Druck u. Verlag: Koethers& Röttsches. Derne. Bebelstr. 8. neben der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis wöchentlich 60 Pfa. frei ins Haus gebracht.7 Postscheckkonto: Dortmund 1907 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners. für den Anzeigen- und Reklameleil: Carl Bartels, beide in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Amtlich beglaubigte Abonnentenz ahl Jeder Adonnent ist gemäß den Bedingungen mit Mark 250.— versichert. wenn durch einen Anfall der Tod oder Ganzinvallditat einteltt. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböhe lokal 7 Pfg., auswärts 8 Pfa., Arbeitsund Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumböhe, im Reklameteil 30 Pfa. Der aus die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage binfallig. Jernsprech=Anschluß: Sammel=Nummer 52541# Telegramm=Adresse: Anzeiger Nr. 4(Erstes Blatt) Samstag, den 5. Januar 1929 25. Jahrgang. Deutschlands Politir im Jahre 1927. Neues Jahr— neue Aufgaben und mit der Hlinka beauftragte die Parteileitung, beim Landesamt gegen die Verhaftung Einspruch zu erheben und erbot sich, jede gesorderte Kaution für Tuka zu stellen. D Von einem parlamentarischen Mitarbeiter wird uns geschrieben: „Durch den Jahresbericht des Revarationsagenten Parker Gilbert ist mit einem Schlage die große Aufgabe in den Vordergrund gerückt worden, die die internationale Politik des Jahres 1929 und besonders die deutsche Politik beherrschen wird. Es handelt sich um die größten weltwirtschaftlichen Transaktionen, die die Geschichte überhaupt kennt. In wenigen Tagen werden die beteiligten Regierungen, beziehungsweise die Revarationskommission die Sachverständigen ernennen. Anfang Februar wird die Sachverständigenkommission voraussichtlich zusammentreten. Auch das deutsche Reichskabinett wird sich alsbald nach der Rückkehr des Kanzlers nach Berlin endgültig über die Ernennung der deutschen Sachverständigen schlüssig werden müssen, über die eine Einigung im kleineren Kreise schon erzielt zu sein scheint. Es wird dann aber noch mindestens bis in den frühen Sommer dauern. bis der Vorschlag der Sachverständigen vorliegt und die Regierungen und Parlamente dazu Stellung zu nehmen haben. Für Deutschland hängt Wohl und Wehe der gesamten Wirtschaft and damit jedes einzelnen, vielleicht für eine ganze Generation, von dem Ergebnis dieser Verbandlungen ab. Es ist deshalb nur natürlich, daß die deutsche Politik die Verhandlungen dieser Kommission mit größter Aufmerksamkeit verfolgen muß, und die anschließende varlamentarische Beratung des Sachverständigenvorschlags, mag dieser nun die Endlösung oder wieder nur eine Teillösung bringen, wird eine lebhafte Diskussion und soarfe Kampfe auch innervolitischer Natur bringen, wie das im Jahre 1924 bei der Annahme der Dawesgesetze der Fall war. Im Interesse einer nachdrücklichen Geltendmachung des deutschen Standpunktes bei den Sachverständigenverhandlungen ist aber dringend zu wünschen, daß wenigtens wahrend dieser Verhandlungen die Einhelligkeit, die sich erfreulicherweise in Deutschland in der Beurteilung des Gilbert=Berichts gezeigt hat. auch weiterhin anhält und Deutschland eine geschlossene Front zeigt. Es ist deshalb auch begreiflich, wenn in diesen Tagen wieder der Ruf nach einer festen Regierungsgrundlage laut wird. Gegenwärtig sind es in erster Linie volksnarteiliche Kreise, die darauf hinweisen, daß Deutschland sich nicht zum Beginn der Sachverständigenverhandlungen in einer Regierungskrise befinden dürfe und dadurch den Revarationsgläubigern ein aktionsunfähiges Deutschland gegenüberstehe. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung“ fordert, daß alsbald nach der Rückkehr des Kanzlers am 14. Januar die Verhandlungen über die Bildung einer festen Rezierungskoalition beginnen müßten. Gleichzeitig wird aus diesen Kreisen die Zusammenfassung der Zuständigkeiten für die Revarationsverhandlungen, die bisher auf Reich tinanzministerium. Außenministerium und Wirtschaftsministerium verteilt sind, in einer Hand erneut gefordert. Neben der Revarationsfrage und noch vorher obliegt der Reichsregierung und dem Reichstag die schwere Aufgabe, das Defizit auszugleichen, das trotz aller Beschneidung der Ausgabevosten durch das Reichsfinanzministerium der neue Haushalt für 1929 ausweisen wird. Die Plänc des Reichsfinanzministers sind immer noch nicht näher bekannt. Nur so viel weiß man, daß mindestens ein Fehlbetrag von 300 Millionen zu decken sein wird und daß eine Einigung darüber, auf welche Ari es gedeckt werden soll. auch zwischen den in der Regierung vertretenen Parteien nur schwer zu erzielen sein wird. Deshalb sind weite politische Kreise der Ansicht, daß auch diese Aufgabe nur gelöst werden könne, wenn vorher eine ezigere Bindung der Parteien an das Kabinett erzielt sei. Es sind also drei große volitische Aufgaven, die der deutschen Politik der nächsten Wochen in starkem. Maße ihren Stempel aufdrücken: Revara tionsfrage, Haushalt und Regierungsumbildung. Dazu treten die Arbeiten, die teils dem Reichstag schon vorliegen, teils im Schoße der Ministerien vorbereitet werden. So sind auf dem Gebiete der Finanzpolitik die Schaffung des neuen Finanzausgleichs. dessen Bedeutung Parker Gilbert in seinem Bericht so stark hervorgehoben hat, das Steuervereinheitlichungsgesetz und das Gesetz zur Vereinsachung der Steuererklärungen, Aufgaben von besonderer Wichtigkeit. Die In engem Zusammenhang mit dem Finanzausgleich und mit dem Steuervereinheitlichungsgesetz stehen die Bestrebungen zur Reichsresorm. Es ware sicher zu optimistisch, aus diesem Gebiete im begonnenen Jahr ein abschließendes Ergebnis zu erwarten. Trotzdem wird auch diese Frage in starkem Maße die deutsche Politik des Jahres 1929 beherrschen. Hingegen darf man wohl erwarten, daß die Beratungen über das neue Strafgesetzbuch, das bekanntlich in engstem Einvernehmen mit Oesterreich geschaffen und eine Rechtsangleichung zwischen Deutschland und Oesterreich bringen soll, im Jahre 1929 zum Abschluß gelangt. Das sind die ganz großen Aufgaben, die Reichsregierung und Reichstag zu meistern haben werden. Sie sind aber doch nur ein Teil dessen, was der dringenden Erledigung harrt. Wir nennen aus den übrigen Ausgaben nur noch das Wichtigste; ein entschlossenes Vorgeben gegen die Agrarkrise, die sich trotz aller Gegenmaßnahmen des vergangenen Jahres kaum gemildert, vielerorts verschärft hat. Die Schaffung des Arbeiterschutzgesetzes, der Reichsdienststrafordnung, die Richtlinien für die Beamtenlaufbahn. die sogenannte Ebescheidungsreform, die Uebernahme der Wasserstraßen auf das Reich, die Schaffung des endgultigen Reichswirtschaftsrates. Es wird also an Arbeitsstoff der Reichsregierung und dem Reichslag im begonnenen Jahr 1929 nicht fehlen.“ Politischer Mord in Warschau. Sozialisten gegen Sozialisten. # Warschau, 4. Jan.(Telegr.) Gestern vormittag drang ein eifriger Anhäuger der vilsudskitreuen Sozialisten, Wenzel Kajdziuski. in das Rathaus von Petrikau ein, streckte den ruhig an seinem Schreibtisch arbeitenden Beamten Jaszkowski. der organisierter regierungsovvositioneller Sozialdemokrat ist, durch einen Nevolverschuß nieder. Jaszkomski war sosort tot. Dann ging der Mörder zu dem gerade abwesenden Bürgermeister, gab einen Schuß auf einen dort häugenden Mantel ab und sprang auf die Straße, um zu entflieben. Er konnte jedoch sestgenommen werden. Der Morder gab an, daß er seine Tat aus politischen Motiven begangen habe, um den regierungsoppositionellen Sozialisten einen Denkzertel zu verabreichen. Zur Vorgeschichte dieses Mordes berichtet ein Korrespondent der„Köln. Ztg.“ seinem Blatte u. a. folgendes: * W a r s c h a u, 4. J a n. I m O k t o b e r 1 9 2 8 s p a l t e t e n vilsudskiistische Elemente die volnische sozialistische Partei. Ein Bruchteil der Parteimitglieder, geführt vom Warschauer Abgeordneten Jaworowski, trat aus der Partei aus und wurde zum Werkzeug der Regierungspolitik. Der Hauptteil der Partei blieb ferner ovpositionell. Seitber herrschte zwischen der alten Partei und den Abgesplitterteu jedoch unversöhnliche Feindschaft; Zusammenstöbe, Schlägereien, Schiebereien der beiderseitigen sogenannten Bojowkas, das heißt Kampftrupps, waren an der Tagesordnung. Gestern hat dieser Parteikrieg sogar zu einem politischen Mord geführt. Da Kaidzinski vorher zweimal das Zimmer" des sozialistischen Stadtoräsidenten Schmidt betreten hatte, ohne diesen anzutreffen. scheint der Anschlag ursprünglich Schmidt gegolten zu haben. Die Erregung in der polnischen sozialistischen Partei ist ungeheuer. Verzögerung Rcaierungsumbildung: 2 Berlin, 4. Januar.(Eig. Drahtber.) Die Umbildung der Reicsregierung zu einem Kabinett der Großen Koalition scheint abermals eine Verzögerung erleben zu sollen. Es war zunächst allerdings in Aussicht genommen, daß Reichskanzler Müller nach Beendigung seines kurzen Urlaubs die Verhandlungen mit den beteiligten Parteien aufnehmen solle. Die Tatsache aber, daß die Reichsregierung sich nunmehr entschlossen hat, die neue Steuervorlage zur Deckung des Fehlbetrages im nächsten Reichshaus= haltsolan von sich aus den hinter ihr stehenden Parteien Das schlimiste Mahnungen und Warnungen an Parker Gilbert. Die Widersprüche mehren sich. Die Catsachen stehen auf unserer Seite. — Die Kritik wird schärfer. vernünftiges französisches Urteil. In den der volksvarteiliche Abgeordnete Dr. Rudolf der. einer der besten Kenner des Revarationsvrobleme im jetzigen Reichstag, scharf gegen den Bericht Gilberts. Er erklärt in ihnen u. a.: Schlimmer als Unwahrheiten sind halbe Wahrheiten. für Deutschland ist, daß nicht nur der zu unterbreiten, läßt vermuten, daß man in der Reichsregierung zu der Erkenntnis gekommen ist, daß es zur Zeit wenigstens nicht möglich ist, eine Verständigung swischen den P#arteien über die neue Steuervorlage auf der Grundlage der Großen Koalition herbeizuführen. Es wird sogar neuerdings in Kreisen, die der Reichsregierung nabe stehen. die Auffassung vertreten, daß es weit besser sei, die zwischen den sogenannten Regierungsparteien über die neue Steuervorlage bestehenden Menungsverschiedenheiten vorher auszuraumen und erst, wenn das geschehen sei, der Versuch zur Herstellung der Großen Koalition erfolgreich gemacht werden könne. Wir müssen gestehen, daß wir dieser Auffassung nicht beipflichten können, wenn wir auch zugeben, daß die Herbeiführung einer einheitlichen Stellungnahme der Parteien der Großen Koalition gegenüber der neuen Steuervorlage ein nicht zu unterschätzendes Hindernis bedeutet. Ob diese Schwierigkeiten geringer sind, wenn sie von einer Regierung behoben werden sollen, in der die Parteien nur lose vertreten sind, erscheint uns allerdings mehr als fraglich. Das Reich als Arbeitgeber. Fast 500 000 Persouen beschäftigt das Reich. . Berlin, 4. Jan.(Telegr.) In einer umfangreichen Denkschrift hat soeben der Reichstinanzminister Dr. Hilierding dem Reichstag eine Uebersicht darüber verschafft, wieviel Beamte, Angestellte und Arbeiter in der Inflationszeit für das Reich tätig waren, und wieviel inzwischen durch den Beamtenabbau diese Zahl geringer geworden ist. Am Stichtage, dem 1. Juli 1928, beschäftigten sämtliche Reichsbehörden, mit Ausnahme der Reichspost, insgesamt 177 659 Personen, weitaus die Mehrzahl davon, nämlich über 98.000, waren als Beamte tätig. Bemerkenswert ist, daß die Reichspost allein mit 289 590 Beschäftigten weit mehr Beamte usw. hat, als alle übrigen Reichsbehörden zusammen. Insgesamt waren demnach 1928: 467249 Personen in den Reichsbehörden tätig. Gegenüber dem 1. Oktober 1923 ist das riesige Heer der Reichsarbeitnehmer insgesamt um immerhin 124529 Beamte, Angestellte und Arbeiter geringer geworden. Das Reich selbst hat in seinen verschiedenen Behörden zusammen etwa 40 000, die Reichspost mehr als das Dopvelte„abgebaut". Wirtschaftspolitik wird unter dem Zeichen des Abschlussess Immerhin haben im einzelnen auch einige Personalweiterer Handelsverträge stehen. Neben den vermehrungen stattgesunden, ie sich aber nur auf AngeVerhandlungen mit Polen und Rußland werden stellte und Arbeiter beziehen und insgesamt wenige 100 „—„„ ch Pario, 4. Januar 1929.(Telear.) Berlin, 4. Januar.(Telegr.)##urnal“ beschäftigt sich beute erneut mit dem n m. II1AIn.. Bericht Parker Gilberts und wirft diesem vor. vielleicht Dresdener Neuesten Nachrichten“, wendet sich ein zu optimistisches Bild von der deutschen WirtschafteSchnei=lage entworsen zu haben. Es sei nicht zu leugnen, daß die deutsche Zahlungsbilanz mit 1.8 Milliarden Reichomark passiv sei. Parler Gilbert habe die Lage so rolig dargestellt, weil er damit der Wallstreet für die in Aussicht genommene Kommerzialisierungsanleihe günstig stimmen wolle. Gilbert habe es bisher nicht an Versvrechungen nach jeder Seite hin fehlen lassen. Den Deutschen habe er eine Herabsetzung der Schulden versprochen und den Alliierten die Fata Morgana sofortiger Jahlung vorgezaubert. Die Frage sei nur die, ob die amerikanischen Finanzleute bereit seien, den Finger ins Räderwerk zu legen, das nicht nur die Revarationen, sondern auch die Kriegsschulden zermalmen sollte. Mau tue in Frankreich gut daran, sich keinen Illusionen hinzugeben und immer wieder die volle Wahrheit und nur Realitäten zu fordern. Amerika und der Kommerzialisierungsplan. In Washington, 4. Januar 1929.(Telegr.) Von den weiteren amerikanischen Pressekommentaren zum Agentenbericht verdient eine Aeußerung der„Washingtoner Post“ Erwähnung, in der es heißt, offenbar habe Gilbert Deutschlando Wohlstand für die amerikanischen Kapitalisten möglichst verlockend schildern wollen, um die Kommerzialisierung der Dawesschuld vorzubereiten. Gilberts Bericht erweise sich jetzt aber als ein Bumerang, denn er habe bewirkt, daß einerseits die Alliierten nun höhere Ansprüche gegen Deutschland geltend machen werden, andererseits Deutschlands Begeisterung für den Kommerzialisierungsvlan abgekühlt werde und die Deutschen sich überlegten, daß sie wohl besser führen, wenn sie es bei der bisherigen Regelung belassen. Nach einer Meldung aus Paris äußerte sich der Leiter der europäischen Ausgabe des„Neuyork Herald“, bills, der als einer der Vertrauten des Präsidenten Hoover gilt, über die Stellung des offiziösen Amerika zum Sachverständigenkomitee u. a.: Europa beginge den großten Fehler, wenn es sich der Illusion einer möglichen Verbindung zwischen Kriegsschulden und Revarationen hingebe. Niemals würde eine amerikanische Regierung zugeben, daß die Lösung des einen Problems von dem anderen abhängig gemacht werde. Schein gegen uns spricht, sondern daß auch manche mühevolle. in fremden, hoch zu verzinsenden Kapitalien geschaffene Leistung deutschen Wagemuts in dem unendlich schwierigen Wiederaufbau der beutschen Wirtschaft irreführend gegen uns ausgesvielt werden kann, das heißt nach dem bisher Geschehenen.„Deutschland kann zahlen?" Was bisher geleistet wurde, mußte aus Borg geleistet werden. Es ist unbestritten, daß die Kapitalbildung Deutschlands bei weitem nicht für den notwendigsten eigenen Bedarf ausreicht, geschweige denn für die Tributzahlungen. Gilbert weiß es, und alle Wirtschaftskenner der Welt wissen, daß gerade infolge der Revarationslasten Deutschlands Kapitalbedarf und damit Deutschlands Zinsenlast und Zinsenhöhe hoch über den Durchschnitt der anderen Länder getrieben ist. Im vergangenen Jahr ist das Leihaeld in Deutschland bie 4 Prozent teurer gewesen als in den Ländern, die mit uns konkurrieren. Wir wissen wohl, daß manchmal der Schein gegen uns spricht, Berlin im Licht, der Betrieb des Kurfürstendammes, die Großzügigkeit so mancher Stadtverwaltung mit Ausstellungen und sonstiger illuminierter Revräsentation. Da wird mancher Schaden angerichtet, und Stresemann hatte ganz recht, als er neulich zornig ausrief:„Ich wünschte, daß doch einmal die Oberbürgermeister die Revarationsverhandlungen führen möchten!" Dr. Schneider setzt am Schluß des Artikels seine Hoffnung auf die Sachverständigenkonferenz, auf der die ersten Kenner der Wirtschaft an die Aufgabe der Lösung dieses Problems herantreten werden. Diese Männer werden über alle Polemik hinweg die Tatachen prüfen, und die Tatsachen sind auf unserer Seite. solche mit Oesterreich. mit dem wir bisher nur einen betragen Staatsstreichplan in der Slowakai? Ein Slowakenführer verhaftet. Verhaftung Bela Tukas. Prag, 4. Jan.(Telegr.) Der Abgeordnete der Slowakischen Volksvartei Dr. Gela Tuka wurde am Donnerstagnachmittag verhaftet und nach kurzem Verhör durch den Untersuchungsrichter in das Prehzburger Gesängnis gebracht. Tula ist eine führende Persönlichkeit der Slowakischen Volksvartei und gehört seit den ersten Tagen seiner politischen Tätigkeit dem radikalen Flügel der Partei an. In Beginn dieses Jahres trat Tula mit der Behauptung an die Oeffentlichkeit, daß die Slowakei vor zehn Jahren in Trentschin St. Martin mit den Tschechen nur einen zehnjährigen Probevertrag vereindart hätte, so daß 1929 — Des Hochverrats angeklagt. ein vertragsloser Zustand zwischen den beiden Nationen entstände und Beamte und Soldaten ihres Eides ledig seien. Daran knünfte sich die Bebauptung, daß Tuka mit staatsseindlichen Elementen in Verbindung stehe, die die Losreitzung der Slowakei von der Revubli! anstrebten und die slowakische Jugend zur Vorbereitung einer Revolte militärisch erganisieren wolle. Es wurde gegen Tuka Strafanzeige erstattet und das Auslieserungsbegebren an das Abgeord. netenhaus gerichtet, dem nach langwierigen Verhandlungen in der Noalition statigegeven wurde. Bei einer Haussuchung wurde die ganze Korrevonden; Trkes beschlaonahmt Der stärkste Schneefall seit Jahren. Der Thüringer Wald und Schlittenpost. ∆ Erfurt, 4. Jan.(Telear.) Durch den anhaltenden Schneefall der letzten Tage sind in ganz Thüringen Schneeverwehungen eingetreten, die starke Verkehrsstörungen verursachen. Seit Jahren ist ein Schneefall in diesem Ansmaße in Thüringen nicht beobachtet worden. Zahlreiche Autos, auch Postversonenkraftwagen und Postbestellautos blieben im Schnee stecken und mußten berausgeschaufelt werden. Der Frühzug swischen Ilmenau und Stützerbach blieb im Schnee blockiert. Die Post teilt mit, daß sie dort, wo der Kraftdienst nach den Landorten behindert ist, einen Behelfsdienst mit Schlitten eingerichtet. Auf den Höhen des Thüringer Waldes ist der Schneebruch in den Waldern sehr stark. Auch in Nordtbüringen zwischen Nord hausen und Sonderhausen und auf dem Eichsfeld behindern breite Schneebänke den Verkehr. Die Züge über den Thüringer Wald auf den großen Strecken hatten bisher nur geringe Verspätungen, da die Reichsbahnverwaltung für Freihaltung der Linien sorgt. Der Schneeflug ist hier ununterbrochen in Tätigkeit. Auch ist ein scharfer Ueberwachungsdienst an den Weichen getroffen. Auch aus dem Süd= und Westharz werden starke Schneeverwehungen gemeldet. Das Gebiet um St.=Andreasberg und Braunlage, das an sich eine Schneehobe von 1 Meier aufweist, ist in einem bioher kaum gekannten Maße durch Schnee verweht. X Landeshut i. N., 4. Jan.(Telegr.) Durch starkes Schneetreiben sind im östlichen Riesengebirde groß: das Riesengebirge verschneit. Verkehrsstörungen hervorgerufen worden. Auf den Landstraßen befinden sich stellenweise Schncewachten bio zu anderthalb Meter Höhe, so daß die Fahrzeuge nicht durchkommen. Die im Kreite Landeshut verkehrenden Postautos sind in den Schneemassen stecken geblieben, ebenso liegen zahlreiche Lastund Personenkraftwagen auf freier Strecke fest. Der Auto= und Fuhrwerksverkehr auf den Landstraßen ruht insolgedessen fast völlig. Die Eisenbahnzüge treifen hier Heute früh in die gesamte Berliner Post ausgeblieben. * Der Tiber ist 15 Meter hoch. Rom hat das stärkste größte Hochwasser seit 15 Jahren. Rom, 4. Jan.(Telear.) In gan: Italien hält das Unwetter weiter an. Schncestürme werden anden Alvengegenden gemeldet. Das Hochwasser des Arnc ist im Steigen. Die Landschaften um Pise sind über schwemmt. Der Tiber hat den ungewöhnlich hohen Stand von 15 Meter erreicht. Er hat sowohl im Oberlauf als auch im Tale von Nom Landstrime unter Wasser gesenzt. Seit gestern abend ist der Wasserstand im Adnehmen. Aus Sizilien werden hestige Schneestürme gemeldet. In Trient trat in der vergangenen Nacht während des reichlichen Schneefalleein bestiges Wintergewitter auf. Rom. 4. Jan.(Telegr.) Das Hochwasser der Tider bildet vier das Hauntereianio des Tages. Der Pegelstand ist der böchste seit 1913. Hunberte von Menschen schauen von den Brücken auf die reißenden Fluten des Tiber hinab, die zahlreiche auegerissene Bäume mit sich führen. Die alte Tiberinsel ist zum Teil über schwemmt: Feuerwehr und Polizei mußten böszerne Stege errichten. Auch der Platz von Poute Molle ist mit Wasser bedeckt. Die berühmte Paulus=Basilika au der Straße nach Ostia ist vollständig vom Wasser umgeben. Noch Ostia selbst fahren keine Antobusse mehr, sondern nur Köhne. Die Blätter füllen Geiten mit Photograpbten von der Ueberschwemmung. Polizei und Feuerwehr fahren in den bedrohten Gevenden umber, um die Menschen nach der Stadt zu bringen. Bieder wurden mehr als 300 Personen in das stadtische Asol gebracht. In Orte ist, den letzten Berichten zufolge, der Tiber um? Meter gesallen, in Nom fällt er jedoch nicht, weil die Gebirasflüsse der Sohina große Wassermengen mit sich führen und der Regen nicht aufhören will. Kreuzervorlage und Kelloggvertrag. Gemeinsame Beratung vor Amerikas Senat. □ Washington, 1. Januar 1920. Hale über die Marinevorlage. Nach der Weihnachtspause begann der Bundessenat den zweiten Abschnitt seiner kurzen Wintertagung. Borab teilte mit, er habe mit Senator Hale, dem Vorsitzenden des Marineausschusses, die Vereinbarung, getrofsen, daß der Kellogg=Vertrag vor der Kreuzervorlage besorochen und ratifiziert werden solle. Die Gegner der Kreuzervorlage hätten zugesagt, der Beratung dieser Vorlage keinen Widerstand entgegenzusetzen, wenn sie sich auch die Forderung am Herabsetzung der Zahl der zu bauenden Kreuzer von 15 auf 10 oder sogar 5 vorbehielten. Senator Hale, Vorsitzender des Marineausschusses, legte in einer Rede die Lage Amerikas hinsichtlich der Seerüstung dar und wies darauf hin, daß Amerika infolge des Washingtoner Abkommens von 1921 im Bau befindliche Kriegsschiffe von insgesamt 465 800 Tonnen. für die bereits 150 Millionen Dollar ausgegeben waren. abgewrackt habe und daß die Genier Konferenz 1927 an Englands Widerstand gescheitert sei. Amerika brauche große Kreuzer mit großem Brennstoffgehalt, da es nur wenige auswärtige Stützpunkte habe. England dagegen beherrsche durch seine Flottenstationen den ganzen afrikanischen Handelsweg, den ganzen Indischen Ozean und die Wasserstraßen nach der Südsee, Australien und Oftasien. Es habe sogar Stützpunkte in Südamerika und in Nordamerika, durch die es die ganze Ostküste Nordamerikas beherrsche. Amerika brauche daher große Kreuzzer, um seinen Handel schützen zu können denn die Erfahrung habe gelehrt, daß die Wahrung der Rechte Neutraler in Kriegszeiten von der Stärke des neutralen Landes abhänge. Vorah über den Relloggvertrag. Nachdem Hale seine Rede zur Kreuzervorlage im Senat mit einigen lobenden Worten über den KellogaVertrag geschlossen hatte, dessen Annahme er empfehle, dessen Inkrafttreten ader Rustungen zu Verteidigungszwecken nicht entbebrlich mache, legte Senator Borah Wesen und Bedeutung deo Relloga=Vertrags dar. Er wandte sich gegen die zwei am meisten erhobenen Vorwürfe der Vertragsgegner. Der erste orwurf lautc dabin, daß die Noten Englands und anderer Mächte den Vertrag mit Vordenalten belasten und Amerika daher ebenfalls Vorbehalte über seine Fernhaltung von den Pflichten des Völkerbundes und über die Unantastbarkeit der Monroedoktrin beschließen solle. Vorah entgegnete, daß auch Amerika, genau wie England, Deutschland und die andern Mächte, das Recht auf Selbstverteidigung für sich in Ansoruch nehme, daß England bezüglich seiner Interessensphären lediglich dieses Recht betont habe, und daß die Monrocdoktrin als ein wichtiges Mittel der amerikanischen Selbstverteidigung durch den Vertrag auch ohne besondere Erwähnung ebenfalls nicht berührt, werde. Der zweite Einwand behaupte, daß der Vertrag Amerika zur Teilnahme an Sanktionen oder wenigstens zur Anerkennung von Blockaden, die der Völkerbund durchführe, verpflichte Auch dies verneinte Vorab. der Vertrag ändere nicts an Amerilas traditioneller Politik. Er solle zur Organisierung des Weltfriedens dienen. Kein Staat, der gegen Artikel 2 verstoße. werde künftig seinen guten Glauben bebaupten oder sein Verhalten als Selbstverteidigung darstellen können, und allmählich werde eine Atmosphäre des Vertrauens gefunden werden. in der die Abrüstung möglich sei. Bis dahin sei auch er für eine angemessene Flotte. Pfändungsantrag gegen die deutsche Gesandtschaft in Prag. un mögliches Beginnen. Klage einer ostafrikanischen Firma. 2 Prag, 4. Jan.(Telegr.) An die noch immer schwebende Angelegenheit der gegen die ungarische Gesandtschaft in Prag beantragten Zwangsversteigerung schließt sich ein zweitcs Zwangsvollstreckungsverfahren an, das gegen das Gebäude der deutschen Gesandtschaft in Prag gerichtet ist. Die Firma Loy& Markus in Mombassa in Britisch=Ostafrika hat beim gemischten tschecholowakisch=deutschen Schiedegericht in Genf gegen das Deutsche Reich und gegen die Deutsch-Ostafrikanische Bank A.=G. ein Urteil auf Zahlung von etwa 1¼ Millionen tschechoslowakischer Kronen erwirkt. Mit„#ufen dürfte die Summe 2 Millionen überschreiten. Die Firma habe in Deutschlano die Zwangsvollstreckung durchzuführen versucht. dech habe der Vertreter des Reiches dem Schiedegericht die Vollstreckungsvollmacht verweigert. Der Anwalt der Gläubigerin, Dr. Hahn(Karlsbad), ersuchte nun den Prager Anwalt Dr. Rabl. dem Urteil in Prag Geltung zu verschaffen. Der Prager Anwalt beantragte hierauf beim Prager Landgericht Zwangsvollstreckung durch Zulassung psandrechtlicher Maßnahmen an dem Gebäude der deutschen Gesandtschaft in Prag zwecks Eintreibung der Forderung Das Landesgericht hat die Bewilligung der Vollstreckung verweigert. Die Entscheidung der zweiten Instanz über den von Dr. Rabl eingebrachten Rekurs ist bisher noch nicht zugestellt worden. Das Oberlandesgericht bat das Justizministerium im Sinne der Zwangsvollstreckungsordnung um eine Erklärung ersucht, ob die pfandrechtlichen Maßnahmen gegen das Gesandtschaftsgehäude nach den Grundsatzen des Völkerrechts zulässie seien. Die Erklärung steht noch aus. .. Den Bläutermeldungen zufolge dürfte man in der Annahme nicht fehlgehen, daß die Stellungnahme des Justizministeriums, die im Einvernehmen mit dem Außenministerium zu erfolgen hat, in beiden laufenden Fällen konsorm sein wird. Die Firma Lon& Markus betreibt den Imvort= und Ervorbandel hauptsächlich mit Häuten und Kaffee. Sie besitzt 18 Filialen. Die Inhaber sind tschechoslowakische Staatsangehörige. Der deutsche Standpunkt. Berlin, 4. Jan.(Telear.) Zu den Meldungen über einen Psändungsantrag gegen die Prager deutsche Gesandtschaft kann gesagt werden, daß die tschechoslowakische Firma Lon& Markus in Mombassa, die Urbeberin des Antrags bei dem gemischten tschechaslowatisch=deutschen Schiedagericht in Genf. zwar ein obfiegendes Urteil in ihrer Klage gegen das Reich und die Deutsch=Ostafrikanische Bank A.=G. erlangt hat, daß aber ihre Absicht, diesem Urteil in Prag durch eine Exekution gegen die deutsche Gesandtschaft Geltung zu verschaffen, völkerrechtlich unmöglich ist. Alle derartigen Forderungen fallen für uns unter den Dawcsolan, so daß die Firma sich deswegen an die tschccheflowakische Regierung wenden müßte Eine Entscheidung seitens des tschechoslowakischen Außenministeriums oder Justizministeriums bleibt zu erwarten. Die Regierungskrisis in Serbien. Die Kroatenführer beim König. ch Belarad, 4. Jan.(Telegr.) Die beiden kroarischen Parreiführer. Maischek und Pribitschewitsch. haben eine direkte Einlodung des jugoslawischen Königs zu Verhandlungen nach Belgrad zu kommen, erhalten Sie sind beide nach Belgrad abgereist. nachdem vorher in einer Sitzung des Vollzugsausschusses der bäuerlichDie Beissel der Oschunzeln Roman von Robert Simpson.(26 (Nochdrus verbeten). Plymouth stand bei dem Loch in der Mauer und fürchtete sich ebensosehr vor dem Geben wie vor dem Bleiden. Als nach einer Weile auch Ilora langsam und mürzisch aus dem Tunnel trat, sorang er auf sie zu, ergriff ihren Arm und bielt ihr das Messer an die Kehle. „Wo ist Massa MeClure?