Herner Druck u. Verlag: Koetbers& Röttsches. Herne. Bebelsir. s. neben der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis wöchentlich 60 Pfg. frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Dortmund 1907 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners. für den Anzeigen= und Reklameteil: Carl Bartels, beide in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger Gerther Anzeiger Amtlio beglaubigte Abonnentenz ahl Jeber Abonnent nebst Ebefeau ist gemaß den Bedingungen mit Mark 250.— versichert, wenn durch einen Anfall der Tod oder Ganzinvolibität eintritt. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe lokal 7 Pfg., auswärts 8 Pfg., Arbeitsund Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöhe, im Reklameteil 30 Pfsa. Der aus die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinsällig. 7 Fernsprech=Anschluß Sammel-Nummer 52501" Telecramm Adresse:„#nnider Herne. 1 0 Nr. 193(Erstes Blatt) Montag, den 19. August 1929 25. Jahrgang Jeppelin heute morgen in Cokio Hundert=Stunden=Fahrt Friedrichshafen—Japan Am Ochotskischen Neer P Friedrichsbasen, 18. Aug.(Telegr.) Nach einer Meldung von Bord des Luftschiffes befand sich„Graf Zeppelin“, am Sonntagmorgen um 7 Uhr ME3. über Port Avan an der Küste des Ochotskischen Meeres. Das Luftschiff hatte um 1 Uhr ME3. Jakutst erreicht und dann Kurs nach Südosten genommen. ### Tokio, 18. Aug.(Sonderkabel der T. U.) Seitdem Tokio die Funkverbindung mit dem Luftschiff direkt aufgenommen hat, steigt die Spannung mehr und mehr. Aus allen Teilen des Landes treifen Deutsche ein, um die Landung des deutschen Luftschiffes miterleben zu können. Die grosen Tokioter Zeitungen bringen jede einzelne Phase des Fahrtverlaufes auf weithin sichtbaren Ausbangen der Bevölkerung zur Kenntnis. Ueberall herrscht Begeisterung über die mit so ungewöhnlicher Genauigkeit durchgeführte Fahrt über Sibirien, hat doch das Schiff den Weg von Friedrichsbafen bis zur sibirischen Ostküste in nicht mehr als 3 Tagen und 22 Stunden zurückgelegt Die Gerüchte, wonach die japanische Marine das Luftschiff zu kaufen beabsichtige, werden halbamtlich dementiert. Ueber Nikolajewik Tokio, 18. Aug.(Telegr.) Die Regierungsfunkstation Jwatsuki nordöstlich von Tokio erhielt um 5 Uhr nachmittags Tokioter Zeit(etwa 9 Uhr vormittags ME3.) die folgende Meldung von Vord des„Graf Zeopelin": Befinden uns nade Nikolajewik auf 55 Grad nördlicher Breite und 139 Grad östlicher Länge. Das Wetter ist gut. Der„Graf Zeppelin“ dürfte am Montag 2 Uhr nachmittags Tokioter Zeit(6 Uhr morgens ME3.) nach etwa 100 Stunden Flugzeit von Friedrichshafen auf dem Flugseld Kasumigaura bei Tokio eintreffen Der Marinekommandant Futiioshi, der sich an Bord des„Graf Zeppelin“ befindet, hatte um 7 Uhr morgens Tokioter Zeit dem Marineministerium durch Funksoruch den Standort des Luftschiffes mit 62 Grad nördlicher Breite und 129 Grad östlicher Länge angegeben. Anscheinend hat das Luftschiff etwa um 9 Uhr heute morgen. 41 Uhr früh MEZ.) in der Gegend von Jakutst seinen Kurs geändert. Die javanischen Korrespondenten, die sich an Vord befinden, haben durch Funkspruch mitgeteilt, daß sie etwa um Mitternacht Tokioter Zeit(4 Uhr nachmittags MEZ.) japanisches Gebiet zu erreichen hoffen. Auf dem Flugplatz Kasamigaura wurden heute nachmittag von den Landungsmannschaften unter dem versönlichen Befehl des Kommandanten des Flughafens, Konteradmiral Edabra, die Landungsmanöver erprobt. Das Luftschiff teilte dem Verkehrsministerium durch Funksoruch mit, daß es sich um 7 Uhr abends Tokioter Zeit(11 Uhr vormittags MEZ.) auf 53.58 Grad nördlicher Breite und 140 Grad östlicher Lange befand. Daraus geht hervor, daß das Luftschiff den Weg längs des Tataren=Sunds nimmt. Westlich Sachalin Tokio, 18. Aug.(Telegr.) Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ teilte um 8.10 Uhr abends Tokioter Zeit(12,10 Uhr mittags MEZ.) durch Funksoruch folgenden Standort mit: 48 Grad nördlicher Breite westlich von Sachalin. Daraus geht hervor, daß das Luftschiff die russisch= javanische Grenze im Tataren= Sund überflogen hat und den Südkurs beibehält. Tokio, 18. Aug.(Sonderkabel der T. U.) Das Luftschiff„Graf Zevpelin“ besand sich um die Mittagszeit über dem Sachalin=Golf. Kurz vor dem Tokio, 18. Aug.(Telegr.) Nach einem Funksoruch des Luftschiffes„Graf Zeopelin“ befand sich das Schiff um 23 Uhr ME3. 1017 Kilometer vor Tokio. China wünscht Peking, 18. Aug.(Telegr.) Die Nankingregierung bringt in der Presse ihr Bedauern zum Ausdruck, daß „Graf Zeopelin“ China nicht in seinem Flugplan aufgenommen habe. Sie beabsichtigt, die Luftschiffleitung zu ersuchen, nach der Landung in Tokio einen Besuch in China abzustatten. Ob diesem Gesuch stattgegeben wird, erscheint jedoch angesichts des festen Programms Dr. Eckeners zweiselhaft. Die „Mauretania“ versucht es noch einmal *, London. 10. Aug.(Telear.) Die„Mauretania“, die auf der Fahrt von England nach den Vereinigten Staaten vergeblich versucht hutte, den Rekord der „Bremen“ zu brechen, macht auf der Rückfahrt wiederum die größten Anstrengungen, um die Zeit der„Bremen“ zu unterbieten. Die„Mauretania“ passierte das Ambrose= Llovd=Schiff auf ihrer Rückreise am Freitag um 2 Uhr nachts. Der erste Teil der Reise ist nach Berichten von Bord günstig verlaufen, und man hegt offenbar ernste Hoffnungen, daß es diesmal gelingt, den Rekord zu brechen. der chinesischen Ostbahn wird durch die chinesische Polizei rücksichtslos fortgesetzt. Mehr als zweihundert neue Verhaftungen sind erfolgt, die bis zur Ausweisung in Konzentrationslagern untergebracht werden. Chinesisch=russische Insammen. stöße □ Moskau. 1d. Aug.(Telegr.) Wie die Telegraphen= Agentur der Sowjetunion berichtet, sind wiederholt Ueberfälle im Gebiet der Ostchinabahn auf Sowiergrenzposten und die friedliche Bevölterung durch Weißgardisten und chinesische Banden gemacht worden. Die Ueberfälle haben insbesondere in den letzten Tagen bei der Bahnstation Mandschuria und dem Dorfe Poltawskaja in der Nähe der Station Pogranitschnaia einen berausfordernden Charakter angenommen. Chinesische Meldungen, daß die Initiative der Angriffe angeblich von Sowietseite ausgehe, werde als böswillige Erfindung bezeichnet, die eine Maskierung der chinesischen Ueberfälle bezweckten. Die Telegraphen=Agentur der Sowietunion ist bevollmächtigt, entschieden zu erklären, daß in allen Fällen ohne Ausnahme die Sowjetarenztruppen sich nur auf entschlossene Abwehr der Ueberfälle und Beschießung sowie der Versuche der Weißgardisten und chinesischen Banden, im Sowjetgebiet einzudringen, beschränken. Gestern abend überschritt eine Truppenabteilung, bestehend aus Chinesen und Weißgardisten, die Sowietgrenzbei dem Dorse Poltawskaja, umzingelten den Sowjetgrenzposten und beschossen ihn mit Maschinengewehren. Die Sowjettrupven schlugen den Angriff ab. Wie aus Mokau gemeldet wird, hat, nach Nachrichten aus Blagoweschtschenik, der Oberbefehlshaber der fernöstlichen Armee, Blücher, den kommandierenden General im Amurgebiet, Kuibyschew. von seinem Posten entfernt. weil dieser die Interessen der Sowietunion an der russisch=chinesischen Grenze, namentlich gegenüber den weißgardistischen Banden. nicht genügend wahrgenommen habe. Kuibyschew ist nach dem mittleren Wolgagebiet versetzt worden. Sonntagsruhe im Haag Beute„private“ Unterredung Stresemann—Briand Vertagung der Konferenz Ende der Woche? Entscheidung am Mittwoch * Haag, 18. Aua.(Telegr.) Der heutige Sonntag war im ganzen genommen ein Aubetag. Dr. Stresemann unternahm mit den übrigen Mitgliedern der deutschen Abordnung ebenso wie die meisten übrigen Ländervertreter einen Ausflug in die Umgebung. Im Laufe des Nachmittags sand lediglich eine kurze Unterredung zwischen Snowden, und Jaspar statt. Am Montag sollen nunmehr auf Grund der am Samstag zustande gekommenen Vereinbarung die sinanziellen Sachverständigen des englischen Schatzamtes mit den Sachverständigen der übrigen Machte zusammentreten. Sie haben von ihren Regierungen die Anweisung erhalten, in erster Linie den zissernmäßigen Wert des Angebotes der vier Mächte an England festzustellen. Ihr Bericht soll bereits am Montagabend abgesaßt und unverzüglich dem englischen Schatzkanzler zur Stellungnahme übermittelt werden. Deutschland ist an diesen Verhandlungen naturgemaß nicht beteiligt. Die Antwort Snowdens wird, wie von englischer Seite erklärt wird, einen endgültigen Charakter tragen, so daß Mitte der Woche die Entscheidung fallen dürfte. Am Sonntagabend wird hier allgemein dez weiselt, ob die aus Montag verschobene Besprechung der vier Besatzungsmachte zur Bekauntgabe der endgültigen Räumungszeitvunkte tatsächlich stattfinden wird. Zunächst ist lediglich eine private Zusammenkunft zwischen Dr. Stresemann und Briand im Lause des Montags vorgesehen. Es kann nicht damit gerechnet werden, daß die französische Regierung den endgültigen Raumungszeitpunkt vor der Entscheidung über die finanziellen Verhandlungen mit England bekannt geben wird. Ueber die Bedingungen, unter denen sich Frankreich zur Raumung bereit finden wird, bestehen zur Zeit nur Vermutungen. Frankreich dürfte jedoch unter keinen Umstanden einer Räumung zustimmen, bevor nicht der Doungvlan von den übrigen Machten angenom. men worden ist. Die Sachlage zeigt somit in der Raumunssfrage noch keine Aenderung. Die Vertagung der Konseren; wird hier für Freitag oder Samotag erwartet. Die Einadung die die Königin von Holland an die Führer der Abordnungen abacsandt hat, ist von diesen bereits angenommen worden Man nimmt allgemein an, daß die Konserenz auf den Oktover oder November vertagt werden wird und daß in Gens wahrend der Völkerbundsversemmlung lediglich private Besprechungen mit Macdonald stattfinden werden. Zusammensetzung der Organisationsausschüsse # baag, 18. Aug.(Telear.) Obwohl die ursprüngvorgesehenen Ausschüsse angesichts der Vertagung der Sitzung des Finanzkomitees nicht formell zustande gekommen ist, steht ihre Zusammensetzung bereits fest. Wie wir erfahren, sind zu Mitgliedern dieser Organisationsausschüsse ernannt worden: Für die Abwickelung ger Angelegenheiten der bisherigen Reichsbabnkontrolle von deutscher Seite die Ministerialdirektoren Vogel und Dorn, von der Gegenseite Leverve und Bianchini, für die Reichsbank Ministerialdirektor Scheffer und Geheimrat Focke bzw. Addis und de la Croix, für die Dawesanleihe Staatssekretär a. D. Bergmnn und Ministerialrat Dr. Berger bzw. Mac Fadean und Bellotteau. Es steht zu erwarten, daß die drei Ausschüsse im Laufe der Woche ihre Arbeit aufnehmen werden. Gewerkschaften und Arbeitslosenversicherungsreform Berlin, 18. Aug.(Telegr.) Die Vertreter der drei gewerkschaftlichen Spitzenverbande haben sich mit dem Stande der Reform der Arbeitslosenverücherung beschäftigt. Die Gewerkschaften rechnen damit, daß die Regierung eine Erhöhung der Beiträge um's Prozent vorsehen wird. Gegen den Vorschlag, Beitragshöhe und Anwart= schaftsdauer miteinander zu verbinden, wurde lebhafter Widerstand geltend gemacht. Mit einer Reibe anderer Vorschläge sollen die Gewerkschaften sich einverstanden erklärt haben. Entgegen anderslautenden Blättermeldungen bezeichnet es der„Vorwärts“ als eine grobe Irreführung, daß die Verbände sich zu einer Veränderung der Wartezeiten bereit erklärt haben sollen. Allgemein ging, wie die Blätter weiter berichten, die Auffassung der Gewerkschaften dahin, daß eine Verständigung moglich sei. Vor Rußlands Kriegserklärung an China Uankina will den Völkerbund anrufen In Lage i Ernste Tage Paris, 18. Aug.(Telear.) gut unterrichteten französischen Kreisen wird die n Fernen Osten sehr ernst beurteilt. Man glaubt unmittelbar vor der Kriegserklärung Rußlands an China zu stehen. Nankingregierung beabsichtigt Anrufung des Völkerbundes D Neunork, 18. Aua.(Telear.) Wie aus Schanghai gemeldet wird, beabsichtigt die Ranking= regierung im Falle einer russischen Kriegserklärung d# Anrufung des Bölkerbundes. Sowjeteinmarsch in die Mansschurci A Berlin. 18. Aug.(Telear.) Der„Lokalanzeiger“ berichtet aus Shanghai, daß nach einer amtlichen Meldung die Regierung in Nanking am Freitag ihren Berliner Gesandten wegen des kriegerischen Auftretens der Sowiettruppen an der chinesischen Grenze und wegen der Besetzung chinesischen Gebietes ausgefordert habe, die deutsche Regierung zu bitten. in Moskau anzutragen, ob die Sowiettruppen auf Besehl Moskaus gehandelt hatten. Wenn kein derartiger B####ebl von Meskau erteilt sei, solle die Tätigkeit der Truppen sofort eingestellt werden, da sonst Nanking geeignete Maßnahmen errgeisen müsse. Aus Mulden wird amtlich gemeldet, daß 10 000 Mann Sowjettruppen mit Maschinengewehren und 30 Feldgeschützen das Grenzgebiet von Mandschuli überschritten haben Der Gouverneur der Kirin=Provinz veröffentlicht eine Bekanntmachung, daß eine russische Militärabteilung von etwa 600 Mann, unterstützt von Artilleriefeuer, einen Angriff gegen die Station Chalginox, südöstlich von Mandschuria, unternahm. Die chinesische Grenzwache habe das Geschützfeuer erwidert. Der Angriff wurde abgeschlagen. Die russischen Truppen verloren vier Tote und sechzehn Verwundete. Auf chinesischer Seite sind die Verluste gering. Große Verschwörung in Charbin entdeckt " L o n d o n, 1 8. A u g.( T e l e a r.) W i e R e u t e r a u s Mutden berichtet, besagt ein dort eingegangenes amtliches Telegramm aus Charbin, daß eine Gruppe von Russen die Eisenbahnbrücke über den Sungarifluß in die Luft sprengen und die dortige Schiffswerft zernoren wollte. Die Polizei entdeckte das Komplott in letzter Minute. Das Hauptquartier der Kommunisten wurde daraufhin volizeilich durchsucht und eli Maschinengewehre sowie große Mengen von Handbomben beichlagnahmt. Die Verschwörer sollen entkommen sein. Die Ausweisung und Verbattung unzufriedener sowjietrussischer Angestellter Verfolgung der Deutschen in Polen Bald nachdem das Verfahren gegen Alitz, dem der kannten Geschäftsführer des Deutschen Volksbundes für Polnisch=Oberschlesien in Kattowitz, seinen vorläufigen Abschluß gefunden hatte, hat der Staatsanwalt des Avpellationsgerichts in Thorn die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die Führer des im Jahre 1923 von der polnischen Regierung aufgelösten Deutschtumsbundes in Bromberg angeordnet. Dieser„Deutschtumsbund zur Wahrung der Minderheitsrechte“ entstand seiner Zeit aus den deutschen Volksräten, die sich Ende des Jahres 1918 von Bromberg und Posen aus gebildet hatten. Die von Posen kommende Bewegung, die vom Posener Deutschen Volksrat geführt wurde, nannte sich seit dem Jahre 1920 „Deutschtumsbund zur Wahrung der Minderheitsrechte in Polen“, während die im Netzegau und in Westvreußen vorhandenen deutschen Volksräte sich in Bromberg in der „Deutschen Vereinigung“ verbunden hatten. Diese Deutsche Vereinigung bestand aus Ortsgrupven, Kreis= und Bezirksvereinigungen, von denen die Bezirksvereinigung Nordvommerellen ihren Sitz in Dirschau und die von Südvommerellen ihren Sitz in Graudenz hatte. Nach dem Hinzutritt der aus Angehörigen der ebemaligen Demokratischen und Zentrums=Pärtei im Netzegau und in Pommerellen gebildeten„Vereinigung des Deutschen Volkstums in Polen“ wurde dann das Deutschtum in Polen fortan in geschlossener Front unter dem Namen Deutschtumsbund zur Wahrung der Minderheitsrechte i Polen“ vertreten Dieser Deutschtumsbund war der volnischen Regierung und den Nationalvolen sehr unbequem. Im Oktober 1920 wurde bereits zu einem Schlag gegen den Deutschtumsbund ausgeholt, und viele seiner Führer monatelang interniert, nachdem Daussuchungen und Beschlagnahmungen von Akten stattgefunden hatten und die volnische Presse wegen angeblicher Staatsfeindlichkei gegen den Deutschtumsbund losgesogen war. Im Jahre 1923 erfolgte zunächst die Auflösung der Organisation des Deutschtumsbundes in Pommerellen und am 6. August 1923 der Zentrale in Bromberg, der Landesvereinigung des Deutschtumsbundes. Man warf der Vereinigung Geheimbündelei, Verächtlichmachung von Staatseinrich= tungen, Amtsanmaßung und Spionage vor. Gegen diese Auflösung wurde zwar von der Landesvereinigung des Deutschtumsbundes beim Wojewodschafts=Verwaltungsgericht in Posen Klage erboben, eine Entscheidung erging aber nicht; die Verhandlung über die Klage wurde vielmehr bis zur Beendigung eines gegen die Führer des Deutschtumsbundes eingeleiteten Strafverfahrens ausgesetzt. Dieses Strafverfahren richtet sich gegen 11 frühere Mitglieder des Deutschtumsbundes, die. soweit sie noch in Polen leben, unter Polizeiaufsicht gestellt sind. d. h. ohne Genehmigung der Polizei die Wojewodschaften Posen und Pommerellen nicht verlassen dürfen. Wenngleich die Angeklagten und mit ihnen allDeutschen in Polen keinen Zweifel haben, daß die Auflösung des Deutschtumsbundes zu Unrecht erfolgt ist und die Anklage sich als ein Schlag ins Wasser erweisen muß, wird man doch nach den Erfahrungen im Falle Ulir gezwungen dem Ausgang dieses Verfahrene mit schwerer Sorge entgegenzusehen. Es fehlt jert das Zutrauen zu einer gerechten Entscheidung der volnischen Gerichte, nachdem im Falle Ulitz sich gezeigt hat daß die volnischen Gerichte offenbar von vornherein geneigt sind, alles als bewiesen anzuseben, dessen mar Deutsche beschuldigt. Auffhäuserbund beteiligt sich nich am Volksbegehren der einzelnen Mitglieder wird vorgegriffen. damit in keiner Wahlreform im Musterländle Baden vor Neuwahlen 2. Karlsruhe, 18. Aug.(Eig. Drahtber.) Im Oktober wird Baden, das schwäbische Musterländle seinen Landtag neu zu wählen haben. Man erwartet eigentlich nicht einen großen Umschwung. Die Weimarer Koalition dat sich in der badischen Atmosphäre alter schwarz=rot=goldener Traditionen seit 1918 am Ruder gebalten und bewährt. Wohl gibt es auch da gelegentlich Familien= swist und vorübergehend hatte sich die demokratische Partei einmal ausgeschaltet. An den Hauptrichtlinien der badischen Politik ist dadurch nichts geändert worden. Eine starke katbolische und eine starke industrielle Bevölkerung: damit ist die politische Struktur Badens im großen und ganzen festgelegt. Ueberraschender Wechsel der Systeme wie in Württemberg oder in Thüringen ist da ausgeschlossen. Was aber die badischen Neuwahlen besonders interessant machen wird, ist das neue Wahlrecht, nach dem sie stattfinden soll. Das Listen wahlverfahren, das mit der deutschen Revolution eingeführt wurde, hat ja auch seine früheren Anhänger bitter enttauscht. Das gilt für das ganze Reich ebenso wie für Baden. Es gibt kaum ein besseres Beispiel als die Listenwahl, wenn man veranschaulichen will, wie etwas in der Theorie großartig aussehen kann und sich dann doch in der Praris herzlich schlecht bewährt. Man hoffte durch die Listenwahl die gerechteste Sicherung aller Wahlstimmen ferner die Ueberwindung der Kirchturmpolitik und endlich noch die Beibehaltung bewährter erfabrener Politiker zu erreichen. Was man in Wirklichkeit bekommen hat, ist die Sicherung einer Mehrzahl volitisch unbrauchbarer Splittervarteien. ist das Regiment des Parteiegoismus und die Beibehaltung auch von solchen Politikern im Parlament, über deren BeKündigung des deutsch=türkischen Handelsvertrages □ Berlin, 18. Aug.(Telegr.) Der deutsch=turkische Handelsvertrag vom 12. Januar 1927 ist von der türkischen Regierung gekündig worden bemäß Artikel 19 des Vertrages tritt dieser am 3. Feoruar 1930 außer Kraft Russische Torpedoboote in Pillau . und Memel □ Pillau, 18. Aug.(Telegr.) Heute vormittag sind le sowietrussischen Torvedoboote„Jokoff" und Lenin“ zu einem mehrtägigen Besuch hier eingelaufen. Bon den Torpedobooten und der Küstenbatterie wurde der übliche Salut abgegeben. Bald nach dem Festmachen der Schiffe wurden zwischen dem Kommandanten von Pillau und dem Bürgermeister der Stadt sowie dem Kommandanten der russischen Torvedoboote Besuche ausgetauscht.— In Memel sind am Vormittag ebenfalls russische Torpedoboote eingelaufen. Russischer Kreuzerbesuch in Swinemunde. Swinemunde. 18. Aug.(Telear.) Mit zehnstundiger Verspätung liefen am Sonntagabend egen 20 Uhr die beiden russischen sreuzer„Prointern“, Kommandant Cusnezeff. und Aurora". Kommandant Leer. im hiesigen Hafen ein. Die beiden Schiffe. von denen das erstere zu den modernsten Einheiten der russischen Kriegsflotte gehört. stehen unter dem Kommando des Konteradmirals Rall. Die Mannschaften der deutschen Torpedoboote und des Linienschiffes„Elsat“ hatten Paradeaufstellung genommen. ebenso die Mannschaften der beiden russischen Kreuzer. An Bord der„Elsaß" befand sich der russische Geschaftstrager in Berlin und der russische Marineattaché. Eine große Menschenmenge hatte ch am Bollwerk eingefunden. als die beiden Schiffe unter den Klängen ihrer Musikkavelle anlegten. Die Begrüßungsfeierlichkeiten finden am Montag tatt. Am Dienstag wird sich Kommandeur Rall im flugzeug nach Berlin begeben, wo er einem Empfang im Auswärtigen Amt und auf der russischen Botschaft beiwohnen wird. * Blutiger Zusammenstoß in Steiermark * Wien, 18. Aug.(Telegr.) In der Ortschaft St. Lorenzen in der Obersteiermark kam es nach einer sozialdemokratischen Versammlung zu einem Zusammenstoß zwischen Heimwehrleuten und Sozialdemokraten. Ein Sozialdemokrat wurde getotet. Insgesamt wurden 10 Personen schwer. 40 leicht verlent. Gendarmerie konnte erst später die Ruhe wieder herstellen. Man erwartet, daß der Vorfall politische Konsequenzen haben wird währtsein es nach der negativen Seite din keine Meinungsverschiedenheiten gibt. Es ist für jede Partei tausendmal leichter, die Energie aufzubringen, eine gegnerische Regierung zu stürzen oder selbst vorübergehend einmal aus einer Regierungskoalition auszuscheiden, als die, einen Abgeordneten von der Liste abzusetzen, weil sein politischer Eiser oder seine politische Föbigkeit oder beides gar zu fühlbar nachgelassen haben. Wenn nicht da die Unzufrieden heit der Wädler wieder ein Ventil bekommt, dürfte das Problem der Ueberalterung der Parteien nicht zu lösen sein. Baden ist das erste deutsche Land, das aus dieser Einsicht seine praktischen Folgerungen zieht. Es hat die Landliste ausgehoben. An Stelle der früheren 7 Wahlkreise sind 22 getreten. Auf je 10000 Stimmen in den einzelnen Wahlkreisen soll ein Mandat entfallen. Die Reststimmen werden für das ganze Land zusammengezählt und den betreffenden Parteien zugewielen. Sie kommen denjenigen Kandidaten zugute, die der Zabl von 10000 Wählerstimmen am nachsten gekommen sind. Man wird nun sehen, wie sich diese badische Wahlreform auf die Qualität der Parlamentszusammensetzung auswirken wird Jedenfalls ist den Parteien auch Ansvorn gegeben, für den Wahlkampf zugkräftige Persönlichkeiten zu suchen und herauszustellen. Auf dem bequemen Wege, daß einer einen Platz auf der Landesliste hat, wird niemand mehr in den Lantag kommen. Die Verdreifachung der Zahl der Wahlkreise bedeutet eine Begrenzung des Arbeitsgebietes für den Kandidaten und damit zugleich eine Intensivierung seiner Arbeit, Der Wähler steht dem Kandidaten wieder versönlich näber. Man kommt also nicht mehr damit durch, daß die großen Kanonen ein paar Reden halten, und im übrigen die Opferwilligen und arbeitsfreudigen Parteiredner die Kastanien für sie aus dem Feuer holen. Die frühere Kaiserin Zita nach Löwen ? Wien, 18. Aug.(Telegr.) Wie die österreichische Korresvondenz meldet, wird auch die frühere Kaiserin Zita von Osterreich nach Löwen übersiedeln, da ihr altester Sohn an der Universität Lowen studieren soll. Die Uebersiedlung der ebemaligen kaiserlichen Familie nach Lowen wird damit begründet, daß ihre knavven finanziellen Mittel die Bestreitung zweier Hausbalte nicht gestatten, zumal sich in letzter Zeit die Notwendigkeit weiterer Ersparnisse ergeben haben. Die frühere Kaiserin wird zunachst während des ersten Studienjahres ihres Sohnes in Löwen wohnen. Die übrigen Kinder, soweit sie schon schulpflichtig sind, sollen öffentliche Schulen besuchen. Rumänien zur ungarischen Optantennote — Bukarest. 18. Aug.(Telear.) Die Agentur Orient Radio erfährt von zuständiger Stelle: Die ungarische Regierung hat der rumänischen Regierung mitgeteilt, daß sie infolge der Weigerung Rumäniens. in der Optantenfrage neue Vorschläge zu machen, die vom Völkerbundsrat empfohlenen direkten Verhandlungen als gescheitert ansieht. und daß die Optantenfrage folglich dem Volkerbundsrat in seiner nächsten Tagung wieder vor: gelegt werden wird. Trotzki zum Tode verurteilt + London, 18. Aug.(Telegr.) Die Belgrader Zeitung„Vreme“ veröffentlichte am Freitag eine Unterredung ihres Konstantinoveler Berichterstatters mit Trotzki. Darin führte Trotzki aus, daß er von der OGPU, der russischen Geheimpolizei in Moskau. zum Tode verurteilt worden und daß diese bemübt sei, ihn wieder auf russisches Gebiet zu locken. Diese Nachricht habe er von Freunden aus Rußland erhalten. Im übrigen habe er inzwischen seine Erinnerungen vollendet. Sie würden binnen kurzem veröffentlicht und würden sicherlich großes Aufsehen erregen. Niederlage Habib Ullabs ∆ Beschawar, 18. Aug.(Telegr.) Wie hier verlautet erlitt Emir Habib Ullab bei Sarchasna(?) nördlich von Kabul eine schwere Niederlage und büßte große Munitionsvorräte ein. * Der Ueubau von Angora □ Konstantinovel, 18. Aug.(Telegr.) Für die Ausführung des von dem Berliner Soezialisten für Stadtbaukunst. Professor Jansen, entworfenen Plans für den Aufbau Angoras ist jetzt der Wiener Architekt Baurat v. T. Orles gewonnen worden, det für eine Reide von Jahren seinen Wobnsitz in der neuen türkischen Hauptstadt nedmen soll. Inzwischen arbeitet Professor Jansen an einem Aufbauolan von Stambul, wovon er aber Pera ausnehmen will, da er, nach seiner eigenen Aeußerung, diesem euronaischen, ader völlig betdauten helsen könnte, wenn man ihn vorder mit Kanonen zusammenschösse. Auch andere türkische Städte daben an Jansen gewandt und um seinen Rat für den Aufbau ihres neuen Stadtbildes gebeten. Acht Personen klären einen Mord Mit Scheinwerfer und Strickleiter am Catort Die Fundstelle des ermordeten Kindes auf einem Neubau in Berlin=Westend. im Kreis: Hilde Zavernick. Weit über Berlin hinaus hat der Lustmord an der ort liegt ganz nahe der elterlichen Wohnung, doch### 11jährigen Hilde Zävernick Entsetzen erregt. Der Fund= der Täter noch nicht entdeckt worden. Der Mordfall Hilde Zäpernik Als am 16. August eine Polizeistreise, die nach der seit Tagen verschwundenen 11jährigen Hilde Zävernil suchte, von zwei Arbeitern benachrichtigt. in einem Neubau des Berliner Westens nachgrub, stieß sie in der Tiefe von ungefähr einem Meter auf den Zivsel eines weißen Kleidchens. Leider war es im Keller so dunkel, daß die Arbeit abgebrochen werden mußte, und die Kommissare riefen das Lolizeipräsidium an, um die Entsendung des Autos der Mordkommission mit Scheinwersern zu erbitten. Kurze Zeit später war der Wagen zur Stelle. und seine Einrichtungen wurden sofort in den Dienst der weiteren Nachforschungen gestellt Es ist noch nicht lange her, daß die Berliner Mordkommission mit diesem großzügigen und schlagsertigen Avvarat arbeitet. Die älteren Kriminalbeamten können sich noch an die Zeit erinnern, wo der Kommissar in Cutawan und Zolinder kam. der damals nicht der straffen Organisation wie heute unterlag. Statistisches Material belehrt uns darüber, daß bis gegen Ende des vorigen Jahrbunderts Morde keineswegs an der Tagesordnung waren und verhältnismäßig selten vorkamen. Damals rief die Nachricht von einer Bluttat in der Oefsentlichkeit größere Bestürzung hervor, als in unseren Tagen. weil der Mord noch nicht zu den alltäglichen Geschehnissen gehörte. Die gesamte Einrichtung des Berliner Kriminalwesens der damaligen Zeit unterschied sich wesentlich von der heutigen Organisation und auch die Verfolgung von Mordfällen unterlag einer Arbeitsmethode. die keine Aehnlichkeit mehr mit dem modernen Vorgeben hat. Das Ende des vorigen Jahrbunderts wurde von einer Gemütlichkeit dirigiert. von der wir Menschen des 20. Jahrbunderts uns keinen Begriff mehr machen können. und sowohl das öffentliche, wie das private Leben konnte sich noch in aller Ruhe absvielen. So ging man auch bei der Untersuchung eines Mordfalles mit einer Gemütlichkeit zu Werke. die dem Kritiker von heute ein Lächeln entlocken könnte, wenn ein Mord nicht auch schon damals ein Mord gewesen wäre. Unverhältnismäßig groß war der Apvarat. der aufgeboten wurde, wenn es galt. eine Untat aufzuklären. Ungefähr 60 Personen eilten an den Tatort. Vierzig der Beamten bildeten die sogenannte Berliner Streife— die heutige Inspektion H—. die bei den Ermittlungen im engeren Kreise verwendet wurde. Die anderen Kriminalkommissare waren Kommissare des Polizeipräsidiums, die ebenfalls an den Recherchen. die der Fall notwendig machten, mitzuarbeiten hatten. Das welentlichte Hilfsmittel der an dem Tatort selbst beschäftigten Kriminalkommissare war der logenannte„Mordkolser“. In ihm waren alle notwendigen Gegenstände untergebracht, welche zu der Aufklärungsarbeit an der Mordstelle selbst erforderlich waren. Als sich um die Jahrbundertwende allmählich die Mordfälle zu medren begannen, mußte die Leitung der Kriminalpolizei zu der Erkenntnis kommen, daß die bisherigen Einrichtungen nicht mehr genügten und. wenn nicht sofort durchgreifende Aenderungen vorgenommen wurden, zu einer gesädrlichen Korruption führen würden. So wurden zuerst besondere Kommissionen eingesert, die. wenr ein Mordverbrechen vorlag. sich nur seiner Aufklärung zu widmen hatten und der üblichen Dezernatsangelegenbeiten enthoben wurden. Besonders, als die Verdrecher mit den neuesten Errungenschaften der Technik ins Feld zu rücken begannen. wurde mit einem Schlag vom Prasidium aus die alte Arbeitsmethode beiseite geschoben und völlig neue Einrichtungen geschaffen. die in der Unterwelt die unangenehmten Ueberraschungen hervorriefen. Mit einem Male setzte die Polizei mit den modernsten Errungenschaften der Technik zum Gegenangriff ein. Vierundzwanzig Jahre war der harmlos aussehende„Mordkosser“, der dem umsangreichen Musterkosser eines Handlungsreisenden nicht unähnlich sah. von Tatort zu Tatort geschleppt worden und obwohl mit wachsenden Erfahrungen auch sein Inhalt berichert wurde. konnte er doch zuletzt den steigenden Anforderungen nicht mehr genügen. Je komolizierter und undurchsichtiger die Taten der oft an moderner Wissenschaft geschulten Verdrecher wurden, um so vielseitiger Aoparat sein. der zur Aufklärung berangeholt werden mußte. Die Erfahrung einer Reibe von Jahren zeigte, daß allmählich Dinge notwendig wurden. die über das beschränkte Falsungsvermögen eines einfachen Koffers weit hinausgingen. Eine Reibe von Fragen drangte längst nach einer Lösung. Aber sie wurden schließlich von den veränderten Zeitläusen selbst beantwortet. Oft mußte der Tote überhaupt erst identifiziert werden. um den Spuren seines Mörders nachgeben zu können. Wie aber sollten sie nachgevrüft und festgehalten werden wenn noch nicht einmal Instrumente vorhanden waren, mit denen Messungen hatten vorgenommen werden können. Der Täter hinterließ Fuß= oder Fingerabdrücke, und die Beamten konnten ihr Vorhandensein feststellen, ohne die Möglichkeit zu haben. sie bildlich und plastisch zu dokumentieren. weil ihnen einfach eine Metbode und das Material dazu fehlte. Oder: bei Gistmorden ist es von nicht abzusebender Tragweite, daß der Arzt sofort nach seinem Eintretfen am Tatort experimentieren kann. wenn er eindeutig feststellen will. daß ein Giftmord vorliegt. Aber wie soll er dartun können. ob es ein rasch oder langsam wirkendes Gist war. DER ZINKER Von Edaar Wollace. Autortüerte Uebersetzung von Navi Navendre „ Verlag Wi belm Goldmann G. m. d. H. Leinzig (Nachdruck verboten). Er durchsuchte die Umgebung der Mortimer Street und beobachtete genau alle Leute, die in das Bureau Mr. Frank Suttons gingen oder herauskamen. Er hatte sich in den letzten Tagen mit zwei Angestellten etwas angefreundet Der letzte Zweifel war verschwunden, als er an dem Abend in dem dichten Nebel stand, einen kleinen Revolver in einer Tasche, in einer andern ein Paket EisenHahn= und Schiffahrtskarten, mit denen er nach einem Hotel im Schwarzwald gelangen wollte, wo er gewöhnlich einen Erholungsurlaub zubrachte, wenn ihm der Boden Englands zu heiß wurde. Die Angestellten verließen das Bureau, eine lange Reihe von Männern und Frauen kamen aus der Tür für Angestellte und verschwanden in der dunklen Nacht. Kurz vor sechs Uhr kam Sutton noch schnell in das Bureau John Leslies, und während er seine Handschuhe anzog. erteilte er seinem Geschaftsführer noch ein Dutzend Aufträge, und dann ging auch er für den Abend fort. Leslie wartete, bis er seine Schritte nicht mehr im Gang horte und schaute noch einmal zum Fenster hinaus. Er konnte den Beobachter unten in dem immer dicker werdenden Nebel nicht mehr sehen Er ging zum Schreibtisch, schloß eine Schublade auf, nahm einen kleinen Revolver beraus und ließ ihn in seine Tasche gleiten. Dann zog er seinen Mantel an. knonfte ihn zu, ging leise hinaus und schloß die Tür gerauschlos An dem andern Ende des Ganges lag ein Bureau das scheinbat feer war, denn man konnte durch die Matischeiben der Tür kein Licht seden. Aber trondem war jemand dort— Mr. Tillman stand auf einem Stuhl und beobachtete durch einen Schlin des Oberlichtes, wie sein unmittelbaret Vorgesetzter torigeng. eilte er binter ihm der in den dichten Nebel hinein... * Larro Graeme hatte sich von seinem Posten auf der gegenüberliegenden Seite der Straße entsernt und stand Gec aus der dunklen Türöffnung des Gebaudes auf sich zukommen sah. Als der Mann an ihm vorüber war, warf Larro seine Jigarte fort und ging binie####c „Sie— beda!