Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebeacht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzettungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1901. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger 7 Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöhe 4 Pf., im Cextteil 25 Pf.; Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Sisser= und Auskunstsgebühr 25 Pf.; Fernsprecher: Gammel=Nummer 52541" Drahtanschrift: Anzeiger Horue. Nr. 37(Erstes Blatt) Mittwoch, den 9. März 1938 33. Jahrgang Streiflichter Gedächtniskünstler im Schauprozeß Früher traten in Jahrmarktsbuden Leute auf, die behaupteten, hellsichtig zu sein oder ein phänomenales Gedächtnis zu besitzen. Es waren harmlose Figuren, waren unterhaltsame Programmnummern, und keiner glaubte ihnen. Alle Jahrmarktsscherze, aber auch alle ernsthaften Gedächtnisexperimente werden übertroffen durch die„Gedächt2gsrunstler“ im Moskauer Theaterprozeß. Da iot es Zeugen, die sich zwanzig Jahre zurückerinnern können wie normale Menschen zwanzig Tage. Ganze Gespräche, die damals stattgefunden haben sollen, werden im Stegreif Wort um Wort zitiert. Bucharin, der Hauptangeklagte, soll damals die Ermordung Lenins geplant haben. Um ihn zu„überführen“, müssen die kommandierten Zeugen Einzelheiten berichten. Wie wäre es, wenn ein Weltkongreß der Pathologen nach Moskau einderufen würde, der diese für die Forschungsinstitute reifen Zeugen untersuchen könnte? Aber die Tragik ist darin zu sehen, daß alle diese Zeugen reif für den Henker oder für das Irrenhaus sind. Die Anwesenheit der Pathologen in Moskau ware freilich dringend notwendig, um die jetzigen Machthaber im Kreml auf ihren Geisteszustand zu untersuchen. Die alte Geschichte von dem Menschen, der auszog. das Grauen zu lernen, kann nun mit etlichen Veränderungen erzählt werden: Es war einmal eine Zeit, da glaubte kein französischer Volksfrontführer, was aus dem Reiche des roten Zaren an furchtbaren Greueln berichtet wurde. Zehntausende wurden hingeschlachtet. Unschuldige aufs grausamste gesoldert. Kirchen insam entweiht. Botschafter und Marschälle wurden wie Gewohnheitsverbrecher irgendwo umgebracht. Es wurde überhört und nicht geglaubt. Erst das Uebertheater im Theaterprozeß während des März 1938 brachte sogar den Volksfrontführer Leon Nium zum Nachdenken. Er hat nun das Grauen„cfernt“. Er müsse an sich halten, um seine Empörung nicht hinauszuschreien, schreibt er jetzt! Alle. die das Sowjetsystem längst durchschaut haben. wundern sich ihrerseits über jene, die erst heute das Zweiseln lernen und dabei den unglaublichen Gedankenvorbehalt machen, es sei trotz allem noch eine offizielle Freundschaft mit Moskau möglich. Der heute vorliegende Prozeßbericht muß alle Vorbehalte hinwegiegen. So ist die Wirklichkeit: Es sind Verbrecher. die in der seltsamen Lage sind, die höchsten Richter ihres Landes zu sein. Sie entsenden Botschafter und schließen Pakte ab. Das Regime besteht nach eigenen Aussagen aus Verbrechern und Giftmischern. Ihr größter Dichter wird vergiftet, so sagen sie selbst. Es müßte ein Kongreß von Pathologen nach Moskau berufen werden. Vorher aber müßte ein Serum gegen die Plauderdroge und gegen die Begriffsstutzigkeit der Volksfrontleute erfunden werden. Die Krise in Nordafrika In Paris zeigt man wieder ernstere Sorgen um die Entwicklung der Lage in Algerien, wo der Rücktritt fast aller Bürgermeister und der algerischen Generalräte, der im Laufe des Montag gemeldet wurde. wie ein Warnungssignal wirkt. Der in diesen Tagen neu zum Ausbruch gekommene Streit dreht sich um die vielerörterte Frage der Verleihung des französischen Staatsbürgerrechtes an algerische Eingeborne, die zuerst unter der ersten Volksfrontregierung Leon Blums ausgeworfen worden ist. Die in Nordafrika lebenden Franzosen aber erklärten, daß die vorgesehene Maßnahme eine schwere Schädigung des französischen Prestiges und der französischen Autorität in Nordafrika zur Folge haben würde und gudem die Eingeborenen selbst in die innenpolitischen Kämpfe Frankreichs mit hineinziehen würde. Das Ergebnis der Beratungen war, daß der ursprüngliche Antrag sogar soweit erweitert wurde, daß durch die Neufassung der Bestimmungen die Zahl der bevorzugten Algerier von 20000 auf etwa 200 000 ansteigen würde. Das Bekanntwerden dieses Beschlusses hat in Nordafrika en allen französischen Kreisen einen lebhaften iderstand ausgelöst und zugleich auch in den musel#ranischen Kreisen temperamentvolle Auseinandersetzunzeu dervorgerufen. Die Lage in Algerien wurde also durch diesen Beschluß des Kammerausschusses neuerlich verschärft. und man mußte annehmen, daß die ganzen Auseinandersetzungen zu irgendwelchen politischen Folgen führen würden. Tatsächlich wird nunmehr ein Massenrücktritt der französischen Bürgermeister und Gemeinderate in ganz Algerien sowie der algerischen Generalräle gemeldet. Ausschlaggebend für den Rücktrittsbeschluß ist die Haltung des französischen Innenministers Sarraut gewesen. In einer Mitteilung, die die französischen Vertreter Algeriens der Presse zukommen ließen, versichern diese, daß sie nach wie vor bereit seien, die Eingeborenen „in die große französische Familie aufzunehmen". aber nur unter der Bedingung, daß die Erwerbung des französischen Bürgerrechtes und der französischen Staatszugehörigkeit auf der anderen Seite auch die volle Unterwerfung unter alle französischen Gesetze bedeute. Gegen eine solche Forderung erhebt sich aber jetzt bereits ein Protest sturm der Muselmanen: denn diese Unterwerfung unter die französischen Gesetze würde bedeuten, daß die Bestimmungen des Koran durch den Code Zivil ersetzt werden müssen, was natürlich bei der ganzen religiösen und politischen Einstellung der Muselmanen als ausgeschlossen erscheint. Schwere Erdbeben in San Salvador San Salvader, 8. März. In den letzten Tagen ist die Stadt Ahnachavau von einem schweren Erdbeben und Unwettern heimgesucht worden. Zahlreiche Häuser. darunter auch das Arankenhaus der Stadt, sind einstürzt. Eine große Zahl von Einwobnern sind durch die einstürzenden Hauswände verletzt worden. Dramatische Szenen in Schauprozeß Der ehemalige GPU.=Chef Jagoda im Verhör 7 Der Arzt Lewin beschuldigt ihn der grauenhaftesten Verbrechen Jagoda widerruft und nach der Pause„gesteht“ er Moskau. 8. März. Die Montagabend=Sitzung im Moskauer Theaterprozeß stand weiter im Zeichen energischen Widerstandes Bucharins gegen die Bezichtigungen des Staatsanwalts. Während die Ankläger größtes Interesse bezeugten, gemäß der Anklageschrift die terroristische antibolschewistische Tätigkeit der Todeskandidaten berits im Jahre 1918 beginnen zu lassen, ließ sich Bucharin nicht beirren. Vier Stunden lang entrollte die Gerichtsverhandlung ein eigenartiges Bild der Cliquenkämpfe zwischen„linken" und„rechten“ Kommunisten, die in den ersten Jahren nach der bolschewistischen Revolution hin= und hergingen. Bucharin verlangte dann, einige Fragen an die Zeugen stellen zu dürfen. Bereits seine erste Frage rief aber die lebhafte Mißbilligung des Gerichts hervor, denn er legte damit den Finger auf eine wunde Stelle der Parteigeschichte. Der Vorsitzende wies seine Frage als nicht zum Prozeß gehörend zurück. Darauf antwortete Bucharin bissig:„Und was hat der gegenwärtige Prozeß mit den Angelegenheiten der linken Kommunisten aus dem Jahre 1918 zu tun?" Auch die weiteren Fragen Bucharins, die sich auf die damaligen Machtkämpfe bezogen, lehnte das Gericht ab. Nun ließ der Sowjetanwalt weitere„Zeugen" aufmarschieren, darunter den ehemaligen Vizepräsidenten der Moskauer Tscheka, Manzew, sowie den ehemaligen Sowjetesandten in Stockholm, Ossinski. Alle diese Zeugen beinden sich seit langer Zeit in Haft. Obwohl die in Frage stehenden Vorgänge 20 Jahre zurückliegen, wollen sich sämtliche„Zeugen“ genau an alle Einzelheiten ihrer Gespräche mit Bucharin erinnern können. Alle sind sich darin einig, daß Bucharin im Jahre 1918 eine Verschwörung gegen Lenin und Stalin sowie Swerdlow angezettelt hat mit dem Ziel, diese zu morden. Der ehemalige Tschekahäuptling Manzew erweist sich dabei als ein besonders„brauchbarer“ Zeuge. Auf„Bucharin aber machen die Aussagen dieser „Zeugen“ gar keinen Eindruck; er bestreitet ihre Behauptungen, daß er Lenin damals nach dem Leben getrachtet habe, ganz kategorisch. Mit der Dienstagverhandlung beginnt ein neuer Abschnitt des Moskauer Prozesses, der Komplex Volksfrontführer sser Schauprozeß Sogar Leon Blum möchte„seine Entrüstung laut in die Welt schreien“ Paris, 8. März. Am heutigen Dienstag beschäftigt sich der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Frankreichs und ehemalige Ministerpräsident Leon Blum im marxistischen„Populaire“ mit dem Moskauer Prozeß. Aus seinen Ausführungen geht hervor, daß ihm tagelang vor Entsetzen vor den Moskauer Vorgängen die Sprache weggeblieben ist. Heute aber hält er sich nur mit Mühe davor zurück, wie er selbst bekennen muß,„seine Entrüstung laut in die Welt hinauszuschreien“. Wenn er nicht so sehr schon in der kommunistischen Zwangsjacke steckte, würde er sicherlich noch deutlicher werden. So aber bemerkt er, sich gewissermaßen vor den kommunistischen Volksfrontgenossen entschuldigend, unter Anspielung auf gewisse Vorwürfe dieser Seite:„Warum will man uns zwingen zu einer Wahl zwischen einem gefährlichen Wort und einem schändlichen Stillschweigen?“ Im einzelnen sagt Leon Blum, welche Bedeutung man den verschiedenen Aussagen in Moskau auch beimessen möge, so stehe doch fest, daß Männer, die vor einigen Monaten noch zu den größten der sowjetischen Geschichte zählten. Taten zugegeben haben, die sich die Vernunft zu glauben sträube, und die sich ebenso wie in den vorhergegangenen Prozessen an einer tasächlichen materiellen Unmöglichkeit stoßen. Er, Blum, habe wohl das Recht, zu behaupten, daß die Wahrheitswidrigkeit dieser Aussagen zumindest moralisch erwiesen sei. Unter Bezugnahme auf die verschiedenen Dementis, die von einzelnen Personen, besonders in Frankreich, den Aussagen Krestinskis entgegengesetzt wurden, erklärt Blum, er zögere keinen Augenblick, bei diesen verschiedenartigen Erklärungen den Dementis allein Glauben zu schenken. Er halte sich nur mit Mühe davor zurück, seine Entrüstung laut in die Welt hinauszuschreien. In der gleichen Nummer des„Populaire“, aber an anderer Stelle, gibt Leon Blum erneut seiner„Betrübnis und feinem Entsetzen“ über den Moskauer Prozeß Ausdruck. Wie sein marxistischer Gesinnungsgenosse in Belgien, Vandervelde, so glaubt er trotz der Moskauer Vorgänge die Sowjets noch als europäische Friedenshüter im Zusammenhang mit dem französisch=sowjetrussischen Pakt hinstellen zu müssen. Diesen Pakt hält er als „eine der Voraussetzungen für das europäische Gleichgewicht". Gerade weil er, so sagt Leon Blum, in dieser Hinsicht eine sehr entschlossene Ueberzeugung ausspreche. betrübe und entsetze ihn der Moskauer Prozeß. Er biete Material zu Kampagnen gegen den französischsowjetischen Pakt und ruse in den englischen und amerikanischen Demokratien eine neue Abstandnahme von dem Gedanken einer Annäherung an die Sowjets hervor. Ein Brunnenvergifter überführt Das Urteil im Fälschungsprozeß„Neue Zeit“.( Gesängnis und Polizeiaussicht Luxemburg, 8. März. In dem Fälschungsprozeß „Neue Zeit“ wurde der Hauptangeklagte Rosselet wegen Herstellung salscher Urkunden und Gebrauch dieser Fälschungen zu drei Jahren Gesängnis, 10 Jahren Ehrverlust und 500 Franken Buße sowie 1000 Franken Schadensersatz verurteilt. Gleichzeitig wurde Stellung unter Polizeiaussicht für die Dauer von 10 Jahren verhängt. Den angeklagten Journalisten Molling sprach das Gericht frei. Die linksradikale Monatsschrift„Neue Zeit“ hatte, wie seinerzeit gemeldet, im Juli 1937 Dokumente veröffentlicht, die„beweisen" sollten, daß die deutsche Kolonie in Luxemburg eine verkappte Bestechungs= und Spionagezentrale sei. die aus einem Gebeimfonds u. a. an den belgischen Rexistenführer Leon Degrelle 300 000 Franken ausgezahlt und auch an luxemburgische Blätter und Persönlichkeiten Unterstützungen überwiesen hätte. Die deutsche Gesandtschaft in Luxemburg batte die Dokumente sosort als plumpe Fälschungen bezeichnet. Auf Veranlassung der luremburgischen Regierung eröffnete die Staatsanwaltschaft denn auch eine Untersuchung, die zu der Verhaftung des„Herstellers“ der Dokumente. eines gewissen Rosselet aus der Umgebung von Luxemburg, führte. Wieder eine Presselüge zusammengebrochen Keine Rückgabe Gibraltars an Nationalspanien gefordert! London, 8. März. Auf Anfrage bestätigte der englische Premierminister am Montag noch einmal im Unterhaus, daß die Gerüchte über eine angebliche Rede Queivo de Llanos. in der die Rückgabe Gibraltars verlangt werde, unrichtig seien. Auf mehrere Anfragen der Opposition. die zum Ausdruck bringen wollten, daß die Feststellung des Premierministers nicht zutreffe, erklärte dieser. seinen Ausführungen liege ein Bericht des britischen Vizekonsuls in La Linea zu Grunde. der versönlich anwesend gewesen sei. als Queivo de Llana die fragliche Rede gehalten habe. 46000 Hektar werden fruchtbares Rutzland Ein großes Projekt für die Provinz Ha nnover Melioration des Hunte=Gebietes Oberpräsident und Stabschef Lutze in Diepholz Diepholz. 8. März. Der Oberpräsident der Provinz Hannover. Stabschef Lutze. unternimmt zur Zeit eine größere Besichtigungsfahrt durch den Norden der Provinz. um sich über die vordringlichsten Probleme zu unterrichten. Die Bereisung nahm ihren Anfang in Diepholz. wo der Oberpräsident in Gegenwart von Vertretern der beiden Regierungspräsidenten Hannover und Osnabrück am Dienstag die Vorarbeiten zu dem großzügigen Projekt der Duemmer=Hunte=Reaulierung besichtigte. Im Sitzungssaal des Landratsgebäudes von Diepholz begrüßte Regierungspräsident Diels=Hannover den Ober präsidenten und gab einen geschichtlichen Ueberblick über den Plan der Bedeichung des Duemmer=Sees und der Wasserregulierung in der Hunte=Niederung. Immer wiederkehrende Naturkatastrophen in Form riesiger Ueberschwemmungen machten jeden Fortschritt der Landbevölkerung zunichte. Die überragende Bedeutung des großen Meliorations= proicktes, dessen Beginn erst der Schaffenskraft des Dritten Reiches vorbehalten blieb und das jetzt in Angriff genommen und in fünf Jahren zum Abschluß gebracht werden soll, ergibt sich daraus, daß von dem von Ueberschwemmungen geschützten Ackerland 51.000 Jentner Roggen geerntet werden können. Die jährlichen Mehrerträue des beschützten Grünlandes werden über 51 Millionen Liter Milch oder 3.8 Millionen Pfund Butter be tragen. Wenn mann die Mehrerttäge auf die gewonuene Gesamtfläche umrechnet, würden damit 21 000 Hektar Neuland geschaffen werden. Staatsminister Pauly von der oldenburgischen Staatsregierung hob die Bedeutung des Werkes hervor. Es handele sich um ein Gebiet im Gesamtumfange von 47 000 Hektar. das also größer sei als die Pontinischen Sümpfe und jetzt in Kulturland umgewandelt werden soll. Der Preußische Regierungs= und Baurat Jenner vom Kulturbauamt Hannover gab nähere Erläuterungen zu dem Projekt. Die Kosten für die Wasserregulierung betragen rund 9 Millionen Mark. die zu 90 v. H. vom Reiche übernommen werden. Weiterhin sind dann noch erhebliche Kosten—.30 Millionen— erforderlich, um die Flächen, die durch die dauernden Ueberschwemmungen völlig versauert sind. in wertvolles Pflanzenjuttergelände zu verwandeln. Oberpräsident Lutze stellte nunmehr die offizielle Gründung des Hunte=Wasserverbandes fest und dankte allen Beteiligten, die das Projekt wieder ausgegrissen, vor wartsgetrieben und zum Abschluß gebracht haben. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß mit den Landesarenzen und sonstigen Widerständen in echt nationalsozialistischer Tatkraft ausgeräumt wurde, damit auch hier wieder ein Werk vollbracht werde. nicht nur zum Besten der engeren Heimat, sondern auch durch die für alle Zukunft ge schaffene Verbreiterung der Eenahrungsgrundlage zum Segen für die Provini Hannover und damit für das gauze deutsche Vaterland. Jagoda. Zuerst wird der frühere Oberarzt des Moskauer Kreml=Krankenhauses Lewin(!) vernommen. Lewin war seit Jahren behandelnder Arzt bei saht allen Sowjetgewaltigen. So ist es nicht verwunderlich daß auch seine Bekanntschaft mit Jagoda schon aus den Jahre 1920 datiert. Lewin beginnt seine Aussagen schon mit charakteristischen Einzelheiten. Er findet es selbstverständlich, da der allgewaltige GPU=Chef ihm, seinem Leibarzt, bei sondere„Aufmerksamkeiten“ zuteil werden ließ. so z. B ihm wertvolle Geschenke, ein wohleingerichtetes Landhaus, französische Weine, zollfreie Einfuhr ausländischer Waren usw. zur Verfügung stellte, ja ihm sogar mehrmals die Erlaubnis für Auslandsreisen erwirkte.„Für Jagoda waren dies alles je Kleinigkeiten“, bemerkte der Angeklagte hierzu. Lewin ist ferner, seinen Aussagen zufolge, bei Gorki als Hausarzt ein= und ausgegangen, insbesondere seit Gorki sich von 1932 ab ständig in der Sowjetunion aufhielt. In der Villa Gorkis unweit Moskaus traf Lewin oft mit Jagoda zusammen, der dort ein häufiger Gast gewesen sei. Im Jahre 1932 habe Jagoda ihm, Lewin, den ersten verbrecherischen Auftrag gegeben: den Sohn Gorkis, Marim Peschkow, aus dem Wege zu schaffen. Als der entsetzte Arzt seinen allgewaltigen Auftraggeber nach den Gründen fragte, habe dieser nur geantwortet. Gorkis Sohn sei ein unnützer Mensch, ein Alkoholiker. Er könne der Stellung seines Vaters nur schaden.„Sie wissen, ich trage die Verantwortung für das Leben der leitenden Männer und Regierungsmitglieder“, so habe Jagoda zu Lewin gesagt.„Ich habe Veranlassung, Ihnen diesen Vorschlag zu unterbreiten.“ „Beachten Sie im übrigen, daß bei Nichterfüllung meines Auftrages Sie selbst und Ihre Familie sich in größte Gefahr begeben.“ Auf diese furchtbare Drohung hin will Lewin versprochen haben, den Tod des Peschkow herbeizuführen. Der zweite Mordauftrag Jagodas habe sich auf Menschinski, Jagodas Vorgänger in der Leitung der GPI., bezogen, der zu dieser Zeit schon ein todkranker Mann gewesen sei. Jagoda habe, so„gesteht" Lewin jetzt, ihn rufen lassen und zu ihm gesagt:„Menschinski ist bereite ein lebendiger Leichnam. Es ist besser, sein Ende zu be schleunigen. Uebernehmen Sie das.“ Lewin will darauf geantwortet haben, daß Menschinski seiner Ansicht nach noch unbestimmte Zeit um sein Leben kämpfen könne. Darauf habe Jagoda lediglich bemerkt: „Es ist notwendig. Menschinski umzubringen.“ Jagoda sagt Nein Nunmehr kann der Staatsanwalt nicht mehr umhin, Jagoda selbst zu befragen. Da geschieht das Unerwartete: Jagoda, aufgefordert, die Aussagen Lewins und Kasakows zu bestätigen, antwortet mit leiser Stimme:„Ich habe den Arzt Kasakow überhaupt zum ersten Male auf der Anklagebank wahrend dieses Prozesses gesehen! Auch an Lewin habe ich niemals die von ihm erwähnten Aufträge gegeben. Ich bekenne mich zwar schuldig, die Beseitigung Kuibyschews und Gorkis in die Wege geleitet zu haben. aber mit dem Tod des Sohnes Gorkis und Menschinskis habe ich nicht das geringste zu tun.“ Die Erklärung Jagodas ruft allgemein die größte Bestürzung hervor. Aufgeregt schnellt der Staatsanwalt von seinem Stuhl und richtet an Jagoda die Frage:„Haben Sie nicht in der Voruntersuchung ganz andere Aussagen abgegeben?“ Darauf Jagoda:„Ja, in der Voruntersuchung habe ich die Unwahrheit gesprochen, aber jetzt spreche ich die Wahrheit!“ Wyschinski verliest darauf aus den Akten der Voruntersuchung die entsprechenden, damals von Jagoda abgelegten„Geständnisse“ und fragt Jagoda erneut:„Warum haben Sie während der Voruntersuchung die Unwahrheit gesprochen?" Nach langer Pause antwortet Jagoda, Wyschinski mit dem Blick eines verwundeten Tigers firierend:„Ich ersuche den Bürger Staatsanwalt, mir die Antwort auf diese Frage zu erlassen.“ Noch einmal mobilisiert jetzt Wyschinski die übrigen Angeklagten, so Lewin, Kasakow, Maximow, Krjutschkow, die bereitwillig ihre Aussagen zur Belastung Jagodas wiederholen. Dazu bemerkt Jagoda nur noch monoton: „Lewin lügt, Kasakow lügt, Krujtschkow lügt!“ Nach diesem dramatischen Zwischenfall wird Lewin aufgefordert, seine Aussagen fortzusetzen. Im Jahre 1934 habe so fährt er fort. Jagoda ihm den dritten Mordauftrag gegeben, diesmal Gorki selbst und das Mitglied des Politibüros. Kuibyschew, betreffend. Lewin soll dem zunächst widerstrebt haben. Darauf habe Jagoda ihm „die Lage“, die ein solches Vorgehen notwendig mache, folgendermaßen erklärt: In der bolschewistischen Partei bestehe die größte Unzufriedenheit mit der Parteileitung. Ueberall im Lande hatten sich starke Oppositionsgruppen gebildet. Um diese Strömung zu unterstützen, müsse man einige Versönlichkeiten aus dem Wege schaffen, und zwar müsse man, um alles Aufsehen zu vermeiden, mit solchen Persönlichkeiten beginnen, von denen man bereits wisse, daß sie krank seien, wie Gorki, der tuberkulös, und Kuibyschem, der schwer herzleidend sei. Jagoda habe dabei von einer „historischen Notwendigkeit“ gesprochen und im Falle Gorkis noch hinzugefügt, daß dieser beseitigt werden müsse, da er der Regierung und Stalin persönlich aufrichtig ergeben sei und eine ungeheure Autorität innerhalb und außerhalb der Sowjetunion besitze. Als Helfershelfer habe Jagoda Lewin auf die Aerzte Pletneow und Winogradow hingewiesen(letzterer ist während der Voruntersuchung„gestorben“, befindet sich also nicht unter den„Angeklagten“ des gegenwärtigen Prozesses) sowie auf den Sekretär Gorkis und den Privatsekretär Kuibyschews. Jagoda, vom Staatsanwalt erneut befragt,„bestätigt“ für diese beiden Fälle den von Lewin angeführten Sachverhalt. Im folgenden gibt Lewin im einzelnen an. auf welche Weise die genannten Aerzte den Tod der vier Ovfer herbeiführten. Peschkow sei in angeheitertem Zustand dazu gebracht worden, sich eine Lungenentzündung zu holen.(!), Lewin. Pletneow und Kasakow hatten ihn dann snstematisch mit einer Fülle falscher Medikamente. die die Herztätigkeit des Kranken uvermaßig anregten. a Tode geführt.(An dieser Stelle ersucht Jagoda das Gericht, an Lewin eine Frage stellen zu dürfen, was ihm aber strikt abgeleont wird). Menschinski, so fährt Lewin fort, hätte vor allem Kasakow und Pletneow auf dem Gewissen, die durch entsprechende Arzneien eine Angina Pectoris des bereito Schwerkranken bervorgerusen hätten.— In ähnlicher Weise sei auch Kuiboschew von den vier Aerzten zu Tode behandelt worden, indem sie ihm neben anderem heitige Bewegung statt Bettrube verordneten und durch ungebeure Mengen von Medikamenten dabei nachhalsen. Gorki bai man gleichfalls veranlaßt, sich trotz seiner schwerkanken Lunge übermäßig viel zu bewegen. Bei einem Grippeanfall hätten ihm die„Angeklagten“ dann täglich 40 Kampferspritzen und die stärksten, das Herz angreisenden Medikamente verabreicht. An den Folgen dieser Behandlung sei auch Gorki gestorben. Nach kurzer Unterbrechung der Sitzung versammelt sich das Publikum wieder im Saal. Man wartet jetzt jedoch über eine Stunde auf die Wiederaufnahme der Verhandlung. Erst nachdem der Stellvertretende GPUKommissar Sakowski. aus den Räumen kommend. in denen man die„Angeklagten“ während der Pause vermutet, wieder im Saal erschienen ist, kann die Sitzung begonnen werden Jagoda erhebt sich zuerst und stellt mit leiser Stimme die Frage. ob der Angeklagte Lewin bereit sei mitzuteilen. welche und wieviele Personen er im Laufe seiner „Praxis“ behandelt habe. Ossenbar verfolgt Jagoda damit einen bestimmten Zweck.