Lippische Altestes und verbreitetstes Blatt des „Lippische Landeszettung“ mu den unentgeltlichen Betlagen„——m.. „. Jedem Etwas" und„Blätter für Lippische Heimathunde“ erscheim mit Ausnahme der Sonn= und Festtage Geschäftostelle Detmold, Leopoldstraße 12. Fernsprecher Nr. 23. Telegramm=Adresse Landeszettung Detmold. Vertretungen in allen Orten des Landes. Zeitung Fürstentums und der angrenzenden ezirke 0 Abonnementopreise: Bei der Geschästostelle und den Vertretungen für ½ Jahr M. 2.25, für 2 Monate M. 1.50, für 1 Monat M. 0.75. Bei der Post für ½ Jahr M. 2.25, für 2 Monate M. 1.50, für 1 Monat M. 0.75 Postbestellgeld für ¼ Jahr M. 0.42, für 2 Monate M. 0.28, für 1 Monat M. 0.14. Anzeigen werden für Lippe mit 15 Pfennig, für Auswärts mit 20 Pfennig die kleinspaltige Rolonelzelle oder deren Raum berechnet Reklamezelle 75 Pfg. Komplizierte Anzeigen werden mit 50% Aufschlag berechnet. Ne 35 Oetmold, Freitag, den 11. Februar 1916 149. Jahrgang Ernste Worte des Reichskanzlers. Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauptquartier, 10. Febr. 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Nordwestlich von Vimy entrissen unsere Truppen den Franzosen ein größeres Grabenstück und gewannen in der Gegend von Neuville einen früher verlorenen Trichter zurück. 52 Gefangene und 2 Maschinengewehre fielen dabei in unsere Hand. Südlich der Somme wurden mehrfache französische Teilaugriffe abgeschlagen. Hart nördlich Becquincourt gelang es dem Feinde, in einem kleinen Teile unseres vordersten Grabens Fuß zu fassen. Auf der Combren=Höhe setzten wir durch Sprengung einen feindlichen Minenstollen ab. Französische Sprengungen nordöstlich von Celles(in den Vogesen) blieben erfolglos. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei der Heeresgruppe des Generals von Linsingen und bei der Armee des Generals Grafen von Bothmer wurden Angriffe schwächerer feindlicher Abteilungen durch österreichisch=ungarische Truppen vereitelt. Balkan=Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Oesterreich-ungarischer Bericht. Heftige Vorpostenkämpfe in Wolhynien und Ostgalizien. Ein russisches Bataillon an der bessarabischen Grenze aus der vorderen Stellung geworfen. wtb. Wien, 10. Febr. Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Der Feind entwickelte gestern in Wolhynien und an der ostgalizischen Front erhöhte Tätigkeit gegen unsere Vorposten. Bei der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand führte er wiederholt und an verschiedenen Stellen Aufklärungsabteilungen bis zur Stärke eines Bataillons gegen unsere Sicherungslinien vor. Es kam insbesondere im Abschnitt des oberästerreichischen Infanterie=Regiments Nr. 14 zu heftigen Heimat. „ Roman von Kreutzer. (Amerikan. Copyriaht by Carl Duncker 1914.) 21. Fortsetzung.) „Kannst dir denken, Rut— anfänglich wollten die Sennores von der Regierung an meinen Vorschlag nicht recht heran, glaubten dabei zur kurz zu kommen. Allmählich aber fanden sich immer mehr und mehr klare Köpfe, die weiter dachten, als nur an den augenblicklichen Verdienst. Und in der letzten Session hat der Kongreß der Föderation meine Vorschläge zum Gesetz erhohen, wobei es mir noch gelungen ist, für die deutschen, deutsch-österreichischen und schweizerischen Einwanderer besonders günstige Ausnahmebedingungen heraus zu schinden. „Na, und so weiter. Ich will dich nicht mit trockenen Einzelheiten quälen, aber ich mußte dich doch solche Art Rechenschaftsbericht ablegen, was ich die letzten vier Jahre eigentlich in Wort und Schrift gewirkt habe.“ „Und jetzt bleibst du hier, nicht wahr, Georg?“ Der Deutsch=Argentinier schien einen Mnnent überrascht: lanasam setztte er sich in seinen easy chair zurück. „Wie denn. Schwesterlein, hab' ich davon noch garnicht gesprochen? Hierbleiben— in Deutschland? Na ja— bis zum ersten Januar; solange bin ich dienstlich berkonmmandiert.“ (Oeorg!“ .„ zu argentinischen Gesandtschaft nach Berlin. Ich bin nämlich drüben das, was man hier bei euch, glaub' ich— Regierungskommissar nennen würde.“ Seine junge Schwester machte eine Bewegung grenzenloser Ueberraschung. Worg!“ Er nickte ihr über den Tisch zu. In seinem Kronzelerbenen Gesicht stand ein beruhigendes Lächeln. Vorpostenkämpfen, die auch die Nacht über fortdauerten und schließlich mit der völligen Vertreibung des Feindes endeten. Bei einer besonders umstrittenen Verschanzung wurden etwa 200 russische Leichen gezählt und viele Gefangene eingebracht. Auch bei unseren Vorposten südwestlich von Tarnopol wurde in der Nacht von gestern auf heute erbittert gekämpft. Die Russen überfielen abermals die schon in einigen der letzten Berichte angeführte Schanze, wurden jedoch durch einen Gegenangriff wieder vertrieben. An der bessarabischen Grenze warf kroatische Landwehr ein russisches Bataillon aus einer gut ausgebauten Vorposition gegen die Hauptstellung zurück. Italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Türkischer Kriegsschauplatz. Ein russisches Flugzeugmutterschiff torpediert. wtb. Konstantinopel, 10. Febr.(Amtlicher Bericht.) An der Kaukasus= und Irakfront nichts von Bedeutung. Am 6. Februar beschoß die russische Flotte, ohne besonderen Schaden anzurichten, den Kohlenhafen von Zonguldak. Ein feindliches Flugzeumutterschiff, das an diesem Kampfe teilnahm, wurde durch eines unserer Unterseeboote torpediert. An der Dardanellenfront beschoß am 7. Februar ein Krenzer auf der Höhe von Jenischehir erfolglos mit 10 Granaten die Küste von Tekke Burun. Unsere Artillerie schoß ein feindliches Flugzeug in die Flucht, das vormittags Seddul Bahr überflog. Ein anderes Flugzeug, das denselben Abschnitt nachmittags überflog, entfernte sich infolge unseres Artilleriefeuers und flüchtete sich nach Imbros, von einem unserer Flugzeuge verfolgt. Der Kampf um Kut=el=Amara. Haag, 10. Febr. Amtlich meldet Reuter aus Denby: General Towusend, der jetzt bereits neim Wochen in Kut=elAmara belagert wird, hat Befehl erhalten, diesen wichtigen Punkt unter allen Umständen zu halten. General Aulmer versucht schon seit Wochen, die Belagerungslinie zu durchbrechen und die Eingeschlossenen zu befreien. Der Reichskanzler über den„Lusitania-Fall“. Haag, 10. Febr. In einer Unterredung mit dem Vertreter der„New=York World“, von Wiegand. in Berlin sagte der Reichskanzler u. a., die deutsche Regierung sei vollständig überzeugt, daß sie in ihrem Bestreben, der amerikanischen Regierung entgegenzukommen, an die äußerste Grenze gegangen sei. Das deutsche Volk sei daher auch entschlossen, alle Konsequenzen einer möglichen Nichtverständigung zu ziehen. Deutschland herrsche bis in die höchsten Kreise der Eindruck vor, daß die jüngsten Reden des Präsidenten Wilson gegen Deutschland gerichtet seien. Man glaube, daß Wilson und Lansing ein geheimes Abkommen mit England getroffen hätten. Nur so erkläre man sich die auffallende Unterstützung der Verbündeten durch Amerika. Deutsche wohlunterrichtete, zuverlässige Finanzkreise hätten dem Reichskanzler erklärt, die Hauptpersonen in Wallstreet hätten erkannt, daß sie ihre Kapitalien auf der falschen Seite angelegt hätten. Sie spannten deshalb ihre äußerste Kraft an, um Wilson und Lansing zu beeinflussen, Deutschland den Krieg zu erklären, in der#irnuna, die Niederlage Deutschlands dadurch doch noch herbeiführen zu können. Der Wortlaut der Lanfingschen Forderungen sei derart gewesen, daß ihm(dem Reichskanzler) keine andere Wahl geblieben sei, als sie zu verwersen. Keine deutsche Regierung könne das deutsche Volk einer derartigen Erniedrigung aussetzen und dann noch im Amte verbleiben. Er hoffe, daß der gesunde Verstand des amcrikanischen Volkes begreifen werde, daß Deuschland die wichtigsten Punkte unter den Forderungen Amerikas bereits bewilligt habe. Das amerikanischen Blatt bemerkt hierzu: Die amerikanische Regierung hat sich offenbar jener Auffassung des Reichskanzlers angeschlossen, weil die Verhandlungen zwischen Berlin und Washington sich nur no chum die Frage der Festsetzung des Wortlauts des Uebereinkommens drehen. In Amerika ist man der Ansicht, daß die endgültige Fassung des Uebereinkommens dem Grafen Bernstorff überlassen bleiben wird. Der Stand des„Lusitania"=Falles. wotb. London, 10. Febr. Nach einer Meldung des Reuterschen Buraus aus New=York heißt es, die Mitteilung, daß die „Lusitania“=Angelegenheit beigelegt ist, bildet noch nicht den Gegenstand von allgemeinen Kommentaren in der Presse. Aber in den von den Blättern veröffentlichten Nachrichten wird erklärt, daß die deutschen Bedingungen im wesentlichen angenommen wurden. (Notiz des wtb.: An hiesigen amtlichen Stellen licat eine Bestätigung dieser Behauptung nicht vor.) Wer die Wahl hat.... Mit begreiflicher Spannung harrt man überall, nicht etwa bloß in Deutschland, auf den Ausgang des„Lusitania“= Konfliktes, der über die künftigen Beziehungen zwischen Deutschland und der Nordamerikanischen Union entscheidet, und der von einiger, wenn auch vielfach überschätzter und mehrfach falsch gewürdigten Bedeutung für den Verlauf des Weltkrieges sein wird. Es wäre zwecklos und könnte nur schädlich wirken, jetzt, solange der Konflikt sich im Zustand der Schwebe befindet, auf den vielerörterten Streitpunkt noch einmal einzugehen. Wohl aber erscheint es angebracht und förderlich, auf den viel zu wenig gewürdigten Zusammenhang dieses diplomatischen Kampfes mit einem anderen Kampfe hinzuweisen, der an sich eine interne Frage der Union darstellt, aber sich sehr„veräußerlicht“ hat. Wir meinen den Kampf um die Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, den Kampf um Wilsons Nachfolge, die er sehr gern selbst antreten möchte. Man könnte zunächst meinen, daß es sich um eine spätere Sorge handelt, denn der Termin der Präsidentenwahl ist der 7. November, nämlich jeweils der erste Dienstag der ersten Novemberwoche. Bis dahin sind zwar noch neun Moante, aber das ist für amerikanische Verhältnisse- auch die Wahlpropaganda hat dort unbegrenzte Möglichkeiten durchaus keine übermäßig lange Zeit. Selbst zu gewöhnlichen Zeiten pflegt der Wahlkampf schon mit Beginn des Wahljahres einzusetzen, ja, genau genommen mit dem Beginn der Präsidentschaftsperiode, denn die gesamte Tätiakeit des Präsidenten, die sich den amerikanischen Verhältnissen entsprechend mehr in Reden als in Taten, mehr in Programmen als in deren Erfüllung äußert, stellt im wesentlichen ein Vorbereitung für den kommenden Wahlkampf dar. Diesmal hat es der Weltkrieg mit sich gebracht, daß die Wahlkampagne der Union noch früher und weit leidenschaftlicher einsetzte, als dies sonst der Fall war. Die Wirkungen des Krieges machen sich eben auch jenseits des großen Teiches in starkem Maße fühlbar, den einen, so vor allem den von den Engländern um ihren Handel mit Deutschland gebrachten Südstaaten in schmerzlicher, den Munitionslieferanten und Konsorten in erfreulicher Weise. So kam es gan; von selbst, daß in diesem Wahlkampf der Weltkrieg Vordergrunde steht, daß die Parteien ihre Plattform, ihle Wahlparole, fast lediglich hierauf zugeschnitten haben. Die alten Schlagworte, hie für, hie gegen Schutzzölle, hie Goldwährung, bie Silberwährung, waren schon bei den letzten Wahlen, wo die Frage der imperialistischen Politik im Vordergrund stand, im wesentlichen über den Haufen gewor#en. Heute sind sie ganz verschollen, heute dreht sich der Wahlkampf um die Fragen„Neutralität oder Nicht=Neutralität", bezw. um das, was die Partei Wilsons als Neutralität ansieht. Wir sprechen hierbei nicht von der demokratischen Partei, die den Präsidenten gewählt hat, sondern von den buntgemischten Gruppen, auf die er sich heute stützt. Denn auch die Gegenüberstellung zwischen Demokraten und Republikanern ist über den Haufen geworfen. Waren doch gerade die Südstaaten, die infolge der britischen Konterbandepolitik in ihrer Baumtwolle ersticken, bisher die Stützen der demokratischen Partei. und dasselbe gilt von den Irländern, gilt auch von „Noch mehr. Kleines: Aus dem ehemaligen preußischen Dragonerleutnant ist ein argentinischer Bürger geworden! Ich hab' mich naturalisieren lassen; und ich mußt' es tun, um drüben in den Staatsdienst eintreten zu können. Denn nur von amtlicher Stelle aus war es mir möglich, der deutschen Einwanderung all die Vorteile zu ermöglichen, die ich im Auge hatte.