u3 1 ***** ends erner Anzei Druck u. Verlag: Koetbersch Röttsches, Herne, Bebelstr. 8. neben der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis dalbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Mk. 2 15, frei ins Haus gebracht.; Postscheckkonto: Dortmund 1907.* Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, fur den Anzeigen- u. Reklametoil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeige: Kostenlose Anfallunterstutzung von Mk. 250.— bei tödlichem Berussunfall nach Maßgade besonderer Bedingungen, die in unserer Oeschattsstelle erdältlich flad. Anzeigenpreise: 1 min Raumhöbe lokal 7 Pfg., auswärts 8 Pfg., Arbeite und Wohnungsmarkt 6 Pfg. 1 mm Raumhöhe, im Reklametei 30 Psa Der am die Inserate eingeräumte Nachlat oder Kassaskonto wiro bei Kon#sen und gerichtlicher Klage binfallig. 7 Fernsorem Anschluß: Gammel=Mummer 52541# Telegramm=Adresse: Anzeiger Derne. Nr. 282(Erstes Blatt) Freitag, den 2. Dezember 1932 28. Im Tagesspiegel Heute Endspurt in der Krisis? Roch kein Schluß der Regierungsrilisin Deutschland! Schade, daß die Dinge o bitter ernst und schicksalsschwer sino, sonst mußte—...*„.„„—„„„„„„ zwischen Schleicher und Papen, Wer wird das Reichskabinett bilden? vohl verstehen, wenn man in weiten Kreisen des!(Schlaihas Shn zeutschen Volkes, selbst in denen, die sich als sorgende Schleicher führt das Rennen Staatsbürger ernste Gedanken über Gegenwart und des Bo““,— Wirtschaft Wohl ein hohes Gesetz int. Beratungen aber keine Entscheidung Stano der Regierungskrise. Er veroffentlicht dagegen den geringsten Auschein erwecken möchte, daß die Reiche blicßlich emner Art„Wurstigkeit“ hingibt, Jndes, Derolungen, über Keine Eutschelbuug unter der Ueberschrift„Ungewöhnlich dreiste Staats; wehr urgendwie in die altive Politik## o liegt die Entwicklung nicht, das wird man erst in Zukunft erfahren, wenn einmal die Schleier über all die Intrigen gelüstet werden können, die nun schon seit Monaten gewisse Interessengruppen in Deutschland spinnen, denen zwar im Worte das Vaterland über alles geht, es in der Tat aber nur auf ihre Sonderinteressen ankommt, mögen Vaterland und Volk auch darunter leiden. #r Berlin, 1. Des. Reichskanzler von Paven und Reichswehrminister von Schleicher begaben sich am Donnerstag um 18 Uhr zum Reichspräsidenten, um diesem einen Zwischenbericht über die Lage abzustatten Wie wir erfahren, dauerte die Konferenz etwa 1½ Stunden. Nach den Auskünften, die bisher zu erlangen waren, hat sie eine Entscheidung noch nicht gebracht. Es wird hinzugefügt, daß die Entscheidung wahrscheinlich Freitag mittag ird. Daraus läßt sich vielleicht entWas Brüning im Vorsommer erfahren mußte, bekanntgegeben###. Boraus 1uo. fii Sicnrimn en das erlebt jetzt in anderer Form, aber mit der glei=nehmen, daß zunachst Freitag vormittag noch weitere chen Schärfe und Hinterhaltigkeit Herr von Schlei=]Besprechungen stattfinden sollen. cher, der ehrlich bemüht ist, ein Präsidialkabinett zu.. ou der Abendkonferenz beim Reichspräsidenten erbilden, das einen volksverbundenen Unterbau im sahren wir noch, das üder Programm hat, das sich wesentlich von dem Papen=, die sachlichen Fragen des Programms der künftigen schen unterscheidet, das zwar auch nichts Vollkomme=] Rezierung ein abschließendes Ergebnis erzielt nes sein kann, immerhin aber Wege beschreiten will, worden sein dürfte. Die Frage der Persönlichkeit die bei niöglichen Verbesserungen immerhin eine des neuen Reichskanzlers ist noch nicht klar. Die Chancen andere Grundlage zum inneren und äußeren Wieder= für Reichskanzler von Papen und General von Schleicher werden in politischen Kreisen mit 1:1 gekennzeichnet. unter der Ueberschrift„Ungewöhnlich dreiste Staats= wehr irgendwie in die aktive Politik hineingezogen sreichylane“ aus der Novembernummer des Organs wurde. des Hauptvereins der Konservativen programmatische! Eine wesentlich andere Frage spielt ebenfalls ein Forderungen. in denen verlangt wird, daß unter allen große Rolle. In recht eigenartigem Licht erscheint Umständen die Wahl des Reichspräsidenten bzw. des das Verhalten des bisherigen Reichskanzlers. Reichsverwesers fortfallen. unbedingte Gewähr für die... Petion des Nachfolgers Hindenburgs geschaifen werden Politische Kreise sind davon unterrichtet, daß Her: müsse und daß die Institution des Reichspräsidenten von Papen gegen die neue sich anbahnende Richtung keinesfalls zu einer neuen Stutze der Republik werden sich mit allen Mitteln zur Wehr setzt. Von diesem dürfe, sondern daß der Reichoprasident sich lediglich als„Gegenangriff“ weiß die„Deutsche AllgemeinPlatzhalter für die Erbmonarchie der Hohenzollern zu Zeitung“ folgendes zu berichten: fühlen habe.„Reichskanzler von Papen hat parallel mit den „Man fordert also den Staatsstreich von] Besprechungen des Reichswehrministers v. Schleicher oden zugunsten deutschnationaler Postenjäger“, be=I ebenfalls in den letzten Tagen eine Reihe von Vermerkt hierzu der„Völkische Beobachter". Man fragt sich. aufbau bilden können, wie das unter Papens Regierung je möglich sein würde. Jedenfalls kann man sich der Ansicht nicht verschließen, daß Herr von Schleicher nicht nur ein bewahrter Reichswehrminister ist, sondern auch weitgehende staatsmännische Fähigkeiten besitzt, die es ihm ermöglichen, besonnene Plane zu fassen und die Wege zu ihrer Durchführung zum Wohle des Ganzen zu weisen. Wenn wir noch einmal auf die persönlichen Intrigen gewisser Kreise, über die wir auch an anderer Stelle aus Berlin berichten, hin In diesem Zusammenhang wird auch betont, daß die Antwort der Nationalsozialisten vollkommen negativ ausgefallen ist. sodaß nicht mehr die geringste Wahrscheinlichkeit einer Unterstützung oder Tolerierung eines Rabinetts von dieser Seite zu erwarten ist. Freitag mittag wird nun noch Geheimrat Hugenberg vom Reichsbräsidenten empfangen werden, und dann soll im Laufe des Nachmittags endgültig die Entscheidung in der Personenfrage fallen. Ein Bries hitlers au Hindenburg Berlin, 1. Dez. Der Führer der RETAP. Hitler, at auf nerichichn.Anslore".* ob diese Herrschaften den letzten Rest von Verantwor tungsgefühl gegenüber Deutschland verloren haben. Jedenfalls warnen wir jene, die in Berlin noch immer nicht die einzig mögliche Folgerung in bezug auf die deutsche Freiheitsbewegung gezogen haben.“ Die NSk. schreibt in einem Berliner Artikel: Die Tatsache, daß Hitler am Mittwoch nicht zur Aussprache mit Herrn von Schleicher nach Berlin kam, habe die Verwirrung ins Unermeßliche gesteigert. Alle Augen hätten sich nach Thüringen gerichtet, nach dem Mann. der in der Tat zur Zeit alle Trümpfe in der Hand habe. Von ihm und seinen Entschlüssen hänge allein das Gedeihen der Herren von Papen. von Schleicher und Meißner ab, nicht zuletzt das des Herrn Reichspräsidenten selbst. Der letzte Sturmangriff Von unserer Berliner Redaktion # Berlin. 1. Dezember 1932. handlungen über die Umbildung des Kabinetts geführt. Sie erstreckten sich natürlich nur auf den Fall einer Wiedertehr des bisherigen Präsidialkabinetts In diesem Zusammenhang sind auch Besprechunger mit dem Sraylhelm gepflogen worden, bei dener der Gedanke, dem Stahlhelmführer Seldte der Posten eines Vizekanzlers im Kabinett von Paper einzuräumen, eine erhebliche Rolle gespielt hat.“ Dieser Hinweis auf die Bemühungen des Reichskanzlervon Papen wirft ein sehr merkwürdiges Licht auf die„autoritäre“ Staatsführung. Man kann daraus auch den Schluß ziehen, daß er im Reichskabinett durchaus nicht so einmütig zugegangen ist, wie es stets zu behaupten beliebt wurde. Die in der Reichsregierung vervorgenen Gegensätze kommen sen in aller Offenheit zum Vorschein. Nimmt man hinzu daß die Falschmeldung über das angebliche Scheitern der Mission Schleichers aus der nächsten Umgebung des Reichskanzlers stammte, so ergibt sich nicht gerade ein Brief dem nochmals der ablehnende enthalten. Staatsstreichpläne? Scharje nationalsozialistische Erklärung München, 1. Dez. Der„Völkische Beobachter“ enthält sich heute der unmittelbaren Stellungnahme zum doch noch zu nicht einmal der hauptsächlichste Anlaß für die Verzöge= einer, wenn auch nur losen, Einigung rung. Eine weit größere Schwierigkeit scheint darin zu Nationalsozialisten liegen, daß noch vollkommen unklar ist, wie 1komme und daß in diesem Fall sogar ein Nationalsozialiß die Besetzung des Reichswehrministeriums in das neue Kah.nett eintreten werde, so dürfte er Sürsu sich bei solchen Meldungen nur um Kombinationen aussehen soll, wenn der jetzige Wehrminister das handeln. Man braucht nur einen Blick in den nationg tun, um zu erfahren, daß bei inerlei Anlaß zu Verhand Kanzleramt übernehmen sollte. General v. Schleicher sozialistischen„Angriff“ zu selbt hat offenbar keine Bedenken, neben dem den Nationalsozialisten„le weisen, dann erscheint uns gerade Herr von Schlei=.. Sertin, 1. Der„ cher als Charakter hoch über den Leuten zu hat auf verschiedene Anregungen, zwecks Aussprache über in### sehen, die anscheinend alles daransetzen, um an der“'e Wittugg naze n99 Pumo,inag#erlin zu tommen. Standpunkt der Nationalsoziglisten wiederholt wird, ist Nacht zu bleiben oder an die Macht zu kommen,###########us einen Briei an den Reichs: nicht ezumal der nauntsamtimne Anlaß zur die Bertögemag darüber auch dos Reich geschrdet sein. 1. von der B8HAß nach von dem Bürg des, Reichs. Wir haben nur ein Bedenken für die Kanzler=spräsidenten bekanntgegeben wird. Der Brief dürfte ledigschaft von Schleichers, die doch nun allem Anschein lich einen Hinweis am seine, Hitlers, bekannte nach in sicherer Aussicht steht. Und das ist seine Stellungnahme zu einem Kabinert Schleicher und Papen kommissarische Beibehaltung des Reichswehrministeriums. Da hat der Reichspräsident schon recht, wenn er aus der Verbindung von Kanzlerposten und Reichswehrministerium gewisse Befürchtungen hegt. dahingehend, daß man daraus Kombinationen konstruieren könnte, die auf eine Politisierung der Reichswehr hinauslaufen, die bekanntlich von dem ganzen deutschen Volke abgelehnt wird. Herr von Schleicher würde u. E. gut tun, wenn der Reichsprasident ihm die Kanzlerschaft und die Bildung eines Kabinetts antragt, auf das Reichswehrministerium auch schon aus außenpolitischen Gründen zu verzichten und dafür einen Mann zu gewinnen, der zweifellos in der hohen Generalität vorhanden ist. Die für Donnerstag erwartete Entscheidung über die glänzendes Bild von der gänzlich neuen Art der StaatsNeubildung der Reichsregierung ist ausgeblieben. An führung. der Verzogerung und mehrere Umstände schuld. Ein] Wenn in verschiedenen Blättern gesagt wird, daß er irkers, in dem lungen“ gegeben zu sein scheint, da Hitler bereits an 25. November dem Reichspräsidenten seine Vorschläge zur Nun wird in einem Teil der Presse schon wieder mit Rucksicht auf die jeidige parteipolitische Zersplitterung in Deutschland davon geredet, daß auch ein Kadinett Schleicher keine Tolerierung im Reichstag finden werde, der doch nach der Verfassung ein mitbestimmender Regierungsfaktor ist. Man spricht sogar wieder von einer erneuten ReichstagsaufDie unproduktiven Kriegsschulden Wird Lausanne rückgängig gemacht? 7 England an Amerika London, 1. Dez. 193.. Der Wortlaut der neuen britischen Note an Amerika liegt nunmehr vor. Die 20 Folioseiten umfassende Note betont besonders eindringlich die tiese Ueberzeugung der britischen Regierung, daß eine Wiederaufnahme der Kriegsschuldenzahlungen, wie sie vor dem Hoover=Morasösung, die möglich wäre, wenn etwa in einer der zorium bestanden, unvermeidlich die Depression im Welt arsten Sitzungen des neuen Reichstages, vielleicht Mitret atlaaatten und gerhanantspolls Folgen zür jede barrch eine kemmunistisch=nationalsozialistische MehrFeit. die Aufhebung irgendeiner Notverordnung angenommen oder ihre Annahme gesichert wäre. Wir möchten vor einer solchen Einstellung entschieden warnen. Denn ganz abgesehen von der Wahlmüdigkeit, die sich durch die vielen zwecklosen Reichszagswahlen dieses Jahres bemerkbar machen wird, sind doch diese politischen Exkursionen nicht geeignet, die trotz aller Elogen des ge““ tsführenden Reichsfabinetts von Papen, das die 9.ametrommel für sich sehr gut zu schlagen versteht, die für Vaterland und Volk so dringend notwendige Wirtschaftsankurbelung in die Wege zu leiten. Haben wir es Nation zeitigen werde. Die britische Note legt sehr ein gehend die Gründe dar, die zu der Anregung einer Suspendierung der Dezemberrate führten. Die Note weist mit Nachdruck darauf hin, daß das System der zwischenstaatlichen Schulden einen der wichtigsten Gründe für die Untergrabung des Vertrauene weiter, sind grundverschieden von wirtschaftlichen Anleihen, die sich durch ihre Produktivität selbst liquidieren. Reparationen und Kriegsschulden aber sind Ausgaben für Zerstörung, die nichts hervorbringen, womit sie zurückgezahlt werden könnten. Auf lange Sicht können internationale Schulden nur in der Form von Waren oder Diensten bezahlt werden. Vertrauen und Kredit 1 walten. Man kann es ihm nachfühlen, daß er die Leitung dieses Ministeriums nicht gern aus der Hand geben Lösung der Regierungskrise unterbreitet habe. Auch mit möchte. Beim Reichsprälidenten scheint jedoch der Wahrscheinlichkeit, daß, das wirtschaftliche und sozialeine solche Personalunion auf schärfsten Widerstand] Programm des Generals von Schleicher die National zu stoßen, weil der Reichepräsident mit Recht auch nicht sozialisten erweichen würde, dürfte nicht zu rechnen sein Höchstens ein umfassender Amnestieerlaß wäre dazu an getan. die Nationalsozialisten davon abzuhalten, zusammen mit den Kommunisten zu stimmen. Trotz aller Störungsversuche und Quertreibereien scheint. soweit sich die Lage am Donnerstagabend beurteilen ließ. die Ernennung des Generals von Schleicher zum Reichskanzler so gut wie beschlossene Sache zu sein. Allerdings ist der Zeitpunkt nach wie nor sehr unbestimmt. In politischen Kreisen wird sogar davon gesprochen, daß das jetzige geschaftsführende Kabinet beim Zusammentritt des Reichstages noch im Amt sein würde. Eine besondere Bedeutung käme dieser Taisache nicht zu. Denn am ernen Tag hat das Reichrparlament lediglich die Aufgabe, sich zu konstituieren. So ungeschickt wie beim letztenmal werden hoffentlich die Fraktionen diesmal nicht taktieren. Wäre das Kabinctt von Papen noch geschäftsführend, so könnten ihm vom Parlament keine Schwierigteiten erwachsen. Es könntnicht gestürzt werden, da es schon gestürzt is. Mit trauensanträge wären also zwecklos. Abgelehnte Notverordnungen könnten mit geringen Aenderungen neu erlassen werden. Dieser Hinweis soll lediglich dazu dienen, der Unru##entgegenzuwirken, die sich in weiten Volkskreiser wegen der langen Dauer der Verhandlungen bemer] bar macht. Einstweilen ist noch kein Weg verbant, um von dem bisherigen Zustand leszukommen. wirtschaftlichen und doch erfahren, daß jede Neuwahl für den Reichstag können nicht wieder aufleben, bis den Versuchen, den umd die Landtage einen empfindlichen Rückschlag in Strom des Kapitals zu zwingen, bergauf zu fließen, ein der Wirtschaft auslöste. Das hat auch mit anderen Ende gemacht ist. Die E##nrung ho“ Worten der Vorsitzende der Internationalen Handels kammer, die dieser Tage in Paris getagt hat und worüber wir an anderer Stelle berichten, sehr einheutig zum Ausdruck gebracht: denn seine AusfühEnde gemacht ist. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Zahlungsfähigkeit des Schuldners nur zweitrangige Bedeutung besitzt gegenüber der Fähigkeit der Welt. die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen, die die Tranferierungen mit sich bringen wurden, zu ertragen. Es wird einem Gläubigerlande nichts nützen, ein paar vungen liefen darauf hinaus, die Politik und ihre Millionen Pfund oder Dollar zu sammeln, wenn es daArrunaen und Wirrunaen Ravan Aie Wiirtich-! bi änm Irrungen und Wirrungen stören die Wirtschaft. durch die Weltunordnung zur Ahwendung des finanziellen, politischen Unheils zu gehen. In dem der Lausanner Negelung gewiducten Abschnitt der Note heißt es: Wenn die Zahlung der für die britische Kriegsschuld an die Vereinigten Staaten fälligen Summen wieder ausgenommen werden soll. so würde die britische Regierung verpflichtet sein, die Frage der Zahlungen ihrer eigenen Schuldner wieder zu eröffnen. Die Schuldnerländer würden ihrerseite Zahlungen Deutschlands zu sordern haben, und Großbritannien würde dasselbe tun müssen. Ohne eine Regelung der Kriegsschuldenverpflichtungen könne das Lausanner Abkommen nicht ratifiziert werden. Die Frage der Revarationen wurde ungeregelt bleiben. Die Besserung im Vertrauen, die auf die Lausanner Verein. barungen folgte, würde wieder zunichte gemacht wer. den. und zahlreiche ernste politische und jinanzielle Probleme, die jetzt unter Erörterung stehen, würden dadurch verhäugnisvolle Ergebnisse haben. Die Rote erklärt:„Die britische Regierung betont ihre Ueberzeugung, daß ihr Vorichlag für eine Susvendierung der Bezemberzahlung, ein Vorschlag. der in keiner Weise eine schließliche Regelung berühren würde. notwendig ist, um die für ein erfolgreiches Ergebnis der darauf folgenden Besprechungen über die Revision der bestehenden Schuldenverpflichtungen günstige Lage zu schaffen. Die denten auszuüben. Reserven per britischen Regierung in Gold und in ausländischer Währung würden, obwohl ausreichend, um Währungsschwankungen zu mildern, nicht genügen, um die Die Deutschnationalen machen allerdings kein Hehl daraus, daß ihnen die Mission Schleichers seh: gegen den Strich geht und daß sie am liebsten die Fortexistenz des Kabinetts von Papen sehen möchten Aber nach allem, was sich abgespielt hat, dürften die Wünsche der Deutschnationalen nicht in Erfüllung gehen. sondern General von Schleicher gilt in weiten Kreisen als aussichtereichster Kandidat für den Rauzler posten. Es darf aber nicht übersehen werden, daß nach wie vor starke Kräfte am Werke sind. um einen in anderer Richtung liegenden Einfluß anf den ReichsprähDie preußische Zentralverwaltung Die neue Form ab heute wirksam Berlin, 1. Dezembe: 1932. g verlängert, und eine Kriegs schuldenregelung, wie großzügig sie auch immer sein mag. Jahlung von Rot. Millionen Dollar zu decken. würde sich über und über durch den Beitrag bezahlt!: Die Währungeschwierigkeit machen, den sie zu der Wiedererholung der Welt leisten.