# Anzei Drucku Verlag: Koethers& Röttsches. Herne. Bebelstr. 8. neben der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnadme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis wöchentlich 60 Pfa frei ins Haus gebracht. 7 Postscheckkonto: Dortmund 1007 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- und Reklameteil: Carl Bartels, beide in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Amtlich beglaubigte Abonnentenz ahl Jeder Abonnent ist gemäß den Beblugungen mit Mark 250.— versichert. wenn durch einen Unsall der Tod ober Ganzinvalldität eintritt. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfg., auswärts 8 Pfa., Arbeitsund Wohnungsmarkt 6 Pfa. 1 mm Raumhöbe, im Reklameteil 30 Pfa. Der am die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinsällig.= Jernsprech Anschluß: Sammel= Nummer 52501# Telegramm=Adresse: Anzeiger Herne. Nr. 13(Erstes Blatt) Mittwoch, den 16. Januar 1929 25. Jahrgang. Die„Constitutio Apostolica“ des Papstes über das„Heilige Jahr“. Ein kirchliches Gnadenjahr. Römischer Brief. Von unserem eigenen römischen Mitarbeiter. Kann es einen verheißungsvolleren Auftakt für ein bürgerliches Jahr geben als die frohe Botschaft, daß die Gute des Heiligen Vaters sein Jubilaumsjahr zu einem pärstlichen Gnadenjahr, einem außerordentlichen Jubeljahr bestimmt hat? Die Bulle, die der „Osservatore Romano“, dieser Tage veröffentlicht hat, wird ein freudiges Echo in der ganzen katholischen Welt auslösen. Der Papst, der die Katholische Aktion als Motto auf seinen Schild geschrieben hat, könnte nicht würdiger in sein Jubiläumsjahr eintreten, als indem er dem Vorbilde Leo XII. in dieser Weise folgte. Die Bulle atmet den Geist der Katholischen Aktion; sie will aus der ganzen Welt ein Jahr der katholischen Aktivität entzünden. Auf der ganzen Welt, das ist das entscheidende, das bei dieser Bulle besonders festgehalten sein will. Nicht nur dem Romvilger, sondern dem treuen Katholiken, wo immer auf der Welt, werden für dies Jahr besondere Gnaden angeboten. Es soll nicht nur ein Pilgerjahr sein, sondern ein Jahr der Andacht, in dem sich die ganze katholische Welt im Geiste und im Gebete vereint zum Aufblüben des christlichen katholischen Lebeno überhaupt. Besserung der öffentlichen und privaten Sitte. Stärkung des Glaubens, Vermehrung der christlichen Liebe, das sind die großen Ziele dieses Jahres. Aber wiederum sei es hervorgehoben: nicht nur dem frommen Rompilger werden diese Aufgaben gestellt, diese Wege gewiesen, sondern jeder Katholik überall auf der Welt ist aufgerusen, an den Gnaden teilzunehmen und so durch die Tat den Vater aller Gläubigen, den Papst, zu ehren. Der genaue Wortlaut wird nach Weisung der Bischöse die einzelnen Ablässe erkennen lassen, die nunmehr geboten sind. Ein Vergleich mit den Ablässen des Jubeljahres 1925 ergibt, daß diesem gegenüber einige Einschränkungen vorhanden sind, die beachtet sein wollen. Wichtig ist, daß der Erlangung des Ablasses zwei Fasttage und Almosen nach den Fähigkeiten des einzelnen und den Natschlägen des Beichtvaters voraufgehen müssen. Schon das wird manchen veranlassen, diese Ablässe nicht auf der Pilgerfahrt nach Rom, sondern in der Heimat zu suchen. Die Beichte muß so würdig wie die Österbeichte gehalten werden, und die Almosen werden neben allgemeinen Werken besonders dem„Werk zur Verbreitung des Glaubens“(der Overa Provaganda Fide) empfohlen. Entsprechend diesem strengen Charakter der Bedingungen werden es viele vorziehen, die Ablässe in der Heimat zu gewinnen. In Rom sind drei Basiliken je zweimal aufzusuchen: der Lateran, der Vatikan und Santa Maria Maggiore. Dort soll gebetet werden entweder vor dem Sanktissimum oder vor dem Tabernakel nach der Meinung des Heiligen Vaters für die Bekehrung der Sünder, für die Irrenden und für Schismatiker, endlich für den Frieden und für die Eintracht der Fürsten, damit die Freiheit der Kirche behauptet werde, schließlich auch für den Papst, den Stellvertreter Christi. Wer nicht nach Rom kommen kann, soll je zwei Besuche machen in drei verschiedenen Kirchen oder sechs in einer, wo nicht so viel Gotteshäuser in der Nähe beisammen sind. Es können auch Pilgerfahrten nach verschiedenen Orten und Diözesen unternommen werden. Besuche in Prozessionen sollen nach den Vorschriften des geistlichen Führers ausgeführt werden. Der Ablaß kann auch den Seelen im Fegefeuer zugewandt werden, und zwar jeweils einer. Natürlich mun man jeweils die ganzen Vorbedingungen wiederholt erfüllen. Die Priester können es mit jeder Messe täglich tun. So ist hier ein Jahr hohen geistlichen Eisers, des Glaubensfeuers und der Glaubenstat eingeleitet worden. Viele werden doch auch den Weg nach Rom suchen. Schon rüstet man sich dort auf die großen Scharen der Pilger, die in Aussicht stehen. An allen Ecken und Enden regt es sich zum Empfang der Pilger und zur würdigen Begehung des Jubiläumsjahres. Möchte es einen harmonischen und würdigen Verlauf nehmen zum Wohle der ganzen Kirche und Christenheit und zum Heile ihrer einzelnen Seelen! Ein Gnadenjahr will dieses Jahr sein! * Orientalische Bischofsweihe. * R o m. 1 5. J a n. D e r P a o s t s p e n d e t e g e s t e r n i n d e r Sirtinischen Kapelle unter Assistenz des Erzbischofes Cremonesi und Bischof Campinj dem Präjekten der Kongregation für die orientalische Kirche. Kardinal Sincero die Bischofsweibe. An der erhebenden Feier nahmen, nach der„Germania“ die Kardinäle Vannutellj Mery de Val. Laurenti. ferner der Bruder des Papstes mit seiner Familie, drei Brüder des Kardinals Sincero. zahlreiche Divlomaten. die Mitglieder der Kongregation für die orientalische Kirche und römische Vertreter der morgenländischen Riten teil. Während der heiligen Handlung wurde sinnigerweise ein Teil der liturgischen Chorgesänge in altslawischer Sprache ausgeführt. Viel bemerkt wurden unter den Anwesenden zwei indische Fürsten in Landestracht. Kardinal Sincero war heute mittag Gast des Heiligen Vaters. Im Vorschatten der neuen Reichstagssession. Günstige Stimmung für das Reparationsproblem. Tritt Die Mobilisierung der Parker Gilbert zurück? Von unserer Berliner Vertretung. 9 Berlin, 15. Jan.(Eig. Drahtder.) Nach Meldungen, die aus Amerika eintreffen, soll sich Parker Gilbert mit dem Gedanken tragen, seinen Posten als Generalagent für die Revarationen so bald wie moglich aufzugeben. Vor einiger Zeit tauchte bereits die gleiche Nachricht auf. Damals hieß es, Parker Gilbert trage sich aus versonlichen Gründen mit Rücktrittsabsichten. Hierzu dürfte nun allem Anschein nach noch binzukommen, daß es in maßgebenden amerikanischen Kreisen nicht gern gesehen wird, daß Amerika in der Person Parier Gilberts die Hauptverantwortung für die Abwicklung der Revarationsfragen trägt. Ob es sich um eine wirkliche Absicht des Revarationsagenten handelt, muß dahingestellt bleiben. Wahrscheinlichkeit kommt der Auffassung zu, daß er bereits jetzt mit seinem Rücktritt drobe für den Fall, daß ihm der Sachverständigenausschuß bei der Durchführung seiner Pläne große Schwierigkeiten in den Weg legen werde Seit der Ernennung der amerikanischen Mitglieder des Revarationskomitees macht sich in der französischen, der englischen und amerikanischen Presse eine für die Arbeiten des Ausschusses weit günstigere Stimmung bemerkbar als bisher. In maßgebenden Pariser Kreisen wird sogar betont, daß es zweckmäßig sei, dem Amerikaner Voung den Vorsitz des Komitees anzubeeten. Bezüglich Morgans betont beisvielsweise der „Srzelsior“, daß hierin ein günstiges Vorseichen für eine vorsichtige Mobilisierung der deutschen Obligationen zu erblicken sei. Die Pariser Presse warnt auch nunmehr vor verfrühten Kombinationen über die möglichen Lösungen der zu erörternden Fragen. Es wird nicht meyr von Beeinflussung des Ausschusses durch die französische Regierung gesprochen, sondern es wird betont, daß die Sachverständigen in voller Unabhängig= keit ihre Aufgaben erfüllen müßten. Auch in der Londoner Presse wird die Ernennung der beiden Amerikaner lebhaft bearußt. U. a. weist der„Daily Telegraph" darauf hin, daß insbesondere Deutschland an der Ernennung Morgans ein besonderes Interesse habe, weil dieser Mann eine Garantie dafür biete, daß sich der Sachverständigenausschuß mit dem Revarationsvroblem unter den rein praktischen Gesichtspunkten des Bankiers beschäftigen werde. Ueber die Aufgaben. welche nach amerikauischer Auffassung dem Sachverständigenausschug zufallen, weig der Korrespondent des„Verl. Tagebl.“ in Washington auf Grund offiziöser Unformationen folgendes zu melden: Im Hinblick auf die Geldmarktlage in den Vereinigten Staaten werde einstweilen nur ein relativ geringer Betrag der deutschen Dawe==Obligationen mobilistert werden können. Man echnet mit einer Quote von etwa 100 Millionen Dollar im deutschen Standpunk; aus sei es auch deutschen Dawesbonds. wünschenswert, sofort zu hohe Beträge aufzulegen, da sonst Bindungen für die Zulenft übernommen würden, die wirkliche Hoffnung auf eine spätere Revision der Gesamtschuldmasse verbauen müßten. Selbst die Begebung der kleinen Anleihe von 400 Millionen Dollar werde voraussichtlich erst gegen Jahresende erfolgen können. Nach dem Abschluß der Sachverständigenarbeiten werde geraume Zeit darüber hingehen, bis sämtliche beteiligten Regierungen und Parlamente ihre Zustimmung erteilt hätten. Inzwischen würden die Banlen. insbesondere das Haus Morgan, die Wege für diese Finanzoveration ebnen können. In amerikanischen Kreisen gelte es als wahrscheinlich, daß 40 Prozent der ersten Quote in den Vereinigten Staaten und je 30 Prosent in England und Frankreich ausgelegt würden. Die amerikanischen Blätter bestätigen übereinstimmend, daß mit der einmaligen Auflegung eines großen Betrages, der einer Gesamtliquidation gleichkäme, zur Zeit nicht gerechnet werden könne. * Washington, 15. Jan.(Telegr.) Der Bundessenat nahm heute nach längerer Debatte den Kellogavakt ohne Vorbehalte mit 84 gegen nur eine Stimme des Senators Blaine ratisislert. Morgan amerikanischer Reparations=Sachverständiger. Um die Steuerpläne Hilferdings. Von unserer Berliner Vertretung. # Berlin, 15. Jan.(Eig. Drabtb.) Die Beratungen der Reichsregierung über die Steuerpläne des Reichsfinanzministeriums sind am Dienstag fortgesetzt worden und werden voraussichtlich noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Im allgemeinen hat sich im Kabinett, wie wir erfabren, ein grundsatzlicher Widerspruch gegen die Steuerpläne Hilferdings nicht geltend gemacht. Es versteht sich von selbst, daß im spätern Verlauf der Beratungen über die Steuervorlagen Verhandlungen mit den Parteien und auch intersraktionelle Besprechungen stattfinden werden. Ueber die Einstellung der Parteien zu den Steuervorlagen ist gegenüber den bisherigen Feststellungen nichts bekannt geworden. Die endgültige Stellungnahme der Fraktionen kann erst dann erfolgen, wenn der Reichstag wieder zusammengetreten sein wird, was voraussichtlich am 24. Januar der Fall ist. Eine frühere Einberufung des Reichstags auf den 22. Januar, wie die Kommunisten es fordern, wird im Aeltestenrat des Reichstags wahrscheinlich keine Mehrheit finden. Von den Fraktionen des Reichstags wird als erste die Zentrumsfraktion am Samstagnachmittag zu einer Besorechung zusammentreten. Ob in dieser Sitzung bereits eingehend die Steuerfragen beraten werden, steht dahin. Die Fraktion dürfte sich in erster Linie mit den Fragen beschäftigen, mit denen sich der Parteivorstand des Zentrums, der am Sonntag, den 20., in Berlin zusammentritt, zu befassen hat, nämlich der Wahl des engeren geschäftsführenden Vorstandes und des stellvertretenden Vorsitzenden der Partei. Die sozialdemokratische Fraktion ist auf Montag der nächsten Woche einberufen. Auch sie wird sich zunächst in der Hauptsache nicht mit den neuen Steuervorlagen beschäftigen, sondern in erster Linie mit Etatefrag=n. vor allem mit dem Nachtragsetat. Die Entscheidung der sozialdemokratischen Fraktion zu den Steuerfragen wird deshalb besonders beachtenswert sein, weil sich, wie sich aus dem Parteitag der sächsischen Sozialdemokratie bekanntlich gezeigt hat, eine immer stärker werdende Ablehnung einer engeren Bindung an die gegenwärtige Reichsregierung und ihrer steuerlichen Absichten bekundet. Es ist offenbar, daß innerhalb der Sozialdemokratie sehr starke Spannungen bestehen. Wie diese Spannungen sich auswirken werden, das wird abzuwarten sein, um so mehr, als die Kräfteverteilung in der sozialdemokratischen Fraktion eine ziemlich gleichmäßige ist. Vor allem wird man darauf gespannt sein dürfen, wie die sozialdemokratische Reichstagsfraktion auf den Beschluß des sächsischen sozialdemokratischen Parteitages, der, wie wir schon mitgeleit haben, den Austritt der sozialdemokratischen Mitglieder aus der Reichsregierung fordert, reagieren wird. Spaltung bei den Kommunisten. In Sachsen. = Dresden, 15. Jan.(Telear.) Zu Beginn der Sitzung des Landtages machte Abg. Böttcher. der vor kurzem zusammen mit dem Abgeordneten Lieberasch wogen Sonderbestrebungen aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen worden war, in geharnischten Worten von seiner Absicht Mitteilung, eine neue kommunistische Massenpartei zu gründen. Damit ist die Spaltung der kommunistischen Partei in Sachsen vollzogen. In Thüringen. — Weimar, 15. Jan.(Telear.) Im tbüringischen Landtag begründete heute der vom kommunistischen Zentralkomitee gleichzeitig mit einer Reihe anderer kommunistischer Funktionäre aus dieser Partei ausgeschlossene Landtagsabgeordnete Tittel die Beibehaltung seines Mandats mit einer längeren Erklärung, in der er feststellte, daß von den acht kommunistischen thüringischen Landtagsmitgliedern sich sechs mit ihm solidarisch erklärt haben und damit in Opposttion gegen das kommunistische Zentralkomitee sleben. Der dem Zentralkomitee gehorsame Landtagsabgeordnete Zimmermann wird also genötigt sein, fraktionslos zu werden. Ullahs Absankung. Sein Bruder wird König. Der Sturz des Afghanenkönigs. Auf der Flucht. c London, 15. Jan.(Telegr.) Wie der amtliche englische Funkdienst meldet, hat sich Aman Ullab gestern nachmittag im Flugzeug nach Kandahar begeben, wo er von seiner Gattin Suraja erwartet wird. Paris. 15. Jau.(Telear.) Dem„Matin" zusolge wird sich König Aman Ullah nach Frankreich zurückziehen. Die Ereignisse vor dem Sturz. .. Neu=Delhi, 13. Jan.(Telegr.) Ueber die Ereignisse, die der Abdankung Aman Ullahs werden folgenoe Einzelbeiten beDie letzten sowie die hobe John Piervont Morgan, der große Weltbankier, wird neben Owen Doung als amerikanischer Sachverständiger an den Beratungen über die deutschen Revarationszahlungen teilnehmen. Er ist 62 Jahre alt und seit dem 1913 erfolgten Tore seines Vaters Chei des Hauses Morgan. Im Wellkrieg war er Gründer des Munitionstrustes. Wichtigste Fraven der euroväischen Finanzwirt= schaft haben den mochtigen Geldmann lcbon oft nach Eutovo oeführ! vorausgingen, richtet: Die Truppen Aman Ullahe wurden am Sonntag von den Rebellen hart bedrängt und gezwungen, das Tal von Kohedaman zu raumen. Im Lause der Nacht drang der Besehlshaber der Nebellen, Baschaskado, in das Tal von Kabul ein und umzingelte die ungefähr fünf Rilometer westlich von Rabul gelegene und wichtige Ortschaft Dehkovek. Diese Ortschaft, in der sich das Hauptquartier der Trupven des Königs. eine starke Besatzung und einige Geschütze besanden, wurde von den Aufständischen genommen. Die Aufständischen setzten gestern ihren Vormarsch aus Kabul fort und besetzten nach vorhergehender Beschietzung die die Hauptstadt beberrschenden Hügel. Runmehe saßzte Aman Ullab den Beschluß, abzudanken und ein Bender wurde in der üblichen seierlichen Weise zum Könia gekrönt. Die Parteigänger Aman Ullahs und die religiösen Führer in Rabul begaben sich zu den Aufstandischen, mit denen sie einen Wassenstillstand abschlossen. Aman Ullah besand sich gestern noch in Rabul. Der asahanische Generalkonsul in Delhi teilt mit, daß zwischen Aman Ullah und seinem zum König gekronten Bruder Ingnat Ullah ein freundschaftliches Verhaltnie herrsche. Der neue König habe wahrend der Regierung Aman Ullabs das Leben eines Privatmannes geführt und sich mit den Regierungsangelegenheiten nicht beschäftigt. Er besitze das Vertrauen der monammedanischen Geistlichkeit. Ueber die versönliche Sicherheit der in Rabul weilenden Ausländer heat man dort nach den letzten hier eingegangenen Nachrichten keine Besoranisse. Die Notifizierung des wechsels in Berlin. Der asahanische Gesandte bei Dr. Siresemann. Der asghanische Gesandte stattete heute mittag dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann einen Besuch ab, um ihm im Auftrage seiner Regierung von der Abdankung des Könias Anon Ullah zugunsten seines Bruders Ingoat Ullab in Kenntnis zu setzen. Der Eesandte gab dem Reichsaußenminister Renntnis von einem T legramm des asghanischen Außenministeriums, in dem mitgeteilt wird, daß das asehautsche Vell und Der Sieg des Aufstandes.— Ereignisse. die mahgebenden Regierungsstellen, Geistlichkeit und der afahanische Adel Inavat Ullah als König von Asahanistan anerkannt haben und die Versicherung abgegeben wird, daß die Beziehungen Afahanistans zu den befreundeten Mächten die gleichen bleiben werden. Insbesondere gab er die Versicherung ab, daß der neue König Inavat Ullah die Absicht habe, die freundlichen Beziehungen zu Deutschland noch mehr zu vertiefen. Wie in politischen Kreisen verlautet, hat König Inayat Ullab aus seiner deutschfreundlichen Gesinnung nie ein Hehl gemacht. Die Versicherung, die der asghanische Gesandte im Auswärtigen Amt abgegeben hat. erhält dadurch besondere Bedeutung. Unter diesen Umständen besteht für die Deutschen in Kabul unter dem neuen Regime keine Gefabr, und es ist auch anzunehmen, daß die deutsche Schule weitergeführt wird. König Inavat Ullah hat dieser Schule viel Interesse entgegengebracht, und der älteste seiner Schne hat die Schule auch besucht. Der König erfreut sich übrigens der Symvathie der Geistlichkeit und der Bergbevölkerung, obgleich auch er fortschrittlich gesonnen ist. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß Deutschland in König Aman Ullah einen aufrechten Freund gehabt hat. Englische Kommentare. = London, 15. Jan.(Telegr.) Die englischen Morgenblätter veroffentlichen im Anschluß an den kurzen Bericht der asahanischen Gesandtschaft über die Abdankung König Aman Ullahs zugunsten seines älteren Bruders. Sirdar Inayat Ullah. ausführliche Ueberblicke ihrer diolomatischen Korrespondenten über die Ursache dieser Entwicklung. Einer der Hauotaründe für den Thronverzicht steht man in den energischen Forderungen der Aufständischen, daß Aman Ullah seine Gemahlin wegen Unterstützung der Reformen veroannen sollte. An dieser Frage scheine eine Verständigung gescheitert zu sein. Der neue König. Ingnat Ullah, ist ein unbedingter Anhänger der Erhaltung des moslemitischen Charakters Afahanistans. Die Blätter legen sich im allgemeinen über die Abdankung Aman Ullahs noch Zurückhaltung auf, sind aber allgemein der Ueberzeugung, daß nun endlich wieder Ruhe in Asahanistan einkehren werde. Von Kandahar aus wird sich Aman Ullah weiter nach Quetta begeben. Da nach der Abdankung seine Sicherheit nicht mehr verbürgt ist, wird mit einer Uebersiedlung Aman Ullahs nach Europa gerechnet. Die„Times“ beschäftigt sich in einem Leitartikel mit den staaterechtlichen Auswirkungen der Abdankung Könia Amen Ullahe und meint, man müsse die Lage nehmen, wie sie tatsächlich liege und die Hoffnung unterhalten, daß der Wechsel einen Bortichtitt bedeute und die Versicherungen der neuen Regierung, daß die Beziehungen zu den eurogäischen Mächten keine Veränderung ertan ren wurden, durch die Tatsachen bestatigt würden. Es lei durchaus möglich, daß der neue Könia Inghat Ullat sich eine größere Unabhängtareit von seinen Ratgebern verschaffe als diesen lieb sei, und zwischen deren konservativer Feindseligkeit gigen alle Neuerungen und dem Ultranoderniomus seines Bruders sowie den ururalten Ueberlieferungen der Geistlichkeit einen Ausgleich schaffe. Amon Ulloh dabe übersehen, daß er nicht — das Anselen eines Mustanha Kema' fesäße. Wos abe: auch imme seine Fedler beten, er habe ver###agt aber versagt bei einer Aufgabe, die jeder Eurovän als werrvoll und schwierig zugleich ansehe. Unter der jungen Generation in Afobanistau werde seine Saat sicherlich Keime tragen. Aman Ullah möge Alghantstai für immer verlassen. Wenn die Geistlichkeit ihn aber auch zum lenzten Male gesehen habe, mit seinen Resormen würde sie sichsicherlich zu befassen haben. Eines Königs Ende. * Man hat in Deutschland die Regierung Aman Ullahs in Aigbanistan seit seinem Besuche in Berlin mit gewissem Jateresse und selbnt mit einer gewislen Sympatbie verfolgt, nicht nur, weil man in ihm einen Deutschenfreund erkannt hatte— er also das Gegenteil seines 1919 auf geheimnisvolle Weise ermordeten Vatere war, der ein Vasall Englands gewesen ist und von ihm Subventionsgelder angenommen hatte—, sondern auch deshalb, weil man seinen Mut bewunderte, das geistig und technisch rückständige Asghanenvolk zu modernilieren und ihm eine neuzeitliche Kultur zu vermitteln. Was ihm in Deutschland und Eurova hoch angerechnet wurde, ist ihm bei der Mehrheit seines Volkes zum Verderben geworden. Die technischen Neuerungen, die er durch Straßenbau, Eisenbahnlinien usw. eingeführt hat, ließ man sich allenthalben gefallen, da man ihren Wert bald erkannte, die Europäisierung der Mode. der Schule. des Frauenrechts u. a. m. sand aber den Widerstand der muselmanischen Bevölkerung und ihrer Priesterschaft. So kam es zum Aufstand, in dem Aman Ullab schließlich. nachdem auch die Armee sich von ihm lossagte, den kürzeren zog. Nach zeyntahriger Regierung mußte er abbanken und seinen Thron seinem älteren Bruder Inavat Ullab überlassen. Wir haben in früheren Artikeln in unserer Zeitung die besonderen Verhältnisse in Afabanistan und vor allem die Interessen und den Einfluß debandelt, die Rußland und England gleichermaßen dort vertraten, England heute noch vertritt, obschon Aman Ullah durch seinen Krieg gegen England obsiegte und seinem Lande wenigstens nach außen hin die eigenstaatliche Sonveranität sicherte. Rußland dürste heute als Machtfaktor für das Land ausscheiden, da es mit ihm einen Breundschafts= und Handelsvertrag geschlossen hat. England aber wird Indiens wegen jetzt neue Morgenrote wittern, zumal es heißt, daß der neue König englandfreundlich sei. Immerhin darf man annehmen, daß er in erster Linie rein asahanische Außenvolitik treiben und die allseitig anerkannten Reformen seines Bruders fortsetzen wird. Die Beziehungen zu Deutschland dürften die gleichen bleiben, da auch der neue König Deutschland mit Sympatbie gegenübersteht. Kelloggpaktdebatte im Pariser Senat. eh Baris. 15. Jan.(Telcar.) Im Senat kam heute eine Intervallation des Soaators Lemery über den Kellogvalt und das englischfranzösische Flottenkompromin zur Beratung. Die Sitzung wurde vom Prästdeneen Doumer mit der üblichen Antrittsrede eröffnet. Er erwähnte den Wiederausbau der zerstörten Gebiete unter ziemlich heitigen Ausfällen gegen die Instematischen Verbeerungen. die die eurichen Eindrinalinge“ angerichtet härten. Da der Wiederausbau tron der deutichen Zahlungsverkäumnisse(??), in diesem Jahre seiner Vollendung entgegensehe, sei es Zeit, sich mit der Abrechnung zu befassen Die Neuregelung wüsse allen Machten ein gleiches Interesse an der Erhaltung des Friedens einflögen Das sei der Wunsch Frankreichs Der Intervellant Lemern betonte Der Kellegavakt führe gewissermaßen zur Gründung eines neuen Völkerbundes. Der Krieg sei auch nicht ohne Varbehalte im Kellogapakt außer Kraft gesetzt worden: denn die Vereinigten Staaten behielten sich das Recht der Moncoedoktrin vor. Die Vereinigten Staaten wollten die Führung im Kreuzzug gegen den Kriea übernehmen. Wozu diene dann aber der Völlerbund? Außenminister Briand bestritt zunächst, daß zwischen Kellogavakt und Flottenkompromiß ergendwelche Zusammenhänge bestünden. Gegenüber der Geschlossenheit der Vereinigten Staaten müsse man im nteresse des Friedens und der Wirtschaft ein starkes Eurova bilden. Das werde kommen. Aber man dürfe die Schwierigkeiten nicht Übersehen. Es sei bereits eine große Sache, dak sich alljährlich 52 Nationen in einer euronäischen Stadt vereinigen, um gemeinsam zugunsten des Friedens zu wirken Der Völkerbund könne durch den Kellogarakt nur gekirkt werden. Der Völlerbund sei gezwungen, falls seine Schiedegerichtsbarkeit nicht zum Erfolge führe. die Parteien sich selbst zu überlassen auf die Gefahr hin, daß diese zum Kriege schreiten. Der Kellogavakt habe ihn als ungeledkie erklärt, zum Verbrochen gestemvelt, und alle Alles in allem Bedeute der Rekklogapakt weder eine ter der Welt seien eingeladen, diese Verurteilung des Veri#tung der Mair#ebotin nech einen Wettbewerb mir Krieges zu unterzeichnen. Das lei von ungebeueret mora; dem Volterdund, noch einen Wettbewerb zwischen Europa lischer Bedeutung. In welcher Armosrhäre würde eine und den Vereinigten Staaten. Nation no befinden.] Die Rede Briands wurde mit langandaltendem Beidie jetzt den Frieden noch breche? soll aufgenommen waren darch eine Anders nicht nach vom n der Lohnrezekung eine weitere Besserstellung Vordatierung einraumen würde Si dee Fraac zu beantworten, wenn man ne # a n n n a d e s S t h i e k s r i c h t e r s. s o n d e r n Standpunkte der Produttion stelle. Dann Der Eisenkonflikt Nordwest und das Reichs=Arbeitsgericht. Entscheidung am 22. Januar. Drei Fragen. s Leipzta, 15. Januar 1929 setzung sind, herrsche auf seiten der Arbeitgeber große Weitderzigkeit, wahrend die wirtschaftliche Notwendigkeit von den Arbeitnehmern bestritten werde. Heute vormittag traf Reichsminister Severing in Dortmund ein und verhandelte im Stadthaus zunächst mit den Vertretern der Nordwestarunpe und dann mit den Vertretern der Gewerkschaften über alle diese Meinungsverschiedenbetten, die sich bei der Auslegung des Schiedespruches in der Praris ergeben haben. An der Sitzung nahmen teil secho Arbeitgeber und sechs Arbeitnehmer. Unter den Vertretern der Arbeitgeber befanden sich Syndikus Dr. Grauert von der Nordwestgruppe. Dr. Raabe non den Vereinigten Stahlwerken und Direktor Kunne von der Friedr.=Krupp=A.