“ Er beobachtete sie scharf; sie aber sah ihn nur schweigend mit großen, hilflosen Augen an. Da machte er eine gewissermaßen abschneidende Beweanna und versetzte mit plötzlich knapper gewordenem Tonfall: „Mit dem letzten kommst du nicht mit— ich seh' dir's an. Aber laß gut sein, Schwesterherz... mag auch mancher über den„vaterlandslosen Gesellen" verachtlich die Achseln zucken — ich schätze doch, ich leiste als Argentinier draußen in der Welt für den deutschen Gedanken mehr, als unterschiedliche Hurrapatrioten hierzulande, die bei der Nationalhymne## tempo blaß vor Chauvinismus werden, sich aber klammheimlich hintenrum wegdrücken, wenn sie mal Farbe bekennen sollen.“ „Das mein' ich doch garnicht, Georg"... sagte Rut Walenta aus unsicher tastendem Sinnen heraus.„Nur— in welchem Hetztempo mußt du inzwischen gelebt haben! Und was ist passiert, seit ich dich nicht mehr gesehen? Ich habe einen anderen Bruder bekommen!“ „Aber einen bessern, Mädel! Einen, der endlich das in sich hat, inas mein alter Kommandeur„Bouillon in den Knochen und Mark im Gewissen“ zu nennen pflegte. Man sagt— Reisen gibt Selbstsicherheit! Aber Reisender in sozusagen nationalen Dingen sein— das gibt Selbstachtung! Und die hab' ich mir in diesen vier Jahren gottseidank zusannnengeschuftet „Kleines— ich bin ja nur nach Königsberg gekommen, um dich und den Terheggen wieder zu sehen. Sonst aber hab' ich in Berlin und Hamburg und Bremen zu tun. Konferiere mit dem Reichsmarineamt und der Hapag, dem Lloyd und dem Reichs=Kolonialamt und tausend Leuten, in deren Dezernat meine hiesige Tätigkeit fällt. Und sie alle wissen, daß ihnen in dem argentinischen Regierungskommissar ein ehemaliger preußischer Leutnant gegenübersitzt. Aber meinst du, daß sie mir deshalb weniger verbindlich die Hand drücken? Ich glaube— im Gegenteil. Denn wer im praktischen Leben steht, der hat's auch zahllos oft an sich erfahren: jede Aenderung des Charakters und jedes Abbiegen vom eingedrillten Entwicklungsgang wird ja nur aus der inneren Notwendigkeit geboren! „Kind— wenn ich heut Hand in Hand mit den Reichsbehörden und großen Schiffahrts=Gesellschaften dahin arbeite, daß der Strom unserer Auswanderer gleich in die richtigen Kanäle geleitet und vor Ausbeutung geschützt wird ... dann leiste ich dem deutschen Gedanken reichlich so viel, als ob ich als kleiner Leutnant meinen Zug in der Springbahn oder im Lanzenfechten drille. Auch das war wertvoll und gab mir eine segensreiche Schule— ich leugne garnicht; denn ich machte mich sonst lächerlicher Undankbarkeit schuldig. Nur— inzwischen hab' ich mir draußen die neiten Perspektiven angewöhnt; und finde mich mit ihnen nach ehrlichstem Gewissen ab. Das ist meine einzige Rechtfertigung; auf jede andere hab' ich längst verzichten gelernt.“ Es war ganz seltsam: dieser hachgewachsene, schlanke Mensch mit dem harten, gebräunten Gesicht und der diszinlinierten Stimme, in die sich manchmal ein leiser fremdländischer Akzent einschlich— der sprach so garnicht ruhmredig: sprach vielmehr, als handle es sich eigentlich um belanglose beiläufige Dinge. Und doch lag etnas mächtig Packendes, Ergreifendes in seiner Art— jener Art etwa, wie sie den geborenen Führern der Masse zu eigen ist: sie läßt sich nicht vortäuschen, sie läßt sich nicht ahnen— sie ist letzten Endes divinatorischer Instinkt. Rut Walenta mußte es unklar empfinden und sich ohne rchtes Bewußtsein dieser Suggestion beugen. Denn wie sie sich jetzt aus ihrer Sofaccke erhob und vor dem Bruder stand, da ging eine sichtbare Veränderung mit ihr vor: die unfreie Gedrücktheit, die hoffnungsarme Apathie versank und an ihrer Stelle eine frohe Erlösung, die im Karmin der Wangen aufblühte, in den dunklen Augen leuchtete, durch die Stimme klang: „Georg“... stieß sie schweratmend hervor,„ich bin so stolz darauf, was aus meinem Bruder geworden ist— so wahnsinnig stolz! Und ich wünschte nur. Papa hätte dich heut sprechen gehört.“ Da ging über das Gesicht des Bruders ein dunkles Lächeln. „Papa“... sagte er verhalten und muißte offenbar dazu erst Distanz gewinnen...„No, my dear sister— den wollen wir vorläufig mal ganz aus der Debatte lassen; und ich muß dich auch dringend bitten, über unser heutiges Zusammentreffen ihm gegenüber absolut zu schweigen.“ Jählings schien es, als wolle sich der düstere Schatten wieder über ihre Züge senken. „Weshalb nicht, Georg?“... die Worte kamen bang von den Livpen. „Weil ihm von seinem Jungen ein anderer, als du, sprechen soll!“ „Wer denn?“ „Der Kaiser!“ Sie schrak zusammen. „Was sagst du da. Georn?“ „Sein allerhöchster Jagdherr, wenn er in diesem Herbst nach Donajcwo zur Hirschjagd kommt. Ich hab' da einen Plan. Noch weiß ich nicht, ob ich ihn rechtzeitig durchsetzen kann; aber ich hoffe. Und dann soll er mich selbst aus Berlin rufen. Wenn ich am 1. Januar nach Argentinien zurückgehe, will ich verschiedene frohe Leute hier in Deutschland wissen— wozu ich in erster Linie natürlich euch beide rechne. „Solange arbeite nur und sei getrost und warte, bis wir dich rufen.“ (Fortsetzung folgt.) dem größten Teil der Deutsch=Amerikaner. Alle diese Elemente zählen jetzt zu den entschiedenen Gegnern Wilsons, der sich somit bei dem Wahlkampf nur auf den kleineren Teil der demokratischen Partei stützen kann und deshalb seine Politik auf die von jeher überwiegend englandfreundliche republikanische Partei zuzuschneiden sucht. Damit ist der Kernpunkt des derzeitigen Wahlkampfes in der Union klargelegt, zugleich aber auch der Kernpunkt der chronischen sowohl wie des derzeitigen akuten Konfliktes zwischen der Union und Deutschland. Zwar hat Präsident Wilson selbst in seiner Botschaft an den Kongreß„ein ernstes Wort der Warnung sprechen zu müssen“ geglaubt gegen den „tiefsten, subtilften und bedeutendsten Neutralitätsbruch, der aus Parteilichkeit, aus leidenschaftlicher Parteinahme entspringen kann". Aber zahlreiche Kreise in der Union, nicht etwa bloß die Deutsch=Amerikaner, sind der ehrlichen Ueberzeugung, daß die Washingtoner Regierung in ihrem Krieg gegen den deutschen Unterseebootskrieg dies ernste Wort der Warnung nicht befolgt hat, daß es nicht dem Geist der von Wilson erst unlängst wieder verkündeten„wahrhaften Neutralität“ entspricht, wenn ein neutraler Staat versuchen will, Deutschland diese Waffe aus der Hand zu winden, zu deren entschiedenster Anwendung es durch die völkerrechtswidrige Politik Albions, durch die unmenschliche Aushungerungspolitik geradezu gezwungen wurde. Wir aber können in Ruhe, mit der Ruhe des guten Gewissens und im Gefühl unserer Kraft abwarten, wie sich unter dem Druck der amerikanischen Wahlpolitik die Politik gegen Deutschland gestalten, wie der„Lusitania“"=Konflikt ausgehen wird. Wie er aber auch ausgeht, so werden wir uns doch dadurch nicht hindern lassen, unsere Unterseebootwaffe so zu verwenden, wie wir es als nötig, nützlich und wirksam erachten. Eine deutsche Denkschrift über die Behandlung bewaffneter Kauffauc. seischiffe. wtb. Berlin. 10. Febr. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht nachstehende Denkschrift, die am heutigen Tage den diplomatischen Vertretern der neutralen Mächte in Berlin mitgeteilt worden ist: 1. 1. Schon vor Ausbruch des gegenwärtigen Krieges hatte die britische Regierung englischen Reevereien Gelegenheit gegeben, ihre Kauffahrteischiffe mit Geschützen zu armieren. Am 26. März 1913 gab der damalige Erste Lord der Admiralität, Winston Churchill, im britischen Parlament die Erklärung ab, daß die Admiralität die Reedereien aufgefordert habe, zum Schutze gegen die in gewissen Fällen von schnellen Hilfskreuzern anderer Mächte drohenden Gefahren eine Anzahl erstklassiger Liniendampfer zu bewaffnen, die dadurch aber nicht etwa selbst den Charakter von Hilfskreuzern annehmmen sollten. Die Regierung wollte den Reedereien dieser Schiffe die notwendigen Geschütze, die genügende Munition und geeignetes Personal zur Schulung von Bedienungsmannschaften zur Verfügung st n. 2. Die englischen Reedereien sind der Aufforderung der Admiralität bereitwillig nachgekommen. So konnte der Präsident der Royal Mail Steam Packet Company, Sir Owen Philipps, den Aktionären seiner Gesellschaft bereits im Mai 1918 mitteilen, daß die größeren Dampfer der Gesellschaft mit Geschützen ausgerüstet seien; ferner veröffentlichte im Jan. 1914 die britische Admiralität eine Liste, wonach 29 Dampfer verschiedener englischer Linien Heckgeschütze führten. 3. In der Tat stellten bald nach Ausbruch des Kricges deutsche Kreuzer fest, daß englische Liniendampfer bewaffnet waren. Beispielsweise trug der Dampfer„La Correntina“ der Houlderlinie in Liverpool, der am 7 Oktober 1914 von dem deutschen Hilfskreuzer„Kronprinz Wilhelm“ aufgebracht wurde, zwei 4,7zöllige Heckgeschütze. Auch wurde am 1. Febr. 1915 ein deutsche. Unterseeboot im Kanal durch eine#neeng lische Jacht beschossen. II. 1. Was den völkerrechtlichen Charakter bewaffneter Kauffahrteischiffe betrifft, so hat die britische Regierung für die eigenen Kauffahrteischiffe den Standpunkt eingenommen, daß solche Schiffe so lange den Charakter von friedlichen Handelsschiffen behalten, als sie die Waffen nur zu Verteidigungszwecken führen. Demgemäß hat der britische Betschafter in Washinaton der amerikanischen Regierung in einem Schreiben vom 25. August 1914 die weitestgeb##nden Versicherungen abgegeben, daß britische Kauffahrteischiffe nicmals zu Angriffszmecken, sondern nur zur Verteidianna bewaffnet wirden, daß sie infolgedessen niemals feuern, es sei denn, daß zuerst auf sie gefeuert wird. Für bewaffnete Schiffe anderer Flaggen hat dagegen die britische Regierung den Grundsatz aufgestellt, daß sie als Kriegsschiffe zu behandeln seien; in den Prize Court Rules, die durch die Order in Council vom 5. August 1914 erlassen worden sind, ist unter Nr. 1 der Order I ausdrücklich bestimmt:„ship of war shall include armed ship“. 