„ würden. Es liegt. wurde bestehen bleiben, selbst wenn man zu dem Hilfsmittel einer Sterlingzahlung in ein Sverrkonto greisen würde. Dir einzig übrigdleibende Alternative würde eine Zahlung in Gold sein. Eine derartige Zahlung würde die Ovserung eines beträchtlichen Teiles der Goldreserven der Gewerkschaftsforderungen Brief des 296B. an Schleicher Berlin. 1. Der. 1932 in der Macht der Regierungen der Welt und besonders der Vereinigten Staaten und Großbritanniens, als der beiden größten Gläubigernationen, wenn sie sich zur Zusammenarbeii zusammenfinden, den ersten und wesentlichen Schritt auf dem Wege Wie ein Nachrichtenbüro meldet, sind die umfassenden Rejormmaßnahmen in der preußischen Zentralverwaltung. die durch die Sparverordnung der kommissarischen Regierung vom 29. Ottober 1932 verfügt wurden, mit dem 1. Dezember wirtsam geworden. Da die Sparver=sgehort zu eristieren. Mit dem gleichen Termin führt aktuellem Interesse, wer künftighin die dieher vom Han ordnung sich auf die sogenannte„ Dietramszeller Notver= das dieherige preuzische Handelsministerium den Namen dels= und vom Landwirtschafteministerium betreuten ordnu#, Reichsprandenten stum, sene Helotonung,„Ministerium für Wirtschaft und Arbeit“[Schulden zu verwalten hat. Die einstweilige Rege Der„Vorwärts“ veröfsentlicht in seiner Abendausgabe ein Schreiben des AD6B. an den Reichswehrminister. das. wie erläuternd hinzugefügt wird, nach der Besprechung des Vorstandes des Allgemeinen Deutschen GeBank von England bedeuten, die allgemein angesehen werkschaftsbundes mit General von Schleicher werden als gerade genügend für die Veranwortlichkeit auf dessen Wunsch hin verraßt wurde, um die in der Londons als Finanzmittelpunkt.“. Unterredung zufgestellten Forderungen der freien GeMit dem 1. Dezember hat daher in Preußen das bir Arbeitsgebictes der Zentralverwaltung sormal in Kraft herige Ministerium für Vollswohltahrt aus=Itritt. gewinnt weiter die Frage fur die Wirtschaft an in der die Lander ermachtigt wurden. Sparmaßnahmen In unterrichteten Kreisen bört das Nachrichtenbüro, dan lung sieht vor, daß die Hochschulen auf den Gebieten m. Derstellung ihtes Etatsgleichgewichts durchzuführen, in den beleiligten Fachressortr über die Einzelheiten vor der Fachwissenschaften dem Kultusministerium unter ist das Parlament oder eine andere Stelle nicht in der allem der Neuverteilung der Aufgaben der Zentral= stellt werden. Vom Handelsministerium soll aber außer Lage, die zezi in die Praxis überführten Reformen in instanz noch weiter verhandelt werden wird. dem ein Teil der weiblichen Weiterbildungeschulen an Zentralverwaltung zu beseitigen.] Da mit dem 1. Dezember auch die Reugliederung des das Aultueministerium gehen. Unser neuer Roman „Aut den Wogen des Lebens von Peter Frenck beginnt heute der preußischen WD * * dareulegen und zu begründen Das Schr#e#. trägt das Datum vom 29. November und erklant vor en Die Verordnung des Aeidhsardesisminitters vor Septender 1932 zu auber Rraft au even. Die in Ai Berocbnunz vom 4. Seotemder 1932 fur Neuemzur Berjugung genellten 700 Mill onen uudetiug.n ink ginansierung eisentlicer A#rbeiten Ju betwenden Der Ullgemeine Deutsche Gewer! dastsbund deruft sich dann mn dem Briei weiter aui die Erbedungen vor 19 Jenttalverbauben aus-rnen berana das de: Anreiz der Pramienneuerau ceine keinerlei nennens werte Wirkung gedabt bade. Zu dem durch die Verordng vom 5 Septemder den Internedmern geg denen Nect. die Lodne fur die 31 bis 49 Stunde zu kurt#- wird erklart, dies dade eine Trose Peuntubirrna in de Bettieden und zahlreiche Streiks vern: acht. odwodl ein groger Teil der Anternedme: ans die Aus„:#5 Nechte. von verderein peni ciete Das Schreiden forder: weiter: Die Verkurtung der Arbeitswoche anf 40 Stunden mus undtnzl## als geietzliche Maznadme durchgefuhrt wrden was damit degrundet wird das der durch die Verordnung geicdafiene Arteiz zur Verkurzung der Arbeitswoche auf 10 Slunden verag: babe anze#chtder Massenardeitslongkeit ader pei angerte Ardeitssei: und Aedernunden uber 40 Wochealsel=ttunden Dineus nicht langet ged ldet werden kon te. Dans wird petlongt. das uns Srem der Steuerant Geine dadn umingekalten Englands Flottenabrüstungsziel 10000=Ts.=Schiffe Abrüstungsfragen im Unterhause London. 1 Dez 193: Im Verlauf der Unterdausaussprache über die Seeadruktung gung der Erkte Lord der Admiralitct auf die Anregungen ein, die Linienschiffe durch Schiffe von 101 Tonnen zu ettegen Die eng##e Admiralttet lei ans techuioden Grunden der Ausicht, daß ein 19 c00. Loanen-Schiff solllemmen unjadig lei. Die Anigeden enes Sch.ac###chises zu eriullen. Das sei aud im abri gen die Ausicht von 39 o. H. aller Secofsiziere. Wenn England zum 10 000 Lonnen=Schiif ubergegen wurde. mune es fur seine Zwecke so viele davon bauen, das sin eder eine Roitenerdödung als eine Verminderung ergeden vorde. England versuche, die Schlochtschiftionnage auf 22 000 Tonnen berabzufenen. Weiter wolle es die 16 000 Tonnen Kreuzer und die Unterseebeete adichaffen. Wenn die Adschaffung der Unterseedoote durchgesenzt werde. lei England dereit. die Zahl der Zersorer zu vermindern. vorausgeent, dag die anderen Staaten sich die em Schritt anschlesen. England wünsche eine Herabletzung der Kreuzertonnage auf 7000. Einen solchen Areuier konne utemand mehr eine Angriffswaise keine Schlachtschisse nennen Die engliche Regierung dade dabei den Sch:“. rop im Auge der Deutschland unter dem Versailler Vertrag erlaudt wurde Der konteroative Adgeordnete Carsden lagte, dei Deutschland einen außers gefährlichen Schifierno ent wickelte, der alle Berechnungen der Schlachtschiffkonstrukteute der ganzen Welt uder den Hausen wersen werde. England hade nur drei Schifse, die sie in Schach dalten konnten. A#uch andere Abgeordnete wiesen auf die„Gefahr" der neuen deutschen Schiffstupen oder aus ihre Vorbildlichkeit für den Kriegsschiffdau hin. Der ebemalige Kolonialminister Amery sagte, es ei nicht zu rechtfertigen, daß England durch den Vers#iller Vertrag gezwungen werden solle. qualitatio oder guantitativ auf den deutichen Stend ebzurusten. Die Folge wurde nur Wiederaufnahme der militärischen Aktirität Deutschlands sein, um die verlerenen Gediete wieder zurückzuerodern. Ein Arbeiterabgeordneter machte den merkwutdigen Verschlag, die englische, die devische und die franzesiche Flotte sollten ein gemerr sames Manover abhalten, um die gegenseitige Freundschaft zu erdoden und Mißverständnisse zu beseitigen. lei. dau ent grechende Steuetscherne als Grundlage sur #us Zinanzierung oisentlieher Ardeiten dei we dei werden konnten. Hier bein: es in der Begrundung:„Die dieberige Auswirkung des Sauems der Steuerguischeine las: we: Tatiocen undre#uig erkengen: Es dat sich inso#ern bewadri als es beweesen hat. das eine offentliche Frodr ven eykenzen mogl und mnit %met Inslationsgeiedr verdunden in: es dai Patern persesl. als es eine zubldate Erwetterung der Produktion und Verringetung der Arbeitsloügkei: n•ch: gede 1igt dal. D#eie angeiegten Magnadmen so wird erklärt, mach. den erwa 1°. Milliarden odne getingste Juilationsgejahr mi Arbeitsbeichaffung frei und ermöglichten die Wieder##heingung von einer Million Ardeitsloser. Ab. c#lredene zad!: der Breei noch die folgenden Forderungen n „Die durch die fruderen Verordnungen derbeigefubrten Berichlechterungen der Sozialleistungen munen im Radwen der Moglichkeit ruckzangig gemacht werden. Die Beriornung der Ardeitoloien mus namentlich in dem bevertedenden Winter ausreicdend verdessert werden. Jeder weirere Angriff auf die Lodne und die Rechte der Urbeiter mus unterdleiden. Die Unabdinabarkeit der Tarisvertrage, die durch die Berordunns vom 5. Septemder auferboden war, muß sur bis Zukunk unengetanet bleiden.“ Französischer Verfolgungswahn Der Auschlag auf Herrist bei Rautes „ x': Paris, 1. Dezember 1932. In Zusammenbang mit dem Anschlag auf den von den c...—.— uunernrandenten benunten Zug in der Näbe von Rantes datte Herriet bekanntlich erlart, das gewisse deutsche Elemente ihre Hand bei der autonemistichen Bewegung im Spiele hätten. Heute bringt eine Reibe von Pariser Morgenblättern zumindest seor merkwurdige Meldung, wonach die Volizei von Aennes nach einem Redakteur einer Berliner demokratiichen Zeitung suc der Ende dieses Sammers die Bretagne im Automobil bereist und sich langere Leit in La Paule ausgehalten habe. Von dort aus sei er nach Lannion abgefahren. und mon habe dort eine Spur verloren. Wohrend seines Aufenthaltes in der Bretagne habe er sich sehr fur die outonommiche Bewegung intereisiert, er sei sogar Gegensand einer heimlichen Ueberwachung von seiren der Poltzei gewesen In ver chiedenen Torsern der Proven; sei es zu Zwischenfällen mit der Bevölkerung gekommen, da das Auto. in dem der Journalikt reine. mit einem großen Wimpel in den Reichsfarden ver eden gewesen sei. * Per Verfolgungswuon, an dem Frankreich gon lange leidet, der bisher aber nur auf dem Gediete der Abrukung diw. Aufrunung#lge trat, dat sich nunmehr auch au; das des Autonomismus ausgedehnt Rachdem„das Auge Moskaus“ ein wenig aus der Mode gekommen ist, dat man zur„Hand Deutschlands" gegriisen, um einen Sundenbon fur die autonomichen Ar dlage zu tinden, dir##„ kloren kann. Es genugt heute als darmloser Tourist in die Preiaane zu fahren und Reichsdeutscher zu sein. als Agent einer fremden Macht ver####rten und verseiat zu werden, der nach dem Leben des franzossischen Minikerprandenten trachtet. Verständigung auf Wirtschaftswegen Staatliche Einmischung Frowein und Herriot X Paris, 1. Dezember 1932. Der Verwaltungsret der Internationalen Handelskammer, der in Paris tagt, der anstaliete, wie alljabrlich ein Abendessen. an dem auch Soi chafter Dr. Roiter und Ministerorandent Verrist teilnadmen. Der Vorsivende der Handelskammer. Abr. “-= nein(Elderfeld), wrach dabei in seiner Rede über die Weltwirtschaftskriee Wenn die Welt gerettet werden solle, müsse ein Geist internctionaler Verantwortung die Verteidigung der berechtigten Interessen eines jeden Landes mit dem Versanduts für den S##ndpunkt des andern Landes verbinden. Krisenursachen Es in wittchaftsseindlich, detonte der Redner, daß all. jahrlich in allen Landern der Welt Milliarden für Austun= gen berichlungen werden, das die wirtschaftliche Betatigung durch eine Steuerlas geladmt wird, die anf dem Ueberman undroduktiver offentlicher Ausaaben berubt. und das man die Uebertragung riesiger Schuldenbetrage von einem Land um andern verlangt, deren Entstedung nicht auf wirtschaft: lichen Vorgaugen derudt. Es ist wirtschaftsfeindlich. oan die Schuldnerstaaten zur Bezahlung ihrer Zinsen und zur Tilgung ihrer Schulden keine andere Moglichkeit baben. als erneut von ihren Gläubigern zu borgen und damit das Kreditgebaude selbst zu erschuttern, was wwangslaufig zum Niederbruch führt, wie wir das 1931 geseden haben Es int wirtschaitsseindlich, der Verarmung eines Staates dadurch Grenzen zieden zu wollen, daß man seine Einfuhr einschrankt, denn die Einfuhr gidt dem ausländischen Käufer Kaufkraft für die eindeimischen Erzeugnisse des Landes. und durch Aufbebung dieter Kaufkraft verien: man der eindeimiichen Erzeugung einen neuen Schlug. Schl eslich ist es auch wirtschaftsseindlich, zeitgebundene Matnadmen zu treffen, ob es sich um Zahlungsaufschub für die öffentlichen Schulden, eingefrorene Kredite, sollerhöbungen. Kontingente. Aufbebung des Goldtandards oder Devisenkontrolle handelt. Indem man vorgibt, daß dies Notmagnahmen seien, verschlechtert man die Krise nur noch weiter und verlängert die Unlicher. neit. Wenn man sich nicht beeilt, zu einer endgultigen Reglung zu kommen, wird man nur Vertrauen und Hoffnung von neuem erschüttern. Irowein wandte sich dann an Herriot und erklärte: Wir haben mit Beiriedigung von der Rede Kenntnis genommen, die wie. Herr Ministerpräsdent, im Nationalen Wirtschaftsrat Ihres Landes am 9. November d. J. gebalten haben. Wir jeden bereits, so lagten Ei damals. die Anzeichen einer Erholung der Wirtschaft: der Augendlick in gekommen. da man durch die Verdovolung der Anstreugungen auf den lange erwarteten Ausschwung doffen kann. Herr Ministerpranident, in der leuten Sinung unseres Verwaltungsrats am 24. Juni d. J. konnte ich meiner Befriedigung über die ernen Ergebnisse der Lauanner Konseren; Ausins Wirtschaftsleben stört druck geden. Seitdem bat diese Konieren; auch zu einer Aegelung der Revarationsfrage geführt, die der Merschbei: einige Hoffnung gegeben und so sofort in ein Anzieden der Rodstoffpreise und deutliche Zeichen der Erbolung umgesetzt dat. Jezzt entneden neue Schwierigkeiten aus dem Prodlem der interalliierten Schulden und aus der Abrunung und zugleich zeigen die Weltmarkte von neuem eine bedenkliche Nervonitat. Wir alle vier deiten, daß die noch ungelosten Fragen ebenfalls geregelt werden konnen und daß die Weltwirtschaft damit in den Stand gesert wird, sich zu erdolen und neue Hoffnungen zu schörien. Sie. Herr Rinisterprasident, baben die Völker zu einem grogen Wer! der Zulammenarbeit anigerufen. Ich gebe Ihnen die Versicherung, das den Regierungen für diese Ordnung der Erzeugung und des Guteraustauschs die Internationale Handelskammer zur freudigen Mitarbeit immer zur Verjugung steht. Ministerpräßident Herriet erwiderte in längerer Rede. Er dankte zunächst Frowein für seine Ausführungen und wies dann auf die Verbundendeit von Politik und Wirtchaft bin. Er betonte dabei, daß es die Wirtschaftofudrer seien, die die einzige wahre Loiung des vertwickten Prodleme in Handen datten. Wenn ein Adlommen zwichen den Erkugern verwirklicht werden konne, brauche der Gesengeder üderbaupt kaum noch einzugreisen. Das lei z. V. der Fall gewesen bei dem deutsch=französischen Kaliabkommen. Auf jeden Fall bei eine enge Fublungnahme zwischen den Perionlichkeiten notwendig, die das Allgemeinwohl im Auge dätten. Die in schwierigen Zeitläufen lebenden Manner konnten es sie zur Sore anrechnen, wenn sie Augenblicksinteressen Vorteilen zu opfern suchten, deren Nuten möglicherweise erst konftigen Geichlechtern zugute komme. Er selbst habe immer versucht seine Handlungen mit derartigen Gedankengängen in Einklang zu bringen. Soiche Gedanken habe man auch in Lausanne verwirklicht Man habe dort die Interessen ausgeschaltet, die ein trennendes Hindernis bilden konnten und nur diejenigen in Betracht gczogen, die im gemeinsamen Interesse ein Bindeslied bildeten. Frankreich habe nichts gegen Deutschland. Gewit könnten zw chen beiden Ländern Schwierigkeiten auftauchen aber die eben geschilderten Erwägungen wurden chließlich doch siegen. Es geunge, in zweit zu arbeiten, um diese Hoffnung zu verwirklichen. Frankreich sei dazu bereit. Herriot wandte sich dann der Transserfrage zu und erklärte, der Transier sei einer Schi####n vergleich bar, die immer nur Hin=, ader nie Aucrracht dabe. Eine derartige Schitfahrt sei jedoch zum Tode verurteilt. Nötia lei Fracht für Hin= und Ruckfadrt. Das datten alle'n Laulanne eingeseden, und dielem Gedankengang bade er. Herriot, damals Rechnung getragen. Diese Waorbeit gelte auc heute noch, und zwar für alle. Die in der InterBa-beistammet vertretenen Bereinigungen einen neuen Heit zu warren. Au zade##l im orent#cen Leden stedenden Personscleiten lei es. eine neue Zeit zu gestalten. Diese Aufgabe erfordere piri Gedoild und viel Mut. Im politischen wie wirtschaf:! den Laben musse jeder loval daran mitarbeiten. Deute murten Entschließung der Internationalen handelskaumet Pario, 1. Tezember 1332. In der Sinung des Verwaltungsrats der Internationalen Handelskammer, an der Abordnungen von Wirt. chuitsbertteteln aus 30 verchiedenen rurde eine Entichließung angenommen, die sich aut gegen taatliche Einmichung in das Wirtschaftsleben wendet. In dieler Entichließzung bein es u 4 Wenn auch zugegeden werden mun, das die neue Maßnahmen, die gewit von den Regierungen auf den Hoderunkt der Krise getroffen worden sind. nicht nor: debaltlos verurreilt werden konnen, insowent sie die#####cht verfolgen, die Härten der Wirtschaftsgeiene zu mildern, In stattfindet. Eine sostematische Politik der Kontingente und unvernünftigen Handelsdemmnisse, vor allem in den Versuch, die eindeimische Industrie zu schunen, sollte; bedenkenlos verurteilt und möglichst bald auf gtdoben werden.