Die„Lippische Landeszeilung“ mit den unentgeltlichen Beilagen„Gut Brand“,„Der Landwirk“, Jedem Elwes“ und„Blätter für Lippische Heimathunde“ erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich. Geschäftsstelle: Detmold, Leopoldstraße 12. Fernsprecher Nr. 23. Telegramm=Adresse: Landeszeitung Detmold. Vertretungen in allen Orten des Landes. spreise: für ¼ Jahr M. 2.40, für 2 Monate M. 1.60, für 1 Monat M. 0.80. Postbestellgeld für ¼ Jahr 2, für 2 Monale M. 0.28, für 1 Monat M. 0.14. Anzeigen werden mit 20 Psennig die kleinspaltige Nonpareillezeile oder deren Raum berechnet. Reklamezeile M. 1.00. Komplizierte Anzeigen werden mit 50% Aufschlag berechnek. Kriegszuschlag 10% Je 265(Posischeckonto Hannover 764) Detmold, Freitag, den 10. November 1910(Poischeckonto Hannover 7640) 149, Jahrgang Deutscher Tagesbericht. Die Russen durch frische deutsche Angriffe zurückgeworfen. Weitere Fortschritte südlich des Rote-Turm-Passes. wtb. Großes Hauptquartier, 9. Nov. 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Kront der Heeresgruppe des Generalfeld. marschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern Augriffsabsichten der Engländer und Franzosen zwicchen Le Sars und Bouchavesnes, sowie südlich der Somme bei Pressoire erstickten fast durchweg schon im Sperrfeuer. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Priuz Leopold von Bayern. An der Front beiderseits der Bahn Zloczow—Tarnopol lebte der Feuerkampf wesentlich auf. Heeresfront des(enerals der Kavallerie Erzherzog Carl. nördlichen Gyergno-Gebirge wurden russische Angrifse abgeschlagen. Bei Belbor und im Tölgyes=Abschnitt warsen frische deutsche Angriffe die vorgegangenen Russen zurück. Südöstlich des Rolen Turm=Passes wurde mit Fortsetzung unserer Angriffe der Baiesti=Abschnitt überschritten und Sardoin mit den beiderseits anschließenden Höhenstellungen genommen. Wir haben etwa 150 Gefangene gemacht und zwei Geschütze erbeutet. Rumänische Gegenangriffe hatten hier ebensowenig Erfolg, wie im Predeal=Abschnitt und im Vulkan Paß. Valkan=Kriegsschauplatz Front des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. In der Dobrudscha wichen vorgeschobene Aufklärungsabteilungen befehlsgemäß dem Kampf mit feindlicher Infanterie aus. Mazedonische Front. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Oesterreichisch-ungarischer Bericht. wtb. Wien, 9. Nov. Amtlich wird gemeldet: Oestlicher sriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie (raberzon Carl. Südlich und südöstlich des Szurdnk=Passes blieben rumänische Angriffe abermals erfolglos. Bei Spini machten wir weitere Fortschritte. 150 Gefangene und zwei Geschütze wurden eingebracht. Westlich von Tölgyes und bei Belbor wurden die hier vorgegangenen Russen durch deutsche Truppen wieder geworfen. Meine Herren! Der Gang der Reichstagsverhandlungen hat es mir nicht ermöglicht, noch im Plenum das Wort zu Ausführungen allgemeiner politischer Art zu ergreisen, ich glaube aber, der Bedeutung, die ich auf diese Ausführungen lege, vollkommen gerecht zu werden, wenn ich sie vor dem Forum des Hauptausschusses mache, und habe deshalb Ihren Herrn Vorsitzenden um die Anberaumung der heutigen Sitzung gebeten. Meine Herren! Der Kern der eingebenden Besprechungen, die hier im Hauptausschuß in allen vergangenen Wochen geführt worden sind, ist schließlich immer die Frage nach dem Fortgang und der Beendigung des Krieges gewesen. Bei unseren Feinden ist in der Neael von der Fortsetzung des Krieges die Rede. Auch Lord Grev hat davon in seiner Tischrede vor dem Ausland=Presse=Verein gesprochen. Der enalische Minister hat dabei ein Wort ausgesprochen, das festgebalten zu werden verdient. Er sagte: Man könne nicht oft genna auf den Arsprung des Krieges zurückkommen, denn dieser Arsprung sei von Einfluß auf die Friedensbedingungen. Wenn es wahr wäre, daß der Krieg Deutschland ausgezwungen worden sei, dann sei es nur logisch, wenn Deutschland Sicherheiten gegen einen künftigen Angriff verlange. Das ist ein immerhin bemerkenswertes Eingeständnis. Matürlich folgt alsbald die Behauptung, das Gegenteil der deutschen Darstellung von den Arsachen des Krieges sei richtig: nicht Deutschland sei der Krieg aufgezwungen worden, sondern Deutschland habe Europa den Krieg aufgenötigt. Bei der grundlegenden Wichtigkeit, die Lord Gren neuerdings dieser Frage wieder beimißt und die wir ihr immer beigemessen haben, bin ich genötiat, den Tatbestand wieder einmal festzustellen und die Nebel zu zerstreuen, mit denen unsere Gegner den Sachverhalt zu verschleiern suchen. Ihnen gegenüber, meine Herren, kann ich dabei allerdings nur Bekanntes wiederholen. Der Akt. der den Krieg unvermeidlich machte, war die russische Generalmobilmachung, die in der Nacht vom 30. zum 31. Juli 1914 angcordnet wurde. Rußland Enaland Frankreich, die ganze Welt wußte, daß dieser Schritt uns ein längeres Zuwarten unmöglich machen mußte, daß dieser Schritt gleichbedeutend mit der Krieaserklärnna war. In der ganzen Welt, auch in Enaland, beginnt man sich über die Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Außer lebhafter Feuertätigkeit an der Front beiderseits der Bahn Zloczow—Tarnopol keine Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der Vojusa stellenweise mächtiges Artilleriefener. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. von Hoefer, Feldmarschallentnant. verhängnisvolle Bedeutung der russischen Mobilmachung klar zu wahren; die Wahrbeit bricht sich Babn. Ein englischer Gelehrter von Weltruf bat vor einiger Zeit geschrieben:„Viele Leute würden anders über das Kriegsende denken, wenn sie über den Kriegsansang besser Bescheid wüßten. besonders über den Tatbestand der russischen Mobilmachung.“ Kein Wunder, wenn Lord Grev bei seiner neuen Rede an der russischen Mobilmachung nicht vorbeigeben konnte. Er sab sich gezwungen, von der russischen Mobilmachung zu sprechen; er konnte nicht mehr bestreiten, daß die russische Mobilmachung der deutschen und der österreichischen Mobilmachung vorausging. Aber da er die Schuld am Kriege von der Entente abwälzen will, mocht er den gewaaten Versuch, durch eine ganz neue Lesart, die russische Mobilmachung als das Werk Deutschlands hineustellen. Lord Grev hat ausgeführt: Rußland hat erst mobil gemacht, nachdem in Deutschland ein Bericht erschienen war, daß Deutschland die Mobilmachung befohlen habe, und nachdem dieser Bericht nach Detersburg telegraphiert worden war. Anter Hinweis auf die angebsiche Fälschung der Emser Devesche von 1870 fügte er hinzu, daß in dem von uns gewählten Augenblis ein Manöner gemacht worden sei. um ein anderes Land zu einer Verteidigungsmaßnahme zu provozieren, und daß dann diese Verteidigungsmaßnahme von uns mit einem Altimatum beantworlet worden sei. das den Krieg unvermeidlich gemacht habe. Es hat 2½ Jahre gedauert. bis Lord Grev auf diese ebenso neue wie ohiektiv solsche L###sart der Kriegsursache ackommen ist. Der Vorgang auf den er anspielt, ist bekannt. Dakument das seiner Beweisfüihruna zu Grunde licgt, ist ein Ertrablatt des„Berliner Lekal=Anzeigers"“. Die Herren erinnern sich viellei#t, daß am Donnerstaa. den 30. Juli 1914. in den früheren Nachmittagsstunden. der Lokal=Anzeiaer“ in Form ames Ertrablattes die Meldung ausggb, daß Seine Majestät der Kaiser die Mobilmachung befahlen habe. Die Herren wissen auch, daß auf der Stelle der Verkauf dieses Ertrablattes polizeilich verhindert und die vorhandenen Gremplare beschlaanahmt worden sind. Ich kann außerdem settstellen der der Staatssekretär des Auswärtigen Amts alsr:'s den rumcen Botschafter und aleichzeitig auch alle übrigen Botschafter telephonisch davon unterrichtete, daß die vom„Lokal=Anzeiger“ ausgegebene Nachricht falsch sei. Ebenso wurde die Botschaft alsbald von der Redaktion des„Lokal=Anzeigers unterrichtet, daß ein Verseben vorlag. Ich kann weiter feststellen, daß der russische Botschafter zwar sofort nach Ausgabe des Ertrablattes eine chriffrierte Meldung nach Petersburg telegraphiert hatte, die nach dem russischen Orangebuch lautete:„Ich erfahre, daß die Mobilmachung für das deutsche Landheer und die deutsche Flotte soehen verkündet worden ist"; daß aber diesem Telegramm nach der telephonischen Aufklärung durch den Staatssekretär von Jagow ein zweites in offener Sprache folgte, das lautete: „Ich bitte, mein letztes Telegramm als nichtig zu betrachten. Aufklärung folgt.“ Wenige Minuten darauf sandte der russische Botschafter in chriffrierter Sprache ein drittes Telegramm, das nach dem russischen Orangebuch besagte: Der Minister des Auswärtigen habe ihm soeben in diesem Augenblick telephoniert, daß die Nachricht von der Mobilmachung des Heeres und der Flotte salsch ist, und daß die betrefsenden Ertrablätter beschlagnahmt worden seien. Das sofortige Eingreifen des Staatssekretärs von Jagow zur Richtigstellung der falschen Meldung— ein Ein greifen, das von dem offiziellen russischen Orangebuch in dem Telegramm des Botschafters Swerbejew bestätigt wird— widerlegt allein schon die Behauptung Lord Grers, daß wir Rußland absichtlich täuschen wollten, um es zur Mbilmachung zu veranlassen. Ich kann aber auch feirstellen, daß nach den Erhebungen der Kaiserlichen Postverwaltung über die Abgangszeiten der drei Telegramne des russischen Botschafters diese nahezu gleichzeitig in Petersburg angekommen sein müssen. Die russische Regierung kan sich also nur einen kurzen Augenblick in dem irrigen Glauben befunden haben, de“ in Deutschland die allgemeine Mobilmachung angeerdnet worden sei. Jodenfalls war die Richtigstellung der Falschmeldung bereits erfolgt,## die russische Regierung ihrerseits die allgemeine Mobilmachung anordnete. Meine Herren, wir haben kein Tribunal zu scheuen. Ich kann weiter feitstellen, daß die neue Lesart ausschließlich von Lord Grea aufgebracht wird. Die russische Regierung, die doch am besten über die Gründe ihrer Mobilmachung unterrichtet sein mußte, ist niemals auf den Gedanken gekemmen, sich für ihren verhängnisvollen Schritt auf das Ertrablatt des„Lok Anz.; zu berufen. Lord Gren wird, wie ich annenme, den Zaren als Zeugen nicht ablehnen wollen. Der Zar hat noch am Freitag. 31. Juli, 2 Uhr nachmittags, als die Mobilmachungsorder an die sämtlichen russischen Streitkräfte bereits ergangen war, an Se. Majestät den Kaiser auf dessen letzten Friedensavpell telegrarbiert:„Es ist technisch unmöglich, unsere militätische Verbereitungen einemtenten, die durch Oesterreich Ungarns Mobilisierung notwendig geworden sind.— Kein Wort vom„Lok. Anz“, kein Wort von einer deutschen Mobil machning. Nur beiläufig erinner; ich daron, daß auch der Hinweis des Zaren auf die anlie Mobilisierung Oesterreich Ungarns keinen Grund für die rustisch: allgemeine Mobilmachung abgeben konnte. Oesterreich Ungarn hatte zu der Stunde, als die allgemeine Nobilmachung in Rußland an geordnet wurde, lediglich acht Armeckorvs angesichts des Louflikts mit Serbien auf Krieassuß gesetzt und Rußland Der Reichskanzler gegen Lord Grey. Sylvias Chauffeur. Roman von Louis Tracy. (42. Fortsetzung.) „Nun? Wie soll ich mir Ihr Erscheinen erklären?" „Mister Pendieton kam gestern abend nach Stuttgart, Herr Graf— in Vartels Wagen. Heute morgen ließ er mich zu sich rufen und fragte:„Wer sind Sie?"—„Der Chauffeur, Herr.“ sagte ich.—„Wessen Chausseur?"—„Für die nächsten Tage der Ihrige, Herri*—„Gut. dann haben Sie also meinen Besehlen zu gehorchen— nicht wahr?"—„Es wird wohl so sein, Mitter Pendi ton.“—„Sehr schön! Und mein Besehl lautet, daß Sie auf der Stelle Ihrer Wege zu geben haven.“—„Meiner Wege? Wohin, Herr?"„Dahin, woder Sie gekommen sind.“— Ich hatte ja schon vorher gemerkt, was er meinte, als er sar te, daß ich mener Wege arben solle. Aber ich wollte es doch gern deutluher haben. Und da war es nun freilich deutlich geung.“ „Und sonst wurde nichts gesp.en? Es wurden Ihnen keine Gründe angegeben? Und es wurde Ihnen keine Vorschaft für irgend jemand aufgetragen?