“ Ilora hielt den Atem an. Sie fürchtete den Tod— einen solchen Tod, wie ihr die Spitze des Messers, die die Haut ihrer Keble rinte, zu verheißen schien. Sie hielt Mecktures Waise unter ihrem Tuch auf Plymouth gerichtet, der nicht ahnte, wie nabe er in jenem Augenblick dem Tode war. Langsam wickelte sie die Wasse aus den Falten des Tuches drückte jedoch nicht ab— sie fürchtete den Lärm. „Wo ist Massa Mecklure"“ fragte der Krooboo wieder in beiserem Flüstern. Seine scharfen Ohren erlauschten selbst das leiseste Geräusch und suchten zu erraten, od es freundlich oder seindlich war „Er— siel— nieder“, antwortete Ilora zög#rnd Viele Rann kamen und sprangen auf ihn. Die weiße Mammy. Häuptling Cralla und die Laternenbogs liefen. Ich wariete noch ein wenig und fand dieses hier Sie zog den Revolver mit solcher Plötzlichkeit und stieß ihn Plymouth mit derartiger Kraft in den Bauch, daß er mit einem Aufschrei zurücksorang und Ilora losließ. Darauf blieb er wie angewurzelt stehen und versuchte zu begreisen, was die Waffe in Iloras Hand zu besagen habe. Der Kroohon wunte, daß sie Meclurco Revolver in der Hand hielt, und dieser in Benin mit„vielen Männern auf seinem Rücken“ war: ferner, daß, wenn er Plymoutd. sich nicht veeilte wegzukommen, wahrsheinlich bald„viele Männer“ auf seinem eigenen Rüden siren mürden, und dies war eine Möglichkeit, die ihn nicht lockte. Und da er nur ein Kroobon war, und niemals etwas von dem Diener, der auf dem brennenden Deck bei seinem Heren blieb. gebört hatte, es auch nicht verstanden haben würde wenn man es ihm erzählt hätte, tat er das einzige, was nach seiner Ansicht zu iun war. Er wari einen langen, letzten, angsterfüllten Bilck auf die dunklen Umrisse der schrecklichen Stadt, stieß ein leises, jammerndee Gebet, für den Frieden von DirCluree aus und— machte sich danon. Ilora blieb eine Weile stehen und sah dem Kroobon verachtlich nach Sie glitt lautlos zu Boden. Ihre Kehle fand kein Jammern und ihr Auge keine Tränen Sie wand und krümmte sich auf dem Boden in wildem Schmerz. Das Knirschen ihrer Zähne und das Keuchen des Atems waren die einzigen Laute, die sie von sich gab Eine Eidechse schreckte aus dem Busch auf und lief ihr über die Beine. Sie sah dem Tier mit neu erwachter Hofinung nach, denn es war ein gutes Omen, besonders, da die Eidechse einen goldenen Kopf und einen blauschwarzen Schwanz hatte Mit dieser Hoffnung erhob sie sich langsam und folgte schlürfend Cralla und Fräulein Severoid, denen sie, wenn man dem Ausdruck ihres Gosichtes glauben durfte, den Tod aus ihrer Hand geschworen hatte. Fräulein Severold klammerte sich an die Riemen der Hängematte und lief hinter ihr her, und war Tulami schon näher als Benin, bevor ihr die Ahnung aufdämmerte, daß Mecklure nicht„irgendwo dinten" wäre. Allmählich wurde se sich der Wahrheit bewußt. Als sich ihr Gebirn zu klären begann und sie sich mehrmals tweiselnd umsah, bemerkte sie Plymouths untersetzte Gestalt zur Rechten Crallas. Sie richtete stumme Fragen an ihn, aus denen abwechselnd Furcht und Hoffnung sorach, und schließlich sprach sie MeClures Namen im Flüsterton aus Ee kam jedoch keine Antwort Darum rief sich nochmals etwas lauter und blieb lauschend stehen. Cralla schenkte ihrem Ruf keine Beachtung und trieb die Hängemattenträger von neuem an. Plomouth hörte, wie die weiße Mammo seinen Herrn beim Namen rief. Er überlegte sich eben, ob er es wanen sollte, sie anzusprechen und ihr zu erzählen, daß MeClure in Benin war„mit vielen Männern auf seinem Rücken“. als sie wieder rief: „Meclure!“ Diesmal zwang sie auch die Hängemattenträger stehen zu bleiben, indem sie an den Riemen der Hängematte errte. Auf ein scharfes Wort Crallas senten sie sich iedoch wieder in Bewegung. so daß sie ein Stück Weges mitgeschleift wurde „Stehen bleihen!“ Es klang fast wie ein Angstschrei „Stehen bleiben, ihr Bestien! Ich gebe nicht einen Schritt non der Stelle. Herr Mecklure!" Die Hängemattenträger blieben steden, ebenso die Lampenboos, Plomouth und Cralla. Die regungglosc, Gestalt in der Hängematte stödnte. Als Antwort daram, hörte man das Wimmern eines aufgeschreckten jungen Bucchbundes Plotlich brach ein groges, gelbes, schwarzgeslecktes Tier mit einem würenden Knurren durch den Busch, demokratischen Koalition die Frage der Mitwirkung bei der Lösung der Regierung=kriie eingehend erörtert worden war. Es war beschlossen worden nur einer Einladung von seiten der Arone zu folgen. er Belarad, 4. Jan(Telear.) Die Führer der Kroten, Matschek und Pribitschewitsch, hatten heute vormittag die augekündigte Audienz beim König. Nach der Audienz Marscheks erklärte der der demo kratischen Bauernkoalition angebörende Abacordnete Jelatschiisch den Vertretern der Presse, daß Matschek vom König sehr wohlwollend empfangen wor den sei, und daß der Führer der troatischen Bauernpartei bei dieser Andienz Gelegenheit gebabt habe, seine Auffassung der Lage darzulegen. Er habe dabei auswez in einer völligen Aenderung des augenblicklichen Regierungsinsteme bestehe in dem Sinnc, daß den hinto rischen und kulturellen Zusammenbangen entsprechende Verwaltungseindetten zu schaifen seien, von denen jede ihre eigene Regierung und ihr eigenes Par lament besitzen müsse. Mittags wurd: der Parteführer der Demokraten, Dawidewitsch, im Palast empfangen. * Inkrafttreten der Ucttunoverträge 2 Genf, 4. Jan.(Telegr.) Die Rettunovertröge, die zwischen Italien und Jugoslawien am 20. Juli 1925 abgeschlossen wurden, und die nach beiderseitiger Ralisizierung, einschließlich der dazu gehörigen übrigen italienisch=ingoslewischen Abmachungen. von Italien am 19. Dezember in den Archiven des Völkerbundes zur Registrierung und Veröffentlichung hinterlegt waren. sind nunmehr heute auch von der Belgrader Regietung zum gleichen Zweck eingereicht worden. Damit sind diese Verträge, deren Ratifitation von beiden Staaten erst im vergangenen November vorgenommen wurde, nach Art. 18 deo Völkerbundvaktes auch international rechtsverbindlich geworden. Jaszisten als Königsattentäter. en Lugano, 1. Jan.(Telear.) Wie das in Lugano erscheinende Blatt„Corriere del Ticino“ berichtet, habe die Untersuchung ergeben, daß in die Asfäre, des Attentats auf den italienischen König bei der Mailänder Ausstellung auch Angebörige der faszistischen Partei verwickelt seien. Die Flucht des Generalsekretärs der falzistischen Partei in Mailand. Gianivaoli, tehe mit diesem Verdacht in Zusammenhang. Es soll eine Reihe schwer belastender Umstände gegen ihn und weitere saszistische Beamte aufgedeckt worden sein, die Mussolini zu einer strengen Säuberung der Mailänder faßzistischen Organisation veranlaßt haben. Der neue Generalsekretär Starace gebe auf Weisung Mussolinis mit aller Strenge vor, was bereits zu Unruhen in Legnano und Busto geführt habe. Sozialversicherung und de Pesonmerh, muit dir lachäser Biragzslg: diger Seite ist demaegenuper un.. ungerecht der Versicherungstioger und auf die# wendigkeit der Erhaltung ihrer Liquidität wegen Aufgaben verwiesen worden, die ihnen auf dem Gebiete der vordeugenden und heilenden Gesundheitsfürforge, des gemeinnützigen Wohnungs... zio, und vor allem ihrer Renzenlast Auch wer die Versicherungsgelder nicht als ösfentliche Gelder im Sinne des gewöhnlichen Sprachgebrauches ansieht, mun anerlennen, daß die Sozialversicherung mit der gesamten deutschen Wirtschaft und dem Reichshaushalt aufs engste vervunden ist. Die Versicherungstrager haben diesem Gesichtspunkte schon bisher nach Maßgabe ihrer Mittel und ihrer Bewegungsfreiheit getragen. Ministi Die am 5. Januar unter Vorsitz von Ministerial= direktor Dr. Grieser im Reichsarbeitsministerium beginnenden Verhandlungen sind bestimmt, den Ausgleich zwischen den Belangen der Volkswirtschaft und des Reichshaushaltes auf der einen und denen der Sozialversicherung auf der anderen Seite water zu fördern. Arbeiter= und Gewerkschaftsfragen Verbindlichkeitserklärung von Schiedssprüchen. Berlin, 4. Jan.(Telegr.) Der Reichsarbeitsminister hat heute drei lich erklärt. und zwar den am 20. November v. J. im Tarisstreit der Münsterländischen Textilindustrie von dem Schlichter für den Bezirk Westialen, Regierungsrat Brisch. gefällten, den am 30. November v. J. im Lohnstreit der Bielefelder Textilindustrie von demselben Schlichter #cällten, und den am 6. Dezember v. J. von dem Schlichter, für den Bezirk Sachsen. Ministerialrat Haack. im Tarifstreit der ostsächsischen Textilindustrie gefällten Schiedsspruch. Die Verbindlichkeitserklärung erfolgte im “ d e r B e g r ü n d u n g d e r V e r b i n d l i c h k e i t s e r k l ä r u n g für Münsterland wird ausdrücklich, gesagt, daß die im Sciedsspruch vorgesehene. Lohnerhöhung nur einen geringen Teil der Beschäftigten betreffe und wirtschaftlich tragbar sei. Da ferner, die im Reichsarheitsministerium stattgefundenen Einigungsverhandlungen ergebniglos verlaufen sind und eine Einigung der Parteien, untereinander, voraussichtlich, auch väteren Verhandlungen, nicht erreichbar erscheint. rubte der Minister. zur Vermeidung eines tariflosen ntandes die Verbindlichkeitserkläruna im öffentlichen Von Sachkenntnis ungetrübt. Parker Gilbert:„Dir, deutscher Michel, rate ich, die Reichsbanknoten mit Gold einzulösen.“ Der deutsche Michel:„Das taic ich gern. Herr, wenn Ihre lachende Freunde mir nicht schon das ganze Gold genommen hätten.“ stürzte sich auf eine der Laternen, die es samt ihrem Träger wie einen Spielball aus dem Pfad fegte und verschwand darauf auf der anderen Seite. Ein Schrei entrang sich Fräulein Severoids Kehle. Es verlangte sie mehr denn je nach dem Schutz McClures, als sie wankend, an die Hängematte gelehnt, das Bild sab, über das sich Crallas Aufseher mit seiner Laterne beugte. Der Lampenboo lag zusammengesunken in einer jeden Augenblick größer werdenden Blutlache Als sie dies sah. war das Maß dessen, das sie ertragen konnie, zum Ueberlaufen voll. Die einzige Laterne erlosch flackernd, und Fräulein Severoid brach zusammen. Das Ermachen. Fräulein Severoid wußte nicht, wie sie nach Tulami gelangt war, und hatte nicht gemerkt, daß Plomouth Debenham auf seinen breiten Rücken genommen und man sie selbst in die Hängematte geleg: datte. Als sie wieder zu sich kam, war der Morgen bereits angebrochen und sie lag aus einem Feldbett in einer kleinen Hütte. Ilora stand neben ihr, während Cralla sich im Hinterarunde hielt. Von MeClure, Plomouth und Rasoh war nichts zu sehen. Sie richtete sich auf und warf einen angsterfüllten Blick durch den Raum. Dabei hörte sie irgendwo hinter Cralla ein leites, keuchendes Stöhnen Sie sorang aus dem Bett, wankte an dem Häuptling vorbei und sank neben dem rschrockenen Plonouth auf die Knie. Dieser sah an Debenbams Seite und legte dem Kranken kühlende Tücher auf die fiebernde Stirn. Debenham lag auf Matten und war mit einer Decke zugedeckt. Seine braune Haut war verschwunden und eine geblich blasse zum Vorschein gekommen, was Pinmouth sehr überrascht hatte; denn er batte einen unbekannten Jackrie nach Tulami gctragen, während der Mann, den er jem in seiner unbeholfenen Art zum Bewußtsein zurückzubringen suchte, niemand anderes als der verschwundene Beamte von Marsden& Co. sei konnte. Der Verwandlung datre er nicht beigewohnt. Debenhams Augen lagen tief in den Höhlen, seine Wangen waren eingefallen, sein Körver bestand nur noch aus Haut und Knochen. Seit er die Farbe gewechselt hatte, lag mehr Leben in seinem Gesicht, seine Augen blickten jedoch noch immer verstört, odne ein Anzeich des Bewuktseine Ein Kissen lag unter seinem Kapf und ein anderes unter der verwundeten Schulter. Die Wunde war gereinigt und verbunden worden von einer Hand, die mit solche Dingen umingeben wußte. Auch hatte man ihn in neue Pyjamas gekleidet. Fräulein Severoid konnte nur ahnen, wem all dies zu verdanken war. Nachdem sie ein kühlendes nasses Tuch aus Plomouths Händen genommen und sanft auf Ralphs Stirn gelegt hatte, wandte sie sich fragend nach Cralla um. Dieser war jedoch fortgegangen. Ilora sab ihr still lächelnd mit freundlichem Interesse zu. In dem Blick des Mädchens lag nichts Drobendes oder Börartiges; einmal, weil sie nicht wagte, dergleichen zu zeigen, und dann, weil sie wußte, daß auf dem Wege von Tulami nach Segwanga sich ihr Gelegenheiten bieten würden, die sie diesmal besser wahrnehmen wollte als die letzte in dem Gewittersturm vor Mayona. Es waren wundervolle Aussichten, auf die zu warten sich lohnte. wo ist er?“, flüsterte Fräulein Severoid ängstlich „Cralla gebt Trägermann sehen", antwortete Ilora ehrfürchtig. „Und— und Herr MeClure? Warum antwortete er nicht, als ich ihn rief?“ Ilora schüttelte bekümmert den Kovf. „Massa MeClure nicht hier. Er fällt nieder in Benin, als Daka kommt und viele Mann kommen und setzen sich auf seinen Rücken, so er kann nicht aufstehen. Ich warte klein bißchen, aber ich bin nur ein Weib; ich sicht kann mit Mann kämpfen. Aber ich finde diesen Schießding und dringe es Ihnen—“, bei diesen Worten klang Iloras Stimme besonders unschuldig—„weil ich glaube, Sic lieben Massa MeClure ein bißchen. Ist nicht so?“ Damit zog sie MeCklures Revolver aus ihrem Tuch und bielt ihn Fräulein Severoid mit flehenden Blicken entgegen Durch diese einfache Handlung beseitigte sie allen Verdacht über ihren möglichen Anteil an MeClures Gofangennahm= entledigte sich des Revolvers, dessen Besn— wenn Cralla ihn finden sollte— ihr gefährlich werden konnte, während ein Griff in die Sachen ihrer Herrin genugen würde, der Waife jederzeit wieder habhaft zu werden, und schuf ein Band der Sompathie zwischen ihr und dieser, das ihr jväteres Vorhaben erleichtern würde. Dies waren die Gedankengänge Iloras, als sie Fräulein Severoid den Revolver überreichte. Diese nahm ihn zögernd. Furcht. Ungläudigkeit und dumpfer Schmerz sprachen aus ihrem Grsicht. Ihre blutleeren Linven öffneten sich, wie um zu sorechen, brachten jedoch keinen Laut hervor; ibre blassen Wangen sahen ganz eingefallen aus. (Fortsetung folgt.) * Nummer 4, Zweites Blatt Herner Anzeiger Amgemeindungs-Besichtigung im„Jeppelin“ Ein moderner Vorschlag des Preußischen Innenministers. Jahrzehnt nähert sich das lausende, wurden bereits 66 Eingemeindungen denn seit 1920 vorgenommen. Geflüge lzucht als Vroterwerb im Ruhrgebiet Tun nicht die Ilugzeugaufnahmen gleiche Dienste? Der Westfälische Provinzialausschuß wird das Eingemeindungsgebiet, soweit es in der Provinz Westsalen liegt, nach der alten Methode bereisen, teils mit der Eisenbahn, teils mit dem Auto, und er wird dazu drei oder vier Tage gebrauchen. Die geplante Besichtigungsreise durch die Ausschüsse des Staatsrates und des Landtages werden sich aber in wesentlich modernerer Form vollziehen, wenn eine Anregung des Preußischen Innenministers verwirklicht wird, nämlich im„Heppelin“. Minister Grzesinski ist nämlich noch des Lobes voll über die glänzenden Erfahrungen und Erlebnisse, die er auf seiner Amerikajahrt mit dem„Zeppelin“ gemacht hat. Er hat allen Ernstes die Anregung gegeben, das Eingemeindungsgebiet aus der Vogelperspektive zu besichtigen durch eine Fahrt mit dem Zeppelinluftschiff. Der Plan hat unbestreitbar einige Vorteile, in denen vielleicht der eine oder andere auch Nachteile erblicken könnte. Zunächst soll Zeit gespart werden. Man hofft, die ganze Besichtigung von Dortmund bis M.=Gladbach in zwei Tagen erledigen zu können. Dabei nimmt man nicht ohne Grund an, daß jeder der beiden Ausschüsse mindestens vierzehn Tage lang auf Besichtigungsreisen wäre, zusammen also vier Wochen. Wenn man für eine größere Zahl von Staatsratsmitgliedern und womöglich für eine noch größere Zahl von Landtagsabgeordneten die Tage= und Uebernachtungsgelder von vier Wochen zusammenrechnet, dann ergibt sich eine erkleckliche Summe, und der Minister ist der Ansicht, daß diese Summe wohl nicht niedriger sein werde, als die Kosten, die durch das Chartern eines Zeppelinluftschiffes für zwei Tage verursacht werden. Finanzielle Bedenken gegen den Plan scheinen also auch nicht ins Feld geführt werden zu können. Ob die Sache technisch zu machen ist, wird von den Entscheidungen in Friedrichshafen abhängen, die noch ausstehen. Einige andere Bedenken sind allerdings noch aus dem Wege zu räumen. Das Luftschiff kann im Industriegebiet wohl nicht landen. Es müßte also vermutlich Berlin als Ausgangspunkt nehmen und dauernd in der Luft bleiben. Die Vertreter der Städte, der Landkreise, der Gemeinden und die sonstigen Interessenten hätten also nicht Gelegenheit, mit den Abgeordneten sich in Verbindung zu setzen und ihnen ihre Wünsche vorzutragen. Ein Ausweg ware vielleicht durch das Radio ermöglicht. Der„Zeppelin“ hat ja Empfangsstationen und die eine oder andere Sendestation gibt es im Ruhrgebiet ja schließlich auch, von der aus die Eingemeindungswünsche der einzelnen Stellen nach oben befördert werden können. Die Nernen der Staatsratsmitglieder und der Abgeordneten würden überdies nicht so stark mitgenommen werden, wie im unmittelbaren Verkehr mit den stürmischen Antragstellern selbst. Wenn wir zu der Zeppelinfahrt über dem Eingemeindungsgebiet einen unmaßgeblichen Vorschlag machen dürfen, dann ginge dieser dahin, auch diese moderne und gewiß interessante Fahrt zu unterlassen, denn es bestehen vom Ruhrgebiet prächtige Flugzeugaufnahmen, die der Ruhrsiedlungsverband hat machen lassen. Diese Bilder kann man eventuell unter Zuhilfenahme einer Lupe, damit die entsprechenden Vergrößerungen entstehen, in aller Muße in Berlin selbst studieren und sie geben vermutlich mehr und intensiveren Aufschluß, als selbst eine Besichtigungsfahrt im„Zeppelin“, die allerdings den unbestreitbaren Vorzug hätte, in gewissem Umfange eine Sensation zu sein. 410 Eingemeindungen seit 1848. Eingemeindungen in der deutschen Geschichte Es wird ungemein schwer schichte der Eingemeindungen fehlt auf diesem Gebiet völlig tistiken. Die Angaben des statistischen Jahrbuches deutscher Städte beziehen sich nur auf die Städte über 50000 Einwohner, aber auch diese Angaben entbehren der Vollständigkeit In den letzten Tagen ist in der Presse mehrfach die Rede davon gewesen, daß die Geflügelzucht im Kuhrgebiet systematisch als Broterwerb, besonders für Besitzer von Kleinland, zumal wenn sie arbeitslos geworden sind, eingeführt werden soll. Soweit es sich um Verwirklichung dieses Planes in einzelnen Fällen handelt, liegen bis jetzt nur die allerersten Veruche seitens einzelner Kommunen vor. Wie man aber hört, bringt der Preußische Wohlfahrtsminister dieser entgegen Die erste größere Eingemeindung wurde im Jahre Angelegenheit immeryin großes Interesse entgegen 1848 von der Stadt Bremen vollzogen. Es folgten ur' er scheint der Auffassung zu sein, daß auf ähnlicher München im Jahre 1854 und bald darauf M.=Glad= Grundlage, wie man die Treibgemüsezucht im Ruhrbach, das durch diese Eingemeindung im Jahre 1857 sein Areal um das Siebenfache vergrößerte. Die häufigsten Eingemeindungen weist mit der Zahl 12 Chemnitz auf(immer die Dürftigkeit der Angaben vorausgesetzt). Es folgen Dresden mit 11, Leipzig und München mit 10, Nürnberg mit 9 Eingemeindungen. Es ist also nicht richtig, wenn heute vielfach angenommen wird, die Städte des rheinisch=westfälischen Industriegebietes seien besonders eingemeindungswütig. Köln hat nur viermal, Gelsenkirchen und Dortmund haben nur dreimal, Düsseldorf und Duisburg haben nur zweimal eingemeindet. Die gegenwärtige Neugliederung des Industriegebiets kann also auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, daß dort vieles Versäumte nun nachzuholen ist. Seit 1848 hat man im ganzen 410 Eingemeindungen gezählt, die eine Bevölkerung von 5% Millionen und ein Gebiet von rund 400000 Hektar erfaßten. Infolge der Unvollkommenheit der Statistik dürften die wirklichen Zahlen noch beträchtlich höher sein. Aber auch an den genannten Zahlen kann man die Bedeutung des Eingemeindungsproblems hinsichtlich der daron interessierten Bevölkerung ermessen. Die meisten Eingemeindungen fielen in das Jahrzehnt von 1900 bis 1901. Von den genannten 410 Eingemeindungen fielen in diese Zeit allein 113. Diesem Grundlage, wie man die Treibgemüsezucht im Ruhrgebiet hochgebracht hat, auch Geslügelfarmen errichtet werden können. Doch ist bisher in dieser Angelegenheit staatlicherseits noch nichts unternommen worden. Er hat wohl eine Besichtigung einzelner Geflügelfarmen, die in den Kreisen Cleve und Geldern von den Kreiskommunalverbänden errichtet worden sind, stattgefunden, an der auch die Präsidenten der Landesarbeitsämter teilnahmen. Besondere Aufmerksamkeit sand dabei die Geflügelzuchtschule in Cal ar(Kreis Cleve). Es ist anzunehmen, daß das Verbandspräsidium in absehbarer Zeit dem Staatsminister einen Bericht über diese Angelegenheit einreicht. Immerhin scheint man an diese Frage mit großer Vorsicht heranzugehen. Die Verhältnisse liegen hier vielleicht nicht ganz so einsach wie bei der Gemüsezucht. Man muß vor allem fürchten, daß durch die bekannten HühnerEpidemien gefährliche Rückschläge eintreten können, die von den kleinen Züchtern vielleicht überhaupt nicht mehr überwunden werden können. Denn wenn der Bestand von Farmen mit 600 bis 1000 Hennen plötzlich vernichtet würde, so bedeutete das doch den Verlust der Hauptmasse des vorhandenen Kapitals. Vorsicht scheint in dieser Frage am Platze zu sein, wenn es auch durchaus wünschenwert ist, daß der Nutzgeflügelzucht besondere Aufmerksamkeit seitens der Staatsregierung geschenkt wird. Auch auf diesem Gebiete kann durch Ausschaltung der ausländischen Einfuhr eine wichtige Stärkung der deutschen Wirtschaft geschehen. Ein neuer Zweig in der öffentlichen Wohlfahrtspflege. Arbeitsgemeinschaft zwischen Kommunen und karitativer Wohlfahrtspflege. Der neue Zweia in der öffentlichen Wohlfahrtsfürsorge befaßt sich in der Hauptsache mit solchen Personen, denen nach Gesetz und Verordnung keine regelmäßige Unterstützung zukommt. Mag auch das Netz der Wohlfahrtsfürsorge und der sozialen Gesetzgebung noch so engmaschig sein, so werden doch längst noch nicht alle Personen daven erfaßt. Wenn auch zahlreiche Personen es der eigenen Schuld zuschreiben müssen, daß für sie eine gesetzmäßige Unterstützung nicht mehr in Frage kommt, so gibt es doch auch zahlreiche andere Personen, die ohne eigene Schuld diesem Schicksal verfallen sind. Bisher wurden solche Leute fast nur durch karitative Vereinigungen unterstützt. Es hat sich jedoch nun herausgestellt, daß diese Maßnahme völlig unzulänglich ist, da sich unter diesen Personen nicht nur häufig Verbrecher befinden, sondern auch solche mit Geschlechtskrankheiten Behaftete, die besonders durch das freie Leben und die Umgebung zu einer Gefahr für die Mitwelt werden können. Auch macht die stets wachsende Zahl dieser Personen es den karitativen Einrichtungen unmöglich, die Unterstützung wie bisher weiterzuführen. Schon seit einigen Jahren war es üblich, daß die Kommunen diesen karitativen Einrichtungen finanzielle Unterstützungen zuteil werden ließen. Diese Arbeitsgemeinchaft soll nun insbesondere aus den oben erwähnten Gründen stärker als bisher betont werden, und zwar dergestalt, daß die Kommunen unter einer enrsein, einmal eine Ge= sprechenden Form sich mit daran beteiligen. zu schreiben, denn es Wie bedeutungsvoll diese Einrichtung ist, ergibt sich an zureichenden Sta= aus der folgenden Aufstellung, die in einer der größeren Städte des hiefigen Industriegebietes gemacht wurde. Sie ergibt die Zahl der in einem Jahr betreuten Personen wieder. Es handelt sich insgesamt um 20 566 Männer. Hiervon waren unter 18 Jahren 393, 18 bis 20 Jahren 1243, 20 bis 25 Jahren 4155, 25 bis 30 Jahren 4170, 30 bis 40 Jahren 4107, 40 bis 50 Jahren 3321, 50 bis 60 Jahren 2187, über 60 Jahren 990. Diese Zahlen sprechen für sich. Wenn man bedenkt, daß diese Menschen rechtlich keinen Anspruch auf Unterstützung haben, daß sie aber andererseits gänzlich verkommen würden, wenn man sich ihrer nicht annähme, so ist die Notwerdigkeit der vorhin erwähnten Arbeitsgemeinschaft ohne weiteres klar Die Männer befinden sich meistens in einem durchaus verwahrlosten Zustand, bevor sie in die Verpflegung ausgenommen werden. Es hat sich deshalb als notwendig erwiesen, daß sie zunächst desinfiziert werden. Auch eine ärztliche Untersuchung läßt sich wegen der vielen Geschlech'skranken unter diesen armen Menschen nicht umgehen. Die Kvonken werden sofort isoliert und alssann den Krankenanstalten zugeführt. Weiterhin findet bei der Aufnahme eine polizeiliche Prüfung der Papiere statt und fast täglich kommt es vor, daß sich bei den Aufzunehmenden der eine oder andere von der Polizei Gesuchte befindet. In der Hauptsache ist man darauf bedacht jedem zu helfen und ihm wieder eine geregelte Tätigkeit zu verschaffen. Samstag, den 5 Januar 1929 Die Wohnungslosen. Das Statistische Reichsamt hat endlich die endgültigen Ergebnisse der Reichswohnungszählung vom 16. Mai 1927 festgestellt. Es ist ein tnzuriges Bild, das diese Statistik ergivi, ein Beld, das sich auch inzwischen nicht wesentlich gebessert haben wird. In den Klein=, Mittel= und Großstädten wurden insgesamt 791.000 Haushallungen und Jamilien ohne selbständige Wohnung festgestellt. Das ist eine geradezu erschütte Ziffer, eine Zahl die zegi, wie jurchtbar noch immer die Wohnungsnot ist, eine Zahl, die eigentlich jeden darüber belehren sollte, welch unvermeidlich soziale Folgen sich aus dieser anhaltenden Wohnungsnot ergeben müssen. Am stärksten ist die Ziffer natürlich in den Großstädten. In den Städten über 100000 Einwohner zählte man in den alten Wohnungen über 480 000 Familien ohne selbständige Wohnung. 120000 entfallen davon allein auf Berlin. Zu dieser Ziffer treten dann noch rund 25000 Fanistien, die schon in Neubauwohnungen auch ohne eigene Wohnung untergebracht sind. So machen die Großstädte mit mehr als einer halben Million Familien ohne selbständige Wohnungen bei weitem den Hauptfaktor der deutschen Wohnungsnot aus. Verhältnismäßig am schwächsten ist die Wohnungsnot in den allereings nicht sehr zahlrei chen Städten zwischen 50 und 100 000 Einwohnern. Es gibt dort erwa 900000 Wohnungen, wovon etwa 80000 noch eine Familie als Untermieter ausgenommen haben. In den kleineren Mittelstädten von 20 bis 50000 Einwohnern zählle die Statistik 1¼ Millionen Wohnungen und etwa 102000 Familien ohne selbständige Wohnung. Hier ist also die Wohnungsnot am geringsten. Die Zahl der auf 100 bewohnte Wohnungen entfallenden Untermietenfamilien steigt von 6,3 in den Kleinstädten über 85 in den Mittelstädten auf 10,6 in den Großstädten. Auf die Großstädte allein entfallen 61 Prozent aller Untermietersamilien. während nur 52 Prozent der Wohnungen auf sie end fallen In den Neuwohnungen finden sich naturgemäß die Untersamilien nicht so häufig wie in den Altwohnungen. Im Durchschnitt entfallen auf 100 Wohnungen 7.5 Untermietersamilien, auf 100 Altwohnungen dagegen 9,2. Zwischen den einzelnen Ländern und Landesteilen ergeben sich erhebliche Unterschiede, auch wenn man von besonderen Fällen, wie dem Stadtstaat Hamburg einerseits und dem Zwergstaat Waldeck andererseits ablieht. Verhältnismäßig am meisten Haushaltungen und Familien ohne selbständige Wohnung hafte Hannover. wo auf 100 Wohnungen 11,1 Untermietersamilien entfielen. Es folgt Hessen=Nassau mit 10,9 Nordbayern mt 10.2 und Westfalen mit 10.1. Diese Landesteile liegen anso über dem Reiche. durchschnitt, der 9,1 beträgt. Un er dem Reschodurchschnitt liegen Oldenburg mit 5,6 Mecklenburg=Schwerin mit 6.2 Württemberg mit 6.6, Thüringen mit 6.7 und Baden mit 6,8. Zn den ganz kleinen Ländern, die nur Gemei#den unter 20000 Einwohner besitzen. liegen die Verhältnisse selbstverständlich noch etwas günstiger Aber in allen Ländern zeigt sich dieselbe Erscheinung, daß in den größeren Städten die Untermieterfamilien mit viel größerer Regelmäß gkeit und weit häufiger anzutreifen sind als in den kleineren Städten Die beiden einzigen Ausnahmen von dieser Regel finden sich in Hessen und Bremen Fahrkartenschalter=Gitter sallen Die Reichsbahn modernisiert ihren Betrieb. Nach Beendigung des Ruhrkampses hat die Reichsbahnverwaltung ihre sämtlichen Bahnhöfe nicht nur mit einem neuen Anstrich versehen, sondern auch hier und da veraltete Einrichtungen durch ganz moderne ersetzt. Wie war hören, trägt sich nun die Reichsbahnverwaltung mit der Absicht, in allernächster Zeit aus die Gitter an den Fahrkartenschaltern verschwinden zu lassen und den Verkehr zwischen Publikum und dem Beamtenpersonal„sichtbarer" zu gestalten. Die Reichsbahndirektion Essen hat mit diesem Versuch bereits den Aufang gemacht und zwei solche Fahrkartenschalter Das Opfer der Gerhilde Wybrands Der Roman einer Liebe. Von Erich Friesen. (32. Fortsetzung.) Inzwischen ränzelte Madame auf das eigenartige Paar zu, das soeben den Festsaal betreten hatte— gefolgt von Baron Bedo, dessen Monokel heute besonders unternehmend im Auge klemmte und der sich zu Ehren der prominenten südamerikanischen Gäste eine Riesen=Chrysanthemum ins Knopfloch gesteckt hatte. Eine seltsame Erscheinung, die untersetzte breithüftige Kreolin Dolores Alvarez! Das im Rücken bis zur Taille hinunter spißz ausgeschnittene Kleid aus grellrotem Atlas war über und über mit Brillanten übersät. Das glitzerte und funkelte und hitzte und flimmerte— an Brust und Armen, um die weni ausladenden Hüften, im kohlschwarzen, wolligen Haar, an den seidenen Strumpfbändern, auf den goldgestickten, hochhackigen Schuhchen. Sogar die durchsichtigen fleischfarbenen Strümpfe waren mit Diamantensplittern bestreut, und auf der meterlangen seitlichen Schleppe des kniefreien Kleides, die wie ein Schwanz neden ihr herzog, lagen wie hingestreut kleine Buketts von Brillanten und farbigem Edelgestein. Den Rücken aber und einen Teil der Oberarme zierten handgemalte Landschaften— die neueste Errungenschiiit der vornehmen Argentinerinnen. Und über dieser glitzernden, funkel#den, strahlenden, knallroten Pracht ein dunkles Gesich mit niedriger Stirn. einer stumpfen Nose und ausgeworfenen Lippen, das deutlich ihre Abstammung von den Mulat en verriet. Beim Anblick dieser nichts weniger als einladenden Weiblichkeit verzog Madame für einen Augenblick den Mundwinkel; denn sie hatte einen guten Geschmack, die frühere Tänzerin Totto Tonelli. Dann aber zmung sie ihr heute besonders efiektvoll gemaltes Gesicht zu einem süßen Lächeln. Voll überschwänglicher Freude und mu vielen Worten segrüßte sie die vielfache Millioneverbin. Und auch den Vater— einen auffallend vierschrätigen Mann m: rundem, rotem Vollmondgesicht, einer unheimlich dicken, schwergoldenen Doppeluhrkette, auf dem Schmerbauch und überkirschengroßen Brillaniknöpfen in Manschetten und Hemdkrause. „Oh hes. meine Dolores!