∆ # Anzeiger Druck u. Verlag: Koetders& Röttsches. Herne. Bevelstr. 8. neden der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis wöchentlich 60 Pfa. frei ins Haus gebracht.7 Postscheckkonto: Dortmund 1907 Verantwortlich für den redaktionellen Ceil: Di. Leo Reiners. für den Anzeigen- und Reklameteil: Carl Bartels, beide in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger7 Gerther Anzeiger beglaubigte Abonnentenz ahl Jeder Abonnent nebst Ebefean ist gemäß den Bedingungen mit Mark 250.— versichert, wenn durch einen Ansall der Tod oder Ganzinvaltdität einteitt. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe lokal 7 Pfg., auswärts 8 Pfg., Arbeitsund Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöhe, im Reklameteil 30 Pfa. Der aus die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinfällig. Fernsprech=Anschluß: Sammel=Nummer 52541 Telegramm=Adresse: Anzeiger Herna Nr. 142(Erstes Blatt) Freitag, den 21. Juni 1929 25. Jahrgang. 1— Nachklänge zum Pariser Besuch Stresemanns Die Franzosen drängen auf schnelle Ratifikation des Doungplanes— Die Julikonferenz der Regierungen— Erledigung der Nachkriegsfragen— Rheinlandräumung und Feststellungsausschuß Beschleunigung Augun erledigt sei, der gleic der letzte Zeitpunkt für Deutschland soll sich beeilen Berlin, 20. Juni. Nach einer Meldung Berliner ätter Industrie und Pariser Ergebnis die Natifizierung des Mellon=Berenger=Abkommens kolgende halbamtliche Mitteilung über die Unterzedung zwischen Dr. Stresemann und Briand veröffentlicht: Die französischen Minister haben dem Vertreter Deutschlands erklärt, daß die französische Regierung, nachdem sie bereits am Dienstag vorbehaltlos die Empfehlungen der Sachverständigen gebilligt hat, deren Inkrafttreten zu beschleunigen gedenke, um möglichst früh die vollständige und endgültige Negelung des Revarationsvroblems sicherzustellen. Es scheint eine grundsätzliche Verständigung über das zur Erreichung dieses Zieles einzuschlagende Verfuhren derbeigeführt worden zu kein. Eine Konserenz, aus der die Regierungen Englands, Deutschlands. Belgiens, Frankreichs, Italiens und Japaus vertreten sein würden, dürfte zusammentreten, und zwar in einem neutralen Lande, etwa in der Schweiz. und wenn möglich in der zweiten Hälfte des Monats Juli. Sobald Dr. Stresemann mit seinen Ministerkollegen Fühlung genommen hat, dürften die Minister für Auswärtige Angelegenheiten Frankreichs und Deutschlands gleichzeitig den übrigen interessierten Mächten einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Es ist wahrcheinlich, daß Frankreich aus dieser Konserenz durch Poincare und Briand vertreken sein wird. „Matin“ fordert rasche Erledigung E Paris, 20. Juni. Zu der Zusammenkunft Dr. Stresemanns mit den Mitgliedern der französischen Re gierung schreiht Sauerwein im„Matin": Während der kurzen Unterhaltung der französischen Minister mit Stresemann hätten sie sich klar und deutlich für die beschleunigte Arbeitsmethode ausgesprochen. d. h. für die Erledigung aller Vorschläge, die mit dem Sachverständigensroklem im Zusammenbang stehen, noch vor den großen Ferien. Die franist. Man werde nur dann schnell zu einem Ende kommen, wenn man im Geiste der Verständigungsbereitschaft an die Aussprache herantrete. Deutschland werde versuchen, eine möglichst schuelle Rheinlandräumung zu erhalten, sowie einen Feststellungsausschuß im Rheinland, der nicht über das Jahr 1935 hinaus andauere. Die französische Regierung müsse vor der Konferenz Klarheit über diese beiden Fragen schaffen. Sie habe dann aber auch den Vorteil, dem Parlament auf einmal die Erledigung fast aller Nachkriegsfragen. vorlegen zu können. Was die Frage der Ersetzung des Dowesplanes durch das neue Abkommen anlangt, so wird es der 1. September. 1. Oktober oder 1. November sein, zwischen denen die politische Konferenz zu wählen haben wird. Französischerseits ist man in dieser Hinsicht sehr hartnäckig und der Meinung, der Youngolan werde erst mit dem Tage in Kraft gesetzt, an dem die für die Mobilisierung unseres Kriegsentschädigungsanteils eingeleiteten Kreditoverationen in das Gebiet der Tatsachen getreten sind. X Berlin, 20. Juni. Präsidium und Vorstand des Reichsverbandes der deutschen Industrie sind in ihren Sitzungen am 19. und 20. Juni nach eingehender Aussprache über das Ergebnis der Pariser Revarationsverhandlungen einstimmig zu folgender Stellungnahme gelangt: „Der Reichsverband der deutschen Industrie spricht den Mitgliedern der deutschen Delegation für die ihre im Interesse des deutschen Volkes geleistete Arbeit seinen Dank und seine Anerkennung aus. Er ist überzeugt, daß jeder der Sachverständigen nach bestem Wissen und Gewissen bestrebt gewesen ist, das nach Lage der Verhältnisse günstigste Ergebnis für die Zukunft des deutschen Volkes zu erreichen, und er versteht durchaus, daß Herr Dr. Vöaler aus der wirtschaftlichen Beurteilung der Lage sich zur Erklärung seines Rücktrittes veranlaßt gesehen hat. Bezüglich der wirtschaftlichen Bedeutung des Boungplaus steht der Reichsverband auf demselben Boden wie bei seiner Stellungnahme zu den Leistungen auf Grund des Dawesvlans. Damals. im Jahre 1924, hat der Reichsverband erklärt, daß die auserlegten Lasten die Leistungsfähigkeit Deutschlands erheblich übersteigen. Die Art und Weise der bisherigen Aufbringung der Daweszahlungen, gibt keinen Anlaß, diese Ansicht zu ändern. In Uebereinstimmung mit den deutschen Sachverständigen ist der Reichsverband der Ansicht, daß auch der Doung= plan dem deutschen Volke für eine lange Reibe von Jahren Lasten aufbürdet, die über die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft hinausgeben. Wie aus dem Pariser Gutachten hervorgebt, bat das Sachverständigenkomitee sich wesentlich von politischen Gesichtspunkten leiten lassen. Aus diesem Grunde behält sich der Reichsverband eine endgültige Stellungnahme bis zur Entscheidung der berufenen politischen Instanzen über Annahme oder Ablehnung des Planes vor.“ Zusammenprall in der„Todeskurve“ Hochbahnunglück in 70 Meter Höhe Schiedsspruch für den bergbau Mit den Stimmen der Arbeitgeber— gegen die Stimmen der Arbeitnehmer.— Erklärungsfrist bis zum 24. Juni. Essen, 20. Juni 1929. Heute vormittag 10 Uhr wurden die Verhandlungen im Bergbauverein in Essen wieder ausgenommen, die den ganzen Vormittag in Anspruch nahmen und nach einer kurzen Mittagsvause zu Ende geführt wurden. Gegen 16,30 Uhr fällte die Schlichterkammer einen Schiedsspruch für Rahmentaris und Arbeitszeit. Der Schiedesrruch hält durch das Mehrarbeitsabkommen die heutige Arbeitszeit von acht Stunden unter Tage und die entprechenden Arbeitszeiten über Tage und den heutigen Mindestlohn der Gediugearbeiter aufrecht. In der Urlaubsfrage ist eine Erhöhung des Urlaubs um einen Tag für die höheren Dienstaltersstufen und für die 15und 16jährigen festgesetzt und ein viertägiger Urlaub für die 14jährigen neu eingeführt worden. Rahmentarif und Mehrarbeitsabkommen sollen bis zum 30. November 1930 unkündbar sein. Es sind längere Kündigungsfristen vorgesehen. Die Parteien müssen sich bis Montag, 24. Juni, über Annahme und Ablehnung erklären. Die Nachverhandlungen vor der Verbindlichkeitserklärung dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach Mitte nächster Woche in Berlin stattfinden. Wie wir hören, kam dieser Schiedssoruch mit den Stimmen der Arbeitgeber und gegen die Stimmen der Arbeit nehmer zustande. Zwei Jüge aufeinander gefahren in Ilammen Neunork. 20. Juni.(Telegr.) Auf der, Unter und Bahnanlage hochsten Stelle der Neuvorker Hochbahn(70 Bieter uder der Straße), zwischen der 112. und 113. Straße, fuhr gestern abend in der sogenannten Todeskurve ein aus sosische Regierung werde auf die englische, belgische und italienische Regierung in diesem Sinne einwirken. Die Stellen, die sich mit der Prüfung der Einzelheiten des Doungolanes und mit der Errichtung des Feststellungsausschusses für das Rheinland zu befassen hätten, hätten schon mit den Arbeiten begonnen. Wie Sauerwein mitteilt, hat Briand nach der Unterhaltung mit Stresemann erklärt, es sei moglich, daß die Konferenz in den ersten 10 Tagen des Juli susammentrete, damit die Ergebnisse zwischen dem 20. und 25. Juli dem Parlament vorgelegt werden könnten und in Frankreich die Aussprache vor dem 1. Holzwagen bestehender Zug auf einen vor ihm fahrenden Zug aus. Der letzte Wagen des ersten Zuges und der erste Wagen des nachfolgenden scheben sich ineinander, und der vordere Zug wurde noch eine Strecke weitergeschoben. Nach den bisberigen Meldungen wurden bei dem Zusammenstoß ein Schaffner getötet und 30 Iusassen der ineinandergeschobenen Wagen so schwer verletzt, daß an dem Auskomnen vieler gezweiselt werden muß. der Insassen beider Züge brach eine furchtbare Panik aus, die dadurch noch vermehrt wurde, daß die Trümmer in Brand gerieten und die Unglücksstelle sich in der Höhe des 7. Häuserstockwerks besand. Der brennende Zug setzte auch die Holzschwellen des Bahngeleises in Brand, so daß nur wenige Reisende sich zu retten versuchten. sondern laut iammernd das Eintreffen der Feuerwehr abwarteten. die mit Hochleitern ausgerunet, alsbald an der Unglücksstelle erschien. Der Brand war inzwischen bereits o weit vorgeschritten, daß brennende Trümmer auf die Straße sielen und die unten stehende Menge gefährdeten. Infolgedessen war auch die Rettung der Verletzten aus den Trümmern äußerst schwierig. Vor zehn Jahren: Versenkung der deutschen Flotte bei Scapa Flom Links von oben nach unten: Einige der stolzen Schiffe, die bei Scava Ilow versenkt wurden. Großer Kreuzer„Hindenburg", das modernne Schiff der ehemaligen deutschen Kriegsflotte; Linienschift„Friedrich der Große", das Flaggschiff des Kontreadmirals v. Aeuter(im Kreis rechts oben), der den Befehl zur Versenkung gab. Panzerkreuzer„Seydlitz"; rechts; nach zehn Jahren:„Seydlitz“ von den Englandern gehoben, mit dem Kiel nach oben treidend Ein trauriger Gedenktag. * Am 21. Juni jährt sich zum 10. Male der Tag. an dem die stolze deutsche Kriegsslotte. 66 Einheiten stark, von den Deutschen bei Scapa Flow versenkt wurde, um ne nicht in die Hände des Feindes fallen zu lassen. Es war um die Zeit der Friedensverhandlungen mit den damaligen Zeindmächten. Damals glaubte Admiral v. Reuter. Deutichland würde die Bedingungen der„Sieger"=Staaten nicht annehmen, und diese würden dann den Kriegszustend nach dem Waffenstillstand wiederherstellen. Um dein die deutsche Kriegsflotte nicht in die Hände der Graner fallen zu lassen, beschloß er, sie zu versenken, nachdem die Ein heiten in langer Reide in den englischen Vnternierungshaben eingefahren waren und für die Egländer der größte Tag ihrer Seegeschichte angebrochen war, nachdem ihr stärkster Rivale besiegt und von revolrtionären Be satzungen gedemütigt worden war. Eie furchtbar Ende. Der Tag von Scapa Ilow wurde der Tag deGrabes der deutschen Kriegsflotte, die wahrlich Großes geleistet hatte. Leider hatte die Versenkung noch die böse Folge, daß die Entente für den Verlust dieler„Kriegsbeute“ Ersatz verlangte, der in der Abgade wertvoller Schwimmdocks geleistet werden mußte. Dieser Gedenktag erinnert auch an das üble Benehmen der Flottenbesatzung im November 1918, das vielleicht#n ein Grund zu der Geste der Versenkung war, um diese Scharte äußerlich wieder gutzumachen. Deutscher Reichstag Berlin. 20. Juni 1929. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung der Novellen zum Einkommen=, Vermögen= und Wechselsteuergesetz Aba. Dr. Hertz(Soz.) bezeichnet die drei Vorlagen als einen Teil des Kompromisses der Regierungsvarteien in der Deckungsfrage. Bei der Wechselsteuer handele es sich W BIT AER FI. 592E. G71. Ein eine Rolwendige Genderung, mr der die Broße wanderung deutscher Wechsel ins Ausland verbindert werden soll. Von einem Geschenk an die Bankkavitalisten sei keine Rede. Die Vorlagen werden in der Ausschußfassung in 2. und 3. Beratung angenommen. Es handelt sich um eine Novelle zum Einkommensteuergesetz über die Einführung des Verlustvortrages für die buchführenden Steuerpflichtigen, um eine Ermäßigung der Wechselsteuer und um eine Novelle zum Vermögenssteuergesetz, wonach die Vermögens zuwachssteuer auch weiterhin bis zum Inkrafttreten des Steuervereinheitlichungsgesetzes nicht erhoben werde. Angenommen wurde auch eine Ausschußentschließung, die verlangt, daß bei der Festsetzung der Durchschnittssätze der nichtbuchführenden Landwirte und Gewerbetreibenden für die Einkommensteuer auch Verlustbetriebe berücksichtigt werden. Es werden nun die früher zurückgestellten zu den Finanzetats vorgenommen. Der Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung und der Haushalt des Reichsfinanzministeriums werden in der Ausschußfassung angenommen, dazu eine Entschlietung der Deutschnationalen. daß der durch die Steuerfreiheit der Reichsbahn unhaltbar gewordenen finanziellen Notlage der Eisenbahnergemeinden schleunigst abgeholfen werden möge. Angenommen wird auch die Ausschußentschließung auf Prüfung der Frage einer Besteuerung der öffentlichen Betriebe Angenommen wird weiter eine Entschließung der Bauerngruppen auf Abzugsfähigkeit des Arbeitslohnes der in landwirtschaftlichen Betrieben mitarbeitenden Familienangehörigen. Die Entschließung fordert außerdem, daß bei der Berechnung der Vermögenssteuer für die Landwirtschaft nur die Hälfte des ietzigen Bewertungssatzes angenommen wird Eine weitere Entschließung des Zentrums. der Baverischen Volksvartei und der Demokraten wird nommen. in der eine Denkschrift über die Erfahrungen anderer Länder mit der Offenlegung der Steuerlisten verlangt wird. Der von den Deutschnationalen gegen den Reichesinanzminister Dr. Hilferding eingebrachte Mißtrauensantrag wird gegen die Deutschnationalen. Nationalsozialisten. Christlich=Nationalen und Kommunisten abgelehnt. Es folgt die 2. Beratung der Haushaltsgesetze Fü Das Haushaltsgesetz enthält die in Hinsicht auf die Lohmannaffäre vom Ausschuß neu eingefügte Bestimmung. daß Vertrage, die das Reich mit Beträgen über eine Million belasten, nur vom Leiter der zuständigen Beborde oder seinem ständigen Steilvertreter ab geschlossen werden können. Der Ausschuß hat eine ganse Reihe anderer Bestimmungen eingefügt. durch die überplanmäßige Ausgaben verbi narnisse ermöglich werk Ressorts über die letzten 10 Ausgaben bewilligten Beträge stimmung des Reichosinanimin mit soll verhindert werden de den einzelnen Ausgaben ohn deshalb ausgegeben werden. we sind. Aba. von Richthosen(Dntl. lichung des Steuerinstems auf Aba. Dr. Ködler(Ztr.) be daß sich der Reichstaa bisher d Etat zu bewilligen, dann aber tung überlassen habe. Die 5 Aenderungen des Haushaltsge ung zum Bessere lei auch die schleunige## Sinne einer besseren Kontrolle u des Etato. Für 1929 rt A nur mit vorberiger ters verfügen dürfen InPa118 * Eine vo rm der trolle tsschuß beidh In 1 dei alten Ressorts verlangen. Die Etatsansätze müssen als jeste Beträge angeehen werden, sonst wurde die in den Streichungen bekundete Sparsamkeitsvolitik zusammenbrechen. Die überrlanmazigen Ausgaben mussen verschwinden. Vorgrisse dürfen nur dann genehmigt werden, wenn sie mit unbedingter Sicherheit aus späteren Ersparnissen gedeckt werden könnten. Der Rechnungshof muß seine Arbeiten Unsere Be einer Die für andie In voller Anabhänzigkeit leisten können amtenschaft braucht den Vergleich mit deren Beamtenschaft der Welt zu scheuen Darleben der Lufthansa übernommenen Verojlichtungen des Reichs mussen eine einmalige Ausnahme bleiben. Das Haushaltsgesetz wird nach den Ausschusvorschiagen angenommen. ichste Sitzung Freitag Näd Nachdem die Reglerungsvorlage in der von den ange Ministerialdirekt mmenen Anträgen gewünschten Weise geändert war. Aenderungsantrage. nd ein weiterer Antrag des Zentrums Annahme. wo= führungen des Abg. ch das beit die Leistungsfal es Verschleppungstaktik des Staatsrats in der Konkordatsfrage Unverständliches Verhalten Berlin. 20. Juni(Eig. Dradtber.) Zwischen dem preußischen Staatsrat und dem dreußischen Ministernräsidenten Braun besteht ein gewisser Gegensau wegen der Behandlung der Konkordatsentwurses. Der preußische Staatsrat hat nämlich seine Beratungen über das Konkordat auf den 28. Juni mit der Begründung verschoben. daß noch eine gutachtliche Aeußerung der evangelischen Generalsunode eingefordert werden müsse. Das wurde bedeuten, daß sich der Preußische Landtag erst Mitte Juli mit dem Konkordat beschäftigen könnte. d. b. zu einem Zeitpunkt, da die Parlamente kein beschlußfähiges Haus mehr aufweisen können Es handelt sich also offensichtlich um eine Berschlevvungstaktik des Staatsrats. der die Erledigung des Konkordats bis auf den Herbst vertagen möchte Nach Art. 40 der preußischen Verjassung ist der Staats auf dem Lausenden zu halten, und das Recht zur autachtlichen Aeußerung stebt ihm zu. In politischen Kreisen wird derauf hingewiesen, das der Staatsrat dieses Recht in Frage stellt, wenn er die sachliche Erorterung einer Materie durch Ansetzung eines möglichst weit hinausgeschobenen Sitzungstermins zur Unmöglichkeit macht Selbst die sozialdemokratische Berliner Presse weist darauf bin, daß man, wie man immer auch sachlich zu dem Konkordat stehen möge, doch der Meinung sein müsse, daß endgültige Klarheit nur im preußischen Parlament geschaffen werden kann und daß sie möglichst rasch geschaffen werden sollte Es m daher zu verstehen, wenn der dreußische Ministerpräsident auf die Erledigung der Frage im Staatsrat drängt. Unter diesen Gesichtspunkten ist auch ein vom preußischen Ministerpräsidenten an den Vorstand des preußischen Staatsrats gerichtetes Schreiben aufzufassen. in dem auf Grund des Artikels 38 der preußischen Versassung die sofortige Wiedereinberufungdes Staatsrats gefordert wird. Ministerpräsident Braun macht damit nur von der Berechtigung nommenen sand nach das Gemeindegebiet von Wesel nach Suden bin dis Mitte des Live=Seitenkanals, der Stadt Wesel Stadt und dem Kreis Rees eingegliedert werden loll. Ferner wurde ein Antrag des Abg. von Waldthausen (Dutl.) angenommen, wonach Rettwig mit dem Landkreis Düsseldorf vereinigt werden soll. Der Ausschuß beschrach dann die Bestimmungen über Recklingbausen. die im§ 41 der Vorlage festgestellt sind. Abg. Sobottka(Komm.) verlangte Abtretung Gebieten von Herten nach Wanne=Eicke! weiteren Gebieten nach Recklinghausen, um gelande zu schaffen. Abg. Grüter(Wirtschaftsv.) trat mit Entschiedenheit tür die Umgemeindung von Herten nach Reckingbausen ein Ministersaldirektor von Leoden wandte sich gegen die und besonders gegen die ausGruter. er bestritt mit Entschieden= nasfähigkeit von Herten und bat dringend. beim Landtreise Recklinghausen m belassen. Die darauf dringen, daß zwischen der Staatsreglerung werde darauf dringen, daß zw Recklinghausen, und dem Landkreis ei gemeinschaft, besonders auf dem Geb I und Siedli von von ungseine lete enge des Arbeitsgemeinschaft, besonders Schul= und Theaterwesens. geschlossen werde. Hierauf wurde§ 41 der Vorlage(Recklinghausen) mit großer Mehrbeit angenommen. Die Aenderungsanträge bezüglich Hertens und bezuglich der Arbeitsgemeinschaft der Städte Recklingbausen und Wanne=Eickel über die Vorlage hinaus werden mit grober Mehrheit abgelehnt. Der Ausschuß hörte dann noch die Aba. Frau Siese (Jtr.) als Berichterstatterin zur Gtage Gelsenkirchen=Buer. Er vertagt dann die Weiterberatung auf Freitag. dat von der Regierung üder schwedende wichtige Fragen Gebrauch, die ihm auf Grund der Verfassung zusteht Das Rennen um die Arbeitslosenversicherung uns demokratische Antrage— Ein Vorstoß gegen die Koalitionsrichtlinien Ertratour zweier Koalitions= parteien Berlin, 20. Juni Die Deutsche Essens Erweiterung durch Eingliederung des Tandkreises Steele. Werden=Stadt und=Tand kommen bekommt Freisenbruch und Eiberg.— Dinzlaken und Herten bleiben selbständig.— Heute kommt Gelsenkirchen=Büer an die Reibe Fortsetzung der 1. Lesung im Ausschuß : Berlin. 20. Juni 1929 Der Gemeindeausschuß schloß die Aussprache über Essen Jeute ab. nachdem noch verschiedene Mitglieder ihr Fur und Wider dargelegt hatten Der Ausschuß nahm dann die Absti nmungen zu Essen vor. Zunachst wurde abgestimmt über die vorliegenden Abandetungsantrage. Der Antras Dr Boehm(D. V.). wonach die zwischen den Stadtgemeinden Essen(dew Werden und Velver gelegene###ece in ihter Berichtigung um 1 Rilometer nordlicher an die evangelische Schule Heidhausen gelegt werden soll, wurde mit grober Rehrheit angenommen Fast einstimmig wurde hierauf der Antrag der Kommunisten angenommen, wonach in die Stadtgemeinde und in den Stadtkreis Bottrov eingegliedert werden sollen die zwischen der Emscher und dem Rhein—Herne=Kanal liegenden Teile der Stadtgemeinde und des Stadtkreises Essen, sowie die während des zegulierten Bovlauses gelegenen Teile der Landnemeinde Karnav. so daß die Von die neue Grenze zwischen Bottrov und der Stadtgemeinde und dem Landkreise bildet. Dagegen stimmten nur wenige Abgeordnete, darunter von Waldthausen(Dntl.) und Aba. Kloft(Zir) Gleichfalls mit groger Meyrheit sand Sunatzme der Antrag Sobottka(Komm.), wonach die Stodtgemeinde Steele mit Ausnahme des Teiles von Haferfeld, der fruderen Gemeinde Freisenburg und der früheren Gemeinde Eiberg. die mit der Stadt Wattenscheid vereinigt werden. nach Essen einzemeindet werden. Abgelehnt wurde der Antrog der Deutschen Volkspartei. der die Gemeinden Kran und Ueberruhr mit der Stadtgemeinde Steele zu einem Stadtkreis und Stadtgemeinde Stele vereinigen will. Dafür stimmten außer den Antragstellern die Wirtschaftspartei und die Deutsche Fraktion. Mit 16 gegen 13 gnmmen wurde der wertere Antrag Stadt Velbert mie de“ Stadtgemeirde Werden davon geredet werden, daß diese Anträge auch nur irgende eine Besprechung der Fraktionsführer unter Zuad: Veldert mit der Stadtgemeicde w er.. wie geeignet seien, die Gegensäte zu überbrücken. ziebung der sozialpolitischen Sachverständigen der wonach die Gemeinde Beider: vereinigt werden soll. zur den Antrag stimmten außer der Deutschen Volkspartei ein Teil des Zentrums und der Deutschnationalen. die Demokraten. die Wirtschaftsartei und die Deutsche Fraktion Damit waren die Abstimmungen zu den Abänderungsantragen erledigt. Der§ 23 der Regierungsvorlage wurde sodann unter Berücsictigung der durch die angenommenen Anträge eingetretenen Benderungen mit grober Mehrheit angegemmen. Der§ 30. der die Ausgemeindung der Pierburg aus Essen vorsiebt, wurde abgelehnt Annahme send s## bsich auch der letzte Baragraph zu der Umgemeindung Essen. der die Aemter des Landeises Essen aufzählt. die ausselöst werden. Bei Besprechung der Frage der rechtsrheinischen Landkreise trat Abg. Kloft(Ztr.) für die Beibebaltung der Kreise Dinslaken und Rees ein. Ministerialdirektor von Lenden verteidi rungsvorlage sowohl bezüglich der Kreise Rees als auch der Kreise Düsseldors und Mettmann Aba. Schuling(3tr.) erklarte sich namens seiner Fraktion fur die Erhaltung des Kreises Diuslaken. Abs. von Kries(Dntl.) wies als Berichterstatter darauf hin, daß die Regierungsvorlage die beiden Kreise Düsseldorf und Mettmann zusammenlegen wolle, warend die Bevolkerung idre Selbständiakeit erhalten wolle. Sowobl die Leistungsfähigkeit des Kreises Dusteldorf num onne Benrath wie auch die des Kreises Mettmann sei unbedingt zu bejaben In der Abstimmung zu den rechtsrheinischen Land kreisen wurde die Frage der Erhaltung der Selbständigkeit für Dinslaken bejaht mit 19:10 Stimmen. Die Sozialdemokraten stimmten geschlossen dagegen. Bei Düsseldorf wurde ebenfalls die Selbständigkeit beicht mit 15:14 Stimmen. Dafür waren geschlossen die Deutsche Volkspartei und der großte Teil des Zentrums Bei Mettmann wurde ebensolls die Selbständigkeit beicht. (Eig. Drahtber.) Volksvartei und die Demokratische Partei haben es für notwendig erachtet, zur Reform der Arbeitslosenversicherung neue Anträge einzubringen, obwohl logar das Reichskabinett einstweilen keine Möglichkeit sieht, den Parteien Vorschläge zu unterbreiten, die auf eine Annadme rechnen können. Wenn daber die beiden Fraktionen nunmehr glauben, mit Anträgen an die Oeffentlichkeit treten zu müssen, so handelt es sich um Acitationsmanover, die sicherlich nicht im Interesse einer reibungslosen Zusammenarbeit der Regierungsparteien liegen. Die Disferenzen zwischen den Sozialdemokraten einerseits und den liberalen Parteien andererseits bezieden sich bekanntlich auf die Beitragserhöhung. Die Sozialdemokraten fordern zur Erhohung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge aus, während die Deutsche Volksvartei und die Demokratische Partei eine solche Erhöbung ablehnen. Da nun diese Ablebnung auch in den neuen Antragen zum Ausdruck kommt, so kann unter keinen Umständen Programms nur den in den interfraktionellen Besprechun. gen von dem Zentrumsabgeordneten Riesener gemachten Vorschlag betrifft, dem sich der Vertreter der Baverischen Volksvartei später anschleß. Die Demokratische Partei kündigt noch Pressemeldungen ebenfalls Antrage zu einer sofortigen Resorm der Arbeitslosenversicherung an Wir stellen zunächst fest, daß dieses Vorgeben von zwei Regierungsvarteien den Abmachungen widerspricht, die der Bildung der jetzigen Reichsregierung zu Grunde gelegt sind, nämlich der Verpflichtung„zur Gewährleistung eines reibungslosen Ganges der Reichsgeschäfte Anträge von grundlegender Bedeutung überhaupt nur im gegenseitigen Benehmen gestellt oder verfolgt werden.“" Die Zentrumspartei und die Baperische Volksvartet haben in den interfraktionellen Besprechungen keinen Zweifel darüber gelassen, daß auch sie eine Teilresorm der Arbeitslosenversicherung noch vor Schluß der jenigen Sitzungspriode des Reichstags verlangen. Sie haben alles getan, um eine solche möglich zu machen. Die Verhandlungen haben aber ergeben, daß dieses Ziel nur streicht werden lann, wenn innerhalb der die Regierung stutzenden Parteien eine Verständigung über des erweiterte Sofort=Programm erzielt wird. Wir beantragen hiermit ergebenst, unverzüglich digte die Regie Dinslaken und Es ist unerfindlich. wie die beiden Parteien daran glauben, daß in ihren Anträgen Verständigungsmöglichkeiten enthalten seien Auf keinen Fall wird das Zentrum derartige Manöver mitmachen, die gewiß nicht zur Hebung des Parlamentarismus beitragen. In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß der Ausschuß bis Ende Juli mit seinen Vorarbeiten fertig sein wird, und daß sich das Reichsvarlament bei der Ende August stattfindenden Tagung. die wegen der Verabschiedung der Nevarationsgesetze erforderlich wird. mit der Reform der Arbeitslosenversicherung in entscheidender Weise befassen kann. Zentrum und Bapetische Dolkspartei gegen die Extratour # Berlin, 20. Juni.(Eig. Drahtber.) Der Vorstand der Jentrumeiraktion des Reinstags hat heute vormittag an den Reichskanzler folgenden Brief geschrieben: „Nachdem die interfraktionellen Verhandlungen über eine sofortige Teilreform der Arbeitslosenversicherung gescheiter: waren, dat das Zeichsfahinet: beschlossen, daß mit Rücksicht aus die gesamtvolitische Lage. die eine Svätsommer=Tagung, des Reichstags erfordert, von einer zweimaligen Gesetzesvorlage über die Aroe##tslosenversicherung eanerhalb so kurzer Zeit ebzuseben sei und daß die endgültige Resorm in der Sommertagung zur Verabschiedung gelang: Der vom Reichsarbeitsminister einberufene Ausschuß soll bis Ende Juli seine Arbeiten beendet haben, so daß für die Spätsonkmertagung der abzuschließende Gesetzentwurf vorliegen werde Im Gegensatz zu dieser Stellungnahme der Reicheregierung. hat die Deutsche Volksvartei den Antrag Nr. 1162 eingebracht, der als wesentliche Erweiterung des SofortFraktionen einzuberufen mit dem Ziel, den Weg zu einem gemeinsamen Vorgeben der Regierungs= parteien in der Arbeitslosenversicherung noch vor der Sommervause des Reichstags zu finden. Unsere Fraktion würde auch bereit sein, notfalls zur Erledigung dieser Aufgabe über einen beabsichtigten Schlußtermin zu tagen Wir erlauben uns ergebenst, davon Kenntnio zu geben, daß wir das gleichlautende Schreiben dem Herrn Reichsarbeitsminster übermittelt haben" Mittelstandsfragen Um die Führung im landwirtschaftlichen Einheitsverband * Berlin, 20. Juni. Juni. Die von den Organisationen des üteranblichen Geneslenschaftswesens zusammengesetzte Ginigungstommislion trat am Mittwoch unter Vorsitz des Präsidenten der Preuzischen Zentralbenossenschaftskasse erneut zusammen. Der Entwurf der sarungen des genossenschaftlichen Einbeitsverbandes wurde endgültig fertiggestellt. Es wurde weiterhin Uebereinstimmig dabin erzielt, dab die Nationalisierungsmaßnahmen im Mittel= und Unterbau des ländlichen Genossenschaftswesens unadhangig von dem jeweiligen Stand der Verhandlungen über die Konstituierung des Einheiteverbandes fortgesent werden Bei den Verhandlungen über die Besezung der Aemter im genossenschaftlichen Enheitsverhand wurde ein Vermittlungsvorschlag den Genossenschaftsorganisationen dabin unterbreitet, daß der Reichsverband der Deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschaften als stimmberechtigten Ebrenorasidenten des Einbeitsverbandes Geh. Landesökonomierat Hobenega= München stellt, zum geschäftsführenden Präsidenten Reichsminister a. D. Dr. Hermes bestimmt wird. während Regierungspräsident 3. D. von Braun=Berlin * Der tolle Essaf Roman von(Rachdrus Marie Amelie Freiin v. Godin. (12. Fortsetzung.) „Gewitz,“ erwiderte die Frau.„die Geschichte des Emin aus Smokthina in der Laberie. Das sind Bannerräger von Vlora gewesen. Kemal Emin war mit Zadie verheiratet, der Tochter des Abdas Ramsaran aus Kania. Auch diese sind Bannenträger der Vlora Zadie gab dem Kemal zwei Söhne, Tschertschiez und Lek. Als diese zwölf und zehn Jahre alt waren, wurde der Vater aus dem Heimweg von Butrinto, wo er zum Abschluß eines Schafhandels war. von einem Griechen erschlagen und seiner Barschaft beraubt. Als Zadie diesen Bericht erhielt, zerrig sie ihr Kleid, schnitt sich ihr Haar, sprach nur noch, was der Notfall heischte, und zog die Söhne ganz allein zur Rache auf. Allerorts hatten die Emins Spaher in ihren Diensten, so erfuhren sie, daß der Morder sich bei Kavaya unter einem anderen Namen barg. Als die Söhne Kemals sechzehn und vierzehn Jahre zählten, paßten sie ihm den Weg ab, erschlugen ihn und schnitten ihm den Finger der linken Hand ab, an dem ein Ring ihres Vaters glänzte. „Wie beweist Ihr das mir, daß Ihr Eurer Pflicht genügt habt?“ fragte Zadie. als sie sich der Tat rühmten. Da wiesen sie ihr den Finger, und sie glaubte ihnen Sie hatten ihr den Gatten erschlagen, dazumal waren die Menschen in unserem Lande nicht weichmütig wie heute. Agis Pascha aber ist nicht weichmütig.“ Essaf begriff, daß ihre Erzählung seiner Sorglosigkeit zur Warnung werden sollte Er vergaß die Zigeunerin und ihre Botschaft. * Andern Tags aber geschah, was folgt Wolkenles wolbte sich der tiefblaue Himmel über dem Tale. Die Zikaden zirvten mit übergroßer Emsigkeit. Seit Tagesanbruch war bei Essaf Besuch in der Zavana, obschon niemand Wichtiges zu berichten hatte. Er ware fürs Leben gerne all diesem Gerede entfloben. hatte sich auf sein Pferd geworfen und mit Abbas einen seiner Maishofe aufgesucht. Er hätte gar manches hingegeben, um die vielen gleichgültigen Worte, die vielen gleichguitigen Gesichter von sich abzutun Aber es stand ihm nicht an. seine Gäste zu kranken. Auch hielt ihn ein merkwurdiges Gefühl zurück, das schon im Laufe des Morgens mehr und mehr in seinem Herzen anwuchs, ale ob ihn nur noch die Wande seines Hauses vor Gefahr schutzen konnten, wenn schon niemand einen Mann Agifs in der Gegend geiehen hatte. Gegen Nachmittag erzählte Hüdei Effendi von einem Wortwechsel, der am letzten Markttage in Leskooik stattgefunden hatte. Aus purer Langeweile erzählte er davon und aus purer Langeweile hörten die andern auf seine Erzahlung An Esiats Ohr freilich schlugen die Worte nur wie die Brandung der Wellen am Meererstrand, deren Stimme der Wanderer sich kaum noch bewußt wird. Plötzlich aber borchte er auf. Vor dem Hause erklang eine Llabuta und eine Zimbel. Abbas trat auf leisen Sohlen in den Gästelaal: „Herr— Zigeuner begehren Einlab: eines ihrer jungen Weider will vor Dir tanzen. Sollen wir sie fortjagen. Herr Dazu waren er und die andern Knechte gerne bereit gewesen. Hüdei Effendi und die übrigen Besucher senkten den Blick und hielten mit ihrer Meinung zurück. In ihrem verzen freuten sich alle im Einerlei ihrer Tage auf Aurzweil. „Laßt sie tanzen.“ gebot Essaf, der seine Neugier unter Gleichgültigkeit verdarg Abbas gehorchte widerwillig Gleich darauf hörten alle Zimbel und Llahuta schon im Flur des Hauses. Die Tür ging auf vor den Musikanten, zwei jungen Zigeunern Diesen folgte Azize. Ihre Schonheit zog sofort die Blicke aller Manner auf sich, auch der tugendhaftesten, welche die Zigeunerinnen gleich dem Abschaum der Frauen verachteten. Sie war, wie damals aus der Straße von Berat, in ein großes schleierähnliches Tuch gewickelt. Sie trat vor Essaf hin, als sei er ganz allein im Saale und ließ langsam das Tuch zu Boden gleiten. Sie stand nun da. in dem gewohnten Ilittergewand tanzender Zigeunerinnen; sie war auch bemalt wie die andern ihresgleichen. Aber niemand dachte an ihren Pur Jeder sah nur ihre Geschmeidigkeit und die Schonheit ihres dunklen Angesichts Wenn aber alle Männer im Saale den Atem anhielten und nicht ein einziges Wort über ihre Lippen brachten, so war es um des Blickes willen, mit dem das Weib an Essafs Antlitz hing. Nur allein ihn lab dieser Blick. Das Weib startte auf den Vrlaci wie verwunichen. Liebe und Vorwurf — und Angst sprach aus ihrem Angesichte. Idre Lionen waren wenig geöffnet— schmerzlich wie für eine Klage. Essaf suchte zu lacheln.„So tanze!“ forderte er das Mädchen auf. Sie atmete tiel, gleichsam erlöst. Ganz nabe vor Essaf hod sie die Arme und begann zu tanzen: nur für ihn, jede Bewegung nur für ihn... Ganz langsam drehte sie sich— aber ließ Essaf nicht aus dem Blick dabei. Allen. die es sahen, stockte der Atem. Denn es war eine Beschwörung. Wie Feuer brannte das Licht ihrer Augen, selbst vermunschen— und verzaubernd. Alle fühlten mit Unbehagen: diese hier empfand die Liebe mit der Wildheit ihrer Rasse; ihnen und ihrer kalten, beherrschten Art fremd dis ins Mark Essaf erhob sich:„Du tanzt wunderschön— Azize“. rief er ihr zu. Das Mädchen drehte sich nun schnetter, immer schneller, im Wirbel drehten sich ihre Füße. Aber ihre Augen hingen an Essaf. Dann olonlich— nach vorn gebeugt— um dem Schwung der Bewegung zu Begegnen, dielt ne den Wirbel an— richtete sich auf, grüßte alle ringsum—— sah nur auf Essaf. Dann trat sie wie gebannt zu ihn., mit offener Hand, wie um eine Gabe:„Ich warte.“ flüsterte sie. Und ging der Türe zu, ehe Essaf ihr seinen Franken in die Hand gelegt hatte. Heidü vertrat ihr dei Weg; er gab ihr eine Münze. Sie nahm die Münze vohl, ließ sie aber sofort achtlos durch die Finger zu Beden gleiten. Ihre Gefährten freilich bückten sich danoch und nahmen die Münze wieder auf. Als Essafs Blick den Mädchen folgte, streifte er ihre Begleiter. Essaf erkannte den Wasserträger, der ihm gestern die Botschaft der Azize zugeflüstert hatte. Er besann sich: dies Antlitz war ihm sicherlich von früher der bekannt. Abends nach dem Ruf des Muezzin, ging Essaf zum Feigenbaum an der äußeren Ecke der Gartenmauer in der Bergeswildnis. Er nahm den Weg durch den Garten, um nicht etwa von Fremden gesehen zu werden: an der Ecke, dem Lecurcibe.ge zu. war eine schmale Pforte in der Mauer, ein enger Durchlaß * Die Zigeunerw Azize hockte draußen unter dem Baume und lummie vor sich hin. Als sie Essafs Ruf hörte, sprang sie auf die Füße und wurde so weß, daß man sie hätte für eine Frankin halten können. Essat rief sie in den Garten, um sich nicht einem Hinterhalt auszsetzen Azize geborchte. Sobald sie ihm nabe war, bückte sie sich und küßte ven Saum seines Mantels „Wenn Du mich liebst" begann Essaf, freundlich und nur wenig gertigschätzig,„so sage mir, wer ist der Mann, durch den Du##ir gestern Botschaft sandtest. Die Wahrheit soll Dich richt gereuen, denn sie ist mir wichtig.“ Seine Finger lielten mit einem Goldstück. Azize hatte eine ganz andere Anrede erwartet, indes versteckte sie ihre Enttäuschung„Es ist ein Zigeuner aus Elbassan, der sich vor einer Woche zu unserer Sivoe gesellte. Er ist ein Schwertseger von Rang, und mein Vater hielt seine Hilfe für nützlich,“ erwiderte sie bereitwillig. „Ihr kennt ihn allo erst seit kurzem „Ja, der Sivve Alnaschars war er bis vor einer Woche fremd.“ Essaf hatte genug gehört. Er besann sich.„Wenn Du mich liebst.“ sagte er.„lo bilf mir". Er vertraute ihr an, dieser Fremde sei vielleicht sein Feind, ohne indes mehr von seinen Gedanken oder gar von seiner Fehde mit Agif zu verraten. Sie möge die Augen offen halten und ihm berichten, was ihr etwa auffiel. Er entließ sie mit guten Worten. Azize begriff, daß sie ihn aus diese Weise wiedersehen und vielleicht gewinnen würde. War Essaf Bei wirklich in Gefahr, so wollte sie ihn behüten. War aber diese Erzählung nur ein Vorwand, um sie zu sehen ... dann durfte sle sich freuen.— Am nächsten Abend kam Esiif zur gleichen Stunde wieder an die Gartenpforte. Das Mädchen erzahlte, sie hätte den Fremden um eine Fabel gefragt, die jeder Zigeuner kennt: er kannte sie nicht. Azizes Bruder Emu sprach mehrmels gebeim mit dem Manne und verstummte, sobald die Schwester in sein: Näbe kam. Essafs Blick rubte dankbar aus dem Madchen... Er zog sie in seine Arme. Sobald sie ihm aber nahe war, stand ihm der Widerwille auf. den er stets gegen ihr Volk empfunden hatte. Er entließ sie. Dann freilich rief er Azize nochmals für ein gutes Wort zurück, um sie nicht zu kränken. Am Morgen kamen aus der Stadt Hasbi und Aolan Effendi zu Essaf. Zwei beschränkte Spießer, schwatzhaft und feig und von jener stumpfen Hartnackigkeit, die den feurigen Gegner zur Verzweiflung und zu den schlimmsten Unklusheiten treiben kann. Sie waren noch jung. aber durch ihre Spießerhaftigkeit und Versumpfung greisenhaft Sie nahmen ihren Kaffee und zundeten sich eine Zigarette an. ebe sie mit ihrem Anliegen berausrückten. das von agem Anfang an ihr starter Blick und die Verkniffenheit ihres Mundes, wie die Umständlichkeit und falsche Würde ihrer Gebarden abnen ließen. „Heute nacht," begann Hasbi Effendi.„sind mir drei Hühner gestohlen worden. gerade meine besten Leggennen, italienischer Rasse, treffliche Brüterinnen. deren Gesieder. (Fortietzung folgt.) ******— Raifseisen) und ein weiterere vom Deutschen Landwirtschaftlichen 6 Reichsverdand der Deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschaften zu bestimmender Derr stellvertretende Prasidenten werden. als Generalauwälte wurden die verren Generol= inawalt Regierungsrat Gennes(Reichsverband) und Direktor August Schmidt(Raifseisen) vorgeschlagen Der Reichsverdand der Deutschen Landwirtschaftlichen dar' Genossenschaften und der Genossenschaftsverband des über. Reichslandbundes behielten ihre endgültige Erklarung bis zur erneuten Stellungnahme ihrer Verwaltungsorgane vor. Die übrigen Organisationen stimmten dem Vermittlungsvorschlag zu. Zu 6 Millionen Mark Gelsstrafe verurteilt Unerhört ist es auch. wenn einer Bebörde gegenwie sie die Bahnpolizei doch nun einmal darstellt. der abgestempelte und unterschriebene Ausweis eines Polizeipräsidiums nicht so viel gilt wie der Ausweis einer Privatfirma. Es wäre interessant zu wissen, wie die Vertreter der ausländischen Presse. die dem Empfang des äguptischen Königs auf dem Bahnhof Hügel beiwohnten, über den Vorfall denken, Jedenfalls war der Vorfall nicht dazu angetan, die Achtung vor den Rechtsverhältnissen in der deutschen Republik in den Augen der Ausländer zu beben. h Siegen, 20. Juni. Eine 68jöhrige Ehefrau von hier aus der Unteren Metzgerstraße hatte sich in einem Walde erhangt. Der 16 Jahre alte Seibert fand die Lebensmüde im Walde auf. Als er die Polizei hiervon in Kenntnis setzen wollte und auf seinem Fahrrad die steile Bergstraße hinunterfuhr, stieß er mit einem Kraftwagen zusammen. Der junge Mann erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und muste sofort dem Krankenhause zugeführt werden, wo er bald nach seiner Einlieferung starb. — Lochem(Provinz Geldern), 20. Juni. Ein deutre 1926 in vielen Fällen unversteuerten Tabak. Zigg= üder die Vorgange kurz vor der Verhaftung des An= scher Werkmeister, der länger als ein Menschenalter in Kaffee über die holländische geklagten Stinnes. Ich entsinne mich, so erklärte er. Holland gearbeitet hat, davon uber 20 Jahre in den L* B--—— W L. Ein teurer Schmugge! □ Köln. 20. Juni.