“ „Nein, Herr Graf!“ „Aber Sie haben doch wohl mit Vartels gesprachen und von inm gehört, aus welche Weise er nach Stutlgatt getommen ist?“ „Mister Pendleton hatte ihn in Bruchsal aufgelesen und Ihn dann fur die weitere Jahrt engagiert. Der Vicomte de M#arigny muß mit dem Amerikaner gesprochen und ihm tolle Gechechten über den He in Gr sen erzählt haben. Und die Leute vom„Bellevne Holel“ in Aonigerny scheinen dann auch noch ihren Seus in gehoriger Menge dazugegeben zu haben“ Heiningen schitttelte den Kopf. Diese Auskunft berührte In über die Matzen peinlich. Daß er wie ein Spurhund Hinter seiner Tochter her sein würde, hatte er dem Amerikaner nicht zugetraut, und der rosige Schimmer, in dem er die Dinge bisner gesehen, begann merklich ins Schwärzlich=Graue hinüberzuspielen. „Wann haben Sie Miß Pendieton zuletzt gesehen?“ ragie er. „Bei der Ankunst in Stuttgart, als ich ihr von dem Herrn Brasen vorgestellt wurde. Nainher in sie mir nicht mehr vor ne Angen gekammen. Nur die Frau Baronin kam dazu, als ich mit Mister Pendicton sprach. Ich glaube auch, daß ie was auf dem Herzen hatte, wag sie mir gern mitgeleilt satte. Aber der Amerikaner sah sie plönlich mit einem so onderbaren Blick an, und da hielt sie den Mund.“ „Hat Ihnen Bartels nichts über seine Unterhaltungen mit Mister Pendieton erzahlt „Nicht viel, denn es ist ziemlich schwer, etwas aus ihm verauszutriegen. Hauptsachlich wunschte der Amerikaner woul von ihm zu erfahren, ob Sie wirklich ein Graf wa cn. Davon, daß die Sache nicht von vornhe##ein zwischen Ionn und Varteis abgekartet gewesen ware, wollte er sich lange Zeit durchaus nicht überzeugen lassen. Und er glaubt, daß Sie mit dem Aufenthalt in Konigsruh nu den#w ck verfolgt hätten, den Vicomte de Marigny außer Gesecht zu setzen.“ „Weiter hat Bartels Ihnen nichts gesaot:„Nein— außer daß er meinte— aber das darf ich doch wohl nicht wiederholen.“ „Wiederholen Sie es getrost! Bartels hat sicherlich nichts geäußert, das ich als unehrerbietig oder beleidigend empenden „Er meinte, der verdammte F anzose habe Misser Pendieton her##eigerufen und auf Ihre Spur gesetzt, weil er verhindern wollte, daß Sie— da Sie— Miß Pendieton— „Daß ich sie heirate? War es das, was er meinte? Ein breites Grinsen erschien auf Hasenkamps Gesicht. „Genau das. Herr Graf! Und mit Ihrer gnäd en Erlaubnis: so meine ich auch. 961 „Nun, es mag wohl sein, daß Sie recht haben. Aber Sie können sich darauf verlassen, daß die Rechnung des Herrn Vicomte falsch war.“ „Daran haben wir nie gezweifelt— Bartels und ich. Wenn der Herr Graf sich eine Sache in den Kopf gesetzt bat, sagte ich, so wird sie auch bis zu Enre durchgeführt, ob sie nun vernünftig oder unvernünftig sein mag.“ Lacend sinlug ihm Kurt Dierrich auf die Schulter. „Dank für die gute Meinung. Hasenkamp! Und nun gehen Sie schlafen, Sie mussen ja eine tolle Fahrt hinter sich haben.“ „Ein Kindersriel war es gerade nicht, Herr Grafl Aner ich wußte ja, dat man sie unierem Wagen getron zummen durfte. Und ich funle keine Mudigkeit mehr, wennn ich ho en dars, daß der Herr Graf mir meine verschiedenen Dummheiten verziehen haben.“ „nu Sie sich darum keine grauen Haare wann n. Keiner von uns ist sicher davor, gerade im bedeutsamen Aigenblick irgendeine kapitale Dummben zu begehen. Und ich vin Ihnen wegen der Jyrigen schon langst nicht mehr Mit bemücktem Gesicht zog sich Hesenkamp zurück, feiter denn je entschlossen, für seinen Herrn, wenn en sein mußle, hi bloß durch diet und dunn, sondern auch duich Feuer und Wasser zu gehen. Kurt Dietrich aber verspürte nicht die geringste Reigung, die untervr. chene Unterna innaim Ranchzimmer fort jusetzen. Er ließ sien In und Paletot bringen, schlenderte nocy eine Weile aues Geialeman in den Siinen umher, in seinem Geyin allerlei ebenso Rhneie und fuhrdare Plaue wälzend, und suchte endlich nacht sein Schlafzimmer auf, nicht eben sehr bestiedigt von dem Verlauf dieses ersten Tases. Wahrend des ganzen nächsten Tages zwang er sich, an dem gleich nach seiner Rückkehr begonnenen Reisewerr zu a beien. Denn wenn ihm auch seine Herzensangelegenheit vier tausendmal wichtiger war als die Hoffnung auf sch.ilstellerische Lorbeeren, so wollie er don Symias Antwort abwarten, ehe er in dieser An elegenheit irgend etwas weiteres unternahm. Daß diese Antwort meigen mit der ersten Post enntressen würde, stand als unerschütterliche Ueberzeugung in seiner Seele fest. Und die zuverm#tliche Erwartung dieser rotzen Freude half ihm glücklich über die endlos langen Stunden des tatenlosen Tages hinweg. Seinen alten Herrn bekam er heute nur ganz flüchtig zu Gesict, und es wurden ledi lich ein paar freundliche Worte über gleichgültige Dinge zwischen ionen gewechselt, wie wenn sich durchaus nichts Besonderes ereignet natte. In wahrheit aber waren die Gedanken des alten Graten unablässig mit der Anare seines Sohnes beschäftigt, und er brachte den aunzen Tag damn zu. Erkundigungen uder Rister Pendleion und seine Tochter einzuziehen. Das Resultat dieser Erkundigungen war, daß er im Laufe des Nachmiuttags seine Emmester aufsuchte und eine ehr lange und sehr erninaste Umterredung mit ihr hatte. Gleich nach seiner Verabschiedung snte eich dann die Grann au ihren Emm en u m sarkastisch gefarbten Brief an die schone Heria zu ##en, einen Brief, in dem es nicht an eimen durchsichtigen nungen und Anspielungen auf leichtseinige Zwischentager sehite. einen Wunsch. iorest Netien im Verlauf der nächsten Jage bei sich zu sehen, hatte sie gegen den rnder nicht geandert, und es war darum wohl anzenehmen, daß tor fur den Moment nicht allzuriel an sei Smon eine gute halbe Stunde vor der Zeit, zu der sich der Vriefträger mit der Früypost einzufinden pfiegee. stand Kurt Dietrich am nächsten Morgen hinter dem Vornung seines Knsters, um nach dem unssormierten Liebesboten an lnaren, und kaum hatte er inn im Seieneingung des Julats veeschwinden sehen, als er auch son tir elekirice in ewegung setzte. In wahren emmenen dehnten sich in die Minuten, die bis zum Erscheinen Beiringers vergingen, und r. mußte sich fast Gemalr antun, um ihm die Brielschaften, deren er einen ganzen Stot mithracr nmnt aus der Hand zu reinen. Hastig übernog er die Aussch lien, um emen Wile nach dem anderen achtles beiseite zu##### en. Und die tiene unnauschung spiegelte sich auf seinem Gesicht, al er bis zum lenten gelangt war, ohne den wohlberannten, zierlichen und doch so angenehm sesten Schrutzugen Spl#ias zu vegegnen. st mint doch viesleich: noch ein Brief mu der Adtresse Westenholn gelommen= windie er un an den auf wenere Bchle warenden Kammerdiener. merrin er ader vernente bestimmteste. Er hatte die Postsa#h#en selbst durchgelegen. um die für den jungen Gia en bestimmten aus Vlen. und es hatte iym darum unberingt auffallen muen, wenn ein Prief mit dieser ungewohnlichen Adresse darun er gewesen wäre. Mein Brief hat sie in Stungart nicht mehr erreicht,“ suchte Autt Dietrich sich in des werzens Stille zu trösten.„Er wird ihr mit eoren onderen Postsichen nachgesthickt werden, und ich werde stätestens morgen ihre Autwort in den Händen Er entließ den alten Diener und machte sich ohne besondere Neugier üver die vorhin be##eite geschovenen Briese her. Der zweite, der ilm unter die Finger kam, machte ihn fl.. nia. Die Hanoschrift war ihm undekannt, aber die Briefmarte zeigle den Poststempe Stutigart, und er hatte es nun plotzlich sehr eilig, inn zu offnen.„ Das in eneroischen, unvertennbar kaufmännischen Jugen hing worjene Billett lantete: „Mein Herr! Meine Tochter empfing an diesem Morgen eine briefliche Mitteilung von Ihnen, und sie war eden willens, sie zu bean worten, als ich sie darüver insonerte, daß sie im Beau sei, mit einer Per önichken zu korrespondieren, die sich tor unter einem falschen Namen genähert hatte. Unter diesen Umsi nden erklärte sie sich onne weiteres damit einverstanden, daß ich statt ihrer antwortete, und was ich Ihnen zu sagen habe, mein Herr, ist folgendes: Wiß Pendieton ist über die wahre Natur des mt ihr geeriebenen Gautelsriels von mir nicht aufgeilärt wo den und wird darüber auch künftig nicht aufgeklärt werden. Sie trager den Namen und den Titel eines Edelmannes, und darin glaube ich die zu ersichtliche Erwartung aussprechen zu dufen, daß Sie das Ihnen von meiner ahnungslosen Tochter entgegengebrachte Vertrauen nicht nich weiter auf eine Were unzbrauchen weiden, für die es keine Entschuldigung mehr genen wurce. Sie werden strengste Verschwi genheit ben ahren und wer#en den Namen einer makellolen jungen Dame nicht vem Geschwatz der Klubs und den bosen Zungen der En. 50 achen. Ich verhehle Ihnen nicht, dat ich mah no zweier Tnge voll groher Ereitierung gegen Sie gewesen bin. Heule bemune ich mich, die Dinge rahiger be#nminten Voraue#nna, daß wee#er meine Tochter noch ich jemals wieder personlich von Ihnen behelligt werren, werde Uebermut und leip#t###ruiger Unnberlegtheit gehandelt haben als in dem Berisein, das köstlichne Besiman eines sahrenen jungen Maochens, ioren anten Ruf, nevelhaft S#1 zu seren— eines jungen Miochens, das Ianen dulch nichts V.raulassung onzu gegeben intte. zebenheit Pendieton Ich zeichne in C: 2 A4 k. 1 hatte diese Maßnahme bereits am 29. Juli mit der Mobilmachung von 12 Armeekorps beantwortet. Seit dem 27. Juli waren von österreichisch=ungarischer Seite keine weiteren militärische Maßnahmen ergriffen worden, die Rußland irgend eine Veranlassung zu der der Kriegserklärung gleichkommenden allgemeinen Mobilmachung hätte Veranlassung geben können. Erst nachdem die allgemeine Mobilmachung in Rußland erfolgt war, ist Oesterreich=Ungarn am Vormittag des 31. Juli auch seinerseits zur allgemeinen Mobilmachung übergegangen. Wir unsererseits haben selbst dann noch Langmut und Geduld geubt bis zur äußersten Grenze der Rücksicht auf unsere eigene Existenz und der Verpflichtung gegenüber unserem Bundesgenossen. Wir hätten ja schon am 29. Juli, als Rußland gegen Oesterreich mobilisierte, auch unsererseits mobilisieren können. Der Wortlaut unseres Bündnisses mit Oesterreich=Ungarn war bekannt, niemand hätte unsere Mobilisierung als eine agressive bezeichnen können. Wir haben es nicht getan, aber auch noch auf die Nachricht von der russischen allgemeinen Mobilmachung haben wir zunächst nur mit der Verkündung des Zustandes der drohenden Kriegsgefahr geantwortet, die noch nicht die Mobilmachung bedeutet. Wir haben das der russischen Regierung mitgeteilt und hinzugefügt, daß die Mobilmachung folgen müsse, falls nicht Rußland binnen 12 Stunden jede Kriegsmaßnahme gegen uns und Oesterreich= Ungarn einstelle und uns hierüber bestimmte Erklärungen abgebe. Wir haben damit Rußland selbst, als das Schicksal des Krieges durch seine Schuld bereits unabwendbar schien, noch einmal eine Frist gegeben, sich zu besinnen, und im letzten Augenblick den Weltfrieden noch zu retten. Wir haben auch Rußlands Verbündeten u. Freunden durch diesen Aufschub im letzten Augenblick noch einmal die weltgeschichtliche Möglichkeit gegeben, auf Rußland zugunsten des Friedens einzuwirken. Es war umsonst. Rußland ließ uns ohne Antwort. England verharrte gegenüber Rußland in Schweigen, Frankreich leugnete durch den Mund seines Ministerpräsidenten unserem Botschafter noch am Abend des 31. Juli die Tatsache der russischen Mobilmachung einfach ab und verfügte seine eigene Mobilmachung einige Stunden früher als wir unsererseits zur Mobilmachung schritten. Was übrigens den angeblichen defensiven Charakter der russischen Gesamtmobilmachung betrifft, so will ich hier ausdrücklich seststellen, daß bei Ausbruch des Krieges 1914 noch eine im Jahre 1912 erlassene allgemeine Anweisung der russischen Regierung für den Mobilmachungsfall in Kraft war, die wörtlich folgende Stellen enthält:„Allerhöchst ist befohlen, daß die Verkündung der Mobilisation zugleich die Verkündung des Krieges gegen Deutschland ist". Gegen Deutschland m. H., 1912 gegen Deutschland! Es ist unerfindlich, wie angesichts dieses aktenmäßigen Tatbestandes Lord Grey der Welt und seinem eigenen Lande mit der Geschichte von dem Manöver kommen kann, mit dem wir den friedfertigen Russen die Mobilisierung gegen seinen Willen durch plumpe Täuschung über unsere eigenen Maßnahmen entlockt hätten. Nein, m. H., die Wahrheit ist: Nie und nimmer hätte Rußland den Entschluß zu dem verhängnisvollen Schritt gefaßt, wenn es nicht von der Themse her durch Handlungen und Unterlassungen zu diesem Schritt ermutigt worden wäre. Ich erinnere an die Sachlage, als Rußland den Befehl der allgemeinen Mobilmachung erließ. Bekannt ist die Instruktion, die ich am 30. Juli durch unsern Botschafter nach Wien gegeben. In dieser Instruktion habe ich der österreichisch=ungarischen Regierung eine unmittelbare Verständigung mit Rußland dringend nahegelegt und ausdrücklich ausgesprochen, daß Deutschland nicht wünsche, durch Nichtbeachtung unserer Ratschläge in einen Weltbrand hineingezogen zu werden. Lord Grey weiß auch genau, daß ich einen von ihm unserm Botschafter am 29. 