Altestes und verbreitetstes Blatt des Die„Lippische Landeszeitung“ mit den unentgeltlichen Beilagen„Gut Brand“.„Der Landwirt“, Jedem Etwas“ und„Blätter für Lippische Heimathunde“ erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage Geschästsstelle: Detmold, Leopoldstraße 12. Fernsprecher Nr. 23. Telegramm=Adresse: Landeszeitung Detmold. Vertretungen in allen Orten des Landes. Fürstentums und der angrenzenden Bezirke Abonnementspreise: Bei der Geschäftostelle und den Vertretungen für ½ Jahr M. 2.25, für 2 Monate M. 1.50. für 1 Monat M. 0.75. Bei der Post für ¼ Jahr M. 2.25, für 2 Monate M. 1.50, für 1 Monat M. 0.75. Postbestellgeld für ¼ Jahr M. 0.42, für 2 Monate M. 0.28, für 1 Monat M. 0.14. Anzeigen werden für Lippe mit 15 Pfennig, für Auswärts mit 20 Pfennig die kleinspaltige Kolonelzeile oder deren Raum berechnet Rehlamezeile 75 Pfg. Komplizierte Anzeigen werden mit 30% Aufschlag dered NS 96 Oetmold, Dienstag, den 25. Kpril 1916 149. Jahrgang amerikanische Drohnote. mmb. Berlin, 22. April. Die am 20. April, abends, von dem hiesigen amerikonischen Botschafter überreichte Note besagt u. a.: Durch die jetzt im Besiv der Regierung der Vereinigten Staaten befindlichen Nachrichten wird der Tatbestand im falle der„Susser“ vollkommen festgestellt und für die Folge rungen, die meine Regierung aus diesen Nachrichten gezogen hat, findet sie eine Bestätigung in Umständen, die in Eurer Erzellen; Note vom 10. d. Mis. dargelegt sind. Eine sorgfältige, eingebende und gewissenhafte unparieiische Untersuchung durch Offiziere der Flotte und der Armee der Vereinigten Staaten hat schlüssig die Ttasache ergeten, daß die„Susser“ vone Warnung oder Aufforderung zur Ueberaab; torvediert wuroe und daß der Torpedo, durch den ne getronen wurde, deutscher Herstellung war. und, sorgfältiger Prüfung der Note der Kaiserlichen Renierung vom 10. April bedauert die Regierung der Ver einigten Sta##en, sagen zu müssen, daß sie den Eindruck erhatten hat, dan die Kaiserliche Regierung verfehlte, den Crust der Situation zu würdigen, die sich nicht nur durch den Angriff auf die „Susser“ ergeben hat, sondern durch die ganze Methode und den Charakter des Unterseebootskrieges während eines Zeitraumes von mehr als zwölf Monaten. Wenn die Versenkung vereinzelter Fall gewien wäre, so würde der„Susser“ ein er der Regierung der Vereinigten Staaten die Hoffnung ermöglichen, daß der für die Tat verantwortliche Offizier seine Befehle eigenmächtig übertreten hatte und daß der Gerechtig keit durch seine entsprechende Bestrafung in Verbindung mi „ f u n g i n V e r b i n d u n g m i t einer förmlichen Mißbilligung und Bezahlung einer ange messenen Entscädigung durch die Kaiserliche Regierung Genüge geschehen konnte. Die Regierung der Vereinigten r neuesten Zeit zu dem ein Fall, wenn auch einer der schwersten und betrübendsten ist, für die vorbedachte Methode und den Geist, womit unterschiedslos Handelsschiffe aller Peerrinte Kriihle nen konnie. Pie HE Staaten ist aber durch Ereignisse der Schluß genötigt, daß es nur ein onalität und Bestimmung zerstört werden. 1!! Raiserliche Regierung wird sich erinnern, daß, als Jebruar 1915 ihre Absicht ankündigte, die Gewässer ritannien und Itluno als Kriegsgeviet zu be handeln. die Regierung der Vereinigten Staaten ernstlich protestiert hat. Sie gründete ihren Protest darauf, daß Per sonen neutraler Nationen und Schiffe neutraler Eigentümer ameren und unabweislichen Gefahren ausgesetzt sein wurden und daß unter den damals obwaltenden Umständen die Kaiserliche Regierung keinen rechtmäßtigen Anspruch dafür geltend machen konnte, einen Teil der hohen See m schließen. Kaiserliche Regierung bestand trotzdem darauf, die angetündigte Politik durchzuführen, indem sie die Hoffnung ausdrückte, daß die bestehenden Gefahren jedenfalls für neu #..„„ulch die Instruktionen sich auf ein Mindest „a., Asanten würden,“ die sie den Kommandanten ihrer agenen hatte und versicherte die Regierung der anwenden würde, um die Rechte der Neutralen zu achten und die Leben der Nichtkombattanten zu schützen. In Verfolg dieser Politik des Unterscebootskrieges haben die Unterscebootskommandanten ein Verfahren solcher rücksichtslosen Zerstörung geübt, die mehr und mehr deutlich wer den ließ, daß die Kaiserliche Regierung keinen Weg gefunden hat, ihnen solche Beschränkungen aufzuerlegen, wie sie ge hofft und versprochen hatte. Immer wieder hat die Kaiserliche Regierung der Regierung der Vereinigten Staaten feierlich versichert, daß sie mindestens Passagierschiffe nicht in dieser Weise behandeln werden würde, und gleichwohl hat sie zugelassen, daß ihre Unterscebootskommandanten diese Versiche rungen ohne jede Ahindung mißachteten. Noch im Februar dieses Jahres machte sie davon Mitteilung, daß sie alle bewaffneten Handelsschiffe in feindlichem Eigentum als Teil der bewaffneten Seestreitkräfte ihrer Gegner betrachten und als Kriegsschiffe behandeln werde, indem sie sich so wenigstens implickte verpflichtete, nicht bewaffnete Schiffe zu warnen und das Leben ihrer Passagiere und Besatzungen zu gewährleisten. Aber sogar diese Beschrünkungen haben Ihre Untersee bootkommandanten unbekümmerlich außer Acht gelassen. Die Liste der Amerikaner, die auf so angegriffenen und zerstörten Schiffen ihr Leben verloren haben, ist von Monat zu Monat gemachsen, bie die verhäugnisvolle Zahl der Opfer in die Hunderte gestiegen ist. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat eine sehr geduldige Haltung eingenommen. Auf jeder Stufe ihrer schmerzlichen Erfahrungen von Tragödie über Tragödie war sie bestrebt, durch wohlüberlegte Berücksichtigung der außergewöhnlichen Umstände eines Krieges ohne Beispiel sich lenken und durch Gefühle rechtester Freundschaft für Volk und Regierung Deutschlands leiten zu lassen. Sie hat neuen Verhältnissen, für die es keine Präzedenzfälle gibt, jedes Zugeständnis gemacht und war willens, zu erwarten, bis die Tatsache unmißverständlich und nur einer Auslegung fähig wurde. Sie ist nun einer gerechten Würdigung ihrer eigenen Rechte schuldig, der Kaiserlichen Regierung zu erklären, daß dieser Zeitpunkt gekommen ist. Es ist ihr zu ihrem Schmerz klar geworden, daß der Gebrauch von Unterseebooten zur Zerstörung des feindlichen Handels notwendigerweise gänzlich unvereinbar ist mit den Grundsätzen der Menschlichkeit, dem seit langem bestehenden und unbestrittenen Rechten der Neutralen und den heiligen Vorrechten der Nichtkombattanten. Wenn es noch die Absicht der Kaiserlichen Regierung ist. unbarmberzig und unterschiedslos weiter gegen Handels chiffe mit Unterscebooten Krieg zu führen, ohne Rücksicht auf das, was die Regierung der Vereinigten Staaten als die heiligen und unbestreitbaren Gegensänze des internationalen Rechts und die allgemein anerkannten Gebote der Menschlich keit ansehen muß, so wird die Regierung der Vereinigten Staaten schließlich zu der Folgerung gemwungen, daß es nur einen Weg gibt, den sie gehen kann Sofern die Kaiserliche Regierung nicht jetzt unverzüglich ein Aufgeben ihrer gegenwärtigen Methoden des Unterscebootfrieges gegen Passagier= und Frachtschiffe erklären und bewirken sollte, kann die Regierung der Vereinigten Staaten keine andere Wahl haben, als die diplomatischen Beziehungen zur deutschen Regierung ganz zu lösen. Einen solchen Schritt saßt die Regierung der Vereinigten Staaten mit dem größten Widerstreben ins Auge, fühlt sich aber verpflichtet, ihn im Namen der Menschlichkeit und der Rechte neutraler Nationen zu unternehmen. Der Nete ist als Anlage eine Feststellung beigegeben; darin heißt es: Der franzosische Kanaldampfer„Susser“. der regelmäßig zum Passgierverkehr zwischen den Häfen Folkestone in England und Dieppe in Frankreich verwendet wird, fuhr am 24. März 1916 um 1,25 Uhr nachmittags mit 325 Passagieren und 33 Mann Besatzung an Vord von Folkesione nach Dieppe. Die Passagiere, unter denen sich ciwa 25 amcrikanische Bürger befanden, gehörten verschiedenen Staaten an. Es waren viele Frauen und Kinder darunter. und ungefähr die Hälfte waren Anghörige neutraler Staaten. Die„Susser" trug keine Armierung. Sie ist niemals als Truppentransportschiff verwendet worden und hatte eine Route eingeschlagen, die für die Truppentransporte von England nach Frankreich nicht benutzt werden. Um 2.50 Uhr nachmittags, als die„Susser" ungefähr 13 Reilen von Tungeneß entfernt war. sah der Kapitän des Schiffes ungefahr 150 Meter von dem Schiffe entfernt auf der Backbordseite die Laufbahn eines Torpedos. Bevor jedoch das Schiff weit genug herumgedreht werden konnte. um zu vermeiden, den Kurs des Torpedos zu kreuzen, traf dieser den Rumpf des Schiffes. Zu dieser Zeit war kein anderes Schiff in Sicht. Das Herannaben des Torpedos wurde von verschiedenen anderen Personen auf dem Schiff gesehen. Eine weitere Bestätigung der Tatsache, daß der Kapitän den Torpedo auf das Schiff zukommen sah, bildet die beeidete Aussage des Ingenicurs vom Dienst, daß der Befehl, Backbordruder zu heben und die Steuerbordmaschine an zuhalten. erhalten und befolgt wurde. Für diesen ungewöhnlichen Besehl kann keine andere vernünftige Erklärung gegeben werden, als die, daß der Kapitän etwas sab. das ihn veranlaßte, den Kurs scharf nach Steuerbord zu verändern. Zu diesem Zeugnis, das an und für sich bereits schlüssig beweisen dürfte, daß die Ursache der Zerstörung ein Torpedo war kommt noch das Zeugnis amerikanischen Botschaft in Paris zugeteilten Leumants Smith von der Marine der Vereinigten Staaten, der in Begleitung des Majors Logan von der amerikanischen Botschaft nach Boulogne fuhr, den Rumpf der„Susser“ untersuchte und persönlich unter der Masse der vom Wasser durchtränkten Trümmer des Wracks 15 Metallstücke fand, die sie in ihrem Besitz behielten, da sie nicht glaubten, daß die Stücke Teile des Schiffes bildeten. Die Offiziere sind der festen Meinung, daß diese Metallstücke nicht Teile einer Mine waren. Unter den Metallstücken waren Schraubenbolzen, welche die Wirkung einer Erplosion aufwiesen und von denen der eine mit„k“ und „56“ und der andere mit„k“ und„58“ je am Kopfe bezeichnet waren. Bei der Untersuchung der deutschen Torpedos, die sich im Besitz der französischen Marinebehörden in Toulon und der englischen in Portsmouth befinden, fanden die amerikanischen Offiziere, daß identische Schrauben mit dem Buchstaben„k“ und eine Zahl dazu verwendet werden, den Gefechtskopf am Kessel zu befestigen. Die Schrauben, die an französischen und englischen Torpedos verwendet werden, tragen keine Bezeichnungen und sind von etwas anderer Größe. Im Hinblick auf diese bewiesenen Tatsachen kann kein vernünftiger Zweifel darüber bestehen, daß die„Susser" tordiert wurde. und daß der Torpedo deutscher Herstellung war. Der Schluß, zu dem man gekommen war, wurde durch die Feststellungen in der Note der Kaiserl. Regierung vom 10. April 1916 bekräftigt. Der Angriff fand um 3.55 Uhr nachmittags mitteleuropäischer Zeit statt. Das würde 2.55 Uhr