Druck u. Verlag: Koetbers& Röttsches. Herne. Bebelstr. 8. neben der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertags. Bezugspreis wöchentlich 60 Pfa. frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Dortmund 1907 Verantwortlich für den redaktionellen Ceil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- und Reklameteil: Carl Bartels, beibe in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Gerther Anzeiger Amtlich beglaubigte Abonnentenz ahl Jeber Abonnent nebst Ehefrau ist gemäß den Bedingungen mit Mark 250.— versichert, wenn durch einen Anfall der Tod oder Ganzinvalldität eintritt. Nr. 214(Erstes Blatt) Donnerstag, den 12. September 1929 Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfg., auswarts 8 Pfg., Arbeitsund Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöhe, im Reklameteil 30 Pfa. Der auf die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinsallia. 7 Zernsprech=Anschlus Sammel=Nummer 525411 Telegramm Adresse: Ameiger Herne 25. Jahrgang Jeppelin auf dem Flug zum Ruhrland Aeußerst günstiges Wetter— Erweiterung des Fahrtprogramms— Auf großen Amwegen an die 23,18 Uhr gestartet * T e i e d r i c h s h a l e n. 1 1. S e p t.( T e l e g r.) Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist um 23,18 Uhr zu seiner Industriefahrt ausgestiegen. Das Weiter war für den Aufstieg sehr günstig Bei sternklarem Himmel wehte nur ein leichter Wind. Der Start tollzog sich äußerst rasch. Um 12,30 Uhr erschien das Schiff über der wurttembergischen Hauptstadt Stuttgart. die Motoren ratterten durch die Nacht. Die Lichter der Gondeln waren deutlich zu erkennen. Auf Lichtzeichen, die dem Schiff zur Begrüßung gegeben wurden, wurde aus einer Motorengondel geantwortet Die voraussichtliche Route er Friedrichsbasen, 11. Sept.(Telegr.) Vom Luftschiffbau„Zeppelin“ wird für die Westdeutschlandfahrt folgender Weg angegeben: Von Friedrichshafen1 Stuttgart, Hanau. Gießen, Siegen, Remscheid. Solingen, Düsseldorf, Elberfeld, Barmen, Schwelm, Hagen, Iserlobn. Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Essen, Duisburg, Recklinghausen, Münster, Bielefeld, Herford, Bad Oeynhausen, den. Hannover, Braunschweig. Kalbe, Bernburg, Eisleben, Apolda, Jena, Weimar, Erfurt, Gotha, Eisenach, Gegen 8 Uhr über dem Industriezentrum? Meiningen. Coburg, Erlangen. Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl. Aalen, Ulm und Friedrichshafen. Danach ist der Kurs durch eine Erweiterung wesentlich geändert worden. Sicher ist auch diese Einhaltung des Fabrtvrogramms nicht, da auch der Besuch linksrheinischer Städte nicht unwahrscheinlich ist. So sagt eine Meldung Aachen: Die Stadtverwaltung erhielt vom Luftschiffbau„Zevpelin“ Friedrichshafen die Nachricht, daß das Luftschiff„Graf Zeppelin" am Donnerstagvormittag Aachen einen Besuch abstatten werde. Westdeutschland in Erwartung Der Besuch des Luftschiffes„Graf Zeppelin“ hat in der rheinisch=westfälischen Bevölkerung eine Stimmung freudiger Erregung und froher Erwartung ausgelöst. Da das Luftschiff kaum früher als in den Vormittagsstunden über dem Industriegebiet erscheinen dürfte, ist in verschiedenen Städten angeordnet worden, daß mit dem Erscheinen des Zeppelins die Schüler schulfrei haben. Die Bevölkerung ist aufgefordert worden. zu flaggen. Auch der Westdeutsche Rundsunk wird über die Ankunft des Luftschiffes über dem Industriegebiet und den Verlauf der Westdeutschlandfahrt berichten. Der direkte Luftweg von Friedrichshafen bis zum Ruhrgebiet beträgt rund 500 Kilometer. Wenn das Luftschiff genau die direkte Luftlinie einhielte, könnte es demnach schon in 5 Stunden im Ruhrgebiet sein. Da es aver große Umwege vorhat, ist mit der Ankunft im Zentrum des Ruhrgebietes, in Gelsenkirchen. kaum vor 8 Uhr zu rechnen. 22 Passagiere. Friedrichshafen, 11. Sept.(Telear.) An der Westdeutschlandfahrt des„Graf Zeppelin" nehmen 22 Passagiere teil. Abgesehen von einigen geladenen Vertretern der Reichs= und württembergischen Regierung sind nur zahlende Passagiere an Bord. Außer der geübten bisherigen Besatzung machen weitere Werksangehörige, die zu Besatzungsmannschaften ausgebildet werden sollen, die Fahrt mit. Es sollen nur solche Städte besucht werden, die das Luftschiff bisher noch nicht berührte, jedoch können auch während der Fahrt Aenderungen aus meteorologischen Gründen vorgenommen werden. * Eine Industrie=Ausstellung mit dem Luftschiff befördert * Berlin. 11. Sept. Charakteristisch für die Schnelligkeit, mit der man in Amerika das modernste Verkehrsmittel, das Luftschiff, zu wirtschaftlichen Provagandazwecken benutzt, ist die Tatsache, daß„Graf Zeppelin" bei seiner Rückreise von Lakehurst nach Friedrichshafen eine ganze geschlossene Ausstellung von erzeugnissen Philadelphias nach Deutschland gebracht hat, mit einem Gesamtgewicht von Dreiviertel Tonnen, zugleich die großte Einzelsendung, die jemals auf dem Luftwege bisher befördert worden ist. Am Dienstagnachmittag wurde diese Ausstellung in Berlin im Warenhaus Wertheim am Leipziger Platz eröffnet. In drei mit Zeppelin=Transvarenten und einem großen Bilde Dr. Eckeners geschmückten Schaufenstern des Kaufhauses werden die mit dem Luftschiff herübergekommenen mannigfachen Fabrikate von mehr als hundert großen Firmen Philadelphias gezeigt, und zwar Kleinmaschinen. Werkzeuge, Präzisionsavvarate, Gummifabrikate, Textilwaren, Konserven, Bekleidungsartikel usw. Die Handelskammer von Philadelphia hat zu der Ausstellung instruktive Abbildungen der riesigen Hafenanlagen mit ihren 267 Ladeplätzen, der großen Schiffsbauwerften Lokomotivfabriken usw. beigesteuert. * Ein Eckener=Daß in Amerika San Diego, 11. Sept.(Telear.) Ein Bergsattel inöstlichen Küstengebirge wurde zur Erinnerung an die Ueberfliegung durch das Luftschiff„Graf Zeppelin“ Eckener=Paß getauft. Ein Armeeflugzeug, in dem sich Major Carl Spatz sowie der Kavitän der„Emden“, de la Perriere, besanden, überflog den Paß und warf einen Fallschirm ab. an dem eine deutsche und eine amerikanische Flagge befestigt waren. Die Bombenverschwörer gefaßt Der Hauptherd liegt in Schleswig=Holstein.— Ausläufer in Berlin " Eine gewisse Verantwortung haben auch die Parteien, die seinerzeit die Richtverlängerung des Nevublikschutzgesetzes herbeiführten. Im übrigen wird man ein weiteres zuverlässiges Urmittelungen zurückstellen müssen. * „Tandvolk“=Teute und Kreise der Rathenaumörder als Urheber In Itzehoe verhaftet : Jnehoe. 11. Sept.(Telegr.) Nachdem gestern nachmittag in Kremve der angebliche kruhere„Polizeihauptmann“, Nickel, der angeblich aus Heide stammen soll, dort aber nicht bekannt ist, verhaftet worden war, wurden sofort weitere Spuren ausgenommen, die nach Itzehoe gingen. Ein riesiges Aufgebot von Kriminaldeamten und Landespolizei besente das Landratsamt, gegen das ein Anschlag geplant gewesen sein soll. Der gesamte Nedaktionsstab, sowie das sonstige Personal der hiesigen Zeitung „Das Landvolk“ murden verhaftet. Ferner wurde der frühere Oberleutnant Waeschle, der Geschäftefuhrer der Landvolkbewegung, in Haft genommen. In Hamburg wurde ein Kausmann sestgenommen, der in Verbindung mit dem in Krempe verhafteten Polizeihauptmann a. D. Rickel stand und von diesem eine Höllenmaschine erhalten haben soll. Die Hollenmaschine, die in einer Zigarrentiste eingebaut war, mit einem Zeitzünder versehen ist und sich in völlig gebrauchsfertigem Zustand besand, wurde in der hiesigen Wohnung des Kaufmanns im Bucherschrank vorgefunden und beschlagnahmt. Der Kaufmann wurde ebenso wie der in Krempe festgenommene Nickel nach Altona gebracht. Der verhaftete„Polizeihauptmann a. D. Rickel“ ist der Leiter der Wach= und Schliengesellschaft in Heide. Den Titel eines Polizeihauotmanns a. D. hat er sich selbst zugelegt. ur hatte in der Zeit der oberschlesischen Wirren dortselbst eine Abwehrkomvagnie aufgestellt und sich als deren Führer mit dem Hauptmannstitel ausgestattet. Bei der Haussuchung in Heide fand man in der Wohnung Nickels die Ueberreste von verorannten Pavieren, die verdachtiges Material enthielten und im Augenblick einer genauen Untersuchung unterworfen werden. In Verbindung mit den Sistierungen in Hamburg und Berlin sind in der Nähe von Breslau noch zwei weitere Personen festgenommen worden, und zwar handelt es sich um den bekannten Landvolkführer Hamkens. der sich auf einer Agitationsreise durch Schlesien besand und den Geschäftsführer Muthman, der Hamkens begleitete. Sie bestreiten Die festgenommenen Perionen, zu denen noch ein Kaufmann Johnsen hinzugekommen in. bestreiten. mit Ausnahme des verhafteten Nickel, der den Transport einer Bombe nach Hamburg zugegeben hat. samtlich die ihnen zur Last gelegten Handlungen. Die in Itzehoc Verhafteten sind samtlich streng getrennt in Polizeiautos nach Hamburg transvortiert und in Einzelzellen untergebracht worden. In verschiedenen Fällen sind bei ihnen falsche Pässe vorgefunden worden. Zur Zeit ist man mit der Sichtung der in der Redaktion des„Landvolk“ in Iveboe beschlagnahmten Schriften beschäftigt. Weitere Verhaftungen Hamburg, 11. Sept.(Telegr.) In Verfolg der Aufklarung der Bombenanschlage zu heute abend hier eine weitere Anzahl von Perionen seitgenommen worden. Beamte der Abteilung ta des Polizeiprästdiume Berlin hatten in einem Case verdachtige Personen beobachtet. Mehrere andere, die draußen Aufvasserdienste geleistet hatten, versuchten, als sie die Krimin ibeamten erkannt hatten, in einem Auto zu entflieber. Die Keiminalvolizei sprang blitzichnell hinzu und hielt das Auto an, das sich eben in Bewegung setzte. Die Manner draußen sowohl wie drinnen im Casé wurden verhaftet und vorläufig beim Hamburger Polizeipräsidium in Gewahrsam gegeben. * Die Vorgeschichte * Hamburg, 11. Sept.(Telegr.) Nach den ersten drei Attentaten richtet: sich der Verdacht gegen einen bestimmten Personenkreis, der auch bei der Ermordung Rathenaus und dem Anschlagversuch auf Severing die pand im Spiele hatte. Es wurden alle Sprengstücke gesammelt und die fraglichen Personen genau beobachtet. Aber nicht nur die Personen wurden überwacht, sondern auch die Landstraßen und Wege, hauptsächlich die Einmündungsstraße von und nach Altona. Die ständige Ueberwachung der Automobile wurde beinahe schon zur Plage. Zuerst wurden die Wagen im geheimen überwacht, d. h. Beamte schrieben die Nummern auf. während die Wagen vorüberfuhren. Dies ging aber auf die Dauer nicht, denn viele Wagen fuhren ein lo schnelles Tempo, daß die Nummern nicht genau ersichtlich waren. Darauf wurden die Straßen durch die bekannten rot=weißen Pfähle verbaut, um Pflasterarbeiten vorzutäuschen. Die vorüberfahrenden Wagen waren auf diese Weise gezwungen, langsam zu fahren, wodurch es möglich wurde, alle Nummern zu notieren. So konnte man beobachten, daß immer wieder die gleichen Wagen vorüberfuhren, wenn irgendwo ein Attentat erfolgt war. Der Kreis der verdächtigen Wagen und Personen verdichtete sich immer mehr, hauptsächlich der Wagen I. P. 35 088 erregte den Verdacht der Uebermachungsbehörden. Es wurde festgestellt, daß der Wagen mit einem verdächtigen Gegenstand nach dem letzten Attentat in Lüneburg nach Heide unterwegs sei. Ein Beamter nahm auf einem Motorrade die Verfolgung auf, doch entschwand der Wagen den Blicken des Verfolgers. der durch eine Panne an der Weiterfahrt gehindert wurde. Am Dienstagfrüh erhielt das Polizeipräsidium die Meldung, daß der verdächtige Wagen in Krempe stehen sollte. Es wurde Besehl erteilt, daß die Insassen verpastet werden sollten. Als Insasse konnte der angeblich ebemalige Polizeihauotmann Nickels ermittelt werden. Nickels war aber nach Hamburg gefahren und hatte den Wagen in Krempe stehen lassen. Die Nachforschungen in Hamburg ergaben. daß Rickels den verdächtigen Gegenstand mit nach Hamburg genommen und bei dem Bankbeamten Karl Albert Pünier abgegeben hatte. Die Polizei erschien nun überraschend bei Pünzer und sand im Bicherschrank eine vollig betriebosertige Bombe, wie sie ähnlich auch bei den letzten Anschlägen Verwendung gefunden hatte. Bei seiner Rückkehr nach Krempe wurde Nickels verhaftet und gab auch zu, das verdächtige Paket— die Hollenmaschine— bei Punier abgegeben zu haben. Nickels ist 1890 in Westholstein geboren, war Suvernumerar in Kiel und ohne jesten Wohnsin. Ob er Polizeibauptmann war, soll nach geprüft werden. Er wohnte zuletzt bei seiner Mutter in Heide. Selbstverständlich wurde auch Pünier ver haftet. Es konnte festgestellt werden, daß Nickels öfter in der Redaktion des„Landvolk“ in Itzehoe verkehrte. Nun wurden auch hier Nachiorschung#en angestellt, die zu dem Ergebnis führten, daß der Hauptschriftleiter Bruno von Salomon: der Sondikus Guido Weschke, der Korrektor Wilhelm Dammand und der Redakteur Johann Kühl verhaftet wurden. Diese Inhaftierten sind der politischen Polizei keine Unbekannte, denn Dammand war derjenige, der bereits wegen des Hohenwesteder Attentates verhaftet worden war, aber wieder freigelassen wurde. Außerdem wurde noch der angebliche Uhrmacher Hans Plen, der in Wirklichkeit Gold= und Silberarbeiter ist, verhaftet. Es. konnte festgestellt werden, daß Plen oft und sehr geschickt bastelt, so daß der Verdacht begründet erschien, daß er die Höllenmaschine fertiggestellt hat. Ein gewisser Herbert Volk konnte leider nicht verhaftet werden, weil er sich im Auslande aufhält, doch wird das Ausland ihn wahrscheinlich ausliefern, denn sein Aufenthaltsort ist bekannt. Er hielt sich bei seinen Verwandten in Rönne in der Nähe von Lüneburg auf, bei denen bei einer Haussuchung mehrere Handaranaten ge funden wurden. Heute morgen wurde noch der Landwirt Klaus Heim aus St. Annen verhaftet. Heim hatte den Fordwagen gefahren, den Nickeis benutzte. Die Bomben wurden von Foll zu Fall immer besser, so daß wohl angenommen werden kann, daß infolge der intensiven Berichterstattung in den Zeitungen die Attentäter auf Fehler in der Her stellung aufmerksam gemacht wurden. Wäh reno zuern eine Margarinekiste Verwendung fand nahmen die Täter später Zigarrenkisten, die sie mit großer Sorgfalt herrichteten. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, daß es an einigen Stellen noch knallen wird, doch die Svitze der Attentäter scheint bereits verhaftet zu sein. Es ließ sich nicht vermeiden, daß die Verhafteten in Fesseln nach Altona gebracht wurden, denn ein Fluchtverdacht lag sehr im Bereich der Möglichkeit. Die meisten festgenommenen Personen steben der sogenannten Landvolkbewegung nahe. die in keiner Verbindung zu der christlich=nationalen Bauern= und Landvolkvartei unter Führung des Vorsitzenden des Verbandes der vreußischen Landgemeinden. Landrat a. D. Dr. Gereke. steht. Es handelt sich vielmehr anscheinend um die Kreise. die dem wegen Aufruhrs bereits vorbestraften Landvolkführer Hofbesitzer Wilhelm Hamkens=Tetenbüll Gefolgschaft leisten. * Die Aktion der Polizei, die hoffentlich in vollem Um fänge gelingen wird, ist offenbar noch nicht abgeschlossen. Die politischen Zusammenbänge aber liegen bereits heute klar zutage. Was bieher nur als Verdacht ausgesprochen werden konnte ist durch die Verhaftungen in vollem Umfange bestätigt: Es sind rechtsradikale Elemente, die die terroristische Gruppe gebildet, die Bomben hergestellt und zur Explosion gebracht haben. Neben den Deutschnarionalen die unter Führung Hugenbergs enge Fühlungnahme mit den rechtsradikalen Verbänden zur Durchführung ihres Volksbegehrens unterhalten haben. erscheint die sogenannte Landvolkbewegung ichwer kompromittiert. Jedenfalls und radikalen Elemente rücksichtslos aus ihren Reihen zu entsernen und abzuschütteln, wenn sie nicht die Verantwortung für deren Taten sich auserlegen lassen will. Verhaftungen auch in Berlin Berlin, 11. Sept.(Telegr.) Der Polizeioräsident teilt mit: Auf Grund der Ermittelungen, die die politische Polizei seit längerer Zeit in Berlin, Schleswig=Holstein, Hannover und Hamburg geführt hat. sind im Zusammenbang mit den in Hamburg und Schleswig=Holstein erfolgten Verhaftungen am Morgen des 11. September 1929 in Berlin mehrere Personen unter dem dringenden Verdacht der Teilnahme an den Sorengstoffanschlägen vorläufig jestgenommen worden. Ihre Wohnungen und Arbeitsräume wurden durchsucht. Es handelt sich um Ernst von Salomon, der se gemeldet in Berlin aufhält, Dr. Salinger, bei dem von Salomon gewohnt hat, ferner Laß und Hans Gert Techow. Die Festgenommenen stehen in engsten Beziehungen zu dem Kreis der in Hamburg und Schleswig=Holstein festgenommenen Personen. Daneben sind einige Personen vorläufig festgenommen worden, die sich mit der theoretischen und praktischen Vorbereitung von Sprengstoffanschlägen befaßt haben. Ob diese Personen mit den ausgeführten Anschlägen etwas zu tun haben, bedarf noch der Klärung. Es handelt sich hierbei um: Hilfsrevisor Erich Timm, Arbeiter Herbert Mitteldorf. Schlosser Kurt Roßteutscher, Mechaniker Heinrich Bauder. Es handelt sich bei dem verhafteten Techow um den Bruder des an dem Rathenau=Mord beteiligten Günther Techow. Techou wurde seiner Zeit im Zusammenhang mit der Ermordung Rathenaus vom Staatsgerichtshof zu 4 Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt, und zwar wegen Beihilfe. Sein Bruder Werner verbüßt augenblicklich die 15jährige Zuchthausstrafe, zu der er als Führer des Mordautos verurteilt worden war. Im Jahre 1927 gehörte Hans Gert Techow zu dem Kreis von Ehrhardt. gegen den ein Verfahren wegen Fortsetzung des verbotenen Wikingbundes eingeleitet war. Das Verfahren ist aber infolge der Amnestie von 1928 eingestellt worden. Ueber Ernst von Salomon wird noch bekannt, daß er von Beruf Schriftsteller, in Kiel geboren und 27 Jahre alt ist. Er hatte in Berlin drei Wohnungen. Werner Laß ist ebenfalls 27 Jahre alt. Der Kreis um den Hilfsrevisor Erich Timm. dem der Arbeiter Mittelsdorf. der Schlosser Kurt Rotzteutscher und der Rechaniker Heinrich Bauder angehören, hat aller Wahrscheinlichkeit nach mit den Anschlägen nichts zutun. doch ist festgestellt, daß sie sich mit der Herstellung von Sprengstoff usw. beschäftigt haben Die Zeitung„Das Landvolk“ ist geschlossen worden. In einem Kaffee in der Leipziger Straße(es handelt sich um das bekannte Kaffee Hillbrich) wurden heute nachmittoa um 15.50 Uhr der 25jährige Vertreter Ernst von Salomon, der 27jährige Kurt veinz von Winterfeldt und der 29jährige Flugzeugführer Willi Eichler festgenommen weil sie sich in verdächtiger Weise über die Bombenattentäter unterhielten Sie wurden der Abteilung lo des Polizeipräsidiums zugeführt Wegen Verdachts der Beteiligung an den Bombenattentaten wurden im Verlauf des heutigen Vormittage in Berlin noch jestgenommen: der Inhaber eines Turschließergeschäfts wvin Kruscht aus Görliger Straße. der zum Kreise Salomon gehört und ein ehemaliger Feuerwerker Willle aus der Florastraße## Neukölln. der zum Kreise Timm gehört. Bei den Berlin sestgenemmenen Perionen wurde schriftlich n Ernn von Salomon. Techow and Laß sowie mit Bruno von Salomon und dem„Landvolk"=Kreis schlieven lagt. in Wohnung von Dr. Salinger wurden Teile von Hollenmaschinen, Sprenastoss. Plaue zur Herstellung von Bomben und zahlreiche Plaue von offentlichen Gebauden gesunden. Somit stebt zweifellos fest, daß die Wohnung des Dr. Salinger das Zentrum der Berliner Organisation C. ist. in der die Attentäter alle Vorbereitungen zu ihren Anschlägen trasen. Aus den Funden geht dervor, daß sie in allernächster Zeit ein neueo Attentat in Berlin geolant hatten Welches Gebäude sie in Aussicht genommen hatten, läßt sich nicht erkennen, da die Zahl der vorgesundenen Plane zu groß ist und keiner von ihnen besonders gekennzeich. det war. * Bisheriges Ergebnis der Vernehmungen D Berlin. 