickel, in die Aula des Oberlyzeums gebeten hatte. In einem tiefschürfenden Vortrag ging der Leiter des Arbeitsamtes Herne eingehend auf die Lage des Arbeitseinsatzes im Bezirk des Arbeitsamtes Herne. insbesondere im Bereiche der Nebenstelle WanneEickel ein.„Nachdrücklich wies er darauf hin, daß das verflossene Jahr 1937 das Arbeitslosenvroblem praktisch beseitigt habe und der Arbeitseinsatz damit vor neue Aufgaben gestellt worden sei. Es komme jetzt darauf an, den umjangreichen Bedarf des Bezirks an Arbeitskräften sicherzustellen und vor allem eine zielbewußte Nachwuchslenkung vorzunehmen. Die sinnvolle Verteilung des Berufsnachwuchses auf die einzelnen Wirtschaftszweige entspricht nicht nur den Anforderungen des Wirtschaftsaufbaues. sondern ist zugleich die beste Voraussetzung für ein berufliches Vorwärtskommen der in diesem Jahre wieder in die Arbeitsschlacht neu einzureihende Jugend Den größten Umfang beansprucht in unserem engeren Bezirk der Nachwuchsbedarf des Bergbaus. Gerade hier steht das Wunschbild der Jungen in einem starken Mißverhältnis zu den wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Angesichts der Tatsache, daß jeder zweite Junge aus Wanne=Eickel Bergiungmann werden muß, um den Nachwuchsbedarf des heimischen Bergbaus zu befriedigen, ist es aus dem Gesichtswinkel des Wirtschaftsaufbaus in Wanne=Eickel sehr zu bedauern, daß nur 5 Prozent der männlichen Schulabgänger von sich aus den Wunschäußerten, den Bergmannsberuf zu ergreifen. Ueber die Hälfte der zur Schulentlassung kommenden männlichen Jugend drängt in Metallberufe, wo man eine interessante Arbeit und höhere Verdienstmöglichkeiten vermutet. Demgegenüber verdient eindringlich hervorgehoben zu werden, daß der Bergmannsberuf im neuen Deutschland ein angesehener Facharbeiterberuf geworden ist. aus dessen Reihen sich in weit höherem Umfange als früher auch der Beamtennachwuchs der Kohlenindustrie rekrutieren wird. Schon heute ist die Nachfrage nach tüchtigen Grubenbeamten ungemein groß und wird mit wachsender Entwicklung zweifellos weiter ansteigen. Daß auch die wirtschaftlichen Verhältnisse und die soziale Lage unserer Bergknanpen sich inzwischen gewaltig gehoben haben und wir trotzdem erst am Anfang einer neuen Etavve stehen. den Beramann zu einem angesehenen und bochbezahlten Facharbeiter zu machen, dürfte hinreichend bekannt sein. Aufgabe der Lehrerschaft muß es daber sein. ihre Stellung als Vertrauensverson für Schüler und Elternschaft auch im Sinne einer planvollen Lenkung des Arbeitseinsatzes. Hand in Hand mit dem Arbeitsamt. auszuwerten. Unsere Lehrerschaft leistet damit nicht nur dem Aufbau der Wirtschaft und der Sicherung einer aufsteigenden Entwicklung unseres gesamten Wirtschaftslebens, sondern auch der Wanne=Eickeler Jugend und den Eltern den besten Dienst. wenn sie sich gemeinsam mit dem Arbeitsamt in aktiver Form für eine richtige Nachwuchslenkung im Arbeitsamtsbezirk einsetzt. * Alte Wanne=Eickeler Faschingsfreuden Im nördlichen Teil Wanne=Eickels wissen die „Krängschen“, den Faschingstagen von altersher eine besondere Note zu geben. Vor Jahren machte dort noch die Sitte, den Bacchus zu begraben, wieder die Runde, und die Cranger„Seemannsbälle" und anderen originellen Kostümfeste sind weit über Wanne=Eickels Grenzen hinaus bekannt und beliebt. Hier haben sich bei den Eingesessenen die alten Sitten und Gebräuche der Emscherbauern wohl noch am längsten erhalten. Auch die Fastnachtebräuche, von denen unser alteingesessener Cranger erzählt, sind hier noch bis in das 20. Jahrhundert hinein nach alter Ueberlieferung gepflegt worden. Mit vermummtem. schwarzgemachtem Gesicht. in Holzschuhen, aus denen das Stroh handlang heraushing. wurden zur Karnevalszeit von den jungen Burschen Speck. Würste und Eier eingesammelt. Die Fleischwaren trug man stolz an einer langen Bohnenstange über die Schulter, gefolgt von der neugierigen, jodelnden Jugend. In einer Wirtschaft wurde dann die Beute gebraten und mit Schnaps und Bier heruntergespült. Am Fastnachtsdienstag wurde eine Strohvuppe auf der Schiebkarre durch das Dorf gefahren, die nach einer„feierlichen Gedächtnisrede“ von einer der Emscherbrücken oder bei der alten Cranger Mühle in das Wasser gestürzt wurde. Diese Sitte nannte man nicht ganz zutreffend„den Bacchus begraben....“ Um die Jahrbundertwende hat man im heutigen Stadtteil Wanne sogar versucht, den Köiner Fastnachtszug nachzuahmen! Zu Fuß. zu Pferde und auf Wagen. auf denen originelle Gruppen die im Laufe des Jahres vorgefallenen wichtigeren Ereignisse humorvoll glossierten, zog der Zug nach Crange und Unser Fritz Die Umbenennung von Bickern in Wanne brachte der damaligen„Narrenwelt“ einen besonders guten Einfall. So sah man im Jahre 1897. als im Zusammenhang mit der Bezeichnung des Bahnhofs. der damals schon eine große Verkehrsbedeutung hatte. der alte Ortsname dem Bahnhofsnamen Wanne weichen mußte, eine Wannemühle auf einem großen Wagen. Unter dem Johlen des Narrenzuges beförderte diese während der Fahrt ib Haferkaff in alle Winde. Die Cranger aber waren deAnsicht....„wenn die Wanner nichts anderes als Kast abzugeben hätten, könnten sie nur ruhig in Wann bleiben",— was dann auch im nächsten Jahre geschehen ist sder einzureichen. Dem Antrag sind eine kleine Baukizze und ein Kostenanschlag beizufügen. * Das gespannte Verhältnis zwischen Hausbewohnern eines Hauses auf der Vödestraße kam am Samstag zu einer heftigen Entladung. Einer der Mieter, ein Hein. rich St., wurde von den anderen Hausbewohnern mit einem Besen und Stocheisen so schwer am Kopf verletzt, daß er dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. * Brand in einer Eisengießerei. In der Nacht von Samstag zu Sonntag entstand gegen 4 Uhr in einer hiesigen Eisengießerei ein Brand. d' herbeigerufenen zwei Löschzüge unserer Feuerwehr vermochten nach dreistündiger Arbeit vorwiegeno vermittels des Schaumlöschverfahrens des Feuers Herr .. Ais Annenräume hatte beschränkt * Mit Messerstichen im Rücken wurde am Samstag der Bewohner eines Hauses auf der Roehenstraße dem Marienhospital eingeliefert. Er stand zu einem Ernst H. in Schuldverhältnis. Zwar zahlte er seine Schuld in Raten ab, doch war der Gläubiger so von Zorn auf ihn erfüllt, daß er ihn am Samstag, nachdem er sich einen Rausch angetrunken hatte, überfiel und mit dem Messer bearbeitete. * G e i s t e s g e g e n w ä r t i g v o m L a s t w a g e n a b g e s p r u n g e n. Ein Lastwagenunfall, der leicht schwerere Folgen hätte haben können, trug sich zum Wochenende am Constantiner Wäldchen zu. Ein Lastauto, auf dem sich einige Männer befanden, fuhr den abschüssigen Waldweg hinunter, als der Führer die Gewalt über den Wagen verlor, der in die Schlucht der Zechenbahn hinunterstürzte und sich überschlug. Die Männer auf dem Lastauto hatten zum Glück das Unglück kommen sehen und waren rechzeitig abgesprungen. Viel Glück hatte auch der Führer des Lastautos, der mit einigen Kopfverletzungen davonkam, obwohl der Wagen völlig zertrümmert wurde. * Im Blindort verletzt. Der Lehrhauer Gustav J. aus der Hiberniastraße war im Streb des Flözes„Dickebank“ mit dem Ausbau eines Blindortes beschäftigt. Dabei wurde er durch herabfallende Steine derart verletzt, daß er mit dem Zechenauto dem Bergmannsheil zugeführt werden mußte. * Doppestes hatte ein Kohlenfuhrmann auf dem Grenzweg, an dessen Karre ein Rad zerbrach. Zu allem Unglück trug dabei das Pferd erhebliche Verletzungen davon, die schwerer Natur sind. So mußten eine neue Karre und ein anderes Pferd herbeigeschafft und die Fuhre umgeladen werden. * Arbeitsunfall. Auf einem Herner Werk stürzte der Arbeiter Alois D. aus Wanne=Eickel so unglücklich, daß er mit einem Unterarmbruch dem Marienhospital zugeführt werden mußte. * Wem gehört das Jahrrad? Bei der Kriminalpolizei in Herne ist ein Damenfahrrad Marke Diamant Nr. 819.880 sichergestellt. Der Eigentümer kann seine Ansprüche bei der Kriminalpolizei geltend machen. * Der Monatsappell der Krieger- und Landwehrkameradschaft Herne-Süd, der am Samstagabend im Lokale Möller, Vödestraße, stattfand, wurde vom stellv. Kameradschaftsführer geleitet. Nach Erledigung der üblichen Tagesordnung wurde Bericht über den Verlauf der Kreiskriegerverbandssitzung erstattet. Eine lebhafte Aussprache, die sich besonders mit den Schießen im laufenden Jahre faßte, schloß sich an die Berichterstattung an. Aus amtlichen Bekanntmachungen In unser Handelsregister, Abt. A. Nr. 874, ist am 25. Februar 1938 bei der Firma Neuhaus u. Co in Herne folgendes eingetragen worden: Die Firma ist erloschen. Amtsgericht Herne. 5. Klasse 30. Preußisch-Güddeutsche (276. Preuß.) Klassen-Lotterle Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hode Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den steilungen I und II 17. Ziehungstag 26. Februar 1988 In der heutigen Vormittagszlehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 10000 RM. 144959 226819 6 Gewinne zu 5000 RM. 121023 265196 282741 3000 RM. 21956 49680 68760 159222 231365 247344 248531 820270 Sae Ssn 2000 RN. 19852 67450 100369 48,„zaue zu 1000 RM. 3304 81717 67438 Saezes 3843 sauzgs 3273s 337216 34241s 100 Gewinne zu 500 RM. 4137 13075 29360 36446. 88193 45941 64756 65714 70677 74767 75458 S.. 6. 88319 88500 106193 133797 154956 156830 169978 160013 162709 166416 169947 174630 176108 182341 189418 210944 228053 228693 231892 257672 278758 278875 284031 294337 296632 307874 311469 835563 goagse 367171 357313 358655 364199 Gewinne zu 300 RM. 2160 8932 6241 21247 25066 28720 33172 36033 42424 54683 55696 62556 64403 71889 79963 91063 94385 108965 110687 112886 114473 115416 126886 169069 160273 163296 164540 166859 167222 178133 180385 181281 181977 187346 203976 206706 209191 214067 217062 222118 222202 222857 226217 226567 230674 233116 237722 241434 243187 244303 264443 254942 262467 264914 266806 267866 270350 276308 277425 283085 287648 290016 305147 306198 306281 305930 312783 4 320616 322683 326126 331729 332389 343555 348605 352721 355498 359319 362738 366878 366997 367084 374313 375496 378837 387379 388595 390922 391251 895328 397274 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 30000 RM. 160640 2 Gewinne zu 10000 RM. 227150 4 Gewinne zu 5000 RM. 185824 240111 2(bewinne zu 3000 RM. 166215 75375 170208 218874 zu 1000 RM. 8384 34822 64703 171836 199952 208556 220448 238372 256625 263916 265274 277981 S6oonn Sorcg 33976s 345237 352269 368267 —72. Gewinne zu 500 RM, 6236 16703 19688 20012 52939, 64 779 83742 89020 100345 136735 165226 191699 196957 217906 218367 223128 gersäc 388888 384760 265856 280876 232496 288839 297673 306230 313128 339040 339717 349231 353630 354062 372643 874253 „##.#ne zu 300 RM. 1977 4133 8476 26103 36682 39320 41602 46444 65799 67601 81444 96507 97801 101322 105252 113031 113687 116078 117301 119361 119714 121336 123011 123100 123272 130641 138236 148386 194154 200282 202607 203664 299797 214357 219272 220359 223726 232941 249544 254372 260924 267318 269230 269574 276322 276950 278646 204626 298220 311573 320321 321977 339367 844832 345492 846939 863896 379248 379941 387243 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu se 500000, 2 zu se 75000, 4 zu se 50000, 2 zu se 30000, 10 zu se 20000, 40 zu se 10000, 74 zu se 5000, 148 zu se 3000, 464 zu se 2000, 1158 zu je 1000, 2038 zu se 500, 4134 zu se 300, 97922 zu se 130 RM. 14889 46136 99290 116702 124620 160282 187252 205035 224413 268518 282368 332788 365982 Die Märzwinde rüttelten an seiner Maschine Pour-le-merike-Flieger Franz Büchner 40 Luftsiege errang er im Kriege Sein tragischer Tod im Kampf gegen rote Aufrührer. Der deutsche Flieger Franz Büchner, der wäh rend des Großen Krieges 40 Luftsiege errang und mit der döchsten Auszeichnung des Soldaten, dem Pour le merite, ausgezeichnet wurde, mußte in den heißen Kämpfen gegen die roten Aufrührer in Leipzig am 18. März 1920 sein Leben lassen. Ueber seinen tragischen Tod und sein Heldentum bringen wir folgenden Bericht: An diesem bitteren und schmerzlichen 18. März 1920 sab es auf dem Flugplatz Großenhain, mitten in Deutschland. nicht viel anders aus als in den Tagen, wo die ewige Front der Schützengräben in Frankreich und in so vielen Ländern der Erde die Menschen in Welten trennten, die in dem Feuerhagel ihrer Granaten ihren Haß und auch ihren Willen zur Selbstbehauptung einander so deutlich machten.— Das Bild war das gleiche: die Maschinen standen ausgerüstet in einer Linie auf dem Feld. in den Baracken hockten die Besatzungen auf ihren Stühlen oder Pritschen alarmbereit und jeden Augendlick gewärtig. auf das Kommando hin aus den Stuben zu stürzen und gegen den Feind zu fliegen, der auch diesem Vorfrühlungstag. noch nicht zwei Jahre nach dem Adschluß eines sogenannten Friedens, sein Gesetz aufeudrucken vermochte. * Der Feind ist immer der Gegner, den man zu vernichten hat, und das ist eine Binsenselbstverständlichkeit. über die sich ein Soldat kein Kopfzerbrechen macht. Doch gidt es Menschen, die eine solche Wahrheit zu verfälschen vermögen, und wenn die Schürer der roten Revolte in Leipzig und auch anderswo in Deutschland ihre Horden von Verirrten und Verhetzten auf die Straßen der Städte und die Barrikaden trieben, so waren das auch Feinde. doch Feinde recht absonderlicher Art. Sie sprachen die gleiche Sprache und waren vielleicht einmal. als alles noch einen anderen Sinn hatte, in Reih und Glied als Vordermann und Nebenmann marschiert oder hatten Schulter an Schulter in den Drecklöchern der Champagne eder irgendwo anders gelegen, das Gewehr im Anschlag. und hatten sich gegenseitig aus der Hölle der Nahkämpfe herausgeschlagen, wie das Kameraden eben immer tun. wenn sie in einer Front stehen.— So war es einmal gewesen, als der Kamerad noch Kamerad war und das alles einschloß, was deutsch war und zu einem gehörte in einer Verbundenheit, die von der Natur und dem Ge wissen vorgezeichnet ist und das man hinnimmt wie einen Glauben, der aus dem perzen kommt. Vorbei das alles! Die Schützengräben, Trutzburgen einer gesicherten Heimat, waren zusammengefallen, und die Front war auseinandergelaufen. Nur die Feinde waren geblieben, draußen die Sieger, die sich um die Beute stritten, und drinnen im Lande die anderen. die ihren Klassenhaß in die Gassen schrien und das Letzte. was noch übriggeblieben war. in Trümmer legten. Der Kamerad von gestern hatte sein Gesicht gewandelt, und die Gewehre lagen etwas anders im Anschlag. und das war eine hundsgemeine, niederträchtige Sache, die jedem die Schamröte ins Gesicht steigen ließ. der nicht anders konnte als anständig bleiben und auf dem Posten aus harren, der ihm aus einem schlichten und starken Gefühl beraus gegeben war.— So kann es kommen, daß ein Krieg doch nicht ein Krieg ist, sondern etwas außer ordentlich Beschämendes, mit dem man schwer fertig wer den kann. Auch wenn rein äußerlich sich nicht viel an dem Bild geändert hat und von sern her der Geschützdonner berüberweht. genau wie in früheren Tagen. als die Front noch eine wirkliche Front war. Doch wird sich der junge Fliegeroffizier Franz Büchner an diesem 18. März 1920 wenig Gedanken über die Um kehrung der alten und sauberen Verhältnisse gemacht haben. Der Besehl. der ihm übermittelt wurde. war klar und knapp und unmißverständlich, und die Aufgabe. die er zu erfüllen hatte, war so einfach für einen Soldaten, wie sie immer ist. wenn das Kommando ertönt und man nichts anderes tun kann als zu geborchen und seine Pflicht zu erfüllen! die so selbstverständlich ist wie die Haut, die sich über dem Herzen spannt. Reichswehrtruppen marschieren in Leipzig ein, so hieß es in dem Befehl. sie werden die Barrikaden stürmen und die Aufrührer vertreiben, auch wenn sie zahlenmäßig die Ueberlegenen sind. Da wird sich der Pour=le=meriteFlieger Büchner in seine Maschine zu schwingen haben und gegen die große Stadt fliegen, um mit dem Maschinengewehr in das Gesecht einzugreisen und Luft zu schaffen für die Kameraden, die unten vorstürmen und ihre Brust den Gewehren und Handaranaten der Meuterer darbieten und sich nicht scheuen, das zu tun. was dieser widerlichen Sache eines Bürverkampfes ein Ende, ein rasches Ende bereitet. Der Leutnant Büchner ist gestartet, und er ist auch nach Leipzig geflogen, mochten die tückischen Märzwinde an seiner Maschine noch so mächtig rütteln. Wie ein Vogel ist er dann von seinem Himmel herabgestoßen, und er hat auch seine Waffe wirkungsvoll einzusetzen gewußt — bis die Kugel ihn traf und das Flugzeug bilflos und ohne Steuerung zur Erde stürzte und unter seinen Trümmern einen jungen deutschen Soldaten begrub, dessen Namen die Heeresberichte oft erwähnt haben und den ganz Deutschland kannte. Der Tod eines Helden ist etwas Erschütterndes. Hier wurde er zu einer beschämenden Tragik. Vierzigmal hatte Franz Büchner im Luftkampf seine Gegner im Groden Krieg besiegen können. So kam es, daß der Ruhm des jungen Jagdfliegers immer mehr die Herzen in Deutschland entzündete und auch die Feinde aufmerk ten, wenn die Maschinen der Jagdstafsel 13 vom Jagd geschwader 2 wie beutelustige Habichte über den Himmel strichen und alles vertrieben, was hier nichts zu suchen hatte. Einem tollkühnen Staffelführer ist die höchste Ehrung des deutschen Soldaten gewiß. und vor dem Pour=le=merite=Flieger zogen auch die Daheimgebliebenen besonders tief den Hut. * Soll man nach dem Sinn einer die Dinge abwägen den Gerechtigkeit forschen, die ein solches Ende für gegeben erachtet und einen deutschen Helden durch ein Geschoß aus den eigenen Reihen sterben läßt? Eine niederschmetternde und die Brust pressende Erkenntnis. Vielleicht wird sie ein kleines bißchen weniger drückend. wenn es einem zum Bewußtsein kommt, daß die an Herzen und Nerven zerrende Zeit des roten Tollhauses schon lange verklungen ist und ein besseres Deutschland den Alvdruck des Bangens durch einen neuen Geist für immer gebannt hat. Aus diesem Wissen beraus strahlt auch wieder der Name des deutschen Fliegerhelden Franz Büchner wie eine leuchtende Fahne über den marschierenden Reihen eines frei und einig gewordenen und von den Grauen erlösten deutschen Volkes, das gelernt hat, seine Helden zu ehren und dankbar zu sein, daß sie bei uns gewesen sind. Zweikampl zwischen Bär und Sber' Eine Bärenmutter verleidigt ihr Kind/ Tierdrama in undurchdringlichem Forst Erlebnisbericht von Harald Wir alle kannten die kleine Bärin, die oben bei dem Morawa=Paß ihr Lager hatte und jede Woche einmal herabkam, um nach Honig zu suchen. Wenn man in einem Revier aufwächst, kennt man die Tiere des Waldes so genau wie seine eigenen Hausgenossen. Die kleine Bärin war sehr zart und schwach und ihr Junges ein dicker. grunzender, ewig hungriger Kerl. Wir beobachteten manchmal Mutter und Sohn von der Kanzel. wenn der Wind günstig war und die Vögel mit ihrem Gekoller den Wald erfüllten. Thorps. der Eigentümer des Reviers. machte einmal die Bemerkung. die kleine Bärin wäre keine gute Mutter. Er wies dabei auf das Junge, das gerade jaulend einen kleinen Abhang herabkugelte. „Wenn er einem Eber in die Quere kommt. ist er verloren. Die Mutter kommt viel zu spät. Ganz abgesehen davon, daß ich nicht glaube, daß sie einen ausgewachsenen Eber angehen würde.