westeuropäischer Zeit entsprechen. Es war 2.50 Uhr westeuropäischer Zeit, als der Torpedo die„Susser" nach Aussage des Kapitäns traf und die Schiffsuhr stehen blieb. Wenn eine Skizze, die der Unterscebootskommandant von dem Tampfer, den er torpedierte, hergestellt hat, mit einer Photographie der„Susser“ in der Londoner„Graphie“ nicht übereinstimmt, so ist dazu zu bemerten: Diese Skizze ist anscheinend nach dem Gedächtnis auf Grund einer Beobachtung des Schiffes durch ein Periskop angesertigt, und da die einzigen Unterschiede, die von dem Kommandanten, der sich auf sein Gedächtnis verließ, hervergehoben wurden, die Lage der Schornsteine und die Form des Hecks sind, so ist anzunehmen, daß sich die Schiffe sonst glichen. Da nach den eingegangenen Meldungen kein anderes Schiff, als die„Susser“, ohne Warnung von einem untergetauchten Untersceboot torvediert worden ist, so steht es außer Frage. daß das Schiff von dem Unterseevoot torpediert worden ist, auf dessen Komandantenbericht die Nole vom 10. April beruht. ge Lansing. Deutscher Tagesbericht. wil. Großee Hauptquartier, 22. April 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. An der Straße Langemark-Ypern griffen die Engländer in den heutigen Morgenstunden die ihnen von un seren Patreuillen am 19. Auril entrissenen Gräben an, von denen sie etwa ein Trittel wieder besetzten. Beiderseits der Kanals von La Bassee sprengten wir mit Erfolg einige Minen. Feindliches Feuei auf die Städte Lens und Noye sorderte weitere Opser. Von der Bevölkerung in Raye wurden ein Kind getötet, zwei Frauen und ein Kind verletzt. In den Argonnen zersörten wir durch Spreugungen französische Posten Stellungen auf der Hohe La Fille Morte und halten einen Trichter vor unserer Front besetzt. Westlich der Maas wiederholten die Franzosen ihre An streugungen gegen„Toter Mann“. Zweimal wurden sie durch Artillerie=Sperrfeuer von beiden Ufern zusammengeschossen. Ein driner Angriff brach mit schweren Verlußen Im Weltenbrand. Original=Kriegsroman aus ernster Zeit von Audelf Zollinger. (Nachdruck verboten(Alle Rechle vor bebalten. 38. Fortsetzung.) „Dann bitte ich geyorsamst, meine Worte als ungesprochen ansehen zu wollen! Aber ein Gluck, daß wir nicht wassenlos sind! Vielleicht bielet sich nach Tagesanbruch doch eine Gelegenheit, denen da vorne einen kleinen Streich zu spielen.“ Der Graf antwortete nicht mehr. Allem Anschein nach hatte er oas Bewußtsein verloren. Da die Kälte der Nacht immer empfindlicher wurde, drückte sich Raven so nahe als möglich an den Oberleutnant heran, um ihm etwas von seiner Körperwarme mitzuteilen. An Schlaf aber war selbstverständlich nicht mehr zu denken. Und er fühlte auch gar keine Müdigkeit; ja, selbst die Schmerzen schienen sich gemindert zu haben, seitdem das Einrücken der feindlichen Batterie in den Wald alle seine Gedanken beschäftigte. Der Aufsellungsort der Geschütze mußte sich in so großer Nahe ihres Schlupswinkels besinden, daß er deutlich die Stimmen der Offiziere und Soldaten vernehmen konnte, die enrig arbeiteten, un sich die nötige Deckung gegen die Beobachtung von seiten des Gegners zu schaffen. „In der Morgenfruhe wird der Tanz losgehen“, dachte Raven.„Und wenn die Unsrigen den Standort der Batterie auskundschaften, haven wir die schönsten Aussichten, hier in unserm Loche Bekanntschaft mit deutschen Granaten zu machen. Aber wenn sie die franzosischen Kanonen zusammenschießen, so mag es in Gottes Namen darum sein. Der arme Kamerad wird darüber ja schwerlich anders denken als ich.“ In unendlicher qualvoller Langsamkeit schlichen die Stunden der Nacht dahin. Nie in seinem Leben hatte Hugo von Raven den Anbruch eines ieuen Tages heißer und inbrunsuger ersehnt, obvohl ja alle Wahrscheinlichkeit oafur sprach, daß dieser Tag für ihn der letzte sein wurde. Aber untatige Ausharren in dem Erdloch, diese entsetzliche Ohnmacht, dem Verwundeten an seiner Seite, der jetzt in matten und abgerissenen Worten zu phantasieren ansing, auch nur die kleinste Linderung seiner Leiden zu verschalten, Se bünkten ihm Schimmer, der durch die Lücke im Strauchwer! in ihr dumpfig seuchtes Gejangnis fiel, und der ihm gestattete, das Gesicht seines Schicksalsgenossen zu unterscheiden. Er sah, daß es aschjahl geworden war. und daß tiese, dunkle Schatten unter seinen geschlossenen Augen lagen. Es war innerhalb weniger Stunden zu einem hageren, verfallenen Greisenantlitz geworden, und wie ein Erschauern ging es durch Hugo von Ravens Seele. Noch einmal trat die Versuchung an ihn heran, aus der Grube zu steigen und sich den Franzosen zu überliefern, damit dem Schwerverwundeten Beistand werde oder wenigstens Erleichterung für seine letzten Stunden. Aber dann dachte er daran, daß der Oberleutnant, wenn er noch einmal zum Bewußtsein kam, ihm wahrlich wenig Dank wissen wurde für solchen Liebesdienst, und er wies die Versuchung endgültig von sich ab. Draußen war es bereits lebendig geworden. Die Bedienungsmannschaften der Batterie, die allem Anschein nach ein puar Stunden im Walde geruht hatten, traten auf ihre Posten, und aus der Hohe, wahrscheinlich von den als Beobachtungsstand ausersehenen Baumwipseln herad, kamen weithin vernehmliche Besehle. Nur wenige Minuten noch, dann drohnte der erste dumpfe Kuall durch die Morgenstille des erwachenden Tages. Und in rascher Folge ließen auch die übrigen Geschußze ihr erschütterndes Gebrüll vernehmen. Aber den Oberleutnant weckte der unfre undliche Fruhgruß nicht zum Bewußtsein der Wirklichteit. Er schlug wohl die Augen auf, in denen die Glut des Wundsiebers brannte, aber er erkannte weder seinen Gesährten, noch hatte er eine Vorstellung von seiner Lage oder von dem, was zu befürchten stand. Ja seine Seele schien im Gegenteil von allerlei lieblichen Vorstellungen umgaukelt, denn um die schmalen, bleichen Lippen, über die immer wieder derselbe weibliche Name kam, huschte es zuweilen wie ein zufriedenes Lächeln. „Er wird sterben,“ dachte Raven.„Er wird ganz gewiß sterben.“ Und dann reifte in seiner Seele allgemach ein abenteuerlicher, tollkühner Entschluß. Wenn der Graf stard, was hielt ihn dann noch in diesen Leben es da wenigstens so teuer als möglich verkaufte? Die Vorstellung, daß er sich von hinten her an die Batterie heranschleichen und den Ahnungslosen durch ein paar wohlgezielte Schusse aus seinem Browning einen beillosen Schrecken in die Glieder jagen mürde. ehe ihn selber das erlösende Blei traf— diese phantastische Vorstellung gewann für ihn mehr und mehr etwas beinahe Erheiterndes. Die Kerle mußten ja geradezu aus den Wolken fallen, wenn plötzlich in ihrem Rücken ein Feind auftauchte, mit dessen Nähe sie wahrhaftig nicht hatten rechnen können! Und wenn es ihm gelang. auch nur zwei oder drei von ihnen ins Jenseits zu befordern, so hatte er das Martyrium dieser Nacht doch wenigstens nicht umsonst erlitten und durfte mit dem Bewußtsein sterben, den Kameraden und sich gerächt zu haben. Den letzten Atemzug des Oberleutnants mußte er freilich zuvor abwarten, und den letzten Liedesdienst, ihm die erloschenen Augen zuzudrucken, mußte er ihm erweisen. Darum blieb er zunächst regungslos, die zuckende Hand des fiebernden Kameraden in der seinigen, mit fest zusammengepreßten Lippen und in gespannter Erwartung. Da, was war das? Ein schmerzlich hoher, heulender Ton, den er gut genug kannte, ein Knirschen von brechenden Aesten und splitternden Stämmen— und dann ein dumpfes, krachendes Aufschlagen ganz in der Nähe. Eine deutsche Granate! Halb mechanisch zählte Raven: eins— zwei — drei— vier— fünf—— Dann ein nervenzerreißendes Krachen. Das Geschoß war krepiert. Weit hinter der seindlichen Batterie. Aber es war doch immerhin ein untrüglicher Beweis, daß die deutsche Artillcrie weit drüben auf der anderen Seite des Gesechtsfeldes den Aufstellungsort der französischen Geschütze richtig erkannt hatte. „Sie werden sich schon einschießen!“ ging es fast wie frohlockende Zuversicht durch Ravens Kopf. „Und sie müssen um ein gewaltiges Stück näher gekommen sein. Der Oberleutnant hatte also doch recht inn seiner Vermutung von gestern abend.“ Was ihm selber unter normalen Verhaltnissen als etwas ganz Undenkbares erschienen ware, hier wurde es zur Tatsache. Er verfolgte die Wirlung des Granatseuers, dem das Waldchen ausgesetzt war, von diesem Augenblick an mit vollkommener Ruhe und ohne jeden Gedanken an die surchtvore Lebensgefahr, in der er sich besand. Nur dann erzitterte sein Herz, wenn er wahr zunehmen glaubte, daß die deutschen Geschütze noch immer nicht auf das richtige Ziel eingestellt waren,— wenn es ihm schien, als ob die Geschosse in immer größerer Entfernung einschlügen. Dabei war es ein wahres Höllenkonzert, das ihn umtobte. Wie dünne Reiser wurden die Stämme zerknickt, um krachend zu Boden zu stürzen. Das schauerliche Heulen in der Lust ertönte fast ununterbrochen, und einmal wurden große Erdklumpen, die eine krepierende Granate aufgewühlt hatte, in die Grube hineingeschleudert. Da— endlich! Ein Freudenschrei rang sich aus Ravens Kehle—. nicht mehr, wie bisher, hinter ihm, sondern vor ihm, da, wo unablassig die feuernden französischen Geschütze standen, war der Einschlag erfolgt, und die gellenden Schmerzensschreie eines getroffenen Pferdes, Schreie, die niemand mehr vergessen kann, der sie jemals gehört, bewiesen, daß diesmal die der sich mit solcher Todesverachtung schlug. Batterie bereits in Mitleidenschaft gezogen war.! Denn die Batterie hatte schrockliche# Iast im ahmlichen Allamane rinhen. If. 1a. Waldboden hinaus. Die Beschießzung mußte jetzt ihren Höhepunkt erreicht haben; denn es war ein unaufhörliches Heulen und Tausen in der Luft, ein beständiges Krachen un Knirschen. Von den französischen Kanonen am Waldrande aber feuerte nur noch eine einzige. Der größte Teil der Batterie war also durch die deutschen Geschosse bereit- zum Schweigen gebracht worden. um die einschlagenden Gianaten und um die umherfliegenden Sprengstücke, die zuweilen unmittelbar neben ihm in die Stämme fuhren. kroch Raven weiter und weiter der seindlichen Aufstellung zu. Und nun, als er den Rand der Lichtung erreicht hatte, sah er sie ganz nahe vor sich. Es war ein Bild, wie er es in gleicher Furchtbarkeit noch nicht zu Gesicht bekommen hatte—. ein Bild, das ihm Entsetzen einflößte und ihm zugleich Hochachtung abnötigte für einen Feind, Fast im nämlichen Moment richtete sich Graf Helmholt auf, und seine bis dahin matte und kraftlose Hand umklammerte Ravens Finger mit eisernem Druck. „Sieg, Kamerad!— Wir haben gesiegt. Ein Hurra für den Kaiser! Ein Hurra für unser geliebtes Vaterland! Gloria!— Viktoria!“ Nie hatte Raven ein so wundersam verklärtes Menschengesicht gesehen, nie so überirdisch leuchtende Augen. „Herr Gott— wenn das der Tod ist—.“ durchzitterte es seine Seele—„was kann es dann noch Schöneres geven!