11. Sept. Der Polizeiprasiden: keilt mit: Die im Zusammenhang mit den in Hamburg und Schlesowia=Holstein erfolgten Verhaftungen am Morgen des 11. September festgenommenen Personen wurden im Laufe des Tages vernommen. Dabei stellten sowohl die zur Gruppe Salomon wie auch die zur Gruppe Timm gebörenden Personen jede Verbindung mit den Attentaten in Abrede. Durch das beschlagnahmte umfangreiche Schriftmaterial und auch durch Zeugenaussagen ist jedoch schon einwandfrei festgestellt, daß die zur Grupve Salomon gehörenden Festgenommenen in engster Verbindung mit den in Holstein festgenommenen Personen standen. Bei den zur Gruppe Timm gehörenden Personen ist festgestellt worden, daß noch in letzter Zeit in der Wohnung des Timm Versuche mit Sorengstoff. u. Tränengas und Sprengwasser(Pikrin und Nitroglycerin) angestellt worden sind. Die Chemikalien stammten von dem festgenommenen edemaligen Feuerwerker Wilske, dessen Wodnung in der Bodestraße in Neukölln ein vollständiges Laboratorium darstellt und dessen Einrichtung und Bestände zur Zeit von einem Sachverständigen eingebend untersucht werden. In diesem Laboratorium Wilskes, der sich Laborant nennt, sind praktische Versuche zur Herstellung von Sprengkörpern vorgenommen worden. Der ebenfalls zu dieser Gruppe geborende festgenommene Schlosser Rotzteutscher war früher Mitglied des Ausschusses für die Organisation offizieller Kundgebungen, der„Sportabteilung" der N. S. D. A. P. und ist zur Zeit Vorsitzender der Ortsgruppe Berlin des Bundes der Freunde Schlageters. Die ganse Grupre Timm ist noch ein Ueberbleiblel der ebemaligen Soreng= und Sabotageorganisation Hauenstein, die von ihrer Tätigkeit in Oberschlesien und im Ruhrgediet bekannt ist und in der die Perlonen um Timm eine Arbeitsgemeinschaft bildeten * Organisation Consul beteiligt Haussuchung bei Ehrbarêt Die Sekretarin verbaftet. Berlin, 11. Sept.(Telegr.) Schon nach dem ersten Attentat in Luneburg hat die vreußische Polizei, wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, sofort die Verfolgung einheitlichorganisiert und den Berliner Kriminalpolizeirat Weitzel nach dort geschickt Bei dem kleinen Kreis der Attentäter war mit den üblichen Mitteln nichts zu erreichen. Die Zusammen= arbeit der preußischen Polizei mit der Hamburger und der Mecklenburger Polizei war geradezu vollendet. Mit dem Zugriff mußte aber gewartet werden, bis die Beweise schlüssig waren. Die Polizei wußte, daß Nickels im Besitz einer neuen Bomde war. die er an Schrader avgad. Hier wurde sie beschlagnahmt. Es ist eine sehr saubere, technisch vollendet gearbeitete Bombe. In Berlin stehen mit der Angelegenheit zwei Kreise in Verbindung, der eine ist der um Techow, der andere ist ein Kreis, von dem man weiß, daß durch ihn Unterricht in der Behandlung von Sprengstorfen erteilt wurde. Ob dieser Unterricht zum Zweck der gegenwärtigen Attentate erteilt wurde, steht noch nicht fest. Wettere Verhaftungen stehen vielleicht in den nächsten Tagen bevor. Ein Teil der Verhafteten gehört der früheren Organilation Consul an. Ob Ehrhardt mit den Dingen im Zusammenbang steht, dafür sind keinerlei Unverlagen vorhanden. Nickels in nicht nationallozialistischer Abgeordneter. Seine Identität mit einem Beamten der früheren preußischen Sicherheitspolizei aus den Jahren 1920=21 steht noch nicht feit. Schrader ist Bankbeamter Nach der.„B. 3.“ haben die bisherigen Vernehmungen der Verhafteten ergeben, daß es sich bei den Bombenlegern um eine national=anarchistische Terroraruppe handelt, die sich aus den Resten der ehemaliger Organisation Consul. der Organisation C, zusammensetzt, die seinerzeit zum erstenmal bei der Ermordung Ersbergers auftauchte Zu den Verhastungen in Berlin meldet das Blatt noch daß Werner Las früher Roßbach nabe stand, ihn aber später bekämpfte. Er ist Fudrer der Freischar Schill, deren tatigster Mitarbeiter der Hans Gert Techow ist. Es ist nicht ausgeschlossen, daß noch weitere Maßnahmen erfolgen, zumal die Spuren noch auf andere Personen hinweisen. Zur Zeit findet eine Haussuchung im Bureau Ehrhardt in der Lutzowstraße statt, das von ehemaligen Angehörigen der Organisation Consul geleitet wird. Wie weil Kavitän Ehrbardt selbst belastet ist, kann nach nicht gesagt werden. Es wird behauptet, daß bei den Sprengstojfattentaten dieses Jahres nicht wie früber eine Auslosung stattgefunden habe. vielmehr hätten die Mitglieder sich freiwillig ervoten, die Bombenanschläge zu übernehmen In Verbindung mit den Untersuchungen sollte beute vormittag das Bureau Ehrbardt in der Lüpowstraße, das von früheren Mitgliedern der Organilation Consul geleitet wird, einer Durchsuchung unterzogen werden. Als die Beamten erschienen, war aber noch niemand im Bureau anwesend. so daß sich die Haussuchung verzögerte, bis gegen Mittag die Sekretarin Sonia Lankes eintraf. Die Beamten der Abteilung Ia des Polizeipräsidiums beschlagnahmten nunmehr das gesamte schriftliche Material und nahmen Fräulein Lankes fest, die auf dem Polizeipräsidium einer Vernehmung unterzogen werden soll. Der Geschäftsführer Platz ist nicht aufzufinden. Er scheint sich verdorgen zu halten. Bei der Haussuchung im Berliner Ehrhardt=Bureau wurde von der Polizei auch eine Anzahl der logenannten Ehrbardt=Briefe beschlagnahmt, die der ebemalige Führer der Marinebrigade seinen politischen Freunden regelmäßig und, wie betont werden muß. öffentlich zustellt. Uebrigens hat Kavitän Ehrbardt erklärt, daß er gegenüber den Behauptungen, daß er in irgendwelchem Zusammenhang mit den Bombenattentaten oder mit deren Vorbereitung gestanden habe, gerichtliche =chritte ergreisen wolle. Bisher 22 Verhaftete Die Jabl der unter dem Verdacht der direkten ode: indirekten Beteiligung an den Bombenattentalen in Berlin und im Reich verhaiteten Perionen, hat sich in den Nachmittagsstunden auf 22 erdobt. Dagegen wurde die im Berliner Ehrhardt=Bureau bei der heutigen Durchsuchung vorläufig festgenommene Sekretärin Sonta Lankes nach etwa einstündigem Verhör wieder auf freien Fuh gesetzt. Die vorläufig noch bestebende örtliche Trennung der beiden Haustzentren der volizeilichen Nachforschungen erschwert in gewissem Maße die olanmäßige Bearbeitung der ganzen Angelegenheit. Der Aernvunkt der aufgedeckten Attentatsbewegung liegt, soweit es sich bisher übersehen laßt, zweisellos in Schleswia=Holstein. wahrend man es in Berlin wahrscheinlich nur mit den Ausläusern der Bewegung oder einem Kreis von Mithelfern zu tun dat. Recht eigenartig ist die Laufbahn des in Berlin verhafteten Dr. Salinger. Er hat wiederholt seinen Beruf gewechselt, war eine Zeitlang Angestellter einer holländischen Luftverkehrsgesellschaft, dann Redakteur der„Industrie= und Handelszeitung“ und zuletzt Sondikus des Zentralverbandes der Blech=, Metall=, Eisen= und Stahlwarenindustrie. Neben dieser geschäftlichen Tätigkeit hatte er politische Ambitionen und veranstaltete in seiner Wohnung in Wilmersdorf an jedem Freitag politische Diskussionsabende. zu denen Angehörige der verschiedensten volitischen Lager, insbesondere aber der radikalen Gruppen erschienen. und zwar sowohl völkischer, wie bolschewisticher Kreise. So verkehrten bei Dr. Salinger swei leitende Persönlichkeiten der russischen Handelsvertretung in Berlin. Auch der Schriftsteller Arnold Bronnen gehörte zu diesem Kreise. Auf neutrale Teilnehmer dieser Diskussionsabende habe Dr. Salinger den Eindruck gemacht. als ob er eher ein Versechter linksradikaler Ideen, als ein Anhänger von rechtsradikalen Kreisen sei. Wa Rußland zur deutschen Note Die russische Regierung verstimmt? Reine Veröffentlichung der deutschen Verbalnote Kowno, 11. Sept.(Telegr.) Wie aus Moskau gemeldet wird, hält die amtliche Telearaphen=Agentur der Sowietunion iron der Mitteilung des deutschen Generalkonsuls in Charbin, Stobbe, daß in Charbin keine russischen Staatsangehörigen ermordet oder erschossen worden seien, daran fest, daß von den chinesischen Bebörden wieder 12 Russen im Internierungslager Sumbei gekönft worden seien. Auch in anderen Städten der Nordmandschurei sei eine Anzahl Personen hingerichtet worden. Die Sowietpresse hat bis heute die deutiche Verbalnote über die Lage der sowietrussischen Staatsangehörigen in China nicht veröffentlicht, spricht aber trondem ihre Unzufriedenheit mit der deutschen Außenpolitik aus. So besaßt sich die„Prawda“ mit Stresemanns letzter Rede, in der der Umschwung der deutschen Außenvolitik von Osten nach Westen zum Ausdruck gekommen sei. Von deutscher Seite wurden die Beziehungen zu Rußland vernachlässiat. Trondem herrsche in Moskauer politischen Kreisen die Auffassung, daß die deutschen diplomatischen Vertretungen ihre Arbeit für den Schutz der russischen Staatsangehörigen in China vermehren und deren rechtlose Lage verbessern würden. Die Kriegslage p# Peking, 11. Sept.(Telear.) Das chinesische Kriege ministerium veröfsentlicht einen Bericht über die militärische Lage in der Nordmandschurei. Danach ist es in den letzten 24 Stunden zu keinen neuen Kämpfen an der russisch=chinesischen Grenze gekommen. Die sowietrussischen Truppen haben sich in russisches Gebiet zurückgezogen und die Bombardierung der chinesischen Städte durch Flugzeuge eingestellt. Das chinesische Kriegsministerium bat sämtliche Militärattachees der ausländischen diolomatischen Vertretungen in Peking eingeladen, nach der Nordmandschurei zu kommen, um die in Progranitschnaja von den Russen angerichteten Verwüstungen in Augenschein zu nehmen. Weiter wird gemeldet, daß die chinesische Regierung beschlossen hat, zwei Divisionen nach der Nordmandschurei zu entsenden. Schluß der Genfer Aussprache Rumänien und Irland unterzeichnen die Schiedsgerichtsklausel Kritik an der Minderheitenpolitik des Völkerbundes Genf, 11. Seot.(Telegr.) In Fortsetzung der allgemeinen Aussprache in der Völkerbundsversammlung gab heute vormittag der australische Delegierte Marr eine allgemein mit großem Interesse erwartete Erklärung zur Fakultatioklausel der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit ab. Angesichts der Ereignisse der letzten 24 Stunden, womi! er die erschütterte Stellung seiner Regierung meinte, könne er uber eine„so politische Frage". wie die Unterzeichnung der Fakultativklausel, sich nicht außern. Im übrigen betonte er in seiner Rede die Bereitschaft Australiens, an den wirtschaftlichen Aufgaben des Völkerbundes mitzuarbeiten, wobei aber berücksichtigt werden müsse, daß 27 nichteuropäische Staaten dem Völkerbund angehören, deren wirtschaftliche Interessen nicht unbedingt varallel lausen mit denen der europäischen Staaten. Der rumänische Außenminister Mironeseu wiederholte im weiteren Verlauf der Sitzung als nächster Redner die Bereitschaft Rumaniens. mit einen Nachbarstaaten Sicherheitsverträge einzugeben. Außerdem nehme die rumänische Regierung die Unterzeichnung der obligatorischen Schieosgerichtsklausel in Ausicht. In Bezug auf die Minderheitenfrage meinte er, daß man über die in Madrid erzielten Besserungen des Beschwerdeverfahrens nicht werde hinausgeben können, da sonst eine Gefährdung des staatlichen Gefüges sich ergeben konnte. In der Frage der Abruitung hoffe er auf einen guten Ausgang der enzlisch=amerikanischen Verhandlungen und auf das lpatere Zustandekommen einer Abrüstungskonferenz. Zu den gestrigen Ausführungen des ungarischen Delegierten Graf Avvonvi, daß alles in der Welt dem Wandel unterworfen sei, erklärte der rumänische Außenminister, Rumanien halte an der Auffassung feit, daß die Mitgliederstaaten des Volkerbundes an die Wahrung der Verträge gebunden ind und dem bestehenden Recht Stabilität verschaffen müßten. Im weiteren Verlauf der Aussprache begrüßte der bulgarische Außenminister Buroff die fortschreitende Unterzeichnung der obligatorischen Schiedsgerichtsklausel, die Bulgarien bereits früher anterzeichnet hat Man werde mit ihrer Hilfe die Streitfälle friedlich i##en und ohne metährdung der Sicherbeit ernnlich zur wirkiamen Abrüstung übergehen und in eine neue Phase der Weltbefriedung eintreten können. Sehr ausführlich behandelte Buroff das Minderbeitenproblem, dessen Losung den Hauptsaktor für die moralische Abrüstung in Europa darstelle. Die wichtioste Ausgabe des Volkerbundes, die Beseitigung der Anlässe zu internationalen Reibereien, müsse auf diesem Gebiet erfüllt werden. Der Völterbung habe seine Schutzgarantien gegenüber den Minderheiten biober in wirklamer Form nicht angewandt. Seine volle Zustimmung gibi Buroff der deutschen Forderung, daß der Völkerbund deuernd die Lurchahrung der Schutzgarantien des Völkerbundes überwachen müsse. Schließlich berührte der Minister noch die Frage der Heimschaftung der in Bulgarien untergebrachten 501000 mazedonischen Flüchtlinge. Diese Frage, die bekanntlich die Beziehungen Bulgariens mit Südslawien immer noch belastet, sei für Bulgarien eine Lebensfrage und müsse, gegebenenfalls unter Mitwirkung des Völkerbundes. gelöst werden. Als letzter Redner kündigte der trische Außenminister Me. Gilligan die Unterzeichnung der obligatorischen Schiedsgerichtsklausel an. Damit war die allgemeine Aussprache abgeschlossen. Vielfach bemerkt wird, daß dieses Jahr die volnische Delegation keinen Redner auf die Tribüne geschickt hat.„ Der Zeitpunkt für die nachste Vollsitzung der Völkerbundsversammlung, die nunmehr in den sechs Versammlungsausschüssen die Einzelberatung der Tagesordnung beginnt. wird Anfang der nächsten Woche festwerden. Die deutschen Vertreter im Bankund im Berlin, 11. Sept.(Telegr.) Wie die„D.A.3.“ berichtet, ist in dem im Doungolan vorgesehenen Reichsbankausschuß neben dem Reichswirtschaftsministerium, das durch Ministerialdirektor Scheifer vertreten wird. die Reichsbank durch das Mitglied des Reichsbankdirektoriums. Dr. W. Vocke. vertreten. Im chuß bat Deutschland zwei Beamte delegiert. nämlich den Ministerialdireltor im Finanzministerium. Dr. Dorn. und den Leiter der Tarisabteilung im Verkehrsministerium. Direktor Vogt. Die Reichsbahn selbst ist im Unterausschuß ohne Vertretung gelassen. Das verkehrspolitische Uebergewicht im Ausschuß dürfte infolgedessen bei den auslandischen Delegierten. dem bisberigen Eisenbahnkommissar G. Levewe. liegen. Der weite ausländische Vertreter ist das bisherige italienische Mitglied des Verwaltungsrats der Deutschen Reichsbahngesellschaft. G. Bianchini. Englische Räumungsvorbereitungen im Gange 6 Berlin, 11. Sept.(Telegr.) Amtlich wird mitgeteilt: Die Vorbereitungen s#e die Räumung der von den englischen Truppen besetzten Teile der dritten Zone sind in vollem Gange. Die Räumuns beginnt am 14. September. Soweit sich die jetzt übersehen läßt, wird die Raumuns von Köniestein am 27. September und von Bad Schwalbach am 28. September beendet sein. Von sranzosischen Truppen werden beide Orte nicht wieder delegt, so daß sie mit dem Abzus der engischen Truppen engultig geraumt sind. Die Gesamträumung der englischen Zone, also auch von Wiesbaden und Bingen, wird etwa am 13. Dezember 1929 ab. geschlossen sein. Deutsche Abordnung für die Saarverhandlungen Rabinettssitzung in Berlin ## Berlin, 11. Sept.(Telegr.) Amtlich wird mitgeteilt: Das Reichskabinett befahte sich in seiner heutigen unter dem Vorsis des für die beserten Gebiete Dr. Wirrb abSitzung mit der Zusammensetzung der Delegation. die bereits in allernachster Zeit in Paris über die Rückgliederung des Saargedietes mit Frankreich verhandeln wird. Die Zuhrung dieser Delegation wird Staatsiekretar a. Dr. Dr. von eimson übernehmen. Ihm werden als Delegationsmitglieder Vertreler des Auswarti= gen Amts. des Ministeriums für die besetzten Gediete, des Reichssinanzministeriums, des Reichswirtschafte steriums. Preußens und Baverns beigegeben. Es bleibt vorbehalten, nach Maßgabe des Fortschreitens der Verhandlungen zur Delegation auch noch Vertreter anderer Weslorts abzuordnen. Die engste Zusammenarbeit der Delegation mit Vertretern der Unternehmer und Gewerkschaften, sowie der sonstigen beDER ZINKER Von Edaar Wallace. Autorisierte Uebersetzung von Nani Navendie 20. Verlag Wildelm Soldmann, G. u. d. H., Leipzig. (Nachdruck verdeten). „Was. das können Sie nicht? Was wird denn geschehen, wenn ich gegangen bin und Sie finden, daß die Dame in dem Zimmer schläft? Wollen Sie dann nach der Polizei schicken? Das glaube ich doch nicht, Bill! Ich hatte Ihnen ja gar nichts zu sagen brauchen. Wenn ich herausgegangen ware und sie vort gelassen hätte, hätte ich doch nur sagen brauchen, ich komme in ein oder zwei Stunden wieder— dann hätten Sie doch geschwiegen?“ „Ich kann nicht zulassen, daß irgend jemand in meinem Klub betaubt wird“, sagte Bill bestimmt. „Wenn sie Ihnen einen Krach machen will, dann kann ich mich ja ungejahr in Ihre Lage versetzen.“ Sutton holte ein Bündel Banknoten aus seiner Tasche, nahm drei und legte sie vor ihn auf den Tisch „Wenn sie natürlich nicht zu Schaden kommt dabei“, meinte Vill und betrachtete das Geld vor sich. Er nahm die Banknoten mechanisch, faltete sie und steckte sie in die Tasche.„Wann werden Sie zurück lein?" fragte er, als Sutton nach dem Fahrstuhl klingelte „Kurs vor oder kurz nach ihr. Lassen Sie sie, bitte, in den Sitzungssaal aeben wenn er frei ist" Bill nickte. „Wenn sie vor mir kommt, so sagen Sie ihr, daß ich nick Nachdem Sutton gegangen war, setzte sich Bill auf den hohen Stuhl hinter sein Pult und fuhr mit der Hand durch sein graues paar. Als Jim nach oben kam, fand er ihn, wie er auf das Buch starrte, das vor ihm lag „Was ist los. Vater?“ „Was meinst Du... nichts ist los“, sagte Bill barsch „Stelle doch nicht immer so dumme Fragen!“ „Was hat denn dieser Herr für ein Geschäft— dieser Mr. Sution?“ „Er ist ein Gentleman“, sagte Bill schroff. Dann stand er mit einiger Anstrengung auf, kletterte von seinem Stuhl herunter, ging zu dem kleinen Weinkeller, nahm zwei Flaschen Champagner, stellte sie auf ein Tablett, dazu Glaser und einen kleinen Silberkasten mit Biskuits und brachte sie in den Sitzungssaal, ein großes, in etwas lebhaften Farben dekoriertes Zimmer. Er drehte das Licht an. schaute sich um und entzundete den Gasosen. Als er wieder auf den Gang trat, sad er einen Kellner und winkte ihn zu sich „Es kommt temand hier ins Zimmer, Sie sollen da nicht aus= und eingehen. Und Adolf, wenn dieser Herr gegangen ist, wünsche ich nicht, daß Sie das Zimmer betreten, um aufzuräumen— haben Sie mich verstanden?“ „Jawobl. Sir.“ „Wenn ich Ihnen also sage. Sie sollen hier nachber nicht aufräumen“. sagte Bill, der sich von jedem Verdacht und jeder Verantwortung reinwaschen wollte.„so meine ich damit nur, daß der Herr den Raum gemietet hat bis zum Schluß.“ „Ich verstebe", erwiderte Adolf, den solche ungewohnliche Aufträge nicht weiter wunderten.„Ebenso Nr. 4“ „Der will schlasen, das habe ich Ihnen doch gesagt", fuhr ihn Bill an.„Den dürfen Sie nicht stören. Jedes Mitglied, das in diesem Klub schlasen will, kann schlasen, solange es ihm pakt.“ Bill wandte sich wieder zu seinem Pult und lehnte sich daran „Ich bin gespannt. Jim“. sagte er mit einer gewissen Melancholle.#us er wohl sagen würde, wenn er wüßte. was für einen Laden ich hier habe.“ Wen meinst Du. Vater?“ fragte Jim, der sich nichts bei dieser Frage denken konnte „Aber Du weißt doch. von wem ich immer spreche" antwortete sein Vater betrübt,„das ist doch der Mann der mich immer Waldemar nannte" Vielleicht ist er tot. Viele Ottiziere sind doch im Kriege gefallen.“ * Vill sah ihn döse an. Plotzlich drang ein Gerausch erregter Stimmen vom Gang her. der zu den Privat= raumen führte. Ein großer, junger Mann im Gesellschaftsanzug, mit rotem, erregtem Gesicht und zerzaustem Haar kam heraus. gesolgt von einem dicken Mann „Nanu, was ist den hier los?" fragte Bill streng Er brauchte nicht zu fragen, er konnte schon seben. was es gab. Der langfingerige Walters und seine guten Freunde hatten den jungen Mr Weatberdo in den letzten Stunden in einem der Zimmer„unterhalten". „Dieser junge Lümmel—“ begann Walters erregt „Sie haben eine Karte aus Ihrer Tasche genommen — das habe ich genau gesehen“, schrie der junge Mann und Waliers holte aus, um zu schlagen. „Ruhe!“ sagte Bill mit lauter Stimme und tra. da swwischen. „Ich wirde ihm das Genick „Was wollen Sie denn?“ Bill Anerley lachelte erbarmungslos.„Sie haben hier gar nichts zu wollen. Walters „Nun, was soll das denn heißen, daß er mich hier beschuldigt?" fragte der dicke Mann. Bill kümmerte sich aber nicht um ihn „Wieviel haben Sie verloren. Sir?“ „Fünfundzwanzig Pfund— das macht aber nichts—“ „Also. Sie haben fünsundzwanzig Pfund verloren.“ Fill bielt dem widerspenstigen Walters die offene Hand hin.„Zahlen“, sagte er kurs „Was wollen Sie?“ fragte Walters. „Ich habe es Ihnen so gelagt!“ Vill Anerlen### Stimme wurde hart und eindringlich. Widerstrebend und langsam zog Walters die Brieftasche. nahm fünf Banknoten heraus und gab sie Bill, der sie kritisch untersuchte. Eine gab er zurück. „Blüte!“ sagte er „Wie meinen Sie?“ fragte Walters unschuldig. „Gesalscht! Keine WiderredWalters ersette die gesälschte Note durch eine andere. „Also, erledigt“ Bill kaltete die Fünfpfundnoten zusammen und gad sie dem jungen Mann zurück. „Ich danke Ihnen. Vill.“ Weatherby gab dem Vortier eine der Noten zurück, der sie in die Tasche steckte und die Lifttür öffnete „Jim. hole schnell Mr. Weatherbos Hut.