2. Die deutsche Regierung hat keinen Zweifel, daß ein Kauffahrteischiff durch die Armierung mit Geschützen kriegsmäßigen Charakter erhält, und zwar ohne Unterschied, ob die Geschütze nur der Verteidigung oder auch dem Angriff dienen sollen. Sie hält jede kriegerische Betätigung eines feindlichen Kauffahrteischiffes für völkerrechtswidrig, wenn sie auch der entgeeznstehenden Auffassung dadurch Rechnung trägt, daß sie die Besatzung eines solchen Schiffes nicht als Piraten, son. dern als Kriegführende behandelt. Im einzelnen ergibt sich ihr Standpunkt aus der am Oktober 1914 der amerikanischen Regierung und inhaltlich auch anderen neutralen Mächten mitgeteilten Aufzeichnung über die Behandlung bewaffneter Kauffahrteischiffe in neutralen Häfen. 3. Die neutralen Mächte haben sich zum Teil der britischen Auffassung angeschlossen und demgemäß bewaffneten Kauffahrteischiffen der kriegführenden Mächte den Aufenthalt in ihren Häfen und Reeden ohne die Beschränkungen gestattet, die sie Kriegsschiffen durch ihre Neutralitätsbestimmungen ouferlegt hatten. Zum Teil haben sie aber auch den entgegengesetzten Standpunkt eingenommen und bewaffnete Kauffahrteischiffe den für Kriegsschiffe geltenden Neutralitätsregeln unterworfen. (Schluß der Denkschrift in moraiger Nummer.) Serbische Entente-Komödie. Die Meldung, die das serbische Pressebüro über die An kunft des Kronprinzen von Serbien auf Korfu verbreitet, läßt erkennen, wie taktlos und brutal die Entente ein Mitglied des serbischen Königshauses zwingt, in einem Possenspiel mitzuwirken. Denn anstatt daß die Völkerrechtsbrecherischen Herren Korfus dafür Sorge tragen, den aus der verlorenen Heimat zu kümmerlichen Resten seines Heeres geflüchtetn Prinzen in aller Stille an einem Orte ankommen zu lassen, dessen man sich durch einen billigen Gewaltstreich bemächtigt hatte, mußte sich der Kronprinz einem„großen Empfange“ unterziehen, der folgendermaßen verlief: „Auf dem Quai erwarteten ihn alle serbischen Minister und die Vertreter der alliierten Länder, die höheren serbischen und französchen Offziere, sowie die Militär= und Zivilbehörden und die Behörden der Alliierten. Nachdem der Kronprinz den Ministern die Hand gedrückt hatte, wechselte er einige Worte mit jedem von ihnen und nahm eine Parade über die serbische und die französische Ehrenkompagnie ab, worauf er sich, auf dem ganzen Wege lebhaft begrüßt, in sein Hotel begab.“ Dem serbischen Thronerben auf Korfu eine französische Ehrenkompagnie zu stellen, ist freilich leichter, als dem serlischen Staate gegen die Mittelmächte und Bulaarien wirksame Hilfe zu leisten! Nachdem aber Serbiens Vertrauen auf Rettung durch die Entente so kläglich enttäuscht worden ist, nimmt sich die Empfangs=Komödie auf Korfu doppelt widerlich aus. Italiens innere Krise. Lugano, 9. Febr. Der Zorn der Radikalen und Nationalisten gegen das Ministerium hält an.„Secolo" und„Idea Nazionale“ halten Salandra fast in den gleichen Worten vor, daß er, der jetzt eine parlamentarische Lösung der Krise für nötig erkläre, bis nun Minister ausgeschifft und neue habe ernennen lassen, ohne das Parlament zu befragen, und im Mai, als die Mehrheit des Parlamentes sich gegen ihn ausgesprochen und 820 Karten bei Giolitti abgegeben wurden, der Straße bedurfte, um sich zu halten. Wo wäre ohne uns das Ministerium Salandra geblieben? fragt die„Idea Nazionale", und wo Italien? Und der„Secolo“ fragt, ob hinter„dem Kehlkopfkatarrh und der Klugheit" des Ministerpräsidenten sich konstitutionelle Bedenken oder giolittianische Neigungen verbergen, und ob er etwa einer neuen Liebe nachlaufe. Nicht vom Parlament, sondern vom Volk habe er sein Mandat empfangen, und dem Volk allein habe er darüber Rechenschaft zu legen. Die„Giornale d'Italia“ hingegen, Sonninos Organ, bringt bereits eine Unterredung mit einem hervorragenden Mitglied der Giolitti=Gruppe, das versicherte, die Parteigänger Giolittis dächten nicht daran, eine Ministerkrise hervorzurufen und würden in der bevorstehenden Ka. mersitzung unter Vorbehalt aller freien Kritik die Regierung Salandra loyal unterstützen, die von den Radikalen und Reformsozialisten und Nationalisten vermutlich würde angegriffen werden, sehr zum Schaden der Einigkeit des Landes. Auch der„Mattino“ ist der Meinung, daß all dieser Lärm offenbar auf Stürme in der Kammer vorbereiten soll. Die monarchisch=liberale Partei sei im Mai gewaltsam ausgeschlossen worden, und die ganze Lage gehe sie im Grunde nichts an. Sie sei bereit, die Regierung uneigennützig zu verteidigen, wolle aber mit den Radikalen, Reformsozialisten und Nationalisten nichts zu tun haben. Wenn diese mit der Regierung unzufrieden seien, mögen sie sie doch stürzen und eine andere bilden, das weitere werde man ja sehen. Giolitti selbst ist wieder in Turin angekommen und so wie Salandra eine Woche vor ihm vom Bürgermeister Grafen Rossi empfangen worden. Alles in allem genommen ergibt sich nur das eine mit Sicherheit, daß Salandra eine Konzentration der gemäßigten Parteien wünscht, weil die Zukunft im Dunkel und gefahrdrohend erscheint. Eine italienisch-serbische Niederlage vor Tirana. Der Kriegsberichterstatter des„B. T.“ meldet aus dem Kriegspressequartier: Die österreichisch= ungarische Offensive in Albanien hat nach Ueberwindung des schwierigen, fast weglosen Gebirgslandes nunmehr das breite Küstental des unteren Ismiflusses erreicht und hält zur Stunde 22 Kilometer nordöstlich Durazzo und acht Kilometer nordwestlich Tirana. Unsere Flieger üben ständige Kontrolle über alle Vorgänge in Durazzo aus, wo sie das italienische und serbische Truppenlager und die Vorratsmagazine mit Vomben bewarfen. Andere Fliegerbomben gelten den im Hafen liegenden italienischen Transportdampfern. In mehreren Fällen wurden Treffer beobachtet. Der von den k und k. Truppen erreichte Ismifluß gabelt sich in seinem Oberlauf zu mehreren Armen, die beim Dorfe Zreza überquert werden. Von hier führt eine direkte Straße südwestlich nach Durazzo südöstlich nach Tirana Dieser letzteren folgend, stießen die österreichisch=ungarischen Truppen bei dem zwischen zwei Armen des Ismiflusses liegenden Dorf Valias auf Banden Essad Paschas, die durch serbische Truppenreste und ein italienisches Landungskontingent ver stärkt waren. Ihr Widerstand wurde rasch gebrochen und die sonderbaren Verbündeten auf die Stadt Tirana zurückgeworfen. Im Abschnitt Tirana—Durazzo ist jetzt der Hauptwiderstand der Italiener, der Serben und der Albanier Essad Paschas zu erwarten. Parallel zum Ismifluß zieht sich auf dessen Südufer der Bergzug des Mali Kücok hin, dessen Westspitze, das Kap Radoni, weit ins Adriameer vorspringt und dadurch den Dringolf vom Salistal und weiterhin der Bucht von Du razo trennt. Desen Bergrücken haben die Geaner besetzt, um so einen letzten Versuch zu machen, Durazzo zu decken. Krbeiterschaft und Krieg. Der englische Handelsminister Runciman hat bekanntlich ie vollständige Vernichtung des deutschen Handels unter dem Zeifall des versammelten Unterhauses als das Kriegsziel inglands enthüllt. Was die Erreichung dieses Zieles für die eutschen Arbeiterschaft bedeuten würde, schildert Prof. Dr. r. Francke in der„Sozialen Praris“ mit folgenden Worten: „Niemand würde unter solcher Lähmung und Verkrüppelung unseres Wirtschaftslebens stärker leiden als der deutsche Arbeiter, dessen Dasein und Wohl von seinem Fleiß und seinem Geschick abhängen. Er und die Seinigen würden nicht nur unter dem Mangel an Arbeit leiden, sondern auch niedrigen Löhnen, langen Arbeitszeiten, schlechten Arbeitsbedingungen preisgegeben werden. Ein Tiefstand der Lebenshaltung in Nahrung, Kleidung, Kulturbedürfnissen wäre die Folge, die Verelendungstheorie würde dann zur Wahrheit werden, der Aufstieg und alle Errungenschaften, die Gewerkschaft, Genossenschaft, Arbeiterschutz, Sozialversicherung gebracht haben, wäre jäh in einen Absturz verwandelt.“ Daß diese furchtbare Gefahr von den Gewerkschaftsührern aller Schattierungen klar erkannt und mit der unerchütterlichen Entschlossenheit, sie durch deutsche Siege abzuvenden, aufgenommen wird, hebt Francke voll Genugtnung servor, um mit dem nachstehenden beherzigenswerten Rute zu chließen:„Solche Reden wie die des Handelsministers und die laute Zustimmung des Parlaments sollten in Deutschland iberall verbreitet und an unseren Fronten eifrig gelesen verden, damit alle, die noch in Zweifel, Verblendung und örichtem Wahn verharren, bewußt werden, was unsere feinde im Sinne mit der deutschen Arbeit und ihren Trägern aben.“ bombardierte unsere Artillerie feindliche Lager südöstlich Münster und Hirzbach und südlich Altkirch. Nachmittags warf ein weittragendes deutsches Geschütz drei Granaten auf Belfort und seine Umgebung. Wir schossen auf militärische Einrichtungen in Dornbach bei Mühlhausen. Genf. 10. Februar. Genaueres über den Umfang der in Belfort und Umgegend durch die deutschen schweren Geschütze angerichteten Verheerungen ist aus den mapp gehaltenen Pariser Berichten nicht zu entnehmen. Die Angabe der Treffer selbst und die Zahl der Opfer wurden untersagt. Die parlamentarischen Armee=Ausschüsse erwarten Auskunft von Gallieni, der, so meldet der„C.=A.“, aber bisher zu einem Besuche Belforts keine Zeit fand. Die Papiere des Attachés von Papen. London. 8. Februar. Die Regierung hat die Papiere, welche dem deutschen Militärattaché v. Papen und dem amerikanischen Journalisten Archibald abgenommen worden waren, veröffentlicht. Die„Morning Post“ sagt darüber in einem Leitartikel: Sollen wir von Papen tadeln? Warum sollten wir das tun? Er war in der Sache seines Vaterlandes skrupellos. Unsere Politiker, die so gewissenhaft sind, wenn es sich um den Feind handelt, übertreffen von Papens Gemeinheiten in der Politik. Wenn unsere Regierung ihre Listen auf die Besiegung des Feindes verwenden wollte und ihre Rechtlichkeit auf die innere Poiltik, so würde England viel glücklicher und der Krieg seinem Ende viel näher sein. Diese unschuldigen Leute, die da glauben, daß der Krieg mit Glacéhandschuhen geführt wird, sollen sich aus der Korrespondenz von Papens eines besseren belehren lassen. Die Deutschen erinnern uns an das alte Sprichwort, das unsere Politiker nur auf den Parteistreit anwenden, daß nämlich im Kriege und in der Liebe alles erlaubt ist. Der deutsche Fliegerangriff auf Ramsgate. wtb. Berlin. 10. Februar.(Amtlich). Am Nachmittag des 9 Jebruar belegten einige unserer Marineflugzeuge die Hasen, und Fabrikanlagen sowie die Kasernen von Ramsgate (südlich der Themsemündung) ausgiebig mit Bomben. Der Chef des Admiralstabes. Deutsche Wasserflugzeuge über England. Haag, 10. Februar. Reuter meldet amtlich: Das Kriegs ministerium macht bekannt: Gestern nachmittag um 4 Uhr sind zwei deutsche Wasserflugzeuge an der Küste von Rent erschienen. Einige Minuten später warfen sie drei Bomven auf ein Feld in der Nähe von Ramagate und vier Bomben auf den Ort Broadstairds, wovon drei explodierten. Es wurde keine Person getroffen, auch kein Schaden angerichtet, nur einige Fensterscheiben zersprangen. Ferner meldet Reuter: Die zwei deutschen Flugzeuge töte. ten durch ihre Bomben zwei Frauen und ein Kind. Eine An zahl englischer Flugzeuge des Heeres und der Marine nahm die Verfolgung auf, doch liegt über den Kampf keine Meldung vor. Zwischenfall in der schwedischen Kammer. Stockholm, 9. Febr. In der Zweiten Kammer lehnte ein Abgcordneter von der äußersten sozialistischen Linken den Voranschlag für den königlichen Hof ab, indem er auf die in einigen Zeitungen erschienene Meldung von einer persönlichen Einmischung des Königs in die Politik anspielte. Der Redner wurde zweimal vom Präsidenten unterbrochen. Der Minister des Acußern gab folgende Erklärung ab: Anläßlich der hier gemachten Anspielungen will ich erklären, daß sich in Hinsicht auf die auswärtige Politik nichts ereignet hat, wofür der Minister des Aeußern die Verantwortung nicht tägt und tragen kann.