Frosenvereine Sientum Lippe. ordnetenAusenlung lichen Kurbause ad Salzuflen ag. den 8. Juni, littage 4 Uhr. vordnung: isbericht für das 915. bericht für das 915. a der Schwester aus München ufgaben der Säugrsorge.(1513 r Vorstand. uchte Säcke auch zerrissen und kaufe zu böchsten bei personlicher hme.(7637 Lugebote. Bunte. 132. Paulinenstr. den Posten ten Tagespreis. Laugestr. 39 V, Ecke Schülerstr ut erbaltener ug u. Möbeln bestraße 39. ner Teckel Gegen Belobgeven(1585 narckstr. 2. m Sie Ihr Blut! lebs BlutreiniMatkur ist der Paket 35 u. 60 Psg. ben in der Drogerei 1223.3 anos lger Buckmatalle sten Meistem avlerspiels nerkannt Hannze llefeld Under 1836 Id: Fabriklager nenstrasse 34 Medrere iegen ausen.(1587 W. Pollmaan ivitsbeide Nr. 57. 550 Volt, zum Anr Dreschmaschine gebillig zu verkaufen gt unter Nr. 1577 die est. der Landeszig. 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Anzeigen werden für Lippe 15 Pfenmg, für Auswärts mit 20 Pfennig die bleinspaltige Rolonelzelle oder deren Raum 75 Pig, Komokotmn Anpitgen werden mit 307, Auschlag derchnest. Ns 132 Detmold, Mittwock, den 7. Juni 1916 149. Jahrgang Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauptquartier, 6. Juni 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem östlichen Maasufer wurden die Stellungen kapferer Ostpreußen auf dem Fuminrücken im Laufe der Nacht nach erneuter sehr starker Artillerievorbereitung wiederum viermal ohne den geringsten Erfolg angegriffen. Der Gegner hatte unter unserem zusammenwirkenden Artillerie=, Maschinengewehr= und Infanteriefeuer besonders schwere Verluste. Im übrigen ist die Lage unverändert. Oestlicher Kriegsschauplatz. An deutscher Front keine besonderen Ereignisse. Balkan=Kriegsschauplatz, Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Oesterreich-ungarischer Bericht. Schwere Kämpfe an der österreichischen Nordfront. wtb. Wien. 6. Juni. Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz Die Schlachten im Nordosten dauern fast an der ganzen 359 Kilometer langen Front mit unverminderter Heftigkeit fort. Nördlich von Okna nahmen wir gestern nach schweren, wechselvollen Kämpfen unsere Truppen aus den zerschossenen ersten Stellungen in eine 5 Kilometer südlich vorbereitete Linie zurück. Bei Jaslowiec wtb. London, 6. Juni. Die Admiralität teilt amtlich mit: Der Oberkommandierende der großen Flotte meldet, er muß zu seinem großen Bedauern berichten, daß das Kriegsschiff„Hampshire“, das sich mit Lord Kitchener und seinem Stabe an Bord auf dem Wege nach Rußland befand, letzte Nacht westlich der OrkneyInseln durch eine Mine oder vielleicht durch ein Torpedo versenkt wurde. Die Nacht war stürmisch und, obwohl sofort alle möglichen Schritte unternommen wurden, um rasche Hilfe zu leisten, besteht, wie man fürchtet, wenig Hoffnung, daß irgend jemand mit dem Leben davon gekommen ist. (Anmerkung:„Hampshire“ ist ein 1903 vom Stapel gelaufener Panzerkreuzer von 11 000 Tonnen) sotb. London, 6. Juni. Das Reutersche Bureau Zur Würdigung des Sieges am Skagerrak. Berlin, 5. Juni. Von zuständiger Seite wird uns geschrieben: Es lut sich— wie die Engländer glauben machen wollen— nicht um ein Vorpostengefecht, sondern um eine große Schlacht gehandelt; und diese Schlacht fand nicht statt in der Nähe eines deutschen Stützpunktes, sondern in der Nähe von Skagerrak, also etwas mehr als 300 Kilometer von dem nächsten deutschen Stützpunkt, der Insel Helgoland, entfernt. Die englische Flotte, deren große Schiffe eine erheblich größere Geschwindigkeit haben, als die der deutschen Flotte, nämlich 20 bis 21 Seemeilen gegenüber 18 Seemeilen der deutschen, wäre, wenn sie gekonnt oder gewollt hätte, infolgedessen auch in der Lage gewesen, die deutsche Flotte abzuschneiden, was nicht geschehen ist. Auch die artilleristische Kmft der großen englischen Schiffe ist theoretisch erneblich stärker als die der großen deutschen Schifse. So verfügen die englischen Schiffe der Qucen Elizabeth=Klasse über ein Breitseitengeschoßgewicht von 7412 Kilogr., die der Qucen MaryKlasse über ein solches von 5080 Kilogram, während unsere Schiffe der Kaiser-Klasse nur über ein solches von 4222 Kilogramm verfügen, wohei man unter Breitseitengeschoßgewicht die Munitionsmenge verstcht, die gleichzeitig von sämtlichen Geschützen der Breitseite eines Schiffes auf dasselbe Ziel abgeschossen werden kann. Entscheidend für die Beurleilung des Erfolges ist auch der Verlust an Menschenleben, der bei der englischen Flotte ganz zweifellos sehr erheblich ist. Man muß sich vergegenwärtigen, daß die Ausbildung der Mannschaften der Marine und deshalb der Ersatz vollwertigen Menschenmaterials außerordentlich schwierig ist. Schließlich ist noch hervorzuheben, daß sich die Wirkung der Schiffsverluste für die Handelsflotte insofern sehr erheblich bemerkbar machen wird, als die Schiffswerften, die nunmehr mit der Reparatur oder mit dem Neubau von Kriegsschiffen zu tun haben werden, nicht mehr in der Lage sein werden, in gleicher Weise für Neubau oder Ergänzung der Handelsflotte zu sorgen. an der unteren Strypa ging der Feind heute früh nach starker Artillerievorbereitung zum Angriff über; er wurde überall geworfen, stellenweise im Handgemenge. Westlich von Trembowla brach zur selben ein starker russischer Angriff unter dem Feuer unserer Geschütze zusammen. Westlich und nordwestlich von Tarnopol wurde gleichfalls erbittert gekämpft. Wo immer der Feind vorübergehend Vorteile errang, wurde er ungesäumt wieder geworfen. Vor einer Bataillonsfront liegen 350 russische Leichen. Auch bei Sapanow führken die zahlreichen Vorstöße des Feindes zu keinem wesentlichen Ergebnis. Zwischen Mlynow an der Tkwa und dem Raume westlich von Olyka, wo sich die Russen fortwährend verstärken, ist nach wie vor ein erbittertes Ringen im Gange. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unveränderk. Ein Geschwader von Seeflugzeugen griff gestern nacht die Bahnanlagen S. Dina di Piave an der Livenza und von Latisana an. Unsere Landflieger belegten die Bahnhöfe von Verona, Ala und Vicenza ausgiebig mit Bomben. Seit Beginn dieses Monats wurden über 9700 Italiener, darunter 184 Offiziere, gefangen genommen, 13 Maschinengewehre und 5 Geschütze erbeutet. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleutnant. meldet, daß die„Hampshire“ gestern abend um 8 Uhr versenkt worden ist. Kitchener und sein Stab waren an Vord. Die See war um diese Zeit stürmisch. Zerstörer machten sich auf die Suche, und auch die Küste wurde abgesucht; es wurden aber bis jetzt nur einige wenige Leichen gefunden. wtb. London, 6. Juni.(Reuter.) Amtlich. Kitchener hatte nur den ihm persönlich zugeteilten Stab mit sich sowie einen Beamten des Auswärtigen Amts und zwei Vertreter des Munitionsministeriums Der Eindruch von Kitcheners Tod in London. wtb. London, 6. Juni. Reuter meldet: Der Tod Kitcheners verursachte in den Kreisen der City große Sensation, hatte aber keine besondere Wirkung auf die Börse. Die Baltische Börse wurde beim Empfang der Nachricht für den Rest des Tages geschlossen. Der Schlachtkreuzer„Princeß Roual“ gesunken.— Ueber 7000 Cote! Berlin, 6. Juni.(Amtlich). Engländer, die von der deutschen 5. Torpedobootsflottille während des Seegefechts vor dem Skagerrak aufgefischt wurden, haben ausgesagt, daß der Schlachtkreuzer„Princeß Royal“, schwere Schlagseite gehabt habe, als die „Queen Mary“ im Gefecht mit der deutschen ersten Aufklärungstruppe und fast gleichzeitig der kleine Kreuzer„Birmingham“ sank. Ferner sollen an diesem Teile des Gefechts alle 5 Ueberdreadnonghts der Princeß=Elizabeth=Klasse beteiligt gewesen sein. Andere englische Gefangene, die von der deutschen dritten Torpedobottsflottille gerettet wurden, haben unabhängig voneinander und unter schriftlicher Bestätigung ausgesagt, daß sie das Sinken des„Warspite“, des Schlachtkreuzers„Princeß Royal“ und von„Turbulent",„Nestor“ und„Alcaster“ mit Sicherheit gesehen hätten. Von einem deutschen Unterseebott ist 90 Meilen östlich der Tynemündung nach der Seeschlacht vor dem Skagerrak ein Schiff der Iron=Duke=Klasse mit schwerer Schlagseite und mit sicherlich viel Wasser im Vorschiff mit Kurs auf die englische Küste gesichtet worden. Dem Unterseebott gelang es wegen der ungünstigen Stellung zu dem Schiff und wegen schwerer See nicht, zum Schuß zu kommen. Schwere Beschädigungen englischer Kriegsschiffe. Haag, 6. Juni.„Daily Chronicle“ meldet aus Newcastle, daß vier große, stark mitgenommene englische Kreuzer und drei sehr erheblich beschädigte englische Torpedobootszerstörer den Tynefluß hinaufgeschleppt worden sind, um auf den Werften repariert zu werden. Einige der Schiffe, sagt das Blatt, waren tatsächlich wrack. Auf mehreren sind die Schornsteine weggeschlagen worden, man hatte sie aber durch Ketten auf den Schiffen befestigt. Auf einem Torpedobootszerstörer ist der ganze Boden in einer Länge von 20 Fuß aufgerissen worden. Auf einem anderen ist die Kommandobrücke vernichtet und das Deck so durchlöchert, daß man vollständig das Innere des Schiffes sehen kann. Von einem Torpedobootszerstörer ist die ganze Schiffswand an Backbordseite auf 60 Fuß Länge weggeschlagen. Deutscher Reichstag. (60. Sitzung. Dienstag, 6. Juni.) Am Tische des Bundesrats v. Bethmann Hollweg, Dr. Helfferich, v. Jagow, Kraetke, Lisco. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 15 Minuten. Dritte Lesung des Etats. Die Aussprache wird fortgesetzt. Abg. Dr. Spahn(Zentrum): Der Reichskanzler hat gestern dem Reichstag für die Bewilligung der Steuervorlagen den Dank der verbündeten Regierungen ausgesprochen. Der Reichstag konnte diesen Dank auch entgegennehmen, denn mit den bewilligten Steuervorlagen sind die Finanzen des Reiches auf eine gesunde Grundlage gestellt worden. So wie wir steht keine Finanzverwaltung eines der uns feindlichen Länder da. Der Reichskanzler hat sich auch über die Kriegslage ausgesprochen. Nach den neuesten Nachrichten ist jetzt an der bessarabischen Grenze ein neuer heftiger Kampf entbrannt. Wir können die zuversichtliche Hoffnung haben, daß Oesterreich=Ungarn auch hier das Feld behaupten wird.(Lebhafter Beifall.) Oesterreich=Ungarn hat während dieses Krieges stets steigende Energie an den Tag gelegt, und Rußland muß sich klar werden, daß es bei einer so langen Dauer eines verlustreichen Krieges, wie es der gegenwärtige Krieg ist, mit einer wirtschaftlichen Katastrovhe bedroht wird, die seine ganze Zukunft geradezu gefährdet.(Sehr richtig.) Italien hat in den letzten Wochen ja auch erfahren, wie die Aussichten des von ihm beabsichtigten Spazierganges nach Wien sind. (Heiterkeit.) Die Kräfte der Entente sind auf allen Gebieten geringer geworden. Beim Skagerrak hat unsere Marine einen Sieg errungen, der eine schwere Niederlage für das seegewaltige England bedeutet, das immer verächtlich auf unsere Flotte herabgeblickt hat.(Lebhafter Beifall.) Seine Secherrschaft ist von jetzt ab erschüttert, und der Glaube von Englands Ungreifbarkeit ist widerlegt.(Erneuter stürmischer Beifall.) Aussichtslos ist auch der gegen alle Gefühle der Menschlichkeit von unseren Feinden unternommene Versuch, durch Hunger, Not und Elend uns auf die Knie zu zwingen. Gewiß, Entbehrungen sind da. Aber wir werden die wenigen Wochen noch durchhalten, bis die Sichel blinkt. Alles Friedensgerede ist nach der Antwort, die Sir Edward Grey auf die Rede des Reichskanzlers gegeben hat, zurzeit nutzlos. (Sehr richtig.) Wnn der Reichskanzler Betrachtungen über die Friedensziele anstellt, so hat das seine Berechtigung. Wir haben nicht die Möglichkeit einer sorgsamen Prüfung, und es fehlt uns für diese Erörterungen hier im Reichstag die verfassungsmäßige Berechtigung. Dagegen haben wir das Recht, auf die Entscheidungen des Reichskanzlers unsererseits einzuwirken. Diese Einwirkung aber darf sich nur von Mann zu Mann im geschlossenen Raum vollziehen.(Sehr richtig im Zentrum.) Gewiß bestehen auch bei uns Meinungsverschiedenheiten über Friedensmöglichkeiten. Der Reichstag hat aber von seiner Macht, auf den Reichskanzler einzuwirken, reichlich Gebrauch gemicht, und wir rechnen damit, daß, wie bisher, so auch fernerhin der Reichskanzler in mündlichen Darlegungen dem Reichstag alle wünschenswerten Aufklärungen geben wird.(Zustimmung im Zentrum.) Der Reichskanzler hat gestern nicht davon gesprochen, daß diese Angriffe auf Parteien des Reichstages zurückgchen. Ich glaube nicht, daß irgend jemand aus dem Reichstage dem Reichskanzler in der Erfüllung seiner Pflichten, die so schwer auf ihm ruhen. Schiierigkeiten bereiten wird. Aus seinem gestrigen Auftreten schließe ich, daß er eine Bestättgung seiner Ansichten auch von seiner Reise nach Süddeutsch land mirgebracht hat. Die Mitteilungen, die der Reichskanzler machte, müssen vertraulich sein, können daher in der Oeffentlichkeit nicht erfolgen. Er kann daher auch nicht alles das widerlagen, mis gegen ihn vorgebracht wird. Darüber soll sich das Volk klar sein, daß sich die Gezenseite nicht frei äußern kann.(Sehr richtig!) Mich persönlich haben die Darlegungen des Reichskanzlers und des Staatssekretärs des Auswirtigen über die Zeppelin= und U.=Bootfrage beruhigt. Wegen der U.=Bootfrage durften unsere Beziehungen zu Auterika nicht abgebrochen werden. Einen außerordentlichen Cinfluß auf diesen Krieg, auf seinen Verlauf und auf seine Dauer übt die Presse aus. Unsere Feinde in Paris und London sind, wie ich weiß, über die Vorgänge im Reiche genau so orientiert, wie wir selbst. Ihnen fehlt nicht die Kenntnis der tatsächlichen Vorgänge. ihnen fehlt nur die richtige Bewertung, und das ist für uns sehr bedenklich, weil sie die Gefahr der Verlängerung des Krieges in sich schließt, weil es ihnen also Hoffnungen erweckt.(Sehr richtig!) Das gilt für die Erörterungen über die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse und über die Schriften, die uns anonum zugehen. Unsere Krieger in den Sctitzengräben haben die Unvorsichtigkeit mit ihrem Leben zu büßen, die in diesen Schwriftsätzen liegen. Sonst ist dieser Literatur keine große Bedeutung zuzumessen.(Sehr richtig!) Der Seesiea vom 1. Juni hat uns den Wert unserer Schifftmannschaft erkennen lassen. Nicht auf die Zahl der Schiffe und Grschütze kommt es an, sondern auf den Geist und die Ausbildung der Mannschaften. Wenn wir alle daAuf dem Wege nach Petersburg torpediert. heim und draußen unsere Pflicht tun, so hoffen wir von der Gerechtigkeit der Vorsehung, daß wir nach Beendigung des Krieges einem neuen Aufschwung entgegensehen.(Lebhafter Beifall.) Abg. Gradnauer(Sozialdemokrat): die gestrige Flucht des Reichskanzlers in die Oeffeutlichkeit zeigt, wie giftig die Angriffe sind, die aus dem Hinterhalt gegen die Politik des Reichskanzlers gerichtet werden. Denn wegen einer belanglosen Schmähschrift wäre der Reichskanzler nicht aufgetreten. Es müssen dahinter einflußreiche, wichtige Kreise stehen, die zwar an Zahl gering sein werden, deren Stellung und Geldmacht aber nicht gering sind.(Zustimmung.) Die Zensurdebatte vom vorigen Mittwoch mit den Angriffen der Abgeordneten Gräfe und Hirsch war ja nur ein ganz blasses Vorspiel zu dem uns gestern mitgeteilten Schmähschriftentrommelfeuer von Beleidigungen und Verleumdungen, was allerdings ein starkes Stück darstellt. Keine Partei wird sich finden, um jener Leute sauberes Handwerk in Schutz zu nehmen. Aus welchem Lager kommen diese Geschosse? Aus dem Nationallager, aus dem fortgesetzt der Schrei nach Welteroberung ertönt. In diesem Lager hat sich das Geld der am Kriege interessierten Schwerindustrie, haben sich die Phantastereien der alldeutschen Welteroberungen und die reaktionären Gelüste der Scharfmacher und Feinde jeder freiheitlichen Entwickelung zusammengefunden. Zu der Anklage, die man gegen den Reichskanzler erhebt, rann er sich eigentlich beglückwünschen.(Sehr richtig! links.) Das deutsche Volk wird genau umgekehrt urteilen als jene hinterhaltigen Widersacher, und nur damit einverstanden sein, daß der Reichskanzler alles getan hat, um den furchtbaren Krieg zu vermeiden.(Sehr richtig!) Sie suchen sich einen Reichskanzler, der ihren Eroberungsplänen ein gefügiges Werkzeug wäre. Wir bekämpfen alle phantastischen Grenzerweiterungspläne entschieden. Nicht zum mindesten haben sie den Reichskanzler wegen der inneren Politiksangegriffen, sie befürchten, daß nach Friedensschluß doch etwas von der vielbesprochenen Neuorientierung Verwirklichung fände. Leider hat die Reichsregierung den Bestrebungen derer, die keine fortschrittliche Entwickelung wollen, auzu viel Entgegenkommen bewiesen. Wir Sozialisten wollen Träger der neuen Entwickelung sein. Wenn uns die freiheitliche Entwickelung weiter verweigert wird, müssen wir den Kampf mit rücksichtsloser Energie führen. Die gestrige Kanzlerrede hat deutlich gezeigt, daß die vorhandenen Gegensätze öffentlich ausgetragen werden müssen. Wenn die Ausführungen des Reichskanzlers ein anderer gemacht hätte, wären sie dem Zensurstift verfallen. Uns treibt nicht Eroberungslust.(Sehr richtig! links.) Die unbefriedigende Antwort, die aus England und Frankreich auf die verschiedenen Friedensangebote des Reichskanzlers gekommen ist, ergibt für uns zweifellos die Notwendigkeit, die gegnerischen Angriffe weiter abzuwehren. Bei allen Völkern wächst die Sehnsucht nach Frieden. Deshalb sollte man auch einen ehrlichen Friedensmakler nicht zurückweisen. Die Friedensrede Wilsons ist in der englischen und auch in einem Teil der deutschen Presse mit wilden Protesten begrüßt worden. Das deutsche Volk wird aber einem ehrlichen, unparteiischen Staatsmann für seine Vermittlung Dank wissen.(Zustimmung bei den Sozialdemo= kraten.) Unserer Ueberzeugung nach kann der Krieg nur durch einen verständigen Ausgleich beendet werden. Die deutsche Regierung muß daher noch mehr als bisher alles daransetzen, den Völkern den heißersehnten Frieden wiederzugeben.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Bassermann(natlib.) Die bedeutungsvollen gestrigen Ausführungen des Reichskanzlers, aber auch Ausführungen in der Presse von Delbrück und Theodor Wolff, die in den letzten Tagen ein Trommelfeuer auf uns eröffnet haben, veranlassen mich noch einmal, in aller Kürze, wie sie die Geschäftslage des Hauses und die Aufrechterhaltung des Burgfriedens verlangen, unseren Standpunkt darzulegen. Dem Reichskanzler können wir in der Feststellung unserer Erfolge auf allen Fronten nur zustimmen. Der Vertagungsantrag ist ja bereits angenommen. Wir hätten eine kürzere Vertagung lieber gesehen. Wir wünschen, daß bei dringlicher Veranlassung der Reichstag auch früher schon einberufen wird und daß die Verbindung zwischen Regierung und Parlamen! ständig aufrechterhalten bleibt. Aus den Worten des Reichskanzlers klang Glaube und Liebe zu unserem Volke heraus. Er sprach von seiner Heldengröße. Diesem Worte können wir alle zustimmen. Dieser Krieg wird gewonnen durch unser tüchtiges, opferwilliges Volk drinnen und draußen. Deswegen soll das Vertrauen zu unserem Volke der Leitstern der künftigen deutschen Politik sein.