7. gemachten Vermittlungsvorschlag, der mir als eine geeignete Grundlage für die Erhaltung des Friedens schien, mit der entschiedensten Befürwortung nach Wien weitergegeben habe. Ich habe damals nach Wien telegraphiert:„Falls die österreichisch=ungarische Regierung jede Vermittlung ablehnt, stehen wir vor einer Konflagration, bei der England gegen uns, Italien und Rumänien allen Anzeichen nach nicht mit uns gehen würden, so daß wir mit Oesterreich= Ungarn drei Großmächten gegenüberstünden. Deutschland würde infolge der Gegnerschaft Englands das Hauptgewicht des Kampfes zufallen. Das politische Prestige Oesterreich= Ungarns, die Waffenehre seiner Armee, sowie seine berechtigten Ansprüche gegen Serbien könnten durch die Besetzung Belgrads oder anderer Plätze hinreichend gewahrt werden. Er müsse daher dem Wiener Kabinett dringend und nachdrücklich zur Erwägung geben, die Vermittlung zu den angebotenen Bedingungen anzunehmen. Die Verantwortung für die sonst eintretenden Folgen wäre für Oesterreich= Ungarn und uns eine ungemein schwere.“ Die österreichisch=ungarische Regierung entsprach unseren eindringlichen Vorstellungen, indem sie ihrem Botschafter in Berlin folgende Weisung gab:„Ich ersuche Euerer Exzellenz, den Staatssekretär von Jagow für die uns durch Herrn v. Tschirschky gemachten Mitteilungen verbindlichst zu danken und ihm zu erklären, daß wir trotz der Aenderung, die in der Situation seither durch die Mobilisierung Rußland eingetreten sei, gern bereit seien, dem Vorschlage Sir Edward Greys, zwischen uns und Serbien zu vermitteln, näherzutreten. Die Voraussetzungen unserer Annahme seien jedoch natürlich, daß unsere militärische Aktion gegen Serbien einstweilen ihren Fortgang nehmen, und daß das englische Kabinett die russische Regierung bewege, die gegen uns gerichtete russische Mobilisierung zum Stillstand zu bringen, in welchem Falle selbstverständlich auch wir die uns durch dieselbe aufgezwungenen defensiven militärischen Gegenmaßregeln in Galizien sofort wieder rückgängig machen würden.“ Dem stelle ich folgende Schritte Lord Greys gegenüber: Am 27. 7. 1914 gab er auf die Bemerkung des russischen Botschafters in London, in deutschen und österreichischen Kreisen bestehe der Eindruck, daß England ruhig bleiben werde, die Antwort:„Dieser Eindruck wird durch die Befehle bestätigt, die wir der ersten Flotte gegeben haben.“ Am 29. Juli gab Grey von einer vertraulichen Warnung an unsern Botschafter in London, daß Deutschland auf rasche Entschlüsse Englands, d. h. seine Teilnahme am Kriege gegen uns gefaßt sein müsse, sofort dem französischen Botschafter Kenntnis. Konnte Lord Grey anehmen, daß eine solche Eröffnung an den französischen Botschafter dem Frieden dienen würde? Mußte der Franzose diese Eröffnung nicht als Zusage der Waffenhilfe für den Kriegsfall ansehen? Mußte Frankreich nicht dadurch ermutigt werden. Rußland die seit Tagen dringend verlangte Zusage der unbedingten Kriegsgefolgschaft zu geben? Und mußte Rußland nicht durch die Sicherheit der englischen und französischen Bundesgenossenschaft in seiner Kriegsabsicht aufs äußerste bestärkt werden? Die russischeAntwort auf das Morgengespräch Lord Greys ließ in der Tat nicht auf sich warten. Am Abend desselben Tages des 29. Juli bauftragte Herr Sassonow den russischen Botschafter in Paris der französischen Regierung die aufrichtige Dankbarkeit für die von dem französischen Botschafter gemachte Erklärung auszusprechen, daß Rußland voll und ganz auf die Unterstützung des verbündeten Frankreichs rechnen könne. Rußland stand in der Nacht om 30. zum 31. Juli vor der Tatsache der durch unsere Einwirkung herbeigeführten Nachgiebigkeit Oesterreich-Ungarns, die den Weg zur Erhaltung des Friedens freimachte. Es stand gleichzeitig vor der durch die Eröffnung Lord Greys an Herrn Paul Cambon gewähleisteten Sicherheit der englischen und französischen Waffenhilfe, eine Sicherheit, die ihm überhaupt erst die Möglichkeit des Krieges gab. Es wählte die Mobilmachung und damit den Krieg. Wer ist nun schuld an dieser schicksalsschweren Entscheidung? Wir, die wir dem Wiener Kabinett mit Nachdruck die äußerste Nachgiebigkeit und die Annahme eines englischen Vermittlungsvorschlages empfahlen? Oder das britische Kabinett, das Frankreich und Rußland in der kritischen Stunde seine Waffenhilfe in Aussicht stellte? Lord Grey hat von diesen entscheidenden Dingen nicht gesprochen, dafür aber die Aufmerksamkeit seiner Zuyorer auf Nebensachen abgelenkt. Das Haager Schiedsgericht, das der Zar anbot, klingt ja äußerlich sehr bedeutnugsvoll, aber es wurde angeboten, als bereits die russischen Truppen gegen uns in Bewegung gesetzt waren. Seinen eigenen Konferenzvorschlag— ich habe das wiederholt im Reichstage ausgeführt — hatte Lord Grey selbst zugunsten unserer Vermittlung zurückgestellt. Und Relaien? Ehe auch nur ein einziger deutscher Soldat seinen Fuß auf belgischen Boden gesetzt hatte, hat Lord Grey dem französischen Botschafter nach dessen Bericht an seine Regierung wörtlich erklärt:„Falls die deutsche Flotte in den Kanal einfahren oder die Nordsee passieren sollte in der Absicht, die französische Küste oder die französische Kriegsflotte anzugreifen, oder die französische Handelsflotte zu beunruhigen— zu bunruhigen, meine Herren, würde die britische Flotte eingreifen, um der französischen Marine den Schutz zu gewähren in der Art, daß von diesem Augenblick an England sich im Kriegszustande befinden würde.“ Kann derienige, der das Auslaufen unserer Flotte als casus belli erklärte, wirklich noch im Ernst behupten, einzig und allein die Verletzung der belgischen Neutralität habe England gegen seinen Willen in den Krieg getrieben? Und schließlich die Behauptung, wir hätten, um England vom Kriege fernzuhalten, der britischen Regierung das unwürdige Angebot gemacht, es möge zur Verletzung der belgischen Neutralität die Augen zudrücken und uns freie Hand lassen, die französischen Kolonien wegzunehmen! Ich fordere Lord Grey auf, in seinem Blaubuche und in seinen Akten den Sachverhalt nachzuprüfen. Ich habe in dem ernsten Bestreben, den Krieg zu lokalisieren, dem britischen Botschafter in Berlin schon am 29. Juli zugesichert, daß wir unter Voraussetzung der Neutralität Englands die territoriale Integrität Frankreichs gewährleisteten. Am 1. August hat der Fürst Lichnowski den Lord Grey gefragt, ob im Falle einer Verpflichtung Deutschlands, die Neutralität Belgiens zu achten, England sich seinerseits zur Neutralität verpflichten könne. Er stellte ferner in Aussicht, daß im Falle der englischen Neutralität die Integrität nicht nur des französischen Mutterlandes, sondern auch der französischen Kolonien garantiert werden könne. Er gab in meinem Auftrage die Zusicherung, daß wir bereit seien, auf einen Angriff auf Frankreich zu verzichten. falls England die Neutralität Frankreichs verbürgen wolle. In letzter Stunde noch machte ich die Zusage, daß, solange England sich neutral verhalte, unsere Flotte die französische Nordküste nicht angreifen und unter Voraussetzung der Gegenseitigkeit keine feindlichen Operationen gegen die französischen Handelsschiffe vornehmen werde.— Lord Grey hatte auf all dieses nur die Antwort, er müsse endgiltig jedes Neutralitätsversprechen ablehnen, und er könne nur sagen, daß England sich die Hand freizuhalten wünsche. Hätte England diese Neutralitätserklärung abgegeben so wäre es nicht, wie Lord Grey meint, der Verachtung der ganzen Welt preisgegeben worden, sondern es hätte sich damit das Verdienst erworben, den Ausbruch des Krieges zu verhindern. Auch hier frage ich: Wer bat den Krieg gewollt? Wir, die wir England jede erdenkliche Sicherheit nicht nur für unmittelbare englische Interessen, sondern auch für Frankreich und Velgien zu geben bereit waren, oder England, das jeden unserer Vorschläge ablehnte und sich weigerte, seinerseits irgendeinen Weg zur Erhaltung des Friedens zwischen unseren beiden Ländern auch nur anzudeuten? Meine Herren!„Alle diese Dinge sind von der deutschen Regierung teils in meinen Reden, teils in amtlichen Publikationen so oft klargestellt worden, daß es mir, nachdem der Krieg nun über zwei Jahre wütet, im Grunde widerstrebt, diese retrospektiven Betrachtungen zu erneuern. Aber es handelt sich nicht um Polemik. Wir alle haben das größte Interesse daran, den immer wieder künstlich genährten Glauben, als sei Deutschland der Angreifer gewesen, so gründlich wie möglich zu zerstören: und trifft vollends Lord Grevs Ansicht zu, daß die Erkenntnis über die wahren Arsachen des Krieges, für seine Beendigung und für die Friedensbedin= gungen von großer Bedeutung ist, so weisen meine Worte doch auch auf die Zukunft hin. Lord Grev hat sich ebenso ausführlich mit der Zeit nach dem Frieden, mit der Gründung des internationalen Bundes zur Wahrung des Friedens beschäftigt. Auch dazu will ich einige Worte sagen. Wir haben uns niemals ein Hehl aus unseren Zweiseln gemacht, ob der Friede durch internationale Organisationen, wie Schiedsgerichte, dauerhaft gesichert werden könne. Die tbeorctischen Seiten des Problems will ich hier nicht erörtern. Wenn bei uns nach der Beendigung des Krieges seine entsetzlichen Verwüstungen an Gut und Blut der Welt erst zum vollen Bewußtsein kommen werden, dann wird durch die ganze Menschheit ein Schrei nach Friedensabmachungen und Verständigungen geben, so weit es irgend in Menschenmacht liegt, die Wiederkehr einer so ungeheuren Katastrophe zu verhüten. Dieser Schrei wird so stark und so berechtigt sein, daß er zu einem Ergebnis führen muß. Deutschland wird jeden Versuch, eine praktische Lösuna zu finden, ehrlich mit prüfen und an seiner möglichen Verwirklichung mitarbeiten; das um so mehr, wenn der Krieg, wie wir zuversichtlich erwarten, politische Zustände hervorbringt, die der freien Entwickelung aller Nationen, kleiner wie großer, gerecht wird. Dabei wird das Prinzip des Rechts und der freien Entwickelung nicht bloß auf dem Festlande, sondern auch auf dem Meere zur Geltung zu bringen sein; davon hat Lord Gren allerdings nicht gesprochen. Die internationale Friedenswirtschaft, die ihm vorschwebt, scheint mir überhaupt einen eigenartigen, auf die speziellen englischen Bestimmungen zugeschnittenen Charakter zu haben. Während des Krieges haben nach seinem Willen die Neutralen zu schweigen unt jeden Zwang der englischen Weltherrschaft auf dem Meere geduldig hinzunehmen. Nach dem Kriege, wenn England, wie es meint, uns auf das Haupt geschlagen und über die Welt nach seinem Willen neu disponiert haben wird, dann sollen sich die Neutralen zu Garanten der neuen englischen Weltordnung zusammenschließen. Zu dieser Weltordnung wird auch folgendes gehören: Aus zuverlässiger Quelle wissen wir, daß England und Frankreich bereits im Jahre 1915 Rußland die Territorial= Herrschaft über Konstantinopel, den