“ Vier Tage später regnete es in Strömen und ein unangenehmer Nebel hüllte den Wald ein. Wir erreichten die Kanzel und setzten uns unter das Laubdach. Eine Stunde mochte vergangen sein, und Thoros wurde ungeduldig. Er war heraufgekommen, um nach seinen Säuen zu sehen, das Wetter schien aber selbst diesen Tieren zu schlecht zu sein. Und wir wollten eben wieder von der Kanzel steigen, als ein leises Grunzen uns aufhorchen ließ. Gleich darauf kam die kleine Bärin aus dem Gebüsch. Das Junge ging neben ihr. Plötzlich ver setzte mir Thorps einen leichten Stoß und ich horchte auf. Von irgendwoher kam ein Travpeln. Dürre Aeste brachen. Und dann das scharfe, charakteristische Grunzen eines Ebers! Der Mutterbär hatte gleichfalls die Wild schweine gehört. Er hob sich auf die Hintervranken und äugte scharf nach Westen. Jeder Nero schien in dem Tier gespannt zu sein. Die Zweige flogen beiseite, dreißig Schritte vor ihm stand ein starker. ausgewachsener Eber. Die kleinen Augen funkelten bösartig. und die Kinnladen klappten auf und zu. Es klang. als hiebe jemand mit einem Hammer gegen ein hattes Holz. „Der Eber sprang wie ein rasender Teufe....“ Minutenlang standen die beiden Tiere einander gegen über. Scheinbar schätzten sie ihre Kräfte ab. Die kleine Bärin zitterte vor Aufregung. während der Keiler ganz ruhig stand. halb von den Blättern des Baumes bedeckt. den schweren Kopf etwas gesenkt. Vielleicht wären die beiden auch noch jetzt ruhig auseinandergegangen, aber das Bärenkind, unter einem Baumstamm liegend. erhob sein klägliches Stimmchen, und der Eber kam. vorsichtig witternd. näher. Schritt für Schritt. Ich glaube nicht. daß er in dem Augenblick böse Absichten hatte, obwohl ein Eber im Walde unberechenbar ist, aber die Bärin schien es als Herausforderung anzusehen. Noch einen Schritt machte der Eber. dann. gleichsam aus Verlegenheit. begann er mit seinem mächtigen rechten Hauer den Baumstamm zu zersetzen. Vielleicht hatte er den morschen Stamm ein wenig verschoben, denn der Kleine. vergraben im feuchten Laub. begann jämmerlich zu winseln, und die kleine Bärin tat etwas, was ich ihr niemals zugetraut hätte. Mit einem Satz war sie auf dem Stamm. schoß auf den Eber zu und versetzte ihm. von oben herab. einen wütenden Prankenhieb über die Ohren. Dabei brummte sie dumpf und tief. Der Eber sprang sofort zurück. Er war sicher ein harter, erfahrener Kämpfer. Seine kleinen Augen waren halb geschlossen. Der Rücken glich einem einzigen Stachel. Der Eber war ein mächtiger Kerl mit ungeheuerer Brust. Er war fast so groß wie die kleine Bärin, aber sicher zehnmal so stark. Und jetzt sorang er vor. Wie ein rasender Teufel. Die Bärin stellte sich auf die Hinterpranken und wich nicht aus. Der Eber rannte gegen den Stamm und das Holz krachte und splitterte. Der Kleine begann wieder zu winseln, und nun senkte der Eber den Schädel. Sicher wollte er seinen Zorn an dem Kleinen auslassen! Unhörbar. wie ein brauner Schatten, sorang die Bärin auf den Stamm. glitt ihn entlang. und ehe der Eber noch ausweichen konnte, hatte er einen neuen furchtbaren Hieb bekommen, der ihn niederwarf. Er flog auf die Seite und überkugelte sich, war aber sofort wieder auf und ging nun zum Angriff über. Mit einem langen Satz war er über den Stamm gesorungen und rannte die kleine Bärin von der Seite an. Sie wollte ausweichen, glitt aber aus und der Hauer riß ihr ein breites Stück Fell los. Davei fiel sie auf den Rücken und schon war der rasende Eber über ihr. „.... und die Bärin krallte sich in ihm fest“ Ich sah. wie Thoros das Gewehr hob— er liebte die kleine Bärin heiß—. aber er kam nicht zum Schuß. Geschickt rollte die Bärin beiseite, sorang auf. der Eber fiel auf die Vorderfüße und die Bärin krallte sich in ihm fest. Jetzt war sie, die zarte und kleine Bärin, rasend. Mit den Pranken und den Fangzähnen hieb sie auf ihn ein— zweimal versuchte er, sie abzuschütteln, umsonst. Als sich der Eber zusammenkrümmte und wie verrückt nach rückwärts hieb, kam er los. Er zog sich an den Rand des Gebüsches zurück und begann seine Wunden zu lecken. Die Bärin blieb einen Augenblick auf den Hinterpranken, dann sank sie vornüber und blieb, heftig atmend. liegen. Langsam und vorsichtig kam dann das Junge aus seinem Versteck heraus und schmiegte sich an die Mutter, und jetzt kam erst Leben in die kleine Bärin. Die Hauer des Ebers hatten ihr tiese Wunden ins Fell gerissen, aber sie war ungebrochen. Langsam erhod sie sich, nahm ihr Junges zwischen die Zähne und trottete davon. Knapp am Eber vorbei. der. scheinbar uninteressiert, seine Wunden leckte. Es war ein prachtvolles Bild. Die Büsche verschlangen sie. Mit einem zornigen Ruf scheuchte Thorps den Eber auf. „Ich könnte dieses kleine Biest vervrügeln.“ sagte Thorvs beim, Nachhauseweg.„So ein Unsinn. Sie bot zehnmal Gelegenheit gehabt, sich aus dem Staub zu machen, aber nein, sie mußte den Eber angehen.“ Am nächsten Morgen meinte Thorps, er würde nicht ins Revier gehen. So ging ich allein. Bei dem Morawo=Pas blieb ich lange sitzen. Da kam ein Mann leise durch den Wald— Thorps. Vorsichtig blieb er stehen und nahm vom Rücken ein Bündel. Dem Bündel entnahm er einen Klumpen Honig und legte ihn vorsichtig neben den versaulten Baumstamm. Für die kleine Bärin Icherz und Kumor' Auf dem Wege zur... ... und von der Generalversammlung. * Der eitle Meisterschwimmer. Arne Borg, der berühmte schwedische Meistere schwimmer, war bekanntlich kein Muster an Bescheidenheit; er setzte voraus, daß man überall, im In= und Ausland, seinen Namen kannte. Eines Tages befand er sich in einem kleinen schwedischen Provinzstädtchen und wollte im Bahnhofsrestaurant vor Abfahrt des Zuges eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Er rief also die Kellnerin und fragte leutselig: „Wäre es möglich, mir ganz schnell einen Kaffee zu bringen? Ich bin nämlich Arne Borg.“ Du verstehst doch etwas von Bildern. Sag mal, wre gefällt dir dieses Gemälde? Ich bekam es von einem Künstler an Stelle von 100 Mark. die er mir schuldig war!" „Er ist dir immer noch 100 Mark schuldig!" Kotel„#u den Domspatzen Roman von WOLFGANG MARKEN 21. Fortsetzung. Auch die Gäste waren von der gleichen Fröhlichkeit erfüllt. Sogar Corinne Gold und Frau Rogaller nickten dem Domkantor zustimmend zu. „Punkt einhalb zehn Uhr stellen sich die Domspatzen zum Besuch des Hochamtes in Pinnigau vor der Terrasse auf.“ sagte der Domkantor wieder.„Wer von unseren Gästen uns begleiten will. ist uns herzlich willkommen.“ * Der größte Teil der vierundzwanzig Gäste, die im ####tel der Domspatzen ihre Ferien verlebten, wanderte 4 trächtig mit den Domspatzen zusammen Pinnigau zu. dem Hochamt beizuwohnen. In der ganzen Gegend hatte sich die Nachricht ver breitet, daß der Chor der Domspatzen an diesem Sonntag in der Kirche zu Pinnigau singen würde, und das hatte zur Folge, daß die Menschen von nah und sern herbei strömten, um dieses hohen Genusses teilhaftig zu werden Als die Domspatzen, zusammen mit vierzehn Gästen. aus Luisenthal eintrafen, da war die Kirche so voll besetzt, daß kein Avfel zur Erde konnte, und vor dem Gotteshause stand noch eine große Schar Menschen, die nicht Einlaß gefunden hatten. Mühsam bahnten sich die Domspatzen. die herzlich begrüßt wurden, einen Weg durch die Menge und ge langten durch den besonderen Eingang emvor zum Chor. Auch die vierzehn Gäste von Luisenthal mußten auf dem Chor rechts und links mit Platz nehmen. Natürlich war das Chor der kleinen Kirche auch sehr klein, und die Domspatzen standen dichtgedrängt beiein ander. Zum ersten Male hörte Corinne Gold die Knaben und jungen Männer geistliche Lieder in der Kirche singen. Zum ersten Male seit vielen Jahren weilte sie wieder in einem Gotteshaus. und seltsame Gefühle ergriffen ihr Herz. Ein Gefühl des Friedens kam über sie, und sie wußte mit einem Male, was ihr in all den Jahren ge fehlt hatte. in den Jahren der Hast, in den Jahren des Genusses. des Rausches. in denen sie immer bestrebt ge wesen war. alles auszukosten, was ihr das Leben bot. Und auch die Jahre der Krankheit zogen an ihrem geistigen Auge vorbei. In dieser Stunde erkannte sie. daß sie nie gewußt hatte, daß die Sehnsucht nach Frieden das Höchste und Tiefste war, das sie sich in diesen un befriedigten Jadren= immer ersehnt hatte Und als diese Erkenntnis über sie kam. wurde mit Wale allas gans still in ihrem Herzen. Alle banaSorge entfloh. alle Angst verließ sie, und sie wurde von einer wohltuenden Ruhe ergriffen. Die fromme Kantate, von den reinen Kinderstimmen meisterhaft gesungen, erfüllt von einem kindlichen, tiefen Glauben an das Göttliche, klang zu ihr. Wie ein Meer um rauschten sie die Töne. und alles nahm es ihr aus dem Herzen, was sie all die Jahre hindurch gequält hatte. Sie wußte, ihr Leben war befristet, und sie wußte auch, daß Richards Leben vielleicht kaum zu retten war. aber sie empfand mit einem Male weder Schmerz noch Angst. Was ist Leben, was ist Tod? Alles ist Schicksal, das abläuft nach den ewigen Gesetzen, und nichts geht verloren in dieser Welt. Alles ist ewig und wechselt nur die Form. Als sie nach dem Hochamt mit Frau Rogaller die Kirche verließ, da flossen plötzlich die Tränen über ihr Gesicht, daß sie Frau Rogaller erschrocken ansah. Sie legte die Arme um ihre schmalen Schultern und fragte herzlich:„Was hast du. Kind?“ „Nichts. Mutter. nichts,“ entgegnete das Mädchen. „Ich weine aus Freude. Ich bin so glücklich, wie ich es noch nie war in meinem Leben. denn in dieser Stunde habe ich wieder, wie als Kind. an Gott glauben gelernt" Frau Rogaller nickte ihr zu. Zu sprechen hatte sie nichts. aber sie begriff das Mädchen, denn ihr war es ja nicht anders gegangen. „Sieh. Mutter,“ sprach Corinne wieder,„wie unnütz war mein Leben bioher! Habe ich denn gewußt, was Leben heißt? War mir das Leben nicht nur ein Sviel? Warum aber habe ich es nie erkannt und mit dem Leben gespielt? Warum hing mein Herz immer nur an äußeren Dingen, warum trieb mich ein ewiges Gefühl der Unzufriedenheit ständig dazu. nach neuen Freuden zu suchen? Heute weiß ich es. Mit verbundenen Augen bin ich einbergegangen, und ich habe das große Geschenk Gottes. das Leben selber, erst jetzt erkannt, wo ich am Ende stehe.“ Frau Rogaller wollte dazwischenreden. aber Corinne ließ sie nicht zu Worte kommen.„Sprich nichts. Mutter.“ fuhr sie rasch fort, als fürchte sie, den Faden zu verlieren,„sieh, ich bin ganz fröhlich, daß ich es aussorechen kann. Daß ich es noch erkannt habe. Mutter. ist das nicht das schönste Geschenk. das mir das Leben noch be schert hat? Ich will jeden Taa beten, daß Richard wieder gesund wird.“ Fröhlich ziehen die Domspatzen wieder Luisenthal zu. Munter plaudern sie, und das Lachen nimmt kein Ende. Nur einer machte ein bedenkliches Gesicht: Der Vinzenz Abel. Er fühlt sich nicht ganz wohl in seiner Haut. Wenn Herr von Autenaar heute früh bei dem Herrn Domkantor wie ein Wütender Krach geschlagen hätte, dann wäre ihm das natürlich vorgekommen; er hätte sein unschuldigstes Bubengesicht aufgesetzt und keinen Muckser getan. Aber es war alles stillgeblieben. Der Herr von Autenaar war nicht zum Frühstück erschienen, und nichts hatte sich gereat. und so ist es verständlich, daß der An kunft im Domspatzenhotel mit etwas gemischten Gefühlen von seiner Seite entgegengesehen wurde. * Der Vinzenz wurde merklich unsicherer, als er Herrn von Autenaar und seine Frau oben auf der linken Terrasse stehen sab. die beide mit lachenden Gesichtern den Domspatzen zuwinkten. Was hatte das wieder zu bedeuten? Seine Unsicherheit wuchs, als kurz darauf Autenaar mit einer Herzlichkeit, die man sonst nicht an ihm kannte. dem Domkantor die Hand schüttelte, daß dieser selbst ganz erstannt war. Der Vinzenz wußte nicht mehr, was er denken sollte. und in seiner Not vertraute er sich dem Zach an. der seine Beichte abhörte. Der Zach wollte sich bald ausschütten vor Lachen. so ausnehmend gut gesiel ihm der harmlose Streich des Kameraden. Ja. er beneidete ihn fast, daß nicht er, sondern der Vinzenz darauf gekommen war. „Raffiniert ist das von dem Zwick, er will sich's nicht merken lassen. Aber vaß auf. was wir erleben werden: jetzt wird er es vorziehen, uns keine Standvauke zu halten. aber dann in der Schule. keine Minute läßt er uns dann in Ruh'.“ „Und ich bin schuld daran.“ warf der Vinzenz bedrückt ein. „Mac“' dir nur keine Gedanken net. Vinzenz.“ sagte der Zach mit einer großartigen Gebärde,„wir ziehen dahin, wo er uns net folgen kann. Du weißt doch. Vinzenz, daß hier ein großer Weiher ist? Und denk' dir. der Weiher, akkurat dem Toni gehört er. und auf dem Weiher ist eine kleine Insel. Ich hab' schon mit dem Toni gesprochen, wir dürfen mit dem Kahn rüberfahren, und wir können dort unser Lager aufschlagen. Dort kann uns Zwick net stören.“ Vinzenz atmete hörbar auf. *— Als Frau Rogaller die Diele des Domspatzenhotels ###trat. stutzte sie plötzlich, denn mitten in der Diele stand Jules Severin. der Direktor der Werke ihres Gatten. Sie war so überrascht, daß sie unwillkürlich stehendlieb Aber da kam Direktor Severin schon auf sie zu und begrüßte sie ehrerbietig. „Sie sind es wirklich. Mister Severin?" fragte Frau Rogaller erstaunt.„Ja. wo kommen Sie denn her?" „Aus Paris. Mistreß Rogaller.“ „Wollten Sie mir nur guten Tag sagen oder führt Sie etwas Besonderes her?“ Jules Severin wurde mit einem Male sehr ernst. „Mistreß Rogaller, darf ich Sie um eine kurze Aussprache bitten?“ Erstannt sah ihn die alte Frau an, dann bat sie ihn mit einer Handbewegung, ihr zu folgen. In dem kleinen Bibliothekszimmer nahmen sie an dem geschnitzten Rokokotischchen Platz „Um was handelt es sich. Herr Direktor?" „Um Mister Rogaller.“ Frau Rogaller stutzte.„Was ist mit meinem Mann? Sie meinen doch meinen Mann?“ „Ja. Mistreß Rogaller, ich spreche von meinem Chef. Ihrem Gatten. Er hat einen Unglücksfall gehabt.“ Frau Rogaller fuhr zusammen und sah erschrocken auf den Sprecher.„Einen Unglücksfall? Ich verstehe nicht. wie meinen Sie das, sprechen Sie doch offen. Ist— ist er tot?“ „Ja!“ sagte Severin knapp. Zu seinem großen Staunen erfolgte aber jetzt keinerlei Schmerzensausbruch. Frau Rogaller sank etwas in sich zusammen und starrte sekundenlang regungslos vor sich hin. Dann schüttelte sie den Kopf. „So rasch?“ „Ja. Mistreß Rogaller, so rasch! Achtundsechzig Jahre alt war der Präsident der Rogaller=Werke. Ihr Gatte. geworden, war immer gesund. nie hatte ihm etwas gefehlt. Ich kann mich nicht eines Tages besinnen. an dem der Chef wegen Krankheit nicht an seinem Platze saß.“ „Ich weiß.“ entgegnete Frau Rogaller bitter.„mein Mann hat das Geldverdienen sehr gewissenhaft genommen.