Altestes und verbreitetstes Blatt des Fürstentums und der angrenzenden Bezirke Die„Lippische Landeszeitung“ mit den unentgeltlichen Beilagen„Gut Brand",„Der Landwirk“, Etwas“ und„Blätter für Lippische Heimatkunde" erscheint mit Ausnadme der Sonn= und Festtage täglich. Geschäftsstelle: Detmold. Leopoldstraße 12. Fernsprecher Nr. 23. Telegramm=Adresse: Landeszeitung Detmold. Vertretungen in allen Orten des Landes. ½ Jahr M. 2.40, für 2 Monate M. 1.60. e M. 0.28 in.——-"— 1 Moniat M. 0.80. 0.28, für! Monat M. 0.14. Anzeigen werden mit 20 Pfennig die pareillezeile oder deren Raum derechnet. Reklamezeile M. 1.00. Komplizierte Anzeigen werden mit 50% Aufschlag derechnet. Kriegszuschlag 10% ld für ¼ Jahr inspaltige Non8 NS 299 (Postscheckkonto Hannover 7646.) Detmold. Donnerstag, den 21. Dezember 1916 (Postscheckkonto Hannover 7646.) 149. Jahrgang Lippischer Landtag. Sitzung vom 20. Dezember, nachmittags 3½ Uhr. Anwesend 18 Abgeordnete; es fehlen die Abgg. Frevert und Krieger. Am Regierungstische Staatsminister Biedenweg, Wirklicher Geheimer Rat Pustkuchen, Geh. Oberregierungsrat Ernst. Geh. Regierungsrat Böhmer, Steuerrat Rothe, Regierungsrat Petri, Geh. Archvral Dr. Kiewning, Landesbankdirektor Thörner. Eingänge. Schreiben der Synagogengemeinde Detmold wegen Hinausschiebung der Schulgemeindewahlen. Nachdem Regierungsrat Petri erklärt hat, daß die Angelegenheit nicht dringlich sei, daß eber eine allgemeine Berücksichtigung der Bedürfnisse der lippischen Synagogengemeinden erfolgen müsse, die durch eine besondere Vorlage an den nächsten Landtag in Aussicht genommen sei, beantragt Abg. Dr. Neumann=Hoser die Eingabe der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen, womit sich der Landtag einverstanden erklärt. Eingabe des Zieglers Tünnermann in Lüerdissen wegen Ueberlassung von Land auf der Luberheide.— Petitionsausschuß Der Landtag beschäftigte sich zunächst mit der Erledigung der Regierungsvorlagen. Vorlage 61: Aufhebung des Landkasse= Administrationskollegiume Die Annahme des Gesetzes in 3. Lesung erfolgt ohne Debatte und einstimmig. Vorlage 60: Gesetz betr. die Gemeindewahlen während des Krieges. Staatsminister Biedenweg: Die Bezugnahme auf das Gesetz vom 22. November 1915 bzweckte nur, klarzustellen, daß die Bestimmungen dieses Gesetzes in Geltung bleiben sollen und daß die Zulässigkeit der Ersatzwahlen bestehen bleibt. Abg. Dr. Neumann=Hofer: Nach dem Artikel 2 wird wohl die Möglichkeit eröffnet, keine Ersatzwahlen während des Krieges vor zunehmen, aber diese Röglichkeit ist ausdrücklich an den Beschluß des Magistrats und Gemeindrausschusses wie an die Zustimmung der nüchsten Kommunal=Aufsichtsbehörde geknüpft. Abg. Wegescheidt: Wo es eben möglich ist, müssen Ersatzwahlen stattfinden, nud ich bitte daher die Regierung dafür zu sorgen, daß die fragliche Zustimmung zu dem Ausfall dieser Wahlen nicht ohne weitetes gegeben wird. Der Lanotca smmt der Vorlage endgiltig zu. Vorlage 62: Kriegsteuerungszulagen für die Beamten. Abg. Schelp: Die Dringlichkeit und Wichtigkeit dieser Vorlage ist schon in der ersten Lesung bervorgehoben worden. Der Finanz= ausschuß bat deshalb auch bei der Durchberatung längere Zeit darauf vermenden mussen, die Vorlage so zu gestalten, wie es den Bedürfnissen entspricht. Dementsprechend sind nun allerdings die Beschlüsse erras anders ausgefallen. Zunächst wurde allgemein angeregt. die Selbversorger unter den Beamten auszuschließen, weil sie doch immerhin besser daran wären als die andern. Nachdem aber die Regierung erklärt hatte, daß die Volksschullebrer, auf die es hauptsächlich ankommt, während des Krieges ganz außerordentlich stark in Anspruch genommen sind, und da man andererseits die Schwierigkeiten nicht verkennen konnte, die bei der Durchführung solcher Ausnahmebestimmungen sich ergeben würden, hat man der Anregung keine Folge geleistet. Nach einer Berechnung stellen sich nun die Kosten der Vorlage auf insg. samt 30 000 Mark. Die einmaligen Unterstützungen machen 6000 Mark aus, die dauernden monatlich 2000 Mark. Hinsichtlich des Vorschlages der rückwirkenden Kraft, die die Regierung den Beschlüssen geben wollte, hat sich die Rehrheit des Ausschusses auf den Standpunkt gestellt, daß es doch richtiger sei, die laufenden Unterstützungen erst vom 1. Januar n. J. an zu zahlen. Aog. Dr. Neumann Hofer: Der hauptsächlichste Grund für diesen zuletzt erwähnten Beschluß liegt darin, daß jetzt zu Weibnachten und Neujahr einmalige Unterstützungen in böberer Summe gezadlt werden und deshalb war die Rehrheit der Reinung, doe es nicht netwendig sei, die lausenden Beihilfen mit rückwirkender Kraft auszustatten. Bei dieser Gelegenheit möchte ich wir die allgemeine Bemerkung gestatten, daiß es doch richtiger ist, die Vorlagen anders zu gestalten als es hier geschehen ist. In dieser Vorlage gibt es keinen eigentDie Racke ist mein. Ein veimatroman. Von Adam Albert. (24. Fortsetzung.) 9. Als Toni sich von seinem Dirndlein verabschiedet hatte und nach Hause kam, sah er auf dem Hofe alles in Unordnung. Der erste Schnee war noch nicht gefallen und doch standen zwei Schlitten auf der Hofstelle. Man hatte sie aus dem Schuppen gezogen, um den kohen und breiten Staatswagen des Herrenhauern, der lange schon verpfändet war, bequemer herauszubringen. Die Rindviehställe und die Scheunen standen sperrangelweit offen und die Stallstreu war bis in die Mitte des Hofraumes verzogen. Ein Handelsmann sei dagewesen, ein Weißkopf mit Fuchspelzmütze und einige Viehtreiber. Sie hitten alles Milchvich fortgeschafft und die Jährlinge der Rinder und aus der Untertenne der Scheunen die ganze Schfberde. Vor dem Vackhause standen mit mehlbepuderten Fürtüchern die Mägde und steckten heimlich die Köpfe zusammen. Seilbst dies sonst unbekümmerte Weibervolk merkte nun doch auch, daß Markus Seppenhauser mit seinen letzten Talern Fangball spielte. Sie waren es nämlich gewohnt gewesen, auf eine Hivze Brot fünfzehn stattliche Laibe zu rechnen. Das Roggenmehl aber, das nur noch vorhanden wir, reichte kaum mehr zu einer halben Hive. Die Kuechte und Tagelöhner gingen mißmutig einher. Sie schlürften mit ihren schweren Schmierstiefeln von einem verödeten Raum in den andern und lehnten sich zuletzt, da sie sahen, daß es für sie nirgends mehr etmas zu tim gab, laut gähnend an die Türpfosten. Nur ein Knechtlein war munter— das wair der Insterl. Dem Jüngsten auf dem Hofe ging die gute Laune nicht aus. Für ihn gab es immer noch einns, das sein ganzes Sinnen lichen Gesetzestext; Gesetz und Begründung sind miteinander verwoben, sodaß wir genotigt sind, auch die Begründung einer Prüfung zu unterziehen und in ihr Korrekturen vorzunehmen, die ganz von selbst notwendig werden, wenn wir den Gesetzestext ändern. Dadurch aber kommt die Regierung in eine etwas peinliche Lage, denn unsere Aufgabe ist es eigentlich nicht, die Begründung, die die Regierung den Vorlagen gibt, nach unserm Belieben umzugestalten. Der Antrag, in der Einleitung statt 1. Oktober 1916— 1. Januar 1917 zu setzen. wird angenommen. I. Laufende Kriegsbeihilfen. Ziffer 1 wird unverändert angenommen. Ziffer 2. Abg. Schelp: Der Finanzausschuß beantragt hier folgende Fassung: Von der Beihilfe auszuschließen werden diejenigen Beamten sein, die bei dem Heere, bei der Marine oder bei den Schutztruppen Dienste tun oder bei der Militär=, Marine= oder Kolonialvertung oder bei den Verwaltungen in den besetzt gehaltenen feindlichen Gebietsteilen beschäftigt werden und über ihre Friedensbezüge hinaus bereits Zulagen erhalten, die im Sanitätsdienst tätigen Beamten, sowie diejenigen Beamten, welche ihr Gehalt für nebenamtliche Tätigkeit beziehen. Auszuschließen sind ferner diejenigen Beamten, welche ein Einkommen von mehr als 5100 Mark versteuern. Bei nebenamtlicher Tätigkeit soll also kein Anspruch auch auf die laufenden Beihilfen erhoben werden können. Der Finanzausschuß hat ferner berücksichtigt, daß es doch auch Beamte mit besonders großem Privatvermögen gibt, und diese Beamte sollen, soweit sie ein Einkommen über 5100 Mark versteuern, nicht berücksichtigt werden. Abg. Dr. Neumann= Hofer: Ich möchte darüber, daß der Ausschuß diesen letzten Satz hinzugefügt hat. noch meiner besonderen Genugtureng Ausdruck geten. Es wird eben damit klar zum Ausdruck gebracht, daß es sich hier lediglich um die Milderung von wirklichen Notständen handeln soll, und es würde in weiten Kreisen des Volkes nicht verstanden werden, wenn Beamte. die wobl ein geringes Gehalt haben, die aber wirtschaftlich so gestellt sind, daß sie unter den erzigen schwierigen Umständen noch ganz gut durchkommen können, diese besonderen Vergütungen bezögen. Im allgemeinen werden sich die bier inbetracht kommenden Beamten mit der Entschließung aus. söhnen, sie werden sich sagen, daß es so gerecht ist. Wo nichts anderes vermerkt ist, stimmt der Landtag den Anträgen zu). Zisfer 3 bleibt bis auf eine redaktionelle Streichung bestehen. Ziffer 4. Hier werden auf Antrag der Kommission die Worte„des Wobnungsgeldes" binzugefügt, damit klar erkennbar wird, daß auch das Wohnungsgeld außer Ansatz bleiben soll. Abg. Staercke wünscht, daß die Regierung bezüglich der Bewertung der Ueberstunden, die die Volksschullehrer jetzt leisten müssen. etwas entgegenkommender verfahren möge. Die Arbeiten seien außerordentlich umfangreich geworden. Den akademischen Lehrern würden schon Ueberstunden über die Zahl von 18 hinaus bezahlt, den Elementarlebrern an höberen Lebranstalien die Stunden über 30, während die Volksschullehrer ohne jede Vergütung 36 Stunden zu übernehmen hätten. Hinzu käme noch die ganz erdebliche Mevrveiastung durch die Zusammenlegung von Klassen. Ziffer 5. Abg. Schelp: Der Ausschuß hat hier eine Umgestaltung vorgenommen. Die Fassung, wie sie beantragt wird, lautet: Die laufenden Kriegsbeihilfen werden danach vom 1. Januar 1917 ab nach folgenden Sätzen monatlich zu zahlen sein: a) an verbeiratete Beamte mit einem Diensteinkommen unter 2700 Mark 6 Mark und für jedes Kind unter 15 Jahren 4 Mark b' an verbeiratete Beamte mit einem Diensteinkommen von 2700 Mark bis zu 3300 Mark beim Vorhandensein von einem Kinde unter 15 Jahren 5 Mark und für jedes weitere Kind unter.15 Jahren 3 Mark mehr e) an verbetratete Beamte mit einem Diensteinkommen von 3300 bis 1500 Mark können bei großer Kinderzahl in dringendem Bedarfsfalle entsprechende Beihilfen gewährt werden. Durch e wünscht der Finanzausschuß zum Ausdruck zu bringen, daß auch bei Beamten mit höherem Einkommen Beihilfen gewährt werden können, wenn eine große Kinderzahl vorhanden ist. Abg. Staercke: Leider ist unterlassen, der Kanzlisten und der jüngeren Lehrpersonen zu gedenken. Aus der Eingabe der Kanzlisten z. B. haben wir ersehen, daß unter diesen Beamten ein drückender Notstand herrscht. Es gibt viele Beamte, die nur 60 bis 75 Mark im Monat beziehen. In Detmold ist es doch beim besten Willen nicht möglich, mit diesem Gelde auszukommen. Wir können diesen Beamten nicht die Zumutung stellen, damit auszukommen, wir können es auch nicht verantworten, sie ohne eine Beihilfe zu lassen. Ich teuntrage deshalb die Einfügung einer neuen Ziffer, wonach an unverbeiratete Beamte mit einem Gehalt bis 900 Mark eine monatliche Zulage von 10 Mark und bei einem Gehalt bis 1800 Mark eine Zulage von 6 Mark gezahlt werden soll. Abg. Schelp: Ich kann diese Anregung nur warm unterstützen, zumal da uns gesagt worden ist, daß diese Beamte noch das Gehalt beziehen, das sie in Friedenszeiten bezogen haben. Abg. Dr. Neumann=Hofer: Ich bitte unter d und c das Wort „einschließlich" hinzuzufugen. Der Anregung des Herrn Abg. Staercke müßte wohl Folge geleistet werden, es darf aber nicht heißen„unverheiratete Beamte“, und es muß bei den Beträgen auch das Wort„mindestens" dazu gesetzt werden. Der Antrag Staercke wird mit dieser Aenderung angenommen. Die folgenden Ziffern werden mit unwesentlichen Aenderungen ebenfalls angenommen. II. Einmalige Kriegsteuerungszulagen. Abg. Schelp: Ich möchte hier gleich bemerken, daß im Ausschusse der Wunsch zum Ausdruck gebracht ist, daß die einmalige Zulage so schnell wie möglich gegeben werden möchte, wenn möglich noch als Weihnachtsgeschenk. Der Ausschuß hat hier in einem Punkte die Regierungsvorlage eingeschränkt, sie in