— (I Herner XI Anzeiger Druck u. Verlag: Koethers& Röttsches. Herne. Bebelstr. 8. neden der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertags. Bezugspreis Köchentlich 60 Pfa. frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Dortmund 1907 Verantwortlich für den redaktionellen Ceil: Di. Leo Reiners. für den Anzeigen= und Reklameteil: Carl Bartels, beibe in Herne. Nr. 125(Erstes Blatt) Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Gerther Anzeiger beglaubigte Abonnentenzahl Jeder Abonnent nebst Ebefean ist gemäß den Bedingungen mit Mark 250.— versichert, wenn durch einen Anfall der Tod oder Ganzinvoltdität einteitt. Samstag, den 1. Juni 1929 Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe lokal 7 Pfg., auswärts 8 Pfg., Arbeitsund Wohnungsmarkt 5 Pfa. 1 mm Raumhöhe, im Reklameteil 30 Pfa. Der aus die Inserate eingeraumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinsällig. 7 Feensprech=Anschluß: Sammel=Nummer 52541# Telegramm=Adresse: Anzeiger Herne. 25. Jahrgang Die letzte Entscheidung der Pariser Konferenz Auch über die Vorbehalte ist man einig Die Sachverständigen=Arbeit im wesentlichen erledigt— Jetzt haben die Regierungen das Wort Grundsätzliche Einigung Paris, 31. Mai 1929. Die Verhandlungen von Delegation zu Delegation über die Formulierung der noch offen stehenden Vorbehalte und Bedingungen sind heute nachmittag so gefördert worden, daß man von einer grundsätzlichen Einigung aller Belegationen sprechen kann. Die Verhandlungen der Pariser Sachverständigen können damit im wesentlichen als abgeschlossen gelten. Die Einzelheiten der Einigung Ueber das Ergebnis der Revarationsverhandlungen, die zu einer arundsätzlichen Einigung in der Frage der Vorbehalte führte, werden solgende Einzelheiten mitgeteilt. Was die Höbe der ungeschutzten Annuitäten betrifft, ist grundsätzlich eine Einigung dahin zustandegekommen, daß sie einschließlich des Zinsendienstes für die Dawesanleihe konstant 660 Millionen Mark betragen soll.(571 Millionen ohne den Zinsendienst für die Dawesanleihe.) der 21 letzten Annnitäten für die Schuld bei Amerika soll die Bank für internationale Zahlungen in der Weise berangezogen werden, daß 89 Proz. ihres Gewinnes vom ersten Tage des Funktionierens ab in einem für diesen Zweck bestimmten Fonds angesammelt werden. Die Abtragung der 21 Jahreszahlungen soll also durch Anwendung der Methode der Alkumulierung vor sich gehen. Ein weiterer Beitrag zur Decung dieser letzten 21 Annnitäten wird sich aus einer estl. Herabsetzung der amerikanischen Schuldenforderungen ergeben konnen. Für diesen Fall ist unabhangig von dem Reparationsbericht, also ohne Mitarbeit der amerikanischen Delegation, ein Verteilungsabkommen in Aussicht genommen, das Deutschland 66½ Proz. dieser eventl. amerikanischen Nachlässe versoricht den anderen Landern 33°. Proz., mit der Maßgabe. daß, solange nicht vollständige Deckung für die letzten 21 Annuitäten vorhanden ist, diese Länder von ihrem 33 prozentigen Anteil 81 Proz. von dem gesamten Nachlaß in den diesbezüglichen Fonds der Bank für internationale Zahlungen abführen. Das Ravital der Bauk für internationale Jahlungen oll 400 Millionen Mark betragen. Es sollen einzahlen die ailtterten Länder: I. zinslos einen Betrag von 200 Millionen, stammend aus den in der Kasse des Generalagenten für die Revarationszahlungen liegenden Summen: 2. einmalig den Betrag des ungeschützten Teiles einer Jahreszahlung, also etwa 660 Millionen Mark, und zwar diese zinsentragend und ohne daß eine Eigentumsänderung vor sich geht.— Deutschland soll entsprechende Einzahlungen leisten, und zwar 1. zinslos 100 Millionen Mark. stammend aus den beim Kommissar für die Revarationszahlungen durchgehenden Summen; 2.— jedoch hat dieser Plau noch keine bestimmte Gestalt angenommen — etwa 300—400 Millionen Mark als zinsentragende Anlage ohne Eigentumsänderung, vielleicht in Form von Raten 4 50 Millionen Mark. Die Rotenbanken sollen gegen geringen Zinslau bei der Bank für internationale Zahlungen einen Devisenbetrag hinterlegen, dessen Höhe noch nicht bestimmt ist. Die geplante Regelung sieht Abschaffung aller Kontrolle vor. Die Eisenbahn= und Industrie= obligationen werden verschwinden. Die Reichsbahngelellschaft zahlt aus Grund besonderer Abmachungen mit dem Reiche 645 Millionen RM. im Jahre in Form einer Steuer. Dieser Betrag wird von der Reichsbahngesellschaft unmittelbar auf das Konto der Bank für internationale Zahlungen bei der Reichsbank eingezahlt: der Betrag, der nahezu den ungeschützten Teil der Annuität deckt, läuft also nur durch den Etat durch. Berücksichtigt wird ferner das Recht Deutschlands. sich je nach Lage der Umstände den Rücktaus von ausgegebenen Anleihen oder konvertierten Anleiben vorzubehalten. Was die Heranziebung der Nachsolgestaaten zur Aufbringung der Leistungen angeht, so wird das Gutachten der Sachverständigen dahingehen, die Gläubigermächte aufzujordern, innerhalb der Frist eines Jahres zu bestimmen, was damit geschehen soll. Die Liquidationsmaßnahmen hören innerhalb eines Jahres auf. ebenso die Schiedsgerichts= und Ausgleichsverfahren. Das Ausbringungsmoratori um wird, wie bereits berichtet, mit dem Transfermoratorium, das ihm in der Anwendung vorausgeben muß. ver: bunden werden. Das Traussermoratorium soll nach dem Plan von der deutschen Regierung auf zrzei Jahre erklärt werden können: nach einem Jahre soll die deutiche Regierung die Möglichkeit haben, für die Hällte der Summe, für die der Transserschun in Anspruch genommen wurde, das Aufbringungsmoratorium zu verlangen. Die Entscheidung hat im Einvernehmen mit dem zuständigen Prufungsorgauismus der Bank für internationale Zahlungen zu erfolgen. Die in Deutschland angesammelten Beträge bedürsen nicht, wie von den Glaubigern ansänglich gefordert worden war, einer besonderen Sicherstellung, sondern die Reichsbank soll hinsichtlich ihrer Anlegung freie Hand behalten. Der Bereich der Verwendung dieser Summen soll sich nicht nur auf die Gewahrung von zinsbringenden Anleihen beschränken, sondern auch zur Finanzierung von Spezialsachlieserungen dienen, d. h. Sachlieferungen solcher Art, bei denen festsieht, daß sie nicht zu Lasten des kommerziellen Ervortes gehen, sondern als zusäulicher Exvort anzusehen sind. Der Recovern Act, der 20 Prozent für Sachlieferungen ausmacht, wird sich der fallenden Kurve der Sachlieferungen(von 750 Millionen) durch jährliche Verminderung um 50 Millionen aus 300 Millionen anpassen und infolge dessen von 130 aus 60 Millionen sinken und alsdann mit den Sachlieferungen erlöschen. Alle noch bestehenden Diekriminierungen werden abgeschafft. Dem Bericht werden mehrere Anhänge beigegeben, so ein Sachlieferungsanhang, ein Anhang, der das Statut der Bank für internationale Zahlungen enthält. und ein Anhang, der den Verteilungsschlüssel der Zahlungen unter die Gläubiger festlegt. Vorbehalte nichts geandert, zumal ja in ihnen der in dem deutschen Memorandum vom 17. April vorgesehene Transferschutz noch wesentlich gelockert ist. Die am 29. Mai in Paris getroffene Vereinbarung ist unausführbar. Die Erwartung, daß die Herabsetzung der Jahresrate den Zusammenbruch des Dawesplanes verhindern könne. wird trügen. In Kürze muß ein umso mehr katastrophaler Zusammenbruch des neuen Planes erfolgen. Der Gesichtspunkt, daß ein deutsches Ja zu dem Pariser Plan als ein neuer Beweis des deutschen Verständigungswillens die außenvolitische Lage Deutschlands ver bessern könnte, ist aozulehnen. Das deutsche Ansehen wird umso vollständiger vernichtet und die Gefahr neuer Sanktionsvolitik wird heraufbeschworen werden, sobald sich wiederum die deutsche Zusage als unausführbar und darum als unehrlich erweisen wird. Unter keinen Umständen darf in Betracht kommen, daß eine ansängliche Ersparnis von mrhreren 100 Millionen Mark jährlich der gegenwärtigen Regierungskoalition eine vorübergehende und scheinbare Erleichterung der parlamentarischen Lage bringen könnte. Das würde dadurch erkauft werden, daß auch noch der letzte dem deutschen Volke verbliebene Rest seiner Wirtschaftskraft dem ausländischen Kapital ausgeliefert und daß die Zukunft zweier Generationen des deutschen Volkes preisgegeben wird. Der Niederbruch der deutschen Wirtschaft und die Verelendung der Massen würde auf Jahrzehnte hinaus die unausbleibliche Folge sein. Wir fragen: Ist die Reichsregierung gewillt. die in Paris getroffenen Vereinbarungen abzulehnen und bat sie die Gewißheit geschaffen, ob der Herr Ausenminister im Falle seiner Teilnahme an der Tagung des Völkerbundsrates in Madrid es vermeidet, Vereinbarungen im Sinne der Pariser Verhandlungen zu treffen oder festzulegen?“ * Wie von deutschnationaler Seite verlautet, ist die Regierung ersucht worden, sich zur Beantwortung der Intervellation unmittelbar nach der auf Dienstag. den 4. Juni. angesetzten Sitzung des Auswärtigen Ausschuises, jedenfalls aher vor der geolanten Abreise“ des Reichsaußenministers bereit zu erklären. Danach sind zu Beginn oder Mitte nächster Woche Plenarverhandlungen im Reichstag über die Tributfrage zu erwarten. Die deutschnationalen Vertreter haben außerdem im Hausbaltsausschuß beantragt. die im übrigen getroffenen Vereinbarungen über die Redezeit, durch die die endliche Verabschiedung des Haushalts gefördert werden soll, für die Besprechung des Kriegslastenhaushalts aufzuheben, damit die Tributfrage im Anschluß an den Haushalt der Allg. Finanz= verwaltung und des Kriegslastenhaushalts auch im Haushaltsausschuß eingehend beraten werden kann. Diese Beratung wird voraussichtlich Ende nächster Woche stattfinden. Deutsche Volkspartei und Konkordat Stellungnahme erst nach Bekanntgabe des Entwurfs Berlin, 30. Mai.(Telegr.) Die„Nationalliberale Korresvondenz“. das amtliche Organ der Deutschen Volksvartei, stellt gegenüber anderslautenden Blättermeldungen fest, daß über die Große Koalition in Preußen keine Verhandlungen im Gange seien, und nimmt weiter zu der bekannten Rede des Zentrumsabgeordneten Dr. Heß in Linz Stellung. Die„Nationalliberale Korrespondenz“ schreibt:„An dieser Rede ist mancherlei Interessantes, einmal die Versicherung, daß das Zentrum auch weiterhin für die Große Koalition in Preußen eintreten wird. Es sei abzuwarten, ob diese Erklärung mehr als ein theoretisches Bekenntnis bedeutet. Dann die Tatsache, daß das preußische Kabinett dem Kontordatsvertrag bereits seine Zustimmung gegeben hat. Aehnlich kann man aus der Rede des Reichskanzlers Müller, auf dem Sozialdemokratischen Parteitag in Magdeburg schließen, wobei er das preußische Konkordat als durchaus annehmbar hinzustellen bemübt gewesen ist. Wir wollen einmal annehmen, das wäre so, aber auch dann wird es Heß einer ihrer Verantwortung bewußten Partei nicht verübeln können, wenn sie ihre Stellung zu einer Sache erst dann errlart, wenn ihr der Wortlaut des Entwurfs bekannt ist. Am wenigsten wird die Deutsche Volksvartei bereit sein, auf eine solche sachliche Stellungnahme zu verzichten, gleichgültig, ob sie sich in der Regierung oder in der Opposition befindet. Wenn es richtig ist, daß der Eniwurf in der nächsten Woche bekanntgegeben wird, so werden wir ja bald klarer sehen können. Die Demokraten haben aus diesem Anlaß eine außerordentliche Sitzung ihrer Landtagsfraktion einberufen. Die Drohung mit Kulturkampfstimmung einerseits. Verlockung an die evangelische Kirche anderecseits dürfte jedoch in keinem Fall das geeignete Mittel zur Förderung des Konkordatsabschlusses sein. Je ruhiger und sachlicher sich die-öffentliche Aussprache vollziehen wird, umso besser wird einem berechtigten Interesse aller Beteiligten gedient werden können.“ — Die Interessen der Gläubigerstaaten erfüllt Deutschnationale Interpellation über die Pariser Einigung Eine Reichstagsdebatte über Paris Der Wahlsieg der Arbeiterpartei in England Konservative Niederlage Die Liberalen das Zünglein an der Waage im Parlament] Eine Koalitionsregierung muß kommen Das Wahlergebnis Gewinn und Verlust * L o n d o n, 3 1. M a i. W i e d e r Amtliche englische Funkdienst meldet, liegen bisher die Ergebnisse auf 506 Wahlkreise vor. Es haben erhalten: die Konservativen 252 Sitze, die Arbeiterpartei 288 die Liberalen 51 und die übrigen Parteien 5 Mandate. Gewinnchaben zu verzeichnen: Arbeiterpartei 129, Liberale 29, die übrigen Parteien 3. Demgegenüber haben die Konservativen 139, die Liberalen 19. die Arbeitervartei 4 u. die übrigen Parteien 2 Mandate verloren. Berlin, 31. Mai 1929. Die Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Volksvartei hat folgende Intervellation im Reschstage eingebracht: Die durch amtliche Mitteilung der Pariser Konserenz vom 29. Mai bekanntgegebene Einigung über die deutschen Jahreszahlungen rech fertigt alle Besorgnisse zu denen seit dem 1. September v. J. die Einle###na und Fübrung der Pariser Verhandlungen Anlas gegeden dat. Entgegen den gettoffenen Vereinbarungen dat die Konserenz nicht ein wirtschaftliches Gutachten ab gegeden. sondern ein in die Form sachverständiger Begutachtung gekleidetes politisches Abkommen nen. Dabei und alle rechtlich und politisch degrundeten Forderungen Deutschlands under####sichtig geblieben. Der im Verfailler Vertrag festgesetzte Maßstab für die deutschen Zahlungen ist verlassen, die disberigen deutschen Leistungen sind nicht angerernet worden. Die Vorbedingungen für die Wiederherstellung der deutschen Leistungefähigkeit, insbesondere die Beseitigung der unhaltbaren Grenzverhaltnisse im Osten Deutschlands sind völlig außer acht geblieden. Als Maßstab für die deutschen Zahlungen sind lediglich die Forderungen und Interessen der Glaubiger zugrunde gelegt worden, inebesondere die Deckung der internationalen Schulden an die Vereinigten Staaten von Amerika. für die Deutschland mit aufzukommen bat. Durn, freiwillige Unterschrift soll Deutschland neue erdrückende übernedmen, die zu tragen es nicht verpflichtet ist. Die auf dieser Grundlase vereinbarten Zahlungen übersteigen weit die Fähigkeit Deutschlands, sie im Innern aufzubringen und nach außen abeuführen. Daran wird durch die noch ausstehende Einigung über die deutschen Ein Mandat fehlt Keine absolute Mehrheit der englischen Arbeiterpartei. X London. 31. Mai. Trondem von den bieder gewahlten Unabhangigen mindestene einer mit der Arbeitervartei zusammengeben durfte, ist es der Arbeiterpartei nicht mehr moglim. eine absolute Mehrheit im Unterhaus zu erlangen. Selbst wenn sie die samtlichen noch ausstehenden 18 Mandate gewinnen sollte, wurde sie es nur auf 307 Mandate bringen und um eines hinter der absolnten Mehrheit zuruckdleiden. Wiedergewählt Die Frauenkandidaten haben im allgemeinen schlecht abgeschnitten. Dus einzige weibliche Mitglied der liberalen Partei im letzten Parlament, Mrs. Runcinan, ist in ihrem Wahlkreis unterlegen. Der frühere Verkehrsminister der Arbeiterpartei Gosling ist wiedergewählt worden. Auch der Sohn Lloyd Georges wurde gewählt. Mitglieder des Kabinetts wurden nicht geschlagen, doch sind einige Unterstaatssekretär unterlegen. Der Außenminister Chamberlain siegte in seinem Wahlkreis Birmingham=West gegen den Arbeiterkandidaten mit einer Mehrheit von nur 43 Stimmen. Wiedergewählt wurden: Lord Eustache Percy(Unterrichtsminister im konservativen Kabinett), Joynson Hicks (konservativer Innenminister, dessen Mehrheit, die im Jahre 1924: 10944 Stimmen betrug, auf 5966 Stimmen zurückgegangen ist). der Arbeiterführer Artur Henderson(dessen Mehrheit von 4465 auf 7954 Stimmen gestiegen ist), der konservative Luftfahrtminister Sir Samuel Hoare(mit einer etwas erhöhten Mehrheit), der konservative Kriegsminister Evans. der konservative Sir Philiv Sassoon(dessen Mehrheit vom Jahre 1924 von 8907 Stimmen auf 6912 gefallen ist), der Arbeiterführer Ben Tillett=(gegen den der Konservative Haden Guest unterlag), der Arbeiterführer Ben Turner, der Arbeiterführer Ponsonby(der seine Mehrheit von 2345 auf 10 499 Stimmen erhöhte).„„ mitglied der Arbeitervartei und Schwiegersohn Lord Wiedergewählt wurde das bekannte ParlamentsCurzons, Sir Oswald Moslen Der Attornen=General in der konservativen Regierung. wurde durch eine Mehrheit von 4225 Stimmen geschlagen(ein Arbeitersieg gegen die Sir Thomas Inskiv, wurde durch eine Mehrheit von Konservativen), da Inskiv bei den letzten Wahlen eine Mehrheit von 3150 Stimmen hatte. Gewählt wurde außerdem der bekannte Rechtsanwalt Jovitt(ein liberaler Sieg gegen die Konservativen). Wiedergewählt wurden außerdem die Arbeiterführer Tom Shaw (früherer Minister in der Arbeiterregierung). Lansbury, Ammon, sowie die Pariamentskandidatin der Arbeitervartei Frau Wilkinson. Gewählt wurde der Arbeiterkandidat Oliver Baldwin. Sohn des konservativen PremierministerStanlen Baldwin. Oliver Baldwin schlug den bisherigen konservativen Kandidaten, der bei der letzten Wahl eine Mehrheit von 885 Stimmen hatte, mit einer Mehrheit von 3043 Stimmen. Nach den Wahlen en Die englischen Parlamentswahlen gemein erwartete Ergebnis gehabt Die absoluter Mehrheit seit 1924 regierende kon Partei dat eine schwere Nie derlage wangsläufig eine Regierungsneubi Folge haben muß. Die Partei des Minist Baldwin dutzt nunmehr im Unterhaus 7 Mehrheit ein und dat darüber hinaus derart datsverluste erlitten, daß die stegr beitervartei ihr den Rang als stär“st partei streitig macht. Immerbin in der W ben it e s allblicher ervatide rlitten, die duns Jur roräsidentes iese absolute hohe Maneiche ArUnterhausblerfolg der —. Arbeitervartei nicht so entscheidend, daß sie das Erbe der Konservativen in der Regierung alleen antreten könnte. Wenn die noch ausstebenden reitlichen Wahlergebnisse keine groben Ueberraschungen medr bringen. dann werden sich Rechte und Linke im Unterhaus etwa gleich stark gegenüberstehen und die Liberalen trotz ihrer geringen Mandatszahl das Zünglein an der Waage bilden. Von ihrem Entschluß wird es abdängen ob die Kcalitionsregierung eine konservativ=liberale sein wird, oder ob unter Führung Macdonalds Arbeiterpartei und Liberale die Regierung stellen werden Die Lage int also noch ungerlart. Nur eines steht sest. Lö Konserpakiv=liberale oder Arbeiterpartei=liberale Regierung, der außenvolitische Aurs Englands wird eine grundsätzliche Aenderung keinesvalls erfahren. Er ist leit langem traditionsgebunden. Damit wird man in Deutschland bei Betrachtung des Wahlergebnisses vor allem zu rechnen haben. Wenn der Wahlaussall in deutschen politischen Kreisen beifällig ausgenommen wird, dann geschieht das in erster Linie aus der Erwögung deraus. daß der gewiß nicht besonders deutschfreundliche Kurs der konservativen Regierung durch das neue Kabinet: keinessalls eine Verschärfung erfahren wird. Der Prozeß Jakubowski—Nogens Staatsminister a. D. Dr. Hustacdt soll vernommen werden Im wesentlichen keine neuen Momente geschödigten Musiker austreten werden, eine ganze Tages: Hütg in dem GLobie Sötfugbaten Soal anbtranmt. Jur Montag sind weitere Vernehmungen gegen James Klein anberaumt. Neue Klagen dürften folgen. Urteil im zweiten Husumer Bauernprozeß 4 Husum, 31. Mai.(Telear.) Im Prozeß gegen die zehn Landwirte, die am 7. Februar in das Hulumer Finanzamt eingedrungen sind, und wegen Hausfriedensbruchs angeklagt waren, wurde gestern das UrUoch keine Klarheit a Neustrelitz, 31. Mai.(Telegr.) Zu Beginn der Vormittagsvethandlung im Jakubowski=Nogens-Prozeß beantragte Nebenkläger Dr. Brandt, den meckleuburg. Erelivschen Staatsminiker a. D. Dr. Hustgedt ale gen zu laden. Staatsminister Dr. Hustaedt soll darüder hefragt werden. weshalb er tron des ichwachen Indizsenbewene= die Begnadigung Jakubowskis abgelehnt habe. Die weitere Vernehmung der Angeklagten Frau Kaebler ergab keine besonderen neuen Momente. Dann wurden die Angeklagten Blöcker und August Nogens vernommen. Den Blöcker soll Jakubowski einmal gefragt haben, ob man den kleinen Nogens wohl finden wurde wenn er im Kaninchenloch stecke. worauf Blöcker geantwortet haben will: Wie kann man einen großen Jungen ins Kaninchenloch stecken? August Nogens bleiht dabei, er habe von Jakubowiki gewutt, daß der Mord von Blöcker begangen worden sei. August Nogengibt zu. bei leinen Aussagen früher nicht bei der Wahrheit geblieben zu sein. Friz Nogens erklart, sein Bruder August habe ihm bei einem Zusammentreffen in Lubeck gesagt. er. August. hatte dem kleinen Ewald die Keble zugedrückt. August Nogens bestreitet diese Aeußerung. Nach der Mittagsvaule wurde der Gerichtsbeschluß verkündet. den früheren Staatsminister Hustaedt als Zeugen vorzuladen. Darauf begann die Zeugenvernehmung. Dr. Bubre. der in seiner Eigenschaft als Geistlicher die Familie Nogens gut kannte. schilderte deren Verhältnisse als reichlich verwahrlost Die Glaubwurd#akeit der Frau Kähler. verwitwete Nogens. lei zweisel: haft. Etwas näher äußerte sich der Zeuge über Jakubowski selbst. Nach dem Verschwinden des kleinen Ewald habe Jakubowski ihm in sehr ernstet Form erklärt. er bei nicht schuld daran und habe auf russisch ungefahr gelagt:„Wenn wir eine Zeitlang warten, wird es wohl klarer werden". Nach dem Eindruck des Zeugen schien Jakubowiki sich persönlich nicht an dem Mord beteiligt zu haben. Im übrigen habe um Jakubowski geweigert Näheres über das Verschwinden Ewalds zu sagen. Der Zeuge stellt jest daß die Unschuldsbeteuerung Jakubowskis nur teilweise den Eindruck der Wahrheit auf ihn gemacht hätte. Er habe jedoch dem Russen den Mord nicht zugetraut. Sodann wurde der Zimmermann Dunker aus Palin= en. der der Vormund der Kinder Jakubowikis war. als uge vernommen. Er bekundete. er habe den Eindruck gehabt, als habe sich Jakubonski vor der Alimentenzahlung drücken wollen. Frau Kähler bestätigte dem Vorsitzenden, daß Jakuboswki ihr gesagt habe, sie solle versuchen. die Kinder los zu werden. Die Gemeinde habe aber ihre Bitte. ihr die Kinder abzunehmen. abschlagig beschieden. Auf eine Frage des Vorsitzenden erklärte der Zeuge Punker mit aller Bestimmtheit. vannes(Jodann Nogens) sei in der Familie Nogens die einzige glaut: wurdige Person und dieser habe ihm erzahlt. Jakubewlli habe ihn am'ordtage nach Milch geschickt. Als er wieder zurückgekommen sei. sei der kleine Ewald nicht mehr zu Hause gewesen leil gesällt. Die Angeklagten Olf und Bielenberg wurden reigesprochen. alle übrigen Angeklagten zu 1e 80 Mark Geldbuße und Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. In der Begründung des Urteils wird unter anderem ausgefuhrt, daß es von den Richtern selbtt als schmerzlich empfunden werde, immer wieder ehrenwerte Landwirte aburteilen zu müssen; doch betrachte man es als Pflicht, der Unbotmäßigkeit und dem der dauernden Verbetzung entloringenden Unfug zu steuern. Die Geldstrafen seien auch in diesem Falle für ausreichend zu erachten Der Prozeß gegen den Urenkel Schillers Wurzburg, 31. Mai. Die Mittwochnachmittagsverhändlung brachte die Vernehmung von Sachverständigen. Es handelt sich hauptsächlich um die Frage, ob Gleichen=Rußwurm geistesgestört oder normal in. Als erster jener Sachverständigen, die über den Geisteszustand des Angeklagten aussagen sollten, kam Dr. SpeerLindau zum Wort. Dr. Sveer hatte seinen Ausführungen zu Grunde gelegt, daß der Baron zwei grüne Kästchen vertauscht und statt einer Perlenkette eine tote Maus verschickt habe. Weiterbin betonte der Sachverständige. daß der Baron erblich beianer sei, da auch Vorfahren von ihm väterlicherseits Störungen des Geisteslebens gehabt hätten. Der Sachverständige war nicht der Meinung. daß ein Dämmerzustand oder eine Unfallneurose vorliege, wohl aber glaube er bewiesen zu haben, daß eine Störung der Geistestätigkeit, die freie Willensbestimmung ausschließt, vorliege, so daß dem Angeklagten der Schutz des Paragrapben 51 des Strafgesetzbuches zustehe. Es bandle sich aber höchstens um eine geistige Veränderung oder eine leichte Gebirnerkrankung. Die Verbandlung wurde hierauf vertagt. chaftlie Rubraeb Aus Westfalen und Rheinland Der Prozeß 2 Belgrad. 31. Mai.(Telear.) Im Fortgang der Prozeises gegen Tuniia Ratichitsch und Genossen wegen der Mordtaten im Parlament wurden die Auslagen von Zeugen verlesen, die nicht personlich zur Stelle sind. Zu erwähnen ist inskesondere Die Ausiaac des ebemaligen Abgeordneten Pribitschewitsch, der im Augenblick der Tat neden Stepdan Raditich saß und erklart. Ratschiisch habe zwei Schusse angefeuert. dann in die erste Reihe des Halbkreises im Saal gezielt und weiter geschossen. Roch sonstigen Bekundungen soll der Angeklagte Povowitsch gerufen haben. es werde keine Ruhe geben. solange nicht das Haupt. Stephan Raditsch, gefallen sei Massenklagen gegen James Klein 4 Berlin, 31. Mai(Telegr.) In den nachsten Tagen steht das Arbeitsgericht Berlin m Zeichen der euroochischen Rennne#####esellschaft und von James Klein. Bei den ersten am Freitag verhandelten Klagen war James Klein nicht erichtenen, so daß in allen Fällen Versäumnisurteile gegen ihn ergingen. Es handelte sich um Klagen der geschadigten Detorationomaler und Portiers. Fur Samstag hat Klein sein persönliches Erscheinen„angekundigt". Ob er sein Versprechen halten wird, bleibt jedoch abzuwarten. Jedenfalls in für morgen, wo die Bootsunglück auf dem Hengster=See Hagen, 31. Mai. Ein schweres Bootsunglück ereignete sich auf dem Hengsteosee. Drei junge Leute aus Hörde. namens Friv Ising, Wilhelm Wahle: und Paul Schonfeld unternahmen eine Boo.sfahrt Plörlich schlug das Boot um. und alle drei Insassen stürzten ins Wasser. Wädrend es dem Paul Schönseld gelang, wieder nach oben zu kommen und sich ans User zu retten, blieben seine beiden Freunde verschwunden. Sofort angestellte Rachforschungen dlieben erfolglos. Auch die Hagener Berufsseuerwehr mit ihren Rettungsger##en konnte die Leichen noch nicht finden. Der Boden des Sees ist sehr verschlammt, so daß die Auffindung der Toten sehr schwierig ist Errichtung einer Großsiedlung in Hagen. Hagen, 31. Mai. Wie wir hören, plant die Westfglische Heimstätte in Münster die Errichtung einer Großsiedlung auf dem Eilverfeld, das in einer landschaftlich reizvollen Gegend liegt. Es sollen etwa 330 Wonnungen mit ausreichendem Gar engelände erstellt werden. Die Häuser, die sämtlich anschlußfertige Badezimmer erhalten, werden zweistöckige Landdausbauten teils in offener. teils in Reihenbebauung. In erster Linie welden Kleinwohnungen zu tragbaren, unter den normalen Säven liegenden Meien erstellt werden. Die Stadtverwaltung Hagen, die diese: Jahr bereits 2 Millionen Mark für den Wobnungsbau zur Verjugung gestellt bat, gibt das ihr gehörige Gelande u Erbbaurecht gegen Erstaltung eines entsprechenden jährlichen Erbhauzinses mit der Margabe, daß nach 90 Jahren das Gelände mit der Siedlung unentgeltlich in den Besin der Stadt zurückgebt. Zur Aufschließung des Gelandes ist der Bau zahlreicher Straßen vorgesehen; insbesondere soll eine große Ringstraße um die Siedlung angelegt werden. Von den 120000 Mark betragenden Straßenbaukosten zablt die Heimstätte sofort 60 000 Mark zi bar, während die andere Hälfte in Erbbauzins verrechnet wird. Mit Straßenbau und Kanalisation werden sich die gesamten Kosten für die Siedlung auf 320000 Mark stellen. Spatestens zum 1. Juli soll mit dem Bau dieser Siedlung begaznen werden. Man rechne: mit einer Fertigstellung bis zum Ende dieses Jabres. Hierdurch würde der Arbeitsmarkt sowie das gesamte Hagener Wirtschattsleben eine starke Belebung erfahren Mysteriöses Verschwinden eines Pumpenwärters * Essen, 31 Mai. Als der Pumvenwärter August D heute früh gegen 5.40 Uhr seinen Dienst auf der im Hasengelände gelegenen Pumrstation Vordeck antreten wollze vermißte er seinen Kameraden Wilhelm Schulten. der bis um 6 Uhr Dienst verrichten mußte. Er meldete dies sofort der Polizei. Die Mordkommission unter Leitung des Kuminaldirektors ersch en sofor: am Tatort, nahm die Ermittelungen aus und scherte die Tatorturen Es konnte folgender festgestellt werden: Um 4.25 Uhr hatte Schulten die leute Eintragung über die Laufzeit der Pumpe ordnungsmäßig in ein dazu bestimmtes Buch eingetragen. An der Transvortwelle des Pump werkes, das noch in vollem Betrieb war, wurden Hoare, Blutspuren, einige kle ne Fevon von einer Hose und Knöpfe von der blauen Arbeitsbluse des Schulten vorgefunden. Die Transvortwelle des Pumpwerkes ist in 1 Meter Höhe über dem Fußboden angebracht. Be sämtlichen Krankenanstalten wurde sofort Nachsrage ge. halten, ob Schulten dort etwa eingeliesert worden sei. was jedoch überall verneint wurde. Man nimmt an, daß Schulten, der nach Zeugenauslagen an Schwindelanfällen litt, ern Unfall zugestoßen ist. Wahrscheinlich ist er bei einem solchen Anfall mit dem Gesicht auf zwei auf der Transvortwelle dicht nebeneinander befest gie Niemenscheiben gefallen und mit herumgeschleudert worden, wobei ihm möglicherweise sein langer Vollbart ausgerissen und seine Kleider beschädigt wurden. Vielleicht hat er dann in seinem verletzten Zustand einen Arzt aufgesucht, oder aber. was noch unwahrscheinlicher ist, hat er sich in dem Schmerz und in der Erregung zu dem in unmittelbarer Näbe gelegenen Rhein=Herne=Nanal begeben oder aber auc zur Berne, die ebenfalls unmittelbar am Pumpwerk in den Rhein=Herne=Kanal mündet, um seine Wunden abzuwaschen und zu kühlen. Dabei wird er wahrscheinlich ausgerutscht und ins Wasser gefallen sein Merkwürdigerweise nahmen de Polizeihunde. die sofort angesetzt wurden. stets eine Svur vom Pumpwerk zum Rbein=Herne=Kanol aus und gingen bis ins Wasser hinein. Umsangreiche Ermittelungen nach dem Verschwundenen sind eingelettet worden. Zur Zeit werden die Gewässer noch abgesucht, woran sich außer zahlreichen Kriminalbeamten mit Polizeibunden. Beamte des Rlichswasserschutzes Minden mit einem Boot, Beamte von der Schleuse 3 der Rhein=Herne=Kanals mit einem Kahn owie Beamte des Kruppschen Oberwachtdienstes und der Hasenverwaltung Krupy beteiligen. Bisher konnte der Verschwundene ncht ausgefunden werden. Ein Verbrechen scheint nach der Sachlage ausgeschlossen. Die Uhr des Be schwundenen wurde in der Pumrstation vorgefunden. Geldmittel batte er nicht in seinem Besitz. Nachrichten, die zur Auffindung des Verschwundenen. der 53 Jahre alt ist und in Bordeck. Lüscherhofstraße 98. wohnt, dienen, erbittet die Essener Kriminal. direktion. Tagung der Vereinigung der Roionialwaren=, Lebensmittel= und Feinkost=Einzelhändler. Essen, 31. Mai. Im Sitzungssaale des Rathauses traten deute Abordnungen von mehr als einem Dutzend europaischer Staaten aus den Reiben der Einzelhändler zusammen, um über die wirtschaftlichen Fragen dieses Teiles des Einzelbandels zu beraten. Vertreten waren teils unter Führung der in Deutschland ansässigen Konuln, Kaufleute aus Amerika, Belgien. Finnland. Frank. reich, Holland, Italien, Norwegen, Oesterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei, Ungarn. Spanien, Lettland. Oberbürgermeister Bracht begrußte die#remden Gäste im Namen der Stadt Essen und wies auf die engen wirten Beziebungen der Industrie Essens and des Ruhrgebietes zu fast allen auswärtigen Völkern vin. Aehnliche Gedanken sprach der Vertreter der Reichsregiekung aus, der im Auftrag des Reichsministers für Ergährung und Landwirtschaft und des Auswar igen Amtes die Tagung begrüßte. Dann folgte eine stattliche Reihe von Begrüßungsansprachen der Vertreter ausländischer Aberdnungen. Nach Verlesung der Begrütungstelegramme sand eine Ehrung der Toten statt. Der Präsident Lauri=Schweiz gab einen längeren Bericht über die augenblickliche schwierige Lage im Lebensmittelbandel und forderte besonders den Schutz und die Erbaltung des kaufmännischen Mittelstandes. Reichstagsabgeordneter Borrmann= Den# land referierte über das Thema:„Anspruch auf Mitarbeit bei der Wirtschaftskonferenz im Völkerbund", während sich zwei ausländische Redner über„Die Individualwitt= schaft, eine Staatsnotwendigkeit" verbreiteten. PlaßOesterreich sprach über Die Provaganda der Markene artikelfabrikanten in den Warenhäusern". mea von Abendt, 30. Mai. In einer äußerst stark besuchten Kundgebung sand sich die Rheodter Bürgerschaft, die bekanntlich nan nen Dosttich, eianalen his zu den Demokraten gegen die Zwangvereinigung mit M.Gladbach ist, zusammen. In längeren Ausführungen begründete Herr Kämmerlin, der Vorsitzende des Vereins zur Wahrung der gewerblichen Interessen, daß für M Gladbach keine Notwendigkeit auf Erwerb neuen Siedlungsgeländes bestehe und forderte lediglich die freiwillige Vereinigung der beiden Städte Rheodt und Odenkirchen zu einer Mittelstadt. Zum Schluß wurde folgende Entschließung angenommen: „Die heute von Vertretern dee bürgerlichen politischen Parteien, der Vereinigungen der Wirtschaft und Industrie, des Handwerks und Gewerbes und der christlichen Gewerkschaften zahlreich besuchte Bürgerversammlung der Stadt Rhendt erhebt gegen die von der Regierung in dem Gesetzentwurf über die kommunale Neugliederung des rheinisch=westfälischen Industriegebietes geplante Zwangsvereinigung der Stadt Rbendt mit M.Gladbach einmütig Protest, da dieser Zusammenschluß mit den wiederholten Entschließungen der Stadtverordnetenversammlung in schroffstem Widerspruch stehen und gegen die berechtigten Interessen der Stadt Rhendt verstoßen würde. Die Bürgerschaft der Stadt Rherdt beanlvrucht von den maßgebenden Stellen Gewährleistung des verfassungsmäßigen Selbstverwaltungsrechtes. Sie richtet in großer Sorge um die volle Wahrung der berechtigten Interessen der Stadt Abendt an den preußischen Landtag den dringenden Rut. den Lebensbedürfnissen der Stadt Rheydt volle Grechtigkeit widerfahren zu lassen und mit einer Vereinigung der Stadte Rheydt und Odenkirchen auf der Grundlage der freiwilligen Zusammenschlusses sich einverstanden zu erklären.