“ Dann hob sie den Kopf und sah Direktor Severin an „Sie werden sich wundern. Herr Direktor. daß Sie keine schmerzgebrochene Frau vor sich sehen. aber Sie wissen selbst, wie fremd wir uns geworden waren, mein Gatte und ich. Er lebte seinem Geschäft, und für uns hat er nie Zeit gehabt. So bitter es auch klingt. aber es ist mir zumute, als sei ein Mensch gestorben, der mich im Grunde genommen gar nichts angeht, mit dem ich mich einst zusammengefunden hatte, aus heute ganz unsaßbaren Gründen. So ist es. Mister Severin, ich kann nicht heucheln. Haben Sie die Nachricht vom Tode meines Mannes in Europa erhalten?" Ja. Mistreß Rogaller. Mitten in eine Verhandlung platzte die Nachricht herein, daß Mister Rogaller bei einem Unglücksfall schwer verletzt worden sei. Sie wissen. daß Ihr Gatte in seinem Laboratorium die gewagtesten Erverimente machte. Sein Lieblingsgebiet waren Spreng stoffe.“ (Fortsetzung folgt Essen holte sich den Sieg bei Westfalia Ein lehr Itarker Wind verlchlimmerte die an und für lich Ichon unzulänglichen Leiltungen.- Weittalia mit zwei Erlatzleuten.- Ellens Sieg nicht unverdient. Weitialia Gerne- Rot=Weiß Esien 2:3(1:0) Die nicht besonders günstigen Voraussetzungen— ein sehr starker Wind fegte über die Anlage— ließen kaum schöne Spielhandlungen aufkommen. Der Besuch ließ auch wohl aus diesem Grunde zu wünschen übrig, der in der Nachbarstadt Recklinghausen durchgeführte Faschingszug dürfte aber auch manchen Interessenten als„Sehmann" nach dorthin gelockt haben. Außerdem traten die Westfalen ohne Krüger, Genderski und Kannacher an, die durch Wischnewski, Becking und Klein 3 ersetzt waren. Der Erstgenannte tat wie immer seine Pflicht, die beiden anderen Kräfte hatten natürlich Mühe, den ihnen anvert#auten Posten vollkommen auszufüllen. Die Mannschaftsleistung der Gastgeber war zeitweilig sehr unterschiedlich. Man war in der ersten Halbzeit, trotzdem man mit dem Wind spielte, nie restlos bei der Sache. Klappte es also mit den Spielhandlungen weniger gut, war ferner die Verständigung untereinander weniger vorbildlich, so redete man aber umso besser. Diese gegenseitige„Anmeckerei“ nahm jedenfalls keine vertrauenerweckenden Formen an. Hier aber muß endlich versöhnend und regulierend eingegriffen werden, sollen weitere Unannehmlichkeiten vermieden werden. Wir betonen nochmals, Spielhandlungen mit witzigen Pointen will der Besucher sehen, und nicht Zeuge von Redeschlachten sein. Allerdings standen den Hernern die Gäste aus Essen in diesem Punkte um nichts nach Sie waren auch nicht um Worte verlegen, so daß man doch geneigt ist, anzunehmen, daß Prinz Karneval seine neckische Hand als 24 Mann mit im Spiele gehabt hat. Gefallen konnte bei den Gästen ganz besonders der Mittelläufer, der der beste Mann auf dem Felde war. Gut unterstützten ihn auch seine beiden Verteidiger. Dem Essener Sturm erging es wie dem der Gastgeber. Der eine wußte vom anderen nicht, was in nächster Sekunde folgen würde. Um eine ordentliche Spielführung bemühten sich auf Herner Seite der linke Läufer und der Halbrechte(Klein 2), in beiden Halbzeiten boten sie eine über dem Durchschnitt liegende Leistung. Die übrigen Spieler wirkten gut und dann wieder unzuverlässig. Der Leiter fand auch nicht immer zu dem Spielgeschehen die richtige Einstellung. Die Herner eröffneten das Spiel anfangs mit zugigen Angriffen, aber schon bald wirkten die Handlungen matter. Es fehlten bei klaren Erfolgsmöglichkeiten die Uebersicht und wiederum das schnelle Abspiel. Nach acht Minuten wehrte ein Essener Verteidiger einen Herner Torschuß mut der Hand ab. Den Elfmeter verwandelte aber diesmal der Halblinke sehr sicher. Die Gäste lagen auch für die Folge mehr in der Verteidigung, besorgten diese sehr geschickt und waren den Hernern ein unüberwindliches Bollwerk. Zeitweilig kamen sie auch noch erfolgversprechend vor, konnten sich aber im Herner Strafraum nicht wirkungsvoll genug durchsetzen. Ein Tor der Herner erkannte der Leiter wegen Abseits nicht an, hier hatte sich der Unparteiische mal geirrt, was eben auch sonst mal im Leben vorkommt. Jedenfalls lagen die Westfalen beim Pausenpfiff mit 1:0 in Führung. Nach der Halbzeit wurde die Situation für die Gastgeber doch etwas ungemütlicher. Die Essener wollten sich die Unterstützung durch den Wind nutzbar machen, fanden aber vorerst bei den Hernern noch zu starken Widerstand vor. Die Herner forcierten das Angriffsspiel zusehends, vor allen Dingen machte sich der Halbrechte um einen wirkungsvollen Spielaufbau verdient. Bei einem rechtsseitigen Angriff kam der abgewehrte Ball zum Halblinken, der nicht lange mit dem Torschuß zögerte, sondern unhaltbar in die oberste Ecke einsandte. Aber auf die Dauer büßten die Westfalen mehr und mehr an Boden ein. Der Halbrechte von Essen nahm eine Flanke von links auf und erzielte ein schönes Tor. Lange hielten die Gastgeber ihren 2:1=Vorsprung, aber 10 Minuten vor dem Schlußpfiff folgte der Ausgleich für Essen, da man einen Eckstoß unyauvar einrovfen konnte. Bereits zwei Minuten später gab es nochmals einen Eckball für die Gäste, der im Nachschuß ebenfalls verwandelt werden konnte. Jetzt drehten die Herner nochmals auf, es folgte, wie man es bei ihnen schon seit Jahren in solchen Situationen gewohnt ist, der Weisheit letzter Schluß. Man holte Kroll nach vorn, aber auch diese Maßnahme bewirkte wohl noch einige kritische Momente vor dem Essener Gehäuse, aber zum Ausgleich langte es nicht mehr für Herne. Man blieb diesmal auf eigenem Gelände ohne Sieg. den man sich nun nächsten Sonntag im Treffen gegen Arminia Marten holen kann, wenn diese alle dings damit einverstanden sind. Vorerst aber glauben wir noch nicht daran. Weiterhin hatten sie dann reichlich viel Pech, muß ten sich sogar noch ein weiteres Tor gefallen lassen und mit 4:1 eine erneute Niederlage einstecken. Dadurch wird die Lage für die Riemker sehr bedrohlich, es wird hohe Zeit, einmal wieder ans Punktesammeln zu denken. BfL Herne wurde knapp geschlagen. BC 19 Hordel— VfL Herne 2:1 Spu Sp Gerthe— Constantin Bochum 0:2 Bruchstraße Langendreer— SC 19 Werne 3:1 BC Hordel— BfL Herne 2:1. Einen heißen und erbitterten Kampf kieferten sich diese beiden alten Meisterschaftsrivalen. Der BC Hordel landete einen sehr beachtlichen 2:1=Sieg, welcher unbedingt verhütet worden wäre, wenn die Herner Elf in kompletter Aufstellung zugegen gewesen wäre. Aber an gewissen Tagen hält es bekanntlich immer schwer, die Elf in bester Besetzung zur Stelle zu haben. Zudem behagte den Besuchern das harte Spiel der Hordeler nicht. Beide Mannschaften aber zogen aus diesem Ergebnis den Erfolg, nämlich aller Abstiegssorgen endgültig ledig zu sein. Tabelle der 2. Kreisklasse. Drei Spiele in der 3. Kreisklasse. In der 3. Kreisklasse wurden die Termine geändert, weil der DSC Felsenburg wieder mitmacht. Daher war der SpV 16 Herne gestern spielfrei. Felsenburg— SS=Sport Bochum 2:6 Laer 87— Marathon Bochum 1:3 Teutonia Stiepel— Friesen Bochum 4:1 Sodingen meldet Sieg über Constantin Fortunas knappe Niederlage.— Holthausen vor dem Abstieg gerettet. Sicherer Sieg der Süder über Riemke. SpV Sodingen— Constantin Herne 3:0 Fortuna Herne— Preußen Wanne 1:2 Rasensport Holthausen— Reichsbahn Wanne 4•3 Teutonia Riemke— B3 Herne=Süd 1:4 Jahn Holsterhausen— Phönix Bochum 0:10 Spy Sodingen— Constantin Herne 3:0(2:0). Bei näherem Zusehen scheint dieser schöne Sieg, sen die Grün=Weißen über die spielstarken Märker erringen konnten, doch noch von großem Wert zu sein. Wider Erwarten schlug sich die Platzelf ganz gut, und in dieser Aufstellung können auch die noch restlichen beiden Spiele gewonnen werden. Allerdings muß immer noch abgewartet werden, wie die anderen Vereine sich aus der ungemütlichen Situationen des drohenden Abstieges retten werden. Dem gut leitenden Schiedsrichter wurde das Amt von beiden Mannschaften sehr leicht gemacht, ohne jegliche Zwischenfälle wurde das Treffen über die Zeit gebracht. Die zahlreich erschienenen Zuschauer kamen also voll auf ihre Kosten. Der Gast führte den Anstoß aus, der böige Wind lag ihnen im Rücken. Ihr erster Angriff prallte an der Sodinger Verteidigung ab. Die Platzelf erwiderte mit einem Gegenstoß und saß auch sofort im Constanstiner Strafraum. In höchster Bedrängnis machte ein Märker Spieler Hand. Der Ball kam zur Elfmetermarke, und in der zweiten Minute war der Gästehüter zum erstenmal geschlagen. Dieser Erfolg gab dem Gastgeber frischen Mut, zeitweise wurde der Gegner vollständig eingeschnürt, weitere Erfolge lagen in der Luft. Zu Erfolgen lange es aber nicht, da alle Vorstöße am Constantiner Schlußdreieck scheiterten. Im weiteren Spielverlauf wurde das Tempo verschärft. Der Gast erhielt zusehends die Oberhand. Viele Ecken wurden erzwungen, ausgenutzt wurde aber keine, denn auch im Sodinger Heiligtum leistete Kapschik gute Arbeit. Kurz vor der Pause wechselten die beiden Sodinger Außenstürmer, schon bald danach folgte auch eine schöne Rechtsflanke zur Mitte. Göring erhielt als Sturmführer das Leder gut hingelegt, und nach kleiner Täuschung klingelte es zum zweitenmal beim Gast. Nach dem Seitenwechsel hatte Sodingen alle Vorteile auf seiner Seite; nicht allein das Trainingstor, sondern auch der Wind waren Bundesgenossen. In diesem Abschnitt hatte der Gast alle Beine voll zu tun, um sich der vielen Angriffe der Sodinger zu erwehren, aber auch hier standen die Constantiner Schlußleute voll ihren Mann. Der dritte Treffer, den sich Sodingen in dieser Hälfte holte, kam wiederum durch Göring zustande. Sodingen 2.— Constantin 2. 0:12. Entscheidungsspiele um die Bannmeisterschaft: Sodingen 2. Jgd.— Hansa Herne 2. Jgd. 2:0 Sodingen 1. Jgd.— Hansa Herne 1. Jgd. 6:0 Fortuna Herne— Preußen Wanne 1:2(0:2) Vor ungefähr 1000 Zuschauern gab es an der Holper Heide einen erbitterten Punktekampf. Dieser wurde von den Wannern mehr als glücklich gewonnen. Im ersten Spielabschnitt gab es durchweg ausgeglichene Leistungen, wohl hatten die Wanner etwas mehr vom Spiel, konnten aber erst drei Minuten vor dem Seitenwechsel durch ihren Mittelstürmer überraschend in Front gehen. Der gleiche Spieler erhöhte kurz vor dem Pausenpfiff das Ergebnis auf 2:0. Nach der Pause aber kamen die Gastgeber merklich auf. Das Tor der Preußen wurde ständig belagert. Die Fortunen bezogen vor dem Tor des Gegners mehr oder weniger eine Dauerstellung. Sie traten dann auch, was das Zeug hielt, auf das Wanner Tor und erzielten einen Treffer, den der Schiedsrichter nicht gab. Dennoch langte es wenigstens einmal zum Erfolg. Ein klares Handspiel übersah der Unparteiische, aber alle weiteren Anstrengungen der Gastgeber blieben fruchtlos, unverdient mußten sie sich geschlagen bekennen. Rasensport Holthausen— Reichsbahn Wanne 4:3. Einen schönen und fairen Kampf gab es zwischen diesen Partnern. Die Eisenbahner hatten noch vor wenigen Wochen über Holthausens Mannen einen Sieg von 11:1 davongetragen. Diese hohe Niederlage galt es nun auszugleichen. Das drohende Abstiegsgespenst gab der Elf auch für dieses Spiel ungeahnte Kräfte. Zur Zeit liegen nun die Rasensportler im Tabellenbild gut und die Abstiegsgefahr dürfte wohl endgültig gebannt sein. Beim Seitenwechsel lagen die Rasensportler noch mit 1:2 im Nachteil. Dann aber legten die Gastgeber mächtig los, glichen aus und schossen ihren Gästen auch noch zwei weitere Tore ins Netz, die diese nicht mehr ganz aufholen konnten. Teutonia Riemke— BB Herne-Süd 1:4(0:3) In Riemke gab es einen glatten Sieg der Flonmänner. Die Riemker mußten anerkennen, daß in diesem Spiel ihre Nachbarn besser waren. So lagen die Süder schon beim Seitenwechsel mit 3:0 in Front. Dabei waren die Riemke nicht etwa schlecht, sondern sie kämpften verbissen, denn auch sie haben noch große Abstiegssorgen. Nach der Pause drückten sie jedenfalls mächtig auf das Tempo. Sie kamen mehr und mehr in Vorteil und erzielten bald ihr Ehrentor. Viktoria Herne siegte im Pokalspiel. Tus Engelsburg— Viktoria Herne 0:1 n. V. Wanne 11— Preußen 11 Bochum 3:2 Langendreer 04— STB Werne 2:1 SC Altenbochum— Carolinenglück 4:5 n. V. Reichsbahn Bochum— SuS Stiepel 04 5:1 Tus Engelsburg— Viktoria Herne 0:1 nach Verl. Aus dem Vorspiel gewarnt, gingen die Horsthauser mit festem Siegeswillen nach Engelsburg. Man wollte es diesmal unbedingt schaffen. Es glückte ihnen dann auch aber es wurde ein heißes und erbittertes Ringen. Die Engelsburger waren ein tapferer Verlierer. Mit allen Mitteln wehrten sie sich ihrer Haut, konnten dann aber gegen Schluß des Spieles nicht mehr recht mit. Dennoch brachten sie das Spiel glücklich über die Zeit. In der Verlängerung zeigte es sich aber, daß die Horsthauser die größeren Kraftreserven hatten, was sie auch durch ein Tor zum Ausdruck bringen konnten. Damit haben sich die Horsthauser eine weitere Runde erspielt und werden nun gegen Bezirksvereine gestellt werden. Tabelle der 1. Kreisklasse: Veranstaltungssperre im Fachamt Turnen Der Reichsfachamtsleiter für Turnen hat für die Zeit vom 1. März bis zum 15. September 1938 eine Verinstaltungssperre für a) Gastturnen von Reichsre#sen, b) Wettkämpfe von Gaumannschaften und c) Städtewettkämpfe zwischen Mannschaften verschiedener Gaue verfügt. Diese Veranstaltungssperre, von der übrigens berei#s genehmigte Veranstaltungen ausnahmsweise nicht betrofsen werden, wurde verfügt, um den Vereinen, Kreisen und Gauen die Möglichkeit zu geben, alle Kraft den Vorbereilungen zum Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau zu widmen. westfalig Herne führt weiter im Handball Sieg meldete auch der Herner Turn-Club.— UfL Herne hoch geschlagen. Der Dank Nach Abschluß der AS-Winterkampfspiele in Oberhof hat der Stabschef der SA, Lutze, folgenden Tagesbefehl “ Die SA hat bei den 288. Winterkampfspielen 1938, die vom 18. bis 20. Februar 1938 in Oberhof(Thüringen) ausgetragen wurden, Seite an Seite mit den Mannschaften der SS, des ASKK und des ASFK bestes geleistet. Die Vielzahl der gemeldeten und gestarteten SA-Mannschaften, ihr Können und ihre Haltung haben Zeugnis von einer erfolgreichen wehrsportlichen Breitenarbeit des letzten Jahres abgelegt. Die erzielten Leistungen waren ausgezeichnet. Die SA errang im harten Wettkampf bei dem 18-km-Patrouillenlauf, Kl. A. den ersten, dritten und vierten Platz, beim 12-AmPatrouillenlauf, Klasse B, den ersten, zweiten und dritten Platz, beim 12-km-Patrouillenlauf, Klasse C, den zweiten Platz, bei der 5mal 1-km-Meldestaffel den ersten, zweiten und dritten Platz, beim Spezialsprunglauf den zweiten und vierten Platz. Ich spreche den an den Wettkämpfen beteiligten Mannschaften und Einzelkämpfern der SA, insbesondere den Siegern, meinen Dank und meine besondere Anerkennung aus. Diese Leistungen der SA bei den Winterkampfspielen mogen Ansporn sein für alle SAMänner und dazu beitragen, daß wir immer mehr ein wehrhaftes Volk von Nationalsozialisten werden. Der Stabschef. gez.: Luße. 1940 angemeldet. Die namentlichen Nennungen müssen bis zum 10. August vorliegen. Für das 50-km-Gehen, den Marathonlauf und das Geländelaufen werden LöbnerStoppuhren zur Anwendung kommen. Sitzung der Vereinswerbewarte. Am Ende der letzten Woche trafen sich im Restaurant Padberg, Bochumer Straße, die Vereinswerbewarte, die nach dorthin vom Herner Vertrauensmann der Deutschen Sporthilfe, Lehrer Gustav Bäcker, eingeladen waren Es wurden mehrere Neuerungen und Verbesserungen bekanntgegeben und besprochen, Bücher und Olympiaglocken verteilt. Ein erfreulicher Beschluß wurde später bei der Besprechung des Breslauer Turn- und Sportfestes gefaßt, nämlich für einen Werbewart, der diese Tage In Breslau mitmachen will, 25.— RM. als Beihilfe zur Verfügung zu stellen. Leichtatheltik=Kongreß Regel= und Rekordkommission tagte Vor der heute beginnenden Vollsitzung des Interna tionalen Leichtathletik-Verbandes trat die Regel- und Rekordkommission in Paris zu einer Sitzung zusammen, der nur vorbereitender Charakter zukam. Unter dem Vorsitz des Franzosen Mericamp, der anstelle des erst später eintreffenden Amerikaners Brundage die Leitung innehatte, nahmen Dr. Ritter von Halt-Deutschland, Ekelund-Schweden, Stankovits-Ungarn, R'dolfi-Italien, Lehtinen-Finnland, Burger-Holland und vier Japaner an den Beratungen teil. Als allgemeiner Meldeschluß für die leichtathletischen Wettbewerbe bei den Olympischen Spie10:30 len 1940- in Tokio, wurde von den Japanern der 12. Juli Deutlches Turn- und Sportielt 1938 in Breslau Wußten Sie das schon? Daß Schlesien Grenzland ist, ist bekannt. Aber daß Schlesten nur in einer Breite von 200 Kilometer mit dem Reich verbunden, dagegen aber in einer Länge von 1300 Kilometer von fremdstaatlichem Gebiet umschlossen ist, dürfte für viele neu sein. Kegler aus Eupen=Malmedy. Aller Voraussicht nach wird das Aufgebot Eupen-Malmedy für Breslau stark werden. Von den Eupener Keglern wurden schon zwei Sechser-Mannschaften gemeldet und die Mitfahrt von 25 bis 30 Keglern angezeigt. Die Kanuten rühren sich. Dafür, daß alle Fachämter mit allem Nachdruck für Breslau werben, mehren sich die Beispiele. Die Kanuten haben sich eigene Stempel anfertigen lassen, mit denen jeder herausgehende Brief versehen wird, wodurch alle zum Besuch des Zeltlagers in Breslau und zur Reichswanderfahrt auf der Oder aufgefordert werden. Nur ein kleiner Verein. Wie der Gau 11(Mittelrhein) mitteilt, hat als erster Schützenverein des Gaues der Kleinkaliber=Schützenverein Richthoven in Heinsberg seine Meldung abgegeben. Dieser kleine Verein meldete vierzehn Teilnehmer und eine neue DRL.