“ Es herrschte tiefes Stillschweigen. bis Jim zurückkehrte, der mit dem jungen Mann nach unten verschwand. Was soll das beißen, daß Sie Ihre Nase in alles stecken?" fuhr Walters Bill an „Wollen Sie das wissen?" fragte Bill.„Wenn das passiert, kommt eine Anzeige von der Polizei. Sorgen Sie dafür, daß es keinen Spektakel gibt und die Leute ich nicht bei mir beschweren, dann sage ich auch nichts Sowie aber der geringste Spektakel da ist, habe ich mich um die Sache zu kümmern.“ „Geben Sie mir die fünf Pfund zurück“, forderte Walters. Vill lachte laut auf „Ich werde Ihnen eins unter die Nase versetzen, daß Sie genug haben“, sagte er rubig Und das soll ein Klub für Gentlemen sein!" fluchte Walters.„Ich werde die Sache dem Komitee anzeigen“ „Das Komitee bin ich. Kommen Sie mal der!“ Und als sei er durch einen Basilisken hopnotisiert, gedorchte Waltero.„Gehen Sie zurück und trinken Sie Ihren Whisky“, sagte Bill kalt.„Wenn Sie aber mit mir Krach machen, dann werse ich Sie den Lift binunter, daß Sie Ihr Genick brechen“ Walters ging schlotternd zu seinem Zimmer und zu einen Freunden zurück. „Schoner Klub das, muß ich lagen!“ drummte er „Der einzige Klud. in dem Sie als Mitglied aufgenommen werden konnten— oder noch im Klub früherer Sträflinge von Dartmoor“, rief ihm Vill zu. * Jim hatte große Eile, wieder nach oben zu kommen, um zu sehen, wie die Sache weiterging. Er hatte schon oft solche Zwischensälle erlebt, aber sie machten ihm immer von neuem Spaß. Als er zurückkam, hatte auch er etwas zu melden „Vater. Du weißt doch der Herr, den Du mir damals vom Au obus aus gezeigt dast, der Offizier, von dem D.: immer so viel erzähl't—“ Bill nahm seinen Klemmer ab und legie idn auf den Tisch „Ja— was ist mit dem?" „Den habe ich gerade im Augendlick geseden „Wie— das ist doch nicht möglich“ „Doch— ich habe ihn geseden.“ „Wo?“ „Gerade vor der Tür.“ Bill Anerleo schüttelte verächtlich den Ko### „Ach was, Du Grünschnabe!!“ „Doch, ich habe ihn gesehen, ich sage es Dir!" bestand Jim hartnackig.„Er stand auf der anderen Seite der Straße, als ich den jungen Mann herunterbrachte. Ich habe ihn mir genau angesehen— ich ging gerade auf die andere Seite der Straße, aber in dem Augendlick drehte er sich um und war fort.“ Bill startte seinen Sohn an „Na. was hättest Du ihm denn nun sagen wollen" „Also. ich hätte ihn doch bestimmt gefragt: Sind Sie der Herr, der meinem Vater das Leben gerettet hat? Wenn 1a, wollen Sie. bitte, einen Sprung nach oben kommen und ihn begrünen?" „Ne. die Sprache!“ beklagte sich Jim.„Das sind nun Manieren! All das Geld. das ich für Deine Erziedung zum Jenster hinausgeworten habe!" Er sah ihn von der Seite an.„Aber es ist unmöglich, daß er es war. Du hast damals nicht genau hingesehen, als ich ihn Die zeigte!“ „Doch. ich habe ihn deutlich erkannt!" „Er siebt vornehm aus“, sagte Bill.„Also hast Du ihn Dir nicht ordentlich angesehen. Ich wünschte, ich konnte ihn noch einmal seben" Er schüttelte den Korf. „Was für einen Anzug hatte er denn an?“ Jim überlegte. „Er hatte einen grauen Hut auf.“ „Und keine Hosen?" fragte sein Vater ironisch. „Allo. ich sage ja, er hatte einen grauen Hut, dazu einen dunklen Anzug und einen schwarzen Ueberzieder.“ Bill schüttelte wieder den Kopf „Das war er nicht.“ Dann lächelte er in Erinnerung an frühere Zeiten „Du weißt doch. Jim, das letzte, was er mir sagte, war:„Waldemar, wenn wit semals aus dem Schlammassel herauskommen, dann essen wir einmal gut im Carlion=Hotel zusammen!" Jim kannte das Cartton=Hotel nicht. Od es wohl das Lokal neben Loono war Sein Vater war bosc über die Frage Du ziehlt aber auch alles in den Dred. was Du anherunterbringen, ader das ist nicht mehr aut möglich.“ Die Liftklingel schellte. Jim fuhr nach unten, um den Gast herauszubringen. Bei seinem Aublich grinne Bill unangenehm berührt reiligten Kreise des Saargediets und der denachbarten deutschen Gebietsteile sind sichergestellt. Deutsche Vorstellungen bei Polen Wegen der Luftspionage # Berlin, 11. Sevt.(Telegr.) Die Reichsbevorden sind bei Polen vorstellig geworden, um das wiederholte Ueberfliegen neutschen Gebiets durch polnische Flieger abzustellen. Auch das gestrige Vorkommnis ist erneut zum Anlaß solcher Vorstellungen genommen worden. M##oionage in der Grenzmark Posen=Westvreußen wird weiter fortgesen: Nachdem am Dienstag ein polnisches Militärflugzeug über Schneidemühl gesichtet worden war. wurde am Dienstagnachmittag gegen 2 Uhr die brandendurgische Grenzstadt Driesen von einem polnischen Militärflugzeug überflogen. Das Flugzeug kreuzte mehrmals über der Stadt. überflog auch in niedrigster Höhe die strategisch wichtigen Punkte und wandte sich dann in Richtung Neuteich wieder der Grenze nach Polen zu Am Dienstagabend gegen 10 Uhr wurde nochmals ein polnisches Flugzeug über Schneidemühl beobachtet. Die Erregung der Bevölkerung in der Grenzprovinz steigert sich immer mehr. Bessere Aussichten für die Arbeitslesenversicherungsreform Besprechungen zwischen Reichs. und Preußenregierung Berlin, 11. Sept.(Eig. Drahtber.) (Von unserer Berliner Vertretung.) Die Verhandlungen über die Reform der Arbeitsosenversicherung scheinen nunmehr Erfolg zu verprechen. Jedenfalls bedeutet der Vertagungsbeschluß des Reichsrates durchaus nicht eine Verschleppung der Entscheidung über die Arbeitslosenreform. Es ist auch vollig unzutreisend. wenn in der„Kölnischen Zeitung" behauptet wird, daß die lozialistischen Xabinettsmitglieder die bürgerlichen Mitglieder der Reichsregierung durch Androhung einer Regierungskrise zum Nachgeden geswungen hätten. Die auf Anregung der preußischen Regierung deschlossene Verragung der Beschlusfassung des Reichsrates über den ihm vorliegenden Antrag der baverischen Regierung bedeutet viel. mehr eine Erleichterung der Lage, denn die Annahme des baverischen Antrages im Reichsrat datte ganz sweifellos eine Erschwerung der weiteren Erledigung der Arbeitslosenreform bedeutet. Für einen derartigen Beschluß des Reichsrates wäre weder die Reichsregierung noch eine Mehrheit des Reichstages zu haben gewesen Die Verhandlungen zwischen den Regierungen sind im übrigen bereits im Lause des Mittwoch fortgeführt worden. Von der preußischen Regierung waren der Einanz=, der Handels=, der Wohlfahrts= und von der Reichsreglerung der Reichsfinanz= und der Reichsarbeitsminister beteiligt. Die Verhandlungen. die Donnerstag fortgesetzt werden sollen, haben einen wesentlichen Fortschritt gcbracht. Die Reichsregierung und die vreutzische alerung werden Donnerstag vormittag eine gemeinsame Besprechung über die Arbeitslosenreform haben. Die Reichsregierung wird sich dann auch im Laufe des Donnerstag mit den übrigen Landerregierungen, insbesondere mit der bayerischen Regierung ins Benehmen setzen. Es ist möglich, daß der Sozialvolitische Auschuß des Reichstages, der Donnerstaa adend zusammentritt, bereits einen Beschluß der Reichsregierung vorfinden wird. Man darf demnach boffen, daß die Schwierigkeiten, die einer Verständigung über die Arbeitslosenversicherungsreform bisher noch entgegenstehen. überwunden werden. Insbesondere ist es zu begrüßen, daß die Reichsregierung sich endlich dazu aufgerarst dat, die Führung in den Verhandlungen zu übernehmen und alles zu tun, um endlich aus den Schwierigkeiten heraus zu kommen. Reichsanstalt und Sonderregelung für Saisonarbeiter + Berlin, 11. Sept.(Telegr.) In der Presse ist die Meldung verbreitet worden, daß das Arbeitslosenversicherungsgesetz am 30. Sptember außer Kraft tritt. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, läust nicht das Arbeitslosenversicherungsgesetz, sondern die Sonderregelung für Saisonarbeiter am 30. September ab. Dadurch tritt eine Medrbelastung der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung ein. Die Reichsanstalt könne sich dieser Tatsache nu: dadurch entziehen, daß sie von sich aus die Dauer der Unterstützung der Saisonarbeiter beruntersetzt und die Wartezeit verlängert, Ferner könne sie anordnen, die Unterstützung nicht für 26 Wochen zu zahlen, sondern diese Zeit abzukürzen. Macsonalé, der Optimist Reine Meinungsverschiedenheiten im englischen Rabinett Englands Haltung im Haag] Der englisch=amerikanische Flottenausgleich Kein Bündnis mit Amerika London, 11. Sept.(Telegr.) In einer Nede vor den Bergarbeitern in Turham trat Ministerpräsident Macdonald am Dienstagabend den Bebauptungen entgegen, daß sich in der Kadinettssitzung am Montag innerbalb des Kabinetts ernste Meinungsverschiedenbeiten über die Genfer Erklärung Hendersons zu der finanziellen Unterstützung angegriffener Staaten ergeben hätten. Er wies weiter darauf bin, daß in dieser Sitzung auch die englisch=amerikanischen Flottenausgleichsverbandlungen mit keinem Worte erwähnt worden seien. In derselben Rede nahm Macdonald zu der Haltung Englands bei den Haager Verhandlungen Stellung. Von gewissen Seiten, so führte er aus, werde bedauptet, daß England nur um die 2,1 Millionen Pfund gekämpft habe, eine Summe, die heutigen Tages keine eroße Rolle spiele. Wenn aber 2.4 Millionen Pfund auf der einen Seite und Frieden und Ruhe in Europa auf der anderen Seite nur der Erfolg gewesen seien, dann sei allerdings eine Regierung, die den Frieden in Eurova um 2,4 Millionen willen geopfert hätte, blind und unmöglich. Seiner Auffassung nach hatten die anderen Landei angefangen zu glauben, daß England seine Rechte nicht verteidigen wolle oder könne. Wenn Frieden in Eurova herrschen solle, dann bätte eben England die Haltung einnehmen mussen, die es im Haas eingenommien habe. Kein fremdes Land könne behaupten, daß England irgend einen finanziellen Erfola aus dem Kriege gehabt habe. England habe nie die Nationen schlecht behandelt, die ihm aus dem Kriege der Geld schuldeten. Aber es gebe eine Grenze. So lange er seine Stellung als Ministervräsident inne habe und so lange eine Arbeiterregierung in England an der Realetung sei, werde sie stets darauf bedacht sein, daß England seinen richtigen Anteil erhalten werde. Auf die englisch=amerikanischen Flottenausgleichsverhandlungen Bezug nehmend, sagte Macdonald, daß England in Besprechungen eingetreten sei, die man, genau genommen, nicht Verhandlungen nennen könne. Beide Nationen seien außerordentlich vorsichtig und würden nicht versuchen, mit dem Koof durch die Wand zu rennen. Infolgedessen hätten sich beide Länder gefragt, weshalb die bisherigen Verhandlungen auf diesem Gebiete immer fehlgeschlagen seien. Aus diesen Schwierigkeiten werde jetzt ein Ausweg gesucht. Das sei der augendlickliche Stand. England schließe keine Bündnisse mit Amerika. Das musse eindeutig festgestellt werden. Amerika sei viel zu weise, mit irgend einer euroväischen Macht ein Bündnis zu schließen. Es sei denn, daß das Bündnis die Form eines Uebereinkommens habe, das moralischen Einfluß ausübe und den Frieden sicherstelle. Macdonald schloß:„Ich bin, wie immer, außerordentlich ootimistisch. Ich glaube nicht, daß die Schwierigkeiten der augenblicklichen Lage. die guten Absichten und den aufrichtigen Zweck unserer Besprichungen über den Hausen werfen werden.“ Die Abrüstungssabotage Eingeständnie der Bethlehem=Stahlgesellschaft. □ Wasbington, 11. Sept.(Telegr.) Das Weige Haus hat soeben die Antwort der Bethlehem=Stahlgesellschaft auf die Beschuldigungen, den Versuch gemacht zu haben, die Abrüstungsbestrebungen der amerikanischen Regierung zu vereiteln, bekanntgegeben. Die Stahlfirma gibt zu, den Provagandisten der Big=Navy=Gruppe, Shearer, als Beobachter nach Genf gesandt zu haben. Shearer galt auch als Beaustragter anderer Stabl= und Schiffsbaugesellschaften. Er erhielt ein Gehalt von 25000 Dollar(100 000 Mark). Offizielle Untersuchung der Shearer=Provaganda à Wasdington, 11. Sept.(Telear.) Gemaß der bereits gemeldeten Empfehlung des Marineausschusses hat der Bundesrat heute offiziell die Einleitung einer Untersuchung über die provagandistische Tätigkeit der amerikanischen Schifisbaugesellschaften bei der Genfer Marineabrüstungskonferenz von 1927 angeordnet Aus Westfalen und Rheinland Mit einem Bierglas das Gesicht zertrummert. Dortmund, 11. Sept. In einer Wirtschaft in der Bruckstraße kam es in der vorletzten Nacht zu einer schweren Schlagerei, als man dort zwei junge Madchen wegen ihres ungebührlichen Besehmens aus dem Lokal weisen wollte. Da sie der Aufforderung nicht Folge leisteten, setzte man sie schließlich mit Gewalt an die frische Luft. Plötzlich ergrissen zwei an der Tür stehende junge Leute für die Maschen Partei, lo daß es zu einer regelrechten Schlägerei lam. In diesem Augendlick kam zu den Streitenden ein großer unbekannter Mann und versetzte mit einem Bierglas dem einen der jungen Leute einen wuchtigen Hieb in das Gesicht, so daß dieses völlig zerichnitten wurde und dem Getroffenen das Blut herunterlief. Der andere erhielt von dem Menschen ebenfalls einen heitigen Schlag und wurde ebenfalls schwer verletzt. Ehe Polizeideamte derbeteilen konnten, war der Tater spurlos verschwunden. Die beiden jungen Leute, die d.s zur Unkenntlichkeit verleßt worden waren, mußten dem Krankenhause zugeführt werden. Eine Gefalligkeit mit dem Tode bezahlt. Olve, 11. Sept. Ein Reisender, der hier einen Zug vervazt hatte, wurde von einem hiesigen Kellner mit leinem Motorrad an den Anschlußzug nach Betzdorf gebracht, jedoch sollte der Kellner diese Gefälligkeit mit dem Tode bezahlen. In einer scharfen Kurve bei Altenkirchen rane er mit seinem Motorrad gegen einen Baum Der 23jahrige Rellner flog über die Lenkstange hinweg auf eine am Straßenrande stehende Maschine, die zum Aufreißen schadhafter Straßendecken verwendet wird. In bewußtlosem Zustand schaffte man idn ins Krankenhaus, wo er, ohne das Bewußtsein vorder wiedererlangt zu daben, stard. Der Reisende war in hohem Bogen auf sumntiges Wiesengelande geflogen und kam ohne jeg liche Verletzungen davon Blutiges Drama in der Eifel Wenschau(rel), 11. Gept. In der vergangenen Gach. wurden dier ein Dachdecergeselle und ein 17jähriges Madchen mit Kopfverletzungbewutztlos aufgefunden. Beide waren noch kur; vorher auf der Kirmes gesehen worden. Der junge Mann ist heute früh im Krankenhaus gestorden, auch die Verletzung des Mädchens ist lebensgefährlicher Natur Der Hergang der Tat ist noch nicht geklärt. Arnsbera, 11. Sept. Infolge der großen Trodenheit ist der Stauinhalt der Möhnetalsverre im August um 13 Millionen Kudikmeter auf 47.6 Millionen Kubikmeter zurückgegangen. Der Wasserspiegel senkte sich von 23,95 Meter auf 21,70 Meter in der gleichen Zeit. Infolge des niedrigen Wasserstandes der Flusse beobachtet man ein großes Fischsterben. * Minden, 11. Sept. Der Besitzer einer Brennerei im benachbarten Stemmer beauftragte einige Leute mit der Revaratur eines hohen Schornsteines. Dabei sand man lt.„M. T.“ am Boden einen noch lebenden Storch vor. der vor etwa 14 Tagen auf seiner Sudreise mit seinen Bealeitern auf dem Schornstein ausgerubt hatte, dabei aber in die Oeffnung gestürzt war. Das Tier trug einen Ring mit der Aufschrift:„A. Skovgaard, Viborg, Dänemark". Man kann sich denken, daß der Storch, der 14 Tage ohne jegliche Nahrung zubrachte, völlig erschönft war. Glücklicherweise lag der Betrieb in letzter Zeit still, sonst ware das Tier sicherlich elendig zu Tode gekommen. Abrweiler, 11. Sept. Die sonst so wilde und reißende Abr ist vollig ausgetrocknet. Hunderte von verendeten Fischen liegen in dem ausgetrockneten Flußbeit. An der Ahrmündung werden die die in die Mitte des Rheines sich erstreckenden Sandbanke nunmehr aus gevaggert. was eine große Erleichterung für die Rheinschiffahrt bedeutet. Schießubungen im besetzten Gediet. Triet. 11. Sept. Nach Mitteilungen des Kommandierenden Generalo der 47. Insanteriedivision sind die von dem Schietldungsolat in Pellingen vorgesehenen Schietzudungen entgegen einer anderen Anordnung auf den 7., 10., 14, 19. und 26. September festgesetzt worden. Schiffsunglück auf der Desterschelde Belgischer Dampfer gesunken 14 Personen ertrunken? □ Blislingen, 11. Sept.(Telegr.) Der belgische Dampfer„Estella", der sich auf der Fahrt von Antwerven nach Hausweert besand, ist in der vergangenen Nacht ungefähr gegen 2 Uhr an der Westerschelde bei Walsoorden mit einem anderen scheldeaufwärts fahren. den Dampfer, auscheinend deutscher Nat onalität, zu: ammengestotzen und sofort gesunten. Da die Besatzung der„Estella" zur Zeit des Zusammenstoßes sich größtenteils unter Deck in den Kojen befand— nur swei Mann hielten sich auf Deu auf— und da das Wasser sofort von allen Seiten in das Schiff drang, heht zu befürchten, daß 14 Mann, darunter der Kavitän. ertrunken sind. Nach den bioherigen Festsellungen konnten nur der 1. Moschinist und ein Matrose, die längere Zeit aus dem Wasser trieben, gerettet werden. Die Leiche des ertrunkenen belgischen Lotsen wurde bereits geborgen. Die„Estella", von der nur noch die Masten aus dem Wasser berausragen, ist ein 1919 in Rotterdam erbauter 758 Bruttoreaistertonnen großer Dampfer, der der Societee Belge d'Armement Maritime in Antwerpen gehört. 3 Straßen eingeäschert Feuersbrunst in Rumänien Targoviste(Rumänien), 11. Sept.(Telegr.) Im hiesigen serbischen Viertel wurden durch eine Feuersbrunst drei Straten in Asche gelegt. Den Flammen sind auch grobe Erntevorräte und Futtermittel zum Opfer gefallen. Feuerwehr und Militär konnten wegen des starkn Windes des Brandes erst nach achtstündiger Tätigkeit Herr werden. Etwa 1000 Einwohner sind obdechlos geworden. Der Schaden ist außerordentlich hoch. Die Betroffenen sind zum größten Teil serdische Gemülegärtner. 500000 Mark Prämie gezogen □ Berlin, 11. Sept.(Telegr.) Die 500 000=MarkPrämie fiel auf Nr. 127183, die in der ersten Abteilung in Vierteln in Köln, in der zweiten Abteilung im Berliner Norden gespielt wird. Sechstausend Morgen Moorbeide in Flammen Hannover, 11. Sept.(Telegr.) Seit Sonntag brennt das zwischen den Dörfern Scharrel und Otternhagen im Kreise Neustadt und Resse im Kreise Burgdorf gelegene erwa 6000 Morgen große Otternhagener Moor. Gestern stand der Wind auf den staatlichen Forsten bei Resse, so daß die größte Gefahr bestand. Unter Aufgebot aller möglichen Löschmannschaften konnte das Ueberspringen auf den Staatswald verbindert werden Nachdem sich das Feuer gegen Abend in nördlicher und nordwestlicher Richtung weitergefressen hatte, steht der Wind seit heute früh wieder auf den Staatsforsten. Auf dem Polizeirevier tot zusammengebrechen Berlin, 11. Sept.(Telegr.) Ein 38jähriger wohnungsloser Dr. Erich Schuster, der heute nachmittag auf Grund eines von Köln aus gegen ihn erlassenen Streckbriefes im Reichsentschädigungsamt für Kriegsschäden in Friednau, dem Schauplatz des Langkoov=Atten tates. festgenommen wurde, ist kurze Zeit darauf auf dem Polizeirevier tot zusammengebrochen. Der Arzt stellte einen Gehirnschlag fest, der wohl auf die Aufregung zurückzuführen ist. Was Dr. Schuster nach dem Reichsentschädigungsamt geführt hat, konnte noch nicht ermittelt werden, da seine Entschädigungsansprüche bereits durch eine vor längerer Zeit erfolgte Abfindung geregelt waren. Der Steckbrief gegen ihn war erlassen. weil er noch einen Monat Gefängnis zu verbüßen hatte. Die Unsicherheit in Griechenland Athen, 11. Sevt.(Telear.) Die Erregung über den Banditenüberjall bei Trikkala in im Wachsen begrissen. Der Ministerrat besaßte sich mit der Lage. Veniselos. der telegraphisch denachrichtigt wurde, kündigte nach Rückkehr durchgreifende Maßnahmen zur Wiederherstellung der öfsentlichen Sicherheit an. allerdings scheinen diese Maßnahmen nach Lage der Dinge schwer durchführbar zu sein, da die Räuber beispiellosen Terror auf die Landbevölkerung ausüben. Die Räuberbande wurde am Dienstag in der Nähe von Trikkala beobachtet. Sie droben die Geiseln abzuschlachten, falls das Lösegeld nicht pünktlich bezahlt wird. Die venizelosseindliche Preise greift die Regierung erbitter: an. Die polizeilichen Maßnahmen gegen die Banditen können erst nach Auslösung der Opfer beginnen und werden ein großes Truppenaufgebaut erfordern. Bandenunwesen in Meriko London, 11. Sept.(Telegr.)„Morningpost" berichtet aus Meriko: Etwa 100 Räuber metzelten in der Stadt San Juan de Guadalupe im Staate Durango sechs Einwohner nieder. Unter den Getöteten befindet sich ein Mädchen, das versuchte, den Vater zu schützen. Eine große Anzahl von Personen wurde verwundet. Alles Geld und alle Lebensmittel, deren die Rauber habhaft werden konnten, nahmen sie mit sich. Bekämpfung der überschwemmung in Indien Ein Eisenbahndamm wird durchbrochen. London, 11. Sept.