“ Im Hinblick auf das Preisniveau ist der Verwaltungs. rat der Ansicht, das ein Preisanstieg nicht nadmen rein wadrungspolitischer Art berbeigefuhrt werden kann. Ein allgemeiner Plan für die Herabierung der nationalen und internationalen Perschuldung lei praktisch unmöglich. Jeder Fall mune den besonderen Umstanden zeman in Verdandlung zwchen Glaubigern und Schuldne# bebandelt werden. Der Verwaltungsrat hat einen besonderen Ausschul ernannt. der Verschlage für die Weltwirtschaftskonseren; machen soll. Russen dürfen wieder auswandern hohe Paßgebuhren 2 Roskan, 1. Dez Auslandsreisen von Sowjetbür= gern waren in den letzten Jahren. abgesehen von seltenen Ausnahmen. auf sogenannte„Kommandierungen“ das heißt auf Reisen im staatlichen und dienstlichen Auftrage oder im Parteiinteresse beschrankt. Nur ausnahmswette wurde Sowjetburgern von den Behörden gestattet Sowjetrutzland für immer zu verlassen, und nur gegen eine hode Valutagebühr Diese Uebersiedlung ist jetzt erleichtert. In der „Jswestija“ vom 30. November erschien folgende Anzeige „Das staatliche Reiseburo„Intourih“ gibt bekannt, daß es Auftrage übernimmt. Ausreisedokumente für Personen zu beschaffen, die dauernd im Ausland Ausent= balt zu nehmen wünschen. Die Rosten der Erledigung werden vom„Intourist“ in ausländischer Wahrung erhoben. Die Gebuhr für einen solchen Auslandspaß betraat 500 Rudel fur Werktätige, 1####0 Rubel für andere Bevölkerungsklassen." Auskunfte über dauernde Uebersiedlung ins Ausland erteilen die Buros des„Intourist“ in Moskau. Zur Grundgebuhr für den Paß kommt eine zehnprozentige Rotekreutsteuer hinzu. Der Mandschureikrieg Zapanische Ossensive :: Tokio, I. Dez Japan nar die Herausforderung des chinefischen Befehlshabers in der Mandschurei, der Generals Supingwen, angenommen und eine en gemeine Ofsenüve in Richtung aus Hailar begonnen Es wird befurchtet, das dieser Angriff zur Niedermetzelung der 250 japanischen Zivilisten führen konnte, die General Supingwen in Mandschuli und Hailar noch immer als Heilel senbält. Die Truppen des Generals hatten im September gemeutert und eine groge Anzahl japanischer Zivilpersonen gefangen genommen. In Oktober waren infolge der Vermittlungsbemühungen des Sowjetkonsuls ungefähr 100 japanische Frauen und Kinder freigelossen und auf russisches Gebiet gebracht worden. Schangbai, 1. Dez. Nach schnellem Vormarsch längs der oschinenichen Bahn haben die Japaner die Stadt Tichalantun eingenommen. Man glaubt, daß die Lisensive. an der rund 20000 Japaner teilgenommen baden sollen, weniger den Zweck hat, die starken Gebirgsstellungen der Chinesen bei Chingan zu nehmen, als vielmehr den chinesischen Besehlshader in der Mandschurei. General Suzingwen, zu Verhandlungen zu iwingen. Supingwen hält 250 japanische Zivilpersonen als Geisel gesangen und verweigert ihre Freilassung Supingwens Hauptquartier meldet, daß sechs japanische Flugzeuge den Westbahnhof von Tschalantun mit Bomben belegt und den Bahnhoj und einige Kasernen zerstort uf den(Dosen des Lebens P#an vor Peter Pren #--besrarhtsschun dn= Literaturerlax-Olef#a“. Bert##- Sten###r Ein winterlicher Sonnenstrahl ohne Warme fiel wie ein erster Gruß des noch fernen Frühlings in das hohe, schone Speisezimmer der Villa Faberow, wo der Grunder und Leiter der Deutschen Reichsbandelsbank Adolf Faberow mit seiner Gattin den Nachmittagskaffee einnahm. Faberow war in Zahlen vertieft, die er auf einem kleinen Rotizblock aufgezeichnet. Dann und wann entschluptte ihm ein halb unterdrückter Seufzer, seine Miene wurde immer ernster. Frau Otti. eine hübsche, stattliche Vierzigerin, knadberte Gevack, nippie hin und wieder an ihrem Kaffee und wartete mit lei#en Zeichen von Ungeduld darauf, daß ior Mann seine Tangkeit einstelle. Endlich lehnte er sich auf seinem Stuhl zurück und sah gesenkten Blickes zu Boden. „Wir müssen einmal ernstlich überlegen, lieber Adolf, was denn nun geschehen soll“, sagte sie, ihrem Gatten einen auffordernden Blick zuwersend Wie aus einem Traum erwachend, hob Faberow den Kopf: seine Gedanken lösten sich von dem Problem, das ihn die Umwelt hatte vergessen machen, und er versuchte zu erraten, worauf seine Frau hinziele. „Wegen Wolfgangs?“ fragte er unsicher. „Ja. natürlich! Es ist doch nun schon bald acht Tage der. daß Direktor Gemmert schrieb, wir möchten ins entscheiden, ob der Junge noch länger in seinem Institut bleiben solle, oder ob wir es nicht vorzogen, ihn seiner schwachen Leistungen wegen nach Hause zu nehmen.“ Faberow bewegte leise sein Haupt, dessen noch dichtes, dunkles Haar schon reichiim ulberne Faden autwies. Es war ihm unverständlich, daß sein sonst lo prachtiger Junge auf keiner Schule weiterkam. Bereus in Berlin hatten die Lehrer über ihn geklagt: er war siten geblieben uno wurde infolgedessen zu Direktor Gemmert nach Jena gebracht in der Hoffnung, daß er unter standiger Aufsicht besser abschneiden werde. Nun klappte es auch dort nicht. Ware das seine einzige Sorge gewesen, er hätte sie nicht allzuschwer genommen, aber so.... Ich denke, es wird das Beste sein“, ließ sich Frau Otti wieder vernehmen,„ich fohre nach Jena und preche mit Gemmert und Wolfgang. Wenn ich den Jungen gehörig aufrüttele, wird er sich schon zu: ammennehmen. Bist du nicht auch der Meinung?" Faberow hob unschlüssig die Schultern, dann sagte er ziemlich mutlos:„Ja, das glaube ich auch, wenigstens wüßte ich nichts Besseres" „Was ich noch sagen wollte.“ fuhr seine Frau zögernd fort.„ich war neulich meiner Atembeschwerden wegen bei Medizinalrat Stolz: er hat mir dringend geraten, einen Luftkurort aufzusuchen. Wie ware es wenn ich gleich von Jena aus ein Stückchen weiter führe?“ Faberow machte erschrockene Augen. „Wohin willft du denn?" fragte er unwillig „Ich hatte an Davos gedacht. Auch Stolz hält Davos außerordentlich geeignet für mich.“ Faberow schluckte schwer, schließlich sagte er.„Liebe Otti, du weißt doch, daß die wirtschaftlichen Verhaltnisse augenblicklich derart sind...“ Sie unterbrach ihn, leichte Gereiztheit in der Stimme.„Gewiß weiß ich das, aber du mußt doch andererseits einsehen, daß es vernünftiger ist, rechtzeitig etwas zu unternehmen, als zu warten, bis jede Hilfe zu spät kommt.“ Er kannte seine Frau zu Genüge. Als einziges Kind wohlhabender Eltern von Jugend auf verwöhnt. wußte sie es nicht anders, als daß jeder ihrer Wünsche erfüllt wurde. Und er, weich und nachgievig von Natur aus, in ihr immer nur die Glücksbringerin sehend, die ihm mit ihrer großen Mitgift die Grundung seiner Bank ermöglicht hatte, gab ihren Launen und oft sehr kostspieligen Wunschen nach Gerade hatte er erwogen, ob er ihr enthullen sollte. daß er unverschulde: i eine Katastrophe geraten und es zweifelhaft sei, ob er sich werde herauswinden können. Und sie wollte verreisen! Was sollte er tun? Er war aufgestanden und lief im Zimmer umher. Wenn er sie einweihte, waren Tranen und unausgesetzte Klagen die Folge: sein bisher ruhiges, friedliches Heim würde sich mit einem Schlage in ein Haus der Qual verwandeln. Etwas anderes war nicht zu erwarten. Gab er jedoch seine Einwilligung zu dieser Reise und ließ sie in dem Glauben, daß alles gut stehe, dann gewann er immerhin Zeit, hatte die so nor wendige Ruhe für seine Bestrebungen und sand vielleicht den Ausweg. der gefunden werden mußte, wenn nicht seine Existenz und das Gluck seiner Familie in Trümmer gehen sollten. Mußte es eines Tages doch ein, daß er ihr von dem schweren Schicksalsschlag berichtete, dann erfuhr sie noch immer zeitig genug davon. „Wenn es denn durchaus notwendig ist, daß du diese Reise machst, so will ich damit einverstanden sein. obwohl, ich betone das nochmals, die Verhaltnisse wirklich nicht danach sind.“ Frau Otti nahm diese Worte nicht allzuschwer. Alle Welt klagie, da mußte es ihr Mann doch natürlich auch tun. Nein, deswegen verzichtete sie nicht auf die Reise, auf die sie sich so sehr freute. Die hauptsachlichsten Vergnügen und Veranstaltungen des Winters waren vorbei, schließlich konnte man doch nicht nur zu Gesellschaften gehen. Es lag ihr daran, nun aber auch bald kortaukommen. „Da ich noch nach Jena miin, ware es vielleicht ganz gut, wenn ich schon übermorgen fahren würde Ist es dir recht?“ Faberow hatte nichts dagegen, es war ihm sogar lieb. „Noch eins. Adolf. Ich bin ungern allein unter fremden Menschen und möchte deshalb Hanna mitnehmen. Dollys Gesellschaft ware mir offengestanden lieber, aber sie steht za kurz vor der Prüfung.“ Ein grimmiges Lächeln huschte über Faberows Gesicht. Daß das erhebliche Mehrkosten verursachen würde, daran dachte seine Frau naturlich nicht, trot seiner Hinweise auf die Not der Zeit. „Meinetwegen auch das noch!“ Nun war Frau Otti wieder ganz die reizende Frau, die sie sein konnte, wenn sie wollte. Lachelnd und voller Zärtlichkeit fragte sie ihn „Du kannst dich wohl nicht für ein paar Tage freimachen?“ Was denkst du. Otti! Ich sagte dir doch schon—“ „Ach bitte, fang nicht wieder von Geschaften an!" So war sie nun! Fang nicht wieder von Geschaften an! Und ihr hatte er bekennen wollen.... Nein, nur jetzt nicht daran denken. „Hanna wird außer sich sein vor Freude, sie ist eine leidenschaftliche Skilauferin, und wir haben dieen Winter kaum Schnee zu sehen bekommen“ Frau Otti hatte noch nicht ausgesprochen, de kamen Hanna und Dolln berein. Hanna, die altere, stieß einen Jubelruf aus. e'# sie die Nachricht vernahm: sie schlang ihre Arme um des Vaters Hals und küßte ihn. Ihre Freude und Dankbarkeit verhalsen iom z einer etwas besseren Siimung. Gern ließ er sie ihre Liedkosungen gefallen. Hanna hatte viel von einer Art. ihr war sein Herz besonders zugetan. u hatte den gleichen herben Zug in dem schmalen, edle##Gesicht, auch Nase und Kinn zeigten dieselbe Formsnur ihre ebenfalls braunen Augen blickten leuchtender, lebensmutiger. „Lange könnt ihr allerdings nicht fortbleiben Hanna. in drei Wochen wüßt ihr wieder hier sein.“ „Ob. drei Wochen sind doch eine herrlich lange Zeit, Papa! Drei Wochen! Wie wundervoll!“ „Und ich?“ rief Dolly dazwischen, die enttausch: beiseite stand. Sie war etwas kleiner und voller als Hanna, aber von kräftigerem Körperbau, und für gewöhnlich ein frisches munteres Madel, zuweilen sogar von ziemlicher Ausgelassenheit. Die Mutter zog ihre Jüngste, die ein finsteres Gesicht machte, an sich. „Du sollst ja nicht zu kurz kommen. Liebes!“ flüsterte sie ihr zwinkernd zu.„Ich lasse dir reichlich Taschengeld da, damit du dir jeden Tag etwas Hübsches leisten kannst, und wenn du die Prüfung bestanden hast, fährst du zu Dauelsbergs nach Bremen, die du ja schon immer so gern einmal besuchen wolltest.“ Diese Aussicht wirkte zwar etwas beschwichtigend auf Dolln, aber an dem Tage der Abreise von Mutter und Schwester empfand sie es doch wieder als sehr bitter, zu Hause bleiben zu müssen. Faberow begleitete Frau und Tochter zum Zuge. An ihrem Abteilfenster stehend, gab er ihnen Ratschlage und Anweisungen. Besonders ermahnte er Hanna, nicht leichtsinnig zu sein und daran zu den ken, daß schon viele durch Lawinen den Tod gefunden. Als der Zug anrückte, winkte Frau Otti ihrem Manne von ihrem Plate aus ein Lebewohl zu. wah rend Hanna sich aus dem Fenster beugte und sich von ihrem Vater mit einem letzten herzlichen Handedruck verabschiedete. Dann stand sie unverwandt und wink: mit ihrem Tüchlein, bis er bei einer Biegung ihren Blicken entschwand.(Fortsetzung folgt.) Zweites Blott, Nummer Herner Anzeiger Preftag den 2. Dezember 19.10 Das Wichtigste von der Ostsiedlung. Wer kann siebeln? Siedeln kinn nur wer den Beruf zum Siedeln und das Zeug zum=nern hat. Siedeln in nicht allein in Mittel zur Versorgung, keine Liebhaberei und am allerwenigtten ein Geschäft. Wer siedeln will muß noch bauersicher Art sein, den Willen zu treuer Arbeit und zum Opfer für seine Scholle haben, muß ohne zu jammern manche Brücke hinter sich abdrechen können. Diese Art sehlt vielen Bauern. wieviel mehr den meisten Städtern, die heute in proßer Zahl siedeln möchten. Neben diesen jeelischen Voraussetzungen sind von entscheidender Wichtigkeit für die Eignung zum Siedeln landwirtschaftliche Kenntnisse, die Fähigkeit zur selbstandigen, selbstverantwortlichen Arbeit und. nicht Mletzt. Gesundheit, Fleitz und Geschicklichkeit mogen einen Mangel an landwirtschaftlichen Kenntnissen und Erfahrungen bis zu einem gewissen Grade ausgleichen können, wer über nicht den großeren Teil seines Lebens wenignens als Arbeiter in der Landwirtschaft tatig gewesen in oder nicht lo jung ist, daß er die Landwirtschaft noch erlernen, sich imschulen lassen kann. der wird als Siedler unter den schwierigen Verhältnissen unserer Landwirtschaft kaum besteben können. Die größte Eignung zum Siedeln weisen im - du kriegebiet erfahrungsgemäß solche Leute auf die nach dem Kriege aus der oftdeutichen Landwirtschaft uugemandert find. Unter ihnen wiederum kommen vor illem die aus den an Polen abgetretenen Gebieten per triebenen. ehemals selbständigen Landwirte in Frage. die a oft Siedler gewesen sind. Was für den Mann gilt gilt gleichermaßen für die Frau. In dem kleinen Familienbetriebe der Siedlung ist jeven sparsamster Haushaltführung gewissenhafte und zeschickte Pflege des verhöltnismätzig großen Viehbestandes lebensotwendig. Darüber hinaus müssen die Frauen venignens zur Zeit der Saatpflege und der Ernte auf dem jelde mitarbeiten. Und schließlich sollen die Kinder— die Siedlerfrau hat in der Regel nicht zu wenig— ordentlich zogen werden. Das kann keine Städterin oder per tödterte Landirau schaffen. Wer mit erwachsenen Kindern jedelt, muß auch sicher sein, daß ihnen die Arbeit und das Sparen wichtiger in als das Gasthaus und Kino. Daß inverheiratete Leute nur mit der Mutter oder Schwester jedeln dürfen, und sich dann bald nach einer geeigneten Frau umehen müssen ist nach allem selbstverständlich Zum Siedeln gehört schließlich auch etwa Geld. Die Siedlung im deutschen Osten wird mit staatlicher Kreditulfe nach dem Rentengutsverjabren durchgeführt, sodaß zur Zeit nur ein Zehntel des Preises für die Siedlerstelle in bar zu zahlen ist während der Rest in gleichbleibenden Jahresraten zu„verrenten“. d. h zu verzinsen und zu tilgen Ist. Zur Zeit beträgt die Rente 5 Prozent des Restaufgeldes(4¾ Prozent Zins und ½ Prozent Tilgung). odaß die Schuld nach etwa 60 Jahren abgezahlt worden ist Der Siedler kann auch eine höhere Tilgung, als vor gesehen, leisten, um früher von der Rentenschuld frei zu werden. Um dem Siedler den schwierigen Ansang zu erleichtern werden ihm in der ersten Zeit bedeutende Ver günstigungen gewährt. Se ist das erste Jahr ein Freijadr. in dem weder Zins noch Tilgung zu zahlen sind. Der Kauf vertrag ist von sämtlichen Gebühren frei. der Siedler hat keine Grunderwerbssteuer zu zahlen und wird am Antrag unf Jahre hindurch von der staatlichen Grundvermögen# steuer befreit.— Der Preis für die mit allen Gebäuden und ausreichenden Vorräten jedoch nicht mit Inventar versebenen Siedlerstellen, die in der Größe von 30 bis 0 Morgen. als Kudbauern=. Haldbauern= und Vollbauerntellen ausgelegt werden, stellt sich je nach Güte des Bodens. Lage der Stelle usw. auf 15 bis 2.000 RM. Dem nach uind 1500 bis 2500 RM. anzuzahlen. Zur Anschaffung des Inventars sind dann noch einmal 1000 bis 2000 RM erforderlich. Kredit für die Beschaifung des Inventars wird ur selten gewahrt. weil das beich den zunachn anzu. jedelnden Landarbeitern der Siedlungsgüter die Anschaffung des Inventars erleichtern muß. Die Umzugskosten betragen, unter Berücksichtigung der den Siedlern auf Antrag der Beratungsstelle zu gewähren den 25prozentigen Ermäßigung des Fahrpreises und der Fracht je nach Größe der Familie und Entiernung von der cuen Heimat. 200 bis 230 RM. Wenn der Siedler mit twas Bargeld für unvorhergesehene Fälle in die Stelle renzieht, so kann er ganz ohne Sorge ans Werk gehen Nun sind ja Leute, die über 2500 bis 4000 RM. in bar verfügen. nicht dicht gesät. Hat man Grundbesitz. der unter Umständen auch mit Hilfe der Sparkassen verkauft werden kann. oder können Reichsschuldbuchforderungen in Zahlung gegeben werden. so kommt man verhältnismäßig leicht zum Zuge. Auch Kriegsbeschädigten und Unfallrentnern kann durch Kavitalisierung allerdings nur noch Maßgabe der vorhandenen Mittel geholfen werden. Dagegen dürfen Knavpschaftsrenten und die Arbeitslosenunterstützungen keinesfalls kapitalinert werden. Grundsätzlich ist wiederum die Kapitalisierung der Wohlfahrtsunterstutzungen, von denen die meisten Siedlungsbewerder aus dem Industriegebiet leben mussen, zulässig des Industriegebietes die ra von der Hand in den Mund leben. eine salche Hilfe aber nur in verhältnismäßig wenigen Fällen. Aussicht darauf haben nur besonders geeignete. kinderreiche Bewerber. Colchen Bewerbern wird oft auch Gelegenheit gegeben, durch Mitarbeit beim Aufbau der Siedlung einige hundert Mark zu verdienen, die ihnen auf amtkauspreis der Stelle oder die Anzohlung anzu sind. Die im Durchschnitt hundert Tage dauernde den Gesrechnen#ind. unn ug Beschättigung des Mannes auf dem Siedlungsgut gilt nach dem Gesetz übrigens nicht als Erwerbstätigkeit sodaf, die Wobljahrtsämter zur Untexstutzung der Familie vervflichtet sind, dis sie in die fertige Stelle eingezogen ist. Wo und wie wird gesiedelt? Gesiedelt wird. wenn man von der für Leute aus dem Industriegebiet kaum in Betracht kommenden Oedland. hiedlung in Nord Wen=Deutchland absieht. aus dem von Grotarundbesitz nicht mehr zu haltenden Kulturlande önlig der Elde. Die deite Siedlungsmoglichkeiten für Katholiken bieten sich der Rirchen und Schulve-hältnisse wegen in den Provinzen Schleiien Grenzmark und Ostpreutzen(Ermland). doch können Ratholiken als Siedler gelegentlich und in Fr iset Juhl auch in Brandenburg. Reclenburg und ommern unter Glaubensgenossen eine neue Heimat finden. m übrigen wird schon vom Gesetz bestimmt, daß die Sied ler möglichst in Gruppen nach konfessioneller und landmannschaftlicher Zusammengehörigkeit anzuniedeln sind. und das 4. B. Leute die aus Schleiien stammen, moglichtt wieder nuch Schleiien kommen sollen. urs ist erwünscht daß sich diese Gruppen schon vor der Ansiedlung bilden. weil ihre Mitglieder, die später als Nachbarn miteinander leben müssen, einander kennenlernen und ungeeignete Bewerder ausscheiden können, bevor es zu wät ilt. Diese Auslese ist auch deshalb notwendig, weil die Siedlungsmäglichkeiten beschränkt sind und Siedlung in der Regel nur mit weit gehender Staarsbilse, also Opfern des ganzen deutschen Volkes möglich ist. Nur tüchtige, in jeder Beziehung geeignete Menschen, sollen deshalb siedeln dürfen. oewerder aus dem Invusriegebiet wven mussen, zulassig. Die Zerruttung der Gemeindeiinanzen gestattet den Städten Die Förderung des Wohnungsbaues im Ruhrgebiet. Eigenheimbau und Stadtkandsiedlung in Iront.