(Beifall.) Die Kammer bewilligte sodann den Voranschlag. Die österreichischen Gefangenen in dem Verrannungsorte Napoleons. (u. p.) Den ukrainischen Zeitungen in Lemberg ist ein Brief eines in die serbische Gesangenschaft geralenen ukreinischen Offiziers der k. und k. Armee, Dr. O. T., an seine Familie zugegangen, in dem es u. a. heißt:: „Nach mehr als zweimonatiger Wanderung in den serzischen und albanischen Bergen sind wir zu ständigem Aufenthalt in Portoferraio auf der Insel Elba eingetroffen, wo wir n demselben Hause, in welchem einst Napoleon I. wohnte, untergebracht wurden. Es fehlt mir an Worten, das zu beschreiben, was wir erdulden mußten, bevor wir Valona erreichten.“ Diese Karte ist am 2. Januar aufgegeben und am 24 dem Adressaten zugestellt. Klare Forderungen eines berühmten rumänischen Politikers. Berlin, 10. Februar. Wielaut einer Wiener Meldung der „D. T.“ die„Wiener Allg. Zig.“ erfährt, erregt ein in der Moldava“, Peter Carps erschienener Leitaussatz unter der Spitzmarke„Krieg mit Rußland“ in Rumänien riesiges Aufsehen.—„Wir wollen“— so heißt es in dem Artikel— „den Krieg, weil wir unseren Todfeind besiegen wollen, um Bessarabien von Chotin bis zum Meere zu erkämpfen und vom Pruth bis zum Dnjestr in Besitz zu nehmen. Wir wollen keine Vergrößerung oder Eroberung. Bessarabien ist unser Eigentum; wir wollen unser väterliches Erbe von den Moskowitern wieder haben. Wir brauchen die Dobrudscha bis Ingel, bis dahin, wo die Russen selbst zugestehen, daß dort Rumänien liege. Wir wollen die Asseorosser Ebene, die von Moldauern und Deutschen bewohnt wird. Auf diesem Gebiet muß ein neues Rumänien gebildet werden. So wie Deutschland Ostpreußen und Königsberg benötigt, so können wir ohne Odessa es nicht weit bringen für die Zukunft, wenn die Moskowiter wieder einmal europäische Zivilisation bedrohen sollten. Wir müssen die Schwarze Meer- Linie Europas besitzen. Durch diese Eroberung werden wir stark werden und nach dem Kriege als Faktor in Europa erscheinen, mit dem gerechnet werden muß. Krieg den Russen!" Explosionsunglück in Italien. Bern, 9. Febr. Wie„Secolo“ aus Genna meldet, wurde in der vergangenen Nacht die Nachricht verbreitet, in der neuen Munitionsfabrik in Cengio sei eine Explosion erfolgt. Von Savona sei ein Sonderzug mit Hilfsmannschaften ab gegangen. Der Brand soll sich auf die Abteilungen für Herstellung von Toluol=Salveter beschränken. Zunächst hieß es, der Brand habe zahlreiche Opfer gefordert, bis jetzt sollen jedoch nur ein Toter und mehrere Verwundete festgestellt wor den sein. Die Behörden halten einen verbrecherischen Anschlag für ausgeschlossen. Vom Tage. Ein Mißverständnis soll es gewesen sein, daß Regierungspräsident Dr. v. Miesitschek den Landwirten des Kreises Stendal wegen Verheim lichung der Getreidevorräte einen Tadel ausgesprochen habe Das„Altmärkische Intelligenz. und Leseblatt" stellt den Tatbestand so dar, daß der Regierungspräsident bei seiner Vegrüßung des Kreistages erwähnt habe, daß zwar die Be standsaufnahme des Brotgetreides vom November vorigen Jahres hinter der Schätzung vom Juli vorigen Jahres er heblich zurückgeblieben sei, daß aber erfreulicherweise neuere Ermittlungen ein Mehr von etwa 50 000 Zentnern ergeben hätten, das sich nach Ausdrusch des Getreides hoffentlich nich erheblich höher stellen werde. Belfort unter Geschützfener. wtb. Paris, 9. Febr. Der amtliche französische Heeres bericht vom Dienstagabend meldet u. a.: In den Vogesen Die Prozesse um die „Kronprinzessin Cecilie“. Bremen. 9. Febr. Nach einem bei der Direktion des Norddeutschen Lloyd aus New=York eingetroffenen Telegramm sind die verschiedenen in Amerika gegen den Schuelldampfer„Kronprinzessin Cecilie“ schwebenden Prozesse sämtlich zugunsten des Norddeutschen Lloyd entschieden worden Der wichtigste Prozeß gegen Lloyd in Sachen des Schuelldampfers„Kronprinzessin Cecilie“ dreht sich um die Bezahlung der Goldsendung, die das Schiff vor Kriegsbeginn übernommen hatte. Die Nachricht vom Kriegsausbruch traf den Kapitän des Schiffes, das für 60 Millionen Mark Gold für Frankreich und England an Bord hatte, auf der Reise nach Europa. Sofort machte das Schiff kehrt, erreichte auch trotz eifriger Verfolgung durch feindliche Kreuzer einen amerikanischen Hafen und liegt seitdem vor Boston. Da das Schiff die Goldladung nicht in Europa abgeliefert hatte, verklagte der Absender, ein New=Yorker Finanzinstitut, den Lloyd auf Rückerstattung der Kosten der Geldsendung, die sich infolge der hohen Versicherungsrate auf über vier Millionen beliefen. Der Lloyd stellte sich auf den Standpunkt, daß ihn der Krieg von der Verpflichtung entbunden habe, die Goldsendung abzuliefern, und hat nun damit Recht behalten Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande. Wer Hafer, Mengkorn, Mischfrucht, worin sich Hafer befindet, oder Gerste über das gesetzlich zulässige Maß hinaus verfüttert, versündigt sich am Vaterlande. Lippisches. Unsere Tetmold, 11. Februar 1916. Helden. Der Gefreite Fritz Watermeier aus Bad bera wurde zum Unteroffizier befördert. Vom Balkan. Eine Regierungserklärung in der griechischen Kammer. wtb. Alhen, 10. Februar.(Meldung der Agence Havas) In der Kammersitzung waren alle Abgeordneten anwesend Ministerpräsident Skuludis verlas eine Regierungserklärung über die Politik der Regierung. die vor allem darin bestehe, die Kräfte der Nation unversehrt zu erhalten und die nationaen Interessen zu wahren. Diese Polilik, sagte Skuludis, hat die Billigung der Mehrheit der Nation gefunden und wird fortgesetzt werden, traß des Drucks, den das Volk mutig er tragen wird. Der Abg. Popp brachte eine abweichende Auffassung zum Ausdruck. Gunaris erwiderte ihm in längerer Rede, in der er das Programm der Regierung entwickelte. Die Sitzung dauert an. — Der gestrigen Stadtverordneten=Sitzung ging eine gemeinschaftliche Sitzung mit dem Magistrat voraus. In dieser wurden zunächst eine ganze Reihe Rechnungen des Jahres 1913 abgenommen. Wir erwähnen die Kämmereirechnung.1, die eine Einnahme 602 167,68 Mark aufzuweisen hatte, der eine Ausgabe von 599 116,74 Mark gegenüber stand, sodaß ein Bestand von 43 050,94 Mark vorhanden war. Die Rechnung B weist folgende Zahlen auf: Einnahme 246 174,60 Mk, Ausgabe 66 181,96 Mark, sodaß ein Bestand von 179 192.26 Mark verblieb. Bei den meisten abgenommenen Rechungen waren Erinnerungen nicht gemacht. Eine Ausnahme miehe die Rechnung des Schlachthofes, bei der 6 Erinnerungen gezogen waren, die sich mit Gardinen und Rosenstöcken in der Hauptsache beschäftigten. Der Magistrat hat denn auch bechlossen, daß der Herr Schlachthofinspektor solche Anschaffun gen für die Folge ohne vorherige Genehmigung nicht n###n darf. Stadtv. Worthmann nahm Veranlassung, den trat zu ersuchen, auf dem Schlachthofe etwas mehr Umschau zu halten, damit der Herr Schlachthofinspektor nicht schalten und walten könne, wie er wolle— Der zweite Punkt der gemeinschaftlichen Sitzung betraf die Wahl eines Standesbeamten. Stadtv. Klasing erhebt Bedenken, die Wahl rere nehmen, ehe die Anstellungsbedingungen den Stadtvert len vorgelegen haben. Stadtv. Priester ersucht gleichsalls die Wahl hinauszuschieben und spricht die Erwartung aus, daß ein Kriegsbeschädigter für die Stelle genommen wird. Dies ei Schuld und Pflicht der Stadt. Die Stelle könne vorläufig noch provisorisch verwaltet werden. Bürgermeister Viermann teilt die geäußerten Bedenken des Stadtv. Klasing nicht und macht den Vorschlag, zunächst die gemeinschaftl Sitzung auszusetzen und erst den auf der Tagesordnung der Stadtverordneten Versammlung stehenden Punkt: Anstellung eines Standesbeamten zu verhandeln. Dies geschieht. Der Stadtverordneten=Vorsteher teilt dazu mit, daß die Justizkommisson den Antrag stellt, an die Fürstliche Staatsregierung die An rage zu richten, ob sie bereit ist, einem Anstellungs=Vertage. der abweichend von den Bestimmungen des§ 81 letzter Absatz aufgestellt ist, zu genehmigen. Es handelt sich darum, daß ser Standesbeamte nicht mit Pensionsberechtigung angestellt werden soll. Bürgermeister Viermann ist gegen den Antrag und hölt eine Anstellung bei voller Beschäftigung für selbstrständlich. Stadtv. Klasing erklärt demgegenüber, daß die Stadtverordneten zu dem Zeitpunkte der Vollbeschäftigung, was aber nicht in naher Zukunft liege, ihre Konsegunnzen ziehen und die definitive Anstellung beschließen würden. Der Antrag der Justizkommission wird angenommen.— Es wir) wieder in die gemeinschaftliche Sitzung einaetreten und über sie Wahl des Standesbeamten weiter verhandelt. Bürgermeister Biermann teilt dann mit, daß 38 Bewerbungen, darunter 3 Krieasbeschädigte, emgegangen seien. Auf eine grözere Zahl von Bewerbungen seitens Krigsbeschädigter sei nicht zu rechnen, weil der Magistrat alles getan, um gerade diese zu Bewerbungen zu veranlassen. Es könne auch nicht, wie Herr Priester meine, die Sache noch lange vertagt werden. Die vorhandenen Beamten seien so angespannt, daß eine Erleichterung dringend notwendig sei. Da es sich um Personentragen handelt wird beschlossen, die weitere Beratung des Punktes in geheimer Sitzung zu erledigen.— Nach der geheimen Sitzung wurde die Tagesordnung der Stadtverordneten Verammlung in folgender Weise erledigt: Für die Kläranlage lagen verschiedene Bewilligungen vor, denen die Stadtverordneten zustimmten: 750 Mark für die Herstellung einer Wasserleitung, 1350 Mark für die Herstellung einer Einfriedi gung(die Baukommission wünscht statt Eichenpfosten Eisen betonpfähle) und 1250 Mark für die Herstellung eines Becherwerks.— Der Verlängerung der Gasleitung in Hiddesen wird zugestimmt und die veranschlagte Summe von 1234,75 Mark sewilligt.— Dem Dampfwalzenbesitzer soll die erhöhte Vergütung auch weiter gewährt werden und zwar bis zur Beendigung des Krieges, längstens aber bis zum 1. Januar 1917. — Für die Desinfektionsanstalt werden 75 Mark nachbewilliat.— Dem Ratskellerpächter, dem die Pacht auf 2000 Mark ermäßigt war, soll auf Widerruf die Pacht auf 1500 Mark ermäßigt werden. Die Stadtverordneten sind einverstanden.— E wird mit Dank zur Kenntnis genommen, daß Herr Geh Intendanzrat Berthold den Erlös eines Kunstabends im Betrage von 121.70 Mark der Stadt für die Krieger-Witwen und Waisen übersandt hat.— Stadtv. Tielker hat den Antrag Politik. Verlängerung der Wahlzeit in Hamburg wtb. Hamburg. 