andern aber erweitert. Er glaubt, daß bei einem Einkommen von 4000 Mark wohl ein Hausstand im Gleichgewicht gehalten werden kann, und bei Unverbeirateten soll die Grenze schon bei 2700 Mark sein. Dementsprechend wird vorgeschlagen, zu bestimmen: Außer den vorstehend erwähnten laufenden Kriegsbeihilfen werden den Beamten baldigst einmalige Kriegsteuerungszulagen zu gewähren sein, mit denen der Zweck erreicht werden soll, den Beamten einmalig größere Beträge in die Hände zu geben, um etwaige, infolge der erschwerten Lebenshaltung ausgenommene Darlehen abzustoßen. Kleider. Swuhe, Heizungsstoffe usw. zu beschaffen. Da diese Ausgaben die Beamten jetzt im allgemeinen gleich schwer treifen, einerlei, ob sie geringes oder höheres Diensteinkommen haben, sollen die verheirateten Beamten mit einem Diensteinkommen bis zu 1000 Mark einschließlich, die unverbeirateten Beamten mit einem Diensteinkommen unter 2700 Mark Zulagen gemäß Ziffer 2 erhalten. In dringendem Bedarfsfalle kann bei großer Kinderzahl eine entsprechende Beihilfe auch dann gewährt werden, wenn das Diensteinkommen über 4000 Mark bis 5100 Mark beträgt. Der Landtag stimmt zu. Ziffer 2 erhält folgende Fassung: Diese Julagen sollen betragen: wenn die Beamten unverbeiratet sind 40 b) wenn sie verbeiratet sind. aber weder Kinder unter 15 Jahren noch solche ältere Kinder im Alter bis zum vollendeten 18. Jahre, die— ohne eigenes Einkommen— sich noch in Schul= oder Berufsausbildung befinden. zu unterhalten haben 100 M., e) für jedes derartige Kind 30 M. mehr. Ziffer 4 wird hiernach gestrichen, da das, was in ihr enthalten ist, jetzt an anderer Stelle ausgesprochen wird. Die übrigen Bestimmungen dieses Absatzes werden ohne Debatte genehmigt. III. Lohnangestellte. Abg. Schelp: Die Frage, wie den Lohnangestellten in dieser teuren Zeit geholfen werden könnte, ist im Ausschusse sehr eingehend besprochen worden. Leider aber hat sich kein Weg gefunden, auf dem man hier feste Zahlen einsetzen könnte. Von der Regierung ist uns übrigens mitgeteilt worden, daß sie an die staatlichen Bauämter schon vor längerer Zeit die Anweisung habe ergehen lassen, den staatlichen Arbeitern Zuschläge von 10 bis 15 Prozent auf ihren alten Lohn zu bewilligen. So hat das Bauamt Blomberg demgemäß bestimmt: die ständigen Arbeiter, die bisher 2.50 M. erhielten, bekommen jetzt 3 Mk., minder kräftige, jüngere Arbeiter statt 2.20 Mk. 2.50 Mk. und Rentenempfänger 2 Mk. Fur das Zerkleinern der Wegesteine werden für den Kubikmeter jetzt 3.50 Mk. gezahlt. Es ist der Wunsch ausgesprochen worden, die Regierung möge die tatsächlichen Verhältnisse der Lohnangestellten eingehend prüfen und überall da wo es notwendig ist, eine Erhöhung eintreten lassen. Die Regierung hat das zugesagt, daß also eine Erhöhung der Maßgabe der im übrigen an die Beamten bewilligten Zulagen eintreten soll. Es ist dabei auch die Frage besprochen worden, ob auch die Arbeiter, die nur ganz kurze Zeit erst beschäftigt werden, diese Zulage auch erhalten sollen. Das Reich hat da bestimmte Grundsätze eingeführt, wonach die Arbeiter 6 Monate im öffentlichen Dienste gestanden haben müssen. Derartige feste Normen müßten vielleicht auch bei uns angenommen werden. Die Komwission ist im allgemeinen aber davon ausgegangen, daß ein Bedürfnis nach Lohnsteigerung bei den Arbeitern in jedem Falle vorhanden sei. Abg. Schmuck: Ich will anerkennen, daß die Kommission bedeutende Verbesserungen in die Vorlage hineingebracht hat. und ich freue mich, daß man anerkennt, daß bei den Arbeitern im allgemeinen und in jedem Falle ein Bedürfnis vorhanden ist, höhere Löhne zu bekommen. Es wird da aber noch von 2.50 und 3 Mark gesprochen, und da frage ich, wie ist es denn möglich, daß davon eine Familie lehen kann? Bei solchen Löhnen mun sie unter den jetzigen Verhältnissen doch an Unterernährung zugrunde aeben. Es muß mindestens eine 25= bis 30prozentige Erhöhung eintreten, wie sie im allgemeinen in der Industrie längst schon festgelegt ist. Staatsminister Biedenweg: Die Regierung hat sa schon im Juli aus sich heraus verfügt, daß die Löhne der Arbeiter erhöht werden sollen. Im übrigen aber möchte ich nicht die Vorwürfe unwidersprochen lassen, die Herr Abg. Staercke gegen die Domanialverwaltung gerichtet hat. Denn es könnte danach scheinen. als ob die Domanialverwaltung nichts für die Verbesserung der Lage der Forstarbeiter getan hätte. Ic habe feststellen können, daß in sämtlichen Oberförstereien der Domanialverwaltung schon seit längerer Zeit die Hauer= und Rückerlöhne um 25 Prozent erböht worden sind. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß die Holzarbeiter Vorteile in dem Bezuge von Brennholz haben. Klagen über zu niedrige Löhne sind der Domanialverwaltung nicht vorgetragen worden. und die vorhandenen Arbeiter haben sich zu den in Bctracht kommenden Arbeiten auch immer wieder gemeldet. Berücksichtigt werden können bei den Zulagen natürlich nur Arbeiter, die ständig beschäftigt sind. Abg. Staercke: Es ist ungemein erfreulich, daß die Wünsche der Arbeiterschaft hier auf allen Seiten die wärmste und Trachten beanspruchte, seine Stinnnung und Einvildungskraft hob, seinen Biugemut stählte. Zwar war er bis jetzt über die Ursache seiner inneren Freude fein stille gewesen, weil die Arbeit für die Nacht angeschafft war und es dahei verschwiegen zugehen sollte. Aber auf die Tauer hielt er doch die Verschwiegenheit nicht en. Es drückte ihn schon lange, daß Toni nicht mitarbeitete, ja, nicht einmal eine Ahnung von dem nächt lichen Vergnügen zu haben schien. „A Schwung is“," begann Justerl und blinzelte den jungen Seppenhauser mit versteckter Lustigkeit von der Sritc an. „Vaus hat einen Schwung?“ fragte Toni.„Meinst du die Wirshaft auf unserem Gute? Wahrhaftig sie ist liederlich genun. Willst du mich Aermsten noch kränken?" „Kei Spur von alledem. Ich mein draußt, in Feld und Weld und auf der Heid'.“ „Just verbotenerweis Vögel fangen oder Weiden schneiden?“ forschte Toni in schnell erwachter Neugierde. „Sell sag' ich nit.“ erwiderte heimlich tuend der Knecht. „Verstohlens, frei'ich, geht's her. zu mit, dann siehst du's gleich! Vist selm dabrei gewesen, nachher g'hörst zur Verwandtschaft und muißt stad sein.“ Nun war Toni doch selten bezierig, was Iusterl inegeheim trieb und wicher Lust er fröhnte. „Es is' kurzweilig.“ meinte aufmunternd der Knecht. „A Leitsegen hin ich meiner Lebtag nit awesen und so a Det is halt mei' Freud'. Toni kamm' und schau' dir die Gundi an und die Luten, die dabei sind. Am Benker Stadel im Langental siehst mich heut' auf d'Nacht. Jeder geht akkrat, wie er will, seinen Weg, daß kein' Menschen mas auffällt und am S. del is' das Treffen.“ Toni v#rspnich, daß er erscheinen werde. Er wollte dahinter kommen, was Insterl begeisierte. Die Nacht war kalt und klar, als er sich aufmachte, das Langental zu erreichen. Ein Heer von funkelnden Sternen überzog das ganze tiefblaue Firmament. Von den weitläufigen Hängen des Tales schimmerte das matte Licht der Mondhelle und verlieb der nächtlichen Wanderung einen unbeschreiblichen Reiz. Die dunklen Tannenwilder gegen den Falkenstein lagen wie in schwerem Traum befangen. Und still nar es hier in dieser weltsernen Einsamkeit. Das große, feierliche Scheigen schien sich noch zu vertiefen. Kein Ton und kein Laut drang von der Welt dmaußen in die geheinnisvolle Ruhe dieses einförmigen verlorenen Talwinkels. Ein Gehöfte tauchte jetzt auf, dessen beehäbiges Rohnhaus ein breit ausladendes Stindeldach hitte. Gleich danehen aber erschienen drei einstöckige Häuschen, ähnlich Söldnerhütten, deren Bemohner in ruhiger Sicherheit schliefen. Da mar kein Feuster vergittert oder auch nur mit einem Holzladen geschlossen, kein Hühnerstall verlegt oder versichert, kein Girichen verzännt. Dies stille, in schneigsamer Nacht träumerisch an mutende Resichen von menschlichen Wohnungen, das war der Wiler Benken. Seitmirts von den etlichn ammern lauerte in wartender Ungeduld der Insterl. Im Wiesengrund stand ein grauer Stadel, da trieb er sich umber. Er lief immer um die Ecke des Stadels und verschwand auf Augenblicke, dann kam er wieder hervor und spähte in die Nacht hinein. Loni beschleunigte seine Sibritte und sagte:„Richtig zur Stelle!" „Hut also doch noch Wort halten mögen?“ erwiderte mit einem vorsichtig gedämpften Ton in der Stimme der junge Knecht.####s lange werpassen hätt' mich jetzt bald verdrossen und du hätt'st mich nimmer angetroffen. Nu aber burtig den Berg hinauf, damit mir die Freud' bleibt und nit dem andern.“ Wieder drang Toni in seinen Vegleiter, um ihn zu einer Erklärung zu veranlassen.„Sug', Insterl. was ist eigentlich los? Was tweibt dich so in wilder Unruh'? Rede auch, wer ist der andere?“ Der Knecht aber machte eine bestimmte und abmehrende Handbewegung.„Jetzt wirst du's a so gleich spannen, wie der Gtung gebt und auf inns wir es abg'sehen haben.“ „Du bist ein Wichtling, ein ganz eigensinniger.“ schalt Seppenhauser im ernstlichen Jorn. Er dachte, wenn der Justerl ein Schießzeug trüge, dann wäre mir ja augenblicklich die Sache klar. Aber es läßt sich ein solches nicht entdecken. Und doch is''s nicht anderes, als ein Wilddieberei, wie ich innner wieder ahne. Die beiden stiegen im schweigenden Hochwald bergan und gerieten in Schweiß, da Justerl in treibender Eile vorwirts stürmte, als müßte er heute noch das Heil seiner Seele gewinnen. Am Rande einer vom magischen Zauber des Mondlichts übergossenen Vergwiese blieb er endlich stehen und wandte sich nach seinem Begleiter um. Er keuchte, wischte sich die heiße Stirne und zog sein Gesich zu einer beluglichen Gemütlichkeit auseinander. „So, jetzt haben wir das Schuierigste überwunden und können wiches Holz spalten.“ Er trat an einen hohlen Baum und schien mit tastender Hand nach etmas zu suchen. Er brichte ein(eemhr hervor. Der Blick Toni's wurde finster. Er kannte jä plötzlich den Schwung, der Iusterls junge Brust begeisterte. Ein mißmutiger Gedanke durchzuckte sein Gehirn. Wie sich doch die Sachlage schnell geändert hatte! Nach vor kurzem waren die Leute vom Ruckenhofe zur Jagd berechtigt geneesen, jetzt ging es heimlich. „Warum denn nit.“ versetzte der Knecht mit lachenden Augen, als er die Empörung seines Begleiters gesehen hatte. „Unsereiner kennt ja ohnedies das ganze Revier, jeden Wildmechsel und jeden Schlief, alle Gangsteig' und b'sondenen Fleckeln. Jawohl, wir haben in den letzten Wochen g'hörig unterm G’wild aufg'ränmt. Im Vilstal und auf der Hinteralpe haben wir g'jagert. im Achtal und a am Breitenberg.“ „Wer?“ fragte der Bauernsohn mit heißem Atem.„Du und der andere? Wer ist der andere?“ (Fortsetzung folgt.) Unterstützung finden. Ich bin überzeugt, daß das draußen in der Arbeiterschaft freudige Aufnahme finden wird. Ich bitte die Staatsregierung aber auch, in Anweisungen an die betr. Behörden dahin zu wirken, daß überall das wärmste soziale Mitgefühl bekundet wird. Jeder Vorgesetzte sollte sich die tatsächlichen Lebensverhältnisse vor Augen halten und das Einkommen damit in Verbindung bringen, welches die Arbeiter beziehen. Eine generelle Lohnerhöhung ware wohl wünschenswert, und ich nehme an, daß die Regierung aus der Kommission die Ueberzeugung mitgenommen hat, daß der Landtag etwas Derartiges wünscht. Ich hoffe auch, daß es dier nicht bei der Bedingung des Reiches bleibt, wonach die Arbeiter sechs Monate lang beschäftigt gewesen sein müssen. Drei Monate genügen auch. Die Industrie im Lande ist durchweg mit gutem Beispiele vorangegangen. Es sind hier durchweg Lohnzulagen von 50 bis 300 Mark pro Jahr zugelegt worden. Die Industrie hat ihre Pflicht gegen die Arbeiter also erfüllt. Aba. Dr. Neumann=Hofer: Es ist mir nicht ganz verständlich gewesen, daß eine gewisse Zeit der Beschäftigung Voraussetzung für die Gewährung der Zulagen sein soll. Warum denn? Es handelt sich doch darum, daß die Löhne erhöhr werden, und wenn jemand nur kurze Zeit beschäftigt ist, soll er eben auch einen entsprechend höheren Lohn beziehen.