(Teleer.) Wie aus Bomban berichtet wird, hat die North=Western=Eisenbahngesellchaft wegen der gewaltigen Ueberschwemmung nunmehr gestattet, daß ihr Eisenbahndamm zwischen Lahore und Karatschi nördlich von Mehrabpur in einer Breite von etwa 100 Meter durchbrochen wird, damit die Wassermassen abfließen können. Die Durchstechereien beim Londoner Clearinghouse □# London, 11. Sept.(Telegr.)„Daily Mail“ setzt heute ihre Berichte über die Durchstechereien deim Clearinghouse für Feindesschulden fort. Das Blatt schreibt: Angesehene Persönlichkeiten der City drangen auf eine strenge amtliche Untersuchung. Millionen von Pfund Sterling sind durch das Clearinghouse für Feindesschulden gegangen. Seit dem Kriege hat es 84 890 613 Pfund an britische Gläubiger Deutschlands für 77 941 Ansprüche ausgezahlt und fast 10 Millionen Pfund an Gläubiger Oesterreichs. Ungarns und Bulgariens. Einsprüche in Höhe von Millionen müssen noch geregelt werden. Die Schwierigkeiten, die wegen der Verzögerungen entstanden sind. liegen der Forderung nach einer Untersuchung zu Grunde. Nachforschungen betreisen die Anschuldigung, daß ernste finanzielle Indiskretionen aus dem Wege zwischen dem Londoner Clearinghouse und den deutschen Behörden vorgekommen sind. Wie bereits gemeldet, wurden auf Grund der Untersuchung bereits zwei höhere Beamte entlassen. Die jetzt von der City gestellte Forderung nach einer gründlichen Untersuchung stützt sich aus die Behauptung. daß Bons im Werte von vielen Tausenden von Pfund von einem englischen Staatsangehörigen hinterlegt worden seien. während das Amt bisher anscheinend nur in der Lage war. ein Zehntel der geschuldeten Summe anzubieten. Das Geheimnis des Verbleibs des übrigen Teiles des Geldes ist ungelöst und anscheinend dem Amt selbst nicht klar. Ungeklärte Fiebererkrankungen im Kreise Sprottan. □ Sprottau, 11. Sept.(Telegr.) Wie der Kreisarzt mitteilt, sind in der Gegend von Oberleschen(Kreis Sprottau) in der letzten Zeit Fiebererkrankungen zu beobachten gewesen, von denen bis heute über 50 Peronen ergrüffen worden sind. Die Fälle, die evidemisch auftreten und wahrscheinlich auf den Biß eines Insekts zurück zuführen sind. verlaufen verhältnismäßig leicht, doch sind Rückfalle nicht selten. Familie durch Pilze vergiftet. * Berlin, 11. Sept.(Teleer.) Die Familie eines Taschenstraße in Breslau hatte gestern ein Gericht Pilze gegessen, die von einer Hausiererin gekauft worden waren. Nach der Mahlzeit zeigten sich bei allen fünf Mitgliedern der Familie Vergiftungserscheinungen. An den Folgen sind die neun und fur: Jahre alten Knaben heute vormittag gestorben. Die Eltern und ein zweijähriges Kind befinden sich noch in ärztlicher Behandlung Das Ende der Hedwig=Wangel=Stiftung. □ Berlin, 11. Sept. Die bekannte Schauiielerin Hedwig Mangel hat sich der„Bossischen Zeitung“ zufolge gezwungen gesehen, das von ihr begründete deim für weibliche Strafentlassene„Das Tor der Hoffnung“ in Hubertushöhe bei Storkaw zu schlseßzen, und swar infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten. In ihrem Abschiedsschreiben erklärt Frau Wangel, daß sie in der letzten Zeit in 4800 Bahnhöfen Plakate hatte ankleben lassen mit der Bitte um eine jährliche Unterstützung von Es seien aber nicht zehn gee kommen, die diese Bitte ertüllt hätten. Auschläge auf Eisenbahnzuge in Polen. Warschau, 11. Sept.(Telegr.) Am Dienstagabend gegen 22 Uhr wurde ein Personenzug ganz in der Nähe von Warschau mit Steinen beworfen, wobei zwei Reisende schwer und zwei leicht verletzt wurden. Etwa um die gleiche Zeit entging ein anderer Personenzug bei Otwock nur mit knapper Not einem Unglück. Undekannte Täter hatten einen schweren Stein auf die Schienen gewälzt, der jedoch im letzten Augenblick vom Zugführer bemerkt wurde. Durch scharfes Bremsen wurden einige Wagen beschädigt. Handel, Gewerbe, Industrie Börsenberichte Berliner Börse. Abgeschwacht. Berlin, 11. Sept.(Telear.) Die Borse eroffnete bei grozer Geschäftsstille in abgeschwächter Haltung Die Spelu####ion stellte glatt und nahm auch weitere Leerverlaufe vor. Auch das Publikum gab wetter ab. Infolgedessen eröffneten die Kurse durchweg schwächer. Verstimmeno wirkte besonders der Verkaufsdruck in J. G. Farben. Auch Kunstseidenwerte lagen gedrückt. Angeboten wurden ferner Simens. Reichsbank und Voly rdon. Von Mortanwerten lagen Hobenlohe 2 Prozent gebessert: auch Ver. Stahlwerke. Mannesmann und Mansselder gehalten. wogegen Rhein. Braunkohlen 3 Prozent. Harvener 2 Prozent. Steinkohlen und Köln=Neuessen 113 Prozent nachgaben. Kaliaktien lagen 2—4 Prozent schwacher. nur Westeregeln, gehalten. J. G. Farben büß 3 Prozent ein. Sonst verloren Deutsche Linoleum 1 Prozent. Siemens und Schuckert 4½ Prozent. Auch die übrigen Elektrowerte hatten Einbußen bis zu 3 Prosent zu verzeichnen. Die Kurse der übrigen Werte lagen durchweg 2 Prosent niedtiger. Ausgehend von J. G. Farn k a m d i e A b w ä r t s b e w e g u n g i m V e r l a u f z u m S t i l l leicht zu erholen Hoffnung unverändert. Am Kalimarkt gab es lebhafte Umsätze in Beienrode vlus 300 Mk.. Huso vlus 400 Mk.. Erichsegen vlus 700. Bergmannsegzen vlus 800 Mk., Hohenfels vlus 500 Mk., Burbach plus 500 Mk. Elsässer Werte ruhig und ziemlich unverändert. Hannoversche und Adler gewannen einige Prozent. Der nouurleaienmart war kaum verandert.— Im Terminnandet war das Geschäft ruhig. Pintershall büßten bei Beginn 2 Prozent ein. konnten den Verdoch später wieder aufholen. Montanwerte gaben durchweg nach. RWE. behauptet. Hamburger Warenmärkte. Hambura. 11. Sept.(Telear.) Auf dem Kaffee markt lagen die Brafilofferten im Preise durchweg unverandert. Die Tendenz am hiesigen Terminmarkt neigte eher zur Schwache. Die Preise gaben im Verlauf bis um Pig nach Das Platz= und Inlandsgeschäft hielt sich in engen Grenzen.— Auf dem Reismarkt war die Lage wenig verändert. Lediglich Italiener waren etwas billiger im Angebot.— Auf dem Hülsenfruchtmarkt verlief das Geschäft weiter sehr ruhig. Die Preise hielten stand.— Auf dem Gewursmarkt war die Tenzum Schiun war## paltung auf Deckungskäufe leicht denz allgemein stetig. Nelken lagen fester. Piment erwas erpolt, inebesondere gorben und Glanzstoff. Die Nach= schwächer. Es notierten: Schwarzer Lamvona=Pseffer 141. eschäft. Telli=Cherry=Pfeiser 156. weißer Muntok=Pseiser 273. Piment 113. Madagaskar=Nelken 135. Sansidar=Nelken ehrte irkt ra überwieg bei kleinem Geschäft. id schwächer Deutsche Anleihen ruhig. Auslander geschaftslos. Devisen kaum verändert. Am Geldmarkt hörte man für Lugesgeld 6— Prozent. für Monatsgeld 9—10½ Prozent. Der Privatdiskont bleibt unverändert 7¼ Prozent für beide lich auf 7 Prozent. Der Diskont für Warenwechsel stellte Essener Termin= und Kurenborse. Essen, 11. Sept. Das Geschäft an der Kuzendorse war wiederum recht stürmisch. namentlich für Kaltwerte Koolenwerte waren z. I. leicht nachgebend. teilweise gut behauptet. Konstantin wurde bei größerem Geschaft 00 Mk. billiger ausgenommen. Dagegen lagen Diergardt 126 Mk. Graf Schwerin 180 Mk hober. Auch Deutschland gewannen bei sehr lebhaftem Geschaft. Ewald büßten 300 Mk. ein. Kohlenaktien lagen ziemlich unverandert. Am Markt für Braunkohlenwerte gab es lebhaften Besitzwechsel in Belerdammer. die 600 Ml. Bruckdorf. die 300 Mk. gewannen. Lebhaft wor auch das Geschäft in Leonbardt und Michel, die bis 750 Mk, döber lagen, Auch Belta gewannen einige bundert Mark. Sute prompte Lieserung. 131. Macis=Nüsse 11706 bis 170. Japan=Ingwer 70. Kaneel 160—225 Schillina. holländ. Kummel 223 Gulden die 50 Kilogramm loko fransito.— Auf dem Schmalzmarkt war die Tendenz ruhig.. Es wurden notiert: Amerikanisches Steam Lard 28.75 Dollar raffiniertes Schmalz verschiedener Marken in Tierces 30.530—31.00 Dollar(in Firkino zu 50 Kilogramm 0.5 Dollar. in Eimern zu je 12.5 Kilogramm 1.5 Dollar teurer als in Tierces). Hamburger Schmalz in Dritteltonnen. Marke Kreut. 34 Dollar die 100 Kilogramm nette versollt.— Auf dem Getrei demarkt verliaf das Ge chaft zu leuzten Preisen in rubigen Bahnen. Im Terminhandel notterten: Weizen per September 176.00 Vert 1.400 Kauser, per Oktober 179.00 bz., per Dezember 187.00 Käufer. der März 108 i Verk Tendenz; schwacher Roggen per Sentember 132.50 Kaufer, per Oktober 110.50 bs., per Dezember 149.75 bz. und Verk. per Mär: 1.6.00 Verk. Lendenz: ruhig.— Gerste per Seotemder 117.00 155.90 Verk. Tendenz: ruhig. Maio per per Iktober 169.00 b: Ta## be 18 161.00 Verk. 169.00 Kaufer der Itoder 1 Vork. ner Detember 133.30 Verk. Tendenz. nneul Achlung Ineut Die schmutzigsten Schuhe wie neu gefärbt, nach besonderem pat. Vertahren. 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In der Hauptsache handelte es sich bei der Aufnahme von Anleihen um unbedingt notwendige und wertschaffende Ausgaben, die nach der jeweiligen Lage der Kommune auf die einzelnen Aufgabengebiete entfallen. Hier kann festgestellt werden, daß das Wohnungs- und Siedlungswesen den größten Teil der verausgabten Anleihebeträge u Anspruch genommen hat. Nach der kürzlich erstmals veröffentlichten Zusammenstellung der verausgabten Anleihen unserer Städte ist für das Wohnungs= und Siedlungswesen allein ein Betrag von über 567,6 Millionen RM. verausgabt worden. Hinzu kommen noch Darlehen oder Beteiligungen der Kommunen für andere Unternehmunen sowie Private in Höhe von 253,8 Millionen RM usammen sind also für die Wohnungsbauförderung auf dem Anleihewege seitens der Kommunen über 751,5 Millionen RM. bereitgestellt worden. Die Bechaffung von Wohnungen ist unseren Städten und Hemeinden als neue Aufgabe erst seit Kriegsende enttanden. Zu einem großen Teil ist die Wohnungsbauörderung insbesondere gleich nach Beendigung der Beldentwertungszeit aus ordentlichen Mitteln erfolgt. Die aus Mitteln der Hauszinssteuer stammenden Aufvendungen sind, auch wenn die Hauszinssteuer eine Schuld der Gemeinden darstellt, in der vorgenannten Summe nicht enthalten. Für die zu denen gezählt werden können Schlacht- und Viehhöfe, Markthallen, Ziegeleien, Sparkassen, Gruben, sowie land= und forstwirtschaftliche Betriebe. Für diese Unternehmungen sind insgesamt 242,5 Mill. RM. Anleihen aufgewendet worden. Für das Wohlfahrtswesen mußten auf dem Anleihewege bis zum 31. März 1928 über 226,5 Mill. RM. ausgenommen werden. Der größte Teil dieser verausgabten Summe entfällt auf Krankenhäuser und dergl. mit über 129,8 Mill. RM. Es folgen dann die wirtschaftliche Fürsorge mit 40,6, Badeanstalten mit 17, Leibesübungen und Sport 14, sonstige gesundheitliche Zwecke 12,1, die Arbeitsfürsorge mit 7,1 und die Jugendwohlfahrt mit 5,6 Mill. RM. Auf das Bildungswesen in den Städten entfalle. 136,8 Mill. RM., und zwar erforderten das Schulwesen 113.3, Wissenschaft, Kunst und Kirche 23,5 Mill. RM. Besondere Anstalten und Einrichtungen der Kommunen, wie Garten= und Parkanlagen, Kanalisation, Bedürfnisanstalten, Feuerlöschwesen, Friedhöfe und Bestattungswesen sowie die Müll= und Düngerabfuhr erforderten einen Kapitalbedarf von 134,5 Mill. RM., der durch Anleihen gedeckt werden mußte. Den größten Teil der Ausgaben nahmen Kanalisationen usw. in Anspruch, und zwar 92,9 Mill. RM., für Müll= und Düngerabfuhr wurden 16 Mill. RM. aus Anleihemitteln genommen, für Friedhöfe und Bestattungswesen 12,6 Mill. RM., Garten= und Parkanlagen 7,4 Mill. RM. und für das Feuerlösch= wesen 5,4 Mill. RM. Die aufgewendeten Mittel für die Aufgabengebiete der Kämmereiverwaltungen (hierzu gehoren die Allgemeine Verwaltung, das Bildungswesen, Wohlfahrtswesen, Wohnungs= und Siedlungswesen, Wirtschaft und Verkehr und besondere Anstalten und Einrichtungen der Kommunen), die nahezu ausschließlich auf dem inländischen Geldmarkt in Form von Anleihen ausgenommen worden sind, stellen sich insgesamt auf 1 870,6 Mill. RM. Von dieser Summe entstammen 98.8 Proz. aus Inlandsmitteln und nur 1,2 Proz. aus Auslandsmitteln. Die Vermögensverwaltung der Städte und Gemeindeverbände bean spruchte 394,8 Mill. RM., von denen 385,2 Mill. RM oder 97,6 Proz. und 9,6 Mill. RM. oder 2,4 Proz. auf dem In= bzw. Ausland ausgenommen wurden. Bei den Unternehmungen und Betrieben ist beinahe die Hälfte aller Investititionen aus ausländischen Mitteln finanziert worden.„Versorgungsbetriebe, Verkehrsunternehmungen und sanstige Unternehmungen unserer Städte erforderten zusammen 1063,2 Mill. RM. Hiervon wurden 588,5 Mill. RM. oder 55,3 Proz. auf dem Inlandsmarkt und 474,8 Mill. RM. oder 44,7 Proz. auf dem Auslandsmarkt aufgenommen. Die Aufwendungen für sonstige Zwecke betrugen 382,9 Mill. RM. Hierzu gehört die Deckung von Fehlbeträgen, Kassenreserve usw. Aus Inlandsmitteln entstammen 366,2 Mill. RM. oder 95,6 Proz. und aus Auslandsmitteln 16,7 Mill. RM. oder 4,4 Prozent. Die Verwendung der kommunalen Anleihen, auf die etwa drei Fünftel der öffentlichen Geldaufnahmen seit der Währungsstabilisierung entfallen, ist heute ausschlaggebend für das Gesamtbild der öffentlichen Schuldaufwendungen. Wenn auch Anleihen, seien sie lang= oder kurzfristig, gewissermaßen als Schuld angesprochen werden, so sind die Ausgaben unserer Städte und Gemeindeverbände, wie aus obiger gedrängter Zusammenstellung ersichtlich ist, insofern be rechtigt, als die Verwendungszwecke auf den einzelnen Gebieten zum allergrößten Teil durchaus im Interesse unserer Bevölkerung selbst liegen. Wesentlich ist dabei nur, ob sich die Aufnahme von Geldern im Rahmen des Vertretbaren und Tragbaren gehalten hat. Hier haben sich zweifellos gewisse Städte eines ungesunden Tempos und einer Großzügigkeit befleißigt, die sie in ernste Bedrängnis gebracht haben städtischen Versorgungsbetriebe, zu denen die Gas=, Wasser= und Elektrizitätsversorgung gehören, sind Anleiheaufwendungen in Höhe von 532.7 Millionen RM. notwendig gewesen. Der größte Teil dieser Summe mit 314,5 Millionen RM. ist in den kommunalen Elektrizitätswerken inbestiert. Dann folgen die Gaswerke mit 114,9 Millionen RM. und die Wasserwerke mit 103.2 Mil lionen RM. Für diese Versorgungsbetriebe sind im Gegensatz zum Wohnungsbau zumeist ausländische Kapitalien verwandt worden. Besonders hoch ist der Betrag für die Elektrizitätsversorgung, der begründer liegt in der starken Steigerung des Konsums an elek trischer Kraft in den letzten fünf Jahren und der Notwendigkeit völliger Neubauten einer Reihe von kom munalen Elektrizitätswerken. Auf dem Gebiete des Zaues der Verkehrswege sind in der Nachkriegszeit den Städten und Gemeinde verbänden große Aufgaben erwachsen durch Anpassung der Ausfallstraßen und Ueberlandstraßen an die Erfordernisse des stark gestiegenen Kraftfahrzeugverkehrs. Auf den Titel„Wirtschaft und Verkehr“ entfielen nach der statistischen Feststellung nicht weniger als 517,8 Millionen RM. Für die kommunalen„Verkehrsunternehmungen, die neben den Versorgungsbetrieben den größten Kapitalbedarf beanspruchen, sind insgesamt 288.0 Millionen RM. nötig gewesen, die auf dem Wege der Anleihe ausgenommen worden sind. Hier muß be merkt werden, daß die laufenden Erneuerungsarbeiten gerade auf dem Gebiete des Verkehrswesens jahrelang zurückgestellt sind und für den Ausbau der zwischenörtlichen Verkehrsunternehmungen im rheinisch=westfalischen Industriegebiet ein großer Kapitalbedarf notwendig wurde. Rechnet man zu den Aufwendungen fur die Verkehrsunternehmungen die Ausgaben für Verkehrswege in Höhe von 465,2 Millionen RM. hinzu, so kommt man für das gesamte Verkehrswesen zu einem Betrag von 753,2 Mill. RM., der somit also hinter dem größten Ausgaben oosten der Kommunen, dem Wohnungs= und Siedungswesen, nur ein wenig zurückbleibt. Außer auf dem Gebiet der Versorgungs= und Verkehrswirtschaft betätigen sich die kommunalen Körperchaften auf einer Reihe verschiedenartigster Wirtschaftszweige, Immer noch Bevorzugung Berlins. Warum hüllt sich die Reichsbahn=Hauptverwaltung in Schweigen? Das Ruhrgebiet ist sehr mißtrauisch geworden gegenüber dem Ausbauprogramm der Reichsbahnverwaltung, weil inzwischen erklärt worden ist, daß die finanzielle Lage die Reichsbahn zwinge, das Tempo des Aus baues ganz erheblich zu mäßigen, so daß gar nicht dar an zu denken ist, daß das einmal gegebene Versprechen in den nächsten zehn Jahren verwirklicht werden kann. Inzwischen sind weitere Momente eingetreten, die dazu angetan waren, die Skepsis der Ruhrbevölkerung noch zu steigern. So wurde bekannt, daß in Berlin die Absicht besteht, dort ein MilliardenUmbauprojekt mit dem Endziele der Zusammenlegung des Potsdamer und Anhalter Bahnhofes zu verwirklichen. Nun hat zwar die Reichsbahndirektion Essen diese Mitteilung alsbald ausführlich und offiziell in Abrede gestellt. Im Ruhrgebiet ist man aber sehr erstaunt, daß dieses Dementi über die Berliner Plane von einer untergeordneten Behörde der Reichsbahnverwaltung außerhalb Berlins herausgegeben wird, und daß die Reichsbahn=Hauptverwaltung selbst sich in Schweigen hullt. Man erblickt in der auffallenden Zu rückhaltung der Hauptverwaltung einen Ausfluß der Taktik, die Verantwortung für diese Erklärung den untergeordneten Stellen zu überlassen und so für sich selbst freie Hand zu behalten. In der Auffassung, daß dem tatsächlich soist, und daß die Reichsbahnverwaltung der Oeffentlichkeit gegenüber etwas zu verheimlichen hat, wird man bestärkt durch Mitteilungen aus gut unterrichteten Kreisen, die aufs allerbestimmteste erklären, daß wicderholt Besprechungen über die Berliner Umbaupläne stattgefunden haben und auch noch stattfinden. Es soll offenbar dem Ruhrgebiet gegenüber, dessen Verkehrsaufkommen unter den Einnahmen der Reichsbahn an führender Stelle steht, wieder einmal verheimlicht werden, daß die Ab sicht besteht, aus den vom Ruhrgebiet auf gebrachten Geldern kostspielige und überflüssige Bahnhofsumbauten Ber lins zufinanzieren. Nach eingehender Prüfung der Berliner Bahnhofsverhältnisse sind führende Verkehrsfachleute zu folgendem Ergebnis gekommen: Die Zusammenlegung des Potsdamer und Anhalter Bahnhofs einerseits, des Stettiner und Lehrter Bahnhofs andererseits, ist aus dem Gesichtspunkt des Bahnverkehrs nicht geboten, da jeder dieser Bahnhöfe den Verkehr an sich durchaus bewältigen kann, was bekanntlich von den Bahnhöfen des Ruhrgebietes mit dem besten Willen nicht behauptet werden kann. Auch nicht aus dem Grunde, daß den Reisenden der Weg von einem Bahnhof zum anderen erspart werden soll. ware es gerechtfertigt, in einer Zeit, in der der Reichsbahn allenthalben die wichtigsten Ausgaben unter den Nägeln brennen, ein Milliardenprojekt auszuführen; denn der Verkehr von einem Bahnhof zum anderen ist verhältnismäßig gering, und außerdem würde zur Verbesserung der Berliner Bahnhofsverhältnisse durch diese Zusammenlegung zweier Bahnhofspaare nichts beigetragen, da für den Fernverkehr außerdem die Stadtbahn und der Görlitzer Bahnhof bestehen. Offenbar spielen bei dem Milliardenprojekt gewisse Spekulationsabsichten der Berliner Stadtverwaltung mit, und die Reichsbahn soll durch die Aussicht, 150 Millionen RM. als Entschädigung für das freiwer dende Gelände zu erhalten, gefügig gemacht werden. Das Ruhrgebiet hat weder Lust, der Vernachlässigung seiner Verkehrsinteressen durch die Reichsbahnverwaltung ruhig zuzusehen, noch der Stadt Berlindie Hasen in die Küche zu jagen. Mit Erklärungen von untergeordneten Reichsbahndirektionen geben wir uns nicht zufrieden. An alle maßgebenden Stellen des Ruhrgebietes richten wir die dringende Aufforderung, auf dem Posten zu sein und unter keinen Umständen zuzulassen, daß die Verkehrsnotwendigkeiten des Ruhrgebietes Schoden leiden, wahrend Berlin, das ohnedies von der Reichsbahndirektion in allen mog lichen Punkten— man denke nur an die Vororttarife — bevorzugt wird, die Vorteile einheimst. Will die Reichsbahn=Hauptverwaltung in Berlin sich noch länger in Stillschweigen hüllen? Kostenlose Ueberlassung von Lehr= und Anschauungsmitteln an Berufsscheten. Es ist beim Preußischen Handelsministerium wirderholt Klage darüber geführt worden, daß sich Schu len mit Anträgen auf im Preise ermäßigte oder auf kostenlose Ueberlassung von Unterriches= und Anschau ungsmaterial an auswärtige Firmen wenden, onne daß diese von sich aus in der Lage sind, zu übersehen, welche Gegenstände wegen der Eigenart der örtlichen Wirtschaft für die betreffende Berufsschule in Frage kommen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit teilt, erwartet der Preußische Handelsminister, daß Leiter und Lehrer Anträge auf entgeltliche oder unentgeltliche Ueberlassung von Lehr= und Anschauungs material nach Möglichkeit an die heimische In dustrie und an das heimische Gewerbe richten, da diese am besten die Bedürfnisse der örtlichen Berufsschule übersehen und in der Regel über das ge eignetste Anschauungsmaterial verfügen. Es wird dabei angenommen, daß Handwerk, Industrie und andere Wirtschaftskreise, die bisher in dankenswerter Weise stets bereitwillig Modelle und Anschauungsmaterial aller Art häufig kostenlos überlassen haben, auch in Zukunft zur Vervollständigung der Lehrmittelsammlungen der Berufsschulen beitragen werden. Polizeiliche Zwangsmaßnahmen gegen Inhaber privater gewerblicher Schulen In letzter Zeit ist mehrfach von Interessenten an die örtlichen Polizeibehörden mit dem Ersuchen herangetreten worden, gegen Personen, die schulentlassene Mädchen im Schneidern, Putz und dergl. für Zwecke des eigenen Bedarf unterrichten, mit polizei lichen Zwangsmaßnahmen einzuschreiten, weil sie gegen gesetzliche und behördliche Vorschriften verstoßen hätten. In der Tat haben daraufhin verschiedene Ortspolizeibehörden ohne weiteres Zwangsstrafen gegen die Veranstalter solcher Lehrgänge festgesetzt. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst auf Grund eines Runderlasses des Preußischen Handelsministers mitteilt, ist ein solches Vorgehen unzulassig. Das Gebiet des gewerblichen Unterrichtswesens erstreckt sich auch aus die Unterweisung in hauswirtschaftlichen Fertigkeiten zum Zwecke des eigenen Be darfs. Die Aufsicht über sämtliche Veranstaltungen auf dem Gebiete des privaten gewerblichen Unterrichtswesens wird ausschließlich durch die Schulaufsichtsbehörde(den Regierungspräsidenten, in Berlin das Provinzial=Schulkollegium, Abteilung III, in Berlin=Lichterfelde) ausgeübt. Lediglich die Schulaufsichtsbehörde ist daher befugt, die bei Verstößen gegen gesetzliche und behördliche Bestimmungen erforderlichen Maßnahmen gegen die Veranstalter derartiger Lehrgänge anzuordnen. Die Ortspolizei darf mit Zwangsmaßnahmen(Androhung und Festsetzung von Geldstrafen usw.) lediglich auf Grund einer besonderen Anordnung der Schulaufsichtsbehörde vorgehen, von der auch die Art der Zwangsmaßnahme und die Höhe der etwa anzudrohenden Geldstrafe bestimmt wird. Zit die Ernahrungsweise im Krankenhaus ruckständig? Die Ernährungswissenschaft beherrscht gegenwärtic mehr als früher die Heilkunde. Die Ausbildung von Diätschwestern und die Einrichtung von Diätküchen gehört mit zu den Aufgaben größerer Krankenanstalten Der Wirtschaftsbund gemeinnütziger Wohlfahrtseinrichtungen Deutschlands ist deshalb bestrebt, in den verschiedenen Teilen Deutschlands durch eigene Kochkurse dieser Entwicklung vorzuarbeiten. Er veranstaltet am 24. und 25. September, und zwar diesmal in Dresden einen derartigen Kursus. auf dem u. a. der Direktor des Dresdner Hygienemuseums Dr. Vogel über die Ernährung als Krankheitsursache und als Heilmittel sprechen wird. Daneben findet das diese Kurse besonders auszeichnende Praktikum statt. Es handelt sich hierbei um eine Bestrebung, die, wie manche Erfahrungen zeigen, für die Krankenhäuser zu einer brennenden Reformangelegenheit geworden ist, Merkwürdige Geschafte eines Krieger verbandes Wie uns die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels mitteilt, beabsichtigt der dem Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser angeschlossene Hauptkriegerverband Berlin nach einer Mitteilung in seiner Verbandszeitschrift die Gründung eines eigenen Kaufhauses als A.=G. Das Geschäft, das in erster Linie Bekleidungsgegenstände und Möbel führen wird, soll bereits am 16. September in Berlin eröffnet werden. Der Kriegerverband erhalt 1 Prozent vom Umsan, soDie Orangenschale. Von Ludwig Wolfermann. Auf dem Gehsteig lag eine dicke, fette, große Oranzenschale. Als Valentin nach Hause kam, sah er sie liegen, treifte sie mit dem Fuße und schritt weiter. Beim Haustor aber blieb er einen Augenblick lang stehen und dachte sich, daß ein ungeschickter Fuß darauftreten, ein unbedachtsamer Mensch ausgleiten könnte. Es schien hm nicht wichtig genug, umzukehren, die Orangenschale vom Gehsteig zu schieben. Es liegen so viele Orangenschalen in den Straßen! Während er aber die Treppe emporstieg, hatte er den Einfall, vom Fenster ius zu beobachten, was mit der Orangenschale geschehen würde. Als er zum Fenster hinaussah, auf die Straße hinab, bemerkte er, wie eine junge Frau, die eine schwere Tasche trug, auf die Schale trat Es war ihm, als bücke sich die Frau nach der Schale. indessen aber glitt sie aus, schlug schwer nieder, drehte sich einmal um und blieb liegen. Vatentin gab es einen Riß: was nun geschah, war für ihn ein rasendes erregtes Spiel hinter grauen Schleiern. Leute strömten zusammen, ein Mann stürzte aus einem Haustor mit einem Glase Wasser, da pfiff es schon heftig und laut die Straße hinauf, der Rettungswagen hielt in rasender Fahrt plotzlich still: Männer in weißen Kitteln nahmen die Frau in den Wagen, ein Türschlag, ein dumpfer Hupenschrei, und nichts mehr als das kleiner werdende, rubinrot funkelnde Auge des Rettungswagens Sekunden später war die Straße wieder eintönig und still Der erste Gedanke, den Valentin jetzt empfand, war der eines noch unklaren Schuldbewußtseins. Unbehaglichkeit, gedrücktes Bewußtsein nahmen ihn gefangen, das bereit gestellte Nachtmahl schob er beiseite. Er war Schuld an dieser Geschichte, und der Gedanke zuckte ihm wie glühend über den Rücken entlang. Und er sah das rubinrote Auge wieder und er dachte.... Er dachte: Wenn diese junge Frau ein Kind zu Hause hätte, für das sie das Essen holte, das Kind war nun allein, ohne Vater, hungrig, wenn es nun fiel? Wenn diese junge Freu jemand anderem einen Dienst erweisen wollte? Wenn diese junge Frau, die so eilig war, etwas Dringendes zu besorgen hatte. vielleicht mit Ungeduld erwartet wurde? Und wenn sie nun... Er dachte nicht weiter. Wie spitze Nägel schlugen die Fragen ein. Es wurde heiß und schwül im Zimmer. Die matte, üble Stimmung verflog, kam bald wieder. Valentin trank ein Glas Wasser, es schmeckte lau. Er versuchte mit Gewalt, seiner Gedanken Herr zu werden, was gin gen ihn Orangeschalen an? Was unbeholfene, fremde Leute? Hatte es nicht auch ihm passieren können, daß er unvorsichtigerweise ausgeglitten wäre? Schuld war derjenige, der die Schale achtlos auf den Gehsteig geworfen hatte! Unerhört! Man wirft doch keine Orangenschalen auf den Gehsteig und den anderen Leuten unter die Füße....! Aber da war eine leise Ungewißheit, ein heimlicher Druck, den er nicht fassen konnte. Leise, tief, ein unsichtbares, unaufhaltbares Zahnrad von Gedanken und Empfindungen. Wenn er es nicht gesehen hätte.... aber er hatte es gesehen! Gewissen! Es stand neben ihm, unabweisbar. immer stärker werdend, nahm von seiner Ruhe Besitz. Und Valentin begann zu denken. Es fiel ihm plötzlich ein, daß der Hausbesorger vom Nebenhause der er#te an der Stelle war, mit einem Glase Wasser Ohne zu überlegen, rannte Valentin die Treppe hinab in die Wohnung des Hausbesorgers. Er mußte Ruhe haben! Er mußte wissen, wie es der Frau geht Immer stärker stürmten solche Gedanken auf ihn ein, wie eine Springflut kamen sie über ihn. Aber der Hausbesorger wußte nichts. Valentin telephonierte alle Krankenhäuser an... aber er lebte in einer Riesenstao..... es war vergeblich.... Spät kam er heim. Er wusch sich, suchte Schlaf, aber die ganze Nacht sprang das rubinrote Auge ihn an. Es schwang sich näher, entfernte sich, aber verlöschte nicht Wenn er nur eine Kleinigkeit hatte erfahren können! Wenn er nur wüßte, wer die Schale dabingeworfen hatte.... nein, wenn er sie bloß weggeschoben hätte. Ja, er! er! Ein mattes Gefühl legte sich, wie ein schwerer Panzer um ihn, Tag und Nacht. Nichts lenkte seine Gedanken ab. Kein Spaziergang, kein Kino, kein Theater, kein Varietee! Aus tausend Singen wuchsen neue Anklagen, und das rubinrote Auge war wie die Sonne, die untergeht und doch immer wiederkommt. Da fiel es ihm ein. in den Zeitungen nachzusehen. irgend eine wird wohl darüber einen kleinen Bericht gebracht haben. Und er fand ihn und erfuhr das Krankenhaus, wohin man die Frau gebracht hatte. Da nach dem zweitnächsten Tage ein Sonntag fiel, entschloß er sich, endlich einen Besuch zu machen. Sehnsucht nach Vergebung, tiefer Wunsch nach seeli scher Freiheit drängte ihn. Er kaufte einige Kleinig keiten, er kaufte einen Strauß Blumen. Es mußte alles gut werden! Die Frühlingssonne lag über dem großen weißen Haus der tausend Schmerzen. Fenster blitzten, und grüne Bäume schlugen über weiße Mauern. Er ging durch Trakte, durch Höfe: überall blinkte es ihm freundlich entgegen. Genesende, mutig und sehnsüchtig dem Leben entgegen sich sehnend, begegneten ihm. In der Kanzlei erfuhr er, daß die Frau lebte. Daß sich der Fall als nicht schwer erwiesen hatte. Ein Lächeln flog in sein Gesicht. Wie leicht erklomm er die Stie gen, lief durch hallende Gänge, bis er endlich im Zimmer stand. Qual fiel ab von ihm wie dürres Laub.—— Er stand neden dem Bette. Ein schlankes, einfaches, hübsches Mädchen saß neben ihm. Er zögerte, ehe er zu reden begann, beide Frauen sahen ihn verwundert an. Valentin legte Blumen und Bäckerei auf das Bett. und seine Erregung verflog langsam. Unsicher erst, sing er seine Erzählung an. Seine Anklage gegen sich selbst, er erzählte aber immer freier, und der helle Klang seiner Stimme kehrte zu rück. Er stellte das Bild seines Gewissens auf, ohne Kunst, einfach und klar. Das Bild seiner Läuterung wuchs kraftvoll und rein. Die Frau begann leise zu weinen. Er merkte es Entschuldigung, wenn ich sage, daß wir Menschen möchte ich Ihnen doch sagen. Es drängt mich und auch nicht unbegründet: Sie sind reicher als jene an ten! Und nun... guten Tag!“ „Nein!“ sagte sie rasch und nahm abermals seine Hand; ihre Stimme klang etwas dunkel, jäh sah sie ihr an, ihr Blick war hell und frei, groß und voll Liebe. „Auf Wiedersehen!“ Er lächelte. „Auf Wiedersehen!“ rief er froh. Und er schritt in den Frühling hinein, einer Sei#okeit voll. Die Gassen waren breiter. Die Fenster funkelten. Die Bäume blühten berauschender, dei Frühling war klingender als je, während er köstlicher Gefühle voll in den lichten seligen Frühling hinein lief weit nicht nachweislich der Umsatz auf die Angehörigen anderer Verbände zurückzuführen ist. Als Warenzeichen führt das Kaufhaus das Kyffhäuserdenk nal. Wir dürfen annehmen, daß sich unter den Mitgliedern der Kriegervereine, die dem Deutschen Reichskriegerbunde angehören, auch viele Einzelhändler befinden, die erstaunt und emport sein werden, wenn die eigene Kriegerbund= Organisation durch Gründung eines Kaufhauses ihnen in den Rücken fällt. Die KonkurDer erste Schnupfen Während draußen in der Natur allerlei untrugliche Zeichen schon seit einiger Zen das Herannahen des Herbstes ankündigen, sind die Großstadtmenschen erst durch die Temperaturänderungen des beginnenden Herbstes inne geworden. Wer aber alle diese Warnungszeichen der Natur nicht beachtet, der muß es büßen in Gestalt des ersten Schnupfens. Der Schnupfen verdankt seine Entstehung bekanntlich dem Zusammenwirken von Klima, Disposition und Bakterien, d. h. eine plötzliche Abkühlung gestattet den in unserem Körper stets vorhandenen bakteriellen Krankheitsstoffen, oft auf dem Wege der Fernleitung, bei Personen, deren Widerstandskraft aus irgendwelchen Gründen geschwächt ist, den Eintritt in unser Inneres. Daraus ergibt sich ohne weiteres, wie wir einen Schnupfen verhüten können; nämlich ersens, indem wir uns durch warmere Kleidung der veränderten Außentemperatur rechtzeitig anpassen, zweitens, indem wir eine plößliche Abkühlung einzelner Körperstellen zu vermeiden suchen und drittens, indem wir nicht erst jetzt, sondern zu allen Zeiten des Jahres, in geeigneter Weise für genugende körperliche Abhärtung sorgen. Gewiß, ein Schnupfen ist keine schwere Krankheit, aber man kann ihm leider meist nicht ansehen, was alles aus ihm werden kann. Stirnhöhlenkatarrh und eeiterung, Kehlkopf-, Luftröhren= und Lungenentzündung sind, um nur einige zu nennen, die Folgeerscheinungen, zu denen, wenn es das Unglück will, der Schnupfen nur den Auftakt bildet. Darum moge sich jeder Einzelne auch vor dem Schnupfen in geeigneter Weise in acht nehmen, aber noch mehr: wer einen Schnupfen hat, der bleibe sich stets seiner Pflichten als guter Staatsbürger bewußt, dem wie sein eigenes auch das Wohl der Gesamtheit am Herzen liegt. Darum niese und huste man anderen nicht ins Gesicht, sondern wende sich ab und halte sich ein Taschentuch vor den Mund. Eine Statistik hat ergeben, daß jeder Menich in unseren Breiten durchschnittlich 3.7 Erkältungen im Jahre durchmacht. Hier ist eine Zahl, hier gilt's, einen Rekord zu brechen! Versucht es und verhütet zunächst einmal„den ersten Schnupfen". **** Zeppelin über Herne? In fieberhafter Spannung erwartet das Industriegebiet heute das Luftschiff„Graf Zeppelin". Es will möglichst viel Städte besuchen, so wurde in Friedrichshafen erklärt. Auch Herne? Das Herner Presseamt hat gestern telegraphisch die Bitte an die Zeppelinwerft gesandt, Herne nicht zu vergessen. Eine Intwort lag bis zum Abend noch nicht vor. Aber wir rechnen doch damit, daß er kommt. Wenn festteht, daß Dortmund, Gelsenkirchen und Recklinghauen besucht werden, dann darf mit einiger Sicherheit damit gerechnet werden, daß er auch in Herne zu sehen ist. Allerdings ist sein Eintreffen in Dortmund für 7 Uhr vormittags angesagt, so daß es möglich ist, daß, wenn diese Zeilen vor das Auge unserer Leser kommen,„Graf Zeppelin“ schon hier war— zur Freude nur der Frühaufsteher. renz der großen Beamten=Warenhäuser usw. macht dem Einzelhandel das Leben schon schwer genug. Es will uns scheinen, als ob ein derartiger Handelsbetrieb mit den Zielen eines Kriegervereins recht wenig zu tun hat. Einzelhändler und Handwerker, die der Bewegung nahe stehen, sollten es sich verbitten, daß ein Mitglied des Kyffhäuserbundes Geschäfte auf ihrem Rücken zu machen versucht. zeitig mit dem Zentralbahnhof Bochum in Angriff genommen werden soll. *** * Personenverkehr auf der Reichsbahn im Ruhrbezirk In dem jetzt erschienenen 3. Heft des Statistischen Jahrbuchs der deutschen Städte sind die Zahlen der im Jahre 1927 verkauften Fahrkarten der Reichseisenbahn enthalten. Es wurden nach dieser Statistik Personenzugs=Fahrkarten verkauft: in Berlin 174 Millionen, in Hamburg 33 Millionen, Altona 9 und Köln 8 Millionen. Im Ruhrgebiet stehen an der Spitze Essen mit 7 und Dortmund mit 5 Millionen. Von den mittleren Städten des Ruhrreviers verkauften Castrop=Rauxel(beide Bahnhöfe) 492 000, Sterkrade 491000, Gladbeck 430000, Wattenscheid 306 000. Hamborn 473000, Recklinghausen 945 000, WanneEickel 1 648000 und Herne 981000 Fahrkarten. * Die Meldung der stellenlosen Junglehrer. Der Kreislehrerrat Herne macht alle Junglehrer (innen) noch einmal darauf aufmerksam, sich in der vorgeschriebenen Form bei der zuständigen Regierung bis zum 1 5. d. M. zu melden. Nichtmeldung hat Streichung in der Bewerberliste zur Folge. * Das Sommerbad. besuchten gestern 1600 Personen. Die höchste Temveratur der Luft betrug 22 Grad und die des Wassers 19 Grad. Heute ist bis 14 Uhr Damenbad, ab 14 Uhr ist Familienbad * Straßensperrung im Stadtteil Sodingen. Das Polizeiamt Herne teilt mit: Aus Anlaß der Beseitigung der Vorflutstörung„Am Knie“ ist die Straße„Am Knie“ in Herne=Sodingen für die Dauer von 8 Tagen für den durchgehenden Fahrzeugverkehr gesperrt. * Weil sie sich umhertrieben. Gelegentlich einer Streife durch die Kriminalpolizei wurden die Personalien von 8 Frauenspersonen festgestellt, die sich in auffälliger Weise im Stadtgebiet umhertrieben. Sie werden auf Grund des Gesetzes ur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten dem zutändigen Gesundheitsamt gemeldet. * Mit dem Motorrad gegen eine Lokomotive, ohne Schaden zu nehmen. Der Motorradfahrer Bergmann Heinrich Schl. aus Herne fuhr am Dienstag gegen 20,45 Uhr in die geschlossenen Schranken der Zechenbahn auf der Dortmunder Straße in Castrop=Rauxel hinein und wurde von einer vorbeifahrenden Lokomotive erfaßt und zur Seite geschleudert. Wie durch ein Wunder blieb der Fahrer völlig unverletzt und auch sein Kraftrad wurde nur unerheblich beschädigt. * Beim Ueberholen angefahren. Gestern morgen wurde der Radfahrer Bernhard B., welcher von seiner Arbeitsstelle kam, auf der Horsthauser Straße von einem ihn überholenden Lieferauto seitlich erfaßt und auf den Fahrdamm geworfen. Neben einer arg blutenden Kopfverletzung trug er eine Schulterverletzung und Verstauchungen an den Beinen davon. Der Fahrer des Autos nahm sich sofort des Verletzten und des beschädigten Rades an. * Verkehrsunfall. Am Dienstag gegen 14.55 Uhr erfolgte auf dem Steinweg in Herne zwischen einem Lastkraftwagen und einem einspännigen Fuhrwerk ein Zusammenstoß. Personen wurden nicht verletzt. Das Fuhrwerk wurde leicht beschädigt. * Mehr Vorsicht auf der Straße! In den letzten Tagen wurden auf der Bahnhofstraße, dem Grüner Weg und der Kantstraße Kinder von Motorrädern angefahren, wobei durch die Geistesgegenwart der Fahrer jedesmal größerer Schaden verhindert wurde. Allerdings wurde der Fahrer in allen drei Fällen verletzt und das Motorrad beschädigt. Eltern und Schule können den Kindern nicht genug Vorsicht anempfehlen. * Was nicht alles gestohlen wird! In den Nachmittagsstunden des Dienstags spielten einige Schulkinder im Sandkasten der Gartenanlage der Behrensstraße. Im Eifer des Spiels hatten einige sich ihrer Schuhe und Strümpfe entledigt. So hatte ein kleiner Junge seine fast neuen Lackschühchen und Strümpfe sowie eine blaue Mütze und einige Schürzen und Täschchen von Gespielen auf eine Bank gelegt. Als sie die Sachen nachher wieder an sich nehmen wollten, waren sie gestohlen. Ueber solche Vorkommnisse wird schon längere Zeit geklagt. Nicht genug, daß den Kindern Spielgeräte gestohlen werden, wurde noch vor kurzem einem Kindermädchen ein Handtäschchen mit Inhalt(goldene Korallennadel und etwa 4 Mark) von unbekannten Händen entwendet * Weite Fahrt eines Reklameballons. Am vergangenen Mittwoch hatte ein hiesiger Obstund Gemüsehändler nach Ablieferung einer Kiste Orangen einen schönen Reklameballon von einer hiesigen Firma erhalten. Er hängte daran ein Kartchen und einige Orangenblättchen und übergab ihn den Lüften. Der kleine Ballon wurde von einem Oberinspektor Steiner in einer Fichtenschonung in Wernigerode im Harz aufgefunden. * Das neue Reichskursbuch. Am 6. Oktober d. J. erscheint das neue Reichskursbuch. Anmeldungen hierauf für den Bezug zum Originalpreise von 6.50 M. nimmt der Verkehrs=Verein Herne bis zum 1. Oktober entgegen. 