“ meckerte er nach der ersten Begrüßung, mit seinen breiten, taßenähnlichen, brillantenüberladenen Händen der knallroten Puppe über die Backe streichend.„Well!: Hast dein neues Collier um, darling— all rigth! Kleidet dich famos! Kostet mich auch—“ er beugte seinen dicken Kopf mit der großen Glatze zur Baronin Totto herab und flüsterte ihr ins Ohr, jedoch laut genug, daß alle es hören konnten—„kostet mich auch eine halbe Million Dollars! Why not? Hab' ja genug von dem Zeugs!“ Und er klopfte protzenhaft auf seine Rocktasche Madame war innerlich empört über die taktlose Prahlerei des„Parvenüs". Ließ es sich jedoch nicht merken und lächelte weiter ihr füßes Lachtln. „Aber gewiß, Mister Alvares. Wir kennen ja Ihre weitgerühmte Splendidität! Und wie entzückend Miß Dolores aussieht. Eine vollerblühte Rose von herrlichstem Duft!"... Der Tanz war beendet. Rolf trat mit seiner Dame heran Die Vorstellung fond statt. Dann entführte Madame den dicken südamerikanischen Krösus, um ihn den anderen zu präsentieren. während Rolf und Lore Miß Dolores in ihre Mitte nahmen. Lore gab sich die großte Mühe, ein Jungmädchengespräch mit der jungen Kreolin anzuknüpfen. Unmöglich. Rich's war aus dem großen Mund herauszubekommen, wie ein murrisches„oh nes" oder„oh no“.— Rolf beobachtete die beiden Mädchen voll Interesse. Wie ein Bild des erwachenden Frühlings erschien ihm die rosige, gertenschlanke Lore in ihrem weißen Kleid mit den Heckenrosentuffs, neben der schwerfälligen ungraziösen Kreolin— und etwas wie Järllichkeit für das kleine, liede Madchen wallte in ihm auf. Urd als er den ersten Pflichttanz mit dem neuesten Galt absolviert hatte, wandte er sich wieder Lore zu widmete sich thr mit betonter Aufmerksamkeit. Madames Augen folgten den beiden unablässig. Und ihre Stirn futchte sich mehr und mehr. Sollte da ewa eine neue„Aftäre“— ähnlich wie die damalige mit der Gerhilde Wybrands— ihre Pläne durchkreuzen.? Ihr Herr Stiefsohn, der blöde Junge, zeigte wirklich eine krankhafte Vorliebe für arme Mädels, die in der Gesellschaft doch überhaupt nicht mitzählen, und die für einen vernünftigen Mann höchstens als unangenehme Episede in Betracht kommen... Und sie hatte sich doch solche Mühe gegeben und ihr verführerischstes Lächeln verschwendet, um dieses alte Scheusal", wie sie den argentinischen Plantagenbesitzer und vielfachen Millionär Rhodus Alvarez. der vor kurzem nach Berlin gekommen war. um hier Geschäfte großen Stils anzubahnen. im Stillen litulierte, nech der Villa Speranza zu lotsen! Denn sie versprach sich allerhand von der Geschäftsverbindung zwischen ihm und ihrem„Alterchen". Weshalb ihr in solchen Sachen erfinderischer Kopf auch dleich eine Heirat zwischen ihrem Stiefsohn und der Millionenerbin m Erwägung zog Und nun kümmerte sich der Junge gar nicht um dieses südamerikanische Edelgewächs. Unentwegt tanzte er mit der klei en Gans dort— wie hieß sie doch gleich? Lore Bülow oder'e— und schien gunz im Bann. Freilich, das„sudamerikan'sche Edelgewächs" soh nicht besonders appetitanregend aus— besonders für Maleraugen. Das mußte selbst die Baronin Totto zu. geben. Aber sie tröstete sich in dem Bewußtsein, daß sie noch eine kleine Sensation in petto hatte, die sithzer den Mangel an äußeren Reizen bei der jungen Kreolin vergessen machen würde. Rhodus Alvarez hatte ihr nämlich in den überschwenglichsten Woren Wunderdinge von dem mulikalischen Genie seiner Tochter erzählt. Sie meistere die Violine wie niemand sonst auf der Welt und trage diese, ihre treueste Freurdin, auf allen Reisen bei sich So legte denn Madame den rechten Arm schmeichelrd um Miß Dolores Taille und flötete: „Sie haben doch Ihre Violine mitgebracht, teures Kind? Wir alle lechzen danach, Ihre Kunst zu hören. Werden Sie uns das Vergnügen machen?“ Die Kreolin nickte. Das Sprechen schien diesem seltseinen Mädchen zuwider zu sein. Makame gob einem Diener Anweisungen, der hr alsbald eine Violine überreich e, die diese Miß Dalores hinhielt. „hier geliedtes And'“ Die Kreolin ergriff ungeschickt die Vloline und legte die Hand an den Bogen. Eine seltsame Hand!... Auffallend lang und schlank, mit kräftig ausgebideten, newvösen Fingern: eine unruhige Hand, die zu leben, zu atmen schten— eine Hand. in der das Leid erbebte und heiße Leidenschaft. und deren Druck man nie vergessen kann, selbst wenn sie längst entschwand in graue Nebelserne.— Langsam hob der linke Arm die Violine empor... nun setzte die Rechte den Bogen on— Urd jetzt durchzitterten Töne den Raum. Töne, so weich und schmelzend, so herzfassend— Rolf Hinrichsen, der sich gerade über Lores treffende Bemerkungen amüsierte, blickte überrascht auf und trat näher. Dolores spielte— und spielte—— Kaum schien der Bogen die Saiten zu berühren, so leicht ging er auf und nieder Das weinte und schluchzte und jubilierten— die atemlos Lauschenden wie in einem Bann festhaltend Die Geigerin vergaß, wo sie sich befand. Sie vergaß alles um sich her. Sie vergaß die ganze Welt. Der unsterbliche Genius der Musik leuchtete von ihrer niedrigen braunen Stirn, leuchtete aus ihren emporgewandten kohlschmirzen Augen, leuchtete von ihrem breiten, jetzt ekstatisch lächelnden Mund. Er umschwebte ihre ganze Gestalt. War das dieselbe Dolores Alvarenz von vorhin? Die gewöhnlich aussehende„Halblut=Niggerin"— wie manch spitze Zunge sie bereits getauft hatte? Das sinster und scheu vor sich hinblickend ausgedonnerte Mädchen, das kaum„sa“ und„nein“ sagen konnte? Man starrte und starrte—— und lauschte und lausch'e— Auch Rolf stand völlig im Bann der Musik Auch er starrte— und starrte— und begriff nicht, wie er oeben noch dies Madchen haßlich#f#nden konnte. Nein — schön war sie! Erhaben schön im verklarenden Licht reinster edelster Kunst! Ihre langen Härde schienen zu leben— sie atmeten. subelten, sie wernten—— lebendig gewordene Musik (Fortsetzung folgt.) 4 im Effener Hauptbahnhofsgebäude mit großen Fensterscheiben versehen, die mit einer holzumrahmten Oeffnung für den Fahrkartenverkauf ausgestattet sind. Diese Neueinrichtung soll auf sämtlichen Bahnhöfen Vom Wirrsal des Lebens. Bilder aus dem Herner Gerichtssaal. heißt, es will sich kein zweiter Arbeitgeber finden, der ihn Muscheln und Fische ver= und einkaufen lassen will. Ihm wird zur Last geles;, 36 Mark veruntreut zu haben. Einmal mußte er einen Zentner Muscheln für 6,50 Mark verkaufen. Sechs Mark sollte er abliefern, fünfzig Pfennig durfte er für sich behalten. Da die Summe von 6 Mark zwölfmal größer war als Der grüngestickte Pullover. Das Geschäft hatte eine Auswahlsendung bekommnen. Darunter war ein grüngestickter Pullover. Der sah so schön aus, daß selbst dem achtzehnjährigen Verkaufsfräulein das Herz in heißem Verlangen schlug. Und das will viel heißen. Es probierte ihn an, den grüngestickten Pullvver. Er saß jedoch nicht so, wie er an dem Fräuleinchen zu sitzen hatte. Schnell entschlossen, bat es die Frau Chef, davon ein ganzes Kostüm für sie zu bestellen. Und es geschah. Nun kam auch Frau P., eine Kundin, in den Laden und wollte Jacken kaufen. Auch ihr Herz klopfte beim Anblicke des grüngestickten Pullovers. Ja, er revolutionierte die Herzen, der Pullover. Aber Frau P. harte eine allzu stattliche Figur, sie hätte keine Luft in diesem grüngestickten Pullover bekommen. Man leidet zwar sonst gern für das schöne Aussehen, früher zwängte man sich in das engste Korsett und heute mensendiekt man bis zur Uebelkeit. Aber, in diesen Pullover paßte Frau P nun einmal nicht hinein. Lächelnd nahm das Fräulein den grüngestickten Pullover von der Figur der Entzückten ab, legte ihn an die Seite und bediente sie mit Jacken. Da nach einiger Zeit herrscht große Aufregung im Geschäft. Kartons wirbeln durcheinander. Oberhemden stört man in ihrer Ruhe, der grüngestickte Pullover ist futsch. Die Tage gehen dahin. Frau S. besucht das Geschäft und— klaut, gut aufgelegt, zwei Selbstbinder. Niemand merkt es und sie geht. O, hier ist was zu machen. Und nach zwei Tagen kommt sie wieder, mit der jüngeren Schwester von Frau P. und verlangt auch Pullover. Ihre Begleiterin hat einen Verlobten und der hat eine Zwillingsschwester. Und er ho: Geburtstag und der Zwilling auch. Es rumort in den Empfindungen der Verlobten. Soll sie der Zwillingsschwester auch was kaufen? Man läßt sich also Damenpullover vorlegen. Draußen im Schaufenster, meint die Verlobte, sei etwas Passendes für ihren Verlobten, auch Stutzen liegen dort bei dem Pullover.„Gehen Die bitte mit der Dame raus!“, sagt die Frau vom Chef zu dem Fräulein. Dieses geht hinaus mit der verlobten Maid, und auch die Frau Chef schaut von innen zum Schaufensterkasten hinein. Derweil steht Frau S. mutterseelenallein am Verkaufstisch. Dumm ist es nun, nach dem der Pullover und die Stutzen der Begleiterin nicht zugesagt haben und man fortgeht, daß das Fräulein beim Aufräumen zwei Pullover, für eine Dame und einen Herren in Beechesfarben vermißt. Das Fräulein eilt auf die Bahnhofstraße hinaus Frauen sieht sie genug auf der Straße, leider nicht mehr die Frau S. Einige Tage später wird diese jedoch an der katholischen Kirche bemerkt. Ein Lehrmädchen muß sie verfolgen. Das Fräulein ruft umterdessen die Polizei. Am Bahnhof wird Frau S. verhaftet. Im Verhör gibt sie nur zu, die zwei Selbstbinder gestohlen zu haben. Und dann— dann finder man bei ihrer Begleiterin von damals— den grünen Pullover. Die Puppen, kanzen.„Ittrm(a#chättn, sein, sie darf aber nicht bürokratische Rücksichtslosigkeit des Ruhrgebietes ebenfalls, sobald sich dieser Versuch seine„Provision“, behielt er lieber auch diese Summe. praktisch ausgewirkt hat und die hierfür erforderlichen Dann mußte er zum Güterbahnhof, Fische einkaufen Mittel von der Reichsbahnhauptverwaltung bewilligt für 30 Mark. Seine angeborene Liebe für die Wassersind, geschaffen werden. bewohner, die er ungern von Menschen gegessen sah verleitete ihn, sich für die dreißig Mark eine Jacke. Mütze, Strümpfe und Kragen zu kaufen.„Stimmt!“ war alles was er zu seiner Entschuldigung vor Gericht zu sagen hatte. Dreißig Mark Geldstrafe oder drei Tage Haft erhielt er. Er grüßte gnädig und ging hinaus. Es geht nichts über die Unempfindlichkeit. Trotzdem, ein empfindlicher Mensch ist mir lieber— ist besserungsfähiger. Zwei Fälle wurden vertagt. Zwei schmutzige Wäschen unter Eheleuten erforderten den Ausschluß der Oeffentlichkeit. Ilgo. handel zu. Als Sodinger meldete er den Nebenerwerb in Sodingen bei der Polizei an. Aber, was küm merte das nach der Eingemeindung von Sodingen die Herner Polizei. Er sollte noch einmal sein neues Gewerbe anmelden, er tat es nicht und bekam daher eine Strafe von 20 M. Nun ist ihm die Rente abgenommen worden und der Bestrafte bat vor Gericht um eine mildere Strafe. Der Amtsanwalt beantragte 5 M. Geldstrafe oder 1 Tag Haft. Der Angeklagte bittet um Ratenzahlung. 3 M. Geldstrafe verkündet der Richter. Wenn ein Drogerielehrling Muscheln verkaufen und Fische einkaufen soll. lange der zu Entlassenden getroffen. Die Sperrfrist läuft am 12. Januar ab. An den Verhandlungen nahm auch der Sachverständige des Handelsministeriums teil. Stillegungsverhandlungen der Zeche Ver. Constantin der Große 3 Der ständige bergsachverständige Kommissar für Stillegungsangelegenheiten, Oberbergamtsdirektor Dr. Weise teilt mit: Am 4. Januar fanden im Oberbergamt zu Dortmund unter Beteiligung von Werksleitung, Betriebsvertretung, Arbeitgeberverbänden, Landesarbeitsamt, sowie Behörden der allgemeinen Der junge Mann, der da jetzt eintritt, besitzt einen Landesarbeits= und Kommunalverwaltung die Verrobusten Leichisinn. Er kommt daher, als sollte er handlungen über die Stillegung der Zeche Ver. Convom Amtsgericht eine Weihnachtstüte abholen. Wie stantin der Große 3 unter Entlassung von 650 Arbei gnädig er den Zuschauerraum grüßt! Man fühlt sich tern statt. Diese Anlage soll in Zukunft nur noch als gleich als etwas Besseres, wenn man von seinem Nicken ausziehender Wetterschacht der Zeche Ver. Constantin getroffen wird. Gegenwärtig ist er arbeitslos, das der Große 6/7 dienen, die bereits seit August vorigen Jahres die Förderung auf dem Felde Constantin 3 übernommen hat. Die Entlassung wird durch die schlechte Absatzlage auf dem Mager= und Eßkohlenmarkt bedingt. Sie ermäßigt sich indessen auf 460 bis 470. Im Wege freier Vereinbarung wurden eine Reihe von Abmachungen zwischen Werksleitung und Betriebsvertretung zur Wahrung der sozialen BeBriefe an den Herner Anzeiger. Bürokratismus. der zu weit geht. Es geht niemand gern zu den Behörden. Besonders schon deshalb, weil man immer noch Beamte findet, für die das Publikum Luft ist oder zum mindesten Gegenstand der„Adfertigung", nicht aber fühlender, gequälter Mitmensch. Wenn man nun gar sich endlich einen Ruck gegeben oder sich endlich für eine kurze Zeit hat freimachen können, um eine Angelegenheit zu erledigen, und muß dann der bürokratischen Engherzigkeit des Beamten wegen unverrichteter Dinge wieder umkehren, dann kann einen doch eine gelinde Wut packen. Vor einiger Zeit mußte ich zum Finanzamt, um Zahlungen zu leisten. Das ist und zwar die auf dem Teich im Stadtgarten und die auf dem Vorwärmebecken der Badeanstalt vorhanden sind, wäre doch der Vorschlag der Prüfung wert, wenn nicht— aber das brauchte kein unüberwindliches Hindernis zu sein— das Grundstück der Bergwerksgesellschaft Hibernia gehörte und wenn nicht— der Platz eine starke Neignung hätte. Es müßte also der höher liegende Teil abgetragen und der niedrig liegende Teil aufgetragen werden, um eine ebene Fläche zu bekommen. Hiermit wären aber größere Kosten verbunden. Oder es müßte ein System erfunden werden, wonach eine schräge Wasserfläche angelegt werden kann. Dieses System gibt es aber noch nicht. Vie keine vergnügliche Angelegenheit. Da ich nicht früher leicht vermag der Anreger der in Frage kommenden abkommen konnte, stand ich, trotzdem ich im Eiltempo den Weg von Horsthausen nach Herne zurückgelegt hatte, erst um genau 1 Minute nach 12 Uhr in der Finanzkasse. Aber„abgefertigt“ wurde ich nicht mehr oder wenigstens im üblen Sinne. Um 12 Uhr sei Schluß und damit basta! Ich hatte mich also wegen einer Minute umsonst angestrengt und durfte am nächsten Tag noch einmal denselben Gang tun. Ebenso Eisbahn eine solche Methode anzugeben. —1. Sind Sie Kommunalpolitiker? Wenn ja, dann gilt diese Ueberschrift nicht Ihnen. Sind Sie Pädagoge? Bitte, dann lesen Sie. Es gib: Herner „Studienkommissionen“ Frau P. wieder auf. inhaber den grüngestickten Pullover gekauft zu haben, um ihn ihrer Schwester, jener schenkfreudigen Verlobten, zu geben, damals als sie im Krankenhause lag Der Geschäftsinhaber bestreitet dies. Er hat doch diesen einzigen unvergeßlich schönen grünen Pullover nicht verkauft. Die Verlobte will mit der ganzen Sache wie mir erging es zwei Damen, die zwei Minuteneine Jugeno, die sich in Gejayr hegiht und sich dabei später kamen als ich, auch sie wurden nicht mehr be keiner Schuld bewußt ist. Diese Jugend ist nicht von dient. Ich meine, Ordnung und Pünktlichkeit muß Grund guf leichtsinnig. Aber sie will es reifen Mendarf aber nicht hürokratische Rücksichtslosigkeitichen und jenen Berufen gleich tun, die dazu bestimmt sind,„Studien“ zu treiben. Sie ist kolossal neugierig werden. K. nichts zu tun haben. Unschuldig, wie ein neugeborenes ein Schweigen aus Schuldbewußtsein? Zu der Beund vorwitzig, diese Jugend. Sie hat sich selber noch nicht gründlich erkannt und schon treibt sie an ihrer Nochmals der„Auf meine Erwiderung vom 15. 12. Umwelt Studien. Tressen Sie heute einen Backsisch Brotpreis. 1928 hat die Bäckerinnung Herne oder halbwüchsigen Jüngling an irgendeinem anrüchinach drei Wochen noch immer keine gen Orte zu später Stunde oder in fragwürdiger GeAntwort gefunden. Soll das eine Zustimmung sein, sellschaft, was erwidern sie Ihnen auf Ihre Vorhal Lohnsteuererstattungen für Das Finanzamt Herne schreibt uns. Nach der Verordnung vom 13 12. 28 über die Festsetzung von Pauschbeträgen für die Erstattung von Lohnsteuer für das Kalenderjahr 1928 können in der Zeit vom 1. 1. 20 bis zum 31 3. 29 Erstattungsantrage gestellt werden, und zwar: 1. wenn infolge Verdienstausfalles, z. B. Krankheit, Aussperrung, Erwerbslosigkeit, der steuerfreie Lohnbetrag und die nach dem Familienstand frei bleibenden Beträge nicht in voller gesetzlicher Höhe berücksichtigt worden sind, 2. wenn im Jahre 1928 die Leistungsfähigkeit durch besondere wirtschaftliche Verhältnisse wesentlich beeinträchtigt worden ist, z. B. im Falle außerordentlicher Belastung durch Krankheitskosten, Erziehung der Kinder, mittellose Angehörige u. dgl., 3. wenn ohne Vorliegen der unter 1 und 2 bezeichneten Voraussetzungen im Jahre 1928 Steuern vom Arbeitslohn einbehalten worden sind, obwohl der Urbeitslohn weniger als die im Einkommensteuergesetz vorgesehenen Freibeträge ausgemacht hat. Nach den Vorschriften über die Einreichung der Belege über den Steuerabzug vom Arbeitslohn für die Zwecke des Finanzausgleichs werden die Steuer tarten und die Lohnsteuerbescheinigungen für diejenigen Arbeitnehmer, die am 31. 12. 28 in einem Dienst verhältnis gestanden haben, unmittelbar durch die Ar beitgeber dem Finanzamt übersandt. Da diese Unter lagen fur die Erstattung der Steuerbeträge unbedingt benötigt werden, empfiehlt es sich zur Vermeidung von Geschäftsstockungen bei den Finanzämtern, die Lohnsteuererstattungsanträge nicht vor Ende Januar 1929 einzureichen. Die Bearbeitung kann vor Februar 1929 nicht erfolgen. Die erforderlichen Unterlagen(Erwerbslosenbescheinigung, Krankheitsbescheinigung, Lohnsteuer=Ueberweisungsblätter) sind dem Antrage beizufügen. Erstattungsanträge von Arbeitnehmern, die am Schlusse des Jahres 1928 in keinem Dienstverhältnis gestanden haben, and erwervslos waren, können mit den zur Begründung erforderlichen Unterlagen (Steuerkarte 1928, Durchschrift des Lohnsteuerüber= weisungsblattes, Erwerbslosenbescheinigung, Krankheitsbescheinigung) schon jetzt eingereicht werden. Dasselbe gilt für Arbeitnehmer, für die die Lohnsteuer während des ganzen Jahres durch Markenkleben entrichtet worden ist. Die Bearbeitung der Anträge richtet sich jedoch nach dem jeweiligen Geschäftsstande des Finanzamts. Antragsformulare können vormittags beim Finanzamt kostenlos in Empfang genommen werden. Gleichzeitig wird nochmals darauf hingewiesen, daß sämtliche Arbeitnehmer, die am 31. 12. 28 in keinem Dienstverhältnis gestanden haben und sich daher an diesem Tage im Besitze ihrer Steuerkarte 1928 befinden, die Steuerkarte 1928 unter genauer Angabe der Wohnung am 10. 10. 28 bis zum 15. 1. 29 dem Finanzamt, in dessen Bezirk die Steuerkarte 1929 ausgeschrieben worden ist, einzusenden haben. Bis zum gleichen Zeitpunkte sind an dasselbe Finanzamt die Markenblätter und die Steuerkarte 1928 von den Arbeitnehmern einzusenden. Es ist auch zulässig, daß die Markenblätter und die dazu gehörigen Steuerkarten von den Arbeitgebern für sämtliche Arbeitnehmer ihres Betriebes gesammelt eingereicht werden. Lamm ist sie, sagt sie. Sie steht im Verdacht, mit Ab sicht das Fräulein hinausgelockt zu haben, damn.... Na ja, aber auf Vermutungen hin kann keine Verurteilung erfolgen. Sie wird freigesprochen, ihre Schwester, die Frau P., bekommt statt einer Gefängnisstrafe von? Tagen 30 Mark Geldstrafe und Frau S. für den Diebstahl in zwei Fällen 50 Mark Geldstrafe statt 5 Tagen Gefängnis. Frau P. schimpft vor ihrer Verurteilung ganz gewaltig, daß man sie sich nio rechtfertigen lasse, und nachher? Sie schmunzeln alle drei, die gut angezogenen Damen. Daß man auch tagelang solche Angst um die dummen paar Mark ausstehen muß und sich noch obendrein blamiert, indem man als „Unschuld Frau P.“ die Geschäftsinhaberin unterwegs bittet, von der Anzeige Abstand zu nehmen, weil man alles bezahlen wolle. Sieht so die Unschuld aus? Wenn es um grüngestrichte Pullover geht— nein. Pflichten der Umgemeindung. Ein Kleinrentner mit vielen schulpflichtigen Kindern legte sich zum Nebenverdienst einen Flaschenbier= hauptung der Bäckerinnung, die liebe Konkurrenz regele die Preise, möchte ich heute ein bemerkenswertes tungen?„Ich treibe Studien!" Das sind aber schon die Kecksten, die da allein losziehen. Gewöhnlich trotteln 3 bis 4 Jugendliche als Studienkommission den Beispiel geben. Der Kaufmann W. bezieht das Brot Orten der Versuchung zu. Gewiß, Herne ist noch lange von Bäckermeister K. W. verkauft das Graubrot zu kein Berlin. Aber manche jugendliche Vorstellungen, 0,90 M. das Stück. Eines Tages war K. anwesend wie sie aus den Gerichtsberichten nur zum geringsten und sah dies. Er befahl dem W., das Brot für 1 M. Teil zu ersehen sind, bereiten auch in Herne dem Judas Stück zu verkaufen und nicht für 0,90 M. So gendlichen und seinen Eltern trübe Stunden. Und sieht in Wirklichkeit die freie Konkurrenz der Bäcker dabei liegt es fast nur an den Eltern und Erziehern, aus. Muß es sich die Arbeiterschaft, die 85 Prozent der Bevölkerung ausmacht, gefallen lassen, daß man auf ihre Forderung, über die Brotpreiskalkulation Aufklärung zu geben und nachzuweisen, warum die Brotpreise nicht gesenkt wurden, mit Stillschweigen hinweggeht? Wir erwarten Antwort oder Senkung der Preise. A. Domnik. Eine neue Eisbahn in Sicht? Vor einigen Tagen wurde in einem hiesigen Blatt die Anregung gegeben, den Spielplatz daß sie die Jugend vor falscher Wißbegierde bewah ren. Man sage der Jugend, wenn sie unbedingt eine Neugierde über irgendeinen Ort der Gesellschaft zeigt, welchen Unwert für ihre Erziehung hier das„Studium" bedeutet. Sie sind von einer fragwürdigen Abenteuerlust erfüllt, diese Herner jugendlichen Studienkommissionen, die da sich abends auf der Bahnhofstraße zu treffen pflegen und dann losgondeln zum „Studien sammeln". Sie bezahlen meist bitter die falsche Erziehungsmethode ihrer Eltern, die ihnen zu viel Freiheit gaben. Vielleicht sind auch manche Erwach Warnung vor dem Angebot der Internationalen Staaten- und Städteanleihe=Obligationen. Durch die holländische Zeitung„Amsterdamsche Koerier“ vom 29. 11. 28, die anscheinend nur für Deutschland bestimmt ist, wirbt eine Hollandsche Trust Maatschappij für eine Internationale Staaten= und Städteanleihe durch eine groß ausgemachte Annonce. Es handelt sich bei dieser Anleihe um Obligationen, von denen wöchentlich 1000 Stück gezogen werden. und zwar 999 Stück zum doppelten Nennwert (hfl. 80,—) und eine Obligation zu hfl. 75000.—. Angestellte Ermittelungen haben ergeben, daß die vorgenannte Zeitung und Anleihe in Amsterdam in den einschlägigen Bankkreisen nicht bekannt ist. Es dürfte deshalb Vorsicht geboten sein. Etwaige Geschädigte werden gebeten, bei der Kriminal=Direktion in Bochum, Hattinger Straße 59=61, Zimmer 43, bzw. bei den örtlichen Kriminalwachen vorzusprechen. am Herner Stadtgarten zur Eisbahn herzurichten. sene zum„Studium“ nicht reif genug. Wann müssen Wenn nun auch bei Frostwetter schon zwei Eisbahnen, übrigens Ihre Kinder abends zu Hause sein? I Apotheken=Nacht= u. Sonntagsdienst vom 5. 1. bis 11. 1. 1929 Neue Apotheke, Bahnhofstr. 55, Fernruf 52208 Stichel-und Stachelverse Bon Dr. Stichel= Stacheldorn 1. Einleitung. Jahresanfang, Jahresende Stehen an der Jahreswende; Zu Silvester, Mitternacht, Wird der Jahresschnitt gemacht. Jeder wendet dann den Blick Auf das alte Jahr zurück, Wendet aber auch den Sinn Auf die nächste Zukunft hin. Auch in kommunalen Sachen Kann man die Gedanken machen, Kann betrachten, kalkulieren, Kriti= oder phantasieren, Kann bedenken, was die Stadt Wohl noch alles nötig hat, Oder was im alten Jahr Eine große Dummheit war. So kann man bei allen Sachen Einen Rück= und Ausblick machen. 2. Die Eingemeindung. Was für uns im alten Jahr Eine große Frage war, Was man fast an jedem Tag Ueberall und viel besprach, Was die Köpfe oft erhitzte, Druckerschwärze viel verspritzte: Dieses war die dunkle Lage In der Eingemeindungsfrage. Was nun Herne unsre Stadt, Weiter zu erwarten hat, Wie man sie bekämpft auch ferner, Offen teils und teils interner, In der neuen Ausgestaltung Und in ihrer Neuentfaltung: Das bleibt eine dunkle Lage In der Eingemeindungsfrage. Herne hat im alten Jahr Sich vergrößert offenbar, Hat an Fläche zugenommen, Zwanzigtausend zubekommen, Dennoch liegt es sehr beschränkt, Was ein jeder Herner denkt, Doch die andern, groß und klein, Sehen dies zur Zeit nicht ein, Selbst in Bochum und Berlin Kann man nicht die Schlüsse ziehn. Bochum, sa, das hätte gerne Wanne=Eickel und auch Herne Hätter gern in seinem Fette Diese netten Mittelstädte; Ja, dann wär' das Emschertal Sicher ihm mit dem Kanal. Einer ist, der immer rührt, Gegen uns die Waffen führt, Der als Hei'scher absolut Stets nach seinem Willen tut. Herne ist nicht für die Scheiben, Will bei seiner Freiheit bleiben, Weil es auch als Mittelstadt Leben und Bedeutung hat. Was wird nun vor allen Dingen Uns die nächste Zukunft bringen? Müssen wir uns weiter ducken. Weil die andern alles schlucken? Oder gönnt man uns zur Wonne Auch ein Plätzchen an der Sonne? Will man an die Grenzen rühren, Um uns weiter einzuschnüren? Oder will man in Berlin Unsre Grenzen weiter ziehn? Nun, Glück auf zum neuen Jahr! Bleibe Herne, was es war: Eine Stadt mit Eigenleben Und mit stetem Aufwärtsstreben. Eine Stadt, die sich vermehrt Und sich als gesund bewährt. Möge unsre Stadt gedeih'n, Mit den Wünschen glücklich sein! 3. Unser neues Stadtparlament. Wie es kam, wie es lebte, was wir von ihm wünschen und was wir ihm wünschen. Unser altes Parlament Fand im Jahr ein selig End', Neue Väter galt's zu wählen, Die bis achtundvierzig zählen In dem schönen Monat Mai War die große Wählerei, Elf Parteien stritten sich Um die Sitze fürchterlich, Elf Parteien, klein und groß, Gingen auf die Bürger los. Und die Bürger?— Ganz gemächlich, Wählten ziemlich nebensächlich, Manche blieben gar im Hause Schlafend in der stillen Klause. Somit konnt' es dahin kommen, Daß die Linke zugenommen, Daß die Rechte, stark zersplittert, Im Gewichte wurd' erschüttert, Daß die Mitte, trotz der Flammen, Hielt wie immer treu zusammen. Wenn die Väter Sitzung hielten Und mit vielen Worten spielten, Wenn sie stimmten für und gegen Oft nur des Int'resses wegen, Wenn sie sich die Wahrheit sagten, Ueber dies und jenes klagten, Wenn sie oft die Wut bekamen Und dann keine Rücksicht nahmen, Wenn sie aus dem Fenster sprachen Und mit scharfen Lanzen stachen: Ja, dann muß man eingesteh'n, Ihr Benehmen war nicht schön. Soll es so in Zukunft bleiben? Wollt ihr es so weiter treiben? Wollt ihr weiter euch begeifern, Statt für unser Wohl zu eisern? Wollt ihr solche tollen Sachen Auch im neuen Jahre machen? Ja, dann ist das Parlament Mit der Weisheit bald am End'. Dann vernehmen wir auch später Nur die Reden solcher Väter, Deren Reden Worte spalten, Aber wenig Sinn enthalten, Reden, die oft Zwietracht säen Und die Sache stark verdrehen, Reden, die uns nicht gefallen In den Herner Rathaushallen. Also. Väter, seid doch künftig Friedlich, artig und vernünftig! Sprecht zur Sache kurz und bündig, Aber nicht dreiviertelstündig! Sprecht verständig, kurz und klar, Wie es früher üblich war! Damit auch, die ganze Stadt Mit den Bürgern Nutzen hat. 4. Unser neues Sommerbad. Herne schuf im alten Jahr Auch ein Bad, gar wunderbar, Das zwar in der Sommerzeit Und bei warmer Luft gedeiht, Aber jetzt, wie weit man späht, Leer und ganz verlassen steht Oben auf dem flachen Dach Stehn noch Bänke Tag für Tag, Diese können nicht begreifen, Warum jetzt die Leute kneisen. Alle sinnen hin und her: „Warum kommt denn niemand her Bringt uns unter Dach und Fach Eh' wir werden alt und schwach? Ach, der Regen und der Schnee Tun uns ganz entsetzlich weh! Wenn wir hier noch länger stehn, Werden wir noch ganz vergehn.