(Telegr.) Das erweiterte Schofengericht verhandelte am Dienstag und Minwoch gegen 17 Versonen, die wegen Zollhinterziehung und Zollhehlerei angeklagt waren. Die Angeklagten harten seit dem Jahre 1926 in vielen Fällen unversteuerten Tabak. Zigaretten. Schokolade und Kaffee über die holländische Grenze nach Deutschland eingeschmuggelt und hauptsächlich in Köln abgesetzt. Die Käufer hatten sich als Mitangeklagte wegen Hehlerei zu verantworten. Das Gericht verhängte insgesamt Geldstrafen in Höhe von uber 6 Millionen Mark. Die Höchststrafe erhielt eine Heblerin mit 4.5 Millionon. Der Hauptangelaste, ein Monteur. wurde außer zu 1.25 Millionen Mark Geldstrafe m 14 Jahren Gefängnis verurteilt Stinnes=Prozeß Weitere Zeugen, die belasten. er Berlin. 20. Juni.(Telegr.) Im Stinnes=Prozeß e am Donnerstag die Beweisaufnahme mit der ehmung einer Freundin des Angeklagten von Waldow. Frau Grosch, fortgesetzt, mit der der Angeklagte Arehen e ag e. verhört hat. Er gibt der Auffassung Ausdruck, das die Zeugin, Grosch eine sehr intelligente Person sei. die zweisellos uber die in dem Protokoll niedergelegten Der Zeuge außert sich weiter Perha Aussagen völlig klar war. „hrs al. Machanas Jear; Lochemer Lederwerken, war vor zwei Jahren det den Betriebsumstellung entlassen worden. Er konnte wegen seines hohen Alters keine andere Beschäftigung finden. In seiner Verzweislung drang er gestern in das Bureau der Lederwerke ein und schoß auf den ersten und zweiten Direktor. Beide Direktoren wurden lebensgefährlich verletzt. Später erschoß der alte Mann sich selbst. Die holländischen Behörden haben die Leiche zur Bestattung in Deutschland freigegeben. b Nemscheid, 20. Juni. Gestern gegen 17 Uhr fuhr ein Lastkraftwagen durch die Bismarckstraße nach dem Markt hinauf, als der Führer plötzlich durch einen ihm entgegenkommenden Rudfahrer verwirrt wurde. Der Lastwagen fuhr auf den Bürgersteig gegen einen Bretterzaun und dann gegen ein Haus, wobei die 46 Jahre alte Frau eines Obervostschaffners gegen die Hauswand gedrückt wurde. Die Frau erlitt so schwere Quetschungen und innere Verletzungen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Ihr sechsjähriges Kind, das sie an der Hand hielt, wurde ebenfalls vom Auto erfaßt, erlitte aber nur leichte Verletzungen am Oberschenkel. Der Chauffeur wurde vorläufig festgenommen. Das Auto wurde von der Polisei beschlagnahmt, da sich bei der Untersuchung herausstellte, daß die Handbremse nicht funktionierte wurde am Donnerstag die Beweisaufnahme mit der Vernehmung einer Freundin des Angeklagten v #au Grosch, sortgesetzt, mit der der Ang wahrend des Anleihegeschäftes in regem Briefwechsel gestanden hat. Während die Zeugin vor dem Untersuchungsrichter bekundet, daß von Waldow ihr erzählt habe. Rothmann hätte gesagt. er könne mit dem Anleibegeschäft viel Geld verdienen, bestreitet sie heute diese Aussage und erklärt. von Waldow habe ihr von dem Geschäft überhaupt nichts erzählt. Auf wiederholte genau der Situation. Ich habe Stinnes die belastenden Aussagen von Waldow vorgehalten und ihn gefragt, womit er sich diesen Belaltungen gegenüber verantworten wolle. Darauf setzte sich Stinnes auf einen mir gegenüber stehenden Sitz. die Hände in den Taschen und fragte mich: Wie ist es. Herr Vernehmungsrichter. wenn ich zugebe? Ich erwiderte: Heer Stinnes, ich kann mit Ihnen über die Folgen Ihrer Aussagen nicht vaktieren. Darauf bat sich Stinnes eine Bedenkzeit aus. und bald nachher legte er ein Geständnis dahin ab. daß er bereits 1926 von Herrn von Waldow erfahren habe. daß die Unterlagen, die zu dem Anleibegeschält verwendet waren, gesälscht waren. Auf meine Frage, warum er nicht gleich damals von dem Geschäft zurückgetreten sei. hat Stinnes erwidert. er habe gefürchtet, sein in das Geschäft gesteckte Geld dann zu verlieren. Meldungen von überall Polnische Petroleumspeicher abgebrannt Warschau, 20. Juni.(Telear.) Am Donnerstagfrüh ist auf dem Gelände des Podzancze=Bahnhofs ein gewaltiger Brand ausgebrochen, der nach sechsstündiger Löscharbeit und unter groben Gefahren für die Feuerwehr erstickt werden konnte. Ein Arbeiter wollte den Inhalt einer großen Petroleumzisterne in den Sammel= behalter eines Naphta= und Benzinspeichers der Gesellschaft Galizia hinüberpumven. Während der Arbeit stel seine Laterne um und entzündete das Petroleum. Im Lause einiger Sekunden stand die Zisterne in dellen Flammen. Die sofort alarmierte Frankreich unbedingt seine Ver= Feuerwehr bemühte sich unter größter Lebensgefahr, den Staatsanwalts wird festgestellt, daß die Zeugin sofort 7¼. Ihartinch t#t#um obins sheitgeschichte Petroleumbehälter aus der Nähe der Gebäude sortzunach ihrer Ankunft in Berlin zu dem Angeklagten Vok Nutanamist daslelbe Iggg da..“—— ihn iu 2kollen. Trodor, griff der Brand aus einen Sveicher üder, in dem viele Petroleum= und Benzintonnen exDie Verteidigung des elsässischen Autonomismus Hauß würdigte und dessen Verdienst im besonderen dadurch anerkannte, daß er für die Gauß=Stiftung einen Beitrag von 6000 M überreichte Waldbrand in Ostpommern Stolv, 20. Juni.(Telegr.) Heute morgen entstand in dem 10000 Morgen großen Ponikeler Forst im Kreise Rummelsburg in Ostvommern ein Brand, der sich bei der seit Wochen herrschenden Trockenheit mit riesiger Geschwindigkeit ausbreitete. Gegen Abend waren mehrere tausend Morgen Wald vom Feuer ergriffen. Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften müssen sich darauf beschränken, die Ortschaften selbst vor den Flammen zu schützen. nach inter Antum in Berlin zu dem Angerlagten Von W——iä bnzfafbe foge hasn merie man ihn Woldow gegangen ist. Es werden dann Briefe des An g##somist dasselbe san, dann werse man ion ins Ge von Waldow an die Zeugin Frau Grosch ver-sansnis. geklagten d Waldow an d.— sesen, in denen von den Schwierigkeiten des Anleihegeschaftes gesprochen wird. Ein Brief enthält die Bitte an die Zeugin. sämtliche Briefe aus Frankreich zu verdreunen. Als nächster Zeuge wird Landgerichtsrat Brühl ver nammen, der als Untersuchungsrichter die Zeugin Gro Senator Müller, der nächste Zeuge, erklärte den gewaltigen Unterschied zwischen Autonomismus und Sevaratismus und bat die Geschworenen, durch ihr Urteil an der Heilung der elsässischen Wunde mitzuhelfen. Poincare habe ihm gesagt: Wir brauchen das Elsaß, um das Gleichgewicht Frankreichs wiederherzustellen. Westfalen und Rheinland Großes Betrugsunternehmen in Ueubeckum aufgedeckt Dortmund. 20. Juni. Die hiesige Kriminal= volizei hat in Neubeckum ein großes Schwindelunternehmen aufgedeckt und sämtliche Beteiligten festgenommen. Nach den bisberigen Ermittlungen wurden durch die Gesellschaft in der Hauptsache Molkereien und Genossenschaften um ungefähr 109000 Mark geschüdigt. Verbrecherjagd. Dortmund, 20. Juni. Ein Kriminalbeamter erplodierten. Schließlich wurden drei große mit Raphta und Benzin gefüllte Behälter von den Flammen ergrissen und vollkommen vernichtet. Etwa 140000 Liter Brennstoff ergossen sich in feurigen Strömen über das Gelände und brachten die angrenzenden Wohnhäuser in größte Gefahr. Es mußte Militär ausgeboten werden. das die Feuerströme durch Erdwälle eindämmte. Außer dem gewaltigen Schaden an Gebäuden und Einrichtungen wurde Petroleum und Benzin im Werte von über einer halben Million Zloto vernichtet. Wien in Berlin Reichsbahn oder der Firma Kruoo. Am Dienstag bei der Ankunft des ägyotischen Königs ergab sich diese Frage aufs neue. Auf dem betreffenden Bahnsteig befanden sich etwa zehn Beamte der Reichsbahnvolizei. Außerdem waren einige Beamte von der staatlichen Polizei anwesend. Warum, war nicht recht zu ergründen. Jedenfalls lag die Regie ganz in den Händen der Bahnvolizei. Es wurde den Fahrgästen die mit den einlaufenden Zügen gen u—#—.. auf dem Bahnsteig eintrafen, nabegelegt möglichst schnell den wäre. Seitdem hätten die zu verschwinden. Nun ist die Ruhrbevölkerung ja eine Völker unendlich Schwieriges straffe Diszivlin gewohnt: und so kamen denn die Fahr= über alle Schichalsschläge binwe gäste auch ohne weiteres den Aufforderungen der Bahnvolizei nach. Einige der Fahrgäste waren aber nicht so edorsam. Sie wollten den Bahnsteig nicht verlassen. #r Berlin, 20. Juni.(Telegr.) Aus Anlaß des Besuches von Vertretern der Wiener Stadtvexwaltung in Berlin veranstalteten der Magistrat und die Stadtverordneten von Berlin am Mittwochabend einen festlichen Empfang im Berliner Rathaus. Oberbürgermeister Böß wies in seiner Ansprache darauf hin, daß dieser Wiener Besuch schon 1914 in Aussicht genommen, damals aber durch den Krieg vereitelt worbeiden stammnerwandten durchleben müssen. aber E PEP##isschlage vinweg reichten sie sich die Hand in treuer herzlicher Freundschaft Der Wiener Bürgermeister Seitz sprach in seiner nen. Antwort die Bewunderung aus. die man in Oesterreich ugen= und Stixnrunzeln bei der hohen Bahnpolizei. Das für die Erfolge Deutschlands bege. In seinen Worten rstaunen der Polizeibeamten wuchs aber, als die Un=serklang die durch keinen Vertrag fortzuwischende per Mit Feuer und Schwert Ein neuer Handstreich der Aufständischen in Marokko — Paris, 20. Juni.(Telegr.) Dem„Matin" wird aus Rabat berichtet: In der Nacht zum 19. Juni steckten eingeborene Aufständische einen Teil der befestigten marokkanischen Oase Alt Jacub in Brand. Die französische Entsatzabteilung unter dem Befehl des Generals Nieger erreichte Ait Jacub am drauffolgenden Nachmittag und schlug die Aufständischen in die Flucht. Die Franzosen erliten nur leichte Verluste. Die Aufständischen zogen sich nach Nordwesten zurück. Schwere Gewitter über Mecklenburg. □ Schwerin, 20. Juni.(Telegr.) In den frühen Abendstunden gingen über große Teile Mecklenburgs schwere Gewitter nieder. Nach Meldungen wurden insgesamt 10 Gebäude vom Blitz eingeäschert. Letzte Sportnachrichten Deutschland mit 2:1 in Führung kannte in einer gestrigen Gerichtssitzung in einem Zu= geborsamen behaupteten, sie seien Pressevertreter. und sich bundenheit des deutschen und österreichischen Volkes. Mit hörer einen seit langer Zeit gesuchten Verbrecher. Da auch tatsächlich als solche durch volizeiliche Ausweise legi= bewegten Worten dankte er der Berliner Stadtverwaltimierten.„Diese Lagitimation gilt nicht“ wurde ibnen tung für den berzlichen Emosang. ##r Beamte wußte, daß ein vastveiedl gegen„on###; von der Bahnpolizei erklärt.„Sie müssen einen schriftlas, wollte er sofort zur Verhaftung schreiten. Der„Zu= lichen Ausweis von der Firma Kruvo haben, der Sie hörer" ergriff jedoch sofort die Flucht. Mehrere Justiz= zum Betreten des Bahnsteiges berechtigt.“ Man machte nachtmeister sowie ein Polizeibeamter nahmen die Ver= ziemlich verdutzte Gesichter und fragte:„Wie. eine Legialgung des Verbrechers auf. Es kam zu einer aufregen= timation des Polizeioräsidiums gilt also auf der Reichsden Jagd durch mehrere Straßen, bis der Flüchtling sich bahn nicht soviel wie der Ausweis einer Privatsirma?“ m Hofe der Schüchtermannschule zu verstecken suchte. Er„Während man sich noch auf beiden Seiten in Höflichoar jedoch bemerkt worden und konnte gestellt und verBerlin hanbelt lie um ernn## von etwa 10 Jahren den Bahnnteig. Natürlich mußten minister Dr. tet werden. Es bandelt sich um einen gewissen Hein die Kinder den Bahnsteig sofort wieder verlassen. So mittag zum ich Plustik aus der Enschedestraße.— Verzweiflungstat eines alten Arbeiters Essen, 20. Juni. wort hierauf per 100. Geburtstag von Friedrich Gustav Gauß Juni.(Telegr.) Der preußische Finanz= prer=Alchoff hatte für heute vorGeburtstag des Gründers der preuß.sollte man annehmen, aber es war nicht so. Die Kinder schen Katusterverwaltung und des Organisatorg des Verhatten abgestempelte Ausweise der Firma Kruvv in Hän= messungswesens. Wirkl. Geh. Rates Dr. Friedr.„Hustav blei, swhauß, zu einer Gedenkfeier in das Finanzministerium eingeladen. Geh.=N. Suckow würdigte in einer Ansprache die Bedeutung von Friedr. Gustav Gauß für das preußische Katasterwesen und die preußische Steuerverden und durften ohne weiteres auf dem Bahnsteig bleiben. Auch einige Damen. die einen Ausweis der Firma vorzeigen konnten, durften den Bahnsteig betreten. Es kam schließlich zu einer Einigung, die damit endete, daß Juni. Man sollte annehmen, die Ant= man die Presse aus dem Bahnsteig duldete. stande sich ganz von seldst. Der Bahnhof! So geschehen in der deutschen demokratischen, Republik waltung. Im besonderen habe sich Gauß auf dem Gebiete der Vermessungstechnik ein großes Verdienst dadurch erworben, daß er in die Landmessung die Methode der kleinsten Quadrate bebufs Ausgleichung der unvermeidlichen Messungsfehler einführte und dadurch das gesamte . Kanhlags wori vierauf verstande um ganz von selbst. Der Bahndof] So peschenen in e. snim..„„— zehört eben der Reichsbahn. Das bedarf doch keiner im Jahr 1929. Und nun mag jeder Leser selbst entscheischeint aber, als sei die Eigentumsfrage be= den. oo die Frage nach dem Verfügungsrecht über den süglich des Bahnhofs Hügel noch ziemlich ungeklärt. Bahnhof Essen=Hügel berechtigt ist oder nicht. Ein sol- lichen Messungsfehler Röglich, daß dieser Bahnhof unter den Bahndösen der cher Vorfall läßzt alles andere vermuten, als daß man Katastervermessungswesen auf wissenschaftliche Grundlage Leutschen Reichsbahn eine Sonderstellung einnimmt. sich in einer demokratischen Revublik befindet. Ein Bahn= gestellt hade. Am volkstümlichsten seien sein Jedensalle gibt dieser Bahnhof den gewöhnlichen Sterb= hof auf dem Gebiet der Deutschen Reichshahn in aug, mentafeln, von denen die fünfstellige bereits in der lichen von Zeit zu Zeit ein Rätsel auf. das der einfache Eigentum der Reichsbahn, und es gebt auf keinen Fall, Auflage erscheint. Die Beamtenschaft habe, Kürgerverstand so leicht nicht zu losen vermag.. an. daß eine Privatfirma oder eine Privatverson, dar 1899 die F. G. Gauß=Stittung errichtet, die auch heute Schon vor einem Jahr. als Aman Ullah auf dem über zu bestimmen hat, wer den Bahnsteig zu betreten noch zur Verleihung von Stivendien an studierende Geo Sahnhof Essen=Hugel ausstieg, haben manche Leute den hat und wer nicht. Dem reoublikanischen Geist direkt däten bestehe. opf geschuttelt und sich gefragt, wem das Verfügungs= widersorechend ist es. wenn die Bahnpolizei sich von einer! Hierauf erp. Finanzminister Dr. Höpkerrecht über diesen Bahnhof nun eigentlich zustehe, der Privatfirma vorschreiben läßzt. wer den Bahnhof betreten Aschoff das Wort, der auch seinerseits das Wirken von Die Vorschlußrunde im Davispokalsviel in Prag. Das Davisvokalsviel der Vorschlußrunde zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei in Prag ist so gut wie gewonnen, da die deutschen Spieler Moldenhauer und Prenn das Dovvelsviel am Donnerstag gegen Jan Kozelub und Macenauer gewannen und somit Deutschland mit 2:1 in Führung gebracht haben. Es bedart ietzt in den beiden noch ausstehenden Einzelsvielen nur noch eines einzigen Sieges für Deutschland. um endgültig gewonnen zu haben. Dieser eine Punkt dürfte im Spiel Dr. Landsmann gegen Macenauer sicher sein. wenn nicht schon Moldenhauer gegen Menzel gewinnen sollte Amerikanische Siege beim Kölner Reit= und Fahrturnier Köln. 20. Juni 1929 Das Kölner internationale Reit= und Fahrturnier hatte am Donnerstag einen großen Tag. Dem Turnier wohnten der Chef der Heeresleitung. General Heye. der amerikanische Botschafter Shurman mit Tochter, der der deutsche Gesandte in Brüssel. Horkmann. der Inspefteur der Kavallerie. Generalleutnant von Kenser. und der Militärattache der amerikanischen Botschaft bei. Das Programm brachte als erstes das Barriere=Soringen in internationaler Konkurrenz. Sechs Hürden von verschiedenen Höhen mußten genommen werden. Es siegte der Führer der amerikanischen Mannschaft. Bradford„Buckaree“ mit 0 Fehler. Zweiter wurde der amerikanische Major Chamberlain auf„Dickwaring“ mit 4 Fehlern. An dritter Stelle kam Deutschland mit Oberleutnant Sadla auf Frau Käthe Beckers„Rine“ mit 5 Fedlern. * GewerbeDie Besserung im Ruhrbergbau hält an Grdgere Rodlenverschiffung gegenüber dem Vorjahr. Aus dem Ruhrgebiet, 20. Juni. Es ist ein ertreuliches Zeichen. feststellen zu können, das der Auhrberaban nach wie vor eine zunehmende Besserung nicht nur seiner Wirtschafts=, sondern auch der Arbeitemarktlege ausweilt. Einesteils wird die Absarzsteigerung der Ruhrderghaues auf eine intensivere Absatzwerbung der Rheintsch=Westfälischen Kohlensondikates zurückgefuhrt. und andererseits treten die Eisen= und Hüttenwerke mit starken Adrufen in die Erscheinung. Weiter ist noch zu deachten, daß die während der strengen Winterveriode leergemachten Lager der Kohlenhandelsgesel! schaften besonders in Süddeutschland wieder aufgefüllt werden müssen. Im Zusammenhang hiermit ist der Schiffahrtsbetrieb in den Rhein=, Nuhr= und Kanalbäsen gegenuber der gleichen Zeit des Vorjahres weitaus lebhafter. Die arbeitstägliche Verfrachtung seit der Wiederaufnahme der Schiffahrt Ende März liegt wischen m.00 und 110000 Tonnen gegenüber und 99.000 Tonnen im Vorjahr. Die Babnverfrachtung zeigt demgegenüber ungefähr die Höbe der gleichen Monate des Vorjahres. Fur die Richtung des Kohlentransvortes ist der größere Teil der Huisburg Ruhrorter Häfen bemerkenswert, die in der Hauptache für den Transvort zu den süddeutschen Kohlenlagern und in das bestrittene Geb ei in Frage kommen zegenuber den Häsen der Kanalzechen Von dieser günstigen Lage profitieren auch die Zechen üdlichen Randrevier des Ruhrgebietes, Beisvielsweise dat die in vieler Beziebung ungünstig liegende Zeche„Alte Haase“ einen großeren Bedarf an Ardeitskräften gegenuber einigen Zechen im nördlichen Kobleneevier, wo man sogar eine nicht geringe Jahl von FachEäiten entlassen mußte * Die öffentlichen Geldinstitute Westfalens im Mai Geldkuapobeit überall. Die Westsälischen Sparkassen. allasmets fahr scharte Geldknaapbeit zeig sich auch bei den Sparkassen. Zwar haben im Mai die neuen Einzahlungen der Svarer die gleiche Höbe wie im entsprechenden Monat des Vorjahres erreicht. die Rückzahlungen sind aber erheblich gewachsen so das die Zunahme der Spareinlagen im Mai nur 3,5 Millionen Mark betragen hat. Diese Geldknaopheit. unter der besonders der Mittelstand zu leiden hat, hält auch im Juni noch an. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die Giro=, Scheck= und Kontokorrent=Einlagen erfuhren eine Abnahme von zirka Million, so daß sie jetzt 122 Millionen Mark betragen. Die Gesamteinlagen sind mithin auf 870 Millionen Mark gewachsen. Es wurden rund 19 000 neue Sparbücher ausgestellt. Die Landesbank und das Pfandbriefamt für Hausarundstücke, Die Bilanzsumme der beiden Institute belief sich Ende Mai auf 432 Millionen Mark. Die Umsätze betrugen 669 Millionen. Auch diese beiden Anstalten haben unter der Geldknappheit zu leiden und sind zu scharfen Kreditschwankungen gezwungen. Die Provinzigl=Lebene persicherungsanstalt von Westfalen hatte im Monat Mai 1929 einen Antragszugang von 1.9 Millionen Mark. Reichseinnahmen und=ausgaben im Rechnungsjahr 1928 März 1929: 7947.9. Die schwebenden Schulden betrugen am 28. Februar 1929: 850.3. am 31. März 1929: 990.0. Börsenberichte Nach„Ritteilung des„Reichefingneminiter trugen im Rechnungsjahre 1928(in Millionen Mark) im a) ordentlichen Haushalt die Einnadmen 9757.5 dazu Bestand aus dem Vorjahr 520.1: Einnahmen insgesamt 10277.5. Die Ausgaben 10 231.1. Mithin Mehreinnahmen 45.9. b) außerordentlichen Haushalt Einnahmen insgesamt 216.8. Ausgaben insgesamt 656.0. dazu der Vortrag aus dem Vorjahr 465.3. Summe der Ausgaben 1121.5. mithin Mehrausabe 904.5. Das Jahressoll war veranschlagt im ordentlichen Haushalt für die Einnahmen mit 9723.8. die Ausgaben mit 10 213.9. im außerordentlichen Haushalt die Einnahmen mit 870.4. die Ausgaben mit 101.4. Nach dem Ausweis des Reichsfinanzministeriums stellte sich(in Millionen Mark) die Reichsschuld wie folgt: auf Reichsmark(Goldmark) lautende Schuld am 31. Dezember 1928 6.834,3. am 31. Marz 1929 7070.8, auf fremde Wahrung lautende Schuld am 31. Dezember 1928 873.9, am 31. März 1929 877.1 Gelamtiumme am 31. Dezember 7708.2 am 31, Berliner Börse. Lustlos und eher abgeschwächt. h Berlin, 20. Juni.(Telear.) Die Borse eröffnete in leicht abgeschwächter Haltung. Es lagen Anregungen nicht vor und das Geschäft blieb sehr still. Die. Spekulation gab ab. Angeboten wurden vor allem I. G. Farbenindustrie. Nach den ersten Kursen war die Tendenz weiter rückläufig. doch konnten sich im Verlauf eine leichte Erholung durchsetzen. Die Spekulation schritt zu Rückkäufen vor allem in Elektrowerten. Beoorzugt waren AEG. und Siemens u. Halske. Auch andere Spezialwerte, wie Reichsbank und Kunstseidenwerte, lagen gut erdolt. Bis zum Schluß hielt die leicht befestigte Grundstimmung an. Im Nachbörsenverkehr war die Haltung jedoch wieder lustlos und abgeschwächt. Deutsche Anleihen lagen behauptet. Merikaner 1 Prozent fester. Devisen gefragt. Am Geldmarkt hörte man für Tagesgeld 6¼—8¾ Prozent. für Monatsgeld 9½—10½ Prozent. Der Privatdiskont bleibt unverändert 7½ Prozent für beide Sichten. Essener Termin= und Kuxenbörse. h Essen, 20. Juni. Lohlenkure lagen geschaftslos. Von Aktien waren Lothringen bei mittlerem Geschäft etwas„jester. Auch Braunkohlenwerte klieben dis o## Besta, die einige bundert Mark niedriger aus dem Markt genommen wurden, umsatzlos. Am Kalimarkt kam es bei fester Tendenz zu ziemlich lebhaftem Geschäft. Bei Aktien hielt die Nachfrage für Burbach Kali an Der Terminmarkt eröffnete lustlos und leicht abgeschwächt. Kali=Industrie bußten 1); Prozent ein, und im Verlauf weitere 1! Brozent. Das Geschäft war nicht so lebhaft als an den Vortagen. Gegen Schluß zogen Montanwerte leicht an. Die Anfangs= bzw. Kassakurse stellten sich wie folgt: Barmer Bank 1316 130% G. Gelsenberg 136°. B 135¼ B. Goldschmidt— 74·6. Harvener 1436 142°. G. Kali=Industrie 258; 126. Klockner 1046 1046. Köln=Neuessen 123½3 E 1241,B. Mannesmann 11 7746 117¾ B. RWE., 25665— 256 Rheinstahl 126=G. 1288. S Stahltrußt 98¼ alzdetfurth 4100 41 Warenmärkte Hamburger Warenmärkte. Hamburg. 20. Juni.(Telear.) Auf dem Kaffee: markt lagen die Brasilofferten im Preise unverändert bis um 1 ld höher. Auch am biesigen die Tendenz befestigt. Die Preise konnten sich befestigen. Auch im Platz= und Inlandsverkehr war die Grundstimmung freundlich.— Auf dem Reismarkt war die Tendenz etwas rudiger.„Besser gefragt war Blue rose. das Geschäft blieb sehr klein.— Auf dem Hüllenrucht markt sehlte jede Anregung. Die Preise blie: ben unverändert.— Auf dem Gewurzmarkt lag Pfeffer sehr fest. Es wurden notiert: Schwarzer Lamvong=Pfeffer 161. Telli=Cherry=Pfeffer 155.„weißer Muntok=Pfeiser 270. Auch Nelken lagen fest. Im übrigen war die Tendenz stetig, bei ruhigem Bedarfsgeschäft.— Auf dem Schmalzmarkt wurden notiert: Amerikanisches Steam Lard 29.12/8 Dollar. Raffiniertes Schmalz verschiedener Marken in Tierces 30.25-30.77 Dollar(in Firkins zu 50 Klg. 0.5 Dollar. in Eimern zu je 12.5 Klg. 1.5 Dollar teurer als in Tierces). Hamburger Schmalz in Dritteltonnen. Marke Kreuz. 34 Dollar die 100 Klg. netto verzollt. Tendenz; ruhig.— Auf dem Getreidemarkt verlief das Geschäft ruhjg. Die Preise hielten sich auf letzter Basis. Im Terminhandel wurden notiert:„Weizen per Juli 173.00 Käufer. Sey: tember 172.50 Käufer. Tendenz: fest. Roggen per Juli 152.00 Käufer, per September 153.30 Käufer. Tendenz fest. Gerste per Juli 153.50 Verk., per September 154.00 bz. Tendenz: fest. Mais per Juli 155.00 bz. per Sevtember 156.75 Verk. Tendenz: fen. Allgemeine Nachrichten * 3. grobe Admelk=Auktion am Dienstag, den 25 Juni. in damm Wests. Wir verweisen noch besonders auf die am Dienstag. den 25. Juni. in Hamm Westt. stattfindende 3. große Abmelk=Auktion der westfalischen Herdbuchsuchter. Es kommen hier 54 sehr gute Rude und Rinder aus den Zuchtstallen der Propenz zum Verkauf. die sich durch außerordentlich gute Milchleistungen auszeichnen und das beste Material für jeden Akmelkstall darstellen. Die Ziere sind sämtlich bochtragend oder frischmelk.(Stehe Anzeige in der benngan mer.) * der findet am Samstag, dem 22. Juni und am Montag, dem 24. Juni, morgens um *0 Uhr in meiner Auktionshalle Neustraße 26, statt: I Sechssitzer=Personenauto. Marke „Mercedes“ und 1 Lieferauto. Marle „Dixi“ beide fahrbereit. 1 komp Schlafzimmer mit Itür. Kleiderschrank 3 guterh Pitsch-vine=Kuchen, 4 Herde. 1 Leder= und 1 Plüschsofa. 3 maschinen. 1 gr. Standspiegel, 1 Lederkludsessel mit Rauchtisch. 1 fast neues Fahrrad, 1 Grammophon. Schweißapparat. 1 R eiderschrank, 2 Wagen à 15 Ztr., Dez=Waage. 1 Sofatisch. 1 guterd. KampmannWaschmaschine. 1 Wringer 1 ViolinZitder, 1 Federkarre, eine Meuge Haushaltsachen usw Besichtigung am Freitag, dem 21. Juni. nachmittags von 3 Uhr an gestattet. Johannes Multhaup, Auktionator und Taxator, 17955 Teleson 51837. Hetel und Pension„Zur Waldburs“ Bad Godesberg, Waldburgstr. 12/14. Tel. 792 Nahe em Walde. herrliche Aussicht am Rheintel u. Sebengeb. Garten m. Liegest. Höhenlutt Volle Pension 14 Mahlzeiten) 5.00 Mk. Wochenende 11 Mark. 28442 Einige noch sehr gut erhalt, gebrauchte Damen- und Herren-Fahrräder billig abzugeben gegen bequeme Teilzanlung mit einjähriger Garantie. Robert Neumann, Herne von der Heydtstr. 1- Teleion 52228 (17945) Seltener Gelegenheitskauf! Piano schwarz poliert, direkt neu, 5 Jahre Garantie, 7°0.— Mk 17865 Pianofortebau Schreiber Castrop i W.. Zeppelinstraße. EHE Sie reisen, lesen Sie den neuen Inselführer! Kurdirektion d. Ostseebades BURG AUF FEHNARN C Der neue, schöne Hanomag 2800 Mark m 18 Monatsraten Kostenlos. 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Aus dem übrigen Programm— 20 Punkte für die öffentliche, 4 für die geheime Sitzung — seien noch folgende hervorgehoben. Für den nach Hagen versetzten Stadtv. Liedtke wird Stadtv. Korst(B. A.) eingeführt. Für die Sparkasse sind vier Sachverständige zu ernennen. Für die Landesverbendstagung des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädlgter u. Kriegerhinterbliebener am 29. und 30. Juni in Herne soll ein Zuschuß von 300 Mark bewilligt werden. Weiter soll eine Deputation für die dauernde Verwaltung und Beaussichtigung deVersorgungshauses, der Kinderheime, der Tagesheilstätte und der Milchküche durch Ortsstatut festgelegt werden. Die Schulgeldsätze für die Berufsschulen im Rechnungsjahr 1929 sollen wie folgt festgesetzt werden: von den Gewerbetreibenden für ihre Betriebsstätten im Stadtkreis Herne 19 Prozent der Grundbeträge der Gewerbeertragssteuer, von den nicht gewerbetreibenden Arbeitgebern für jeden Berufsschulpflichtigen 3.— Mark. Weiter soll die Kapitalsbeteiligung bei den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalen erhöht werden von 1.5 auf 2,4 Millionen Mark. Das Kaufhaus Wehling soll umgebaut werden, zu diesem Zwecke soll statt der fluchtlinienmäßig vorgesedenen Abschrägung der Ecke Grabenstraße eine Abrundung genehmigt werden. Außerdem enthält die Tagesordnung einige kleine Punkte, die aus dem heutigen Bekanntmachungsteil zu ersehen sind. entsprechend verwandt wird und daß die Haushaltspläne sorgfältig vorbereitet werden. Die Mitglieder der Deputation können jederzeit unangemeldet die in Betracht kommenden Anstalten besuchen und zur Kontrolle des Essens an den Mahlzeiten teilnehmen. Die Deputation überwacht weiter die Hausordnungen und die Dienstanweisungen. Iu persönlichem Eingreifen in die Betriebe ist das einzelne Mitglied nicht berechtigt. Die Deputation ist dem Magistrat verantwortlich, sie tagt mindestens einmal im Monat und hat vierteljährlich dem Magistrat einen Verwaltungsbericht vorzulegen, nach jeder Sitzung aber auch die gefaßten Beschlüsse, die vom Magistrat genehmigt werden müssen. Wie sollen die 872 400 Mark für die B. E. W. aufgebracht werden? Wie wir bereits mitteilten, sollen 15 Millionen Mark Kapitalserhöhung bei den Vereinigten Elektrizitatswerken Westfalen auf die angeschlossenen Kommunen umgelegt werden. Herne hat zu diesem 872 400 M. aufzubringen. Das ist an sich in diesem Augenblick eineharte Nuß. Wie sie geknackt werden soll, zeigt folgende Vorlage für die nächste Stadtverordneten Sitzung: Es wird beantragt zu beschließen: Die Stadt Herne stimmt der Kapitalserhöhung von V. E. W. zu und übernimmt den auf sie entfallenden Anteil von 872 400 RM., wodurch eine Erhohung des Kapitals von 1520 472 RM. auf 2 392 872 RM. erfolgt Die Kapitalserhöhung soll in folgender Weise erfolgen: a) das vorhandene Darlehen von 118 386 RM. das an V. E. W. gegeben ist, wird in Kapitalsbeteiligung umgewandelt. b) die der Stadt Herne noch zustehende Summe aus zurückbehaltener Dividende usw. von rund 62877,70 RM. wird verwandt, e) aus dem Vermögen des Landkreises Dortmund wird ein barer Betrag von 254 564,24 RM. zur Deckung verwandt, d) der dann noch fehlende Betrag wird nach der Aufstellung des Rechnungsamtes in der Weise aufgebracht, daß dem ordentlichen Haushaltsplan aus Anleihemitteln in den nächsten Jahren die Beträge zugeführt werden, daß eine Verminderung gegenüber den Einnahmen des Jahres 1927 nicht eintritt. Ebenso ist dem ordentlichen Haushaltsplan die Verzinsung der 254 564,24 RM. mit 8 Prozent aus Anleihe gutzubringen. Die ausgenommenen Anleihen sind aus den einkommenden Zinsen der Beteiligung an V. E. W. vom Jahre 1938 ab abzutragen, dergestalt, daß spätestens am 1. 4. 1953 die Anleihe getilgt ist. Eine Deputation für Verwaltung und Beaussichtigung des Versergungshauses usw. Die Stadt zieht die Zügel straffer an. Der nächsten Stadtverordnetenversammlung liegt An Ortsstatut zur Genehmigung vor, das eine„Verwaltungsdeputation für die dauernde Verwaltung und Beaufsichtigung des städtischen Versorgungshauses. der Kindererholungsheime Hullern und Stapelage, der Tagesheilstätte und der Milchanstalt" vorsieht. Diese Deputation ist schon seit längerer Zeit gefordert und vorbereitet worden, um Unzuträglichkeiten, die sich in der bisherigen Art der Verwaltung dieser Wohlfahrtsanstalten ergeben haben, auszuräumen. Dieser Deputation sollen angehören: 1 besoldetes und 2 unbesoldete Magistratsmitglieder und 6 Mitglieder des Wohlfahrtsausschusses. Mit beratender Stimme gehören — wenn ein Gegenstand ihres Ressorts in Frage kommt— dazu: der Stadtmedizinalrat, die Vorsteher des Fürsorgeamtes und des Gesundheitsamtes, der Heimleiter des Versorgungshauses, die Heimleiterinnen der beiden Kinderheime und der Leiter der Milchanstalt. Bedeutungsvoll ist der§ 4, wonach diese Anstalten im Etat nicht mehr unter Wohlfahrtspflege, sondern unter Betriebsvexwalutng zu führen sind. Dadurch werden sie mit dem Fuhrpark, der Stadtgärtnerei, den Friedhöfen, der Feuerwehr usw. auf eine Stufe gestellt. Die Depukation soll über alle Lieferungen und Leistungen für die Anstalten und deren Vergebung entscheiden. Nur geringe und nicht aufschiebbare Anschaffungen des täglichen Bedarfs sollen ohne vorherige Beschlußfassung durch die Anstaltsleiter gestattet sein. Insbesondere soll die Deputation mitwirken bei Neuanschaffung von Inventar und anderen Hausgegenständen sowie Vergebung von Lieferungen an Lebensmitteln, sie hat darauf zu achten, daß dabei wirtschaftlich verfahren wird, daß die mit dem Versorgungshaus verbundenen Einrichtungen(Landwirtschaft und Schweinemast, Holzhof. Schuhmacherei und Blindenwerkstatt) zweckmäßig und nutzbringend gelettet werden, daß die Insassen des Hauses ihren Kräfken und Fähigkeiten entsprechend beschäftigt werden, daß brauchbares Personal für Versorgungshaus, Kinvererholungsheime und Tagesheilstätte eingestellt und Wohin gehört das lila Aktenstück mit dem gelben Streifen und den Ziffern 02? Neuordnung des städtischen Aktenwesens nach dem Farb- und Dezimalsystem. Büroreform, ein Stück Verwaltungsresorm. Die Forderung der Gegenwart lautet: Verwaltungsreform. Die Verwaltung soll zweckmäßig und billig eingerichtet sein. Die Verwaltungsreform, soweit Veränderungen im Aufbau und Aufgabenkreis der Behörden notwendig sind, ist Aufgabe der Gesetzgebung Ein wesentlicher Teil der Verwaltungsreform ist aber auch die Büroreform, die Verbesserung und Vereinfachung der Arbeitsmethoden und des Geschäftsganges der Behörden. Auf diesem Gebiete dürften am ehesten praktische Erfolge der Verwaltungsvereinfachung zu erreichen sein. Zur Zeit steht neben anderen Fragen die Neuordnung der Aktenverwaltung des anfallenden Schriftgutes im Vordergrunde des Interesses. Es handelt sich nicht nur um die Unrstellung der Zentralregistratur auf Sachbearbeiterregistraturen, sondern auch um die sachliche Ordnung(Gliederung) des Aktenwesens der Verwaltung nach einheitlichen Gesichtspunkten(Aktenplan, Aktenverzeichnisse), die einheitliche Benennung der Akten (unter Zugrundelegung der Dezimolordnung, der alphabetischen Ordnung), die äußere Kennbarmachlung(Aktenrücken unter Verwendung von Grund= und Kennfarben), die zweckmäßige Aufbewahrung des Aktenschriftgutes(stehend, liegend, hängend), die Kontrolle des Geschäftsganges und der Akten. Die verschiedensten Behörden, Reichsministerien, Reichsbahn, Reichspost und ei große Anzahl deutscher Städte haben bereits eine Neuordnung in den büromäßigen Arbeitsmethoden und der Aktenverwaltung vorgenommen und gute Erfahrungen mit dieser Umstellung gemacht. Die Grundlage für den neuen Organisationsplan der Stadtverwaltung Herne bildete die vom deutschen Städtetag empfohlene Grundaufteilung und Einteilung der städtischen Haushaltspläne und die Gliederung der Reichsfinanzstatistik. Die Verwaltung ist hiernach in sieben Hauptgebiete eingeteilt, die weiterhin nach dem Dezimalsystem in die einzeinen Stadtämter aufgeteilt sind. Innerhalb der einzelnen Stadtämter erfolgt weiterhin die Unterverteilung in Haupt. und Nebengruppen. Die 7 Hauptgebiete sind: Allgem. Verwaltung (1), Polizeiverwaltung und Versicherungsangelegenheiten(2), Bauverwaltung(3), Kommunale Betriebe (4), Volksbildung(5), Wohlfahrt und Arbeit(6) und Finanzverwaltung(7). Die Allg. Verwaltung ist wieder eingeteilt in die Stadtämter 10(einsnull), Hauptamt, 11(Personalamt), 12(Standesamt) und 13(Ermittelungsamt); die Polizeiverwaltung(2) im Stadtamt 20(Polizeiamt), 21(Versicherungsamt) und 22(Baupolizei). Die Bauverwaltung ist untergeteilt in die Stadtämter 30 (Stadtbauamt), 31(Hochbauamt). 32(Straßenbauamt) 33(Kanalbauamt) und 34(Stadtvermessungsamt und Stadterweiterungs=Amt). Unter Hauptgebiet 4(Kommunale Betriebe) fallen Stadtamt 40(Städt. Fuhrpark) und 41(Garten= und Friedhofsamt). Unter Hauptgebiet 5(Volksbildung) fällt nur Stadtamt 50(Stadtschulamt). Das Hauptgebiet 6 (Wohlfahrt und Arbeit) umfaßt die Stadtämter 60(Städt. Fürsorgeamt), 61(Gefundheitsamt), 62(Jugendamt) und 63(Wohnungsamt). Das Hauptgebiet 7(Finanzverwaltung) umfaßt die Stadtämter 70(Stadtkämmerei), 71(Rechnungsamt), 72(Stadtsteueramt) und 73(Stadttasse). Die Hauptämter sind dann wieder untergeteilt. So hat das Stadtamt Nr. 10(Stadthauptamt) noch die Hauptaruvven 0(Allgem. Reichs=, Staats= und Prov.=Angelegenheit), 1(Selbstverwaltungsangelegenheiten), 2(Organisation der Stadtverw.), 3(Presse und Statistik), 4(Rechtsamt) und 5(Wirtschaft und Verkehr). Diese Hauptgruppen sind wieder in Nebengruppen eingeteilt z. B. das Hauptgebict 0 in 00(Reich), 01 Staat), 02(Provinz) und 03(Reg.=Bez.), das Hauptgebiet 1 in 10 (eins, null),(Verwaltungsgesetzgebung), 11(Geschäfte des Magistrats), 12 Sadtverordnetenversammlung), 13 (Kommissionen und Deputationen) usw. Das Stadtamt 11(Personalamt) ist entsprechend eingeteilt in die Hauptgruppen 0(Magistrat), 1(Beamte), 2(Angestellte), 3(Besoldung), 4(Arbeiter), 5(Feuerwehr), 6(Wahlamt), 7(Stadtausschuß). Hauptgruppe 0 ist wieder nebengruppiert in 00(Besoldungen), 01(Ruhegehalts= und Hinterbliebenenversicherung) usw. Es sind nicht alle Hauptgruppen von 0—9, und alle Nebengruppen von 00—09, 10—19, 20—20 usw. ausgefüllt, es bleibt reichlich Raum für Einfügung neuer Haupt= und Nebengruppen. Auf den Akten wird die Dienststelle jetzt dadurch angegeben, daß das betrefsende Stadtamt eine bestimmte Jarbe mit einem bestimmten Streifen erhält, dem die Haupt und Nebengruppe in Zahlen zugefügt wird. So wird ein Aktenstück, das die Stadtverordneten=Versammlung betrifft, grau mit weißem Streifen sein und die Zahlen 12(eins=zwei) 1,06 enthalten. Es erhalten folgende Bezeichnungen und Kennfarben: Stadtamt 10(Hauptamt) grau mit weißem Streifen Stadtamt 11(Personalamt) grau mit grauem Streifen. Stadtamt 12(Standesamt) grau mit rotem Streifen Stadtamt 13(Ermittelungsamt) grau mit gelbem Streifen Stadtamt 20(Polizeiamt) rot mit weißem Streifen. Stadtamt 21(Versicherungsamt) rot mit grauem Streifen. Stadtamt 22(Baupolizei) rot mit rotem Streifen. Stadtamt 30(Stadtbauamt) gelb mit weißem Streifen. Stadtamt 31(Hochbauamt) gelb mit grauem Streif. Stadtamt 32(Straßenbauamt) gelb mit rotem Streifen. Stadtamt 34(Stadtvermessungs= und Stadterweiterlungsamt) gelb mit blauem Streifen. Stadtamt 40(Städt, Fuhrpark) blau mit weißem Streifen. Stadtamt 41(Garten= und Friedhofsamt) blau mit grauem Streifen. Stadtamt 50(Stadtschulamt) draun mit weißem Streifen. Stadtamt 60(Städt. Fürsorgeamt) grün mit weißem Streifen. Stadtamt 61(Gesundheitsamt) grün mit grauem Streifen. Stadtamt 62(Jugendamt) grün mit rotem Streifen. Stadtamt 63(Wohnungsamt) grün mit gelbem Streifen. Stadtamt 70(Stadtkämmerei) lila mit weißem Streifen. Stadtamt 71(Stadtrechnungs= und Revisionsamt) lila mit braunem Streifen. Stadtamt 72(Stadtsteueramt) kila mit rotem Streifen. Stadtamt 73(Stadtkasse) lila mit gelbem Streisen. Die Umstellung, die in den einzelnen Stadtämtern nach und nach erfolgt, wird keine wesentlichen Kosten verursachen. Eine anderweitige Dezernatsverteilung ist durch die Zuteilung der einzelnen Gebiete zu einem der sieben Hauptgebiete nicht erforderlich, da lediglich eine sachliche Zusammenfassung der Aufgabengebiete und Stadtämter erfolgen sall. Die Baupolizei z. B. ist keine rein technische Stelle, sondern hat baupolizeiliche Tätigkeiten auszuüben. Der Fuhrpark und die Garten= und Friedhofsverwaltung sind kommunale Betriebsverwaltungen. Eintragung der Reichsbahndienststellen in die Fernsprechbucher. Um den Klagen der Verkehrtreibenden darüber, daß die Dienststellen der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft in den Fernsprechbüchern schlecht auffindbar seien, die Berechtigung zu nehmen, hat die Reichsbahnhauptverwaltung, wie die Deutsche Beamtenbund=Korrespondenz erfährt, soeben bestimmt, daß die Reichsbahnstellen künftig grundsätzlich nur unter einem Stichwort, und zwar„Reichsbahn“ aufgeführt werden sollen. Es kann angenommen werden, daß die Bezeichnung„Reichsbahn“ sich in den letzten Jahren allgemein so eingebürgert hat, daß es für die Verkehrtreibenden keine Erschwerung, sondern eine Erleichterung bedeutet, wenn sie in den Fernsprechbüchern die Stellen der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft unter diesem einen Stichwort finden. Unter den Stichworten„Eisenbahn" und in größeren Städten auch„Deutsche Reichsbahngesellschaft“ soll ein kurzer Hinweis auf das Wort„Reichsbahn“ ausgenommen werden, z. B.„Eisenbahn" oder „Reichsbahn". Ob die Stellen der Reichsbahn innerhalb des Stichworts besser in alphabetischer Reihens1 II. Flammen aus der Tiefe. Roman von Hans Land. 17)(Nachdruck verboten.) Was sie unsicher machte und schwanken ließ, war „ das unbestimmte Gefuhl, daß sie sich troß Vertrage und Unterschriften dennoch der Gewalt eines Menschen auslieferte, für den sie nur Verachtung und Abscheu empfand und dem jede Gewissenlosigkeit zuzutrauen war. War es denn, nach allen bisherigen Erfahrungen, Gert nicht zuzutrauen, daß er unter Mißachtung aller Vertrage erneut in ihr Leben eindrang und es vollends zerstörte? Und um so qualvoller war diese Angst, als Edith trotz allem keinen andern Ausweg sah Gerda trat an ihr Bett. Das junge Mädchen war blaß und ihre Augen zeigten Tränenspuren. Sie hielt einen Brief Arels in Händen und begann der Mutter ihr Herz auszuschütten. „So geht das nicht weiter,“ sagte sie.