Altestes und verbreitetstes Blatt des Fürstentums und der angrenzenden Bezirke Die„Lippische Londenzettung“ mit den unentgeltlichen Bellagen„Gut Brand“,„Der Landwirt“. Jedem Etwas“ und„Blkter für Lippische Heimathunde“ erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage ibglich. eee e.. Geschäftostalle: Detmold, Laopoldstraße 12. Fernsprecher Nr. 29. Telegramm=Adresse: Landeszeitung Detmold. Vertretungen in allen Orten des Landes. Bei der Geschästostelle und den Vertretungen für“ Jahr M. 2.25, für 2 Monate M. 1.50, für 1 Monat M. 0.75. Bei der Post für ½ Jahr M. 2.25, für 2 Monate M. 1.50, für 1 Monat M. 0.75. Postbestellgeld für ½ Jahr M. 0.42, für 2 Monate M. 0.28, für 1 Monat M. 0.14. Anzeigen werden für Lippe mit 15 Pfennig, für Auswärts mit 20 Pfennig die kleinspaltige Kolonelzeile oder deren Raum berechnet Nehlamezelle 75 Pfg. Kompkizierte Anzeigen werden mit 50% Aufschlag berechnet. NS 103 Oetmold, Mittwoch, den 3. Mai 1916 149. Jahrgang — Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauptquartier, 2. Mai 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Loos drang in der Nacht zum 1. Mai eine stärkere deutsche Offizierspatrouille überraschend in den englischen Graben ein. Die Besatzung fiel, soweit sie sich nicht durch die Flucht retten konnte. Maasgebiet haben sich die Artillerie=Kämpfe verstärkt, während die Infanterie=Tätigkeit links des Flusses auf Handgranatengefechte vorgeschobener Posten nordöstlich von Avocourt beschränkt blieb. Südlich der Feste Douaumont, im Caillettewalde, wurde ein französischer Angriff von unseren Truppen in mehrstündigem Nahkampf abgeschlagen. Unsere Stellungen sind restlos gehalten. Wie nachträglich gemeldet wurde, ist am 30. April ein französisches Flugzeug über der Feste Chaume, westlich und über dem Walde von Thierville, südwestlich der Stadt Verdun, im Luftkampf zum Absturz gebracht worden. Gestern schoß Oberleutnant Voelke sein 15., Oberleutuant Freiherr von Althaus über der Feste St. Mihiel sein 5. feindliches Flugzeug ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Balkan=Kriegsschauplatz. Es hat sich nichts wesentliches ereignet. Oberste Heeresleitung. Marincluftschiff= und Flugzeuggeschwaderangriffe im Osten. wotb. Berlin, 2. Mai.(Sonderdepesche.) Am 1. Mai wurden die militärischen Anlagen von Moonsum und von Pernau von einem Marineluftschiff mit gutem Erfolge angegriffen. Das Luftschiff ist unbeschädigt gelandet. Gleichzeitig belegte ein Geschwader unserer Seeflugzeuge die militärischen Anlagen und die Flugstation von Papenholm auf Lesel mit Bomben und kehrte unversehrt zurück. Gute Wirkungen wurden beobachtet. Ein feindliches Flugzeuggeschwader wurde an demselben Tage gegen unsere Marineanlagen in Windau angesetzt, mußte aber, durch die Abwehraeschütze gezmungen, unverrichteter Sache zurückkehren. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Oesterreich-ungarischer Bericht. Italienische Angriffe in den Dolomiten abgeschlagen. wth. Wien, 2. Mai. Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz Die Lage ist unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Bei den Kämpfen im Adamello=Gebiet wurden 87 Alpini gefangen genommen. In den Dolomiten griffen die Italiener heute früh unsere Stellungen auf der Croda del Ancona und am Rufueddo an. Beide Angriffe wurden abgeschlagen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Maifeier und Weltkrieg. Die Tatsache, daß eine sozialistische Maifeier wegen des Weltkrieges zum zweiten Male unmöglich geworden ist, hat ihren Eindruck auf die Maibetrachtungen der sozialdemokratischen Presse nicht verfehlt. Gab dieser sonst der 1. Mai legenheit, die sozialistische Internationale als„stärkste Friedensmacht" zu preisen, so macht sie jetzt aus der Ohnmacht jener Internationale für die Friedensbewahrung kein Hehl; hat sie früher gerade am 1. Mai die Einheit des internationalen Sozialismus gerühmt, so wird jetzt seine Jerklüftung als das Ergebnis der Verschiedenheit der geschichtlich nationalen Bedingungen, unter denen die Arbeiterbewegung in den einzelnen Ländern sich entwickelte, für die Kriegs=, Gewerkschafts=, Genossenschafts=, Arbeitslosen= und Einwanderungsfrage usw. offen eingeräumt. Auch die Stimmführer der radikalen Richtung wollen gegenwärtig die Einheit der Arbeiterklasse nicht behaupten und vertrösten in dieser Beziehung auf eine bessere Zukunft. Für das Zentral= organ der sozialdemokratischen Gewerkschaften aber ist es ohne Zweifel kein Zufall, wenn es in seiner Nummer vom 29. April anstatt einer Maibetrachtung ein neues Bekenntnie zur sozialdemokratischen Politik vom 4. August ablegt. Das„Correspondenzblatt“ sagt darin u. a.: „Mit dem deutschen Lande, seiner Unverletzlichkeit durch freinde Eroberung, verteidigen wir die materiellen Grundlagen seines Volkes, die deutsche Volkswirtschaft und deren geistigen Ueberbau, die deutsche Kultur, in der wir leben und unsere Kinder erziehen, in der deutschen Wirtschaft die Gewerkschaften und alles, was diese für die deutsche Arbeiter schaft errungen haben. Mit ihrer ganzen Existenz, mit ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind unsere Gewerkschaften in der deutschen Volkswirtschaft verankert. Es hieße sie von diesem Boden trennen, sie von den Wurzeln ihrer Kraft losreißen, wollten wir das Vaterland in diesen Stunden. Tagen und Jahren der Gefahr im Stiche lassen. Mit der Verweigerung der Kriegskredite geben wir die eige nen Volksgenossen, unsere Verteidiger, den Feinden preis, die beim Zurückziehen unserer Hecre an die Reichsgrenzen dort keineswegs Halt machen, sondern ihnen folgen und den Krieg in unser Land tragen würden. So ist die Politik des 4. August 1914, die Politik deutscher Selbsterhaltung, auch heute noch die einzig richtige für unser Volk. Sie ist zugleich die Politik der Selbsterhaltung der gesamten deutschen Arbeiterbewegung.“ Hiermit berührt sich die Maibetrachtung der revisionistischen Frankfurter„Volksstimme“ insofern, als sie in dem Nachweise gipfelt, daß die sozialistische Internationale die richtige Abarenzung ihres Verhältnisses zum Vaterlande noch nicht erreicht hatte, und deshalb fordert: „Die Internationale muß sich abfinden nicht nur mit dem Nationalbegriff, sondern sie muß ihn machen zur Triebkraft der Entwicklung. Sie muß dahin komnen, daß sie statt allgemeiner Thesen bestimmte Programme sich gegenseitig er gänzenden Wirkens im nationalen Rahmen aufstellt und ihre Durchführung kontrolliert und korrigiert. Das aber muß in allen Ländern recht stark die Sozialdemokratie auf den Staat hinweisen, als auf die Grundlage ihres Wirkens, die nicht zu bestreiten, nicht abzulehnen ist, sondern so bearbeitet werden muß, daß daraus reife Frucht erwächst.“ Die frühere Verleugnung dieses Standpunktes durch die Praxis der sozialdemokratischen Politik gehört zu den Umständen, von denen sich unsere Feinde eine rasche Niederlage Deutschlands versprachen. Denn das Frankfurter Sozialistenblatt hat nur zu sehr recht, wenn es schreibt: „Wäre es immer so gewesen, daß selbst der oberflächlichste Beurteiler erkennen mußte: in der Stunde der Gefahr steht auch die deutsche Sozialdemokratie zum Vaterlande!, dann hätte man in Kreisen der Entente nicht auf falsche Spekulationen kommen können. Daß sie bestanden, dieses wird ja wohl heute von niemand mehr bestritten; in Ententeblättern ist offen die Verwunderung zum Ausdruck gekommen, daß wider alles Erwarten die deutsche Sozialdemokratie sich nicht gegen das„preußische Sustem“ erhebe.“ Die Nutzanwendung auf die sozialdemokratischen Friedenswünsche ergibt sich aus dieser treffenden Darlegung ganz von selbst: je größer und greifbarer die nationale Geschlossenheit des deutschen Volkes bleibt, um so wirksamer ist damit dem Frieden„vorgaarbeitet. Hieran an dem einstigen Weltfeiertage des sozialistischen Intemationalismus, der sich fast als das Gegenteil der„stärksten Friedensmacht" erwiesen hat, auf Grund sozialdemokratischer Ausführungen erinnern zu können, ist ein Zeichen für die läuternde Kraft des Weltkrieges. Strutz für den neuen Wehrbeitrag. Der Senatspräsident des preußischen Oberverwaliungs= gerichts Dr. Strutz schreibt in der„Voss. Ztg.“: Ich hatte auf diesen Ausweg(Erhebung eines neuen Wehrbeitrages) hingewiesen, wenn wir 1917 noch keinen Frieden haben und deshalb die Besitzsteuer nicht erstmalig ordnungsmäßig veranlagen können. Die„Kreuzzeitung“ schrieb daraufhin am 21. März, mein Vorschlag zeige abermals, wie leicht man sich über moralische Bindungen, die bei Einführung einer Steuer eingegangen worden sind, hinwegzusetzen geneigt ist.“ Als jene„Bindungen“ eingegangen wurden, ging aber ihr Sinn schwerlich dahin, daß unter keinen Umständen auch während eines jedes für möglich gehaltene Maß an Dauer und an finanziellen Aufwendungen noch so sehr übersteigenden Eristenzkampfes Deutschlands eine nochmalige effektive Vermögenssteuer nach Art des Wehrbeitrages und in für eine effektive Vermögenssteuer so mäßigen Höhe erhoben werden dürfte. An solche Verhältnisse hat man damals bei jener„moralischen Bindung“ und bei den Bewegungen, sie gesetzlich festzulegen, nicht gedacht, und für solche Verhältnisse konnte man eine solche Bindung vernünftiger weise auch nicht übernehmen. Der gegenwärigte Krieg hat uns gezwungen, uns noch über ganz andere nicht bloß „moralisch“, sondern sogar gesetzlich, ja verfassungsmäßig eingegangene Bindungen hinwegzusetzen, weil sie auf solche Verhältnisse nicht zugeschnitten waren. Man denke nur an die nun schon seit sieben Vierteljahren in ganz Deutschland suspendierten verfassungsmäßigen Grundrechte, an die tagtäglichen Eingriffe in das Privateigentum und die Gewerbefreiheit. Hier wird deutlich gezeigt, was sich hinter der Fadenscheinigkeit der Argumente, die gegen den Wehrbeitrag erhoben werden wird, wirklich verbirgt. Zur Frage der Geschäftsordnungsänderung des Reichstages. Berlin, 2. Mai. Der Hauptausschuß des Reichstages versammelt sich heute mittag zum ersten Mal nach den Osterferien zur Wiederaufnahme seiner Beratungen. Auf der Tagesordnung steht die Erörterung des Etats des Reichstages. Bei dieser Gelegenheit soll der Fall Liebknecht und die mit ihm zusammenhängenden Anregungen auf Abänderung der Geschäftsordnung erörtert werden. Solche Anregungen liegen sowohl von bürgerlichen Abgeordneten als auch seitens der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft (Fraktion Haase) vor. Die ersteren wollen, daß die Machtbefugnisse des Präsidenten gegen Ausschreitungen, wie sie sich der Abgeordnete Liebknecht gegen den geordneten Verlauf hat zuschulden konnnen lassen, erweitert werden, während die Arbeitsgemeinschaft umgekehrt Anträge auf größeren Schutz der Redefreiheit stellen will Zu dieser wichtigen Frage veröffentlicht das„Berliner Tageblatt“, folgende Ausführungen des Reichstagsabgeordneten Prof. Dr. Neumann=Hofer: Wie ich lese, hat mein Fraktionskollege Dr. Heckscher sich in der Presse für eine Aenderung der Geschäftsordnung des Reichstags ausgesprochen. Ich möchte deshalb meinen entgegengesetzten Standpunkt kurz begründen: Zunächst würde ich es sehr bedauern, wenn Herr Liebknecht die Genugtuung erhielte, das Gedenken an seine Ausschreitungen durch eine„Ler Liebknecht“ prewigt zu sehen. Sodann wäre es sehr bedenklich, die fast vollständige Einmütigkeit des Reichstags in der Beurteilung des Liebknechtschen Auftretens durch Maßnahmen zu stören, die scharfe Gegensätzlichkeit hervorrufen müßten. Endlich aber hätte es doch nur dann einen Sinn, zu solchen Maßnahmen zu greisen, wenn sie wirklich geeignet waren, dem Uebel ab zuhelsen. Ist darauf zu hoffen? Bei den vorgeschlagenen Maßnahmen nicht! Die gewaltsame Entfernung eines aus geschlossenen Abgcorducten verbessert die Lage nicht, sondern verschlechtert sie; da wird besser durch Schließung der Sitzung geholfen. Und dadurch, daß man dem Präsidenten unter gewissen Umständen das Recht der sofortigen Wortentziehung gibt. statt der Wortentziehung durch das Haus nach drei maligem Ruf zur Ordnung oder zur Sache, wird auch nich viel erzielt: denn wenn jemand, wie es bei Herrn Liebknech ja leider offenbar der Fall ist, mit kaltem Blut und bewußte: Im Weltenbrand. Criginal=Kriegsroman aus ernster Zeit von mudolf Zollinger. Nachdruck verboten(Alle Rechie vorbehalten.) (45. Fortsetzung.) „Donnerwetter, Madel, du hast recht! Wir nüssen sie drinnen haben, damit wir sie desto icherer schlagen können. Es ist eben nur ein verteufelter Unterschied, ob man eine solche straegische Frage rein theoretisch erörtert, oder ob man der unbarmherzigen Wirklichkeit gegenübersteht. Es ist und bleibt für einen deutschen Mann ein riederträchtiges Bewußtsein, daß sich der Feind in Lande breitmachen darf— und so ein Feind obendrein. Was da zugrunde geht, wird in Jahren nicht wieder aufgerichtet werden können.