35jähriges Stiftungsfest des MGV. Freundschaft Herne-Süd. Die Feier findet am nächsten Sonntag nachmittag 5 Uhr im Ledigenheim, Düngelstraße, statt. Man erwartet eine Reihe anderer Vereine, die bei der Gestaltung des Festes mitwirken. * F r ü h z e i t i g e s B e l e u c h t e n d e r F a h r z e u g e! Infolge der zunehmenden Dunkelheit ergeht an alle Fahrzeuglenker die Aufforderung, ihre Fahrzeuge frühzeitig und zwar um 19.30 Uhr mit Licht zu versehen. Andernfalls winkt ihnen ein Strafmandat. * D a s l e i d i g e G e l ä n d e r r u t s c h e n. Dienstag nachmittag, während die Mutter in die Stadt gegangen war, um Besorgungen zu machen, blieb das 5jährige Söhnchen bei Nachbarn zurück. Trotz Verbotes vergnugte es sich mit anderen Kindern damit, das Treppengeländer hinabzurutschen. Dabei stürzte das Kind einige Meter tief ab und zog sich neben einer arg blutenden Verletzung einen Armbruch zu. * D u r c h l e i c h t s i n n i g e s F o r t w e r f e n e i n e s g l i m m e n d e n Jigarettenrestes wurden einige Passanten Dienstag abend auf der unteren Bahnhofstraße in nicht geringen Schrecken versetzt. In einem Rinnstein hatten sich Betriebsstoffe von Autos angesammelt, die von einem des Weges gehenden jungen Mann. der seinen brennenden ZiAus und für Herne Immer noch das alte Die Gas= und Staubbelästigungen in Herne Wer sich der Hoffnung hingab, daß die üblen Gasgerüche der Gaveg und die gefährlichen Aschenstaubschäden der Zeche Mont=Cenis nach und nach abgestellt worden wären, ist in den letzten Wochen eines anderen belehrt worden. Sowohl im Stadtteil Sodingen wie auch in der Gegend des Holsterhauser Werkes verbreitet die Gaveg oft jeden zweiten Tag immer noch entsetzliche Merkaptangerüche, die z. T. genau so stark und empörend sind wie früher. Aber auch die Zeche Mont=Cenis hat ihre Kohlenstaubfeuerungsanlage nicht in der Gewalt. In der vergangenen Woche ist zweimal bei westlichem Wind die Gegend von Plumpe, Kirche und Friedhof mit den Staubwolken überfallen worden. Geradezu fürchterlich aber war es gestern. Dicker schwarzer Qualm. der Aschenstaub der Kohlenfeuerungsanlage, entwich den Türmen und zog in der Richtung zum Stadtgarten. Kurz vor 18 Uhr fing es an und um 20.30 Uhr war es noch nicht zu Ende! Scheinbar funktionierte, wie so oft. die Berieselung wieder nicht. Der Aschenstaub von Mont-Cenis ist wegen seiner schwefligen Säure Gift für Mensch und Pflanze, besonders da er in Mengen ausströmt, von denen sich niemand einen Begriff macht, der es nicht selbst gesehen hat. Wie lange will die Industrie noch ihr grausames Spiel mit der Bevölkerung treiben? Es ist notwendig und entspricht den Wünschen der Aufsichtsinstanzen, daß jeder Fall von Belästigungen sofort gemeldet wird. Man rufe also. sobald die Gas- und Staubentwicklung zu Klagen Anlaß gibt, sofort die Stadtpolizei oder den Haus= und Grundbesitzerverein in Sodingen an Wann kommt die Nord=Süd=Bahn? Der Bau des Zentralbahnhofes Bochum endgültig bis 1932 verschoben. Wie ein Bochumer Blatt erfährt, ist der für Bochum geplante große Zentralbahnhof, der ursprünglich noch 1930 31 in Angriff genommen werden sollte, nunmehr endgültig bis 1932 verschoben worden. Diese Hinausschiebung des Baubeginns ist auch für Herne von Bedeutung, da die Nord=Süd=Bahn gleichWanderungen um Herne. 3. Wanderung durch den Hiltrover Busch über Siltrov und durch das Zillertal zurück (2½ Stunden). Von Herne=Mitte oder Herne=Süd kommend, verfolge man zunächst den unter a oder b der 2. Wanderung gekennzeichneten Weg bis zur Wirtschaft Voß Von hier aus kann man ebenfalls einen der unter 2c bezeichneten Zugangswege zum Hiltroper Busch benutzen. Man kann außerdem den Landwehrweg auch weiter über die Stadtgrenze benutzen, an dem Restaurant„Zur Voßkuhle“ vorbei bis zur halben Höhe der Straße. Bei dem tiefliegenden Hause mit dem großen Kastanienbaume biegt man rechts von der Straße ab und kommt auf einem schmalen Fußpfade abwärts in das Wiesental. Man geht am Rande des Waldes, später durch den Wald weiter, bis dieser endet und der Weg quer über die Wiese in den Talweg des Hiltroper Busches mündet. Hier biegt man links und verfolgt den aus der 2. Wanderung bekannten Weg bis zur Spaltung des Tales. Nun wendet man sich rechts und geht geradeaus bis zur Holzbrücke, die über das Tal führt. Man kann an der Brücke vorbeigehen und den Weg weiter verfolgen bis zum Hiltroper Friedhof. Man kann auch über die Brücke gehen, dann treppauf und den Weg rechts verfolgen, bis er mit dem andern Wege am Friedhof zusammentrifft. Der rechts führende Weg geht an einem abgeholzten Abhang entlang, der aber wieder aufgeforstet wird. Beide Wege erfreuen das Auge durch eine prächtige Gruppe alter Buchen. Vor der Vereinigung der Wege ist das Tal teilweise ausgefüllt und in eine hochliegende Grünfläche verwandelt. Nach der Vereinigung führt der Weg um die Friedhofsgärtnerei und um den Friedhof. Ein Besuch des geschmackvoll angelegten Friedhofes ist zu empfehlen. Vom Friedhofstor aus führt der Weg weiter auf die nahe Freiligrathstraße. An derselben erblickt man links eine neue Schule und rechts die neue Kirche von Hiltrop. die mit ihrem charakteristischen Turme die weite Umgebung beherrscht. Die Kirche liegt an einer Straßenspaltung auf der Anhöhe; 41 Stufen führen bis zum Portal derselben. An der Straße steht ein Denkmal für die im Kriege 1870/71 und im Weltkrieg gefallenen Söhne der Gemeinde. Der Kirche gegenüber (auf der anderen Seite der Straße) führt ein Weg in das Feld. Wenn man den Weg verfolgt, kommt man bald zu dem Kirchlein von Bergen, das nach außen äußerst einfach gehalten ist, im Innern aber um so traulicher wirkt. Auf der Höhe(bei dem Kirchlein) erblickt man ringsum dampfende Zechenschlote und geradeaus Teile des Zillertalwaldes. Von der Kirche aus verfolgt man rechts die Straße, bis diese von der Zechenbahn geschnitten wird. Hinter der Bahn muß man sofort links biegen und den Weg in der Richtung auf den Wald verfolgen. An der Waldspitze spaltet sich der Weg: man verfolgt den Weg, der geradeaus zum Mühlenteiche führt. Will man die Wanderung weiter ausdehnen, so gehe man von der Hiltroper Kirche aus links die Straße hinauf, dann rechts an der Zechenbahn vorbei und weiter bis„Düppe in der Wanne". Durch den Garten geht man talwärts an dem Schießstande vorbei links weiter, bis der Weg abwärts führend ebenfalls zu dem Mühlenteiche führt. Vom Mühlenteiche kann man talwärts den Weg per folgen, der schließlich zum Restaurant„Zum Zillertal“ führt. Man kann von dem Talwege aber auch vorher schon rechts abbiegen: der erste Weg, der rechts abgeht, führt über Schulte=Bergen, der zweite(wohl der lohnendere) über die Vödestraße und der dritte kurz vor dem Restaurant an dem jungen Buchenbestand hinauf und dann über die Bergener und Zillerta###traße nach Herne zurück. Zieht man vor, am Restaurant vorbei zu gehen, so stehen ebenfalls drei Rückwege zur Verfügung. Der erste Weg führt direkt über die Zilertal= und Flottmannstraße nach Herne, während der zweite Weg etwa 100 Meter von der Zillertalstraße links abbiegt und über die Brünselstraße, dann hinter der Zeche her und zuletzt über die Berninghausstraße zur Haltestelle Heermann führt. Man kann auch am Bahnübergang der Berninghausstraße rechts abbiegen, die Bahn verfolgen und an den Schrebergärten Herne=Süd vorbei zur Haltestelle Feldkampstraße oder Gräffstraße gehen. Ein dritter Weg vom Restaurant „Zum Zillertal“ führt über die Cruismannstraße. Hin ter der zweiten Straßenunterführung geht man rechts von der Straße ab und dann an der Zeche vorbei zur Haltestelle Dorlöchter(früher Riemker Ausweiche) Von dort kann man mit der Straßenbahn nach Herne zurückfahren. garrenrest achtlos fortwarf. in Brand gesteckt wurden. Dank dem sofortigen Eingreifen einiger Personen, die ein in der Nähe stehendes Auto wegschoben und das Feuer durch Säcke und einige Eimer Wasser erstickten, konnte eine weitere Gefahr verhütet werden. * Wenn der Reisen platzt. Einen schweren Motorradunfall erlitt Dienstag abend der Monteur Paul F. bei der Rückkehr von seiner Arbeitsstelle auf der Hiltroper Straße. Als er über Asche fuhr, platze der Reifen und das Rad überschlug sich. Der Fahrer kam unter das Rad und erlitt mehrere Verletzungen. Er wurde von einem Händlerwagen ausgenommen und seiner Wohnung zugeführt. * Zu einem Eifersuchtsdrama kam es Dienstag abend in einem Gartengrundstück an der Mont=Cenis=Straße. Eine jung verlobte Hausstütze aus Bochum hatte erfahren, daß ihr Bräutigam ihr nicht treu war. Nachdem sie sich mit eigenen Augen spät abends davon überzeugt hatte, verfolgte sie den Treulosen, wobei es zu einem heftigen Auftritt kam. Im Verlaufe der heitigen Auseinandersetzung, wobei es ohne Hiede auf beiden Seiten nicht abging, brachte die erregte junge Dame ihrem Verlobten einige Stiche mit einer kleinen Stickschere am Hals und Kopfe bei. * Der Verein ehem. Unteroffiziere Herne und Umgegend hielt seine Monatsversammlung am Sonntag vormittag 10 Uhr im Vereinslokal Mumme ab. Es wurden zwei neue Mitglieder dem Verein zugeführt. Beschlossen wurde, am 29. ds. Mts. nachm. 4 Uhr, ein Preisschießen und einen Unterhaltungsabend im Vereinslokal zu veranstalten. Der Hauptverhandlungspunkt war die Gründung einer Interessengemeinschaft mit den Kameradenvereinen der Umgebung innerhalb des Kyffhäuserbundes. Die kameradschaftliche Vereinigung ehem. Unteroffiziere Bochum hatte hierzu ihren Gesamtvorstand nach Herne entsandt. Nach einer längeren Aussprache gab die Versammlung ihr einmütiges Einverständnis dazu. Einer Herner Anregung folgend findet eine Aussprache mit den der Interessengemeinschaft angehörenden Vereine Gelsenkirchen, Wattenscheid, Marl, Bochum in Bochum statt Ein Kamerad, früher Polizeibeamter in Herne, jetzt Kriminalassistent in Bochum, stellte einen Vortrag über seine Erlebnisse in der Fremdenlegion, seine Verhaftung bei der Rhein=Ruhrbesetzung und Verbannung auf der Verbrecherinsel Soint=Martin de Re und seine Verurteilung zum Tode und seine Begnadigung in Aussicht. Der Vortrag, bei dem ein Herner Männerchor mitwirken wird, findet voraussichtlich im evangelischen Vereinshaus statt, Tag und Zeit werden noch bekanntgegeben. Capitel „Mary Lou.“ Die Direktion schreibt: Bobby Burns, Deutschlandjüngster Filmstar, spielt in dem großen Lya MaraFilm„Mary Lou, die Zirkusreiterin“, der ab morgen, Freitag, im Capitol zur Vorführung gelangt, neben Lya Mara eine beachtenswerte Rolle. Für seinen ersten großen Film beweist Bobby seine erstaunliche Vielverwendbarkeit. Sie ist sichere Gewähr, daß er bald ein Liebling des deutschen Publikums sein wird Auch hier in Herne wird alles in aufrichtiger Bewunderung diesem kleinen Kerl zujubeln. Hier hat der deutsche Film endlich seinen großen Kinderstar. Bemerkt sei noch, daß für Bobby Burns sich bereits das Ausland lebhaft interessiert— das alte Lied auch bei diesem jugendlichen Star: Sobald die Begabung endgultig feststeht, kommt das große Auslandsangebot. Man wird ihn hoffentlich in Deutschland halten. Lya Mara mit frischer Jugendlichkeit und bezwingendem Scharm in einer Bombenrolle. Zirkusszenen, das Leben der Mitglieder eines Wanderzirkus, vom Regisseur Friedrich Zelnik flott gesehen, schmissig und dumorvoll gestaltet, geben Mary Lou ein besonderes Gepräge. Es wirken ferner mit: Fritz Kampers, Adele Sandrock. Hans Mierendorf, Fred Louis Lerch, I. Kowal=Somborski u. v. a.— Dazu ein Film der erschüttert, ein Film der alle, die ihn sehen, in seinen Bann schlägt„Wetterleuchten“(Der rote Sturm) mit: Camilla Horn und John Barrymore in der Hauptrolle. Geschäftliches. Mehr Schutz den Füßen! Fußpflege ist ein wichtiges Kapitel der modernen Körperkultur. Daher die gesteigerte Vorliebe für naturgemäße Schuhformen, welche die Füße gesund erhalten. In dieser Hinsicht erfüllen die anatomisch richtigen„Chasalla"=Schube die weitestgehenden Wünsche naturfreudiger, moderner Menschen; sie sind gleichzeitig vollendet in Schönheit und Form. Schon vor 25 Jahren stellten viele ärztliche Autoritäten wie Exz. Professor Dr. Fr. v. Esmarch die gesunde Wirkung dieser Fußbekleidung keit. 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Im Alter von 9½ Jahren, in den Himmel auf, nachdem sie noch auf dem Sterbebette ihre erste hl. Kommunion empfangen hatte. In tieter Trauer: Famille Michael Goren: Herne, den 12. September 1929. Junges Mädchen sucht Beschäftigung für die Nachmittagsund Abendstunden. Zu erfragen im Herner Anzeiger. 15574 ZwangsVerlteigerung Am Freitag, dem 13.September 1929, vormittags 10 Uhr, weide ich im Pfandlokale beim Wirt Mumme in Heine, Bochumer Str. 23 I. Eine Partie Kolopialwaren u. TaragonzWVeine. Eine Partie DamenSrümpfe. Schlupfbe#an. Verres- und Dameo-Handschohe. Taschentücher. ke-I Ein 45776 Nannes 1.10 Meier groh. grue Augen, gestutzter Schnil) weiteren Versuchen des M Zahlung zu geben, wird gebei".“ 15- 16jähriges Halbtagsmädchen für leichte Hausar beiten gesucht. Mont Cenisstr. 13 2 Eta. rbeit Die Beerdigung tindet am Samstag, dem 4. September, nachmittags 3.30 Uhr, vom Sterbehause Herne-Sodingen, Rudolfstr. 38 aus, statt. Das Seelenamt ist Samstag morgen 7.05 Uhr in der Pfarrkirche zu Börnig-Sodingen. 45722 9. zu veranlassen. Wechselfallenschwindler. g ss0h unbekannte männliche Person 103. Bei. 22, Beußers an einer Tr— ## alte Sohn bediente. Dert Schsen##. wolle mit Gutjuric und hash 898 0 zun. und bezahlte mit 20 Pfeb. neutes Wechsein des 10.Mark im # schlelt wuroe. Erst nachdeniger Kleve, Ober=Gerichtsvollz Cursum corda Grobdruck=Ausgabe neu erschienen! neue Ausgabe hat durch ein angenehmes Format und durch deutlicheren Druck eine wesentliche Berbesserung erfahren Einbände in allen Preislagen von Mk. 4.80 bis 7.50 Buchhandlung Koethers amp; Röttsches Herne, neden dem Postamt Mobl. Zimmer zu veimieten. Schulstr. 71 part. 45580 2 anständ Leute erhalten 27525 volle Pension. Grabenstr. 13. Schönes mödl Zimmer 15. 9 zu verm. ##enbbtenerstr. 16. 1. Eig. ZwangsVerlteigerung Am Freitag, dem 13. Sept 1929, vormittags 10 Uhr, werde ich i. 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Der Invalide schlief in der Küche auf dem Fußboden, die jungen Kostgänger in einer oberen Stube in Betten. Der Invalide ist nun auch gerade einer Mitleidsträne nicht besonders wert, er scheint es nicht besser haben zu wollen. Er trinkt gerne. Im Versorgungshaus hat es dem Invaliden deswegen wohl auch nicht gepaßt. Er logierte daher bei der Witwe, bekam auch vielleicht mal das Soia als Schlafstätte, wenn aber ein fremder und zahlungsfähiger Durchwanderer kam, mußte er auf den Fußboden. Tagsüber hackte er irgendwo Holz klein und vertrank dann die paar Groschen. Unterhalten kann man sich schlecht mit ihm, er spricht kurios durcheinander, seine verständlichsten Reden sind wohl die Selbstgespräche. Gegenwärtig scheint er für eine Weile vernünftig geworden zu sein, er hat sich nämlich als Erntearbeiter nach Börnig verdingt. Die angeklagte Witwe bestreitet den Diebstahl des Geldes. Es sei am betreffenden Tage, am 1. Juli, ein fremder Mann gekommen, der habe auf dem Sofa geschlasen und neben ihm auf dem Fußboden der Invalide. Der fragliche Unbekannte müsse danach der Dieb gewesen sein. Der Invalide sagt konfus aus, er habe nachts bemerkt, wie die Angeklagte sich an seiner Hosentasche, die aufgeschnitten und um 20 Mark armer gemacht worden ist, zu schaffen gemacht habe. Aber wer weiß, was für Schreckgespenster der Invalide im Dusel gesehen hat? Unwahrscheinlich ist die Tat nicht bei der Angeklagten. Die jungen Kostgänger bestätigen indes, daß ein gremder mit dem Invaliden am betrefsenden Tage gemeinsam in der Küche geschlafen habe. Das Gericht sprach die Angeklagte mangels Beweises frei. Der Invalide aber holte sich seine Bescheinigung für das Zeugengeld und lachte vergnügt vor sich hin Hoffentlich hat er am betreffenden Tage noch bei der Ernte wenigstens etwas zugefaßt. Er dari doch Justitia nicht belügen. * Zwei Brüder wollten sich heifen. Der jungere, vielleicht 20—25 Jahre alt, war in Not, wollte Geld verdienen. Sein älterer Bruder verstand was vom Eis=Eis. Er stellte die Masse her, gab dem andern die praktische Anleitung, machte aber das Gefrorene nicht selber. Der jüngere Bruder sollte aus seiner Notlage heraus. Bald war der kalte Schmand fertig. Nun hinaus in die Gassen von Herne, solange noch die Sonne die Schutzgottin des Eis=Eishändlers sein wollte. Leider besaß der junge Bruder keinen Stadthausierschein und keine polizeiliche Erlaubnis zum Speiseeisverkauf. Er erhielt ein Strafmandat und sein Bruder wegen der Hilfeleistung ebenfalls. Die Strafe war anscheinend zu hoch, beide erhoben Einspruch. Der Richter legte ihnen jedoch klar, daß Gesetz — Gesetz ist, ob Notlage oder nicht. Ein Freispruch wurde das ganze Speiseeisgewerbe verseuchen und die Eishungrigen mit. Den beiden Brudern soll bequeme Ratenzahlung der Strafe ermöglicht werden. Daraufhin nahmen sie den Eispruch zurück. „Ona jest parszywa Kobieta!“ Das ist polnisch und bedeutet:„Sie ist eine räudi Frau!“ Auf diesen Ausspruch hin, den eine polnise ältere Frau auf dem Nachhausewege von der Kirche tat, stellte der Ehemann der gemeinten Frau Strafantrag wegen Beleidigung. Nun will die Angeklagte diesen Ausspruch gehört und als Klatsch erwähnt haben. Der Ehemann der beleidigten Frau ist ganz ernste Würde, während die angeklagte alte Frau es ungemein komisch findet, daß sie sich wegen dieser Bagatelle vor Gericht verantworten muß. Es muß da ein großer Klatsch auf dem Heimwege ausgebreitet worden sein. Man muß aber berücksichtigen, die alten Polenfrauen, wenn sie auch die preußische Staatsangehörigkeit besitzen, sind von der überwiegenden Mehrheit der hiesigen Frauenwelt ziemlich isoliert. Der Kirchgang ist hier bei vielen alten Polenfrauen, die den Lernzwang nicht mehr zu spüren brauchten, die einzige Gelegenheit, mit anderen Frauen in der Muttersprache zu reden und zu hören, was es Neues in der Welt gibt. Natürlich wird hier nicht von Politik oder anderen hohen Idealen geredet. Man erzählt sich, was man so 10 Meter außerhalb der eigenen Wände gehört und gesehen hat. Und was gehört worden ist, wird dann weiter geklatscht(wie bei uns auch). Und der Richter vernahm sehr gesprächige Zeugen und darunter auch eine, die nur polnisch verstand. Bei dieser stellte er auch keine zweite Frage mehr. Die Angeklagte wurde zu 10,00 Mark Geldstrafe oder einen Tag Gefängnis verurteilt. Die Verurteilte ging fassungslos hinaus und sagte auf dem Zeugenflu zu ihrer wartenden Familie:„Ani mi mose Papiun nie przegladali!“(Nicht einmal meine Pupiere saben sie mir durchgesehen!) Ilgo. Begabtenprufung. Die sog. Begabtenprüfungen sind, wie der Amtliche Preußische Pressedienst einem Runderlaß des Preußichen Ministers für Volkswohlfahrt entnimmt, jetzt in Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Thüringen, Braunschweig und Hamburg eingeführt Sie werden von den zuständigen Verwaltungen gesenseitig anerkannt. d. h. eine Begabtenprüsung, de in einem Lande bestanden ist, gilt auch in den anderen Ländern ohne weiteres als genügend für die Zulassung zum Hochschulstudium ohne Reisezeugnis. In den übrigen deutschen Hochschulländern (Hessen und Mecklenburg=Schwerin) werden Begabtenprüfungen nicht abgehalten. Dort gelten nach den zwischen Preußen und diesen Ländern getroffenen Vereinberungen die in Preußen bestandenen Begabtenprüfungen für die Zulassung zum Hochschulstudium. Für die Zulassung von Studierenden zur ärarlichen oder zahnärztlichen Vorprüfung auf Grund einer bestandenen Begabtenprüfung ist in Preußen wie bisher, die Genehmigung des Wohlfahrtsministers erforderlich. Diese ist auch bei der Zulassung zur ärztlichen oder zahnärztlichen Prüfung einzuholen. Derartige Gesuche sind dem Minister kur Volkswohlfahrt mit der ministeriellen Bescheinigung über die Zulassung zum Studium ohne Reifezeugnis, dem Latainnachweis, den Studien= usw. Zeugnissen und einer gutachtlichen Aeußerung über die Persönlichkeit und die Leistungen des Antragstellers einzureichen Ein Reichsratsbeschluß wird in solchen Fällen künftig nicht mehr herbeigeführt werden, da der Reichsrat auf eine Mitwirkung verzichtet hat. ist die des Physikers Pauh über Radio. Bildsunk, Fernkino und ekeltrisches Fernsehen am 29. Septemder. Folgen wird in der Vortragsreihe zunächst Hans Balzer mit Wilhelm=Busch=Rezitationen. Weiter sind ein Tanzabend und ein Orchesterkonzert als unterhaltende Bildungsabende vorgesehen. Die 20 Pfennig bleiben wiederum als Eintrittsgeld, wofür man die Aufhebung der Garderobe und das Programm hinzuprofitiert. Es sind acht Jugendveranstaltungen vorgesehen, die dazugehörigen Theateraufführungen werden wiederum vom Rheinischen Städtebundtheater bestritten. Julius Bab wird über„Die Russen und wir“ sprechen, der Dichter Timmans am 5. Februar aus eigenen Werken lesen. Die Chorabende bringen u. a.„Erlkönigs Toch ter“ und die noch nicht uraufgeführten„Tageszeiten“ von Telemann. Seine 6 Gastspiele beginnt das Rheinische Städtebundtheater am 5. Oktober mit Shakespeares„Hamlet“, außerdem wird man Kaisere „Happy end“ und Verneuils„Herr Lamberthier“ vorgesetzt bekommen. Neu ist die Aufnahme von Operetten in das Programm der Volksbildungsabende. Sie sind ausgenommen worden, um den Spielplan einflußvoll zu gestalten und die Veranstaltungsfolge zu regel!. Stadt Wanne=Eickel. Am 5. 9. 1929 wurde in einer Bäckerei in Wanne=Eickel ein unbekannt gebliebener Mann bei dem Versuch, ein falsches Zweimarkstück in Zaylung zu geben, ertappt. Es handelt sich um ein auffallend glänzendes Stück mit etwas dunklem Rande. Der Kern bestand aus einer Bleifüllung. Statt den Mann festzuhalten und ihn der Polizei zu übergeben, ließ man ihn wieder laufen. Der Mann wollte das Geld von einem Unbekannten erhalten haben. Beschreibung des Mannes? 