9. Februar. Die Bürgerschaft geneh migte den Senatsantrag, wonach die Wahlzeit für sämtliche jetzt der Bürgerschaft angehörenden Mitglieder bis 1918 verlängert wird. werden seit Jahrzehnten mit glänzendem Erfolg angewandt bei Heiserkeit, Verschleimung und gessellt, den Oberbürgermeister für den Fall der Einbernfung des Bürgermeisters zum Heere, zu reklamieren. Nahdem von den verschiedensten Seiten dazu etwas gesagt ist, wird der Antrag angenommen.— Die Vorlage Umpflasterung des Marktplatzes wird von der Tagesordnung abgesetzt.— Als Farben für die Stadtflagge wird rot weiß festgesetzt.— Die Vorlage: Behandlung der an neu angelegte Straßen anstosenden Flächen bei der Berechnung der Straßenkosten wird der Finanzkommission überwiesen.— Der Vertrag mit Herrn Gehring wegen Lieferung von elektrischer Kraft für die Kläranlage wird auf Antrag der Baukommission, an die Justizkommisson verwiesen. Stadtv. Toeiner fragt, ob der Magistrat mit der Lipp. Elektrizitäts=Lieferungsgesellschaft in Verbindung getreten sel. Stadtrat Neitzel erklärt, daß der Magistrat das nicht getan habe, sondern nur mit Gehring verhandelt habe, dessen Leitung sa bereits auf der Kläranlage vorhanden sei. Als Stadtv. Worthmann auch davon spricht, daß nur ein kurzfristiger Vertrag abgeschlossen werden dürfe, und anfänglich doch Gasmotoren hätten verwendet werden sollen, erklärt Stadtrat Neitzel, daß ausführlicher über die Sache dann nur in geheimer Sitzung gesprochen werden konne. Im übrigen seien alle Möglichkeiten und Verhältnisse von der Baukommission eingehend geprüft worden. Stadtv Klasing sagt dazwischen, daß geheime Sitzungen nicht mehr abgehalten werden brauchten, da das dort verhandelte, am an. deren Tage doch die Spatzen von den Dächern pfeifen. Es wird darauf der eingangs schon erwähnte Beschluß gefaßt— Zur Auszahlung der Unterstützungen an die Kriegerfamilien und die Arbeitslosen bewilligen die Stadtverordneten einen weiteren Kredit von 50000 Mark. Auf Anfrage des Stadtv. Sieg erklärt Bürgermeister Biermann, daß die Ausgaben für #riegsswecke mit Ablauf des Monat Fehruar die Summe non 79 000 Mark erreicht haben.— Nachdem noch bechlossen, daß der Kanditat Nagel für eine einberufene Lehrkraft Weiter am Lyzeum beschäftigt werden soll, wird in eine vertrauliche Beratung verschiedener Punkte eingetreten.— Schluß der öffentlichen Sitzung 8 Uhr. — Zum Besten der unter dem Schutze des durchlauchtigsten Fürsten zur Lippe stehenden Stiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen sand am letzten Sonntag in der Kirche der reiormierten-tadtgemeinde ein geistliches Konzert stitt, das Frau Dr. Schild, Dortmund(Sopran), der Königl. Musikdirektor C. Holtschneider, Dortmund(Orgel), und die Kapelle des I. ErsatzBataillons 4. Maadeb. Inf.=Reg. Nr. 67, unter Leitung des Musikmeisters Adalberi Hester, Bad Salzuflen, nach Delmold brachte. Der Erfolg des Abends war. vorweg gesan, ein durchschlagender, sowohl was die künstlerischen Darbietungen wie den Besuch des Konzerts anlanite. In Frau Dr. Schild lernte das Publikum einen weichen, gut ansprei#enden Sopran mit innigem Vortrag kennen Händel, Bach, Beethoven, Dvorack und Kauer brachte die Künstlerin in wahrhaft fesselnder Weise zum Vortrag; besonders Hände's„Bitten". Musikdirektor Holtschneider, der durch seine Orgelkonzerte in der Synagoge in Dortmund, ein Gotteshaus mit vorzüglicher Atustik, sich einen weit über die Grenzen Westfalens verbreiteten Namen gemacht hat, leitete das Koniert ein mit dem Präludium II-moll für Orgel von Bach und jetzte dann seine Vorträge in Gemeinschaft mit der vor jüglch geleiteten Kapelle der 67er fort mit einem Largo für Orgel und Orchester von Händel,„Durch Nacht zum Liht“ von Lur und einem Lonzert in(-moll von Rhein erger. Herr de Fries bemeisterte sein Cello im Adagio von Händel in seelenvoller, formvollendeter Weise. Dem Konzert gebührt ein hervorragender Platz unter den bisher in Detmold gebotenen Veranstaltungen in Kirchenmusik. —„Helden der Tiefe“. Vor außerordentlich versammeltem Publikum hielt am Mittwochabend Herr Marineschriftsteller Herm. A#issing im„Neuen Kruge“ einen Vortrag über das Tauchboot, dessen geschichtliche Entstehung, gegenwärtige Beschaffenheit und Bedeutung für den Seekrieg. Die Erwartung der Vortragsbesucher war sicherlich gron, wofür nicht nur ihre Zahl, sondern auch die lautlose Aufmerksamkeit Zeugnis ablegte, mit welcher der Redner angehört wurde. Fesselnd war in der Tat der Vortrag von Anfang bis zu Ende; die sehr zahlreichen Lichtbilder trugen mit ihrer Mannigfaltigkeit und großen Klarheit aufs beste zur Erläuterung bei. Im ersten Teile befaßte sich Redner mit der Geschichte und Entwicklung des U.=Bootes bis auf unsere Tage. Es ist eine lange Leidensgeschichte, die allen denen beschieden war, die sich mit der Erfindung eines Tauchbeotes befaßt haben. Vielen Zuhörern wird es neu gewesen sein, daß schon im Jahre 1624, also einige Jahre nach Beginn des 30jährigen Krieges, das ente, freilich noch äußerst primitive Tauchboot erbaut wurde. Herr Heissing zeigte uns, wie Ingenieur Day das erste Todesopfer dieser neuen Erfindung wurde; wie später im Jahre 1776 im Hafen von NewJork der erste U.=Vootsangriff erfolgte; dann führte er uns den großen Amerikaner Fulton vor in seinem vergeblichen Streben, die Tauchbootswaffe dem Schutze und der Förderung gektönter Häupter zu empfehlen. Besonders lange verweilte Herr Heissing bei der Lebens= u. Leidensgeschichte des ersten deutschen U.=Bootserbauers. Wir nehmen ferner Kenntnis von den Unterwasserkämpfen der Föderalisten gegen die Unionisten im amerikanischen Bürgerkriege. Dann erfahren wir von den Verdiensten, die sich die Franzosen, und später die Engländer um die Vervollkommnung des Fahruges erworben haben. Endlich werden uns die wesentlichen Bestandteile desselben und ihre unentbehrlichen Zubehöre, das Torpedo und das Periskop, geschildert. Mit Genugtnung stellen wir fest, daß die deutsche Marine das bei weitem brauchbarste Periskop aller Nationen besitzt: daß sie durch die Einheitlichkeit des deutschen Manöver= und Kriegstorpedos einen gewaltigen Vorzug vor den schwankenden Erfolgen der Engländer besitzt, wie denn das deutsche Tauchboot wohl das vollkommenste der Welt sein dürfte. Im 2. Teil des Vortrages, der uns den Heldenkampf, den Siegeszug und den endlichen Untergang unseres unsterblichen Otto Weddigen vor Augen führte, wird die Phantasie der Zuhörer auf das lebhafteste und angenehmste angespannt. Alle Phasen der furchtbaren Gefahren, Anstrengungen und der heldenhaften Selbstentsagung, wie sie nun einmal mit dem U.Bootskrieg untrennbar verbunden sind, spielen sich vor unskrem Geiste ab. Aber nicht nur die englische, französische und italienische Kriegsmarine sind es, die den Schrecken unserer die Bewunderung der Welt erregenden U.=Bootswaffe zu fühlen bekommen, in ganz außerordentlichem Maße ist auch die Handelsmarine der uns feindlichen Staaten ihren vernichtenden Wirkungen unterworfen. Erst nach dem Kriege werden, wie Herr Heissing versicherte, der Welt die Augen aufgehen über alle die wunderbaren Erfolge unserer U.=Boote, die aus heute noch nicht für die Oeffentlichkeit bestimmten Gründen einstweilen noch geheim gehalten werden. Ja, es ist soweit gekommen mit der Furcht unserer Feinde vor unseren Tauchhelden, daß da, wo man ihr Auftreten festgestellt hat, unsere Gegner von einer so lähmenden und betäubenden Angst befallen werden, daß man nie Aehnliches erlebt hat, und man schon von einem halben Siege sprechen kann, ehe nur der wirkliche Angriff begonnen hat.— Der sehr beifällig aufgenommene Vortrag endete mit einem vom Redner ausgebrachten dreifachen, donnernden Hurra auf unseren Kaiser, den ersten und höchsten Steuermann im Weltkriege. — Auf vielfachen Wunsch und gestützt auf die zündende Aufnahme, deren sich Herrn Heissings U. Boots-Vortrag „Helden der Tiefe“ in glänzender Weise erfreuen konnte, wird Redner am Sonntag nochmals sprechen. Nachmitags findet ein Vortrag für Soldaten und Schüler statt, abends der Hauptvortrag. Die Lichtbilder sind um eine Reihe hervorragender Darstellungen vermehrt worden.— Möge sich auch die neue Veranstaltung eines solch tosenden Beifalls erfreuen, wie ihn die ersten Vorträge entfesselten.(Vergl. Anzeige) — Lutherischer Kirchenchor. Die regelmäßigen Uebungsstunden finden Freitags, abends um 8½ Uhr, im Konfir mandensaale statt. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. — Einen Sperber mit seinem Gehstock zu erlegen gelang vor einiger Zeit einem Detmolder Bewohner auf der belebten Leopoldstraße. Der Raubvogel versuchte einen Sperling zu schlagen, hatte dabei aber das Unglück, sich am Flügel zu verletzen. Diesem Umstande hatte er es zu verdanken, daß er mit dem Gehholz einen Schlag auf den Kopf erhielt, der ihn für dauernd unschädlich machte. Ausgestopft bildet er jetzt ein Andenken an die Jaad auf Spatzen auf der Leopoldstraße. — Aus englischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt ist unser Mitbürger, der Gastwirt Karl Lesemann. Er wurde vor 17 Monaten mit 450 anderen Deutschen von einem aus Ameri ka kommenden holländischen Passagierdampfer heruntergeholt und interniert. In den letzten Tagen wurde er endlich aus der englischen Gefangenschaft entlassen. — Anä Strei###sonzerte im Arminius-Hotel. Einem allgemeinen Bedürfnis Rechnung tragend, hat sich der Besitzer des Arminins Hatles. Herr G Kate, entschlassen, in der näch sten Zeit einige Konzertabende zu veranstalten. In der jetzigen ernsten Zeit tritt der Wunsch nach einer guten Musik immer mehr zutage. Das nächste Konzert findet am kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, statt und ist für diesen Abend die Kapelle des 2. Ersatz Boetaillons Infanterie Regiments 55 gewon nen. Das Programm weist unter anderem Musikstücke bewährter Meister auf. Ferner werden in dem Konzert Solisten der Kapelle auftreten, die mit einigen Violin=, Cello= und Trompeten=Solis aufwarten werden. Es ist nun Sache der Bürger Detmolds diese Konzen. rerch einen regen Besuch zu unterstützen, zumal ein geringes Eintrittsgeld erhoben wird Auf das Inserat in der morgigen Nummer wird empfehlend hingewiesen. Das Züchtigungsrecht gegenüber fremden Kindern. Da infolge der Einwirkungen des Krieges die Verwahrlo. sung der Hugend zunimmt, hat die Frage, ob ein Züchtigungsrecht gegenüber fremden Kindern bestehe, an praktischer Bedeutung gewonnen Für die Rechtsprechung und die Rechtsgelehrten strittig, wird diese Frage von Oberlandesgerichtsrat Hahne(Hamm) im neuesten Hefte des Soergelschen„Rehts“ (Hannoner. Helwing) aus Gründen bejaht, die von den bisher zu Gunsten eines bestehenden Züchtigungsrechtes angeführten abmeichen. Hahne läßt nämlich gegenüber den Entscheidungen der Oberlandesgerichte Braunschweig und Jena usw. ein sogenanntes „abgeleitetes“ Zichtigungsrecht, das auf das Züchtigungsrecht der Erziehungsberechtigten zurückgeführt und durch analoge Anwendung der Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches über die auftraglose Geschäftsführung begründet wird, in der Hauptsache darum nicht gelten, weil bei der Züchtigung