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In Griechenland gibt es zur Zeit, genau genommen, drei Regierungen, nämlich 1. das Geschäftsministerium Lambros, welches sich aber weigert, die— Geschäfte des Vierverbandes zu besorgen, 2. das Kabinett der Gegenregierung oder, wie es sich nennt, der provisorischen Regierung, das aber noch nicht offiziell von der Entente anerkannt ist, und 3. das sogenannte Salonikier Triumvirat, das aus Venizelos und seinen Knappen besteht. Ueber das merkwürdige Verhältnis dieses Triumvirats zur provisorischen Regierung gibt die venizelistische Presse die Auskunft, daß es sich hierbei um„ein letztes Entgegenkommen Venizelos' gegen die Krone“ hander::„das Triumvirat sei bereit, sich vor dem König zurückzuziehen, sobald dieser das Wohl des Vaterlandes der Salonikier Regierung anvertranen wird". Das scheint aber König Konstantin nicht zu beabsichtigen, denn, wie berichtet worden ist, hat der König einem Diplomaten gegenüber erklärt, er wolle lieber den Thron verlieren, als Griechenland in Gefahr bringen; wenn Griechenland nach der Eroberung Rumäniens in den Krieg zöge, dann würde es das Los Serbiens und Rumäniens teilen. Man sieht, daß König Konstantin die Mahnung des deutschen Reichskanzlers beherzigt, die Schlußfolgerungen aus der Kriegslage und der Kriegskarte zu ziehen. Wenn er nach dem Raub der Flotte der Hoffnung Ausdruck gegeben hat, daß die griechische Flagge bald wieder über den grünen Wassern wehen möge, so zeugt das gewiß nicht davon, daß er durch die Drangsalierung der Entente und durch den Landesverrat der Venizelos Partei mürbe geworden ist, sondern daß er immer noch hofft, das leck gewordene Staatsschiff durch die Scylla und die Charybdis Venizelos' hindurchlavieren zu können. Vielleicht wird ihm die rbeit dadurch erleichtert werden, daß; allem Anschein nach erhebliche Unstimmigkeiten innerhalb der Bedränger Griechenlands einerseits und zwisihen diesen und deu venizelistischen Handlangern andererseits bestehen. Zwar Engländer und Franzosen scheinen derin einig zu sein, daß man den Griechen die Daumzuben bis zum äußersten ansetzen, daß man erforderioden Falls auch vor der Vertreibung des Monarchen nicht zurückschrecken soll, ein Ziel, das besonders dem roten Republikaner Sarrail des Schweißes der Edlen wert zu sein scheint. Hier ist aber der Punkt, wo Väterchen Zar als Hemmschuh wirkt, denn er fürchtet, daß das Vertreiben von Fürsten Schule machen könnte, und so arbeitet der russische Einfluß den Königsstürzern unverhüllt entgegen. Endlich verfolgen auch die Italiener ihre Sonderinteressen, denn wenn die Engländer sich für immer in Saloniki festsetzen, das sie offenbar zu einem zweiten Gibraltar und— Calais ausbauen wollen, so würde das einen weiteren Strich durch die griechischen Mittelmeerpläne bedeuten. Offenbar sind diese Unstimmigkeiten der Grund, daß sich die„Schutzmächte“(Schutz vor den Schutzmächten!) noch immer nicht über die Anerkennung der provisorischen Regierung geeinigt haben, und daß sie trotz der Fortsetzung der brutalen Gewaltpolitik sich wenigstens an die Person des Detmold, Freitag, den 20. Oktober 1916 149. Jahrgang Königs noch nicht heranwagen, wenn dieser sich auch bereits genötigt gesehen hat, sich in Tatoi zu verschanzen. Möglich ist es auch, daß man vor den letzten Schritten, nämlich vor der Vertreibung des Königs und der zwangsweisen Rekrutierung der Griechen, aus einer gewissen Scheu vor den Neutralen zurückschreckt. Denn nach den großen Worten des Vierverbandes, daß er den„Kampf für die Rechte der kleinen Nationen“ führe, muß ja das heimtückische, verräterische und brutale Verhalten gegenüber Griechenland nicht nur aufklärend, sondern aufreizend auf alle Neutralen wirken, soweit diese nicht, wie jetzt Norwegen, vor dem Vierverband auf dem Bauche rutschen. Betont doch sogar die„Newyorker World“, die dem Washingtoner Kabinett nahesteht, daß Griechenlands Unabhängigkeit vernichtet und die Verträge, durch die sie gnrährleistet worden war, rücksichtslos verletzt werden seien. Vielleicht aber wirkt, wenn man jetzt nach dem Raube der Flotte doch mit den letzten Schritten zögert, noch mehr als die Scheu vor den Neutralen die vor Griechenland selbst mit, denn ein Heer, das man gegen die Mittelmächte betraffnet, könnte sich zum Schluß vielleicht gegen die Feinde im eigenen Lande kehren. Anscheinend fürchten Sarrail und die Seinen, daß die Griechen, wenn sie zum äußersten getrieben werden, sich doch des berühmten altbellenischen Kriegsliedes erinnern könnten, welches durch den Engländer Lord Buron bekannt geworden ist und das die recht zeitgemäß klingende Mahnung enthält:„Laßt uns nun als Männer brechen die verbaßte Tyrannei, der das Land von allen Schwächen und von Schande werde frei. Auf aus tiefen Totenschlaf! S ein Volf und sei kein Schaf!“ Die Eigenschaften des Wolfes haben ja die Nachkommen des Lconidas und der anderen altgriebhischen Nationalbelden im bisherigen Verlauf der Sarrail=Invasion geamüber der Vierverbandskunte nicht an den Tag gelegt. Aber wenn man“e jetzt, nach zwei Jahren Weltkriea, nach dem Zusammenbruch Serbiens und Wontencares und ang:ch' des Schicksals Rumäniens, höflichst auffordert, mit von der Partie zu sein, dann dürft; am Ende die altariecische Wahnung doch auf die Neugriechen wirken: Sei ein Welf und sei kein Schaf! Deutscher Tagesbericht. Erfolgreicher Großkampftag an der Somme. Ein neuer Durchbrucksversuch der Englünder vereitelt. wib. Großes Hauptquartier, 19. Oktober. Westlimer Kriegsschauplatz. eercesgruppe des Prinzen Rupprecht von Bayern Nördlich der Somme gestern wieder ein erfolgreicher Großkampftag. In schwerem Ringen ist ein neuer Durchbruchsversiich der Enaländer zwischen Le Sars u. Morval vereitelt worden Ihre Angriffe, die dort von Morgengrauen bis zum Miltag — Sylvias Chauffeur. Noman von Louis Tracy. (26. Fortsetzung.) „Na enblcht- bestätigte der wackere Hasentamp, den seine Verwirrung nun glücklich auch in diesen zweiten Fallstrick hatte hineintappen lassen.„Ich habe keine Zeit, miich noch länger mit Ihnen zu unterhalten, da ich in jeder Minute überrascht werden kann. Passen Sie also gut auf, was ich Ihnen jetzt sage. Ich werde versuchen, den alten Herrn rasen auf irgendeine Weise von Karlsruhe fortzubringen, und werde jedenfalls hierbleiben. Augenblicklich ist der alte Graf in großem Zorn. Weil er den jungen Herrn Grafen und die amerikanische Miß, die er in seinem Wagen fährt, hier nicht vorgesunden hat, ist der alte Herr Graf der Meinung, daß einer von uns beiden ihn angeführt hat— entweder der französische Vicomte oder ich. Und ich glaube, daß er die Absicht hat, morgen nach Frankfurt zurückzufahren. Aber das alles dürsen Sie dem Herrn Grasen— dem Chauffeur Westenholtz, meine ich— nur unter vier Augen mitteilen. Sie werden das nicht vergessen, Frau Hotelbesitzerin— nicht wahr?“ „Nein, ich werde es gewiß nicht vergessen. Haben Sie sonst noch etwas auszurichten?“ „Nein, das ist alles. Ich danke Ihnen sehr. Adien!“ Die Baronin spurte das Knacken des Schlußzeichens im Hörer, und es war wirklich die höchste Zeit gewesen, dast es erfolgle, denn das Herz hopft; ihr zum Zerspringen, und ihre Kne wankten. So ganz war ihr Geist von dem eben Gehorten erfullt, daß sie nicht einmal daran dachte, die Hörrohre wieder an den ihnen gebührenden Platz zu bringen, sondern daß sie sie einach auf das Schränkchen unter dem Apparat legee und dadurch bewirkte, daß das Hotel Belleone bis zum nachsten Morgen, wo zueist wieder jemand die Sprechzelle betrat, aus jeglicher telephonischen Verbindung mit der übrigen Welt ausgeschaltet war. Niemand hätte ein Recht gehabt, ihr deshalb zu zürnen, denn ein Gemütszustand wie der ihrige hätte wohl auch noch schlimmere Unterlassungssünden entschuldigt. Daß ihr das geschehen mußte— ihr— gerade ihr! Nicht, daß sie die Pläne des Vicomte und ihre damit verknüpften Hoffnungen gewissermaßen in Trümmern vor sich am Boden liegen sah, machte ihr in diesem Augenblick das Herz so schwer, sondern daß sie soundso viele Tage in engster Gemeinschaft mit einem echten Vollblutaristokraten, dem Sprößling einer der allervornehmsten Adelesamillen, verlebt und ihn während dieser ganzen Zeit mit ausgesuchter Unfreundlichkeit behandelt hatte. Cs war eine Dummheit, die die Baronin sich nie— niemals verzeihen konnte— eine Dummheit, wegen deren sie am liebsten in blutige Tränen ausgebrochen ware. Und vor einer Stunde hatte lie an Mister Bendleton über bieien nämlichen ungen Aristokraten geschrieben, daß sie ihn für ganz und gar ungeeignet halte, noch län er den Chausseurdienst bei Miß Sylvia zu versehen, und daß sie überzeu##t sei. Mister Pendleten würde diesem Menschen, falls er ihn persönlich hätte prüfen können, die Sicherheit und das Leben seines geliebten Kindes auch nicht eine Stunde lang anvertraut haben. Das hatte sie geschrieben— über einen veritablen Grafen Hoiningen! Wo in aller Welt hatte sie während dieser gansen Zeit ihre Augen und ihre Ohren gehabt! Wo waren die sichere Menschenkenntnis und der untrügliche Scharfblick geblieben, auf die sie sich bis heute so viel eingebildet hate! Wenn sie jetzt an die Erlebnisse der letztn Tage zurückdachte und sich alle Einzelheiten ins Gedächtnis zurückrief, stand sie vor ihrer eigenen Blindheit wie vor etwas völlig Unbegreiflichem. Hätte sie denn nicht schon in der essten Stunde alles erraten müssen? Der prächtige Wagen— der Frühstückskorb mit seinen köstlichen Schüsseln und seinem erlesenen Wein— das Silbergerät mit dem Adelswappen— mein Himmel, wo war nur ihr Verstand gewesen, wahrend sich ihr das alles offenbarte! Und dann der Name, den er in seinem Uebe. mut nur so noldürftig verschleiert halte, daß selost der Einfaltigste hinter dem dünnen Nebel der Lüge die Wahrheit hätte erkennen müssen! Aber das war ja noch lange nicht alles geweren. Schon die At, wie er seine Betanntschaft mit dem Oberleutnant von Niedverg angedeutet halte, hätte sie überzeugen müssen, daß er unmeglich ein gewöhnlicher C. auffem sein konnte, selbst wrnn seine vornehmen, gepflegten Hände, seine seine Wäsche, s#in unzweiselhaft von einem all ernen Schneider gesereizter Abendanzug, seine Ausdrucksweise und seine Manieren sie nicht davon überzeugt hätten. Er hatte von seiner Tante gesprochen, und diese Taute war naturlich keine andere, als die alte Gräfin Bruchhau en, die Gonnen und Freundin der schönen Herta Treuensels. Wie einfach erklärte sich's jetzt, daß die Treuenfels erzählen konnte, sie sei im Hotel zu Heidelberg dem jungen Grafen Hoiningen begegnet, und wie groß mußte ihre eigene Verblendung gewesen sein, daß sie nicht in demselben Augenblick den wahren Zusammenhang der Dinge durchschaut hatte! Jetzt war ihr die plötzliche Avreise ihres Sohnes von Bruchsal freilich nichts Unerklarliches und Rätselhaftes mehr. Ein Hoiningen konnte den armen Harro, wenn er ihm aus irgendeinem Grunde unbequem war, allerdings mit eine Handbewegung aus seinem Wege fortschenchen, so wie man eine lästige Fliege vom Tische scheucht. Warum aber hatte ihr Sohn sie nicht gewarnt? Warum hatte er es unterlassen, sie in seinem Abschiedsbriefe über die Person des vermeint lichen Chauffeurs aufzuklären? Und wie sollte sie sich Gewißheit verschaffen über all das andere, was während der letzten vierundzwanzig Stunden sonst noch hinter ihrem Rücken geschehen sein mußte? War Marignn bereits unterrichtet— und sollte sie darin die Erklärung erblicken für sein sondergegen unsere zäh verteidigten, im Nahkampf gehaltenen oder durch Gegenstoß wieder gewonnenen Stellungen geführt wurden, sind zum Teil schon in unserem gut geleiteten Artilleriefeuer gescheitert. Unbedeutender Geländegewinn der Engländer nördlich von Caucourt I'Abbaye und Guendecourt, der Franzosen in Soilln und auf dem Südufer der Somme zwischen Biaches und La Maisonnette bei einem Angriff in den Abendstunden glich die schweren blutigen Verluste der Gegner nicht aus. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Nördlich von Siniawka wurden feindliche Gräben auf dem westlichen Ufer des Stochod genommen. Bei Bubnow Angriffe russischer Gardetruppen verlustreich für den Gegner abgewiesen. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. An den Pässen über die rumänische Grenze sind erfolgreiche Kämpfe im Gange. Balkan=Kriegsschauplatz. Bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen keine besond ren Ereignisse. Mazedonische Front. An der Cerna haben sich neue Kämpfe entwickelt. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Große Beute unserer U.-Boote im Mittelmeer. wtb. Berlin, 19. Okt.(Amtlich.) Von unseren Unterseebooten wurden im Mittelmeer versenkt: am 4. Oktober der leere englische Truppentrausportdampfer„Franconia“ (18 150 Bruttorcaistertonnen), am 11. Oktober der bewaffnete englische Transportdampfer„Croßhill“.(5002 Bruttoregistertonnen) mit Pferden und serbischen Begleitmannschaften, am 12. Oktober der bewaffnete englische, tiefbeladeue Truppentransportdampfer„Sebek“.(4600 Bruttoregistertonnen).„Croßhill“ und„Sebek“ befanden sich auf dem Wege nach Saloniki. Am 16. Oktober hat eines unserer Unterseebogte Fabrik= und Bahnanlagen bei Catan= zaro(Calabrien) mit Erfolg beschossen. Oesterreichisch-ungarischer Bericht. wlb. Wien, 19. Oktober. Oestlicher Kriegsschauplatz. weeresfront des Generals der Kavallerie (rzherzog Carl. Die Kämpfe an der siebenbürgischen Süd- und Oftfront dauern an. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Südlich von Eborow erfolgreiche Unternehmungen unferer Vorposten. Bei der Armee des Generalobersten von Tersztyansky wurden Vorstöße russischer Gardeabteilungen abgeschlagen und am oberen Stochod einige feindliche Gräben in Besitz genommen. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe im Pasubiogebiet erneuerten sich mit gesteigerter Erbitterung. Die durch Alpini verstärkte Brigade Licuria griffen unsere Stellungen nördlich des Gipfels an, stellenweise gelang es dem Feind, in unsere vorderste Linie einzudringen. Die braven Tiroler Kaisersäger-Regimenter Nr. 1 und Nr. 3 gewannen jedoch alle Stellungen wieder zurück, nahmen einen Bataillonskomandanten, zehn sonstige Offiziere, 163 Mann gefangen und erbeuteten 2 Maschinengewehre. Ein neuerlicher Angriff der Italiener wurde abgewiesen. Starke feindliche Abteilungen, die sich vor dem Roite-Rücken sammelten, wurden durch unser Artilleriefeuer niedergehalten. An der übrigen Front stellenweise Geschützkämpfe. Unsere Flieger belegten Salcano und Castagnavicca mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Aus Albanien nichts zu berichten Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs, von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Das Schicksal Grieckenlands. Erneute Forderung der Entente an den König. Berlin, 19. Okt. Dem„Hamburger Fremdenblatt“. wird aus dem Haag gemeldet: Die gestrige„Times“ teilt mit, daß Prinz Georg. der am Montag, wie gemeldet, eine Unterredung mit Grey hatte, dem König Konstantin ein Ultimatum der Entente übermittelt habe, durch dessen unverzügliche Annahme er allein seine Dynastie retten könne. Die Hauptforderung heißt: Sofortige Uebertragung der Regierung an Venizelos. Besprechungen zwischen dem König. Lambros und den Entente=Gesandten. wotb. Berlin, 19. Okt.„Secolo“ meldet aus Athen: Hier spricht man von der Landung weiterer 6000 Mann der Alliierten. König Konstantin hat den englischen Gesandten Elliot zu sich berufen und ihm versprochen, die Truppen aus Thessalien zurückzurufen und zu entlassen, wenn die Alliierten als Gegenleistung auf die Kontrolle der Polizei verzichten. Admiral Fournet hat den Ministerpräsidenten Lambros besucht. Anscheinend haben die beiden Besprechungen zur Folge, die angedrohten verschärften Maßnahmen hinauszuschieben. Ferner wird gemeldet, Lambros habe bei Fournet um Einschränkung der Befugnisse der in den wichtigsten griechischen Städten mit der Polizeikontrolle betrauten französischen Offiziere nachgesucht. Nach den Besprechungen zwischen dem Ministerpräsidenten Lambros und vares Benehmen an diesem Vormittag? Haite sie sich doch den ganzen Tag vergeblich den Kopf darüber zerbrochen. Eine Stunde vor dem Aufbruch von Bruchsal hatte der Vicomte an die Tür ihres Hotelzimmers geklopst, um ihr freubestrahlend mitzuteilen, daß er jetzt ein unfehlbates Mittel in der Hand habe, den unbequemen Chausseur zu beseitigen und Sylvia zur Weiterfahrt in seinem Wagen gewvissermaßen zu zwingen. Denn er habe durch telegraphische Erkundigung in Frankurt festgestellt, daß das angeblich dem unverschamten Westenholt gehorige Automobil auf den Namen des Grasen Hoiningen registriert war, und daß es sich alto, wenn nicht geradezu um einen Diebstahl, so doch zum mindesten um die unerhörte Dreistigkeit eines bei dem Grafen bediensteten Chauffeurs handeln müsse, der ohne jeden Schatten einer Ermächtigung auf eigene Faust im Lande herumlutschiere. Eine bloße Andeutung die es Sachverhalts welde selostverständlich genügen, um Miß Pendleton zur sofortigen Entlassung des Burschen zu veranlassen, und Frau von Riedrerg werde schwerlich noch einmal durch seinen widerwärtigen Anblick belästigt werden. Sie hatte dem Franzosen selbstverständlich das alles geglaubt, und ihr Erstaen war um so größer gewesen, als sie bald nachher zur Zeugin der sondervaren Szeue geworden war, die sich vor dem Hotel abgespielt hatte. Der Vicomte halte nicht nur nichts von dem vervelgeführt, was er ihr mit solcher Zuversicht rersprochen hatte, sondern er war obendein in Sylrias Gegenwart wie ein Schulju ge behandelt worden, ohne auch nur ernsthaften Widerspruch dagegen zu erheben. Und Sylvia selbst? Auch aus ihrem Benehmen konnte die schartnichtige Varonin nicht me### lng werren. War nicht vielleicht auch sie schon hinter oas Gebeinmis des vermeintlen Westenholg u kommen? Ihre sonderbaren Außerungen bei der photographischen A fnahme der Burgrume, ihre durchsichtigen Anspielungen a f einen Konftikt zwichen Westenholt und dem Vicomte, fanden sie nicht ihre einleuchtendste Erklarung in der Annahme, daß der jungen Amerilanerin, wenn aicht die volle Gew.ßheit, so doch eine Ahnung der Wahrheit ausgegangen war?—— „Nun, gnädige F au— war es mit dem Telephon in Ordnung?“ erklang neen der ganz in ihre unerfreulichen Gedanken versunkenen Baronin die Stimme des Mädchens, oon dem sie vorhin über den Anruf aus Karlsruhe untereichtet worden war.„Es würde nämlich sonst zu spät sein, um den Gewünschten zu rusen. Ich sehe ihn bereits unten auf dem Flusse.“ „Wo?— wo?“ rief Frau von Riedberg— vielleicht mehr, um Zeit zum Ueberlegen ihrer Antwort zu gewinnen, als weil ihr in diesem Augenblick so außerordentlich viel daran gelegen hätte, zu wissen, an welchem Punkte der näheren Umgebung Kurt Dietrich von Hoiningen auf Westenholtz sich besand „Da in dem kleinen Ruderboot,“ erilärte das Mädchen, auf die spiegelglatte Flache des Rheins hinabweisend.„Er cudert es selbst.“ „Gut— gut, das hat weiler keine Bedeutung.— Uebrigens“ — und sie zog mit schwerem Entschluß ihre niemals allzu reich gefüllte Börse—„nehmen Sie dies hier für Ihre Bemühungen und sagen Sie den Leuten im Hotelbureau, daß es keiner Mitteilung an uns bedarf, wenn etwa ein Mann namens Ha enkamp noch einmal aus Karlsrube anrufen sollte. Es ist nur ein Chauffeur und seine Mitteilungen nicht so, daß wir oder W stenholß deshalb behelligt werden müßten. Denn wir sehen ihn ohnehin morgen früh in Karlsruhe. Wenn er ausdrücklich verlangen sollte, den Chauffeur Westenholtz am Telephon zu sprechen, so soll ihm geantwortet werden, daß er zu warten habe, bis wir morgen früh in Karlsruhe eintreffen.“ Voll freudiger Ueberraschung blickte das Mädchen auf das unerwarttte Funsmarkstück in ihrer Hand, und es war selbstvernandlich, daß sie alles versprach, was die freigebige Dame von ihr verlangt hatte. Frau von Riedbergs Augen verfolgen für eine tleine Weile das zierüche rasch dahinschießende Soot, das von den muskulösen Armen des so fäh in einen Grafen verwandelten Chauffeurs gerndert wurde, während Sylvias schlanke weiße Gestalt am Steuer saß. Aber nicht allzulange vertiefte sich die Varonin in den Anblick des schönen ungen Menschenpaares. Sie war noch immer viel zu ausgeregt, als daß ihre Gedanken nicht alsbald zu den mannigsachen Ursachen dieser Aufregung hätten zurückkehren sollen. Und je mehr sie sich mit ihnen beschäftigten, deno trostloser erschien der armen Frau von Riedberg die Perspektive. Da war neben vielem andern besonders eines, was sie beunruhigte. Jener unbelannte Hasensamp hatte davon gesprochen, daß der alte Graf Hoiningen in großem Zorn sei, weil er sich entweder von dem bewutzten Hasentamp oder von dem französischen Vicomte genasführt glaubte. Marigny und der alte Graf mußten sich also begegnet sein, und es war kein Zwei el, daß das nur in Bruchsal geschehen sein konnte. Dann aber war kaum noch darauf zu rechnen, daß der Vicomte überhaupt nach Karlsruhe kommen würde. Und wenn sie den Versuch machte, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, indem sie in das Hotel„Zum grünen Hof“ telephonierte, wo Sylvia Zimmer bestellt hatte, so lief sie große Gefahr, statt an ihn, an den alten Grasen Holningen zu geraten, was ihr augenblicklich aus den verschiedensten Gründen durchaus nicht erwünscht sein konnte. Vor allem schon deohalb nicht, weil der alte Herr dadurch möglicherweise zu der Kenntnis von dem gegenwärtigen Ausenthalt seines Sohnes gelangte, den ihm Hasenkamp bis jetzt verheimlicht zu haben schien. (Fortsetzung folgt.) den Gesandten Elliot und Guillemin fiel die Antwort des Admirals Fournet verneinend aus. Nach einer Beratung ließ der griechische Ministerrat Fournet mitteilen, daß die Regierung die von der Entente vorgeschlagene Kontrolle über Polizeimaßnahmen in ganzer Ausdehnung annehme. Die Einzelheiten sollten mit Fournet noch besprochen werden. Neue Forderungen des Vierverbandes. wtb. Athen, 18. Okt.(Reuter.) Die Alliierten verlangten vom Verkehrsminister die Gestellung von 200 Eisenbahnwagen auf der Larissaeisenbahn für die Bedürfnisse der Alliierten in Mazedonien. Der Minister willigte ein. Rußland für die griechische Monarchie. Frankfurt a. M., 19. Okt. Die„F. Z.