“ Unser Bad ist also nur Brauchbar für die Sommerkur Und von da bis Ende Mai Ist die Herrlichkeit vorbei, Und der Wassermann Neptun Hat jetzt Zeit sich auszurüh'n, Ebenso die schwarzen Raben, Die kein Bad im Hause haben. Für die Frage„Hallenbad“ Fehlt uns noch der rechte Rat, Fehlen im Etat die Mittel Unter einem neuen Titel. Wäre es nicht angerracht, Daß man einen Anfang macht? Daß man so im Jahreslauf Sammelt mal die Mittel auf? Also, lieber Magistrat, Hilf mit deinem weisen Rat! Und ihr Väter, denkt mal alle An die große Badehalle, Ob sich noch was machen läßt, Ohne daß man aus uns preßt Oder ob man das Projekt Einfach in den Ofen steckt! Einen, wenn auch kleinen Rai Wüßt ich für das Hallenbad: Nämlich, wenn der Väterchor Ginge mal entschieden vor. Wenn die Väter die Diäten Alle mal zusammnen täten, Und sie gäben diese her Für das große Hallenmeer, Aber, na—— ich glaube nicht, Daß man gerne davon spricht. 96 1 96 1 Das elektrische Pferd im Haushalt. Wunsche an die Elektroindustrie.—„Kann man Staubsauger an die Gasleitung anschließen?“— Nächtlicher Heinzelmännchenbetrieb in der Küche.— Warmwasser ohne Warmwasseranlage. „Kann man den Staubsauger auch on die Gasleitung anschließen? Dann käme er nämlich für mich in Betracht; denn ich hab nur Gas!" Diese reichlich komische Bemerkung soll bei einer Staubsauger vorführung vor kurzem von einer elektrotechnisch auf klärungsbedürftigen Dame gemacht worden sein, die sogar einem Wigwam in Berlin an der Spree ihre hausfraulichen Kräfte widmet, also eigentlich über vor geschrittene technische Kenntnisse verfügen mußte Vielleicht ist die Geschichte nur gut erfunden urd nur ein Verzweiflungsausbruch eines mißgelaunten elektratechnischen Agenten über zu bescheidene Erfolge seiner Bemühungen. Gerade der Staubsauger gehört sa zu den wohltätigen Erfindungen der neueren Zeit, die sich am raschesten ein breites und immer breiter werdendes Wirkungsgebiet erkämpft haben. Auch in Deutschland konnten einige bedeutende elektrotechnische Werke seine Herstellung schon am laufenden Band einführen, da er von Tag zu Tag in stärkerem Grade unbestrittener und gern gehandhabter Knecht in jedem Haushalt wird, weil ohne ihn der neuzeitliche Mindestgrad von Sauberkeit und Frische im Haushalt überhaupt nicht erreicht werden kann. Welche ungeheuren Absatzmöglichkeiten die elektrotechnische Industrie auf diesem Gebiete ausnutzen kann, mag daraus hervorgehen, daß beispielsweise in Amsterdam, einer ungleich viel stärker elektrisierten Sradt als„ur Zeit noch sede Stadt Deutschlands, die Elektrizitätswerke aus dem Verkauf von Staubsaugern im letzten Jahre fast 2 Millionen Mark, vier Fünftel ihres gesamten großen Absatzes an elektrischen Haushaltsartikeln vereinnahmten. Im Verlaufe meiner Umfrage bei zahlreichen Hausfrauen aller Bevölkerungsschichten hörte ich immer wieder, daß sein Nutzen„nicht mit Geld auszuwiegen“ sei und ähnliche stark anerkennende Bemerkungen. Gerade dieser treue und leistungsfähige Knecht der neuzeitlichen Hausfrau hift der Elektroindustrie am wirkungsvollsten bei der planvollen Aufklärungsarbeit, die sie leistet, und macht am meisten Lust zur Verwendung auch von anderen elektrischen Haushaltsapparaten. In Deutschland sind Bügeleisen, Haartrockner und Kessel, sogenannte Schnellkocher in sehr rasche Aufnahme gekommen, und das elektrische Heizkissen hat sich bei allen, die es kennen, schon den Rang eines neuen, unfehlbaren Hausmittels bei Erkältungserkrankungen, rheumatischen Schmerzen und ähnlichen unangenehmen Gesundheitsstörungen erworden. Auch die Vorzüge von Strahlensonnen, Ventilatoren, Brotröstern, Teewärmern, Zigarrenanzündern und ähnlichem elektrischen Gerät erobern ihm einen rasch wachsenden Verbreitungskreis, wenn es auch schon Haushalte mit stärkerer Finanzgrundlage vorausietzt Hört man sich nach Frauenwünschen an die Elektroindustrie um, so trifft man im Augenblick besonders auf zwei ganz große Forderungen, den elektrischen Ofen und die elektrische Waschmaschine. Auf beiden Gebieten tritt auch die deutsche Elektrotechnik schon mit nützlichen Angeboten hervor. Vielen Frauen erscheinen die zur Zeit vorhandenen Lösungen aber noch nicht weitgehend genug. Mir wurde wieder holt erklärt, daß die elektrischen Koch= und Bratöfen zu reuer, zu klein— man könne keine Gans= hinein bugsieren— und ihre Wärmeverhältnisse gar nicht oder nicht ausreichend genug zu regeln seien. Von der Waschmaschine hieß es, daß die großen Maschinen zu teuer seien und die kleinen die härteste Arbeit der Hausfrau, das Waschen, nur unwesentlich verringerten. In diesem letzten Punkte bietet sich vermutlich ein Ausweg, der bei noch weitergehenden Hausfrauenwünschen an die Elektrotechnik als gegeben erscheint. Nicht wenige Hausfrauen wünschen sich längst das elektrische Pferd im Haushalt: es braucht ja nicht einmal eine ganze NS. sein, eine halbe und eine viertel und noch weniger ware ja völlig ausreichend für den Betrieb der Gemüse und Fleischhackmaschinen, der Kaffeemühlen und anderer interessanter, zeit= und kraftsparender kleiner Maschinen, die die Eelektroindustrie schon für den Haus halt bereithält und zweifellos noch vermehren wird. Die elektrische Waschmaschine und der Motor sind Einrichtungen, die man heute schon für jeden Haushalt als in naher Zukunft selbstverständlich ansehen kann, wenn— wenn ihre Einführung in großem Stil nicht an den Kosten scheitert, und wenn die Kostenfrage auf dem Umwege über den Hauswirt und einen entsprechenden, sehr bescheidenen Zuschlag zu der Miete geregelt wird. Praktische Hausfrauen verwiesen darauf, daß die Elektrounternehmungen für die Verwirklichung solcher Ziele doch mit den Hauswirte= und Mieterorganisationen in Verbindung treten könnten, eine Anregung, der man auf beiden Seiten die Ohren willig öffnen sollte. Die Elektroindustrie bietet heute aber auch schon wichtige Einrichtungen an. die nur wenia bekanni sind und doch gerade nicht nur wegen ihrer Nützlichkei: und Bequemlichkeit, sondern auch wegen ihrer Billig keir und Ersparnismöglichkeiten die besondere Auf merksamkeit der Haushalte verdienten. Dazu gehört vor allem der Heißwasserspeicher, der Warmwasserlieferant. ohne das komplizierte Röhrensystem der Warmwasseranlage durch das ganze Haus. Der Heißwasserspeicher ist in Ländern wie Norwegen und Schweden schon eine völlige Selbstverständlichkeit auch in den einfachsten Haushalten. In der Schweiz, in Tirol und in der Steiermark verdankt man ihm das von uns angestaunte Wunder, daß man in allereinfachsten Berg hotels, in einsamster Lage immer wieder auf fließen des warmes Wasser trifft. Und dieses Wunder ist be uns um so leichter zu verwirklichen, als gerade daßir der elektrische Heitbetrieb sehr billig gehalten werden kann Uniere Elektrizitätswerke geben Kraftstrom in der Nachl. um auch während dieser Zeit ihre Maschinenontage voll ausnutzen zu können, bis herab zu dem zehnten Teil des Tagesstrompreises ab. Die Haushalte haben alto die Möglichkeit, für den Heißwasserbehälter die elektrischen Heinzelmännchen des Nachts wirken zu lassen und dann Wasser in einer Wärme von 85 bis 90 Grad den ganzen Tag über verfügbar, für den Badebetrieb, die Koch= und Säuberungsnotwendigkeiten und für jeden anderen Zweck. Auch dieser Annehmlichkeit kann man über die Hauswirte= und Mieterorganisationen sehr wahrscheinlich vies rascher näher kommen, als wenn man die Entschlußkraft und den Geldaufwand jedem einzelnen Haushalt überläßt Vielleicht greifen die erwähnten Organisationen und die Elektroindustrie diese Hausirauen=Anregung auf, die so nahe liegt und wohl gerade deshalb von der Frau am raschesten erkannt wunde. Versteigerung. Die verfallenen Pfänder von Nummer 8205—8705, be stehend aus Uhren, Ringen, Stoffen, Wäsche, Horren= und Damenkleidern, Fahrrädern usw. findet am Mittwoch, dem 9. Januar 1929, vormittags 10 Uhr anfangend, in meinem Hause, Herne, Grabenstraße 7, statt. Wwe. Ferd. Naabe. 630 Etwaige Ueberschüsse können bei mir innerhalb 14 Tagen abgeholt werd., andernfalls werde ich sie der Armenkasse überweiser 18 Meter Damenstolf oder 9 Meter Herrenstott erhält angefertigt, wer 6 Pfund alte Wollsachen an die Wollweberei H. Seim, Lardenbach 88, Oberhess., einsendet. Muster mit Anfertigungs. preis zu Diensten. Stadtgarten-Restaurant Sonntag, den 6. Januar Unterhallungsmusih mit Tanzeinlagen ff. Kaffee, selbstgebackener Kuchen Geschältsverlegung. Schokeladerhaus zur billigen Quelle Verlege mein Geschäft 62a am 5. Januar 1929 von Bahnhofstraße 109 nach Bahnhofstraße 119 Als besonders preiswert empfehle . et a Manna ¼ Pfd. 18 Pf. Kremhülchen ¼ Pid. 1501 Hokostlocken. ¼ Pid. 15 P1 □ Schokol.Plätzchen Pld. 25## Likorbohnen Pid. 24 1f Schokoladen von 20 Pf. per Tatel an. Alle Marken Schokoladen, Pralinen und Geschenkartikel.- Ferner teinster gebrannter Kaffee, sowie Kakao. 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Grape(Klavier). m 10.15: Besuch am Krankenbett. o 11: Worm: Wert und Ehre deutscher Sprache.# 11.25: Landwirtschaftsrat Oekonomierat Dettinger: Beziehungen zwischen der Aufzucht der jungen Tiere und ihrer vateren Leistungsfähigkeit,§ 11.50: Prof. Dr. Unger: Franz Schubert und seine Lieder. Schwanengesang 2. Schubert und Bellstab, Heine. Solisten: Aramesco(Tenor), Strienz(Baß). o 12.30: Rennfahrer Linden: Sechstagerennen. 13: Mittagskonzert des Funkorch, Leitung: Buschlötter. Solist: Mittmann (Violine) O 14.30: Stecher: Funkliteratur. e 14.50: Schachfunk. + 15.10: Dr. Mondorf: Steuerfunk. 15.30: Dichterstunde. Peter Schröder: Der Schrei der Bajadere.# 16: H. Roßler: Ins Land der Nordlichter. 16.30: Konzert. Leitung: Ensoldt.| 18: Studienrat Dr. Haupt: Die Abmessungen der Atome.# 18.25: Hulda Pankol: Zeiterscheinungen im Vergrößerungsglas.# 19: Oslar Pucklitsch: Ernst Abbe, ein Lebensbild. o 19.25: Dr. Buesche: Die Wohnung als Ausdruck. o 20: Abendmusik des Kleinen Funkorchesters. Leitung: Eysoldt. Thomas: Ouv.„Raymond“.— Straus: Tiralala=Walzer.— Weber: Melodien aus„„Oberon“. — Neswadba: Paraphrase über das Lied„Wie schön bist du".— Suppe: Chor und Präludium aus„Das Pensionat“.— Derisen: beldensöhne, Marsch. o 21: Die heiligen drei Könige.„Nach der Peihnachtslegende von Felir Timmermanns. Pers.: Pitje Vogel, Aalfischer; Sufkewiet, ein Hirt: Schrobberbeek. Bettler; Polien ein Aalfischer: Sufkewiet, ein Hirt: Schrobberbeek, Bettler: Poli Pap, Wirtin des„Meerweibchens“; Maria; Joseph; das Jesuskind; der Teufel; der Bürgermeister; ein Küster: Bauern und Bauerinnen; unsere Liebe=Frauen: Unser Herr Jesus am Kreuz. e Anschl.: Meldungen. o Anschl.: Nachtmusik und Tanz. Montag, 7. Jon. 12.10: Mechanische Musik. K 13.05: Mittagskonzert. Leitung: Ensoldt. o 15: Els Vordemberge: Kinder vielstunde, O 16: Bücherstunde.# 16.30: Antonie Möllmann: Nahrung und Leben. o 17: Geschichten von Dr. Dolittles Zirkus, erzählt von H. Probst. K 17.20: Für die Kleinsten. Liesl Eckhardt: Lustige Puppen. S 17.45: Konzert. Leitung: Eysoldt. 18.30: Rudolf Rieth: Die Leute von Seldwyla von Gottfried Keller. m 19.15: Spanische Unterbaltung. 19.40: S. Schmöckel: Ueber die Kinderlüge. o 20: Opern=Abend. Funkorch. Mitw.: Gülland, Hansen, Rschartz(Sopran), Mann(Alt), Aramesco(Tenor), „Die Juom.— Maillart:„er liebt mich". Arie aus„Das Glöckchen des Eremiten“.— Nicolai: Bufso=Duett aus„Die lustigen Weiber von Windsor“.— Thomas: Zwischenaktmusik aus„Mion.!“. — Brzet: Karten=Terzett aus„Carmen“.— Bizet: Marsch und Chor aus„Carmen“.— Mascagni: Vorspiel und Stziliang aus „Cavalleria rusticana“.— Leoncavallo: Aus der Oper„Batazzo". — Puccini: Einleitung zum dritten Aufzug„Und er blitzten die Sterne“, aus„Tosca".— Wagner: Einleitung zum dritten Aufzug und Brautchor aus„Lohengrin“.— Wagner: Walthers Preislied aus„Die„Meistersinger“.# Anschl.: Meldungen.# Anschl.: Konzert. Kapelle Clemens Spindler. Dienstog. 8. Jon. 11.35: Schulfunk. Was will ich werden? Berufsberater Steffen: Berufe im Baugewerbe. v 12.10: Mechanische Musil. 13.05: Mittagskouzert. Leitung: Ensoldt. o 15: Kinderspielstunde. 16: A. Ottmann: Vom Schif'sjungen zum Kapitän. 16.30: Els Vordemberge: Kinderstunde. Mit Buntpapier und Schere, Märchen. Erni Werther: Kinderturnen. B 17: Marchentheater. Rumpelstilzchen. Ein Marchenspiel frei nach Grimm von Otto Wollmann. o 17.45: Konzert. Leitung: Ensoldt. e 13.30: Rud. Rieth: Die Leute von Seldwyla“ von Gottfried Keller. o 19.15: Franzosische Unterhaltung. 19.40: Gespräche über Menschentum. Hardt, Honigsheim, Stein, Worm. o 20.15: West—— Volk in Wort und Lied. Lassen Sie sich unverbindlich vorführen:#/Il Compl. Lautspsrecher- Anlage mit bestem Zubehöhr. Besonders preiswert. Hugo Stakemann Bahnhofstr. 19. 7250 Droste=Hülshoff: Ungastlich oder nicht..Haas; — Platzmann: Scherzgedicht.— Volksweisen: Bauernlob; auf! der Steiger kommt: Der Hammerschmied.— Steiim.„Aus Westfalen“, Suite für Violine, Violoncello und Pianosorte(Uraufführung).— Wagenfeld: Szene aus dem westfälischen Bauerndrama„Hatt giegen hatt“.— Wagenfeld: Gütermakler„Bolling. — Böckenholt: Wilm Enking.— Volkslieder: Neujahrslied: Ein Volkstanz: Et wassen twe künnigeskinner: Unsere Frauen, unsere Mädchen(aus Weitsalenlied).— Zum Ausgang: Der Türmer von Münster.# Anschl.: Meldungen. Mittwoch, 9. Jan. 11.15: Musikalischer Schulfunk. Leitgedanke: Goethe in Spiegel der Musik. o 12.10: Mechanische Musik. o 13.05: Mittagskonzert. Englische Musik, ausgeführt vom Volksliederensemble der British Music Society, London. o 15: Kindervielstunde.# 16: Antonie Möllmann: Ernährungsreformen und Ernahrungstorheiten. 16.30: Postrat Holzke: Der neuzeitliche Fernsprechweltverkehr. o 17: Dr. Hammer: Aussprache über Schulfunk und Funkpädagogische Arbeitsgemeinschafts=Stunden à 17.45: Ausgewählte Schallplatten. 18.30: M. Barthel: Erlebnisse bei tartarischen Fischern an der unteren Wolga. c 19.15: Herbert Ihering: Kritik und aktuelles Theater. 19.45: Prof. Dr. Spiethoff: Das Kapital. o 20.05: Volkskonzert des Funkorch. Leitung: Buschkötter. Solistin: Elsbeth Schneider(Klavier). Mozart: Divertimento B=dur; Klavierkonzert.— Goldmark: Ländliche Hochzeit. — Intermezzo: Zum 10jährigen Todestag Peter Altenberg. Ey rin: Elvira Erdmann.: Wltarbe#Much. I falen=Abend. Land und Vol Wort und Lied. Mitw.“ Dialog: K. Wagenseld: Sprecher: Wilm Böckenholt, V. Haslinde, Wild. Wahl: Trio: Kuno Stierlin(Klavier), Fr. Frier(Violine), Ph. Wasowicz(Collo), Westfalischer Singchor, Leitung: K. Seubel. Einführ——„— F fe. Smachol. Einführender Dialog.— Wormstahl: Gruß an„Westfalen.— Uhlmann=Buterheide: Vätererde.— Droste=Hulshoff: Der Heidemann.— Baupel: Westfalen.— Volkslied: Was willft du in der Gremde tun?— Im Urteil der Fremden: Bismarck. Heine.— Der neue Orisempfänger für Röhren ! Hoste: nur noch Ai. 36.50 im Radio-Spezlalgeschäf Erich Steinbeck, Herne iI la Rochesir. 78- Teleion 316 16 Zum 10jährigen Todestag Peter Altenberg. Spreche. Elvira Erdmann. Aus Altenbergs Buch:„Wie ich es sehe“: Das Kindermadchen: Das Stubenmädchen: Die Zwillinge: Furcht; Ein schweres Herz: Das Genie: Im Volksgarten,# Anschl.: Meldungen.# Anschl.: Konzert. Kapelle Mario Iseglio. Donnerstag. 10. Jen. 11.10: Schulfunk. Direktor Dr. Stets: Volkswirtschaftliche Berufe. S 11.35: Englische Unterhaltung. O 12.10: Mechanische Musik.v 13.05: Mittagskonzert. Leitung: Ensoldt. o 15: Kinderspielstunde.# 16: Bücherstunde. 16.30: W. Goldschmidt: Die Renaissance der Photographie. 17: Haustiere in deutschen Märchen: Der Krautesel(Grimm), gelesen von Prof. Heggen. O 17.20: M. Barthel: Streifzüge durch die moderne Grobstadt. Eine Revortage von den Wundern unserer Zeit. o 17.45: Konzert. Ausf.: Annemarie Risse(Alt), K. Peesi(Violine), Karl Klein(Cello), Dr. Brockt(Klavier). 18.30: Prof. Dr. Krieg: Expedition nach dem Gran Chaco.“ 19.05: Konzert des verstärkten Städt. Orchesters Aachen. Leitung: Prof. Dr. Raabe. Solisten: Prof. Berber(Violine), Leo Fischer(Bratsche). Mozart: Sinfonie concertante.— Pfitzner: Violinkonzert.— Brahms: Zweite Sinsonie D dur. o Anschl.: Hans Sachs=Spiele. Leitung: Paul Haslinde. Mitw.: Frida Hummel, Kläre Gadebusch, Ludwig Poetsch, W. Curt. Lisa Hillow, Wilh. Wahl, sämtlich vom Theater der Stadt Münster. Rahmenspiel von Dr. Predeek. Der fahrende Schüler im Paradies. Ein Fastnachtspiel(1550).— Der Krämerkorb. Ein Fastnachtsspiel (1546).# Anschl.: Meldungen. Nachtmusik und Tanz, Leitung: Ensoldt. Freitag, 11. Jon. 11.10: Schulfunk. Berufsberater Kiene: Berufe an Holzgewerbe. 11.35: Französische Unterhaltung. 9.12.10: Mechanische Musik. v 13.05: Mittagskonzert. Leitung: noldt. o 15: Kinderspielstunde. v 16: Dr. Baeßler: Ierfallene Kulturreiche in Südamerika. 16.30: Dr. Frömbaen: Friedrich Schlegel und die Romantik.(Jum 100. Todestag. e 17: Rektor Simon: Jugendfunk. Solist: Strienz(Bak), Begleitung: Grape. Von Zwergen und Waldgeistern. o 17.45: Konzert des Funkorch. Mitw.: Anni Eisbeth Weber(Sopran.# 18.30: Prof. Dr. Löfiler: Die Wiedertäufer. 19.15: Pros. Dr. Jakobi: Ueber den Begriff des Sachenrechts und über den Besitz. o 19.40: Neue Dramatik. (esptäch zwischen Bert Brecht. E. Hardt. Herb. Ihering. Dr. Sternberg. O 20.15: Mann ist Mann oder Die Verwandlung des Packers Galn Gay in den Militätbaracken von Kilkoa im Jahre 1925. Lustspiel von Bert Brecht. Musik von Edm. Meisel. Pers.: Uria Sheilen. Jesse Mahoney, Polly. Baler, Jeraiah. Jip: Soldaten einer Maschinengewehr=Abt. der britischen Armee in Indien: Charles Fairchild, genannt Blody Five. Sergeant: Galy Gay, ein irischer Packer; Galn Gans Frau; Leokadja, Begbick, Kantinenbesitzerin: Hiobja, ihre Tochter: eine Ansagerin d Anschl.: Abendmusik des Kl. Funkorch. Lumboe: Krolls Ballklänge.— Laisen: Fest Ouv. — Lorting: Melodien aus„Undine“.— Weninger: Lied der Barkenschiepver an der Wolga, Paraphrase.— Lincke: Potp. aus „Grigri“.— Haios: Lo. holde Lo. 0 Anschl.: Meldungen. Rachtmustk und Tanz. Leitung: Ensoldt. Samstag. 12. Jau. 10.35: Arbeitsmarktberichte. 11.10: Schulfunk. Oberstudiendirektor Lie. Dr. Keßler: Der evangelische Theologe.— Dr. Ostländer: Der katholische Theologe. m 12.10: Mechanische Musik. o 13.05: Mittagskonzert. Leitung: Ensoldt. o 15.40: Tel.=Inspektor Wurds: Weien und Wirkungsweise der Elektronenröhre. 16.05: Majox Gran: Auf der Suche nach Amunden. 16.30: Johanna Krause: Was sollen wir essen? o 16.55: Line Wallerstein: Deutsche Künstler auf Reisen. S 17.20: Englisch. o 17.45. Konzert. H 180: Dr. Samonn: Die archafsche der Chinsen# 18.50: Morsekursus. o 19.15: Prof. Dr. Schumpeter: Ravitaluns und Unternehmergewinn# 19.40: Prot. Dr. Hessen: Was wissen wir von der Seele? o 20: Gürzenich Köln: Karnevalssitzung der Großen Karnevalsgesellschaft K Meldungen. Rachtmulik und Tan. Leitung: Ensoldt. #in 9 Anschl.: chaft Köln Aufo- Zentrale Heinr. Finkemeyer Privat- Aufovermictung Spezialllät: Fernfahrten Teleion 52072 BüroBahnhofstraßell4 Tag- und Nachtbeirtch Während der Winterzeit geheizte Wagen. 72394 Alleiniger Vertreter für Herne: Keinr. Schmits Firma Fr. 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Und ihre Ausdauer siegte.— Auch heute noch leuchten Gottes Sterne uns allen voran, auch denen, die müde sind ind denen die Kräfte schwinden. Sie stehen hell und lar über den Wegen, die unser Gott uns führt. Uns Deutschen scheint freilich der Stern abhanden gekommen zu sein. Keine Könige, keine Weisen, keine Sterndeuter können ihn uns schaffen, wir müssen uns elbst darum mühen, bis der Führer aller Völker ihn aus seinem Schoße wieder aufleuchten läßt. Heldensafte Ausdauer und Gottvertnauen sollen unns solange durch das Dunkel führen, bis die ersten Strahlen des Morgensternes den Dornenweg lichter machen An großen Männern sollen wir lernen, wie man zum Ziele kommt. Sie folgten auch ihrem Sterne, kokumbus dem Gedanken: immer, immer nach Westen, das Meer kann nicht ewig sein.— Nansen dem Gedanken: das Treibeis muß mein Schiff über den Pol nagen,— Bismarck dem Gedanken: über Schleswig, Wien, Paris geht der Weg nach dem Kuffhäuser Heute wäre unser Stern der Gedanke: Durch Arbeit an der Menschenseele zur Freiheit! 11 200 M. Zuschußbedarf des Sommerbades. Das Stadtamt für Leibesübungen und Jugendpflege beansprucht 60 300 M. Zuschuß. In der am 3. Januar d. J. unter dem Vorsitz des Beigeordneten Hölkeskamp stattgefundenen Sitzung des Ausschusses für Leibesübungen und Jugendpflege wurden die Haushaltspläne für das Stadtamt für Leibesübungen und Jugendpflege und für das Sommerbad beraten. Der Haushaltsplan für das Stadtamt für Leibesübungen und Jugendpflege schließt ab in Ausgabe mit 70 900 M., in Einnahme mit 10 600 M., so daß sich ein Zuschuß von 60 300 M. ergibt. Der Haushaltsplan des Sommerbades schließt in Ausgabe mit 96000 M. und in Einnahme mit 84800 M. ab, so daß hier mit einem Zuschuß von 11 200 M. zu rechnen ist. * Die optimistische Rechnung, die im vorjährigen Etat für das Sommerbad aufgemacht worden war und der man fast allgemein mißtraute, schloß ab mit 60 500 M. in Einnahme und 60 500 M. in Ausgabe. Trotz des überaus guten Besuchs im Vorjahr, der allerdings keine volle Badesaison brachte, wurde mit 16000 M. Ueberschuß abgeschlossen, während für Verzinsung des Anlagekapitals 38 500 M. im Etat standen(bei 600 000 Mark Herstellungskosten, denen eine Verzinsung von 60000 M. entspricht). Der Zuschußbedarf des Vorjahres war demnach 38 500— 16000= 22 500 M. Es wird jetzt damit gerechnet, daß die Einnahmen für die volle Badezeit so groß sind, daß nur noch 11 200 M. Zuschuß notwendig bleiben. Er fragt sich noch, ob bei 38 500 oder bei 60000 M. Verzinsung? Daß die Sommerbadeanstalt ein Zuschußbetrieb sein würde, ist von vornherein klar gewesen, das ist angesichts ihrer gesundheitfördernden Wirkung auch nicht schlimm, hoffen wir aber, daß es nur bei den 11 200 M. bleibt. Vorücht- die Grippe geht um! Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird von dem Landesausschuß für hygienische Volksbelehrung geschrieben: In Berlin und in vielen Orten des Reiches ist in den letzten Tagen eine starke Häufung zieberhafter Erkältungskrankheiten aufgetreten, die man gemeinhin mit dem Namen„Grippe“ zu bezeichnen pflegt. Ob alle diese Erkrankungen im strengen wissenschaftlichen Sinne den Namen Grippe verdienen, muß dahingestellt bleiben. Sie sind aber sämtlich gekennzeichnet durch das plötzliche Einsetzen von Schnupfen, Husten, mehr oder minder hohem Fieber, Gliederschmerzen usw. Wenn auch die große Mehrzahl der bisherigen Erkrankungen anscheinend leicherer Natur ist, so läßt sich doch von einer solchen grippeartigen Erkrankung nur in den seltensten Fällen voraussehen, welchen Ver lauf sie nehmen wird. Gerade die Grippe aber ist ausgezeichnet durch die Neigung zu Rückfällen, die oft schwerer sind als die Ersterkrankung. und dürch eine Reihe von Nachkrankheiten. Hierher gehören Stirnhöhlenkatarrhe, die Mittelohrentzündung, Herzerkrankungen und Nierenleiden. Von ganz besonderer Bedeutung ist die Tatsache, daß ruhende oder bisher nicht in die Erscheinung getretene tuberkulöse Lungenspitzenerkrankungen nicht selten durch die Grippe von neuem entfacht werden oder überhaupt erstmals in Erscheinung treten. Daher ist es notwendig, jeder, insbesondere mit Temperaturerhöhung einhergehenden grippeartigen Erkrankung die notwendige Beachtung zu schenken und vor allem so rasch wie möglich einen Arzt zu Rate zu ziehen. Die Behandlung des Kranken wird naturgemäß ausschließlich der Arzt zu leiten haben, gegen die Weiterverbreitung der Krankheit aber kann der Einzelne sich und seine Umgebung wirksam schützen durch Beachtung der wichtigsten Grundregeln der vorbeugenden Gesundheitspflege: Vor allem vermeide man allzu nahe Berührung mit dem Kranken und sorge dafür. daß er beim Husten und Niesen das Gesicht abwendet oder ein Taschentuch vor den Mund hält. Ganz besonders wichtig ist diese Maßnahme überall da. wo eine größere Anzahl von scheinbar gesunden oder leicht kranken Menschen sich zusammenfindet, z. B. in den öffentlichen Verkehrsmitteln, Straßenbahnen, Stadtbahn, Untergrundbahnen usw., ferner in Theatern und Kinos usw. Häusiges Händewaschen, zumal nach irgendwelcher Berührung mit dem Kranten oder den von ihm benußten Gegenständen, wird weiterhin ge eignet sein, der Weiterverbreitung der Krankheit wirksam zu begegnen. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß die öffentlichen Krankenhäuser für diejenigen Kranken reserviert bleiben müssen, die einer Krankenhauspflege nach Ansicht des Arztes bedürfen. Darum hüte man sich, die Aufnahme ins Krankenhaus beim Arzte durchsetzen zu wollen, wenn dieser sie nicht für unbedingt erforderlich hält. Die Preise auf dem Wochenmarkt. Auf dem Wochnmarkt am 4. Januar wurden folgende Preise amtlich festgestellt: Rindfleisch pro Pfund 0.90—1.20, Schweinefleisch Schinkenstück 1.20, Nackenstück 1.30, Kotelettes 1.30, durchwachsen 1.10—1.20, Hammelfleisch 0.90—1.10, Halbfleisch 1.20—1.40, Speck geräuchert fett 1.30, geräuchert durchwachsen 1.30. Kartoffeln 10 Pfund 0.55. Wurzeln pro Pfund 0.15, Zwiebeln 0.15—0.20, Steckrüben 0.08, Rote Beten 2 Pfund 0.25—0.30, Rotkohl pro Verund 0.15, Weißkohl 0.12, Kohlrabi pro Stück 0.25, Wirsing pro Pfund 0.15, Blumenkohl 0,70—1.20, Salat(Kopf) 0.30, Salat(Endivien) 0.40, Aepfel 0.30—0.60, Weintrauben 0.70—0.80. Butter Molkerei pro Pfund 2.40—2.50, Landbutter 2.20—2.30, Eier Stück 0.16—0.22, Holländer Käse pro Pfund 1.30, Schweizer Käse 1.40—1.80. Schellsische, kleine pro Pfund 0.30—0.35, große 0.50—0.70, Schollen 0.40—0.80, Kabeljau 0.40—0.60, Hechte 1.00, Bresen 0.60—0.70. Spinat pro Pfund 0.20—0.25, Schwarzwurzel 0.50, Feldsalat 0.50, Rosenkohl 0.45—0.50, Apfelsinen pro Stück 0.04—0.10, Sellerieknollen 0.30—0.70, Grunkohl pro Pfund 0.15, Walnüsse 0.50—0.60 Mark. ** 2 Die Volkshochschule beginnt ihr 29. Tertial. Am Montag, dem 14. d. M., tritt die Volkshochschule in ihr 29. Tertial. Der Stundenplan weist zunächst eine Anzahl von Einführungs= und Fortbildungskursen auf Im Enalischen werden die früheren Kurse fortgeführt. Außerdem ist ein Kursus für Anfänger vorgesehen, der am 14. Januar, abends 7½ Uhr, in der Oberrealschule seinen Anfang nimmt. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß sprachliche Vorkenntnisse nicht erforderlich sind. Neu eingesetzt ist ein Kursus in Esperanto. Im Deutschen schließt der Unterricht der Volkshochschule an die in der Volksschule erworbenen Kenntnisse an und erweitert alsdann das Wissen durch fortDer Dreikönigs laufende Uebungen im mündlichen und schriftlichen Gedankenaustausch. Auch der Kursus im Rechnen wird weiter fortgeführt. Mit Dienstag, dem 15. 5 M., nimmt auch ein Kursus in Einheitskurz.= schrift seinen Anfang. Für jeden Wochentag ist eine besondere Vortragsreihe vorgesehen. Montags spricht Dr. Butenberg über„Wechsel und Scheck im Leben des Kaufmanns und Handwerkers". Studienrat Dr. Zeller ist verpflichtet für das Thema „Das deutsche Kunstlied in seinen bedeutendsten Erscheinungen“. Er wird seine Vorlesung am 22. d. M. aufnehmen. Oberschullehrer Gorbahn spricht Mittwochs über das Drama des 19. und 20. Jahrhunderts. Besonderes Interesse wird die Vortragsreihe„Probleme der Arbeiterbewegung" hervorrufen. Der 1. Vortrag findet bereits am 10. Januar 1929, 7,45 Uhr abends, in der Oberrealschule statt. An diesem Tage spricht Herr Claude=Düsseldorf über das Thema„Der Umbau des Kapitalismus und die Betriebsführung". Herr Hollenbeck setzt seine Vortragsreihe über das Photoaraphieren fort. Die Hörergebühr ist so niedrig bemessen, daß jedem die Teilnahme an den Veranstaltungen der Volkshochschule möglich ist. Sie beträgt für einen einfachen Kursus, der sich über 9 Wochen erstreckt, nur 2 Mark. Anmeldungen zu allen Kursen und Vortragsreihen können täglich im Stadtschulami, Bahnhofstraße 63a, erfolgen. Dort wird auch bereitwilligst jede nähere Auskunft erteilt. *** * Sperrung des Verbindungsweges zwischen Auf'm Kolm und Börsinghauser Straße. Das Polizeiamt Herne teilt mit: Aus Anlaß der Vornahme von Kanalisationsarbeiten ist der Verbindungsweg zwischen der Straße auf'm Kolm und der Börsinghauser Straße bis zum 1. 2. 1929 für den Durchgangsverkehr gesperrt. * In vergrößertem Format präsentiert sich die illustrierte Zeitung„Heimat und Welt ihren Lesern. Auch der Ausbau des aktuellen Bilderdienstes wird mit Erfolg betrieben. Wir sind daher sicher, daß die beliebte Zeitung weitere neue Freunde gewinnen wird. 4 draver Mensch. Beide beiraten sogar * 80 Jahre alt gibt es denn bei dieser Faust=Auffühwird heute Frates Ende, ein„happy end“, das der Werderstraße. zwecks Bestätigung der ihm weisWeltordnung in allen Lebensfreilich der„Geheimbde Rath“ von Regiestreich sagen würde, entziebt sich nntnis. Wenn die Glocken der Weihnacht verklungen, der Silvestertrubel verrauscht, das Neujahrsfest mit Schmausen und Punschtrinken froh und festlich begangen ist, steht zu Beginn des Jahres noch ein Festtag gar bescheiden da, den wir als Ausklang der Weihnichtszeit begehen, das ist der 6. Januar, der Epiphanias, das Fest der heiligen drei Könige, die, von dem Stern geleitet, nach Bethlehem wallfahrteten, um dem Jesuskinde Myrrhen. Weihrauch und Gold zu bringen und es anzubeten. Bei uns ist dieses Fest der heiligen drei Könige, das in diesem Jahre auf einen Sonntag fällt und daher nicht so stark als Besonderheit in die Erscheinung tritt, meist Anlaß zu allerlei Kurzweil, Mummenschanz und Scherz. Da verkleiden sich die Kinder des Hauses mit bunten festlichen Gewändern in die frommen Könige, von denen eines als Mohr dargestellt werden, und es werden übermütige Scherzliedchen gesungen; auch wird am Epiphaniastage meist der Christbaum geplündert, um das äußere Zeichen zu geben, daß die schöne, selige Weihnachtszeit wieder einmal unwiderruflich und unwiderbringlich vorbei ist und der Alltag wieder in seine Rechte tritt. Ein europäisches Land gibt es, in dem der Epiphaniastag mit größerer Feierlichkeit begangen wird, und das ist Armenien. Wir kennen Schilderungen aus dem Beginn des 13. Jahrhunderts, die uns von den damals üblichen Zeremonien erzählen. Die vorangehenden zwölf Nächte waren bei den Armeitiern dem Fasten und Büßen gewidmel: Sie nahmen weder Fische, noch Wein, noch Oel zu sich. Am Morgen des Epiphamiastages ziehen sie alle nach einem Fluß in der Nähe der Stadt, zu dem der damalige König der Armenier zuerst hinabstieg. Das Volk grüßte diesen König mit dem Zuruf:„Surb Tagavor“, das heißt: Heiliger König. Sobald der König sich in sein am Fluß aufgestelltes Zelt begeben hatte, traf der Erzbischof mir seinem Gefolge ein, der ein zur Taufweihe bestimmtes Kreuz mitbrachte. Der Fluß, der den Jordan vorstellen sollte, wurde von den Geistlichen eingesegnet und das Kreuz getauft. Daram ließ man am rechten Flußufer eine Taube aufsteigen. Ein Armenier ritt, auf einem Esel sitzend, in den Fluß und rief laut:„Es lebe unser König in Ewigkeit! Heil und Trost der ganzen Christenheit!