— Man läßt ihn aber nun nicht mehr zu Worte kommen. Lewin liefert noch einige kurze Nachträge zu seinen bisherigen Erklärungen. darauf stellen die zwei anwesenden Verteidiger noch einige Fragen(lediglich die Aerzte hatten, wie erinnerlich, um einen Verteidiger nachgesucht.) Lewin„gesteht"“ weiter, daß auch Denukidze ihm bei einer Zusammenkunft im Jahre 1934 die Aufträge Jagodas bestätigt habe. Desgleichen sei der Direktor des Kreml=Krankenhauses. Chodorowski„im Bilde“ gewesen. Lewin beendet seine „Geständnisse“ mit dem Hinweis auf den Jurchtbaren Zwang. unter dem er gehandelt habe.„Jagoda bedrohte mich, ich mußte geborchen. Ich bin ein Arzt, ich verstehe nichts von aller Politik. Jagoda war in meinen Augen der allmächtige Mann. Er drohte, mich und meine Familie zu vernichten. Ich selbst bin ein alter Mann, ich hätte mein eigenes Leben geopfert. Aber ich hänge an meinen Kindern und an meiner Familie. So bin ich auf die Befehle Jagodas eingegangen.“ Darauf wird die Sitzung bis zum Abend unterbrochen. Die weitere Verhandlung verspricht angesichts der rätselhaften Haltung Jagodas nicht weniger dramatisch zu werden. Bekam auch Jagoda die„Plauderdroge“? Die Abendsitzung im Moskauer Theaterprozeß beginnt mit dem Verhör des früheren Privatsekretärs Jagodas. Bulanow, der sich als„völlige Kreatur Jagodas" bezeichnet. Er sei von Jagoda. der vor ihm keine seiner Verbrechen verborgen habe, in alle Geheimnisse eingeweiht worden. Seit 1931 will Bulanow aus den Gesprächen Jagodas entnommen haben, daß dieser der Rechtsopvosition angehörte. Jagoda habe sich sogar, da der GPl.=Apparat hinter ihm stand. als„Säule“ derselben betrachtet. Im Falle des Erfolges der Umsturzpläne der Verschwörer habe Jagoda für sich selbst den Posten des Vorsitzenden des Volkskommissariats reservieren wollen, während Bucharin als Generalsekretär der bolschewistischen Partei(also als Nachfolger Stalins) in Aussicht genommen war. Auf die Zwischenfrage Wyschinskis. ob Jagodas Regime also überhaupt„Faschismus“ hätte darstellen sollen, antwortete der willfährige Angeklagte: „Jagodas Benehmen deutete darauf hin.“ Eine neue Sensation bringt die weitere Vernehmung Jagodas. Er ist jetzt voll geständig und macht einen müden, zerbrochenen Eindruck. Mit leiser Stimme macht er„Geständnisse", die den wesentlichen Punkten der„Anklageschrift" entsprechen. Jagoda erklärt:„Ich war Mitglied des Oppositionsblocks seit 1931 und hatte Kenntnis von allen seinen Aktionen. Ich duldete selbst im GPl.= Apparat unter meinen nächsten Mitarbeitern deutsche und polnische Svione, wie die früheren Kommissare für Staatssicherheit Pauter, Wolowitsch, Saporoschez und andere.“ Jagoda will sich jedoch nicht direkt selbst als Spion bezeichnen lassen. Der Gesamteindruck der Aussagen Jagodas ist, daß dieser eher die Rolle des Urhebers der politischen Verbrechen spielen möchte, die im Auftrage des Oppositionsblocks begangen wurden. „Das Gestotter eines Menschen im Todeskampf“ Englische Betrachtungen zum Theaterprozeß. London, 8. März. Die Londoner Presse befaßt sich mit den letzten Ergebnissen des Theaterprozesses. Der Moskauer Sonderberichterstatter der„Times“ schreibt u. a., gegen die dreifache Uebermacht des Gerichtsvorsitzenden Ulrich, des Sowjetstaatsanwalts Wyschinski und eines haßerfüllten Auditoriums habe Bucharin vergeblich angekämpft. Einst habe die ganze Sowjetunion aufgehorcht, wenn er sprach— jetzt sei er bei jedem Wort unterbrochen und in Verwirrung gebracht worden. Seine Ausführungen seien das fieberhafte Gestotter eines Menschen im Todeskampf gewesen, der gegen eine glatte Mauer schlägt in der fürchterlichen Gewißheit, daß ihn eine andere Mauer erwartet, vor der er sich Gewehrmündungen gegenübersieht. „Daily Expreß“ sagt in einer Glosse: Diktator Stalin wird einen weiteren roten Marschall an die Wand stellen — Jagoda; einige Generäle und Diplomaten werden sein Das Programm für den Führer=Besuch Große Flottenparade Ueber 200 Schiffseinheiten paradieren im Golf von Neapel vor dem Führer Rom, 8. März. Ueber die große Flottenparade zu Ehren des Führers im Golf von Neapel wurde am Montagabend durch die Agentur Stefani eine Reihe von interessanten Einzelheiten veröffentlicht. Demzufolge nehmen an der Parade über 200 Schiffseinheiten teil, darunter die zwei umgebauten 25 000=To.= Linienschiffe„Cavour“ und„Cesare“, sowie 90 U=Boote. Der Führer wird zusammen mit dem Duce an Bord des Admiralschiffes„Cavour“ die Parade abnehmen. Der erste Teil der Parade spielt sich im Hafen von Neapel ab, wo das gesamte erste Geschwader in geschlossener Formation den Führer erwartet. Nach den vorgeschriebenen Ehrenbezeugungen wird das Geschwader geschlossen den Hafen verlassen. Der zweite Teil zerfällt in eine Reihe von Kampfhandlungen, die unter Teilnahme der gesamten U.Boot=Flottille des zweiten Geschwaders unter weitgehender Einnebelung ihrer Formationen und unter starkem Einsatz von Bombengeschwadern bis auf die Höhe der Insel Ischia durchgeführt werden. So werden U= Boot= und Torpedoangriffe auf die beiden Linienschiffe„Cavour“ und„Cesare“ stattfinden. In einer weiteren Phase werden Scharfschießübungen auf das funkentelegraphisch gelenkte Zielschiff„San Marco“ ausgeführt. Später wird auf der Höhe der Insel Ischia ein Durchbruchsmanöver einer Torpedobootflottille durchgeführt, anschließend werden die Linienschiffe von Fluggeschwadern mit Bomben und Lufttorpedos aus geringster Höhe angegriffen werden. Ein gewaltiges Schauspiel wird die Schlußphase bilden, während der sich sämtliche Einheiten der beiden Geschwader fächerartig vom Fuße des Vesuvs bis nach dem Posilippo verteilen und in vollem Flaggenschmuck auf einer Front von über 10 Klm. Anker legen. An dieser Front werden alsdann die geschlossenen U=Boot=Formationen vorbeifahren, während gleichzeitig die Schnellboote mit größter Geschwindigkeit im ganzen Hasen ausschwärmen und die Flugzeuge noch einmal über dem Golf erscheinen. Abends werden die Kriegsschiffe festlich illuminiert werden und den ganzen Golf mit dem Spiel ihrer gewaltigen Scheinwerfer beleben. Gesamideutsche Schicksalsgemeinschaft Glaise=Horstenau über„Das Jahr 1000 als deutsches Schicksalsjahr“. Oesterreich ein„rein deutsches Land“ Stuttgart, 8. März. Im überfüllten und mit den Wappen der österreichischen Bundesländer geschmückten Kuppelsaal des Stuttgarter Kunstgebäudes, sprach am Montagabend, wie schon berichtet, auf Einladung des Deutschen Auslandsinstituts der österreichische Bundesminister Dr. Glaise=Horstenau. Unter den zahlreich erschienenen Ehrengästen bemerkte man führende Männer der Partei, aus Staat und Wehrmacht. Außerdem waren zahlreiche in Stuttgart ansässige Mitglieder der österreichischen Kolonie erschienen. Der Bundesminister wurde von dem Präsidenten des Deutschen Auslandsinstituts, Oberbürgermeister Dr. Strölin, in der Stadt der Auslandsdeutschen herzlich willkommen geheißen. Hierauf ergriff der österreichische Bundesminister Dr. Glaise=Horstenau das Wort zu seinem Vortrag„Das Jahr 1000 als deutsches Schicksalsjahr“. Er erklärte zunächst, nicht als Politiker, sondern als Historiker zu sprechen. Dennoch habe sein scheinbar weit abliegendes Thema zahlreiche Beziehungen zur Gegenwart, da sich zeigen werde, wie sehr im deutschen Ostraum das Antlitz Mitteleuropas seine wichtigsten und entscheidenden Züge schon um das Jahr 1000 unserer Zeitrechnung erhalten habe. Der Redner begann seine Ausführungen über das deutsche Geschehen im Osten mit der Darstellung der Besiedlung des heutigen westlichen Deutsch=Oester= reichs durch die Bayern, schilderte den ersten avarischslawischen Ansturm, den Einbruch der Magyaren bis zu dem Augenblick, da Otto l. die Eindringlinge im Jahre 955 auf dem Lechfeld entscheidend aufs Haupt schlug. Er zeigte, wie sich von nun an das schicksalhafte Bild des Jahres 1000 von der Landkarte abhebt. Versuche, die nördlichen und südlichen Kolonisationsgebiete zu einem geschlossenen deutschen Osten zusammenzuführen, mißlangen immer wieder. Nachdem der Bundesminister das Kartenbild aus dem Jahre 1006 mit dem nach dem Zusammenbruch von 1918 verglichen hatte, schloß er seinen außerordentlich interessanten Vortrag mit den mit stürmischem Beifall ausgenommenen Ausführungen: „Das kleingewordene, als Strandgut der Katastrophe zurückgebliebene Oesterreich ragt als rein deutsches Land wieder tief in den von fremden Staaten erfüllten Donauraum hinein. Es kann nur in naher Anlehnung an das große, von Adolf Hitler zu neuem Glanz emporgeführte Deutsche Reich politisch, kulturell und wirtschaftlich gedeihen, in einer nahen Anlehnung, die zu erreichen und zu festigen eben erst wieder zu Berchtesgaden die Führer der beiden Staaten bekundet haben. Dieses Oesterreich fühlt sich bei allem staatlichen Eigenleben als vollwertiges und aufgabenreiches Glied jenes großen volksdeutschen Reiches, das über alle Grenzen hinweg in der Gemeinsamkeit von Blut und Boden, von Kultur und Geist begründet und verbürgt ist.“ In einem Schlußwort dankte Oberbürgermeister Dr Strölin dem Bundesminister für seine interessanten Darlegungen. Er schloß die gewaltige Kundgebung für den gesamtdeutschen Gedanken mit einem Sieg=Heil auf den Führer, das mit dem gemeinsamen Gesang der Nationalhymnen bekräftigt wurde. Schicksal teilen. Als der erste bolschewistische Staat der Welt gebildet wurde, seien diese Männer beteiligt gewesen: Lenin, Trotzki, Stalin, Rykow, Kamenew, Bucharin, Rakowski, Sinowjew, Radek, Tuchatschewski, Jagoda, Sokolnikow, Krestinski. Sie alle habe Stalin verdammt, eingekerkert oder erschossen— außer Lenin. Lenin verstand rechtzeitig zu sterben. Könne ein Kommunist heute den Namen eines Sowjethäuptlings nennen— mit Ausnahme von Stalin— fragt das englische Blatt ironisch, der nicht bekannt hat, daß er ein Verräter, Trotzkist, Spion und Saboteur gewesen ist? Stalin selbst ist schuldig Ein ehemaliger hoher sowjetrussischer Funktionär will vor Gericht aussagen! Berlin, 8. März. Der ehemalige Kommunist K. J. Albrecht hat der Antikomintern sensationelle Enthüllungen über die Hintergründe des Moskauer Schauprozesses zur Verfügung gestellt. die der„Angriff“ am Dienstag veröffentlicht. Die Ausführungen von Albrecht. der zehn Jahre lang in der Sowjetunion hohe Posten im bolschewistischen Partei= und Staatsapvarat bekleidete, sind deshalb von großem Gewicht, weil er als stellvertretender Vorsitzender der Hauptverwaltung für Waldwirtschaft der Sowjetunion und in anderen wichtigen Funktionen mit mehreren Hauptangeklagten des augenblicklich stattfindenden Prozesses, so vor allem mit dem ehemaligen Außenhandelskommissar Rosengolz. jahrelang engstens zusammengearbeitet hat. So ist Albrecht z. B. in der Lage, einwandfrei nachzuweisen, daß die Behauptung, Rosengolz habe für Rechnung der trotzkistischen Opvosition riesige Holzmengen zu Schleuderpreisen ins Ausland verkauft, eine glatte Unwahrheit darstellt. Stalin selbst, so erklärt Albrecht, habe das wahnwitzige Holzdumving angeordnet, weil das Sowjetregime durch die katastrophalen Auswirkungen der Bauernkollektivierung außerstande gewesen sei. die notwendigen Devisen durch Getreideausfuhr hereinzubringen. Außerdem sollte die Ueberschwemmung des Weltmarktes mit billigem sowietrussischen Holz die nordischen Länder. vor allem das verhaßte„weiße Finnland“ treffen und dort die kommunistische Bewegung vorwärtstreiben. Albrecht erklärt sich zum Schluß bereit, vor den Schranken des Moskauer Gerichts zu erscheinen und in aller Oeffentlichkeit seine Zeugenaussagen zu machen. „Verirrte“ Sowjetflieger Reval, 7. März. Der sowjetrussische Gesandte in Reval hat im Auftrag seiner Regierung die Auslieferung des am 15. Februar auf estnischem Boden gelandeten sowjetrussischen Flugzeuges und seiner beiden Insassen verlangt. Zur Begründung des Antrages auf Auslieferung der beiden Flieger führte der Gesandte an, daß die beiden Flieger sich nach Estland verirrt und dort eine Notlandung vorgenommen hätten. Das estnische Außenministerium teilte dem Gesandten nunmehr mit, daß das Flugzeug am 10. März den sowjetrussischen Behörden an der Grenze übergeben werden könne. Was jedoch die Flieger angehe, so könne mitgeteilt werden, daß beide Flieger aus freiem Willen nach einem vorgefaßten Plan zwecks Flucht die Grenze überflogen. Von den estnischen Behörden sei den beiden Fliegern wiederholt vorgeschlagen worden, nach Sowjetrußland zurückzukehren, sie hätten dies jedoch jedesmnal kategorisch abgelehnt und müßten daher als politische Flüchtlinge behandelt werden. Nonzen Reichsstatthalter General Ritter von Epp ist am Dienstagmittag von Neapel aus zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Rom eingetroffen. * Die englisch=irischen Verhandlungen wurden am Dienstag fortgesetzt. * Die Besprechungen zwischen dem italienischen Außenminister Grafen Ciano und dem englischen Botschafter Lord Perth haben am Dienstag in Rom * Im Zusammenhang mit dem Kabinettsrat vom Dienstag sind in Paris wieder Gerüchte von einer bevorstehenden Umbildung der französischen Regierung im Umlauf. In gewissen Kreisen hält man es für möglich, daß die augenblickliche Regierung einem neuen Kabinett auf erweiterter Grundlage Platz machen könne, das besser in der Lage ware, die Rüstungsanleihe zu starten und dem Lande neue straffe Maßnahmen aufzuerlegen. Wie„Paris Soir“ aus der französischen Hafenstadt St. Nazaire meldet, wurde auf dem sowjetspanischen U=Boot„C 2“ ein Sabotageakt verübt. Die Ausfahrt des U=Bootes ist dadurch vorläufig unmöglich. Der polnische Außenminister Beck besichtigte am Dienstag das Forum Mussolini. Um 12 Uhr wurden der polnsiche Außenminister und seine Gemahlin vom italienischen Kaiser und König empfangen und nahmen anschließend im Quirinal an einem Frühstück teil. * Das sapanische Unterhaus hat am Dienstag den Zusatzetat für den Chinakonflikt in Höhe von 4,85 Milliarden Den einstimmig angenommen. „ Berlin, 8. März. Der Führer und Reichskanzler übermittelte dem Präsidenten des Reichskriegsgerichts, General der Artillerie Heitz, anläßlich des 40jährigen Gedenktages seines Diensteintritts telegraphisch seine Hlückmünsche.— Vor 50 Jahren starb Kaiser Wilhelm I. Der 9. März 1888. Als vor 50 Jahren am 9. März 1888, einem grau verhangenen Spätwintertag, das Leben des alten Kaisers erlosch, als es den Tausenden, die vor seinem Palais Unter den Linden zum historischen Ecksenster aufblickten. am Sinken der Fahne auf Halbmast zum Bewußtsein kam, daß Kaiser Wilhelm l. zu seinen Vätern beimberufen war. da hatte wohl jeder das Gefühl. einen persönlichen schweren Verlust erlitten zu haben. Und ebenso in der Provinz. in Stadt und Land!„Unser alter Herr". so hieß er im Volk. bei Hoch und Niedrig. und so trauerte ein ganzes Volk um ihn, ob es seinen Vater verloren hätte. Wie war aber der alte Kaiser zu solcher beispiellosen Beliebtheit, zu solcher außerordentlichen Verehrung gekommen, er, der in den Revolutionstagen des 1848er Jahres ins Ausland hatte gehen müssen, der die schweren Kämpfe mit dem Landtag durchgekämpft hatte, auf den mehrere Attentate unternommen worden waren? Das Geheimnis dieser Liebe des Volkes lag in seiner schlichten Menschlichkeit. Und da wir jetzt vor dem 50. Gedenktag seines Ablebens stehen, so ist es wohl berechtigt, einmal den Lebensweg dieses gütigen Monarchen vor unserem geistigen Auge vorüberziehen zu lassen. Dem jungen Prinzen Wilhelm war es nicht vorher bestimmt worden, einmal den preußischen Thron zu besteigen, so bewegte sich seine Erziehung in ausschließlich militärischen Bahnen. Strebsam und pflichteifrig, wie er war. wurde er ein mit allen Dienstobliegenheiten auf das Genaueste vertrauter Offizier, dem dieser Beruf wirtlich ein Lebensberuf wurde, dem er sich völlig verschrieb. Als er dann König geworden war, galt sein erster Gedanke der Durchführung der Heeresvermehrung, denn „was hilft aller augenblickliche Reichtum. aller Segen der Industrie, was helfen alle Güter. die Gott uns geschenkt hat. wenn kein Schutz dafür vorhanden ist?“ mit diesen Worten versuchte der König eine Deputation zu belehren, die kein Verständnis für seine Maßnahmen hatte. Es war vergeblich, aber der König. gestützt auf seinen Ministerpräsidenten Otto v. Bismarck, hielt durch und daß er Recht hatte, das bewiesen dann die Kriege gegen Dänemark. Oesterreich und Frankreich. Die Jahre nach den großen Kriegen brachten neue Aufgaben, mitten in die Sorge um die Besserstellung der arbeitenden Schichten des Volkes wurden auf den greisen Kaiser die beiden Attentate des Jahres 1878 verübt— seine Antwort lautete:„Wenn wir zum Besseren steuern. will ich gern geblutet haben.“ Unbeirrt blieb er, fast verjüngt durch diese Prüfungen, in seiner väterlichen Sorge und Liebe zu seinem Volk. was er im Jahre 1881 in der sozialen Botschaft vom 17. November betonte. Als dann der 9. März 1888 kam. an dem der 91jährige Kaiser die müden Augen schloß. trauerte ein ganzes Volk um ihn. Aunemarie Roman von PAUL HAIN (Urteber-Rechzschus: Denscher Reman-Verias vorn 4. Fortsetzung. Die Mitgift, die er seiner Tochter mitgeben kann, ist beachtlich, und wenn nun sein zukünftiger Schwiegersohn auch nicht jemand„vom Bau“ sein wird, nun— es werden ja wohl einmal Kinder da sein, die heranwachsen! So alt ist man ja noch nicht, daß man nicht noch so an die zwanzig Jahre das Steuer führen könnte. Und jedenfalls trifft es sich gut, daß man da draußen in der Mark einmal diesen schönen Landsitz gekauft hat, den„Lindenhof". Der wird nun also endlich seinen richtigen Herrn kriegen! Kramer hebt das Glas dem Major von Trautenau zu: „Auf den Lindenhof, Herr Baron! Auf das kommende Geschlecht!“ Da stoßen auch die Damen gern noch einmal an. Der„Lindenhof“! Nun, es ist etwas reichlich mehr als ein einfacher, schöner Landsitz— es ist ein gewaltiger, herrlicher Herrensitz. Ein Gut, das Kramer vor Jahren an sich bringen konnte. Es gab ja eine Zeit, wo mancher stattliche Gutshof inmitten der vergangenen wirtschaftlichen Wirrnisse zusammenbrach unter der Last untragbarer Hypotheken. Der„Lindenhof“ ist ein Besitztum von fast sechstausend Morgen Land, und das Gutshaus dazu war einst ein bekannter Schloßsitz in der Mark. Bisher haben ausgezeichnete Inspektoren dieses Besitztum verwaltet, und Kramer ist nur mal gelegentlich mit seiner Familie hinübergefahren, um dort ein paar Wochen auszuspannen und ein bißchen auf Jagd zu gehen. Die Augen des Majors von Trautenau leuchten auf. „Ja, auf den„Lindenhof“, das verlangt einen guten Schluck!"—— Es ist dann spät in der Nacht, als Kramers große Limousine den Baron Trautenau, seine Gattin und Hans Jochen nach Hause bringt. Der Chauffeur August Schwenke fährt. Vor zwei Tagen hat er mit Inas elegantem Sportkabriolett den jungen Trautenau von seiner letzten Arbeitsstätte auf dem Gut des Grafen Henner abgeholt. Als ihm Hans Jochen nun ein Trinkgeld in die Hand drückt, sagt er mit einer Verbeugung. „Auch meinen Glückwunsch noch, Herr Baron.“ „Danke, Schwenke.“ Der hat ein kleines, verstohlenes Lächeln um den Mund, und Hans Jochen gibt ihm einen Klaps auf die Schulter. Die Trautenaus bewohnen keine elegante eigene Villa. Sie wohnen schlicht und einfach in der Lützowstraße, zwei Treppen hoch, in einem Allerweltsmietshaus und haben dort nicht mehr und nicht weniger als eine einfache Vierzimmerwohnung inne. In seiner alten Studentenbude wird wieder Hans Jochen schlafen— in dem kleinen Hinterzimmer, das zum Hof hinausgeht. „Na, Junge—?“ sagt der Major, als sie alle drei noch eine Weile im Wohnzimmer mit den etwas altväterlichen und doch so behaglich anmutenden Möbeln sitzen. „Das wäre ja nun auch überstanden. Jetzt ist mir, offen gesagt, wohler, jawoll!" Väterlicher Schulterklaps. Frau Elsabe blickt mit mütterlichem Stolz auf ihren großen Sohn. Es ist nichts Hochmütiges an ihr, sie ist eine schlichte Landedelfrau, die sie immer war, und wenn etwas Hochmut in ihr gesteckt hätte, so hätte sie den bestimmt in all den Jahren verloren. seit das alte Gut der Trautenaus in unseligen Inflationsjahren unter den Hammer kam und man mit nichts anderem als der Majorspension auskommen mußte und damit noch den Jungen durchs Studium brachte. Die zarte Frau Elsabe sagt und hält beide Hände Hans Jochens dabei zwischen den ihren: „Ich wünsche dir von ganzem Herzen, daß du glücklich wirst.“ „Danke, Mutter. Ich werde meine Arbeit haben— auf dem schönen, eigenen Gut. Aber es ist spät, nun wollen wir endlich schlafen gehen.“ Aber jeder hat doch noch seine eigenen Gedanken, als er in seinem Zimmer ist. Hans Jochen sitzt, halb angezogen, auf dem Bettrand und starrt in das matte Licht der Nachttischlampe. Ja— nun ist er also wirklich verlobt! Vor einem Jahre hätte er sich das noch nicht träumen lassen. Und am wenigsten vor vier Jahren, als er Ina Kramer flüchtig auf einem„Industrieball“, zu dem ihn ein Freund mitnahm, kennenlernte. Man hat sich dann wohl des öfteren gesehen, wie es der Zufalt. gesellschaftliche oder sportliche Gelegenheiten ergaben. Mal im Golfklub bei einem Tennismatch, bei einem Autorennen auf der Avus. Aber erst als er schon die Inspektorstellung bei Bormberg angetreten hat, fällt es ihm auf, daß er von Ina Kramer, die fast gleichaltrig mit ihm ist, des öfteren Kartengrüße bekommt So geschieht es, daß auch er zuweilen schreibt und bei gelegentlichen Urlaubsbesuchen in Berlin mit ihr zusammentrifft. Da wird er hellhörig und hellsichtig und spürt, daß dieses herbe, kühle Mädchen, das ihm bisher nicht sonderlich sympathisch war, mehr für ihn empfindet, als er geahnt hat. Zuerst berührt ihn diese Erkenntnis ziemlich gleichgültig, aber nach einer Weile beginnt die Vernunft, ihre Ueberlegungen darum zu spinnen. Es kommt wie von selbst. Er denkt an den Reichtum des Direktors Kramer, er erfährt gelegentlich, was er noch nicht wußte: daß Kramer auch ein stattliches, altes Gut besitzt, und noch dazu in der alten unvergessenen Kinderheimat, in der einmal die Trautenaus ihren alten Familiensitz hatten, fast gegenüber von Langemoor, auf der andern Seite des Flusses. Da bricht ungestüm die alte Sehnsucht nach der verlorenen eigenen Scholle von neuem in ihm auf, der Gedanke an eine„gute Partie“ schlägt tiefer Wurzel in ihm, das Mädchen Ina Kramer rückt immer fester in seinen Gedanken= und Empfindungskreis— so, wie sie selber es ja auch im stillen gehofft und gewünscht hat— und alles Weitere entwickelt sich, da nun beide ihre Wünsche deutlicher erkennen lassen, folgerichtig dem erstrebten Ziel zu. Auf dem letzten Urlaub vor einem Vierteljahr, den Hans Jochen wieder in Berlin verbringt. kommt es zu einer Stunde zärtlicher und leidenschaftlicher Aussprache zwischen ihnen— und ein heimliches Band ist zwischen ihnen geknüpft, das nicht mehr zu lösen ist. Später allerdings, als er wieder auf dem Hennerschen Gut ist, schatten zuweilen ernsthafte und quälende Gedanken über seine anfängliche siegerhafte Glücksstimmung. Hat er recht gehandelt? Ina ist so alt wie er — sehr selbständig, sehr selbstbewußt. Freilich— seine Eltern werden sich freuen. Ja, vielleicht hätte er doch noch warten— sich alles doch noch einmal reitlich überlegen sollen. Es nützt kein Ueberlegen mehr. Von Ina kommen freundlich=frohe Briefe, er erwidert in der gleichen Art, Direktor Kramer schreibt ihm eines Tages selber— und dann bestimmt Ina den Tag der offiziellen Verlobung! Hans Jochen streicht den vollen Haarschopf zurück, erhebt sich vom Bettrand und stößt das Fenster auf. Hoch oben blinzeln zahllose Sterne— unten gähnt der dunkle Hofschacht. Wie von ungejähr tastet Hans Jochen über die Westentaschen hin. Dann hält er ein Kettchen in der Hand— keine sprühenden Brillanten funkeln daran, keine blassen Perlen prunken— es ist ein dünnes silbernes Kettchen, und aus dem Sternenanhänger schimmert es in hellem Blau. Wie ein fernes, blaues Auge. Da muß er das Kettchen doch in Gedanken sogar in die Tasche der Frackweste gesteckt haben. Er blickt nach unten in den Hofschacht, blickt nach oben und schnuppert in die späte Nacht hinaus. Nein, es riecht nicht nach Feldern und Wiesen unterm Sternenglanz— wie neulich nachts— weit draußen in dem einsamen Dorf Dort stehen reifende Wiesen im Duft. Da blühen die ersten Goldregensträucher hinter Zäunen— Holunder und Jasmin. Hans Jochen fühlt das Kettchen in der Hand. Und plötzlich schlägt er das Fenster zu und steht still da u## fühlt sein Herz laut schlagen.