=G. Zu Anfang nahm die Sitzung einen erregten Verlauf. Die beiden Parteien trugen Auffassungen vor, die sehr unklar lagen, so daß Reichsminister Severing zum Schluß der Forderung Ausdruck gab, daß beide Parteien für ihre Behaurtungen genane Unterlagen herbetschaffen müßten. Es lag in der Absicht des Ministers. heute zu einer Einigung zu kommen, jedoch war die Möglichkeit dazu nicht vordanden. Der Minister sab sich deshalb gezwungen, die Sitzung aufzuheben und In dem bekannten Ruhrkonslikt, der durch Schiedsspruch des Reichsinnenministers Severing beigelegt worden ist, wird am 22. Januar das Reichsarbeitsgericht als höchste Instans entscheiden. Der erne. vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärte Schiedsspruch war vom Arbeitgeberverband Nordwest angerochten worden, einmal aus vormellen Gründen, außerdem auch mit der Behauptung. daß er einen„Einbruch“ in den lausenden Manteltarifvertrag darstelle. Weiter rügt der Arbeitgeberverband. daß der Schiedssuruch eine Regelung der Löhne enthalte, die nach dem Manteltarif nur werklich oder örtlich. nicht aber für ganze Bezirke erfolgen könne. Das Arbeitsgericht gab der Anfechtungsklage statt, das Landesarbeitsgericht Duisburg dagegen wies die Anfechtungsklage ab. Das Landesarbeitsgericht erblickt zwar gleich dem Verband Nordwest in dem Schiedsspruch einen„Einbruch“ in den Manteltarif, hält diesen Einbruch aber für belanglos. Das Reichsarbeitogericht wird nunmehr drei Fragen zu untersuchen haben. Zunächst die formelle Frage der Zulassigkeit des= Schiedsspruchs, der nur mit der Stimme des Schlichters des Vorsitzenden der Schlichterkammer) gefällt ist. Die andere Frage beirifft den Streit über den vorliegenden„Einbruch“ in den Monteltarisvertrag. Die weitverbreitete Anschauung, daß der Einbruch vom Landesarbeitsgericht festgestellt sei und diese Feststellung als tatsächliche Feststellung vor dem Reichsarbeitsgericht nicht anfechtbar sei, beruht auf einer Verkennung der Rechtsnatur der Streitirage. Tatsächlich ist die Frage eine reine Rechtsfrage; denn es bandelt sich bei ihr um die Auslegung von Rechtsnormen, nämlich um die Auslegung der in Betracht kommenden Tarifverträge Endlich wird das Reichsarbeitsgericht darüber zu entscheiden haben, ob ein Schiedospruch überbaupt dann nichttg wird, wenn dieser Schiedespruch einen„Einbruch" in die lausenden Tarisverträge enthält. Die Arbeitgever können sich zur Verteidigung ihres Standpunktes. daß ein unberechtigter„Einbruch“ vorliege, auf eine Entscheidung des Reichsarbeitsgerichte stützen, die vom Landesarbeitsgericht Duisburg übergangen worden is.(Das Landesarbeitsgericht meint in dieser Beziehung, daß die Schlichtungsbebörde ein Recht zum Eingreifen in bestehende Tarifverträge hätte, wenn dazu eine Staatsnotwendigkeit vorliege.) Die Gewerkschaften werden demgegenüber auf die Geschichte des Abbruchs des Ruhrstreiks verweisen und damit die Rechtmäßigkeit des„Ein=]= Bochum. 15. Jan. In der Nacht von Sametag bruchs" darzutun suchen. lauf Sonntag ereignete sich im Stodtteil Bochum=Weitmar. Der Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts, die von im Hause Marktstraße 393. ein Unfall, der leicht mehrergrößter Bedeutung für alle Wirtschaftskreise ist. Menschenleben hätte fordern köngen. Ein Einwohner des innerhalb der nächsten acht Tage eine neue Sitzung einNachmittags um 1 Uhr fuhr der Minister wieder nach Berlin zurück. Ueber die Auslegung der Fragen durch den Rinister erfahren wir noch folgender: „Nach dem Wortlaut des Schiedsspruches regele sich die Entlöbnung für die Zeit von der Wiederaufnahme der Arbeit bis zum 31. Dezember 1928 nach dem für verhindlich erklärten Schiedaspruch vom 27. Oktober 1928. Die festgesetzte Frist gelte für alle Arbeiter, ob sie ausgesperrt waren oder nicht. oder ob sie während der Aussverrungszeit Rotstandsarbeiten verrichteten. Es würde den Grundsätzen der Billiakeit widersorechen. menn man im Schiedsspruch, der den Lohnstreit beenden sollte den Arbeitern die aus irgend einem Grunde von der Aussperrung nicht betroffen wurden und darum odnedin besser gestell: würde anerkannt werden müssen, daß inobe Notstandearbetter in der Kamnszeit auch der heit nützliche Dienste geleister haben. Würden die Arbeitgeber im Hinblick auf diese Dienste, den Arbettgrn. die nicht ausgesperrt waren. Zulige schon gun un. her 10% an zubilligen, so waren Bedenken dagegen nicht er erbehen. Eine rechtliche Verpflichtung aus dem Schiedospruch bestehe jedoch nicht.„Penzlogz sich nach den Staffeln der Tabelle gleschallltig, ov es sich dobei um Facharbeiter, angelernte Atorzcticen garit. arbeiter handele. Die werdlischen iud Jtatzsan### lichen Zulagen werden, wie aus dem Wortlaut Schieosspruches klar hervorgeht, durch die n regelung nicht berührt, können auso weder beseiligt. noch angerechnet werden..—. Jstenst mird Der Say:„Ein bestimmter Mindestverdienst wird dabet nicht arwährleistet“, v# im„Spepfrnregc: beseitigt. Streitigkeiten über seine Bedeurang kung Lönnen nach kes Ministers Era#ten nur dann entstehen, wenn die Voraussetzungen des Vordersates (Durchschnittsarbeiter, genteigerte B#geetung, und noxmale Betriebsverhältnisse) einzeln oder insgelum nia cegeben sind. In diesen Fällen sei durch beiriebliche Vereinbarungen der Mangel abzustellen. Einen großen Raum nahmen die Auslegungen der Restimmungen übee die Arbeitczeit ein. Der Minister hob hervor, daß die wöchentliche Arbeitszeit von 32 Stunden in der Lai den Normalzustand darstelle. Das wirtschaftliche Erfordernts zur Leistung einer weleeren Mehrarbeit bie zu zwei Stunden in der Woche sei gegeven, wenn die vorhandenen betrieblichen Einrichtungen nicht genügen. um eine geregelze Arbeitsweise mit anderen Betriebzabteilungen zu ermöglichen oder die vorliegenden Aufträge termingemäß zu erledigen. Bei Betriebseinschränkungen sei in den davon betrof'enen Betrieben das wirtschaftliche Erfordernis zur Mehrarbeit nicht gegeven. Dasselbe gelie siungemäß auch für die Wassergasschweißereien. Durch den Schiedsspruch seien ausdrücklich nur die Walzanlagen des Blechwerkes der zuirma Kruvv A.=G. zur Herabsetzung der Arbeitszeit vervflichtet worden. Eina rechtliche Vernflichtung der gleichen Art liege fur Walzanlagen anderer Werke des Tarifgebietes nicht vor. Es war allerdings deabsichtigt, alle in beschäftigten Arbeiter in die Schutzmaßnahme der Arbeitezeitverkürzung einzubeziehen. In einer steiwilligen Angleichung der Walzanlagen des Wittener und etwa weiterer Werke an die für die Walzanla##### von Krunp getroffene Regelung liege die Möglichteitz, den tatsächlich bestehenden Mangel auszugleichen. Die Arbeitsseitverkürzung für Sandstrahlbliseresen gelte nan dem Wortlaut und Sinn des Shiedsspruches für alle Werke mit Sandstrahlbläsereien. Es konme die ganze Abteilung des Ofenbetriebes in Frage. Für die Negelung der Arbeitszeit in den Zement= jabriken in den durchgehenden Betriebsabteilungen# (Ofenbetrieben). die allgemein auf 48 Stunden. im übrigen aus a in den sechs Wochentagen festgesetzt ist, empfahl der Minister, daß sich die Vertragsvarteien mir den Regierungsoräsdenten von Arnsberg und Düsseldors ins Benehmen setzen müßten, um den gesetzlichen Bestimmungen und den Bestimmungen des Schiedsspruches zu entsorechen.“ us Westfalen und Dier Personen durch Gas vergiftet. sieht man sowohl auf Arbeitgeber= als auch auf Arbeitnehmerseite mit grötzter Spannung entgegen Neues Eingreifen Hauses erwachte mitten in der Nocht, als sich bei seinen Kindern Brechreis eirstellte, und bemerkte sofort, daß die Räume stark vergan waren. Ein herbeigeruferer Arzt stellte gesährliche Vergiitungen lest und ordnete beschleunigte Einlieferung einer erwachsenen Person und von 3 Kindern in ein Bochumer Krankenhaus an. Bei einzelnen Betroffenen war bereit## „„„„—„ weraubung eingetreten, doch besteot bei keinem des Reichsministers Severing. Kause. v.d Lonmtoaa nag füngerem Nacharoben in der Eingebende Verhandlungen in Dortmund.— Die neuen Nähe des Hausee gefunden und der Schaden hald beseitigt. Schwierigkeiten in der Gruppe Nordwelt noch nicht behoben.— In acht Tagen wiederum Verbandlungen. Schwere Schlägerei. h Hörde. 15. Jan. Die Volksbefragung über das zukünftige Schicksal des Landkreises hatte folgendes Ergebnis: Von ins##esamt 75397 Wahlberechtigten beteiligten sich 70 801 Hiervon war allerdingo ein anßererdentlich sohe Jahl. nämlich rd. 7500 Stimmze ungültig. Von den abgegebenen Stimmen sprachen 19 233 oder rd. 70 Prozent für die Erhaltung des Landkreises Hörde aus. Für die Zuleilung nach Dortmund siimmten nur 9638. für die Zuteilung nach Witten 3630 für die Zuteilung nach Hamm 623. und für die Zuteilung nach Iserlohn 215. Mit dieser Volksbefragung hat der Landrat des Landkreises Hörde weisellos festgestellt. ran die übergroße Mehrzahl der Bevölkerung für die Erhaltung des Landkreises in und von einer Auflätung des Kreises bezw. Zuschlagung zur Stadt Dortmund, wie es in dem Gesetzentwurf des Innenministers vorgesehen ist. der geringste Teil etwas wissen will. Ob er jedoch mit der Volksbefragung den gewünsch en Er olg haben wird, muß dahingestellt bleiben. Dortmund, 15. Januar 1929 In der Grupve Nordwest sind neue Schwierigkeiten entstanden, die unter Umständen die Arbeitskämpfe wieder aufleben lassen konnten. Gegenstand der neuen Streitigkeiten ist die Auslegung des Severingschen Schiedesreuches durch die Arbeitgeber. Es handelt sich dabei um Meinungsverschiedenheiten über den Lobn und die Arbeitszeit. Wie die Arbeitnehmer mitteilten, werden Arbeiter, die imeitlohn arbeiten, zu Aktord= und Prämien= arbeitern erklärt, um damit an den im Schiedespruch vorgesehenen Lohnerhöbungen vorbeizukommen. Die Vorschrift, wonach Akkordarbeiter mindestens 15 Prozent über ihren Tarifstundenlohn verdienen müssen, werden nicht befolgt. Bezüglich der Arbeitszeit suchten die Werke, so behaupten die Arbeitnehmer weiter, den Kreis der für die Arbeitszeitverkürzung in Betracht kommenden Arbetter jo eng wie nur eben möglich zu ziehen. Auch bezüglich des Vorliegens von wirtschaftlichen Notwendigkeiten, die für die Festlegung der Arbeitszeit Vorau### h Dortmund. 15. Jan. In einer Wirtschaft an der Rhein'schenstraße entstand gestern zwischen einer größeren Anzahl jungen Leuten eine schwere Schlägerei. nachdem man vorher dem Alkodol eifrig zugesprochen hatte. Im Laufe des Zusammenseins trank ein Herr mit einer Dame Bruderschaft. Der Bräutigam der Dame war darüber so ärgerlich, daß er dem Nebenbuhler mebrere Ohrseigen verabreichte. Dieser jedoch wieder. so daß nun eine regelrechte Schlägerei einsetzte. Da die Streitenden nun von dem Wirt auf die Straße gesetzt wurden. sand die Schlägerei hier ihre Fortsenzung. Aus den ganzen jungen Leuten hatten sich zwei Parteien gebildet, die sich nun gegenseitia mit Messern. Schlagringen und sonstigen Gegenständen bearbeiteten. Einer wurde hierbei so schwer verletzt, daß er bewustlos zusammenbrach und davongetragen werden munte. Auberdem erhielten noch vier Versonen erheblich: Stich= und sonitige Verlenungen. Die Polizei sorgte für die Verlerten und die Wiederderstellung der Ruh— Dortmund, 15. Jan. Der Vrovinztal Wirteverband Westialen hat beschlossen. in der ven vom 27. Sentember bis 6. Oktober 1929 eine Gastwirtsmesse in Dartmund abzuhalten. Kinder verbrannt. h Essen. 15. Jan. Das 21jährige Kind einer hiesigen Fawilie in der Torstenerstrafe kam. als es mit einer Zellnloidnupne spielte, dem Ofen zu nahe. wodurch die Puppe in Brand geriet. Im Nu kand dao Mädchen in hellen Flammen. Trotzdem Hilfe sofort zur Stelle war erlitt die Kleine so schwere Braudwunden, dah cs kurz nach der Einleirung in das Krunpsche Krankenhauz verstarh.— Die 3jährige Margarete B. aus der Windmühlenstraße war vor etwa einer Woche in einen mit heitem Wasser gefüllten Eimer gefallen, den die Mutter auf die Erde bingesetzt hatte. Schwer verbrüht wurde die Kleine dem Krankenhaus zugeführt, wo sie jetzt nach quelvollem Leiden und furchterlichen Schmerzen gestorben ist. Dänische Butter im Ruhrgebiet. Aus dem Ruhrgebiet. 15. Jan. Durch die Zeitungen ging dicer Taze die Nachricht, daß dänische Molkereiproduzenten in der Ausstellungshalle in Essen Räume gevechtet hatten, um dänische Butter und Kase dort auszustellen und zum Verkauf zu brinUrbeber=Rechtschutz durch Verlag Oskar Reister. Werdau Sa.(1 (Nachdruck verbeten). Kanarienvögel nannte er die Steinauer Gäule, die Erde Dreck, und wenn man von Wiesen sprach, lachte er. Das waren Blumentövse nach seiner Meinung und keine Wiesen. Und erst die Menschen! Die Knechte waren Herren und banden sich zum Abend den Kragen um. Die Mägde gingen in seidenen Fähnchen zum Tanz. Ueber Richt rutschte man nach Berlin und hatte am Morgen nicht ausgeschlasen. Hier war alles verkehrt und umgewandelt. Und Bauern gab es hier keine medr. Es gab nur noch Gutsbesitzer und Landwirte Doch— drei Bauern unter dreitausend Agrariern, die gab es noch. Den Grotsteinauer Kaden, den Finkenschlager Sohr und einen in Niederneidberg, der Liebetrau dieß. Das waren die einzigen Dort waren Herrschaft und Bedienstete noch eine große Familie. Dort standen Herr und Knecht noch treu zusammen, nicht gegenernander. Und dort waren Felder und Pferde und Kühe noch„unsere“ Felder und„unsere" Pierde und„unsere“ Kühe. Und die Herrschaft war „unsere“ Herrschaft und die Bediensteten waren„unsere" Leute. Dort sorgte sich noch eines um das andere Aber son't?! Auf allen anderen Wirtschaften?! Nein, es war nicht schön in Großsteinan Und eines Tages. ale es gar nicht mehr hatte geben wollen, hatte der alle Kerst mit seiner Tochter Grete gesprochen. Er batte keine Umstände gemacht und auch kein Hehl aus seinem Widerwillen gegen die märkischen Verhältnisse. Dann hatte er selt und bestimmt gelagt: „So! Nun mußt Du mir einen Gefallen tun, wie ich Dir einen tat.“ Grete datte den Vater mit grohen Augen angesehen. Sie war über seine Worte vermundert gewesen. Seit wann rechnete der Vater auf? Seit wann stellte er Dienst gegen Dien““ Seit wann ward die Herzenshandlung für ihn zum Geschäft? Seit wann lietz er sich eine Guttat zurückerstatten? Das hatte er früder nicht getan. In Steinnobl ganz gewiß nicht. Er hatte gedolsen, um zu delfen und geschenkt am zu schenken. Dan. war ihm stets reinlich gewesen. Tue Gutes und wirf es ins Meer. im Salze wirst du es wiederfinden. Diese Weisheit des Ortente war auch die Seine gewelen. Und heute tat er wie alle Finkenschlager und Steinauer taten: Er hielt die Linke hin, weil die Rechte gegeben hatte. Das mochte Grete gar nicht behagen. „Welchen Gefallen soll ich Dir tun?“ hatte sie gefragt. „Heiraten“, war die kurze Antwort gewesen die war zu Tode erschrocken. Als Begründung seines Ansinnens hatte der Vater hinzugesetzt: „Ich werde alt. Ich habe es satt. Ich mag nicht medr. Meine letzten Lebensjahre will ich nicht an diesen dürftigen märkischen Boden setzen, der den Schweiß trinkt, aber nichts hergibt. Mich bindet hier nichts.“ Und deshalb muß ich beiraten?" datte Grete gefragt Der Alte hatte genickt. „Oder verkaufen“, datte er geantwortet.„Von beiden eines.“ „Ich werde es mir überlegen“, hatte Grete erwidert und war hinausgegangen. * Sie hatte es sich überlegt. Großsteinan verlassen— nein! In Sohrs Nähe hatte sie Ruhe gefunden. Sie hatte ihn oft geschen; denn ihre Felder arenzten aneinander. Gesprochen hatte sie ihn während der zwei Jahre nur ein einziges Mal. Aber Claus Kaden, Sohrs Sohn aus erster Ebe seiner Frau, war jeden Taa berübetgekommen und hatte von Vater erzäblt. Rein, nicht verkaufen! Nie! Der lirbe Junge sollte wetter zu ihr kommen können und von duheim plaubern Der Junge hatte jeden Abend wenn er wieder da hinüberging, unsichtbar ihr armes, wundes Herz in seinen kleinen Händen mit sich fortgetragen. „Was wird nun. Grete?“, datte nach Wochen der Vater gefragt.„Ich möchte wissen, woran ich bin. Den Erich Wetter hab' ich schon gesprochen.“ „Freundlich von Dir. daß Da es tatest. Dann schick ihn mir nach Feierabend“, datte Grete geantwortet, und der Alte datte hinzugesen: „Dae ist vernünftig!“ Natürlich vernünftig hatte Giete gedacht Sehr vernünftig ist das. Hier geschiebt ta alles nur mit Vernunft. Das Herz wird ausgeschaltet. Ganz bestimmt wird es nicht gefrant. Es hat nichts zu lagen. Es ticktackt in der Brust und vumpt das Blut durch den Körver. Busta! Schluß * Und Erich Wetter war gekommen. Richt schuchtern! Stradlend und siegersicher Und hatte von Liede zu frrechen begonnen. Grete hatte ihn aber so sonderbar angesehen, daß er mitten im Sane den Mund geschlossen hatte. So betrofsen war er gewesen „Liebe? Liebe?! Wer spricht denn von Liebe?" hatte Grete erwidert.„Wir beiraten. Das ist alles. Du bekammst bundertfünfzig Morgen Land und mas sonst noch dazu gehört. Weiter nichts!" n0 Dich!“ „Und mich. Hm ja. Natürlich! Das aber ist nicht der Rede wert. Besprich Dich mit Vater und bestelle das Aufgebot „Und wen soll ich zur Hochzeit bitten?“ Einen Moment nur hatte Grete sinnend gestanden, dann hatte sie erwidert: „Außer Claus Kaden niemand!" „Niemand?! Aber——“ „Gar nicht aber! Noch bin ich nicht verheiratet, noch habe ich meinen Willen, noch kann ich bestimmen. Es wird. wie ich es will, oder es wird gar nicht.“ Erich Wetter hatte nur bedauernd die Schultern beben und sich widerspruchslos bescheiden können.—— Und dann datte sie Hochzeit gebalten. Die hatte einer Leichenfeier nicht unäbnlich geseben. Nach dem Gottesdienst sollte die Trauung sein, hatte Grete bestimmt, weil sie geglaubt hatte, da mit ihrem Bräutigam, dem Pastor, den beiden Zeugen. Claus und ihrem Her###eleid allein sein zu können. Aber alo der Gottesdienst vorbei gewesen war, war keiner der Andächtigen nach Hause gegangen. Diese Trauung datten alle seden wollen. Die Steinauer und die Finkenichlager! Kirchenstüdle und Emvoren waren bis auf den lenzten Platz desetzt gewesen Pattor Lachmann datte seine Prediat beendet gedabt, die Brautleute zusammengegeben, ihre Ringe gewechselt und den Segen gesorochen Dann datte Rektor Rohrbardt den Hellerschen Choral gespielt:„Wo du bingebst, da will ich auch hingehen" Dann aber war etwas eingetreten, dessen je erlebt zu haben. sich niemand entsann. Als nämlich der letzte Lon verklungen war. war Claus Kaden zu Grete getreten und hatte ihr glückmünschend die Hand geküßt. Wie ein richtiger kleiner Kavalier. Und Grete datte den Jungen in die Arme genommen. an sich gedrückt und war— wie eine Flamme verdaucht — bewußtlos an den Stufen des Altars zusammengrsunken Man datte sie nach Hause tragen müssen Das war ihre Hochzett gewelen.——— Nun war Grete Kerst schon seit zehn Jahren Frau Wettez. Erstes Kavitel. „Offen und ehrlich, mein lieber Junge— feig bist Du! Richts weiter als seig“, sagte Friedrich Karl Sohr, der Herr von Finkenschlag, zu seinem Sohne Claus Kaden. der der erten Ehe seiner Mutter entstammte und ziemlich betreten dem„alten Herrn" ins Gesicht sah. Claus Kaden studierte in Berlin und hatte loeben — wie man das zweckmäßigerweise immer erst wenige Stunden vor der Abreise tut— Schulden und andere unerfreuliche Dinge bekannt. Nicht das erstemal. Schon oft! Immer hatte der Stiefvater, der ihm wie ein leiblicher Vater war. in den Beutel gegriffen und schweigend bezahlt. Heute ausnahmsweise aber nicht Das Bekennutnis Claus Kadens hatte regelmäßig mit der Versicherung geen####„#s soll nicht wieder vorkommen.“ Und als er auch heute wieder diese Vericherung gegeben hatte, waren die gefürchteten Falten auf der Stirn des Vaiers erschienen und jene Worte gefallen, die den Jungen aufblicken ließen. „Feig?! Du urteilst hart“, sagte er nach veinlichem Schweigen. Sohr neigte zweifelnd den Koof zur Seite und sah seinen Jungen lange an. Dann stand er plötzlich auf legte ihm den Arm um die Schulter und schob ihn zur Diese öffnete er. Er sagte „Feig sind alle diejenigen, die dem Erkannten nicht gerade entgegengeben, sondern in Angst und Bangen um das Erkannte berumschleichen. Das überleg Dir mal. mein Sohn" m de##a#e er ihn sanft über die Schwelle und schloß die Tür. * Im Garten unterm Nußbaum, da. wo sein Vater als Knecht so oft gesessen hatte, saß Claus und dachte oer die harten Worte„seines alten Herrn" nach Er empfand, daß ne gutgemeint waren. Das linderte den Schmerz über die Erkenntnis ihrer Richtigkeit. Aber wenn auch, es dlieb doch von diesem Wehgefühl ein ditteres Restchen zurück #necht und erkannte Schwäche können nicht ausgeliischt werden. Roch nach Jahren und Jahrzehnten verursacht das Erinnern wehe Stunden Claus hallte die Hände zu Fäusten. Nicht vor Wut. aber aus Scham. Zednmal schon hatte er dem Vater versprochen, sich ändern zu wollen, den Leichtsinn zu bekämpfen, festzubleiden den Frrunden gegenüber, renstlich zu arbeiten und der Ellis zu ent#agen, die die Tochter seiner Wirtin Dor Fertienune folet.) gen. Man konnte durch diese Noriz den Eindruck gewinnen. als ob ein Sturmangrift der dämiichen Molkereien auf das Ruhrgebiet#h#abssch tiat lei. In den Reihen der weirdeutschen Preduzenten hat diese Nachricht großes Aussehen erregt. zumal doch gegenwartig von deutscher Seite durch Errichtung von guns großen Molkereizentralen in Deutschland(jene fur Westdeutschland soll in Essen geschaffen werden) lebhafte Anstrengungen gemacht werden, der deutschen Butter stärkeren Absatz zu erschließen. Wie wir erfahren, ist bei Ausstellungsleitung in Essen von einer Pachtung von Ansitellungsräumen nichts bekannt. Es handelt sich vielmehr bei der alarmierenden Nachricht um eine Verwechselung. Der dänische Butter= und Kasedandel mird sich an der in Essen in diesem Jahre stattfindenden „Rekofa“, der Ausstellung des Reichsverbandes der Kolonialwaren= und Feinkosthändler, mit einer Sonderabteilung beteiligen. Diese Zusage ist sooden in Berlin eingetroffen und daraus vermutlich dae Misverwrandnis erwachsen. Mau kann vom Standpunkt der deutschen Erzeuger aus übrigens auch diese Teilnahme der Dänen noch bedauern, wenn man auch unter dem Gesichtspunkt des Ausstellungsinteressee nichts dagegen einwenden möchte h Essen. 15. Jan. Im Betriebe der Zeche„Hagen: beck“ geriet der 26jährige Bergmann Strober zwischen zwei Wagen. Er erlitt hierbei so schwere Quetschungen, dau er kurz darauf verstard Ein Schulgebäude niedergebrannt. * Dellwig. 15. Jan. Vorgestern wurden plötzlich die Wehren der Umgebung alarmiert, um zu einem Großfeuer in der Ebelkolonie abzurücken. Es hrannte das zum Teil aus Fachwerk bestehende große Schulgehäude. Das Feuer fand an dem reichen Holzwerk zute Nahrung und verbreitete sich in rasender Schnelligkeit auf das ganze Gebäude. Die Wehren griffen mit Macht ein, doch konnten sie des Feuers nicht mehr Herr perden. Die Schule ist Eigentum der Stadt Essen. der aden ist durch Versicherung gedeckt. Das Mülheimer Gasunglück. * Mülheim. 15. Jan. Den Bemübungen des Mülbeimer Gaswerkes. die Ursache des Gasunglücks bei der Gaszuleitung zur Ziegelei des Steinbruchs Wenand zu entdecken, sind von Erola gewesen. An dem Bahndamm der Eisenbahnlinie Broich—Saarn wurde. fast an der Oberfläche der Böschung. die schadhafte Stelle gesunden. und war an einer Muffe in der 50 Millimeter starken Abwweigung. Die Musse war vermutlich unter Einwirkung von Witterungseinflüssen start verrostet und wies eine schmale Oeffnung auf. der die todbringenden Gasmengen entströmt sind. Leider hat das Gasunalück noch ein zweites Ovfer gefordert. Der Ziegeldrenner Hermann Piever ist gestern an den Folgen der Gasveralftung gestorden. hauses in Düsseldorf. . Dusselders. 15 Jan. Der Deutschnationale Handlungsgehilten=Verband hat in Verfolg seines im Juni 1928 auf dem Verbandstag in Dreoden aufgestellten Programme im Wetten Deutschlands das erste große Verbandsbeim vollendet. Der Perband errichtete in Dülseldort an einer der schonsten Stellen der Stadt. Haroldstraße 37. ein imposantes Gebäude, das einmal die Räume enthält, in denen die gewerkschaftlichgeschäftlichen Angelegenheiten abzuwickeln sind. und zum andern der Düsseldorfer Mitgliedschaft des Verbandes die Räumlichkeiten bietet, die der Pflege der beruflichen Ertüchtigung der heranwachsenden jungen Kaufleute und der Entsaltung einer wirklich gediegenen deutschen Bildungsarbeit die Heimstatt abgeben sollen Aus Anlaß der am 20. Januar erfolgenden Weihe des Hauses findet im großen Vortxags= und Gesellschafts und i.. lagl des Verbandehaules ein Festalt statt. in den der Führer des D. H. V. Haus Bechlo. Berlin, die Weiberede hält. Die prominentesten Vertreter der Düsseldorfer Bedörden, der Wirtschaft, der Arbeitgeher= und Arbeitnehmerorganisationen haben ihr Erscheinen zu diesein inentenen Vertreter der dörden, der Wirtschaft. der Arbeitaeher nehmerorganisationen haben ihr Erscheinen au— Festakt zugesagt. Ramens der Stadt Düsseldorf wird derr Oberbürgermeister Dr. Dr. d. c. Lohr die Ueberane des Hauleg an die amgastant. vganschaft der d der delsseine Freude abe des Haules an dig angestellte Kaufmannschaft tadt Düsseldorf persönlich begrüßen außerdem wird räsident der Füsseldorfer Inbustrie= und Hand u. Wa*-.*"„„„„„ L.i„— Poen über diese Leistung des D. H. V. in Düsseldorf zum Aukammer, Kommerzienrat Di S.#en „#. p. D. in Düsseldor druck bringen. Der Westdeutsche Rundfunk wird aus dem Festakt heraus die Rede des Verbandsvorstebers. die Ansprachen des Oberbürgermeisters Dr. Dr. b. c. Lehr und des Prähdenten der Industrie= und Handelskammer. Dr. Poensgen, über die Sender Aachen. Köln. Langenberg und Münster in der Zeit von 11 Uhr bis 11.40 Uhr übertragen. ch Köln, 15. Jan. Wie die„Kölnische Zeitung“ aus Emmerich meldet, ist im sogen kleinen Grenzverkehr zwischen Deutschland und Helland insosern eine wesentliche Erleichterung eingetreten, als es nämlich den Zollbeamten beider Länder gestattet ist. Personen, die ihnen zuverlässig erscheinen, an den bebördlichen Grenzübergangsstellen frei ohne Sichtvermert nur für den kleinen Grenzverkehr die Grenze überscheiten zu lassen. Infolge dieser Erlaubnis ist es auch innerhalb des 15=Kilometerstreisens gestattet, bei Lösung von Rückfahrkarten für Autos und Straßenbahnlinien die Grenze ohne besonderen Ausweis zu überschreiten. Die Berufungsverhandlung gegen Kölling und Die Ablehnung der Berliner Kriminalbeamten. Der Morsprozeß Schröder wird wieder aufgerollt. # Berlin, 15. Jan.