Bosporus und das Westufer der Dardanellen mit Hinterland zugesichert und KleinAsien den Ententemächten zuteilt waren. Die englische Regierung ist Anfragen, die ihr hierüber im Parlament gestellt worden sind, ausgewichen, aber diese Pläne der Entente sind doch wahrscheinlich auch für den Völkerfrieden, und wer ihn später garantieren soll, von Interesse. So sehen die Annerionsabsichten unserer Gegner aus, wozu auch noch Elsaß=Lott ringen kommt, während ich bei der Besprechung unserer Kriegsziele die Annerion Belgiens niemals als unsere Absicht lezeichnet habe. Eine solche Gewaltpolitik kann nicht die Grundlage zu einem wirksamen internationalen Frichensbunde abgeben. Eine solche Gewaltpolitik stebt in krassem Widerspruch mit dem von Lord Gren und H Asquith angestrebten Idealzustande, in dem das Rech##nd die Macht herrscht, und alle Staaten, die die Familien der zivilisierten Menschheit bilden, ob groß oder klein, sich euler gleichen Bedingungen und in Aebereinstimmung mit ihren natürlichen Anlagen frei entwickeln sollen. Will sich die Entente ernstlich ans diesen Boden stellen. donn sollte sie auch konsequent darnach herdeln, tut sie das nicht, dann bleiben auch die erhabe sten Worte über Friedensbund und einträchtiges Zusammenleben der Völkersamilien Schall und Rauch. Die erst: Vorbedu gung für eine Entwickelung der internationalen 2 ziehungen auf dem Wege des Schiedsgerichts und des friedlichen Ausgleichs entgegenstehender Gegensätze wäre, daß sich keine aggressive Koalition mehr bilde. Deutschland ist jederzeit bereit, einem Völkerbunde beizutreten, ja, sich an die Soitze eines Völkerbundes zu stellen, der Friedensstörer im Zanme hält. Die Geschichte der internationalen Beziebungen vor dem Kriege liegt klar vor den Augen aller Welt. Was füorte Frankreich an Rußlands Seite? Elsaß=Lothringen. War wollte Nußland? Konstantinovel. Warum schloß sich Enaland ihnen an? Weil ihm Deutschland in wirtschaftlicher Arbeit zu groß geworden war. Und was wollen wir? Grev sagt, Deutschland habe mit seinem ersten Anerbieten der Integrität Belaiens und Frankreichs die Erlaubnis Englands erkaufen wollen, von den französischen Kolonien zu nehmen, was ihm beliebe. Selbst dem hirnverbranntesten Deutschen ist nicht der Gedanke gekommen, über Frankreich herzufallen, um ihm seine Kolonien zu nehmen. Nicht das war das Verbänanis Europas, sondern, daß die englische Regierung französische und russische Eroberungsziele begünstigte, die ohne einen europäischen Krieg nicht zu erreichen waren. Diesem aggressiven Charakter der Engländer gegenüber hat sich der Dreibund stets in Defensivstellung befunden. Kein gerechter Beurteiler kann das leugnen. Nicht im Schatten des preußischen Militarismus hat die Welt vor dem Kriege gelegen, sondern im Schatten der Einkreisungspolitik, die Deutschland niederhalten sollte. Gegen diese Dolitik, mag sie diplomatisch als Einkreisung, militärisch als Vernichtungskrieg, wirtschaftlich als Weltboykott in die Erscheinung treten, haben wir von Anfang an in der Verteidigung gestanden. Das deutsche Volk führt diesen Krieg als Verteidigungskrieg zur Sicherung seines nationalen Daseins und seiner freien Fortentwickelung. Niemals is etwas anderes von uns behauptet, etwas anderes gewollt worden. Wie ließe sich auch sonst diese Entfaltung von Riesenkräften, dieser unerschütterliche, zum Letzten entschlossene Opfermut erklären, der unerbört in aller Menschengeschichte ist? An der Hartnäckigkeit des seindlichen Kriegswillens, dem das Aufgebot militärischer und materieller Hilfskräfte aus aller Welt dienstbar gemacht wird, hat sich unsere Widerstandskraft zu immer bärterer Entschlossenheit gestählt. Was Enaland noch an Kräfteneinsetzen mag— auch Englands Machtgebot hat seine Grenzen—, es ist bestimmt, an unserem Lebenswillen zu scheitern. Dieser Wille ist unbezwinabar und unverwüstlich. Wann unseren Feinden innere Erkenntnis davon kommen wird, das warten wir in der Zuversicht ab, daß sie kommen muß. wotb. Berlin, 9. Nov. Nach der Rede des Reichskanzlers machte der Hauptausschuß eine halbstündige Pause. Nach Wiedereröffnung der Sitzung führte zunächst ein Redner des Zentrums u. a. aus: Neu in der Rede des Reichskanzlers sei namentlich, daß der russische Befehl von 1912 die Robilmachung als identisch mit Krieg gegen Deutschland bezeichnete. Dadurch gewinne die russische Mobilmachung einen ganz neuen Charakter. Er begriffe die Erklärung, daß Deutschland sich an einem Staatenbund zur Erhaltung des Friedens beteiligen, ja sich an die Spitze zu stellen bereit sei. Die Erfahrungen des Krieges rechtfertigten das Verlangen nach einem besonderen Schutz unterer Grenzen. Unter diesem Gesichtspnnkt sei auch die polnische Frage zu betrachten. Die Proklamation könne als ein hochher ziger Entschluß begrüßt werden. Selbstverständlich sei sie in erster Linie bestimmt, unseren Interessen zu dienen, und es sei sogar Pflicht eines leitenden Staatsmannes, diesen Gesichtspunkt in klarer, kalter Enwvagung in den Vordergrund treten zu lassen. Dieselben grundsätzlichen Erwägungen müssen für Belgien maßgebend sein. Von einem nationalliberalen Redner wurde u. a. ausgeführt, daß die Tarlegungen des Reichskanzlers dankenswerte Klarheit über die letzten Vorgänge vor dem Kriege gebracht haben. Es sei zu wünschen, daß diese Darlegungen weite Verbreitung im neutralen Lande fänden. Bemerkenswert seien besonders die Mitteilungen über die Vorgänge am 29. und 30. Juli. Es sei wichtig, daß ein englischer Vermittlungsvorschlag von uns weitergegeben und in Wien angenommen worden sei. Ebenso bemerkenswert sei, führt Redner weiter aus, daß wir auf die direkte Verständigung zwischen Wien und Petersburg hingewirkt hätten. Der Reichskanzler habe auch die Kriegsursachen behandelt. Es sei dem zuzustimmen, daß der Krieg das Ergebnis der Gesamtentwicklung sei, die mit der Einkreisungspolitik einsetzte. Demgegenüber sei die deutsche durchaus friedlich gewesen. Die Verhandlungen, die unmittelbar vor dem Kriege mit England über den Insseressenausgleich geführt wurden, seien ebenfalls ein Beweis friedlicher Politik. Wenn wir nun trotzdem gegen unseren Willen in den Krieg verwickelt worden seien. so sei die Schlußfolgerung richtig, daß wir uns durch bessere Grenzen schützen müssen. Er wolle nicht auf die polnische und die belgische Frage eingeben. Er könne bestätigen, daß der Reichskanzler niemals von der Annerion Belgiens gesprochen habe. Mit den heutigen Ausführungen des Reichskanzlers seien aber nicht preisgegeben seine früheren Aeußerungen, daß der status quo aute nicht wiederkehren könne, daß wir reale Garantien haben mußten, daß England nicht der Brückenkopf für englische Machtpläne auf dem Kontinent sein dürfe. Zu der Frage eines internationalen Bundes zur Wahrung des Friedens äußerte der Redner namens seiner Freunde Einverständnis damit, daß die deutsche Politik jeden Versuch zur Schaffung von derartigen Institutionen prüft und eifrig daran mitarbeitet. Die deutschen Interessen dürften durch die englische Ueberm### nicht geschädigt werden. Ausschlaggebend müßten für unser Vorgehen immer die deutschen Interessen sein. Der Vertreter der Fortschrittlichen Volkspartei erklärte, die historischen Vorgänge seien außerordentlich glücklich und wirkungsvoll zusammengestellt. Das Gedächtnis auch mancher Staatsmänner für die tatsächlichen Vorgänge sei merkwürdig schwach. Seine Freunde seien damit einverstanden, daß internationale Friedensbedingungen stattfänden. Ob Lord Grey im Ernste die Hand zum Frieden ausgestreckt habe, wolle er nicht untersuchen; wir sollten aber zeigen, daß es uns ernst sei, zu seinen Gedanken Stellung zu nehmen. Jetzt habe die Sache natürlich eine andere Bedeutung als vor dem Kriege. Durch die ganze Menschheit werde ein ernstes Sehnen nach Friedenssicherung gehen. Es sei gut, daß unsere riedensliebe so klar und unzweideutig festgestellt worden sei. Greys Ansichten bölen nicht die Grundlage für den Weltfrieden, darin teile er völlig die Auffassung des Reichskanzlers. Wir verlangen Schutz unserer Rechte und Sicherheiten für unsere Entwicklung. Belgien dürfe nicht der Tummelplatz englischer Machtbestrebungen auf dem Kontinente werden. Der englische Einfluß müsse zugunsten des deutschen beschnitten werden. Seine Freunde seien bereit, an diesen Fragen mitzuarbeiten. Der Redner der sozialdemokratischen Fraktion führte u. a. aus, der Reichskanzler habe die Schuldfrage aufgerollt und uns mitgeteilt, wie er sich die Herbeiführung des Friedens denke. Diese letztere Frage sei die wichtiger:. Der russische Befehl von 1912 müsse das Märchen zerstören, daß Rußland der angegriffene Teil gewesen sei. In allen Ländern wachse der Gedanke, es müsse nun ein Ende des Krieges werden. Wichtig sei, daß der Reichskanzler niemals eine Annerion Belgiens verlangt habe. Das Reichsinteresse verlange nicht, daß wir Belgien militärisch, politisch und wirtschaftlich in der Hand behiellen. Das Deutsche Reich führe einen Verteidlgungs-, keinen Eroberungskrieg. Daß der Reichskanzler in früheren Reden die Tapferkeit der Franzosen gelobt hat, hat gut gewirkt. Es sei zu hoffen, daß er noch über seine heutige Rede hinaus die Friedensbereitschaft Deutschlands erklärt, dann würden die feindichen Völker ihren Regierungen die Schuld an der Weiterführung des Krieges geben. Der Vertreter der konservativen Partei erklärte u. a., was der Kanzler über die Kriegsursachen gesagt habe, sei überzeugend und wert, im In- und Auslande verbreitet zu werden. Für den Frieden sei jedoch wohl nicht die Auffassung über die Ursache des Krieges entscheidend, sondern die Machtstellung, die wir uns errungen hätten. Was den internationalen Bund zur Erhaltung des Friedens betreffe, so könne er dem Vorredner nicht beistimmen, daß wir im Haag uns zu wenig zustimmend zu diesen Ideen verhalten hätten. Wie die Dinge heute lägen, so könne er dem Gedanken beipflichten, daß auch wir nach dem Kriege ehrlich versuchen müßten, an den internationalen Friedensabmachungen mit zuwirken. Wenn Grey von idealen Bestrebungen zur Erhaltung des Friedens spreche, so meine er das englische Ziel, einen Bund zu schaffen, der Deutschland politisch isoliere, militärisch vernichte und wirtschaftlich voykottiere. Ein Bund mit dem Ziele, Friedensstörer im Zaume zu halten, sei erstrebenswert. In diesem Zusammenhange stehe auch die Erörterung des Manifestes über Polen. Ueber Belgien stehe er im entscheidender Gegensatz zu dem Redner der sozialdemokratischen Fraktion, der entschieden das negative Ziel ausgesprochen habe, daß wir auf jeden Einfluß verzichteten. Mit dem Zentrumeredner sei er einverstanden, daß wir sorgen müßten, Belgien nicht wieder als Einfallstor benuten zu lassen. Er sei auch dafür, das Land als eine Stärkung unserer Machtstellung zur See uns nutzbar zu machen. Wie wichtig das sei, habe unser jüngster Vorstoß in den kanal bewiesen. Auf jeden Verzicht Frankreich gegenüber sei er nicht zu stimmen. Cin Redner der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft führte u. a. aus: Am wichtigsten seien die Ausführungen über den Frieden, und er möchte den Satz unterstreichen, daß wir an jeder Koalition teilnehmen würden, die den Frieden sichert. Ueber die Schuldfrage zu sprechen, habe nicht viel Zweck, weil man doch niemand übe rzeuge. Wenn man volle Klarheit schaffen wolle, müßte man die gesamten Verhandlungen zwischen Deutschland und Oesterreich=Ungarn veröffentlichen. Der Vertreter der Reichspartei erklärte, daß auch die Rechte und die Wirtschaftsverbände den Standpunkt der Annexion vertreten hätten. Durch unsere Politik in Belgien besonders gegenüber den Flamen, haben wir bewiesen, daß wir Verständnis für die Bedürfnisse des Landes haben. Das werde in Zukunft seine Früchte tragen. Die französischen Sozialisten wollen Ellaß Lothringen haben, stellen also uns unehrenhafte Bedingungen. Wir müssen aber eine günstige Schutzwehr