“ Mit geschlossenen Augen sank der Oberleutnant zurück. Hugo von Raven zweiselte nicht mehr, daß der treue Gefährte ausgelitten habe, und er faltete die Hände zu einem stillen Gebet. Dann aber zögerte er nicht länger, seinen vorhin gesaßten Entschluß zur Tat zu machen! Wie ein ausch— nein, wie ein Paroxysmus der Raserei war es über ihn gekommen. Er wollte und mußte den gesallenen Kameraden rächen! Wenn er schon sein Leben darangeben mußte— und er wußte ja, daß es keine Rettung für ihn gab, so wollte er wenigstens noch im Tode beweisen, daß er ein braver Soldat gewesen sei bis zum letzten Atemzug. Mit Aufbietung aller Kräfte klomm er an der steilen, abbröckeinden Grubenwand empor und schob sich über den bewachsenen Rand auf den Denn die Batterie hatte schreckliche Verluste erlitten. Sie war im eigentlichsten Sinne des Wortes zusammengeschossen. Ueber die ganze Lichtung verstreut lagen zwischen toten oder im Todeskampfe wild um sich schlagenden Pserden die von Granatsplittern und Schrapuellen getrossenen Bedienungsmannschaften. Gefallene in allen möglichen Stellungen und Verwundete, deren Schreien und Wimmern ihm herzzerreißend an das Ohr drang. Nur ein kleines Häuslein unerschrockener Artilleristen hantierte noch an deu beiden Geschützen in der linken Flanke, von denen das eine weiter#cuerte, wihrend das zweite eben bespannt wurde. Nun stellte auf einen Befehl des Leutants, der der einzige überlebende Offizier der Batterie zu sein schien, auch die andere Kanone ihre Tatigkeit ein. Und die aus den übriggebliebenen Pferden zusammengestellte Bespannung wurde herangezogen, weil man unverkennbar die Absicht hatte, wenigstens diese beiden Geschütze zu retten. Wenn es gelang, sie aus dem zu einer Hölle gewordenen Gehölz berauszubringen, mochte dies Vorhaben in der Tat von Erfolg gekront sein. In Ravens sieberhaft erregtem Gehirn aber gab es, sobald er die Absicht der Franzosen erkannt hatte, nur noch den einzigen Gedanken:„Du mußt es verhindern!— Sie durfen ihre Kanonen nicht in Sicherheit bringen!— Sie dürsen nicht! — Die müssen zur Siegesbeute für die Unfrigen werden!“ (Fortsetzung folgt.) an unseren Stellungen zusammen. Erbitterte Handgranatenkämpfe um das Grabenstück nahe des CailletteWäldchens brachten es abends wieder in unseren Besitz. Nachts gelang es den Franzosen erneut, darin Fuß zu fassen. Oestlich des Flusses lebhafte Insanterie=Tätigkeit mit Nahkampfmitteln am Steinbruch südlich Handromont und südlich der Feste Douaumont. Das beiderseitige Artillerie=Feuer hielt im ganzen Kampfabschnitt des Maasgebiets ohne Unterbrechung Tag und Nacht mit außerordentlicher Stärke an. In der Gegend westlich von Fresues=en=Woevre wurden Gefangene von der 154. französischen Division gemacht. Hiermit ist festgestellt, daß der Gegner in dem Raume Niemen und Avocourt seit dem 21. Februar im ganzen 38 Insauterie=Divisionen eingesetzt hat, von denen außerdem 4 Divisionen nach längerer Ruhe wieder Aufstellung durch frische Leute, hauptsächlich aus dem Rekruten=Jahrgang 1916, zum zweiten Male ins Gefecht geführt und geschlagen worden sind. Oestlicher Kriegsschauplatz. Auch gestern scheiterten russische Angriffsunternehmungen blutig vor unsern Hindernissen südöstlich von Gar bunowka. Balkan=Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. wotb. Großes Hauptquartier, 23. April 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Unsere neugewonnenen Gräben an der Straße Langemarck=Apern mußten infolge hohen Grundwassers, das einen Ausbau unmöglich machte, geräumt werden. Gegen Morgen wurde südlich St. Eloi ein englischer Handgranatenangriff abgeschlagen. Englische Patrouillen, die nach stärkerem Vorbereitungsfeuer nachts gegen unsere Linien beiderseits der Straße Bapaume—Albert vorgingen, wurden zurückgewiesen. Bei Tracy=le=Val mißlang ein feindlicher Gasangriff; die Gaswolke schlug in die französische Stellung zurück. Links der Maas wurden südöstlich von Haucourt und westlich der Höhe„Toter Mann“, feindliche Gräben genommen. Rechts des Flusses, in der Woevre=Ebene und auf den Höhen bei Combres blieb die Gefechtstätigkeit auf andauernd sehr lebhafte Artilleriekämpfe beschränkt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Südlich des Narocz=Sees endete ein russischer Augriff in etwa Vataillonsstärke verlustreich an unserem Hindernis. Soust außer stellenweise auffrischendem Artilleriefener und einigen Patrouillenkämpfen keine besonderen Ereignisse. Balkan=Kriegsschauplatz. Nichts neues. Oberste Heeresleitung. Feindliche Augriffe im Maasgebiet abgewiesen. wtb. Großes Hauptquartier, 24. April 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Fast allgemein herrschte auf der Frout lebhaftere Feuertätigkeit als in den letzten Tagen. Au mehreren Stellen fanden erfolgreiche deutsche Patrouillenunternehmungen statt. Südlich von St. Eloi wurden englische Abteilungen durch Feuer abgewiesen. Im Maasgebiet wurden gestern kleinere französische Handgranatenangriffe gegen unsere Waldstellungen nordöstlich von Avocourt zurückgeschlagen. Ebenso scheiterten nachts schwächere Vorstöße des Gegners östlich von„Toter Mann“. Ein stärkerer Angriff brach in der Gegend des Gehöftes Thiaumont vor unseren Linien völlig zusammen. Ein englischer Doppeldecker wurde im Luftkampf östlich von Arras außer Gefecht gesetzt; die Insassen, Offiziere, sind gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Balkan=Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Erfolgreicher Flugzeugangriff auf eine russische Flugstation. wtb. Berlin, 24. April.(Amtlich.) Ein Geschwader von zehn deutschen Flugzeugen hat am 22. April die russische Flugstation Papenholm auf der Iusel Oesel angegriffen und mit 45 Vomben belegt, wobei sehr gute Wirkung beobachtet wurde. Ein russisches Flugzeug wurde zur Landung gezwungen; alle deutschen Flugzeuge sind trotz heftigster Beschießzung unversehrt zurückgekehrt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Oesterreich-ungarischer Bericht. wotb. Wien, 22. April 1916. Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Versuche russischer Abteilungen, sich nordwestlich von Dubno nahe vor unseren Linien festzusetzen, wurden durch Feuer vereitelt. Spust nur die gewohnten Artilleriekämpfe. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Südflügel unserer küstenländischen Frout wurden mehrere nächtliche Augriffsversuche der Italiener auf unsere Stellung östlich Monfalcone abgewiesen. Im Plöckenabschnitt kam es nachts zu lebhafterer Feuertätigkeit. Im Col di Laua=Gebiet brach ein feindlicher Angriff auf dem Sattel zwischen dem Sattsaß und Moute Sief in unserem Feuer zusammen. Südöstlicher Kriegsschauplatz.„ Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. wtb. Wien, 24. April 1916. Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Die Gefechtstätigkeit war gestern an der ganzen Frout wesentlich schwächer als gewöhnlich. Eine Mine, die der Feind östlich von Dobonoutz sprengte, richtete nur in den russischen Gräben Schaden an. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe am Südwestrand der Hochfläche von Doberdo dauern fort. Mehrere durch Bersagilieri geführte Angriffe brachen in unserem Feuer zusammen. Am Col di Lana schlug die tapfere Besatzung des Gratstützpunktes fünf feindliche Angriffe ab. Südöstlicher Kriegsschauvlatz Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Der türkische Heeresbericht. Russische Niederlage an der Kaukasusfront. Bomben auf Imbros und Teuedos. Konstantinopek, 22. April.(Amtlicher Heeresbericht.) Von der Jrakfront keine Nachricht von Bedeutung. An der Kaukasusfront wurden die feindlichen Kräfte, die sich im Abschnitte von Motiki unmittelbar südlich von Bitlis befanden, durch einen überraschenden Angriff, den wir unternahmen, genötigt, Rückzugsgefechte in der Richtung auf Bitlis zu liefern, wobei sie Hunderte von Toten zurückließen. Nach einem Kampfe von vier Stunden, der sich vom Berge Kozma bis östlich von Musch hinzog, wurde der Feind nach Osten zurückgeworfen. In den Kämpfen, die sich am Berg Kop, in der Umgebung der Höhe 2600 bis östlich von Aschkale abspielten, wurden die Angriffe der Russen zum Stehen gebracht und durch einen von uns unternommenen Gegenangriff wurde der Feind von den Höhen und Abhängen nördlich von diesem Berge zurückgeschlagen, wobei er schwere Verluste erlitt. Im Tschorokgebiete nur Scharmützel. Eine feindliche Abteilung, die von Trapezunt nach Süden vorzurücken versuchte, wurde im Abschnitte von Djevizlik zum Stehen gebracht. Im übrigen finden Gefechte zwischen unseren Küstenwachabteilungen und der bei Polathaue gelaudeten russischen Abteilung statt. In der Nacht des 6. April hat eines unserer Wasserflug zeuge bei einem Angriff auf Imbros und Tenedos mit Ersolg Bomben auf Einrichtungen des Feindes am Hafen von Tenedos und ebenso auf sein Lager geworfen. Englische Niederlage. Konstantinopel, 23. April. Das Hauptquartier meldet: In der Nacht vom 20. zum 21. April wurden feindliche Angriffe gegen unsere Stellung von Beitissa leicht zurückgeschlagen. Vom 21. April bis zum Mittag des 22. April beschoß der Feind zeitweilig unsere Stellungen von Felahie auf dem linken Ufer des Tigris. Gegen Mittag verstärkte er die Beschießung und griff unmittelbar darauf mit Truppen, die auf eine halbe Division geschätzt werden, diese Frout an. Unsere Reserven richteten jedoch unverzüglich einen heftigen Gegenangriff gegen die angreifenden feindlichen Kolonnen. Nach zweistündigem Bajonettkampf ließ der Feind etwa 2000 Tote auf dem Schlachtfelde zurück und wurde zur Flucht in seine alten Stellungen gezwungen. Die Verluste des Feindes während der Schlacht vom 22. April betrugen mehr als 3000 Mann. Unsere Verluste waren unbedeutend. Bei Kut=el=Amara ist die Lage unverändert. Auf der Kaukasusfront nichts von Bedeutung auf dem rechten Flügel. Im Zentrum überrumpelten wir eine feindliche Abteilung, die auf 100 Mann geschätzt wurde. Ein Offi zier und zehn Mann von ihr fielen, die übrigen entflohen. In diesem Abschnitt wurde ferner ein von zwei feindlichen Vataillonen ausgeführter Angriff im Gegenangriff zurück geschlagen, wobei etwa die Hälfte der feindlichen Truppe vernichtet wurde. Auf dem linken Flügel wurden im Küstenabschnitt vereinzelte Angriffe des Feindee mit Erfolg zum Stehen gebracht. Bei Sedd ul Bahr eröffneten zwei feindliche Schiffe ein unwirksames Feuer. Einige Flugzeuge erschienen in großer Höhe und warfen Bomben ab, die ins Wasser fielen. An der Küste von Smyrna feuerten zwei feindliche Monitore in Zwischenräumen und zogen sich dann zurück. Vom Tage. Die Riesenverluste der Russen. Die amtlichen Ziffern über die ungeheuren russischen Menschenverluste in diesem Kriege sind freilich noch nicht offiziell bekanntgegeben, aber sie haben sich doch nicht verschweigen lassen. Nach„Dages Nyheter“ sind vom 1. Jan. bis 31. Dezember 1915 annähernd zwei Millionen Soldaten (1942610) und 130000 Offiziere in runder Zahl gefallen. Legt man das von der obersten Heeresleitung angenommene Erfahrungsverhältnis von Toten zu Verwundeten der Berechnung der Verwundeten zugrunde, so hat das russische Heer im Laufe des verflossenen Jahres rund 7380 000 Verwundete an Mannschaften, und seit dem Beginn des Krieges über 500000 verwundete Offiziere gehabt. Für russische Verhältnisse rechnet man mehr als günstig, wenn man annimmt, daß drei Viertel wieder diensttauglich werden. Der bleibende Abgang des russischen Heeres an Toten und Krüppeln beträgt demgemäß für das Jahr 1915 über 3,3 Millionen, dazu kommen die russischen Gefangenen, deren Zahl für Deutschland Ende 1915 auf 1,1 Millionen und für Oesterreich=Ungarn auf 0,4 Millionen geschätzt werden darf. Der Gesamtausfall belief sich also für 1915 auf 4,8 Millionen Mannschaften und auf 225 000 Offiziere seit dem Beginn des Krieges. Und zu diesen beispiellosen Verlusten gesellen sich die des Jahres 1914. Vor einiger Zeit schätzte der„Matin“, dem gewiß niemand Voreingenommenheit gegen Rußland zutraut, die russischen Verluste vom Beginn des Krieges bis zum 2. Dezember 1914 auf 1 650000. Wenden wir nun wieder das Erfahrungsverhältnis an, so ergibt sich für 1914 ein Ausfall von 610000 Mann, der sich noch ziemlich bedeutend erhöht, wenn man die Verluste vom Dezember 1914 hinzuzählt. Alles in allem 5.4 Millionen an Toten und Krüppeln— wo bleibt da, bemerkt die„N. 6 C.