“ „Wir wollen es uns nicht gar zu düster vorstellen, Papa! Und es steht doch auch in der amtlichen Kundgabe, daß die neuen Entscheidungen zahe bevorstehen.“ „Ja, das steht darin. Und die Leute, die das geschrieben haben, sind keine Aufschneider, die dem Volke Sand in die Augen streuen wollen. Tragen wir's also mit Geduld! Ewig schade bleibt es nur, daß unser General Hindenburg nicht mehr aktiv ist. Wenn wir den noch hätten, würde ich der weiteren Entwicklung der Dinge noch um ein gut Teil zuversichtlicher entgegensehen! Der hat sich das Studium des künftigen Kriegsschauplatzes an unserer Grenze gewissermaßen zur Lebensaufgabe gemacht, und er kannte die Provinz mitsamt den angrenzenden russischen Gouvernements, wie ich unser Mallente kenne. Ich werde nie vergessen, wie er uns mal bei einem Liebesmahl, an dem ich teilnehmen durfte, im Brustton heiligster Ueberzeugung erklärte, er getraue sich, ein halbes Dußend russischer Armeekorps in die Masurischen Seen und Sümpfe zu treiben, daß sie mit Mann und Noß und Wagen elendiglich darin ersaufen müßten. Und er ware der Mann gewesen, Wort zu halten. Aber er wurde leider zur Disposition gestellt, ehe die Stunde der Entscheidung geschlagen hatte.“ „Der Kaiser wird ihm einen würdigen Nachjolger gegeben hoben, Papa! Und wer weiß, vielleicht stellt er den Herrn von Hindenburg wieder an die Snitze einer Armee! Hast du nicht in der Zeitung gelesen, daß sogar der greise Feldgerschau Hasel.t ins Feld gezogen ist?“ „Ja— aber nicht als Heerführer! Doch was hilft es, wenn wir uns hier die Köpfe zerbrechen über Dinge, an denen wir nichts ändern können! Die Hauptsache ist, auf dem Posten zu sein, wenn man uns braucht. Und brauchen kann das Vaterland uns alle, euch Mädel nicht weniger als mich alten Invaliden. Wenn jeder mit Ehren den Platz ausfüllt, auf den ihn das Schicksal gestellt hat, wird der alte Gott seine Preußen schon nicht verlassen!“ So schnell, wie man es nach jener amtlichen Kundmachung vielleicht gehofft hatte, kam die ersehnte Wendung nun allerdings nicht, und die Dinge schienen sich vielmehr vorderhand immer schlimmer gestalten zu wollen. Eines Tages tauchten auch in der nächsten Umgebung von Mallente wieder russische Uniformen auf. Eine Kavalleriepatrouille erschien auf dem Gutshose, und eine Stunde später rückte in Marschkolonne ein ganzes Bataillon an, das gewillt schien, sich zu längerem Verweilen einzurichten. Aber die Leute benahmen sich sehr viel manierlicher als die Kosaken. Der Offizier, der sie befehligte, zeigte sich als ein Mann von guten Sitten und war unverkennbar gewillt, gute Mannszucht zu halten. Er hatte eine längere Unterredung mit dem Rittmeister, und er bewies bei dieser Gelegenheit ritterliches Verständnis für die mannhafte Haltung des patriotischen alten Herrn, der ihm kein Hehl daraus gemacht hatte, daß er mit Inbrunst den Tag herbeisehne, an dem auch der letzte Russe von der preußischen Erde verjagt sei. „Ich kann Ihnen das durchaus nachfühlen, Herr Kamerad,“ sagte er mit einem seinen Lacheln. „Einstweilen aber werden Sie sich schon mit unserer Gegenwart abfinden müssen. Und im Interesse der umwohnenden Bevölkerung möchte ich Sie bitten, für eine korrekte Haltung der Landesbewohner gegen unsere Truppen zu sorgen. Nur solange keinerlei Akte von Feindseligkeit vorkommen, kann ich mich dafür verburgen, daß auch meine Leute sich jeder gewalttatigen Handlung gegen die bürgerliche Bevolkerung enthalten.“ „Für die Bauern innerhalb meines kleinen Machtbereichs stehe ich ein,“ hatte Herr von Raven darauf erwidert.„Hinterlistige Meuchelmörder wie in Belgien und in Frankreich gibt es hier nicht: aber Sie dücsen allerdings auch nicht erwarten, Snione und Vaterlandsverräter zu finden. Da ist untar denen, die ich kenne, auch nicht einer, der nicht bundertmal eher sterden würde, als daß er sich vom Feinde zu einem Werkzeug seiner Absichten mißbrauchen ließe!“ Darauf hatte der Maior weiter keine Antm gehabt, aber sein Benehmen war unverandert hevaleresk und rücksichtsvoll geblieben. Er hatte mit seinen Hauptleuten und einigen Leutnants im Herrenhause Quartier genommen, hatte seine Mannschaften aber nicht in die nächsten Dörfer gelegt, sondern ein Biwak aufschlagen lassen, wo sie in Zelten und rasch hergestellten Strohhütten hausten. Die Verpflegung bedeutete für den Gutsherrn und die zurückgebliebenen Bauern allerdings eine schwere Last, da die Lieferungen nicht mit barem Gelde, sondern mit Anweisungen bezahlt wurden, auf deren Einlösung sich niemand irgendwelche Hoffnungen machte. Aber nach allem, was man unterderhand über die Brandschatzungen und die Brutalitäten der Russen in anderen Teilen der Provinz hörte, mußte man sich doch immer noch glücklich schätzen, so glimpflich davonzukommen. Der Major, der über die Verhältnisse im Herrenhause merkwürdig genau informiert schien, hatte den Wunsch ausgesprochen, auch den Damen des Hauses vorgestellt zu werden, und der Rittmeister hatte diesem Wunsche entsprochen. Mit einer Galanterie, die unter den obwaltenden Verhältnissen nicht ohne eine Beimischung von unfreiwilligem Humor war, hatte sich der Russe bei Hertha und Helga wegen der Ungelegenheiten entschuldigt, die er ihnen zu seinem Bedauern verursachen müsse, und er hatte durchblicken lassen, daß er sich Hoffnung auf einen angenehmen gesellschaftlichen Verkehr zwischen der Familie seines unfreiwilligen Gastgebers und seinen Offizieren mache. In dieser Hinsicht aber hatte er die vaterländische Gesinnung und den Preußenstolz des Rittmeisters doch falsch eingeschätzt. Die Herren wurden gastfrei und rücksichtsvoll bewirtet, sie aber mußten allein im Spetsezimmer taseln. Die Töchter des Hauses kamen ihnen nicht mieder zu Gesicht, und der Rittmeister selbst beschränkte seinen Verkehr mit den unerwünschten Gasten auf das unumgänglich Notwendige. Einmal aber geschah es doch, daß der Major mit ihm zusammentraf, als der alte Herr mit seiner alieren Tochter in einem abgelegenen Teil des„Parkes promenierte, und daß er sich aus Grunden selbitnerstandlicher Hüflichkeit der Unterhaltung nicht entziehen konnte, die der Russe in zuvorkommender Weise anknüpfte. Gleich den meisten Petersburger Gardeoffizieren sprach der Major ein vorzügliches Deutsch, und mit erstaunlichem Freimut gav er im Laufe des Gespräches, bei dem Hertha nur die stumme Zuhörerin machte, zu erkennen, daß er in den Innersten Tiefen seines Herzens sogar lebhafte Sympathien für Deutschland hegte. „Die Suppe, die wir jetzt ausessen müssen,“ meinte er,„haben uns nicht unsere Völker, sondern einzig unsere Herren Diplomaten eingebrockt. Von unserm Bündnis mit Frankreich will ich ja nicht reden. Das war eine Notwendigkeit, und mit einigem guten Willen auf allen Seiten hatte es den europäischen Frieden durchaus nicht zu gefährden brauchen. Aber zu der Allianz zwischen Rußland und England hätten Ihre Politiker es niemals kommen lassen dürfen. Bei Licht besehen, gibt es ja gar nichts Unnatürlicheres als diesen Zusammenschluß. Ueberall in der Welt, wo unsere wichtigsten Interessen in Frage kommen, steht uns England als Mitbewerber, wern nicht als heimlicher Gegner gegenüber! Und wenn die große Abrechnung nach diesem Kriege beginnt, werden da vermutlich die schärfsten Gegensätze zutage treten— Gegensatze, von denen heute noch tein Mensch wissen kann, ob sie sich auf friedlichem Wege werden austragen lassen. Ich bin ja weiter nichts als ein einfacher Soldat, aver ich glaube, wenn Sie im letzten Jahrzehnt einen Bismarck an der Spitze Ihrer Geschafte gehabt hätten, würde die alte Freundschaft zwischen unseren Ländern wohl schwerlich zugunsten dieser neuen, gekünstelten Freundschaft zwischen Rußland und England in die Brüche gegangen sein!“ Der Rittmeister hatte ihn ausreden lassen, nun aber polterte er ziemlich derb dazwischen: Wer hat denn die alte Freundschaft zwischen unseren Landern gestört? Wir doch gewiß nicht! Um die hohe Politik habe ich mich nie gekümmert. Dazu sind Leute da, die es besser verstehen als wir beide Herr Major! Aber ich habe zwei gesunde Augen im Kopf, und ich habe von meinem Platz hier an der Grenze aus seit Jahren mit stillem Ingrimm beobachtet, wie da drüben be Ihnen alles ganz planmäßig und systematisch auf den Ueberfall hingearbeitet hat, der jetzt ins Werk gesetzt worden ist. Um nur eins herauszugreisen. Sind wir nicht in den letzten Jahren mit Spionen erade zu überschwemmt worden? Hat sich's Ihre Regierung nicht ungezählte Hunderttausende kosten lassen, die schwachen Stellen auszukundschaften, an denen man uns zu packen hoffte? Und den Ha lunken, die sich mit dieser sauveren Arbeit befaßt haben, ist kein Mittel zu schmachvoll gewesen, um ihren Zweck zu erreichen.“ „Was wollen Sie? Es werden sich immer und zu allen Zeiten arme Teufel und heruntergekommene Abenteurer finden, die die gewerbsmanige Spionage im Dienste irgendeiner Macht als letzten Rettungsanker betrachten. In meisten Fällen sind die Leistungen dieser Leute übrigens von sehr geringem praktischen Wert. Was sie auskundschaften und berichten können, ist gewöhnlich schon nach wenigen Monaten veraltet und unbrauchbar geworden.“ „Auf die Kleinen und die Stümper mag das zutreffen— auf die Agenten, die Unteroffiziere bestechen und sich von Sekretären Abschriften irgendeines Aktenstücks verschaffen. Aber es gibt auch eine andere Gattung von Spionen, Herr Major! Schufte, die als Ehrenmanner aufzutreten wissen und ihr nichtswürdiges Gewerbe hinter alten aristokratischen Namen verbergen. Fragen Sie nur mal bei ihrer Obersten Heeresleitung an. ob ihr nicht ein gewisser Graf Wolkonsk bekannt ist! Iter kennt man ihn, uns wenn ich oder ein anderer meiner engeren Landsleute ihn zwischen die Finger bekame——“ Die verdächtige Röte war schon wieder in seinem Gesicht, und mit beschwichtigendem Druck legte Hertha die Hand auf seinen Arm. Der Russe aber sagte: „Der Name, den Sie da nennen, ist mir zufällig nicht unbekannt. Den Grafen Wolkonski kannte man auch in Petersburg als einen sehr geschickten politischen Agenten. Aber er wird Ihnen nicht mehr schädlich werden. Die Dienste, die er seinem Vaterlande geleistet hat, sind ihm sehr schlecht belohnt worden.“ Der Rittmeister blieb stehen. Seine Augen blitzten, und seine buschigen weißen Brauen schienen sich zu sträuben. „Was sagen Sie da?“ stieß er hervor.„Es würde mich interessieren, eine nahere Erklärung zu erhalten. Was ist mit diesem Wolkonsti gecheben?