(Telegr.) Im Anschluß an den Magdeburger Prozeß gegen den Mörder Schroder waren gegen Landgerichtsrat Kölling und Landgerichtsdirchar Hoffmann eine Reihe Beschwerden und Anschuldigungen erhoben worden, die zu einem Verfahren gegen die beiden Richter vor dem Naumburger Oberla##desgericht führten. Dieses Gericht bestrafte Kölling mit einem Verweis und verurteilte Hoffmann zur Strasversetzung und 200 Mark Geldstrafe. Beide Parteien legten Berufung ein. Mit dieser Berufung besaßte sich der Diszivlinarrat des Kammergerichts im Aoril 1928; nach kreitägiger Verhandlung wurde die Sache auf unbestimmte Zeit vertagt, weil neue Beweiserhebungen angestellt werden mußten. Unter dem Vorsitz des Kammergerichtsprähdenten Tigges begann nun heute vor dem großen Diszivlinarsenat des Kammergerichts von neue die Berufungsverhandlung gegen die beiden Magdeburger Auf die Frage des Vorsitzenden, ob die Anregung zur Veröffentlichung der an den Magdeburger Polizeipräsidenten und die Presse gerichteten Briese von ihm oder von Herrn Hoffmann ausgegangen sei, erwiderte Kölling: Wir waren einer Meinung. Hoffmann hat den Entwurf gemacht, weil ich total überlastet war. Zu einer Feststellung des Naumburger Urteils, wonach bei der Besprechung des Entwurses Kölling Bedenken gegen den Satz über den Verdacht der Begünstigung geäubert habe, erklärte Kölling. er habe solche Bedenken nicht gehabt, es habe sich lediglich darum gebandelt, ob dieser Satz ausgenommen werden sollts oder ob er auf andere Weise durch einen Strafantrag gegen Busdorf vorgeben sollte. Hoffmann erklärte dem gegenüber, daß Kölling ebenso wie er tatsächlich Bedenken gehabt habe. ob man den Ausdruck Begünstigung gebrauchen sollte. Dies sei aber nicht zu umgehen gewelen, weil es der Hauptarund für die Ablehnung der Berliner Beamten war. Auf eine Frage des Beisitzers Großmann bestätigte und ohne grote Brootsionsadlungen kommen fönnien. Die beiden Beamten hätten dann der Versicherung Namen von Geschadiaten genannt. und auf Grund dieser Kenntnis lei die Versicherungsgesellschaft dann an einselne Personen herangetreten. Ein Geschäftsabschluß sei nicht zustande gekommen. Die Betretenden bestreiten. daß sie eine Provision für diese Tätioleit erhalten hatten es sei ihnen auch keine feste Zulage gemacht worden, daß sie soäter bei der pringten Gesellschaft angestellt werden würden. * Die Gutachten in der Affäre Damm. Berlin. 1h. Jan.(Telege.) Der Slandal deim Verdande Afentlicher Jeuervetsicherungsanstalten, dessen Pirektor. Rezierungorei a. D. Paul Damm, durch unverantwertliche Komretenzüberschreitungen dem Verbande einen Schaden von mindestens 3 Millionen Mart verursacht hat ist. nachdem die juristischen und medisinischen Gutachten vorliegen, in ein neues Stadium ge l#ten. Unabhängte von diesen Gutachten und zwischen dem Verdand und dessen Hauptglaudigern, der Gemeinschaftegruppe Deutscher danotdekenbanken. Vergleigener dandlungen angedahnt worden, die eine beiriedigende Lösung in Aursicht stellen. Das Rechrsautachten dee van burach Prof. Vazary bringt eindeutig zum Ausdruck, da die von Damm gstätigten Geschätte außerhalb jeder Verdandetätigkeit lagen. und daß dieser Umstand den Vertragschtießern hätte bekannt sein müssen. Nach der Judikatur des Reichsgerichtes könne demnach von einer Verpflichtung des Verbandes nicht die Rede sein. Die Gegengutachten von dem früheren Visepräsidenten des Oberverwaltungsgerichtes. Jesse. und dem früheren Staatesekretär Mügel im Justieministerium kamen zu dem Schluß daß. winn auch die Betugnisse Damms bei seinen Geschäften zweiselhaft seien, der Verband dennoch durch die Vollmacht der Aueschusworsitzenden. Geheimrat von der Marwitz nach außen din vernflichtet sei. Dae medizinische Gutachten über den Geisteszstand des Regierungsrates Bach kommt zu dem Ergebnis das swar eine verminderte Zurechnungsfähigkeit als Folge einer früheren Erkrankung. keineswegs aber geistige Unzurechnungsfähigkeit vorliege * Betrügerischer Postbeamter. #— Berlin, 15. Jan.(Telear.) Vor dem großen Schössengericht Cbarlottenburg stand beute als Angeklagter ein Postschaffner. der über 20 Jahre im Postdienst gestanden bet. Er hatte 35 gesälschte Zahlkarten und Postanweisungen in den Betrieb eingeschmuggelt. Die Namen der Absender waren ersunden, dagegen gingen die Zahlkarten an sein Vostscheckkonto. Vier gesälschte Postanweisungen benutzte er. um bei Gläudigern Schulden abzudecken. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzter erschwerter Fälschung öffentlicher Urkunden und wegen Betruges zu einem Jahr Gefängnie und drei Jahren Ehrverlust. Das Verfahren gegen den Oberstleutnant Düsterberg abgelehnt Das Amisgericht Prenzlau hat die Eröffnung des Hauptverfahrens in der Strafsache gegen den Stahldelmführer Oberstleutnant a. D. Düsterberg in Halle wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schute der Republik auf Kosten der Staatskasse abgelehnt. Bauern schlogen einen Stcherbeamten almer. Oldendurg, 15. Jan.(Telegr.) In Südmosleosohn(Oldenbura) datte ein Vollziehungsbeamter des Finanzamtes Oldendurs einen Landwirt aufzusuchen. An einer Straßenkreuzung traf er einige Landleute. die er nach dem Wege fragte. Als sich im Verlause der Unterhaltung herausstellle daß der Beamte vom Finanzamt lei. schlugen die Landwirte den Ramten nieder und verlenten ihn lo. daß er sich nur mit Mübe zur nächsten Ortschalt schleooen konnte Der neue Termin im Phosgengeschadigten=Prozeh Hamburg. 15. Jan.(Telegr.) Heute sand wieder ein Termin im Proseß der Phosgengeschädtgten gegen den Hamburger Staat statt. Die von Dr. John Behrend Leoi beantragte einstweilige Verfügung gegen ven Hamburger Staat auf teilweise sofortige Entschabigungezahlung an desonders schwer acttossene Gistgasovier i akgelehnt worden. Dr. Lenn hat gegen diesen Beschluß Beschwerde eingelegt. Die Angelegenheit wird das Oberlandesgericht beschäftigen Beanadiat. #u Gleaau. 15 Jan. Durch einen Enadenakt des preußischen Stautsministeriume wurde die 32jahrige früder Dienstmagd Hanna Wolff, die am 25. Avril 1920 die 64 Jahre alte Mutter ihres Arbeitgebers im Beit überfallen, gaknehelt und drnn ertränft hitte und zum Tode verurteilt worden war. zu 15 Jahren Zuchthaus begnadtgt. Die Verurteilte beaing nach ihrem, Geständnis die Tat aus Liebe zu dem Sohne der Frau die sich einer ebelichen Verbindung der beiden entgegensetzte Rauschgiftschmuggler in Baden verhaftet. 4 Lörroch, 15 Jon.(Telear.) In Lörrach sinv wioderum medrere Personen verhaftet worden, die in dem Verdacht staben, Rauschaifte von Deutschland in die Schwet: und über diese ins Elsaß geschmuggelt zu haben. Die verdasteten Personen traten als Obst= und Gemittehändler auf dem Lorracher Wochenmarkt auf. Die Verbindung der Bande läuft bie nach Mülhausen i. E., wo vor einiger Zeit ein Mitglied dieser Bande verbaftet worden ist. Auch in der Schweiz sollen einige Mitglieder seltgenommen worden sein. Der Mord im Wiener Gerichtssaal Wien, 15. Jan.(Telear.) Der auf vier Tage berechnete Nordprozeß gegen den früheren Redakteur des „Neuen Wiener Journals". Oekar Posfl. der im Juni 19•8 im Verlaufe einer Gerichtsverhandlung seinen früheren Aollogen, den Redakteur des„Neuen Wiener Journals“, Bruao Wols. durch vier Revolverschüsse tötete, hat heute begonnen. 40 Zeugen. vorwiegend Journalisten, sind geladen. Gaberls Trick. à Wien. 15. Jan.(Telear.) Nach Feitstellungen des„Tag" hat Gaberl den Versuch, beiratslustige Minner durch Bestellung ins Konzert seiner Frau, Lisa Mayer, zu locken, vor etwa einem halben Jahre auch in Wien mit Erfolg angewendet. Damals leisteten der Aufforderung etwa 100 heiratslustige Herren Folge. Nach der ersten Pause verließen viele den Konzertsaal, doch ohne daß es zu einem Skandal kam Richter. Der Berichterstatter von Krey gab einen Kölling, daß er damals die Auffassung hatre, er würde Gesamtüberblick über den Mordprozeß Schröder und über sich direkt strafbar machen, wenn er mit den Berliner die Angriffe, die im Anschluß an diesen gegen die Behör= Beamten zusammenarbeitete, da diese sämtlich bestimmte den und einzclue Beamte erhoben wurden. Insbesondere wird gegen Kölling u. a. vorgebracht, er habe sich nicht lediglich von seiner richterlichen Ueberzeugung leiten lassen, und gegen voffmann, er habe Kölling dahin beeinflußt, einer Anordnung des Landgerichtspräsidenten zuwiderzuhandeln. Als erster Anklagepunkt kam der Brief zur Erörterung, den Kölling am 30. Juni 1926 an den Magdeburger Polizeipräsidenten richtete zur Begründung seiner Ablehnung der Berliner Kriminalbeamten und den er gleichzeitig in der Presse veröffentlichte. In dem Brief wurde die Einstellung eines gegen Kriminalkommissar ten Holt schwebenden Verfahrens verlangt. Landgerichtsrat Kölling erklärte, er habe den Brief zusammen mit Landgerichtsdirektor Hoffmann geschrieben, um die ihm aufgedrängten Berliner Kriminalkommissare loszuwerden. Der Vorsitzende weist darauf hin, daß Landgerichtsrat Kölling nach Aussage verschiedener Zeugen sich zunächst bereit gezeigt habe, mit den Verliner Beamten zusammenzuarbeiten. Landgerichtsdirektor Hoffmann erklärt dem gegenüber, das müsse ein Irrtum der Zeugen sein. Es gelangt sodann eine Aussage des damaligen Regierungsdirektors und jetzigen Berliner Vizevolizeivrösidenten Weiß zur Verlesung, in der dieser die gegen ihn von den Angeschuldigten erhobenen Vorwürfe der bewußten Irreführung der Oeffentlichkeit zurückweist. Weiß erklärt, den Vorwurf der bewußten Irreführung der Oeffentlichkeit könne man eher dem Untersuchungsrichter Kölling machen. der, nachdem durch die Besorechung im Oberpräsidium eine Einigung erzielt war, am gleichen Tage in den Magdeburger Zeitungen einen Artikel erscheinen ließ, der schwere Vorwürfe gegen Busdorf erhob. Kölling erklärte, er habe seine Bedenken gegen die Beschäftigung Busdorfs stets aufrecht erhalten und sich mit der weiteren Zusammenarbeit nur einverstanden erklärt, weil er befürchtete, daß ihm im Falle der Ablebnung auch ten Holt wieder fortgenommen werden würde. Insnruktionen hatten, um das Verfahren in eine andere Bahn zu bringen. * Der Versicherungsskandal im Reichsentschädigungsamt. ∆ Berlin, 15. Jan.(Telegr.) In der Bestechungsaffäre beim Reichsentschädigungsamt ist der„Voss. Zta“ zufolge gegen die beiden beteiligten Regierungsräte und den Direktor der Versicherungsanstalt die Untersuchung wegen aktiver und passiver Bestechung, Verrats von Amtsgeheimnissen und Untreue bei der Staatsanwaltschaft eingeleitet worden. Nach dem Ergebnis der bisberigen Ermittlungen erhielten die beiden Beamten für jede Adresse von Geschädigten mit vom Reich anerkannten Entschädigungsforderungen von der Versicherungsgesellschaft eine Provision. Außerdem wurde ihnen von der Versicherungsgesellschaft für den Fall des Ausscheidens aus dem Reichsentschädigungsamt eine Anstellung zugesichert. Die Versicherungsgesellschaft trat sodann an die Geschädigten heran und bot ihnen für ihre Forderungen an das Reich die Hälfte des wirklichen Wertes, der sofort in bar zur Auszahlung gebracht werden sollte. Einige Geschädigte, die sich in großer Not befanden, haben tatsächlich dieses außerordentlich verlustreiche Geschäft abgeschlossen, das der Versicherungsgesellschaft in wenigen Jahren einen absolut sicheren Gewinn von 100 Prozent einbringen mußte Die beiden Regierungsräte aus dem Reichsentschädigungsamt geben an, daß sie in einer Berliner Zeitung ein Inserat gelesen hätten. in dem eine Gesellschatt Vertreter für das Versicherungssach gesucht hätte. Da die beiden Regierungsräte mit ihrem baldigen Abbau rechnen mußten, hätten sie sich schriftlich um Vertreterposten beworben und dann mündlich mit dem Direktor B. verhandelt. Dabei sei auch zur Sprache gekommen, daß das Reichsentschädigunasamt bzw. das Reich es versäumt hätten eine Kreditorganisation zu schaffen mit deren Hilse die Geschädigten in den Besitz von Bargeld schnell Tischsampfer gesunken. 16 Mann ertrunken.— Sturm macht jede Hilfe unmöglich. Tromss, 15. Jan.(Telegr.) Drei deutsche Fischdampfer, die hier eingetroften find. berichten, daß der anglische Fischdampfer„Thomss Herdo“ im östlichen Teil des nördlichen Eismecreo mit 18 Monn untergegangen ist. Wegen des überaus stürmischen Wettero war es unmöglich, ihm Hilie zu leisten. * Autobus in einen Fluß gestürzt. Pouteredra, 15. Jan.(Telegr.) Nach einer Meldung aus Vivero ist ein Automobil, das eine Fußballmannschaft transvortiorte, in einen Glud gestürzt. Zwei Personen wurden getötet, erwa 16 schwer verletzt und Schnee. Das Creibeis der Elbe. Hamburg. 15. Jan.(Telear.) Das Treibeis im Hasen nahm wieder stark zu. Der zeitweilig böige Westwind treiht das Eis von der Unterelbe in den Hafen und erschwert den Verkehr beträchtlich. Der Wasserstand, der sehr niedrig war, kam durch den Westwind wieder auf normale Höhe. Schnceverwehungen in Schlesien. Breslau, 15. Jan.(Telegr.) Der in den vergangenen Tagen herrschende starte Sturm bat in der näheren und weieren Umgebung von Breslau große Schneeverwehungen verursacht. Auch im Kreise Schweldnitz sind infolge der Schneeverwebungen zahlreiche Verkehrsstörungen eingetreten. Aus dem Eulengebirge werden ebenfalls zahlreiche Schneenerwebungen gemeldet. Aus Liegnitz hört man, daß an vielen Stellen der Reichsstraßen die Schneewehen bis 1¼ Meter hoch seien. Zwei Schneezüge sind dauernd damit beschäftigt, die Stragen freizuhalten. Gasrohrbruch in Breslau. Acht Codesopfer. Breslan, 15. Jan.(Telegr.) Im Hause Schietzwerderplatz 23 murden heute morgen neun Personen der Familien Celbroda und Rüsser durch Gas vergiftet bewußtlos aufgesunden. Den Bemübungen der Feuerwehr ist co biober gelungen, ein Kind wieder ins Leben zurüffzurufen, die anderen Personen sind ins Krankenhaus geschafft worden. Eo ist fraglich. eo sie gereltet werden können. Da das Haus keine Gasleitung besitzt, wird angenommen, daß infolge Bruches einer Nohrleitung in der Erde das Gas in die Wohnungen eingedrungen ist. Eine Mutter mit zwei Kindern durch Gao vergiftet. Würzburg, 15. Jan.(Telegr.) Als der Geschättsführer des Deutschen Metallatbeiterverbandes, Ortsgruppe Wurzburg, Huber, gestern abend nach Hause kam, fand er in der Rüche seiner Wohnung seine 88jährige Ebefrau und seine zwei Knaden im Alter von vier und sechs Jahren mit Gas veraistet vor. Wiederbelebungsverluche waren erfolglos. Nach den bieberigen Feststellungen liegt ohne Zweisel ein Unglücksfall vor. * Großfeuer bei Kassel. n: Kassel, 15. Jan(Telegr.) Gestern abend broch in Hessisch=Lichtenau im Hause des Schuhmachermeisters Kiel Großfeuer aus, das sich so schnell ausbrettete, deß die Kasseler Feuerwehr zu Hilfe gerusen werden mußte. Die Bemübungen der Feuerwehrleute mußten sich jedoch darauf beschränken, den Brandberd abzuriegeln. Erst in da frühen Morgenstunden war die Gewalt des Feuers gebrochen, so daß die Kasseler Feuerwehr wieder abrücken konnte. Bei Tagesbeginn nahm jedoch der Brand zeitweise wieder einen bedrohlichen Charakter an. der ein erneutes Eingreisen erforderlich machte. Fünf Scheunen sind vollständig niedergebramt, vier Wohnhäuser brannten aus. Die Löscharbeiten wurden durch die Kälte sebe erschmert * Zugunglück in Polen. #### Warschau, 15. Jan.(Telegr.) Aus dem ganzen Lande werden starke Schneefälle gemeldet. In Ostgalizien ist der Bahnverkehr auf vielen Linien unterbrochen Zapiezanka stieß eine Lokomotive mit einem Personenzug zusammen, wobei eine Perlon getötet und neun verle#### wurden. Rodeseller=Sttitung für die Heilsarmee. London. 15. Jan. Amerikanische Mitglieder der Heilsarmee in London erhielten gestern abend eine Mitteilung wonach John Nockeseller tun. eine Stiftung von 1 Million Dollar für die Heilsarmee gemacht dat. die ein jährliches Einkommen von 55000 Dollar ergib: Handel Gewerbe= Industrie# Börsenberichte. Berliner Börse. Lustlos. 5 Berlin, 15. Jan.(Telegr.) Die Börse eröffnete in durchaus freundlicher Haltung. Die Soekulation schritt zu Deckungen und die Kurse lagen meist 2 bis 8 Prozent höher. Kunstseidenwerte lagen kaum verändert. während Ilse Bergbau 3¾ Prozent nachgaben. Im Verlauf war die Haltung nicht einheitlich. Mannesmann wurden bevorzugt im Einklang mit den Aufträgen für die Ferngasversorgung. Bis zum Schluß blieb die Stimmung uneinheitlich und lustlos. Bei der allgemeinen Geschäftsstille gaben die Kurse wieder leicht nach. Auch die Nachbörse verkehrte leicht abgeschwacht.„ Deutsche Anleihen lagen behauptet. Deollen nachgebend Am Geldmarkt ist eine Aenderung nicht eingetreten. Man horte für tägliches Geld 4 bis 6 Proz., für Monatsgeld 7 bis 5½ Proz. Der Diskont für Warenwechsel stellte sich auf zirka 6°4 Prozent. Der Privatdiskont bleibt unverändert 5% Prozent für beide Sichten Du#eldorfer Termin= und Kurenbörse. h Dusseldorf, 15. Jan. An der Kurenbörse war die Stimmung für Kohlenwerte ruhig. Im Verkehr waren einige Diergardi zu leicht ermanigten Kursen. Von Kohlenaktien wurden Lotbringen zu leicht ermäßigtem Kurs in kleinen Beträgen aus dem Markt zenommen. Die übrigen Werte blieben umsatzlos und kaum verändert. Von Braunkohlenwerten gaben Bruckdorf=Nietleben um weitere 150 Mt nach, die übrigen Werte der Michelgruppe lagen eber etwas fester, doch ohne Umsatz. Am Kalimarkt hält das Interesse für die Werte der Aschersleben=Gruope an. Von Kaliartien wurden Hallesche um 1 Prozent erhöht erwas billiger waren Adler, ebenfalls Hannoversche Kali. Industrieaktien lagen Kabel Theodt olus„ im Handel. " Die Stimmung an der Termindörse war lustlos. doch lagen die Kurse. besonders für Montanwerte, eher etwas fester. so im Verlauf besonders Mannesmann. Kaliindustrie lagen um gestrigen Kurs und hatten nur geringen Verkehr. Die Anfangs= bzw. Kassakurse stellten sich wie folgt: Barmer Bankverein 144 G., Kassakure 143 ¾ G, Essener Steinkohlen 121 G—. Gelsenderg 128 G 127½. Goldschmidt 94 G 94 G. Harvener 136 G5 135½ G. Hoesch 1211; G—. Kali=Industrie 231% 230, Klöcknerwerke 105; G 106 G. Köln=Neuessen 121½8 S 120 ½ G. Mannesmann 130 G 130 G. RWE. 246“. G 24515 G. Rbeinstahl 135½ G 135 G. Ver. Stadlwerke 95 G 933. G. Warenmärkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 15. Jan.(Telear.) Die Stimmung an der Borse war beute ruhig. Eo kam nur einiges Bedarisgeschäft zu kaum veränderten Preisen zustande. Auch die Kehloreise haben eine Aenderung nicht erfahren. Das Geschäft war recht mazin vaier lag stetig., Gerste weiter ruhig. Es wurden notiert: Weizen, märk. 207 bis 209, Roggen, märk. 205 207. Futtergerste 192—200, Haser, märk. 199 205. Mais 231—232. Weizenmehl 25 50 bis 28.50, Noggenmehl 26.25—28.25, Weizenkleie 14.70 bis 14.80. Roggenkleie 14.00. Biktorigerbsen 40—46. kleine Erbsen 31—35, Juttererbsen 21—23. Peluschken 22—24. Ackerbohnen 21—23. Wicken 26—28, blaue Luvinen 15.80 bis 16.50, gelbe Luvinen 18—18.50. Seradella. neue. 41 bis 46. Ravskuchen 19.90 20.30. Trockenschnitzel 13.20 bis 13.60, Sojaschrot 22.20 22.40. Kartosselflocken 18.50 bie 19.20 RM. Getreide 1000 Kler., Mebl- und Futtermittel 100 Kler. Hamburger Warenmärkte. 2 Hamdurg. 15 Jan.(Telegr.) Au dem Kaffeemarkt lagen die Brasilofferten im Preise durchwen unverandert. Am biesigen Terminmarkt neigte die Tenden; eher zur Schwäche. Die Preise gaben nach. Das Lokogeschäft war recht rege.— Auf dem Reismark: war die Tendenz stetig. Das Geschäft verlief in ruhigen Bahnen. Gegen die letzte Notiz haben sich die Preise laum geändert.— Auf dem Hülsenfruchtmarkt konnte sich das Geschäft etwas beleben, doch hielten sich die Preise auf letzter Basis.— Auf dem Gewürzmark! lagen Pfetser und Piment weiter fest. Beim reguläten Bedarssgeschäft notierten: Weißzer Muntot=Pfeiser 230. Sanübarnelken 157. Madagaskarnelken 154. I die 50 Kla lolo tranktto.— Auf dem Schmal1mark: war die Tendenz fest. Es wurden notiert:„Amerikanisches Steam Lard 2950 Dollar. Rafsiniertes Schmalt verschiedener Marken in Tierces 31.25—32 Dollar(in Firkins zu 50 Kla. 0.5 Dollar. in Eimern zu je 12.5 Kla. 1.5 Pollar tenrer). Hamburger Schmalz in Dritteltonnen. Mirke Kreuz. 35.50 Dollar die 100 Klg.— Auf dem Gbetreidemarkt war die Tendenz unverändert ruhig. Rennenswerte Preisänderungen waren nicht festaustellen. Im Terminhandel wurden not ert: Weiten per Mara 174.50 Käufer. per Mai 165.60 Käufer p. Juli 18760 Käufer. Tendem; schwächer. Rougen per März 177.00 Verkäufer. per Mai 186.50 bz. per Juli 196.00 Käufer. Tenden; schmächer. Gherste per März 176.00 Verkäuser, per Mai 179 50 Verkäufer. Tendenz: ruhig. Mais per März 18§ 00 be per Mai 185./0 ba per Juli 17100 Verkäufer. Tendens: rubig. Diehmärkte. Altenessener Echweinemarkt. Altenessen, 15. Jan. Aufgetrieben waren 521 Stuck Ferkei und Läufer. Es kosteten im Groubandel nerkel im Alter von 6—8 Wochen 20—28. von 8—12 Wochen 28—88. Läuser von 3—4 Monaten 38—50 vor 4—6 Monaten 50—70 Mark. Der Handel verlief langsam. Die Preisgestaltung war nicht einheitlich. Fertel von 6—8 Wochen blieden unverandert. Ferkel von 8—12 Wochen waren im Höchstoreis um 2 Mark billiger Läuper von 3—4 Monaten gaben im Anfangsvreis um 2 Mark nach und zogen im Höchstvreis um 2 Mark an. Läuser von 4—6 Monaten woren im Anfangevreis um 2 Mark teuter. * Allgemeine Nachrichten. * G l u c k a u s= B r a u e r e i A.= G. G e l s e n k i r c h e n. J a d e n Ansechtungsklage des Aktionärs Fr. Schulte=Herbrüggen In Bottroo:. W. gegen den H.=V.=Beschluß vom 12. Nonember v. J. kam es zu einer Vertagung. Der Klager hatte erst am Vortage der Verhandlung dem Vertreter der Beklagten die drei Seiten umfassende Anklageschrift übergeben. wo das eine Aeußerung merzu nicht mehr möglich war. Es wurde ein neuer Termin aus den 19. Febr. angesetzt. Deutscher Erfolg bei einem internationalen Mettbewerd. In dem internationalen Wettbewerb für die Erlangung von Entwursen für einen Leuchtturm bei Lyierort in Lettland ist der Entwurf der Simens=BauUnion, Berlin.„als gut durchgearbeitetes Projekt mit sachgemäßem Matertal“ mit Stimmenmehrheit vom Preisgericht zum Ankauf empfohlen worden. Die Kampmtver=Verhandlungen mit Aumanien abgeschlossen. Berlin. 15. Jan.(Telear.) Die Verhandlungen der Dreedener Bank und der Firma Kamntimener mit der rumanischen Reaierung wegen eines Aredites von (0 000 Ufund Sterling in Verbendung mit den Getreidetefezungen für die Rotttandog#b#ete sind zum AM#t##### gelang: Belsplele 5 00. 200X300 ca. 2507350 ca. 1607240 nur ea. 2501350 3.00, u. 1601240 noch nie s0 250x350 148 ci. 1601240 M Herne gegenüber der Kufh. Hirche. Vollständige Räumung ist Zweck und Ziel unseres Inventur-Ausverkaufs 0 Auch die Abtellungen Teppiche e Gardinen= Dekc bringen Außergewöhnliches.— Nachstehend e Halbstores 7247# We Elamins mit beiem Errgtr. und jetzt gu 185. 145 0.48 Elon Etamine mit echtem Handttleiduschsatz und 2 7E Eleg. Elämine Spuze" jetzt nur 5.75, 4.50. 0.(5 Gawehler Tilll datunrer leinste Qualität. mit Seiden- B 75 Gewebter Tun u. Leinentranse, Jetzt nur 9.75, 8.50, U. T0 Eingoln darunter die hochwertigsten Qualitäten. Einzein Zum Teil bis zur Hällte heratgeseizt e MMEET WTPMN N. 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Pür die herzliche Tellnahme und die vielen Kranzspenden beim Hinscheiden unseres innigstgeliebten, unvergeßlichen Töchterchens, sagen wir allen, besonders auch der Kleinkinderschule des St. Vinzenz-Hauses, sowie dem Musikverein „Harmonie“ unseren tlelgefühlten Denk. 78c Familie Andreas Szyszka. S Oeffentliche Steuermahnung. P. 197. Wir erinnern hiermit an die Zahlung folgender Rückstände: I. Hauszins= und Grundvermögenssteuern für Ja nuar 1929 2. Lohnsummensteuern für Dezember 1928 3. Biersteuern für Dezember 1928 4. Schulgelder für Januar 1929. Die Beitreibung der Rückstände beginnt am 21. d. Mts. Von diesem Tage ab werden die Beitreibungsgebühren, dagegen die Verzugszinsen von heute ab erhoben. 1415 „erne, den 16. Januar 1929. Die Stadtkasse als Vollstreckungsbehörde. Schütz vernickelt alles Dammstr. 4 belegenbeitskaul! Ein in Hüls stehendes 1913 Plano zu denkbar günstigsten Bedingungen abzugeben. Call Schmit Hotpianotabrik Rauen Elbertelderstr. 69 Teleton 269 63. Verve. 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DFABRIK Akt.-Ges. in Spezialfabrik für Hohlen- und Gasherde in jeder Größe und Ausstattung, in allen Fach- und einschlägigen Geschätten erhältlich. Preis M. 3.50. Aus dem Vorwort zur dritten Auflage: „Mit vollem Recht kann man sagen, daß das„Wirtschaftsbuch“ für viele Hausfrauen heute schon ein lieber Freund geworden ist. Jede, die dies Wirtschaftsbuch nur einmal geführt hat, wird es nicht mehr missen wollen. In der durchdachten Haushaltführung heißt es heute Kraft, Zeit und Geld sparen. Geld sparen ist aber nur möglich bei klarer Uebersicht über das vorhandene Einkommen einerseits und über die Bedürfnisse des Haushaltes andererseits. Rechenschaft darüber, ob die Einkommenverwertung richtig ist, und ob das Einkommen auf die verschiedenen häuslichen Bedürfnisse gut verteilt ist, kann sich die Hausfrau nur dann ablegen, wenn der ganze Verbrauch des Haushaltes zahlenmäßig erfaßt ist, und zwar um so leichter, je übersichtlicher das geschieht. Verantwortlich für das, was ausgegeben wird, und für das Wofür und Wie ist ja doch die Hausfrau, durch deren Hände der größte Teil des Volkseinkommens geht. Diese Verantwortung will das Wirtschaftsbuch durch die Möglichkeit der Selbstkontrolle erleichtern...“ Vorrätig bei Koethers& Röttsches, Herne neben dem Postamt. Sammelnummer 525 41. Nummer 13, Zweites Blatt Herner Anzeiger Mittwoch, den 16. Januar 1929 Vereinfachung der Volksschul verwaltung. Der Aufgabenkreis des Schulrates und der Stadtschuldeputation. Der Vorstand des Preußischen Städtetages hat in keiner Sitzung vom 11. Dezember 1928 auf Vorschlag des Schulausschusses ein Reformprogramm gutgeheißen, das eine Vereinfachung und Verbesserung der Organisation der Schulverwaltung und Schulauf sicht im Volkeschulwesen bezweckt und das den Vorzug hat, einer alsbaldigen Verwirklichung im Ver Vorschläge für eine im Verwaltungswege zu bewirkende Neuregelung der Schulverwallung und Schulaussicht im Volk schulwesen" aufgestellt. Bei der Regelung des allgemeinen Verhältnisses zwischen Schulrat und Schuldeputation wird im Interesse vertrauensvollen Hand=inwaltungswege fähig zu sein, so daß es beson= Hand=Arbeitens eine stärkere Beteiligung der gemeindderer gesetzzeberischer Maßnahmen hierzu nicht bedars. lichen Selbstverwaltungsorgane für angezeigt erachtet. Der S.