— Drittes Kapitel. „Scher dich doch deiner Wege— wie oft soll ich's dir noch sagen? Kennst' mich noch immer nicht? Zuwider bist’ mir— daß du's weißt! Ihr alle!“ „Wildkatze— blonde! Einmal wirst du schon noch klein werden!“ Fritz Kratochmichl lacht spöttisch auf. Er steht vor dem offenen Fenster des kleinen Häusleins, das sich etwas außerhalb des Dorfes befindet, an einer schmalen Feldgasse. Kaum kann man es von weitem sehen, denn Erlen und struppige Weiden, raschelnde Pappeln und Ginstergesträuch stehen hier besonders dicht. Nur Stube und Küche hat das Häuslein, dessen Strohdach Wind und Wetter schief zerbogen haben. Einst wohnte hier der Schuster Vinzenz Fink. ein Zugezogener und Tunichtgut, den auch der Schnaps bald genug unter die Erde brachte. Und nun hausen seit Jahr und Tag nur die Witwe und die Annemarie Fink hier— im„Finkenhaus“, wie die Leute sagen. Sorgen und Not haben sie scheu gemacht, die alte Trina Fink und iht Madel, das die Burschen und Mädels die Pechmarte nennen, so wie man ihrem Vater früher den Spitznamen Pechtink gegeben hatte. Und man rächt sich mit diesem Spottnamen ein bißchen dafür, daß die Annemarie bei ill ihrer Armut soviel schöner ist als die andern Nädels im Dorf und so stolz, daß sich da noch kein Bursche hätte rühmen können,„etwas mit ihr zu haben“ (Fortsetzung folgt.) 86 Nr. 57(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Mittwoch, den 9. März 1938 9 Punkte, die jeder beachten muß Ausbau der Rentenverlicherung nach nationallozialiktilchen Grundlätzen. NSG. Die Ueberwindung der Arbeitslosigkeit machte den Weg frei, den Bestand der Rentenversicherung des deutschen Volkes endgültig sicherzustellen und den Ausbau ihrer Leistungen nach nationalsozialistischen Grundsätzen einzuleiten. Durch das Gesetz über den Ausbau der Rentenversicherung vom 21. Dezember 1937 sind unter anderem folgende Aenderungen im Versicherungsrecht eingetreten, die für die Versicherten von besonderer Bedeutung sind: 1. Selbstversicherung: Zum freiwilligen Eintritt in die Versicherung sind bis zum vollendeten 40. Lebensjahr alle deutschen Staatsangehörigen im In= und Ausland berechtigt. 2. Leistungen werden nur bei Erfüllung einer Wartezeit und Aufrechterhaltung der Anwartschaft gewährt. Die Wartezeit beträgt: 260 Wochenbeiträge, die auf Grund der Versicherungspflicht verwendet sein müssen, im anderen Falle 520 Wochenbeiträge, 780 Wochenbeiträg bei der Altersinvalidenrente. Anrechnungsfähig auf die Wartezeit sind Zeiten der Wehr= und Ar beitsdienstpflicht. Die Anwartschaft ist erhalten, wenn 1. im Kalenderjahr 26 Wochenbeiträge entrichtet wer den(ab 1. 1. 1938) oder 4. wenn die Zeit seit dem ersten Eintritt in die Ver 4“ sicherung bis zum Versicherungsfall zur Hälfte mit Beiträgen(nicht Ersatzzeiten) belegt ist. Anrechnungsfähig auf die Anwartschaft sind Zeiten der Wehr= und Arbeitsdienstpflicht, des Bezuges der ezug Arbeitslosen=, Krisen=, Fürsorge= oder Familien unterstützung durch Arbeitslose und unter be stimmten Voraussetzungen Krankheitszeiten, sowie Lehrgänge für berufliche oder weltanschauliche Fortbildung. Für alle diese Zeiten sind aber Beitragsmarken zu verwenden, wenn das die Versicherungspflicht begründete Beschäftigungsverhältnis fortbesteht. ka. Nachbringungsfristen: Pflicht= und freiwillige Beiträge sind wirksam, wenn sie nach Ablauf von zwei Jahren nach Schluß des Kalenderjahres, für das sie gelten sollen, entrichtet werden. Für die Kalenderjahre 1932 bis 1937 können Beitragsmarken jetzt noch nachgebracht werden. 3. Witwenrente wird ohne Nachweis der Invalidität gewährt, wend die Witwe zur Zeit des Todes des Ehemannes mehr als drei waisenrentenberechtigte Kinder erzieht. 4. Waisenrente und Kinderzuschuß werden über das 15. Lebensjahr hinaus gewährt bis höchstens zum vollendeten 18. Lebensjahr, wenn das Kind sich in Schul= oder Berufsausbildung befindet oder wmenn es infolge geistiger oder körperlicher Gebrechen sich nicht selbst erhalten kann. Der Kinderzuschuß ist für das dritte und für jedes weitere Kind auf 120 Mark jährlich erhöht. 5. Steigerungsbeiträge werden gewährt: 1. für Teilnahme am Weltkrieg und 2. zu Zeiten des aktiven Militär= und Arbeitsdienstes, wenn die Versicherung vorher bestanden hat. 6. Mehrere Renten. Beim Zusammentreffen mehrerer Renten(Invaliden=, Angestellten= und Knappschaftsversicherung) ruht nicht mehr die niedrigste Rente, sondern sie wird vom 1. 1. 1938 ab zur Hälfte gezahlt(ohne Kinderzuschuß). Bei Empfängern von Beschädigten= oder Dienstzeitrenten ist die bisher gewährte Freigrenze von 25 Mark auf 50 Mark erhöht worden. Wiederaufnahme eines Rentenverfahrens. Rentenanträge, die wegen Erlöschens der Anwartschaft abgelehnt worden sind, können daraufhin geprüft werden, ob die neuen Vorschriften günstig sind. Der Versicherungsfall muß jedoch nach dem 31. 12. 1935 eingetreten sein. 8. Beitragserstattung bei Eheschließung: Weibliche Versicherte, die nach dem 31. 12. 1937 heiraten, erhalten die Hälfte der Beiträge erstattet, wenn die Wartezeit und die Anwartschaft gewahrt ist. 9. Einführung einer neuen Beitragsklasse: Ab 4. April 1938 ist eine neue Beitragsklasse IX für die Pflicht= und freiwillige Versicherung gebildet. Beitragsmarken dieser Klasse zu 2,70 Mark wöchentlich haben alle Versicherten zu verwenden, deren Arbeitsverdienst oder Einkommen 48 Mark wöchentlich übersteigt. Für die freiwillige Höherversicherung besteht wie bisher die Beitragsklasse X zum Preise von 3 Mark für die Woche. Anträge müssen alsbald bei der Landesversicherungsanstalt Westfalen gestellt werden, da die Leistungen nach dem neuen Gesetz mit einigen Ausnahmen am auf den Antragstag folgenden Monatsersten beginnen. Die„alten Leiden“ und der Ründigungsschutz der privaten Krankenversicherung. + Zu den Bestrebungen auf Reform der privaten KranAaversicherung liegt nun auch eine amtliche Stellungnahme vor. Kammergerichtsrat Thees. der Sachbearbeiter im Reichsjustizministerium, gibt in der„Deutschen Justiz“ eine Uebersicht über dieses Problem. das 9 Millionen Versicherte berührt. Einen der wundesten Punkte sieht er in den„alten Leiden". auf deren grundsätzlichen Ausschluß auf dem Versicherungsschutz ein großer Teil der Mißstimmung gegen die Krankenversicherung zurückgehe. Eine generelle Regelung durch den Gesetzgeber sei hier kaum angängig. Der Wettbewerb der Versicherer, das gute Beispiel und eine gute Versicherungsaussicht würden mit der Zeit eine befriedigende Lösung bringen. Der Gesetzgeber werde wohl davon ausgehen müssen, daß an sich eine Haftung für alte Leiden besteht und daß der Versicherer sich im einzelnen Fall freizeichnen müsse, und zwar so, daß der Versicherungsnehmer einer völlig von jeder anderen Erklärung getrennten Freizeichnung schriftlich zustimmt. Zur Frage der sogenannten Aussteuerung nennt er als Ziel, daß. nach dem Vorbild mancher großen Versicherungsgesellschaften, allgemein nach gewisser Vertragsdauer ein wirksamer Kündigungsschutz Platz greisen müsse. Natürlich müsse der Versicherer die Möglichkeit behalten. Versicherungsnehmern zu kündigen, die die Krankenversicherung ausnützen und aus jeder Geringfügigkeit eine lange Behandlung erstreben. k. Hilfe der Millionenspenden für das W5W gefördert. Sie bevorzugte, und tut dies weiter, bei der Verteilung von Waren, bei denen eine augenblickliche Uebervroduktion bestand oder beschaffte Ausgleich für Waren. bei denen eine Verknappung eingetreten war. So habe sie im W5W 1935 36 6.8 Millionen Klar. Fleischkonserven im Werte von 7.5 Millionen RM. ausgegeben, als die Versorgung des deutschen Volkes mit frischem Fleisch Schwie rigkeiten machte. Auch bei Kartoffeln und Kohl habe sie ausgleichend helfen können. Größer noch als die wirtschaftlichen Ziele seien die erzieherischen Aufgaben. Die deutschen Hausfrauen müßten ihren Verbrauch auf deutsche Erzeugnisse umstellen und lernen, mit den neuen Rohstoffen sachgemäß umzugeben. Zur Hebung der Volksgesundheit müsse der unnatürlich gestiegene Fett und Fleischverbrauch, auf den die nugebeuere Verbreitung der Zahnkaries und zahlreiche Stoffwechselkrankheiten zurückgingen, eingeschränkt werden. Hier helfe die RSB durch Provagierung billiger Eiweißspender, wie Fisch entrahmte Milch. Quark usw., zusammen mit dem Deutschen Frauenwerk. Durch die Hand der RSV gingen allein 20 v. H. der gesamten Fischanladungen. Millionenzahlen der Verbrauchslenkung durch die NSV. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt gibt in der„Sozialen Praris“ eine Uebersicht über die starken Erfolgsmöglich keiten der Verbrauchslenkung durch RSV. Die aus vollgesundheitilchen und landwirtschaftlichen Gründen erwünschte Wiederbeseitigung allmählich ausgekommener schlechter Ernäbrungssitten bat die RSV vor allem mit Höchste Leistung Die Suche nach dem richtigen Beruf. Was soll unser Kind lernen? Welchen Beruf soll der Junge ergreifen? Die Antwort ist tbeoretisch leicht gegeden! Wozn er Lust hat! Aber die praktische Verwertung solcher Antwort ist nicht ganz so einfach. Weiß jeder Junge. der in das Alter kommt. in dem er sich für einen Beruf entscheiden muß, genau. wohin es ihn drängt? Kennt er seine Anlagen, seine besonderen Fähisreiten? Nicht alle folgen mit jener Sicherheit einem dunklen Drange. der sie auf jene Bahn führt, auf der ihnen nicht nur Erfolge. sondern auch tiefste innere Befriedigung zuteil werden. Und das muß doch gewünscht werden. Ein Mensch am unrechten Platz bedeutet einen Wertausfall für das Volk. ja. er kann sich dort zum Schaden auswirken. Am rechten Platz aber wird er zum Segen sein. Wie sehr unsere Zeit darauf bedacht ist. nach menschlichem Ermessen das Höchstmaß an Leistung zu schaffen. das zeigt schon die sorgsame Handhabung der Berufsderatung. die aber gewiß noch nicht in jenem Umfange genutzt wird, wie es zu wünschen wäre. Vor allem auch im Hinblick darauf, daß ein Mensch nur dann zu jener inneren Freude des Schaffens gelangt, wenn er wirken kann innerhalb seiner Anlagen und daher in seiner Berufung. Daran aber muß uns sehr viel gelegen sein, denn wir wollen freudig schaffende Menschen, weil nur aus der Freude Erfolge erstehen und weil ferner Erfolge auch wieder Freude bereiten. Heute stehen alle Berufe offen, und es gibt im Grunde keine Berufe mehr, die wenig aussichtsreich sind. Denn das aufbauende und kraftvoll für die Zukunft wirkende Deutschland von heute gibt jedem wirklichen Könner die Möglichkeit der Entfaltung, ja, es ist heute schon so. daß sehr viele Berufe einen starken Bedarf nach wertvollen Kräften haben. Dieser Bedarf wird in manchen Berufszweigen noch erheblich steigen, denn die weitsichtigen Pläne des Führers bieten noch sehr große Möglichkeiten. Jeder an dem Platz. zu dem er wirklich eine Berufung besitzt! Das ist das Ziel, das uns vorschweden muß. Es gibt keine geringen, keine niedrigen und keine höheren Berufe. Aber es gibt in jedem Berufe leistungsstarke und untüchtige Kräfte. Auf die höchste Leistung zu sehen, das muß uns vorschweben. Das Ziel: Geprüfte Hausgehilfinnen Nachwuchs für den Hausfrauenberuf. NSG. Durch die Anordnung des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring über das weibliche Pflichtjahr ist die land= und hauswirtschaftliche Tätigkeit der jungen Mädchen gefordert und festgelegt worden. Das Deutsche Frauenwerk untes Fübrung der RS.=Frauenchaft hat in den letzten Wochen und Monaten immer wieder auf die Notwendigkeit der hauswirtschaftlichen Berufsausbildung hingewiesen, um so den hauswirtschaftlichen Nachwuchs beranzubilden Jeder Handwerksmeister sorgt für den Fortbestand eines Berufszweiges, ganz gleich, welcher es sei: ob Schneider. Schuster oder Tischler. Nach dem Schulabgang wird der Junge Lehrling; er erlernt das Handwerk methodisch und gründlich, sodaß er nach Beendigung seiner Ausbildungszeit später im Leben„seinen Mann“ stehen kann. Nur die Hausfrau! Ja. sie steht es immer noch nicht so ganz ein, daß sie doch die Lehrmeisterin des Hausfrauenberufes für die Ausbildung der heranwachsenden weiblichen Jugend ist. In den Zeitungen wimmelt es von Anfragen nach „verfekten Hausangestellten“, und die wenigsten Hausfrauen denken daran, daß es ja von den Gesuchten keine geben kann, wenn man ihnen nicht die Gelegenheit verschafft. diesen Beruf zu erlernen. Denn Hauswirtschaft mut erlernt sein. Die hauswirtschaftliche Lehre dauert 2 Jahre und endet mit einer Abschlußprüfung als„gevrüfte Hausgebilfin“. Die ersten Wochen sind für beide Teile sicher nicht immer ganz leicht, aber es dauert nicht lange, dann haben sich Lehrfrau und Lehrling so aneinander gewöhnt. daß sie das gute Zusammenarbeiten durch nichts gestört wissen wollen.— Mit wieviel Freude versieht der hauswirtschaftliche Lehrling seine ihm übertragenen Arbeiten. mit welchem Verantwortungsbewußtsein sorgt er für das Wohlergehen der Familie, in die er ausgenommen ist. und wie stolz ist schon manche Lehrfrau gewesen, wenn ihr Lehrling die Leistungsfähigkeit durch eine gute Prüfung bewies. Wir suchen recht viele Hausfrauen, die mithelfen. unseren deutschen Madchen eine gewisse Grundlage für ihre spätere Ertüchtigung als Hausfrau zu geben. Ueber Anmeldung und Aufnahme gibt die Abteilung Volkswirtschaft—Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk Auskunft. GENEINSCHAFT ZUMWOHLEArbeiterrückfahrkarten im April An der Geltungsdauer der Arbeiterrückfahrkarten von zehn Tagen ändert sich nichts. Der Geburtstag des Führers und Reichskanzlers(20. April) gilt als Feiertag. In der Woche nach Ostern(16. dürfen daher zwei Arbeiterrückfahrkarten ausgegeben werden. Dies gilt auch für die Woche vor Ostern (15. Woche), da in diese der Karfreitag fällt. Wer kann Mitglied und Führer im Roten Kreuz werden? Wir gaben unseren Lesern kürzlich einen Aeberblick über die Neugliederung des Deutschen Roten Kreuzes und lassen nunmehr auf die vielfach an uns gerichtete Frage:„Wer kann Mitglied und Führer im Deutschen Roten Kreuz werden?“ eine in dieser Hinsicht alle Einzelheiten behandelnde Abhandlung folgen. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist die Anerkennung als Reichsbürger, für die Angehörigen der Bereitschaften außerdem der Nachweis der Deutschblütigkeit. Die Aus= und Fortbildung zu Helfern und Helferinnen (bisher Kolonnenmann und Samariterin) weicht nicht wesentlich von der bisherigen ab. Die Grundausbildung umfaßt für beide 20 Doppelstunden. Die Angehörigen der Bereitschaften werden auf den Führer vereidigt, den das Deutsche Rote Kreuz mit Stolz seinen Schirmherrn nennt. Im neuen DRK. sind Dienstgrade für Männer und Frauen des Bereitschaftsdienstes und der vorgesetzten Dienststellen vorgesehen. Das Aufrücken in Führerstellen setzt eine gewisse Dienstzeit, gute Leistungen und bestandene Prüfungen voraus. Es gibt folgende Dienstgrade: DRK.=Anwärter Anwärterin, Helfer Helferin und Schwesternhelferin. Vorhelfer Vorhelferin(DRK.=Unterführer): Oberhelfer Oberhelferin, Haupthelfer Haupthelferin(DRK.=Führer):„Wachtführer Wachtführerin, Oberwachtführer Oberwachtführerin, Hauptführer Hauptführerin, Feldführer Feldführerin. Oberfeldführer Oberfeldführerin, Oberstführer Oberstführerin, Generalführer Generalführerin, Generalhauptführer Generalhauptführerin. Alle DRK.=Aerzte und=Aerztinnen in einem Kreisstellenbereich gehören grundsätzlich zur Führungsabteilung der Kreisstelle, von der sie je nach ihrem Wohnsitz ihre Aufgaben und ihr Wirkungsfeld zugewiesen erhalten. Sie können nebenher Führer einer Bereitschaft sein. Die Leiter der Führungsabteilungen, der Kreisstellen und der Führungs=Hauptabteilungen der Landesstellen sind die ständigen Vertreter der Kreis= und Landesführer mit denselben Befugnissen wie diese; es sind, wie der Chef Die Kuh in der Tüte! Entrahmte Trockenmilch— ein neues Nahrungsmittel. Bei dem im Herbst 1937 in Berlin veranstalteten Milchwirtschaftlichen Weltkongresse wurde besonders nachdrücklich darauf hingewiesen, daß große Mengen Magermilch bisher nicht wirtschaftlich. d. h. nicht in derjenigen Form verwandt wurden, die den höchsten Nutzen für die menschliche Ernährung gewärleistet. Frische Magermilch ist in den Städten, besonders in den Großstädten nur schwer erhältlich. Daher ist es eine Hauptaufgabe der Trockenmilchwerke, die jahreszeitlich bedingten Ueberschüsse von entrahmter Milch aufzufangen, zu Trockenmilchpulver zu verarbeiten und einzulagern, um sie der Volkswirtschaft zu erhalten. Durch die neuesten Verfahren der Eintrocknung wird der bochwertige Nährgehalt der entrahmten Frischmilch voll und ganz erhalten. Es ist hauptsächlich die im Frühjahr und Sommer anfallende Magermilch. die zu Trockenmilch verarbeitet wird. Diese wurde früher niemals restlos verwendet, sondern zumeist in großen Mengen von den Molkereien den Bauern zu Fütterungszwecken zurückgegeben, in einer Zeit, wo für das Vieh natürliche Futtermittel in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die Folgen waren immr wieder dieselben: ein maßloses Schimpfen über die nicht benötigten Magermilchmengen und ein Großteil Verderd dieser Mengen, besonders in den Sommermonaten. Heute wird alle Magermilch, die nicht frisch verwertet werden kann und muß, sei es nun zu Frischverwertung im Handel oder für die Viebfütterung durch die Verarbeitung zu Trockenpulver restlos der menschlichen Ernährung zugeführt. Der Ausdruck„mager“ ist an und für sich irreführend. denn die entrahmte Milch enthält bis auf das— durch die Zentrifuge für die Verbutterung entzogene Fett— noch alle Grundstoffe der: Milch, besonders das wertvolle Milcheiweiß. Darum ist die entrahmte Milch gerade in der Küche von solcher Bedeutung. Denn Fett bekommt der Körper in den Speisen an und für sich mehr als genug. Die Hausfrau muß darauf achten, daß entrahmte Milch schneller andrennt als Vollmilch. Die Verwendungsmöglichkeiten der entrahmten Trockenmilch sind vielseitig. Außer beim Braten und einigen Backrezepten (wo das Pulver direkt mit dem Mehl vermischt wird) empfiehlt es sich, das Pulver erst in handwarmem Wasser aufzulosen. Etwa ein gestrichener Eßlössel Pulver auf 14 Liter Wasser, also vier Eßlöffel auf ein Liter Wasserergeben ein Liter Magermilch von derselben Nährbeschaffenheit. Geschmackswirkung nund Preiswürdigkeit, wie ein Liter frische entrahmte Milch. Wer Butter essen will, hat die volkswirtschaftliche Pflicht dafür sorgen, daß die bei der Entrahmung zurückbleibende Milch richtig verwertet wird. Daß heißt, für die Verwertung sorgen ja nun die Trocken milchwerke, aber für den Vervrauch muß die deutsche Küche sorgen. Es ist hierbei gleichgültig, ob es sich hier um die Küche der vielköpsigen Familie handelt, oder um die Küche eines Finanzgewaltigen, um eine Frühstücks stube. Kantine oder ein erstklassiges Hotel. Die Küchen unserer Wehrmacht und des Reichsarbeits dienstes sind bereits in vorbildlicher Weise dazu über gegangen, für den Milchverbrauch in der Küche die ent rahmte Trockenmlich einzuschalten und auf diese Weise der Zentrifuge ungeheure Mengen Vollmilch und damit der deutschen Wirtschaft Riesenmengen an Butter abzutreten. Die Wechselwirkung dieser Einrichtung bringt es mit sich, daß wir von jetzt an noch mehr als bisher für einen verstärkten Verbrauch in entrahmter Trockenmilo zu sorgen haben. Denn wenn mehr als bisher Milch in die Zentrifuge kommt, dann haben wir auch mehr Magermilch als bisher. Die Wissenschaft beweist es uns, daß bei dieser eiweißhaltigen Kost der Körver alles bekommt, was zu seinem Aufbau und zu seiner Arbeitsleistung notwendig ist. Entrahmte Trockenmlich kann man zu allen Speisen und Getränken verwenden, zu deren Zubereitung man sonst frische Milch nimmt. Dabei rechnet man in der Zusammensetzung(90 Gramm Trockenmasse— 4 Eßlöffel auf 1 Liter Wasser) dieselben Mengenverhältnisse wie bei entrahmter Frischmilch oder wie bei verdünnter Vollmilch. Denn in Wirklichkeit verdünnen wir die Vollmilch bei der Küchenverwertung ja doch immer mehr oder weniger. In gleichem Maße können wir bei der Trockenmilch. wenn man die Qualität gehaltvoller wünscht, etwas mehr Pulver nehmen. Es ist nicht unbedingt notwendig, das Pulver handwarm aufzulösen, gutes Trockenmilchpulver löst sich auch kalt auf. nur macht dies mehr Arbeit. Auf keinen Fall aber darf man das Pulver ganz beiß auflösen. weil dann das im Pulver vollwertig enthaltene Eiweiß leicht gerinnt. Entrahmte Trockenmilch muß gut verschlossen aufbewahrt werden, da sie leicht Feuchtigkeit anzieht. Dagegen hak sie dann aber auch den Vorzug langer Haltbarkeit. Auf jeden Fall haben wir in dem Produkt„entrahmte Milch“ ein billiges sättigendes und volkswirtschaftlich äußerst wichtiges Nahrungsmittel. 1n bei ausder des Fürungsamtes im Präsidium und dessen ständiger Vertreter, immer Aerzte. Der Chef des Führungsamtes im Präsidium ist zugleich der ständige Vertreter des geschäftsführenden Präsidenten. Durch diese Bestimmungen ist die fachliche Führung des DRK. vornehmlich in die Hände der Aerzte gelegt, in die sie hineingehört. Gilt doch die Arbeit des DRK. den Kranken und Verwundeten, für die in erster Linie der Arzt und seine treuen Helfer und Helferinnen zuständig sind. Die klare Gliederung gibt auch den Frauen die Möglichkeit, durch ihre Mitarbeit in höherem Maße als bisher den großen Aufgaben des D RK. gerecht zu werden. Die weihlichen Einsatzkräfte sind in Zukunft genau so gegliedert wie die männlichen. Es gibt Bereitschaften(w.) wie Bereitschaften(m.) und als deren Untergliederungen Züge und Gruppen. Die Ernennung zu Führerinnen geschieht künftig nur auf Grund von Ausbildung. bestandenen Prüfungen und Leistungen, wobei Ausbildung und Prüfungen den Vorschriften für die Männer angepaßt sind. Es wird damit den Führerinnen ein Aufgabengebiet überantwortet, auf dem sie den ganzen Einfluß ihrer Persönlichkeit und den Reichtum der weiblichen Eigenart zur Auswirkung kommen lassen können. Um die Führerinnen aus den weiblichen Einsatzkräften gebührend herauszuheben, tragen sie in Zukunft eine besondere Führerinnentracht, die sich durch Kleidsamkeit und praktischen Sit zeichnet und auch vom Führer und Reichskanzler bei der Vorführung besonders anerkannt wurde. Dienstgrade und Dienstgradabzeichen entsprechen denen der Männer. Die Einführung der Dienstgrade auch für die Frauen soll ihnen ein Ansporn sein zu pflichtbewußter Mitarbeit und zu einer vorbildlichen äußeren und inneren Haltung ihren Untergebenen gegenüber. Für treue Mitarbeit im DRK. werden forton auch den Frauen Auszeichnungsborten durch den Kommissar der freiwilligen Krankenpflege verliehen, entsprechend den bisherigen Bestimmungen für die Männer. Die Selbständigkeit der Frauenarbeit innerhalb des Bereitschaftsdienstes als des wichtigsten DRK=Dienstes in der Zukunft ist dadurch gewährleistet, daß in jeder vorgesetzten Dienststelle eine Führerin arbeitet, die als Ber.