1,70 Meter groß, schlank, braunes Haar, graue Augen, gestutzter Schnurrbart, dunkler Anzug Bei weiteren Versuchen des Mannes, Falschgeld in Zahlung zu geben, wird gebeten, seine Festnahme zu veranlassen. Wechselfallenschwindler. Ende August erschien eine unbekannte männliche Person während der Abwesenheit des Besitzers an einer Trinkhalle, in der der 14 Jahre alte Sohn bediente. Der Mann verlangte 4 Zigaretten und wollte mit einem Zehnmarkschein zahlen. Beim Wechseln forderte er den Schein wieder zurück und bezahlte mit 20 Pf. Gleichzeitig bat er um erneutes Wechseln des 10-Mark=Scheines, der ihm auch gewechselt wurde. Erst nachdem der Mann sich entfernt hatte, merkte der Junge, daß der Zehnmarkschein verschwunden war. Beschreibung des Täters: 28—30 Jahre alt, schlank, dunkles Haar, schmales Gesicht, lange und spitze Nase, lange Beine. Er war bekleidet mit dunklem Anzug(wahrscheinlich blau) und hellem Hut. Vor ihm wird hiermit gewarnt. Kinderkur. Das hiesige städtische Jugendamt entsendet am Sonnabend, dem 14. d. M., erholungsbedürftige Kinder für eine 6wöchige Kur in das Kindererholungsheim Kappenberg. Die Abfahrt erfolgt 8.46 Uhr vom Bahnhof Wanne=Eickel. Ein weiteres Kinderplanschbecken. Nun geht auch das zweite Kinderplanschbecken, in der Albertstraße gelegen, seiner Vollendung entgegen. Man berücksich. tigt diesmal den östlichen Stadtteil, der wenn auch nicht zu dicht bewohnt, viel kinderreiche Familien beherbergt. Schade ist nur, daß diese Planschbecken, die wirkliche Erholungsstätten für unsere Kleinen bilden, nicht schon eher angelegt worden sind. Gründliche Renovierung der St.-Marienkirche in Eickel. Gei einiger Zeit ist ein Stab Handwerker damit beschaftigt, der St.=Marienkirche im Eickeler Stadtteil ein neues Gewand zu verleihen. Insbeson dere ist es der Dachstuhl, der durch Bergschäden stark gelitten hat und nun durch die Kruppsche Verwaltung der Zeahen„Hannover“ und„Hannibal“ instandgesetzt wird. Hand in Hand damit geht die Neuausmalung der Kirche. 2" Totkirche dient vorerst noch die geräumige und k sen zzu diesem Zwecke hergerichtete Bannschaftskaut## leicht soelegten Zeche„Hannibal?“. Wie verlautet, end######eien kültige Durchführung der Arbeiten noch it in Anst Die asteruch nehmen Erstaunen. Filmregie, Schauburg Eine Frau führt Filmregie. Die Direktion schreibt: Unglaubliches Kopfschütteln, Mißtrauen, ausgerechnet selbst Männer verlieren die Nerven und versagen— und nun eine Frau. Olga Tschechowa hat aber gezeigt— es geht wirklich— ja es ging sogar besser. Am besten wird die Situation durch einen Ausspruch eines Beleuchters illustriert, der wie ein Lauffeuer in Filmkreisen die Runde machte:„Mensch, Paule. kiek doch mal das Mächen an, mit wat for Tempo die abhaut, da solln sich mal die andern Megaphonfritzen n'Stück von abschneiden.“ Der Mann behielt Recht!— Olga Tschechowa war der Sache gewachsen! Beweis: der große Erfolg des von ihr gedrehten Filmes:„Der Narr seiner Liebe.“ Nicht oft hat man Gelegenheit, im Film über das Alltägliche hinaus große Kunst als Bereicherung zu finden. So schrieb die Presse über das Werk: Der erste weibliche Filmregisseur eines deutschen Filmes darf mit seinem Urteil zufrieden sein. Briefkasten. S. P. 300. In Preußen existiert eine Frauenpolizel in Köln, Berlin, Frankfurt, Magdeburg, Hannover, Breslau. Elberfeld, Halle, Altona und Königsberg. Die Polizeibeamtin muß zuerst das Staatsexamen als Wohlfahrtspflegerin abgelegt haben, und ein Jahr nach dem Examen praktische Arbeit als Wohlfahrtspflegerin leisten. Hierauf wird sie staatlich angestellt. Es erfolgt sodann noch eine neunmonatige praktische und theoretische Ausbildung auf fachpolizeilichem Gebiet. Anfragen sind an die Polizeiverwaltung der obengenannten Städte zu richten. J. B. 50. Falls der Hausbesitzer Parterre woynt, muß er den Flur reinigen. Fahrräder und Kohleneimer müssen aus dem Flur entfernt werden, auch Eiühe al Veranstaltmi polksbildunge######unoes. Ende: September wilmit den diesfähllp###n mit'an Veran=, rochend staltungen begih zwar werden diese####ene: Anserle.9. 5v. ener als in den zn sein. Stattfinden sollen die alles zusammen gurtochen. Erim lach Salz ab, hat man keine Fleischbrühwürfel zur so kocht man das Gemüse unter Hinzufügen von ndem Wasser nebst dem nötigen## Von Herne nach Heerlen(Holland) fahRees, Emmerich, Arn2∆ Wbende in der 8. im Kurhaus und im unv. IL.im, Hersen(Holand, Saale am Eickext. Die erste Veranstaltung rr. Entzöckende Spangenschuhe, z. B. echt Chevreau-Rohmenarbeit und besonders schöne zweifarbig kombin. Modelle Vornehme Herr.-Halbschuhe modernste Ausführung in schwarz und braun mit Kerb rahmen efc. Besonders elegonte HerrenHalbschuhe in echterRahmenarbeit oder Orig.-Goodyear gedoppelt; broun oder schwarz Borkalf, auch mit Kerbrahmen Koromelforb. Spongen schuhe mit dunkler Koppe Moderner Herren- Halb schuh, gute Vererbeitung Elegante Spangenschuhe, oport kombiniert in verschied. neuen Tönungen Braune Borkolf-Spangenschuhe- Broune BoxkalfJönglingsschuhe- Solide Hertenstiefel Echtbonf-Herren-Halbschuhe, hochmodernei breitschker Form, extro breit geppelt.. Damen ipangenschuhe mit Trofir- u. I XV.Ab: Neuarti Kombinationen in mocnen Herbst farben. Auch in Wild eder u.F Kreuzspangen Verkaufsstee Conrad Tack& Cie., 3. m. b. H. Herne Bahnhofstraße 62 Fernsprecher 50139 Beutschre(C Zugen###ft Diplomspiele bei Faikenhorst. Arminia Sodingen— Schwarz=Weiß Röllinghausen 2:1(1:0). Das zweite Spiel der Sportwoche ließ sich besser in wie das erste. Arminia Sodingen, zuerst mit neun Mann, zeigte großen Siegeswillen. Schon mit neun Mann gingen sie 1:0 in Führung. nachdem sie sich ver vollständigt hatten, drängten sie mächtig, end ein zwei tes Tor war der Erfolg. Röllinghausen kämpft jetzt mit aller Macht, Sodingen wird zur Verteidigung geswungen und muß sich den 1. Treffer gefallen lassen. Der Ausgleich liegt oft in der Luft, doch es kommt nicht e weit, Arminia bleibt knapper Sieger. Der Schiedsrichter hätte härter sein können, war aber trotzdem korrekt Donnerstag spielt: Blau-Weiß Herne 1— Arminia Eicke. 1. Die Gegner verbürgen die Qualität des Spieles Blau=Weiß wird einen sehr starken Gegner finden, dessen Erfolge in letzter Zeit sehr stark hervorstachen Achtbare Erfolge gegen Klassegegner machten den ganzen Bezirk auf Arminia aufmerksam Blau=Weiß muß sich anstrengen; da diese Elf nicht ganz komplett antreten wird, ist auch die Möglichkeit einer Niederlage gegeben. Anstoß 5.45 Uhr. Das Handballspiel DIK. Herne=Süd— Westsalia Herne fällt aus, da beide Gegner noch nicht zu der angesetzten Zeit antreten können. führt ein Schiff die Mannschaft nach Japan. Wenn die restliche Strecke mit der Bahn zurückgelegim hofft man am 26. September in der Hauptstadt Totio ein zutreffen. In den ersten Tagen werden sich die Dutschen zweg Ruhe gonnen, um sich von den Reie zen zu erholen. Anfang Oktober beginnt denn das Training, so daß die Athleten bis zum Länderkampf „fit“ sind. Diese Begegnung wird an zwei Tazen aus getragen und zwar Samstag, den 5., und Sonntag. den 6. Oktober Der erste Tag sieht sieben Konkurrenzen in nach stehender Reihenfolee vor: 110 Meter=Hütdenlauf: Troßbach, Dr. Wichmann; Kugelstoßen: hirschfeld, Weiß: 200 Meter=Lauf: Eldracher, Dr. Wichmann; Stabhochsbrung. Komermann, Wegener; 80 Meter Lauf: Engelhardt, Dr. Pelßer; 5000 Meter=Lauf: Boltze, Diekmann, und Schwedenstaffel: Eldrecher, En gelhardt, Storz, Dr. Wichmann. Der Sonntag bringt odann die Abwicklung der Kämpfe wie folgt: 100. Meter=Lauf: Eldracher, Dr. Wichmann; Hochsprung: Ladewig, Weiß: Diskuswerfen: Hirschfeld, Weiß; 1500Meter=Lauf: Bocher Valne; Weitsprung: Köchermann, Ladewig: 400 Meter=Lauf: Engelhardt, Storz; Speerwersen: Molles, Weiß, und 40 200-Meter=Staffel: Eldracher, Engelhardt. Storz, Dr. Wichmann. Wenn dieser Länderkampf überstanden ist, dann wird noch keineswegs die Heimreise angetreten. Neben einigen Zusammenkünften folgen Besichtigungen der verschiedensten Städte, sowie berühmter Ortschaften, u. a. Nikko, Kioto, Nara, Osaka, Shimonoseki, Fusan Keijo und wahrscheinlich noch Mukden. In Osaka und Keiso sind noch Schaukämpfe vorgesehen, wahrscheinlich auch in Mukden, doch ist es noch fraglich, ob Mukden wegen der russisch=chinesischen Wirren berührt werden kann. Ungefähr am 20. Oktober wird Asien verlasen werden, so daß man die Expedition Anfang November wieder in der Heimat erwarten darf. .### 7* 94 8 78 r F • Strafgericht des W Eine Warnung für andere Materialisten Die Spruchkammer des Westdeutschen Spielvervandes hat auf ihrer letzten Sitzung folgende bemerkens werte Urteile gefallt: In Sachen Rosellen und Wirtz, beide früher BlauWeiß Köln. werden auf Grund des neuen Beweismaterials die Urteile des Verbands-Gerichtes ausgehoben. Rosellen und Wirtz werden wegen fortgeetzter Verstöße gegen die Amateurbestimmungen nunmehr dauernd aus dem WSB. ausgeschlossen Hugo Pantzak, früher BV. 04 Düsseldorf, jetzt SC 99 Düsseldorf, wird auf ein Jahr(bis 1. 9. 1930) aus dem Verband ausgeschlossen, weil er mit Hilfe einer falschen Unterschrift eine frühere Spielberechligung zu erlangen suchte. wegen Mosch(99 Düsseldorf) konnten keine Beweise für Verstöße gegen die Amateurbestimmungen erbracht werden. Walter Schaar. Mülheimer SB. 06, wird wegen Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen auf zwei Bahre aus dem Verband ausgeschlossen. Hans Pretorius(Sportfreunde Neuß) wird wegen Verstoßzes gegen die Amateurbestimmungen aus dem Veraten und Ini Besuchen Sie d F 9333 Angebliche Anzeigen gegen Kraus I und Leinberger. Das letzte Endspiel um die Deutsche Fußball=Meisterschaft läßt die Gemüter immer noch nicht zur Ruhe kommen. In den letzten Tagen machte eine Meldung die Runde durch verschiedene deutsche Blätter, die Anseige gegen Kraus und Leinberger(von der damals o viel gesprochen wurde) läge dem nächsten Bundestag des Deutschen Fußballbundes zur Verhandlung vor. Eigenartigerweise hören wir nun von anderer Seite, daß dem DFB.-Vorstand von einer Anzeig der Hertha-BSC. gegen die beiden genannten Spiele; überhaupt nichts bekannt ist. Es wird von dieser allerdings hinzugefügt, daß der DFB. von sich aus die Angelegenheit untersuchen wolle... Es ist endlich einmal an der Zeit, daß von offlzieller Seite aus zu der Angelegenheit des Endspiess einmal Stellung genommen wird, und zwar in eindeutiger und klarer Weise. Die einseitige Berichterstattung verschiedener Berliner Zeitungen hat zu solch irrigen Auffassungen über die Vorkommnisse in Nürnberg geführt(ohne daß es der DFB.-Vorstand für nötig fand, durch eine offizielle Erklärung für Beruhigung zu sorgen), daß man sich heute nicht darüder wundern kann, wenn solche Gerüchte entstehen. In der Tat ist kaum anzunehmen, daß der DFB. von sich aus die Angelegenheit aufgreifen wird, da ja gar keine Anzeige von Hertha-BSC. vorliegt. Wenn der DFB. sich aber damit beschäftigt, dann wird er das bestimmt nicht auf dem Bundestag tun. sondern in einer isternen Vorstandssitzung, denn Spielerbestrafungen sind Angelegenheiten des Vorstandes und nicht des Zundestages. Falls aber— entgegen allen Gepflogenheiken— gegen einzelne Spieler des Endspiels vorgegangen werden soll, dann kommt neben Kraus 1 und Leinberger mindestens ebenso stark— Domscheidt in Betracht. Man sollte die Nürnberger Vorgänge endgültig ruhen lassen und sich lieber eingehend mit der Frage beschäftigen, wie das System der Deutschen FußballReisterschaft zu verbessern ist. Das ist produktiver. als wenn man heute die Uebertreibungen, die in der ersten Hitze der Beurteilung verständlich waren, sich aber heute längst als solche herausgestellt haben, zum Anlaß irgendeines„Verfahrens" nimmt. Wie stehts im Ruhrbezirk? In der zweiten Bezirksklasse finden mit Ausnahme der Gruppe Essen die Meisterschaftsspiele erst am nachsten Sonntag infolge der vollständig ungeklärten Lage statt. W * ### Berliner Scwimmer in Paris erfolgreich. Ein Städtekampf im Schwimmen gelangte in Paris zwischen den Mannschaften von Berlin und Paris zur Entscheidung. Die Berliner feierten überlegene Erfolge in allen Wettbewerben. Unser Bild zeigt die siegreichen Berliner Vertreter in dem prachtvollen Schwimmstadion von Tourelles. Schwimmen C.V. Nevlun siegt auch im Ruckkampf gegen Hellas Raure Der Rückkampf zwischen beiden Vereinen kam am Dienstag im hiesigen Sommerbad zum„Austrag. Leider war es nicht möglich, alle Leute zur Stelle zu ha ben, so daß die große Staffel und die Lagenstaffel ausfallen mußten. Die andereh Staffeln wurden von den Hernern überlegen geewonnen. Auch das Wasserballspiel, welches#ersten Kampf eine Beute der Hellenen wurde,#'brachte diesmal nach äußerst flot tem Kampfs Zeinen 7:5=Sieg für Neptun Nag#####hend die Ergebnisse BBruststaffel, 3 mal 100 Meter: 1. SV.„Neptun“ 5.10.2 Min.; 2. SC.„Hellas“ 5.58.4 Min. Knaben-Bruststaffel, 3 mal 50 Meter: 1. SV. „Neptun“ 232.9 Min.; 2. SC.„Hellas“ 2.40.2 Min Kraul-Staffel. 4 mal 50 Meter: 1. SV.„Neptun“ 2.41 Min.; 2. SC.„Hellas“ 2.45.1 Min. Wasserball. SV.„Neptun“— SC.„Hellas“ 7:5(Halbzeit 4:3) Die Zavanreise der deutichen Atbleten. Der zweitägige Länderkampf. Wie bereits hinlänglich bekannt, hat die Deutsche vortbehörde für Leichtathletik eine Einladung des panischen Leichtathletik Verbandes(Zennihon Rikohogi Renmei) zwecks eines Länderkampfes am 5. d 6. Oktober in Tokio erhalten, der Folge geieintet rd. Wahrend die deutsche Expedition schon seit einiTagen feststeht und wohl kaum noch geändert rd. wird über die Einzelheiten der Reise erst jetzt hr bekannt Die deutsche Mannschaft versammelt sich in Berlin d wird von dort aus die Reise am Mittwoch, dem September, antreten. Die Fahrt geht bis Wladi# ein ermo zenngiger Aufentbalt ist Dan Leutsche Sommeririelmeisterschaften der D. T. am 14. und 15. September in Munchen Zum 9. Male seit 1921 rüstet die DT. zur Austragung ihrer Meisterschaften im Faust= und Schlagball. Nach Hannover, Dresden, München, Altenburg, Halle a. d. S., Leipzig. Apolda und Köln a. Rh. ist Bayerns Hauptstadt Munchen zum zweiten Male Schauplaß der Deutschen Sommerspielmeisterschaften. Wie die DT. unter allen übrigen Turn= und Sportverbänden der günstige Nährboden für diese echt deutschen Kampfspiele ist, wovon am besten die 14.000 Mannschaften und. umgerechnet, annähernd 100 000 Spieler und Spielerinnen zeugen, die sich an den diesjährigen Pflichtspielrunden beteiligt haben, so ist Bauern die Schlag= und Falstballhochburg der DT. Nicht weniger als drei deutsche Meistertitel befinden lich zurzeit im Besitz der bayerischen Kreismeister: München 1860(Schlagball für Männer) und Tamde. Schweinfurt(Faustball für Männer und Altersturner). Derzeitiger DT.=Meister im Frauenfaustball ist Tklub Hannover. Während Munchen 1860 kaum einen der weiteren neuen Titelbewerber zu fürchten braucht, haben Schweinfurt und Hannover in ihren eigenen Vorgängern To. Lichtluftbad Frankfurt a. M. und To. Hamburg=Rothenburgsort(Faustball der Männer und Aelteren) sowie ATG.(era, Hamburger Tschaft Barmbeck=Uhlenhorst und Tv. Krefeld 1855(Turnerinnenfaustball) ebenbürtige Mitanwärter.— Im Rahmen der Sommerspielmeisterschaften veranstaltet die 0T ihr 2. Tennisturnier, das die besten Turnierspieler der DT. Tennisabteilungen aus Ber lin. Ost=, Nord=, Mittel=, West= und Süddeutschland zusammenführt und gleich dem 1. Turnier auch das Netzballspiel in den Turnvereinen be trieben wird.— Die Veranstaltung nimmt am kom menden Freitag mit einem Begrüßungsabend im Vereinsheim des Mtv. München 1879 ihren Auftakt. Während das Tennisturner bereits Sonnabend früh beginnt, brauchen die Fami und Schlagballspieler erst am Montag anzutreten, o daß sie Zeit und Gelegen heit haben, am Vormitteg Rundfahrten durch Munchen zu unternehmen oder das Deutsche Museum zu besuchen. Neben den Entscheidungsspielen am Sonntagnachmittag gibt es auch ein spannendes Handballspiel zwischen emer Münchener Städtemann schaft und dem Deutschen Turnmeister Tv. Friesenheim Ludwigshafen. der Hohepunkt der Tagung des Deutschen Stirerbandes. Am Sonntagvormittag wurde die außerordentlich gut besuchte Hauptversammlung des Deutschen Stiverbandes in Frankfurt a. M. durch den 1. Vorsitzenden, Dr. Temmer, eröffnet. Nach einer kurzer Begrüßungsansprache ging man gleich zur To ordnung über. Die Adwicklung des Tagesprogramms“ ging glatt vonstatten, was auf die mustergültige Arbeit der vorbereitenden Ausschüsse zurück zuführen war. Der Jahresbericht des Vorstandes, des Rechnungsprüsers und der Ausschusse wurden ohne Debatten genehmigt. Ebenso erfolgten die Entlastungen einstimmia. Der Schatzmeister des Verbandes, Wunderlich(München), wurde auf Grund seiner besonderen Verdienste zum Ehrenmitgliede des Verbandes ernannt.— Anschließend erfolgte die Prüsung und Beratung der eingegangenen Anträge. Auch hier ging es ohne Devatten ab. Es wurden sodann folgende Beschlusse gefaßt. Die 25jahrige Jubiläumsseier findet nunmehr im September 1930 in München statt. Verbunden damit ist eine Ausstellung. Ferner legte man fest, daß in Zukunft nicht ein Verein, sondern jeweils ein Verband mut der Durchführung der Meisterschaften beauf tragt werden sollte. Der Deutsche Skiverband erhält 25 Proz. der Bruttoeinnahmen aus dieser Veranstaltung. Das Meisterschaftsprogramm soll im Einklang mit den internationalen Regeln um einen 50=km=Langlauf erweitert werden. Die Meisterschaften von 1930 in Oberstdorf sind auf folgende Tage verteilt worden 4. Februar: 50-km=Langlauf; 5. Februar: Ruhetag; 6. Februar: Heeresstaffelläuse; 7. Februar: Deutsche Skimeisterschaft; 8. Februar: 18 kmLanglauf: 9. Februar: Sprungprüfungen. Die Meisterschaft 1931 wurde dem Landesverband Thüringen übertragen. Auch in der Frage der Berufs= und Amateurskilehrer erzielt man in allen Teilen Einstimmigkeit. Nach Erledigung aller Anträge wurde der ausgestellte Haushaltsplan für das kommende Jahr genehmigt. Er balanciert mit rund 88000 Mark und enthält u. a. reichlich Mittel für die Förderung der jugendlichen Skiläufer. Der Vertrag mit dem Verlage des Verbandsorgans„Der Winter“ ist um 4 Jahre verlanaert worden. Ferner bestätigte man den Münchener Luther als Schriftleiter Hiermit war die Tagesordnung erschöpft. Die nächste Vertretersitzung findet erst im September 1931 statt. Schach Der Schachmettkampf Die zweite Partie im Schachwettkampf um die Meisterschaft gestaltete sich ungleich spannender als die erste. Bogoljubow eroffnet mut einem Damen Bauer. Nach lebhaftem Spiel wurde die Partie nach 40 Zügen am ersten Tage abgebrochen. Bei Wiederbeginn stand Aljechin bei gleichem Material besser. Bogoljubow konnte im 51. Zuge durch ein Bauernopfer das Remis erzwingen. Die mit dem Damenbauern eröffnete dritte Partie in dem Wettkampf um die Weltmeisterschaft zwischen Bagoljubow und Aljechin wurde am Montagabend nach fünsstündiger Spieldauer und nach dem 40. Zug bei gleicher Stellung für die beiden Spieler abgebrochen. Es ist möglich, daß auch diese Partie wieder remis wird Die am Montag nach 40 Zügen abgebrochene dritte Partie im Schach Weltmeisterschaftskampf zwischen Weltmeister Dr. Aljechin und seinem Herausforderer Bogoljubow wurde am Dienstag fortgesetzt. Beide Gegner hatten wechselnde Vorteile, ohne sie aber zum Gewinn ausnutzen zu können. Nach 70 Zügen einigte man sich auf Remis. Der Kampf steht demnach 2:1 für Aljechin Tennis Frl. Krohwinkel ungarische Meisterin Bei den internationalen Tennismeisterschaften von Ungarn in Budapest ist jetzt die erste Entscheidung, die im Damen=Einzel, gefallen. Frl. Krahwinkel(Essen) schlug hier im Endspiel Frl. Haffmann(Hamburg) sicher mit 6:4. 6:1 und sicherte sich somit neben der deutschen auch die ungarische Meisterschaft. Im vergangenen Jahre hatte bekanntlich auch eine Deutsche. und zwar Frl. Rost(Köln) den Titel inne. Der Ham berger Frenz schied im Semifinale des Herren=Einzels 4:6, 0:6. 0:6 gegen den Prager Menzel aus. Bela von Kehrling und Menzel stehen hier im Finale Boxsport Die westfalische Jugend des Amateur=Vozverpag: des marschiert am kommenden Sonntag im Saalbal Anlauf in Herne auf, um im Boxkampf die Meister würde zu erringen. Die Jugend wird zeigen, was sie kann und was sie gelernt hat. Ueber 15 Vereine von Westfalen haben ihre Jugendlichen gemeldet. Je der Verein hat das Bestreben, die meisten Siege zu erringen. In anerkennenswerter Weise hat die Stadtverwaltung eine Plakette gestiftet für denjenigen Verein, der die meisten Meister herausbringt. Als Favoriten kommen der Dortmun der Boxsport 20 und der B. S. K. 19 Bochum in Frage. Ueberraschen können aber auch Altena und Wattenscheid. Auch die Herner sind stark vertreten durch Lippa, Höch und Dohle im Halbschwergewicht der mit großen Aussichten der Meisterwürde zusteuert Eine große Anzahl der Jugendlichen muß hier übernachten, um am Sonntag vormittag zur Zwischen und Endrunde antreten zu können. Leider fehlen noch eine Anzahl Quartiere, um die Jugend un terzubringen. Es ergeht deshalb der dringende Ri an die Bewohner der Stadt: Gebi den Jungens eir Freiquartier! Meldungen nimmt mündlich, schriftlick und telephonisch der Verkehrsverein Hernentgegen Mar Schmeling-— Pierre Charles? Belgischen Blättermeldungen zufolge hal Europa meister Pierre Charles ein Angebot erhalten. Mar Schmeling zu voren. Der Kampf würde, falls er über. haupt zustande kommt, im November in Berlin stattfinden und um den Titel gehen 20 Millionen Mark kostete Italien die Teilnahme am Schneider-Cup=Ren nen.