“ meldet aus Bern: Nach russischen Informationen des„Bund“ hat der russische Gesandte in Athen, Demidow, bisher in dem Sinne gewirkt, die Krone König Konstantins zu retten. Auch die Tätigkeit des 80 jährigen griechischen Gesandten in Petersburg, Panas, der als Anhänger der griechischen Hofpolitik bekannt sei, dürfe nicht unterschätzt werden. Vom Tage. Der Kaiser bei der Champagne-Armee. Berlin, 19. Okt. Der Kaiser besuchte, wie der Kriegsberichterstatter der„Tägl. Rundsch.“ meldet, am Mittwoch in Begleitung des Kronprinzen die Champagne=Armee. Er überreichte dem Generaloberst von Einem, dem erfolgreichen Verteidiger der Champagnefront. das Eichenlaub zum Pour le mérite. Der Reichskanzler wieder in Berlin. wtb. Berlin, 19. Okt. Reichskanzler von Bethmann Hollweg ist aus dem Großen Hauptquartier hierher zurückgekehrt. Lebhafte U.=Bootstätigkeit im Schwarzen Meer. Schweizer Blättern zufolge meldet die russische Zeitung „Westnik" laut„B. T.“, daß von den von Sebastopol und Odessa nach der kaukasischen Küste fahrenden Schiffen elf überfällig sind. Im Schwarzen Miere wurden zahlreiche russische Segelbarken von deutschen Tauchbooten versenkt, auf wrlche jetzt russische Torpedokreuzer Jagd machen. Neue englische Posträuberei. wtb. Haag, 19. Okt. Die Dampfer„Commervijne" (Amsterdam=Ostindien),„Prinzeß Juliana"(BotaviaAmsterdam) und„Westerdijk".(New=York=Rotterdam) haben ihre Post in England zurücklassen müssen. Italiens wirtschaftliche Lage besorgniserregend. Lugano, 19. Okt. Italien ist infolge des brüsken Uebergangs der Regierungspolitik zu wirtschaftlichen Zwangsmaßregeln lebhaft beunruhigt, nachdem bisher angenommen wurde, daß die Freiheit der Meere und die Zufuhr durch die Verbündeten Italien der Notwendigkeit einer eigentlichen Kriegswirtschaft überhebe. Die Beschlüsse des letzten Ministerrats, der Appell zur größten Verminderung des Verbrauchs, sowie die heute erscheinenden Erlasse über die Polizeistunde in sämtlichen Kaffeehöusern, Restaurants und Osterien auf 11 ½ Uhr abends und die Zwangskontrolle der Regierung über den gesamten Zuckerverbrauch rücken den Italienern den Ernst ihrer wirtschaftlichen Lage näher. Die Presse mahnt zur Geduld und zum Durchhalten. Lippisches. Detmold, 20. Oklober 1916. Unsere Helden. Dem Kommandeur des Res.=Inf.=Regts. Nr. 55, Oberstleutnant von Laue. ist für hervorragende Leistungen in der Führung des Regiments das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern von Sr. Majestät dem Kaiser verliehen worden. Franz Plöger. Sohn des Uhrmachers Karl Plöger in Detmold, welcher erst kürzlich zum Unteroffizier befördert, ist am 11. Okt. wegen Tapferkeit vor dem Feinde zum Vizefeldwebel befördert worden. Er hat mit einem Kameraden seiner Korporalschaft ein Franzosennest ausgehoben und persönlich drei Franzosen gefangen genommen. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde der Gefreite Heinrich Biere aus Haustenbeck Nr. 139 beim 33. Res.=Feld=Art.=Regt. ausgezeichnet. Dieselbe Auszeichnung erhielt der Unteroffizier Walter Hübner vom Inf.=Regt. Nr. 55, z. Z. schwer verwundet in einem Berliner Reserve=Lazarett. Für tapferes Verhalten vor dem Feinde erhielt der Landwehrmann Fritz Föste aus Brakelsiek im Osten das Eiserne Kreuz. Auf dem westlichen Kriegsschauplatz erhielt der Reservist Aug. Schriegel, Sohn des Schuhmachermeisters Schriegel aus Brakelsiek, das Lipp. Kriegsverdienstkreuz. Zum Hauptmann befördert wurde der Oberleutnant Clößner, Ordonnanzoffizier beim Stabe einer Armee im Westen. Gleichzeitig wurde ihm das Eiserne Kreuz erster Klasse verlichen. Aus den 55er-Tagen an der Somme. (Von einem lieben Feldgrauen eingesandt.) Sehr schwere Tage lagen hinter uns, hinter unserer ganzen Division. Weil gegenüber dem unmittelbar Gegenwärtigen das schon länger Vergangene verblaßt, scheinen uns allen die Kämpfe, die letzten Kämpfe, die schwersten gewesen zu sein. Man braucht ja auch nur den Namen„Somme“, in diesen Sommer= und Herbstmonden zu hören und vor den Augen steigt das Schreckensbild eines furchtbaren Kampfes auf, eines Kampfes, der umso heißer und erbitterter wird, je länger er dauert, je zäher um jeden Fuß breit Boden gerungen wird, je häufiger der Kampf hin und herwogt, sodaß bald ein Dorf, d. h. eine Trümmerstätte, oder ein Granatloch oder eine Straßenstrecke verloren geht und bald wieder gewonnen wird, um vielleicht bald abermals verloren zu gehen. So ging es auch unserer Truppe, als unser Zug sich dem fruchtaren Sommetale nahte. Schlimm wie die Tage waren, hat sie sich keiner gedacht. Und doch jeder Mitkämpfer darf mit freudigem Stolz und berechtigter Genugtuung auf sie zurückblicken. Unser Regimenter haben vollbracht, was sie sollten, haben die auf sie gesetzten Hoffnungen in vollem Maße erfüllt. Was dem einen unserer Regimenter im Heeresbericht nachgerühmt wurde, daß es sich besonders ausgezeichnet habe, das gilt im vollen Sinne auch von den beiden anderen. Sie alle haben glänzende Beweise ihrer unerschütterlichen Ausdauer und Opferfreudigkeit geliefert. Der Ansturm der Feinde ist aufgehalten, trotz gewaltiger Ueberzahl, trotz seiner sehr starken, ausgezeichneten Artillerie, trotz seiner großen Tapferkeit und seiner zähen Ausdauer, in der er seine Angriffe immer wiederholt hat, oft mit frischen, gut ausgeruhten und gut ausgerüsteten Truppen! Ganz hervorragenden Anteil an diesem Erfolg hat auch unser angestammtes Heimatregiment. Seinem tatkräftigen unerschrockenem Führer gleich, der entschlossen, der größten Gefahr nicht achtend, im entscheidenden Augenblick mit vorstürmte, hat auch das Regiment als Ganzes seinen alten Waffenruhm aufs neue bewährt. Einzelheiten zu berichten, dafür ist jetzt noch nicht die Stunde gekommen. Aber das steht fest: in den Blättern der Regimentsgeschichte wird die Schilderung der Tage an der Somme eine der glänzendsten sein müssen und der Name manches Führers wie manches Fürst Leopold in Wilna. Wilna, 18. Okt. Seine Hochfürstliche Durchlaucht der Fürst ist gestern abend nach einem im Bialowieser Urwald als Gast des Prinzen Leopold von Bayern verbrachlen Erholungstage hier eingetroffen. Am Bahnhof war an der Spitze eines zahlreichen Offizierkorps der Führer einer Armee, Generaloberst von Eichhorn, zum Empfange des Fürsten erschienen. Ueber 150 Lipper Seldaten eines Landsturmbataillons, Kraftfahrer und Eisenbahnbeamte aus dem Ekappengebiet standen auf dem Bahnhof in Reih und Glied aufmarschiert und wurden einzeln von Seiner Hochfürstlichen Durchlaucht dem Fürsten begrüßt. Am Abend fand beim Armeeführer Erzellenz von Eichhorn ein großes Essen zu Ehren des Fürsten statt, an dem auch Prinz Oskar von Preußen keilnahm. Vorangegangen war ein Vortrag eines Generalhauptmanns. Ein weilerer Bericht meldet uns: Wilna. 19. Okt. Heute mittag 12 Uhr fand bei Anwesenheit des Armeeführers, Exzellenz von Eichhorn, und des Chefs seines Stabes, Irhr. Schmidt von Schmideck, Paradcappell der lippischen Mannschaften verschiedener Res.= Inf.=Regimenter, eines Feldartillerie=Reziments, einer Feldluftschiffer-Abteilung und eines Armierungs-Balls. vor Seiner Hachfürstlichen Durchlaucht dem Fürsten statt, die Leuti ant Wittse. Ordonnanzoffizier einer Art.-Brigade, dem Durchlauchtigsten Fürsten meldete. Fürst Leopold drückte feinen lieben Landeskindern in Feldgrau die Zufriedenleit des Allerhöchsten Kriegsherrn und seine eigene für ihre Tapferkeit aus, und brachte ihnen die Grüße der Heimat. Seine Hochfürstliche Durchlaucht der Fürst verlieh viele Aus. zeichnungen(u. a. erhielt Leutnant Wittse das Kriegsehrenkreuz für heldenmütige Tat) und ließ Liebesgaben verkeilen. Mittags speiste Fürst Leopold wiederum bei Exzellen; von Eichhorn. Die deutsche Kronprinzessin hat die Schirmherrschaft über die Organisation der Goldschmucksammlung für die Reichsbank übernommen. Der Anregung vaterländischer Frauen und Minner entsprungen, hat der Gedanke, dem Goldschatz der Reichsbank durch Sammlung von Goldschmuck und Goldgeräten im Wege des Ankaufs eine neue Quelle zu erschließen, in allen Teilen des Reiches und in allen Schichten der Bevölkerung lebhaften Widerhall gefunden. Die bisher erzielten Erfolge legen für den das ganze deutsche Volk beseelenden unbeugsamen Geist und Siegeswillen ein erneutes Zeugnis ab. Angehörige aller Berufskreise sind in den Dienst dieser bedeutsamen Sache getreten, und Arme und Reiche haben bereits gewetteifert, durch Veräußerung ihrer Goldsachen zur Stärkung der finanziellen Wehr des Vaterlandes beizutragen. Von den westlichen Landesteilen ausgehend, hat der Goldschmuckankauf sich allmählich über den Süden, Nerden und Osten ausgebreitet; in Groß=Berlin ist die Eröffnung von Goldankaufsstellen soeben erfolgt. Nachdem auf diese Weise die Organisation im ganzen Reichsgebiet vollendet ist, hat nunmehr Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Frau Kronprinzessin, sich als Schirmherrin an die Spitze der Gesamtorganisation gestellt. Sicherlich wird dies für alle Kreise der Bevölkerung ein Ansporn sein, an dem wahrhaft vaterländischen Werk tätig mitzuhelfen. Es darf hierin zugleich aber auch eine Büraschaft dafür erblickt werden, daß es gelingen wird, das durch die Goldschmucksammlung erstrebte Ziel in vollem Umfange zu erreichen. Die Frist für die Anmeldung der ausländischen und der im Ausland befindlichen Wertpapiere läuft am 31. Oktober d. J. ab. Bei der Wichtigkeit dieser Bestandsaufnahme, welche schon durch die auf die Unterlassung der Anmeldung gesetzten strengen Strafen(1500 Mk. Geldstrafe oder 3 Monate Gefängnis) entsprechend hervorgehoben wird, seien sämtliche Besitzer ausländischer usw. Wertvapiere nochmals auf die Verpflichtung hingewiesen, daß sie ihren Besitz an Aktien, Anteilscheinen Zertifikalen, Schuldverschreibungen jeder Art, die von ausländischen Gesellschaften, Gemeinwesen, Staaten usw. ausgegeben worden sind, ferner auch ihren etwa im Ausland befindlichen Besitz an(inländischen oder ausländischen) Wertpavieren bei der Reichsbank mit dem dort erhältlichen vorschriftsmäßigen Formulor bis zum 31. Oktober 1916 anzumelden haben. Anmeldenflichtig ist in erster Linie stets der Eigentümer der Wertvapiere. Hat er aber die Wertpaviere an eine inländische Bank. Sparkasse, Kreditanstalt, Genossenschaft usw oder an einen inländischen Kaufmann im Betriebe dessen Handelsgemerbes unverschlossen zur Verwahrung oder als Pfand überaeben, so liegt den betreffenden Verwahrern die Anzeigepflicht ob. Das Kriegsernährungsamt glbt bekannt: Um die rechtzeitige Deckung des Herbitbedarfs der Heeresverwaltung an Hafer sicherzustellen, ist für die frühzeitige Ablieferung des Hafers eine Frühdruschprämie in der Form festgesetzt worden, daß der Höchstpreis für die Tonne Hafer bis zum 30. September 1916 auf 300 Mk., von da ab bis auf weitere Festsetzung auf 280 Mk. bestimmt wurde. In welcher Höhe der Höchstpreis endgültig festgelegt wird, steht noch nicht fest. Die weitere Herabsetzung wird, da der Hecresbedarf für die nächsten Monate noch erheblich ist, einfachen Kriegers wird zu ihrem Ruhm genannt werden. Nur eins soll noch erwähnt werden, das einen kleinen Begriff von der großen Leistung des Regiments gibt. Zehn Tage hat es in vorderster Linie, ohne Ablösung ausgehalten: bei immer wiederkehrenden Kämpfen, unter häufigem, immer wieder einsetzenden Trommelfeuer, das an Stärke seines Gleichen vergeblich sucht; bei mangelhafter Verpflegung, die fast nicht möglich war, in heißem Sonnenschein und sehr kühlen Herbstnächten und bei stärkstem Regen, in zerschossenen, oft kaum noch vorhandenen Stellungen. Eine gewaltige Leistung, die man vor dem Kriege würde für unmöglich gehalten haben! Daß solche schweren Kampftage auch Opfer gefordert haben, das ist natürlich! Manchen lieben treuen Kameraden haben wir verloren; vielen haben wir nicht einmal ein schlichtes Soldatengrab geben können. Es sind die Besten und Tüchtigsten gefallen, von den beiden Ordonnanzoffizieren des Regiments bis hin zu dem schlichten Manne! Wenn ich manches gedenke, so wird mein Auge feucht. Treue Freunde waren sie mir geworden, die Herzen hatten sich gefunden! Nun fehlen sie im Regiment, wohl werden andere an ihre Stelle treten; aber sie sind doch unbekannt, fremd. Und die alten lieben Gesichter sucht mein Auge vergeblich. Scheiden tut weh!