“ (Fortsetzung folgt.) ahnung von der Tribüne des Reichstags herab Hochverrat treiben will, so wird er immer noch genug sagen können. bevor ihn die Wortentziehung erreicht. Nun und so weit, es in das Belieben des Präsidenten zu stellen, ob er einem Abgeordneten das Wort geben will oder nicht, wird ja wohl niemand gehen wollen. Die jetzigen Bestimmungen der Geschäftsordnung reichen aber vollständig aus, um mit Herrn Liebknecht aufzuräumen. Und nachdem Herr Liebknecht gezeigt hat, daß er nicht nur aus Unbesonnenheit fehlt oder sich von der Leidenschaft fortreißen läßt, sondern daß er fortgesetzt gewillt ist, mit ruhiger Ueberlegung und zielbewußter Folgerichtigkeit in diesem Kampfe um Leben und Tod den Feinden Deutschlands Vor schub zu leisten und Deutschland in den Rücken zu fallen, wird es wohl keinen Deutschen, der auf diese Bezeichnung Anspruch erhebt, geben, der es etwa dem Reichstag verübeln wollte, wenn er von den ihm zur Verfügung stehenden geschäftsordnungsmäßigen Mitteln Gebrauch macht, um Herrn Liebknecht an der Fortsetzung seiner landesverräterischen Tätiakeit im Reichstage zu hindern. Das kann aber ganz einfach dadurch geschehen, daß der Präsident, was nach der Geschäftsordnung in seinem Belieben steht. Herrn Liebknecht nicht mehr zur Geschäftsordnung sprechen läßt, und daß das Haus, was auch in seinem Belieben steht, auf sachliche Ausführungen des Herrn Liebknecht fortan verzichtet. Dieses Verfahren mag einige Unbequemlichkeiten mit sich bringen, aber es hilft wenigstens, während die vorgeschlagenen Aenderungen der Geschäftsordnung als solche nicht helfen und künftig doch sehr unangenehm empfunden werden könnten. Aus allen diesen Gründen bin ich gegen eine„Lex Lieb knecht". Dr. Neumann=Hofer, Mitglied des Reichstags. Vom Tage. Die Antwortnote. Die„Frankf. Ztg.“ meldet: Der amerikanische Botschafter Gerard, der die Rückreise nach Berlin angetreten hat, hat, wie in politischen Kreisen verlautet, zweimal beim Kaiser gespeist und Gelegenheit gehabt, unsere Truppen in einem wichtigen Teile unserer Front zu sehen. Er hat Unterredungen mit dem Reichskanzler gehabt und in telegraphischer Verbindung mit Washington gestanden. Ob während der Anwesenheit des Botschafters im Hauptquartier die Entscheidungen über die Antwort auf die Wilsonsche Note, und damit die Entscheidung über unser weiteres Verhältnis zu den Vereinigten Staaten gefallen sind, ist zur Stunde hier nicht bekannt. Die Tatsache allein, daß der Botschafter wieder abreist, bietet keinen genügenden Anhaltspunkt zur Beurteilung dieser Frage. Die folgenschwere Entscheidung, die in der Abfassung der Antwort auf die Wilsonsche Note nach den sorgfältigsten Erwägungen der nicht nur formell dafür Verantwortlichen erfolgt und der man in allen politischen Kreisen mit Spannung entgegensieht, kann aber auf keinen Fall mehr lange auf sich warten lassen. Eine Regierungserklärung zum amerikanischen Konflikt. wtb. Berlin, 2. Mai. Im Haushaltausschuß des Reichstages nahm heute der Staatssekretär von Jagow vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort. Im Hinblick auf die Wichtigkeit der amerikanischen Frage hätte die Regierung über den Stand der Dinge gern schon heute bei der Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten Mitteilung gemacht. Die Entscheidung stehe jedoch noch bevor. Sobald der Reichskanzler aus dem Hauptquartier zurückgekehrt sei, beabsichtige er, der Kommission nähere Aufschlüsse zu geben. Intervention des Papstes zugunsten Sir Roger Casements. Wie aus bester Quelle verlautet, haben die amerikanischen Iren und britischen Ktohliken beschlossen, er möge sich zugunsten Sir Roger Casements bei der englischen Regierung verwenden. Englische Kriegsschiffsverluste im Mittelmeer. wtb. London, 1. Mai.(Amtlich). Die bewaffnete Jacht „Aegusa“ und der Minenleger„Nasturtium“ sind im Mittelmeer auf Minen gelaufen und gesunken. Die Ofiziere beider Schiffe sind gerettet; von der Mannschaft werden 6 Mann von der„Aegusa“ und 7 Mann vom„Nasturtium“. vermißt. Ein zerschossener englischer Kreuzer. Berlin, 2. Mai. Dem„Tag“ zufolge meldet der Budapester„Est“ aus Rotterdam: Die Mannschaft des versenkten Dampfers„Verkelstroom“ traf heute in einem holländischen Hasen ein. Sie erzählte, daß sie im Hafen von Harwich den englischen Kreuzer„Penelope“, der eben aus der Schlacht bei Lowestoft zurückgekehrt sei, in vollständig zerstörtem Zustand gesehen habe. Dublin nach der Unterwerfung. wtb. Amsterdam, 2. Mai. Wie ein hiesiges Blatt meldet, hat die „Times“ eine Schilderung der Ereignisse in Dublin von einem Augenzeugen erhalten. Danach verließen Sonntag früh gegen 9 Uhr 500 Sinnfeine: als Gefangene die Hauptstadt. Die Leute sollen ganz demoralisiert gewesen sein. Nur einige haben Uniform getragen, die anderen befanden sich in einem elenden Zustande. Am Sonnabend abend war der Führer der Aufständischen, Pearce, nach dem Hauptquartier des Militärs gegangen und hatte sich bedingungslos ergeben. Sodann waren die Rebellen aus den zerstörten Stadtteilen zum Vorsch ein gekommen. In der Post wurde Sonntag früh die weiße Fahne gehißt. Im medizinischen Kolleggebäude hatte man, nachdem es erobert worden war, 200 Verwundete gefunden. Während der letzten drei Taue wor die Lebensmittelversorgung schwierig geworden; die Geschäfte waren entweder ausverkauft oder verbarnikadiert. Am Freitag konnte mar kein frisches Fleisch mehr bekommen. Die Rebellen wurom offensichtlich von der irrischen Bevölkerung unterstützt. Die Haltung d:: Nationalisten war für die Revellen eine bittere Enttäuschung Nach der„Times“ sind verschiedene Fälle von entsetzlicher Wildhei: bekanne geworden. Verschiedene Bürger wurden kaltblütig niedergemacht, unbewaffnete Polizisten wurden niedergeschossen. Eins der schönsten Gebäude in Irland und das wichtigste Handelszentrum von Dublin sind in Trümmer geschossen. Wie jetzt bekannt wird, ist der Führer Connolly nicht tot, sondern gefangen. Nach dem Bericht eines anderen Korrespondenten der„Times“ soll die Sackviller Street einen unleschreiblichen Anblick dargeboten haben. Viele Gebäude der Straße, die früher eine der schönsten der Stadt war, wurden verwüstct; man sieht nur ranchende Trümmerhaufen. Vom Postamt stehen nur noch die äußeren Mauern. Auch das Gebäude der Inkermans Bank und die beiden größten Hotels der Stadt, das Imperial und das Metrovol, sind Schutthausen. Französische Kut-el=Kmara-Sorgen. Gens. 2. Mai. Die den Englandern gewidmeten Trostsprüche der Pariser Presse anläßlich der Uebergabe Townshends lassen trotz aller Versuche, den türkischen Erfolg herabzumindern, doch deutlich erkennen, daß in den leitenden Vierverbandskreisen die volle Tragweite des bedeutenden Ereignisses zum Bewußtsem gekommen ist. Vom militärischen Standpunkt aus beurteilt der militärische Mitarbeiter der „Temps“. Major Civicux, die englische Niederlage, indem er das Scheitern aller Entsatzversuche auf die von den Genicoffizieren überaus geschickt angelegte Verteidigung längs des Tigris zurückführt. Mit Spannung erwartet die Pariser Presse Nachrichten über die Bewegung des englischen Entsatzheeres sowie über die Entschlüsse der ottomanischen Heeresleitung über die Verwendung der freigewordenen zwei türkischen Armeekorps. Unter den in Betracht gezogenen Möglichkeiden verdienen die Ausführungen des„Journal des Débats“ Interesse. Das Blatt sagt, es könne sich ebenso um eine nachdrückliche Fortsetzung der Operationen am Tigris wie um erhebliche Verstärkungen der in Armenien aufgebotenen türkischen Streitkräfte handeln. In dem einen wie in dem anderen Fall: könne man sich der Ueberzeugung nicht verschließen, daß auf dem asiatischen Kriegsschauplatz durch das unglückliche Ereignis von Kut=el=Amara eine in ihren Folgen nicht zu übersehende Veränderung eingetreten ist. Explosionsunglück in Paris. wtb. Paris, 1. Mai.(Reuter.) In den chemischen Werken von La Rechelin ereignete sich eine Explosion, auf die ein Brand folgte. Die Gebäude, in denen die Explosion stattfand, sind zerstört. 20 Opfer wurden unter den Trümmern hervorgezogen. Eine Anzahl Personen wurde verwundet; die Verletzungen sind im allgemeinen leicht. Russische Vorbereitungen. tu. Bukarest, 2. Mai. Die Russen wollen bei Chartal in Bessarabien einen neuen Hafen für große Munitions= und Kriegsmaterial=Transporte anlegen. U.Bootserfolge im Schwarzen Meere. wtb. Konstantinopel, 1. Mai. Das Hauptquartier meldet: Unsere Unterseeboote jagten in den letzten Tagen an den Küsten des Schwarzen Meeres drei Dampfer auf den Strand, zerstörten einen von ihnen durch ihr Feuer vollständig und versenkten ferner vier Segler, die mit Vorräten beladen waren. Nordwestlich der Stellung von Schum wurden unsere Unterseeboote von der Küstenstadt Socha aus beschossen. Die genannte Stadt wurde darauf ebenfalls beschossen. Die Aushungerungspolitik des Vierverbandes. wtb. Athen, 1. Mai.(Vom Privatkorrespondenten vom T.=B.) Eine Versammlung der Venezilisten in Patras ist gescheitert, da es zu wütenden Kundgebungen kam, die sich gegen die Anhänger Benizelos' richteten. Da der Vierverband die für Nordepirus bestimmten Maisladungen in Korfu beschlagnahmt hat, herrscht in Nordepirus Hungersnot. Hungertodesfälle sind gemeldet. Die Aufregung der Bevölkerung wegen dieses unmenschlichen Vorgehens von Seiten des Vierverbandes ist ungeheuer. Montenegrinische Kabinettskrisis. wtb. Paris, 2. Mai.„Petit Parisien" erfährt aus Bor deaux, daß der montenegrinische Ministerpräsident Lazar Miuschkowitsch seine Demission eingereicht habe. Der montenegrinische Geschäftsträger in Rom, Radowitsch, sei nach Vordeaux berufen worden. Ein neuer chinesischer Präsident. tu. Paris, 2. Mai. Der„Temps“ meldet aus Shanghai, daß die Chefs der aufständischen Provinzen des Südens den Vizepräsidenten Liiu=an=Hong als Präsidenten der chinesischen Republik anerkannt haben.(Frankfurter Zeitung.) Das Ende Monacos? In Frankreich scheint ziemlich allgemein die Ueberzeugung vorzuherrschen, daß dieser Völkerkrieg, mag sein Ausgang sein wie er will, der Herrlichkeit des Fürstentums Monacn für immer ein Ende machen wird. Seit dem August 1914 hat Albert III. in seinem Reiche jedenfalls nichts mehr zu sagen, denn hier gebietet jetzt der Präfekt des Departement der Seealven. Als das Absinth=Verbot von dem kommandierenden General des befestigten Lagers bei Nizza erlassen wurde, mußte er sich schließlich doch fügen, obwohl er es anfangs nicht für Monte Carlo anerkennen und gelten lassen wollte. Um wenigstens den Schein des Selbstbestimmungsrechtes zu wahren, wurde im„Café de Paris“ für das „grüne Gift ein Preis verlangt, bei dem selbst ein Millionär stutzig werden mußte. Als der Engländer Rowland Strong Ende November 1914 einen Abstecher nach Monte Carlo machte, wurde es ihm auf Schritt und Tritt klar, daß die Franzesen sich hier schon zu jenem Zeitpunkte vollkommen als Herren fühlten. Auf die Hoheitsrechte des Fürsten nahmer sie nicht die geringste Rücksicht mehr, alles stand bereits unter französischer Verwaltung, aus Paris waren Geheimpolizisten eingetroffen, um verdächtige Fremoe zu überwachen. Die französischen Soldaten machten sich überall breit und taten, als ob sie zu Hause wären. Mehr als ein Franzose, mit dem der Engländer sich über die Zukunft Monacos unterhielt, schien es für ganz selbstverständlich zu halten, daß es nach dem Kriege als Fürstentum von der Karte verschwinden würde: schon aus moralischen Gründen müsse die französische Regierung mit der Spielhölle und der Scheinherrlichkeit Alberts III. aufräumen. Ueber den Punkt wird man sich wohl schnell einigen, wenn es zu der großen Abrech= nung dieses Krieges kommt. Lippisches. Detmold, 4. Mai 1916. Unsere Helden. Wegen Tapferkeit vor dem Feinde erhielt der Grenadier August Lenniger aus Bentorf bei Hohenhausen das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Dem Gefreiten Fritz Holzkämper, 10. Jäger, Osterode, und dem Musketier Wilhelm Holzkämper, Sohn des Zigarrenhändlers Fritz Holzkämper in Detmold, wurde das Lippische Kriegsverdienstkreuz verliehen. Beide traten bei Ausbruch des Krieges als Kriegsfreiwillige ins Heer. — Vom Hofe. Ihre Durchlaucht die Prinzessin Carola, Aebtissin des Stiftes St. Marien in Leingo, hat sich im Carola=Kränkenhause in Dresden, in der Abteilung des Sanitätsrats Dr. Holst, einer Operation unterziehen müssen, welche die hohe Patientin sehr gut überstanden hat. Das Allgemeinbefinden ist durchaus befriedigend. Neue Landesgesetze. .. on der Gesetzsamlung sind weiter folgende Gesetze veröffentlicht worden: Gesehz betreffend die Vermeidung von Doppelbesteuerungen, vom 7. April 1916. Das Staatsministerium wird ermächtigt, mit der: Regierungen der deutschen Bundesstaaten Vereinbarungen unter