-Tragfahne. Alt-Fußballer treffen sich. Das Reichsfachamk Fußball wird in Breslau einen besonderen Kameravschaftsabend der Alk-Fußballer durchführen. Dort werden sich viele treffen, die einmal aktiv im Wettkampfbetrieb gestanden haben, und vielleicht die meisten, deren Namen im Fußballsport einmal einen großen Klang hatten. Dieser geplante Abend in Breslau wird eine schöne Gelegenheit geben, alle Erinnerungen auszutauschen. Ein Danziger Ruderverein hat einen Reisekassenfonds für Breslau eingerichtet und erhebt bei Veranstaltungen Umlagen, um einer großen Zahl von Vereinsmitgliedern die Fahrt nach Breslau zu ermöglichen. 6000 aus Würktemberg. Das vorläufige Meldeergebnis für das Breslauer Fest aus Württemberg wird als außerordentlich günstig bezeichnet. Der Gauführer hofft, daß eine Beteiligungsziffer von annähernd 6000 Breslaufahrern mit Bestimmtheit erreicht wird. Die Werbemaßnahmen im Gau haben sich recht gut ausgewirkt. Turn-Club Herne mit 61 Mann nach Breslau. Hatten wir vor mehreren Wochen gemeldet, daß der Herner TurnClub mit 40 Reiselustigen die Fahrt nach Breslau unternehmen würde, so erfuhren wir jetzt, daß diese Zahl schon längst überholt ist. 61 Mitglieder haben sich bis jetzt bereikerklärt, Schlesiens Metropole im Juli aufzusuchen. Mehr als 1600 RM. sind schon auf die hohe Kanfe gelegt, die Familie Kaspelherr fährt anein in einer Stärke von fünf Köpfen, allen voran Mutter Kaspelherr. Westfalia Herne— Germania Bochum 19:4(7:2) VfL Herne— Westfalia Bochum 1:9 Polizei Bochum— Herner Turn=Club 4:7 Ehrenfeld— Tura Werne 9:2 Westfalia Herne— Germania Bochum 19:4. Mit einem erneuten Bombensieg warteten die Westfalen gestern auf, und doch konnte man mit den Leistungen der Herner Mannschaft nicht ganz zufrieden sein. Sie stellte sich dem Gast mit einer bunt zusammengewürfelten Mannschaft. So fehlten bei den Hernern der Torwart, der linke Verteidiger und der Halbrechte. Die Herner konnten in der ersten Halbzeit den Sieg sicher haben. Leider spielten sie derart zusammenhanglos und ohne Ueberlegung, so daß es sehr leicht hätte daneben gehen können. In der ersten Haibzeit hatten die Herner gleich mehr vom Spiel, und bald wurden von ihnen zwei Tore vorgelegt. Die Wanner holten aber auf, mußten sich dann aber noch vor der Pause ein drittes Tor gefallen lassen. Nach der Halbzeit waren die Bochumer derart abgekämpft, daß die Herner mehr und mehr aufkamen. Jetzt erst zeigten die Germanen, daß sie eine Klasse schlechter waren. In regelmäßigen Abständen fielen dann die weiteren Treffer. An den Torerfolgen war die gesamte Elf beteiligt, das Ergebnis verriet zuletzt klar und deutlich ihr wahres Können. Die Herner haben im letzten Spielabschnitt gezeigt, daß sie troß zahlreichem Ersatz eine einst so spielstarke Mannschaft wie die Bochumer Germanen glatt abfertigen konnten. Trotzdem wollen wir der Elf vor ihrem schwersten Spiel am kommenden Sonntag keine Vorschußlorbeeren erteilen. Sie hat vielleicht um jeden Punkt zu kämpfen, denn hart auf den Fersen sitzt ihr Westfalia Bochum. Am kommenden Sonntag wird nun die Entscheidung fallen, wer Sieger und Gruppenmeister werden wird. Westfalia Herne 2.— Polizei Bochum 2. 11:1. BfL Herne— Westfalia Bochum 1:9. Sicherer als allgemein angenommen wurde, fertigten die Bochumer Westfalen in diesem Spiel die Horsthauser ab. Die Bochumer hatten ihre komplette Elf zur Stelle, weil sie die Gefährlichkeit der Herner kannten. Diese aber waren gestern vollständig daneben. Zudem traten sie mit zahlreichem Ersatz an und kamen als ernstlicher Gegner für einen Sieg nie in Frage. Die Lage ist nun für VfL sehr bedrohlich geworden, da die Elf eine Reihe Punkte am grünen Tisch verlor. Jetzt ist jeder Punkt notwendig, sonst rückt die Abstiegsgefahr in große Nähe. Polizei Bochum— Herner Turn-Club 4:7. Nach den vorsonntäglichen Leistungen der Turner im Spiel gegen Westfalia Herne mußte man auch mit einem spannenden Treffen am gestrigen Sonntag rechnen. In einem überragenden Kampf fertigten die Turner die Bochumer Ordnungshüter ab. Zur Halbzeit stand das Ergebnis auf 3:1 für den Turn=Club, nachher hieß es dann 7•4. Tabelle der 1. Kreisklasse. Energische Maßnahmen gegen Spieler. Es ist immer ein beredter Beweis für die innere Stärke eines Vereins, wenn er entschlossen gegen disziplinlose Spieler vorgeht, auch wenn sie, rein spielerisch gesehen, zu den besten Kräften zählen. Werder Bremen, das in den letzten Meisterschaftsspielen wenig glücklich abschnitt, hat jetzt scharf gegen die beiden Spieler der ersten Mannschaft, den Verteidiger Hundt und den Mittelstürmer Maier, durchgegriffen, die durch ihre auffälligen Formschwankungen viel Schuld an den Mißerfolgen ihres Vereins tragen. Maier wurde der Paß ausgehändigt, womit seine Mitgliedschaft gelöscht ist, und Hundt wurde bis zum 1. August 1939 für den Spielverkehr bei Werder gesperrt. In der Elf des Gaues Südwest, die am Sahntag im Vorschlußrundenspiel um den Reichsbund###l gegen den Gau Sachsen antrat, sollten ursprünglich Groß(Eintracht Frankfurt) oder Welsch(Borussia Neunkirchen) die Verteidigung zusammen mit dem Wormser Kern bilden. Groß und Welsch haben nacheinander wegen Verletzung abgesagt. Sie wurden daraufhin vom Gaufachwart gesperrt, der ihre weitere Teilnahme an den Meisterschaftsspielen von einer genauen ärztlichen Untersuchung abhängig macht. In der Verteidigung der Südwest=Elf spielte der Offenbacher Hohmann. * Ein Pionier des deutschen Fußballsports wird 50 Jahre alt. In Köln feiert am 4. März diesen bedeutsamen Lebensabschnitt der Fachwart des Gaues Mittelrhein, Jakob Zundorf, dessen Name mit der Entwicklung des Fußballs in Deutschland untrennbar verbunden ist. Sonstige Sportnachrichten Rusoczinski, der bekannte polnische Rekordläufer, hatte sich vor einiger Zeit nach großen Erfolgen eine Verletzung zugezogen, die ion zu einer monatelangen Pause zwang. Der Pole konnte vor wenigen Wochen das Training wieder aufnehmen, verletzte sich aber jetzt beim Schilaufen wiederum so schwer, oaß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. „Weltmeister“. Joe Louis hat bereits einen Vertrag für seinen nächsten Kampf unkerzeichnet; aber nicht gegen Adamick wird Joe Louis am 1 April in Chicago über 15 Runden kämpfen, sondern gegen parro Thomas! Man dält Thomas für zugkräftiger, ob wobl er von Adamick geschlagen wurde Montag, 28. Februar 1938 Wesideutsche Trabrennsaison eröffnet Capitän Sieger im Bergbau=Preis Verheißungsvoller Auftakt auf der Gelsenkirchener Traberbahn 7 Heliade Ueberraschungssiegerin im Schlägel-und=Eisen=Preis 7 Fast 30jaches Geld Nachdem das Winterhilfsrennen am vorletzten Sonntag ausgefallen war, eröffnete die Gelsenkirchener Traber= bahn am Sonntag ihre diesjährige Saison. Und man darf im allgemeinen feststellen, daß der Auftakt recht verheißungsvoll war. Zwar wird sich die Karnevalszeit etwas nachteilig auf den Besuch der Rennen ausgewirkt haben. Ein unfreundliches Wetter gab das Seinige dazu. Aber dennoch war der Besuch für den ersten Tag recht gut. U. a. bemerkte man auch Vertreter der Wehrmacht, die für die Rennen immer ein besonderes Interesse hat. Das Publikum war besonders an dem Abschneiden der Neuerwerbungen interessiert und hatte schon bei der Arbeit auf der Bahn Tage vorher mit den „Neuen“„Fühlung“ genommen. So kam es auch, daß ###chweg die mehr oder weniger stark gewetteten Pferde Sieger durchs Ziel gingen. Lediglich im Schlägelund=Eisen=Preis gab es eine große Ueberraschung. Die Middeldorfsche Stute Heliade kam gut vom Start und behauptete die Führung fast unbehindert bis ins Ziel. Fast 30faches Geld zahlte sie dafür ihren Anhängern. Die beste Klasse hatte sich im Bergbau=Preis am Start eingefunden. Capitän hatte das Rennen jederzeit sicher, trotzdem sich eine starke Konkurrenz in Maria R., Cito Watts, Luitpold um den Sieg bemühte. 8faches Geld zahlte Capitän für seinen Sieg. Trainer Knies konnte an diesem Tage zweimal als Sieger zur Waage zurückkehren. Mit Janitor gewann er das Glückauf=Rennen und mit Dominikus das Industrie=Rennen. Das Geläuf war etwas schwer, dazu kam noch ein starker Wind, sodaß die gelaufenen Zeiten nicht die besten waren. Immerhin gab es bei für den ersten Renntag gut besetzten Feldern interessanten Sport zu sehen. Verlauf der Rennen Der erste Renntag der neuen Trabrennsaison wurde mit dem Eröffnungsrennen eingeleitet, das sechPferde am Start sab. Gernot. Ausbund und Mimikry hatten eine Zeitlang die Spitze inne. Henriette, die hinten stand. machte aber sehr viel Boden gut und lag Anfang Gegenüber schon an zweiter Stelle. Sie sprang jedoch verschiedentlich an und fiel dadurch auf den dritten Platz zurück. Auch der vorne liegende Gernot machte verschiedentlich einen Fehler und fiel sehr weit zurück. Dadurch kam Mimikry vorübergehend an die Spitze. die sie aber im Einlaufbogen an Henriette wieder abgeben mußte, die das Rennen ungehindert nach Hause fahren konnte. Der favorisierte Christoph. der zum Schlutz noch gut aufkam. konnte sich noch den zweiten Platz klar vor Mimikro sichern. Zum Begrüßungsrennnen fanden sich sieben Pferde ein, von denen sich Matador. Amalie und Östermaid an die Spitze setzten. Im Bogen hatte sich Elfriede H. schon auf den zweiten Platz vorgearbeitet. Vor den Tribünen übernahm Amalie, die nicht ganz rein ging. die Spitze, gefolgt von Matador und Elfriede. Zum Schluß vergrößerte Amalie ihren Vorsprung. Ein Schlußangriff Elfriedes auf Matador scheiterte. Die savorisierte Morgenlied kam nicht zur Geltung. Fünf Pferde stellten sich im Glückauf=Rennen dem Starter.: Toska und Fulmar, die vorne standen. übernahmen die Spitze vor Janitor. der mehr und mehr Boden gut machte, so daß er vor den Tribünen schon an zweiter Stelle lag. Anfang Gegenüber kam Editb Lob auf. die sich vor dem zurückfallenden Fulmar an den dritten Platz setzte. Ende Gegenüber lag das Feld fast dicht beseinander, geführt von Toska vor Janitor. Fulmar und Edith Loh. In der Einlaufgeraden übernahm , dann Janitor das Kommando und ging als Erster durchs Ziel Um den zweiten Platz lieferten sich Fulmar und Edith Lob einen scharfen Kampf. den Fulmar zu seinen Gunsten gewinnen konnte, so daß Edith Loh nicht zu Favoritenehren kam. : Im Mittelpunkt des Tages stand der Bergbau=Preis. der sich an die beste Klasse wandte. Sieben Pferde bewarben sich um den Preis. der scharf umkämpft war. Kurz nach dem Start war das Feld dicht zusammen. Lediglich Angelus lag von Anfang bis Ende am Schluß. Lederstrumpf und Luitvold führten kurze Zeit. Aber schon im Vogen hatte Capitän den Kopf vorn. Vor den Tribünen war die Reihenfolge: Cavitän. Lederstrumpf. Luitpold. Maria R. Ende Gegenüber hatte sich Cito Watts, der stark gewettet war. vorgearbeitet und lag hinter Cavitän und Lederstrumpf an dritter Stelle. Zum Schluß entbrannte ein scharfer Kampf um den zweiten Platz. Maria R. wurde außen stark angetrieben und sicherte sich den zweiten Platz vor Lederstrumpf. der sich wiederum knapp vor Cito Watts bebaupten konnte. Mit fünf Pferden ging der Preis der Kohle über die Bahn. Else Lee. Daisy. Deutscher Vater, Feinsliebchen war die Reihenfolge kurz nach dem Start. Vor den Tribünen rückte Feinsliebchen an die dritte Stelle auf und setzte sich Gegenüber hinter die noch immer führende Else Lee auf den zweiten Platz. In der Schlußgeraden unternahm die Favoritin Feinsliebchen einen Angriff auf die Spitze, machte aber einen Fehler und kam an zweiter # lle ein. Daisy belegte noch den dritten Platz. Um den Schlägel=und=Eisen=Preis bewarben sich neun Pferde. Heliade, Constantia und Pauline lagen lange in Führung. Im Bogen fielen Constantia und Pauline zurück. Davids Bertha kam von außen auf und hatte vor den Tribünen nur noch Heliade vor sich, während Constantia den dritten Platz einnahm. Gegenliber vertauschten Constantia und Davids Bertha ihre Plätze. Unangefochten lief die von den Wettern vernachlässigte Heliade ihr Rennen nach Hause. Auch ein Schlußangriff von Davids Bertha konnte ihr nicht gefährlich werden. Mit 296:10 brachte die Middeldorfsche Stute eine große Ueberraschung. Mit dem Industrie=Rennen, das acht Pferde am Start sah, ging der erste Renntag zu Ende. Es war eine klare Angelegenheit für den Favoriten Dominikus. Er hatte gleich nach dem Start das Kommando überkommen. Hinter ihm lagen Herodias W. und Rheintolz. Gegenüber fiel Rheinstolz stark zurück. Marsilius und Humulus rückten auf den dritten bzw. vierten Platz vor. In der Schlußgeraden konnte Herodias W. nicht durchhalten. Er mußte Marstlius und Humulus vorbeisassen. So ging es mit Dominikus, Marsilius und Humuus durchs Ziel. Ergebnisse 1. Eröffnungsrennen: 1. Nicks Henriette(Schlever). k. Christovh. 3. Mimikry. Ferner: Gernot. Ausbund. Lydia. Sieg 80. Platz 17, 12. 17, ital. 22:10. Ri.: 4, 3 Lg. Zeit 1.45.5. Begrühungsvreis: 1. Rote Erdes Amalie(Th Beckmann), 2. Matador. 3. Elfriede H. Ferner: Gun Albert, Ostermaid. Morgenlied. Arrak. Sieg 36. Platz 33, 14, 22, ital. 27:10. Ri.: 6. 2, 2 La. Zeit 1.38.3. 3. Glückauf=Rennen: 1. Rheinelbes Janitor(Knies). 2. Fulmar, 3. Edith Lob. Ferner: Toska. Westerholt. Sieg 45. Platz 27. 16. ital. 23:10, Ri.: 1. 1, 3 Lg. Zeit: 1.37.9. 4. Bergbau=Preis: 1. Mia's Capitän(A. Irbach), 2. Maria R., 3. Lederstrumpf. Ferner: Luitvold. Schmeling. Cito Watts. Angelus. Sieg 83. Platz 16. 14. 19. ital. 33:10. Ri.: 1, 2, ½ Lg. Zeit: 1,30,4. 5. Preis der Kohle: 1. Grimbergs Else Lee(H. Senger), 2. Feinsliebchen, 3. Daisy. Ferner: Deutscher Vater. Justina. Sieg 57, Platz 26, 14, ital. 57:10. Ri.: 1½, 8 La. Zeit: 1.36.5. 8. Schlägel=und=Eisen=Preis: 1. Middeldorfs Heliade (H. Schürmann), 2. Davids Bertha, 3. Constantia. Ferner: Lotte Mochester, Amalie, Pauline W., Lord Hildebrand. von Hünefeld. Berni Loh. Sieg 296. Plotz 24. 13. 17, ital. 31:10. Ri.: P. K., 5 Lg. Zeit: 1.39.5. 7. Industrie=Rennen: 1. Sistermanns Dominikus(F Knies), 2. Marsilius W., 3. Humulus. Ferner: Herodias W., Rheinstolz, Hanni H., Dirigent, Peter Duffy jr. Sieg 16. Platz 12, 17, 38., ital.: 25:10, Ri.: 4, 2 Lg., Zeit: 1,31,6. Eventual=Quoten Eröffnungsrennen: Mimikry 201, Gernot 219, Ausbund 109, Christoph 25. Lydia 26, Henriette 80. 2. Begrüßungs=Preis; Amalie 36, Matador 52. Guy Albert 396, Elfriede H. 76, Ostermaid 56, Morgenlied 32, Arrak 132. 3. Glückauf=Rennen: Fulmar 34, Tosca 71, Janitor 45, Westerholt 78, Edith Loh 20. 4. Bergbau=Preis: Luitpold 41, Lederstrumpf 144, Capitän 83, Schmeling 74, Maria R. 43, Cito Watts 34, Angelus 89. 5. Preis der Kohle: Daisy 74, Else Lee 57, Feinsliebchen 17. Deutscher Vater 45, Justina 162. 8. Schlägel=und=Eisen=Preis: Lotte Mochester 1333, Amalie 47. Heliade 296, Pauline W. 190, Constantia 47, Davids Beriba 28. Lord Hildebrand 70. von Hnefeld 70. Berni Loh 129. 7. Industrie=Rennen: Herodias W. 357. Rheinstolz 476, Hanni H. 79, Dominikus 16, Humulus 553, Dirigent 204, Peter Duffy fr. 143, Marsilius W. 34. Männer des kleinen Ausschusses für das Deutsche Turn= und Sportsest Breolau 1938 1. Reihe von links nach rechts: Arno Breitmeyer, v. Mengden, Graf v. d. Schulenburg, Busch, Stenzel 2. Reihe von links nach rechts: Münch, Gärtner, Steding, Brüggemann, Körner.