— Bereits 50 Wotznungsbauunternehmen als genehmial anerkannt. Auf dem Geviete des Wohnungsbaues sind im Ruhrgebiet in der Nachkriegszeit große Forrschritte gemacht worden. Diese Erfolge sind sowahl den Be mühungen des Staates. als auch der Kommunen und privater Gesellschaften zu verdanken. Seit dem Marz dieses Jahres hat der Verbandspräsident als Anerkennungsbehörde, wie die Ess. V. Z. erfährt, bisher über 30 Wohnungshauunternehmungen ois gemeinnützig anerkannt. Ciwa 130 Verfahren schweben noch. Die als gemeinnützig anerkannten Wohnungsvauunternehmungen sind ohne weiteres von der Körperschaftssteuer, Vermögenssteuer, Umsatzsteuer, Kapitalverkehresteuer, Grunderwerbesteuer, Stempelsteuer sowie von Ge richtskosten befreit. Von besonderer Bedeutung war die Förderung des Wohnungsbaues durch den Staat. In den Jahren 1924 bis 1931 sind nach demselben Blatt im Verbandsgebiet 110 Mill. Mark aus dem taatlichen Wohnungsfürsorgefonds, 230 Millionen Mark aus dem gemeindlichen Aufkommen und 33 Millionen Mark sog. Vorgriffe am Hauszinssteuermittel, insgesamt 393 Millionen Mort als hauszinssteuerhypotheken für und 140000 Neubauwohnungen verwandt wor den. Daneben sind noch 5.4 Millionen Mark baudarlehen für 1800 Neubauwohnungen sowie 55 Millionen Mark stoatliche Baudarlehen für 1850 Wohnungen für Staatsbedienteste in das hiesige Gebiet geflossen. Neuerdings steht bei der Förderung des Wohnungsbaues und der Siedlung die Errichtung vorstädtischer Kleinsiedlungen und Kleingärten r Erwerbslose im Vordergrund. Die Ko sten für Aufbau und Einrichtung einer Stelle dürfen in der Regel 3000 Mark nicht überschreiten Ein Teil dieser Kosten soll durch eigene Arbeit der Siedler aufgebracht werden. Diese Forderungen hatten einen Umichwung im Siedlungswesen zur Folge Anstelle genoffenschaftlicher Mietwohnungen wird jetzt der Flachbau und Eigenheimbau gefordert. Die Baukosten wurden auf das geringste Maß herab gedrückt. Es wurden nur eingeschossige Wohnungen mit ausgebautem Dachgeschoß bezuschußt. Die vor städtische Kleinsiedlung ist für die Arbeiterbevölke rung von besonderer Bedeutung. Sie ermöglicht eine gesunde Siedlungsweise in Anknüpfung an die alte Kottensiedlung. Für den ganzen Ruhrbezirk sind bisher insgesamt 5761510 Mark als Reichsdariehn bewilligt worden. Geschaffen wurden 2312 neue Siedlerstellen und außerdem 6619 Kleingärten Neue Bestimmungen über Reichsbaudarlehen für Eigenheime sind in Bearheitung. Sie werden eine weientliche Milderung der bisherigen Bestimmungen, die Bevorzugung der Einzelsiedler, bringen. Die Höhe der Reichsbaudarlehen soll auf 30 Prozent der Herstellungskosten beschränkt bleiben. Der Rest ist von den Siedlern durch Fremd- und Eigenkapital aufzubringen. Mit den bisher errichteten Siedlungen sind ausgezeichnete Erfahrungen gemacht worden. Sämtliche„Stadtrendsiedlungen machen einen vorzüglichen Eindruck. Bei der Auswahl der Siedler wurde sehr vorsichtig zuwege### gangen. Bei den Kommunen selbst ist heute eine gan; andere Einstellung zu den Staotrandsiedlungen wie früher vorhanden. Während im ersten Bauabschnitt eine Million Mark überhaupt nicht verwendet wurde, weil die Gemeinden den Bau von Stadtrandsiedlungen ablehnten, besteht jetzt ein förmlicher Wettlauf nach diesem Gelde. Das leidige Schwarzhören Wichtige Bestimmungen, die viele Rundfunkhörer nicht kennen. Wieder sind im Vierteljahr Juli=September 1932 insgesamt 557 Fälle der Entdeckung und Verfolgung nichtgenehmigter Funkanlagen zur Erledigung gekom men. Wie diese hohe Zahl beweist, gibt es leider immer noch unbedachte Rundfunkhörer, die sich trotz aller Warnungen und Urteilsveröffentlichungen mutwillig der Gefahr aussetzen, als Schwarzhörer ertappt und bestraft zu werden. Für den Betrag der Geldstrafe, die in vielen Fällen 100 RM. und mehr beträgt, hötten die Verurteilten jahrelang ordnungsmäßige Kundfunkteilnehmer sein können. Aber ein noch größerer wirtschaftlicher Schaden besteht darin, daß in fast allen Fällen rechtskräftiger Veruretilung die benutzten Rundfunkgeräte eingezogen werden. Wohl ist begreiflich, daß bei der heutigen wirtschaftlichen Notsage zahlreichen Minderbemittelten, die nicht als krisen- oder wohlfahrtsunterstüßzte Arbeitslose Gebührenfreiheit genießen, die Aufbringung der monatlichen Rundfunkgebühr reichlich sauer wird aber dennoch ist es töricht, sich zur Ersparnis von 2 RM monatlich auf den ungesetzlichen Weg zu be gehen, der meist unerwartet schnell zur Anklage führ: enntnis des Gesetzes ist selten der Grund: da abe: auch sie nicht vor Strafe schützt, sei auf einige irrige Ansichten über die Rundfunkbestimmungen hingewiesen, die oftmals der Grund verhängnisvolle Fahrlässigkeit sind Wenn ein Rundfunkgerät erst im letzten Drittel eines Monats angeschafft oder in Gebrauch genommen wird— wie es z. B. zu Weihnachten geschieht — so beginnt die Gebührpflicht zwar erst mit dem nächstfolgenden Monatsersten; die Anlage muß abe auf jeden Fall angemeldet sein, ehe sie in Be trieb genommen wird. Arbeitslose, die Krisen= oder Wohlfahrtsumnterstützung beziehen, können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, auf ihren Antrag von der Jahlung der Rundfunkgebühren befreit werden sofern sie wenigstens 6 Monate ordnungsmäßig Rundfunkteilnehmer gewesen sind. Es darf also niemand glauben, er könne als krisen= oder wohlfahrtsunterstützter Arbeitsloser sich einen Rundsunkempfän ger anschaffen oder schenken lassen, um dann sofort kostenlos mitzuhören. Wer einen betriebsfertigen Empfangsapparat aber keine Antenne und Erdleitung hat, sondern sich durch eine Drahtleitung an die Rundfunkanlage eine anderen Wohnungsgemeinschaft anschließt, ist damit selbst Rundfunkteilnehmer und zur Anmeldung ver pflichtet. Wenn ein Rundfunkteilnehmer auf die Teilnahmam Rundfunk verzichtet— sei es aus wirtschaftlichen Gründen. wegen längerer Abwesenheit oder aus Un zufriedenheit mit dem Rundfunkprogramm— so ge nügt es nicht zu erklären, er habe nicht gehört, oder er könne oder wolle nicht mehr mithören, sondern er muß seine Rundfunkanlage abmelden und d# Antenne, Erdleitung oder Anschlußleitung entfer nen. Den Apparat darf er unangemeldet im Besin behalten. Die Kündigung des Rundfunks ist zum Schluß jedes Monats zulässig; sie muß aber bis spo testens zum 16. des laufenden Monats schriftlich bei der Postanstalt eingehen und ist erst wirksam, wein sie vom Postamt bestätigt ist. Andernfasls läuft die Gebührenpflicht weiter. Wer die Rundfunkanlage abgemeldet hat und tror dem. wenn auch nur einmal versuchsweise, denutzt ist Schwarzhörer! Da em Teil dieser Vorschriften erst un letzten Jahr entstanden oder geändert worden ist, sei auf ihre Beachtung zur Verhütung von Uebertretungen hingewiesen ven Kraftfahrzeugdiebitahlen Selbstschutz das beste Mittel. Die Entwendung von Kraftfahrzeugen hat in füngster Zeit derart zugenommen, daß Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung sich nicht länger aufhalten ließen. Durch Verordnung des Reichspräsidenten vom 20 Oktober 1932 ist demgemäß der unbefugte Gebrauch von Kraftfahrzeugen und Fahrrädern mit Gefängnis bis zu W Alle lage st kein Sonntag. aber ein Stück Sonntag hat eder lag, an dem man KAFFEE HAE trinkt! 25 Jahre Kino in Herne. „Phono Kinematescope Theater“ zur„Schauburg Bevor das Jahr 1932 zu Ende geht, will die „Schauburg“ ihres 25jährigen Bestehens als Kino gedenken. Dieses Jubiläum fiel eigentlich schon in den Juni dieses Jahres, aber die Sommerzeit war einer solchen Jubiläumsfeier nicht günstig Was sind schon 25 Jahre?, wird mancher denken. da lohnt sich doch ein großes Aufsehen gar nicht. Indes ist nicht ein Silberjuviläum wie das andere. 25 Jahre Kino bedeutet mehr als ein silbernes Ge schäftsjubiläum, es bedeutet die Entwicklung eines Amüsements zum Kulturjaktor. des„Rientops“ zum Theater, es bedeutet die Entwicklung des Kinowesens in Herne überhaupt und umfaßt zugleich die Ge A s c h i c h t e d e s F ü l m s v o n s e i n e n p r i m i t i v e n A n f ä n g e n —— 1895 wurden zum erstenmal levende Bilder gezeigt. um 1900 kamen die Kinos auf— zur heutigen technischen und künstlerischen Vollendung. Was war der Film noch vor 25 Jehren? Eine Angelegenheit, die zum Kirmesrumme! in enger verwandtschaftlicher Beziehung stand. Nichts vermag uns besser m die damaligen Verhältnisse zurückzuversetzen, als die ersten inserate des Herner Kinos. Es war am 21. Juni 1907, als im„Herner Anzeiger“ ein Inserat erschien, das einen auf der Welttugel stehenden riesigen Ame rikaner mit Streifenhose. Frackroak und Zylinder mit Sternenband zeigte, der geöffneten Mundes eiwis hinausrief und mit dem Arm auf einen Text wies der also lautete: Phono-Kinematoscope. Die Eröffnung des ersten weltstädtischen PhotoKinematoscope=Theaters. Herne. Bahnhofstraße 72, im Hohenzollernsagl, mit singenden, sprechenden, musizierenden Photographien findet statt Sametog, 22. Juni, nachmittags 5 Uhr Die Eröffnungsvorstellung wird Aufsehen erregen. Dieie Ankündigung unterschied sich in nichts von dem bombastischen Geschrei der Jahrmarktsseniationen. Schon der Name der neuen Errungenschaft war moglichst imponierend gewählt. Phono= Kinematoscope, dos bedeutet so viel wie Ton=Bewegungsschau. Ge schaut wurden allerdings nur die bewegten Bilder, den Ton machte ein Klavierspieler oder ein Grammophonapparat. Die Verbindung von Schallplatte und Bild, die nie so recht klappte, weil beide unobhängig voneinander liefen, schuf die„singenden. sprechenden, musizierenden Photographien“. Man muß sich in der Erinnerung an Jugenderlebnisse noch einmal zurückverjetzen in jene Kinderzeit des Films, um die geradezu primitive Art der damaligen Dorbietungen gegenwärtig zu haben. Da war eine ilim mernde Leinwand, die die Augen zum Schmerzen brachte, und dem, der vorne auf billigem Platz saß, die schönsten Kopfschmerzen bescherte, da umfaßte ein Programm erwo 10 Filme und war doch in 1—1 Stunden abgespielt, da zahlte man 10 oder 20 Pf. Eintritt und wurde alle Augenblicke kontrolliert, ob die Eintrittskarte nicht auch schon abgelausen war. Und was sah man auf der Leinwand? Das erste Programm des Herner Phono=Kinematoicope=Thea kers sagt es uns:„Clown als Arzt“, hochaktuelles Bild:„Mar malt“, äußerst belustigend:„Die Schule des Levens“, hochdramatisch:„Durchgegangenes Auto“, sehr humoristisch:„Lehmanns Lehrzeit". La chen ohne Ende:„Seelenwandlung", wunderbar koloriertes Bild:„Die Rache des Dieners“, humorvoll Dann lief als„außerordentlicher Schlager":„Das Abenteuer von Polichinelle". großes Zauberstück aus der„Puppensee“ mit 22000 Aufnahmen, die größte bisher erreichte kinematographische Vorführung. wundervoll koloriert, Vorführung dieses Bildes in zwei Abteilungen. Spieldauer ca. ½ Stunde. Das waren achr Filme in einem Programm, wovon allein sieten kleine Einakter von 5—10 Minuten Spieldauer wa ren. Meist kirschig lächerliches Zeug oder ebeno kit schige dramatische Szenen, die aber die Zuschauer aufs köstlichste ergötzten oder aufs tieiste erschütter ten, dann aber gab es schon die ersten größeren Filme, nach Theaterstücken gedreht, die in der Folge zeit immer mehr das Hauptprogramm bildeten, wäh rend die Kurzfilme die sogenannten Einlagen wurden. Der erste Autorenfilm, dessen Manuskript nach dem Werk eines anerkannten Schriftstellers verfaßt und dessen Hauptrolle von einem berühmten Büh nenschauspieler verkörpert wurde, entstand erst 1913. Max Mack gewann damals Albert Bassermann für den Film„Der Andere“ nach dem gleichnamigen Bithnenstück von Paul Lindau. Filmstars kannte man allerdings auch damals schon. Henny Porten filmte zum erstenmal Mal bereits 1908, außer ihr est aber alles vergessen, was damals an Film. größen" Namen hatte. Indes gab es auch damals schon eine Reportage von Zeitgeschehnissen und Weltwundern. So brachte der zweite Spielplan des Herner PhonoKinematojcope=Theater:„Die heilige Stadt Rom“, roßartige Naturaufnahmen, u. a. S. Heiligkeit Papst ius X aus seinem Spaziergange in den Gärten des Vatikans. Gezeigt wurden aber auch„Weibliche Ringkämpfe", Schlußkämpfe um die Meisterschaft von Europa. Das waren die ideellen Anfänge der Film=Wochenschau. Aus dem gleichen Inserat erfährt man auch die Eintrittswr#fe des Herner Kinos: Sonntags für Kinder 20, für Erwachsene 30 Pf., wochentag„ v r r 0 f n 0 T" kein Wunder, daß das Kino sich ständig eines Maienanaranges zu erfreuen hatte. Sonntags standen die Menschen— der Eingang des Herner Kinos was damals noch durchs Tor über den Hof. während in dem übrigen Teil des Hauses der Tewes sche Automat— vom Saal über den Hof bis auf die Bahnhofstraße Schlange, und im Palast Theatec, das einige Jahre später als das Phono=Kinema#o cone=Theater enistand, standen immer Sonntags n##ags um 2 Uhr, wenn das Kino geöffnet wurde. mindestens 100—150 junge Leute an, so daß es gar nicht möglich war. ordnungsgemäß Kosse zu führen, einige kräftige Arme mußten den Strom bändigen und jeder Besucher warf seine 2 Groschen in eine offen gehaltene Schürze. Daß die Jugend bei solchen Eimrittspreisen oft genug das Hauptkontingent der Besucher stellte, war selbstverständlich, trotzdem oder gerade weil Schule. Kirche und Elternhaus streng dagegen waren. Vom erzieherischen und moralischen Standpunkt aus wurde das Kino auch in Herne lebhaft bekämpft, nicht zuletzt weil neben dem burlesken Humor vielfach Räuber=, Wildwest=, Mord= und Sittlichkeitsgeschichten gezeigt wurden, die alles an dere als einen günstigen Einfluß auf die jugendlichen Gemüter ausübten. Im Jahre 1917 mietete Herr Käseberg, der schon in Gelsenkirchen ein Kino besaß, das mittlerweile in„Hohenzollerntheater“ umgetaufte Phono=Kinematoscope=Theater und erwarb es dann später käuflich. Er gab ihm im Jahre 1918 den Namen„Schauburg“. In sorgfältiger Auswahl der Filme und weiser Erziehung des Publikums gelang es, allmählich den Geschmack der Herner Kinobesucher zu lautern und den Kientoo=Charakter abzustreifen. Auch äußerlich kam das dadurch zum Ausdruck, daß im Jahre 1922 das Theater umgebaut und der Eingang dahin verlegt wurde, wo er jetzt ist. 1927 ist dann das Theater nochmals räumlich verbessert worden. die vorgesehene Aufstockung und moderne Gestaltung des Vorder hauses mußte jedoch wegen Zerschlagung dahingehen der Verhandlungen mit der Stadt unterbleiven. Mittlerweile war zwischen Schauburg und Polasttheater Tewes) eine Spiel= und später Firmengemeinschaft entstanden, in die einige Jahre darauf auch das von einem gewissen Krips geschaffene Alham bra-Theater in Sodingen ausgenommen wur de. 1927 entstand im Steffenichen Saalbau nach großartigem Umbau, durch Berliner Kinageschäft. leute das Capitol, das einige Zeit danach mit den drei Herner Kinos zu der„Vereinigte Herner Lichtspieltheater Gmbh.“ zusammengeschlossen wurde. In der Käsebergichen Zeit hat die„Schauburg" — im großen und ganzen gesehen— nicht nur ein achtbares kulturelles Niveau zu halten und eine künstlerische Mission zu erfüllen gesucht— daß die Kulturfilme vor den Unterhaltungsfilmen zurücktreten, ist Schuld des Publikums— sie hat sich auch bemüht, in der Auswahl und Art der Darbietungen mit führend unter den westdeutschen Lichtspieltheatern zu sein. So ist z. B. in der Zeit der Stummfilme die Schauburg eins der ersten Kinos gewesen, das mit vorzüglichem Orchester(worauf immer Wert gelegt wurde) den Film sinngemäß musitalisch zu illustrieren suchte. An Stelle der Ouvertüren Märsche und dergl., die ohne Uebereinstimmung mit dem Geschehen auf der Leinwand gespielt wurden ließ man— genannt sei nur der Name Franz Chapelter— eine muti'aliiche Untermalung und Begleitung geben, die für jeden Film aus zahlreichen Piecen besonders zusammengestellt wurde und nach völliger Einheit zwischen Bildgeschehen und Musik strebte. Als dann 1929 die neue große Etappe de: Filmwesens, der Tonfilm, begann, war es wie der die Schauvurg, die sofort eine Nadelton= und dann eine Lichttonapparatur bekam. Und heute bietet die Schauburg— wir reden nur von ihr als dem Jubiläumskind— Toniimdarbietungen, wie sie herrlicher in keiner Großstadt geboten werden. Ja, es besteht sogar der Ehrgeiz, uns die neuen Filmschöpfungen möglichst schnell zuzuführen, so daß man immer wieder beobachten kann, daß in Städten wie Bochum, Dortmund, Essen, Düsseldorf Filme angekündigt wer den. die in Herne schon 2 und mehr Wochen vorher gelaufen sind. Es erübrigt sich, etwas über den gegenwärtigen künstlerischen und technischen Stand der Filmwesens zu sagen, jeder hat täglich Gelegenheit, sich daven zu überzeugen, aber es ist doch gut, sich anläßlich des Silber Jubiläums des Herner Kino wesens dessen durch Erinnerung an die primitiven Anfänge vor 25 Jahren einmal wieder bewußt zu werden und dann auch derer zu gedenken, die in Ver antwortungsbewußtsein die Entwicklung am Orte maßgebend in der Richtung der künstlerischen Auf wartsentwicklung gefördert haben. Denn wer möchte den guten Kulturfilm, den künstlerischen Unterbel tungsfilm, die beschwingte Tonfilmoperette heute noch im tmturellen Leben unserer Stadt missen? Moge sich die„Schauburg“ und die Direktion der vereinig: ten Herner Lichtspieltheater ihrer kulturellen, künstlerischen und geinigen Mission stets bewußt bleiben dann wird auch eine wirtschaftlich bessere Zeit unsere Kinos wieder als blühende, sorgenunbeschwerte Fak teren im Herner kulturellen Leben sehen und freudig bejahen. Kuc dre: Jahren bebroht worden. Diese neue Stratvorschrift teicht jedoch ollein zur wirksamen Bekämpfung der Kraftwagendiebstahle nicht aus. In erster Linie mun selbst verstandlich wie jeder Eigentümer auch der Fahrzeugbelter selbst allestun, um sein Eigen tum zu saunen und zu sichern. Der heutige Stand der Technik gestattet auch ohne verhältnismäßig habe Kosten die Anbringung von wirksamen Sicherungsvorrichtungen, die die Verübung von Diebstählen wenn nicht verhindern, so doch wesentlich erschweren. Auch ohne solche besondere Sicherungsvorkehrungen kann sich der Kraftjahrer dadurch schutzen, daß er an seinem Fahrzeug selbst eine Betriebsstörung. etwa durch Abnehmen des Verteilerstückes, Vertauschung der Kerzenkabel, Unterbrechung der Betriebsstoffzufuhr. Entfernung einer Sicherung usw. vornimmt. Im übrigen ollte man von den bewachten Parkoldyen wertgenend Gebrauch machen, wobei man jedoch von den Bemachungsgesellschaften hinsichtlich der Preisgestaltung Verstandnis erwarten muß. Man kann immer noch feststellen, daß die meisten gestohlenen Fahrzeuge völlig ungesichert stehen gelassen waren. weshalb der Kraftfahrer von einer Mitschuld nicht freizusprechen in Der preußische Innenminister hat die Polizei= und Zulassungsbehörden edenfalls in neuerlichem Erlaß auf die Bedeutung der Bekämpfung der Kraftwugendiedstähle hingewiesen und insbesondere die letzteren angewiesen, bei der Zulassung gebrauchter Fahrzeuge eingehend zu prüfen, ob irgendwelche Anzeichen vorliegen, daß der Kraftwagen umgearbeitet, insbesondere, daß Motoren= und Fahrgestellnummern gesalscht worden sind. und für Herne VI 8 ST Mitten hinein in jene geheimnisvollen stürmischen Lage im Novembergrau leuchtete ein Licht, erst schüchtern und winzig, dann immer heller und warmer. Und dieses Licht hat Wunderkrafte, es rührt an das Gemüt und an die Herzen, es bewirkt, daß wir alle wieder zu Kindern werden und glauben, glauben wie eben nur Kinder glauben können. Das ist Advent und das ist der Dezember, der Monat des Lichtes, des Tannenduftes und der Kinder Wir haben genug von dem Dunkel. Die schweren Tage des Gedenkens und der Erinnerung sind eben gegangen, da blicken wir um so sehnsüchtiger in dieses Licht und sind dankvar für den ersten blassen Adventsschimmer. Wir wissen, nun wird es ernst mit dem Weihnachtwerden. So manches alte innige Lied klingt auf. in den Stuben walten geheimnisvolle Krafte. die hinter verschlossenen Türen wispern und der St. Nikolaus wandert über die Erde, um das Weihnachtsfest vorzubereiten. Wie viele Stiefel stehen da nicht des Nachts vor der Tür, alle schön sauber und öffnen einladend ihren dunklen Schacht, um kleine Gaben in Empfang zu nehmen. Und der hl. Nikolaus findet für alle etwas Rechtes. Auf den Straßen wird es belebter und farbenprächtiger und erst in den Schaufenstern. Wie manche keine Nase drückt sich daran platt und wie manches verklarte Auge kann sich nicht losreißen von all der unerhörten Pracht, die da in greifbarer Nähe vor ihm ausgebreitet liegt. Da sind lieblich grünende Landguter und surchtbar vornehme Hoftheater, richtige Lokomotiven und lachelnde Hampelmänner. Sodann aber wimmelt es von Viehzeug aller Arten. Mutige Lowen sehen wir und gutherzige Elefanten, harmlose Piepmätze neben sichtlich vollgefressenen Karnickeln, stolze Schaukelpferde, dumme Esel, noch dümmere Schafe, ganz dumme Gänse. Und dahinten— wie klopfen da die Herzen— Puppenstuben und Puppen, ach. so viel Puppen, mit blauen und schwarzen Augen, mit Haaren in den unwahrscheinlichsten Färbungen, große, mittlere, kleine und kleinste Ja, jetzt sind wir im Monat der Kinder. in dem der kleinen und der großen. Der Monat des Kindes ist der letzte im Umkreis des Jahres, retten wir etwas von diesem seligen Schein mit hinüber in das neue Jahr, es kann uns nur von Nutzen sein. Rechtzeitige Abgabe der UmsatzsteuerVeranmeldungen! Steuergutscheine beantragen! Vom Handwerksamt Herne wird uns geschrieben: Ohne Rücksicht auf die Höhe des Umsatzes müssen deim Finanzamt rechtzeitig und zwar bis„um 10. eines jeden Monats mit einer Schonfrist bis zum 17. die Umsatzsteuervoranmeldungen eingereicht werden. Es ist in letzter Zeit des öfteren vorgekommen. daß diese Fristen nicht eingehalten wurden und daß seitens des Finanzamtes auf Grund der cesetzlichen Bestimmungen Verzugszuschläge erboben wurden und weitere Verzugemschläge fällg wurden bei verspäteter Zahlung der fälligen Umsatzsteuer. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß das Finanzamt trotz Erkenntnis der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Handwerksbetrieben nicht in der Lage ist, aus Billigkeitsgründen Verzugszuschlage nachzulassen, wenn die Voranmeldungen nicht rechtzeitig eingereicht werden. Die Gewerbetreibenden sind durch Pressenotizen genügend, am die gesetzlichen Bestimmungen hingewiesen. Wir bitten dringendst, im eigenen Interesse, die Voranmeldungen rechtzeikig abzugeben. Jeder Gewerbetreibende ist verpflichtet. für seinen Umsatz,(auch wenn dieser unter RM. 5000 liegt) die Voranmeldung abzugeben. Die Einhaltung dieser Bestimmungen ist notwendig, für die rechtzeitige und richtige Errechnung der Steuergutscheine. Ein Umsatzsteuerpflichtiger, der ein Anrecht auf Aushändigung eines Steuergutscheines hat, muß diesen beantragen und auf Grund der mit dem Finanzamt getroffenen Vereinbarung beim Finanzamt abzuholen. Antragsformulare sind beim Handwerksamt und beim Finanzamt erhältlich *** Goldene Sochzelt Im Kreise ihrer 9 Kinder und 15 Enkelkinder seiern am heutigen Tage die Eheleute Heinrich Provst und Frau Johanna Karolina, geb Paßmann, Gerther Straße 26. ihr goldene Hochzeit. Herr Probst hat sein ganzes Leven als Beramann gearbeitet. Am 5. Oktober 1858 wurde er in Hiltrep gevoren. Da dieses damals zum Amt Herne gehörte, ist seine Gevurt im Herner Standesamtsregister gebucht. Bei unerm Besuch berichtete der Jubilar, der sich, wie auch seine Gattin, einer sehr guten Gesundheit und Frische erfreut, recht lebhaft von den damaligen Zuständen mn Herne und Sodingen. Die Herner Bahnhofstraße hatte nur 3 Häuser. Sodingen im ganzen nur 7. P. trat seinen ersten Schulgang, seine Eltern mittlerweile zum Grünewald in Börnig verzogen waren, mit 8 Jahren zur ältesten Schule des Amtes Sodingen an, die an der Dorfstraße in Börnig lag Bei seinen Erzählungen zieht die ganze Entwicklung unserer Gegend an dem Geiste des Zuhörers vorüber. Am 16. Oktober 1873 machte er eine erste Schicht auf der Zeche von der Heydt, im August 1675 wechselte er nach Zeche Friedrich der Große über, die er schon bald wieder verließ, da diese Teche durch Wassereindruch still gelegt wersen muß'e Er ging dann zu der mittlerweile abgeteutten Zeche Mont=Cenis, wo er nach drei Monaten, im Februar 1876, einen schweren Unfall erlitt. Beim Transport von Schalholz einen 47 Meter hohen Bremsberg hinauf wurde er durch darin stehende Gase betäubt und stürzte den Bremsberg, der eine Steigung von 75 Gr. hatte, herab. Eine schwere Schädel, und Brustvorletzung war die Folge, deren Narven noch heute sich“: vor sind. Ein ganzes Jahr mußte er darauf krank seiern. Rach Atoienung seiner Siätenjähre jegie er auf verschiedenen Zechen an und blieb dann auf Zeche Mont=Cenie bis 1924, wo er sich als Alter:rentner zur Ruhe detzte. 1917 erlitt er noch einmal einen Unfall, bei dem er sich ein Bein brach. Interessant waren seine Schilderungen von der damaligen Gemeinde Herne unter dem Ammnann von Bak. an die er sich noch lebhaft erinnerte Seine Gemadlin, die er 1882 heiratete, ist im Jahre 1860 in Linden, Kr. Bochum, gevoren. Den zahlreichen Glückwünschen, die dem Jubelpaar entgegengebracht werden, schließen wir uns von Herzen an. Möge der Wunsch des Jubilars bei unserem Abschied, in Rüstigkeit und Gesundheit noch das 100 Lebensjahr zu erreichen, in Erfüllung gehen! *** Der Kampf gegen die öffentliche Unsittlichkeit Festnahme von 13 Straßenmädchen. Die Polizei teilt mit: In den letzten Tagen versuchten die Straßenmädchen und ihr Anhang sich wieder in verschiedenen Straßen einzunisten, um dort ihrem unsauberen Beruf nachzugehen bzw. um dort Opfer zu suchen. Bei einer von der Kriminalpolizei in den Abend= und Nachtstunden des Mittwoch überraschend vorgenommenen strengen Kontrolle wurden insgesamt 13 Personen, darunter verheiratete Frauen und Mädchen, vorläufig festgenommen, da sie zum Teil als Straßendirnen bekannt waren und auf öffentlichen Straßen diesem verwerflichen Gewerbe nachgingen bzw. im dringenden Verdacht stehen, dieses zu tun. Wie schon öfters festgestellt, befinden sich unter diesen Frauen immer welche, die mit ansteckenden Krankheiten behaftet sind und sich trotzdem noch dem wahllos wechselnden Verkehr mit Männern hingeben. Dieses leichtfertige Treiben der Dirnen bringt aber auch die große Gefahr der Uebertragung von Krankheiten auf andere mit sich, wodurch dann nicht allein größere Geldausgaben für Arzt pp., sondern auch nicht selten anhaltende geundheitliche Schädigungen entstehen. Das Dirnenunwesen kann daher im Interesse der Allgemeinheit und Volksgesundheit nicht genug verurteilt werden und wird von der Polizei mit allen verfügbaren Mitteln bekämpft werden. An das Publikum wird die Mahnung gerichtet, den Verkehr mit den sogenannten Straßenmädchen zu meiden, da sonst damit gerechnet werden muß, selbst in den Verdacht zu geraten, zu diesen Personen zu gehören bzw. ihr verwerfliches Treiben zu unterstützen und daher eventl. den Weg zur Polizeiwache antreten zu müssen. 70 Jahre öffentliche kathol. Schule in Herne Die Anfänge unseres katholischen Schulwesens. Als am 31. Oktober 1858 zum ersten Male wieder katholischer Gottesdienst in Herne gefeiert worden war, dachte der damalige Missionsvikar Schmelzer daran, auch eine Schule ins Leben zu rufen. Ihr Gründungsjahr ist 1859. Freilich hatte sie nur privaten Charakter und war auf die Opferwilligket der Missonsgemeinde und die Unterstützung aus Mitteln des Bonisatiusvereins angewiesen. Infolge der Beschränktheit der geldlichen Mittel konnte auch nur ein höchst bescheidenes Schulstüblein als Anbau hinter dem Notkirchlein an der Von=der=Heydt= Straße errichtet werden. Das Gepräge der Schlichtheit war dem Bau an allen Ecken und Enden aufgedrückt. Leichte Bauart, Feuchtigkeit und unzulängliche Höhenverhältnisse des Klassenraumes ließen hygienische Anforderungen ganz außer acht und gestalteten die unterrichtliche Arbeit bei der stetig wachsenden Schülerzahl denkbar schwierig: dennoch mußte dieser„Schulpalast" während eines Zeitraumes von 7 Jahren(1859—1866) seinem Zwecke dienen. Die Privatschule wurde anfänglich von erwa 40 Kindern besucht, die weite Wege zurückzulegen hatten. Sie kamen aus Crange, Pöppinghausen, Horsthausen, Holsterhausen, Hiltrop und Sodingen: nur 19 gehörten der Missionsgemeinde Herne an. Der erste Lehrer war der Geistliche, Vikar Schmelzer, selbst. Aus Gesundheitsrücksichten mußte er aber 1860 seine Schultätigkeit einstellen; ihn löste der Schulamts bewerber Berglar ab, dessen Wirksamkeit nur ein Jahr dauerte. Unter dem 20. September 1861 betraute die Regierung zu Arnsberg den Schulamts= bewerber Johannes Tigges aus Selbecke, Kreis Olpe, mit der Verwaltung der Privatschule. Tigges übernahm die Stelle am 1. Dezember desselben Jahres für eine jährliche Besoldung von 480 Mark. Das Geld reichte gerade hin, um die Ausgaben für die Kost zu bestreiten. Die Mildtätigkeit mußte ergänzend eingreifen. Einen Aufschwung nahmen die unscheinbaren äußeren Schulverhältnisse, als am 16 November 1862, also vor 70 Jahren. die Schule ihres privaten Charakters entkleidet und zu einer öffentlichen erhoben wurde. Das bedeutete einen regierungsseitigen Zuschuß zu der Unterhaltung der Schule und eine Aufbesserung des Lehrergehaltes auf 600 Mark. Wie sich die Schülerzahl mehrte, sei durch eine kleine Statistik veranschaulicht: 1861= 68, 1862= 70, 1864= 83. 1865— 95 1866= 114 Kinder. Im Jahre 1866 wurde vornehmlich aus den Erträgen einer Kirchenkollekte in der Diözese ein neues Schulhaus errichtet und zwar an der Bahnhofstraße; es ist das Hintergebäude des Geschäftshauses„Wahl“. Es war zunächst einstöckig mit Lehrerwohnung. Als 1869 eine zweite Lehrkraft angestellt wurde, fand eine Erweiterung und Aufstockung statt. Bei der Kommunalisierung der kath. Schule ging das Schulhaus in den Besitz der politischen Gemeinde über. 1887 diente es nach teilweiser Erbauung der Schule an der Schulstraße seiner ursprünglichen Bestimmung nicht mehr. So armselig die katholischen Schulverhältnisse zu Beginn waren, so stark und erfolgreich haben sie sich von Jahr zu Jahr entwickelt. Es gibt noch AltHerner, die den Beginn kennen. Ihnen und allen Freunden der Schule sei die Zeit vor 70 Jahren in Erinnerung gebracht mit der Bitte, auch jenes Mannes zu gedenken, der als Lehrer auf seinem schweren Posten viele Jahre mannhaft ausharrte und als christlicher Pädagoge wirkte, und dessen sterbliche Ueberreste auf dem Friedhof an der Mont=CenisStraße ruhen, wir meinen den Lehrer und späteren Rektor Johannes Tigges. Das„Schlabbern“ von Schlammkohle Die Polizei wird energisch. Das Ponnzeiamt Herne teilt mit: Trotz der vor einigen Tagen in allen hiesige Zeitungen ergangenen Mahnungen, deim Trans port der Schlammkohle auf die Gejahren zu achten die sich infolge des Ueberladens der ofr sehr primitven Beförderungsmittel— Handkarren und dergl.— für den öffentlichen Verkehr auf der Straße ergeben hat das Ueberladen der Fahrzeuge kaun nachgelassen: es haben sich in den letzten Tager wiederum einige Unfälle durch Ausgleiten auf verstreuter Schlammkohle auf der Straße ereignet, die nunmehr ein schärferes Vorgehen der Polizei erforderlich machen. An alle diejenigen, die Schlammkohle durch die Straßen der Stadt befördern, ergeht nochmals die dringende Bitte, die Wagen. Körbe und dergl. nur so weit zu laden bezw. zu füllen, daß auf dem Transporte kein Verschütten oder Verstreuen der Schlammkohle eintreten kann. Die Polizeibeamten sind nunmehr mit Anweisung versehen, gegen Zuwiderhandeinde unnachsichtlich vor zugehen und Anzeige vorzulegen, da durch das leicht. Transportieren der Schlammkohle inzwischen ein Zustand geschaffen worden ist, der nicht mehr länger geduldet werden darf. *** * Mitglied der Handeiskammer Bochum. Bei den am Dienstag vorgenommenen Ergän. zungswahlen zur Industrie= und Handelskammer Bochum wurden u. a. gewählt: Oberbergrat a. D. von Velsen(Gruppe Bergbau, Eisen= und Stahlerzeugung), Fabrikdirektor Ernst Dupierr## (Gruppe Metallverarbeitung, Maschinenbau) und Kaufmann Wilh. Albring(Gruppe Einzelhandel) * Kind angefahren. Am Mittwoch gegen 12,30 Uhr wurde ein 75 jähriger Knabe, als er sich auf der Ludwigstraße an einen in Fahrt befindlichen Lastkraftwagen hängen wollte, von einem Kleinkraftradfahrer angefahren und leicht verletzt. * J a h r r a d d i e b s t ä h l e. In der Nacht zum Mittwoch wurde aus einem Stall in der Jean=Vogel=Straße em Herrenfahrrad Marke Curmann, Nr. a 21155; in der Nacht zum 24. 11. vom Eingang der Wirtschaft Kahl, Friedrich straße, ein Herrenfahrrad Marke Opel 10, Nr 1 293 032; m der Nacht zum Mittwoch aus einem Stall in der Bertastraße ein Herrenfahrrad Marke Opel, Nummer undekannt, und am Mittwoch zwischen 15—16 Uhr vom Eisenzaun des Güterbahnhofe: an der Horsthauser Straße ein Herrenfahrrad MarkOpel, Nummer unbekannt gestohlen. * Verhängnisvoller Sturz. Als der Vertreter Paul K. aus der Gerther Str. Mittwochabend mit seinem Motorrad über die Bladenhorster Straße kam, wurden ihm von unbekannter Hand Latten und Steine gegen das Rad geworfen. Dadurch kam er ins Schleudern und stürzte. Ein des Weges kommender Lieserautofahrer schaffte den erheblich Verletzten(u. a. 4 Rippenbrüche) ins Krankenhaus. * D u r c h h e i ß e M i l c h v e r b r ü h t. Im Eiser des Spiels stieß das 3jährige Töchterchen der Eheleute D. aus der Siepenstraße einen zum Abkühlen beiseitegestellten Topf mit heißer Milch um und wurde dabei so schwer verbrannt, daß es ins Krankenhaus geschafft werden mußte. * Die energische Braut. In einem Hause der Mont=Cenis=Straße erschien gestern nachmittag ein junger Mann mit seinen Freunden nach einer Alkoholreise bei seinen Schwiegereltern, wo es zunächst heftige Vorwürfe für den Bräutigam gab. Als dieser aber sich mit einem seinet Freunde an den Möbeln vergriff und damit„aufräumte“, nahm die Braut einen Hackenstiel und setzte die beiden so nachdrücklich zurecht, daß der Bräutigam sich in Krankenhausbehandlung begeben mußte. a Berufsunfall. Die ledige Hedwig S. vom Feldkamp, die in einem Bochumer Betrieb als Packerin tätig ist, kam mit dem Arm in eine Gabelung der Packmaschine. Der Arm wurde mehrfach gebrochen und die Hand stark gequetscht. Sie wurde ins Krankenhaus geschafft. * Beim Jahren ohne Licht geriet der Lehrhauer Emil G. aus der Siebeckstraße gestern früh auf der Holsterhauser Straße mu dem Fahrrad in eine Vertiefung und stürzte so erheblich . ! unentbehrlich bei schlechtem Wetter Herne. Bahnhofstr. 62, Fernspr. 50 159 Sommiztnepfen Proktischer schworzer Herrenstiefel mit schützender Zwischenschle Eine nerte Weihnochtsgobe sind unsere guten Strümpfe Im Oeschenk- Karton! Unsere Tacko- Fußstützen geben schwechen und kranken Fößen Stütze und sicheren Halt * St. Franziskus. Wanne=Eickel Gettesdienlierdnung Sonnteg, den 4. Dezember 1932. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt: 9 Uhr Hochamt mit Predigt: 10.30 Uhr letzte dl. Resse mit Predeat.— 2.30 Uhr Adventsandacht. Gemeinschaftliche dl. Kommunion des St. Frangiskus=Arbeitervereins, des Männerapostolatz und des 4. Jahrgangs der Schulkinder Mittwoch von 5—7 Uhr Gelegenheit zur Beichte Donnerstag(Mariä Empfängnis) ist dieseide Gouesdienstordnung wie am Sonntag. Aus den Vereinen Binzen zverein Dienstag abend um 8 Uhr Sitzung dei Lan sink. Elisabethverein. Ausnahmsweise Freitag nachmittag um 4“: Uhr Sitzung im Hotsterhause Jungmännerverein Montag abend um 8 Uhr Sitzung des Vorstandes und der Bezirksleiter bei Klaas. Pfarrei Riemke Getteschenttortrung Sonntag. den 4. Dezember 6.15 Uhr dl. Messe mit gem. hl. Kommunion mit Prediat und gem hI Kommunion der alten Schule, des Berg nanns=, Si. Josefs=Vereins und des Männerapostulates: 8.30 Uhr hl. Messe mit Predigt: 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt: 11 Uhr letzte hl. Resse mit Prediat: 2.30 Uhr Advents andach: 4 Uhr polnische Rosenkranzandacht. Donnetslag. Jest der ibesleckten Empfängnis. Die Gottesdienstordnung ist wie an Sonntagen. In der 2. hl. Meise ist gem. hi. Kommunion der Jungfrauenkongrezation. Nachmittags 2.30 Uhr Muttergottesandacht. Wochentags 7.40 Uhr und 8.20 Uhr hl. Messen Dienstaa 530 Uhr Gebetsapostolat. Aus den Vereinen Gesellenverein. Mittwoch abend Gesangprode. Donnerstag (Maria Empfängn s) 8 Uhr Versammlung mit Nikolausfeier. Dazu werden alle Mitglieder und Ehrenmitglieder he zlich eingeladen.