(Lebhafter Beifall.) Daß dieses Bewußtsein fest in unserem Volke verankert ist, das klang aus der gestrigen Reichskanzlerrede hervor. Vor wenigen Tagen hat hier im Rechstag der Deutsche Kulturbund getagt, und ein deutscher Soldai und Dichter, der auf allen Kronten draußen gekämpft hat, hat auf der Tagung den gemeinen Mann als den wahren Helden unseres Volkes bezeichnet.(Sehr gut!! Der Soldat habe nur ein Ziel, den Sieg. der einen Frieden bringt, der die ungeheuren Opfer lohnt. Vorher höre der Soldat nicht auf, und man solle nicht wagen, von ihm das zu verlangen. Das ist die Parole draußen, und sie soll und wird es auch im Innern sein. Von Tausenden von Lippen geht täglich das Gebet dabin: Mögen die Opfer nicht vergeblich gebracht sein, mogen unsere Söhne und Enkel, für die wir den Krieg führen, sich eines größeren und stärkeren Deutschlands erfreuen können. (Beifall.) Abg. von Paver(Fortschr, Volksp.): Für unser Volk wird eo höchst peinlich gewesen sein, daß der Reichskanzler gezwungen war, gegen Verdächtigungen und Schmähungen übler Art sich in Reichstag öffentlich zur Wehr zu setzen. Wer aber die Vorgänge der letzten Monate genau verfolgt hat, das Anschwellen dieser geheimen Literatur, die Heftigkeit idres Tones und die personlichen Angriffe, der datte schon seit langem das Gefühl, daß es so nicht fortgehen konnte, daß an Ende berettet werden mußle.(Sehr richtig! links.) Wir wollen en Leuten nicht das Recht ihrer eigenen Meinung bestreiten. Dieses Recht gilt aber nur, soweit die Interessen des Vaterlandes es während des Krieges gestatten. So, wie sich bei uns die Zensurverhältnisse gu unserem Leidwesen gestaltet haben, kann man es begreifen, daß Meinungen, die sonst nicht zum Ausdruck kommen, auf den Weg der Geheimniskrämerei verwiesen worden sind. Was wir übelnehmen, ist vor allem der persönliche Haß gegen die Person des Reichskanzler, der so gesteigert ist, daß wir diejenigen, welche ihm in dieser Form Ausdruck geben, einer objektiven Beurteilung und sachlicher Motive nicht mehr für fähig halten.(Zustimmung.) Die Leute, welche diese systematischen Verhetzungen begangen haben, konnten leider durch Vorgänge in diesem Hause und durch einzelne unbedachte Aeußerungen von Abgeordneten zu der falschen Anschauung kommen, als ob ihr Treiben um seines Zweckes willen auf irgendeine Seite dieses Hauses eine gewisse Unterstützung findet. Dem ist nicht so.(Zustimmung.) Die Vorredner haben noch einmal ihre Stellung ihrer Porteien zu den verschiedenen Fragen klar gelegt. Unsere Stellung ist unverändert gewesen. Was heute hier über die Differenzen in der U.Bootfrage gesprochen ist, sind hoffentlich erledigte Dinge. Wie die flämische und die baltische Bewegung sich gestalten wird, was aus Belgien wird, sind Fragen, zu denen niemand heute Stellung nehmen kann, weil die Entscheidung hierüber nicht von uns allein abhängt. Was am letzten Mittwoch sich hier abgespielt hat, als wir die Zenfurdebatte hatten, und als unter Mißbrauch der Tagesordnung(Zuruf und Unruhe rechts und bei den Nationallib.)— Herr Bassermann möge mir verzeihen, die Ausführungen, die damals unser Mißfallen evregt haben, hatten mit der Zensur nichts zu tun(Zust. links und im Zentrum)— heftige Angriffe gegen die Regierung und den Reichskanzler gerichtet wurden, zwingt mich doch zu einigen Ausführungen. Wir haben mit Erstaunen gemerkt, daß Angelegenheiten, die zwischen uns in vertraulichen Besprechungen als erledigt und abgemacht gelten, hier im Reichstag eine frohe Auferstehung gefunden haben. Wir mußten uns darauf beschränken, zu widersprechen, weil wir aus Gründen der Vaterlandsliebe nicht entgegnen konnten. Leider sind die so leicht zu erzielenden Folgen tatsächlich eingetreten. Im Inlande ist man unruhig und unsicher geworden. Von jener Seite hört man immer wieder die Befürchtung, daß die Feder wieder verderben werde, , w a s d a s S c h w e r t g e w o n n e n h a t, u n d m a n d e u t e t d a b e i i m m e r w i e d e r auf die Schwäche der Reichsregierung hin, die dann die Feder in der Hand führen werde. Aber auch jeder Publizist hat eine Feder und jeder Parlamentarier ein Wort, und auch sie beide können mit Hand und Mund sehr vieles verderben, nicht nur an dem, was das Schwert noch gewonnen hat, sondern was es erst zu erringen im Begriffe steht. Man muß immer wieder betonen: wir sind im Krieg.(Sehr richtig!) Am letzten Mittwoch hätte man das den Rednern alle Viertelstunde einmal zurufen sollen.(Zustimmung.) Bei allen diesen Dingen innerhalb und außerhalb des Hauses handelt es sich nur um die Beseitigung des Reichskanzlers. Wir haben keinen Grund zu einem Wechsel im Reichskanzleramt. Wir wissen nicht, wer sein Nachfolger werden soll. Der Reichskanzler verfügt über unser unbegrenztes Vertrauen, das der Bundesfürsten und des Bundesrats, unserer Verbündeten und ihrer Staatslenker, täglich mehr über das Vertrauen des ganzen deutschen Volkes.(Zustimmung.) Besonders dankbar sind wir ihm, daß er uns vor einem undeildrohenden Konflikt mit den Vereinigten Staaten bewahrt hat. Wir wissen, jetzt schon, wie wertvoll es für uns ist, daß wir den Frieden mit den Vereinigten Staaten bewahren konnten. Wenn es einmal zu Friedensverhandlungen kom. men wird, wird der Reichskanzler nicht über unsere Köpfe hinweg, sondern im Einverständnis mit der Volksvertretung vorgehen. Wir versehen uns, daß er die Friedensverhandlungen mit Umsicht, Festigkeit und Tatkraft führen wird.(Lebhafte Zustimmung links.) Man kann allmählich auch seinen Freunden gegenüber von seiner Kraft reden.(Lebhafter Beifall.) Bei der Abrechnung mit seinen Gegnern hat man sehen können, auf welcher Seite die Kraft steckt.(Lebhafter Beifall links.) Der Reichskanzler war der stärkere.(Erneuter Beifall links.) Er wird sich bei den Friedensverhandlungen nicht von denen ins Schlepptau nehmen lassen, die glauben, nur mit der gepanzerten Faust allein könne ein Frieden zurecht gehämmert werden. Ein dauernder Friede mun auf anderer Grundlage aufgebaut werden. Unser machtvolles Heer und unsere bewunderungswürdige Flotte haben Großes vollbracht. Im Bunde mit ihm wird der Reichskanzler auch den Frieden bringen. Unser Kriegsziel darf jetzt nur sein, daß Deutschland dauernd gestärkt aus dem Kriege hervorgeht, gehoben an Macht. Vertrauen und Einfluß. Das müssen wir durch planmäßiges und einheitliches Zusammenwirken zwischen Regirung und Parteien fördern. Die Meinungsverschiedenheiten der Beratungen der letzten Monate haben die Bevölkerung verwirrt. Wir müssen uns wieder auf ein klares Ziel einigen, dann werden wir auch das unbegrenzte, volle, freie Vertrauen der ganzen Bevölkerung haben.(Lebhafter Beifall.) Abg. Graf Westarp(kons.): Den anonymen Broschüren kann ich nicht die Bedeutung beilegen, selbst, wenn sie unter der Firma „national" laufen. Ich weise jeden Zweifel daran zurück, daß ich jene Broschüren kannte oder gar den Verfasser. Ich habe sie gestern gelesen und zweifle noch mehr, ob die Behandlung derselben richtig war. Ernster liegt die Sache mit der Schrift des Generallandschaftsdirektors Kapp, die einfach verwechselt worden zu sein scheint. Die gerügten Sätze über die Einigkeit klingen im Wortlaut wesentlich anders; sie geben keinen Anlaß zu den schweren Angriffen des Herrn Reichskanzlers.(Rufe: Jena!) Ich erlaube mir die Bitte, daß der Herr Reichskanzler und seine Organe auch den Kern der nationalen Aeußerungen erkennen möge.(Sehr richtig! rechts.) Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg: Von dem Vorredner, wie auch vom Abg. Bassermann, ist bemängelt worden, daß ich durch meine gestrige Besprechung den Schriften eine Publizität verschafft habe, die nicht nötig gewesen wäre. Ich habe nur einige Schriften aus einem Bündel gleichwertiger Schriften herausgegriffen, die, wie wohl dem Lande und auch in den Schützengräben in Umlauf gesetzt werden.(Hört, hört!) Der Herr Vorredner hat meine Ausführungen Widerspruch erhoben, die ich über die Denkschrift des Generallandschaftsdirektors Kapp gemocht habe. Der Abgeordnete Graf Westarp hat gemeint, der Vorwurf staatsverräterischer Handlung, den ich aus der Kappschen Schrift herausgelesen habe und auch heute noch herauslese, habe nicht darin gestanden. Der Abg. Graf Westarp hat in der Erklärung seiner politischen Freunde auf die Friedensvermittlung Wilsons Bezug genommen. Ich kann nur sagen, ich habe in der Zeitung gelesen, daß Präsident Wilson zu vermitteln beabsichtige. Ich habe auch heute noch in der Zeitung gelesen, daß die englische Presse sich mit großer Entschiedenheit gegen eine Vermittlung Wilsons erklärt. Offiziell ist an mich auch nicht ein Wort herangetreten, daß der Präsident Wilson vermitteln wolle. Insofern ist diese ganze Frage absolut nicht aktu=A, daß wir bei einer Friedensvermittelung nicht einen Druck auf uns ausüben lassen werden, der uns um die Früchte unserer Siege bringen würde. Ich glaube, Sie verlangen wohl von mir nicht, da ich noch die ausdrückliche Erklärung abgebe, daß ich für solche Friedensverhandlung nicht zu haben ware.