“, das angeblick unerschöpfliche Menschenmaterial Rußlands? Die Trauer um Goltz. Der Kaiser hat an die Gattin des Generalfeldmarschalls v. d. Goltz folgendes Telegramm gerichtet: „Die Nachricht von dem Heimgange Ihres Gemahls hat mich tief bwegt. Ich betrauere mit der Armee in ihm einen Offizier von umfassenden Gaben, einen General, dessen außerordentliches Wirken im Kriege und Frieden vorbildlich bleiben wrird. Trotz seines Alters hat er es sich nicht nehmen lassen, seine besonderen Erfahrungen und Fähigkeiten auf dem entferntesten Kriegsschauplatz zu betätigen. Das Vertrauen S. M. des Sultans und das meine in gleicher Weise rechtfertigend, mitten aus vollster Tätigkeit ist er abgerufen! Ich werde seiner stets mit Dank und uneingeschränkter Auerkennung gedenken. Möchte Gott Ihnen mit seinem Troste beistchen. Wilhelm R.“ Konstaneino##el, 22. April. Aus Anlaß des Todes des General= feldmarschalls von der Goltz-Pascha haben der Sullan und die türk sche Regierung der deutschen Botschaft heute ihr Beile#d ausg:drückt Das Beileld der turkischen Armee an dem Tode ihre: Reoigenisators kommt in folgender Bepesche des Vizegeneralissimus der osmanischen Streitkräfte zum Ausdruc: Zu dem schweren Verluste, den Euer Exzellenz durch das Hinscheiden Ihres Herin Gemahls erlitten haben, gestatte ich mir, Ihnen meine aufrichtigste Teilnahme auszusprechen. Ich verliere in dem Verstorbenen einen persönlichen Freund und langjährigen Berater, die okmanische Armee inen Kameraden und Führer, einen Berater, dem sie für sein jahrelanges erfolgreches Wirken in ihren Reihen stets dankbar bieiben wird. Wir werden den verstorbenen Feldmarschall durch ein Denkmal in Konstantinopel ehren. Enver=Pascha. Bewahren und retten! Eine Fülle von Arbeitskraft und Arbeitsfreudigkeit ist in den letzten Jahrzehnten der Jugend gewidmet. Der Krieg hat überzeugend bewiesen: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Darum ist auch nie so kräftig und ernst wie jetzt der Ruf nach Bewahrung und Rettung der Jugend ergangen. Und er ist nötig. Wer die Augen nicht absichtlich verschließt, muß die Not der Jugend sehen, muß die Gefahr erkennen, in der sie und mit ihr die Zukunft des deutschen Vaterlandes schwebt. Allen vernünftigen Menschen, allen Freunden der Jugend sind die zahlreichen Jugend=Erlasse der verschiedenen General=Kommandos aus dem Herzen gesprochen. Viele Eltern wünschen solche Bestimmungen auch für die Friedenszeit! Gewiß bieten die großen Städte die weitaus größte Gefahr. In den Getrieben der großen Fabriken hoffen auch Entgleiste, Ungelernte, Ungebildete aus allen Gegenden Europas ihr Brot zu finden. Bei vielen sind ethische Werte selten, destomehr gilt ihnen das Materielle und Sinnliche. Da liegt der Hang zum Bösen im Keime, und Elternhaus und Umgebung sind der Boden üppigsten Gedeihens. Aber auch in der lippischen Heimat gilt es, die Gefahren zu erkennen. Sie bestehen, und wer sie sehen will, wird nicht suchen müssen, er findet sie in unsern Städten, wie in unsern kleinsten Dörfern. Mehr als sonst gilt darum auch bei uns die Losung: Bewahren und retten. Diese Losung drängte einst Wichern in die Jugendarbeit und ließ ihn zum Herold der Innern Mission werden. Sein Innerstes zog ihn ins geistliche Amt: das Ziel war erreicht. Die Not der Jugend machte die eigenen Wünsche vergessen: retten— bewahren klang es unentwegt in seiner Seele und drängte zur Tat. Wo die Verhältnisse sich nicht ändern ließen, wo die Umgebung die Jugend, wo der Jugendliche die Umgebung gefährdete, da hieß es: eingreisen. Solche Kinder sammelte Wichern um sich. So entstand das erste Rettungshaus der Innern Mission, das Rauhe Haus in Hamburg. Wichern wußle und erfuhr es in seinem Berufe täglich aufs neue: Nicht an den Kindern allein kann dem Uebel abgeholfen werden, die Allgemeinheit muß„mobil", das Volksganze muß gepackt werden. Solche Gedanken bewegten sein Herz, als er 1848 am Wittenberger Kirchentage teilnahm und seine von Volks= und Vaterlandsliebe begeisterten Worte in den Herzen der Hörer zündeten, daß sie alle, von seiner Begeisterung fortgerissen, seine Gedanken in alle Gaue des deutschen Vaterlandes hinaustrugen und sie in die Tat umzusetzen suchten. Dabei ist es natürlich, daß Wicherns Sonderarbeit zuerst und am tatkräftigsten ausgenommen wurde. In 6 Jahren entstanden 135 Rettungsanstalten, in den folgenden 12 Jahren stieg die Anzahl auf 360 und heute werden 499 evangelische Erziehungsanstalten für Schwererziehbare im Gesamtgebiet der Innern Mission der deutsch=evangelischen Kirche gezählt. Gern und freudig sei bemerkt, daß die katholische Kirche seitdem ebenso eifrig am Werke ist und beide auf diesem Gebiete vielfach Hand in Hand gehen. Trotz allseitiger Zustimmung ist die Rettungshaus arbeit lange Zeit mehr oder weniger eine Arbeit im Ver borgenen gewesen. Aber Wichern sah voraus, daß einmal diese Arbeit die öffentliche Aufmerksamkeit erregen, daß der Staat sich der Kinderrettung annehmen würde. So gut das ist, so notwendig ist der Rettungshausarbeit die Freiheit. Darum forderte Wichern Provinzial= und Landesverbände und zuletzt eine Stelle, in der alle Einzelbestrebungen zusammenlaufen, ein diakonisches Amt, das sich mit allen verwandten Anstalten, Arbeiten und Bestrebungen zu befassen habe. Diesen Gedanken folgend, kamen am 25. Februar 1913 die Verireter der Deutschen Rettungshausverbände, der Erziehungsvereine, des Asylvereins u. a. zusammen und beschlossen, die bisher beim Zentral=Ausschuß für Innere Mission bestehende Kommission für das Rettungsauswesen in eine neue Organisation umzuwandeln und ihr den Namen Erziehungsamt der Innern Mission zu gelen. Wichern hat in seiner„Denkschrift", in der nach dem Wittenberger Kirchentage seine Gedanken niedergelegt wurden, so gründlich gearbeitet, daß, so oft man auch erwog und meinte, es besser machen zu können, in den Kreisen der Innern Mission immer wieder der Ruf ertönt:„Zurück zu Wichern." Diese Erkenntnis führte zu der Neugründung. Seitdem ist das Ev. Erziehungsamt der Innern Mission fleißig an der Arbeit. Seine Arbeit verdient es, in weitesten Kreisen bekannt und unterstützt zu werden.“) Eben erscheint das erste Jahrbuch““):„Bewahren und retten“! mir Beiträgen von verschiedenen Berufs= und Facharbeitern und einer geschichtlich geordneten Zusammenstellung über die evangelischen Rettungs= und Erziehungsanstalten Deutschlands. Wird letztere nur vom Berufsarbeiter bewertet, so verdienen die Beiträge allgemeine Be achtung. Allerdings redet das Jahrbuch hauptsächlich von dem, was das Ev. Erziehungsamt getan hat, wenig von dem, was es noch tun will oder noch tun könnte. Eine Zentralstelle, wic das Ev. Erziehungsamt der Innern Mission, macht sich zunächst immer an Aufgaben, die durch die Not des Tages gegeben sind. So sind die wichtigsten Erziehungsfragen in einer Heftreihe von 10 Nummern volkstümlich dargestellt"*“). Diese verdienen die weiteste *) Nach§ 4 der Satzungen kann jeder evangelische Christ und jede evangelische Organisation Mitglied werden. Persönliche Mitglieder zahlen jährlich 5.A oder einmalig mindestens 100 **) Zu beziehen durch die Geschäftestelle des Evangelischen Erziehungsamtes der Innern Mission, Hamburg 26. *) D i e H e f t r e i h e:„ W i e e r z i e h e i c h m e i n K i n d!“ H e f t 1) z u r Frömmigkeit, 2) zur Wahrhaftigkeit, 3) zum Gehorsam, 4) zu Mitleid und Nächstenliebe. 5) zur Sparsamseit, 6) zum Fleiß, 7) zu Ordnung und Reinheit, 8) zur Dienstwilligkeit, Aizur Selbstdeherrschung und Enthaltsamkeit, 10) zu Kamcradschaftlichkeit. Bestellung bei jeder Buchhandlung oder beim Verlag: Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg 26. Heft 10 Pfg., 100 Sich 7 Mark. Verbreitung. Sie sollten in jedes Haus kommen. Die Kirche und die Schule sollten sie verbreiten; bei Gemeindefeiern und ähnlichen Gelegenheiten sollten sie angeboten oder verteilt werden. Es wird keinem verwunderlich erscheinen, daß die erste Lieb: des Erziehungsamtes der Rettungshausarbeit galtIm Streit der Zeit will es den alten Boden festhalten, auf dem einst das Deutsche Rettungshaus gegründet ist. Das massenhafte Eindringen staatlich überwiesener Zöglinge und die Beurteilung dieser Zöglinge seitens der Psychiater schien tatsächlich eine Zeitlang den Geist der Arbeit, der sich fast ein Jahrhundert bewährte, umformen zu wollen. Die Heilkräfte des Evangeliums von Jesu Christo wurden in Zweifel gezegen. Schließlich aber ist wiederholt von unsern Psychiatern, zuletzt auf dem Allgemeinen Fürsorgeerziehungs=Tag in Halle von Dr. Redepennig aus Göttingen, zum Ausdruck gebracht:„Das Ziel der Erziehung ist für uns Psychiater kein anderes, als das sittlich=religiöse.