eines unnützen fremden Kindes nicht ein Geschäft des Erziehungsberechtigten. sondern ein eieenes Reht in Anspruch genommen werde. Während nun ein solches dom Oberlandesgericht Jena usw. jedem Volksgenasten als Aussluß seiner Volksgemeinschafts=Rechte und Pflichten zugebilligt wird, wendet Hahne hiergegen ein, daß zum unmittelbaren Eingreifen nur staatliche Organe berechtigt seien, der einzelne Volksgenosse aber sich darauf beschränken müsse, die Tätigkeit staatlicher Organe anzuregen: denn nur auf diese Weise werde das Erfordernis jeder zweckentsprechenden Erziehung, Berücksichtigung der individuellen Art des Kindes, die wegen geistiger oder körper licher Mängel eine Züchtigung verhieten könne, erfüllt. Außerdem werde so verhütet, daß das Lüchtigungsrecht auch Personen beanspruchen, die nicht befähigt sind, Erziehung und Züchtigung mit Verständnis zu üben, und die aus diesem Grunde möglicherweise das Recht zu der Erziehung ihrer eige. nen Kinder verloren haben. Lehnt daher Hahne die Gemeinschaftsrechte des Volksgenossen als Grundlage der Zubilligung eines Zücktigungsrechtes ab, so erblickt er in den Eigentums=, Besitz und Versänlich keiterechten des Einzelnen die Faktoren, deren Verletzung durch fremde Kinder nach allgemeiner Rechtsüberzeugung den Betroffenen oder dessen Schützer das Recht verleiht, Ungezogenheiten fremder Kinder zu bestrafen. In diesem Umfange werde ein Züchtiaunasrecht dauernd in der verständigen Erwägung ausgeübt, daß gegen Ungezogenheiten unnützer Kinder eine der Tat sofort folgende Züchtigung in den meisten Fällen das wirksamste und aft das einzige Heilmittel sei. Ob die Voraussetzungen eines Züchtigungsrechtes beständen, und welches Maß der Lsctigung erlaubt sei, lasse sich nur im Einzelfalle auf der Grundlage entscheiden, ob und in welchem Grade ein verständig denkender Mensch eine Züchtigung für angebracht halten würde. Beim Fehlen der nötigen Voraussetzungen oder beim Ueberschreiten des zulässigen Maßes der Züchtigung, mache sich der Züchtigende nach§ 223 ff oder § 230 St G. B. strafbar. Der Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm ist in dem Urteil vom 29. Mai 1914 diesen Grundsätzen im wesentlichen beigetreten. Molkereien, die nur Butter herstellen. Der Meiereiverband für Westfalen, Lippe und Waldeck hielt kürzlich seinen Verbandstag ab. Es wurde da festgestellt, daß von 53 der angeschlossenen Molkereien im Dez. 1915 34 Prozent weniger Milch als im Dezember des Vorjahres verarbeitet worden sind. Aber zum direkten Verzehr kam doch nur der dritte Teil. Und es wurde auch hervorgehoben, daß mehrere Molkereien wenig oder gar keine Milch in den Handel gebracht hätten. Es ist jedenfalls bemerkenswert, daß von einigen Molkereien überhaupt keine Trinkmilch ausgegeben wird. Zehntausend Mark Geldstrafe. Wegen Vergehens gegen die Bekanntmachung des Bundesrats vom 25. Januar 1915, die mit dem 1. Febr. 1915 in Kraft trat, hatte sich der Gärtnereibesitzer Karl Stahl von Lübbecke vor der Strafkammer in Bielefeld zu verantworten. Nach dieser Verordnung waren alle im Reiche vorhandenen Getreidevorräte beschlagnahmt worden, nur Saatgetreide war von dieser Beschlagnahme ausgeschlossen. Der Angeklagte, der neben esiner Gärtnerei noch einen umfangreichen Handel mit Saatgetreide betrieb, soll nun das als Saatgetreide erworbene Getreide fortgesetzt verkauft haben, ohne sich zu vergewissern, ob das Saatgut auch als solches verwendet worden ist. Wie umfangreich der Angeklagte sein Geschäft betrieben hat, ging daraus hervor, daß allein aus der Umgebung von Lübbecke etwa achtzig Zeugen zu der Verhandlung geladen waren. Es wurde festgestellt, daß Stahl in einzelnen Fällen Saatgetreide abgegeben hat, ohne daß die Kunden einen Acker besaßen. Er hat sich wenig darum gekümmert, zu welchen Zwecken das offerierte Saatgetreide verwendet wurde. Das Gericht nahm an, daß der Beschuldigte sich in fortgesetzter Handlung gegen die vorerwähnte Bundesratsverordnung vergangen hat. Angesichts des sehr erheblichen Verdienstes und der Schädigung des Volkswohles wurde er zu der hohen Geldstrafe von 10000 Mk. verurteilt, an deren Stelle im Nichtbeitreibungsfalle für je 30 Mk. eine Gefängnisstrafe von einem Tage tritt. Ein kleiner Irrtum. (Wahre Geschichte)!) Man erzählt uns: Mündliche Reifeprüfung im Gymiaasium. Prüflinge: nur einige Feldgraue, die auf drahtlichem Lege zur Notprüfung aus dem Schützenaraben herbeigeholt sind. Natürlich größtes Wohlwollen seitens des Prüfungsausschuisses; aber bei einem der jungen Helden, der allerdings n der Literaturgeschichte nie ei Held war, will es trotzdem nicht gehen. Die Daten aus Goethes Leben machen ihm große Not, und er ist nicht in der Lage. die Hochschule zu nennen, auf der Goethe hauptsächlich studiert hat. Der alte Professor will ihm helfen und sagt:„Na, Sie kennen doch die Stadt, die so oft besungen ist, und die in dem bekannten Volksliede die „wunderschöne Stadt genonnt wird?" Da erhellen sin die Züge des geängstigten Prüflings, und laut und deutlich platzt er her=.-:Linne-Detmold! — Wetteraussichten für Freitag, den 11. Februar: Nur vorüber gehend aufklärend, ziemlich kalt, strichweise Schnee. Horn. Bad Meinberg. 10. Februar. Jugendwehr. Sonntag, den 13. Februar, Antreten der Abteilung Bad Meinberg um 2 Uhr im Kurpark. Die Abteilungen Spork Eichholz Schmedissen Schönemark und Remmighausen finden sich 2.30 Uhr bei Schönemark ein. Um zahlreiche Beteiligung bitten die Leiter der Kompagnien. Bad Salzuflen. — Geistliches Konzert. Das am Sonnabend, den 5. Febr., in der hiesigen Lutherischen Kirche von der Kapelle des 1. Ers.= Vat. Inf.=Regts. Nr. 67 veranstaltete geistliche Konzert hatte sich eines guten Besuches zu erfreuen. Wir können von vornberein feststellen, daß sämtliche musikalische Darbietungen als äußerst gelungen bezeichnet werden müssen. Unsere vorzügliche Bataillonskavelle hatte sich eine edle, und auch nicht leichte Aufgabe gestellt: aber sie zeigte sich dieser Aufgabe vollauf gewachsen. Die Kapelle bewährte wieder ihren guten Ruf und zeigte unter der kunstverständigen und temperamentvollen Direktion ihres Leiters, Herrn Musikmeister Hester, daß sie auch Werke von hohem musikalischen Werte künstlerisch einmandfrei auszuführen versteht. Alle Feinheiten der Par tituren von dem Rheinbergschen Konzert sowohl, als auch von der Choralsymphonie von Lur wußte Herr Hester herauszuholen. Die Aufführung beider Werke, sowie auch des berühmten Largos von Händel verdienen in jeder Hinsicht, was künstlerisch feines Verständnis, Fleiß und Sauberkeit beim Einstudieren anbetrifft, volle Anerkennung. Auch die Solisten des Abends rechtfertigten in vollem Maße den ihnen vorausgehenden Ruf hoher Künstlerschaft. Frau Dr. Schild erfreute durch ihre angenehme, ausgezeichnete Schulung verratende Sopran=Stimme. Gute Vokalbildung, gutes musikalisches Empfinden, saubere Atemtechnik, sind die Vorzüge, die wir bei der Sängerin besonders hervorheben möchten. Hoffentlich hören wir die Dame auch in einem weltlichen Konzerte unserer Kapelle. Herr Kgl. Musikdirektor Holtschneider erwies sich als ein rouitinierter, ausgereifter Künstler und souveräner Beherrscher seines Instrumentes. Sauber und mit geschmackvoller Hervorhebung der thematischen Eigentümlichkeiten spielte er eingangs das Präludium des unsterblichen Bach. Durch sorgfältige Mischung der Register und durch exaktes Spiel hatte er wesentlich Anteil an der hervorragenden Wiedergabe der Werke von Rheinberger und Lur. Die Lieder der Sängerin begleitete Herr Holtschneider feinsinnig unter liebevoller Beachtung aller dynamischen Feinheiten. Die Kirche ist zu beneiden, welche einen solchen Künstler als Organisten hat. Auch Herr de Fries war als Cellist an seinem Platze. Das Adagio von Händel brachte er sauber zum Vortrag. Sein Spiel war beseelt, unterstützt durch gute Bogenführung und sauberer Technik. Die zweite Aufführung am Montag, den 2. Febr. fand auch ein volles Gotteshaus, sodaß neben dem künstlerischen Erfolge auch der edle Zweck der Konzerte. Unterstützung der Hinterbliebenen der Gefallenen, vollauf erfüllt sein wird. Schwalenberg. — Der Vaterläudische Frauenverein Schwalen= berg hielt Ende Januar d. J. uuter dem Vorsitz Ihrer Durchlaucht der Gräfin Friedrich zur Lippe bei reger Beteiligung der Mitglieder seine Hauptversammlung ab. Der Geschäftsbericht gab Zeugnis davon, in wie vielfältiger Weise der Verein in einmütiger Zusammenarbeit seine Tätigkeit ausgeübt hat. Zahlreiche neue Mitglieder traten im verflossenen Geschäftsjahre dem Verein bei und es zählt dieser jetzt 129 Mitglieder. Zum Besten der Landesstelle vom Roten Kreuz veranstaltete der Verein monatliche Haussammlungen und nahm Einzelgaben entgegen. Durch Haussammlungen in Schwalenberg, Brakelsiek, Lothe, Ruensiek und Hagedorn wurden 828,13 Mk eingenommen. En Ein elgaben gingen 149,75 Mk. ein. Ferner wurden an Kirchenkollekten und BetstundenGroschen 183,75 Mk. überwiesen. Insgesamt sind eingenommen 1161,63 Mk. Diese Gelder wurden zum weit größten Teil zur Beschaffung von Feldpostpaketen an Kriegsteilnehmer des Kirchspiels Schwalenberg verausgabt; zum andern sind der Landesstelle vom Roten Kreuz in Detmold Barbeträge eingesandt, sowie auch angefertigte Sachen abgeliefert. Amt Oerlinghausen. Helpup, 10. Februar. Im Kruppschen Krankenhause zu Essen verstarb der Gärtner Karl Eickmeier im 39. Lebensjahre. Seine Beerdigung findet heute nachmittag statt. Gegen Husten und Heiserkeit gebrauche man Eutol-Bonbons. Ruch im Felde mit großer Freude begrüßt. Preis immer noch 30 Pfg. 6727 Aus den Nachbargebieten. Bielefeld, 10. Februar. Einer großen Diebesgesellschaft ist man in Bielefeld und Schildesche auf die Spur gekommen. Es wurden nämlich bei der hiesigen Güterabfertigung in letzter Zeit fortgesetzt Diebstähle ausgeführt; der Täter konnte man aber nicht habhaft werden. Bei einem letzhin ausgeführten Diebstahl lenkte sich der Verdacht auf verschiedene Eisenbahnarbeiter Es wurde zur Verhaftung geschritten und bei den Arbeitern eine Durchsuchung vorgenommen, die dann viel Diebesgut zutage förderte. So wurde bei einer bei dem Bahnarbeiter K. in Schildesche vorgenommenen Durchsuchung ein ganzer Wagen voll Diebesgut vorgefunden. Ebenfalls wurde bei dem Bahnarbeiter B. in Brake eine Durchsuchung vorgenommen, die eine Menge gestohlener Sachen zutage förderte. Es sind dieserhalb bereits 4 Personen verhaftet worden. Warburg, 9. Februar. Verheimlichte Getreidevocräte. Die Huxaria meldet: Die neuerliche amtliche Bestandsaufnahme der Getreidevorräte in unserm Kreise hat 104000 Zentner mehr ergeben als bei der ersten Bestandsaufnahme. Und da spricht man von Getreideknappheit. Oberhausen, 10. Februar. Seine Frau erstochen hat der bei seinen Angehörigen hier auf Urlaub weilende Wehrmann Friedrich Freitag. Aus den Angaben des 8jährigen Sohnes ist zu entnehmen, daß Freitag Geld von seiner Frau verlangte, wobei ein kleiner Wortwechsel entstand, der die schreckliche Tat zur Folge hatte. Der anscheinend mit einem Dolchmesser geführte Stich scheint das Herz getroffen zu haben, da der Tod kurz nach der Tat eintrat. Freitag