Wahrung des Grundsatzes der Gegenseitigkeit zu treffen und dementsprechende Anordnungen zu erlassen, durch welche zur Vermeidung von Doppelbesteuerungen außerhalb des Bereichs des Reichs=Doppelsteuergesetzes vom 22. März 1909(Reichs=Gesetzbl. S. 332) die Heranziehung von Persenen zur Ergänzungssteuer auch abweichend von den in Lippe geltenden gesetzlichen Vorschriften geregelt wird. Detmold, den 7. April 1916. (L. S.) Leopold Biedenweg * Gesetz, betreffend die Einsetzung eines Wirtschaftlichen Beiraes, vom 7. April 1916. § 1. Der Fürstlichen Regierung wird ein„Wirtschaftlicher Beirat“ zur Seite gestellt. § 2. Der Wirtschaftliche Beirat hat die Aufgabe, die Regierung in wirtschaftlichen, sozialpolitischen und technischen auf die Förderung der Volkswirtschaf: insbesondere von Handel, Gewerbe, Industrie, Land= und Forstwirtschaft gerichteten Fragen zu beraten und zu diesem Zweck alle Vorgänge und Verhältnisse im wirtschaftlichen und sozialen Leben zu verfolgen. § 3. Der Wirtschaftliche Beirat ist befugt, innerhall des ihm zugewiesenen Geschäftskreises Wünsche und Anregungen auf Herbeiführung von Maßnahmen der Gesetzgebung und Verwaltung der Regierung vorzulegen. § 4. Ter Wirtschaftliche Beirat besteht aus einem Vorsitzenden, dessen Stellvertreter und einer Anzahl von Mitgliedern. Der Vorsitzende, sein Stellvertreter und ein Teil der Mitglieder werden Höchstlandesherrlich ernannt. Die übrigen Mitglieder werden von der Handelskammer und der Handwerkskammer, sowie von der Landwirtschaftskamme: und Arbeitskammer, sofern solche errichtet werden, bis dahin von dem Landwirtschaftlichen Hauptverein und gemeinschaftlich von dem Zieglergewerkverein, dem Ziegelmeisterverbaude und den in Lippe vorhandenen Gewerkschaftskartellen auf die Dauer von 3 Jahren gewählt. Für jedes gewählte und jedes ernannte Mitglied ist ein Stellvertreter zu bestimmen, der im Falle der Behinderung des Mitgliedes eintritt. Die näheren Bestimmungen über die Zusammensetzung des Wirtschaftlichen Beirats und die Wahl der Mitglieder und Stellvertreter erfolgen im Verordnungswege. § 5. Die Aufstellung einer Geschäftsordnung bleibt dem Wirtschaftlichen Beirat überlassen. Dieselbe ist dem Staatsministerium zur Genehmigung vorzulegen. Bis zum Inkrafttreten der Geschäftsordnung bestimmt der Vorsitzende über den Geschäftsgang. § 6. Soweit sich bei Beratungen des Wirtschaftlichen Beirats Erhebungen als notwendig oder wünschenswert herausstellen werden, ist die Regierung um deren Vornahme zu ersuchen. § 7. Der Wirtschaftliche Beirat wird vom Vorsitzenden nach Bedürfnis berufen. § 8. Die Regierung ist berechtigt, zu den Verhandlungen des Wirtschaftlichen Beirats Vertreter zu entsenden, auch in geeigneten Fällen besondere Sachverständige zuzuziehen. § 9. Das Amt der Mitglieder des Wirtschaftlichen Beirats ist ein Ehrenamt. Die Mitglieder und etwa zugezogene Sachverständige(§ 8) erhalten für die Reise nach und nn dem Orte der Sitzung sowie für die Dauer der Sitzung Tagegelder von je 9 Mark und Ersatz der für die Hin= und Rückreise verauslagten Fuhrkosten. Die vorstehenden Bestimmungen finden keine Anwendung auf Mitglieder und Sachverständige, welche Tagegelder und Reisekosten schon anderweit aus der Kasse des Staates, eines öffentlichen Verbandes oder einer öffentlichen Körperschaft beziehen. Für Beamte regelt sich der Anspruch nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 21. März 1892. § 10. Jeder in der Person eines Mitgliedes des Wirtschaftlichen Beirats eintretende Umstand, durch den das Mitglied zur Bekleidung öffentlicher Aemter dauernd oder auf unfähig wird, ebenso wie die Eröffnung des Kenkurses über das Vermögen eines Mitgliedes hat das Erlöschen der Mitgliedschaft zur Folge. Die Mitgliedschaft erlischt ferner, wenn das Mitglied aus der Körperschaft oder dem Verein ausscheidet, die ihn als Vertreter in den Wirtschaftlichen Bcirat gewählt haben. Scheidet aus den vorerwähnten Anlässen oder durch Tod oder durch Verzichte Nitglied vor Ablauf der Zeit, für die es gewählt ist, aus, so ist für den Rest der Zeit ein neues Mitglied zu wählen. Die für die Mitglieder getroffenen Bestimmungen finden auf deren Stellvertreter gleichmäßig Anwendung. § 11. Mit der Ausführung dieses Gesetzes, das für die Dauer von drei Jahren am 1. April 1916 in Kraft kritt, wird das Fürstliche Staatsministerium beauftragt. Detmold, den 7. April 1916. (L. S.) Leopold Biedenweg Gesetz, den Erlaß einer neuen Volksschulordnung betreffend vom 7. April 1916 Einziger Artikel. Die Bestimmung in§ 179 Satz 2 des Volksschulgesetzes vom 11. März 1914(L.=V. Bd. 26 S. 139) wird dahin abgcändert, daß eine neue Volksschulordnung spätestens zwei Jahre nach Beendigung des Krieges zu erlassen ist. Detmold, den 7. April 1916. (I. S.) Leopold Biedenweg Versicherung gegen Hagelschaden. Mehr als im Vorjahre liegt es im Interesse nicht nur eines jeden Landwirts, sondern in dem der gesamten Volkswirtschaft, die in diesem Jahre so bedeutungsvolle Ernte gegen die im letzten Jahrzehnt gewaltig gestiegene Hagelgefahr durch Versicherung zu schützen. Es ist dringend notwendig daß die durch Hagelschlag beschädigte Landwirtschaft durch Versicherung sich die Mittel zur Fortführung der Wirtschaft, besonders zum Ankauf von Saatgetreide verschafft, damit auch für das Jahr 1917 eine ordnungsmäßige Neubestellung gewährleistet ist. Ungleich stärker sind jetzt die Reihen der Landwirte durch den Heeresdienst gelichtet und damit ist die Verantwortung für den Wirkschaftsbetrieb auf die Schultern der alleinstehenden Frauen übergegangen. Von Seiten der Frauen wird leider gerade in dieser schweren Zeit der Versicherungspflicht Widerstand entgegengebracht, in der irrigen Ansicht, daß im Kriege dic von den eingczogenen Ehemännern abgeschlossene Versicherung nicht fortgesetzt zu werden brauchte. Wir raten den Interessenten dringend, auch die neue Ernte allgemein gegen Hagelschaden zu versichern. — Zamilienunterstützung. Nach einem Erluß des Ministers des Innern vom 10. Appil 1916 sind die Familienunterstützungen den Angehörigen der in den Dienst eingetretenen Mannschaften nicht nur für die Dauer ihrer zeitweiligen Beurlaubung in die Heimat infolge Erkrankung oder Verwundung, sondern auch für die Zeit einer kürzeren Beurlaubung zur Erholung, zur Besorgung häuslicher oder wirtschaftlicher Geschäfte unverkürzt weiter zu zahlen. — Die lippischen Geschäfteleute und der 7 Uhr=Ladenschluß. Mit der Frag: der Schließung der Verkaufsläden haben sich die Geschäftsleute in verschiedenen Gegenden des Fürstentums schon beschäftigt. Die große Mehrheit der Geschäftsleute ist bei der Besprechung dieser Frage der Ansicht gewesen, den jetzt bestehenden Zustand nicht zu ändern, zumal ja schon die Einführung der Sommerzeit den Schluß im Geschäft um eine Stunde früher festlege. In Detmold besprachen am Montag abend die Ladeninhaber diese Frage. Auch in dieser gut besuchten Versammlung war die Meinung vorherrschend, es bei dem jetzigen 8 Uhr=Ladenschluß bestehen zu lassen. Dahingegen faßte die Versammlung den Beschluß, die Sonntagsverkaufszes zu verringern. Hier wurde der Ladenschluß auf 12 Uhr mittags festgesetzt. Für das Wiedereröffnen der Verkaufszeit nach Schluß der Kirche bis 12 Uhr war der Unstand maßgebend, daß viele Kirchenbesucher ihre Einkäufe vor Beginn des Gottesdienstes machen und nach Beendigung dieses die gekauften Waren abholen. Von dem 12 Uhr=Ladenschluß sollen die Blunenhaulungen, Konditoreien und Tabakgeschäfte ausgelassen werden. Die Konditoreien sollen indes nach 12 Uhr nur solche Waren verkaufen dürsen, die sie selbst anfertigen und die leicht dem Verderben ausgesetzt sind. Schokolade usw. darf nicht verkauft werden. In den Kreisen der Zigarrenhändler ist eine Bewegung im Gange, die auf einen Schluß des Geschäfts an Sonntagen um 3 Uhr hinzielt, anstatt, wie bis jetzt, um 5 Uhr. Mare-Wd. NANCI 0) Priesterwald-Toul-Nancy W.T. B. 2377. Die Front im Westen Mutmassliche Frontlinie. „Wegen Einberufung suche für meine Spezialfabrik von Holzschuben(Klomvend zuverlässigen, branchekundigen Stellvertreter welcher in gleichem Betrieb iang war und eine größere Fabrik selbständig leiten kann. Verselbe muß mit der Fabrikation, Einkauf von Rohmaterialien und sämtlichen Maschinen gut vertrant sein. Schriftl. Angeb. besördert die Geschäftsst, der LandesZettung unter Nr. 740. Suche auf gleich oder in 4 Tagen zu einer Presse säntl. Leute gegen höchsten Lohn bei 4tägiger Zahlung. Für Beköstigung ist gr: sorgt.(741 Fritz Plaßz Ofsenbach a. M.=Bürgel b. Frankfurt a. M. Ich suche sofort oder in 8 Tagen einen 744 Maschinisten zur Bedienung einer Lokomobile und noch einige Arbeiter gegen hoben Lohn. All14 Tage volle Zahlung. Zu melden bei N. Thles, Zlogeimetster Ziegelei Rhenanie in Post Kreseld=Linn. Während der Nagistrat in seinn age 4 Zentner Spargel wird vor rischer und einwe Der Verkauf zehen, daß bis 9 1 ibgegeben werden. zunächst in jede Bezuge sell stverste kommen ferner al den Monaten A Zentner grüne 2 Selbstkostenpreise Das Vorgehe auch die ungeteilt Wir hofsen aber, schweig entschlosse Preisen sich als u blühende Spargel, oder geschädigt se Daß der A gzabe unserer L boben zu werde daß unter den nen Gründen b allen die gerin Pflege und ist Brachland, Ac besonders von tigkeit und So an ihren Stan Feldeinfassung fselfelder, wo be kann. Als Lie all in den Gen sellte man sie später die San Zentralstellen Wegebauv straßen und Kl Linie der Stra angepflanzten bare Aufgabe Pflegebefohlen In außero im vorigen I bemüht gewese mtztem Gelät mühungen hat nötigen Vorau rielen Stellen gedeiht auch d solchen, der ein trockenen Bösch eisten Zeit ihr sorgt wird. 9 s.unigen Stan Für den Boden in glei ##feln. Auf sticht man ein notwendig, als Pflanzholz zu ter Erde zu fü der Samen. Die Same zulegen. Der hat mindestens ten in einem die schrächerei die Wurzeln die Pflänzchen sie auch ein V öpfen einzel Lopfballen au sind empfindliSpäter be Pflege, doch i scheint, z. B. b Meterhöhe, dü hieran fest zubi geweht werden Während April bis Aufe die Zeit von C die Blütentelle werden. Die läßt man stehe Die abgeschnit Lattengerüsten der Fruchtbode sorgfältig vor werden. Uni ihn baldmöglie zeit mit 40 Pf Das Oel zeichnetes Sal sonders gut z1 Das Mark der als Hollunden wendung in d material. Nach dicken, holziger über dem Bodmaterial, währ vermandt werk (Berade in setzt sind, daß ließe sich durch viel zur Verm — Jur BMünister hattee Deutschvöltischen Erwägung, eb ge greifende Maßn Westmark ist un folgende Nachrich riums ist vorge Richtung einschle — Der C derrn Sol! heutiges Inser — Der we verpräsidenten ene Sommerze ingabe undd ge ine Stunde hin — Resorm eginnt für die dieser Woche un bezirks werden 8. Pfarrbezirke Städtischer Spargelverkauf. Während der Dauer der diesjährigen Spargelkampagne wird der Nagistrat in seinem Verkaufsstande am Rathause an jedem Wochen. age 4 Zentner Spargel zum Selbstkostenpreise verkaufen. Der Spargel wird vom Gemüsebauverein in Braunschweig in durchaus rischer und einwandsfreier Qualität bezogen. Der Verkauf soll versuchsweise zunächst in der Weise vor sich zehen, daß bis 9 Uhr vormittags Mengen von mehr als 2 Pfund nicht ibgegeben werden. Die um 9 Uhr noch vorhandene Ware wird dann zunächst in jeder Menge verkauft. Wiederverkäuter bleiben vom Bezuge sell stverständlich ausgeschlossen. Während des Monats August kommen ferner an jedem Dienstage ein Zentner Rharbarber und in den Monaten August und September an jedem Donnerstage drei Zentner grüne Bohnen zum Verkauf. Die Preise sind auch hier Selbstkostenpreise und werden noch mitgeteilt. * Das Vorgehen des Magistrats begrüßen wir freudig. Es wird auch die ungeteilte Zustimmung und Dankbarkeit der Bürger finden. Wir hofsen aber, daß sich der Magistrat zu dem Bezuge aus Braunschweig entschlossen hat, nachdem die Eindeckung aus Lippe zu gleichen Preisen sich als unmöglich herausgestellt hat. Denn die lohnende und blühende Spargelzucht in unserem Lande möchten wir nicht