“ Alle Beratungen und Erörterungen, die in dieser Richtung gepflogen wurden, haben dem alten, echt evangelischen Geiste der Rettungshausarbeit zur Aufmunterung und Stärkung der Berufsarbeiter neue Anerkennung erworben. Besonderee Aufmerksamkeit wird den Sorgenkindern der Erziehungsanstalten, den pathalogischen Elementen, gewidmet. Sie bedürfen unendlicher Geduld und Liebe, Kraft und Zucht. In 10 verschiedenen Landsteilen sind 15 Abteilungen für diese armen Menschenkinder in den Kreisen der Innern Mission begründet oder im Entstehen begriffen. Außerdem bestehen 5 staatliche oder rein provinzielle Anstalten für pathalogische Zöglinge. Eine weitere Aufgabe des Erziehungsamtes ist die Ausbildung des Erziehungspersonals. Ein großer Teil dieses Personals wird von den deutschen Brüder= oder Diakonenanstalten und von den Schwestern= oder Diakonissenanstalten gestellt. Neben der rettenden hat das Erziehungsamt die vorbeugende und bewahrende Arbeit in ihren Pflichtenkreis gezogen. Mit den bestehenden Organisationen seitens der Gemeinden und der evangelischen Frauenvereine sorgt es eifrig für Neugründungen von Kinderborten, in denen die schulpflichtigen Kinder in der schulfreien Zeit behütet und zu Spiel und nützlicher Beschäftigung angeleitet werden. Die Freizeit soll für sie nicht Gefahrzeit werden; sie sollen dort empfangen, was ihnen das Elternhaus nicht gibt oder nach Lage der Verhältnisse nicht geben kann. Die Bemühungen des Erziehungsamtes blieben nicht erfolglos. Im Königreich Sachsen stellte der Landesverein für Innere Mission eine besondere Sekretärin zur Pflege der weiblichen Jugend und der Kinderhortarbeit an. Der Provinzialausschuß der Provinz Brandenburg ist im Begriff, dasselbe zu tun. In Lippe würden Kinderhorte mancherorts gleichfalls segensreich sein und vielfach einer Verwahrlosung vorbeugen. Jugendliche weibliche Kräfte finden sich genug, und sie werden gern solche Arbeit übernehmen. Natürlich müssen die Gemeinden oder Vereine Räume beschaffen und die Kraft durch eine feste Vergütung binden. Pastor Barckhausen in Hannover Wulsel Kerechtet sehr anregend und lehrreich vom Geist in den Anstaiten und der dort herrschenden Erziehung zur Selbstbetätigung. auf Aufgaben der Offentlichkeit in der Bekämpfung von Allo holismus und Wohnungsnot weist Pastor Sauberih hin. Diakon Menzel berichtet von der Insensufl; an Schulentlassenen. Direktor Eisenträger ne errettungsverein erzählt von Freuden und: 9option, die für unsere Kriegswaisen bedeutungenn Preußen ist während der Kriegszeit das Vrrichten 5ed.utend vereinfacht. Der Beitrag des Jahrbuchs non#nor Büchsel aus unserer Nachbarschaft verdient auch in Lippe ganz besondrrrcachtet und nachgcahmt zu weiden. Aie Geistlicher des Kirchlichen Westfälischen Erziehungsvereine, der 15- bis 1600 Kinder und Jugendliche der Provinz unterbringt und überwacht, berichtet er von einer Praxis, die sich aus der Arbeit herausgebildet hat. Bei der Unterbringung so vieler Kinder ergeben sich selbstverständlich hunderterlei Schwierigkeiten. Recht oft versagten die Pflegeeltern, weil sie die Eigenart ihres Pfleglings nicht zu berücksichtigen verstanden. Soviel als möglich sprangen die Geistlichen belehrend und ausgleichend ein. Schließlich kam es für einzelne Bezirke zu regelmäßigen oder periodischen Pflegeeltern Versammlungen. Nach und nach nahmen daran die Orrsgeistlichen, Lehrer, Kirchenälteste und andere Gemeindeglieder teil. Mancherorts wurde bald der Wunsch geäußert, der ganzen Gemeinde zur Belebung des Erziehungsgedaufens solche Zusammenkünfte zu bieten. So ist neben dem Missionsfeste ein Erziehungssonnlag eingericheet. Im Haupigottesdienst spricht ein Pastor, der in der Erziehungsarbeit steht; im Kindergottesdienst ist den Kindern, in einer Eltern=Versammlung am Nachmittag den Eltern noch besonders ans Herz zu kommen. Mit diesen Ausführungen mag es geung sein. Sie zeigen, wie die Innere Mission durch ihr Erziehungsamt bewahrend und rettend der Jugend nachgeht und sich fortgesetzt bemüht, neue Mittel und Wege zu finden der Jugend und damit dem Volksganzen zu helfen und zu dienen. Der neuen Organisation ist darum weitgehendste Beachtung, Förderung und Mitarbeit zu wünschen! Lippisches. Tetmold, 25 April 1916. Unsere Helden. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde der Gefreite Fr. Hoffmann. Sohn des Händlers H. Hoffmann, aus Schötmar. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde für besondere Tapferkeit vor dem Feinde bei Arras und an der Lorctto der Kriegsfreiwillige Paul Klea. Sohn des Ziegelmeisters Heinrich Kleg aus Brake, jetzt in Köthen (Anhalt) wohnhaft. — Sammelt Altgummi! Im Interesse des Hecresbedarfs sollte in jedem Haushalt und Betrieb Umschau gehalten werden, ob nicht in Ecken und Winkeln noch Altgunnni irgendwelcher Art unbenutzt umherliegt. Bekanntlich sind sämtliche Vorräte an Altgununi und Gummiabfällen seit dem 1. April beschlagnahmt und meldepflichtig und zwar schon in Mengen von mehr als 1 Kilogramm. Darum heraus mit allen unbrauchbaren Gamnnischuhen, Fahrrad=, Gas= und Gartenschläuchen, mit alten Fahrraddecken, Pumpenklappen und dergl.! Statt daß solches Gummi unbeachtet verdirbt, sollte es schleunigst der Neuverwendung für Heereszwecke zugeführt werden. Jeder denke daran, daß er damit eine vaterländische Pflicht erfüllt. Viele für den einzelnen wertlose Kleinigkeiten machen hier ein wertvollen Ganzes aus! Im übrigen wird das gesammelte Gummt vom Staate auch brzahlt, sodaß sich schon um deswillen eine Durchstöberung der Runmpelkammer unter Umständen sehr lohnen würde. Für Westfalen und Lippe ist die Firma Gebr. Salomon in Hannover, für die Rheinprovinz die Firma S. Salomon in Minden i. W. beauftragte Ankaufsstelle. Die von dieser zu zahlenden Preise sind behördlich festgesetzt. Es würde sich im übrigen sehr empfehlen, wenn in den Gemeinden ein Sammlung von Altgummi veranstaltet würde, und zvar in der Weise, daß nach vorheriger Bekanntgabe von Gemeindewegen Abholer(etwa Schulkinder) bei den einzelnen Haushalten und Betrieben herumgehen. Den Erlös zu wohltätigen Zwecken, besonders für Kriegsfürsorge zu verwenden, wäre eine vaterländisch verdienstliche Sache. Hoffentlich bedarf es dazu nur dieser Anregung! — Der Verkehr an den beiden Ostertagen war in unsern Sommerfrischen und in Detmold ein großartiger. Der erste Ostertag brachte allerdings kaltes und nasses Wetter, was auch das Abbrennen der Osterfeuer stark beeinträchtigte. Dahingegen war der zweite Festtag ein Sonnentag in des Wortes wahrster Bedeutung. Ununterbrochen flutete der Strom der Wanderlustigen durch Detmold in den Wald und in unsere so reizend gelegenen Gebirgs=Erholungsstätten, sodaß die Inhaber der Gasthäuser genug zu tun hatten, um die festfreudig gestimmte Menge zufriedenzustellen. Auch eine große Anzahl Osterurlauber in den verschiedensten Uniformen belebte das bunte Verkehrsbild. Hoffentlich bedeutet der Lsterverkehr ein gutes Vorzeichen für den Sommerverkehr im Lippischen Gebirgslande. — Die Oberpostassistenten Möhring und Lange am Detmolder Postamt wurden zu Postsekretären ernannt. — Zum Leutnant d. R. ernannt wurde der Offizierstellvertreter Sonntag. Sohn des Kaufmanns Sonntag in Detmold. — Dem freiwilligen Sanitäter Karl Hausmann aus Detmold, der sowohl auf dem westlichen wie östlichen Kriegsschauplatz tätig war und jetzt in Serbien in einem Lazarett beschäftigt ist, wurde die Rote Areuz=Redaille verliehen. — Zu den beiden französischen Geschutzen, die auf dem Schlorplatz aufgestellt sind, haben lich in den letzten Tagen zwei neue mächtige Brummer zugesellt, die augemeines Aufsehen erregen. — Eine kleine Probe von feindlichen Geschossen sind in dem Schau laden der Geschäfts Sonntag I Vos ausgestellt. Unter ihnen befindet sich auch eine englische 20 Zentimeter=Eranate. Oberleutnant Quentin hat die unschädlich gemachten Blindgänger den Offizieren des 9. Bataillons Infanterie=Regts. Nr. 55 zum Geschenk gemacht. — Kriezsgewinnbesteuerung. Rich§ 1 des Gesetzes über vorbereitende Wißnahmen zur Besteuerung der Kri enmne vom 24. Dezember sind A#tten##eiel dosten, Kommanditg. ellsche#en auf Aktien, zzeaerchaften und aus?: Vergoau treibende Verein gungen, letztre, falls sie die Rechte juristischer Personen haben, Gesellschaften mit beschränkter Haftung und eingetragene Genossenschaften, sofern sie im Deutschen Reich ihren Sitz haben, verpflichtet, 50 vom Hundert der in einem Kriegsgeschäftejahr erzielten Mehrgewinne in eine zu bildende Sonderrücklage einzustellen. Aufgrund der zu dem erwähnten Gesetz eigungenen Ausführungsbestimmungen des Bundesrats werden die verantwortlichen Leiter der vorgenannten Gesellschaften von der Regierung in einer öffentlichen Belanntmechung aufgefordert, dem Vorsitzenden der Einkommensteuer=Veranlagungs=Kommission desjenigen Bezirks. in denen dir Gesellschaft ihren Sitz hat, bis zum 1. Juli 1913 I. die Geschäftéberichte und Jahresatschlusse nebst den Gewinn= und Verlustrechnungen der fünf. den Kriegsgeschäftejahren vorangegangenen Friedenegeschäftsjahren und der Kr#egsgeschaftsjahre sowie die darauf bezüglichen Beschlusse der Generalversammlungen und 2. eine Berechnung ibres Mehrgewinns einzureichen und 3. die Bildung der geretzlichen Sonderrücklage, soweit sie nicht ohne Weiteres aus den Bilanzen der Jahresabschlüsse ersichtlich ist, nachzuweisen. Die gleichen Veinflichtungen liegen gemäß§ 6 a. a. C. Gesellschaften der vorbezeichneien Art, die ihren Sitz im Auslande haben, aber in Lippe einen Geschäftsbetrieb unterhalten, ob. Die Einreichung der Unterlagen hat bis zum 1. Juni 1916 an den Vorsitzenden der EinkommensteuerVeranligungs=Kommission desjenigen Bezirks zu erfolgen, in dem die Gesellschaft für das Steuerjahr 1916 zur Einkommensteuer zu veranlagen ist. Für diejenigen Kriegsgeschäftejahre, für welche bis zu dem oden festgesetzten Einreichungstermin Avschlusse noch nicht verliegen, sind die vorstehenden Verpflichtungen spätestens vier Wochen nach Feitstellung des Abschlusser zu erfüllen. Die verantwortlichen Leiter der Gesellschaft können zur Erfüllung der ihnen hiernach ohliegenden Verpflichtungen durch Geldstrafen bis zu 500. angehalten werden. Die Notwendigkeit der Preiserhöhung im Buchdruckgewerbe. Im Verhältnis zu den Preisen fast aller anderen Industrieerzeugnissen haben die Trucksachenpreise auch gegenwirtig noch einen auffallend niedrigen Stand. Ganz ohne Preisaufschläge kann aber auch das Buchdruckgewerbe nicht mehr auskommen. Pavier, Metalle für Tyven und Platten, Walzenmasse, Druckfarben, Druckfirnis, Waschöle, Putzlapven. Putztücher. Schwämme, Seifen, Klebstoffe, Heftzwirn, Heftdraht, Bänder, Heftgaze, Bindfaden, Packstricke und alles, was sonst noch die Buchdruckereien brauchen, bevor sie ihre Arbeiten— größere Truckwerke wie die verschiedenen kleine ren Drucksachen— fertig an ihre Kunden abliefern können, müssen sie um die Hälfte, das Doppelte und Mehrfache höher als vor dem Kriege bezahlen. Manches ist überhaupt nicht mehr käuflich, sodaß zu minderwertigen Ersatzstoffen gegriffen werden muß. So kosten z. B. Ersatzmittel zum Waschen der Schriftformen und Druckstöcke 200 bis 300 Prozent mehr als die ursprünglichen Oele. Eine weitere Verschärfung hat die Lage der Buchdruckereien durch den Mangel an Arbeitskräften und die Erhöhung der Löhne infolge des Steigens der Lebensmittelpreise erfahren. In Verbindung mit der vereinbarten Verlängerung der Gültigkeitsdauer des Deutschen Buchdrucker=(Lohn=)Tarifs bis Ende 1917 kommt jetzt die Gewährung von TeuerungszuZum deutsch=amerikanischen Konflikt. tu. Berlin, 25. April. Die„Berliner Morgenpost“. schreibt über den Konflikt mit Amerika: Der Reichskanzler von Bethmann=Hollweg ist Sonntagnachmittag aus dem Großen Hauptquartier nach Berlin zurückgekehrt und hat am zweiten Feiertage eine Reihe von Besprechungen abgehalten, die sämtlich der durch die neue amerik. Nute geschaffenen Lage galten. Er hat unter anderen gestern, Sonntag, den amerik. Botschafter, Herrn Gerard, empfangen, und diese Unterredung allein hat