(Foto: DRL-Pressedienst) Hüsten Rotthausens Begleiter Die Abstiegsfrage im Gau geklärt 7 Knapper Schalke=Sieg in Röhlinghausen Der letzte Februarsonntag klärte in der westfälischen Fußball=Gauklasse die Lage restlos. Arminia Marten trug beim SV. Rotthausen einen 5:2=Sieg davon und überflügelte damit Hüsten 09 um zwei Punkte, sodaß nunmehr keine Hoffnungen für die Sauerländer mehr bestehen, selbst wenn sie ihre letzte Begegnung in Höntrov gewinnen. Aber auch der SV. Höntrov benutzte den Sonntag, um sich restlos in Sicherheit zu bringen. Er hatte dabei Glück, denn die Sp.Vg. Herten trat nur mit zehn Leuten an und verlor auch dementsprechend hoch. Mit 5:3 schafften die Höntrover einen sicheren Enderfolg. Der SV. Rotthausen und Hüsten 09 bleiben also auf den beiden letzten Tabellenplätzen hängen. Hüsten 09 nicht zuletzt deshalb. weil die Elf ausgerechnet beide Spiele gegen Rotthausen nicht gewinnen konnte. Im dritten Meisterschaftskampf des Tages gab es vor 7000 Zuschauern am Strathmannshof in Wanne=Eickel eine überaus spannende Auseinandersetzung zwischen der Sv. Vg. Röhlinghausen und Schalke 04. Nur mit knapper Not rettete Schalke mit 1:0 einen Sieg. Zwar hätte eine Niederlage nur einen Prestigeverlust zur Folge gehabt. denn die Meisterwürde ist ja bereits gesichert. Aber das Ergebnis war deshalb aufschlußreich, weil die Sp. Va. Röhlinghausen damit ihre außerordentliche Formverbesserung erneut bestätigte. Besonders der Angriff der Wanne=Eickeler zeigte sich von der besten Seite. und man darf nach diesen letzten Leistungen der Röhlinghausener. die auch Westfalia Herne bezwangen, wirklich die Hoffnung begen, daß hier eine Elf heranwächst, die für Schalke 04 eine Gefahr bedeutet. Uebrigens wird die Mannschaft von einem Schwager Kuzorras. Thelen. der auch längere Zeit Borussia Dortmund unter seinen Fittichen hatte, trainiert. Bei der Meisterelf waren wieder einmal der unverwüstliche Tibulski. Bornemann, Kuzorra und Szevan die Träger des Spiels. Pörtgen und Urban fehlten: sie waren durch Berg, der erstmalig nach seiner Verletzung wieder dabei war. und Mecke ersetzt. Sv. Va. Röhlinghausen— Schalle 04 0:1. SV. Rotthausen—. Arminia Marten 2:5. V. Höntrov— Sv. Vg. Herten 5:3. schien sich öfter infolge seiner Verletzung nicht voll einzusetzen. In der Gesamtheit zuverlässig war die Schalter Hintermannschaft. Tibulski glänzte durch seine vorzügliche Stovverarbeit. Immer wieder kam er in den Besitz des Balles. und wenn man bedauert, daß Ernst Kuzorra in den letzten Jahren nicht mehr zu nationalen Aufgaben herangezogen wurde, so muß unbedingt das Gleiche von Tibulski gesagt werden. Schalkes Mittelläufer ist heute in erster Linie der Dirigent des Svieles, mindestens soweit, wie die hinteren Reihen in Frage kommen. Einen sehr zuverlässigen Eindruck machte neben Bornemann vor allen Dingen auch Klodt, der bei der Drangveriode Röhlingbausens in der zweiten Halbzeit recht nervos werden konnte. aber ruhig blieb. Der Platzverein, der sich gleich zu Beginn der Meisterschaftssaison durch epochemachende Erfolge so gut einführte, hat nach einer vorübergehenden Krise eine ganz vorzügliche Form gefunden. Die Stärke der Elf war bisher immer das Abwehrdreieck Nawrocki=WolfkiLemanski. Diesmal fehlte der gesperrte Nawrocki, für den mit ausgezeichnetem Erfolg Bugay neben Wolski verteidigte. Lemanski war wiederum ein Mittelläufer, der nie den Kampf um den Ball verloren gab. sondern sich auch durch„Enttäuschungen“, die ja gegen Schalke unausbleiblich waren. nicht irre machen ließ. Sehr sicher arbeitete wieder Röhlinghausens Torwart Berlau. Besonders zum Schluß des Spieles erntete er starken Avplaus, als er sich aus dem tollsten Gedränge heraus mit frappierender Sicherheit den Ball fischte. Die Röhlinghausener Außenläufer waren sehr eifrig, wenn sie natürlich ihr Spiel in erster Linie auf Desensivarbeit einstellen mußten. Im Sturm waren der neue Mann. Evpenhoff. und Marziniak als Sturmführer die besten Leute, ohne daß ihre drei Kameraden abgefallen wären. EV. Rotthausen- Arminia Marten 2:5 Auch in diesem Sviel enttäuschte der Tabellenletzte nach der angenehmen Seite, obwohl er ohne Tonkel und Antkewitz antrat. Mit dem starken Wind im Rücken kam er bedeutend besser als die Arminen ins Spiel und holte sogar nach stark zehn Minuten einen 2:0=Vorsprung beraus, so daß man schon an eine überraschende Wendung glauben konnte. Aber dann fanden sich auch die Martener. Ein Handelfer. den ihr Senior. der nunmehr 38jährige Kunz. verwandelte, gab ihnen das nötige Selbstvertrauen, und als kurz darauf Lieber durch einen scharsen Schuß den Ausgleich zum 2:2 hergestellt hatte, wurde das Spiel der Dortmunder immer besser. Bis zur Pause blieben die Arminen tonangebend. und Reitz sorgte durch ein drittes Tor auch für den zahlenmäßigen Ausdruck dieser Ueberlegenheit. Nach dem Wechsel versuchten die Gastgeber. noch einmal durch einen Generalangriff eine Wendung herbeizuführen, aber ein viertes Tor für Marten entschied den Kampf. zumal Kunz noch durch einen Strafstoß aus 17 Meter Entfernung einen fünften Treiser anbringen konnte. Hervorragenden Anteil an dem Sieg hat auch der Martener Torwart Kronsbein, der die zwei Tore von Menza und Tomaszik nicht halten konnte. In der Hintermannschaft waren fernerhin Kunz. Piontek und Schröder gut. während im Sturm diesmal Lieber besser als an den letzten Sonntagen gesiel. EV. Höntrop- Sp. Vg. Herten 5:3 Das Spiel war eigentlich schon für die Höntrover entschieden, als sich vor dem Anpfiff berausstellte, daß Herten infolge Fehlens von Rutecki nur zehn Svieler zur Verfügung hatte. Trotzdem gaben die Gäste aus dem Vest den Kampf nicht verloren. sondern verstanden es auch, mit nur neun Spielern im Felde das Treffen weite Abschnitte hindurch offen zu halten. Sp. Vg. Röhlinghausen- Schalke 94 0:11 Jußball im Wenn auch eine Niederlage für Schalke 04 nichts mehr bedeutet bätte, so zeigt doch der Besuch von über 7000 Zuschauern, daß man eine reizvolle Auseinandersetzung erwartete. Und diese wurde es in der Tat auch, denn Schalkes Sieg hing bis zum Schlußpfiff an einem seidenen Faden. Nur den kamosen Abwehrleistungen von Klodt. Bornemann und vor allen Dingen Tibulski war es zu danken, daß es bei dem 1:0=Vorsorung blieb, den Mecke. der für Urban Linksaußen svielte. bereits zehn Minuten nach Beginn nach schöner Zusammenarbeit mit Berg erzielt hatte. Da neben Urban auch Pörtgen fehlte. stand der Sturm des Deutschen Meisters in der Besetzung Kalwitzki. Szevan, Berg. Kuzorra. Mecke. Er spielte zeitweise sehr nett zusammen, doch war Kalwitzki diesmal ein völliger Ausfall. Bereits in der ersten Halbzeit wurde Schalkes Rechtsaußen durch Röhlinghausens stämmigen Verteidiger Wolski immer wieder kaltgestellt. und nach der Pause war von Kalwitzki noch weniger zu sehen. Noch ein Umstand muß man dem Schalker Sturm zugute halten. Berg war erstmalig wieder dabei und Vorübungen für das Werk„Glaube und Schönheit“ Der Obergau Berlin des BdM. begann mit den ersten Gymnastikübungen für das Werk„Glat und Schönheit". Die jungen Führerinnen lernen von den großen Künstlern der Körperschulung, was sie ihren Mädeln beibringen sollen.(Schirner-M.) Westfalen: Svogg. Röhlinghausen— Schalke 04 0:1. SV. Rotthausen— Arminia Marten 2:5. SV. Höntrov— Spielvgg. Herten 5:3. Preußen Münster— Borussia Dortmund 111. Ritderrhein: Fortuna Düsseldorf— Rot=Weiß Oberhausen 3:2. SSV. Wupvertal— Duisburg 99 3:1. Mittelrhein: Bonner FV.— Tura Bonn 1:2. Ostvreußen: BuEV. Danzig— Vork Insterburg 0:2. Prussia Samland Königsberg— Gedania Danzig 1.2. Pommern: Pfeil Lauenburg— Polizei Stettin 3:0. Germania Stolv— MTV. Pommernsdorf## Stettiner SC.— Mackensen Neustettin 9:0. Brandenburg: Hertha(BSC. Berlin— Berliner SV. 92 1:1. Union Oberschöneweide— Tennis=Borussia 221. Viktoria 89 Berlin—. Bewag 1:4. Wacker 04 Berlin— Brandenburger SC. 365. Schlesien: Breslau 06— Vorwärts RSV. Gleiwitz 2:4. SV. Klettendorf— Reichsbahn Gleiwitz 2:0. Vorwärts Breslau— Preußen Hindenburg 3:2. Mitte: SV. 05 Dessau= 1. SV. Jena 2:1. Cricket=Viktoria Magdeburg— 1. FC. Lauscha 4### Svortfreunde Halle— Thüringen Weida 3:2. Nordmark: Holstein Kiel— Wilhelmsburg 09 5:0. Polizei Lübeck— FC. 93 Altona 711. Borussia Harburg— Phönix Lübeck 1:3. Palizei Hamburg— Komet Hamburg 3:4. Niedersachsen: Eintracht Braunschweig—. ASV. Blumenthal 4:0, Werder Bremen— Hannover 96 4:1. Arminia Hannover— Algermissen 1911 8:2. VfB. Peine— Linden 07 6:0. Nordhessen: Hessen Hersfeld— FC. 93 Hanau 2:2. Svielverein Kassel— Sport Kassel 1:0. Südwest: Ovel Rüsselsheim— 1. FC. Kaiserslautern 111. Bauern: 1. FC. Nürnberg— Schwaben Augsburg 5:2. FC. 05 Schweinfurt— Jahn Regensburg 0:4. Wacker München— BC. Augsburg 2:1. #n 07 vor der Meisterschaft Nur noch ein Sieg ist nötig 7. Postsport schlägt 06 Union Günnigfeld— Beckhausen 95 2:0. Postsvort— Gelsenkirchen 06 2:1. Rheinelbe=Leitbe— Gelsenkirchen 97 2:3. Clf.R. Rotthausen— Rasensport 08 3:2. Da nun die Meisterschaftsspiele dem Ende zugeben, ist die Kraftanstrengung der Mannschaften ungleich größer geworden. Meistens sind es die Mannschaften, die vom Abstieg bedroht sind und nun das Letzte aus sich herausgeben. Einen geschlossenen und entschlossenen Eindruck machten die Günnigfelder. Sie waren den Beckhausenern wohl im Felde, an Wert der Leistungen gemessen, gleichwertig. Aber die schnellen und beweglichen Beckhausener waren allezeit gefährlich. Die Hintermannschaft der Günnigfelder opferte sich auf. Beckhausen kam nicht zum Torschuß. Auch Union drängte in den Angriff. ohne allerdings Erfolg zu haben. Als nun ein Spieler Günnigfelds des Platzes verwiesen wurde, sah es für Günnigfeld sehr böse aus. Aber die Mannschaft hielt bis zur Halbzeit durch. Es fiel auf keiner Seite ein Tor. Jetzt machten sich die Günigfelder freier, attakierten das Beckhausener Tor eine ganze Weile, aber erst nach 20 Minuten fiel ein Tor. Der Rechtsaußen der Günnigfelder war frei durchgekommen, er flankte den Ball nach innen, der Linksaußen kam im vollen Lauf herbeigestürzt und funkte den Ball ein. Die Günnigfelder hatten die beste Kraft vertan. sie beschränkten sich mehr auf Abwehr. außer einigen Ecken konnte Beckhausen nichts erzielen. Ein Durchbruch der Günnigfelder rollte aber die Linie auf. der Halblinke schoß und stellte durch ein zweites Tor den Sieg sicher. Wir hatten schon auf die Gefährlichkeit der Postsvortler hingewiesen und darauf, daß sie zu jeder Ueberraschung fähig seien. Es sollte sich an Gelsenkirchen 06 beweisen. Die Postsportler nahmen den Heßleranern nicht nur zwei Punkte, sondern auch jede weitere Aussicht auf die Meisterschaft. Das ist bitter. aber die Heßleraner mußten bei den Postsportlern starken Widerstand erwarten. denn sie sind vom Abstieg bedroht. Die Postsportler legten sich auch wirklich mit aller Kraft ins Mittel. Sie vereitelten nicht nur die Entwicklung der Angriffe der Gäste, sondern drängten sie auch immer stärker zurück. Eine selten beobachtete Angriffsfreudigkeit beseelte die Platzelf. Sie ließ sogar oft alle Vorsicht außer acht. der Angriff wurde mit solchem Ungetüm betrieben, daß 06 auch keine Ueberraschung planen konnte. Ist die Torgefahr anfangs nicht so zwingend. so verstärkten die Postsportler immer mehr den Nachdruck, und einmal mußte 06 sich eine Blöße geben, die ausgenützt die Postsportler in Führung brachte. Und noch einmal griffen die Postsportler ungestüm an, die Hintermannschaft von Heßler war nicht voll auf dem Posten. ein zweites Tor zählte jetzt die Platzmannschaft. Nach der Halbzeit allerdin hatten sie nicht viel mehr zu bestellen. Die Hebleraner drängten nun mit aller Kraft in den Angriff. Sie kamen wohl zu einem Gegentreffer. Aber die Postsportler per teidigten den kleinen Vorsprung mit unerbörter Zähigkeit und sicherte sich den Sieg und zwei wertvolle Punkte. Rheinelbe war auch wohlgerüstet, dem Spitzenführer den stärksten Widerstand zu bieten. Erst allerdings sad es nicht danach aus. Die Gäste legten gleich mit ihren raum greisenden Angrifsen los, zeigten ein tadelloses Zu sammenspiel. die flüssige Linie ist zwingend und mit reißend. Schon nach wenigen Minuten liegt der Ball. vom Halbrechten eingeschossen, im Netz. Ist die linke Sturmseite 07s gefährlicher, so greift die rechte Sturm seite kräftiger und überzeugender aus, sie kommt oft frei und ungehindert durch, daß die Gegenwehr steben bleibt. So kommt es, daß der Rechtsaußen eine gute Ballvorlage nach innen schickt. der Mittelstürmer steht bereit, sie in einen weiteren Torerfolg umzuwandeln. 07 glaubte nun den Gegner mürbe gemacht zu haben. Weit gefehlt. Der griff mit einem Ungestüm so unvermittelt und nachdrück lich an, daß die Ueberraschung nun bei 07 war. Selbst der 07=Tormann ist wieder einmal daneben. Eine schlechte Ballabwehr machte sich der Mittelstürmer zunutze und bringt einen Gegentreffer an. Einen zweiten Fehler nutzt der Linksaußen von Rheinelbe aus und der Ausgleich ist fertig. Aber glücklicherweise waren die übrigen Mannschaftsteile nicht beeindruckt, sie machten den Fehler wieder gut. Nach der Halbzeit setzte ein beisvielloses Ringen um den Sieg ein. 07 hatte den längeren Atem und erzwang den Siegtresser. Und bald wäre es wieder zum Ausgleich gekommen. Der Ball rollte am leeren 07Tor vorbei. Sonst aber war 07 die reifere Mannschaft und siegte auch verdient. Die Rasenspieler hatten wieder lange Zeit nötig. um in das richtige Fahrwasser zu kommen. Sie ließen wie immer erst dem Gegner den Vortritt. Die Gäste ließen sich dazu auch nicht groß ermuntern, denn sie konnten die Pluspunkte gut gebrauchen. In der ersten Halbzeit legten die Rasensportler ein flottes und gefälliges Sviel vor. das auch die Vorbedingung zu einem erfolgreichen Ende mitbrachte. Zwei Tore trugen sie in der ersten Halbzeit ein. Sie glaubten sich auch schon als sicherer Sieger. Als der Gegner das erste Gegentor angebracht hatte, drängten die Zuschauer noch stärker auf den Ausgleich. Prompt kamen die Spieler dem Wunsch nach und brachten auch den Ausgleich zustande. Damit- nicht genug. der Anhang wollte den Sieg. Und die Mannschaft der Rotthausener tat ihm den Gefallen. Die Rasensportler hatten sich aus der Fassung bringen lassen. Nordmark und Südwest im Endspiel Die Vorschlußrunde um den Reichsbundpokal Nordmark bezwang Baden mit 3:0 Nach dem schönen Siege über die schwachen Bayern kam Baden in der Vorschlußrunde zum Reichsbundpokal an der Wasserkante nicht zum Zuge. Die Nordmark schaltete die Süddeutschen klar mit 3:0(1:0) aus. 18.000 Zuschauer sahen einen verdienten Sieg ihrer Elf. die viel schneller und auch besser zusammenspielte. Obendrein fackelten die Stürmer nicht lange mit dem Torschuß, und so sprang ein deutlicher Sieg heraus. An der starken Deckung der Nordmark(Lüdecke=Dörfel) biß sich Badens Sturm die Zähne aus, da auch der Mittelläufer Reinhardt als Drittverteidiger ausgezeichnet zerstörte. Seeler und der linke Verbinder Noack bauten sehr schöne Angriffe auf, die von den schnellen Flügelleuten Ahlers und Carstens entschlossen vorgetragen wurden. Panse hatte diesmal die richtigen Stiefel an. schoß, was das Zeug hielt, aber der ausgezeichnete Waldhof=Torwart Dranß ließ ihn nicht zu einem Zielschuß kommen. Die Tore schossen vielmehr Carstens(39. Minute), Hoeffmann (83. Minute) und Noack(88. Minute). Baden zeigte zwar einen technisch sehr reifen Ball, spielte aber zu langsam und verzettelte sich zu sehr in Einzelaktionen. Bester Mann war wieder einmal der ausgezeichnete Torwart Drayß, ohne den die Trefferspanne vielleicht noch deutlicher ausgefallen wäre. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß der Verteidiger Conrad bereits nach wenigen Minuten verletzt wurde, zwar wieder ins Feld zurückkehrte, aber doch für das ganze Spiel nicht mehr zu gebrauchen war. Bester Feldspieler der Unterlegenen war der Läufer Heermann, der sich in Aufbau und Abwehr hervortat. Otto Siffling zeigte neben etlichen Kabinettstückchen auch eine erstaunliche Lustlosigkeit. Striebinger auf dem linken Flügel kam erst in der zweiten Hälfte in Schwung, aber wie alle übrigen Stürmer nicht zu einem Schuß ins Schwarze. Das 3:2 von Dresden Vor rund 15000 Zuschauern siegte im Dresdener Ostragehege der Gau Südwest in der Pokal=Vorentscheidung über den Gau Sachsen mit 3:2(1:2). Bis auf den rechten Verteidiger Hohmann von den Offenbacher Kickers, der für Groß(Eintracht Frankfurt) spielte, traten beide Gaue in den zuletzt angekündigten Aufstellungen an. Der Südwesten hat auf Grund des durchweg besseren Spiels und der größeren Ausdauer den Erfolg verdient. Der Angriff erwies sich trotz zeitweise übertriebenen Abspiels letzten Endes doch als durchschlagskräftiger. Bei den Sachsen ersüllten gerade die Stürmer nicht die Erwartungen. Auffallend schwach waren Hänel und Munkelt, auch der Läufer Rose enttäuschte. rd ernt Arront Verrrarant frei Näume den Besuchern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, und sich so in den äußeren Festrahmen einzupassen. Interessant ist der Hinweis von Stadtrat Klemm. daß Breslau auch eine Bierstadt ist und als „ostdeutsches München“ gilt. Das Bier in Breslau ist allerdings stärker als das Münchener und eine Reihe alter Gasthöse haben noch aus dem 17. Jahrbundert das verbriefte Recht. eigenes Bier zu brauen. Neben dem V#er in auch der Breslauern Korn für Gentise befgn Die bebaglichen und teilweise historischen Breslauer Ge stätten— um Beispiele zu nennen, sei das„Golden Zepter". Lützows Stammquartier, und der„Schweidnitze: Keller" im Rathaus erwähnt— werden in der Festzeit manch frohe Taselrunde vereinen und in kameradschaftlicher, fröhlicher Gemeinschaft die Eindrücke vertiefen, die allen Breslaufahrern das große Deutsche Turn= und Sportfest 1938 vermitte:. Ausklang in Bremen Kalle Schröder,„Totti“ Zehden, Göpfert=Beuthner und Zehden=Koner Die Internationalen Hallentennismeisterschaften von Deutschland klangen am Sonntag mit den Entscheidungen aus. In der Halle des Bremer Tennisvereins stellten sich noch einmal die Tennisfreunde in stattlicher Zahl ein. Sie sahen im Männereinzel Göpferts großartigen Kampf gegen Kalle Schröder aus Schweden, den ausgesprochenen Favoriten der Meisterschaft. Zwei Stunden lang stemmte sich der junge Berliner gegen die große Erfahrung des schwedischen Hallenspezialisten und Schröder mußte wirklich froh sein nach einem mitreißenden Fünfsatzkampf mit 6:1, 6:1, 5:7, 517, 7:5 den Titel in der Tasche zu haben. Nur etwas mehr Energie und Konzentration bei Göpfert — und die Ueberraschung der Meisterschaft 1938 wäre fertig gewesen. Zehden— Wolf 7:5, 6:2. Deutsche Meisterin im Frauen=Einzel wurde die Berlinerin Totti Zehden. Sie hatte gegen Frau Wolf aus Wien eigentlich nur im ersten Satz, in dem die Oesterreicherin ausgezeichnet placierte, zu kämpfen. Frl. den war aber am Netz sehr gut, fing die Passierschüsse immer wieder ab und siegte nach glatter Ueberlegenheit im zweiten Satz mit 7:5, 6:2. Rohlsson=Bjurstedt bezwungen. Nach ihrem großen Siege über die ersten Anwärte Schröder=Vallen waren im Männer=Doppel eigentlie Rohlsson=Bjurstedt als Meister zu erwarten. Doch die jungen Deutschen Göpfert=Beuthner machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Nach fünf Sätzen und einem schönen Kampf hatten die Berliner mit 6:3, 6:8, 3:6, 7:5, 6:1 den Titel in der Tasche. Der zweite Titel für Totti Zehden. Mit der Französin Rollet holte sich die kleine Berlinerin Zehden im Frauen=Doppel den zweiten Titel. Frl. Hamel=Heidtmann wurden mit 6:3, 0:6, 6:4, bezwungen. Frl. Zehden Göpsert Meister im Gemischten Doppel. Frl. Zehden und Göpfert trugen sich durch ihren 3:6. 