“ Worauf die Menge Amen rief. Nun wurde dieser Vorsänger in das Wasser getaucht. Der Königsund die anderen alle wurden mit Wasser besprengt. Nachdem diese Feier vollzogen war, kehrten die Geistlichen in die Klöster zurück, wayrend der König mit den Soldaten Kampfspiele aufführte. Der Tag wurde in großer Fröhlichkeit verbracht, und am nächsten Tage kehrten alle Teilnehmer in ihre Wohnungen zurück. Diese alte Form der Epiphaniasseier hat sich bis auf unsre Tage erhalten. Noch heute wird das Kreuz im Fluß, dem Jordan, getauft, noch immer reitet man aur Pferden in den Fluß hinein und badet, obwohl das Wasser am 6. Januar eisig kalt ist, nackt im Fluß. Am Vorabend dieses Tages wird die eigentliche Weihnacht begangen, da nach dem Glauben der Armenier Christus an demselben Tage geboren als auch dreißig Jahre später getauft worden ist. Sie feiern also Geburt und Taufe am gleichen Tage. Auch die vorangehenden zwölftägigen Fasten vorher sind noch immer in Gebrauch. Auch am Heiligen Abend darf man kein Fleisch genießen. Am Epiphaniastage ziehen die Geistlichen, religiöse Lieder singend, von Haus zu Haus und nehmen Gaben entgegen. Das gleiche tun in den Dörfern die jungen Burschen. Auch ihnen werden Gaben zu teil. Diese Sitte der Epiphaniasfeier als Volksfest ist hübsch und hat einst auch bei ihnen manigfaltigen und bunten Ausdruck gesunden. Es werden den heiligen drei Königen allerlei Locknamen gegeben und in ihrem Namen geschay mancher lustige Spaß. Unsere großen Städte sind für solchon Mummenschanz heute nicht mehr geeignet, aber auf dem Lande und in den Kleinstädten wird sich— bei der erwacheden Liebe für Volksjeste— sicherlich mancher alte Brauch, von dem man bislang nur in den Büchern lesen konnte, wieder hervorwagen, und ein Lächeln wird über unser Gesicht gleiten, wenn am Morgen des Epiphanigstages die alten Lieder uns wecken, die Lieder von den heiligen drei Königen mit ihrem Stern... Filme der Woche. Einen ungewöhnlich großen Erfolg hat der 25. Pat und Pabachon=Film„Die Filmhelden" im Cavitol zu verzeichnen. Die Direktion hat infolge der ausverkauften Vorstellungen das auch sonst sehr ansprechende Programm verlängern müssen. Das Niveau der Filme des ersten Prognammes im neuen Jahre steht zwar nicht in künstlerischer Hinsicht, wohl aber hinsichtlich seiner Unterhaltungskraft auf hoher Stufe, die Handlungen sind untadelig, nur die BekleiLungsreform, d. h. größerer Stoffverbrauch, ist immer noch nicht zu bemerken. In„Die Filmhelden“ versuchen sich der Dünnlange und Kleindicke, auch Pat und Parachon genann,t als Filmkomparsen, die ein erboster Direktor, weil die beiden Stare seine beiden Töchter zu sehr poussieren, an deren Stelle setzt. Er will beweisen, daß sich seine Töchter ebenso gut in den dümmsten Komparsen verlieben können, wenn sie sich von deren Berühmtheiten imponieren lassen. Die Beruymtheit, mache er, der Direktor, der die Rollen vergibt, egal, ob der Bedachte talentiert sei oder nicht Pat und Patachon spielen das Drama zu einer Groteske zusammen. Dieser Mißeriolg wird als Gegenteil des Dramas ein Bombenerfolg. Trotzdem überlegen es sich die gemarterten Zwei, ob der Film noch für sie „eventuell“ in Frage kommen könnte Der Blick n das Filmaielier ist allein schon des Besuches wer:. Und das Spiel der Berühmten als Anfänger übertrifft sie an Humor in ihren letzten Filmen. Das Haus wiehert vor Lachen.— Nikodemis Schauspiel„Scampolo“ hat als„Dar Mädchen von der Straße“ durch Carmen Vonis und Livio Pavanellis tragende Darstellung wenig von seinem Reize verloren. Auch im modernen Gewarde gewinnt das römische Bettelmädchen des Besuchers Herz. Die römischen Aufnahma tragen zur beifälligen Aufnahme durch das Puo likum bei. Die Langewetle komm: auch bei dem dritten Filme nicht auf.„Guten Tag, Schwiegermama!" nennt er sich. Hier wird im lustigen Spotte der Typ der Schwiegermama ersaßt, der für Millionärsschwiegersöhne schwärmt und dann auf verdiente Art geprellt wird. Im Palast=Theater kam noch einmal Rintin=tins Ruhmnachfolger Ribo in„Das letzte Signal“ zum Erfolg. Die Geduld seiner Kurdler verdient die größte Anerkennung.„Die Welt ohne Warsen“ ist älteren Datums. Diese Art: Spionagefilme hat sich überlebt. Sie fesseln nur in geringem Maße und sind zu utopistisch. In der Schaubura wirn.„Die Heilige und ihr Narr“ gezeigt. Wer sich an Agnes Günehers Erzählung erfreut hat, tut es erneut an dieser Versilmung. Schon lange ist es her. seit man eine solche hauchzarte Liebeshandlung im Film sah. Der Inhalt in der Filmhandlung ist so: Eine sich selbst überlassene Halbwaise wird von der Fürstin. ihrer Stiefmutter, gequält, da ihre reine Liebe der Fürstin den Weg zu dem Geliebten versperrt. Doch das von aller Sünde reine Seelchen findet immer wieder das Leben schön, da es den Künstler liebt, der der demütige Freund dieser Kinderseele ist und mit seinem Verständnis es umhegt, bis eine reise Weiberseele ihm, dem wartenden Narren das Gück bringt. Eine märchenhafte Siimmung schwingt in den Bildern. Dieterle und Ly Diers aeben beseelte F##algestalten. Franz Chapelier illustrier: das Geschehnis mit lyrisch=melodiöser Musik.— „Lunapark“ ist der Gegensetz zum Hanotfilm. Er brinat die laute und lärmerde Welt. Die SchauburgOroe war hier noch sehr dezen als Begleitung. Die nanung m nicht neu. Lois Wilion als Talbah# kassiererin ist reichlich blaß die Tänzerin ist eine tiefere Darstellung. Die„Deusiowoche“ bringt letzte Neuigkeiten in mäßigem Durchschnitt. S. kind am 6. 1. 1849 in Gelsenkirchen und seit 1881 in Herne ansässig. Ihr Mann starb Silvester 1925. Sie ist körperlich und geistig noch sehr rüstig, näht und stoner und macht noch feine Handarbeiten. Auch kann sie den Herner Anzeiger ohne Brille gut lesen. Wir wünschen der alten Mutter noch viele Sonnentage an ihrem Lebensende. * Hauptversammlung der Schiegel-ScharpenseelBrauerei. Wie bereits mitgeteilt, finder am 21. Januar, vormittags 11 Uhr, im Parkhause zu Bochum, die Hauptversammlung der Schlegel=Scharpenseel-Brauerei A.= G., statt. Ueber Tagesordnung und Teilnahmeberech= tigung unterichtet die Anzeige im heutigen Anzeigenteil. * T r a u r i g e r J a h r e s b e s c h l u ß. Am Schluß des vorigen Jahres erlitt der Bergmann Hermann Berger, im unterirdischen Grubenbetriebe der Zeche Friedrich der Große 3/4, dadurch einen schweren Bruch des rechten Oberschenkels, daß ihm bei dem Hereingewinnen von Kohlen ein aus dem Hangenden ausschlagender Gesteinsblock auf den rechten Oberschenkel siel. Berger wurde dem Bergmannsheil in Bochum überwiesen. * Einbruch in eine Trinkhalle. In der Nacht zum 1. Januar wurde in die an der Straßenkreuzung Castroper— Börsinghauser Straße gelegene Trinkhalle eingebrochen. Gestohlen wurde 1 Karton Stückschokolade, 1 Karton Schokalenzigarren, 40 Riegel Schokolade(Trumpf), etwa 100 Zigaretten verschiedener Marken und etwa 100 Zigarren verschiedener Marken, ferner Weihnachtsgebäck und Bonbons. * Es ging noch einmal gut. Am Donnerstag wurde auf der Mont=Cenis=Straße ein Mädchen von einem Kraftwagen angefahren, jedoch nicht verletzt. Kleider und Schuhe des Mädchens wurden beschädigt. * Einen netten Freund hatte ein hier wohnender Geschäftsmann. Nachdem er ihm in der äußersten Not öfter beigestanden hatte, kam rnu###dieser Tage und bat um einen Kord Sobbatschändungshem Zweck wissen wir nicht, jedenfalls Sonntage sein#pald nachdem er den Korb mitgenom#iere seien ihm weggeflogen, in Wirkute noch in die einem Verein geschenkt. Staaten Geliung zahlreich mittag auf der Kirchhofstraße. Einige ihrer Fahrzeuge in WortWelchen Untsnach in blutigen Streit. Mit Peitseinen Handkoffe Zugsträngen gingen sie auseinander los, vis ein Polizeibeamter einschritt und die troßz der Kälte erhitzten Köpfe trennte. Der Schuldige kam zur Anzeige. * Die leidigen Obstreste auf der Straße. Böse auf den Hinterkopf fiel gestern nachmittag auf der Bahnhofstraße ein einarmiger Kriegsverletzter. Er rutschte auf Apfelsinenresten aus und holte sich eine böse blutende Kopfwunde. * Immer wieder Warenhausdiebstähle. Gestern abend wurden einige Burschen in einem hiesigen Warenhause deim Stehlen beobachtet, leider konnten sie entkommen. Jedoch kam eine Frau, bei der gestohlene Waren gefunden wurden, zur Anzeige. * E i n r ü c k s i c h t s l o s e r A u t o f a h r e r. In der Nacht zum Freitag wurde ein mit seinem Rade von der Arbeit heimkehrender Bergarbeiter, von einem Lieferauto, das kein Licht hatte und die falsche Stpaßenseite befuhr, auf der Mont=Cenis=Straße gestreift und gegen die Bordsteine geschleudert. Mie einer blutenden Kopfwunde, einer Schulterverletzung und verbogenem Fahrrad wurde er von einigen Passanten in der bitteren Kälte aufgesunden. * Die Kraft war ihnen auch im Jahre 1929 geblieben. Neujahrsnacht. Das Geknatter hat sich nach und nach gelegt. Hier und da liegt noch ein vom Silvesterrausch Erschossener an den Haustreppen. Auf der Cranger Straße. Eine Gruppe Seliger wankt daher. Einer ist müder als der andere. Sie nahen sich, immer die Häuser entlang, einem Zaun. Ein dicker Pfahl geistert unheildrohend den ersten Betrunkenen an. „Da— a— wa— a— wat, du willst mir wat? Ich schlag dir gleich...“—„Wer— wer will dir wat— Hinnerk?“ Und der Nächstfolgende wankt zum Zaun, eine Latte abzureißen, um gegen den nicht vorhandenen Feind zu streiten. Er reißt und reißt.„O du schlappen Käl, du hast wohl deine Mumm im alten Jahr versuopen.“ Und der Dritte sucht gleichfalls eine Latte loszureißen. Er bricht die Spitze ab, fällt auf den Rücken und schreit:„Dunnerkiel, fängt det Jahr aber gut an!“ Nun knackt eine Latte nach der andern, der ganze Zaun ist in den Händen der Athleten.„Wo ist das Aas? Wer will dir wat, Hinnerk?“ Aber Hinnerk hat schon den Feind in Brüderschaft umarmt und schnarcht. Und so fliegen die einzelnen Bestandteile des schönen Zaunes auf die Straße. Dann wanken sie weiter. Vielleicht, um im Hertener Busch Bäume auszureißen. Am Morgen erscheint der Eigentümer und beschaut sich die Bescherung. Dessen Wut kann man sich vorstellen. Im nächsten Jahr will er den bissigsten Hund vor den Zaun legen. * Aus den Vereinen. * Kath. Gesellenverein Herne. Wir möchten nicht verfehlen, nochmals auf den am Sonntag abend ½8 Uhr stattindenden Familienabend hinzuweisen. Ein gutes Programm ist zusammengestellt. Die Ehrenmitglieder und Mitglieder werden gebeten, mit ihren Familienangehörigen recht zahlreich zu erscheinen.(Näheres siehe„Kirchl. Anzeiger“.) * Sauerländischer Gebirgs-Verein Herne. Am Donnerstag abend fand im Vereinsheim, Hotek Meinhardt, die dierjährige Hauptversammlung der Ortsgruppe Herne statt.— Der erste Vorsitzende Herr A. Kortländer eröffnets die Sitzung, erteilte dem Schriftführer Herrn M. Anderssen das Wort zum Protokoll und Jahresbericht. Aus demselben sei hier bemerkt, daß im Jahre 1928 von den angesetzten 26 Wanderungen 22 ausgeführt werden konnten. Mit 178 Teilnehmern wurden 477,8 Kilometer„gelaufen“, die Damen waren mit 67 vertreten. Die nahe Haard MANIOLA Jetent-Kramattenhafter Verhoftiich in den onschfagegen Lu KIkAADOAETE VHTMN, FO. RLINRDA“ P5. (rungbe AL wurde 16 mal, die Ruhr 6 mal aufgesucht, während das eigentliche Sauerland infolge der lästigen gohrt und des Kostenpunkts nicht besucht wurde. Herr b#rm. Busse brachte den Kauenverut zur Verleiueg, ihm wurde mach erfolgter Revision Entlastung erteilt. Die hierauf vorgenommene Vorstandswahl ergab einstimmige Wiederwahl. Der Vorstand besteht alft weiterhin aus den Herren A. Korkländer, 1. Vorsitzender, M. Anderssen, Schriftführer. H. Busse, Kassierer, in den Wanderausschuß wurden gemählt die Herren Weck, Vonhoff, Leufert=König. König und Fräulein Möller. Der Jahresbeitrag wurde im Hinblick auf die wirtschaftliche Loge auf 4,00 Mark belassen und wied bis zum 1. Februar kassiert. Auf die vielseitigen Klagen bezügl. der Zustellung der Vereinszeinchrift hin wird der Versand nunmehr wieder von der Geschäftsstelle unter Kreuzband vorgenommen. Ferner ist beabsichtigt, die Jugendgruppe wieder aufleben zu lassen, Interessenten, möglichst auch Mandolinenspieler, wollen sich beim Schriftführer, Herrn Anderssen, Freiligrathstraße 21, melden. Am Samstag, dem 12. Januar. findet das Winterfest mit Gesang= und Musikvorträgen, Tombolz und Tanz im Vereinsheim. Hotel Meinhardt, statt. Sonntag. den 6. Januar, wird die erste Wanderung in diesem Jahre gemacht. Die Abreise erfolgt von Herne 8.48 Uhr, mit Sonntagsfahrkarte nach Recklinghausen. * Weihnachtsseier des Straßenbahnervereins der Straßenbahn Herne— Castrop=Rauxel, herne. Am vergangenen Sonntag feierte der Stuaßenbahnerverein im Kreise seiner Mitglieder und deren Famtlienangehörigen seine Weihnachtsfeier im vollbesetzten Saale des Vereinswirtes H. Knapp, Herne, Bahnhofstraße 1. Ein wohlvorbereitetes Programm fesselte alle Anwesenden. Eröffnet wurde die Feier vom 2. Vorsitzenden mit einer herzlichen Begrüßungsansprache. Hinweisend au die erste Weihnachtsfeier des Vereins wünichte der 2. Vorsitzende allen Anwelende ro stunden. Lieder und Gedichtvorträge verbreiteten weihnachtliche Stimmung. Dann ergriff der erste Vorsitzende das Wort zu seiner Weihnachtsansprache und wies auf die Bedeutung des Weihnechtsfestes hin. Anschließend wurde die Beicherung der Kleinen vorgenommen, die ihre Tüten und Spietsachen mit lachenden Gesichtern in Emrpfang nahmen. Bei Musikvorträgen blieb man dann noch manche Stunde in froher Gemeinschaft zusammen * Der Zentralverband Deutscher Kriegbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen. Ortsgruppe Herne feiert heute von 4 Uhr ab im großen Saale des Kath. Gesellenhauses sein diesjähriges Weihnachtsfest, bestehend aus Konzert, Reigen und Theater, ausgeführt von den Kindern des Kath. Waisenhauses. Danach folgt die Bescherung der Kinder und der Kriegereltern. * Verein ehem. Pioniere und Verkehrstruppen. Am Sodingen. Am Sonntag. dem 30. Dezember 1928, hielt der Verein ehem. Pioniere und Verkehrstruppen im Pionierheim beim Kameraden H. Wiegmann im Kreise seiner Mitglieder und deren Angehörigen eine Weihnachtsfeier mit Kinderbescherung ab. Der Saal war bis auf den letzten Plotz besetzt. Ein Weihnachtspotpourri leitete die Feier ein. Die Begrüßungsansprache hielt der 1. Vorsitzende, Kamerad Höfselmann. Abwechselnd folgten dann Lieder und Gedichte.„Der gute Weihnachtsmann“, ein lustiges Sternenspiel in drei Aufzügen, gespielt von den Kameraden des Vereins, erntete reichen Beifall. Darauf folgten flott vorgetragene Musikstücke der Hauskapelle. Nunmehr erschienen Heinzelmann und Heinzelfrau auf der Bühne und brachten ein heiteres Weihnachtsspiel zum Vortrag. Endlich forderten zwei kleine Neger die Rückgabe unserer Kolonien. Mit dem Liede„Alle Jahre wieder", begann die lang ersehnte Kinderbescherung. Jedes Kind erhielt eine große Tüte. Hell leuchteten die Augen der Kleinen beim Erscheinen des Wechnachtsmannes. Besonderer Dank gebührt dem kleinen Heinzelmann und der Heinzelfrau, die es vortrefflich verstanden, den richtigen Weihnachtsgeist und die rechte Feststimmung, insbesondere unter den Kindern, herbeizuführen. Von der letzten Generalversammlung ist noch zu berichten, daß auch Herr Steiger Backhaus zum Beisitzer gewählt worden ist. * Der Kriegerverein Giesenberg=Sodingen hält am Sonntag, dem 6. Januar. d. M., bei Wirt Wiesmann seine Generalversammlung ab.(Siehe Vereinskalender.) * Verein heimaltreuer Oberschlesier. Ortsgr. Herne. Der Verein begeht am morgigen Sonntag, nachmittags 4 Uhr. im Vereinsheim Saalbau Strickmann, Shomrockstraße, sein diesjähriges Kostüm= und Kappenfest. Da ein erstklassiges Programm zusammengestellt ist, haben die ostdeutschen Brüder hier in ihrer zweiten Heimat Gelegenheit, im Beisein ihrer Landsleute recht fröhliche Stunden zu verleben. Sämtliche Mitglieder, alle Grenzlanddeutsche sowie Freunde und Gönner sind herzlichst eingeladen. * Der Cäcilienchor Börnig-Sodingen hält am Sonntag, dem 6. d. M., nachm. 5 Uhr, seine Generalversammlung im Vereinslokal mit vorheriger Bescherung der Chorknaben ab. * Turnverein Börnig 1890 D. T. Morgen 3 Uhr ist im Vereinsheim Schultc=Middelmann Generalversammlung. * J e t z t s c h o n K a r n e v a l b e i A n l a u f. Wie im vorigen Jahre, finden auch diesmal wieder am Samstag und Sonntag die beliebten Kostümfeste bei Anlauf statt. Nach vollständig neuer Saaldekoration und unter Mitwirkung einer erstklassigen Jazzbandkapelle wird man auch in diesem Jahre dort gemütliche Stunden verleben können.(Siehe Inserat.) Kasino Friedrichseck. F. 11hr Sonntag ab 5 Uhr Stimmungskonzert mit Tanzeinlagen.(Siehe Inserat.) * Restaurant Müser-Bräu(Inh. E. Salzburser) Ab heute täglich das bestens bekannte Künstlertrio Geschwister Oblak. * S t a d t g a r t e n- R e s t a u r a n t. Sonntag, den 6. Januar, Unterhaltungsmusik mit Tanzeinlagen. * F a l s c h e r S t u d e n t a l s U n t e r s t ü t z u n g s b e t r ü g e r. In der letzten Zeit tst in einer Nachbarstadt ein angeblicher Krieger, Student der Technischen Hochschule, aufgetreten und hat in mehreren Fällen von Privatpersonen Geldbeträge erschwindelt. Der angebliche Krieger brachte jeweils vor, er sei von Laurahütte in Oberschlesien gebürtig und von dort nach Kriegsende vertrieben worden. Vom Reiche habe er noch eine Entschädigung in Höhe von 37.000 RM. zu erwarten, doch werde die Ausbezahlung immer wieder hinausgezögert. Nun stehe er mittellos vor dem Eramen. Gleichzeitig zeigte er ein offenbar gefälschtes Schreiben mit einem Stempel der Technischen Hoch schule Karlsruhe und der Unterschrift Dr. Bauer vor, in welchem ihm bestätigt wird, daß er zur Sammlung für notleidende Studenten berechtigt sei.— Beschreibung des Betrügers: etwa 30 Jahre alt, 1,75—1,80 m groß, schlank, bleiches, mageres Gesicht, hellblonde zurückgekämmte Haare, bartlos, sprach norddeutsche Mundart und trug dunkelgrüne Pelerine.—— Vor dem Betrüger wird hiermit gewarnt und gebeten, im Betretungsfalle unauffällig die nächste Polizeidienststelle zu benachrichtigen, damit seine Festnahme erfolgen kann. Kauft bei den Inserenten des Herner Anzeigers. es Edelfirnis Wo gibt es das beste Brot und die schmackhaftesten Backwaren? In der Bäckereiu. Konditorei Johann Rhaus Mont-Cenisstr 83, Ferneut 52378. SNZ DeT DEGUCMen Katenz Preisen. Zugebrachte St Bei Kassakäufen erhalten Si Gesend Ro##b#, Pu### (Dass an. 4 . 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Auf einer einsamen Felsplatte traf ich zuri wildaussehende Reiter und fragte sie in swanetischer Srrache, die ich während meines Aufenthaltes auf dem Kaukasus erlernt habe, wo ich übernachten könnte.„Bei Gwatschliani in der Hütte“, lautete die Antwort. Ich bemerkte, daß sein linker Stiefel mit Blut bespritzt war. „Vorwärts, Fremder!“ rief der Mann mit gutturaler Stimme, gab seinem Pferd die Svoren und verschwand. Ich ritt weiter und sah bald auf dem Rücken des Berges eine primitive Hütte. Ich band mein Pferd an einen Baum und klonfte an die Tür. Keine Antwort. Ich klopfte lauter und hörte Waffengerassel.„Oeffnet!“ rief ich.„Ein Gast bittet um Nachtlager!“ Unheimliches Schweigen war die Antwort.„Ich bin ein friedlicher Wanderer“, fuhr ich fort.„Wollt Ihr mich hereinlassen?“ Wieder hörte ich oumpfes Wassengeklirr, dann ertönte eine leidenschaftlich bewegte Stimme,„Du wirst heute im kalten Grabe schlafen, Gingia, Du willst Dich als Russe verstellen, wir kennen aber Deine Tücken!" Der Swanete hatte ofsenbar an meiner Aussprache erkannt, daß ich Russe war.„Ich bin auch Russe“, gab ich zu. In der Hütte schien man sich die Sache zu überlegen. Endlich öffnete sich die Tür und ich sah den ersten Akt des Dramas. Bei dem Schein einer Fackel stand ein alter Mann und zielte auf mich aus seinem Gewehr. Ein schön gemachsenes junges Mädchen mit einem komischen Filzhut bekleidet, stand unbeweglich hinter dem Alten und zielte gleichfalls auf mich. Ein kleiner Junge lag an der Erde und hielt ein Gewehr in der Hand. Als der alte mich sah, legte er das Gewehr fort und bat mich mit einet einladenden Handbewegung, einzutreten. Nach uralter. swonetischer Sitte, die mir bekannt war, muß der Gast dreimal die Einladung ablehnen. Ich ließ mir dreimal Willkommen sagen und wagte dann, mich auf einen niedrigen Schemel zu setzen. Einige Minuten vergingen im düsteren Schweigen. Dann erzählte mir der Alte eine fesselnde Geschichte. „Vor 20 Jahren stieg ein Volksstamm der Swaneten aus der Gletschergegend. die er bewohnte, in das Tiefland, auf dem wir uns befanden und das allerdings immer noch 3000 Meter über dem Meereswiegel liegt. Bei der Teilung des Landes entstand zwischen den Häuptern der ehrwürdigen Geschlechter Gwatschliani und Gingia ein Streit, der ein blutiges Ende naom. Ewatschliani erdolchte Gingia und flüchtete ins Hochgebirge. Das Geschlecht der Gingia erklärte Gwatschliani die Blutrache. 20 Jahre lang dauerte der Familienkrieg, an dem alle Angehörigen der beiden Geschlechter teilnahmen. Regelrechte Schlachten wurden ausgefochten. Jetzt sind vom Geschlecht Gwatschliani nur er, der Alte, seine Tochter und sein Enkel am Leben geblieben. Von der Gegenseite leben nur noch zwei Krieger— Ismail und Gioggia.(Es waren die Reiter, denen ich begegnet bin.) Jeti werden sie die Hütte überfallen, um den letzten Kampf auszufechten.“ Als ich diese blutrünstige Geschichte erfuhr, entschloß ich mich sofort, nach der russischen Siedlung zu reiten und die Landesmiliz zu alarmieren. Die Sowjetregierung hat der Blutrache den Krieg erklärt.„Zu spät!“ sagte mir der Alte.„Sie werden gleich hier sein.“ Dabei zeigte er mir einen herrlich geschnitzten Bogen.„Das ist die Waffe meiner Urahnen“, erklärte er.„Ich werde ne im letzten Kampf führen.“ Ich sprang auf mein Roß und eilte davon. Nach fünf Stunden hatie ich die Siedlung erreicht. Nur ein Soldat war zugegen. Ich erzählte ihm die Geschichte und bat ihn, mit mir nach der Hütte Gwatschliani zurückzureisen. Wir gaben unseren Pferden die Svoren und die wilde Jgad ging los. Plötzlich hörten wir das Geknatter von Schüssen.„Zu spät!“ rief mir mein Begleiter zu.„Die blutige Hochzeit geht los!“ Unaufhörlich krallten die Schüsse. vom Bergecho tausendmal wiedergegeben. Wildes Kamnfgebrüll tonte durch die feierliche Stille.„Haltet ein!“ schrien wir und gaben mehrere Schreckschüsse in die Luft ab. Endlich sahen wir die Hütte. In diesem Augenblick gab das junge Mädchen einen Schuß ab. Ich sah noch, wie der Alte zur gleichen Leit seinen Bogen spannte. Dann knallten noch zwei Schüsse. Ein Blutstrom lief dem Alten vom Gesicht. Er taumelte und fiel. Das junge Mädchen schwankte und fiel gleichfalls. Tiefe Stille herrschte wieder in der Vergeinsamkeit. An einem Baum sahen wir zwei Leichen. Es waren die Leichen der Gingias. Ein Krieger war von einem Pfeilschuß durch die Gurgel getöret— es war Ifmail. Der andere— Lioggia— verblutete aus unzähligen Schutzwunden Wir betraten' die Hütte. Das junge Mädchen laa tot — Hertschuß. Der Kopf des alten Mannes war von Außeln zerschmettert. Wir gruben ein großes Grab und verscharrten dort die Leichen der letzten Ovfer des blutigen Familiensteites. Ich steckte statt eines Kreuzes den großen Pfeil des Gwaischliani in den feuchten Erdenhügel. Der Soldat nahm die Pferde der Getöteten, die jetzt herrenlos waren, und ritt davon. Ich blieb allein in der Einöde. Weit im Gletschergebiet lag das geheimnisvolle Land der Gletscherswaneten, das ich jetzt nicht betreten wollte. Ich rin zurück. Es war besser, diese Stämme in Ruhe zu lassen. * Das Duell mit dem Jakir. Es gibt Menschen, die vor den unbegreiflichen Wundertaten der indischen Fakire, staunend dastehen und demütig bekennen, daß es eben doch Dinge gibt zwischen Himmel und Erde, wo unser nüchternes Begriffsvermögen versagen muß. Und dann gibt es wieder andere, die leicht über alle Dinge binweggehen und sie rundweg für Schwindel erklären. Da ist der französische Schriftsteller Paul Heuze. Er hat sich den Kampf gegen alle okkulten Erscheinungen zur Lebens aufgabe gemacht. Neuerdings hat er es besonders auf die Fakire abgesehen. Was die können, sagte er sich, kann ich schon lange. Er härtete seinen Körper ab, stählte seinen Willen, und als er glaubte, es so weit gebracht zu haben, wie ein richtiger Fakir, forderte er den berühmten Inder Tahra Bey zum Duell beraus. Der nahm die Herausforderung an. Niemals hat der Cirque de Paris eine solch riesige Menschenmenge gesehen. Schon vor dem Eingang vor dem Zirkus kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Fakirfreunden und den Gegnern. Zuerst unterwarf sich Tahra Ben der klassischen Fakirpvrobe: er legte sich auf zwei baarscharfe Messer und ließ auf seinem Körver einen riesigen Sandstein mit einem großen Hammer zerschlagen. Das Publikum war begeistert und forderte Heuze auf, das Kunststück nachzumachen. Der aber entschuldigte sich damit, daß er dazu noch nicht genug trainiert sei und daß es im übrigen ja nur seine Auftabe wäre, die angeblichen Wunder zu erklären. Aber die Menge wollte keine Worte, sondern Taten, und es gab ein ungeheurer Gejohle und Gepfeise. Das Schauspiel wiederholte sich, als Tahra Bey den langen Dolch, den er sich soehen durch den Hals gestoßen hatte, mit einer einladenden Bewegung seinem Gegner überreichte, der es aber anscheinend für sicherer hielt, sich ein paar Nadeln in die Wangen zu bohren, ein Exveriment, das auf die Menge nicht den geringsten Eindruck machte. Auch das Schlafen auf dem mit eisernen Nägeln gespickten Marterbett wurde beldenhaft von dem Fakir ausgeführt, wobei es allerdings einen kleinen Zwischenfall gab. Die Juro entdeckte nämlich, daß Tahra Ben unter seinem Gewand eine kurze, dicke Lederbose trug. Schon hub Heuze zu einer großen Rede an, als der Jakir seelenruhig das lederne Bekleidungsstück auszog und das Exveriment, ohne mit der Wimver zu zucken wiederholte. Hierauf ließ Heuze einen Zauberkünstler, auftreten, den einstigen Fakir Karma, der all die Kunststücke, die Tahra Bey ausgeführt hatte. genau so wiederholte, woraus Paul Heuze den Schluß zog: „Sie sehen also, daß nichts Uebernatürliches bei alledem im Spiele ist, daß das Fakirtum nichts weiter ist als Quacksalberei, da jeder andere diese Tricks auch nachmachen kann.“ Worauf Tahra Bey erwiderte: „Karma ist kein gewöhnlicher Sterblicher, er ist ein ehemaliger Fakir, der noch immer die übernatürlichen Gaben von einst besitzt.“ Das Publikum war durch die Erklärungen nicht klüger geworden, und die große Juro, die aus Projessoren, Aerzten und einer ganzen Anzahl von Zauberkünstlern bestand, auch nicht. Das Fakirrätsel blieb ungelöst. Daß sich aber alles scheinbar Uebernatürliche auch auf natürliche Weise erklären lätt, gab Tahra selber zu, als er auf die Frage, wie er Fakir geworden sei, folgendes erwiderte: „Ganz jung verlor ich meine Mutter. Ich verfiel in eine Art mystische Verzweiflung, die mich den Fakiren in die Arme trieb. Sie weihten mich in ihre Wissenschaft ein, ich sand bei ihnen eine Ablenkung für meinen Schmerz und zugleich die Selbstkasteiung, die ich suchte Sie entwickelten mein Gefühl, meine Willenskraft. Und das ist in gewissem Sinne dasselbe, als wenn ein Pianist oder ein Zauberkünstler durch inzensive Uebung eine immer größere Fingerfertigkeit erlangt. Bald war ich fähig, mich in den Zustand eines lebendigen Toten versetzen zu können. Zum ersten Mal ließ ich mich 1923 in Atben im Stadion begraben. Ohne Furcht, mit einer sellenfesten Ueberzeugung, einem glühenden Glauben, und nach wochenlanger Vorbereitung meines Körvers ging ich ans Werk. Und seitdem habe ich wohl ein Dutzendmal das Exveriment wiederholt, das von allem, was wir Fakire zeigen, das unerklarlichste, das unsaßbarste ist, und das gewiß nicht als ein gewöhnlicher Trick abgctan werden darf * Jaust als Gentleman. „Hamlet im Frack“, die Londoner Theatersensation verflossener Jahre, ist übertrumpft. Im St.