(Beifall.) Der Abg. Graf Westarp hat dann von den Unterschieden gesprochen, die auch nach dem Kriege seine Freunde und andere Parteien von den Sozialdemokraten trennen werden. Gewiß, diese Unterschiede werden bestehen. Die Herren von rechts werden niemals mit den Herren von links Arm in Arm gehen. (Heiterkeit!) Ich habe das auch niemals behauptet. Aber es werden meiner Ansicht nach die Unterschiede, die sich aus den Parteiprogrammen ergeben, nicht an die Spitze gestellt werden. Abgeordneter Westarp hat gesagt, die Sozialdemokraten hätten nichts von ihrem Dogma aufgegeben. Leider. Ich bedauere das. Ich weiß ja nicht, ob Ihre(zu den Soz.) Absicht, gegen den Etat zu stimmen, nicht auch zur Reminiszenz eines alten Dogmas gehört, das Sie auch zum alten Eisen werfen sollten.(Heiterkeit.) Auch das republikanische Dogma werfen Sie zum Plunder, es nutzt nichts. Seien Sie dankbar, daß wir eine Monarchie haben. (Lebhafler Beifall.) Seien Sie dankbar dafür und sehnen Sie sich doch nicht nach Zuständen, die wir(Zuruf rechts: Frankreich!) na, ich will mal sagen, in republikanischen Ländern haben. Schließlich sehe ich— ich will es in etwas anderer Fassung wiederholen— doch gegenwärtig mit ganz geringen verschwindenden Ausnahmen das ganze Volk einig in dem Willen, über unsere Feinde Herr zu werden, und damit lasse ich mir genügen. Diese Einigkeit will ich nicht stören, indem ich auf die Parteiprogramme zurückgreife. Aber, meine Herren Sozialdemokraten, stören auch Sie nicht diese Einigkeit, bringen Sie nicht Worte, wie ich sie heute hier wiederholt gehört habe, es sei die Schwerindustrie, die den Krieg aus Geldinteressen fortsetzen wolle. Bringen Sie nicht solche Vorwürfe, die das Verletzendste sind für andere Leute, was es geben kann. Erkennen Sie doch alle an, wel Dank wir unserer Industrie dafür schuldig sind, daß sie lchen sich in allen ihren Zweigen den Bedürfnissen des Krieges ange paßt hat, daß sie damit etwas Ungeheures geleistet hat.(Sehr richtig!), daß wir ohne die Leistungen unserer Industrie den Krieg längst verloren hätten.(Sehr richtig!) Da ist es ein gar nicht zu entschuldigendes Unrecht, wenn Sie hier von der Tribüne herab einem Zweige dieser Industrie den Vorwurf ins Gesicht schleudern, daß sie aus Geldrücksichten den Krieg verlängere, diesen Krieg, der uns Tausende unserer besten und tapfersten Söhne kostet. Lassen Sie das, meine Herren, denn Sie selber wünschen doch, wenigstens zu einem Teil, daß die Gegensätze, die unser Leben früher vergiftet haben, verschwinden. Dann müssen Sie aber selber mitarbeiten daran, Sie dürfen nicht alles von den anderen verlangen.(Bravo!) Auf Einzelheiten, was die Abgg. Bassermann und Graf Westarp über den U.=Bootkrieg hier wieder vorgebracht haben, möchte ich nicht eingehen. Wie gesagt, wenn ich ausführlich darüber sprechen wollte, müßte ich mich in Ausführungen verlieren, deren Schädlichkeit für das Land wir alle anerkannt haben. Ich habe niemals der Ansicht Ausdruck gegeben, als ob die Herren Konservativen durch unsere Verhandlungen in der Kommission von ihrem Standpunkt irgendwie abgebracht worden wären. Graf Westarp machte mir den Vorwurf, ich verstände es nicht, die große nationale Kraft in den Parteien, die nun gegen mich kämpfen— wir wollen uns doch darüber aussprechen(Bravo! links),— zu benutzen. Gewiß, ich habe dabei manche Fehler begangen. Aber leicht machen es mir die Herren nicht.(Zuruf links: Sehr wahr!) Wenn in einer solchen Weise wie in der Kappschen Broschüre, gegen einen Menschen vorgegangen wird, so ist es sehr schwer, den Kontakt zu haben und zu finden, den ich suche und den ich im Interesse des Vaterlandes für notwendig halte. Wo gibt es denn jetzt für mich einen Gegensatz zu den Kreisen, welche doch auch im Grunde ihres Herzens nichts anderes S oeee. vem wollen, als daß wir siegreich aus diesem Kampfe hervorgehen. ganzen Hause bekannt ist, seit Monaten in Deutschland, im Und wenn wir in diesem einen Punkt hier in diesem Hause 1 alle einig sind, und das hat doch, glaube ich, auch die heutige Verhandlung ergeben, dann sollten wir uns doch Mühe geben, die Differenzen, die zwischen uns bestehen, nicht aufzutürmen, nicht gegeneinander auszuspielen, sondern wir sollten betonen das, was uns einigt, und das ist der Wille, daß unser Vaterland siegreich und groß aus diesem Kriege hervorgehen wird.(Lebhafter Beifall.) Abg. Freiherr von Gamp(deutsche Fraktion]): Die Bemühungen des Reichskanzlers um Aufrechterhaltung des Friedens verdienen alle Anerkennung. Aber unsere Diplomatie hätte ihre Aussichtslosigkeit früher erkennen müssen. Wir sehen das Ziel des Krieges in einer Sicherung der kunft des deutschen Volkes für unsere Kinder und Kindeskinder. Abg. Ledebour(soz. Arbeitsgemeinschaft): Der Kanzler hat gestern ein Flucht in die Oeffentlichkeit machen müssen. Er wendet sich damit gegen Zustände, die untrennbar mit dem ebsolutistischen und halbabsolutistischen monarchischen Regiment verbunden sind. Der Kampf ist vergeblich. Er müßte Republikaner werden.(Lachen.) Seine Ausführungen waren der Aufschrei eines gequälten Mannes gegen heimliche Quälereien. Die wehrhaften Reden des Reichskanzlers rühren uns nicht. Jeder wahre Sozialist muß Republikaner sein(Sehr richtig, rechts!) Jetzt ist Liebtnecht des Landes verrats angeklagt. Wenn Sie sagen, Deutschland muß als Sieger hervorgehen, so wirkt das kriegsverlängernd. Der Friede mun ohne gewaltsame Annerionen erfolgen. Ein Schlußantrag wird angenommen. Abg. Rühle(soz. Arbeitsgemeinschaft): Zur Geschäfts ordnung: Der Antrag schneidet mir das Wort ab. Diese Mundtodmachung entspricht durchaus der politischen Moral des Hauses.(Pfuirufe, Ordnungsruf des Präsidenten.) In der Einzelaussprache empfiehlt Abg. Zimmermann(natl.) eine Entschließung Bassermann, den ohne ihr Verschulden in Not oder Bedrängnis geratenen Auslandsdeutschen, die aus den feindlichen Staaten vertrieben wurden, Unterstützungen oder Darlehen zu gewähren. Staatssckretär von Jagow: Es gibt wokl keinen Deutschen, der nicht inniges Mitgefühl mit den Leiden der Auslandsdeutschen hätte. Die Entschließung wird wohlwollend geprüft werden. s Abg. Reißhaus(Soz.) bespricht die Lage der Spielwaren=Industrie. Abg. Arnold(Volksp.) begründet eine Entschließung hinsichtlich der starken Beschränkung des Rohstoffbezuges für die Puppen= und Spielwaren=Industrie. Staatssekretär Dr. Helfferich: Die Spielwaren=Industrie wird in eben derselben Weise berücksichtigt werden wir die anderen betroffenen Industrien. Abg. Dr. Quarck(Soz.) schildert ebenfalls die Notlage dieser Arbeiterinnen. Die Entschließungen werden angenommen, ebenso eine ähnliche zugisten der Hutindustrie. Abg. Stücklen(Soz.) bringt beim schwerden über unzureichende Unterstützu familien vor. Abg. Mumm(Deutsche Fraktion) bespricht die Scelsorge im Felde und die Gehaltsverhältnisse der Feldgeistlichen. General von Langermann: Bei Ausbruch des Krieges haben sich viele Geistliche aller Bekenntnisse freiwillig gemeldet. Die Herren bekamen im ersten halben Jahre kein Gehalt, dann wurde ihnen eine mäßige Entschädigung zuteil. Die Bezüge des etatsmäßigen Geistlichen sind bei der allgemeinen Herabsetzung der Gehälter der Militärbeamten herabgesetzt worden. Abg. Dr. Cohn=Nordhausen(soz. Arb.=Gem.) bringt Fälle von schweren Bestrafungen militärischer Vergehen vor. Stellvertr. Kriegsminister von Wandel weist die Anklagen der beiden sozialdemokratischen Gegner zurück. Kgl. Sächsischer General Kinder legt Verwahrung ein gegen die Angriffe des Abg. Stücklen auf das sächsische Kriegsministerium. Beim Justizetat fordert Abg. Dittmann(soz. Arb.= Gem.) eine Strafrechtsverbesserung. Um 8 Uhr abends findet ein Vertagungs=Antrag der soj. Arb.=Gem. nicht die genügende Unterstützung. Darauf bezweifelt Abg. Ledebour(soz. Arb.=Gem.) die Bschlußfähigkeit des Hauses. Die Sitzung wird abgebrochen. Mittwoch 10 Uhr: Weiterberatung, Kreditvorlage, Ernährungsfragen.— Schluß 8¼ Uhr. bringt beim Militäretat Bende Unterstützung der Krieger Haushalt.„sausschuß. wtb. Berlin, 6. Juni. Im Haushaltsausschuß Abgeordnetenhauses bemerkte bei Beratung der Ernährungsfrage der Landwirtschaftsminister, daß er ebenso wie der Präsident des Kriegsernährungsamtes als ersten und wichtigsten Grundsatz erklärt habe, die zureichende Ernährung der Verbraucher sicherzustellen und mit allen Mitteln zu fördern. Daß die zu treffenden Maßnahmen daraufhin zu prüfen seien, wie sie die weitere Erzeugung beeinflussen, betrachte er als selbstverständlich. Es handele sich dabei auch nicht um das Interesse der Erzeuger, sondern um die Erhaltung der Erzeugung, die doch auch wieder den Konsumenten zugute komme. Er glaube sich hierin mit dem Präsidenten des Kriegsernährungsamtes in Uebereinstimmung zu befinden. Sodann wurde folgendes beschlossen: Der nach Deckung des Bedarfs für die menschliche Ernährung etwa verbleibende Ueberschuß an Hinterkorn ist den Kommunalverbänden, in denen es abgeliefert worden ist, zur Verteilung zu überlassen. Die Gewinnung von Torfstreu ist möglichst zu fördern. Die Kriegsgesellschaften sollen ihre Verkaufspreise nur so viel über die von ihnen gezahlten Einkaufspreise setzen, als zur Deckung ihrer Verwaltungsausgaben nötig ist. Ihre Verwaltungsausgaben sind nach Möglichkeit niedrig zu halten. In dem Teuerungsausschuß und den Preisprüfungsstellen der größeren Gemeinden sollten die Verbraucher mehr als bisher berücksichtigt werden. Ferner wurde folgender Antrag angenommen: Bei Genehmigung von Hausschlachtungen ist auf die vorhandenen Fleischbestände Rücksicht zu nehmen. Vom Tage. Ein Ehrenzeugnis für Krupp. wotb. Essen, 6. Juni. Der Kaiser sandte an Krupp von Bohlen und Halbach folgendes Telegramm Wilhelmshaven, den 5. Juni. Herrn Krupp von Bohlen und Halbach, Essen. Unter dem Eindruck der mündlichen Berichte aus der Schlacht in der Nordsee stehend, möchte Ich Ihnen zum Ausdruck bringen, wie sehr wir dem vorzüglichen Artillerie= und Panzermaterial und im besonderen auch der vernichtend wirkenden Munition unsere Erfolge verdanken. So ist der Schlachttag auch ein Ehrentag der Kruppwerke. Wilhelm I. R. Dem kaiferlichen Danke schließt sich freudigen Herzens die Nation an. Die Erfolge an der Tiroler Frout. Köln, 6. Juni. Zum österreichischen Vordringen an der Südtiroler Front meldet die„Köln. Ztg.