„Ich sehe, daß hier etwas vorgeht, was mir verschwiegen wird. Du bist krank vor Sorge. Ich weiß, meiner Verlobung teht ein Hindernis im Wege, und ihr wollt mir nicht sagen, welches es ist. Die Verlobung soll geheimgehalten werden— doch jedenfalls nur deshalb, weil die Gefahr besteht, daß sie rückgängig gemacht wird. Auch Axel schreibt so rätselhaft. Sieh nur, da steht: „Mein liebes Mädel, ich lasse nicht von Dir. Unter keinen Umständen! Ich lasse nicht von Dir, selbst wenn der Himmel einstürzt!“ Was meint er damit? Wo steckt der Widerstand, gegen den Arel sich erhebt? Sag' es mir doch, ich bin kein Kind mehr. Ich will keine Schonung! Die furchtbarste Wahrheit ist immer noch besser als diese quälende Ungewißheit.“ Edith hörte die Vorwürfe ihrer Tochter an und mußte ihr recht geben. Sie raffte sich auf; jetzt, nachdem sie tagelang vergeblich gerungen hatte, fehlte ihr die Kraft zum Entschluß. Sie sagte: „Gedulde dich nur wenige Tage. Ich nehme deine Sache jetzt sofort in die Hand. Verlaß dich auf mich, alles, was augenblicklich deinem Glück noch im Wege steht, räume ich fort, alles wird gut!“ Edith verließ bald danach das Bett, um den Kampf aufzunehmen. Ehe sie weiteres unternahm, bat sie um den Besuch Franz Groths und seiner Mutter. Groth hatte diese Aussprache seit längerer Zeit be Beklommen nahm man Platz. Alle fühlten, daß diese Stunde ein Schicksal entschied. Die ersten Minuten verging in Schweigen, es war. als bange jeder der drei Menschen davor, des Wort zu ergreifen Endlich raffte Frau Groth sich auf und wandte sich an Edith:„Sprich dich ruhig aus. Du hast uns lange reits erwardet. Denn von dem Tage an, an dem die gemieden, und ich bedauere es vor allem in deinem erlchuns erialat mar hatts(Thith(i.h nelt ihns wicht 1 aoan. K. ain(D Verlobung erfolgt war, hatte Edith sich mit ihm nicht mehr beraten. Groth erriet nur zu genau, was sich hinter den Kulissen abspielte. Er selbst hatte eifrig darüber nachgedacht, wie sich die Schwierigkeiten am besten aus dem Wege räumen ließen, allein er fand keine rechte Lösung. Er war der Ueberzeugung, daß die geplante Heirat nicht zustande kommen würde, und aus diesem Grunde war er von Anfang an gegen die Verbindung gewesen Er hatte bereits seinerzeit Edith vorsichtig darauf hingewiesen, als zwischen den beiden jungen Menschen die noch halbe Kinder waren, das Geplänkel begonnen hatte. Damals waren Groths Mahnungen von Edith als Scherz abgetan worden, und ein paar Jahre später, da war es natürlich zu spät gewesen, da hatte der Heiratsplan sich in den beiden Kinderköpfen festgesetzt — und jetzt waren die Verwicklungen da! Hätte Groth damals mitzusprechen gehabt, er hätte Gerda unverzüglich fortgeschickt, irgendwohin, etwa in eine Schweizer Pension, um auf diese Weise die beiden zu trennen— allein Edith war damals nicht zu bewegen, einem solchen Rat zu folgen. Dennoch nutzte es wohl nichts, wenn Groth sich heute darauf berufen konnte, daß er recht behalten hatte Als er mit seiner Mutter bei Frau Willers eintrof, erschrak er über ihr Aussehen. Sie war leichenblaß, in ihren umschatteten Augen glomm die Erregung. Edith begrüßte die beiden Ankömmlinge mit besonderer Herzlichkeit. Dennoch lag in ihrer Miene etwas Gezwungenes, eine gewisse Starrheit. Groth ahnte sogleich, daß sie in den letzten Tagen schwerwiegende Entschlüsse gefaßt haben mußte. Und seltsamerweise fühlte er sofort, daß er nicht in der Lage sein würde, sie zu billigen. Interesse, daß du dich dem Rat deiner Freunde entzogen hast.“ Edith seufzte.„Mir ist so schwer zumute,“ meinte sie,„denn— ich fühle mich als Wortbrüchige! Ich kann meine Zusage an Franz nicht halten.“ „Welche Zusage?“ fragte Groth dumpf. „Jenes Wort, das ich ihm gab, und mit dem ich ihm gelobte, wenn ich je wieder heiraten wurde, keinen anderen Mann zu nehmen, nur ihn!" Wieder herrschte Stille in dem Raum, nur der schwere, bedächtige Gang der Standuhr war vernehmbar, deren Pendel unbeirrt in gleichem Rhythmus schwang. Endlich sagte Groth:„Heiraten? Sie wollen heiraten? Und wen?“ „Franz,“ erwiderte sie,„Sie kennen die Lage, Sie wissen, daß meine Tochter einer für ungültig erklärten Ehl entstammt, und Sie wissen, daß ihr Verlobter notgedrungen gewisse Rücksicht nehmen muß. Es gibt daher nur einen Auswea...“ Groth zuckte die Achseln:„Ich sehe keinen solchen Ausweg! Wenn Arel Ihre Tochter so liebt, wie er es behauptet, so wäre ja ein solcher Ausweg, salls er tatsächlich beschritten werden muß, leicht zu finden— er brauchte nur einen anderen Beruf zu ergreifen und alles wäre im Lot. Ich glaube nicht einmal, daß dies ein allzu großes Opfer für ihn wäre, denn er ist jung, hat seine Laufbahn noch kaum begonnen, also dürfte ihm ein Wechsel doch nicht sonderlich schwerfallen.“ Edith schüttelte den Kopf und lächelte schmerzlich Es war das Lächeln der Mutter, der teusend Schwerter durch die Brust gingen. Leise sagte sie:„Rein, mein lieber Groth, Axel will und soll an seiner Diplomatenlaufbahn festhalten Nicht an ihm darf es sein, Opfer zu bringen— wir müssen uns dazu entschließen! Wir, die Alben! Wir, die mit dem Leben abgeschlossen haben. Axel würde nicht glücklich werden, wenn die Verbindung unter Bedingungen zustände kame, die er als Fesseln empfinden müßte. Das hieße von Anfang an die Ehe gefährden. Vielleicht würde er zuerst sich über alles hinwegsetzen. Aber eines Tages könnte es doch dazu kommen, daß er seiner Frau die Opfer vorhielte, die er ihretwegen gebracht habe. So wäre leicht ein Konfliktstoff geschaffen, an dem möglicherweise beide zeitlebens zu leiden hätten. Es bleibt also wirklich nur der Ausweg Groth erhob sich. Mit langen Schritten durchquerte er das Zimmer „Was wollen Sie also tun?“ fragte er. Seine Stimme klang hart. „Erraten Sie es noch immer nicht?“ Er schüttelte den Kopf:„Nein— ich wüßte wahrhaftig nicht, worauf Sie hinauswollen. Sie sagten da freilich etwas von einem gebrochenen Wort. Wie aber wollen Sie dieses Wort brechen? Und zu wessen Gunsten?“ Er schwieg und schien nachzudenken, dann fuhr er fort:„Ich kann nicht annehmen, daß Sie etwa jenen Lumpen, der Sie seinerzeit unglücklich gemacht hat und von dem Sie endlich, schwer genug, frei geworden sind, daß Sie diesen haltlosen Burschen von neuem zu Ihren Gatten machen wollen— nur, um gesellschaftlichen Vorurteilen Rechnung zu tragen, die in diesem Falle am allerwenigsten am Platze sind. Es wäre Wahnsinn, und ich ließe es nicht zu, daß sie so etwas täten— niemals ließ ich das zu!“ Groth hatte seine bisher schwer bewahrte Selbstbeherrschung verloren, er schlug mit der Faust auf den Tisch und seine letzten Worte hatte er in lautem, erregtem Ton gesprochen, beinahe geschrien. Edity soh ihn groß an, ihre Züge wurden gespannt, hart und bestimmt. „Und dennoch wird es geschehen,“ erwiderte sie,„ich habe lange genug ringen müssen, ehe ich mich zu diesem Entschluß aufzuraffen vermochte. Nun aber sehe ich ihn als unabänderlich an.“ Groth verstummte. Er war auf einen Stuhl gesunken und sah starr vor sich hin (Fortsetzung folgt.) .S ***— 0#1." ••** „**.* —. ETRTTTT MVITTTR. folge oder in der Reihenfolge der Bedeutung der Stellen aufgeführt werden, ist der Entscheidung der Reichsbahndirektionen überlassen. Wenn es wegen der örtlichen Gepflogenheiten geboten erscheint, den Verkehrtreibenden usw. das Auffinden der Reichsbahnstellen in den Fernsprechbüchern zu erleichtern, z. B. well disher die Güterabfertigungen unter„G“, die Saal geschaffen hat, der seinesgleichen in Herne und Bahnhöfe unter„B“ aufgeführt wurden, können noch Umgebung sucht. Es geziemt sich, anläßlich der nahen weitere Hinweise auf das Stichwort„Reichsbahn" Jertigstellung auch der Unternehmer zu geden aufgenommen werden, z. B.„Güterabfertigung siehe Reichsbahn".„Gepäckabfertigung siehe Reichsbahn usw. Aus und für Herne Die Feier des Verfassungstages 1929. Der preußische Minister für Volkswohlfahrt hat 3. JaDer Mann ohne Hut Man kann ihn jetzt allenthalben in den Straßennn nne.—— begegnen, denn wie alljährlich um diese Zeit, ist die schon vor längerer Zeit in einem Erlaß vom 3. Männerwelt gegenwärtig in zwei Lager geteilt: Die nuar 1929 auf die Bedeutung einer würdigen Feier Hutträger und die Hutgegner, und beide verteidigen des Verfassungstages hingewiesen und angeregt, am ihren Standpunkt mit gleicher Leidenschaft und einer 1 1. August 1929 im Rahmen der sonstigen Feiern Fülle überzeugender Gründe.„% „Warum soll ich mich in der warmen Jahreszeit mit einem Hut plagen?“ so sagt z. B. der Hutgegner. „Ursprünglich hat der Mensch doch überhaupt keinen der„„„„ Hut gekannt, und nur die Ungunst des Klimas sowie daß in den meisten Regierungsbezirken am Verfassein mit fortschreitender Zivilisation immer kümmer= iungstage Bezirks=Jugendtreffen, die von licher werdender Haarwuchs zwangen ihn allmöhl"#-=tveranstaltungen eingerahmt werden, sein Haupt auch dann zu bedecken, wenn es nicht zum stattfinden. Schutze gegen seine Feinde oder ihre Waffen nötig!„„* war. Von der Fellkapuze unserer Ahnen bis zum heu Bezirks= oder Kreisjugendfeste bzw.=treffen abzuhal ten. Wie dem Amtlichen Preußischen Pressedienst mitgeteilt wird, kann nach den vorliegenden Berichten der Regierungspräsidenten damit gerechnet werden tigen Hut ist es nun freilich ein weiter Weg, aber das Prinzip ist das gleiche geblieben: Der Kopf soll ge Selbitmerd eines Fünfzehnjährigen. Am Mittwoch gegen 21.20 Uhr verübte der 15jäh#ö#z, vervenr##, uerl.„lluntzill der Witterung, via. 0 aus Horne dadurch Selbstmord, daß er sich is in einer Seste in der an udcheg 12“ an der Brücke in der Nähe der Josefinenstraße vor gbt Denn die Sanne schode. einen herankommenden D-Zug warf. Er wurde auf , mehr Somne desta haßer un.. J. der Stelle gelötet. Die Leiche wurde in die Leichenri halle des Friedhofs in der Wiescherstraße geschafft für unser.#####r Der Grund zur Tat ist unbekannt von Nachteil, der sich aber mit einigen Bürstenstrichen— bald wieder ausgleichen läßt. Schlimm genug, daß wir im Winter unserem Haar und den Kopfnerven die Stickluft zumuten müssen, die bekanntlich immer selbst unter dem leichtesten Herrenhut herrscht, und sicher würde es bedeutend weniger Haarschwund, Glatzen und ähnliche Unliebsamkeiten bei der Herrenwelt geben, wenn mehr Gesinnungsgenossen unseren Schlachtruf:„Los vom Hut!“ aufnehmen würden!" Aber sie finden nicht überall Beifall und Nachahmung, diese hutlos Einherwandelnden. Es gibt Män ner genug, die sich ohne Hut hilflos, unvollständig füh Strickmanns Saalbau. Strickmanns Saalbau war schon in seiner früheren Gestaltung beachtenswert in seinen Ausmaßen, seiner Belichtung, seiner ansprechenden Farbentönung, seinem durch Säulen abgetrennten Schankraum u. a. m., so daß Vereine ihn gerne zur Abhaltung ihrer Feste wählten. Der Besitzer trug sich schon längere Zeit mit dem Gedanken, dem Saal durch Erweiterungs= u. Umbauten ein vollkommeneres Bild zu verlen. und die sich allen Gesundheitsgesetzen tum Trotz leihen. Herr Architekt Hesse arbeitete dementspre selbst im Hochsommer höchst ungern von ihrer„Be—iiaM hauptung“ trennen. Der Hut ist sozusagen ihr Attribut, ihr Stimmungsbarometer und Gefühlsventilator, ein Emblem ihrer Würde. Und mit einem gewissen Entsetzen sehen sie auf die„Hutlosen“, die ihnen begegnen Soll man die einen schelten oder den anderen beipflichten? Mit nichten. Jedem das Seine, sei die Parole in diesem Streit, und— auch die Hutfabrikanten wollen leben. Am nettesten aber finde ich die hutlose Mode bei der Damenwelt. Wie hübsch ist solch ein lockiger Bubenkopf, der. im Straßengewühl an einem vorüberschwebt, oder wie wundervoll schimmert die blonde Fülle eines flechtengekrönten Frauenhauptes in der Sommersonne! Es lebe die hutlose Mode, ist man da versucht zu rufen. Aber da fällt einem ein, daß im allgemeinen die Frauen ja gerade die begeistertsten— Hut freundinnen sind! chend ein Projekt aus, das nunmehr seiner Vollendung entgegengeht. Wenn auch die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, so können wir uns doch schon den neuen Saal vor Augen führen. In Harmonie stehen Länge und Breite zueinander, nämlich 40:16 Meter. Rechnet man die Nebenräume hinzu, so erhöht sich die Saalbreite auf 23 Meter. Die Saalhöhe ergibt 9.40 Meter. Eine wesentliche Vergrößerung ist durch die Anlage einer Empore entstanden, die in ihrer Brüstung schöne architektonische Formen aufweist. Das Größenverhältnis derselben ist 16:8 Meter. Der bisherige Schankraum und die Toiletten[Stratenhoff. Schutb und Neerfeld preissind geblieben, während für die Garderobe als gekrönte Arbeiten. ken, die samt und sonders bemüht waren, den Fortgang der Arbeiten zu beschleunigen. Es führten aus: die Erdarbeiten Fa. Joh. Köhne, die Maurerarbeiten Fa. Fr. Schrader, die Betonarbeiten Fa. Moddemener, die Zimmerarbeiten Fa. Lindner. die Klempnerarbeiten Fa. Nordmann, die Dachdeckerarbeiten Fa. Wewers, die Stuckarbeiten Fa. Schnittker, die Plattierungsarbeiten Fa. Rinas, die Schreinerarbeiten Fa. Veuhoff, die elektrischen Anlagen Fa. Goebel. Das vollwirkende Bild wird der Saal erst nach stattgefundener Ausmalung des erweiterten Teiles empfangen; jedenfalls dientr aber auch in seiner jetzigen Gestaltung allen Vereins= und Versammlungszwecken. Das wird der kommende Sonntag lehren, an dem der Herner Männerchor unter gewaltiger Teilnahme sein 60jähriges Jubelfest zu feiern gedenkt. Bei dieser Gelegenheit werden auch Dirigent, Sänger und Musikfreunde zur Ueberzeugung kommen, daß außer den Größenverhältnissen die Akkustik in abgeklärter Färbung hervortritt. Rückblickend möchten wir sagen: durch den erweiterten und architektonisch verschönerten Saalbau hat auch die Stadt Herne eine hervorragende Versammlungsstätte gewonnen, die freilich mit schweren Opfern des weitschauenden Besitzers, Herrn Strickmann, entstanden ist. Solchen Opfern gebührt Anerkennung, die sich auswirken müßte, bei städtischen Festen größeren Umfangs von der Benutzung des Saales Gebrauch zu machen. * Heute ist Sonnenwende— Sommers Anfang. Heute ist nicht nur das Fest des unschuldsvollen Heiligen, des hl. Aloysius, sondern auch der Tag des höchsten Sonnenstandes. Kaum hat man so recht gemerkt, daß die Sonne den endgültigen Sieg über den rauhen Wintergesellen endgültig davongetragen hat, da beginnt sie auch schon wieder ihren Abstieg. Aber gemach! Sie vergißt uns nicht. Sie will ja jetzt erst den Sommer bringen, die eigentlichen heißen Tage des Urlaubs und der Ferien. Die wollen wir erst tüchtig auskosten, und was dann kommt— na, das kümmert uns heute noch nicht. * Stenographische Erfolge der Oberrealschule. Anläßlich des Fernwettschreibens des Deutschen Stenographenbundes, das am 10. 3. 1929 in der Oberrealschule zu Herne stattfand, beteiligte sich auch der Schüler=Stenographenverein der hiesigen Oberrealschule am Wett= und Schönschreiben. Bei dem Schnellschreiben erhielten folgende 14 Mitglieder Preise: Abt. 80 Silben: De Verdin, Dunsche, Eilers, Franke, Löwi, Rether, Schmeling. Abt. 100 Silben: Medick, Stratenhoff. Suhling. Abt. 120 Silben: Müller, Riemer. Abt. 140 Silben: Schuth, Neerseld. In der Abteilung für Schön= und Richtigschreiben lieferten die Schüler Im Sommerbad. Ausweitung der gegenüberliegenden Seite ein neuer Raum von ansehnlicher Länge und Breite entstanden ist. Von höchst praktischer Wertung erscheint jedem Sachverständigen der 4 Meter breite Eingangsraum, der beim Ausgang der Festteilnehmer ein Drängen völlig ausschließt. zur Herrichtung des gegenwärtigen Saales mußten umfangreiche Abbruchsarbeiten vorgenommen werden, die erst am 4. April dieses Jahres begannen, während noch am 12. Mai im Saale ein Fest gefeiert wurde. Dennoch nahmen diese Arbeiten wie der Aufbau Die Schule ist aus. Mappenschlenkernd eilt die diese Arbeiten wie der Aufbau einen solch rapiden ternbeflissene Jugend heim. Nie, im ganzen Jahre Fortgang, daß bereits am vorigen Sonntag die Wienicht, werden nach beendeter Mittagsmahlzeit die Schularbeiten mit so zauberhafter Geschwindigkeit erledigt, wie jetzt. Denn der Nachmittag gehört ein für allemal dem Baden und je eher man das leidige Muß erfüllt hat, desto länger ist diese einzig schöne Zeit der Badefreuden. Hei, wie die schlanken Körper sich tummeln im kühlen Naß! Gelächter, Geschrei, Strampeln, Balgen, Spritzen. Hier wird Wette geschwommen, dort Wasservall gespielt, zwischendurch gibt es eine wilde Jagd in, unter, außer dem Wasser Vom Sprungbrett schnellen wie Fische die naßglanzenden jungen Leiber in die Flut. Und dann lagert man sich am Rande, wühlt sich in den feinen, weichen, sonnendurchglühten Sand, schwatzt und schmaust.— Das Schönste am Baden ist, daß man hinterher solchen prachtvollen Appetit hat, meint ein Fünfzehnjähriger. Und lachend gräbt er die blitzenden Zähne tief in ein Butterbrot von wahrhaft gigantischen Dimensionen— das schmeckt! Gegen Abend ändert sich das Bild. Da haben die Arbeitsstätten verschiedener Art ihre Insassen entlassen. In langen Zügen wimmelt das bienenfleißige Volk der Berufstätigen durch die Straßen, und es dauert nicht lange, so ist auch der Badestrand von den Neuankömmlingen überflutet. O, wie das wohltut, Staub und Dunst, Enge und Bücherdumpfheit, Arbeitsmüdigkeit und Alltagssorgen zu vergessen, abzuspülen in der klaren Flut, für eine Spanne Zeit nur Mensch zu sein... Hochgefühl gesteigerten Lebens, wenn man sich mit kräftigen Schwimmstößen durchs Wasser schnellt, köstliches, nervenlösendes Ausruhen im Sande, Abklingenlassen des hast= und lärmerfüllten Tages. So geht der Abend in die Nacht über und allmählich verstummt das fröhliche Getriebe. Die Laternen verlöschen eine nach der anderen, die Badezellen leeren sich. Der Bademeister geht schlüsselklirrend heim. Der Mond scheint auf die stillgewordene Wasserfläche. Die Badeanstalt schläft, bis im Frühsonnenschein wieder die ersten Gäste anrücken, zuerst die Naturfreunde und Einsamkeitssucher, dann die Schüchternen und Aengstlichen, die in den stilleren Morgenstunden an der Angel des Schwimmlehrers zappeln und mit Kortweste und Gummigürtel im flachen Wasser üben. Und so geht der ganze fröhliche Kreislauf jeden warmen Tag wieder von vorne an! dersehensfeier der 131er im erweiterten Saale begangen werden konnte, wenn auch durch Maien und Tannengrün einige unfertige Verputzflächen verdeckt werden mußten, was ohne Störung des Gesamteindrucks geschah. Gerade dieses erste Fest mit seinen ungezählten Besuchern hat den Beweis erbracht, daß der Saal für alle, auch für die größten Veranstaltungen, ausreichend ist und jegliche Stockung und Störung wegen Ueberfülle ausschließt. Bei objektiver Betrachtung muß man anerkennen, daß Herrn Hesses Projekt einen * Neuerwerbungen der städtischen Bücherei. Die städt. Bücherei hat jetzt auch Remarque:„Im Westen nichts Neues" und Renn:„Krieg" erworben. * Von der Sommerbadeanstalt. Das heiße Wetter der letzten Tage hat naturgemäß auch dem Sommerbad einen Massenbesuch gebracht. Es müssen allerdings viele Vergeßliche unter den Badegästen sein. Davon zeugen die Fundgegenstände der letzten Wochen. Gefunden wurden: 1 Aktentasche mit schwarz=weißem Anzug, 4 blaue Schirmmützen, 1 weißes Knabenhemd, 1 Aktentasche ohne Inhalt, 1 Paket mit 3 Frotteehandtüchern, 1 blaugestreiftes Frotteehandtuch, 1 Gerstenkorntuch, 1 weißes kleines Badehandtuch, 1 blaue Knabenweste, 1 Ring mit bl. Stein, 1 Ring mit schwarzem Stein und 2 roten Steinen sowie 1 schwarz=blauer Badeanzug. Die Fundgegenstände sind der Stadtpolizeiverwaltung übergeben worden. Es sei nochmals darauf hingewiesen. daß Flaschen, Gläser und Papier nicht in die Beckenanlage mitgenommen werden dürfen. Immer noch„Familienzahnbürste“? Mehr Schulzahapflege in Herne! Die Anstellung eines Schulzahnarztes, eine Jahnbürfte unentgeitlich zu überlassen. die erdöhte Bedeutung der Schulzahn Städte schon... hr gegangen sind pflege in unseren Tagen beweisen. Wenn man bedenkt, daß ca. 80 Prozent aller Schulkinder mehr oder weniger unter Zahnkrankheiten— besonders Karies— zu leiden haben, und daß ein sehr großer Porzentsatz der späteren Zahnkrankheiten durch geeignete Behandlung in der Jugendzeit zu verhindern gewesen wären, dann wird man die Schulzahnpflege vor allen Dingen Es ist nicht daran zu zweifeln, daß diese Ausgaben sich mit der Zeit bezahlt machen. Anderseits ware diese Regelung eigentlich auch für Herne nichts Neues. Seit Jahren schon erhalten die minderbemittelten Kinder die Lernmittel(Hefte, Tafein, Bücher usw.) kostenlos von der Stadt geliefert. Ist die Zahnbürste etwas anderes? Ist sie nicht ein außerordentliches wichtiges Arbeitsmittel in der Hand des Kindes? Der moderne! Schutzenfest in Vorsthausen. Der Schützenverein Horsthausen c. B., der vor drei Jahren gegründet wurde, begeht in den Tagen vom 22. bis 24. d. M. sein erstes KönigsSchützenfest. Als Festplatz ist der FalkenhorstSportplatz an der Ludwigstraße hergerichtet. Ein Doppelzelt von der Firma Busch in Düsseldorf sowie große Kirmes=Schaubuden, Karussells und Luftschaukeln füllen den Platz. Die Restauration des Festzeltes liegt in den Händen des Wirts Gusiav Düppe, In der Wanne. Ganz besondere Vorbereitungen sind für den Festzug getroffen, der sich diesmal durch den Stadtteil Horst hausen sowie die Kolonie Friedrich der Große bewegt. Dieses Fest ist seit vielen Jahren wieder das erste große Schützenfest und verspricht allen Besuchern, daß sie auf ihre Kosten kommen. Die Musik stellt die Reichswehrkapelle des Feld=Artillerie=Regiments 6 in Minden unter Leitung ihres Obermusikmeisters Paul Adam, sowie die Spielleute=Vereinigung Gut=Spiel Baukau. Das Vogelschießen findet am Samstag, dem 22., ab 3.30 Uhr auf dem Schießstand Wiescherstraße statt.(Alles Nähere siehe Inserat.) verlangt vielmehr die Anwendung des Gelernten im Leben. Richt Wissen ist das Ziel, sondern Handeln „Wissen ist wenig, Können d. h. in diesem Falle Putzen, ist König“. sagt P. Rosegger. Welchen Nutzen haben denn letzten Endes die Kinder davon, daß sie die AnArbeitsunterricht gibt sich ja längst nicht mehr mit der überhaupt ansprechen dürsen. Die obigen Zahlen, di. Einprägung eines bestimmten Wissens zufrieden, er von Beschwerden, Qualen und Kosten sprechen, sollten jedem zu denken geben und ihm die Notwendigkeit einer geregelten Behandlung der Zähne beweisen. Leider sind wir heute immer noch nicht soweit; immer noch weist irgendeine Großmutter darauf hin, daß sie in ihrem ganzen Leben noch keine Zahnbürste in ihrem Munde gehabt, aber noch über gesunde leistungsfähige Zähne verfügt. Auch auf das Beispiel des Kettenhundes wird gern hingewiesen, der mit seinem guten Gebiß die obigen Behauptungen als Lügen hinstellt. Wie steht es nun mit der Zahnpflege bei unseren Kindern? Ist da alles in Ordnung, so daß wir unbesorgt der Zukunft entgegensehen können? Ueber die Antwort dürften wohl kaum Meinungsverschiedenheiten bestehen Das Ergebnis einer Nachfrage an einer Schule ist direkt beschämend und bestürzend. Erjaßt wurden genau 100 Kinder. Von ihnen besaßen 15 eigene Zahnbürsten: eine weitere Unser Wetterbericht. Von Frankreich her ist ein kleines Teiltief nordostwärts gezogen und lag gestern morgen als Ausläufer der nordischen Tiefdruckgebietes über dem nordwestdeutschen Binnenland, wo es etwas Bewölkungszunahme verursacht. Das östliche Hochdruckgebiet zerfällt, während westlich von Großbritannien der Luftdruck bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen wieder zu steigen beginnt. Die Neigung zur Trockenheit hält daher an. Die Morgentemperaturen lagen in Deutschland zumeist zwischen 17 und 22 Grad. Wettervorhersage bis Samstag: Vorwiegend trocken, nur vorübergehend wolkig und etwas kühler, später erneut Erwärmung. * Gasvergiftung. Gestern vormittag befand sich der Gaskontrolleur und Koksofenbauer W., der bei einer Essener Firma beschäftigt ist, auf einer hiesigen Zechenanlage auf einem Revisionsgang in einem Gasdruchgangsraum. Wohl infolge heftigen Gasandranges und der übergroßen Hitze brach er hier leblos zusammen. Als er nicht zurückkehrte, wurde nach ihm gesucht. Man konnte ihn zwar noch lebend bergen, doch gelang es nicht, ihn ins Bewußtsein zurückzurufen. Er mußte schließlich schnellstens mittels Krankenautos dem kath Krankenhaus zugeführt werden. Dort kam er nach Sauerstoffzuführung bald wieder zu sich, im Laufe des Tages besserte sich sein Zustano merklich * Unter den fahrenden Wagen geriet gestern nachmittag auf der Altenhöfener Straße der Hilfsarbeiter G. L. Dieser hatte eine schwere Fuhre Schlackensteine zu fahren, hierbei muß er infolge der Hitze ohnmächtig geworden sein. Plötzlich fiel er namlich vom Wagen und geriet mit dem linken Arm und der Hand unter das rechte Vorderrad. Der Arm wurde dabei gebrochen und die Hand arg zerfleischt. Nach Anlegung eines Notverbandes mußte er sich zum Arzt begeben. * Ein verhängnisvoller Unfall stieß Mittwoch nachmittag einem Gemüsehändler aus Bochum auf der Gerther Straße zu. Der Händler kam vom Wochenmarkte in Sodingen und hatte törichterweise auf seinem Motorrad vorn auf dem Lenker einige Waren aufgepackt. Plötzlich geriet ein kleines Paket zwischen Speichen und Federung, der Fahrer stürzte und geriet unter sein eigenes Kraftrad. Mit einem Bruch des linken Oberarmes und einer erheblichen Kopfverletzung mußte er durch ein Krankenauto dem kath. Krankenhaus zugeführt werden. * Ein flüssiges Herdputzmittel, das roftet. Vorsicht, Schwindler! Vor etwa 8 Tagen hausierte in Wanne=Eickel ein angeblich kriegsbeschädigter unbekannter Mann mit einem flüssigen Herdputzmittel. Er führte dieses in einer Flasche bei sich. Die Ehefrau Sch. aus WanneEickel ließ sich 1/ Liter abfüllen, wofür sie eine Reichsmark bezahlte. Als sie ihren Herd später damit putzte, fing dieser an zu rosten. Es handelt sich hier folglich um einen Schwindler, der wie folgt beschrieben wird: etwa 45 Jahre alt, cn. 1,72 Meter groß, längliches Gesicht, auffallend rote Nase. Er war bekleidet mit grauem Filzhut und grauem Anzug. Vor dem Schwindler wird hiermit ausdrücklich gewarnt. Beim weiteren Auftreten desselben wolle man seine Festnahme veranlassen. * Sturz eines Radfahrers. Am Mittwoch gegen 17 Uhr stürzte der Radfahrer Gustav H. aus Herne auf der Plankreuzung in der Plutostraße in Wanne=Eickel und erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Er wurde dem evangel. Krankenhaus in Herne zugeführt. * Einbruch in eine Baubude. In der Nacht zum Montag wurde eine Baubude in der Kurfürstenstraße in der Nähe der Wirtschaft Kemmerling durch unbekannte Täter erbrochen. Gestohlen wurden: 2 weiße englischlederne Jacken, 1 weiße englischlederne Hose, 2 Paar Arbeitsschuhe, 1 Rucksack, 1 Wasserwage, 1 Maurerhammer. Wer kann sachdienliche Angaben machen? * Ein seltenes Anglerglück hatte ein hiesiger Sportangler aus der Ludwigstraße. ein Mitglied des hiesigen Fischereivereins. Gestern nachmittag fing er mit der Angel einen riesigen Karpfen, der fast 1 Meter lang und 14½ Pfund schwer war, aus dem Kanalhafen der Zeche Friedrich der Große 3/4. Die Schuppen des erlegten Fisches waren fast doppelt so groß wie ein 5=Mark=Stück * Badei nicht an verbotenen Stellen! In den letzten Tagen häufen sich die Fälle, daß Jugendliche frei im Kanal baden. Wie leicht dadurch ein Unglück entstehen kann, zeigt folgender Fall: Der 18jährige erwerbslose R. H. badete Mittwoch nachmittag im Kanalbecken Friedrich der Große 3/4. Plötzlich ging der junge Mann um Hilfe schreiend mehrmals unter und konnte nur unter großer Anstrengung von mehreren Schwimmern ans Ufer geschafft und später heimtransportiert werden. * Einen Betriebsunfall erlitt der Arbeiter Otto M. aus der Fritz=Ebert=Straße Mittwoch morgen in einem Betriebe der Sodinger Gaveg. M. geriet mit dem Oberkörper zwischen Transportgeräte und zog sich erhebliche Quetschungen und Schürfwunden an den Armen und Beinen zu. Mittels Krankenautos mußte der Verletzte dem Kath. Kran= kenhaus Börnig zugeführt werden. * T a u b e n d i e b s t a h l. Von noch unbekannten Dieben wurde im Hause der Gewerbebank in einen Taubenschlag des Schneidermeisters Fr. N. eingebrochen. Der Dieb hieß zwei wertvolle brütende Zuchttauben mit den Eiern mitgehen. Der Wert des gestohlenen Gutes beträgt etwa 100 M. Wer Angaben machen kann, erhält hohe Belohnung * Wer kennt den Verunglückten? nur zahl der Zähne, ihre Stellung, ihren Bau, sogar die Behandlungsweise kennen, wenn sie nicht zum Tun, zur Pflege der Zähne, zum Zahnputzen fortschreiten? So betrachtet, gehört die Zahnbürste zu unseren Lernoder Arbeitsmitteln, und ihr Besitz für die Kinder ist eine Selbverständlichkeit, eine unterrichtliche Notwendigkeit. Die interessierte Lehrerschaft, und das sollte die Gesamtheit sein, wird sich die Gelegenheit, ihren Unterricht wirksam zu gestalten, gewiß nicht entgehen lassen. g. 2— m Es ist der Schule in dieser Angelegenheit ferner die Straße in Bochum wurde am Juni 19“ Möglichkeit gegeben, Volkserziehung im besten Sinne 14.20 Uhr, ein Radfahrer von.m des Wortes zu leisten. Durch Gewöhnung an den Ge= mungan angefahren und schwer versetzt i. brauch der Zahnbürste schaffen wir ein Bedürfnis,###:*. Auert mi.#ei in das gl. Ethvergleichbar muit dem Bedürfnis des Waschens und setten, der nach immer heslanungala. 31. Tau22.—. Badens. Diese Art der Bedürfnisse sind im Gegensatz jatzt nicht festgestellt werden: kongzen P PPE EL#####g gpayug umd pr; zu dem bekannten sokratischen Ausspruch nützlich und bei sich führte Es handel sich....F78.8 diente sich dazu der Zahnbürste der Geschwister oder notwendig. Sie stehen umn Dienste der Gesundheit, der 16 g.2=, 2fta. A.2.,222 9.# einen etwa 15 die Eltern, also gewissermaßllen der„Haus= oder Sauberkeit und 4r /16 Jahre alten jungen Mann, der anscheinend dem „Jamilienzahnbürste“. Von dem Unhygieni=— i.— ansumamm..—. Friseurverufe angehört. Er führte einen Pappkarton schen und Unästhetischen dieser Regelung ganz abge=I hangen mit dem Kulturaufstieg des Menschen, lbei sich, in welchem sich ein Friseurkittel, eine gestreifte sehen, dürfte diese Alt auch wenig anziehend für die! innig zusammen.[Hose und mehrere reine Wäscheteile befanden. PerKinder sein und daher oft unterbleiben. Im großen Schaffen wir deshalb unbedenklich diese Bedürf=ssonen, die zwealdienliche Angaben machen können, ohnenisse, die dem Wohle des Einzelnen wie der Gesamt= werden geveten, umgehend bei der Kriminal=Direktion heit dienen! Es läßt sich schwerlich genau angeben, u, Bgchum, Uhlandstraße 35, Polizei=Präsidium, Zimwieviel Personen heute in Deutschland Zahnpflege be vorzusprechen oder diese Stelle fernmündlich treiden. Fachleute nennen als Richtputzer die Zahl u benachrichtigen von 40 Millionen. Es ist kaum daran zu denken, daß= Studienfahrt der Westsalischen Verwaltungsdurch Aufklärungsarbeit, wie sie z. B. seitens der be= akademie. kannten Firmen betrieben wird, die Erwachsenen zu] Die diesjährige Studienfahrt der Verwaltungsakaeiner Sinnesänderung gebracht werden können. Das demie führt vom 12. bis 15. Juli durch den Harz. Die kann aber die Schule durch beständigen Hinweis, durch Fahrt gehr über Hildesheim, Goslar, Clausthal=ZeiBelehrung, durch Gewöhnung, durch Unterstützung lerfeld. Brocken, durch die Goldene Aue zum Kyffdauohne Schwierigkeiten erreichen. Jung gewohnt, ist ser. Interessenten wird die Hauptgeschäftsstells der ann tür gewöhnlich auch alt getan. E. Verwaltungsakadewie gern Auskunft erteilen. und ganzen dürften sich ca. 60 Prozent Zahnpflege zufrieden geben. Die Gründe für diese Zustande liegen auf der Hand. In unseren Tagen der wirtschaftlichen Not wird jede nicht unumgänglich nötige Ausgabe, und dazu rechnen viele Familien eine besonder Jahnbürste für jedes Familienmitglied, für entbehrlich gehalten und gestrichen. Und in Wirklichkeit sind ja auch die Kosten für eine Familie, wenn mehrere Kinder vorhanden sind, nicht unerheblich. Es wäre daher freudig zu begrüßen, wenn die Stadtverwaltung sich entichlöß, den Kindern wirklich unbemittelter Eltern L Ein Stadtgespräch sind unsere Ausnahmepreise 24.48.95 Pig. also auf zu 8 Thams& Garts, Herne, Bahnhofstr. 92 Sämtlichen Autobesitzern zur gefl. Kenntnis, das meine - Reien-Reparatur- und Neugummierungs-Austal in dem bisherigen Betriebe weitergeführt wird. Gustav Tasche, Herne i. Westf. Wilhelmstraße 23.— Fernruf 52079. 17835 t P. 42. Herne, den 19. Juli 1929. Einladung. Die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung werden hierdurch zu einer Sitzung auf 18025 Montag, den 24. Juni 1929, 16.30 Uhr, in den großen Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Der Stadtverordnetenvorsteher. Tagesordnung: 1. Einführung des Stadtverordneten Korst(Ersatz Liedtke). 2. Kommissionswahlen, a), Wahl von Mitgliedern in den Ausschuß für das a) Wahl von Mitgliedern in den Ausschuß für das städt. Jugendamt(Jugendamtskollegium), b) Wahl eines Mitgliedes in den Grundsteuer=Ausschuß, c) Schwerkriegsbeschädigtenfahrt. 5. Gewährung eines Zuschusses an den Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen e. V., Ortsgruppe Herne, anläßlich der am 29. und 30. Juni in Herne stattfindenden Landes=Verbandstagung. 6. Erlaß eines Ortsstatuts für die dauernde Verwaltung und Beaufsichtigung des städt. Versorgungshauses, der Kindererholungsheime Hullern und Stapelage, der Tagesheilstätte und der städt. Milchanstalt. 7. Niederschlagung eines Darlehns von 2000 RM. für die Finanzierung der Jugendherberge in der Haardt an den Verband deutscher Jugendherbergen, Gau Münsterland. 8. Antrag der Freien Volksbühne Herne auf Gewährung eines Zuschusses für eine abgehaltene Theater=Vorstellung des westf.=ostfries. Landestheaters. 9. Festsetzung der Schulbeiträge und des Schulgeldes für die Berufsschulen im Rechnungsjahr 1929. 10. Umbau des städt. Gebäudes Mont=Cenis=Straße, Ecke Schulstraße, zur Unterbringung von Handels schulklassen. 11. Bewilligung der Mittel für die Be teiligung an der Kapitalserhöhung der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen. 12. Aufwertung der Restkaufgeldforderung des Magistratsbaurats a. D. Hoose. 13. Antrag des Hausbesitzers Linnenbrügger auf Ablösung von 40000 Papiermark Wohnungszuschuß für den Bau einer Chauffeurwohnung. 14 Bewilligung von Mitteln für die Anpassung der Cranger Straße an die neue Unterführung. 15. Baufluchtlinienänderung der Mont=Cenis=Straße von der Bruchstraße bis zur Karlstraße. 16. Fluchtlinienfest setzung für den Zugangsweg zum Nordfriedhof. 17. Erlaß eines neuen Ortsstatuts auf Grund des§ 9 K. A. G. 18. Bewilligung von Mitteln für die Verlängerung des Kanals an der Ritterstraße. 19. Fluchtlinienänderung Ecke Bahnhof= und Grabenstraße. 20. Erlaß einer neuen Baupolizei=Gebührenordnung. Aldann geheime Sitzung: 4 Punkte. Mütterverein St. Bonitatius Zur Beerdigung des Mitgliedes Frau Therese Spielbriok am Samstag. nachmittags 2 ½ Uhr. von der Kirche aus, werden die Mitglieder zu zahlreicher Beteiligung eingeladen. Die Berstorbene war Mitglied der Sterbefasse. Der Vor“and. Krieger-v. LandwehrVelein Rerne gegr 1865. Vereinslokal: H. Knapp. Herne, Bahnhofstr. 1. Zum(17745 0 Snene Per seseee! seeet e Resesbolceche esee ee e! e e e e cher ceiee Teilzahlun9 EP esee ece. 445 □ 2: 1O. be. 6 Se 19 □ 90 10 60 4s- 218 901 826 1 12* 102 292 Ar. 136 04 80• 2040 11 86- 70“ e g ge 83 9 1 160 56• LL er e! e ch auf dem Schießstand. Wirtschaft Puls. Altenhöfen, Bergstraße, am Tonntag. dem 23. d8. Mis., treten die Mitglieder Punkt 1 Uhr, im Vereinslokal Knapp. Herne. Bahnhofstr. 1, an. Sämtl Mitglieder haben in Mütze zu erscheinen. Rege Teilnahme erwart. Der Vorstand. Technikum Lemgo l. L. Maschinendfu. Tteider Hochbss. Eis I.-X.- V. Rad 200 ccm steuer= und fübrerscheinfrei zu verkaufen.(303% Näberes: d. 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Juni 1929, morgens 6 Uhr Wecken, 11—12.30 Uhr Frühkonzert im Festzell, nachmittags 3 Uhr Empfang der hemden Vereine. 3.30 Uhr Krönung des Königspaares, anschließend Festzug. Abends Konzert und Königsball. Montag, den 24. Juni 1929, nschmittags 3—5 Uhr großes Kinder-Schützenfest, abends ab 8 Uhr Konzert, anschließend Schlußball. Großes Feuerwerk. Mitwirkende: Reichswehrkapelle des Feld-Artillerie-Reg. 6. Minden. Spielleute-Vereinigung„Gut Spiel“, Herne-Baukau. An allen 3 Tagen großer Birmes-Trubel. Eintritt pro Tag 1.: Mk., Deuerkarte 2.50 Mk. Die beste Wanderkarte vom Sauerland Einzige amtliche Ausgabe des fauerländischen Gebirgs=Vereins! Maßstab 1: 50 000. 5. bezw. 6-Ferbendruck Unübertroffen! 50000 Tunfferbendruck Sämtliche 14 Blatter sind erschienen Blatt 1: Hagen i. Westf. 2: Iserlohn 3: Arnsberg 4. Brilon 5: Arolsen 6: Lüdenscheid 7. Attendorn Blatt 8: Schmallenber„ 9: Winterberg „ 10: Waldeck " 11: Waldbröl " 12: Siegen " 13: Laasphe „ 14: Essen Die Karte enthält: 1. Sämtliche Hauptwanderstrecken und sonstige wichtigen Wanderwege des Sauerländischen Gebirgs=Vereins, sowie die Schiwege(rot)— 2. Alle Jugendberbergen mit genauer Ortsangabe(rot).— 3. Die Hohenangaben aller Orte(schwarz).— 4. Die Gewässer und Talsperren(blau).— 5. Höhenlinien in Abstanden von 20 Meter(braun).— 6. Plastische Geländedarstellung durch Schummerung.— 7. In Neuauflagen: Wald in grüner Farbe Sämtliche Karten sind in goldgeldem Umschlag gefalzt. Preis 1.50 Mark. Vorrätig bei: Koethers& Röttsches Herne, neben dem Postamt Vielen unserer Kunden ist die gleiche Veranstaltung des Vorjahres noch in bester Erinnerung. Tausenden und Abertausenden gab sie willkommene Gelegenheit zu außerordentlich vorteilhaftem Einkauf. der diesmalige Verkauf wird ein Ereignis selbst für diejenigen sein. die daran gewöhnt sind, von uns stets das Kußerste zu erwarten! In allen Abtellungen unseres großen Hauses bringen wir Gchr. Rindskopf Kerne gegenüber der kathol. 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Bach.— Holo: Drei lorische Stücke.— Zimmer: Legende. v 18.30: Oberstudiendirektor Dr Beisenherz: Wie die westfälische Mark christlich wurde.§ 19.15: Englische Unterhaltung 19.35: Rechtsanwalt Dr. Dros: Hauptprovleme der Strafrechtsreform. 20: Abendkonzert des Kleinen Funkorch. Intermezzo: Das Postamt. Ein Soiel von Rabindranath Tagore. Pers.: Madhav; Amal. sein angenommenes Kind: Sudha. ein kleines Blumenmädchen: Arzt; Milchmann; Bäterchen: Herold des Königs; Wachmann: Dorfvorsteher, ein Polterer: Der General= arzt des Königs. o Anschl.: Fortsetzung des Abendkonzertes. o Darauf: Konzert der Kavelle Schlabers. Deutsche Welle 1646. Sender Königswusterhausen und Jeesen Deutsche Welle. Freitag, 21. Juni. 5.50: Wetter für den Landwirt. o 12: Geographisches Zwiegespräch Dr. Wollmann und Prot. Dr. Lampe: Hochtouren und ihre Gefahren. v 12.25: Wetter für die Landwirtschaft 12.30: Mittdie Landwirtschaft o 12.30: Mitteil. d. Verb. d. Preuh. Landgemeinden. O 12.55: Nauener Zeit. o 14.30: Kinderlieder. Tra=ri=ro. der Sommer der ist do. o 15: Dr. Mosbacher und Marg. Röseler: Sommerzeit. „lle Reichke: und staatsJohannesson: ustiversteden Prot Dr. Mersmann: Sinfonie. o 17: Leipzig: Deutsche rundmann(Gesang), Fride Cramer Zwiegespräch über die gesundheitlichen Gefahren der o 15.30: Wetter. Börse. o 15.40: Frauenstunde Dr. Der Kongreß des Weltbundes für Frauenstimmrecht dürgerliche Frauenarbeit.# 16: Od=#iun= on. Dr. Johannesson: Buch und Kind o 18.30: Musikversteben—.—— Einfüdrung imn Sonate und# Hausmusik Mitw.: Käte Grundmann Gesang, I###n Vooline) Dr. Lazko(Klaoter).# 18: Dr. Neu: Die internationale Krise des Kohlenbergbaues. o 18.30: Englisch für Fortgeschrittene 9.1855;„Pros Dr Kraue: Blumen und Insekken.# 1920: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. o 1955: Wetter für den Landwirt o 20: Sonderveranstaltung„Dies ist nd Sommer trennt.“ Kantate für drei Sprechstimmen von 20.45: Funkorch. eer Goillar für Biinnt 19.90. TOEIIEL Landwirt o 20: Sonderveranstaltung„Dies ist die Stun Frühling und Sommer trennt.“ Kantate für drei Sprechstmm Baul Claudel. Als Hörsptel bearbeitet von H. Oeser.