=Leiterin nach den Weisungen des Dienststellenführers den weiblichen Bereitschaftsdienst innerhalb des Dienststellenbereiches leitet Im Kreise ist sie die unmittelbare Vorgesetzte der weiblichen Bereitschaften und damit verantwortlich für Aus= und Fortbildung sowie für die Einsatzbereitschaft der ihr unterstellten Gliederungen. Im Präsidium des DRK. ist der weibliche Bereitschaftsdienst durch eine Führerin vertreten, die als Leiterin des gesamten weiblichen Bereitschaftsdienstes des DRK. ihres Amtes waltet. Aus der Eingliederung des weiblichen Bereitschaftsdienstes in die straffe Gesamtgliederung des DRK. und UER aus der lückenlosen Gleichsetzung seiner Führerinnen und Helferinnen mit den Führern und Helfern des männlichen Bereitschaftsdienstes spricht eine uneingeschränkte Anerkennung der bisherigen Arbeit der DRK.= Frauen auf diesem Gebiet. Wenn auch für manche DRK.=Frau die Abgabe lieb gewordener Tätigkeit schmerzlich, vielleicht auch unverständlich erscheinen mag. im Bereitschaftsdienst der Zukunft wird sie bei gutem Willen und im Hinblick darauf, daß die Ursprungsaufgabe des DRK. in der Gesamttätigkeit desselben wieder die ihr gebührende bevorzugte Stellung einnehmen soll. vollen und würdigen Ersatz finden. Insbesondere für die bisherigen Führerinnen wird sich Gelegenheit bieten, ihre Kenntnisse und Erfahrungen in ähnlichen Stellungen auch künftig zur Verfügung zu stellen. Außer der Arbeit im Bereitschaftsdienst liegt den Frauen, wie bisher in den Vereinen des DRK., die Mitarbeit in den Gemeinschaften ob. Von der Arbeit dieser Gemeinschaften hängt auch in Zukunft in hohem Maße die Aufstellung. Ausbildung und Ausrüstung der Bereitschaften und Schwesternschaften die Errichtung, der Ausbau und Betrieb der Anstalten und Einrichtungen und nicht zum wenigsten die Erfüllung aller der Anforderungen ab, die an das DRK. herantreten. Die Gemeinschaften müssen also die Arbeit der bisherigen Vereine in erhöhtem Maße fortsetzen sich verantwortlich zu fühlen für die Leistungsfähigkeit und Schlagkraft des ganzen Deutschen Roten Kreuzes. Aus und für Herne lichketten zu verschaffen. Wenn der Führer unsern Platz an der afrikanischen Sonne zurückfort stehe hinter ihm das ganze Volk ** ordere, so Ein Volk hilft sich selbst! NSG. Am 13. März findet der letzte Eintopfsonntag des Winterhilfswerkes 1937 38 statt. Es heißt nochmals alle Kräfte sammeln, um damit die letzte Not des Winters zu besiegen. Im Eintopf wird immer wieder aufs neue der Gedanke der Volksgemeinschaft erlebt und verwirklicht. An diesem Tage müssen wir wieder alle zusammenstehen und uns unserer Verpflichtungen gegenüber der Volksgemeinschaft bewußt sein und danach handeln. An diesem Tage wollen wir beweisen, daß wir eine große Gemeinschaft sind, in der die Not des Einzelnen auch die Not der Gesamtheit und dadurch das Schicksal des letzten Volksgenossen ist. Wir müssen immer daran denken, daß wir ohne die Gemeinschaft ja nichts sind. Unser Opfer muß mithelfen zum Sieg über die Not. Ein ganzes Volk folgt dem Ruf seines Führers and vollbringt eine sozialistische Tat. Auch der letzte Eintopssonntag des Winterhilfswerkes muß für uns wieder ein Opfertag sein. Herner Gruben werden befahren. Umwandlung in Beamtenstellen zugunsten Alter Kämpfer Kreisleiter Nieper spricht in Herne=Mitte Vortrag über das Ehestandsdarlehen Kameradschaftsabend beim 6. SA=Sturm me“ wirkungsvoll zum Vortrag. Das von den Kameraden gemeinsam gesungene Lied:„Ein junges Volk steht auf" beschloß den 1. Teil des Programms. — Im 2. Teil kam der gesunde Humor zu seinem Recht. Die„Entstehung des ersten Miesmachers", ferner„Stammtischprophezeiungen aus dem Buche der Vergessenheit“ wurden von Kameraden des Sturmes in ulkiger Weise dargeboten. Danach wechselten weitere humoristische Darbietungen von Kameraden mit Musikvorträgen, gemeinsamen Liedern und Tanzeinlagen in bunter Reihenfolge ab. Die verbindenden Worte zu den einzelnen Darbietungen sprach ebenfalls ein Sturmkamerad in launiger Weise. Zwischendurch spielte„Jonny“ auf und errang mit seinen Vorträgen auf dem Bandonium besonderen Beifall. Einen großen Zuspruch sand auch das Preis=Schießen, wo die Schützen beiderlei Geschlechts um wertvolle Preise rangen. Im Laufe des Abends erschien der Führer des Sturmbanns, Sturmhauptführer Schneider, der an der fröhlichen Stimmung seiner SA=Männer und ihrer Angehörigen seine helle Freude hatte. Bis in die frühen Morgenstunden hinein blieb man bei Humor, Stimmung und Tanz zusammen.“ Frühlingssingen der 96. RSG. Schon heute weisen wir darauf hin, daß wie im Vorjahr so auch in diesem Jahre wieder am 2 1. März im ganzen Gebiet Westfalen das Frühlingssingen der H5. stattfindet. Dieses Frühlingssingen wird in allen Städten und Dörfern auf den öffentlichen Plätzen durchgeführt. Es sind dafür eine Reihe von Liedern bzw. Kanons vorgesehen, die aus dem Liederschatz der H3. in bunter Auswahl herausgegriffen worden sind. Die Zlegelet Ostbachtal im Abbruch Die Schadenverhütungswoche im Gau Westfalen-Süd. NSG. Die Schadenverhütungswoche im Bergbau begann am Montaa mit einem großen Betriebsappell auf der Schachtanlage Kaiserstuhl ll in Dortmund, der nach der Ausfahrt der Morgenschicht um 14.15 Uhr unter Mitwirkung der Werkschar abgehalten wurde. Im Mittelpunkt des Appells stand eine grundlegende Rede des Parteigenossen Dr. Thomalla vom Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin. An den weiteren Tagen sind vornehmlich Grubenfahrten vorgesehen, an denen Vertreter der Gaufachabteilung, der Bergbehörde, des Amtes für Volksgesundheit der Sektion II teilnehmen. zur Herne findet morgen eine Grubenfahrt auf der Schachtanlage Julia und Freitag auf der Schachtanlage Friedrich der Große statt. „Deutschlands Platz in Afrika“ Im Anschluß an die Anordnung des Reichsinnenministers über die Unterbringung von Nationalsozialisten in Beamtenstellen des unteren Dienstes gibt der Reichsfinanzminister bekannt, daß zu diesem besonderen Zweck mit Wirkung vom 1. April 1938 unter bestimmten Voraussetzungen Angestellten= und Arbeiterstellen bei den Behörden des Reiches, der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie bei den sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechtes als Beamtenstellen des unteren Dienstes neu eingerichtet werden dürfen. Für die Umwandlung kommen nur Stellen in Frage, die zur Zeit mit einem Nationalsozialisten im Sinne des Erlasses des Reichsinnenministers vom 2. 4. 1937 besetzt sind, oder die, falls sie bis zum Schluß dieses Rechnungsjahres frei werden, alsdann mit einem vorgemerkten Nationalsozialisten besetzt werden. Die Stellen sind als„künftig wegfallend“ zu bezeichnen. Ueber dieses Themfa sprach am Montag auf dem Arbeitsnachmittag der Kolonialfrauen die Reichsfachrednerin Hertha Seher. Sie ging von der Herrscherstellung der weißen Rasse, eingeleitet durch die Kolonisationen Portugals und Spaniens, Englands, Frankreichs und Hollands, aus und schilderte dann den Anteil der Deutschen an dieser Kolonisation, die als Bauern, Handwerker, Techniker und Wissenschaftler die Kolonialpioniere anderer europäischer Völker gewesen seien, während diese Völker selbst oft nur ihre Zuchthäusler in die fremden Länder geschickt hätten. Heute möchte es die Welt totschweigen, daß der deutsche Anteil an der Erschließung Nordamerikas, Südafrikas und Australiens größer sei als irgendeines der übrigen Völker. Unter Bismarck sei Deutschland als letzter Staat in die Reihe der Kolonialmächte eingetreten, aber seine Erwerbung von Kolonialbesitz sei nicht mit Blut und brutaler Unterdrückung oder gar Ausrottung befleckt, sondern auf Grund freundschaftlicher Verträge und Abmachungen erfolgt. Stets habe Deutschland die auch von den Negervölkern anerkannte kulturelle Ueberlegenheit der weißen Rasse betont und deshalb auch die Kongoakte herbeigeführt, in denen sich die Großmächte verpflichteten, kriegerische Verwicklungen untereinander nie auf kolonialen Boden zu übertragen. Dieses Verbrechen an der weißen Rasse dennoch während des Weltkrieges begangen zu haben, sei den Kolonialmächten vorbeDeutschland jetzt kolo die Stirn selbst nach Wissensch habe, durch ihre Erfindungen(B Krankheiten ufw.) die Erschließu zu ermöglichen. Heute führten wir den die Wiedererlangung unseres Eigentums, um den Raum, den unser dichtbesiedeltes Land brauche, um seiner Jugend ein Betätigungsfeld, seiner Wirtschaft eine Rohstoffbasis und seiner Industrie ArbeitsmögNachdem das Ostbachtal zu einer herrlichen Grünund Teichanlage umgestaltet worden war, störte die alte Schmidtsche Ziegelei an der Feldstraße, die der Zeche Mont Cenis gehört, das schöne Landschaftsbild in einem Maße, daß jeder Spaziergänger, der sich des Neugeschaffenen erfreute, den Wunsch empfand, dieses alte Gebäude mitsamt seinem Schornstein und seinen Schuppen möge bald verschwinden. Erfreulicherweise geht dieser Wunsch nun in Erfüllung. Seit kurzem ist man mit dem Abbruch der Ziegelei beschäftigt. Gleichzeltze, sind städtische Arbeiter in den Anlagen des Ostales eingesetzt, um sie durch Beschneiden, Bodenauflockern, Neupflanzen usw. für das Frühjahr herzurichten. * 2 2 * Fälschungen im Arbeitsbuch werden streng bestraft. RSG. Wiederholt ist darauf hingewiesen worden, daß Fälschungen in den Arbeitsbüchern streng bestraft werden. Nunmehr ist wieder ein Volksgenosse, der Blätter aus seinem Arbeitsbuch entfernte und eigenmächtige Eintragungen vornahm, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Bestrafte ist dabei noch verhältnismäßig glimpflich weggekommen. *„Die Bedeutung der neuen Ordnung in den Rentenversicherungen für den Versicherungsgedanken.“ Ueber dieses Thema wird in der von der Verwaltungsakademie Industriebezirk in Bochum und dem Amt für Beamte der NSDAP, Fachschaften 8 und 14, veranstalteten Sozialwissenschaftlichen Vortragsreihe Staatssekretär Dr. Krohn vom Reichs= und Preußischen Arbeitsministerium sprechen. Der Vortrag findet am 10. März 1938 in der Verwaltungsakademie Bochum, Wittener Str. 61, statt. Er beginnt um 20 Uhr. Teilnehmerkarten zum Preise von 50 Pf. sind an der Abendkasse zu haben. halten geblieben, d fähigkeit, Sgrzpe offensichtlich sel, 5 Kolonien die deu# oniale Unhätten, während es dem Raub unserer ist nicht aufgehört kämpfung tropischer heißer Zonen erst Kan kampf um Die Ortsgruppe Herne=Mitte der RSDAP ruft .upf alle Parteigenossen und Parteianwärter auf, zu der am Donnerstag um 20 Uhr in der Gastwirtschaft Keller, Franz=Seldte=Straße 48, stattfindenden Mitgliederversammlung zu erscheinen. Der Vortrag wird von Kreisleiter Nieper gehalten. Die Politischen Leiter erscheinen zu dieser Versammlung in Uniform. Eine kleine Herner Artistenfamilie Der Sorge um leere Einmachgläser enthoben RSG. Manche Hausfrau steht entweder früher oder später vor ihren leeren Einmachgläsern. In früheren Zeiten war da allerdings guter Rat euer. Heute jedoch ist dies nicht mehr schlimm, denn die Fabriken haben bei der letzten reichen Obsternte vorgesorgt und verbilligte Marmelade in größerem Umfang hergestellt. So stehen uns allein an verbilligter Marmelade 3,15 Millionen Zenter zur Verfügung. Dabei ist diese Marmelade in Bezug auf ihre Preiswürdigkeit fast unübertroffen und sagt in ihrer Qualität auch einem anspruchsvolleren Gaumen zu. Dieses billige Aufstrichmitel schont nicht nur den Geldbeutel der Hausfrau, es wirkt auch, gesamtwirtschaftlich gesehen, entlastend, weil es aus Rohstoffen hergestellt wird, die uns gerade im letzten Jahr in großen Mengen beschert wurden. Die kluge Hausfrau kann deshalb nichts Besseres tun, als die verbilligte Marmelade zu ihrem Speisezettel und besonders als Brotaufstrich heranzuziehen. Wie die Kreisfachgruppe„„aushalt“ bekanntgibt, findet am heutigen Mittwochabend 8 Uhr im Lokal Dorlöchter, Vinckestraße, für die Hausgehilfinnen aller Ortsgruppen ein Gemeinschaftsabend, verbunden mit einem Lichtbildervortrag über das„Ehestandsdarlehen" statt. Alle Hausgehilfinnen werden hierzu freundlichst eingeladen. Die Hausfrauen werden gebeten, ihre Hausgehilfinnen für diesen Abend zu beurlauben. In einer Herner Trinkhalle, bei einer Flasche alkoholfreien Getränks, lernten wir Tom Alkeno, den Kraftakt= und Zahnakrobaten kennen. Er ist gebürtiger Herner, 29 Jahre alt und Vater zweier strammer Knaben, die auch schon Artistenblut in den Adern haben. Tom paust gegenwärtig, sammelt neue Kräfte und studiert neue Tricks ein. Das Pausieren liegt ihm nicht.„Ja, wenn ich den Zaster für einen Wohnwagen hätte,“ meinte er sinnend,„dann würde ich ununterbrochen durch die Lande ziehen". Seine artistische Kunst besteht darin, Tische bis zu 4 und 5 Meter Länge zu heben, weiter schlüpft er durch Ringe von 28 cm Durchmesser, hebt stehend, kniend und liegend Stühle mit den Zähnen und beweist noch in anderen Künsten seinen geschmeidigen und trainierten Körper. Man sah ihn auch schon mit seinem 20jährigen Partner Hein auf manchen Herner Festlichkeiten. Hein ist Jongleur, beherrscht die fünffache Balance, bändigt sechs fliegende Bälle in allen Lagen zu gleicher Zeit, weiß auch mit zehn Ringen zu gleicher Zeit umzugehen und ist auch im Keulenwerfen ein Meister. Während Tom seit 1924 Artist ist, übt Hein seit 1932 die Artistik aus. Beide Herner Jungen haben in ihrer Vaterstadt manchen Erfolg zu verzeichnen gehabt. Tom hat allerdings schon weit mehr erlebt. Mit dem Zirkus Rahlmeyer ist er lange als Kraftmensch gereist. Er ist in Aachen, Düsseldorf, Köln, Ostfriesland, in Lingen, Bielefeld, Hamburg, auf dem Bremer Messemarkt, in Münster und in Süddeutschland aufgetreten. Das dankbarste Publikum, erzählte er uns, habe er im Sauerland vorgefunden, dessen Ortschaften wenig von der Artistik zu sehen bekommen, so daß die Bewohner immer froh seien, wenn ein Zirkus bei ihnen gastiere. Für Tom Alkeno hat die sauerländische Jugend immer Begeisterung gezeigt. Ein ganzes Jahr im Tom auch mit einem Boxhallen=Unternehmen auf den Kirmesveranstaltungen umhergereist, um es als Boxer mit allen kampflustigen Kirmesbesuchern aufzunehmen. Das war kein leichtes Brot, meint Tom. Und man wolle auch nicht immer eine kleine Nummer bleiben, sondern sich hinaufarbeiten, solange man noch in den besten Jahren stehe. Wenn er es auch nicht leicht gehabt habe, Artist zu werden, so sollten es seine beiden Jungen doch besser haben. Da in den beiden kleinen Kerlchen— Willi ist 2 Jahre und 6 Monate alt und der Jüngste eben 1 Jahr— das Blut des Vaters sich bereits bemerkbar mache, habe er mit Willi schon das Training begonnen. Er, Tom, sei der Untermann, der den schwindelfreien kleinen Willi durch die Luft schleudere, doch Willi verliere seine kerzengerade Haltung nicht. Er sei geradezu prädestiniert zum Schlangenmenschen für eine zukünftige Kautschuknummer mit dem Vater. Nicht, daß Willi durch Zwang zum Artisten ausgebildet werde, nein, er könne es nie abwarten, bis der Vater Zeit habe, mit ihm zu üben. Wir hatten Gelegenheit, auch Willi, das fixe Kerlchen, kennenzulernen, und konnten feststellen, daß der Vater sein ein und alles ist. Wenn Willi mit dem Vater übt, kriecht sein Brüderchen zu Vaters Füßen und steckt Köpfchen und die Händchen zwischen die Beinchen, auf daß der Vater auch mit ihm so einen schönen Hopser mache. Früh übt sich eben, was ein Meister werden will. Aber vorläufig will es Tom noch selber können. Er ist jung, solide und tüchtig, und wir glauben ihm gern, daß er es noch zu etwas Größerem bringen wird. Ein Traum wird Wirklichkeit Der KdJ-Kurs auf Afrika.— Urlauber machen eine Weltreise. ehemaligen Wef halten Schaffnet un auch im Schnitt dem ein wird. * Ein holländer macht Jagd auf WhW=Abzeichen. Vor einem Kaffeehaus an der Bahnhofstraße hielt gestern mittag ein holländischer Kraftwagen, dessen Fahrer, ein Kaufmann, alle ihm begegnenden Kinder anhielt, um von ihnen einen Pozellansoldaten, wie sie am vergangenen Sonntag verkauft wurden, zu erhandeln. Es war ihm bald gelungen, die ganze Serie zu erwerben, wobei er manchem Kind für das Stück mehr als 20 Pf. zahlte. Wie er erzählte, betrachtet er unsere WHW=Abzeichen nicht nur als schöne Sammelstücke, sondern auch als reizende Reiseandenken. Bei jedem Besuch, den er in Deutschland macht, ist er bemüht, die Abzeichen aufzutreiben, die in seiner Abwesenheit erschienen sind. * Die Straße ist kein Spielplatz! Gestern spielte auf der Bismarckstraße ein etwa fünfjähriger Junge auf dem Fahrdamm. Als sich der Autobus der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn näherte, wurde der Junge verwirrt und lief direkt vor den Wagen. Die Passanten schrien vor Entsetzen auf, aber dem Wagenführer gelang es, das Fahrzeug noch früh genug zum Halten zu bringen, allerdings unser so scharfem Bremsen, daß die etwa zwanzig Fahrgäste von ihren Sitzen fast mit dem Kopf gegen die Decke fl * Bestandene Reifeprüfung. Der Primaner Hans=Joachim Berg, ehemaliger Schüler des 1936 aufgelösten hiesigen Gymnasiums, bestand am Marcanum in Wattenscheid die Reifeprüfung. Wir gratulieren! * J u b i l a r e h r u n g. Auf einer Versammlung der Betriebsgemeinschaft Halstrick, die am Samstagobd— 4n##l Schmie stattfand, wurden die Gef Koverg und Albert Ha Werkszugehörigkeit geehrt und beschenkt. In dem mit den Zeichen der Bewegung ausgeschmückten Lokal Krawinkel an der Roonstraße feierte der 6. Sturm der SA=Standarte 457 am vergangenen Sonnabend einen Kameradschaftsabend. Nach einem einleitenden Musikvortrag begrüßte Sturmführer Rapin die Kameraden des Sturmes und ihre Angehörigen. Er gab einen kurzen Ueberblick über den Dienstbetrieb innerhalb des Sturmes im letzten Jahre und betonte, daß er mit seinem Sturm in jeder Hinsicht zufrieden sei, da der Sturm seine Einsatzbereitschaft bei jeder sich bietenden Gelegenheit bewiesen habe. Darum hätten die Kameraden des Sturmes alle Ursache, sich auch einmal außerhalb des Dienstes zu fröhlicher Geselligkeit mit ihren Angehörigen zusammenzufinden, um das Band der Kameradschaft zu erneuern und zu festigen. Gerade die SA, in der der Arbeiter neben dem Beamten, der Gewerbetreibende neben dem Akademiker gleichberechtigt in Reih' und Glied stehe, sei das Vorbild für jede Kameradschaft. Eine solch vorbildliche Gemeinschaft auf freiwilliger Grund lage erst ermöglicht zu haben, sei das große Verdienst des Führers, dem wir überhaupt zu verdanken hätten, daß wir heute in Deutschland solche Kameradschaftsfeiern in schönster Harmonie veranstalten dürften. Mit dem„Sieg=Heil“ auf den Führer schloß der Sturmführer seine Begrüßungsansprache, die mit dem HorstWessel=Lied endete. Nach einem Musikvortrag brachte ein Sturmkamerad das Melodram:„Die KönigspalDie kühnen Träume die deim Beginn der Tätigkeit der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ als unerfüllbar angesehen wurden, sind einer nach dem anderen Wirklichkeit geworden— eine Wirklichkeit, die häufig die großzügigen Planungen der Anfangszeit hinter sich läßt. Die Reisen deutscher Arbeiter überall dorthin, wo verwöhnte Menschen die schönsten Flecken der Erde für sich reserviert glaubten sind der sichtbarste Ausdruck eines sozialen Wunders. aus den Kräften der Gemeinschaft, das bisher vor die kritischen Augen der Welt gestellt wurde. Diese Welt, die uns Deutsche gewiß nicht mit uneingeschränkter Zuneigung betrachtet, hat an dieser Erscheinung nicht ohne offene Anerkennung vorbeigehen können. Wohl versuchte sie, sie gelegentlich abzuschwächen, häufig auch totzuschweigen, aber auf die Dauer ließ sich diesem Werk die Achtung nicht versagen: es gibt kein politisches, wirtschaftliches oder soziales Argument, das wirksam gegen „Kraft durch Freude“ und die herrlichen Reisen der schaffenden Gemeinschaft der Deutschen eingesetzt werden könnte. Der Weg von dem Tage des Startes jenes ersten Urlauberzuges nach Oberbayern bis zum heutigen Tage ist zeitlich so kurz und in seinem Erlebnisreichtum, in der Fülle durchgeführter Pläne und Wünsche, in der Abwechslung seiner Stationen so weit, daß es fast schwer fällt, ihn noch ganz zu überblicken. Da waren die ersten Norwegenfahrten, inzwischen schon längst unlöslicher Bestandteil des Urlaubsprogramms für den Arbeiter. Dann kam das die Welt interessierende Ereignis der ersten Fahrt nach Madeira und Lissabon, im letzten Winter traten die regelmäßigen Italienfahrten hinzu— alles Reisen, die im Augenblick ihres Beginnes geradezu sensationell wirkten d heute schon in Fle““ und heute schon in Fleisch und Blut unserer Vorstellungskraft übergegangen sind. Die Spanne vom Traum bis zur Wirklichkeit ist riesengroß, unüberbrückbar für liberales Denken, sie ist es aber nicht da, wo wirklicher Sozialismus die Kräfte der Gemeinschaft zusammenfaßt. Die Beispiele beweisen es Nunmehr, da die erste KdF.=Fahrt nach Nordafrika und die gleichzeitige Inbetriebnahme des ersten eigenen Urlauberschiffes„Wilhelm Gustloff“ angekündigt worden ist, eröffnen sich abermals Perspektiven von ungeheurem Ausmaß. Wieder ist eine Leistung vollbracht, die vor wenigen Jahren noch lächelnd als unmöglich bezeichnet worden wäre. Jetzt nehmen unsere KdF.=Dampfer Kurs auf Afrika und werden schaffenden Deutschen die Wunder eines fremden Erdteils erschließen, die bislang nur wenigen Begüterten vorbehalten waren Dennoch werden sie diese großen Stunden anders erleben als sonstige Weltreisende: sie werden sich in jeder Stunde als Gesandte ihres Volkes fühlen, dessen Kraft und dessen Gemeinschaft sie allein das einzigartige Erlebnis verdanken. Hier ist es Tatsache, daß der Sozialismus, wenn er richtig gelehrt und gelebt wird, mehr leistet, als die Kraft des Kapitals einzelner. Dieses Bewußtsein macht den deutschen Arbeiter stolz und innerlich frei. Millionen Schaffende in der Heimat, das ist gewiß, werden neidlos und kameradschaftlich in Gedanken diejenigen begleiten, die erstmals als Urlauber des nationalsozialistischen Deutschlands den Fuß auf den Boden des fremden Erdteils setzen. Und unsere Urlauber die Ende März auf den schönen KdF.=Schiffen Kurs nach Afrika nehmen tragen das glückliche Bewußtsein in sich daß die guten Fahrtwünsche aller Arbeitskameraden mit ihnen sind. flogen. * Rosensträucher verschwanden aus dem Garten. Einem Anwohner des Grenzweges wurden aus seinem Garten acht Rosensträucher gestohlen. Wer hat Wahrnehmungen gemacht? * J a h r a d d i e b s t ä h l e. Vor längerer Zeit wurde aus dem Keller der Städtischen Sparkasse ein Herrenfahrrad Marke Anker Nr. 112 219 gestohlen.— Ferner wurde am 3. d. M. ein Tourenrad, Marke und Nummer unbekannt, vor dem Ev. Krankenhaus in Herne gestohlen. handelt sich um ein Herrenfahrrad, das später al Damenfahrrad umgearbeitet worden ist. * Herrenuhr gestohlen. Einem Angestellten einer hiesigen *„ gestol Einen. AngestentenAe. hesigen Firma wurde auf der Arbeitsstelle die Taschenuhr gestohlen. Bei Verfehlungen nicht gleich kündigen! NSG. Die Fürsorgenflicht verlangt vom Betriebsführer, das Mittel der Kündigung nur in solchen Fällen anzuwenden, in denen andeve Maßnahmen keinen Erfolg mehr versprechen. Daher ist eine Kündigung unbillig hart und berechtigt zum Widerruf. wenn die Verfehlung des Gefolgschaftsmitgliedes, die zur Kündigung Anlaß gab, zu der Folge der Entlassung in einem Mißverständnis stebt. Diesem Mißverhältnis will gerade der Kündigungsschutz des AOG. vorbeugen. Auch wenn eine Verfehlung niot als geringfügig anzusprechen ist. darf sie doch bei einem langjährigen und sonst bewährten Gefolgschaftsmitglied nicht sogleich zur Kündigung führen. Die Belange des Betriedes können auch durch eine andere Bestrafung, etwa durch Bußverhängung nach den Vorschriften der Betriebsordnung, binreichend gewahrt werden. * Neue Uniformen unserer Autobusfahrer. Das Fahrpersonal unserer beiden Autobuslinien trägt gegenwärtig noch die blaugraue Uniform der „Es waren zwei Zunggesellen“ Golria-Palast. Dieser heitere Film ist ganz auf Unterhaltung eingestellt. ird besonders von Joe Stoe+ loeckel und der unvergeßellen, Sie wird besonders von Joe lichen Adele Sandrock gewürzt. Zwei Junggesellen, ein Assistenzarzt und ein Innenarchikekt, werden in eine Kleinstadt verschlagen, wo der Arzt die Praxis seines verstordenen Onkels übernehmen darf, ohne daß sie in der ersten Zeit etwas abwirft. Das Hauptfaktotum(Joe Stoeckel), das viel auf Astrologie hält, gibt sich alle Mühe, Datienten herbeizulocken, bis eine Heilquellen-Entdeckung den Ruf des jungen Arztes und auch die Existenz des Architekten sichert. Adele Sandrock ist eine Exzellenz und Erbtante mit der bekannten krockenen Bärbeißigkeit. Der sommerliche Schauplatz zeigt manches nette Idyll. Franz Semglaty. Briefkasten Anfragen an unsern Briefkasten müssen mit Unterschrift versehen und ebenso muß die letztgültige Qutttung beigefügt sein. We dieses nicht der Fall ist, erfolgt keine Beantwortung. Gr. 100. Die Walzen an meiner Wringmaschine sind hark geworden und erfüllen ihren Zweck nicht mehr oder doch nur sehr unvollkommen. Kann ich diesem Uebel selbst abhelfen?