— Freitag Spielabend und Theaterprove In gmännerverein. Montag abend um 19 Uhr Heimabend der Sturmschar. Dienstag 20 Uhr bei Otders Führersitzung. Donnerstag literarischer Abend. Samstag Schach= und Leseabend Jungst auenkongregation. Montag 6 Uhr Vorstandslitzung. Dienstag Gesangabend. Mittwoch Handarbeitzubend. W Zeitbilder Ostasiens Erwachen. Um die Zeit der Entdeckung Amerikas gad es in Ostasten eine Reihe von Staaten, die politisch unab hängig waren, und zwar gehörten dazu China, Japan. Korea. Siam. Anam. Burma, die Philippinen, die Loochoo=Inseln. Vorneo und Java. Jwar zahlten alle diese Staaten einen Tribut an China, aber mehr aus Achtung vor der alten Kultur als aus politischem Zwange. Chiaa hat auch die Unabhängigkeit dieser Nationen nicht zerstört, odwohl es die Macht dazu besessen hatte. Dann kamen die westlichen Erobererstaaten. Sie brachten ja in kultureller Hinsicht viel Neues. aber ihre Kolonialpolitik machte der politischen Unadhängigkeit ein Ende. So finden wir heute nur Japan, das sich infolge einer ganz außergewohnlichen Energie gegen politische Bevormundung gewehrt hat. Alle anderen freien Nationen von ehedem stehen vorläufig noch unter Aufsicht. Um die Jahrhundertwende begann das politische Erwachen. Eine nationalistische Welle erhob sich, die mit der Zeit zu einer gefährlichen Strömung anwuchs Diese Bewegung geht von Korea über China, die Philippinen. Java. Indien und reicht bis an die Gestade des Rils. Befahigte Führer erstanden fast in jedem Lande. so„ v. Sun Pat=sen in China. Rizal auf den Philippinen, Tan Malakka auf Java. Gandhi und Tagere in Indien usw. Der eigentliche Kampf ist noch nicht entbrannt, aber es ist kein Zweisel, daß manche dieser ehemals freien Staaten über kurz oder lang einmal politische Freiheit erlangen werden Hoffentlich ist dann der einheimische Klerus so weit. daß er in diesen Jukunftsrepubliten die Leitung der katholischen Kirche in die Hand nehmen kann! P. G. Puder Sv##., La Paz. Philippinen * Nagasali in Japonia. Wer etwas mit der Kirche in Japan vertraut ist. wird bei der dlogen Etwähnung des Namens Nagasakt über die Jahrhunderte hinweg hineinversetzt in ie große Zeit der ersten Anfänge der Kirche Japans in der zweiten Halfte des sechzehnten Jahrhunderts und die fünfzig Jahre später beginnende Heldenzeit des rasch emporstjebenden Christentums. Mit Stumpf und Stiel wurde der chriliche Name ausgerottet lo wenigsteus meinten die Verfolger. und so glaubte die übrige Welt. die Kunde erntelt von den grausigen Martern. denen die Christen unterworsen wurden. Es war die glorreiche#i der Märtyterkirche, In jeder Hinsicht würdig, der Märtyrerkirche der ernen drei Jahrhunderte an die Seite gestellt zu werden. Nagasaki in Japonia“ hören, heißt den Atem anhalten in ehrsurchtsvoller Bewunderung. „Nagasaki in Japonie“ zaubert noch ein anderes Bild vor die Seele. Die Kanonenboote des Kom modore Perrn von den Vereinigten Staaten hatten das für die Außenwelt verschlossene Land heraus genotigt aus seiner Absonderung, und nach zweiein halb Jahrhunderten war es den katholischen Glaubens boten wieder moalich, den durch Märtyrerblut der Glaubensbelden geheiligten Boden zu betreten. Und da war es in Nagasaki, wo sich das in der Welt geschichte einzg dastehende Ereignis zutrug, das die ###iche Kirche aufjauchten ließ in heiligem Schauer ob des wunderdaren Waltens von Gnade und Vorsehung Am 17. Mär: 1865, gegen Mittag, traf P. Petitsean vom Pariser Missionsseminar am Eingang der eben erbauten Rirche von O=ura in Nagasaki eine Gruppe Manner und Frauen, die offenbar mehr als bloße Neugierde dahin geführt hatte. Furchtsam folg ten sie der Einladung des Missionars, sich das Innere der Rirche anzusehen. Er kniete einen Augenblick vor dem Allerheiligsten iu innigem Gebete um die Gnade des Glaubens für die unerwarteten Besucher. Da neigte sich eine Frau mit über der Brust gekreuzten Armen zu ihm und flüsterte ihm ins Ohr:„Wir alle. die hier zugegen sind, haben dasselbe Herz wie du.“ Auf die erstaunte Frage, wer sie seien, lautete Antwort:„Wie kommen von Urakami(einem Dorfe nahebei), wo die meisten unserer Gesinnung sind.“ Und wie von eine: unwiderstehichen Macht getrieden, brachte die Frau die Worte dervor:„Santa Maria no g0=10 wa, doko? Wo ist das Bild der heiligen Maria?“ Auf dem rechten Seitenaltar stand das Bild der Gottesmutter mit dem Jesunkind auf dem Arm. Dorthin wies der Pater, vor Nührung unfähig. ein Wort zu sagen, die Leute. Alle drängten sich um den Altar. warfen sich auf die Knie und riefen laut:„Ju, ja, das ist Santa Maria, und auf ihren Armen on=Ko Jesu Sama(dus hohe Kind der perr Jesus).“ Und dann konnten sie sich nicht genugtun, dem Pater Einzel heiten zu erzählen, aus denen der überglückliche Glaubensbote die Ueberzeugung gewann, daß es wirk lich die Abkömmlinge der ersten Christen waren. die sich ihm offenbart hatten. Zweieinhalb Jahrhunderte hatten sie ohne Rirche. ohne Priester, ohne Sakramente den Glauben der Väter bewahrt. P. Joh. Roß SS., Hiroshima, Japan. * Das Bollwerk In den Tagen des Zusammenbruchs 1918 sagte ein protestantischer Professor, tief erschüttert durch die Ereignisse, zu seinen Studenten:„Reiche erstehen und brechen zusammen, Throne stürzen, Kronen rollen. Aber eines wankt nicht: die katho lische Kirche!“ Große Unruhe und ein dumpfes Scharren war die Antwort der Studenten, die von einer solchen Wahrheit nichts hören mochten. Der Professor wartete die Ruhe wieder ab und fügte mit Ernst und Nachdruck hinzu:„Meine Herren. diese Tatsache läßt sich nicht aus der Welt scharren!“ * Die beiende Mutter. Ein Dichter erzählt in seinen Werken ein Erlebnis seiner Jugend. Oft sah er als Kind seine Mutter wie sie betet, ganz in Andacht versunken. Der Knabe machte sich eine Gedanken, warum die Mutter soviel beté, und einmal nahm er sich ein Herz, sie danach zu fragen. Da sagte die Mutter nachdenklich:„Ich muß viel beten, damit du brav und fromm bleibst.“ Der Knabe wurde Priester und gab durch seine Schriften dem Volke viel Gutes Immakulata Du hast viel goldene Kronen. Dicd zieret heilalänzend Geschmeid Und dein Gewand int die Sonne Dein Schemel die Herrlichkeit Dein Jeoter reicht über die LandDie Meere. die Wolken bin. Und Fürsten an deinem Throne. Demutige Boten. knien Di hebst nur bittend die Augen. Di neigt sich dein Gott zu dir. Uid wa; deine Livven begehren Er leat es zu Füßen dir. Und rauschend durch Himmel und Ecde In drängenden Wogen zieht. Lobsingend zu deiner Ehre. Ein ewiges Jubellied. O Köniain. schöner als alle. In leuchtender Enadenbracht. Was dat in des Vaters Augen Dich also herrlich gemacht" Der Demant auf deiner Stirne Es nahm aus der Gottheit Schrein Der Ewige, dich zu schmücken. Nie delleren Edelstein Du bin durch die Wasser gegange Die trude, die dunkle Flut: Die Stradlen von deinem Steine Sie bauten dir sichte Hut Sie bauten dir boch und schimmerid Ein leuchtendes Gnadenzelt Daran die schaumenden Wogen Sino schnell und bebend zerichelt Sie woden dir weiß und strablend Ein wallendes Lilienkleid. Und wo es die Erde streifte. Da knirschte der Schlange Neid Im Glanze von deinem Steine Ergludie dein Angesicht: Du hoost es flebend zum Himmel. Da brach schon die Wolkenschicht Die Wolken von tausend Jahren. Sie wucden dem dellen Strahl: Da hat er die Bahn gewoben Vom Himmel zum Erdental. Da hat er gebaut die Brücke Hinauf bis zu Gottes Thron: „Komm!“ sang die strablende Reinbe:: Ich komme!“ rief Gottes Sohn Die Strablen von deinem Steine Sie bauten ein Tempelzelt Tief unten im Herzeue frunde Nun deimlich dem Herrn der Wei Da konnte die weige Taube Hinab zu der Arche gehn Und durch die schimmernden Hallen Ihr göttlicher Odem wehn Da konnte das Kindlein kommen Der Tempel war sonnenklar Und schneeiges Linnen deckte Kristallenen Opieraltar. O Demant der Jungfraunkrone. O einziger Edelstein! Es schrieben die Finger Cottes Immakulata!“ dir ein! M. v. Gceiffenstein. Mutige Kämpfer brauchen wir mehr denn je, die unentwegt aus innerster Ueberzeugung fur die katho lische Idee sich einsetzen. Zu dieser Aktion gehört auch in erster Linie die Werbung für die katholische Tageszeitung: denn unsere beste Waffe ist eine starke katholische Presse. Helft zur Verbreitung des Herner Anzeigers mit Kirchlichem Anzeiger gebt uns Anschriften für Werbenummern (Probelieferung kestenlos.) Bestellschein Bitte dem Boten übergeben oder als Druckssche mit Umschlag an die Geschaftsstelle 8 Bebelstraße 8 einsenden Beruf: Pohnung: bestellt hiermit den Herner Anzeiger mit Kirchlichem Anzeider. Kirchlicher Anzeiger für die katholischen Pfarreien in Herne, Wanne=Eickel und Riemke Herausgegeben von der Pfarrgeistlichkeit Verantwortlicher Schristleiter: Vikar Buttner, Herne Fernsprecher 51184 12. Jahrg. Der Rirchliche Anzeiger erscheint jeden Freitag. Schluß der Redaktion: Dienstag 12 Ahr mittags. Sonntag. 4. Dezember 1932 Nachdruck der Origina! Artikel in nicht gestattek. Druck: Koelbers& Röttsches. Herne. Bedelstr. 8 Nr. 40 Wegen des Feiertages Maria Emplängnis moge man die Manuskripte für die nächste Nummer des„Kirchlichen Anzeigers" bis spätestens Dienstag mittag einsenden. Nachrichten für alle Pfarreien Kreuzbund Aufrechtenbund, Gruppe St. Marien. Im Jugendsaal, hinter der Bonifatiuskirche findet am Sonntag, dem 4. Dezember, eine Nikolausfeier statt. Anfang um 4 Uhr, eine halbe Stunde vorher ist Einlaß. Das Programm besteht abwechselnd aus Liedern, Gedichten. Reigen Theaterstückchen und Bescherung der Aufrechtenkinder. Zu dieser Feier werden die Eltern der Aufrechtenkinder, die Mitglieder des Kreuz= und Jungkreuzbundes recht herzlich eingeladen. Auch Freunde und Gönner bitten wir um ihren Besuch. Der Eintrittspreis beträgt für Kinder 20 Pf., für Erwachsene 30 Pfg St.=Antonius-Waisenhaus. Am 8. und 11. Dezember, abends 5“: Uhr, findet im Vereinshaus der Herz-Jesu-Pfarrei eine Theateraufführung statt mit dem Titel: „Von St. Marias Herzen“ mit Gesang und Reigen in 5 Aufzügen. Eintrittspreis 30 Pf. Der Reinertrag ist zum Besten der armen Waisenkinder bestimmt. Es wird darum herzlich gebeten, sich zahlreich zu beteiligen. Kathotische Vortragsvereinigung. Der nächste Vortrag findet nicht, wie in der Voranzeige bekanntgegeben, am 5. Dezember, sondern am Dienstag, dem 6. Dezember, abends 8“ Uhr in der Aula des Real gymnasiums in der Neustraße statt. Herr B kar Hüffer aus Dortmund hält einen Lichtvildervortrag über„Das Marienbild von der beginnenden Romantik bis zum Rokoko“. Die früheren Vorträge des hocht Herrn Redners haben bewiesen, daß sie durch das herrliche Bildmaterial nicht nur zu einem Kunst genuß, sondern direkt zu einem religiösen Erlebnis werden. Der Besuch des Vortrags wird wärmstens empfohlen.— Der Eintritt ist für Mitglieder frei. Nichtmitglieder zahlen 50 Pf. Bonisatius=Pfarrei Gettesdienfierdnung Heute(Freitag) abend 6 Uhr Herz=Jesn Andacht mit Segen. Sonntag. den 4. Dezember 1932 2. Adventssonntag 6 Uhr erste dl. Messe. 6.30 Uhr hl. Messe mit voln. Gesang. 7.15 Uhr Frühmesse mit Predigt, 8.20 Uhr hl. Messe für die höheren Schulen, 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt, 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt(für den Bölkerfrieden), 11.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt 2.30 Uhr Rosenkranzbruderschaftsandacht mit Prozession und Segen. 3.30 Uer Andacht für die Polen. 6 Uhr Herz=Jesu=Andacht mit Segen Gemeinschaftliche hl. Kommunion haben die Knaben der Schule Wilhelmstraße, das Männer apostolat, der Kreuzbund, der Gesellenverein, die übrigen Männervereine und der poln. Rosenkranz verein. Die Krankenwoche hat Herr Vikar Heimbrodt. Am Mittwoch ist von 5—7 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Donnerslag, den 8. Dezember. Jest Mariä unbefleckte Empfängnis. Die Ordnung der hl. Messen ist wie an den Sonntagen. 10.15 Uhr ist seierliches Levitenhochamt mit Aussetzung und Segen. 2.30 Uhr und 6 Uhr Festandacht mit Segen. Aus den Vereinen Hilfswerk für Priesterberufe. Dienstag abend 7.30 Uhr Ablieferung der Bei träge im Konferenzzimmer. Jungfrauenkongregation. Der Heimabend findet trotz des Feiertages am Donnerstag, dem 8. Dezember, im Zimmer der Nähschule statt. Die Mitglieder mogen recht zahl reich erscheinen. Kath. Gesellenverein Herne-Zentral. Vom 3. bis 5. Dezember findet für unsere Mitglieder und Ehrenmitglieder das traditionelle Nikolaus=Preiskegeln statt. Wertvolle Preise winken den Siegern. Das Los kostet nur 10 Pfg. St. Josephs-Arbeiterverein. Am Sonntag ist gemeinschaftliche hl. Kommunion um 7.15 Uhr in der St. Bonifatiuskirche.— Zu der nachmittags im kleinen Saale des Gesellenhauses stattfindenden Familienfeier laden wir alle unsere Mitglieder sowie auch deren Frauen ein. Es soll eine Feierstunde zum Namenstage unseres bochw. Herrn Prases sein. Bei Vortragen, Theater und Gesang wollen wir diesen Tag seiern. Als Redner des Abends ist ein auswartiger Herr gewonnen. Ansang 4.30 Uhr.— Die Abrechnung der Vertrauensmänner findet am 11. Dezember statt. Jung-KK V. Heute abend wieder Turnen im Jugendsaal. Bitte zahlreicher erscheinen. Nächste Woche Mittwoch(7. 12) gemeinsante Adventsseier für beide Abteilungen bei Stemberg. Sorgen wir alle, daß diese Feier uns die Einstimmung und Vorbereitung für die Weihnachtszen vermittelt. Bringen wir auch jene mit, die noch nicht warm geworden sind. Werkjugend. Sonntag um ½5 Uhr seiern wir im Gesellenhaus den Namenstag unseres Präses. Zu dieser Feier sind Eltern und Geschwister herzlich eingeladen.— Montag 8.30 Uhr Nikolausfeier der Gruppen im Gesellenhaus. Weiter wollen wir nichts sagen, der Nikolaus wird alles regeln. Auch hierzu sind die Eltern und Geschwister eingeladen. DIK. Sportfreunde 19. Am kommenden Sonntag nehmen die Meisterschaftsspiele ihren Fortgang Es spielen: die GauHandballmannschaft gegen„Ruhrtal“ Witten in Witten, die Gau=Fußballmannschaf: gegen„Saronia“ Grumme in Bochum=Grumme. Die genauen Anwurf= bzw. Anstoß=Zeiten werden durch Anschlag im Vereinshein bekanntgegeden. Es wird gebeten, diese Bekanntmachungen, genau zu beachten und auch den übrigen Mitgliedern davon Kenntnis zu geben. Die Ib=Fußballmannschaft ist lt. dem in letz er Woche neu aufgestellten Terminkalender spielfrei Es findet darum ein Trainingsspiel auf dem Hoheneickplatz statt zwischen der lb und 2. Fußballmannschaft(früher KKV.). Am kommenden Donnerstag fällt der Mannschaftsabend aus. Nochmals weisen wir unsere Mitglieder auf die am Sonntag, dem 11. Dezember 1932. im Vereinsheim stattfindende Generalversammlung hin und erwarten, daß alle an dieser Versammlung, der wichtigsten im ganzen Jahre restlos teilnehmen, zumal u. a. dann der Vorstand neu gewahlt wird. Es ergeht also an alle inmer wieder die Bitte, sich den nächsten Sonntag(11. 12.) für unsere Generalversammlung freizuhalten. Die genaue Zeit wird noch bekanntgegeben. Ferner erinnern wir nochmals an die Zahlung der Beiträge, der Patzmarken, an die Versicherung und an den Umsatz unserer„Bausteine". Theater-Aufführung für das St. Antonius-Waisenhaus am 8. und II. Dezember 1932, abends 6.30 Uhr im Vereinshaus der Herz-Jesu-Pfarrei e Eintrittspreis 50 Plennig Eröffnung der Bleiloch=Talsperre Die großte Talsperre Europas 7 Der Mammutbau im Saale=Tal Al' Schleiz, 1. Dezember 1932. Der 2. Dezember 1932 wird unter den großen bedeutsamen Terminen in der Geschichte der deutschen Indunrie und Wirtschaft erscheinen. Er bringt die Eröffnung der zroßten Talsverte Europas, der Bleiloch sperre im Saale=Tal. Das Mammutwerk ist nicht nur das größte seiner Art in Europa, sondern dien: darüber hinaus so viel verschiedenen, ungeheuer wichtigen Aufgaben wie kein anderes ahnliches Werk. Der Bau, der im Jahre 1926 mit Unterstützung des Reiches und Preußens begonnen wurde, ist nunmehr voll. ndet. Der Leiter des großen Werkes. Geheimrat Proj. Dr. Rauch in Kiel. und seine Mitarbeiter, die beteiigten Firmen. die Arbeiterheere, sie alle dürfen mit Stolz zurückblicken. In einer Zeit, da das Schlugwort von der Pirtschaftsankurbelung grafnert, haben sie etwar geleistet, das eine Notwendigkeit war und ein außer ordentlicher Anstoß zur Hebung der verschiedensten Wirt schaftezweige sein wird. Drei Ausgaben dient der Niesenbau: Rettung der Elbe=Saale=Gegend vor den so häufig zuftreienden Pochwassern mit ihren schlimmen Ver wüstungen. Regulierung des Wasserstandes der Elbe und damit Sicherung dieses wichtigen Schiffahrtsweges für dauernd. und schließlich Energiegewinnung und elektrischer Ausbeutung mit gigantischen Ausmoßen. Ehe Zahlen von der Großzugigkeit des Unternehmens sprechen sollen, mag die Tatsache, daß aus. nahmolos alle grogen deutschen Firmen aus Industrie= und Baugewerbe an ihm beteiligt waren, die Vorbereitung geben. Der Siemens=Konzern, die A.E.G., Bergmann, alle Bausachfirmen, alle Spezialunternehmungen von Philipp Holzmann bis Brown=Voveri. alle Maschinenwerke von den Mitteldeutschen Stahlwerken bie Foith, ste alle haben ihren Beitrag geleistet seit dem Jahre 1926 Und nun einige Zahlen: Die Talsperte besitzt ein Staubecken, das mehr als 215 Millionen Kubikmeter Wasser faßt. Mit dieser Wassermenge kann man selbst in den trockensten Jahren den Wasserstand der Elbe auf einer Hohe halten, die dequem die Passage von 600=To.=Schissen ermöglicht Wenn man bedenkt, daß hieher nur Schiffe von kaum der Hälfte dieses Tonnengehaltes und in der Hauptzahl noch darunter regelmäßig auf der Elbe verkehren konnten, wird die Hauptbedeutung der Saale=Talsperre auf einen Schlag klar. Der ganze Binnenschiffahrtsporkehr zwischen Westen und Osten in in Andetracht des Mittellandkanols dadurch sichergestellt. Von der Reichshauptstadt aus konnen die großten Trausportschiffe bequem die westdeutschen Industriegebiete erreichen. Eo in nicht zuvial hehauptet, wenn man in dieser Saale=Talsperre den Schlüssel zu der bald erreichten ganzdeutschen Binnenschiffahrt sieht. Nur durch eine Regulierung deo Elbewassets ist sie denkdar. Der Stausee in der Nahe von Schleiz. durch den diese Regulierung jederzeit mit Leichtigkeit vorgenom men werden kann, ist 28 Kilometer lang. Seine Breite beträgt noch nicht 2 Kilometer. Die Gesamtoberflache sind 1000 Hektar. Ein Mammutwerk, von unten gesehen nahezu himmelstürmend wirkend. unsaßbar bei dem Gedanken, daß es nicht Natur. sondern Menschenwerk genannt werden muß, ist die große Sperr: mauer in ihrer Länge von 205 Meter und ihrer Höhe von 65 Meter. Mit ihrer Sohlenbreite von beinahe 50 Meter wird diese größte Talsperte Europas auch den wildesten Sturmfluten des Hochwassers Widerstand leisten. Die ganze Landwirtschaft zwischen Saale=Mündung und Magdeburg, überhaupt die ganze Elbe=Saale Gegend werden durch ne in Jukunft vor Verlusten ge schützt werden, die umgerechnet eine jährliche Ertragsminderung von mindestens 20 Prozent bedeutet haben. Praktische Wirtschaftzankurdelung! Daneben ergidt sich aber eine direkte wirtschaftliche Ausbeutung von ungeahnten Ausmaßen. Das Kraftwerk Burghammer unterhalb der Hauptsperre mit seinen mächtigen A.E.G.