“ aus dem Kriegspressequartier: Das Zusammenarbeiten unserer Artilleric und Infanterie wird wohl gerade in dieser Kampfperiode als Musterbeispiel für solche Aktionen gelten müssen. Schwerste Kaliber beschossen die feindlichen Stellungen bis zu dem Augenblick, da sich die Infanterie schon bis hart vor die Gräben vorgearbeitet hatte und gleichzeitig belegte auch schon Sperrfeuer die Höhen hinter den angegriffenen Linien. Das Sperrfeuer wütcte grauenhaft unter ihnen. Die Brigade Alexandra hatte große Verluste. Die ganze italienische Haunkstellung vor Campolongo wurde in diesem Kampfe vom Brazet Korps genommen. Besetzung Korfus durch englische Truppen. Berlin, 6. Juni. Nach einer Atheuer Meldung der „D. T.“ erschien der englische Gesandte in Begleitung des italienischen Gesandten bei Skulndis und teilte ihm mit, daß das italienische Kommando auf Korsu aufgehoben und durch ein englisches ersetzt worden sei. Gleichzeitig seien anstelle der italienische Trupven englische Territorialtruppen nach der Insel gebracht worden. Die Blutherrschaft des Vierverbandes in Saloniki. Berlin, 6. Juni. Wie die„Wiener Alla. Ztg.“ aus Saloniki meldet, haben die Engländer und Franzosen in den letzten 14 Tagen nicht weniger als 240 Personen wegen Spionage hinrichten lassen. Juanschikai gestorben. Shanghai, 6. Juni.(Reuter.) Inanschikai ist Montag früh gestorben. Lippisches. Unsere Detmold, 7 Juni 1916. Helden. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde auf dem westlichen Kriegsschauplatz der Kanonier Fritz Plaßmeier, sowie der techn. Eisenbahnsekretär Neuhoff, beide aus Detmold. Nachdem der Wehrmann Heinrich Holzkämper (6. Komp. des Landw.=Inf.=Rats. 56) aus Humfeld (Lippe) im vergangenen Jahre das Fürstlich Lippische Kriegsverdienstkreuz erhielt, wurde demselben am 3. Juni d. Is. auch das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Dem Gerichtsassessor Tracht aus Brake, der als Gefreiter bei einer Artillerie=Truppe im Felde steht, ist das Eiserne Kreuz verliehen worden. Liselotte. Roman von Fritz Gantzer. Nachdruck verboten.) (17. Fortsetzung.) Zeisewitz ritt an den langen Reihen hinunter une zualmte Zigaretten.„Bißchen stark grün,“ dachte er, aber wer kann fürs Grüne? Uebermorgen werden wir einfahren. Mag's ein anderer besser machen.“ Er sah ganz sorglos aus, baumelte vergnüglich mit den Beinen und zündete sich eine neue Zigarette an. Mau fuhr ein.— Die Leute meinten zwar, das Getreide sei noch zu„klamm“ und müsse noch ein paar Tage stehen. Ader Zeisewitz sagte ihnen, sie verständen das nicht und sollten sich nur nicht immer um das bekümmern, was sie gar nichts anginge. Als er außer Hörweite war, hielt der Großknecht einen Augenblick im Aufstaken inne, sah Zeisewitz grinsend nach und tippte sich an die Stirn. „Son Grasaffe,“ sagte er dann zu dem Arbeiter, der auf dem Wagen stand und lud, als hei noch in die Windeln loag, hebben wi all Koarn inführt. Un wie solln datt nicht verstoahn? Baß up, Koarl, datt fult in die Schün.“ Der auf dem Wagen nickte zustimmend.„Sen wann führten wi in Lindeneck nattet Koarn in? Nu, minswegen! Aber sei warden sich ehren Schoader belieken.“— 6. Kapitel. Das Lindenecker Herrenhaus präsentierte sich im Festesgewande.— Eine dicke Girlande aus buntem Eichenlaub und dunklem Tannengrün, hin und wieder leuchtende Astern und farbenglühende Georginen in ihrem Bande aufweisend, spann sich um die Haus. tür. Oben in der Mitte hing ein Kranz, der ein „Glück und Segen dem jungen Paare“ auf rotem Grunde umrahmte. Saubergeharkte Kieswege liefen um das Haus. Die Auffahrt war mit Grün bestreut. Der frische Herbstwind blähte die Fahne au dem Turm. Von den gestürzten Aeckern und graugrün schimmernden Wiesen zog ein würziger, klarer Du der Atemn des Herbstes, herüber, und durch die sonnengoldige Luft flogen Mariensäden. Es lag wie Feiertagsstimmung über Lindeneck, und aus allen Winkeln lugte es wie das sehnfüichtige Warten auf eine festliche, liche Stunde. Selbst die Schwalben, die schon zur Reise rüsteten und in hellen Scharen den ganzen Taa über ihre Klugübungen veranstalteten oder auf dem Dache des Herrenhauses die letzte Session der Sommerparlaments in kurzen Abschnitten und mit vielem Geschwätz absolvierten, zwitscherten trotz aller Reisepläne und Abschiedsgedanken freudig bewegt: „Heute kommen sie, heute commen sie!“ Gegen Abend wollten Heinz und seine junge Frau, von ihrer vierzehntägigen Hochzeitsreise aus der Schweiz zurückkehrend, in Lindeneck eintressen. Sie hatten ihre Vermählung in aller Stille in Berlin geseiert. Tante Malve, Frau von Elmsingen und zuch waren busch war eine Ablehnung der Ein Herr von Kerkow hatte bedauert, wegen einer Unpäßbkeit ferndleiben zu müssen, und Lieselotte war damit stillschweigend entschuldigt gewesen. Heinz hatte kaum einen von ihnen vermißt. Als Sydonie in ihrem mit allem Raffinement ausgestatteten Brautkleid vor ihm gestanden und ihm, bezaubernd lächelnd, in seine heißen Augen gesehen hatte, war er mehr denn je davon überzeugt gewesen, daß der Besitz dieses schönen Weibes sein einziges, unwandelbares Glück sei. Die kleine Gesellschaft hatte das Hochzeitsmahl im Hotel Bristol eingenommen. Man war in heiterster Stimmung gewesen. Als das erste Glück. wunschtelegramm war das aus Driebusch eingetrossen. u hatte kaum danach hingehört, als man die die Neuvermählten aus all fand ordnen. Heinz hatte kaum danach hingehört, herzlichen Worte, die es enthielt, verlas. Mit dem Abendzuge waren die Neuve Berlin gefahren.... Und heut kamen sie! " Tante Malve lief schon seit dem frühen Morgen unruhig und geschäftig durch das ganze Haus. Uebersle noch etwas zurechtzuzupsen und zu it einem weichen Lederlappen fuhr sie itzblanken neuen Möbel, obIn Sydoniens stellte sie die letzten Rosen, und in alle Räume e bunte Herbstblumen in Schalen und Vasen. Sie dufteten kaum, diese letzten Kinder des blütenreichen Jahres, aber aus ihren farbenprächtigen Relchen strahlte ein Glühen wie freudiger Gruß des Willumens. Zuletzt kam Tante Maire auch in Heinzens Arbeitszimmer. Hier war alles unverändert geblieben. Jedes Stück hing oder stand an demselben Platze, wie zu Lebzeiten des alten Herrn von Düringen. Nur Sydoniens Bild, das sie in einem kostbaren Gewande zeigte und auf dem Schreibtisch stand, war das einzige neue Stück. Tante Malve nahm es in hier und dort über die blitzblanken u wohl kein Stäubchen auf ihnen lag. Boudoir stellte sie die letzten Rosen, un die Hand, putzte mit ihrem Lederlappen einige Male darülder hinweg und betrachtete es lange. Sie wußte nicht, warum sie es tat und wie es kam. Aber als sie das Bild wieder an seinen Platz stellte, schlüpfte ein leises Seuszen über ihre Bingen Ach, und dort auf dem Wandbrett, ganz in den Hintergrund gedrängt, stand ja auch Lieselottens Bild! Wie nett und lieb das kleine Mädel aussah Ein schelmisches, sonniges Lächeln lag auf ihren hübschen Zügen. Die beiden langen blonden Zöpse waren über die Schulter gelegt, und in der Rechten trug sie den breitrandigen Strohhut am Gummibande. Tante Malve seufzte wieder, diesmal noch tiefer als vorhin, und stellte Lieselottens Bild dicht neben das Sydoniens. Vergleichend betrachtete sie beide.... Schöner, reiser war Sydonie. Das war kein Zweisel. Aber auch stolzer, kälter. Mit dem jugendfrischen Liebreiz Lieselottens, dem warmen, sonnigen Blick ihrer guten, treuen Augen, dem ganzen unberührten Schmelz, der über ihrer Gestalt ausgegossen lag wie tauiger Frühhauch am keuschen Märzmorgen auf dustenden Hockenveilchen, konnte sie sich in ihrem abweisenden Stolz nicht messen. Als Tante Malve, im Anschauen und Vergleichen beider Bilder versunken, gerade zum dritten Male seufzte, steckte Mamsell Dörte Wolff, das älteste Stück Juventar Lindenecks, wie sie Heinz scherzweise manchmal gutgelaunt nannte, die erbitteriste Feindin Inspektor Wiegandts, den Kopf in die Tür und hat Tante Malve für ein paar Augenblicke nach der Küche. Die Grrufene ließ beide Bilder nebeneinander stehen und ging. Später vergaß sie es, das Bild Lieselottens wieder an den alten Platz zu stellen. der vierten Nachmittagsstunde kam die Schuljugend aus dem Dorse, von dem alten Kantor geführt, und nahm zu beiden Seiten der Tür Aufstellung. Die sorglich gewaschenen und geplätteten weißen Schürzen der flachshaarigen Dirnen leuchteten wie frischgefallener Schnee, und die Buben hatten ihre Sonntagsbuchsen angezogen. Alle waren sauber gesträhnt, und die rindsledernen Schuhe und Stie zeigten an Stelle des üblichen Fischtraus blanke Wichse zu ihrer Verschönerung. Die Augen der erwartungsvollen Schar leuchteten vor Stolz, daß man den Nachwuchs Lindenecks würdig befunden hatte, dem„snigen gncren Berrn“ und Isiner intten ungchen Fru; einen Willkommengruß zu entbieten. Die größte Verantwortung und Ehre aber ruhten auf den fugendlichen Schultern Speken Höppkes, der sehnjähngen Reltesten des Vorsoberhauptes, die der arhan zund zum Uelmertreh kamit begannen, sich voller Karriere nach rückwärts. lauter oder und hatte trot ihrer Siche=“, ve entsetzliche Angst, Leiser gesprochen durch die Reihen der Erwartungsdaß sie stecken bleiben Lönnte. pollen, Man gruppierte sich. Tante Malve trat in Nach und nach fanden sich die Knechte und die Tür und winkte Eveken Höppte zu sich herauf Mägde im Sonntagsstaat ein. Mamsell Dörte, eine die krampshaft von neuem an ——" mhenichts ging. Die Steugel der Astern glühten schon große weiße Wir s riesige weil die Kochtöpse ihre zeitweise Anwesenheit Küche erforderten. Inspek gravitätis wieder Lai erforderten. isch auf u mit liebäu er seinen rt anf. 9 vorführen, zuszus Die Mägde eleganten Satze aus dem Sattel springen gegensetig die Ellenbogen in errrichte zwar die Erde.