ädtetag hat sich bei seinen Vorschlägen von folgenden Erwägungen leiten lassen: Wiederholt ist in den letzten Jahren in der Oeffentlichkeit der Meinung Audruck gegeben worden, daß die derzeitige Orgonisation und der Geschäftsgang in der Verwaltung der Volksschulangelegenheiten nicht im Einklang steht mit den neuzeitlichen Verwaltungsreformbestrebungen, die auf Vereinfachung und Beschleunigung des Verwaltungsbetriebes, auf Entlastung der staatlichen Aufsichtsinstanz und Heranziehung der den Dirgen nahestehenden Gemeinoeverwaltung zu gesteigerter Verantwortung abzielen. Die vielfach beobachtete Neigung der spaatlichen Schulaufsichtsbehörde, die sich gegenüber den nachgeordneten Stellen in möglichst großem Umfange Entscheidungsbefugnisse selbst vorzubehalten, wird wesentlich dadurch gefördert, daß die geltende Ordnung der Zuständigkeit der an der Schulaufsicht und Schulverwaltung beteiligten Stellen, insbesondere aber die Regelung der Mitarbeit der Gemeinden und ihrer Organe, weder einheitlich noch eindeutig ist, so daß dem verwaltungsmäßigen Ermessen der Schurlaufsichtsbehörden hinsichtlich der Art und des Umfanges ihrer eigenen Betätigung ein unverhältnismäßig weiter Spielnaum bleibt. Soll das Ziel der Verminderung der Geschäfte, Vereinfachung, Beschleunigung und Verbilligung des behördlichen Arbeitsprozesses erreicht werden, so erscheint es notwendig, die Beteiligung der Gemeinden an Schulverwallung und Schulaufsicht durch eine möglichst feste und klare Ordnung zu sichern, bei der weitgehend und planmäßig alle diejenigen Angelegenheiten, die einer örtlichen Behandlung fähig sind, auch datsächlich und endgültig den Organen der gemeindlichen Selbstverwaltung überwiesen werden, die zu ihrer Erledigung am meisten geeignet sind. Eine solche Neuordnung ist auch deshalb vom besonderer Bedeutung. weil wir doch einmal zu einer einheitlichen staatlichen Mittelinstanz für die Schulaufsicht werden kommen müssen. Ein großzugiger Aufaabenabbau ist gerade auch hierfür die unerläßliche Voraussetzung. Zu einer voll befriedigenden Neuregelung der Zuständigkeitsverhältnisse würde an sich der Weg der Gesetzgebung beschritten werden müssen. Solange aber eine umfassede Reform der Schulgesetzgebung nicht in näherer Aussicht steht, wird es gleichwohl möglich sein, wesentliche Verbesserungen schon im Verwaltungswege durchzuführen. Auch die nach der bezeichneten Lage der preußischen Gesetzgebung und Rechtsprechung bestehende grundsätzliche Auffassung, daß die Schulaufsicht eine Angelegenheit des Staates sei, die nur in Auftragsform den Organen der Gemeinden übertragen werden könne, läßt schätzenswerte Möglichkeiten offen. im Wege entschlossener verwaltungsmäßiger Delegation zu einer praktischen Reform zu gelangen. Bereits durch den Erlaß des Kultusministers vom 9. Februar 1889(Zentr. Bl. S. 271) und weiterhin durch die 3. Ausführungsanweisung zum Volksschulunterhaltungsgesetz vom 6. November 1907 ist der Weg der allgemeinen Uebertragung von Verwaltungsbefugnissen auf die Schuldeputation beschritten worden mit dem ausgesprochenen Ziel,„die Schuldeputationen möglichst selbständig zu stellen". Der Preußische Städtetag hat den ganzen Fragenkreis unter Mitwirkung seiner Mitgliedsstädte einer eingehenden Prüshno### erzogen und —.Inaurie Bahnholsvorplatz " Deute Mitlwoch I. lustiger Abend m Zeichen des Karnevals Samstag. den 19. Januar: Grosses Hostümiest! scimit Prämilerung der diei besten Damen- und Heiren-Kostume 9% Dets ladet ergebenst ein Posl Viarbiner. a Backwaren, kalte Küche u. Geltänke Städt. Bücherei tot ein Geöffnet: " W E H e s t a g s u. F r e i t a g e: w u i 1 1- 1 2 U h r v o r m oi INS von 4-5 Uhr nachn Denstages u. Donnerstagr von 11-12 Uhr vorm vos 6. 30-8.30 Uhr nachn V ttwochs&am. Samstags von 10-12 Uer vorm. Herne-Rathaus Schutil Resob- Ranos Planokauf ist und bleibt Vertrauensssche! SCHMITT RESOVAL-PIANOS #n günn T seblungen Dabei ist Wert danauf gelegt worden, das Wesen der — neben dem Schulrat gewissermaßen„konkurrierenden"— aufsichtlichen Betätigung möglichst klar zu umschreiben, die den Stadtschuldeputationen in Verfolg des Gesetzes vom 11. März 1872(G. S. S. 183) und der langjährigen zentralbehördlichen Uebung (vgl. insbesondere die 3. Ausführungsanweisung zum Volksschulunterhaltungsgesetz anvertraut ist. Die Vorschläge lauten: der Vertrebis zu zwei Wochen und die Regelung tungen. 2. Der Schulrat ist verpflichtet, wie alle bedeutumfaßt das Recht a) zum Exlag allgemein grundsaß= plinaren Einschreitens zur licher Bestimmungen hinsichtlich des Unterrichts und Schuldeputation oder, falls eine der Erziehung, insbesondere hinsichtlich der Lehrpläne, traul'che Behandlung geboten erscheint, Stundenpläne und Lehrbücher, hinsichtlich des Beginns Kenntnis des Vorsitzenden der Schut A. Obere Schuloufsichtsbehörden. Der oberen Schulaufsichtsbehörde gebührt die Lei= 2. Der Schul tung und Beaussichtigung des Volksschulwesens. Diese sameren Angelegenheiten, so auch die Fälle disziumfaßt das Recht a) zum Erlaß allgemein grundsaß= plinaren Einschreitens zur Kenntr#s der eine besondere verjedenfalls zur „ der Schuldepulation zu u. d der Dauer der Schulpflicht; hinsichtlich der Rege= bringen. lung der Ferien; hinsichtlich der Vorbildung, Prüsung, 3. Der Schriftverkehr zwischen Schulrat und ReAnstellung, Dienstführung, Besoldung und Pensionie= gierung läuft durch die Hard des Vorsitzenden rung der Lehrkräfte: b) zur Bestätigung der Lehr= der Stadtschuldeputation. kräfte; c) zur Ausubung des Dienststrafrechts. B. Untere Schuloufsichtsbehörden. I. Schulräte. 1. Die technische Leitung und Beaufsichtigung des Volksschulwesens übt in der Kreisinstorz, unbeschadet der Mitwirkung der Stadtschuldeputation gemäß Ziffer 5, der Schulrat als Organ der staatlichen Schulaussichtsbehörde aus: innerhalv der ihm gezogenen Grenzen bleibt ihm aulein vorbehalten die Ausübung„ der Disziplinargewalt über die Lehrpersonen des Schulrats gemaß Ziffer 1 das Ge mit der Befugnis zu Rügen, Warnungen und Ver= wesen ihres örtlichen Bereichs. Sie kön weisen; das Recht zu Schulrevisionen und unterrichts= ture Tatigkeit erforderlichen uckuntte und Berichte technischen Anordnungen: die Feststellung der Lehr= vi den Schulleitern u. Lehrerkonserenzen einfordern. und Stundenpläne; die Beurlaubung der Lehrkräfte!, v. Die unmittelbare Aufsicht üben die Schuldeputationen durch den Vorsitzenden aus. Daneben kann der Bürgermeister ein anderes Mitglied der Schulde4. Die Aufzaben des Schulrates können in kreisfreien Städten auf Antrag des Gemeindevorstandes einem sachverstandigen Mitgliede desselben ooer einem sachnerständigen städtischen höheren Beamten übertragen werden. II. Stadtschuldeputationen. 5. Die Stadtschuldeputationen verwalten als Organ des Gemeindevorstandes u. beaufsichtigen als Organ der staatlichen Schulaussichtsbehörde unter Oberleitung dieser Behörden und unbeschadet der Befugnisse mein deschulkönnen die für ihre von Der Geburtenüberschuß in den Großstädten. Stetige Zunahme der Großstadtbevölkerung.— Ein günstiges Bild. Bochum hat die stärkste Abwanderung. Die neuesten statistischen Zahlen über den Bevölkerungsstand und die Bevölkerungsbewegung einer Reihe von Großstädten des rheinisch=westfälischen Industriegebietes geben ein günstiges Bild über die Pvölkerungszunahme von 179 Personen unde Bevölkerungsbewegung im allgemeinen. Neben den gerung der Einwohnerzahl auf 131 026 Ende für einige Städte zu verzeichnenden Wanderungsge ber. Die Sterbeziffer stellte sich auf 92 bei 165 winn hat sich der Geburtenüberschuß nicht nur auf einer äußerst gesunden Basis gehalten, sondern sind sogar die Zahlen der Vormonate teilweise überschritten. Die großte Bevölkerungszunahme weist die Stadt Köln auf, und zwar stieg hier die Einwohnerzahl um 1908 auf 732 590 Ende November. Zum großen Teil ist die Zunahme der Bevötkerung auf den Wanderungsgewinn zurückzuführen, der im Monat November ein Mehr von 1501 Köpfen brachte. Der hohe Geburtenüberschuß von 407 Köpfen fällt gleichfalls schwer ins Gewicht. Die Zahl der Lebendgeborenen betrug 1031 und die Sterbeziffer 624. Die Stadt Essen folgt an zweiter Stelle mit einer Bevölkerungszunahme von 836 Köpfen und einer Einwohnerzahl von 478 381 Ende November. Auch hier war der Wanderungsgewinn sehr stark und stellte sich auf 470 Personen. Die Zahl der Lebendgeborenen betrug 713, abzuglich der Si#reauter von 347 Personen verblieb ein Geburtenüberschuß von 366 Köpfen An dritter Stelle folgt die Stadt GelsenkirchenBuer, die gleichfalls einen äußerst günstigen Geburtenüberschuß aufzuweisen hat. Bei 590 Lebendgeborenen stellt sich der Geburtenüberschuß abzüglich der 229 Gestorbenen auf 361 Personen. Zuzüglich des Wanderungsgewinnes von 309 Köpfen stieg die Einwohnerzahl um insgesamt 670 auf 341 174 Ende November. Eine etwas geringere Steigerung ihrer Einwohner= zahl verzeichnet in dieser Zeit die Stadt Düsseldorf. die nur eine Bevölkerungszunahme von 232 Köpfen feststellt und deren Einwohnerzahl auf 443 919 Ende November stieg. In Berücksichtigung des starden Wanderungsverlustes tritt der Geburtenüberschuß von 222 Köpfen stark in die Erscheinung. Standesamtlich wurden 561 Lebendgeborene festgestellt und 339 Gestorbene. Auch die Stadt Dutsburg konnte ihre Bevölkerung um 210 Köpfe vermehren, und zwar auf 277 706 im Monat November. Trotz des hohen Geburtenüberschusses von insgesamt 252 Köpfen ist hier nur eine Zunahme von 210 Personen vorhanden, da hier der Wanderungsverlust im November einen Abstrich von 42 Personen notwendig machte. Die Zahl der Lebendgeborenen betrug hier 465 und die Sterbeziffer 213. Für die Stadt Mülheim=Ruhr ergibt sich auf Grund des Wanderungsgewinnes von 106 Köpfen und des Geburtenüberschusses von 73 Köpfen eine Ben SteiEnde Novem terbeziffer stellte sich auf 92 bei 165 Lebend geborenen. Die Bevölkerungszunahme der Stadt Aachen betrug im November 88 Köpfe und die Einwohnerzahl stieg demnach auf 155 704. Der Wanderungsgewinn brachte 38 Personen und der Geburtenüberschuß 50. Die Zahl der Lebendgeborenen betrug 702. Die Sterbeziffer war sehr hoch und stellte sich auf 157 im Monat November. Eine Ausnahme macht die Stadt Bochum, die eine Abnahme ihrer Einwohnerzahl von 212 Köpfen aufweist. Sehr stark war hier der Wanderungsverlust mit insgesamt 395 Personen, während ein Geburtenüberschuß von 183 Köpsen im genannten Monat zu verzeichnen ist. Gemeldet waren 369 Lebendgeborene und 186 Gestorbene. Die Gesamteinwohnerzahl betrug Ende des Monats 214 442. Eine günstige Bevölkerungsbewegung hatt auch die Stadt Herne, die Ende Dezember ihre Einwohnerzahl um 163 Personen auf 96 571 erhöhen konnte. Der Wanderungsgewinn stellte sich auf 62 und die Geburtenüberschußziffer auf 101. Die Zahl der Lebendgeborenen betrug 161 und die Sterbeziffer 60. Auch die Stadt Oberhausen verzeichnet eine Bevölkerungszunahme von 210 Köpfen und eine Einwohnerzahl Ende Dezember von 110 230. Gemeldet wurden 201 Lebendgeburten und 91 Sterbefälle. Der Wanderungsgewinn betrug 100. M.Gladbach hatte Ende November eine Einwohnerzahl von 118 189, also eine Zunahme von 26 Köpfen. Die Zahl der Geburten betrug 205, die Sterbeziffer 117 und der Wanderungsverlust 62. Der Gevurtenüberschuß stellte sich hier auf 88. Für die Stadt Bottrov ist eine Zunahme von 139 Personen und eine Bevölkerungszahl von 80 969 Ende Dezember festzustellen. Standesamtlich waren gemeldet 149 Geburten, 71 Sterbefälle. Es verblieb ein Geburtenüberschuß von 78 Personen. Die Zahl der Eheschließungen blieb auch im Monat November im Vergleich zu den Vormonaten sehr hoch. An Eheschließungen wurden standesamtlich gemeldet: In Köln 665, Essen 406, Düsseldorf 394, Gelsenkirchen=Buer 295, Duisburg 269, Bochum 229, Mülheim=Ruhr 109, Aachen 100, M.Gladbach 109. osh putation mit dieser Ausgabe betrauen. Die unmittelbare Aufsicht beschränkt sich auf a) die Einsich nahme in den Unterricht und in die Unterrichtseinrichtungen, b) die Abhaltung von Konferenzen mit den Schulleltern, c) die Mitteilung der bei der Aussicht gemachten Wahrnehmungen an die Stadtschuldeputation, soweit die Unterrichtung ersonderlich und angezeigt erscheint. 7. Im übrigen erstreckt sich die Zuständigkeit der Stadtschuldeputation insbesondere auf folgende Angeenheiten: a) die Verwaltung der der Gemeinde den Angelegenheiten, soweit sie durch die Gemeindever#assungs= und und sonstigen Gesetze nicht anderen Gemeindeorganen vorbehalten sind; b) die Feststellungdr Schulbezirke: c) die Errichtung neuer Schulen, Klassen und Lehrerstellen, die Vornahme von Aenderungen in der Organisation der Schuhsysteme und die Einzlehung ean Klassen und Lehrerstellen ien Rahmen des Etats: d) ur Verteilung der Lehrkräfte auf die einzelnen Schulen..e) die über zwei Wochen hi. aus sich erstreckende Beunaubung der Lehrkräfte und die Regelung der Vertretumen: f) die Anhörung bei der Versetzung von Lehrpers##en in den Ruhestand: g) die Entscheidung über d#. Erteilung der Erlaubnis zur Uebernahme von Nekgnämtern und Nebenbeschäftigungen gegen oder ohne#rtgelt durch die Lehrkräfte; h) die Mitwirkung bei der Lewilligung von Notstandsbeihilfen und Unterstützungen: i) die Bewilligung von Gehaltsvorschüssen: k) die Ein=, Umund Ausschulung sowie die Beurlaubung der Schulkinder! 1) die Erstattung von Gutachten und die Stek lung von Arträgen gegenüber den vorgesetzten Behörden, insbesondere in Fragen der Schulorganisation. des Unterrichts, der Erziehung. der Lehrbucher; m) die Vergebung der Räume für amere als Schulzwecke; n) die Genehmigung zur Errichtung von Prioa schulen. 8. Die unter 7 bezeichneten Angelegenheiten, die dem Bereich der staatlichen Schulaussicht angehören. werden, soweit es sich nicht um eine Anhörung oder Mitwirkung handelt, der Stadtschuldeputation zur eigenen und selbständigen Erledigung übertragen. Der Schulrat ist zu allen Sitzungen der Schuldeputat'on Gemeldet unter Mitteilung der Tagesordnung einzuladen. SoGebr. Rindskopf Große Auswalll in gebr. Manos Rofplanofabrik cart Schmitt, kaen i Elberleider Straße 69 1862 in Nähe Güterdahnhof u. Stadtgarten, zirka 20 m Straßenfront. 300 gm groß, preis wert zu verkaufen. Shriftl. Anach unter S. M. 32 an den Herner Anzeiger. Rechtsund SteuerAuskunft. Klagen. Schritt tte, Gesuche. Vertrage, Strat-, Mahn- und Steuersachen Vilhelm Schüßter Rechtab-ist and. erne ders. durr on el 3210." fern er an der Sitzung teilzunehmen verhindert ist, ist ihm eine Abschrift der Beschlüsse zu erteilen, die er an Hand der Tagesordnung dem Vorsitzenden der Schu deputa von bezeichnet, sowie aller Beschlüsse, die außerhalb der Tagesordnung gefaßt worden sind. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Stadtschuldeputation und Schulrat über Fragen der staatlichen Schulaufsicht entscheidet die Regierung. 9. Anordnungen in inneren Schulangelegenheiten werden von der Stadtschuldeputation im Einvernehmen mit dem Schulrat erlassen. 10. Der Schriftverkehr zwischen Schule urd Schulnat geht durch die Hand des Vorsitzenden der Stadtschuldeput# ion. " 4 bilst bei Rheuma, Zsch as Herenschutz. m S □ S Newen= und Erkaltungsschmerzen.— VorÖE Lameltteraels#mol ist in allen potheken und Diogerten Müllern Sie IhrHaar! Hafen-Drogerie, Herne, Behnholstr. 113 Drog W Kottsieper, Bahnholst. Drogerie F. KIs Dros Drogerte Drogerie Glück-auf-Drogerle, Walter Jansen. RathausApotheke, Neustr. 25 O. Hensel, Bahrholst. 51. Adolf Lakeberg, Vinkestr. 5. H. Horech, Strünkederstr. 3. Wilhelm Koch, Mont-Cenlsair 16. FachDrogerie, v d. Heydtstr. 25. Fach-Drogerie, Bahnhofstraße 822 Dir empfehlen: Elegante einzeine Harten mit Orägung. Gold- oder Silberschrift, hoch einer Karon, in reicher Auswahl, z. G. für: Geburtstag Namenstag Verlobung Vermählung Silberhochzeit Trauerfdlle jerner Glückwunsch-Karten für allgemeine Zwecha— Dreis je Stück mil Umschlag 15—60 Pfennig. Hoethers& Röttsches/ Herne Buch- und Runsidruckerei neben dem Postamt 7 Ruf 528 41(Sommeinummer) Am das Schicksal der Eingemeindungsvorlage. Sie wird nicht zurückgezogen. Unser Mitarbeiter hatte Gelegenheit genommen. einem Mitaliede des preußischen Kabinetts die Fnage vorzulegen, wie wen die Gerüchte, die auch bereits schon in die Presse gelangt sind, daß in Folge der erheblichen Schwierigkeiten, auf welche die Vorlage über die kommunale Neuordnung im rhein'sch=westfälischen Industriegebiet bei dem größten Teil der davon berührten Kommmen und Kommunalverbände gestoßen sei, nut einer Zurückziehung der Vorlage gerechnet wer, müsse oder daß diese bereits schon beabsichtigt sei, aus Wahrheit beruhten. Daraufhin ist unserem Mitarbeiter zur Antwort geworden, daß von einer Zurückziehung der Eingemeindungsvorlage in absehbarer Zeit überhaupt nicht die Rede sein könne. Die Vorlage sei gerade erst eingebracht wonden und ganz abgesehen davon, daß in diesem Falle nicht einzusehen lei, welche Gründe für eine Zurückziehung der Vorloge sprechen könnten, sei es ganz allgemein nicht üblich, eben erst eingebrachte Vorlagen sofort wieder zurückzuziehen. Einstweilen und vorerst müßten sich zu der ganzen Frage erst die Provinzial-Instanzen äußern. Die Eingemeindungsverhandlungen des westsältschen Provinzialausschusses. Ueber die Bereisung des westfälischen Teils des rheinisch=westfälischen Industriegebietes durch den westfälischen Provinzialausschuß sind eine Reihe von teils falschen, teils irreführenden Mitteilungen in die Presse gelangt. Einer unserer Mitarbeiter ist in der Lage, über den Gesamtverlauf der Bereisung folgendes autentisches Material zu übermitteln: 1. Bereisungslag: Donnerstag, den 17. Januge. 8 Uhr vormittags Abfahrt im Kraftwägen von Münster nach Bottrop. 9,45 Uhr Vorbeibrewung im Rathause zu Bottrop über die Tagesfragen. 10,30 Uhr bis 12 Uhr Besichtigungsfahrt Bottroß— Osterfeld— Sterkrade— Oberhausen— Bestrop. 12 Uhr AnZörung der Beteiligten im Rathause zu Bortrop. 12.45 r Abfahrt nach Dorsten.,-#ahrr uver Gladbeck. Leltenkirchen Zuer.(Durch den Ortsteil Scholven). 13.30—14,30 Uhr Mitzagessen in Dorsten. 14.30 bis Un“ Gahlen— Hervest— HolsterFahrt von Dorsten nach Reckling= ausen über FOlhnie Hertlich der Gemeinde Polsum— Herten. 16 Uhr Anhörung der BeteiBezirk 12. Bezirksvorst. Hofmeyer, Grüner Weg 3, Binckestr., Muhlenstr., Demmitr., Bahnhofstr. 94 Pfleger L. Tönges, Mühlenkampftg,„ bis 134, 81—127, Bahnhofsvorpl., Fabrikstr., Dorn Pfleger J. Nlesgovm, vtis enig. Str. 219, Karitaspers. stroße, Baumstr., Friedrichstr... an..— clleder 2.;“ Proxnergeier, Nordstr. 4. Cp. W. u. 3. A. Bezirksvorst. F. Suberg, Bahnhofstr. 92, Ev. W. u.I.A. Pfleger Frz. Brunnemeier, Pfleger H. Herzog, Dammstr. 4. Ev. J.u W. A. Sachbearbeiter: Seeger.„ Pflegerin Frau W. Grevenig, Altenhöfener Str. 4. Bezirksfürsorgerin: El# Pfleger Herm. Junge, Wischerstr. 1015, Karitasverd. Uhlandstr., Querstr., Mozartstr., Am Kricken, Frißz Pfleg. Frau O. Leuckel, Friedrichstr. 36a, Arb. d.K. u. A. Ebert=Straße, In der Falsche..„ Sachbearbeiter: Rausch. Bezirksvorst. Lehrer Hartert, Fritz=Ebert=Str.„ Pfleger Peter Keim, Wilhelmstr. 145, Arv. Wohlf. Lagexhach. Im Zeismar, Im Wildholz, Ritterstr., TI#hucoiter: Seeger. Sch voitt.„ e Bezirksfürsargerin: Elisabeth Beckmann. Bezirksvorst. Konrektor Ummermann, disniorastr. 05. Plzag 20 Pfleg, Frau 3. Scharmamn, Ruterstr. 4, Ard. Bodls.) Euxemis, Sir: Z 8c8—=510),“P 86.-510; Thorner Sir; Pflegerin Frau Ww. A. Hentschel, Strünkeder Str. 99. Mont=Cenis=Str. 286—310, 289—319, Thorner Karttasverband Freiheitfr.,.. 1.— uustarigste&a Karitasn Pfleger Kr. Ass. Pautz, Bismarchstr. 14a, Ev. W.u. 3 A. Gezigksgort. 9, Otern= Fruigeitstr. 30, Arb. Wohlt. Pfleg, Frau A. Solfrian, Sedanstr. 8, Arb. d. K. u. A. Pflegerin Frau Koschin, Freihäktstr., 20. Für den ersten Vereisungstag steht bereits fest, Pfleu. welche Einzelfragen verhandelt werden sollen. Fül Sachbearbeiter: Rausch. die wenteren Tage werden die Einzelheiten jeweilig Bezirksfürsorgerin: Else Schulte vormittags den Vereiligten zur Kenntnis gebracht.. Bezire 13 Bei der Besprechung im Stadthause zu Reckling= 5e hausen werden folgende Einzelfragen verhandelt, wo bei jeweils die interesierten Oberbürgermeister. Bür germeister und Gemindevorsteher, sowie der Landrat des Landkrerses Recklinghausen gehört werden: 1. Schermbeck, Bricht, Overbeck. 2. Gahlen. 3 Hervest. Holsterhausen, Amtskommunalverband Dorsten. 4. Scholven. 5. Altendorf=Ulfkotte. 6. Westerholt und Kolonie Bertlich. 7. Resse. 8. Herten. 9 Kirchhellen 10. Grenze Recklinghausen, Henrichenburg, Horneburg. 11. Grenze Castrop=Rauxel, Stadt Recklinghausen und Kreis Recklinghausen. 12. Grenze Stadt Recklinghausen— herne. 13. Grenze Wanne=Eickel, Kreis Recklinghausen. 14 Stadt und Am Haltern. 15. Katernberg, Schonnebeck Kray. 16. Arbeit Landrat des La Oberbürgermeister von Mullggeu——. feld, Gladbeck und Gelsenkirchen=Buer gehört 2. Bereisungstag: Freitag, den 18. Januar. 9 Uhr Fahrt von Bochum über Linden=Dahlhausen über Blankenstein, Herbede nach Witten. 13 Uhr Mittagessen in Witten. 14 Uhr von Witten über Langendreer, Werne, Gerthe, Herne nach PrIzuefstluge, W 15,30 Uhr Anhörung im Parkhaus in Bochum. 19 Uhr Biktoriastr. Fahrt nach Dortmund, dort Beratung der Tages= Bezirksvorst. H. Marquard, Werderstr. 2, Ev. W. u.J.A. frogen. Pfleger Steiger Naske, Augustastr. 4, Arb. Wohlf. 1. Bereisungslag: Fohrt von Dortmund über Barop, Verbandsstraße Pi##ger Luo##. Gall, Bismarchstr. 26, Arb. d. K. u. A. von 18, Verghofen, gegebenenfalls Schleife über Höchsten Sachbearbeiter: Rausch, und Syburg, Schwerte, Hennen, Menden, Demer, Bezirksfürsorgerin: Eise Schulte. Westig, Iserlohn. 12,30 Uhr Mittagessen in Iserlohn. 13.30 Uhr Fahrt von Iserlohn über Letmathe, Hohen= Bezirk 16. n Haltern. 15. Katernberg, Schonnebeck, rbeitsgemeinschaft. Hierzu wird der Landkreises Recklinghausen sowie die ister von Recklinghausen, Bottrop, OsterPflegerin Frau Koschin, Fleuseuel:e.—.. Pfleg. Ww. Deckerl, Thorner Str. 22, Arb. d. K. u. A Pfleger Franz Bühner, Freiheitstr. 62, Kar svery. Pfieger E. Klapproth, M.Cenis=Str. 311, Eo. W.u.3 A. Sachbearbeiter: Seeger. Bezirksfürsorgerin: Elis. Beckmann. Bezirk 30. Kirchstr., Widumerstr., Baueracker, Ringstr., Gerther Str., Im Braunskamp, Bromberger Str., Lange Baueracker 8, Arb. Wohlf. Bezick 15. Augustastr., Brahmstr., Kanalstr., Luisenstr., Roonstraße, Wederstr., Wiesenstr., Zechenring, Eschstr., halle nach Herdecke und Wetter, von da zurück nach adgessen in Vorsten. 12,00 bis Hagen. 16.30 Uhr Anhörung der Beteiligten im 15 Uhr Besichtigung" Gahlen— Hervest— Holster: Stadthaus zu Hogen. Pacen..15 AUxr Fari von Dorsen nach Reckling.] 4. Tag, Souatag den 20. Jauuar. 10 Uhr in Hagen Beratung über die Fragen des 3. Tages, anschlief fahrt. listen im(Stadthaus zu Recklinghausen. 19 Uhr Ab Bochum. Ab 21 Uhr Beratung der Tages in Bochum. jetzend Abschlußberatung und Die Wohlfahrtspfleger und=pflegerinnen in Herne. Verzeichn's der Bezirksvorsteher, Pfleger und Pflegerinnen. und Bezirksfürsorgerinnen. Sachbearbeiter(Bürobeamten) In der Stadtverordnetenversammlung am Montag wurden folgende Damen und Herren für die Betreuung der Unterstützungsbedürftigen in 34 Bezirken der Stadt Herne gewählt: Bezirk 1. Bahnhofstr. 1—79 und 2—92, Heinrichstr., Neumarkt, Schaeferstr., Wilhelmstr., Mont=Cenis=Str. 1—95 und 2—80, Kampstr. Bezirksvorst. K. v. Stephold, Lönsstr. 30, Arb. Wohlf Pfleg. Frau Knapp, Shamrockstr. 55, Ev. W. u. J. Amt Pfleger Fröchte, Lönsstr. 53, Karitasverb. Pflegerin Frau L. Völkel, Goebenstr. 17, Arb. Wohlf. Pfleg. Frau Servais, Wilhelmstr. 12, Arb. d. K. u. A Sachbearbeiter: Krupp Bezirksfürsorgerin: Else Schulte. Bezirk 2. Auf der Insel, Breddestr., Gabelsbergerstr., Goethestr., Lönsstr., Parkstr., Schulstr., Steinweg. Bezirksvorst. Kraushaar, Neustr. 43, Ev. W. u. I. Amt Pfleg. Frau L. Crämer, Bahnhostr. 85, Arb Wohlf. Pfleger Christ. Eisenmenger, Goethestr., Karitasverd. Pfleger Rekt. Ewald, Schaeferstr. 20, Ev. W. u. J. Amt Pfleger N Quardakna Steinmog 1. Arb d. K. u. A. MORSER STR. 4 Pfleger J. Rüber Pflegerin Wi ra. Altenhöfener Str. 12., Arb. Wohlf. Pflegerin Frau Herzog, W. Fauseweh, Altenhöfener Str. 189, Pfleger Bernh. Binte, Lü Karitasverband Sachbearbeiter: Mies. Pfleger Gust. Dawin, Bergstr. 106, Cv. W. u. I. Amt Bezirksfürsorgerin: Josesine Ingenhoven. Pfleg. Waschkowicz, Flottmannstr. 88, Arb. d. K. u. A. Bezire 18 Reitina 07— Sachbearbeiter: Leiting Bezirksfürsorgerin: Withelmine Pähler. Bezick 7. Behrensstr., Eckstr., Haldenstr., Kirchhofstr., Freiligrathstr., Bevelstr., Markgrafenstr., Mittelstr., Marktplatz. Bezirksvorst. A. Schlottmann, Pfählerstr. 4, Karitasv. Pfleger Fritz Elsner, Wischerstr., Ard. Wohlf. Pflegerin Frau Ed. Ikemann, Haldenstr. 16, Karitasv. Pfleger H. Mannes, Wischerstr. 3. Ev. W. u. I. Amt Pfleger H. Brunne, Mt.=Cents=Str. 33, Arb. d. K. u. u. Sachbearbeiter: Mies. Bezirksfürsorgerin: Toni Hotschen. Bezick 8. Grabenstr., von der Heydtstr., Neustr., Poststraße. Bezirksvorst. H. Laube, Neustr. 63, Karitasverb. Pfleg. Frau K. v. Stephold, Lönsstr. 30. Arb Wohlf Seng F-Lareu Sachbearbeiter:: Wilde. Bezirksfürsorgerin: Maria Wegener. Bezirk 14. Auguststr., Jobststr., Karlsplatz, Leibnitzstr. Bezirksvorst. Frau Sindermann, Bismarckstr. 68, Arb. Wob. Pfleg. Frau Sturm, Strünkeder Str. 106, Karitasver5 Pflegerin Frau Hilge, Bertastr. 4, Arb. Wohlf. Pfleger Lehrer A. Müller, Jobststr. 25, Ev. W. u. J. A. B,, parst. K. KStye, Baueracker 8, Arb. Wohlf Pfleg. Frau Koordt, Strünkeder Str. 129, Arb. d.K. u. A.— 6. Matschaf, Mt.=Cenis=Str. 315, Arb. Wohlf. Sachbearbeiter: Baginsetl....[Rifader W. Probst, Mi.=Cenis=Str. 388, Arb.d. K.u. A. Veürkscktirtorgerin: Toni Hosichen. Bilseaer Joh. Hesterkamp, Therner Str. 30, Karitaen. Pfleger Inv. Wappner, Ringstr. 39, Ev. W. u. I. A. Sachbearbeiter: Müller. Bezirksfürsorgerin: Elisab. Beckmann. Bezirk 31. Vellwigstr., Weichselstr., Verkelstr., Dorfstr., von Waldhausenstr., Castroper Str. 80—216, 81—355, Boßnacken, Hofstr., Schlägelstr., Zorvaraltr., Teutoburgiahof, Kurze Str., Friedrich der Große LedigenBezirksvorst. W. Leis, Teutoburgiahof 58, Ar. Wohlt Pflegerin Frau Brieke, Kirchstr. 117, Arb. Wohlf. Pfleger F. Kozian, Teutoburgiastr. 20, Arb. d. K. u. A. Pfleger Frz. Wischermann, Kirchstr. 106. Karitasverd. Pfleger Schmiedtke, Baarestr. 46, Ev. W. u. I. A. Sachbearbeiter: Güth. Bezirksfürsorgerin: Wilhelmine Decker. Bezirk 32. Teutoburgiastr., Gartenstr., Baarestr., Laubenstr., Schadeburgstr., Kohlenstr.