— Und doch sind, Gott sei Dank, die Verluste nicht so groß, wie wir anfangs befürchteten! Viele sind wunderbar bewahrt worden! Manche Briefe werden inzwischen schwere Sorgenlasten von den Herzen der Lieben er Heimat genommen haben, weil sie melden konnten: „gesund oder leichtverwundet!“ Denn unter den Verwundeten sind viele, deren Wunden hoffentlich bald wieder völlig geheilt sein werden! Auf die Kampftage folgten mehrere Marschtage. Da die Entfernungen nicht weit, keine Eile nötig, so waren die Märsche eine Erfrischung: die steifgewordenen Glieder wurden wieder gelenkig. Dazu kam das prachtvollste Herbstwetter, das man sich nur denken kann, die herrliche Gegend mit ihren Tälern und Bergen, ihren Bächen und Kanälen, ihren Dörfern, die nur wenige Zeichen der Zerstörung aus den Anfangswochen des Krieges aufweisen. Wenn dann noch das Abendglöcklein der Dorfkirche über das stille Tal erscholl, dann glaubt man sich in eine ganz andere Welt versetzt, trotz des in der Ferne oft stark rollenden Kanonendonners. aber nicht vor Ende November erfolgen. Bis dahin wird es den Landwirten, auch wenn man die Verspätung der Ernte und die sonstigen Echwierigkeiten berücksichtigt, möglich sein, den Hafer in der für das Heer zumächst erforderlichen Menge zum Preise von 280 Mk. zur Ablieferung zu bringen, ohne daß die ordnungsmäßige Durchführung der Herbstbestellung und die Einbringung der Hackfruchternte unter der Beschleunigung der Haferanlieferung Reidet Das Landesfleischamt betrachtet es natürlich als seine Aufgabe, dafür zu sorgen, daß alle Verbraucher innerhalb des Fürstentums auf ihre Fleischtarte gleich viel Fleisch erhalten. Gleichwohl und troß des ernstlichen Bestrebens, den Ausgleich namentlich in der Uebergangszeit unvermeidlicher Unterschiede möglichst schnell herbeizuführen, wird es sich kaum vermeiden lassen, daß in der einen oder anderen Gemeinde des Landes vorübergehend weniger Fleisch als in anderen gegeben werden kann. Abgesehen davon, daß bei Verteilung des lebenden Schlachtviehs auf die Gemeinden dem Landesfleischamt nur die Zahi der Tiere und nicht ihr Gewicht bekannt ist, wird eine gleichmäßige Fleischverteilung namentlich dadurch erschwert,, daß jetzt die Landbewohner sich in die Kundenlisten solcher städtischer Fleischer eintragen lassen, von denen sie bisher nicht oder nicht regelmäßig beliefert worden sind In den Amtsgemeinden sind vielfach Metzger garnicht vorhanden, die Belieferung der ländlichen Gemeinden hat daher auch bieher schon mehr oder weniger durch die städtischen Metzger statgefunden, aber der Konsum der ländlichen Gemeinden an Frischfleisch war sehr gering und dies öndert sich jetzt wenigstens insofern, als die Landbevölkerung, die im ollgemeinen bieher von ihrem selbst geschlachteten Schweinefleisch zu leben pflegte, nunmehr vorsorglich ihren Fleischbedarf bei den städtischen Metzgern anmeldet. So kann es kommen, daß manche Gemeinden und manche Metzger einen Ueberfluß an Fleisch haben, während andere Gemeinden und Metzger den bei ihnen angemeldeten Bedarf nicht erfüllen können. Diese Schwierigkeit läßt sich vermutlich ziemlich beseitigen, sobald Anfang November aus den eingelieferten Fleischkarten festgestellt wird, wie groß der Frischfleischbedarf der Gesamtbevölkerung des Landes tatsächlich ist und wie er sich auf die einzelnen Gemeinden und Metzger verteilt. Jahresbericht der Lipplschen Bibelgesellschaft (1. Oktober 1915 bis 1916.) Die Lippische Vibelgesellschaft hat wieder ein Geschäftsjahr vollendet. Da schon im Herbst 1815 die Gründung der Gesellschaft vorbereitet war, auch im Frühjahr 1816 die eigentliche Arbeit mit der Verteilung von Bibeln in unserem Lande begonnen hatte, so ist nunmehr über 100 Jahre lang das Werk getrieben. Mit Dank gegen Gott sehen wir auf diesen langen Zeitraum zurück. Menschengeschlechter kommen und gehen. Gottes Wort bleibt ewiglich. Möge dies Wort auch in künftigen Tagen mit Geist und Kraft sich gesegnet beweisen an vielen Scelen. In der Zeit vom 1. Oktober 1915 bis 30. September 1916 sind 4213 Bibeln und Bibelteile, meist durch die Hand der Herren Pastoren, denen wir für ihre Mühewaltung herzlich danken, verbreitet worden. Ein erheblicher Teil des ausgegedenen Vorrates ist auch die smal an unsere kämpfenden Truppen gelangt. Die Gesamteinnahme betrug einschließlich des Kassenbestandes vom Vorjahr Mark 3858,08, die Gesamtausgabe Mark 3181,22, so daß ein Kassenbestand von Mark 673.86 in das Geschäftejahr 1910/17 übernommen werden ist. Herr Lehrer Langewort hat in anerkennenswerter Weise mit gewohnter Pünktlichkeit die Geschäfts= und Rechnungsführung besergt. Nachstehend werden die Beträge aufgeführt, die als Kirchensammlung des Reformationsfestes 1915) aus den einzelnen Kirchengemeinden eingegangen sind. Daneben werden gegebenenfalls die von den Herren Pastoren übersandten Beträge für verkaufte Vibeln in Klammern angegeben. Almena Mark 9.85, Alverdissen Mark 16(2), Augustdorf Mark 18.16(9.40), Varntrup Mark 14,50(14), Bega Mark 36,16(24,10) Bergkirchen Mark 25,35(11,20), Blomberg Mark 24, Bösingfeld Nark 32,67, Brake Mark 81(28), Cappel Mark 34(84,20), Detmold: Krankenhaus Mark 11, resormierte Stadtgemeinde Mark 39,53(7), reformierte Landgemeinde Mark 80,49(21,50), lutherische Gemeinde 37,50, Donop Mark 7,50, Elbrinren Mark 17,30(12,75), Falienhagen Mark 15,30(7,50), Haustenbeck Mark 15,60, Heiden Mark 88(29), Hillentrup Mark 33,28(9), Hohenhausen Mark 25(36) Horn Mark 23 (12.60), Lage Mark 65,78, Langenholzhausen Mark 43.65(25,30), Lemgo: St. Johann Mark 74,75, St. Pauli Mark 20, St. Marten Mark 40, St. Nikolai Mark 37, Leopoldohöhe Mark 31,35, Lieme Mirk 22,90(8,90), Lipperode Mark 12,20(1,50), Lüdenhausen Mark 63,26, Bad Meinberg Mark 27,70, Oerlinghausen Mark 23.80, Reelkirchen Mark 21,85(6,80), Salzuflen: reformierte Gemeinde Mark 27.75, lutherische Gemeinde Mark 25,60(1,50), Schlangen Mark 27,50(14,20), Schölmar Mark 72,68(16), Schwalenberg Mark 15,50, Silixen Mark 6,20(4,60), Sonneborn Mark 9,15(3), Stapelage Mark 28, Talle Mark 43(53), Varenholz Mark 13,66(11,40), Wöbbel Mark 21,10, Wüsten Mark 35,(15,70). Die Herren Pastoren bitten wir, die Kirchensammlungen des diesjährigen Reformationsfestes den Gemeinden warm zu empfehlen und die eingekommenen Beträge an unsern Geschäftsführer Herrn Lehrer Langewort, Detmold, Baumstraße, abführen zu wollen. Zu der Kirchensammlung werden Beläge erbeten, auf denen andere Beträge, insbesondere die für verkaufte Bibeln nicht nachgewiesen sind. Doch empfiehlt sich, auch die Beträge für verkaufte Bibeln in einer Jahressumme mit besonderem Belag gleichzeitig mit der Reformationsfestsammlung einzusenden. Die Sendung von sogenannten Schulbibeln, Neuen Testamenten und Traubibeln erfolgt nach Eingang einer Empfangsbescheinigung. Diese wird demnach zweckmäßig der Bestellung beizufügen oder statt ihrer zu übersenden sein. Ueber jede Ausgabe (Nummer des Lagerverzeichnisses) ist eine besondere Empfangsbescheinigung erforderlich. Detmol d. den 7. Oktober 1910. Der Vorstand der Lippischen Bibelgesellschaft. Weßel Petri Scheumann Am zweiten Marschtage stand morgens das ganze Regiment um seinen aufs neue hoch geschätzten Führer auf abgeernteten Kornfeldern versammelt, in hellem Sonnenschein; umkreist von auf dem nahen Flugplatze aufgestiegenen Fliegern! Erfreut waren wir alle, daß noch so viele dem feindlichen mörderischen Feuer entronnen waren. Auf Wunsch des Herrn Obersten wurde nach Neuordnung des Regiments vor dem Weitermarsch ein kurzer Feldgottesdienst abgehalten. In seinem Mittelpunkte stand, auf gleichen Wunsch hin, das Wort aus der Offenbarung Johannes Kap. 2 V. 10:„Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben!“, ein Wort, das uns unter dem frischen Eindruck der von vielen bis an den Tod bewährten Treue gegen den irdischen König und das irdische Vaterland bei dem Ernst der Stunde zu gleicher Treue gegen den himmlischen König und das himmlische Vaterland durch seine Verheißung der nie verwelkenden Lebenskrone mahnte und lockte! Der Choral von Leuthen:„Nun danket alle Gott“ und das„Niederländische Dankgebet“ umrahmten unter den Klängen der Regimentsmusik die schlichte Feier! Und dann trat nach einem kurzen Worte des Obersten und einem dreimaligen„Hurra“ auf unseren geliebten Kaiser zur neuen Bekräftigung der Treue das Regiment den Weitermarsch an. Nun liegt es in wohlverdienter Ruhe, um neue Kraft zu sammeln zu neuen Taten dort, wohin er der oberste Kriegsherr rufen wird. Auf dem Marsche fand ich auf einem Dorffriedhofe das Grab eines Knaben. In einem großen Glashause, wie man sie auf französischen Friedhöfen manchmal sehen kann, stand umgeben von vielen künstlichen Blumen das Bild eines hübschen Jungen mit den Worten: Unserem Sohne! Der plötzliche Tod hat unsere Herzen zerrissen; weder Zeit noch Vergessen wird unsere Tränen trocknen!“ Ich stand sinnend davor und ließ die letzten Tage an mir vorüberziehen, auch die frischen Gräber, die gegrabenen und„nicht gegrabenen. Soll die Trostlosigkei der französischen Eltern auch uns ergreisen? Nein und abermals nein! Wir können sie nicht gebrauchen; denn sie lähmt unsere Kraft. An ihre Stelle wallen wir sieghaften Glauben setzen! Er stählt unsere Kräfte, verbindet uns mit Gott dem Herrn als unserem König und Heiland und läßt uns an seiner starken Hand ruhig und fest bleiben. Darum sei die Losung: Vorwärts mit Gott durch Kampf zum Sieg! — Stadtverordneten=Versammlung von Donnerstag, 19. Oktober Anstellung eines weiteren Hilfsschutzmannes. Nach der Ansicht des stellv. Polizeikommissars ist die Anstellung eines weiteren Schutzmannes notwendig. Der Magistrat hat duher die Anstellung beschlossen. Stadtv. Worthmann führt dazu aus, daß dieser Beschluß in der Bürgerschaft allgemeine Zustimmung auslösen würde. Hoffentlich werde damit mehr Ruhe und Ordnung in der Stadt eintreten. In der letzten Zeit sei von 16. und 17jährigen Burschen viel grober Unfug getrieben, Briefkästen seien demoliert, Laternen entzwei geschlagen usw. Die Prügelstrafe wäre für solche Burschen angebracht,(Bravo.) Die Stadtverordneten stimmen darauf der Anstellung eines weiteren Hilfsschutzmannes zu.