6:3. 6:2=Sieg über das österreichisch=ungarische Paar Frau Wolf Csikos im Gemischten Dopvel zum zweitenmal in die Meisterschaftsliste ein. Die deutschen Hallentennismeisterschaften 1938 haben somit doch noch trotz der qualitativ gegenüber dem Vorjahr zurückgebliebenen Besetzung noch eine annehmbare Ausbeute für die deutschen Farben gebracht, denn in vier Wettbewerben setzten sich deutsche Nachwuchskräfts durch. Nur ein Meistertitel ging ins Ausland. Breslau Gastgeberin der Sportjugend Eine Unterredung mit Stadtrat Klemn, Bezirksgruppenleiter des Gaststättenund Beherbergungsgewerbes Im Rahmen der umfassenden Vorbereitungen, die für das diesjährige große Fest der Leibesübungen in Breslau getroffen werden müssen, nimmt die Frage der Unterbringung und Verpflegung natürlich einen besonderen Raum ein. Es ist keine leichte Aufgabe. dieses Problem so zu lösen, daß in den entscheidenden Tagen auch alles klavot. Jedich auch hier war das Sängerfest ein guter Lehrmeister und die dort gemachten Erfahrungen werden dem Deutschen Turn= und Svortfest zugute kommen. Einer der verantwortlichen Männer, der Leiter der Bezirkserunne Schlesien für das Gaststätten= und Beberbergungsgewerbe. Stadtrat Klemm, gab in einer Unterredung einen Einblick in die sich aus dem Turn= und Sportfest ergebenden Aufgaben. „Zunächst muß ich feststellen, daß die Stadt Breslau in der Innenstadt über 15 000 Plätze in den Gaststätten verfügt und das Beherbergungsgewerbe etwa 3000 Betten für den normalen Zustrom von Fremden bereit hat. Aus diesen Zahlen ergibt sich schon die Forderung für die von uns zu treffenden umfassenden Vorbereitungen. Die Plätze der Innenstadt=Gaststätten können natürlich nicht beliebig erweitert werden. und so muß ich gleich hier die Forderung aufstellen, daß wir alle Besucher des Turn= und Svortfestes bitten müssen, sich bei dem Besuch der Gaststatten nicht nur auf die Innenstadt zu konzentrieren. sondern möglichst im Raum ihres Wohnbezirkes zu bleiben. Es ist natürlich verständlich, daß es jeden einmal zur Innenstadt. in das Herz Breslaus, zieht, und wir werden uns auch mit der sich daraus ergebenden Ueberfullung der Gaststätten abfinden. Es liegt aber im Interesse der Besucher, möglichst allen die Gelegenheit zu geben, einmal ohne allzu große Schwierigkeiten die Innenstadt und ihre historischen Gaststätten zu besuchen. Die Frage der Unterbringung wird in der Hauptsache durch das Quartieramt in der Geschäftsstelle des Deutschen Turn= und Sportfestes gelöst, die für die Bereitstellung genügender Privatunterkünfte sorgt.“ Eine sehr wichtige Frage ist die der Verpflegung. Auch hier kann Stadtrat Klemm beruhigende Auskunft geben. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse Schlesiens erbringen zu normalen Zeiten einen Ueberschuß und aus dieser Tatsache läßt sich eine gesicherte Verpflegung ohne jede Ueberteuerung ableiten. Eine Ueberteuerung ist insofern ausgeschlossen, da die Preiskarten in den einzelnen Gaststätten von der Polizei genehmigt und mit einem Stempel versehen werden müssen. Hinsichtlich des Milchund Viehbedarses werden schon frühzeitig die entsprechenden Vorkehrungen getroffen und nach Bekanntgabe der Teilnehmerziffer in entsorechender Menge bei den Großhandlungen sachgemäß gelagert. Die einzelnen Gaststätten müssen dann ihrem Bedarf entsprechend Bezugsscheine beantragen und auf Grund dieser Bezugsscheine erhalten sie von den Großhändlern die Lieferungen. Wer Breslau kennt, weiß, daß man hier gut und billig ißt, und daran wird sich auch beim Deutschen Turn= und Sportfest nichts ändern. Es wäre unsinnig, wenn sich Turner und Svortler noch besonders verpflegen zu müssen glauben und mit großen Eßpaketen in Breslau anrücken. Es wird bei uns bestimmt jeder satt und die Erfahrung hat bewiesen, daß die Breslauer Wurst einen besonderen Anklang gesunden hat. Die 1300 Breslauer Gaststätten werden natürlich alles 18 Klm.=Langlauf in Lahti Erdrückende nordische Ueberlegenheit Mitteleuropa hatte am Samstag bei der 18=Klm.= Langlauf=Weltmeisterschaft in Lahti absolut nichts zu bestellen. Unter den ersten Zwanzig gab es nur zehn Finnen, neun Schweden und einen(!) Norweger— das kennzeichnet wohl am besten die Ueberlegenheit der Nordländer in diesem Rennen. Es wurde im übrigen wie schon vorher die Staffel zu einem sinnischen Triumoh: Pauli Pitkaenen siegte in Dahlquist 1:10:02 und Kalle Jalkanen=Finnland 1:10:56, dessen wundervoller Lauf in der Staffel 1936 in Garmisch=Partenkirchen als eine Großtat in die Skigeschichte der Welt eingegangen ist. Die Deutschen spielten, wie in diesem Klassefeld garnicht anders zu erwarten war. keine Rolle. Sie schlugen sich tapfer. aber selbst Herbert Leupold, wieder einmal schnellster Deutscher, kam mit seinen 1:18:01 nur etwa auf den 60. Platz! Erstaunlich, wie knapp die Zeitunterschiede waren. Der schwedische Olympiasieger Erik Larsson beispielsweise, der mit 1:12:25 den zwölften Platz belegte, war von seinem Landsmann Sven Hansson. der Fünfzehnter wurde, nur durch ganze 24 Sekunden getrennt und Leupold war nur vier Sekunden vor Lochbichler, 19 Sekunden vor Rogner und 28 Sekunden vor Burk. Hoffsbakkens Kombinationssieg Am Sonntag kam bei den FIS.=Weltmeisterschaften nun auch Norwegen zum Wort. Olaf Hoffsbakken hätte zwar bequem von seinen drei Minuten Vorsprung aus dem Langlauf zehren können, sprang aber dennoch kühn in tadelloser Haltung 50 und 51 Meter und damit war ihm der Sieg nicht zu nehmen. Willi Bogner sprang 52 und 49.5 Meter weit, womit er aber den eine Minute vor ihm liegenden Finnen E. Hyyrylaeinen, der auf 51 und 54 Meter kam. nicht erreichte. Bedauerlicherweise kam Günther Meergans. nachdem er im ersten Durchgang 49.5 gestanden hatte, beim zweiten Sprung zu Fall. ohne sich jedoch zu verletzen. Christel Merz erreichte 48.5 und 52,5 Meter, Burk 41.5 und 48 Meter und Friedel Wagner 48 und 51,5 Meter. Garmisch=Partenkirchen im Zeichen der Wehrmacht Zum drittenmal in diesem Jahr steht nun der Olymviaort Garmisch=Partenkirchen im Zeichen großer Meisterschaften. Mit dem Skisportwettlauf über 25 Kilometer mit 10 Kilogramm Gepäck wurde am Sonntag der zweite Teil der deutschen Wehrmacht=Sktimeisterschaften 1938 in Angriff genommen. In der Klasse 1 kam die Garnison Reichenhall zu einem großartigen Erfolg. Die Gebirgsjäger vom Regiment 100 gewannen überlegen in 2:36:38.2 vor den ebenfalls in Reichenhall stationierten Gebirgsartilleristen des Regiments 79, die 2:44:45 benötigten. Die Schießleistung entschied Zu einem wirklichen Höhepunkt der 1. Deutschen Polizei=Stimeisterschaften am Oberjoch in Hindekang gestaltete sich am Samstag der 20=Kilometer=Streifenlauf für Zehnermannschaften. Die siegende Mannschaft der Ordnungspolizei Bayern=Süd gewann mit der zweitbesten Laufzeit auf Grund des besseren Schießergebnisses vor dem SS.=Oberabschnitt Süd und wurde am Ziel von Reichsminister Dr. Frick. Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei Himmler, vom Chef der Ordnungspolizei General Daluege und vom Chef der Sicherheitspolizei SS.=Gruppenführer Heydrich empfangen. Regen und Pappschnee in Winterberg Lubert Braun=Winterberg Sauerland=Stimeister. Der Wettermacher meinte es nicht gut mit der Sauerland=Skimeisterschaft in Winterberg. Er schickte Regen und der von allen„Zünftigen“ gefürchtete Pappschnee kam binzu. Sieger in der Kombination Lang= und Sprunglauf wurde Hubert Braun. ein„Eingeborener". Der neue Sauerlandmeister besetzte im Langlauf über 15 Kilometer den zweiten Rang und hielt sich auch im Sprung ausgezeichnet. Bester Springer war aber der Jungmann Gladen, auch ein Winterberger, der sich die Note 214.1 holte. In der Klasse 1 des Springens wurde Paul Wahle=Winterberg mit Note 190.9 Sieger. Den Langlauf der Hauptklasse gewann Jungbluth=Winterberg in 1:03.23. Kürturnen und Kameradschaftsabend Abschluß des Walter=Steffens=Lehrganges Zum Abschluß des auf Breslau vorbereitenden Turnlehrganges im DRfL.=Kreis Gelsenkirchen— durchgeführt vom Fachamt Turnen in Gelsenkirchen, Buer, Horst, Gladbeck und Bottrop von Anfang bis Ende Februar— fand am Freitagabend in der Turnhalle der HindenburgOberschule Buer, unter Führung des Lehrgangleiters Gauturnlehrer und Olympiasieger Walter Steffens (Lüdenscheid), ein Kürturnen für alle Leistungsturner von Gelsenkirchen, Buer. Horst, Gladbeck und Bottrop statt. Mit dieser abschließenden Turnveranstaltung. die einen starken Besuch aufzuweisen hatte wurde sozusagen die Bilanz aus dem einmonatigen, erfolgreichen Lehrgang gezogen. Nach dem Kürturnen kamen die Lehrgangteilnehmer (auch die Turnerinnen) mit einer Reihe weiterer Gäste im Hause Degener in Buer zu einem Kameradschaftsabend zusammen, den Gauturnlehrer Stefsens mit einer Begrüßung von Gausportwart Eickhoff und der anwesenden DRfL.=Kreisreferenten und=warte einleitete und mit einem Rückblick auf die im verflossenen Lehrgang geleistete Arbeit. Kreisturnwart Ahlsdorff sprach über die Bedeutung dieser Lehrveranstaltungen wie überhaupt aller kommenden turnerischen Uebungsabende als Vorbereitung auf Breslau. Der Kreisturnwart dankte dem Gauturnlehrer für die erfolgreiche Arbeit, die er in diesem Lehrgang im DRfL.=Kreise Gelsenkirchen habe leisten können. Danach ergriff Gausportwart Eickhoff das Wort, um in seiner Ansprache besonders auf die nach wie vor grundlegende Bedeutung des Turnens im Aufbau der deutschen Leibesübungen hinzuweisen. Gauturnlehrer Walter Steffens berichtete dann noch über seinen nunmehr dritten Besuch beim Führer als Olympiasieger(am 25. Oktober vorigen Jahres), um danach den offiziellen Teil des Abends mit der gemeinsamen Führerehrung zu schließen. Pferdesport Rennen zu Auteuil. 1. Rennen: 1. Mme. P. Ambiehls Maggio(H. Signoret). 2. Ovulence. 3. Pois de Senteur. Ferner 6 Pferde. Sieg 42. Platz 17, 21, 36:10. Lg.: ¾, 6. H. 2. Rennen: 1. Jean Sterns Fierabras(R. Lock). 2. totes Rennen zwischen Le Menbir und Cornac. Ferner 4 Pferde. Sieg 44, Platz 15. 12, 15:10. Lg.: 2½. 3. Rennen: 1. Cte. de Talh.=Roys Rodolphe(A. Neel). 2. Roi Mage 2, 3. Castor. Ferner 5 Pferde. Sieg 95. Platz 22, 19. 14:10. Ls.: 1. 5z. ½. 4. Rennen: 1. Maurice Lecerfs Bordebure(S. Rochet), 2. Vague a l'Ame, 3. Armando. Ferner 3 Pferde. Sieg 46. Platz 28. 38:10. Lg.: 2½. 8. 15. 5. Rennen: Rene Bedels Porthos(N. Pelat). 2. Piton, 3. Torreon. Ferner 3 Pferde. Sieg 16. Platz 11. 13:10. Lg.: 2½. 6. Rennen: 1. Clande Perrins Dark Martel(A. Bates), 2. Iman, 3. Fringant. Ferner 2 Pferde. Sieg 62, Platz 24, 20:10. Lg.: 6. 2½. H. Rennen zu Nizza. 1. Rennen: 1. Gilbert Chemouls Fine Mouche(9 Gaudient), 2. Bugard. 3. Pouponne. Ferner 3 PferdSieg 69. Platz 25, 17:10. La.: 1½, ½, 2. 2. Rennen: 1. H. M. Holderts Antonym(M. Allemand), 2. Nymphe Dicte, 3. Verjus. Ferner 3 Pferde. Sieg 57. Platz 27, 18:10. Lg.: H., 3. 3. 3. Rennen: 1. Ernest Dermys Playboy(R. Tendero), 2. Signoretto, 3. Quai d'orsay. Ferner 4 Pferde. Sieg 64. Platz 21, 17:10. Lg.: ½. 2½, 1½. 4. Rennen: 1. P. M. Achards Gabes 2(A. Rabbe). 2. Sadi, 3. Vieur Jeu. Ferner 3 Pferde. Sieg 76. Platz 24, 18:10. Lg.: H., 2, 4. Rundfunk=Programm Montag. den 28. Februar 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Leibesubungen. 6.80 Frühkonzert. 7,00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8.30 Die Schrammeln spielen. 9.30 Ratschläge für den Küchenzettel der 9.45 Nochrichten 10.00 Das Spiel vom Eulenspiegel. 12.00 Mittagskonzert. 1. Sousa: King Cotton, 2 Auber: Melodien aus„Fra Diavolo“. 3. Blon: Frauenliebe und=leben. 4. Richartz: Wiener Spaziergänge. J. Komzak: Bayerische Geschichten. 6. Mania: Marsch der Prinzengarde. 13.00 Nachrichten— Gluckwunsche 13 15 Rosenmontag in Westdeutschland— Rund sunkberichte von den Rosenmontagszugen 13.15 in Köln: Die Welt im Nartensviegel. 13.45 in Düsseldorf: Jock von 3 bis A 14,15 in Munster: Westsaolen steiht Koop. 15,00 Fur große und kleine Kinder: Alleweil ein wenig lustig. 15,30 Kleine Zwischenmusik(Ind.=Schallplatten). 15,15 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Musik am Nachmittag. 1. Strauß: Marien= klänge. 2. Perrera: Sörglose Jugend. 3. Schubert Kunze: Am Brunnen vor dem Tore. 4. L. Boccherini: Mennett. 5. Bizet: Melodien aus „Die Perlenfischer". 6. Bortkiewicz: Gavotte Caprice. 7. Verdi: Arie aus„Die Macht des Schicksals". 8. Mascagni: Exotischer Tanz. 9. Bohm: Still wie die Nacht. 17,00—17,10 Vom Muthos der Maske. 10. Hippmann: Russische Nacht. 11, K. Brandt: Feurige Putzta. 12 Ktender: Serenade. 13. Ray mond: Die Julieka aus Budapest. 14. Borgmann: Tango notturno. 15. Kollo: Barbara. 16. Stolz: Bueno sera, sionorina. 17. Bonacio: Tazette. 18. Winkler: Puppenparade, 19. Heumann: Romantische Serenade. 20. KreuderSchröder: Einmal von Herzen verliebt sein. 21. Buder: Die Liebe ist das Element des Lebens. 18,00 Karneval in aller Welt. 8.20 Unterhaltungskonzert. Kölner Rundsunkorchester, das Heitere Instrumentalquartett und Solisten. 19,00 Nachrichten. 20,00 Noch einmal: Rosenmontagszug. Rundfunkberichte aus Köln, Düsseldorf und Münster. 20.30 Rosenmontags Konsetti. Die Tanzkapelle des Reichssenders München, Kapelle Schwarzfischer aus der Hallertau. 22,00 Nachrichten. 22,15—2.00 Denn einmal nur im Jahr ist Karne val— Großer Rosenmontagsball. Dienslag, den 1. März 1938. 6,00 Morgenlied— Wetterbericht. 6.10 Leibeenbungen. 6.30 Fruhkonzert. 7.00 Nachrichten— Morgenlied— Morgeuruf. 4,00 Weiter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8,10 Frauenturnen. 8.30 Morgenmusik. 9.45 Nachrichten. 10.00 Schicksalstage an der Taar. Hörfolge von „Schäferdieck. 10.30 Kindergarten. 2.00 Die Werkpause des Reichssenders Köln in der Manege. Karneval im Zirkus Busch. 13,00 Nachrichten— Glückwünsche. 13.15 Mittagskonzert. 1. Galopp. 2. Kletzk!: Die Auserkorene. 3. Mazurka. 4. Fischer: Florida. 5. Schottisch. 6. Ailbont: Hauswurstiade, Humoreske. 7. Dreher. 8. Cascel: Aus„Karneval“, Miniaturen. 9. Pfitzinger: Bayrische Rhapsodie. 1.00 Nachrichten. 14.15 Leichte Kost(Industrie=Schallplatten u. Aufnahmen). 15,00 Wirtschaftsmeldungen(Schlachtviehmärkte). 15,15 Karnevalschnurren aus Rheinland u. West salen. 13.45 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Musik am Nachmittag. 1. Mozart:= Cuvert zu„Die Entfuhrung aus dem Setail“. 2. Bert hoven: Prometheue=Tuite aus„Die Geschöpfe des Prometheus“. 3. Haydn: Terenade f. Strecper. 4. Labipky=Kohl: Divertissement fur zwei Klarinetten mit Klavier. 5. Schubert: Rondo A Dur für Solo=Violine mit Streichorchester. 6. Strauß: Künstlerleben. 7. Suppe: Ouvertüre zu „Leichte Kavallerie“. 8. a) Kutsch=Arditi: Ewig blauer Himmel, b) Elgar: Liebesgruß, e) Macbeth: Vergißmeinnicht. 9. Bach=Gounod: Meditation für Harse, Violine u. Cello. 10. Lebar: Melodien aus„Wo die Lerche singt“. 11. Lincke: Zwei Stücke: Geburtstagsständchen: Siamesische Wachtparade. 12. Komzak: Grillenbanner=Marsch. 17.00 Der Erzähler. 18,00 Mummenschanz. Von allerlei lustigen Gestalten zur Fasenacht. 18.30 Englische Unterhaltung. 18.50 Fünfzig Jahre Karnevalszug in Attendorn. 19.00 Nachrichten. 19.10 Lustiger Streifzug durch westdeutsche Vergnügungsstätten. 21,00„Karneval Kehraus!“, Melitta Wittenbecher (Sopran): Rasph Maria Siegel(Gesang): Andries und Alions Walter an zwei Klavieren; Gverle singt Karnevalslieder: Das Musikkorp## des Inf.=Rats. 77; Das Kölner Rundsunkorch. datwischen: 15 Nachrichten. 