*„„ In dem Schlußwort forderte Stadtverordneter Pierdmenges noch einmal:„Hände weg von Nheodt!" Der zweite Prüfungstermin im Konkurs Joubkoff Boun, 31. Mai. Der zwcite Termin zur Prüfung der Konkursforderungen im Zoubkoffkonkurs bat ietzt stattgesunden. Der Konkursverwalter erkannte wieder einige kleine Forderungen an, bestritt aber alle größeren. Der nächste Prüfungstermin ist Anfang Juli. Gegen den Russen Dr. Iwanow, den früheren Generalbevollmächtigten der Frau Zoubkoff. in Haftbefehl und Stedbrief erlassen worden. Dr. Imanow hatte bekanntlich einige Tage vor der Konkurseröffnung in München auf Wechlel einen Schmuck für 66000 Mark gekauft, diesen aber am nächsten Tage in Berlin für 26000 Mark wieder verkauft. Davon hat er 18000 Mark für sich behalten und ist damit ins Ausland geflüchtet. Wirtdo Besuch in Trier. #r Trier, 31. Mai. Der Reichominister für die besetzten Gebiete. Reichskanzler a. D. Wirth. weilte am Wittwoch und Donnerstag in Trier. Er hatte hier eingebende Besorechungen mit dem Vorsitzenden der Zentrumsparte, Prälat Dr. Raas. Mit dem Regierungtprasidenten Dr. Sassen wurde gemeinsam die Notlage des Regierungsbezirko Trier erörtert. Der Reichsminister hat sich auf Grund dieser Besprechungen entschlossen, nach Abschluß der Revarationskonferenz den westlichen Grensbezirk zu bereisen, um mit Vertretern der Bevolkerung Verhandlungen über eine baldige Hilfsaktion aufzunehmen. In Trier nahm Dr. Wirth auch an der Fronleichnamsorosession teil und stattete dem Vischof Bornewaller einen Beluch ab. Unwetter an der Ruwer. 4 Trier, 81. Mai. Gestern ging im Ruwertal ein Gewitter nieder, das riesige Wassermengen und Hagel zur Folge batte und über eine Stunde dauerte Die auf der Strecke des Gewitters liegenden Weinberge und Felder haben schweren Schaden erlitten. Die Frucht ist bis zu 90 Prozent vernichtet. Eine Bauernfrau. die mit Feldarbeiten beschäftigt war und vor dem Unwetter flüchten wollte, wurde vom Bliv erschlagen Kerbert Codebrechts Sendung Von Georg Julius Petersen (Nichdeus verdeten) (29. Fortsetzung Ein Klopien an der Tür bewies beiden, wo sie sich eigentlich besanden. Ein Gerichtsdiener(derselde, mit dem Ruth anfangs zu tun gehabt hatte) trat ein und flüsterte dem Richter einen Namen zu, der Herbert hoch aufborchen ließ: Dr. Scheel=Brakdow Der Richter überlegte geraume Zeit „Ich lasse bitten,“ entschied er endlich „chuten Motgen.“ sagte der junge Rechtsanwalt, nach srei Seiten hin sich verneigend.„Guten Morgen. Herdert!" Er schüttelte ihm die Hand. „Gestattest Du, Rutd: Herr Rechtsanwalt Dr. ScheelBrandow— Fräulein Bindewald, meine Verlobte.“ Schee' Brandow machte große Augen.„Ich habe wohl die Ehre, in Ihnen, gnädiges Fräulein, die Schwester meines Jugendfreundes Walter Bindewald zu sehen?“— Ruth bejahte.—„O. das freut mich lebhaft. Gestatten Sie, daß ia Ihnen meinen herzlichsten Glückwunsch zu Ihrer Verlobung ausspreche. Der Besucher begrußte nunmehr den Richter, der verwundert auf die Gruppe geblickt hatte. „Sie wollten Herrn Godebrecht aufsuchen. Herr Toktor" „Ja.“ Und leise, so daß nicht einmal Herbert und Ruth es horen konnten, fügte er hinzu:„Ich komme als ein Rechtsbeistand.“ „Das gibt Ihnen naturlich gewisse Rechte,“ antwortete der Richter ebenio undeutlich. Laut lagte er:„Wir konnen die Vernehmuns vorläufig abbrechen.“ Er macht: Ruth eine Verbeugung, die sie sofort verstand Sie brachte in Gegenwart Scheel=Brandows es nicht fertig, Herbert zu umarmen, sondern beließ es bei einem langen Blick und einem Handedruc Herbert und Scheel=Brandow gingen, gefolgt von dem Gerichtsdiener, in des ersteren Jelle zuruck. „Armer Nerl“. lagte er, als sie allein waren.„Ja, eine Verlobung malt man sich anders aus. Denn das entscheidende Wort in doch eben erst gefallen, nicht wahr?— Gestern wußie ich noch von nichts.“ Sein Blick war nicht ohne Siteng: „Du vermutest recht. Artur. Gestern dachte ich selbst noch nicht daran. Heute morgen tried es Fräulein Bindewald zu mit— Du verstebst Ich verstehe." „Und da 2a. Du kannn eine Erklarung von mit verlangen. Du halt ein Recht dazu Wieso?", Scheel=Brandow tat verwundert.„Ach. Du meinst wegen meiner Schwefter, stimmt's?“ Herbert nickte.„Halt Du irgend welche Erwartungen in ihr erweckt?“ „Nein, aus Ehre. Artur, nein.“ Nun. also. Ich glaube vielmehr, daß Du Eindruck auf die kleine Person gemacht halt. Was ist dabei, wenn ich es Dir las=?— Gestern abend nach Deinem Fortgang, zog sie sich lange vor Schluß des Festes auf ihr Zimmer zurück. Und heute morgen kam sie zu mir ins Frühstuckszimmer gesturzt, wo ich zum Glück ganz allein saß. Sie wollte mir das zeigen, was Deine Braut und noch andere lo aus der Fassung gebracht hat; kurz und gut...“ Mit krauser Stirn hielt er inne. Was?“ drangte Herbert „Ich müßte sofort zu Dir geben, verlangte sie, und Dir sagen, daß sie Dir das von gestern abend nicht nachtrüge." Eine Pause folgte. Und Deine Eltern?“ „Sie waren noch nicht erschienen, als ich fortging.“ Und wenn Deine Schwester nun erfahrt, daß ich — fragte Herbert.„Es sollte mir leid tun, wenn ich ihr einen Aummer verursachen sollte." „Das wird sie verwinden. Ein kleines Fruhlings. gewitter, nichts weiter Zudem ist sie eine Scheel=Branbow.“ Das klang stolz, fast hochmütig.„Aber nun zu Dir. Herbert. Erzahle mit doch mal den ganzen Verlauf dieser Geschichte wenn möglich mit den osochologischen Momenten, denn ohne diese ware mir diese Affare einfach unverständlich“ Er hörte gespannt zu, als Herbert dieser Aufforderung nachkam „Ein einfacher Akt der Notwehr,“ folgerte er endlich. Darauf läßzt sich keine Anklage aufbauen. Nur eins könnte die Staatsanwaltschaft bestimmen, gegen Dich vorzugehen.“ „Und das ist?" fragte Herbert gewannt „Der Revolver. den Du aus Deiner Wohnung gebolt hast, bevor Du in die Gildengasse fubrst" „Aber mit der Faust konnte ich dech wohl nichts ausrichten! „Herbert,“ sagte der Rechtsanwalt nach angestrengtem Nachdenken.„Du sorachst von einem Auftritt. den Du vorigen Dienstag mit Sperher gehabt hättest. Von Teiner maßlosen Erregung daruber, daß der Reil versucht bat. Dich von dem Stand des Ebrenmannes berabzuzieben, weil Du— aus Ritterlichkeit gegen die Reberts — im Fall Droege den Uhrendiedstahl verschwiegen und dadurch dem Gericht die Möglichkeit genommen hättest, den Pelzdieb. Sverber allo, zu ermitteln: Sollte diese Erregung nicht einen tiesen Haß erzeugt haben, und der Haß nicht den Wunsch?"... Sein bartloses, fast tünglingshaft anmutendes Gesicht mit den allerdings bochintelligenten Augen war Herbert voll zugekehrt. „Ja. Du hast recht.“ erwiderte Herbert mit einem Aufatmen. „Und gestern abend hieltest Du die Gelegenheit für gekommen?"... Die Absicht, ihn zu erschießen, datte ich natürlich nicht von einem glühenden Haß gegen ihn will ich mich nicht reinwaschen.“ „Gut. Also Notwehr, nichts weiter. Was Du gedacht hast, geht niemand etwas an.“ „Doch, ich werde es offen bekennen, nun das Unheil geschehen ist! Es quält mich mehr, als ich sagen kann.“ Brandow sah lange in das zuckende Gesicht „Du wärest imstande. Dich selbst ans Messer zu liefern,“ sagte er dann kopsschüttelnd.„Eine Frage: Hast Du schon an einen Verteidiger gedacht, wenn die Anklage erhoben werden sollte?" Herbert hob den Kopf: in seinem Blick stand seine Gegenfrage so deutlich, daß der andere ohne weiteres hinzusetzte:„Willst Du mir deine Sache anvertrauen?" Artur, wenn Du das wolltest," erwiderte Herbert mit der Erleichterung eines Menschen, der plötzlich Sukkurs erhalt.„Ja, keinem lieber als Dir.“ „Ich werde allo zunächn Deine Freilassung aus der Untersuchungshaft beantragen." Scheel=Branddow stand auf.„Mut,“ sagte er lachend, indem er Herberts Hand ergriff und sie schuttelte. Als Dr. Scheel=Brandow gegangen war, fühlte Herbert sich sonderbar gestärkt. Aber dann schlugen die Gedanken wieder den Weg zu Ruth ein, ein Gluck ohne Maß ergriff von ihm Besig.— Er hatte den Wunsch ausgedruckt, andere Kleidungs= stücke zu erhalten— denn er irug noch den Gesellschaftsanzug.— am nächsten Vormittag erhielt er das Verlangte Frau Landgerichtsrat Brügge hatte einen unverschlossenen Brief beigelegt. in dem sie schrieb, daß der furchtbare Schreck sie krank gemacht habe. Sie liege zu Bett. Herbert Ueidete sich um. bald darauf wurde er zu einer neuer Vernehmung geholt. Zu seiner Ueberraschung fand er in dem Zimmer. in dar er geleitet murde. Thea vor. Der Richter wünschte zu wissen ob Herbert von einem Juwelenschav, den der ermordete Händler in der Rüche seines Hauses vergraben und von dessen Vorhandensein Fräulein Roderts die Behörde benachrichtigt habe. Kenntnis gehabt. „Nein,“ lautete seine Antwort. r warum fragen Sie mich danach?"... Er wollte noch mehr sagen, wollte fragen, ab man ihn denn eigentlich eines Raubmorden für fähig halte— als ihm eintiel. daß Schumann von unerhörten Schäten der Alten gesprochen hatte. Sollte er Schumann mit in diese Angelegenheit hineinziehen?... Nein. Die Juwelen waren da, von der eigenen, besser: Adootiotochter, der Behörde ausgeliefert.„Das, was Roberts besat. kann mich wirklich nicht interessieren,“ fügte er nach Abschluß seines Gedankenganges hinzu,„ich din nte lüstern denach gewesen.“ „Ich habe auch nur eine Frage an Sie gerichtet, koine berabsetzenden Schlußfolgerungen daran geknuon Allo Sie wissen nichts danon. Aber vielleicht interessiert es Sie, zu erfahren— ich soreche jetzt mehr als Privatmann,— daß diese Juwelen zum größten Teil aus dem Besitz des vor einigen Wochen ermordeten Holländerstammen.“ Herbert sab in tiesem Mitleid auf Thea, die ihr Gesicht verborgen hatte. Ob. in welcher Umgebung hatte dies Mädchen gelebt! „Diese Mitteilung erregt mein Interesse nur insofern, als sie deutlich zeigt, wes Geistes Kind der von mir in der Notwehr erschossene Sperber war,“ sagte Herbert mit starker Stimme. „Wir wissen nicht. ob Sverber der Mörder war" „War er nicht der Mörder, dann war er des Mörders Gebilse!— Aber nun erlauben Sie mir. eine Bitte auszusorechen. Ich kann immer noch nicht verstehen weshalb Fräulein Roberts nicht auch ein Opfer des Mörders Sverber geworden ik. weshalb sie von ihm geschont worden ist. Ich möchte Fräulein Roberts nicht zumuten, die Vorgänge. deren Zeugin sie allein gewesen ist. vor mir zu wiederbolen: vielleicht sind Sie so liebenswürdig, mich aufzuflären sobald Fräulein Reberts gegangen ist.“ „Das will ich tun.“ Herbert trat auf Thea z und reichte ihr die Hand. Ein Verhängnis. Fräulein Thea.“ sagte er mit schwankender Stimme„Wo halten Sie sich jetzt auf?... Doch nicht mehr in dem unheilvollen Hause?" „Rein. bei Herrn Schumann.“ „wrußen Sie ihn von mit. Ich bosse lebdaft, ihn und Sie und Rumpnagel. den Braven"(hier errötete Thea tief)„recht bald an andeter Stelle wiederzuseben." scheuen Blick auf Herbert, der nun erfuhr. was vor seinem Eintreffen in der Gildengasse geschehen mar (Vortsetzung folgt 9e7 0-S I Kummer 125 Zweites Blatt Herner Anzeiger Samstag, den 1 Juni 199: Herne hatte einen grossen Tag. festliche Ereignis der Einweihung des neuen Polizeiamtsgebäudes. Lachender Sonnenschein Mau darf ruhig von einem großen Tag sprechen. Fur Herne zunachst, darüber hinaus aver auch für den Bereich des gesamten Präsidialbezirkes. Lachender Sonnenschein lag über dem Rathausviertel, in festlichem grüngeschmückten Gewande erstrahlte die Hauptseite des neuen Polizeiamtsgebäudes. Lustig blies der Wind des letzten Maientages in die teilweise funkelnagelneuen Fahnen Preußens und des Reiches, die an zwei einfach=schönen Ehrenpforten, am Polizeiamt und auf dem Rathausturm wehten. Eine dichte Menschenmauer umsäumte die Bürgersteige. Ein Auto nach dem andern rollte heran und brachte die in festliches Schwarz gekleideten Gäste, eine Polizeimusikkapelle konzertierte. Alles war von einer so frohen und leichten Stimmung getragen, als ob es gelte, bei einem lieben Freunde aus Anlaß eines festlichen Familienereignisses zu Gast zu sein. Der Begriff Polizei hatte all seine Strenge und Schreckhaftigkeit verloren. * Die hohen Gäste. Es waren an 150 Gäste, die sich allmählich vor dem großen Portalbau eingefunden hatten, als der Uebergabeakt begann. Man bemerkte unter ihnen Staatssekretär Dr. Abegg als Vertreter des auf dem Magdeburger Parteitag der S. P. D. weilenden Innenministers, Ministerialdirektor Dr. Klausener vom Innen= sowie Ministerialrat Dammeier vom Finanzministerium, weiter von der Arnsberger Regierung Regierungspräsident König, Vizepräsident Dr. Hüsker, Oberregierungsrat Rellensmann, Regierungsrat Steffen, Polizeidezernent Regierungsrat Dr. Lange, Dr. Piesbergen als Vertreter des Oberpräsidenten, Landrat Stühmeyer, (Bochum), Polizeipräsident Melcher(Essen) und Wiesner(Recklinghausen), die leitenden Beamten vom Polizeipräsidium: Präsident Graß, Oberregierungsrat Kretzschmar, Oberst Heym, Kriminaldirektor Dr. Amelung, eine große Zahl von Offizieren und höheren Beamten, ferner Regierungspräsident Stieler(Aachen), Oberbürgermeister Täger, Oberbürgermeister Kiwit u. v. c. Die Schlüsselübergabe begann damit, daß der Erbauer, Regierungsbaurat den goldenen, auf schwarzem Kissen ruhenden Schlüssel dem Vertreter des Bauherrn, Herrn Staatssekretär Abegg, überreichte. Dieser sprach die Glückwünsche des zu seinem Bedauern verhinderten Innenministers aus, weiter die Anerkennung und den Dank für die Erbauer und schloß mit dem Wunsche, daß die Polizei darin wirken moge unter Achtung kommunaler Selbständigkeit und unter Einordnung in das Staatsganze. Er gab dann den Schlüssel an Polizeipräsident Graß weiter, der ihn mit herzlichen Worten an den Leiter des neuen Polizeiamtes, Reg.Rat Niewiesch, weiterreichte. Nunmehr stieg man die Stufen empor und trat in das prächtige Gebäude ein. Die Uebernahmerede des Reg.=Rais Niewiesch. Im 1. Stockwerk, umgeben von Lorbeergrün, war ein Pult aufgebaut, um das sich die riesige Gästeschar gruppierte und von dem aus Reg.=Rat Niewiesch in gewinnender und formvollendeter Rede folgendes ausführte: Mit aufrichtigem Danke, hochverehrter Herr Polizeipräsident, übernehme ich aus Ihrer Hand den Schlüssel zum neuen Dienstgebäude. Ich tue das mit dem Gelöbnis, daß ich gemeinsam mit meinen Mitarbeitern aller Dienstzweige und Dienstgrade nach betem Können bemüht sein werde, in diesem, ernster Arbeit gewidmeten Hause als treuer Sachwalter unseres Rechtsstaates„um Besten unserer Volksgemeinschaft zu wirken. Was bei der Anlage und Einrichtung des Neubaues von den zuständigen Behörden in Berlin, besonders iber von der Staatshochbauverwaltung in sinnvoller und zweckmäßiger Arbeit geschaffen ist, ist, wie wir sehen werden, erwas sachlich Vollendetes und ästhetisch Schönes. Dieser Bau mit allen seinen der modernen Polizeitechnik entsprechenden Einrichtungen und mit seinen gesunden und ausreichenden Diensträumen aller Art hat daher für uns Polizeibeamte eine besondere Bedeutung. Er bedeutet für uns vor allem eine Belohnung und eine Verpflichtung. Eine Belohnung für die nie wankende Treue, mit der die Polizeibeamten stets, besonders auch im Weltkriege und später im Ruhrkampfe ihre wahrhaft deutsche Gesinnung bewiesen und die nicht wenige von ihnen durch Hingabe ihres Lebens besiegelt haben: eine Belohnung auch für die unermüdliche, oft weit über das gewöhnliche Maß hinaus unter schwierigen Verhältnissen gern geleistete Mehrarbei der Polizei, eine Belohnung ferner für ihr langes und geduldiges Ausharren in engen, ungesunden und sehr behelfsmäßigen Diensträumen. Für diese— auch dem allgemeinen Staatswohl dienerde— Belohnung der Polizei, die nun in lechnischer Vervollkommnung ihres Betriebes den Dienst für die Bevölkerung rascher und wirksamer vollführen kann spreche ich namens der Beamten des Polizeiamts allen am Bau Beteiligken, den Herrn Ministern und ihrer Sachbearbeitern, dem Neubauamt und seinem hochver dienten Leiter, Herrn Regierungsbaurat Meyer, sowie auch allen am Bau beteiligken Unternehmern, Künstlern, Handwerkern und Arbeitern, herzlichen Dank aus; nicht zuletzt auch Dank der Stadtverwaltung Herne, die in den vielen mit ihr behandelten Fragen— Hergabe des Bauplatzes, Formengebung für den Bau im Hinblick auf die gebotene Rücksichtnahme auf seine Umgebung, und in manchen anderen Punkten— das Projekt stets freundlich unterstützt hat. Es ist ein wertvoller Faktor für die Tätigkeit des Polizeiamts, daß es mit der Stad verwaltung Herne, mit Herrn Oberbürgermeister Täger und seinen Mitarbeitern immer recht gute dienstliche Beziehungen gehabt hat. Auch eine Verpflichtung bedeutet die Uebergabe des Neubaues an das staatliche Polizeiamt. Eine Verpflichtung zur besonders getreulichen Erfüllung aller unserer Aufgaben unter gewissenhafter Verwertung aller uns jetzt gebotenen technischen Verbesserungen im Interesse aller unserer Volksgenossen, vornehmlich aber derer, die in seelischer oder wirtschaftlicher Not unserer Hilfe oder unseres warmherzigen Rates besonders bedürfen: eine Verpflichtung erner zur Beurteilung der Arbeit unserer Mitarbeiter auch nach ihrem sittlichen Werte, d h. nach dem Maße, von Pflichttreue, Hingabe und Enssagung, mit dem so oft gerade der Dienst unserer gering bezahlten Beamten verrichtet werden muß: eine Verpflichtung auch zu der klaren Erkenntnis, daß wir Beamte Das neue Polizeipräsidium in Bochum. Polizeiprasident Graß der bisherige kommissarische Polizeipräsident, wurde gestern anläßlich der Einweihung des neuen Präsidialgebäudes in Bochum endgültig ernannt. unsere dienstliche Daseinsberechtigung nicht schon aus der Tatsache unserer staatlichen Institution schöpfen dürfen, sondern erst aus der freudigen, opferbereiten, unparteiischen und uneigennützigen Hingabe an den Dienst. Daß der lebendige Geist dieser Erkenntnis in unserer neuen, so schönen Arbeitsstätte stets wohnen und im ganzen Polizeiamtsbezirk segensreich wirksam sein möge, das walte Gott! Der Rundgang. durch das Gebäude, der sich an diese Rede anschloß, zeigte den Gästen, wie hell, schön und freundlich die Polizei ihr Heim gestaltet hat. Des Erstaunens war kein Ende. Man konnte es sich gar nicht recht vorstellen, daß Polizei, wirkliche Polizei, hier in diesen Herz und Gemüt erfreuenden, künstlerisch schönen Hallen walten und nicht selten auch in Strenge walten soll. * Die Stadt Herne als Gastgeber. Nach dem Rundgange fand man sich allmählich wieder im warmen Sonnenschein draußen vor dem Portale ein, hörte der Musik zu und plauderte in Gruppen recht angeregt. Man sah Staatssekretär Abegg in Begleitung einiger Herren zum Rathaus hinüber: Das hier abgebildete prachtvolle Gebäude— es handelt sich um eine Aufnahme, die bereits einige Wochen vor der endgültigen Fertigstellung gemacht wurde— ist das neue Polizelpräsidium in Bochum. Es wurde gestern seiner Bestimmung übergeben. Bei der Besichtigung, die am Mittwoch die Presse vornahm, kam das Herz und Gemüt Erfrischende, ganz auf Schönheit Eingestellte, aber nicht ohne(angesichts unserer Notlage) bedenklichen Luxus Gestaltete dieses Monumentalbaues recht zur Anschauung. Der erste Spatenstich für dieses Ecke Böde= und Uhlandstraße errichtete Gebäude geschah am 1. Dez. iber 1926. D Bauzeit beträgt also 2½ Jahre. Die Bauanlage, auf einem Sockel von fränkischem Muschelkalkstein errich tet und durchweg mit Oldenburger Klinker verblendet. wird am höchsten Punkte des Gebäudes von einem 37 Meter hohen Turm massiv gekrönt, unter dem sich die pompöse Eingangshalle befindet. Die Ausgestaltung im Aeußern und Innern, ihre technische Durchführung und die Bauleitung lagen in den Händen des Oberbaurats Scheibner vomn Preußischen Hochbauamt in Dortmund. Das jetzt fertige und zum Teil bereits bezogene Gebäude stellt wohl das schönste Polizeiprä sidialgebäude Preußens dar. Es soll ca. 3 Millionen Mark gekostet haben. Flammen aus der Tiefe. Roman von Hans Land. (Urheber=Rechtsschutz Bimag, Berlin SW. 19. Erstes Kapitel. Der Justizrat Notar Dr. Feller empfing jetzt, wo seine Sprechstunde sich ihrem Ende zuneigte, den Besuch seiner Nichte, der Frau von Wolkonski. Die hochgewachsene, stattliche Fünfzigerin, die von einer immer schmaler werdenden Rente lebte, besuchte den alten Hagestolz gelegentlich, um die lockeren verwandtschaftlichen Beziehungen nicht ganz einrosten zu lassen. Der angesehene Anwalt näherte sich den Siebzig und galt als recht begütert. Frau von Wolkonski hatte sich in ihrer Jugend in einen polnischen Gutsbesitzer verliebt, ihn geheiratet, den Gaten frühzeitig verloren, und war danach bald wieder in die deutsche Heimat zurückgekehrt. Die Reste ihres ehemaligen Vermögens hatten sich aber immer mehr vermindert, der frühere Glanz war längst dahin. Das Gespräch kam auf Frau von Wolkonskis ein. zigen Sohn Gert, den Abgott der Mutter. Der Justizrat schätzte den jungen Menschen nur wenig. Er bekam ihn fast nie zu Gesicht und wußte nur, daß Ger: meist beschäft.gungslos war. „Hat dein Sohn nun eine Stellung?“ fragte er und zog die weißen buschigen Brauen hoch. Frau von Wolkontki verneinte etwas verlegen: „Der Jange hat kein Glück! Auf dem Rittergut, wo er vor fünf Monaten als Inspektor antrat, war eine tolle Wirtschaft. Gert wollte das nicht mitmachen und ging lieber „Na, hätte er denn dort nicht Ordnung schaffen können?“ „Vielleicht, ich glaude kaum! Die Verhältnisse waren allzu verfahren. Gert hatte es schwer. Fuß zu sassen. Es wäre wohl doch beifer gewesen, wenn er weiter in Staatsdiensten geblieben wäre." Der Notar schüttelte den Koof:„Meine Liebste, erinnere dich nur, auch dieser Dienst war deinem Jungen zu— unbequem.— Gert ist doch heute so an die achtundzwanzig Jahre alt, da wäre es doch wirklich richtig an der Zeit, daß er endlich auf eigenen Füßen stünde.“ Frau von Wolkonski seufzte:„Mein Gott, ja.... Gert ist eine schwierige Natur. Er verliert im Beruf so leicht Lust und Stimmung. Kann er dafür, daß er von seinem Vater den Hang zum Kavaliertum geerdt hat?“ Der Justizrat nickte eifrig:„Bloß mit dem Unterschied, daß sein Vater geschickt genug gewesen ist, dich ein reiches Mädchen, zu heiraten, dessen Vermögen er dann bis zu seinem Tode auch zum großen Teil verran at, so daß dir für deine alten Tage nicht allzuviel übriggeblieben ist. Unter lolchen Verhältnissen sind Ka valierneigungen wenig am Platz.“ Frau von Wolkonski wußte darauf nichts Rechtes zu antworten. Zägernd meinte sie:„Gert täte klug, ähnlich zu verfahren wie sein Vater. Er sieht gut aus, ist elegant und hat einen Namen. Wenn es ihm ge länge reich zu heiraten, so wäre dies für ihn das Vorteilhafteste.“ „Kann schon sein, wosern es ihm gelingt....“ meinte Dr. Feller achselzuckend. Er sah nachdenklich vor sich hin, dann bemerkte er:„Hast du den alten Herrn gesehen, der vor einer Viertelstunde mit mir aus diesem Zimmer ging?“ Frau von Wolkoniki nickte:„Ja, der alte Herr mit dem langen patriarchalischen Bart.“ „Jawohl." Der Notar griff nach einem Aktenstück, das vor ihm lag:„Hier ist sein Testamentsentwurf. Der Mann ist Millionär. Sein ganzes Vermögen will er seiner jungen Enkelin verschreiben, er hat sonst keine Angehörigen. Das wäre so ein Goldfisch für Gert. Da hätte er ausgesorgt. In die Augen Frau von Wolkonskis kam Glanz. ihre Aufmerksamkeit wurde plötzlich rege.„Und wer war dieser Herr?“ erkundigte sie sich Der Justizrat sah seine Nichte nachdenklich an. Er schien mit einem Entschluß zu kämpfen. Dann aber schuttelte er energisch den Kopf:„Nein, meine Liedste, den Namen meines Klienten kann ich dir nicht nennen. Das wäre eine zu große Verantwortung für mich. Leider darf ich kaum daran zweifeln, daß dein Sohn. wenn er mit dieser jungen reich,en Erbin in Verbin dung träte, sie genau so ins Unglück stürzen würde, wie dein Mann es mit dir gemacht hat. Dazu kann ich natürlich meine Hand nicht geben. Ich hätte dir überhaupt von der ganzen Sache nichts sagen sollen. Laß deinen Jungen in anderen Revieren jagen, vielleicht gelingt es ihm anderswo.“ Der Notar erhob sich und auch Frau von Wolkonfki stand auf. Sie wußte, daß es unmöglich war ihren Ousel umzustimmen, sie kannte seine Beharrlich keit. Nichtsdestoweniger war sie sofort entschlossen, die Spur, die sich ihr hier so plötzlich und zufällig gezeigr hatte, zu verfolgen. Als sie setzt aus dem Zim mer des Notars in den Vorraum trat. übersah sie mit einem Blick, daß der alle, bücklige Bureauvorsteher, der dort stets zu sitzen pflegte, nicht anwesend war. Nur eine junge blonde Stenotypistin hockte da vor ihrer Schreibmaschine und tippte. Frau von Wolkonski trat auf das junge Mädchen zu und erkundigte sich nach einigen einleitenden Worten ganz beiläufig: „Sogen Sie mal, mein liedes Fräulein, wissen Sie nicht, wer der große, alte Herr gewesen ist, der vor kurzem meinem Onkel einen Besuch abstattete?“ Das Fräulein blickte auf, erkannte die Richte ihres Cheis und ohne Zögern gab sie Auskunft:„Das war Herr Sophus Willers, der Besitzer einer Petroleum quelle in Oelheim" Mit einem hastigen:„Danke, mein liebes Kind!“ nickte ihr Frau von Wolkoniki noch einmal zu und verließ dann eiligst das Bureau. Zweites Kapisel. Als Frau von Wolkonski in ihre in einem Ber liner Vorort gelegene Wohnung heimkehrte, fand sie das Nest, wie gewöhnlich, leer. Gert pflegte zu diesen Nachmittagsstunden fast nie daheim zu sein, er hatte stets ein sehr umfangreiches Vergnügungsprogramm. das ihn stark in Anspruch nahm, und ihm nur erlaubte, spät in der Nacht, ja sogar häufig erst gegen Morgen, heimzukehren Frau von Wolkonsti seufzte, sie hätte Gert jetzt gern zur Stelle gehabt, um ihn sogleich von dem Gehörten in Kenntnie zu setzen und mit ihm den nun mehr einzuleitenden Feldzug zu beraten. So blieb ihr nichts Abrig, als allein zu überlegen, was geschehen sollte. Während der folgenden Nocht fand sie wenig Schlaf, denn zahllose Gedanken gingen ihr durch den Keof. und ein Plan jagte den anderen.. Sehr spät war Gert nach Hause zurückgekehrt. Den Tag über schlief er und ern gegen vier Uhr nachmittags geruhte er zu klingeln und sein„Frühstück“ entgegenzunehmen. Zigaretten rauchend trat er dann der Mutter entgegen. RKein Wort des Vorwurfs empfing ihn und als Frau von Wolkoniki schüchtern begann, ihm zu erzählen, hörte er zuerst gleichgunia und gelangweilt zu. Bald aber schien sein Interesse zu erwachen. Sein glattes, hübsches Gesicht wurde ernst und nachdenklich und er murmelte:„Diese Geschichte wäre vielleicht gar nicht so ohne.“ Gert von Wolkoniki griff nach einem Bande seiner nicht umfangreichen Bibliothek und zog einen dicken Walzer heraus, ein Nachschlagewerk, in dem alle namhaften Persönlichkeiten Deutschlands verzeichnet standen. Suchend bläuerte er und schließlich las er halblaut vor:„Sophus Willers, Besitzer einer Erdölquelle in Oelheim, geboren am 2. Oktober 1854 zu Trier, ver heiratet am 13. September 1880 mit Gertrud, geborene von Meßter, verwitwer seit dem 15 August 1900, Vater eines Sohnes Rudolf, gevoren 1882, gestorden 1910.“ Die Enkelin und einzige Erbin des Erdölmagnaten war also eine Waise. Gert klappte das dicke Buch zu und legte es befriedigt an seinen Platz. Er dankte der Mutter für ihre Findigkeit und meinte, sie habe nicht unrecht, wenn sie glaube, es sei fur ihn an der Zeit, irgendwo unterzukriechen. Jetzt gelte es nur, so erklärte er, an die junge Dame heran zukommen und vor allen Dingen zu erkundigen, wo sie eigentlich lebe, daheim oder anderswo. Ob sicher beh Dressur“, wie sich Gert von Wolkon auszudrücken beliebte. Im übrigen, so fügte er hinzu könne sich die Mutter auf ihn verlassen; wenn es dar auf ankäme, so werde oder„in freier pöttisch lächelnd se er binnen weniger Tage alles lli und seine Pläne danach eingeCriorderliche richtet haben Augenblicklich wußte er zwar noch nicht, wie er ein Vorhaben anpacken sollte, allein der junge Mann pflegte sich nie unnötige Sorgen zu machen. Er war es gewöhnt, das Leben von der leichtesten Seite zu nehmen: außerdem verfügte er über ein ungewöhn anderer hät age n. ohne daß er oder 1, was ihn Hazu be** mehen, um zu schauen, was des großen Kreis Kunst dort geschaffen hat. Gegen ½1 Uhr begab man sich dann zum Hotel Schlenkhoff, wo Herrn Hasses— wie es doch so schön?— gastronomische Kunst ein Frühstück servierte, das ganz exzellent war. Die Stadt Herne hatte dazu eingeladen. Der Saal und die Tische waren mit Blumen entzückend geschmückt und das Frühstück selber hat gewiß in der Apartheit seiner Aufmachung, ohne verschwenderisch,üppig zu sein, bei den auswärtigen Gästen einigen Eindruck gemacht. Und wenn Liebe durch den Magen gedi... Herr Overb. Täger sprach die Begrüßungsworte der Stadtverwaltung. Seine Ausführungen bringen wir besonders. Stadtverordnetenvorsteher Michel suchte den ###sten nahe zu bringen, was Herne, die Stadt ihres augenblicklichen Aufenthaltes, ist. Er ging von der räumlichen Nachbarschaft von Polizeiamt und Rathaus aus, pries das gute Einvernehmen zwischen der Polizei und der Bevolkerung, die sich in den schwersten Tagen diszipliniert gezeigt habe, sprach vom alten Haranni dem tollen Jobst von Strünkede, seinem heute wohl als Majestätsbeleidigung anzusehenden Kampf gegen das heute so große Dortmund und gab einen kleinen Aufriß von Hernes Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsdoffnung. Ministerialrat Dammeier war der nächste Redner, der besonders den Herren Baurat Meyer und Baumeister Lippner und Meusel für ihr Werk dankte, ihm folgte Staatssekretär Abegg. Er ging auf das Wort vom luxuriösen Bau ein und meinte, Baurat Meyer habe in dem neuen Polizeiamtsgebäude gezeigt, daß man auch mit einfachen Mitteln große und schöne Wirkungen erzielen könne, so daß nur der Eindruck, nicht aber die Tatsache des Luxus entstehe. Er dankte der Stadt Herne als dem Gastgeber und sprach die Hoffnung aus, daß die gesellige Verbundenheit auch weitere Wirkung haben werde. Er lobte dann die Eigenarten der Westfalen und meinte, wenn die jetzige Umgemeindungsvorlage die Selbständigkeit Hernes erhalte, so sei die Staatsregierung sich dabei bewußt gewesen, daß ein eigenes Geschlecht hier sitze, das sich zu behaupten wisse gegenüber größeren Städten und sich durchzuarbeiten vermöge durch die Not der Zeit zum Aufstieg * Der Aufbruch nach Bochum. Unter solchen Reden floß das Wässerchen der Zeit munter dahin, bis es Zeit zum Aufbruch war. Mit Tatü=Tatu gings in Autos nach Bochum, wo zunächst im Parthaus Kaffee genommen wurde. Dann begab man sich, wieder im Auto, zum Neubau des Polizeipräsidiums. * Die Einweihung des Polizeipräsidiums. Sie geschah in ahnlicher Weise wie die Einweihung des Volizeiamtes in Herne. Oberbaurat Scheidner, der Erbauer, überreichte den Schlüssel Herrn Staatssekretär Abegg und dieser Herrn Präsidenten Graß. Herr Graß schloß dann die große bronzene Eingangspforte auf und dann versammelte sich die riesige Gästeschar in der pompösen Eingangshalle. Hier verbreitete sich Oberbaurat Scheibner des längeren über Geschichte und Aufbau des Hauses, über die Verpflichtung des Staates, besonders in Zeiten wirtschaftlicher Not, zur Rettung des kulturellen Ledens die Künstler heranzuziehen. Staatssekretär Abegg ergriff dann das Wort in sehr ausführlicher, aber feingeistiger und gewandter Rede. Er pries diejenigen, die die Verdienste um den Bau sich erworden haben, und teilte Herrn Präs. Graß mit, daß er aus Anlaß der Einweihung vem Innenminister endgültig zum Polizeipräsidenten von Bochum ernannt worden sei. Er überreichte ihm dabei die Urkunde. Des näheren kam Herr Abegg auch auf die Frage des„Luxus" zu sprechen— man hat das Polizeipräsidium bereits„Polizeipalast“ genannt— und verteidigte ihn damit, daß das neue Präsidialgehäude ein Werk für die nachfolgenden Geschlechter und ein Symbol unseres Aufwärtswollens und unserer Selbstzuversicht sei. Nach ihm sprach Polizeipräsident Graß über den Geist, in dem er das neue Heim und die Polizei in ihm beseelen wolle. Dann schloß sich ein lange dauernder Rundgung an. abends waren die Festteilnehmer Gäste der Stadt Bochum * Das„günstige Licht" als Abschluß Der spate Abend ließz im hellen Schein der Scheinwerfer in Herne noch einmal den jestlichen Charakter des Tages erleven. Hell erstrahlten alle Fenster des imposanten Neubaues. Vor der Stirnseite kreuzten zwei Scheinwerfer ihre Strahlen. Ein überraschend schönes Bild gab es da. das sich kontrastreich gegen die Dunkelheit abhob. In Wahrheit hatte man Hernes jeuesten Großbau in das„rechte, günstige" Licht gesetzt. Und darin möge er bleiben. r. Oberbürgermeister Täger über den Polizeiamtsneubau. Oberburgermeister Tager fuhrte in seiner Tischrede im Hotel Schlenkhoff folgendes aus: Unter dem unmittelbaren Eindruck, unter dem wir alle noch stehen, stimmen wir wonl alle darin überein. daß das neue Polizeiamtsgebäude im Innern besonders zwedentsprechend eingerichtet, eine die Bevölkerung befriedigende Erledigung der Polizeiverwaltungsgeschäfte gewahrleistet, und daß es äußerlich einprächtiger Schmuck für unsere Stadt geworden lt. Ich möchte der Preußischen Staatsregierung gegenüber zum Ausdruck bringen den Dank der etadt dafür, daß sie uns dieses schöne Haus hierhergesetzt hat und damit auch eine städtebauiche Tat allerersten Ranges vollbracht hat. Ich begrüße im Namen der Stadt alle Anwesenden auf das herzlichste. Ich bedauere, daß wir heute nicht die Ehre haben können, den Herrn Preußischen Innenminister hier begrüßen zu können. Mit dem Bezriff der Preußischen Polizei wird sein Name sowie der seines Vorgängers, des jetzigen Herrn Reichsinnenministers Severing, für alle Zeiten auf das engste verbunden sein. Ich begrüße besonders herzlich den Herrn Vertreter des Finanzministers. Ich bitte ihn, dem Herrn Finanzminister unsern verbindlichsten Dank dafür zu übermitteln, daß er die Mittel zur Verfügung stellte trotz des sehr knappen außerordentlichen Etats für Polizeibauten. Ich begrüße ferner den Vertreter des Herrn Oberpräsidenten, den Herrn Regierungspräsidenten und die sie begleitenden Herren, den Herr:: Polizeipräsidenten von Bochum und den örtlichen Polizeiverwalter, Herrn Regierungsrat Niewlesch, mit sämtlichen übrigen Herren der Polizeiverwaltung, wobei ich besonders hervorheben möchte, daß die Anwesenheit des Herrn Vorgängers, des Herrn Polizeipräsidenten, des jetzigen Herrn Regierungspräsidenten Stieler in Aachen. uns eine ganz besondere Freude bereitet, denn unter einer gewandten Führung ist das herzliche Verhältnis zwischen dem Bochumer Polizeipräsidium und der Stadt Herne angebahnt worden, das auch heute noch besteht. Vor allem sage ich Ihnen, sehr geehrter Herr Polizeipräsident, unsern herzlichsten Glückwunsch zur Vollendung dieses schönen Baues und ich darf gleichzeitig anschließen unsere herzlichen Glückwünsche für die gleichzeitige Vollendung des Polizei=Präsidiums in Bochum. Wenn wir Vergleiche ziehen zwischen der bisherigen Unterbringung der Polizei und der jetzigen, so wird der den Verhaltnissen Fernstehende vielleicht sich wundern, daß ein so mächtiges Verwaltungsgebäude benötigt wurde, wo bisher die Unterbringung eine wesentlich unscheindarere gewesen ist. Es ist