verlangen. Ein Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion führt aus, daß die Dielussion der Schuldfrage für Deutschland um so günstiger ausfalle, je gründlicher man sich in sie vertiese. Hinsichtlich der russischen Mobilmachung sei es gut, nicht nur das Augenmerk auf die russische Totalmobilmachung, sondern auch auf die schon früher fortschreitend sich erweiternden Teilmobilmachungen zu richten. Ein polnisches Mitglied sprach sich gegen jede Annenon aue. Der Haushaltsausschuß setzte heute nachmie g seine Beratungen fort und erörterte auch eingehend die polnische Fra#e Politik. Der Reichskanzler im Reichshaushaltsausschuß. Berlin, 9. Nov. Der Reichshaushaltsausschuß des Reichstages trat heute vormittag mit einstündiger Verspätung kurz nach 11 Uhr zusammnen. Der Reichskanzler erschien in Begleitung des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts von Jagow und des Chefs der Reichskanzlei, Unterstaatssekretärs Wahnschaffe. Auch der Stellvertreter des Reichskanzlers, Staatssekretär Dr. Helfferich, sowie die Leiter der Reichsämter wohnten der Sitzung bei. Auch(#e heimrat Hammann, der bis zu seiner Ersetzung durch Oberstleutnant Deutelmoser die Presscabteilung des Aus wärtigen Amtes leitet, war anwesend. Die Mitglieder des Reichstages waren nicht in so großer Zahl erschienen, wie bei den Ausschußsitzungen während der Tagung, indessen folgten außer den Ausschutzmitgliedern noch eine ansehnliche Zahl von Abgeordueten der Verhandlung. Der Reichskanzler machte etwa ¾stündige Ausführungen, die sich insbesondere auf die bekannte letzte Rede Lord Greys bezogen, und in diesem Zusammenhang auch auf die Vorgeschichte des Krieges eingingen. Darauf vertagte sich der Ausschuß bis 12½ Uhr, um welche Zeit der Reichskanzler mit seinen Darlegungen über die Lösung der polnischen Frage begann. Zur bevorstehenden Reichstagsersahzwahl in Potsdam wird dem„Berliner Tageblatt" berichtet: Durch die Verwerfung der Revision des Reichstagsabgeordneten Dr. Karl Liebknecht vor dem Reichamilitär= gericht ist das Reichstagsmandat für den Wahlkreis Potsdam=Spandau=Osthavelland erledigt, und nach dem Wahlgesetz für den Reichstag hat eine neue Aufstellung der Wählerlisten für eine Ersatzwahl stattzufinden, wenn seit der Wahl mehr als ein Jahr verstrichen ist. In den Kreisen der Potsdamer rechtsstehenden Partei erachtet man— einer Zeitungsäußerung zufolge— die Grundsätze des Burg friedens für die Ersatzwahl als schwerlich anwendbar, weil Dr. Karl Liebknecht aus der sozialdemokratilchen Reichstagsfraktion ausgeschieden sei und keiner Partei im Reichs tag mehr angehört habe. Man rechnet deshalb mit einer völlig freien Wahlagitation, zu der die verschiedenen Parteien bisher aber noch keine Stellung genommen haben. Achten Sie Immer auf die Inschrift„Ossam“!— Oberall erhältlich. Auergesellschaft, Berlin O. 1. lische Ueber ür unser Vorgehen tei erklärte, die ch und wirkungser Staatsmänner schwach. Seine tionale Friedensdte die Hand zum ; wir sollten aber ken Stellung zu re Bedeutung als zerde ein ernstes gut, daß unsere zorden sei. Greys jeden, darin teile verlangen Schutz zicklung. Belgien bungen auf dem e zugunsten des bereit, an diesen führte u. a. aus, und uns mitIs denke. Diese von 1912 müsse ne Teil gewesen e nun ein Ende kanzler niemals chsinteresse vernd wirtschaftlich einen Verteidizler in früheren gut gewirkt. Es de hinaus die rden die feindWeilerführung u. a., was der berzeugend und für den Frieden che des Krieges erungen hätten. 8 Friedens ben, daß wir im erhalten hätten. ken beipflichten, n, an den interenn Grey von reche, so meine entschland polivoykottiere. Ein halten, sei erdie Erörterung entscheidender aktion, der entwir auf jeden einverstanden, allstor bennten ärkung unserer wichtig das sei, Auf jeden Vereinschaft führte r den Frieden, eder Koalition ie Schuldfrage and überzeuge. die gesamten h=Ungarn verdie Rechte und ion vertreten gegenüber den ir die BedürfFrüchte tragen. haben, stellen r eine günstige ührt aus, daß günstiger ausder russischen uf die russische ; f o r t s c h r e i t e n d ierton aus. Veratungen sschuß. usschuß des idiger Verkeichskanzler nswärtigen izlei, Unter rireter des sowie die " Auch( bung durch des Austglieder des chienen, wie g. indessen ine ansehnindige Ause letzte Rede ihang auch Darauf verche Zeit der Lösung der Potsdam Reichstagseichemilitärkreis Potsdem Wahllellung der wenn seit den Kreisen an— einer des Burg ndbar. weil sen Reichsim Reichs mit einer denen Parn haben. Vom Tage. Das österreichische Kriegsernährungsam t. tu. Wien, 9. Nov. Baron Beck lehnte die Uebernahme des Kriegsernährungsamtes ab. Als Grund dieses höchst überraschenden Eutschlusses werden die Schwierigkeiten bei der Abgrenzung der kompetenten Ministerien genannt. Dieirischen Nationalisten. tu. Amsterdam, 9. Nov. Die irischen Nationalisten Lulten am Dienstag im Parlamentshause unter Redmonds Versitz versammelt. Er erklärte, die schwere Mißernte an Kartoffeln in Irland, sowie die Steigerung der Preise der übrigen Lebensmittel machen ganz besondere Maßnahmen, erforderlich, vor allem ein Au fuhrverbot für Kartoffeln aus Irland. Die französischen Besitzungen in Afrika. tu. Basel, 9. Nov. Havas meldet aus Paris: Die Kriegsoperationen in Afrika haben den französischen Besitzungen von Tschand, Hauem, Bagirmi und Wadai großen Wert gegeben, indem sie nun direkte Verbindungen mit dem atlantischen und dem indischen Lzean besitzen. Nach der Eroberung Kameruns und der Beruhigung des Darfurs wird die englisch=französische Zone nunmehr durch ganz Afrika zwischen den beiden Ozeanen ohne Unterbrechung gehen. Bei bieser neuen Lage projektieren die französischen Behörden in der Gegend des Tschand die Errichtung regelrechter Verbindungen mit Aegypten, dem Roten Meere, Kamerun und Nigeria.(Frankf. Ztg.) Aus Griechenland. Köln, 9. Nov. Laut der„Köln. Ztg.“ meldet die „Times“ aus Athen, die Gesandlen der Westmächte fordern die Erfüllung des Versprechens, das die griechische Regierung ebgab, als jene versicherten, die Bemegung von Venizelos sei nicht gegen das Herrscherhaus gerichtet, u. die Reichseinheit wirde erhalten. Das Versprechen betraf die Untersützung der bu'garenfeindlichen Bewegung und die Auslieferung der Gebirgsartillerie an den Verband. Eisenbahner Ausstand in Griechenland. haag. 8. Nov.„Dulin Telegraph“ melder aus Athen: Zu der sleis auhalienden Unterbrechung der Schiffahrt ist gestern ein Ausstand der Eisenbahner in Attaka getreten, der vielleicht eine allgemeine Betriebseinstellung der Eisenbahnen nach sich ziehen wird. Da die Versorgung ganz Criechenlands von den Vorratsinagazinen im Piräus abhängt, so würde ein längerer Ausstand eine allgemeine hungersnot zur Folge haben. Wilson voer Hughes gewählt? Haag. 8. Nov. Reuter meidet aus Nen=York: Die demokratische Partei weist darauf hin, daß Wilson bisher in den Staaten Kansas, Idaho, Washington, Wyoming und Nem=Meriko die Mehrheit erlangt habe. Die Republikaner behaupten, in allen anderen Staaten die Mehrheit zu besivzen. Das Endergebnis ist noch sehr unsicher in den Staaten Kalifornien, Oregon und Nem=Hampshire. In dem Staate Minnesota hat Wilson die Oberhand. Die demotratische Partei macht bekannt, daß sie in verschiedenen Staaten und Städten eine neue Abstimmung verlangt. wtb. London, 8. Nov. Reuter meldet nach NewYorker Zeitungen, der Hauptvorsivende(National Chairman) der demokratischen Partei habe an die demokratischen Parteivorsitzenden in allen Staaten und Kreisen telegraphiert: Wlson ist wiedergewählt. Sie müssen sich persönlich darum kümmern, daß die Wahlurnen überwacht werden, denn einsere Gegner rasen. wlb. Berlin, 9. Nov. Nach einem bei der Londoner Vertretung von Associated Preß gestern abend 9 Uhr eingelaufenen Telegramm wurden bisher für Wilson gezählt I8 für Hughes 243 Stimmen. 40 bleiben zweifelhaft. Die Wahlausschüsse beider Parteien beanspruchen für ihren Kandidaten den Sieg. Wilson habe in den mit elöstlichen Staaten an Boden genennen. Huahes oder Wilson? Die„Times“ meldet aus New York: Seit Mittwoch beginnen sich Wilsons Aussichten merklich zu bessern. Während im Osten durchweg für Hughes gestimmt wurde und Wilsons eigener Staat, New Jersey mit großer Mehrheit für den Republikaner eintrat, hat sich von Mississippi bis Washingion Staat für Staat für Wilson erklärt. Niemals zuvor hat man ähnliches erlebt. Während unter normalen Verh.-Unisten das Ergebnis der Wahl in New York den Auslag aab. scheint es diesmal der Westen tun zu wollen Die Gründe. weewegen der Westen so für Wilson eingetreten ist, scheinen einmal darin zu liegen, daß dort das radikale Element vorherrschend ist, uno zum andern, weil die Argumente der Demokraten, Wilson habe das Land außerhalb des Krieges gehalten und es zu hoher wirtschaftli cher Blüte geführt, großen Beifall gefunden hat. Der Hinneis auf den Liberalismus des Präsidenten scheint stark genug gewesen zu sein, um zu verhindern, daß Roosevelts Anhang in das republikanische Lager schwenkte. : D i e k o h l e n v o r r ä t e A u s t r a l i e n s b e s c h l a g n a h m t. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Kristiania: Die hiesigen Blätter veröffentlichen unter großen Ueberschriften:„Die norwegische Schiffahrt bedroht" den telegraphischen Bericht des norwegischen Generalkonsulats in Melbourne an das Auswärtige Amt, daß infolge des Grubenarbeiterausstandes in Neu-Südwales die australische Regierung sämtliche Kohlenvorräte im ganzen Lande beschlagnahmt und die Verleilung sich vorbehalten hab., wonach die norwegische Schifffährt bedroht wird. Lippisches. Delmold, 10. November 1916. Lippische# Ehrentafel. Vom Inf. Regt. Nr. 13 starb am 25. Oktober bei einem Sturmangriff der Musketier Gustav Becker aus elpup im 20. Lebensjahre den Heldentod fürs Vaterland. Wegen hervorragend tapferen Verhaltens vor dem Feinde wurden geschmückt: Mit dem Eisernen Kreuze: I. Klasse. Musketier Christof Flucke, Inf.=Regt. Nr. 55. 12. Komp., aus Salzuslen. Gefr. Gustav Kluckhohn, Inf.=Reat. Nr. 263, aus Hagen=Donop. Unteroffizier d. R. Wilh. Kelle, Ins.=Regt. Nr. 55, aus Iggenhausen. Landwehrmann Karl Nolte, Res. Inf. Reat. Nr. 15, aus Lieme. Mit dem Lippischen Kriegs-Verdienstkreuz: Dausketier Christof Flucke, Inf.=Regt. Nr. 55, 12. Komp., aus Salzuflen. Unteroffizier Kühn, Inf.=Regt. Nr. 57, aus Salzuflen. Interoffizier d. R. Wilh. Kelle, Ins.=Regt. Nr. 55, aus Iggenhausen. Befördert: zum Gefreiten der Landweurmann Karl Nolte, Res.= Inf. Regt. Nr. 15, aus Lieme. Herabsetzung der Preise für Hafernährmittel. Durch Verordnung des Reichskanzlers sind die Höchstpreise für Hafernährmittel neu geregelt worden. Gegenüber den bisherigen Preisen bedeuten die neuen Höchstpreise eine erhebliche Verbilligung. Sie betragen im Kleinverkaufe für Haferflocken, Hafergrütze und Hafermehl lose 44 Pfg. für das Pfund, für Haferflocken und=grütze in Packungen 56 Pfg. für die 1 Pfund=Packung und für Hafermehl in Packungen 32 Pfg. für die ½ Pfund=Packung. Für Hafernährmittel, die sich beim Inkraftreten der neuen Höchstpreise bereits im Kleinhandel befinden, können die Landesbehörden für eine kurze Uebergangszeit die erforderlichen Ausnahmen zulassen. —Die gestrige Stadtverordneten=Versammlung war seit langer Zeit wieder einmal beschlußfähig. Es waren bis auf einen, alle Stadtverordnete; erschienen. Die Tagesordnung konnte daher ganz erledigt werden. Der Uebernahme der Bestellung von Ländereien in der Gemarkung Ehrentrup wurde zugestimmt. Wir haben schon früher über diese Angelegenheit ausführlich berichtet. Es handelt sich bekanntlich um 50 Scheffelsaat, die ein Ehrentruper Landwirt unbestellt hat liegen lassen und auf Veranlassung des Verwaltungsamts zwangsweise verwaltet werden. Stadtv. Sieg erhält auf seine Frage, ob es sich auch um bebauungsfähigen Boden handelt, die Antwort, daß die Grundstücke aus einem lehmhaltigen durchlässigen Boden bestehen und für den Anbau von Kartoffeln sehr geeignet seien. Des weiteren führt Stadtrat Watermann aus, daß mit der Bearbeitung der Ländereien bereits begonnen sei und vom Generalkommando in Männer berenwilligst dazu ein Gespann von 4 Pferden zur Verfügung gestellt ist.