— Wenn Sie die Walzen in Ammoniakwasser legen, das Sie aus einem Teil Ammoniak und zwei Teilen Wasser herstellen, so werden sie wieder schön weich und gebrauchsfähig. Ebenso können Sie auch hart gewordene Gummiringe von Einmachgläsern behandeln. Das Mittel ist gut und hat den Vorzug der Billigkeit. Erna P. Wie werde ich Diätküchenleiterin?— Diätküchenleiterin ist ein neuer Beruf, entstanden aus einer Umlagerung der Krankenbehandlung. Der Beruf entspricht im großen und ganzen dem der Haushaltpflegerin, die als Rüchenleiterin angestellt ist, und verlangt ebenso Kenntnisse in dürgerlicher und feiner Küche. Auf der Grundlage der mittleren Reife(Obersekunda) baut sich ein zweijähriger Lehrgang in den Diätküche eines Krankenhauses auf. der theoretische und praktische Arbeik miteinander vereinigt. Will eine fertig ausgebildete Haushaltspflegerin sich auf diesen Beruf umstellen, so braucht sie nur noch ein Lehrjahr mitzumachen. Die Aussichten sind hier sehr günstig. G. L. Wie beseitige ich den häßlichen Holzgeruch einem neuen Küchenschrank?— Bereiten Sie eine mittelstarke Seifenlösung, setzen etwas mangansaures Kali, Lysoform oder auch Clorkalk zu, und waschen Sie damit den Schrank gründlich aus. Mit lauwarmem Wasser wird nachgespült. Anschließend müssen Sie reichlich lüften. Macht sich hinterher der Geruch noch bemerkbar, so ist Aussetzen von Chlorkalk auf einem Porzellanuntersatz in den geschlossenen und entlehreten Schrank, oder Abbrennen von Schwefelfäden auf feuerfester Unterlage zu empfehlen.###e Anwendung erfolgt zweckmäßig am Abend, damit Dämpfen Zeit zum Wirken g gründlich gelüftet. gegeben ist: morgens wird Beim Wohnungswechsel wird in der Zustellung des Herner Anzeigers keine Unterbrechung eintreten, wenn der Umzug rechtzeitig dem Boten gemeldet oder der Geschäftsstelle eine diesbezügliche Mitteilung gemacht wird. Nachfolgenden Schein bitten wir auszufüllen: Ich verziehe am von zur Str. Nr. Str. Nr. Vom um durch mannschaft Bei der 2 Wahrnung Sport und dienen, ha einen Plat ist im Zus# fachamtsle billigt. Er gemeinsam unsere Att von Breit vorwärtsg in dem P bekannten könner. 7 schaften, n ten und al Der Pl Am 27. und am 3. für den 14 Kreisen fa als erste Schweden Besten auf chen“ und Ausscheldu Edr# ffeltag wird die Nach Mö tragen: a) Sta denstaffel 3000-Mete nehmer, vr den), 25 m b) Offe Stabhochsp c) Käm ter, 1000 Klm.=Gehe Richtli und intern nahme an der Reicht Am Se gediet Ga gungsplan a) Es und 5, Ga 14, Gau 1 b) We Ausnahme Zehnkamp c) Ein Meter, 10 Stabhochf Meter, 1: Hochsprun Weitsprun d) Teil Mann je gesamt nu lauf oder felläufen e) We Deutschen einem We ihm die D bewerb w a) Bei erste, zwei für das b) Zw Vorläufe c) In denlauf al bung als gesehen. d) Die weise auf auf 400-2 der Kurve beträgt s# Am 1 kampf=M eines Rei Titel eine Bezüg Deutschen verfahren. 8. 27 Es wer Klasse, b) odigen Kl zen festge 100•2 200•27 400•27 800•2 1 500:27 5 000•2n 10 000-27 Marathon 50„Klm.-E 110 Mete 400 Mete 3000 Me Weitsprun Dreisprun Hochsprun Stabhoch Speerwur Diskuswu Hammerw Kugelstoß Zehnkamp 1 Im Ja sonders verlieben. gen Leich 8. 7. un tungen ei Klassen-G (Unkerschrift.) Auf d Start unt 40 Meter hr erm. die gepaßt hen. e hielt dessen Kinder 1, wie en, zu ganze ür das te, ber als Reiseschland en, die etwa ich der inbahn direkt itsetzen hrzeug rdings panzla gegen en. n aus er hat er der ke Ann 3. d. kannt, n. EA er a wurde sen! triebsFällen en Erng une Verdigung Mißgerade wenn sen ist. jährten führen. andere 1 Vorewahrt gestellt. vergeßesellen, in eine es verder erloecke!), ttienten n R u f sitekten nte mit nerliche zlaty. ne sind ir oder e selbst kwasser Teilen ch und vordene ittel ist Diätküer Umsicht im die als nntnisse ige der ähriger uf. der reinigt. ich auf Lehrnstig. ich aus mittelLysonit den r wird Macht usetzen en ge en hon n. it wird herner rechtoder bezügwird. en: Arbeitsplan der Leichtathleten für 1938 Vom Reichssportführer sind auf allen Sportgebieten großzügige Maßnahmen in Angriff genommen worden um durch planmäßige Vorbereitung der deutschen Kampfmannschaften eine Steigerung der Leistungen sicherzustellen. Bei der Verfolgung der hohen Ziele, die nach außen der Wahrnung des deutschen Ansehens im internationalen Sport und nach innen dem Idea!„Volk in Leidesübungen“ dienen, hat der Reichssportführer Dr. von Halt beauftragt, einen Plan für die Leichtathletik vorzulegen. Dieser Plan ist im Zusammenwirken mit den Mitarbeitern des Reichsfachamtsleiters entstanden und vom Reichssportführer gebilligt. Er sieht eine Reihe neuer Maßnahmen vor, die dem gemeinsamen Ziel, der Leistungsstärkung und Förderung unsere Athleten dienen. Nur in harmonischer Verbindung von Breitenarbeit und Spitzenförderung kann der Sport vorwärtsgetrieben und gesteigert werden. Daher finden sich in dem Plan in gleicher Weise Maßnahmen für den„unbekannten Sportsmann“ wie für den olympiareifen Spitzenkönner. Prüfsteine der Arbeit sind nach innen die Meisterschaften, nach außen die Länderkämpfe, Europameisterschafken und andere internationale Be Der Plan sieht zunächst für 1 1. Gehen. Am 27. März findet in den Kreisen ein 10-Klm.-Gehen und am 3. April ein 20-Klm.=Gehen statt. Die ursprünglich für den 13. März vorgesehenen 20-Klm.=Märsche in allen Kreisen fallen fort. Die beiden neuen Gehwettbewerbe sind als erste Sichtungskämpfe für den Länderkampf gegen Schweden angesetzt. Die Reichsführung bebält sich vor, die Besten aus diesen Sichtungskämpfen bei„Rund um München" und bei„Quer durch Berlin“ weiteren Prüfungen und Ausscheldungen zu unterziehen. 3. Bahnstaffeltag. D#er für den 8. Mal in den Kreisen angesetzte Bahnstäffeltag wird zum Reichstermin erhoben. An diesem Tage wird die leichtathletische Bahnsaison 1938 offiztell eröffnet. Nach Möglichkeit werden folgende Wettbewerbe ausgetragen: a) Staffelläufe: 10 mal 400 Meter(1 Runde), Schwedenstaffel 100, 200, 400 Meter, Imal-1000-Meter=Staffel, 3000-Meter=Mannschaftslauf(eine Mannschaft dat 8 Teilnehmer, von denen die ersten 6 nach Punkten gewerket werden), 25 mal 200 Meter(halde Runde) als Abschluß. b) Offene Kämpfe: 200 Meter Hürden, 7500 Meter, Stabhochsprung, Dreisprung. c) Kämpfe für den„unbekannten Sportsmann“: 200 Meter, 1000 Meter, 3000 Meter, Wettsprung, Kugelstoß. 10Klm.=Gehen auf der Bahn. 3. Großstaffelläufe. Richtlinie: Grundsätzlich ist den Athleten der Olompiaund internationalen Klasse(siehe Klasseneinteilung) die Teilnahme an den Großstaffelläufen nur im Einverständnis mit der Reichsführung(Fachamt Leichtathletik) gestattet. Gauvergleichskämpfe. Am Sonntag, dem 19. Juni werden im gesamten Zeichsgediet Gauvergleichskämpfe laut nachforgendem Austragungsplan durchgeführt: a) Es kämpfen gegeneinander: Gaue 1 und 2. Gau 3, 4 und 5, Gau 6. 7, und 8, Gau 9, 10 und 11, Gau 12, 18 und 14, Gau 15 und 16. b) Wettbewerbe:„Alle Olymplschen Wettbewerbe, mit Ausnahme des Marathonlaufes, 50-Klm.=Gehens und des Zehnkampfes. c) Einheitliche Reihenfolge: 110 Meter Hürden, 800 Meter, 100 Meter, 5000 Meter, 4mal-100-Meter=Staffel, Stabhochsprung, Dreisorung, Kugelstoß, Hammerwurf, 400 Meter, 1500 Meter, 200 Meter, 3000 Meter Hindernis, Hochsprung, Speerwurf, 400 Meter Hürden, 10 000 Meter, Weitsprung, Diskuswurf, 4mal-400-Meter=Staffel. d) Teilnahmeberechtigung: In jedem Wettbewerd je zwei Mann se Gaumannschaft. Jeder Teilnehmer darf sich insgesamt nur an zwei Einzelwettbewerben und einem Staffellauf oder an einem Einzelwettbewerb und den beiden Staffelläufen beteiligen. *) Wertung: Die Wertung erfolgt einheitlich nach der Deutschen 1000-Punkt-Wertung für Männer. Fällt in einem Wettbewerb ein Teilnehmer vollkommen aus, so wird ihm die Punktzahl des schlechtesten aus dem gleichen Wettbewerb weniger 50 Punkte angerechnet. 5. Gaumeisterschaften. a) Bei Vorausscheidungen(Vorläufen) ist nicht mehr der erste, zweite oder dritte Platz, sondern die erzielte Leistung für das Weiterkommen in die Zwischenläufe maßgebend. b) Zwischenläufe werden nach den Zeitergebnissen der Vorläufe eingeteilt. c) In diesem Jahre wird erstmalig ein 200-Meter=Hürdenlauf als Gaumeisterschaft ausgeschrieben. Die Ausschreidung als Deutsche Meisterschaft ist für das Jahr 1939 vorgesehen. d) Die Gaumeisterschaft über 400 Meter wird versuchsweise auf unabgestreckten Bahnen gelaufen. Der Start auf 400-Meter=Bahnen muß 30 bis 40 Meter vor Beginn der Kurve erfolgen. Die Höchstteilnehmerzahl in einem Lauf beträgt sieden Läufer. 6. Reichssieger. Am 17. Juli findet im Rahmen der Deutschen Mehrkampf=Meisterschaften ein 30-Klm.=Gehen um den Titel eines Reichssiegers und ein 25-Klm.=Lauf gleichfalls um den Titel eines Reichssiegers statt. 7. Deutsche Meisterschaften. Bezüglich der Vor- und Zwischenläufe wird bei den Deutschen Meisterschaften wie bei den Gaumeisterschaften verfahren. 8. Nationale(ev. internationale) Prüfungskämpfe am 6. und 7. August. 9. Klasseneinteilung. Es werden drei Leistungsklassen geschaffen: a) OlompiaKlasse, d) internationale Klasse, c) nationale Klasse. Für die odigen Klassen sind in diesem Jahre folgende Leistungsgrenzen festgesetzt: 100-Meker=Lauf 200-Meter=Lauf 400-Meter=Lauf 800-Meter=Lauf 1 500:Meter-Lauf 5000-Meter-Lauf 10000-Meter-Lauf Marathonlauf 50„Klm.=Geben 110 Meter Hürden 400 Meter Hürden 3000 Meter Hindernis 9:10,0 Weitsprung Dreisprung Hochsprung Stabhochsprung Speerwurf Diskuswurf Hammerwurf Kugelstoß Zehnkampf 10. Sonderpreise des Reichssportführers. Im Jahre 1938 werden vom Reichssportführer für besonders hervorragende Leistungen Sonderpreise erstmalig verlieben. Als Träger der Sonderpreise kommen diesenigen Leichtathleten in Frage, die in der Zeit zwischen dem 28. 7. und 4. 9. zweimal bei zwei verschiedenen Veranstaltungen eine Leistung aufzuweisen haben, die der OlympiaKlassen-Grenze entspricht. 11. Start für den 800-Meter=Lauf. Auf den üblichen 400-Meter=Bahnen wird in Zukunft Start und Ziel des 800-Meter=Laufes grundsätzlich 30 bis 40 Meter vor Beginn der Kurve gelegt. 12. Einladungskämpfe. Die Ausschreidung von Einladungskämpfen bei reichsoffenen und internationalen Veranstaltungen bedarf der besonderen Genehmigung der Reichsführung. 13. Reichsterminliste. Die bisher vom DRL veröffentlichte Reichskerminliste behält mit geringen Abweichungen ihre Gültigkeit. Sie wird demnächst ergänzt durch die genehmigten Termine der reichsoffenen und internationalen Veranstaltungen, die im „Leichtathleten“ veröffenklicht werden. 14. Frauen. Ein besonderer Arbeitsplan für die Frauen wird noch gesondert bekanntgegeden. Berufung von Speziallehrern und-lehrwarten. Um die gesamte Vorbereitung und Leistungsförderung unserer Leichtathletik dakkräftig vorwärtszutreiben, sind eine Anzahl von Speziallehrern und-lehrwarten berufen. Bei der Durchführung der boben gestellten Aufgabe sind Männer nötig, die sich nicht nur als Techniker, sondern auch als Führer bewährt haben und berett sind, mit der nötigen Arbeitsfreudigkett und mit Pflichtbewußtsein ihre Arbeit anzupacken und durchzuführen. Im Einverständnis mit dem Reichssportführer und im Vertrauen darauf, daß diese Speziallehrer und=lehrwarte im Sinne aller Wünsche an der großen Aufgabe mitarbeiten, hat Dr. v. Halt folgende Männer berufen: Thiele, Berlin, 100—400 Meter einschließlich der 4mal100- und 4mal-400-Meter=Staffel. Gerschle:, Dresden, 800—1500 Meter, 3000 Meter Hindernis und Frauen. Lamberk, Wittenberg, 5000 und 10000 Meter. Rüßmann, Karlsruhe, 110 Meter u. 400 Meter Hürden. V. d. Planit, Berlin, Marthonlauf. Schwad, Berlin, Geben. uhn, Jena, Hochspru Huhn, Jena, Hochsprung. Richter, Leipzig, Weitsorung. Schmücker, Berlin, Dreisprung. Christmann, Berlin, Hammerwurf, Diskuswurf, Rugelstoß Stöch und vorläufig Stabhochsprung. rlin, Speerwurf. 21 Bewerber um die Wasserballmeisterschaft Die Ausschreibung dei Deutschen Wasserdallmeisterschaft 1938 ist bei den Vereinen diesmal so stark beachtet worden. wie nie zuvor. War schon im Vorjahr mit 13 Vereinen ein stärkerer Aufschwung zu verzeichnen, so bewerden sich diesmal 21 Mannschaften, so daß ein Feld zustande kommt, das wirklich einer deutschen Meisterschaft wärdig ist. Die 21 Mannschaften sind: Der Titelverteidiger Wasserfreunde 98 Hanover, Dutsburg 98, Schwimmsportfreunde Wuppertal 97, Aachen 06, Münster 91, Bocholter WSV 1920, Schwaben Stuttgart, München 99, Bayern 07 Nürnberg, Prussia Königsberg, Königsberger SC 01, Weißensee 96, Spandau 04, AS B Breslau, Leipziger SC 1930, Wiking 34 Chemnitz, Hellas Magdeburg, SS-Sportgemeinschaft Magdedurg, Wassersportverein Hannover-Linden, Gleiwitz 1900 und Post SB Stephan Breslau. Es fehlen also die dekannken Mannschaften von Magdeburg 96 und Poseidon Magdeburg, die wohl deshald nicht gemeldet haben, weil sie starke Spieler, wie Schulze, an die SS.Sportgemeinschaft Magdeburg verloren. Zn den entscheldenden Kämpfen sollen 16 Mannschaften zugelassen werden, die in vier Gruppen zu je vier Mannschaften spielen. Hierfür kommen vorneweg die vorjährigen Gruppenleger und-zweiten in Betracht, ferner aus sporklichen Gründen die als spielstark bekannten Mannschaften. Die wetteren Tetlnehmer werden in besonderen Ausscheidungs= spielen ermittelt, für die Reichswasserballwart Nolte den Spielplan in großen Jügen wie folgt aufgestellt hat: In Chemnitz Wiking 34 Chemnitz—. SS Sportgemeinchaft Magdedurg, in Königsderg Prussia Königsberg— Königsberg— Königsberg 01, in einem noch zu bestimmenden Ort Münster 91— Bocholter WSB 20 und in Breslau ASB Breslau— Post SD Stephan Breslau und Gleiwitz 1900. Die Spiele müssen bis zum 10. April erledigt sein. In Breslau wird in Turnierform— jeder gegen jeden— gespielt. Für die Durchführung der anderen Ausscheidungsspiele sind die Gauobmänner verantwortlich, die auch die Termine bestimmen und festlegen, ob im Hin- und Rückspiel der Sieger ermittelt wird. Die vier Sieger der Ausscheidungskämpfe nehmen dann zusammen mit den anderen Vereinen an der Deutschen Wasserballmeisterschaft teil. * Das Internationale Schwimmfest in Halle am 19. und 20. März, das mit Reichsprüfungswettkämpfen verbunden ist, hat mit 354 Staffel- und Einzelmeldungen aus 61 Vereinen eine ganz dervorragende Beteiligung gefunden. Aus dem Ausland erwartet man die Däninnen Ragnhild Hveger und Christensen sowie den ungarischen Olympiasieger Csik und den tschechoslowakischen Meister im Kunst- und Turmspringen, Leikert=Tepfiß. Zwischenrunde zur Westfalen-Boxmeisterschaft in Dortmund und Recklinghausen.— Kubiak-Herne 22 kämpft in Recklinghausen. Nach der ersten Sichtung in Münster und Soest rücken die Metsterschaftskämpfe der westfälischen Amateurdoxer am kommenden Wochenende mit den Zwischenrungen in Dortmund und Recklinghaufen rustig dem Ende näder. Wieder kommt es zu vielversprechenden Auseinandersetzungen. und wieder wird manches Talent seinen Hoffnungen ein Ziel gesetzt seben. In Dortmund kämpfen am 12. März: Bantam: Kaiser-Gladbeck— Dauli=Dortmund; Feder: Gänserig-Bochum— Klößer=Iserlohn; Leicht: Kraft=Hagen— Borchers-Hörde; Welter: Murach-Schalke— Quinot-Körne: Mittel: Wilhelm=Dortmund— Kaisler=Bochum; Halbschwer: Roski=Dortmund— Sabulowski-Altena; Schwer: Knorr-Wanne=Eickel— Drewutzki=Dortmund. Im Fliegengewicht bestreitet Manczyk-Bochum einen Einlagekampf. In Recklinghausen kämpfen am 13. März: Illegen: Strangfeld-Herken— Looschke-Nordhorn; Bantam: Turek-Wattenscheid— Stibinsal-Münster; Feder: Koch-Bochum— Hoppe-Gronau; Leicht: Jakubowski-Bochum— Hendricks-Gladdeck; Welter: Kalinowski-Gladdeck— Borowczyk-Iserlohn; Mittel: Rudiak-Herne— Pielenz-Iserlohn; Halbschwer: Wessolv-Schalte— Geppert-Soest: Schwer: Schnarre-Recklingh.— Schäfers=Schwelm. Das sind alles Kämpfe, die sich sehen lassen können. Dortmund wird die Auseinandersetzung zwischen Meister Murach und dem kalenkierten Quinot sehen, ferner Willi Kaiser in seiner neuen Gewichtsklasse gegen den starken Pauli, Kraft— Borchers und den jungen Knorr in seinem Kampf gegen den Ringsttrategen Drewutzkt. Recklinghausen wartet mit dem Kampf Strangfeld— Looschke auf, hat Herbert Jakubowski und einen Kublak in Hochform im Ring, und schließlich wird auch der blonde Erich Schnarre von dem Babski-Bezwinger Schäfers nichts geschenkt bekommen. Herne 20 diesmal Sieger Herne 20— Westerfilde 12:8. Trotzdem Herne 20 mik Ersatz ankreten mußte, konnten die Westerfilder, welche im Vorkampf Heine besiegt hatten, ihren Erfolg nicht wiederholen und und mußken sich nach kapferer Gegenwehr geschlagen bekennen. Durch diesen Erfolg ist Herne 20 auf dem besten Wege, sich den Aufstieg in die Gauliga zu erkämpfen. Zwei Vereine, Suderwich und Gelsenkirchen, müssen noch überwunden werden, dann ist man dem Ziele sehr nahe gekommen. Zu den Kämpfen selbst. Bankamgewicht. Da Wawrzyniak Uebergewicht brachte, trat der Jugendliche Krämer-H. als Ersatz gegen Hohmann= W. an. Der Herner zeigte sich trotz seiner Jugend als deherzter Angreifer, mußte sich allerdings nach 4 Minuten durch abgefangenen Armzug dem Alter und der Erfahrung des Westerfilders beugen.(0:3) Federgewicht. Stank vertrak Hernes Farden gegen Schulte=W. Nach kurzem wechselvollen Kampf siegte Stank nach 1 Minute. Leichtgewicht. Täger-H. startete gegen den bekannten Ringer Ahl-W. der Herner machte einen indisponierten Eindruck und gab sich große Mühe, die ungestümen Angriffe des Gegners unschädlich zu machen und gleich zu ziehen. Nach 9½ Minuten siegte Ahl überraschend durch Armklammer.(3•6) Weltergewicht. Lefeber-H. und Syilla-W. waren die Gegner. Der Westerfilder legte sich viel auf die Verteidigung. Im angesetzten Bodenkampf holte Syilla sich eine Wertung, die Lefeder trotz aller Anstrengung nicht mehr aufholen konnte. Punktsieger Syilla.(3:8) Mittelgewicht. Als Dettmarg-H. und Jakowski=W. die Matte betraten, waren für die Herne die Siegesaussichten ziemlich geschwunden. Trotz einer alten Verletzung, die den Herner behinderte, ging er aufs Ganze und siegte nach 7 Minuten durch Ueberroller.(6:8) Haldschwergewicht. Nausokat-H. mußte mit größerem Gewichtsunterschied gegen Klouzek-W. antreten. Durch seine taktische und richtige Kampfesweise konnte er den Sieg in 9 Minuten durch Armklammer an sich reißen.(9:8) Schwergewicht. Hier sorgte der Herner Ersatz, Schwergewichtler Werner, der gegen Leuardt-W. ankrat, für eine angenehme Ueberraschung, indem er seinen Gegner schon In 10 Sekunden durch prachtvoll ausgeführten Armzug besiegen konnte, wodurch der Gesamtsieg sichergestellt wurde.(12:8) Schwarz=Weiß Essen- Schalke 04 In der Max-Ringkampf-Bahn steigt am Samstag(12 März) der schon lang erwartete Freundschaftskampf ETP Schwarz-Weiß Essen gegen den Deutschen Doppelmeiste Schalke 04.— Wie verlautet, wird Schalke mit folgendet Mannschaft am Uhlenkrug antreten: Klodt; Schabran, Bornemann; Gellesch, Tibulski, Berg: Kalwißkt, Szepan, Pörtgen, Kuzorra und Urban. Pokallpiel-Termine 13. 3. Schwarz=Gelb Gladdeck— Viktoria Recklinghausen Union Recklinghausen— Union Gelsenkirchen Reichsbahn Bismarck— TB Eickel Horst-Emschei— Gelsenguß Westfalia Schalke— Westfalia Buer BB 12 Gelsenkirchen— Erle 08 Viktoria Herne— Ehrenfeld Wanne 1911— Preußen Bochum Germania Herne— SC Dahlhausen Castrop 1911— BfB Börnig Alemannia Dortmund— Bövinghausen Termin-Aenderungen Vom 13. 3. werden auf den 27. 3. verlegt: Phönix Bochum— Germania Herne, Herne=Süd— Fortuna Herne. Dafür spielt am 13. 3. Phönix Bochum— Fortuna Herne. Ebenso ist in der 2. Kreisklasse das Spiel Harpen— Wanne 1911 abgesetzt. Die Deutsche Schachgemeinschaft marschier Gründung einer weiteren Orksgruppe in Herne=Süd. Nachdem in Baukau vor einigen Wochen eine Ortsgruppe der Deutschen Schachgemeinschaft gegründet wurde, folgt Donnerstag abend 8 Uhr in dem Lokal am JoserWagner-Platz eine weitere Ortsgruppengründung. Schachspieler und Interessenten von Herne=Süd, kommt alle zur Deutschen Schachgemeinschaft. Deutschlands großer Ski=Erfolg Christl Cranz zweifache Weltmeisterin. Klar und deutlich geht aus der Nationalwertung für die Alvinen Skiweltmeisterschaften, die in Engelberg am Sonntag beendet wurden. die Ueberlegenheit Deutschlands hervor. Wenn auch unsere Männer keinen Weltmeisterschaftstitel errangen, so konnten sie für ihr Land doch zweimal dank ihrem ausgezeichneten Durchschnitt den ersten Nationalplatz belegen. Am erfolgreichsten schnitt dabei Helmuth Lantschner ab. Auf eine ununterbrochene Siegesserie blickten unsere Frauen zurück. Nachdem Lisa Resch schon am Samstag Weltmeisterin geworden war, holte sich Christl Cranz die beiden übrigen Weltmeisterwürden im Torlauf und in der Kombination. In der letzteren belegten Lisa Resch und Käte Grasegger den zweiten und dritten Platz. Diesem prächtigen Dreigestirn war es in erster Linie zu verdanken, daß Deutschland in allen drei Wettbewerben die Länderrangliste anführen konnte. Pekka Riemi- der Sieger Schwere 50 km am Holemkol. Rund 100 Größen des nordischen Skisports— darunter unser Herbert Leupold als einziger Deutscher marschierten am Montag zum Skimarathon über 50 Klr auf Holemkol auf. Es wurde ein Rennen mit unerhörter Beanspruchung. Südlich heiß brannte die Sonne. wo sie hinbrannte. konnte der Schnee nicht widerstehen und wurde weich, aber an den geschützten Hängen blieb er verbarrscht. Man kann sich vorstellen, was unter diesen Umständen von den Läusern verlangt wurde. Zu der körverlichen Beanspruchung kamen auch noch taktische Ueberlegungen und vor allem die Wachsfrage machte allerlei Kovfschmerzen. Ganz Oslo war auf den Beinen. 