(Staatsminister Biedenweg: Es handelt sich um einmalige Zulagen!) Bei einmaligen Zulagen ist natürlich eine gewisse Beschäftigungsdauer Voraussetzung, aber die Hauptsache ist doch die Erhöhung der Löhne. Abg. Schmuck: Eine gewisse Zeitlang muß ja der Arbeiter beschäftigt sein, wenn er die einmalige Zulage erhalten soll, aber ich möchte mich entschieden dagegen aussprechen, daß eine dauernde Beschäftigung im Staatsdienste vorausgesetzt wird. IV. Ruhegehaltsempfänger und Hinterbliebene von Beamten. Abg. Schelp: Der Ausschuß bittet um unverunverte Annahme. Es ist eingehend darüber gesprochen worden, ob es nicht möglich sei, auch den im Ruhestande lebenden Beamten feste Zulagen zu gewähren. Es hat sich aber dabei ergeben, daß sich das nach Lage der Verhältnisse nicht durchführen läßt Die Staatsregierung wird im Bedürfnisfalle aber gern überall helfend eingreifen, und die Ermächtigung vom Landtage soll sie jetzt bekommen. Schlußbestimmungen. Abg. Schelp: Die Staatsregierung hatte hier die Ermächtigung verlangt, daß sie das Recht hätte, für den Fall, daß im Reiche und in Preußen abgeänderte Grundsätze in dieser Beziehung angenommen würden, auch für Lippe entsprechende Anordnungen ohne weiteres zu erlassen. Der Ausschuß war aber der Meinung, daß in einem solchen Falle der Landtag wieder um seine Zustimmung angegangen werden müßte. Die Entscheidung behält er sich also vor. Die Vorlage wird in 2. Lesung genehmigt. Die 3. Lesung schließt sich an. Mit einigen redaktionellen Arnderungen wird die Vorlage dann auch in dritter Lefung. und zwar einstimmig angenommen. Verlage 59: Verkauf des Ministerialgebäudes— Fürst Leopold=Akademie für Verwaltungswissenschaften. Abg. Dr. Neumann=Hofer: Der Ausschuß hat darüber ausführlich beraten, und empfiehlt Ihnen, dem beantragten Verkaufe des Ministerialgebäudes zum Preise von 100 000 Mark zuzustimmen. Seinerzeit ist zwar damit gerechnet worder, daß sich vielleicht ein höherer Preis erzielen ließe, aber die Erwartung hat sich nicht erfüllt. Es kommt jetzt zurem in Betrocht, daß es sich bei der neuen Verwertung des Gebäudes um einen Zweck handelt, der unzweifelhaft im allgemeinen Interesse liegt, und das hat sich schon bei der ersten Lisung der Vorlage gezeigt, als den in Betracht kommenden Instanzen, dem Fürsten, seinen ersten Beratern, dem Steateminister und dem Chef des Zivilkabinetts warmer Dank ausgesprochen worden ist. Es würde ja merkwürdig aur sehen, wenn wir bei dieser Gelegenheit, wo ohne eine finanzielle Mitwirkung dem Lande ein solches Geschenk gemacht wird, noch knausern und versuchen wollten, etwas mehr herauszuschlagen. Der Ausschuß ist der Meinung, daß ein derurtiges, wohl nicht ganz würdiges Verhalten für uns garnicht in Frage kommen kann, und er empfiehlt des. halb den Verkauf des Gebäudes zu 100.000 Mark. Der Ausschuß hat es aber auch für seine Pflicht gehalten. sich auch über die Pläne für die Ausführung der Absicht. über finanzielle Sicherung usw. zu vergewissern, und ich kann segen, daß er in dieser Beziehung vollkommen zufried engestel“ worden ist. Finanzielle Sicherungen sind für eine lange Reibe von Jahren hinaus vorhanden, sodaß wir in dieser Beziehung Bedenken nicht zu haben brauchen. Weiter ist uns über die Absichten beim Betriebe der Verwaltungsakademie Mitteilung gemacht worden, aus denen zu entnehmen ist, daß sowohl für unser Volk, wie auch darüber hinaus für die deutsche Allgemeinheit dadurch etwas geschaften wird, was der allgemeinen Anerkennung sicher ist. Es ist schon in erster Lesung darauf hingewiesen worden, daß es wünschenswert ist, für unsere mittlere Beamtenschaft eine Vildungsstätte zu schaffen, an der sie sich fortbilden kann. Und wir haben jetzt die Hoffnung, daß diese Bildungsstätte nicht nur aus unserm Lande, sondern auch aus dem weiteren Deutschland stark benutzt werden wird. Abg. Schmuck ersucht um Protokollierung der Mitteilung, daß finanzielle Lasten für das Land aus dieser Gründung nicht entstehen werden. Abg. Dr. Nenmann=Hofer: Ich kann nur bestätigen, daß diese Versicherung im Ausschusse nachdrücklich abgegeben worden ist, und nach dem, was uns sonst mitgeteilt ist, habe ich keinen Zweifel daran, daß unser Land eine Belastung nicht erfahren wird. Vielleicht könnte ich noch hinzufügen, daß uns auch die Pläne des Gebäudes vorgelegt worden Die untere Donau. Von Oberst Immannel. „Die in der Norddobrudscha stehenden russischen Truppen haben ihre Stellungen geräumt.“ Sie sind über das Mindungsgebiet der unteren Donau auf das linke Stromufer zurückgegangen und haben sich hiermit einstweilen in Sicherheit gebracht. Wir erinnern uns, daß dies ganz die gleichen russischen Streitkräfte sind, die, als Rumänien Ende August 1916 seinen Todessprung tat, den großen Siegeszug durch die Dobrudscha nach Bulgarien hinein auf Warna machen sollten. Von dort hoffte man nicht mehr weit bis zur Verbindung Sofia—Konstantinopel und bis zum Bosporus zu haben. Der russische Rückzug aus der Dobrudscha ist ein stratezisches Ereignis ersten Ranges, denn er bedeutet den Verzicht der russischen Heeresleitung auf jeden weiteren Angriffsgedanken auf der Balkanhalbinsel und die Umkehr zur Verteidigung der Moldau und des eigenen südrussischen Gebietes. Die kraftvolle, trotz aller Schwierigkeiten des Geländes und Wetters jede Gegenwehr vor sich niederwerfende Verfolgung, die Mackensen nach der Einnahme von Bukarest über die Jalomiten aufnahm, und das Vordringen der 9. Armee über Buzau hinaus gegen den unteren Sereth haben die Russen zu diesem Rückzug veranlaßt. So rückt das Mindungsgebiet der Donau in den Vordergrund der allgemeinen Aufmerksamkeit. Die Donau, dieser in seinem Oberlauf bis Wien hinaus urdeutsche Strom, hat das Schicksal vieler anderer Ströme, daß er sich vor seiner Mündung in mehrere Arme verästelt und ein sumpfiges Niederungsland von höchst schwieriger Gungbarkeit bildet. Bei Galatz wendet sich die Donau an der Stelle, wo von links her der Sereth einnnindet, in einem scharfen sind. Die Akademie soll sich danach nicht auf das bestehende Gebäude beschränken, sondern dies soll der Flügel eines größeren Gebäudes werden, und nach den uns vorgelegten Plänen ist darauf zu rechnen, daß das Haus eine Zierde unserer Residenz für die Zukunft werden wird. Der Landtag erklärt danach sein Einverständnis mit dem Verkause des Ministerialgebäudes in der vorgeschlagenen Weise. Er iimmt ferner den Vorschlägen über die Verteilung der Beiträge zu den Schullasten zu, die aus der Fürstlichen Forstkasse alljährlich gezahlt werden. Angenommen wird auch der Antrag des Finanzausschussed. dem Bauerrichter a. D. Spieker in Belle eine laufende fälrliche Unterstützung von 180 Mark zu gewähren. Zu der Eingabe von Frl. Vornemeier, Barntrup. wessen Gewöhrung einer laufenden Unterstützung wird auf Antrag des Petitionsausschusses beschlossen, die Regierung zu ersuchen, nach Prüfung der Verhältnisse der Bittstellerin zunachst für die Dauer der Teuerung eine jährliche Unterstützung zu gewähren. Schreiben des Staatsministeriums über die Errichtung der Fürstlich Livvischen Staatswerkstätten. Abg. Dr. Neumann=Hofer: Das Staatsministerium ku. den Landiag benachrichtigt, daß es mit der Livpischen Werkstatten=Aktiengesellschaft einen Vertrag geschlossen hat, wonach diese Aktiengesellschaft den Titel: Fürstlich Lippische Staats=Werkstätten A.=G. annehmen darf. Als Gegenleistung hat die Gesellschaft dem Staate 100 Aktien gratis und franko übersandt, hat sich ferner mehr oder weniger unter die Aufsicht des Staates gestellt, hat auch Vorsorge getroffen, daß wichtige Aenderungen ohne Zustimmung des Staates nicht erfolgen können. Die Regierung hat sich also einen direkten Einfluß auf den Betrieb des Werkes gesichert, — sonst wäre sie ja auch nicht in der Lage gewesen, der Gesellschaft das Recht, den Titel Staatswerkstätten zu führen. zu erteilen. Als Gegenleistung ist von der anderen Seite nicht nur der zehnte Teil des Aktienkapitals gegeben worden, sondern es ist auch die Verpflichtung übernommen worden, daß der Teil des Unternehmens des Gründers dieser Aktiengesellschaft, der bisher in Barmen domizilierte und der sich mit der Ausführung von Staats= und Reichsaufträgen befaßt, nach hier überführt werden und für Rechnung dieser Aktiengesellschaft gehen soll. Es ist das natürlich ein ganz außerordentliches Entgegenkommen,— der Mann beschäftigt 2000 Arbeiter— und hat das Werk aus sich heraus so außerordentlich hoch gebracht. Die Folge davon ist, daß diese Aktiengesellschaft, bei der der Staat beteiligt sein wird, nicht erst von unten herauf zu arbeiten braucht, sondern von vornherein schon mit einem großen Nutzen arbeiten wird, sodaß wir annehmen dürfen, daß von vornherein auch der Stuat einen erheblichen Vorteil haben wird. Der Ausschuß hat die Mitteilung zur Kenntnis genommen und beantragt. sie damit für erledigt zu erklären. Eine Zustimmung des Landtags dazu erscheint nicht erforderlich. Der Ausschuß ist ersreut gewesen, daß die Regierung diese Sache hat machen können, und er nimmt an, daß der Landtag von demselben Gefühl beseelt ist. (Schluß des Berichts in morgiger Nummer.) Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauptquartier, 20. Dez. 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Frout der Heeresgruppe des Generalfeld. marschalls Krouvrinz Rupprecht von Bauern An der Somme, au der Aisne und in der Champagne sowie auf dem Ostufer der Maas nur in einzelnen Abschnitten wechselnd starkes Artilleriefener und Patrouillen= tätigkeit. Oestlicher Kriegsschauvlatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Nichts wesentliches. Front des Generalobersten Erzherzog Joseph. In den Bergen auf dem Ostnfer der„goldenen Bistritz“. scheiterten mehrere Angrisse russischer Vataillone. Balkan=Kriegsschauvlatz. Front des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Nichts neues. Mazedonische Front. Vereinzelt war die Artillerictätigkeit lebhafter. Der Erste G.nalenartiermeister. Ludendorff. Rbendbericht des Großen Hauptquartiers. wtb. Berlin. 20. Dezember, abends.(Amtlich.) An der Westfront und im Osten keine größeren Kampfhandlungen. Im nördlichen Teile der Dobrudscha hat sich der dorthin gewichene Gegner wieder zum Kampfe gestellt. Im Cernabogen sind nach starkem Feuereinsatz feindliche Augrifse vor unseren Stellungen gescheitert. Bogen aus der bisher südnördlichen Stromrichtung nach Osten und bald darauf an der Einmündung des Pruth nach Südosten, jetzt dem Schwarzen Mcer zufließend. Der Hauptarm des Stromes hat bei Galatz eine mittlere Breite von 700 Metern bei einer Tiefe von 20 bis 40 Metern. Etwas weiter unterhalb, bei dem auf der Dobrudschaseite gelegenen Tultscha(Tulcea) teilt er sich in große Mündungsarme. Hier beginnt sein„Deltaland“, das eine mehr als 2500 Quadratkilometer große, für Truppenbewegungen äußerst schwierige Sumpfwildnis darstellt. Schilfwaldungen von 3 Meter Höhe, durchschnitten von Flußarmen, Soen und Morästen, sind noch heute die Heimat von Seevögeln, Wölfen und Büffeln. Die beiden Hauptarme— im Süden der St. Grorgsarm, im Norden der Kilia=Arm— liegen von der Meeresküste 96 Kilometer auseinander. Der eigentliche Schiffahrtsweg ist der kanalisierte, unter Aufsicht der Donaukonnnission stehende mittlere Arm. die Sulina. Bis 1878 gehörte die Donaumündung bis zur Kilia der Türkei, das Nordufer nar runänisch. Im Berliner Kongreß nötigte Rußland den Rumänen die Dobrudscha und damit auch die Donausümpfe auf und nahm sich dafür das rumänische Bessarabien bis zum Pruth und zum nördlichen Mündrungsarm der Donau. In allen Türkenkriegen hat die Strecke von Braila bis Tultscha als Uebergangspunkt der Russen nach der Dobrudschm eine entscheidende Rolle gespielt. 1828 erfolgte der Uebergang von Satunovo nach Isaktscha, nicht gestört von den Türken, aber äußerst erschwert durch das sumpfige Gelände. Isaktscha, heute ein bedeutungsloses Städtchen, ist, nebenbei bemerkt, als„Fatinitza“ bekannt. Im Krimkrieg (Dairz 1854) überschritten die Russen ohne Widerstand die Donau gleichzeitig an drei Stellen, bei Braila, Galatz und Tultscha. 1877 fand ein Uebergang zwischen Braila und (alatz nahe der Serethmündung statt. Die Türken konnten Oesterreichisch-ungarischer Bericht. Oestlimer Kriegsschauplatz. wid. Wien. 20. Dez.