=Generatoren auch des Thürtnger Werk und die Rebenwerre werden jahrlich 80 Millionen Kilowattttunden elektrische Energie liefern Bei Bedarf aber, und jegt rücken die Zahlen beinahe in dar Gebiet des Phantastischen, kann noch darüber hinausgegangen werden Die„eingedaute Leittung“ der Kraftstation der Saale Talsperre betragt 40 000 Kilowatt. Wenn man den Fachdegriff„eingedausLeistung" laienhaft ausdrückt, so bedeutet das ungesahr daß dieses Kraftwerk in der Lage ist, zu jeder Zeit un in jeder Sekunde 40 000 Kilowatt zu erzeugen. Mon kann sich das jo einmal auf die Jahrepleistung vin rechnen. Die seierliche Erbifnung dieser neuen Großleistun, deutschen Aufbauwillens und deutscher Technik wird in Anwesenheit des Reichsversehreministers und der Vei treter des Reiches. Preutzens. Sachsens und Thüringenvoll zogen. Außerdem laden sich so ziemlich alle Träger prominenter Namen eingefunden. Im kleinen Kutter den Ozean überquert Rio de Janeire, 1. Dez. Ein mit drei fungen Deutschen besetzter kleiner Kutter ist in Sao de Luiz de Maranhao an der Nordtüste von Brasilien gelandet. Die drei hatten ihre Fahrt am 28. Juli in Hamburg angetreten. Handel* Gewerbe= Industrie Zahresabschluß der Adam=Opel=A. Der Vorstand der Adam Ovel=A6. führt in seinem Gericht über das Geschäftsjahr 1981 u. a. folgendes aus: Trotz der gewaltigen Erschütterungen, denen die Wirtchaft aum im Jahre 1931 noch in steigendem Maße auszesetzt war. und trotz der schweren Sondertrise der Automobilindustrie in Deutschland haben wir in dem Berichtsfahr unbeirrt an der Durchführung und dem Ausbau unseres Programms weitergearbeitet. Unsere in jabrelangen Vorarbeiten und Versuchen entwickelten und erprobten 1.8=Liter=Personen= und Lieserwagen uhrten sich ebenso schnell und erfolgreich ein wie unsere neuen Blitzlastwagen. Unser Anteil am Gesamtautomobilabsav schnellte in der 1.8=Liter=Wagenklasse über 1.2 bis 2 Liter) sorunghaft emvor, sodaß im Berichtsjahre von der Einführung an im Durchschnitt über 40 Prozent aller in dieser Klasse in Deutschland verkauften Wagen Opelwagen waren. Aehnlich gelang es den Blitz=Lastwagen gegenüber schwerster— insbesondere auch ausländischer— Konkurrenz in der 2=To.=Klasse dank ihrer Qualität und Preiswürdigkeit sich so erfolgreich durchzusetzen, daß an nabernd 20 Prozent aller neueingestellten Lastwagen unsere Blitz=Lastwagen“ waren. Auch der im Herbst 1931 eingeführte 12=Liter=Wagen setzte sich mit mehr als 40 Prozent des Gesamtabsatzes alsbold an die Spitze seiner Preisklasse. Noch günitiger waren die Ergednisse im Lieserwagengeschäft bis zu ¾ To. in welchem unser Anteil von 41.9 srozent im Januar 1931 bis auf 573 Prozent im Dezemder 1931 stieg bei einem Jahresdurchschnitt von 46.5 Prozen. nn wir trotz des ausgewiesenen Erfolges aus dem Inlandsmarkt in dem Berichtsjahr noch mit einem Verlust von 3378 638.13 RM. abschließen. so liegt dies neben der Schrumpfung des Gesamtmarktes werentlich auch an der bei dem noch anhaltenden allgemeinen Rückgang des deutschen Automobilabsatzes uns wünschenswert erscheinenden vorsichtigen Bilanzierung. Unser Fahrradgeschäft, das wir im Berichtsjahre auf so gesunde Grundlagen gestellt haben, daß jetzt ca. 90 Prozent ani Vorauskasse=Basis verkauft werden, entwickelte sich befriebsgend. Bei dem bestehenden schweren Druck auf dem Arbeitsmarkte haben wir es uns angelegen sein lassen, unsere Belegschaft in Höhe von über 6000 Arbeitern und Angestellten konstant zu erhalten. Durch vorsichtige und narausschauende Arbeitsplanung ist uns dies nicht nur im Berichtsjahre auch über die Julikrise hinaus, sondern bis zum heutigen Tage gelungen. Wir haben keinen Zweisel. daß dies auch in Zukunft möglich sein wird. Der Zinsendienst für die kommunalen Anleihen — Berlin. 1. Dez. Zu der Frage der Zinsendienste der kommunalen Anleihen teilt der Amtliche Preutzische Pressedienst mit. die für Preutzen bestellten Reichskommissate dalten es fur dringend geboten, daß die Gemeinden alle Anstrengungen macen, um fällige Zinsen der von ihnen ausgenommenen Kommunalkredite pünktlich zu zahlen oder sich mit ihren Gläubigern gütlich zu einigen. Wenn behauptet worden ist, es sei den Gemeinden geradezu verboten worden. ihre Zinsen zu entrichten, io widerspricht das den Tatsachen und berudt jedenialls aus einem Mißverständnis. Die deteiligten Ministerien haben in einem Runderlaß die Aussichtsbehörden und Gemeinden erneut darauf hingewiesen, daß die von den Gemeinden für den Staat eingebobenen Staatssteuern pünktlich an die Staatskasse abzuliesern snd. Mit dem Gang einer geordneten Verwaltung ist es unvereinbar. wenn die Gemeinden ihre allgemeinen Sachausgaben. zu denen auch der Schuldendienst zu rechnen ist. mit dem Gelde bestreiten, das dem Staate zusteht Berliner Börse Zuversichtlich. X Berlin, 1. Dez. Ebenso wie genern wies die Berliner Börse auch heute lebhaftes Geschäft aus. Die Aktienmärkte verzeichneten abermals eine neue Besserung. Es fanden rege Tauschgeschäfte vom Rentenmarkt zum Aktienmarkt statt. die vermutlich darauf zurückzuführen sind, daß man bei Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms eine Kreditausweitung erwartet. Die innerpolitische Lage wirkte sich an der Börse kaum aus. Der Montanmarkt wies gute Nachfrage auf. Harnen zog 1¾ Prozent an und Hoesch 1½ Prozent. Aber auch GHelsenderg. Mannesmann. Rheinstahl und Buderus lagen jest. Rheinische Braunkohle lag bis zu 11; Prozent höher. Die Kaliwerte waren recht rudig. I. G. Farben waren ansangs etwas gedrückt. Die underen chemischen Werte waren sest. Die Gummi= und Linoleumwerte lagen bis zu 1 Prozent höher. Siemens zog 2½ Prozent an. während Schuckert 1!; gewann. Deutsche Kabel gewannen 2½ Prozent. Auch für die anderen Kabelaktien begand Interesse. Von den Kunstleidenwerten lag Bemberg 2 Prozent über dem gestrigen Kurs. Waldhof laa 1 Prozent fester. Die Maschinenwerte hatten ebenfalls guten Umsar bei anziehenden Preisen. Der Brauerei gktienmarkt war geschäftslos. Schiffahrtganteile sowie Reichsbankanteile waren kaum verändert. Die Börse blieb auch im Verlauf freundlich. Sie sand weiterhin ihre Stütze in kärkeren Aufträgen in Montanpavieren aus dem Wetten. Große Kursdesserungen waren jedoch nicht mehr zu verzeichnen. Die Börse schlon zu den höchnen Tageskursen. Das Geschäft war zum Schluß noch recht lebdaft. Der Kassamarkt hatte ebenfalls eine feste Tendenz. Hier wurden besonders Bergwerks= und Maschinenaktien bevorzugt. Der Anleihemarkt war teilweise etwas schwächer, aber gut gehalten. Altbesitz verlor 1 Prozent. Auch Neubesitz war eine Kleinigkeit schwächer. Psand briefe und Kommunglobligationen lagen uneinheitlich Warenmarkte Getreidedorsen. kleines Geschäft. Die Die Schuldbuchsorderungen hatten kleines Grn Stadtanleiben bröckelten etwas ab. Die Länderanleiben waren gut gehalten. aber nicht desestigt. Industrieooligarionen waren im allgemeinen ziemlich sen. Die ausländischen Renten waren kaum verandert. Die Steuergutscheine wiesen bei kleinem Geschäft keine Veränderung auf. Der Geldmarkt war nach dem Ultimo bereits etwas leichter. Tägliches Geld notierte 4%—5 Prozent. Privat= diskont blieb mit 3° Prozent unverändert. Essener Börse Feit. — Eiien, 1. Dez. Im Einklang mit Berlin hatte die Eisener Börse beute eine jeste Haltung. Am Terminmarkt lagen besonders die Montanwerte fester hoesch gewann 2 Prozent. Vereinigte Stahlwerke 1¼ Prozent und Rheinstabl ¾/ Prozent. Von den Kalipapieren verloren Wintershall bei einigem Umsatz ¼ Prozent. Am Kurenmarit war das Geschaft äußerst klein. Die Kurse waren zumeist gehalten. Von den Kohlenkuren waren Deutschland und Diergardt etwas döber. Am Braunkohlenmarkt war sozusagen gar kein Geschäft. Auch die Kalikuxe waren umsatzlos. Von den Kaliaktien konnten Beienrode etwas anziehen. Die Industrievaviere blieden ohne Umsan. = Dortmund. 1. Der Es notierten Westtalische Weizen 20—20.25. westialischer Roggen 16. oltfriesiiche Hafer 19.25—15.50, vommerscher Haser 15.75—16, west jalischer Hoser 15.25—15.50, neue Wintergerste 18—13.50 Plata=Mais 18.50. Cinquantino=Mais 19.50. Weizenmed 28.25—28.50. Roggenmehl. 70 Prozent 24.25. ostdeutscheRoggenmehl 22.75—23. Weizenkleie 9.25—9.30. Roggenkleie 8.25—8.75. Trockenschnitzel 8.75—9.25, Zuckerschnitzel 10.50 bis 10.75 KM. für die 100 Klg. Tendenz: sehr ruhig. Die nächste Börse findet wegen des katholischen Feiertages am Mittwoch, den 7. Dezember statt. ) Hamburg, 1. Dez. Es notierten: Weizen 20—20.10 Roggen 15.90—16. Wintergerste 17.20—17.30. Sommergerst17.60—18.20. Donaugerite 7—7.10. Haser 13.59—1390 Weizenmehl 35.75. dto Bäckermehl 30.25 dto. inländischeAuszugsmehl 32.—35, dio. inländisches. 70 Prozent 26—29 Roggenmebl bienger Mühlen 24—24.75 dto, grob 18.50 bie 19.25. dto 65.70 Prozent 22.25—23.75. dto. grob 17.25 bie 19.25 RM. für die 100 Klg. Tendenz: ruhig Hamburger Warenmärkte. = Hamburg. 1. Dez. Am Kaiseemarkt waten Frasilofferten unverandert. Das Geschäft verlief ruhig.— Am Reismarkt verhielten sich die Käufer abwartend Am Hülsenfruchtmarkt wies der inlandischMarkt kaum Interesse auf.— Die Gewürze hatten kleines aber regelmätiges Abzugsgeschäft. Pseffer war vernachlassiat.— Am Schmalzmarkt lautete die Tendenwillig. Es notierten: Amerik. Steam Lard 17.75. amerik. raff. Schmalt 18.25—18.75. Hamburger Schwalt 2 75 Dollor für die 100 Klg. Allgemeine Nachrichten Konkurje und Vergleichsverjahren im November. Berlin, 1. Dez. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Monat November 1932 durch der „Heichsanzeiaer“. 119 neue Konkurse— ohne die weger Massemangels abgelehnten Antrage auf Konkurseröffnung und 267 eröffnete„Vergleichsverfahren bekanntgegeben Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich anf 45 bzw. 26: ** S Trikotagen in den bewährten Sinn-Qualitäten billig und gut. Kinder-Schlüpfer Baumwolle gereuht.. Os 30 Steigerung 5 Pig. 5 Kinder-Schlüpfer B IT Kunstselde gerauht,— Gr. 30 HIH Steigerung 10 Pig. U. T75 n.50 Damen-Schlüpfer schönen Ferben, mollig Alttert, Größe 42 0.68 Damen-Schlüpfer Kurstseide, werm gefüttert röho 42—46 1.45, 0.95 Damen-Prinzeßröce schwere Winterwere Prose 42— 48 1.5 Damen-Strümpfe Wolle plettiert, Doppelsohle Hochterse Damen-Strümpfe reine Wolle u. Wolle mit Seide, Doppelsohle und Hochlerse Damen-Strümpfe feine edle Mattkunstseide, Bellenverstärkung, Ferse u. Spiire 6# Damen-Strümpfe Kunstseide, sehr leines Gewebe, Doppelsohle u. Bellenverstrk., Herren-Sache unsere bekennten„Lord“-Qualisten 1.25 Kinder-Strümpfe reine Wolle, alle mod. Farben, Steigerung 7 Pfg. Große Damen-Prinzeßröcke Kunstseide, innen gereuht Gröhe Damen-Schlüpfer reine Wolle, elegent und anschmiegend 1.98 be Herren-Futterhosen gute strepezierlähige Quel Herren-Plüschhosen gerentiert Ziedia, echt Meco Damen-Schlaianzug uni Flenell mit modernen Besairen Kinder-Schlafenzüge einteilig mit Verschnürungen Lange 65 0.90 1 9 15 .70 HERNE, Bahnhofstr. 37-59. Besichtigen Sie bitte unsere Fenster. Priv. 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Die Beerdigung sindel em gleichen Tege, nachmitlags 3 Uhr vom Sterbehause, Holthauser Straße 172, eus steft. 26265 Für die herzliche Teilnehme anlaßzlich de: Jodes unserer lieben Mutter und Grohmutter segen wir ellen, besonders Herrn Pferrer Lehbrink, Herrn Pferrer Berteismenn und dem Deutschen Ostbund unsern innigsten Dank. Familie Müller. Nerne-Sodingen, den 2. Dezember 1932 3 x föglich ein Glaschen Ooppelberz wecht wieder kriech und orbateirgucg Es erneuert Blut und Korpersöfte bei re gelmäßigem Gebrauch. Der Erfolg ist verblüffend. Probeflasche RA 1,95, Ort ginolflasche RM 3,70 u. RM 4,65. Doo pelherz-Oragees RM 1.50 Drodefien: W. Jansen. Behnhofstr. 8. F. Alische. Behnholz##, Fillele Strünkeder Str., E. Ausemena. Vonder-Heydi-Streße 25: Pr. Treutmenn, Strunkeder Str. 72 W. Koltslepet. Bahnhofstr. 82: Sodingen: O. 1 Dichchage, G. m b. M., Kirchstr. 7. A. Fuhrmenn, Mon Cenis-Str. 252. Emil Wiedenhöler, Fritz-Ebert-Strahe 2“, Gerthe. Anur Marquerd. Cestroper Strahe: Holl hausen. Meint. Berninchaus. Cestroper Straße Wieder in Ranking 1. Dez. Die Nationalregierung, die abrend des Vormarsches der Japaner nach Loyang geaenemmee“: dat die Geigane in Nonung wieder auf* Kampf mit Eingeborenen in Marokko Nach einer Meldung aus Radat wurden am Abend des 27. November unter franzoischem Schutz stehende Eingeborenen=Stämme von einer berittenen Schar nicht unterworsener Eingeborener verletzt. Auch mehrere eingeborene Shen„mm, Itpilisten sollen bei dem Angriff ums schon vor keiner Vernedmung dei entgegen dem Widerspuch mehrerer Fraktionen. Der deutschnationale Gesevesantrag will nunmehr bestimmen, daß in einem Untersuchungsausschuß der von der Untersuchung Betroffene grundsatlich nur dann bei den Ausschußverhandlungen erscheinen darf. wenn er zur Vernehmung geladen wird. Seine Anwesenheit als Staatskommissar oder in irgenbeiner sonstigen Eigenschaft soll unzulallig sein. Zu dem deutschnationalen Gesetzesantrag wird in varlameniarischen Kreisen, die der Regierung Braun nabesteben, gelagt, daß es sich dabei um ein verfassungsänderndes Geserz handeln würde. Der Gesenesantrag könne daher nur wirksam werden, wenn Zweidrittel der Landtagsmitglieder ihm zustimmen. Zur Sache selbst wird bemerkt, daß die Untersuchungsausschusse sich an die Bestimmungen der Strasprozeßordnung zu halten hätten, und daß danach selbstverständlich der„Angeklagte“ nicht nur der Verhandlung beiwohnen, sondern auch jederzeit das Wort nehmen könne. Ein„Gesetz Klepper“ Deutschnationaler Vorstoß Berlin, 1. Dezember 1932. Die deutschnationale Fraktion des Preußischen Landtags sat einen Initiatiogesetzentwurf eingebracht zur Ausführung des Artikels 25 der preußischen Versassung. der die Einsetzung von Untersuchungsausschüssen betrifft. Der Antrag in veranlaßt worden durch den bekannten Zwischenall, der um im Klepver=Untersuchungsausschuß des Land. ges kurzlich ereignete. Der preugische mimrzminister pr. Klevver, der in dem Ausschuß als Zeuge verzommen werden sollte, wohnte in seiner Eigenschaft als Regierungsvert reter den Ausschukverhandlungen Die badischen Kirchenverträge Vom Landtag in erster Lesung angenommen F Karloruhe, 1. Dez. Am Donnerstag 19.30 Uhr schritt der Badische Landtag zur Abstimmung über die beiden Kirchenverträge in erster Lesung. Für die Verträge stimmten geschlossen das Zentrum, die Deutsche Volkspartei und die Wirtschaftspartei, im ganzen#4#4# Abgeordnete. Gegen die Kirchenverträge stimmten die Kommunisten, die Sozialdemokraten, die Demokraten, die Nationalsozialisten, die Deutschnationalen und der Evangelische Volksdienst, ebenfalls 44 Abgeordnete. Den Ausschlag gab nach der Landtagsversassung die Stimme des Prasidenten, der für die Rirchenvertrage stimmte. 20 Zugüberfälle aufgeklärt Eine Eisenbahnräuberbande unschädlich gemacht „ Halle, 1. Des. 1932. Dem Fahndungsdienst der Reichsbahndirektion Halle ist es in Zusammenarbeit mit der Landjägerei Holzweitzig gelungen. eine siebenkönfige Eisenbahnräuberbande unschadlich zu machen. Die Täter stammen sämtlich aus Holzweißig. Die Bande arbeitete so. daß sie. nachdem Güterzüge vor einem Einfahrtsignal oder auf einem Bahnhof zum Halten gekommen waren. einen oder mehrere Güterwagen erbrachen und Stückgüter abwarsen. Es wurden in der Hauptsache Stoffe. Luxuszigaretten. Kleidungsstücke und Lebensmittel entwendet. Bisher sind 20 Zugübersälle aufgeklart worden. Vier Personen aus Holzweißig wurden wegen Begünstigung und Hehlerei in Haft genommen. Paßfälscher=Zentrale ausgehoben □ Berlin, 1. Dez. Die Politische Polizei hat in der Kaiserallee eine Paßfälscherzentrale ausgehoben. Zwei Falscher wurden auf frischer Tat festgenommen. In einem Schrank sand man gesalschte Pässe aus ganz Europa. Stempel von allen euroväischen Polizeidirektionen sowie die Unterschriften fast aller Paßreierenten dieser Direktionen. In Koisern besand sich eine Unmenge der madernsten graphischen Instrumente zur Herstellung salscher Pässe. Berlin, 1. Dez. Die Aushebung der Paßfälscher= werkstatt in der Kaiserallee stellt sich, wie der Polizeipräsident mitteilt, als ein bedeutender Schlag gegen die Kommunistische Partei dar und kann darüber hinaus als ein Beweis für die illegale Betätigung der Kommunisten angesehen werden. Veraubung eines Kassenboten □ Halle a. d. Saale. 1. Dez. Heute mittag kurz vor 12 Uhr wurde der 17jährige Kassenbote einer hiesigen Fabrik in der Reideburgerstraße von zwei Männern im Alter von etwa 25 Jahren überfallen und niedergeschlagen. Die Räuber schnitten die an dem Rade des Ueberfallenen befestigte Geldtasche, in der sich 1600 Mark Lohngelder besanden. ab und flüchteten auf ihren Rädern Der Kassenbote hat erhehliche Verletzungen davongetragen, konnte aber eine Beschreibung der Täter geben. sodaß die Polizei hofft, sie in kurzer Zeit ermitteln zu können. Generalstreik in Athen Pr Atben, 1. Dez. 1932. Dem Streik der Angestellten der Privatautobusse haben sich jetzt auch die Straßenbahnangestellten und die Gasarbeiter angeschlossen, sodaß man von einem Gene63e sec se.. i daher wmiosemn ein F rich als es nach den Intentionen des denanierten Sesheri den Verister Auntgr Auschosnur der Wir. Fchkeslung,„ogneg Popegz die Los anken i 9., So ztalfragen M. Rebsichtigt. techniim ausgebildetes Personal der Marine zur Wiederingangsetzung der Verkehromittel einzusetzen. Wertlose Kartoffelscheine Freuentliches Spiel mit Erwerbslosen □ Berlin, 1. Dez. Im Lause des heutigen Tages wurden im Bezirk Wedding— besonders in der naheren Umgebung der Arbeitsämter— eine Anzahl gejalschter Anweisungen auf Freikartofseln für Erwerbslose verteilt. Offensichtlich wollen die Urheber dieser gesälschten Anweisungen größere Teile der Erwerbslosen des Bezirkes Wedding aus einem Ort konzentrieren, um dann durch die begreifliche Erregung unter den Arbeitslosen über die Nichtverabfolgung der angeblich versprochenen Kartoffeln Unrube in die Massen hineinzutragen. Grauenhafte Mordtat in Wien aufgedeckt * Wien. 1. Dez. Die Wiener Polizei konnte ein Verbrechen aufklären, das seit Tagen ganz Wien in Svannung gehalten hatte. Ende der vergangenen Woche wurde aus der Donau unterbald Wiens zuern ein urm. dann ein Bein angeschwemmt. Starke Polizeikräfte aus Wien und Niederösterreich wurden eingesetzt, um die Angelegenheit auszutlären. Es wurde sestgestellt, daß eine Frau namens Unterstöger seit mehreren Wochen svurlos verschwunden war. Sie hatte in einer wilden Siedlung in der Nähe der Donau bei einem gewissen Franz Blazei gewohnt. Gegen diesen ergab sich eine Reibe von Verdachtsmomenten. Er leugnete jedoch zunächst hartnäckig und behauptete, die Frau sei nach Rosenbeim abgereist. Am Mittwochabend hat Blazei endlich das Geständnis abgelegt, daß er die Frau am 28. Oktober im Verlaufe eines Streites erwurgt hat. Am Tage darauf hat er die Leiche vollig zerstückelt und in die Donau geworfen. Auch die Ehefrau des Blazei wurde in Haft genommen. Sie scheint zwar an der Mordtat nicht beteiligt zu sein. ist jedoch in Heiratsschwindeleien verwickelt. die im Zusammenbang mit der Untersuchung ebenfalls ans Tageslicht kamen. Eine wichtige Rolle spielte bei der Untersuchung eine am Tage vorher von der Polizei angeschaffte„Wunderkampe“. Nur mit Hilfe dieser starken Lampe war es möglich, in den Fußbodenspalten der Blazeischen Hutte getrocknetes Blut zu entdecken. was wesentlich zur Ueberführung des Täters beitrug. Mord oder Selbstmord in einem unterfränkischen Schloß Wurzbura. 