schon in der Presse angedeutet worden, daß das Gebäude etwas reichlich lururiös sei. Aber wir wissen ja, daß in Erkenntnis der zentralen, besonders geeigneten Lage Hernes in diesem Gebäude auch Belange unserer lieden Nachbarn mit erledigt werden müssen und durch die Zentralisierung hier der verteuernde Bau weiterer Verwaltungsgebäude in den Nachbarstädten vermieden worden ist. Ich darf diese Gelegenheit benußen, die Herren Vertreter der Nachbarstädte, Herrn Oberbürgermeister Kiwit und Herrn Bürgermeister Schulße besonders zu begrüßen, indem ich gleichzeitig meinem Bedauern Ausdruck gebe, daß Herr Oberbürgermeister Mende nicht anwesend sein kann. Die sehr ähnlichen Verhältnisse Ihrer Stadt mit der unserigen. die zahlreichen engen Fäden, die uns verbinden, sichern ein freundschaftnachbarliches Zusammenarbeiten beider Städte. Eine vielleicht entstandene Trübung über die Zentralisierung der Polizei in Herne wird wohl nicht mehr nachwirken. Wir erblicken in diesem Bau auch eine Maßnahme von großer zielsicherer Verwaltungsrationelisierung. Die neuzeitliche Unterbringung hat aber auch ihre berechtigte innere Begründung aus der wachsenden Kriminalität und der Vergrößerung der Aufgaben der Polizei. Es sieht ja so aus, als ob dieses Gebäude für lange Zeit ausreichen würde für Erfüllung der polizeilichen Aufgaben. Alo Vertreter der Stadt haben wir aber den Wunsch, daß es recht dald nicht mehr reichen mochte, vor allem infolge Vergrößerung und Vermehrung unserer Stadt und der Nachbarstädte, und der Preußische Fiskus gezwungen wäre, die für Erweiterung vorhandene Flache bald zu bebauen, denn dann wurde das einzig Unschöne an diesem ganzen Bau, nämlich der Einblick nach Norden. noch verschwinden. Leider konnten sa die Pläne, die wir seitens der Stadtverwaltung nach dieser Richtung hin in voller Uebereinstimmung mit dem zuständigen Ministerium ausgearbeitet hatten, infolge der zugespitzten Verhältnisse nicht ausgeführt werden. Wir wünschen jedenfalls sämtlichen Beamten, daß sie sich in diesem Hause wohl fühlen mogen und zum Segen der Bevölkerung der Emscherstädte ihre Arbeit dort mit Freude und Liebe erfüllen. Wenn ich mich einen Augenblick mit dem fertigen Gebäude beschäftigt habe, so muß ich nunmehr aber einen besonderen Gruß lagen denjenigen Herren verschiedener Dienststellen, die an dem Zustandekommen des Baues mitgewirkt haben und an der Planung sowohl wie am Bau selbst bestimmend tätig gewesen sind. Es gibt fisci, mit denen nicht gut Kirschen essen ist, geschweige denn, wenn bei einer Unternehmung seitens der Kommunalverwaltung besondere, mehr auf kommunalem Gebiet liegende Wünsche geäußert werden. Ader gerade in vorliegendem Falle haben wir, dank der Großzügigkeit der damit betrauten Herren, die entgegengesetzte Erfahrung gehabt. Erst geplant auf dem Platz nördlich des Rathauses, ging das Ministerium ohne weiteres auf meinen Vorschlag, das Haus an die jetzige Stelle zu setzen, ein, und auch bei der architektonischen Gestaltung der Inbeziehungsetzung zum Rathausvorplatz, zum Rathaus und zum Amtsgericht, wurden unsere Wünsche nicht nur bereitwilligst geprüft, sondern ich habe mit seltener Befriedigung feststellen können, daß unsere Gedankengänge einer sorgfältigsten Untersuchung unterzogen und durch geschmackvolle gedankliche Ergänzungen in weitestem Maße gefördert wurden. Schon bei den ersten Verhandlungen mit Herrn Oberbaurat Scheibler vom Staatlichen Hochbauamt Dortmund, den wir heute unter unseren Gästen hier ebenfalls auf das herzlichste begrüßen und mit dem uns eine ganze Reihe anderer Projekte in einer selten verständnisvollen Form zusammengeführt haben, erkannte ich sofort, daß man an das ganze Projekt gerne und mit Liebe heranzing und bei meinen persönlichen Verhandlungen im Finanzministerium mit Herrn Ministerialrat Schellberg, den wir leider heute nicht begrüßen können, wurde ich wirklich überrascht durch die bis ins einzelne gehende persönliche Mitarbeit und die Fülle der Entwürse, die gemacht waren, um schließlich etwas besonders Schönes zu schaffen. Wenn heute das Gebäude in seiner Vollendung vor uns steht, eine Freude für jeden Fachmann, nicht minder für jeden Laien, der an schöne Bauten Gefallen findet, so verdanken wir das wohl in erster Linie Herrn Ministerialrat Schellberg, dem ich, sowie seinen Mitarbeitern, von hier aus den besonderen Dank der Stadtverwaltung noch aussprechen möchte. Die Ausführung des Baues bis ins einzelne lag in den Händen des Herrn Regierungs= und Baurats Meyer. Ihnen, Herr Baurat, einen besonderen Gruß und Dank der Stadt. Das Gebäude ist unter ihrer Leitung schnell ohne nennenswerte Störung errichtet worden. Ein Bau, entstanden aus Ueberleaungen reiner Sachlichkeit und doch von einer außerordentlich schönen Wirkung auch in einzelnen Kleinigkeiten, wobei ich noch besonders dankend hervorgehen möchte, daß die Arbeiten im Rahmen des durch die Verhältnisse gegebenen an hiesige Unternehmer vergeben worden sind. Wenn man einen solchen Bau zur Erfüllung seiner umsangreichen ernsten Aufgaben der Benutzung übergibt, so ist es für jeden Beteiligten ein besonderes Bedürfnis den Wunsch zum Ausdruck m bringen, daß von diesem Hause und der darin geleisteten Arbeit eine segensreiche Wirkung ausgehen möge zum Wohle unferer Bevölkerung, unseres Landes, unseres Deutschen Reiches und auch diese Arbeit zu ihrem Teil mit beitragen möge zur Wiederaufrichtung unteres Vaterlandes. In diesem Sinne rure ich dem hiesigen Herrn Polizeiverwalter zu„Glück auf im neuen Heim!" Filme der Woche. „Der Schuß in die große Oper“ ist mit einer Maitressenwirtschaft eines berühmten Komponisten wieder ein Blick hinter die Theaterkulissen. Marcella Aldani als begehrenswerte Dina weiß ein liebendes Weid mit ech en Tönen darzustellen. Neben ihr gefällt Evi Eva.„Hände hoch: Hier Eddy Polo“ ist ein Sensationsfilm mit schwerfälliger Logik. Eddy Polo wirkt in einem tempoarmen Filme wenig. Das war das Copitol=Programm. Eine interessante Temperamentsstudie gab Doloretz del Rio in der Schauburg in„Dolores, die Pankherkage. Die vorgetäuschte südamerikanische Wildnis befrickige nicht immer.„In den Händen der Polizei“ war ein Film mit viel Protestkundgebung gegen die Kriegs. schuldlüge. Am 9. Juni. Am 28. Juni 1929 fährt sich zum der Schicksalstag der Unterzeichnung des Versailler Friedensdiktates, durch dessen Artikel 231 dem der übermächtigen Gewalt weichenden, waffenlosen deutschen Volke unter dem furchtbaren Druck des verlorenen Krieges wider Wahrheit und Recht das Anerkenntnis der Schuld an der Herbeiführung des Weltkrieges abgepreßt wurde. Zehn Jahre lang lastet die ungeheuerliche Schmach der Kriegsschuldlüge auf dem deutschen Volke und leidet es unter den untrogbaren Folgen eines ausgezwungenen Schuldbekenntnisses. Niemals aber hat das deutsche Volk die ihm durch Gewaltdiktat auserlegte Schuld am Weltkriege anerkannt, und am 29. August 1924 hat die deutsche Reichsregierung das erpreßte Anerkenntnis,„daß Deutschland und seine Verbündeten als Urheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind, die die alliierten und assozlierten Regierungen und ihre Staatsangehörigen infolge des ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten ausgeswungenen Krieges erlitten haben", in aller Feierlichkeit widerrufen. Längst schon hat eine sachlich und vorurteilsfrei prüfende Geschichtssorschung die Beschuldigung, daß Deutschland den Krieg vorsähzlich herbeigeführt und verbrecherisch geführt habe, als unwahr widerlegt. Dennoch aber ist der Schuldparagraph noch immer nicht außer Kraft geseht! Es ist Ehrenpflicht aller Deutschen ohne Unterschied der Parteien, für den Sleg der Wahrheit über die Lüge von der Schuld am Weltkriege zu kämpfen und das deutsche Volk vom Makel der Kriegsschuldlüge zu befreien. In diesem ebenso gerechten wie notwendigen Kampfe um Wahr: heit und Ehre hat der Kreiskriegerverdand Herne es unternommen, zum Ausdruck des Brotester gegen die Kriegsschuldlüge Unterschriften zu sammeln und am 9. Juni dieses Jahres nachmitlags 4 Uhr auf dem Rathausplatz eine öffentliche Rundgebung zu veranstalten. An alle deutsch gesinnten Männer und Frauen Hernes ergehl hiermit der Aufruf. sich in die Protestlisten einzuschreiben und an der Protestkundgebung tellzunehmen. Knallerei und einer weißen Rose dazwischen, die die Darstellungskunft Lon Chaneys als Edelverbrecher noch etwas im Leim hielt. Besser gefiel das Schauburg=Programm, Greio Garbo erschien in„Das gottliche Weib“. Neu an ihr war ihre kecke Burschenhaftigkeit. Ihre seelische Kunst am Schlusse riß wie immer, die Zuschauer hin Eine ausgezeichnete Reise bewies Livio Pavanelli als Scheidungsanwalt in„Die Frau von gestern und morgen“. Hier liegt im Anfange ein Steptizismus der Ehe gegenüber vor, der in guter Ideenführung am Schlufse in das Gegenteil umschlagt. Das gegenwärtige Programm der Schauburg dietet uns Lilian Gish und Lars Hanson in„Stürme“. Das Spiel dieser beiden Prominenten m über jeden Tadel erhaben. Hier geben sich zwei Vollmenschen der Darstellung hin. Auch der Sinn des Filmes— ein liebendes Weib folgt dem Manne selbst in die schrecklichste Wildnis— ist sobenswert, nur sind hier oft zu dick aufgetragene Sellen vorbanden. Naturgetreu wirken die Sandstürme der Handlungsszenerie.„Der weiße Harem“ ähnelt den meisten Wüstenfilmen, ist also ein Kon unkturfilm nach dem Erfolge von„Tutsbrüderschaft“, meist übrigens auch vom gleichen Autor Wir glauben nicht, daß die Scheichs alle so komisch sind, wie Noah Berry sie zeig, der soll doch keine Groteske sein. Die Nebenprogramme waren samt und sonders, besonders die Kulturfümchen sportlichen Gepräges, von gutem Durchschnitt. S. E Käute Schuhe fracen. heißi Schuhe fragen Stichel-und Stachelverse Ven Di. Stichel= Stacheldern Hoher Besuch in Herne. Die hohen Herren aus Berlin Die müssen oft verreisen. Sie müssen durch die Lande nehr Und manchmel feitlich speisen. Sie müssen dies und das besehn Und große Reden halten, Sie müssen manchmal stille stehn Und viel Geduld entfalten. Am Freitag hatten wir die Ehr Sie bei uns zu emwangen, Sie kamen nicht von ungefähr, Sie kamen mit Verlangen Es war’n der hohen Herren drei, Die unsre Stadt beehrten, Es war zunächst die Polizei, Die sie zu sehn begehrten. Die Polizei und auch ihr Haus, Das wir hier neu erbauten, Sie sahen gestern festlich aus, Als wir sie mal beschauten. Es wurde diesen Herren klar Daß wir in Herne sorgen, Viekleicht wird nun die Hoffnung wahr, Daß sie uns mal was borgen Sie sorgen für die Sicherheit Und für das Wohlergehen, Sie sind vielleicht dazu bereit Für Herne einzustehen Wir haben hier kein Hinzerland Für Eingemeindungszwecke Vielleich hüft ihre starke Hand Uns demnächst aus dem Drecke Und auch die„Gaveg" druckt uns sehr Mi ihren Schwefelgasen, Man müßte ihr von oden her Mol starke Märsche blasen Die Wohljahrt gill fürs ganze Reich Und somit auch für Herne, Und werden unre Kinder bleich. Das sehen wir nicht gerne. Am Freitag war die Luft so rein Wie jemals nur auf Erden, Doch werden wir, das sehn wir ein Dafür entschädigt werden Nun ist die Feier schon vorde Besuch hat sich verzogen, Nun bleibe auch die Polizei Den Hernern stett gewogen Vor dem Polizeiamt Wie man am Freitag dentlich sah Steht nun das Haus vollendet da Drum zog nun auch die Polizei Aus ihrem alten Heim herbei. Wenn man am Haus vorübergeht Und mal betrachtend stüle steht, Wird ihm die Note zuerkann: Das Haus ist groß und imposont. Der Eingang u dem Treppenhaus Sieht stilvoll und gediegen aus, Auf achtzehn Stufen steigt man an, Damit man sich bedenken kann. Der Eingang, muß man eingestehn, Ist demnach also wunderschön. Doch von den Wänden rings umhe: Gilt dies wohl erwas weniger. Sie sehen an dem großen Haus Besonders ernst und düster aus, Und es entsteht ein banges Grouen. Wenn wir die danklen Wände schaun. Dann hat man auch daran gedacht Und eine Inschrift angebracht, Die Leitern sehen gleich dem Haus Besonders schwarz und düster aus. Doch heller an dem dunklen Haus Sehn hier wohl die Symbole aus. Und wer Symb###e lesen kann. Hatt hoffenklich auch Freud' daran. Zwei Adler sind auch noch zu sehn, Die ziemlich unterm Dache stehn, Sie fühlen sich dort sehr gedrückt. Weil sie bis unters Dach gerück: Vergittert ist das Erdgeschoß An diesem Polizeikoloß. Es traut, das ist ja ihre Pflich Die Polizei den Menschen nicht Nach hinten sehn wir imer noch Das viel besproch'ne große„Loch“. Es bleibt und wird nicht zugebaut, Daß man die andern„Löcher“ schaut. Nun ist das Haus auch eingeweiht Als Ort der strengen Sachlichkeit, As Hort für unsre Sicherheit. Als Hilfe in dem Sreit der Zeit Und wer nun was zu melden hat Der Polizei in unfrer Stadt, Der sage alles kurz und klar, So deutlich, wie es wirklich war. Dann steht sie auch zu jeder Zei: Als Helferin für uns bereit, Sie hilft und schützt dann jedermann Soweit sie dies nur machen kann. Der Ruckus ruft im Giesenberg. Der Kuckuck ist im Giesenberg Nun wieder angekommen, Und wer darin spazieren geh: Der hat ihn schon vernommen. Als ich den ersten Ruf gehör, Griff ich in meine Tasche, Da hab' ich leider festgestellk, Es fehlte mir die Asche. Wer also jetzt zum Walde geht, Soll sich mit Geld versorgen Dann braucht er bis zum nächsten Jahr Nicht einen Pfennig borgen. Und wer die Steuern zahlen joll Der läßt den Kuckuck rusen, Dann hat er Geld im Ueberfluß Für alle Steuerstufen. Und mit gesüllter Kasse zieh: Die Stadtverwaltung Herne Zum Gesenberge in der Früh, Der Ruckuck hilft dann gerne. Drum. lieder Kuckuck ruse Lauf Daß dich die Leute hören. Hilf allen, die noch altem Brauch Auf deine Hilfe schwören. Die erste Hihzwelle Sommerwärme kut unz gur, Besser als die Ofenglut: in riesiger Auswahl Nach den kalten Wintertagen Fühlen wir ein Wohldehagen Anfangs gab es ein Geschrei Ueber diesen kalten Mai, Nun rückt er uns auf die Pelle Mit der großen Higewelle Eine solche große Glut Tut uns aber auch nicht gu: Und man fühlt an solchen Tagen Dann statt Wohl= ein Undehagen. Hite bringt auf Schritt und Tritt Aber auch Vergnügen mit, Und es gibt an heißen Tagen Dann stat: Un= ein Wohlbehagen Diesmal gab's im Mona: MoFür die Kinder„hitefrei“. Das ist immer ein Vergnugen, Das die Kinder sellen kriegen. Viel Vergnügen in der Tat Gab's im Herner Sommerbad, Selbst die allergrößten Hasser Hatten Sympathie für Wasser. Als es war so glühend heiß. Leck en viele kühles Eis. Fast an allen Straßenecken Konnt' man das Bedürfnis decken Als es war so glühend heiß, Lag ein Fäßchen stets auf Eis. Viele stärkten ihren Magen Mit dem größten Wohlbehagen. Also ist auch Hitze gut Und micht viele wohlgemut. Doch sie darf— das ist ihr eigen— Nicht in unsre Köpfe steigen. und allen Modetarben zu billigsten Preisen bei: — Herner Anzeiger Aus und für Herne In Deiner Land 0.40—0.70, Zwiebeln 0.10—0.15, Steckrüben 0.10, anmachen. Go wurden in den des Donnerstag am im Alter von 8—10 Manne in den mittleren Jahren an der Ecke Kirchhofund Bebelstraße angelockt. Er begad sich mit den Eindern in ein dicht Ghait.8as sich mit brv, pas bei wenig geanderter Ausdehnung etwas an Hohr Ieeein Slie 2—. Steckrüben 0.10, Asbern In an dichtes Gestrauch des alten Fricohofes abgenommen hat, ist ein Tiefdruckgebiet von SkanRote Beien 0.15, Rokkohl 0.25—0.28, Weißkohl 0.25 und beschäftigte sich dort in unsittlicher Weise mu gi auien füdostwarts nach der südlichen Ostiee und Unier Wetterbericht Kühles Prozessionswetter. Wahrend das Hochdruckgebiet im Nordwesten EuroSo beginnt der Text des Plakates, das heute uder bis 0.28, Wirsing 0.25—0.28. Blumenkohl 6.50—0.90, ionen. Personen beobachteten das Benehmen des 9?""."-*„„„„„#. P E. Bi.haa h EA samtlichen Papierkörben, die in den Straßen Sal. Kopf von Herne aufgestellt sind, angebracht ist. Es handelt sich hierbei um einen gemeinsamen Werbefeldzug sämtlicher städtischer Inhrparks für die Sanberhaltung der Straßen in allen deutschen Städten. Das Plako: soll den Bürgern sagen, daß Papier und sonstige Abfälle nicht einfach auf die Straße geworfen werden, sondern in die überall aufgestellten Papierkörde gehört. In welchem Umfange heute von groß und klein Papier, Obstreste, Bananenschalen und dergl. fortgeworfen wird, beweist der Zustand unserer Straßen, im besonders üblem Maße die Bahnhofstraße. Trotzdem die Stadt die Straßen gründlich reinigt, die Bahnhofstraße mit den angrenzenden Nebenstraßen sogar täglich nachreinigt und durch besondere Absammler das Papier täglich ablesen läßt, sehen die Straßen zu verschiedenen Zeiten aus, als wenn überhaupt wochenlang kein Kehrbesen die Strahen berührt hätte. Die hohen Kosten, die Stadt und Straßenanlieger zurken pro Stück 1.60, Weintrauben Sulc, Koyf 0.10—0.25, Schlangeng 0.50—0.70, Aepfel pro Pfund 0.35—0. 1.40—1.60. Butter, Molkerei pro Pfund 2.00—2.10, Landbutter 1.60—1.90, Eier 8 und 9 Stück 1.00, Holländer Käse pro Pfund 1.20—1.30. Schweizer Käse 1.60 bis 1.80 Mark. Schellfische, kleine pro Pfund 0.26—0.95. große 0.50, Schollen 0.40—0.50, Kabeljan 0.30—0.60. Bresen 0.50 Mark Spinat pro Pfund 0.10—0.15, Apfelsinen pro Stück 0.07—0.15, Erbsen pro Pfund 0.40—0.50, Tomaten 1.00—1.20, Spargel 0.60—1.00, Erdbeeren 1.60—1.80, Kirschen 0.30—0.70, Melde 0.10 Mark Mannes und der Kinder und benachrichtigten die Polizei, die den flüchtenden Unhold einholte und festnahm * Tragischer Anglücksfall Nordostdeutschland vorgedrungen. Dieses brachte gestern früh über Norddeutschland stärkere Bewölkung und an der Küste leichte Regenfälle. In Mittel= und Suddeutschland war es dagegen noch trocken und heiter. Die Morgentemperaturen lagen zwischen 8 und Der Invalide F. aus der Bochumer Straße stürzte 15 Grad in den späten Abendstunden des Donnerstags aus dem Wettervorhersagebis Sonntag: WechFenster seiner im 3. Stock gelegenen Wohnung auf den selnde Bewolkung ohne erhevliche Regenfalle und kühl. Hof. Man nimmt an, daß der alte kränkliche Mann das Uebergewicht bekommen hat. Bewohner sanden den Bewußtlosen und schafften ihn in sterbendem Zu Geschäfts=Eröffnung. stande nach oben. Ein hinzugerufener Arzt konnte! In dem Hause Heinrichstraße 16 eröffnet die Firma nur noch den Tod feststellen. Fr. Fuchs am Montag, dem 5. Juni, ein Obst= und * Rasch tritt der Tod den Menschen an. Erst vor einigen Wochen sprach der bekannte sozd. Landtagsabgeordnete Garbe-Bochum noch in Soeufdringen müssen, sollten jeden Bürger dazu bringen, dinigen in einer Versammlung der durch die Gayeg und zu sernem Teil mitzuhelfen ang hieie Oaiten-ch Mont=Cenis Geschabigten. Dalinl ikül er die Insormäauch zu seinem Teil mitzuhelfen, daß diese Kosten nicht##mm.#n. Gachlassnnzschellesn miche hahe; ins Ungemessene steigen. Hier mithelsen kann ein jeder, ob groß oder klein und zwar dadurch, daß er nicht jeder Stück Papier, daz ihm überflüssig erscheint, achtlos auf die Straße, sondern in die aufgestellten Papierkörbe wirft. Wo keine Papierkörbe aufgestellt sind, behält ein jeder sein überflüssiges Pavier in der Tasche, nimmt es mu nach Hause, und wirft es hier in den Osen oder in den Mülleimer. Bei einigermaßen gutem Willen kann also jeder mithel. sen, unsere Straßen sauber zu halten. Weiterhin werden die Straßen stark verschmutzt tionsreise des Landtagsausschusses an, wurde dabei plötzlich krank, kam nach Bochum zurück, wurde an Blinddarmentzündung operiert, man dachte an nichts Schlimmes, da bekam er plötzlich einen Lungenschlag Lesund starb im Alter von erst 32 Jahren. Garbe war das Fest der silbernen ein Feuerkopf und versprach für seine Partei noch sehr un ererseits herzlichen * I n f o l g e U n a c h t s a m k e i t hatte gestern morgen eine junge Frau im Gewuhle des ausnahmsweise zum alten Rummelplatz verlegten Marktes einen schmerzlichen Verlust zu beklagen Da sie Geld hatte wechseln lassen und Einkäufe besorgt hatte, verlor sie einen 50.— Markschein, welcher troßz eifrigen Suchens nicht wiedergefunden wurde. Unter Tränen trat sie den Heimweg an. Also mehr Vorsicht auf dem Markte! * Silberne Hochzeit. Herr Fabrikbesitzer Wilh. Halstrick und Frau, Schulte=Vels, Bochumer Str. 31. feierten gestern viel. Er war seit Oktober vorigen Jahres politischer Redakteur des„Volksblattes". * Gefaßter Taschendieb. des hatte ein hiesiger Beamter sein Gehalt in Höhe von 500 zeit. Dem Jubelpaare auch luckwunsch! * Verein für Frauenkultur. Mit einer Autofahrt nach Witten zum Hohenstein bot der Verein für Frauenkultur einen schönen AbIn den Vormittagsstunden des gestrigen Toges schluß des diesjähriges Vereinsjahres. Es hatten sich öhe durch Ueberladen der Wagen und Korrenfuhrwerke. Mark abgeholt und dieses in die Seitentasche gesteckt. Jeder Kroftfahrer und Fuhrmann sollte daranf sehen, Im Gedränge des Marktes nahm ihm ein erwa 18. daß der Wagenkasten seines Fahrzeuges dicht geschlos= jähriger Bursche, welcher dem Herrn unauffällig gelen ist und nur soweit beladen wird, daß die aufge=folgt war, das Geld aus der Tasche. Da die Tat jedoch ladenen Guter nicht herunterfallen. In welchem beobachtet wurde, konnte der Bursche gesaßt und verMaße hier gesundigt wird, bezeugt der Zustand der haftet werden. Es war ein guter Fang denn der Horsthauserstraße Bursche wurde bereits gesucht. Die hiesigen Schulen haben sich ebenfolls in r Angefahren und verletzt anerkennenswerter Weise dozu dereit erklärt, an dem wurde gestern nachmittag ein Motorradfahrer, nach Gemüsegeschäft, verbunden mit Kolonialwaren.(Siehe Inserat.) * Geschäftserweiterung Die bekannte Firma H. Th. Travvc, Grabenstraße 17, eröffnet mit dem heutigen Tage neben dem Malergeschäft noch eine Auto= und Wagenlackiererei. (Näheres siehe Inserat.) * Restaurant Bürgerkrug(Inh. Flake), v. d. Heydtstr. Ab heute taglich die bestens bekannte ExzentrikKapelle Fritzel.(Siehe Inserat.) * Gartenrestaurant Düppe, All-Baukau Sonntag nachmittig ab 3.30 Uhr Kafsee=Konzert. Für die Kinder schöne Unterhaltung auf dem Kinderpielplatz. a Auf in den schönen Stadtgarten! so wird morgen wieder die Porole für manchen Herner lauten. Denn der Stadtgarten ist wirklich ein Kleinod für uns. Zudem wird man dort nach einer zahlreiche Mitglieder an der Fahrt beteiligt. Noch Wanderung im frischen Grun bei einer Tasse Kassee einem gemütlichen Kaffeetrinken im Restaurant Ho- mit Kuc, und schonem Konzert recht angenehme henstein machte man einen Spaziergang durch den Stunden verleben herrlichen Wald und war gegen 8 Uhr wieder in Werbefeldzug mitzuarbeiten. Es wird daher heute in einer Schulstunde auf den Wert und die Bedeutung der Sauberkeit der Straßen hingewiesen werden. Möge dem hentigen Werbetag ein voller Erfolg beschieden sein, so daß Herne in kurzer Zeit eine der laubersten Stadte Deutschlands ist. dem er ein Personenauto überholt hatte, an der Ecke Gräff= und Bochumer Straße von einer Straßenbahn. Neben erheblichen Kopfverletzungen trug er einen Unterarmbruch dovon. * T r a g i s c h e r T o d. Gestern in den späten Abendstunden wurde eine * junge Dame, Frl. Gertrud B. aus der Wilhelmstraße, Der Werbefeldzug gegen die Verschmutzung der als sie an der Breddestraße daherschritt, plötzlich von Straßen ist berechtigt und zu begrüßen. Hoffentlich einem Blutsturz überrascht. Sie stürzte hin und war bleibt ihm die Wirkung nicht versagt. Bei dieser Gelegenheit muß aber ein Wort gesagt werden über den Unrat und das Papier„laub", das sich nach Markttagen nicht nur anf dem Rethausplotz, sondern— besonders bei windigem Wetter— in der ganzen Nachbarschaft dieses gestern noch so gelobten schönen Behördenviertels findet. Man findet es undegreiflich, daß überheupt so viel Papier mit auf den Marktplatz genommen werden kann. Es trifft sicher zu, daß die Inhaber der Marktstande und die Marktbesucher auch nicht mit einem Gedanken darauf kommen, daß sie gerade hier die Verpflichtung hätten, schon aus hygienischen Grunden für größere Sauberkeit zu sorgen. Kann nicht jeder Standinhader die Abfalle urd das Papier, vor allem das Einwickelpa vier von Apfelfinen, in eine leere Kiste tun sofort tot * Ein Unhold auf frischer Tat gefaßt. In letzter Zeit mehren sich die Falle, 1 männliche Personen sich an schulpflichtige Ki wo altere Kinder herHerne. Der Besuch des Dortmunder Museums wird bis zum Herbst verschoben. Ersatz bietet vielleicht der am Montag, dem 3. Juni, in der Westfalenhalle in Dortmund stattfindende Vortrag„Die Frau im Heim". * k. kl. B. Die Mitglieder des Stammvereins und der Jugendabteilung nehmen an der morgigen Fronleichnamsprozession restlos teil.(Siehe Vereinskalender) * Der Krieger= und Londwehrverein Giesenberg=Sodingen hält morgen. Sonntag, abends 8 Uhr im Vereinsheim Wiesmann, am Denkmal, seine Monatsversamm lung ab, da das Preisschießen leider verschoben werden muß.(Siehe Vereinskalender.) * Geschaftsübernahme Die bisher von Herrn Jul. Schnieber betriebene Auto=Reparatur=Werkstatt hat Herr Frißz Meyer mit dem heutigen Tage übernommen.(Näheres siehe heutiges Inserat.) * Ein schöner Ausflugsort ist das Gartenrestaurant„Zum feldkamp“. Dort Fronleichnamsprozession. bei sich führt, kann nicht die Marktpolizei die Markthandler und=besucher zur größeren Rücksichtnahme erziehen? Können nicht vielleicht an Mark:tagen einige Abfallbehälter auf dem Marktplatz— der übrigens hoffentlich für immer dahinkommt, wo er gestern aus der Not heraus, hinverlegt wurde, der Rathausplatz würde dann erst Schmuckplaß werden können— aufgestellt werden? Jedenalls hätte der städtische Fuhrpark weniger Arbeit und es käme nicht mehr so oft vor, daß nach der Reinigung des Marktplatzes durch die ganze Gegend noch. wie das Laub im Herbstwind, das Abfallpopier fliegt. Wieder zieht morgen im Glanz der Frühlingssonne die eucharistische Prozession aus den Toren des Gotteshauses hinaus in die Weite, auf die Straßen des offentlichen Lebens und in das Reich der die er neuerwachten Natur. Unter dem Baldachin schreiten Fesptumg. wird man morgen bei einem genußreichen Gartenkonzert und für die Kinder beim beliebten Eselreiten wieder einmal schone Stunden verleben können. * Das Reslaurant„um Kurfurster“ lädt morgen, Sonntag, zum Konzert mit Tanzeinlagen ein. Außerdem bietet der schöne Garten Gelegenheit, auch im Freien angenehm zu sitzen. * Im Vergnügungspark Fredenbaum in Dortmund findet am morgigen Sonntag das 40jährige Stiftungsfest des Dortmunder Artillerievereins statt. Nachmittags von 3 Uhr ab ist Doppelkonzert in den gepflegten Parkanlagen. Ein großes japanisches TagesFeuerwerk wird abgebrannt. Sämtliche Attraktionen des Vergnügungsparkes sind in vollem Betrieb und sorgen für Unterhaltung und Belustigung. Abends gibt es ein wundervolles Kunst= und Höhen=Feuerwerk und anschließend läßt die Leuchtfontäne ihre Farben= und Wasserspiele erstrahlen. * hotel Schmitz. Herne. Sonntag großer Hausball. * Restaurant„Adler=Garten"(Inh. H. Grünendahl). Heute abend 8 Uhr ist Ehrenabend für den beliebten Kapellmeister Heinz Beckmann. Die Kapelle BeckPriester im feierlichen Ornat, in den Händen trägt der eine die Goldmonstranz mit der weißen Hostie, weißgekleidete Kinder begleiten den Triumphzug des brotverborgenen Gottes, ernste Männer und gläubigfromme Frauen scharen sich im Festzuge um das Allerheiligste. Gebete und Gesänge steigen zum Himmel empor— Fronleichnamsprozession. und Ge pöttisches thingabe, die keine Skepfis der Welt und kein mann spielt s Achselzucken beeinträchtigen kann. und hat sich wahrend dieser Jeit sehr viel Freunde und Sympathie erworben. Das Programm am heutigen Abend ist sehr erwahlt und reichhaltig. Die Kapelle ist besonders verstärkt. Man sage nicht, diese Prozession passe nicht in unsere Zeit. Religion gehöre in die Stille des Herzens und den kleinen Raum stillen Gebetes. Nein, diese Prozession gehört gerade in unsere Zein weil daß der religiöse Mensch noch da ist, der eines besseren sozielen Loses, mehr als hatendes kobartag“, Schauspiel in 3 Akten von marschiert in der Fronleichnamsprozession durch Bothumer Stadttheater „Arm wie eine Kirchenmaus". Lustspiel in 3 Akten von Ladislaus Fodor Montag, 3. Juni, 20 bis gegen 22.15 Uhr. Bühnenvolksbund Serie A und C:„Der Lugenbeutel" Burleske Komödie in 3 Akten von Carlo Goldoni Anbauflächenerhebung. In diesem Jahre findet in Preußen wieder eine gemeindeweise auszuführende Anbauflächenerhebung nach dem Stande von Ende Mai 1929 statt. Diese Er hebung ist Sache der Ortsbehörden. Ihr ist eine beEs ist etwas Eigenartiges um diese Manifestation unsere Straßen. Der Mensch, der an ein Absolutes. katholischen Glaubens. Besonders in einer Zeit der an ein Ewiges und an eine senseitige Verbundenheit Demonstrationszüge. Aber sie ist keine Demonstration und Zielrichtung glaubt, Dieser Mensch fehlt gerade Beillene Acmonn in e aln een Lalid us fordernder Massen und aufreizender Parteipolitik. Sie unserer Zeit so sehr. Weil sie diesseitig und positivistisch Pienstag. 4. Juni, 20 bis gegen 22.15 Uhr. Zum ersten ist auch keine Demonstration für beffere wirtschaftliche ist. Sie wagi oder hat den Willen nicht mehr, den Male! D 30:„Vater und Sohn". Lustspiel in Verhältnisse, kein Willensausdruck der Kämpfenden und Blick zu den Sternen zu erheben, zu dem Unwandel: 3 Akten von Gustav Esmann Umstürzler. Sie ist Angelegenheit des Geistes, des baren, dem Urewigen, dem Ueberweltlichen und Ueber: Mittwoch, 5. Juni, 17,30 bis 21 Uhr. 1. SchülervorstelZeitlosen und Ueberirdischen. Sie war eher da, als zeitlichen. Aber sie muß diese Verbundenheit wieder= lung:„Die Zauberflöte“. Oper in 2 Akten von W gewinnen, diese Verpflichtung vor der Ewigkeit und A. Mozart. vor dem Gewissen. Die Grundsätze des Glaubens und Donnerstag, 6. Juni: Geschlossen: des metaphysischen Denkens müssen wieder Allgemein= Freitag, 7. Juni, 20 bis gegen 22 Uhr. B. 30:„Okdie weltlichen Organisationen, die heute die Straße zum Ort ihres Forderungs= und Geltungswillens machen. Die Prozession des Fronleichnamstages ist eine der schönsten Einrichtungen, die uns das Mitteld seit dieser Zeit trägt alljahr, w o e s i h r n i c h t emacht wird, in An„„ 1„ L 1.—; dacht und Freude ihren eucharistischen Gott hinaus „ächen, son#ges Oed= und Untanv.—,“ aus der Kirche engem Raum in die weite Welt. Aus Wegeland, Gewässer usw. anzugeben sind,'..— Linlan Prieden des Gotteshauses in die larmdaß die Gesamtflache der Gemarkung jeder einzelner und haßerfüllte, hastende und leichtfertige MenschenOrtschot nachzuweisen ist. mitte Es wird ausdrücklich bekont, daß die Ergebnisse nur in einer Kreissumme veröffentlicht und Einzelergebnisse unter keinen Umständen zum Nachteil einzelner Landwirte aus der Hand gegeben, insbesondere Fronleichnamsprozession auch nicht zu Steuerzwecken verwendet werden. b. 4 „* Die Preise auf dem Wochenmarkt. Mai wurden gut in Wirtschaft und Politik werden, dann wird der Zersetzungsprozeß der Gesellschaft zum Aufbau einer besseren Weltordnung werden. Darum gehort der religiöse Mensch wieder in unsere Zeit und sein Glaubensfeuer, das im Glanze der euchoristischen Prozession durch unsere Straßen leuchtet. So moge enbun Auf dem Wochenmarkt am 31 gende Preise amtlich festgestell:. folRicht herausfordernde Demonstration ist diese Es ist der glückliche Stolz des Besitzenden, die hinausdrängende Glaubensfreude dessen, der unter der Brotsgestalt seinen Gott und Erlöser verborgen weiß, es ist der Jubel derer, die noch den großen und starken Glauben haben an nisse, die der kleine Menschenverstand nicht faßt, es ist die zitternde Demut und kindlich tiefe Verehrung tobertag Samstag, 8. Juni, 19.30 bis 23 Uhr. C 29:„Die Fledermaus“. Operette mit Ballett in 3 Akten von J Strauß Sonntag, 9. Juni, 20 bis gegen 22.15 Uhr. Blauer Ring 11:„Vater und Sohn“. Montag, 10. Juni, 20 bis gegen 22.45 Uhr Gelber Ring 6:„Emilia Galotti“. Trauerspiel in 5 Akten von G. E. Lessing. Kartenvorverkauf in Fr. Stück's Buchhandlung, Herne, Bahnhofstr. 80(Fernruf 506 71). vor dem Weilen des Gottes unter uns. Der FernRindfleisch pro Pfund 0.80—1.20, Schweinefleisch, stehende wird das nicht leicht begreifen, was dem Ko Schinkenstück 1.20, Nackenstück 1.30—1.40, Kotelettes tholiken dieses Gottgegenwartsbewußtsein ist, aber er 1.30—1.40, durchwachsen 1.10. Kalbfleisch 1.00—1.40, möge es als Ausgangspunkt des katholischen Hon= Maria Virgine, das O salutaris hostig und die schönen dürfte zu diesem Zweck kein besseres geben. Speck, gerauchert fett 1.30—140, geräuchert durch= delns betrachten, dann wird er diese Prozession ver. Volkslieder: O heilige Seelenspeise. Wir beten an, dich spülen setze man dem Wasse machsen 1.30—1.40. stehen und den großen Eindruck, den sie auf die Men= wahres Engelbrot und all die glaubensinnigen Lieder Das Mittel ist durchaus unschädt denn im Scheine goldener Junisonne der farbenbunte Zug der Fronleichnamsprozession morgen durch unsere Stadt sich bewegen. Möge von allen Kirchen der Glocken Feierklang die Schreitenden umrauschen und der Weihrauch vor den Altären in die Lüfte wirdeln. Möge der Weg des Gottes unter der Brotgestalt, desselben Gottes, der im Abendmahlssaale das Wort sprach: Das ist mein Leib, möge dieser Weg ein geschmuckter subelvoller Palmsonntagweg sein und Gies- Vorzellan und kristall reinigt man an: ein Weg des Triumphes. Und mögen dann die alten, fachste Art mit dem neuen Spülmittel imi. Man lieben und frommen Lieder wieder durch die nüchtern. gibt dem heißen Spulwasser auf 10 Liter einen Eßlöfglaubensferne Welt erklingen, die schon Jahrhunderte iel imi bei. Alles ist fast ohne Arbeit nach kurzem vor uns begeisterten: Das Pange, lingna, gloriosi cor- Spulen rein und glänzt wie neu. Gerade für Kristall voris mysterium, das Ave, verum corpus, natum ex habe ich dieses Mittel vorzüglich gefunden, und es Pfund „„ahen und den großenEinbrad, den sie auf die Men= wahres Engeister un au die Gaubensinnigen Eirder Kartoffeln 20—22 Pfund 1.00, Grüne Bohnen pro schen aller Denkrichtungen macht, weil sie ein großes der katholischen Menschheit, die Internationale der totend und vor allem sehr vielsenig und 0.50—0.60, Dicke Bohnen 0.25—0.30, Wurzeln Fanal der Religiosität ist, der tiefen Gottgläubigkeit gläudigen Welt. x. mochte es im Haushalt nicht mehr missen. Allen Anhängern der Pfarrer Heumann'schen Heilmittel geben wir bekannt, daß die Pfarrer Heumann'schen Heilmittel künftig in allen hiesigen Apotheken zu haben sind, bezw. bestellt werden können, bestimmt aber in der Hauptniederlage: Rathaus-Apotheke, Neustraße. Ueber 172000 Das Pfarrer Heumann=Buch, 272 Seiten stark, reichillustriert, ein wertvoller häuslicher Ratgeber in vielen Krankheitsfällen, wird auf Wunsch jedermann vollig gratis gesandt durch Ludw. Heumann& Co., Nürnberg M. 609. Dankschreiben! Pn Die Pfingsttagung des Vereins für das Deutschtum im Auslande(P. 9. A.) in Kie Von J. Laufkoetter, herne. Schon am Freitag, dem 17. 