“ sagte er und klovite dem andern auf die Schulter. Der Mann drebte sich um und sah ihn forschend an. „Ach so, das sind Sie. Graeme? Ich sad Sie—“ „So. Sie haben mich geseben?" Larros Stimme war leise, aber es zitterte tödliche Wut in ihr. „Nun hören Sie. was ich Ihnen zu sagen habe und passen Sie gut auf. Jetzt habe ich Sie endlich. Sie Zinker, Sie, und ich werde Sie dabin bringen, wo—“ Er sah nur noch den roten Feuerstrahl, fühlte für den Bruchteil einer Sekunde einen plotzlichen Todesschmerz und fiel zu Boden. Zehn Minuten sväter wurde er von einem Polizisten gefunden Und nur Inspektor Barrabal wußte oder vermutete, durch wessen Hand er den Tod gefunden hatte. Fünftes Kavitel. Mr. Josua Harras trat in das Bureau des„Postcouvier“, und setzte sich mit einem müden Seufzer an den Schreibtisch des Redakteurs. Er war scon sechzig Jahre alt und hatte einen kahlen Kovf. Aber er sah sanft und mild aus, und seine Gesichtszüge verrieten eine außerordentliche Gute. Sommer und Winter trug er denselben Strobhut, und er hatte eine ganz merkwürdige Art, die Knöpfe seines rehfarbenen Regenmantels zu verwechseln. Wenn man ihn ansab, konnte man glauben, er sei ein netter, ruhiger, alter Hausmeister, der sich zur Ruhe gesetzt hatte. Selbst ein fähiger Phrsiognom hatte weit vorbeigeraten und sicherlich nicht die Beschaftigung Mr. Harras erkannt. Es gab in ganz London keinen Revorter, der besser mit allen menschlichen Verbrechen Bescheid wußte, als dieser gutmürg dreinschauende Mann Er hing seinen Schirm an den Rand des Schreibtisches(Mr. Field ärgerte sich nicht wenig darüber) und tastete unsicher von Tasche zu Tasche, bis er eine verdrückte Zigarette sand. die er anzundete „Das war wieder ein Mord“, sagte er dann nüchtern. Der graubaarige Mr. Field sab ihn vorwurfsvoll unter seinen buschigen Augenbrauen an und zog unwillig seine Mundwinkel zusammen, so daß sich seine kurzen, weigen Schnurrbartbaare straubten „Glaubten Sie denn, es sollte eine Hochzeit sein?" Aber Josua war uber sarkastische Bemerkungen erdaben „Es wurde zwei nal aus nachster Nabe mit einem Revolver auf ihn geschollen. Wahrscheinlich war die Pistole mit einem Schalldampfer versehen. Er hieß Larrv Graeme und wurde am Montag voriger Woche aus dem Gefangnis in Dartmoor entlassen.“ Er zündete sich seine Zigarette zum zweitenmal an. Das Interelle des Redakteurs mar ermacht „Graeme?“ fragte er.„Ich entsinne mich auf den Mann. Er hat doch die van=Rissik=Diamanten geraud:?" Josua nickte so bedeutungsvoll, daß man fast denken konnte, er bewundere Larro Graemes Heldentat. „Barrabal ist der Ansicht, daß Graeme damals verzinkt wurde.“ „Verzink?". Field schaute Harras scharf an.„Sie haben Barrabal geseden? Das ist eine Geschichte für sich.“ Josua schüttelte den Koof. „Ich habe Barrabal nicht versönlich gesprochen, ich habe mit ihm telephoniert. Er hat mir ein oder zwei Winke gegeben, die sehr brauchbar sein könnten—“ „Aber sagen Sie mal, was wollten Sie eigentlich damit sagen,„er ist verzinkt worden"? Meinen Sie etwa, daß das der Mann getan hat, der unter dem Namen„Der Zinker" bekannt ist?" Josua nickte wieder „Ja, das war der Mann, den ich den„Zinker" getauft habe“, verbesserte er höflich.„Er ist noch nicht allgemein unter diesem Titel bekannt" Er schaute den Redakteur nachdenklich an und spitzte seine Livpen, als ob er ofeisen wollte. Mr. Field sab seinen Revorter an und dachte bei sich, daß er niemals in seinem Leben einem Mann begegnet sei, dessen Aeußeres so wenig seinem Beruf entsprach Irgend etzwas kindlich Unbeholfenes haftete Josua Harras an. Wenn man ihn unentschlossen an der Seite eines Fußgangers stehen sah, war man versucht, ihn höflich an die Hand zu nehmen und ihn durch den brandenden Verkehr auf die andere Seite zu bringen. Er war ein guter, lieber, alter Mann, den jeder Durchschnittskind als Onkel gewählt hätte, wenn es unter einer Anzahl von Leuten hätte wählen dürfen. Er hätte auch der Sekretär irgendeiner wobllätigen Geaft sein können. Aber selbnt die ausschweifenente Phantasie hätte Wr Harras in keinem Augenblick seinen richtigen Beruf zuerteilt und man hätte nicht geahnt, daß er im Augenblick sehr seinfüblend zwischen drei Theorien wählte, die diesen geheimnisvollen Mord erklären konnten. „Barrabal ist ein sonderbarer Mann". fuhr er fort und schuttelte den Kopf. als ob er zom deshalb einen Vorwurf machen wollte.„Er ist so gebeimnisnoll. und das ist doch ganz gegen alle Traditionen von Scotland Vard. Gewehrlich erzöhlen ste einem alles. was sie wissen. und das ist meitens nicht der Rede wert, und sie versch weigen alles. was sie vermuten, und das ist noch viel weniger wert. Aber dies nur nedenbei: Ich fühle daß ich mit meinen Jahren allmählich findiger werde „Wir wollen nun aber bei den lebenden Verbrechern bleiben", sagte Field unruhig.„Was hat Barrabal Ihnen denn gesagt, und was finden Sie so Besonderes an ihm?“ Josua suchte in seinen vielen Westentaschen berum— er hatte nicht weniger als sechs— und schließlich sand er ein Stück Pavier. auf das er einen Namen und eine Adresse gekritzelt hatte „Mr. Barrabal gab mir den Rat, ich möchte diesen Mann aufsuchen und ihn interviewen. Er hat mir auch einige interessante Tatsachen über ihn mitgeteilt.“ Mr. Field setzte seinen Klemmer auf und las: „Cavtain John Leslie— wer ist denn das?" Josua nahm das Pavier wieder zurück, saltete es und teckte es in die Tasche, aus der er es genommen hatte „Das ist eben das Geheimnis, das ich dringend zu lösen wünsche.“ Und dann steckte er seine Zigarette zum drittenmal an. „Es ist eine ganz große Sache im Gang. und ich ärgere mich zu Tode, daß sie das„Journal“ vor uns haben wird! Ich habe so eine Ahnung, daß sie ihren tüchtigsten Mann schon seit drei Wochen hierfür angesetzt haben. Sie entsinnen sich. Mr. Field, daß ich Ihnen damals schon agte—“ Mr. Field wollte jedoch nicht an einen Fedler erinnert werden. „Aber es gibt doch keinen Revorter im ganzen Zeitungsviertel, dem Sie nicht ruhig einen Vorsorung von drei Wochen gestatten könnten. Josua“. sagte er liebenswürdig. und Josua Hartes strahlte sichtlich, denn er war Komplimenten zugänglich. * Der Mord selbst bot, abgesehrn von seinen merkwürdigen Nebenumständen, wenig Aussicht für einen Krie minaltevorter. Larto Graeme war eben ein international bekannter Died. er wurde im Nebel erschossen. und es war ebenso natürlich, daß die Zeitungen die Vermutung aussprachen, daß irgendein Streit die Ursache des Verbrechens war Die Tat war in dem Viertel gescheben, das zwischen Tottenham Court Road und Charlotte Street liegt Dort ohnten viele Fremde. und manche von ihnen waren der Polizei recht verdichtig. Hier befanden sich auch unzahlige viele kleine Kluds. bekannte und heimliche, in en deuimmte Leute ihre Schlusfwinkel hatten oder in Dachstuben bausten In dieser Gege id in Scotland egenen Existen## r Poltzei weger otschlags in Be d t a g t e a u c h e i n K l u d v o n A n a r c h i s t e n, Dard waren schen manche dieser ververbort worden, die schon früher mit itigkeit. Körververletzung oder rung gekommen waren weiches dem Opfer gereicht wurde, wenn er nicht die unentbehrlichen Avvarate und Chemikalien zur Hand hat. Der schäbig und unmodern gewordene„Mordkoffer" kam in die Rumvelkammer und ein schwerer dunkler Wagen fuhr am Tatort vor. Die Mordkommission kann jetzt aus ein 27jähriges Besteben zurückblicken. aber erst sehr spät kam sie in den Besitz der glänzenden Mittel. die ihre Arbeit heute wesentlich erleichtern. Es lag auf der Hand. daß der Kriminalist ebenfalls bei der Technik seine Hilfsmittel holen mußte. wo sie der Verbrecher längst gefunden hatte. Aber es war nicht genug. daß die Mordkommission in ihrem Hauptquartier über die ausreichende Apparatur verfüge, vielmehr mußte eine Einrichtung geschafsen werden, die auf geringstem Raum die besten Waffen vereinigte, um dem schwersten aller Verbrecher, dem Mörder. an Ort und Stelle seiner Tat auf die Spur zu kommen. Das Prodlem fand endlich seine Lösung. als der Bau eines Wagens in Auftrag gegeben wurde, der den besonderen Anforderungen entsprach. In dem Mordauto finden nicht nur acht Personen Platz. sondern in dem unter Ausnutzung des kleinsten Raumes konstruierten Wagen wird auch der gesamte Mordavvarat mitgeführt. Die unzähligen Werkzeuge, die jedem Fall gerecht werden können. sind in einem dopvelten Boden des Wagens verstaut. und in einem umsangreichen Koffer, der auf dem Hintergestell des Wagens untergebracht ist, findet sich die Vervollständigung des Inventars. In dieser Ausstattung der Mordkommissare ist nicht nur das Werkzeug vorhanden. das jeder Handwerker in seinem Beruf führt, sondern auch Brechwerkzeuge. Aerte. Schipven. Hodrant und Strickleitern wurden nicht vergessen. Aerztliche Instrumente finden sich neben den Chemikalien. die der Beamte zur Firierung der Spuren anzuwenden pflegt. Die Einrichtung ist von einer erstaunlichen Vollständigkeit. es fehlen weder eine Schreibmaschine, ein zusammenolapp#harer Tisch und Stuhl. Zeichenmaterial. photographische Avparate. noch der Scheinwerser und das modernste Funkgcrat. das einen Sende= und Empfangsavvarat vereinigt. so daß der Wagen sogar auf freiem Land oder in verlassener Waldeinsamkeit nicht von der Welt abgeschnitten st. Früher. wenn der und Chakles Boussels. Granzose, 26 Jahre alk, ausgeführt. Bei der Ausführung der Tat ist von den Räubern ein Wselanenkraftwagen„Citroen“ benußzt worden, mit dem sie nach der Tat über Mülheim nach Quisburg gefahren sind. Der Relch ist von den Tätern eingeschmolzen worden. Während Form das Gold(80 Gramm) veräußerte, hat Giovenni das Silber abgesetzt, und zwar bei einem noch unbekannten Althändler in Köln. SOS auf dem Rhein * Koblenz. 17. August. Ein Koblenzer Veranügungsbampfer der sehr stark mit Ausflüglern besetzt war, wurde durch einen betrunkenen Maschinisten in größte Gefahr gebracht. Kurz vor der ausgefahrenen Schiffsbrücke setzten plötzlich die Maschinen aus, und der Dampfer trieb planlos auf dem Rbein entlang und mußte schließlich 1500 Meter unterhalb der Schiffbrücke Anker wersen. Ein vollständig betrunkener Maschinist torkelte im Maschinenraum umher und hatte einfach die Antriebsmaschine abgestellt. Der Betrunkene hielt die Türen zu und bedrobte jeden Eindringenden mit einem Schraubenschlüssel. Unter den Mitfahrenden, die hauptsächlich aus Frauen bestanden, waren diese Vorgänge mittlerweile nicht unbekannt geblieben und verursachten große Beunrubigung Als nach geraumer Zeit endlich der Betrunkene beruhigt war und die Anker wieder gelichtet werden konnten, wiederholte sich der Vorfall noch einmal. Wieder tried der Damofer kreuz and quer auf dem Rhein. Das Schiff konnte endlich nach dreiviertel Stunde mit Hilfe eines zweiten Maschinisten anlegen, worauf die Fahrgäste samtlich das Schift verließen. Der betrunkene Maschinist wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen. * S p r o c k h ö v e l. 1 8. A u g. D r e i S t e i n b r e c h e r, D a u k, Prager und Arler, zechten nach dem Lodnempfang zusammen und gerieten dann in Streit. Dabei griff Dauk zum Messer, stach Prager in den Leib, zog noch etwas nach, so daß die Gedärme dervortraten, und begab sich dann nach Hause; ebenso Arler, der sich aber an dem Streit weniger aktiv beteiligte als Dauk. Heute früh wurde Prager am Tatorte als Leiche gefunden und ins Totenhaus gebracht. Dauk, bei dem ein blutbespritztes Messer gefunden wurde, will sich auf nichts mehr besinnen können; er sei vollkommen betrunken gewesen. Gestern mittag wurden Dauk und Arler dem Gerichtsgefängnis überwiesen. * Essen, 18. Aug. Gestern morgen gegen 5.40 Uhr wurde auf der Eisenbahnstrecke Essen=West—Hauptbahn= hof eine männliche Leiche, der der Kovf vom Rumpfe getrennt war, aufgesunden. Wie festgestellt wurde, handelt es sich um einen 16 Jahre alten jungen Mann aus Essen. Aus einem bei ihm vorgesundenen Briefe geht hervor, daß er freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Das Motiv der Tat steht noch nicht fest. Sprengstoffanschlag auf ein Erholungsheim „Reisende in Sachen eines Mordes“ eine Kollektion am Tatort ausvackte, war der Mörder gewöhnlich über den nächsten Bera. aber wenn heute das Mordauto vorfährt, dann ist auch der Mörder nicht weit zu suchen, und wir hoffen, daß die jüngsten Untersuchungen der Mordkommission schnell zur Sühne des surchtbaren Verbrechens an der armen kleinen Hilde Zävernik führen werden. Provinzielles Der gefahrbringende Hun* Ninkeroode, 17. August. Gestern normil..5 geges 12 Uhr ereignete sich in der Kurve bei Albersloh(Rinkeroode) ein schwerer Autounfall, bei dem jeVersonen so schwer verletzt wurden, daß sie ins hiesige Krankenhaus eingeliefert wurden, wo sie mit lebensarfährlichen Verletungen darniederliegen. Das Unglück ###schah dadurch, daß der Wagen bei großer Schnelligkeit in der Kurve eine Bulldogge überfuhr und ins Schleudern geriet. Aufgeklärte Ueberfälle Wieder ein Attentat in der Lüneburger Heide . Luneburg. 18. August.(Telegr.) Am Sonntagmorgen gegen 4 Uhr explodierte bei dem Hamburger Erholungsheim Uhlenbusch bei Hanstedt ein Feuerwerkskörver. In kurzem Abstand folgten mehrere kanonenartige Schläge. Im gleichen Augenblick war das grose Heim mit einem dicken schwarzblauen Pulverdamof erfüllt. Das Heim war am Wochenende mit erwa 80 Personen belegt. Rings um das Haus, das inmitten der Heide liegt, waren Sorengkörver gelegt. Im ganzen wurden etwa sechs Erplosionen gehört. Beobachtet wurden zwei Männer, die unmittelbar nach den Explosionen fluchtartig dem Walde zustrebten. Die Kriminalvolizei aus Harburg war gegen 7 Uhr zur Stelle und nahm sofort die Ermittlungen auf. Es wurden noch einige Sorengkörver gefunden, kleine würfelartige Packungen von etwa drei Zentimeter Kantenlänge dicht mit Bindfaden umwickelt. Auf der einen Seite ragte der Zünder bervor. Vor dem Eingang des Gebäudes muß eine ganze Packung solcher Sprengkörver niedergelegt worden sein, denn man fand angeschwärzte Stücke der Packumbüllung und Bindfaden, die an den Schnittpunkten rauchgeschwärzt waren. Diese Packung ist anscheinend zuerst explodiert. Der Knall wurde bis über 15 Kilometer Entfernung deutlich vernommen. Sachschaden ist nicht entstanden. Man nimmt an, daß es sich nicht um ein regelrechtes Attentat handelt, da die hier verwendeten sogenannten Kanonenschläge übliche Feuerwerkskörper sind. Ein Grund für einen Anschlag mit ernsteren Zerstörungsabsichten ist nicht ersichtlich. Andererseits erscheint die Tat als Dummerjungenstreich zu verbrecherisch. An den Ermittlungen beteiligt sich auch die Berliner Kriminalpolizei sowie die Staatsanwaltschaft in Lüneburg. Riesenhafter Waldbrand an der kanadischen Grenze □ Seatile(Washington), 18. Aug.(Telegr.) In der Nähe der kanadischen Grenze wüten ungeheure Waldbrände, zu deren Löschung annähernd 2000 Personen, herangezogen wurden. Sechs Mann sind an den erlittenen Brandwunden gestorben. Unter ihnen befindet sich ein erst kürzlich eingewanderter junger Deutscher. Auto fährt in eine Menschenmenge □ Brüssel, 18. Aug.(Telegr.) Während eines Straßenrennens für Radfahrer versuchte ein Automobilist, einem Kinde auszuweichen, das über die Straße lief. Dabei vlatzte ein Reisen des Automobils, wodurch der Führer die Herrschaft über den Wagen verlor und dieser in die dichte Menge der auf dem Bürgersteig stehenden Zuschauer hineinrannte. Sechs Personen wurden schwer verletzt. ein Kind liegt im Sterben. Der Zustand aller Verletzten ist ernst. Kettwig, 18. Aug. In der Nacht zum 4. Mai, gegen 3 Uhr, waren drei Räuber mit Pistolen und Gesichtswosken in das katbolische Pfarrbaus in Kettwig eingedrungen. Nachdem die Täter die Räume im Ergeschoß durchsucht und durchwühlt hatten, drangen sie in das im ersten Stock gelegene Schlafzimmer des Pfarrers ein. Mit vorgebaltenen Schutzwaften zwangen sie ihn aufzusteben und den im Erdgeschoß befindlichen Geldschrank aufzuschließen Wahrend der eine Täter den Pfarter weiter in Schach bielt, raubte der andere etwa 200 Mk., Schmucksachen. Uhren und einen vergoldeten Relch. Die von der Kriminalvolizei sofort ausgenommenen Ermittelungen führten zunächst lediglich zu dem Anhaltsvunkt, daß die Spur der flüchtigen Räuber nach Mulheim führte. Vor einigen Wochen gelang es der Kriminalvolizei in Hamm. eine ganz verwegene vierkönfige Räuberbande festzunehmen, und zwar. als ein Mitglied der Bande am zweiten Pfingsttag versuchte, einen Scheck bei einer Bank einzulösen. Es handelt sich um Otto Form Otto Halfmann, Emil Heinz und Hugo Hering, sämtlich nus wager Otto Form, ein ganz rücksichtsloser Mensch der vor keinem Verbrechen zurückschreckt, galt als Führer der Bande. Die Bande hat viele Raubüberfälle und Cinbruchsdiebstahle ausgefuhrt. Der Verdacht, daß Mitglieder dieser Bande auch den Raubüberfall im Pfarrhaus in Kettwig ausgeführt haben, fand jetzt seine Bestatigung. Beamte des Raubdezernats der K. riminalvolisei Essen, die mit den Ermittelu gen betraut waren, brachten den Räuber Form zum Eeständnis. Form hat den Raubüberfall mit zwei zur Zeit noch flüchtigen Komblitzen, und zwar den internationalen Räubern und Sinbrecheen Mario Giovenni, Italiener, 34 Jahre alt. —— Schiffsunglück Englischer und spanischer 15 Todesopfer London, 18. Aug.(Telegr.) Der in Bilbao bebeimatete 2416 Tonnen groze spanische Dampfer„Ogono" ist am Sonntagvormittag mit dem britischen Schleppdampfer„King Croß“ in der Nordsee zusammenge: noßen und gesunken. 15 Mann der Besatzung der„Ogono“ einschließlich des Kavitäns sind ertrunken Das Schiff befand sich mit einer Ladung Eisener; von Bilbao unterwegs und stieß etwa 50 Kilometer von der Mundung des Humber entiernt mit dem Dampfer zusammen, der von der Tees=Bucht nach der Insel Wight fuhr. Die„Ogono“ wurde mittschiffs getroffen und sank innerhalb sechs Minuten. Die 25 Mann starke Besatzung hatte keine Zeit mehr, die Rettungsboote herabzulassen und sprang über Bord. Acht von ihnen wurden von der King Croos“ ausgenommen. Zwei andere wurden etwas später aufgefischt. in der Norêsee Dampfer zusammengestoßen Panik auf einem Bädersampfer 600 Menschen in Gefahr Ein kühnes Seemannsmanover e Stettin, 18. Aug.(Telegr.) Der von einer Vergnügungsfahrt mit vierhundert Schulkindern und zweibundert Erwachsenen am späten Abend zurückkehrende Dampfer„Deutschland“ wurde in der Nähe des Leitholms im Haff von dem Frachtdampfer„Alexandra“ gerammt und erhielt ein großes Leck. Der Kavitän des Dampfers „Deutschland“, Schröder, fuhr mit voller Fahrt auf Strand. Zwei in der Nähe der Unfallstelle befindliche Dampfer sowie Segelboote und Ruderboote eilten an die Unfallstelle und übernahmen die Fahrgäste. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Zu dem Anglück wird ergänzend gemeldet, daß sich das Schiff am Samstagabend gegen neun Uhr auf dem Stettiner Haff aus der Rückkehr von Swinemünde befand. Kurz nach neun Uhr wurde die„Deutschland“ infolge eines unerklärlichen Mißverständnisses von dem entgegenkommenden großen Frachtdamofer„Alekandra“ der GrwelLinie mitschiffs gerammt. Auf dem Bäderdampfer entstand eine ungeheure Panik, insbesondere unter den Kindern, da mehrere Personen bei dem Zusammenstotz Verletzungen erlitten. Am schwersten verletzt in der Stettiner Polizeiamtmann Kröning, der einen dopvelten Beinbruch erlitt. Der Kavitän erkannte sofort, daß die „Deutschland“, die sich in der Fahrrinne befand, bei ihren schweren Beschädigungen sofart sinken müsse. Er ändertdaber geistesgegenwärtig den Kurs und drehte mit Volldampf aus der Fahrrinne beraus. Das kühne Manöver bei dem die Heizer in dem Maschinenraum bereits bie an den Beinen im Wasser standen, gelang vollständig Der Dampfer wurde auf Grund gesetzt, so daß die unmittelbare Gefahr für die Passagiere abgewandt war Die Stettiner Dampfer„Nymphe",„Swinemünde“,„Najade" und„Stepenitz“ eilten auf die Nachricht von dem Unglück sofort zu Hilfe und übernahmen sämtliche Passagiere. Auf die Kunde von dem Unglück fanden sich Tausende von Menschen, vor allem Angehörige der Kinder. auf dem Bollwerk ein, wo sich ergreisende Szenen abspielten. Die zunachst herrschente Ungewißh#e##t über das Ausmaß der Katastrophe erhöhte den Schrecken der Wartenden. Gegen 23,30 Uhr konnte endlich Direktor Btäunlich der Menge verkünden, daß sämtliche Passagiere des Schiffes gerettet seien und daß keine Befürchtungen mehr zu hegen waren Kurze Zeit danach trafen dann die Schiffe ein, die die Passagiere der„Deutschland“ übernommen hatten. Augerzeugen berichten, daß der ganze Vorgang sich mit großer Schnelligkeit abgespielt hat. Das Verhalten des Kan#täns und der Mannschaft wird übereinstimmend als mustergültig hervorgehoben. Die Urlachen des Zusammenstoßes sind bis jetzt noch nicht klar zu ersehen. Im übrigen ist die Un; unna bereits eingeleitet worden * Eisenbahnunglück in Oklaboma — Heurhott(Oklaboma), 18. Aug.(Telegr.) Auf der Strecke St. Louis—San Francisco entgleiste ein Per sonenzug infolge falscher Weichenstellung. Der Lokomo tivführer, der Heizer und 12 Neger wurden getötet, verletzt. * Höllein gestorben □ Berlin. 18. Aug.(Telegr.) Im Alter von fast 50 Jahren ist heute mittag der kommunistische Reichstagsabgeordnete Emil Höllein an einem Gallenleiden verstorben. Höllein gehörte dem Reichstag seit 1920 ununterbrochen an. Peinlich. „Ihre Gattin leidet so sehr an Schiartongreier par diese irgendwelche schlimme Folgen?“ „Na. ich kann Ihnen sagen, nicht zu knapp, wenn ich nach Hause komme, ist sie immer noch wach!“ Kirchliche Nachrichten Verordnungen zum Besuch der vatikanischen Stadt D Rom, 18. Aug.(Telegr.) Zum Beluch der vatikanischen Stadt sind besondere Verordnungen erlassen worden. Demnächst müssen alle Besucher, die nicht das Einwohnerrecht haben, mit einem Passierschein versehen sein. der von den Vatikanbehörden am Eingang der Stadt ausgestellt wird. Für Ausländer wird die Vorweisung des Passes verlangt mit dem Visum des betreffenden Vatikanvertreters. * Einzigartige Jubiläumsseier. * S a l z k o t t e n, 1 8. A u g. D i e K l o s t e r k i r c h e d e r G e n o s s e n chaft der hiesigen Franziskanerinnen war am 12. August Zeuge einer wohl einzig dastehenden Festfeier. Schwester Juliana Lenze beging in erstaunlicher körverlicher und geistiger Rüstigkeit das 65jährige Ordensiubiläum: zwei Schwestern: Schwester Ludowica Weßelmann und Aloysiana Stromberg feierten das diamantene 60jäbrige und 13 Schwestern: Euphrosine Klasen. Mathäa Hartz. Sixta Hake. Hedwig Voggel. Ruperta Sondergeld. Demetria Peters. Edelburga Meier, Athangsia ter Haar, Natalia Gerken. Caja Kreutz. Desideria Petrnkowski. Liberata Kötter und Amabilis Groot begingen das goldene 50jährige Ordensjubiläum. Eine solche Feier ist noch nicht in der Genossenschaft begangen worden und wird sich auch wohl nicht wieder ereignen. Von den 1176 Lebensjahren haben die Juhilarinnen 835 Jahre im heiligen Ordensstande dem lieben Gott treu gedient. Welch eine Summe von Opfern, auch zum Wohle des Nächsten am Kranken= und Sterbebette. in der Unterweisung bei der beranwachsenden weiblichen Jugend. Mögen die Wünsche des Hochwürdigsten Herrn Diözelanbischofs Dr. Caspar Klein. mögen die Wünsche aller Teilnehmer in Erfüllung geben. Den Jubilarinnen# auch an dieser Stelle ein herzliches ad multos annos DER ZINKER V'on Edaar Wallece. Antorikeete Uebersegung von Raoi Ravendie Versog Wildelm Gedmann, S. m. d. H., Leipzig. verdete n). 5 Es war bemerkenswert, dag sich keiner der beiden Angestellten der Firma, mit denen sich Graeme angefreundet datte, bei der Polizei meldete und erzählte, daß er sich an einem Mann rächen wollte, oer einen gespaltenen Nagel hatte. Sie identifizierten aller Wahrscheinlichkest nach nicht das Opser dieses Mordes mit dem freundlichen Grenden, der sie ausgiebig bewirtet hatte. In solchen Fällen kommt die Polizei sehr leicht in eine Sadgasse. Es waren keine Zeugen bei dem Mord zugegen. und obwohl zwei Leute dumpfe Explosionsgeräusche gehort hatten. waren sie doch dem Schall nicht weiter nachgegangen und hatten auch nicht nachgeforscht. Der Mötder war unbebelligt im Nebel entkommen. Und selbst der sonst unausbleibliche Zeuge, der einen großen, dunklen Mann am Tatort gesehen hatte, meldete sich nicht. * „Es muß ganz in der Nahe Deines Bureaus gewesen sein. Frank. Verol schaute von ihrer Zeitung aus. Sie laßzen in der Bibliothek Frank nickte. rekt an der Ecke. Es mug passiert sein, kurz nachdem ich nach Hause ging. Der Pförtner sagt, daß er den Schun einige Sekunden nach Leslies Weggang hörte.“ Lew Friedman, der in einem tiefen Klubsessel am Feuer saß, hob den Kopf „Nachdem Leslie gegangen war?“ fragte er schnel. Der Pförtner war nicht ganz sicher, od es Leslie oder der neue Angestellte Tillman war. Sie waren ein ge Sekunden nacheinander fortgegangen. Ich selbst kann kaum einen Häuserblock weit gewesen sein, als der Schuß siel— ich traf nämlich einen Herrn auf der S raße und sorach mit ihm— aber trondem hade ich nichts gehört.“ Lew Friedman zog die Livven zusammen Larrn Graeme— der Name tommt mit doch bekannt vor? Aber vermutlich nehmen diese Leute jede Woche einen anderen Namen an. Kennt ihn jemand im Bureau?" Frank schuttelte den Koof Armer Ker!!“ sagte Lew mit einer etwas rauhen Unteilnadme.„Sohr leicht möglich, daß er sich mu einem von der Bande überworfen hat, und daß sie ihn so beiseitebrachten.“— Die große Bibliothek von„Hilljord“— so dieß nämlich das schöne Haus Friedmans in der Nähe von Wimbledon Common— war ein Raum, in dem man träumen konnte. Das Licht drang nur gedämpft durch die Fenster herein ud spielte auf kostbar getäfelten Wänden, denn Lew besaß im Gegensatz zu den meisten Menschen, die ich selbst emvorgearbeitet haben, einen sehr keinen Geschmack. Er hatte sich in Higford ein stilvolles eingerichtet und hatte es nicht zu einem Museum für teure, alte Möbel und allerlei unnützen Tand gemacht.— Barol faltete die Zeitung zusammen, seufzte leicht und lehnte sich in ihren Stubl zurück „Das muß doch ein schreckliches Leben sein“, sagte sie. Lew sah sie fragend an.„Ich meine das Leben, das Einbrecher, Diebe und solche Leute führen. Die vielen Gefahren, denen sie sich aussetzen—“ „Raub und Diebstahl sind noch verhältnismäßig saubere Dinge." Lews Stimme war beinahe scharf und als ob er seine schlecht angebrachte Bemerkung einsab. lachte er erwas kindisch.„Ich wollte sagen, daß sie noch einigermaßen anständig sind, im Verhältnis zu anderen Verbrechen. Ich habe neulich von einem Menschen gehört, der ein Geschäft aus Heirats= und Mitgiftschwindel machte— es soll ein gebildeter Mann gewesen sein, der in allen Ländern der Welt arbeitete. Ein Bekannter aus Pretoria erzählte mir alles von ihm und sagte, daß er ihn im Zentralgesängnis dort gesehen hätte.“ „Das ist aber doch fürchterlich!“ rief Berol mit entsetztem Gesicht. „Vielleicht ist es nicht so schlimm wie Du glaubst“. Lew streifte die Asche seiner Zigarte ab.„Dieser Mensch hatte folgendes Schema: Er suchte mit reichen, jungen Damen in den Kolonien bekannt zu werden, gab sich als Sohn einer großen, englischen Adelsfamilie aus, dielt um die Hand des betreisenden Mädchens an. suchte alles Geld an sich zu zieden, das er irgendwie bekommen konnte. und verschwand dann vor dem Hochzeitstag mit der Mitgift. Er soll ein faszinierender, hübscher, junger Mann gewesen sein. und er soll sich fast immer mit jungen Damen besaßt haben. die schon verlobt waren „Das klingt ja ganz nach unserem Freund John". agte Frank lässig und lachte, als er das Entsetzen in Beryls Augen las.„Ich habe es nicht so gemeint. Obgleich Du mir doch zugeben mußt, daß Leslie ein falzinierender Mensch ist.“ „Willst Du damit sagen, daß er mich salziniert dat?“ „Euch beide“, sagte Lew Friedman vorwurfsvoll Frank sah auf die Uhr, die aus dem Kamin stand. Es ist Zeit, daß ich gabe." Er erhob sich. „Es ist merkwürdie mit E##n, ich habe noch nie ure Verlobte in der Welt gefunden, die sich lo wenig für einander interessieren!" Er ging mit Frank Sutton zur Tür und wartete mit ihm unter der großen Unterfahrt auf das Auto, das vorfahren sollte. „Ich wurde derartige Spaße nicht machen, wenn ich an Ihrer Stelle ware, Frank. Meine kleine Berol ist sehr empfindlich für eine gewisse Art von Humor.“ „Aber ich schwöre Ihnen—“ protestierte Frank. Lew klovfte ihm auf die Schulter. Naturlich haben Sie es nicht so gemeint, aber Sie müssen das nicht tun. Ich verstehe mit Frauen desser umzugehen als Sie, mein Junge. Ein Liebhaber sollte niemals eine junge Dame in die Lage bringen, einen andern Mann verteidigen zu müssen.“ Friedman wartete. bis der Wagen abgefahren war und ging dann zur Bibliothek zurück. Beryl stand vor dem Kamin, hatte die Hände auf dem Rücken und schaute in die Flammen. „Laß es Dich nicht verdrießen, mein Liebling“, lagte er und füllte seine kurze Pfeise, die er gewohnlich gegen id rauchte. Frank ist manchmal etwas raud.“ „Ja, das ist er, aber er ist wirklich vornehm und— ein ehrenhafter Mann.“ Sie drehte sich um Was willst Du damit sagen? Wer ist denn nicht ehrenhaft?“ Er machte eine Pause, bevor er antwortete, und sprach dann sehr langsam. „John Leslie zum Beilviel ist nicht ehrenhaft. Ich glaube, es ist gut. wenn Du jetzt erfährst, daß Leslie dreimal wegen Hehlerei im Gefängnis saß.“ Sechstes Kavitel. Sie harrte ihn mit großen Augen an. und ihr Gesicht wurde dleich. Sie konnte es nicht glauben John Leslie— ist ein früherer Strafling?" Er nickte langsam „Setze Dich hin“, sagte er ruhig. und sie gedorchte „Wie lange kennen wir einander nun schon. Liedling?" Sie stunte bei dieser unerwarteten Frage „Warum in aller Welt fragst Du da? Ich kann mich auf keinen anderen Vater besinnen „Weißt Du".— Lew Friedman begann im Zimmer auf und ab zu geben und rauchte dabei aus seiner kleinen Pfeise. hielt aber die Augen auf den Teppich gesenkt Nach einer Weile dlieb er vor ihr stehen.„Weißt Du eigentlich, wie Du in meine Obhut kamst, mein Kind?“ „Ja“. sagte sie erstaunt.„Du warst der Kompagnon meines Vaters. Onkel Lew. und Du hau mich in Dit zenommen, nachdem er stard. Er schaute sie ernst an. „Ja, das stimmt“, sagte er nach einer Weile.„Dein Vater und ich waren Kompagnons, wir arbeiteten zu sammen... wir beraubten dieselbe Bank.“ Sie blickte entsetzt zu ihm aus. „Das ist höse, nicht wah“ Aber es ist die Wahrheit. Du hättest es doch früher oder später erfahren müssen. Ich möchte nicht, daß Du eines Tages alles über Deine Eltern allein herausfindest, und so dabe ich mich ente schlossen, es Dir zu sagen. Bill Stedman und ich waren Bankräuber in Südafrika. Deine Mutter stard an gebrochenem Herzen, als sie dahinterkam. Die Aerzte gaben der Krankheit einen anderen Namen. aber es stimmt, sie hatte nicht mehr den Willen, zu leben. Sie stard fünf Jahre danach. nachdem Billy erschossen wurde, als es und ich in die Standard Bank in Port Elizabetb einbrachen. Er wurde dabei getötet und ich wurde zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, die ich in Breakwater absaß. Als ich wieder berauskam, war Deine Mutter gerade eine Woche tot. Sie hatte einen Brief an mich geschrieben, in dem sie mich bat, mich Deiner anzunedmen. Du warst damals erst viereinhalb Jahre alt.“ Berol war vollstandig starr vor Schrecken. Sie sah ich aufgeregt in dem kostbar eingerichteten Raum um und als ob er ihre Gedanken lesen könnte, fügte er schnell hinzu: „Jeder Pfennig, den ich jetzt besitze, ist ehrenhaft erworben, Beryl. Ich habe in Johannisburg Spitzen geklovpelt und habe durch Rennwetten ein wenig Geld gemacht. Dafür kaufte ich mir Prenner Diamantaktien zuerst nur fünfhundert, als sie auf dreißie Schilling standen. Als sie dann stiegen, kaufte ich mir von dem Bankkredit neue hinzu, und als ich dann schließlich verkaufte. kam ich mit zweihunderttausend Pfund heraus.“ „Warum— warum erzählst Du mir das gerade jen“ fragte sie atemlos.„Und was hat dies mit... mit John Leslie zu tun? Ach. Onkel Lew, ich kann nicht glauben—“ „Hattest Du jemals gedacht, daß ich ein Dieb war und daß Dein Vater auch ein Räuber war fragie er dann. Sie schuttelte nur schweigend den Korf Das ist unglaublich. Ich weis es. Und auch John Leslie ist ein alter Verbrecher. Frank nahm ihn in sein Geschätt auf, um ihm die Moglihkeit eines Wiederaufstiegs zu geben Leslie wurde durch einen Gefangnesdirektor empfohlen den Frank kennengelernt hatte.