(Amtlich.) Gegen unsere Stellungen im Mesticanestiadschnitt wiederholten die Russen gestern ihre heftigen Augriffe, die unter größten feindlichen Verlusten abgewiesen wurden. An den andern Frontteilen hat sich nichts Wesentliches ereignet. Italienischer Kriegsschaupla Südöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Untergang eines französischen Linienschiffes wib. Berlin, 20. Dez. Amtlich. Eines unserer Unterseebodte hat am 26. Novemder etwa 50 Seemeilen nordwestlich von Lissabon ein seindliches Linienschiff durch Torpedoschuß versenkt. Es handelt sich um das vom französischen Marineministerium am 8. Dezember als mit der gesamten Besatzung verloren gemeidete sranzösische Linienschiff „Sussren.“ Der Chef des Admiralstabs der Marine. wlb. London, 19. Dezemor:. Wie Llonds meldet, sollen die dänische Varle„Jergen“ und der norwezische Dampfer„Sjourna“ versenkt worden sein. BriandsneneseRede wtb. Paris 19. Dez.(Senat. Ausführliche Meldung.) Iin seiner Antwort auf die Rede Berangers erklärte Briand: Die Stunde ist fortdauernd ernst, unser Land ist aber über andere schwierige Stunden hinweggekommen. Denken Sie an die Armee von Verdun. Es ist eine Freude, festzustellen, daß nach zehnmonatigen Anstrengungen die Franzosen den Sieg auf ihre Fahnen schreiben konnten.(Beifall.) Dieser Krieg ist nicht mit anderen zu vergleichen, er hat ganze Nationen zum Kampfe miteinander gebracht. Wir sind nicht durchgedrungen, aber ist Deutschland in Frankreich durchgedrungen? Die deutschen Heere hatten dort Augenblickserfolge. Wir wissen, daß diese Heere eine furchtbare Macht bilden, der Sieg kann aber nur in logischer Folge kommen. Deutschland hat niemals einen entscheidenden Erfolg errungen, da es ihn nicht am Anfange des Krieges hatte. Es darf ihn nicht haben.(Lebhafter Beifall.) Es konnte auf diesen Sieg am Anfang infolge seiner 45jährigen Vorbereitung hoffen, aber seit seinem Mißerfolg an der Marne und an der Vser ist es der endgültigen Niederlage verfallen(Beifall), seitdem die Anstrengungen der Alliierten sich verstärken und sich einordnen in die gemeinsam verabredeten Unternehmungen der vier alliierten Großmächte. Es gab dabei unvermeidliche Schwierigkeiten. Die Regierung bemüht sich, sie zu vermeiden. Kann man an dem Ausgang zweifeln? Die Deutschen hatten ihren Sieg durch die Offensive vor Verdun angekündigt. Die französisch=englische Offensive brachte ihnen eine grausame Enttäuschung. Dies zeigt unseren Soldaten, daß die Stunde der Befreiung unseres Landes sich gewandelt habe. Italien seinerseits war Gegenstand eines furchtbaren Angriffs, die Russen brachen aber auf und entlasteten Italien. Das sind einige Beispiele der übereinstimmenden Zusammenarbeit der Alliierten. Ich für meinen Teil habe mich bemüht, dieses Einvernehmen enger und fruchtbringender zu gestalten. Auf eine Anfrage Tourons über den deutschen Friedensvorschlag erklärte Briand: Im ersten Augenblicke, auf eine einfache Mitteilung der Blätter hin, habe ich in der Kammer bekannt gegeben, was ich über den Vorschlag, den ich als ein plumpes Manöver ansehe, denke. Meine Acußerung entsprach dem Gefühl aller Verbündeten. Seither sind in Italien und Rußland kräftige Worte gesprochen worden, um zu zeigen, daß wir uns nicht foppen lassen. Morgen wird eine vereinbarte Antwort erteilt werden, und sie wird in klarer Weise bekannt geben, daß der Vorschlag der Mittelmächte unmöglich ernst genommen werden kann. Ich gestatte mir, nachdrücklich auf den wirklichen Charakter der Rede Bethmann Hollwegs hinzuweisen. Wenn Deutschland im Augenblicke, wo es sämtliche letzten Reserven seiner Bevölkerung aufbietet und die Bevölkerung von Belgien und Polen zwangsweise verschickt, wenn Deutschland in dem Augenblick, wo es im Osten Erfolge hat, die Gewißheit des Sieges hätte, würde es dann einen solchen Vorschlag gemacht haben? Es ist eine Falle und ein Manöver. Deutschland macht jetzt schwierige Stunden durch. In seiner öffentlichen Meinung zeigt sich Schwanken und Wankelmut, und da erhebt sich Deutschland vor der Welt und sagt: Ihr habt diesen Krieg gewollt! Er ist mir aufgenötigt worden. Die Antwort auf diese Behauptung ist zu leicht zu erteilen. Es ist nicht mehr notwendig, zu zeigen, daß die alliierten Länder sich bis zum letzten Augenblicke bemüht haben, den Frieden aufrecht zu erhalten, aber der Krieg war von den Mittelmächten beschlossen, und sie stürzten sich in ihn, von der Gewißheit getrieben, daß sie siegen werden. Der Reichskanzler hat sogar gewagt, zu sagen, daß er sich um einen Fetzen ihn nicht verwehren und räumten die kleine Festung Matschin. Braila ist ein wichtiger Ausfuhrhafen Rumaniens für Weizen und Oelgewächse, eine Stadt von fast 60000 meist bulgarischen Bewohnern. Die ehemals bedeutenden Festungswerke sind zerfallen. Die Stadt, die bis zum Jahre 1883 Freihafen war, liegt südlich des Sereth. Galatz hat eine geschütztere Lage, denn es wird gegen die Malachei hin durch den Sereth=Abschnitt gedeckt, liegt aber sehr nahe hinter ihm. Die fast 75000 Einwohner zählende Stadt war im Frieden nicht befestigt und ist der Mittelpunkt der Donauschiffahrt, wo in der Regel bedeutende Vorräte aufgespeichert sind. Galatz hat in den Türkenkriegen viele Kämpfe erlebt und war 1855 bis 1857 von Oesterreich besetzt. In Galatz vereinigen sich große Bahnlinien von Bender(Odessa), Jassy, Czernowitz, Buzau und Bukarest. Reni, der russische Donauhafen, hat sich trotz aller Bemüthungen Rußlands im Wettbewerb gegen Galatz nicht entwickeln können. Seine militärische Wichtigkeit liegt in der Eisenbahn, die hier von Bender(Odessa) her an die Donau trifft, und in der durch die Kriegsgeschichte erwiesenen Uebergangsmöglichkeit über diesen Strom. Abwärts Reni sind die Geländeverhältnisse für ein solches Unternehmen schwieriger, da sich der Strom vielfach verzweigt und auf dem Nordufer von ausgedehnten Seen begleitet ist. Bei Imail—Tultscha liegen die Verhältnisse günstiger. Hier erfocht Suworow 1790/91 blutige Siege über die Türken. Daß selbst ein Riesenstrom wie die Donau nicht unüberschreitbar ist, beweist die Vergangenheit, ebenso wie die allerjüngste Zeil. Unternahm doch erst kürzlich Mackensen seinen Uebergang über die Donau bei Svistov, während die Bulgaren in den letzten Tagen an vielen Stellen übersetzen konnten. Papier nicht zu kümmern brauche. Solche Worte werden nicht verschwinden können. Deutschland ist es, das die Verantwortung für diesen Krieg tragen wird. Wenn es nun sagt: Wir sind siegreich, wir bieten den Frieden an, so sagt es nicht die Wahrheit. Vor allem ist es nicht siegreich und es fühlt auch nicht den Sieg kommen, sonst würde es ihn der Welt aufnötigen. Dieser Schrei nach Frieden ist ein Schrei der Schwäche und auch eine schlaue Handlung. Man sucht vergeblich irgend etwas Bestimmtes in den Umständen, unter denen dieser Vorschlag gemacht ist. Auch er ist eine Kriegshandlung. Die Neutralen haben sich darin nicht getäuscht. Die Verbündeten sind fest entschlossen, diesem Manöver die einzige Antwort zu erteilen, welche es verdient. Unser Land wurde durch dieses Manöver nicht in Verwirrung gebracht. Frankreich hat dieses Manöver als eine Herausforderung angesehen und erklärt, daß die beste Antwort, die darauf zu erteilen war, der gestrige Sieg von Verdun ist.(Beifall.) Die amtliche Antwort der Alliierten wird unseres Landes würdig sein. wtb Paris, 19. Dez.(Senat.) Die erste Geheimsitzung zur Erörterung der verschiedenen Interpellationen wurde abends um 7½ Uhr beendet. wtb. Paris, 19. Dez. Die Kammer nahm die Wahl des Ausschusses vor, der beauftragt ist, den Gesamtentwurf zu prüfen, durch welchen der Regierung das Recht bewilligt werden soll, im Verordnungswege gewisse, die nationale Verteidigung betreffende Maßnahmen zu ergreifen. Von den Gewählten sind 23 Mitglieder Gegner des Gesetzentwurfes, 10 Mitglieder ihm günstig, doch verlangen auch sie die Abänderung des Gesetzentwurfes. Die Kammer nahm ferner die Wahl des Ausschusses vor, welcher die von Mitgliedern des Parlaments ausgehenden Anträge zur Abänderung der Verfassung prüfen soll. 27 der Gewählten sind gegen, 6 für die Anträge. Vom Tage. Französische Resignation über Verdun. wib. Bern, 19. Dezember. Während Echo de Paris in seiner Betrachtung der militürischen Lage trocken feststeilt, daß sich in den lerzten 21 Stunden bei Verdun nichte Neues ereignet habe, bemer: Temps, es sei wahrscheinlich, daß der Kampf in diesem Abschnitt#reits zum Abschluß gekommen sei. Hinsichtlich Rimäniens verich#### Temps dringend, daß die russisch=rumänischen Streitkräfte, die sich zwischen Buzen und Calmatein südlich von Braile befinden, sich schleunigst auf das Nordostufer des Sereth zurückziehen, da sonst zu befürnten sei, daß die alliierten Heere abgeschnitten würden. Eine ähnliche Besorgnis äußern auch die Militärkritiker der anderen Blatter wenn auch etwas versteckter. Eugland und die Neutralen. iu. Amsterdam, 20. Dez. Aus Loudon wird gemeldet, daß Lord Robert Cecil gestern im Unterhause mit teilte, die britische Regierung habe von den Regierungen sämtlicher neutraler Staaten die Versicherung erhalten, daf Schiffe, welche lediglich zur Verteidigung bewaffnet würden in ihren Häfen zugelassen würden. Einzig und allein die niederländische Regierung habe das abgelehnt. Das habe einen unangenehmen Eindruck hervorgerufen, umsomehr, als die Regierung niemals bestritten hätte, daß Kauffahrtei schiffe zur Selbstverteidigung bewaffnet werden können. Er hofse daher, daß niemals verweigert werden würde, solche be waffneten Schifse in die niederländischen Häfen zuzulassen, vor allem wegen der Tatsache, daß das neue englische Kabinett nicht dulden werde, daß englische Schiffe ohne einen Versuch der Selbstverteidigung von einem feindlichen Unterseeboot versenkt werden. Unsere Verpflichtung für die Zukunft der Mission keimzeichnet D. Arenfeld im Berliner Missionsbericht treffend wie folgt: „Es ist ein arger Fe#tum, wenn man meint, die Zeit sei nicht dazu angetan, an Mission zu denken und un ibretwillen zusammenzukommen. Wächst denn der Baum nur im Frühling, wenn er treibt, und im Sommer, da die Frucht reift: Picht auch in den stillen Wintermachen, in denen er neue Kraft sammel“ uns in seinen Knospen den Schmuck und die Frucht eines neuen Jahres bercitet? Nur scheinbar schläft er. Von seinem stillen, aber rastlosen Fleiß wird der kommende Frühling und sein Sommer leben“. So soll auch uns dieser lange Missionewinter wohl Stille, aber nicht Stillstand, wohl ein Aus ruben mit ernster Selbstbesinnung. aber nicht ein Untreu= und Trägewerden bringen. O, daß wir alle mit ausharrender Gewißheit an den kommenden Frühling graubten und an die Frucht, die auch auf den Missionsfeldern Gott von uns deutschen Christen aus dieser Saat von Blut und Tränen suchen wird! Die Zukunft der deutschen Wission bängt gewiß an nichts so sehr, wir darau, welchen Gewinn an Glaubenskraft und Glaubensgehorsam wir deutschen Christen aus dieser Zeit davon tragen. Wir können der Welt nicht geben. weis wir selbst nicht haben, und nur, wer da bat, dem wird gegeben, daß er andern geben könne." Wir stellen uns an der Jahreswende unter die der heißungsvolle Mahnung:„Seid stille, und erkennt, daß ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen auf Erden.“ Wir halten fest an der Gewißheit:„Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schut!