— Erhöhung der Pauschale für Bekanntmachungen durch die Landeszeitung und Tageszeitung. Die beiden Zeitungen ersuchen um eine Erhöhung von 500 Mark für jede Zeitung. Der Magistrat hat beschlossen, 250 Mark zu gewähren, wenn auch die vom Magistrat für notwendig gehaltenen militärischen Bekanntmachungen mit veröffentlicht werden. Stadtv. Bock ersucht, dem Wunsche der Zeitungen entgegen zu kommen, da die Zahl und der Umfang der Bekanntmachungen derart sei, daß nicht einmal die Selbstkosten mit der bisherigen Pauschale gedeckt würden. Auf Antrag des Stadtv. Thoerner wurde die Sache der Finanzkommission überwiesen.— Bewilligung von Kosten einer Betriebseinrichtung auf dem Schlachthofe zur Verwertung des ungenießbaren Fettes. Die vom Magistrat geforderte Summe wurde bewilligt und im Anschluß daran vom Stadtrat Reitzel ein längeres Referat gehalten über eine von ihm und dem Stadtverordneten Sieg unternommene Besichtigungsreise nach Göttingen. Die Stadt Göttingen hat eine mustergiltige Schweinemastanstalt errichtei in Verbindung mit einer Darranlage und einer Kadaververwertungsanstalt. Die Ausführungen des Herrn Stadtrats Neitzel sind für die ferneren Pläne der Stadt von solcher Bedeutung, daß wir in morgiger Nummer des ausführlicheren darüber und über die sich anschließende rege Aussprache berichten werden; desgleichen aus Raummangel auch über die weiteren Punkte der Tagesordnung. — Die Benutzung der Fahrradbereisungen aus Gummi, welche durch die Bekanntmachung V. I. 354/16 K. R. A. vom 12. 7. 1916 beschlagnahmt waren, hat das Generalkommando, mit Rücksicht auf die Einbringung der Ernte und die Durchführung der Herbstbestellung im weitesten Maße bis 1. 12. 1916 fveigegeben. Nach einer Bekanntmachung des Generalkommandos Abt. I c K Nr. 65861 vom 4. 11. 1916 wird die weitere Benutzung dieser Fahrradbereifungen vorerst nicht genehmigt werden. Es wird dagegen beabsichtigt, bei Beginn der Frühjahrsbestellung die Benutzung dieser Vereifungen für einen bestimmten Zeitraum zu gestatten. Vom 1. 12. 1916 ab bis zu dem in Aussicht gestellten Zeitpunkt dürfen diese Gummibereisungen nicht benutzt werden. —„Unartige Musenkinder“, ein heiterer Vortragsabend, gegeben von dem Fürstlich Lippischen Vortragsmeister Georg Bruns=Brinnau zum Besten für Weihnachts Liebesgaben der im Felde stehenden „256er“, findet am Sonntag, den 19. November, abends 7½ Uhr, in der Ressouree statt. Unser allseitig beliebter und geschätzter, schaffensfreudiger Vortragsmeister, welcher selbst dem Regiment 256 als Leutnant angehört und im Osten durch einen Gewehrschuß (rechter Unterarm) erbeblich verletzt wurde, überrascht uns stets in der angenehmsten Weise. Er wird es auch an diesem Abend an künstlerischen Ueberraschungen nicht fehlen lassen.— Die Hannoversche Opern= und Konzertsängerin Frau Käthe Nagel, welche z. Zt. in ihrem Heimatorte ganz besonders gefeiert wird, auch als Gesangspädagogin bestens akkreditiert ist, wird mit einigen Liedern auswarten, von Professor Weweler begleitet Kapellmeister O. Lehmann mit seiner vorzüglichen Kapelle wird lustige Weisen bringen. Bei Zuteilung der„Kost“ einer„anständigen" Vortragsfolge wird alt und jung lächeln, lachen, jubeln. Wir kommen noch näher darauf zurück. — Der Vaterländische Frauenverein beabsichtigt auch in diesem Jahre wie in den beiden ersten Kriegsjahren, der Heeresverwaltung eine möglichst große Zahl von Weihnachtspaketen für uniere tapferen Krieger zur Verfügung zu stellen. Allen Vereinsmitgliedern geht in diesen Tagen eine besondere Aufforderung zur Beteiligung an dieser großen Liebesgabensammlung zu, die der Beachtung freundlichst empfohlen sei. Jeder Aufforderung liegen fünf Kärtchen mit der Bezeichnung„Weihnachtsspende 1916“ bei. Wer etwa keine Aufforderung erhalten haben sollte oder mehr als fünf Kärtchen verwenden möchte, möge sich bei der Vorsitzenden, Frau Bürgermeister Petri, Palaisstraße, oder der stellv. Vorsitzenden Frl. M. Schmidt, Woldemarstraße, melden. Darüber, bis wann und wohin die Gaben abzuliefern sind, ergeht in den nächsten Tagen besondere Mitteilung. Bemerkt sei noch, daß die Sammlung des Vaterländischen Frauenvereins unabbängig von der seitens der Landesstelle vom Roten Kreuz veranstalteten ist. — Der Vaterl. Frauenverein Heiligenkirchen-Berlebeck bittet alle seine Mitglieder, zur Feier des 50jährigen Jubiläums des Vaterländischen Frauenvereins sich zum geselligen Zusammensein bei einer Tasse Kaffee am Sonntag, den 12. November nachmittags 4 Uhr, bei Herrn Pieper, Friedrichshöhe, einzufinden. Um recht zahlreiche Beteiligung wird herzlich gebeten.— Im Vormittags=Gottesdienst soll, wie wir am vergangenen Sonntag durch eine Kanzel=Ankündigung hörten, auch in der Kirche der segensreichen Arbeit des Vaterl. Frauen=Vereins gedacht werden. — Vaterländischer Frauen-Verein Hiddesen. Heute abend 8 Uhr findet anläßlich des 50jährigen Bestehens des Hauptvereins eine Gedenkfeier im Gasthof„Deutscher Kaiser"(Runte) statt, wozu die Mitglieder sowie ihre Angehörigen herzlich eingeladen sind. lte Hansastadt Lemgo. — Versetzt. Am 1. Oktober hat die Lehverin an der hies. kathol. Schule, Fräulein Anna Maasjost, unsere Stadt verlassen, um nach Marl i. W. in den preuß. Lehrerdienst zurückzutreten. Fräulein Maasjost hat in ihrer 6jährigen Tätigkeit zur vollen Zufriedenheit ihrer vorgesetzten Behörde und zum Segen dieser Schule gewirkt. — Im Bildungeverein sprach Herr Vortragsredner Heidbreder über esste und heitere Dichtungen aus neueer Zeit. Redner erntete mit seinen Tarbietungen reichen Beifall. — Vom Kriege. Am Mittwoch, mittags, kam hier ein Transport schwerverwundeter Kämpfer an. Sie wurden von der Sanitätskolonne am Bahnhof nach Verabreichung einer Stärkung zu den Lazaretten gebracht, wozu die Fuhrwerksbesitzer bereitwilligst ihr Gefähr: zur Verfügung gestellt hatten. Bad Salzuflen. — Vaterländischer Frauenverein. Auch in diesem Jahre richtet der Verein nicht nur an seine Mitglieder, sondern an alle Kreise unserer Stadt die herzliche Vitte, mit dafür zu sorgen, daß jeder Soldat und jeder Mann unserer Flotte, mag er nun Angehörige daheim haben, oder nicht, ein Weihnachtsgeschenk erhält. Manche Sachen, die wir in den beiden vorhergehenden Jahren hinausgesandt haben, fallen diesmal freilich weg. Darum ist es mit Freuden zu begrüßen, daß von der Heeresvenvaltung eine Liste solcher Gaben aufgestellt ist, die auch in diesem Jahre noch zu haben sind und die ein Soldatenherz erfreuen. Aus dieser Liste seien wenigstens einige Dinge aufgeführt, als da sind: Hand=, Kleider= und Stiefelbürsten, Notizbücher, Briefpapier, Bleistifte, Brieftaschen, Taschenmesser, Gabeln, Löffeln, elekkr. Lampen nebst Ersatzbatterien, Zigarren, Tabak und kurze Pfeifen, Kartenspiele usw. Am besten werden mehrere Sachen in ein Paket verpackt, jedoch soll der Wert eines Einzelpaketes den Betrag von 5.4 nicht übersteigen. Ein kurzer Gruß und eine Postkarte zur Antwort sind etwa noch beizufügen. Sämtliche Damen des Vereinsvorstandes sind gern bereit, solche Pakete zur Weiterbeförderung an die Militärverwaltung anzunehmen; jedoch wird gebeten, die Pakete bis zum 20. November abzuliefern, damit sie noch rechtzeitig an die Front kommen können. Pakete an bestimmte Soldaten werden besser von den Angehörigen selbst befördert. Aml Schötmar. Schötmar, 10. Nov.(Feuer.) Heller Feuerschein und Knittern der Balken, machten heute morgen gegen 4 Uhr unsere 67er Wache auf einen großen Brand aufmerksam. Bei näherer Umschau gewahrte man, daß die Keksfabrik von Eduard Müller, Lemgoerstraße, in hellen Flammen stand. Sofort wurde die Kompagnie und die Freiwillige Feuerwehr alamiert, welche alsbald dann auch auf der Brandstätte erschienen, und das nasse Element den vernichtenden Flammen entgegen schleuderten. Zirka 20 Sack Mehl und Zucker konnten dank des tatkräftigen Zugreifens unserer Kompagnie und sonstiger hilfsbereiter Hände dem Feuer entrissen werden. Auch das Mobiliar konnte gerettet werden; alles andere in der Fabrik wurde aber ein Raub der Flammen. Die Feuerwehr mußte sich hauptsächlich auf den Schutz des Wohnhauses beschränken. Wie das Feuer entstanden ist, konnte man noch nicht in Erfahrung bringen. Die Fabrik ist bis auf die Umfassungsmanern niedergebrannt. ist wieder eine Anzahl Arbeiter brollos geworden. Ein Verlaugen der westmächte an die Schweiz. tu. Von der Schweizer Grenze, 10. Nov. Die„Kölnische Zeitung“ meldet: Sechs Schweizer Blätter berichten, daß Frankreich, Eugland und Italien an den Bundesrat eine sehr wichtige Note gerichtet hätten, worin die Mächte verlaugen, daß die Schweiz auf sie dieselben Grundsätze, wie sie für Deutschland in dem deutsch=schweizerischen Handelsabkommen aufgenommen wurden, zur Anwendung bringe. In England verhafteter norwegischer Großkaufmann. tu. Kovenbaaen. 10. Nov. Der englische Gesandte in Stockholm erklärte Zeitungsvertretern gegenüber, daß der in Kirkwill auf dem dänischen Dampfer„Frederic VIII.“ verhaftete Göteborger Geschäftsmann Grebst unter der Anklage der Spionage in London vor ein Kriegsgericht gestellt worden sei. Die Schwierigkeiten Serrails. tu. Basel, 10. Nov. Nach Andeutungen der französischen Presse sind neue Meinungsverschiedenheiten zwischen General Sarrail und dem französischen Kriegsministerium aufgetaucht. Die Reise des Kriegsministers Noques nach Saloniki häugt mit dieser Mißstimmung zusammen. Allem Auschein nach hat General Sarrail diesem selbst seine Temission angeboten, weil er die zur Fortsetzung seiner Offeusive für nötig erachteten Verstärkungen nicht erhalten kann. Ohne Zweisel häugt mit den Schwierigkeiten auf dem Valkan auch die Besprechung zusammen, die vorgesterr General Joffre mit einem Vertreter des italienischen Hauptquartiers hatte. Die französischen Zeitungen lassen nicht erkennen, ob General Cadorna selbst zu dieser Besprechung gekommen ist, die fünf Stunden lang dauerte, oder ob er durch General Porron vertreten wurde.(Frankf. Die Ereignisse in Griechenland. tu. Genf. 10. Nov. Nach Akildungen der Pariser Presse aus Athen befürchtet man den Ausbruch eines großen Skandals gegen die Venezelisten weil der von dem venezelistischen Blatt„Patris“ publizierte Briefwechsel zwischen dem Deputierten Kallimasiotis nud dem deutschen Konsul Block über Signale für Tauchboote eine äußerst dreiste Fälschung darstellt.(Deutsche Tageszeitung.) tu. Genf. 10. Nov. Eine Matin-Depesche aus Athen besagt, es habe die Ueberführung einer griechischen Division vom Piräus nach dem Peloponnes begonnen. tu. Wien, 10. Nov. General Paraskevobutos, der Kommandant der griechischen Armee in Mazedonien erklärte laut einer Meldung des„Temps“ aus Salonikl, die revolutionäre Armee werde zunächst im Frühjahr Zeit haben, ihren Bestand zu organisieren, da der Winter nicht zu Operationen geeignet sei. Nachdem der General Sarrail zuerst seine Offensive wegen des Sommers und des Sumpffiebers verschoben hatte, scheint man nuninehr die Untätigkeit der Salonikiarmee mit dem Winter entschuldigen zu wollen.(Frift. Zeitung. Die Isonzooffensive. tu. Lugano, 10. Nov. Der militärische Mitarbeiter des„Eiornale d'Italia“ versucht die Wichtigkeit der neuesten Isonzooffensive zu demonstrieren. Sie dürfe nicht mit dem Zentimetermaß gemessen werden— womit er natürlich den italienischen Mißerfolg verwischen will—. Italien hält nicht allein große Massen Oesterreicher an der Isonzofront fest, sondern zwingt Oesterreich, immer mehr Reserven an die Südfront zu werfen, wodurch aber die Ententefront entlastet werde. Der Nachfolger Tittonis. tu. Basel, 10. Nov. Das Pariser„Journal“ teilt mit, daß der Gouverneur von Erythräg, Marchese Saloage Raggy, in Rom eingetroffen ist. Er hatte eine Besprechung mit dem Minister des Acußern und dem Generalsekretär für auswöritge Angelegenheiten. Diese Besprechung führte in politischen Kreisen zu der Ansicht, daß Raggy der neue italienische Botschafter in Paris sein werde. Die amerikanische Präsidentenwahl. tu. Amsterdam. 