mehr als eine Stunde in Anspruch genommen. Die Tatsache, daß, ohne Rücksicht auf die Ruhe der Feiertage die verantwortlichen Leiter unserer Politik in angespannter Tätigkeit waren, beweist den Ernst der Lage, die durch die Forderungen des Präsidenten Wilson hervorgerufen wurde. Die maßgebenden Stellen sind noch zu keinem endgiltigen Entschlusse gekommen Der Entschluß selbst hängt von der Erwägung und Abwägung so zahlreicher Momente ab, daß voraussichtlich noch viele Beratungen notwendig sein werden, bis er zur Reise gedieheu ist. Aus dem Umstande, daß Herr Gerard nach der gestrigen langen Unterredung mit dem Reichskanzler nach Karlshurst gefahren ist und stundenlang dem Rennen beigewohnt hat, darf ebensowenig ein Schluß auf die Lage gczogen werden, wie aus der neuen Reise des Reichskanzlers ins Große Hauptquartier. tu. Berlin, 25. April. Es ist wahrscheinlich, daß der Reichskanzler sich demnächst nochmal zum Kaiser begeben wird, um ihm seine definitiven Vorschläge zu unterbreiten. Eine endgültige Antwort auf die amerik. Note betreffend den Unterseebootskrieg hat aber der amerik. Botschafter Gerard noch nicht erhalten. Der Botschafter berichtete sofort telegraphisch nach Waschington die wichtigsten Ergebnisse der Konferenz. Einer Gruppe amerik. und deutscher Korrespondeuten, welche ihm auf seinem Rückwege von der Reichskanzlei nach der amerik. Botschaft begegneten, sagte er, er könne nichts über seine Unterredung mit dem Reichskanzler mitteilen. Gefragt, ob er an diesem Tage noch einmal mit dem Reichskanzler verhandeln würde, antwortete der Botschafter: Heute nicht! Man glaubt, daß Gerards Bericht wichtige Informationen für Washington enthielt, und es ist zu erwarten, daß Gerards Bericht in Washington eingetrossen ist, ehe man heute, Dienstag, im Kongreß zusammentritt. wtb. Berlin, 25. April. Zu der deutsch=amerikanischen Auseinandersetzung schreibt Theodor Wolff im„Berliner Tageblatt“: Der Präsident der Vereinigten Staaten verlangt, falls die diplomatischen Beziehungen bestehen bleiben sollen,„Aufgeben der gegenwärtigen Methode.“ Durch die Form, die er seinen Anklagen gäbe, habe er die ruhige Schlichtung nicht leichter gemacht. Es habe aber keinen Zweck, den scharfen Worten ähnliche scharfe Worte gegenüberzustellen. Zur Kriegskunst gehöre es, daß man sich nicht durch giftigen Eifer auf ein falsches Terrain treiben lasse. tu. Wien, 25. April. Die„Neue Freie Presse“ bringt folgende Originalmeldung: Nach den in Europa aus Amerika angelangten zuverlässigen Berichten ist die Bevölkerung in den Vereinigten Staaten nach wie vor gegen jeden Kriea. Wenn der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten statfinden sollte, was noch keineswegs sicher ist, so würde trotzdem nicht die Folgerung abgeleitet werden können, daß der diplomatische Streit zum Kriege führen wird. Die amerikanische Note ist nicht befristet, dürfte jedoch wie dies aus den Umständen sich von selbst erlagen an Gehilfen und Hilfsarbeiter zur allgemeinen Durchführung. Die Mehrzahl der Buchdruckereien hatte sich bisher mit einer nur 10prozentigen Erhöhung der sonst üblichen Drucksachenpreise begnügt. Die neuerlich eingetretenen weiteren Verteuerungen der Herstellungskosten zwingen aber die Buchdruckereien, Satz, Druck und Buchbinderarbeit mindestens 20 Prozent höher als in der Friedenszeit zu berechnen. Außerdem müssen die Buchdruckereien bei der Bereanung des verwendeten Papiers, weil bei diesem die Einkaufspreise meist um 100 Prozent und mehr gestiegen sind, entsprechende Aufschläge in Ansatz bringen. Möge diese Kriegsmaßnahme bei den Druckauftraggebern das rechte Verständnis finden! gibt, bald beantwortet werden. Es wäre jedoch ein Irrtum, schon jetz: den Abbruch der diplomatischen Beziehungen, obgleich die Krise ernst geworden ist, als Gewißheit zu behandeln Bor Berdun. tu. Mailand, 25. April. Der Pariser Korrespondent des „Secolo“ macht das Zugeständnis, daß die Verdun=Schlacht einen großen Ueberfluß der Deutschen an Kanonen bewiesen habe. Die Deutschen ahmten das Beispiel Napoleons nach, indem sie die Infanterie sparten und das Hauptgewicht auf die Artillerie legten. Die Franzosen dagegen verfügten über große Truppenzahlen, besitzen aber nicht die große Artillerie und seien deshalb zur Defensive gezwungen. Die deutsche schwere Artillerie sei furchtbar hinsichtlich der Zahl und Vollkommenheit der Geschütze. Es sei unwahr, was die englischen Minister aussagten, daß nämlich die deutsche Munitionspro= duktion das Höchstmaß der Leistungsfähigkeit bereits erreicht habe, während die Alliierten erst auf dem Wege dahin seien. Auf Wahrheit beruhe, daß die Alliierten ununterbrochen fabrizierten. Es seien große Anstrengungen gemacht, um die Deutschen hinsichtlich des Materials zu übertreffen, aber die Franzosen benötigten noch große Quantitäten an Material. Diernssischen Truppen an der Westfront. tu. Rotterdam, 25. April. Der„Courant“ berichtet ferner: Nach französischen Blättern sollen die in Marseille gelandeten russischen Truppen eine Division stark sein. wtb. Bern, 25. April. Reisende, die von Marseille kommen, teilen mit, daß die russischen Truppen dort auf drei Dampfern angekommen sind und schätzungsweise 4 bis 5000 Mann umfassen. Es sind sibirische Schätzen, die aus Wladiwostok gekommen sind und eigentlich nach Saloniki bestimmt waren. wtb. Berlin, 25. April. Wie die„Bossische Zeitung“ unbedingt zuverlässiger Quelle erfahren haben will, handelt es sich bei den in Marfeille gelandeten russischen Truppen um höchstens 2000 Mann. Die russischen Truppen seien ohne Waffen angekommen. Belfort bombardiert. tu. Karlsruhe, 25. April. Die„Vasler Nachrichten“ melden: Deutsche Flugzeuge haben in der Nacht zum 23. April Belfort bombardiert. Es wurden 7 Bomben, darunter eine Brandbombe geworfen. Drei Personen wurden getötet. Der Schaden sei groß. Die Lage an der unteren Strypa. tu. Rotterdam, 25. April. Dem„Nieuwen Rotterdam= schen Couraut“ wird aus Bucacz gemeldet: Die Lage an der unteren Strupa ist für die österreichisch= ungarischen Truppen sehr günstig. Sie liegen in vortrefflich und sehr stark ausgebauten Stellungen, gegen welche die Russen wiederholt Sturm liefen, jedoch mit blutigen Köpsen wieder heimgeschickt wurden. Trotzdem die Russen RiesenKampfflugzeuge vom Sikirski=Typ verwenden, mit vier Motoren, 5 Mann Besatzung und zwei Maschinengewehren. können sie in den Luftgefechten keine Erfolge erzielen. Sie werden jedesmal von Abwehrgeschützen und von Flugzeugen zurückgetrieben. Aus Rußland. tu. Peteroburg, 25. April. Sämtliche Mühlen in Kischinew stellten den Betrieb aus Getreidemangel ein. Die meisten Schulen in Samara wurden wegen der Lebensmittelteuerung geschlossen. Aus Mangel an Monteuren sind fast =Depeschen. Eigene Drahtnachrichten der Lipp. Landes-Zeitung. sämtliche Wagen der Straßenbahn in Odessa unbrauchbar, und der Verkehr mußte fast ganz eingestellt werden. tu. Petersburg, 25. April. Der General der Insanterie Frolow und Senator Garyn wurden zu Gehilsen des Kriegsministers ernannt.(Frankfurter Der türkische Heeresbericht. wtb. Konstantinopel, 25. April. Meldung des Großen Hauptquartiers vom 24. April: An der Irakfront haben wir den in der Schlacht vom 22. April geschlagenen Feind infolge Steigeus des Tigris an gewisser Stelle nicht verfolgen können. Gestern hat der bei Felahie wirkungslos unsere Stellungen bombardiert und einige von unseren Mannschaften haben unter dem Befehl eines Offiziers, mit Handgranaten ausgerüstet, die feindlichen Soldaten, die sich einem Teile unserer Stellungen bei Beitisssa auf dem rechten Ufer hatten ulhern können, angegriffen. Sie töteten sie, erbeuteten 15 Kisten mit Granaten. Bei Kut el Amara hat sich ein Teil der Bevölkerung schwim mend zu uns geflüchtet. A der Kaukasusfront und an aud dern Fronten keine wichtige Kampfhandlung. Die Entente und Griechenland. wtb. Berlin, 25. April. Die„Bossische Zeitung“ fährt aus Athen: Der Vierband habe angesichts der entschlossenen Haltung Griechenlands beschlossen, die Angelegenheit des Serbentrausports nach Saloniki über die griechischen Bahnen zum Gegenstande freundschaftlicher Besprechungen ausschließlich zwischen der serbischen und der griechischen Regierung zu machen. Die griechische Regierung sei im Rahmen der Möglichkeit bereit, den Serben Erleichterungen zu schaffen, bestehe aber auf dem Ausschluß der Bahn und anderer Transportmittel. Chinesische Anleihe in Amerika. tu. Stockholm, 25. April. Zur Entwicklung der chinesischen Industrie schloß die Regierung in Peking eine vierprozentige Anleihe von 5 Millionen Golddollars bei dem amerikanischen Hause Lear Higginson ab. Eine Million ist als Vorschuß ausgezahlt. Die Ausarbeitung der genauen Bedingungen wurde bis nach Beendigung der inneren Unruhen zurückgestellt.(Frankfurter Zeitung.) China. wtb. Peking, 25. April. Meldung des Reuterschen Bü ros vom 24. April. Tuanschius hat die Ministerpräsident= schaft und das Portefeulle des Kriegsministeriums sowie die Bildung des neuen Ministeriums übernommen. Inanschikai hat darauf eingewilligt, die Zivilgewalt an das neue Minsterium abzutreten. Man hofft, daß die Uebernahme des Präsidiums durch Tuanschius, der ein entschiedener Republikaner ist, den Süden versöhnen wird. Unglücksfälle auf dem Müggelsee. wtb. Berlin, 25. April. Auf dem Müggelsee bei Berlin creigneten sich während der Osterfeiertage infolge des heftigen Westwindes viele Unglücksfälle. Nicht weniger als sieben Ruderboote kenterten, wobei insgesamt fünf Personen den Tod in den Wellen fanden. Handel und Märkte. (Unberechtigter Nachdruck vervotenl. Uebersicht über die an den Hauptmarktorten Deutschlands in der letzten Woche gezablten Fettviebvreise. Die Preise sind in Mark vro 50 Kilogr. Schla titgewicht bezw. Lebendgewicht II bedeutet Lebendgewicht angegeben. Die erste Zahl bezeichnet den niedrigsten, die zweite den höchsten für die betreffende Viebgattung gezablten Preis. Aufgestellt am 20. April 1916. Mitberücksichtigt sind noch die am 19. Norl abgebaltenen Märkte. Für den gesamten Inhalt verantwortlich Mar Staercke: Druck und Verlag der Meyerschen Hofbuchdruckerei in Detm=ld. Die Verlobung unserer Tochter Marie mit dem Landwirt Herrn Qustar Baadelübbertshof zeigen hiermit an August Döldissen u. Frau Mathilde, geb. Corbach. Marie Döldissen Gustav Baade Verlobte. Sommersell i. L. 591 lübbertshof Post L.copoldshöhe i. L. Todes-Anzeige. Nech langem, in großer Geduld ertragenem Leiden entschliel sanlt im lesten Glauben an seinen Erlöser mein lieber herzensguler Mann, unser lieber Valer und Schwiegervaler. der Landwirt im 89. Lebensjahre. Um stille Teilnahme billen: Deris Frische, geb. Vehmeier Theeder Frische. zzl. im Felde August Frische. zzl. im Felde Frieda Ahlbere, geb. Frische Lndwig Ahlbern Frieda Frische, geb. Schullze Laise Frische, geb. Wiechardt. Barntrup, Hannover, Niederschönhausen und Marzgerode, den 24. Aprül 1910. Beerdigung: Millwoch, den 26. April. nachmillags 3 Uhr. vom Treuerhause in Barntrup aus. 6304 Todes-Anzeige. Sonnabendmorgen entschlief sanft und unerwartet infolge schwerer Erkrankung unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Jäger Friedrich Kaiser Im I. Ers.