30000 Wintersportfreunde stauten sich am Start und Ziel und umsäumten mit lebhafter Erwartung die Strecke. Am Start sab man auch den Kronprinzen Olas von Norwegen. Der vorjährige Weltmeister Pekka Niemi=Finnland siegte in diesem harten Kampf in 3:29:23 vor seinem Landsmann Pekka Vaninnen mit fünf Minuten Vorsprung. Ebenso groß war der Abstand zum Dritten. dem Norweger Oscar Gyöslien. dem die Schlachtenbummler begeistert zujubelten. Erst hinter Dredriksen=Norwegen und Karpvinen=Finnland folgten als schnellste Schweden Danielssen und Stenmann. Weiltmeister Kalle Jalkanen 135000 Voranmeldungen für Breslau Arbeitstagung des Großen Ausschusses für das Deutsche Turn- und Sportfest. Im Breslauer Rathaus, in dem der Reichssportführer bei der Gründungsversammlung am 17. Dezember 1937 die Ziele und volkspolitischen Aufgaben des Deutschen Turnund Sportfestes Breslau 1938 bekanntgegeben hat, fand auch die konstitutierende Arbeitslagung des Großen Ausschusses für das Fest statt. Diese Arbeitstagung war ein sichtbares Zeichen dafür, daß die seik Monaten lausenden Vorbereitungen in der Stille nun in ihr entscheidendes öffentliches Stadium gekrelen sind. Der Reichssportführer begrüßte die Mitglieder des Großen Ausschusses und dankte vor allen Dingen für die kameradschaftliche Unterstützung aller bisher durchgeführten Arbeiten durch den Gau Schlesien, Partei und Stadt Breslau. Er berührte die fortschreitende Konsolidierung im Raume der deutschen Leidesübungen, wie sie auch durch das jüngst abgeschlossene Abkommen mit der SA und durch die Verfügung des Stellvertrekers des Führers, Reichsministers Rudolf Heß, gekennzeichnet wird. Die Worte des Reichssportführers gipfelken in einer klaren Forderung an alle Stellen im Reich. der Reichswichtigkeit des Festes entsprechend auch die Frage der Urlaubserteilung an die Festbesucher zu behandeln, und weiter in der nachdrücklichen Bitte an die deutsche Sportpresse, mit einem großen Vorstoß im Frühjahr die Fragen des Deutschen Turn- und Sportfestes in den Vordergrund zu stellen und diesem größten Fest der deutschen Leidesübungen in den Tageszeitungen einen bevorzugten Platz einzuräumen. In seinem Auftrage übermittelte der Stellvertreter des Reichssportführers, Arno Breitmever, den ersten umfassenden Rechenschaftsbericht über die bisher geleistete und schon eingeleitete gesamte Vorbereitungsarbeit. Die erfolgreiche Propaganda kennzeichne setzt schon das überaus erfreuliche und zahlenmäßig hohe Ergebnis der vorläufigen Voranmeldungen mit rund 135000 Teilnehmern. Es wird damit gerechnet, daß— ohne Berücksichtigung der Teilnedmer aus den volktdeutschen Gedieten— zum Fest selbst mindestens 200000 Tellnehmer aus dem Reich erscheinen werden. Oberbürgermeister Dr. Friedrich gab nach dem Willkomm an die Gäste und nach einem Dank an den Reichssportführer, den Reichsinnenminister und den Gauleiter von Schlesien für: die Unterstützung der der Stadt übertragenen Aufgaben eine Uebersicht üder die disher von der Feststadt geleistete Arbeik. Die Gediete Werdung und die Bauvorhaben der Stadt, zum Fest standen im Vordergrund. Dieser große Eindruck einer energischen Lösung aller Voroaben für das Fest durch die Feststadt erhielt durch die Worte von Dr. Witte, dem Präsidenten der Reichsbahndirektion Breslau, noch eine wesentliche Unterstreichung. Mit rund 1000 Sonderzügen rechnet die Reichsbahn in Breslau zum Fest. Allein für das Gebiet der Sonderzüge müssen 3000 Fahrpläne neu geschaffen werden und insgesamt 300000 Fahrplananweisungen herausgehen, eine Arbeik, die von 15 Mann in drei Monaten zu letsten sein wird. Der Vorsitzende des Kultur=Ausschusses, von Menaden, entwickelte die grundsätzliche Erkenntnis, daß es nicht geht, einem Fest der deutschen Leibesübungen kulturelle Darbietungen nur äußerlich anzugliedern. Aus den Einzelheiten des Gesamtplanes hod von Menaden das Festspiel hervor, das einen ganz neuen Versuch darstelle. In diesem Festspiel geht es ideenmäßig und schaumäßig darum, die historische Entwicklung der deutschpolitischen Leibeserziehung im Volksleben, darzustellen. Eindlick in die gestalterische Lösung aller mit dem Festspiel zusammenhängenden Fragen gab dann der Regisseur Dr. Njedecken=Gebhard. Gunnar Baerlund siegte in Neuyork. Schwedens ausgezeichneter Schwergewichtsborer Gunnar Baerkund. konnte in Neuvork einen schönen Sieg davogtragen. Er gewann gegen Buddy Baer-USA in der siebten Runde durch techntschen k. o. mußte sich mit dem neunten Platz zufrieden geben. Sonstige Svortnachrichten Zims Rausch nach Amerika unterwegs. Die beiden Kölner Zims und Rausch haben ihre Fahrt nach Amerika angetreten. Sie wollen dort am Sechstagerennen in Chicago(13. bis 19. März) und in Buffalo(27. März bis 3. April) teilnehmen. Mit ihnen fährt der Dortmunder Göbel. Zims und Rausch sind au h für das am 1. Mai in London beginnende Sechstagerennen verpflichtet worden. Die beiden Kölner werden auch im kommenden Sommer alle Mannschaftsrennen zusammen bestreiten, da der bisherige Dartner von Zims, Willl Küster, nur noch Straßenrennen fahren will. Cramm und Henkel kehren heim. Gottfried von Cramm und Henner Henkel, die uns o überaus ehrenvoll in USA, Japan und Australien vertreten haben, treffen dieser Tage wieder in ihrer Heimat ein. 2s einer der größten Erfolge überhaupt ist wohl die Erringung der USA-Meisterschaft im Männer-Doppel anzusehen, zumal die Deutschen die ersten Ausländer sind, die diei#n wertvollen Titel erobern konten. Während Henkel sich sofort nach Berlin begibt, wird Gottfried von Cramm sich noch kurze Zeit in den baperischen Bergen erholen. Vopel Korsmeler Das Sechstagerennen in Milwankee wurde von der amerikanischen Mannschaft I. Walthour Croßley mit 1357 Punkten und 3978.896 km in der gleichen Runde vor dem deutschen Paar Vopel sorsmeier gewannen, das 1181 Punkte eroberte. Bekanntlich verlor Heinz Vopel im Verlauf des Rennens durch Sturz seinen hervorragenden Partner Gustav Kilian, doch gab man ihm in seinem Landsmann Korsmeier einen neuen Partner, der sich präch 3 hielt. Das deutsch-schweizerische Paar Gottfried Hürtgen] Ernst Bühler fuhr ebenfalls ein ausgezeichnetes Rennen und endete ohne Rundenverlust auf dem fünften Rang dinker Ottevaire(Vates und Ziel van Kempen/3. Audy. Frank Hough, Englands vorzüglicher Halbschwergewichtler, schlug in der Londoner Albert=Hall den Franzosen Emilie Lebrize über 12 Runden nach Punkten. Auf der gleichen Veranstaltung desiegte über zehn Runden der Engländer Dave Crow#y den früheren englischen Leichtgewichtsmeister Harry Mizler nach Punkten. Wallner— Selle am 17. März. Die Entausscheldung zur Deutschen Schwergewichtsmeisterschaft der Berufsboxer zwischen Paul Wallner(Dusseldorf) und Werner Selle(Köln) wird am 17. März in der Berliner Deutschlandhalle ausgetragen. Der Kampf führt über 10 Runden. Der Sieger tritt dann im Titelkamp# gegen Meister Arno Kölblin an. Woukers— van Klaveren? Aus Brüssel kommt die Nachricht, daß der Welt= und Europameister im Weltergewicht, der Belgier Fr#x Woukers, im April seinen Titel gegen den Holländer Beb van Klaveren verteidigen will. Sollte diese Nachricht stimmen, so ist es offenbat, daß Wouters einer Begegnung mit Gustav Eder in Berlin aus dem Weg gehen will. Unsere Veraussagen Enghien. 1. R.: Kefalino 11— Tournesol; 2. R.: Limac — Stall A. Adele; 3. R.: The Teaser— Dago; 4. R.: Grand Duc IV— Liart. Amfferdfeüer Die Leizte Fichte Erzählung von Herbert Reinhold Grau war der frühe Tag. Ueber den Hängen silberte der Wald im Rauhfrost. im Tale wogten Nebel. alles war weiß und milchig. Im Kahlschlag aber, der sich einen Hang hinabzoa. stand dem Winde ausgesetzt eine letzte — ihrem Gezweige achzte und knarrte es. und in einem fort rieselten Astspitzen nieder auf ein verglübendes Feuer. Zwei Männer. Säge und Art geschultert, kamen vom sernen Dorse ber über die felderreichen Berge. Voran ging ein Alter. langsam und gebeugt, das rechte Bein nachziehend. eine Pfeise im Munde und eine blaue Schürze umgetan. Hinterber stapfte ein Junger. groß und stark und blankäugig. hohe Stiefel übergezogen und mit einer lodenen Jovve angetan. Sie wanderten, ohne ein Wort miteinander zu wechseln, dem Kahlschlag zu. Sowie sie dem Hange näherkamen, bückte sich der Alte und klaubte trockenes Reisig auf. Der Junge lief übelgelaunt zur Feuerstätte, wo er müßig in der Glut stocherte. „Lea ab und komm“, befahl der Alte. nachdem er dem Feuer Nahrung gegeben, daß es lustig prasselte und helle Funken aufstoben. Widerwillig gehorchte der Junge, und nur zögernd stieg er mit nach der hohen Fichte ab.„Dummes Zeug. daß wir diese Arbeit tun. Als ob wir keine Leute hätten!" wurrte er vor sich hin. Der Alte kümmerte sich wenig um den Aerger seines Sohnes. Geschäftig bestimmte er die Fallinie der Fichte. Sie. Vater und Sohn, Bauern und Waldeigentümer wollten den letzten Baum im Schlag eigenhändig umlegen. „Faß die Säge!" Der alte befahl in gemessener Art. und langsam. Zug um Zug. fraß sich das zackige Stahlband in das grüne. saftige Holz. Ruhig ging der Atem der Männer, die gemeinsam schafften, aber mit ihren Gedanken auseinander waren. Der Alte wußte, wie ungern sein Einziger. der Bauer war— und doch nicht war. gerade diese Arbeit tat. Er wußte es. und er billigte zum Teil auch die Gründe des Widerwillens, dennoch wollte er seinen Willen durchsetzen. Gewiß, sie hatten es nicht notwendig, Bäume zu fällen. Viel gutes Land ringsum war ihr eigen. viele Stücke Vieh standen in den Ställen, die Scheunen lagen bis obenauf voll und das Anwesen war ohne drückende Lasten. Sie hätten auch diesen letzten Baum fällen lassen kännen. aber. und das war sein, des Hofherrn. Wille: die letzte und größte Fichte im Schlag sollte durch die Hände des Herrn des Schlages fallen. Ritsch. ratsch kreischte die Säge. Der Sohn starrte gegen den Stamm. Er konnte dem Vater nicht ins Gesicht scheuen. Mechanisch zog und gab er nach. Hin und her. Her und hin. Ja. her und hin! Hinter der Stirn des Sohnes arbeitete es. Er war schon über die Dreißig und hatte Familie, aber noch immer mußte er geborchen, obzwar ihm, wie er glaubte. von Rechts wegen längst der Hof übereignet gehörte. Der Vater wich nicht. Trotz seiner siebzig Jahre führte er das Kommando. und. sei es zugegeben, nicht zum schlechtesten. Für alle Dinge hatte er einen klaren Blick. Warum nur nicht für die quälenden Kämpfe seines Sohnes? Was war das heute morgen gewesen, daß er. der Sohn. wiederum gehorchte. als der Befehl kam. diese tolle und obendrein überflüssige Arbeit des Baumfällens mitzumachen? Warum hatte er sich nicht geweigert? Warum war er nicht aufgesprungen und hatte dem Vater sein Leid ins Gesicht geschrien? Warum hockte er hier mit kalten Knien auf kaltem Boden und zog die Säge nach des andern Führung? Warum sprang er jetzt nicht auf? Warum? Warum? Auch der Alte schaffte bald nur mechanisch noch. Er suchte nach Worten. durch die er alles dem Sohne zu lagen vermochte, was er auf dem Herzen hatte. Er spürte. wie er allein die Säge führen mußte; er fühlte im Puls schlag der Arbeit, wie fern sie. Vater und Sohn, sich waren. Vergebens suchte er des Sohnes Gesicht, vergebens stöhnte er und räusperte sich. Endlich zog er die Säge nicht zurück, sodaß sie mit einem Schrillklang stecken blieb. „Die andere Seite. Peter“. sagte er. und seine Worte waren so voll Wärme, daß der Sohn überrascht aufblickte. Er knurrte aber nur und wechselte seinen Platz. Und wahrend der Vater auf der Fallseite einige Artschläge tat. suchte er nach Worten, denn plötzlich wußte er, daß im nächsten Augenblick Wichtiges gesprochen werden mußte. Auf einige Männer, die eben im Talgrund erschienen und zu thnen deraufstarrten, weisend sagte er: „Zum Gespött der Leute werden wir noch!“. Er keuchte und schrie:„Verdammt nochmal! Ich mache nicht mehr mit! Ich nicht!“ Langsam. unerschüttert. kam der Alte um den Baum herum. Dann griff er die Säge und setzte sie an. Keine Muskel zuckte in seinem Gesicht, das voll verhaltener Erregung war! seine Augen blickten ruhig, fast feierlich. „Latz uns das Werk tun!“ sagte er. und nach einigen Sekunden setzte er bedachtsam hinzu:„Laß uns diese letzte gemeinsame Arbeit tun!" „Die letzte gemeinsame Arbeit!“ flüsterte der Sohn. Wieder kreischte die Säge. Langsam fraß sie sich ins Holz. Und langsam tropften dem Alten die Worte vom Mund.„Morgen übergeben ich!"——-—„Morgen bist du allein der Herr!———„Nun kannst du tun. was du für's beste hältst!"——„Auf diesem Schlag übergab mir mein Vater das Erde!"—-—„Möge auch dein Die Probelahrt Ich bin ein Mädchen und heiße Inge. Ich bin ganz nett. aber sonst habe ich keine besonderen Vorzüge. Neulich abends traf ich Reni. meine Freundin, und ich sagte ihr, ich hätte einen Herrn vor ihr Haus bestellt. weil sie doch in einem so feinen Haus wohnt und ich in einem ekligen. Und ich sagte ihr, ich würde sie am Sonntag früh um acht besuchen und dann so tun. als wohnte ich in ihrem Haus. Weil es diesmal nämlich wirklich sehr darauf ankam, daß ich einen guten Eindruck machte.— Na schön. meinte Reni. dann solle ich nur kommen. Am Sonntag hab ich mich wunderbar gewaschen, und am Himmel war keine einzige Wolke. Ich freute mich und hunfte immer mal so. Als ich ganz angezogen war. kam ich mir sehr niedlich vor und war recht zufrieden. Ich konnte bloß zwei Kekse hinunterwürgen vor Aufregung und lief gleich fort aus dem schlafenden Heim. Renis Haus schimmerte prächtig weiß in der Morgensonne. Ihre Eltern hatten da eine winzige abgeteilte Wohnung. aber das konnte man von außen nicht meinen. Die Mama machte auf und schickte mich hinter zu Reni. Ich fand dort einen wildzerzausten Haarwüschel im Bett. „Hast du ein Buch über Autos?“ fuhr ich sie an.— „Ha—ab“, gähnte Reni.„da liegt ein Roman, da kommen welche drin vor.“—„Nee. nicht Roman.“ sagte ich.„ein richtiges Buch. Ich hab ihm nämlich erzählt, ich könnte auch Auto fahren.“— Da lachte Reni. und ich lachte auch. und während wir noch kicherten, hörten wir unten auf der Straße was fauchen und quietschen.„Da ist er!" rief Reni.„nun hopp, geh los!“—„Och“, meinte ich.„er kann ruhig noch ein bißchen warten.“ Ich schwenkte mich vor den Spiegel, hielt es aber nicht lange aus und ging. Unten trat ich auf ihn zu, und er gab mir die Flosse. Und ich sagte:„Danke. Ihnen auch?“ Gerd lächelte taktvoll. drückte meine Finger aus wie einen nassen Gummischwamm und antwortete:„Besten Dank. ausgezeichnet!“ Das Auto war offen und hellgrau, und vorne hatte es eine kleine Glasveranda. Ich fand, daß ich gut hineinpaßte. Ich setzte mich außerordentlich sportlich zurecht und hockte wie ein Bündel. Ich spitzte meine Ohren und war bereit, ihn anzuhören. Nun konnten wir uns ja mal richtig kennen lernen! Ich wartete. Ich mußte ziemlich lange warten, da sagte er endlich: „Wir fahren erst mal nach dem Forsthaus Charlottenruh. ja?"— Ich wollte was anderes vorschlagen, aber mir saß gerade was im Hals. So konnte ich bloß husten und nicken.—„Wollen Sie steuern?" fragte er.—„Ach. ich bin so faul heute“, antwortete ich.„vielleicht zurück zu.“ — Es fuhr sich wunderbar. weich wie in einer Wiege. Und immer so schneidig durch die Kurven, daß man geschleudert wurde wie im Karussell. Wir kamen in den Wald. und ich freute mich. Und ich fand: es geht doch nichts über einen Mann mit einem Auto! Gerd sagte fast nichts. Als ich ihn kennenlernte, war er viel gesprächiger gewesen. Mir fiel auch nichts ein. Ich war noch nie mit einem Herrn in so einem schönen Auto gefahren. Ich wußte nicht recht, was solche Leute gern hören. Und es sollte doch etwas Fesselndes sein. was ich sagte, denn er sollte doch ein gutes Bild von mir bekommen.— Da sprach er:„Nachher müssen Sie bestimmt einmal fahren! Für Sie habe ich den Wagen doch mitgebracht! Er ist ganz neu.“ Ich war sprachlos. Ein entzückender Mensch, fand ich. Die Probefahrt war schon günstig für ihn ausgefallen. Ich schämte mich ein bißchen wegen meiner Schwindelei. Er hatte so gute Augen. der So wie das meine ———„Nun set Schaffen gesegnet sein!"——— gesegnet war einen Waldwuchs lang den Keil ein!" Wuchtig schwang der Sohn die Art. Alle schlechte Laune, alle trüben Gedanken waren dahin. Der Keil faßte, und der Baum stöhnte bis in den Wivfel. Weiter ratzte die Säge, und noch immer sprach der Alte. Sprach von seinem gelebten Leben. vom Werden. Blühen, Wachsen. Reisen. sprach auch vom nahen Vergehen. Sprach ernst, überlegt, feierlich. Sprach so, daß der Sohn den Vater nicht wiederzuerkennen glaubte. Dankbarkeit überkam ihn, denn seine Augen wurden sehend. Er erkannte die Liebe des Vaters. die Liebe. die über den Sohn hinweg der Arbeit und darum der Erde galt. Jetzt verstand er das Wesen des Vaters. verstand er die Härte der Liebe, die sein Leben vergällt hatte. Worte des Verstehens. nicht der Dankbarkeit. Worte des Sichfügens und Versprechens lagen ihm auf der Zunge. Eine unnütze Geschichte von Claus Back Gerd. Er war bestimmt was Ordentliches. Ehrlich und treu. Hm! Wir kamen zum Forsthaus. Viele Autos waren schon da, aber unseres war das schönste. Unter den Bäumen standen viele gedeckte Tische. Auf einmal rief Gerd: „Ach. entschuldigen Sie mal einen Augenblick, da drüben sind Geschäftsfreunde von mir!"—„Bitte. bitte.“ sagte ich huldvoll. Geschäftsfreunde sind wichtige Leute, die man gut behandeln muß.— Als Gerd dann zurückkam. setzten wir uns nicht gleich, sondern gingen in den Wald. Was da los war, brauche ich nicht zu erzählen, das kennt ja jeder. Als wir wieder rauskamen aus dem Wald, da duzten wir uns. „Mensch!“, rief ich erschrocken,„wo ist das Auto?“— „Verdammt!“ drummte er,„so eine Schweinerei!"— Es war weg! Ach, wie mir da wurde! Für mich war das Auto gekauft... und wenn ich nicht gesagt hätte, ich könnte fahren... dann hätte er... und ich fing an zu weinen. Und ich schluchzte reuevoll meine Beichte ins Grüne, daß ich nicht fahren könne, und daß ich gar nicht in so einem seinen Haus wohne, und so weiter. Da lachte Gerd furchtbar:„Ha ha! Und ich bin man bloß Autoschlosser und hab die Kiste hierbergefahren. Und das vorhin war mein Chef und ein Kunde. Und jetzt fährt der Chef mit dem Kunden Probe, in einer halben Stunde wollten sie wieder hier sein. Ich hatte alles so fein ausgerechnet, und nun kommen sie nicht, die Affen!"—„Wie?" fragte ich schüchtern—„es ist gar nicht geklaut?"—„Nein, es ist alles in Ordnung!"—„Ach!“ rief ich erleichert. Wir vurzelten selig übereinander und fielen uns in die Arme. Ich war glücklich und lehnte mich an ihn.„Das wat eigentlich alles gar nicht nötig.“ flüsterte ich.„Nee. es war eine recht unnütze Geschichte, unsere Probefahrt.“ Wir fuhren im Omnibus nach Hause. Und das ging besser als im Auto, denn Gerd hatte beide Hände frei... Dieholdstaubzwillinge Eine Geschichte von zwei Zwillingsbrüdern. Man hört mancherlei Berichte über die merkwürdige Gleichheit der Schicksale von Zwillingsgeschwistern, selten aber wird sich diese Gleichheit so auswirken, wie in dem Leben zweier Männer, die im Jahre 1898 als Goldgräber nach Alaska gingen. Sie waren sich äußerlich so ähnlich, daß man sie nicht unterscheiden konnte: große, kräftige. blonde Gestalten, die sich von den anderen abenteuerlustigen Goldgräbern dadurch abhoben, daß sie weder tranken noch spielten. sondern, als die anderen noch in der Hafenstadt lustig lebten, mit allem Ernst ihre Vorbereitungen für die Reise in das Innere trafen. Gemeinsam traten die beiden Brüder das Unternehmen an, wie sie seit ihrer Kindheit alles gemeinsam begonnen hatten. Sie begaben sich von Skagway nach dem Bennett=See. wo das ungeheure Yukon=Gebiet mit seinem Eis und Schnee sich erstreckt und dem Vordringen der Goldsucher die größten Schwierigkeiten in den Weg legte. Allein schon der Pfad von Skagway nach dem Bennett=See hat mehr Opfer an Pferden und Menschen gefordert, als irgend ein anderer Weg. von dem man weiß. Dieser Fußpfad, der ursprünglich von den Indianern benutzt wurde. führte an den felsigen Usern des Skaaway=Flusses entlang. und ging dann über Pässe, Berge und durch Täler nach dem See hinunter. Der Andrang der Goldsucher war damals so groß, daß dieser ganze Pfad dicht gedrängt voller Menschen und Pferde war. eine ungeheure Schlange, die sich langsam vorwärts bewegte. Wenn ein Pferd stürzt= und sich nicht wieder erheben konnte, wurde es getötet. Der Besitzer mußte ihm die Last abnehmen und selber weitertragen. Die Schlange aber setzte ihren Weg fort, über das tote Tier hinweg. Die beiden Brüder kämpften sich in diesem Zuge vorwärts. Man sah sie zwei Jahre lang stets beisammen und nannte sie die„Goldstaubzwillinge". Niemals traf man einen von ihnen allein. Eines Tages im Frühjahr 1900 erschien der eine von ihnen in Skagway mit kummervollem, verheertem Gesicht, plötzlich ein alter Mann geworden. Er fragte überall nach seinem Zwillingsbruder, aber vergeblich. Die Brüder hatten vor eingen Monaten eine gute Goldader gefunden, und mit den ersten Goldfunden machte sich der jetzt vermißte Bruder auf den Weg nach Skagway. Als seine Rückkehr sich immer länger hinauszögerte, machte sich der zurückgebliebene Bruder auf den Weg. ihn suchen. Er fand jedoch in Skagway keine Spur von ihm und kehrte nach seinem Goldsundort zurück in der Hoffnung. den Bruder vielleicht jetzt dort anzutreisen. Aber auch hier keine Spur von dem Vermißten. Da setzte der eine die Ausbeutung der Goldader nicht mehr fort, sondern verwandte seine ganze Zeit darauf. nach dem Bruder zu suchen. Er meinte, wenn er systematisch die Gegend durchstreise, müsse er wenigstens die Leiche s#### Er mußte annehmen, man hätte den Bruder erch, um ihm das Gold zu rauben. Mit der Schaufel in der Hand trat er seine Suche an. Als das Jahr zu Ende ging. suchte er noch immer. „Wir wurden zusammen geboren“, sagte er,„wir sind immer zusammen gewesen. Was der eine tat, tat auch der andere. Wenn der eine Schmerzen hatte, empfand der andere das gleiche", erklärte er,„ich muß ihn suchen.“ Jahre vergingen, und immer noch sah man diesen Mann nach seinem Zwillingsbruder suchen, unermüdlich. Er und seine Schaufel wurden berühmt in der ganzen Gegend. Bekannte und Kameraden suchten ihn zu überzeugen, wie nutzlos diese Suche sei. aber er erklärte nur immer, es sei seine Pflicht. Er könne nicht anders. Er könne keine Ruhe finden, bis er ihn gefunden habe. Er unterbrach die Suche immer nur dann, wenn er irgendwo arbeiten und Geld verdienen mußte, um weitersuchen zu können. Erschreckend schnell alterte er. Im Jahre 1910 war der leicht zugängliche Goldvorrat der Gegend erschöpft, und die Goldgräber zogen zu Tausenden fort. Nur der altgewordene Zwillingsbruder blieb zurück, ihn hielten unlösbare Bande in dieser Gegend fest. Im Spätherbst des Jahre 1932 fanden zwei Männer den alten Goldgräber im Grunde einer 30 Meter tiefen Schlucht, in die er gestürzt war. Die Schausel hielt der Tote noch mit der Hand umklammert. Da der Weg zu weit war, um seine Leiche nach einem Friedhof zu bringen, nahm einer der Männer die Schaufel. um ihm in dem moosbewachsenen Boden ein Grab zu graben. Kaum aber hatte er die oberste Erdschicht entfernt, als er aus ein Skelett stieß. Bei dem Skelett jand man ein vaar Briese, aus denen hervorging. daß hier die Leiche des Zwillingsbruders lag. den der Ueberlebende 32 Jahre lang gesucht hatte, und dem er nun auf so seltsame Weise im Tode zugeführt worden war. Tante Julia Sie kommt in die Großstadt und geht an ein Auto: „Fahren Sie mich mar...— „Bedaure“, sagt der Mann,„aber ich bin Herrenfahrer!" „So. so“, murmelte Tante Julia.„und wo stehen denn da die Damenfahrer?" Nicht nötig Fritzchen, mit guten Lehren gefüttert. tritt dem Onkel auf den Fuß. „Nun“, sagt der.„willst du dich denn nicht entschuldigen?“ „Och“. meint darauf Fritzchen verwundert,„wir sind doch verwandt!" Kotel„#u den Domspatzene Roman von WOLFGANG MARKEN 27. Fortsetzung. Am nächsten Tage traf die große Garderobenkiste aus Munchen ein. Sie wurde ausgepackt und nicht nur die Domspatzen, sondern alle Gäste nahmen lebhaften Anteil daron. Eifrig wurden die Kostüme anprobiert, und sie paßten ausgezeichnet. Für jeden sand sich das rechte Kleid. Auch bunte Lampions mit Lichtern waren in großer Anzahl dabei. Noten dazu und viel Notenpapier. Die Domspatzen waren selig. Jetzt war's vorbei mit dem freien, ungehinderten Sviel in Gottes Natur. Ein schönes, anderes Ziel winkte. und mit Begeisterung ging alles daran, es zu erreichen. Auch Herr von Autenaar stellte sich dem Domkantor zur Verfügung. Am Nachmittag traf die kleine Musikkavelle ein, und am gleichen Tage gab es noch ein kleiues Konzert. Das beißt. es war schon dunkel als die Musikanten begannen und Mozarts unsterbliche kleine Nachtmusik erklingen ließen. die mit unbeschreiblicher Süße den dämmerigen Park erfüllte und durch alle Räume des Schlosses drang. Unter den Gästen gab es nur eine Stimme, daß man nirgends schönere Ferien verleben könne, wie auf Luisenrhal im Hotel der Domspatzen. Alle beschlossen, bei dem Gartenfest auch im Kostüm zu erscheinen. Jedenfalls ging es an diesem Tage sehr lebhaft zu. Nur drei Menschen. eigentlich fünf. wenn man die kranke Frau Rogaller und Corinne hinzurechnet. nahmen an dem ganzen Treiben keinen Anteil. Ein klein wenig der alte. schweigsame Herr Hilligon. aber Alf Rogaller und, Direktor Jules Severin— sie hatten keinerlei Interesse für ihre Umwelt Direktor Severin hatte Alf alles berichtet. „Wenn es diesem Kahr gelingt. Richard Rogaller durch eine Operation leidlich gesund zu machen, dann sieht es schlimm für unsere Werke aus. Unsere Prosperität ist zum Teufel! Der Geheimrat ist ein verteufelt ernst zu nehmender Gegner. Sein Vorschlag. die Rogaller Werke quasi zur Waffenschmiede des Staates zu machen. ist besonders gefährlich. Ich weiß, daß die Regierung einem solchen Antrag ganz bestimmt nähertreten würde Aber wo bleiben dann unsere Gewinne! Meine Zukunft ist genau so zum Teufel wie Ihre!