5. 29. hatte sich die Hauptmasse der Teilnehmer an der 48. BDA.=Jahresversammlung in der Hauptstodt der deu'schen Nordmark, Kiel, eingefunden: Im herrlichen Gepräge der unzähligen Fahnen, Blumen und Girlanden, bei dlendendem Sonnenschein aus einem tlauen Himmel bot die Stadt an allen Tagen jedem Ankommenden ein überaus reizendes Bild, einen festlichen Willkommensgruß für die Gäste, die aus aller Herren Länder hierher geeilt waren. Ueberall ertönte der begeisterte und begeisternde BDA.=Ruf: Heil! den unendlichen Scharen entgegen die wie das brandende Meer draußen in der Förde unaufhörlich die Stadt durchzogen. Pfingstsamstag war der ernsten Arbeit und Beratungen vorbehalten, wobei aus berufenem Munde der gewaltigs Aufgabenkreis des Vereins gezeichnet wurde. Hier hatte zur Hauptsache die reisere Generation das Wort. Und bei all den Reden und Vorträgen klang immer wieder die Mahnung und der Wille durch: für die Erhaltung deutscher Sprache, Sitte und Kultur unter den im Auslande lebenden 40 Millionen deutscher Schwestern und Brüder einzutreten und Opfer nu bringen. und ein zweites, wichtigstes vielleicht: der Gedanke der deutschen Volksgemeinschaft, heraus= und losgelöst aus dem Kampfe der Parteien. Stände und Bekenntnisse, der deutschen Volksgemeinschaft zunächst einmal im deutschen Mutterlande, im Deutschen Reiche selbst. Desen Gedanken galten dann auch die besonderen Veranstaltungen der„Stunde der Volksgemeinschaft“ und der berufsständischen Tagungen der Arbeiter= und Landwirtschaft. Es wird für den Verein für das Deutschtum im Auslande eine seiner wichtigsten Entwicklungsphasen darstellen, für das friedfertige Zusammenleben und Zusammenwirken des deutschen Volkes einen der größten versöhnenden Fortschritte, wenn der aus Gewerkschaftskreisen mmt allem nur wünschenswerten Nachdruck erfolgten Anregung an die im Gewerkschaftshaus=Saal zu kausenden versammelten Arbeiterschaft, katkräftig mirzutun, Folge geleister wird. Und auf eine solche Erfüllung darf man doffen, wenn ein führender Redner aussprach, daß die Ziele des BDA. Schutz der Minderheiten und ihrer kulturellen Rechte, eigenste Sache der Arbeiterschof seien. Diesem Gedanken zu dienen, war natürlich die Abhaltung der Pfingsttagung in einer industriereichen Großstadt mit starker Arbeiterbevölkerung in besonderem Maße geeignet. Das gleiche Wollen: das Gemeinsame, das Einigende bei allen Schwestern und Brüdern in Nord und Süd, in Ost und West. in Muter=Deutschland und im Auslande herauszuarbeiten, klang auch aus den ergreifenden Worten vieler Auslandsdeutscher, die in dem Wunsche gipfelten: über die Arbeit des BDA., über das Treffen der Auslandsdeutschen mit ihren reichsdeutschen Freunden und Helfern hinaus moge es möglich werden, zu einer großdeutschen Tagung, zu einem Kongreß der Deutschen zu gelangen und damit zu der großen Einheit all dessen in der ganzen Wek, was sich deutsch fühlt. All dieses ehrliche Streben für den Erfolg der BDA.=Arbeit faßte der 1. Vorsitzende, Freih. aus dem Bussche=Haldenhausen, in die den Tatsachen wohl vorauseilenden Worte zusammen, daß für alle Deutschen, die wirklich von dem volksgemeinschaftlichen Gedanken ergriffen worden seien, die Grenzen des Staates, der Partei und der Konsession bereits ihren krennenden Charakter verloren hätten. Eine wundervolle Perpektive, wenn man ihr Aussicht auf Verwirklichung zugestehen kann. Pfingstsonntag früh fand dann auf dem MarineSportplatz„Flandern“ eine Morgenfeier statt. Ein wunderbares, überwältigendes Bild, ein Bild von deutscher Kraft und Jugend! Etwa 12000 deutsche Jungens und Mädels, zum großen Teil in ihrer heimatlichen Tracht, alle mit den blauen BDA.=Wimpeln und bunten Bändern und den in wenigen Tagen segebräunten Gesichtern! Unabsehbar der Zug der neu Heranziehenden, unaufhörlich die Heilrufe; überschäumend und tosend die Begeisterung! Wie der Wind die Wellen der Förde unablässig bewegt, so geht ein ständiges Wogen über die Tausende und Abertausende und ihre bunten Wimpelwellen. Ueber all dem Menschengewoge feierlicher Klang der Glocken Kiels. und ganz hoch oben, als ob es die Begeisterung der Renschen zum Himmel tragen wollte, ein sübriges Den Hintergrund bildet die windbewegte, kräuselnde Kieler Außenförde und die— im Abbild des ernsten, heitigen Wollens der Festversammlung— stolzen Linienschiffe„Elsaß" und„Hessen“ Mit einem gemeinsamen Liede„Großer Gott, wir oben dich" begann die Morgenfeier, in der zwei Ansprachen Auslandsdeutscher mit prachtvoll vorgetragenen Gesängen der Ortsgruppe Kiel des Sängerbundes Nordmark wechselten. Darauf vollzog der Vorsitzende des BDA. an etwa 10 Bannern die Bannerweihe. Während des gemeinsamen Liedes„Ich hab mich ergeben“ fuhren als Abschluß der unendlich stimmungsvollen Feier die gesamten Kieler Wassersportverbände mit zahlreichen Ruderbooten auf, ein Sinnbild und Wegweiser zu all den Deutschen jenseits des großen Wassers. Montag nachmittag bewegte sich ein nicht endenwollender Festzug durch die Straßen der Stadt, in dem jede Ortsgruppe ihre heimischen Erzeugnisse oder Eigenheiten darzeigte, so 2. B. waren die Mitglieder der Ortsgruppe Meißen sämtlich als Meißener Porzellan verkleidet; die Auslandsdeutschen marschierten in ihren Trachten auf; die Eisenacher trugen ihre„Wartburg": die Rheinländer ihren teils gefesselten„Vater Rhein“ u. s. w. Die Musik wurde von Schützenvereinen, Marinevereinen und 16 Kapellen der Jugendgruppen des BDA. gestellt. Alles in allem eine Kundgebung von überwältigendem und unvergeßlichem Eindruck, ein Zug von 35 000 vaterlands- und heimattreuen Menschen, für die diese Pfingsttagung ein Erlebnis seltenster Art wurde. Die Abende waren ausgefüllt mit Versammlungen der einzelnen Landesverbände, in denen Ernstes und Heiteres geboten wurde, und sich manche Freundschaft über die Grenzpfähle hinaus neu gebildet und alte neu gefestigt hat zum Wohle der gemeinsamen Arbeit und Hüse, zur Förderung des gegenseitigen Verstehens und Vertrauens, als Beitrag zum Gedanken der Volksgemeinschaft. Und wenn im kommenden Jahre der BDA. seine Mitglieder und Freunde zur Jahrestagung nach Salzburg i. Oesterr. rusi, so darf man hoffen, daß seine Zahl sich beträchtlich vermehrt hat, und so möchte man hoffen, daß auch aus unserer Stadt für den BDA.= Gedanken begeisterte Jungens und Mädels mit vielen Erwachsenen dieses Pfingsereignis miterleben können. Heil! Vereinskalender. Sport-Club„Westsalia 04“ c. B., Herne. Zur Enthüllung der Ehrentafel und Einweihung der Fahne am 2. 6. mittags 12.30 Uhr im Vereinsheim Sassenhoff werden sämtliche Mitglieder hiermit eingeladen.— Zur Teilnahme am Festzug treffen sich alle Jugendlichen am 2. 6. 13.30 Uhr im Restau rant Kreimendahl, Hafenstr. Die älteren aktiven und passiven Mitglieder sammeln sich(möglichst mit Vereinsmütze) pünktlich um 14.45 Uhr im Restau rant Knapp, Bahnhofstr., soweit sie einen anderei Posten nicht auszufüllen haben. Der Festausschuß Turnvereinigung 1873 Herne. Samstag, den 1. Juni nach der Turnstunde im Vereinsheim Busen, Monatsversammlung. 25380 Gardeverein Herne. Am Sonntag, den 2. Juni 1929, von 9—12 auf dem Schieß stande bei Puls, Bergstraße, Uebungsschießen. Die Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge ist nicht am 2., sondern am 9. Juni. Antreten hierzu am 9. Juni nachm. 3 Uhr im Vereinslokal. Anzug: dunkel, Mütze, Orden und Ehrenzeichen. Anschließend Versammlung.(2715) Der Vorstand Krieger= und Landwehrverein Börnig. Sonntag, den 2. Juni 1929, nachmittags 5 Uhr, im Vereinslokal: Monatsversammlung. Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Kriegskeilnehmer und Kriegerhinterbliebenen. Ortsgruppe Herne. Am Sonntag, dem 2. Juni 1929, 16 Uhr, findet in den Gartenanlagen des Herrn Karl Köhlhoff, Wilhelmstraße, ein Familienfest mit Kaffeetrinken statt. Tassen mitbringen. Es wird gewünscht, daß sämtliche Mitglieder daran teilnehmen.— Beratungsstunden jeden Dienstag und Freitag in allen Versorgungs= und Fürsorgeangelegenheiten von 19 bis 22 Uhr Wilhelmstr. 12. Der Vorstand. Krieger= und Landwehrverein Giesenberg-Sodingen Sonntag, den 2. Juni, abends 8 Uhr, Monatsversammlung. Vollzähliges Erscheinen erwartet D. B Bahnhofstraße 3a Oas große Möbelhaus maßgebond für den Mébeleinkauf führend im ganzen Bezirk. In 4 Stagen ständige Ausstellung über 200 Zimmereinrichtungen Polstermöbel, Teppiche, Kleinmöbel, Einzelmöbel SSEC-KE SLLL-EHLEEEEITE Bahnhofstraße 3b Herd- u. 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Brilon=Wald fahren wir am Samstag mittag bis Willingen im Waldecker Uplande und damit sind wir bereits auf eine Höhe von 550 Meter gelangt. Vom Bahnhof gehen wir zunächst in den Ort, bis wir auf das Zeichen der Hauptwanderstrecke Jauerländischen Gebirgsvereins stoßen, der wir füdlich dem Iterbach entlang zunächst auf der n-8 chattigen Landstraße folgen müssen. Eine halbe Stunde wandern wir bis zur Haltestelle Stryk, kurz vor der wir rechts ins Feld, später in den Wald abbiegen. Unterwegs bietet sich uns prächtige Fernsicht, bis wir nach 40 Minuten am Knoll(695 Meter) angelangt sind. Die Kuppe selbst, 738 Meter hoch, bleibt linker Hand liegen. Auch weiter steigt der Weg allmählich. Wir durchwandern Heide= und Hochwald, zuletzt Felder, wobei wir fünf Minuten mit der Hauptwanderstrecke 25 zusammengelaufen sind und den Hillkopf(801 Meter) fast berührten. Von hier ab geht es bis auf 660 Meter wieder abwärts, um nach knapp dreistündiger Wanderung in Küstelberg zu landen. Der kleine Ort weist nur wenige Häuser auf: er schmiegt sich an den hohen Schloßberg idyllisch an. Hier enden wir am Samstag die Fahrt. Am Sonntag folgen wir der Hauptwanderstrecke 13 westwärts. Die ersten 50 Minuten müssen wir Landstraße tippeln, bis uns ein Zeichen scharf links ab zur Ruhrquelle(674 m) in einen Waldweg weist Der nur nach regnerischem Wetter rieselnde Quell ist hübsch mit Steinen und Ruhebänken eingefaßt worden. Knapp dreiviertel Stunde danach wird auf Wald= und Feldwegen der zweite Wintersportplatz, Winterberg, erreicht. Noch einmal müssen wir eine halbe Stunde einer Landstraße folgen, dann gehts durch Wald und über Heide aufwärts zum Kahlen Asten, dem König der westfälischen Berge. Von Winterberg bis hierher wars gut 1 Stunde. Bei sichtigem Wetter erlaben wir uns an einer meilenweiten Fernsicht rund über das ganze Sauerland. Der Hauptwanderstrecke 13 folgen wir noch bis kurz vor Alt=Astenberg(eine halbe Stunde; 774 m), dann bleiben wir für knapp einundeinhalbe Stunde auf dem mit einem weißen Doppelkeil gezeichneten Bezirkswege Hunau=Astenberg. Zwischen Feldern, nachher durch schönen Wald kommen wir in den ersten dreiviertel Stunden zum Großen Bildchen: einer mehrfachen Wegekreuzung mit einem Heiligenbild (700 m), nun gehts über den Klappersberg bis zum Langen Rücken, dann hier dem linksab führenden Wege zur Hunau nach. Etwa zwei Stunden vom Kahlen Asten aus haben wir wieder das weiße liegende Kreuz als Wegezeichen gewonnen. Wir folgen den zusammenlaufenden Strecken 10 und 25 westwärts. Es ist eine ganz prächtige Wanderung über die Hunau; fast stets durch Hochwald und dabei doch des öfteren reizvolle Fernblicke! Nach gut einer Viertelstunde stehen wir auf dem Hunaukopf(818 m), nach weiteren 30 Minuten an der Essener Schutzhütte auf dem Langen Stein. Nun senkt sich der Weg nach und nach an einem stimmungsvollen Kreuz im Walde vorbei und über den Hömberg gelangen wir endlich in 1¼ Stunden zu dem lieblichen Schieferstädtchen Fredeburg(440 m), aut 6½ Stunden von Küstelberg entfernt. Noch ein Rückblick auf die Berge hinter uns, die wir überwunden haben und dann heißt es wieder, der Heimat zu zu fahren. Wenn wir uns für diese Wanderung mit den Blättern Brilon, Winterberg und Schmallenberg der Sauerlandkarte 1:50.000 versehen, laufen wir keine Gefahr, uns zu verirren. Zwei Gesellschaftsreisen des Nerddeutschen Lloyd nach Nordamerika. Wie aus einer vom Norddeutschen Lloyd, Bremen, herausgegebenen Druckschrift zu ersehen ist, veranstaltet dieser im Sommer 1929 zwei interessante und besonders preiswerte Gesellschaftsreisen nach Nordamerika, die nicht nur als Erholungs=, sondern insbesondere als Studienfahrten gedacht sind. Die erste dieser beiden Gesellschaftsreisen, die am 15. Juli in Bremen ihren Anfang nimmt, bietet dadurch einen ganz besonderen Anreiz, daß sie mit dem am 16. Juli zu seiner Jungfernfahrt von Bremerhaven nach Newyork auslaufenden Riesenschnelldampfer„Bremen“ erfolgen soll. Bekanntlich blickt die ganze Welt voller Spannung auf dieses bevorstehende Ereignis. Nach dem Eintreffen in Newyork wird zunächst die Stadt und ihre Umgebung besichtigt. Dann geht die Reise nach Philadelphia, Washington, Cincinnati, Chicago, Detroit und Buffalo weiter. Von dort erfolgt die Rückreise nach Newyork und dann am 8. August die Einschiffung auf D.„München" des Norddeutschen Lloyd. Am 18. August wird die erste Gesellschaftsreise in Bremen beendet. Chermalsolbad Bad Hamm(Westf.) Die zweite Gesellschaftsreise nach Nordamerika beginnt am 2. Oktober in Bremen. Die Fahrt nach Newyork wird mit D.„Stuttgart“ ausgeführt. Das Programm des Aufenthalts in Nordamerika ist dem der ersten Reise ähnlich. Die Rückfahrt nach Bremen soll mit D.„München“ erfolgen, die am 9. November wie der in Bremerhaven eintressen wird. In den Preisen sind alle Beförderungs=, Unterbringungs= und Verpflegungskosten usw. auf dem Schiff und auf dem Lande enthalten. Das genaue Programm ist mit allen Einzelheiten aus der eingangs erwähnten Druckschrift zu ersehen. Interessenten für dieses außerordentlich beachtliche Reiseanerbieten des Norddeutschen Lloyd erfahren alles Nähere bei der Hauptverwaltung des Norddeutschen Lloyd in Bremen oder bei dessen Vertretung am Wore. Burg Rheinstein Bad Hamm. Mit dem Einzug der wärmeren Jahreszeit, des sprossenden Wonnemonats ergreift die Müden, die im täglichen Wirtschaftskampf Gebetzten die Sehnsucht nach Erbolung und Ausspannung, der Leidende schönft neue Hoffnung, er will Heilung und Linderung suchen, und er hält Umschau, wo sich im ein Plätzchen bietet, all das zu finden, was ihn wahrhaft erquicken, die abgebetzten Nerven beruhigen, seinem Leiden erfolgversprechende Kur verschaffen kann. Da sei das Augenmerk mit aller nachdrücklichen Empfehlung bingerichtet auf unser in den letzten Jahren in immer weiteren Kreisen bochgeschätztes Thermalsolbad Hamm(Westf.). Es hat sich zu einem Gesundbrunnen entwickelt, dessen Ruf weit über die Grenzen Westfalens mit jedem Jahre größeren Anklang gefunden hat, weil es mit seinen hervorragenden, vollständig neuzeitlich durchgeführten sachgemähen Heilbadeeinrichtungen alle Wünsche zu erfüllen vermag, wie sie selbst auch in gröberen Bädern nicht besser erfüllt werden können. Aus dem bis vor einigen Jahren so oft verkannten Bad Hamm(Westf.) ist in wenigen Jahren ein großzügig=modernes Heilbad geworden, das sich von Jahr zu Jahr durch entsprechende Um= und Neugestaltung, durch Erweiterungs= und Anbauten der verschiedensten Art und nicht zuletzt durch Neueinrichtungen auf dem den Heilbäderzwecken dienenden Gebiet schon mit Recht in eine Reibe neben manche Modebäder, namentlich in unserer Heimatprovinz, stellen kann. Wer fern vom Tosen und Branden großstädtischen Lebens in friedsamer Rube und in einer Umgebung voll landschaftlicher Schönheit seiner Erholung und Gesundheit leben will, wird in hohem Maße von dem, was Bad Hamm ihm bietet, befriedigt sein. Ihm öffnet der sorgsam gepflegte, berrliche Kurvark seine Reize, der mit seinen abwechslungsvollen Anlagen weit und breit seinesgleichen sucht und auch den durch viele und weite Reisen anspruchsvoll Gewordenen noch zur Bewunderung nötigt. Diese Anlagen haben zusammen mit einem angrenzenden herrlichen Laub= und Tannenwald eine Größe von zirka 600 Morgen. Die Badeanlagen mit den Hotels und Privatpensionen liegen mmitten dieser herrlichen Landschaft. Was bietet Ihnen Bad Hamm? Mit seiner beilkräftigen Thermalsole(bedeutenden Gehalt an Salz (8½ Prozent) und Kohlensäure) ist Bad Hamm ein ausgezeichnetes Heilbad für Nheuma und Frauenleiden und ferner für Krankheiten der Luftwege, Herzleiden, Krankheiten des Rückenmarkes, chronische Entzündungen der Leber und Milz, Exudate, Entzündungen der Gallenblase, Bleichsucht, Blutarmut, Skrofulose, Rachitis, Erschönfungszustände, als Nachkur für Grivveerkrankte ganz besonders geeignet. Neben dem neuzeitlich ausgestatteten Badehaus ist ein neuerbautes Inbalatorium, ebenfalls mit den neuzeitlichsten Avvaraten und hogienischen Einrichtungen versehen, vorhanden. In weiteren Spezialabteilungen werden Fangovackungen und alle neuzeitlichen Kurmittel geboten. Veranstaltungen mancherlei Art bringen Unterhaltung und Zerstreuung. Der vor einigen Jahren geschaffene Lese= und Unterhaltungsraum bietet eine begrüßte Annehmlichkeit für die Badegäste, da er in seiner vornehmen, behaglichen Ruhe und guten Ausstattung auch als Konversationssaal so recht geeignet erscheint. Die anschließenden Anlagen des Bürgerschützenhofes mit den wöchentlich an mehreren Tagen gebotenen Konzerten dienen weiter der Unterhaltung und Zerstreuung der Badegäste. Die nabeliegende Stadt mit Museum, Theatern und Vergnügungsstätten bietet ebenfalls reichliche Abwechslung. Der Sportsfreund findet Gelegenbeit zu jeder Art Sportbetätigung. Tennisplätze befinden sich im Parke unmittelbar beim Badehause. Auf der vorbeiführenden Lippe sind vom nahen Bootshause aus Bootfahrten möglich, auch der Angler kann seiner Leidenschaft Genüge tun. Sportliche Wettkämpfe finden in der Näbe statt, und in Kürze wird eine große, nur wenige Minuten entfernt liegende Kampfbahn mit geräumigem Schwimm= und Strandbad eröffnet. Auch die Unterkunftsverhältnisse sind gut. Für 5—7 RM täglich sind gute Pensionen erhältlich. Die Badeverwaltung weist solche gern nach. So ist auch zur neuen Badesaison, die am 1. Mai beginnt, alles aufs beste vorbereitet, um den Badegästen eine ideale Stätte der Erquickung und Gesundung zu bieten. Badeschrift und Auskunft durch die Badeverwaltung. Rudesheim, Bingen, Abmannshausen, mit diesem sonoren Dreiklang hebt sich die Symphonie der Rbeincomantik an. Sage, Poesie und Wein verbinden sich zu einem Zauber, der keinen anderen Strom von altersber umwickelt wie der Rhein. Hier erstand auf dem dode Niederwald das deutsche Denkmal und gegenüber eine der malerisch eingevrägsamten Burgen des Rheins, Burg Rheinstein. Als Faitsberg im Mittelalter eine jener Raubritterburgen, die den rheinischen Städteburgen viel zu schaffen machten, ist die Ruine 1825 Lassaulx neu aufgebaut worden. Ihre Sammlungen erhalten Erinnerungen an Götz von Berlichingen, Franz von Sickingen Wallenstein und Gustav Adolf. In aller Welt berühmt ist der Notwein von Abmannshausen, der edelste des Rbeins. Frühlingskuren in Bad Salzusten. Wohlgerüstet sieht Bad Salzuflen auch in diesem Jahre nach Beendigung der Winterkurzeit der kommenden Hauptsaison entgegen. Viel Neues, Schönes und Nützliches wurde geschaffen, und schon jetzt im Frühjahr haben die zahlreich anwesenden Kurgäste eine aufrichtige Freude an allem, was sie vorfinden. Da ist es vor allem das neue Badehaus I mit seinen 40 modern eingerichteten Badekabinen, das allgemein Bewunderung erregt, zumal der neue Thermalsprudel hierher geleitet wird und seine wohltuende Heilkraft erproben läßt. Aber auch die meisten anderen, hier gebräuchlichen Kurformen sind neuzeitlich ausgestaltet und vervollkommnet worden, so daß die Kur höchsten Ansprüchen genügt und einen um so sichereren Heilerfolg verbürgt Besonderen Reiz bietet der Aufenthalt in dem weitgedehnten, von den ersten wärmenden Strahlen der Lenzsonne langsam zu neuem Leben erwachende Kurpark. Ein zartgrüner, duftiger Schleier liegt über den kahlen Geäst der Bäume und Sträucher, die ersten Knospen haben sich geöffnet und vorsichtig wagen sich die jungen Blättchen hervor. Schön ist der Frühling in Salzuflen, und wer nur irgend kann, der sollte sich zur Kur dorthin begeben, denn nicht anders als gesund und neugestärkt wird er später an seine Geschäfte zurückkehren dürfen. Dieser Frühling in Salzuflen, das ist der vielversprechende Helfer für eine erfolgreiche Badekur! Bad Hamm(Westf.) Mai- Oktoder neuzeitlich eingerichtet Thermaliele ür Rheuma u. Frauenleiden Nachkur bei Grippeerkrankungen Badeschrift durch die Badeverwaltun HOTEIS 7##### GRAND SAvo AAUCN „Gusthof am Siel“, G. Christian. Pensionspreis 5 Mk. Anfragen erbeten Hotel und Fremdenpension Lahnhof# in Dausenau a. d. Lahn. 2 Nin. v. Bahnhof. 30 Min. von Bad Ems. Erstes Haus am Platze, ohne Kurtare. 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Meter 88. 4 A * —** Heicgengriugg n S haden vong americhtet worden. von 20 bis 50 Prozent Anstrich des#30 Mat, Beim Adbrechen eines für den zug plagzlich“ Markivlav 8 denutzten Gerüstes der Johann Gaug... dede purzte der unemil Chrign Sücggt, vottrov sowig der Gehilse #iian aug Osterleig in die Tiete. Beide Stantenbau..... l#egen und musten den. Krankenhaus zugeführt werden. Dem Suck wurden Fehirnerschi wadrend der Gehilfe eine Gebirnerschütterung erlitten hatte #5#n 30. Mal. Der lechsjährige Sahn des LandPit3.„Jeuhaus aus Westbönen stand dinter der an####eb Haust, als diese plöszlich durch einen Windgen wurhe. Der Knade wurde von dem .. d.##er so hestie getroffen, das dieler ihm #tirn orang. vierbei wurde durch Knochen## 50% Sehler schwer verletzt. Du Knabe w#urde in bedenklichem Zustande dem Krankenhaus in Hamm zugeführt und ist hier kurz nach seiner Einlieferung genorden. Hamm, 31. Mai. Die den Vereinigten Stablwerke geborende Walzenstraße 5. die eine der gröbten Walzenstraßen des Welt ist, war vor kurzem wegen Absatzschwierigkeiten still gelegt wo den. Wie wir erfahren, wird jetzt die Walzenstraße umgebaut werden, und zwar soll ein Spezialwalzwerk errichtet werden. Die beiden Leien der Walzenstraße werden zusammengelegt werden und erhalten einen 40 Meter hohen Metallschornstein. Der neue Osen ehält in Zukunft Gasseuerung. Das Gas wird von der Ruhrgas=A.=G. durch die bereits von der Zeche„Radbod“ zu dem Werk gelegte Nohrleitung geliefert. * G r o n a u, 3 0. M a i. W a s f ü r e i n M i ß v e r s t ä n d nilendes Komma anrichten kann, haben dieser Tage die„Gronauer Nachrichten" bewiesen, als sie u. g. mitteilten...... In der Nacht vom 1. zum 2. Pfingsttage wurden in der Familie Zant, Tannenstraße 30 Drillinge geboren...“ Will man da noch von Geburtenrückgang sorechen, wenn eine einzige Famirte in einer Nacht um 90 Kövfe vermehrt wird? “ R h e i n e, 3 0. M a i. D e r S o h n d e s W i r t s H i l l e n hrand aus Elte, der am Montag früh auf der Chaussee Rad fuhr, wurde, als er ein Fuhrwerk überholen wollte. von einem Motorrad angefahren, kam zu Fall und geriet unter die Räder des Wageng, wodurch er auf der Stelle gerotet wurde.— Ein zweiter Unfall ereignetc sich am Nachmittag desselben Tages auf der Mesumer Chaussee. auf welcher ein Förster mit Sozius auf dem Motorrad nach Emsdetten fuhr. Als er einen Radfahrer überholen wollte und Signal gab, fuhr der Radjahrer war rechts berum, bog dann olörzlich wieder links auf die Chaussee. Der Motorradfahrer wurde durch den ungeschickten Radfahrer gezwungen, gegen einen Baum zu fahren und blieb mit einem schweren Schädelbruch liegen, während der Beifahrer Fleischwunden davontrug. * Warburg, 30. Mat. Bei einem schweren Gewitter am vergangenen Samstag traf ein Blitzschlag das Haus des Landwirts Sauerland in Natzungen und setzte es in Brand. Dorfbewohner und Feuerwehr gingen den Flammen zu Leide. Es konnte nicht mehr verbindert werden, daß das Feuer auch auf die gegenüberliegenden Gehaulichkeiten des Landwirts Reitemener übersorang und diese wie das Haus des Landwirts vollkommen zerstorte.— In Peckelsheim schlug der Blin in das dem Maschinisten Schert gehörende Haus ein und zertrümmerte, am Kamin niedergehend, den Herd in der Kuche. Iu gleicher Zeit stand auch der äliere Fachwerkhau in hellen Flammen, der in kurzen Augenblicken vernichtet wurde.— Der Landwirt Redbe in Schlangen hatte rs bei einem Gewitter unterlassen, das Vieh von der Weide heimzuholen. Als er sväier vir Tiers aufsuchen wollte, fand er zwei wertvolle Pierde vom Blitz getötet auf h Dinslaken, 30. Mai. Der Kreistas des Kreises Dinslaken nahm den Haushaltsplan des Kreises für 1929 an. der in Einnahme und Ausgabe mit 2,47 Millionen RM. abschließt. Ebenlo wurde die Kreisumlage mit 150000 KM. gegenüber 170000 RM. im Vorjahre angenommen. 90000 RM geben davon an die Provinz als Previnzsalumlage und 60 000 RM. an den Siedlungsverband Ruhrtohlenbezirk. Für eigene Zwecke erhebt der Kreis keine Umlage. Da im Gegensatz zur günstigen Finanzlage des Kreises die geldliche Lage der Kreisgemeinden ungünstig ist, wurde beschlossen, die direkten Kreissteuern für das sweite Halbjahr 1928 den Gemeinden zu erlassen. Landrat Schluchtmann teilte mit, daß das rom Kreis erworbene Kinderbeim in Bad Homberg v. d. H. nunmehr seinen Kurbetrieb aufnimmt und 50 bedürftigen Kindern und 10 Erwachsenen ständig Raum bieten kann. Die Siedlungstätigkeit auf dem früberen Truppenübungsplatz Friedrichsfeld hat sich sehr stark entwickelt. Go ist die Einwohnerzahl Friedrichsfelds infolge der Tätigkeit der Kreissiedlungsgesellschaft von 400 im Jahre 1920 auf 2275 1928 gestiegen. Zur Bekompfung der Hochwassergefahr im Amt Börde soll ein neuer Rheindeich mit einem Rostenauswand von 1.5 Millionen KM. gebaut werden, doch findet zur Zett noch das Projett in Landwirtekreisen wegen der bohen anteiligen Kosten uarke Widerstände. Für den Wohnungsbau wurden zahlreiche Kredite bewilligt. Die Niederrheinische Kraftverkehrsgesellschaft Ost(Autobusverkehr), die wegen Unrentabilität schon teilweise von der Post übernommen worden is, sollte gänzlich eingestellt werden. Der Kreistag beschloß inden, noch einmal vir Weiterführung des Verkehrs. Doch soll die Postverwaltung ersucht werden, auch die übrigen Linien noch zu übernehmen. Der Uebernahme von drei neuen Aktien der Kreis=Ruhrorter=Straßenbahn sowie von 353 neuen Aktien des Rheinisch=Westfälischen Elektrizitätswerkes durch den Kreis wurde zugestimmt. 150.0%0 Merk hat wurde einem Höndler aus Sast von einem Italiener zum Kauf angeboten, der einer interesbande angenet Der Händler benachrichtio:: die Volleei von Sasi die den Verkaufer verhaftete. Die Schmudtücke wurden beschlagnahmt. Der Itaniener leugnel, der urdever des Diebstehls zu sein und betont. nur eine Vermittlerrolle gespielt zu haben. Angestelltenfragen Aus dem Angestelltenrecht * Dinslaken, 30. Mai. Ein schönes HermannLöns=Denkmal ist jetzt in der herrlichen Kirchbellener Heide errichtet worden. Das Denkmal besteht aus einem machtigen Findling, der an einem schönen Platz Aufstellung gefunden und eine entsprechende Inschrift erhalten hat. In der Umgebung des Denkmals hat man schöne Anpflanzungen durchgeführt. Die feierliche Einweihung dieses schönen Löns=Denkmals findet am Sonntag, 2. Juni, statt. “ Kleve, 31. Mai. Ein schreres Unglück ereignete sich in dem benachbarten holländischen Beek. Beim Graben einer Schleuse bei der neuen Wasserleitungsanlage BeekUbbergen stürzte vlätzlich, ohne daß vorher igend ein Anzelchen dafür vorhanden gevesen wäre, eine Betonmauer ein, die zum Schutz gegen die Sand nassen einer Hügels an einem Hause am Übbergschen aufgeführt war. Die einstürzende Mauer begrub zehn Arbeiter unter sich, die mit dem Einbauen von Wasserkästen beschäftigt waren. Hierbei wurde ein Arbeiter getöret, vier Arbii er wurden schwer und zwei leicht verletzt. Die Rettungsarbeiten waren sehr schwierig, da man nur mit größter Vorsicht die Beronstücke entsernen konnte, um nicht neue Rutsche zu veranlassen. Man hofft, daß die vier Schwerverletzten mit dem Leben davonkommen werden. Shuld eines dritten liegt nicht vor Aachen. 30. Mai. Nach 7½ stündiger Beratung wurde im Stadtvarlament der Haushaltolan für 1929 mit Stimmenmehrheit angenommen. Nach den in den Ausschüssen vorgenommenen Aenderungen schließt der Haushaltolan nunmehr in Einnahmen und Ausgaben mit 53 919000 Mark ab. Zur Deckung des durch direkte Gemeindesteuern aufzubringenden Bedarfs sollen erhoben werden an Gemeindegrundsteuer 225 v. H. (bisher 175 u. H.) zur staatlichen Grundvermögenssteuer. an Gemeindegewerbesteuer wie bisher 500 v. H. des Steuerarundbetrags nach dem Gewerbeertrag und ferner mie bieher 1309 u. 5. des Steuergrundbettags nach dem Gewerbekavital. Außerdem soll zu den Kosten der Beruisschule ein Zuschlag zu den Steuergrundbeträgen erhoben werden. In seiner Haushaltrede hob Oberbürgermeister Dr. Nombach hervor, daß das Aachener Wirtschaftsgebiet sich erst wieder voll entsalten könne. wenn es von der Besatzung ze. äumt und die Um= und Eingemeindungsfrage erledigt sei. Zum Schluß nahm die Stadtverordnetensammlung einstimmig eine Entschließung an, in der es heißt, beim Reichstag erneut vorstellig zu werden, damit unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Nöte des Aachener Bezirks die dringend notwendige Ermätzigung der Eisenbahntarife durchgeführt und die seit Jahren gestellte Forderung auf den Bau einer Wasserstraße Nachen—Rhein mit Beschleunigung erfüllt wird. Für die Anstellung zur Probe gilt keine tägliche Kundi halts ge gungsfrin. aus wenn das Engagement als„zur vorübergehenden Beschättigung" bezeichnet worden ist. * dem Arbeitsgericht Berlin wurde kürzlich ein Urteil erstritten, das die oft m Unklarheiten Anlaß gebende#rage der Kündigung bei Anstellung zur Probe klärte. Liegt eine Anstellung zur Probe vor, so gilt nicht die tägliche Kündigungsfrist, die bei einer vorübergebenden Aushilie vereinbart werden kann. Aus den Enicheidungsaründen des Urteils geben wir folgendes wieder: Der Unterschied zwischen beiden Arten der An. stellung ist folgender: Bei einer Anstellung zur Prode will man die Fähigkeiten des Gehilsen erproben und ihn, falls er sich bewährt. über die ursprünglich vereinbarte kurze Frist hinaus dauernd bebalten. Bei der Anstellung zur vorübergebenden Aushilfe dagegen will man die Fähigkeiten des Gehilfen nicht probieren. sondern vielmehr im Gegenteil einen jähigen Gehilsen anstellen, weil man vorübergehende Hilfe braucht: man will ihn aber nicht dauernd behalten. weil man für längere Zeit keine Verwendung für seine Tätigkeit hat. In vorliegendem Fall ergibt sich, daß hier die erstere Art der Anstellung stattgefunden hat: denn man wollte die Klägerin prüsen und dann sehen. ob sie uin für die in Aussicht genammene Tätigkeit eigne. stellte ihr auch für den Fall. daß sie sich bewähre, eine enentuelle spätere feste Uebernahme in Aussicht. Die Sache liegt allo in Wahrheit so. daß die Parteien ein Probeengagement geschlossen. aber nerabredet haben, daß man es in der Vertragsurkunde als eine„Annahme zur vorübergehenden Ausbilfe" bezeichnen solle. Die Klögerin selbst hat zwar in die Bezeichnung des Engagements als zur vorübergehenden Ausbilfe eingewilligt doch ist das gerade mit Bezug auf die Kündigungsfristen bedeutungslos. Diese dürsen vielmehr auch durch Vereinbarung nicht willkürlich heruntergesetzt werden(§ 67 568.). Wenn nun§ 69 HGB. für den Fall vorübergehender Ausbilfe eine Adweichung hiervon gestattet. so in die Feßstellung dessen, ab dieser Fall vorliegt, selbstverständlich gleichtalls der Vertragsfreiheit entzogen weil lanst die Vorschrift des 867 nereitelt werden könnte.— Wenn die Beklagte meint, daß ihr unbeschränkt freisteht Personal zur Aushilse“ zu engagieren, so irrt sie hierin: denn ein Engagement nach§ 69 HGB. ist nur dann gegeben, wenn der obiektive Tatbestand eines Aushilfsverhältnisses auch wirklich gegeben ist— also u. B. bei Arbeitsüberhäufung infolge eines hohen Festtages. der Innentur over bei sonstigen Kundenardrängen oder auch B. bei Erkrankung festangestellten Personals— nicht aber bei einer Probedienstleistung. Die Bezeichnung der Anstellung als eine solche„ur vorübergehenden Ausbilse“ int desbalb vorliegend— wei! der Wayrbeit nicht entivrechend.— bedeutungslos ingl. Staub H6B.§ 69 Anm. 11. Danach ist die Abrede der eintägigen Kündigungsfrist— weil der zwingenden Vorschrift des 8 67 H6B. widersprechend— nichtig. und war nur diese Abrede selbst, nicht auch gemäß§ 139 H6B die ganze Anstellung. Allerdings tritt nun nicht die gesetzliche Kündigungsfrist des§ 66 H6B. ein. vielmehr ist davon auszugehen daß die Parteien für den Fall der Nichtigkeit der taglichen„Kündigungsverabredung jedenfalls die kürzeste zulässige Kündiaungsfrik, allo die einmonatige Frist des§67H6B. verabreden wollten. Bei dieser Sachlage ist der Anspruch der Klägerin auf hlung des— der Höhe nach nicht bestrittenen— GeIts gerechtsertigt. Stellenvermittlungsarbeit d. H. V. im Auslande Der Wunsch durch berufliche Tätigkeit im Auslandihre Kenntnisse zu erweitern. macht sich bei den jungen Kaufmannsgehilfen von Jahr zu Jahr mehr geltent Das kommt besonders in der ständig steigenden Zah vo. Bewerbern bei der Auslandsstellenvermittlung des Deutschnationalen Handlungsgebilfen=Verbandes in Hamburg zum Ausdruck. Einen immer größeren Umfang nimmt aber auch die Auswanderung auf gut Glück an. wobei unter den euroväischen Ländern Oesterreich. Spanien. Holland und Belgien. in Uebersee Nord=Südamerika besonders bevorzugt sind. Der D.H.V. ist bemüht, denjenigen seiner Mitglieder. die Stellung im Ausland suchen. durch seine Auslandsstellenvermittlung in Hamburg und durch seine zahlreichen Geschäftestellen und Ortsgrupven im Auslande (darunter besonderz in Wien. Madrid. Barcelona und Neuyork) hierbei besonders bebilflich zu sein. Mit welch günstigem Erfolge er diese Arbeit betreibt, zeigen die olgenden Zahlen. Durch den 2.H.V. konnten im ersten Vierteljahr 1929 folgende Auslandsstellungen besetzt werden; im eurovaischen Ausland 211. in Asien 2 in Afrika 4. in Nordamerika 46. in Südamerika 28. zusammen 291. Offene Stellen gelangten insgesamt 750 zur Anmeldung „Wer ins Ausland geht. darf sich allerdings nicht der Täuschung hingeben, daß er dort nun sofort Stellung und reichen Verdienst findet. In vielen Ländern herrscht ebenfalls mehr oder minder große Arbeitslosigkeit. Starke Zuwanderung bedingt, daß ein Vorankommen nur dann gegeben ist. wenn sehr gute Renntnisse und Fähigkeiten die Grundlage hierfür abgeben. Viele Kaufmannsgehilfen wollen ihren Auslandsaufenthalt auch nur zu ihrer eigenen Ausbildung benutzen, um dann im Reiche die erworkenen Kenntnisse in guten Stellungen verwerten zu können. Ueber die Verhältnisse im Auslande erteilt die Auslandsebreilung des Deutschnationalen Handlungsgebilfen=Verbandes in Hamburg als staatlich anerkannte Beratungsstelle für Auswanderer. Kaufmannsgehilfen Auskunft Handel, Gewerbe, Industrie Erhöhung der Bankzinsen In diesem Zusammenhang sei ferner auf den beachtenswerten Reisevorschlag des Norddeutschen Llond: Drei Weltstädte in drei Wochen“ bingewiesen. durch den sich Gelegenheit bietet, außer der Teilnahme an dieser ersten Reise und dem Besuch Neunorks. auch noch Berlin, 31. Mai.