“ „Aber er muß unschuldig gewesen sein— es ist nicht anders moglich“ Lew schuttelte den Lor (Jottsetzung Der Tod brechte dir Erlösung und ewiFrieden: Uns: Erkennen! Glauben! und Hioffen! Intolge schweter Nierenentzündung verschied nach kurzem, schwerem Krankenlager unsere liebe und gute Tochter, Schwester, Tante. Schwagerin und Nichte, die wohlschtbare Jungfrau im bluhenden Alter von 16½ Jahren, versehen mit den Heilsmitteln der römischkatholischen Kliche. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie José Sworowskij. Herne, Bochum, Steikrade, WanneEickel, Zela-Mehlis. Köln, Sotia und Odesse. den 17. August 1929. Die Beerdigung findet statt am Dienstag. dem 20. August, nachmittags 3.15 Uhr. vom Trauerhause, Hoheneickstraße 11, aus Das feierliche Requiem ist Mittwoch, den 21. August, morgens 8 Uhr, in der St. Bonitatius-Klrche. 241lb Das unentbehrliche Tagebuch des Automobilisten WEHAFahrienbuch zur genauen Kontrolle des Benzin- und Oelverbrauchs, des Reitenverschleißes und der Reperaturkosten eines Krattlahrzeuges u zur bleibenden Uebersicht der durchfahrenen Strecken.— Das WEHA-Fahrtenbuch enthält alles Wissenswerte für den Automobilisten mit vielen farbigen Abbildungen. Ueberaus praktisch. In Taschenformat u. dauerhaftem Einband. Preis M. 1.50 EDE Versäumen Sie nicht deim Kaut eines Shoto-Apparates Photo-Drogerie A. Hegeler, HERNE, Bebeistraße 12 neben der Post zu besuchen Bei mit unden Sie die neuesten Modelle in Rorltilm- und Platten-Kameras, nut Lager in Platten. Rolltimen, Papferen und Utenstiien.— Eni wickeln von Platten u. Fümen sowie Kopieren wird in meiner neuzeitlich eingerschieten Dunkeikammer schnelistens erledigt Sonnen. Fahrordnung für Kralllahrzeute mit farbiger Wiedergabe der einheitlichen Verkehrszeichen u. 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Rieth:„Die Leute von Seldwola“ von Gottfried Keiler nes: Niederthein. o 19.: Dr. H###sen: Was die Heimat dem Landkinde erzählt. 9#: Adendnusl. Funloth c 21: Volt und Heimat: Hundsrück und Mosel. Mitw.: Dr. Rodenbach. Carl Salm(einführ. Worte), Josef Lodenstein(Nez) Baul Schröder (Lieder zur Laute), Strienz(Baß), Grave(Bezleitung. Funkorch. Jakob Knetp: Vorklang.— G. Kneiv: Im Hunde#ud. Orchesterkizze.— J. Knetp: Aus dem ungedruckten Roman„Porta Nigra“. — Jcus Rothe: Aus dem Buch der Erinnerung„Sonne der Heimat".— Stierlin: O wunderbare Zeit.— Der Hurder#ck.— Brautfahrt. a. d. Roman„Armsänderin" von Lambrecht.— Der Jäger aus Kurpfalz.— Schinderhannes.— In. Hunsrücker Mundart: Der Runkircher Markt: Zeugenverdbr. Dialog.— Volkweise: Der alte Bauer an seinen Sohn.— Roesier: Marsch: Mosellied.— Lenartz: Der Moselberg.— Ausonius: Aus der Mosella. Kneip: Der Strom.— Müller=Königswinter: Moselfahrt Humperdinck: Rennt ihr die Heimat trauter Seeieninst.— Brück: Moselidyll.— Humperdinck: Dein grunes, stitles — Mathar: Weinland—Sonnenland.— Dei Wein im Gedicht.— Volkslied: Vom Wasser und rom Wein.— Wirt: Der Moselwein in seinen Wirkungen.— Schreyer: Herr Wirt, wie mögt Ihr fragen?— Simrock: Das Miseräbelchen.— Braunsels: Der beste Doktor.— Zaunert: Das lustige Cochem.— dEster: Von Fischers Maathes.— Knetp: Moseltänze.— Schlußlied: Jetzt schwingen wir den Hut, Volkslied. o Anschl.: Meldungen. 9 Anschl.: Nachtmusik und Tanz. Leitung: Evsoldt. Zeutsche Welle 11635). Deutsche Welle. Gleichbleidendes Werktags=Programm. 5.50: Wetter für den Landwirt. O 6: Gawnastik.e 12.25: Wetter für den Landwirt So. 12 50 o 12.55: Nauener Zeit.# 15.30: Wetter, Borse. 19.55: Weter für den Landwirt. Fachdroge Huscmann alfe! der 1. distraße „agunsten versch. Wohlfahrtszwecke Ziehung 23. und 24. August 1929. 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Stunde. e 16.30: Dr. Hofer und Mitw.: Die Rokoko=Oper. e 17: nugo Wollf=Lieder. A. Jordan(Tenee O 14 o 18.00: Englisch fur Anfanger 9 zu und Rheinland=weine. dlung. O 20: Sonderveranstaltung. Fortsetzung des Balalgikaorchester=Konzertes der FunkStunde. Glafunoff: Ei Uchnem.— Steinberg: Heiha Dreispann.— Wladimiroff: Zwei russische Romanzen.— Rasbeck, grusinisches Lied.— Bakaleintkow: Hade Mitleid.— Swerkoff: Zwei russische Volkslieder.— Dagmaroff: Sehnsucht nach der Heimat. Ausf.: Balalaika=Orchester Vereinigung 1921 e Funkorchester. Dirig.: General-Musikdit. Pros. Wendel. Mitw Tenor 9 Danach: Tanim Hoffmann. Gesangseinlagen: Joh. Marimilian. Am Flugel: Herm. * Wer kann näd Angaben machen über den Verbleib eines Herrenfahrrades Marke Brennabor Nr. 1241516) das am Freitag d. 16. 8. nachm 4 Uhr. v. d Hause, Wilhelmstr. 8 gestotlen wurde Der Later fI. gesetzt., 16 Mann, mit grauer Mütze u. ar. Brille fum die Wilhelmstr. und bog rechts in die Schulstr. ein. Vor Ankauf des Rades wird gewarnt. Jos Majewski. Kolontenr. 2. 4127 wei goldene Ringe in der Badeanstalt verloren Abzugeb g Besohn Matthie. dei Hallerdach. Altenbesenerstr 16 24126 Gott dem Allmächtigen hat es gelallen nach 4.wöchigem Krankenlager, Freitag abend 10.15 Uhr, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante, Prau Witwe geb. Klupsch im Alter von 80 Jahren, wohloebereitet durch den Empfang der hell. Sterbesakramente, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Rinterbliebenen Herne, Wanne-Eickel, Bralin I. Schl., den 19. August 1929. Die Beerdigung findet statt Montag, den 19. August, nach mittags 3.30 Uhr, vom Steibe hause, Dietrichstraße 10b aus Nummer 1937 Zweites Blatt Herner Anzeiger Montag, den 19. August. 1929 * Der Verkehr— die Zukunftsfrage des Ruhrgebiets. nur Rationalisierung in Verwaltung und Wirtschaft.— Die vernünftige Gestaltung der Städtewirtschaft ist abhängig vom Verkehrswesen.— Die Hauptsache bleibt der beschleunigte Bezirksverkehr. Als das eigentliche Ziel des Umgemeindungsgesetzes wurde von Anfang an die Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung im rheinisch=westfälischen Industriebezirk bezeichnet. In den Städten des Landkreises, die durch das Gesetz erweitert oder neu gestaltet wurden, ist man jetzt damit beschäftigt, der Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltungen die praktischen Unterlagen zu geben. Wenn nach einigen Monaten diese Aufgabe erledigt ist, wird man zu den Ergebnissen kritisch Stellung nehmen können Schon bald aber wird sich herausstellen, daß alle Verbilligungs= und Vereinfachungsmaßnahmen, die von den kommunalen Verwaltungen vorgenommen werden können, bei den eigentlichen Verwaltungseinrichtungen nicht stehen bleiben dürfen. Das Gesetz selbst hat ja durch die Festlegung von Arbeitsgemeinschaften einen Rahmen geschaffen, innerhalb dessen die Objekte der städtischen Verwaltungtätigkeit bis zu einem gewissen Grade ebenfalls der Rationalisierung unterzogen werden können. Somit sind eine Reihe von Voraussetzungen gegeben, im rheinisch=westfälischen Industriegebiet auf dem Gebiete der Städtewirtschaft eine Gemeinschaftsarbeit zu gewährleisten und eine Zusammenziehung durchzuführen, die ein Seitenstück zu den Ratsonalisierungsmaßnahmen der Industrie darstellen können. Wenn erst in diese praktische Arbeit hineingegangen wird, wird sich zeigen, daß man, Willen und Fähigkeit zur Gemeinschaftsarbeit allseits vorausgesetzt, dem größten Hindernis auf dem Wege zur Verwirklichung auch des besten Programms in der absoluten Unzulänglichkeit auch unseres Verkehrswesens begegnen wird. Diese Behauptung gilt in erhöhtem Maße vom engeren Ruhrgebiet. Es ist keine Uebertreibung, wenn man sagt, daß nahezu alle größeren Aufgaben der Zukunft an unseren Verkehrsnöten scheitern werden. Eln paar knappe Hinweise tun dar, was wir meinen. Rationalisierung im Theaterwesen ist u. E. nur möglich, wenn die Städte sich in die einzelnen Aufgaben, Oper, Operette und Schauspiel, sachgemäß teilen. Die Durchführung einer solchen sachlichen und örtlichen Teilung der Aufgaben setzt voraus, daß die dafür notwendigen Verkehrsverbindungen zwischen den einzelnen Städten bestenen. Den Bedürfnissen des Theaterbe suchs zwischen den einzelnen Städten ist in unserem bisherigen Verkehrssystem nicht die geringste Sorge getragen. Nehmen wir ferner die Rationalisierung des höheren Schulwesens. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus ist es durchaus unzweckmäßig, daß in jeder Stadt die einzelnen Schularten— und wir haben ihrer ja unendlich viele— eingerichtet werden. Eine vernünftige Arbeitsteilung im höheren Bildungswesen zwischen den einzelnen Städten wird aber praktisch nur dann möglich sein, wenn die erforderlichen Voraussetzungen im Bezirksverkehr gegeben sind. Auf dem Gebiete der Leibesübungen liegen die Dinge ähnlich. Das Ideal ist, daß in jeder Stadt und in jedem Stadtteil möglichst viele kleinere Spielund Turnplätze verteilt sind, und daß irgendwo in zentraler Lage das Stadion der Hunderttausend errichtet wird, kann nicht verwirklicht werden, so lange nicht entsprechende Verkehrsmöglichkeiten vorhanden sind Nicht jede Stadt kann sich ein Museum und eine Bibliothek leisten. Der Gedanke der Arbeitsteilung muß auch hier zu seinem Rechte kommen. Das ist aber unmöglich, so lange die entsprechenden Verkehrsverbindungen zwischen den einzelnen Städten fehlen Die Aufgaben der Siedlung und der Volkserholung überhaupt einer groß durchgeführten Volksgesundheitspflege im weitesten Sinne(Wald schulen, Walderholungsstätten, Genesungsheime, große Bäder usw.) sind wesentlich abhängig von den Verkehrsmitteln. Man könnte noch unzählige Dinge interessenten, die Verkehrsunternehmungen aller Art und nicht zuletzt die Reichsbahnverwaltung haben die Pflicht, hier einheitlich und entschieden zusammen zu arbeiten. Alle Anstrengungen, die zur Weiterentwicklung des Ruhrgebietes unternommen werden, führen nicht zum großen Ziele, wenn nicht die Verkehrsfrage durch Erstellung eines beschleunigten Bezirksverkehrs auf der Grundlage eines nach Möglichkeit starren und den vielfältigen Bedürfnissen auch nach den Tagesstunden angepaßten Fahrplanes, oder wenn man will, Generalverkehrsplanes ihre Lösung finden. erwähnen, die in der nächsten Zukunft samt und sonders ohne einen großzügig ausgebauten zwischengemeindlichen und Bezirksverkehr schlechthin nicht verwirklicht werden können. Nun ist ja kein Zweifel, daß die Straßenbahnen auf die Städte einen entscheidenden Enfluß ausüben, immer mehr auf diese Bedürfnisse Rücksicht neh men und dementsprechend ausgestattet werden. Auch dem Autobus fällt hier eine wichtige Rolle zu. Ferner werden die elektrischen Ueberlandbahnen manchen dieser Wünsche Rechnung tragen können. Aber eine durchgreifende, von fühlbaren finanziellen Erleichterungen begleitete Rationalisierung der Städtewirtschaft ist nicht denkbar ohne einen weitsichtig PRSTERAESe durchgeführten Bezirts schnellverkehr, der sich sowohl von Westen nach Osten als von Süden nach Norden erstreckt. Hier liegt, nachdem die Schritte, die der Staat und die Gesetzgebung in diesem Zeutpunkt im Sinne der Weiterentwicklung des Ruhrgebietes unternehmen konnten, geschehen sind, und nachdem die Wirtschaft durch die Rationalisierung die materiellen Grundlagen für die Weiterentwicklung gesichert hat, die eigentliche und ernsteste Zukunftsfrage des Ruhrgebietes. Man darf sie ohne Uebertreibung als die Schicksalsfrage dieses wichtigen Wirtschaftsgebietes bezeichnen. Ist dem aber so, dann muß mit der ganzen Auffassung, mit der man bisher der Reform unseres Verkehrswesens gegenuberstand, gründlich gebrochen werden. Dann geht es nicht an, daß bald der eine, bald der andere in diesem Punkte entscheidende Faktor von der technischen oder finanziellen Schwierigkeit der Aufgabe zurückschreckt und mit einer dilatorischen Behandlung der Angelegenheit sich begnügt. Die Stadtverwaltungen, die Wirtschaftsorganisationen, sowohl der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer, die Verkehrsverbände als die Vertreter der VerkehrsZum Entwurf des Vergarbeitergesetzes. Die Arbeiter= und Angestelltengruppe der Arbeitskammer für den Ruhrbergbau hat bekanntlich in ihrer letzten Sitzung endgültig zu dem Entwurf eines Bergarbeitsgesetzes Stellung genommen. Der Reichsverband deutscher Bergbauangestellten(R. d. B.) beurteilt zwei dieser von der Arbeitskammer aufgestellten Forderungen in kritischer Hinsicht. Die Fachgruppe Bergbau des R. D. B. äußert sich dahin: Man will die ganzen Bergbehörden verreichlichen. Das ist zwar nicht ausdrücklich klar gesagt, aber aus dem Wortlaut zu folgern, daß der im Reichsarbeitsministerium zu bildenden Bergbauabteilung nicht nur die Arbeitsaufsicht, sondern auch die Hoheitsrechte, soll wohl heißen: die übrigen Aufgaben der jetzigen partikularen Bergbehörden, übertragen werden sollen. An sich ist eine Verreichlichung der Bergbehörden durchaus möglich; wir glauben aber nicht, daß sich jetzt schon im Reichstag eine Mehrheit dafür finden wird. Man denke nur, Bayern und Sachsen sollten ihre alten traditionellen Berghoheitsrechte aufgeben. Zur Verreichlichung der gesamten Bergbehörde genugt aber die Forderung der Arbeitskammer nicht. Dazu wäre notwendig ein die heutigen partikularen Bergegesetze entsprechendes allgemeiner Reichsberggesetz. Das fordert die Arbeitskammer aber nicht. Eine dahinzielende Forderung müßte aber allen übrigen vorausgehen. Der örtliche Schlichtungsausschuß der bei Gedingstreitigkeiten endgültig entscheiden soll, wird bestimmt in Permanenz tagen müssen um die vielen Streifälle erledigen zu können. Denn wenn die Forderung der Arbeitskammer nach dem Mindestlohn für Akkordarbeiter, der 15 Prozent über dem höchsten Reparaturhauerschichtlohn liegt, verwirklicht würde, dürften viele es mit diesem Mindestlohn genügen lassen wollen und darum das Zustandekommen eines Gedinges möglichst lange hinausschieben. Diese Forderung der Arbeitskammer erscheint uns darum wohl nicht genügend überdacht und abwegig Die Erhebung der StraßenreinigungsBeiträge. Eine bunke Mannigfaltigkeit der Methoden.— Herne kann sich sehen lassen. Straßenreinigung gehört zu den heute selbstverständlichen Aufgaben der Städte. Große, mit modernstem Maschinen= und Fahrzeugmaterial ausgestattete Fuhrparks besorgen diese Säuberungsarbeit, die sich erstreckt auf die Reinigung der Bürgersteige, Rinnsteine und Fahrdämme, auf die Abfuhr des Straßenkehrichts und die Besprengung der Fahrdämme sowie auf die Beseitigung des Schnees von den Fahrdämmen, nicht aber auf das Wegräumen des Schnees von Bürgersteigen und deren Bestreuen bei Glatteis. In einer Reihe von kleineren Städten beschränkt sich allerdings die gemeindliche Straßenreinigung nur auf die Fahrdamme(z. B. Neuß, Solingen, Witten, Iserlohn, Sterkrade, Greifswald, Wesermünde usw.) Es soll hier jedoch nicht über die technische Seite der Straßenreinigung gesprochen werden, sondern über die geldliche, die Veranlagungsmethode. Bei kaum einer Verwaltungs=Angelegenheit ist die Erhebungsmethode so kompliziert und uneinheitlich wie bei den Straßenreinigungsgebühren. So erheben sich Fragen wie: Soll man die Anlieger die ganzen Kosten tragen lassen oder einen Teil(und welchen) auf die Stadt(also die Allgemeinheit als Nutznießerin der gereinigten Straßen) übernehmen? Soll man den tenanteil des Anliegers bei bebauten und bei unbebauten Grundstücken gleich groß bemessen? Soll man die Straße, die jeden Tag gereinigt wird, behandeln wie die, die nur einmal in der Woche gereinigt wird? Soll man nach der Straßenlänge des Grundstücks oder nach der Flächengröße des Straßenstückes vor dem Grundstück die Berechnung vornehmen? und was dergleichen Differenzierungen mehr sind. Die Städte haben zur Findung der gerechten Kostenverteilung zu allerlei Veranlagungsmaßstäben gegriffen. Dies erhellt aus einer Rundfrage, die der Magistrat der Stadt Berlin kürzlich fur das Jahr 1929 unter 69 Städten veranstaltet hat. Danach legen die Städte 50 bis 100 Prozent der Gesamtkosten der Straßenreinigung auf die Anlieger um. Nur die Stadt Gladbeck belastet den unbebauten Grundbesitz nur mit 40 Prozent(den bebauten dagegen mit 80 Prozent) die Stadt Wald sogar nur mit 20 Prozent(40 Prozent); die Stadt Waldenburg legt überhaupt nur 16 Prozent der Gesamtkosten um, während Duisbura 40 Prozent umlegt. Mit 50 Prozent begnügen sich: Bochum, Herne, Wattenscheid, Remscheid, Lünen und Guben. 100 Prozent legen um: Dortmund, M.=Gladbach, Harburg=Wilhelmsburg, Görlitz, Neuß, Rathenow, Liegnitz, Köslin, Greifswald, Glogau, Brandenburg, Düsseldorf, Solin= gen, Göttingen, Iserlohn und Nordhausen. Die Veranlagung erfolgt hauptsächlich nach der Reinigungsfläche(bei 30 Städten der Rundfrage), nach laufenden Metern Grundstücksfront(bei 10 Städten), nach dem Nutzungswert der Grundstücke in Hunderrsätzen(bei 5 Städten), nach Prozent an der staatlichen Grundvermögenssteuer(bei 5 Städten), nach Reinigungsfläche und Nutzungswert(bei 9 Städten), nach laufenden Metern Grundstücksfront und Nutzungswert(bei 5 Städten) und nach Reinigungsfläche und Grundvermögenssteuer(bei 1 Stadt). Es ist schwer zu sagen, welcher Veranlagungsmethode der Vorzug zu geben ist. Den größten Anklang findet die Veranlagung nach der Reinigungsfläche. Unter diesen 30 Städten besteht vorwiegend die Erhebung einer nach Quadratmetern Reinigungsfläche berechneten Jahresgebühr, die nach der Zahl der Reinigungen je Woche, der Bevauung oder Nichtbebauung, der Zonenlage innerhalb der Stadt, der Frage, ob asphaltierte oder nichtasphaltierte Straße(z. B. Bonn) und dergleichen noch stark differenziert ist. Die niedrigste Gebühr haben hier Krefeld und Sterkrade mit 0,12 Mark jährlich je gm. bei einmaliger Reinigung wöchentlich. Es folgen Dortmund mit 0,13 Mark, Barmen mit 0,15 Mark, Remscheid mit 0,16 und Elberfeld und Wald mit 0,18 Mark. Die höchsten Sätze in dieser Gruppe haben Königsberg mit 0.60 Mark, Magdeburg mit 0,47 Mark und Bonn mit 0.50 Mark (asphaltiert) und 0,44 Mark(bei sonstigen Straßen). Bei den 10 Städten, die nach der Grundstücksfronllänge die Gebühren für Straßenreinigung bemessen, trennt Bochum nach gepflasterten(1,30 Mark) und chaussierten(0,70 Mark) Straßen. Herne hat drei Gruppen von Straßen, die 0,58, 0,69 und 1,94 Mark je laufdm. Front jährlich kosten. Bottrop erhebt noch einen besonderen Satz für Reinigung der Rinnen, Liegnitz für Reinigung der Bürgersteige und Homberg für Abfuhr des Straßenkehrichts. Die niedrigsten Sätze haben in dieser Gruppe Neumünster(0,25 Mark), Dinslaken (0.50 Mark) und Herne(0.58 Mark), die höchsten Liegnitz(2,35 Mark) und Köslin(3,00 Mark). Nach Prozenten des Nutzungswertes berechnen Frankfurt am Main(1,7—2,2 Prozent), Wald(6 Prozent), Hirschberg(2,5 Prozent), Greifswald (2 Prozent) und Glogau(3,3 Prozent einschließlich Müllabfuhr). Nach Prozenten der staatlichen Grundvermögenssteuer werden die Straßenreinigungsbeiträge erhoben in Gelsenkirchen=Buer(35 Prozent), Duisburg(25 Prozent), Stettin(45 Prozent), Aachen(20 Prozent) und Brandenburg(30—40 Prozent). Reinigungsfläche und Nutzungswert berücksichtigt z. B. Essen. Hier werden bei bebauten Grundstücken 0,94 Prozent des Nutzungswertes u. 0,23 Mark je am Fahrbahnfläche erhoben, bei unbebauten Grundstücken nur 0,23 Mark je am Fahrbahnfläche. Bei Düsseldorf sind die entsprechenden Sätze 1,6 Prozent und 0,10 Mark, bei Münster 1 Prozent und 0.08 Mark, bei Hagen 1,4 Prozent und 0,10 Mark(bei chaussierten, 0,30 Mark bei gepflasterten Straßen). Nach lfdm. Grundstücksfront und Nutzungswert berechnen z. B. Recklinghausen(0,60 Mark und 1 Prozent), Potsdam(2 Prozent fur bebaute, 0.50 Mark für unbebaute Grundstücke), Solingen(2,00 Mark und 3 Prozent). Es sind dies noch keineswegs alle Veranlagungsmethoden. So unterscheidet Witten bei endgültig befestigten Straßen noch nach bewohnbaren Räumen und Geschäftsräumen bezw. nach Straßenfront, Göttingen und Iserlohn nach Friedensmiete bei bebauten und nach Straßenfront bei unbebauten Grundstücken. Alles in allem ergibt sich aus der Zusammenstellung, daß Herne recht günstig abschneidet. Daß es nach lfdm. Grundstücksfront rechnet, stellt es in eine gewisse Sonderklasse, da die meisten Städte nach qm Reinigungsfläche vorgehen. Doch ist der Unterschied nur von Bedeutung für verschiedene breite Straßen. Die Zusammenstellung zeigt auch, daß die Gesamtkostenverkeilung von 50: 50 Prozent eine besonders günstige Regelung bedeutet, die Herne nur mit wenigen Städten gemein hat. Für den zahlenden Bürger ist allerdings die Summe maßgebend, die er tatsächlich zu zahlen hat, was auch abhängig ist von der mehr oder weniger großen Kostspieligkeit des Fuhrvarkbetriebes. Auch hier schneidet Herne durchaus günstig ab. r. Die Nebelfrau. Roman von Annn Wothe. 37)(Nachdruck verboten.) Das Mädchen ließ es willenlos geschehen, daß Timm ihren Arm durch den seinen zog. Sie merkte es auch nicht, daß der junge Seemann nicht den direkten Weg zum Schlosse einschlug, sondern in einen Seiten weg einbog. Der Schnee knisterte unter ihren Füßen Auf jedem Baum, auf jedem Strauch glitzerten die weißen Sterne wie köstliche Diamanten, und blutrot stand die Wintersonne am Himmel. „Ich bin glücklich, daß ich Euch getroffen habe,“ bemerkte Graf Timm, und es war, als ringe er schwer nach Atem,„denn morgen schon werde ich vielleicht den Gorlingshof verlassen, und bevor ich scheide, muß es doch klar zwischen uns werden" Erschreckt sah Dorret zu ihm auf. In ihren blauen Augen stand eine leise Abwehr. „Nein, mein Kleines“ neckte Graf Timm, zärtlich den Arm des Mädchens näher an sich ziehend.„Nun hilft kein Verstecken mehr. Farbe sollst du bekennen. Liebst du mich, oder den alten Brummbär, den Ohm Olaf? Gestehe." Verwirrt mühte sich Dorret von ihm loszukommen. „Laßt mich, Herr, ich bitte Euch“ „Dorret, jetzt wird es ernst“ zagie Graf Timm. Waren all die goldenen Tage in der Wiedingharde Lüge, als deine lieben, kleinen Hände mich gesund pfiegten? Ein todwunder, ein kranker Mann kam ich zu dir, ein Lebensmüder, denn meinem Herzen war eine tiefe Wunde zeschlagen, aber du heiltest sie. An deiner Hand, an deiner Seite, in deiner Pflege ging mir ein neuer Frühling auf. Ich sträubte mich gegen die neue Flut, die in meine Seele quoll, ich ging fort, um dich zu vergessen, aber mit jeder Stunde, in der ich sern von dir war, fühlte ich mehr, daß ich ohne deine trotzigen, süßen Augen nicht leben konnte Aber gen durfte, dich dem heimatlichen Boden zu entreißen. ie Frau eines Seemannes muß viel entbehren. Sie hot ein hartes Los. Den Geliebten draußen am dem weiten Meer zu wissen bringt Unruhe und Schmerzen. Stark muß die Frau eines Seemanns sein, fest und stark und treu, Dorret. Als mich aber Undine zu sich rief, als ich wußte, daß ich dich wiedersehen würde, da fielen alle Zweifel von meiner Brust. Ich sah nur dich, Dorret, und was mich jahrelang von meinem Bruder getrennt, das fiel alles ab von meiner Seele, als wäre es nie gewesen. Undine habe ich mich gleich anvertraut. Sie weiß, daß ich dich liebe, und sie billigt meine Wahl. Willst du mich nun noch zurückweisen?“ „Es schickt sich nicht, Herr. Ich bin ein armes, unwissendes Mädchen.“ Mit tränenvollen, großen Blauaugen soh Dorret zu ihm auf. „Das kann sich ändern, mein Herz. Danach frage ich gar nicht. Du sollst mir sagen, ob du mich, oder den Ohm liebst. Antworte, du Strick, du geliebter, oder ich küsse dir das Geständnis von deinen Lippen.“ Heiß erglühend stand Dorret vor ihm. Lächelnd zog Timm ihre Hände gegen seine Brust „Willst du gestehen, Süßes?“ „Den Ohm nicht,“ gab sie zögernd zurück, und dann barg sie ihr heißes Antlitz verschämt an seiner Schulter. „Na, Gott sei Dank,“ jubelte Timm,„daß du den Oheim nicht willst. Nun weiß ich, daß du mich nehmen wirst, du mein Geliebtes, Einziges!" Er küßte sie heiß auf den blühenden Mund und Dorret ließ es mit geschlossenen Augen geschehen „Liebst du mich?“ fragte er voll leidenschaftlicher Zärtlichkeit. „Ja, Herr.“ „Nein, so geht das nicht mehr. Wie heiße ich?“ „Timm,“ kam es schüchtern zurück „Nein, lieder Timm muß du sagen. Willst du?“ Da legte sie, glücklich auflachend, noch schwere Tränentropfen an den Wimpern, ihre Arme fest um seinen Hals und flüsterte selig zu ihm auf „Lieder, lieber Timm.“ Er küßte sie wieder, aber diesmal zart und sacht, voll scheuer Ehrsurcht und Liede „Komm jetzt zu Undine. Sie soll es zuerst erfahren, und morgen, wenn ich mit Reimar gesprochen, komme ich zu deinem Großvater und fordere dich als Frau. und rede gleich mal ein Wörtlein mit dem Obeim" „Ich habe so Angst, Timm. Du darfst nicht hart mit ihm sein, Lieber, denn er hat mich immer so lieb gehabt.“ „Sei ohne Sorge. Ich bin ja so glücklich, daß ich allen Menschen etwas Liedes tun möchte.“ Undine schloß Dorret bewegt in ihre Arme, als ihr Timm seine junge, schüchterne Braut zuführte. „Ich sah es lange kommen,“ flüsterte sie Dorret ins Ohr.„Möchtest du, mein Liebling, an Timms Seite so glücklich sein, wie es meine Seele für dich erfleht Timm hate Eile, fortzukommen. Er wollte noch nach Südegaarde, der neue Inspektor hatte schon verschiedene Male nach ihm geschickt und doch konnte er sich gar nicht losreißen von Dorret, die sich zum Abschied innig an ihn schmiegte. „Auf morgen denn, Dorret,“ flüsterte er innig zu ihr hernieder.„Mir ist es, als sollte ich auf ewig von dir Abschied nehmen, und doch trennt uns nur ein kurzer Tag bis zum Wiedersehen.“ Er küßte noch einmal ihre Lippen, ihre zitternden Hände, dann hatte er schnell das Zimmer verlassen. Dorret stand mit tiefgesenktem Köpfchen. Die scheidende Wintersonne lachte über ihr blondes Haar, als sie, mit der Hand darüber streichend, wie aus tiesem Traum erwachend, sagte: „Nun ist es dunkel geworden, Undine, ich sehe nichts als Nebel“ „Es wird auch wieder hell werden. Dorret," be ruhigte Undine, und die Freundin an ihre Seite ziehend. begann sie zu erzählen, welche furchtbaren Stunden der Angst und Aufregung sie durchlebt. Timm hätte sie nichts davon sagen mögen, aver ihr mußte sie doch all ihre Not anvertrauen „Sprich das aus, was hast du. Undine? Ist dir ein Gespenst begegnet?“ fragte Dorret eifrig. „Viel Schlimmeres. Denk' dir, ich lag gestern Nacht in meinem Bette wach und suchte vergebens, den Schlaf zu finden den ich jetzt on envehrte, da war es mir, als wehe ein kalter Hauch über meine Stirn Ich öffnete die Augen. Das Zimmer ist matt von Mondlicht erleuchtet. Und in diesem fahlen Licht sehe ich eine hohe. dunkle Gestalt, die wie ein Schatten von der Tür her zu mir herüber gleite. Ich will rufen, ich will schreien, ich kann es nicht. Da fühle ich auch schon dürre Finger an meinem Haise. Mit Entietzen sobe ich die kalten Hände zurück und mein: Hände umklammern krampfhaft die Kapsel mit Lutz' Brief, die ich Tag und Nacht auf meiner Brust trage.“ „Großmutter!“ schrie ich endlich, die Sprache wiederfindend, auf. Da stürzte die dunkle Gestalt wie ein gefällter Baum an meinem Bett nieder.“ Mit entsetzten Augen hatte Dorret zugehört. „Sie wollte dir den Brief nehmen?" Undine nickte. „Der Gedanke ist zu entsetzlich. Ich ließ Großmutter sofort auf ihr Zimmer bringen und den Arz: rufen. Er sagte etwas von einer Nervenlähmung. „Ich war dann lange bei ihr. Sie liegt still da, mit abgewandtem Gesicht, und nur von Zeit zu Zeit flüstert sie: Führe uns nicht in Versuchung.“ Dorret schmiegte sich an die Freundin. „Du Arme,“ flüsterte sie bewegt.„Was mußt du leiden. Aber sie wußte wohl nicht, was sie tat, deine Großzmutter, Undine?" „Sie ist eine Diebin,“ entgegnete die junge Frau hart.„Ich schaudere, wenn ich denke, es wäre ihr gelungen, mir den Brief zu entreißen und ihn zu vernichten. Gott sei Dank. in wenigen Stunden wird der Graf hier sein, und ich werde dann aus seinem eigenen Munde hören, was er auf die fürchterliche Anklage zu sagen hat.“ „Und wenn seine Antwort dich nicht befriedigt?“ „Dann werden sich unsere Wege für immer scheiden Ein tieses, beklemmendes Schweigen lag plötzlich zwischen den beiden Frauen „Die gnädige Gräfin Lidwina läßt Fräulein Dorrei bitten, zu ihr kommen,“ meldete eine Dienerin. Einen Augenblick sahen sich Undine und Dorret erschreckt in die Augen. „Geh', Liebling.“ flunerte Undine,„sie hat dich immer lieb gehabt. Vielleicht will sie Abschied von dir nehmen." „Willst du nicht mitkommen, Undine?“ Finster schüttelte die junge Frau das Haupt „Nein, ich kann es noch nicht. Nicht in Groll will ich an ihr Lager treten, von dem sie sich vielleicht nie wieder erhebt. Geh'. Liebling, und komm' gut heim“ Sie küßte die Freundin voll ungestümer Zärtlichkeit. (Fortsetzung solat Aus und für Herne Die neue kommunale Bezirkseintellung. Zur Neuregelung der kommunalen Bezirkseinteilung im rheinisch=westälischen Inounriegebiet(Gesetz vom 29. Juli 1929) bringt das preußische statistische Landesimt in der„Statistischen Korrespondenz“ eine Auftellung über die eingetretenen Veränderungen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, enthalt diese Aufstellung: 1. eine Gegenüberstellung der früheren und der etzigen Kreiseinteilung nach Regierungsbezirken(früher 59 Kreise, davon 28 Stadt= und 21 Landkreise, eßt 46 Kreise, davon 25 Stadt= und 21 Landkreise): 2. ein Verzeichnis der zu den neugebildeten 5 Landkreisen gehörenden Stadt= und Landgemeinden; 3. eine Nachweisung der bei den einzelnen Gemeinden eingetretenen Veränderungen der Aufteilunzen, Angliederungen und Zusammenschlüsse, der vor der Neuregelung selbständigen Gemeinden. Der Unterrichtsausfall an katholischen Friertagen. Die öffentlichen Geldinstitute der Provinz Westfalen im Monat Juli " Die westfälischen Sparkassen. Die allgemeine Geldknappheit hat auch im Juli Ainen ungünstigen Einfluß auf den Zufluß an Spareinlagen ausgeübt. Die Spareinlagenzunahme in Westfalen betrug nur 5 Millionen Mark gegen rund 8 Millionen Mark im gleichen Monat des vorigen Jahres. Die Giro=, Scheck= und Kontokorrenteinlagen haben 1 Million abgenommen und betragen jetzt 108 Millionen RM. Die Gesamteinlagen belaufen sich mithin auf 877 Millionen RM. An neuen Sparbüchern wurden 23000 ausgestellt. Die Landesbank und das Pfandbriefamt für hausgrundstücke. Die Landesbank hatte einschließlich der Stellen Bielefeld, Dortmund und Hagen einen Umsatz von 720 Millionen RM. zu verzeichnen. Die Bilanzsumme belief sich im Monat Juli auf 472 Millionen RM. gegegenüber 443 Millionen RM. zu Beginn des Jahres. Die Geldknappheit wird in absehbarer Zeit die Wiederaufnahme der Kreditgewährung nicht gestatten. Provinziallebensversicherung. Sie hatte im Monat Juli einen Antragszugang von rund 2,3 Millionen RM. Ruckgang der Sparkassenhypetheken. Die Angabe, daß die Gemeinden Zuschüsse zahlten, ist unrichtig, denn bisyer hat noch keine an der Westsälischen Straßenbahn G.m.v.H. bereiligte Gemeinde einen Zuschuß geleistet; die Gesellschaft hat aber haufiger durch namhafte Beitrage zu Straßenbautosten ihren angeschlossenen Kommunen beim Ausbau der Straßen geholfen. Das für die Erweiterungen erforderliche Kapital hat sich die Westfälische Straßenvahn auf dem Anleihewege selbst beschafft. Wiederholt hat die Geschaftsführung der Westfalichen Straßenbahn vor und nach dem Kriege versucht, mit Nachbarbahnen erwa im Rahmen einer Bau= und Betriebsgemeinschaft zu einer Erleichterung der Verkehrsbefriedigung und zu einer Vereinfachung der betriebstechnischen Einrichtungen zu kommen; leider sanden diese Versuche aber nach dem Kriege keine gunstige Aufnahme mehr, so daß die durch die verschiedenartig gelagerten Interessen der einzelnen Unternehmungen austretenden Erschwerungen gegen den Willen der Westfälischen Straßenbahngesellschaft bestehen bleiben mußten. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt. gat der Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung in Ergänzung eines älteren Runderlasses über den Unterrichtsausfall am Gedenktage der Reformation und die Schulfeiern, die aus Anlaß dieses Tages abgehalten werden, folgendes bestimmt: An den kirchlich gebotenen katholischen Feiertagen: Heilige drei Könige. Fronleichnam, Peter und Paul. Allerheiligen und Mariä Empfängnis fällt der Unterricht an den dem Unterrichtsminister unterstellten Schulen für katholische Schüler und Lehrer aus. An Schulen, die auch von nicht katholischen Schülern besucht werden, fällt der Unterricht auch für diese Schüer aus, wenn nach dem Ermessen des Schulleiters ein fruchtbringender Unterricht für sie nicht möglich ist. Die Betriebsmittel der deutschen Sparkassen stiegen Ende 1928 um rund 1,3 Milliarden RM. auf 8 Milliarden RM. Die Gesamtzunahme der Betriebsmittel war um fast 50% größer als im Jahre 1927. Diese Erhöhung beruhte wie in den ##ren vorher fast ausschließlich auf dem Anwachsen der Spareinnahmen. Im Jahre 1928 wurden durchschnittlich 71,135 der neuen Spareinlagen zu langfristigen Krediten verwendet, während 1927 nicht nur der gesamte Spareinlagenzuwachs langfristig ausgeliehen wurde, sondern darüber hinaus noch kurzfristig angelegte Mittel in die langfristige Anlage übemommen wurden. Daß 1928 nicht verhaltnismäßig ebensoviel Mittel langfristig gegeben wurden wie in den beiden Vorjahren, ist darauf zurückzuführen, daß die im Zusammenhang mit der Mustersatzung der Sparkassen festgelegten Normalsätze für langfristige Anlagen fast durchweg erreicht bezw. sogar überschritten sind Der Rückgang betraf auch den wichtigsten Anlogezweig, oas Hypothekengeschäft Wahrend 1927 noch 70,7% des Spareinlagenzuwachses dem Realkredugeschaft zugeflossen waren, waren es 1928 nur 45.6% Wenn auch im zweiten Halbjahr wieder verhältnismäßig bedeutend mehr Mittel in Hypotheken angelegt wurden als im ersten Halbjahr— 54,3% gegenüber 38% der Spareinlagen— so liegt dieser Satz doch noch weit unter dem Durchschnittssatz für 1927. Immerhin betragen die dem Hypothekenmarkt im Jahre 1928 zur Verfugung gestellten kesten Kredite noch 1055,3Mill. RM. also rund 13.3 Mill. RM. weniger als im Jahre 1927. Ende 1928 machten somit die von den Sparkassen gewährten langfristigen Darleben gegen Hypotheken rund 3,1 Milliarden RM. oder 44.5% der Spareinlagen aus Von den 1928 gewährten Hypothekarkrediten fielen 219.9 Mill. RM. aus die Landwirtschaft, 5.3 Mill. RM. weniger als im vorigen Jahre. Was geht bei der Weitsalischen Straßenbahn vor? Von der Westfälischen Straßenbahn G.m.b.H. Gerthe werden wir um Veröffentlichung nachstehender Notiz gebeten. „In der letzten Zeit sind aus uns unbekannter Quelle häufiger Artikel in der Tagespresse erschienen, die sich mit den durch die Umgemeindungen ergebenen Folgen für die Westfalische Straßenbahn G Gerthe befaßten. Diese Artikel enthalten vielfach so unvollständige und unrichtige Angaben, daß eine Irreführung der Oeffentlichkeit durch sie stattgefunden hat. Die Westfalische Straßenbahn G.m.b.H. Gerthe ist ein rein kommunales Unternehmen; ihre Gesellschafter sind nach der Umgemeindung vom 1. 8. 1929 nur noch die Stadte Bochum, Witten, Dortmund, Castrop=Rauxel, Herne, Wanne=Eickel und Wattenscheid, sowie das Elektrizitätswerk Westfalen A.=G. Durch die Eingemeindung von Gerthe, Werne, Langendreer und einiger Teile des fruheren Gemeindebezirkes Lütgendort###und nach Bochum ist die Betceiligung von Bochum an dem Gesellschaftskapital zwar gewachsen: Bochum hat aber weder dadurch eine Mehrheit bezüglich der Stimmenberechtigung bei der Westfalischen Straßenbahngesellschaft erhalten, noch liegt der größte Teil der Linien dieses Unternehmens(nicht einmal die Galtte) auf Bochumer(ebiet Gibt es ein Kontrollrecht der Stadtverordneten? Diese Frage steht schon lange im Brennpunkt einer großen Meinungsverschiedenheit. Das Oververwaltungsgericht hat in dieser Frage eine prinzipielle Entscheidung, herbeigsführt. Der Sachverhalt war folgender: Zwischen den Stadtverordneten und dem Rat einer Stadt bestanden Meinungsverschiedenheiten darüber, ob die Stadtverordneten das Recht hätten, jederzeit ohne vorherige Genehmigung des Dezernenten städtische Anstalten Kontrolle zu besuchen. Die Stadtverordzur zu be neten bejahten die Frage, der Rat verneinte sie. Da eine Einigung nicht zu erzielen war. die Stadtverordneten vielmehr durch mehrmaligen ausdrücklichen Beschluß für sich das bestrittene Recht in Anspruch nahmen, wurde eine Klärung im Verwaltungsstreitverfahren herbeigeführt. Sowohl das Verwaltungsgericht wie auch das Oberverwaltungsgericht entschieden diese Frage zugunsten des Magistrats. In den Entscheidungsgründen führte das Oberverwaltungsgericht aus, daß das von der Gemeindeverordnung dem Gemeinderat übertragene Recht der Ueberwachung nicht im Sinne eines Ueberwachungsrechtes der einzelnen Gemeinde bzw. Stadtverordneten zu verstehen sei. Der den Gemeindeverordneten zugewiesene Aufgabenkreis sei ihnen grundsätzlich als einem körperschaftlichen Organ der Gemeinde bzw. Stadtverwaltung, insbesondere als beschlußfassender Körperschaft zugewiesen, wie denn überhaupt die Gemeindeverordnung von dem Gedanken beherrscht sei, daß die Gemeindeverordneten nur in ihrer Gesamtheit als Körperschaft den Willen der Gemeindebürger äußern können und sollen. Eine in den praktischen Bedürfnissen der Verwaltung begründete Einschränkung des Grundgedankens stelle es dar. wenn die Gemeindeverordneten die ihnen zugewiesenen Aufgaben in gewissem Umfange Gemeindeausschüsse übertragen können. Darüber hinaus sehe aber die Gemeindeverordnung eine Uebertragung an einzelne Gemeindeverordnete nicht vor, und sie könne auch nicht, da sie mit dem Grundgedanken der Gemeindeordnung im Widerspruch stehen würde, durch Ortsgesetz oder Beschluß der Gemeindeverordneten bestimmt werden. Diese Entscheidung entspricht auch den Rechrsprechungen der übrigen deutschen Länder und somit dürfte die Frage zu Ungunsten der Stadtverordneten geklärt worden sein der Wohnungszwangswirschaft. Es heißt darrn, daß im Jahre 1928 das Mieterschußzgesetz und das Reichsmietengesetz zwar in einigen Punkten abgeandert worten sind, diese Aenderungen praktisch aber nur eine geringe Lockerung der Zwangswirtschaft bedeuten. Auch über die Auswirkungen der früheren Lockerungsmaßnahmen haben sich gegenüber den Vorjahren wesentlich neue Gesichtspunkte nicht ergeben. Daß die Freigabe möblierter Zimmer und übergroßer Wohnungen im Interesse der Wohnungssuchenden lag, hat sich auch im letzten Jahre gezeigt. Möblierte Zimmer standen nach wie vor reichlich zur Verfügung. Vielfach überstieg das Angebot die Nachfrage Die Schwierigkeiten, die sich auf Grund der ersten Lockerungsverordnung vom 11. November 1926 noch im Jahre 1927 bei der Herausnahme der gewerblichen Räume gezeigt haben, werden jetzt in Preußen im allgemeinen als überwunden angesehen. Die Herausnahme der großen Wohnungen mit einer nach Ortsklassen gestaffelten Friedensmiete hat sich ebenfalls bewährt, da an großen Wohnungen kein Mangel ist. Die Wirkung der zweiten Lockerungsverordnung vom 4. Otrober 1927 war nur gering, da verhältnismäßig wenig Wohnungen mit 5 und mehr Zimmern geteilt worden sind. Für die aus der Teilung entstandenen Wohnungen wurden meist so hohe Mieten gefordert, daß die Wohnungen den wirklich Bedürftigen in den seltensten Fällen zugute kamen. Die dritte Lockerungsverordnung vom 13. Oktober 1927 führte dazu, daß in den kleineren Gemeinden die Zwangswirtschaft ganz aufgehoben wurde. Eine Verschärfung der Wohnungsnot ist in diesen Gemeinden dadurch jedenfalls nicht eingetreten. Anders liegen die Verhältnisse in den Industriegemeinden und in den Nachbarorten von Groß= und Mittelstädten: von solchen Gemeinden mit weniger als 4000 Einwohner wurde fast ausnahmslos die Wiedereinführung der Zwangswirtschaft beantragt und auch zugelassen. Die Beseitigung von Vorschriften des Wohnungsmangelgesetzs hat zwar der Wohnungsnot in den Landgemeinden und in den kleinen Städten nicht entgegenwirken können, sie hat aber auch keine besonderen Schwierigkeiten hervorgerufen, weil namentlich auf dem Lande bei der geringen Anzahl von Mietwohnungen überhaupt nur setten Wohnraum von der Zwangswirtschaft erfaßt werden konnte. konnte ein größeres Unglück verhütet werden. Am Kopf und an beiden Beinen blutend, wurde der Motorradfahrer zu seiner Wohnung gebracht. * Jahraddiebstahl. Dem Maurer M. aus der Koloniestraße wurde am 16. August, gegen 16 Uhr, von der Straße vor dem Hause Wilhelmstraße 8 ein Herren=Tourenrad, Marke Brennabor, Nr. 1 241 546, im Werte von ca. 150 M. von unbekanntem Täter gestohlen. Die Lockerung der Wohnungszwangs. wirtschaft. Am 31. März 1930 läuft die zweijährige Verlängerng des Reichsmietengesetzes und des Mieterschutzgesetzes ab. Für die weitere Regelung der Wohnungsgesetzgebung darf als feststehend angenommen werden, daß sie grundsatzlich an einer bedingten Zwangswirtschaft festhalten wird. Für Preußen gibt eine Darstellung nach den Berichten der Bezirkswohnungsaufsichtsbeamten, die in der„Volkswohlfahrt" veröffentlicht wird, einen Ueberblick über die Wirkung der bieherigen Lockerung * Diebstähle. Aus dem Flur des unverschlossenen Hauses Altenhöfener Straße 90 wurde am 13. August, gegen 22,30 Uhr, ein blauer Damenregenmantel und ein brauner Mädchenmantel mit grünlichem Pelzkragen von unbekanntem Täter entwendet.— In der Nacht zum 17. August wurden aus der Trank= und Speisehalle an der Bahnhofstraße. Ecke Dornstraße, folgende Rauchwaren gestohlen: 1.5 Mille Zigaretten Marke Ova, 2 Mille Zigaretten Marken Ravenklau, 1,5 Mille Zigaretten Marke Ulmenried. 1.5 Mille Zigaretten Marke Salem Auslese, 2 Mille Zigaretten Marke Baccerat, 1 Mille Zigaretten Marke Mira, 300 Zigaretten Marke Löwenbrück, 300 Zigarillos a 7 Pfg., 60 Zigarren a 20 Pfg. Außerdem wurden auch noch ein dunkelbrauner Lederkoffer und einige Kartons entwendet. Die gestohlenen Sachen haben einen Wert von 500 Mark. Der unbekannte Täter hat sich vermutlich in den späten Abendstunden in den Räumen verborgen und einschließen lassen. * Versuchter Einbruchsdiebstahl. In der Nacht zum 17. August versuchten unbekannt gebliebene Täter in ein Weiß= und Wollwarengeschäft in der Neustraße einzubrechen. Sie versuchten, eine Türfüllung herauszuschneiden, was ihnen aber nicht gelungen ist, weil die Tür innen mit Stahlplatten bekleidet ist. Vermutlich sind die Täter auch verscheucht worden, so daß sie von ihrem Vorhaben absehen mußten. * Schwer zu Schaden kam ein Maurer Samstag nachmittag auf einem hiesigen Fabrikbetrieb. Beim Umsetzen eines Gerüstes brach dieses plötzlich zusammen und stürzte auf den Arbeiter, der am Fuße verletzt wurde und sich eine Brustquetschung zuzog. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der Verletzte seiner Wohnung zugeführt. * Radfahrer durch scheuende Pferde überfahren. In den Abendstunden des Freitags scheuten auf der Wiescherstraße plötzlich die Pferde eines Flachwagens und gingen durch. Hierbei wurde ein vor dem Fuhrwerk herfahrender junger Radfahrer, der Arbeiter Emil F., der sich nicht mehr in Sicherheit bringen konnte, von den Pferden angerannt und überfahren. Er erlitt erhebliche Brustquetschungen und einige Gesichtsverletzungen. Der Verunglückte wurde mittels Krankenautos dem evgl. Krankenhause zugeführt. * Zu einer Schlägerei kam es an der Bahnhofsunterführung Ecke Fabrikstraße. Im Verlauf derselben wurde ein Arbeiter am Kopfe erheblich verletzt. Er wurde mittels Auto seiner Wohnung zugeführt. * Grubenunfall. Dem Krankenhaus„Bergmannsheil“ mußte der Bergmann Josef Salomon zugeführt werden. S. war in der Grube im Schrämbetrieb tätig. Beim Arbeiten an der Maschine kam er der Welle zu nate und der rechte Ober= und Unterschenkel wurde derart verleßzt. daß S. auf lange Zeit in der Ausführung seiner Arbeit behindert sein wird. * K i n d e r a u s f l u g S t. B o n i f a t i u s. Mittwoch fahren die Kinder nach Halten, zum St. Anna=Berg. Sie versammeln sich um 10 Uhr am Jugendsaal. Abfahrt 11,02 von Recklinghausen=Süd. Der Fahrpreis beträgt für alle Kinder 60 Pf. Karten werden nur Montag und Dienstag um 8.30 Uhr früh ausgegeben. Erwachsene können nur in geringer Zahl teilnehmen. * D u r c h N i c h t b e a c h t u n g e i n e r V e r l e t z u n g. die er sich vor einiger Zeit bei einem Unfalle zugezogen hatte, kam ein junger Mann aus der Kampstraße schwer zu Schaden. Als er sich jetzt, aber verspätet, in ärztliche Behandlung begab, wurde eine Knochensplitterung am rechten Oberschenkel festgestellt, die bereits in Eiterung übergegangen war. Er wurde zur Vornahme einer Operation dem kathol. Krankenhaus geführt. * Ein Beil ist kein Spielzeug. Ein fünfjähriger Junge war Samstag seiner Mutter in den Keller gefolgt, ohne daß diese darum wußte. Er machte sich an einem gutgeschlittenen Beit zu schaffen und schlug sich damit so unglücklich in den Fuß, daß dieser gespalten wurde. Er wurde dem eogl. Krankenhaus zugeführt. * Ueberfahren und verletzt wurde in den Abendstunden des Samstags das etwa 5jährige Kind der Eheleute H., Gerther Straße wohnhaft. Es kam unter ein Lieferauto und wurde mit einem Armbruch und anderen Verletzungen zum kath. Krankenhaus geschafft. * Beim Ueberholen prallte gestern nachmittag auf der Bahnhofstraße ein Motorradfahrer unweit der Marienstraße mit einem Personenauto zusammen und kam unter dasselbe zu liegen. Durch die Geistesgegenwart des Autoführers * J ä h a u s d e m S c h l a f e g e w e c k t wurden sicherlich viele Herner in den frühen Morgenstunden des Samstags. Ein greller Blitz und ein furchtbares Donnerrollen fuhr über Herne dahin. Wie wir hören, hat der Bliß an mehreren Stellen der Stadt eingeschlagen ohne zu zünden.— So schlug er z. B. auf der Stammstraße in einen Antennenmast und Dachgiebel ein und zerstörte die Rundfunkanlage und einen Fensterrahmen. Verletzt wurde niemand, doch war der Schrecken der Hausbewohner selbstverständlich groß.— Auf der Riemkerstraße schlug der Blitz in einen hohen Dachgiebel ein, er zerstörte emen Schornstein und das obere Dachgesimse. Auch inier wurden Personen nicht verletzt. Kommunalpolitische Beziehungen zur Verwaltungsreform. Au der Mugliederversammlung des Deutschen Vereins der ärztlichen Kommunalbeamten hielt Oberburgermeisser Beims=Magdeburg einen Vortrag über„Kommunalpolitische Beziehungen zur Verwalrungsreform“, dem wir folgenden Auszug entnehmen. Die nicht mehr zeitgemäße Gliederung des Reiches nach den alten Ländergrenzen, die einen teuren unnötigen Behordenapparat erfordert, muß dem organisch aufgebauten Einheitsstaat weichen. Das Durcheinander der Zuständigkeiten zwischen Reich und Ländern, Doppelbemühungen für den gleichen Zweck, Doppelarbeit und Reidungen kennzeichnen den unhaltbaren Zustand der Reichs= und Staatsbrüokratie. Unter diesen Verhältnissen leiden naturgemäß am meisten die Gemeinden, deren Selbstverwaltung bis auf kümmerliche Reste beseitigt ist. Diese Entwicklung erklärt sich aus der Umgestaltung, die der Kriegsausgang brachte. Die Finanzhoheit wurde den Gemeinden genommen. das alte Städterecht wurde durchlöchert ein organisches neues Recht kam nicht zustande uno so besteht die künstlich aufrecht erhaltene Rechtsunsicherheit ihrer Zustandigkeiten. Reichs= und Länderregierungen erlassen Gesetze und Verordnungen, die Regierungspräsidenten geben Anregungen— ganz besonders ist das auf sozialem Gebiete der Fall— auf der anderen Seite aber werden den Gemeinden Einnahmequellen zur Durchführung dieser Aufgaben gesperrt Das Reichsbankdirektorium verhindert Anleihemoalichkeiten der Kommunen, in denen diese den zur Zeit einzigen Ausweg sehen, lebenswichtige Aufgaben der Gemeinden zu erfüllen. Die Privat= wirtschaft sieht in jeder eigenwirtschaftlichen Betätigung der deutschen Gemeinden, die damit zu einem unentbehrlichen Faktor der deutschen Volkswirtschaft überhaupt geworden sind, den prinzipiellen Abbau der Privatwirtschaft. Die Kämpfe gegen die Gemeindesteuern wurden eiserner Bestand parteipolitischer Agitation. Dieser systematischen Beschneidung der finanziellen Selbständigkeit der Gemeinden=ritt an die Seite eine Kompliziertheit unerträglich angeschwollener Aufsichtsinstanzen, deren Betätigung letzten Endes auf ein lähmendes, oft gegenfär'iches. jedenfalls unngtiges Hineinregieren in die kommunale Selbstverwaltung hinausläuft. Aus diesem Durcheinander kommen die Gemeinden nur heraus durch Schaffung einer Reichsstädteordnung, die klare Zuständigkeiten schafft und den Gemeinden die notigen finanziellen Mittel zur Erfüllung ihrer levenswichtigen Aufgaben zubilligt. Wie auf dem Gesamtgebiet der gemeindlichen Selbstverwaltung, so prägt sich das Chaos behördlicher Ueberorganisation auch aus dem Gebiete der Geundheitspflege aus. Die kommunale Selbstverwaltung hat aus großem Verantwortungsgefuhl heraus freiwillig zum Wohl der ihr anvertrauten Bevölkerung einen gesundheitspflegerischen Apparat geschaffen, den der Staat in der Zeit der dringendsten Not zu schaffen unterlaisen hat. Man denke nur an die großen Gebiete der sozialen Gesundheitspflege. Aber auch da, wo der Staat gesetzgeberisch Einrichtungen ins Leben rief, wie auf dem Gebiete der Seuchenbekampfung waren es die Kommunen, welche die Gelder zu ihrer Durchführung zur Verfügung stellen mußten. Nun sind die gemeindlichen Einrichtungen in den letzten Jahren so gewachsen, daß eine neue unarenzung zwischen Staat und Kommunen auf dem Gebiete der Gesundheitspflege erforderlich ist. Die öffentliche Gesungheitspflege und Gesundheitsfürsorge ist so verwachsen mit den übrigen Aufgaben der örtlichen gemeindlichen Selbstverwaltung, mit dem Städtebau, dem Wohnungsoau, der allgemeinen Städtesanierung, der Kanalisation, dem Ernährungswesen, der Trinkwasserversorgung, der Wohlfahrtspflege, dem Schulwesen, das eine Herausnahme aus der Kommunalverwaltung unter Uebernahme auf den Staat oder auf selbständige örtliche Körperschaften, wie wir sie jetzt in den Arbeitsämtern etwa haben, den Untergang gesundheitspflegerischer Aktivität bedeuten würde. Sie kann vielmehr nur gedeihen, losgelöst von der staatlichen Bevormundung und * harpener Kirmes. Vom 18. bis 20 August 1929 findet die althistorische Harpener Kirmes(Kram= und Viehmarkt) statt. Zur Aufstellung von Buden und Schaustellungen werden beide Seiten der Dorfstraße in Harpen von der Hiltroper Straße bis Bebelstraße zugelassen, sowie der Platz westlich der Bebelstraße. Insokgedessen wird die Dorfstraße vom Kaiser=Wilhelm=Denkmal bis Scheffer am Sonntag, dem 18., Montag dem 19. und Dienstag, dem 20. August 1929, ab mittags 12 Uhr für den durchgehenden Kraftwagen= und Fuhrwerksverkehr gesperrt. Schützt die Augen der Kinder. * Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird vom Landesausschuß für Hygienische Volksbelehrung geschrieben: Mit dem Auge pflegt gerade die Jugend bei Scherz und Spiel besonders leichtfertig umzugehen, und manche schwere Augenverletzung oder gar der Verlust des Augenlichtes ist auf solchen Leichtsinn zurückzuführen. Hier kann elterliche Mahnung und Strenge ebenso wie einsichtiges Verhalten des Kindes manches schwere Unheil verhüten. Wenig bekannt, aber darum um so beachtlicher ist eine Gefahr, die dem Auge des wehrlosen und unschuldigen Säuglinas aus falsch angewandter Hygiene droht.„Gebt dem Kinde Luft und Sonne!“ iese Mahnung der Hygiene wird von vielen Müttern, Kinderpflegerinnen und dergl. leider häufig in folgender Weise ausgeführt: Man setzt den Säugling in den Kinderwagen und fährt hinaus mit ihm ins Freie. Dort trifft man Bekannte, mit denen eine Unterhaltung interessant ersckeint. Indessen wird der Kinderwagen fürsorglich beiseite gefahren und in die Sonne gestellt. Bei der Rückenlage des Kindes im Wagen fallen die Sonnenstrahlen senkrecht in seine Augen. Das merken die Erwachsenen meist nicht, weil sie es am eigenen Leibe nicht zu spüren bekommen. Sie seibst gehen aufrecht oder sitzen, so daß die Sonnenstrahlen ihre eigenen Augen nur im spitzen Winkel treffen Je höher die Sonne steigt, um so weniger werden die Erwachsenen vom Sonnenlicht belästigt, während da: Kind in horizontaler Körperlage natürlich um so mehr darunter zu leiden hat. Wenn auch die kleinen Wür mer sich gegen die Blendung des Somnenlichtes durck Schließen der Augen zu schützen versuchen, so gelingt es ihnen nicht vollständig. vielmehr trifft doch einmal der Sannenstrahl das ungeschützte Auge. Die in dem besonderer fachtechnischer Aussicht, im Rahmen kommunalen Seibstverwaltung; und nur wenn? Gemeinden zur Durchführung ihrer Aufgaben d notwendige Unterstünung von Re und Staet wird“ Auge befindliche Linse wirkt dann wie ein Brenn glas und verbrennt die Neuhaut. Von ärztlicher Seite wird sogar die Ansicht vertreten, daß Auges wie man Scherenden findet durch eben diese Sonneneinwirkung bedingt ist. Man stelle deshalb niemals ein Kind im Kinderwagen schutzlos in die Sonne, sondern sorge dafür daß die Augen der Kinder der direkten Sonneneinwirkung entzogen sind die Herabsetzung der Sehschärfe de sie bei manchen Schielenden finder Ar Scha Niede deutschen turiner eingelegt Samstag Freisti Ungarn. besteht. denn die 1. Wann Diese ist also die deu war 4: noch der schnittsze Barany zrrungen Ungarn großerte herauska Ansch und es für 2 Schr BeidDer S Bere. Schwim launenbe nurde schwamn gleichzei durch 6 lische S lich auf Bähre der Pa Deutsch! So kam mit eine Resultat noch ein aus per aufgeno Im aber au leicht anstren Aue war der fru für die sein M 2 Ung sen soieler Deutsch balltur hat U konnen. über Magva auch K. dicsicl im S ersen D T.= Wanne leistung Marr unterbe Damen 1:23.3 bracht mit 1 fur de Psenbi chaft soringe wurde. Vorsor 2 Wil We 110 50 Spi Dortm 100 1•21 5 10. 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Nachdem am Freitag eine Pause eingelegt worden war. begannen die Wettkämpfe des Samstags zunächst mit der 4mal=100.=MeterFreistilstaffel zum Länderkampf Deutschland— Ungarn. der aus zwei Staffeln und dem Wasserballsviel besteht. Die Staffel ging für Deutschland vexloren, denn die Ungarn schwammen mit der Vertretung Wanni 1. Wanni 2. Nemeth und Barany 4:06. 4 Min. heraus Diese Zeit entspricht einem Durchschnitt von 1:06.6 Min., ist also eine euroväische Rekordleistung. Dagegen konnte die deutsche Staffel nicht mit. Die Zeit der Deutschen war 4:11.8 Min., allo ein klarer Abstand. Derichs war noch der schnellste Mann, ohne auch nur die Durchschnittszeit der Ungarn erreicht zu haben, bei denen Dr Barann als Schlußzmann nicht einmal zum Kampf gezwungen war. Schon mit dem ersten Mann waren die Ungarn in Führung gegangen und der Vorsorung vergroßerte sich systematisch, so daß ein überlegener Sieg herauskam Anschließend wurde das Wasserballturnier fortgesetzt und es ergab sich eine weitere unangenehme Ueberraschung für Deutschland: Schweden schlug Deutschland 3:1 Beide Mannschaften hatten die bekannte Aufstellung. Der Sieg Schwedens war der Sieg eines Mannes: Arne Borg. Zum ersten Male überhaupt zeigte dieses Schwimmwunder was er überhaupt leistet. Arne Borg. launenhaft seit jeder, hatte einmal beste Laune und das nurde den Deutschen zum Verhängnis. Der Schwede schwamm mit einer fravvierenden Schnelligkeit und war gleichzeitig überall. Deutschland hatte gleich zu Beginn durch Gunst ein ungültiges Tor erzielt, das der englische Schiedsrichter Hodson erst anerkannte, dann schließlich auf die energischen Proteste des Publikums mit Recht annullierte. Schweden spielte in Hochform und nur Bähre im Tor verhinderte hier Tore der Gegner. Nach der Pause wurden die Schweden noch besser und schneller. Deutschland im gleichen Maße nervöser und langsamer. So kam Andersson zum ersten Tor. Arne Borg erhöhte mit einem Rückbänder auf 2:0 und Lindström stellte das Resultat auf 3:0. Erst ganz zum Schluß konnte Amann noch ein Gegentor erzielen. Schwedens Sieg war durchaus verdient und wurde sehr beifällig vom Publikum ausgenommen. Belgien— England 4:2. Im zweiten Sviel gab es ein erwartetes Ergebnis. aber auch hier war zu erkennen, daß die Engländer nicht leicht zu schlagen sind. Die Belgier mußten sich gewaltig anstrengen. um die Briten niederzuhalten. Ungarn— Frankreich 10:6. Auch zum Abschluß ein erwartetes Ergebnis. Ungarn war hesser. Frankreich ist nicht mehr ganz der Gegner der früheren Jahre. Trotzdem war es keine Kleinigkeit für die Ungarn. das Spiel zu gewannen, zumal Padou sein Möglichstes tat. Revanche für Amsterdam Ungarns Revanche für Amsterdam ist geglückt Sieben Tore schossen am Sonntag Ungarns Wasserballspieler gegen Deutschland, ein einziges brachten die Denischen zuwege. Damit ist das Budavester Wasserhallturnter für Ungarn schon gewonnen und außerdem har Ungarn die Weltmeisterschaft von 1928 korrigieren konnen. Seitdem Deutschland in Amsterdam überraschend über Ungarn Weltmeister geworden war. brannten die Magyaren auf eine Revanche. Das Spiel dildete daber cum den Hohep#nkt und am Sonntag waren 6000 Iuschauer anwesend, darunter auch der Reichsverweser Hortbo. Zuerst wurde— wie am Samstag— die zum Länderkampf Ungarn— Deutschland zädlende Staffel ausgeschwommen. Nachdem Ungarn schon die 4mal=100Meter=Staffel gewonnen hatte. sab es um die Chancen bei den 4 mal 200 Meter auch nicht besonders gut aus und tatsächlich mußte Deutschland eine sehr empfindliche Niederlage einstecken. Die Ungarn Wanni 1. Karodis. Wanni 2 und Dr. Barano siegten in 9:35.6 Min. mit 25 Meter überlegen gegen 9:50.2 Min. der Deutschen Schrader. Balk. Gebert. Heinrich. Die ungarische Zeit bedeutet einen euroväischen Rekord ist auch besser als die in Amerika erzielten Zeiten. Die Reihenfolge der einzelnen Schwimmzeiten war bei den Ungarn 2:26.2 Min., 2:28.2, 2:24 und 2:17.2 Min., wobei also Dr. Barany überragte. Deutschland hatte 2:26.8. 2:28.2. 2:33.6 und 2:22.6 Min. Die beiden Staffeln werteten zusammen mit dem Wasserballspiel für den Länderkampf, der somit 3:0 fü: Ungarn endete. Die folgenden Wasserballspiele begannen mit dem Treffen Belgien— Frankreich 2:1. Hier wurde eines der schönsten Sviele des Turniers geboten. Mathien und Devauw hatten Belgien in Führung gebracht. Vandevlancke warf nach der Pause das Gegentor für Frankreich. Das Ergebnis überraschte nicht mehr. nachdem man sich daran gewöhnt hatte daß Frankreich auf diesem Turnier keine besondere Rolle zu spielen vermochte. Ungarn— Deutschland 7:1(2:0) Die Ungarn hatten gleich die Begeisterung der Zuschauer für sich, die nicht zu unterschätzen war. Die Mannschaft war ganz auf die Revanche eingestellt und ivielte demzufolge vielleicht ihr beites Spiel. Nemeth konnte schon gleich einen Fehler von Gunst zum erste: Tor auswerten und erhöhte auf 2:0. nachdem Cordes gegen die Latte geworsen hatte. Bis zur Pause blieb es bei dem 2:0. nach dem Wechsel aber legten die Unaarn richtig los. Sie verschärften das Temvo und entwickelten eine ungewöhnliche Schnelligkeit. Erst konnte Emil Benecke für Deutschland das Ehrentor werfen. dann aber waren die Ungarn nicht mehr zu halten. Idre Hintermannschaft wehrte alles ab. was in ihre Nähe kam und der Sturm arbeitete maschinenmäßig. Die Wurfkanone Nemeth erzielte allein drei Tore. Küsern ein weiteres und Berzi das letzte. Der Weltmeister Deutschland, am Tage vorher schon durch Schmeden besiegt, war vernichtend geschlagen, mit 7:1 verlieben die Ungarn unter dem Jubel der Zuschauer das Wasser. Der Sieg Unaarns war absolut verdient. denn an Schnelligkeit Ballbehandlung und Svieltechnik konnte eine klare Ueberleger heit nicht geleuenet we den. Deutschland war nicht in bester Form. allerdings auch wohl deshalb. weil man immer nur so gut spielt, wie es der Gegner zuläht. Trondem hätte der Sturm etwas beweglicher sein können. Das Spiel wurde von dem Belaier Delaheve gut geleitet. Schweden— England 4:1. Den Abschluß des Tages bildete der erwartete schwedische Sieg über England. Das eiste Tor warf Arne Borg. die drei anderen erzielte Andersson. Das Resulta: war verdient. Am Montag ist ein Rubetag der Dienstag bringt die drei abschließenden Sviele. Die Tabelle zeigt jetz: folgendes Bild: Ungarn 8:0 Punkte Belgien 5:3 Bunkte Schweden 5:3 Punkte Deutschland 4:4 Punk: Frankreich 1:7 Punkte England 1:7 Punkte. 5:17.8. 2. A. T. V.=Breslau 5:26.7. 3. Eintracht=Leinzig 5•22. Amal=100=Meter=Bruststaffel: 1. T. G. Mühlhausen 5:46.4. 2. Akad. T. V. Berlin 5:48. 3. Kölner T. V. 5.56.3. mal=100=Meter=Freistilstafsel: 1. T. G. Mühlhausen 4:51. 2. A. T. V. Breslau 4:51,4. 3. S. S. C. Osnabrück 5:02.1. 4mal=100=Meter=Bruststaffel s. V. o. W.: T. V. Staßfurt 6:07.9. 2. T. V. Hüls 6:23.6. Turmspringen: 1. Stork=Frankfurt a. M. 118.80 Pkt. 2. Mädler=Leinzig 113.25 Pkt. Wasserball: Hamburg 1816— Iserlobn 11:1(4:1). T. G. Mühlhausen— T. V. Karlsrube 5:2(2:0). Turnerinnen: 100=Meter=Brustschwimmen: 1. Herzog=Leipzig 1:33.8. 2. Backhoff=Offenbach 1:36.2. 4mal=50=Meter=Freistil=Staffel; 1. T. G. Darmstadt 2:47.3. 2. T. V. Offenbach 2:47.4. Amal=50=Meter=Bruststaffel: 1. Hamburger Tbd. 3:07,4. 2. T. V. Offenbach 3:10.6. mal=50=Meter=Lagenstaffel: 1. T. V. Offenbach 2:54,6. 2. M. T. V. Stuttgart 2.57.9.„„„„ Hauptspringen: 1. Verhoel=Frankfurt 99.20 Pkt. 2. Kable=Berlin 96.65 Pkt.„„„ Kreisstaffel 10mal=100=Meter=Freistil: 1. Rheinland 12:45 Min. 2. Mittelrhein 13:01. 3. Kreis UnterweserEms 13:19 Min. Knapper Sieg der deutschen Damen Deutschlans schlägt England mit 55½: 45½ Punkten—. Die Wurfübungen gaben den Ausschlag für Deutschland Neue Rekorde Die deutsche Damen=Leichtatbletik konnte am Sonntag im Düsseldorfer Rheinstrdion einen sehr wertSonntag im Düneldorfer Rheinstadion einen sehr wertLänderkampf über England mit 53½ gegen 45½ Punkte erfolgreich und haben damit das Ergebnis des vorigen Jahres korrigiert. Damals hatte in Paris ein Dreiländerkampf zwischen Deutschland—England—Frankreich stettgefunden, den die englischen Damen vor Deutschland gewannen. Inzwischen datte sich der deutsche Frauensport weiter verbessert und das Ergebnis zeigte sich auch Sonntag in Düsseldorf. Der sportlich sehr wertvolle Tag fand trov des sehr guten Wetters keinen starken Besuch. Unter Zuhilfenahme eines Fußball=Städtesviels wollte man eine größere Anziehungskraft erreichen, aber auch das valf richt viel. Dos Interesse für die Leichtathletik ist leider in Deutschland nur aus dem Papier verzeichnet. Dabei bätte der Tag einen guten Zulauf verdient gehabt, es gab spannende und dank der ausgezeichneten Bahn auch schöne und einwandfreie Kämpfe. An Rekordleistungen waren drei zu notieren. Gleich die erste Konkurrenz. der Weitsprung. brachte durch Frl. Grieme mit 5.69 Meter einen neuen Rekord. Ueber 80 Meter Hürden lief Miß Hat mit 12.3 Sek., eine englische Höchstleistung und dasselbe tat Miß Christmas im 800=Meter=Lauf mit 2:23.8 Min., wobei sie aber doch nur Zweite hinter Frl. Dollinger war. Der deutsche Sieg entstand in den Wurfübungen. Hier hatte England nichts zu bestellen: im Kugelstoßen stellte England beisvielsweise nur eine Vertreterin, Miß Birchenough fehlte, hätte aber doch nicht viel leisten können. In den Läufen war das Verhältnis ausgeglichen. es zeigte sich sogar ein leichtes Uebergewicht für England. zumal der 200=Meter=Sieg von Flr. Lorenz als Ueberraschung angesprochen werden darf. Die Frankfurterin holte einen Vorsprung zwischen 100 und 150 Meter heraus und zehrte davon trotz des Endspurts der Britin King. Die 100 Meter fielen ganz klar und eindeutig an England. ebenso die Hürden. wo aber Frl. Haux wenigstens den zweiten Platz knavv rettete. Der 800=Meter=Sieg von Frl. Dollinger mußte erkämpft werden. In der Kurve kam die Deutsche in Vorteil, ließ zum Schluß etwas nach. so daß Miß Christmas noch aufrückte, wenn auch ohne Gefahr für die Münchenerin. In der Staffel gab es einen sehr schönen Kampf. Sie bildete den Abschluß und hatte auf das Endresultat keine Einiluß mehr. Der erste Wechsel taugte beiderseits nicht viel. beim zweiten verlor Deutschland das Rennen. weil hier die Engländerinnen viel besser übergahen. Der knappe Vorsorung für England blieb bis zum Schluß. Die Ergebnisse Weitsorung: 1. Grieme=Deutschland 5.69 Meter (deutscher Rekord). 2. Conell=England 5.61 Meter. 3. Hargus=Deutschland 5.36 Meter. 4. Mattbews=England 4.64 Meter. 6:4 Punkte für Deutschland. Kugelstoßen; 1. Heublein=Deutschland 12.45 Meter. 2. Fleischer=Deutschland 11.73 Meter. 3. Westeon=England 9.95 Meter. 7•2 Punkte für Deutschland. 100 Meter: 1. Walker=England 12.6 Sek., 2. Thompson=England 12.7 Sek., 3. Gelius=Deutschland 12.8 Sek., 4. Kellner=Deutschland. 317 Punkte. 80 Meter Hürden: 1. Hat=England 12.3 Sek.(englischer Rekord). 2. Haux=Deutschland 12.6 Sek., 3. Conell=England 12.7 Sek., 4. Becker=Deutschland. 4·6 Punkte. Diskuswersen: 1. Fleischer=Deutschland 37.95 Meter. 2. Heublein=Deutschland 34 80 Meter. 3. Westeon=England 34.00 Meter. 4. O'Kelly=England 25.28 Meter. 7•3 800 Meter: 1. Dollinger=Deutschland 2:23.2 Min., 2. Christmas=England 2:23.8 Min.(englischer Nekord). 3. Stramm=Deutschland 2:25.8 Min., 4. Streater=England. 6:4 Punkte. Hochsprung: 1. O'Kelly=England und BraumüllerDeutschland je 1.515 Meter. 3. Milne=England 1.47 Meter. 4. Grieme=Deutschland 1.42 Meter. 4½:5½ Punkte. 200 Meter: 1. Lorenz=Deutschland 26.1 Sek., 2. KingEngland 26.3 Sek.. 3. Schmidt=Deutschland 26.7 Sek. 4. Weldon=England. 6:4 Punkte. Sveerwersen: 1. Hargus=Deutschland 37.82 Meter. 2. Jacobs=Deutschland 34.72 Meter. 3. Westeon=England 25.125 Meter. 4. Conell=England 21.28 Meter. 7•3 Punkte. Amal=100=Meter. Staffel: 1. England(Walker. Thomnson. Hiscock. Ridgelen). 48.7. Sek.. 2. Deutschland (Kellner. Gelius. Lorenz. Haux) 48.9 Sek. 3:7 Punkte. Gesamtergebnis: 1. Deutschland 531; Punkte, 2. England 45½ Bunkte. C. ermittelt ihre Schwimmeister Die D. C.=Schwimmeisterschaften in Altona— Ueue D. C.