-Batl. Jäger-Regt. Nr. 14 in kleidelberg im 34. Lebensjahre. Hiddesen, den 25. April 1916. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Landwirt Fritz Kaiser. Die Beerdigung fin.iet am Alittwoch, den 26. April, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause in Hiddesen aus statt. 6678 Trauer-Briefe unc Dank sagungs-Karten liefert schnell u. billig MeyerscheHofbuchdruckerei Delmold. Leopoldstr 12 V Rheumatische Schmerzen, Hexenschuß, Reißen. In Apotheken Fl. M 1.40: Deppelfl. M 2.40 Abgabe von Kupfer. Messing und Reinnickel. Die strafrechtliche Verfolgung der Personen, die der Ablieferungsflicht nicht nachgekommen find, unterliegt der Entscheidung der mit der Annahme beauftragten Beborden. Demgemäß wird denjenigen, die beschlagnahmte Hausbaltungsgegenstände aus Kunfer, Messing oder Reinnickel noch nicht angemeldet und abgeliefert haben, Gelegenbei tgegeben, das Versäumte nachzubolen. und zwar ist unsere Sammelstelle Marktplatz 2 nochmals am Freitan, den 28. d. Mts., vormittag von 8½ bie 1 Uhr zur Annadme der beschlagnahmten Gegen stände geoffnet. 156 Später wird eine Hausrevision vorgenommen. Auskunst. ob ein Gegenstand abgeliefert werden muß oder nicht, wird in der Sammelstelle erteilt. Ee wird besonders bemerkt, daß viele vernickelte Gegenstände aus Messing bergestellt sind und daber abaclielert werden müssen. Detmold, den 23. April 1916. Der Maaistrat. J. B. Biermann. Bekanntmachung. Ein vermutlich gestoblener Schafdock ist hier eingestellt worden. Der Eigentümer wird aufgefordert, sich bis zum 2. Mai d. Js. bier zu melden; nach dieser Zeit wird über das Tier anderweit verfügt werden. Detmold. 22. Avril 1916 5921 Der Maaistrat. Z. V.: Biermann. Zur Anmeldung der Raffee= und Tecvorräte. Es wurde bereits darauf hingewiesen dat die gesetzliche Pflicht zur Anmeldung aller Kassee= und Tecvorräte in zahlreichen Fällen noch nicht erfüllt worden ist, obgleich die Unterlassung der Anmeldung mit strenger Sirafe bedrobt ist. Der Kriegsausschuß für Kaffee, Tee und deren Erfaumittel, G. m b. H., Berlin W 9, Bellevuestr. 16, erinnert deshalb wiederbolt an diese allen Beieiligten odliegende Verpflichtung. Anmeldepflichtig sind: bei Kaffee Mengen von 10 kg und mehr; bei Tec Mengen von 5 kg und medr. Bei Tee bestehen im Publikum noch Zweisel darüber, ob die in Pakeien defindliche Ware ebenfalls der Anmeldungspflicht uuterliegt. Dies int der Fall: alle Teemengen über 5 kg sind anmeldepflichtig, auch wenn sie schon vervackt sind. Es ist fernei vorgeschrieben, daß, wer Kaffee und Tec in Gewahrsam dat, verpflichtet ist, die vorbandenen Mengen geirennt nach Artund Eigentümer unter Bezeichnung der Eigentümer und des ragerungsortes anzuzeigen. Der Ausdruck„Gewahrsam“ wird vielfach nicht richtig verstanden. Mit diesem Worte soll ausgedrückt werden, daß derjenige, der Kaffee oder Dec aufbewahrt, im Hause bat, sei es im Hausbalt oder in Verkaufsgeschäften, Laaerbäusern, ohne Unterschied, ob die Ware ihm oder einem anderen gedört, verpflichtet ist, die Ware anzumelden. Fe wird noch besonders darauf aufmerksam gemacht. daß die Bekannimachungen des Herrn Reichskanzlers Ange über Kafsee und Tec am 7. geireten st sonstigen Detmold, den 22. April 1916 Der Magistrat. J. B.: Biermann. Aori bereits in Kraft reten sind, ihre Geltung also nicht eiwa erst abbangig von der Veröffentlichung im örtlichen Amtsblatt oder stigen ortsüblichen Bekanntmachungen Horn, den 22 Auril 1916 Der Maaistrat Sbelge. Liektspiellant Spielplan v. 25.—88. April einzehl.: Der große Weltschlager Spartacus. Das Sklaventum des alten Rom. Drama in 6 Akten. Ein zweiter Quo vadisJilm. Außerdem der übrige Spielvlan. In Vorbereitung: Siee auf der ganzen Linie. Militärlussviel in drei Akten. 577 Goldene Brosche mit Photogranhie auf dem Wege vom Bahnbof bis Oiddesen verloren. Gegen Belohnung anzugeben in der Geschaftsstelle der Land.=Zeituna u. Nr. 579. Schwarzlederne 1583 Handtasche mmit Jnhalt vorgestern abend auf dem Wege Ocidenoldendorf— Schlachtbof—Lagesche Str. verloren. Abzugeben gegen Belohnung Orbertnestr. 5. Für kl. besseren Hausbalt z. 1. Juli en. früd. ein zuverl. er Nädoben— esucht, das in der einjachen lüche u. in aller Hausarbeit durchaus erfahren ist Schritl. Angeb. mit Jeugnissen u. Gehaltsanspruven an die Geschaftsst. der Liop. Landes=Zettung unt. Nr. 556. Gesticht zum sofortigen Cintritt ein Mädchen das näben 340 für Oausarbeit. gelernt bat. L B. Schuster Bad Driburg. Zung. 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Das k. und k. Pressequartier meldete vor einiger Zeit, daß die schwere Artillerie der bundesbrüchigen Italiener das alte, herrliche Bauwerk zum größten Til zerstört und wertvolle Gemälde und Kunstgegen tände vernichtet habe. Das klingt so sachlich so trocken! Und die kurzen Wertangaben all' der zusammengeschossenen Pracht klingen so kalt, so rechnerisch und doch hat hier der unerbittlich grausame Todbringer Krieg ein wundersames Denkmal bewegter Vergangenheit verwüstet. Tritt man durch das Schloßtor, so geht man zunächst zwischen alten Mauern hindurch, an denen römische Votivsteine lehnen. Plötzlich durch eine Oeffnung, gewahrt man ein zauberhaftes Bild, das zunächst wie eine Täuschung wirkt. „Auf einer hohen, grauen, von zahllosen Furchen durchrissenen Klippe starren die Trümmer eines anderen alten Schlosses und ringsum schlagen die Wellen gegen sein Fußgestell. Diese Trümmer sind so mit dem Felsgestein verwachsen, daß man sich versucht fühlt, sie nicht als ein Menschenwerk, sondern als die Fortsetzung des Felsens sich zu denken. Alles zwischen dem Beschauer und dem tiefen Meer, aus welchem sich der Zacken erhebt, ist Oelwald".(Heinrich No*). Und nun Schloß Duino sebst! Säulengänge, mit Wappen geschmückt, umgeben den weiten Hof. Man tritt in eine geräumige Halle, die mit Vasen, Urnen und Jagdtrophäen geziert ist u. in die sich das künstlerisch ausgestattete Gewölbe eines ehemaligen Waffensaales schließt. Familiensinn und Sammelfreude haben Jahrhunderte hindurch das ephenumrankte Gemäuer der Burg, an dem ewig blühende Gärten hängen, mit Gerät und Gemälden, Waffen und Schmuck aller Art angefüllt, und von den wie Schwalbennester an den Mauern klebenden Balkonen schweift der schönheitstrunkene Blick bis zum Triester Hafen, der so sehnsüchtig„nach Erlösung schmachtet.“ Auf dem Schloßturm — so berichtet schon Humboldt— erhebt sich eine Stange, die längst, bevor Franklin„dem Himmel den gefürchteten Strahl entriß", als eine Art Blitzableiter diente. Wenn der Wächter das Nahen eines Gewitters befürchtete, so berührte er mit seiner Hellebarde die Stange und, wenn derselben ein Funken entsprang, dann ertönten alsbald die Burgglocken zur Warnung für die Fischer auf sturmbewegter See. Die Sage kündet, daß Dante vor der Mißgunst seiner Vaterstadt in die Stille Duinos geflohen sei.„Wenn man sich den träumersschen Poeten vorstellt— sagt Noé—, wie er in einer Mendnacht auf jener Klippe sitzt und auf das dunkle Meer hinausschaut, auf dem hier und dort eine Lichtinsel schwimmt, wie er den Kopf in die Hand stützt und über die Geheimnisse seiner übersinnlichen Welten nachdenkt, so möchte man sich fast verwundern, daß noch kein Maler auf den Einfall geralen ist. den Dichter auf diesem seinem Dantefelsen uns vorzuführen". Viel könnten die Mauern von Duino erzählen von Leiten, die vergangen sind! Im 6. Jahrhundert entstand das aquilejische Patriarchat, das in den Wirren der Zeit eine Macht erlangte, die der des römischen Bischofs gleichkam und ganz Friaul nebst Istrien umfaßte. Nach dem Eindringen der Longobarden um 579 residierten Patriarchen auch in Grado, mit denen die von Aquileja, die im 7. Jahrhundert zu Cormons und später Cividale ihren Sitz hatten, in immerwährenden Streitigkeiten lagen, bis durch die Synode von Mantua 1180 ein Vergleich zustande kam. Der Patriarch von Aquileja war nicht nur ein italienischer Kirchenfürst, sondern auch ein weltlicher deutscher Reichsfürst, der unter seinen Standesgenossen auf dem Reichstage gleich nach den Herzögen und vor den Primaten, Erzbischöfen und Großmeistern der Ritterorden seinen Platz hatte. Wenn er, bald nach erfolgter Ernennung, von Udine aus den feierlichen, mit großem Prunk veranstalteten Einzug in sein Gebiet hielt, um Besitz zu ergreifen von der weltlichen und geistlichen Gewalt, begleiteten ihn„Ministeriale", die an seinem fürstlichen Hofe adeligen Dienst taten und dafür Lehen erhielten. Es gab„ministeriales majores“ und„nobiles". Der unbotmäßige Adel, mächtig durch seinen Grundbesitz, war von großem Einfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten und verdunkelte nicht selten die glanzvolle Steilung des Patriarchen, ja befehdete ihn sogar offen. In späterer Zeit entzogen sich mehrere, die an der Grenze von Aquilesa saßen, der Lehnsherrlichkeit des Patriarchen, darunter die Herren von Duino, die auch als Raubritter sehr gefürchtet waren. Sie zählten zu den ministeriales majores und hatten die Burgen Duino, Prem und Senosetsch zu Lehen. Wegelagernd belästigten sie sehr den Verkehr, beraubten oder töteten die vorüberziehenden Kaufleute oder entließen sie erst nach Erstattung hohen Lösegeldes. Wir finden sie im Laufe der Jahrhunderte bald als Vasallen des Patriarchen, bald als solche der Herzöge von Oesterreich oder der Grafen von Görz. Im Jahre 1166 erscheint in Urkunden zuerst der Name eines Stephan von Duino. Im 13. Jahrhundert finden wir Edle aus demselben Geschlecht vielfach in grimmer Fehde unter sich, sowie mit anderen friaulischen Großen. Der bekannteste war der 1270 verstorbene Heinrich von Duino, ein Günstling König Ottokars. Ein Rudolph von Duino tötete 1304 auf der Jagd den Patriarchen Ottobono, Hauptmann in Monfakcone, Musato von Cividale. Ein bedeutender Mann war zweifellos Hugo von Duino. der, zur Zeit des Grafen Heinrichs II. von Görz und dessen Sohn, den ersten Rang unter den Ministerialen der Görzer Grafen einnahm. Er erscheint 1328 als Capitän von Görz und Verwalter der görzischen Allodialgüter in Görz, Friauk, Istrien und am Karste, wofür der Herzog Heinrich von Kärnten, als Vormund des Grafen Johann Heinrich von Gön ihm ein Gehalt von 200 Mark bewilligte. Nach ihm weiß dit Chronik nichts mehr von bemerkenswerten Taten des Geschlechtes der Duino zu erzählen. Als die Herzöge von Oester reich(1366) durch den Besitz von Krain mächtige Nachbarn wurden, erkannten die Herren von Duino und Prem sie als ihre Lehnsherren an. Mit Reinprecht von Duino, etwa um 1395, scheint die Familie erloschen zu sein, denn damals wurden mit dem Schloß gleichen Namens von den Herzögen von Oesterreich die Herrn von Walsee beliehen. Diese erbauten sich nahe der alten, winkeligen Burg ein neues Heim neben einem römischen Wachtturm. Im Jahre 1420 kam Duino vorübergehend in die Gewalt der Venezianer. Nach dem Aussterben der Walsee blieb das Besitztum in der Verwaltung der Erzherzög von Oesterreich und kam später als Pfand an die Familie Hofer, Eine Tochter des kaiserlichen Rates Mathias Hofer, Ludovica, heiratete den Grafen Raimund von Thurn, dessen Famille vom Kaiser Ferdinand 11I. später Duino ganz zu Lehen über wiesen wurde. Die Thurns ließen das Schloß, in dem Karser Karl VI. bei seiner Reise nach Triest 1160 sich einige Tage aufhielt, erneuern. Im Jahre 1849 erlosch der Mannesstannn dieses Geschlechts mit dem Tode des Grafen Johann, dessen Tochter, Gräfin Therese von Thurn=Hofer und Valsasst na, sich mit dem 1819 geborenen Prinzen Egon zu Hohenlohe Waldenburg vermählte und ihm zwei Söhn und drei Töchter gebar. Der älteste Sohn, Prinz Friedrich und die zweite Tochter, Prinzessin Karola, lebten bis Kriegsausbruch, belde unver mählt in Duino. Die älteste der Töchter, Prinzessin Marie, wurde 875 die Gemahlin des Prinzen Alexander von Thurn und Taris. Nun liegt das alte Schloß der Duinos, der Hohenlohe in Trümmern— versunken, nicht vergessen! Das ist die erha bene„Kultur der lateinischen Rasse“, deren Segen Maul= und Federhelden welscher Zunge mit prahlerischer Verlogenheit der Welt zu verkünden sich erdreisteten! Richard Förster. Gebisse Ich kaufe nur Donnerstaa. 