## Orchesterkonzert. Otrig.: Generalmuttkdir Mehlich. Berliner zu bedueme Teilzahlung Formschöne Schlatzimmer in ellen Farben, von scs l. an. Anzahlung 50 M. Anzahlung 30 M. Moderne Küchen Einzelmöbel Kleiderschränke II- und IIItür. Anzahlung 10 H. Bettstellen Anzahlung 10 M. Waschkommoden mit Spicgel Anzahlung 10 M. Nachtkonsolen...... Anzahlung 5 M. Bülctis Anzahlung 10 M. Anrichten Anzahlung 10 H. Eimerschränke........ Anzahlung 5 M. rische Anzahlung 5 M. Stühle Anzahlung 5 M. Spielend leichte An- und Abzahlung. in großer Auswahl, von 195 Mark an. Polstermöbel Plüischsolas Ledersolas Chalsclongues Matratzen und Federbetten Herde in allen Größen Anzahlung 10 M. Anzahlung 10 M. Anzahlung 5 M. Anzahlung 5 M. Anzahlung 10 M. Besichtigen Sie unsere Ausstellung. Autbewehrung und Lieferung kostenlos, Möbelhaus Wahl, Histus.. * Nummer 142 7 Drittes Blatt Herner Anzeiger Freitag, den 21. Juni 1992 Sind Sie glücklich Ich gebe zu, gnädige Frau, was sollten Sie mit einer Schmiede anfangen! Wenn bei der heutigen Wohnungsnot auch das Haus nicht zu verachten wäre. Zudem ist Bergen bei Frankfurt am Main ein i5hllisches Oertchen mit einer schönen Umgebung, und es ließe sich wohl sinnig träumen, mit einem Ausblick ins Maintal. Aber der wackere Schmied von Bergen, um den es sich hier handelt, will absolut nur beides zugleich hergeben. Und außerdem ist noch eine ganz indere Bedingung daran geknüpft. An seiner Hausecke— ein schönes Häuschen!— hat er nämlich ein Schild angebracht mit folgendem Versprechen: Dieses Haus und die Schmiede bekommt der, der völlig glücklich ist. Diese Frage ist nicht neu; denn schon aus einem schönen Kindermärchen kennen wir sie. Und vermutlich ist auch der Schmied von Bergen zu der für ihn beruhigenden Ueberzeugung gelangt, daß er sein Haus und seine Schmiede für alle Zeiten behalten darf, denn der Wunsch, ein Haus und eine Schmiede zu besitzen, beweist schon eine Lücke im Glück. Abgesehen oavon, daß man wohl doch zuweilen dieses und jenes gewinnen möchte.... Es gibt aber immerhin noch viele Menschen, die nicht über den eigenen Gartenzaun hinausdenken, und so sind die philosophisthen Betrachtungen des Schmieds von Bergen ein geistiger Gewinn an sich, wenn sie auch vermutlich nicht zu befriedigenden Feststellungen geführt haben. Außerdem ist der Mann ein Menschenfreund, ein neidloser Bewunderer des Glücks anderer— und solche Zeitgenossen sind selten. Und doch deutet das Ergebnis seiner Betrachtungen auf eine falsche Linie hin, auf der wir uns vielleicht alle bewegen. Müssen wir denn den Glücklichen erst belohnen? Oder ist es nicht vielmehr eine herrliche Aufgabe, einen einzigen Unglücklichen glücklich, eine trauernde Menschenseele wieder fröhlich zu machen...? Schaut hinaus in den Sonnenglanz und das Wunderblühen dieser Tage, das allen Menschen gegeben,— und beantwortet Euch selbst diese Frage, bitte....! Arbeitsordnung und Kündigungsfrist. In einem Urteil vom 22. Dezember 1928— RAG. 311/1928— führt das Reichsarbeitsgericht nach Mitteilung der Deutschen Beamtenbund=Korrespondenz folgendes aus: Das Reichsarbeitsgericht tritt der Ansicht des Landesarbeitsgerichts bei, wonach eine in der Arbeitsordnung festgelegte Kündigungsfrist in den Einzel=Arbeitsverträgen auch zu ungunsten der Arbeitnehmer durch Vereinbarung abgeändert werden darf. Das Betriebsrätegesetz schreibt wohl vor, daß eine Arbeitsordnung im Zusammenwirken des Arbeitgebers mit dem Betriebs= oder Arbeiterrat, nötigenfalls durch Entscheidung des Schlichtungsausschusses, aufzustellen und auf demselben Wege zu andern ist—§§ 80, 75, 66 Dr. 5—. Daß sie unabdingbar ist, sagt es an keiner Stelle. Die Reichsgewerbeordnung legt in S 122 die gesetzliche Kündigungsfrist auf 14 Tage fest, läßt aber ausdrücklich der anderweiten Vereinbarung der Vertragsparteien freie Hand. * Kündigungsfrist für Schwerkriegsbeschädigte. Das Reichsarbeitsgericht führte in einem Urteil vom 12. Dezember 1928— RAG. 225 1928— nach Mitteilung der Deutschen Beamtenbund=Korrespondenz folgendes aus: Erst der Erlaß des Rentenfestsetzungsbescheides vermag den Schutz des Schwerbeschädigten=Gesetzes(§ 3) auszulösen. Bis dahin zählen die Verletzten noch nicht zu den Schwerkriegsbeschädigten. Kündigt ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmr, von dem er weiß, daß für ihn eine entsprechende Rentenfestsetzung unmittelbar bevorsteht, ohne Zustimmung der Hauptfürsorgestelle, so kann der Kündigung mut der Einrede der Arglist begegnet werden. * Der Krieger- und Landwehrverein Börnig veranstaltet am Sonntag, dem 23. Juni, auf dem Schießstand Wilhelm Tell in Holthausen unter seinen Mitgliedern ein Preisschießen. Ausgeschossen wird der Vereinswanderpreis, eine künstlerisch ausgeführte Altsilber=Plakette, welche nach dreimaligem Erringen in die Hände des betr. Schützen übergeht, sowie verschiedene Preise und Ehrenscheiben mit Diplom. Hierbei soll gleichzeitig den Familien der Mitglieder ein gemütlicher Sonntagnachmitag gelegentlich des Sche. s geboten werden. Zum Abmarsch nach dem ießstand tritt der Verein mit seinen Jungmannen vollzählig um 1 Uhr nachmittags im Vereinsheim an. Nach Ankunft auf dem Stand soll sofort mit dem Schießen begonnen werden, damit späterhin die Kameraden beim Eintreffen der Familien in deren Kreise durch die dann geplanten volkstümlichen Belustigungen wie Laufen, Springen, Bretzelschlagen, Tauziehen usw. noch einige vergnügte Stunden verleben können. Um diese Belustigungen nicht bis in den späten Abend auszudehnen wird erwartet, daß die Familien der Mitglieder bis spätestens 3 Uhr sich auf dem Stand einfinden, damit der Verein in der Lage ist, das vorgesehene Vergnügungsprogramm bis auf den letzten Punkt abwickeln zu können. Für Atung sorgt der mitgeführte Marketenderwagen mit Speckerbsensuppe. Niemand vergesse seinen Eßlöffel sowie einen möglichst großen Picknapf. * Verein ehem. Pionier- und Verkehrstruppen Umt Sodingen. Dem Bericht über die stattgefundene Generalversammlung ist noch folgendes nachzutragen: Das Preis= und Uebungsschießen findet auf dem WilhelmTell=Schießstand am 23. 6. statt. Auch bei schlechtem Wetter wird geschossen. Der erste Schuß fällt 2 Uhr nachmittag. Die Preise sind beim Kameraden Karl Pflüger ausgestellt und können daselbst besichtigt werden. Eine besondere Ueberraschung werden die fünf besten Schützen erfahren. Sie dürfen noch einen besonderen Tagesehrenpreis erschießen. Auch unsere Frauen und ältere Jugend können an einem besonderen Stand ihre Schießkunst beweisen. Es darf keiner fehlen. Die Kraftfahrabteilung A ist angewiesen, die bekannten Abfahrtzeiten unbedingt innezuhalten. * Der Regelklub„Fall-Uem“ 1911 Herne=Sodingen benutzte das schöne Frühlingswetter zu einem zweitägigen Ausflug ins Sauerland, um die Schönheiten unserer Heimat kennen zu lernen. Mit der Bahn ging es über Arnsberg dem Bergstädtchen Eversberg als Zielstation entgegen. Von weitem winkte die alte Burgruine den Wanderern ein Willkommen zu. Dort fanden die Kegler mit ihren Damen eine freundliche Aufnahme bei einer alten Sauerländer Gaststätte, die für die leiblichen Bedürfnisse ihr Bestes hergab. Nachdem am ersten Tage die herrliche Natur der nächsten Umgebung bewundert wurde, ging es am folgenden Morgen weiter über Meschede nach Hirschberg. Dort wurden die Kegelbrüder von einem alten Sodinger, der sich dort eine schöne Gaststätte errichtet hat, aufs herzlichste begrüßt. Als Gründer des genannten Klube über den unerwarteten Besuch hocherfreut, setzte er Die Probleme der Verkehrsregelung. Die Verkehrsprobleme der Großstädte verschärfen sich von Tag zu Tag. Die Zahl der Automobile wächst in so starkem Maße, daß die Straßen, die auf diesen Verkehrsreichtum nicht eingerichtet sind, nicht mehr in der Lage sind, die Zahl der Wagen zu fassen. Dadurch entsteht nicht nur eine außerordentliche Verlangsamung des Verkehrs, sondern es erhöhen sich auch die Verkehrsunfallziffern, die Gefahren für den Fahrer sowohl wie für den Fußgänger. Die Auflockerung einer Großstadt zu Verkehrszwecken, d. h. die Verbreiterung der Straßen, die Schaffung neuer Straßen und Verkehrswege, ist meist mit so großen Kosten und Schwierigkeiten verbunden, daß sie nicht in dem Maße durchführbar ist, wie das der gesteigerte Verkehr eigentlich verlangt. Die Großstädte kommen immer mehr an das Problem heran, durch Etagenstraßen eine geeignete Verkehrsregelung zu schaffen. In einigen amerikanischen Städten— vor allem in Chicago — hat man diese Lösung bereits angewandt, indem man die Wagen aus der einen Richtung in einer unteren, die aus der andern Richtung in einer darüber liegenden Straße fahren läßt. In Berlin ist nun dies Projekt ebenfalls ernsthaft in Erwägung gezogen. Die Verkehrsverhältnisse am Potsdamerplatz sind nicht länger haltbar und man scheint nun ernsthaft zu überlegen, in welcher Form ein Zweietagenverkehr am Potsdamerplatz zur Durchführung kommen kann. Auch hier hat man wieder reichlich lange gewartet. Aber das scheint das Schicksal aller Verkehrsprobleme zu sein, daß sie erst dann zur Lösung kommen, wenn diese Lösung längst nicht mehr ausreicht. Ein besonders bedeutsames Verkehrsproblem, das nichts mit bautechnischen Fragen zu tun hat, ist das Problem der Erziehung der Jußgänger. Alle Autofahrer wissen ein Lied von der Disziplinlosigkeit der Fußgänger auf allen Straßen zu singen. Es ist sicher nicht böser Wille der Fußgänger, es ist eben nicht leicht für sie, so vollkommen von Grund auf umzulernen. Bisher standen sie auf dem Standpunkt, daß die ganze Straße ihnen gehört. Jetzt sollen sie plötzlich begreifen, daß ihnen nur noch der Bürgerteig gehört, daß die übrige Straße dem Automobilverkehr zufällt, daß sie sich gewissermaßen auf ver botenem Gebiet bewegen, das sie nur in bestimmten Augenblicken so schnell wie möglich überqueren dürsen. Wenn die Erziehung der Fußgänger zu dieser Erkenntnis gelingt, so wird sich die Zahl der Verkehrsunfälle wahrscheinlich um 30 bis 40 Prozent vermindern. Hier ist noch viel Arbeit zu leisten, und diese Erziehungsarbeit rann nur durch energische Strafen geleistet werden. Jeder Automobilist, der ein Verkehrszeichen mißachtet oder überfährt, wird sofort und ohne Rücksicht bestraft. Es ist dringend notwendig, daß diese durchaus gerechte uno zweckmäßige Maßnahme auch gegenüber den Fußgängern angewandt wird, die unter Mißachtung der Verkehrszeichen und Verkehrsvorschriften die Wege des Automobilverkehrs kreuzen und damit sich selbst, die Automobilisten und viele Mitmenschen in schwerste Gefahr bringen. Ein drittes Problem sind die Verkehrszeichen selber. Noch immer ist nicht die Lösung gefunden, die den Verkehrszeichen diejenige Sichtbarkeit gibt, die im Interesse des Verkehrs unbedingt gefordert wer den muß. Die Verkehrsampeln sind schließlich bisher noch die erträglichste Lösung, obwohl auch sie nicht in allen Fällen sichtbar sind. Man wird sich deshalb wohl oder über entschließen müssen, die Punkte mit Verkehrsregelung auch noch auf akustischem Wege kenntlich zu machen, d. h. durch Klingelzeichen, wie das in Paris seit langen Jahren geschieht und wie man es in Berlin seit einigen Monaten versuchsweise an einigen Stellen eingeführt hat. An den Stellen aber, wo man durch Schutzpolizisten den Verkehr regeln läßt, wir) man mehr als bisher darauf achten müssen, daß der den Verkehr regelnde Polizist ohne weiteres und auf größere Entfernung hin deutlich er kennbar ist. Die Uniform der deutschen Polizisten eignet sich dazu nicht im geringsten und die weißen Handschuhe sind ein kümmerlicher Notbehelf, der keines falls zur Lösung dieses Problems ausreicht. In England hat man in letzter Zeit versucht, die Polizisten durch weiße Mäntel an den Verkehrsknotenpunkten kenntlich zu machen. Das wäre vielleicht eine brauchbare Lösung, die man in Deutschland versuchen sollte schaffen, um zu verhindern, daß gegebenenfalls ein mal Teile des Landkreises absplitterten. Eine Der einigung auf der von der Stadt vorgeschlagenen Basis hielt er indessen für unmöglich, zumal die vorgeschlagene Personalunion staatsrechtlich unmöglich sei Die Selbständigkeit der Gemeinden erklärte er für eine unerläßliche Bedingung. Da troß längerer Verhandlungen eine Angleichung der beiden Auffassungen nicht zu erzielen war, mußte der Versuch der Vereinigung als gescheitert angesehen und die Besprechung ergebnislos abgebrochen werden. Stadt Wanne=Eickel. Schwerer Zusammenstoß. Am Mittwoch gegen 18.10 Uhr stießen auf der Dorstener Straße in Wanne=Eickel ein Personenkraftwagen, Führer Heinrich aus Wanne=Eickel, und der Motorradfahrer V. aus Wattenscheid zusammen. V. wurde hierbei erheblich verletzt und mußte dem kath. Krankenhaus in Eickel zugeführt werden. Diebstahl im Eickeler Volksgarten. In der Nacht zum 4. 6. stahlen unbekannte Täter aus dem Volksgarten des Stadtteils Eickel etwa 20 Dahlien. Wer kann hinsichtlich der Täter zweckdienliche Angaben machen? Neugeborenes Kind gefunden. Gestern gegen 15,30 Uhr wurde in Wanne=Eickel in der Nähe der Eisenbahnbrücke des Osthafens die Leiche eines neugeborenen Knaben aus dem Wasser gezogen. Die Leiche war vollständig nackt. Ueber die Kindesmutter fehlt bis jetzt jeder Anhalt. Sachdienliche Mitteilungen über die Persönlichkeit der Kindesmutter, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nehmen die Kriminaldirektion Bochum, Uhlandstraße, und die örtlichen Kriminalwachen entgegen. Die Bevölkerungsbewegung in den rheinisch=westfälischen Städten. Im Ruhrgebiet trotz Geburtenüberschuß Bevölkerungsabnahme.— Herne an 6. Stelle des Wanderungsverlustes, günstige Geburtenüberschußziffer. Das Ruhrgebiet steht im Zeichen des zahlenmäßigen Rückganges seiner Bevölkerung. Die rückläufige Bewegung ist schon seit mehreren Jahren erkennbar, obwohl teilweise in den einzelnen Städten, besonders wo die Bergarbeiterbevölkerung die Mehrheit ausmacht, ein erheblicher Geburtenüberschuß zu verzeichnen ist und in allen Städten mindestens ein Geburtenüberschuß vorhanden ist, der nicht unter der Durchschnittsziffer des Reiches und Preußens liegt. Die Abnahme der Bevölkerung ist offensichtlich auf die Wirtschaftslage zurückzuführen, aber auch auf die Rationalisierungsmagnahmen, besonders im Bergbau. Denn zahlreiche erwerbslose Bergarbeiter sind durch die Arbeitsämter in andere Bergbaugeviete vermittelt worden. Vor uns liegt die Statistik der Bevölkerungsbewegung im Monat Avril. Wenn sich in diesem Monat der zahlenmäßige Rückgang der Bevölkerung besonders bemerkbar macht, so ist dies auch begründet in der Tatsache, daß im Frühjahr viele, besonders jugendliche Arbeitskräfte, aus den Industriestädten durch Vermittelung der Arbeitsämter in die Landwirtschaft abwandern, die im Spätherbst wieder zurückkehren. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung ist im Industriegebiet im allgemeinen besser, als man nach den äußeren Lebensverhältnissen unserer Bevölkerung und den gesundheitsschädlichen Einwirkungen der Industrieluft annehmen sollte. Somit ist auch die Sterblichkeitsziffer im Industriegebiet nicht hoch und wird durch die Geburtenziffer reichlich ausgewogen. Zu den Städten, die den verhältnismäßig höchsten Verlust infolge Abwanderung aufzuweisen haben, gehört zunachst Gelsenkirchen=Buer, von wo im Monat April allein 2105 Personen abwanderten. Dann folgt Essen mit 967 abgewanderten Personen, Hamborn mit 663, Wanne=Eickel mit 450, Oberhausen mit 364, Dortmund mit 297, Recklinghausen mit 245. Herne mit 243. Bochum mit 219. Unter der Zahl 200 abgewanderter Personen liegen die Städte Mülheim= Ruhr mit 128. Sterkrade mit 127. Haaen mit 109, Düsseldorf mit 68. Barmen mit 52, M.=Gladbach mit 52 und Duisburg mit 19. Auf 1000 Einwohner umgerechnet steht Gelsenkirchen=Bur hinsichtlich des Wanderungsverlustes mit 75,2 an der Spitze. Dann folgen Hamborn mit 62,1, Wanne=Eickel mit 58.5, Oberhausen mit 40,2, Recklinghausen 34,1, Herne mit 30,4, Sterkrade mit 29,8, Essen mit 24,6. Günstigere Zahlen weisen auf die Städte Bochum mit 12,3, Hagen mit 12.1, Mülheim=Ruhr mit 11,9, Dortmund mit 7,8, M.=Gladbach mit 5.4, Barmen mit 3.3, Rheydt mit 2,1, Düsseldorf mit 1,9 und Duisburg mit nur 0,8. Unter einer außerordentlichen Notlage leidet auch die Grenzstadt Aachen, wo der Wanderungsverlust 310 betrug und auf 1000 Einwohner umgerechnet 24,4. Bemerkenswerte Aufschlüsse gibt eine nähere Betrachtung des Geburtenüberschusses. Wie schon bemerkt, weisen einzelne Städte des Industriegebietes einen erheblich höheren Geburtenüber schuß auf als im Durchschnitt das Reich und Preußen. Zu erwähnen sind hier vor allem die Städte Ham born, Oberhausen. Herne, Sterkrade, GelsenkirchenBuer und Duisburg. Den höchsten Geburtenüberschuß hat die Stadt Sterkrade zu verzeichnen, nämlich auf 1000 Einwohner 13,6 gegenüber einer Sterbeziffer von nur 8,7. Die Stadt Hamborn kann einer Sterbeziffer von nur 10,9 eine Geburtenüberschußziffer von 13,3 gegenüberstellen. In Oberhausen be trägt die Ueberschußziffer 11,3, in Herne ebenfalls 11,3 und Duisburg und Recklinghausen je 10,9, in Gelsenkirchen=Buer 10,0, in Bochum 8,9, in Dortmund 6,3, in Essen 6,2. Auf dieser Linie liegt auch ungefähr der Durchschnitt im Reich und in Preu ßen. Dem hohen Geburtenüberschuß verdankt es die Stadt Duisburg, daß ihre Einwohnerzahl um 230 Köpfe im April wuchs. Düsseldorf kann infolge seines Geburtenüberschusses eine Bevölkerungs zunahme von 185 Köpfen aufweisen und die Stadt Köln eine solche von 383. Zu den Städten, die eine Bevölkerungszunahme zu verzeichnen haben, lediglich infolge Zuwanderung. gehören Bonn, Neuß, Krefeld, Elberfeld, Remscheid, Koblenz und Wiesbaden. Das ist in den zuletzt erwähnten Industriestädten zurückzuführen auf eine leb haftere Beschäftigung der Wirtschaft, in den Kurorten und landschaftlich bevorzugten Städten auf den Aufenthalt von Erholungsbedürftigen. alle Ehre darin, seine alten Sodinger Kegelbrüder auf das allerbeste zu bedienen. Manche alte Jugenderinnerung wurde aufgefrischt, und bei der weiteren Wanderung zur Bilsteinhöhle fanden die Kegler in ihm einen guten Freund und Führer. Eine märchenhafte Welt zeigte sich in dieser 35 Meter tiefen Tropfstein= und Kulturhöhle. Bei der weiteren Wanderung nach Warstein durch herrliche Waldungen konnte immer wieder die schöne Heimat bewundert werden. Leider mußte der vorgerückten Zeit wegen Abschied genommen werden von Sauerlands Bergen, aber einem jeden wird dieser Ausflug in trauter Erinnerung bleiben. * Der Sauerländische Gebirgsverein. Abteilung Herne, unternimmt am kommenden Sonntag eine Wanderung nach Langenberg. Die Abfahrtzeit ist aus dem Vereinskalender ersichtlich * Jünglingssodalität Börnig-Sodingen. Am 30. Juni geht es zu den Festspielen nach Witten. Wer macht mit? Wir fahren von Bochum=Nord bis Witten=West hin und zurück. Die Unkosten für die Freilichtspiele und Eisenbahnfahrt betragen 1.50 Mk. Das Geld muß aber vorher bezahlt werden, wegen der Fahrpreisermäßigung. Zahlt möglichst bald an den Präses oder den Kassierer oder an den Präfekten. Gescheiterte Recklinghäuser Großkreisverhandlungen. Oberbürgermeister Hamm wollte zugunsten des Landrates sein Amt niederlegen. Wie unser Gladbecker Mitarbeiter von absolut zuverlässiger Seite erfährt, hat ein vestischer Landtagsohgeordneter in zwölfter Stunde den Versuch gemacht. eine Angleichung der Gegensätze zwischen Stadt= und Landkreis Recklinghausen herbeizuführen. Da der be treffende Abgeordnete bei dem in Berlin anwesenden Oberbürgermeister Hamm wie auch bei Landrat Dr. Schencking Geneigtheit fand, Verhandlungen hierüber aufzunehmen, suchte Oberbürgermeister Hamm den Landrat Dr. Schencking im Hotel Fürstenhof auf und machte für eine anzustrebende Vereinigung zwischen Stadt und Land neben anderen un wesentlichen Punkten folgende drei Hauptvorschläae: Personalunion zwischen Landratsposten und Oberbürgermeisterstellen; Selbstverwaltung der Stadt wie des Kreises; Iinanzhoheit bei dem übergeordneten Gebilde. Oberbürgermeister Hamm er klärte sich gleichzeitig bereit, von seinem Posten zurückzutreten, um die Personalunion in der Person von Landrat Dr. Schencking zu ermöglichen. Landrat Dr Schencking erklärte sich grundsätzlich bereit, an einer Verwirklichung der Vereinigung mitzuarbeiten und eine Verbindung zwischen Stadt= und Landkreis zu Aus Castrop=Rauxel. Zusammenstoß. Am Mittwoch gegen 20,20 Uhr stieß an der Ecke Römer= und Henrichenburger Straße in Castrop=Rauxel ein Motorrad mit einem Lastkraftwagen zusammen. Der Motorradfahrer erlitt Hautabschürfungen und eine Quetschung des rechten Fußes, er konnte sich ohne fremde Hilse in seine Wohnung begeben. Das Motorrad wurde schwer beschädigt. Verkehrsunfälle. Am Dienstag gegen 13,45 Uhr stießen auf der Wittener Straße in Castrop=Rauxel ein Lieferdreirad. Führer Felix K. aus Dortmund, und ein Lastkraftwagen, Führer unbekannt, zusammen. Hierbei wurde der Führer des Dreirades leicht verletzt, das Fahrzeug selbst wurde vollständig zertrümmert.— Am Mittwoch gegen 22,30 Uhr wurde der Bergmann Stefan P. aus Castrop=Rauxel auf der Wittener Straße von dem Motorradfahrer Ernst W. aus Castrop=Rauxel angefahren und leicht verletzt. Eine Kuh von der Weide geslohlen. Gestern in den Morgenstunden wurde dem Viehhändler M. aus Caskrop=Rauxel von einer Weide an der Herner Straße eine schwarzbunte Kuh gestohlen. Das Tier hatte an der rechten Schulter ein H eingebrannt. Wer kann über den Verbleib der Kuh sachdienliche Angaben machen? Schauburg „Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna.“ Die Direktion schreibt: Es ist keine Frage: in diesem Film ist uns eines jener seltenen und wundervollen Werke gegeben worden, die zu den vollendetsten und schönsten der Weltproduktion gehören. Der große Wert des Filmes, der ihn hoch über den Durchschnitt stellt, ist die Art des Spieles, die Szenenführung und die Ausstattung, die ihm eine Sonderstellung einraumen. Dieser Film ist auch für anspruchsvolle Gemüter ein Ereignis. Hans Schwartz, der auch„Die Ungarische Rapsodie“ inszenierte ist der Regisseur. Man kann ruhig sagen, eine Meisterleistung. Die drei Hauptdarsteller sind: Brigitte Helm, Franz Lederer, Warwick Ward— besser konnte man sie für diesen Film nicht finden. Brigitte Helm— man kennt sie nicht wieder— der Versuch, sie einmal nicht als Dämon auf die Leinwand zu bannen, ist restlos geglückt— das ist Vollendung— sie hat wunderbare Momente. Hier ist sie ein ebenso reizendes wie rührendes Menschenkird, das mit dem Herzen weint. Die Ueberraschung und die Wirkung auf das Publikum ist enorm; Kabinettstücke liefern ihre Partner Franz Lederer und Warwick Ward, das sind Schauspielerleistungen, die den Zuschauer mitreißen. Von der Uraufführung in Berlin schrieb die Zeitung:„Einen solchen Beifallsturm, wie gestern Abend, hat man hier noch nicht erlebt. Auch der zweite Film„Ihr großer Flirt“ wird befriedigen. Florence Vidor, die Mensch gewordene Grazie, ist die Hauptdarstellerin in einer lustigen Geschichte, die uns das letzte Abenteuer eines Don Juans zeigt. Man lacht aus vollem Herzen. Capitel „Gefangene des Meeres.“ Die Direktion schreibt: Ein U=Boot=Drama zeigt das Capitol ab heute Freitag in seinem neuen Spielplan. Eine der packenden Szenen des Films schildert „U 12“ in voller Fahrt. Auf dem Turm der Kapitän. Aufmerksam sucht er mit dem Glas den Horizont ab. Dort drüben liegt ein Ausländer in verdächtiger Ruhe — mitten auf hoher See. Ein kleiner Schoner ist im Begriff, anzulegen. Spionage? Ein Funkspruch fliegt zur Küste. Das Boot wird zum Tauchen klargemacht. Langsam versinkt sein schlanker Leib. Ein unsichtbarer Beobachter... Plötzlich erschüttert ein Stoß die Wände des Bootes! Das Versehen eines Matrosen, oder...?, Unaufhaltsam dringt Wasser in das Innere. Fahl, totenbleich die Gesichter der Mannschaft. Eine Panik droht auszubrechen. Der übermenschlichen Energie des Kapitäns gelingt es, die Ordnung einigermaßen wieder herzustellen und durch Vorsichtsmaßregeln wenigstens einen Teil des Bootes vor dem eindringenden Wasser zu bewahren. Langsam dreht sich der Zeiger des Tiefenmessers um seine Achse. Das eingedrungene Wasser hat dem Boot seine Manöverierfähigkeit genommen und ser. Schwer stößt der ser und tieauf Frun .. Ein stählernes Grad... Im zweiten Film„Der Teufel im Sattel“ verblüfft Ken Maynard, mit seinem Schimmelhengst„Tarzan“ das Publikum wieder mit seinen glänzenden Reiterkunststücken. Der bunte Teil setzt sich zusammen aus Opelwochenschau, Groteste und Kulturfilm. Die Eintrittspreise sind sehr niedrig gehalten. Das Theater bietet selbst bei größter Hitze einen angenehmen, kühlen Aufentbolt *•„„* gr. Sport=Rundschau 1 A. I t t e l i m L a n d e z u b e h a l t e n. E i n f a c h u n d u n f a i r. V o r! D i e R e g a t t e n i n M ü l h e i m( R u h r) u n d d i e e r s t man in Sportkreisen spricht: Paolino hatten die Amerikaner seinerzeit auch große Veranstaltung auf dem neuen Hengsten=Stauser DeMan ul Svollkrehen[priche.. Zange und ließen ihn deshalb gegen den Neger God= wiesen recht deutlich, wie groß das Interasse am Ru Deutichland- Schweden Der Deutsche Fußballbund setzt die Reihe seiner diesjährigen Ländertreffen mit einem Kampf gegen Schweden fort. Die Begegnung geht am kommenden Sonntag nachmittag 17,15 Uhr im Stadion zu KölnMüngersdorf vor sich, und zwar ist es der achte Kampf zwischen beiden Nationen Siebenmal trafen bisher Deutschlands Auserwahlte auf Schweden und nur einmal— beim ersten Kampf im Frühjahr 1911— konnte Deutschland mit 4:2 Toren siegreich bleiben; alle anderen Kämpfe gingen verloren, mu Ausnahme des vorletzten Kampfes in Nürnberg, der mit 3:3 einen unentschiedenen Verlauf nahm. Die Statistik der Ländertgele Deuschsand— Schmeden dai alle nach folgendes— für uns recht beschämendes— Aussehen: 1911 in Stockholm 4:2 für Deutschland Bange und ließen ihn deshalb gegen den Neger Godfrey antreten, der schon manchen weißen Schwerder Zuthall=Landerkampf dessen Eigenheiten eingestellt, wahrend ja Kroon und gewichtler physisch zerschlagen hat. Seit Paolino verder auboau Tundertampt—. 24.— Dahl in ihrer Klubmannschaft einen prachtigen Flügel lgr, sind die Befürchtungen weniger groß. Nun tauchte im Abiner Ssapion. bilden. Die Einheitlichkeit des schwedischen Sturms ist Mar Schmeling auf. Da der Deutsche so glatt Johnny letzt die Reibe seiner also gewahrt und seine große Gefährlichkeit mußten Risco abtat, rückte er selbstverständlich sofort in die ene dir Steige sehee.. sen Wochen Holland und Dänemark verspüren, Reihe der Weltmeisterschaftsanwärter vor — 1 Wollte man also die wirkliche Papierform für die weitere Austragung der Schwergewichts-Weltmeister schaft anwenden, so käme doch heute nur noch die Be= deutschlano rann man sich setzt noch tein siche inige dunkle gegnung zwischen Jack Sharkey und Max Schmeling erlauben, da ja die Saison erst begonnen### imal Kreß direkt als Titelkampf in Frage.„ wenigen Regatten noch keinen Maßstab zul aut nicht er=] Und doch ziehen die geschäftstüchtigen Amerikaner merhin weiß man schon jetzt, daß die Ruhe ine Eignung den Kampf der beiden Europäer vor. Sie wissen, wie Essener Turn= und Fechtklubs und die hwache Lei= hart Paolino zu schlagen vermag und sie rechnen be= Renngemeinschaft an der Spitze marschter nd in Duis= stimmt damit, daß der„baskische Holzfäller“ den jun= scheint hier eine kleine Ueberlegenheit zu be 1911 in Hamburg 1923 in Stockholm 1924 in Berlin 1925 m Stockholm 1926 in Nürnberg 1928 in Stockholm 3:1 für Schweden 2:1 für Schweden 4:1 für Schweden 1:0 für Schweden 3.3 unentschieden 2•0 für Schweden Das Torverhaltnis lautet also 17:10 zugunsten der Schweden. Unser schlechtes Abschneiden gegen Schweden ist recht bedauerlich und beschämend, noch beschämender aber, wenn man erfährt, daß Schweden in diesen Länderkämpfen meistens nicht mit seiner besten Mannschaft antrat, sondern gegen Deutschland immer eine sogenannte„zweite Garnitur“ spielen ließ. Und wie man sieht, hat diese auch bisher ihre Aufgaben restlos erfüllt. Deutschland konnte sich nie recht gegen die überaus spielstarken Schweden durchsetzen und verlor, auch oftmals durch großes Pech. Noch im letzten pf in Stockholm hatten die Schweden nicht ihre Vertretung zur Stelle, und auch diesmal wieder ein klarer Sieg, obwohl die deutsche Mannschaft ohne Zweifel dem Gegner gleichwertig war. Der achte Länderkampf Sonntag in Köln wird erstmalig die Schweden in erster Besetzung sehen. Die Aufsehen erregenden reg olge der deutschen Nationalelf gegen die Schweiz :1), gegen Italien(2:1 in Turin) und gegen Schottland(I:1) haben die Nordländer doch aufhorchen lassen und zur Vorsicht gemahnt. Man sah hier ein, daß Deutschland heute mit an der Spitze des europäischen Fußballs marschiert und daß das Entsenden einer schwachen Mannschaft für Schweden leicht zu einer Katastrophe führen könnte. Das Beste was Schweden heute an Spielern überhaupt aufbieten kann, ist gerade gut genug, um gegen Deutschland bestehen zu können, und so kommt es, daß Schweden mit seiner sercen Ländernannschaft nach Koln kommt un den en Kampf auch erfolgreich bestehen zu können. Die Mannschaften werden sich also am Sonntag in folgenden Aufstellungen gegenüberstehen: Schweden. Lindberg(Helsingborg): Andersson(Sleipner), Krook(Oergryte): Hansson(Göteborg), Helgesson, Billing(beide Oergryte): Nilsson(Stockholm), Rydell(Oergryte), Kaufeldt(Stockholm), Dahl, Kroon(beide Helsingborg). Oeutschland: Kreß(Rot=Weiß Frankfurt); Weber(Kurhessen Kassel), Schütz(Eintr. Fra in diesen Wochen Holland und Dänemark verspüren die mit 6:2 bzw. 3:2 geschlagen wurden. Unsere Mannschaft ist recht glücklich aufgestellt, wenn auch einige dunkle Punkte vorhanden sind. Da ist zuerst einmal Kreß im Tor zu nennen, der zwar einen Stuhlfaut setzen kann, aber doch gegen die Schweiz seine als National=Torhuter bewies. Seine schwache Lni 1.— stung im Spiel West gegen Suddeutschland in Duis= stimmt damit, daß der„baskische Holzfäller" den jun burg verspricht allerdings wider den Frankfurter, doch gen Deutschen bezwingen wird. Dann hat man nämmuß man auch hier wieder zugute halten, daß er keine lich einen sehr einfachen Weg, um schließlich für die überzeugende Verteidigung vor sich hatte. Wenn Weltmeisterschaft doch zwei Amerikaner antreten zu nicht alles trügt, wird Kreß am Sonntag seinen Mann lassen, Jack Sharkey und Young Young oder Schaaf, stellen. Schütz und Weber stehen in der Vertei= oder, wenn es ganz gut geht, eben mit Jac digung. Ueber beide sind keine Worte zu verlieren; sie sind stark und sicher und gerade gegen die starken und harten schwedischen Stürmer so recht geeignet. Vielleicht wäre der Hamburger Beier mit Weber besser eingespielt gewesen. Die Läuserreihe wird mit Geiger— Leineberger— Knöpfle bestimmt eine gute Partie liefern. Da Kalb nicht zur Verfügung steht(der troß allem der deutsche Mittelläufer ist!), kommt für den schwierigen Posten des Mittelläufers nur Leiaberger in Frage, der zurzeit wieder in vorzüglicher Form ist. Geiger, der von vielen Seiten Angefeindete, ist ebenso wie Knöpfle unverwüstlich. Bleibt der Sturm. Albrecht und L. Hofmann auf den Außenposten sind zurzeit in Deutschland unerreicht: sie werden bestimmt nicht enttäuschen. Das große Fragezeichen ist dagegen der Innensturm. Wird der Hamvurger Franz Horn der ideale und gegebene Sturm sein? Wird er sich mit seinen schußgewaltigen Nebenleuten Frank und R. Hofmann verstehen? Das sind Fragen, die nicht zu beantworten sind, wenn auch der Ex=Westdeutsche bestimmt eine gute Figur machen und vielleicht die große Ueberraschung sein wird. Das Zeug hat er in sich. Hofmann steht auf halbrechts auf dem verkehrten Posten, aber man wollte doch auf Frank nicht verzichten. Hoffen wir, daß es kein Fiasko gibt. Die Aussichten dersport ist, wohnten doch z. B. allein der HengsteyRegatta am letzten Sonntag gegen 20 000 begeistette Zuschauer bei. Ende des Monats steigt dann die große Hügelregatta auf der Ruhr zwischen Werden und Hügel, die wieder der Höhepunkt der Rudersaison im Ruhrgebiet zu werden verspricht Ueber das Stärkeverhältnis der einzelnen Mannschaften im Industriegebiet und überhaupt in Westzt. daß die Ruderrie oder, wenn es ganz gut geht, eben mit Jack Dempsey Wenn nun Max Schmeling gewinnt, könnte die Lage— vielleicht!— anders werden. Die europäischen Boxkreise rechnen für unsern Vertreter sehr gute Chancen aus. Auch Schmelings früherer Manager Bülow erwartet Schmelings Sieg. Weil dieser technisch besser ist und über 15 Runden auch das bessere Stehvermöen hat. Aber das sind Fragen, die erst vor dem ampfe zu erörtern sind des orfer marschieren. Etu scheint hier eine kleine Ueberlegenheit zu besitzen; aber — wie gesagt— die Saison hat ja erst begonnen. Ueberaus rührig sind die kleineren Vereine der Industriegebiets, für die das Herausbringen guter Mannschaften erklärlicherweise mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist. Vorzüglich gerüstet schein man in Karnap, Mülheim(RG.) und Essen(Kruwa) zu sein, auch Wesel und Krefeld sowie Duisburg werden noch von sich hören machen. Die Hügelregatta am 29. und 30. Juni ist alse die nächste Kraftprobe der westdeutschen und im besonderen der Vereine im Industriegebiet. Wie man große Projekte vor hört, stehen„rund um Hügel.„„ ihrer Verwirklichung; der schon lange geplante„HüZunächst aber können wir überzeugt sein, daß die gelsee“ soll geschaffen werden! Damit stände dem InAmerikaner mit dem Kampf nur das eine Ztel im dustriegebiet dann neben dem Hengstey=See eine Auge haben— den Weltmeistertitel im Lande zu behalten! zweite ideale Wasser= und auch Regattastrecke zur Verfügung, die dem Wassersport die glanzvollsten Perpektiven eröffnet. * Gutes Meldeergebuts zur Ruder=Regatto in Hügel. Rückblick. Die Meldungen zur Ruder=Regatta in Hügel am 30. Juni 1929 gestatten beachtliche Rückschlüsse auf die hinter uns, und wir konnen sagen, daß sie nicht zu Un, zexweise haben zu der Regatia nicht nur ein großer gunsten unterer Bewegung ausgefallen sind, im Geenteil, wir sind ein großes Stück vorangekommen. nk dem in letzter Zeit gutem Zusammenarbeiten innerhalb der Arbeitsgemeinschaft hat sich die Jugendkraft in Herne einen Namen geholt und erkämpft, der dann zweifeln wir Zuschauer sich auf sie übertri nicht am deutschen Enderfolg! eg vonnoten in, durch herne im Rahmen der Westfalia=Festwoche, die diese Meldungen sind dem Bestreben der Regattaleidie Begeisterung D.J.K. hat keinen schlechten Eindruck hinterlassen, star=;tung zu verdanken, den Aufstieg in höhere Ruderklasur sie überträgt, tete sie auch erstmalig. Pidrige Umstände hielten die sen durch Junior= und beschrankte Senior=Rennen zu (Bayern München), Frank(Sp. Vg. Furth), horn(Hamburger S. V.), R. Hofmann(Dresdener SC.). Albrecht(Fort. Düsseldorf). Als Ersatzleute wurden deutscherseits außerdem noch Buchloh(Speldorf), Sackenheim 2. Flick und Gruber(Duisburg) sowie Schröder(Köln) nominiert. Die schwedische Elf setzt sich durchweg aus kampferfahrenen und erprobten Internationalen zusammen, die schon viele Jahre zusammenspielen, sich also ganz genau kennen und aufeinander eingespielt sind. Der Sturm ist die stärkste Waffe und der Stolz der Schweden. Das berühmte Innentrio Rydell— Kaufeldt— Dahl, das seit den Olympischen Spielen 1924 in Paris zusenspielt, ist zurzeit wieder in ganz prächtiger fassung, besonders Rydell, der„Tank“, ist schußgemandt wie nie Kaufeldt it der ddeale Surmfichrer. für die nötige Aktivität im Sturm sorgen und auch seine beiden ausgezeichneten Flügelstürmer Nilsson und Kroon im rechten Moment einsetzen wird. Rilsson ist Kaufeldts Klubkamerad und besonders auf Auf zum Kofferpacken! Auf einmal ist die langersehnte Zeit wieder da, wo es heißt: die Koffer von Bodenkammern und Hängeböden herunterholen und... für die herrlichen Ferienwochen packen! Das ist ein festlicher Moment. den man immer richtig auskosten sollte. Besorgt man das Packen nur gerade im letzten Augenblick und in Hast, so bringt man sich um eine wirkliche Freude. Außerdem soll man zum Packen auch immer seine ganze Aufmerksamkeit zusammennehmen. Wenn man einige Wochen wegbleiben will, muß man ja an alle Bedürfnisse denken.— Natürlich ist es unangebracht wenn Fritzchen durchaus die neue Festung mitnehmen will, und es ist auch töricht, die Puppen mit auf die Reise zu schleppen. Draußen gibt es genug zum Spielen, und es ist für die Kinder viel besser, wenn sie das gewohnte Spielzeug einige Wochen entbehren, — umso lieber ist es ihnen dann bei der Heimkehr. Wohl aber soll man, wenn man mit Kindern reist, an die Regentage benken. Ein paar Zeichenvorlagen, etwas Papier, Bleistift, vielleicht ein kleiner Tuschkasten und ein Pinsel nehmen nicht viel Platz ein und können in einer beschäftigungslosen Stunde viel Freude machen Hat man Bleistift, Papier und Farde, kann man ja auch wie ein Hexenmeister alle möglichen Spiele herstellen. Für die Belustigung der Kleinen ist also aufs beste gesorgt.— Aber auch die Großen sollte man nicht vergessen. Wie ware es, wenn man ein Taschenschach mitnahme? Es ist kaum so groß wie eine Brieftasche und läßt sich in jede Tasche stecken. Wer noch nicht Schach spielen kann, hat in der Sommerfrische Muße, es zu lernen. Es ist das Spiel, das einem niemals über wird und bei dem einem auch der gräßlichste und trostloseste Regentag wie im Fluge vergeht Zu dem notigen Gepack, das man mitnimmt, wird in diesem Kampf? Deutschland hat keine Ursache pese ihr gebührt. Lassen wir unsere Augen zurückschweifen simistisch zu sein; denn auch die Schweden sind zu auf die letzten Ereignisse, da ist zuerst der Lauf„Quer schlagen. Und daß ein deutscher Sieg vonnoten ist, durch Herne“ im Rahmen der Westfalia=Festwoche, die das wissen unsere Spieler, und wenn die Begeister der vielleicht 60000 Zuschauer sich auf sie überträgt, tete sie D.J.K. zwei Tage später von den Abendwettkämpfen fern. Eine weitere Angelegenheit im Fortschritt war das Abendspiel D.J.K.— Germania, die D.J.K.= Mannschaft hinterließ hier ebenfalls einen guten Eindruck, wie uns unparteiische Presseberichte besagten. Ein Spiel, welches sich an Kampfmomenten sehen lassen konnte, und den Germanen den verdienten Sieg brachte. In der gleichen Woche lief in der Reichslehrstätte in Münster ein Kursus, an dem vier Herner teilnahmen, über dessen Verlauf wir alles brachten, und bei unseren Herner Jungen Begeisterung erweckte. ein jeder will jetzt nach Münster. Für uns ist noch von Bedeutung, daß abermals ein Herner für den Verbandskursus aus diesem Lehrkursus erwählt ist und Aussicht hat, in die Reihen der Verbandself zu kommen. Nun haben wir zwei Auserlesene: im MaiKursus wurde der Handballtorwart Falkenhorst's erwählt, und jetzt der Halbrechte der D.J.K.„HerneSüd". Vielleicht hat der oder jener das Glück— wir In einer Woche steigt der Kampf des besten deut= hoffen es... Nun sind sie alle wieder daheim, und schen Schwergewichtsboxers Max Schmeling mit dem standen sich schon Sonntag im Freundschaftskampf früheren Europameister Paolino. Alle europäischen Falkenhorst— Herne=Süd, welches eine Beute der Fachkreise sind sich darüber einig, daß Schmeling und Falkenhorster wurde, gegenüber. Paolino unstreitig die beiden besten europäischen. Am gleichen Tage sahen wir unsere Fußball=Stadtterweise haben zu der Regatta nicht nur ein großer Teil der Vereine des weiteren Industriegebietes gemeldet, auf die die Regatta in erster Linie mit ihren Ausschreibungen Rücksicht nimmt, sondern es werden auch Gäste von sehr weit her erwartet, die zum Teil zum ersten Male nach Hügel kommen: Akademischer erklub Berlin, Hallescher Ruderklub Halle a.d Saale und Kölner Ruderverein von 1877. Gerade Doch Stuhlfaut und Schmitt 2? Wie wir soeben aus sicherer Quelle erfahren, sind die Verhandlungen im Gange, für die deutsche Mannschaft gegen Schweden am kommenden Sonntag in Köln statt Kreß(Frankfurt) Heiner Stuhlfaut und statt Horn(Hamburg) Schmitt 2(Nürnberg) spielen zu lassen. Bisher haben diese Verhandlungen noch nicht zum Abschluß geführt, es steht aber mit ziemlicher Sicherheit fest, daß die Mannschaftsänderung in angeführter Form erfolgen wird. * Paolino- Schmeling. Große Spannung in Amerika.