=Rekorde wurden herausgeschwommen Schalke 04 siegt auf Vorkum mit 6:0 über Diktoria Hamburg Samstag *. Beuleitungen. So durchschwamm der Stuttgatter dicsjährigen Meisterschaften der Deutschen Turnerschaft im Schwimmen, Springen und Wasserball. Gleich am ernen Tage sielen trotz der schweren Bahn fünf neue *. Bestleinungen. So durchschwamm der Stuttgarter Wannen die 100=Meter=Rücken in 1:16.9. Die alte Bestleistung im 100=Meter=Freistil, wurde von dem Kölner Marr und Rindersbacher=Friedrichsbafen, mit 1:07.3 unterboten. Auch das 100 Meter=Freistilschwimmen der Damen brachte durch die Frankfurterin gr. Weinig mit 1:233 einen neuen Rekord. Die dritte Herren=Bestleistung brachte Fürthler=Leipzig im 100=Meter=Seiteschwimmen 1:16.9 Minuten an sich und qualisizierte sich damit fur den Endlaus. Weiter stellt die von Wittbauer=NeuBfenburg über 400 Meter beliebig gewonnene Meisterchaft in 5 39 einen neuen D. T.=Relord dar.— Im Haupt: soringen, das bereits bis zur Entscheidung durchgeführt wurde, siegte der junge Frankfurter Stork mit 12 Punkten Vorsorung vor dem vorjährigen Meister Mädler=Leinzig. Turner: Turmspringen: 1. Stork=Frankfurt a. M. 153.30 Pkt. 2. Mädler=Leipzig 141.50 Pkt. 1shh Meter=beliebig=Schwimmen:, 1. Witthauer=NeuBienburg 5:39: 2. Riederspacher=Friedrichshafen 5:50 □0 Meter=Streckentauchen: 1. Schäfer=Friedberg 43.4: 2 Wiltz=Stettin 43.5. Turnerinnen: 100 Meter=Seiteschwimmen: 1. Frl. Wagner=Breslau 1•303: 2. Frl. Fecht=Stuttgart 143.9. 109=Meter=Freistil: 1. Frl.„Weinig=Frankfurt a. M. 1—47: 2. Frl. Breitung=Ossenbach, 1:23.3. 40-Meter=Streckentauchen: 1. Frl. Tetschke=Breslau 42.2; 2. Frl. Hauck=Gießen 43.—. Alters=Turner: Mehrkampf(35—45 Jahre): 1. Hedler=Darmstadt 110 50 Vkt. 2. Scheffler=Saarbrücken 109.75 Pkt. Springen: 1. Rehn=Hannover 75 Pkt. 2. Krollner190 Meter=beliebig=Schwimmen: 1. Stange=Verlin 40 Meter=Streckentauchen; 1. Kraemer=Eschweiler 38 Sek„2. Schulz=Berlin 36.4 Sek. Mehrkampf(über 45 Jahre): 1. van Loon=Behr=Kassel 72.70 Pkt. 2. Busch=Halderstadt 72.05 Pk: Soringen(über 45 Jahre); 1. van Loon=Behr 44.35 Plt. 2. Hammer=Frankfurt a. M. 43.5 Plt. 100 Meter=Brustschwimmen(über 45 Jahre); 1. Verbrüggen=Nachen 1:41.1, 2. Teichmuller=Niederrus 1:43.9. 100 Meter=beliebig Schwimmen; 1. Teichmuller=Nie* 100=Meter=Brustschwimmen(über 45 Jahre): 1. ReiffStuttgart 1:37.3. 2. Stange=Berlin 1:37.4. Wasserballsviele: Hamburger Turnerschaft— T. V. Karlsruhe 4:9(2:3). Turngemeinde Mühlhausen— Iserlohn Schledenhofer S B. 411(4.0). Turngemeinde Mühlhausen— Hamburger Tunerschaft Turnverein Karlsruhe— Iserlohn Schledenhofer S. V. 8:6(2:2)."„ Aehnlich, wie am ersten Tage. so wurde auch am Sonntag erneut eindeutig der Beweis erbracht, daß auch im Lage: der Schwimmer ein selten günstiger Aufstieg zu verzeichnen ist. Auch der zweite Tag bewies auf Grund der gezeigten Leistungen, daß die D. T.=Schwimmer und Schwimmerinnen zu glänzenden Leistungen auflausen können. Erfreulicherwetse klärte sich am Nachmittag nach einem am Morgen voraufgegangenen Regen das Wetter erheblich auf und als die Kämpfe ihren Ansang nahmen. wölbte sich über 5000 begeisterte Schwimmsvortanhänger ein blauer Himmel. Eingeleitet wurden die Kämpfe am Nachmittag durch die Endsviele im Wasserball, wobei zunächst die hohe 1:11=(1:4=MNiederlage der Iserlohner gegen Hamburg 1816 zu erwähnen ist. Die Westdeutschen kamen niemals für den Sieg in Frage. was eindentig aus dem Ergednis hervorgeht. Die Turn=Ges. Mühlhausen landete über den T. V. Karlsruhe ebenfalls einen durch aus unangesochtenen 5:2=Sieg und führte bei der Pause bereits mit 2:0. Bemerkenswert ist weiterhin, daß es vier weitere D. T.=Bestleistungen gab. Die Turn=Ges Mühlbausen stellte zunächst über 4mal=100=Meter=Brust mit 5:46.4 eine neue Bestzeit auf und auch über 4mal100=Meter=Freistil schufen die Thüringer mit 4.51.0 einen neuen D. T.=Rekord. Auch in den Einzel=Konkurrensen gab es zwei neue Rekorde, und zwar schaffte WannerStuttgart die 100 Meter in der neuen Zeit von 1:15.2. während über 100=Meter=Freistil, der Kölner Marx mit 1:08.2 eine neue Bestleistung aufstellte. Turner:—„„„ 100 Meter=Freiitil: 1. Marx=Köln 108.2. 2. Riegers-#chahasen 1:08.3 bacher=Friedrichshafen 100=Meter=Seiteschwimmen: 1 1:17.5. 2. Dabelstein=Hamburg 1:17.7 100=Meter=Rückenschwimmen: 1. 1:15.2. 2. Murrawa=Breslau 1:18.2. 1:19.6.—"—„ 00RR 100=Meter=Brustschwimmen: 1. Sommer=Mublbausen 1:23.2. 2. Küdne=Helmhausen 1:51. 1000=Meter=Lagenschwimmen: 1. Müller=Kiel 15 50.6. Relgas=Stuttgart Wanner-Stuttgart Schulte=Iserlodn 2. Bartsch=Weißensee 16:24.4 . Jas an— Die erfolgreiche zum Norden (1) Einer Einladung der Badeverwaltung der Insel Borkum folgend. spielte der F. C. Gelsenkirchen=Schalke 04 am Sonntag auf der Insel Borkum. um dort ein Provagandaspiel gegen die bekannte Hamburger Viktoria auszutragen. Leider waren die Schalker gezwungen. für ihren verletzten Mittelstürmer Ebert Ersatz einzustellen. Andererseits mußten die Viktorianer auf ihren bekannten alten internationalen Verteidiger Henri Müller verzichten. Das Svielfeld befand sich am Südstrand der Nordseeinsel. Die Zuschauermenge war recht groß und fast die gesamte elegante Badewelt Borkums war vertreten, wie auch die Fußballinteressenten aus dem nahen Friesland. Holstein und den naheliegenden holländischen Städten erschienen war. Ein scharfer Wind fegte über die Insel und ließ nur ein flaches Spiel zu. Im Gegensatz, hierzu befand sich aber das Spielfeld in allerbester Verfassung. Das Sviel selbst verlief äußerst interessant Schalfe legte es in der ersten Halbzeit darauf an. den Geaner durch technisch hervorragendes kurzmaschiges Paßspiel zu zermürben und hatte hiermit Erfolg. In der ersten Halbzeit hielten sich die Viktorianer In der zweiten Halbzeit, als die Schalker aufs Ganze gingen, erlagen sie dem besseren Können des westdeutschen Meisters und konnten der über sie dereinbrechenden Katastroobe keinen Einhalt mehr gebieten. Die erste Viertelstunde des Spiels zeigt beide Gegner recht aufgeregt. Schalke liegt auf Grund des besseren Zusammenspiels in der ersten Viertelstunde leicht in Front. Im Grunde aber erwehren sich die Hamburger jedoch der Angriffe. Das Spiel ist äußerst schnell. Durch gute Einzelleistungen der Hamburger Sturmreibe kam das Schalter Tor verschiedentlich in Gefahr. Hier ist jedoch die Verteidigung auf ungewohnt großer Höhe und meistert alle Angriffe. Eine gute Chance für Hamdurg versiebt Rösler Auch Kuzorra läßt eine gute Torgelegenheit aus. Er hält sich zuerst im Hintergrund und fehlt dadurch im entscheidenden Moment vor dem Tore Hamburgs. Nach einer Ecke Hamburgs folgt schon bald eine Ecke für Schalke. Der Schiedsrichter Drewes von Werder=Bremen ist ebenfalls nicht weniger nervos als beide Mannschaften und pfeift recht viel. Im allgemeinen befriedigte er. wenn man auch mit seinen Abseitsentscheidungen nicht immer einig ging. Eine sehr gute Gelegenheit haben die Schalker kur: vor der Pause. als Kuzorra eine weite Vorlage an Rothardt gibt, die aber dann im letzten Moment kurz vor dem Hamburger Tore abgestovot wird. Sehr gut ist in der Hamburger Sturmreibe der Linksaußen. Laufer. ein noch junges Talent. das aber zu den besten Hoffnungen berechtigt. Er war sehr schnell und seine rasenden Flugelläufe stellten die Schalker verschiedentlich auf eine harte Prohe. Auf der Hamburger Seite zeichnet sich dann weiter noch der Hüter Riedel aus der sehr gut wor. So konnte er kurz vor der Pause einen Bombenschuß Ausorras abwehren und auch den Nachschus Czepans unschädlich machen. 0:0 geht es in die Pause In der zweiten Halbzeit setzt sich dann das engmaschige Spiel der Schalker mehr und mehr durch. Nachdem bereits in der ersten Minute Auzorra nach gutem Täuschungsmanöver Czevans mit Bombenschuß den ersten Erfolg er####elt dat. kommt Schalle in große Form. In der 19. Minue gadt. Kreron, ellein. Lur# umpielt medrere Mit großer Bravour wehrt jedoch der Huter den Schuß ab. vervaßt dann aber den Nachschuß Czevans und die Partie steht 2:0. Im weiteren Verlauf des Spiels, dem Schalke nun mehr und mehr die Eigenart seines Spieles aufdrückte. lenkt Rothardt dann eine Flanke zur Mitte. Czevan ist zur Stelle und der Hamburger Hüter muß zum dritten Mal binten sich greisen. Das ist den Hamburgern zu viel. Mit dem letzten Rest ihrer Energie gestalten sie das Sviel wieder offen. Ihre Kraft ist aber schon nach kurzer Zeit erschöpft. Schalke### übernimmt wieder das Kommando. In der 24. Minute führt eine Glanzleistung Kuzorras. der sich in blendendem Alleingang durchsetzt, zum 4. Erfolg für die Schalker und wenige Minuten sväter kann Simon durch langen Schuß den Hamburger Huter zum 5. Mal bezwingen. Schon wieder nach wenigen Minuten ist es dann der Schalker Mittelstürmer. der durch Weitschuß aus dem Hinterhalt das Spiel auf 6:0 erhöbt. Das Spiel flaut jetzt merklich ab. Hamburg versucht zum Ehrentreffer zu kommen, aber an der in grober Form befindlichen Schalker Verteidigung scheitern alle Angrifse und mit 6:0 verlaßt der westdeutsche Meister. vom Jubel der Zuschauer begrüßt. den Platz. Zu der Mannschaftskritik ist zu bemerken, daß Kuzorra sich wenig aktiv zeigte. Czevan war zwar etwas fleißiger, svielte im übrigen ber auch sehr verhalten. Der beste Mann im Sturm der Schalker war unbedingt Rothardi. durch den die meisten und gefürchtersten Angriffe eingeleitet wurden. Die ine geschlossene Gesamtleistung. Die Verteidigung befan sich auf sehr großer Höhe. während Sobotrka kaum ernstlich einzugreifen hatte. der Hamburger Mannschaft ragten einige gute Einzelkräfte hervor. so u. a. der jugendliche Linksaußen. der bekannte revräsentative Mittelstürmer Hartmann und der revräsentative linke Läufer Krause. Auberdem verdient auch noch der rechte Verteidiger. Augstein sowie der Torhüter Riedel Anerkennung. Straßenstaffel „Quer durch Essen“. Ueberraschungssicg von Schalke 90 Der traditionellen Essener Straßenstaffel„Quer durch Essen" dlieb am Sonntag die außere Wirkung versagt odwohl das Wetter in keiner Weise zu wunschen ubrig ließ. Um so mehr muß man das mangelnde Interesse bedauern, das hier zutage trat. Am Ziel auf dem Preuzenplau waren nicht mehr als 800 Zuschauer. Das Aennen der Hauptklasse nahm ubrigens einen sehr überraschenden Ausgang. Man rechnete allgemein mit einem Duell der bieder ir zweimal erfolereich gewesenen Vereine Schwari=Weiß und Essen 99. Der Sieger hatt: den Wandervreis der Stadt endaultig gemonnen. Abe# kam ander: Schalfe 25 vertugte über das Beisere Furchichnittzmatersol und trug einen gans klaren Schwahihlen dame emige schwache Funke. Der Sprinter Grimmedahl mußte beispielsweise 500 Meter lausen. Bei 200 Meter hatte er 15 Meter Vorsprung. dann verlor er allein zehn Meter wieder. weil ein Sorinter eber kein Mitteldißanzler ik. Essen 99 überzeugie noch weniger, die Zeit war schlechter als die des Siegers Bir Horde in der Klasse B. Bei den Jugendlichen vermochte sich Schwarz=Weiß mit zwei Siegen besser durchzusetzen. Die Ergebnisse Klasse 4: 1. Schalke im 15 53.2 Min., 2. Schwarz=Weiß Essen 16.04.2 Min., 3. Essener SV 99 16.14 Min Klasse 3: 1. PfL Horde 16:13.4 Min., 2. Polizei Essen 10.23 Min., 3. Schalle 96 2, Mannschaft 16:25 Min. Klasse C: 1. Schwimmklub Blau=Weiß Bochum 17.18.6 Min., 2. Sparta Essen 18•42.2 Min. Jugend: Jabrgang 1915 und junger: 1. Schwarz=Weiß Essen 9:14.2 Min., 2. Preußen Essen. 3. Eintracht Essen Jahrgang 1913 14: 1. Vfr Essen 9:05 Min., 2. Preuken Essen 9:09 Min. Jahrgang 1911 12: 1. Schwarz=Weiß 8:30.1 Min., 2. Ehener SB 99—4 Min., 3. Sparta Essen 8:31.1 Min. haben im voraus nicht daran gediesen Kampf. Wir glaubt und wurden deswegen bitter enttäuscht. Diese Niederlage. mochten wir sagen, ist aber gerade ein kritischer Maßstab für die Gelsenkirchener Leistungen Gelsenkirchen hatte sich ausgerechnet das Pech zum Bundesgenossen gewählt. Buchstäblich um Fingerbreite ist Unter Emscher am Unentschieden vorbei gekommen. Das kam so: Gelsenkirchen hatte die 3=mal=1000=MeterStaffel von vornberein aufgegeben Eine unerwartete Selbsttäuschung. Dieses Rennen wurde zum dramatischen Höbevunkt der ganzen Kämpfe Für Gelsenkirchen liefen: Geismann. Stork. Merten Bravo zunachst für Geismann. der seinen Rivalen abhangt. Stork bußt 1 Meter ein. Jetzt kam der große Kamof: Kovietz contra Merten. Das Duell des Tages. Der lange Hannes reagiert auf„Hünde". Mit raumgreisendem Schritt zwingt er Kovietz zum Respekt. Die Zuschauer werden lebendig. Letzte Kurve. Alles schreit Merten packt seinen Gegner. für einen Augenblick liegen beide zusammen. 70 Meter vor dem Ziel. Hannes. Hannes! Aus! Um Fingerbreite nimmt Kovien das Zielband. Schade schade! Das Schicksal des Kampfes ist Mit he.:* Duinkten sicgt Gladbeck sert besiegelt. Wenker. unser Schmerz im 100 Meter Mit 50:02 Hunkten siegr Giadvech He., Bird nur Dritter durch Selbstverschulden. Wie er Spannende Kampfe.— Mustergültige Vorbereitung.— lief und dennoch nur den dritten Platz belegte, das gerade Die dramatische 3=mal=1000=Meter=Staffel entscheidend.— prädestiniert ihn zum Sieger.— Wir veroffentlichen ves vin genat nengen Anzusnenge vran wien nea iu vier aut den ginig gr3 Gelsenkirchen in mit gemischten Gefüdlen in den Preuhen Wanne— Velbert 97 3:2. Kampf gezogen. Das Marerial war nicht schlecht, richtiger Die Preußen sind doch warm in diesem Spiel gegelagt, lorgjältig ausgelucht.„Mit, de=seggg, Machten aeden der Gast war entschieden besser als, man verin kein ewiger und zu flechten.“ Gelsenkirchen vert. mutete. Er war energisch und vor allen Dingen zielGelsenkirchen läßt den Sieg in Glaöbeck Volker 24. Alicka 330. Meine Lienste 147. #. Else Cambus 614. Peter Mochester 17. Diagonale 80. Lady Dusso lief odne Wetten 6. Rennen: Petronella 44. Niersperle 24. Otterna 510. Angelmaid 57. Borcarole 92. Riedel 324. Die Erste von Hamern 162. Grasdlumchen 63. 7. Nennen: Rosenblüte 20. Sarnekau 26. Minka L. 290, Lebedame 25 Assad 290. Kassier 774. Gustus 774 puppentanz 77. Bidassoa 61. Reunen zu Dusseldorf. 1. Nennen: 1. C. Muckels Franzskus(Klatmann,. „9. Bax. Toto: 112. 33. 86. 43110. Ferner: Havard. Lausejunge. Grießwart. Messala. Ahnenfürst. Bunte Welt. Arminius „ 2. Nennen: 1. F. Denickes Wingolf(Hochstein). 2. Sankt Anton. 3. Moselkern. Toto: 54. 16. 14:10. Ferner: Nailles. Lohgerder. Dante 3. Rennen: 1. Bruggemanns Cburfurst(Golder= O, mei, e, Mnarch Vie Beislsutz 3ie ver 12t. It. 1139., Ferger: Odio,. Basagabsag, Bide, geseilte Angrisfsweise m. de vermig. Albrung. Sodingen 1912— Hüllen 07 2:4 dinger). 2. Hubermann, 3, Padag= To: 31. 20. 13.10. kr war energisch und vor allen Dingen zielbewußt. Die Preuzenmannschaft ist in den ruckwärtigen Mannschaftsteilen gut bestellt. Dem Sturm könnte man doch mehr„Durchschlagskraft gonnen. Er läuft mit dem Ball zu gespannt und zu eng. Er macht den Fedler. den Ball ern abzugeben. wenn damit nur unter den gunstigsten Umständen etwas Nurbringendes anzufangen Preutzen Wanne— Westsalie Herne 2:3. Ein sehr ansprechendes Ergednis. Wenn berücksichtigt wird, daß die Vreutzenmannschaft schon vom Soiel des Vortages mitgenommen und zeut einer frischen Mannschaft gegenüber stand. so muß ihr ein Lob gezollt werden. Die Westfalen haben in etwa doch enttäuscht. Es war Warum Gelsenkirchen verlor Das neue Gladbecker Stadion war gestern der Schauplatz des leichtathletischen Bezirksweitkampfes UnterEmscher— Gelsenkirchen. 500 Zuschauer waren dazu erschienen. Sehr erfreulich. Einfach mustergültig die Vorbereitung. Wir waren angenehm überrascht. Ein be sonderes Verdienst Gladbecks. Otto Roth. der Bezirksmorgen eine genaue Uebersicht der einzelnen Ergebnisse. Die Ballspiele brachten folgende Ergebnisse: Handball. Rothebusch— Teutonia Wanne=Eickel 5:5. Fußball. Gladbeck— Gelsenkirchen 411. Die Sodinger dielten sich sehr tapfer. Um sich mit den Hullern messen zu können, mus die Mannschaft doch noch spielerfahrener werden. Das Spiel der Sodinger selbst war einfach, zweckmäßig und zielbewußt. Die Hüller konnten manches schöne Kahinettstuckchen zeigen, der Nutzefjekt hatte ergiebiger ausfallen können. Ferner: Gebt Feuer. Gaukelei 5. Rennen: 1. Gebr. Schuberts Germane(Hochstein). 2. Sepp. J. v Rambla, 3. 4 Nina. Toto: 71. 25. 32. 17. 30:10. Ferner: Baladera. Diadem. Marokkaner. Orma. Irrmal. Giralde. Lotteken. Lusana. Roskilde. Beliedora. Buer 07— Alstaden 2:4 Knappes Programm im Ruhrbezirk Lola. 6. Rennen: 1. Cest. Lauvenburgs Helmeter(Buge). 2. Amenoobis 3. Pastete. Toto: 122. 18. 15. 13•10. Ferner: Exzellenz. Tuckbübnchen. Prinz Cugen. PraeDa datte Buer 07 seine alten Leute wieder eingestell" 7. Rennen; 1. Frau T Schunkund wieder war das Ergebnis ein Mißerfolg. Buer Eisendraut, 3 Nlaher, Tat, 6R 20 18. 45:10. Ferner: erverimentiert mit der Mannschaft entschieden zuviel. Es Ago#ch Wiatn Muahe: Joto; 66. 20 ld. 49.10, gerne. nützt nichts, wenn man einen Spieler berausstellt, der in P# theus Ranburg einem Sviel versagte, man mus ihn auswirken lassen, vrotdeus. Abnburg. Königstreu. So war der Zusammenhang in der Buerschen Mannschaft sehr locker. die Folgen waren Lücken. die der Gast naturlich zu seinem Vorteil ausnützte. Mitgefühl. Arlette. Es war nicht viel los. wie man zu sagen pflegt. Giele Mannschaften weilten auswarts. Und grose Spiele waren nicht angesagt. Horst=Emscher— Duisburg 08 4:0 war das Ergebais. Einsmals war Duisburg liederrheinmeister und stellte auch eine Klasse vor. Jetzt zai man doch seine Bedenken. die Mannschaft leistet im Felde noch etwas, aber vor dem Tore ist der Sturm ziemlich bilflos. Darauf kommt es nun einmal an. Das schönste Feldspiel nutzt nichts. Weiß sich die Läuferreibe und die Verteidigung des Gegners einigermaßen gut zu stellen. dann ist die Kunst bald vorbei. So war es auch bei den Duisburgern. Die Horster waren sogar so kühn. den Gast Quisburgern. Die Horster waren sogar so kühn, dem Gast ners mit desto großerer Sicherheit ab. wenn der Angriff gefährlich werden konnte. Von der Deckung selbst hatten die Duisburger auch nicht viel weg. Denn dann hätte man dem Horster Rechtsaußen mehr auf den Fersen hängen müssen. Dieser Svieler war nicht so unschuldig, wie man glauben sollte. drei Tore brachte er auf sein Konto. Das in in einem Spiel zu viel. Rasensport 08— Steele 09 3:0 Die Rasensportler schafften es doch. Allerdings war gie Aufgabe nicht leicht. Man mutte sich links und rechts und durch die Mitte durchzuzwingen versuchen. Die Steeler Läufer waren auf der Hut. Die Geschichte wäre etwas günstiger für sie ausgelausen, wenn der eigne Sturm hätte entschlossener aufs Tor schießen können. Von dieser Kunst wies Steele nicht viel aus. Darum mußten sie verlieren. Sv. V. Rotthausen— Sportfreunde Gladbeck 1:4 Die Rotthausener sagen sich, wenn wir jetzt enttäuschen. derden wir in der Meisterschaft die Geschichte schon richtig ins Rollen bringen. Die Anhänger des Vereins sind freilich nicht so kühn. alles für bare Münze zu werten. Man ist schon so oft von der Mannschaft enttäuscht worden. In diesem Treisen versagten sie ziemlich vollkommen. Besonders der Sturm suchtelte in dem Raum berum, odne ihn zu deberrichen. Es fehlt der Sturmführer und dann vor allen Dingen bei den meisten Svielern die Spielübersicht. Dann mangelt es ihnen auch an der Gabe. freizulaufen und die gegenseitige Hilisbereitschaft auszunützen. Jeder spielt seine Naht und das Ende ist, daß keiner den andern versteht und verstehen will. Es muß anders werden. Die Sportfteunde spielten ihren Ball mit sast stoischem Gleichmut, hielten aber sest an ihrem Sostem und brachten die Rottbausener außer Fassung. Besonders nach der Halbzeit. dis dahin stand das Spiel noch 1:1. Man verschuldete zwei Elfmeter und das Ende war ein krampfhaites Verreidigen. Darüber wird sich Rotthausen klar sein müssen, auch in den kommenden Reisterschaftsspielen wollen die Früchte erst gepflückt sein. Essen 86— Sp. V. Rotthausen 2:1 Tags zuvor mußte sich Rotthausen auch geschlagen bekennen. Hier kann man einwenden, daß eine zusammengewürselte Mannschaft den Kampf aufnehmen muste. Darum kann man Rotthausen den Trost zubilligen. 10 Jahre Viktoria Rotthausen Natürlich ein Anlaß. um eine sportliche Veranstaltung aunzuzieher Natutlich in der Rahmen bescheidener als wenn Großvereine zu solcher Veranstaltung runen. Immerhin muß man die Feststellung machen, daß auch in den kleineren Vereinen genugender Lebenswille vorhanden ist. um die Bewegung in Fluß zu halten. Warum soll auch ##eria Rotthausen nicht einmal groß werden? der Germanentorwart ist zum dritten Male geschlagen. Und dann rundet der Halblinke auf vier Tore ab. Nach der Halbzeit verlangsamt sich das Temvo. Der Mittelläufer der Schalker kann aus sagenhafter Ferne einen erfolgreichen Torschuß anbringen. Ein Elfmeter und ein Selbsttor belfen, für die Germanen das Ergebnis zu verbessern. Wattenscheid 09— Tus Bochum 3:0. Die Bochumer sind in die erste Klasse ausgerückt. darum mußten ne sich von dem Zweitklassigen schlagen lassen. Das ist bitter. andert aber nichts an der Tatsache. daß die Bochumer Svielkunst im Werte gemessen, keinen Vergleich mit der Soieltüchtigkeit der diesigen Mannschaften aushalten kann. Auf dem Platz waren natürlich auch viele Zuschauer, die da seufzten, daß es ihnen lieber ware. Wattenscheid 09 bliebe in den Meisterschaftsspielen in diesem Stile siegreich. Ein frommer Wunsch. dem Erfüllung zu gonnen wäre. Gunnigseld— TV. Eickel 3:3. Es war ein hartes und erbittertes Ringen. Das Sviel blieb aber doch anständig. Günnigfeld wollte sich nicht schlagen lassen und von den Turnerbündlern konnte man das auch nicht obne weiteres verlangen. Darum gab jede Mannschaft das Beste der. Man sah Gutes und Rennen zu Maadeburg. 1. Rennen: 1. Dr. v. Kleefelds Tamula, 2. Garwhal. 3. Märchenland. Toto: 16. 12. 20:10. Ferner: Anti M 2. Rennen: 1. A. v. Dietzes Mildred(A. Kränzlein), 2. Tullius. 3. Schäferburg. Toto: 74. 16. 24. 18.10. gerner; Mucker. Turnei. Euterve, Mohrenfürstin. Trauns Staub(Ch. 15. 12. 12:10. Arminia Hassel— Hoisterhausen 5:2. Arminia wurde Pokalsieger. Beckhausen 05— Schwarz=Gelb 2:5 Die Gäste weisen nach, daß sie den Weg der Entwickjung geben. Eine tröstliche Tatsache. Der Sturm zeigte! v. Meunen: I. L. Biumen#elos sich besonders schußfreudig. spielte sich gewand durch und kunft(K. Visek). 2. Hauptmann. 3 sand auch in der Läuferreibe die nötige Unterstutzung. 18:10. Ferner: Lichtblick. P Dortmund 08— Union Gelsenkirchen 2:0 Union kämpft mit wechselndem Erfolge. Das dürfte auch eine Zeit lang noch das Merkmal der sportlichen Betätigung sein. Die einzelnen Spieler sind durchaus begabt, es fehlt aber das Zusammenspiel. In Dortmund traten sie einer Mannschaft gegenüber, die schon lange zusammenspielt und allo Spielerfahrung nachzuweisen hatte Dann war auch der Play für die Unionspieler ein Hemmnis. Man konnte sich nicht recht darauf entfalten Union Reserve— Röhlingbausen 3:1. 2. Mannschaft— D. J. K. Ueckendorf 2:5. 1. Jad.— Verein für Turnen und Bewegungssviele venzichshütte 5:0. 2. Jad.— Sodingen 1. Jad. 0:3. 3. Jod.— Wattenscheid 09 1:3. Handballjugend— Gelsenkirchen=Schalke 04 6:3. Korb). 2. Ferner: Herr Dr. Uelchen gewinnt mit Tady Duffy die Herren=Reisterschaft Ein großer Ceg auf der Craberbahn— randito Sieger im Jugendpreis Viktoria Rotthausen— Sp. Fr. Katernberg 5:6 einsanbänger sagten. die Mannschaft von sabe schlecht geivielt. Es war so. aber nicht mit jeblte einiges, was die Sportfreunde voraus Vitior Absicht. ihr fehlte einiges, was##.. hatten. Sie=wußten sich im Felde gut zu stellen, sie verrichteten daber nur die Hälite der Arbeit von Vittoria und diese Hälfte wirkte sich noch erfolgreicher aus. Man muß den Raum beherrschen, sonst nutzt alles nichts. Die Männichaft von Viktoria ist im Augenblick alles. um enigermatzen gunnig abzuschneiden. Um weiter zu komnur muß sie Lehren annehmen. Die snd ihr auch mit dieem Spiel gegeben worden. Cl. f. R. Rotthausen— Westfalia Schalke 1:0 . Die Gelsenlidener Trabe.bahn hatte gestern einen großen Tag. Das vorzugliche Progsamm hatte seine Anziebungskraft auf das Publikum nicht verfehlt. Die Andänger des Trabersvorts hatten sich recht zahlreich eingefunden, um den großen Ereignissen. die zur Entscheidung kamen. beizuwohnen. Die einzelnen Rennen wiesen eine gute Besetzung auf. so daß es in allen Rennen zu recht spannenden Kämpfen kam. Im Mittelpunkt des großzügigen Programm- stand der Endlauf um die Westdeutsche Herrenmeisterschaft. In dieser wertvollen Prüfung stellten sich acht Bewerber dem Starter. von denen Lady Duffv die meistenteils schlecht vom Start abgeht, ohne Wetien lief. Die Stute hatte aber diesmal wieder ihren guten Tag und kam glatt vom Start. Auch im Verlaufe des Renens ging sie sehr gut. und so hatte ihr Besitzer, der sie selbst steuerte. die beste Aussicht. das Rennen zu gewinnen. Nach der ersten Runde überbolte ne die führende Alicka und zog mit Längen in Front. um ungefahrdet als Erste das Ziel zu passsteren. Volker. der sehr viel Boden gutgemacht hatte. konnte die übrigen Bewerber leicht hinter sich lassen Es gelang ihm aber nicht. Lady Dufso einzuholen. Berr gr. Nelchen, der im Vorjahre die Meisterschaft an Herrn Rothkovf abgeben muße. exrang damit erneut die Meisterwürde. Peter Mochester, der Sieger des Vorjahres. wurde wieder von perrn Rothkovi gesteuert, aber der Hengst hatte diesmal einen schlechten Tag und machte mehrere Fedler. Er konnte es nur bis zum dritten Platz bringen, war aber noch wegen häufigen Galoovierens disqualifiziert worden. Auch Diagonale, die am Vorsonntgg ihren Vorlauf sehr leicht gewann, spielte diesmal keine Rolle und kam nefür das Ende in Frage Alicka kam für den Toto als Zweite ein und zahlte für die italienische Siegwette die enorme Quote von 200:10. Das zweite Hauptrennen des Tages war der Jugend=.—. Il., zurück. In der beraden scharier Kampf Preis., vue, kamen 13 Zweijährige an den Ablauf, anjichen Rosenblüte und Sarnekau, aus dem erstere als Inschaften verrichteten eine„Unmenge von hanischen Arbeiten. Die Beine waren schnell, wenn da Geist ebenso schnell gebandelt hätte, dann wäre unnreitig ein Klassenspiel zustande gekommen. Jetzt aber konnte es keinen erwärmen. Bestimmt, die Mannschaften sollen in die Meisterschaft einsteigen, dann müssen sie sich aber noch recht reichlich ausstatten mit spieltechnischen Fertigkeiten. Von den Regeln der Svieltaktik ganz zu schweigen. Sonst hat ihre Tabellenleiter nicht viele Sorassen. Energie und Schnelligkeit sind vorerst die eingigen Wassen. Verein für Jugenöpflege— Eintracht Katernberg 4:5 * Es war dieses das zweite Spiel um den Pokal von V##ttoria Rotthausen. Auf das Spiel der Neulinge war man gespannt. Sie mußten doch erst ihre Empfehlungskarte abgeben. Angenehm enttäuscht waren die Zuschauer doch. als zwei gleichwertige Mannschaften sich gegenüber traten, die sogar ein seines Flachsviel übten. Die Einstrachtler waren taktisch etwas voraus, sie nutzten den Raum besser aus. In beiden Stürmerreihen ragten einige gute Kräfte hervor. die dem Spiel ihr Gepräge goben. Aber 2 Stunden und 20 Minuten mußten Tuuce bis in gerungen werden, bis den Eintrachtlern der Sieg zuviel. Längen vor dem Kamen sollte Viktoria besuchen, der erwartete Gast blieb aber aus. Harvest Mädel übernahm gleich nach dem Start die Führung und ging mit Längen in Front. Der 90 Meter hinter den vorderen Pferden stehende Landito kam gut vom Start und machte sofort mächtig Boden gut. Harvest Mädel hatte aber einen so großen Vorsorung erlangt. daß Landito alles hergeben mußte, um die Stute einzuholen. In der Geraden ging Landito zum Angriff über und hatte auch bald die führende Stute eingeholt Hier aber sprang der Hengst an und fiel wieder etwas zurück. Aber im gleichen Moment sorang auch Harvest Mädel an und Irbach. der Landito schnell wieder im Trab hatte, konnie so mit dem Hinon als sicherer Sieger# das Ziel passieren. Landito hatte diesen Sieg auch redlich verdient, denn der Hengst trabte die für einen Zweijahrigen hervorragende Zeit von 1:32.3. Harvest Madel. die als krasse Außenseiterin startete, brachte für den italienischen Sieg die enorme Quote von 423•10. Der Javorit Salvator kam für das Ende nie ernstlich in Frage. Mamerius konnte sich dank seines enormen End eeds das deitte Geld sichern. Einen interessanten Verlauf nahm auch der Zollvereins=Preis. ein Rennen für die internationale Klasse über 2400 Meeer. Auch hier versagte der savorisierte Manzanares, und so konnte? Der Zollverein=Preis vereinigte nur sechs Bewerber am Start. Angeführt wurde das kleine Feld von Nachtfalier vor Anvil kr., Loocadio und Man zanates. Gegenüber ging Anvil ir. in Front vor Nachtfalter und Loocadio. In der Geraden war Anvil 1. erledigt und nun entspann sich ein erbitterter Endkampf zwischen Nachtfalter und Loocadio. aus dem Nachtfalter als knapper Sieger hernorging. Anvil ur. behauptete vor dem viel gewetteten Mazanares. der sehr oft ansorang. den dritten Plau Im Hauptrennen des Tages. dem Endlauf um die Westdeutsche Herrenmeisterschaft. kamen acht Starter an den Ablauf Alicka. die vorn stand. führte die erste Runde, dann übernahm die ohne Wette lausende Ladn Dufso die Spige. ging mit Längen in Front und ließ nichts mehr an sich herankommen. Volker machte dauernd Boden gut und ging bald an die zweite Stelle, konnte aber Lady Dusso nicht erreichen. Der savortnerte Peter Mochester hatte einen schlech en Tag machte öfter Fehler und wurde als Dritter disqualifizier: Auch Diagonale lief diesmal unter ihrer vorionntäg gen Form und kam nie in Frage. Als Sieger für die Wetter kam Volker in Frage vor Alicka und Reine Liebste. Otterna führte im Rhein=Elbe=Preis zunächst vor Grasblümchen, die aber öster ansprang und zurucksiel. Die gut aufgekommene Niersverle ging im Ein laufbogen an die Spitze und schien schon zu gewinnen. als von außen Peironella gut ausgebracht wurde und sicher mit einer Lange gewann. Otterna behauptete ihren Platz vor der disualifizierten Grasblümcher Im abschließenden Coniolidations=Preiführte zunachst Sarnekau vor Pupventanz und Rosenblüte. Pupventanz siel bald zurück und Bidassoa legte sich auf den dritten Platz. sprang aber vorm letzten Bogen 5l surück enblüte und Sarnekau. aus dem erstere sichere Siegerin dervorging Minka L. konnte den dritten Plas vor Lebedame behaupten. 3. Rennen: 1. O Dolores. 3. Noriana. Toto: Dalie. Chikio. Grasnelke. 4. Rennen: 1. Grafin Helldorfs Narciß(A. Sajdik). 2. Verena. 3. Bardar. Toto: 18:10. 5. Nennen: 1. O. Blumenfelds u. R. Samsons RuckIrmin. Toto: 81. 22. —..—. Perlenfischer, Schnee. Signora Krönung. Edu 6. Nennen: 1. W. Jentichs Sternkunde(A. Kränilein). 2. Minka. 3. Ofterdingen. Toto: 28. 14. 18:10 Ferner: Lobredner. Stanballat. Falkenseder 7. Nennen: 1. O. Barsch Pharisäer(E. Bohlke). 2. Faulvelz 3. Irländerin. Toto: 16. 12. 1d. 30:10. Ferner: Szeged. Ruhr. Dede. Aufklärung. Hilligenlei. Rennen zu Frankfurt. 1. Rennen: 1. A. und C. v. Weinbergs Palfren(O. Schmidt). 2. Negus. 3. Dejancira. Tot.: 13. 11. 11:10. Ferner: Elan. Delphi. Robeele. 2. Rennen: 1. Stall Hagos Fabulist(W. Held). 2. bilitas Tor.: 57. 23. 19. 28:10. Ferner: San Marco. Nemrod. Original. Daltbor. Perfekta. Sinarany. 3. Rennen: 1 A. und C. v. Weinbergs Aulos(O Schmidt). 2.* Masso d'Arezzo. 2. k Calcum. Tot.: 20. 12. 14. 13:10. Ferner: Charitas. Illos. Rhapsodie. Teutonia. 4. Rennen: 1. F. Puevorechts Cuvido(O. Webe). 2 Fruszi.— Durbano. Tot.: 22. 14. 14:10. Ferner: Songe d'Or. Florinel. Eupbrat 5. Rennen: 1. L. und W. Sklareks Lupus(E. Hannes). 2. Graf Isolani. 3. Liederkranz. Tot.: 126. 20. 13. 21:10. Ferner: Serapis. Altenberg. Meistervolier. Markgraf Metrodorus S. Rennen: 1. Lt. M. Gertois Faire Natute(Zedmisch). 2. Maltdeserkreuz. 3. Mission. Tot.: 82, 35. 15. 32•10. Ferner: Trutzieste. Nonne. Pan Rodert. Ballast Mira 2. Gassel. Petronius. Markstein. Aldana. Marconi. Juii Exrant. Sonnengöttin 7. Nennen: 1. A. Baers und H. Scherrs Rabalia(H. Alders), 2. Fähnrich. 3. Muhelos. Tot.: 46. 12. 12. 11:10. Ferner: Falkner. Brombeere. Toscana. Marcion. Rennen zu Karlsdorst. 1. Re#nen: 1. b. v. Herders Ozema(E. Ziviel). 2. usdent. Tot.“ 145. 26. 28. 15:10. Ferner: Venus 4. Ludwig Thoma. Lelkes Philister. Romulus 2. Rennen: 1. Frdr. v. Schlotheims Nodrvost(W. Hauser). 2. Vici. 3. Martonius. Tot.; 30, 15. 27. 39:10 rerner: Parademarsch. Comptendorf. Teja. Wiesbaden. Leuchtturm. Hella 10. Freundsberg 3. Nennen: 1. F. Gerteils No Friend(Lt. v. Horn) 2. Alleluja. 3. Rutas. Tot.: 23. 14. 14:10. Ferner: Jenoe 4. Rennen: 1. Gebr. Roslers Marcellus(I. Pinter). 2. Lord Val. 3. Prellstein. Tot.: 36. 12. 14. 12:10. Ferner: Anton. Radio. Kili. Pergola. 5. Rennen: 1. Hacebeils Gawan(W. Hauser). 2. Schlehblute. 3. Opponent. Tot.: 1d. 12. 14:10. Ferner: Lichtstrahl. v. Rennen: 1. K. E. v. Kaobengst', Alkmenmann). 2. Der Muck. 3. Bockmesser. Ferner: La Paloma. Sonntagmorgen. Regan. Minute. Marlena. Kern. Calvello 2. Hidigeigei.— 7. Rennen: 1. Stall Landswerths Cardinal 2(Hr. u. Borcke). 2. Augendiener. 3. Eldon. Tot.: 19. 11. 12, 16:10. Ferner: Bardes Bruder. Limanova. Katastrophal. Stromer. Rennen zu Deauville. 1. Rennen: 1. A. K. Macobers Goldin). 