(Telegr.) Ab 1. Juni werden die Solleinsen im Hinblick auf die außerordentlich angespannte Geldmarktlage von den Bankenvereinigungen.. etiten Reise und dem Beluch? um 1 Proz auf 9½ Proz. expont, wazn noch dis in Paris und London zu verweilen. übliche Praviston kommt. Die Haban=Zinsa= merden. Alle naheren Auskunfte erteilen der zür Ged, dag im gfeschen#. den Zinsen werden Llond in Bremen oder seine Vertretung tur Geld, das im gleichen Monat oder am ersten des der—.- und Hereinnadme folgenden Monats fällig wird. von 6 auf 7 Proz. und für Geld. das sväter fällig wird. von 7 auf 8 Proz. erhöht. In Berlin werden die Zinssätze für täglich fällige Gelder in provisionsfreier Rechnung von 4½ auf 5¼ Proz. und in provisionspflichtiger Rechnung von 5 aus 6 Proz. erhöht. Der Zinssatz für Sparkonten in Berlin beträgt weiter 6 Proz. Platzen des In= und Auslandes. Norddeutsche ertretungen an allen Ersbeben in Argentinien Ein Ort der Verwüstung Bisher 40 Cote ∆ Suendo=Aires. 31. Mai.(Teleor.) Ein erdbeben dauerte von 5,45 Uhr nachmittags bis 9 Uhr morgens falt ununterbrachen. In Billatuel sind alle Gebaude zerstort. In der Ortschaft Melvince nurden 18 Menschen getötet und 40 vorlent. Alle Verbindungen dorthin sind unterbrochen. In der panzen Umgegend setzten zugleich mit dem Erdbeben Echnesturme ern, die von ungewöhnlicher Kälte begleitet woren. Nach weiteren in Buenos=klires eingegangenen Bezichten ist die Zahl der Taten im Erdbebengebiet von Meudoza auf 10 gentegen. Die Rettungskolonnen uchen die Trümmer nach weiteren Toten ab. Die Rat der Ueberlebenden ist ungheuer aroß, ba es an Unterbringungsmöglichkeiten völlig fehlt und die Temperatur außerordentlich niedrig in. Die Zahl der Verletzten wird mit 100 angegeden. Die Settungskolonnen sind an vielen Plätzen in ihrer Arbeit durch die ausgerissenen Strahen und andere Hindernisse stark behindert. Die Stadte Goudge(7) und Antel(?) sind vollkommen zerstört. Der Vorstand des Bahnhofs. Weber, der im letzte. Augenblick die haltende Lokomotive warnen wollte. wurde bei dem Zusammenstoß durch umherfliegende Solitter am Kopf verlent. Ein RiesenerSölbrand die Löscharbeiten sollen 20 Cage Sauern e Bukarest, 31. Mai.(Telegr.) In Mere ist ein großer Erdölhrand ausgebrochen. Die Flammen schlagen mit einem Durchmesser von 2 dis 3 Moter 60 bis 70 Neter hoch. Durch die Explosion sind die Fensterscheiben in einer Umgebung von einem Kilometer eingedrückt worden. Eine in der Nähe liegende zweite Soude ist ebenfalls vom Feuer bedrobt und kann explodieren. Mau rechnet damit. daß der Brand erst in 20 Tasen geldscht werden kann. Man haut nunmehr einen Tunuel von 30 Meter Tieie und 20 Meter Länge, um dadurch zu der Eisenkonstruktion der Sonde zu kommen, da man dann erst das Gas ab sverren kann. Ein in der Nähe liegender groher Wald ist vom Feuer ergrissen worden und drennt in lichter: lohen Flammen. * 170 Häuser niedergebtannt Eine ganze Familie umgebracht Berlin, 31. Mai.(Telegr.) Wie der Berliner kalanzeiger“ aus Sotia meldet, hat ein 18jähriger Ge= P Warscheu, 31. Mai.(Telegr.) Durch die Unnheitsorbeiter Filivoff in Plewna eine ganze Fami achnamkeit eines siebenjährigen Jungen ist in Zazorze ein und noch zwei Arbeitskollegen umgebracht. Der Un= großer Brand entstanden. Das Feuer grisf schnell ), d e r e i n e n R a u d b e a b s i c h t i g t e, k o n n s e n g e n o m m e n u m u i c h. 1 7 0 G e b a n d e w u r d e n e i n N a u b d e r den. Elammen. Der junge Brandstister kam in den Flam* men um. Bei den Löscharbeiten wurden 20 Personen verletzt, darunter drei schwer. Die Ronjunktur Ende Mai Vorert keine Besserung. sondern eher eine Zunahme der Schwierigkeiten zu erwarten. = Berlin, 81. Mai. Das Institut für Koniunkturforschung berichtet in seinem Vierteljahrsheft über die Konsunktur Ende Mai wie folgt: Auf der Güterseite der Wirtschaft sind im ganzen ausgesprochen koniunkturelle Veränderungen nicht festzustellen. Die Auftragseingänge zeigen teilweise sinkende Tendenz. Die Rohsoffeindeckungen blieben aber im allgemeinen konjunkturmäßig unverändert. Die industrielle Produktion hat ihren Stand durchschnittlich behauptet. Die Beschäftigung ist— vorwiegend in den Saisonberufen Baugewerbe. Landwirtschaft)— während der letzten Monate beträchtlich gestiegen. Freilich haben die Rückwirkungen der Aussperrung von Ende 1928 und der Kälteveriode 1929 die an sich bestehenden Tendenzen zur konjunkturellen Abschwächung vielfach überdeckt Anspannung des Geldmarktes, sinkende Effektenkurse und Preisrückgänge auf dem Warenmarkt kennzeichnen demnach die Lage. die porerst keine Besserung. sondern eber eine Zunahme der Schwierigkeiten erwarten läßt. Verlängerung der für die Reichsanleihe X Berlin, 31. Mal.(Telegr.) Dem Reichstinanz= ministerium ist von verschiedenen Seiten die Anzegung entgegengebracht worden, die Frist für die Zeichnung der Anleibe zu verlangern. Es wurde insbesondere darauf hingewiesen, daß der Ablauf der Zeichnungsfrist mit Ultimo Mai wegen der Schwierigkeiten der Ultimodispositionen und mit Rücksicht auf die seit Anfang des Monats bestehende Kreditbeengung bei einer großen Zahl derer. die an sich gern die Anleibe gezeichnet hätten. die Entschließung beeinträchtigt habe. Der Reichsminister der Finanzen hat dieser Anregung Folge gegeden. Die Frist für die Zeichnung auf diese Anleide is bis zum 8. Juni einschließlich verlangert riorden. Der Zahlungstermin für die erste Rate von 40 Proz., deren Fälligkeit nach deu bisherigen Bestimmungen auf den 8. Juni festgesetzt war, ist auf den 12. Juni verlegt wor den. Die übrigen Zahtungstermine sind unverändert geblieben. Jederzeitige Vollzahlung und frühere Einzahlung der Raten ist nach wie vor zulä## Börsenberichte Berliner Börse. Freundlich Berlin, 81. Mai.(Telegr.) Die Börse eroffnete in freundlicher Haltung, doch war die Stimmung im Grundton nicht ganz einheitlich. Das Geschäft war nicht so lebhaft wie am Vortag. Nach den ersten Kursen trat ein leichter Rückschlaa ein. Auch im Verlauf kam es zu leichten Kursrückgängen, die ein Ausmaß bis 2 Proz. erreichten, hervorgerusen durch Gewinnverkäufe. Dagegen waren Spezialwerte weiter fest und gefragt. Gegen Schluß trat eine allgemeine Erholung ein, die auch im Nachbörsenverkehr anhielt. Die Börse schloß in leicht bejestigter Haltung. Deutsche Anleihen befestigt. Devisen freundlich. Am Geldmarkt man für Geld über Ultimo 9¾—11¼ Prozent. Privatdiskont bleibt unverändert 7½ Prozent für Sichten. lagen börte Der beide Düsseldorfer Termin= und Kurenbörse. Düsseldors. 31. Mai. Die Börse verkehrte in durchweg befestigter Haltung. Von Kohlenkuxen gingen verschiedentlich Diergardt plus 50 Mk. um. Auch Kunienartien lagen befestigt. Lothringen konnten bei ziemlich lebhaftem Geschäft 2 Prozent anzieben. Niederrhein und Dahldusch lagen leicht erhöht im Handel. Von Braunkohlenwerten gewannen Bruckdorf=Nietleben bei einigem Geschäft erwa 100 Mk., wogegen die Michelwerte weiter angeboten wurden. Die Stimmung am Kalimarkt war freundlich. Stärkere Nachfrage erhielt sich für Burbach. Kaliaktion hatten einiges Geschäft in Burbach=Kalt. die ohne Dividende gehandelt wurden und im Verlauf 8 Prozent gewannen. Auch Hallesche und Adler hatten zu letzten Preisen einiges Geschäft. Der Terminmarkt eröffnete durchweg fteundlich. Besonders stark gefragt waren Kali=Industrie, die 7 Prozent gewannen. Montanwerte zogen z. T. erheblich an. Im Verkehr waren Köln=Neuessen und Rheinstahl. Warenmärkte Berliner Produktenmarkt. h Berlin, 31. Mai.(Telegr.) Die Tenden r schn Eisenbahnunglück bei Eöle Krone Schwer= und 2 Leichtverletzte □ Dresden. 31. Mai.(Telear.) Ein auf der Strecke Krone und Klingenberg—Colmnitz haltender Baudessen Maschine zum Wassernehmen nach Edle Krone hren war. geriet am Freitagvormittag durch Vern der Bremsen beim Vorrücken ins Rolien und stieß die im Bahnhof Edle Krone haltende Lokomotive Durch den Stoß wurden der zunächst fahrende Packterwagen teilweise und der dahinter lausende Bauen vollständig zertrümmert. Die weiteren Zuge lausenden, mit Schienen boladenen Wagen, ent sten. Bei dem Unfall wurden leider verletzt die eiter der Unternehmerfirma Pfau& Vielke, Berlin, ann Scheuer. Paul Wawrock und Franz Muschak, ie der Zugführer Bollmann vom Bahnhof Freiberg, sich auf dem Zug befanden. Leicht verletzt wurde auch Bahnhofsvorsteher vom Bahnhof Edle Krone. der Lokomotivführer ein Zeichen geben wollte. Beide, lie waren zunächst gelverrt. Das Gleis Werdau— sden konnte jedoch von ein Uhr mittags wieder beten werden. Die um diese Zeit fälligen Schnell. und sonenzüge erlitten einige Verspätung, Ergänzend wird gemeldet, daß die auf dem Poctwage nden drei Arbeiter der Berliner Firma sämtlich Vein=, Arm= und Gesichtsverlenunaen erlitten. Waldbrände auf Sachalin 18 Tote. Paris, 31. Mai.(Telesr.) Nach einer Meldung der Agentur Indovacitique aus Tokio sind an 20 Stellen im javantschen Gebietsteil von Sachalin Waldbrände ausgebrochen. Man zählt bieher 18 Tote und gegen 10 Verletzte. * Opfer der * Neunork, 31 Mai.(Telear.) Die ungeheurHine hier dauert an. In Neuyork erlagen ihr gestern vier Personen, neun ertranken beim Baden In Boston starden fünf Personen am Sonnenstich, und vier ertranken. Auffindung des gestohlenen Habsburger Schatzes 1n Paris, 31. Mai.(Telegr.) Aus Marrakesch Marokko wird gemeldet: Der im Jahre 1927 in Wien gestohlene Haboburger Schau, der aus einem diamantenbesetzten Diadem. Verlen und einem Halsband mit mehreren schmarzen P##len besteht und einen Wert von etwa Schnelldampfer„Bremen“. Ein Ereignis von besonderer Bedeutung wird die bevorstehende Jungsernreise des Riesenschnelldampfers Bremen“, des Norddeutschen Llond bilden Die Fahrt nimmt bekanntlich am 16. Juli von Bremerhaven aus ihren Ausgana. Auf der nur sechs Tage dauernden Fahrt nach Neuyork werden die Häsen Sonthamnton und Cherbourg angelaufen Das für 3000 Personen leinschließlich Besatzung) Raum bietende Schiff ist der größte deutsch= Handelsdawpfer, ausgestattet mit allen neuseitlichen Errungenschaften der deutschen Schitfebaukunst. Er befördert Passagiere in der 1. und 2. Klasse. in der deitten Katsite zur Touristen und in der 3. Klasse. Die oderen Klauen zeichnen sich durch ihre bochwertige Neumkuns durch die Reichhaftigkeit ihrer Einrichtungen in gesellschaftlicher. mohnlicher, sportlicher. hngienischer und sanitärer Bez#ebung beionders aus. Aber auch die dritte Ratüte für Touristen und die? Klasse besinen Einrichtungen, die in ihrer Art des Vollendetste dartellen das den Passaaieren dieser Klassen geboten werden kann. Jur Unterbringung der Fabegäste stehen Kammern zur Aufnahme von zwei hie pier Perionen zur Verfügnna Alle Kammern des'ten(lietendee rarmes und kaltes Wasser Die Benunung des auf das wodernste ausgestatteten Schiffes gibt die Gewähr dafür daß die Reisenden die an der non dem ganzen In= und Auslande mit Spannung erwarteten ersten Fahrt des Schnelldampfers Bremen teilnedmen in Verbindurg mit dem unvergleichlichen Genut der Seereise auch ein einzigertigen Erseduis ihr eia2s nennen werden Berlin, 31. Mai. Die Tenvenz an der Berliner Produktenbörse war weiter schwach. Die Preise gingen weiter zurück, ohne daß sich das Geschätt beleben onnte. In Brotgetreide kamen auf dem exmäßigten Niveau nur vereinzelte Abschlüsse zustande. Mehl hatte einen weiteren Rückgang um etwa 0.25 Mk. zu verzeichnen. Auch hier kam es nur zu notwendigen Bedarfskäufen. Haser und Gerste still und geschäftslos. Es wurden notiert: Weizen, märk.. 201—202. Roggen. märk.. 175—177. Futtergerste 176—180. Hafer, märk.. 170—180. Weizenmehl 23.00—27.50. Roggenmehl 24.00—26.50. Viktoriaerbsen 41—48, kleine Spelseerbsen 28—34. Futtererbsen 21—23. Peluschken 25—26. Ackerbohnen 22—24. Wicken 27—30 blaue Luvinen 17.50—18.50. gelbe Luninen 23.00—25.00. Seradella. neue. 60—64. Ravskuchen 18.50 Leinkuchen 21,20—21.60, Trockenschnitzel 12.00. Sozaschrot 18.20—19.00. Kartoffelflocken 15.40—15.80 RM. Getreide 1000 Kilogramm. Mehl und Futtermittel 100 Kilogramm. Hamburger Warenmärkte Hamburg, 31. Mai.(Telegr.) Auf dem HülsenFrumtmarkt kam das Geschäft nur sehr schleppend in Gang. Die Preise blieben unverändert.— Auf dem Schmalzmarkt war die Tendenz ruhig. Es wurden notiert: Amerikanisches Steam Lard 28.75 Dollar. Raffiniertes Schmalz verschiedener Marken in Tiercss 30.00 bis 30.50 Dollar(in Firkins zu 50 Kilo 0.5 Dollar. in Eimern zu je 12.5 Kilo 1.5 Dollar teurer als in Tierces). Hamburger Schmalz in Dritteltonnen. Marke Kreus. 33.75 Pollar die 100 Kilo netto verzollt.— Auf dem Getreidemarkt wurden notiert: Weizen 22.40—22.80. Roggen 22.20—22.40. Hafer 22.20—22.40, inl Sommergerne 18.00—18.20, ausl. Gerste 15.60, Mais 16.50 NM einsagt 18.221: fl.— Im Terminhande! notierten: Weizen per Juli 160 bz., per September 160.75 bes. Tenden;; schwach.— Roggen per Mai 183.00 Käufer, per Juli 139.50 bz., per September 140.25 Käuser. Tendenz: schwach.— Gerste per Juli 140 bz., per September 141.50 ba. Tendenz; schwach.— Mais per Mai 152 be., per hin rIIT Juli 143 bs., per September 146 bz. Tendenz: r. Allgemeine Nachrichten Aufbehung des Sichtvermerkzmanges zwischen Deutschland und Siam. Die Auskunfte- unn SollSosantein* Der Sichtvermerkmore em Deutschland und Stam er mit Wirkung vom I. Juli v. Is. aufgeboben worden — 4# * WOHNUNGS-EINRICHTUNGEN und EINZELMÖBELN TEPPICHE, GARDINEN und DEKORATIONEN Im das Geschäft in den Sommermoneten zu beleben, bieten wir unseren Kunden bei ihren Einkäufen ganz besondere Vortelle. Troirdem wir unsere Preise genz e herabgeseizt haben, gewühren wir bei Kassa-Einkäufen einen größeren Sonder Rabatt. Besuchen Sie unsere riesige Möbelausstellung in unseren 5 großen Etagen ohne jeden Keutzweng und vergleichen Sie die Preise, ehe Sie anderweitig kaufen. Strauß& Baumgarten, Bochum Heinrichstraße u. Brilckstraße Ecke GEBR. Der Vorverkauf beginnt heute Samstag. HERNE Beachten S'e bitte Montag unser Inserat Sparkasse. der Stadt Herne Hsuotstelle: Rathaus, Fernsprecher: 51441, 51551 Reichsbank-Giro-Konto Postscheck Dortmund 8099 Zweigstelle I: Hierne-Sodingen, Fernsprecher 52010 Reichsbank-Gtro-Konto Postscheck Dortmund 9326 Annahme von Spareinlagen bei täglicher Verzinsung Scheck- u. Kontokorrentverkehr Kredite in laufender Rechnung 7 Vermietung von Schrankfachern 7 Ausgabe von Heimsparbüchsen Reisekreditbriefe. Zentrale für Orthopädie Leuschner& Co. Vinckestraße 1 Herne Teleion 50422 Chirurgie-Instrumente 37873 Bandagen, Gummiwaren Egsse Verkstätten in Nauze. Verren- und Dauenberlenung Heinrich Höltmann, Herne=Sodingen Diesenberger Mühle, Teleson 506 98 Gerstenmehl...... Pfd. 13 Pfa. Zu. 12.50 Gerste. gereinigte Perlmais, klein Hafer. schwerer Walzhafer Roggenschrot Weizen Kleie, grobe. Bollmehl Weizennahmehl Maismehl Hühnerfutter, gemischt Taubenfutter Wicken Pohnen Garnelen Kütenfutter Fischmehl Fleischmehl Knochenschrott Muskator i. Beutel Eierlegemehl i. Beutel bto. Luzernhäcksel Lieferung frei Haus. 10 10 3 14 16„ „ 1 5„ 15.„ 14 16„ 10„ 12„ 13„ 15„ 17„ „ 1 9„ „ 2 1„ 20„ 35„ 22„ 25„ 25„ 18„ 190 Mt. 2.00„ 65 Pig 11„ 18.— 15.— 14— 14.— 13.50 15— 11.— 12.50 14— 15 50 17.50 20— 19.— Mt 27119 Zentnerweise billiger. Wer nicht inseriert. gerät in Vergessenheit! Preude in ihr Meim bringt ihnen allein eine schöne Haus-Standuhr Dtrest ab Sperial-Fabrit— odne Zwischenbandel Anerhannte Quat5t and Preise ürdicket. von M. 50.- an Anden Tellsahle Mahr) Cerantie Teusende Dens u. Aberhennungsschreiben.— Katalot hosttaloe E. LAUFFRR Spestel-Pabris mo erper Hauestanduhren Schwenninten a. N.(Schvarz veld Herren- u. Damen werden tadellos gereinigt und getärbt Färbereijork Herne, Behrensstrasse 8. Bei uns zu haben: Lieder und Gebete für die Fronleichnams=Prozession in Herne 16 Seiten, handliches Format. Preis je Heft 10 Pfg. Koethers& Röttsches neben dem Postamt. * 125 Viertes Blatt Herner Anzeiger Samstag, den 1. Juni 1929 Der Sportklub westfalia 04 e. v. im Silberkranze. Ium Geleit. Die ersten Junitage werden für unsere Heimalstatt Herne Tage der Freude. Tage des Jubeiz und Tage sportlicher und festlicher Veranstaltungen sein: nicht allein für die sportbegeisterte Jugend, auch für die stolz auf den Nachwuchs blickenden Aelteren. Begeht doch in diesen Tagen der Sport-Club Westfalig die Jeier seines 25jährigen Bestehens. Die Anteilnahme der Bevölkerung dürfte daher wohl allgemein sein. Aus kleinen, bescheidenen Anfängen heraus hat sich der Jubelverein zu einer sportlichen Vereinigung entwickelt, die heute mit Stolz auf eine 25jährige ruhmreiche Vergangenheit zurückblicken darf. Manche Schwierigkeiten, mögen sie von außen oder von innen gekommen sein, waren zu überwinden. Immer wieder ist es gelungen, wenn die Wogen der Erregungen bedenkliche Formen annahmen, die Gegensätze durch das Zusammengehörigkeitsgefühl zu überbrücken. Nach außen hin hatte der Verein bis kurz nach Kriegsschluß nur das Aussehen eines„Jußballklubs“. doch wurde hierin schon bald Wandel geschaffen, indem sich innerhalb des Vereins zuerst die Leitathlelikabteilg., danach die Geher-, Hockey.„Schwimm-, Handball- und zuletzt die Tennis-Abteilungen bildeten. Von diesen Abteilungen sind die Geher= und Schwimmab teilungen eingegangen. Wenn auch in der ersten Zeit nach der Bildung dieser Gebilde manche Reibereien sich entwickelten, so darf heute gesagt werden, daß innerhalb sämtlicher Gruppen das denkbar beste Einvernehmen herrscht und sämtliche Sportarten eine vorzugliche Pflegestätte bei der Westfalia gefunden haben, die hoffentlich bald ebenso aufblühen werden, wie gerode in letzter Zeit die Jußballabteilung. Besonders erfreulich war es, daß es dieser Abteilung in diesem Jahre gelungen ist. die Gruppenmeisterschaft, und damit den Aufstieg zu einer höheren Klasse zu erringen. Und wenn es heute der Verein bis zu dieser Blüte gebracht hat, so ist das nicht zuletzt auch ein Verdienst seinez bewährten Vorstandes, der es steis verstanden hat, den Verein durch die Klippen und Riffe zu führen. Und wenn wir einem ein besonderes Wort wid men, so ist es, wir dürfen sicher wohl sagen, der allseits beliebte Vorsitzende, Herr Studienrat herm. Kracht, der seit 1925 in weiser Vorsicht und unermüdlicher Tatkraft das Jepter führt. In ihm besitzt der Verein einen Führer, der die Tradition des Vereins als Oberrealschüler bereits kennen lernie, ihr sorgsamster Ofle ger und bester Hüter ist, und außerdem neben einer guten Theorie eine noch bessere Praxis sein eigen nennt. Ihn daher an dieser Stelle zu halten, muß die erste Aufgabe sämtlicher Damen und Herren sein. Wenn wir an dieser Stelle dem Verein zu seinem silbernen Jubiläum unsere herzlichsten Glückwünsche aussprechen. so verbinden wir damit die Hoffnung, daß der Verein sich weiter aufwärtz entwickeln moge, daß er weiterhin Lorbeeren ernten und manchen Sieg an seine Jahne heften möge, damit nach weiteren 25 Jahren beim Rückblick als Resullai ermittelt werden kann:„Esging slelig vorwärts.“ In diesem Sinne ein herzliches Sport=Heil 25 Jahre S. C. Westfalia Herne. Von G. A. Dawin, Herne. Studienrat Herm Kracht 1. Vorsitzender seit 1925. Kaufmann Emil Hütsmann 2. Vorsitzender seit 1926. Tempo! ist das Signum unserer Zeit, in der Stun=kete. Wir wollen vielmehr auf den Verein zurück, uns den fast Sekunden werden. All das Geschehen unseres Seins rast kaleidoskopartig an uns vorüber und läßt uns kaum noch Zeit zu einem gemütvollen Erleben. Jahre fließen ineinander, reihen zur Kette sich, deren Glieder immer mehr zusammenschrumpfen und wir in Gefahr stehen, leicht, allzu leicht zu vergessen, was geschaffen wurde besinnen und prüfen, wie er versuchte, ein Glied in der Ertüchtigung der deutschen Jugend zu sein, ein Aus gleicher eines übertriebenen Intellektualismus. des seit 1903 bestehenden B. V. Steele die Idee nach Herne brachte, wo er sein Volontärjahr bei der Firma Baum absolvierte. Hermann Kortenhaus ist ebenfalls zu nennen, der mir Stens zusammen diesen Plan in die Wirklichkeit umsetzte. Der damalige Freundeskreis versammelte außerdem noch Fritz Hirdes, Leopold Senger, Fritz Köhler, Willy Böcker und Fritz Eichholz. Diesen Männern verdanken wir in erster Linie die Gründung. Darum seien sie dankbar vorausgenannt. Das Gründungsprotokoll: Am 13. Juni 1904 fand aui Schloß Strünkede eine Besprechung wecks Gründung eines Sportvereins statt. Erschienen waren 13 Herren. Nachdem der Einberufer die Anwesenden aufs herzlichste begrüßt hatte, wurde zur eigentlichen Tagesordnung geschritten. Nach Verlauf derselben wurde von sämtlichen Herren die Gründung des obengenannten Vereins einstimmig beschlossen. Der Name des Vereins: 1. Hauptversammlung am 17. Juni. 1. Benennung des namenlosen Clubs. Vorgeschlagen wurden folgende Namen: 1. Sport=Club„Westfalia“ Herne, 2. Sport=Club„Preußen“ Herne, 3. Ballspielverein Herne, 4. Herner Sportverein. Es wurde hierüber abgestimmt und einstimmig beschlossen, den Club Sport=Club„Westfalia" zu nennen. Die Namen der 16 Gründer der„Westfalia" ind: Willy Siens. Hermann Kortenhaus, Fritz Eichholz, Willy Kleine. Fritz Hirdes. Heinrich Brennholt, G. Lichterfeld, Fritz Bromen, G. Sassenberg, Leop. Senger, Fritz Köhler, Alfons Delsing. Emil Schweitzer Bernh. Krein, Willy Böker urd H. Dorlöchter ir. 1919—1929. Ich will es mir versagen, hier in Einzelheiten weiteren Weg des Clubs zu zeichnen, sondern in einem Abriß versuchen, das wechselvolle Geschick der Nachkriegszeit zeichnen, so gut ich es aus meinen eigenen Eelebnissen kann. Das Signum der neuerstandenen „Westfalia“ im 1. Jahre ist ein gewaltiges Anschwellen #### Uhesel ets r S20 (Lelege! Kreis Oberbürgermeister Täger Protektor des Jubiläums. Aus der Geschichte des Vereins. Sie soil uns künden und festhalten, was und wie der Verein in den 25 Jahren seines Bestehens geworden ist. Sie soll uns Gelegenheit geben, den Kreis aufs neue zu schließen, Hand in Hand sollen die Mitglieder das Gelöbnis der Treue und Aufopferung für ihre Farben erneuern. Damit wollen wir aver nicht dem Geist der Zeit folgen, in der irgendein„Mittelstürmer“, ein„Halblinker" oder ein„Tothurer“, der Jugend unendlich wichtiger ist, als ein Weisar oder Dichter. Wollen nicht nähren das Sehnen der jugendlichen Masse, die Männern zujuveln, die aule neun Musen mit lederbewehrter Faust zusammenboxen, und dabei die hohe Wonne auskosten, Lieblinge des Volkes zu sein, desselben Volkes, das in seinen Kindertagen den„Parsival“ und in seinen Mannesjahren den„Faust" dichCKaser ##Sch Sonmer Die Jahne wurde hergestellt und gestiftet von der Firma Maria Groß(Holtsträler) Wer Geburtstag hat, der blickt gern zurück und sucht im Dunkel der Vergessenheit den Weg wiederzufinden, den eigene Kraft und das Schicksal ihn führten. Nicht anders der S. C. W., der heute auch Geburtstag hat. Es war dem Chronisten wahrlich keine leichte Aufgabe, und er weiß selbst am besten, daß noch so manche schöne Blume, wie auch so mancher Dorn am Lebensweg des S. C. W. unbeachtet Rieb. Man nehme aber den guren Willen für die Tat und hoffe, daß ein Chronist dem Sportklub einmal erstehen möge, der mit der Lebensglutwärme des eigenen Erlebens die Vereinsgeschichte der Vorkriegszeit niederschreibt. 1909—1919. Die erste Anregung zur Gründung eines Sportklubs ging von Willy Stens aus, der als Mitglied durch das Streben breitester Massen, besonders der Jugendlichen. Der schmale Rahmen mußte weitergespannt werden. Neue Namen tauchen neben den bewährten alten auf, unter denen allerdings so mancher fehlt, dessen Träger aus dem großen Ringen nicht zurückkehrte. Wir gedenken ihrer in Dankbarkeit. Die Tätigkeit des Clubs mußte anf eine breitere Basis gestell; werden und wir können sagen, daß alle Schwierigkeiten, die in den unruhvollen Zeiten der Nachkriegswehen überwunden werden konnten, da der Club immer wieder Männer zur Verfügung hatte, die in der Idee groß geworden, nun all ihre Liede und Arbeitskraft in den Dienst der Sache stellten. Die Fußballaoteilung wurde mit der 1. Mannschaft der Gelsenkirchener A=Klasse zugeteilt und landete hinter 07 Gelsenkirchen und Union Gelsenkirchen auf einem stolzen 3. Platz, ohne jedoch aufsteigen zu können, da die Neueinteilungen es anders bestimmten. Erst 1921 stieg der S. C. W. in die Liga auf. Er hat in all den Jahren in seiner Klasse eine Rolle gespielt, die tragisch zu nennen ist. Mit einer AusDer Gedenkstein wurde vom Fabrikanten Wilh Linnenbrügger gestiftet und das Fundament vom Bauunternehmer Friedr. Schrader jun. to sienlos errichtet. Der Entwurf, die Bearbeitung und Aufstellung des Steines erfolgte in liebenswürdiger Weise durch die Firma Johann Schnitker, Herne. Die 1. Mannschaft, die die Gruppenmeisterschaft errand Eisenbahn=Oberinspektor a. D. Wilh. Heuseler Ehrenvorsitzender der Weittalic. ——"— * I jahme konnte er die einzelnen Saisons in führender Position beenden. Immer wieder war er dem Aufdeu in die höhere Klasse nahe, stand mit einem Bein chon darin, aber aber dann von Schichaltschlagen getroffen zu werden, die ihm im letzten Augenblick das Tor der Wünsche verschloß. Waren es einmal Verletzungen wesentlicher Kräfte(Hammermann, Dietermann), so hinderten ihn zu anderen Zeiren dunkle Machenschaften am letzten Durchdringen. In diesem Rahmen sei auch daran gedacht, daß eine große Zahl überragender Spiele absoltiert wurde. Erinnert sei an das Ungarnspiel, an Spiele gegen Bertiner. sud und norddeutsche Mannschaften, an Reiten nach Kassel, an den Rhein und nach Nordland. Alles Geschehen hat die berechtigte Meinung aufkommen lassen, daß der Club in den Jahren nach dem Kriege in seiner Fußhallabreilung eine erfreuliche Aufwärtsbewegung genommen hat. Beterligt daran sind Theo Ueter Karl Niklas. Jose Moller. G. A. Dawin, Hermann Kracht Heinr. Wecker, und Josef Bromen die zu den verschiedenen Zeiten mit den einzelnen Mannschaften die an anderer Seelle genannt sind) um die Ehre des Vereins und der Stad: kämriten Der großere Erfolg der letzten 10 Jahre liegt aber darin, daß er es verstanden hat, den S C. W. aus der Sphäre des reinen Fußvallkinds herauszuheben. Die anderen Sportarten fanden Aufnahme und, was wich. ger in sie wurden organisiert und betrieben An er#er Stelle nenne ich die Leichtarhelik. Wir können vor uns mit Stolz behaupten, daß wir in Westdeutschland mit den Großvereinen auf aleicher Höhe aestanden haben. Wir haben große leichtatbletische Wettkämpfe unter schwierigen Platzverhältnissen ab gehalten und unsere Leichtathleten waren auf allen Festen eine sehr beachtliche Kampttruppe. Stolze Reistertitel wurden noch Herne geholk, nicht nur aus dem Gau Herne und Bezirk Ruhr, sondern aus dem Verband. In Berlin, München. Hannover und in ganz Westdeutschlond war das Westfalenmappen am Start und am Ziel. Auch organisatorisch ist der Club auf diesem Gebiete führend gewesen: Ein„Inkernat 25=Kilomeker=Laufen und=Geben Herne—Bochum— Herne“ dat ihm in ganz Westdeutschsand noch niemard nachmachen können, wie auch der Lauf„Quer durch Herne“ sein Werk ist, nicht zu vergessen die beliebten Abendsportfeste. In Dankbarkeik und mit Stolz nennen wir in diesem Zusammenhang Fritz Schötz. Paul kovve. Otto Reisenrath. Willn Bock, Franz Bock, Otto Kneip. Leo Schykir, Fritz Kohler. Adolf Krüger, Arkur Grasse Th Holtsträter. Mit dem Hockensport hielt eine neue Art Einzua in den Klub und der S. C. W. gehört demit zu den wenigen Vereinen im Ruhrbezirk und Westdeutschkand, denen es gelang. diesem besonders eigenartig gelagerten Soort in unserer Stad; eine Heiwaf zu ge den. Otto Kneiv war eriter Anreger. 2 Sommer erster Organisator. der in G. A Dawin, Willy Schnitzer und Walter Sichtermann Palodine fand, die im Verein mit anderen die Hockenmannschaft zu einer Spielstärke brachten, die in gan: Weitfolen in vorderster Linie stand. Nambatre Vereine waren Gast und wurden besucht. Einführungsspiele vom S.C. angefordert. Die Osterturniere fanden eine ause Besegzung. dar unter Homburger und Heidelberger Mannschaften. Bei Emil Hussmann vor auch jetzt noch die Leitung dieser Abteilung in aufen Händen Der Handballsport im S. C. W kann auch schon ans ein 8jähriges Bestehen zurückblicken. 1922 war es Adolf Krüger, der sich dieses Sommerspieles annahm. aber erst nach der Vereiniaung mir der „Tortung" wurden feste Formen gefunden. Karl Schroer und Heinricht Hecht waren eifrige Nachfolger. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschsossen. Ein ganz besonderes Pilegekind ist dem Club die Jugend geworden. In allen Abteilungen findet sie ihr Betätigungsield und findet gute Führer und Freunde. Die deutlichsten Auswirkungen haben sich in der Fußball= und Leichtathletik=Abteilung gezeigt. Die Jngendmannschaften waren mit menigen Ausnahmen Meister in ihren Bezirken oder Gruppen und manches Zielband hat schon um die Brust eines „Westfalia"=Jungen geflattert. Der I. Jugendobmann war meines Wissens Jo' Möller, es folgten Dr. Erwe. Hermann Kracht. Fritz Sengenhoff. Bernhard Constalla und jetzt ist D'Alberto ein warmherziaer Freund der Jungen, und seiner Arbeit kann der Cind vertrauen, er wirds zum guten Ende führen. In der Uebersich der letzten 10 Jahre muß ich auch die Tennisabteilung einreihen, die nach mehreren Versuchen vor und nach dem Kriege in eine feste Form gegossen ist und aus ihr heraus das Vereinsganze weiserk und stärkf. Jos Bromen. Rudi Hüls und Emil Bartling sind hier zu nennen. Schwimmen, Schlaavalt und Tornen erganzen das sportliche Leben. Und wenn man alles aberschau, so kann mar vom S. C. W. sagen, daß er sich bemuhte. Leidesubungen in die Jugend zu tragen. Nicht abschließen kann und will ich mein Resumee, d#ne nich auch einen Blick an; die Organisorion des bs zu tun, wie sie geworden ist und sich bewahrt hat in Freud und Leid Das Gewoge der Zeit hat seine Wellen guch in das Vereinsschiff geschlagen, sa zeitweite war der Sturm Orkan geworden und drohte den stolzen Bau zu zerreißen. Zurück kehrten die Mitglieder aus dem chaurigen Erleben eines gigantichen Kriegez in eine schmerzzerrissene Heimat. Die Umwertung aller Werte war noch in Fluß. Der S. C. W. garte wie das geame Sportieben. Erst allmählich klarte sich die Lage und der in zwischen verzehn- bis verfünzehnfachte Club organierte sich. Fritz Bromen und nach ihm Dr. D'hondt sind die Leiter der Fundierung gewesen Doch kaum mar der Grund geleg, kam die Inflati#n mit ihren Moral u. Wirtschaft demoralitierenden Auswirkungen, die auch den letzten Rest der soliden Denkweise zerstörten. Krisen mußten überwunden werden. doch wenn mir sie jetzt überschauen, so sind sie eine Keite der Gesundung gewesen. August Vennekohl und Hermann Kracht sind es gewesen, die mit Geschick und Liebe weiterführten. Und als des Clubs schwerkte Zeit anbrach, da hatte er Männer in seiner Führung, die diese Zen zur stolzesten werden ließen: Die Franzosen kamen widerrechtlich in unsere Heimat und randen im v. C.„Weitsalia“ einen Verein, der seinen deurschen Standpunkt abfen bekannte, und dafür mußte er leiden. Am 11. Janner 1923 kamen die fremdländischen Truppen. Ausweisungen, Verhaftungen, Haussuchungen. Schikanen. Drangiolierungen usw waren innerhalv des S. C. W. an der Tagesordnung, Bersammlungen wurden dem Verein nicht genehmigt, de er sich nicht angemeldet haue. Still und verschwiegen kam der Vorstand zusammen und tat was notig war, organisierte den Sportbetrieb und hielt durch. Sogar das„II. Internationele“ wurde in dieer schweren Zeit durchgeführt. Hinzu kem noch die Sorge um den Plaz, der durch seine nachbarschaftliche Loge mii Strunkede in besonderer Gojahr war. Waren die Franzosen svortfreudiger gewesen, dann hatte es der Schwierigkeiten noch mehr gegeben Im Protokoll ist eingetragen am 10. Fedruar 1923. Versammlung konnte nicht abgehalten werden, da die Besatzungsbevorde diese nicht genehmie dette Brund der Nichtgenehmigung ist nicht angegeben worden. Vorsizender G. A. Dowin, 1. Schrift'ährer. Ehren=Ausschuß. Protektor: Oberburgermeister Täger. Albracht, Stadtoberinspektor, 1. Vors. d.„Komba“. Dierks. Oberstudiendirektor des Luzeums. Dupierrn. Direktor der Schuchtermann=KremerBaum=A.=G Dr. Eilentrop. Seudienrat, Vorsitzender d. Stadtverbandes für Leibesubungen Dr. Gegelmann. Oberstudiendirektor der Oberrealschule Geck, Kaufmann, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe Haria, Verwaltungsdirekter. Geschättsfuhrer der Ortskrankenfasse. Hasse, Hotelier. Besinzer des Hotel Schlenkhoff Heitkamp, Betriebsführer Holtmann, Verleger der Herner Zeitung Jöllendeck. Bauunternehmer Kastner, Stadtschulrat. Kette. Vergassessor, Direktor der per v. d. HeydtJulia Rieckebusch, Vergassefsor Klein, Generaldirektor der Gew. Friedr. d. Große. Leissing, Direktor der Gewerschaft Dorn Luesse, Rektor, Vorsitzender des Rektorenvereins. Medick, Direktor der Flottmann=A.=G Dr. Meyer, Stadtmedizinalrat. Mischke, Lehrer, Vorsitzender des Deutschen Lehrervereins. Niewitsch, Regierungsrat, Leiter des Polizeiamte Herne Oellrich, Rechtsanwalt, Direktor der Maschinenfabrik Beien. Vesch, Studiendirektor des Gymnasiums. Dr. Roemer, Syndikus. Röttsches, Verleger des„Herner Anzeiger“. Sassenhoff, Kaufmann Sann, Kaufmann. Schlenkhoff, Lud., Fabrikont. Simme, Berufsschuldirektor. Stall, Konrektor. Vors. des Kath Lehrerverein: von Belsen, Generaldirektor Vogel, Stadtältester und Stadtrat. Weiberg, Polizeimasor. Programm für die Sportwoche vom 2. 