gefährde: oder geschädigt sehen. Baut Sonnenblumen! Daß der Anbau von Lelpflanzen eine höchst wichtige Aufzabe unserer Landwirtschaft ist, braucht nicht mehr hervorgeboben zu werden. Es sei jedoch darauf aufmerksam gemacht. daß unter den Oelpflanzen die Sonnenblume aus verschiedenen Gründen besonders wertvoll für uns ist. Sie macht unter allen die geringsten Ansprüche an Boden, Düngung und Pflege und ist daher geeignet zur Ausnützung von Winkeln, Brachland, Ackerrainen, Straßenrändern, Böschungen und besonders von Ufern an Gräben, Bächen und Flüssen. Feuchtigkeit und Sonne, das sind die Hauptanforderungen, die sie an ihren Standort stellt. Vortrefflich gedeiht sie auch als Feldeinfassung und eingesprengt in den Furchen der Kartof felfelder, wo beim Harken Rücksicht auf sie genommen werden kann. Als Lieblingsblume der Kinder findet man sie überall in den Gemüsegärten der kleinen Leute. Als Zierpflanze sellte man sie auch in den Hausgärten mehr anpflanzen, um später die Samenköpfe zum Besten der Kriegsfürsorge an Zentralstellen zu sammeln. Vor allem aber sollten die Wegebauverwaltungen den Anwohnern der Landstraßen und Kommunalwege gestatten, Sonnenblunmen in der Linie der Straßenbäume anzupflanzen. Die Pflege der hier angepflanzten Sonnenblumen wäre eine geeignete und dankbare Aufgabe für die Kinder der Straßenanwohner, die ihre Pflegebefohlenen sicherlich wie ihren Augapfel hüten würden In außerordentlich anerkennenswerter Weise sind schon im vorigen Jahre die Eisenbahnverwaltungen bemüht gewesen, den Anbau von Sonnenblumen auf unbe mntztem Gelände zu fördern, aber der Erfolg ihrer Bemühungen hat nicht den Erwartungen entsprochen, weil die nötigen Voraussetzungen für das Gedeihen der Pflanzen an rielen Stellen nicht gegeben waren. Auf ganz rohem Boden gedeiht auch die Sonnenblume nicht, sondern sie verlanct solchen, der ein wenig humushaltig ist. Ferner gedeiht sie an trockenen Böschungen nicht, wenn nicht wenigstens in der ersten Zeit ihres Wachstums für regelmäßige Feuchtigkeit ge sergt wird. Außerdem verlangt sie ein für alle Mal einen unigen Standort. ur den feldmäßigen Anbau der Sonnenblune muß der boden in gleicher Weise bearbeitet werden, wie für Kar###feln. Auf Rasenflächen, an Böschungen, Gräben usw. sticht man eine Rasenscholle ab und wendet sie um. Es ist nomendig, alsdann das Wurzelgeflecht mit einem recht dicken Pflanzholz zu durchstechen und das entstehende Loch mit locketer Erde zu füllen. In diese kommt dann nach einigen Tagen der Samen. Die Samenkerne sind drei bis vier Zentimeter tief einzulegen. Der Abstand der einzelnen Pflanzen von einander hat mindestens acht zig Zentimeter zu betragen. Von mehreten in einem Pflanzloch ausgegangenen Pfiänzchen werden die schracheren abgeschnitten, nicht ausgerissen, damit nicht die Wurzeln der stehenbleibenden beschidigt werden. Weil die Pflänzchen gegen Störungen empfindlich sind, vertragen nie auch ein Verpflanzen nicht gut. Tagegen konnen in köpfen einzeln herangczogene Pflänzchen mit ihrem ganzen opfballen ausgepflanzt werden. Die kleinen Pflanzen sind empfindlich gegen Frost und Trockenheit. Später bedarf die Sonnenblume kaum irgendwelcher Pflege, doch ist es ratsam, dort, wo es wünschenswert erscheint, z. B. bei Anpflanzungen an den Landstraßen, etwa in Meterhöhe, dünnen Eisendraht zu ziehen und die Pflanzen hieran festzubinden, um zu verhüten, daß sie vom Winde umgeweht werden. Während die Aussaat der Sonnenblumen von Mitte April bis Anfang Mai vorgenommen wird, fällt die Reife in die Zeit von Ende August bis Anfang Oktober. Kurz bevor die Blütenteller voll ausgereift sind, müssen sie abgeschnitten werden. Die noch nicht so weit vorgeschrittenen Blütenteller läßt man stehen, um sie sich noch weiter entwickeln zu lassen. Die abgeschnittenen Blütenteller werden häugend oder auf Lattengerüsten an einem luftigen Orte getrocknet und, wenn der Fruchtboden einschrumpft, entkernt. Der Samen muß sorgfältig vor Nässe geschützt und täglich durchgeschaufelt werden. Um Verluste zu vermeiden, wird es sich empfehlen, ihn baldmöglichst zu verkaufen. Das Kilogramm wird zurzeit mit 40 Pfennigen bezahlt. Das Oel des Sonnenblumensamens liefert ein ausgezeichnetes Salatöl und eignet sich, was sehr wichtig ist, besonders gut zur Härtung, also zur Erzeugung fester Fette. Das Mark der Sonnenblumen ist noch bedeutend leichter als Hollundermark, und eignet sich ausgezeichnet zur Verwendung in der Elektrizitätsindustrie und als Verpackungsmaterial. Nach dem Abschneiden der Blumenteller werden die dicken, holzigen Stengel zweckmäßig mit der Baumsäge dicht über dem Poden abgeschnitten. Sie geben ein gutes Brennmaterial, während die Blätter dann verfüttert oder als Streu vermandt werden können. (Gerade in Lippe, wo die Landstraßen so mut Häusern besetzt sind, daß sie sich wie Perlschnüre durch das Land ziehen, ließe sich durch den Kleinanbau der Sonnenblumc ohne Mühe viel zur Verminderung der Fettknappheit lun. H. W — Zur Modefrage. Das stellvertretende Generalkommando in Rünster hatte eine neuerliche Eingabe des Verbandes Westmark der Deutschvölkischen Parte an das Kriegsministerium weitergegeben, zur Erwägung, ob gegen den Modeunfug nicht für das ganze Reich durchgreifende Maßnahmen getroffen werden könnten. Dem Verbande Westmark ist nunmehr vom stellvertr. Generalkommando in Münster folgende Nachricht zugegangen:„Lant Mitteilung des Kniegsministeriums ist vorgesorgt, daß die Herbst. und Wintermode eine andere Richtung einschlägt.“ Bravo! — Der Obst. und Gartenbau=Verein gibt jetzt durch ern Solle, Lagesche Straße 41, Ammoniak ab.(Siehe heutiges Inserat.) — Der westfhliset-lippische Provinzial=Wirteverband hat demn verpräsidenten der Provinz Westfalen eine Eingabe betreffend die jene Sommerzeit und das Gastwirtsgewerbe unterbreitet. In der ingabe wird gebeten, vom 1. Mai ab die Polizeistunde allgemein um ne Stunde hinaus zuschieben. — Resormierte Stadigemeinde. Der Konfirmandenunterricht eginnt für die Mädchen am Donner###tag, für die Anaben am Freitag dieser Woche um 7 Uhr morgens. Die Konfirmanden des 1. Pfarrbezirks werden in der Mädchenschule an der Gerichtestraße, die des 2. Pfarrbezirks in der Kirche unterrichtet. — Ueber einen zu Wohltätigkeitszwecken bestimmten Konzertund Vortragsabend, an dem zwei junge Detmolder hervorragenden Anteil hetten. schreibt die„Österoder Kreiszeitung": Der von den Jägern veranstaltete Abend zum Besten des Heims für invalide Oberjager und Jäger aller Jägerbataillone nahm bei ausverkauftem Hause einen glänzenden Verlauf... ein Zauberer, Jäger Holzkämper(Sohn des Zigarrenhändlers Fritz Holzkämper in Detmold d. L.) führte uns in das Reich der Rätsel und ließ seine Karten, wie von Geisterhand getragen. auf der Bühne herumfliegen. Auch seine Tafel= und Briefillusionen fanden lebhaften Beifall... Sodann lernten wir auch eine sehr junge Sängerin, Frl. Lissy Holzkämper aus Detmold, kennen. Mit ihrer klangvollen, gutgeschulten Stimme und durch einen selten schönen Vortrag der Lieder von Hugo Wolff, Henschel, Grieg und Robert Franz gewann sie schnell die Herzen aller Zuhörer, welche durch nicht endenwollenden Beifall und prächtige Blumenspenden dies kundgaben. Wir wellen wünschen, daß Frl. Holzkämper uns recht bald wieder mit ihrem Gesang erfreut, und rufen der jungen Sängerin ein herzliches„Auf Widersehen!" zu.... Jäger Holzkämper trat dann noch als Humorist und humoristischer Illustrationsmaler, dem dabei das Lob,„vorzüglicher Universal= Artist“ gespendet wurde, auf, wis ihn. nicht endenwollenden Beifall einbrachte. —„Iphigenie auf Tauris“, Gastspiel im Kurtheater Salzuflen, findet nicht morgen, Donnerstag, sondern Sonnabend, den 6. Mai, abends 8 Uhr, statt. — Neues Lichtspielhaus. Der gegenwärtige Spielplan bieter unter deri Tite'„Die zweite Mutter“ ein ansprechendes Bild. Die wunderbare Naturaufnahme„Winterstimmung im Lassingtal, welche stellenweise durch muntere Hirsche belebt wird, übt großen Zauber auf die Beschauer aus. Die Einlage„Die kleine Autlerin" bietet in Beziehung auf seine Handlung wie Inszenierung ein recht ansprechendes Bild. Von unwiderstehlicher Wirkung ist der kolovierte Film „Buby in der Sommerfrische". Die Kriegsschau ist sehr interessan! und führ uns ohne Gefahr auf sämtliche Kriegsschauplätze. Amt Oerlinghausen. Leopoldshöhe, 1. Mai. In der Zeit vom 1. Januar bis 31. März sind beim hiesigen Standesamt angemeldet: Geburten: 12(9 männliche und 3 weibliche); Eheschließungen: 2; Sterbefälle: Ehefrau Wilhelmine Kramer geb. Wiebusch, Schuckenbaum, 61 Jahre alt; Ziegler Adolf Wolfkühler, Evenhauserholz, 30 Jahre alt(gefallen am 15. Mai 1915); Witwe Emma von Borries, geb. Pühl, Rittergut Eckendorf, 83 Jahre alt; Haustochter Karoline Beckmann, Krentrupperhagen, 16 Jahre alt; Waldarbeiter Wilhelm Rottschäfer, Hovedissen, 82 Jahre alt; Knecht Wilhelm Tödheide, Schmeltebruch, 23 Jahre alt(gefallen am 12. September 1915); Verwalter Wilhelm Meier, Evenhausen, 33 Jahre alt,(gefallen am 4. Juli 1915); Fabrikarbeiter Ulrich Lohmann, Heipke, 31 Jahre alt,(gestorben in einem KriegsDeutschland und Amerika. tu. Berlin, 3. Mai. Die„Berliner Morgenpost“ schreibt über die deutsch=amerikanische Spannung: Der amerikanische Botschafter, Herr Gerard, ist, begleitet von dem amerikanischen Botschaftsrat Grew. gestern nach 6 Uhr abends aus dem Großen Hauptquartier wieder in Berlin eingetroffen. Der Botschafter hat während seines Aufenthaltes im Großen Hauptquartier Gelegenheit gehabt, die amerikanische Hilfsmission, die zur Unterstützung der notleidenden Bevölkerung in Belgien und den besetzten Gebieten von Frankreich tätig ist, an der Arbeit zu sehen und mit den leitenden Mitgliedern der Kommission zu sprechen. Der Botschafter hat, wie wir hören, von der Wirksamkeit der Kommission einen guten Eindruck erhalten. Der Ernst der Entscheidung, der man nunmehr in Kürze entgegensehen kann, verbiete begreiflicherweise„zurzeit den zuständigen Stellen eine Aeußerung über die Lage. Die Rückkehr des Reichskanzlers aus dem Großen Hauptquartier ist für heute oder morgen zu erwarten. tu. Berlin, 3. Mai. Botschafter Gerard begrüßte die wenigen zu seinem Empfange erschienenen Bersönlichkeiten mit Häudedruck. Auf die Frage: Exzellenz, was bringen Sie mit?, sagte der Botschafter lächelnd: Ich bringe nichts als Schweigen! Ich darf nichts sagen! Der Botschafter unterhielt sich dann noch längere Zeit mit den am Bahnhof anwesenden amerikanischen Journalisten, verweigerte aber jede Auskunft über das Resultat seiner Reise.(Berliner Tageblatt.) tu. Berlin, 3. Mai. Heute nacht sandte der amerikanische Botschafter noch eine lange chiffrierte Depesche nach Washington, an deren Ausarbeitung mehrere Sekretäre der Botschaft gestern abend beschäftigt waren. Die bulgarische Aborduung in Deutschland. wtb. Berlin, 3. Mai. Der Anfenthalt bulgarischer Abgeordneter in Deutschland wird, den Berliner Morgenblättern zufolge, erwa 15 Tage dauern. Am 7. Mai werden sie in Berlin eintreffen und hier drei oder vier Tage bleiben. Von Berlin führt sie ihre Reise nach Kiel, Hamburg, Düsseldorf, Duisburg, Köln, Mainz, Frankfurt a. M. und nach München, wo ihre Ankunft am 21. oder 22. Mai erwartet wird. Erklärung des deutschen Laudwirtschafte. rats. wotd. Berlin, 8. Mai. Der Deutsche Landwirtschaftsrat hat, wie die„Deutsche Tageszeitung“ und die„Kreuzzeitung“ mitteilen, 1. Mai unter Teilnahme von Vertretern der landwirtschaftlichen Körverschaften in den deutschen Bunderstaaten einmutig einen Beschluß gesaßt, worin die Ferderungen des Abg. Scheidemann auf Abänderung des Reichsvereinegesetzes in der Sitzung des Reichstages vom 6. Aprik dieses Jahres abgelehnt werden, die im Falle der Verwirklichung große Gefahren nicht nur in wirtschaftlicher, sozialer und politischer, sondern namentlich in sittlicher und religiöser Hinsicht heraufbeschwören. Der Deutsche Landwirtschaftsrat als berufene Vertretung der deutschen Landwirtschaft erblickt in der Zusage der Reicheleitung, eine Novelle zum Reichsvereinsgesetz einzubringen, einen so starken Bruch des Burgfriedens, daß die allerbedenklichsten Folgen innerpolitischer Art unausbleiblich erscheinen. Der Vorstand des Deutschen Landwirtschaftsrats richtete an den Reichskanzler eine Eingabe, in der gebeten wird, keiner Novelle zum Reichsvereinsgesetz die Zustimmung erteilen zu wollen, welche die bis. herigen friedlichen Verhältnisse in unserer landwirtschaftlichen Bevölkerung irgendwie berühren oder auch nur für die Zukunft gefährden könnte. Auch der Verstand des Bundes der Landwirte hat in der gleichen Angelegenheit eim Eingabe an das Preußische Staatsministerium gerichtet.