2 Barriste, 3. Medate. Toto: Ferner: Costurea. Pollenza. Cole Mio. Christe. Snow Drift. Jean Ururtro. Geriflee. 2. Rennen: 1. k Mme. Eobrussis Queens Robe(C. Beuillon). 1.r R. B. Straßburgers Coelja(C. Ran). 2 Jeddnson. Toto:(C. Bouillon) 1m 72.(C. Ran) 95. 74 Ferner: Herve. Rodez. Meetina Grock. 3. Rennen: 1. L. Roberts Pure Gold(H. Semblat), emor J. Le Resolu. Toto: 2 15. 19. 25•10 Nassadielle. Prince Gascon, aiccoun. Sans Neve. Caviare, New Moon(E. 9. 29. 39. 93•10. Quallem. Sainte Suzette. Bouzon 2. Masked 2 werner Die Ergebnisse: B.„ „„„„„ gerner: Belle. Triest 1. Zechen=Preis: 1. M. Dahmens Anti tde Great(W. Mayno. Olive Vierge. 7 Teßmann), 2. Ellie. 3. Alicka. ferner: Necord zr., Forgetful Prinzeß Jav Lee(4.). Bisanton. Kätbe Bingen. Rosa!, 4. Rennen: 1. Lede Rivands Chateau Bouskaut(F. Waits. Peter Langella, Dorian(angeh.). Raphanus, Herve).. Carinosa. 3. Energie. Toto: 23. 15. 26. 16.10 aelmaid. Maraa M. Rowdo zerner: Bull doa Abbots River. Jojo Feu de Joje, Barcarole Long Heinz. Angelmaid. Marga, M. Rowdy (o. W.). Ri. 1¾—24—1 L. Zeit: 1.38.1. Toto: 60. it. Pl. 21. 18. 14 2. Dablbusch=Preis: 1. R. Lackboffs Riedel(H. Nötting), 2. Lebedame, 3. Veilchen von Weitmar, ferner: Goldfink(4. disqualisiziert). Sarnekau. Fred tde Great, Zar. Quelle. Else Cambus. Pupventanz. Ri.: 9—2—3½ L. Zeit: 1:33.6. Toto: 36. it. 92. Pl. 18. 28. 120 3. Jugend=Preis: 1. J. Teuwens Landito(Irbach). 2. Harvest Mädel. 3. Mamertus. ferner: Graziella(4.). Dorothee. Salvator. Jay Lee D. Rodlensäure. Gänseblümchen. Hoffmann. Doornkat. Ulk(o. W.). Rosemarie. L. Zeit: 1:32.3. Toto: 64. it. 423. Pl. Piverno. Biademe. Fata Morgana. Princesse Eugenie. 5. Rennen: 1. M. Boussacs Bara(D. Torterilo). 2. paerne, 3. Pumouth. Toto: 43. 19. 14110 Ferner: Dame Qui. Gratitude. Lolre le Chateau 6. Rennen: 1. Olro Noederers La Dive(Bezu#rnstain), 2. Tailvent. 3. Ambrosia. Toto: 136. 47 40 gerner: Saint Gildas. Torocco, Pickwick. Glossin, Rocal oche. Chlotilde de Savoie. Tonka. La Biche 3. Lo Juria. Germania Herne— Schalke 962:5 Nachtfalter, der sich mit Lovcadio einen erbitterten Endkampf lieferte, als Sieger einkommen. Anvil kr., der ein gutes Rennen lief starb zum Schluß ab und mußte sich mit dem dritten Plan begnügen. Auch die übrigen Rennen brachten guten Sport und interessane Kämpfe. so daß das Publikum voll auf seine Kosten kam. Alles in allem genommen, kann der Westdeutsche Traberzuchtund Rennverein mit dem Schlutztag des Augustmeetings einen vollen Erfolg buchen. Verlauf der Rennen Im einleitenden Zechen=Preis übernahm die vornstehende Anti tbe Great die Führung und behielt die Spitze bis ins Ziel. Alicka und Ellie hatten viel Boden gutgemacht. Ellie konnte vor Alicka, die zum Schlut vollständig erledigt war. den weiten Blauz belegen. Dorian verlor ein Eisen und wurde angehalten. Riedel übernahm bald nach dem Start im Dahlbusch=Preis die Spitze und behauptete sie ohne el. Hinter Riedel trabten mit er##en Felde Veilchen von Weitmar und Goldsink. der aber Fehler über Fehler macht= und disqualifiziert wurde. Lebedame machte zum Schluß viel Boden gu: und schlug vor dem Ziel noch Veilchen von Weitmar furs zweite Geld. Der viel gewettete Sarnekau verpätete sich am Start und verlor so alle Chancen. Im Jugend=Preis kamen 13 Pferde an den Start. Harvest Madel übernahm bald die Führung und ging mit Längen in Front vor Gänseblumchen. Landito ging gleich flott vom Start und machte dauernd Boden 10. 45. 14 4. Zollvereins-Preis: 1. J. Lichtes Nachtfalter (Meincke) 2. Lookodio. 3. Anoil ir. ferner: Manzanares(4.). Hagenbeck ir., Monika. Ri.: 5—1¾—% L. Zeit: 1:29.2. Toto: 24. lt. 64. Pl. 20. 45 5. Westdeutsche Herrenmeisterschaft: 1. Fr. Nelchens Lady Dufso(Besitzer)(o. W.) 2. Volker.„. Alicka. 4 Meine Liebste, ferner: Peter Mochester(als 3. disau. 80 Platz zurück). Minka L. Else Cambus. Diagonale. Ri.: 8—3½—1 L. Zeit: 1:28.7. Toto: Volker 24. it. 200. Pl 11. 16. 11. 6. Rhein=Elbe=Preis: 1. W. Büchels Petronella(M Teßmann). 2. Niersverle. 3. Otterna. ferner: Grasblümchen(4.). Riedel. Angelmaid. Barcarole. Die Erste von Hamern Ni.: 1—5—3½ L. Zeit: 1:31.6. Toto: 4. t. 42. Pl. 15 13 29 7. Consolidations=Preis: 1. B. Lackmanns Rosenblute (C. Putz). 2. Sarnekau. 3. Alicka L.. serner: Lebedame Assad. Rassier. Justus. Puoventanz. Bidassoa. Ri 4—6—K. Zeit: 1:303. Toto: 20. it. 30 Pl. 12. 13. 20. Eventual=Quoten Dauerrudern in Mülheim *: Vor etwa 6000 Zuschauern sand am Sonntag Gesellder gestauten Ruhr ein von der Müldeimer Rude(Hel“ Die Schalker sorgten in der ersten Halbzeit für einen Siea. Bei ihnen war in jedem Mannschaftsteil ein guter Spieler, die auch dem Ganzen das Gepräge gaben. Die Germanen zeigten Eifer, sonst nicht viel. Zum Fußball=a. sviel müssen auch Gedanken in die Lat umgesetzt werden, gut. Im Einlaufbogen, wo er an zweiter Stelle binter die nicht umschrieben sind. Germania Herne erschwerte, Harvest Madel lag, machte er einen Fehler. Als er in sich das Spiel über die(bebühr. Schalke lief schon in die der Geraden zum Angriff vorging, sorang er abermale Ghassen und siegte verdient. Erst allerdings mußte hart an und schien schon geschlagen zu sein. als auch Harvest gekämpft werden, bis nach einem Innenspiel schließlich Mädel ansprang, und so konnte Landito als leichter der Rechtsaußen zum Ersolg kommt. Dann sieht man Sieger einkommen. Mamertus kam zum Schluß gut auf enttauscht einigen Fedlschussen nach bis der Linksaußen und schlug Gänsehlümchen, die durchs Ziel galopvierte. 1. Rennen: Anti tbe Great 60. Ellie 42. Alicka 38. Prinzetz Jay Lee 370. Bisanton 1112. Necord jr. 185. Katbe Bingen 333. Rosa Watts 159. Dorian 1112. Peter Langella 556. Raptanus 1112 Barearole 60. Lona Heinz 1112. Angelmaid 78 Marga M. 185. Rowdo lief ohne Wetten. 2. Rennen: Riedel 36. Lebedame 205. Veilchen von Weimar 1077. Fred the Great 179. Goldsink 67. Zar 718. Quelle 479. Else Cambus 167. Sarnekau 28. Puppentans 110 3. Rennen: Landito 64. Harvest Madel 361. Mamer= kus 33. Dorothee 1445. Graziella 1449. Savator 21. Jan 3 Lee D. 1445. Kohlensäure 65. Gänseblürchen 228. Hoffmann 1445. Dornkat 1445. Rosemarte 171. Ulk lief ohne!2 Wetten schaft veranstaltetes Dauerrudern über Kilometer statt das von 16 Mannschaften mit 90 Fahrern bestritter wurde. Es ist das erne Mal in Wentdeutschland, daß sich Start und Ziel an der gleichen Stelle befanden. Da: erste Rennen. ein Ruhr=Vierer mit Steuermann um den Ebrenpreis des Verbandes der Mulheimer Sportvereine gewann der Steeler R. V. in 33:11 Minuten vor dem W. S. V. Kruvv Essen. Der R. C. Wesel fuhr in diesem Rennen mit 32:57 Minuten die beste Zeit. wurde aber aus der Fahn geraten war. Der Ludwigshafener R. V. konnte im Industrie=Vierer sicher vor der Mulheimer R.=Ges erfolgreich bleiben während der Stadt=Vierer ebenfalls überzeugend an den W S. B. Krupo Essen fiel Im vierten Rennen dem Alte=Herxen=Vierer. setzte sich das erste Boot der Mulheimer R.=Ges. durch. Die gemeldete R.=Ges. Speyer hatte ihre Meldung zuruckgezogen. Den Jubilaunis=Vierer, das abschließende Rennen, holte sich der R. C. Wesel vor dem W. S B. Krupo Essen. Ruhr=Vierer mit Steuermann(um den Ehrenvreis des Verbandes der Mulheimer Sportvereine): 1. Steeler R. V. 33:11 Min. 2. W. S. V. Kruvo Essen 34.02.2 Min. 3. Mülheimer R.=Ges. R. C. Wesel als Erster distanztert. Industrie=Vierer,(um den Wanderpreis der Vereinigten Stahlwerke: I. Jndwigenarner R. B. 33:184 Min,, 2. Mülheimer R.=Ges. 35:20 Min. 3. Mülbe W. S. V. 95:32 Min Stadt=Vierer(um den Wandervreis Mülheim): 1. W. S. B. Krupo Essen 33:55.3 Min W. S. V. Mülheim 34:37 Min. 3. Mulheimer R.=Gel. 35:34 Min Alte=Herren=Vierer: 1. Muldeimer R.=Ges. 33:51 Min. Mulheimer R=Ges., 2. Boot. 35:26 Min. Jubilaums=Vierer: I. R. C. Wesel beimer der Stadt von links nach rechts dritte 4. Rennen: Nachtsalter 24. Lovcadio 405. Anvil ur. 78. W. S. Krupv Essen 33:47 Min, 3 Muss-12 2·2— 2 mil. 121 Manzonare, 17 Honenbes ir 23R 36•336 an Mulbeimer R.=Gel. niummer 1937 Drittes Blatt Herner Anzeiger Montag, den 19. August 1929 Immer noch gute Konsunktur im Ruhrbergbau. Günstigere Preisgestaltung aus dem Weltkohlenmarkt.— Die Wirkung auf den Ruhrbergbau.— Erhebliche Besserung der Arbeitsmarktlage. Der Ruhrbergbau hat seit Monaten einen Aufschwung genommen, dessen Auswirkungen sich vielseitig gestalteten. Im allgemeinen sei vorweg gesagt, daß bereits seit Mai d. J. auf dem Weltkohlenmarkt ein gewisser Aufschwung beobachtet werden konnte, der insbesondere eine günstigere Preisentwicklung zur Folge hatte. Bekanntlich hatte der Ruhrbergbau in großem Maße unter den niedrigen ausländischen Kohlenpreisen schwer zu leiden, so daß in den bestrittenen Gebieten überwiegend nur mit Kampfpreisen gearbeitet werden konnte. Durch diese Kampfpreise entstanden dem Rheinisch=Westfälischen Kohlensydikat bzw. dem Ruhrbergbau große gerstattenstucken erworven zum Preise von 36 700) Mark Die bekannte Landschaft der Steinkohlenzeit ist neuen Erkenntnissen entsprechend weitgehend verandert worden. Auch der Ausbau der technologischen Sammlung wurde gefördert. Abgesehen von der oben erwähnten Sommlung erfuhren die Sammlungen auch durch die bei den Untersuchungsarbeiten innerhalb des Bezirkes und auf Reisen des Leiters des Museums auf den österreichischen Erz= und Kohlenlagerstätten gesammelten Belegstücke und die wiederholten Zuwendungen und Schenkungen von Fossilresten und Sammlungsgegenständen seitens verschieVerluste, die jeweils durch die monatlich festzusetzende und. Sammungsgegenständen seitens verschieUmlage seitens des Kohlensyndikates ausgeglichen dener Lechenyerwaltungen, sowie durch Zukauf, beachdie belgischen als auch die französischen Kohlenpreise haben schon seit Monaten eine aufsteigende Tendenz und auch auf dem englischen und holländischen Markt konnten bessere Preise erzielt werden. Die Rückwirkungen dieser günstigen Preisgestaltung für den Weltkohlenmarkt auf den Ruhrkohlenbergbau kommen in einer Ermäßigung der Umlage des Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikats zum Ausdruck, die von 2,30 RM. im April auf 2.10 RM. pro Tonne im Juni d. J. herabgesetzt werden konnte In Verfolg der günstigen Konjunktur im Ruhrbergbau hat denn auch die Arbeitsmarktlage eine weitere Besserung erfahren. Nach den Feststellungen der Arbeitsämter kann der starke Bedarf aus den noch vorhandenen Arbeitsuchenden im Bergbau nicht entfernt befriedigt werden, so daß eine Reihe von Zechen bereits dazu übergegangen ist, Schlepper in großerer Zahl einzustellen. Diese Tatsache ist für unsere Wirtschaft im Ruhrgebiet einer sehr erfreuliche. Eine Reihe von Zechen des Ruhrgebietes ist bereits dazu übergegangen, Lehrhauer zu Hauern und Gedingeschlepper zu Lehrhauern zu befördern, um so die technischen Vors##letzungen für die„Einstellung von Schleppern zu schaffen. Schon jetzt kann die Nachfrage in den Arbeitsamtsbezirken des Ruhrgebietes nach Schleppern nicht mehr gedeckt werden, so daß die Arbeitsämter auf die Vermittlung der Schlepper von Bezirk zu Bezirk übergreifen müssen. Dadurch würde auch auf dem Gebiet der Schlepper=Vermittlung zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder zu einem zwischenbezirklichen Ausgleich geschritten werden können Im Bezirk Recklinghausen meldete allein eine Zeche einen Bedarf von 150 Schleppern für die nächsten Monate an. Im Bezirk Essen beziffert sich der Bedarf an Hauern und Lehrhauern auf rund 1200 Mann. Die Vereinigten Stahlwerke planen durch Modernisierung der Schachtanlage„Nordstern I/1I“ in Gelsenkirchen=Buer(Stadtteil Horst) eine Erhöhung der Belegschaftsziffer auf rund 4500 Mann. wogegen augenblicklich nur rund 1800 Mann beschäftigt sind. Seitens der Arbeitsämter wird daran gearbeitet, aus den im Bergbau tätig gewesenen Fachkräften in früheren Jahren noch produktive Kräfte ausfindig zu machen, die, soweit sie für Untertage=Arbeit noch in Frage kommen, den Grubenverwaltungen zur Einstellung überwiesen werden sollen. Hinzu kommt noch, daß eine große Anzahl von bergmännischen Kräften auch nach den übrigen deutschen Steinkohlenrevieren vermittelt werden. Da das Ruhrgebiet zurzeit für qualifizierte Hauer und Lehrhauer nicht abgabefähig ist, besteht zunächst keine Möglichkeit, die Nachfrage nach solchen Kräften anderer deutscher Bergbaureviere zu decken. Somit kann erstmalig seit langer Zeit wieder die erfreuliche Tatsache festgestellt werden, daß im rheinisch=westfälischen Steinkohlenbergbau die Nachfrage nach Kräften das vorhandene Angebot übersteigt. Hoffentlich wird der augenblicklich günstige Aufstieg im Ruhrkohlenbergbau von langer Dauer sein, was im Interesse geordneter wirtschaftlicher Verhältnisse unserer Industriebevölkerung, und vor allem der Bergarbeiterschaft selbst, nur zu begrüßen wäre. eine Sammlung diluvialer Artefakte, die Modelle der wichtigsten tierischen Vertreter der Diluvialperiode und eine Zusammenstellung ausgezeichneter Pflanzenreste aus dem Flözleeren Westfalens. Aus allen Teilen des Reiches gingen Schenkungen ein Die Besucherzohl erfahrt eine ständige Steigerung Zahlreiche Berghochschulstudenten aus dem Bezirk arbeiten die Sammlungen zum Nachstudium uno zur Vorbereitung für das Eramen durch. Außerdem wurde das Museum auch stark von anderen Studenten, von Schülern der verschiedenartigsten Lehranstalten, sowie durch wissensa,aftliche, gewerkschaftliche und politische Vereine, durch Arbeitnehmer und Arbeitgeberverbände durch die Teilnehmer der Hauerund Schietmeisterkurse, sowie von einzelnen Wissenschaftlern und Technikern aller Fachrichtungen, insbesondere aber stark vom Ausland besucht. Für die Erweiterung in den Museen sind in dem Haushaltsplan für das Jahr 1929 30 31000 Mark vorgesehen. Die großen Sammlungen dieser beiden Museen, die für die Ausbildung der Bergbeamten von besonderer Bedeutung sind, stellen schon jetzt einen Wert von vielen hunderttausend Mark dar. Die Schwankungen der Wohljahrtsausgoben 1925 bis 1929. Die Sanierung der Arbeitslosenversicherung Die Reichsausgaben für das Wohlfahrtswesen waren 1925 bis 1929 erheblichen Schwankungen ausgesetzt. Eine vom Statistischen Reichsamt als Sonderbeilage zu„Wirtschaft und Statistik“ soeben veröffentlichte statistische Uebersicht zu den Reichshaushalten 1925 bis 1929 ermöglicht darüber einen sehr interessanten Vergleich Als Wohlfahrtswesen wird in der Uebersicht die eigentliche Wohlfahrtspflege, nicht auch die zu den inneren Kriegslasten rechnende Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen gezahlt. Es sind also die ozialversicherung, die Jugendwohlfahrt, die Allgemeine Wohlfahrtspflege, das Gesundheitswesen, die Erwerbsl###enfürsorge bezw Arbeitslosenversicherung und das Wohnungswesen als Wohlfahrtswesen zusammengefaßt. Dafür betrug der Zuschußbedarf des Reiches 1925 rund 473 Mill. RM., 1926 kast 1 Milliarde RM., 1927 über 851 Mill. RM., 1928 rund 533 Mill. RM. und 1929 fast 822 Mill. RM. Das sind Schwankungen, die für eine gleichmäßige Stetigkeit im Wohlfahrtswesen nicht vor: teilhaft sein konnen Die Zuschusse des Reiches zu den Renten der Invalidenversicherung stiegen 1926 von 115 auf fest 240 Mill RM, 1929 am 252 Mill. RM. Fer ner sind 1926 an die unterstutzende Erwerbslosenfürsorge fast 317 Mill. RM. gegeben worden, 1925 waren es nur 100 Mill., 1929 rund 120 Mill. RM. Für die Förderung des Wohnungsbaus wurden 1926 erwa 162 Mill. RM., 1925 nur 21 und 1929 ebenfalls nur 23 Mill. RM. ausgegeben. Die Beiträge zur Invalidenversicherung für Steigerungsbeträge sanken zwar 1926 von fast 107 Mill. auf unter 4 Mill. RM, sie sind seitdem aber bis 1929 wieder auf 164 Mill RM angewachsen. Durch die starken Einschrankungen der Kosten für die Erwerbslosenfursorge nach Errichtung der Reichsanstolt im Jahre 1928 auf rund 134 Mill. RM. und durch die in diesem Jayre erfolgten Rückzahlungen der der Reichsanstalt gewährten Dar lehen usw. in Höhe von sast 120 MU. RM. erscheint der Zuschußbedarf des Jahres 1928 fur das Wohlfahrtswesen mit 533 Mill. RM. recht niedrig. Das Jahr 1929 hat dagegen wieder eine erhedliche Steigerung der Ausgaben auf 860 Mill. RM. gegen 694 Mill. RM. im Johre 1927 gebracht, da die schwere wirtschaftliche L ge dazu zwang, nicht nur der unterstützenden Erwerbslosenfürsorge erhohte Summe(120 Mill. gegen 100 Mill. RM. im Jahre 1927), sondern auch der Arbeitlosenversicherung rund 155 Mill. RM. Kredite zu bewilligen, wanrend diese im Jahre vorher fast 72 Mill. RM. mehr ans Reich zurückgav, als sie empfangen hatte. Der gesamte Zuschußbedarf für das Wohlfahrtswesen ist demnach gleichfalls höher geworden: 822 gegen 533 Mill. RM Sollte die beabsichtigte Sanierung der Arbeitslosenversicherung sich nach der Richtung durchführen lassen, daß sie sich selbst trägt, so würden die Wohlfahrtsausgaben im Reichshaushalt künftig weniger großen Schwankungen unterliegen — Der Kampf im Tischlerhandwerk. Vom Zentralverband christlicher Holzarbeiter wird uns geschrieben: Bezüglich des nunmehr mehrwöchigen Kampfes im rheinisch=westfälischen Holzgewerbe macht der Rhein.= Westfälische Tischler=Innungsverband alle Anstrengungen, um in der Oeffentlichkeit immer wieder seine Unschuld an diesem Kampf und seine Friedensliebe zu betonen. Nur den Führern der Holzarbeiterverbände sei die Schuld an dem Kampf zuzuschieben. In Tageszeitungen, in Flugblättern, in Schriftstücken der einzelnen Innungen an unsere Verwaltungsstellen, in öffentlichen Innungs- und Handwerkerversammlungen wird Stimmung zu machen versucht, um Uneinigkeit in die Reihen der Streikenden zu bringen. Die Innungen seien ja bereit, den inzwischen mit dem Verein der Holzvearbeitungsfabrikanten im Industriebezirk abgeschlossenen Vertrag anzuerkennen. Nur lehnen sie es entschieden ab, die Kostgeldsätze und Ferien für Lehrlinge vertraglich zu regeln. Warum sind die Arbeiterorganisationen bezüglich der Lehrlingsfrage gegenteiliger Meinung? Was wir verlangen, ist in vielen anderen Berufen und fast im ganzen deutschen Holzgewerbe schon längst durchgeführt. Die hochste Gerichtsstelle im Arbeitsrecht, das Reichsarbeitsgericht, hat unzweideutig entschieden, daß der materielle Teil des Lehrvertrages mit den Gewerkschaften tarifvertraglich geregelt werden kann. Schon seit dem Jahre 1921 hat die Lehrlingsfrage bei den Vertragsverhandlungen im deutschen Holzgewerbe eine Rolle gespielt. Aber immer wieder haben züglichen Versuche gescheitert. Die Innungen sind der nuckständigen Meinung, daß die Arbeitnehmerorganisationen kein Recht haben, in der Lehrlingsfrage mitzureden. Das können wir nicht zugeben! Man verweist auf die Gesellenausschüsse, deren Aufgaben im Handwerkergesetz verankert seien. Dabei wissen die Innungsmeister so gut wie auch wir, daß die Gesellenausschüsse nur Dekoration sind und nicht den geringsten Einfluß ausüben können. Haben die Arbeiterorganisationen Anlaß, dofür zu ringen, daß auch die Lehrlinge, unsere späteren Kollegen, einigermaßen menschenwürdig entlohnt werden? Wie liegen die Dinge? Nach dem Schiedsspruch für das übrige Reich, nunmehr auch gültig für den Verein der Holzbearbeitungsfabrikanten im Industriebezirk und den Rheinisch=Westfälischen Baugewerbeverband, betragen die Kostgeldsätze für Lehrlinge: im 1. Lehrjahr 8 Prozent im 2. Lehrjahr 15 Prozent im 3. Lehrjahr 20 Prozent im 4. Lehrjahr 30 Prozent des Tartflohnes für Facharbeiter über 22 Jahre. Lehrlinge erhalten in jedem Lehrjahr 5 Tage Ferien. Die Kostgeldsätze für die Lehrlinge in Rheinland und Westfalen sind jetzt in den einzelnen Orten sehr verschieden. Es wird im 1. Lehrjahr zum Teil nur eine Mark pro Woche gezahlt. Im bisherigen Vertrag war festgelegt, daß jugendes die Innungen, allen voran der Rheinisch-Westfäsi= liche Arbeiter unter 18 Jahren rinhemlich pro Jahr sche Tischler-Innungsverband, verstanden, die Rege lung dieser Frage zu sobotieren Im Reich wurde nunmehr bei den letzten Vertragsverhandlungen die Lehrlingsfrage mit dem Arbeitgeberverband für die deutsche Holzindustrie und das Holzgewerbe verankert. Der Rheinisch=Westfalische Tüchler=Innungsverband erkennt diese Notwendigkeit trotzdem auch heute noch nicht an, weil er glaubt, damit eine Perle aus seiner Krone zu verlieren. Schon seit Jahren haben wir uns bemuht, in Rheinland und Westfalen mit dem Rheinisch=Westsälischen Tischler=Innungsverband die Kostgeld= und Ferienfrage der Lehrlinge zu regeln. Ein Erfolg war bisher nicht zu erzielen. Bei örtlichen Innungen sowie auch bei Handwerkskammern sind alle unsere diesbeGünstige Entwicklung der Ruhrbergbaumuseen. Der Bergbau unterhalt in seiner großen Anlage der Bergschule in Bochum zwei Museen, das bergmännische Museum und das geologiche Museum. In den letzten Jahren haven diese beiden Museen einen wesentlichen Ausbau erfahren. In dem Haushaltsplan der Westfälischen Berggewerkschaftskasse, einer Organisatian der Zechen des Ruhrvergbaues, sind auch für dieses Jahr wesentliche Mittel eingesetzt, um fortgesetzt die außerordentlich wichtigen Sammlungen dieser Museen zu erganzen und zu erweitern. Namhafte Schenkungen sind diesen Museen auch in der letzten Zeit wieder gemacht worden. Im letzten ahr wunde das Museum von etwa 9 200 Personen besichtigt. Bekanntlich plant die Westfälische Berggewersschaftskasse in Verbindung mit der Stadt Bochum ddie Errichtung eines großen historischen Berabaumuseums in einem eigenen Gebäude, für welches die Sammlungen schon jetzt betrieben werden. Dieses Museum wird in seiner geplanten Ausdehnung über die Entwicklung des Bergbaues an Ruhr, Lippe=Enrscher das einzige seiner Art in Deutschland sein. Im geologischen Museum ist inewischen eine Sammlung wertvoller Belegstucke zur Entwicklungsgeschichte des Menschen zur Eiszeit, sowie stratigraphischer Belegstücke des Diluviums vollig neu aufgebaut worden. Zum Ausbau dieses Museums wurde eine ehr wertvolle Sammlung von Mineralien und LaEltern, achtet auf eure arbeitslosen Söhne! In nachstehenden Zeilen wendet sich das hiesige Arbeitsamt an die Eltern der arbeitslosen und noch arbeitslos werdenden Söhne Der wirtschaftliche Druck ist auf allen Wirtschaftsmärkten groß. Eine Besserung in absehbarer Zeit kaum zu erwarten. Besonders aufnahmefahig sind zur Zeit der Bergbau und die Landwirtschaft. Wahrend ersterer vorwiegend gute Fachkräfte, aber weniger Schlepper anfordert, werden bei der Landwirtschaft überall Arbeitskräfte gebraucht und begehrt. Die Nachfrage ist so ungeheuer groß, daß sie nicht im entferntesten befriedigt werden kann, vor allem besteht augenblicklich für die Erntearbeiten ein großer Mangel an Kraften Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat im Mai d. J. angeordnet, daß alle Arbeitslosen, gelernte und ungelernte Kräfte, erstere nach der bekannten Schutzfrist Arbeit in der Landwirtschaft zugewiesen erhalten sollen. Es handelt sich um solche Arbeitslose, denen man auch einen Berufswechsel zumuten kann, und die nicht durch ihre Familienverhältnisse(Verheiratete usw.) an der Arbeitsaufnahme in der Landwirtschaft behindert sind. Dagegen sind die Arbeits= und Unterbringungsmöglichkeiten durchweg vorhanden für alle ledigen Arbeitslosen bis zu 25 Jahren und darüber ###aus,— hier, wenn landwirtschaftliche Vorkenntnisse vorliegen. Wer das Angebot landwirtschaftlicher Arbeit ablehnt, ist freiwillig arbeitslos und verzichtet mit der Arbeitsablehnung zugleich auf Arbeitslosenunterstützung Dieses ist vielen Arbeitslosen nicht bewußt, bzw sie wollen es nicht verstehen, wenn es ihnen erklärt wird. Den Eltern, die solche Arbeitslose unterhalten mussen, wird in vielen Fallen von der Sachlage, aus welchen Gründen eine Arheitsverweigerung in der Landwirtschaft zustande gekommen ist, nicht mitgeteilt. Ihnen wird sogar oft noch von den Söhnen gesagt, daß das Arbeitsamt keine Arbeit für sie habe, und daß sie morgen und alle Tage wieder vorsprechen sollen. Diese Arbeitslosen strauben sich. Arbeit in der Landwirtschaft zu übernehmen. Sie wollen sich nicht gern von der Familie, von Bekannten und Freunden trennen. Von der landwirtschaftlichen Arbeit wird vielfach geringfügig gesprochen, ja, es wird so getan. als ob die landwirtschaftliche Vermittlung als Strafe aufzufassen sei. Dabei ist die landwirtschaftliche Arbeit die für unsere Volksernährung notwendigste, ohne Sicherung der landwirtschaftlichen Arbeit gibt es kein billiges Brot Daß die Jugendlichen durch Ablehnung landwirtschaftlicher Arbeit ihre Familie, besonders die Eltern, schädigen(weil ja Arbeitsablehnung Entziehung der Unterstützung nach sich zieht) und auf die gesamte Lebenshaltung der Familie drücken, wird von ihnen selten überlegt Erst wenn vom Arbeitsamt der Bescheid kommt, daß der Arbeitslose wegen Verweigerung der Arbeitsaufnahme von der Unterstützung auf eine unbestimmte Zeit ausgeschlossen ist, bekommen die Eltern, die sich nun oft beim Arbeitsamt erkundigen, Kenntnis von der wahren Sachlage. Es ist in allen Fällen zweckmäßig, daß die Eltern der arbeitslosen Söhne sich beim Arbeitsamt, Abt. Arbeitsvermittlung, Bahnhofstraße 4c, selbst erkun digen, ob wirklich keine Arbeitsmöglichkeit(wenn auch auswärts in anderen Berufen) besteht. Sie helfen sich selbst, ihren Söhnen und der gesamten Volkswirtschaft Auch für die Eltern der arbeitslosen 14—15jährigen Schulentlassenen liegt aller Anlaß vor, einmal selbst zur Arbeitsvermittlung zu kommen, um ihren Söhnen, die noch auf eine Lehrstelle warten, die ge sunde Arbeit in der Landwirtschaft zu vermitteln Die Arbeitsstellen sind von den betr. Arbeitsämtern drei Tage Ferien erhalten sollten. In sehr vielen Fällen hat man den Lehrlingen überhaupt keine Ferien gegeben, weil diese nicht besonders im Vertrag als solche verankert waren. Auch der Rheinisch=Weinalische Tischler=Innungsvervand kann das Rad der Zeit nicht aufhalten. Auch er muß sich bequemen, dasjenige anzuerkennen, was die Arbeitgeber fast im ganzen Reich anerkannt haben. Die Firma Ullrich& Kessenig, Herne, bittet uns um Aufnahme einer Richtigstellung zu zwei Artikeln der„Herner Volkszeitung“, der mir im wesentlichen folgendes entnehmen: „Vom Kampf der Holzarbeiter" und„Was sagt die Innung dazu?“ Unter diesen Stichworten bringt die„Herner Volkszeitung". Nr. 183 und 188 zwei Artikel, die sich mit meiner Firma beschäftigen und die krafsesten Unwahrheiten enthalten. Als ich im Jahre 1927 zwei Schreinerlehrlinge einstellte, die heute noch bei mir in der Lehre sind, hatte ich durchschnittlich sechs Gesellen beschäftigt. Neben mir und meinem Kompagnon waren also acht ausgelernte Fachleute in meinem Betriebe. Bei einer durchschnittlichen Beschäftigung von vier Gesellen stellte ich im Jahre 1928 noch einen Lehrling ein. Im Jahre 1929 stellte ich auf Wunsch der Schreiner=Innung erneut einen Lehrling ein, weil viele Lehrlinge durch Konkurse einzelner Firmen zwangsweise ihre Leyrstellen verloren und Gefahr liefen, nicht mehr im Fache unter zurommen. Also zuammenfassend habe ich jetzt vier Lehrlinge, die unter Anlernung von mir als Meister, meinem Kompagnon und einem dauernd beschäftigten Gesellen stehen, beschäf tigt. Der letztgenannte Lehrling ist aber nur unter Vorbehalt eingestellt worden. Ich frage nun, ist das eine gute oder schlechte Tat von mir, wenn ich trotz der schlechten Geschäftslage, die Lehrtinge unter drei ausgelernten Fachleuten weiter in meinem Betriebe beschaftige?— Betr. die Behandlung der Lehrlinge sei dem Artikeischreiber gesagt, daß das Sache der Eltern der Lehrlinge und des Meisters ist. Wenn der Artikelschreiber sich aber der Mühe unterziehen will, dann frage er die Eltern der Lehrlinge und er wird bestätigt finden, daß nur eine gute Harmonie zwischen Lehrl##gen, Gesellen und Meister besteht.“ ElektroHaus Wilhelm Pott Fernruf 50783 Herne I. W. Fernruf 50738 vorgeprüft, die Unterkunft, der Lohn und dergl. sind Ausführung elektr. Licht-, Kraft-, Telephon- und Signalanlagen Ankerwickelei Große Ladeslation für Radlo- und Autobatlerien. ortsüblich Eltern! Lest diese für euch geschriebenen Zeilen nicht nur; wenn eben moglich, yanbelt auch danach nnternu Aut Anstat! Eine Mutter schreibt uns. uni UmmattanWetuunnn tuns dtath Nurn Fan, af tanttt itten füür D0. Wessthauttt auen Wirtr au d maten Virchuhra 1 Pfund 55 Pfennig n m Almmkoinn! Daher nur„Seelias kandierten Kornkaffee“ des gesunde deutsche Familiengetränk * Der DUK=Sport am August. Großer Sportbetrieb in allen Abteilungen.— Hernes Fußballer hinterlassen einen guten Eindruck.— Keine Niederlage zu verzeichnen.— Im Handball ist Herne-Süd hoch ersolgreich.— Falkenhorst wird kaltgestellt und Sportfreunde und Blau-Weiß verlieren.— Arminia Bochum sichert sich den Reistertittel l. Jaustvall. Der 18. August sah alle Herner Abteilungen stark beschäftigt, man hat diesen Tag bis zum letzten Sonnenstrahl ausgenutzt und kann mit seinem Ausgang sehr zufrieden sein, vor allem die Fußballer hatten einen guten Tag, hoffentlich bleibt es so. Die Handballer von Hernc=Süd waren in Form und siegten mit Macht. Bei Falkenhorst sah man vergeblich nach dem Gegner, Blau=Weiß und Sportfreunde verloren, und dann im Faustball ging den Falkenhorstern der Titel an der Nase vorbei. Der 18. August bot guten Sport Jußball. Jalkenhorst 1— Schwarz-Gelb Hagen 1 1:1(1:1). Ein Spielergebnis dem Verlauf entsprechend. Wenig schöne Sachen, viel Müdigkeit bei Herne um so mehr. Mißmutig weihten sie ihre neue Kluft ein, dafür hatte man mehr erwartet. Der Torwart und der linke Läufer waren in guter Form, dem Mittelstürmer ist mehr Ruhe zu empfehlen, vor allem Mundhalten, wenn man so jung ist. Nicht wahr, Anton, die anderen Kameraden sind erfahrener und älter. Hagens Elf kämpfte zu eifrig und konnte doch nichts erreichen als den Ausgleich. Diese Elf war viel zu hitzig und planlos. Das Resultat stimmt schon so. Der Schiedsrichter konnte gefallen. Jalkenhorst 2— Tus Wiemelhausen 2 2:2. Auch hier reell verdiente Teilung des Sieges. Zwei gleichwertige Gegner plagten sich ehrlich um den Sieg. Jalkenhorst 1. Jgd.— Wiemelhausen 1. Jgd. 2:1 Die Jugend brachte den einzigen, schwer erkämpften Sieg nach Hause, sie war bestimmt 1 Tor besser als Tus Diplomspiele in Günnigfeld. Sportfreunde 19— Höntrop 4:2(3:1) Watt.=Altstadt— Blau=Weiß Herne 4:0(2:0) T. u. B. Ueckendorf— Watt.-Neustadt 6:1?? Der schärfste Kampf der Diplom=Spiele von Westfalia Günnigfeld war das Spiel unserer 19er gegen Höntrop. Herne 19 führte ein Spiel vor, welches die Zuschauer begeisterte und ihnen einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg brachte. Schon zur Halbzeit hieß es 3:1, dann kämpfte Höntrop verzweifelt um den Sieg, doch nur ein Tor wurde errungen, dem die 19er ein viertes entgegensetzten.— Enttäuscht war man in Günnigfeld, daß Blau=Weiß nur die 2. Garnitur stellte, trotzdem die erste Mannschaft verpflich tet war. Die lb bezog dann auch eine einwandfreie Niederlage.— Der A=Verein Ueckedorf schlug die Gauklasse Neustadt überraschend hoch mit 6:1. Jugend-Diplomspiele in Günnigfeld. Blau=Weiß Herne 1. Jgd.— Günnigfeld 1. Jgd. 1:1 Sportfreunde 19 1. Jgd.— W.=Alkstadt 1. Jgd. 4:0 * Zwei schöne Sieg der D. J. K. Blau=Weiß am Samstag abend. Blau=Weiß 1.— Arminia Sodingen 1. 8:1. Für einen Erfolg kam Arminia nicht in Frage, auch hier ein Kate und Maus Spiel, aber dennoch einen sehr guten Endruck hat Arminia hinterlassen, diese Elf verstand eine Niederlage einzustecken. Nicht ein Strafstoß während dieses Spieles, das besagt allerhand. Blau=Weiß 1.— Armina Bochum 1. 6:1!! Dieses ist der beste Erfolg, denn wer Arminia Bochum kennt. weiß dieses zu schätzen. Sie führten ein schönes Spiel vor, doch Baukaus Hüter ist Klasse. Der Herner Sturm dagegen knallte aus allen Lagen, und Erfolg auf Erfolg wurde erzielt. Für Blau=Weiß bedeuten diese beiden Siege ein glänzendes Zeichen ihrer wirklichen Form. Bei dauernder Ueberlegenheit unterbinden fortgesetzte Fehlentscheidungen des Leiters die SportfreundeAngriffe. Zum Spielverlauf: Unitas Anstoß wird abgesangen, und Sportfr. geht vor. Nach einigem hin und her erhält Sportfr den ersten Strafwurf, welcher jedoch von der Verteidigung Unitas geklärt wird. Häusig werden beide Tore bedroht, ohne das Erfolge erzielt werden. Dann kommt die Wendung; der Halblinke von Unitas geht mit dem Ball ab und kommt einen Meter im Wurfkreis zum Torwurf, eigentümlicherweise entscheidet der Schiedsrichter Tor. Für den Torwart war der Ball unhaltbar. Hierauf läßt Wanne nach, und Sportfr. spielt leicht überlegen und kann bis Halbzeit den schon längst verdienten Ausgleich anbringen. Nach der Halbzeit wurde die Ueberlegenheit der Herner immer drückender. Durch einen schönen und unerwarteten Durchbruch kam Herne zur Führung, muß sich aber später, durch eine falsche Entscheidung den Ausgleich gefallen lassen. Trotzdem lassen sie den Mut nicht sinken, immer wieder werden die Stürmer durch die aufopfernde Läuierreihe und die Verteidigung nach vorn geworsen, aber nichts Zählbares konnte erreicht werden. Durch zwei Durchbrüche konnte Wanne das Resultat am 4:2 stellen. Gegen Schluß nahm das Spiel an sportlichen Unfairheiten seitens Wanne sehr zu. Der Leiter hätte diese unbedingt unterbinden müssen. Bis zum Schlußrst blieb es dann beim Stande 4:2. Ein Unentschieden ware dem Spielverlauf gerechter gewesen. Weitere Ergebnisse der unteren Mannschaften: Sportfreunde 19 I. Jugend— Unikas Wanne 2:4(1:0) Sportfr. 