6. 1929 bis 9. 6. 1929 10.00: den 2. Juni 1929. Fußballsviel S. C. W. 2. Jgd.— Preußen Wanne 2. Jad. 11.00: Fubhallspiel S. C. W. 1. Jgd.— Schalke 04 1. Jad 12.30: Enthillung der Ehrentafel und Fohnenweihe im Vereinsbeim. 14.00: Hockenspiel S. C. W. Alte Herren— Tus Bochum Alte Herren 15.00: Hockenspiel S. C. W. l.— K. S. C. 99 I. Köln. 15.00: Antreten sämtl. Vereinsmitglieder bei Knanp, Bahnhofstraße, zum Abmarsch nach dem SCW Platz 16.00: Enthullung des Ehrenmals auf dem SCW.. Plan. 16.30: Fußballsniel S. C. W. l.— Germania 09 l. 1800 Handballsviel S. C. W. l.— Unwersität Koln. 20.30: Kommers bei Köster, verbunden mit Aufftiegfeier Montog, den 3. Juni 1929: 17.45: Fußballspiel S. C. W. 1. Schüler— Preußen Wanne 1. Schüler 19.00: Fukballspiel S. C. W. Ligo=Res.— Viktorio Recklinghausen Liga=Re Dienstag, den 4. Juni 1920. 15.00: Tennisspiele im Stadtaarten 20.00: Hockeyspiel S. C. W. Damen— Tus Bochum Damen, SCW.=Play 21.00: Kommerz der Tennisabteilung im Stadtgerten. Mittwoch, den 5. Juni 1829. 14.00—19.00: Leichtatbletische Schüler= und Jugendwettkämpfe, SCW.=Platz. 19.15: Fußballspiele S. C. W. l.— Castrop 02 I. 19.30 Staffellauf„Quer durch Herne“. 21.00: Siegerverkündigung bei Sassenhoff Donuerstag, den 6. Juni 1929. 18.00: Fußballspiel S. C. W. 1. Jgd.— Germanio 1. Jad. 19.00: Fusballspiel S. C. W. Reisemannsch— LigaRes. Linden. 20.00: Elternabend der Jugendabteilung bei Köster. Freitog, den 7. Juni 1929. 19.00: Leichtathletische Abendwettkämpfe der Herner Vereine, SCW=Platz. 21.00: Siegerverkündigung bei Grunendahl Sonngbend, den 8. Juni 1929. 17.30: Fußballspiel S C. W 1. Jgd.— Costrop 02 1. Jgd 18.80: Fußballspiel S. C. W. Alte Herren— Biktoria Recklinghausen Alte Herren. 19.30: Hockeyspiel S. C. W. Alte Herren— Kupferdreh Alte Herren. 20.30: Jubiläumsfeier im großen Saale des Kath. Geellenhauses an der Neustraße 10.00: Sonntag. den 9. Juni 1929. ußvallspiel S. C. W. 2. Jgd.— Winz=Baak 1. Jgd.— Winz=Baak 11.00: Fußballspiel S. C 1. Jgd., SCW.=Platz 14.00—18.00: Leichtathletische d. ScB.-Pot Jubiläumswettkämpfe, tdeutschland(Stadion am Rheinrne=Kanal) piel S. C. W l.— M. B. B. Linden I. tadion). Hockeyspiel S. C. W. II.— Kupferdreh I. Handballspiel S. C. W l.— Union Gelsenkirchen I.(Stadion.) 20.30: Siegerverkündigung bei Schlenkhoff. SSTERER. Herne=K 18.00: Hockenspi (Stadion 18.00 19.00: Herne, den 17. 3. 1923 21 ist Ing Das Amtsgericht 8. R. 21 In unser Vereinsregister uner Nr. heute bei dem Verein Sportklud Westfolig 64 Herue olgendes eingetragen: Durch Beschluß der Mitgliederversamm vom 13. März 1923 ist der Verein aufgelöst Liquidator ist der Soarkasseninspektor Banling in Herne Am 16. November 1923 ist eingetragen:„Vorstand i zur Ueberzeugung gekommen, daß zur Belebung der Vereinsängkeit unbedingt wieder Versammlungen und kleine Festlichkeiten abgehalten werden müssen. damt wird die Frage der„Neuaründung" und Meldung on die Besatzung akut Am 19. Januar 1924:„Nach erwa ein Jahr Undrechung infolge der franzosischen Besagung hölt der C W seine erste Versammtlung ab.“ Das Protokollduch schließ:„Dieses Buch sollte, da der Verein durch die Besazungsbehorde stark bedroht erscheint. auf Geheiß des Vorstandes vernichtet werden Die zahlreichen Verhaftungen der S C. W.=MitFlieder haben den Schriftfuhrer, der mu dieser Aufgabe betram war. aber nicht bewagen können, die Fruchte emliger Arbeit zu vernichten. Er hat versucht, diese der Nachwelt zu erhalten; ob das gelungen ist, derüber mag diese selbst entscheider Herne. den 13. Juni 1924 Frenz Lock, 1. Schrifffuhrer. Die dokumeme lassen erkennen, unter welchen Verdaltnissen damols der S. C. W lut und stritt. Die Namen derjenigen, die m erster Linie die Geschicke des Clubs führten, sind on anderer Stelle festgehalten. Wir wollen und könnan es frei bekennen: Ein Feind n Land bestätigt es uns durch seine Haltung, daß wir deussch waren m Zeiten auch in denen das Bater. land in größter Not war. Zur Erinnerung an die imerste Zeit die der Elnb zu überstehen harte, seien hier die Vorstandsmitglieder genann, die den Verein durch die Wirrnisse des Besatungsdruckes hindurch retteten 1. Vorsitzender: August Bennekohl: späler hermann Kracht, später Otlo Junke 1: 1. Schriffführer: S. A. Dewin; spater Paul Koppe und Franz Bod: 1. Kossierer: Cmil Bartling: fußballobmann: Josef Möller. Theo Ueter: später G. A. Dawin: Leichtothletikobmann: Otto Reitéaratt: water Leo Schykle. Iritz Schötz: KLEE 81 Irig Das 15- und 20jährige Bestehen des Vereins konnte in würdiger Weise degangen werden und bedeuteten in Sport, Feier und Feitschrit einen unverkenndaren Erfelg. Nach der Besegungszen und mit Wiederkehr der Stabilisierung unserer Wirtschaft glattolen sich auch mieder die Wogen, auf denen das Vereinsschiff geieuer: und in den letzten Johren ist eine Stadilisierung ditz Cluds Signum und damn ist die Gewähr gegeben in eine tetentrohe Zukunft hinein. ####uren will ich auch noch der Sallung, die der S. C. W. den enderen Turn= und Soorwereinen gegenuder einnahm. Dabei dar sich der S. C. 2 immer lenen lallen ven rern sportiichen Gesichtsonntten Deöfteren ist der Vereinigungsgedanke un dem Turnklub Herne aufgetaucht. Otto Kneip und August Vennekohl sind die Vertreter dieser Richtung gewesen und der Glub hat grundsätzliche Bedenken nie gehabt. Aber die Verhältnisse waren immer stärker. Im August 1925 wurde die Vereinigung mit dem Sporterein„Forkung" vollzogen. Die Eingliederung ging ohne nennenswerte Reibungen vonstatten. Festgestellt soll hier werden, daß dieser Vereinigung so manches zu danken ist. Mit dem Willen des reinen Soortgedankens geht der Club in die Feier seines 25jährigen Bestehens. Sein Weg liegt klar gezeichnet hinter ihm, und um eine Zukunft braucht ihm nicht bange zu sein Und so rufe ich allen zu: „Ihr. die Ihr ein wohlbestelltes Erbe empfongt. tragt eifrige Sorge, daß Ihr nach abermalz 25 Jahren ebenso stolz zurückblicken dürft, wie wir es seht können. die durch Leid und Frend mitgewandert sind und miterlebt haben das Werden und Wachsen unseres lieben S. C. Westsalia". Zeigt Euch der Bäter wert!" kameraden an die Leltung berief, nicht der, der auf dem Patz kämpft, nicht der, der mit die Reiben schließ: zum großen Club. Und Du. Jugend! Dir ist durch Arbeit der andern vor Dir kein Privileg des Ausruhens gegeben:„Wos Du ererbt von Deinen Vätern, erwird es, um es zu besitzen“. Wir alle wollen und müssen die Gewißheit in uns nähren, daß die für den S. C. W. geopferte Kraft nicht vergeblich verran ist, sondern daß sie auch in ihrer Auswirkung dem gesamten Volke zuomie kommt. Darum wolen wir weiterstreben. Wollen uns unter das Urteit der Geschichte stellen. die entscheiden mag, ob wir den rechten Weg gegangen. Wollen haffen und wünschen, daß ein günges Geschick uns Märner schenkt, die mit selbstloser Hingabe sich in den Dienst der guten Sache stellen, den Club leiten, för dern und tragen und dazu „Glückauf!" * Der morgige Conntag ist ein Haupttag. Bereits um 10 Uhr beginnen die Jugendmannschaften mit Spielen. Zu erwähnen und besuchen swert ist das Jugendspiel gegen 04 Schalke. Um 12.30 Uhr treisen sich die Mitglieder in den oberen Räumen des Hotel Sassenhoff. Dort wird die Ehrentafel und die Westfalia=Standarte enthüllt Im 2 Uhr beginnen die Hockenspiele auf dem SCW.=Platz. Die 1. Hockenmannschaft trifft auf den Kölner S. C. 99 In der Kölner Mannschaft wirken einige weitdeutsche Repräsentative mit. Den Zuschauern wird hier Qualitätshocken geboten. Während dieser Spiele treffen sich die Mitglieder im Restaurant Knapo. Mit Musik wird die neue Standarte von der Wohnung des 1. Vorsitzenden, Herrn Studienrat Herm. Kracht, abgeholt, und von dort bewegt sich der Aufmarsch zur Enthüllung der Ehrenmal= zum Platz. Die Mitglieder treten an in dunklem Anzug und möglichst blauer Tuchmütze, die Jugendlichen in Spielertracht. Die Jahne wird am Montag im Hutgeschäft Langenbach, Bahnhofstraße, im Schausentter gezeig Auf dem SCW=Platz findet die Enthüllung des Ehrenmalz #catt. Der Club beklagt 16 Gefallene, die an anderer Stelle gnannt sind. Ihnen zur Erinnerung und zur Ehre wird das Denkmal errichtet. Die Angehöeigen der 16 Gefallenen werden auf diesem Wege um Tellnahme gebeten. Anschließend wird ein Tlleger den Vall abwerfen, mit dem das Lokaltretten Germania— Westfolla. das an anderer Stelle besprochen ist, stattfindet. Das Sportprogramm des Sonntags findet seinen Abschluß mit einem Handballspiel Universität Köln— Wescholla. Die Mannschaften treten in folgender Aufstellung en: Köln in Rot: Engeln Nowak Kirspel Gobel Mölle Heint Nottbrock Gerber Panten Dichler Senden Westfalia in Blau=Weiß: Poggemüller Hecht Walter Zakoll Henke Brunger Jackel Schroer Timmer Schmidt II Schunidt! Abends treffen sich die einzelnen Abtetlungen und die Herner Vereine zu einer Aufstiegfeier in Restauan: Köster. Die Bewohner der Bahnhof. um keder Straße werden gebeten zu flaggen Germanio- Westialto. Einundernhalb Jahr sind fest verstrichen, sendem sich die Mannschaften das letzte Mal gegenüberstanden Es war im Winter Januar 1928. Damals blieben die Weittalen nach ziemlich bewegtem Kampfe auf verschneiten Feldern mu 4:2 Sieger. Seit dieser Zeit hat sich vieles geändert, den Germanen gelang es nach erbitterten Ausscheidungskämpfen sich den Aufstieg zur Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen Mitglieder des S. C. W. F. Cremer Henseler W. Henseler H. Hülsmann K. Kehlendach I Krein Masthoff P. Schlingermann C. Wirtgen F. Fels W Kaiser G. Kersting W. Rosenkötter H. Schmidt O. Sommer I. Wolf Vorwarts, voran! Wir schreiten mi!! Wer konnte ermessen, wieviel unermüdliche Arbeit, wieviel Hoffnungen und Wünsche, wieviel Erfolge und Mißerfolge, wieviel Freude, aber auch wieviel Leid in diesem kurzen Zeitraume von 25 Jahren eingeschlossen liegen. Wie manches mochte man gerne noch einmal erleden und wie manches möchte man ungeschehen machen, oder könnte man den unerbittlichen Zeiger der Zeit zurücktellen, sie in einer desseren Form neu erstehen lassen. Wir müssen uns aber damit abfinden, daß wir alle nur Menschen sind und alle irren, solange wir streben. Darum lernen mir aus unseren Fehlern. Je offener wir die eigenen Schäden erkennen, die unüberleges Hardeln oder saische Erkenntrifse entteden sießen, umso näder kommen wir dem Ziele aller Menschlichkeit, der Vollkommenheit. Biel Qutes in aus der Fülle der Jahre auf uns überkommen, so daß wir stehen an einem Playz in der Oettentlichkent, der uns gebührt, wenn auch Reider uns umstehen. Darum wollen wir aber nicht ruhen. leiner: Richt der, den das Vertrauen seiner Clubnur von kurzer Dauer sein, da es den Germanen nicht gelang. ihre bei den Ausscheidungskämpfen gezeigte Energie auch bei den Meisterschaftskämpfen in der 1 Casse aufzubringen. Nach einem schlechten Start in der 1. Serie, bedingt dadurch, daß man nie die richtige Aufstellung trotz guten Materials finden konnte, raffte man sich in der 2 Serie zu bedeutend besseren Leistungen auf. Erinnert sei nur an das gute Spiel der Germania gegen Schalke(3:3). Daß die GermanioMannschaft auch heute intakt ist, beweisen die guten Ergebnisse, die diese gegen Alemannia Dortmund(2:1) gegen Hammer Spielvereinigung(4:1) und noch am letzten Sonniag gegen den Sonderklassenverein Venrath(6:3) erzielte. Ihre augenblickliche Spielweise trifft man durch folgende Skizzierung am besten, daß man bei Durchschnittstechnik auf schnelles Abspielen des Balles Wert leat. Sämtliche Spieler verfügen über einen gesunden Schutz, allen voran stehen die beiden Stürmer Kaiser und Hardt Die Westtalen=Mannschaft dagegen het, wenn ma ihre letzten Jahre betrachtet, eine ziemlich unglückliche Zeit hinter sich Unglücklich insofern, als man seit 5 Jahren den Nachweis erbrachte, daß man für die 1. Bezirksklasse reif war Erst in diesem Jahre, im Jubiläumsjahre, sollte der Aufstieg endgültig glücken. Man darf wohl sagen, daß die Mannschaft im überzeugenden Stil die Gruppenmeisterschaft errang, vor allen Dingen. wenn man an das letzte Spiel gegen Turnerbund Eickel zurückdenkt. Auch im Augenblick scheint die Mannschaft in guter Form zu sein, wenn man sich #r##zultate gegen die beiden Gruppenmeister RotLeiß Essen(8:3) und Rasensport Bochum(5:0) und ebenso gegen Duisburg 99 mit seinen Repräsentativen Flick und Busch(3:0) erinnert. Die Mannschaft legt auf technisches Spiel den größeren Wert. Erst in letzter Zeit macht man von den Schußfähigkeiten Gebrauch Wir lassen jegt die Namen der 22 Auserwählten, die wohl einen sorschen aber doch fairen Fußball vorführen wollen, folgen: Germania: Zuhner: Goldstein Degenhardt Marsch Schmidt Schiwan Wiegand Stegmann Kaiser Hardt Demberg Niederdratng Czaika Dietermann Joswsak Wahle Kawemann, Bönig Töpling, Korl Hammermann Pelowst Döveliug Bestsalls: Diese Aufstellungen gelten mohl als bie beiten die man von beiden Seiten augenblicksick auf die Zeie Ihr Hadr. Wahrend sie im Taxi durch die belebten Straßen sahinsausten, schien Herr Lamarechal noch die Pflicht zu fühlen, seinem Sohn letzte Instruktionen zu erteilen. Wie ein Feldherr vor der Schlacht überblickte er die Gesamtlage in ihren entscheidenden Punkten und vereinigte alles, was irgendwie von Bedeutung war, zu einer salbungsvollen Ansprache. „Du wirst ja wissen, lieber Hektor“, sagte er,„daß du im Temperament und Charakter ganz anders geartet bist, als die meisten deiner Altersgenossen Du bist ein Chemiker! Es ist gewiß sehr schön, ein Chemiker zu sein, vorausgesetzt aber, daß man es in bestimmten Augenblicken zu sein unterläßt. Einer dieser Augenblicke ist jetzt für dich gekommen. Es ist unbedingt notwendig, daß du heiratest. Wenn ein Mann schon fünfunddreißig Jahre alt geworden ist, da heißt es für ihn, sich ein Heim gründen. Im übrigen war es der sehnlichste Wunsch deiner gottseligen Mutter, und daß es auch der meine ist, weißt du sa gut. Ich ühle mich alt; wie leicht kann es da geschehen, daß ich heute oder morgen nicht mehr da bin! Was du brauchst, ist eine kluge und liebevolle Frau, die es als vornehmste Pflicht betrachten wird, dir die kleinen, aber so lästigen Sorgen des Alltags obzunehmen, kurz. eine Frau, die dich führt und betreut. Denn du wirst mir zugeben, lieber Hektor, daß du bei deiner Leidenschaft für die Chemie alles übrige vergißt und daß du, was praktischen Sinn anbelangt, auf der Stufe eines Kindes stehst. Diese junge, intelligente und äußerst Aluge Witwe ist also für dich wie geschaffen.“ Hektor nickte nur mit dem Kopf und begann mit Rupulöser Genauigkeit den linken Glacehandschuh zuzuknöpfen. „Die Sache ist ja so gut wie abgemacht", setzte Herr Lamarechal seine Ausführungen fort.„An dir ist es jetzt, Frau Ferney zu gefallen oder zumindest soweit einen guten Eindruck bei ihr zu erwecken, daß du ihr nicht mißfällst. Den materiellen Teil der Angelegenheit habe ich mit der Familie deiner zukünitigen Frau schon geregelt, du brauchst dich also darum nicht zu kümmern. Schau nur, daß du mit deiner Ungeschicklichkeit nicht alles verdirbst! Ich bin überzeugt, daß Monique bereit ist, dich zu nehmen. Sie ist höchstens dreißig Jahre alt und scheint in ihrer ersten Ebe sehr unglücklich gewesen zu sein. In solchen Fällen hat es der nächste um so leichter. Aber ich bitte dich, langweile sie nicht mit Gesprächen über die Molekulartheorie oder über allerhand synthetischen Formelkram; denn dann ist das Malheur fertig. Die Frauen haben vor übertriebener Gelehrsamkeit immer eine gewisse Scheu, und Monique ist in dieser Hinsicht gewiß keine Ausnahme. Sprich also zu ihr von deinem letzten Sommeraufenthalt, von den neuesten Theaterstücken, von der letzten Mode, von den neuesten Tagesereignissen...“ Hektor nickte wieder mit dem Kopf und hielt dem Vater die Rechte hin, damit er ihm den Handschuh zutnöpfe. „Mein Gott, was du noch für ein Kind bist“, seufzte Herr Lamarechal, indem er seinem Sprößling den gewünschten Dienst erwies.„Hast du mich also verstanden? Nichts von der Wissenschaft, nichts von der Chemie! Uebrigens werde ich dich schon im Auge behalten. Was braucht es aber noch viel Belehrung? Schau dir nur Monique an, und du wirst gleich wissen, was du zu reden hast! Diese Frau ist ja geradezu entzückend. Ach, zu meiner Zeit, was hätte ich da für Worte gefunden! Diese herrlichen Augen, die sie hat, und dieser Mund, diese Nase, von ihrem Teint schon ganz zu schweigen.... Und ihr wunderbares Haar, mein Lieber, hast du es schon gesehen? Es ist von einem Blond..., na einfach herrlich, fabelhaft! Wenn dich diese Haare nicht in Ekstaje versetzen, Hektor, dann ist dir überhaupt nicht abzuhelfen. So— da wären wir aber schon am Ziel! Streich dir noch den Schnurrbart ein bißchen und schau, daß sich deine Krawatte nicht verschiebt!“ Einige Augenblicke später wurden Herr Lamarechal und sein Sohn von den Eltern der jungen Witwe empfangen. Es aab dort schwaree Anzüge, dekollonierte Toiletten, Klavierspiel und Sußigkeiten, kurz einen jener traditionellen Abende, wie man sie auch jetzt noch in wohlhabenden Häusern veranstaltet. Wer nicht ganz mit Blindheit geschlagen war, wie zum Beispiel Hektor, mußte ja sofort merken, daß diese Soiree einen ganz bestimmten Zweck hatte, nämlich den, Monique möglichst herauszustreichen. Es waren nur welke Matronen zugegen, und die Männer, die man sah, konnten durchaus nicht als Salonlöwen bezeichnet werden. Nur schwerfällige, gesetzte Herren drehten sich in den Empfangsräumen herum, die in einem Winkel mit leiser Stimme ihre Meinungen austauschten und in deren Mienen es deutlich zu lesen war: „Ist das aber eine fade Sitzerei! Man langweilt sich und kommt nicht rechtzeitig ins Bett! Aber was will man machen? Gebeten hat man uns um diese Gefälligkeit, da konnten wir ja nicht nein sagen...“ Während eine sogenannte Pianistin dem Flügel wahre Jammertöne entlockte, manöverierten alle so, daß Hektor dem kleinen Salon zugeschoben wurde, wo Monique ihn zu erwarten schien. Sie ging auf Hektor mit ausgestreckten Armen und mit dem liebenswürdigsten Lächeln zu und war dabei so einfach und so voll Herzlichkeit, daß der junge Mann wieder Mut faßte. Sie setzten sich zu einem Tischchen. Hektor, bei dem alles methodisch vor sich ging, überdachte noch einmal die Ratschläge seines Vaters. Der Sommeraufenthalt, das Theater, die Mode und die aktuellen Vorkommnisse, das alles lieferte ihm Material zu genau vier Sätzen, die er auch in der vom Vater zurechtgelegten Reihenfolge und sogar überraschend freundlich hersagte. Monique antwortete in demselben Ton. Von Zeit zu Zeit erschien Herr Lamarechal im Schatten einer Portiere, horchte ein Weilchen und rieb sich vergnügt die Hände: Plötzlich trat aber in der Unterhaltung eine Verlegenheitspause ein. Hektor hatte den Faden verioren. aufgeregt, ganz wie ein Schüler, der dabei ertappt wurde, daß er seine Lektion doch nicht so gut konnte, wie es anfangs den Anschein hatte, nestelte er an seinem Schnurrbart und an seiner Krawatte und gab beiden ein recht klägliches Aussehen Glücklicherweise war Herr Lamarechal wieder auf seinem Lauscher= posten und ahnte das herannahende Unglück. Er trat also vor, so daß ihn Hektor sehen konnte, und gab ihm durch Gesten zu verstehen, was nim zu sagen war. Bedeutungsvoll fuhr er sich mit der Hand über die Glaße und machte so, als streichelte er dort oben einen mächtigen Scheitel. Es dauerte zwar eine ganze Weile, bis Hektor sich zurechtgefunden hatte, aber endlich ging ihm doch ein Licht auf. Aha, jetzt kamen Moniques Haare daran und er hatte ihr Komplimente zu sagen! Zum Donnerwetter, da mußte er ja vor allem hinschauen, wie diese Haare eigentlich aussahen. Der junge Mann blickte lange und sehr genau hin. Tatsächlich, sie waren blond, aber von einer ganz merkwürdigen Blondheit, stellenweise rot, dann wieder strohgelb. Es konnte keinen Zweifel geben: diese Haarfarbe war nicht natürlich Hektor wurde ganz freudig gestimmt, als es nun an den letzten Programmpunkt ging, denn damit war ja seine Pflicht zu Ende. „Gnädige Frau!“ rief er aus,„noch nie ist es mir so sehr wie heute aufgefallen, welch wunderbarer Lichtschein Ihre Stirne umwogt! Gestatten Sie mir, daß ich ihnen sage: Sie haben die schönsten Haare der Welt, die schönsten und dabei merkwürdigsten, denn, falls ich nicht irxe—“ Bernhard Shaw im Spiegel eigener Worte. Ich fühle mich gelangweilt durch Feiertage, Luxus und Gel * Ich bin nie erzogen worden. Ich erinnere mich an vier Schultage, die mich schwer anstrengten. Alle schämten sich meiner. Ich schrieb einmal einen Artikel in französischer Sprache und erfuhr darauf von einem Pariser, daß ich eine neue Sprache erfunden hätte. * Schüttelt die großen Männer ab, und ihr werdet die großen Notionen abschütteln, und dann werden wir vielleicht glücklich sein. * Männer sind sentimen ale Schwätzer. Sie sind nich. praktisch genug. Frauen sind es. Seit dem Beginn der Zeiten haben die Frauen mit den praktischen Dingen zu tun gehabt. * Ich bin ein revolutionärer Schriftsteller, bin es immer gewesen und werde es immer sein, weil unsere Gesetze das Gesetz unmöglich machen, uniere Freiheiten alle Freiheiten zerstören, unser Besitz organisierter Raub, unsere Moral unverschämte Heuchelei ist, unsere Weisheit von unerfahrenen Narren verwaltet und unsere Macht von Feiglingen und Schwächlingen gehandhabt wird. * Weder das brirische, noch das amerikanische, noch irgend ein anderes Publikum der Erde hat überhaupt irgendeine literarische oder dramatische Reigung. Ein Prozentsatz fängt diese Krankheit auf, wie man Masern auffängt, allerdings viel weniger häufig. * Die Leute, die nichts mehr zu tun haben als an ihr eigenes Glück zu denken, sind vollkommen elend * All meine größten Werke sind in der Bahn geschrieben worden, wenn ich aus London flüchtete. * Es gibt kein völlig korrektes Englisch. Nicht zwei britische Untertonen sprechen vollständig gleich. Ich gehe nicht ins Theater, um Sücke zu verstehen. Ich geh hin, um mich an ihnen zu erfreuen. Ich hasse Stücke, die ich verstehen kann, weil sie nicht wie das Leben sind, das niemand versteht. * Ich habe große Angst vor Leuten, deren ganze Pflicht es ist, andere Leute glücklich zu machen, und die im Glück den Beweis für den Wert des Lebens sehen. Meine ganze Pflicht ist, mich um mein eigenes Geschäft zu kümmern. * Ein altes Sprichwort sagt, daß ein Mann. der sich vor Vierzig nicht verliebt hat, gut daran tut, es später nicht mehr zu tun. Ich habe seit langem herausgefunden, daß diese Regel auf viele andere Dinge ebenso paß:, zum Beispiel auf das Stückeschreiben * Ich bin Moral=Revolutionär und interessiere mich nicht für den Klassenkampf, sondern für den Kampf zwischen menschlicher Vitalität und dem künstlichen Monalsystem und unterscheide nicht zwischen Kapitalist und Proletarier, sondern zwischen Moralist und Naturwissenschaftler. * Ich habe einen beruflichen Grund, keinen Alkohol zu trinken. Die Arbeit, die ich zu tun habe, hängt in bezug auf ihre Qualität von sehr scharfer Selbstkritik ab. Alles, was mich leicht selbstzufrieden macht, setzt sofort die Qualität meiner Arbeit herab. Statt nur zwei Prozent aller Ideen aufzuschreiben, die mir über irgend ein Thema kommen, würde ich zehn Prozent oder noch mehr niederschreiben, wenn ich mich unter dem angenehmen und erschlaffenden Einfluß eines Narkotikums an die Arbeit machen würde. * Ich habe seit siebenundzwanzig Jahren kein Fleisch gegessen. Das Ergebnis liegt vor den Augen der Oeffentlichkeit * Leben ist etwas, worüber man sich eine Theorie bilden soll; die meisten Menschen aber leben aus keinem besseren Grunde, als daß sie eben am Leben sind. Da erfaßte ihn seine Leidenschaft für die Chemie und er fuhr fort: „Sie färben sie doch, nicht wahr? ich wußte es ja sofort, daß Ihre Haare mit Wasserstoffsuperoxyd gebleicht sind. Aber warum tun Sie das? So etwas ist ja Wahnsinn. Sie kennen gewiß die Gefährlichkeit dieser Prazedur nicht? Denn Wasserstoffsuperpxyd— seine chemische Formel ist H 202, und es entsteht beim Zersetzen einer wässrigen Lösung von Baryumsuperoxyd mit eiskalter, verdünnter Schwefelsäure— denn Wasserstofffuperoxyd, sage ich, macht die Haare nicht blond, sondern verfärbt sich. Ihre Blondheit werden Sie teuer bezahlen, gnädige Frau; keine zehn Jahre, und Sie sind weiß wie eine Greisin. Der wirksamste Bestandteil des Wasserstoffsuperoxyd ist ja Sauerstoff, und, wie Sie wissen werden, ist Sauerstoff unter allen chemischen Elementen am stärksten elek ronegativ. Ganz entgegengesetzt dem, was Lavoisier einst glaubte Im Schatten der Portiere erschten Herr Lamarechal, gerade rechtzeitig, um die letzten Worte seines Sohnes zu hören. Verzweifelt rang er die Hände. Alles, alles war verloren.— Hektor war wieder von seiner Wissenschaft besessen. Anstatt Monigne durch ein anregendes Gespräch zu unterhalten, langweilte er sie mit einem Vortrag über Chemie. Der Bursche war wirklich von einer gerarth# sträflichen Borniertheit! Was nützen da alle Pläne und Vorhaltungen? Nie würde er ihn verheiraten, nie! Um seine Ratlosigkeit zu verbergen, floh Herr Lamarechal zum Büsett. Wie groß aber war sein Erstaunen, als er bald darauf Monique auf sich zukommen sah und mit dem gerührtesten Lächeln sagen hörte: „Ihr Sohn ist wirklich ein reizender Mensch. Herr Lamarechal! Ich bin überzeugt, daß wir sehr gut miteinander auskommen werden. Er hat mir versprochen, sobald wir nur verheiratet sind, mir ein anderes, vollkommen unschädliches Haarfärbemittel zusammenzustellen. ein Mittel, das nur einzig und allein für mich bestimmt sein wird und dessen chemische Bestandteile niemand erfahren soll. Meine lieben Freundinnen können dann vor Neid zerplatzen!“ Ant Uebertragung aus dem Französischen Dapagei-Anekdoten. Ein Vogelliebhaber in Südkalifornien verwendete großen Eifer darauf, eine Kreuzung zwischen Brieftaube und Papagei zu züchten. Als man ihn fragte, was eigentlich der Zweck dieser seltsamen Bemühung sei, gab er zur Antwort: „Brieftauben verirren sich oft: ich will erreichen, daß sie in solchen Fällen nach dem richtigen Weg fragen können" * Ein Bäckermeister hatte einen Papagei in seinem Laden stehen, der konnte sehr manierlich sagen:„Was wünschen Sie, mein Herr=... und andere höfliche Redensarten mehr. Ob er nun des ewigen Kuchenfressens bei dem Bäcker überdrüssig war, weiß man nicht, jedenfalls benutzte der Papagei einst die Gelegenheit zur Flucht und begab sich feldeinwärts. Hier wurde der fremdartige Vogel jedoch von herumstrolchenden Knaben aufgestöbert und mit Halloh einem Bauernhofe zugetrieben. Dort geriet er auf die Hofstelle des Oekonomen Twisselmann und rettete sich mit letzter Kraft auf das Strohdach der Scheune, wo er ängstlich jappend verweilte und mit bedenklicher Miene nach den heran sliegenden Steinen schielte. Der geschäftstüchtige Twisselmann, durch das Halloh der Dorfjugend herbeigerufen, zagte die rohen Steinschleuderer von seinem Hof herunter, holte die große Leiter und schickte sich an, den seltenen Vogel zu fangen. Schon hatte er sich dem gänzlich erschöpften Papapagei auf Armeslänge genähert, als dieser mit dem Schnabel knackte und höflich fragte:„Was wünschen Sic, mein Herr?" Darauf was Twisselmann allerdings nicht vorvereitet. In seiner großen Ueberraschung machte er eine Verbeugung und antwortete:„Ach, entschuldigen Sie, ich dachte. Sie wären ein Vogel!" Die Narbe. von Georges Sim. Geschrei, Lärm und ein wirres Durcheinander irmierten plötzlich das schmutziggraue Zinshaus, das seinen endlosen Reihen schmaler Fenster, seinem nplizierten Netz von Korridoren und seinen gewunten, dunklen Treppen vollkommen einer alten serne glich Die fröhliche Kinderschar, die sich in dem kleinen, Laugentümpeln bedeckten Hof herumgetummelt lte, war ängstlich an die Mauer zurückgewichen. nsternierte Frauen, notdürftig nur bekleidet, rottesich zusammen und besprachen aufgeregt das furchtre Ereignis In einer Ecke hatte sich eine schweigsame Gruppe zildet, die ein Weib umstand, das ausgestreckt auf n holprigen Pflaster lag Nur die Hausbesorgerin hatte alles gesehen. „Ich schwemmte gerade meine Wäsche", erzählte bestürzt.„und da schaute ich zeitweise zu der Alten lauf, die im zweiten Stock die Fenster putzte. Ich inte es nicht begreifen, wie sie den Mut fand, so i dort oben zu stehen... Ich bitt' Sie, in ihrem ter!... Sie muß ja schon an die Sechzig sein... t 15 Jahren ist sie hier im Hause und hilft überoll. man sie brauchen kann. Gestern noch hat sie statt r die Treppe gekehrt, denn ich mußte ins Spitol zu inem Mann...“ „Wie? Sie ist also dabei heruntergefallen?" Natürlich ist sie heruntergefallen. Sie sehen doch. is geschehen ist... Auf einmal hörte ich einen hrei, und ehe ich noch fassen konnte, was da eigent vorging, lag sie schon mit zerschmetterten Gliedern mir Außer den Frauen standen nur zwei sieche, zit nde Greise im Hof, denn die jüngeren Männer ren alle bei der Arbeit. Niemand wagte sich ganz nahe heran, aber alle inaten sich, um etwas zu sehen, alle horchten, alle Man muß doch einen Arzt rufen!... Gleich zenan wohnt einer.. Man war schon bei ihm, hat ihn aber nicht gessen... Meine Tochter ist soeben in die nächste lephonzelle gelaufen, um das Spital anzurufen Die Sonnenstrahlen, die gerade senkrecht in den Hof fielen, beleuchteten die Verunglückte. Sie hatte ein merkwürdiges Aussehen: die harten Züge ihres Gesichts waren von tiefen Furchen durchzogen, ihr Körper stak in einem dunklen, altmodischen Kattunkleid und an den Füßen trug sie große Schuhe mit niedrigen Absätzen. „Das ist doch schrecklich“, bemerkte mitleidig eine der Frauen.„Die Aermste hatte ohnedies nur Not und Elend zu tragen...“ „Könnte man sie nicht auf ein Bett legen?“ ließ sich eine andere hören. Die Verwundete seufzte auf. Von Zeit zu Zeit öff neten sich ihre Augen und starrten verängstigt auf die Leute ringsum. Trat ihr jemand zufällig näher, da stieß sie von sich einen rauhen Schrei und versuchte, sich zu bewegen, als wollte sie entfliehen. Ihre Beine, die unter den Kleidern eine regungslose Masse bildeten, mußten gebrochen sein. Genaueres konnte man noch nicht sagen, denn man sah nur die ungewöhnlich großen Füße. „Rühren Sie sich nicht! Der Doktor wird gleich kommen...“flüsterte ihr jemand zu. Mit gedämpfter Stimme erzählten sich die Leute von der„Alten“— was für einen Namen sie hatte, wußte eigentlich niemand— und alle Gespräche stimmten darin überein, daß es eine unglückliche, weiß Gott woher gekommene Frau war, die für einige Sous bereitwillig Geschirr wusch, auskehrte und frottierte, kurz, jeden von ihr verlangten Hilfsdienst versah. da bei aber höchst schweigsam war und immer mit Blicken umherging. als hätte sie vor jedermann eine unaus sprechliche Angst. Die Kinder wollten sich jetzt ihr nähern, aber man sagte sie wieder gegen die Mauer zurück. Ein ganz klei nes, das noch nicht gehen konnte und daß man in einen Winkel gesetzt hatte, begann verzweifelt zu schreien und rieb sich die Augen mit den schmußigen Fäustchen Endlich wurde das Rattern eines Automobils per nehmbar... eilige Schritte näherten sich vom Korridor her Die Leute begannen sich gegenseitig zu stoßen und machten Platz „Herr Doktor. eine alte Frau ist verunglückt...“ „Sie putzte die Fenster im zweiten Stock..“ Anstatt des Inspektionsarztes, den eine dringende Amtshandlung im Spttal zurückgehalten hatte, war ein zufälltg dort anwesender Poltzelarzt gekommen Er beugte sich über den Körper der Liegenden und hatte sofort alles begriffen. „Geht etwas zurück“, befahl er.„Laßt mich allein da..“ Er betastete ihre Glieder, während es in den Augen der Verwundeten wie Wahnsinn aufleuchtete. Des untersuchenden Arztes hatte sich aber die größte Ber blüffung bemächtigt. „Ein Mann...! murmelte er zwischen den Zähnen.„In diesem Aufzug.“ Der andere versuchte, ihn mit Aufgebot seiner gan zen Kraft zurückzustoßen, sank aber sofort wieder schlaff zu Boden. Die Oberschenkel waren von dem surchtbaren Anprall gebrochen, besser gesagt, zermalmt, und aus einer geringfügigen Wunde an der Stirn sickerte etwas Blut „Ruft den Krankenwärter und den Chauffeur!" sagte der Arzt. nachdem er mit der ersten Untersuchung fertig war. Während man den Verwundeten aus dem Hof trug, richtete der Arzt noch einige Fragen an die Anwesenden „Fünfzehn Jahre sind es schon her, sagen Sie? Wissen Sie es auch bestimmt, daß es fünfzehn Jahre sind, seitdem er... seitdem sie sich hier im Hause befindet?...“ Der Rettungswagen ließ den Motor anlaufen und rollte dovon. Der Arzt beugte sich nochmals über den in Frauenkleidern steckenden Mann, faßte ihn an der Hand und wollte den Puls fühlen. Ein Schrei der Ueberraschung entrang sich seiner Kehle, denn er hatte eine Narbe bemerkt, die den Daumen dieses Menschen der ganzen Breite nach durchzog Hedouin!“ stammelte er. Die Augen des Verwundeten bohrten sich in die seinen. Vom Kopfe war ihm die graue Perücke herab geglitten und hatte einen Teil des kahlen Schadels entblößt „Hedouin...“ wiederholte der Arzt mit tonloser Stimme. Ja, ja er kannte sich genau nach an asle: nern... Es war ein furchtbares Verbrechen, mit dem er sich als Polizeiarzt damals zu beschäftigen hatte.. In Plutenaux war eine alte Frau erwordet und de raubt worden, und der Mörder hatte die Matrate aufgeschnitten, in der sich angeblich Banknoten und Papiere im Werte von sechzig= oder siebziatausend Franken befanden. Er selber hatte damals die daktyloskopische Aufnahme eines Fingerabdrucks gemacht. der haargenau imie dieser Daumen von einer Narbe durchzogen war Der Rettungswagen sauste eilig durch die Straßen, und im gleichen Takte wie er auf dem Pflaster sprang. rellte auch der Kopf des Verwundeten hin und her. „Sie sind es doch, Hedouin, nicht wahr:; jragte der Arzt. Der andere senkte nur die Lider zum Zeichen der Bejahung. Das frühere Entsetzen war aus den Zügen gewichen, die ängstl. Spannung hatte vollkommen nachgelassen; er lag jetzt da, als wäre iom piötzlich alles gleichgültig geworden, wie einer der sich bereits mit allem abgefunden hat. „Man dachte. Sie seien über den Ozean geflüchtei?...“ setzte der Polizeiarzt fort.„Was haben Sie denn mit dem vielen Geld getan?" Etwas wie ein Lächeln voll unbeschreidlicher Bitterkeit trat auf die blutleeren „Oh. Geld... viel Geld Traum. Er raffte seine ganzen K sein Bruftkasten hoch unter wölbte; dann zischte er mit nen „Achtundfünfzig Sous waren es!