— Vergebung der Asphaltarbeiten während der Dauer des Krieges. Der Magistnat hat beschlossen, jede einzelne Asphaltarbeit öffentlich ausschreiben zu lassen und sie nur kann dem Unternehmer, mit dem die Stadt noch in einem Vertragsverhältnis steht, zu übertragen, wenn dieser bereit ist, die Arbeiten auszuführen zu dem bei der Ausschreibung sich er gebenden Preise. Stadtv. Dr. Auerbach wendet sich gegen den Schlußsatz des Magistratsbeschlusses und vertritt die Meinung, daß der Magistrat bei der Vergebung der Arbeiten freie Hand belilten müsse. Die Stadtverordneten stimmen darauf der öffentlichen Ausschreibung zu, streichen aber den Schlußsatz des Magistratsbeschlusses. — Erhöhung des Stundenlohnes für Fuhren. Die wiederholte Erhöhung des Stundenlohnes soll jetzt vom 1. Oll. ab bis zum Ende des Krieges, spätestens bis zum 1. Oktober 1917 auf 2,50 Mark erfolgen. Nach turzen Bemerkungen stimmen die Stadtverordneten zu. — Bewilligung eines Zuschusses von 75 Mark zu einem Stalbau für den Ziegenzuchtverein und Ueberlassung eines Stalles im städtischen Hirtenhause an den Verein. Der Stall im Hirtenhaus soll gegen eine Anerkennungsgebühr von 1 Mark überlassen werden. Die Stidtverordneten stimmen dem zu nach befürwortenden Ausführungen des Stadtv. Worthmann.— Dem Ortsstatut betr. die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe wird zugestimmt.— Crtsstatut betr. die hausgewerbliche Krankenversicherung. Es ist früher schon beschlossen, die durch das Notgesetz vom Jahre 1914 aufgehobene Krankenversicherung für Hausgewerbetreibende wieder einzuführen. Diesee Beschluß hatte aber die Genehmigung des Oberversicherungsemts nicht gefunden. Es soll nun beschlossen werden, daß die Krankenversicherung für die Hausgewerbetreibenden wieder in Kraft tritt, deren Betriebsstätten sich im Bezirk der Stadt Detmold befinden Die Stadtverordneten sind einverstanden.— Nachbewilligung für die Schlachthausrechnung. Es werden 976.90 Mark nachgefordert und bewilligt. — Stadtv. Kochsmeier richtet an den Magistrat die Anfrage, eb bald wieder Schrot zur Verteilung gelangt. Bürgermeister Biermann: Der Magistrat versucht alles mögliche, um die Bürgerschaft auch mit den Futtermitteln für das Vich zu versorgen, aber es ist Schrot nicht zu bekommen Die Zuweisungen der L. W. G. an Schrot erfolgen jedesmalig auf Grund der letzten Viehzählung. Wik haben uns aber mit Erfolg bemüht, andere Futtermittel, wic Futterrüben, Steckrüben usw. zu bekommen. Stadtv. Worthmann richtet an den Magistrat die Aufrage, wie es mit den Fettvorräten der Stidt bestellt und ob noch Speck vorhanden. Es bestehe in der Bürgerschaft eine gewisse Not an Fett und Speck. Stadtv. Thoerner gibt die Erklärung ab, daß die Lippische Wirtschaftsgemeinschaft sich alle Mühe gebe, Schrot zu erhalten, aber bisher keinen habe erhalten können. Bürgermeister Viermann: Fett ist nicht mehr vorhanden. Der Speckvorrat beträgt noch etwa 10 Zentner. Diesen wollen wir für den äußersten Notfall aufbewahren. Wir werden bemüht sein, wieder Speck zu bekommen. In nächster Zeit erhalten wir auch wieder Schweine. Stadtrat Neitzel macht die Mitteilung, daß die Vorbereitungen soweit gedieben sind, daß am 1. Dezember die Kriegs=Volksküche eröffnet werden kann. Es werde sich im Winter wohl hereusstellen, daß die Einrichtung der Kriegsküche im Interesse der minderbemittelten Bevölkerung notwendig gewesen sei. Der ärmeren Bevölkerung müsse warmes Essen beschafft werden. Stadtv. Worthmann kommt auf die Ausführungen eines Teils der Bürgerschaft bei den letzten Oelverteilungen zu sprechen und ersuch: den Magistrat, die in Aussicht gestellte Oelverteilung, bei denen auch diese Kreise berücksichigt werden sollten, baldigst erfolgen zu lassen.— Der StadtverordnetenVorsteher macht sodann noch folgende Mitteilung: Das Verwaltungsamt Detmold hat dem Magistrat mitgeteilt, daß ein Landwirt in Ehrenrup sein Kolonat in der Bewirtschaftung arg vernachlässigt hat und deshalb ein Teil des Kolonats, ca. 45—60 Scheffelsaat, die stark verkrautet sind. in Am#gsverwaltung gegeben werden sollen. Das Verwaltungsamt fenge beim Magistrat an, ob die Stiadt Detmold gewillt sei, dieses Land mit Kartoffeln zu bestellen. Der Magistrat hat dazu einen bestimmten Leschluß noch nicht fassen können, da verschiedene Fragen, wie die Beschafsung von Gespann und Arbeitskräften erst noch geregelt werden müssen. Im Prinzep ist der Magistrat wohl dafür, das Land zu übernehmen, zumal eine Pachtzahlung für das Land nicht in Frage kommt. Bürgermeister Viermann macht im Auschluß daran die Mitteilung, daß die Auspflanzung der Kartoffeln auf dem Praunenbrich und der Jerxerheide für die Stadt ein günstiges Ergebuis gehabt hat. Die Ausgabe der Stadt betrug 6000 Mark und Fe Einnahme 6600 Mark, sodaß der Stadt ein Ueberschuß von 500 Mark verblieben. Dieser Erfolg sei erzielt dank der enemen Sadtrats Watermann. Die Stadtverordneten erklären sich'm Prinzip damit einverstanden, daß die Stadt das Land zur Bestellung übernimmt.— Schluß der Sitzung kurz nach 7 Uhr. Es folgte noch eine vertrauliche Besprechung. — Die diesjährigen Herbstschwurgerichts. Verhandlungen, deren Beginn auf den 23. Cktober angesetzt war, finden nicht statt, da eine ganze Reihe von Zeugen im Felde ist. — Jugendwehr.(Jugendwehr=Kompagnie 13.) Am Sonntag, den 22. Oktober 1916: Antreten mit Gewehr und Rucksack in Hohenwart. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen unbedingt erforderlich. Bei dem am 8. d. M. stattgefundenen Wehrturnen wurden ansgezeichnet: Otto Mesch, Paul Wieneke, Iritz Kortholste, Paul HuxollBrokhausen, Wilhelm Gehring=Hohenwart, Wilh. Mark, Nödlinghausen und Wilh. Deppe=Hakedahl. — Städtischer Gemüseverkauf. Heute nachmittag von 2¼. bis 5 Uhr kommt auf dem städtischen Bauhof die erste Ladung Holsteiner Speise=Steckrüben zum Verkauf. Mehr als ein Zentner kann vorläufig an die einzelnen Familien nicht abgegeben werden, der Zentner kostet 4,50 Mark. Die Lebensmittel=Ausweiskarte ist voreuzeigen. Futterrunkeln und Speisezwiebeln gehen in den nächen Tagen ein. „Mein Leutnant.“ Von einem Kriegsfreiwilligen, der seit acht Monaten im Felde steht, wird dem„Wiener Extrablatt“ ein Gedicht ge schickt, in dessen Versen ein schlichter Volkston erklingt. Es hat den Korporal Ernst Bittner zum Verfasser, einen 20jährigen Mann, der ein eigenes Erlebnis zum Ausdruck bringt: Mein Leutnant. Ich hab' meinen Leutnant so lieb gehabt, Er war so jung und so schön. Er kämpfte mit uns im Polenland Und mußte zugrunde gehn. Es flog eine Kugel von irgendwo her, Sie pfiff just durch seine Bruft, Da hat er gar traurig mich angesehen. Dieweil er sterben gemußt. Ich hab' sein blasses Knabengesicht Auf meinen Tornister gelegt, Und hab meinen Leutnant in letzter Stund' Treu, inniglich gepflegt. Dann schnitt ich für seine Liebste daheim Ein Locke aus seinem Haar. Er war noch immer so jung und schön, Nur daß er gestorben war. Ich hab' meinem Leutnant ein Grab gemacht. Ade, mein Leutnant, Ade. Dein Korporal denkt in mancher Schlacht, Noch deiner Leiche im Schnce. Forman s#gen Dose 808 CXIN — Jugendlicher 9jähriger Schüler, C chen vom Tode des er dem in den Kan über Wasser, bis bo Element enthoben. — An alle ändische Frauen Bitte, wie im ve urtstag, so heut igsten Fürstin, einen Teil ihres en herzugeben. lichem Maße Jahr, aber freud inen Kräften. penden, die für 1 en tragen. Jed cmmen. Gaben von 10—1 Uhr, telle vom Roten — Aus der E Amoch stattgefal Stunden. Ander #urden noch verschi r Amtsperiode d t, ebenso der den-abrikant der Reichsartreten s von 15 schzahlung von iinem Preise von G. das Schrot all von 191 010 B Sledtverordneten Interslützung an di chen erhöhten Ne ber besondere Zu gen. In der reger der Magistrat sich verordneten ging beantragte daher a Drittel der Reichs aber nicht die Me genemmen. Aus sters Lüning sein 915/16 45512 M gezahlt hat. Im 1500 Mark.— Di straße ersuchen un Lommission wollen 1000 Mark für di gen einiger Stodtt für die Stadt auf M. istrats, einen für die Sommerm monat: 15 Pfa. be 1* Pfg. beholten. setr rege und die 2c#t. Bürgermeis stratsvorlage, dabe der große Lebrmei ordneten Theopold g. fest zuseven gist tolsbeschluf Siadt Lage war und lebhaften Anwurdigen Juständ in Verhältnisse h Fleisch größer sei Bewohner des An stelligwerden des Amtseingesessenen gentwortet word hiben. in Lage ih tung der Kunden schluß wurde nich gistrat dalin zu Strick. usw. Ware große Belästigung scheinen nach de Vorsteher Krüger innigkeit der Ver zu lassen dar, un kammer mit der liche Sitzung erle eertrauliche Vera k. Zum 1 ende Einzelhe brachten Mann ten in der Nac es diesen trotz finden. Im 2 gegeben wurde dem Dache übe ganze Hotel in die große Gese Möbel und an Alarmierung d Diese traf sofor gemeldet, alles ist hoch aufge Am Dennerste traurigen Anbi Der Hauptschol mit seinem Ein gesamte Hotel im Laufe des . Jugen llt heute ab ist das Ersch forderlich. befindlichen A Hagen, 11 das Elemar hochzeit. Auch besten Glüchr# Vorsitzender Moshage=Auguf Psandversch Gericht. Er 100 der Hauswirtr schlagnahme hat mitgenommen. Ueberschreit aus Augustdor mit einem Str Pfund Butter Strasbefehl in Vutter bezahlt erhoben. Die billigeren Prei Das Gericht lie 10 M. Die Ber der Höchstpreis daß der Preis auf 2,20 A u hab: also den überschritten. es sich bei den die in derart — Jugendlicher Lebensretter. Vor einigen Tagen retiete ein 9jähriger Schüler, Ernst Kuhlmann, sein eigenes 3jähriges Brüderchen vom Tode des Ertrinkens. Unter eigener Lebensgefahr sprang er dem in den Kanel gefallen Bruder nach und hielt ihn solange über Wasser, bis vorbeikommende Passanten beide aus dem nassen Element enthoben. — An alle Hausfrauen Detmolds richtet der Vaterändische Frauenverein die ebenso herzliche wie dringende Bitte, wie im vergangenen Jahre zu unserer Kaiserin Geburtstag, so heute zu dem Geburtstage unserer Durchlauchigsten Fürstin, der hohen Protektorin unseres Vereins, einen Teil ihres Eingemachten zum Besten der Verwundeen herzugeben. Wohl wissen wir alle, daß es nicht in so reictlichem Maße geschehen kann, wie im vergangenen Jahr, aber freudigen Herzens werden doch alle, jeder nach inen Kräften, einen Teil ihrer gesamten Vorräte denen penden, die für unser aller Sicherheit Wunden und Schmeren tragen. Jede, auch die kleinste Gabe ist herzlich willammen. Gaben sind abzuliefern am 25. Oktober, morgens von 10—1 Uhr, nachmittags von 2—6 Uhr in der Annahme telle vom Roten Kreuz, Bismarckstr. 