“ „Dann muß etwas geschehen!“ sagte Alf Rogaller nachlässig Jules Severin wurde aufmerksam. „Was meinen Sie damit?“ Abwarten, lieber Severin! Lassen Sie mich die ver * e e A n g e l e g e n b e i t i n O r d n u n g b r i n g e n. J a, v e r k o r k s t! Sie haben einen Fehler gemacht. Sie mußten ja' sagen. die Umstellung scheinbar in die Wege leiten... und dann konnte alles im Sande verlaufen.“ „Aber das ging doch nicht! Sie kennen doch Frau Rogaller und Richard Rogaller.“ „Frau Rogaller ist eine ausgesprochene passive Natur. Vielleicht war sie das nicht immer, aber das Zusammenleben mit William Rogaller hat sie dazu gemacht. Und Richard ist passiv durch seine Krankheit. Diese Passivität ist ihm nie wegzunehmen, wird nie durch eine aktive Art ersetzt werden. Scheinbar alles. in Wirklichkeit nichts tun! Das mußte Ihre Parole sein! Sie haben es falsch angefangen. Ich werde ihm sagen, daß ich bereit bin. die Verhandlung mit der Regierung für ihn zu führen.— Solche Verhandlungen dauern natürlich lange, das wird er einsehen. Und sie können sich zerschlagen— das muß er dann einsehen! Und schließlich— warten wir ab. was aus der Operation wird. Professor Surin in Paris. ein hervorragender Hirnerverte, hat erklärt, daß die Overation unweigerlich zum Tode führen müsse. weil sie ohne eine starke Beschädigung der Hirnmasse nicht durchzuführen ist. Zum Tode— vielleicht auch nur zum geistigen Tode. Ich weiß nicht, ob das letzte nicht noch schlimmer ist!" * Am nächsten Tage begannen die Domspatzen mit den Proben. Die Rollen waren verteilt worden. und die Jungen. die Solopartien erhalten hatten, strahlten. Nur der Zach nicht Er sollte in Frauenkleidern herumhopsen. Das erschien ihm entsetzlich. Obwohl er erst knapp elf Jahre alt war. empfand er es als einen Schlag gegen seine Männlichkeit. er kam sich degradiert vor. Unwürdig erschien es ihm, seine Natur sträubte sich dagegen. Der Domkantor mußte lange mit ihm sprechen, bis er einsah. daß ein Sviel nicht das Leben selber ist. Semfsend erklärte er sich bereit, es zu probieren. Am Vormittag spielte der Kantor die ganze Oper auf dem Flügel durch. Die einzelnen Gesangspartien brachte er. so gut es gina zum Vortrag. und die jungen Menschen hörten mit Begeisternng zu. Das war ein musikalischer Ohrenschmaus. Der Mozart hätte seine Frende an dem Intervreten gehabt, wenn er noch gelebt hätte. Reine Musik, lautere Harmonie erfüllte das Musikzimmer Zur gleimen Stunde begann auch die kleine Kanelle zu nroben. Und es war ein fröhlich Musizieren, das Luisenthal ersüllte und in allen Menschen eine beschwingte Stimmung schuf. Nur Alf Rogaller spürte davon nichts, als er sich aufmachte, um Richard zu besuchen. Der Geheimrat empfing ihn sehr mißtrauisch. „Ich kann Sie nicht zu Richard lassen!“ sagte Kahr unwirsch.„Dieser Direktor Severin hat ihn fertiggemacht. Jetzt haben wir die Bescherung. Sein Zustand hatte sich so gebessert, aber jetzt sitzt er, ohne ein Wort zu sprechen, den ganzen Tag auf einem Fleck und stiert vor sich hin. Er erkennt mich kaum wieder.“ „So sehr hat es sich verschlimmert?" „Richard Rogallers Nerven sind doch nicht die eines gesunden Menschen. Kann ich ihm etwas ausrichten? Oder wollten Sie diesem Direktor Severin beistehen und Richard Rogaller auch überreden?" „Nein. Ganz im Gegenteil! Ich sehe nicht ein, warum man Richards berechtigte Wünsche...“ „... die eine sittliche Forderung darstellen!" „Ja. Herr Geheimrat! Ich sehe nicht ein, warum man sie nicht erfüllen soll. Das muß man doch als anständiger Mensch." „Gewiß. gewiß! Man müßte es! Aber Sie wissen ja. wie verwirrt unsere Welt jetzt ist.— Aber sagen Sie. wie kommt es, daß Sie so ausgezeichnet unsere Sprache beherrschen?“ „Ich beherrsche vier Sprachen. Herr Geheimrat. Deutsch wird jetzt drüben viel gelehrt. Am besten spricht Richard Ihre Sprache, Herr Geheimrat!" „Ja. Und darüber staune ich immer wieder. So akzentlos.“ „Er spricht beinahe besser Deutsch als Englisch. Seltsam, was? Und er hat früher nicht einmal Deutsch gelernt. Er meint, daß er die deutsche Sprache in der deutschen Gefangenschaft lernte.“ „Ja. es mutet wie ein Wunder an!" Sie unterhielten sich noch eine gute halbe Stunde. dann verabschiedete sich Alf Rogaller sehr liebenswürdig und ging. Umsonst suchten seine Augen nach Frau Anna. Aber er konnte sie nirgends erblicken. Eine Stunde später sprach der Geheimrat mit Richard. „Sie haben einen guten Helfer gefunden!" sprach der Aret zu dem Kranken. Richard starrte ihn einen Augenblick verständnislos an. „Einen.. Helfer?“ „Ja. Einer, der dafür sorgen will, daß die RogallerWerke nur für den Staat arbeiten sollen!“ Es dauerte eine ganze Weile, bis Richard begriffen hatte. Dann ging ein Zug der Freude über sein gequältes Gesicht und lockerte es auf. „Nirklich? Und. wer?“ Ihr Vetter. Alf Rogaller!“ Richard stutzte und schüttelte den Kopf.„Ali? Nein er Geheimrat! Er wartet ja drauf, daß ich sterbe Glauben Sie es mir! Er ist freundlich nach außen hin und er wartet doch nur auf meinen Tod! Er wirft ihm die Rogaller=Millionen in den Schoß. Alf hat kein Herz! Wenn er das gesagt hat, dann lügt er, dann will er mich und Sie täuschen!" „Irren Sie sich wirklich nicht?“ fragte Kahr betroffen. „Nein! Und ich weiß, was ich tue! Ich— ich spreche mit meiner Mutter! Würden Sie meine Mutter zu mir bitten?“ „Das kann gern geschehen!" „Sie— soll das in die Wege leiten— was Ihnen Alf vorgeschlagen hat! Sie meint es ehrlich!" * Alf Rogaller wurde von Severin mit Spannung erwartet. „Richard ist kränker geworden! Sie haben ihn so aufgeregt. Jules! Ich habe mich nur mit dem Geheimrat unterhalten können. Aber seien Sie überzeugt, die Soche läuft— und wir bekommen sie dahin, wohin sie kommen muß. Wann sind unsere beiden Vertrauensmänner zu erwarten?“ „In einer guten Woche!“ L. „Um so besser. Damit rückt Verstärkung beran." * Um diese Zeit etwa rief der Geheimrat im Domspatzenhotel an und verlangte Frau Rogaller zu sprechen. Corinne meldete sich und sagte ihm, daß Frau Rogaller noch zu Bett liege. Sie sei gesundheitlich nicht auf der Höhe. „Richard Rogaller wollte seine Mutter sorechen. Vielleicht können Sie einmal kommen" Corinne erschrak.„Geht es ihm nicht gut?“ „Nicht ganz so gut. Die Verhandlungen mit diesem Entettor Severin haben ihn maßlos aufgeregt. Sonst ist keine Verschlechterung eingetreten. Also darf ich Sie erwarten? „Ich komme sofort!" „Soll ich Ihnen den Wagen schicken?“ „Ich laufe den Weg.“ de„Horer auf, unterrichtete Frau Rogaller und schritt dem Doktorhause zu. ### Herz war ihr schwer. Die ersten Tage hier hatten ihr so wohlgetan, und leicht ward der Atem. Aber seit schwerer Druck auf ihrer Brust, und sie fühlte sich nicht wohl. Das Laufen wurde ihr schwer „Ste mutzte unterwegs mehrmals stehenbleiben. so wütend stach es in der Brust. „. S.######e un vorwärts. Eine schwere Angst nackte ####c bis zum Hause des Geheimrats Sessen Jellen. Sis hielt. w. de inne und lehnte sich an einen Baum. srätr Schmand wie ihre Kraute schwanden, das bers schlus ihr bis zum Halse usiammen.“ lich verließen sie alle Kräft, und sie brach (Fortsetzung folgt) Der Führer empfing den ehemaligen Präsidenten Hoover Berlin, 8. März. Der Führer und Reichskanzler empfing heute den gestern auf seiner Europareise in Berlin eingetroffenen ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Dr. Herbert Hoover, der von dem amerikanischen Botschafter in Berlin, Mr. Wilson, begleitet wurde. Reichsminister Goebbels sprach zu Offizieren des Standortes Berlin Berlin, 8. März. Am Dienstagmittag sprach Reichsminister Dr. Goebbels im Offiziersheim des Wachregiments vor Offizieren des Standortes Berlin. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Kommandanten von Berlin, Generalmajor Seifert. nahm der Minister das Wort zu eingehenden Ausführungen. Die Rede. in der Dr. Goebbels die politischen Fragen des Tages. die brennenden Probleme der Innen= und Außenvolitik klar und eindeutig umriß, fand die lebhafte Zustimmung der Offiziere des Standortes. Anschließend verweilte der Minister noch mehrere Stunden an angeregter Aussprache im Kreise des Offizierskorvs. Abschluß der Internationalen Einheitsfront im deutschen Handwerk Personalunion in den Gau= und Kreisdienststellen des Handwerks7„Beirat des deutschen Handwerks“ eingesetzt 7 Schon bald eine Altersversorgung des Handwerks beratende Organ des Reichswirtschaftsministers sein. Zum Vorsitzenden des Beirats des deutschen Handwerks wurde Parteigenosse Magunia(Königsberg) ernannt. Dem Beirat gehören weiter an: Parteigenosse Rehm(Augsburg) als stellvertretender Vorsitzender sowie die Parteigenossen Sehnert(Halle), Katzmann(Weimar), Lemke (Osnabrück) und Cramer(Frankfurt a. M.). Autoschau 789 000 Besucher auf der technischen Wunderschau. Berlin, 8. März. Sonntagabend gab das traditionelle Konzert der Hupen und Sirenen das Zeichen zum endgültigen Abschluß der einzigartigen Wunderschau deutscher Technik und Chemie und der weltbekannten deutschen Werkmannsarbeit, zum Abschluß der Internationalen Autoschau 1938. 789 000 Schaulustige haben die Autoschau am Kaiserdamm besucht, am letzten Tage allein waren noch 112 000 nach den Messehallen hinausgepilgert. Damit ist die #cherzahl des Vorjahres noch um 39.000 überboten. Eine Umfrage bei den Ausstellern ergah bei vorsichtigster Schätzung eine außerordentliche Zufriedenheit. Ueberall sind beste, ja große Abschlüsse getätigt worden. die der Industrie viele Monate vollste Beschäftigung geben. Die Exportaufträge hatten gegenüber dem Vorjahr noch eine weitere starke Steigerung erfahren. Durch eine durchgeführte Kontrolle hat die Ausstellungsleitung feststellen können, daß der Besuch aus dem Ausland um 65 v. H. höher als im Vorjahre war. Auffallend dabei ist der starke Anteil der nordischen Länder und der aus Stdosteuropa sowie der Vereinigten Staaten. Erleichterte Bereitstellung von Land für Kleingärten und Siedlungen Berlin, 8. März. Um Kleingartenland im erforderlichen Ausmaß beschaffen zu können und die Landbeschaffung für Kleinsiedlungen zu erleichtern, ist vom Reichsarbeitsminister und dem Reichsminister der Finanzen am 26. Februar 1938 eine Verordnung zur Aenderung der Vorschriften über Kleinsiedlungen und Kleingärten in der Notverordnung vom 6. Oktober 1931 erlassen worden. Bisher konnte Land zur Errichtung von Kleingärten nur für Erwerbslose enteignet werden. Die Notwendigkeit eines Wegfalls dieser Einschränkung ergab sich aus der Wirtschaftsbelebung von selbst. Die Beschaffung von Kleingartenland ist nunmehr allgemein erleichtert worden, damit der sich immer stärker bemerkbar machende Mangel an neuem Kleingartenland behoben und Ersatzland für die Kleingartenanlagen beschafft werden kann, deren Räumung sich infolge dringender Bauaufgaben nicht vermeiden läßt. Weiter ist bestimmt worden, daß auch bereits kleingärtnerisch genutztes Land. das die Eigentümer anderen Zwecken zuführen wollen. gegen angemessene Entschädigung enteignet werden kann. um es dauernder kleingärtnerischer Nutzung zu erhalten. Die Finanzierung der Landbeschaffung für Kleinsiedlungen und Kleingärten wird dadurch erleichtert. daß die Enteignungsentschädigung in wiederkehrenden Leistungen gewährt, also allmählich getilgt werden kann. wenn hierdurch die Durchführung des Unternehmens erleichtert und die Lage der Entschädigungsberechtigten nicht unbillig erschwert wird. Der Reichsarbeitsminister kann in diesen Fällen mit Zustimmung des Reichsministers der Finanzen die Reichsbürgschaft für die Zahlung der wiederkehrenden Leistungen übernehmen. Kurzer Ausenthalt von Ribbentrops in London Berlin, 8. März. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrov begibt sich heute abend mit dem fahrplanmäßigen Zuge zu einem kurzen Aufenthalt nach London. Hinrichtung des Mörders von Hohentannen Berlin, 8 März. Am 8. März ist der am 15. Mai 1900 geborene Fritz Kunert hingerichtet worden, der am 14. Oktober 1937 vom Schwurgericht in Frankfurt a. d. Oder wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Kunert hatte in der Nacht zum 6. Mai 1937 auf dem Gut Hohentannen(Kr. Oststernberg) die erst 15½jährige Erna Nowocki mit der Axt erschlagen, weil sie es abgelehnt hatte, die Beziehungen zu ihm fortzusetzen. Deutsches Flugzeug auf einem Ueberführungsflug nach Quito abgestürzt Vier Tote. Berlin, 8. März. Nach einer Meldung aus Ekuador ist dort in der Nähe des Chimborasso unweit Guaranda ein deutsches Flugzeug auf einem Ueberführungsflug nach Quito abgestürzt. Hierbei kamen die Besatzung, Flugzeugführer Hammer, 2. Führer Butscher, Mechaniker Weiß und der ekuadorianische Hauptmann Aguirre ums Leben. Der Tod Fritz W. Hammers bedeutet für die deutsche Luftfahrt einen schmerzlichen Verlust. Hammer war 1919 an der Gründung der kolumbianischen Luftverkehrsgesellschaft Scadta ebenso wie 1927 an der des brasilianischen Condor=Syndikats maßgebend beteiligt und gerade jetzt wieder dabei, ein neues erfolgverheißendes Arbeitsfeld für die Handelsluftfahrt in Südamerika zu erschließen. Berlin, 8. März. Der Leiter der Hauptabteilung 8 des Reichs= und Preußischen Wirtschaftsministeriums, Ministerialrat Staatsrat Schmeer hatte am Montag eine Tagung von Handwerksführern nach Frankfurt a. M. berufen, um grundsätzliche Ausführungen über die schwebenden handwerklichen Fragen zu machen und eine Reihe wichtiger Entscheidungen bekannt zu geben An der Tagung nahmen der kommissarische Reichshandwerksmeister Schramm und der Leiter des deutschen Handwerks, Paul Walter, sowie eine Reihe von Landeshandwerksmeistern und Gauhandwerkswaltern teil. Staatsrat Schmeer betonte, daß es der Wille des Reichswirtschaftsministers Funk und des Reichsleiters Dr. Ley sei, alle Maßnahmen für eine positive Aufbauarbeit in der Wirtschaft sowohl wie in der Deutschen Arbeitsfront zu treffen und legte nach den Weisungen von Reichsminister Funk und Reichsleiter Dr. Ley die Richtlinien für die Einheit von Wirtschaft und Arbeit im deutschen Handwerk fest. Zu diesem Zwecke wird eine weitgehende Personalunion in den Gau= und Kreisdienststellen des Handwerks durchgeführt. Zur Sicherung der einheitlichen Behandlung aller Fragen des Handwerks wurde entsprechend einem Uebereinkommen zwischen Reichswirtschaftsminister Funk und Reichsleiter Dr. Ley der„Beirat des deutschen Handwerks“ eingesetzt. Dieser Beirat wird neben seiner Arbeit in den handwerklichen Spitzenorganisationen das Weiter setzte Staatsrat Schmeer einen Ausschuß zur Vorbereitung der handwerklichen Großveranstaltungen des Jahres 1938 ein. Dieser Ausschuß wird die Durchführung der Internationalen Handwerksausstellung vom 22 Mai bis 10. Juli in Berlin und des Tages des deutschen Handwerks vom 6. bis 8. Mai vorbereiten und steht unter Leitung von Parteigenossen Kropp, der als Stabsleiter der Organisationsleitung des Reichsparteitages bekannt ist. Diese beiden Großveranstaltungen, die schon seit langem die Aufmerksamkeit auch der ausländischen Handwerksorganisationen auf sich gelenkt haben, werden die Geschlossenheit des deutschen Handwerks sichtbar zum Ausdruck bringen. Zum Schluß der Tagung beschäftigte sich Staatsrat Schmeer mit den Aufgaben des Handwerks in Gegenwart und Zukunft, wobei er seiner Freude Ausdruck gab, mitteilen zu können, daß die Frage einer Altersversorgung des Handwerks, die alle beteiligten Kreise seit langem besonders bewegt hat, in kurzer Zeit verwirklicht wird. Herrschaftsanspruch der AöA. in der Südsee Mehrere Pazisik=Inseln sollen amerikanisch werden. Neuyork, 7. März. Die Frage über die Besitzergreifung und über den Rechtszustand einer größeren Anzahl kleinerer Südseeinseln, über die seit einigen Tagen in den Vereinigten Staaten gesprochen wird, ist jetzt in eine neue Phase getreten. Die„Newyork Times“ veröffentlicht in einer längeren Sonderdepesche aus Washington eine Exekutivorder des Präsidenten Roosevelt, in der dieser namens der Vereinigten Staaten von Nordamerika die Souveränität über die Inseln Canton und Enderburn im Mittelpazisik formell geltend macht und beide Inseln der Gerichtsbarkeit des Innenministeriums für Verwaltungszwecke unterstellt. Wie das Blatt meldet, stehe die Anmeldung von Ansprüchen der Vereinigten Staaten auf andere Inseln im Pazifik in Aussicht in Verbindung mit einem allgemeinen Plan, der, falls er erfolgreich durchgeführt werde, die„größte überseeische Expansion in der Geschichte der USA. bedeuten werde.“ Die Geltendmachung der Souberänität über Gebiete, die von amerikanischen Staatsangehörigen in der Antarktis neu entdeckt wurden, sei den interessierten Regierungen mitgeteilt worden. Diese weitgehenden Ansprüche beträfen die Entdeckungen des Admirals Byrd auf seinen Kundfahrten zum Südpol. Canton und Enderbury zählen zu über 75 Inseln im Pazifik, die sich von der Nähe des unteren Teiles Kaliforniens bis in die Nähe von Japan und Australien erstrecken. Mit London hätten, meldet„Newyork Times“ weiter. bereits informelle Besprechungen über den Status der Pazifik=Inseln stattgefunden. Abstimmungssieg Chamberlains 347:133 Stimmen im Unterhaus London. 8. März. Das Unterhaus schloß die von Premierminister Chamberlain mit einer Erklärung eingeleitete Aussprache über die englische Aufrüstung ab mit Annahme des von der Regierung geforderten Vertrauensvotums mit 347:133 Stimmen. Der Reichsaußenminister wird Lord Halisax einen Besuch abstatten London, 8. März. Hier wurde amtlich bekanntgegeben. daß Reichsaußenminister von Ribbentrov am Donnerstagvormittag dem englischen Außenminister Lord Halifax einen Besuch abstatten wird. Die Abendpresse berichtet von dieser Absicht in größter Aufmachung. zum Teil in ganzseitigen Schlagzeilen auf der ersten Seite. Die Blätter fügen hinzu, daß der Reichsaußenminister auch den englischen Premierminister seben werde. „Geradezu blödsinnige Falschmeldung“ Italien gegen die Phantasien französischer Blätter um den Ex=Negus. Rom, 8. März. Die von einigen französischen Blättern verbreiteten Gerüchte über angebliche Vorschläge der italienischen Regierung an den Ex=Negus werden in einer amtlichen Mitteilung als„geradezu blödsinnige Falschmeldung" bezeichnet. Sehr bedauerlich ist es, wie in dem Dementi hinzugefügt wird, daß Zeitungen, die Wert darauf legen, ernst genommen zu werden, sich herabwürdigen, derartige Phantasien überhaupt abzudrucken. Marschall Graziani überreichte Kronen und Zepter des Negus. Rom, 8. März. Der italienische Regierungschef hat in Anwesenheit des Unterstaatssekretärs für Italienisch=Ostafrika, General Teruzzi, den Marschall Graziani zur Berichterstattung über sein Werk in Aethiopien empfangen. Der Duce hat Marschall Graziani für seine verdienstvolle Tätigkeit seine lebhafte Anerkennung ausgesprochen und zugleich die entscheidende Bedeutung der Si'ge an der Somali=Front sowie seine großen Leistungen als Vizekönig von Aethiovien unterstrichen. Marschall Graziani überreichte dem Duce die Kronen und das Zepter des Negus. die, wie Mussolini angeordnet hat, im römischen Kolonialmuseum dauernd ausgestellt werden sollen. Gute Aufnahme der Linzer Rede Seyß-Inquarts in Italien Rom, 8. März. Die Linzer Rede des österreichischen Innenministers Seyß=Inquart ist in italienischen politischen Kreisen günstig ausgenommen worden. Sie wird besonders deshalb begrüßt, weil man in ihr einen weiteren Beweis der Entspannung und Befriedung sieht. Botschafter Lord Perth bei Ciano Rom, 8. März. Der englische Botschafter Lord Perth ist am Dienstagabend um 18,30 Uhr vom italienischen Außenminister Graf Ciano empfangen worden. An der nahezu einstündigen Unterredung nahm auch der Leiter der Abteilung Südeuropa, Ingram, des Foreign Office teil. Paris und der deutsche Kolonialanspruch Frankreichs Presse zur Rede des Reichswirtschaftsministers.— Das Problem der Auslandsschulden. Paris, 7. März. Die Rede. die Reichswirtschaftsminister Funk bei Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse gehalten hat, wird in den französischen Blättern in längeren Auszügen veröffentlicht und kommentiert. In den Ueberschriften wird zumeist die erneute Forderung nach Rückerstattung der früheren deutschen Kolonien hervorgehoben. Die Pressekommentare beschäftigen sich weiter teilweise sehr eingebend mit den Stellen der Rede, die eine neue Regelung der finanziellen Verpflichtung Deutschlands andeuten. In diesem Zusammenhang gehen Blätter wie„Paris Midi“ und„Temps“ besonders auf das Problem der Auslandsschulden ein. Neuer Landeshauptmann von Steiermark Wien, 8. März. Der neu ernannte Landeshauptmann von Steiermark. Dr. Trümmer, hat am Montag die Leitung der Geschäfte des Landes übernommen. Er wurde von den Regierungsmitgliedern begrüßt. in deren Namen Landesstatthalter Graf Stürgk ihm treue Mitarbeit und absolutes Vertrauen aussprach. In einer kurzen Ansprache erklärte Dr. Trümmer, er erwarte von der Beamtenschaft absolute Sachlichkeit und strikte Objektivität. Strenge Legalität und unbedingte Gerechtigkeit in allen Zweigen der Verwaltung des Landes müsse oberster Grundsatz sein. Der Deutsche Turnerbund in Oesterreich an seine Mitglieder Wien, 8. März. Der Deutsche Turnerbund, der nun wieder das Recht uneingeschränkter Betätigung erhalten hat, erläßt einen Aufruf an seine Mitglieder, in dem für die zukünftige Arbeit des Deutschen Turnerbundes die Parole ausgegeben wird, mit Leistungen für die Gesinnung zu werben. Aufgabe und Arbeit, heißt es in dem Auruf weiter, steigen damit zu fast bedrückender Größe. Wir wissen, daß wir dieser Aufgabe unter Aufbietung unserer gesamten Kraft, unseres starken Willens und unserer begeisterten Einsatzbereitschaft gewachsen sein werden. Schärfste Manneszucht, bedingungslose Unterordnung und hingebungsvollster Einsatz, verbunden mit sachlichster Arbeit, haben unseren Weg zu bestimmen. Die Leistung und nicht das Wort entscheidet. Stabsführer Lauterbacher bei General Franco Salamanca, 8. März. Von Lissabon traf Stabsführer Hartmann=Lauterbacher am Montag in Burgos ein. In Begleitung des deutschen Botschafters von Stohrer suchte er sofort nach seiner Ankunft den spanischen Staatschef General Franco auf. der sich längere Zeit mit dem Stabsführer unterhielt. Am Abend war Hartmann=Lauterbacher Gast des deutschen Botschafters. Am Dienstag wird er den General= sekretär der spanischen Nationalvartei und den Landwirtschaftsminister besuchen und in den nächsten Tagen Einrichtungen der spanischen Parteiorganisation in den nationalspanischen Städten besichtigen. 30 Todesopfer des Eisenbahnunglücks in Sowietspanien Bilbao. 