— Wi: die„Deutsche Tageszeitung“ noch mitteilt, hätten diese Veisuillungen keinen Erfeig gehabt. Der Einheitstaris für Bauarbeiter. wtb. Berlin, 3. Mai. Auf Veranlassung des Reichs. amts des Innern werden morgen neue Verhandlungen über die Schaffung eines einheitlichen Lohntarises für die Bauarbeiter beginnen. Der Arbeitgeberbund machte die Wiederaufnahme der Verhandlungen von der Einstellung der Streiks der Bauhandwerker in Köln abhängig. Da die Streikenden gestern die Arbeit wieder ausgenommen haben, steht den Einigungsverhandlungen nichts mehr im Wege. Die Unruhen in Irland. tu. Rotterdam, 3. Mai. Der„Nieuwe Rotterdamsche Conraut“ gibt den Bericht der„Temp=“ aus Dublin wieder in dem es heißt: lazarett am 18. Okt. 1915); Ehefrau Rottmann geb. Letmathe, Evenhauserholz, 34 Jahre alt; Müller Gustav Gous, Bechterdissen, 26 Jahre alt,(gefallen am 17. September 1915; Ehefrau Karoline Strunk geb. Brüning, Hovedissen, 70 Jahre alt; Arbeiter August Indermark, Bechterdissen, 57 Jahre alt; Ehefrau Karoline Sander geb. Hillebrand, Hovedissen, 55 Jahre alt; Lina Witte, Evenhauserholz, 2 Jahre alt; Schumachermeister Ernst Schäfer, Rosenhagen, 52 Jahre alt. Aus den Nachbargebieten. Oenabrück, 1. Mai.(Eine Schulgeschichte.) Man schreibt der Köln. Volksztg.: Aus einer im hiesigen Regierungsbezirk belegenen Ortschaft war ein junger Lehrer zum Militär eingezogen worden. Der junge Mann starb den Heldentod. Von der Regierung wurde eine junge Lehrerin gesandt, die sich in der vereinsamten Lehrerwohnung niederließ Wie es nun überall Flegel gibt, so auch in jenem Orte. Die jungen Herren ärgerten die Lehrerin, wo sie konnten, klopften abends ans Fenster, brachten ihr Ständchen usw. Nachdem sich die Lehrerin den Betrieb einige Zeit angesehen hatte, wandte sie sich an den Vorsteher mit der kategorischen Aufforderung, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Der Vorsteher meinte: Watt känn ick dorbie daun, dätt schöll sick woll gävve.— Als abends der Unfug wieder losgeht, packt die Lehrerin am andern Morgen kurz entschlossen ihren Koffer und fährt zur Regierung nach Osnabrück. Dort beim Schulrat angekommen, erklärt sie, sie würde nicht wieder in jenen Ort gehen, und erzähl: den Hergang. Der Schulvat lobt sie, daß sie so energisch aufgetreten sei und verspricht ihr eine andere Stelle. Die betr. Gemeinde aber erhielt die Anweisung, die Kinder nach einem anderen Orte(etwa eine Stunde weit) zur Schule zu schicken. Nachdem man dies einige Zeit getan hat, sieht der Vorsteher ein, was er angerichtet hat. Er ruft den Schulvorstand zusammen und dieser macht eine demütige Eingabe an die Regierung um eine neue Lehrkraft. In Osnabrück ist man gnädig und verspricht einen Lehrer, der verwundet aus dem Felde käme. Darüber großer Unwille!„Was! Wir müssen für einen gesunden Lehrer bezahlen und sollen nun einen kranken haben! Rein, das geht nicht.“— Abermaliges Schreiben des Schulvorstandes, sie bäten doch um einen gesunden Lehrer. Umgehend kommt ein Brief von der Regierung, man könne auch einen gesunden Lehrer haben. Großer Triumph.„Seht ihr wohl! So muß man es machen. Man darf sich nicht alles gefallen lassen.“— Man wartet also auf den neuen gesunden Lehrer. Aber er kommt nicht. Aber statt dessen kommt eines Tages ein Brief:„Durch Schreiben der Königl. Regierung bin ich zum Lehrer in... ernannt. Leider ist es mir nicht möglich, die Stelle anzutreten, da ich in Frankreich im Schützengraben liege. Ich bitte um das fällige Gehalt!!! Wesel, 1. Mai.(8 Bergleute verunglückt.) Infolge eines plötzlichen Wasserdurchbruches sind Sonnabendnachmittag auf Schacht II der Anlag: Ballach un benachbarten Borth ein Betriebsführer, ein Steiger und sechs Mann zu Tode gekommen. Leute, die die Sinn Feiner und ihre Anhänger kennen, erwarten, daß die Revolution von neuem beginnen wird, sobald neue Munition zur Verfügung steht. Die englischen Behörden würden sich indessen nicht wieder überraschen lassen. Die Munition der Sinn Feiner sei größtenteils englischer Herkunft. Die verwendeten Bomben bestehen aus Konservenbüchsen. Gerüchtweise verlautet, daß unter den getöteten Revolutionären auch einige Offiziere seien. tu. London, 3. Mai. Imes Connolli ist nicht getötet, wie gemeldet wurde, sondern nur verwundet worden und zusammen mit Pearce, gefangen genommen. Hervé über die englischen Mißerfolge. tu. Von der Schweizer Grenze, 3. Mai. Hervé schreibt in seiner„Victoire“: Die Engländer haben die Ehre gerettet, weil sie sich mit ihrer altbewährten Tapferkeit geschlagen haben. Aber ihre Mißerfolge bei Gallipoli und Kut= el= Amara lassen noch bei unserem Verbündeten eine gewisse Unerfahrenheit für den Landkrieg erkennen. Der große englische Generalstab hat in Mesopotamien denselben Fehler begangen, wie auf Gallipoli: er hat die Stärke der türkischen Armee nicht nach ihrem wahren Wert eingeschätzt.(Frankfurter Zeitung.) Die Lage in England. wtb. London, 3. Mai. Die„Daily News“ meldet: Die Regierung ist zu dem Schlusse gekommen, daß nach den jüngsten Ereignissen die allgemeine Wehrpflicht unvermeidlich ist. Mau erwartet, daß Asquith heute(2. Mai) im Unterhause ein neues Gesetz einbringen wird, das die Militärdienstpflicht für alle Männer im militärpflichtigen Alter einführt. Es scheint, daß die drei zur Arbeiterpartei gehörenden Minister, Henderson, Robert und Brake, diese Politik billigen, die jetzt auch die Unterstützung eines ziemlich großen Teiles ihrer Partei hat. Asquith werde heute im Parlament eine Lage vorfinden, die so schwierig sei wie niemals. Er könne sich glücklicherweise darauf berufen, daß der Aufstand in Irland zu Ende ist, aber die Schwierigkeiten, die der Aufstand zur Folge haben werde, seien trotzdem sehr groß. Dann müsse sich die Regierung über Kut=el=Amara und die Dienstpflicht äußern, die die größten Schwierigkeiten biete. Vom liberalen Parteistandpunkte aus könnte man die Leitung des Krieges wohl den Konservativen überlassen, aber es würde sich kaum ein konservativer Führer finden, der bereit wäre, die Aufgabe zu übernehmen.„Times“ sagt, die Ereignisse der letzten acht Wochen zeigten deutlich, daß Aenderunger in der Regierung dringend notwendig seien; das Kabinett müsse verkleinert werden und höchstens aus sechs Mitgliedern bestehen. Die belgischen Kriegskosten. tu. Breslau, 3. Mai. Aus Amsterdam wird der Schlesischen Zeitung gemeldet: Wie aus gut unterrichteter Quelle mitgeteilt wird, betragen die belgischen Kriegskosten seit Kriegsausbruch bereits 2 Tausend Millionen Franken. Der Jahrestag der Schlacht von Gorlice. tu. Budapest, 3. Mai. Sämtliche Blätter feiern den Jahrestag der Schlacht bei Gorlice. Der Pester„Lloyd“. schreibt unter Würdigung der Waffentaten bei diesem Durchbruch: Der Tag von Gorlice, dessen Jährung wir jetzt feiern, ist der Tag der Wiedergeburt der Monarchie und zugleich der Geburtstag des Fortschrittes künftiger Generationen. Die gesamte Presse spricht von der Befreiung vom Ausdruck moskowitischer Habgier und britischen Umsturzgeistes. Das„Neue Pester Journal“ schließt seine Betrachtungen über den Jahrestag der Offensive und die darauf folgenden Kriegsereignisse mit den folgenden bezeichnenden Worten: „Nie mehr soll Rußland Polen zurückbekommen, das durch ungarische, östereichische und deutsche Waffen zu einem freien nationalen Leben erstand. Das alles fing am 2. Mai 1915 mit der Schlacht von Gorlice an, wo unsere braven Honveds so großartiges leisteten, und ein daukerfülltes Gedenken sei den Helden aller Nationen, die damals für uus vor Gorlice geblutet haben. Bei Gorlice fiel der pauruffische Traum des Zarentums.“ tu. Budapest, 3. Mai. In den Kirchen sanden Feldgottesdienste statt. Besonders in den Karpathenortschaften wurde der Tag von Gorlice gefeiert. Neuer Kaual und Befestigungsanlagen an der Donau. tu. Budapest, 3. Mai. Nach einer Bukarester Meldung wird der Zar Ferdinand den neuen Kanal zwischen der Donau und Belgrad nach seiner Fertigstellung und die an der rumänischen Grenze angelegten Befestigungen besichtigen. Neue russische Truppen. wtb. Marseille, 3. Mai. Eine neue Abteilung russischer Truppen ist gestern hier angekommen. Notstände in Rußland. ru. Bukarest, 3. Mai.„Rußkoje Slowo“ berichtet, daß in einzelnen Gouvernements der Notstand unerträglich geworden ist. Der Magistrat der Stadt Jekaterinoslaw teilte der Regierung drahtlich mit, daß er genötigt sei, seine Funktionen einzustellen, weil der Kohlenmangel und das Fehlen vieler Lebensmittel die Verpflegung der Stadt unmöglich mache. Aus der französischen Gewerkschaft. T.U. Von der Schweizer Grenze, 3. Mai. Ueber den zur Feier des 1. Mai abgehaltenen französischen Gewerkschaftskongreß hat die Agence Havas wieder einmal in ganz ungenügender Weise berichtet. Wie aus dem jetzt vorliegenden Bericht des„Temps“ hervorgeht, hat der Gewerkschaftler Bouderon, der an der Konserenz von Zimmerwald teilgenommen hat, den von dem letzten sozialistischen Parteitag abgelehnten Antrag erneuert, die Beziehungen mit den gewerkschaftlichen Verbänden des feindlichen Auslandes wieder aufzunehmen. Dieser Antrag wurde mit 45 gegen 24 Stimmen bei 8 Stimmenenthaltungen abgelehnt. Die bürgerliche Presse, insbesondere radikale Zeitungen, betonen den ruhigen Verlauf des 1. Mai in ganz Frankreich und spenden der sozialdemokratischen Partei großes Lob, daß sie die heilige Einigkeit der Parteien seit Beginn des Krieges in keiner Weise gefährdet hat. Aus Italien. tu. Lugano, 8. Mai. Salandra wies in einem Rundschreiben die Präfekten energisch an, den weitverbreiteten Mißbrauch der Gemeindebehörden abzustellen, die Urlaubsgesuche Militärpflichtiger mit übertriebenen Begründungen amtlich zu bestätigen. Verurteilter Bäcker=Obermeister. wtb. Köln, 3. Mai. Der Obermeister Merzenich von der Kölner Bäckerinnung wurde wegen Nahrungsmittelfälschung zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Er hatte etwa zwei bis drei Monate täglich dem Feinbrot Holzmehl zugesetzt. Mordprozeß. wtb. Berlin, 3. Mai. Wegen der an Mordversuch greuzenden Gewalttat, die am 19. Februar gegen das bejahrte Pfandleiherehepaar Kloß in der Oranienstraße verübt wurde, standen gestern der noch nicht 15jährige Arbeiter Hechtfischer und der noch nicht zwanzigjährige Weber Werdermann vor dem Schwurgericht. Sie wurden zu je fünfjähriger Zuchthausstrafe verurteilt. Literarisches. Das Masurenbuch, mit 24 Federzeichnungen und 30 Bildern(aus Tafeln). Preis 3, geb. 4 J. Verlag von Otto Janke, Berlin. Otto Jankes illustrierte Weltbücher; 1. Band. Der Deutsche Kaiser hat den Wunsch ausgesprochen, daß Ostpreußen so bald als möglich wieder aufgebaut werde; das deutsche Volk hat durch seine freivilligen Spenden bewiesen, wie warm es an dem Schicksal Masurens Anteil nimmt; Fritz Skowronnek hat all dies Denken, Empfinden, Wünschen und Hoffen, alles Wissenswert= und Interessante in einem Buche niedergelegt, das berechtigt ist, die weiteste Verbreitung zu finden. Dieses Buch, das sich liest wie ein spannender Roman, ist aus einem Guß; es ist tein Buch aus Masuren, von Masuren, ub:: Masuren, es ist„Das Masurenbuch“. Oeffentlicher Sprechsaal. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktien Vorzeitige und übertriebene Wildschadentlegen bringt die„Lippische Tageszeitung“ vom 28. März d. Is. in ihrem„Sprechsaal“, wobei bezeichnend ist, daß dem betr. Artikel eine Namensunterschrift fehlt. Es wird in dem Artikel behauptet, daß, obgleich aus dem Ueberhandnehmen des Wildes ungeheurer Schaden erwuchs, keinerlei Abhilfe geschaffen worden sei. Ferner wird jetzt schon— man denke!