10. Nov. Aus Newvork wird von gestern früh 4 Uhr gemeldet, daß die Lage noch immer unsicher ist. Unter beiden Parteien berrscht eine gewaltige Aufregung, und beide Parteien behaupten, gesiegt zu haben. tu. Basel. 10. Nov. Die französische Zensur hatte die Presse aufgefordert, zu der Präsidentenwahl in Amerika eine streng neutrale Haltung zu beobachten. Nachdem aber Reuter die verfrühte und angeblich offizielle Meldung gebracht batte, daß Huabes gewählt worden sei, konnten die Pariser Abendblätter nicht mehr mit dem Ausdruck ihrer Befriedigung über Wilsons Niederlage zurückhalten. Sie machten Wilson zum Vorwurf, daß er weder gegen die Besetzung Belgiens Widerspruch erboben bat, noch sich durch den Untergang der „Lusitania“ zur Kriegserklärung an Deutschland habe fortreißen lassen. Sie erwarten von dem neuen Präsidenten mehr Energie und Entschlossenheit. Literarisches. Rutz Kaninchenzucht. Praktische Anleitung für Anfänger von einem erfahrenen Züchter mit einer Anzahl billiger, gutbewährter Kaninchenfleisch=Rezepte, durchgesehen und ergänzt von Professor Roeder Freiburg i. B.(eine Autorität auf dem Gebiete der Kaninchen= zucht) 4. Auflage. Tierärztlich geprüfte Kriegsausgabe. Preis 40 Pfg. vom Volks Bücher=Verlag F. Hoffmann, Hamburg 33, Lämmersieth 18. Zu Besuch bei den Tieren. Ein lustiges Tierbilderbuch von Rudolf Schug mit Versen von Magdalene Volkmann. Gebunden 8 A.(Verlag von Breitkopf& Härtel in Leipzig.) Rudolf Schug. ein neu auftauchender Künstler, von dem soeben als ergötzliche Erstlingsgabe Wandfriese lustiger Tierbilder in farbigem Steindruck für Kinderstube erschienen, tritt soehen mit einem Kinderbüchlein ganz besondener Art hervor. Das lustige Bilderbuch„Zu Beluch bei den Zieren“ folgt der Tierwelt bis in Swinegels Winterheim hinein mit einem Humor, der ihr Treiben liebevoll belauscht und mit Kindersinn schildert. Das Bilderbuch wird in diesem Jahre auf dem Markte der Buchneuigkeiten in erster Reihe stehen. Wir können dessen Anschaffung warm empfehlen. Hochland, Monatsschrift für alle Gebiete des Wissens, der Litenatur und Kunst. Herausgegeben von Professor Karl Muth. Jos. Kösel'sche Buchhandlung. Kempten und Munchen. Vierte.jährlich 4.50 A.— Die weltpolitische Sendung Deutschlands, diese höhere bald mehr nationale, bald mehr sittliche und religiöse Idee, die als Leitmotiv im deutschen Denken während des Krieges angesprochen werden kann, hat mit der Länge und Härte des Krieges immer mehr Zeit bekommmen, sich zu vertiefen und zu verinnerlichen. Auch dem dritten Kriegsjahrgang Hochlands gibt der Herausgeber dieses Leitmotiv wieder verstärkt mit, indem er in seinen einleitenden Sätzen die deutsche geistige Kriegsarbeit unter den Gesichtspunkt des übernationalen sittlichen Neuaufbaus nach dem Kriege stellt. Briefkasten. R. E. 63. Die Anträgr auf Verleibung Fürstlich Lippischer Kriegeauszeichnungen sind von den militärischen Vorgesetzten beim Furstlich Lippischen Militär=Kabinett in Deimold einzureichen. H. K. 99. Zunächst haben Sie den Vermieter auf die Mängel an der Wohnung, am besten im eingeschriebenen Brief, aufmerksam zu machen und ihm zu ihrer Abstellung eine angemessene Frist zu stellen. Wird dann die Frist nicht eingebalten, so haben Sic das Recht, Erlaß eines Teilo der Miete oder Schadensersat zu verlangen oder vor Ablauf des veremnverten Mietsjahres vorzeitig zu kündigen. Für den gesamten Inhalt verantwortlich Max Staercke, Druck und Verlaa der Meneischen Hofbuchdruckere: in * Oetmold. Morgen=Depeschen. Eigene Drahtnachrichten der Lippischen Landes-Zeitung. Die Reichskanzlerrede. wtb. Berlin, 10. Nov. Zu der gestrigen Reichskanzlerrede schreibt die„Freisinnige Zeitung": Wie Herr v. Bethmann Hollweg sich schon seit und Tag zu Friedensverhandlungen bereit erklärte, so spricht er jetzt mit vollem Ernste seine Geneigtheit aus, auch an internationalen Bürgschaften für einen dauernden Frieden mitzuwirken. Jetzt ist es für die Entente, und insbesondere für England an der Zeit, mit einem Programm herauszurücken. Tut es dies nicht, so trägt es an der weiteren Fortsetzung des Krieges ebense Schuld, wie es den Ausbruch des Krieges auf dem Gewissen hat. Im„Vorwärts“ heißt es: Was die deutsche Regierung will, ist jetzt ziemlich klar— das hat der Reichskanzler gestern mit andern Worten als Scheidemann, aber nicht weniger deutlicher gesagt. Nod glaubt man jenseits der Schützengräben nicht an die Anüberwindlichkeit-Deutschlands. Daber haben die unrecht, die diese Quelle endloser Kriegsverlängerung geflissentlich übersehen. Dennoch darf man hoffen, daß die Rede des Kanzlers dazu beitragen wird, die Wolke des seindlicher Mißtrauens zu zerstreuen und die Völker im Westen klarer blicken zu lassen. Wird einem neutralen Friedensvermittler auch jetzt noch die Türe gewiesen werden? In der Rede des Reichskanzlers bört man d#### Schwingen der Zukunft rauschen, die uns das Ende der Kriegsschrecken bringen wird. Wie die„Germania“ hervorhebt, hat sich gezeigt, wie notwendig die Einrichtung werden kann, daß der Hauptausschuß des Reichstages ermächtigt ist, während der Vertagung des Plenums Sitzungen abzuhalten, um Erklärungen der Regierung über die auswärtige Politik entgegenzunehmen. Der Reichskanzler habe gestern ein in jedem Zuge völlig kiares Bild von den Ereignissen bei Kriegsaus bruch gegeben, soweit Gren sie gegen uns ausnutzen wollte. Man werde es auch nur zu berahtigt finden, wenn der Reichskanzler der Greyschn Idee von dem durch eine Völkervereinigung garantierten Weltfrieden skeptisch gegenüberstehe. Das„Berliner Tageblatt“ führt aus: Wichtiger als die historischen Vorgänge, die für die Schuldfrage entscheidend sind, sind und jetzt die Zukunftsidern, die der Reichskanzler gestern erörterte. Wer mit dem Reichskanzler über zeugt ist, daß nach den entsetzlichen Verwistungen dieses Krieges durch die ganze Menschheit ein Schrei nach Friedensabmachungen und Verständigung geht, werde sich nicht davon abbringen lassen, diesem gemiltigen Schrei die Erfüllung vorzubereiten. Nach der„Kreuzzeitung“ hat die Rede des Reichskanzlers das Greysche Gespenst von Lüge und Heuchelei mit einem gründlichen Riß zerstört. Nachdem wir Belgien als englisch= französisches Aufmarschgebiet hätten erkämpfen müssen, hätten wir auch das Recht unsere Hand darauf zu legen. Der Kanzler habe mit seiner bezüglichen Aeußerung bedauerlicherweise— wie es scheine— einen endgiltigen Verzicht ausgesprochen. Im übrigen könnte man der Stellungnahme des Kanzlers zu der Frage der Friedenssicherung nach dem Kriege zustimmen. Im„Berliner Lokalanzeiger“ heißt es u. a.: Die berüchtigte Bankettrede Grens hat gestern durch den Reichskanzler eine glänzende Abfuhr erfahren. Wir Deutschen haben in den zwei Kriegsjahren, in denen wir immer wieder Grey als Haupturheber am Weltbrande, an die Sonne rückten, der ganzen Welt diesen Namen in den Kopf gehämmert. Deutschland und Norwegen. tu. Haag, 10. Nov. Die„Times“ melden aus Kopenhagen: Die Antwort der norwegischen Regierung auf die deutsche Note sei in durchaus versöhnlichen Worten abgefaßt. Man nimmt an, daß der norwegische Standpunkt in der An gelegenheit der Untersceboote nicht geändert wird, daß aber das Land sein Entgegenkommen in der Fischausfuhr beweisen will, in der Erwartung, daß England dieser norwegi schen Konzession zustimmen wird.(Lokalanzeiger.) Versenkt. tu. Amsterdam, 10. Nov. Der englische Dampfer „Sussolk Coast“, 780 Tonnen, ist versenkt worden. Die Kämpfe im Westen. tu Rotteroam, 10. Nov. Aus Paris wird über das Gfecht bei Ablaincourt gemeldet: Auf beiden Flügeln der Angriffsfront ging der Vormarsch der französischen Truppen äußerst schnell vor sich. Im Zentrum aber ging es anderv. Die Deutschen hatten dort zwei Dörfer gewaltig verstärkt und leisteten wütenden Widerstand. Solange die Beschießung dauerte, suchten sie Zuflucht in den Kellern und Gräben sowie aber die Stürmer ankamen, kamnen sie wieder zum Vorschein und setzten eine große Anzahl Maschineng. wehre in Tätigkeit. Ein verzweifelles Gefecht entstand zwischen Franzosen und Bayern. Eine Gruppe vernichteter Häuser ging dreimal in andere Hände über. Um die Kirche wurde hart gekämpft, denn die bayrische Kompagnie, die die Kirche verteidigle, weigerte sich, sich zu ergeben. Das Verhalten der Offiziere und Mannschaften war über alles Lov erhaben.(Berliner Tageblatt.) Gerichtssaal. EV. Kanalanlage und Abwässer. Durch eine Kanalanlage, die die Gemeinde Blumenthal für die Kirch=, Luther= und Lüssumerstraße fertig gestellt hatte, beabsichtigte sie, die Wasser aus diesen Straßen auf die Wiese des Privatmanns Sch. zu führen. Sch. protestierte agen diese Anloge, und begehrte durch blage gegen die Genelude tstellung, daß er nicht verpflichtet sei, die Zuleitung der Wasser aus den genannten drei Straßen durch eine besondere Zuleitung auf seine Wiese zu dulden. Die beklagte Gemeinde wies darauf hin, daß von Alters her das von oben wild abfließende Straßenwasser auf die Wiese des Klägers sich ergossen und letzterer dies widerspruchslos geduldet habe. Daraus ergebe sich, daß sie auch berechtigt sei, das Wasser aus den betreffenden Straßen durch einen Einfallschacht und durch eine besondere Leitung auf seine Wiese zu führen.— Der Klage gaben jedoch sowohl Landgericht Verden wie Oberlandesgericht Celle statt. Das Oberlandesgericht ging auf Grund der vernommenen Gutachten davon aus, daß das Grundstück des Klägers durch die Kanalanlage belästigt werden würde. Diese Belästigung sei einmal dadurch zu besorgen, daß das Wasser der drei Straßen, das z. Z. wild über die bezeichneten Straßen bis zu dem in Rede stehenden Einfallablaufe und auf diesem Wege durch die Rauhigkeit des Pflasters und die sich in den Weg stellenden Schlamm- und Landteile in seiner Abflußgeschwindigkeit gehemmt werde, durch die mit glatten Wänden versehenen Kanalrohre mit erhöhter Geschwindigkeit dem klägerischen Grundstück zufließen und auf diesem, besonders bei starken Regenfällen eine verderbliche Wühlarbeit hervorrufen würde. Dann drohe der Wiese des Klägers durch die Kanalanlage ein weiterer Nachteil insofern, als mit der Zuführung größerer Mengen von fetthaltigen, den Boden schädigenden und im Sommer einen üblen Geruch verbreitenden Abwässer in die Kanalleitung zu rechnen sei. Bei einer an die Häuser angeschlossenen Kanalanlage lasse sich erfahrungsgemäß die Zuleitung von Schmutz= und Abwässern aus den Häusern in den Kanal nicht vermeiden, auch wenn dies verboten sei. zwei Feldzügen so vollständig geworfen werden, daß sie sich für überwunden erklärte, daß sie auf harte Bedingungen hin Frieden schließen müßte, daß sie sich nicht wieder aufrichten sollte, wenn auch erst nach Jahresfrist, um den Kampf zu erneuern. Es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden, und wehe dem, der Europa in Brand steckt, der zuerst die Lunte ins Pulverfaß schleudert!" Handel und Verkekr. Vermischtes. Moltke und der heutige Weltkrieg. Zeitungsbericht über die Reichstagssitzung Nach einem Zeitungsbericht über die Reichstagssitzung vom 14. Mai 1890 hal Moltke damals folgendes gesagt:„Wenn der Krieg, der jetzt schon mehr als 10 Jahre lang wie ein Damoklesschwert über unseren Häuptern schwebt, wenn dieser Krieg zum Ausbruch kommt, so ist seine Dauer und sein Ende nicht abzusehen. Es sind die größten Mächte Europas, die, gerüstet wie nie zuvor, gegeneinander in den Kampf treten. Keine kann in einem oder in Kurzer Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 31. Oktober bis 6. November 1916. Alle Landwirte machen wir nochmals darauf aufmerksam, daß für Hafer bei Lieferungen für die Heeresverwaltung noch 300 A für die Tonne bezahlt werden, wenn der Antrag hierzu bis zum 15. November