„ Bezirksvorst, Frau Jäger, Castroper Eur ,8“k,„ Pflegerin Frau Eickhoff, Gartenstr. 15, Arb. Wohlf. Pfleger Adam Molz, Bruchstr. 85, Arb. Wohlf. Pfleger Ferd. Heyer, Teutoburgiastr. 42, Karitasverb. Pfleg. Frau Schwan, Teutoburgiahof 51, Ev. W. u. J.a. Sachbearbeiter: Heermann. Bezirksfürsorgerin: Wilhelmine Decker Bezirk 33. Oststr., Bladenhorster Str., Am Knie, Castroper Str. 232—370 und 357—415, Bruchstr.(nördlich der Castroper Str.) 101 bis Schluß. Bezirksvorst. Rektor Schmitz, Holthausen, Lutherschule, „Atsobefa g.. Ep. W. u. J. A. Pflegerin Frau Augustin, Friedhofstr. 4. Arb. Wohlf. Pflegerin Frau Fierkei, Bruchstr. 123. Arb. d. K. u. A Pfleger Josef Dreier. Bruchstr. 133, Karitasverb. Pfleger Hugo Nautsch, Oststr. 12, Ev. W. u. I. A Sachbearbeiter: Müller. Bezirksfürsorgerin: Wilhelmine Decker. Bezirk 34. Bruchstr.(südl. der Castroper Str.), Börsinghauser Str., Memeler Str., Heroldstr., Friedhofstr., Auf'm Kolm, Mont=Cenis=Straße 312—590 und 321—531, Karlstr., Holthauser Str., Beimbergstr. Bezirksvorst. Rottmann, M.=Cenis=Str. 528, Karitaso Pfleger W. Flamme, Heroldstr. 8, Arb. Wohlf. Pfleg. Frau Lobitz, Castroper Str. 413, Arb. d. K. u. A. Pfleger Lehrer Becker, M.=Cenis=Str. 344. Karitasv. Pfleger Windt, Mt.=Cenis=Str. 443, Ev. W. u. I. A. Sachbearbeiter: Müller. Bezirksfürsorgerin: Wilhelmine Decker. Anerkennung verspäteter Aufwertungs. forderungen. Eine Entscheidung von erheblicher Tragweite hat Werfstr., Schleusenstr. Bezirksvorst. J. Zweiböhmer, Blücherstr. 4, Karitasv. Pflegerin Frau Jonas, Josefinenstr. 58, Arb. Wohlf. Pfleg. Frau Flormann, Dietrichstr. 24a, Karitasverb. Pfleger Rud. Weise, Dietrichstr. 34, Ev. W. u. I. A. Pfleg. Frau Kleine=Limburg, Pöppinghauser Str. 79, Karitasverband Pfleg. F. Weinhold, Horsthauser Str. 36. Arb.d. K u. A. Sachbearbeiter: Müller. Bezirksfürsorgerin: Elle Schulte Bezirk 17. Am Landwehrbach, Boehmkestr., von Burgdorfstr., Castroper Str. 1—29 und 2—32, Hermann=Friedrich= Str., Horststr., Josefinenstr., v. Waldhausenstr., Ernststraße, Heinrichspl., Hilligenwall, Heckerstr., Langfortstraße, Schachrstr., Wilhelm=Meyer=Str., Zollvereinsweg, Wetterweg. Bezirksvorst. Wilh. Meyer zu Allendorf, Roonstr. 29, Ev. W. u. I. Amt Pfleger Paul Eibner, v. Burgdorfstr. 20, Arb. Wohlf. Pfleger Hubert Reck, Boehmkestr. 7, Karitasverb. z. Josefinenstr. 8, Ev. W. u. J.A Gen:..—, Pfieger Bernh. Binte, Lützowstr. 72, Arb. d. K. u. A Karitasverband Sachbearbeiter: Mies. Am Stamm. Am Stadtgarten, Im Uhlenbruch, Heyerstr., Mont=Cenis=Str. 82—198 und 97—195, Mühlenkamp, Rudolfstr., Sandstr., Kessingstr., Horsthauser Straße. Bezirksvorst. H. Behrmann, Oskarstr. 7, Ev. W. u. J.A. Pflegerin Frau K. Anlauf, Heyerstr. 31, Arb. Wohlf. Pfleger Joh. Janski, Heyerstr. 20, Karitasverb. Pfleger Fritz Wappner, Rudolfstr. 41, Arb. d. K. u. A. Pfleger A. Starke, Mt.=Cenis=Str. 87, Ev. W. u. I. A. Sachbearbeiter: Wahn 2 Bezirksfürsorgerin: Josesine Ingenhoven. Bezirk 19. Berninghausstr., Südstr., Güterbahnstr., Riemker Str., Königstr., Ewaldstr., Bochumer Str. 76 bis Schluß und 85 bis Schluß. Schluß und 85 bis Schluß.! Eine Entscheidung von erhevlicher Tragweite uu Bezirksvorst. Frau Küchemann, Oskarstr. 7, Karitasv. das Reichsgericht durch ein Urteil vom 19. November Pfleger Franz Dietz, Bochumer Str., Karitasverb. 1928— VI. 310/28— gefällt, d#### Deutsche BePflegerin Frau Jäckel, Riemker Str. 26. Arb. Wobli. aerhund Koranae Klager vir DruchsachicR GilceF ATE liefert in sorgfältiger Austuhrung Buchdruckerei Hocthers& Röllsches Danksagung. Pür die herzliche Tellnahme und die vielen Kranzspenden beim Hiuscheiden unseres innigstgeliebten, unvergeßlichen Töchterchens, sagen wir allen, besonders auch der Kleinkinderschule des St. Vinzenz-Hauses, sowie dem Mustkverein „Harmonie“ unseren tielgefühlten Denk. 78c Familie Andreas Szyszka. EE Oeffentliche Steuermahnung. P. 197. Wir erinnern hiermit an die Zahlung folgender Rückstände: I. Hauszins= und Grundvermögenssteuern für Ja nuar 1929 2. Lohnsummensteuern für Dezember 1928 3. Biersteuern für Dezember 1928 4. Schulgelder für Januar 1929. Die Beitreibung der Rückstände beginnt am 21. d. Von diesem Tage ab werden die Beitreibungs gebühren, dagegen die Verzugszinsen von heute ab erhoben. 141 Herne, den 16. Januar 1929. Die Stadtkasse als Vollstreckungsbehörde. Schütz vernickelt alles Dammstr. 4 belegenbeitskauf! Ein in stehendes Hüls 1913 Plano zu denkbar günstigsten Bedingungen abzugeben. Call Schmit otpianolabrik Kapen Elberfelderstr. 69 Teleton 269 63. Nerve. Bahabetstraße 97 Lager Vischertraße 4 6. Glashandlung SchaufensterVerglasung. Sehen, lesen, kaufen. Gesehen werden die dn eine Forderung, die eine Anzeige erfüllen muss: gelesen werden die andere: zum Kauf veranlassen die Anzeigen, die alle Forderungen erfüllen, er halten Sie durch die Aononcen-Expedition Mit Vorwort von Frau Maria Jäcker, Erste Vorsitzende des Reichsverbandes Deutscher Hausfrauenvereine. In sehr übersichtlicher, praktischer Einteilung. Preis M. 3.50. Aus dem Vorwort zur dritten Auflage: „Mit vollem Recht kann man sagen, daß das„Wirtschaftsbuch“ für viele Hausfrauen heute schon ein lieber Freund geworden ist. Jede, die dies Wirtschaftsbuch nur einmal geführt hat, wird es nicht mehr missen wollen. In der durchdachten Haushaltführung heißt es heute Kraft, Zeit und Geld sparen. Geld sparen ist aber nur möglich bei klarer Uebersicht über das vorhandene Einkommen einerseits und über die Bedürfnisse des Haushaltes andererseits. Rechenschaft darüber, ob die Einkommenverwertung richtig ist, und ob das Einkommen auf die verschiedenen häuslichen Bedürfnisse gut verteilt ist, kann sich die Hausfrau dann ablegen, wenn der ganze Verbrauch des Haushaltes zahlenmäßig ersaßt ist, und zwar um so leichter, je übersichtlicher das geschieht. Verantwortlich für das, was ausgegeben wird, und für das Wofür und Wie ist ja doch die Hausfrau, durch deren Hände der größte Teil des Volkseinkommens geht. Diese Verantwortung will das Wirtschaftsbuch durch die Möglichkeit der Selbstkontrolle erleichtern...“ Vorrätig bei Koethers& Röttsches, Herne neben dem Postamt. Sammelnummer 525 41. 2 eine Groß40 000 1 1927 aufge zur en. am Spezialfabrik für Hohlen- und Gasherde in jeder Größe und Ausstattung, in allen Fach- und einschlägigen Geschätten erhältlich. * Fußball-Weltmeisterschaft Dem aus schwedischen Fußballkreisen ausgebrachten Vorschag, 1930 die ersten Weltmeisterschoft: kämpfe im Fußball in Schweden durchzuführen, wurde jeßt vom Verwaltungsausschuß des Schwedischen Fußballverbandes zugestimmt. Es wurde vom Ausschuß vorgeschlagen: die Kämpfe in der Zeit vom 25. Mai bis 25. Juni 1930 durchzuführen Wie wir weiter erfahren, will der Schwedische Verband aus Anlaß seines 25jährigen Jubiläums einen Pokal stiften, der zwischen den nordischen Fußballändern, Schweden, Dänemark und Norwegen ausgekampft werden soll. Leichtathletik Dem Wunsch hiesiger Sportler Rechnung tragend und der zahlreichen Beteiligung sämtlicher Herner sporttreibenden Vereine bei dem am Sonntog, dem 13. ds. Mis., im Herner Stadtgarten, von der Leichtathletik=Abteilung des Sport=Clubs Westfalia veranstalteten Winter=Gelände=Lauf. veranstaltet im Anschluß hieran die Leichtathlerik=Abteilung des SportVereins Sodingen 1912, am Sonntag, dem 20. ds. Mts., im Gysenberg=Wald eberfalls einen Winter-Gelände=Lauf. affen für sämtliche Herner Sportvereine. Ausschreibung: 5000 Meter: Klasse A. Senioren und Mannschaten, Klasse B Junioren und Mannschaften, Klasse C. Anfänger und Mannschaften. 2000 Meter: Klasse D. Jugend, Jahvg. 13/14 und Mannschafren. 3000 Meter: Klasse E. Jusend, Jahrg. 11112 und Mannschaften. Mannschaften a 4 Teilnehmer, monon die drei ersten gewertet werden. Start: 11,00 Uhr morgenz au dem Sportplatz, woselbst auch Ziel Zur Deckung der Unkosten wird ein Startgeld erhoben: Mannschafen sowie Klasse A. B, C. 0.50 bezw 1## Mark Jugend: 0.20 Mark. Mannscha##en 0.50 Mark Die Sieger erhalten geschmackvolle Urkunden. Meldungen on Hans Fischer, Herne, Altenhöfener Straße 139 Deutsche Amateurringer siegen in Poris. Der A. S. V. Heros=Dortmund weilte am Freitag abend in Paris und trat gegen eine französische Auswahlmannschaft im Mapransaale an. Die deutsche Vereinsmeistermanrschaft zeigte dem vollbesetzten Hause beste Klassekämpfe und schnitt sehr gut ab. Im Hahnengewicht holte sich Krepp=Deutichsand bei seinen stürmischen Angriffen gegen den Franzosen Ducayla gleich am Anfange eine Verletzung und mußte sich so nach Punkten geschlagen bekennen Im Federgewicht wurde der Dortmunder Mener schon nach 2:57 Min. als Sieger erklärt. Im Leichtgewicht brachte nach 5.36 Minuten der Deutsche Steinig einen unsehlbaren Schulterschwung an und legie so den Franzosen Chasson sicher. Einen außerst harten Kampf lieferten sich die Weltergewichtler, in dem der Deutsche schließlich als Punktsioger erklärt wurde. Er imponierte durch seine stahlharten Griffe dem Publikum ungeheuer, war aber technisch nicht besser als der Fronzose. Sperlin=Dortmund hat aber doch verdient über den Franzolen Rivollier gesiegt. Im Mittelpunkt landete der Deutsche Hering, der seinem Gegner nicht gewachsen war, nach 17 Minuten tapferer Gegenwehr auf dem Boden Poilve Frankreich wurde also Sieger. Auch im Halb schwergewicht imterlag der Deutsche Kellner, der von dem Franzosen Clody nach Punkten besiegt wurde. Da gegen konnte der Schwergewichtler Vogodes-Dortmund schon nach 11 Minuten Lafranchi=Frankreich zu Boden drücken. Die deutsche Vereinsmannschaft hat asso wesentlich besser abgeschnitten, als die französische Auswahlmannschaft. Boren Schmellug gegen Johnny Risko... ... und gegen O'kelly: Die drei nächsten Kämpfe des früheren Europaund Deutschen Meisters Max Schmeling liegen nach einem Kabeltelegramm aus Newyork jegt fest. Schmelina tritt am 21. Januar bekanntlich in Newyork gegen den Italiener Pitrocorico in einem Schaukampf auf. Am 1. Februar wird Schmeling in Newyork(sehr wahrscheinlich Madison Square Garden) auf Johnny Risko treffen, der zur amerikanischen Extraklasse zählt. Am 15. Februar ist dann in Boston der hervorragende Ire Coh O'Kelly sein Gegner. Schmelings schwerster Kampf wird der gegen Johnny Risko sein. Hier wird die fernere Borerbahn des Deutschen entschieden werden. Die Aufgabe ist ungeheuer schwierig, hoffen wir, daß er sie losen kann (Wir geben diese Sensationsnachricht mit allem Vorbehalt und halten Aenderungen für nicht unwahrscheinlich. D. Red.) Winterivort. Reckuagel springt 72 Meter!!! Auf der Sprungschanze von Pontresina wurden am Sonntag die Jubiläums=Schikämpfe des Skickubs Berning=Pontresina bei schönstem Winterwetter durchgeführt. An diesen Kämpfen nahmen etwa 30 Sportr aus sieben Nationen teil. Tausende Zuschauer sahen der großimigen Veranstaltung zu. Recknagel. der den wer vollen Wanderpreis zu verteidigen hatte, gelang der weitelte Sprung des Tages. Der Deutsche übersprang 72 Meter berührte allerdings im Aufiprung den Boden. Tannheimer=Deutschland brachte es au 70 Meter, während der junge Engadiner Badrutt 71 Meter sprang. Ohne Orber ging es allerdins bei dieser RekordSprirgerei nicht ab. Der Norweger Carben stürzte beim dritren Sprung, als er die Leistung Recknagels überbieten wollte, so schwer, daß er bewußtlos liegen blieb und mit schweren inneren Verletzungen fortgetragen werden mußte. Auch der Deutsche Ludwig Böck erlitt beim dritten Sprung, 61 Meter, eine Fußverletzung Den besten Durchschnitt zeigte der Schweizer Zogg, der 53, 66 und 69 Meter sprang. Uebernaschend waren auch die finnischen Olnmyickämpfer, so z. B. Nuotie mit 535: 69,5; 69.5. Der heutigen Ausgabe unseres Blattes liegt ein Prospekt der 8. Volkswohllotterie G. Dischlatis a Co., Berlin bei. 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Auf Titel„Anzeiger“ genau achten, dauernd Verwechllungen! Nummer 13 Orittes Blatt Herner Anzeiger Mittwoch, den 16. Januar 1929 und für Herne Gesundheitsfürsorge im Industriegebiet. Die Kommunale Vereinigung für Gesundheitsfürsorge im rheinisch=westfalischen Industriegebiet ist eine Vereinigung von rund 60 Stadt= und Landkreisen des rheinisch=westfälischen Industriegebietes und um faßt das Gebiet von Hanm bis Duisburg bzw. Reck linghausen bis Siegen. Sie bildet die Plattform für weitgehenden Erfahrungsaustausch aus dem Gebiete des kommunalen Gesundheitswesens und gibt Gelegenheit zur gegenseitigen Anregung und einheitlichen Vertretung der gesundheitsfürsorgerischen Belange der Kommunen gegenüber Behörden, Versicherungsträgern und privaten Stellen. Seit ihrer Gründung im Jahre 1919 ist sie in diesem Sinne in Vorstandssitzungen und Tagungen tätig, in denen die jeweils wichtigen Organisationsprobleme mit ihren Wirkungen für die Durchführung der Gesundheitsfürsorge durchgearbeitet werden. Die dies jährige 11. Tagung(Mitgliederversammung) findet statt Mittwoch, den 23. Januar, in Gelsenkirchen=Buer im Hans=Sachs=Haus Außer dem Geschäftsbericht stehen folgende Punkte auf der Tagesordnung: „Die Zuständigkeit der Kommunalverwaltungen für die Aufgaben der öffentlichen Gesundheitspflge“ (Oberbürgermeister a. D. von Wedelstaedt),„Die Ausbildung und Fortbildung der Familienfürsorgerin"(Stadtmedizinalrat Schröder=Oberhausen). Anschließend finden Besichtigungen der Einrichtungen des Hans=Sachs=Hauses und der Sportanlage Hindendurg im Stadtteil Rotthausen statt *** Photographie in der Volkshochschule. Die Zahl derer, die sich der Lichtbildkunst zuwenden, wächst von Jahr zu Jahr. Gar mancher hat zum Weihnachtsfeste die lang ersehnte Kamera bekommen. Die größte Mehrzahl der Photojünger versucht zunächst auf eigene Faust ohne jegliche Hilfe, die ganze Sache zu begreifen. Das aus ihnen, wenn sie bei dieser Art der Aneignung bleiben, fast nie etwas wird, leuchtet ein. Andere widmen sich dem eifrigen theoretischen Studium in der Annahme, auf diese Weise die Geheimnisse der Schwarz=Weiß=Kunst ergründen zu können, um dann bei der praktischen Arbeit über manche Klippen zu stolpern. Viel kostbare Zeit, viel teueres Material wird hierdurch häufig nutzlos vertan. Um die Photojünger rascher, sicherer und billiger zum Ziele zu führen, veranstaltet die Volkshochschule abermals einen Kursus in der Lichtbildkunst, der Freitag, den 18. d. M., 19,45 Uhr abends, in der Oberreal= schule beginnt. Es werden behandelt: Die Einstellung, Tiefenschärfe und Blende, die richtige Belichtungszeit und die Belichtungsmesser, das Aufnahmematerial und der Gebrauch der Gelbscheibe, die Entwicklung des Negativs, des Verstärken und Abschwächen, Negativund Positiv=Retusche, Herstellung von Kontaktabzügen und Diapositiven, Aufnahmen bei künstlichem Licht, die Hellichtentwicklung, Vildkomposition Es sei darauf hingewiesen, daß heute ein Kursus in Buchführung, in Einheitskurzschrift für Fortgeschrittene und eine Vortragsreihe über neuere deutsche Literatur beginnt. Anmeldungen werden täglich im Stadtschulamt, Bahnhofstr. 63a(Eingang von der Heydtstr.) sowie abends in der Oberrealschule entgegengenommen. *** Städt. Konzertveranstaltungen. Heute abend 8 Uhr findet in der Schauburg die Aufführung von Bruckners Nomantischer Sinionie statt. Außerdem stehen auf dem Programm: Grieg: Klavier=Konzert a=moll(gespielt von Ernst Potthof) und Wagner: Tannhäuser=Ouvertüre. Die Herner Orchestervereinigung ist für dies Konzert auf 56 Musiker verstärkt. Betriebsratswahlen im Bergbau. Vom 20. bis 22. März 1929. Nach geweinsamer Verständigung der Bergarbeiterverbände finden für den gesamten Bergbau die Betriebsrafswahlen vom 20. bis 22. März dieses Jahres statt Antwort des Ministers des Innern mittellt, findet die sportliche Betätigung der Polizeibeamten grundsätzlich außerhalb des Dienstes statt. Eine Gewährung von Urlaub zu sportlichen Veranstaliungen erfolgt nur in besonderen Ausnahmefällen. Auf die Besörderung hat gel gehen an Darmstörungen ein. Das Furter mut die sportliche Betätigung eines Beamten keinen unbedingt„wettersicher" dargeboren werden. Man Einfluß. Die dienstliche sörverschulung merke sich ferner, daß Futtereinrichtungen, d angenommen werden, immer die„schlechresten" sind, well sie bei Schnee urd Glatteis das Futter nicht auf= jahrt somn durch dienstliche Körperschulung keine Einnehmen lassen, ud da ist Balkon und Fensterbret: schränkung.— Es trifft zu, daß die Benachrichtigung gerade der ungeeig dern dieses Amt übe sie sehr unzuverlässig ind. Wie F. 8 Füttern vergessen oder hinausgeschoben durch Schul R7.##er an die Bestimmung des§ 134 rrlichten und andere Ursachen. Der Vogel kann nicht biniz.! P3O. hingewiesen worden. lanze hungern, und findet er bis morgens 10 Uhr kei=](Die Antwort erschetnt uns recht lahm. Und wie nen gedeckten Tisch, was bei Glatteis und Raubreif s1ch: es mit den vielen Ahkommandierungen zu Lehrrech oft eintrifft, dann ist er verloren. ganggen um,7 Die Tatsache, daß viel,8 Freiher v. Verlepsch, der Altmeister des Voges= krafte dem Sicherheitsdienst entzogen sind, ist doch unschutzes, sagt darüber:— bestritten. D. Red.) Eine vernunft= und naturgemäße Vogelfütterung E* r" dorgeboten werden.— Einfluß Die dienstliche norperschulung all die behelfsmäßigen offenen der Polizeibeamten findet an solchen Tagen statt, an ### so schnell von den Vögeln denen eine Verwendung im Posten= und Streifendienst immer die„schlechresten“ sind, nicht vorgesehen ist; der polizeiliche Aussichtsdienst erd Glatteis das Futter nicht auf= fährt somn durch dienstliche Körperschulung keine Einn. u. o oa ist Valkon und Fensterbrett Cchraukuns,— Es trifft zu, daß die Benachrichtigung ngeeigneiste Plaßz„ Wenn man gar Kin der Polizeihehörde von der Entlossung des Tripp durch imt übertragen will, so bedenke man, daß die Strafanstalt versehentlich unterblieben ist. Wegen verlässig sind. Wie oft wird dann das Ler Unterlassung ist das Erforderliche veraploßt# muß: 1. Wettersicher sein. Wasser. Eis und Schnee darf zu keiner Zeu an das Futter gelangen. 2. Sie muß so eingerichtet sein, daß nur die Vögel, * keine Erhöhung der Mieten. Auf Anfrage des Verbandes rheinisch=westfälischer Mietervereine, Sitz Bochum, erklärte das Reichsarbeitsministerium, daß unter Berücksichtifür die das Fu ter bestimmt ist, zu dem Futter gelan= gung der heutigen Wirtschaftsloge eine Erhöhung gen konnen(Meisendese„Anpap). lder Mie te nicht erwogen würde. Das Reichs3. De Futterstelle muß so eingerichtet sein, daß arbeitsministerium legt Wert darauf, daß seine Andas Futter restlos ausgenommen werden kann. Also sicht zur Beruhigung der Oeffentsichkeit bekannt nicht verdirbt. werde in allen Samenhandlungen zu haßen i. D Taufahurichillalen für de Der Preußische Innenminister hat jetzt dem LandDie Preise auf dem Wochenmarkt. Am 15. Januar wurden folgende Preise amtlich notiert: Rindfleisch p. Pfund 0.80—1.20, Schweinefleisch, Schinkenstück 1.20, Nackenstück 1.30—1.40, Koteletts 1.30—1.40, durchwachsen 1.10, Hammelfleisch 0.90 bis 1.10, Kalbfleisch 1.20—1.50, Speck, ger. fett 1.20—1.30, durchwachsen 1.30—1.40 Kartoffeln 10 Pfund 0.55, Wurzeln p. Pfd. 0.15 bis 0.18, Zwiebeln 0.15—0.20, Steckrüben 0.10, Rote Beten 2 Pfd. 0.30—0.40, Rorkohl p. Pfd. 0.12—0.15, Weißkohl 0.10—0.12, Kohlrabi Stück 0.25, Wirsing p. Pfund 0.10—0.12, Blumenkohl 0.80—1.40, Kopfsalat 0.30—0.40, Endiviensalat 0.50, Aepfel 0.30—0.60, Weintrauben 0.70—0.80, Spinat 0.15, Schwarzwurzel 0.50, Feldsalat 0.70—0.80, Rosenkohl 0.40—0.45, Apfelsinen Stück 0.04—0.10, Sellerieknollen 0.40 bis 0.60. Grünkohl p. Pfd. 0.15 1 tag, die im Einvernehmen mit dem Preußischer Finanzminister an gestellten und durch Rurderlaß vom 23. November 1928 veröffentlichten Richtlinien für die Dienstlaufbahnen der Polizeibamten des Staates, der Gemeinden und Gemeindeverbände, zur Kenntnisnahme mit der Bemerkung übersandt, daß der Preußische Staatsrat m seiner Sitzung vom 22. Novemder 1928 beschlossen hat, gegen die Richilinien keine Einwendungen zu erheben. * 361 Arbeitsämter im Reich. Nach dem vorläufigen Verzeichnis der Arbeitsämter, das von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung soeben eröffentlicht wird, bestehen im Deutschen Reich zur Zeit 13 Landesarbeitsamter mit zusammen 361 Arbeitsämtern. Von den Landesarbeitsämtern hat die größte Anzahl Arbeitsämter, nämlich 40, Bayernzes folgt Rheinland mit 37, Sachsen mit 34, Westfalen mit 33 Arbeitsämtern usw. Dem Umfang der Molkereibutter 1 Pfund 2.40—2.50, Landbuttersverwaltung braucht naturgemäß nicht der Um2.00—2.30, Eier Stück 0.15—0.22, Hollander Käse p. g.Mrz 7. 31 entsprechen, wie sich aus dem Pfund 1.30, Schweizer Käse 1.40—1.80. Tx1P“. 2P ck hein g, oher Weschelen erSchellfische, kleine p. Psd. 0.30—0.40, große 0.50 hwr. Ebenso deutlich ist der Vergleich mit Brandenbis 0.60, Schollen 0.40—0.80, Kabeljau 0.40—0.60, Hechte 1.20, Bresen 0.60—0.70. burg, das nur 32 Arbeitsämter enthält, darunter al lein 8 in Berlin oder mit Nordmark, das unter seinen nur 15 Arbeitsämtern die Arbeitsämter Hamburg und Kiel hat. * Angestelltenversicherung und Invalidenrente. Die Vorschriften des§ 27 des Angestelltenversicherungsgesetzes und des§ 12540 der ReichsversccherungsPolizeiheamte und Sport. In einer Kleinen Anfrage der Fraktion der Wirtschaftspartei im Preußischen Landtag wurde zur ordnung finden grundsätzlich keine Anwendung, wenn Sprache gebracht, daß von den Beamten verschiedener ein Versicherter Beiträge zur Invalidenversicherung, Polizeipräsidien des Regierungsbezirks Düsseldorf zur Angestelltenversicherung und zur knappschaf lichen über eine unverhältnismäßige Ausdehnung des Sport: Pensionsversicherung geleistet und die Wartezeit zu betriebes bei der staatlichen Polizei Klage geführt aulen diesen Versicherungen erfüllt bat. In diesem würde. Insbesondere werde hervorgehoben, daß das Salle ist, wie uns der Reichsverband der BüroangeVorwärtskommen in der Beamtenlaufbahn in sichtlich stellten und Beamten mitteilt, beim Eintritt der Bezu starkem Maße von der sportlichen Befähigung der——..: Beamten abhängig gemacht werde. Gleichzeitig klage die Bevölkerung über das Nachlassen der Sicherheit auf den Straßen in Stadt und Land. Im Zusammenhange damit wurde auf den Fall des Mörders Tripp hingewiesen, und es wurden entsprechende Fragen an das Staatsministerium gerichtet. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst auf Grund der zugleich für den Justizminister erteilten rufsunfähigkeit die Leistung der Pensionsversicherung mit dem Steigerungsbetrag der Angestelltenversicherung zu gewähren und die Invalidenrente daneben zu zahlen, sofern die besonderen Voraussetzungen für ihre Gewährung erfüllt sind. * K e i n e N a c h u n t e r s u c h u n g e n d e r A r l e g s b e s c h ä d i g t e n. Der Reichsarbeitsminister hatte in Verbindung mit der vor etwa Jahresfrist ergangenen 5. Novelle Die Grenzen der Wohlfahrtspflege. Ein Ergänzung zur letzten Skadtverordnetensitzung. Auswanderung nach den Vereinigten Staaten. Da am 17. Januar von den in Deutschland befindlichen amerikanischen Konsulaten Anträge auf Erteilung von Auswanderungsvisen entgegengenommen werden, verweist der Norddeutsche Lloyd in Bremen nochmals auf die vor einiger Zeit in den Zeitungen erschienene Notiz über eine eventl. bevorstehende Sperre der Einwanderung und teilt hierzu ergänzend mit, daß inzwischen bei der Zentrale in Bremen eine Kabelnachricht aus Newyork eingegangen ist, derzufalge verschiedene Gesetzentwürfe von einigen Senatsmitgliedern ausgearbeitet wurden, die eine Sperre vom Jahre 1930 an behandeln. Ob diese Entwürfe jedoch Aussicht auf Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten. Wer die Absicht hat, in absehbarer Zeu nach den Vereinigten Staaten auszuwandern, sollte sich von den am Platze befindlichen Vertretern des Norddeutschen Lloyd unbedingt zum 17. Januar bei den zuständigen amerikanischen Konsulaten anmelden lassen Die Ausfüllung der Formulare sowie Auskünfte über Reisegelegenheiten usw. sind ohne jede Kosten. Wahrer und falicher Vogelichutz im Es ist falsch, Speisereste und Brot zu füttern, denn die Finkenvögel nehmen solches Futter nicht an. Dann auch säuert Brot und Kartoffel sehr leicht und die VöVon zuständiger Seite wird der WohlfahrtsKorrespondenz geschrieben: Bei den im ersten Viertel des neuen Jahres bevorstehenden Haushaltsberatungen der öffentlichen Verwaltungen werden die Anforderungen für die Wohlfahrtspflege der Gegenstand lebhafter Erörterungen bilden. Diese Posten haben ein Vielfaches der Vorkriegszeit erreicht und bilden die Hauptlast aller öffentlichen Etats. Die herrschende Not verlangt erhöhte Mittel; die Vertreter der Steuerzahler aber fordern Einschränkung der Etatsposten, die bei der schweren, vielfach kritischen Lage des Gewerbes, vor allem der Landwirtschaft, steuerlich nicht mehr tragbar seien In stärkerem Maße noch als schon in den Vorjahren wird angestrebt werden, die Wohlfahrtspflege einzuschränken und zu begrenzen. In weiten Kreisen der Bevölkerung, zumal auf dem Lande, wird Wohlfahrtspflege als sekundär betrachtet, während jetzt alles darauf ankomme, die produktive Kraft des Volkes zu entwickeln. Man müsse, so heißt es, wirtschaftlich denken, und ein solches Denken und Verhalten wird den Verwaltungen immer wieder zur Pflicht gemacht. So erwächst die Gefahr, daß im Eiser des Gefechts das Kind mit dem Bade ausgeschuttet wird. Denn wohlverstandene Wohlfahrtspflege ist in ihren sozialen und sanitären Auswirkungen produktiv und störkt die Wirtschaft Angesichts dieser Sachlage ist es dringend nötig, sich über den Sinn der Wohlfahrtspflege klar zu werden. Zuzugeben ist den gegnerischen Stimmen, daß in der Zeit vor dem Kriege bei der herrschenden Massennot und der daraus erwachsenen Ueberfülle der Verwaltungsaufgaben die Grundgedanken der Wohlfahrtspflege nicht überall zur Durchführung gekommen sind. Um so dringender ist jetzt zu fordern, daß sie in Zukunft wieder zu gesicherter Geltung gelangen. Vor allem der Grundsatz individueller Bemessung der Hülfe nach Lage und Eigenart jedes Einzelfalles und die erziehliche Ausgestaltung der Hilfe. Soweit es sich nicht um alte und körperlich oder geistig Kranke handelt, die versorgt werden müssen, soll die Wohlfahrtspflege vor allem Hilfe zur Selbsthilfe sein. Jede über das notwendige Maßgewahrte Hilfe ist nicht nur überflüssig, sondern unter allen Umständen schadlich, weil sie die