— jedoch nicht in Sattel stieg. Sie lachten weic. Sein Fuß rutschte aus dem Steig schürze und an ihrem Bande und tragend, lief ab und zu, zwesenheit in der tor Zeisewitz stolzierte und ab und betrachtete hin und ggeinden Büücken seine vorlacherten ervös rückte er seinen Klemmer zurecht und setzte den Schnurrbart auf. Nach einer Weile ließ er sich sein Pferd vorführen, um die Chaussee nach Jetznitz ein Stück hinabzureiten und nach den Erwarteten aus licherten und stießen sich die Seiten, als er in den Sattel stieg. immer über ihn, seine geschniegelte, affektierte Art reizte sie dazu.— Tante Malve stand am Fenster. Sie hatte zur Feier des Tages ihr Häubchen mit den feinen Brüsseler Spitzen auf den grauen, dünnen Scheitel gesetzt und das längst unmodern gewordene Schwarz= eidene angezogen. Sie war noch unruhiger geworden, als am Vormittage, und wünschte, daß erst alles vorüber sein möchte. Im Eingang zum Erdgeschoß kehnten der Diener Sydoniens Jungser und plauderten. Karl, Heinzens früherer Bursche, war erst seit ein paar Tagen da und hatte nach seiner Entlassung vom Militär den bunten Rock gleich mit der kleidsamen Livree vertauscht. Er war sehr stolz, daß Heinz sich seiner erinnert und ihn an Stelle des alten verstorbenen Remmhagen in seine Dienste genommen hatte. Sydoniens Jungser war vor wenigen Stunden eingstrossen. Sie präsentierte sich als ein niedliches Persönchen mit krausem, schwarzem Haar und dunklen Augei. Die Bewegungen ihres geschmeidigen Körpers erinnerten an ein im Sonnenstrahl sich reckendes, spielendes Kätzchen. Trotz der kurzen Zeit iurer Bekanntschaft schlen sie mit Karl schon sehr vertraut. Sie lachte oft und musterte mit ihren dunkeln Augen wohlgefällig sein frisches, offenes Gesicht. Als die Kinder schon anfingen, ungeduldia zu und Gedichts ging. Die Steugel wie das helle Feuer in ihrer Hans.— Gerade als sie bei der letzten Strophe anlangte, und auch Mamsell Dörte zur Vervollständigung der Aufstellung erschien, parierte Zeisewitz sein Pferd kurz vor der Rampe. Es sah aus, als wenn er empfangen werden sollte. Einer der Jungen brüllte auch schon „Hurra!“ und schwenkte seine Mütze. Alles lachte... Zu einem brausenden Gelächter aber schwoll der Ausfluß der Belustigung an, als Zeisewitz mit einem wollte. Er normaler Steigbügel, ehe er es wollte. Und da es ihm trotz einer verzweiselten Anstrengung nicht gelang, das verloren gegangene Gleichgewicht wiederzufinden, überschlug er sich und setzte sich mit breitgespreizten Beinen auf den glattgeharkten Kiesweg. Der Klemmer flog in einem weiten Bogen seitab, und das Hütlein mit dem Federstutz rutschie in das Genick..... Zeisewitz unterdrückte einen lauten Fluch, erhob sich, seinen hinteren Menschen unwillkürlich betastend. und klopfte ven Kies von der weißledernen Reithose Den Klemmer zu suchen, sand er nicht mehr Zeit; denn schon fuhr der Wagen mit dem jungen Paar durch das Hostor. Er ließ einen gistigen, bitterbösen Blick über die noch immer grinsende Menge schweisen und stellte sich dann im Vollgefühl der verantwortungsvollen tellung, die er bekleidete, ostentativ in den Vordergrund des Gesamtbildes. So kam es, daß er gerade vor den Wagenschlag zu stehen kam, als das Gefährt hielt. Unter dem Hurrarusen der begeisierten Schuljugend Lindeuecks öffnete er den Schlag, verbeugte sich mit der Eleganz eines Weltmannes und übermi und nes Weltmannes und übermittelte Heinz Sydonie in längerer, phrasenreicher Rede seinen Willkommengruß. (Fortsetzung folgt). Herrn Zollinspektor Bollhöfer zu Lemgo, der als Hauptmann und Kommandeur eines Bataillons im Westen im Felde steht, wurde, nachdem er im Herbst 1915 das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielt, nunmehr auch vor einiger Zeit vom Fürsten mit dem Lippischen Kriegs=Ehrenkreuz für heldenmütige Tat ausgezeichnet. Die Auszeich nung des tüchtigen und beliebten Führers des Kriegervereins= und Jugendfürsorgewesens hat in dem beteiligten Kreise große Freude hervorgerufen. Das Lippische Kriegsverdienstkreuz erhielt der Landstummann H. Hartmann aus Detmold, z. Zt. verwundet im Reservelazarett des Vereinshauses hiers. Das Fürstlich Lippische Kriegsverdienstkreuz am weißen Bande wurde von Sr. Hochfürstl. Durchlaucht dem Fürsten zur Lippe dem Feldwebelleutnant Gronau vom Rekruten=Depot des 1. Ersatz=Batl. Inf.=Regts. 55 verliehen. Zum Leutnant d. R. befördert wurde der älteste Sohn des Kaufmanns Ed. Fauth in Detmold, Vizefeldwebel Fauth im Inf.=Regt. Nr. 158. — Der Brigade=Kommandeur des 7. Armeekorps traf hier gestern abend aus Münster zur Besichtigung der beiden Ersatz=Bataillone ein. — Aus Anlaß des herrlichen Sieges unserer Hochsceflotte hat zwischen Fürst Leopold und Kaiser Wilhelm ein sehr warm gehaltener Depeschenwechsel stattgefunden. — Kriegerwitwen können den Antrag auf Witwengeld aus der Invalidenversicherung auch noch nach Ablauf eines Jahres seit dem Tode des Ehemannes bei dem Versicherungsamte stellen. Dieses gilt auch für Witwen, die bereits wegen Fristversäumung einen ablehnenden Bescheid erhalten haben. — Krieusmaßnahmen im Zeitungsgewerbe. Zu der Bekannimachung über Druckpapier hat der Reichskanzler nunmehr Aur. fuhrungsbesuimmungen erlassen, nach denen der Kriegswirtschaftsstelle für das deutsche Zeitungsgewerbe ein Beirat beigegeben wird, der aus Vertretern der beteiligten Gewerbe besteht und über grundsätzliche Fragen des Popierverbrauchs zu hören ist. Es wird ferner die kosterlose Abgabe von Sonderblättern(Extrablättern), abgesehen von soichen. deren Ausgabe die Oberste Heeresleitung als erwünscht bezeichnet, verbeien. Son erbeilagen zu den Zeitungen dürfen nicht erweitert ode: vermehrt werden. Die Beifügung von Prospekten, Reklumen und achen bleibt dagegen gestattet. — Lederleim, Knochenleim, Knochengelatine. Die Handelskammer zu Detmold bittet die Firmen derjenigen Industriezweige, die an der Veiwendung von Lederleim, Knochenlein und Knochengelatine beteiligt sind, um umgehende Auskunft über die Höhe und Dringlichkeit des monatlichen Bedarfs, sowie über die Frage, inwieweit die Möglichkeit der Verwendung eines Ersatzstoffes für die bezeichneten Erzeugnisse besteht. — Der Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften e. B., Berlin, hielt in Gotha seinen 9. Verbandstag ab, der aus allen Teilen des Reiches überaus besucht war. Vertreten waren außerdem die Regierung, die Stadt Gotha, eine große Zahl Verbände des Kleinhandels und des Genossenschaftswesens Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz. Der vom Verbandsdirektor, Herrn Dr. Biller=Berlin, gegebene Vorstandsbericht stellt fest, daß von sämtlichen in Betracht kommenden Einkaufsgenossenschaften 88 Prozent dem Verbande angehören und daß 90 Prozent aller einkaufsgenossenschaftlich organisierten Kolonialwarenhändler Deutschlands im Verbande zusammengefaßt sind. Der Bericht zeigt eine lebhafte Entwicklung der Genossenschaftsbewegung und weist auf die Unterstützung des Reichstages, der Reichs= und Staatsregierungen hin. In einer Entschließung stellte der Verbandstag mit Bedauern fest, daß in den auf Veranlassung der Reichsregierung gegründeten Kriegsgesellschaften die Kleinhandelseinkaufsorganisationen nicht berücksichtigt sind, obtvohl die Aufgaben der Kriegs=Gesellschaften im wesentlichen eine Tätigkeit umfassen, die für den Kleinhandel von größtem Interesse ist. Der Verbandsvorstand wurde beauftragt, für eine geeignete Beteiligung an den Kriegsgesellschaften bemüht zu sein. Zu Frage der Lebensmittelversorgung und Einkaufsvereine während des Krieges nahm der Verbandstag einstimmig folgende Entschließung an:„Der 9. Verbandstag des Verbandes deutscher kaufmännischer Genossenschaften verlangt, daß bei der Lebensmittelversorgung die Einkaufsvereinigungen als Großkäufer berücksichtigt werden und beauftragt den Verbandsvorstand, mit allem Nachdruck gegen jede ungleiche Behandlung zwischen Einkaufsverein und Großhändler Stellung zu nehmen. Der Verbandstag erwartet von den Vereinen, daß sie den von den Behörden ihnen gestellten Bedingungen gerecht werden. Glaubt ein Verein, die Bedingungen der Behörden nicht erfüllen zu können, so hat er sich vor endgültiger Ablehnung an die Verbandsleitung zu wenden.