19 la. Schüler— Unitas Wanne 1:6(1:2) Sportfr. 19 lb, Schüler— Unikas Wanne 4:0(2:0) Spiele der D. J. K. Herne-Süd. Herne-Süd I— Oespel-Kley I 10:3. Es hat geklappt, nach langer langer Zeit. HerneSüd in glänzender Form überfuhr den GauklassenGegner. Diese Elf war bestimmt nicht schlecht, aber Herne=Süds Torwart war auf seinem Posten, und der Sturm hatte Wurfwut, vor allem der Halblinke, auf dessen Konto allein 7 Tore kommen. Wir sind erfreut, daß man sich in Herne=Süd endlich wieder gesunden hat, es war die höchste Zeit, denn uneinig in die Serienspiele gehen, bedeutet Niederlagen einstecken, und dann sind sie umso schwerer einzustecken. Es muß weiter klappen. Herne-Süd I. Igd.— Oespel-Kley I. Jgd. 14:2. Das Resultat besagt alles, um Klassen besser war die Herner Jugend. Herne-Süd 11— Teutonia Wanne II 3:4. Zwei gleichwertige Gegner, bei denen erst der Endspurt den Sieger brachte. Herne-Süd II. Jgd.— Teutonia W. II. Jgd. (Teutonia nicht angetreten.) Herne-Süd, Schüler— Teutonia W., Schüler 4:0. Auch hier ein eordienter Sieg Samstag-Abendspiel. DfL. Herne 1— Blau=Weiß 1 8:0(4:0) Etwas anderes hatten wir nicht erwartet. BlauWeiß ist für diesen Gegner zu schwach, der sich noch nicht einmal voll ausgab, ein Katze und Mausspiel vor dem Blau=Weiß=Tore, die nicht mal für das Ehrentor in Frage kamen. * Was bringt uns„Sturm und Steuer"? Nr. 33 umeres Kreisblattes schaut fast aus wie eine Sommernummer, also auch hier etwas Ruhe und doch givt es noch einige interessante Sachen. Das Titelblatt bringt uns eine Zeitglosse mit der Betitelung„Vergleiche". Der Verfasser scheint auf den Boxsport nicht gut zu sprechen sein, vor allem„Die Mache“ um Schmeling regt ihn besonders auf; wir bringen hier den Schluß seiner Schilderung über einen Boxkampf:„Während dessen tobt und rast die Menge, die Blut gerochen hat, auf den Rängen und auf der Galerie.— Frauen werden vor Entzücken ohnmachtig.— Hüte und Mützen werden zertrampelt, und die Menge windet sich in orgiasischen Krampten.— Die ameuernden Rufe mehren sich.—„Schlage ihn doch nieder! Schlag ihn doch knock out!“ Jetzt fehlt nur noch der Gnadenstoß, so wie in der römischen Arena.— O nein, wir sind doch keine Barbaren mehr. Wir sind kultivierte Menschen des 20 Jahrhunderts. Wir haben Tierschutzvereine, und für Verbrecher, an denen die Menschheit sich versündigt hat, Sanatorien!— Wir schlagen keine Menschen zu unserem Vergnügen tot! Wir schlagen ihn nur—— knock out. Armer Boxsport, was würde aus dir wenn R. K. über dich bestimmen könnte.— In den folgenden Berichten der einzelnen Gaue fallen uns die großen Erfolge der D. J. K. am Verkassungstage auf. überall große Beteiligung der D. J. K.— Auch Herne hat einen Artikel, den wir jedoch schon früher brachten... und dann nochmals die Boxer; ein sogenannter„Schlacht"=Bericht einer NewYorker Zeitung mit Geschäftserfolg der Veranstalter. Wir hören genug davon und verzichten darauf, es hängt einem bestimmt oben heraus.— Im amtlichen Teil ist die Ausschreivung der Turner=Gau=Meisterschaften zu beachten sowie der Kreisspieltag im Schlagund Faustball. Es folgen weitere Berichte über Ausschußsitzungen unseres Gaues(Fußball) Bezirkes (Fußball) und andere Sachen, ohne besondere Bedeutung für uns. Von Westfalia Westsalia Herne- Preutzen Wanne 3:2(0:0) Ob es daran lag, daß die Westfalen am letzten Sonntag gegen Hagen so hoch gewonnen hatten, oder ob die Tatsache mitbestimmend war, daß einige Spieler nicht vorbereitet genug das Spiel aufnahmen, jedenfalls konnte das gezeigte Spiel der Herner und auch das der Wanner nie so recht erwärmen. In der Hauptsache hatten während beiden Halbzeiten die beiderseitigen Hintermannschaften das Wort. Die Sturmreihen konnten fast nie ein flüssiges Spiel zustande bringen. In den letzten Minuten, Westfalia lag bereits mit 3:0 in Führung, artete das Spiel auch noch aus, als die Wanner mit Macht auf Torerfolg spielten Westfalia spielte in der ersten Hälfte mu Sonne und leichtem Wind. Verschiedene Flankenläufe der Herner Außenstürmer wurden dadurch verdorben, daß Czaika zu weit und zu hoch schoß. Wanne erzielte bei einem Rechtsangriff die erste Ecke, die nach Ausführung von Hammermann zu Joswiak weitergeleitet wurde, seine Flanke zielte Krause scharf daneben. Die Wanner konnten es auch nicht besser, aus unbehinderter Stellung verschoß deren Mittelstürmer übers Herner Tor. Auch die zweite Ecke für Wanne verlief resultatlos, indem Böing abwehrte. Töpling zerstörte einen geschickt angelegten Wanner Angriff, ebenso verhinderte Pelowski, auf der Torlinie stehend, ein sicheres Tor. Zur Abwechslung knallte Wahle 2 m vor dem Tore stehend, noch daneben. Dietermann köpfte gegen die Torlatte. Man kann die erste Hälfte wohl dahin zusammenfassen: als ein Spiel der beiderJaustball. Arminia Bochum Ganmeister im Faustball. Jalkenhorft und Eintracht Datteln geschlagen. Jalkenhorst 1— Arminia Bochum I 42:23 Fehler. In diesem Spiel sahen wir das völlige Versagen der Falkenhorster, kein Mann war auf dem Posten. Niederlage war verdient Armina Bochum I— Eintracht Datteln 1 21:39 Fehl. Auch hier ein glatter Sieg der Bochumer, die in Sicherheit ihres Erfolges zuletzt stark nachließen, so konnte denn Eintracht stark ausholen. Dem neuen Gaumeister unseren Glückwunsch. Jetzt geht es nach— Mülheim mu wenig Aussichten für Falkenhorst, die seitig herausgearbeiteten und dann verpaßten Torzu unbeständig spielen. Arminia hat dagegen große gelegenheiten. Ausumen.[ Zu Anfang der zweiten Hälfte trat Pelowski über Die Polizei siegt abermals... den Ball, der Wanner Mittelstürmer setzte nach, seinen Jalkenhorst I— Polizei I 55:39(24:22) Fehler. Schuß fischte Töveling noch so eben aus der Ecke. Freitag-Abendspiel. Nach einer Viertelstunde erzielte Wahle nach einem Auch das Rückspiel sah die Polizei als Sieger aus Alleingang das erste Tor für Herne. Nicht lange diesem Treffen hervorgehen. Es war wiederum ein wahrte es, als der Hüter von Wanne eine Joswiakschönes, interessantes Spiel. Die Polizei stand wie= Flanke nicht wegbefördern konnte, der vom Torwart der wie aus einem Guß und spielle wunverbar zu, abspringende Ball prallte von Dietermanns Brust zu bei Falkenhorst waren die Hinterleute diesesmal desser Wayli, der dann den Ballzum„ die Linie zum zweiten vie die 3 Leinempieler, bei denen man große Unsich Tor eintrat. Wannes Mittelstürmer verschoß dann heit feststellte, es hätte bestimmt besser sein können, der mal wieder freistehend den Ball. Aeberhaupt verlor Punkteunterschied an Fehlern hätte sich um über 10ssich der„„ und für sich schon lose Zusammenhang inn wervon#ch nerhalb der Wanner Sturmlinie immer mehr. Man schien in Uneinigkeit machen zu wollen. Die Westurd dann wi Bald schon werden „ n den aintan falen nußten dann noch eine sich bietende GelegenFaltenherstern. heit aus, um den dritten Treffer zu markieren, als Czaika zu Dietermann lenkte, dieser an Joswiak weitergab, der dann p.ert in die Ecke traf. Erst in den letzten drei Minuten erreichte Wanne den schon längst verdienten ersten Treffer, dem sich etwas später auch , 1noch der zweite Treffer anschloß. Die letzten fünf ** Minuten des Spieles hatten mit Sport nichts mehr gemein, das gilt für den Besiegten wie für den Sieger. Allerdings schien der bis dahin genau und vor sichtig leitende Schiedsrichter die klare Linie verloren zu haben. Die Platzverweisungen waren richtig. Handball. Jalkenhorst 1— Tus Wimmelhausten I Zum 2. Male stellte Tus die Falkenhorster kalt werden nun die Folgen zu tragen haben. Jaltenhorst II— Polizei Herne II 0:12(0:5)!!! Bei Beginn des Spieles dachte keiner an solch Niederlage, die Falken wehrten sich. Das vollständig Versagen des Torwarts brachte diese hohe Packunund den Polizisten den verdienten Sieg. Jalkenhorst Schüler— Arminia Eickel Schuler 0:8 Obwohl die Arminia Spieler körperlich stark geger Germania- Schalke 96 2:5 Falkenhorst zurückstanden, wurde und verdient überfahren. Am gestrigen Sonntag hatten sich die Germanen die alten Schalker, die jetzt zur Sonderklasse des Ruhr die Falken glatt bezirks gehören, als Gast verschrieben. Bei schönem Wetter und zahlreichem Publikum rollte sich dann nachstehender Film ab: Die Schalker wählen in der ersten Halbzeit den schwach wehenden Wind für sich. Die Germanen jedoch beginnen das Spiel mit einigen forschen Angrif fen, die das Tor der Schalker sofort in Gefahr bringen. So brachte u. a. der Linksaußen hart an der Linie eine Flanke herein, die sehr gefährlich war, durch den Tormann aber unschädlich gemacht wurde, Samtliche Mannschaften von Sportfreunde 19, mit Ausnahme der 1b Schüler, verlieren ihre Spiele. Sportfreunde 19 1— Unitas Wanne 1 2:4(1:1) Die erste Mannschaft der Sportfreunde folgte einer Einladung Unitas Wanne, um das fällige Rückspiel zu liefern. Da Wanne keinen Platz zur Verfügung tehen hatte, wurde dieses Spiel auf dem Blau=Weiß= da dieser die Flugbahn des Balles Platz ausgetragen. Infolge einer schlechten Schieds=slängern konnte. Noch einige Male ver richterleitung kommen die Herner um den verdienten! Schalker zu überrumpeln, aber da alle: Steg. Iblieb, verfiel man in ein gemütlicheres rch Fausten der hte man, die ohne Erfolg Tempo, aus und Germania. dem sie aber bald geweckt wurden. Die Gäste hatten sich gefunden und gingen nun selbst zur Offentive über. Schnell aufeinander folgende Kampfbilder sah man jetzt. Die ersten Angriffe des schnellen Sturms der Schalker konnten noch abgewehrt werden, aber man sah den Torerfolg reifen. Dem Rechtsaußen der Gäste gelang es dann auch, in der 10. Minute das Führungstor zu erzielen. Kurz darauf wollte der rechte Germanenläufer in Bedrängnis mut dem Kopf einen Ball wegbefördern. Er köpft aber zum Unglück auf das eigene Tor, der Tormann läßt den Ball fallen, und der nachsetzende Schalker Stürmer tritt den Ball ins Tor. Jetzt blasen die Germanen zum Sturm, aber alle Angriffe scheitern an der sehr guten Verteidigung, wenn sie nicht vorher schon von der Läuferreihe abgefangen wurden. Ueberragend ist die Arbeit des Schalker Mittellaufers, er legt den Herner Innensturm brach und füttert seinen Sturm auch noch mit brauchbaren Vorlagen. So kann es nicht ausbleiben, daß die Schalker auch noch das 3. und 4. Tor erzielen. So blieb es bis zur Halbzeit. Kurz nach Beginn der 2. Halbzeit verhängt der Schiedsrichter wegen Handspiels einen Elfmeter gegen Schalke. Dieser wird vom Halbrechten plaziert eingeschossen. Man will die Torspanne noch etwas verringern, und man sieht für einige Zeit die Germanen in Front. Mehrere totsichere Sachen werden vom Mittelstürmer ausgelassen, und so können die Schalker auch diese Drangperiode überstehen. Wenn man noch schreibt, daß die Schalker als auch die Germanen noch je ein Tor erzielten, so ist alles Erwähnenswerte verzeichnet. Einem Strafstoß, den der Herner Halbrechte in die rechte obere Ecke setzte, stand der Schalker Hüter machtlos gegenüber. Die Schalker Mannschaft war auf allen Posten ganz gut besetzt. Hervorgehoben muß werden der Torwart, die Verteidigung und der Mittelläufer. Die Germanen zeigten sich von keiner guten Seite. Von Form für die bevorstehenden schweren Meisterschaftskämpfe kann man bestimmt nicht sprechen. Wenn weiter so gespielt wird, dann eröffnet sich für die Meisterschaftskämpfe keine angenehme Perspektive. Will die Mannschaft bestehen, dann mun sie sich noch ganz gehörig zusammenrappeln. Der Schiedsrichter war in seinen Entscheidungen nicht immer korrekt Resultate aus dem Ruhrbezirk. Germania Herne— Schalke 96 2:5 Preußen Wanne— Westfalia Herne 2:3 Eintracht Frankfurt— Schwarz=Weiß Essen 4:2 Germania Bochum— Castrop 02 3:5 Alemannia Dortmund— 1. FC. Nürnberg 1:7 T. B. Eickel— Günnigfeld 3:3 Sodingen— Hüllen 07 1:4 V. f. L. Herne— Lütgendortmund 3•0 Holsterhausen— Wanne 11 2:4 Herne=Süd— VfB. Gelsenkirchen 1:2 Holthausen— DoK. Westerholt 5:2 Herne 16— Hansa Buer=Scholven 3:4 Städtespiel Essen— Limburg(Holland) 3:6. Die Einteilung der 1. Bezirksklasse soll geandert werden? Wie wir erfahren, soll die Einteilung der ersten Bezirksklasse auf Einspruch der Essener und Bochumer Vereine hin geandert werden, weil die Spielstärke in den beiden Gruppen zu ungleich sei. Die Gelehrten kommen daher morgen abend, in Essen zusammen, um einen neuen Plan auszuhecken. Hoffentlich passen unsere Verbandsfunktionäre von Wanne=Herne auf. damit nichts im„Bogen“ geht. Aegyptische Fußballer in Gelsenkirchen. Gelsenkirchen-Schalke 04—. National Sporting-Club Sportvereinen abschließen sonnte, numnmehr auch einee ausländische Mannschaft zu verpflichten. Es handelt sich um eine der besten ägyptischen Vereine, der in der Stadt der Kohle dem Westdeutschen Meister gegenüber treten wird. National Sporting=Club Kairo nennt sich der Gast, in dem nicht weniger als fünf Internationale mitwirken, darunter zwei agyptische Prinzen. Man sieht, daß auch Gelsenkirchen=Schalke 04 nicht unversucht läßt, Gelsenkirchens Namen auch im Ausland in das rechte Licht zu stellen. Das Spiel findet am Donnerstaa um 6 Uhr aus dem Kampfpiaßz „Glückauf" statt. Wir sind überzeugt, daß auch dieses Spiel, wie alle großen Spiele des Westdeutschen Meisters, seine Anziehungskraft nicht verfehlen wird. Ueber den Ausgang des Kampfes kann man geteilter Meinung sein. Gelenkirchen=Schalke 04 kann, wenn die Mannschaft zur Hochform aufläuft, die Auslander besiegen, es wird aber schwer halten. Um die Saumeisterschaft der Turner. Gau Mark. Ausschreibung für das Hallenturnen in Verbindung mit den Meisterschaftskämpfen der Leichtathleien. A-Klasse: Barren: Aus dem Außenquerstand vorl. Ellhangkippe i. d. Streckstütz, Schwingen durch den Beugestütz vorw. und Hupf i. d. Streckstütz mit Vorhevhalte der Beine, Oberarmstand, Rolle vorw., rückw. in die Kipplage, Kippe, Wendekehre. Reck: Sprung i. d. Streckhang ristgriffs, Schwungstemme, Felge, Fallen i. d. Sturzhang, Unterschwung, beim Vorschw. Durchhocken beider Beine und Kreuzausschwung i. d. Streckstüßz mit Vorhebhalte der Beine, Niedersprung. Pferd: Einspreizen 1., Einspr. r., Zurückslanken 1. mit Vorschweben beider Beine neben die r. Hand, (Finte) Zurückschweben mit Einspr. 1 und Schere r., Ausspr. r. unter der 1. Hand hindurch, Kehre mit ¼ Drevung r. in den Stand. An jedem Gerät wird eine Kürudung geturnt und eine Kürfreiüdung. B-Klasse: Barren: Aus dem Außenquerstand Sprung i. d. Oberarmhang. Schwungstemme rückw., Fallkippe, Oberarmstand, Zurückrollen i. d. Kipplage, Auftippen i. d. Grätschsitz v. d. Händen, Einschwingen, Nadel ab. Reck: Sprung i. d. Streckhang ristgriffs. Kippe, Unterschwung, beim Vorschwung Hangkehre 1., Kniewellaufschwung 1. zwischen d. Händen, Ueberspreizen r. mit ¼ Drehung r. i. d. Stand An jedem Gerät einschließlich Pferd eine Kürübung und eine Kürfreiübung. Zur A=Klasse gehören alle über 18 Jahre, zur B=Klasse alle unter 18 Jahre Stichtag ist der 31. 12. 1928. Alles Nähere durch „Sturm und Steuer". Heuben beim Tus.=Internationalen. Neue Meldungen für die„Westsalen"=Kampfspiele. Für die 6. internationalen„Westfalen"=Kampf= spiele von Tus.=Bochum in Verbindung mu dem„Bochumer Anzeiger“ gehen standig neue Meldungen namhafter Leichtathleten ein. Von den neuesten Meldungen ist an erster Stelle die der Krefeider„Preußen“ mit Houben für die 4mal 100 m=Staffel mit Schuller für die EinzelKurzstrecken=Wettbewerbe zu erwähnen. Von den starken benachbarten Vereinen haben u. a.„Preußen". Duisburg, Dortmund 95, Essener S. V. 99 und Schalle 96 ihre Teilnahme in bester Besetzung zugesagt. Erwähnenswert ist serner, daß der ausgezeichnete 400-Meter=Läufer Storz(Halle) kommt, dessen Klubkamerad, der deutsche Stabhoch sprungmeister und Rekordmann Wegener, wie wit bereits meldeten, ebenfalls am Start sein wird. De noch über drei Wochen bis zu den„Westfalen“=Kampfspielen verstreichen werden, wird die von den Veranstaltern angestrebte und seit langem vorbereitete Retordbesetzung sicherlich zustande kommen. Es wäre zu wunschen, das auch die besten Leichtathleten der Deutschen Turnerschaft, für die vereits Starterlaubnis nachgesucht worden ist, in Bochum starten dürfen. * Dr. Sack(Düsseldorf) Europameister im Wurstaubenschießen. Die Europameisterschaft im Wurftaubenschießen die zusammen mit der Weltmeisterschaft im Kleinkaliverschießen in Stockholm ausgetragen wird, wurde gestern abgeschlossen. Wie im Vorjahr so siegte auch diesmal Ungarn mit 283 Punkten vor Deutschland 279 Punkte. Finnland 276 Punkte und Schweden 271 Punkte. Die Einzelmeisterschaft erschoß sich der Düsseldorfer Schütze Dr. Sack nach Stechen mit dem Schweden Landelius mit 193 Punkten. * Jetzt endgültig? Der Turner Wichmann beim S. C. Charlottenburc Der ausgezeichnete Mittelstreckenläufer der DTy Wichmann(TV. Karlshorst), hat nun doch seinenUebertritt zur DSB. vollzogen. Er soll bereits gestern fur den S. C. Charlottenburg beim internationalen Meeting des gleichen Vereins gestartet sein. 712 Brieskasten. Fr. B. Sie können von Bochum den D=Zug 23.36 Uhr, welcher um 12 Uhr in Eger ist, benußen fahrt 3. Klasse kostet einschl. Zuschlag 28.40 RM Auch können Sie den Personenzug ab Herne 18.51 Uhr benutzen, dieser ist 19,20 Uhr in Dortmund, dor: umsteigen. Ab Dortmund 19,26 Uhr weiter nach Schwerte, Ankunft dort 19,54 Uhr. Hier müssen umsteigen in den beschleunigten Personenzug al Schwerte 20 24 Uhr, an Kassel 0.11 Uhr. Dortselbs umsteigen in den Personenzug ab Kassel 4.15 Uhr an Weimar 10,13 Uhr, ab Weimar 11,09 Uhr nack Gera, an 12.57 Uhr. Abfahrt von Gera um 13.02 hr nach Weischlitz, an 14,58 Uhr, ab Weischlitz 17.38 Uhr nach Eger, dortselbst Ankunft 20.16 Uhr. Fahrpreis 3. Klasse 23,40 RM. Sie können auch den D.3u. ab Weischlitz 15.03 Uhr benutzen, dieser ist 17.10 Uhr in Eger. Dieser letzte Teil der Fahrt mit dem D. Zuo kostet 1 RM. Zuschlag. um dem D.,3ug Kairo. Dem 3 u. nachd Gelsenkir er Spiele chalte 04 ist nonhaften Auch an dieser Stelle wird auf Seelig's kandierten Kornkaffee aufmerksam gemacht Aus deutschem Roggen nach einer besonderen brikationsart hergestellt, wird durch eine wertraul Kandierung die Vollkommenheit erreicht, wodurch Seelig's Kornkafsee zum besten Ersatz für echten see wird.— Das ärztlich empfohlene P Erwachsene für Herz. Magen deste, was es gibt.“ 8 Urunge danken Akadem den Ak besteht deut Nung Gesichts. Studien zureihen wortung der deu chen und nicht durch Problem ordnung verantw waltung Ausführ studen dung Volkssch besteht Volksge verständn breiten Grund Was alle Anges der kein wandte achtlich die nich berauf ond Es von Be der bürg Volk schu gelang unteren sellschaft selbst ublte ehnte Sohare ikt ist für Kinder und Nerven das GronGrei Die „Neu #tal auch und. veziell schaftsp Viele glauben weil es nicht um ein Einmisch Sphare Kirche Wortes un tbolik ande würfe schuldig tigen denn erhobe richtung bedient kirchl es sich Kathol unichlb eine unmitt find rcgi Verwe vorhel und Diozese Untern auß liche Schrift vertr aus Selbst der S derart musse 1 nömlic Fallen samte schaue nicht inner ment! von worde M über lichen Char seits Bel bI. Rech in bleibt tielin sch a * Wer Aufbau zum Herner Anzeiger Akasemiker und Ausgehend von der Feststellung, daß es nur wenige Gruppen im deutschen Volke gibt, die so ehrlich den Gedanken der Volksgemeinschaft zu bejahen suchen wie die Akademiker, und daß dennoch eine breite Kluft zwischen den Akademikern und den breiten Massen des Volkes besteht, untersucht Fritz Söhlmann im„Jungdeutschen“ vom 27. Juni das Problem der Einordnung des Akademikers in die Volksordnung unter dem Gesichtspunkte, daß es der einzelne Akademiker in seiner Studienzeit bereits lernt, sich der Volksordnung einzureihen und seinen Platz in unbedingtem Verantwortungsgefühl zu halten. Er bezeichnet es als Aufgabe der deutschen Studentenschaft, sich in ständig neuem Suchen und Erleben unter das Volksganze, wie es besteht, nicht wie man es sich wünscht, unterzuordnen und dadurch die Gegenwart, ohne sie zu verachten und sich ihren Problemen zu verschließen, umgestalten zu neuer Volksordnung. Dieser Aufgabe müsse vor allem eine wirklich verantwortungsbewußte und handlungsfähige Selbstverwaltung der Studenten dienen. Aus den beachtlichen ausführungen von Söhlmann sei das Folgende mitgeteilt: „Aber gerade die Erfüllung dieser Aufgabe ist der studentischen Selbstverwaltung eben wegen der Entfremdung zwischen den akademischen Kreisen und den übrigen Volksschichten sast unmöglich gemacht. Die Entiremdung besteht trotz des aufrechten Willens der Akademiker zur Volksgemeinschaft. Es besteht ein gewisses tragisches Mißverständnis. Diese Kluft zwischen Akademikern und breiten Schichten des Volkes ist der letzte und tiefste Grund für die Krisen der studentischen Selbstverwaltung Was nuven uns alles prächtige und stolze Auftreten und alle ehrliche Begeisterung. wenn der Arbeiter und der Angestellte, der Handwerker und der kleine Unternehmer, der keine versönliche Beziehung durch studierende Verwandte zur Studentenschaft hat, fremd und kalt, ja verachtlich und abweisend daneben steht. Volksgemeinschaft, die nicht immer wieder von den untersten Volksschichten berauf erlebt wird, ist keine Volksgemeinschaft, sondern eine Standesgemeinschaft. Es ist darauf hingewiesen, daß die Verbindung von Besitz und Bildung, wie sie die Grundlage der bürgerlichen Evoche war, viel an unserer Krise als Volk schuld dat... Nur einzelnen harten Charakteren gelang es. diesen Bann zu durchbrechen und, aus den unteren Schichten kommend. sich einen Platz in der Gesellschaft zu erobern. Diese Menschen wurden aber meist selbst zu Bürgerlichen; und die breite Masse des Volkes iudlte sich und ihr Wollen gänzlich unverstanden. Sie ehnte jede Art von Beeinflussung aus der bürgerlichen Sohäre ab. Sie wehrte sich erbittert gegen eine NationalVolksgemeinschaft „Erziebung“, weil sie wußte, zu dieser„Nation“, zu der uns dieser Staat erziehen will, gehören wir, das Volk, nicht hinzu. Volk und Staat waren nicht eins und„Nation“ blieb Begriff, Idee ohne Leben und wurde nicht Wirklichkeit. Die konkrete Situation gibt uns in Deutschland größere, wuchtigere Prodleme. Wo die Methoden versagen. dem ehrlichen Willen Geltung zu verschaffen, da muß der ehrliche Wille neue Methoden suchen. Gesinnungstreue ist nicht Aufrechterhaltung der Methode. sondern Aufrechterhaltung des ehrlichen Willens. Niemand kann und darf der deutschen Akademikerschaft den ehrlichen Willen zur Volksgemeinschaft absorechen. Jede Studentengeneration hat dieses Ideal emvorgehalten. Es ist eine hohe Tradition, daß jede Studentengeneration von ihm lebt. 1813 und 1848 waren die Hochschulen die Trägerinnen der nationalen Bewegung. An ihnen pulste das Leben des Volkes. Heute lehnt die Majorität des deutschen Studententums den bestehenden Staat ab. Die Einstellung der breiten Volksschichten stellt das Gegenstück dazu dar. Eine verächtliche Mißachtung aller geistigen Arbeit tritt durchgängig hervor, die bis zur leidenschaftlichen Bekämpfung der Hochschulen als Brutstätten einer feindlichen Geistigkeit geht. Die erste Quelle des Unheils ist der Aufbau unseres heuti gen Staates. der noch nicht zu der Vollendung fortentwickelt ist, daß der einzelne sich organisch eingegliedert fühlt, daß er dem Staat wahrhaftige ovferwillige Liebe entgegenbringt, weil er es empfindet: Der Staat sind wir. wir, das Volk. die Nation. Der Akademiker darf nicht abseits stehen. vor allem nicht der junge, begeisterungsfähige Student. Es geht um seine Zukunft, um seine Berufsauffassung. Er hat Wesentliches beizutragen zur Herbeiführung und Durchführung der wahren, im Tiefsten gerechten Volksordnung. Diese Volksordnung wird ihm den Platz geben, der ihm als Akademiker innerlich zusteht und den er eben heute nicht hat. Der Akademiker darf sich seiner Aufgabe. die ihn gerade heute zur Tat ruft, nicht entzieben, ohne die Volksgemeinschaft aufs schwerste zu schädigen... Daher müssen wir Mittel und Wege suchen, nicht bürgerlich=national, sondern volksnational zu sein.„Nation" als wahre Volksgemeinschaft will immer von der breiten Masse des Volkes her neu erlebt werden. Daher darf der Akademiker in seinem nationalen Wollen sich nicht auf bestimmte Formeln festlegen. Gerade seine Aufgabe ist es, dem Lebensgefühl einer neuen Zeit machtvolle, letzte Gestaltung zu geben.“ Kirche, die dem Einzelnen Wahrheit und Sicherheit garantiert auch gegen den eigenen Egoismus und die eigene Schrankenlosigkeit. Wie diese Leitung der Kirche zu denken ist, hat der hochwürdigste Herr Nuntius Pacelli auf dem Katholikentag in Dortmund treffend ausgeführt. „Nicht als ob die Rirche die Aufgabe hätte, die unmittelbare Führung des Wirtschaftslebens zu übernehmen. Wohl aber verkündet und behauptet sie. wie für alle Gebiete menschlichen Zusammenlebens, so auch für das Gebiet der Wirtschaft unverruckbare sittliche Normen, die als Leuchttürme aus dem stürmischen Meer der sozialen Probleme aufragen. Leuchttürme, deren Lichtbahn jeder Versuch und jede Form einer Heilung der sozialen Not einzuhalten hat.“ Das ist ein sehr treffender Vergleich. Der Schiffer muß, will er den Schiffbruch vermeiden, sich innerhalb des Lichtkegels halten. andererseits aber erhält er vom Leuchtturm her keine Anweisung, wie er innerhalb der Lichtbahn sein Schiff richtig lenkt. So ist es auch auf wirtschaftlichem Gebiete. Eine Nichtbeachtung der durch religiös=sittliche Lehren und Normen gezogenen Schranken ist stets unerlaubt, wie aber innerhalb dieser Grenzen wirtschaftlich richtig gehandelt, eine Wirtschaftsordnung zweckmäßig gestaltet wird, läßt sich aus sittlichen Grundsätzen nicht ableiten. Die Kirche gibt nur die allgemein gultigen, unverbrüchlichen religiös=sittlichen Normen. Unsere Aufgabe ist es, unter Wahrung jener Grundsätze und unter Aufsicht des kirchlichen Lehramtes nach eigenem Wissen und Können Wirtschaft und Wirtschaftspolitik praktisch zu gestalten. Was endlich die Vorwürfe jener dritten Gruppe angeht, so sind auch sie nicht stichhaltig. Die gegenwärtige Wirtschaftsordnung ist nicht schon an sich schlecht. Darum kann es auch kirchlichen Organen nicht verwehrt werden, sich moderner wirtschaftlicher Einrichtungen und Methoden(Aufnahme von Anleihen, Unterhaltung von Bankkonten, Kalkulation und Buchführung, Benutzung technischer Fortschritte) zu bedienen. Nicht diese Dinge an sich sind sündhaft; sündhaft ist nur ihr dem Willen des Schöpfers, wie er im Naturgesetz und im positiven Gesetz niedergelegt ist widersprechender Gebrauch. Die falsch Entwicklung der heutigen Wirtschaftsordnung hat die Kirche stets aufs schärfste verurteilt und auf die Gefahren für Religion und Sittlichkeit immer wieder eindringlich hingewiesen. Und sie hat, von fürsorgender Liebe um die Bedrobten getrieben, mit Mahnungen und Warnungen sich nicht begnügt. Sie hat zwar kein soziales und wirtschaftliches System aufgestellt; aber se hat doch Mittel und Wege gezeigt, wie unsere Wirtschaftsordnung mit den unverrückbaren religiös=sittlichen Normen für Familie. Gesellschaft und Staat wieder in Einklang gebracht werden kann. Als Beisviel sei an die Kundgebungen Leos XIII. erinnert. die darauf hinauslaufen, die Arbeiterschaft wieder in Volk und Staat lebendig einzugliedern. Man soll ihnen Gerechtigkeit und Liebe widerfahren lassen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft; sie sichern gegen die Wechselfälle ihres harten Lebens und endlich ihnen wieder zum Besitz eines Eigenheimes verhelfen. Noch harren die weitausschauenden Gedanken dieses sozialen Papstes hinsichtlich der Eigentumsgestaltung der energischen Inangriffnahme. Leider haben die bis tief in katholische Kreise hinein wirkende liberalen Anschauungen, die Wirtschafts= und Sozialreform dieses großen Papstes nicht zur Auswirkung kommen lassen. Aber daraus kann nicht von anderen Gruppen das Recht hergeleitet werden. sozialistische oder sonst extremistische Theorien und Zielsetzungen zu vertreten. Nur eines kann uns helfen: jenseits von Liberalismus und Sozialismus, getragen von gesundem katholischem Gedankengut, gestützt und geleitet von der Autorität der Kirche, eine ebenso eigene wie einmütige Stellungnahme gegenüber dem Wirtschaftsleben theoretisch und praktisch herauszuarbeiten und mit Energie zu vertreten. Kann uns soll ein deutscher Bergmann nach Amerika auswandern? Was hat der deutsche Kumpel in den Vereinigten Staaten zu erwarten?— Der Mensch als Maschine. Das Verhältnis von Kirche und Grenzfragen Die bischöfliche Verwarnung gegen das „Neue Volk“, das Organ der Christlich=Sosialen Reichsvartei, hat in deren Kreisen, aber auch anderwärts erneut den Streit aufleben lassen. ob und. wenn ja. wieweit die Kirche um politische Fragen peziell auch um wirtschaftliche Zustände und wirtschaftsvolitische Zielsetzungen sich Zu kümmern habe Viele machen sich die Antwort sehr leicht. Die einen glauben die Verwarnung deshalb übergehen zu dürfen, weil es sich nur um die Verwarnung eines Bischofs, nicht etwa des Hl. Vaters handle, geschweige denn um eine unsehlbare Aeußerung. Andere lehnen jede Einmischung der Kirche und kirchlicher Organe in die Sphäre des Wirtschaftlichen überhaupt ab. Aufgabe der Kirche sei die Seelsorge im eigentlichen engen Sinne des Wortes. Bei Aeußerungen und Kundgebungen, die nicht unmittelbar Religion und Sitte betreisen, sei der Katbolik zum Geborsam nicht verpflichtet. Wieder andere dagegen machen den kirchlichen Organen Vorwurfe entgegengesetzter Art. Sie seien mitchuldig an den zersetzenden Wirkungen der gegenwartigen Wirtschaftsordnung auf Familie. Volk und Staat: denn sie hätten nicht rechtzeitig ihre warnende Stimme erboben, im Gegenteil. selbst der Methoden und Einrichtungen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung sich bedient. Es ist falsch, kirchliche Verlautbarungen deshalb zurückuweisen. weil es sich nicht um unsehlbare Aeußerungen handelt. Der Katdolik schuldet seiner Kirche nicht nur Gehorsam bei unsehlbaren Entscheidungen. Es geht auc nict an. eine Kundgebung nur dann zu beachten, wenn sie unmittelbar vom Papste stammt. Auch die Bischöfe sind vom Hl. Geiste eingesetzt, die Kirche Gottes zu fegieren, was der Bischof von Würzburg in seiner Verwarnung gegen das„Neue Volk“ ausdrücklich hervorhebt. Der Bischof ist der authenische Lehrer. Hüter und Ausleger der Glaubens= und Sittenlehre für seine diozese. Darum schuldet der Katholik ihm Geborsam und Unterwerfung. Allermindestens schuldet er seinem Bischof außeren Geborsam. d. d. er darf nicht die bischöfKundgebung angreifen oder sonst in Wort und gegenteilige Anschauungen ** brift ktre aU en. Das folgt notwendig dem tief innerlich und lebendig religiös aufgesaßten Autoritätsgedanken innerhalb der katholischen Kirche. ist eine nicht religiöse Gesellschaft, wie z. B. Staat wird um ihres Bestandes willen auf eine etige Beachtung der Autorität Anspruch machen Allermindestens, so wurde eben gesagt, der Katholik äußeren Gehorsam. Wir sind der Auffassung, daß der Katholik in allen wo er persönlich nicht in der Lage ist, den gezur Beurteilung stehenden Sachverhalt zu durchden Entscheidungen der kirchlichen Lebrautorität nur äußeren Geborsam schuldet, sondern auch rlich seine Zustimmung geben muß. Das gilt naauch dann. wenn die sachlichen Gegengründe kirchlichen Lehrautorität gevrüft und verworfen Rit dieser Darstellung über die Verpflichtung gegenden nicht unsehlbaren Entscheidungen der kirchn Lehrautoritat glauben wir einerseits, eben diesem rakter der Richtunfehlbarkeit zu entsorechen, andereraber auch der deutung der Autorität für den Bestand unserer Kirche und die Reinheit des Glaubens und der Sitten zu tragen. Was dem Einzelnen demaegenüber vegzuleugnenden tragischen Fällen zu leisten n. ist das Ovfer seines Intellekts, als nnerliche Erfüllung des religiösen Gemeintsgedankens. Es scheint aber, daß es beute ildet nlich llen. iten uen itlich der nung nicht auch bei uns Menschen gibt, die über der provagandistischen Betonung der rein humitär aufgefaßten proletarischen Klassengemeinschaft, den viel höheren, ja einzig absoluten Gemeinschafsgedanken der von Christus gestifteten Kirche vergellen. Wer diesen Gemeinschaftsgedanken tief innerlich erfaßt. wird ganz besonders in diesen sozial bewegten Zeiten weder die Wahrheit, noch auch die Ovvortunität und Form der Meinungsäußerung seines Bischofs bemäkeln. So zeugt es denn vom halben Wissen in religiösen Dingen, wenn nicht gar von einem Mangel an kirchlichem Sinn. wenn der Katholik seinem Bischof nicht gehorcht. Auch die so oft gehörte Berufung auf das Gewissen ist da nicht angedracht, legt vielmehr eine weitere Unwissenheit bloß. Niemand verkennt, daß swar auch für den Katholiken das Gewissen der letzte Richter seiner Handlungen ist, aber das an der obiektiven Norm orientierte und zu orientierende Gewissen. Zu diesen objektiven Faktoren gehört auch die Autorität der Kirche. Darum steht der Katholik mit seinem Gewissen innerhalb der Kirche, nicht außerhalb. 