0.40— 1,00 Austlang de Domänenland für bäuerliche Siedlung Der größte Flottenhaushalt seit 1919 Bisher 30 v. H. des preußischen staatlichen Grundbesitzes der bäuerlichen Siedlung zugeführt 7 Die Aufgaben des staatlichen Grundbesitzes Berlin, 26 Febr. Auf Einladung des Reichs= und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft fand im Reichsernährungsministerium in Berlin eine Tagung der Leiter der landwirtschaftlichen Abteilungen bei den Regierungen über Fragen der preußischen Staatsdomänen=Verwaltung statt. Einleitend sprach Staatssekretär Willikens grundlegend über die Aufgaben des staatlichen Grundbesitzes im nationalsozialistischen Deutschland. Gerade der nationalsozialistische Staat der nach seinem Grundsatz über die Verbindung von Blut und Boden die Einflußnahme auf agrarpolitischem Gebiet für eine der wichtigsten Verwaltungsaufgaben ansieht, könne eine zielbewußte und zu wichtigen Aufgaben einsatzbereite Verwaltung des staatlichen Grundbesitzes nicht entbehren Es sei jetzt die Stunde gekommen, um der Domänenverwaltung eine neue Grundlage auf lange Sicht zu geben. Allem voran müsse der große Gedanke des Dienstes an der Volksgesamtheit stehen. Die Zeiten sind vorbei wo sich die Domänenverwaltung nur als Verwalter fiskalischen Eigentums gefühlt habe, um dem Staat eine möglichst ergiebige Einnahmequelle aus seinem Grundbesitz zu schaffen. Der Hauptzweck der Domänenverwaltung könne nicht mehr darin liegen, dem Staat einige Millionen zuzuführen. Dies bedeute natürlich nicht, daß der heutige Staat auf einen angemessenen Gegenwert seines Grundbesitzes verzichten darf. Der rein fiskalische Gesichtspunkt einer bestmöglichen Verwaltung des Grundbesitzes im privatwirtschaftlichen Sinne, der früher oftmals im Vordergrund stand, müsse heute hinter den großen Aufgaben zurücktreten, die die staatliche Grundbesitzverwalrung im Dienst der Volksgesamtheit zu erfüllen habe Wenn heute Erzeugungssteigerung um jeden Preis das Gebot der Stunde sei, dann müsse die Pachtzinsleistung für die Staatsdomänen und Streugrundstücke so bemessen ##sein, daß die Pächter diesem Ruf ohne wirtschaftliche Gefährdung voll und ganz nachkommen können. Wenn ferner die Neubildung des deutschen Bauerntums zur Erhaltung und Vermehrung des Blutquells der Nation im Vordergrund der nationalsozialistischen Agrarpolitik stehe, müsse die Domänenverwaltung die Verwirklichung dieses Ziels nach besten Kräften fördern helfen. Sie müsse, wo es nötig ist, ihren Grundbesitz hergeben, nicht zu Preisen nach kapitalistischen Grundsätzen, sondern nach der tragbaren Siedlerrente, die allen die Ansetzung wirtschaftlicher gefestigter Bauernsamilien verbürge. In Ergänzung der grundsätzlichen Rede des Staatssekretärs wurden sodann die Aufgaben der Staatsdomänen=Verwaltung auf Grund von Referaten der zuständigen Referenten des Ministeriums im einzelnen herausgestellt und erörtert, dabei kam insbesondere klar zum Ausdruck, daß die verpachteten oder selbst bewirtschafteten Staatsdomänen vorbildlich in der Erzeugungsschlacht, aber auch in sozialer Hinsicht zu sein hätten. Ferner wurden die Wege erörtert, auf denem der staatliche Grundbesitz der Neubildung deutschen Bauerntums zu dienen hat. In diesem Zusammenhang wurde mitgeteilt, daß die Preußische Domänenverwaltung seit 1933 der bäuerlichen Siedlung neben 11 Kögen und beträchtlichen Flächen an Streubesitz und Mooren 95 Domänen oder insgesamt rund 50000 Hektar zugeführt hat. Seit Bestehen des Reichssiedlungsgesetzes sind etwa 30 Prozent des preußischen staatlichen Grundbesitzes der bäuerlichen Siedlung zugeführt worden. Hinsichtlich der Nutzung der staatlichen Streugrundstücke wurde festgestellt, daß diese in erster Linie den landwirtschaftlichen Kleinbetrieben, dann aber auch den wirtschaftlich schwächeren Volksgenossen zu überlassen seien, um ihre Lage zu verbessern und ihnen zum sozialen Aufstieg zu verhelfen. Im weiteren Verlauf der Tagung. die am 26. Februar ihren Abschluß findet, werden auch Fragen der Schaffung eines neuzeitlichen Pachtwesens. der Zusammenarbeit mit dem Reichsnährstand, des Bauwesens und sonstige aktuelle Probleme der staatlichen Grundbesitzverwaltung behandelt. Englands Geerüstungen Ausgabensteigerung auch für das Heer London, 26. Fedr. Wie der Flottenkorresvondent des „Dailv Telegraph“ voraussagt, wird der englische Flottenhaushalt für 1938. der Anfang nächsten Monats im Parlament eingebracht wird. erheblich höher sein als der von 1937, der rund 105 Millionen Pfund auswies. Der neue Flottenhaushalt werde überhaupt der größte Flottenhaushalt seit 1919 sein. Bei den einzelnen Positionen erwarte man starke Ausgabensteigerungen für Neubauten. für die 1937 rund 29 Millionen ausgeworfen wurden, ferner für die Besatzungen, die gegenwärtig insgesamt 112000 Mann zählten, und dann in bezug auf die Beschaffung von Rüstungskeilen, Geschützen. Granaten. Torpedos usw., wofür im vergangenen Jahre rund 13.4 Millionen Pfund aufgewendet wurden. Im neuen Haushaltsjahr werde voraussichtlich für die Luftwaffe der Flotte eine Sondersumme bewilligt werden, während im vergangenen Jahr die Finanzierung der Marine. luftwaffe noch durch das Luftfahrtministerium erfolgte. Das Bauprogramm für Schlachtschiffe und Kreuzer. so fügt das Blatt hinzu, könne wegen der Ungewißheit bezüglich der japanischen. Bauten zeitweilig aufgehalten oder auf einer provisorischen Basis entworfen werden. Wenn die neuen Schlachtschiffe vielleicht auch größer als die 35 000=To.=Schiffe der König=Georg=V.=Klasse, die man jetzt baue, sein mögen. so werde England doch weiter die Vertragsbegrenzungen auf Kreuzer und andere Schiffsarten beachten, solange diese nicht von irgendeine: anderen Macht überschritten würden. Auch der Haushalt für das Heer wird nach dem „Daily Telegraph“ der höchste seit vielen Jahren sein. Man rechnet damit, daß sich die Gesamtsumme um etwa 100 Millionen Pfund bewegen wird. Die Liste des Grauens: Die Opfer der Ausstellung„Entartete Kunst“ erweitert Uebersiedlung ins Berliner Haus der Kunst Berlin, 25 Febr. Nachdem die Ausstellung entarteter „Kunst“ in München von über zwei Millionen Menschen besucht worden war, wird nun ein Teil der dort gezeigten gemalten und geschnitzten Pamphlete in der Reichshauptstadt im„Haus der Kunst“, Königsplatz 4, ausgestellt. Eine Erweiterung und Ergänzung wurde durch Verrücktheiten geschaffen, die einst das künstlerische Antlitz Berlins repräsentieren sollten: Afterkunst speziell aus den Galerien der Reichshauptstadt von verkommenen Juden, wie Haizmann und Kogan(Kohn). Die vom Gau Berlin der NSDAP. so neu zusammengefaßte Schau wurde nach Motiven, also nach den Parolen des Marxismus gegliedert. Auf die besondere Wirkung dieser Blickrichtung wies Gaupropagandaleiter Wächter die Berliner Vertreter der in= und ausländischen Presse hin, die sich am Donnerstag zu einer Vorbesichtigung im gegenüberliegenden Reichstagsgebäude versammelten; dort soll auch am 26. Fedruar durch Reichskulturwalter Moraller die Eröffnung geschehen. Bevor die Presse hinüberging ins Haus der Kunst, das nun für einige Zeit aus drei Stockwerken voll Verirrung besteht, gab der Direktor der Staatlichen Kunstakademie München. Prof. Hoffmann, einige grundlegende Gedanken mit. Besonders durch einen kurzen treffenden Ueberblick über die Entwicklung des auf einen Wettkampf der Sensationen hinauslaufenden Ausstellungswesens von einst. Dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gehören die Verfertiger der versammelten Kostproben der Unterwelt an. Grünewald, Rembrandt, Thoma, wie eine gewisse Auslandsjournaille wissen will, sind dort nicht zu finden... Das schöne, stille Haus am Königsplatz ist zu einer Lasterhöhle und Schreckenskammer geworden. In der Gruppe I offenbart sich die Barbarei der Techniken mit ihrer Verachtung wirklichen Könnertums in scheußlichen Verzerrungen und einfältiger Stoffwahl. Die Offenbarungen der Religiösität von„Künstlern“ zur Zeit der Republik des Dr. Brüning sind in einer zweiten Gruppe zusammengestellt; höhnischer Hexenspuk und gemeinste Lästerung. In der Gruppe IlI wird der Bolschewismus besonders offen. Mit Hilfe einer künstlerischen Anarchie wird hier versucht, Politik zu machen. Diese Tendenzen setzen sich fort in einer vierten Gruppe, wo in der Technik etwa von Karussellschildern blutrünstige Gemälde soldatischen Mut, soldatische Tapferkeit und Einsatzbereitschaft erdrücken sollen. Massengräber, Kriegskrüppel, Wüstlinge in Uniform, mit orientalischer Raffinesse hingesudelt. In der Gruppe V sieht man auf die vornographgeschmückten Wände eines Bordells und sogar hier noch wird„Politik“ von den„Künstlern“ getrieben. Abtötung des Rassebewußtseins beabsichtigten jene primitiv hingehauenen Bilder und Plastiken, welche in einer sechsten Gruppe zusammengestellt wurden: nach der Dirne als dem sittlichen Ideal begegnen wir hier dem Farbigen als rassischem Ziel. Weitere Gruppen zeigen eine Abart der rassischen Ziele, wie sie einst zu Zeiten Stresemanns betrieben wurden: das Ideal des Idioten und Paralytikers. Hier gibt es wahrlich Porträts, gegen welche die ersten geschichtlich bekannten Versuche der Menschendarstellung in steinzeitlichen Höhlen reise Meisterwerke sind. Und gerade diese Sudeleien erzielten Riesenpreise aus den Steuergroschen des deutschen Volkes! Ein achter, kleinerer Raum, der ausschließlich einem Extrakt des Judentums geweiht wurde, umfaßt Wüstenträume, aus denen nicht nur Verworsenheit, sondern vor allem eine Frechheit schreit, die siedendheiß werden läßt. Den Wahnsinn in Höchstkultux können dann die Besucher der Ausstellung in einem letzten Raum Gruppe IX bewundern. Hier erkennt man zwar überhaupt nicht mehr, was dargestellt wird. Ob diese Bilder aus dem Inhalt von Mülleimern hergestellt wurden oder aus drei, vier Kilogramm Oelfarbe pro Quadratmeter, ist egal. Wenn das das innere Erleben jenes Staates von Weimar ist, dann fragen wir uns, wie es möglich war, daß er 14 Jahre lang existierte. Nicht einmal die Kranken der Psychiatrischen Klinik in Heidelberg, deren Wahnsinnsschöpfungen zum Vergleich ausgestellt wurden, kamen auf solch vollendet irrsinnige Ideen wie die Herren Radziwill, Groß, Kirchner, Nolde, Dix, Schmidt=Rottluf, Freundlich, Klee und Genossen! Oesterreichische Presseverordnungen Wien, 26. Febr. Die amtliche„Wiener Zeitung“ veröffentlicht am Samstaa eine Reihe von Presseverordnungen, deren wichtigste Bestimmungen in§ 1 wie folgt zusammengefaßt sind: Wer vorsätzlich oder grob fahrlässig durch den Inhalt eines Druckwerkes den inneren Frieden oder die zwischenstaatlichen Beziehungen Oesterreichs zu einem anderen Staat ernstlich gefährdet, begeht eine Verwaltungsübertretung und wird unbeschadet einer allfälligen strafgerichtlichen Ahndung von der Bezirksverwaltungsbehörde im Amtsgebiet einer Bundespolizeibehörde von ihr mit einer Geldstrafe bis zu 2000 Schilling oder Arrest bis zu drei Monaten bestraft. In§ 2 heißt es ferner, daß bei wiederholten Verstößen gegen diese Bestimmungen die Bewilligung zur Herausgabe der Zeitung für eine bestimmte Zeit oder für dauernd entzogen werden kann. Menschen, die das Schicksal zwingen Roman von Hans Heuer(Nachdruck verboten) 36. Fortsetzung. Robert Ilgner stand diesem wilden, ursprünglichen Gefühlsausbruch völlig rat= und hilflos gegenüber Mädchen in Charrys Alter hatte er schon diel Glutvolle Liebesbriefe, wirres, dummes, kindlich=kind Gestammel, flatterten auf rosa= und andersfar A###vier zu Hunderten in sein Haus. Bei Veranstalt umdrängten sie ihn mit Autogrammbitten, bestürmte um eine Zeile— ja, einmal war so ein liebes, du Ding auf unerklärliche Weise ins Filmatelier am hügel eingedrungen und hatte ihn in seiner Garde überfallen, wollte nichts weiter als einen Kuß von Il — einen einzigen Kuß. Aber einer solchen Situation hatte er noch nie übergestanden. Daß ein blutjunges, blühendes Mädchen hierher um ihm in zusammenhanglosen, aber doch nur zu ständlichen Worten zu sagen, daß es ihn liebe, daß wenn man das Gewirre richtig deutete— ohne ihn mehr leben zu können meinte... Ihn erschütterte dies hemmungslose Sich=ihm=entge wersen, er wußte nicht sofort, wie er Charry zur Vern bringen sollte. Backfischschwärmere:“ Ausartend in überschäu Sinnlichkeit, weil der tägliche Umgang mit ihm vorstellungen erweckte, die ihr ungebärdiges Temp ment nicht mehr überwand? Er nahm ihre Hände und drückte sie sanft herad. Sah sie an und erkannte das Brennen in ihren Augen. Herrgott, das ging doch nicht! Er konnte dieses liebe. kleine Mädel doch nicht heiraten! Charry!“ sagte er leise.„Jetzt sei einmal vernünftig. Kinderl— schau, es tut mir leid, daß ich mich so wenig mit dir abgegeben habe, und ich gelobe dir, es soll in Zukunft anders werden!“ Er sprach absichtlich in dieser etwas überschwenglichen Form, weil er am ehesten beruhigenden Einfluß davon erhoffte.„Aber. schau mal. Kinderl, so wie du dir das denkst, geht es a net Du bist ein nettes kleines Mädel mit einem goldenen Herzen— und ich— schau, ich kenne Rita schon sechs Jahre—“. Er merkte mit jedem Worte, das aus seinem Munde kam, wie falsch er die Sache anfaßte, merkte, wie die Spannung in den Augen erlosch und sie ihre Hände aus den seinen ziehen wollte. „Geh jetzt nach Hause, gelt? Es ist ja net so schlimm.“ Nun stand sie vor ihm mit schlaff herabhängenden Armen und sah an ihm vorbei. Sie hörte kaum, was er sagte. sie hörte nur eins mit unerbittlicher Klarheit: Er will wirklich nichts von mir wissen— er liebt mich nicht, ich bin ihm gleichgültig— er liebt Rita— er denkt nur an sie. nach Hause bringen?“ fragte er und warf die Uhr. Es ging eigentlich nicht— er enommen, schon im Theater sein. e den Kopf. e, ich geh schon allein!“ sagte sie, und ihre seltsam heiser und gebrochen. be sie ihn bereits vergessen, schlich sie zur hr nach, hielt sie noch einmal an, hob mit inn und zwang sie so, zu ihm aufzusehen. leer, ohne Glanz. ir noch bös'?“ te wieder nur den Kopf. Haus. Und was eben war, behalten wir ahr?“ ihr mit diesem Versprechen alles leichter zu atte doch gleichzeitig das unangenehme Ger ganzen Sache sehr ungeschickt benommen ne Gruß, ohne sich noch einmal nach ihm Verließ das Haus und wanderte durch die ein Mensch, dem es ganz gleich ist, wohin Beg führt. ner fühlte sich nicht unbedingt wohl in seiner Haut. Am liebsten wäre er ihr nachgeeilt, um sie nicht allein nach Hause gehen zu lassen— aber die große Standuhr schlug und erinnerte ihn daran, daß er keine einzige Minute zu verlieren habe. Während er sich sonst umzukleiden pflegte vor der Fahrt ins Theater, fuhr er heute so, wie er gerade war. Ueberlegte während der Fahrt, ob es wirklich richtig sei. Rita den Besuch Charrns zu verheimlichen. Gemeinsam konnte man beraten, wie man das arme Kind in Zukunft zu behandeln hatte, um es zu kurieren. Und kam zu dem Entschluß. es der Freundin doch zu sagen. Rita mußte im Bilde sein, um danach ihr Verhalten Charry gegenüber einstellen zu können. Charry brauchte ja nichts gavon zu wissen. Nachfolgend setzen wir die Veröffentlichung des Tatachenmaterials über die Morde der GPU. fort. nI. Polen. 10. 11. 1937: Dawtian. Botschafter in Warschau. abberufen und verschollen. Seine Frau Maksakowa wurde am 6. 12. 1937 als verhaftet gemeldet. Laut Aussage des geflüchteten Sowietgesandten Barmin ist D. erschossen: Alexandrow. Presseattachee in Warschau, abberufen und seither verschollen: Postnikow. Taß=Vertreter in Warschau, abberufen und seither verschollen; Barabanow. Militärattachee, abberufen und verhaftet: 13. 2. 1938: Winigradow. ebem. Gesandtschaftsrat in Bukarest, später Geschäftsträger in Warschau, abberufen und in Moskau hingerichtet. IV. Deutschland. 10. 6. 1937: Krestinskij. ehem. Botschafter in Berlin. väter stellvertretender Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, später für Justiz. Anfang Juni abgesetzt („Morning Post“ v. 10. 6. 37) und seither verschollen. Juni 1937: Jureneff. Botschafter in Berlin, abberufen und verhaftet; seither verschollen. Laut Aussage des geflüchteten Sowjetgesandten Barmin ist I. erschossen worden: 24. 1. 1938: Nevomnjaschtschit. Leiter der sowietrussischen Handelsvertretung in Berlin, abberufen und verschollen. V. Spanien. 20. 2. 1937: Rosenberg. Botschafter in Madrid. abberufen und verhaftet(„Morning Post“ v. 10. 6. 37). Laut Aussage des geflüchteten Sowjetgesandten Barmin ist R. erschossen; 21. 6. 1937: Antonow=Owseienko. Generalkonsul in Barcelona. abberufen und erschossen: 19. 2. 1938: Kogan. Generalkonsul in Tarragona. verübte Selbstmord, da er von GPl=Agenten aufgefordert wurde, in„besonderer Mission" nach Moskau zurückzukehren. VI. Estland. 11. 11. 1937: Ustinow. Gesandter in Estland. unter rätselhaften Umständen„an Herzschlag“ gestorben: 27. 1. 1938; Petrowskii, ehem. Gesandter. verschollen; Stark. Gukowskii. Handelsvertreter in Reval. abberufen und in Moskau erschossen. VII. Lettland. 30. 11. 1937: Brodowskii. Gesandter. abberufen. Observer“ meldet am 12. 12. 1937 seine Hinrichtung: 21. 1. 1937: Pochwalinskis. Gesandtschaftssekretär. abberufen und verschollen. Vinl. Litauen. 10. 12. 1937: Podolskij. Gesandter, abberufen.„Observer“ meldet am 12. 12. 1937 seine Hinrichtung. IX. Finnland. 20. 11. 1937: Jwanow, Militärattachee, verhaftet und verschollen. 23. 11 1937: Abmus. Gesandter. abberufen und verhaftet.„Observ., von. 12. 12. 1937 meldet seine Hinrichtung: 8. 1. 1938: Briskin, Hande######rtreter, abberufen und verschollen. XI. Belgien. 24. 1. 1938: Rubinin, Botschafter. abberufen und verschollen X. Italien. 10.12. 1930: Lewin. Erster Sekretär der Botscheft in Rom. plötzlich unter geheimnisvollen Umständen gestorden. vermutlich durch GPl=Agenten getötet(„„Ruly"). XII. Ungarn. 