=JamesTheater spielt man zur Zeit einen„Faust", wie ihn die kunstfreudigen Einwohner der Themsestadt noch nie auf den Brettern geseben haben. Im Vorwviel siebt man Faust in seinem Studierzimmer zu Cambridge. Er ist eine Leuchte der Wissenschaft, hat zahlreiche Werke veröffentlicht, darunter ein evochemachendes über die Relativitätstbeorie. Seinem Freunde Richard, der zwar kein „Löwenherz“ aber ein lieber Mensch ist, klagt er sein Leid, das des Alternden, dessen Leben nutzlos vertan Ist. Da erscheint Mevhisto in der Gestalt des bekannten Verjüngungsspezialisten Prosessor Voronoff. Faust konsultiert ihn, erhält seine Jugend nach einigem Hokusvokus zurück und betritt als untadeliger Gentleman die Piccadillo=Bar in London. Dort— welch ungebeuerlicher Gedanke!— trifft er Gretchen und entbrennt in heitiger Liebe zu ihr. Doch die Heilerfolge Professor Voronoffs sind nur von kurzer Dauer. Bald sitzt Faust wieder als müder, griesgrämiger Greis im Lehnstuhl seines Cambridger Studierzimmers, Gretchen besucht ihn dort und macht ihm bittere Vorwürfe, da er sich ihr gegenüber nicht sehr gentlemanlike benommen hat. Als Retter in der Not erscheint Freund Richard. Margarethe graut durchaus nicht vor ihm, denn er ist, wie gesagt, ein braver Mensch. Beide beiraten sogar einander, und so gibt es denn bei dieser Faust=Aufführung ein glückliches Ende, ein„happvend“, das der heutige Londoner zwecks Bestätigung der ihm weisgemachten barmonischen Weltordnung in allen Lebenslagen fordert. Was freilich der„Gebeimbde Rath“ von Goethe zu diesem Regiestreich sagen würde, entziebt sich leider unserer Aenntnis. erziebung Gelegenheit gab, in ausgiebiger Weise über die Schlechtigkeit der Welt im allgemeinen und der Männer im besonderen nachzudenken. Die Zukunft des Aluminiums. Ein in Shanghai. Benedicta Rodiquez in Shanghal hatte trotz ihter erst fünfzehn Lenze bereits einen Liebhaber, den um ein Jahr jüngeren Sammy Lazarus. Wie es zwischen Liebesleuten zuweilen vorkommen soll, gab es zwischen den beiden eines Tages einen kleinen Streit Aus einer Meinungsverschiedenheit entstand ein heitiger Wortwechsel, und da Venedicta, wie alle Frauen, in der Logik nicht sehr stark war, nahm sie zu beweiskrättigeren Argumenten ihre Zuflucht, in diesem Falle zu einem gerade zur Hand liegenden Messer, das sie ihrem Anbeter dreimal in die Brust stieß, ohne ihn glücklicherweise ernsthaft zu verletzen. Die aufregende Szene sptelte sich in dem väterlichen Hause der jungen Furie ab. und zwar in Gegenwart der beiden jüngeren Schwestern Benedictas. der 14jährigen Juanita und der um ein Jahr jüngeren Isabella. Außerdem war noch Sammys 12 Jahre alter Bruder Martin zugegen. Also das reine Familienkränzchen. Juanita. angespornt durch das Vorbild ihrer Schweiter, ergriff gleichfalls ein Messer und fiel damit über den vollkommen verblüfften und gänzlich unschuldigen Martin ber, während Isabella, die offenbar nicht tatenlos zusehen wollte. in Ermangelung einer anderen Waffe mit einer Flasche auf den bereito verwundeten Sammo losschlug. Auf das Hilfegeschrei der beiden Jünglinge erschien die Polizei und nahm die drei schlagfertigen Vertreterinnen des„schwächeren“ Geschlechts fest. Vor Gericht bestritten sie jede Schuld und erklärten, in Notwehr gehandelt zu haben, da Sammy sie durch sein Auftreten erschreckt hätte. Die Ausrede war nicht sehr glücklich. Sammy, ein schmächtiges Bürschchen von kaum 90 Pfund Gewicht, sah nicht so aus, als ob er der kräftigen Benedicta mit ihren reichlich 140 Pfund und ihren ähnlich gearteten Schwestern hätte gefährlich werden können. Dies leuchtete auch dem Richter ein, der den Insassen des eigenartigen„Dreimäderlhauses", durch Ueberweisung an die ZwangsEin Nachteil des als Werkstoff immer weitere Verwendung findenden Aluminiums ist seine leichte Oxvdierbarkeit. Hierdurch erhält nicht nur die Oberfläche ein unschönes Aussehen, sondern es machen sich im Laufe der Zeit auch Einwirkungen auf die Festigkeit geltend. Verschiedene Versuche, die Oberfläche durch galvanisch erzeugte Metallüberzüge zu schützen, zeitigten bisher keine durchschlagenden Erfolge. Erst kürzlich gelang es, diesem Mangel abzuhelfen, und zwar durch ein Verfahren, bei dem man die Gegenstände aus Aluminium in alkalische Lösungen taucht, denen Salze von Schwermetallen beigemischt werden. Es kommen Kupfer, Kohalt, Rickel, Blei u. a., auch Edelmetalle dafür in Frage. Es gelingt auf diese Weise, dem Aluminium haltbare Schutzüberzüge zu verleiben, die jede gewünschte Färbung aufweisen. Einen weiteren Vorteil bietet dieser Schutzüberzug dadurch, daß man auf ihn gut haltbare galvanische Metallniederschläge erzeugen kann, die auf dem Aluminium sonst schlecht haften. Das Anwendungsgebiet dieses neuen Verfahrens ist so groß wie das des Aluminiums selbst, es läßt sich sogar voraussehen, daß dem Aluminium neue Verwendungsmöglichkeizen erschlossen werden Automobilkarosserien, Eisenbahnwagen, Flugzeuge sind dier zu nennen. Da die Dauerhaftigkeit des Schutzüberzuges jeden Anstrich mit Farbe überflüssig macht, eignet sich nach dem genannten Verfahren behandeltes Aluminium für Dachbekleidungen an Stelle von Weißblech. Bei Apparaten und Beleuchtungskörpern wird man das teure Kupfer und Messing, ja sogar die Bronze durch Aluminium ersetzen, das einen Ueberzug aus diesen Stoffen erbalten bat. Auch bei der Herstellung von Haushaltsgegenständen, Taselgerät u. ä. wird das Aluminium immer mehr Eingang finden. * Ist Stiefelputzen ein Lurus? In dem Neuvorker Stadtteil Queens stand kürzlich ein Kraftwagenbesitzer unter der Beschuldigung der Sobbatschändung vor Gericht, und zwar, weil er an einem Sonntage sein Auto geölt hatte. Der Angeklagte wurde freigesprochen. die Verhandlung gab aber interessante Einblicke in die sogenannten„blauen Gesetze". die heute noch in einem großen Teile der Neu=England= Staaten Geitung besitzen. Danach sind alle nicht„nötigen“ Handlungen und Verrichtungen am Sonntage verboten; es ist in zablreichen Fällen nicht ganz leicht zu entscheiden, was nötig und was überflüssig ist. Welchen Unterschied macht es z. B., ob der Reisende seinen Handkoffer an einem Sonntage in einen Eisenbahnwagen oder einen Postomnibus trägt? Man sollte sagen, gar keinen. Dabei ist nach den Bestimmungen des Staates Long Island ersteres erlaubt. letzteres dagegen nicht. Derselbe Staat gestattet es dem Bürger, am Sonntag seinen Garten umzugraben, nicht aber, auch den Rasen darin zu mahen. Im Staate Neunork ist zwar das Oelen. nicht aber das Waschen des Kraftwagens erlaubt. Wenigstens nicht für den Besitzer einer Garage, während darüber, ob man seinen eigenen Wagen reinigen darf, die Gelehrten nicht ganz einig sind. Auch verbietet derselbe Staat das Schuhvutzen am Sonntag, gestattet dagegen das Einfetten des Schubzeugs zum Schutz gegen Nässe Das Tragen gevutzter Schuhe wird otfenbar als Luxus angesehen. mmeu Lehrerin:„Wieviel Knochen hast Du in DeinenKörver?" Fritz:„Zweihundertundacht." Lehrerin:„Falsch— es sind nur zweihundertundsteben.“ Fritz:„Rein, Fräulein, ich habe heute Morgen beim Fruhstück einen verschluckt.“ Was ist Aberglaube? u Gebiet, aus dem es keinen Fortschritt gibt— Fehlerhafte Statistik— Uebahnen der Seele. Von Dr. Erwin Boßz. Der Philosoph Hermann Lotze hat einmal den Ausruch geran:„Der natürliche Zustand der Menschheit ist s Schhmanken zwischen dem Glauben an einen ewigen seltberuf und der immer wieder aufquellenden Angst, eichgültige und aussichtslose Geschövfe des allgemeinen arurlaufs zu sein, beides gemildert durch den Leichtsinn r Gedankenlosigkeit.“ Man darf aber wohl sagen: um ein Mensch vermag den frostigen Gedanken, nur ein eichgültiges Geschöof des allgemeinen Raturlaufs zu in, zu ertragen. Glaubt er nicht an eine ewige Bestimuna. so sucht er zum mindesten eine verborgene cziehung zwischen dem Naturablauf und sich selbst zu urdecken er deutet in das anscheinend zufällige Gescheben geheime Rücksichtnahme auf sein Leben und sein chicksal hinein, er protestiert damit gegen die Gleichiltigkeit seiner Person. Darin haven wir den tief#n rund des Aberglaubens zu sehen. Der Volksmund sagt irz und bündig:„Wo der Glaube aufhört, ängt der Aberglaube an.“ Natürlich ist auch it dem Glauben an eine ewige Bestimmung der Aberaube nicht unmöglich gemacht. Denn der Urbeber dieser vigen Bestimmung, der Weleschövfer, offenbart seine läne ja den Geschovsen nicht, so kann es für manche fenbarungshungrige Gemüter nabeliegen, in dem aturgeschehen allerhand Fingerzeige der Weltregierung suchen Der Aberglaube ist sowohl in gäubigen Zeiten sie in ungläubigen denkbar; er hat eine lange Geschichte nd reicht aus den ältesten vorgeschichtlichen Zeiten über Antise und das Mittelalter bis in die Neuzeit hinein. nd seine Ausdrucksformen waren in allen diesen Zeiten icht einmal so sehr verschieden; wenn wir auf irgendinem Gehiet keinen„Fortschritt“ erblicken können, lo es das Gebiet des Aberglaubens. Die Astrologie ist ; alt wie die Menschheit selbst, Unglücks= und Glücksablen kannte schon das alte Rom, der Freitag galt schon ange, ehe Christus an ihm den Tod erlitt, als Unglückag. sowobl bei den alten Germanen wie bei den Juden, ach deren Ueberlieferung am Freitag die Schedim, die osen Geister, erschaffen wurden. Und wenn heutzutage git sogenannten Glückssteinen ein schwunghafter Dandel etrieben wird, so unterscheidet sich das in nichts von den Krieg, In den angeblich hieb= und schußsicher machenden Amuletten eine fröhliche Auferstehung erlebten. Auch die heute so beliebten spiritistiichen Exverimente sind ja, wie sich erwiesen hat, durchaus nichts Neues, sie wurden bereits im Altertum und dann wieder von den sogenannten„Schwarzkünstlern“ des Mittelalters, deren berühmtester Dr. Faust war, geübt: nur wurde diese „Kunst" durch die allem Mustischen abholde Zeit des Rationalismus verschüttet. Im übrigen ist das Wort„Aberglaube“ recht vieldeutig. Der Ursprung des Wortes liegt wohl im 15 Jahrhundert. Es hat mit dem Wörtchen„aber" nichts zu tun, ist vielmehr mit dem Wort„ab“ zusammengesetzt, bedeutet daber ursorünglich soviel wie„Ab“: glaube, d. h. abwegiger Glaube. Irrglaube. In diesem Sinne wurde es auch zunächst gebraucht. Wenn also der eine oder andere Gelehrte im 16. und 1.. Jahrbundert den damals üblichen Kometglauben, wonach ein Komet ein besonderes Strafgericht Gottes ankündigte, als„Aberglauben" bezeichnete, so meinte er das Wort nicht in der heutigen Bedeutung, sondern er wollte den Glauben nur als einen irrigen bezeichnen. In diesem Sinne war es ja auch ein irriger Glaube, wenn man dazumal annahm, daß die Sonne sich um die Erde drehte, während das Umgekehrte der Fall ist. Man sieht also bereits, daß man mit der Anwendung des Wortes„Aberglaube“ im heutigen Sinne vorsichtig sein muß. Man wird als Aberglauben irgendeine Annahme nur dann erklären können, wenn es sich um individuelle Annahmen handelt Der individuelle Charakter ist ja überhaupt für den Aberglauben charakteristisch. Der einzelne Mensch setzt die Naturphänomene zu sich selber in höchst versonliche Beziehungen; er vergißt und vernachlässigt dabei gand, dan das Naturohänomen nicht nur für ihn, sondern für alle anderen Menschen auch da ist; er hält sich für einen ganz besonders Begunstigten und Auserwahlten. Das wird ja besonders für die deute wieder vielgeübte Astrologie zum Verhängnis, der man mit vollem Recht entgegenhalten kann, warum denn ihre Alpekte, die ja doch für unzählige Menschen immer die gleichen sind, so gan verschiedene Schicklale für diese Menschen bedingen. Die Astrologie lebt förmlich davon, daß der einzelne sich gegen alle übrigen iioliert. Wo dagegen eine irrige Annahme Allgemeingut ist, da kann man naturlich nicht von Aberglauben sprechen. Auch wir begen zweisellos ebenso wie das Mittelalter terige Annahmen in bezug auf Naturobanomene die eine soätere Zeit einmal korrigieren mir? Die Zahl der Menschen, die von irgendeinem„Aberglauben“, wenn auch in harmloser Form, angekränkelt sind, ist größer als man denkt. Nicht etwa, daß man einem törichten Zahlenaberglauben buldigte oder das Bleigießen in der Silvesternacht für Ernst hielte, aber die Glücks= und Unglucksfälle unseres Lebens, die kleinen wie die großen, treiben uns ganz ohne unser Zutun zu der Frage: Warum? Warum und wieso kam dieses Unglück? Und bei dieser Frage sind wir ja stets so geneigt, uns zu entschuldigen und den Fehler nicht in uns selbst, sondern in äußerlichen Dingen zu suchen, was schon eine milde Form von Aberglauben darstellt. Und dann braucht uns nur zwei= eder dreimal auszufallen, daß irgendeine äußere Parallelc zwischen zwei Glücks= oder Unglücksfällen vorliegt, und schon erklären wir beiwielsweise den einen Tag für unsern Glucks=, den anderen für unseren Ungluckstaa. Die Vorstellung gewinnt in uns mehr und mehr an Boden, uns es kann durch Selbstuagestion, indem wir vielleicht an dem einen Taa überhaupt nicht mehr den Mut zum kräftigen Handeln auf bringen, am anderen dagegen von vornverein mit Zurer sicht ans Werk geben, tatsöchlich dabin kommen, oan unser „Aberglaube“ recht behält. Unsere Gedanken besitzen eine gewaltige Macht. Der amerikanische Philosoph Trine hat ein Buch geschrieben:„Characterbuilding bo Thouaht= power".— Charakterbildung durch Gedankenkräfte. Er hätte ebenso sagen können:“„alsbildung durch Gedankenkräfte. Oder wir machen zwei= bis dreimal die Wahrnehmuna, daß wir nach der Begegnung mit einem bestimmten Menschen einen Fehlschlag erleben. Wit werden aufmerksam und sangen nun an, eine Statistit zu führen. Und da man mit Statistiken bekanntlich alles! Großstadtmenschen anders? Abgeschnitten ist er von dem beweisen kann, wenn man nur die Fälle auszusuchen Licht der Sterne, kaum sieht er die Sonne noch. der verseht, haben wir bald beraus, daß der oder tener Mond giemt vergehens seinen milden Schein zur ihn über Mensch uns Ungluck bringt. Fehlerhafte Statiktik— sol die Dächer Zwischer Hauserreihen eingeschlossen, sieht er könnte man den Grund zu diesem Aberglauben benennen. kaum noch das Himmelsblau einer ewigen Bestimmung Der eine oder andere Fall tritt in grellster Beleuchtung! Und lo grädt er sich unterirdische Gange vor uns hin, all die anderen zahllosen Fälle, in denen Phantahe hin= und hereilt. um Nahrung rur das hunder Glaube nicht zutritft, werden übergangen. gernde Gemüt zu suchen. Was ist der Mensch der modernen Graßstadte heute noch? Eine Krasiquelle, ein Es liegt im Wesen des Aberglaudens, daß er stets nach Stuck Leiitungsenergie, dag unter einer undarmberzigen der negativen Seite neigt. Abergläubische Menschen Peitsche steht Wetter nichte. Als Mensch gilt er nichts sind fast siets willeneschwach oder nervenschwach— abge=Einer schönen Seeie tut niemand etwas zu lieb. Nach seden von tenen Fällen, wo der Aberglaube dazu dienen dem Wesensgrund fragt niemand. Und so sucht er in jenen muß, die metaphasische Leere auszufüllen. Nicht ale glück= unter###dischen=chachten sich dener zu vergewissern, daß verbeißend, zur Tat ermunternd werden die dinweise, der Mechamemmo seines Lebens eine Ausnahme dat, das die man im Naturablaut zu finden glaubt, gedeutet, son=irgendeine miystsiche Mocht na in. die sich um ihn dern fast stete als warnend tatvethindernd. Und ganz bekummert und ihm gebeime Zaichen gib:. Und des bei### eilgemein mud so das Hinschauen auf leiche Dinserseige,„Aberaleube“! I. B-#nen har Soal=! das Aufsuchen und Deuten, hemmend wirken. Ein abergläubischer Mensch ist in seiner Aufmerksamkeit und Anwvannung stets geteilt, er kann sich nicht vorbehaltlos hingeben. Dementsprechend müssen auch seine Leistungen gebrochen werden. Nur jener mildernden Gedankenlosigkeit, von der Lotze spricht, ist es zu verdanken. wenn die Woge des Aberglaubens, die besonders durch die heutigen Großstädte geht, nicht tragischere Folgen zeitigt. Immerhin sind die Falle, in denen sich temand o sehr in abergläubische Vorstellungen verstrickt, daß überhaupt nur noch okkulte Motive und Direktiven gelten. nicht selten. Die ganzen seelischen Lebensvorgänge eines solchen Menschen sind ins Unterirdische verlegt, die Besehle zum Handeln kommen aus unkontrollierbaren Regionen, blinde Zutalle leiten ihn, und seine Nutzbarkeit für die Praxis des Lebeno hört damit auf. Unter dem Pflaster der Großstädte fahren die Untergrundbahnen. Von einem schier unheimlichen Mechanismus bewegt. Sekunden svielen eine Rolle. Einläuft der Zug, Türen rollen auf. rollen zu. Zehn Sekunden Aufenthalt. Schon gibt es einen Ruck, fünf Sekunden Anfahrzeit, und der Zug saust mit voller####schwindigkeit dabin: hinein in den Stollen. Gelvenstisch wickeln sich arauweine Wände zu beiden Seiten ab, für kurze Zeit von den Lichtenn der Jnnes getloffen, und versinken dann wieder in die Finsternis Tiefer gedt's. Der Kundige weih: oben drüber fahrt eine zweite U=Bahn, unten drunter eine dritte. Laburinthisch zieben sie sich durch die Straßen hin. minden sm emvor zum Licht, überkreuzen sich, unterschneeden sich und neden wie unter dem Kommando eines Peitschenhienes.— Ist es in der Pioche des Aufbau# Die sozialpädagogische Aufgabe und der Ausbau der gewerblichen und hauswirtschaftlichen Berufs= und Fachschulen. Von Oberregierungs= und Obergewerbeschulrat Franzisket in Münster die Universitäten haben die hier obliegenden großen Aufgaben mit dem wortvollen Rüstzeug ihrer wissenschaftlichen Erfahrungen an der erfolgreichen Gestaltung der Ausbaues dieses beruflichen Ausbildungswesens mitzuwirken, in ihrer vollen Bedeutung erkannt. Führend. Männer der Erziehungswissenschaft beschäftigten sich schon seit längeren Johren mit diesem besonderen Gebiet. Die berufspädagogischen Institute für die Lehrkräfte der gewerblichen Schulen in Preußen sind schon mit den Universitäten in Verbindung getreten, verschiedene Länder haben die Vorbildung in vollem Umsange an die Universitäten verlegt. Es kann nur mit wärmstem Danke begrüßt werden, daß auch das Institut für Wirtschafts= und„Sozialwissenschaften der Universität Münster zielbewußt an diese Aufgabe berangetreten ist. in Bileiner Das berufliche Bildungswesen dat in den tetzten Jahrzehnten einen ungeahnten Aufschwung genommen. Mit der fortschreitenden Technik und der Ausbreitung der deutschen Wirtschaft ist immer stärker die Notwendigkeit hervorgetreten, den Nachwuchs im Wirtschaftsleben in sachgemäßer Weise nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch auszubilden. Die Erkenntnis der hohen Bedeutung dieser Aufgabe ist zunächst in den Kreisen des Handwerks lebendig geworden. die bereits zu Anfang des vergangenen Jahrbunderts prak tische Fortbildungseinrichtungen und Zeichenschulen errichtet haben. Der fachlicho Unterricht stand hier im Vordergrund, die Erkenntnis der technischen Dinge und Vorgänge erschien als das einzig erstrebenswerte Ziel. Es ist unverkennbar. daß diese Beschränkung im erzieherischen Sinne zunächst die Möglichkeit zur Vertiefung der fächlichen Bildung mit den Mitteln der damaligen Zeit gegeben hat. Aber ebenso wie in der Industriewirtschaft nach und nach die Ueberzeugung sich Bahn brach, daß letzten Endenicht die technischen Vorgänge allein der sorgsamen Pilege und Förderung bedürfen, sondern der Mensch in seinem ganzen Leben und Streben, in seinem sozialen Handeln und seinem staatsbürgerlichen Verantwortungsbewußtsein berücksichtigt werden müsse, so trat im beruflichen Bil dungswesen diese sozialvädagogische Seite in der Ausbildung des Nachwuchses ganz besonders in Erscheinung, weil hier die Führung des Menschen rom Kinde in die Welt des Erwachsenen sorgfältige erziehliche Beeinflussung verlangte. Und damit ist schon frühzeitig wieder in das berufliche Bildungswesen eine Aufgabe eingegliedert worden, die vor zwei Jahr hunderten schon den maßgebenden Behörden und weitblickenden Schulmännern ebenso wie den religiösen Körverschaften die Anregung zur sittlichen Förde rung der volksschulentlassenen Jugendlichen in besonderen Sonntagsschulen usw. gegeben hat. Zwei Wurzeln sind es also, aus denen das heutige berufliche und fachliche Bildungswesen hervorgegangen ist. das sich ebenso sehr die fachliche Ertüchtigung Interesse der Wirtschaft, als auch die allgemeine dung und die sittliche Lebensführung im Sinne ecnen Volksgemeinschaft zum Ziele erwählt hat. Das berufliche Bildungswesen ist deshalb für die Erziehung des Volkes von so großer Pedeutung, weil es den Beruf des einzelnen Menschen in den Mittelvunkt stellt und von ihm ausgebend die Umwelt in wachsenden Ringen zu erkennen gibt. Diese Einstellung ist in der heutigen Zeit Gemeingut aller haurtamtlichen Lehrkräfte, die in der Berufsschule tätig sind. Diesem Gedanken trägt auch der Aushau des Berufsschulwesens in jeder Weise Rechnung. In den großen Städten hat sich der Ausbau schon weitseyend in der Richtung vollzogen, daß die einzelnen Fachgruppen in besonderen Fachklassen zusammengesaßt werden, in denen der ganze Unterricht sich um den Beruf als ein Kernstück der Erlebniswelt des Jugendlichen gruppiert. In den ländlichen Gebieten konnte der Ausbau bisher noch nich. in dem wünschenswerten Umfange durchgeführt werden, weil hier noch vielfach nur die Gemeinden als Träger der Berufsschulen in Frage kamen. Es ist aber leicht erklärlich, daß in einem kleinen Orte, wo alle Berufe in einer Klasse vereinigt sind, die fachliche Ausbildung leiden muß. Aus diesem Grunde haben weitschauende Landräte die Zusammenfassung des berufsichen Bildungswesens unter der einheitlichen Verwaltung und Leitung des Kreises herbeigeführt. Nur auf diese Weise ist es möglich, das ländliche Handwerk in ähnlicker Weise zu fördern, wie es in den großen Städten der Fall ist. Für die ländlichen Bezirke wird dieser fachliche Aushau unter der Verwaltung des Kreises von der größten Bedeutung für die organische Entwicklung der Berufsschulen ebenso aber auch von der weittragendsten Wirkung für die Ertüchtigung und die Hebung der Wettbewernsfühigkeit des ländlichen Gewerbes überhaupt sein. Es wärc zu wünschen, daß der Gedanke des Fachklassensostems und der einheitlichen Leitung in allen Kreisen sich immer mehr Bahn brechen würde, damit diese organisch einzig zweckmäßige Gliederung im Rahmen der Kreiebernfeschule nach der fachlichen Seite hin durchge führt werden kann. Nur auf diesem Wege auch wird es moglich sein, die Mittel, die zur Unterhaltung der notwendig sind, auf breitere Schultern diejenigen Gemeinden, die bisder sich ihnen obliegenden Aufgabe nicht Schule zu verteilen und zur Erfüllung der Anuoricht verstehen konnten zu Anteil zur Erfüllung dieser Aufzuingen, auch ihren aabe beizutragen Es ist noch vielfach die Auffassung verbreitet, daß nur die Knaben besondere erziehliche Förderung nötig haben, während man bei den Mädchen nur zögernd on die Einrichtung von Berufsschulen berangeht. Aber auch hier gewinnt die Ueberzeugung immer mehr an Macht, daß auch die weibliche Jugend für den dopnelten Beruf als Facharbeiterin, dann aber auch als Hausfrau und Mutter nicht weitgobend genug ausgebildet werden kann. Dabei beohachtet man, daß wiederum aus den gewerblichen Kreisen, die weibliche Jugendliche beschäftigen, der Wille zur nachhaltigen Förderung im sachlichen Sinne besonders fördernd auf die Entwickelung eingewirkt hat. Insolgedessen hat die gewerbliche Be rufsschule eine immer fortschreitende Entwicklung genommen. In den Unterrichtsolan dieser beiden Schulorten ist neben der sachlichen Ertüchtigung auch die Vorbereitung für den Beruf der Hausfrau und Mutter mit ausgenommen worden. Dagegen sind die hauswirtschaftlichen Berufsschulen isbesondere in den ländlichen Gegenden, aber auch in manchen Großstädten noch nicht in dem Maße zur Einrichrung gelangt, wie es die hier obliegende besonderbedeutungsvolle Erziehungsaufgabe dringend notwendig erscheinen läßt. Sicherlich ist der wesens in jeder Beziehung au das nachdrücklichste eingesetzt haben. Es kann nur dem Wunsche Ausdruck gegeben werden, daß alle Bemühungen in dieser Beziehung möglichst bald zu einem vollen Erfolg führen, so daß auch die gesamte weibliche Jugend in der schwierigsten Zeit des Reisealters in jeder Beziehung die notwendige Lebensführung und Lebensertüchtigung genießt. Die Aufgabe der Berufsschule ist aber nicht erschöpft in den Förderungsmaßnahmen für die Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahre. Darüber hinaus hat die Berufsschule die Aufgabe, durch besondere Einrichtungen die sachliche Weiterbildung der Gesellen und Gehilfen und aller sonst im Berufsleben stehenden Personen soweit als möglich zu fördern. Der Oberbau für die Berufsschulen wird in der nächsten Zeit in der Weise ausgestattet werden müssen, daß die Vorbildung für den Reister viel stärker als bisher als wichtiges Aufgabenebiet bebandelt wird. Bedeutungsvolle Ansätze in ieser Beziehung sehen wir schon in den Freiwilligen Lehrgängen, die bisher an den Berufsschulen der größeren Städte eingerichtet worden sind. Auch in den ländlichen Gebieten, die durch Kreissatzung das Fach klassensystem eingeführt haben, lassen sich derartige freiwillige Fortbildungsfachlehrgänge mit bestem Erfols einrichten. Aug industriellen Kreisen ist im Zuge der neuen wirtschaftlichen Betriebsorganisation der Wunsch laut geworden, mehr als bisher die fachliche 5 rge bet ee 175 Werlmeister ins Auge zu fassen. Insolgedessen haben sich au verschiedenen Orten Betriebsfachschulen im Anschluß an die Berufs= oder Fachschulen entwickelt, die in einem zwei= bis dreijährigen Lehrgang den strebsamen Facharbeitern neben der Berufstätigkeit Gelegenheit geben, die Kenntnisse und die Befähigung für das Amt als Werkmeister usw. zu erwerben. Was hier für die Industrie gilt. gilt ebenso für das Handwert, wenn es seine Wettbewerbungsfähigkeit aufrecht erhalten will und durch eine sinnvolle Gestaltung seines Betriebes und die Qualität seiner Arbeit seine bedeutungsvolle Sendung in der deutschen Wirtschaft auch künftig erhalten und weiter fördern soll. Jede Zersolitterung aus diesem Gebiete. und jede unzureichende Erfüllung der Aufgabe ist für das Handwerk selbst von grottem Nachteil. Aus diesem Grunde kann es nur in jeder Weise begrußt werden, daß die gesetzlichen Berufsvertretungen deHandwerks, insbesondere die Innungen, aber auch viele Handwerkskammern den fachlichen Ausbau des beruflichen Bildungswesens und die einheitliche Weiterbildung der Gesellen zum Meister in diesem Sinne mit allen Kräften fördern. Von großer Bedeutung auch ist es, daß sämtliche politische Parteien und die großen Gewerkschaftsverbände der Arbeiter und Angestellten von jeber dem beruflichen Bildungswesen die wärmste Förderung zutess werden ließen. Aber wie bei allen großen Aufsaben, die in der Nachkriegszeit an das deutsche Volk herangetreten und von den maßgebenden Regierungsstellen, wie auch von den gesetzgebenden Körverschaften in ihrer vollen Bedeutung gewürdigt und gefördert worden sind, so macht auch hier die Aufbringung der Mittel für oas berufliche Bildungswesen große der Reichsverfassung ist die allgemeine rflicht grundsätzlich festgelegt. Es ist also Aufgabe des eiches in dieser Beziehung auch zur die Aufbringung der Mittel mit zu sorgen. Bisher haben die Länder in Verein mit den Gemeinden und den beteiligten Wirtschaftskreisen die Kosten in einer Form aufbringen müssen, die eine überaus große Belastung der Wirt schaftskraft des einzelnen Ortes darstellte. Die Erweiterung der Schulpflicht und der Ausbau des Schulwesens ruhte dabei zum weitaus überwiegenden Teil auf den Schultern der Gemeinden. Die Ausbildung des Nachwuchses ist aber eine Masnahme, die der gesamten Volkswirtschaft zum Nutzen gereicht. Die Länder zögern vorläufig noch, in dieser Beziehung weitere Lasten auf sich zu nehmen, weil sie vom Reich in diesem Falle keine Berücksichtigung der entstebenden Kosten aus den Reichssteuern erwarten können. Infolgedessen ist der merkwürdige Zustand eingetreten, daß der programmatische Satz der Reichsver fassung. der in Wirklichkeit das Berufsschulwesen fördern solle, eher eine Verzögerung als eine Beschleunigung des Ausbaues verursacht hat. Es ware deshalb zu wünschen. Der Handel um die Jahreswende.