2. April von 9 bis 12 Uhr. alte, auch zerbrochene, künstliche im Hotel Deutsches Haus. Zimmer Nr 20. 1. — Zahle per Zahn bis Mk. 1.50.— Für Gold und Feinmetallgebisse den vollen Schmelzwert. A. Wist aus Hamburg. 361 Todes-Anzeige. Plötzlich und unerwartet verschied am Oslersonnabend 9½ Uhr. infolge eines Schlaganfalles, nach einem arbeitsreichen, seinen Milmenschen und mir gewidmelen Leben, nach 27jähriger glücklicher Ehe, mein lieber, unvergesslicher Mann, der Druckereileiter Aug. Ehlert im Aller von fast 55 Jahren. In liefstem Schmerze: Frau M. Ehlert geb. Oslhaus. Detmold. Delmenhorst und Lippspringe. Ostersonntag 1916. Die Bcerdigung findet am Mittwochnachmitlag 4 Uhr von Mühlenstrasse Nr. 17 aus stalt.— Trauerfeier vorher. Todes-Anzeige. Statt besonderer Anzeige. Nach Golles unerforschlichem Ralschluß verschied heule sanft infolge Herzschlages meine inniggelieble Frau und gute Mutler meines Kindes, unsere unvergehliche Tochler und Schwiegerlochter Frau Ruguste Schierenbers geb. Hesse im Aller von 25 Jahren. Mil der Bille um stille Teilnahme: Feldzahlmeister Carl Schierenberg und Schn Familie Hesse amilie Schierenberg. Detmold, den 22. April 1916. Die Beerdigung findel am Donnerslag. den 27. April. nachmillags 3½ Uhr. vom Trauerhause. Sichterheide bei Heidenoldendorf 169. aus slalt. Danksagung. Allen denen, die uns während der langen Krankheit und bei dem Tode unseres teuren Entschlafenen ihre Teilnahme in so überaus großem Maße erwiesen haben, sowie dem Kriegerverein und Herrn Pastor Werdelmann für die trostreichen Worte am Sarge, und für die zahlreichen Kranzspenden, spreche ich im Namen aller Angehörigen meinen herzlichsten Dank aus. Wwe. Henrieffe Wellner. Detmold, 25. Aprü 1916. Die diesjährige Im pfung finder statt I. für diejenigen Erstimpflinge, welche vor dem 1. Juni 1915 geboren sind, am Mittwoch, dem 20. April d. Is., Nachschau am 3. Mai d. Js., für die bis Ende des Jahres 1915 geborenen und alle diejenigen älteren Kinder, welche noch nicht geimpft sind, am Donnerstag, dem 27. April d. Is., Nachschau am Mai d. Js. II. für die Wiederimpflinge, am Freitag, dem 28. Avril d. Is. für die Mädchen, Nachschau am 5. Mai d. Fs., am Sonnabend, dem 29. April d. Is. für die Knaben, Nachschau am 6. Mai d. Is. im Beginn des Termins jedesmal nachmittags 2 Uhr Ratbaussaale. Sämtliche im Jahre 1915 bezw. 1904 oder früher geborenen aber noch nicht mit Ersolg geimpften bezw. wiedergeimpsten Kinder haben zu den Impfterminen pünktlich zu erscheinen. Für diejenigen Impflinge, welche durch einen gesetzlichen Grund vorläufig oder ganz von der Impfung befreit sind, ist dem Impsarzt in dem Impftermine das erforderliche Zeugnis vorzulegen. Aus einer Familie, in welcher ansteckende Krankbeiten berrschen, dürfen die Impflinge zum Impftermine nicht erscheinen. Die Eltern werden noch besonbers darauf aufmerksam gemacht, daß die Kinder rein gewaschen zum Impftermine erscheinen müssen. Zuwiderbandlungen werden gemäß§ 14 des Reichssesetzes mit Geldstrafe bis zu 50 Mk. oder mit enteuder Haft bestraft. Nachträglich eingebrachte Bescheinigungen werdeu bei ev. Bestrafung nicht berücksichtigt. Besondere Vorladung erfolgt in diesem Jahre nicht. 6511 Detmold, den 20. April 1916. Der Magistrat. J. B.: Biermann. Lippische Zur Feststellung des Bedarfs an Zucker zur Bienenfütterung bitten wir die Imker unseres Bezirks, die Zahl ihrer Bienenwölker und ihren Vorrat an Zucker bis zum 30. d. Mts. bei dem Vorsitzenden des Hauptvereins Lippischer Bienenzüchter, Herrn Lehrer Langewort in Detmold, anzumelden. Imker, die die Anmeldung versäumen, können sei der Zuweisung von Zucker nicht berücksichtigt werden.(554 Der leitende Geschäftsführer. Bekanatmachung. Die Anmelndungen zum Unterricht an der städt. Ge werbeschule(Pflicht=Fortbildungsschule finden am nachmittags von 6 bis 8 Uhr, im Gewerbe schlgebäude statt. Schuluflichtig sind alle Lebrlinge hlesiger Gewerbetreibender lauch auswärts wodnende Lebrlinge), sofern sie nicht das 18. Lebensjahr überschritten haben. Durch Beschluß vom 2 Februar 1916 ist die Befretung der jugendlichen Arbeiter vom Schulbesuch aufgehoben. Es sind also außer den Lehrlingen auch alle in Detmold beschäftigten Fabrikarbeiter im Alter bis zu 18 Jahren schulpflichtig. Zur Anmeldung ist das letzte Schulzeugnis mitzubringen.(435 Detmold, 17. April. Der Magistrat. Biermann Höhere Töchterschule zu Lage. Das neue Schuljahr beginnt Donnerstag. 27. April. Anmeldungen neuer Schülerinnen werden 26. April, im Schulhause entgegen genommen. Aufnahmebedingung ist der zweijährige Besuch einer Volksschule. Lage i. L., din 12. April 1916. Der Schulvorstand. Holzkaemper. Abgabe der für die Stadt augesammelten Schweinefleischdauerwaren. Diejenigen Detmolder Hausbaltungen, die bei der Verteilung der Vorräte an Knochenschinken, Speck und Mettwurst berücksichtigt zu werden wünschen, werden ersucht, ihre Meldung bis zum 2. Mai unter Benutzung des untenstebenden Vordrucks einzureichen. Hausbaltungen, die seit dem 1. Oktober 1915 allein oder gemeinschaftlich mit anderen Familien ein Schwein geschlachtet haben, sind ausgeschlossen, ebenso von der Schinkenverleilung Haushaltungen, die einen Schinken besitzen. Wie weit andere Vorräte in Betracht kommen, bedarf noch der Berechnung. Detmold. den 23. April 1916. Der Magistrat. J. B.: Biermann. Ich beantrage Zuweisung der Fleischdauerware, die auf meinen— Personen umfassenden Hausbalt entfällt. Ich habe in der Zeit seit dem 1. Oktober 1916 für meinen Haushalt weder allein noch gemeinschaftlich mit anderen ein Schwein schlachten lassen und besitze an Schinken— Pfund, an Speck— Pfund und an Mettwurst Pfund. Den Magistrat ermächtige ich, zur Nachprüsung meiner Angaben meine Küchen= und anderen Räume besichtigen zu lassen. Auch verpflichte ich mich zu einer Vertragsstrafe von 50 Mk., zahlbar an die städtische Armenkasse, wenn sich meine Angaben als unwahr herauestellen.(568 Straße Nr. anntmachung. Das Abladen von Schutt auf dem Diddeserberge wird verboten. Bis auf weiteres wird der südliche Tell der Pinneichen als Schllitabladeplatz freigegeben. Detmold, den 22. April 1916..(570 Der Magistrat. I. V.: Biermann Städtischer Kartoffelverkauf. Heute mittag von 1 Uhr ab werden auf dem Güterbahnbof von der Stadt bezogene Sveisekartoffeln ver kauft: der Zentner für 5,50 Mark. Mehr als2 Zentner werden an die einzelne Haushaltung nicht abgegeben Die Verwendung zur Biedfütterung ist untersagt. Detmold. 25. April 1916. 500 Der Magistrat. J. V.: Biermann. Zwangsversteigerung. das Kolonat Nr. 27 11 15000 der Gebäude, am Rittwoh, 10. Mai 1916 vormittags 10 Uhr burch das unterzeichuete Gericht an der Gericht stelle Zimmer Nr. 3 versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 24. März 191 in das Grundbuch eingetragen. Blomberg, den 23. Februar 1916. Fürstliches Amtsgericht I. 365 Staatlich-Städtische Handwerker- u. Kunstgewerbeschule Bielefeld. Naturstudium, Fachklassen, Textile Berufe, Stickschule.— Werkstättenunterricht, Webereilehrwerkstätte.(110 Beginn des Sommerhalbjahres: Mittwoch 26. Kpril. Knmeldungen vom 26. Kpri bis 1. Mai. Drucksachen gratis. Direktor Max Wrba. Chlorcalium Thomasmehl Kainit wieder vorrätig. 534 Gleichzeitig empfeble Vieh-I. Dängesalz. H. Bunte Paulinenstraße. Fernsprecher Nr. 432. Rattenfänger gesucht. Hund(Rüde) welcher scharf auf Mäuse und Ratten ist, nicht älter als 1 oder 1½ Jahr. Angebot nach(585 Benekenstraße 12. Schulbücher gebrauchte, für Unsersekunda gumnasial zu kaufen ges. Schriftl. Angeb. befördert die Geschäftsst. der LandesZeitung unter Nr. 582. Wohnungen: Bauplätze, Villen, Häuser möbl. u. unmöbl. Zimmer weist jederz unentgeltl. nach Grundbesiter= und Verkehrsverein„Letwold Geschäftsst. Paulinenstr. 32 Herrschaft. Wohnung schöner Lage Hiddesens 3 Zimmer, Küche, Zubebör, gleich oder später zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsst. der Landeszig unter Nr. 381. Spar= und Darlehuskasse Schwalenberg. am 31. Dezember 1915. A 2362 80 1085808 92 1319248 6185179 19751 60 600— 267305 Generalversammlung 47. Mitgliederversammlung der Orisgruppe des Deutschvangelischen Frauenbundes Donnerstag, 27. April 1 Uhr. in der Loge. Taacsordnung: 1. Kassenbericht. 43 2 Jahresbericht. 3. Vorstands wahlen. 4 Verlesung des Vortrages: „Die Pflege der schulentlassene weibliche Jugend.“ Von Dr. Hertba Stemering. Gäste willkommen. 555 Bestand der Mitglieder am 1. Januar 1915 Im Rechnungsjahre sind eingetreten Im Rechnungsjahre sind ausgeschieden Stand der Mitglieder am 31. 12. 1915.. Schwalenberg, den 20. April 1916. Der Vorstand. Tölle. Zeiß. Schlütsmeier. 118621061 247 251 243 Detmolder Frauenchor. Die Mitglieder werden gebeten, zur heu tigen Probe vollzählig zu erscheinen. 581 Lesemann. Wir suchen für unser Essener Wert linsbesondere für den Prekban) eine gronere Anzabl kräftiger Arbeiter nicht unter 16 Jahren, bei gutem Lobn. Näbere Angaben über die Arbeits= u. Lohnverhältnisse bei der Annahme am Mittwoch, den 26. April. nachm. von 3 bis 5½ Uhr in Steinheimi W. in der Gastwirtschaft Graute; Donnerstaa. den 27. April, vorm. von 9—12 Uhr in Vlotho, im Gasthof Spilker; Donnerstaa. den 27. April. nachm. von 3—6 Uhr in Minden, im Bahnhofshotel, Friedrichstr.; Freitag, den 28. April, vormittags von 9—12 Uhr in im Gasthof„Deutsches Freitag, den 28. April. nachmittae s von 3 bis 6 Uhr in Detmold, Gasthof Kanne, Lagesche Straße; Connabend. den 29. April. vorm. vo.i 9- 12 Uhr in Lemgo, im Gasthof Wittrock. Anmeldungen werden auch entgegengenommen in der Zeit vom 21. bis 30. April bei Heinrich Jasper in Talle. 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