“— Weiter wurde festgestellt, daß die vielfachen Verordnungen seit Kriegsausbruch von den Kaufleuten und von den Ueberwachungs Behörden kaum gekannt werden können, zum Nachteil des Handels. Der Verbandstag fordert eine Vereinheitlichung und Vereinfachung aller Kriegsverordnungen. Die übrigen Punkte betrafen innere Angelegen heiten des Verbandes. Verbandsvorstand und Ausschuß wurden einstimmig wiedergewählt. — Sommertheater. Das Sommertheater bringk uns am Freitag, den 9. Juni, eine Lustspiel=Neuheit von besonderem Reiz. Ein frisch=fröhliches Spiel voll froher Laune und Behaglichkeit ist es, das die Verfasser„Als ich noch im Flügelkleide“ nannten. Kehm und Frehße haben hier ein heiteres Werk in vier Aufzügen geschaffen, welches sich mit seinem goldenen Humor rasch die Gunst des Publikums errang. Die „Wiener Bürger=Zeitung“ schreibt:„Und siehe da, es war sehr gut“, lautete die allererste Kritik, die vor fast sechs Jahrtausenden über irdische Dinge gefällt worden ist, und dieses alte Wort kann man mit gutem Recht nachsprechen, wenn es sich um das Urteil über das Lustspiel„Als ich noch im Flügelkleide...- handelt. Die beiden Autoren haben der deutschen Luftspielbühne eine äußerst liebenswürdige Gabe dargeboten... Ist der Stoff gut gewahlt und erfunden, so kommt dem Erfolge nicht minder zustatten die flotte Sprache, die mit vielen drolligen Witzfunken durchsetzt ist. Mancher gute Scherz ging freilich im schnellen Tempo der Aufführung scheinbar verloren, aber oft genug hörte man doch im Zuschauerraum das unterdrückte Lachen, das ein seinerer Gradmesser für den tatsächlichen Erfolg ist als der Beifall bei den Aktschlüssen. Aber auch an dem fehlte es nicht. Nach dem zweiten und dritten Akt mußten die beiden Verfasser mit den Darstellern sich — Verschiedenes. Die Krieger=Sanitäts=Kolonne hielt am Montagahend im Gasthof Losch eine Uebungsstunde ab.— Nachdem der bisherige Führer des Ers.=Batl. Insanterie=Regiments Nr. 67, Hauptmann Francius ins Feld gerückt ist, ist die Führung des Bataillons Major Wagner übertragen worden.— Bei dem am letzten Sonntag hier abgehaltenen Fußballwettspiel der ersten Mannschaften der Turnvereine Lage und Brake siegte der Turnverein Brake mit 36 zu 43 bezw. 41 zu 54 Bällen.— Ein Einbruchsdiebstahl wurde hier in der Wohnung einer einzelnen Dame verübt. Die Diebe speisten und nahmen andere Gegenstände mit. Bad Salzuflen. — Abgeordneten=Versammlung der Vaterländischen Frauenvereine in Lippe. Von den Mitgliedern des hiesigen Zweigvereins hat eine größere Anzahl Damen ihre Beteiligung als„unbestimmt" hingestellt. Um etwaigen Enttäuschungen bei nachträglicher Teilnahme vorzubeugen, erlauben wir uns, darauf hinzuweisen, daß diese Mitglieder beim Nachnittagskaffee nur soweit berücksichtigt werden können, als Platz vorhanden ist. — Unfall. In dem Betriebe von Hoffmanns Stärkefabriken(Abteilung: Strohkraftfutteranlage) ist die Arbeiterin Johanne Husemann aus Werl zu Unfall gekommen. Sie war mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt, hierbei ausgeglitten und in die neben den Mischmaschinen laufende Transportschnecke geraten. Der Unfall hatte eine Verletzung des rechten Unterarmes und eine Ellenbogenwunde am Untevorm zur Folge. Die Verletzte ist in das Hoffmannsstift geschafft worden. Morgen=Depeschen. Eigene Draktnachrichten der Lipp. Landes-Zeitung. Zur Rede des Reichskanzlers. tu. Budapest, 7. Juni. Die Rede des deutschen Reichskanzlers, namentlich der Teil, der sich mit den Friedensaussichten beschäftigt, löst hier einen sehr tiefen Eindruck aus. Auch in den hiesigen diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß es zwecklos wäre, der Entente weitere Friedensangeboie zu machen. Das„Neue Pester Journal“ schreibt, es wäre verlorene Liebesmühe, noch weiter mit denen von Frieden zu sprechen, die nicht hören wollen. Die Enteute kann noch weiter kämpfen, aber wir sind und bleiben die Stärkeren. Freilich wachsen auch unsere Opfer, aber ebenso schwer werden unsere Friedensbedingungen sein, wenn wir sie eines Tages nicht mehr anbieten, sondern aufzwingen werden. „Budapesti Hirlap“ schreibt, die Entente werde wohl einsehen müssen, was es bedeutete, als der Kanzler von der Aeuderung der Kriegskarte sprach. Bei Verdun, am Rande der Tiroler Ebene und in Rußland donnern die Kanonen, welche uns den endgültgien Sieg bringen werden, und so wird der Friede auch ohne die Zustimmung der jetzigen Ententeführer zustandekommen. Aber dieser Friede wird katastrophal für die Entente sein. Deutsche Vorpostenschiffe. wotb. Kopenhagen, 7. Juni.„Berlingske Tidende“ meldet aus Malmö: Ein deutsches Vorpostenschiff verfolgte gestern einen englischen Dampfer im Sunde in nördlicher Richtung. Der Dampfer entkam nach Helsingburg und fuhr später auf schwedischem Seegebiet weiter. Der schwedische Dampfer „Garm“ wurde gestern südlich des Sundes von einem deutschen Schiffe aufgebracht und aach Swinemünde geführt. Nachwirkungen der Seeschlacht. tu. Sofia, 7. Juni. Geschwos Organ„Mir“, das vor dem Kriege anglophil war, schreibt, daß Englands unbesiegte Seemacht heute nur noch eine alte Mär sei. Zum Untergang der„Hampshire“. tu. Haag, 7. Juni. Die„Central Nei?“ mek den aus London: Ein englisches Kriegsschiff bestätigk die Anwesenheit von zwei Unterseebooten in der Nähe der Orkneyinseln. Infolge des herrschenden Sturmes konnte niemand gerettet werden. 6 Leichen wurden geborgen. Mit Lord Kitchener befanden sich 22 Stabsoifiziere an Bord der„Hampshire". Zum Tode Kitcheners. ku. Kopenhagen, 7. Juni.„Berlingske Tidende" verbreitet durch Extrablatt Kitcheners Untergang auf dem Kreuzer„Hampshire“ und schreibt, in der englischen Botschaft weiß man nichts näheres als daß von ihr bekannt gegebene Telegramm. Das Blatt erhielt auf die Frage, ob die Gesandtschaft sich zu einem Beileidstelegramm veranlaßt sehe, von dem Gesandten die Antwort, es sei bekanntlich Krieg in Europa, und man müsse auch auf dies vorbereitet sein. Das Blatt meint, daß Kitcheners Reise ein intimeres Zusammenarbeiten mit der russischen Heeresleitung bezwecken sollte, und bezeichnet das Unglück als eines, das die Allgemeinheit in England betrifft. Der Tod traf Kitchener in seinem zähesten Wagemut, der nicht nur sachlich sehr viel bedeutet, sondern auch rein persönlich unbegrenzten Wert hatte, ja noch mehr: er traf den Mann, an den England glaubte.(Kölnische Zeitung.) Pressestimmen zum Tode Kitcheners. wtb. Berlin, 7. Juni. Zum Untergange Kitcheners und seinen Fall auf der„Hampshire“ sagt das „Berliner Tageblatt": England sammelt unheimliche Tage. Nach der verlustreichen Niederlage im Ypernraum, nach dem Verlust der größten Seeschlacht aller modernen Kriege ist der Tod des Mannes hinzugekommen, der den Engländern als Autorität in allen Fragen des Landkrieges galt.... Er war unser härtester, grausamster Fcind, der Befürworter der gegen Englands Gegner so gern angewandten Aushungerung und der Anhänger des skupellosesten Gebrauchs aller, auch der grausamsten Kriegsmittel. Deutschand gedenkt bei seinem Tode des alten Wortes: Der Götter Mühlen mahlen langsam, aber fein! Im„Lokalanzeiger“ heißt es: Daß Kitchener den Tod auf dem Schlachtfelde sterben werde, sei von jeher unwahrscheinlich getoesen, denn den Krieg habe er meist gegen Araber und halbnackte Wilde geführt. Mit ihm sei jedenfalls ein großer und geschickter Organisator, aber auch einer der größten Deutschenfeinde dahingesunken. Sein Verlust für England sei schwer. So wenig Tränen, ihm als Mensch nachgeweint werden dürften: wer seine Stellung in der britischen Armee ausfüllen könnte, sei eine offene und ominöse Frage. Die„Vossische Zeitung" bezeichnet Kitchener als einen Typus des größeren Englandtums mit seinen guten und schlechten Eigenschaften. Die„Kreuzzeitung“ sagt, eine ebenso grimmige wie berechtigte Freude sei in Deutschland ausgelöst worden, daß abermals durch unsere Marine ein Mann den Tod gesunden habe, der zu den gefährlichsten Schürern des Weltkrieges gehöre. Wenn je die Weltgeschichte das Weltgericht gewesen, so in diesem Augenblick, da das totbringende Geschoß in die Flanken des englischen Schiffes fuhr, das Englands Führer nach Rußland bringen sollte, wo er wahrscheinlich den letzten verzweifelten Widerstand der Russen gegen die eiserne Umklamerung organisieren sollte. Englische Berichte von der Westfront. tu. Retterdam, 7. Juni.„Times“ erfahren aus dem englischen Hauptquartier, daß die Kämpfe am vorspringenden Teil der Ypernstellung südlich Hooge sehr blutig sind. Nachdem es den Kanadiern gelungen war, Meter um Meter nahezu die ganze vom Feinde eroberte Linie wieder zu besetzen, befanden sie sich wiederum unter demselben schrecklichen Geschützfener wie beim ersten feindlichen Angriffe am Freitag, sodaß es unmöglich war, die wieder eroberte Stellung zu halten. Die Kanadier erlitten schwere Verluste bei dem nie vorher. gesehenen, fast unglaublichen Munitionsverbrauch und der riesigen Geschünzzahl.