— Allgemeine Ansichten. Schwergewichtsboxer sind. fördern. Neben den vielen kleineren, aber sportlich sich stark entwickelnden Vereinen werden sich vor allen Dingen die Jungmannen der Germania und des Wassersportvereins Düsseldorf und der Ruderriege treffen. Die bisherigen Regatten haben eine Klärung der Kräfteverhältnisse in mancher Hinsicht schon gebracht Mancher Verein hat seine bisher unterlegenen Mannschaften nicht wieder gemeldet, so daß mit um so desserem Sport der an der Regatta teilnehmenden Vereine zu rechnen ist. Der zweite Jungmann=Bierer muß mit 12 Meldungen geteilt werden. Die Regatta verspricht somit in ihrem seit Jahrzehnten beliebten Rahmen besonders befriedigende Ergebnisse. Der lange Winter scheint manchen kleineren Verein am rechtzeitigen Herausbringen der Mannschaften verhindert zu haben. Einige bisher regelmäßige Gäste fehlen und dürften das Programm der im September stattfinden den Herbst=Regatta um so reichhaltiger machen. Seebad-Propaganda. Schalke 04 und Viktoria Hamburg in Bod Borkum. In den deutschen Seebädern allein seudale Sportfeste auf elf abermals auf der Höhe ihres Könnens, auf dem nun auch daran, volkstümlichen Amerika versteht einmal einzigartig, die Reklame= Recklinghäuser Bezirksfest schlugen sie die Bezirks schune Smmn mmmchaft Nacklinghausens alan 5:1. Selbst Rickdes Lobes für unsere trommel zu rühren, und in dieser Beziehung kommen mannschaft Recklinghausens gl wir Europäer mit den Yankees doch noch nicht mit, linghäuser Blätter waren voll des ——.robwohl gerade wir Deutsche in dieser Beziehung sehr Mannschaft und schrieben von großer Ueberlegenheit viel bieten können. So wird das Interesse der ameri= in Technik wie im Kampf. Dies sind nun ungefähr kanischen Oeffentlichkeit gerade für den Kampf der die wichtigsten Begebenheiten im Herner D.J.K.=Sport, beiden Europäer ständig geschürt, und es steht wohle:„—=. 110— außer Frage, daß die Veranstalter, zumal es eine sodie uns deutlich zeigen, daß wir voran marschieren. Nur weiter so, der Platz an der Sonne muß erkämpft werden Der Rudersport im Industriegebtet. Kommt der Hügelsee? genannte Wohltätigkeitsveranstaltung ist, ein sehr gutes Geschäft machen werden Man müßte daran zweifeln, ob der Kampf Schmeling— Paolino tatsächlich die Endausscheidung zur Schwergewichtsweltmeisterschaft ist, denn die Herren Amerikaner sagen heute so und morgen so. Eine Sicherheit besteht bestimmt nicht, daß der Sieger tatsäch] Der Wassersport, im besonderen der Rudersport, lich die Chance des Titelkampfes erhält. zieht gerade im dichtbevölkerten Industriegebiet mehr Auf dem Wege zum neuen Weltmeistertitel stellen und mehr die Aufmerksamkeit weitester Kreise auf sich. die Amerikaner jetzt die beiden Europäer gegenein= Kein Wunder, geben doch die zahlreichen natürlichen ander. Der Plan ist recht durchsichtig. Man läßt beide und künstlichen Gewässer(die Ruhr, der Hengsteysee und die verschiedenen Kanäle!) die beste Gelegenheit gegeneinander los, um einen auszuschalten. Das ist der einfachste Weg der Yankees, um den Weltmeistermon ein Reisehandbuch rechnen müssen, da man an Ort und Stelle eine Wanderkarte und auch sonst Auskunft über alle Sehenswürdigkeiten braucht. Dinge dieser Art bekommt man an seinem Wohnort meist preiswerter und besser als in den kleinen Sommerfrischen, in denen„Bäderpreise" verlangt werden Das gleiche gilt auch von Wasserbällen, Badekappen, Badeanzügen usw. Wichtig ist, daß man einen Block Schreibpapier und Briefumschläge mitnimmt, sowie Federhalter, Bleistift und Federn. Der Herr darf sein Rasierzeug und die ihm gewohnten Klingen nicht vergessen, wie es für die Dame vielleicht ganz angebracht ist, ein paar Lockenwickel mitzunehmen, denn immer ist der Friseur nicht bei der Hand. Auch eine Brennschere und ein kleiner Brennapparat sind angenehm mitzuhaben. Unerläßlich ist die Zahnbürste, die Tube Zahnvasta, ein Stück Seife, Taschentücher, Kragen. Das alles darf man nicht vergessen. — Pyjamas sind zwar auf Reisen angenehm, belasten aber den Koffer sehr, so daß man vielfach darauf verzichten wird, denn im allgemeinen muß man ja die Regel aufstellen, mit möglichst wenig Gepöck auszurommen. Viel Gepack mitzunehmen, verteuert eine Reise ganz erheblich. Am glücklichsten ist immer der dran, der seinen Handkoffer mit ins Abteil nehmen kann. Er braucht nicht auf Gepäckträger zu warten, sondern hat das gluckliche Gefühl. nur von sich selber abhangig zu sein.— Packt man seinen Koffer, so tut man am besten, sich in Gedanken vollständig anzukleiden,— auf diese Weise kann man keine der Notwendigkeiten vergessen. Bei den Strümpfen darf man nie auf ein Paar wirklich warme und mollige verzichten,— sie tun Wunder, wenn wir unterwegs durchregnen und fröstelnd nach Hause kommen. Auch ein Paax richtige Regenschuhe, mit denen man durch„Dick und Dunn“ gehen kann, sollten nie lichen verschiedenen Kanäle!) die beste zur Ausübung dieser Sportart. in werden nicht mehr fgezogen— man geht n S p o r t z u b i e t e n, w o vergessen werden. Wir können ja nun einmal keinen Pakt mit Petrus schließen, daß er uns immer sonnige, angenehme Tage beschert, sondern müssen nehmen, was uns beschieden ist. An die See braucht man sonst nicht allzuviele Strümpfe mitzunehmen, da die vernünftigen Damen bei gutem Wetter längst dazu übergegangen sind, keine Strümpfe zu tragen; die hauchdünnen Seidenstrümpfe zerreiben im Sand und beim Gehen sofort und man sieht sie ja kaum auf der Haut. Die schön gebräunten Beine sind der allerbeste Ersatz auch für den schönsten Seidenstrumpf. Ein kleines elektrisches Reiseplätteisen ist praktisch mitzunehmen, besonders wenn es noch als Kochplatte umstellbar ist, so daß man sich einmal eine Kleinigkeit darauf kochen kann. Man muß aber darauf achten, daß es für verschiedene Voltstärken verwendbar ist; eventuell soll man sich vorher an dem Reiseziel erkundigen, ob überhaupt elektrisches Licht vorhanden ist und welche Voltstärke es hat; sonst schleppt man diese Dinge zwecklos mit. ungefähr das Aergerlichste, was einem geschehen kann. Eine kleine Reiseavotheke tut immer gute Dienste. Es ist leichtsinnig, sich ohne diese notwendigsten ersten Hilfsmittel in Krankheitsfällen in die Ferne hinauszuwagen, wo oft Arzt und Apotheke nicht gleich erreichbar sind. Ebenso muß man auch einige Nähutenilien mitnehmen. Nähgarn verschiedener Art, Nadeln, Stopfgarn, Sicherheitsnadeln. Auch seinen Paß soll man nicht vergessen. Selbst wenn man ihn auf Reisen im Inlande nicht braucht, ist es doch immer ein angenehmeres Gefühl, ihn bei sich zu haben; man kann nie wissen, in was für Situationen man kommt: einen vollgültigen Ausweis bei sich zu haben, ist viel wert. Besitzt man einen phoiographischen Apparat, so wird man auf Reisen nicht gern auf ihn verzichten wollen. Wenn man schon einen Regenschirm mitnehmen zu müssen meint so sollte K rin übrigens Helgoland mit bestem Beispiel voranging, wo Aliona 93 seit Jahren ständiger Gast ist Bad Borkum hat für den 12. August die Mannschaften von Schalke 04 und Viktoria Hamburg zu einem Propagandaspiel verpflichtet. Nur zwischen„Ebbund Flut“ wird die Hitze schon zu ertragen sein.— Denen aus dem Kohlenpott hat so eine richtige Seeluft schon lange notgetan. Der Sechsländerkampf der Leichtathleien in Barcelona der für Ende September in Barcelona geplant ist. wird bestimmt Mannschaften von Frankreich, Schweden und Finnland am Start sehen. Hinzu kommen die Spanier. England glaubt auch. eine Vertretung entsenden zu können. Deutschland hatte die Einladung abgelehnt, weil zum gleichen Zeitpunkt eine deutsche Mannschaft nach Japan unterwegs ist. Neuerdings ober hofft man, daß trotzdem noch eine starke Mannschaft aufzubringen sein wird und so ist anzunehmen. daß sich Deutschland an dem Sechsländerkampf beteiligen wird. man immer nur einen solchen wählen, den man im Koffer verpacken kann; meist ist das auch bei längeren Schirmen möglich, indem man die Krücke abschraubt. In der Bahn benötigt man den Schirm sa nicht, er hindert einen nur beim Ein= und Aussteigen, und das Ende der Qual ist gewöhnlich, daß er im Abteil oder irgendwo im Wartesaal stehen bleibt; davon können die herrenlosen Regenschirme in den Fundbüros ein Liedchen singen. Dagegen ist ein wasser: dichter Mantel und eine ebensolche Kopfbe deckung für alle Reisen eine unbedingte Notwendigkeit. Die Dame zieht auf der Reise ein Kostüm an mit einer guten, nicht zu empfindlichen Bluse; den wasser dichten Mantel nimmt sie über den Arm oder legt ihn obenauf in den Koffer, so daß sie ihn im Notfall herausholen kann. Die Schuhe müssen so bequem sitzen, daß sie sie einen ganzen Tag an den Füßen haben kann, ohne sie unangeneym zu empfinden. Beabsichtigt man eine Rundreise, bei der man sich mit Gepäck nach Möglichkeit einschränken möchte, so genugt es wenn man noch eine gute Bluse im Koffer mitnimmt und außerdem ein hübsches, helles Crepe de ChineKleid mit langen Aermeln, das für die warmen Tage bestimmt ist und immer so wirkt, daß man sich darin ehen lassen und eventuell auch eine Einladung annehmen kann. Denn das ist die große Forderung: uner Koffer muß uns erlauben, auch auf Reisen so gepflegt und korrekt auszusehen, wie wir für gewöhnlich auszusehen pflegen. Die liederlich herunstrolchenden Wandervogeltypen beiderlei Geschlechts sind ein Schandfleck in der schönen Natur und tragen nicht dazu bei, das Ansehen des Deutschen in der Welt zu heben. Es ist nicht leicht, sich bei einer längeren Fußwanderung proper und frisch zu halten. aber man soll sich wenigstens Mühe geben, den Beruch zu machen. Meist ist es nämlich bei etwas gutem Wilken doch möglich nterhaltung zum Heener Anzeiger Deutschland als Blumenland Von Georg Biesentbal. (Nachdruck verboten.) Wiederaufbau der deutschen Gartenkunst— 400 Doppelzentner Maiglöckchenkeime exvortiert— Die Nelkenkultur Achtung, Scheckfälscher! Rampf der Großbanken gegen die Scheckfälschung Von E. Moritz. des Kontinents— Trotzdem starker Import aus dem Snden— Blumenspenden durch Funksoruch. Symbol einer sorgloser gewordenen, friedlicheren Zeit: die Blume ist wieder in Ehren, man hat sich ihr wieder augewandt. Nach langem, durch Kriegs= und Nachkriegsjahre erzwungenen Stillstand und Rückgang hat die deutiche Gartenkunst neue Wege des Wiederaufbaus gefunden und ihre Weltgeltung zurückerobert. Alte Absatzgebiete sind neu für uns gewonnen worden, und wenn auch die Exportziffern noch verhältnismäßig niedrig sind, zeigen sie doch einen Aufschwung. So sind im vorigen Jahr über 4000 Dovvelzentner Maiglöckchenkeim= ausgeführt worden, im Werte von 4½ Millionen Mark. Hauptabnehmer für sie ist Amerika, wo das Maiglöckchen, entgegen unserer deutschen Bedeutung. als Weihnachtsblume bekannt ist; den großen Spezialgärtnereien in Wandsbeck und Ludeck ist es gelungen. Keime zu erzielen, die so kräftig find, daß sie auch in anderer Erde weiter wachsen können Inzwischen ist auch eine sehr exotische Blume: die Orchidee, bei uns heimisch geworden. Ihre Einfuhr, vor dem Kriege noch sehr umfangreich, hat bis auf einen geringen Imvort aus Italien ganz aufgehört. In den Orchideengärtnereien bei Gera und Dresden züchtet man Exemplare, die nicht nur in der Farbe, sondern auch in den eigenartia bizarren Formen ihren Geschwistern aus der Wildnis völlig gleichartig sind. Der Preis für eine Blüte schwankt zwischen 2 und 10 Mark. Während hier aber auch von ausländischen Gärtnern schöne Erfolge erzielt worden sind, hat die deutsche Edelnelke eine Qualitat erreicht, die der ausländischen weit überlegen ist. Die Größe und Fülle der Blüten, ihr Duft und ihre Halt: W e l t b e r ü h m t b e i t e r l a n g t, u n d a u s d e r g r o n ten euroväischen Nelkenkultur, die in Weiblingen bei Stuttgart gelegen i. tragen täglich eigene Flugzeuge des Züchters die zarte Last hinaus in die Welt. Neuerdings hat man bei uns auch in der Rosenkultur gute Fortschritte eczielt. Die Teerose gedeiht, trotz ihrer iapanischen Herkunft, auch hier in allen Farben. Holstein, bevorzugt durch günstige ozeanische Witterungseinflüsse, ist zu einem Rosenzuchtland geworden, dessen Erzeugnisse in Amerika sehr geschätzt sind. Ferner wurden aus Deutschland über 2000 Dovvelzentner getrocknete und prävarierte Blumen. Blätter und Wurzelstücke ausgeführt. Und schließlich haben auch die Kakteen, deren Mode beständig zu werden scheint, in mehreren Berliner Großgärtnereien ganz bervorragende Züchter gefunden Bei alledem darf man aber nicht vergessen, daß der deutsche Blumenhandel trotz seines Wiederausstiegs in den letzten Jahren noch immer vom Ausland abbängig ist und es nach Ansicht der Fachleute auch noch mindestens zwei Jaorzehnte bleiben wird. Der Blumerhandel ist ein Saisongeschäft geworden, dessen Hauptkoniunktur wegen der großen Feier= und Trauergedenktage auf Spätherbst und Winter fallt. Nun sind aber unsere Gartenhaubetriebe noch nicht in der Lage. gerade in dieser Zeit Pflanzen, und sveziell Schnittblumen, so zahlreich und billig anzubieten, daß sie auch gekauft werden können. Man ist also auf die Einfuhr angewiesen. So sind im letzten Jahr aus Italien für 8½ Millionen Mark Nelken, #cdeen. Veilchen und seines Bindegrün imvortiert worden. von der französischen Riviera kamen Mimosen, Ranunkeln, Narzissen und als billige Schnittblume in den verschiedensten Farben und Schattierungen— sehr viel Anemonen. Daneben findet man unter den imvortierten Pflanzen auch solche, von denen man kaum annahm, daß für sie noch irgendwelche Vorliebe besteht— a. B. 16000 Dovvelzentner Palmen und Lorbeerbäume. Der Transitverkehr aus dem Westen und Süden Europas durch Deutschland nach Estland. Livland. Finnland, Norwegen, Schweden, der vor dem Kriege sehr umfangreich und auch recht gewinnbringend war, ist letzt wieder im langsamen Zunehmen begriffen. So wurde ein groper Teil der aus Belgien imvortierten Azaleen nach der Tschechoslowakei weitergeführt. Bemerkenswerterweise ist die Einfuhr aus Holland stark zurückgegangen. Holland führt in letzter Zeit sehr viel nach anderen Staaten aus. die höhere Preise zahlen, besonders nach Dänemark und Norwegen. Gewiß werden noch Tulven, Hyazinthen, Primeln und Flieder aus Holland imvortiert. aber die Hauptlieferanten dierfür sind Frankreich und Italien geworden. Außerdem nimmt die Mit den Abwehrmaßnahmen der Banken ist es ebenso wie mit den Panzerplatten: wenn man eine neue Stahllegierung erfindet, die bisher ungeahnte Härte besitt— schon ist die Kanone da. die auch diesen Panzer zerschießt. Wenn das Netz der Abwehrmaßnahmen so dicht ist. daß man glaubt, nun kann wirklich kein Fälscher mehr durch,— grübelt einer irgend einen geradezu genialen Trick aus und macht reiche Beute. Naturgemäß sind die grotzen Geldvorräte der modernen Banken stets ein beliebtes Objekt verbrecherischer Anschläge. Rein gowalttätige Ueberfälle gehören bei uns eigentlich zu den Seltenheiten und auch die Tresoreinbrüche— wie kürzlich der bekannte in Berlin,— sind nicht häufig— im Gegensatz zu Amerika, wo Ueberfälle fast an der Tagesordnung sind und die Banken auch ganz andere Maßnahmen zu ihrem Schutz treffen. Anders stebt es mit Verbrechen auf rein intellektueller Basis. Immer wieder werden im Massenverkehr der Großbanken Versuche unternommen. durch gefälschte Dokumente wie Schecks, Orders, Akkreditive usw. große Bargeldsummen zu erschwindeln. Die Banken weoren sich dagegen durch ein sein ausgearbeitetes Kontrolliystem. das namentlich alle Papiere, auf die Bargeldauszahlungen erfolgen, durch eine ganze Reihe von Instanzen gehen läßt, ehe an der Kasse die Aushändigung des Betrages erfolgt. Auch die moderne Technik kommt hier der Abwehr zu Hilfe, denn z. B. die Quarzlamve, die heute in keiner größeren Bank mehr fehlt, machte jegliche Nasuren. Text und Zahlenänderungen fast unmöglich, da sie alle Veranderungen im Papier, ja sogar in der benutzten Tinte, auch wenn sie mit dem bloßen Auge überhaupt nicht wahrnehmbar sind. deutlich in ihrem Licht fluoreszieren läßt. Die Spezialisten des Banksaches haben es somit immer schwieriger, nur ganz selten gelingt ihnen noch ein Couv und dann immer durch einen neuartigen Trick, der bisher noch nicht bekannt war. Häufig bekundeten diese Verbrecher, die ja auch von der Kriminaltstik zu der intelligentesten Kategorie gerechnet werden, eine tiefgehende Kenntnis der menschlichen Psoche. Nicht selten sind ihre Tricks sein ausgeklügelt und dabei trotzdem in der Ausführung verblüffend einfach. So gelang es vor nicht allzulanger Zeit Schwindlern, durch eine. man möchte sagen, telephonische Fälschung einen ansehnlichen Betrag zu erbeuten. Bei dieser Bank erschien eines Vormittags ein Herr, der einen Scheck über 50000 Mark auf die Filiale derselben Bank in Köln vorlegte. Ordnungsgemäß wurde ihm erklärt, daß er den Scheck nur zum Inkasso geben könnte und ihm der Betrag erst nach erfolgter Gutschrift in Köln ausgezahlt würde. Der Herr hat nun die Direktion in anbetracht der Dringlichkeit der Sache sich telephonisch über sein Guthaben in Köln zu vergewissern, und ihm den Betrag nach erfolgter Bestätigung noch am selben Tage auszuzahlen. Diesem Wunsche wurde ausnahmsweise entsprochen, und die Bank meldete sofort ein Ferngespräch nach Köln an. Erfahrungsgemäß mußte die Herstellung der Verbindung nach ungefähr einer halben Stunde erfolgen. Der perr begab sich nun in ein Café, von wo aus er das Eigenerzeugung von Flieder in Deutschland ständig zu, die Großgärtnereien in Marienburg liefern Material. das dem holländischen gleichwertig ist, und schließlich sind neuerdings Landstriche in Ostfriesland, deren klimatische Verhältnisse den bolländischen verwandt sind, für die Gartenkultur gewonnen worden. Spricht man mit Inhabern von Blumengeschäften, so hört man Beschwerden von allen Seiten. Die Schrebergärten machen Konkurrenz. die Straßenhändler machen Konkurrenz. die Siedlungs=Genossenschaften züchten selber Blumen, die Wochenendler bringen ihren Bedarf von den Ausflügen mit. Das Geschäft mit Tischdekorationen und Fernamt anriei und im Namen der Bank ersuchte, sofort das angemeldete Gespräch nach Köln zu annullieren. Hierauf ging er in ein anderes Casé, wo ihn eine Dame bereits erwartete. Nach etwa 20 Minuten rief nun diese Dame in der Bank an und gab sich als Fernamt aus. Sie stellte angeblich die Verbindung mit der Kölner Filiale her, worauf sie den Hörer ihrem Komplicen übergab, der seinerseits die Rolle des Beamten der Kölner Filiale svielte. Die Hauptbank fragt nun, ob ein Konto X. geführt und ob tatsächlich ein Guthaben von 50 000 Mark vorhanden ist. Der Herr gebt angeblich sich erkundigen, um nach einer Minute wieder in den Apparat zu reden und die Richtigkeit des vorgelegten Schecks zu bestätigen. Er wird jetzt noch nach seinem Namen gefragt und kann tatsächlich den Namen eines in Köln tätigen Beamten angeben. Nicht das geringste Verdachtsmoment ist überhaupt vorhanden,— nach einer weiteren halben Stunde wird dem Schwindler der Betrag ausgezahlt. Ein origineller Scheckschwindel wurde kürzlich bei der Devisen=Abteilung einer großen Berliner Bank ausgeführt. Hier kaufte ein Herr gegen Erlegung von 20 000 Mark in bar einen Scheck über tausend Pfund auf ein Londoner Haus. Er versäumte auch nicht, ein paar freundliche Worte mit dem Beamten zu wechseln, so daß dieser, als er am nächsten Tage wieder vorsprach, ihn schon als quasi bekannt empfing. Er gab nun an, anders disvoniert zu haben, so daß er den Scheck auf London nicht mehr brauche, worauf der Beamte auch ohne Verdacht zu schöpfen, ihn gegen Rückgabe des Schecks den Betrag von 20000 Mark wieder aushändigte. Es erwies sich nung daß der Fälscher an Hand des echten Schecks eine kaum zu unterscheidende Nachahmung bergestellt. und diese der Berliner Bank zurückgegeben hatte, während das echte Original tatsächlich nach London gegangen und dort ordnungsmäßig eingelöst worden war. Erst bei der Abrechnung mit ihrer Londoner Korrespondentin, die natürlich erst viel sväter erfolgte, konnte die Bank den Betrug feststellen. Seit der Zeit zahlen Großbanken auf gekaufte Schecks Geld nur zurück, nachdem sie das Formular zur Verbuchung an die Korrespondentin geschickt haben. Um Betrügereien durch Aenderung der Zahl in Kreditbriefen und ähnlichen Schreiben zu verhüten, werden heute von vielen Banken Formulare verwandt, die mit einer dünnen Kreideschicht versehen sind, wodurch Aenderungen auch mit dem bloßen Auge sofort zu erkennen sind. Außerdem wird der Betrag einmal offen in Zahlen und Buchstaben, dann aber nochmals geschlüsselt eingesetzt, lo daß Aenderungen des Betrages durch den Geheimcode sofort erkennbar sind. Schließlich unterhalten die Banken der ganzen Welt einen ausgedehnten Nachrichtendienst, der sie auch unabhängig von der allgemeinen Presse, sofort bei nur irgendwo auf dem Erdball neu auftauchenden Tricks unterrichtet, womit die Wiederholung ein und desselben Manövers fast ausgeschlossen ist. Die Betrüger müssen sich daber, wenn sie noch auf Erfolg hoffen wollen, anstrengen, immer wieder neue Tricks zu erfinden, oder aber was vielleicht das ratsamste ist, ihre meist hervorragende Intelligenz einem Beruf zuwenden, der das Tageslicht und das der Quarzlamve nicht zu scheuen braucht. Raumschmuck ist ganz zurückgegangen, die moderne Hausfrau bindet selber Blumen. die Töchter lernen es in den Schulen. Bitten an den Magistrat, Sportplätze mit mehr Blumenschmuck auszustatten— an die Bauunternehmer, Fenster mit Inneneinrichtung zu versehen, oder wenigstens die Zentralheizung nicht unter die Fenster zu legen, batten wenig Erfolg. Bleibt die„Fleurop“, die internationale Blumenspendenvermittlung, die immer mehr zu einer Weltorganisation wird. Und die es ermöglicht, Blumenspenden durch Funksoruch sogar auf fabrende Dampfer zu vermitteln— Triumoh der Technik auch hier. Ist Musik entbehrlich? Es gibt Menschen, die behaupten, ohne Musil leben zu können. Im Grunde haben sie ja recht; denn zum Existieren, zum Sich=Ernahren, ohne verhungern zu müssen, gehört die Musik freilich nicht. Aber gerade diese Menschen tun ja auch auf anderen Gebieten dies oder das, was über das Notwendiaste, das man zum Leben braucht, hinausgebt. Jeder Musikfreundliche wird eher dieser Passion etwas opfern, als die Musik als lururiösen Sport betrachten und etwa aufgeben. Nur scheinbar Unmusikalische betrachten Musik als Sport, den man sich leisten oder nicht leisten kann. Dies ist ein Fehler. Aber ein größerer Fehler ist noch, schlechthin zu behaunten, es gäbe überhaupt unmusikalische Menschen. Gewissenhafte Gesanglehrer und Musikvädagogen sagen nämlich, es gäbe fast überhaupt keine. Wenn ein Schüler einen sogenannten Brummbaß hat, so geht der Lehrer in erster Linie sehl, den Schüler als Sänger aufzugeben und womöglich in die letzte Bank zu setzen, ihn somit beim Unterricht im vorhinein auszuschließen. Bei einem solchen Kinde werden die vielleicht geringeren Anlagen und das dadurch verminderte Interesse schon in den Ansätzen verkümmert. Andererseits wäre es auch ganz und gar falsch, ein minder musikalisches Kind etwa zu Gesang oder irgendeinem Instrument zwingen zu wollen Nur mit großer Umsicht, Geduld und Liebe läßt sich das Interesse wecken. Man wird fragen, warum man all die Mühe aufwenden soll, wenn die Musik ja doch im Leben zu nichts nütze ist? Ganz einfach darum: weil ein Mensch dem das Reich der Musik verschlossen ist, sich selbst um so viel Schönes bringt, was das Leben zu bieten vermag. Man kann sagen, daß Leute, die ohne Musik dahinleben, so arm und betrogen sind wie Großstädter, die verneinen, ohne die Natur vor den Toren der Stadt leben zu können. Daß sie dies Buch nicht gelesen haben sollten, daß sie ienes Gemälde nicht kennen sollten, schämten sich viele Leute; aber musikalisch ungebildet zu sein, sollt; keinen Mangel bedeuten? Ist denn die Musik eine geringere unter den Künsten? Ist nicht sie es, mit der die Religionen aller Völker ihre Feste feiern, ist nicht die Musik in großen Evochen der Kultur Leiterin und Führerin der Menschen gewesen? Ist nicht Musik es gewesen, mit der man den Kriegern angesichts des Todes Mut eingeflößt hat? Dak auch scheinbar unmusikalische Naturen, wie Goetbe oder Bismarck, von Werken der Musik tief ergriffen werden konnten, wird vielfach bezeugt. Goethe, der gegen Beethoven aus verschiedenen Gründen eine solche Abneigung hatte, daß er dem großen Meister sogar alle Fähigkeiten absprach, äußerte, als ihm der neunjährige Mendelssohn Beethovens 5. Symphonie vorspielte: Es ist. als stürzte das Haus ein, so gewaltig. Und Bismarck sagt man nach, daß die Sonate Appassionata von Beetboven auf ihn den tiefsten Eindruck gemacht habe.„Wenn ich diese Musik höre,“ so sagte der große Kanzler,„Aunn fühle ich mich sehr tapier. Man sieht, daß die Macht der Musik auch auf unausgebildete Gemüter groß ist. Man kann wohl überhaupt sagen, daß sie wie keine andere Kunst auf das Gemit des Menschen einzuwirken imstande ist. Nicht nur Tapferkeit erweckt sie. Sie kommt als Trösterin, Freudespenderin, als Aerztin in seelischen und körverlichen Leiden, sie wölbt sich als mächtige Brücke zwischen dem menschlichen Geiste und seiner Gottheit, denn tiefer dringt sie in die Geheimnisse des Unfaßlichen als Gemälde und Katbedrale, tiefer als Wort und Dichtung, überzeugender als jedes Gesetz. Sie ist die Sprache der Natur von Tier zu Tier, sie ist die Sprache von Wind und Wald. Vernard Shaw fürchtet sich vor Amerika Archibald Henderson, der Biograph Bernard Sbaws. erzählt, daß Sbaw eine Einladung zum Besuch der Vereinigten Staaten mit den Worten abgelehnt hat:„Warum soll denn jeder, der in London lebt. nach Neuyork fahren. Ich fürchte mich davor. Amerika zu besuchen. Sicher werde ich angehalten und in Ellis Island interniert werden. wenn ich einen Zweisel an der wörtlichen Wahrheit der Bibelerzählung von Elisa und dem Bären aussoreche. Und dann. es ist nun allerdings wahr, ich bin ein Meister der Ironie. aber ich könnte nicht einmal den Anblick der Freiheitsstatue ertragen.“ Dom Erlebnis Von Dr. Erich Klein. Wir alle wollen„erleben". Für viele ist das„Erleden“ sogar der Sinn des ganzen Lebens, d. b. sie glauben nur dazu da zu sein, um den Kreislauf des Daseins in möglichst vielen Schattierungen und Nüancierungen und in möglichster Vollständigkeit zu durcheilen. Damit ist der große Materialismus, der brutal den Lebensgenuß das animalische Wohlbefinden als Lebensziel setzt, in eine seinere Form übergeführt, und der jetzigen Zeit, die weniger die Materie, als die in ihr steckenden Kräfte und Gesetze sucht und verehrt, angepaßt. Genieden und Erleben sind allo die beiden Begriffe, die sich da gegenüberstehen, der eine veraltete, der andere an seine Stelle gerückt. Vom Daseinsgenuß ipricht heute niemand mehr gern. Aber man spricht von der Durchmessung aller Bezirke des Lebens. von Welt= und Lebenskenntnis, man verzeiht einem Menschen heute eher geistige Beschränktheit als mangelnde Lebenskenntnis. und der ebemals beliebte Begriff„Lebenskünstler“ ist unmodern geworden, weil er das Spielerische zu sehr betont und nicht die Drangabe der Persöonlichkeit enthält, die heutzutage als unerläßlich gilt. Wenn in den Zeiten des Nationalismus derienige nicht viel galt, der nicht viel wußte, in den Zeiten der Romantik derjenige, der nicht viel empfand, gilt heutzutage derjenige nichts, der nicht erlebt oder erlebt hat. Welches ist nun der Unterschied zwischen Genießen und Erleben? Genießen heißt: irgendein vom Daein Gegebenes zum Gegenstand seiner Lust machen, Erleden heißt: es zum Gegenstand seiner Empfindung. ja, seiner Erkenntnis machen, heißt also mit wachen Sinnen genießen. Beim Genießen bleibt der Mansch geistig valliv. beim Erleben ist er geistig artin. Genieben hinterläßt Erschlaffung oder Leere, Erleben hinterläßt Bereicherung, Zuwachs an Erkenntnis, Verständnis und Willensmotiven. Genießen und Erleben können zusammengehen. Sie konnen jedoch auch getrennt sein. Man kann Dinge erleben, die man nie genießt, und zwar zufolge der geistigen Adavtionskräfte, die nicht an den Weg über das sinnliche Vermogen gebunden sind und oft ein reineres und tieferes Erleben gewahrleisten, als zusammen mit der sinnlich bestimmten Vorstufe Erleben stellt eine konzentrierte Tätigkeit dar. Mit unserem ganzen Seelenavparat erfassen wir das Gegebene, nicht nur mit einzelnen Teilarvaraten. Es ist wie eine Geburt, es entsteben Vorstellungen, Begriffe. Go kommt es, daß die Erstmaligkeit beim Erleben eine bedeutende Rolle sielt. Meist erlebt man nur da in ganzer Fülle und Kraft und Reinheit, wo man einen Eindrus zum ersten Male hat. Als wir zum ersten Maie das Meer sahen, zeigte es uns seine ganze Majestät, als wir zum ersten Male von Bergen umschlossen waren, fühlten wir die bedrückende Wucht der Gebirgslandschaft. Als wir zum ersten Male die Weltstadt sahen, erlebten wir ihren Schwung und Rhytdmus. Mit jedem zweiten Eindruck schwächt sich das Erlebnis ab, und es kann schließlich dahin kommen, daß es der Gewohnheit überhaupt erliegt. Dinge. die täglich um uns sind, erleben wir nicht. Wir wären ja sonst auch in einer immerwährenden Hochsvannung, die wir gar nicht ertragen könnten. Damit hängt auch zusammen, daß ein Kind viel mehr und öfter erlebt, als ein Erwachsener. Die ganze Welt, an die sich der Erwachsene gewöhnt hat, eröffnet sich dem Kind ja erst nach und nach durch eine Reibe von Erlebnissen. Und es ist für die Entwicklung des Kindes von höchster Bedeutung, daß sich diese Erlebnisreibe in einem gesunden und natürlichen Zeitmaß abrollt, nicht zu sehr beschleunigt, nicht zu sehr verzögert wird. Mit dem Alter nimmt die Erlebnisfähigkeit ab, nicht nur infolge„Stoffmangels“, sondern vor allem auch wegen der Abnutzung der seelischen Aovaratur, die die zum Erleben nötigen Spannungen nicht mehr aufbringt. Damit ist zugleich ausgesprochen, daß bei den Individuen die Erlebnisfähigkeit verschieden ist. Es kommt auf die Wachheit der Sinne an, auf die Bereitschaft der Gefühle, das Fassungsvermögen des Intellekts. Wo der eine mit leeren Sinnen steht und nichts Besonderes wahrnimmt, da erfährt der andere eine ganze Symohonie von Gefüdlen. Unscheinbare Szenen, die der eine überblickt, erfaßt der andere in ihrer ganzen Bedeutung, er„erlebt“ sie. Ein Kunstwerk, an dem der eine teilnahmslos vorübergeht, erweckt in dem anderen einen Sturm der Begeisterung. Ein Grashalm, ein einziges Blatt am Baume, ja ein Stein kann„erlebt“ werden, richtiger gesagt zum Anlaß für ein Erlebnis werden. Und es ist die elementarste Vorbedingung für das künstlerische Schaffen, daß eine starke Empfänglichkeit für Erlebnismoglichkeiten bestehl. Wir alle haben einen Durst nach Erlebnissen. Darum lesen wir Romane, gehen in Theater und Lichtsviele. Unser eigenes Dasein. d. b. unsere Erlebnismöglichkeit, ist beschränkt. Wir suchen sie zu erweitern durch die Kunst. Oder wir gehen auf Reisen. Auch Reisen ist im Grunde nur die Befriedigung unseres Durstes nach Erlebnissen. Wenn die Menschen sich allenthalben nach den Groß= und Weltstädten hingezogen fühlen—, ist es nicht oft genug gleichfalls die größere Erlebnismöglichkeit, die sie anziedt? Es braucht nicht erst bewiesen zu werden, daß Zahl und Charakter der Erlebnisse das Wesen eines Menschen stark beeinflussen. Der bei weitem größte Teil eines Menschenlebens wird allerdings nicht vom Erleden ausgefüllt, sondern von einem willkürlichen, zweckbestimmten Handeln. Nur ein bescheidener Teil verbleibt dem Erleben, nur hie und da einmal blübt es wie eine Blume inmitten einer Steinwüste auf. Aber von diesen Augenblicken gebt eine starke Kraftentfaltung aus. Das Neue, Ungewohnte besitzt stets eine große Macht: die starke Inanspruchnahme der ganzen Seele. die ein Erlebnis mit sich bringt, prägt es tief ins Bewußtsein ein. Erlebnisse sind die Meilensteine, die am Wege unser inneren Entwicklung steben, die Wegweiser, die uns die Richtung geben. Fast ein jeder Mensch ist für gewisse Reihen von Erlebnissen besonders empfänglich. Der eine erlebt vorzugsweise die Natur. der andere erlebt Menschen, der dritte vielleicht Maschinen. Daher ist es auch salsch, wenn man von den größeren Erlebnismöglichkeiten der Großstadt schlechthin spricht Für den einen oder anderen mag die Großstadt reichere Erlebnismöglichkeiten bieten, für den anderen trifft dies aber nicht zu. Eine sehr starke„Soezialisierung“ weisen oft die Künstler auf. Mancher von ihnen erlebt fast ausschließlich Menschen, und zwar Menschen ganz bestimmter Prägung, die Natur ist ihm stumm; ein anderer erlebt nur das Kleinleben der Natur. ein dritter die gewaltigen Naturschauspiele, das Gewittel, das Meer, den Sturm: wieder ein anderer hat nur Sinn für den barten Rhothmus der Eisenhämmer und den Präzisionslauf der Maschinen. Leben und Erleben sind zweierlei. Erleben heißt: mit Bewußtsein, mit tiefer, innerer Anteilnahme leben, heißt; das zweckbestimmte Handeln ausschalten und sich dem Spiel der inneren Kräfte hingeben. Geschäftigkeit. willkürliches Hinrichten der Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge schalten die Erlebnismöglichkeit aus. Das Erleben ist im Unwillkürlichen eingeschlossen, es kommt und geht wie ein Geschenk: es setzt eine freie Seele voraus, die nicht von der Zweckhaftigkeit geknechtet ist. Ja, man kann fast sagen: es ist eine Kunst. Eis Von Peter Bauer. Eis! Ich kenne kein deutsches Wort— außer dem Namen des Wonnemonds—. das mit drei Buchstaben eine größere Summe körverlichen und seelischen Wohlbedagens auslöst. Eio! Welch hellen Widerhail weckt das klingende„Ei!" des Entzückens in uns. Eis! Ein sesamgleiches Zauberwort, bei dessen Klang sich beimliche Schatzkammern von funkelnder Erlebnisse erschließen. In die dumpfe Stubenluft einsamer Winertage schmettert die Frostdotschaft„Eis!“ die helle Glücksverheißung fröhlichen Getümmels im Freien. In der prickelnden Frische der Landschaft auf den gefrorenen Wasserspiegeln der Ströme, Bäche, Teiche und überschwemmten Wiesen. Rasch folgten einander im knirschenden Schnee der Wege die Fußsvuren von groß und klein, und die Schlittschuhe grüßten sich mit leisem Klirren. Wieviel liebe Begegnungen verkürzten köstlich Hingang und Heimkehr, wieviel beglückende Ergebnisse fullten die Stunden fliegenden Gleitens über glasblanke Flächen vom Festschnallen der Schlittschuhe bis zu ihrem Lösen! Eis! Eine Schar rosiger Gesichter blüht vor mir auf und die kleinen Atemfähnchen ihrer Münder wimveln mir freudig zu. Aber eifersüchtig verschütten die Tage des überschwenglichen Blühens unter einem Strahlenfall warmer Mittagssonne die Erinnerung.„Pflücke das Heute!" jubilierte sie mit tausend Vogelkehlen.„Laß es dir heiß werden. bang nicht vor Durst, Eis kredenzen auch wir!" Alle Kaffeehäuser und Erfrischungsstuben lassen auf ihren Speise= und Getränketafeln den Namen des köstlichen Labsals prangen. Eis! Zunge und Gaumen empfinden berrliche Erlebnisse nach, da sie geschwelgt in gefrorenen Säften, Seimen und Süßigkeiten. Duftende Kelche und Schalen voll Erdbeer=, Aprikosen= und Zitronen=, voll Vauille= und Schokoladen=, voll Mokkaund Rahmeis präsentieren sich. Eis! Unzählige Maschinen. von den größten elektrisch betriebenen bis zu den kleinsten handbedienten im Haushalt, beginnen in den warmen Tagen ihre Räder zu drehen, damit kein Verlangen ungestillt dieide. Keine Erfrischung preist sich so beharrlich und billig an. Durch alle Straßen rollen die kleinen grellgestrichenen Handwagen und klingeln ihre Lockrufe. Ein Zebner, ein Fünfer sogar reicht hin, eine Portion zwischen zwei Waffeln hinunterschlecken zu können. An Härte und Kälte steht das Wageneis dem Konditorprodukt wie dem Hausgemachten nicht nach. Kinder, die ja bekanntlich pbantasievoller und nicht so blasiert sind wie wir Erwachsene, behaupten sogar— die Kleineren klopfen sich dabei aus die Magengegend—, daß es nach Vanille und Schokolade schmecke. Eis! Dem Ausruf des Entzückens ist ein Schluß=,s“ als kleines Warnungssignal angehängt, das bei aller Begeisterung nicht übersehen werden dari. Rote Fähnchen zeigten im Winter die gefahrvollen Stellen der Eisbahn an, die man meiden mußte. Wer sie übersah, krachte in den naßkalten Schlund und gefährdete sich Leib und Leben. Auch die heißen Tage haden Warnungssignale gesteckt. Ihre roten Fädnchen mahnen: ib nicht erbitzt, is nicht bastig! Eis! Mein Gedankensviel hat Durst erregt. In meinen Odren ist ein Gebimmel von Eiswagen. Meine Zunge lechzt nach der Materie... Wär ich ein Kind, spräng ich nit einem Zehner los, # Seelenschmerzen Aus der Mappe einer Dentistin Von Thea Sutorie. Heitere und ernse Stunden.— Der Mann mit den zwei Freundinnen.—„War meine Braut hier?"— Das Gebitz der Seligen.—„Vornehme“ Patientinnen. Wenn ich so zurückdenke—— wie manche frobe, beitere Stunde habe ich mit meinen Patienten verlebt— wie manches ernste Erlebnis ausgeglichen.— EinDie Anfänge des Münz= und Bankwesens produkte, die sich den Winter üdei im Körver angesammelt daben, werden durch gründliches Schwitzen auf die einfachste Weise ausgeschieben. Wer sich jedenfalls Licht und Luft auch zu Bundesgenossen in seinen Urlaubswochen nimmt, der kann sicher sein, daß er die treuesten Helfer an der Hand hat. Von Paul Renovanz. mal behandelte ich zwei Schwestern, die sich beide denselden Mann verliebten, ohne dies voneinander in 1 Der Vater der Volkswirtschaft— Arisoteles über das Zinswesen— Die Lehre vom gerechten Breis— Scholastiker als Volkswirte— Das Zinsverbot deo Mittelalters. der Beurteilung der menschlichen Leistung änderung gen wissen. Nur mir schüttelten sie ihr Herz aus über den Die Gepflogenheit des Zinsnehmens war schon im Altertum verbreitet. Bereits Aristoteles konnte national„etbalten“. Mann. Die ältere Schwester war blond. feich und tüchtig, die jüngere schwarz, leidenschaftlich, aber naiv. Gegensätze krassester Art, was die Harmonie nicht beeinträchtige:„Les extremes se touchent!" Der „sabelhafte“. Mann liebte die Jüngere. Sein Dovvelviel blieb lange undemerkt, bis eines Tages die Jüngere einen Brief bei der Schwester sand. Wie eine kleine Wildkate kam sie schon vor meiner Sprechstunde zu mir, um mir ihr Leid zu klagen und„sich dann zu töten". Es wa- nicht leicht, diesen verwickelten Fall in Ordnung zu bringen— aber was kommt bei Kaffee und Kuchen in gemütlicher Plauderstunde nicht zurecht? Die Schwestern einigten sich, indem sie beide auf den Mann verzichteten, er in diesem Fall der Unglückliche wurde, Lenn er verlor beide Wie rasend kam eines Tages ein Herrn ins Sorechzimmer gestürzt:„War meine Braut gestern bei Ihnen?“ fragte er mich hastig Ich wies auf einen Stuhl, damit er sich erst setze. und erwiderte:„Vielleicht verraten Sie mir Ihren Namen und den Ihrer Braut““ worauf er mir eine krause Geschichte erzählte— er habe Verlobung seiern wollen, alle Gäste seien um 1 Uhr zum Essen erschienen, nur seine Braut sei echauffiert um 4 Uhr gekommen. Auf seine Vorbaltunger habe sie etwas von heitigen Zahnschmerzen„gefaselt" und ihm heute meine Adresse angegeben, wo sie wieder sein werde. Um sich von der„Unwahrheit“ zu überzeugen, sei er retzt da. Ich#fnete lächelnd die Tür, wo die gesuchte Braut schon leiner harrte. Zwei Glückliche=Tableau! Aber, was „Er“ doch nie erfuhr— weder von Ihr noch von mir— war, daß besagte Braut tags zuvor bleich und verzweilelt bei mir landete— ste war auf der Fahrt von Curhaven nach Hamburg seekrank geworden und hatte ihren Zahnersatz in den Fluten der Elde verschwinden leben. Zahnlos wagte sie sich nicht an das Haus der Schwiegereltern; so flüchtete sie sich weinend in mein Atelier— und ich— es war ein köstlicher Derbosonntag — ich zog über mein zartes Rennkleid den Zahnkittel und versertigte ein paar Perlenzähnchen, die die häßliche Lücke wieder ausfüllten. Tagelang datte ich mich auf das Rennen gefreut— aber hier ging es um ein Menschenglück— vier gluckliche Augen entschädigten mich dafür, daß der Derbusieger„Ariel“ ohne meine Anwesenheit durchs Ziel lief.— Ein keiner Junge im Matrosenanzug drebt die Mütze verlegen in der Hand:„Ich möchte drei Zähne gezogen haben, bitte". Ich nehme den Mundsviegel.„Ich sebe nur einen. Märchen, der raus muß— sonst ist alles in Ordnung.“ Märchen fing bitterlich an zu heulen.„Aber. Märchen, das tut gar nicht weh— ich habe dir doch neulich schon ein Zäbnchen gezogen: da warst du lo artig und mutig!