7. Lage. — Aus der Stodtverordneten=Versammlung. Die letzte am ttwoch stattgefundene Sitzung unserer Stadtväler dauerte 2½ Srunden. Anßer den auf der Tagesordnung verzrichneten Punlten #urden noch verschiedene mirtige Sachen erledigt. Der Verlängerung r Amtsperiode der Stedtverordneten um ein Jahe wurde zugeG. das Schrot für 27 Mark verkauft, dann würde ihr ein Ausal von 191010 Mark entstanden sein.— Der Magistrat hat den Fladtverordneten eine Vorlage zugehen lassen, wonach die städtische Interstützung an die Krugerfrauen in Zukunft 50 Prozent der in zwichen erhöhten Reichsunterstützung betrngen soll. Es sollen dann besondere Zuwendungen nur in den dringensten Fällen erfolgen. In der regen Aussprache wurde allseitig freudig begrüßt, daß der Magistrat sich zu dem Antrag entschlossen hatte. Einigen Stadtverordneten ging der Magistratsbeschluß noch nicht weit genug. Es beantragte daher auch Stadtv. Bussemeier, die Unterstützung auf zwei Drittel der Reichsunterstützung zu bemessen. Dieser Antrag fand aber nicht die Mehrheit, sondern die Magistratsvorlage wurde angenemmen. Aus den begründenden Ausführungen des Bürgermeisters Lüning sei noch erwähnt, daß die Stadt Lage in den Juhren 915/16 45 512 Mark Unterstützungen an die Krieger=Angehörigen gezahlt hat. Im letzten Monat September betrug die Ausgabe 1.000 Mark.— Die Anwohner der Pottenhauser und der Tetmolderstraße ersuchen um Gasbeleuchtung. Der Magistrat und die Gaskommission wollen den Wünschen entsprechen und fordern 1600 bezw. Mark für die Legung der Leitung. Nach kurzen Bemerkungen einiger Stodtveordueter werden die Summen bewilligt.— Eine für die Stadt außcrordentlich wichtige Vorlage, war der Beschluß des Ma#istrats, einen Gaseinheitspreis einzuführen. Es soll für die Sommermonate der Gaspreis 13 Pfg. und für die Winter15 Pfa. betragen. Das Motorengas soll den alten Preis von 1* Pfg. beholten. Die Aussprache über diesen Gegenstand war eine setr rege und die Meinungen über die Höhe des Einheitspreises get. Bürgermeister Lüning begründete recht eingehend die Magistratsvorlage, dah. betonend, wie auch in dieser Frage der Krieg als der graße Lebrmeister sich geltend mache. Ein Antrag der Stadtverordneten Theopold und S#elmann, den Einheitspreis auf 11 bezw. 16 sg. festzusenzen sand nicht die Mehrheit; es wurde vielmehr der igistrotsbeschluß angenommen.— Die Fleischversorgung der Siadt Lag; war dann noch der Gegenstand einer sehr eingehenden und lebhaften Aussprache. Es wurde betont, daß die bisherigen unwurdigen Zustände einer Aenderung dringend bedürfen. Die ganin Verhältnisse hätten sich dadurch gebildet, daß die Nachfrage nach Fleisch groper sei als die Vorräte. Die Lieferung von Fleisch un die Bewohner des Amts Lage verstärke noch die Kalamität. Auf Vertelligwerden des Magistrats bei der Fürstlichen Regierung, daß die Amtseingesessenen von der Stadt mit Fleisch zu versorgen sind, sei antwortet worden, daß die Amtseingesessenen ein Recht darauf hiben. in Lage ihr Fleisch zu kaufen. Man erhofft von der Einrich= tung der Kundenlisten eine Besserung der Verhältnisse. Ein Beschluß wurde nicht gesaßt.— Stadtv. Büngener II ersucht den Maaistrat dalin zu wirken, daß die Bezugsscheine über Web-, Wirk=, Strick. usw. Waren in Lage begutachtet werden können. Es sei eine große Belästigung der Bürgerschaft des Amts Lage, daß diese mit den Scheinen nach dem Verwaltungsamt in Detmold mußten. Stadtv.= Vorsteher Krügermeier legte mit einem drastischen Beispiel die uninnigkeit der Verfügung, die Bezugsscheine in Detmold begutachten zu kassen dar, und bemerkte des ferneren, daß sich auch die Hindels kammer mit der Frage beschäftigen werde.— Damit ist die öffentliche Sitzung erledigt und die Stadtverordneten treten noch in eine eertrauliche Veratung ein. Horn. Zum Brande des Hotels„Kaiserhof“ sind noch solende Einzelheiten zu berichten: Die im Hotel untergebrachten Mannschaften des Metzer Inf.=Reats. 98 bemerkten in der Nacht gegen ¾1 Uhr Brandgeruch, doch gelang es diesen trotz eifriger Nachforschungen nicht, die Ursache zu finden. Im Augenblick als der Wache hiervon Kenntnis gegeben wurde, loderten bereits die ersten Flammen aus dem Dache über der Scheune und sofort wurde hierauf das ganze Hotel in Aufregung geletzt. Während die Soldaten die große Gefahr erkonnten und sofort an die Rettung der Möbel und anderer Hausgeräte gingen, wurden andere zur Alarmierung der Feuerwehr schnellstens nach Horn geschickt Diese tras sofort an der Brandstätte ein, doch war, wie schon gemeldet, alles vergebens. Die ganze Straße vor dem Hotel ist hoch aufgestapelt mit Möbeln und Sach aller Art.— Am Dannerstagabend bot das sonst so schöne Hotel einen traurigen Anblick; nur die Außenwände stehen teilweise noch Der Hauptschornstein ragt kühn aus den Trümmern hervor: mit seinem Einsturz muß jederzeit gerechnet werden.— Das gesamte Hotel ist versichert. Die Entstehungsursache ist auch im Laufe des gestrigen Tages noch nicht festgestellt worden. k. Jugendkompagnie Nr. 6. Die übliche Uebungsstunde Vllt heute abend aus. Am Dienstagabend pünktlich 8.30 ist das Erscheinen sämtlicher Jungmannen unbedingt erforderlich. Die sich noch in dem Besitz der Jungmannen befindlichen Armbinden sind mitzubringen. Amt Lage. dagen, 19. Okt. Am Sonntag, den 22. Okt., feiert das Elemar Adolf Vertram und Frau das Fest der Silberhochzeit. Auch wir bringen dem geschätzten Jubelpaar unsere besten Glüchrünsche dar. Gerichtssaal. Schöfsengericht. Detmold, den 19. Oktober 1916. Vorsitzender: Amtsgerichtsrat Blankenburg; Schöffen: Landwirt Moshage=Augustdorf und Landwirt H. Schlüter=Brothausen. Psandverschieppung brachte einen Tischler aus Detmold vor Gericht. Er war mit der Miete im Rückstande geblieben, weshalb der Hauswirt einen Küchenschrank gepfändet hatte. Trotz dieser Beschlagnahme hatte der Angeklagte Teile des Schrankes beim Umzuge mitgenommen. Er erhiell 20 M Strafe oder 2 Tage Gefängnis. Ueberschreitung der Höchstpreise für Butter sollte zwei Frauen aus Augustdorf verhängnisvoll werden. Die eine von beiden war mit einem Strafbefehl in Höhe von 30 c bedacht, weil sie für ras Pfund Butter 2.60 M genommen hatte und die andere hatte einen Strasbefehl in gleicher Höhe erhalten, weil sie 2.50 A für das Pfund Vutter bezahlt hatte. Beide hatten gegen den Strafbefehl Einspruch erhoben. Die Käuferin der Butter führte aus, daß sie zu einem billigeren Preise in Augustdorf keine Butter hätten kaufen können. Das Gericht ließ bei ihr Milde walten und ermäßigte die Strafe auf 10 M. Die Verkäuferin der Butter wollte nicht gewußt haben, daß der Höchstprees festgesetzt sei. Hierauf wurde ihr auseinindergesetzt, daß der Preis für Landbutter auf 1.80 J. für Zentrifugenoutter auf 2,20 M und für Molkereibutter auf 2,40# festgesetzt sei. Sie habe also den Höchstpreis für Landbutter um 70 Pfg. das Pfund überschritten. Der Amtsanwalt wollte auch nicht gelten lassen, daß es sich bei dem Veilauf um Zentrifugenbutter gehandelt habe, da die in derartigen Batrieben, wie der der Angeklagten, hergestellte Butter nicht als Zentrifugenbutter anzusprechen sei. Eine Ansicht, die auch das Gericht teilte. Das Schöffengericht verurteilte die Angeklagte zu 30 M Strafe. Ein namenloses Schreiben hatte ein Soldat im Felde aus Detmold erhalten, in welchem einige junge Mädchen in Detmold schwer beieidigt wurden. Er hatte das Schreiben den jungen Mädchen gesandt und diese hatten gegen die mutmaßliche Briefschreiberin Strafantrag gestellt und sich dann der öffentlichen Klage als Nebenklägerin angeschlossen. Die Angeklagte, eine Angestellte eines Detmolder Geschäftshauses, bestritt aber energisch, den anonymen Brief geschrieben zu haben. Um di Angelegenheit, die bereits zwei Sachverständige beschäftigt hat, weiter aufzuklären, sollen einige Zeugen vernommen werden. Scher vordächtigt hatte eine Haustochter in Klüt einen dortigen Schuhmachermeister. Dieser sollte ihr Fleischwaren gestohlen haben. Deutsche Verwahrung gegenüber Norwegen. wlb. Berlin, 20. O.t.(Amtlich.) Die deutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Die Norwegische Aenierung hat, um den Eindruck ihrer Verordnung vom 13. Oltober abmschwächen, ihre Antwort auf die Denschrift der Ententemächte über die Behandlung der A.=Boole veröffentlicht, worin sie sich einerseits das Recht zuspricht, Krieaunterseebooten jeden Verkehr und Aufenthalt auf norwegischem Seegebiet m versagen, andererseits aber ihre Pflicht verneint, irgendeiner der kriegführenden Mächte gegenüber ein solches Verbot zu erlassen. Zu dieser Erklärung ist zu bemerken, daß sich die Verordnung ofsenbar im wesentlichen nur gegen Deutschland richtet und daher dem Geiste wahrer Neutralität nicht entspricht. Der deutsche Gesandte in Christiania ist daher beauftragt worden, gegen das Vorgehen der norwegischen Regierung nachdrücklich Verwahrung einzulegen. Beantragte Scheidung. wtb. Berlin. 20 Okt. Der seit 20 Jahren mit der Erzherzogin Dorotben von Oesterreich vermählte Herzog von Orlcaus hat. lant Verl. Tanchlatt beim Vatikan Schritte unternommen, um beim Papst die Lösung der Ehe zu beantragen. Eine aufsehenerregende Erfindung. tu. Wien, 20. Okt. Die sonst ernste Korrespondenz Wilhelm meldet die Erfindung einer Explosions=GasTurvine des Wiener Erfinders Ferdinand Kornfail, die gegennver den bisherigen leichteren Motoren die Vorteile eines dritten Teiles des Gewichts, dreisacher Kraft, Schuelligkeit und des Aktionsradius aufweist. Die Turbine kommt in Form und Einbau den jetzigen Umlaufmotoren nahezu gleich, hat 16 Explosivkammern, deren jede bei einer Umdretzung achtmal erplodiert. Tabei macht das Umlaufrad in der Minute 400 000 Umdrehungen. Der Turbine werden geradezu idealistische Vorzüge nachgesagt. Sämtliche größere Vlätter übernehmen die Meldung in eigenen Artikeln. Gleichzeitig empfiehlt es sich, mit dem Urteil weitgehend zurückzuhalten.(Frankf. Ztg.) Die Kämpfe im Westen. tu. Paris, 20. Okt. Nach Meldungen von der Front richtete General Castelnau gelegentlich der Ueberreichung einiger Auszeichnungen für die Offiziere und Mannschaften seiner Armee folgende Worte an die englischen Kriegskorrespondenten:„Wir freuen uns herzlich, Sie in unserer Mitte zu sehen. Ich habe bereits bemerkt, daß Sie das enge Verhältnis, welches zwischen Offizieren und Mannschaften in der französischen Armee besteht, wahrgenommen haben. Es ist Ihnen sicher nicht entgangen, daß wir alle beschlossen haben, zu kämpfen, bis ein entscheidender Sieg davongetragen ist. Die englische Armee hat viele Vorzüge, aber natürlich auch Schwächen, wie jede neue Armee, aber sie wird mit jedem Tage ein gewaltigeres Kriegswerkzeug und hat bereits große Taten vollbracht. Ich hoffe, daß Sie, solange der Krieg dauert, bei uns bleiben werden, um dem Entscheidungssiege beizuwohnen, welcher kommen muß.