wurde verhaftet. Im übrigen soll der Landwehrmann mit seiner Frau in gutem Einvernehmen gelebt haben. Von der Ems, 10. Februar. Die Viehpreise haben in den letzten Tagen eine Höhe erreicht, die eine weitere Steigerung kaum mehr zulassen. So wurden trächtige Kühe für 750—945 Mark nach Westfalen verkauft und trächtige Rinder bis 710 Mark. Das sind Preise, die die normalen Sätze um 40—50 vom Hundert übersteigen. Ferkel wreden mit 7,50 Mark und darüber die Alterswoche bezahlt. Für trächtige Sauen, für die sonst bis 120 Mark angelegt wurden, werden jetzt bis 300 Mk. bewilligt. Für fette Schweine werden in 1. Sorte bis 125 Mark für 100 Pfund Lebendgewicht, in 2. Sorte bis 102 Mark angelegt. Enstrup, 9. Februar. Die Ferkelpreise haben eine nie geahnte Höhe ereicht. Dieser Tage verkaufte der Einwohner B. in Mahlen eine Anzahl sechs Wochen alter Ferkel das Stück für 40 Mark. Oeffentlicher Sprechsaal. Ohne Verantwormichken der Redaktion.) Detmold, den 8. Februar. Seit längerer Zeit hört man ernstlich Klagen darüber, daß die von den hausierenden Kohlenhändlern durch ihre Knechte feilgebotenen Kohlen in Zeninersäcken von sehr schlechter Beschaffenheit sind, trotz des enorm hohen Preises von 1.60 Mark für den Zentner, welcher stets gefordert wird. Es ist sehr bedauerlich, daß man unseren Kriegerfrauen, deren Männer draußen im Felde für das Vaterland kämpfen, solch schlechtes Brennmaterial für teures Geld gibt und sich auf diese Weise auf Kosten unserer tapferen Feldgrauen ganz erhebliche Vermögensvorteile zu verschaffen sucht. Noch viel verwerflicher und aufs schärfste zu verurteilen ist es, wenn das Gewicht der in den Säcken befindlichen Kohlen nicht stimmt und in der Regel Fehlgewichte von 6, 8 oder sogar 10 Pfund an einem vollbezahlten Zentner festgestellt worden sind. Wir erwarten von unserer Polizeibehörde, daß sie ein wachsames Auge auf die mit Kohlen hausierenden Knechte hat und möglichst recht oft das Gewicht der angeblich einen Zentner enthaltenden Säcke prüft und bei Mindergewicht sofort Anzeige gegen den Händler und Knecht erstattet Auch würde es im eigensten Interesse unserer Hausfrauen liegen, wenn sie selbst beim Einkaufe von Kohlen in Säcken in Gegenwart der verkaufenden Knechte eine Prüfung des Gewichts bewerkstelligten. Todes-Anzeige. Heute nachmittag entschlief sanft infolge Herzlähmung unsere gute, tieusorgende Mutter, Schwegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter und Taute Frau Witwe Karoline Hahne geb. Brand im 81. Lebenejahre. Um st#le Telinalme biltet im Namen der trauernden Hinterbliebenen Det H. Hahne. vold, den 10. Februar 1916. Die Beerdigung üindet am Montag. nachmitta: 4 Uhr, vom Trauerhause Weinbergstrasse 10 aus Statt. Trauerteier vorher. Tüchtiger, erjahrener Bantechniter Kriegsbeschadiater sucht auf sos. vass. Stellung im Baugeschäft oder bei Bebörde. Suchender ist mit allen vor kommenden Arbeiten vertraut, sowie durchaus nucht und zuverlässig. Gute Zeuanisse und ampseblungen vorbanden Schriftl. Angev. beförden die Geschaftest. der Landes 1 Hohenhausen nimmt unser Vertreter Aug. Langemann für die Lipp. Landes=Zeitung Anzeigen zu Oriainalpreisen entgegen. Ferkel zu verkaufen. Hornschestr. 31. Lage mimmt unser Vertreter Leopold Plaß Heldensche Straße 22 für die Lipv. Landes=Zeitung Anzeigen zu Cria inalpreisen für die am nag en kage erschein enden Nummer bie abende 9 Uhr entgegen. Jehannes Schalse I. Oreis lief. Stoffe u. Reste billig I. Damon- u. Herren Kleid. Must. frei. 1 Pak Reste 20b 40 M. p. Nachn. Barücksahn u. Umtansch i. 30 Tg. W Verd 334554 verk. ges. Guter Vertienat. * Fünf mit Bildern der Prinzen u. Pringessinnen des Fürstlichen Hauses 1) Die Kinder des Lippischen Fürstenpaares 2) Prinzessin Karoline und Prinzessin Sieglinde zur Lippe 8) Prinzessin Karoline und Prinz Chlodwig zur Lippe 4) P inz Chlodwig zur Lippe 5) Prinzessin Karoline zur Lippe Persönliche Aufnahmen Sr. Hoch fürstlichen Durchlaucht Fürst Lcopold Die Hälfte des Reinertrages bleibt Kriegsfürsor gezwecken reserviert der fünf Karten 50 Meyersche Hofbuchhandlung Detmold. 3 Ceneralversammlung der Ziegler=Kranken= u. Unterstützungskasse(Ersatzkasse) Leopoldshöhe findet am Conntag, den 12. März 1916, nachm. 4 Uhr, im Gasthof„Zur Post“ statt. Tagesordnung: Rechnungsabnahme. Wahl des Vorstandes und Aussichtsrats. Verschiedenes. Der Vorstand. 7557 E. Gärtner. Schanat maohung. Beim stellv. Generalkommando 7.Armeekorps Münster geben in großem Umsange Gesuche von ausgebobenen Wehrnflichtigen um soforige Einstellung, Einstellung bei einem bemimmten Trunventell, Umbestimmung der Waffengattung unw., ein. Es wird hiermit darauf dingewiesen, daß die Anbringung dieser Gemche beim stellv. Genera'kommando unzulasssa ist. Auch wird dadurch die Erledigung solcher Gesuche nur verzogert. Gesuche vo. sind in sämtlichen militarischen Angelegenbeiten stets an das zuständige Bezirkskommando zu richten. Das stellv. Generalkommando wird in Zukunf: auf Autraac oben genannter Art nicht mehr eingeben. sondern dieselben dem Bezirkskommando zur Prüsung abgeben. Es wird demerkt, daß eine Berucksichtigung dieser Gesuche nur in äußerst dringenden Fallen ersolgen kann. 7040 Tetwold, 8. Februar 1910. Königliches Bezirk skommande. General=Versammlung der Ziegler=Unterstützungskasse Brake in Lippe —(Ersatzkasse)— am Sonnabend, II. März 1916 nachmittags 8 Uhr bei Gastwirt Burre in Brake. Tages=Ordnung: Rechnungsablage. Wahl des Vorstandes und Aufsichtsrats. Verschiedenes. 67575 Vaterlandsdank. Die Sammelstelle zur Entgegennahme entbebrlcher Gold- und Silbersachen zum Besten der Nationalstiitung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gesallenen befirdet sich in unserer Annabmestelle hierielvu, Viemardstr. 7. Geöffnet werktäglich von 9% bis 12% Uhr. Detmold. 22. Zanuer 1910. Laudesstelle vom Roten Kreuz. Was kosten die preußischen Universitäten? Die Ausaaben für die Hochschulen Preußens sind sehr beträchtlich. Viele hunderte von Prosessoren sind zu besolden, so daß im ganzen einige Millionen ausgegeben werden müssen. Die Kosten der akademischen Verwaltung und Disziplin belausen sich, wie die„N. G. C.“ schreibt, allein schon auf etwa eine Million Mark. Am kostspieligsten ist in dieser Beziehung die Universität Berlin, die für diese Zwecke 267816 Mk. verlangt. Die anderen Hochschulen sind wesentlich bescheidener. Keine einzige geht in ihren Ansprüchen auf diesem Gebiet über 100000 Mk. hinaus. Am billigsten ist Königsberg mit 50000 Mk., denn die Akademie Braunsberg mit ihren 5000 Mk. kann nicht als vollgültig angesehen werden. Münster kommt mit 62000 Mk. aus, Kiel mit 68.000, Marburg mit 70000, Breslau mit 71000, Göttingen mit 81 000, Greifswald mit 88000, Halle mit 92000 und Bonn mit 9500) Mk. Berlin steht so hoch, weil es allein für sächliche Ausgaben 156000 Mk. anrechnet. Für die Beamten müssen rund 100000 Mk. aufgewendet werden. Dabei sind die Professorengehälter nicht mitgerechnet. Auch die Gebühren der Rektoren und Dekane sind nicht mitgezählt. Diese sind an den einzelnen Universitäten ganz verschieden. Der Rektor der Universität Berlin erhält z. B. 45062 Mk. Gebühren, der Rektor in Breslau nur 5628 Mk., der in Halle 7147 Mk., der Prorektor in Königsberg 4611 Mk., der Rektor in Greifswald als Vergütung für die früher bezogenen Naturalien 6408 Dik., der Rektor in Kiel 4920 Mk. Gebühren, der Prorektor in Göttingen an„Emolumenten" und Gebühren etwa 8000 Mk., der Rektor in Marburg rund 7000 Mk., der in Bonn aber 18000 Mk. Der Rektor in Münster bekommt etwa 8000 Mk., der in Braunsberg nur 49 Mk. Die Gebühren der Dekane sind an den einzelnen Universitäten ebenfalls bald hoch, bald niedrig. Der juristische Dekan in Berlin kommt auf 8000 Mk. Gebühren; sein theologischer Kollege muß mit 1600 Mk. zufrieden sein. Der Mediziner erhält 11 700 Mk., während der Dekan der philosophischen Fakultät 25 400 Mk. Gebühren einnimmt. In Königsberg begnügt sich der theologische Dekan mit 79 Mk., in Greifswald kommt der philosophische auf 10 500 LNk. In Breslau erhält der Senior der Universität eine besondere Spende von 232 Mk. Der theologische Dekan in Halle erhält nur 20 Mk., sein Kollege in Kiel gar nur 15 Mk. Der Donner„Philosoph“ steigt wieder auf mehr als 10 000 Mk. Also auch im akademischen Leben sind die irdischen Güter verschieden verteilt. Briefkasten. F. R., Barntrup. Verstehen Sie unter„in die Fremde gehen“. Annahme einer Arbeitsstelle außerhalb Lippes, aber innerhalb des Deutschen Reichs, so kann der junge Mann das auch jetzt im Kriege ruhig tun. Arbeit außerhalb Deutschlands anzunehmen, würden wie allerdings zur Zeit abraten. F. R. hier. Beim Verkauf von Schweinen zur Schlachtung beträgt der Höchstpreis für 50 Kg. Lebendgewicht in Detmold für Schweine im Lebendgewicht: über 80 bis 100 Kg.: 100 Mk.; über 60 bis 80 Kg.: 85 Mk., unter 60 Kg.: 70 Mk., Sauen; 95 Mk. Der Preis von 100 Mk. für 50 Kg. Lebendgewicht erhöht sich bei Schweinen im Lebendgewicht von über 100 bis 120 Kg. um 10 v. w., von über 120 Kg. um 20 v. H. Man kann die Schweine mit Prozenten und ohne Prozente kaufen. Kauft man sie mit Prozenten, wobei je nach der Vereinbarung 4 oder 5 Prozent vom Lebendgewicht abgezogen werden, so darf das Schwein am Morgen noch gefüttert werden. Kauft man es ohne Prozente, so darf eine Fütterung am Morgen nicht mehr stattfinden; es muß das Schwein dann aber bis 10 Uhr vormittags abgeholt werden. Nr. 100, Leopoldshöhe. Für die Wiederaufnahme eines Zivilprozesses ist dasjenige Gericht zuständig, welches in erster Instanz erkannt hat, in Ihrem Falle das Amtsgericht. Ein Wiederaufnahmeverfahren ist aber nur in seltenen Fällen möglich. Ziehen Sie einen Rechtsanwalt zu Rate oder sprechen Sie auf unserer Rechtsauskunfsstelle in Detmold vor. Oeffentlicher Sprechsaal. (Obne Berantwortlichkeit der Redaktion.) Schwalenberg, den 1. Februar. In Nr. 25 dieser Zeitung wird kurz über eine Sammlung für die Kriegsbeschädigten=Fürsorge berichtet. Nachdem der Ein sender hervorgehoben hat, daß„alle“ Schichten der Bevölkerung wetteiferten, ihren Dank für die tapferen Vaterlandsverteidiger und zugleich ihre Liebe zu Kaiser und Reich zum Ausdruck zu bringen“, folgt der Satz: Nur ganz„Vereinzelte“ hatten, wie immer, kein Interesse an der Sache“. Also wird einzelnen Personen in Schwalenberg Mitleid mit unseren tapferen Kriegs beschädigten, jede Liebestätigkeit und Liebe zu Kaiser und Reich glatt abgesprochen. Gibt es denn solche deutsche Mäuner und Frauen in unserem Vaterlande in dieser Kriegszeit? Wir können es uns nicht denken. Aber in Schwalenberg sollen sie ja sein. Leider hat der Einsender die„Vereinzelten“ nicht namhaft gemacht, so daß nun Personen zu Unrecht in Schande geraten können. So lange er uns die„Vereinzelten“ nicht nennen kann, behaupten wir, daß er die Absicht hatte, die in Schwalenberg leider bestehenden Gegensätze zu verschärfen, einzelne Personen zu reizen und zu kränken. Als Verfasser des Berichts können wir nur eine Person vermuten, die, nachdem sie ihre zahlreichen mündlichen Beleidigungen durch Entschuldigungsschreiben, Entschuldigungsbesuche, Geldbuße