“ Märchen heult laut auf und sagt dann schluchzend:„Dch weiß, daß es schnell geht.— aber ich wollte so gern drei gezogen haben, weil ich hier dann drei Bonbons bekomme und von Mutter dreidig Pfennig"— Natürlich erhielt er einen Zahn gezogen, drei Bonbons und dreißig Pfennig von Muiti, die ich telephonisch orientierte.— Ein anderes Bild: der Portier eines größeren Hotels erscheint und stellt mir seine zweite Frau vor mit den Worten:„Machen Sie meiner Frau so schöne Goldzähne wie meiner verstorbenen Frau. Ja, wenn man alles so vorder wußte, dann hatte ich jetzt die Goldzöhne meiner ersten Frau gut für diesen Fall verwenden können. Ich dachte erst nach der Beerdigung daran, daß man die Goldbrücke hätte zurückbehsolten sollen" Noch ein delikater Fall: Die Wirtschafterin eines alten Herrn kommt zu mir; sie tut sehr gebeimnisvoll:„Ich habe dies Gebitz geerbt— aber es paßt mir nicht, so viel ich es auch versucht habe, könnten Sie es mir mal einsetzen Ein elecanter doer erscheint— bestellt eine großArbeit 1a. Material— Preis Nedensache. Als ich um eine gröbere Anzahlung bitte, wird er kleinlaut und sagt, er zahle nach Feetigstellung per Scheck. aber er werde den Hoselhoy— er nannte ein Hotel ersten Rauoes— sofort mit einer Ansahlung senden. Natürlich kall der Bote heute noch kommen. Ich fina die Arbeit nicht an. avor eine Kollegin fiel auf den Schwindel rein — ihr imponierte die große Bestelbung— sie sandte die Goldarbeit ms Hotel, wo sie dem Boten abgenommen wurde, der dann vergeblich auf die Ruckkehr des Gauners wartete, der nur„Geld holen“ ging... ötonomisch denken. Neben ihm wird auch Tenophon genannt. Seine kleine Schrift„Oekonomikos“ gibt eine ellgemeine Anleitung zur privaten Wirtschaftslehre. Eine Anzahl römischer literarischer Arbeiten haber.—#i. römischer literarischer Arbeiten haben den Titel De re rustica", beschäftigten sich also vorwiegend mit landwirtschaftlichen Fragen. Solche der Volkswirtschaft finden sich bei Platon nicht, dagegen darf er als frühester Vertreter des sozialistischen Gemeinschaftswesens gelten Der platonische Kommunismus verlangt, daß das Interesse der Staatsleiter ungeteilt dem Staate gehören solle. Es ist selbstverständlich, daß der Sozialismus des Platon in höberem. ethischerem Sinne gewertet werden muß. als der unserer Zeit. Als Vater der Volkswirtschaft ist also Aristoteles— wenn auch in degrenztem Sinne— zu bezeichnen. In zwei Schriften, in der„Politik“ und in der„Etbil". berührt der Philosovb die Fragen der ökonomischen Soziologie. Besonders bekannt geworden ist sein Werk:„Ueber die Würdigung der Gründe der Sklaverei“. Von den eigentlichen hier interessierenden tbeoretischen Fragen sind es der Tauschwert und die Zinsen gewesen, mit denen sich Aristoteles besaßt hat. Ueber 2000 Jahrtausende hat er das okonomische Denken beherricht Der Gelehrte der Antike verkündet, daß es für den Tauschverkehr kein einheitliches Maß geben dürfe. Der Wert der Güter sei nicht unmittelbar vergleichbar. Am Geld. dem dritten Gegenstand. müßten sie gemessen werden. Die Münze sei ihr gemeinsamer Nenner.(Ursprünglich wurde das Geld eewogen, später versah man es mit einem staatlichen 1 gezeichen.) Nach Aristoteles ist G.maorung von Darlehen unter Erhebung von Zinz zu ver erfen. Aristoteles betrachtete Zins als ungerechtfertigten Uebervorteilungsgewinn. Solange die Stufe der sog. geschlossenen Hauswirtschaft nicht überwunden war. stand das öffentliche Wirtschaftoleben unter dem Zeichen des konsumotiven. weniger unter dem des produktiven Zuschnitts. Die Naturalwirtschaft also drückte der Zeit den Stemvel auf. Nur ganz allmäblich war das Wirtschaftsleben Griechenlands über die Stadtwirtschaft hinausgedieben. Die moralische Verurteilung des Zinsnehmens durch Aristoteles hat praktisch keine Bedeutung erlangt. Strenge Fesseln sind dem Wirtschaftsleben dadurch jedentalls nicht angelegt worden. Niemand. der Zins nahm. wurde beraft: nicht einmal öfsentlicher Verachtung fiel er anbeim. Im Gegenteil: man erkannte den Wert der Geldwirtschaft. und in der behördlichen Festietzung einer Zinstate sehen wir die frühesten Anfänge unseres heutigen Bantwesens. Im Mittelalter herrschte wiederum eine zinsseindliche Anschauung vor. die sich stützte auf die von Aristoteles niedergelegte Auffassung. Die Lehre vom„iustum pretium", vom gerechten Preis also. wurde hauptsächlich von Männern der Wissenschaft versochten. Ihre Höhe und Wirksamkeit aber hat sie in erster Linie den Mönchen zu verdanken. Dem artstoteleischen Standpunkt der moral=philosopbhischen Behandlung des Problems näherten sich die Scholastiker, die lange nach einem System suchten, das die Preisbildung in Zukunft gerechter gestalten sollte. In war seit dem um eine sundamentale Veranderung vor sich geganDie Handarbeit war schon von Aristoteles als „banausisch“ abgelehnt worden. Kommensuradle Größen zwischen Arbeit und Arbeit standen früber so gut wie gar nicht zur Verfügung. Erst die Ausbreitung des Christentums schuf da von Grund auf Wandel. Jede Arheit war nach der neuen Lehre ihres Lodnes wert. Ob sich nun um einen städtischen Arbeiter oder um einen lte— ein jeder von ihnen schuf Werte. entsprechend dem Aufwand an Arbeit erzt. Der Scholastiker Albertus Magnus(1193 bis 1290) hat einen Kommentar zur„Etbhik“ des Aristoteles versaßt und sich speziell mit der Lohn= und Preisfrage es Bauernknecht handelte— Die Preise wurden entsor seitgesetzt. Der Scholastik beschäftigt. Die Lebte vom„Gerechten Preis“ wird auch vorgetragen von Thomas von Aquin(1224—1279), einem Schuler des Albertus Magnus. und erfreut sich heute noch grohen Ansehens bei der katholischen Rirche. Die Lücken im„justum pretium“ verraten sich in der mangelnden erkenntnistheoretischen Erbärtung des behandelten Problems. Der Faktor der Gestebungskosten eines Gegenstandes beiwvielsweise sand unzulängliche Beachtung. Diese mangelnde Intensität hängt freilich zusammen mit der Wirtschaftsversassung nach der die Scholastiker ihre Lehre geschrieben haben. Die von den Jünften aufgestellten Grundregeln hatten nämlich zur Folge daß allen Innungsgliedern bezüglich der Gesellen. des Materials. Lohns usw. die Innehaltung einer bestimmten Form aufgegeben ward. Am selben Ort und zur bestimmten Zeit hatten die Produzenten ihre Waren zum Verkauf zu bringen. Der Aufwand an Material und Kosten sowie Arbeit galt demnach innerhalb der städtischen Gewerbe unterschiedslos. Individuelle Beurteilung gab es nicht. Das spartanische Prinziv in Platons„Jdealstaat“ (gemeinsame Mahlzeit u. ä.) taucht, wenn auch in anderer Gestalt. dier unverkennbar auf Fortan schalteten die Städte möglichst jeden Zwischenhandel aus und sorgten dafür, daß der Bürger. den Verhältnissen entsprechend sein genügendes Auskommen fand. Thomas v. Aquin versteht unter„genügendem“ Auskommen. daß jedermann seinem Stande gemäß auftreten und leben solle, ohne dem Tadel des ungemessenen Erwerbstriebs oder verächtlicher Habsucht zu verjallen. Die Lehre vom„Gerechten Preis“ hat sich behauptet und ist erst im beginnenden 18. Jahrbundert erloschen Der Kirche des Mittelalters ist es Schritt für Schritt gelungen, das Zinsverbot wieder in die Gesetzgebung einzubeziehen. Freilich gab es auch damals schon Hintertüren. und das Verbot erstreckte sich überdies nur auf die christliche Bevölkerung. Hinzu kam, daß einzelne Geschäfte, die beute zweifellos unter den Begriff: Wechselstube oder Bank fallen wurden, damals als Darlebnshandel nicht betrachtet wurden. Diese„Firmen“ lieben aus. vermittelten den An= und Verkauf von Rentenbriesen. und das Wirtschaftsleben konnte sich immerbin einer gewissen Freizügigkeit erfreuen. Aristoteles hat sein insverdammungsurteil unwidersprochen ohne tiefergehende Begründung in die Welt geschleudert. Jetzt erst entstand eine publizistische Bewegung über das Thema „Leibzinsen". Die Führer dieser Ooposition wider den roßen griechischen Denker aber waren in erster Linie Es ist überhaupt gans eigentümlich, daß gera### die allereinfachsten dogienischen Gesetze durch eine Fülle unvernünftigster Varianten ins glatte Gegenteil verkehrt worden sind. Hierber gebören auch die böswilligen Verdächtigungen der Nachtluft und der Zugluft. Ein kräftiger Luftstob ist nicht Unsegen, sondern Wobltat. Zugluft ist lediglich in der sogenannten schleichenden, trägen Form schädlich, da in diesem Falle nicht eine woblige Anregung der Hauotblutgefäße stattfindet, sondern wegen sehlenden Hautreizes das reichlich unangenehme und ebenso schädliche Gefühl des Frostelns auftritt. Wer zu Hause seine Erbolungskur machen muß, der sollte während der milderen Monate erst recht nicht bei geschlossenen Fenstern schlafen. Die Mißstimmung und verdrießliche Laune nach dem Erwachen, die sich die meisten nicht zu erklären wissen, geben ausschließlich auf das Konto des Muhmenmärchens von der Gefährlichkeit der Nachtlust. Ganz empfindliche Personen werden aber gut tun, für die erste Zeit entweder nur die Oberflügel des Fensters zu öffnen oder den Hauptflügel nur etwa bis zur Hälfte offenstehen zu lassen. Ausgedehnte Svaziergänge mit leichten gomnastischen Uebungen im Freien müssen während des Urlaubs eine tägliche Selbstverständlichkeit sein. Allzu reichlicher Fleischgenuß ist zu vermeiden und auch der Genuß von Alkoholikas darf sich stets nur in den vernünftigsten Grenzen halten. Darüber hinaus vergesse man auch nicht, daß die Kleidung mit von großer Bedeutung für das Wohlbesinden ist. Sie muß luftdurchlässig sein und darf niemals zu beengender Behinderung führen. Die„Kurgäste dabeim“ brauchen die böbere Klasse der Aurgäste, die in den Bädern Erholung suchen können. vom grundsatzlichen hygienischen Standpunkte aus nicht zu beneiden. Eine Kur. im alten, gewohnten Bereiche der Heimat mit Verstand und Klugheit durchgeführt, kann unter Umstanden erbeblich mehr einbringen, als der mehrwochentliche Aufenthalt in einem Badeort, wenn er, wie das so bäusig geschiebt, doch nicht vernunftmäßig genützt wird. K. S großen Theolo und tat, ekam später, aus anderem hieß Johann Calvin in eiser Pinte ogen und Juristen. Und einer, der sich in der Wucht seistigen Klarheit seines Angriffs besonders dervor Gebiet. zu Weltruf. Er nierlich und fast wohlerzogener als Menschen benahmen sie sich. Auch ein Kaiserdackel zählte zu meinen Kunden. ein Leonberger, aus der Zucht der Königin von Württemberg, ein Teneriffapudel und legst not least die weiße Angorakatze einer Tanzerin. So verlebte ich abwechselungereiche Jahre, und der Schmerz wich in meinem Sprechzimmer dem Humor, der alle Nerven tötete!——— Die Kur zu Hause Auch Luxushunde zählten zu meinen Patienten. Ein reizender Pinscher ließ sich oft die Zädne reinigen. Dunge sch gewaschen war sein seidiges Fell, das eine blaue leite zerte; wie eine Diva saß er auf dem Stuhl. Hiche ließen sich die Mitchzähne zieden. MaDie arundsätzliche Frage, ob See oder Gebirge, ist entschieden. Was es in den nächsten wenigen Wochen bis zum Beginn der Reisezeit noch zu tun gibt, das ist in der Hauptsache die Ergänzung der Urlaubsaasrüstung nehst einer letzten Uebervrüfung der Brieftasche, damit die Aufwendungen für diese Ergänzung nicht zuviel vom eigentlichen Verfügungsfonds des Ferienaufenthaltes fortnehmen. Ungezählte andere aber werden sich leider wieder— wer weiß, zum wievielten Male— zum großen schmerzlichen Verzicht auf die Reise entschließen müssen, werden ihre„Kur“ zu Hause machen müssen. Sind die Wenigerbemittelten, die sich nicht alle Jahr= wenigstens für zwei Wochen in eine andere Umgebung verpflanzen können, an sich schon zu bedauern, so wird man sie doppelt bemitleiden müssen, wenn sie die Urlaubszeit, die nun einmal zu Hause oder in allernächster Nachdarschaft verlebt werden muß, nicht zu wirklichen„Ferien vom Ich“ gestalten können. Wer sich in den paar Wochen Freizeit, die ihm vergönnt sind, genau so wie sonst, recht sorgfältig die Mahnungen, die Steueramtsmitteilungen, die Briefe des Hausverwalters und die vielen anderen Zuschriften zu Gemüte führt und sich— ärgert, der wird niemals vom verdrießlichen, griesgrämigen Alltag loskommen Er wird von seinem Urlaub genau so wenig Gewinn haben wie derienige, der da vermeint, daß der Kräfteverschleiß durch ein möglichst hohes Plus an Rahrung und Trank wieder am raschesten auszugleichen sei. Selbst zu Hause kann man eine völlig ausreichende Kur durchführen, so ausreichend. daß man wieder als neuer Mensch zu seinen Berufspflichten zurückkehrt. Nur aber dann, wenn die kurze Freizeit zu einer völligen Loslösung von dem alten Schema, von den Alltagsgewohnbeiten und Alltagsunarten wird. Die erste Vorbedingung zu einer durchgreisenden Wiedererneuerung ist eine gründliche Luftkur. „Dove non viene iI sole, viene il medico“, sagt der Italiener. „Wo die Sonne nicht hinkommt, kommt der Arzt bin.“ Noch deutlicher spricht ein deutiches Sorichwort:„Der Leichenkutscher dat auf der Schattenseite einer Straße dreimal mehr zu tun als auf der Sonnenseite.“ Solange es dem Städter vielsach noch als eine Art Tradition gilt, die Wohnungen durch Rolladen und Vordangen zur Düsterkeit von Grabgewolben zu verdunkeln, solange ist die rechte Erkenntnis der Hygiene noch nicht durchgedrungen. Die Angst vor der Sonne ist beinahe zur Lichtseindschaft geworden, vor allem deshalb, weil man das Schwitzen für gesundheitsschädlich ansieht. Richtig ist jedoch genau das Gegenteil. Die giftigen StoffwechselVermischtes Edle Einsalt. Ein Bauer zog abends spät die Nachigloche zum Arzt. nach Nachdem er eingelassen worden war wurde er seinem Begehr gefragt. „Mein Weib, mein gutes Weib ist krank.“ begann er zu jammern. „Wo feblt es ihr denn?" Nun begann der Bauer zu erzählen. Sie habe scheinbar Fieber und der Leib tut ihr weh. Der Doktor überlegte. „Die Sache scheint schlimm zu neden. Ich mut mas Eute Frau doch einmal zu Haus anseben, und zwar sofort. Habt Ihr denn einen Wagen unten?" „Freilich. freilich.“ eiserte der Bauer Also fuhr man zwei Stunden Weges über Land zur Wohnung des Bauern „So.“ sagte der Arzt.„nun zeigt wir die Frau.“ Da ruft der Bauer zum Wagen hinauf: Komm herunter. Weid. der Doktor will dich seben Der Doktor staunt. „Habt Ihr denn Euer Weib im Wagen gehabt?“ „Freilich, ich wollt es Ihnen bequem machen. Und warum habt Ihr das nicht, gesagt?“ „Weil Sie doch sagten, derr Doktor Weib zu Hause sehen müssen...“ Se S — — Wochenende:„Du wirst seben, Arthur, daß Dich dieser schöne Tag für alle Anstrengungen der Woche entschädigen wird!" Eine Blüte des Von Helene Niesch. „Am 14. und 17. Juli 1989 wird auf der Fraueninsel am Chiemsee zum erstenmal das seierliche Triduum zum Fektag der„seligen“ Irmgard geseiert. Es war ein Sonnentag mitten im Winter, als aus Rom die Kunde eintraf, die Ritenkongregation habe am 18. Dezember 1928 durch feierliches Dekret, das an den Toren der römischen Basiliken angeschlagen wurde, den Kult der seligen Irmengard als kirchlichen Kult anerkannt„und damit die ehrwurdige Aebtissin der Benediktinerinnen=Abtei auf Frauenwörtd im Chiemsee faktisch satig gesprochen". So lautet die oberbirtliche Botschaft des KKardinal=Ersbischofes von München=Freising vom 2. Fedruar 1929 Ein eigenartiger Zauber umweht das Hochgrab, das die sterblichen Ueberreste Irmengrads umschließt. Wenn es ganz menschenleer ist in der Kirche, nachmittags, zur Zeit des Chorgebetes, dann scheint es. als spannten die leisen Stimmen, die wie aus weiter Ferne klingen, eine Brücke über die Jahrbunderte. Denn gans die gleichen Worte hat einst die Selige gesprochen: Benediciti omnia overa Domini Domino. Und es ist, als sänge sie frohlockend mit. Sie hatten gut gewählt, die frommen Sohne des bl. Benedikt, die sich, dank der Großmut des Bavernberzogs Tassilo, um die Mitte des 8. Jahrhunderts auf dem einsamen Eiland im Chiemsee niederließen. Fernab von dem Menschengetriebe lebten sie da dem Geiste ihres Stifters gemäß in stiller Beschaulichkeit und rangen dem Boden ab. was er zu bieten vermochte, Fastenspeise gab der See. Der war ih: Freund, ihr Schunwall gegen Ueberfälle, ihre Augenu de, der und der Bergkranz an einem Rande. Tausend Farbenwunder sprubten aus den Wogen auf. Am frühen Morgen scheint der See ernst und karg, er deckt seine Schape zu mit städlernem Schild Streift ihn aber der erste Strabl, dann blübt er auf, wie ein Lächeln duscht Perlmutterglanz über seine Gewässer. O ja, er besitzt Schatze! In goldenen Schalen fängt er das Sonnenlicht ein, wenn es durch Wolken dricht, Diamanten bliven auf kräuselnden Wellchen, und manchmal blendet er das Auge fast mit verschwenderischem Gleißen. Ein andermal hüllt er sich in dunkelblauen Atlas, oder er borgt vom Grun der Wälder und Wiesen und von dem lieben Himmelsazur. Da läßt sich's gut beten„benedicite omnia opera Domini Domino“. Und wenn Sturmgewalten die Insel umtosen, wenn Eisschollen sich türmen, dann flüchtet der bilflose Mensch doovelt innig zum Herrn über Leben und Tod und ruft Blitz und Ungewitter auf, ihn zu benedeien. Miunter kamen Besuche zu den Mönchen und lauschten idren Worten, und der Same der Frodbotschaft Christi flog über die Wellen hinweg und saßte Wurzel bei den beidnischen Karantanen im Rachbarstaat. Drüben, auf der lieblichen Fraueninsel, die sich gleich einer Wasserrose aus den Fluten erhebt, walteten indes gottgeweihte Frauen ihres heiligen Amtes. Vornehmes Blut! Keine geringere als ein karolingischer Königssprotz voran Irmengard, Tochter Ludwigs II., Urenkelin des großen Karl. Schon als zartes Jungfräulein am Königsbof tat sie er den anderen zuvor mit Werken der Frömmigkeit und verzichtete willig auf„viel Perlen und Edelsteine. Silber und Gold. Freuden und Ergötzungen“, um sich ganz Gott zu weihen. Willig beugte sie sich unter das Gesetz des Hl. Vaters Benedikt und strebte seinen großen Zielen zu, die Anbetung des Höchsten, der Heiligung der Seele in Demut und Gehorsam. Die Nonnen von Frauenwörth wählten die fromme alzetische Irmengrad zur Aebtissin, und daran taten sie gut, denn ihr Tugendbeisviel wirkte überzeugender als Worte.„Idre berde führte sie mit sich zum Lamme din und gab so dem Lamme noch mehr jungfräuliche Begleiterinnen“, rühmt die älteste Grabschrift ihr nach. In der Vollkraft des Lebens. mit 32 Jahren, ging Irmgard am 16. Juli 866 ein in die Glorie der Ewigkeit. Wohl ihr, daß sie die furchtbaren Tage nicht sad, die vierzig Jahre sväter über ihre Wahlheimat bereinbrachen, als die Hunnen ins Land kamen. Wie eine Wetterwolke stürmten sie verdeerend durch den Chiemgau. nichts gab Schutz vor den wilden, schlitzäugigen Scharen, nicht einmal der See. Wede den Nonnen, wede! Die Mönche konnten ihnen keinen Schutz bieten, sie vermochten sich der Feinde selbst nicht zu erwehren. Eines Tages loderten alübrote Flammen, und dann herrschte auf den Inseln der bleiche Tod unter Trümmern. Seltsam! Eins blieb wie durch ein Wunder erhalten trotz Brand und Verwüstung: das Grab Irmengards. Und es wurde die Keimzelle zu neuem klösterlichem Leben. Die stille Schläferin schien es nicht zu ertragen, daß Gottes Lob verstummt war auf Frauenwörth. Um 924 erklang es dort wiederum, während Herrenchiemsee sich nie mehr erholte. Einen wunderschönen Namen trug die erste Vorsteherin der neuen Klosterfamikie: Engillind. Besaß sie eine so weiche, gütige Hand wie ihre große Vorgängerin, unter deren Regiment es keinen Armen gab weit und breit? Nach mehr als einem Jahrbundert noch war die Erinnerung daran wach, und die Erinnerung wob ihr eine Aureole. Zumal als Aebtissin Juta bezeugte, Irmengard gesehen zu haben. Eine Bleitasel, um 1004 gesertigt, kündet es staunend und preist Irmengard als„überaus heilige Jungfrau“. Auf und ab wogten die Wellen, wogten die Geschickte Frauenwörths, Zeiten der Blüte brachen an, Zeiten des Verfalls folgten. Die Reformation ging nicht spurlos vorüber an dem weltabgeschiedenen Eiland, dann wieder setzte idealer Aufschwung ein. Eine herrliche Frau muß die Aebtissin Magdalena Heidenbucher gewesen sein. „Bet', Kindle, bet, jetzt und kommt der Schwed“, klang es angstvoll durchs Land. Von allen Richtungen der fluchteten Klosterfrauen nach Frauenwörth. und voll Gute und Gottvertrauen nahm die Aebtissin sie auf, wenngleich ihre Mittel garnicht mehr ausreichten und Schulden sich häusten auf ihren Besitz. Was verschlug's. wenn nur die Bedrängten gerettet wurden! Und das hatten sie nicht vergeblich gehofft: kein Schwede betrat die Insel. Unter der Regierung dieser edlen Aebtissin erhielt Irmengard ein neues Grab. Mit ehrfürchtiger Feierlichkeit öffnete man ihren Sarg und fand„das selige gebain erst derab gelest und geschölt wer worden". Reste eines härenen Kleides umhüllten den Körver— das war das Prunkegewand der Königstochter, die in getreuer Nachfolge des Gekreuzigten Leiden als ihr Anteil wählte. Sie muß eine Heilige gewesen sein! In Liede glaubten es ihre Nachfolgerinnen, vertrauend nabte ihr das Volk, und ne lohnte es mit wirksamer Fürbitte. Wie gerne half sie einst in ihren Erdentagen, wenn sie nicht helfen dürfte, könnte sie vielleicht gar nicht einmal vollkommen selig sein drüben. Gebete und Berichte von Gebetserhörungen winden einen schimmernden Kranz um ihr Bild seit Jahrbunderten schon. Weiter wanderten die Zeiten. die Schichale. Manchmal sah Frauenwörth seltsame Gäste, Fremde in dieser friedevollen Gottesau, vornehme Damen, zu ihrer moralischen Besserung hierhergesandt. Herrische Hände vochten am 22. März 1803 an der Pforte, gestrenge Beamte forderten Einlaß und verfugten Aufbebung der Abtei. Schwer traf die Nonnen der Schlaa, die Inselbewobner kaum minder hart. Kleine Leute waren sie, Gewerbetreibende im Dienste des Klosters. von ihm ding auch ihre Existenz ab. Sie sahen es ein, die hohen Herren, als der Klosterrichter ihnen das vorstellte, allein die Säkularisation blieb nun einmal beschlossene Sache. Volle 35 Jahre verstrichen, bis Frauenwörtd von neuem den Töchtern des bl. Benedikt und ihren Zöglingen Heimat bot, dank der Güte Ludwigs 1. Auf Herrenchiemsee aber ehront ein schweigendes Schlot, ein Königstraum Ludwigs II, ein Abbild des Versailler Baues und seiner Spiegelgalerie. Feendaft muß es sein, wenn die unzähligen Nerzen der Kronleuchter und Kandelaber brennen und widerstrablen von den Wanden— ein Schauspiel, das sich nur sehr selten bietet. Aber die Farbenprächte des Sees, die so oft Künstlerhände nachschaffen möchten, ohne ihre ganse Schönbeit einfangen zu können auf die Leinwand, die schenkr die liebe Sonne, wann immer sie kommt. Wer besonderes Glück hat erlebt ein Gewitter— ein Erlebnis, zu grandios, als das arme Worte es zu schildern vermöchten. Beethovens Aovastionata albt davon in etwa ein Bild in Tönen. Der Himmel tut sich auf bernach: in verschwenderischer Fülle strömt Abendgold dernieder, durch Goldflut steuert das Schiff, die Regenbogenfarden schimmern in seinem Kielwasser. D S work hobe vein auch verle rade liche stand Wer schra alles auf schei Wer Wer licht den 1 „Mi nung und Sch 3 Ebeg: grau habe (fall Spei sie 5 T die 1 Ob nicht mit! T mitt blotz Geiß aber auße Zeit, Orn: von unne perr schat G Mer Iche enta stel aber ober 9 die gebe im Lebe wen. 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Seitdem„Jugend“ zum Schlachtruf einer Zeit geworden ist, die die„schlanke Linie“ auf ihren Schild erhoben hat, seitdem ist das Altern gewissermaßen eine veinliche Angelegenheit. Viele verluchen durch kurzen Haar= und Rockschnitt auch Großmüttern noch die berühmte jugendliche Note zu verleihen, ein Bemüben, das in den meisten Fällen gerade das Gegenteil des Erstrebten erzielt. Statt wirklicher Jugend kommt nur ein trauriges Zerrbild zustande. Man kann eben nicht plötzlich vom natürlichen Werdegang fraulicher Reise ein so naturwidriges Zurückschrauben verlangen. Das muß sich rächen. Kürzlich din ich der Mode begegnet.„Schlanksein ist alles!“ meinte sie mit einem bezeichnenden Seitenblick auf meine„abweichende“ Linie.„Aber,“ versuchte ich bescheiden einzuwenden.„es gibt doch noch innerliche Werte!" Da lachte= Frau Mode spöttisch:„Innerliche Werte—— als ob heute noch jemand Zeit für„Innerlichkeit" besäße! Heute gilt nur die äußere Form— um den Inhalt kümmert sich keiner!" Und so geht man über Frauen reiseren Alters, den „Mittelalterlichen“, mit einem Achselzucken zur Tagesordnung über. Auf dieser Tagesordnung aber steht: Jugend und nochmal Jugend. Schlankwerden, Schlanksein und Schlankbleiben! Irgendwie erinnern diese armen Mittelalterlichen an Gegenstände, die im Dienst des Haushalts sozusagen„ergraut“ sind und den frischen Glanz der Jugend eingebüßt haben. Man verbannt sie etwa ins Fremdenzimmer (falls man eines besitzt) oder wirft sie gar auf den Speicher zum alten Gerümpel. Man rangiert sie aus— sie kommen aufs tote Geleise. Der Geist der Zeit beschäftigt sich eben nur mit denen, die dem Zeitgeist buldigen, ihm dienen, sich ihm anpassen. Ob diese Anvassung sie nun zur Karikatur macht oder nicht, darauf kommt es ihnen nicht an, sie machen einfach mit! Der kluge Mensch aber(und gerade bei den Frauen mittlerer Jahre begegnet man ihm sehr oft) will nicht blotz Mitläuser einer Zeit sein, er will sie mit seinem Geißte durchdringen, sie umformen, sich aneignen. Es geht aber nicht, daß wir uns Dinge anzueignen versuchen, die außerhalb unserer eigenen Wesensart liegen. Und unsere Zeit, so vielgestaltig sie sich auch gebärdet, ist doch im Grunde genommen von großer Einseitigkeit Man kann von einer reisen Frau nicht gut verlangen, daß sie auf unnatürliche Weise ihr Körvergewicht nun auf einmal verringert, um dadurch, daß sie„abnimmt“ in der Wertschavung ihrer lieben Mitmenschen„zuzunehmen!“ Es geht auch nicht, daß der Ideenkreis eines reisen Menschen sich nur um den Mittelpunkt des äußerlichen Ichs dreht. Welcher geistigen Verödung geht ein Volk entgegen. in dem nicht starke, fraulich eingestellte, geistige Kräfte regsam bleiben. Das sind aber meist solche Frauen, denen nicht nur Mensendiecken oberster Lebensgrundsatz ist! Mehr denn je brauchen wir heute seelische Vertiefung, die aber erst eine gewisse Lebensreife dem Menschen zu geben vermag. Wir brauchen Menschen, die nicht nur im Vorwärtsstürmen, Rennen, Hasten und Jagen ihre Lebensaufgabe erblicken. Auch jene anderen sind notwendig für unser Dasein, die von der mübsam erkämpften Höbe ibrer Weltanschauung, still betrachtend den verstehenden Blick rückwärts wenden. Es sind jene Frauen, die das Leben, ihr Leben, etwas gelehrt hat und die nun Lebensweisheit koltbar macht, wie etwa das Alter den Wein! Gewit, auch sie brauchen nicht achselzuckend der Mode den Rücken zu kehren, aber sie sollen diese Mode mit brem Geiste durchtränken, sie sich anpassen, anstatt sich ihr ansupassen! Nur so werden wir uns Frauen bewahren, die zwar nicht die allerletzte weibliche Linie verkörvern, sondern deren Körverlichkeit hinter der Gesamttiefe ihres reisen Frauentums als unwesentlich zurücktritt. Wie eine Frau ihr Weibtum zu vertiefen vermag. darauf kommt es an und nicht auf zehn Zentimeter weniger Hüftumfang! J. Adams=Köln. Die Königin Henriette Sonntags Schicksal Die Geschichte der Sontag=Evoche mit allen ihren wunderbaren, heiteren und sehr ernsthaften Zwischenfällen muß noch immer geschrieben werden. Unsere Urgroßeltern kannten ein Sontag=Fieber. von dem wir uns heute in einer amerikanisierten Zeit keine Vorstellung mehr machen können. Henriette Sontag entstammt einer alten Theaterfamilie. Sie wurde am 3. Juni 1906 zu Koblenz. wo ihre Eltern gerade am dortigen Theater wirkten, geboren. Am Konservatorium in Prag erhielt sie ihre musikalische Ausbildung. Schon mit 15 Jahren debutierte sie dort als Prinzessin in der Oper:„Johann von Paris“ mit großem Erfolge. Hierauf ging sie mit ihrer Mutter nach Wien an die Italienische Over, ward 1824 an das neue Königstädtische Theater in Berlin engagiert und bald darauf zur königlich preußischen Hof= und Kammersängerin ernannt. Zwei Jahre sväter trat sie ihre erste Reise nach Paris an, wo man sie mit einem ungeheuren Entbusiasmus empfing und für ein zweijähriges Engagement verpflichtete. Nachdem sie sich insgeheim 1827 mit dem Grafen Rossi, dem damaligen sardinischen Geschäftsträger im Haag verheiratet hatte, trat sie nur noch als Konzertsängerin auf, besuchte als solche Petersburg und Moskau und kehrte dann über Hamburg nach den Niederlanden zurück, wo bald darauf ihre Heirat öffentlich bekannt gegeben wurde. Leider aber löste der sardinische Hof viele Gesandtschaftsstellen auf. Auch der von ihr über alles geliebte Mann wurde davon betroffen. Hierdurch blieb ihr nichts anderes übrig, als wieder zur Bühne zurückzukehren. Sie war damals 43 Jahre, als sie diesen Entschluß im Interesse der Erziehung ihrer Kinder fassen mußte. Aber wenn man sich auch erst in der Mitte des neunzehnten Jahrbunderts befand, der Dollar lockte schon; als die reizende 43jährige Exzellenz beschloß, durch ein vaar Jahre Amerika ihre erschütterten Finanzen wieder aufzubessern So dampfte sie hinüber nach Amerika. Ihr Mann begleitete sie auf der letzten Reise. Es wurde nämlich eine Reise der höchsten Triumphe, aber auch eine in— den Tod! Auch drüben in Neuyork waren ihre Salons gesucht, man hatte ihr einen Wagen mit eigenem Wapven gebaut, ihr Bild in allen Omnibussen, sie bekam nach ihrem ersten Konzert ein Ständchen von 1500 Personen, mit einem Worte, überall wurde die schöne Sängerin vergöttert. Sie selbst zwar bleibt bei allen diesen Verehrungen nüchtern und borcht nur auf das Klingen der Dollars, die sie ja allein nach der neuen Welt gelockt. Denn eine besondere Zuneigung zu dem Erdteil hat sie nicht:„—— Dann im Herbst nach dem Süden und der Havanna. New Orleans usw., bis ich ins geliebte Vaterland zurückkehren kann. worauf wir uns alle tutti quanti freuen, denn um keinen Preis möchte ich länger bleiben, als ich Geld verdienen kann!“ Sie meint auch, daß die Amerikaner ein rodes materielles Volk wären, ein Volk ohne Poesie, ohne Freundschaft, ohne Liebe.... des Gesanges Dann fährt sie in das Ende ihres Lebens nach Mexiko hinein. Dort wird ihr alles bunt und erotisch. Der blühende Frühling, weite Stromfahrten, an endlosen Plantagen vorbei. Sie selbst auf schwimmenden Palästen. Jetzt beginnt in ihr etwas vorzuahnen: sie findet in New Orleans bei 25 Grad Hitze eine so merkwürdig vervestete Luft. Aber die prächtige Landschaft stellt wieder alle Befürchtungen für ihre Gesundheit zurück. Sie fährt bei gutem Wetter nach Veracruz hinüber und sieht dort wieder ihre alten Triumphe noch einmal aufrauschen. „Man kam mir auf der letzten Station mit acht Wagen entgegen und bewillkommnete mich mit Hurra und Champagner. Die Stadt spricht von nichts, als von mir. Denn die armen Leute haben in ihrem schönen Lande wenig Stoff und die Klatschschnauzen der Theateraffären sind hier zu Hause. Alles Volk raucht auf den Straßen. Frauen aus dem Volke mit Zigarren, und Kinder von drei Jahren dampfen schon wacker drauf los. Im Theater in den Zwischenvausen geben die eleganten Frauen in ihren Salon, den eine jede Loge hat, und rauchen ihre Paquittas Dabei ist das Klima der empfangsfreudigen Diva angenehm, nie zu kalt, noch zu warm, keine Moskitos, keine Fliegen und dabei 7468 Fuß über dem Meere. Aber das Unglück schreitet schnell! Während in Deutschland noch die Zeitungen voll ihrer Erfolge sind, ist sie längst in St. Augustin der Cholera erlegen. Sie starb an demselben gelben Fieber, das ihre große Rivalin. die Catalini, einige Jahre früher dahingerafft hatte. Die italienische Aristokratie konnte es ihr noch im Tode nicht verzeihen. daß sie als Deutsche niederer Abkunft in eine der vornehmsten Adelsfamilien Italiens hineingeheiratet hatte, und sprengte das insame, ganz unbegründete Gerücht aus, sie sei von ihrem Manne vergiftet worden. Der Leichnam der Toten wurde unter vielen Schwierigkeiten nach Deutschland gebracht und später im Kloster Marienthal in der Niederlausitz, dem Henriettes jüngere Schwester als Nonne angehörte, beigesetzt. „Der Vorhang über das irdische Leben unseres Engels ist gefallen!“ schrieb der im innersten Mark getroffene Gatte am 1. August 1856 an den Großherzog von Strelitz. nachdem er den von dem fürstlichen Gönner gestifteten metallenen Lorbeerkranz mit Widmung auf dem Sarge befestigt hatte. Seltsame Resultate zeitigte noch eine teilweise Versteigerung ihres Nachlasses in Berlin. Es kamen 1700 Stück Porzellanschalen mit massiver Vergoldung, 13 silberne Kaffeeservice, 28 ebensolche aus Porzellan, 7 Damenuhren mit und 31 ohne Brillanten, 1 Halsschmuck mit Edelsteinen, 18 von massivem Golde, 2200 Dtzd. Pariser Damenhandschuhe, 24000 Ellen Batistleinewand, 1180 Körbe Champagner. 540 kleine Schmucksachen aus Gold und— 77 Porträts von ihr selbst unter den HamWie die Alten sungen... (Nachdruck verboten.) Ueberall in der Natur erfüllt sich das Wort:„Wie die Alten sungen, zwitschern die Jungen". Sehen wir die Vögel an, die draußen in Busch und Wald um die Wette musizieren! Fräulein Amsel und der unmündige Herr Fink zwitschern ihre Weisen den Menschen zur Lust und dem Schöpfer des Alls zu Lob und Ehre, wie sie es von den Eltern gelernt haben. In jeder Tiergattung erben sich die Eigenschaften und Talente der Eltern fort. Und wie in dem großen Tempel der Natur ist es auch bei den Menschen, im Tempel der engen Häuslichkeit. Die Kinder folgen den Ektern auf ihren Wegen und leben nach dem Vorbild. das diese ihnen gegeben. Wo eine Mutter ihre Kinder mit sorgender Liebe umgibt, da wird auch das kleine Mädchen mit seinen Puppen nicht minder liebevoll besongt umgeben. Und ist ein Vater seinem Jungen ein allesverstehender Freund und ein Vorbild treuer Pflichterfüllung, dann wird auch der Junge danach trachten, gleich dem Vater ein tüchtiger Mensch sorgender Haushalter, guter Ehegatte und vorbildlicher Staatsbürger zu werden. Kinder sind seinfühlig und hellhörig, sind schärferBeobachter, als viele Eltern ahnen und glauben. Sie nehmen mit ihrer seinempfindenden Seele alle die kleinen und großen Liebesdienste, nehmen die Opferbereitschaft der Eltern in sich auf, nehmen das Gute als einen unvergänglichen Schatz ins Leben hinaus, der reiche Zinsen trägt. Kinder, denen die Eltern in jeder Hinsicht gutes Vorbild gegeben haben, werden in der Regel wertvolle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft, und die guren Eigenschaften, die in sie bineingelegt und aufgegangen sind, pflanzen sich auf ihre Nachkommen fort In gleicher Weise gehen aber auch die schlechten Beispiele der Eltern den Kindern in Fleisch und Blut über: der in ihren Herzen keimende Same des Verderbens wuchert mit ihrem äußeren Wachstum so üppig, wie das Unkraut auf dem Felde. Es gäbe bestimmt nicht so viele „verdorbene“, Kinder, wenn den werdenden Menschlein in jedem Elternhause nur gute Beisviele gegeben würden. Ob im Guten oder Schlechten— immer und überall wird das Wort Wahrheit:„Wie die Alten sungen...“ Hildegard Brünner. mer Hans Windisch Auch eine Freiheitskämpferin Vor hundert Jahren schrieben ameritanische Zeitungen von einer Schriftstellerin, die zu ihrer Zeit in Amerila für die Befreiung der Sklaven eintrat. Drüben war der Sklavenhandel noch durchaus üblich und erlaubt, wenn man einzelne Staaten im Norden aus nimmt. Die geistvolle Frau. Miß Wright, beschränkte sich aber bei ihren Angriffen nicht auf die Theorie, sondern warf sich ovfermutig in die Bresche. Ihre Mittel erlaubten es ihr, auch Sklaven selbst loszukaufen und sie über die Grenzen zu bringen, wo ihnen die Freiheit sicher war. Sie sorgte auch dafür, daß die Befreiten ein Handwerk erlernten, so daß ne nicht mehr in die Gefahr neuer Versklavung geraten konnten. Waren sie soweit ausgebildet, so mußten sie nach der Stadt Memphis übersiedeln, die Miß Wriaht eigens am Mississivvi begründet hatte. Auf diese Weise wurde die tarkräftige Frau eine der wertvollsten Mitkämpferinnen im Dienste der Menschenliebe. Erst im Jahre 1865 wurde die Sklaverei in den Vereinigten Staaten aufgehoben, Brasilien behielt sie sogar bis zum Jahre 1888 bei. Kinderkleidung für die Ferien Kinderkleidung soll in den Ferien möglichst oraktisch beschaffen und dabei dennoch von gefälligem Aussehen sein. Die Kleidung des kleinen Knaben macht wenig Kovfzerbrechen. In der wird ein waschbarer Sommeranzug und ein wollener Stoffanzug, den man im Sommer lieber mit kurzer Hose wählt, mitgenommen werden. Wo es sich um ganz kleine Knaben bandelt, tritt an Stelle des letzteren Pullover— es kann natürlich auch sein—. wie man sie heute preiswert und dabei in den schönsten Ausführungen zu kaufen bekommt. Ein solches Kleidungsstück wird um so beslere Dienste leisten, in je unempfindlicheren Farben man es anschafft. Dunkelrot, dunkelrot mit dunkelblau oder umgekehrt, oder taubengrau sind praktische Farben, die den Schmutz nicht so leicht annehmen und daher längere Zeit hindurch getragen werden können. Für ein kleines Mädchen kann die Sommergarderobe etwas reichlicher beschaffen sein. Sie kostet auch nicht so viel wie die Kleidung für Knaben, die verhältnismäßig gar nicht so billig ist. Die Mädchenkleider, die wir in unserer Abbildung zeigen, sind vielfach Hangerchen, die in einen Sattel gesetzt sind. Diese Verarbeitung ist ganz besonders empfehlenswert, weil sich solche Kleidchen selbst aus ganz kleinen und unansehnlichen Resten verfertigen lassen, ganz besonders dann, wenn sie wie es die gesundheitliche Mode des Jahres verlangt, ärmellos sind Wird ein derartiges Hängerchen mit einem Lackgürtel und einem weißen Krägelchen verziert, so wirkt es nett, ja sogar elegant. Es ist praktisch, auf die Reise zwei oder drei auswechselbate und abknövfdare Krägelchen mitzunehmen; dadurch nämlich kann das Kleidchen im Augenblich„auf Neu" bergerichtet werden. Sehr praktisch sind überdies alle krevpartigen Stoffe, wie man sie jetzt schon in Kunstseide mit Wolle oder in Baumwolle zu kaufen bekommt Diese Stoffarten brauchen niemals geplättet zu werden. Die fürsorgliche Mutter nimmt ein grohes Stück Seise oder Seisenslocken mit, ziebt ihrer kleinen Tochter frisch und sauber überziehen Fiaur 4 Fiaur 1 Riaur 2 Fiaur 3 Sein Kind hübsch und praktisch zu kleiden ist ja weniger eine Angelegenheit des Geldbeutels als der Geschicklichkeit und des Geschmackes. Und auf diese beiden kommt es in erster Linie an. Fiaue 5 Fiaur 6 Fiaur 7 Fiaur 8 Fiaur 9 Fiaur 10 Fiaur 11 Fiaur 12 Die avgebildeten Modelle. 1. Kleid für Mädchen von 12 bis 14 Jahren. Aus n WReichsteff ist hieies Glein Für kühlere Tage wird ein eventuell selbst gefertigtes Strickkleidchen gute Dienste tun. Auch hier ist es angezeigt, es irgendwie, sei es durch Knopfe. es durch Krägelchen ohne Gürtel zu verzieren, da es aund iun Ainaerdalt Wirt, Aleim Modden Lur pizasarchget 8e5, Vdet Phesktelt K.)ste, A1c. eie. dis dretzehn Jahren jeden Im Mantei am„sten u.„. t1gt. Das Rockchen wird in der vorderen Mitte in größere und war haldwüchsige Mädchen aber können schmale Bugelfalten gelegt. Mittels einfacher Naht eines jener sportlichen Kostüme, wie wir sie hier zeigen, wird dasselbe mit der Bluse verbunden. Ein schmaler nämlich mit aufgesetzten Taschen oder mit Jackengürte! Lackgürtel deckt die Ansatznaht und gelegtem Rock tragen. 1 2. Kleid für Madchen von 6 bis 8 Jahren. An dieund bereviem.——.—ssem Kleid wird der gestreifte Stoff teils quer, teils der Die Koofbedeckung ist lo einsach wie nur mos Länge nach verarbeiter. Die in Falten auslausende lich. Die Baskenmütze, die leicht in die Tasche des Man= Passe sowie das in Zalten geordnete Rockchen zeigen den tels gesteckt werden kann, erfreut sich uneingeschränkter Querstreifen. Beide Teile werden dem Leibchen aufBeliebtheit, und nur das sportlich=jugendliche Bobbn= gesteppt Lave, das bo flott wirkt, int idrer Veliebbeit einigen„ Z. Mgaber### e#teie####### schlitzte Taschen. 4. Doppelreihig knövfender Leinenkittel für Madchen von 4 bis 6 Jahren. Ein Gurtel hält den Kittel zusammen.„— 5. Kleid für Mädchen von 12 bis 14 Jahren. Das Röckchen zeigt in der vorderen Mitte eine Quetschfalte mit gegenseitiger Falte. Durch eine schmale ausgesteppte Blende wird die gleiche Linie an der Bluse markiert. Lange eingesetzte Aermel. 6. Duftiges Sommerkleid für Mädchen von 11 bis 16 Jahren.