— Neue Rekordversuche in England.— Deutsch. land beim nächsten Wettbewerb? In England ist man mit den beim Schneider=Pokal Wettbewerb. dem bekannten Schnelligkeitswettbewerb für Wasserflugzeuge, erzielten Rekordgeschwindigkeiten noch nicht zufrieden. In diesen Tagen sollen auf eine: graden Strecke im Solent bei Calshot erneut Versuche unternommen werden, den jetzt von Lt. Atcherty mit über 530 Stundenkilometer aufgestellten Weltrekord zu verbessern. Kapitän Orlebar wird mit der gleiche Maschine, mit der Lt. Waghorn für England der Schneider=Cup gewann, vernchen, eine Geschwindig keit von etwa 600 Stundenkilometer zu erreichen. In zwischen ist auch die neue Gloucester=Napier=Maschini fertig geworden, die ursprünglich Lt. Stainford an letzten Samstag steuern sollte. Der erste Probeflug mit dieser Wundermaschine soll so befriedigende Ergebnisse gezeitigt haben, daß Stainford ebenfalls dieser Tage schon den Weltrekord unterbieten will Der nächste Wettbewerb um den Schneider=Pokai soll nun im Jahre 1931 wieder in England vor sich gehen. Man rechnet dann mit einer Teilnahme von 5 Nationen, nämlich neben England und Italien noc Deutschland, Frankreich und Vereinigte Staaten Ob Deutschlands Teilnahme sich tatsächlich verwirk lichen läßt, muß abgewartet werden, denn die Kosten für die Vorbereitungen sind außerordentlich hoch. Eng land kam zwar mit rund 6 Millionen Mark aus. aber Italien, das mit aller Gewalt die wertvolle Trophäe wieder in seinen Besitz bringen wollte, ließ, sich die ganze Angelegenheit rund 20 Millionen Mark kosten. Die Italiener wollen übrigens in den nächsten Wochen zuhause versuchen, den verlorenen Weltrekord wieder zurückzuholen. Kurze Insermationen. Hein Mullers nächster Gegner siegreich. Dan Shortland schlägt Dick Bower in der 4. Rd. k. o Der für den 4. Oktober anläßlich der Eröffnung der Boxsportsaison als Gegner für Hein Muller vorge sehene englische Schwergewichtler Dan Shortland eilt jetzt von Sieg zu Sieg. Nach seinem kürzlichen Tri umph über Badley Madden schlug er jetzt in seiner Heimat den Schwergewichtsmeister von Wales. Diek Bower, schon in der 4. Runde für die Zeit auf die Bretter Geiger nicht mehr beim 1. JC. Nürnberg Deutschlands internationaler Mittellauser bei Tennis-Borussia. Der in vielen Schlachten erprobte internationale deutsche Laufer Geiger des 1. FC. Nürnberg wird aus beruflichen Gründen seinem Heimatverein Ade sagen, um nach Berlin überzusiedeln, wo er dem Berliner Abteilungsmeister Tennis=Borussia beizutreten gedenkt. Er soll dort, den neuesten Meldungen zufolge. den Posten eines Mittelläufers einnehmen, wo er eine ganz wesentliche Verstärkung der Veischen bilden dürfte. Ellis läuft Weltrekord Der ausgezeichnete englische Mittelstreckenlauser.— Cyril Ellis unternahm in Stamford Bridge einen er# folgreichen Weltrekordversuch über 1000 Yards. Ellis legte die Strecke in der neuen Weltrekordee# von 2:11,2 Min. zurück und unterbot damit den seit 1921 bestehenden Rekord des Amerikaners Lawrence Brown um genau 1 Sekunde Deutschland— Oesterreich 4:3. Ein Länderkampf der Arbeiter-Fußballer In Breslau lieferten sich die Arbeiter=Fußballer von Deutschland und Oesterreich einen Länderkampf, der von den Deutschen knapp mit 4:3(0:2) Toren gewonnen wurde. Bayern München siegl in der Schweiz. Der FC. Bayern München beteiligte sich am Inbiläums=Turnier des FC. St. Gallen. Die Suddeutschen trafen hier auf die bekannten Züricher Graßhoppers, die mit 4:2 Toren besiegt wurden. Im zweiten Spiel des Tages behielt der gastgebende Verein über den FC. Brühl mit 2:1 die Oberhand Südslawische Fußballmeisterschaft Hajduk Spalato ist Reister. Die südslawische Fußballmeisterschaft wurde am Sonntag im Spiel Hajduk Spalato— HASK. Agram entschieden. Haspuk siegte knapp mit 1:0 und holte sich damit erstmalig den Titel Der heutigen Ausgabe des Herner Anzeigers liegt ein Prospekt der Firma 45670 Betten=Weinberg bei, aus den wir unsere Leser aufmerksam machen Beilage zum Heener Von Dorothea Ziegel. Ein vaar Minuten hinter dem Alexandervlatz— eine stille Seitenstraße schluckt den Lärm der Berliner Innenstadt. An einer Ecke ragt das große rote Gebäude weit über seine Nachbarn hinaus. Wo bleiben die bunten Reklamebilder, die lockenden Auslagen glitzernder Läden, die geschäftigen, brodelnden Straßen? Ab und zu schnarrt aus einer Kneive ein altersschwaches Grammophon. Aba— denkt man—, hier feiert man Wiederseben, wenn die Zeit verstrichen ist... und dann sind hier einfrenstrige winzige Läden. Dort bekommt man Zigaretten. Die Auslagen sind verstaubt und die Bilder so rührend verblichen. Wann sah man je lolche Moden! Waren es nicht immer dieselben Menschen, die das große. ernste Tor verschlang die nach Monaten mit guten Vorsätzen wiederkamen... die alte Frau hinter dem Ladentisch weiß so viel zu erzählen... * Da ist zunächst ein heller breiter Korridor. dessen getunchte Wände eber auf ein freundliches Krankenhaus schließen lassen, waren die schweren Gitter nicht, die sich wie ungeheure Soinnennene über den Gang ziehen Und dann die Wärterinnen, die mit einem gewichtigen Schlusselbund vorübergeben Das Gesängnis der Frau! Sind es Verdrecherinnen, die in ihren kleidsamen Jacken und karierten Tüchern über den Gang buschen? Was mag diese Menschen hierber geführt haben, Leichtsinn, Vererbung.. Ein alter Teil des Hauses nimmt die Verwaltungsraume und einen Teil der Zellen auf. Daran schließt sich in farbenfrodem Kontrast leuchtend blau der neue Trakt an, der das Lazarett und andere Zellen enthält. Nach der Aufnahme in dem schmucklosen Empfangszimmer kommt die neue Insassin zunächst ins Bad, das in weißen Kachelwänden mehrere emaillierte Wannen enthält. Alle vierzehn Tage gibt es Brausebäder, auf Anraten des Arttes auch medizinische Wannenbäder. Alle vier Wochen ist Kooiwasche. Eine Insassin waltet hier ihres Amtes. Der moderne Strafvoll#zug nimmt wertgehende Rücksichten auf die Individualität, und so werden auch hier hinter Gesängnismauern blonde und braune Bubenköofe geschnitten. Obligatorisch ist jedoch die Anstaltskleidung: ein sauderes blaues Waschkleid, dar über knotet man ein weißblaues Halstuch. grauen gestrickten Wollstrumpfe tragen einen roten Streisen, und für kühle Tage gibt es eine blaue Jacke mit Aermeln von anno 1900... Die Hausarbeiterinnen und Küchenhilfen knüpfen sich ein weißes Tuch um das Haar. * 210 Insassinnen beherbergt das Gesängnis in der Barnimstraße, von denen vierzig im Lazarett liegen, in hellen, sonnigen Räumen. Wer weniger als sechs Monate abzubüßen hat, rückt noch nicht in das Dreistufensystem auf, das eine Milderung und zugleich Ansporn sein will. Im Laufe der Zeit kann sich die Gefangene innerhalb ihrer Grenzen hinaufarbeiten. Man gestattet ihr kürzere Brieffristen, ein zweites Bibliotheksbuch in der Woche (die Eschtruth ist bevorzugt!), sie darf abends länger Licht brennen Rückt sie weiter auf— hierbei kommen besonders die in Betracht, die lange Strafen zu verbüßen haben — so darf ne Bilder und Photographien aufhängen, Spiegel und Nivpsachen aufstellen, kann sich Blumen vor dem Fenster zuchten und sich am Sonntagabend in einem besonderen Zimmer mit ebenfalls aufgerückten Mitgefangenen unterhalten. Da ist schon der Tisch hübsch weiß gedeckt, und man wundert sich ein wenig, daß hier Gesellschaftsspiele aller Art stehen. Auch eine dritte Stufe gibt es. Ihr geboren aber in der Praris wenige Frauen an, da Gefangene mit sehr zuter Führung vielfach auf ein Gnadengesuch hin früher entlassen werden Und dann sind da die Mütter! Welche Tragik für ein Menschenleben, das zwischen Gesängnismauern beginnt, zwischen Gesängnismauern seine ersten Worte stammelt und seine kleinen Fäustchen durch Gitter steckt... doch alle trüben Gedanken schwinden im Nu, wenn man eine solche Mutterzelle betritt. Da sind bunte Blumen, Spielsachen, da steht ein kleines weißes Beitchen! Eine blanke Kinderwanne lehnt an der hell getünchten Wand. und neben dem elektrischen Bügeleisen sitzt ein Teddybär Draußen ist Grün und Sonnenlicht, und jeden Tag kommt der freundliche Onkel Doktor. Die Mutter selbst ist zufrieden. Ausnahmsweise dari sie nun schon seit langer Zeit ihr Kind bei sich behalten und wartet bald auf die Entlassung. Aber was dann später? Nebenan jauchzt und stramvelt ein kleiner Blondschopf, der seine Aermchen unbekummert dem„Onkel Doktor entgegenstreckt. Ja— gewiß, hat es so ein kleines Geschöpf hier gut. Und werden nicht auch bei den anderen Frauen wieder mütterliche Instinkte, Regungen, die längst unter dem Schutt niedriger Triebe. verbrecherischer Neigungen verstummt waren, wieder wach Der moderne Strafvollzug will nicht allein strafen! Gestrauchelte sollen wieder aus die rechte Bahn kommen, die verkrampften Seelen sollen sich lösen und Neues, Wertvolles in sich aufnehmen zum Kampf mit dem Leben da draußen, dem sie nicht gewachsen waren. Wohin mag der Weg aus diesem roten Hause führen, wenn das pulsende Leben wieder seine Arme öffnet, wenn alles Gute von den Genossen gemeinsamer Taten hohnlachend verworsen wird? Es ist eine lange. lange Reihe, die immer wieder ihren Platz in der Registratur einnimmt... Und wenn das schwere Tor wieder hinter einem zufällt, so weiß man, daß Gefängnis kein lichtloses Dunkel in stumvier Verzweiflung ist, daß unser Jahrhundert eine tiefe Bresche in Vorurteile und Traditionen schlug. Bessetung anstatt Strafe— und vielleicht werden auch diese letzten, mittelalterlichen Mauern um Menschen fallen... Pflege des Kindes Kosmetik im Kindesalter. d. b. eigentlich nur. der Zeit. in der Kosmetik das große Schlagwort ist, Rechnung tragen und alte Tatsachen neu einkleiden Denn alles, was hier gesagt wird, sollte einer jeden Mutter geläufig sein, io geläufig, daß die Zusammenfassung nur eine Wiederholung ist Fangen wir beim Säugling an. Seine Wartung besorgt eine Pflegerin oder die vom Arzz bzw. der Schwester beratene Mutter. Seine äußerst zarte, empiindliche Haut wird in den ersten Tagen und Wochen mit Olivenöl neben dem täglichen Waschen behandelt, um sie geschmeidig zu halten. Gegen das Wundwerden wird die Haut durch Fettsalben, die am besten noch überpudert werden, geschutzt. Diese Salben decken gleichsam die Haut gegen die Nässe ab. Sie werden nicht mit Wasser sondern mit Olivenöl, das man auf ein Wattebäuschchen tut, abgewaschen. Dabei ist darauf zu achten, daß nach dem Abwaschen mit Oel dieses restlos mit trockener Watte wieder entfernt wird. Geschiebt dies nicht gründlich, natürlich ohne Reiben, so haftei die später ausgetragene Salbe anstatt auf der Haut auf einer Oelschicht, und die Wirksamkeit ist aufgehoben Der Säugling braucht in den ersten Monaten unbedingt sein tagliches Bad, das man ihm morgens vor der zweiten. oder avends vor der Abendmablezit gibt Man wird sich da an die gegebenen Vorschriften des Arztes halten, was die Wahl der Zeit anvetrifft. Indessen sei igt. daß man jert im allgemeinen das Bad lieber alends gibt, da es dann beruhigend wirkt. Diese Wirkung kann man steigern durch Zusatz von Kamillentee leine Tasse starken Tee auf ein Kinderbad Die Augen werden des Morgens mit Watte die mit abgekochtem, lauwarmen Wasser angefeuchtet ist ausgewaschen, wobei man von der Schläfe nach der Nase streicht Nase und Ohren werden ebenfalls mit feuchter Watte gereinigt. Die Pflege des Haares beruht lediglich auf vorsichtigem Bürsten mit einer weichen Bürste nach dem Baden. Den Mund, wo die Zähne ja noch fehlen, reinigt man nicht wie früher durch Auswaschen mit dem feuchten Lävochen, da man höchstens Gefahr läuft, die zarte Schleimhaut zu verletzen. Man läßt sie ganz in Ruhe Die Nägelchen sollen. nach einem alten Aberglauben, vor Ablauf des ersten Jahres nicht geschnitten werden Sie wachsen aber sehr stark, und das Kind kann sich leicht verletzen. Deshalb müssen sie kurz gehalten werden, was durch Abknipsen oder vorsichtiges Schneiden geschieht Beim sogenannten Kleinkind(bis zum 6. Lebensjahre) und auch beim Schulkind ist einmaliges Baden wöchentlich unbedingt erforderlich, zweimaliges erwünscht. Das Haar soll höchstens einmal in der Woche gewaschen werden, denn das Kinderhaar ist im allgemeinen fettarm und wird leicht sprode bei zu haufigem Waschen. Aus demselben Grunde seien alkoholische, also entfettende Haarwässer widerraten. Die angewandten Haarwaschmittel,— gleich ob in fester, flüssiger oder Pulverform— seien milde, und man nehme höchstens die halbe Menge wie beim Erwachsenen. Tägliche Pflege mit dem Kamm, der nicht zu eng sein soll. weil er sonst„zievt" und Haare ausreißt, vor allem aber ausgiebiges Bürsten wird dem Haarwuchs dienen, weil es zugleich als Kopfmassage wirkt. Bei sorödem Haar darf die Bürste härter sein als bei weichem. Kamm und Bürste werden öfters, am sweckmäßigsten vor jeder Haarwäsche, gereinigt. Die Hände müssen häufig, stets vor Tisch und bei Rückkehr vom Spaziergang, bzw. von der Schule. gründlich mit einer nicht scharfen Seife gewaschen werden und sind ordentlich abzutrocknen, worauf besonders im Winter zu achten ist. Reigt das Blut leicht zum Ausspringen, so ist es ratsam, sie prophylaktisch in der kalten Jahreszeit mit irgend einem milden Hautcreme einzufetten. Die Nägel sind kurz und mit Bürste und Feile von „Hoftrauer“, freizuhalten. Die Zähne müssen morgens und abends gut genurt werden; sie sollen alle 3—1 Monate vom Zahnarzt nachgesehen werden, damit cotl. Schäden schon im Anfangsstadium beseitigt werden können. Ein Zusatz zum Gurgelwasser, der stets von Kindern vertragen und auch nicht unangenehm empfunden wird. ist Wasserstoffsuverornd (1 Teelöffel auf 1 Glas Wasser). Wasserstoffsuperornd hat eine stark desinfizierende Wirkung und ist deshalb als Vorbeugungsmittel bei Erkältungen und Grivpeevidemien sehr wertvoll. Auf eine gerade Körverhaltung kann nicht genug Gewicht gelegt werden, weil aus Trägheit oder schlechter Gewohnheit im Laufe der Zeit leicht Verkrüppelungen entstehen. Hier müssen Eltern und Erzieher dem Grunde nachforschen(ungünstiger Arbeitsplatz beim Schreiben, ungleiche Belastung der Schultasche etc.) und beizeiten Abhilfe schaffen. Schlechte Haltung bei Näharbeit macht oft erst auf Sehfehler aufmerksam, wobei der Augenarzt zu Rate gezogen werden muß, da häufig ein rechtzeitiges Tragen einer Brille von kurzer Dauer ist, ein zu spätes die Augen aber nicht mehr bessern kann. Das Schunwerk muß für den wachsenden aus unbedingt bequem sein, um auch Hühneraugen, Hornbaut usw. zu vermeiden Die Handschuhe und Strümpfe sollen ebenfalls reichlich groß sein, um ein Erfrieren der Händchen und Füßchen zu verbindern Viel Bewegung in freier Luft, gumnastische Uebungen und mit Maß betriebener Sport sind für den sich entwickelnden Körver mindestens ebenso wichtig wie für den Erwachsenen. Erprobte Rezepte Kaltes gekochtes Rindfleisch auf Elsasser Art.(Für; Personen). Zutaten: 700 Gramm gekochtes kaltes Rindfleisch, 4 hartgekochte Eier, 50 Gramm Sardellen. gebackter Schnittlauch, Kavern, Pfeffer. Salz, Soße aus Oel, Essig, Wurze, Salatblätichen Tomatenscheiben. Zubereitung: Das kalte gekochte Rindfleisch wird in seine Scheiben geschnitten, die man in der Mitte einer ovalen Schüssel ordnet, mit Sardellenstreifen und harten Eierscheiben belegt, mit etwas Salz und Pfeffer und dick mit gehacktem Schnittlauch und Kavern bestreut. Darauf rührt man eine Soße aus sechs Löffeln Salatöl. dem nötigen Essig. Salz und Pfefser, ferner 1 Löffel Mostrich, und 20 Tropfen Maggi's Würze, gießt sie über die garnierten Rindfleischscheiben und umgibt diese noch mit kleinen Salatblätichen und Tomatenscheiben, die man mit etwas zurückbehaltener Soße beträufelt. L. H. Gelbrübengemüse mit Kartoffeln.(Für 4 Personen). Zutaten: 2 Pfund Gelbrüben. 1 Pfund rohe Kartoffelwürfel, 50 Gramm Butter, 1 Teelöffel Salz, 1 Teelöffel Zucker. Liter Fleischbruhe aus 2 Maggi's Fleischbrühwürfeln, 1 Teelöffel geschnittene Zwiebel, 1 Teelöffel gewiegte Petersilie. Zubereitung: Die Gelbrüben werden gewaschen. geschabt. in seine Streisen geschnitten und mit Salz und Zucker vermengt. In der Butter dämpft man Zwiebel und Petersilie, gibt die Gelbrüben hinein und läßt sie unter öfterem Schütteln dämpfen, bis sie sich setzen. Tann wird die Fleischbrübe, aus Maggi's Fleischbrühwürfeln hergestellt. nach und nach aufgefüllt. Ist das Gemüse fast weich, mischt man die rohen Kartoffelwürfel unter und läßt alles zusammen garkochen. Beim Anrichten schmeckt man nach Salz ab, hat man keine Fleischbrühwürfel zur Hand. so kocht man das Gemüse unter Hinzufügen von kochendem Wasser nebst dem nötigen Salz weich und verbessert beim Anrichten mit einigen Tropfen Maggi's Würze. A. B.=K. Zur Ausbesserung von Steinstufen ist eine Mischung von zwei Teilen Zementkalk, einem Teil Flußsand und einem Teil Wasserglas sehr zu empfehlen. Die schadhaften Stellen werden mit Wasserglasflüssigkeit angefeuchtet, dann ist die oben angegebene Mischung in die Vertiefung zu drücken und glattzustreichen. In etwa sechs Stunden hat sich die Masse in festen Sandstein verwandelt Herbstwanderungen Die abgebildeten 1. Praktisches Kostüm aus kariertem Wollsoff. Die Rockvorderbahn wird in Falten geordnet, die Jacke knooft in der vorderen Mitte durch, hat eingeschlitzte Taschen. 2. Dieser Rock aus derdem Wollstoft zeigt in der vorderen sowie hinteren Mitte je 2 Quetschfalten. Die Bluse ist aus heller Waschseide und zeigt eine neuartige Passe 3. Kleid für Mädchen von 8—10 Jahren. 6. Rurzes Höschen und Wollvullover für Knaben von 6—5 Jahren 5. Mantel für Madchen von 8—10 Jahren. 7. Flotter Flauschmantel mit aufgesteppten Tascher und dochstebendem Kragen l. Wasserdichtes Sportkostum mit durchknopfbarem Rod. 7 Das Große Angcbof zu denkbar billigen Preisen Seide, Samt Crepe de Chine I 103 cm schöne Kleiderware, in allen Modefarben vorrätig Veloutine schöne, schwere Kleiderware. Wolle mit Seide, hervorragende Ware Waschsamt ca. 99 cm breit, bedruckt, indanthren. in hübschen Mustern......“. 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Rummel Klaoter) o 18.30: Stud.=Rat Brüls: Das astronomische Weitbild eiten ß 1915: Di roose: Die Weiswirrcaft der oilanzlichen Fette o 19 35: Dr— ennen und Stahl im Nuhrgebiet## Eisen und Stadl Beuch in der Hutedoffnungso 20 45: Die Tage des Antzigen von Leomd Andreiem Pers.: Jewdokia Antonowna: Llaa. iore Tochter. Studenten u Studentinnen: Ritolat Gluchowsen. aufro Mischko. Blochin der Uhnitker. Archangelski. Anna Iwanowna, Stnaida Wai t##ewna. Eduard von Ranken. Militärarzt; Grigorn Mironoo Leuinani Annuschko Dienstmädchen: Boulevardwächter. Zeit: Zweite Halfte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Ort: Moskau o Darauf: Nachtmusik und Zeutsche Welle Rachtmusit und Tanz. 16.51 Raitr-Ongeteder„Germania"=Versicherung Berlin. Auskunft und Abschluß: Fr. Fusf Herne= Sodingen, Tel. 500 78 Deutsche Welle. Gi####bleibendes Werktags=Programm. 5.50: Wettei für den Landot#t o 7: Gymnastit. e 12.2 den Landoin(So. 12.50) o 12.55: Nauener Zeit o 15 Borse o 1955; Wetter für den Landwirt Deutsche Weite. Donnerstag, 12 Sept 10: Dr. Etfenberger: * inden o 12 Schallo atten o 14.30: Fr W isse: Reisen und Abenteuer: Memne Erlehnisse in Atc anistan S 15: Od=Reg und Schulrat Hylla: Begabungs* e 16: Restolmn Irmzard Bär: Prodleme der Freizseit für Jugendiche o 16 30: Dichterstunde: Jwai von Lücken Einl.: A-oren# 17• Beriin Faroll=Vortrage oon Kurr Leu nner# Ai Fortaeschei#en 1355 Pratident Weder: Rartoffelernte und dem 14 Pa t=ttag der russischen kommunistischen Partei im Auguß 927. Komp; gegen die Oppolition und Autschluß der Oppolitione en ane dei Partet, darunter Trogl= und Sinamien,# Arschl.: Die an Eio, Ueberbiido Danach: Tanzmusik. Kape * 7 *