(Berliner Tageblatt.) Französische Umtriebe in Sparien. tu. Madrid, 7. Juni. Die spanische Presse beginnt die Umtriebe des hier und in Barzelona zugelassenen frauzösischen Generalkonsuls aufzudecken. Dieser hat sich damit beschäftigt, an spanische Arbeiter, zum Teil sogar an spanische Soldaten französische Pässe zu besorgen, um sie zum Eintritt in das französische Heer und zum Ueberschreiten der französischen Grenze zu bewegen. Eine hiesige Zeitung droht mit der Veröffentlichung solcher Pässe und verlangt die sofortige Abberufung des bloßgestellten Generalkonsuls, der sich auf eine ungehörige Weise gegen die spanische Neueralität vergangen hat. Aus Däuemark. wotb. Kopenhagen, 7. Juni. Das Ministerium des Innern erließ gestern eine Bekanntmachung, daß der Minister des Innern nach dem Gesetz vom 17. Mai 1916 ermächtigt ist. Personen dänischer Abstammung, die in den Listen der däuischen Wehrpflichtigen eingetragen sind oder waren und in keinem fremden Staate Bürgerrecht haben, das dänische Staatsbürgerrecht auf ihr Gesuch zu verleihen. Die Gesuche müssen innerhalb drei Wochen eingereicht werden. Bei allen sind die dänischen Militärpapiere, die Geburtsscheine des Autragstellers und seiner Eltern, die dänischen Aufenthaltsbescheinigungen usw. beizufügen. Aus Schweden. wtb. Stockholm, 7. Juni. Der König hat aus Anlaß seines Namenstages dem Ministerpräsidenten Hammarskjöld und dem Minister des Aeußern Vallemberg den Serafinenorden verliehen. Arbeitseinstellung in Schweden. wtb. Christiania, 7. Juni. Nachdem im Oresthing die Regierungsvorlage über das obligatorische Schiedsgericht in dem bestehenden großen Arbeiterkouflikt angenommen worden war, haben die Vertreter der Gewerkschaften die Arbeitseinstellung in allen mit Sperre bedrohten Betrieben beschlossen. Die Einstellung der Arbeit erfolgt heute abend. Auch alle ohne Kündigungsfrist angestellten Arbeiter werden heute abend gleichfalls die Arbeit einstellen. Wo mit Kündigungsfrist gearbeitet wird, sollen die den Laudesorganisationen angehörenden Arbeiter sofort kündigen. Die Einstellung der Arbeit erfolgt auch in den staatlichen und kommunalen Betrieben. Der bulgarische Vormarsch. ku. Von der Schweizer Grenze, 7. Juni. Die Havas= Agentur meldet: Die Bulgaren haben die Ortschaft Eiapetra besetzt. Die russische Offensive. lu. Berlin, 7. Juni. Der Kriegsberichterstatter des„Berliner Tageblatts“ meldet unterm 6. Juni: Der zweite Tag der allgemeinen russischen Artillerievorbereitung von Conntag, 4. Juni. An einzelnen Stellen der gesamten südrussischen Front unternahmen die feindlichen Massen Infanterieangriffe. In menreren hinter einander liegenden Ansturmwellen wurden diese zurückgeschlagen. Go setzte der Feind seine verlustreichen Versuche von neuem, stellenweise ein Dutzend mal hintereinander fort. Die Beschießung unserer Gräben war geradezu überwältigend. Monatelang haben die Russen Munition gespart und gesammelt, um sie heute in ungeheuren Meugen zu verschießen. Die Schlacht ist noch nicht abge. schlossen. Noch donnern die russischen Geschütze, und der Feind treibt immer ganz frische Kräfte zum Sturm vor. tn. Budapest, 7. Juni. Die Zeitung„Seava“ melder von der bessarabischen Greuze, daß bei Bojan ein#ußerordentlich heftiger Infanteriekampf tobt. Bei Feranci verden ungeheure Truppenmassen zusammengezogen und bei Lipkani namentlich Kavallerie. Alle Vorbereitungen lassen darauf schließen, daß sich die Russen auf langwierige Kämpfe einrichten. Das russische Hauptuartier befindet sich in einer kleinen Ortschaft nahe bei Lipkani. Die Stimmung in Athen. tu. Athen, 7. Juni. Der Namenstag des Königs Konstantin wurde ganz besonders feierlich begangen und gab dem Volke Gelegenheit zu lebhaften und herglichen Bekundungen der Verehrung für seinen Herrscher. Besonders bezeichnend für die gegenwärtig berrschende Stimmung gegen Deutschland war die Haltung des Volkes gegen den deutschen Gesandten von Hirbach und den Legationssekretür v. Basse. witz, als sle sich nach beendeter kirchlicher Feier ins königliche Schloß begaben. Sowie die Volksmeuge ihrer ansichtig wurde, brachen stürmische, minutenlage Rufe: Es lebe der Kaiser! und: Es lebe Deutsch. land! los. Offiziere, Soldaten und Bürger drängten an das Automobil der beiden Diplomaten heran, drückten ihnen in spontanem Ausdruck überquellender Freude und Sympathie die Hände. In allen Zentren Atheus herrscht eine gehobene Stimmung, wie als ob die Griechen den Seefieg selbst gewonnen hütten. Bisher veröffentlicht nur„Atropolis“ einen bedeutenden Artikel über den deutschen Sieg, der wieder einmal beweise, was deutsche Wissenschaft, Rührigkeit. Organisation und Technik leisten könne. Zum Tode Inanschikai“s. wotb. Peking, 7. Juni. Nach einer Meldung vom 6. Juni ist Juanschikai an Uramie gestorben. Vizepräsident ZuamuHung hat einstweilen die Präsidentschaft übernommen. Aus den Nachbargebieten. Bad Ocynhausen, 5. Juni. Die vorjährigen Erfolge auf dem Gebiete der Nahrungsmittelzufuhr haben den Magistrat veranlaßt, auch in diesem Jahre wieder Abschlüsse zu machen. Dank der Fürsorge ist es möglich gewesen, den Ansprüchen unserer Gäste in weitestem Maße zu genügen, so daß die Verpflegung derselben nichts zu wünschen übrig läßt. Paderborn, 4. Juni. Komparation der Adjektiva oder die Voraussetzungen einer Kriegsheirat. Im„Westf. Volksbl.“, dem bekannten Zentrumsorgan, findet sich die folgende gelungene Heiratsanzeige, die mindestens den Reiz einer nicht gerade alltäglichen Zahl von Beiwörtern hat: Aufrichtig! Ein alleinstehender, solider, nüchterner, friedlicher, braver, katholischer Witwer in den 50er Jahren, von angenehmem, lieblichem Aeußern, sehr gutem Gemüt, mit gutem Einkommen, will sich umständehalber wieder verehelichen. Aeltere, einfache, stille, friedliche, katholische Damen, auch Witwe bis in die 50er Jahre, welche sich noch ein wirklich gutes, stilles, friedliches, gemütliches, sorgenfreiel Eheleben wünschen, wollen vertrauensvoll gefl. Briefe an mich richten. Zugegriffen! Wo fände man sonst, und zumal in Kriegszeiten, eine solche Unzahl von guten Dingen auf dein Haufen!? Hildesheim, 5. Juni. Die 25 Jadre alte Tochter des Restaurateurs Brinkop und ein jüngeres Dienstmädchen wollten in der Schankwirtschaft„Tivoli“ spät abends nach Beendigung der Arbeit noch em Bad nehmen. Wahrscheinlich durch ausgeströmte Gase des Badeofens erlitten die beiden Madchen eine Gasvergiftung und starben, da keine Hilfe zur Stelle war. Lüneburg. 4. Juni. Nach Abzug der an die Nationalstiftung abzuführenden Gelder und der sonstigen Unkosten hat die Billungnagelung einen in Lüneburg zu verwenden Beirag von rund 14 500 ergeben. Hamm, 5. Juni. Der Landwirt Limberg aus Werries bei Hamm wurde zu 6000 Mark Geldstrafe verurteilt. Limberg hatte, als er aufgefordert wurde, seine Heuvorräte anzugeben, angegeben, er besitze nur 30 Zentner. Nähere Feststellungen der Behörden ergaben, daß er aber 100 Zentner Heu vorrätig hatte. Er lehnte es auch ab, an die Militärverwaltung Heu abzugeben, als er von der Gemeindeverwaltung dazu aufgefordert wurde. Das Schöfsengericht in Hamm setzte gegen den patriotischen Landwirt eine Geldstrafe von 0000 Mark fest. Limberg sowohl wie der Amtsanwalt legten Berufung ein. Vor der Strafkammer in Dortmund beantragte der Staatsanwalt außer der Geldstrafe noch vier Wochen Gefängnis. Das Gericht beließ es bei der Geldstrafe, erklärte aber die verschwiegenen Heuvorräte dem Staate verfallen. Da der verurteilte Landwirt jüngst einen Hof für 220000 Mark verkaufte und ein Barvermögen von 189000 Mark besitzt, dürfte ihn die Geldstrafe nicht allzu schwer treffen. Noch etwas ist der Erwähnung wert: bis in die jüngste Zeit war Limberg nur mit einem Steuersatze von 6 Mark eingeschätzt! Briefkasten. Gfr. Th. S. Weshalb Ihr Bekannier, trotzdem er schon seit Februar 1915 zum Militär gekommen, noch immer nicht an der Kront geschickt ist, darüber können nur die militärischen Vorgesetzten Auskunft erteilen. W. O. 189. Wenn Sie schon so lange in Lippe ansässig sind, raten wir Ihnen, sich durch Ihre miltärischen Vorgesetzten für die Verleihung des Lippischen Kriegsverdienstkreuzee beim Fürstlich Lippischen Militär= Kabinett in Dermold in Vorschlag bringen zu lassen. Die Bestimmung, daß die Lippischen Kriegsauszemnungen nur an lippische Staatsangehörige verliehen werden, findet sich wohl in der diesbezüglichen Verordnung des Bundesrats vom 7. Juni 1915, aber nicht in der Stiftungsurkunde vom 8. Dezember 1914. Nr. 100 Munster. 1. Siehe die vorbergehende Briefkastenbeantwortung W. O. 100. 2. Die Verpflegungsgebührnisse von 1.50 J täglich für beurlaubte Unteroffiziere und Mannschaften sind an die Bedingung gebunden, daß die Beurlaubten Freiheit auf der Bahn erhalten, also ihren Urlaub zur Reise in die Heimat benutzen. Gottesdienste in Detmold. Reformierte Siebftirc.. Mittwoch, den 7. Juni 1916. Abends 8½ Uhr: Kriegsbetstunde. Pastor Lohmever. des Cruttabebens kn Donnerstag, den 8. Juni 1916. Abends 8 Uhr: Kriogsandacht. Pastor Menges. Für den gesamten Inhalt verantwortlich Max Staercke: Druck und Verlag der Meyerschen Hofbuchdruckerei in Detm=Id. SANE Wegen Heirat des letzigen zum 1. Juli in besser. Haushalt 11 Kind) älteree, in aller Oausarbeit ersahrenes Mädchen geuct weihet and eunos en kann. 41548 Offerten mit Bild erbittet Gras lolte Bresimasz,. Mülbeim=Rudr, Werdener Wen 6. Fran oder Mädhen, gesetzten Alters, häuslich u sauber, für kl. Hausbalt salte Dame und Sohn! in Badeort gesucht. Kreie Station und kleine Berattiung, da leichte Stelle. Schriftl. 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