„Diese Bluse mit rundem Halsausschnitt wird an den Schultern gezogen. Von hier läuft eine Biese unter dem Gürtel dis zum Rockchen und markiert eine doleroaxtige Teilung. Der Rockvorderbahn werden keilartige Teile ausgeschnitten und dier glockige. oben gezogene Teile zwischengesetzt 7. Aus marineblauem Cheviot oder einem hellen Wollstoff oder auch Leinen ist dieses Kostüm für Mädchen von 12 bis 14 Jahren. Die Rockvorderbahn is in eine Quetschfalte mit anschließender Falte geordnet. Die Jacke ist lose geschnitten, wird hinten durch einen Gürtel insammensebalten. 8. Kleid aus kariertem Waschstoff für Mädchen von 10 bis 12 Jahren. Der langen Bluse mit zwischengesetztem Latz aus gleichem Material wird der am oderen Rande gezogene Rock untergesteppt. Lange eingeletzte Blusenärmel. Im Taillenschluß wird das Kleid durch einen schmalen Gürtel zusammengehalten. 9. Kostüm für Mädchen von 14 bis 16 Jahren. Die Rockvorderbahn ist in Falten geordnet. Die Jacke hat wweireihigen Verschluß. 10. Hängerkleid für Mädchen von 4 bis 6 Jahren. aus kleinpunktiertem Wollstoff. Eine einfarbige Blende umzieht den eckigen Halsausschnitt, und den unteren Kleiderrand. Ein schmaler Lackgurtel hält das Kleidchen im Taillenschluß zusammen 11. Hängerkleidchen für 2 bis 4 Jahre. Einer vorn und hinten gebogenen Passe wird der oben gezogene Hängerteil untergenäht. Der Hänger ist ärmellos und hat runden Halsausschnitt 12 Russenkittel für Knaben für 2 bis 4 Jahre. Einer geraden Passe mit angeschnittenem turzem Aermel wird der Hängerteil untergestevot dessen Vorderteile übereinanderknopfen. ist auch diesmal wieder eine kolossal günstige Einkaufsgelegenheit der schönsten, modernsten Küchen zu enorm fabelhaft billigen Preisen Teo Wihrend dieser Zeit ∆0 IAbSonder Rabatt I4#Dg auf alle anderen Möbel einschließlich Herde Kiche„Lenl“ bestehend aus Bülett. Eimerschrank Tisch, Stühle. Handtuch halter 195. Küche„Irmaard“ gute Verarbeitung. nat. leck., best eus Büfett, Anrichte, Tisch. Stühle. Handtuchhalter 225. Kiche„Anni“ nat. lech, neuestes Modell. beat. aus: Bütett. Anrichte, Tisch, Stühle. 275. lüche„Christel“ schwere Vererbeitung best aus: Bütett. Anrichte. Tisch, Stühle, 375. Küche„Gertru““ 9 Echt Karoline-pne bestehend Bülett. Anri Tisch. Stüh.e, Handtuchhalter 325. Küche„Meta“ 9 a fabrihst, bestehend aus: Bulet, Anrichte, Tisch, Stühle, Handtuch halter 395. 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Ein Mensch, der nicht schwimmen kann, lächelt man über ihn nicht eben so geringwie einst gelehrte Klosterschüler über den Bauernburschen, der nicht lesen kann? Es wäre nun ganz verfehlt, anzunehmen, daß es in der einseitig ausgeführten Erziehung der damaligen Zeit nicht auch Männer gab, die unserem heutigen Geschlecht als erste Künder und Vorläufer einer großen Bewegung gelten könnten. Und gerade jenen, die über die großartige Entwicklung des Sports die Hände ringen und den Untergang ihres Homer für gekommen halten, gerade jenen sollte ein Blick in die Geschichte sagen, daß viele Männer so etwas wie Sport trieben, daß sie außer dem Rahmen der Gewohnheiten ihrer Zeitgenossen fallend, gleichsam einen Hauch verspürt haben von dem neuen Geist, der mit dem Sport über den Menschen kam. Mens sana in corpore sano. Erinnern wir uns des großen Feldherrn, Prinzen Eugen, der ein Turner war, wie er auf den heutigen Turnieren seine Punkte sammeln könnte. Erinnern wir uns, und allen Kanalschwimmern sei es gesogt, daß sie einen großen Vorgänger hatten, nämlich ranklin, der einmal über sechs Kilometer auf der Themse schwamm. Eine beachtliche Leistung für damals! Und vergessen wir den ehrwürdigen Tolstoi nicht, der ein ebenso guter Schwimmer wie Läufer war Marschierte er doch einmal eine Strecke von 200 Kilometer in drei Tagen, wobei zwei junge Leute, die ihn begleiteten, völlig versagten, und Tokstoi allein ans Ziel gelangte. Und kennen wir nicht Byron auch als Schwimmer und Reiter, als Boxer von Format? Brahms machte Bergtouren, Wagner soll noch mit 70 Jahren sich den Spaß erlaubt haben, seine Gäste mit einem Kopfstand zu erfreuen. Nennen wir zum Schluß den größten von allen, um die Reihe berühmter Männer, die in ihrem Sinne Sportfreunde waren, hier abzukörzen, Goethe. Es ist wenig bekannt, daß Goethe ein ausgezeichneter Reiter und ein leidenschaftlicher Eisläufer war und die körperliche Betätigung als Ausgleich der seelischen Funktion ernstlich schätzte. Daher mußte es ihm sogleich auffallen, wie falsch und unnatürlich man zu seiner Zeit die Jugend erzog, wie weit überschätzt das Nur=Geistige, wie sehr unterschätzt der körperliche Zustand der Jugend wurde und wie wenig man die gute Wirkung der Leibesübung auf den arbeitenden Geist erkannt hatte „Es geht bei uns alles dahin", sagte Goeihe, „die liebe Jugend frühzeitig zahm zu machen, alle Originalität und alle Wildheit auszutreiden, so daß am Ende nichts übrig bleibt als der Philister." Und als man sich aus politischen Gründen gezwungen glaubte, dem eden aufblühenden Turnwesen den Riegel vorzuschieben, war Goethe ehrlich betrübt Zu Eckermann sagte er darüber: Ich bin den deutschen Turnübungen durchaus nicht abgeneigt, um so mehr hat es mir leld getan, daß sich sehr bold Politisches dabei einschlich, so daß die Behörden sich genötigt sahen, sie zu beschränken, oder wohl noch gar zu verbieten Damit ist nun das Kind mit dem Bade verschüttet. Aber ich hosse, daß man die Turnanstalten wieder herstelle, denn unsere deutsche Jugend bedarf es, besonders die studierende, der bei dem vielen geistigen und gelehrten Treiben alles körperliche Gleichgewicht fehlt und somit jede nötige Tatkraft zugleich.“ Goethe ist also die Doppelwirkung des Sports von Anbeginn klar gewesen, und das mag der Grund gewesen sein, warum aller Sport ihm persönlich so wichtig geworden ist. In„Dichtung und Wahrheit" beschreibt er uns, wie er fechten und reiten lernte. und beweist uns zugleich, wie ernsthaft und eifrig er und seine Sportkameraden sich dem Fechten hingegeden haben:„Wir waren nun herangewachsen“, sagt er. „und dem Schlendriane nach sollten wir auch neben anderen Dingen sechten und reiten lernen, um uns gelegentlich unserer Haut zu wehren und zu Pferde kein schülerhaftes Arsehen zu haben. Was den ersten Punkt betrifft, so war uns eine solche Uebung sehr angenehm: denn wir hatten uns schon längst Haurapiere von Haselstöcken, mit Körben und Weiden sauber geflochten, uni die Hand zu schützen, zu verschaffen gewußt. Nun durften wir uns wirklich stählerne Klingen zulegen, und das Gerassel, das wir damit machten, war sehr lebhaft. Es befanden sich damals zwei Fechtmeister in Frankfurt, ein älterer Deutscher, der auf strenge und tüchtige Weise zu Werke ging, und ein Franzose, der seinen Vorteil durch Avancieren und Retirieren, durch leichte, flüchtige Stöße, welche stets mit einigen Ausruen begleitet waren, zu erreichen suchte. Die Meinungen, welche Art die beste sei. waren geteilt und es ward fest ebenso sehr mit Worten gestritten, als mit der Klinge gefochten. Und um zuletzt der Sache ein Ende zu machen, ward ein Wettkampf zwischen den beiden Meistern veranstaltet. Der Deutsche stand in seiner Positur wie eine Mauer, paßte auf seinen Vorteil und wußte mit Battieren und Legieren seinen Gegner das eine über das andere Mal zu entfernen. Dieser behauptete, das sei nicht Raison und fuhr mit seiner Beweglichkeit fort, den anderen in Atem zu setzen. Auch brachte er dem Deutschen wohl einige Stöße bei, die ihn aber selbst, wenn es ernst gewesen wäre, in die andere Welt geschickt hätten.“ Goethe wird heute zitiert, wenn es gilt, dem Sportgedanken eine Bresche zu schlagen. Und das mit Recht: wenn zu seiner Zeit der Sport auch noch keineswegs die universelle Bedeutung haben konnte, die er heute erkämpft hat— so sind die Aussprüche Goethes doch Bekenntnisse eines Geistes, der Kommendes ahnte. Und das ist uns im Kampfe gegen die Sportverächter heute noch eine starke Waffe. Bette, um das Bein kräftig zu bewegen; doch alles dies hilft nicht immer oder nicht genügend schnell. In süngster Zeit wurde nun empfohlen, das Fußgelenk stark nach rückwärts zu beugen, die Zehen also der Vorderseite des Unterschenkels zu nähern. Auf diese Weise wird nämlich, da die Streckmuskeln des Fußes an der Vorderseite des Unterschenkels, die Beugemuskel an der Waden=Hint schmerzhafte Wade Ers Der Wadenkrampf. Von Dr. Josef Urbach, Wien. In den ersten Morgenstunden, wenn schon bald Zeit zum Aufstehen ist und man sich noch behaglich ein wenig im Bette ausstreckt, kommt manchmal eine sehr unangenehme Ueberraschung: Eine Wade wird auf einmal hart, und ein wütender, immer zunehmender Schmerz setzt dort ein. Man möchte schreien, — so weh tut es,— und das erstarrte Bein bewegen; allein es geht nicht. Nach einigen Minuten läßt der Schmerz etwas nach. Ist der Anfall zu Ende? Keineswegs; wieder setzt er sich eine Zeit fort, um erst dann endgültig abzuklingen. Ein dumpfes Wehgefühl bleibt als Erinnerung an den tückischen Anfall zurück. Was geht da in der Wade vor? Wieso gerät der Mensch mitten aus süßem Schlummer plötzlich in diese Hölle von Schmerz? Damit verhält es sich so: Der Krampf ist durch Störungen in der Blutskrömung und Blutverteilung im Wadenmuskel verursacht, ähnlich wie auch bei den sogenannten Krampfadern, wo sich das Blut in den erweiterten Gefäßen staut, nicht selten Krämpfe auftreten. Desgleichen kommen bei gewissen Schlagadererkrankungen des Unterschenkels und dadurch bedingter örtlicher Kreislaufstörung krampfähnliche Zustände in den Beinen zustande, wodurch das Weitergehen auf der Straße plötzlich gestört werden kann. Wahrscheinlich liegt eine Art von Eindickung des Blues in den Beinen vor; denn nach schweren, mit großen Säfteverlusten einhergehenden Krankheiten, wie Cholera oder anderen ernsten Erkrankungen, zeigen sich solche Krämpfe ebenfalls; ferner treten sie nach größeren körperlichen Anstrengungen, ermüdenden Märschen, langem Stehen, Reiten Tanzen auf. Bekannt ist auch der den Schwimmer im kalten Wasser überfallende Wadenkrampf, der besonders dann gerne eintritt, wenn die Fußspitzen beim Schwimmen immer kräftig gestreckt werden. Durch diese Bewegung erfolgt nämlich eine starke Beanspruchung der Wadenmuskulatur, so daß Neigung zum Krampf sich einstellen kann. Nicht selten gibt andere Male eine rasche und heftige Bewegung überhaupt den Anlaß, 3 B. beim Ausstrecken im Bett oder beim Ausziehen der Schuhe. Außer den genannten Umständen dürfte die Anhäufung der im Muskel bei größeren körperlichen Leistungen sich bildenden Ermüdungsstoffe, zu denen insbesondere die Milchsäure gehört, für das Eintreten des Krampfes verantwortlich zu machen sein. Wadenkrämpfe kommen übrigens auch bei den verschiedensten Krankheiten der Unterschenkelmuskeln, beim Platt.(Senk=)fuß, bei manchen inneren und Nervenleiden, ferner bei gewissen Vergiftungen (z. B. Alkohol und Nikotin) vor; dies sei nur aus dem Grunde erwähnt, um auf die Notwendigkeit hinzuweisen, bei gehäuften Anfällen von Wadenkrampf den Arzt zu Rate zu ziehen. Viel größeres Interesse als alle diese Einzelheiten beansprucht aber die Frage: Wie soll dem Uebel vorgebeugt werden und was macht man, wenn man von dem Krampf befallen wird? Wer zu solchen Anfällen neigt, gehe tunlichst allen größeren körperlichen Anstrengungen aus dem Wege, vermeide brüskes Strecken des Beines und übe Mäsigkeit im Genusse von Alkohol und Tabak. Um die Eindickung des Blutes zu bekämpfen, trinke man abends 1—2 Gläser Wasser oder Milch, Suppe, nicht aber schweißtreibenden Tee oder ein Abführmittel. Im Anfall wendete man bisher Massage des krampfenden Muskels an oder sprang rasch aus dem Unterschenkels, die erseite verlaufen, die nt; der Blutkreislauf bessert ich, die Ermüdungsstoffe können abfließen und der Krampf hört auf. Wer es wegen der Schmerzen nicht zuwege bringt, diese Bewegung selbsttätig auszuführen, der versuche es, mit der an der Sohle angelegten Hand den Fuß zwangsweise nach rückwärts zu biegen. Dieses unschädliche, einfache und billige Mittel sei hiermit allen Wadenkrampfleidenden, soweit nicht innere Krankheiten vorliegen, zur Erprobung empsohlen. Stadttheater Bochum Samstag, 22. Juni, 19.30 bis gegen 23 Uhr, außer Vormiete:„Die Fledermaus. Operette mit Ballett in 3. Akten von J. Strauß Sonntag, 23. Juni, 20 bis gegen 22.30 Uhr, außer Vormiete:„Arm wie eine Kirchenmaus". Lustspiel in 3 Akten von Ladislaus Fodor. Montag, 24. Juni, 17 bis gegen 19.45 Uhr, 3. Schülervorstellung:„Emilia Galotti". Trauerspiel in 5 Akten von G. E. Lessing. Dienstag, 25. Juni, 20 bis gegen 22.15 Uhr, zum ersten Male! C. 32:„Die Troerinnen“. Tragödie für Musik von Emil Peeters. Mittwoch, 26. Juni: Geschlossen. Donnerstag. 27. Juni, 20 bis gegen 23 Uhr, B. 32 und Volksbühne Serie 1 Nr. I—200:„Maschinist Hopkins“. Oper in einem Vorspiel und 3 Akten (12 Bildern) von Max Brand. Freitag, 28. Juni, 20 bis gegen 22.15 Uhr, außer Vormiete und Bühnenvolksbund Serie B.:„Der Lügenbeutel". Burleske Komödie in 3 Akten(18 Bildern) von Carlo Goldoni. Samstag, 29. Juni: Geschlossen. Sonntag, 30. Juni, 19.30 bis gegen 23 Uhr, neueinstudiert! Blauer Ring 12:„Ein Sommernachtstraum". Lustspiel in 3 Akten von William Shakespeare Montag Vol Hopkins“.(17685 Kartenvorverkauf in Fr. Stücks Buchhandlung, Herne, Bahnhofstr. 80(Fernruf 506 71). Rachtrag zum Kirchlichen Anzeiger. Herz=Zesu. Jungfrauen-Kongregation. Freitag. 8 Uhr abends. Gesangr#nde Es wird den durchaus vollzähligen und regelmäßigen Besuch der Srunden erinnert, da etwas ganz Neues in Vorbereitung ist. Exerzitien: Siehe Nachrichten für alle Parreien. Nachrichten für alle Pfarreien Bezirksverband der Jungfrauen=Kongregarionen des Dekanates Herne. Die Teilnehmerinnen an dem 1. Exerzitien=Kursus in Essen=Bordeck vom 25.—29. Juni, versammeln sich am Dienztag, dem 25 do. Mte., nachmittags um 3.15 Uhr, am Bahnhof Herne. Die Abfahrt des Zugos erfolgt um 3336 Uhr. Man wolle pünktlich zur Stelle sein ag, 1. Juli. 20 bis gegen 23 Uhr, A. 32 und olksbühne Serie 1 Nr. 201—300:„Maschinist Vereinskalender. K.K.B.=Jugendabteilung Heute abend 8,30 Uhr Versammlung im Gesellenhause. Anschließend Spiel= und Unterhaltungsabend. Am 29. und 30. Juni findet eine Wanderung zur Hasper Talsperre statt. Diejenigen Mitglieder, welche an der Wanderung teilnehmen wollen, werden gebeten, in der Versammlung heute abend an den Wanderführer 1 M. zu entrichten. Die Gesamtkosten für die Wanderung betragen 2 M. Der Präses. Deutscher Ostbund. Die Jugendgruppe versammelt sich am Sonnabend, dem 22. Juni, um 8 Uhr abends im kleinen Saale des Vereinshauses. Vollzähliges Erscheinen notwendig. 17935 S. G. V. Sonntag, den 23. Juni: Wanderung nach Langenberg. Abfahrt 7 Uhr evanger. Kirche Herne. Krieger= und Landwehrverein Börnlg. Sonntag, den 23. Juni 1929, nachm. 1 Uhr, Antreten der Mitglieder und der Kyffhäuser=Jug einsheim zum Abmarsch nach Wilhelm Tell in und Kinderbelust der werden gebeten, lich daselbst bis spätestens 3 Uhr einzufinden.(17995) Der Vorstand. gendgruppe im Verzum Abmarsch nach dem Schießstand Holthausen. Daselbst Preisschießen igung. Die Familien der MitglieSCHAUBURG Heute findet erne Pramiere statt deren Wirkung auf Alle hinreißend u überraschend sein wrd Es wird bestimmt einer der schönsten Filmabende des Jahres werden. F e BRIGITTE HELM Franz Lederer — Warwick Ward In Achtung! Achtung! Im früheren Lokale der Fe. Modehaus Stein& Co., Bahnhofstr. 83, beginnt am Freitag, dem 21. Juni, nachmittags 3 Uhr, der Verkauf der gesamten Dorräte in DamenHonfektion. Die Ware ist sobillig, wie Sie solche nie gekauft haben Die wunderbare löge DER NINA PETROUNAS Das große, seltene und köstliche Filmwerk der Gegenwart, das sich 4000 deutsche Theater als Spitzenfilm gesichert haben. In Nina Petrowna ist Brigitte Heim nech einmal entdeckt worden, sie spielt zum ersten Male keine dümenische Reile. sondern die Frau, weiche ein großes Gehelmnis— die Liebe— kennen Jernt. die jhr die höchsten Wonnen und bitterste Verzweiflung bringt und für die sie ihr Herzblut glbt.— Brigitte Helm ist wundervoller als je, eie hat die echte Träne und auch das Lachen, das von Herzen kommt 5 Florence Vidor"„Ihr großer Flirt. Eine lustige, abenteuerliche Geschichte eines Den Juans. 17679 Unser Theater ist angenehm gekühlt. Einlage: Lustspiel-Wochenschau- Kulturfilm * Doser Qualitätz-Strumpt Fler mit R-Jeide bervortagende Qualitat und Ausführung Paanr Kinder-Töachen mit hübschen Rändern, sehr billig „„„„„ Paat Jede wettere Größe 4 4 mehr. Im Parterre: Vorführung von Rost-Flecken-Entfernung. Herne, Bahnhofstrasse 37-39. Freundliche Leser: Darf ich jetzt, im Herz=Jesu=Monat, freundlichst daran erinnern, daß noch mancher Baustein gebraucht wird für die Vollendung der Herz=Jesu=Kapelle Stallupönen? Für alle Mithilfe zur glücklichen Vollendung ein dankbares„Vergelt's Gott!“ Weski, Pfr. Kath. Pfarramt Bilderweitschen O Nr. Postscheck: Königsberg O Pr. 225 99 16206 10 Jahre litt ich an einem Mogen= und Leberleiden. Ich habe häufig und lange meine Arbeit nicht verrichten können, dann wurde ich auf die Erfolge der Frau Wilking, Herue, Schulstr. 20, aufmerksam gemacht, und ich bin ihr von Herzen dankbar, denn meine Leiden haben sich in kurzer Zeit ganz gelegt. Ich fühle mich wieder frisch und habe wieder Appetit. Ich habe 9 Pfund an Gewicht zugenommen und habe wieder Freude am Leben. Adolf Heithaus Jastrop=Rauxel 1, Wittener Straße 142 Für 5 Pfg. 1 Glas feinsten Likör wie: Abtei. Blutorange. Cherry-Brandy. 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Tetel 0.25 Johannisbeerwein vom Paß.. Liter 0.98 Tarragons vom Fah... Liter 1.00 Dürkheimer Rotwein.. ½. Flasche 1.10 Althoffs Alten.. Liter ohne Flasche 2.60 Doppelkorn... Liter ohne Plasche 2.95 Weinbrand-Verschnitt. Liter o. Pl. 2.95 Psälzer Weihwein...... Lier 0.95 Rpfelwein......“ Lier 0.50 Nulzen Sie die ungeheuren Vortelle aus. 17736 #9 2 = 1 — s K 9 Seite 200 Kirchlicher Anzeiger Nr. 25 bundes. Auch werden die Abzeichen don Kindern in der Andacht feierlich angeheftet werden. Es findet eine Aichliche Neuverpflichtung der Kreuzbundmitglieder mit Ueberreichung des Abzeichens statt. Wegen notwendiger Vorbesprechung ist es geboten, daß sich die gemeldeten Aufrechtenkinder um 3 Uhr vor der St. Martenkirche einfinden. Nach der krchl. Feier ist im für alle Kreuzbundmitglieder sowie für den Jungkreuzbund und die Aufrechtenkinder ein gemeinsames Kaffeetrinken. Es wird die Bitte ausgesprochen, daß alle Kreuzbund= und Jungkreuzdundmitglieder an der kirchl. Feier teilnehmen. Da es eine öffentliche Andacht ist, können auch Nichtmitalieder an dieser kirchl. Si. Johannesseier teilnehmen. * Fahrplan für die Kevelaerfahrt. Abfahrt ab Herne 8.14 Uhr Ankunft in Revelger 10.27 Uhr Abfahrt ab Kevelger 18.48 Uhr Ankunft in Herne 21,16 Uhr. * Bezirkeverband der Jungfrauenkongregationen des Dekanates Herne. Am Dienstag abend beginnt in Essen=Bordeck der Exerzitienkursus für die Mitglieder der Kongregation der Pfarreien unseres Dekanates. Die Teilnehmerinnen versammneln sich Dienstag nachmittag 3¼ Uhr am Bahnhof und fahren dann gemeinsam ad. Pünktlich erscheinen! Goldkörner. Es gereicht einem unverdorbenen Monschen zur Befriedigung, einen Samen in die Mutter Erde zu legen, ihn keimen, wachen und aufblühen zu lassen * Schönheit ist ein Empfelungsbrief der Schopfers. Weh, wenn sie der Rensch zum Fallstrick der Sünde mißbraucht Es gibt Leute, die für nichts tun sorgen, Sie können mir weder leihen noch borgen, Es wäre besser, sie sorgten für sich Und ließen sich unbektimmert um mich Einführung in die bildende Kunst Anleitung zum Betrachten von Kunstwerken Von Dr. Gottfried Niemann Mit 8 farbigen Tafeln und 116 Textbildern. Lexikon-8°. VI und 196 Seiten Umsang. Preis: 10.80 Mk.; gebunden in Leinwand 12.50 Mk. Einleitung in die Voraussetzungen und Grundlagen der Kunst und Ausführungen über: Schöpferische und handwerksmäßige Kunst- Form und Inhalt im Kunstwerk— Kunst und Naturnachahmung— Hauptbestandteile des Kunstwerks— Besondere Darstellungsmittel der Malerei und der Plastik— Die verschiedenen Richtungen in der bildenden Kunst. BESONDERE EIGENARTEN: 1. Niemann versicht mit wenigen Worten viel zu sagen. Ermeistertein ungeheures Materialaufknappem Druckzun. Dies zeugt für jahrelange Vorarbeit und Verantwortungsbewußtsein dem Leser und Käufer gegenüber. 2. Die meisten= Einführungens gehen entweder auf diem Wege der Reihenbildung(induktiv) vor und werden dadurch zu umsangreich, oder sie bringen nur das rein Formale und fallen dadurch zu knapp aus. Niemann folgt der deduktiven Methode. Sein Buch ist systematisch, hält die glücklichsten Ausmaße, führt zum innern Wesen der Kunst und zur Wertung 3. Die zahlreichen Abbildungen sind so sachgemäßausgewählt, daß sie durchweg irgend welche Feststellungen im Text belegen 4. Niemann warursprünglich Kunsthistoriker, ist dann Maler geworden und hat sich außerdem kunstphilosophischen Studien zugewandt. Diese glückliche theoretisch-praktische Personalunion kommt nun seinen Werke zustatten. Wir haben is Niemanns Buch eine wirklich sichere Einführung von der formal-ästhelischen Seite her, so verständlich, daß sie den Fachmann als tüchtige Leistungerfreut, dem Nichtakademiker zumSelbststudium Ein Urteil eine zuverlässige Grundlage bietet und sogar zum Gebrauch an hoheren Lehranstalten geeignet erscheint. Pralat Dr. R. Hindringer, Domkapituar in München, der den Verfasser aus den beyer. Bergen kennt, schreibt: s. Ihren Verlag beglückwünsche ich zu dem Werk. Sie haben damit eine große Tat vollbracht; denn unsere Zeit rust nach einem Ordner der künsllerischen Auffas sungen. Dr. Niemann ist zu solchem Führertum berufen wic kein zweiter. Er begegnet der Umwelt mit hellen, offenen Augen. Er weiß, was cs um die Kunst ist. Selbst Künstler, nicht bloß Kunstkritiker und Kunsthistoriker. vermag er die Secie in den Werken zu entdecken, die Seele seines Volkes aus seiner Kunst zu verstehen, und sein Kunstverstehen ist von der Sorge um Volk und Kunst getragen. Darum wird Niemanns ,Einführung“ als Großtat für unsere Zeit bezeichnet werden müssen. An diesem Buch kann kein Deutscher vorübergchen. Dr. Niemann ist„Rembrandtdeutscher. Das Werk ein seltenes Buch, ist die beste auf dem Boden unserer Weltanschauung stehende Asthelik der Gegenwart Vortätig in der Buchhandlung Koethers& Röttsches Herne. neben dem Postamt. VERLAG HERDER FREIBURG IM BREISGAU Der Blinden=Verein Herne (Ortsgruppe des Westf. Blindenvereins) erbittet für nachstehende blinde Handwerker Aufträge: Strick= u. Hätelarbeiten. Maria Makowiak. Nordstraße 34 Klavierstimmen, Reparaturen, Polieren(eigene Werkstatt) Maylstedt, Bahnhoistraße 15 a. Teleson 500 38 Bürsten und Besen: Müller, Wischerstr. 4(Hinterhaus) Bürsten, Besen und Stuhlflechten: Henkelmann, Schloßstr. 15 Stuhlflechten: Lau, Ludwigstr 48 Kuhnhenne. Riemkerstraße 84 Blumen und Kränze: Wienholt. Steinweg 4. Telefon 51291 Stuhlflechten: Grißner, Herne=Sodinzen, Nordstraße 67 Korbmacher, Kordreparaturen. Stuhlflechten: Gerke. Herne Börnig, Baarestraße 51 Klavierspieler: Schwan, Herne=Börnig, Freiheitstraße 16 Bestellungen für sämtliche Handwerker nimmt auch der 1 Vorsitzende des Herner Blindenvereins Wienholt, Steinweg 4, (Ruf 51294) entgegen. Freren I. Hannover. givate Höhere Schule mit Internat. Nach den Lehrplänen der staatl. iöheren Lehranstalten. VI—Uhl einschl. Im Internat gewissenhalte Beaufsichtigung und Förderung. Prospekte und Jahuresberichte kostenlos. Wohnungs-Einrichtungen, Teppiche, Fensterdekorationen anerkannt geschmackvoll gut u. preiswert los. Weber Erstes, Haus für Wohnungskunst seit 1873 Gelsenkirchen Kirchlicher Anzeiger für die katholischen Pfarreien in Herne, Wanne=Eickel und Riemke Herausgegeben von der Pfarrgeistlichkeit 7 Verantwortlicher Schriftleiter: Vikar Lotz. Herne, Marienstraße 1 7 Fernsprecher 51784 9. Jahrg. Der Kirchliche Anzeiger erscheint jeden Freitag. Schluß der Redaktion: Dienstag 12 Abr mittags. Sonntag, 23. Juni 1929 Nachdruck der Original=Artikel in nicht gesiattet. Druck: Koethers& Röttsches. Herne, Bebelstr. 8 Nr. 25 9 .. leidet um der Gerechtigkeit willen“. Zur Epistel des 5. Sonntags nach Pfingsten. Das Leid kann eine gute Schule der Vollkom= darin ihr Glück suchen, so schwer in das ewige menheit sein. Wer wollte es leugnen?„Warum muß gerade ich so viel leiden und immer leiden und alles leiden,“ fragte mich vor kurzem ein schwergeprüfter Mensch.„Warum?“ antwortete ich:„Weil Gott mit Ihrer Seele Großes vor hat; weil Sie Seelenwege gehen sollen und vollkommen werden.“— Es ist wirklich wahr und in jedem Leid kann es zur Tatsache werden:„Der Herr euer Gott prüfet euch, damit offenbar werde, ob ihr ihn liebt oder nicht,“ (1. Mos. 13.). Man muß eben leiden um der Gerechtigkeit und um der Heiligkeit willen, damit wir nach des Apostels Mahnung den Herrn Christus heilig halten in unserem Herzen. Das Leid prüft die Liebe. Im Leiden erstark: die Liede. Wann schwere Stunden über die Seele hereinbrechen, dann besteht die Echtheit der Gottesliebe ihre stärkste Probe. Wer Jesus wahrhaft zugetan ist, der wird nicht nur auf Tavor, nicht nur in den Wonnestunden der Gebetsgnaden und der eucharistischen Vereinigung bei ihm und mit ihm ausharren, er wird auch mit dem Herrn nach Golgatha gehen und freudig unter seinem Kreuze verweiten.— Zu einer armen gar kranken Jungsrau, die jahrelang hat sehr leiden müssen, sagte ich einmal:„Käthe, Du wirst doch sehr schlimm heim gesucht, aber denke an den Himmel, wo Du für Dein gedutdiges Leiden unaussprechlich großen Leben eingehen. Ja, nimm das Leid von der Erde fort, dann wird die Welt erst recht ein Tränental, weil keine Liebe mehr lebt, keine Opfer mehr die Zähren auf den hohlen Wangen der Notbedrängten trösten würde. Leid lehrt Selbstbeherrschung und heiligen Opfermut, weil es in seinem Verständnis für Schmerz und Weh den eigenen Willen erzieht und gern in den Dienst anderer stellt. Ich sah einmal zu, wie der Förster begann einen Wald durchzuforsten. Da standen auf dem Birkey in einer Tannendickung die Bäume so dicht, daß man nicht hindurchgehen, nicht ein Lichtstrahl eindringen konnte. All die Fichten wurden bezeichnet, die fortgehauen werden soll ten. Die Arbeit begann. Einige Wochen später, als ich den Birkey wieder betrete, bin ich voll Staunen über den schönen Wald. Nun kann man ihn durchwandern, und golden färben die Strahlen der Sonne die schlanken Stämme der Fichten und alles atmet reine, schöne Waldesluft und edlen Dust des Tannenharzes So schneidet und durchforstet der Herr im Leid dein Seelenland. Dann wird es hell und licht darin. Himmlische Herrlichkeit leuchtet hinein und Gott freut sich des Schönen, das seine Gnode in dir mit deinem Mitwirken schafft. Leiden verleiht der Seele höchsten Adel, den Adel des Kreuzes, den Adel der ewigen Auserwählung. Aber merke wohl: Nur wenn du mitwirkst und leidest in Geduld für die Gerechtigkeit, damit Jesus in dir lebe Der hl. Apostel Paulus schreibt:„Wir rühmen uns der Trübsale, weil wir wissen, daß Trübsal Geduld bewirkt, die Geduld Bewährung. die Bewährung Hoffnung, die Hoffnung aber kann nicht trügen, denn die Liebe Gottes ist in unsere Herzen ausgegossen durch den Heiligen Geist, der uns verliehen wurde"(Röm. 5.) Du siehst wie wahr es ist, wie durch Leid auf dem Wege der Geduld die Liebe durch den Hl. Geist in der Seele brennt.„Die Liede aber ist," nach des Apostels Wort,„das Band der Vollkommenheit.“(Kol. 3.) Ist dir also an deiner Seele gelegen, willst du ein geistiger Mensch sein und Seelenwege gehen, dann bleibe in allen Widerwärtigkeiten geduldig und benutze dein Leid, deine Seele ze läutern und zu heiligen. „In eurer Geduld werdet ihr eure Seelen besitzen.“ spricht der Herr.(Luk. 21.). Johannes Rechmann, Bochum. Ernst machen! Zum Evangelium des 5. Sonntags nach Pfingsten. Lohn erhalten wirst.“ Da ging es wie ein über natürliches Leuchten über ihr Antlitz:„Ich möchte gern noch mehr ertragen,“ sprach sie, „weil ich Jesus so lieb habe.“— Willst du nicht auch so denken in Kreuz und Leid? Sieh, gerade dann steht über deiner Seele die Gnade Gottes. Die Sonne der Gerechtigkeit wirft ihre erwärmenden Strahlen in dein Herz hinein. Dann erglühe von heiliger Liebe zum Herrn und laß deine Jesusliebe in dir durch immer frohe Geduld und die ständig heilige Absicht:„Alles für meinen lieben Heiland,“ zu einem heiligen Feuer werden. Dein Leid in dir sei wie das ewige Licht, das vor dem Tabernakel sich verzehrt. Leiden in Jesusliebe stählt die Spannkraft der Seele. Nimm der nach Vollkommenheit strebenden Seele die Prüjung fort und sie er schlafft. Das Aufmerken auf sich selbst läßt nach. Die Selbstsucht hält weniger straff die Zügel. Die Welt, die Geschöpfe scheinen nicht mehr so gefährlich für das Innenleben. Das Ohr lauscht den schmeichelnden, verlockenden Tönen der irdischen Freuden. Das Auge wird leicht geblendet von dem Irrlicht der Weltmeinung. Gold und Silber haben dann einen so verführerischen Klang. Darum sagt ja auch der Herr, daß die Reichen, jene, die viel Erdengut besitzen und Vom fünften Gebot, vom Töten ist heute die Rede. Aver der kurze Abschnitt ist das erste Glied einer wuchtigen Kette, mit der Christus in der Vergpredigt die oberflächliche Gesetzlich keit der Pharisäer schlägt. Diese Kettenglieder beißen alle mit zwei grimmigen Haken auf einander, von denen der erste immer eingeleitet wird mit den Worten:„Ihr habt gehört“, der zweite, der Widerhaken mit den Worten:„Ich aber sage euch". Der Anfang der Kette, das Handstück ist mit in das Evangelium hineinge raten, und zum Verständnis ist es gut so. Dieser Anfang lautet:„Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen.“ Ja, dieses Judenvolk wußte auch etwas von der Nächstenliebe. Aber wenn kein Blut wider die Wand spritzte oder in den Staub der Landstraße sickerte, dann war der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe genug getan. Jesus aber ver bietet den Zorn; den stillen und den lauten; den Grimm im Herzen und das Schimpswort auf der Zunge. Die Herzens= und die Zungensünden sind die Anstifter des Unheils. Sie ma chen den Mörder überhaupt erst fähig zur höllenwürdigen Tat. Darum verdienen auch sie die HöllAlso fort mit dieser oberflächlichen Auffassung der Nächstenliebe, die sich damit begnügt, dem Strafrichter keinen Anlaß zum Einschreiten zu geben! Es wird soviel gekämpft in unseren Tagen. Aber weil man nicht bloß Ueberzeugungen bekämpft, sondern auch den guten Namen seiner Mitmenschen nicht in Ruhe läßt und ihrer Person unversöhnlichen Haß entgegenbringt. deshalb fährt auch so oft das Messer aus der Tasche und öffnet man den Kugellauf. Statt zu überzeugen, schlägt man tot. Der Haß ist der große Weltbeherrscher geworden. Aber wer sich über Blutvergießen entrüstet, der sehe zu, ob er nicht selbst den Befehlshaber über alle Geschütze großen und kleinen Kalibers beherbergt. den Haß, den blinden, wütenden Haß. Dann aber schweig still mit deiner Nächstenliebe! Weil es aber dem göttlichen Heiland so furchtbar ernst ist mit der Nächstenliebe, deshalb führt er alle Hasser und seindseligen Menschen vor den Altar, vor das Angesicht des heiligen, wahrhaftigen Gottes. Du willst ein wahrer Gottesverehrer sein, und erlaubst dir Kälte, Fremdheit, Uebelwollen, Feinschaft, Tücke, Grausamkeit, Verrat gegen seine Kinder? Du willst Gottesdienst üben, und bringst ein niederträchtiges Herz mit? Da ergrimmt Gott und wirft dir den Kot deiner Opfer ins Gesicht, wie ung 31##lb aisom S funng Mc W M Wn uin t M 961 ucc) Mu Mcn 96 Rirchlicher Anzeiger Nr. 25 2, Seite 109 er es beim Propheten verheißen hat.(Mal 3.). Gott will nicht zum Narren gehalten sein. Er verlang: nichts mehr als Aufrichtigkeit. Goldene Gewänder und flatternde Fahnen braucht er nicht, aber Schutz und Ehre für seine Kinder will er haben. Wie die Hunde, die im Gotteshause nichts zu suchen haben, weist er die Haßgedanken von heiliger Stätte fort.„Wenn jemand sagt: Ich liede Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lugner. Denn wer seinen Bruder, den er sieht, nicht liebt, wie vermag der Gott zu lieben, den er nicht sieht?"(1. Joh. 4, 20.). Da muß jeder von uns zusehen, ob er wahres Christentum im Herzen trägt. In deinen Händen sunkelt und spielt es von glitzernden Der Sonntagsheilige. 23. Juni: Der hl. Everhard, Erzbischof f 1164. Eberhard wurde 1065 zu Nürnberg geboren, wo er von seiner tiefgläubigen, edlen Mutter, der Gräfin Hilpoltstein=Bitburg eine religtöse Grundlage erhielt. Nach seinen Studien im Benediktinerkloster in Bamberg wurde er Chorherr im Bamberger Domstift, das seinem Wunsch, ins Benediktinerkloster als Monch einzutreten nicht willfahrte, sondern ihn zur weiteren Ausbildung auf die Hochschule zu Paris schickte. Reich an Wissen kehrte er zurück und verlangte nun kniefällig um Aufnahme in das Benediktinerkloster Prüsening bei Regensburg, wo er sich bald in jeder Weise auszeichnete. Nach fünfjährigem Widerstand, nur auf Besehl des Papstes, nahm er die Abtswürde in dem von seinen Geschwistern gegründeten Kloster Biburg bei Ingolstadt an, das durch ihn bald zu großer Blüte kam. Nach dem Tode des Bischofs Konrad von Salzburg fiel die Wahl auf Everhard, die er notgedrun gen annahm. Noch größer wurde seine Demut im neuen Amte, noch freigeviger seine Nächstenliebe, gleich einfach blieb seine Lebensweise. Allen alles zu werden, war sein Spiel. Als Kaiser Barbarossa die Bischöse zwang, den von ihm aufgestellten Gegenpapst anzuerkennen, blieb Eberhard dem rechtmäßigen treu und duldete alle Verfolgung nach dem Grundsatz:„Ich will lieder den Kaiser als Gott zum Feinde haben.“ Rastlos war seine Arbeit in der Saizburger Diö Welche Schule wünscht unser Volk? Von Joseph Glanz. Bonn. Gaben. Glasscherben sind es, unter die du schmutzige Hände verbirgst und die die Aufmerksamkeit von schmutzigen Herzen ablenken sollen. Aber so magst du Menschen täuschen, die in dir vielleicht eine Säule des Christentums erblicken. Diese Säule ist hohl, voll Unrat. Gott wird sie zerschmettern. Willst du also eine gute, gottgefällige Gabe darbringen, dann reinige dein Herz von allen Abneigungen und denke des Wortes:„Ein Gottesdienst rein und makellos vor Gott und dem Vater ist dies: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich unbefleckt bewahren durch Abwendung von dieser Welt."(Jak. 1, 27.). P. Langer, Breslau. zese, die sich unter ihm besonders durch den vorbildlichen Lebenswandel der Geistlichen auszeichnete. Sein letztes Werk war die Versohnung zweier erbitterter Feinde. Vom ganzen Volk betrauert stard er auf der Reise im Kloster Ram. „Ich will lieber den Kaiser zum Feinde haben als Gott.“ Dieses Wort des Heiligen muß auch wieder mehr im Leden der Katholiken Richtschnur werden. Mehr denn je in einer Zeit, wo es nur noch zwei große Heerlager gibt: Für oder gegen Gott. Lieder den Nächsten, dem Vorgesetzten, einer Partei oder einem Verein einmal widersprochen, wenn es sich um Gewissensfragen handett, als Gottes Gesetz preisgeden. Lieder einmal auf die Teilnahme an der oder jener Veranstaltung verzichten, diese oder jene Mode nicht mitmachen, als den Anschein erwecken, als ob man es mit seinen Pflichten nicht ernst nehme. Ein Hauptubel unserer Zeit ist das schlechte Beispiel so vieler Auchkatholi ken, hauptsächlich in führender Steltung. Es genügt nicht, daß man äußerlich mitmacht, sich zu einer christlichen Partei bekennt, man muß daraus auch die letzten Folgerungen für das Privatieden ziehen. Nur dann hat man das volle Vertrauen im eigenen Lager; die Achtung der Gegner und Gottes Segen in der Arbeit Severinus. Ein Jahr der Ruhe nach hartem schulpolitischem Kampf liegt hinter uns. Ein Jahr, in dem die Gegner der Bekenntnisschule weiter. gearbeitet und geschafft haben. In dieser Ruhe der schulpolitischen Kampfpause müssen auch wir uns wieder tieser der Wichtigkeit der Schulfrage bewußt werden und wieder enger unsere Reihen zum Schutze unserer katholischen Schule schließen. Wenn man einmal die unendliche Menge schulpolitischer Literatur aus dem letzten Schulkampfe durchblattert, die vielen, allzuvielen An tikel, die für die Gemeinschaftsschiite als Regelschule geschrieden wurden, dann könnte man leicht zu der Ansicht kommen, daß diese Gemeinschaftsschule Liedlingsschule des deutschen Volkes sei, daß sie sich der besonderen Gunst der Eltern und der Erziehungsberechtigten erfreue. Aber eine Schutstatistik des Jahres 1927, des Jahres, in dem der Kampf um den Reudell'schen Reichsvolksschulgesetzentwurf tobte, spricht eine andere Sprache. Trotz des langjärigen Kampses, den Liveralismus und Sozialismus, den liberale Lehrervereine und religiös=neutrale Kulturorganisationen gegen die Bekenntnisschule führten, trotz der unermüdlichen ganda sozialistischer und kommunistischer Kreise für die Errichtung wektlicher Schulen ist die Zahl der Bekenntnisschulen Preußens in keiner Weise zurückgegangen. Im Jahre 1927 hatte Preuben 33 405 Schulen. Davon waren 23 147 evangelisch und zwar 16.035 mit nur evangelischen Kindern, 6230 mit weniger als 12 katholischen Kindern und nur 882 mit 12 und mehr katholischen Kindern. Katholische Schulen gab es 8731, davon 6159 rein katholische Schulen, 1537 mit weniger als 12 evangelischen Kindern, 243 mit 12 und mehr evangetischen Kindern. Die Zahl der evangelischen Schulen ist seit 1921 gleich geblieben, die Zohl der katholischen Schusen hat sich um 94 erdöht Weltliche Schulen gab es im Jahre 1927: 259, eine bescheldene Zahl, wenn man an das unermüdliche Bemühen der stärksten deutichen Partei für die weltlichen Schulen und an ihre maßlose Hetze gegen Religion und Kirche denkt. Was aber das Eigenertigste ist, die Zahl der Simultanschulen,„der viel gepriesenen und vom ganzen deutschen Volte erstrebten Simultanschule", ist trotz der rührigen Liebe, die sie vor allem in den liberalen Lehrervereinen sindet, in Preußen nicht größer geworden, sie ist vielmehr seit 1921 um 258— es gab 1927 noch 1193 Simultanschulen— zurückgegangen. Das ist ein Verlust von 19.435, also# der gesamten preußischen Simultanschulen. Das Kasseler Tageblatt, eine demokratische Zeitung, schreibt dazu:„Nach§ 36 des Volksschulunterhaltungsgesetzes können auch neue Simultanschulen eingerichtet werden, und es ist nur zu bedauern, daß die Gemeinden von diesem Rechte nach der Staatsumwälzung wenig oder gar keinen Gebrauch gemacht hober“.(Kasseler Tageblatt, 15. 3. 29, Nr. 126). 32.000 Bekenntnisschulen, dagegen noch nicht 1500 Simultanschulen und weltliche Schulen zusammen, das ist die Sprache, die die Statistik spricht.(Staatliche Auskunftestelle für Schulwesen: Die öffentlichen Volksschulen in Preußen. Beitz, Langensalza.) Nicht die Gemeinschaftsschule, sondern die Bekenntnisschule will die überwiegende Mehrheit des christlichen deutschen Volkes Aber offizielle Behörden verkünden es anders. In der letzten Vertreterversammtung des Preußischen Lehrervereins in Dortmund bekannte sich der preußische Kultusminister Dr. Becker zur Simultanschule als Regelschule, die in der Reichsverfassung verankert sei. Die Idee der Simultanschule werde sich früher oder später bestimmt durchsetzen. Die unsere Zeit durchziehende konfessionalisierende Tendenz halte er für einen Krankheitsprozeß der deutschen Wähler, der geeignet sei, den Staatsgedanken zu erschüttern.(Berliner Börsenzeitung, 4. 4. 