8. März. Nach einer Meldung aus Barcelona ist die Zahl der Todesopfer bei dem Eisenbahnunglück zwischen Tarragona und Lerida auf 30 gestiegen. Handel und Gewerbe Rheinisch=Westfälische Börse Düsseldors, 8. März. An den Aktienmärkten nahm das Geschäft einen sehr stillen Verlaus. Verschiedentlich kam etwas Material beraus, sodaß die Kurse fast durchweg leicht abbröckelten. Nur in einigen Fällen betrugen aber die Rückgänge bis zu 2 Prozent. Auf dem Rentenmarkt blieb die freundliche Stimmung bestehen. Von den Montanpapieren fielen Ver. Stahl um ½ Prozent zurück. Zu knapp gehaltenen Kursen verkehrten Mannesmann und Demag. Felten standen unter Abgabedruck und mußten sich einen Abschlag von 1½ Prozent gefallen lassen. RWE. stellten sich eher etwas fester. Auf dem Kurenmarkt richtete sich das Hauptinteresse wiederum auf Kohlenwerte. in denen bei fester Tendenz sich regere Umsätze entwickelten. So wurden Carolus 150 RM. höher aus dem Markt genommen. Constantin setzten 200 RM. böher ein und gewannen im Verlaufe noch 50 RM. hinzu, sodaß sich für diesen Kur ein Tagesgewinn von 250 RM. ergab. Der Kalimarkt verlief ruhig. Kursveränderungen von Belang sind hier nicht zu verzeichnen. Der Kassamarkt zeigte ein freundliches Aussehen. Mit erheblichen Besserungen sind zu erwähnen: Kabel Rhendt und Schwabenbräu vlus 1 Prozent. Gerresheimer Glas vlus 1½ Prozent. Rasquin gewannen knapp 1 Prozent. Unverändert verkehrten Basalt und Halle Salz. Von Verkehrsaktien wurden auf letzter Grundlage Rhein=Sieg Eisenbahn gehandelt. Banken und Verkehrsaktien ohne nennenswerte Aenderungen. Die Börse schloß leicht abgeschwächt. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Baumwolle: Ruhig. Superfine 4.20. Fine Omra 4.65 Dollar. Kaffee: Das Platzgeschäft bot ein lebhaftes Bild. während im Transitverkehr eine Berubigung eingetreten ist. Hier wie auch von Uebersee lauten die Forderungen wie zuletzt. Schmalz: Stetig. American Steamlard 24¾, American Purelard 24¾ bis 25½.— Dänisches Schmalz fehlt. Fettwaren: Unverändert. Hülsenfrüchte: Die Verbraucher zeigten nach wie vor Kauflust für Linsen, dagegen ließen die Absatzmöglichkeiten für die übrigen Hülsenfrüchte zu wünschen übrig. Preise unverändert. Oele und Fette: Am deutschen Markt wurden hier und dort Fettsäuren zur Verfügung gestellt, die schlank Aufnahme fanden. Holl. Leinöl prompt 22¾. per Avril=Mai 22½. Kakosöl. Ceylon, per März 17/10/—. Sojabohnenöl, mandsch., per März 1815/—. Alles andere unverändert. Gewürze: Der Gewürzmarkt war durch kleine Bedarfskäufe gekennzeichnet, die zu den bisherigen Preisen getätigt wurden. Rohkakao: Stetig. Am Weltmarkt setzte sich heute eine stetige Stimmung durch. Preisveränderungen ergaben sich nicht. Kakaohalbfabrikate waren weiter unterzubringen, wobei die bisherigen Preise gefordert und angelegt wurden. Zucker: Effektivmarkt: Der Markt verkehrte auf schwächere Auslandsmärkte in ruhiger Haltung. British fine per März April 6/8 ¼ per Juni 6/9.— Terminmarkt: Die Tendenz war noch ruhig und die Preise nicht verändert. Viehmärkte Altenessener Schweinemarkt. Auftrieb: Ferkel 661. Läuferschweine 600. zusammen 1261. Es kosteten im Großhandel: Ferkel unter 6 Wochen 19 RM., 6—8 Wochen alte 21—26 RM. 8—12 Wochen alte 26—33 RM. Läuferschweine: 3—4 Monate alte 33 bis 42 RM., 4—6 Monate alte 42—58 RM. Größere ent sprechend höher. Marktverlauf: Langsam.— Sämtliche Tiere sind gegen Maul= und Klauenseuche schutzgeimpft. Essener Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder. gesamt 836, darunter: Ochsen 167. Bullen 114. Kühe 499. Färsen(Kalbinnen) 56. Kälber 1051. Schafe. Lämmer und Hammel 17. Schweine 2716. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45. sonstige vollfleischige 38—41, fleischige 35—38. Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39. fleischige 34. Kühe: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 36—39. fleischige 28—33. gering genährte 22—25. Färsen(Kalbinnen): Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44. vollfleischige 40. fleischige 33—35. Kälber: Doppellender bester Mast 70, beste Mast= und Saugkälber 63. mittlere Mast= und Saugkälber 57. geringere Saugkälber 48. geringe Kälber 38. Lämmer. Hammel und Schafte: Stallmasthammel, beste jüngere 50, mittlere Schafe 40 bis 43. Schweine: Fettschweine über rund 150 Klg. Lebendgewicht 56. vollfleischige Schweine von 135—149 Kla. Lebendgewicht 55. vollfleischige Schweine von ca. 120—134 Klg. Lebendgewicht 54. vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 52. vollfleischige Schweine von ca. 80—100 Klg. Lebendgewicht 49, fleischige Schweine von ca. 60—80 Klg. Lebendgewicht 49. fleischige Schweine unter 60 Klg. Lebendgewicht 49. fette Specksauen 53. andere Sauen 51 RM. Marktverlauf: Rinder und Kälber zugeteilt. Schafe: mittel. Schweine zugeteilt. Pferdesport * Rennen zu Compiegne. 1. Rennen: 1. Bird of Paradise(A. F. Robin). 2. Pull Over. 8. Figeac. Toto: Sieg 100119, Platz 45, 22:10. Lg.: P. 5. 10. Ferner liefen 2 Pferde 2. Rennen: 1. La Bagatelle(H. Siggoret). 2. Cesarus, 3. Charleroi. Toto: Sieg 52:10. Platz 19. 14:10. Lg.: X. 10. 3. Ferner liefen 3 Pferde. 3. Rennen: 1. Santeuil(M. Bonaventure), 2 Spinette, 3. Beau Tenebreur. Toto: Sieg 16:10. Platz 11. 12:10. Lg.: 4, 3. 10. Ferner lief 1 Pferd. . 2. Rennen: 1. El Syba(H. Bonneau). 2 Pellegrino. 3. La Danseuse. Toto: Sieg 82:10. Platz 38. 46:10. La.: K. 4, 1. Ferner liefen 4 Pferde. Wie wird das Wetter? Wochenende mit Regen? Vorhersage für Mittwoch: Nach leichtem Nachtfrost in den Morgenstunden dunstig. örtlich auch neblig. Tagsüber aufkommende Zunahme der Bewölkung. Im ganzen noch freundlich und jahreszeitlich mild. Vorhersage für Donnerstag: Frische West= bis Nordwestwinde bei meist starker Bewölkung. nicht niederschlagssicher, leichte Abkühlung. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Unbeständig. Rundfunk-Programm 21.30 Wo bist du, Kamerad? soldaten. 22,00 Nachrichten. 22,15 Nachtmusik und Tanz. Appell alter FrontMittwoch, den 9. März 1938. 6,00 Morgenlied— Wetterbericht. 6,10 Leibesübungen. 6.30 Frühkonzert. 7.00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 800 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8,30 Musik am Morgen. 9.30 Vom gesunden Leben. 9 15 Nachrichten. 10 00 Und setzt ihr nicht das Leben ein. Deutsche Kriegslieder u. Feldmusik aus 3 Jahrhunderten. 11.15 Bauer, merk“ auf— Reichsberufswettkampf. 12.00 Die Werkpause bei der Westfalenhalle AG., Dortmund. Musikkorps der Fliegerhorstkommandantur Dortmund. 13.00 Nachrichten— Glückwünsche. 13 15 Mittagskonzert— Ital. Opernmusik. (Industrieschallplatten und Aufnahmen) 14.00 Nachrichten. 14 15 Leichte Kost. Es spielt das Unterhaltungssertett. 15.00 Wunderbare Geschichten für die Kinder, die die alten Märchen gut kennen. 15,30 Das Lächeln des Einsamen. Eine Erzahlung. 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16,00 Wir treiben Familienforschung. 16,80 Französische Klaviermusik. 1. Roussel: Sonatine ov. 16. 2. Ravel: Sonatine.=3. Ravel: Wasserspiele. 17,00 Der Erzähler— Der Paradiesapfel. 17,10 Musik am Nachmittag v. Deutschlandsender. 18,00 Griff ins Leben. Bunte Ausschnitte aus unserem Zeitgeschehen. 18,50 Momentaufnahme. 19,00 Nachrichten. 19,10 Unterhaltungskonzert, 1. Löhr: Artistenleben. 2. Byford=Mausz: Liebeslied. 3. Lehar: Walzer a. d. Operette„Giuditta“. 4. Ranzato: Ich spiele nur für dich. 5. Mielenz: Konzertstück über d.„Hindu=Lied“ v. Rimski=Korssakow. 19.45 Zolitische Zeitungsschau. 6. Gounod: Ballettmusik a.„Faust“, 7. Plessow: Merikaner. 8. Bund: Eine kleine Dorfgeschichte. 9. Puccini: Melodien aus„Madame Butterfly“. 10. Ackermans: Gedämpfter Walzer. 11. Jones: Melodien aus„Die Geisha“. 21,90 Reichssendung: Stunde der jungen Nation. Donnerstag, den 10. März 1938. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht. 6,10 Leibesütungen. 6.80 Frühkonzert. 7,00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 8.00 Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt 8.10 Frauenturnen. 8.30 Ohne Sorgen jeder Morgen. 9,30 Sonatine D=Dur von Max Reger. 9.45 Nachrichten. 10,00 Volksliedsingen: Liederfolge 26. 11,45 Bauer, merk“ auf. 12,00 Mittagskonzert. 1. Flotow: Ouvertüre zu „Rübezahl“. 2. Schubert: Reitermarsch. 3. Grieg: Peer=Gynt, Suite Nr. 1: Morgenstimmung— Ases Tod— Anitras Tanz— In der Halle des Bergkönigs. 4. Grainger: Mock Morris. 5. Ferraris: Schwarze Augen. 6. Strauß: Frühlingsstimmenwalzer. 7. Winkler: Stelldichein im Wiener Wald. 8. Suppe: Ouvertüre zu „Dichter und Bauer". 13.00 Nachrichten— Glückwünsche 13,15 Konzertfortsetzung. 1. Fischer: Ouverture zu „Treffpunkt Wien“. 2. Strauß: Melodien aus der Operette„Der lustige Krieg“. 3. KrügerHanschmann: Schlesisch. Himmelreich, 4. Strauß: Schneeglöckchen. 5. Luppe: Rund um den Film. 4,00 Nachrichten. 4,15 Bunte Musik 15,00 Musik und Jägerei. Eine unterhaltsame Planderei. 15,30 Das Recht des Alltags. 15.45 Wirtschaftsmeldungen. 15,50 Buchbesprechung. 16,00 Nachmittagskonzert. 1. Pichelmann: Vorspiel zu„Fräulein Mandarin“. 2. Lautenschläger: Jubel und Trubel. 3. Rixner: Capriolen. 4. a) Stolz: Du sollst der Kaiser meiner Seele sein, b) Künneke: Strahlender Mond. 5. a) Schütz: Favori, b) Schmidt=Genter: Herr Kapitän. 6. Bund: Kleine Suite. 7. Wiga=Gabriel: In Debreczin. 16.45 Volk erzählt. Zwei plattdeutsche Volksmärchen 8. Rixner: Bagatelle. 9. Siede: Goldene Reben 10. a) Stauch: Nimm mich in deine Arme. b) Makteben: Ich bin auf der Welt, um glücklich zu sein. 11. Baltshauser: Meeresstimmen, Suite: a) Brandung, 5) Spiel der Delphine, c) Hohe S44 17.45 Zum 150. Geburtstag d. Dichters Eichendorf 18,00 Aus einem alten Liederschrein, 18,30 Wunder der Tierwelt. 18,50 Momentaufnahme. 19.00 Nachrichten. 19.10 Zur Unterhaltung und zum Tanz. (Industrie=Schallplatten.) 20.00 Wir schlagen eine Brücke. 6. Abend: Schymann— Pfitzner. Schumann: 1. Ouvertüre u. Szenen aus Goethes„Faust“ für Solostimmen. Chor und Orchester. 2. Ouvertüre„Am Rhein“, daraus zum Feierabend: das Rheinweinlied. Pfitzner: 3. Lieder für Bariton und Orcheste 4. Trilogie von deutscher Seele, eine romantische Kantate: Abend und Nacht— Tod als Postillon— Ergebung. 22,00 Nachrichten. 22,20 Wir lernen italienisch. 22,35 Volks. und Unterhaltungsmusik. Werde Mitglied der NSV! Hau Rut 52402. 19142e schulc Hans Klein Bahnhofstr. 110 1%genüber dem Bahnhet. 45 Jahre Rheinisch-westfälisches Kohlensundikat Rückblick auf die Gründungszeit.— Der entscheidende Beitritt von Mont Cenis. Am 9. Februar 1893 war die Aktiengesellschaft Aheinisch=Westfälisches Kohlensyndikat gegrundet worden, am Tag darauf ihre Eintragung in das Handelsregister des Bochumer Amtsgerichts erfolgt. Unter dem Vorsitz von Emil Kirdorf fand am 16. Februar in Dortmund die konstituierende Versammlung der Zechenbesitzer statt, in der die Unterzeichnung des Syndikatsvertrages einstimmig und die Verlegung des Syndikatssitzes nach Essen mit Mehrheit, beschlossen wurde. Aber die Gründung war damit noch nicht sichergestellt. Denn der Vertrag sollte nur unter einer gewissen Bedingung als geschlossen gelten. Daß die Zechen„Alte Haase“,„Berneck".„Friedlicher Nachbar“,„Langenbrahm". „Paul“,„Prinz Friedrich“, Richradt".„Roland“ und „Westhausen“ den Beitritt zum Syndikat abgelehnt hatten, konnte die Dortmunder Beschlüsse nicht beeinflussen. Aber da waren noch drei Zechen, die der Einladung nach Dortmund nicht Folge geleistet hatten: Das„Meidericher Steinkohleubergwerk“ sowie die Zechen„Vereinigte Wiesche" und„Mont Cenis“. Vom Beitrikt der beiden ersteren hatte keiner der Zechenvertreter die Aufrechterhaltung seiner Unterschrift abhängig gemacht. Wohl aber erklärten die mächtige Gelsenkirchener Bergwerks A.=G. und der Kölner Bergwerksverein, daß sie bei ablehnender Haltung von„Mont Cenis“, dem Syndikat nicht angehören könnten. Schon einmal, in den Tagen vor dem 30. Juli 1892. glaubten Kirdorf und die anderen den Syndikatsgedanken tragenden Männer am Ziele zu sein. Damals war die Einigung an gewissen Forderungen der Bergwerksgesellschaft Hibernia gescheitert, was zu einem dramatischen Abbruch der Verhandlungen durch Kirdorf geführt hatte. Dann waren sie auf Betreiben von Unckel(Zeche„Tremonia“ bei Dortmund), Bergrat Kleine(Harpen) und Robert Müser(Harpen), schließlich auch mit Zustimmung des grallenden Kirdorf und des Bergrates Behrens von der „Hibernia“, wieder ausgenommen worden. Sollte es diesmal nun wieder so gehen, daß am Widerstand einer einzigen Zeche das ganze große Einigungswerk des Ruhrberghaues scheiterte? Dann wären weitere Bemühungen für lange Zeit vergeblich gewesen. Sicher hätten die führenden Bergwerksgesellschaften, vor allen Gelsenberg und Harpen das als notwendig erkannte Ziel auf anderen Wegen, durch fortschreitende Mehrung ihrer Macht, zu erreichen gesucht. Das wurde überflüssig, als am 19 bruar 1893 der Beitritt der Zeche„Mont Cenis“ zum Syndikatsvertrag erfolgte. Vertieft man sich in die Vorgeschichte des Kohlensyndikats, so wird einem völlig klar, daß Voraussetzung dieser Gründung die großen Konsolidationen(Zusammenlegungen von Bergwerksbesitz) gewesen sind, für die die Gesellschaft Emil Kirdorfs das Vorbild gegeben hat. Die Versuche, durch eine stetige Preisbildung für Kohlen den Ruhrbergbau vor der so oft vernichtend aufgetretenen Verschleuderung des wertvollen Nationalguts zu bewahren. reichen tief in die Vergangenheit zurück. So haben sich schon im Jahre 1838 die bedeutenderen Magerkohlenzechen im südlichen Revier zu einer Aktiengesellschaft Essen=Werdensche Steinkohlenhandlung zusammengeschlossen„zur Erzielung und Erhaltung eines den Kosten des Bergbaues entsprechenden Preises für die Steinkohlen", und nach einem Bericht des Essen=Werdenschen Bergamts hat die Zeche„Langenbrahm“ im Jahre 1854 ihre Forderung nach den Weisungen eines Magerkohlenverbandes gerichtet, den viele Zechen unter sich gebildet hatten. Die Förderung, so sagte das Bergamt, habe bei„Langenbrahm“ nicht die Höhe und die günstigen Erfolge erreicht wie bei Zeche„Hundsnacken“, die diesem Verbande nicht angehörte. Auch die Zeche„Pörtingssiepen“ wurde in jenem Bericht als Mitglied des Magerkohlenverbandes genannt. In lebhafterer Form trat der Verständigungsgedanke im Ruhrbergbau aber erst hervor, als die große Krise, die 1873 einsetzte, viele Werke an den Rand des Abgrundes brachte. Vorher waren auch die wirtschaftlichen und personellen Vorbedingungen für eine Einigung über so tief in die Betriebsführung einschneidende Fragen Orh0 wie Zu Preisverständigungen es sind, gar nicht vorhanden. 31 der vor etwa 80 Jahren erfolgten Gründung des Berg baulichen Vereins, der ja nur allgemeine Belange des Bergbaues zu fördern bestimmt war, hatten sich fast alle Bergbautreibenden des Reviers bereit finden lassen. Aber was waren das damals noch für kleine Verhältnisse, gemessen an denen von 1893. Unter den ersten Mitgliedern des Bergbauvereins befanden sich bei der Gründung einige Bergwerke, die weniger als 10 Mann Belegschaft hatten; Zeche„Mühle“ in Bredeney trat gar nur mit 2 Mann auf. Selbst Mulvany vertrat mit„Shamrock“ und „Hibernia“ eine Belegschaft von nicht mehr als 316 Mann.„Concordia“ sowie„Helene=Amalia“ mit je 700 Mann standen damals an der Spitze der größeren Zechen. Als Kirdorf in den Ruhrbergbau einzog, befanden sich noch etwa 200 Bergwerksgesellschaften im Betrieb. Ihre führenden Gewerken waren meist eigenwillige Männer, die nicht leicht für ein gemeinschaftliches Denken zu gewinnen waren. Da haben denn die Konsolidationen mächtig unter den Kleinen aufgeräumt und damit die Zahl der mitredenden und mitbestimmenden Persönlichkeiten von Jahr zu Jahr mehr einschrumpfen lassen. Das war das Werk der beiden ersten Jahrzehnte im Kirdorfschen Schaffen für den Ruhrbergbau. Das Ergebnis wurde deutlich sichtbar, als am 16. Januar 1892 die„Gemein= schaft“ der Zechenbesitzer gegründet wurde, die Wegbereiterin des Kohlensyndikats. Sie umfaßte nur 29 Bergwerksgesellschaften. Aber diese Gesellschaften förderten mehr als 90 v. H. der Ruhrkohlenproduktion. In einer Uebergangszeit, die bis zum 31. Juli 1893 dauerte, hatten die Zechen den Verkauf ihrer Förderung noch selbst zu besorgen. Am 1. August nahm dann das Syndikat seine Tätigkeit auf. Heute, 45 Jahre später, darf Emil Kirdors. der Vorkämpfer des Einigungsgedankens im Ruhrbergbau, mit Stolz auf die zwei Jahrzehnte von 1873 bis 1893 zurückblicken, die ihn in zähen, oft verbitterten Kämpfen Schritt für Schritt seinem großen Ziele näherführten. Aler im Sommer 1893 sein Werk vollbracht sah, brach sein Nervensystem zusammen. Monatelang mußte er sich von jeder Arbeit zurückziehen. Stadt Wanne=Eickel Gepäckmarsch des Bannes 300. Eine glänzende Leistung brachte der Gepäckmarsch des Bannes 300. an dem 10 Mannschaften der HJ. und 16 Mannschaften des Jungvolks in Stärke von je 13 Mann teilnahmen. Das Marschziel war zunächst der Schießstand der Flora=Marzina. wo 10 Schuß Kleinkaliber, je zur Hälfte aufgelegt und freihändig. die Leistungsvrobe des Marsches ergänzten., Weiter ging es nach Röhlinghausen und schließlich über Eickel zum Eickelplatz, wo Uebungen im Keulen=Zielwurs. sowie ein Hindernislauf mit Sprung über Hürden und Ueberklettern der hohen Wand von gutem Sportgeist und kameradschaftlichem Zusammenstehen Zeugnis ablegten. Den Abschluß bildete ein 400=Meter=Lauf. nach den„vorhergegangenen. Anstrengungen ein schwieriger Prüfstein. Folgende Mannschaftsgruppen gingen als Sieger aus den Wettkämpfen hervor: Hitler=Jugend: 4. 3.300, 2. Marine=HJ., 3. 2 300 und 4. 12 300: Deutsches Jungvolk: 1. 11 300. 2. 13 300, 3 21300. 4. 1 300 und 5. 18 300. Die ersten Siegermannschaften der HJ. und des Jungvolks bekamen als Siegerpreise einen Fußball und 2 Paar Borhandschuhe. Jubilarfeier der Kruppzechen. Schneidige Märsche der Werkskapelle leiteten die Feierstunde ein. die der Ehrung von 183 Jubilaren der Krupp=Zechen„Haunover" und„Hannibal“ galt. Nach anerkennenden Worten des Führers des Betriebes. DirekBergassessor Kr Meinert als besondere Auszeichnung die Zusicherung. daß die Jubilare auch den Ehrenbrief der DAF. erhalten würden. Die Glückwünsche der Industrie= und Handelskammer überbrachte Dr. Kanne. worauf der Führer des Betriebes den Jubilaren als Ehrenzeichen den Dreiring des Hauses Krupp übergab. Namens der Jubilare dankte der Vertrauensmann und Jubilar Jürgens. Aus dem üblichen Telegrammwechsel mit der Familie Krupp ist die Freude der Jubilare über die erstmalige Erhöhung der Jubilarspende von 100 auf 200 RM. und die Anrechnung der Dienstjahre bereits vom 14. Lebensjahre bemerkenswert. Das Fest nahm einen schönen Verlauf. Schulsparkasse und Sparvereine. Einen schönen Beweis für die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse und den verstärkten Sparwillen dieten die Ergebnisse der seit 1908 in Wanne=Eickel bestehenden Schulsparkassen, die in den Jahren des Währungsverfalls 1922 ihre Tätigkeit einstellten und erst im Herbst 1936 wieder aufnahmen. Im Jahre 1937 haden die Schulkinder der 33 Wanne=Eickeler Schulen bereits den stattlichen Betrag von 48791.84 RM. gesammelt. Außerdem brachten im gleichen Jahre die 27 Sparvereine Wanne=Eickels über 38000 RM. zusammen. Gewinnauszug 5. Klasse 30. Preußisch-Söddeutsche (276. Preuß.) Ohne Gewähr Nachdruck verbeten 24. Ziehungstag 7. März 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10000 RM. 17147 6 Gewinne zu 3000 RM. 300740 331869 370676 16 Gewinne zu 2000 wer. 176893 249129 254845 292428 300382 304409 305599 316912 52 Gewinne zu 1000 RM. 4633 4663 22146 36072 58071 78691 103232 110722 133767 145672 149680 151781 161299 163060 177845 197686 190124 223198 239897 244885 246733 297872 322744 357036 388877 395377 92 Gewinne zu 500 RM. 4603 11582 15068 33752 39851 42643 64000 66463 68684 79694 80514 97924 107763 110236 113511 124007 177741 181016 190040 191624 194486 214342 219806 228335 231681 238966 257241 257683 270200 279670 297311 298772 307362 310338 311291 312048 317674 324647 336090 336963 362800 361399 369031 375420 381776 392710 166 Gewinne zu 300 RM 2368 8976 9065 11881 15922 16179 18042 20667 27119 28449 32855 34296 39555 42603 61044 51045 51638 68625 4107-.—" 63564 69763 70371 73445 741 81064 97739 99339 99918 112882 116067 123277 124011 52068 161783 167096 173755 175726 175743 191371 194134 197890 201312 202772 204328 206752 213066 213514 217636 224823 232817 235028 236815 241951 246991 248141 250318 256568 259774 261375 267782 269947 275623 280316 281540 294355 294988 295341 301646 303632 309660 310167 314799 322261 322927 349635 350656 354010 365124 365791 367261 382481 386778 393149 396706 In der heutigen Nachmittagszlehung wurden 2 Gewinne zu 10000 RM. 29879 2 Gewinne zu 5000 RM. 242513 6 Gewinne zu 3000 RM. 83044 88809 10 Gewinne zu 2000 KM. 179055 196818 303725 315012 38 Gewinne zu 1000 RR. 8462 13000 79990 93817 109318 116472 138649 165731 194299 218192 227491 230051 247059 294928 326448 390252 96 Gewinne zu 500 RM. 19267 87672 45203 55023 66287 74596 76344 90303 101993 120555 145367 154522 15578 166656 208284 239884 285887 344495 168915 211568 255311 313610 55 362355 177137 217621 258737 315356 372834 gezogen 222670 290100 23917 140518 23868— 44971 101769 160011 184209 222334 278263 316233 379942 161814 164412 189690 194604 230725 234879 279494, 284417 329266 336843 380901 392893 126 Gewinne zu 300 RM. 6176 10236 13546 32384 39188 50422 70622 81707 83478 87269 87686 88193 89924 95007 95613 95892 99381 101607 105218 107020 109188 134257 140275 142078 143569 133973 163782 171668 182279 184128 205207 205657 212168 213505 220803 222343 227184 248138 250329 258458 270819 272890 273434 279993 285809 300396 301304 301976 308513 310425 313029 313264 325213 326451 328379 334876 341413 342898 343118 353390 354682 367923 396703 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu je 500000, 4 zu je 20000, 18 zu se 10000, 28 zu se 5000, 64 zu se 3000, 242 zu se 2000, 472 zu je 1000, 822 zu se 500, 1714 zu je 300, 39632 zu je 150 RM. = Gett dem Allmächtigen hat es getallen, gestern abend 60: Uhr unsern guten Vater, Schwiegervaler, Grohvater, Schwager und Onkel, den wohlechtberen Valentin Stiller nech langer Krankheit, mehrmals geslärkt mit den Heilsmitteln unserer hl. Kirche, im Alter von 78 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnehme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Herne-Holthausen, den 8. März 1938. Ingenleur-Schule Die moderse böhere Lehronstol für alle technich Egene Die Beerdigung lindet statt Donnerstag nechmittag 3½ Uhr vom Sterbehause, Herne-Holthausen, Karlstraße 40, aus. Das Seelenamt ist am gleichen Tage morgens 7 Uhr in der Dreitaltigkeitskirche Holthausen. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese Anzeige als solche. Heute nechmittag 4.30 Uhr ent— schlief nach schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere guse, reusorgende Mutter, Schwiegermutter, Grohmutter, Tochter, Schwester, Schwägerin u. Tenie Fran kmny Crapliusti geb. Brinkmeye: AVer von 44 Jahren. Om stille Tellnehme bittent August Craplinskl Nermine Wagenschwanz, geb. Czeplinski Siegtried Cxaplinskl Erwin Wagenschwanz ein Enkeikind und Anverwandte. Herne, Dortmund, den 7. März 1938. Die Beerdigung findet am Donnerstag. dem 10. März 1938, nechmittags 3 Uhr vom Treuerhause, Herne, Kurfürstenstr. 2, aus staft. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese Anzeige els selche. Werbung ist nicht„zu teuer“, wenn man mit Fleis u Verbedacht, es richtig macht. und alle anderen Diucksachen tur den Wirtschafts- und Hotelbetrieb liefern preiswert Koethers& Röttsches Buchdruckerei Hermann-Göring-Strahe 9 STI Derneue Volkg. Mod. 37 30 65.-A. oder: Anzahlung 6.20 und 18 Raten je 3.80 Mk. Ferner große Auswahl in den neuesten Radiogeräten. Kostenlose Vortuhrung und Beratung bei Julius Berke Bahnhofstraße 77 Ruf 61305. Einladung! Charlotte Meentzen's persönliche Assistentin Edith Berckhemer ist am Donnerstag. 19, und Freitag, 11. 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