— festgestellt, daß der durch Rehe im Bredaer Pruch angerichtete Schaden an Roggen 50 Prozent des sonstigen Ertrages betrüge. Was müssen das für ungemein schlaue Leute sein, die schon im März den Schaden am Ertrage von Roggenfeldern erkennen können! Dann wird schließlich in dem fraglichen(oder fragwürdigen) Artikel gefordert, ce wäre höchste Zeit, den betroffenen Landbesitzern das mecht der Selbsthilfe einzuräumen usw.— Hierzu schreibt ein Freund der„Deutschen Jäger=Zeitung“ seinem Blatte:„Man ersicht daraus, wie es gemacht wird. In diesem ülerans ungünstigen Frühjahr, wo Schnce, Frost, Regen und Wärme tagtäglich wechseln, da wollen die Leute, obwohl der Roggen noch nicht handhoch ist, schon jetzt 50 Prozent Schaden haben. Ich bin selber Landwirt und glaube mir daher ein Urteil erlauben zu dürfen. Von Versuchsanstalten ist bereits festgestellt worden, daß das Saatkorn der vorigen Ernte allgemein schlecht keimt und sehr wenig widerstandsfähig ist. Also alle Schäden, durch Auswintern, Wasserstellen im Acker, schlechte Bestellung usw., alles hat die„Herde" Rehe verschuldet. Also herunter damit! Das möchte wohl den Leuten passen: erst die Pacht einstecken und dann mit der Schrotspritze noch zu ernten, wo sie gewiß nicht gesät haben. Jeder Landwirtschaftslehrling weiß, daß der Roggen erst spät die sogenannten„Maipflanzen“, also Nebenstauden, bildet, wodurch sich Schäden bis zur Ernte häufig vollständig wieder ausgleichen. Dabei läßt die Bestellung der lippischen Bauern schon im Frieden in bezug auf Sorgfalt usw. sehr zu wünschen übrig. Aber natürlich, mit solchen Zahlen wie 50 Prozent sicht der Städter oder, wie geschmackvoll ausgedrückt, der„abhängige Unternehmer“ schon die Hungersnot vor der Tür!— N.“ Dörentkup, 30. April 1916. Zu dem in Nummer 98 enthaltenen Artikel über Ferkelpreise in der Gemeinde Hillentrup werden wir uns einige Bemerkungen gestatten. Auf dem Gute Friedrichsfeld bei Dörentrup sind unseres Wissens weit siber 100 Ferke! vorrätig, für die es aber an Käufern fehlt, einfach dee###lb, weil für das Wochengewicht 5 Mk. gefordert werden. das ist für Sechswochenferkel ein Preis von 30 Mk., wobei die Tiere aber nur zwischen 5 und 7 Pfd. wgen. Da die Ferkel nur die Milch der Sau bekommen haben, sind sie im Freisen verwöhnt, und wenn sie sich im Besitze der Käuser finden, zum Fressen nicht zu bewegen, so daß sie in manchen Fällen an die Gutsverwaltung zurügebracht worden sind. Wenn die Landwirte sich entschließen könnten, zu normalen Preisen zu verkaufen, so würden auch von Friedrichsfeld bald alle Ferkel verschwunden sein. Es mußte doch auch von den Landwirten erwartet werden, daß sie gerade in der Ferkelaufzucht eine patriotische Sache sehen. Also es müßte wirklich durchgeführt werden, daß die Ferkel zu niedrigeren Preisen verkauft werden. Tann wäre allen geholfen, den Landwirten und den kleinen Leuten, aber auch dem deutschen Vaterlande, damit es im nächsten Winter nicht an Fleisch fehlt. Gottesdienste in Detmold. Mittwoch, abends 8½ Uhr: Kriegsbetstunde. Postor Jahr. Für den gesamten Inhalt verantwortlich Max Staercke: Druck und Verlag der Meyerschen Hofbuchdrucerei in Detm: sd. =Depeschen. Eigene Drahtnachrichten der Lipp. Landes=Zeitung. Jahresbericht der Ortsgruppe Oetmold des Deutsch-Evang. Frauenbundes v. 1. 4. 15 bis 31. 3. 1916. S. Fritsch, 2. Versitzender der Ortsgruppe. Zum zweiten Malc erstatte ich Ihnen, m. s. v. Damen, einen Jabresbericht, aus dem wieder und immer wieder das Wort„Krieg" uns entgegentönt und noch sehen wir keine Friedenstaube mit eines Oelbaums Zweige am Himmel kreisen. Nein! Dem im Vorjahr nach 30jährigem Bundnis abtrünnig gewordenen Italien, will sich heute der gewaltige Staatenbund jenseits des Weltmeeres uns feindlich zugesellen; derselbe, dessen Loslösung aus englischer Gewaltherr= schaft deutsches Blut erkämpfen helfen mußte.— Trotz aller Sonne und Klarheit dieser Ostertage wandern wir durch ein dunkles Tal; aber— starb Christus am Kreuz, damit Barabas herrsche?— Nie darf dieser Krieg und lege er uns härtere Opfer und größere Entsagung auf, zur Herrschaft der Lüge und Finsternis führen. Aufwarts soll er uns tragen„wenn auch durch Leid und Qual, mit neuen Lebenskräften uns und die Welt erfüllen.—— Lassen Sie mich jetzt von den Arbeiten und dem Leben der Ortsgruppe im Berichtsjahr sprechen. Die Mitgliederzahl der Ortsgruppe beträgt z. Z. 173 gegen 170 im Vorjahr.— Es wurden 16 Vorstands= und 35 Kommissionssitzungen abgehalten. Die Kommissionssitzungen beschäftigten sich in 20 Fällen mit der Fürsorge in Kriegersamilien; in 12 Fällen mit den von der Ortsgruppe zn den hiesigen Lazaretten eingerichteten Unterrichts= bezw. Beschäftigungskursen; in 8 Fällen mit Angelegenheiten der von der Ortscruppe im Marz=April 1915 veranstalteten Kriegskochkursen. Mitgliederversammlungen konnten zu eigenem Bedauern des Vorstandes auch m verflossenen Geschäftsjahr nur 2(2 i. V.) anberaumt werden. Die erste am 25. 11. 1915 mit der Tagesordnung: a) Bekanntgabe der Aufforderungen des Bundes Deutscher Frauenvereine auch in Lippe eine Sammlung„Deutscher Frauendank. 191“" zum Besten der weibl. Angehörigen der im Kriege Gefallenen und Beschädigten zu veranstalten; b) Wahl des vorläufigen Arbeitsausschusses der„Deutscher Frauendank 191*“ genannten Kriegsspende; c) Bericht über das 50jährige Jubiläum des Allg. Deutschen Frauenvereins zu Leipzig; erstattet von dei 2. Vorsitzenden; d) Vortrag des Herrn Landrichters Dr. Eber!„Die Frau als Vormund". Die zweite ist unsere heutige Generalversemmlung. Ihre Tagesordnung liegt, wie Sie, m. v. T. nissen, in ihren drei ersten Punkten: Kassenbericht, Arbeitsberickt, Vorstandswahlen, fest. Der vierte Punkt ist einer Frage gewirm:“ die heut für unser Volksleben besonders wichtig ist, der Pflege der schulentlassenen weibl. Jugend. Das Thema, in einigen Aufsätzen, von Dr Hertha Siemering vorbildlich behandelt, wird im Anschluß zur Besprechung gestellt.— Zwei Versammlungen ganz anderer Art waren die musikalischen Aufführungen, die die Ortsgruppe am 20. und 27. November im großen Saal des Arminiushotels zur Unterhaltung der hiesigen Verwundeten und zum Besten inter Kriegsfürsorgearbeiten veranstaltet hatte. Im angrenzenden kleinen Saal fand gleichzeitig die Ausstellung der Verwundetenarbeiten statt, auf die wir nachher näher zu sprechen kommen.— Die Lesenachmittage. Ende Juni 1915 eingerichtet und zunächst als Beginn einer Jugendgruppe gedacht, fanden statt. Die Teilnehmerinnen waren mit Ausnahme der Schülerinnen eines Penstonates treue, äilere Ritglieder der Ortsgruppe. Den Lesestoff bildeten Artikel sozialen und volkswirtschaftlichen Inhalts aus Frauenzeitschriften; historische und literarische Essays älterer und zeitgenössischer Schriftsteller. Donnerstag, den 15. April, fand der letzte Lesenachmittag statt; ob die Zusammenkünfte im Herbst wieder aufgenommen, werden, ist z. Z. unbestimmt— Zur Erledigung der laufenden Arbeiten wurden von den Vorsitzenden und Schriftführerinnen erva 350 Briefe und Karten geschrieben: Berichte, Gesuche aufgesetzt. Nicht inbegriffen sind die mannigfachen Mitteilungen und Berichte im lokalen Teil der hies. Zeitungen. Die vier oben genannten Berichte hatten sämtlich das Ganze oder Teilgebiete der Ortsgruppenarbeit zum Gegenstand und waren eingefordert vom Bund deutscher Frauenvereine, vom Deutsch=Evang. Fravenbund vom Niedersässischen Verbande des D. E. F. Der vierte ist der heutige hier zur Verlesung kommende Bericht. Gesuche gingen u. a. an die Allg. Ortskrankenkasse zu Detmold um Einführung der „Jamilienhilfe" 5:: den Kassenmitgliedern, und an die Fürstl. Landesregierung um dir Anstellung einer beamteten Waisenpflegerin im Fürstentum. Zu unserer aufrichtigen Freude hat der Ausschuß der Allg. Ortskrankenkasse dem Gesuche nachgegeben und durch einen Nachtvag zu den Satzungen unter dem 81. 1d. 1915 in§ 15 Absatz 1 eingeschaltet: „Außerdem für ihre Jamilienmitglieder der Familienhilfe nach § 30 a.“ Im§ 20 wird in Absatz 1 hinter Ziffer 1 eingeschaltet:„Die Kasse hat auf Antrag auch einen Zuschuß bis zur Höhe von 30“ für größere Heilmittel eder Stärkungsmittel zu gewähren.“— Der § 90a lautet: „Die Kasse gewährt ärztliche(nicht zahnärztliche) Behandlung bis zur Dauer von 26 Wochen an versicherungsfreie Familienmitglieder der Versicherten(Ehegatten und Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahre), soweit diese im Hausstande des Versicherten leben und von ihm ganz oder doch in der Hauptsache aus eigenen Mitteln unterhalten werden. Wenn eine Ehefrau nich: vorhanden ist, so wird die an deren Stelle den Haushalt führende Person zur Famitie gerechnet, vorausgesetzt, daß sie mit dem Versicherten verwandt oder verschwägert oder nicht gegen Lohn angestellt ist. Wird ein Familienangehöriger in ein Krankenhaus oder eine Klinik aufgenommen, dann werden anstelle der freien ärztlichen Behandlung für den Tag 75 Pfennig auf die Dauer von längstens 26 Wochen vergütet. Die Auszahlung dieses Betrages erfolgt gegen Ablieferung einer Quittung dieser Anstalten. Das Mitglied kann zu Gunsten dieser Anstalten aus Zahlung der Beträge verzichten. Mit dem Ausscheiden des Versicherten aus der Kasse erlischt jeder Anspruch auf die Familienhilfe. Der Segen dieses Entgegenkommens der Krankenkasse, die natürlich ihre Beiträge erhöhen mußte, um die erforderlichen Mittel bereitzustellen, wird nicht ausbleiben und in vielen Familien Gesundheit und Arbeitskraft, das Vertrauen auf eine bessere Zukunft stärken. Auf das Gesuch um Anstellung einer Waisenpflegerin steht eine Ankwort der Fürstl. Regierung noch aus. Am 1. 1. 1916 wurde nach unsern Erkundungen Waisenrente für 800 lippische Kinder ausbezahlt. Das bedeutet jedoch nicht die damals wirklich vorhandene Zahl der Waisen, da 6—8 Wachen zu vergehen pflegen, ehe alle Formalitäten erfüllt sind, die das Beziehen der staatl. Rente bedingt. Und wie manchen lipp. Landwehrmann hatten erst die Weihnachtskämpfe am Hartmannsweilerkopf dahingerafft! Wir überlassen es der Ueberlegung der verehr. Vors., ob für Rat und Mitbeaussichtigung beim Auf= und Erziehen der z. T. noch ganz jugendl. Halbwaisen nicht eine warmherzige Frau am rechten Platz wäre. Welch bescheidener Zensbruchtal aus der großherzigen Stiftung der Fürstin Pauline„zum Besten der lipnischen Waisen" wäre da nötig, um ohne Lasten, nur zum Besten des zetzigen Geschlechts das Gehalt für eine Waisenpflegerin bereitzustellen.— Die Ortsgruppe war im Geschäftsjahr vertreten: 1. bei der Ausschußsitzung des D. E. F. in Hannover(Mai 1915) durch die 1. Vorsitzende Frl. Celrichs: 2. bei der Generalversammlung und 50. Jahrfeier des Allg. D. Frauenvereins zu Leipzig(Oktober 1915) durch die 2. Vorsitzende Frl. S. Fritsch.— Wir kommen nun zu den Arbeitskommissionen der Ortsgruppe und beginnen mit der ältesten, der unentgeltlichen Rechtsschutzstelle für Frauen.(Krummestr. 28; Sprechstunde Montags von 5—7 Uhr.) Sie wurde im Geschäftsjahr nur in 20 Fällen(i. V. 33 neuen. 16 Wiederhulungsfällen) in Anspruch genommen. Das Zurückgehen ihrer Tätigkeit liegt einmal in der überall beobachteten geringeren Neigung zu Zank und Streit; zweitens haben auch hier die Rechtsanwälte den Kriegerfamilien ihre Vermittlung kostenlos zur Verfügung gestellt.— Die Stellenvermittlung für gebildete Frauen, die kein Eramen gemacht— Vertrauensdame Frl. L. Schröder, Leopoldstr. 41— wurde kein Mal(i. V. 3 Mal) benutzt.— Die Lesemappe ist inhaltlich durch Abonnement auf die periodischen Blätter, wie„Die Frau".„Die Hilfe",„Bodenreform“ und eine Anzahl vo. züglicher Bücher unterhaltenden coer sachlichen Inhalts, wie durch Tagesfragen behandelnde Bröschüren bereichert worden. Der Lesepreis beträgt halbjährlich 50 Pfg. Die Zahl der Mappen ist von 15 auf 23 erhöht. Im eigenen Interesse der Mitalieder wird um rege Beteiligung am Lesen der Mappe gebeten.