5. 1. 1938: Beksadian. Gesandter. abberufen und der ungarischen Presse zufolge hingerichtet. XIII. Griechenland. 29. 4. 1937: Kobetzkij. ehemaliger Botschafter. in Moskau unter geheimnisvollen Umständen gestorben. XIV. Türkei. 2. 11. 1937: Karskij. Botschafter, abberufen und verschollen: 20. 12. 1937: Karachan, Botschafter(früher in China), erschossen(„Prawda“). Und Frauen kennen sich in einer solchen Lage immer noch besser aus als ein Mann. Vor der Vorstellung hatte er keine Gelegenheit mehr, mit ihr zu sprechen. Er stand fast von Anfang an auf der Bühne. Erst in der kurzen Pause vor dem zweiten Akt hastete er in ihre Garderobe, schickte Therese, die ob dieser Ausschaltung ein wenig böse schien, hinaus und berichtete Rita kurz. was sich in seiner Wohnung abgespielt hatte. Rita lauschte wortlos. Und schwieg, auch als er schon zu Ende war mit seinem Bericht. „Was tun wir?“ drängte er. Sie saß mit den Händen im Schoß. „Ich weiß es noch nicht,“ sagte sie langsam, und er merkte, daß Tränen in ihren Augenwinkeln zitterten. „Das ist so furchtbar, so unfaßlich, ich finde mich da noch nicht zurück. Und es steht so ganz im Gegensatz zu dem, was ich glaubte—“ „Was glaubtest du?“ „Ich bemühte mich dauernd. den wahren Grund ihrer Veränderung zu finden. Und einmal, es ist schon einige Wochen her, glaubte ich, ihn erkannt zu haben. Damals hatte es den Anschein, als sei sie auf dich eifersüchtig, als wolle sie nicht dulden, daß du— daß du dich in unser Leben drängtest. Es klang so, als hasse sie dich, weil du—“ Er schritt ein paarmal auf und ab. Zuckte die Achseln und blieb wieder stehen. „Kenn sich einer bei euch Frauen aus! Mit 16 Jahren fangt ihr schon an, euch in Rätselhaftigkeit zu hüllen. Erst hat es den Anschein, als hasse sie mich und dann—“ „Od man sie vielleicht auf ein paar Wochen irgendwohin schickt?“ „Das war so früher die Methode. um ungeratene' Töchter zu kurieren. Hier liegt der Fall, meine ich, ein wenig anders,“ sagte er. „Ich werde nochmals versuchen, mit ihr—“ „Um Gotteswillen! Sie darf net wissen, daß ich dir das erzählt hab— das wär grundsalsch. Ich halte das ganze noch immer für eine Schwärmerei, die sich von selbst verliert. Vielleicht grad jetzt nach der Enttäuschung. die ich ihr bereitete!“ Er hob die Arme in nicht ganz echter Verzweiflung.„Aber es kann doch niemand verlangen, daß ich mich der Verirrung eines 17jährigen Mädchens zuliebe opfere!“ „Es ist in der augenblicklichen Lage schwer, mit ihr fertig zu werden. Ich glaube, sie hat mehr von ihrem Vater im Blut, als es auf den ernen Blick erscheint. Ihr Sschfeftbeißen—“ XV. China. 17. 12. 1936: Bogomolow. Botschafter, abberufen und verschollen. Laut Aussage des geflüchteten Sowjetgesandten Barmin ist B. erschossen. XVI. Japan. 25. 9. 1937: Rink. Militärattachee, abberufen und erschossen. U. Nicht zurückgekehrte Diplomaten Liste der Sowjetdiplomaten, die sich durch Verweigerung der Rückkehr in die Sowjetunion vor der GPU. gerettet haben. Dezember 1929: Bessedowski. Botschaftsrat in Paris. vor der GPU. geflohen:.„ 6. 4. 1930: S. Dmitrijewsky. Legationsrat in Stockholm. von GPl=Agenten mit Revolver bedroht, weigerte sich, in die Sowjetunion zurückzukehren: 3. 7. 1930: Agabekow. mit wichtigen Auslandsmissionen betraut, bedeutender Funktionär der GPU., besonders in der Türkei. Griechenland usw. tätig. kam 1930 nach Paris und erklarte. nicht nach Moskau zuruckteyren zu wollen. 4. 7. 1930: Kuljarow. Botschaftsrat in Afghanistan. ging nach Persien und erklärte, nicht zurückkehren zu wollen. 15. 8. 1937: Zafermann. Leiter der Einfuhrabteilung der sowietrussischen Handelsvertretung in Paris. telegraphisch nach Moskau zuruckverufen. verweigerte Rückkehr. 21. 10. 1937: Kliawin, erster Sckretär der sowietrussischen Gesandtschaft in Reval, auf Aufforderung nicht nach Moskau zurückgekehrt. 12. 12. 1937: Barmin. Gesandter in Atben. nach Paris geflohen. B. war über die Waffenlieferungen der Sowjetunion nach Spanien gut unterrichtet. 15. 12. 1937: Kriwitzki. Vertreter des Oberkommandos der Roten Armee. leitete von Paris aus die Bestellungen und den Ankauf von Kriegsmaterial für die Rote Armee. Er weigerte sich, nach Moskau zurückzukehren. 12. 1. 1938: Ostrowski. Gesandter in Bukarest. abberusen. Anfang Februar ging er nach Wien und vermutlich nach der Schweiz weiter 17. 2. 1938: Budenko. Geschäftströger in Bukarest, flieht vor den GPU=Agenten und bringt sich in Rom in Sicherheit. 18. 2. 1938: Sobolew. Vize=Admiral der Roten Flotte, Marineattachee in Istanbul. Marineattachee in Stockholm. flüchtete 1930 nach Hamburg und später nach Brüssel. wo am 18. 2. 1938 ein Mordanschlag auf ihn verübt wurde. Aus der Sowjetmißwirtschaft 274 Millionen Rubel Verluste eines Volkskommissariats. Moskau. 26. Febr. In der„Prawda“ veröffentlicht die stellvertretende Vorsitzende der Sowjetkontrolle, Salking. einen Artikel, der aufsehenerregende Entbüllungen über die Zustände bringt, die in der sowjetrussischen Schiffahrt herrschen. Aus ihm erfährt man, daß infolge der Faulheit und der Interessenlosigkeit, mit der das Kommissariat für die See= und Binnenschiffahrt arbeite, zum 1. Januar 1938 nur noch 21 v. H. aller Sowjetschiffe registerfähig gewesen seien. Das Kommissariat verbrauche ungeheure Zuschüsse, sei aber nicht in der Lage, seine Wirtschaft in Ordnung zu bringen. Allein im Jahre 1937 habe es Verluste in der außerordentlichen Höhe von 274 Millionen Rubel gehabt. Ferner benötige das Kommissariat zur Durchführung der Schiffsreparaturen Jahre. Doch müßten die Schiffe auch dann immer von neuem repariert werden. Schließlich weist die Verfasserin darauf hin, daß von den Sowjets zahlreiche gesunkene Schiffe gehoben worden seien, obwohl es besser gewesen wäre, wenn man sie auf dem Ilgner kam wieder und beruhigte sie. Es sei nicht weiter verwunderlich, daß das„Kinderl“ noch nicht zu Hause sei. Vielleicht sei sie es auch und melde sich nicht, weil sie in der augenblicklichen Stimmung von nichts und niemand etwas wissen wolle. Ilgner brachte Rita im Wagen zu ihrer Wohnung, wartete unten. wollte— wenn alles in Ordnung war— gleich weiterfahren. Sah das Licht aufflammen hinter dem Fenster, sah das Fenster sich öffnen und Ritas Gesicht. Sie winkte ihm zu. 4 Therese kam herunter und schloß die Haustür auf. „Na?“ fragte er gespannt. „Sie is no net da!“ knurrte die Alte, beinahe mißbilligend. als mache sie niemand sonst als ihn dafür verantwortlich. Langsam stieg Robert Ilgner die Stufen empor, Das Mädchen hatte hoffentlich— keine Dummkeiten gemacht! Das hätte bei der Geschichte noch gefehlt!„Ich hätt' sie doch lieber nach Haus bringen sollen!“ Rita stand im Korridor mit verzweifeltem Gesichtsausdruck. „Charry ist noch nicht zu Hause!" flüsterte sie, als fürchtete sie sich, was sie dachte, laut auszusprechen. Er zuckte ratlos mit den Schultern. „Ob man die Polizei anruft?" fragte sie ängstlich weiter. „Das hat keinen Zweck. Da fertigt man dich ab— zwei, drei, vier Stunden sind nach Ansicht der Behörde keine Zeit, die zu Befürchtungen Anlaß gibt. Vielleicht ist sie bei irgendeiner Freundin.“ „Sie hat keine Freundinnen— seit Monaten nicht.“ Man muß eben warten. Sie wird schon noch kommen!“ tröstete er sie Sie sah ihn bittend an. „Bleib noch hier— ich halte das nicht allein aus!“ Und sprach dasselbe aus, was er während des Hinaufsteigens gedacht hatte:„Wenn sie nur keine Dummheiten gemacht hat!“ (Fortsetzung folgt.) ** Kleidsame Moden jenseits der 50 man immer nur von Moden für die Jungen und □ Schlanken sprechen? Nein! Wir Frauen jenseits der 50 haben genau so gut ein Recht darauf, gut und kleidsam angezogen zu sein. Allerdings müssen wir mit mehr Vorsicht zu Werk gehen, wenn die beneidete schlanke Linie sich nun beim besten Willen bei uns nicht mehr feststellen läßt. Es heißt auf manches verzichten, was uns absolut nicht kleidet. Aber keine Sorge deshalb. Denn es bleibt genug übrig, was die Frau m vorgeschrittenen Jahren wählen kann. Den betont sportlichen Typ lehnen wir ab. Er setzt schlanke Hüften und schlanke Taille voraus, und das haben wir nun emmal beides nicht. Wir bevorzugen einen garnierten Stil. Aber auch hier halten wir es nicht mit den allzureichen, allzu jugendlichen Falbeln, sondern mehr mit den großzügigen Aufschlägen und den fraulichen Jabots. Lange Linien strecken bekanntlich. Das machen wir uns zunutze, vermeiden überflüssige Querteilungen und sorgen dafür, daß lange Bahnen, längsgeführte Besätze und durchgehende Schnittformen uns schlanker erscheinen lassen. Sürtetlofes Kleih mu Jabottragen für eine ältere Dame. UltraSchnit K 7595 A Getupftes braunes Seidenkleid mit weichen Jadotaufschlägen UltroSchninmuster K 7824 Seichnung: Priedriche Rock und Bhufe für stärkere Figuren. Ultra=Schnitt R 538 und B 2327 Schwarzer Mantel aus Wollgeorgette. Am Kragen Hermelin=Kanin. UltraSchnitt M 2690 Rarneblaues Wollflesd, Weste aus weißem Pitee. Ultra=Schnitt K 7597 Frauenkleid aus reversidler schwarzer Seide. Ultra=Schnitt K 1819 Die„Sprechenden Ullstein-Schnitte“ heißen jetzt: „Sprechende Ultra-Schnitte“ Helle Farben und große Stoffmuster machen dick. Schon ein Grund, uns von ihnen loszusagen. Dafür schließen wir um so innigere Freundschaft mit Schwarz und Dunkelblau, mit Braun und vielleicht noch mit einem sehr gedämpften Auberginerot. Kleine Tupfen und Krawattenmüsterchen tun uns nichts Böses. Auch unauffällige Streifen liegen für uns Frauen von Format durchaus im Bereich der modischen Möglichkeit. Am liebsten find uns die gürtellosen sogenannten Prinzeßkleider. Jede Gürtelform betrachten wir etwas skeptisch. Einige von uns können ihn sich ja noch leisten, andere sparen den Gürtel zumindest vorn über den Magen aus oder begnügen sich mit einem Rückengürtel, der in den Seitennähten endet. Der Halsausschnitt sei spitz. Man sollte nicht glauben, wie das die oft reichlich breite Gesichtsform in die Länge zieht. Und der Armel halte sich in bescheidenen Grenzen. Keine S 8 Einfacher Lau#fmantel, wie ihn jede Frau tragen kann. UltraSchnitt M 2687 * Schneiderar aus Streifenstoff. Ultra=Schnutmuster S 1685 großmächtigen Keulenärmel! Nur in fließenden Seiden wäre ein Bausch am Handgelenk ratsam. Als Mantel ist der schwarze Nachmittagsmantel für uns über jeden Zweifel erhaben. In einem schwarzen Wollgeorgettemantel mit großen weichfallenden Aufschlägen, auf denen zwei weiße Fellchen Hermelin=Kanin sitzen, fühlen wn uns vorbildlich gut angezogen. Das hindert aber nicht, uns daneben noch einen einfachen Laufmantel für unsere täglichen Gänge zu wünschen. Einen Mantel aus schwarzem oder marine Gabardine mit(lose umgelegten!) Ringsgurt und großen Taschen. Diese Form trägt heute jung und alt. Nicht jede Altere oder Stärkere wagt sich an ein Jackenkostüm. Dabei wirkt es stets elegant in schlichter Schneiderform mit Sechsknöpfeschluß. Auch Blusen können ganz unbesorgt getragen werden, soforn sie nur eine frauliche Westenform zeigen. a. 2. CTAATITG K Nicht mehr Ullstein-Schnitte sondern„Gltra“#-#-mneDas ist der neue Name des altbewährten„sprechenden“ Ullstein-Schnitte. InN Rosenmontag— Fastnachtsdienstag Saalbau Anlauf I. d.-Heydt-Str. 47. Varicie— Preiskostümiest. Musik u. Humor in allen Ecken. Eintritt frei. Ennte Untererdung mir Srndlral=Kiemi“, Hotel Schlenkhoff Heute, Rosenmortig karnevalistischer Bunter Abend. 5 .... und heute abend gchi's zum und Beherbero Hofel Schmitz Rahmen der umfassenden Vorbereitungen, die für das diesjährige große Fest der Leibesübungen in Breslau getroffen werden müssen, nimmt die Frage der Unterbringung und Verpflegung natürlich einen besonderen Raum ein. Es ist keine leichte Aufgabe, dieses Problem so zu lösen, daß in den entscheidenden Tagen auch alles klavpt. Jedich auch hier war das Sängerfest ein guter Lehrmeister und die dort gemachten Erfahrungen werden dem Deutschen Turn= und Sportfest zugute kommen. Einer der verantwortlichen Männer, der Leiter der Bezirksgrunne Schlesien für das Gaststätten= und Beberbergungsgewerbe. Stadtrat Klemm, gab in einer Unterredung einen Einblick in die sich aus dem Turn= und Sportfest ergehen uia Mezude Rosenmontagsfeier Jägerhof Der Blinden=Verein Herne erbiktek für nachstehende Mitglieder Aufträge: Kunststickerei und Häckelarbeiten: Aenne Pützer, Schloßstraße 26. Blumen u. Kränze: Wienholt, Steinweg 4; Tel. 512 94. Schreidmaschinenarbeiten aller Art(Abschriften, Gesuche): Okto Busse. Am Westbach 19. Strick. und Häkelarbeiten: Maria Makowiak, Nordstraße 34. Annahme von Reparaturen und Verkaufsstelle Blindenwerkstat: Städtisches Altersheim, Herne Wiescherstraße. Ruf 521 93, sowie bei Wienbolk. Steinweg 7, Ruf 512 94. Blindenwerkstatt des Westfäl. Blindenvereins Ortsgruppe Herne Lies täglich den Herner Anzeiger! Heute, Rosehmonlag und Dienstag haus„hindenburg Niedrige Bierpreise. 40 Verlobten emnfehlen wir uns zur Anfertigung seiner Verlobungskarten und-briefe. Große Auswahl m eleganten Kartons und Papieren. Hocthers& Röttsches Buch- u. Kunstdruckerei 1 Buchhandlung Herm.-Görig-Str. 8, neben dem Postamt Hauptschriftleiker Dr. Leo Reiners, Herne. Stellv. des Hauptschriftleikers Jos Möller. Herne, Verantwortlich für Politik Dr. Arthur Ruppert, Gelsenkirchen; für Kommunalpolitik und Lokales Dr. Leo Reiners, Herne; für Unterhaltung Franz eruns, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möller, Herne; für Anzeigen Josef Röttsches. Herne. Bildverantwortliche: Ressortleiter. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, H.-Göring-Str. 8) nicht an ihre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. I. 38 über 3500— Druck und Verlag Koethers& Röttsches, Herne. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig.— Mengenstaffel E. Gewinnauszug 3. Klasse 56. Preußisch-Güddeutsche (276. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Gem. 16. Ziehungstag In der heutigen 4 Gewinne zu Gewinne zu 8 Gewinne Iu 352664 18 Gewinne zu 121361 137056 68 Gewinne zu 97947 98334 155759 156285 189303 211136 269438 270229 293314 31135 82 Gewinne 21020 23952 4 78470 91532 177392 186042 193374 194739 262484 265956 302476 316163 25. Februar Vormittagsziebung wurden gezogen 10000 AM. 46516 279534 5000 PM. 281505 3000 RM. 133000 211367 228946 2000 RM. 39244 73966 85134 144213 203218 205902 3356 11 1000 RM 8028 8524 42679 53117 119463 130499 140977 145655 158753 161410 173120 184605 218246 220401 233096 268678 270812 276011 276068 281442 314523 342334 348773 396485 500 RM. 2559 7459 10252 12184 031 47624 51949 54579 56121 148279 168894 169684 174009 186783 187456 192000 192341 213816 216290 223675 232706 283740 285773 291407 298526 347903 377854 378842 379431 204 Gewinne zu 300 RM 1975 3069 4315 6166 10086 22754 26642 26920 27541 29036 36510 38048 38760 44329 49172 56496 63211 64178 64741 65707 66275 67658 70382 72767 73181 76058 77160 77577 79616 82604 84029 86678 93887 99465 102610 107578 114740 120044 35019 144899 167991 163607 190298 192766 196328 217120 222717 22297 124495 125698 143089 143728 165885 35538 140197 14060 48798 161931 169674 169610 170384 177860 96696 210221 216164 230821 231703 232628 241772 242626 251050 265379 256129 266539 266634 267734 271907 274489 274866 276083 277546 282656 299487 306358 315908 319497 320003 321709 367419 359977 364744 368903 374149 375009 376226 376400 376433 377069 383085 388.388 389421 394655 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20000 RM. 140402 4 Gewinne zu 10000 MM. 109254 29268 4 Gewinne zu 5000 RM. 6 Gbewinne zu 3000 12 Geminne zu 2000 208306 332038 348766 46 Gewinne zu 1000 RM. 4667 34258 35122" 100606 104592 176684 177538 195257 201640 206.353 241265 269771 298063 327292 336934 365687 374467 110 Geminne zu 500 RM. 431 16920 18415 21536 37580 46127 46326 53653 55207 62429 65886 70045 88186 94020 95153 95206 99945 101749 105250 115447 120169 121572 144060 149975 gar. 65% Calc.-Oxyd frisch eingetroffen, Cir. 1.20 Nicht zu verwechseln mit Kohlens. Kalk oder Mergel. Derselbe kostet Ctr. 0,80 Sägewerk Schlenkhoff Abt. Düngemittel Bochumer Straße 38 4 Stück Schaukästen aus dem Hause Bahnhofstr. 112 sind zu verkauf. Auskunft: Schützenplatz 6. (Büro) Ruf: 50300. (2326) r Ordnungs Sicherheits ngen. Ordentliches nicht über 18 Jahr. für alle Hausarbeit gesucht. Schmerfeld. Wiescherstraße 778 Saubere gesucht. Hafenstr. 54. 69819 278488 243218 25571 113360 170294 21996 109454 34106 147371 21064 337327 150092 176131 156522 192371 157129 200505 313266 395482 152 G 45050 61595 108312 139280 179907 196234 224567 259738 312339 325173 355700 386624 ewinne zu 300 AN 20022 23436 3611 45298 49207 53676 55666 56312 69584 74334 88490 90321 90381 109889 116408 117596 136327 149910 181105 202393 228105 150 1 326902 358194 389980 168439 183723 202629 231150 269464 317207 333267 360355 398418 172263 183767 247723 283726 31886 360706 399555 176794 85952 215737 218656 285175 319406 318806 366767 nierberg 4-ZimmerWohnung zu vermieten. 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