“ tu. Bern, 20. Okt. Der Militärkritiker des„Bund“ beurteilt den jüngsten kombinierten Angriff der Franzosen und Engländer an der Somme folgendermaßen: Hat dieser neue Angriff beabsichtigt, einen Durchbruch durch die deutschen Stellungen zu erzielen, so ist er als gescheitert zu betrachten, und damit ist nicht nur die Angriffskraft der englisch=französischen Angriffsarmeen aufs neue beschränkt, sondern auch das Bebarrungsvermögen der Deutschen zeitlicher und räumlicher gestärkt. Beabsichtigte man hingegen nur anzugreifen, um die lebende Heereskraft der Deutschen aufzureiben, so hat man dies abermals mit starker Abnutzung der eigenen Kraft erzielt. Also ist in jedem Falle der Angriff weit überzahlt. Versteift sich die englisch=französische Heeresleitung darauf, ihre Angriffe fortzusetzen, so wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als eine neue große Armee ins Feuer zu schicken. Eine Armee, von einer Größe und Güte, wie sie im Westen nicht mehr zu Gebote steht. Eine solche Armee wäre aus allen Kontingenten zusammenzustellen, wenn solche noch vorbanden sind. Die Kämpfe im Osten. tu. Buvavest. 20. Okt.„Az Est“ meldet von der Bukowiner Grenze: Die siebenbürgischen Kricasoverationen machen sich bereits in der Gegend von Dorna Watra, in der Dreiländerecke fühlbar. Wir haben hier die Russen aus ihren stark ausgebauten Stellungen nach Ruménien geworfen. Unsere Truppen stehen auf der Verfolgung aleichfalls auf rumänischem Boden. Dorna Watra, das heiß ersehnte Ziel der Rumänen, wurde von dem Feinde wieder befreit. Nach einem Marosvasarhelver Telegramm haben in Gverygoszarbe die Rumänen den ganzen Gemelndevorstand, den sie selbst einsetzten, erschießen lassen, weil in einem Hause durch Zufall ein Ofen beim Einheizen explodierte, wodurch zwei Offiziere den Tod fanden. tu. Genf, 20. Okt. Nach Meldungen Lvoner Blätter griffen österreichisch=ungarische Monitore Vatterien am rumänischen Donaunfer an. Die Besatzung bemächtigte sich 4 rumänischer Geschütze, die sie trotz heftigen Feuers der rumänischen Vatterien an die Front führen konnten. Die Bestattung des Grafen Taube. wotb. Steckbeim. 20. Okt. Alingses bet gestern auläßlich der Bestattung des Grafen Taube in der dortigen Kirche einen ungewöhnlichen Aublick. Alle Geschäfte waren geschlossen, überall war halbmant geslaggt. Deu feierlichen Akt in der mit Blumen geschmückten Kirche vellzon der frühere Gesandtschaftspfarrer in Berlin Helander. Anwesend waren als Vertreter des deutschen Knises der Gesandte ven Lucius, als Vertreter der schwedischen Gesandtschaft in Berlin Legationssekretär Gulden. Bersenkt. tu. Amsterdam. 20. Okt. Die Fischerboote „Jersso".„Rado".„River“ und das Motorfischerboot „Jennie Bullas“ aus Grimsby sowie das Dampffischerboot „Mannus“ aus Whilby sind sämtlich von einem deutschen Unterseebool versenkt worden. Die Bemannung ist gerettet und in englischen Häfen an Land gesetzt Englische Schatzscheine. tu. Haag. 20. Okt. Der Verkauf von englischen Schatz= scheinen, der in der ersten Woche verhältniemäßig glänzend meister nicht als Dicb inbetracht kam. Die Staatsanwaltschift hatte deshalb das Verfahren nicht einmal eingeleitet. Trotzdem verdächtigte die Frauensperson andauernd den Schuhmacher, sodaß diesem schließlich die Geduld ritz und er das Mädchen verklagte. Das Schöffengericht verurteilte die Angeklagte, die jeden Vergleichsversuch abviies, zu 100 M Strafe und zur Tragung sämtlicher Kosten. Zu 1000 M Strafe verurteilte das Schöffengericht Detmold den Müller G. zu Deimeld. Dieser sollte 60 Zentner Saatgerste, die er von einem Geschäftsmann in Herford gekauft hatte, zu anderen als zu Saatzwecken verwandt haben. Der Angeklagte wollte die Gerste nicht erhalten haben. Das Gericht schloß aber aus der Beweisaufnahme, daß kein Zweifel unterliege, daß die Gerste an den Angeklagten gelangt sei, dieser habe sie dann in irgend einer anderen Form verwandt und zwar als Gersteuschrot, wie dies ja auch von anderen Müllern geschehen sei. Die hohe Strafe werde durch den höheren Verdienst beim Verkauf des Schrotes gerechtferrigt. ging, weist nach einem Bericht der„Times“ in der zweiten Verkaufswoche bereits einen merklichen Rückgang auf. In der ersten Woche wurden abgesetzt 20 6321 000 Pfund, in der zweiten Woche 16000 600 Pfund. Die„Limes“ bemerlt, daß der Verkauf aller übrigen Schatzscheine keineswegs nachgelassen hat. In der vergangenen Woche wurden insgesamt nan diesen Papieren für 43 Millionen Pfund gegen 39 Mill. Psund in der vorvergangenen Woche umgesetzt. Allerdings muhren an Rückzahlungen 26,3 Mill. Psund gezahlt werden. Die französische Handelsbilan z. wtb. Berlin, 20. Okt. Nach der Mitteilung französischer Handelsstatistiker wurden im September Waren im Werte von 1687 Millionen Franken eingeführt, während die Ausfuhr 80°3 Millionen Franken erreichte. Die französische Handelsunterbilanz für das ablaufende Johr ist mit September auf 10 324 Millionen Franken gestiegen. Spanische Konferenz. tu. Genf, 20. Okt. Große Bedeutung legen Madrider Depeschen der Pariser Blätter der Konferenz bei, die unter dem Vorsitze des Königs Alsons in St. Sebastian stattfindet. Es nehmen daran teil Graf Romanones, der sich mit dem Könige eigens nach St. Sebastian begeben wird, die spanischen Gesandten aus Paris, Petersburg und Rom, sowie mehrere andere diplomatische Vertreter Spaniens. Das italienische Kabinett. tu. Lugano, 20. Okt. Wie verlautet, trifft Lloyd George dem. nächst in Rom ein, um dem italienischen Kabinett das Rückgrat zu stärker, da man in England dessen Zusammenbruch befürchtet. Eine Bestätigung dieses Gerüchts war bisher nicht zu erlangen. Neue italienische Trup enlandungen in Saloniki. wtb. Bern, 20. Okt. Nach einer Meldung der „Agenzia Stefani“ aus Saloniki sind vorgestern und gestern wieder Kontingente italienischer Truppen eingetrofsen, die vor Sarrail und Petiti vorbei marschierten. Die Lage Numäniens. wtb. London, 20. Okt.(Reuter.) Unterhaussitzung vom ld. Oktober. Vonar Law erklärte: Die Lage Rumäniens ist seit einiger Zeit für uns und unsere Verbündeten Gegenstand der Erwägungen gewesen, und es wird alles irgendwie Mögliche in dieser Sache getan. wtb. Berlin, 20. Okt. Aeber die trüben Abnungen der Rumänen teilt der„V. Lokalanzeiger“ aus dem Kommentar des Presseamts des rumänischen Kriegsministeriums mit: Die deutsche Offensive nehme an der siebenbürgischen Ostfront auf einer Länge von mehreren hundert Kilometern eine Heftigkeit an, die an Kraft und Amfang die deutschpolnische Offensive vom Jahre 1915 erreiche. Die Kriegslage ist in rumänischen Kreisen augenblicklich nicht übersehbar. Der Brennpunkt des Kampfes ist die Dreiländerecke, wo Angarn, die Bukowina und Rumänien zusammenstoßen. Die Deutschen wollen die Verbindungen zwischen der rumänischen und der russischen Armee trennen, was den Feldzug entscheiden würde. Die rumänische Heeresleitung bestimmte, Widerstand längs der Bahnlinie Bukarest=Czernowitz zu leisten, da die Gebirge auf rumänischer Seite den Nachschub für die Verteidigung unmöglich machten, müsse im Norden ein Stück rumänischer Erde geopfert werden. Ju Filipescus Tode. tu. Wien, 20. Okt. Die„Wiener Allgemeine Zeitung“ meldet aus Bukaren:„A Nap“ meldet aus der Schweiz: Nach Bukarester Berichten soll Filipescu von Anbängern Bratianus vergiftet worden sein. Er war nie krank und hatte noch am Vormittag seines Todestages eine längere Besprechung mit seinen Freunden. Die Ereignisse in Griechenland. tu. Lugano, 20. Okt. Nach einer Atbener Meldung des„Secolo“ habe der König dem englischen Gesandten versprochen, das griechische Heer aus Thessalien zurückzuzieben und die Reservisten zu entlassen, wenn die Alliierten für die Kontrolle die griechische Polizei wieder einstelle. Gottesdienste in Detmold. Sanntag, den 22. Oktober 1916. Reformierte Stadtkirche. Vormittags 10 Uhr: Jahresfest des Blaukreuzvereins. P# stor K##ssing. Vormittags 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Lohmeyer. Abends 6 Uhr: Kandidat Kramer=Stapelage. Abend 8½ Uhr: Evangelisationsversammlung. Pastor Kissing. Alte resorm. Kirche. Früblirch= 8½ Uhr: Pastor Brüns. Vormittags 10 Uhr: Pastor Theopold. Nuhmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Theopold. Lutherische Kirche. Vormittags 10 Uhr: Pastor Jahr. Vormittags 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Jahr. Paulinenanstalt. Nachmittags 4 Uhr: Jungfrauenverein. Pastor Werdelmann. Herberge zur Heimat. Nahmittags 2 Uhr: Knabenabteilung. Mitgliederaufnahme. H. Diekmann. Nachmittags 4 Uhr: Jugendabteilung. Konsistorialrat Scheumann. Abends 8½ Uhr: Hauptversammlung fällt aus. Donnerstag, den 2. Oktober, abends 8½ Uhr: Bibelbesprechung. Paster Volkening. Landkrankenhaus. Vormittags 9 Uhr: Pastor Meyer. Kirchliches Gemeindehaus in Bahlhausen. Vormittags 10 Uhr: Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst. Nachmittags 8 Uhr: Jungfrauenchor. Donnerstag. 8 Uhr: Kriegsandacht. Oeffentlicher Sprechsaal. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Das Hohelied vom Bier. In Nr. 149 der„Landeszie“ wird durch eine ausführliche Betrachtung und unter Verufung auf das Urteil des Prof. Dr. Rabner und andever Gelehrten dem Bier ein hohes Loblied gesungen und beh.ruptet, daß die Vierbraucreien die berufensten Stellen seien, den Nährwert der Gerste in vollkommenster Weise, nämlich durch Herstellung von Bier für die Menschen und von Treber für das Vieh, nutzbar zu machen, und zwar„bis zur letzten Kalorie".— Hiernach würde die Forderung derjenigen Volkeg#nossen, welche aus irgend welchen Gründen dies so„wertvelle Getränk", das sogenannte„flüssige Brot“, verschmäben: daß Bier nur gegen Brotmarken ausgegeben werden solle, volle Berechtigung haben. Also: Heraus mit der Bierkarte! fordert energisch und wohlbegründet Dr. med. Holischer in Pirkenhammer bei Karlsbad.— Von den nachteiligen Willungen und Folgen des Viergenusses infolge des darin enthaltenen Nervengiftes Alkobel wird in dem„Hobenliede“ allerdings nichts erwähnt. Das würde ja auch seinen angeblichen großen Wert wieder in das Gegenteil verwandeln. Und doch sind diese Wirkungen und Folgen geride die Gründe, weshalb unparteiische, uneigennützige und aufrichtige Renscheufreunde den Genuß des Vieres ablehnen und die Enthaltsamkeitsbestrebungen, die sich immer mehr geltend gemacht haben, unterstützen. Denn eine allgemeine Mäßigkeit im Alkoholgenuß ist bekanntlich nicht zu erreichen und durchzuführen, ganz abgesehen davon, daß auch ein maziger Genuß aikoholischer Getränke gesundheitlich nachteilig ist und die Umwandlung von Nahrungsmitteln in solche Getränke eine nicht zu verantwortende Vergendung von für unser vom Auslande abgesperrtes Volk so dringend notwendigen Lebensmitteln bedeutet.