und durch recht fühlbare Lektionen an Ort und Stelle hat büßen müssen, nun vorzieht, die Presse als anscheinend gefahrloseren Weg für ihre Angriffe zu wählen. Vielleicht wollte dieser Herr auch diejenigen Personen treffen, die seine Gesangsveranstaltungen niat besucht haben. Zu dem Bericht haben wir sonst zu bemerken, daß es uns völlig unbekannt war, daß Frau Bürgermeister Glitscher die Veranstalterin der Sammlung war, denn aus der vom Magistrat ausgestellten Bescheinigung, die von den Sammlerinnen vorgelegt wurde, mußte man annehmen, daß der Magistrat allein diese mit der Sammlung beaustragt hatte. Warum wurde der Name der Veranstalterin verschwiegen? Wollte man dadurch vielleicht ein günstigeres Ergebnis der Sammlung erzielen? Vom Bremer Getreide- u. Futtermittelmarkt. Bremen, 9. Febr. 1916. Im Laufe der Berichtsperiode hat die Aufwärtsbewegung für Getreide= und Futtermittel langsam weitere Fortschritte gemacht. Maismehl wurde wieder mehrfach gehandelt. Die Preise richteten sich nach dem Zeitpunkt der Lieferung. Für greifbares und bald fälliges Maismehl zahlte man wesentlich mehr, als für Ware auf spätere Lieferung. Soweit beschlagnahmefreies Mengkorn zu haben war, hat solches wiederholt Käufer gefunden. Sehr lebhafte Nachfrage machte sich für Saathafer bemerkbar. Die Schwietigkeiten, den behördlichen Vorschriften für die Ablieferung zu genügen, gestatteten indessen im freien Verkehr nur beschränkte Umsätze. Für kleine Partien Rifel=Buchweizen, die an den Markt kumen, haben sich zu steigenden Preisen Käufer gefunden. Nach Körnerfrüchten aller Art, die zu Futterzwecken frei waren, blieb der Konsumbegehr lebhaft. In sonstigen Futtermitteln hat das=Geschäft eine leichte Belebung erfahren. In Oelmühlenerzeugnissen aller Art überwog die Nachfrage das Angebot. Was an Kleie offeriert wurde, hat schlank Absatz gefunden. Im übrigen ist Mischfutter, soweit es aus wertvollen Stoffen zusammengesetzt war, wieder mehr in Aufnahme gekommen und zu steigenden Preisen gehandelt worden. Auch Zichorienbrocken und getrocknete Rübenblätter sind als Pferdefutter wiederholt abgesetzt worden. Gottesdienste in Detmold. Synagoge. Freitag, den 11. Februar, abends 5½ Uhr. Sabbat, den 12. Februar, morgens 9½ Uhr. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: 1. V.: Max Staercke: für den Reklame= und Anzeigenteil: Wilhelm Brand. Druck und Verlag der Meyerschen Hofbuchdruckerei. Sämtlich in Detmold. Todes-Anzeige. Nach langer, banger Ungewissbeit erhielten wir die traurige Nachticht, dass unser lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Orenadler im Gard.-Gren.-Reg., 4. Komp. am 25. Oktober 1914 durch einen Koptschuss schwer verwundet, in einem Kriegslazareit im Alter von 24 Jahren den Holdentod fürs Vaterland gestorben ist. In efer Trauer: 67574 Familie Hermann Busse. Helden, den 9. Februar 1916. Todes-Anzeige. Genz plötzlich und unerwartet erhiellen wir die treurige Nachricht, daß mein lieber. herzensguler Menn, meiner drei Kinder treusorgender Valer. unser lieber Schwiegersohn, Bruder. Schwager und Onkel, der Landsturmmann August Petig im Aller von 37 Jahren in einem Feldlazarett am 51. Januar gestorben ist. In liefer Trauer: 7554 Fran Minna Petig, geb. Silluell neost Kindern und allen Angehörigen. Spork bei Dörentrup. den 10. Febr 1916. Dem Auge fern, dem Herzen ewig nah. Wie tief und zehrend anch dies Leid. Das über uns gekommen. Da Gott für diese Erdenzeit Das Liebste uns genommen. Und uns nun einsam wandern lässt Des Lebens rauhe Pfade. Doch halten wir am Glauben fest. Gott ist ein Gott der Gnade. Der Liebe und Barmherzigkeit. Auch wenn wirs nicht verstehen. Warum er oft so tiefes Leid Lässt über uns ergehen. Ruhe sanft, du gutes Hers. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Todes-Anzeige. Nach langer Ungewissbeit erhielt ich jetzt die traurige Nachricht, dase men inn gstgeliebter Mann, der treusorrende Vater meiner 4 Kinder, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Füsilier Fritz Bunte im Alter von 34 Jahren am 25. November 1915 den Heldentod für sein geliebtes Vaterland gestorben ist. In tiefem Sehmerz Frau Bante geb. Schönhage. Sohling, den 10. Februar 1916. Lippische für Damen, aus Gummi band, eingetroffen bei Alexander Bruns Bruchstraße 23.(7075 Ab 20. Februar 1916 werden gemäß§ 49 a der Verordnung über den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl aus dem Erntejahr 1915 für den Bereich 1 68 der L.W.G folgende Einheitspreise angeordnet: KOStiIm Für je 100 kg Mi. im Berkauf an die Backer 30.— 28— 36.— 33.— im Verkauf durch die Bäcker 33.— Mk. 30.—„ 49.—„ 35.—„ 30.—„ .—* 1800 Gr. für für 1.12 Mek, Roggenmehl Rogggenschrot Weizenmehl Weizenschrot Roggenschrotbrot Weizenschrotbrot Roggenbrot ist in Stücken zu 0.56 Mk., in Stücken zu 3600 Gr Graubrot in Stücken zu 1800 Gr. für 0.58 Mk., in Stücken zu 360.) Gr. für 1.16 Mk. zu verkaufen; Weißbrot in einzelnen Stücken zu 45 Gr. für 0.03 Mk., bei Entnahme von mehr Stücken zu 45 Gr. oder in Stücken von 90, 450, 900 Gr. dürfen für je 45 Gr. nur 2,5 Psennig berechnet werden. Zwieback: für je 70 Gr. 0,10 Mk. Für die beteiligten Verwaltungsbehörden: Kirchhof Geheimer Regierungsrat. = Neuer Krus. Aut vielseitigen Wunsoh: Sonatag, den 13. Februar 1.) nachmittage 3 Uhr. für Militär. Schüler und deren Angehörige. 2. abends 8 Uhr(Hauptvortrag) Wiederholung des Vortrags: Helden der Tiefs“. für Regen, neu, Schneiderarbeit, schick, für 6 Mk. zu verkaufen. 7578 Gartenstr. 15, part. F. W. Schaefer Detmold Kohlen Koks. Briketts. Spedit on Jeden, selbst kleinsten Posten(7461 ∆ 99 Vorverkauf: Eiarichs'sche Helbaechbandlang aatkartoffeln aatgetreide aller Arten Klee= u. a. Feldsagten zu Originalvreisen der Züchter, lieferbar durch behördlich zugelaffene Lieseranten und landwirtschaftliche, lieferungsberechtigter Saatsellen. Ofserten gibt ab: Shilips Leeve, Nürnberg. Todes-Anzeige. Gestern abend 9 Uhr verschied im Paulinenslift nach längerem, schwerem Leiden unsere treusorgende, inniggeliebte Mutter. Schwesler. Nichte und Schwägerin geb. v. Rosenberg 'm Aller von 54 Jahren. Johann Kaspar Troost. Oberleutnant Im 2. Westfälischen Husaren-Regiment Nr. 11, z. Zt. bei der Ersatz-Eskadron Ingeborg Troost Sylvia v. Rosenberg Kurt v. Kosenberd. Oberst und Kommandeur des Reserve-Infanterie-Regiments 38. a. Zt. Im Felde Sylvia v. Neitzschütz Lucie v. Donop, geb. Troost Adoler v. Donon. Fürstlich Lipp. Kammerherr. Hauptmaun und Kompagnie-Führer im 8. Landsturm-Infanterie-Batalllon Münster VII Marie v. Kosenberg, geb. Freiin v. Dobeneck. Wiecbaden, den 7. Februar 1916. Die Beisetzung im Troosl'schen Erbbegräbnis zu Heiligenkirchen bei Delmold findel Freilag, den 1I. d. Mis., um 12 Uhr millags stalt Holzverkäufe in den Fürstlichen Forsten. Oberförsterei Parenholz. Am Dienstag, den 15. Februar er., morgens 10 Uhr, soll bei Gastwirt Korf in Heidelbeck folgendes Holz öffentlich meistbietend verkauft werden:(7546 Forstd. Köniasholz: Buchen: 55 rm Kl. u Kn. Forstd. Echternwald: Buchen: 102 rm Kl. u. Kn., 15 Hfn. Forstd. Wittenkamp: Buchen: 80 rm Kl. u. Kn., 30 Hfn. Unt Ruschenbent: Buchen: 53 rm Kl. u. Kn, 12 Hfn. Eichen: 40 Hin. Birken: 2 Sick Rutzh. Asven: 1 Sick. Nutzh. Kiefern: 1 Sick Nutzh. Lärchen: 1 rm Nutzkn. Oberförsterei Schieder. Nutz= und Brennholz=Verkauf. Am Montag, den 14. Februar, morgens 10 Uhr, soll im Eimterbäumer'schen Gasthause in Belle nachvenanntes Holz öffentlich meistbietend versteigert werden: 1. Wartsberg 59d: 17 Sick. sichten Sign. 1. u. 2. Kl., 0,5 rm desgl. Kloben ungek. 2. Das. 59i: 2 rm eichen Nutzscheite, 69 rm buchen Kloben, 9 rm desgl. Knüppel, 130 rm desgl. Astreisig. 3. Nonestelle 55a: 1 rm Lärchen Kloben (ungekürzt), 30 rm buchen Astrsg., 1 rm kiefern Kl. ungekürzt. 4. Meierholz 49a: 7 Sick eichen Nutzholz— 7,47 sm, 1.5 rm eichen Nutzscheite, 4 ri desgl. Kloben ungekurzt, 76 rm buchen Kloben, 2 rm desgl. Knüppel, 30 rm desal. Astrig., Meierholz bea: 3.5 rm bnchen Kl. u Knüppel ungekürzt, 5,5 rm birken Kl. ungekürzt, 2 Sick. lärchen Nutz holz. 1,5 rm eichen Nutzscheite, 2 rm eichen Kl., Meierholz 53: 1 rm eichen Kl ungekürzt, Meierholz 57 a: 0,5 rm eichen Rutzscheite, 2 rm desgi. Kl. ungekürzt, Luermesch 58a: 2 rm eichen Rutzscheite, 2.5 im desgl Kl. ungekürzt, 10 rm bu en Reisig, Wartsberg 59f: 2 rm eichen Knüpp. ungekürzt, 1 rm birk. Kl. desgl 1 rm kiefern Kl. desgl. 2 rm lärchen Kl desgl. 13 Stck. starke buchen Hausen, Wartsberg 59b: 1,5 rm eichen Klober, Nouestelle 55e: 0,50 ri eichen Kl. ungekürzt, 1 rm birken Kl. ungekürzt. Molkenberg 62a: 3 Sick. sichten Nutzholz, 3 rm sichten Kl. ungek., 1 rm lärchen Kl desgl. 0,5 rm dirken Kl. ungek., das. 63 ab: 3 Sick. sichten Rutzholz. 8 ri sichten Kl. und Kuppl. ungek., 5,5 rm kiefern Kuppl., desgl. 220 rm sichten Reisig Luermesch 58f: 250 rm buchen Durchfst. Rsg., das. 58c: 3 rm buchen Kl. ungek, 5 rm duchen Astrig. Oberellern 56c: 16 rm eichen Kuppl ungek.(Kamppfähle) 3rm buchen Kuppl. ungek., Unterellern 52c: 3rm eichen Kl. ungek., 3,5 rm duchen Kl. desgl. 1 rm eschen Kuppl. desgl. Herzhagen 44d: 1rm kiefern uppl., Auerholz 50d: 1 Sick. sichten Rutzholz. Irm sichten Kuppl. ungek., Her zhagen 45 c: 20 rm erlen Reisig. Unterellern 52k: 2rm eichen Knppl. ungek. 24 rm buchen Kloben, 150 rm desgl. Astreisig, Hagensiek 47 he= 6 rm sichten Kloven ungekürzt). 7556 Obersörsterei Sternberg. Nutz= u. Brennholz=Verkauf. Am Montag, den 14. Februar, nachm. 1 Uhr, soll in der Bollhöserschen Gastwirtschaft in Bösingseld nachbenanntes Holz öffentlich meistbietend verkauft werden. 2571 1. Distr. Eichwald: Fichten: 455 Stug. 1. bis 4. Kl., 3 rm Knpl. u. 14 Durchforstungshfn. 2. Distr. Rehberg, Dachsberg, Boßberg u Selle: Buchen Nr. 54= 1 Sick. Nutzh., 50 rm Kl. u. Knpl., 96 Astisg= u. Durchforstungshfn.; Eichen: 7 Klob., 11 Astrsahfn.; Fichten u Kiesern: 3 Knpl., 12 Durchforstungshfn. 3. Distr. Meiersberg: Fichten: 3 Sick. Nutzh., 103 Stng. 1. bis 3. Kl., Buchen: 65 Kl. u. Knpl., 17 Astrsahfn. 4. Distr. Vatthan u. Vallentruperberg: Buchen 17 rm Ki. u. Kupl., 39 Durchforstungshfn. Grosche verloren (großer, beller Koof mit Goldeinfassung) auf dem Wege vom Bahnhof zur Bülowstraßze. Gegen Belohnung abzu: geben.(7567 Bülowstraße 19. — Stelle als(7355 Aufwärterin für balbe od. ganze Tage ges. Näberes hernschestr. 19. Zur vorübergebenden Beschäftigung werden Welche Bank od. Privaim. albt MI. auf absol. Sicherheit und event. B. a. übl. Zinsen u 300 Mk Nachl. a. e. Jadr. Schriftl. Anged. befördert die Geschäftost. der LandesZeitung unter Nr. 7670. Kaufe gegen Kasse. Schriftl. Angeb. befördert die Geschäftsst. der LandesZeitung unter Nr. 7560. Weible Schmierseite aus beten Robmaterialten bergestellt. frei von schädl. Bestandteilen. Vorzügliche Wasch= u. Kochseife für alle Zwecke. Sehr preiswert Nur solange Vorrat. Neutovervuckung in Besern au 100 11/9. Mk. 29.—. in Kübeln zu 50 und 30 Vid. das Pfund 2 Vig. medr. Alles einschl. Gebinde, gegen Nachnahme ab Altona. F. Bass. Allena-Ottensen 14, Gr Rainstr. 59.(7216 Möbl. Zimmer mit Morgenkassee zu vermeien Woldemarstr. 16. 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