1. Dez. Im Schloß Waltershausen bei Saal an der Saale(Unterfranken) wurde heute der Schloß. besitzer. Hauptmann a. D. Werther. mit einer Schußzwunde im Koof tot aufgesunden. Unmittelbar neben ihm lag seine Gattin, ebenfalls mit Schußverletzungen in Brust. Arm und Kovf. Od Mord oder Selbstmord vorliegt, muß ers# die Untersuchung ergeben Explosion reißt ganze Straßen auf Panik in Montreal 7 12 Todesopfer Fi Neuverk. 1. Dezember 1932. Die Stadi Viontreal in Ranade ist von einer furchi baren Oxvlelieusletelrepbe betrofsen worden. die bisder 12 Todesovfer gesordert bat. In den Roualdetiensenlagen, die unterdalb der Straßendecke liegen. mussen sich irgendwelche explosiven Gase gebildet haben, die sich vlozlich entzündeten. An einer Straßenecke wurde vlon. lich ein donnerndes Getose vernehmbar, das Straben: pflaster bod sich, wurde aufgerissen. Steine flogen meterboch und Stichslammen schossen überall bervor. Die Exvlosionen setzten sich drei Stunden lang fort und vetwusteten zahllase Straßen. Der Bevolkerung bemächtigte sich eine ungeheure Ranik, umso mehr, als die Feuerwehr der Kotastropbe zunochst mochtlos gegenuberstand. ** Montreal, 1. Dez. Durch eine schwere Explosion in dem Kohlenbergwerk„River Hebert" wurden. wie aus Halisax(Neuschottland) gemeldet wird. fünf Mann getotet. Die Explosion wurde durch Ueberspringen von Funken von einem Elektromotor verursacht. Fischer im Sturm umgekommen ## Oslo, 1. Dez. Bei einem starken Südweststurm vor der Drontheimer Küste sind vier Fischer umgekommen, außerdem wird ein Motorboot mit drei Mann vermißt. Im Hochgebirge hat der Sturm großen Schaden angerichtet. Die Telephon= und Telegraphen=Verbindungen zwischen Oslo und Bergen sind unterbrochen, Holländischer Geologe zum Erdbeben Zuidersee=Trockenlegung ohne jeden Einsluß Fr Amsterdam, 1. Dez. Im„Maasboode“ findet sich am Donnerstag eine interessante Betrachtung über die Ursachen des Erdbebens in Holland aus der Feder des Prosessors Dr. W. J. Jonamans, des Direktors des Geologischen Instituts in Haarlem. Darin wird u. a. sestgestellt, daß das tektonische Beben in Südostbrabant seinen Ursorung hatte, von wo es sich weiter ausbreitete. Runmehr könne man jedoch annehmen, daß die Wirkungsveriode in der Hauptsache vorbei sei und daß bald wieder relative Ruhe— absolute Rube könne in solchen Gebieten wie Südostbrabant nie herrschen— eintreten werde. Professor Jongmans wendet sich dann der in der Presse geäußerten Annahme zu. daß die Trockenlegung eines Teils der Zuidersee von Einiluß gewesen sein soll. Hierzu könne allein geantwortet werden, daß, wenn die Erde sich solche Kleinigkeiten in olchem Maße anzieben würde. von der ganzen Erdoberfläche nur wenig mehr übrig geblieben wäre. Die Auswirkungen der Trockenlegung seien geologisch gesprochen zu klein. um auch nur einen Einfluß auf die Gestaltung der Erdkruste auszuüben. Geldbriefträger erschosten □ Frankfurt a. M., 1. Dez. In einem Hause an Stiegelschlag im Stadtteil Bornheim wurde heute mitta kurz vor 2 Uhr der Geldbriefträger Hoffmann er scholsen. Als Täter kommt ein 19jähriger junge: Mann namens Knirsch in Frage, der flüchtig ist. Er wohnte seit kurzem mit seiner Mutter in dem Hause Stiegelschlag 5. Der Geldbriefträger war sofort tot. Zu dem Mord an den Geldbriefträger Hoffmann wird uns von der Oberpostdirektion Frankfurt noch mitgeteilt: Der Geldbriefträger hatte eine kleine Rente an die Großmutter des Taters ausgezahlt, als er von diesem noch einmal in die Wohnung zurückgerufen wurde. In der Wohnung selbst hat dann der Enkel der Rentnerin der 19jährige Anirsch. dem Geldbrieftrager eine Auge in den Kopf gejagt, die den sofortigen Tod des Manne: zur Folge hatte. Anirsch raubte darauf 2800 RM worauf er die Flucht ergriff. Der Geldbrieftrager stand seit 1907 im Dienste der Oberpostdirektion Frankfurt. □ Frankfurt a. M., 1. Dez. Der 19jährige Morder Wilhelm Knirsch. der heute mittag den Geldbriefträger Hoffmann erschossen und beraubt hat, konnte bereits im Lause des Nachmittags in Wiesbaden verhaftet werden. Man fand bei ihm noch einen Geldbetrag von 2000 RM. Der Mörder wurde nach Frankfurt gebracht.. Bahnhofsvorsteher ermordet Lübeck, 1. Dez. Am Donnerstagmorgen wurde der Bahnhofsvorsteher Stublmann in Bad Schwartau im Dienstzimmer des Bahnhofsgebäudes ermordet aufgefunden. Der Tote hat eine klaffende Wunde am Hinterkopf, sodaß das Gehirn freiliegt. Die Verletzung muß durch einen Schlag mit einem schweren Eisenstück berbeigeführt worden sein. Wahrscheinlich liegt Raubmoro vor, da in der Stationskasse ein Betrag von etwa 50 Mark zu fehlen scheint. Die oldenburgische Polizei hat gemeinsam mit der Lübecker Kriminalpolizei die Ermittlungen ausgenommen. Stuhlmann hatte seinen Dienst erst um 5,30 Uhr früh angetreten. Kampf mit Einbrechern in einem polnischen Postamt Warschau, 1. Dez. Auf das Postamt in Grodek Jagiellonika bei Lemberg wurde am Mittwoch ein blutige. Raubüberfall verübt. Zwei Personen wurden getöte: und sieben verletzt. Der Ueberfall hatte folgenden Verlauf Acht maskierte und mit Revolvern bewafinete Manner drangen in das Postamt, in dem sich zwei Beamte und ein Postdiener sowie vier weitere Personen befanden, ein und eröffneten sofort das Feuer. Die Beamten setzten sich mit der Schußwaffe zur Wehr und es entspann sich ein regelrechter Nahkampf, in dessen Verlauf zwei Banditen getötet wurden und sämtliche Anwesenden auf dem Postamt Verletzungen davontrugen. Die beiden anderen Banditen flüchteten mit einer Beute von etwa 4000 Jloty Bargeld. Tollkühner Schülerstreich Stralsund, 1. Dez. 1932. Einen tollkühnen Streich verübte ein Primaner der Stralsunder Oberrealschule. Er verschaffte sich nachts Eintritt in die Marienkirche, stieg im Innern des Turmes bis zu dessen oberster Galerie empor, errichtete an der Außenwand an einem Mauerhaken eine mitgebrachte Leiter. kletterte diese hinauf, band ein Seil an den nächsten Mauerhaken und arbeitete sich auf diese Weise bis zur Xrone des Turmes hinauf. Dort in über 100 Meter Höhe bejestigte er eine Fahne, bestehend aus einem Handtuch, auf das er mit Tinte einen Totenkopf, eine Wolfangel, ein Dreieck und mit Morsezeichen die Anfangsbuchstaben seines Namens und die seines Heimatsortes gemalt hatte. Morgens nach 5 Uhr verließ er die Kirche und ging später seelenruhig zur Schule. Die Fahne, die den Stralsundern groge Aufregung verursachte, wurde durch einen Zimmermann von einer Stirnluke aus mit einer langen Stange wieder herunter geholt. Dies ärgerte den jungen Mann, und er brachte in der nächsten Nacht unter der gleichen Lebensgefahr eine zweite Fahne, auf die er diesmal außer den vorbeschriebenen Zeichen noch einen Dolch gemalt hatte, zum Aushang. Diesmal befestigte der kühne Kletterer die Fahne an der höchsten Spitze des Turmes, dicht unter dem Wetterhahn. Das sahen am nächsten Morgen die Stralsunder mit Bestürzung. Doch die Polizei machte sich dahinter und nahm den jungen Mann beim Kragen Er erbot sich, seine Fahne selbst wieder aus der luftigen Höhe herunterzuholen und gab an, daß er sein wagehalsiges Kunststück aus keinerlei politischen Beweggründen vollführt habe, sondern lediglich seinen Mitschülern imponieren wollte, um damit aus anderen Städten gemeldete ähnliche Streiche in den Schatten zu stellen. von Luckners Empfang in Toronto □ Toronto, 1. Dez.„Kapitän Graf von Luckner ist in Toronto eingetroffen. Sein Empfang gab den Anlaß, in zahlreichen Ansprachen zu betonen, daß es nun zur Ueberwindung der vielen Schwierigkeiten in der Welt gelte, gemeinsam zusammenzuarbeiten, einst Trennendes zu vergessen und guten Willens daran zu gehen, das gegensei*„„„„ Colonel Drew, der Präsident des Empire=Clubs, wies darauf hin, daß es gute englische Tradition sei, den Krieg nicht als zwischen den einzelnen Staatsbürgern, sondern zwischen den Regierungen geführt zu betrachten. Das Vereinigte Königreich stünde immer an erster Stelle. wenn es gelte, seinen Feinden ritterlich zu begegnen. Reichswehrauto verunglückt * Stettin, 1. Dez. Zwischen Gollnow und Naugard. in der Nahe des Dorses Retztow, ereignete sich am Donnerstagvormittag ein schweres Kraftwagenunglück. Ein mit vier Personen besetzter Dienstwagen der Reichswehr kam auf der stark bereiften Straße ins Schleudern und fuhr mit grover Gewalt gegen einen Baum, Das Fahrzeug ging dabei in Trümmer. Der Führer des Wagens. ein Unterfeldwebel, war auf der Stelle tot. Ein Oberleutnant wurde schwer verletzt und in das Krankenhaus Naugard gebracht. Verzweiflungstat einer Mühlenbesitzerssamilie □ Goolar, 1. Dez. In der bedwigsmüdle bei Goslar haben in der Nacht zum Donnerstag der Mudlenbesitzer Kruse und sein 14jahriger Sohn Gilt genommen und sich ergossen. Die Frau des Muhlenbesitzers, die auf die gleiche Weise Selbstmord hatte veruben wollen. wurde in bedenklichem Zustande ausgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Finanzielle Schwierigkeiten sollen die Ursache der Verzweiflungstat sein. Die Kinderleichen in den Apselkisten Neuyork, 1. Dez. Zu dem grauenhaften Fund in Roßburn im kanadischen Staate Manitoba wird gemeldet: Die Haushälterin hat gestanden, daß die von ihr stammenden füns Kinder von dem Besitzer der Farm unmittelbar nach der Geburt erwürgt und in Apfelkisten begraben worden seien. Angarisch=rumänischer Zwischenfall Demonstrationen in der ungarischen Paßstelle in Klausenburg □ Budapest, 1. Dez. Nach einer Meldung aus Klausenburg(Siedenburgen) veranstalteten gestern nachmittag Rumänen vor der dortigen ungarischen Paßstelle eine Demonstration. Die Menge zertrümmerte die Fenster der ungarischen Paßstelle, drang in das Gebäude ein, zündete in einem Zimmer die Vorhänge an und hißte auf dem Gebäude die rumänische Fahne. □ Bukarest, 1. Dez. Der ungarische Geschäftsträger in Bukarest wurde heute vormittag im Auftrag seiner Regierung im rumänischen Außenministerium vorstellig. um gegen die gestrigen Demonstrationen vor dem Klausenburger ungarischen Konsulat Protest zu erheben. Der Unterstaatssekretär des Aeußeren drückte sowohl im Namen der rumänischen Regierung, als auch des Ministerpräsidenten Maniu persönlich sein tiefstes Bedauern über die Vorfälle aus und erklärte, daß alle erforderlichen Maßnahmen gegen eine eventuelle Wiederholung getroffen würden. Dem ungarischen Geschäftsträger wurde gleichzeitig mitgeteilt, daß die rumänische Regierung die Entartung der rumänischen Aktion gegen den ungarischen Revisionismus mißbillige. □ Budapest, 1. Dez. Vor Eintritt in die Tagesordnung des Abgeordnetenhauses brachte Graf Apponni die Kundgebungen gegen das ungarische Paßamt in Klausenburg zur Sprache. Die Ausschreitungen des Pöbels hätten von den rumänischen Behörden verhindert werden müssen. Es sei falsch, wenn man von rumänischer Seite solche Kundgebungen gewissermaßen als Reaktion auf die ungarischen Nevisionsbestrebungen hinstelle. Die ungarischen Revisionsbestrebungen bewegten sich in den korrektesten Grenzen und hätten ihre ausgesprochene rechtliche Grundlage im Paragraphen 19 des Völkerbundspaktes. In der öffentlichen Meinung der Welt komme die Auffassung immer mehr zur Geltung, daß die Friedensrevision nicht bie## ein ungarisches Interesse sei, sondern zur Stärkung der Bürgschaften des Weltfriedens beitrage. Ungarn habe also nicht nur ein formales. sondern auch ein moralischeRecht, die Vorgänge in Klausenburg zurückzuweisen und dafür Genugtuung zu verlangen. Minister des Aeußeren Puky erklärte, die Ausführungen Apponyis würden offenbar von der Gesamtheit des Hauses geteilt. Von den Vorgängen in Klausenburg sei die ungarische Regierung um so peinlicher berührt. weil sie dem von der Bukarester Regierung auf Intervention des ungarischen Gesandten vor drei Wochen gegebenen Versprechen und übernommenen Verpflichtungen zuwiderlaufe. Auf den Verbalprotest des ungarischen Gesandten vom 14. Rovember habe an Stelle des damals zufällig erkrankten Ministers des Aeußeren Tituleseu der Staatssekretär des Aeußeren Radulescu geantwortet, die Polizei sei zur Verhinderung der ungarnseindlichen Rubestörungen allerdings verspätet eingetroffen, dies sei jedoch nicht absichtlich geschehen. Diplomatisches Meisterstück Washington, 1. Dez. Die englische Note wird hier allgemein als ein diplomatisches Meisterstück bewundert. Man sieht manche Argumente für diskutabe an und sieht in dem Brief eine Grundlage für künftige Verhandlungen. Eine Begründung der Nichtzahlung der fälligen Schuldenrate sieht man jedoch unter keinen Umständen darin. Da morgen eine französische Note ähnlichen Inhalts in Washington überreicht werden wird. wird der Eindruck einer alliierten Einheitsfront erweckt. Das erschwert die Lage noch mehr und dürfte den Kongreß in seiner ablehnenden Haltung nur bestarken. Rundfunk=Programm Freitag, den 2. Dezember 1932. 6.45 Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach: Atmungs= und Haltungsgymnastik. 7.00 Wettervorhersage und Zeitengabe. 7,05 Morgenkonzert. 1. Ich glaube Herr, daß du es bist. Kirchenlied 2. Zweite Polonäse(Liszt). 3. Ouvertüre zur Operette„Die schöne Galathee“(Supp:). 4. Sphärenklänge. Walzer(Jos. Strauß). 5. Zwei Intermezzi: a) Die frechen Spatzen(Löns); b) Der Ritter vom Steckenpferd(Evans). 6. Aus alten Opern. Potpourri. 7. a) Norwegischer Brautzug im Vorüberzieden(Grieg); b) Hochzeitstag auf Troldhaugen(Grieg). 8. Szenen aus der Operette „Die geschiedene Frau“(Fall). 9. Sturm=Galopp (Komzak). 8.00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 9.45 Gymnastik für Frauen. Hilde Bremus. 10,00 Erste Meldungen, Zeitangabe und Wasserstandemeldungen. 10.10 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11,10 Schulfunk für Schuler vom 10. bis 15. Lebensfahre. Pros. Edmund Joseph Müller: Rhythmische Gymnastik. 11,25 Schulfunk für die Mittelstufe höherer Lehranstalten. Französische Unterhaltung 11.45 Funkwerbung. Die kunterbunte Tietz=Viertelstunde: „Was schenkt man Tante Emmo?“ 12.00 Unterhaltungskanzert des Philharmonischen Orcheiters Stuttgart, Leitung: Max Sinzheimer. 1. Ouvertüre zur Oper„Der Beherrscher der Geister" (Weber). 2. Vorspiel und Hellafestmarsch aus der Oper„Die Königskinder“(Humperdinck). 3. Nußknacker=Suite(Tschaikowskn). 4. Scheberasade (Rimski=Korssakow). 5 Melodien aus der Oper Hansel und Gretel“(Humperdinck). 12.30 Wetterbericht. Zeitangabe und Mittagsmeldungen. 18.00 Mittagskonzert. Leitung: Wolf. 1. Kronungsmarsch aus der Oper„Der Prophet“(Meyerbeer). 3. Ouvertüre zur Oper„Mignon"(Thomas). 3. Magdalena. Walzer(Waldteusel). 4. Musikanten= Suite(Geisler), 5. a) Rondino(Sibelius): 5) Kleiner Tanz(Debussy). 6. Aus Mozarts Reich. Fantasie(Urbach). 7. Lustige Ouvertüre(Leusch= Gegen 14.30 15.30 15.50 16.20 17,00 18.20 18.45 19.00 19.30 19.55 20.60 21.00 22.05 22.20 22.45 ner). 8. Sevillana(Niemann): a) Volero: d) Mandolinata: c) Serenata. 9. Geschichten von Strauß Potpourri(Korngold). 14.00 Mittagsmeldungen 2. Funkwerbung mit Schallplatten. Wirtscha tomeldungen und Zeitangabe. Kinderstunde. Els Vordemberge: Achtung! Puppenmütter! Wir schneidern zusammen mit eine Schneiderin.(6) Jugendfunk. 1. Fritz Feiaert: Von Bauplänen III. Erklärungen an einem Baumodell. 2. Lehre: Breuer: Lehrgang des Schachspiels. VIll. Wie zieher die Bauern? Besperkonzert. Leitung: Hugo Weiß. 1. Oupen türe zur Oper„Die weiße Dame“(Boieldien). 2 Fantasie aus der Oper„Aida“(Verdi). 8. Alt sommerabend, Walzer(Waldteufel). 4. Potpourr aus der Oper„Die schöne Helen="(Offenbach) 5. Im heiligen Hain, Toubild(Lindemann). a Vindebona. Wiener Liederpotpourri(Leopold). 7 In der Runde. Galopp(Arbon). Englische Unterhaltung. Lektor Dr. C. Bennett— Lektorin A. Ruschkamp=Whitehead. Wetterbericht, Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht. Meister des Reiseberichts. Ernst Lissauer: Bilder vom Salzkammergut Der westdeutsche Arbeitsraum. Redakteur Georg Bener. Arbeiter der chemischen Industrie. Erste Abendmeldungen. Tanzmusik. Das Norag=Tanzorchester und das Scarpa=Orchester. Leitung: Gerbatd Maaß. Alte und Neue Tänze. Intermezzo: Lieder und Duette zur Laute. Ellen Wattenne und Hermann Munk Das Konzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Buschkotter. Solisten: Helene Zimmermann(Klavier). Adelheid Holz(Sopran). 1. Klavierkonzert A=Moll(Schumann). 2. Orchesterlieder(Donisch). 3. Zwei Konzertarien(Mozart). Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben. Sportbericht. Nachtmusik auf Schallplatten. Rachtmusi! 25 Jahre SCHAUBURG Die Schauburs feiert als Lchtssieltbeater das 31ber-Juhillun is voller Würdigung der Bedeutung, die die Scheuburg in den vertlossenen 25 Jahren gewonnen hai beranstaiten wir ab heute eine Festwoche, und ist ein Spielplen aufgesteltt, in weichem die Spitzen-Tonfilm-Werke deutscher Lichtsbleikunst zur Auttührung kommen. Jahre 1. Jubiläums-Tontilm a PFotheg Wiegl 1 *. * 1907 PhonoKinemaloscope ie Rohenzollernass! 1910 Hohenzollern Theater 1918 2. Jubiläums-Tonilin K.1 Die schönste Tonfilm-Operette Bezaubernde Musik— herrliche Darstellung- Schmiß und Tempe (ONEREISE NCC AUO CK) verbürgen Ihnen heitere Stunden Einmusikalisches Lustspiel ein Märchen von heute Sie werden lachen, sie selten zuvor, über den neuen Komiker Richard Romanowshl. über den die Presse einmätig urteilt:„„ie Sehenswürdigkeit des Filmes“! Die Ufa-Tonwoche zeigt das Neueste." bstenr b deir Feutbeche bens Gulstell- Kaseabtnung Nchents. 4 Uh, Anlang 4.30 Uhr. Sonntags 2 Uhr. Antang 2.30 Uhr. Durchlaufende Vorstellungen. Die Abentverstellengen beginnen Pratt 8 Uhr 0 95 5 5 7 5 95 St. Nikolaus naht! Als Geschenke für die lieben Kinder empiehlen wir: Krippen-Modellierbogen Bilderbücher Malbücher Erzählungsbücher Märchenbücher Nikolaus- oder Weihnachts-Kalender Kleine Briefkassetten Visitkarten Füllhalter Füllbleistifte Grohe Auswahl— niedrige Preise. 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