“ Der Schmerz m den gebrochenen Schenkeln entrang ihm einen qualvollen Seufzer, während sich sein Gesicht in kramshaften Zuckungen verzerrte. Achtundfünfzig Sous...“ wiederholte er.„Und so viel Blut... so viel Angst... Fünfzehn Jahre unaussprechlicher Angst bei Tag und Nachts...“ Man hörte kaum. wo er sprach, er wollte aber reden, wollte seinem Groll, der ihn würgte, freien Lauf sassen. „Ach, fünfzehn Jahre die Alte sein müssen... Geschirr waschen... reiben.. Stiegen kehren... Not leiden... jede Minute zittern, daß man erkannt wird... Und das alles für achtundfünfzig Sous! Der Kopf siel ihm wieder auf das Kissen zurück, ein befreites Lächeln trat auf seine Lippen. Das Auto fuhr in den hellen Spitalshof ein. „Besser so, viel besser...“ murmelte er.„Was droht mir denn noch? Das Bagne? Die Guillotine?.. Es sei... ich bin bereit... Nur nicht mehr Angst haben, nicht mehr zittern müssen.. „Achtundfünfzig Sous.." sproch fröstelnd zu sich der Arn Wie lange glauben Sie leben zu können? Das Alter der Grotzmutter ist dabei nicht gleichgültig— Ist Essen, IIkoholisicren oder Rauchen eine Gefahrenquelle?— Der Arzt des englischen Königs erklärt: Essen ist das größte Uebel— Wie alte rüstige Leute aussehen Ferientage sind ein wahrer tafe immer noch nicht ganz glesch, die drei ersten bätten Fahrräder Bleistifte. Federhakter. Zigarettenetuks. UnGlücksfall! Die Frage der Lebenserwartung beschaftigt auch die starknernigen Menschen, die aufrichtig versichern können, oaß sie sich vor dem Tod nicht fürchten. Uebermazig: Angst vor dem Ende hat auc keinen reits erwahnte Arzt des englischen Ronigs einige Bemerkungen gemacht, die man nachdenklich betrachten sollte. er meint, daß nicht nur übermatziges Trinken und Rauchen, sondern auch Ausschweitungen in der Ernährung die Axt an der Wurzel des Lebenskaumes bedeuten. Seben wir uns die alten Menschen an, dann Zweck, denn so ist nun einmal der Lauf der Dinge. können wir odne weiteres beobachten, daß sie weder überIm allgemeinen dat jeder Mensch nach der Meinung des mäßig lang noch kurz, weder dick noch mager sind, sondern Arttes des englischen Könige Sir oumpry Nollekon. sich in beiden Richtungen nicht allzuweit von dem guten der nach der glucklichen Gesundung seines Hauptvatien= Durchschnitt entfernen. Wir müssen deshalb dem engten wieder einmal besondere Beachtung findet, seine lischen Arzt schon vertrauen, wenn er beobachtet zu haben Lebenserwartung schon von den Eltern und Großeltern glaubt. zugezählt erhalten. Ist er in der Wahl seiner Eltern! 222 54—eer Menichen durch Ellen alrichtig verfahren, dann kann er sich auf ein recht langes n0 menr Meuichen burc Ssten eis burch Leben freuen. Muhsame Beobachter, die ein gewaltiges! Trinken und Nauchen schaden. Altel von Familien, zusammen: Gewiß seien die Schädigungen durch Speileerzesse nicht so rationen rückwärte mit einiger Sicherheit ermitzes- dranuag wie die durch Trinlen, dafür aber dauerhafter lassen, haben festgestellt, daß das Leben der Großmutter noch am meisten bestimmend auf die Lebenverwartung der Enkel einwirkt. Von rund 200 Leuten, deren Eltern und Großeltern über und viel schwerer zu beleitigen. In der Tat sind ja die Krankheitsfälle wegen unzweckmäßiger Ernährung viel zahlreicher als die lediglich durch Ausschweifungen im Trinken erzeugten Gebrechen. Soviel verkehrt ernährte Menschen wie alljährlich in einem deutschen ader köhmischen Modebade gegen ihre Gewichtszunahme(vergeblich) ankämpfen, halten sich in den Trinkerheilanstalachtzig Jahre alt geworden sind. hat iemand ermitten, ten des ganzen Landes nicht auf. Die Schädlichkeit der daß ihr Durchschnittsalter fast 53 Jahre betrug. Als Tabakrauchens int gewitz nicht m leugnen, obwohl sich Durschnitt ist das boch, wenn man keachtet, daß mancher der Tabakgenuß lo einrichten läßt, daß er kaum besonlebenskräftige Mensch durch Krankheit und Unglucksfälle ders lebenerschutternde Wirkungen hinterlößt. Eo gibt natürliche Lebenserwartung betrogen wird. Der Zigarrentabake, die wenigernikotinhaltig gleiche Zablenkünstler brachte heraus, daß von 133 sind, als Zigaretten. Aber trondem könnte man zehn Menschen, deren Eltern und Großeltern nicht über 60 schwere Zigaretten eber vertragen als eine der leichteren Jahre alt geworden waren, ein Durchschnittsalter von Zigarren, weil der Zigarettenrauch in jedem Falle nicht nur rund 33 Jahren erreichten, also durchichnittlich zwei so nikotinhaltig ist wie der Zigarrenrauch Geniett man geringere Ledenserwartung hatten als aver eine jener Zigaretten durch eine Spitze, oder gar die Abkommlinge altgewordener Ahnen. eine Pfeise, dann nimmt man im Rauch gegen vorher Elüglicherweise in die Natur nicht verpflichtet, sich an sechs bundertstel Prozent auf einmal volle 87 bis 52 solche Berechnungen zu halten. Der Mensch, der in der Prozent tores Nikotingehalts auf. Bei der Pseise, Wabl seiner Eltern und Großeltern weniger vorsichtig die am stärksten den vollen Nikotingehalt des Tabaks verfahren ist, als es ihm nach diesen Berechnungen angs= vermittelt, bedeutet die lange Pfeife gegenuber der nehm erscheinen mag, braucht noch lange nicht on kurzen wiederum eine Entlastung von gesundheitsunzuverzagen. Er hält ein gut Teil seines Schichals in träglichen Stoffen. Schnupfen und Kauen von Tabak der eigenen Hand. Das am meisten über ugende Bei sviel dafür ist ein gewisser Hermann Weber, der nicht nur ein Buch über die Kunst der Lebensverlängerung geschrieben hat. sondern sich sogar danach richtete. Seine beiden Eltern und Großeltern starben erbedlich vor ihrem 60. Jahre. io das er zahlenmäßig nicht einmal das Recht gehabt hätte, volljährig zu sind im Vergleich zum Rauchen aber ganz unschuldige Formen des Tadaksenusser Das großte Gluck für den Menschen sind aber Ferientage. V o n g e s u n d h e i t l i c h e m S t a n d p u n k t e w a r c e s s o g a r e m p werden. Dabei blieb er körverlich und geistig von be= iedlenswert, die Fertenzeit in zwei oder noch besser neidenswerter Austigkeit bis wenige Tage vor leinem drei Naten üder das Jahr zu verteilen. Von überragenTode, der in seinem 95. Jahre erfolgte. Zu der Ledenz= der Bedeutung für ihren Erfolg int aber ihre Gestaltung erwartung muß eben auch der Lebenowille kommen. In zu wirklichen Erholungstagen. Das beißt allo dieler Hinsicht hat das Wort von dem sich Ausleden=] Entlastung von Arbeit auch in Gedanken und reichlichen mussen einen verhangnisvollen Beigeschmack. Man kann Genuß frischer Luft. Selbst die richtig gestaltete Samssich duchstablich ausleben, rasch zum Verloschen des Lebens= tag= und Sonntagrube summiert sich im Jahr zu einer lichtes gelangen, wenn man es darauf anlegt, und man achtmochigen Ferienzeit. Rubetage und Ferientage sind kann auch die Lebensslamme in umgekehrter Richtung die Quellen verlängerter Jugend und erneuter Tatkraft lange leuchtkräftig erhalten. Es mu bekannt, daß Frauen und die wirkungsvollsten Hillen für die Verbesserung der eine wesentlich stärkere Lebenserwartung haben als Ledenserwartung. Der Mensch verhält sich in der Er se 91. das vierte 92 Tage. Also uare nicht allzuviel mit einer immerhin kolt vieligen Umstellung erreicht und auch die Veränderlichkeit der einzelnen Wochentage und Daten bl##be besteben. Damit möchte die zweite Gruvve aufraumen. Sie bestimmt ein Jahr mit dreisehn Monaten. von denon jeder 29 Tage hat. So kehrt in jedem Monat und in jedem Jahr der einmal festgelegte Tag steis gleichmäßig wieder. allerdings ergeben 28 mal 13 Tage nur 364. und der 365. Tan soll gleichsam verschwinden er soll ein„weißer Lagsein. ein Ruhetag, der garnicht zählt. Schone Aussicht also für die welche gern Feiertage haben.— nun frag: es sich, ob für diesen„Niemandtag“ auch Gebolt bezahlt wird? In Schaltjahren wird es dann sogar zwei solcher n Looe“ geben. Schließlich will auch die letzte, dritte Grunve die Wiederkohr der Tage nach Jahresschluß, aber nicht in jedem Monat. Sie ist weniger radikal beläßt dem Jahr die zwöli Monate, die es nun mal hat, und siebt nur acht Monate zu 30 und 4 zu 31 Tagen vor. muß allerdings auch wieder einen„weißen Tag“ einschieben. Diese Regelung ist zwar nicht so ganz einschneidend wie der Plan der 13 Monate, hat dafür aber auch nicht den Vorteil, daß alle Monate gleiche Wochenzahl baben und jeder Tag sowobl monatlich wie jährsich wiederkehrt... So zeigen allo sämtliche Projekte ihr Für und Wider, und daß man jede Annehmlichkeit auf der einen Seite mit einem Ovfer auf der anderen bezahlen muß. Das scheint ein ewiges Gesetz zu sein. Je praktischer der Entwurf um so radikaler die Umwälzung. umso schwieriger die Ausführung. Denn zwei Dinge dürfen auch die Völkerbundreimmer — deron Arbeit übrigens augenblicklich ruht— nicht vergessen. Das ist einmal die gesunde Beharrlichkeit der Völker, die nicht so ohne weiteres einsehen, warum sie den liebgewordenen alten Kalender ausgeben sollen: Das rumdnische Beisviel dürfte eine Lehre sein... Und weiter die haltung der katbolischen Kirche, die zuge, Rücheneinrichtungen— warum soll man num auch noch den Relender normen? Aür werden dann nucht nur in der Normung leben. sondern zugleich in Zeit"... Der neue Führer christlichen Gewerkschaften Bernhard Otte in zum Nachfolger Dr. Stegerwalds als Vorsivender des mit vollem Recht disder festgestellt dat, daß die Firie= Zentralverbandes der # 1— Liochonfoste aben lirchliche Angelegenheit sei worden. Stegerwald hatte sein Amt niedergelegt als Industrie und Handel kommen, nicht zu weichen habe. Otte gebört der Es wird schon soviel genormt in unserer allmählich immer an und war zuletzt zweiter Vor##vender de.### mechanischer werdenden Zeit— Autoz. Schreibmoschinen, Gewerkschaftsbundes Bettlerkarrieren arme Reiche.— Ein Wolkenkraterbesitzer.— Der Bettlerkönig.— Eine Rinderverleihenttelt.— Londoner Bettlerakademie.— Und andere Spezialitäten. Von Leo Barth. Manner. Das wird sehr häufig mit Recht. abgesehen von dem scharferen und nervenzerreibenden Daseinskampf des Mannes und seinen zahlreichen Berufsgefahren auch mit dem Schnavs und dem Tabak in Verholung aber sehr verschiedenartig. Manche von uns brauchen für eine richtige Erholung eine Atlaufseit von zwei Wochen. Dann aber gehts mit Riesenschritten voran. Auch aus solche Eigentümlichkeiten müssen wir Bettlerkarrieren Das Wort klingt sehr vara= zulocken In Budavest sind bekanntlich sehr wele Dee bindung gebracht. Aber zu diesem Punkte dat der be= acht geden, wenn wir jung und rüstig bleiben wollen. dor. Die Bedauernswerten, die in zerschlissenen Kleidern. sersetzten Schuhen, zerlumpt. verwahrlost auf der Straße stehen und ihre zittrige Hand mit stummer Gebärde, mit flehenden, hungrigen Augen ausstrecken. um Almosen zu erbitten. diese menschlichen Wracks sollten Karriere machen können? Welch ein unsinniger Gedanke.— Und doch. Es gidt wodlhabende, ja reiche Bettler, die von den Ztnien ihres Vermögens in Luxus und Behaglichkeit leben können. die aber dennoch betteln geben, denn das ist eben ihr Beruf. Betteln und Betteln bedeutet nicht immer dasselbe. Der eine macht es. weil er dungrig is um das täglich trockene Brot. während der andere weiß, daß die Gutmütigkeit der Menschen, richtig ausgenugt, eine gute Einnahme= quelle ist. Es grenzt geradezu an das Phantastische. was man von dem Dovpelleben dieser„Eckensteher" mitunter erfährt. Um solche Bettelkrösusse zu finden. muß man nicht einmal wett geben. In Wien starb vor drei Jahren solch eine arme Reiche. Frau Pauline Greininger war eine stadtbekannte Erscheinung. Tagaus. teigein sah man die kleine zusammen; zneinen von diesen standen noch dies vor lurzem an den geschrumpfte Greisin mit einem Stocke in der Hand in den Straßenecken, umgeben von einer Schar bungriger Kinder. Straßen berumbumpeln und die Casehäuser aussuchen. Di# Vorübereilenden sahen die Kinder, hatten Mitleid. Jahrzehnte dindurch fristete sie ihr kümmerliches Leden und die Bettler machten ausgezeichnete Geschafte. So ging Der Bettler zu Hause. Keine„beweglichen Feste“ mehr? Gen unieren handigen Genter Aitarbeiter.) hören solle. Sie gab auch an. wo alle diese Schäßze zu sinWie man sich im Volkerbund einen neuen Kalender denkt. der Februar gar nur 28 adet— in Schalijahven— 2. den seien. Zuerst wußte man nicht, was mit dem TestaDas Jahr mit dreitehn Monaten.— Der„weiße Tog". Dadurch kommi es. daß die einzeinen Jahrviertel, die ment anzufangen sei. Man luchte die von der Greisin anDas Jahr mut dreizehn Monaten.— Der„betoe man gewchnlich„Quartale“ nennt, verschiedene Lange gegebene Adresse auf. Ein finsteres, sensterloseg nah— Die geformte Zeit.— Wos sogt die Rirche datt: 4#hen 90, z und 92 Tage. Auf den ersten Blick wird seuchtes Loch—— und in der Matrate lagen alle Schatze Man nennt den Kalender, nach dem wir und mit man vielleicht einwerien, das sei müßige Kritik, aber und Papiere. Es war insgesamt ein Vermögen von etwa and die meisten cutoraiichen Voller ihr Jahr einteilen,de. scheint nur so. Denn tatsachlich hat diese Verschie= 240000 Mark. Und dann kam alles beraus Frau Pauden gregortanichen. Er ist noch nicht sehr alt, mapo denheit der Monate und Quartale ihre Ruckwirkungen line Greininger war einst zung. schön und reich. Vor dreihundertfünizig Jahre. Hundert Jahre nach seiner man denke einmal daran, man müsse eine Stattstik der fünfzig Jahren beiratete ne. Unmittelbar nach der HochEntstebung hat man ihn in Deutschland, im benachbarten Aus= und Einfuhr nach Vierteljahren aufstellen,— wobei zeit. 24 Stunden sväter, verließ sie ihren Gatten und blieb Danemark und in der protestantischen Schweis eingeführt, es sich um ganz genaue Zahlen dandeln solle: Run sind seither für all ihre Angehörigen verschollen. Gie wurde es viele, viele Jahre hindurch. Bis endlich die Volizei eine ganz eigenartige Entdeckung machte. Sie kam in Engelfeld. einer Vorstadt Budavests. an die Souren einer Kindet verleihauntalt, wo die Bettler und Bettlerinnen die benötigten Kinder leibweise bekommen konnweitere funfzig Jahre wäter in Schweden und England, aber die Vierteljahre selbst nicht gleich lang als Bettlerin. Niemand wußte, wie alt sie sei. jeder kannte sie nur als die Mitleid erregende Greinn.... bis endlich. an einem eisigkalten Januartage sie schwerkrank wurde. Im Spital verlangte sie einen Notar und machte ihr Tektament. Sie verfügte, daß ihr ganzes Vermogen. idt nn en K—.en Nule. n Haus. ihr Schmuck, ihr Bankdevot, der Stadt Wien ge ten. Und da nur an besonders belebten Straßenacken eine bäre— fall.. aal auc an ma aus hiaie mmats in UTh= Kinderschar notwendig war, reichte Engelselds Kinderichtum zu diesem Zwecke voll aus Nun wurden auch die einzelnen Bettler ins Gebet genommen und einige dieser kinderreichen Bettler" konnten ziemlich beträchtliche Bankkonten nachgewielen werden. Ganz Paris lacht jetzt über die Vergeßlichkett eines Bettlers. der ein kleinen Adiserchen, das er immer bei sich trug. eines Tages in der Straßenbadn liegen ließ Er gung zur Fundstelle und gab dort an. daß in dem kleinen Aotier eine gesamte Wasche untergebracht sei. Der verlorene Gegennand nurde eingeliesert. geöffnet, und 90000 Franko zur Bettlerin. hungerte und darbte, ertrug Kälte und eamen zum Vorschein. Grersin Gebeimnis— sie hatte eine dlinde Mutter und sie wollte für die Blinden waren Frau Greininger war eine Fanatikerin. Es gibi aber auch Bettler, die geradezu geniale Geschäftsleute sird. Im In der ganzen slawischen Welt dagegen hat man lange] Außerdem in der aregorianische Kalender auch noch Elend. häufte Geld auf Geld. denn— und das war der dan julianischen Kalender beibehalten, in Rußland, in verandersich. In keinem Monat und in keinem Gretten(bcharmsia" G. hates eine bliche ADutess und u. Lugoslawien, in Bulgarten und bei den Griechen dat man Jahr fall: das gleiche Datum aus denselben Wochentog erst nach 1918 den gregorianischen Kalender eingeführt. Der Funfzehnte in z. B. in jedem Monat ein anderer und man hat ja noch vor lurzem in den Zeitungen gele Taa. und der funszehnte Mai kehrt nur alle sechs Jahre son, daß man sich in Rumanien immer noch nicht damit als Mitrwach wieder... Was geschieht nun, wenn der abgefunden hatte, das Ostersen mit Weneurova zusammen Erste, der beruhmte und beliebte Gebaltzahlungs=, Mietzu feier und gaß die Erregung an manchen Orten so und Renzentag ein— Sonntag ist? Dann mut entweder weit ging. dag rumanische Bauern am Ostersonntag die am Samstag gezahlt werden oder am Montag. Dar Kirche verschlossen, weil sie ihr Osterseit am„richtigen“, erste ist Zinsverluß für den, der bezadlt, das zweite ist altgewohnten Datum feiern wollten. Soviel Leidenschaft unangenehm für den Empfänger. Auch sur andere regelalio kann eine Kalenderänderung dervorrufen Uebrigene maßig wiederfohrende Angelegenbeiten kann deshald nur rech net man auch in der Türkei erst seit zwei Jahren nach schwierig ein Datum ein für allemal und auf Jahre bindem gregorianischen Kalender. aus festgelegt wenden, erwa für Markte, Messen, TaRun ist unser guter Kalender wie alle menichlichen gungen. Ferienansang und Ferienen##... Wissen sie Einrichtungen keine vollkommene Sache. Im zum Beviel ohne langes Nachrechnen, was für ein Laufe der Jahre hat man allerlei an ihm auszusenen vo: Wochentag dar 1. August 1950 ist? Oder an welchem funden. So etwa, daß die zwolf Monate nicht gleich sind. Tage sie im Jahre 1938 Geburtstag oder Namengtaz daß einige dreißig, einige einunddreitzig Tage haben, und seiern werden? Noin, das wissen sie nicht und auch dar ist ein Fehler unserer Kalenderinstem: Gastgeschenke Mailand=Berlin Man hat auch schon oft versucht den Kalender zu reformieren. Gerade in unserem Jahrbundort sind dieie Versuche däufig geworden. Es hai eine wangelische Konterenz gegehen, madrete Ron erenzen der Industrie= und Handel sverdände und des Astronomenverhandes, die sich alle mit der versuchten Verbesserung des gregorianischen Kalenders beschäftigt baden. Aber bisder blieb alles Theorte. Man stellte fest, dah der Kalender viele Mangei# Aber auch das Betteln muß erlernt werden. Richt jeder ist geeignet, aus die Straße zu gehen und um Almosen bitten zu können. Die Londoner Bettler haben dies erkannt. Dort gibi es darum eine regelrechte Bettlerakademie, wo erfahrene Praktiker die Kunst des Ritleiderregens lehren Bettler führen mitunter ein regelrechtes Donpelleben In Detroit wurde vor etwa zwei Jahren ein Bettlei entlorm. der ein luxuriös eingerichtetes Heim besaß, und dessen schöne und verwöhnte Frau. eine Holländerin. in dem Wahn lebte, daß ihr Gatte ein angesebener Fabrikant sei. der tagnüber in seiner Fabrik zu tun habe. Der Standplatz des Bettler=Fabrikanten war vor einer Kirche. Er hatte eine ausgezeichnete Maske. Oftmals geschah es, daß eine Gattin an ihm vorüberging und ein Geldkück in seinen Hut warf. Eines Tages aber sprach die schöne Frau den schmutzigen Bettler an. Dieser murte antworton, und da— ein gellender Schrei: Du bin ja mein Mann!" und mit einem Griff ritz sie dem Almosenemofänger die Maoke herunter Seine Karriere als Gatte und Bettler war zu Der Bettler im Berui. Jahre 1913 fiel in Neunork in der Näbe des Broadway# ein alter Bettler namens Jack Black an der Straßenecke mmen. Sein Ende erregie zuerst wenig Aufsehen. Er wurde in das Leichenhaus geschafft und nun kam die Sensction. Aus den Pavieren die in seiner Tasche gesunden wurden, ging hervor, daß der Wollenkraver. vor dem der arme Mann 25 Jahre bettelte, sein Eigentum war. Jeut begann man das Leben dieses verkaovten Millionärs näder zu untersuchen. Jack hatte in dei ganzen Gegend keine Konkurrenz, da er jeden Bettler, der in seiner Nähe auftauchte, finanzierte, damit dieser verschwind; und seine Geschafte nicht störe. Der Wolkenkraverbesiver konnte aber auch anderes. Er datte einen berühmt gewordenen Trick, der ihm sehr viel Geld einbrachte Wenn ihm ein Vorubergehender zweimal hinlsteinander etwas gab. lo erklarte er diesem wohltätigen Menichen: Warum beJum 100. Codestage des englischen Chemikers Devr Die Silberschale, des Geschenk der Stadt Mailand Der zur Zeit anlaßlich der Gastiviele der Mailander Scala in Berlin weilenbe Burgermeister von Mailand, Marchese Guisevre de Cavitani d'Arkago, hat im Auftrage leiner Stadt dem Berliner Oberburgermeister Dr. Gustan Böß für die Stadt Berlin eine groge silberne Schale überreicht. Die Stadt Berlin dat die Aufmerksamkeit Marlands au einem Gemälde des Malers Ernst Neuichul er widert. Unser Bild zeigt die wundervolle ilderne Schale B%hL M habe, aber man wugte nicht so recht wie man diese Man gel nun bebeben solle. Vielfach wurde auch aus Kreisen des handels und der Industrie gerügt, daß die beweg lichen Kirchenfeste. Ostern und Pfingsten, sich bei Vorausberechnungen storend bemeikbar machten, da beide Feste etwa für Textilwaren„Saiion“einschnitte bedeuteten, die infolge ihrer Veranderlichkeit so imme: zu einem anderen Zeitpunkt einsenten. Schließlich hat dann ein Mitglied im Verkehrsaus#chuß des Völkerdundes das Prodlem der Kalenderzeform zur Sprache gedracht. Seitdem bat sich der Genfer Bund mu ihm beschattigt. Bisder ist schon allerhand Arbeit geleistet worden. Der Verkehrsautschuß dat ein besonderes Romitee gebildet, in dem Gelehrte, Ver= muden Sie sich denn tagtäglich. Es genügt jo vollauf, wenn treter samtlicher Rirchenbedörden und Ausschutzmitgliede: Sie wöchentlich zahlen" Und diese originelle Idee verfehlte nren. Dieses Komitee erließ nun an alle Inzeressierten nur selten ihre Wirkung die Bitte. Reformvorschlage einzureichen, und da es mehr] Der Millionar wir außerdem noch Rentenbeitzer Der Leute gibt, die sich mit Rechenkunststuckchen und Spinti= letzte Wille eines reichen Börsianers war es, daß seine Ersiererei beichaftigen, als man denkt,— liefen bei dem den dem bedauernswerten Bettler am Freitag jeder Woche Komitse unerhört viele Vorschlage zu neuer Eintetlung bis an sein Lebenvende, so wie er es auch getan, 5 Dollar des Jahres ein Zusammen waren es 185 verschiedene hen sollen. Natürlich mancher Unsug. manche Unmöglichkeit. Aber In Schanghai gidi es sogar einen Beitlerkonig. der auch viel Brauchbares und Vernunftiges. Selbstverstand= uvar nicht weniger als 50.000 Beitler berrscht und einer sich kamen Vorschlaze, welche die Dauer des Jahres an: der reichnen Männer der Stodt ist. Seine Untertonen“! dern oder kurzerhand verlegen wollten nicht in Frage müssen ihm aus ihren Einnahmen einen gewissen prozent=! Samdhes Dah, Sie wurden gleich ad acta gelegt Von den übrig blei= san abliesern. Und da ihm eine groge Anzahl gutbewass, der weltberuhmte englische Naturwissenschattler— denden Rejormolanen machte sodann das Komitee drei neter Banditen zur Seite steht. fügen sich die armen Bett= 1778 in Penzanze(Cornwall) Samptigr 2: n.. a...... ler. zadlen das Verlangte, damit ihr König enn lus Die erke vill nur annäbernde Gleichbei! Leden führen kann. Daoy erwies die Zersendarkeit chemischer Stattuurials, indem namlich die drei ernen Viertel=] So in China. In Eurova gibt es zwar keine Zeitler galpanischen Strom, entdeckte die Afs.: aus u zwei Monaten zu 30 und einem zu 31 Ta= könige, die andere betteln lassen dafür vernenen ader viel sand die nach ihm benannte Sicherhettel 91chErolostonsgefahr in Schlazwetergruden wesentlich uud der Quortale, indem namlich die diei ersten Viertel jahr das rierte aus einem Monat zu 30 und zwei zu unter diesen Bedauernswerten“ mit allerle schen der Merschen de F1• * Erviesonsgefahr — Geschäfts-Uebernahme. Feiner werten Kundschaft telle ich mit, daß ich meine Auto-Reparatur-Werkstatt mit dem heatigen Tage an meinen Ianejahrigen Gehilten Frits Moyer ubertragen habe. Die Schmiede und Stellmacherei, verbunden mit Karosseriebau luhre ich in bekannter Weise fort und halte mich weiterhin bestens empiohlen. 25492 Jullus Schnieber. Schmiedemeister. 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Streichquartett, Grete Harms (Klavier) H Schröder(Harmonium). o 11: Worm: Wert und Ehre deutscher Sprache o 11.35: Reg.=Rat Dr. Geis: Die Besteuerung der freien Berufe o 12: Lesestunde. Dr. Leyhausen: Die gefesselte Wildnis. Von Soend Fleuron# 12.35: Dr. Rockenbach: Die Zeit im Buch O 13: Konzert. Solist: Stier(Flöte# 14.30: A. Stecher: Irnkliteratur 14.50: Schach o 15.10: Dr. Lusse Straus=Ernst: Kunstwanderung im Rbemland. o 15.30: Uebertr von der Hobensoburg(Weittalen): Wertmeistertagung. Mitw.: Gesangchor de: Deutschen Wertmeister=Bundes, Ortsgruppe Groß=Essen. Ansprache: Hauptgeschäftsführer Efselsberg. Essen: Wertmeister, Volk und Staat. o 16.10: Oder=Reg.=Rat Dr. Canditt: Die Bedeutung der englischen Wadlen# 16.30: Priv.=Doz. Dr. Andre: Die Formgestaltung der Pflanze, ihre Gesetze und Ursachen. o 17: Konzert des Holländischen Harmonie=Orch. St. Joseph, Oldenzaal(Holland). Intermeno: Teilsbertragung aus der Westdeutschen Fußballmeisterschaft M. Gladbach und Essen# 1850: Pros. Dr. Muckermann: Wesen und Wert der Eugenik. o 19.25: W. Schäferdiek: Der werktätige Mensch in der Dichtung. e 19.50: Sportbericht. O 20: JohannStrauß=Abend. Jum 30. Todestag am 3. Juni 1929. Funkorch. Mitw.: Kläre Hansen(Sopran), Hennn Neumann=Knapo(Sooran). L. Aramesco(Tenor). Aus„Indigo und die vierzig Räuber“: Ouvertüre: Walzerlied„Ja, so singt man in der Stadt, wo ich gedoren: Ballade der Fantaska.— Aus„Karneval in Rom“: Oup.: Savoyardenknabe.— Aus der„Fledermaus": Ouvertüre; zardas: Mem Herr Marquis.— Aus„Cagliostro m Wi Nacht Cardas: Mein Herr Marquis.— Aus„Cagl Wunder der Liede. Lied: Mädele, mußt mir blind vertrau'n. Duett. — Aus„Primz Methusalem“:„D schöner Mai“, Cavatine: WaizerDuett.— Aus„Spitzentuch der Rönigin": Trüffelcouplet.— Aus dem„Lustigen Krieg.„Nur für Natur“. Walzerlied.— Aus„Eme st m Benedig“:„Sei mir gegrüßt, du doldes Benetia“.— Aus iron“:„Wer dat euch denn getraut".— Aus„Simplicius“: Donauweidchen=Walzer.— Aus„Ritter Pasman: Balle musik.— Aus„Jakuda“: viel zum dritten Aufzug.— Aus„Walomtink. Aus„Aschenbrödel": Vorspiel zum dritten Aufzug.— Ausflang: An der schönen, blauen Donau, Walzer.# Anschl.: Nachtmusft und Tam. Moderne Krattverstärker- Anlagen mit Groillautsprecher für Restautants, Calés und Gatten-Restaurants von Mk. II. Stakcmann, Herne, Bahnholstr. 19 Teleion 505 28. Mittvoo. 5. Juni O 12.35: Schallvlatten.# 13.05: Konzert des Funkorch. o 15: Kindersotelstunde: Moderne Klavierwerke. son Egbe:! Stare. 9 18: Frauenstunde: Lotte Juchacz: Mieten und Vermieten# 16.30: Die Welt im Buch: Dr. Schmidi: anzös. Erzähler der Gegenwart. o 16.55: J. Schult: Sauerland. e 17.15: Aussprache über Schulfun und Funkpädagogische Arbeitsgeneinschaft. v 17.45: Kammermusik des Rohlis=Zoll=Qugrtetts. Buths: Zweites Streichauartett.— Haas: Otvertimento für Streichquartett.# 18.30: Dr. Reifserscheidt: Monovol=Tendenzen in der internationalen Rohstoff=Wirtschaft. o 1915: Intendant Hardt: Aus einer Arbeiterbiographie. 19.90: Museumdir. Priv.=Doz. Dr. Live Vom Geldwesen der Naturvölker O 20: Abendmusik der Kleinen Funkorch. d'Albert: Sinfon. Vorsviel zu„Tiefland“.— Tchatlowskt: Dornröschen=Suite.— Mever=Helmund: Liebeslieder ohne Worte.— Strauß: Morgenblätter. Walzer.— Fall: Potv. aus „Die Kaiserin". o 21:„Die fünf Frankfurter". Lustsptel in drei Aufzugen von Karl Rößler. Pers.: Die alte Frau Gudula: ihre Söhne: Anselm. Nathan. Salomon. Car! und Jocob: Charlotte. Salomons Tochter: Gustav. Herzug vom Taunus: Bfalzaraf Chriovf Mortz. sein Onkel: Prinzessin Eveitne, dessen Tochter: Fürst von Klau thel=Agordo: die Fürstin: Graf Fehrenberg. Hofmarschall: Frau vor St. Georges: Baron Seulberg: Rabinettsrat Assel: Der Rammerdiener des Herzoas: Hofiuwelier Boel: Rosa und Lischen. im Hause der Frau eudula. Das Stück spielt im Jahre 1822. Der erste und letzte s 7 in einem Hause in der Judengasse in Frankfurt, der zweite Akt im Schlosse des Herzogs Gustav. 9 Dolett„Vergebens, daß ich spähe“, Duett: Vor— Aus„Waldmeister“: Walzerlied.— Montag, 1. Jun. 12.10: Schallplatten.## Werke el gunkorch. Werke von Joharn Straut. Webarbeiten aus Perien.# 16: D. Frauen. 16.30: S 17: Rektor Stmon: Jugendin Marchen.— Heinz Raasch: Werkal Grete Eweier(Bioline) G. Bunk 13.05:: Komert o 15: Kinderspielstunde: Dr. Bolzau: Rechtsfürsorge für Ungedruckte Dichter. Karl Schorz: Gedichte. ndiunk. P. Zaunert: Zwei lustige karbeit. v 17.45: Konzert. Ausf.: e Eweier(Biol.... Bunk(Klavier) D 18.30: Lejestunde: „Die Leute von Seldwola“ von Gottfried Keller. m 19.15; Svonische Unterhaltung. 19.40: Elternstunde: W. Thome: Mein Kind in verwachsen. O 20: Dorfgeschichten aus der Grünen Steier(Gastspel der Alvenländischen Volksbühne. Graz). HackdrettZupfgeige.—„Toni. die Senvon Reßmüller. Pers.: Marie !: Ignaz der Jäger. bebirge.— HockbrettII. Schwan. Frauenorgen Volksstück m mark.(Gastspiel der Alpenländischen vortrage.— Vier Alvenlieder zur nerin: Ein Volksstück in einem Akt Werner: Tont. die Sennerin: Der Ho Ori der Handlung: Ein kleines Dorf im vorttäge.— Heiteres aus Werken von Pflanzl. gruder. Jäger.— Hackdrettoorträge.—„Geborgen“. Volksstück in nem Aufzug von Holzhausen. Pers.: Der Förster: Maria. seine Tochter: Karl. dessen Sohn. Ort der Handlung: Im Vorstdause. — Vier Alvenlieder zur Zupfgeige.— Hackbrettvorträge. Solilten: Greie Lehner, Fram Kogler. 5 Sodann: Koln: Konert. Kapelle Harrn Blum. Konzer!. Berther: : Das Märchenbuch. K 17: Oberschulrat Dr. Huhndkuser: ne Retteprütungsordnung. v 17.45: Frankfurt a. M.: Besverkomert des Südwestdeutschen Funkorch. Solist: Evoind Ladolm (Tener). Werke von Kar! Mana von Weber. v 18.30: Pros. Dr. Aschaffenburg: Schwer erztehbare Kinder# 19.15: Französ. Unterpaliung.“ 19.40: Gejprache uver Menschentum: Hardt—Honto“heim—Stein—Worm. o 20.10: Abendkonzert des Kleinen Funkorch. Soiisten: Evsoldt. Wielsch(Klavier). Gade: Ouv.„Im Hochwald“. — Kreister: Wiener Caorice.— Puccim: Melodten aus„Tosca“. — Königsberger: Itgenner. Intermezzo.— Intermeno: Das deutsche Volkslied. Leitung: Pros. Muller.— Nachmantnoff: Zweite Suite. — Michelt: Mailied: Küsse im Dunkeln.— Sullwax: Votv. aus „Der Mitado“.— Hall: Hochzeit der Winde. Walzer. Dienstag, 8. Jonl. 12.35: Schallplatten. O 13.05: Komer!. Solißt: O. Immisch(Cello).# 15: Kinderspielstunde: Erni Werth urnen und Bewegungssptele. 0 16.30: Jugendbücherstunde: enter Die neue stdeutschen Funkorch Kar! Mana von We per nadiobaster F. C. Krug Neustrasse 57. Teleion 518 21 Bastler-Spezial-GeschAft Millige, techmannische Ladestelle, Leuteprecheranlagen von 18 MR en komplett, Geranne Fern90 Nu. n emplange: Ausführung aller Repereturen en Ko Leusprechern und Appereten.— Fichtrische Aniegen allee Art Chorern. nach: Nachtmusik und Tam. Leitung: Golol Donnerstag. 6. Juni. 12.35: Schallplatten. S 13.05: Ronzert. Sotiltin: Guermanooa(Alt). o 15: Irgendwo in Westdeutschland. O 16: Lebende Dichter. H. Lieomann: Aus dem Roman:„Nächte eines alten Kindes.“ o 16.35: Dir. Heimann: Die Erziehung des Handwerkers in der Berufsschule o 17: Dir. Thoeren: Der Geelle mn seinem persönlichen und rechtlichen Verhältnis zum Meister. o 17.45: Konert.(Schallplatten.# 18.30: Pros. Dr. Sperber: Gutes Deutscho 19.15: Spanischo 19.60: Weltwirtschaftliche Tagestragen. o 20: Orchesterkonzert. Werke Siegfried Wagners. Zumn 60. Geburtstag des Komponisten. Funkorch. Bärenhäuter=Ouv. — Wittichs Sonnengesang aus„Banadietrich".— Walzer aus „Herzog Wüldsang".— Nachtgesang aus„Schwarzschwanenreich“.— Vorspiel zu„Schwarzschwanenreich".—„Sonnenslammen“., Vorspiel. — Fridolms Abschied aus„Sonnenflammen“.— Glaube, Zwischenptel aus„Der Heidenkönig".— Gesang der Iris aus„Sonnenflammen“.— Vorspiel zu„Die heilige Linde". 5 Anschl.: Nachtmustt und Tam. Preitog. 7. Juni. 12.20: Schallplatten. o 13.05: Konzert. Sotist: Aramesco(Tenor). o 15: Els Vordemberge: Märchenstunde. o 16: Die Welt im Buch. Fr. P. Brückner: Von Kind und Kinddett. o 16.30: A. Frings: Rölner Mundarten# 17: Rektor Simon: Jugendtunk. Mitw.: Else Fuchs(Sopran), Prof. Heagen(Märchenezzählung), Schweld(Geige), Macho(Tylovhon). Von allerlei lustigem Getier. Drei Märchen von Alb. Lebermann. S 17.45: Lonzert. Funkorch. Solisten: Rhein. Ringnalda(Violine# 18.30: Pros. Dr. Brauer: Die sittliche Bedeutung der Ronsumgenossenschafts19.40: Rechtsanwalt S 20: Mit e e Mitw.: Käthe S ard Alt), W. Vieldader(Bariton), Mitglieder des Städt. Orch. Düsseldorf, emn gemtichter Chor. Sprecher: Dr. Castelle. Mener: Der Gesang der Meeres.— Mendelssohn: Meererstille und glückliche Fahrt.— Goetde: Madomets Gesang.— Betyrek:„Der Wind". Lied für Selang, Klartnette. Violine. Bratsche und Klavier.— Der Sturm.— Beethooen: Gewitter. Sturm. Aus der 6. Sinsonie. — Fock: Der Untergang am Skagerrak(Aus„Seefahrt ist not“). — Brockt: Wasserkantate für gem Cdor. Alt=Solo. Streichauartett und Klavter.— Mörike: Mein Fluß— Mever: Der römische Brunnen.— Becsen: Die Kaskade. Violmsolo.— Wolf: Der Treund.— Loewe: Der Nöc.— Heine: Dar Meer.— Loewe: Mödchen sind wie der Wind: Der Mummelsee.— Radl: Ich wollk. ich wör des Sturmes Weid.— Berger: Gemäht sind die Felder.— Keinick: Die Wolle.— Schubert: Forellenquintett. Darauf: Komert. Kavelle Clemens Spindler. Sameten Schallplatten Trompete) Ge . 8. Juni. 10.35: Arb=itsmarktberichte. o 13.05: Konzert des Funsa## o 15: Kinderstunde: Liebeth Engels: Neumam Laute. o 15 40: Studienrat Bes=: Der Empfa Weile H 16: Frauenstunds: Dr. fur. Roll: Rechtssälle im ichen Alltag. S 16.20: Der Junge Mensch. J. Clemens: Familientisch. 0 16.45: A. Uzarek: Humor der 2 12.25: Dung Neumann sing! Der Empfang der im häusens: Am Ugoreh: Humor der Weltsteratu. . 17.15: prof. Hase: ungiise O 17.45: Ronzer des Traben=Trar= bacher Mandolinenclubs 1923 S 18.30: Dr. Reisserscheidt: MonovolTendenzen in der internationalen Rohktofs=Wirtschaft. S 1915: Stadtbagen: Wie bewerde ich mich als Angestellter um eine Stellung:# 19.40: Di. Berldel. Vom Unbewußten und Bewugten O 20: Lustiger Abend Intermeno: Der Herer. Paroder Sletsch von Kurt Reit D Darauf: Nachtmusik und T Lanz. Der neue Ortsempfänger mit Röhren nur noch 30. 50 Vorl un Radis- und Hettro-Spezialgesaaft Erich Steinbeck B. I.. Herne, Bismarckstreße 118. 