— Deutschland marschiert bekanntlich an der Spitze der biertrinkenden Völker mit 73 Millionen Hektoliter alljährlich! Auch von der diesjährigen Ernte sind noch über 15 Millionen Zentner Gerste für den Bierbottich freigegeben, obgleich es überall an den notwendigen Mengen der gewöhnlichsten Nahrungsmitteln(Mehl, Brot, Kartoffeln) mangelt. Eist deshalb dringend zu fordern, daß diese 15 Millionen Zentner Gerste nicht in Lier verwandelt und den Biertrinkerr neben ihren Protraten, sondern dem gesamten Volk als Brotkorn übergeben werden, und daß alle verführerischen Lobhudeleien dieses Alksholgetränkes seitens der Presse unterbleiben. Hat u. a. doch auch das Generalkommando des 11. Armeekorps(Sitz Kassel) auf Veranlassung des Kriegsministeriums bei den Ersatztruppenteilem und in den Lazaretten des Korpsbezirks die Verbreitung der Druckschriften des„Deutschen Abwehrbundes gegen die Ausschreitungen der Abstinenzbewegung" verboten, weil diese Druckschriften den Genuß von Bier und anderen alkoholischen Getränken als wertvoll nicht empfehlen und die Enthaltsamkeit bekämpfen— allerdings nicht aus uneigennützigen Beweggründen. Darum fort mit dem Bier! Gebt dem Volke Brot dafür! Singt diesem sogen.„echten deutschen Trunk“ kein Loblied mehr, Ihr Zeitungen, denn Ihr unterstützt damit unsere Feinde, die das deutsche Volk vernichten wollen.— Hat doch schon unser großer Reichskanzler Bismarck gesagt:„Vier macht dumm, faul und impotent.“— Gedenket der Verwundeten! Annahmestelle: Bruchstrasse 23. Briefkasten. F. K. in Sch. 1. Die Ihrer Schwester gewährte Kriegsunterstützung stellt den Mindestsatz für dieselbe dar. Daß die Unterstützung auf ein begründetes Gesuch hin erhöht wird, ist nicht ausgeschlossen. 2. Wenn Sie, was wir nicht wünschen wollen, im Kriege fallen sollten, so kann Ihrer Schwester beim Vorliegen von Bedürftigkeit, vorausgesetzt daß Sie ganz oder überwiegend ihren Unterhalt bestritten hatten, von den Militärbehörden eine einmalige Zuwendung gewährt werden. Auf eine dauernde Unterstützung hat Ihre Schtrester keinen Anspruch. 3. Auch aus der Invalidenversicherung hat Ihre Schwester bei Ihrem Tode leider keine Rente zu beanspruchen.— Sie hatten vergessen, Ihren Brief als„Feldpostbrief“ zu bezeichnen. Wir haben deshalb für ihn 25 Pfg. Porto bezahlen müssen, um deren gelegentliche Erstattung wir ersuchen. Nr. 167. F. H. Sie werden inzwischen unsre Karte vom 13. d. M. erhalten haben. Wir wiederholen, daß bei 243 Pfund Lebendgewicht der Höchst,reis 123.80.4 oder 108.4 für den Zentner beträgt, je nachdem es sich um ein junges Schwein oder um eine fette, früher zur Zucht benutzte, Sau oder um einen ebensolchen Eber handelt. F. B. 20. Frauen können Brotzusatzmarken erhalten, wenn sie zur schwer arbeitenden Bevölkerung gehören. Ob dies der Fall ist, unterliegt zunächst der Beurteilung des Vertrauensmannes. Gegen dessen verneiende Erscheinung könnte beim Magistrat oder Verwaltungsim Beschwerde eingelegt werden. F. M. in V. Ein unsehlbares Mittel zur Beseitigung der Haare im Gesicht gibt es heute noch nicht. In großen Städten lassen sich Frauen dieselben jetzt durch Elektrizität entfernen. Nr. 60. Bei Anträgen auf Verleibung des Lippischen Kriegsverdienstkreuzes muß der Instanzenweg eingehalten werden. Die militärischen Vorgesetzten können bei Weitergabe der Anträge nicht umgangen werden. Nr. 200. N. A. Die Unfallrenten werden auch im Kriege fortgezahlt und, falls die fortlaufende Zahlung unterblieben sein sollte. nachge zahlt. Die Aufbebung der Renten kann nur erfolgen, wenn die Erwerbskeinträchtigung. die zur Rentenbewilligung geführt hat, gehoben ist. H. K. Sch. Wie in Friedenszeiten, so genügt es im Kriege ebenfalls, daß das Testament von dem, der es abfassen will, eigenhändig von Anfang bis zu Ende geschrieben, mit seiner Unterschrift und mit Ort und Datum versehen wird. Will der Kriegsteilnehmer dazu seine Unterschrift von seinem vorgesetzten Offizier beglaubigen lassen, so hat das den wesentlichen Vorteil, daß die Echtheit der Unterschrift später nicht angezweifelt werden kann. 100 V. Wenn Sie außer Stande sind, jetzt im Kriege die Hypotbekenzinsen für Ihr Kolonat aufzubringen, können die Gläubiger, so lange Sie sich bei einem mobilen Truppenteile befinden, Ihre Familie auch nicht zur Räumung des Kolonats zwingen. Denn um die Zwangsversteigerung herbeizuführen, wäre erforderlich, daß die Gläubiger ein vollstreckbares Urteil gegen Sie in der Hand hätten. Eine Klage gegen Sie aber würde bis zu Ihrer Entlassung aus dem mobilen Truppenteile nicht verhandelt werden können. Für den gesamten Inhalt verantwortlich Mar Staercke, Druck und Verlag der Meverschen Hofbuchdruckerei ir Detmold Damen- u. Kinder-Harderste wird zu mätzigen Preisen in und außer dem Hause gul angesertigt Lebehlesonen, Logeichetre Wer verkauft soin— eofl. mit Geschäft od. sonst günst. Anwes. hier od. Umged.? Angeb. unt. B 414 an Daube & Co. G zur Weitergabe.(4994 Leopold Plau, Lage Heidensche Straße 22 Vertrotung der„Lippischen Landes Zeitung“ Anzeigen-Annehme 0 Setornen tor UMMI Elektr. Installationsmaterial aller Art bsellerrehr, Drübte, Schalter. Fossungen, Schalttafel, Boleuchtungskörper A WEE Fassheslamsen, Ratierien, Lämpehen, Elemente, Liutewerke, Telelene V liefert preiswert N. A. Mönkemöller, Herferd. Graßhandlung elektr. Bedarfsartikel. Für unsere Abrechnungsibteilung suchen wir 2Kostoristinnen mit guter Handschrift, welche nell und sicher rechnen und on längere Jeit in hausmännischen Büros tätig geden sind.(4966 Angebote mit Jeugnisabschriften erbeten an Hiektrichäiswert Minden-Aavessberg a. u. LI Eigene Drahtnachrichten der Lippischen Landes=Zeitung. ( Helfet unseren Kriegern! Klebt Kreuz=Pfennig=Marken auf eure Rechnungen. Briefs. Karten usw. Todes-Anzeige. Am 16. Oktober erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber hoffnungsvoller Sohn, unser guter Bruder, der prakt. Zahnarzt Friedrich Müller Leutnant d. R. Im Reserve-InfanterleRegiment Nr. 66 Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl. und des Lippischen Kriegs-VerdienstKreuzes am 7. Oktober im 25. Lebensjahre den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat. In tiefer Trauer: Karl Müller, Oberpostschaflner Helene Müller, geb. Karl Müller Marie Müller. Detmold, den 20. Oktober 1916. Meler Todes-Anzeige. Heute morgen um 4 Uhr entschlief sanft nach längerem Kranksein unsere geliebte. teure Großmutter, Urgroßmutter und Tante Frau Huguste Woll Im Alter von 84 Jahren. Hildegard Erhart, geb. Wollt Martha Müller, geb. Wolff Eugenie Thoopold, geb. Wolff Auguste Wolft Wilhelm Erhart, Stabsarzt in der Kaiserl. Schutztruppe für D. O. A. Carl Müller. Pastor, z. Zt. im Felde Dr. med. Wilh. Theopold, Stabsarzt d. Res. und 5 Urenkel. Schötmar. Daressalam u. Lage, 19. Okt. 1916. Die Beerdigung findet statt am Sonntag den 22. d. Mts., nachmittags 4¼ Uhr. Trauerfeler vorher. Wir bitten, von freundl. beabsichtigten Beileidsbesuchen und Blumenspenden abschen zu wollen. Todes-Anzeige. Plötzlich und unerwartet starb unsere Hebe Mac# Elise Stölting geb. Schöning Im Alter von 74 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an die trauernden drei Söhne. Detmold. den 18. Oktober 1916. Die Beerdigung findet am Sonnabend. den 21. Oktober, nachmittags 4 Uhr. von der Friedhofskapelle aus statt. Trauerfeier vorher. Todes-Anzeige. Nach Golles Ra'schluß verschied heule morgen mein lieber Mann, unser guler. freuer Valer. Schwiegersohn, Bruder. Schwager und Onkel, der Bäckermeister Die trauernden Hinterbliebenen. Lage, den 19. Oklober 1916. Beerdigung am Sonnlag. den 22. Oklober, nachmillags 4 Uhr. Trauerteier vorner.(4982 5 Nachruf. In einem Kriegslazareit slarb am 18. Sepiember den Heldenlod fürs Valerand der(4983 Wehrmann Wilhelm Klenke. Wir verlieren in ihm einen guten Milerbeiler, einen treuen Freund und lieben Kollegen. Sein ehrlicher Charekter und sein kollegieles Verhallen sichern ihm ein bleibendes Andenken. Seine Kollegen und Kolleginnen der Hlial-Fabrik G. Pückler, Hamburg-Altona. Wilh. Klenke. Werkmeister. arbige Damen-Mäntel schicke kurze Formen, mit und ohne Riegel, Glockenformen, offen und geschlossen zu tragen, in allen modernen Farben und in schwarz, in Tuch, flauschartigen und anderen modernen Stoffen 19.75 22.50 29.75 32.00 37.50 45.00 55.00 62.00 75.00.4 Jacken-Kleider Kartoffelversorzung betressend. In den nächsten Tagen werden wir, soweit es die eingehenden Kartoffelsendungen ermöglichen, sämtlichen Haushaltungen, die keinen Kartoffelbezugsschein besitzen, zunächst je zwei Zentner Speisekartoffeln zum bar zu entrichtenden Preise von 4,004 für den Zentner ins Haus bringen lassen. Die Zuführung erfolgt nach der umgekehrten Reihenfolge der Brotkartenbezirke, beginnend mit dem Bezirk 101. Der Verbrauch darf bis auf weitere Bestimmung 1 Pfund täglich für die Person nicht überschreiten. Diejenigen Haushaltungen, die den gesamten bis zum 15. August 1917 erforderlichen Kartoffelvorrat nicht lagern können oder wollen, werden ersucht, dies beim Empfang dor oben bezeichneten Teilmenge unter Angabe des Grundes mittels zur Verfügung gestellten Vordrucks anzuzeigen. Detmold, den 18. Oktober 1916.(4955 Der Magistrat. J. V.: Viermann. FürstinGeburslagsspende Der Vaterländische Frauen verein bittet um(4987 Eingemachtes ür unsere Verwundeten. Annahme 25. Ohlbr. 1916. morgens 10—1 Uhr. nachm. 6 Uhr. Roles Kreuz, Bismarchstr. 7. elegante, vornehme Formen in blau, schwarz, grün, Iila, braun, teilweise Ersatz für Maßarbeit, aus Fantasiestoflen, Cheviot, Tuch, Gabardine, Samt, in großer, vielscitiger Auswahl 39.00 44.00 58.00 68.00 75.00 82.00 88.00 98.00 110.00.4 Damen-Hüte Die Sammlung von Bucheckern hat in jetziger Zeit zu geschehen. Die hiesige Sammelstelle ist dem hiesigen Ortsvertreter der Lippischen Wirtschaftsgemeinschaft, Herrn Lehrer Schnüll übertragen, bei dem alles nähere über das Einsammeln der Bucheckern zu erfahren ist. Für frische, gutgereinigte Bucheckern werden 45 Pfg. für das Kilogramm bezahlt. Den Sammlern steht ¼ der gesammelten Menge, aber nicht mehr als 25 Kg. zum Verbrauch im eigenen Haushalt zu.(4916 Horn, den 16. Oktober 1916. Der Magistrat. Spelge. Wer erteilt einer Damie (Anfängerin) gute Klavierstunde? d. Geschästsst. d. Landeszig. In Samt, Velour, Velpel und Filz, moderne, neuartige Garnituren aus Flügeln, Blumen, Tressen, In jeder neuen Form und vielen aparten Farben. Reichhaltige Auswahl zu niedrigsten Preisen. 5.75 8.50 10.75 11.50 13.75 15.75 16.75 18.75 19.75.4 pro Itr. Mh. 5 frei ins Haus S. Alsberg&Co., Detmold. Prouf Braunenbruch. F. W. Schaeser In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des Kehlleistenfabrikanten Wilhelm Eriche in Brahe i. L. ist Dienstag, 7. November 1916 vormitlags 10¼ Uhr vor dem Fürstlichen Amtsgericht II hier. Zimmer Nr. 3, Termin angeraumt. 4985 Es soll ein Beschluß gesaßt werden über Auslassung der vor der Konkurseröffnung veräußerten Grundstücke, sowie über die freihändige Veräußerung der übrigen Grundstücke. In dem Termine sollen„zugleich die nachträglich angemeldeten Forderungen geprüft werden. Lemgo. den 17. Oktober 1916. Der Gerichtsschreiber des Fürstl. Amtsgericht II. besellschaltshaus(Ressource) Delmold. Für unsere Abrechnungseilun Gut erhaltener(4977 dunkelbl. Tuchmantel, sableilung suchen wir elg. welße Strickjacke, beides Gr. 44. schw. mod. Seldenhut ohne Garn. billig abzugeben Woldemarstraße 19. zwei Konlorissinnen Suche für bald einen zuverlässigen 4993 mit guter Handschrift. welche ell und sicher rechnen und Mittwoch, den 25. 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