2. Unrecht haben auch jene, welche die Kirche nur hören, wenn sie in Dingen spricht. die unmittelbar Religion und Sitte berühren.„Es genügt nicht. die bäretische Verderbnis zu meiden, sondern man muß auch alle jene Iertümer sorgfältig fliehen, die mehr oder weniger an sie(die Häresie) heranreichen.. (Canon 1324). Die Pflicht, dem kirchlichen Lehramte zu folgen, besteht also auch dann, wenn Meinungen und Anschauungen mit religiös=sittlichen Lehren und Grundsätzen sich bloß berühren, so daß irrige Auffassungen oder Leugnung auch das Glaubensgut selbst gefährden. Das gilt aber 1. B. für manche politische und wirtschaftspolitische Anschauungen und Zielietzungen, die mit der rechten Aufsassung von Per sönlichkeit und Gemeinschaft. Natur und Gnade, Leben und Religion nicht in Einklang gebracht werden können. Selbstverständlich ist es nicht Aufgabe der Kirche, uns über Kalkulationsfragen und Finanzierungsmethoden zu belehren. Aber es gibt auch ein Grenzgebiet zwischen Wirtschaft und Politik auf der einen Seite und Religion und Sittlichkeit auf der andern, wo wirtschaftspolitische Anschaungen und Ziele religios sittliche Lehren oder das Handeln des wirtschaftenden Menschen tangieren, wo also eine mittelbare Gefährdung vorliegt. Da ist es sehr wohl Aufgabe der Kirche als der Hüterin und Auslegerin der Wahrheit und des Guten. ihre warnende, mahnende, lehrende Stimme zu erheben. Sie denn auch zu allen Zeiten dieses Recht für sich in Anspruch genommen und diese Pflicht ausgeübt, sowohl in ihrem allgemeinen ordentlichen Lehramt, als auch in besonderen Kundgebungen kirchlicher Organe. Umgekehrt ist der Katholik auch als wirtschaftender Mensch ver pflichtet, sein Gewissen zu schulen und zu orientieren an den Geboten Gottes und an den Vorschriften und Verlautbarungen der Rirche. Er muß daruber hinaus seiner Kirche dankbar sein, daß er auch in diesem gefährdeten Grenzgebiet in seinem Gewissen nicht allein gestellt ist, sondern auch hier gestützt und geleitet wird von der überindividuellen Erfahrung seiner Kirche, deren letzte leitende Erkenntniskraft in dem Gottesgeiste liegt, den Christus ihr verbeißen hat Gerade im Wirtschaftsleben ist das Gewissen des einzelnen gar zu oft in seiner eigentlichen Mission bedrovr; denn einerseits drängt sich das Geldinteresse so unbändig stark in den Vordergrund, und andererseits versuchen Systeme, die vielversorechend, aber grotesk einseitig sind und die wahre Menschennatur und die Grundlagen der Gemeinschaft verkennen, sich radikal durchzusetzen. Darum bedarf das Gewissen gerade auch im Wirtschaftsleben der Leitung durch die Autorität der Erste Eindrücke aus U. S. A. Von Pater Jungblut, z. Zt. Neuvork. Da sitze ich mit meinem treuen Freunde, einem deutschen Bergmann. in Chicago zusammen. Vor sieben Jahren waren wir auf der gleichen Zeche im Ruhrgebiet Kumpels gewesen, wie der Ausdruck zur Bezeichnung echten Kameradschaftsverhältnisses im Bergbau lautet. Dreiunddreißig Jahre war er Tag für Tag zur Grube gegangen, bis ihn das Geschick in so späten Jahren noch nach Amerika führte. Ein Menschenalter hatte er im Schoße der Erde zugebracht. Das bat ihm auch in der neuen Umwelt die Eindrücke der Vergangenheit frisch erhalten. Kein Wunder, daß das Gespräch, während wir unsere Beobachtungen in der„Neuen Welt" gegenseitig austauschen, immer wieder auf unsere ehemaligen Arbeitskameraden zurückkommt, mit denen ja auch nunmehr mich die soziale Arbeit der Karitas verbindet. Während wir so plaudern in ernster Unterhaltung, wurde u. a. die Frage aufgeworfen, und in mehr als einem Brief war sie auch von unseren Bekannten und Freunden daheim ausdrücklich gestellt: Was hat der Bergarbeiter, der auswandern will, in Amerika zu erwarten? Wer des Bergmanns Ringen um den Unterhalt der Seinigen kennt und dabei sein Leben in der Grube vor Augen hat, wird diese Frage verständlich finden und durchaus nicht für einen Mangel an Liebe zur angestammten Heimat halten. Er wird aber angesichts der Aussichtslosigkeit für den verheirateten Bergarbeiter, in anderem Lande für sich bessere Arbeit und für die Seinigen besseres Brot zu finden. Mitgefühl mit jenem Manne haben. dem sich aus einer gedrückten Lebenslage heraus diese Frage nur zu sehr aufzudrängen scheint. Bevor in einem späteren Artikel die allgemeine Lage der amerikanischen Arbeiterschaft besprochen wird, soll jetzt auf eine Tatsache hingewiesen werden, die längst nicht so allgemein bekannt ist.— Mancher, der nach den Vereinigten Staaten auszuwandern die Lust verspürt. erfährt erst auf dem Bureau des amerikanischen Konsulates. nachdem Entschluß und Plan schon lange gefaßt. sind, daß die Einwanderung nach Nordamerika nicht bloß eine Frage der Schiffskarte und des Landungsgeldes. sondern auch eine Frage amerikanischer Gesetzesvorschriften ist. Diese haben heute die Einwanderung von Massen praktisch unmöglich gemacht. Dazu trat am 1. Juli dieses Jahres eine neue einschneidende Maßregel in Kraft, die auch noch in anderer Hinsicht auf die Einwanderungsgesetze Licht wirft. Während noch bis unmittelbar vor Ausbruch des Weltkrieges jeder Neuankömmling auf amerikanischem Boden mit offenen Armen empfangen wurde und infolge wirtschaftlicher Nöten in einzelnen Gebieten Eurovas der jährliche Zustrom auch tatsächlich die Million wert überschritt(Das Jahr 1907 zählte allein aus Eurova 1 285 000 Einwanderer), wurde nach dem Kriege durch Kongreßbeschluß nur noch 165 000 Bewerbern aus Curova jährlich die Erlaubnis zur Einwanderung gegeben. Das offene Tor des Landes. das der„asiatischen Ueberflutung“ wegen zum Westen hin schon früher gänzlich geschlossen worden war, gewahrte auch Eurova von dem die ersten Ansiedler gekommen waren, nur noch in beschränktem Maße Aufnahme. Und auch hier sollte die künftige Verteilung der Nationen nicht mehr dem Zufall überlassen bleiben. Das amerikanische Volk ist aus vielen euroväischen Nationalitäten zusammengesetzt, die der„Schmelztiegel“ einer demokratischen Erziehung zu einer einheitlichen Nation zusammenzuschweißen hat Ohne Frage war das britische Element aus der Kolonialzeit her in der Ueberzahl. Die letzten großen deutschen Einwanderungswellen kamen in dem Freiheitsjahr von 1848 und in den Jahren wirtschaftlicher Depression um 1880. Die sogenannte Nationalitätenklausel sab nun das Verhältnis vor, in dem sich die Ursprungsländer an dem herabgeminderten Einwanderungskontingent beteiligen konnten. Durch ihre Zahlen sollte die Bevölkerung fortan in ganz bestimmte Bahnen gelenkt werden und darin erhalten bleiben. Für Deutschland betrug diese Zahl, Einwanderungsquote genannt. dis zum 1. Juli d. J. 51 227. Was sich über diese Zahl hinaus bei den Konsulaten um Erlaubnis zur Einwanderung bewarb. mußte warten, oft auf Jabre dinaus.— Gegen den Willen des jetzigen Präsidenten, aber mit der Zistimmung der genügenden Anzahl von Senatoren, ging nun am 1. Juli eine Aenderung vor sich, nach der alle nichtenglischen Nationen erneut eine Einschränkung erfahren, während die Einwanderung aus England in beinahe doovelt so großem Umfange wie vorher zugelassen wird. So wird es für lange Zeit bleiben. Es müssen gewichtige Gründe gewesen sein, die das tyvische Land der„Freiheit", bis dahin die Zuflucht so vieler, mit seiner Vergangenheit brechen und eine neue Bevölkerungspolitik einführen ließen. Ueber diese Gründe geben uns die Grupven Aufschluß, die das Gesetz zur Annahme brachten. Für die Einwanderungsbeschränkung stimmten die Elemente britischen Ursprungs, die in unsichtbarer Weise das Land regieren und bei fortgesetzter Einwanderung eine Veränderung des amerikanischen Nationalcharakters fürchteten. Ferner stimmten dafür die unduldsamen Wortführer der amerikanischen Alkobolverbote und auffallenderweise die amerikanischen Gewerkschaften. Wem es nun unter diesen erschwerten Umständen gelingt. ins Land hineinzukommen, tut. gut daran, noch in der alten Heimat sich manches vor Augen zu halten, um vor späteren Enttäuschungen bewahrt zu bleiben. Das Amerika mit seinen großen unverschlossenen Ländereien, die um billiges Geld zu haben waren, gehört der Vergangenheit an. Amerika ist aus einem Ackerbaustaat ein ausgesprochener Industriestaat geworden, der sich bis jetzt nur durch seinen Naturreichtum und seine verhältnismäßig geringe. Bevölkerungsdichte seine materielle Prosperität erworben hat. Die sozialen Probleme, wie sie aus der Industrialisierung Eurovas entstanden sind, und die eine Verständigung zwischen Unternehmertum und Arbeiterschaft im Interesse beider Teile gelegen sein lassen, sind hier in ihrem Wesen noch ebenso wenig gelöst wie in Europa trotz des gegenteiligen Eindrucks, den das bekannte Buch Fords in Deutschland hier und dort erweckt hat. Dem Kampf ums Dasein wird auch hier der Einwanderer nicht entrinnen. Ob er aber hier in fremdem Lande unter Fremden die Hilfe findet, die ihm drüben doch vielerseits geboten wurde. ist die Frage. Ein Weiteres: Die industrielle Entwicklung Amerikas hat einen Geisteswandel herbeigeführt, der das Amerika von heute dem Amerika unserer landläufigen Vorstellung nicht mehr entsprechen läßt und unserer deutschen Ceistesbildung— vorläufig noch— entgegensteht. Mein Freund gab dieser gleichen Beobachtung Ausdruck. nur auf etwas drastischere Weise.„Man fühlt“, so sagte er,„wie eine Maschine, die aufgedreht wird und dann abläuft.“ Der Amerikaner empfindet es nicht. Der deutsche Einwanderer dagegen wird bei der geistigen Höhe des deutschen Volkes, auch seiner Arbeiterschaft. kaum sich damit abfinden können, und sich darum schwerlich im amerikanischen Volksleben heimisch fühlen. Wen ein hartes Geschick aber dennoch zwingt, von seiner deutschen Heimat Abschied zu nehmen, der mun Kreuz und Auer Aurch die Welt Puderquaste auf dem verbotenen Berge Rund sieben Jahrbunderte waren verstrichen, seitdem aum letzten Mal ein weibliches Wesen seinen Fut auf die gebeiligten Hange des Berges Saniogadake in der japanischen Provinz Damato gesetzt hatte. Der letzten Javanerin, die den Aufstieg gewagt war die Sache schlecht bekommen. Die Legende will wissen, daß die erzurnten Götter, denen der Berg gewerht ist, die Frau nicht lebend ins Tal kommen ließen, sondern sie unterwegs einen steilen Abhang hinunter sturzten. Wos die Unsterblichen zu diesem einer Dame gegenuber etwas unhoflichen Gebaren veranlaßt haben mochte, wird immer ein Ratsel dleiben. Tatsache ist aber, daß seit dem Jahre 1250 keine Frau mehr den Bera betreten durfte und nur die Manner das Recht hatten, im Temvel zu beten. der die Zinne des Sanjogadake krönt. Weder einer der Priester, die den Sommer über dort wohnen, noch einer der vielen hundert Pilger, die den Tempel besuchen, dachte temals daran, daß eine schwache Frau den Mut besiven konnte, diesem vielbundertjährigen Gebote zu troven. Kein Wunder also, daß der Obervriester des Heiligtums kürzlich horbar nach Luft schnappte, als zwei neuankommende Pilger am Gipfel die Kavuzen abnahmen und sich als Weidlein entvunpten. Der ganze Tempel geriet ob solcher Verwegenbeit in Aufruhr. Priester und Pilger erwarteten nichts anderes, als daß die erzürnten Gotter den ganzen Berg mit Gerechten und Ungerechten in Brüche schlagen wurden. Zitternd naherte sich der Oberpriester den Sünderinnen, um vielleicht doch noch durch eine rasche Tat sich und die anderen Frommen rei ten zu können:„Weicht sofort von dieser beiligen Statte. Ihr Frevlerinnen!". Die jungen Damen machten ob dieser undoflichen Anrede etwas erstaunte Gesichter, sahen aber, daß ihnen angesichts des bitteren und heiligen Ernstes des guten Oberbonzen nichts anderes übrig blieb. als wieder bergab zu klettern. Doch olörlich richtete sich die junge Dame entschlossen auf und sagte, während Priester und Pilger um ihr Leben bebten:„Gut. wir gehen. Aber nicht bevor wir uns bergerichtet haben!" Und in aller Ruhe zogen die Sünderinnen ein Reisenecessaire aus dem Aucksack, holten Puderquaste und Livpenstift hervor und verschonten ihre lieblichen japanischen Züge. Während dieser Zeit warteten samtliche Priester und Pilger, der Oberbonze an der Soitze, mit zitternden Händen. wankenden Knien und klapvernden Zähnen darauf, daß die erzürnten Götter ihnen allen den Garaus machen sollten. Die Unsterblichen hatten aber anscheinend noch einmal Mitleid mii den unschuldigen Gläubigen— vielleicht gesielen ihnen auch die beiden jungen Javanerinnen ganz gut—: auf jeden Fall erfolgte das befurchtete Erdbeben nicht, und die Frevlerinnen stiegen. nachdem sie sich vom Erfolg ihrer Restaurierung im Spiegel überzeugt hatten, in aller Gemütsruhe wieder bergab. Der Oberpriester aber überlegt sich, wie er seinen heiligen Berg in Zukunft vor weiteren Lippenstiften und Puderdosen schünzen kann Rönig Petersson hat das Regieren satt Der Schwede Karl Perersion, werland Konis der von Kannibalen bewohnten Insel Tabor im Stillen Ozean, bat in einem Brief. den kürzlich einige seiner Freunde in Göteborg gemeinsam von ihm erhielten, mitgeteilt, daß er nicht länger mehr auf seinem exotischen Thron zu sitzen beabsichtige. Seine schwarzen Untertanen gebärden sich zwar verzweifelt über diesen Abdankungsentschluß, doch sehnt sich König Petersson— er steht im 66. Lebensjahre— nach einem Leben voller Abenteuer zurück nach der Heimat, um dort in Ruhe und Behaglichkeit seine letzten Tage zu verbringen. Vor dreißig Jahren strandete das Schiff, auf dem sich Petersson als Matrose befand, in der Nähe von Neu=Guinea. Als einziger Ueberlebender gelangte er schwimmend an den Strand der Insel Tabor, die, wie Petersson ansangs zu seinem Schrecken feststellte, nur von Kannibalen bewohnt war. Nach seiner Ankunft wurde der blonde, bochsewachtene Schwede von einer Schar martialisch ausgevunter Krieger umringt, die ihn im Vorgefuhl eines kräftigen Festschmauses im Triumph zu ihren Hutten geleiteten. Man mastete ihn geradezu und ließ ihm alle erdenkliche Freiheit, außer der, sich von der kleinen Insel zu entfernen Nur der Umstand, daß Petersson das Herz der Hauptlingstochter im Sturm gewann, bewahrte ihn schließlich vor dem Tode am Brativieß. Genus. eines Tages wurde der nordische Hune ihr Prinzgemahl und Thronfolger im Reiche Tabor. So wurde leider nichts aus dem Petersson=Braten. Als der Häuptling in die ewigen Jagdgründe seiner Ahnen hinüberwechselte, bestieg Petersson als liebender Gatte und treusorgender Vater von neun strammen Sorößlingen den Thron Tabors Er wurde seinen Untertanen ein guter Herrscher. Mit starkem Arm brach er den Widerstand einiger auffassiger Krieger, rottete den Kannibalismus auf der ganzen Insel aus und lehrte die Bewohner die Ausnutzung ihrer reichen Bodenschätze. Mehrere Kovraplantagen bluhten unter seiner Leitung auf. Der Wohlstand des Kannibalenvölkchens wuchs unaufhorlich. Als seine Frau dann starb, fuhr er vor fünfzehn Jahren nach seiner Heimat und brachte seinen Untertanen in Gestalt der Tochter eines schwedischen Gaswerksdirektors eine neue Konigin mit. Auch sie gewann sich die Zuneigung der Schwarzen Nun sind ne beide alte geworden, der König und die Konigin, und wollen beim nach Schweden. Der Abschied wird ihnen nicht leicht fallen von ihrem Kannibalenvöllchen, das ihnen viel verdankt. Strohwitwerzeit Von Hanne Erwin Soll man sie bedauern oder beneiden, die zahllosen Strohwitwer, die jett als„Zuruckgebliebene" die Straßen der Stadt bevolkern. wahrend ihre„besseren Halften“ sich s an der See, im Gebirge, im idollischen Luftkurortchen oder im eleganten Heilbade wohl sein lassen? Die Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten. Denn kaum einer dieler mehr oder weniger betrübten Strodwitwer wird uns— wahrheitsgemäß informieren. Sei es aus... Vorsicht(dann zählt er zu den Beneidenswerten!), lei es aus der echt männlichen Scheu, seinen liebevollen Gefühlen Ausdruck zu geben, die ihn die teure Gefährtin an allen Ecken und Enden vermissen lassen. (Solche Strobwitwer fühlen sich als die Bedauernswerten. aber im Grunde wird so mancher sie erst recht von ganzem Herzen beneiden!) Wie gesagt, eine unumwundene und aufrichtige Antwort auf diese Frage zu erhalten, wird schwer sein, und so sind wir auf unsere eigenen Erfahrungen angewiesen Schon auf den Bahnbösen kann man diese Studien beginnen, und wer nur ein klein wenig####chologische Beobachtungsgabe dat, der wird aus den Mienen der zuruckgebliebenen Ehemänner allerlei herauslesen können. Woblgemerkt, der zurückgebliebenen, nicht etwa der zuruckbleibenden!!! Denn keiner von ihnen zeigt sein ganz wadres Gesicht, solange„sie" noch blumenstrauß= und pralinenbewaffnet an dem Abteilfenster des Bäderzuges lehnt, solange noch die üblichen Abschiedsreden und Ermahnungen getauscht werden, wie:„Schreib' auch ie eine Karte. wie Du angekommen bist"" Oder:„Nimm Dich recht in acht, Männe! Du weißt. Du kannst kein kaltes Bier vertragen!" Oder:„Vergiß nicht, abende auf der Kuroromenade die Strickzacke überzuziehen, denn am Wasser ist es doch kühl!" Und:„Füttere ja den Kanarienvogel regelmäßig—— und dann rauche bitte nicht abends im Bett beim Leien sonst finde ich wenn ich zurückkomme, lauter Brandlöcher in den Kopftissen Ja, solange noch diese Wechselgesprache ertönen, solange noch die Adschiedsküsse getauscht werden, solange mar winkend neben dem sich langsam in Bewegung setzenden Zuge berläuft, der abreisenden Ehehälfte letzte Liedesbeteuerungen zuruft und ihre letzten Ermabungen entgegennimmt, solange zeigt kein Strobwitwer, wie es ihm wirklich zumute ist! Aber dann———. Es gibt ein untrugliches Mittel. um festzustellen. welche Strobwitwer sich zu den Beneidenswerten zahlen Das sind die, welche nach kurzem obligaten Abschiedsgewedel entschlossen das Taschentuch einstecken und sich stockchenschwingend dem Ausgange zuwenden! Vielleicht ofeisen sie auch einige Takte dabei, etwa„Auf in den Kamof, Torero. Mut in der Brust, siegesbewußt!" Oder: So leben wir so leben wir, so leben wir alle Tage—“ Jedenfalls sind sie äußerst guter Laune, und wenn sie auch vor einigen Minuten am Zuge noch tiefbetrubt aussaben... Man gebt wohl nicht fehl in der Annahme, daß sich für diese„trauernden Hinterbliebenen“ mit der Abreise der vielleicht allzu anhänglichen und besorgten Partnerin eine Art Kasig geöffnet hat... Nun stehen sie sozusagen los und ledig da mit der berauschenden Möglichkeit vor Augen, in den nächsten Wochen tun und lassen zu können, was sie wollen. Welch lockende Aussicht! Sie werden in Hemdsarmeln am Tische sitzen wenn ihnen der Sinn darnach stebt. 1a, sie werden sogar bei der Mittagsrube die bestiefelten Fuße auf das Sofa legen! Niemand wird schelten, wenn sie rauchen und über die Zahl der verkonlumierten Glimmstengel in Entrustung geraten mit der Begründung:„Wenn ich nun soviel Schokolade essen wollte, wie Du rauchst!" Niemand aue hat etwas dreinzureden, wenn man sich seine guten Bekannten zum Skat einladen will, und noch weniget, wenn man vom Kegelabend mal ein beechen water(oder schon wieder ganz früh) nach Hause kommt. Man gedenkt. diese Freibeiten recht ausgiedig zu geniesen, und als Einleitung dazu wird ma ietzt nicht nach Hause geben, um das von gestern aufgewarmte Gulasch zu verzehren, sondern man schwenkt im eleganten Bogen ab ins nächste Vraustübl oder Restaurant. Ich habe beobachtet, daß die überwiegende edrzahl der Strobwitwer, die soeben ihre Angetraute in den Zug expediert haben, hierauf als Erstes ins nachste Restaurant gebt. Das scheint eine Art Symbolik zu sein.. Aber es gibt naturlich auch andere Strohwitwer. Da sind die, die lange, sehr lange noch auf dem Bahnsteig steben und dem Zuge nachwinken, und die sich dann zogernd und sichtlich ungern auf den Heimweg machen. Auch sie landen gewohnlich erst einmal in irgend einer Gaststube, aber es ist nicht die prickelnde Freude am eigentlich Verbotenen und nicht fast junglingshaft abenteuerliche Unternehmungslust, die sie dahin führt, nein. sie fürchten sich sörmlich davor, nach Hause zu kom men, in die stille und so seltsam leergewordene Wohnung. an der Tür wird ihnen niemand entgegenkommen, morgens wird niemand ihnen nachwinken, wenn sie zum Dienstgehen; lo sonderbat und ungewohnt wird es sein, sich selber die Brotchen zu streichen und die Krawatte zu binden, und hundertmal wird man sich anfangs dabei ertappen. daß man aus der Zeitungslektüre heraus oder voller Aufregung über einen neuen Plan. ein sensationelles Ereignis im Bureau ulw. sein:„Du, dor mal!" oder:„Findest Du nicht auch?“ ins Nebenzimmer ruft, in dem„sie“ sonst am Nähtischchen saß, und erst aus der geisterhaft=eifigen Stille auf diesen Anruf merkt man, daß man ja— Strohwitwer ist!— Als dritte Kategorie der Strobwitwer waren noch die Geschaftsmäßigen und Eiligen zu nennen, die, wahrend der Zug aus der Halle fährt, nach der Uhr sehen, wahrend er sich dem Weichbilde der Stadt näbert, schon im Auto sitzen und noch ehe er die nächste Station erreicht hat. über Konserenzen. Besprechungen, Telepbonaten und Börsenberichten die Existenz ihrer besseren Hälfte bereits wieder ebenso gründlich vergessen haben wie gewöhnlich... Für diese ist es eigentlich ziemlich gleichgultig, ob die Ehefrau verreist ist oder nicht; man konnte sie die vermanenten oder die geborenen Strohwitwer nennen... Immerhin ist diese Kategorie der Strohwitwer bei uns noch verhältnismäßig klein, weit geringer jedenfalls noch, als in Amerika. wo es Leute gibt, die davon leben, stellvertretende Strobwitwer zu sein, d. b. sie harren an Stelle der Ehemänner auf dem Bahnsteige oder an der Landungsstelle aus und besorgen das Abschiedswinken, indes diese nach dem Grundsatz„tme is money“ sich ohne Verzug wieder in den Strudel ihrer Geschäfte stürzen——. So weit sind wir noch nicht gediehen, aber wer weit? Vielleicht macht schon nächstes Jahr das amerikanische Beispiel Schule bei uns!— So gibt es der Strohwitwertnner viele und verschiedene. und es ist eigentlich nur von Fall zu Fall zu entscheiden, ob sie zu bedauern oder zu beneiden sind... Vielleicht bietet bierzu der Wochenendzug die beste Gelegenheit? Hier sind meist die Rollen vertauscht. Die Beneidenowerten sieden mit umdusterter Miene am Fenster ihres Abteils, die Bedauernswerten aber sind froher Geschäftigkeit voll, und beider Gesichtsausdruck ist recht... Ich glaube aber festgestellt zu haben, das die freudige Note hierbei überwiegt! Für die Mehrzahl der Strobwitwer bedeutet die Wochenendfahrt zur sommerfrischlernden Ebedalfte doch eine Art Hobevunkt: Man wird einmal nolens volens aus der Umgebung und Denkweise des Alltags losgelöst, alles hat ein anderes Aussehen — Diese wenigen Tage haben eine festlichere Atmosohäre. sie sind so ein klein bischen wie versatete Flitterwochen Man zeigt sich gegenseitig von der liebenswürdigsten Seite. und nicht selten erbluht ein neuer Liebesfruhling aus dieser wochenendlichen Unterbrechung des Strohwitwertums Wie beneidenswert! Nicht wahr? Ein neues deutsches Corpedoboot in Dienst gestellt „Raiser der Worte“. Gabriele dAnnunzios Unsterblichkeit ist gesichert Ein edenso fleißiger wie zahlenmutiger Philologe und Veredrer des Dichters hat dessen Werke nicht nur grundlich studiert, sondern sie auch mit der Elle gemessen. Und siebe da: 40 000 Worte finden sich dort, eine Anzahl, die selbst bei weitem die lumwigen 17000 Worte der Werke Dantes übertrifft. Dieser Wortreichtum stellt angeblich den aller Dichter der Weltliteratur in den Schatten. Man hat deshalb Gabriele d'Annunzio, den„Helden" von Fiume und zahlreichen Abenteuern, zum„Kaiser der Worte“ in Rom gekrant, ahne sich der Ironie bewußt zu werden, die in dieser Ehrung liegt. Es gibi namlich keinen größeren Maulbelden in ganz Italien als Gabriele d'Annunzio, der im Kriege einen Villenraub an dem Besintum eines deutschen Gelehrten beging. und dessen dichterische Eitelkeit alle Grenzen des Erträglichen längst überschreitet. Der bevorzugte Begetarier Er darf einen groteren Garten haben. Bei einer preußischen Wohnungsfursorgegesellschaft waren kurzlich Anträge auf Reichsheimstatten gestellt worden, bei denen die Große der Pareellen mit 1": bis 3 Morgen Land uder das bei den Wohnheimstatten udliche Maß hinausging. Die Antragsteller waren Begetartet, die einen großeren Bedarf an Odst und Gemuse und deshalb an Gartenland angaben. Die Wohnungsfursorgegesellschaft war zweiselhaft, ob es sich bei der ungewohnlichen Große des Gartens nicht hier schon um eine sogenannte Wirtschaftsheimstätte dandele deren Erträgnisse über den Selbstverbrauch hinausgehen und Unter Feierliche Uebergabe des Torvedobooten„Leovard“. Anwesenheit der Soivzen der Reichsmarineleitung wurde das neue Torvedoboot der Reichomarine „Leovard“ in Dienst genommen. fur die im udrigen beruflich tätigen Siedler einen hudschen Zuschuß zu ihrem Einkommen abwersen wurden Sie bat daher den Minister für Volkswohlfahrt um seine Stellungnahme. Der Minister entschied zu Gunsten der Begetarter. Er trat der Auffassung des Reichsverbandes der Kleingartenvereine Deutschlands bei, das nebenbe bearbeitete Garten einen nennenzwerten Gelduderschuß nicht abwersen. Die derufliche Tatigkeit der Bewerder in diesem Falle sei so erbeblich, daß die Vermutung, die Gartenerzeugnisse, könnten großtenteils verkauft werden. auch bei Gärten von 1½ Morgen und etwas druber nicht aufkommen könne, zumal die Bewerber Begetarier sind, er wolle daher dier gegen eine an sich ungewoonliche Gartengrobe ausnahmzweise nichts einwenden. Die Klapperschlange in der Hose Es war fürchterlich heiß. so heiß, daß sich Thomes darkneß, ein Sommerfrischler aus Son Joie in Kalijornien seine Kleider auszog, an einen kleinen Baum hangte und in das kudle Wasser eines Flußleins sturzte Eine halbe Stunde lang ertreute er sich des Bades, dann begann er langlam wieder an Land zu kriechen, ließ sich on der gutigen Sonne trocknen und sabte nach seiner beie Plorlich aber begann dieses sonst leblose Wesen sich zu regen, tanzte wie wahnlinnig vom Baume derabdangend in der Luft und gab Töne von sich die dem doch noch etwas ungläubigen Thomas die Haare zu Berge trieben. Als er aber zuvacken ur###e, jubr er entsetzt zurück, denn aus der Hose bäumte sich der zischende einer Klavverschlange auf, als wollte er sagen: Weg hier! Die Hose gebort jetzt mir.“ Thomas war in Nöten. An seine Kleider konnte er nur unter Lebensgefahr heran, ein Stock oder einen großeren Stein waren in drei Meilen Umkreis nicht zu sehen. Ratlos stand er da. Dann aber kam die Rettunz. Er soh hinter einer Bodenwelle einen Bekannten auftauchen. Der hielt sich den Bauch vor Lachen, als er den unglucklichen Thomas stehen sab. Dann aber erfaßte er den Ernst der Lage. und als häufiger Besucher von Zirkusvorstellungen begann er den Versuch, die Klavverschlange durch ein gepfissenes Liedlein aus der Hose zu locken. Tatsächlich gelang ihm das Experiment, die Schlange gab die Kleiderwache auf. und Thomas konnte mit beiden Beinen in seine Hose springen. Schlacht um eine Kürbispuppe Innerhalb der mit heißblutigen Kurden stark vermischten türkischen Bevölkerung des ostangtolischen Wilajets Malatia wird noch heute eine Reihe altüberlieferter Gebräuche gewahrt. So ist es im Dorfe Burungus üblich, bei jeder Hochzeit ein bestimmtes Schauiviel zu veranstalten: Eine großere Anzahl weißgefleideter Frauen schart sich um ein junges Madchen und wird von schwer bewaffneten Reitern durch das Dorf getrieben — also eine Darstellung des noch vor wenigen Jahrzehnten üblichen Brautraubes. Natürlich verlauft der ganze von fürchterlichem Lärm begleitete Raub heute hanz harmlos. Im Anschluß daran erhalten sämtliche Verwandte der geraubten Braut vom Entführer als Entschädigung Geschenke. Kürzlich tobte in den Gassen von Burunguz wieder ein derartiger gemimter Aufruhr. Dann erfolgte die Verteilung der Präsente. Bei dieser Gelegenheit erhielt ein entfernter Angehöriger der Braut rein zufällig eine kleine Kürbispuppe. Der Beschenkte aber erblickte in dieser Geste eine große Beleidigung, weil seine Ebe kinderlos geblieben war. In seiner Wut warf er das Geschenk auf die Erde und vertrat es. Eine schlimmere Kränkung des Gebers. des Bräutigams, ist nach Landessitte nicht auszudenken. Seine Anhanger zrirren allo zu den Waffen, und wenige Augenblicke svater tobte in Burunguz ein beißer Kampf. dem nichts Gemimtes mehr anhaftete. Das Ergebnis war, daß die Hochzeit nicht stattfinden konnte, weil sich unter den Toten nicht nur der beleidigte Beleidiger, sondern auch der Bräutigam befand Eine Schlange heilt einen Gelähmten Alle Pflegerinnen und Insassen des Krankendause:## Guavaquil(Ekuador) hielten den armen indianischen Patienten für unbeilbar gelähmt. Auch die Aerzte hatten keinerlei Veranlassung. an ein Simulieren zu glauben. Der Indianer lag mit anderen Kranken in einem Saale, als plötzlich der Schreckensruf durch den Raum gellte: „Sine Riesenschlang=!" Alles stürzte durch die urch die entlegenste Türe aus dem Krankenzimmer. Nur der Indianer lag noch in seinem Beit. Die Schlange kam naher und näder. Dann sad sie vlorlich den Indianer und kroch züngelnd auf ihn zu. Das zuviel für den Gelahmten. Mit einem Satz zagte er aus den Federn doch, setzte in zwei Meter weitem Sorung auf das Fensterbrett und stürzte sich in den drei Meter tieser liegenden Garten hinab. Dann lief er wie ein Wiesel davon. Die Riesenschlanze konnte später getotet werden. Den Aerzten aber ist der Fall des Gelähmten ein völliges Rätsel, und sie wissen nicht, ob dier die Angst ein Wunder vollbracht hat oder ob es sich bei dem Geheilten nur um einen außerordentlich geschickten Simulanten handelt Gesunde Knochen Kinder mit ihren elastischen Knochen pflegen im allgemeinen Stoße und Stürze eber zu vertragen als Erwachsene. Aber trovdem grenzt das noch glücklich verlaufene Abenteuer, das kürzlich dem siebenzadrigen Frank Kurtis aus Peorbiewton(England) zustieß, ans Wunderdare. Der Bengel turnte mit einigen Kameraden auf dem Gelander einer Eisendahnbrücke. Infolge eines Feblgriffes stürzte er gerade in dem Augenblick hinunter, als ein Schnellzug unter der Brucke durchfuhr. Der Junge fiel auf das Dach des letzten Wagens. wurde vor den Augen der entletzten Zuschauer wie eine Feder zuruckgeschnellt, überschlug sich in der Luft. ohne gegen die Brücke geworsen zu werden, und fiel schließlich binter dem davonbrausenden Zug zwischen die Gleise. Einen Augenblick blieb er liegen, dann erhob sich der Totgeglaubte, stolverte ein wenig benommen und lief auf dem anderen Gleise einem zweiten Zug entgegen. Im letzten Augenblick konnte ein Eisenbahner den Bengel von den Gleisen reißen. Der mörderische Sturz hatte den Jungen nur einen Armbruch und ein Loch im Koos eingetragen. Was Minnehaba sagt Es ist gut, ab zu einen Blick in die Seele der amerie kanischen Frau zu tun. Der„Briefkasten“ amerikanischer Zeitungen ist dafür eine ungemein reiche Fundarube. Da ist eine Frau, die sich scheiden lassen möchte. Aber sie det, wie sich das versteht. Bedenken wegen der Kinder. Sie wendet sich allo au ihre Frauenzeitung um Rat. Und tun antwortet die Briefkastentante, die den schonen indianischen Namen Minnehaba führt, folgendes „Machen Sie sich doch keine Sorgen wegen der Rinder. Lassen Sie mehr den Verstand als das Herz reden. Sentimentalität ist heute nicht mehr am Platze. Lassen Sie die Kinder dem Manne. Dann wird er merken, was es heißt, sich mit Kindern abplagen zu mussen. Fur Sie sind die Kinder doch nur eine wirtschaftliche Last Genießen Sie. wenn sie frei sind. Ihre jungen Jahre! rat Minnehaba der jungen Frau Solche schlage werden öffentlich von einer amerikanischer Frauenseitung erteilt. Kinder sind Ballast. Ballast ist gut für den Mann. Es lebe die ungezügelte Freibeit! Mit Schrecken siebt man, wohin es mit der amerikanischen Weiblichkeit geht.. Der 130000=Mark=Steuerscheck des Buchmachers Von dem betrachtlichen Einkommen englischer Buchmacher erfährt man gelegentlich etwas, wenn die marten Geschäftsleute mit den Gesetzen in Widerspruch geraten. Der Buchmacher Alfred Heatborn war in der Lage, der Steuerbehörde nostwendend einen Scheck uber 130 000 Mark zu schicken, als sie ihm die schriftliche Meinung ausdrückte, daß der Staat von Heatborn um diese Summe betrogen worden sei. Der Buchmacher bezisierte freiwillig sein Einkommen auf 7 dacht der Finanzmänner zu bestatigen. Aber Heatdorn bringt allerlei hochgestellte Zeugen zu Bekundungen uner seine Lauterkeit bei und dehauptet, er habe von der Steuerhinterziebung nichts gewußt, weil er seine Buchfuhwaltige Summen beim Rennwetten vergeudet werden