“. Nordamerika und die Wegführung belaischer Krbeiter. Während die Wegführung belgischer Arbeiter nach Deutschland dem schweizerischen Bundesrat Anlaß gab, die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung darauf zu lenken, daß die öffentliche Meinung in der Schweiz sich über jene Wegführung erregte, haben die Ver einigten Staaten gegen die gleiche Maßnahme„in freundschaftlichstem Geiste, aber in feierlichster Weise“ Einspruch erhoben. Damit ist von Nordamerika ein neuer Beweis seiner antideutschen Haltung geliesert worden, die im Laufe des Krieges nur zu oft hervortrat. Denn ein sachlich-völkerrechtlicher Grund liegt zu dem amerikanischen Einspruch, wir seine Beantwortung durch Deutschland schlagend dartut, in keiner Weise vor. Die Quelle der deutschen Maßnahme, Englands Absperrungspolitik, die Hunderttausende belgischer Arbeiter brotlos macht, ist nicht Deutschlands Schuld. Die aus der arbeitslosigkeit der Betaier sich ergevenden öffentlichen Mißstände durch Be schoffung deutscher, velkerrechtlich einwandfreier Arbeitsgelegenheit zu beseitigen, steht im Einklange mit Artikel 43 der Haager Landkriegsordnung. Soweit bei der Durchführung des deutschen Vor gehens Vorsehen unterlusen, die namentlich eine Folge des Verhaltens belgischer Behörden sind, sollen sie schleunigst wieder gut gemacht werden. Zeigt die deutsche Regierung schon hiermit ihr Entgegenkommen, so unterstreicht sie es, wenn sie trotz der Grundlosigkeit des omerikanischen Einspruches sich bereit erklärt, einem Vertreter der ame ikonischer: Botschaft durch persönlichen Besuck. die Information übe die Verhältnisse zu gestatten, unter denen diwegn führten Belzieren Drutschland arbeiten. Damit abe. hat das drutsche Entgegenkommen auch seine Gienze erreicht. Selbst die amerikanische Androhung nachteiliger Folgen für das belgische Hilfewerk hat unsere Regierung nicht eingeschüchtert: sie würde eine solche Wirkung ihrer Maßnahmen„nicht zum wenigstens im Interesse der belgischen Bevölkerung sehr bedauern". Das kann nur heißen, daß die„ernstliche Verlegenheit“, die Nordamerika anmaßend genug von einer Beeinträchtigung des belgischen Hilfswerkes Deutschland drohen sieht, nach Ansicht der deutschen Regierung nur die Belgier tressen würde. In der Tat müßten die Vereinigten Staaten nötigensalls vor die Wahl gestellt werden, durch Englands Schuld brotlos gewordene Belgier hungern zu lassen. Die seltsame Renschenfreundlichleit Nordamerikas, die sich in diesem Zusammenhana bekundet, glänzt besonders hell bei einem Vergleich des amerikanischen Einspruchs gegen die Wegführung der Belgier mit dem vollständigen Schweigen, das von demselben Nordamerika bei der völkerrechtswidrigen Wegführung von Deutschen durch Rußland und England beobachtet werden ist. Indem die deutsche Regierung diesen merkwürdigen Gegensatz in der Haltung Nordamerikas mit gebührender Schärfe hervorhob, hat sie nicht nur der amerikanischen Neutraltichiepolitik, sondern auch dem ameritanischen Oumanitätsempfinden einen Denkstein gesetzt und Wilson das Vergnügen an einer Zortsetzung des neuen Gedankenaustausches gehörig versalzen. Lippisches. Detmol d. 21. Dezember 1916. Lippische Ehrentafel. Am 4. d. Mts. starb im Feldlazarett im Westen an einer am 2. d. Mts. erhaltenen schweren Verwundung der Landsturmmann Friz Heuer vom Inf.=Regt. Nr. 60, Sohn der Witwe Heuer von Hummerbruch bei Bösing= feld. H. war Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und des Lippischen Kriegsverdienstkreuzes. Der herbe Verlust erweckt hier allgemeine Teilnahme. Wegen hervorragend tapferen Verhaltens vor dem Feinde wurden geschmückt: Mit dem Eisernen Kreuze: 1 I. Klasse. Unteroffizier Lambrecht, Inf.=Reat. Nr. 131 12. Komp., aus Detmold. Albrecht Begemann aus Kachtenhausen(unter gleichzeitiger Beförderung zum Gefreiten). Aus dem Landtage. In den Landtagsreihen, namentlich auf der Rechten, gab es gestern manche Lücke. Es fehlte der wegen Krankheit verhinderte Führer der Konservativen, Amtsrat Krieger aus Blomberg, und Abg. Frevert, der schon wieder auf seinen militärischen Posten zurückgekehrt ist. Auch gestern hat der Landtag eine lange Tagesordnung erledigt und ein reiches Maß schöner, produktiver Arbeit geleistet. Die verschiedenen Ausschüsse des Landtages hatten die Beratungen gut vorbereitet. Zum Teil handelte es sich ja auch um einfachere Materien und um die Vornahme der formalen zweiten und dritten Lesungen. Tebattelos wurde dem Gesetz über die Aufhebung des Landkasseadministrationskollegiums in allen Lesungen zugestimmt. Etwas lebhafter gestaltete sich die Aussprache über die Kriegsund Teuerungszulagen an Beamte und Staatsarbeiter. Aba. Schelv begründete die Abänderungs=Anträge des Finanzausschusses, die im allgemeinen die Tendenz verrieten, oben abzuschneiden und unten anzusetzen. Der Landtag stimmte diesen Anträgen zu. Auch der Anregung des Abg. Staercke, in die laufenden Kriegszulagen auch die unverheirateten Beamten mit sehr geringem Einkommen hineinzubeziehen. Für die Staatsarbeiter und Lohnangestellten sprachen mit der Bitte um weitgehendste Bedenkung die Abag. Neumann=Hofer, Schmuck und Staercke. Schon der Ausschuß hatte die Vorlage der Regierung zu Gunsten der Arbeiter ausgestaltet.— Einstimmig beschloß der Landtag sodann den Verkauf des allen Ministerialgebäudes an die Fürst Leopold=Akademie, bei welcher Gelegenheit der Abg. Neumann=Hofer noch einmal die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der neuesten Fürstlichen Stiftung. die Mitarheit des Staatsministers und des Geheimen Labinettstaté v. Eppstein auch auf diesem Gebiete, unterstrich. Ebenso warm begrüßte er namens des Ausschusses die Absichten des Baurats Walter Kellner, das lippische Land industriell fördern zu helfen und gleich####tig domit die durch den Baurat Kellner in Verbindung mit der Regierung gegründeten„Lippischen Staatswerkstätten“. Wie dem Minister bei dieser Gelegenheit der Dank des Landes ausgesprochen wurde, so auch bei den Erörterungen über die von der Regierung vorgeschlagene Kreditgewährung an Kriegsteilnehmer zur Erhaltung ihrer wirtschaftlichen Eristenz. Auch diese Vorlage sand, wie wir es erwartet haben, die ungeteilte Zustimmung des ganzen Hauses. Wie der Landtag im Großen gab und bei allen Gelegenheiten zum freudigen Vorwärtshelfen drängte, so auch im Kleinen bei Bittgesuchen aus dem Lande, die recht zahlreich waren, durchgängig aber zu dem erhofften Erfolge führten. Manche Weihnachts freude wird dadurch bereitet werden. Auch dem Siedlungs verein für die Lippische Senne wurde eine solche Freude bereitet. Dem. einstimmige Annahme fand die Vorlage. betr. die weitgehendste Beleihung der neuen Siedlungen durch die Lippische Landesbank. Ein wichtiger Schritt auf dem Weae zur inneren Kolonisation ist getan. Mögen ihm veitere folgen. Geaen Schlun der Veryandlungen— der Zeiger der Uhr ging schon auf 8— kamen die drei fortschrittlichen Intervellatinnen zur Besprechung. Zwei davon waren steuerpolitischen Charakters und wurden in sachkundiger Weise vom Abg. Neumann=Hofer begründet und gegenüber der Regierung vertreten. Die Intervellation wegen der Behandlung der landwirtschaftlichen Konjunkturgewinne in der Einkommen= und Ergänzungssteuer entfesselte wieder eine temperamentvolle Agrardebatte. Aba. Schelp aus Detmold, der unter seinen Freunden am meisten böse wird, wenn die landwirtschaftliche Besteuerung zur Debatte steht, geriet sehr heftig mit den Abgcordneten der Rechten(Wind meier. Schönlau, v. Borries, Schalk und Tasche) zusammen Abg. Neumann=Hofer führte die Kämpfenden aber ruhig und überlegen auf den Kern der Debatte: die gesetzmäßige Erfassung der landwirtschaftlichen Vermögenswerte, zurück. Daß die Regierung in ihren Verfügungen eine allzu entgegenkommende Behandlung in der Ver anlagung zur Ergänzungssteuer angeordnet hat, wurde nachdrücklichst unterstrichen, von der Regierung selbst aber eine nochmalige Prüfung zugesagt. Die letzte fortschrittliche Interpellation galt den Kriegerfamilien und der Frage der gemeindlichen Unterstützung; sie wurde von dem Abg Staercke begründet und verireten. Der Staatsminister folgte den Gedankengängen der Interpellation und der von dem Abg. Staercke gegebenen Begründung und bekannte sich aufs nem au der warmherzigsten Befürwortung berechtigter Familienansprüche. Jetzt konnte sich das Hohe Haus endlich— es war gegen 9 Uhr— vertagen. Der Präsidenk schloß die Sitzung mit herzlichen Weihnachtswünschen und mit dem Wunsche auf baldigen Frieden. Der Staatsminister'schloß sich diesen Worten an und erklärte den Landtag im Höchsten Auftrage für vertagt. Herr Baurat Walter Kellner hat für sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen in den von ihm begründeten Fürstlich Lippischen Staatswerkstätten und den Lippischen Tertil Werken eine Weihnachtsgabe von je 25 Mark gespendet. Diese Weihnachtsüberraschung soll den Angehörigen der genannten Fabriken ohne Rücksicht auf die zum Teil nur sehr kurzfristige Zugehörigkeit zum Arbeits personal zu Teil werden. An die in den Barmer Werken des Herrn Baurats Kellner beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen win; als Weihnachtsgeschenk ein Betrag von 50000 Mark verteilt. Herrn Baurat Kellner, der nun schon so oft in der Stille Gutes getan und der ärmeren Be völkerung gedacht hat, sei auch an dieser Stelle herzlich ge dankt. Lippische Staatsfürsorge für den im Felde stehenden Mittelstand. Das Schreiben des Staateministeriums an den Landtag, betr. die Eröffnung weiterer Kreditmöglichkeiten für im Felde stehende Kriegsteilnehmer lautet: Die Bestrebungen zur Förderung der Erwerhstätigkeit der in die Heimat zurückkehrenden Kriegsteilnehmer sind bereits in vielen deutschen Staaten Gegenstand eingehnder Beratungen gewesen. Auch der Reichstag hat am 25. August 1915 eine Resolution gefaßt, welche die verbündeten Regierungen ersucht, den schweren Schädigungen entgegenzuwirken, von denen die selbständigen Gewerbetreibenden infolge der Einberufung zum Heere und sonstiger Wirkungen des Krieges betroffen sind, insbesondere recht. zeitig Fürsorge zu treffen, daß diesen Gewerbetreibenden nach Beendigung des Krieges unter leichten, ihrer besonderen Lage angepaßten Bedingungen billiger Kredit eröffnet wird. Die Staatsregierung hält es für dringend erforderlich, auch für das hiesige Land Einrichtungen zu treffen, durch wriche die Kriegsteilnehmer aus den Kreisen der Handwerker, der kleineren Gewerbetreibenden, der kleinen Landwirte und der Arbeiter, die Fortführung oder Wiederaufrichtung ihrer Betriebe ermoglicht werden kann. Auch wurden kaufmännische oder andere Angestellte in privaten Betrieben zu berücksichtigen sein. Ebenso ist die Gewahrung von Zinsbeihilfen vorgesehen. Die Beihilfen sind in der Form von Darlehen zu gewähren, welche in der Regel 2000 Mark nicht überschreiten dürfen, mit 4 v. H. zu verzinsen und durch jährliche Abträge in 5—10 Jahren zurückzuzahlen sind. Für jedes einzelne Darlehen soll der Staat zur Hälfte die Bürgschaft übernehmen, unter der Voraussetzung, daß die betreffenden Gemeinden(Stadt= und Amtsgemeinden) für die andere Hälfte des Darlehns die Bürgschaft übemommen haben. Bei der Durchführung der zu treffenden Maßnahmen ist die Landesbank des Fürstentums Lippe Es werden demnach folgende Grundsätze für die Gewährung von Notstandskrediten an Kriegsteilnehmer aus dem Fürstentum Lippe in Vorschlag gebracht: Kriegsteilnehmern des selbständigen Mittelstandes (Handwerkern, kleineren Gewerbetreibenden und Landwirten usw.), des Angestellten= und Arbeiterstandes, sowie deren Familienangehörigen können zur Fortführung oder Wiederaufrichtung ihrer geschäftlichen Existenzen, insbesondere zum Zwecke der Anschaffung von Handwerkszeug, Maschinen, Inventar, Arbeitsgerät usw., sowie zu Zinsbeihilfen aus den der Landesbank zur Verfügung gestellten Mitteln Darlehen bewilligt werden, deren Höhe in der Regel 2000 Mark nicht übersteigen soll und die mit 4 v. H. zu verzinsen, spätestens in 10 Jahren nach Empfang abzutragen und beiderseits mit dreimonatiger Frist kündbar sind. Voraussetzung der Bewilligung ist, daß 1. es sich um Personen handelt, deren wirtschaftliche Existenz zu erhalten dem allgemeinen Interesse entspricht, 2. Die Inanspruchnahme anderweitigen angemessenen Kredits nicht möglich ist, 3. mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, daß die wirtschaftliche Existenz durch das Darlehen sichergestellt und das Darlehen zurückgezahlt werden wird, 4. die zuständige Gemeinde(Stadtgemeinde, Amtsgemeinde) die Bürgschaft für die Hälfte des Darlehns überninunt. Die Bewilligung barer Zinszuschüsse ist nur zulässig, wenn die Gemeinde den Zuschuß zur Hälfte übemimmt. Zum Zwecke der Erwirkung des Darlehns haben sich die Kreditbedürftigen an die zuständige Verwaltungsbehörde(Verwaltungsamt. Magistrat) zu wenden. Die betreffende Verwaltungsbehörde prüft die eingegangenen Gesuche und legt sie nach Erfüllung der obigen Voraussetzungen der Regierung zur Entscheidung vor. Zur Beschaffung der bei der Durchführung der vorgeschlagenen Maßnahmen dem Lande vorläufig zur Last fallenden Geldmittel muß der Landesbank ein Kredit eingeräumt werden, den bis zu einer Höhe von 600 000 Mark zu bewilligen der Landtag ersucht wird. Außerdem wird auf die Gelder verwiesen, welche aus der Kriegsentschädigung 1870/71 zur Gewährung von Unterstützungen an Reservisten und Landwehrleute im Kapitalbetrage von 11 500 Mark zur Verfügung stehen. Diese Summe könnte bei der etmeigen Gewährung von Barbeträgen an Kriegsteilnehmer Verwendung finden. Endlich wird auf die unter der Regierung stehende Unterstützungskasse, aus der an notleidende Grund= und Hausbesitzer gegen Eintrogung im Grundbuch. Verzinsung mit 2 v. w. und jährlicher Abträge, Darlehen bewilligt werden, für die Kriensteilnehmer zurückgegriffen werden können. Es sind aus dieser Kasse jährlich, zunächst jetzt zu Weihnichten d. Is., einm 27000 Mark auszuleihen, die an mehrere Jahre bedürftigen Kriegsteilnehmern aus dem Grund= und Hausbesitzerstande vorzbehalten wiren. gez.: Biedenweg. Vom Unfug der Privatklagen. Amtsgerichtsrat, Geh. Justizrat Hixschberg führt in der„Vossischen Zeitung" aus: Die Erhebung von Privatklagen wegen Beleidigung und Körperverletzung sollte verboten werden. Auch bei letzteren könnte in schwereren Fällen der Staatsanwalt einschreiten. Die Eröffnungsbeschlüsse könnten allerdings fortfallen; ebenso aber auch die Begründung der schöffengerichtlichen Urteile überhaupt. Aufhebung der Verpflichtung der Staatsanwaltschaft,„wegen aller gerichtlich strafbaren und verfolgbaren Handlungen einzuschreiten, sofern zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen".(Legalitätsprinzip.) Wörtlich führt Amtsgerichtsrat Hirschberg aus: „Ist es wirklich notwendig, daß während des Krieges für jede Kleinigkeit und jeden Dummenjungenstreich die gewichtige Maschine der Strafjustiz in Bewegung gesetzt wird, und daß jedes arme Weiblein, daß für einen Fisch oder ein paar Plaumen mehr als den Höchstpreis bezahlt, dem Strafrichter verfällt?“ Preissturz bei Räucherfischen. Man schreibt dem„Hann. K.“ aus Kiel: Die Institution des Reichskommissars, die Schleswig=Holsteinische Fischhandelsgesellschaft, und das Verbot der Fischauktionen haben hier mit einem Schlage eine bedeutende, so schnell kaum erhoffte Wandlung in der Preisbildung für Räucherfische zuwege gebracht, trotzdem z. V. das Reichskommissariat zur Regelung der Fischpreise erst seit ein acht Tagen in Tätigkeit ist. Das Hauptverdienst an dem allerdings kolossalen Preissturz für Räuchernuren wird bis setzt der Schleswig Holsteinischen Fischhandelsgesellschft zugeschrieben, an welche alle gefangenen Fische abzuliefern sind. Ein guter Kieler Bücking kostete unter Brüdern bereits 70 Pfg. trant seinen Angen nicht, wenn man jetzt acht oder neun Bückinge in verschiedenen Läden mit einem Kleinhndelspreise von 40 Pfg. ausgezeichnet sieht, das heißt zusammen 40 Pfg. Bekanntlich werden Räucherwaren jetzt nach dem (Gewicht und nicht mehr nach der Stückzahl verkauft: in Kiel sind zurzeit Bückinge zu kaufen, deren Preis für ein Pfund dem amtlich festegesetzten Pfundpreis von 1.50 Mk. entspricht, infolgeoessen der einzelne Räucherfisch etwa 5 Pfg. ktstet. Kiel erbringt zurzeit den Beweis, daß Räucherfische zu Friedenspreisen verkauft werden können, wenn einer der maßgebenden Faktoren funktioniert. Man könnte fast bedauern, in Westfalen und nicht in Kiel zu wohnen. Hier hat man von einem Preissturz noch nichts gemerkt. Erhöhung der Fleischrationen in der Weihnachtswoche. Auf Grund einer Ermächtigung des Herrn Präsidenten des Kriegsernährungsamts wird hiermit in Abweichung von§ 2 der Verordnung vom 21. August 1916(R.=G.=Bl. S. 945. Amtsblatt S. 1027) für die Woche vom 25. Dez. 1916 bis zum 1. Januar 1917 die Wochenkopfmenge an Fleisch für Erwachsene bis auf böchtens 300 Grannn und für Kinder bis auf höchstens 150 Gramm erhöht. Beschränkte Freigabe des Verkaufs von Spargelund Erbsenkonserven. Um das Verderben von Gemüsekonservenvorräten, die sich wegen der Verwendung von Schwarzblech in diesem Jahre weniger gut halten, zu verhüten und um der Bevölkerung für die Feiertage den Kauf solcher Konserven zu ermöglichen, hat der Herr Präsident des Kriegsernährungsamts den Berkauf von ein Fünftel der bei den Händlern vorhandenen Vorräten an Spargel= und Erbsenkonsecven für die Zeit vom 20. Dezember 1916 bis zum 10. Januar 1917 unte: folgenden Einschränkungen freigegeben: 1. Die Freigade erstreckt sich nur auf die Konserven die bereits an den Groß= und Kleinhandel versandt sind. Fur die Heisteller bleidt das Absatzverbot bestehen. 2. Die Freigabe beschränkt sich auf 20 Proz. des bei dem einzelnen Händler am 20. Dezember 1916 vorhandenen Vorrats. Jeder Händler hat zur Vorbereitung der späteren Kontrolle alsbald eine Bestandsaufnahme anzuferrigen und der Polizeidehörde seines Betriebssitzes vorzulegen. 3. Es dürfen an einzelne Personen nicht mehr als täglich zwei Normaldosen verkauft werden. 4. Zuwiderbandlungen unterliegen der Strafvorschrift im§ 9 der Verordnung über die Verarbeitung von Gemüse vom 5. August 1916(R. G. Bl. S. 914, Amtsblatt E. 882). Die Gemeindebehörden werden angewiesen, die Einhaltung der Beschränkungen genau zu kontrollieren und gegen Mißbräuche einzuschreiten. Insbesondere sind Maßregeln zu treffen, das Ansammlungen von Käufern vor den Läden vermieden werden. — Ihre Hoheit die Fürstin wohnte gestern nachmittag mit der stellvertretenden Hofdame und dem Kammerherrn vom Dienst der Weihnachtsfeier in der Kleinkinderschule (Annastraße) bei und zeichnete die leitende Schwester und den Pastor Mever durch längere Ansprachen aus. — Eine Bekonntmachung betreffend Beschlagnadme, Behandlung, Berwendung und Meldepflicht von rohen Kaldfellen, Schaf=, Lamm= und Ziegensellen sowie von Leder daraus(I. 111/11. 16. KRA.) ist mit dem 20. Dezember 1916 in Kraft getreten. Durch diese Bekanntmochung werden alle Kalb=, Schaf=, Lamm= und Ziegen. selle aus dem Inlande. einschließlich der bereits eingearbeiteten, beschlognahmt. Trotz der Beschlagnadme bleibt jedoch die Veräußerung und Verarbeitung der Zelle in bestimmtem Umfange gestattet. Nur ist eine ganz genaue Regelung der Beräußerung, Behandlung und Verarbeitung der genannten Felle in ganz ähnlicher Weise getroffen worden wie bei den Großviebhäuten. In Zukunft wird das gesamte inländische Gefälle an Kalb-, Schaf=, Lamm= und Ziegensellen ebenfalls bei der deutschen Rodhaut=Aktiengesellschaft zusammenlaufen und durch die Kriegsleder=Aktiengesellschaft an die Gerbereien verteilt werden. Das aus ihm hergestellte Leder wird von den Gerbereien nur noch für den Heeres= oder Marinebedarf oder auf Grund eines von der Meldestelle der Kriegs=Rohstoff=Abreilung für Leder und Lederrobstoffe ausgestellten Freigabescheines abgegeben werden dürfen. Soweit die vorgenannten Felle aus dem Ausland eingeführt und nicht besonders beschlagnahmt oder von der Kriegsleder=Aktiengesellschaft bezogen sind, unterliegen sie lediglich einer Meldepflicht und Lagerduchführung. Gleichzeitig ist eine Bekanntmachung(I. 700/11. 16 KRA.) in Kraft getreten, durch die für Schaf=, Kalb=, Lamm= und Ziegenfelle Höchstpreise festgesetzt sind. Diese Höchstpreise sind diejenigen Preise, welche die Verteilungsstelle der Felle(Kriegsleder=Aktiengesellschaft) höchstens bezahlen darf. Es ist deshalb zu beachten, daß bei den nach der Beschlagnahme=Bekanntmachung erlaubten Veräußerungsgeschäften die Preise entsprechend niedriger angesetzt werden müssen. Die Höchstpreise sind bei Kalbund Fressersellen nach Gewicht. Schlachtart und Beschaffenheit, bei Schaf=, Lamm= und Ziegensellen nach Schlachtart und Beschaffenheit abgestuft. Rückfragen wegen einzelner Bestimmungen der Bekanntmachung sind an die Meldestelle der Kriegs=Rohstoff=Abteilung für Leder und Ledemobstoffe(Berlin W. 9, Budapesterstraße 11=12) zu richten. Beide Bekanntmachungen enthalten eine große Anzabl Einzelbestimmungen, die von den in Betracht kommenden Geschäftskreisen genau zu beachten sind. Ihr Wortlaut ist bei den Polizeiverwaltungen einzusehen. — Rotcs Kreuz. Unsere Annahmestelle bleibt am Sonnabend. den 23. d. M., und am Sonnabend, den 30. d. M. geschlossen. — Landkrankenhaus. Die Weihnachtsfeier des Landkrankenhauses findet am 22. d. M., nachmittags 4½ Uhr, in der LeopoldElisabeth=Kapelle statt. Besuch dieser Feier ist willkommen. In Rücksicht auf die im Landkrankendause vorhandene große Anzahl Schwerkranker muz die früher übliche Berciligung der Besucher an den Feiern in den Krankensälen wegfallen. — Neues Lichtspielhaus. Im gegenwärtigen Spielplan ist die heitere Seite vorherrschend.„Alle Bilder sind gleichwertig und bieten köstlichen Humor.„Ingeborg“ ist ein fesselndes Drama, das durch seine tiefergreifende Handlung voll befriedigt. Eine reizende Naturaufnahme bietet das Argentinatal. Die Kriegsschau ist sehr interessant. Amt Sternberg=Barntrup. Bösingfeld, 20. Dez. Seit längerer Zeit wird seitens der Bedörde mit Rücksicht auf die Koblenbeförderung auf den sparsamen Lichtverbrauch hingewiesen, hauptsächlich bezüglich der Straßenbeleuchtung. Wie man nun in den Blättern liest, sind in den meisten Städten und Dörfern die nötigen Verfügungen bezüglich der Einschränkung des Lichtverbrauchs schon seit längerer Zeit getroffen worden. Jedoch hier in unserem Flecken sind bislang Verfügungen nicht getroffen, man sieht hier noch täglich die elektrischen Straßenlampen bis 10 Uhr, mitunter sogar nach 10 Uhr abends brennen. Di die diesigen Straßen im guten Zustande sind, ist die Benutzung derselben auch im Dunkeln möglich. Die lange bis fast Mitternacht oft währende Beleuchtung der Straßen dürfte in der Kriegszeit daber wohl überflüssig sein. Bezüglich der Kohlenersparnis wäre es sowohl im vaterländischen Interesse als auch im eigenen Interesse unserer Gemeinde sehr erwünscht, wenn die Straßenbeleuchtung wesentlich eingeschränkt wurde. Diese Zeilen tragen hoffentlich dazu bei, daß bald diesbezügliche Anordnungen auch im hiesigen Orte getroffen werden. Literarisches. Die Frübbeettreiberei der Gemüse. Von Johannes Böttner, Königlicher Oekonomierat, Chefredakteur des praktischen Ratgebers im Obst= und Gartenbau. Fünfte Auflage. Mit 93 Abbildungen im Text. Frankfurt a. O., Verlag von Trowitzsch& Sohn. 2 M. Briefkasten. Hausschlachter. Daß der amtlich bestellte Fleischbeschauer zum Abwiegen des Fleischgewichts den Hausschlachter oder eine andere Person zuziehen muß, davon ist in der Veroxdnung über den Fleischverbrauch vom 21. August 1916 und in per Ausführungs= anweisung zu derselben nichts enthalten. Bei einer späteren Anfrage ersuchen wir, wenn Sie auf Auskunft von uns rechnen wollen, um Angabe Ihres Ramens und Ihrer Adresse. Kirchliche Nachrichten. Syuagege. Sabhat Channka. Freitag. 22. Dezember: Abends 4½ Udr. Sabbat, 2. Dezember: Morgens 910 Uhr. Predigt. Neumonds=Weihe. Für den gesamten Inhalt verantwortlich Max Staercke, Druck und Verlag der Meverschen Hofbuchdruckerei Detmold. Neuesse Oepeschen. Eigene Drahtnachrichten der Lippischen Landeszeitung. Generalseldmarschall v. Hindenburg Ehrendoktor der Beterinürmedizin. wtb. Berlin. 31. Dez. Aus Haunover wird gemeldet: Rektor und Prosessorenkollegium der hiefigen Tierärzt= lichen Hochschule haben in außerordentlicher Sitzung beschlossen, dem Generalfeldmarschall v. Hindenburg den Dr. der Beterinärmedizin ehrenhalber zu verleihen. Neuer Nabinettswechsel in Oeßesreich. wtd. Wien. 21. Dezember. In Berücksichtigung der politischen Gesamtlage hat der Geheimrat Dr. v. Spitzmneller den ihm erteilten Auftrag zur Bildung eines Kabinetts in die Hände des Kaisers zu. rückgelegt. Wie wir erfahren, dat der hierauf mit der Kabinettsbildung beauftragte Ackerbauminister Graf Clam=Martiniv die Anträge binsichtlich der Zusammensetzung des neuen Ministeriume dem Kaiser bereits überreicht. wtd. Wien. 21. Dezember. Wie verlautet, wird das neue Ra. binett wie folgt zusammengesetzt sein: Präsidium und Leitung des Ackerbauministeriums Clam Martinit, Minister des Innern Frhr. v. Handel, Handelsminister Dr. Urber. Arbeitdmir is er Dr. Truka, Kultus= und Unterrichtsministerium Frhr. v. H-ssarek, Minister für Galizien Dr=Vobrzeinsky, Landes verteidigung Frhr. v. Georgi, Zinanzministerium Dr. v. Spit. mueller, Justizminister Fryr. v. Schenk. Eisendahnminister Fehr. v. Forster. Minister ohne Portefenille Dr. Vernreutber. tu. Berlin. 