Verpflichtung zur Selbsthilfe und zur Familienhülfe mindert und die schon bedenklich gewachsene Neigung noch weiter fördert, sich auf den Sächel der Allgemeinheit zu verlassen. Unter den Fachleuten der Wohljahctopflege herrscht Uebereinstimmung dahin, daß in neueren Gesetzen wie derholt die Grundgedanken echter Wohlfahrtspflege nicht immer befolgt worden sind. Die Lage der Dinge läßt es jedoch dringend erwunscht erscheinen, daß die Rücksicht auf einzelne hilfsbedürftige Gruppen der Bevölkerung nicht über die allgemein anerkannten Grundgedanken sinngemäßer Wohlfahrtspflege hinwegsieht. Die Folgen müssen dann dahin führen, daß auch der gesunden Wohlfahrtspflege Gegnerschaft erwachst. Der neubegründete kommunalpolitische Ausschuß des Reichstages wird nach dieser Richtung hin viel fruchtbare Arbeit leisten können. Unser Wetterbericht. Ueber der Nordsce hat sich ein kräftiges Teiltief ausgebildet, das dem Nordwesten Deutschlands heute morgen trübes Wetter mit Schneefällen brachte. Er herrscht daselbst leichter Frost, wahrend sich in Süd und Ostdeutschland der Frost wieder verstärkt hat. Das nordwestliche Hochdruckgebiet schwächt sich ab und wird dabei verbunden durch das über der Nordsee liegende Randtief. Vorhersage bis Donnerstag: Meist wolkig mit Niederschlägen, zunächst mild, später wieder eiwas kälter Schueebericht vom 15. Januar. Im Gebirge ist bei anhaltendem Frost vielsach Neuschnee gefallen. Der Kahle Asten hat 40 cm Schnee be 8 Grad Kälte. Die Sportmöglichkeiten sind überall gut. Das Frostwetter hält auf den Höhen an. %% au" vur 2bzum Reichsversorgungsgesetz verfügt, daß die sonst regelmäßig von Amts wegen vorgenommenen Nach umtersuchungen der Kriegsbeschädigten n Ende 1928 unterbleiben sollten. Der Ablauf dieser Frist hatte unter den rund 800000 Kriegsbeschädigten erhebliche Beunruhigung hervorgerusen, weil die Nachuntersuchungen vielsach eine Herabsetzung oder gar Entziehung der Rente zur Folge haben. Wie der Verband der Kriegsbeschädigten und der Kriegerhinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes„Kuffhauser" nunmehr von maßgebender Seite erfährt, hat der Reichsarbeitsminister das Verbor der amtliche Nachuntersuchungen dis auf weiters verlängert * Steuermahnung Die Stadtkasse mohnt heute in einer Bekanntmachung rückständige Steuern an. Die kostenpflichtige Beitreibung beginnt am 21. Januar. * J a h r r a d d i e b s t a h l Montag nachmittag zwischen 14 und 22 Uhr wurde aus dem Fahrradaufbewahrungsraum der Zeche Shamrock 1=2 in Herne ein Herrenfahrrad Marke Göricke, Nr. 1074114, gestohlen. Vor Ankauf oder Inpfandnahme wird gewarnt. Wer kann über den Täter oder den Verbleib des Rades sachdienliche Angaben machen? Mitteilungen an das Kriminalkommissariat 10 in Herne, Mont=Cenis=Str. 10, erbeten. * Laßi Kinder abends nicht einkaufen. Montag abend sollte ein etwa 12jähriger Jungeinige Waren einkaufen. Er hatte bereits einen vollen Korb am Arme hängen und wollte auf der Wilhelmstraße noch einiges einkaufen. Der Junge sah sich bereits von einem etwa 18—20jährigen Burschen verfolgt, ahnte aber nichts Böses. Kurz vor der Ecke Schulstraße zählte der Junge seine Geldbörse nach. Als der Junge weitergehen wollte, wurde ihm plötzlich von hinten durch den Burschen die Geldbörse mit ungefähr 8 Mark entrissen. Vor Schreck ließ der Junge seinen Warenkorb fallen, schrie um Hilfe und nahm mit anderen Personen die Verfolgung auf. Der Bursche, der sich verfolgt sah, warf die Geldbörse von sich. Leider konnte der Lümmel zur Baumstraße hin entkommen. * Vorsicht beim Schneeballwersen Auf der Schulstraße(Neumarkt) vergnugten sich gestern mehrere Knaben mit Schneeballwerfen. Einer der Knaben wurde dabei so unglücklich am Kopfe getroffen, daß er mit einer heftig blutenden Kopfwunde ohnmächtig fortgetragen werden mußte. * Durch die Glätte der Straße kam auf der Kronprinzenstraße eine Marktbesucherin zu Fall und verlor dabei 5 M. * Rodelunfälle. Beim Rodeln an der Marktgroßhalle erlitten zwei kleine Mädchen von 6—7 Jahren Kopf= und Armwunden.— Auf der Castroper Straße zog sich ein Junge beim Rodeln zwei tiefe Schnittwunden und einen Beinbruch zu, so daß er mit einem Lieferauto nach Hause geschafft werden mußte. * Vom Personenauto angefahren wurde auf der Horsthauser Straße ein junger Mann, der infolge der Glätte ausrutschte. Den Autofahrer trifft nach Aussage von Zeugen keine Schuld. * Der Verein Schlesischer Landsleute Herne! hielt Sonntag, den 13. Januar, im Vereinsheim Ww. Dunschen seine Generalversammlung ab. Der 1. Vorsitzende, Landsmann Hoffmann, eröffnete dieselbe und gab die Tagesordnung bekannt. Der Kassierer gab den Kassenbericht. Die Revisoren hatten die Kasse geprüft und alles in bester Ordnung befunden. Daraufhin wurde dem Kassierer Entlastung erteilt. Die Berichte des Vorsitzenden und Kassierers ließen auf gutes Arbeiten zwischen Mitgliedschaft und Vorstand schlieten. Bei der nun folgenden Vorstandswahl fungierte Landsmann Morschinski als Wahlleiter, welcher dem alten Vorstand für seine Bemühungen im verflossenen Jahre dankte. Der neu gewählte Vorstand setzt sich aus folgenden Landsleuten zusammen: H. Hoffmann, 1. Vorsitzender: Sabischsen., 2. Vorsitzender: Gerumann, 1. Schriftführer; Teichmann, 2. Schriftführer: Pätold, 1. Kassierer; Einspenner, 2. Kassierer. Als Beisitzer Wenke sen. und Frau Elsner. Letztere wurde neu gewählt. Ebenso wurden neu gewählt die beiden Kassenrevisoren Grützner und Böhm. Als Unterkassierer für den Stadtteil Sodingen wurde Landsmann Koch gewählt Alsdann erfolgten drei Neuaufnahmen. Nach Erledigung einiger interner Fragen schloß der Vorsitzende die Generalversammlung mit der Bitte um zahlreiches Erscheinen beim Maskenball im Saale des Wirts Strickmann am Sonntag, dem 20. Januar Alfhoff Rectlinghausen. Invenfur-Ausverkauf Gewaltige Preisermässigungen. Beachten Sie unsere 30 Schaufenster! * Der Ehsenduhneiverein Friedrich der Große hält Sonntag, den 20. d. M., nachm. 5 Uhr. eine Ge neralversammlung ab. Wegen der Wichtigkeit der Ta gesordnung, u. a. Vorstandswahl, Jahresbericht usw ist es notwendig, daß alle Mitglieder erscheinen. Saisonarbeiterfürsorge. nehmen, die au Winterarbeit eingestellt sind oder die nicht für das Baugewerbe, sondern für andere industrielle Unternehmungen ununterbrochen arAusführungsbestimmungen und Ausführungsverordnung zum Gesetz über die Sonderfürsorge bei be* Der Bürgerschützenverein„Weidmannsheil" Herne rufsüblicher Arbeitslosigkeit sind soeben erschienen. hielt am Sonntag, dem 13. 1. 1928 seine diesjährige Berufsübliche Arbeitslosigkeit wird darnach anerkannt beiten. Generalversammlung in den Räumen des Vereins= bei Angehörigen von Berufsarten, die in den letzten 261 Praktisch wirkt sich das neue Gesetz so aus, daß die lokals Emil Biermann ab, die recht gut besucht war. Wochen ihrer versicherungspflichtigen Arbeitnehmer= Angehörigen der Berufe, mit berufsüblicher ArbeitsDer 1. Vorsitzende, Malermeister Fr. Klemm, er= tätigkeit vor der Arbeitsloswerdung mehr als die lossigkeit nach der allzemeinüblichen Wartezeit von öffnete die Versammlung und erteilte dem 1. Schrift Hälkte in G. Tödte(Pizarro). R. von der Linde(Rorcr) urd Alfred Karen(Fernar#to) Poul Drach am Puli zeigte befeuernde Führung. Die Regie K. Stebolds hatte beachtliches Niveau. Störend wirkte Töd. tes Napoleonmaske. Dennoch zum Schluß starker Beifall. Kr. Betriebsarten nachfolgender Art ausgeführt haben: Land= u. Forstwirtschaft, FriedhofsVersammlung führer das Wort zur Verlesung der letzten Niederschrift und des Jahresberichtes, die beide gutgeheißen wurden. Anschließend erstattete der 1. Kassierer den Kassenbericht, der sich in mustergültiger Ordung befand, so daß dem Kassierer Entlastung erteilt werden konnte, von natürlichen Steinen, Ton und Lehm, Kalt=, Gips Zur Neuaufnahme hatten sich 6 Mitglieder gemeldet, und Traßindustrie, Betonwarenindustrie, Ziegelindu# die sämtlich aufgenommen wurden. Die Neuwahl des strie, Baugewerbe(Mauerei, Zimmerei, Beton= und Vorstandes ergab, daß der bisherige Vorstand einstim: Eisenbetonbau, Tiefbau), Baunebengewerbe(Bauglamig wiedergewählt wurde. Das bisherige Vereins= serei. Malerei, Tüncherei, Stutkateur= und Gipsergelokal Emil Biermann wurde für 1929 ebenfalls ein=swerbe, Dachdeckerei, Steinsetzerei, Asphaktiererei, stimmig wiedergewählt; ein Zeichen, daß sich die Schornsteinbau, Kanalisations=, Gas= und WasserleiSchützen in den Räumen wohl fühlen. Weiter wurde tungsbau. Gerüstbauerei, Abbruchsgewerbe, Gleisbeschlossen, die diesjährige Fastnachtsfeier am 9. Fe= und Oberbauunterhaltung bei den Eisenbahnen sowie bruar in der Weise wie bisher in den Räumen des schließlich bezirksweise Küstenschiffahrt, Binnenschiff Vereinslokals zu veranstalten. Die Feier soll nur im fahrt, Flößerei engsten Familienkreise vor sich gehen. Nach Erledigung] Unter die Anordnung fallen von den Technider Tagesordnung schloß der 1. Vorsitzende die Gene=skern der Steinindustrien und des Baugewerbes ralversammlung. Jedoch blieben die Schützen beim namentlich folgende: Betonmeister, Baggermeister, Glase Bier noch lange fröhlich beisammen. 7 Tagen, zunächst sechs Wochen Anspruch auf Arbeits losenunterstützung haben. Dann werden sie für wei tere 6 Wochen aus der Sonderfürsovge des Reichs unterstützt, deren Höhe sich ach den Sätzen der Krisengärtnerei, Heringssischerei, Torfgräberei, Gewinnung unterstützung bemißt. Für den Genuß der Sonderfürvon natürlichen Steinen, Ton und Lehm, Kalt=, Givs= sorge während der letzten 6 Wochen muß die Bedürftigkeit im Sinne der Verordnung über Kri senunterstützung anerkannt werden, was bei großstädtischen Arbeitern allgemein geschehen dürfte. Die beabsichtigte generelle Sonderstellung der Großstädte (über 100000 Einwohner) ist nicht Gesetz geworden. Nach Ablauf der drei Monate lebt der Versicherungsanspruch wieder auf. Der Bezug der Sonderfürsorge wird dabei nur zur Hälfte angerechnet, so daß im Ganzen 6 und 3 gleich 9 Wochen und nicht eiwa 12 Wochen verbraucht sind. Es verbleibt mithin noch ein Anspruch in Höhe von 17 Wochen für evtl. eintretende konjunkturelle Arbeitslosigkeit Die Verwaltungsausschüsse der Landesarbeitsäm * Der Krieger-Verein Herne-Bahnhof Han uin Sauute. fim 1. anm im Hmmmn die Sonderfalfbige außer den gerernren auch tell befondere Festsetzungen zu treisen. Si Generainersammsung an die ungelernten Arbeiter(Lohnarbeiter wechselnder ginn und Ende dieser Arbeitslosigkeit für die einzelnen Dies siechr gnt Hesuche mar. Por Eintritt in die Tages= Art), einbezogen, die als Lohnarbeiter ader Bauhilfs Gewerbe fest, wobei die Dauer höckstens vier MoParsighende Kamerad 11 17c, arbeiter in den bezeichneten Saisonbetrieben gearbeitet nate eines Jahres betragen darf und grundsätzlich in ein Famerad und zwar Hermann““““ be aber stets die Arbeit mehr als die Hälfte das Winterquartier fallen muß. Risch zur gronen Armee abberufen worden ist. Zu der letzten 26 Wochen versicherungspflichtiger Be= Das Gesetz, die Ausführungsverordnung und die Ehreg des Terstorbenen erhoben sich die Kameraden[c#tigung ausgefüllt haben muß. Verordrung über die Wartezeit für Arbeitslose treten Rich Erledian“, der üblichen. Den Verwaltungsausschüssen der Landesarbeits= rückwirkerd vom 2. Dezember ab in Kraft. Das GeWeerst###### Aufnahme von drei neuen Mitalis amter ist die Ermächtigung erteilt, aus der Gesteins=, setz über die ergänzende Sonderfürsorge ist vorläufig Hrnt erfolate die Erstattung des Jahresborichte duuech Beton= und Ziegelindustrie usw. die Betriebe auszu= bis zum 30. September 1929 b Eingesandt. Zustände am Bahnhof Herne-Börnig. Wer kennt nicht den Bahnhof Börnig? Zwischen Dortmund und Wanne besteht ein Pendelverkehr. Ein großer Teil der Horsthauser Bevölkerung benutzt die auf dieser Strecke verkehrenden Züge. Wer nun bei schlechtem Wetter aus dem Bahnhof Börnig herausgeht, tut gut, sich mit derben und wasserdichten Schuhen zu versehen, da es sonst ausgeschlossen ist, den Weg betreten zu können. Einige Karren Kesselasche könnten dies Wunder bewirken. Auch läßt die Beleuchtung des Weges viel zu wünschen übrig. Eine Polizeistreife wäre erwünscht, damit das lichtscheue Gesindel, das sich am Bahnhof herumtreibt und Fahrgäste aller Art belästigt, verscheucht wird. Der eigentliche Börniger Bahnhof, dessen Ruinen an alte Zeiten erinnern, könnte der Neuzeit entsprechend ausgebessert werden. Gerade in den Wintermonaten ist es sehr ungemütlich, im ungeheizten Warteraum sitzen zu müssen. Vielleicht wird sich nunmehr die Stadtverwaltung nach der erfolgten Eingemeindung mit der Reichsbahn in Verbindung setzen, damit man ohne Angst und Sorgen den Bahnhof Börnig verlassen kann. H. B. Briefkasten. Anfragen an ebenso mut nseren Brietkasten müssen mit Unterschrift verseben und i letztgültige Quttung beigesstat sein. Wo dieses nicht der Fall in, erfolgt keine Beantwortung. dern, erfolgte die Erstattung des Jahresberichts durch den 1. Schriftführer Kamerad Szillat: daran schloß sich der Kassenbericht, welcher vom 2. Kassenführer Kamerad Rath erstattet wurde. Beide ausführlichen Berichte, die von der Versammlung mit Beifall ausgenommen wurden, zeigten, daß der Verein auch im verflossenen Jahre in jeder Hinsicht gute Fortschritte gemacht hat. Nach vorheriger Kassenrevision, die von den als Kassenprüfer gewählten Kameraden Suberg und Berger vorgenommen war, und bei der alles in bester Ordnung gefunden wurde, wurde dem Kassenführer Entlastung erteilt. Bei der anschließend stattgefundenen Wahl des satzungsgemäß ausscheidenden 1. Vorsitzenden, Kameraden Utsch, wurde dieser durch Stimmzettel einstimmig wiedergewählt. Der ebenfalls aussche dende 1. Schriftführer, Kamerad begrenzt. die Sterbeziffern unverandert geblieben sind. Die Sterbeziffern der Regierungsbezirke schwanken zwischen 102,6 im Regierungsbezirk Stade und 146,8 im Regierungsbezirk Strassund. Ueber dem Staatsdurchschnitt von 119,3 liegen außerdem noch 20 Regierungsbezirke. Unter dem Staats dige Einweihung erfuhr. Kam. Markmann wurde als Szillat und der Beisitzer Kamerad Willenberg wurden Vertreter zur Bundessitzung am 19. Januar in Düs durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Sämtliche Kameraden nahmen die Wahl an. Für den Kameraden Decker, der keinen Posten als 2. Schriftführer aus dienstlichen Gründen niedergelegt hat, wurde der Kamerad Hans Berger einstimmig gewählt. Als Kassenprüfer wurden die Kameraden Suberg und Dr. Peters gewählt. Anschließend sprach der 1. Vorsitzende allen Kameraden, besonders dem aus dem Vorstande ausscheidenden Kameraden Decker, für ihre treue und verdienstvolle Mitarbeit, die sie zum Wohle des Vereins geleistet haben, den besten Dank aus. * Verein ehemaliger 131er. Vergangenen Sonntaa hielt der Verein ehemal. 131er im Vereinslokal Gustav Dietze seine diesjährige Generalversammlung ab die sich eines sehr guten Besuches erfreute. Gegen 6 Uhr wurde die Versammlung vom 1. Vorsitzenden, Kameraden Spiekermann, eröffnet. Mit den besten Wünschen für das neue Jahr begrüßte er die Kameraden und stattete dem Vorstand und Verein seinen Dank ab für die treue Mitarbeit im verflossenen Jahre. Punkt 1 der Tagesordnung war Verlesung der letzten Niederschrift. Dieselbe wurde vom 1. Schriftführer, Kameraden Bosbach der Versammlung bekannt gegeben. Hierauf verlas Kamerad Rebbe als Kassenrevisor den Kossenbericht, der so recht ein Bild von der Sparsamkeit des Vorstandes gob. Die Kasse war vorher von den Revisoren Kameraden Rebbe und Mücher geprüft und für richtig befunden. Die beantragte Entlastung wurde dem 1. Kassierer, Kam. Ostwinkel, erteilt. Der Jahresbericht wurde vom 1. Schriftführer der Versammlung bekannt gegeben und zeigte intensive * Verein ehem. 159er und 219er Herne und Umg. Die erste Versammlung nach der Gründungsversammlung fand Sonntag nachmittag im Vereinsheim Fuhrmann, Mont=Cenis=Straße statt. Die Mitglieder hatten sich hierzu fast vollzählig eingefunden. Sie wurde von dem 1. Vorsitzenden, Kam. Markmann eröffnet und geleitet. Das Protokoll wurde verlesen pem. 2—. und von der Versammlung für gut geheißen. Fünf durchschnitt liegen außer Stade noch 13 Regierungs hme. Es wurde nun= bezirke. Der Anstieg der Sterbeziffern in fast allen Regierungsbezirken macht sich am stärksten in Berlin mit 7,5 v. H. bemerkbar. Im Regierungsbezirk Merseburg ist die Sterbeziffer dem Vorjahre gegenüber unverändert geblieben, während in den Regierungsbezirken Oppeln, Hannover, Hildesheim. Aurich. Trier und Sigmaringen ein Rückgang festgestellt werden konnte. neue Mitglieder fanden Aufnahme. mehr in die Statutenberatung eingetreten und das Statut des Kysshäuserbundes als maßgebend angesehen. In liebenswürdiger Weise hatten Damen der Mitglieder eine Tischstandarte gestiftet, die eine wür A. G. Die gesetzliche Miete ist am 1. 10. 27, auf 116 Prozent der Friedensmiete erhöht worden. Hierzu kommen dann noch die ortsüblichen Zuschläge, gewerbliche Räume sird frei. N. S. 100. Zur Untervermietung hat der Mieter in jedem Falle die Erlaubnis des Hausbesitzers einzuholen. Das Wassergeld ist in der Miete enhalten; sobald es aber mehr als 3 Prozent der Friedensmiete übersteigt, darf dieses Mehr auf die Mieter umgelegt werden.— Malfreund. Ein ausgezeichneter Kopist, alter Meister(besonders Niederländer), ist der Kölner Moer Wilhelm Jansen, Köln=Deutz, Siegburgerstraße 87. Schlau. Eine Seemeile beträgt 1,852 Kilometer. seldorf bestimmt. Unter Punkt Verschiedenes wurde angeregt, die Neuanmeldung bei dem 1. Schriftführer, Kam. Kraft, Steinweg 17, geschehen zu lassen. Anschließend an die Versammlung fand ein Preiskegeln statt, bei dem der 1. Damenpreis der Frau Kraft und der 1. Herrenpreis dem Kam. Dickhoff zufiel. Todesursachen der in Preußen im Jahre 1927 gestorbenen Personen. Erhöhung der Sterbeziffer gegen das Vorjahr. Anstieg der Sterbeziffer am stärksten in Berlin. Im Freistaat Preußen starben, wie der Amtliche Preußische Pressedienst der„Statistischen Korrespondenz“ entnimmt, 1927(1926) 461 938(445 754) Personen oder 119,3(115,9) auf 10000 Lebende. Während die Sterbeziffer seit dem Jahre 1922 von 141.6 auf 115,9 im Vorjahre zurückgegangen war, erhöhte sie sich bei einer Zunahme von 16184 Todesfällen im Berichtsjahre um 3,4 gegen das Vorjahr. Von den Sterbefällen entfieten 272 130(257 121) auf die Städte und 189 808(188 633) auf das Land; die Sterbeziffer ist dementsprechend in den Städten von 119,9 auf 1253 und auf dem Lande von 110,9 auf 111,6 angestiegen. Zugenommen hat die Sterbeziffer bei den übertragbaren Krankheiten um 2,4(1926: 26,1) hauptsächlich infolge eines Anstiegs der Todesfälle um rund 3 100 an Lungenentzündung und rund 8800 an Influenza, bei den Krankheiten der Kreislauforgane um 1,3(17,1), Krebs= und anderen Neubildungen um 0,6 Arbeit im Vorstand und Verein. Die darauf folgende(11.2) den Krankheiten der Atmungsorgane um 0,5 Vorstandswahl wurde glatt erledigt. Satzungsgemaß(45), den tödlichen Unfällen um 0,2(3.8) und den mußten in diesem Jahre der 1. Vorsitzende. 1. Schrift= Krankheiten der Harn= und Geschlechtsorgane um führer 1. Kassierer und 2 Beisitzer ausscheiden. Da 0.2(3.0) seitens der Versammlung einstimmige Wiederwahl in Vorschlag gebracht wurde mige Wiedenwahl erfolgte alsdann einstimUnter Punkt Festangelegenheit sorgane um 0,7(9,0), beim Gehirnschlag und den angurde beschlossen, die in diesem Jahre stattfindende deren Knankheiten des Nervensystems um 0.1(9.6), 25jahrige Jubelfeier verbunden mit Real= während bei angeborener Lebensschwäche und Bilmentsfeier am 15., 16. und 17 Juni recht festlich zu be= dungsfehlern(6.8), bei Altersschwäche(12,2), Selbstgehen. Im Anschluß hieran wurden für den Festaus morden(2,5), Mord und Totschlag(0.2) und den schuß die Kameraden Nrm. Bode, Dietze, Mü cher, Merkel und Feldmann gewählt. Unter Punkt Verschiedenes wurde der Beschluß gefaßt, in diesem Jahre das Gründungsfest am 7. April nach der Versammlung durch einen gemütlichen Abend mit den Damen des Vereins, im Vereinsheim zu feiern Vorträge aus dem Nachrichtenblatt des Vereins und Erlebnisse aus der aktiven Dienstzeit trugen viel zur Stimmung bei und hielten die Kameraden noch einige Stunden gemütlich zusammen * Krieger= und Landwehrverein Börnig. Am Sonntag, dem 13. Januar 1929 fand die Jahresversammlung des obigen Vereins statt. Sie war git besucht und wurde vom 1. Vorsitzenden mit einem Hoch auf das Vaterland eröffnet. Nach Zahlung der Beiträge verlas der erste Schriftführer, Kamerad Volkert, den Jahresbericht über das verflossene Jahr. Der Bericht war sehr ausführlich und wurde von der Versammlung genehmigt. Anschließend fand die Vorstandswahl statt für die periodisch ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Kamerad Volkert legte sein Amt als erster Schriftführer nieder. An seine Stelle wurde Kamerad Mengelers einstimmig gewählt. Kamenad Swoboda erstattete alsdann den Kassenprufungsbericht und beantragte die Entlastung des Kassierers, die auch erteilt wurde. Kamerad Pieper legte sein schweres Amt nieder. Kamerad Heinrich Böhmer jun., wurde daraufhin einstimmig zum Nachfolger gewählt. Der erste Vorsitzende, Kamerad Wefer, dankte im Namen der Versammlung, den beiden scheidenden Kameraden für ihr opferfreudiges Arbeiten für den Verein und führte die beiden Neugewählten in ihr Amt ein. Die Amtszeit des 2. Kaisie Bochumer Stadttheater. „Tosca.“ Ob die Wahl dieser blutrünstigen Oper zu befürworten ist, sei dahin gestellt. Immerhin, das Tertbuch ist bühnenwirksam und schwimmt von sinnfälligen dramatischen Effekten. Im übrigen erinnert der Gehalt manchmal in seinem nervenerschütternden Stoff an den bösesten Kolportage=Roman. Aber was tuts; Puccini ist ein Freund der Beleauts=Sänger und des großen Publikums, kein Wunder, daß die Aufführung starken Beifall sand. Die Spielleitung Karl Siebolds schuf ein bunt bewegliches Spiel, malensche Gruppierungen und einen effektvollen Abschluß des Kirchenaktes; die Stabführung besorgte mit gewohnter Sicherheit und Zurückhaltung R. Hillenbrand. Schauspielerisch und gesanglich gab Trieloff eine ausgezeichnete Studie als Szarpia. Hinter seiner chevaleresken Maske verbarg sich erbarmungslose Grausamkeit. Luise Löffler=Sheyer als Gast(Tosca) verstand sich auf die dramatische Behandlung ihrer Rolle und sang mit geschmeidiger klangvoller Stimme. Karl J. Hoffmann als Cavaradossi(übrigens Pattieras Rolle) war schauspielerisch etwas schwerfällig, hatte gesanglich jedoch gute Momente. In der Rahmenbehandlung gefielen H. Löffler(Meßner), Siebold, Karen und Becker. Der textlich geschmacklose zweite Akt murde durch das feine Ineinanderklingen der Stimmen geadelt. Man quittierte die Aufführung mit starkem Beifall. „Jidelio". Am Mittwoch gab man in bekannter alter Inze„„ nierung Beethovens„Fidelio".— Dieses schöne weiheZurückgegangen dagegen ist die Sterbezif= volle Beethovensche Werk ist monumentaler Ausdruck fer insbesondere bei den Krankheiten der Verdauungs= leidenden Merschentumes und ermahnt uns in seiner genialen Kraft an das Ewig Görtliche. Bella Fortuer Halbaerth als Fidelio besitzt bei musikalischem Gefühl ein tragfähiges Organ. Hans Bohnhoffs Florestan war gesanglich und schauspielerisch ein Lichtblick. Die übrigen Rollen hatten die bekannte gute Krankheiten im Kindbett außer Kindbetrfieber(0,5) Besetzung aufzuweisen. L. Kistemann(Jaquino), Stadt Wanne=Eickel. Dem Händler Wilh. P. aus der Pionierstraße wur Zeche Hannibal einen Güterzug von 6 Wagen mit der den am 13. 1. 1929 in der Zeit von 14,30—20 Uhr Lokomotive nach dem Schacht 2 der Zeche Hannibal zu aus seiner verschlossenen Wohnung 15 Kistchen Zigar= bringen. Als sich die Lokomotive in Bewegung setzte, ren, und zwar: 5 Kisten je 50 Stück Marke Welthan= bemerkte man, daß die Luftdruckbremsen der Güterdel, 8 Kisten je 10 Stück Marke Intimus und 2 Kisten wagen nicht gelockert waren. Der Angeklagte sprang je 50 Stück Marke Intimus gestohlen. Wer kann sach= von der in langsamer Fahrt sich befindenden Lokomodienliche Angaben machen? ltive und lockerte die Luftdruckbremsen. Er hatte nicht Die Feuerwehr mußte kommen. Montag morgen bemerkt, daß auch der Heizer sich ebenfalls von der gegen 6,15 Uhr brach in dem Stallgebäude des Friedr. Lokomotive entfernt hatte, um die gleiche Arbeit zu K. in der Luisenstraße Feuer aus, das am Dach erheb= verrichten und er glaubte, daß dieser den Dienst auf lichen Schaden anrichtete. Die Feuerwehr hat den der Lokomotive verrichte. Als der letzte Wagen des Brand gelöscht. Die Entstehungsursache ist noch un= Zuges ihn passierte, gewahrte er zu seinem Erstaunen bekannt. auch den Heizer seitwärts des Bahngleises. So trat Wer hat geschossen? Sonntag abend wurde auf das die Lokomotive die Reise allein an. An der Backstubensenster der Bäckerei K. in der Ebertstraße ein Schuß abgegeben. Das Geschoß durchschlug die Fensterscheibe, ohne jemand zu verletzen und weiteren Schaden anzurichten. Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei Wanne=Eickel, Gelsenkirchener Str. 27. Steuermahnung. Die bis zum 15. d. Mts. fällig gewordenen Grundvermögens=, Hauszins= und Gewerbelohnsummensteuern, sowie Schulgeld für die höheren Lehranstalten, Wohlfahrts= und Kurkosten wer#### Amt ein. Die Amtszeit des 2. Kassie= den mit dreitägiger Frist angemahnt. Verbleibende rers war ebenfalls abgelaufen, hier wurde Kamerad Rückstände werden vom 21. Januar er. ab ohne weiBaumhöfer einstimmig wiedergewählt. Zum tere Aufforderung im Wege der Zwangsvollstreckung Hauptmann des Vereins erfolgte die Wiederwah des kostenpflichtig beigetrieben. Außerdem werden die ge Kameraden Bullriede. Unter Punkt„Verschiede.! nes“ wurde beschlassen, die nachste Versammlung am 10. Februar 1929 stattfinden zu lassen mit nachfolgendem gemütlichen Beisammensein. Hierbei wird die Thooterabteilung wieder Proben ihres Könnens ablegen kreuzung traf im kritischen Augenblick eine Straßenbahn ein, die aber noch rechtzeitig zum Halten gebracht werden konnte. Die Schranke war nicht herabgelassen. Die Lokomotive fuhr nun in das offene Tor der Zechenanlage. Sie vermochte sich aber nur mit dem zweiten Wagen durchzuzwingen und blieb dann im Torrahmen hängen. Glücklicherweise war der Dampfhebel der Lokomotive vor Beginn der Fahrt geöffnet worden. Der Angeklagte mit dem Heizer war dem davonfahrenden Zug nachgelaufen, vermochte ihn aber erst zu erreichen, als er im Tor hielt. Nach den Bestimmungen durfte Schulz als Lokomotivführer die Lokomotive nicht verlassen. In der Dunkelheit hatte man gegenseitig das Verlassen der Maschine nicht bemerkt. Der Sachschaden war nicht erheblich. Der Lokomotivführer Sch. ist insofern zu schwer bestraft worden, als ihn die Zeche fristlos entliß, nachdem er 25 Jahre Literarisches. Weisheit des Glaubens von Alphons Gratry, übersetzt von Dr. Emil Scheller. 