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Endiniel ebenso auf die Entscheidung zu, so daß in Kürze das Feld für die deutsche Fußballmeisterschaft feststehen dürfte. Verlin aber steht im Zeichen eines Länderspiels: Deutschland—Schottland bringen konnie Es kann sein, daß noch Thom. Töpklug des Publlkums drohen, wir empfehlen de den Anhän=ssland wird der dritte Vertreter er mitwirken wird, man weiß eben noch nichts genaueres. gern aus beiden Lagern, sich wie wahre Sponzleute stetdeutschland steigt das Pok Mahnung halten wir für angebracht und nicht wie Fanatiker zu benehmen. Wer daher zum in Norddeutschland geht es Ger die letzten Spiele von beiden Mannschaften beob= Platze geht, nur um seine Mannschaft siegen zu achtet hat, konnte feststellen, daß sich die Spieler einer##########— A...— Inin Goll. Imlin A. großen Fairnis defleißigt haben. Wir glauben daher bestimmt, daß es auch morgen so sein wird. Tronden schlagen wir vorsichtshalber folgende Devise vor, jede Spieler schont die Glieder seines Gegenspielers wit seine eigenen. Nach dieser Richtung scheint die Sache für uns gesichert. Mehr Gefahr könnte schon von seiten sehen, zu siegen um jeden Preis, erweist der Sports bewegung einen sehr großen Dien“, wenn er zu Hause bleibt. Zum Schluß wünschen wir noch einen Herrn als Schiedsrichter, der über den Parteien steht. Wer das bessere Ende für sich behält, darüber zu urteilen, soll in diesem Falle nicht unsere Sache sein. spar eemittelt wurde. Dieser Rheinde Sgtrte leßtjährige westdeutsche Meister Spee. Köl: Deutsche Jugendkraft. In Ferne ruht jeder Spert.: Das Endspiel um die Kreismeisterschaft im Fußball steigt in Oberhausen. Ironleichuams-Prozesslonen In Herne, folglich Spielverdot für die D0K., guch ordnet der Verband an, daß am Toge der Prozession für die DJK.=Abt. des detr. Ortes Spielverbot im Ort wie auch außerhalb besteht. Eingegangene Borschauen fallen deshalb in den Papierkorb. wir Herner müssen pausen, es ist auch wirklich nicht möglich, nach einer anstrengenden Prozession noch ein gutes Spiel auszutragen bei dieser Temperatur. So ist den Herner DöK.lern am Nachmittag Gelegenheit geboten, der Eröffnung der Jubiläumswoche des SC Westsalia 04" berzuwohnen, und das alle Fußballgemüter beunruhigende Spiel der großen Ortsrivalen zu besuchen. Wenige werden wohl dem Endspiel um ie Kreismeisterschaft beiwohnen, welches zur gleichen Zeit ausgetragen wird, die finanzielle Seite wird hier den Ausschlag geben. Das Kreizendspiel wird die Gelsenkirchener am meisten interessieren. und Falke Bulmkes Anhang wird groß und zahlreich zur Stelle ein, um der Eli den nötigen Rückhalt zu geben, auch unere besten Wünsche begleiten Bulmke aus diesem schweren Weg, von dem wir sie als Meister zurückerwarten.— Das so groß geplante und vorgesehene Gaufest mußte nun wegen des Prozessionstages ebenfalls ausallen, denn Herne und Bochum können sich nicht beteitigen, dadurch wäre es nun wirklich nur noch eine Gelsenkirchener Angelegenbeit. Voraussichtlich wird das Gaufest im Juli abgehalten werden, wegen der Sommerruhe eignet sich dieser Mona: auch am besten verfür. Vor der Entscheidung. Das Endipiel im Fußball um die Kreizmeisterschaft. Wird Jalke Gelsenkirchen-Bulmke es schaffen? Im Zeichen dieses großen Spiels steht morgen der kreis Rhein=Weser. Alle anderen Spiele in den Schatten stellend, ringen hier Falke=Bulmke und Duisburg=Wanheimerort um die höchste Wurde des Kreises um den Kreismeister im Fußball 1929. Ein seltener Siegeszug brachte Falke=Bulmke die zum Endspiel. Die Spiellerie 1927=28 sah die Falken noch in der A=Klasse des Bezirkes Gelsenkirchen—Herne hart um die Spitze kämpfen, das gesteckte Ziel wurde dennoch errungen. Falke Bulmke wurde A=Meister und rückte zur Gau=Klasse auf. Man nahm an den Punktespielen der Ost=Gruppe teil, mit nur zwei Minuspunkten wurde hier die Spitze glänzend errun8l, mn der anderen Gruppe wurde Wiemelhausen ster. So gingen beide schon in die Kreisspiele, ehe der Gau=Meister ermittelt war. In der k. o. Runde schied Tus Wiemelhausen aus, während FalkeBalmte den Hellwegmeister, Viktoria Habinghorst, aus dem Rennen warf. Die übriggeblicbenen sechs Meister spielten in zwei Gruppen die Endspielkandidaten aus. Falke=Bulmke. Essen=Dellwig und Arminia=Oberhausen bildeten die eine—. Duisburg=Wanbeimerort, Jugendsport=Alenessen und die D0s Netphen die andere Gruppe. Dellwig und auch Oberhausen wurde von Falke=Bulmke geschlagen, und somit hatte sich Falke für das Endspiel qualifiziert. Heißer ging es bei den anderen zu. Die DXJ. Neiphen schlug Altenessen. Altenessen schlug Wanheimerort und diese wieder Netphen, eine jede Abteilung hatte zwei Punkte errungen. Ausscheidungsspiele brachten die Klärung, Altenessen sieg über Netphen, die damit ausschieden, schon gelt ziemlich sicher Jugendsport alz Favoxit. da warfen die Duisburger nochmal alles über den Haufen und schlugen die Jugendsportler aus dem Fede. Wanheimerort wor hiermit Falkes Gegner. Das Endspiel wurde auf den 2. Juni angesetzt, in der Zwischenzeit hate Falke Bulmke nach das Endspiel um die GauReisterschaft auszutragen. Mit einem glatten 4.0= Sieg wurde dierer Titel. über Tus Wiemelhausen. erkämpft. De Bulmker sird in g es. Nun stehen wir vor dem Endspiel, und die bange Frage taucht auf, ob der Gau Mark ebermals eine nttäuschung erleb:? Eine solche berei#### am Pfingsttag Welpers Handballer dem Gau als diese im Endlviel um die Kreismeisterschoft im Handball gegen Tus 03 Haaen verloren, und doch gali gerade Westfalia Welper als sicherser Anwärter für den hohen Titel, auch Falke=Buimke gilt als Anwarter und heißer Favorit, werden nun die Falker dem Markgau den ersten Kreismeister im Fusball bringen? Ein jeder hofft und erwartet von Folke Bulinke ein großes Spiel. denn sie können und müssen es schaffen. Ewas Glück gehört manchmal auch daru um Meister zu werden, und oft find es nicht die Betten, die es werden. Falte. Bulmkes Hauptitüßen sind das Schlußtrio mit dem Mittellaufer, davor steht ein Sturm aus kleinen, wieselfünken Spielern, die einen gufen und gesunden Torschuß haben und manch hohes Resultat erreiten. In Wanheimers Es steh: der Rhein=Weser=MannschoftSturmfuhrer Hilberath. doch enttäuschte er uns am Vorsonntag im Hollandspiel. Ein schweres Bollwerk sandball Samstag abend.) Jolkenhorst 1.— Blau=Weiß 1. Die Falkenhorster wollen sich rehobilitieren und versuchen, den 1:0=Sieg des Vorspiels höher zu gestalten, um so den guten Ruf der Gau=Klasse zu wahren. In Baukan langte es nach dauernder Ueberlegen. heit nur zu einem 1:0=Sieg, nun werden sie mit aller Macht versuchen, den wirklichen Klassenunterschied herzustellen. Aus diesem Grunde erwarten wir einen klaren Sieg der Falkenhorster. Anwurf 6 Uhr, Samstag abend auf dem Falkenhorstplatz. * das Bezirksfest Gelsenkirchen-Herne sleigt doch... Eigentümlich, wir hatten nicht mehr damit gerechnet. Also eine reine Gelsenkirchener Angelegenheit, ohne Herne und Eickel ein Bezirkssportfest. Es ist kaum zu glauben aber dennoch war. Herne wird also 1929 keinen Bezirksmeister haben. Ob das nötig war, ist mehr als fraglich, jedenfalls hat diese Sache neues Wasser auf die Trennungsmühlen gebracht Der 2. Juni und sein Sportorogramm. Meisterschafts=Ausklänge im Fußball.— Ein Ländersp iel gegen Schottland.— Handballkampf West—Mittel. Die allmählich suchtbare Aenderung in der Struktur des Sportprogramms kennzeichnet den Beginn des ersten eigentlichen Sommermonats Juni. Der Sportbetrieb wird jetzt zusehends reichhaltiger, er ist es besonders dadurch, daß wir uns noch im SaisonUebergang befinden. Auf der einen Seite haben die Sommersportarten voll eingesetzt, mit Ausnahme des Wassersports, auf der anderen Seite haben aber die sogenannten Wintersportarten wie z. B. auch Fußball ihre Tätigkeit noch nicht ganz eingestellt. Hockey und Rugbn machen allerdings jetzt Schluß, aber Fußball und Handball sind noch immer da und im Fußball steigt sogar die Bedeutung der kommenden Ereignisse, da es in den Landesverbänden auf Entscheidungen zugeht. Für Westdeutschland wird der 2. Juni ein bedeutungsvoller Taa sein, denn wenn nicht alles trügt, wird an diesem Tage der neue west deutsche Meister zu nennen sein, wie auch vielleicht der zweite Vertreter. In Süddeutsch= Fußball. Deutschland—Schottland. Ein besonderes Fußballländerspiel steigt bereits am Sonnabend im Deutschen Stadion bei Berlin. Allerdings— ein wenig hat das Interesse für den Kampf insofern nachgelassen, als in der letzten Zeit die englischen Mannschaften bei Gastpielen auf dem Kontinent ganz gewaltig enttäuscht haben. Auf der einen Seite ist die kontinentale Fußballklasse der britischen sehr nahe gerückt, auf der anderen Seite setzen die Briten bei Gastspielen leider nicht immer ihr volles Können ein. Weil es aber diesmal ein Länderkampf ist, wollen wir hoffen, daß uns die Schotten, die ja die eigentlichen Begründer der modernen Spielkultur find, ihr bestes Können an Technik und Kampfkraft zeigen und dann werden wir zweifellos ein Spiel erleben, wie es sehr selten geboten wird. Wie verlautet, wollen die Schotten mit ihrer besten Mannschaft antreten. Ueber unsere Aussichten haben wir bereits gestern ausführlich berichtet.— In Süddeutschland fällt die Entscheidung in der Trostrunde zwischen Svielv. Fürth und FSV. Frankfurt. Die Fürther dürften gewinnen. Außerdem werden rückständige Verbandsspiele nachgeholt, so daß die Gruppenspiele bis auf wenige Ausnahmen ihren Abschluß finden. Eintracht Frankfurt spielt gegen Wormatia Worms, Neckarau gegen Bayern München, 1860 München gegen VfV Stuttaart, die Stuttgarter Kicker= gegen FC. Freiburg, BfR. Mannheim gegen Neu=Isenburg und Idar gegen Mainz 06. Für die Tabellen haben diese Spiele keine Bedeutung mehr.— In Norddeutschland beginnt die neue Endrunde zwischen den punktegleichen Spitzenvereinen. Es wird gleich mit dem Hauptereianis begonnen, Holstein Kiel gegen Hamburger SV. Da diesmal in Kiel gespielt wird, dürfte der HSV. kaum wieder gewinnen.— Endlich soll auch die Baltenmeisterschaft zwischen den punktegleichen Vertretern Titania Stettin und VfV. Königsberg entschieden werden. Die Chancen stehen gleich Internationale Spiele. Neben dem Länderspiel und den wichtigen Meisterschaftstreffen gibt es noch eine Anzahl Privatspiele von ziemlicher Bedeutung. Die Prager Berufsmannschaft Sparta weilt in Bressau, um dort gegen eine kombinierte Vereinsmannschaft tschechische Fußhallklasse vorzuführen. Der nicht minder berühmte D. F. C. Prag gastiert in Braunschweig und Hannover. um gegen zei Auswahlmannschaften des norddeutschen Südkreises zu spielen. Schließlich sei noch das Städtespiel Luxemburg—Trier genannt. Handball. Westdeutschland und Miffeldeutschland haben nach Hagen(Westf.) einen Repräsentativkampf vereinbart Der Westen will sich hier eine Revanche für die Niederlage un Pokalspiel holen. was ihm gegen die starke mitteldeutsche Vertretung sehr schwer fallen dürfte. Das Schwergewicht der westdeutschen Elf stellen die Siegener Sportfreunde mir mer Stürmern und dem Mittelläufer. Die mitteldeutsche Elf ist aus Spielern von Dresden, Magdeburg, Leipzia und Freital zusammengestellt. Das Spiel selbst bildet den Abschluß der Handballsaison, die dann nur noch der deutschen Meisterschaft gewidmet ist. Am das grun=weiße Band. Schalke, Jortung, Meiderich?— Ein Punkt genügt Schalke zur westdeutschen Meisterschaft.— In Essen und M.-Gladbach geht der Endkampt vor sich.— Kurhessen— Arminia Bielefeld. Folgendes ist die Situation der westdeutschen Fußballmeisterschaft vor dem 2. Juni: Der FC. 04 Schalke steht ohne Verlustpunkt an der Spitze der Tabelle und benötigt nur noch einen Punkt, um den Titel eines westdeutschen Meisters tragen zu können. Diesen Punkt braucht er im Spiel gegen den Meidericher Spp. in Essen. Dieser Verein wiederum steht punktegleich mit Fortuna Düsseldorf und mußte Schalle schlagen, wenn er ebenfalls noch die Chance haben will, westdeutscher Meister zu werden. Fortuna Düsseldorf befindet sich in M.Gladbach gegen Borussia M.Gladbach in der gleichen Lage. Die Düsseldorfer benötigen einen Sieg und gleichzeitig einen Sieg Meiderichs über Schalke, damit sie mit Meiderich und Schalke punktgleich werden. Dann beganne der Kompf von neuem. aber ohne Borussia M Gladbach Was nun den Rheinbezirksmeister anbetrifft. so hat dieser nur eine Chance auf den zweiten oder dritten Platz, wenn #####er seldse Fortung schlägt und Meiderich gegen Schalle roßer Form, so heißt unterliegt. Es sind also viele Möglichkeiten und Lösungen, die alle dem 2. Juni vorbehalten bleiden. Dieser Tag ist ausschlaggebend für die Endkämpfe um die west deutsche Meisterschaft. Scholte 04— Meidericher Spo. In Essen soll also die Frage nach dem Meister beantwortet werden. in einem Spiel das nur unent. schieden auszugehen braucht, um weitere Fragen illu Titel vergeben ist. Die Meisterschaft fiele dann an keine unwürdige Mannschaft Borufsia A.Gladbach— Fortuna Düsseldorf. Die M.Gladbacher Borussen sind der Erscheinung zum Opfer gefallen, die ihnen von Anfang an drohte Sie sind abgebetzt worden und es ist kein Wunder, daß die Reaktion jetzt erfolgt. Bis zur westdeutschen Endrunde konnten es die Gladbacher noch schaften, dann war diese Energie aufgebraucht, und so kamen hintereinander zwei Niederlagen durch Meiderich und Schalke Fortuna Düsseldorf fing gegen Schalle auch schlecht an, ohne es übrigens durch äußere Umstände nötig zu haben, die Mannschaft wurde in Privatspielen reichlich in Anspruch genommen und man glaubte auch hier an die Reaktion, als am letzten Sonntag ein glatter Sieg über Meiderich zeigte, daß Fortung noch „mitten im Rennen" ist. Der Rheinmeister hätte gegen Fortuna seine beste Waffe m der unverwistlichen Kampfkraft, die sich gegen eine technisch feinere Elf gewöhnlich behauptet. Ueber diesen Elan verfügt Vorussig nicht mehr in alter Wirksamkeit. Es ist etwas abhanden gekommen, die Kräfte sind durch Terminbeue erlahmt und dazu ist die Mannschaft noch geschwacht. Das eröffnet ihr keine auten Perspektiven für den Sonntag. Wenn die —.* Seite, Der —„ Kurn-Stx 07 machte zunächst auch noch sein erites Spiel mit Kur hessen Kassel unentschieden, so daß ein zweites Spiel notwendig wurde. Zur allgemeinen Ueberraschung gewann dieses Treffen am letzten Sonntag Kurhessen Kassel, womit Sülz ausschied. Kassel wird nun in der Vorschlußrunde schon seit Wochen von Arminia Bielefeld erwartet. Das Spiel Kurhessen Kasse!— Arminia Bielefeld in der Kompfbahn„Rote Erde“ Dortmund, bringt alst den Finalisten für das Trostrunden=Endspiel gegeSchwarz=Weiß Essen. Der Sieger von Dortmund muß dann gegen Schwarz=Weiß antreien. Ueber den Aus gang des Dortmunder Spiels läßt sich schwer etwa sogen. Nach dem Sieg der Kurhessen über Sülz muß man sich fragen, ob wirklich nur Sülz so schwach war oder ob nicht die Kurhessen allgemein unterschätzt wurden. Schließlich ist es doch wohl keine Kleinigkeit, den west deutschen Meister, selbst wenn er schlecht disponiert ist. auszuschalten. Arminia genießt den Rus einer Kampfmannschaft und wird den Hessen mehr Energie entaegenzusetzen haben als Suz. Der Vortes! des eigenen Platzes fällt für die Kasselaner fort, Dort mund ist ein durchaus neutrales Gebiet, das keinem Vorteile bietet. Rechnet man die Kurhessen entgegen aller bisherigen Meinungen als spielerisch gleichwertige Mannschaft, so wird die größere Kampfkraft zu entscheiden haben. Hier ist der Eindruck vorherrschend. daß die Bielefelder mehr zuzusetzen haben, zumal sie sich einer längeren Pause erfreuten, während Kurhessen am Sonntag noch spielte. Die Annahme, daß Arminia sich knapp durchsetzt, hat daher einige Berechtigung. * Ruhrbezirk Essen 99— Schalke 96. Dieses Treffen sollte eigentlich eine harmlose Sache sein, da beide Gegner bereits gegen Alemannia Dortmund gewonnen haben, und somit Essen 90 sowie Schalke 96 zur Sonderklasse aufsteigen, ganz gleich wer morgen oben oder wer unten bleibt. Vielleicht teilt man sich friedlich die Punkte, ohne noch am Schluß des Spiels den Schiedsrichter als Sündenbock herzunehmen, wie es am letzten Sonntag der Dortmunder Anhang in Wanne machte Gauklasse. BfL. Herne— Herue 16 Also nur zwei Meisterschaftsspiele. Die 16er wußten am letzten Sonntag nicht so zu gefallen, was wohl die Folge des Samstagabendspieles war. Morgen sollte man daher wieder stark genug sein, um sich am Schluß des Spieles als Sieger betrachten zu können. Die Börniger sollten auf eigenem Platz statk genug sein, um morgen den Südleuten das Nachsehen zu geben, trotzdem diese noch am letzten Sonntag Sodingen besiegen konnten. BfL. Herne 1.— Herne 16 1. Dieses Meisterschaftsspiel zugleich Lokaltreffen fidet am Sonntag vormittag 11 Uhr auf dem Stadion statt. Im ersten Spiel mußten die B/Ler eine knappe Niederlage einstecken, wir rechnen mi: einem Unentschieden. Die zweite Mannschaft beider Vereine stoßen um 12.30 Uhr an. Vormittags 9.30 Uhr hat jeder aktive Spieler im Vereinslokal zu erscheinen, zwecks Mannschafts=Ausstellung gegen Herne 16. Rasensp. Holthausen 1— Spielvg. Westerholl 1914 I. Anstoß Sonntag 4,30 Uhr auf dem Platze an der Bruchstraße. Sonntag fährt der Sportklub Schwarz=Weiß Herne mit seiner 1., 2. und 1. Jugendmannschaft nach Gelsenkirchen=Rotthausen, um gegen den dortigen Rasensportverein Gesellschaftsspiele auszutragen. Rasensport konnte sich in diesem Jahre die Meisterschaft der BKlasse sichern und hat in Gesellschaftsspielen schon namhafte Gegner geschlagen. Die Schwarz=Weißen müssen sich vorsehen, wenn sie mit einem Siege heimkehren wollen. Treffpunkt der Jugend 11 Uhr im Vereinsheim. Abfahrt 12 Uhr ab Bahnhof Herne. Die 1. und 2. Mannschaft trifft sich 12 Uhr im Vereinsheim und fährt 13.56 Uhr ab Bahnhof Herne. (Anm. der Redaktion: Uns lag eine Moldung vor daß Schwarz=Weiß ein Meisterschaftsspiel austrägt Heute abend Abendivorttest in Sodingen Mit dem heute abend auf dem SS Sportplatz stattfindenden Leichtathletik=Meeting sämtlicher Herner Leichtathleten beginnt der Auftak: der diesjährigen Saison. Begrüßenswert ist es, daß der Sp. V. Sodingen auch für den olympischen Sport Interesse hegt und durch Aufziehung leichathletischer Meetings dar Interesse für den Gedanken der Leichtathletik bei Publikum und Sportlern fördern und werben will. Gerade derartige Veranstaltungen erfüllen ihren Zweck Auf den Ausgang der heutigen Wettkämpfe darf man E EEE EEEDEDED Senn die gespannt sein, zumal dieses die erste leichtathletisch Form der Düsseldorfer nur einigermaßen gleichmäßig Veranstaltung des Frühjahrs ist und alle Herner Verbleibt und sich der des letzten Sonntans anpaßt, ist schan viel gewonnen. Dann aber bleibt noch immer sorisch zu machen Schalke hat Fortuna und Borussia ein Nachteil auszugleichen, der unter Umständen aus dem Wege geräumt und damit die Hauptarbeit schwerwiegend sein kann: der Platz. Vorussia spielt geleistet; es ware daher mertwuroig, wenn der vor heimischem Publikum auf dem Platz des SC. Ruhrbezirksmeister auf der letzten Etanpe strau= M.Gladbach, ist also hier ziemlich begünstigt. Der nacheln sollte. Diese Möglichkeit darf aber nicht von türliche Vorteil der Fortunen kann hier wieder ausder Hand gewiesen werden, da Meiderich auch einen geglichen werden, io daß die Beurteilung des Spiels Existenzkampf zu führen hat. Verliert nämlich der doch große Schwierigkeiten auferlegt. Ein Sieg der Niederrheinmeister, so hängt es von dem anderen Vorussia wäre immerhin eine Ueberraschung, die man Spiel ab, ob er nicht noch einmal mit Vorussia oder vorher schlecht einkalkulieren kann. Wenn daher For Förtuna um den zweiten und dritten Platz zu kämpfen tuna wirklich nicht gewinnen kann, so müßte es doch hat. Der Start der Meidericher gegen Vorussia wer mindestens zu einem Remis ausreichen, mit dem Bogut und glücklich, ihr zweites Spiel gegen Fortuna russia zwar nichts gewonnen hätte, wogegen aber naulist überraschend. 7.an„in„— lSau sich unter Umständen auch damit begnügen stellt sich Falkes Sturm in dem Schlußtrig des Seg verlief überraschend ungünstig. Es fehlt ein zuver ners gegenuber, wesches bei guter Durchschlagskraft lässiger Maßstab. Die reine Papierform spricht für der Verteidiger als Abschluß einen guten Torwari hai. Schalke als technisch kultiviertere Els. aber Schalte ist der für ein knappes Ergebnis garantieren sollte. Der wiederum von Kampfmannschaften leicht zu überren Fortung könnte. Kreisspielausschuß hat das Endspiel nach Oderhausen angese zt. Anstoß 17 Uhr. Platz Arminia Oberhausen Samstagabend Jalkenyorst nimmt den Sportbetrieb wieder auf... Jußball Jalkenhorft 1.— BfB. Börnig 1 Die Horsthauser gehen mit neuem Mut und neuem Willen an die Arbeit, an die Arbei; für die DOK. Bekanntlich ist am 2. Juni für die DIK. Spielverdot, die Feikenhorster nutzen darun den Samstag abend aus und spielen gegen die Wel Gau=Klasse. Noch am Samstag vort Die Runde der„Trostbedürftigen nen. Vielleicht hat man die Stabilität der Schalker Kurhessen Kassel— Arminig Bielefeld am Donnerstag unterschätzt: ware das der Fall, so müßte am Sonntag der westdeutsche Meister Schalke 04 heißen. Günstig] Wahrend die Meister der westdeutschen Bezirke liegt die Sachlage für die Knappen insofern, eis ihnen ihre letzten Kämpfe zur Ermittlung des westdeutschen ein Unentschieden vollauf genügt. Sie sind daher gegen Meisters und der Vertreter in den deutschen Endspiedie Meidericher Kampfmannschaft taktisch im Vorkeilen austragen, säuft nedenher, manchmal etwas in den Sie können den Gegner auf sich zukommen und sich Schatten gedrückt, die sogenannte„Trostrunde“ der austoben lassen. Allerdings ware jeder Leichtsinn ge Bezirkszweiten, denen Gelegenheit gegeben werden fährlich, denn es ist schwer, einen Vorsprung aufzu=soll, die zu jeder Zeit möglichen Zufallsergebnisse nach holen. Ein weiteres moralisches Plus für Schalke seigenem Können zu korrigieren. Westdeutscher Meister #att mit 3:1, wird es den Falken besser ergehen? Nach der langen Pause ist eine Niederlage der Horsthauser zu erwarten und auch zu verschmerzen, trotzdem ermunschen wir für die Horsthauser ein günstiges Ergebnis um die Ehre der Adteikung an zu vertreten. 7 Uhr auf dem Falkenhorstplat liegt darin, daß Meiderich seidst auch nicht um Leben und Tod zu kämpfen braucht. Denn ein Unentschieden reicht für die Leute vom Niederrhein auf alle Fille. mag das Gladbacher Spiel nun aus sehen wie es will e: Die Aussichten für Essen sind ganz verteilt. Die verloren die Sportfreunde Mannen um Krämer haben es mit einer starken LäuNach ferreihe zu tun, die Schalker Fünferreihe mit Zepon und Ruzorra stößzt auf eine stabile Verteidigung der ZZebras“. Im Ganzen scheint Schalke ein kleines Plus zu haben. Vielleicht reicht das nicht zum Siege, wohl aber sollte es zur westdeutschen Meisterschaft reichen. Wir erwarten, daß am Sonntea der westdeutsche und Zweiter werden in den Endspielen ermittelt. der Sieger der nach dem neuen Pokaliystem durchgefuhrten Trostrunde hat das Recht, mit dem Dritten der Meisterrunde ein Entscheidungsspiel um die dritte westdeutsche Vertretung bei den Bundes=Endspielen aus tutragen Um dieses Recht bewerben sich jetzt nur noch Schare=Weiß Essen, Kurdessen Kassel und Arminia Bielefeld. Die Essener siegten sich in ihrer Hältte bis zur Schlußrunde durch und warren schon seit einiger Zeit auf den Partner, der deshald so lange auf sich warten ließ, wen der Rheinbezirksvertreter er? so Wohnungs-Einrichtungen, Teppiche, Fensterdekorationen an erkannt geschmackvoll gut u. preiswert Jos. Weber Selens elsenkirchen eine gemeldet haben. Etwa 90 Meldungen gingen ein, allein Turn=Club Herne meldete 30 Teilnehmer, T. B Börnig 20. Dagegen steht Westfalias Meldung noch aus. Interessante Kämpfe der Staffeln und Läufe, der Wurf= und Springkonkurrenzen stehen bevor. Na men wie Kürten, Hosberg. Kronberg, Kramer, Grube, Gebr. Grasse, Gebr. Zwoynski, Achterfeld und die stcher noch mitmachenden Westfalen sind zu bekannt, um über deren Können weitere Worte zu verlieren. Startmeldungen werden bis 6 Uhr noch entgegengenommen. Beginn der Kämpfe 6.15 Uhr. Umzugsgelegenheit im Vereinsheim Wiegmann, Friedrichstr. Morgen früh 10 Uhr im Vereinsheim sehr wichtige Monatsversammlung, wozu sämtliche Mitglieder erscheinen müssen. Nichterscheinende tragen Konsequensen Vorstandssitzung 9.30 Uhr. Karlchens Juni Lips. Schalke 04— Meiderich 3:2 Fortung Düsseldorf—. M.Gladbach 3:1 Kurhessen Kassel— Arminia Bielefeld 1:0 Essen 99— Schalke 96 2:2 BfL. Herne— Herne 16 3:3 Börnig— Herne=Süd 2:3 Deutschland— Schottland 4:2 Westfalia— Germania—?!!! Auf nach Düsselderf! Der zweite Rheinische Automobil-Wettvewerd.— Schönheitskonkurrenz— Geschicklichkeitsprüfung.— Zielfahrt nach Düsseldorf. Den Auftakt zum 2. Rheinischen Automobil=Wettbewerb des Rheinisch=Westfälischen Automobil=Clubs (A. v. D.) Düsseldorf bildet die Zielfahrt„Auf nach Düsseldorf“, die die Teilnehmer heute in der Zeit von 16 bis 18 Uhr vor dem Clubhause des Rheinisch=Weitfälischen Automobil=Clubs an der Prinz=Georg=Straße zusammenführt. Es haben bis jetzt etwa 60 Teilneymer ihre Meldung für diesen Wettbewerb abgegeben. Es ist zu erwarten, daß einige Fahrer mit ganz erheblichen Kilometerleistungen hierbei aufwarten. Für die Tagesleistung von mindestens 150 Km erhalten die Teilnehmer die bronzene Ehrenplakette des R. W. A. C. Fahrer, die bis zu 300 Km. am Tage zurückgelegt haben, erhalten die silberne und solche, die bis zu 600 Km. bewältigt haben, werden mit der goldenen Ehrenplakette ausgezeichner. Am Sonntag morgen um 10 Uhr beginnt dann die Schönheitskonkurrenz. Die Klasseneinteilung hierfür lautet wie folgt: Rennwagen Klasse 1, offene Wagen Klasse 2, Cabriolets, Allwetterwagen und Roadster Klasse 3, geschlossene Wagen, Limousinen, Landausets und Couvees Klasse 4. Jede dieser einzelnen Klassen wird nochmals in Wagen mit 1, 2 und 3 Sitzreihen unterteilt, und diese Kategorien werden nochmals in solche bis 2,6 und solche über 2,6 Liter unterteilt. Bisher haben ca. 150 Wagen für die Schönheitskonkurrenz gemeldet. Für die Zuschauer wird es besonders bemerkenswert und anreizend sein, daß in diesem Jahre ausschließlich Wagen vorgeführt werden, die sich im Besitz von Privatpersonen definden. Es wird daher bei der Beurteilung auch vor allen Dingen die Pflege der Wagen besonders mit ins Gewicht fallen. Man darf also auf die Revue schöner Wagen, die sich am Sonntag dem Auge der Zuschauer entrollen wird, einigermaßen gespannt sein. Wenn man sich der wohlgelungenen Vorfuhrung im vorigen Jahre noch erinnert, kann man die Ansprüche bedenkenlos etwas hoch schrauben. Die um 3 Uhr nachmittags beginnende Geschicklichkeitsprüfung stellt den Abschluß des sportlichen Teiles des 2. Rheinischen Automobil=Wettbewerdes 1929 dar Für die außerordentlich schwierige Prüfung haben sich bis jetzt 20 Bewerber eingeschrieben. Um eine einwand reie und unpartetische Wertung der einzelnen Konkurrenten zu erhalten, hat der veranstaltende Club drei serienmäßige Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Demnach hat jeder Teilnehmer also gleiche Gewinnchancen. Es bleibt also der Fahrkunst jedes einzelnen überlassen, den Sieg in seiner Kategorie sicherzustellen. Der Veranstalter hat das Programm insosern etwas gewürzt, als er einige besonders pikante Klippen eingeführt hat, deren Bezwinger man immerhin schon als einen großen Fahrer ansehen darf. Dieser rein sportliche Teil. der auf der ganzen Linie spannende Kämpfe in Aussicht stellt, wird von einem glänzenden gesellschaftlichen Rahmen umgeben. Schießsport. Gauschleßen aus der hohenhorster Heidl. Der Gau Weitliches Westfalen des Wespfälischen Schützenbundes hält ab Sonntag, dem 2. Juni. auf den neu hergerichteten Schießständen der Vestischen Schützengesellschaft in Recklinghausen sein diesjähriges Gauschießen ab. Das Schießen, das eine ganze Woche dauert, bringt eine große Anzahl westfälischer Schützen nach Recklinghausen, das in den letzten Jahren durch die Anlage des Schützenhofes auf der Hohenhorster Heide mit moderner Schießhalle und großen Scheßständen auch in schießsportlicher Beziehung sich kräftig aufgeschwungen hat. Der Bestische Schützenhof, das Heim der Recklinghäuser Schützengesellschaft, liegt idyllisch in einer von jungem Hoch= und Tannenwald umstandenen Lichtung in der Hohenhorster Heide in der Mitte zwischen Altstadt und Süd und ist auch ein viel besuchter Ausflugsort. Bersport ag zufolge fährt si Einer Einladung zufolge fährt die erste Kampfmannschaft des hiesigen Vox=Sport=Klub 22 nach Castrop=Rauxet, um im Stadtteil Ickern gegen den Verein Faustkämpfer einen Freundschaftskampf am morgigen Sonntag ausgutragen. Die Herner treten in folgender Aufstellung an: Fliegengewich:: Klasen, Bantamg.: Wiesberg, Federg.: Nickel Federg.: Craller, Leich g.: Stratmann, Welterg.: Schröder, Weltergewicht: Paulo, Mittelg.: Saul. Treffpunkt 5 Uhr nachmittags am Bahnhof. Motorensport. Den anderen Sportvereinen nachahmend, entsaltet der hiesige Motorsportklub D. K. W. auch eine eifrige Tä igkeit. Nachdem der Klub unter starker Beteiligung am Himmelfahrtstage eine Ausfahrt ins Münsterland unternommen hette, folgte am Pfingsttag die große Tour zur Porta. Die Fahrten können als gut bezeichnet werden und sind jedem Teilnehmer noch in bester Erinnerung. Am Sonntag, dem 9. Juni, beabsich igt der Verein seine Besten zu der Veranstaltung des Automobil=Klub nach Castrop zu entsenden. Ferner soll am 24. Juni eine 2tägige Ausfahrt zum Rhein unternommen werden.— Aus dem Vereinsleben: Besonders günstig ist der Abschluß in der HaftpflichtVersicherung. Jeder Fahrer ist gegen eine geringe Prämie versichert und zwar mit 5000 Mark bei Sachschäden und 20000 Mark bei Personalschäden. Am heutigen Abend findet im Vereinsheim Möller eine Generalversammlung statt. Jeder Movorradfahrer ist herzlich eingeladen. Hoffentlich tritt der Klub in nächster Zeit mal in Herne mit einer Veranstaltung an die Oeffenklichkeit, sei es Fuchsjagd oder Geschicklichkeitsprüfung. Kegelsvort. Spannende Kämpfe und guter Sport bei den Gaumeisterschaftskämpfen in Elberfeld. Eberleh und Fr. Köhlhoff aussichtsreich. Die ach: westdeutschen Gaumeisterschaftskampfe als Vorkämpfe für die im Juli in Leipzig zum Austrag kommenden Deutschen Bundesmeisterschaften haben Samstag in der Elverfelder Kegelsporthalle begonnen Zu den Kämpfen treten an: 68 Einzelmeister, 33 Senioren, 21 Einzelmeisterinnen, 14 Abräummeister, 36 Verbandszehnermannschoften und 27 Klubfünfermannschaften, welche sich durch Ausscheidungskämr'e im Verband und Bezirk die Startberechtigung erkämpft haben. Durch einen Willkommensgruß des Vorsitzenden des Elberfelder Verbandes Dietrich und eine markante Ansprache des Gausportwarts Isringhaus wurden die 5 Tage dauernden Kämpfe eröffnet. Bis zur Stunde wurden hervorragende sportliche Leistungen gezeigt, die spannende Endkämpfe erwarten lassen. Folgende Ergebnisse sind am Schlusse des heutigen 3. Tages, 27. Mai, 23 Uhr, zu verzeichnen: Gau=Einzelmeisterschaft 200 Kugeln. Bohle: 1. Halbach, Verband Barmen, 1478 Holz; 2. Eberleh. Verband Heene. 1446 Holz; 3. Wolff, Verband Neuß 1444 Holz Asphalt: 1. Weyand, Verband Raushach(Westerwald), 1080 Holz; 2. Pelzer, Verband Elberfeld, 1078 Holz: 3. Künne, Verband Barmen, 1031 Holz Gau=Seniorenmeisterschaft: 50 Augeln. Schere: Voigt. Verband Dortmund, 310 Holz;: Bohle: Voigt, Verband Dortmund, 313 Holz: Asohalt: Develer, Verband Aachen, 286 Holz. Gau-Frauenmeisterschaft: 50 Kugeln. Schere: 1. Kalkllh#er. Verband Bockum=Hövel, 281 Holz; 2. Jr. Köhlhoff. Verband Herne. 281 Holz. Bohle: Fr. Kalkühler, Verband Bockum=Hövel, 334 Holz. Asphalk: Frau Reiffert, Verband Dortmund, 260 Gau=Abräummeisterschaft: 50 Kugeln Schere: 1. Broich, Verband Köln, 180 Holz; 2. Brings, Verband Rheydt, 157 Holz Gau=Verbandsmeisterschaft: Zehnermannschaft 1000 Kugeln. 1. Halbzeik 500 Kugeln Schere: 1. Verband Gelsenkirchen, 3298 Holz: 2. Verbard Duisburg, 3295 Holz: 3. Verband Solingen 3284 Holz. Bohle: I. Verband Barmen. 3605 Holz: 2. Verband Remscheid, 3579 Holz: 3. Verband Würselen. 3501 Holz Apotheken=Nacht= u. Sonntagsdienst vom 1. 6. bis 7. 6 1929. Engel=Apotheke, Bochumer Straße 27, Ruf 511) Asphalt: 1. Verband Hagen, 2618 Holz: 2. Verband Elberfeld, 2597 Holz; 3. Verband Barmen, 2588 Hole Gau=Klubmeisterschaft: Fünfermannschaft. Schere: 5X40 Kugeln, Abräumen: 1. Klub „Möchte gern“, Verband Aachen. 703 Holz:—. Klub „Sie wackeln". Verband Gessenkirchen, 674 Holz: 3. Klub„Geselligkeit". Nierverband Rheydt. 672 Holz. Bohle: 5X40 Kugeln in die Vollen: 1. Klub „Ennepersträßer", Verband Gevelsberg, 1436 Holz; 2. Klub„Du ahnst es nicht", Verband Solingen, 1431 Holz: 3. Klub„Möchte gern“, Verband Aachen, 1426 Holz. Aspholt: 5X40 Kugeln in die Vollen: 1. Klub „Gut Holz“, Verband Elberfeld, 1037 Holz; 2. Klub „Möchte gern“. Verband Aachen, 993 Holz; 3. Klud „Konkurrenz“, Verband Barmen, 984 Holz. Landesheimatspielt der Krovinz Weitsalen Witten=Ruhr. Die unter dem Protektorate des Herrn Landeshauptmanns in Münster stehenden Landesheimatspiele der Provinz Westfalen in Witten=Ruhr werden in diesem Jahre auf der in dem bekannten Stadtwald Hohenstein gelegenen Freilichtbühne wiederum Schillers„Wilhelm Tell“ zur Darstellung bringen. Die Wahl dieses Stückes entspricht einem Wunsche weitester Kreise. Schillers unvergängliches Werk, das so ganz im Empfinden und Denken unseres Volkes wureelt, vermag wie kein anderes zum Volke zu sprechen. Dr. K. M. Krug, der künstlerische Leiter der Landesheimatspiele, hat die Dichtung für die Freilichtbühne bearbeitet. Die letzten Spielvorbereitungen sind nunmehr beendet. Das Bühnenbild ist vollkommen neu gestaltet Die schmucken Schweizerhäuschen mit der schlichten Bergkapelle auf halber Höhe im Hintergrunde, der trotzige Zwing=Uri=Bau zur Rechten und der vornehme Attingbäuser Herrenhof zur Linken bieten im Kranze des frischen Frühlingsgrüns einen überaus schönen Anblick. Es darf mit Bestimmtheit angenommen werden, daß auch den diesjährigen Tellspielen ein voller Erfolg beschieden sein wird. Die erste Vorstellung ist am 9. Juni. nachmittags 3½ Uhr. Die Spiele werden bis Ende September regelmäßig Mittwochs und Sonntags wiederholt. Auskunft erteilt das städtische Verkehrsamt Witten, Rathaus, Ruf 3941. — Facharzt#nch:r ir: O. H. E. Tabletten * Während me ner 40)“hr Prari: *- soich trappant 2l bei Behandlung von Lungenide. (bronch alel. chron. Bronchitta und Kräfrevertell so zu Hilte gekommen wie Ihr 0 M E. Daher: Leidende nenmi e. u. E. 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