— Rückblick und Ausblick. Dr. E. Niewöhner, Buer. Allgemein wirtschaftlich betrachtet stellt sich das Jahr 1928 in seinem Ablauf als ein Jahr rückläufiger Koniunktur dar. Die Produktion wichtiger Industrieliegt unter der Durchschnittszahl des Vorjahres, während die Arbeitslosenziffer beträchtlich angestiegen ist. Sie lag Ende November um 70 Prozent höher als am gleichen Stichtage des Vorjahres. Daß namentlich das Moment der erhöhten Erwerbslosigkeit auf die Umsätze des Einzelhandels einen sehr ungünstigen Einfluß ausüben mußte, liegt auf der Hand. Gerade der Einzelhandel ist ja in stärkstem Umfange auf die Kauftraft des Binnenmarktes angewiesen, und irgendwelche Ausfälle durch einen erhöhten Export nicht ausgleichen. Die Situation erfährt allerdings nicht nur für den Einzel= sondern auch für den Großhandel eine besondere Komolikation, daß die großen Umgestaltungserscheinungen noch immer ein stürmisches Tempo besitzen. während in der Industrie die aus Anlaß der Rationalisierung vorgenommenen Umstellungen in ern rubigeres Fahrwasser geraten sind. Allerdings ist man zu leicht geneigt, die Verhältnisse auf diesem Gebiete aus einer zu kleinen Verspektive zu sehen. Summa Summarum nehmen die Großbetriebe im Einzelhandel doch bei weitem nicht jene überragende Stellung ein. die man ihnen auf Grund der täglichen Beobachtungen einzuräumen geneigt ist. Die Betriebszählung des Jahres 1925 hat ergeben, daß die Großbetriebe im Handel. d. b. Betriebe mit 51 und mehr Personen, 14,5 v. H. aller im Handel tätigen Personen beschäftigten, daß also der kleine und mittlere Betrieb durchaus noch das Feld beherrscht. Sieht man allerdings die Verhältnisse unter dem Gesichtominkel der Entwicklung. so läßt es sich nicht leugnen, daß der Großbetrieb im Handel stärker sich entwickelt hat, als dieses in Industrie und Handwerk der Fall ist, wie die folgende Statistik beweist: Beschäftigte Personen in Großbetriebe: 5 5 Handel 188 176 8— 461 108 14,5 Industrie und Handwerk 4763 177 482 6958 190 51,8 Auf lange Sicht hinaus wird jedoch der kleiner und mittlere Betrieb dem Vordringen des Großbetriebes im Handel eine bedeutend stärkere Kraftentgegensetzen können, als dieses bei der Industrie der Fall ist, weil nun einmal der Handel in viel stärkerem Maße auf die menschlichArbeitskraft angewiesen ist. Im übrigen sind auch die kleineren und mittleren Betriebe des Einzelhandels meist in Einkaufsvereinigungen zusammengeschlossen, um sich die Vorteile des Großbezuges zu eigen zu machen. Das hat auf der anderen Seite naturgemäß starke Kräfte des Großhandels wachgerufen, der sich einer Ausschaltung gegenübersah. Teilweise hat nun der Großhandel wiederum von sich aus Zusammenschlüsse versucht, um seine gemeinsame Kaufkraft in die Wagschale zu wersen. Es sei auf die Errictune der Einkaufskontore im Nahrungsmittelgroßhandel hingewiesen. Teilweise aber ist er zu Abmachungen mit den großen EinzelhandelskonSorgen. In zernen gekommen, wie wir es beisvielsweise im BaumBerufsschul= vollgroßhandel erlebten. Jedenfalls sind die Verhältnisse noch stark in der Entwicklung begriffen. Die Ausschaltung des Großhandels hat sich auf manchen Gebieten sehr störend bemorlbar gemacht, weil der Fabrikant mit erhöhten Verteilungsspesen sich belastet sieht, und auch erhöhte Risiken durch den direkten Verkehr mit der Kundschaft zu tragen hat. Vemerkenswert ist die Feststellung zweier führender Männer in der Waren hausbewegung, die sich deide dahin aussprechen, daß das Warenhaus das gut geleitete Spezialgeschäft nicht verdrängen könnc. Der überaus scharse Wettbewerb. der sich in der Nachstabilisictungszeit aus Gründen der gesunkenen Kaufkraft und aus Gründen einer teilweisen Uebersetzung bemerkbar machte, hat zu starken Reibungen des Wettbewerbs geführt. Es hat sich erwiesen, daß die Vorschriften des unlauteren Wettbewerbsgesetzes in vieler Hinsicht ergänzungsbedürftig sind. Nachdem nun in einer formalen Ueberspitzung des juristischen Standvunktes das Kammergericht eine Anzahl von Ausverkaussan oronungen des Regierungspräsidenten für unWeinihtNür. Es ware Reshaln su Wunschen.„„„„„„— daß möglichst bald in den gesetzgebenden Körverschaften Kültig erklärt hat, ist es notwendig, daß die Ausverzuletzt darin zu suchen, daß in dem letzten Jahrzehnt immer größere Lasten und Sorgen auf die Hausfrauen und Mütter gelegt worden sind. Dazu kommt ferner noch, daß die Aufbringung der Kosten für die Wirtschaftskraft des Ortes eine sehr starke Ansannung mit sich bringt. die durch eine anderweitige Regelung der Kostenaufbringung gemildett werden müßte. Wenn trot dem große Gemeinden und auch kleinere Orte zur Errichtung der hauswirtschaftlichen Berufsschuse geschritten sind, so haben sie das in der Erkenntnis getan. daß die Hausfrau und Mutter für das ganze Wirtschaftsvoll besonders mmierige und verantwortungsvolle Arbeit zu leisten hat und für diese große Aufgabe nur aufs Beste vorgebildet werden sollte. Es kann nur aufs Wärmste begrüßt werden, das viele Frauenverbände sich für die Errichtung und die Ausbreitung deo Mädchenderutsschuldes Reiches die Frage der Aufbringung der Mittel für das Berufsschulwesen in einer für die gedeihliche Entwicklung vorteilhaften Form gelöst wurde. Neben der Frage der Aufbringung der Mittel ist aber die Frage der Heranziehung und der Gewinnung tüchtiger Persönlichkeiten für die schwierigen Aufgaben des Berufs= und Fachschulunter richts von der größten Bedeutung. Dieser Unterricht. der mit dem reich dahinflutenden Leben und mit dem Werkschaffen des Volkes in ständiger Verbindung stehen muß. verlangt von den Lehrkräften ein reiches Maß von praktischen Kenntnissen, von Lebenserfahrung und Eignung der Menschen= führung, wie sie besonders für die erziehlich schwierige Zeit des Reiscalters von der größten Bedeutung ist. Zu Anfang dieses Jahrhunderts hat die gewerbliche Unter richtsverwaltung ihre Kräfte nach sorgfältiger Auswahl aus den Kreisen der Erzieher und der Prattiker ge nommen. Aber der immer stärter hervortretende sozialpädagogische Charakter des Berufsschulunterrichts verlangte ebenso wie die fortschreitende Technik eine einheitliche Vorbildung und weitgehende Einfün rung in die praktischen Dinge der Wirtschaft und die seelischen und sozialen Beziehungen des Volkslebens Aus diesem Grunde haben die maßgebenden ZentralbeGrund hiersür nicht hörden die Aufgaben der kaufsbestimmungen des Wettbewerdsgesetzes zunächst einer aründlichen Remedur unterzogen werden. Ausverkäufe sollen nur bei Aufgabe des Geschäfts oder bei Aufgabe irgendwelcher Artikel veranstaltet werden. Auch eine Anjabl Sond rveranstaltungen sollen anmeldepflichtig und nur zeitlich begrenzt zugelassen werden. Es wäre durch wirtschaftliche Entwicklung längst überholte formale Stellungnahme des Oberverwaltungsgerichtes anlehnt. Leider hat der vorige Reichstag die sogenannte „Kleine Reform“ der Gewerbeordnung nicht mehr vornehmen können. Vor allen Dingen sollte diese Reform eine Verschärfung der das Wandergewerbe betreffenden Bestimmungen bringen. Gefordert wurde eine Erweiterung des Verbots der durch den Hausierhandel zu vertreibenden Waren, eine Heraussetzung des Alters bei Erteilung des Wandergewerbescheines und nicht zuletzt auch der Bedürfnisnachweis. Wenn von Seiten der ambulanten Gewerbetreibenden dieser Standpunkt insosern als unkonsequent bezeichnet wird, als im gleichen Atemzuge nicht auch entsprechende Vorschriften für den Einzelhandel verlangt werden, so wird bei dieser Argumentation übersehen. daß der Hausierhandel sich doch in vieler Hinsicht von dem regulären Einzelhandel unterscheidet. Wie die Praxis lehrt, hat der Hausierhändler eine bedeutend stärkere Einflußnahme auf den Kunden, der beim Kauf in Einzelhandelsgeschäften doch immer Vergleichsmöglichkeiten besitzt. Der Gesetzgeber hat im übrigen auch diesen Gesichtspunkten insosern Rechnung getragen, als er das Wandergewerbe unter eine Sonderregelung stellte. Wenn eine Verschärfung dieser Bestimmungen gefordert wird. so deshalb, weil sich eine bedeutend stärkere Vermehrung des Hausierhandels als des Einzelhandels ergeben hat.(Vergl.„Wirtschaft und Statistik“. Heft Nr. 8/1927.) Soztalvolitisch hat der Einzelhandel stark gegen jene Bestimmungen zu kämpfen, die auf eine Beschneidung der Verkaufszeiten und der Verkaufsmöglichkeiten hinausgeben. Man sollte nicht in einer Zeit, in der jede Verkaufschancen ausgenutzt werden muß, dazu übergahen, eine Verkürzung der Verkaufszeiten an den verschiedenen Tagen und eine Verminderung der verkaufsfreien Sonntage vorzunehmen. Die Verhältnisse liegen örtlich zu stark differenziert, um in der letzteren Frage generelle Regelungen zu treffen. Eine Stadt mit einem start londwirtschaftlichen Hinterlande wird die Frage der freien Sonntage anders betrachten, als eine im Industriegebiet eingekesselte Stadt. Man darf auch in dieser Frage die volkswirtschaftliche Betrachtung nicht über die privatwirtschaftliche stellen. Die Kaufkraftverschiebung beispielsweise vom Lande zur Stadt hat doch eine solch ungeheure Bedeutung für den einzelnen Betrieb, daß man sie nicht volkswirtschaftlich deshalb negieren soll, weil ja allgemein genommen eine Vermehrung der Kaufkraft nicht erfolgt ist. Ausgehend von der Tatsache, daß auch in Deutschland eine Rationalisierung nicht nur des Einkaufs, sondern auch des Verkaufs notwendig sei, ist die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels dazu übergegangen, ein Institut für Verkaufsberatung zu errichten. Allerdings werden einzelne Vorträge und Kurse nicht eine genügende Be= und Verarbeitung der Probleme bringen Es wird auf lange Sicht hinaus Aufgabe der Einzelhandelsverbände einerseits, andererseits aber auch der Berufsschule sein müssen, hier die grundlegende Urbeit zu leisten. Insofern ist die Errichtung des Einzelhandelsinstituts in Köln zu begrüßen, als es ermöglicht, einem gewissen Mangel. der sich hinsichtlich der Verkaufsberatung bei den Lehrträften der Berufsschule bemerkbar macht, zu beheben. Bei den Berufsschulen selbst ist zu sordern, daß, soweit die kaufmännischen Berufsschulen in Betracht kommen, eine Scheidung dahin erfolgt, daß die Burcaulehrlinge von den im Ladengeschäft Tätigen getrennt werden. Ferner aber ist auch eine stärkere Betonung der Grundfächer erforderlich und eine Beseitigung des Ballastes, den der Nachwuchs ohne Nutz und Frommen die Berufsschuljahre hindurch mitzuschleppen hat. Eine sehr unliebsame Ueberraschung hat die Heraussetzung der Lohnpfändungsgreuze für den Einzelhandel gebracht. Man hat von gewisser Seite darauf hingewiesen, Jaß dieses Gesetz erfr weise eine Eindämmung des unseligen Pumpwesens bringen würde. Dabei aber wird vergessen, daß das Gesetz in einer so überhasteten Form eingebracht und beschlossen wurde, daß sich eine Menge von Unternehmungen, die große Außenstände hatten, vor die schwierigsten Komplitationen gestellt sahen. Die Tatsache, daß auf Grund der Lehnvfändungsverordnung eine Anzahl Leute dazu übergeben. systematisch von Geschäft zu Geschäft zu wandern und überall Pumpschulden zu machen, weil sie durch die Lohnvfänbungsverordnung geschützt sind, sollte doch vielleicht den beteiligten Stellen Veranlassung öfter als geicht den beteiligten Stellen Verankaslung geben, den aus verfehlt, den unbequemen Wettbewerb zu einem un= Tatbestand des Betruges bei diesen Fällen lauteren zu stempeln und jeden Fortschritt auf dem Ge= gegeben zu betrachten. biete der Reklame hemmen zu wollen, aber es ist un] Von größter Wichtigkeit für den bedingt erforderlich, daß der Weitbewerb sich in den durch die guten kaufmännischen Sitten gebotenen Grenzen seeigneten Vorbildung des Lehrernachwuchses zielbewußt in die Hand genommen und im organischen Aufbau aus der Gesetzlichkeit des eigenen Schulwesens und aus den Bedürfnissen des praktischen Lebens beraus zu gestalten versucht. Mährend bei den Lehrkräften der kaufmännischen Schulen schon frühzeitig die Eingliederung in die Hockschulerziebung herbeigeführt werden konnte. ist dies bei den Lehrkräften der gewerblichen Berufs schulbildung nur langsam fortgeschritten. Wer aber die weittragende Bedeutung und die Schwierigkeit der Aufgabe der Berufsschularbeit zu erkennen vermag, wird auch hier sich der Ueberzeugung nicht verschließen können, daß die Ausbildung nach der praktischen. nach der wissenschaftlichen und der pversönlichen Seite die volle Abrundung und Vertiefung nur in dem bochschulmäßigen Studium erhalten kann. Auch hält. Man darf nicht vergessen, daß ein Teil der sarmisere auf der mangelnden Kauftraft der Bevölkerung beruht und daß der beste Kaufwille durch diesen Mangel nicht ersetzt werden kann. Es ist zu wünschen, daß im neuen Jahre die diesbezüglichen Aenderungen des Wettbewerbsgesetzes vorgenommen werden Erfreulicherweise steht man heute in breitesten des Einzelbandels auf dem Standpunkt, daß haltung der Existenz ourch den Staat nur gefördert den kann, wenn eine entsorechende Wehrung Aber um dieses Standpunktes Willen werden, daß der Staat Gerechtigkeit walten teilweise Steuerbefreiung der Konsumvereine bedeutet eine Verschiebung des Wettbewerbs niveaus und eine einseitige Parteinahme des Staates für eine Wirtschaftsorganisation, der man die Existen; berechtigung nicht abzusprechen braucht, die sich aber heute als schärfster Konkurrent der mittelständischen Betriebe darstellt. Wenn die Konsumvereine tatsächlich die überlogenere Wirtschaftsform darstellen sollten, so haben sie diesen Beweis in dem scharfen Winde des Kampfes zu erbringen. Sie sollen aber keine Privilegien vom Staate für sich in Ansoruch nenmen. Erfreulicherweise bat der Reichsfinanzhof sich in einer neuerlichen Entscheidung auf den Standvunkt gestellt, daß die Konsumvereine als Erwerbsunternehmen zu betrachten seien, deren Heranziehung zu den Daweslasten außer allem Zweisel stebe Auch das Reichsfinanzministerium hat in einem Gutachten einen ähnlichen Standrunkt eingenommen. Es ist zu wünschen, daß auch das Körverschaftssteue gesetz demnächst auf der eine entsprechinde Umgestaltung erjährt, da es sich in im nächsten seinem diesbezüglichen Wortlauie zu stark an die durch die drücken .— Handel. namentlich im rheinisch=westsälischen Industriegebiet ist das Steuervereinheitlichungsgesetz, das eine Uniformierung der allzu zersolitterten Realsteuern bringen sollte. Wir haben uns von Aufang an gegen die Verschiebung des Hauptatientes der Gewerbesteuer auf die Ertragssteuer gewandt, wie sie in der AusP##la t“ gtttubsnteuer gewallb, wie sie in Relation 9/15 Ertrag und 6/15 Lohnsumme l.g und M1o Whnsumme zum Allrsten Kreisen druck kam. Es ist nach wic vor daran festzubalten, daß die s eine Er Gewerbesteuer als Realsteuer erhoben werden muß, da sie fördert wer= eine Gegenleistung für diejenigen Lasten darstellt, die der einzelne Betrieb ganz unabhangig von seiner Rentabilimuß gefordert tat der Gemeinde auferlegt. Unter diesem Gesichtsglten läßt. Die winkel ist die Erhebung der Lohnsummensteuer unter ilten tast.—; allen Umständen gerechtfertigt, ganz abgesehen davon, daß ne bei der wirtschaftlichen Struttur der Industrie= gemeinden den bedeutsamsten Teil des Gewerbesteueraufkommens darstellt und deshalb gar nicht entbehrt werden kann. Bei den jezigen Verhandlungen im Reichstag muß es gelingen, dem„Steuervereinbeitlichungsgeset die Schärfe zu nehmen, die es nun einmal für den Handel ganz allgemein namentlich hinsichtlich der Relation hat. Der Ausblick, den wir für das Jahr 1929 haben, ist keineswegs rosig. Wir befinden uns augenblicklich in einer rückläutigen Konjunktur. Gleichwohl taucht am Horizont das Gesoenst einer Steuerbekatung auf. Es ist bekannt, daß in dem Reichshausbaltsplan von 1929 ungefähr wee Millionen Mark sehlen, von denen nur ein Teil durch Einsparungen gedeckt werden kann. Die Verschärfung der Wirtschaftetrise auf der einen und die Gejahr neuer Steuerreihungen anderen Seite sind geneigt, der Wirtschaftslage ten Jahre einen sehr ernsten Stempel aufzu Nummer 4 7 Viertes Blatt Herner Anzeiger Samstag, den 5. Januar 1929 Deutsche Jugendkraft. A-II-Klasse. Der erste Meisterschaftssonntag Jahres Ohne jede Hemmung nimmt der Kampf um die Mestertitel seinen Fortgang. Langsam gehen wir den End= und Entscheidungskämpfen entgegen; mit dieser Pericde treten die Spiel in ein schärferes Niveau. Auf der ganzen Linie wird es harte Kämpfe geben. Die Tabellenführer suchen ihre Spitze zu sichern, verzweifelt wehren sich die Abstiegskandidaten um noch, in letzter Minute, der Gefahr zu entfliehen. Kampf und Sieg ist die Losung der letzten Sonntage. In der Gau=Fußballklasse steht in der Gruppe West der Meister ziemlich sicher fest. Falke Bulmke wird es sein. Mit seltenem Siegeswillen eilten sie von Sieg zu Sieg. Gruppe Ost, sieht noch drei Anwarter. A. f. B., Dahlhausen und 08 Recklinghausen. Die größten Aussichten hat ohne Frage A. f. B. 06 Bochum. In beiden Gruppen ist ein Recklinghäuser Verein unrettbar dem Abstieg vemallen, Jung=Siegfried und Hillen steigen wahrscheinlich ab. In der A=Klasse haben wir nur noch 2 Eisen im Feuer. Rosand Blessenhorst und Ueckendorf. Doch schon dieser Sonntag kann eine Wendung bringen. Am Tabellenende stehen Hüllen, Heßler und Schwarz=Weiß Gelsenkirchen. Wer es wird, ist eine heikle Frage.— Die B=Klasse führt die 1b=Mannschaft Falke Bulmke, gefolgt von Blau=Weiß Herne. Im Handball beginnt die Gauklasse morgen erst mit der 2. Serie. Hier führen punktegleich Welper und Arminia Eickel, die cas Ende unter sich ausmachen werden. Die A=Klasse wird sicher von Herne=Süd geführt. Die B-Klasse von Wattenscheid=Altstadt. Dieses ist der ungefähre Stand der Spiele mit dem wir in das neue Jahr gehen, dessen erster Momit uns ein gutes Stück weiter bringen wird. Jußball. Gau=Klasse. Gruppe West. Falke Bulmke—. Grün=Weiß Erkenschwick Jung=Siegfried— T. u. Sp. Rotthausen Tus Antonen— Teutonia Waltorp Teutonia Bochum— Bochum Hamme 10 Falte empfängt auf eigenem Platze einen nicht zu verachtenden Gegner, die grün=weißen Erkenschwicker. Ist auch nicht daran zu zweiseln, daß Falke sicher hiegen wird. so werden sie mit starkem Widerstand rechnen müssen; die Recklinghäuser werden ihre Haut nicht zu billig verkaufen. Siegt Folke, so steht die Meisterschaft gesichert da.— In Hillerheide stehen sich zwei Mannschaften gegenüber die bisher nichts zeigten. Rotthausen wird bedenken müssen, daß eine Niederlage sie dem Abstieg nahe bringt, diese Sache wird dem Spiel eine scharfe Note geben dessen Ausgang vollständig offen ist.— Einen harten Kampf werden sich die Antonen und Waltroper liefern. Hat auch Waltrop die größeren Siegesaussichten, so könnte ihnen das Bochumer Gelände doch zum Verhängnis werden, ebenso das starke Aufkommen der Antonen in den letzten Wochen. Knapp wird das Ende werden, für wen ist nicht zu sagen.— Bochum hat abermals ein Lokaltreffen, welches an Härte und Kampfgeist nichts zu wünschen übrig lassen wird. Das erste Treffen endigte mit einem Siege Hammis, morgen auf Teutonias Boden könnte es jedoch umgekehrt kommen. Gruppe Oft. Adler Dahlhausen— Wattenscheid=Neustadt Westfalia Gelsenkirchen— A. f. B. 06 Bochum 08 Recklinghausen— Westfalia Suderwich Tus Wiemelhausen—. Hillen Recklinghausen Die Wattenscheider treten die Fahrt nach Daylhausen ohne jede Aussicht auf einen Pun gewinn an. Der eigene Boden ist Dahlhausens gefährlichste Waffe von jeher gewesen. Zudem scheinen die Neustädter nicht in bester Versassung zu sein wie die letzten Spiele bewiesen, oder vollen sie sich noch mal aufrassen.— Das mächtige Aufkommen der Westfalia gibt zu denken. Vor kurzem noc Aussicht Abstiegskanditat zu bleiben, hat diese Elf sich derart aufgerappelt, daß selbst der Tabellenführer keine großen Siegesaussichten hal. Schwer wird A. f. B. ringen müsen um die Westfalen zu bezwingen und äußerst knapp wird das Ende dieses Treffens sein.— In Reckling= hausen werden zwei Nachhern um die Siegespalme ringen, die der Platzherr wohl behalten dürfte. Die Suderwicher begannen die Punktkämpfe recht verheißungsvoll und erst als man sah, daß die Spiße nicht mehr zu holen war. ließ man stark nach, trat sogar zweimal nicht an. Aus all diesen Gründen geben wir ihnen auch für Morgen keine Aussichten und 08 wird um 2 Punkte bereichert werden.— Eine empfindliche Niederlage wird Hillen sich in Wiemelhausen holen und weiter ohne Punkte bleiben. Trotz allen Niederlagen stellt sich diese Elf jedem Gegner und kämpft bis zur letzten Minute. Leider haben sie zu wenig Spielerfahrung und werden schweren Herzens zur A=Klasse zurück müssen. * A=Klasse. Zwei Großkämpfe auf der Tagesordnung. Roland Bladenhorst— Sportfreunde 19 T. u. B. Ueckendorf— Jalkenhorst Schwarz=Weiß Neustadt—. Günnigfeld Borussia Hüllen— Grün=Weiß Heßler In Bladenhorst wird es zu einem erbitterten kampf kommen. Mit aller Macht versucht Roland die Spitze zu halten, ebenso kämpft Sp. Fr. 19 um einen besseren Tabellenstand. Die 7:2=Niederlage in Herne dat Roland bestimmt nicht vergessen und alles werden sie tun um sich auf eigenem Boden zu revanchieren. Die gute Form beider Mannschaften verbürgt für eien interessanten Kampf, dessen Sieger nicht feststeht.— Vor eine ebenso schwere Aufgebe steht Falkenhorst. Die mit Roland punktgleichen Ueckendorfer, sind der Falken Gastgeber. Zeigt die Falkenhorster Mannschaft ein so lasches und lustloses Spiel wie an den beiden letzten Sonntagen, ist die Niederlage do. Auch in kompletter Aufstellung ist wenie Aussicht vorhanden Ueckendorj auf eigenem Gelände zu bändigen. Jedoch ehrenvoll gegen den Tabellenführer bestehen, sollte Anreiz genug sein.— Die ganz außer Fassung sich befindenden Neustälter, werden auf eigenem Gelände eine weitere Schlappe erhalten. Die Günnigselder Westfolen werden ihnen die Punkte entjühren. Bedenklich nähert sich Schwarz=Weiß dem Tabellenende, das sollte doch zu denken geben und alles müßte dafür eingesetzt werden, um diese ehemals so stolze Mannschaft vor dieser Gefahr zu warnen. Die schon als sichere Abstiegskandidaten geltenden Hüller, habem sich in den letzten Spielen mächtig emporgearbeitet. Wir trauen ihnen auf eigenem Gelärde einen Sieg über Heßler zu, und so Heßler das Tabellenende zu überlassen. B-Klasse. Blau=Weiß Herne— Weitkalia Gels. 04 1b Falke Bulmke lb—. Wattenscheid=Neustadt 19 Rotthausen 1b— Eintracht Schelke Wattenscheid=Altstadt— Teutonia Wanne. Blau=Weiß vor der Generalprobe! Die erst mit Verspätung eingreisenden Weitfalen in den Punktbetrieb der B=Klasse, sird eine der gefürchtesten Mannschaften gewonden. Ihr erstes Spiel brachte ihnen eine Niederlage, das 2. ein Unentschieden, drei Siege folgten und Sonntag, wie wird es dann? Wir sahen die Blau=Weißen am 2 Weihnachtstage in gu'er Form; mit solchem Spiel wird Westfalla geschlagen werden, das steht fest. Ob aber die Elf Sonntag solche Form erreicht, wie gegen den Ortsrivalen wird erst das Spiel beweisen, dessen Ausgang offen ist. Anstoß 2 Uhr auf dem Platz an der Kaiserstnaße.— Wenig Arbeit wird die 1b Falkes mit Neustadt haben. Ein sicherer Sieg ist bestimmt zu erwarten. Es scheint als wenn Falke auch den BMeister machen will, denn die Elf ist beständig.— Die Schalker hinterließen in Herne durch ihren Spielabbruch einen schlechten Eindruck, einen Sieg über Ro.:= hausen trauen wir ihnen trotzdem zu.— Sicher wind Altstadt die Wanner abfertigen, die es noch nicht zu einem Punkt brachten, diese sind aber für Altstadt sehr wichtig, deshalb werden sie auf Sieg spielen. Jalkenhorst— Schwarz=Weiß Gelsenkirchen Wartenscheid-Neustadt— Eintracht Roland— Günnigfeld Gelkenhorst, Eirtracht und Günnigfeld werden die Sieger sein. 1. Jugend. Jalkenhorst— Wattenscheid-Altstadt Wattenscheid=Neustadt— Blau=Weiß Herne Roland— Günnigseld Die Falkenhorster Jugend sollte knapp gegen Altstadt gewinnen.— Selbst in Neustad erwarten wir die Blau=Weißen als Sieger; während Roland selost auf eigenem Boden nicht gewinnen wird.— Handball Die Gau=Klasse beginnt mit der II. Serie. Durch das ungeschickte Aufstellen der Tabelle kann die Gu=Klasse erst jetzt mit der 2. Serie beginnen und wird alle Mühe haben, um die Spiele noch vo: Schluß des Meldetermins, unter Dach und Fach zu bringen. Arminia Eickel— Jalkenhorst Welper— Saxonia Marl Markania— Ueckendorf Teutonia— Tus Recklinghausen In Wanne steigt der ewig neue Kampf Arminia gegen Falkenhorst. Traditionsgemäß müße Folkenhorst verlleren, wie es bei den Handballern immer war, im Fußball war es vor Jahren umgekehrt. Die mit an der Tabellenspitze liegenden Arminen werden an den Falkenhorstern einen Gegner finden, die kei#e Punkte zu verschenken haben. Hoffentlich sehen wir die Falken komplett und nicht wie am Vorsonntag, wo durch widrige Umstände der Torwart Zuschauer war. Die Herner wollen endlich den Bann brechen, der in Spielen gegen Arminia über sie lastet und versuchen, Arminia auf eigenem Boden zu bezwingen.— Eine ganz anständige Packung wird sich Marl in Welper holen, schon in Marl hieß es 7•3 für Welper. in der Höhle des Löwen, kann es leicht zu einem zweistelligen Siege kommen. Die Welper Westfalen sind augenblicklich in einer Form, bei der es kein Halten gibt. Sämtliche Gegner werden mechanisch erledigt. Markania Bochum ist wieder auf eigenem Boden.— Boxen in der Westfalenhalle. Um 4 Meistergürtel. Reppel aus Herne kann Leichtgewichtsmeister werden! Kohler gegen Schulze(Endkampf um die deutsche Fliegengewichts-Reisterschaft): Noack— Gohres(Endkampf um die deutsche Jedergewichts-Reisterschaft): Rudi Wagener— Dr. Bach(Endausscheidung für die deutsche Schwergewichts-Meisterschaft); Refzger— Reppel(Kampf um die deutsche Leichtgewichts-Reisterschaft); Seifried— Schulz(Endkampf um die deutsche Weltergewichts-Reisterschaft). Ein hochinteressantes Moment ist die Feststellung, daß die drei Meister Kohler, Noack und Seifried ihre hohe Würde gegen Schulze, Gohres und Schulz am 6. Januar 1929 in der Westfalenhalle zu verteidigen haben, da sie alle sogenannte Steher sind, denen die Meisterschaftsdistanz der langen 15 Runden a 3 Minuten mit 1 Minute Pause nichts neues ist. Alle drei Meister haben diese Distanz schon öfters durchgekämpft und durchgehalten. Der Außenstehende kann diesen Umstand nicht so schnell als äußerst wichtig begreifen, weil er sich kaum denken kann, welch ungeheuerlicher Aufwand von Energie und welche unerhörten Vorbereitungen notwendig sind, um zu einem Meisterschaftskampf aus beste gerüstet zu erscheinen. Wenn man nicht wüßte, daß oft geistige Eigenschaften eines Kämpfers Meisterschaftskämpfe schon vor Ablauf der 15 Runden entschieden haben, so könnte man leicht auf den Gedanken kommen, daß keiner der drei Herausforderer in der Lage wäre(wenn ihnen ein Ueberfall auf den Meister nicht glückt) über die vollen Runden zu kommen. Wenn man sich die Meister genauer ansieht, erkennt man in Kohler den sogenannten Wirbelwind, der viele, viele Male Meisterschaftskämpfe erfolgreich bestritten hat; in Noack einen Kämpfer, der sogar in Amerika erfolgreich war und seinen Titel immer zäh wie eine Bulldogge verteidigte, und in Seifried einen Mann, der den unerhörten Kampf mit Karl Sahm im Lunapark lieferte und jetzt den trickreichen, gewandten Eugen Kündig im stärksten Endkampf noch nach der 10. Runde zur Strecke brachte. Die Herausforderer wären gegen diese drei berühmten Kämpfer auf verlorenem Posten, wenn ihnen nicht ruhmreiche Kampfeigenschaften nachzusprechen waren. Wenn man sich den kleinen k. o.=Schulze betrachtet, so findet man in diesem eleganten, zweamaßigen, kunstvollen k. o.Schläger einen Boxer, der wohl in der Lage ist, Meister Kohler mit einem Volltreffer die Krone vom Kopf zu schlagen. Sollte ihm dieser Volltreffer nicht gelingen, so ist Schulze immer noch der Mann— das beweisen seine dauernden Siege in Paris—, der einem Kohler auch mit Kunst beizukommen versteht.— Von Gohres wissen wir, daß er einmal Meister Noack schon am Rande der Niederlage hatte. Der Westdeutsche, ehrgeizig wie kaum ein zweiter, besitzt zwar nicht zuviel Kunst und Können, aber eine unberechenbare Gefährlichkeit im Schlag. Durch diese wäre auch er, wenn ihm Fortuna einmal hold wäre, wohl in der Lage, Meister Noack den Titel zu entreißen. Man sagt ja:„Aller guten Dinge sind drei.“ Gohres kämpft das dritte Mal gegen Noock; vielleicht daß das dritte Mal sein glücklichstes Mal ist. Von Schulz, der mit Seifried um den Titel kämpfen muß, hat man immer nur das Beste gehört. Auch er ist ein Mann von größter Tapferkeit und Besitzer eines reichheitigen Boxerrepertoires. Alles in allem kommt man nach diesen Betrachlungen zu dem Schluß, daß jeder einzelne der Herausforderer wohl in der Lage ist, dem Meister den Titel zu entreißen. Unter den drei Meistern und unter den drei Herausforderern befindet sich nicht ein einziger, der den Titelkampf nicht vor der Distanz beendigen und ebenso— wenn ihm dies nicht glücken sollte— die vollen 15 Runden durchhalten könnte. Diese 6 wichtigen Personen befinden sich zurzeit in ernstem Training, und jeder von ihnen ist dabei, seine Form so hoch zu schrauben, daß der Körper in der Lage ist, alle Anstrengungen eines Meisterschaftskampfes durchzuhalten. Die Meldungen aus den Trainingsquartieren lauten alle sehr günstig, und am 6. Januar 1929 wird sich in den härtesten Kämpfen entscheiden, wer die besten Eigenschaften so mobil zu machen versteht, daß er mit der Meisterschaftskrone den Ring der Westfalenhalle verlassen kann. Bleiben übrig die zwei Meisterschaftskandidaten Revvel=Herne und Nefzger=München, von denen sich nun einer die durch die Verletzung Czirsons freigewordene Krone im Leichtgewicht holen soll. Beide sind Kampfhähne, sind Boxer erster Qualität, bei denen sich hohe Technik mit unbeugsamem Siegeswillen paart, so daß auch hier ein an schönen Momenten reicher und mit allen Härten durchgeführter Kampf garantiert ist. In vier Kämpfen treten westdeutsche Vertreter auf den Plan. Alle sind gut gerüstet, so daß zu erwarten ist, daß am 6. Januar Westdeutschland sicher weitere Meister stellen wird Europameister Jacovacci in der 5. Runde k. o. Irank Moody besiegte ihn. Mittelgewichtseuropameister Leone Jacovacci(Italien) traf in Edinburg vor 25 000 Zuschauern auf englischen Meister Frank Moody. Wie erwartet, konnte der Europameister gegen den vorzüglichen Briten nichts ausrichten und mußte sich in der 5. Runde auszählen lassen. Bemerkenswert ist übrigens, daß Jacovacci, der sich ja lange in England aufhielt, hier noch nicht einen Kampf gewinnen konnte. Im übrigen bestätigt dieser Kampf wieder einmal mehr, daß die engliichen Sxitzenboxer fast durchweg den Europameistern von J. B. U.'s Gnaden klar überlegen sind. Krastsport Witlen 07— Herne 1920 Kreislige: Das erste Treffen um die Endkämpfe der Kreismeisterschaft beginnt am morgigen Sonntag. Dasselbe findet Punkt 3 Uhr nachmittags im Saalbau H Franke, Bahnhoistraße 7, statt. Gegenüber stehen sich die ersten Ringermannschaften der obigen Vereine Ob Witten Herne wieder den Sieg streitig zu michen vermag, muß abgewartet werden. Jedenfalls dürtte aber den Rinesport=Interessenten ein äußerst spannender Punktkamxf vorgeführt werden. Beide Mannschaften treten in folgender Aufstellung an: Witten: Herne: Fliegengewicht: Klöckner— Stank Bamtumgewicht: Nagel— Leisels Federgewicht: Herbert— Märtin Leichtgewicht Aumann— Nehring Mittelgew. A.: Kil#an— Balten Mittelgew. B.: Schäper— Dettmarg Tritt Ueckendorf komplett#n. so glauben wir, können sie Markania bezwingen. Allzuvie! Können habe Markanen auch am letzten Sonntaa nicht gezeigt. Teutonia Wanne wird ohne viel Anstrengug d.Recklinghauser abfertigen Raxpel: sich Tus nie ge waltig auf. so ist der Abstieg. dem sie im Vorjahre durch Zufall entgingen, besiegelt. Wird Reck##au sen im Fußball und Handball je 2 Mannschaften der Gau=Kheise verlieren? Fast scheint es so " A-Klasse Herne-Süd— Rotthausen Schw.