21. Deze ber. Zu dem neuen Ministerwechsel in Oesterreich Ungarn schreibt das„Berl. Tageblau“: Dr. v. Spirmueller ist daran gescheitert, daß die Parteten der Ausicht waren, sein Rabinett werde nur ein Uebergangsministerium sein, und sich weigerten, in ein solches Vertreter zu entsenden. Graf Clam Martinig soll nun die Neuordnung der politischen Verhält. nisse, vor allem den Ausgleich mit Ungarn, die Regrlung der dan delspolitischen Beziehungen mit dem deutschen Reiche und die Lösung der Nationalitätenfrage in Böhmen durchfuhren. Graf Clam Mar tinig ist 53 Jahre alt. Sein Vater Richard und sein Oheim Dr. Heinrich Martinitz waren die eifrigsten Vertreter des Tschechentums. Er selbst vertritt gemäßigtere Ansichten. Er gebört zu den Intimen des Erzberzogs Franz Ferdinand und hat ihn seinerzeit auf der Reise um die Welt begleitet. Politisch ist er seinerzeit in dem ungarischen Koalitionsministerum zum erstenmale hervorgetreten. Damals hielt er in der Delegation eine Rede, in der er für die Wahrung der österreichischen Interessen im ungarischen Ausgleich eintrat. Zur Friedensdebatte. tu. Rottervam, 21. Dez. Der Londoner Korrespondeut des„Nieuwen Rotterdamschen Courant“ meldet, daß Lloyd George sich mindestens ebenso gemäßigt ausgedrückt hätte, wie der Reichskanzler im Reichstage, der durch die Erwähnung der deutschen Siege es den Staatsmännern der Alliierten sehr schwer gemacht habe, seine Vorschläge zu erwägen. Der Korrespondent sagt: Als ich Lloyd Georges reden hörte, stand ich unter dem Eindruck, daß der deutsche Vorschlag bestimmt abgelehnt werde. Dieser Eindruck aber ergab sich daraus, daß die Mitglieder des Unterhauses alle Sätze, die unpersönlichen Charakter tragen, mit Beifall aufnahmen. Gleichwohl ist die Tür nicht ganz von ihm ins Schloß geworfen. tn. Rotterdam. 21. Dez. Der Manchester Guardier ist in seinem Leitartikel mit der Antwort Lloyd Georges zufrieden. Er meint, Llond George habe ja nicht, wie einize seiner Anhänger wünschten, die Tür mit dröhnendem Schlage ins Schloß geworfen. Der Reichskanzler muß sich aber bescheidener und ausführlicher ausdrücken, ehe er eine günstige Autwort erwarten kann. Lloyd George forderte also von Deutschland, sich ausführlicher zu Jußern.(Berl. Tageblatt.) tu. Rorterdam, 21. Dez. Die„Times“ schreiben: Das Programm für die Fortsetzung des Krieges, das gestern im Unterhause mitgeteilt wurde, war ein großes Ereignie in der Geschichte des Krieges und der Menschheit. Die Reden, in denen das Programm entwickelt wurde, atmen den wahren Geist einer Kriegsregierung. Die„Daily Mail“ stellt fest, daß das Unterhaus mit lebhafter Teilnahme und zunehmender Begeisterung Lloyd George angehört habe. tu. Rotterdam, 21. Dez. Dem„Verl. Tageblatt“. wird von hier gemeldet:„Aus London wird berichtet: Asquith sagte im Unterhause: Wir alle sehnen uns nach dem Frieden, aber er darf nicht unbeständig sein, sondern muß ein Friede sein, der das Ziel erreicht, wofür wir in den Krieg gegangen sind. Einen derartigen Frieden werden wir gern annehmen, aber einen Frieden, der dahinter zuücksteht, werden wir abweisen. Ich zweifle ausdrücklich, das jetzt in der deutschen Note zu sehen, was mir die geringste Hoffnung zu der Annahme gibt, daß Deutschland gewillt sei, den Alliierten Genngtnung und Bürgschaften zu geben. tu. Haag, 21. Dez. Aus den hier eingetroffenen englischen Zeitungen geht hervor, daß vielleicht schon Freitag die englischen Blätter darüber Klarheit hatten, daß die Regierung gegenüber dem deutschen Friedensangebet lediglich nach der Form und dem Grunde der Ablehnung suche. Man gewinnt den Eindruck, daß, wenn eine tatsächliche Einigung zwischen den alliierten Ländern über die Antwort an Deutschland besteht, sie lediglich zwischen den allerverantwortlichsten Männern erzielt wurde und die englische Presse zu möglichster Zurückhaltung veraulaßt worden ist. tu. London, 21. Dez. Ausführliche Telegramme des „Times“ aus New Vork berichten über die dort vorherrschende Meinung zu dem deutschen Friedensangebot. Die New Yorker„Evening Post“ sagt, Wilson glaube nicht, daß Lloyd George das ganze Geschäft ablehnen und die Friedensbewegung in der Entstehung töten wolle. Er nehme an. England werde entweder genau sagen, aus welchen Gründen es nicht in Friedensverhandlungen eintreten könne, oder Deutschland um seine Bedingungen fragen. Ebense verhalte sich die öffentliche Meinung. Alle sozusagen vernünftigen Leute glauben, daß England zum mindesten schlecht beraten wäre, wenn es die Vorschläge des Reichskanzlers beiseite legte. Besonders die westliche Presse sei einig darin, daß England feststellen müsse, was Deutschland will und wünsche. Ernennung Jules Cambon's. wtb. Paris, 21. Dez.(Amtlich.) Jules Camvon wurde zum Generalsekretär des Ministeriums des Innern ernannt. Aus Griechenland. wtb. Bern, 21. Dez.„Corriere della Sera“ meldet aus Athen: Gestern abend überreichte die griechische Regierung dem italienischen und dem russischen Gesandten eine Protestnote mit einer Kopie für die englische und französische Gesandtschaft, deren Vertreter sich im Piräus befinden. Die Rote verlangt die Rückgabe der Inseln Syra, Naxos Pharos, Samos, Tea und Santorin, die von den Venezelisten mit Gewalt und unter Mithilfe der Delegierten unterworsen worden seien, trotzdem die Bevölkerung königstren gestimmt sei. Die Note verlangt gleichfalls die Wiedereinsetzung der königlichen Behörden auf den Inseln. mib. Bern, 21. Dez.„Ech de Paris“ meldet aus Athen: Die Lage bleibt ungewiß. Die königstreue Presse sordert die Regierung auf, energisch vorzugehen. Der Berliner Funkspruch über das Friedensangebot habe in Athen grossen Eindruck gemacht. Diepassende Weihnschtsgeschenle Zentrisugen, Taschenlampen, Karbidlampen, Soldatengen, Ta Karbidlampen, Soldatenwärmer usw. Bernh. Grelve, Lange Str. 49 66441 Ausführung, lie die modern eingerichtete Meyersche Hofbuchdruckerei 250 Sich Sich. fardige, weiche und steise(6282 Woll- und Haarfilzhüte —— um damit zu räumen, zu ganz billigen Preisen. Bitte Eingangssenster zu beachten. B. Todes-Anzeige. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen entschlief sankt noch langem Leiden unsere liebe, gute Mutler. Schwiegermutler und Großmutler, die(6295 geb. Meyer in ihrem 74. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Kinder: Robert Sumpf. Mittel-Niese-Mühle. den 20. Dezember 1916. Die Beerdigung findel am Sonnabend, den 25. Dezember 1916. nechmillags um 2½ Uhr, slatt. Todes-Anzeige. Ganz plötzlich und unerwartet erhielten wir von seinem Leutnant die traurige Nachricht, daß unser unvergeßlicher, lieber, guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Gefreite Schütze bei der I. MaschinengewehrKompagnie Res.-Inf.-Ren. Nr. 229, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Kl. Im Alter von 22 Jahren am 28. Nov. nach zweijährigen Schweren Kämpfen den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Dubbert. Lüdershof, den 17. Dezember 1916. In der Blüte der Jugend. in der Fülle der Kraft hat des Feindes Kugel dich hingeraftt!— Ea ist vollbracht! Dein junger Heldengeist hat sich zum Chor der Sieger aufgeschwungen,wo dir den Krans ein Friedensengel reicht und dich dein Helland sellg hält umschlungen. Wo wir hinwandern. bist du angelangt.— im Paradies, im ew gen Vaterland.— Unvergeßlich bleibest du den Deinen, die In der lieben Helmat dich bewelnen: aber in des Himmels lichten Höh’n. dort, dort werden wir uns wiedersehn. Im Tode ist Ruh. Im Leben ist Schmerz. So ruhe nun sanft. Du gutes Herz! Auf Wiedersehn! 66273 Todes-Anzeige, Infolge seiner am 24. Januar 1916 erhaltenen schweren Verwundung starb am 16. d. Mts. in einem Reserve-Lazarett, nach monatelangem Leiden, unser lieber dritter Sohn und Bruder, der Musketier Friedrich Rieke Inf.-Regiment Nr. 35, 12. Komp. Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl. Er folgte seinen lieben Brüdern Heinrich und Hermann ins Heldengrab. In tiefer Trauer, doch nicht ohne Hoffnung: Familie Heinrich Rieke. Hlllentrup Nr. 111. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. Dezember, nachmittags 2% Uhr, vom Elternhause io Hillentrup aus statt. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll der ir Talle belegene, im Grundbuche von Talle, Band II Blatt 34 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Gastwiris Wilhelm Lüttmann Nr. 32 in Talle eingetragene Grundbesitz, nämlich die Stätte Nr. 32 daselbst, in Größe von 2 ho 28 ar 53 gm, mit 18 Mk. 83 Pfg. Reinertrag und 378 Mark Mietwert der Gebäude. 49283 am Freitag, 9. März 1917 vormitlags 19 Uhr durch das unterzeichnete Gericht, an der Gericht stelle, Zimmer Nr. 2, versteigert werden. Hohenhausen, den 16. Dezember 1916. Fürstliches Amtsgericht. Am 20. Dezember 1916 sind zwei neue Bekanntmachungen erschienen, betressend: a)„Beschlagnahme, Behandlung, Verwendung und Meldepflicht von rohen Kaldsellen, Schaf=, Lamm= und Ziegensellen, sowie von Leder daraus" Nr. IcR 73300.(I. 111/11. 16 K. 2. A.), b)„Höchstpreise für Kald=, Schaf=, Lamm= und Ziegensellen" Nr. IeR 733005(I. 700/11 16 K. 2. A.) Die Bekanntmachungen sind durch Anschlag veröffentlicht und können auch bei Polizeiverwaltungen eingesehen werden.(2685 Münster, den 20. Dezember 1916. Stellvertr. Generalkommando VII. A. K. Der Städtischer Kartosselverkauf. Verkauf von Kartosseln erfolgt nur gegen Bedie auf dem Zimmer Nr. 15 des Ratdauses werden.„ 6215 die Jeit bis zum 20. Juli 1917 werden abgesertig!: am Dienslag die Brotkartenbezirde 1 bis 10 " Mittwoch„„ 11" 20 Donnerslag„„ 3- 3 Nach Bestimmung des Stellvertreiers des Reichskanzlers ist für alle Verbraucher mit Ausnahme der Kartosselerzeuger und solcher Schwerarbeiter, denen eine Julage an Kartoffe dewilligt ist. in der Zeit vom 1. Jannar bis 20. Juli 19 — 9. Pfund Kartosseln. Wer medr verKartosseln noch Ersatznadrungsmittel der Togeshopflat 1t. erdäll u## s wird serner dringend darauf dingewienn, daß jeder Kartosselvorrat vor dem Verderden bewadren muß. 5 für 34 den. Die Lagerung muß trochen un heit niche über s crad 2 Grad Celstus finden. 1916. J. B.: Biermann. Fleisch= und Eierkarten. Am Freitag, den 22. d. Mis., werden durch die Herren Vertrauensmänner für die Brothartenausgabe in den von diesen sestoesetzten Stunden die Fleisch= und Eierharten ausgegeben. Es wird darauf dingewiesen, daß die Abschnitte der bis zum 23. bezw. 24. d. Mis. geltenden Karten mit fückzugeben sind.„„ 6848 An Personen, welche im Besitz von Hüdnern sind, werden Eierkarten nicht abgegeben. Detmold. den 18. Dezember 1916. Der Magistrat. J. B.: Biermann. Da wir in der nächsten Jeit die angesammelten Brennesseln abzusenden gedenhen, ersuchen wir uns Brennesseln, deren Ablieferung noch deabsichtigt wird. in den nächsten Tagen vormittags zwischen 10 und 11 Udr an den Werktagen nach dem Hause Marktplatz 2 zu briugen. Detmold. den 19. Dezember 1916. 6270) Der Magistral. I. B.: Biermann. Freibank au d. slädt. Schlachthose. morgens von 9 Ubr Verkauf von Rindn Von Goldene Santerwy.“ verloren mit Monogramm auf dem Wege von Humfeld bis Dörentrup. Der ehrliche Finder wird gebeten, diese gegen Betohnung hier abzuliefern.(6275 SRKA Fros Mamhlise Rlienberno Oerlinghausen Nr. 25. Wenig ge Pl an0 in Eiche, kast nen. preiswert zu verkaufen.(6221 Bismarchstraße. Empfedle Wiedsalz zu lonservierung des Heues und zum Düngen. jeden Posten ranko Station.(4104 A. Buate, Paulinenstraße Fernsprecher 432. Junge deutsche Schäferhunde rasseecht. 6 Wochen all, billig zu verkausen. Schriftl. Angeb. defördert die Geschäftest, der LandesZeitun, unter Pr. 6236. Wringmaschlas 10 Iu verhausen:(6281 ein photogr. Apparat 9X11. fast nen, mit allem Zubedör und Materiat. 2 Reisekörbe, 1 neue woll. Schlafdecke, eine neue ein Paar dichter Mantel, etc. r. 37, 1. Stoch Bille aus dem Schützengrber! Ein Feldorauer erbittel als Weidnachtsgeschenk ein Musikinstrumenk, am liebsten Mandoline. Abzugeben in der Geschäftsstelle der Landeszig.(6199 Heradsetzung der an Speifesell für Nach Bestimmung der Reichsstelle für Speisesette sieden den Selbstversorgern leit dem 15. d. M. an Speisefett(Butter. Margarine, Schweineschmal; usw.) als Wochenkopfmenge nur noch 125 g statt, wie disber. 185 g zu.