— Inhaltverzeichnis der Mappe. Zeitschriften: 1.„Die Frau". Monatsschrift für das gesamte Frauenleden unserer Zeit. Herausgegeben von Helene Lange. 2.„Die Hilfe“. Wochenschrift für Politik, Kunst und Literatur. Herausgegeben von Dr. Fr. Raumann. 3.„Bodenreform". Deutsche Volksstimme. Leitung A. Damaschke. Erscheint 2 Mal monatlich. 4.„Nationale Krauenblätter". Monatsschrift von Cl. Holle, München. 5.„Die Frauenfrage". Centralblatt d. Bundes Deutscher Frauenverenne, von M. Stritt, 2 Mal monatlich. 6.„Blätter für die soziale Arbeit". Monatsschrift von El. Kllmann, Gottheiner. 7. Sammlung von Zeitungsausschnitten. Ferner, verschiedene Kalender; im Druck erschienene Vorträge, Unterhaltungslektüre und Bücher mit wissenschaftl. Abhandlungen und Erörterungen von besonders die Frauenwelt berührenden, wichtigen Tages= und Zeitfragen und Anderes mehr. Die Brockensammlung konnte in diesem Jahre den Nachfragen der Käufer nicht vollständig genügen, und wir sehen uns immer wieder von neuem zu der Bitte gedrängt,„vergeßt mit Euren Gaben auch diese Stelle nicht, an der ein jeder, Verschämte und Bedürftige für weniges Geld die nötigen Kleidungsstücke, Wäschegegenstände erstehen kann.“ Die Kasse des Brockenverkaufs trägt seit 1. 1. 16 wieder die Betriebskosten, die von Kriegsanfang, also 17 Monate, zu Lasten der Ortsgruppenhauptkasse gebucht worden waren. Außerdem wurden auch im Geschäftsjahr 210 Kleidungsstücke kostenlos an Kriegersamilien ausgegeben.— Diese Leistung der Brockensammlung ist ganz unabhängig von der durch die Ortsgruppe organisierten Weihnachtsbescherung für Kriegerkinder, zu der unter Mitbeteiligung der Abteilung Va des Roten Kreuzes(Fürsorge für Kriegerfamilien) der Ortsgruppenvorstand einen Aufruf um Gaben und Geld erlassen hatte. Diese Sammlung ergab 472,10 4 in bar, eine Anzahl Kleidungsstücke, Wäsche, Steffe, Strümpfe, Schuhe, Spielzeug, Backwerk und Obst. Eine weitere Beihilfe erfuhr die Bescheerung aus einem Teil des Erlöses der musikalischen Aufführungen im November, so daß 189 Kriegerfamilien mit 467 Kindern bedacht werden konnten. Weitere 100 Kinder wurden direkt von einer Anzahl Damen und Familien durch Vermittlung des Vorstandes beschenkt.— Im Zusammenhang mit dem Brockenverkauf und obigen Veranstaltungen konnten zur Konfirmation an bedürftige Kinder hiesiger Gemeinden gegeben werden: Neue Kleider an 10 Mädchen, Unterröcke, Wäsch: an 5 Mädchen. Wäsche und Strümpfe an 12 Knaben. Die seit Kriegsbeginn eingerichtete Nähstube für arbeitslose Frauen, die hauptsächlich für die Brockensammlung bezw. Arbeiten der Ortsgruppe tätig sind, beschäftigte am Schluß des Geschäftsjahres gegen 30 Frauen. Sic wird erhalten aus Einnahmen im Brockenverkauf und beanspruchte im Berichtsjahre die Summe von 965,72(K. — d. h. 2 der Einnahme. Die Unterrichtskurse in den hiesigen Lazaretten, die die Ortsgruppe auf eine Anregung des Herrn Territorial=Delegierten der freiw. Krankenpflege Anfang Juni 1915 einrichtete, fanden fast durchweg Teilnehmer. Zu den Stunden in Französisch und Englisch, die bereits seit Mitte März erteilt wurden, trat damit Unterricht in Deutsch(Recht= und Schönschreiben); Rechnen; Buchführung; Rundund Lackschrift; Maschinenschrift; Mathematik; Linkosschreiben. An Deutsch, Rechnen, Buchführung nahmen 4—5; auch 8—15 teil; an Sprachstunden und Mathematik nur 1—3—5; für Linksschreiben sind fast immer 1—2 vorhanden.— Seit Oktober geht neben diesen mehr wissenschaftlichen und Fach=Kursen ein Handfertigkeitsunterricht her. Es wird gelehrt: Korbflechten, Bastarbeiten, Laubsägen, Knüpfen, Sihouettenschneiden, Papparbeiten. In 3 Lazaretten sind ständig gearbeitet; in den zwei anderen vereinzelt.— Die Unterrichtsstunden werden von sämtlichen Damen und Herren unentgeltlich erteilt.— Die Ausgaben für die Bücher. Hefte, Schreibmaterial, Vorlagen, bezw. Vorschuß zum Einkauf von Arbeitsmaterial trugen bis 31. 3. 16 die Landesstelle vom Roten Kreuz und die Ortsgruppe des D. E. F. mit je 100— zu gleichen Teilen. Auf eine Eingabe an die Landesstelle vom Roten Kreuz um regelmäßigen ¼jährl. Zuschuß von 100.— zur Fortführung der wissenschaftl. und Fachkurse,(es ist auch Fuchzeichnen hinzugetreten) wurde in den letzten Tagen eine einmalige Abfindung von 300 A bewilligt.— Die Materialbeschaffung für den Handferngkeitsunterricht hofft man in Zukunft aus dem Verkauf der angefertigten Gegenstände zu decken Die Soldaten=Erfrischungshalle der Ortsgruppe, Ecke Obern= und Emilienstraße, besteht seit September 1910. Die Einrichtung wurde bestritten a's einer Summe von 300 Al. die die Landesstelle vom Roten Kreuz zu diesem Zwecke freundlichst bewilligt hatte. Der übrig bleibende Rest von 26 J, wie weitere 100 f.— durch Sammlungen, Anteil aus dem Ueberschuß der„Musik=Aufführungen“ der Ortsgruppe aufgebracht— liegen als Reserve auf der Sparkasse. Da die Räumlichkeiten bis zum 30. 6. ds. Is. von privater Seite gütigst kostenlos überlassen sind, ebenso Gas und Wasser bis in Höhe von 8 4 monatlich von der Stadt geliefert wird, so konnte trotz der sändig steigenden Preise für Milch, Kaffee, Kakao und Backwerk die Erfrischungshalle sich, abgesehen von kleineren Geschenken, selbst erhalten, ohne den Preis für die gelieferten Portionen zu erhöhen. Eine nach dem 1. April eingereichte Malerrechnung, wie die städt. Gas= und Wasser rechnung für die Wintermonate beträgt jedoch 25 M. bezw. 21,00. Vom 1. 7. au liegen, wie gesagt, die Dinge anders, aber wir hoffen, daß für die Zukunft sich Rat findet. Der Besuch ist sehr wechselnd; im Durchschnitt kann jedoch mit einem täglichen Verkehr von 75 Mann gerechnet werden. Zu den im März, April bis Mitte Mai des Vorjahres abgehal. tenen Kriegskochkursen in der Versammlung noch mit zuteilen, daß der Landesstelle vom Roten Kreuz von den von ihr vorgeschossenen 400. am 21. Juli 193.4 zurückgegeben werden konnten. Weitere 89,55 wurden an Frau Dr. Benzler, der Herausgebern des Kirgskochbüch leins, dessen Vertrieb die Ortsgruppe übernommen hatte, abgeführt und von diese: Dame ebenfalls dem Roten Kreuz zur Verfügung ge stellt. Wir sprechen ihr und Frl. Neubourg, die während 8 Wochen den Kochunterricht erteilt hat, nochmals unsern wärmsten Dank aus. Einige Rechnungen über Lebensmittel und Anzeigen für die Kriegs kochkurse usw. m Höhe von etwa 30 M. die nach Abführung obiger Summe an den Vorstand einliefen, wurden, um Weitersendungen zu vermeiden, aus der Ortsgruppe beglichen. Die Arbeit einiger Vorstandsmitglieder in der Familienfürsorge in Kriegerfamilien hat gegen das Vorjahr einen sehr erweiterten Umfang angenommen. Dieser Zweig d er Familienfürsorge wird, wie Sie m. v. D. wissen, un Rahmen der Mittel der Landesstelle vom Roten Kreuz ausgeübt, i deren Abt. Va die zweite Vorsitzende die Ortsgruppe vertritt. Diese Unterstützungen bestehen seit Sommer 1915 nur in Milch und kleinen Beihilfen zur Miete, Pacht, Zinsen. Im Bezirk D., der der Ortsgruppe anvertraut ist, hatten bis Ende März 1915 25 Familien gelegentlich Unterstützungen erhalten; Ende März 1916 war die Zahl dieser meist nur gelegentlich Unterstützten auf25 Tamilien gestiegen, darunter 6 Witwen mit 11 Kindern: 3 Vollinvaliden: 8 in Gefangenschaft geratene Ehemänner. Die meisten Ehefrauen der Gefangenen haben, wenn auch spärliche, Nachrichten von ihren Männern; andere nichts als die Mitteilung vom Regiment, daß der Mann in russische Gefangenschaft geraten sei.— Wie die Damen aus dem Kassenbericht gehört haben, hat der Vorstand bei der 4. Kriegsanleihe abermals 500.4 für die Ortsgruppe gezeichnet; er denkt damit nur im Sinne der Mitglieder gehandel! zu haben. Der Auteil der Ortsgruppe an der Kriegsanleihe ist damtt auf 1000 M gestiegen.— Zum Schluß ist noch mitzuteilen, daß in den Landesbeirat für die Kriegsbeschädigtenfürsorge die zweite Vors. der Ortsgruppe Frl. S. Fritsch berufen wurde; in die städtische Kommission für Jugend. schutz die Beisitzende Frl. H. Heldman; zur 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe des Vaterl. Frauenvereins die bisherige 2. Schriftführerin und nunmehr Beisitzende Frau Bürgermeister Petri.— Eine Anfrage des Magistrats, die in Aussicht genommene Lesehalle für Mädchen unter 16 Jahren einzurchten, mußte leider ablehnend beschieden werden, da keine der Mitarbeiterinnen in der Ortsgruppe die Leitung der Lesehalle zu ihren anderen Pflichten übernehmen konnte.— Ueber das Leben des Bundes dürften die Damen aus der Evang. Frauenztg. unterrichtet sein. Das wichtige äußere Zeichen seines Gedeihens ist der Erweib eines eigenen wertvollen Hausgrund stückes. Ferner wurde unlängst die 1. Vorsitzende Frl. Paula Mueller in den engern Vorstand des Bundes Deutscher Frauenvereine gewähl! Wir sind gewiß, daß von diesem Platze aus ihre Tätigkeit weitesten Kreisen zugute kommen wird.—* Gott gebe, daß mi. auch hier mit unsern bescheidenen Kräften das Unsere zum Wohle aller derer leisten können, die Liebe und Hilfe, die Förderung an ihrem Berufe bedürfen. Nach Frauenart soll auch unsere Arbeit für die Allgemeinheit sein: Erhalten und pflegen, was vorhanden ist, aufbauen, wo vernichtet war. Wir halten durch!" Ruft. vom Feinde umstellt, * D e: K r i e g e r i m F e l d. „Wir halten durch!" Denkt. von Sorgen verzehr:, Die Mutter am Herd. Wie weit uns hinweg über Raum und Zeit Trägt großes, gewalt'ges Geschehen; Aus Werten, die's aus der Gegenwart hebi, Wir die Lukunft sich fermen sehen.— Dr. Nentschel’s Inhalator eine Wohltat bei Asthma, Nusten, Heiserkolt u. ähallehen Kruen-Drogerie Otte Plaas Detmold. Habe meine Praxis wieder aufgenommen. Dr. Müller, Frauenarzt Bielefeld, Jöllenbeckerstr. 1, Ecke Bahnhofstrasse.(790 — Fernsprecher 1741.— Sprechstunden 10—12 und 3—5 Uhr. 5 Er ging dahin, den meine Seele liebte. Der treue Gatte. meines Lebens Glück: Er ging dahin, der einst mein Herz beglückte. Und läßt mich hier in tiefstem Schmerz zurück. Ich hab’ ein schönes, kurzes Glück besessen, Nun schlummert er. auf ewig unvergessen. Doch liegt es in des Höchsten Plan.— Was Gott tut, das ist wohlgetan. Todes-Anzeige. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 30. April nach kurzer, schwerer Krankheit in einem Kriegslazarett, im 39. Lebensjahre, mein lieber Mann, unser guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Landsturmmann Heinrich Stratemann 3. Komp. Inf.-Reg. Nr. 61 Dies zeigt im Namen aller Angehörigen tielbetrübt an(733 Frau Wilhelmine Stratemann geb. Echterdick. Knetterheide, 3. Mai 1910. Die Beerdigung findet am Donnerstag. nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Elektr. Installationsmaterial aller Art Isollerrohr, Drähte, Schalter. Fassungen, Schalttatel, Sicherungen, Beleuchtungskörper. 3636 Osrau-, Welan- u. Birtus-Glühlampen Taschenlampen, Batterien, Lämpchen, Elemente, Läalewerke, Telelene liefert preiswert H. A. Mönkemöller, Herferd. Großhandlung elektr. Bedarfsartikel. Bitte! Den kleinen Leuten fehlt es jetzt vielfach an der nötigen Kleidung. Bei der herrschenden Teuerung ist es ihnen nicht möglich, sich das Nötige aus eigenen Mitteln zu beschaffen. Wir wenden uns daher an alle diejenigen, die einen Ueberfluß an Kleidung haben, mit der herzlichen und dringenden Bitte, damit den Dürftigen in ihrer Not zu helfen. Es ist kein großes Opfer, um das wir bitten. Umsomehr dürfen wir hoffen, daß alle, die es bringen können, dazu gern bereit sein werden Die entbehrlichen Kleidungsstücke, auch Hemden, Wollsachen und Schuhe bitten wir in der Paulinenanstalt, die sich zur Annahme freundlichst bereit erklärt hat, abgeben zu wollen. Detmold, den 25. April 1916. Pastor Werdelmann. Pastor Lohmeyer. Das Ammonlak wiro von Herrn Solle, Lagesche Straße 41, verausgabt. Säcke und dergl. mitbringen. 801 Obst- u. Gartenbauverein. zu Bau= und Düngezwecken swie alle Baumaterialien steis vorrätig in Detmold. Orbkerstraße, oder in Lemgo. Kohlstädter Kalfwerte und Banbetart, bez. B. b. H Ferd. 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