80 und 298 Seiten, Verlag Kösel u. Pustet, München 1928. Geb. 9.50 Mark. Gratry wählt zur Grundlage seiner Abhandlung über den Glauben das Apostolische Glaubensbekenntnis. Es ist gleichsam das Senfkorn, aus dem sich der große Baum der christlichen Glaubenslehre entwickelte, es gibt den gedrängten Inhalt der Glaubenslehre, der Offenbarung wieder, ist Wahrzeichen und Unterpfand des wahren Glaubens. Dem Aufbau des Symbolums folgend behandelt er die Lehre von Gott dem Einen und Dreifaltigen, von Jesus Christus, dem Erlöser, vom heiligen Geiste, von der Kirche, von den Sakramenten und von dem„ewigen Leben". Das alles bietet er aber nicht als trockene Theologie, sondern als lebendiges Zwiegespräch zwischen einer unwissenden, unschlüssigen und verwirrten Seele und einem Priester. Es ist nicht jedermanns Sache, die Wahrheit in Form von Frage und Antwort sich vortragen zu lassen. Das hemmt den ruhigen Fortgang der Lesung, zwingt zu langsamem Voranschreiten. Aber gerade das beabsichtigte Gratry. Denn diese tiefsten Fragen, die den menschlichen Geist bewegen, wollen durchbetrachtet sein, sonst bleiben sie ohne alle Frucht. Gratry geht keiner Schwieri keit und keinem Dunkel, das der Glaube bietet, aus dem Wege. Es ist bewundernswert, wie dieser scharfsinnige Geist immer die seinen Zusammenhänge zwischen Natur und Uebernatur herauszuerheiten vermag. Gerade dadurch erhält das Buch, das man mit Recht einen Katechismus der Gebildeten genannt hat, seine Bedeutung für die Gegenwart. Nicht geistreiche Philosopheme, sondern wirkliches Leben ist es, was Gratry hier bietet. Mit Freude und Bewunderung sieht man, wie von Seite zu Seite der Bau des katholischen Glaubensgebäudes kraftvoll und einheitlich sich vor dem gelstigen Auge höher türmt— es ist ja der göttliche Gedanke selbst, der hier verwirklicht ist—, so daß man wie der Zweifler am Schlusse des Buches in tiefer Gemütsbewegung sein Urteil in das schlichte Wort zusammenfaßt:„Das ist schön!“ Reinheit und Jungfräulichkeit von Dietrich von Hildebrand, Universitätsprofessor in München, Verlag Kösel u. Pustet, München. 84, 213 Seiten. Brosch. 4.50; Ganzleinen 6.50 Mark Wenn in unserer oberflächlichen, zum Laxismus auf sexuellem Gebiete neigenden Zeit der Verlag Kösel u. Pustet von dem Werke„Reinheit und Jungfräulichkeit“ schon kurz nach dem ersten Erscheinen das 3.—8. Tausend der Oeffentlichkeit übergeben kann, so ist das ein sicheres Zeichen, daß diesem Buche ganz besondere Vorzüge eigen, die ihm einen so schnell wachsenden Leserkreis geworben haben. In der Tat gehört das Hildebrandsche Buch zum Schönsten und Tiefsten, was über Reinheit, Ehe und Jungfräulichkeit bislang geschrieben worden ist. * Aus dem Januarheft von Paul Kellers Familienzeitschrift „Die Bergstadt". Förster Lummingers Neujahrsmorgen Eine Humoreske von Paul Keller.— Die sieben Sorgen des Kriminalrats. Ein heiterer Roman von Rudolf Haas.— Mit Bezugnahme auf. Erzählung von Fritz Müller=Partenkirchen.— Die Kinder des Tages. Romantische Erzählung von Anna Hilaria von Eckhel— Rokoko. Historische Novelle von Walter Schimmel=Falkenau.— Es ist ein Ros' entsprungen. Eine Volksliedergeschichte von Kurt Arnold Findeisen.— Silvestersitten. Von Max Jungnickel.— Der unsterbliche Strauß. Sizze von Erika Schulz-Röbbelen— Bahnhöfe und Fernverkehr. Vovn Fritz weuwag(reich illustriert). Göttersuche in Afrikas Erde. Ein Ausgrabungsbericht von B. Graf Khun de Prorok(illustriert).— Giotto. Ein Lebensbild von H. Heine(mit vielen Bildern).— Mdachi, die Straußin und ihr Gefährte. Eine Tiergeschichte von Walter Boje(illustriert).— Alte Kunstuhren. Eine kulturhistorische Studie von Anton Lübke(mit zahlreichen Abbildungen).— Der Leutnantskrieg in Schlesien. Geschichtsbild von Dr. Martin Lezius. Mu Abbildungen nach Zeichnungen von Herbert Knötel d. J.— Der bunte Bogen mit Anekdoten und Kurzgeschichten.— Gedichte.— Ein= und mehrfarbige Kunstbeilagen nach Gemälden von G. Schrimpf, G. H. Naccke, B. L. von Szabe und Engelhardt=Kyfshäuser— Musikbeilage. — Büchertisch.— Schach= und Rätselecke.— Jugendbeilage: Das Luftschiff Ein außerordentlich reiches Hest, interessant und abwechselungsreich, belehrend und unterhaltsam, eine Familienzeitschrift im besten Sinne des Wortes. Preis des Heftes 1.50 RM. Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlag Wilh. Gottl. Korr, Breslau 1. setzlichen Verzugszinsen erhoben. Wegen fahrlässiger Transportgefährdung hatte sich der Lokomotivführer Sch. aus Wanne=Eickel vor ununterbrochen den Dienst auf der Lokomotive gut dem Schöffengericht zu verantworten. Am Abend des ausgeführt hatte. Unter Berücksichtigung dieses Um3. September war der Angeklagte im Begriff, auf der standes glaubte das Gericht es mit einer Geldstrafe von die Straße nach Wanne kreuzenden Zechenbahn der 21 Mark bewenden lassen zu können. Alle Bücher u. Zeitschriften besorgt schnellitens Buchhandlung Koethers& Röttsches Sammelnummer 52.4 Herne. neben dem Postamt. F. 1 6: 2 S8 S EgLs2 S833 SS Be 85 * S 1752 S BSS * 2. 22— ##er T=c9R3US S S T: S.. S— S 7 S• ng.. Das letzte Werk Er hatte vom Arzt, der sein Jugendfreund gewesen, tücksichtelose Wahrbeit gefordert. Der wollte sie nicht aussorechen. „Du weißt. Du bist mir einen großen Dienst schuldia, Heurt!“ hatte er gesagt.„Es hat in unserer Jugend eine Zeit gegeben, in der die Reigung von Kläre Graf schwankte zwischen Dir und mir. Wäre ich in der Heimatstadt geblieben— wer weiß, wie es sich entschieden dätte. Aber ich sab Dein Leiden. Ich liedte Dich. Ich ging und machte Dir den Platz frei. Nach einem Jadre konntest Du Deine Hochzeit seiern mit Klare Graf. Heute fordere ich von Dir den Gegendienst. Führt meine Krankheit zum Tode? Wie lange habe ich noch zu leben. Kein Arzt würde so rob sein. Dir hierauf die Wahrheit zu antworten...“ „Deshalb bin ich zu Dir gefahren. Ich habe ein Recht darauf, daß Du sorichst...“ Der Jugendfreund versuchte. Ausflüchte zu machen. Da datte der Kranke ihm die Hand schwer auf die Schulter gelegt und ihm so ernst und durchdringend und bezwingend in die Augen geseben. Als er das Haus verließ. wußte er. daß er noch zwei Monate leden würde bei großer Schonung vielleicht noch drei. Er fuhr mit dem Jug nach Berlin zurück. An ihm vordei slog das Land mit seinen Streifen grüner Weiden und gelder Felder, über denen die Abendsonne sank. Er sad vom Fenster aus dinaus und verfolgte. die allmädlich die glübende Purvurspur am Himmel verdlaßte „Bald ist er Nacht.“ dachte er.„Auch für mich wird es bald Nacht“ Kaum in seine Stude zurückgekehrt. begann er mit der Ardeit. Fast den ganzen Plau darin nahm sein Flügel ein, den ihn einmal eine kunstliebende. reiche Dame, die eine zeitlang seine Schülerin gewesen, geNovelette von Harro Wien. schenkt. Tisch. Bett, Kleiderschrank, Bücherberd. alles mußte sich vor diesem Instrument aufs Bescheidenste zurückzlehen und in die Ecken drückon. Dieses Zimmer war fast sombolisch für sein Leben. Alles darin. Jugend. Liebe, Gesundheit, Glück hatte sich vor seiner großen Leidenschaft: der Musik zurückzieben und zurückdrangen lassen müssen wie die Gegenstände in diesem Raum. Zwei Monat hatte er noch zu leben— oder drei. Die mußte er nutzen. Er gönnte sich dann kaum Zeit zum Essen oder Schlaf. Bevor der Tag kam, mußte er fertig sein, sein letztes großes Werk! Das sollte seinen Zeitgenossen die Augen darüber öffnen, daß sie ihn verkannt und ihm den Platz nicht eingeräumt, auf den er ein Recht hatte. Das sollte sein eigenes Requiem werden, herrlich, wie es noch keinem Toten getont. Die Tage und der Mond nahm ab und nahm zu In den Nächten saß er bei der Petroleumlampe, deren sanften Schein er liebte und deren Licht allein seine immer mehr schmerzenden Augen ertrugen. Der Tod meldete sich an. Nicht nur, daß er seine Kraft immer mehr dadinschwinden fühlte— auch seinen Augen schwand die Helle. Sie wurden fast blind. Trotzdem saß er den ganzen Tag am Flügel und komponierte. Er ließ sich einen Notenschreiber kommen. Aber der Mann konnte nicht Schritt halten mit dem feurigen Genius. dem bei seinem Schwanengesang die Aktorde und Melodien zuströmten mit einer Fülle, daß keine menschliche Hand in gleicher Schnelligkeit dir Klänge zu notieren vermochte. Den Komvonisten packte die Verzweiflung. Rasch, rasch mußte es gehen. Er hörte den Tod schon auf der Straße, börte ihn im Vorgarten, hörte ihn auf der Treppe. Jede Stunde konnte er auf der Schwelle stehen. Seine unsicheren Finger tasteten nach dem Stapel Notenvapier, auf dem die Melodien in schwarze Zeichen gebannt waren. Er fühlte den Stapel ungeduldig ab. Schneller, schneller mußte er wachsen, denn der Tod atmete schon im Gemach. Es kam eine bange Nacht, in der ihm oftmals das Herz versagte und der Schwindel ihn packte, daß er hinauszusinken drohte. Aber er nahm alle Kraft zusammen. Er setzte sich an den Tisch, auf dem sein Schreiber bei seinem Fortgeben die brennende Lampe hatte stehen lassen, als ob er nicht wüßte, daß es für den Meister nur noch Dunkelbeit gab. Es brauste um ihn her und tönte. Akkorde. Melodien schwollen. Er versuchte, so gut es ging, auf dem vor ihm die Noten hinzuwerfen. Er sah nicht mehr, daß sie ineinanderdrängten und ineinanderschmolzen, so daß keines Sterblichen Blick vermocht hätte, das Chaos zu entwirren. Er meinte, er schriebe, jedem lesbar, den Schluß seines Schwanengesanges. Da wurde es ihm eng und erstickend heiß. Die Luft blieb ihm fort. Er stand auf. um zum Fenster zu gehen und es zu öffnen. Der freie, strömende Hauch draußen unter dem schwarzen, bochgewölbten Himmel mußte ihm das Atmen leichter machen. Als er aufstand, ergriff ihn Schwindel. Er tastete, eine Stütze suchend, um sich. Er bekam den Zivfel der Tischdecke zu fassen, die seinen Tisch bedeckte. Da stürzte er zu Boden. Die Decke und die brennende Lampe riß er mit berab. Flammen knisterten, Rauch entstand Ihm aber war es, als begänne eine bimmlische Orgel zu tönen. Sie stand in einer Lobe heiligen Feuers. Metsterbände spielten darauf sein letztes Werk, das in der Glut in Asche zerfiel. Musikalische Kurzgeschichten Eräht von Cai Malleng. Dreigestirn. Das alanzende Dreigestirn am Munkdimmel des geunzehnten Jahrbunderts kennzeichnete sich durch die Namen: Richard Wagner. Franz Lisst und Hans von Bülow. Als junge Leute studierten die drei zusammen Musik in Leinzig und waren schon damals eng defreundet. Sie wodnten gemeinschaftlich in einem großen Zimmer mit drei Betten und führten ein lustiges Leden. Die Foige davon war: sie batten imwer zu wenig(eld. Bald kam der Winter und idre magere Kasse gestattete nicht, sich Kodlen an zuschaffen.— Liizt und Bulow gingen viel spazieren während Wagner am Schreidtisch oder am Klavier saß und den ganzen Taa komponierte. Eines Morgens kannte er wit großen Schritten im Zimmer wutend auf und ab Die Hände in den Hosentaschen schric er fröstelnd: Schafft Heizung oder ich eririere!"— Bülow. der die gemainsame Kasse führte, meinte. es sei einfach lacher'iclNkur vernünitige Renschen. im Oktober schon zu beisen! Lacdend verließ er darauf mit Leizt das Iimmer% de machten sie idren täglichen Bummel um sich warm zu laufen— Ale sie deimkamen. waren sie erstannt und elaubten ihren Augen nicht zu trauen. Sie fanden Riagner in der stark überbeizten Stube mit dochgerotetem Gesicht mitten in der tieisten Arbeit sinen und saden zu ihrer dellen Verwundetung wie der Oken alndte. Doch wurden idre Augen immer größer, als sie idre deiden Arbeitstische und Studle kurz und klein geschlagen am Boden liegen: saden Es fediten allc Beine denn damit batte Waoner Feuer angemacht.„Was woll: Idr!“— rie er schadenfrod—„Leute. die fortwahrend soazieren geben, die branchen weder Tisch noch Studle!" Lachend amünerte er sich im Stillen. wahrend die andern beiden ratlos wieder von dannen zogen.— Am nächsten Tage erdiel! Litzt von zu Hause eine kleine Summe Geldes und sofort Brennmaterial und — neue Ttecde und Stüdle. Zur Vorsorge ließ er sie — gegen Feuergefahr verschern! Die neue Gper. Hans von Bülow war als Orchester=Dirigent wohl eines der großten Genies. Als Künstler wurde er ebenso doch geschägt, wie er als Mensch gefurchtet wurde, seiner spitzen Zunde wegen. Eines Tages wurde idm am Hoftheater in Dannovet, wo er Generalmufikdirektor war. die Partitur zu einer neuen Over eingereicht. Er sollte sie studieren. Ein Kavalier vom Hofe war der Komponist und datte die Auffüdrung am Königlichen Hoftheater durchgesetzt.— Nach kurzer Prüfung schickte Bülow das dicke Notendeft der Intendanz zurück mit dem lakonischen Vermerk:„Dilettantenware dirigiere ich nicht!“— Hohe Protektion hatte die Aufführung dennoch durchgesetzt Bei der Premiere batte die Over zwar keinen Erfolg, aber eine bezahlte Clique sorgte immerdin für ohrenbetäubenden Beifall. Zum Schluß wurde der Komvonist sogar von ihr gerufen, und erschien mit dem zweiten Kavellmeister vor der Rampe. Da geschab etwas ganz Unerwartetes. Von der Seite aus trat plötzlich Bülow auf die Bühne. Ganz in Schwarz Von dem Zolinderbut auf seinem Haupte webte ein langer schwarzer Schleier und die schwarz bebandschubten Häde trugen einen mächtigen Kranz mit Schleife. auf welcher die zwei inhaltsschweren Worte „Rube sanft!" zu lesen waren. Bülow kam wie der steinerne Geist dadergeschritten und biag den Lorbeer dem sich selig verdeugenden Komponisten um den siedestrunkenen Hals. Dann druckte er dem Verduzten noch eine frische Zittone in die Hand. gleich einem abgestochenen Schwein und wandte sich darauf zum Dirigenten, dem er— scheinbar gerührt— die Hände mit den Worten schüttelte:„Hert Kollege— ich kondoliere!"— Nach diesem feierlichen Auftritt verschwand Hans Bulow— ebenso gravitätisch, wie er gekommen.— Die neue Oper aber war damit begraben und sollte nicht mehr auferstehen!— * Der bumorvolle Richter. Einer der bedeutendsten und zugleich der wirzigten Kavellmeister am Overnbimmel war der geniale Dirigent der Baureutber Festwiele vans Richter Im Anfang seiner Lauibabn erteilte er auch Gesangunterricht.— Die grobe. junge, bsondlockige Erscheinung mit den bimmelblauen Augen war bei der Damenwelt bald in Mode, und er hatte folglich viele Schulerinnen. Mit seinen Uebungsstunden nahm er es außerordentlich genau.— Als eine junge Dame Schumanns„Dichterliebe“ kalt und gefüdllos, ohne jede innerer Anteilnahme vorsang und alle Ermahnungen zu imoulstvem Empfinden fruchtlos blieben, klappte er unwillig die Noten zu. sorang auf und fragte sie:„Mein Fräulein, waren Sie in Ihrem Leben schon einmal verliebt „Nein,— niemals!“ lisvelte verschämt die holde Jungfrau und wurde vuterrot. „Na schön, dann bitte, verlieben Sie sich erst mal ordentlich und dann kommen Sie wieder und singen Schumannsche Lieder. Adien! Sprachs und kebrte seiner Schülerin den Rücken.— Die offenberzige Geradbeit Richters war stadtbekannt. Da sie stets mit Humor gevaart, nahm man sie niemals übel. In Wien passierte es, daß eine große Konferenz von Lebrern tagte, die aus dem ganzen Reich zusammenkama: und abends geschlossen die Hofover besuchten. Richter dirigierte„Carmen" als Festvorstellung. und während des Zwischenaktes kam er auf die Büdne und musterte das Publikum durch das kleine Loch im Vorbang. Er sagte darauf zu den nebenstebenden Sängern:„Ich habe das Overnbaus schon ooller geseben, ich babe es auch schon leeter geseben, aber so voller Lehrer habe ich es noch nicht gejeden!"— * Caruso=Anckdote. Der verstorbene, weltberühmte italienische Sänger war bekanntlich auch in Amerika ein gefeierter Gast. Als er einstmals in Neuvork weilte, begab er sich eins Tages zur Post. wo ein Paket für ihn lagerte. Zerstreut und den kleinen Dingen des Alltagslebeis abgeneigt, batte der Sänger keine Ausweispaviere eingesteckt. Wie sehr er auch mit allen möglichen Hinweisen und Mitteln versuchte zu beweisen, daß er der Empfänger des Paketes, der berühmte Caruso sei. der Beamte ließ sich mit dem Hinweise auf seine Dienstvorschriften auf nichts ein „Da könnte jeder kommen und bebaupten, er sei Caruso.“ meinte er überlegen „Aber nicht jeder kann singen wie Caruso,“ erwiderte der Tenor; und schon bub er vor dem Schalter an, mit seiner wündervollen Stimme die Arie aus „Toska“. eine seiner besonderen Erfolgsnummern, zu singen Die Folge war, daß der Postbeamte nunmehr überzeugt war. Caruso vor sich zu haben. Er händigte ihm jetzt das Paket aus. In den wenigen Augenblicken, daß Caruso zu singen begonnen hatte, stand der gaue Schalterraum dicht gedrängt voller Zudörer So wurde eine undeabsichtigte Reklame für Caruse saraus. E% 988 BBRRS S— *— a 9** S S E.EE * Ne.• Anferballungsbeilage zum Heener Auzeider“ 1929 Rufhs Ehe Der eaman eines Frauenschicksals. Von A. Hruschka.(Nachdruck verbote.) Ruth, die neben ihm saß und durch eine Bewegung aufmerksam gemacht war, folgt unwillkürlich der Richtung seines Blickes. Sie sah eine wunderschöne junge Frau, an der alles flimmerte und gleißte, von dem goldblonden Haar mit den Diamanttropfen darin bis zum Saum der hellgrünen Robe, die unter einem kostbaren Abendmantel bervorschimmerte Hinter ihr schob ein Diener lautlos einen eleganten, auf Gummirädern montierten Krankenstubl. in dem eine armsesige Männergestalt zusammengesunken war Den Schluß der Gesellschaft bildeten zwei verren im Abenddreß Die schöne Frau hielt ihr langstieliges. goldenes Lorgnon an die Augen und wähte nach einem passenden Platz in dem vollbesetzten Raum aus. Da streifte ihr Blick den Tisch, an dem Ruth und ihr Mann saßen Sie zuckte zusammen und ihre Augen nahmen blötzlich einen schillernden Glanz an, während ein seltsam aus Hohn, Triumob und Freude gemischtes Lächeln blitzgleich thre Lippen umzuckte. „Dorthin!“ deutete sie dem Diener und schritt bastig voran. Ihre Augen waren jetzt unverwandt auf Ruth gerichtet. neuglerig, herausfordernd und bochmütig zugleich. Pernd der mit dem Rücken gegen die Tür saß. hatte noch nichts gemerkt. Aber er fuhr plötzlich wie elektrisiert boch, als die schmale Hand der Frau leicht seine Schulter berührte und ihre Stimme hinter ihm sagte:„Sieb da, wie nett. gleich unverhofft Bekanate bier zu treffen“ Ruth sab erstaunt, wie ihres Mannes Gesicht sich erst mit fliegender Röte bedeckte und dann aschfahl wurde Wie er. der Weltgewandte. ein paar unbeholfene Worte stammelte, und wie Baron Dreßler der schönen Fremden einen beinabe drobenden Blick zuwarf. Es schien, als ob alle Anwesenden einander kannten, denn die Romanskos begrüßten die Frau sehr überschwenglich obwwohl in den schwarzen Angen der Gräfin Romansko welt eder Aerger über die Störung. als Freude zu lesen mar An Ruth dachte im Augenblick niemand. Erst als die schöne Fremde Bernd etwas zuflüsterte, erinnerte er sich ihrer und stellte hastig vor:„Graf und Gräftr Wildenmark. Graf Albrecht Wildenmark, Dr. Berger.“ Rutd starrte fast erschreckt auf die schöne, blonde Gräfin. Hatte sie denn recht gehört? Die armselige Männergestalt dort im Fahrstuhl war der Gatte dieses strablenden Wesens? Aber sie bezwang sich rasch und stammelte mit einem änystlichen Blick auf Bernd ein paar höf'iche Worte. Sie fühlte selbst wie linkisch sie sich benahm. und es war kein Wunder, daß es bohnvoll um der Gräfin Mund zuckte. Aber es war etwas Verwirrendes. Unklares in der Sttuation, das Ruth bedrückte, ohne daß sie es hätte in Worten ausdrücken können Man setzte sich. Gräfin Wildenmark zwischen Ruth und die Romansko, mit der sie gleich eifrig zu plau dern begann. „Das hätten Sie wodl nicht gedacht, liebe Gräfin als wir vor vierzehn Tagen in Kap Martin von ein ander Abschied nahmen, daß wir uns so bald wieder hier begegnen wurden, nicht wahr?" „Nein“ antwortete die Romansky trocken.„Sie ließen kein Wort über Ihre Absicht hierber nach Paris zu kommen, verlauten!“ „Es machte sich auch gani olötzlich. Vetter Aldrecht erzählte uns nämlich von den Wunderkuren Dr. Allains ia Paris— Sie kennen den berühmten Magnetiseur?“ „Nur dem Namen nach. Er soll ein Erzcharlatan sein!“ äußerte die Romansko, die immer weniger erbaut von diesem Wiedersehen zu sein schien. Kein Wunder, wenn man bedachte, daß sie mit Vorliebe die erste Rolle spielte und sich nun durch die bedeutend jüngere und schönere Gräfin Wildenmark in den Hintergrund gedrängt sab.„Bleiben Sie lange in Paris?“ „Ich hoffe. Mein Mann verspricht sich sehr viel von Dr. Allain, und nun bleibe ich ja dooveli gerne hier, da wir so liebe alte Bekannte fanden" Ein Blick, der rasch und feurig zu Bernhard berschoß, begleitete die letzten Worte und trieb Ruth, ohne daß sie recht begriff, warum, alles Blut zum Herzen. Was sollte das bedeuten? „Sie wissen doch, daß wir dabeim in Steiermark Nachbarsleute sind, Baronin?" wandte sich die schöne Frau nun an Rutb.„Wildenmark grenzt an Reuttenstein— aber das haben Sie ja gewiß selbst gesehen!" „Rein, ich wußte es nicht. Ich war noch nie in Reuttenstein. Wir fuhren gleich nach unserer Trauung nach Paris.“ „Voltilich:. Da kennen Sie also den berrlichen Besitz noch gar nicht?“ „Nein“. „Und Ihr Gatte bing früher so sehr daran! Merkwürdig! Reuttenstein ist eine der größten und sicher die schönste Herrschaft in Obersteiermark. Dazu für Ihren Mann geheiligt durch die Tradition, denn ich glaube, sie ist schon dreibundert Jahre im Besitz der Familie Gildern.“ „Sein Vater starb dort. Vielleicht, daß dieses schmerzliche Ereignis ihm den dortigen Aufenthalt verleidet hat“, stammelte Rutb, immer mehr von einer rätselhaften Unrube ergriffen. Warum hatte ihr Bernd nie von dieser Nachbarschaft gesprochen? „Vielleicht sind es auch andere— Erinnerungen“ - wieder schoß ein beißer Blick über den Tisch berüber zu Bernhard;„die können einem wobl den liebsten Ort verleiden!" lächelte die Gräfin. Bernd saß wie betäubt da, starrte finster zu Boden, hörte zerstreut auf die Krankengeschichten, die Wildenmark ihm erzählte. und wagte nicht, Irene anzuseben. Welche Qual. hier zu sitzen und ihre lockende Stimme bören zu müssen. Liebte er sie? Haßte er sie? Er wußte es nicht. Es war Qual und Seligkeit zugleich, ihre Nähe zu fühlen... Wildenmark erzählte von seinem Aufenthalt in Kav Martin und daß ihm die täglichen Schachvartien mit Bernd sehr gefehlt bätten. „Berger spielt unter der Kanone, müssen Sie wissen, Gildern? Hätten Sie Zeit gegen Abend? Da bin ich nämlich mit der Kur immer fertig.“ „Morgen?" Bernbard sann krampfhaft nach einer Ausrede.„Morgen— warken Sie mal, Wildenmark — ja richttg, morgen reist meine Frau ab, idre Mutter ist nämlich schwer krank. Also wird es sich kaum einrichten lassen.“ „Aber im Gegenteil, das trifft sich ja samos. Da sind Sie ja Strobwitwer und konnen wie früber jeden Tag kommen!“ „Das wird nicht gut möglich sein. Ich befinde mich noch im Dienst— und überhaupt— Sie haben ja Besuch— Ihr Vetter Albrecht—“ stotterte Bernd, der sich immer hoffnungsloser in die Enge gedrückt fühlte. „Ach. der!“ Aus Wildenmarks dunklen Augen schoß plötzlich ein tückischer Blick zu seinem Vetter hinüber und glitt dann langsam zu Irene. Ein hämisches Lächeln verzerrte seine blutlosen Livven. „Ein wirklich guter Kerl ist er, mein Vetter Albrecht, nicht? Opfert sich da auf, um mich hier gesund kurieren zu lassen, obwohl mein baldiger Tod ihm vielleicht allerlei Vorteile brächte, und nicht nur das Majorat! Aber der geniert uns wirklich nicht. Zudem muß er ja auch meiner Frau Paris zeigen. Und überall können sie mich doch nicht mit sich schleppen.“ Bernhards Blut strömte in jähem Schreck zum verzen. Hatte er die deutliche Anspielung des Grafen recht verstanden? Jum ersten Mal warf er einen scheuen Blick auf Irene. Sie plauderte lächelnd bald mit Ruth, bald mit Albrecht Wildenmark. Dessen ernstes, männliches. schönes Antlitz bedeckte fieberhafte Röte. Eine rasende, sinnlose Eisersucht packte Bernd. So schnell, so ganz hatte sie ihn vergessen? War das vielleicht sein Nuchfolger, dem sie nun trügerische Märchen von der Zukunft erzählte? Und Albrecht Wildenmarl war kein Betiler, ihn konnte niemand enterben. falls er beabsichtigle, dereinst um die Witwe seines Vetters zu werben. Ein rasender Drana, auszusoringen und dem anderen an die Keble zu fahren, stieg in ihm auf. Aber da begegnete sein Blick dem Dreßlers, der plößzlich aufgestanden war und nun mit kalter Höflichkeit äußerte: „Ich denke, es ist Zeit, daß wir aufbrechen, Bernd Deine Frau sagte soeben, daß sie schon morgen frud reisen wollte, und Mitternacht ist längst vorüber" Schwerfällig wie ein Trunkener erhob sich Bernd Seine Frau— er hatte seit einer Stunde ihre Eristen; völtig vergessen gehabt. „Ja— geden wir!“ äußerte er mechanisch. „Und Sie kommen morgen, nicht wahr?" fragte Wildenmarks Stimme neben ihm. „Ich werde kommen, ganz bestimmt!“ Niemand sprach auf der Heimfahrt ein Wort. Auch als sich Dreßler in der Rue Tisseno kurz von den Freunden verabschiedet hatte, blieb das Paar stumm Wie eine unsichtbare Wand stand es zwischen ihnen. Irene dagegen war sehr gut gelaunt an diesem Abend. Das Schicksal meinte es also doch wieder aul mit ihr! Es führte ihr den Mann wieder zu, der sie tiefer beleidigt hatte, als ein anderer zuvor. Und ibr Zauber wirkte noch, das hatte sie gemerkt. Sie konnte sich jetzt rächen, wenn sie wollte, oder—— versuchen, ihn wieder zu gewinnen. Achtes Kavitel. Ruth fand ihre Mutter nicht mehr am Leben vor Einen Tag vor ihrer Ankunft war sie gestorben. Greta war erschrocken. als sie am Bahnhof das marmorblasse, so unheimlich starre Gesicht der Freundin erblickte. Was war mit ihr nur gescheben? Sie wußte doch noch gar nicht, daß ihre Mutter tot war Als Ruth es erfuhr, brach sie nicht in leidenschaftliche Klagen aus, wie Greta und idre Mutter gefürch tet batten. Später vor der Leiche, starrte sie lange tränenlos auf das bagere Gesicht der Toten, in dem nichts mebr war als ein großer Friede.„Dir ist wohl, Mutter“ murmelte sie mit blassen Lippen,„ich wollte, auch i# wäre schou am Ziel.