29. Nr. 155). Weich eigenartiges Mißverstehen der Zeichen der Zeit! Weiß der verantwortliche Leiter des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung nicht, daß dieses spontane Volksempfinden für die Bekenntnisschule gerade heute seine Rechtsertigung findet, auch in der Auffassung der führenden deutschen Wissenschaft, die in erfreulicher Klarheit und Offenheit die Bedeutung der ausgeprägten Weltanschauung für alles Geistesleben und alles Bildungswesen ausspricht? Professor Spranger, der führende Pädagoge der Berliner Universität, hat erst vor kurzem in seiner Schrift„Der Sinn der Vorausjetzungslosigken in den Geisteswissenschaften"(Verl. der Akodemie der Wissenschaften, Berlin 1929) gezeigt, von weichem Einfluß Bekenntnis und Wettanschauung für die reinen Geisteswissenschaften und darum auch für die Gestaltung der deutschen Hochschulen seien. Und weiter! Haven nicht Manner mit sestem Bekenntnis am meisten an der Rettung und am Aufbau unseres Volksstaates gearbeitet und sind sie nicht die desten Burgen einer ruhigen Weiterentwicklung unseres Staatsleben? Das angeführte Mißverstandnis ist tief bedauerlich bei einem Manne, der doch führend das Geistesleben der preußischen Nation und damit auch des ganzen deutschen Boikes beeinflußen soll. Oder sollte Minister Dr. Becker nicht den S a ir. **—* ——— 96 716 Nr. 25 sten Dornerstag machen wir einen Ausstug noch Schloß Berge bei Buer=Erle. Wir fohren mit Auto um 2 Uhr vom Marktplatz ab, der Fahrpreis beträgt 1.70 Mark, Kassee 0.75 Mark, mit Beilage 1,20 Mark Der Fahrpreis wird in den nächsten Tagen von den Vorstandsmitgliedern eingezogen werden. Schloß Berge ist einer der schöisten Nuréfugcorte der Umgenen! Pfarrei Börnig=Sodingen Gettesdiensorduung 6.15 Uhr hl. Messe mit Predigt; 7,30 Uhr hl Messe mit Predigt; 8.30 Uhr A. Messe mit Predigt; 9.0 Uhr Hochamt mit Predigt; 11 Uhr dl. Resse mit Predigt; 2.30 Uhr Andacht: 8 Uhr Abendendacht Aus den Vereinen (nappen. und Arbeiterverein. Zum Sommersest, das Sonntag, 23. Juni, in den Räumen und dem Garten des Jugendheims stattsindet, erwarten wir alle Mitatieder. Wieder hoffen wir auf den Besich weiter Kreise des lath. Mittelstudes. Legt doch unser Verein viel Wert darauf, daß die Beziehungen des katy. Mittalstandes mit der kath. Arbeiterschaft sich ungestört entvickeln konnen Die früheren Fesweranstaltingen des Vereins, die alle nach guter Vorarbeit des Vorstandes schon verliesen, bieten die Gewähr, daß auch dieses Fest sich den anderen würdig anreihen wird. Das Eintrittégeld s auf 30 Pf gesetzt um allen die Teilnahme zu ermoglichen Frauen und Mutterverein. Die gemeinschaftliche bl. Kommunion im HerzJesu=Monat il am letzten Sonntag, am 30. Juni Wei es ermöglichen kann, wird gewiß am Feste der Apostelfürsten, unferer Kirchenpatrone und am folgenden Tage zur U. Kommmion gehen. In diesem Monat, bei der Gewinnunn des Judeinblasses darf kein Mitglied sehtrn Jungfrauenkengregatien. Sonntag, 30. 6., machen wir unseren Auszlug nach Annaberg bei Haltern und in die Borkenberge Adfahrt 9,33 Uhr vom Bahnhof Börnig Fahrpreis ca. 1,30 M. Die Teilnehmerinnen an dem 1. ExerAiienkursets kommnen Montag, 8 Uhr abends im Jngendheim zu einer Besperchunng zuchammne Bolksverein. Sonntag nach der 2. A. Messe ist Vertnauienemännerkonsereng im Jugendheim. Sonntag nach der Abendondacht ist Versommline im Jugendheim. Pfarrei Holthausen Oettesdien geronung 7 Uhr Frühmesse mit Predigt und gemeinschaftliche hl. Kommunion der Ilingfrauenkongregation; 8.30 Uhr bl. Messe mit Predigt; 9.15 Uhr hl. Messe mit Predigt und Generalkommunion der polnischen Rosenkranzbruderschaft; 10,30 Uhr Hochomt mit Predigt; 11,30 Uhr Hochamt mit Predigt für den flovenischen St-Bardaraverein. 2,30 Uhr Andacht mit Segen; 3 Uhr Predigt und Andacht für die Jungfrauenkongregation; 3.45 Uhr Jesandacht für die polnische Rosenkningdmederschaft M M 80 Seite 100 Kirchlicher Anzelgt. Pfarramtliche Mittellungen Am heutigen Sonntag ist nach der 2 hl. Resse im Vingenzhause ene wichtige Zusammenkunft der sahrer nach Keveleer. Dao Fahrgeld fur die Eisendahnfahrt, 5 Mark, muß in der Versammlung bezahlt werden. Alles Nahere über die Avfahrt und Ordnung der Prozession wird dekanntgegeden, deshald darf niemand sellen!— Am Feste Maria Himmelfahrt machen wür eine Gemeindewassahrt nach Neviges, die nur einen Tog dauert und deren Kosten dedeutend geringer sind. Auch die Interrssenten fur die NevigesWallfabrt, wollen, wenn coen moglich. Sonntag zum Vinzenzhause kommen, damit jetzt schon die ungefähre Teilnenmerzat fesegestellt werden kann. den Vereinen Jungfrauenkongregation. Der heutige Sonntag gedört der Rongiegation; derhul mögen alle Jungfrauen durch Teilnahme an den Veranstaltungen ihr Vereinsinteresse beweisen. In der Fruhmesse ist Generalkommunion. Empfangen wir dieselbe zu Ehren des hl. Rloysius. Wer wollte wohl ferndleiben! Kärtchen abgeven! Wenn eben mönlich, Sametags zur hl. Beichte kommen.— Nach der allgemeinen Andacht, die zu besuchen, für alle Jungfrouen Pflicht ist, ist in der Airche Standespredig: für die Jungfrauen und kurze Andacht.— Nach derselben im Vinzenzhause wichtige Versammlung mit anschließender Namenstagsseier des Praser Man dar wohl erwarten, daß alle Jungirauen zur Stelle sind. Dienssog 7,30 Uhr: Handarbeitestunde; Donnerstag 8 Uhr: Rusckstunde Es ist geplant, eine zweite Eintartengriupe einzuuchten. Dicjenigen, welche Interesse daran haben, mögen sich Sonntag in der Versammlung melden. Am 15. Juli deginnt fur die Jungfrauen des Dekamttes ein Kochkursus. Dauer des Kursus drei Ronate an 5 Tagen in der Woche, nachm von 4—8 Uhr, monattiche Entschädigung 16 Mark. Wer wal! letnedinen? Man melde sich in der Versammlung. Wandergruppe„Falke“ Peennoch 8 Uhr Heimabend Nür kommen! Gefellenverein Dienekay abend 8,15 Uhr haben wir stott der Versammlung einen Unterhaltungsabend Preipschetzen und Kegein, Scherz= und Unterhaltungtspiete sollen alten einäge genmtliche Stunden bereiten Die hohe Kommission forgt für die Preise Alle Mitglieder, auch die Ehrenmitglieder sind freundticht eingetaden Die Gesellrn nehmen vom 31. Oktober dis 3. Novemder an einem Exerzitienkorsus in„Heilandsfriede“ teil Man melde sich umgehend beim Präses. Er ist geplant am 30 Juni zum Hobenstein bei Witten zu wandern und der Auffuhrung von Wiihelm Teil beizuvohnen. In der Versommlinig am Dienotag adend soll endgiütig datuber beschlossen werden. Wer mitmachen will, kommr zur Unterhaltungestunde. D3K.„Germania“ Vonner##tag 8 Uor bei Eckmann Spieiertitzung der Fußballer. Alle erscheinen! Am 1. Sonntag im August ist eine Werdeveranstaltung der DO0N. Schon jetzt wird auf dieses Fest bingewiesen Wer niemale im Kampse gestande Wurd nimmer als Sieger gcebit Aer we in Bersuchung geraten, Hal mir seine Tugend dewährt. Haus Nazareth, Wanne=Eickel. WOettesbicnßterdaung 7 Uh: Fruhmesse umt Predigt und ermainschaftliche hl. Kominunion des Mutervereine und der Frauen der Gemeinde; 9 Uhr dl. Meie mit Predegt, 10,30 Uhr Hochamt mi Predigt; 2 Uhr Cpristenlehre; 2.30 Uhr Herz Jesu=Andacht Nachher Vortrag für die Mutter in der Rirche Am Sonntag nach dem Dochamt#### Vorstandssitzung des Kirchenchoree des Mutter= und Elisadethverrms, sowie des St. JJosct-Mannervereins im Jugendsaal. Die gemeinsame Sitzung der Vereinsvorstände ist sehr wichtig, dader dart kein Mitglid sehlen. Nitnoch, 26. 6.: Wichtige Versammlung der Jungmänner. Tresspunkt Punkt 8 Uhr am Kloster. Abmarsch 8,05. Samstag, 29. 6.. Fest Peter und Paut. Der Gotterdienst ist wie an Sonntagen; 2.30 Uhr soertiche Andacht, nachher Beichtgelegenheit. Imitag, 28 6., Biail von Prier und Paul Ven 5 Uhr ab Beichtgelependeit. St. Franziskus. Wanne=Eickel Gottesdienstorduung 7 Uhr erste hl. Messe, gemeinschaftliche hl. Kommunion der Frauen und Mutter; 9 Uhr Hochamt mit Predigt, 10,30 Uhr letzte hl. Messe mit Predist; 2.30 Uhr Andacht; 3 Uhr Tansgclegenheit; 4 Uhr Andacht mit Predigt für die Frauen und Rutter Aus den Vereinen Binzenzkonserenz: Dienstug 8 Uhr abenden Lunne. Mütterverein: Die Mitglieder werden dringend an die gemeinschaftliche bl. Kommmion erinnert. Ien Herz=Jesu=Monat wird hoffentuch jede Frau und Mutter das Bedurimee suhlen. Pfarrei Riemke. Gettesdienstorduung. 6,15 Uhr dl. Messe; 7.15 Udr hl. Resse mit Predigt, armeinschaftliche A Kommumon der Neuen Schute; 8.30 Uhr hl. Messe nai Predigt; 9.30 Uhr Hochomt mit Pred., 11 Uhr hl. Messe mit Pred.; 2.30 Uhr Herz=Jesu=Andacht; 3 Udr Tausen Am Freitag nachmittag ist Geiegenheit zur hl. Beichte von 5 Uhr ad wegen dee Fester Peter und Pan Aus den Vereinen Junglingesodalita. Monzag iteramscher Adend, Rittwoch Turnen der DIR. Mittwocht und Sametage Ueden der Rusikabtenung Jungfrauenkongregation: Dienetag Gesangadend, Donneretag Handardeiteabend. Binzenzverein: StHudertue-Konserenz von Kiemke am Dienetag abend bei Dorlochter. Gsadetvverein: St Ensadeth Konserenz von Riemte am Donnerstag nachmittag 4,30 Uhr im Vereinezimmer Nachrichten für alle Pfarreien. Urenzbund Die dierjährige St. Johanncefeier dee Kreuzdundes findet in der St Marenkiche in Bautau am Sonnton nachmmion um 3½. Uhr statt. In deeser Andacht ist auch die Wimpetweide unsere Aufrechten 661 3nac) M Me 96 21 Seite 198 Kirchlicher Anzeiger Nr. 25 zu erhalten. Die Verlosung ist in der nächsten Woche Die Gewinne konnen im„Franziskaner“ abgeloft Beiden Jünglingssedalität. Sonntag morgen nach der Schalmesse ist TheaterPreie L.3K. Handball Sonntag um 1 Uhr Autreten der Handballer am Jugendsaal zum gemeinsamen Abmarsch nach Stukkeirdusch Es werden dort 3 Handdallspiele aushetrazen. Punkttuchkert wird verlangt. Herz=Jesu-Pfarrei. 6.30 Uhr dl. Messe: 8 Uhr Fruhmesse und Predigt: 9.15 Uhr Schulmesse um Predsat: 10.15 Uhr Hochamt und Predigt; 2.30 Uhr Christentehre und Andacht zu Ehren des bl. Aloysius; 8 Uhr Andacht und Segen. Im Konstantinstift ist unn 7.45 Uhr U. Messe und Ardacht Gemeinschaftliche pl. Kommunion der Rinder der Scdule Dungelstraße Bezuglich der Baltahrt nach Reveiger ward auf die ###kanntaabe unter allbemeine Nachrichten verwiesen Aus den Vereinen Mütterverein. Am Mittwoch nachm um 5.30 Udr ist Sitzung des Vonundes und der Beforderinnen des Muttewereins, zu dei unn vollzählige Teumaymne gebeten w.Jungfreuenkongregation Die zur Freitag angesetzte Gesangzuuede wird ausaahin avalt auf heittr abend 8 Uhr verlegt. Jänglingssodalitat. Am kommenden Sonntag machen wir unseren dies. fährigen Ausflug und zwar gemeinsam mit dem Arbeiterverein St. Joleph mach Hochlarmark. Die Unkosten sind ger da wir wandern und kein Fahrgeld auszugeden brauchen. Abmarsch Punst 1 Uhr vom Vereinshmss. Das Toommlerkorps degleitet uns. Naheres siehs unter St Josephr=Arbeiterverein. Munvoch 7,0 Uhr ist Spielabend Jungmannerbund. Jur Teia#hme an dem Ausflug der Jünglings= so###nität sind auch die Jungmänner freundlichst eingeaben Donnerstag 8 Uhr Zusommenduuft; anschließend 11 Kegel. St. Josephe Arbeiterverein. Am Sonntag macht der Verein einen Familien= eu stiun. Gemeinsam mit den Junglingen gent es nach Hochlarmark, Abmarich Purn 1 Uhr vom Vereinshaus. Die Kuuppelmusck der Sodaltät wind durch ihr Spiel das Windern erleichtern Die Unkosten sind gering Kapee. Vier, Limonade unv werden zu gan; billien Preisen verabreicht. Der Kaffee kostet nur 20) A Tassen sind mitzudringen! Für dne Unterhaltung der Kinder und Erwachsenen ist bestens gesorgt. Alles ist gut vorbereitet, so daß der Au sAug, falls das Metter uns bord ist, viel Freude verspricht. Darum auf zum Familienaueflug! Niemand darf sehlen! Alle Mi=Nlieder und Ehreumiagl eder mit ihren Famihen imo stomdlichtt eingeladen Deutsche Jugendkraft n Bano tantunn a0 6 Uhr Turnen und Poobe des Aichmesches zum eme ndefelt. Dienstag= und Freitagabend ab 6 Uhr Trameng aus dem Sportplatz an der Bergstraße. Punktliches Erschemen samtlicher Soneter und Luner ist ersorderlich St. Fran zislus Arbeiterverein Constantin Unser Familien=Ausflug nach Schloß Baldeney findet am Sonntag, dem 23. Juni stakt. Die Teilnehmer sammeln sich um 7 Uhr am Constantinstift. Der Rbmarsch muß pünktlich um 7,20 Uhr stattfinden. Es geht zunächst nach Grumme. Vou dort sofort mit der Straßenbahn(dieselbe fährt dort alle 5 Min.) nach Bochum zur Marienkirche, daselbst Besuch der bl Resse um 8 Uhr. Nach der hl. Messe gedt es zum Bohnhof. Die Abfahrt ist 9.28 Uhr. Die SonntagsRuckfahrt-Fahrkarte kostet 3. Kl. von Bochum=Hds. nach Essen-Hugel 1,10 M. Die Teilnehmer werden gebeten, ihren Mundvornat selbst mitzubringen. Alles mrhere wiro noch deim Abmarsch bekannt gegeden. Es wird gebeten sich an diesem schonen Ausflug recht zodlreich zu beteiligen Der Vorstand. St. Marien=Pfarrei. Gettesdiensterdauug. 6 330 Uhr hi. Messe mit geineinsamer di. Kommumon der Mutter: 8 Uhr bl. Messe mit Prodigt und gemeischaftlicher di. Kommnumon der Knaben der Forellstratzen=Schule: 9 Uhr dl. Messe mit Predigt fur die Pfarrangehörigen votischer Zunge; 10 Udr Hochamt mit Prediat 2.30 Udr ist Christenlehre mit sakramentalem Segen: 8 Uhr ist Andacht für die Erwachsenen Aus den Vereinen Mütterverein. Am Sonntag ist unsere gemeinschafttiche hl. Kommumon. Mogen sich die Mitglieder recht zahlreich daran beteitigen und der Gemeinde ein gutes Beiwiel geden Jungfrauenkongregation. Diejenigen Mitglieder unserer Kongregation, die sich an den Exerzitien beteiligen, versammetn sich am Dienstag nachmittag 3.15 Uhr am Batzhof zur Abfahrt nach Essen-Borteck. Sonntag abend nach der Andacht(½9 Uhr) ist eine kurze Besprechung aller Exerzitienteilnehmerinnen in der Vikarte Mitnwoch abbend 8 Uhr: religröser Kunsus. Donnerstag abend 8 Uhr: Gesangstunde Mar. Jünglingssodalität. Deute Freitag abend um 8 Uhr ist kurze Vorstandssitzung beim Prases(Besprechung des Ausfluges). Ausflug! Sonntag machen wur den langersehnten Ausflug nach Hestermann(König Ludwig), wozu alle Sodalen und Ehrenmitglieder mit oren erwachsenen Angehörigen herzlichst eingeladen werden. Wir versammeln uns um 1 Uhr vor der Bismarckstraßen=Schule und ziehen unter Vorantritt unserer Kapellen zu Fuß derthin(cr. 2 Std.) Es gibt dort viele Ueberraschungen Niemand darf zurückbieiden! St. Josese Arbeiterverein. Es hat sich als notwendig erwviesen, die in den kath Arbeitervereinen erganisierte Jugend innerhalb des Vereins in besonderen Gruppen zuhammenzuschließen, besondere Vereinsabende für sie zu veranstalten, besondere Vorträge für sie zu halten, ihr überhaupt außerhalb des sonstigen Vereind4ebens besondere Aufmerksamket zu widmen. Zu diesem Zwecke gründeten eine Anzahl größerer Vereine sog Werkiugendaruppen. für die haun seitens der Zentrale em besonderes Organ„die Werklugend" berausgegeden wurde. Besonders im Rheinland arbeiten diese Werkzugendgruppen mit vommdlichem Eher und sichern so den dortigen Arbettervereinen den für unsere Standesbewegung so notwendigen Nachwuchs Auch in unserin Verein soll der Versuch unternommen werden und laden wir deshalb alle zugendlichen Mitglieder unseres Vereins und solche die es werden wollen, unsere älteren MitNieder sind natürlich nicht guesgeschlossen, zu einer Versamnilung für Sonntag morgen 10 Uhr ins Vereinslokal bei Jos. Neweling ein. Der Kollege Wilh Heitkamp von Wanne=Eichel, der schon längere Zeit in der Weufugendbewegung täßig ist, hat sein Erscheinen zugesagt und wird über seine Ersadrungen berichten. Moge er eine stattliche Zahl junger Freunde vorsinden, die bei Sport und Spiel auch noch etwas Zeit erbrigen, sich mit ernsteren Prodlemen zu beschäftigen. Die Versammlung muß wenigstens 12 Uhr beendet sein, da ja wie wohl schon allgemein dekannt, um 1.15 Uhr an der Schule Bismarckstraße angetreden wird zum gemeinsamen Ausflug mit der Jünglingssodalität nach Röllinghausen, der im vorigen Jahre so großen Anklang gefunden hat. Drei Musik= kapellen begleiten den Zug. Für Unterhaltung ist gesorgt. Preisschießen, Prei=kegeln(eine Bahn für Herren, eine Batzn für Damen) und sonstige Unterhaltungsspiele werden uns die Zeit verkürzen helsen Auch für die Kinder wich diesesmal gesorgt werden. Atso bleibe keiner im Hause bocken sondern marschiere mit Kind und Kegel um 1,15 Uhr mit nach Röltinghausen. St. Josephs=Pfarrei. Gottesdien storduung Sonntag 6.45 Uhr 1. bl. Messe. 8 Uhr bl. Messe mit Predigt, 9.15 Uhr bl. Messe mit polnischer Predigt, 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt, 2.30 Uhr Christenlehre und Andacht. Die Eltern wollen ihre Kinder. besonders auch die der Schule entwachsenen, zum Besuch der Christenlehre anhalter Gemeinsame hl. Kommunion. Am nächsten Sonntag ist gemeinsame hl. Kommunion für die Mitglieder des Frauen= und Müttervereins und die Mädchen der Schule 10. Eine Mutter soll sein eine Priesterin in ihrer Familie, die durch Wort und Beispiel Vater und Kinder zu eifrigem religiösen Leben ermunterk. Darum darf auch eine gute Frau und Mutter, soweit es ihr möglich ist, nie bei der monatlichen Kommunion fehlen Aus den Vereinen St. Antonius Arbe ter Verein (Theaterabteitung.) Nach der zweiten hl. Messe ist Prode; es wollen sich noch einige zur Uebernahme einer Rolle einfinden. Nach dem Hochamte ist bei Korte Versammlung des Vorstandes und der Bezirksvertreter. Jungfrauen Kongregation. Am nächsten Sonntag ist um 5 Uhr Versammlung bei Krawinkel Ein westsälischer Dichter wird durch seine Vortnäge für Unterhaltung sorgen. Zur Dekkung der Unkosten wollen die Mitglieder 10 Pfennig mitbringen. In der Versammlung soll auch der Ausflug besprochen werden, deshalb recht zahlreich erscheinen Mütter Verein. Amn nächsten Sonntag ist nach der Christenlehre um 3,30 Uhr Standespredigt und Andacht. Am näch96 218 M Mc N.. 25 Riechlicher Anzeiger Seite 105 Mut gehabt haben, seine eigene Meinung vor den Vertretern einer ihm kritisch gegenüderstehenden Lehrerschaft zu vertreten? Uns Katholiken zeigen solche Worte wieder von Neuem, wie sehr wir auf der Hut sein müssen. Wachamkeit, Anspannung aller Kräfte tut not, wenn wir unseren Kinder unsere kathollschen Schulen erhalten wollen. Der Schulkampf ist noch nicht zu Ende. Es wird bei jedem Versuch zur Lösung der Schulfrage wieder entbrennen. Und nur, wenn die Schule Herzensangelegenheit des ganzen katholtschen Volkes wird, brauchen wir um ihren Wetterbestand nicht zu fürchten. Der hl. Johannes der Täufer. 24. Juni. Der heilige Johannes der Täufer, Wegbereiter des Herrn, war der Sohn des jüdischen Priesters Zacharias und der heiligen Elisaberh Als Vorläuser Jesu bereitete sich der heilige Johannes auf diesen Beruf in der Wüste vor. Er trug ein raudes Kleid aus Kamelhaaren und lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Dann trat er am Jordan auf und predigte Buße und spendete die Taufe Die Stätten, die der heitige Johannes, der Vorsäuser Christi durch sein Leben und Wirken geheiligt. werden heute noch im Morgentande hochverehrt. Seine Worte waren ernst, freimütig und erschutternd, ohne Menschenfurcht. Dem König Herodes Antipas, der die Frau seines Bruders Philippus, die Herodias diesem gewaltsam weggenommen und verheiratet hatte, hielt er die Sunde seines Ehebruches vor und ward deshalv auf Betreiden der Herodias gefangen gesetzt und auf Veriangen ihrer Tochter Salome enthauptet am 24. Fedruar des Jahres 32 nach Chrtstus. Das Gedächtnis seiner Enthauptung wird am 29. Aug., ein Fest. Tag seiner Gevurt, am 24. Juni gefeiert Die Sonntage nach Pfingsten. von Pros. Dr. Pius Parsch Die Sonntage nach Pfingsten bilden im Gefüge des Kirchenjahres eine besondere Gruppe: sie sind nicht, wie früher ost b. hauptet wurde, ein eigener F.stkreis: des Pfingstfest gehört#a zum Osterfestkreis und ist Abschluß und zweiter Höhepunkt desselben. Die Christen, die zu Ostern das göttsiche Leben in Tause und Tauferneuerung empfangen hatten, sollten im Laufe des Jahres besonders an Sonntagen dieser göttliche Leben in der Eucharistie nähren und zur Reife bringen, sollten alles Unheilige und Weltliche, das sich etwa eindrängt, immer wieder ausscheiden, sollten aber vor allem den Herrn mit glühender Sehnsucht in seiner Wiederkunft erwarten. Der Sonntag als der HHerrentag" sollte ihnen als kleines Osterfest das ganze Glück von Ostern mit Tause, Firmung und Eucharistie erneuert in Erinnerung bringen, sollte sie waffnen gegen die Welt, das niedere Ich und die Hölle. Das war der Sinn der altchristlichen Sonntagsfeier und das ist auch der Sinn der Sonntage nach Pfingsten. Wir Kinder der Moderne suchen in dieser Reihe von 24 Sonntagen einen Gedankengang, ein System, und eine Einheit; darum wurde oft der Versuch gemacht, in diese Sonntage Fortschritt und geistreiche Gedankengänge hineinzutragen. Das ist nicht die Art der alten Kirche. Sie wollte ihren Gläubigern nur kleine Osterseste und Parusietage geben; und so stellte sie Sonntag um Sonntag in bunter Folge Mysterienhandlungen der Erlösung dar, meist Tauferneuerung und Parustevorerfüllung. Wir dürsen in diesen Messen noch viel weniger als in den früheren Temporalmessen von Fasten und Ostern ein gedankliches Thema suchen, da sogar die Lesungen(Ep. u. Ev.), die oft in anderen Messen zusammenstimmen, selten in einer Beziehung zueinander stehen. Die einzige Einheit ist die Mysterienhandlung des hl. Opfers, in die sich alle Stücke einfügen. Drei Motwe aber erklingen durch diese Sonntage, das eine mehr, das andere weniger in einzelnen Messen: das erste blickt in die Vergangenheit: das Ostermotin, es knüpft an das vergangene Osterfest an und will es alle Sonntage erneuern: dader sehen wir Christus gern als Totenerwecker, als Arzt und„Heiland“. Das zweite blickt in die Zukunft: das Parusiemollo: dieses zeigt den Herrn in der„Majestas Domini" und bereitet auf seine Wiederkunft vor. Die alte Kirche geht im Pilgerkleide mit Heim weh im Herzen durch die Erde. Das„Maranatha"—„Komm, Herr Jesus, komm!" Die Urkirche erneuert sie oft in den heiligen Texten der Liturgie. Dieses Motio gibt gerade den letzten Sonntagen(16.—24.) eine besondere Schönhelt. Das dritte Motiv sieht in die Gegenwart: das Leid= und Kampfmotiv. Dieses schwillk mit Zunahme der Nacht und Abnahme des Tages in der Natur an und deherrschte den Hinkergrund der zweiten Hälfte unserer Sonntage. Das sind die Sonntage nach Pfingsten: man meine nicht, sie wären nicht auch ästhettsch schön. Besonders sei aufmerksam gemacht auf die schönen Kollekten: in diesen zeigt sich die Kirche als Meisterin der in kurzer Form vielsagenden Gedetskunst. Manche dieser Kollekten ergeben ganze Betrachtungen.“ (Mit Genehmigung des Volksliturgischen Apostolates in Klosterneudurg bei Wien entnehmen wir diese wertvolle Einzuhrung in den liturgischen Siun der Sonntage nach Pfingsten dem 2. Bande des empfehlenswerten Klosterneuburger Liturgiekalenders„Das Jahr des Heiles 1929“) In den diauenden Morgen dine In des Mittags biendenden Sch In die traumnvoll sinkends Jocht Streck' ich die Hand dis alle Mache mich selig Jesus! Ueber des Frühtings wrossendes Grun, Ueder der Rosen sommerlich Blühn Ueber die berdstliche Stoppelflur Streck ich die Hand und ditte nur Mache mich setig. e Jejus! Ueder die Wiege der Kinder mein. Ueber der Schlummernden Totengenein. Ueber die Pracht der Reiche der Wett Streck' ich die Hand, bis alles zerfallt Mache mich sekig.o Jesus“ Eine Erscheinung. Die Zeitschrift„The Lay Apostie“ der internationalen Gesellschaft für katholische Wahrheit (International Cavholic Truth Society) berichtei aus dem„Irioh Messenger of ihe Sacred Heart“„der irische Bote des hl. Herzens" solgende Tatsache, die sich vor einiger Zeit ereignete. Ein Bischof, der in einem Koster, das er zum ersten Male besuchte, die heilige Messe zelebrierte, war ganz eigenartig berührt, bei dem An blick einer der Schwestern, denen er die bl. Kommunion reichte. Er erinnerte sich, diese unter ganz anderen Umständen schon einmal gesehen zu haben. Bei dem Früstück bat er die Oberin, ihm zu erlauben, die Schwestern des Klosters im Sprechzimmer sehen zu dürfen. Die Oberin gab das gerne zu, aber der Bischof fand unter den anwesenden Schwestern nicht diejenige, deren Anblick ihn so eigenartig berührt hatte. Er fragte daher, ob es tatsächlich alle Schwestern der Gemeinschaft wären.„Alle,“ antwortete die Oberin,„außer einer annen alten, die immer in der Küche arbeitet, und die gewünscht hat. von Besuchen beurlaubt zu sein.“ Auf Wunsch des Bischofs wurde jetzt auch die alte Schwester gerufen, die erschien, nachdem die anderen sich zurückgezogen hatten. Es war als der Bischof je gesehen datte. Auf die Frage des Bischofs, wie sie in ihrem Alter noch etwas für das Heil der Seelen tun könne, antwortete sle:„Daß ihre Arbeit in der Küche ihr sehr wenig Zeit lasse zum Beten, ader daß sie diesen Mangel auszugleichen versuche, indem sie alle ihre Arbeiten in irgend einer guten Meinung dem lieben Gott weihe, z. B. eine Stunde für den Heiligen Vater, eine Stunde für den Bischof der Divzese, eine für die Missionen urw. Außerdem widine sie auch in der Nacht eine Stunde dem lieden Gott für die Bekehrung jener intelligenden jungen Leute, die zum Priesterium berufen seien, aver diesen, ihren Berul, nic erkennen würden. Bei diesen Worten war der Bischof von neuem tief betroffen, aber er unterdruckte seine Ueberraschung und ermahnte die Schwester, in ihren guten Werken fortzufahren und entließ sie, in dem er sie mit besonderer Rührung segnete Dann wendeie er sich mnt großer Errezung an die Oberin und sagte:„Ich verdanke meine Bekehrung von einem leichtfertigen Leden dieser einfachen Seeie, dieser idrer frommen Schwe ster. In meiner Jugend habe ich mich voll Eiser in das moderne Leven gesturzt, voll Hunger nach Ebren und Vergnugen. Eines nachts im eine bescheidenere und reinere Erscheinung, Trubel des Tanzes und der Vergnugung sah ich Atä# S 1 plötzlich vor mir eine Erscheinung, die mich mit einem Eindruck tiefsten Mitleids ansah. Ich bieb für einige Augenblicke ganz betrossen stehen und als ich mich von dieser Betäubng erholt hatte, floh ich von dem Ball und zog mich in mein Zimmer zurück, um über diese seltsame Erscheinung nachzudenken. Es ergriff mich der Gedanke, daß das Leben, welches ich führte schlecht sei. Ich entschloß mich, für edlere Ideale zu leben und trat nach kurzer Zeit in ein Seminar ein. An diesem Morgen, als ich den Schwestern die hl. Kommunion reichte, erkannte ich in ihrer guten Küchenschwester das Antlitz, das mir damals in jenem Ballsaal erschienen war. Sie ist mir genau in jener nächtlichen Stunde erschienen, welche sie, wie sie mir noch eben sagte, räglich für die leichtfertigen jungen Leute widpret, welche ihren geistlichen Veruf zum Priestern vernachlässigen. Lassen wir sie in Unkenntnis über die große Wohltot, die sie mir erwiesen hat. Sie bedarf nicht der Ermutigung, um ihre frommen Uebungen fortzuführen, aber wir wollen diese Tatsache andern bekanntgeben, damit sie ihrem guten Beispiel folgen.“ (Osservatore Romano.) Don Bosco und die Musik. (Ins.) Wer kennt nicht den. Namen und die Werke dieses piemontesischen Priesters, der im vergangenen Jahrhundert den Orden der Sa lesianer gegründet hat? Arme verlassene Kinder zu sammeln, sie zu unterrichten und aufzuziehen, sie zur Arbeit heranzubilden, das war der Beruf Don Boscos. Seine Mission apostolischer Propaganda durch ganz Europa machten vor etwa 30—40 Jahren großes Aufsehen. Der moralische und materielle Erfolg war außerordentlich. Auf eine Anregung hin und nach seinem Geiste wurden auf der ganzen Welt Schulen, Waisenhäuser, Institute jeder Art gegründet. Bei seinem Tode hinterließ dieser Arme unter den Aermsten, der Diener Gottes, nicht weniger als 130 Wohltätigkeitsinstitute, in denen dreihunderttausend Kinder aller Länder ein Leben der Arbeit und Frömmigkeit führten. Man könnte von Don Bosco sagen, was einer seiner Biographen vom hl. Philippus Neri schreibt:„Er liebte sehr die Musik und hatte sie bei seinen Gedanken immer im Kopf. Er liebte sie von seiner Kindheit an, von seiner Kindheit als Hirtenknade, aber auch da schon in heiliger Weise und als Mittel der Heiligung. Er war 11 oder 12 Johre alt, als er die Bauern eines Nachbarortes bei dem Tanz aus dem Platze sah. Es war an einem Sonntag. Der kleine Gioganni ergriff kühn das Wort und begann die Tanzenden zu ermahnen für die Besper damit eufzuhören.„Seht nur,“ wurde gerusen,„seht nur diesen Spatz, der noch fast in der Schale sitzt. Wer hat dich beauftragt zu kommen und den geistlichen Vater zu spielen?“ Um seiner Ermaynung Nachdruck zu verleihen, begann der Knabe eine volkstümliche religiöse Melodie zu singen und bald folgte ihm alles mit dem gleichen Gesang zur Kirche.— In einem anderen Dorfe: des Sonntags war er eingeladen von seinem Onkel in der Messe die Bioline zu spielen und zu singen. Nach der Messe ging man zu Tisch. Nach dem Essen bat einer der Teilnehmer den kleinen Giovanni, noch ein wenig zu spielen. Beim Klange des InKrumentes versammelte sich das Volk vor den Fenstern und begann zu tanzen. Der junge Biolinist hörte auf zu spielen, kehrte nach Hause zurück und warf die Violine zu Boden, wo sie zerbrach. Er spielte nie wieder. Aber sowohl für die anderen, wie für sich #elbst blieb er der Musik treu. Im Gegenteil er liebte sie, während seines ganzen Lebens leidenschaftlich, sofern es religiöse Musik war. Er komponierte verschiedene Gevete, kurze Ausrufungen, Weihnachtslieder, Tantum ergo, Lahretanische Litanei, Magnificat und Gloria. Ein Biograph Don Boscos schreibt, daß ihm die Mutter Gottes erschienen sei und für ihn gesungen habe. Ein unendlich großer Chor antwortete und die Mutter Gottes begann von neuem wieder die schönsten Lieder. Eines Abends hörte er einen Wechselgesang von den Arbeitern singen. Er behielt die Melodie und bat einen Freund, Verse dafür zu machen. Auf diese Art entstand das volkstümliche Lied„Angiolette del mio dio“(Engelchen meines Gottes.) Don Bosco fand in der Musik stets eine verborgene Tugend, die sich wundervar eignete, um die Seelen und den Geist der Kinder zu formen. Daher machte er aus der Musik eine der Hauptregeln und prägte sie fast zur ersten Disziptin seines Institutes. Er vereinte die Schüler um ein armes Spinett und bildete eine wahre Mi sikschule. Er unterrichtete die Kinder ohne daß sie Musik zu lesen verstanden, indem er sie den eigenen Gesang wiederholen ließ. Ueber der Tür des Studiensaales hatte er folgende Worte der Ecclesiastika angebracht: Ne impedias mu sicam. Er sagte gerne, daß ein Betsaal ohne Mu sit wie ein Körper ohne Seete sei. Diese Seele, die Musik, belebt jede Uebung, das ganze Leben der Kinder. Der Ruf seiner Sänger wurde immer größer. Von ganz Italien kamen Musiker, um Don Bosco zu hören und sich von ihm unterrichten zu lassen. Die be nachbarten Pfarreien stritten sich um seinen Chor. In der Kirche, außerhalb der Kirche, überall sammelten sich Leute, um die kleinen Sänger zu hören. Am Gründonnerstag zogen sie durch Turin, gingen von einer Kirche zur anderen, um das Grab zu besuchen und die Menge folgte ihnen in Prozession, indem sie ihre eigenen Stimmen mit denen der Kleinen vereinten. Gie zogen aber auch aus der Stadt durch Wälder, durch Täler, sangen auf fröhlicher Pilgersahrt und auf Schritt und Tritt und das ganze Land schien mit ihnen zu singen. Der bevorzugte Gesang des Meisters und seiner Schüler war der liturgische Gesang. Don Bosco liebte nichts mehr als eine gregorianische Messe von Tausenden von Kindern gesungen, in zwei Chören geteilt. Als ausgesprochener Feind der prosanen Kunst in der Kirche, kann man Don Bosco zu den Vorläufern der großen Reform der„Musica socra" rechnen, die noch nicht ganz vollendet ist. Kleine Kulturachrichten. Kkampf gegen den Reomalthustanismus Der Bund der kinderreichen Fomitien in Holland veranstaltet im Sommer ds. Irs. zu Niimwegen eine große Versammlung, die als Gegenfront für die Anhänger der Kinderbeschränkung gedacht ist. Mögen auch die katholischen sozialen Organisationen anderer Länder tatkräftig dem Beispiel Hollands folgen im Kampf gegen den Neomalthusianismus. Verfolgung katholischer Missionare. Infolge einer Fidesnachricht aus Rom wurden in den letzten 6 Jahren in China 15 katholische Missionare ermordet. Hiervon fallen 3 auf die Passionisten, 4 auf die Patres von Scheut, 3 auf die Franziskaner, 2 auf die Jesuiten. 1 auf die Patres Picpuskongregation und 2 auf eingeborene chinesische Priester. Ein interessantes Andenken einer italienischen Stadt. (Inf.) Mailand. Von Vercelli, der Stadt in Piemont, die durch den Sieg Marius über die Cimdrer im Jahre 101 vor Christus bekannt ist, wird berichtet, daß die Restaurierungsardeiten an dem alten historischen Tur beendet sind. An diesem Turm knupft sich gang besonders die Geschichte des Hauses Sovoyen, ital. Königshaus, an. Einer der Mailänder Visconti erbaute das Schloß im Jahre 1920 zu dem der in Frage kommende Turm gehörte. Er blieb während sost zwei Jahrhunderten im Besitz dieser Familie. Als im Jahre 1427 der Herzog Philipp Visconti die Tochter des Herzogs von Savoyen geheitratet hatte, schenkte er diesem Schloß und Turm Vercelli. Ein Jahrhundert später nahmen die Franzoen durch Uebersall das Schloß aus dem Grunde, um u. a. die Kathedrale zu plündern und die Schätze derselben, zu denen das Hl. Leichentuch, in das der Leichnam Jesu Christi nach der Kreuzigung eingehüllt worden ist, zu rauben. Einer der Kanoniker der Kathedrale, der von dem Plan des Generals Brißac vorher Kenntnis bekam, gelang es jedoch, die kostbare Reliquie zu verbergen, die dann auf Besehl des Herzogs von Savoyen wegen der größeren Sicherheit nach Turin gebracht wurde. Dort befindet sie sich heute noch und wird von den Gläubigen hoch verehrt. Seibst die Wohltaten der katholischen Kirche, der Stadt Goties, genießen und ruhig zusehen, daß andere vor deren Mauern umherirren, zeugt von wenig Seeleneiser. Stelle darum Gebet, Beispiel und Kvort in den Dienst des Apostoltes. Nr. 25 Entscheidender Schritt für die kinderreichen Familien in Deutschland. (Ins.) Der Abgeordnete der bayrischen Volkspartei, Trotzmann, wies im Reichstag gelegentlich der Haushaltsberatung des Reichsarbeitsministeriums darauf hin, daß die bis zur Stunde getroffenen Maßnahmen für die kinderreichen Familien nicht genügten. Der stete Geburtenrückgang nehme unangenehme Formen an, was zweifellos mit auf die wirtschaftliche Rotlage zurückzuführen sei. Es sei daher dringend Zeit, sich der Sorge dieser Bedrückten anzunehmen, wie dies bereits in Belgien, Frankreich und Italien geschehen sei. Der Redner glaubte, daß schon bei etwas gutem Willen Mittel und Wege zu finden seien, der Notlage zu steuern und bat die Regierung wie den Reichstag, endlich einmal zur Tat zu schreiten. Kirchlicher Anzeiger Sinnsprüche. Ein Leden ohne Arbeit gilt Nur, was ein Rahmen ohne Bild. I. W. Weder. * Willst du dich einmal gründlich argern, Verschiebs auf morgen; und dann frage dich, Ob's noch der Mühe Wert ist * Arbeit, Mäßigkeit und Ruh' Schließen dem Arzt die Türen zu. Kreiten. * Es wohnt ein Ach— unter jedem Dach. 107 Zu Gott dich wende— Bedenke das Ende— Dann rühr die Hände! Kreiten. * O Kind, im Kreuze wohnet Dir alles Gluck und Heil, Vom Kreuz' die Liede lohnet Gibt himmtisch dir dein Teil. Am Kreuz' bot einst getrieben Lieb' ihre schönste Frucht— Dort lehrt auch dich sie lieben Ihn, den dein Sehnen sucht. D'rum bleib' auch treu im Leide Der ew'gen Liebe füß! Vom Kreuz nur niemals schaide, Weil sie vom Kreuz nicht ließ. Kirchliche Nachrichten. Schott's Kalender So., den 23. Juni: 5. Sonntag nach Psingsten 488. 2. Gebet: Beschütze, wir bitten. 3. Gevet: beliebig. Cr. 11. Präs. von der allerhl. Dreisaltigkeit. Mo., den 24. Juni: Hl. Johannes der Täufer 700. Di., den 25. Juni: Hl. Wilhelm 703(39). 2. Gebet: Oktav(Johannes der Täufer) 700. Mi., den 26. Juni: Hl. Johannes und Paulus 703. 2. Gebet: Oktav(Johannes der Täufer) 700. Do., den 27. Juni: Oktao(Johannes der Täufer) 700. 2. Gebet: Gib, wir bitten 401. 3. Gebet: Für Kirche oder Papst 402. Fr., den 28. Juni: Hl. Irenäus 837. 2. Gebet: Oktav(Johannes der Täufer) 700. 3. Gebet: Vigil(Peter und Paul) 705. Letztes Evangelium von der Vigi 706 Sa., den 29. Juni: Hl. Peter und Paul 708. Cr. 11. Präs. von den Aposteln 46. St. Bonisatius=Pfarrei. 6 Uhr Al. Messe; 6,30 Uhr fl. Meise mit voln Gesang; 7,30 Uhr dl. Messe mit Predigt; 8.30 Uhr hl. Messe für die höberen Schulen; 9.15 Uhr Kindermesse mit Predigt; 10,15 Uhr Hochomt mit Predigt; 11,30 Uhr letzte Ul. Messe mit Predigt; 2.30 Uhr Sokramentsandacht; 3.30 Uhr Andacht für die volmisch sprechenden Kavholiken; 8 Uhr Andacht zur hl Familie. Gemeinschaftliche hl. Kommunion für die Kinder der Schule Wilhelmstraße, den Mutter= und EtisabethVerein. Krankeuwoche: Pforrer Wösseke. Aus der Gemeinde Jubiläum sablaf. Aus Anlaß seines 50jährigen Priesterzubricums hat der bl. Vater Pius XI. das Johr 1929 zu einem eierlichen Jubiläumejahr gemacht, in dem jeder katb Christ unter folgenden Bedingungen einen volkkommenen Ablaß gesinnen kann: 1. Empfang der dl. Sakramente der Buße und der Altares. 2. Sechsmatiger Kirchenbesuch und zwar je 2 Besuche in der Bonisatius=, Herz=Jesu= und St. Marien= kirche. Diese Besuche können an ein und demielden Tage oder auch an verschiedenen Tagen gemacht werden. Die Wallfahrt nach Keveiger oder Neviges gilt für alle sechs Kirchenbesuche. Bei den einzelnen Brsuche n, oder bei der Wallfahrt ist nach der Meinung des hl. Vaters zu beten, besonders für die weitere Ausbreitung des hl. Glaudens, für Friede und Eintracht unter den Völkern, für das Wiederaufblühen des christl. Ledens und um gute Priester. 3. müssen 2 Fast= und Abstinenztage getwlten werden(steischlose Tage mit ann maliger Sättigung). Die Tage dürfen natürlich nicht mit schon gedotenen Fastund Adstinenztagen— also an einem Freitag— oder Quatembertage— zusammengelegt werden. 4. sollen die Gländigen je nach ihrer wirtschaftlichen Lage ein Almosen geden. Dieses Almosen soll besonders für das Werk der Glaudensverbreitung verwandt werden. Zur Aufnahme des Almosens dient der Opserswck, unten in der Kirche, der die Aufschrift Indar:„Judilcms-Amusen“. Die Beichtväter haben für die Juodiläumsdeichte weitgehende Vollmachten. Sie können auch von solchen Sunden lossprechen, die sonst demn hl. Vater vorbeholten sind. Sie können von Privalgelubten diepentieren, und von den Bedingungen des Judiläums=Ablasses, indem sie die vorgeschriedenen Weite in andere ummandeln In seinem Jubeljahr hat der bl. Vater die Schatzkammer der göttl. Gnade in unterer dl. Kirche weit geöffnet. Mögen die Slabigen alles tun, um aus dieser Schatzkam momichst viele Gnaden zu erhalten. Dann wird dieses Jahr für alle ein recht gesegnetes sein. * Walfehrt noch Kevelder Die provisorischen Fahrkarten zu Preise von 5 Mark sind in den Beichhandlungen: Knnden, Leutholt und Sander, im Gesellenhause und in der Wirtschaitt Wand zu haben. Es wird gebeten, die Karten fürhzeitig zu kausen, da am Behnhofé Schalter keine Fahrkarten mehr ausgezeden werden. (Abfahrt ab Herne 8,14 Uhr, Ankruutt in Kevelcer 1027 Uhr. Abfohrt ab Rewelger 16.48 Uhr, Ankunst n Herne 21.16 Uhr. Aus den Vereine:. 81. Josefe Arbeiterverein. Zu der am Sonntag dem 23 Juni im großen Saa. le des Gesellenhauses stattfindenden Familienseier werden die Mutglieder nebst den Angeböngen freundischt eingeladen. Fur Kassee, Kuchen und sonitige Uederraschungen ist bestens gesorgt. Koffeetassen sing mitzudringen. Anfang 4 Uhr. Mitglieder nebst Angehörige haden nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte Zutritt. Kinder ohne Begleitung der Eldern haden keinen Zutritt. Sonntag, den 23 Juni morgens 11 Uhr Vorsands. und Vertrauenemännersitzung. St Vordare Knappenverein. Tonntag, morgens 11 Uhr, ist Abrechnung der Vertrauensmänner und Zahlstunde der Leo=Kasse Nachmittags 6 Uhr findet im A. Saale des Gesellenhauses die Monatsversammlung, verdunden mit Familienfeier, statt. Gilt es doch in dieser Famslien= feier unserm lieben allverehrten bockeo. Praset zu seinem Ramenstage von Jung und Alt die herzl. Gluckwünsche entgegen zu bringen. Hierzu sind alle MitNieder, Ehrenmitgliedei sowie deren Angehörige beizlich eingeladen. St. Elisabethverein. Herzliche Vitte! Der El#sadertwerein der Be 2atius-Pfarrei richtet an alle Leser und Leserinnen die herzliche Bitte, ihn bei seiner schönen Aufgabe, helsender Nächstenliebe, zu unterstugen. Die Ansorderungen, die an den Verein gestellt werden, mehren sich von Tag zu Tag. Kinderreiche Famitien müssen unterstützt, Kranke get#legt, Arme gekleidet werden. Wie jedes Jahr, so brachte der„Weiße Sonntag“ uns große Ausgaben. Wir schenkten vielen Kindern Wasche. Kleider und Schuhe, damit sie den schonsten Taa ihres Lebens in wurdiger Weise seiern konnten. Nun duucken uns Schulden und es müssen Nittel beibeigeschofft werden für neue Aufgaben. Heift drum Ihr alle hier. Neu die Kasse uns zu füllen: Denn nur dann vermögen wir Not und Leid nach Win#ch zu stille Ja, deltt uns, in dem Ihr die von une wie in fundevon Jahren verdwtallete Verlosung unterstoßt. ###e sind durch die Saultinder zum Preite von 30 P4.