(6271 Ueberschreitungen dieses zugelassenen Verbrauchs werden bestraft werden. Detmold. den 19. Dezember 1916. Der Magistrat. I. B.: Blermann. Stadtverordnetenwahl. Die Stimmliste über die am 19. Dezember 1916 stattgehabte Wahl von zwei Stadtverordneten der III. Wählerklasse der Stadt Detmold, sowie das über die Wahlhandlung ausgenommene Protokoll liegt vom 21. d. M. ab zur Einsicht der Wahlberechtigten auf dem Rathause. Zimmer Nr. 4, sieben Tage lang offen aus. Innerhalb dieser Frist kann jeder Wahlberechtigte wegen des Wahlverfahrens bei der zunächst vorgesetzten Verwaltungsbehörde Beschwerde erheben, die jedoch keine aufschiebende Wirkung hat. Detmold, den 19. Dezember 1916. 6290) Der Wahlvorsteher. Ad. Ernsting. Stadtverordnetenwabl. Die Stimmliste über die am 19. Dezember 1916 stattgehabte Wahl von zwei Stadtverordneten der III. Wählerklasse der Stadt Detmold, sowie das über die Wahlbandlung ausgenommene Protokoll liegt vom 21. d. M. ab zur Einsicht der Wahlberechtigten auf dem Rathause. Zimmer Nr. 4, sieben Tage lang offen aus. Innerhalb dieser Frist kann jeder Wahlberechtigte wegen des Wahlverfahrens bei der zunächst vorgesetzten Verwaltungsbehörde Beschwerde erheben, die jedoch keine aufschiebende Wirkung bat. Detmold, den 20. Dezember 1916. 6291) Der Wahlvorsteher. Bock. Stadtverordnetenwahl. Die Stimmliste über die am 20. Dezember 1916 stattgehabte Wahl eines Stadtverordneten der I. Wählerklasse der Stadt Detmold, sowie das über die Wahlhandlung ausgenommene Protokoll liegt vom 22. d. M. ab zur Einsicht der Wahlberechtigten auf dem Rathause. Zimmer Nr. 4, sieben Tage lang offen aus. Innerhalb dieser Frist kann jeder Wahlberechtigte wegen des Wahlverfahrens bei der zunächst vorgesetzten Verwaltungsbehörde Beschwerde erheben, die jedoch keine aufschiebende Wirkung hat. Detmold, den 20. Dezember 1916. 6293) Der Wahlvorsteher. Ad. Lindrum. Stadtverordnetenwahl. Die Stimmliste über die am 19. Dezember 1916 stattgehabte Wahl von zwei Stadtverordneten der III. Wählerklasse der Stadt Detmold, sowie das über die Wahlhandlung ausgenommene Protokoll liegt vom 21. d. M. ab zur Einsicht der Wahlberechtigten auf dem Rathause, Zimmer Nr. 4, sieben Tage lang offen aus. Innerhalb dieser Frist kann jeder Wahlberechtigte wegen des Wahlverfahrens bei der zunächst vorgesetzten Verwaltungsbehörde Beschwerde erheben, die jedoch keine aufschiebende Wirkung hat. Detmold, den 20. Dezember 1016. 6292) Der Wahlvorsteher. W. Ameling. Fleischkarten für die Jeil vom 25. Dezember bis 21. Januar sind auf dem diesigen Raldause. Zimmer 1. für Bezirh p: Freuag, den 22. d. M., vorm. von 9—12 Udr. Bezirh I): Sonnabend, den 23. d. M. vorm. von 9—12 Udr gegen Rüchgabe der alten Fleischhartenabschnitte in Empfang zu nehmen.(6284 Horn, den 11. Dezember 1916. Der Magistral. Speige. Anchovis Sardinen 8 Pld.=Dosen à 8.05 Mh. empfiedlt 6274 S. Meier, Belfort. Ersabrener Kontorist sowie tüchtige 6251 Konforsüinnen gesucht. Schriftliche Meldungen an E. Pecher, Nehsfabrik Detmold. Jum 1. Jan. wird nach Essen=Rudr ein tüchtiges Hausmädchen das alle Hausardeit und Wäsche versteht und schon in derrschaftl. Häusern tätig war. gesucht. Waschfrau vobanden. Vorstellung erwünscht. Isa Kuhlenhenke 6287) Lage. Bruchstr. 5. ung jetzigen suche zum 1. Januar ein jüngeres, zuverlässiges Mädchen. Freverl, Gärtnerei Lemgo. 6276 Suche zu sofort oder ipäter zuverlässiges(6016 Mädchen zum Viedfüttern. W. Brinkmann Kachlenhausen. Suche zum tüchtiges 1. Januar ein (6246 Dienstmädchen Gehall nach Uebereinkommen. Jul. Heitland Landwirt Windelsbleiche bei Bieleseld. Aelierer Kaufmann sucht sosort angemessene Beschäftigung, eoi. Beleiligung mit größerem Kapital. Schriftl. Angeb. besördert die Geschaftoft. der LandesZeitung unter Nr. 6280. Suche 16078 4 Mann zum Sleineverladen, 1 bis 2 Millionen. Siaatsarbeil. Kuhlmann Ilegelmeister Ammelsbüren bei Münster. 22. Desember bis 2. Januar(6777 verreist. Dr. med. Hoennecke Spezialarzt für Hale-, Nase-, Ohren- u. Augenkrankheiten, Tel. 433 Deisterstr. 2. Nach einer Ziegelet an der vollandichen Orenee Fgggi. 1. März 1917 gegen Lohn, bei 14tägiger zahlung. noch 25—30 eiige für Osen darunter Arbeiterinnen und Pressenbetrieb en nimmt entBöhning Lippspringe. Detmolderstr. 9. Suche wegen Lieferungen für 2 Ziegeleien die erso größerer Maschinen= rderlichen Leute für Pressen und Oesen. gegen doden Lodn.(6227 Volle Kompagne wird zuMittag= und Abendessen liefert die städtische Kriegsküche Ossendach a. M. in genügender Menge und guter. nahrdafter Beschaffendeit. Reflektanten können Auskunft bei Herrn 2. Quest. Aller Keller. Lage und bei Herrn Hermann Roch. Pivitsbeide Nr. 11, erdalten. Unser Meister. Herr Platz. ist persönlich bei Herrn W. Qxest, Aller Keller, Lage. vom 3. bis 5. Januar zu näderer Auskunft gern dereit. bebr. Gect&5 k. Stock Il Auf Grund des§ 5 der Bundesralsverordnung über den Verkehr mit Verbrauchszucker, vom 10. April 1916, wird nach Justimmung Fürstlicher Regierung angeordnet: 1. Die Anordnung über die Regelung des Verbrauchs von Zucker im Bezirk der Lippischen Wirtschafts=Gemeinschaft vom 20. April 1916(Amtsblalt 1916, S. 480 ff.) tritt mit dem 31. Dezember 1916 außer Kraft. Die auf Grund dieser Anordnung ausgegebenen Zuckerkarten verlieren mit dem gleichen Tage ihre Geltung. Gast=, Schank= und Speisewirtschaften dürfen durch die Handwerkskammer für das Fürstentum Lippe Zucker nicht mehr zugewiesen erhalten. 2. Ab 1. Januar 1917 erfolgt der Verkehr mit Verbrauchszucher nach der Lemgo, den 18. Dezember 1916. Anordnung über den Verkehr mit Nahrungsmitteln vom 4. Dezember 1916(Amtsblatt 1916. S. 1340, 1341). Kleinhändler und Großhändler dürfen vom gleichen Tage an Zucker nur nach Maßgabe der§§ 6—9*) dieser Anordnung umsetzen. 3. Jeder Kleinhändler und jeder Großhändler im Bezirk der L. W.=G. hat am Morgen des 1. Januar selne Vorräle an Zucker genau festzustellen und das Ergebnis der Feststellung binnen 24 Stunden der Geschäftsstelle der Lippischen Wirtschafts=Gemeinschaft in Schloß Brake, Post Lemgo, schriftlich anzuzeigen. 4. Mit Gefängnis bis zu 6 Monalen oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark wird bestraft, wer diesen Anordnungen zuwiderhandelt. Ich suche für sofort nach den Wetdnachtstagen oder 2. Januar einen Osensetzer und Eir= u. Auskarter. Fr. Frevert Ziegelmeister. Dampfziegelei Capellen Kr. Moers. eine uche zu Anzabl lüchtiger(6226 Maurer und Arbeiter gegen boden Stundenlodn. Baugeschäft Firma Heinrich Volkenborn Müldeim=Rudr. Freie Wodnung und ein Mann zum Kochen wird gestellt. Zu melden bei Tölke, Brakelsiek Nr. 123 und Dröge. Linderdruch bei Bösingseld. Bin zur Annadme am 28. Dezember 1912 bei Dröge in Linderbruch. Fr. Tölke. Suche auf sofort oder nach den Feiertagen einen Maschinissen, Schmied oder Schlosser Auf 15. Januar(6225 mehrere Leule: Brenner, Ofensetzer Ausschieber und im Schieserberg gegen hoden Lohn. Heere lieferung. Für Kost isi genügend gesorg! Zu melden bei Wilh. Vieregge Langschede d. Schwerte. *)§ 6. Mit den ihm zustehenden Marken kann eder Karteninhaber bei jedem Kleinhändler, der m Bezirk der L. W.=G. zum Vertrieb von Nahrungsmitteln berechtigt ist, die für die einzelnen Marken jeweils entfallenden Nahrungsmittel einösen. Diese Einlösnng geschieht in folgendem Verfahren: Die zur Einlösung bestimmten EinlösungsAbschnitte sind von den Karteninhabern an einem von der Geschäftsstelle der L. W.=G. anzusetzenden Tage— dem Einlösungstage— bei den Kleinhändlern abzuliefern. Die Kleinhändler haben Zahl und Art der abgelieferten Abschnitte den Ablieferern auf deren Verlangen zu betätigen; sie sind verpsichtet, die bei ihnen abzegebenen Adschnitte spätestens bis zum Abend des dem Einlösungstage folgenden Tages vollzählig an einen der von der L. W.=G. zum Verlehr mit Lebensmitteln zugelassenen Großhändler abzuliefern. Die Großhändler lassen danach den Kleinhändlern auf die eingesandten Einlösungsabschnitte nach deren Farbenwert entfallenden Anteile derjenigen Waren zugehen, die auf die zur Einlösung bestimmten Nummern entjallen. Jene Anteile werden von der Geschäftsstelle der W.=G. bestimmt und durch Anzeigen in der Lippischen Landes=Zeitung, der Lippischen TagesZeitung und der Lippischen Post bekannt gegeben mit der Frist, innerhalb deren die verteillen Waren durch die Verbraucher von den Kleinsändlern abzunehmen sind. Nach Beendigung dieser Frist dürsen bis dahin nicht abgeholle Aneile von den Kleinhändlern nur noch gemäß § 9 abgegeben werden. S 7. Die Abgabe der Waren von den Großhändern an die Kleinhändler und von diesen an die Verbraucher darf nur zu den von der Geschäftslelle der L. W.=G. jeweils festgesetzten Preisen erfolgen. Die Kosten der Ueberführung vom Großhändler zum Kleinhändler sowie der dazu erforderlichen Verpackung trägt der Großhändler. Aug. Festing Nachfolger(Haus Demmer) Delmold. Bismarck= und Mühlenstraße=Ecke Wir suchen Februar für Ansanz isang 1602 1. Brenner 2. Ofensetzer 2. Ausfahrer 2 Zufahrer 1 Abnehmer an der Presse e Leute für losen Spann. Unser Meister ist am Sonn lag, den 24. Dezemder. bei Gastwirk Wittroch in Lemgo. am 2. Weihnachlslage bei Gastwirt Quest in Lage zu sorechen. Weserziegelel Klinker= und Hartbrandwerk G. m. b. H. Dedme d. Oeondausen. einig für lose Suche bei hohem Lohn lüchlige Oienleute. Meldungen nimmt Weid nachten entgegen:(6278 Wilh. Hünkemeier Haustendech. Herm. Friedrich Augustders Nr. 84. Conr. Schröder Hottenstein bei Barmen. Für den Kommunalverband. Dr. Alter, Vorsitzender. Cellos. Mandolinen, Lauten. Gilarren. Trommeln, Flöten, Alarinetten. Blashörner. Grammophone. Spieldosen. Orgeln. Pianophone. Mandolinophon, neu. D. R. P., Ziehbarmonikas. Bandonion. Okarinas. Mundbarmenikas, größte Auswahl. Rotenständer. Intterale u. Taschen, prachtvolle haubgemalle Gilarren u. Lauten. Bander. sowie alle sonstigen Mufikinstrumente, Saiten. Zubebörteite.(5990 § 8. Die Großhändler haben die von den Kleinhändlern bei ihnen eingelieferten Einlösungsabschnitte den Konten der einzelnen Kleinhäudler auf der dafür vorgeschriebenen Nachweisung gutzuschreiben. Sie haben die genau ermittelle Gesamtzahl der in den einzelnen Farben eingelieserten Abschnitte auf dem dafür vorgeschriebenen Vordruck spätestens bis zum Abend des dritten Tages nach dem Einlösungstag der Geschäftsstelle der L. W.=G. anzuzeigen. Sie werden dann von deren Handelsstelle mit der Ware anteilmäßig beliefert und sind verpflichtet, allen Kleinhändlern, die ihnen Einlösungsabschnitte eingesandt haben, in genauem Gewicht diejenigen Warenmengen aozugeben, die diese Kleinhändler nach den eingesandten Einlösungsabschnitten zu beanspruchen haben. S 9. Die Kleinhändler dürsen den einzelnen Verbrauchern nicht mehr und nicht weniger Ware verkausen, als dem gemäß§ 6 von der L. W.=G. festgesetzten Anteil der von den einzelnen Verbrauchern am Einlösungslage abgegebenen Abschnitte in deren verschiedenen Farben entspricht. Der Verkauf darf nur unter Entgegennahme der gleichzisserigen Kaufabschnitte erfolgen. Die Kleinhändler sind verpflichtet, diese Kaufabschnitte von den Karten selbst abzutrennen und zur Verfügung der L. W.=G.=Geschäftsstelle aufzubewahren. Warenmengen. die bei den Kleinhändlern durch die nach der Markeneinlicferung empfangsberechtigten Verbraucher nicht innerhalb der von der L. W.=G. bestimmlen Frist abgenommen werden. sind von den Kleinhändlern binnen 24 Stunden dem Ortsvertreter der Gemeinde, in der der Kleinhändler sein Gewerbe betreibt, schriftlich anzuzeigen. Die Ortsvertreter verfügen über diese Mengen durch Restkarten nach besonderer Anweisung der Geschäftsstelle der L. W.=G. zu Gunsten von Kranken, Bedürftigen, Speisegemeinschaften und Schwerarbeitern.(6272 Möbliertes Wohn= und Schlafzimmer an einen oder auch zwei Herren zu vermieten Werrestraße 14 in der Nähe der Kaserne I. Damen- u. Kinder-Harderebe wird zu mähigen Preisen in und nuber dem Hause gut angefertig! isbeth Lesemann., Lagescheitr. 6 Buchen=, Eichen=, Eschen=, Kirsch=, Birnbaum=, Pappelund Erlen=Stämme suchl zu kaufen Lipp. Holzverwertungs-Ges., Lemgo. Teleson 87. Kontor: Leopoldstraße 40. (6088) Gilarre, Mandolinen, Geigen, Ziehharmonikas, Flölen, Mundharmonikas, Zilhern und alle Sorten Sailen empsiehl! (5978) Frau Ackermeier. Inserieren brinot Heminn! Unsere geehrten Inserenten bitten wir, Inseralefürdie Sonnabendtummer spätestens bis Freitagabend 5 Uhr aufgeben zu wollen. Größere Inserate müssen, aus Rücksicht auf den jetzt bestehenden Personalmangel, bis mittags in unserem Besitz seinMeyersche Hofbuchdruckerei Verlag der Lipp. Landes=Zeilung.