“ Sie brach ab, denn Greta und ibre Mutter waren ins Zimmer getreten. Man armes, liebes Kind— es war Deiner verklärten Mutter letter Wunsch, daß ich trachten sollte sie Dir zu ersetzen. Wiüst Du immer daran denken daß fortan ich es sein möchte, bei der Du in allen Nöten Detnes Lebens Nat und Zuflucht suchst? Menem Herzen warst Du ja immer schon so teuer mimeln eigenes Kind!“ * „Wird Bernd zum Begrädnts kommen?" dachte Ruth bang.„oder wird er mich auch tetzt in merne### Schmerz allein lassen Aber am Morgen des Begräbnistages kam stali seiner ein langes Telegramm. Es sei ihm unmöglich gewesen, jetzt Urlaub zu bekommen. Ruth solle alfe sein Fernbleiben verzeiben. Im übrigen möge ste da ja doch der Haushalt der Verstorbenen auszulöse: sei, sich mit ihrer Rückkehr nicht übereilen, sonder altes ganz nach ihrer Bequemlichkeit einzurichten Ein paar Phrasen noch, das war alles Rutb las nur eines beraus: Daß er durchaus keidringendes Berlangen nach ihrer Heimkehr hatte. Wie auf der langen Herreise, grübelte sie auch jetzt wieder darüber nach, warum er sie wohl gebeiratet dabemochte, da sein Herz ihr doch offenbar nicht gehörte. Schlug es für eine andere?. Etwa für die schöne Frau, deren plötzlicher Anblick bei Tortoni ihn se außer Fassung gebracht? Immer wieder kreisten ihre Gedanken scheu um diesen Punkt. Aber sie fand keine Antwort darauf Bernbardine, die sich von der noch immer kranker Herzogin zwei Tage Urlaub erbeten hatte, um bei toten Freundin das letzte Geleit zu geben, war seht betroffen ihren Keifen nicht vorzufinden. Sie war * * nen ftagenden Blick auf Rutd, und der leidvolle Ausdruck ihres jungen, blussen Gesichtes bestürzte sie noch mehr. Am Abend nach dem Begräbnis zog sie die junge Frau zu sich aufs Soja und schlang herzlich den Arm um sie: „So, mein Kind. nun erzähle mir von euerm Leben in Paris. Ich ho“, ja nun nichts mehr aus Erden, als Dich und Bernd, und Du kannst Dir denken, wie mich jede Kleinigkeit interessiert. Also erzähle mal dübsch ausführlich.“ Genorsam beschrieb Ruth die Wohnung in der Rue Tiisany, die Sehenswürdigkeiten, die Bernd ihr geseigt, die Leute mit denen er sie bekannt gemacht Über sie verschwirn, wie wenig all dies nach ihrem Geschman war und wie fremd sie einander geblieben weren. eine seltiame Scheu hielt sie davon ab, von jenem letzten Abend bei Tortoni zu berichten. Der Rame Wiidenmark wurde nicht genannt. Zuletzt, als ie fertig war, fragte Bernhardine lachelnd:„Also bist Du glücklich. Liebling? Bercust Du nicht, Bernde Irau geworden zu sein?" „Rein,“ antwortete Ruth fest,„ich liebe ihn ja— wie könnte ich da bereuen?" „Und ist er immer nett zu Dir?“ „Ja, Tante Dina, immer.“ * Bernhardine reiste beruhigt wieder ab, und Ruth machte sich daran, den Haushalt ihrer Mutter auszulosen. Aber sie konnte sich nicht entschlieben, irgend ein Stück in stemde Hände zu geben.„Wenn Du nichts verkaufen willst dann schicke doch einfach alles nach Renttenstein!" schlug die wohlmeinende Taute Egloss vor.„Das Schloß soll ja groß sein“ da wer deu sich wohl einige Räume finden, wo man die Mödel auiuellen kann!“ „Ach sa— das ware so gut! Aber— wird es Bernd wohl erlauden?" „War sollte er dagegen haben? Bist Du jetzt nicht Herrin von Reuttenstein? Uebrigens kannst Du ihn a fragen.“ in derselben Stunde setzte sich Rurd hin und schried an ihren Mann. Die Antwort kam diesmal umnehend. Ratürlich sollte sie alles nach Reuttenstein schaffen lassen, dazu brauchte sie doch nicht erst seine Erlaudnis. Als ob sie nicht Herrin wäre über alles, was ihm gevorte! Auf Ruths Seele träufetten die Worte lindernd Balsam. Und dann kam eine Bitte. Bernhard schrieb: „Wäre es nicht möglich, liebe Rutd, doß Du den Trausvort selbst leitetest und bei dieser Gelegenbeit nach Reuttenstein füdrest? Du würdest mir einen gropen Gefallen damit tun, wenn Du dort mal ein dißchen nach dem Rechten säbest. Zugkeich mit diesem Brief bekam ich nämlich aus Reuttenstein Nachricht, die mich zur sofortigen Entlassung des neuen Insvektors, der sich gänzlich untanglich und unehrlich erwiese, zwang. Zum Unglück ist Frau Martens— gegenwärtig die Seele des Hauses, schwei erkrankt. Hardings ist, wie Du weißt, schon lange ausgeschaltet— gegenwärtig soll er, wie man mir schreibt, nicht mehr ganz klar bei Verstand sein— es muß also eine heillose Wirtschaft herrichen. Ich selbst kann unmöglich abkommen. Du vollbrächtest also ein gutes Werk, wenn Du hingingest und Ordnung schafftest. Zwar weiß ich wohl, daß Du von Landwirtschaft nichts verstehst— vielleicht nicht einmal Lust dazu hast— aber wenn Du mir das Opfer bringen wolltest, würde Dir Dreßlers Vater, dessen Gut„Rosenhag“ nur zwei Stunden von Reuttenstein entfernt liegt, wohl mit Rat und Tat gerne beistehen. Der alte Herr ist ein erfahrener Landwirt, und Du kannst Dich aus das, was er Dir rät, unbedingt verlassen. Wenn ich Deine Zustimmung habe, schreibe ich sofort an ihn und kündige ihm Deinen Beluch an. Die Hauptsache, liebe Rutd, ist wohl, ob Du selbst willst! Es ist ja keine Kleinigkeit, die ich Dir da zumute, wochenlang vielleicht in dem einsamen Schloß zu hausen und Dich mit den banalsten Dingen zu beschäftigen.“ Ruth hielt mit Lesen inne und lächelte unwillkürlich. Wieviel Worte er an eine lo einsache Sache verschwendete. Es war sein Wunsch— genügte dies nicht? Wußte er nicht, wie glücklich sie war, überhaupt etwas für ihn zu tun dürfen? Ein Wort ihrer verstorbenen Mutter siel ihr ein:„Nichts ist banal, was wir mit dem Herzen tun. Aber selbst das Erhabenste kann banal werden, wenn wir es ohne Hingebung ausführen.“ „Tante,“ sagte Ruth eine Stunde wäter, nachdem ibre zustimmende Antwort an den Gatten auf die Post gegeben war,„ich schicke nicht bloß die lieben, alten Möbel nach Reuttenstein, ich gebe selbst einige Zeit dabin. Und weißt Du wozu?“ u „Ich will dort Landwirtschaft studieren“, und sie berichtete ihr, was Bernd geschrieben hatte. Frau Eglofi und Greto saben einander verdutzt an. Die Sorge um leinen Besitz überwog also bei Gildern die Sehnsucht nach seiner jungen Frau, mit der er doch erst sechs Wochen verheiratet war „Warum geht denn Dein Gatte nicht selber din?" entrüstete sich Greta.„Mir schelnt, ein Mann ware in diesem Fall weitaus mehr am Platz wie Du, der all diese Dinge gänzlich fremd sind!“ „Bernd kann jetzt keinen Urlaub bekommen, und ich tue es ja so gerne, Greta. Eine große Ausgabe liegt vor mir— ist das nicht eigentlich das Schönste im Leben?“ Und ihre Augen leuchteten zum erstenmal wieder seit langer Zeit. „Ruth hat recht,“ stimmte Frau Egloff nickend bei, „wie die Dinge liegen ist es wohl ihre Pflicht, jetzt nach Reuttenstein zu gehen. Sie handelt damit nur im Sinne ihrer Mutter, die in treuer Pflichterfüllung den stärkeren Stab in allen Wirrnissen des Lebens erblickte. Halte Dich nur einmal daran, mein Kind, auch wenn Dein Herz Dich einmal anderswohin ziehen möchte.“ Innerlich war Frau Egloff nicht minder beunruhigt über diese Wendung der Dinge. Sie dachte an ihren Sohn, dem dieses Wiedersehen vielleicht gerade jetzt, da er sich endgültig mit Ruths Verlust abgefunden zu haben schten— wenigstens klangen seine letzten Briefe lebensmutiger— wieder neue Herzensqual bereiten würde. „Du wirst vielleicht gelegentlich auch Valentin dort begegnen,“ sagte sie vorsichtig am Abend vor Ruths Abreise,„denn Reuttenstein gehört in den Gemeindebezirk Birkenweiler.“ „D. das wußte ich garnicht. Wie hübsch sich das trifft. Da werde ich also garnicht so verlassen sein, als ich dachte!“ „Valentin hat sehr viel zu tun, wie er schreibt. Ich glaube nicht, daß er ohne berufliche Veranlassung öfter noch Reuttenstein kommen kann.“ Etwas in dem Ton der Sprecherin siel Ruth auf. „Wäre es Dir denn nicht recht, wenn er mich besuchte. Tante?" fragte sie erstaunt. „Nun, Du bist eine junge Frau, Ruth, und ohne Deinen Mann dort. Valentin ist mit Dir ausgewachsen, iht dutzt Euch und da könnte man vielleicht an Euerm Verkehr Anstoß nehmen.“ „Aber, Tante! Valentin ist doch so gut wie mein Bruder? Es wäre zu albern von den Leuten, wenn sie daß nicht sofort begriffen.“ Eine kleine Pause trat ein. Dann äußerte Frau Egloff entschlossen, indem sie Ruth fest anblickte:„Mein liebes Kind, ich weiß, daß Du nic etwas anderes in Valentin gesehen hast, als Deinen Bruder. Bist Du aber sicher, daß auch er immer nur die Schwester in Dir sab?" Fortsetzung folgt. Spoikskes un Spöhnkes ut Oll un Nigge Wattsche Vertallt nan Else Preingerlach Et giet in use Industriesesend noch enne ganzRiege von Lüy, de sick krotz aller Modernisterung un Uooverkultur doch den Sinn för dse olle leiwe Platt dutche Soroke un gesunnen Humor bewohrt hätt Eck well et un wogen, allerlei Lustiges ut OU un Nigge Mattsche hier teu vertellen, un dobi verstäckete eck, dat alle de Spößkes passeert sind. Ut verschiedenen Grurnen kann eck nich alle Ramen van de Helden heuschriewen. We et wäit de wäit et. Eck fang mit dem Aöwerbaupt van de Stadt Wattschr oan domols an. Dat war de düchtige un vorsame Borgermester Pokornu. Also de Här Borgermester doll un io sast an sienem Prinzip, tan paren mo et ma lam güng. un dodi passeerte em allerband, wat nich in sien Programm skonn. Be kanntlich söng ma fröher die de Schaulen tauierst met Spaten an. weil det de enzige öffentliche In richtuns es. de nich jödrlich sichtdare un klingende Viridenden asschmiet. An was dat klomswiert an de zetzige Neustadtschaule in keinem guoden Taustanne. De leitende Lährer, de verstnorwene Engere, hat all ne Riege van Innawen an den Börvermester geschickt, met de Bidde, doch för diättere Aoms tau sorgen. Dat bai nawer alle nich. Et kom de Antwort:„De Uoms woren noch nigar, de möchen noch hollen. Endlich wo et de Lährers tau dull. De armen Blagen mochen kreisen un sei solwer auk. Do mok sick ne Deoutation ob de Beene und forts taum Aöwerhaupt van Wattsche Nu wo et dem Börgermester tau dull. he kam in lolwsteigener Person den annern Muorgen tau de Schule; achter em dein söhr ne graute Kahr Koks. Au sette sick de Stadtgewaltige för den schlechtesten Uom, un dat Fuerwiärken gong los. Ein Emmer no dem annern wo in den Uom gekipot. So giegen Middes sleidn de klom met beide Backen. Triumphe rend kel sick de Herr Börgermester no dem Schaul mester um und sach:„Na, mein Lieder, was sagen Si uund, dr Den braut in Bbelur.-Ja.“ n. de Lährer, dat glow eck auk, Herr Börgermester. jarstens es et nu dolle Middas, un do achten an de Finster spürt ma noch wennig van Wiarme. Un dann, Herr Börgermester, schick Sei us men düchtig Koks. dann wellt wie de Uöms woll an Gano kriegen. in veer Wiaken sind sei kavott un wie häft alle ue Recht gekregen. Verliegen lachend kratzt sick de: Stadtüöwerhaupt achterm Ohr. un meinde dann: „Run dann habe ich mich umsonst bemüht, und nun ist Schluß mit den alten Brocken.“ Am annern Dag kam de Schmiett un drat de Uöms ef. un ei gei nigae.— * Mei dem Anfticgen de Industrie in Waitsche trocken ummer mähr Framde no hier, un dat wirken sick gewoltig tauierst in de Schaulen ut; un wier was ei de Reustadtschaule, de. noh die Zeche Zentrum de ktägen, auk füöll Kinner obnrammen machte. An ennem Austern in de iersten achziger Johren was de I-Männekes=Klasse so sull. dat de Lährin, enne sunge Deene van achtien Johren, nich wußte, wodenn met dat Kronptüch. Re Meldung un en Andrag biem Börgermester. Play tau maten un noch enne Lähr kraft antaustellen, blewen ohne Erfolg. De kleinen Blagen saten ob Fiensterhäuke, ob de Erde. ob dat Pult, kuott, üöwerall, wo en Plätzken frie was, saten Kinner. Dobie konn natürlich an ordnungsmäßiges Unnerrichten nich gedacht warn. In düise Kalamität gas en öllerer erfohrener Lährer de Lährin den guoden Ruot, alle Kinner van de Büörgerslüh ob de Eär tau setten un de Ardeerskinner inne Bänke. Dat dob sei nu auk. An de Wirkung blei nich lange ut. De Büörgerslüh störmten dem Börgermester dat Hus. un im Handumdrahn. was ne nioge Lährkraft do, un auf Platz gemakt. In Wattsche=Höntrov was mol en Schautmester, de ba sietn Johr de I=Mannckes in de Weisheit van dat ABC ingewigget. Ennes Dages kömmt en Beikerreisenden an siene Schaulditr. De Mann baut dem Schankmester dat Wiärk„Wettall und Menschheit" taum Koup an un demiärken do tan, dat däit Wiärk kolossal tau de Bildung van dem Schaulmester biedragen wö. As de Reisende met sienen Wortschwall tan Enne was, un no Luft schnarnede, zafi de Schaulmester trüherzig tan Antwuork:„Je, Mann, dat es alle nett un schöin, üöwer eck kann nir domet maken, eck kann dlaus dat liäsen, wat in de Fidel steit.“ an domit leit bei den Mann met sienem„Weltall und Menschheit“ ob den Gans allern unverblüfft stohn. * Do was mol ennen jungen Lanswardssnonn ut dem fröderen Amte Wattsche. De woll friggen un zworns soll de Brut riek sten. Ru ha he wai passendes ut stenem Stanne vam Hellwläge gefunnen. Bie dem Vatter van siene Angebiene was bei all gewiäst; un man was garnit asgeneigt,„Jo“ tau seggen. Oeiwer, wie lenn westsälschen Buer ne Katte im Sack köfft, so auf kennen Schwiegersnonn, ohne dat Siene bekiäken tau hem. No wo de Biver van de Uterkorene beobdragt, mol heröwer tau föhrn un no dem Wiäsen van dem taukünftigen Schwiegersnonn tau kieken. Die Reise wo gemakt un soll fär tau aller Taufriäenheit ur. As de Brutoatter sienen Suonn rog:„Ro Wilm, wie est do dann, un wa: bett bei?“ Do stroblde de Kunnschafter, de niembei ennen grauten Haunerfrönd was. üöwer dat ganze Gesicht un rein begeistert:„Vatter, de bewet Hauner, so wat häs du un eck noch nich geseihn; do kas du use Zettken guot heugiewen.“ De Utkunft genügende, de Hierot kam toustanne (Fortsetzung folgt.) Winteridylle der Tierwelt us ist durchaus nicht immer idyllisch, wie manche Tiere den Winter verbringen müssen. Im Walde irren verhärmte Rehe und heulende Hirsche, der Spatz klopft in seinem Hungerkleid an die Fenster der Menschen und bettelt um Nahrung, und so manche kleine Kohlmeise, so mancher Soecht liegt am Boden, verhungert und erfroren. Besser aber haben es die Tiere, die sich vor Beginn des Winters ein Schlafgemach bauen und, darin begraben, weder von Frost noch von Schnee etwas wissen, bis der Frühling sie zu neuem Leben erweckt. Wahrhaft idyllische Bilder kann der Naturfteund oft endecken, wenn es ihm gelingt, eine solche Winterwohnung mit ihren Insassen aufzufinden. Sehr leicht macht es sich der Bär. Er schiebt sich ganz umstandslos in Windbrüche und umgestürzte Tannen ein und läßt sich verschneien. Nur die strengsten Kältetage verharrt er allerdings in dieser nole. Taut es draußen, so wird er wieder munter und strolcht umher. Rührend aber, vielleicht das intimste Wunder in der höheren Tierwelt, ist die Geburtsstunde der Bären. Gewöhnlich im Januar wirft sie ihre Jungen, legt sie in den weihen Schnee, umwärmt und stillt sie und lullt sich dann wieder mit den Jungen im Arm ein und schläft weiter, ohne Nahrung zu sich zu nehmen. Ganz in den Wintertraum vertieft ist das Murmeltier, dem man in den Atven, Pyrenäen und Korvathen begegnet. Die an der Gletschergrenze lehenden Tiere bauen sich ganz kunstvoll=phantastische Wohnungen. Sie graben eine mehrere Meter lange Nöhre tief unter der Erde, die sich in zwei Nöhren fortsetzt, von denen die eine in einen breiten Raum führt. der mit vernagtem Gras weich und bequem ausgevolstert ist. In dieser Wohnung macht es sich dann die ganze Murmeltierfamilie, oft 15 Stück, bequem. Ein jedes liegt zusammengeringelt, den Kooi am Schwanz, in festem Erstarrungsschlafe. Es ist bei allen Tieren, die den Winter in der Erde verschlafen, das gleiche: sie rollen sich nach fetter Mahlzeit wie eine Kugel zusammen und schließen die Augen. Bald nach Beginn dieses Schlafes geht eine merkwürdige Veränderung in ihren Lebensfunktionen vor; die Blutwärme verringert sich. die Atmung erfolgt immer langsamer, ein todähnlicher Schlaf tritt ein, über den Menschenhand kaum Gewalt hat. Nur sehr selten gelingt es, sie„aus der Ruhe zu bringen". Der Körper ist maßlos entkräftet. Alle Fette hat er schier ausgezehrt, und im Frühling sind die Tiere meist sehr schwach. Aber da ist gleich wieder die Allmütterlichkeit der Natur zur Stelle, die Nahrung schickt und durch das kreisende Leben ringsum Aufbaukräfte genug bietet. Von allen Winterschläsern deckt sich der Hamster am vorsorglichsten ein. Getreu dem Soruche:„Der kluge Mann baut vor“, weichert er schon im Sommer Getreide auf, füllt damit seine Badentaschen an und zieht, schwerbeladen seinem Feldbau zu, wo er sich neben seiner Schlafstube eine ansehnliche Vorratskammer eingerichtet hat. Man sollte es kaum für möglich halten: es gibt Hamsterer unter den Hamstern, die sich bis zu 60 Pfund Futtervorrat einholen Wenn die Felder kahl und leer steben, fühlt der Hamster die Ankunft der ungemütlichen Tage: er schließt die beiden Eingänge seines Hauses von innen ab, setzt sich zu einem Schmause nieder, bei dem er sich gehörig den Bauch vollschlägt, und rollt sich dann zu einem recht ausgedehnten Schläschen zusammen, und zwar derart, daß der Kopf zwischen den Hinterbeinen ruht. Wenn es dann lenzt, läßt er sich drauten lange noch nicht sehen. sondern macht erst„reinen Tisch“ bei sich in seiner Wintervilla und knabbert alle ausgespeicherten Vorräte auf. Sehr ansoruchslos ist der Dachs. An ihm zeigt sich am deutlichsten die Metamorrhose des Winters Den Wams tüchtig gesattelt, mit dichtem Pelz um die sette Schwarte, zieht er. oft ohne eigentlichen Wintervorrat. vor Fülle teuchend, in lein Winterquartier, tie unter der Erde, das mit ein wenig Heu. Laub und Moos ausgelegt ist. Den Kovf zwischen die Vor derläufe geklemmt, kiegt er mit zusammengekugeltem Körver auf der Stirn, einem Büßer gleich, von November bis März. Dann entsteigt er dem Grabe Aber wie siebt unser Meister Grimbart aus! Als ob er die Lungenschzwindsucht hätte, hin ist alle Korpulenz! Schnell schnuppert er drauben nach allem Genießbaren herum und nimmt, was er findet, um sich vor der Freite noch ein wenig herauszumachen In chronischer Unantastbarkeit verharrt der Joe! zur Winterszeit. Merkwürdig siebt er aus, wenn er sich seinen Wintersarg zimmert. Mit Laub an seinen Stacheln holt er sich Stroh und Moos zusammen und bereitet sich unter dem Laub sein bescheidenes Quartier. Noch vor Wintersansang schnapot er sich eine Maus, ebenso eine kleine Kreuzotter, die sich verspatct hat. Satt, wie selten, begibt er sich dann zur Ruhe, noch einmal mit seinen Blaubecraugen um sich blinzelnd. Der Sicbenschläser, ein Verwandter des Eichhörnchens, schläft genau sieden Monate, von Sep tember bis Avril Schon Ende des Hochsommers buddelt er sich sein Nest aus Moos und Laub in verborgenen Baumhöhlen, Erdlöchern und Feiespalten, wo er in reglosem Zustande auf den Frühling wartet. Das hübsche, auf der Oberseite braungraue, auf der Unterseite alabasterweiß gefarbte, mit duschigem Schwanz versehene Tierchen lebt meist in Süd= und Osteurora, in Bayern. Oesterreich, Böhmen und Mähren. Vereinzelt taucht es auch in Italien und Griechenland auf. Einen Winterschlaf ohne ein eigentliches Winterquartier hält die Fledermaus. Sie richtet sich In Stollen, Höhlen und Felsspalten ein, la. in alten Gemäuern und Glockentürmen. Ihre Haltung im Stlafe ist höchst sonderbar: sie hängt sich mit den Zehen der Hinterfüße am Gebälk an, an Steinvorsprüngen und Wänden und hüllt ihren Körper in die Flughaut, den Koof nach unten gerichtet. Zu Hunderten kann man die Tiere oft in diesem Zustande in alten Gemäuern antreisen. Ist die Kälte freilich zu grimmig, so kommt es vielfach vor, daß die Fledermäuse erfroren zu Boden fallen. Für die Flugtiere ist der Winter je besonders schlimm. Frchs und Wolf schlagen sich schon mit hrer Gefrößigkeit durch. Aber den zarten Böseln wird es oft bitter schwer, sich zu behaupten. Bei ihnen ist das Anlegen von Winterwohnungen selten; die meisten der bei uns überwinternden Vögel leben an geschützten Orten. ohne ein Nest zu haben. Der kleine muntere Zaunkönig wird selbst im harten Frost nicht verdrießlich und singt der Sperling sucht die Nähe des Menschen, die Kröhen und Ekstern dauten in den Zweigen der Nadelbäume Aber da liegt ein winziger, ärmlicher Srecht am Boden. Sein Herzchen ist erfreren. Die Natur begräbt ihn in weißem, lockerem Schnee. Ein Tag im Frauengefängnis La#ggestreckte hohe Mauern, ein festes Eisentor— Grau in Grau. hebt es sich kaum gegen den trüben Winterhimmel ab. ein düsterer Hintergrund für diese Welt der Abgeschlossenheit, die mitten im unruhigen Großstadtgetriebe liegt. Hinter diesen Gittern verliert der Mensch eines seiner kostbarsten Güter—— feine persönliche Freiheit, ein Verlust, den er sich meist durch sträflichen Leichtsinn selbst zugezogen hat Von vielen Dingen des Lebens machen wir uns eine ganz salsche Vorstellung dazu gehört auch das Gesängnis. Wit pflegen mit begreiflicher Scheu einen weiten Bogen darum zu machen und auch unsere Gedanken gehen ihm gern aus dem Wege. Gewiß ist das verständlich, aber dennoch gibt ein Einolick in eine uns so fremde Welt eine Bereicherung unseres Menschentums. Ein Tag im Frauengefängnis— die wenriesten haben je darüber nachgedacht, wie wohl die Tagesstunden in solch einer Anstalt verlaufen. Wer sich ctwa vorstellt. hier einer beklemmenden Atmosodäre trübsetigen Müßiggangs zu begegnen, der iert. Hinter den hohen Gesängnismauern wird eine stark auf bauende Erziehungsarbeit geleistet; denn es sind jo zumeist die Willensschwachen und Lebensuntüchtigen die eigene oder fremde Schuld binter vergitterte Mauer treibt Diese Menschen für späteres nutz bringendes Leben zu stählen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen der Gefängnisse überhaupt. Wie sieht es nun eigentlich in solch einem Gefäng nis aus?, wird der Unbeteiligte neugierig fragen Vor allem fiel mir angenehm auf. daß eigentlich vor der Düsterkeit eines solchen Ortes wenig zu spüren ist Selbstverständlich erinnern überall Schlösser und Riegel an die Bestimmung, ebenfalls die vergitterten Fenster. Aber sonst webt einem eine geradezu wohl tuende Ordnung und Sauberkeit entgegen. Die grober #orridore sind alle gebohnert, breite Luftschächte ge währen einen Blick in die höher gelegenen Stockwerke Der Grundgedanke des Gefängnisses ist der, allvorkommenden Arbeiten sind nach Möglichkeit durch die Gesangene: seldit zu verrichten. So wird also der streng eingeteilte Tag ausgesüllt mit den verschiedensten Beschäftigungen, je nach Bestimmung und Fähigkeit der betrefsenden Gesangenen. Die einen waschen und nutzen andere nähen und flicken, die Küche wird ganz von Gefangenen bedient, ebenfalls die Heizung. Wie verläuft nun so ein Tag im Gesängnis? Un sieben Uhr, im Sommer um sechs, wird aufgestanden Nachdem das Licht eingeschaltet. werden die Zellen die je nachdem von einer oder mehreren Perionen bewohnt werden, gereinigt. und zwar sehr gründlich, do der Bohner eine wichtige Rolle im Gefängnis spiel! Um acht Uhr gibt es Frühstück, Malzkaffee und Brot und um halb neun Uhr beginnt das Tagewerk Dieses besteht, wie schon erwähnt, in den verschie denen bäuslichen Verrichtungen, um zwölf Ubr ist eine einstündige Mittagsvause. Das Esien wird entweder in den Arbeitszellen oder an der jeweiligen Arbeitsstätte selbst eingenommen. Nach der Pause kehrt aller an seine Arbeit zurück. Um drei Uhr gibt es Kaffeund Brot und danach wird weiter gearbeiict bis um sechs Udr. wenn es Abendessen eidt. Nochmals Arbeit bis einhalb acht Uhr, wenn jeder in seine Zelle zurück kehrt zur Nachtruhe. Das ist in großen Zügen der Alltag im Gesängnis man sieht, eine strange Einteilung, die aber durchaue sich von jeder Härte serndält. Es gibt je nur zu viele die dier zum ersten Male, leider auf solch traurige Weise, überhaupt einen Begriff von Lebenseinteilung und daraus resultierender Ordnung erhalten. In welcher Weise wird nun für die Gesangener gesorgt? Beim Antritt der Strafe wird ihre Zivil kleidung abgegeben, desgleichen Geld= und Wertsachen Nach Ablauf der Strafe erhalten sie alles in tadel losem Zustand wieder. Die Anstaltskleidung besteht aus Unterwäsche, Kleid, Halstuch und Schürze, ferner für den Winter eine warme Jacke und Mutze. Das Essen, von dessen Nährwert und Schmackhaftigkeit sick durch persönliche Kostprobe von leitender Stelle aus täglich überzeugt wird. regelt ein monatlicher Speisezettel. Ein täglicher einhalbstündiger Spazieraang in den geräumieen Gesagnisbof, oder wenn man will auch Garten. da Gemüse und Biumen darin gezogen werden, sorgt für die notwendige Bewegung Auch an geistiger Anregung jehlt es nicht. Da is in erster Linie der sonntägige Gottesdienst der verschiedenen Koniessionen, der im Betsaal des Gefängnisses abgehalten wird. Eine Bidstothek gewährt Unterbaltung und Belehrung und in dem gleichen Sinne wirken auch häusige Vorträge und Konzerte Was die Reinlichkeit anbetrifft, so sorgt ein wöchentliches Brauebad dafür, den Kranken stehen Wannenbäder zur Berfügung. In luftigen La######tt. räumen wird für die Kranken gelorgt, auch gibt 22 vin ärztliches Untersuchung=zimmer, je soear eine vein: lich saudere Wöchnerinnenstuhe int mit allem Natwendigen verieden. Für geistige Beireuung stehen Geistliche der verschiedenen Bekenntnißse im Dienst der Gesangenen, eine seelsorgerische Tatiokeit tiefster Hottes= und Menschenliede! Interessant ist. dab eine alle zwci Monate statt. findende Gewichtsprütung trod der einfachen Ernährung meistens eine Gewichtszunahme seitstellt die beweist, wie wohltuend auf das bäutig verrüttete Nervensostem der Städter dieses gesmungene Leden strenoster Einteilung und größter Ordnung wirkt. Bei den Besuchon, die alle vier dis secho Wochen stattfinden dürfen. ist stets Aussicht zugegegen, auch wird selbstverständlich der Briefwechsel streng deaussichtigt. Bei längerer Haft und gutem Betragen tritt ein wohldurchdachtes Stufensostem in Kraft, das Erleichterungen aller Art vorsicht, ohne doch damit lo weit zu geben, daß der Zweck der Strafe— Besserung durch Willenestärkung— aus dem Auge oclassen würde Denn Gefängnisse sind weder Sanatorien noch Pensionate, und dennoch haben sie von beiden etwas Gilt es doch. Willensschwache zum Leben zu stäblent, Zügellose und Unbeherrschte zu erziehen! Welch eine stille, unauffällige, aber unermüdliche Arbeit gerade hinter Gesängnismauern geleistet wird, darüber sollte der Laic zuweilen einmal nachdenken Wir vermögen das Böse im Leden ja nicht auszuschalten, aber wir müssen lernen, es zu überwinden