gestellt wird. Weiter weisen wir darauf hin, daß die Druschprämie von Brotgetreide bis zum 15. November 12 A für die Tonne beträgt und es noch nicht feststeht, ob für Lieferungen nach dem 15. November noch eine Druschprämie gezahlt wird. Der. Höchstpreis für Weizengries im Kleinhandel ist vom 20. November ab auf 28 Pfg. für das Pfund festgesetzt. Der Höchstpreis für Haferflocken, Hafergrütze und Hafermehl beträgt beim Verkauf durch den Hersteller 74,30 A für den Doppelzentner; im Kleinverkauf betragen die Höchstpreise lose 44 Pfg. für das Pfund, für Haferflocken und Hasergrütze in Packungen 56 Pfg. für die 1 Pfundpackung, für Hafermehl in Packungen 32 Pfg. für die ½ Pfundpackung. Nach den Mästungsverträgen in Preußen soll dem Mäster mindestens ein Schwein und bei Haushaltungen mit größerer Personenzahl für je vier Personen ein Schwein zur Hausschlachtung freigestellt werden, doch darf die Zahl der Hausschweine diejenige der Vertragsschweine nicht überschreiten. Das Landesfleischamt für Preußen hat den Verkauf von Schweinen über 120 Pfund an Private verboten und erklärt, daß diese Schweine nur den zuständigen Organen der Viehhandelsverbände angeboten werden dürfen. Der Hannoversche Viehhandelsverband hat sich bereit erklärt, Läuferschweine in Städten des Verbandsgebietes mit mehr als 10000 Einwohnern zum Preise von 100 M für den Zentner Lebendgewicht zu eigener Verwertung zu übernehmen. In Baden ist vom 1. Dezember an der Landwirt verpflichtet, von jeder Kuh täglich 2 Liter Milch an den Kommunal= verband abzuliefern. Gleichzeitig sollen die Milchpreise um 6—7 Pfg. für das Liter erhöht werden. Der Milchpreis für das Großherzogtum Baden ist vom 1. Dezember ab auf 86 Pfg. für das Liter erhöht. Für den Bezug von Vollmilch wird für das ganze Land eine Milchkarte eingeführt. Die Vertreter der badischen Städte haben diese Preiserhöhung in der Erwartung einer besseren Milchversorgung ihrer Bevölkerung befürwortet. An den Märkten und Börsen war das Geschäft in Rüben nach Festsetzung der Höchstpreise außerordentlich still. Auch Saaten waren geschäftslos. Interesse zeigte sich für Serradella, sowie für seidefreien Schwedenklee und Wundklee alter Ernte. Angeboten sind gute Qualitäten schlesischer Rotklee zu 170—185 A. Weißklee zu 185—110 und Gelbklee zu 06—75 M. ferner Serradella zu 45—50 A den Zentner. Am Markte für Futtermittel ist bei der geringen Anzahl der noch verkehrsfreien Sorten das Angebot nur schwach, und die Umsätze hielten sich dementsprechend in nur engen Grenzen. Für gehäckseltes Rauhfutter mit etwa 1—10 Proz. Proteln und Fett werden 21 für 100 Kg. ab Sachsen verlangt. Angeboten waren ferner zerkleinerte Leinstengel zu 22 für 100 Hg. br. mit Sack prompt ab Bremen, Heidekranthäcksel zu 155.4 für die Tonne mit Sack ab Stuttgart, sowie Hundeluchen und Pferdekeks zu 75 A für den Zentner ab Hamburg=Altona. kriegsgesetze und Verordnungen begegnen. Beyorden und Beamten, Rechtsanwälte, kurz allen, die sich mit jenem umfangreichen Gesetzes. material, insbesondere auf dem Gebiete der Volkvernährung, zu befassen haben, wird die Schrift willkommen sein. In die deutschen Ostseeprovinzen führt uns die bekannte Erzühlerin Hedda v. Schmid in ihrem neuesten Roman:„Die Chronik von Wredenhagen“, der soeben als 1077. Band von Kürschners Bücherschatz begründeten Roman= und Novellensammlung— Hermann Hillger Verlag, Berlin Leipzig— erschienen und zum Preise von 20 Pfg. in allen Buchhandlungen käuflich ist. Literarisches. Ludwig Anzeugruber: Allerhand Humore. Kleinbürgerliches, Großstädtisches und Gefabeltes. Feldausgabe(auf Dünndruckpapier) 50 Pf. Leipzig: Breitkopf& Härtel. Ein prächtiges neues Feldbüchlein, das alle erfreuen wird, die es erhalten, den gebildeten Leser ebenso, wie den Krieger aus schlichtem Stande. Ein neuer selbsttätiger Kunstarm von Dr. Alfr. Jaks, prakt. Arzt in Chemnitz. Zahlreiche bekannte Orthopäden haben dem Verfasser und Erfinder ihre Anerkennung ausgesprochen, der Verein Heimatdank in Chemnitz bat den Bau der Apparate übernommen. Der Preis des Buches beträgt 1 M. Rothe, Ziemsen& Co., Verlagsbuchhandlung. Osterglocken, Heimatklänge, Suchende Liebe, Dichtungen von Georg Bonne.(Verlag von Ernst Reinhardt in München.) Preis 2.80 cn. Der Verfasser, der sich durch seinen in über 20000 Exemplaren erschienenen Gegenwartsstrom„Im Kampf um die Idcule“ als Dichter einen geachteten Namen gemacht hat— ist doch das Buch von der Deutschen Dichtergedächtnisstiftung in 1500 Eremplaren angekauft worden— tritt hier mit einem ganz eigenartigen Werk hervor. Niemand wird sich dem starken Eindruck entziehen können, den seine Persönlichkeit ausströmt. Türkischer Sprachführer. Eine Sammlung von Gesprächen, nebst kurzer Grammatik, alphabetischen und systematischen Wörterverzeichnissen und einem Anhang: Militär und Marine. Von Dr. Paul Brönnle,(vormals) Dragoman in der Generaldirektion Ihrer Hoheit der Vizekönigin=Mutter von Aegypten. Leipzig. Hesse& Becker Verlag. 160 Seiten. In Leinenband 1.25 M. Kopp, Gesamtübersicht der deutschen Reichskriegsgesetze. Regem Interesse dürfte die im Verlage von Gebrüder Jänecke in Hannover erschienene, vom Amtsanwalt Kopp daselbst verfaßte„Gesamtübersicht der bis Anfang September 1916 ergangenen deutschen ReichsSunlicht-Gesellschaft von 1914 Aktiengesellschaft In Mannkeim. Wir erhalten folgende Mitteilung: „Die zu Beginn des Krieges anläßlich der Uebernahme der in englischem Besitz befindlichen Anteile der früheren Sunlight Seisenfabrik G. m. b. H. durch die Süddeutsche Discont=Gesellschaft A.=G. in Aussicht genommene Umwandlung der Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft wurde jetzt in den Räumen der genannten Bank vollzogen. Die Aktien gesellschaft führt die Firma: Sunlicht=Gesellschaft von 191.4 Aktiengesellschaft in Mannheim. Das Aktienkapital mit 8 000000 Mark wird voll einbezahlt, der gesetzliche Reserve fonds mit 800000 Mark voll doliert. Von der neuen Sunlicht=Gesellschaft von 1914 m. b. H., Mannheim, wird auch ein Pensionsfonds im Betrage von 200000 Mk. über nommen, dessen Erträgnis ausschließlich den Beamten unt Arbeitern und deren Hinterbliebenen zugule kommen soll. Die bisherigen Geschäftsführer der Neuen Sunlicht Gesellschaft von 1914 m. b. H. bilden den Vorstand der neuen Aktiengesellschaft und zwar Herr H. O. Veck als Gene raldirektor und Herr Karl Hoffler als Direktor. Der Auf sichtsrat besteht aus den Herren: Benno Weil, Direktor der Süddeutschen Diskonto=Gesellschaft A.=G., Mannheim, alVorsitzendem, Kommerzienrat Ludwig Stollwerk, Cöln, al stellvertretendem Vorsitzenden, Geh. Kommerzientat Emil Engelhard, Präsident der Handelskannner, Mannheim, Kommerzienrat Fritz Henkel, Düsseldorf, Bankier Eduard Ladenburg, Mannheim, Fabrikant Richard Lenel, Mannheim, Direktor Richard Sachße, vom Verein Deutscher Oel fabrikanten, Mannheim, Rechtsanwalt Dr. Emil Selb, Mannheim, Generalkonsul Carl Stollwerk, Köln. Versammlung sämtlicher selbständiger Schuhmacher und 10 Schuhwaren 5404 ändler von Bieleseld und Umgegend am Sonntag, den 12. November 8½ Uhr nachmittags im Handwerherhause zu Bielefeld (Papenmarkt.) Die wichtige Tagesordnung macht die Teilnahme eines Kollegen zur Pflicht, auch sind die Frauen, deren inberufen sind, freundlichst.“. känner einberufen sind, freundlichst eingeladen. Die Schuhmacher=Innung zu Bielefeld. Frauenverband des deuischen Luf Hottenvereins E. V. Der MitgliedsLMh., beitrag ist Lm. bei Lieserung der Zeitschrift die Lustslotie 3 Mh. Beitrittserklärungen nehmen entgegen: Frau General Janke, Schatzmeisterin: Fran Landforstmeister Baldenecher. Frau Oberstleutnank Boeltke, Frau Lülwes, Fräulein Simmermacher, Beisitzerinnen: Frau Oberbürgermeister Wittie. Vorsitzende.(2955 Sitzung des Ausschusses der Besonderen Oriskrankenhosse für Fabrikarbeiter in Delmold 1916 am Sonnabend, den 18. November abends 8 Uhr im Gasthof„Zum Hermann“ in Detmold. Tages=Ordnung: 1. Genehmigung des Voranschlages für das Jahr 1917. 2. Beitritiserklärung zum Lippischen KrankenkassenVerbande. 3. Wahl des Rechnungsausschusses. 4. Verschiedenes. Delmold, den 6. November 1916.(5421 Ernst A. Peihig Heinrich Pieper nder. Vorsitzend Schriftführer. Wegen vorläusigen Geschäftsschlusses verkaufen wir(5418 Wiewerdeich bei einer aus Anlass des Krieges eflittenen Beschädigung:-: versorgt? Ein Merkbuch für jeden Kriege von Demmig Rechnungsrat u. Geheimer expedierender Sekretär der Pensions-Abteilung des Kgl. Preuß. Kriegsministerlums Preis 85 Pig. Preis 35 Pig. Mit amtlicher Genehmigung Zu beziehen durch die Meyersche Hofbuchhandlung, Detmold ermannstrasse 29. Todes-Anzeige. Auf dem Felde der Ehre slarb den leldentod für Kaiser und Reich, der Wehrmann Gustav Rlteheld Res.-Infanterie-Regt. Nr. 55, 8. Komp. Bei treuer Pllichterfüllung seizte eine Granate seinem Leben ein jähes Ende. In liefer Trauer:(5420 Frau Auguste Alteheld. Nolbeck b. Schölmer. 8. Nov. 1916. Todes-Anzeige. Statt besonderer Anzeige. zu ermäßigten Preisen. Gebr. Weingarten Lederhandlung Hertord, Comthurstraße. sog. Sumlenn Delmold, 9. November 191 Der Magistrat. I. V. ersagt. (5410 Biermann. Hiesige Kartosfelerzeuger. jeben die auf Bezugsscheine Karlosseln abgegeb an haben, werden hiermit aufgefordert, die angenommenen Bezugsscheine sofort, spälestens am 11. d. M., aus hiesigem Rathause Zimmer 1 abzugeben. Horn, den 9. November 1916 Der Magistral. (5409 Spelge. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll der in Stemmen belegene, im Grundbuche von Stemmen Bd. VII. Bl. 147 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Zieglers Heinrich Woller zu Stemmen Nr. 104 eingetragene Grundbesitz, nämlich das Kolonat Nr. 104 in Stemmen in einer Größe von 25 a 30 gm mit 17.71 Mh. Reinertrag und 120 Mk. Mietwert der Ge117 2 Leopold Plaß Lage i. L. Heidensche Straße Nr. 22 Vertretung der Lippischen Landes=Zeilung. "—*„— 9 Wir kaufen jeden Posten (5119 Zuchenbohlen in allen Stärken gegen sofortige Kasse. Miele& Cie., Maschinenfabrik Gütersloh. Dreharbeiten (Radnaben) ausende Aufträge zu vergeben. Karosseriewerk Voß (5353 G. m. b. H. Bieleseld. Tel. Nr. 257. bäude am Freitag, den 12. Januar 1917, vormittags 10 Uhr, Sektkorke gebraucht, unbeschädigt, Stück 12 Pfg., Weinkorke, gebraucht, Kilo Mh. 1.90..„(5388 Schallplatten, gebraucht, auch zerbrochene, Jillo 75 Pfg., kaust Horkhaus Sperber. Berlin, Zehdenicherstraße 13. Schmiede und auch jüngere, gesucht.(5405 6. Meier Hillegossen in Westf Suche zum 1. Jan. 1917 für meine 600 Morgen große Pachtung einen durchaus tüch tigen, energischen,, unverheiratelen, mililärfreien Inspeklor. durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichts stelle, Zimmer Nr. 2, versteigert werden. Hohenhausen(Lippe), 2. November 1916. Fürstliches Amtsgericht. Lippische Durch die Ausführungsanweisung zur Ver ordnung über Höchstpreise für Rüben vom 4. November 1916, Amtsblalt Seite 1224, sind Wasserrüben, Stoppelrüben, Herbstrüben, Runkel rüben, Zuckerrunkeln, Kohlrüben, Wrucken, Bodenkohlrabi, Sleckrüben und Möhren, soweil die Besitzer sie in ihrer eigenen Wirtschaft zur menschlichen Ernährung und als Viehfulter nicht brauchen,„u Gunsten des Kommunalverbandes beschlagnahm! und diesem bis zum 12. November abends anzumelden.(5416 Für den Bezirk der L. W. G. wird hierdurch mit Zustimmung der Fürstlichen Regierung angeordnel, daß diese Anmeldung auch bei dem ür den Erzeuger oder Besitzer zuständigen Orls vertreter erfolgen kann. Lemgo, den 8. November 1916. Der Kommunalverband. Den nen eingetretenen Rekruten lleute morgen um 3 Uhr entschlief sanit nach kurzer Krankheit unser lieber Sohn und Bruder Erich im Alter von 1½ Jahren. Dieses zeigen tielbetrübt im Namen der trauernden Hinterbliebenen an: A. Kopp und Frau. Mackenbruch, 9. November 1916. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag um 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. 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