=Weiß Wanne— Rot=Weiß Stuckenbusch Westalia Suderwich— 08 Recklinghausen Adler Westerhold— Schwarz=Weiß Gelsenk. Einen nicht allzu starken Gegner, het Herne=Süd als Gast. Zwar hat sich Rotthausen in letzter Zeit erheblich gebessert, es wird aber nicht zu einem Erfolg, über den Spißenführer reichen. Wir glauben vielmehr, daß die Niederlage diesesmel höher ausfällt, als wie in der 1. Serie, damals hieß es 3:1 für Süd Den Wannern sollte es leicht möglich sein, die Stuckenbuscher abzuhängen. Neben Herne=Süd ist Wanne wohl eine der besten A=Mannschaften.— Stuckenbusch errang wohl manches Unentschieden, wird ober in Wanne bluten müssen, denn zur 2. Stelle haben die Wanner jeden Punkt noria— In Suderwich erwarten wir einen sicheren Sieg der Platzherren, zumal die Suderwicher noch ungeschlagen dastehen und nur durch vier Unentschieden Verlustpunkte erlitten. Auch sie ringen stark um die 2. Stelle der Tabelle; die 1. ist wohl noch schlecht zu erreichen. Zwar stehen noch 2 Spiele gegen Herne=Süd aus, die dann gewonnen werden müßten, was wohl nicht se leicht sein wird. B-Klasse. Blau=Weiß Herne— Ueckendorf Saxonia Marl 15— Falkenhorst 15 Wartenscheid=Altstadt— Arminia Eickel 1b Tus Gelsenkirchen— Teutonia Wanne 15 Die Blau=Weißen stehen morgen dem Bezwinger des Spitzenreiters gegenüber. Die Herner haben sich stork verbessert und alle Aussicht auf einen Sieg, zumal Ueckendorfs Gauklasse auch ein Spiel hat, zu der die 1b fast jeden Sonntag Ersatz stellen muß Anwurf ist 1 Uhr auf dem Gelände an der Kaiserstraße.— Auch die lb Falkenhorsts geht nicht ohne Aussicht nach Marl. Zwar ist es auswärts nie so leicht pollzählig anzutreten, diesesmal achts per Auto nach Marl und alles wird wohl zur Stelle sein, denn siegen will die lb auf jeden Fill. Darum alle Mann an Bord.— Tabellenführer! Du tust einen schweren Gang.— Die 1b Arminias wird mit aller Macht versuchen deinen stolzen Thron ins Wanken zu bringen und fähig sind sie bestimmt dazu. Schon die Niederlage gegen lleckenorf git zu denken, ob nicht Altstadt nachgelassen hat. Morgen können sie ihren Ruf wieder verbessern.— Das starke Nachlassen der Teutonen gibt ihnen wenig Aussicht auf einen Sieg gegen Tus, welche zwar wenig Können zeigten. Da jedoch dieses Treffen in Gelsenkirchen steigt, ist die Siegesaussicht der TusLeute erheblich gestiegen. Jugendspiele. Herne-Süd— Arminia Wanne Jalkenhorst— Tcutonia Wanne Blau-Weiß— Sportfreunde Schwarz=Weiß Wanne—. Arminia Sodingen Mit nicht allzugroßer Mühe wird Herne=Süd die Arminen=Jugend abfertigen. Einen zweistelligen Sieg gibts aber so leicht nicht. Mit den Wanner Tutonen, sollte selbst die Jugend Falkenhorsts fertig werden.— In Baukau wird sich die gute Jugend der Sportfreunde 2 weitere Punkte holen.— Schwarz= Weiß wird die Punkte in Wanne behalten. Herne=Süd 2. Jgd. gegen Blau=Weiß heine 1. Jgd. Sportplatz: Bergstraße. Anwurf 11 Uhr. Weltere Spiele des Kreises Rhein=Weser. Der erste Sonntag des neuen Jahres bringt die Fortsetzung der Fuß= und Handballmeisterschaftstreffen im Ruhr=, Industrie=, Mark= und HellwegGau. Ruhrgau-Jußball: Gruvve U: Adler Duisburg— Ruhrort. Wanheimerort— Hamborn 03 Rheinland Hamborn— BfL Meiderich Homberg=Hochheide— Lohberg. Gruvpe B: VfB. Duisburg— Viktoria Beeck Serkrade 06— Arminia Oberhausen Schwarz=Weiß Dutsburg—. Wehofen Alt=Hamborn—. Bocholt 97. Industriegau=Fußball: Gruppe A: Frohnhausen 1912— Horst=Emscher Germania Gladbeck— Schwarz=Weiß Bocha### Jugendsport Altenessen— Kray 09 Rellinghausen— Wacker Osterfeld Gruppe B: Tura 09 Bordeck— Essen=Dellwig Schonnedeck— BfB. Frohnhausen Stoppenberg— Osterseld Heide. Hellweggan-Jußball: Dortmund Huckarde— Wacker Ahlen Westhrlia Hörde— Viktor.a Habinghorst Teutonia 06 Hamm— Roland Marten. Am günstigsten stehen die Habinghorster zn der Tabelle, da, wie man hört, die Ahsener einige werd volle Punkte am grunen Tisch verloren hoben. Gegen Huckarde sollten die Wackerleu'e des bessere Enze für sich haben.— Die Westialen aus Hörde werden den derzeitigen Tabellenführer zur Hergabe des ganzen Könnens zwingen.— Ene schwer zu beurteilende Sache ist die Begegnung Hamm— Roland Marten. Dis bessere Stehvermogen kann den Ausschlag geben Industriegau Handball: Essen=Altendorf—. Essen=Kronenderg Jugendsrort Essen=West—. Tus. Essen Kupferdreh— Adler Bottrop Holsterhausen— B/B. Frohnhausen. *— 0 3-Es S* *• *•——"„ 2#-- 0 L- T Das Sportprogramm im Reich. Ueberwunden sind die Festtage und das Leben spielt und alle Aussichten in die„Bezirksliga" zu komkommt wieder in ruhige Bahnen. Das Sportjahr men. Wirdd Germania auch gegen diesen Gegner über 1929 soll ein Jahr der Erholung werden, nach den sich selbst herauswachsen und vielleicht sogar eine Leivielen großen Ereignissen des Vorjahres. Danach stung wie am vorigen Sonntag vollbringen? Sensasteht es aber gewiß nicht aus, denn mit Hochdruck tionserfolge machen Mut und deshalb halten wir morsetzen die Großereignisse bereits wieder zum Wochen=gen einen Sieg der Germanen nicht für ausgeende ein. Was sind heute Großereignisse im Sport? schlossen Solche, die es vor wenigen Jahren noch waren, si d es heute nicht mehr. Weil der deutsche Sport bedeutende Fortschritte gemacht hat und heute Ereignisse im Programm zur Tagesordnung het, die früher wirklich für uns Großereignisse bedeuten. Also— hinein ins neue Jahr! Süddeutschland— Wien. In Nürnberg steigt ein— großes repräsentatives Treisen, das berechtigt die In den beiden erstgenannten Spielen der Gruppe 1 werden die Platzvereine zu einem Siege kommen, oa gegen darf man Germania Bochum troßz unbekannten Geländes gegen Castrop und Herne die Siegeschance geben.— Der härteste Kampf in Gruppe 2 wird auf dem Schwarz=Weiß=Platz in Essen zwischen dem M B. B. und dem Eigenümer ausgetragen werden. Spielen besonders zutage getreten. Sodingens Mannen scheinen wohl schon den Aufstieg zu erleben, denn das sonntägliche Spiel trug diesen Charakter. Dieses war besonders bei der Fünferreihe festzustellen. Ueberkombinationen und mangelnder Torschuß waren die Leistungen der Stürmer. Und morgen: Ein Kampf zweier fast gleichwertiger Gegner und ein eventuell knapper Sieg der Grün=Weißen vermöge ihrer besseren Hintermannschaft. Bezeichnung Deutschland—Oesterreich tragen könnte. Die Wiener stellen ihre in der Te einfach noch nie sich gegen die Essener durchsetzen. Unentschieden wäre aber auch zu erwarten. Ein Unensiheben wäre über dich zu erwarten. Een 31 Berufsauswahl, während Süddeutschland seine beiden spielstärksten Mennschoften, 1. FC Nürnberg und scatke 96 darif Preuhen Essen sicher schlogen. Spielv. Fürth zur Mannschaft herangezogen hat! Sportfreunde Dortmund— Westfalia 02. Diese süddeutsche Elf kann in der Tat auch als stärkste!..„— deutsche Mannschaft bezeichnet werden. Ein hochin] Die Westfalen nutzen den noch spielfreien Sonntag teressanter Kampf steht in Aussicht. Die Erfolge der aus und stellen sich komplett dem Meister des Bezirks lüddeutschen Vereine gegen Wiener Prosessiowals ge Dortmund=Hörde, Sportfreunde Dortmund, in Dortben uns die Hoffnung, daß auch das Sonntagsspiel mung, Die Spoxtfreunde stehen in ihrem Bezirk unmit einem süddeutschen Sieg endet. angesochten an erster Stelle und werden den Hernern ein äußerst starkes Spiel liefern. Wir erwarten von Beginn der süddeutschen Meisterschaftsendspiele. den Hernern äußerste Hingabe und ein günstiges ReDie Teilnehmer für die Haupt= und Trostrunden sind sultat restlos ermittelt und diese treten trotz des großen Ereignisses in Nürnberg am Sonntag erstmalig zu den Endspielen an. Allerdings sind ja auch nur Nür= berg und Fürth von den Spielen auszuschalten. In der Hauptrunde gibt es zwei Treffen, Eintracht=Frank furt und Germania=Brötzingen und Bayern=München gegen Karlsruher FV. Auf eigenem Platze müßten Gauklasse. Herne 16— Holthausem Ras. Wanne— VfL. Hern Holsterhausen—. Börnig Stamm— Wanne 11. Herne 16 und Ras. Wanne sollten als Gastgeber Eintracht und Bayern gewinnen. Gespannt muß man auf eigenen Plätzen ihren Gegner abfertigen können. allerdings sein, wie sich Brötzingen in diesen Spielen, Holsterhausen und Stamm haben aber auch zu Hause halten wird. nur ganz wenig Siegeschancen gegen Börnig und Hochbetrieb in ganz Deutschland. Die anderen Wanne 11. setzen ihre Meisterschaftsspiele mit deutschen Verbänd. Hochdruck fort. Erstmalig setzen ja nun auch in Norddeutschland die Meisterschaftsspiele auf ganzer Linie ein. Allerdings haben diese nicht die Bedeutung der Spiele in anderen Gebieten, denn die beiden norddeutschen Vertreter können für die deutsche Meisterschaft doch nicht mehr regulär ermittelt werden. Voraussichtlich wird man vier Vereine in einer Runde um die Berechtigung der Teilnahme im La##e des Monat März spielen lassen. Südostdeutschland setzt die Endspiele im Bezirk Mittelschlesien for. Im Baltenverband findet eine weitere Runde um die Pommernmeisterschaft statt. Während in Mitteldeutschland Breslau die überragende Rolle spielt, hat in Pommern Stettin keinen Provinzgegner zu fürchten. Mitteldeutschland bringt das rückständige Pokalspiel Steinach 08— Vogtl. I-Plauen zur Entscheidung, das Plauen gewinnen wird. Die anderen Verbände schließlich erledigen ihr reichhaltiges Programm und werden die Tabellen erheblich fördern. Fußball in Westdeutschland Rheinbezirk: Gruppe 1: Kölner BC— SpV Rheydt Bergisch=Gladbach— Blau=Weiß Köln Bonner FB— Sülz 07 BfB Aachen— SC M.-Gladbach Eintracht M.-Gladbach— Alsdorf Godesberg— Odenkirchen Gruppe 2: Rhenania— Borussia Mülheimer SV— SC Aachen Viktoria Rheydt— SfR Köln Dohr— VfR Köln Alemannia Aachen— T2 Vonn Dürener SpV— Jugend Düren Bergisch-Märkischer Bezirk: Bruppe A: Düsseldorf 99— Eller 04 Solingen 95— Viktoria Düsseldorf Geresheim— SpV Barmen Gruvpe B: TRU Düsseldorf— BB Düsseldorf SSV Elberfeld— VfL Benrath Langerfeld— Ratingen Mittelrhein-Bezirk: BfB Lüttuel— Koblenz 1900.02 FV Neuendorf—. SpVg Andernach Rheinland Mayen— SC. Neuwied SpV Elz— FV Engers Niederrhein-Bezirk: Bruppe A: Duisburger SpV— Union Krefeld Speldorf— SpVg Oberhausen Gruove B: Hamborn 07— Preußen Krefeld SpC Sterkrade— Duisbura 08 SpV Rheinhausen— Komberg SpV Westfalen-Bezirk: Grupve Oft: Osnabrück 06— Union Herford Arminia Bielefeld— Teutonia Lippstadt Hammer SpVg— BfB Bielefeld Gruppe West: Borussia Rheine— Westsalia Scherlebeck Sparta Nordhorn—. Greven 09 SpVg Herten— Münster 08 Kurhessen-Hannover: Kurhessen Marburg— Hermannia Kassel Hessen 09 Kassel— Kassel 05 Northeim—. Göttingen 05 Südwestfalen-Bezirk: Jahn Werdohl— Hüsten 09 Hagen 72— Hagen 05 VfB. Weidenau— Hagen 1911. Sportverein Sodingen— B. B. Herne-Süd. Für den letzten Kampf der ersten Serie, den die Sodinger morgen auf dem Sportplatz an der MontCenis=Straße gegen die Südleute austragen, muß der Gastgeber sein ganzes Können hergeben, um Sieg und Punkte sicherzustellen und um als ungeschlagener Tavellenführer aus der ersten Serie hervorzugehen. Die Südler, in ihren bisherigen Spielen etwas unbestän Unser Weiterberich Die Wetterlage zeigt keine erheblichen Veranderungen. Das von Großbritannien= nach Südskandina vien reichende Hochdruckgebiet besteht fort, während von Süden her flache Tiefdruckausläufer sich über Frankreich und Südwestdeutschland ausgebreitet haben. In Deutschland war es gestern früh meist trübe, im Süden mit leichten Schneefällen, im Westen herrschte 1—5 Grad Frost, in den übrigen Teilen 5—10 Gr. Wetteraussichten bis Sonntag: Wolkig, Frostwetter mit meist leichten Schneefällen. Schneebericht vom 4. Januar 1929. Bei ziemlich starkem Frost meldet die Umgebung von Winterbera 20—35 cm Schnee, Willingen und Usseln auf den Höhen 50 cm, im Tale 20 cm Schnee, sehr gut für Wintersport geeignet. Es herrscht zeitweise leichter Schneefall, der sich auch in den nächsten Tagen wiederholen wird. Auch in den übrigen Gebir an. Frühjahrsgelandelauf im Herner Stadtgarten des C. C. Westfalia 02. Wir verweisen nochmals auf den am Sonntag, dem 15. Januar 1925, vormittags 10,30 Uhr stattfindenden Geländelauf, der in fünf Klassen ausgetragen wird, hin. Außerdem machen wir sämtliche Leichtathleten auf das am morgigen Sonntag, vormittags 11 Uhr stattfindende Generaltrainina im rtch###### Schusenerhältnisse Der Frost hält Stadtgarten aufmerksam. Treffpunkt: Stadtgarten=gen herrschen gute Schneeverhältnisse. Der Frost hält restaurant. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. * Jeutsche Turnerschaft. Turnklub Herne 1— Turnerbund Böde I. Morgen findet auf dem Turnklubplatz das erste Lokaltreffen zwischen den beiden ersten Mannschaften obiger Vereine statt. Der Turnklubelf sollte es doch wohl gelingen, dem Neuling in der Meisterschaftsklasse die Punkte zu nehmen. Trotzdem darf sie den Gegner nicht zu leicht nehmen, denn sonst könnte das Gegenteil eintreten. Wir wollen hier an dieser Stelle nicht das Stärkeverhältnis beider Mannschaften aufstellen, wer es aber gerne wissen möchte, der sehe sich das erste Lokaltreffen der beiden Herner Vertreter in der Meisterschaftsklasse an. * Vorsport Um die deutsche Halbschwergewichtsmeisterschaft. Hartkopp scheidet aus.... Müller und Heser im Endkampf Der für den 7. Januar angesetzte Ausscheidungs kampf um die deutsche Halbschwergewichtsmeisterschaft zwischen Heser(Koblenz) und Hartkopp (Berlin) wird nicht zustande kommen können, da der 13.:„Der rote General punkt des Heftes bildet eine der beliebten Sapienskritiken, diesmal unter dem Titel„Neue Blütenlese“, in der aus den verschiedensten Geschäftszweigen eine besonders große Zahl von Plagiaten besprochen wird. Bochumer Stadttheater. Samstag, 5. Januar, 20 Uhr: Außer Vormiete und Wahlvorstellung für alle Vormieten. Javanische Tänze. Einmaliges Gastspiel der javanischen Tanzgruppe. Sonntag, 6 Januar. 19.30 bis 23 Uhr: Blauer Ring 4:„Undine". Romantische Zauberoper in 4 Aufzügen von A. Lortzing. Montag, 7. Januar: Geschlossen. Dienstag. 8. Januar. 20 bis 22,30 Uhr: C. 12 und Bühnenvolksbund Serie C.:„Toska". Oper in 3 Akten von G. Puccini. Mittwoch, 9. Januar, 20 bis gegen 22.45 Uhr: Gelber Ring 2:„Fidelio“. Oper von Ludwig van Beethoven. Donnerstag. 10. Januar. 19.30 Uhr: Zum ersten Male! In neuer Einstudierung und Ausstattung! A. 12.:„Cyrano von Bergerac". Romantische Komödie in 5 Aufzügen von Edmond Rostand. Freitag, 11. Januar, 20 bis gegen 22 30 Uhr: D. Schauspiel in 8 Bildern von Ruhrbezirk Germania vor einem Sieg!? Gruppe 1: Altenessen— Sportfreunde Essen Schalke 04— Dortmund 95 Castrop 02— Germania Bochum Germania Herne— Horst=Emscher erzichrung" der" säuswirnchaftlichen Berufsschule gesch ritten sind, so haben sie das in der Erkenntnis getan. nuß ais, Dausfrau und Mutter für das ganze Wirtschafts Schwierigkeit de wrerige und verantwortungsvolle Arbeit kennen vermag eü- dieig große Aufgade nur aufs Beste versck ließen Berliner erkrankt ist. Den sportlichen Regeln en=Hermann Ungar. sprechend mußte nun Hartkopp aus der Bewerberliste Samstaa, 12. Januar. 16.30 bis gegen 20 Uhr: gestrichen werden. Heser wird nun gegen Hein Schülerzyklus 1. Veranstaltung:„Urgötz". Von I. W. dig, bringen in großen Kämpfen den Beweis ihrer Müller(Köln) den Endkampf um die deutsche Mei= von Goethe erheblichen Spielstärke, und die ist in ihren letzten sterschaft bestreiten.] Sonntag. 15. Januar, 15 bis 18,15 Uhr: Für die Volksschulen Bochums:„Zar und Zimmermann".— 20 bis gegen 22.30 Uhr: Außer Vormiete:„La TraEhrenpreise der Stadt Dortmund für die 4 Boxmeisterschaften am 6. Januar in der Westfalenhalle. viata“. Oper in 4 Aufzügen von G. Verdi. Montag. 14. Januar. 20 Uhr: Bühnenvolksbund Serie B.:„Cynmo von Bergerac“. Karten im Vorverkauf in Fr. Stücks Buchhandlung, Herne, Bahnhofstraße 80, Telephon 506 71. Stadt Wanne=Eickel. Aus dem Stadtparlament. Das Mandat des wegen Krankheit zurückgetretenen Stadtverordneten der Zentrumspartei, Neumann, hat immer noch keinen Reflektanten gefunden. Nun hat auch Metzgermeister Linvers, der nach einer amtlichen Benachrichtigung in die Stadtverordnetenvertretung eintreten sollte, die Uebernahme des Mandats abgelehnt. Als nächster auf der Liste ist der Maurer A. Hartmann ausgeführt. Heimalmuseum. Die Gesellschaft für Heimatkunde hat durch günstigen Kauf einen Kupferstich von Aldegrewer erworben. Aldegrewer ist einer der bedeutendsten westfälischen Kupferstecher und wurde 1502 zu Paderborn geboren. Ferner erwarb man eine alte Karte von Westialen und einen Kupferstich aus dem Jahre 1720, die Abgeordnetenversammlung vom westfälischen Frieden darstellend. Im Heimatmuseum sind diese kunstvollen Stücke der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht, und ist jeden Sonntag nach der Umänderung geöffnet. Besonders den Schulen und Vereinen ist der Besuch zu empfehlen. Einbrüche. Am 3. Januar gegen 11 Uhr wurde das Büro des evangel. Gemeindehauses in der RichardWagner=Straße im Stadtteil Eickel durch unbekannte R. N. 101. Ihre Nichte hat keinen gesetzlichen Anspruch auf die Herausgabe der Geschenke. V. M. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Ar beitnehmer nach Auflösung des Dienstverhältnisses die Papiere auszuhändigen. L. N. Die Adresse bautet: Fordwerke Detroit, U. S. A. J. O. 14. Wenn die Treppen durch Messingplatten gesichert sind, dann darf gebohnert werden. Untermieter. Der Hausbesitzer kann nur die gesetzliche Miete verlangen. Wenn der Mieter die übrigen Hausbewohner belästigt, kann der Vermieter auf frist lose Kündigung klagen. H. J. Wanne=Eickel. Wo kann ich mich als Lehrer für den Dienst an deutschen Aussandsschulen ausbilden? Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht veranstaltet für Ihren Zweck in der Zeit vom 2. bis 30. April 1929 einen Lehrgang. Damen und Herren, die möglichst das 35 Lebensjahr nicht überschrit ten haben, Philologen. Mittelschullehrer, Gewerbelehrer, Handelslehrer, Volksschullehrer, technische Lehrerinnen, Musik=, Turn= und Zeichenlehrer werden zu diesem Lehrgang zugelassen. Eine Gebühr wird nicht erhoben. Die Teilnehmer erhalten freie Unterkunft und freie Verpflegung für die Dauer des Kursus im Schloß Copenick. Plan und Unterlagen des Lehrganges können Sie von der Aus Vereinskalender. Cäcilienchor Börnig-Sodingen. Sonntag, den 6. Januar 1925, nachm. 5 Uhr, Generalversammlung im Vereinslakol. Es wird gebeten, vollzählig zu erscheinen. Vorher Bescherung der Chorknaben. 79a Der Vorstand. Der Verein heimattreuer Oberschlesier, Herne veranstaltet am Sonntag, dem 6. Januar 1925, nachm. 1 Uhr anfangend, ein Kostüm= und Kappenfest im Vereinslokal Strickmann, Shamrockstr. Die Mitglieder werden gebeten, pünktlich und zahlreich zus erscheinen. Eintritt 0.75 M. Kappenzwang. Der Vorstand S. G. V. Herne. Sonntag, den 6. Januar: Abfahrt Herne 8.48 Uhr mit Sonntagskarte Recklinghausen. Wanderung.(616 Baukauer Turnklub, gegr. 1829. Sonntag, den 6. Januar, nachm. 5 Uhr, im Vereinsheim Schneider (früher Koop) Monatsversammlung. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert allseitiges Erscheinen. 78a Der Vorstand. Kriegerverein Giesenberg-Sodingen. Sonntag, den 6. Januar 1925, nachm. 5 Uhr, findet die ordentliche Hauptversammlung im Vereinsheim Heinrich Wiesmann statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung(Neuwahl des geschäftsführenden Vorstandes) ist das Erscheinen jedes einzelnen Kameraden erforderlich.(75a) Der Vorstand. Verband deutscher Hirnverletzter und sonstiger Kriegsbeschädigter e. V.. Sitz Herne. Am Sonntag, dem 6. Januar, vormittags 11 Uhr, Monats=Versammlung im Vereinslokal Biermann, Bahnhofstraße. Schwimm-Verein„Neptun", Herne e. V. Sonntag, den 6. Januar 1925, nachmittags 5 Uhr, findet im Lokale des Herrn K. Köhlhof, Herne, Wilheimstraße, unsere Weihnachtsfeier statt. Wir kaden hiermit unsere Mitglieder, deren Eltern, Freunde und Gönner des Schwimmspurts ein. 58a) Der Vorstand. Turnverein Börnia 189#. D. T. Sonntag, den 6. Januar 1929, nachm. 5 Uhr, Generalversammlung im Vereinsheim Schulte=Middelmann. Anschließend Weihnachtsfeier. D. V. Täter mittels Nachschlüssels geöffnet. Gestohlen wurde landsabteilung des Zentralinstituts für Erziehung und ein Geldbetrag von 25.50 M.— In der Nacht zum Unterricht, Berlin W. 35, Potsdamer Straße 120, be4. Januar wurde bei dem Kaufmann Franz W. in der Dorstener Straße eingebrochen. Gestohlen wurden Lebensmittel, wie Schinken, Plockwurst, Leberwurst und Käse in kleineren Mengen. Der Schaden beträgt etwa 38 M.— In der gleichen Nacht wurde in das Möbelgeschäft Heinrich St. in der Holsterhausener Straße eingebrochen. Hier erbeuteten die Diebe 4—5 Chaiselonguedecken, 2—3 Sofakissen und eine Kiste mit eiwa 100 Zigarren.— Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei Wanne=Eickel, Gelsenkirchener Str. 27. voll besonder: zu leisten hat und für die veitouirt wordon bout.... wach, gape g., Larz, Lis., Ausbildung nach der pial: Errichtung und die Ausbreitung des MädckenderutsschulBriefkasten. .iißug##n rearkrasten der gewerblichen Berufschulbildung nur langsam fortgeschritten Wer aber die weittragende Bedeutung und die Aufgabe der Berufsschularbeit zu er wird auch hier fi# der Ueberzeugung nich der ziehen. Literarisches. stel in Ansdrut Reichofinanshof sich „Die Reklame“, Zeitscrift des Verbandes Deutscher Re klamefachleute e. V., Verlag Francken& Lana, G. m. b. H., Berlin W. 30, Motzstraße 11 Ein selten reichhaltiges 1. Dezemberheft der Zeitschrift „Die Reklame“ liegt vor. Als 1. Arbeit gleich Wilbelm Ostwald, jenen bedeutenden Forschergeist, durch den die Farbe meßbar geworden ist und der im vorliegenden Heft über den Künstler und die Farbenlehre plaudert. Praktische Vorschläge zur zukünftigen Gestaltung der Milchpropaganda in Deutschland von Dr. med. er phil. Trendtel, eine Fortsetzung der im Elstenncherweise hat der blicklich in einer rückläntigen neuerlichen Entscheidung taucht am Horizont da Jonzunktur ckatung auf. Ea den Daweslaiten auber allem Jmzat: g.1##gtan 13##.#1 von 1929 Ungefähr 6n einer Erverhanternehnen. e 1. 364 dir Konhmuteine als. Wohnungs-Einrichtungen, Teppiche, Fensterdekoretionen einer rücklänigen Kon un. auden; Geso begrüßt werden, daß viele Frauenverbände sich für die R.) di# uug.nschuftlichen und der persönlichen 1** Es ist bekann“ das uer eteuer: von 1929 ungefähr 60 durch Einsparungen gesrarung niahr neuer Steuerreidung. der Wirtschaftelage sten Stempel aufzu O □ Chauffeure wie eine Puppe. Seine Beine klappten zusammen wie ein Taschenmesser, und sein Kopf versant fast in dem bochgezogenen Kragen „Wie deinen Sie?“ schrie der Schutzmann nochmals. Se Die Antwort war zur eine abwehrende Bewegung. „Wie? Sie wollen Ihre Personalien nicht an geben? Mann!!" „Wieviel habe ich zu bezahlen?" fragte der kleine Mann mit weinerlicher Stimme, während er in seinem Kragen fast ernickte. „Jahlen? Vorläusig nichts! Das wird sich finden. Erst sollen Sie mal sagen, wer Sie sind!“ Er zog ein Portemonnaie bervor.„Ich zahle gern“, teeischte er.„Warum wollen Sie denn wissen, wer ich bin? Hier sind drei Mark.“ „Ob— mit drei Mart werden Sie wohl nicht dazoukommen!“ „Ich zadle s##f!“ kreischte er.„Ich zahle zehn! Nur lassen Sie mich los““ Der Schutzmann steckte das Notizbuch ein.„Also Sie wollen Ihre Personalien nicht angeben. Dann werden Sie abgeführt. Er ergrisf idn nunmehr seiner leits am Kragen. „Rein. nein!" kreischte das Männlein.„Rein! Dann sage ich lieber „Alio““. Das Rolitbuch kam wieder zum Vor schein Dao Männkein reckte sich zum Ohr des Schutzmanns einvor und flüsterte ihm etwas zu. Der Sa, zmann sob ihn al. von oben bis unten, dann stemmte er die Fauste in die Seiten und lachte les, daß seine gedrungene Gestalt von oben bis unten (zi. „Also nicht zu alruben!“ sagte er endlich zu den Umstedender. Wißt Ihr. wie er heigt? Bismara beist der Kleine!" Der ganze Hause wieherte los, wahrend das Mann lein die Gelegenheit wadrnahm, sich am sein Rad hinautit wang und davonsauste, naturlich wieder in der f#lichen Fabrttichtung. Der Zwischenfall endete damit, dan einer der Clauiscure seinen Gesublen h## unverfalschtem Ber inisch Ausdrud gad:„Wal? Bismarck heißt dat Männeken: Dann vasted ick dat allerdings, da! m de Kurs det Janzen nich imponiert!“ Der Zeitungsvertäuser. Als im Avende den Bahnbof verliek, trat ein aroger, dunkler Schatten an mich beran, ein Mann in sd wariem Ambana mit einer boben, arunen Mütze. „ Die Nachtralete", flüsterte er mit beiserer Stimme und dielt ein Zeitungsblatt vor mich bin. Schier undeimlich schillerten dabei seine schwarzen Augen unter der arunen Mutze. und seine dagere Gestalt schien im Winde bin und derzuschwankgn. So nahe stand er dader vor mir, daß kein Ausweichen möglich war. Ich zoo einen Groschen aus der Tasche bervor und grisf nach der Zeitung während er wie ein Schatten seitwärts verschwand. Auf der Zeitung stand eine riesige Unterschrift, mit einem dicken roten Strich darunter:„Seniationa; der Jugend.“ Bald danach eilte ich zur Mittagsze# üder eine Straßentreuzung. Raum hatte ich die reitende Gebbahn erreicht, da stürmte mit einem Male ein Mann in eaem Adakanzug, der wie eine Tropenuniform aussav. und mit einer gelden Kopfbedeckung, die als Fez gettai konnte, auf mich zu.„Die Riuute“ schrie er greit und schwenkte ein Zeitungsblatt„Neueste Ausgade— Nummer n.“ Das Zeitungsblatt klatichte mit sörmlich genen die Brust. Diese Iudringlichkeit sam mir bekannt vor. und ic faßte den Mann nader ius Auge.„Sagen Sie mal. waren Sie fruder die„Nachtrakete" Er schien zu erschrecken.„Freilich, freilich". lusterte er. „So?. Also Sie wechseln die Blatter, denen Sie Plenen, wie einen Rod“ Ich dächte. Sie datten auch etwas wie Srundfa#r „Die Minute in das Neueste, lieder Herr. das Aller neuesse! ane Minute ist die Zeitung des Mannes. Vier die Minute liest, lebt mit der Zeit Ich zog einen Groschen vor und kaufte die„Mi wate Wieder nach einige: Zeit wartete ich auf einem nicht fedr beledte.. Plan auf menten Freund. Um die Eck: don ein jovial aumer ider Mann, mit schaukeln dem Gang, der an einen Seemann erinnerte, mit einem großen dunkten Umdang, der. da kein Wind wal. rudig um seine Beine hing, und mit einem blauen runden Kapochen. aus welchen in zierlichen Goldbuchstaden zu leien stand:„Die Staatszeitung" Holla, wieder mein Mann!. Er schlängelte sich an mich beran, lachte ferundlich und#ragte:„Die Staats deitung, mein dear!“ Ich firierte ihn.„Sagen Sie mal waren Sie nicht die meine zitiernden Finger ihm zeigen, dann zuck vor etlichen Wochen noch„Die Minute"? Er schlug mit der Hand, als lage das längst hinter ihm „Und vor wieder etlichen Wochen„Die Nachlausgabe“ Er lächelte nachsichtig.„Alles gewesen, mein Herr.“ „Mir scheint. Sie wollen sich im Laufe der Jahre um sämtliche volitischen Richtungen verdient machen, um keiner weh zu tun, wie?" „O nein, mein Herr, o nein! Sehen Sie, man wird leicht die Achseln.„Ob, das... sagt er ruhig,„ein entfernter Vetter von mir... heißt zufällig genau wie ich!“. Und er stößt eine schwere Rauwolke aus, schlendert im Zimmer umver... und pfeist seinen Schlager. Langsam erhole ich mich von meiner Betäubung. Und dann finde ich auch die Sprache wieder: „Jan, höre um Himmels willen mit dem gräßlichen Gassenbauer auf, nimm einen Stubl und bleib sitzen. Hier ist ein Aschbecher, vielleicht weißt du. wozu der Die Pointe. alt, man wird verbraucht. Was wollen Sie“. Die da ist! Und wenn ich dir raten darf, rauche lieber Staatszeitung ist ne gemütliche Alte. die man auch Zigarren, wenn du jemanden besuchst, denn deine odne viel Krakeel an den Mann bringt. Wer sie haben Pfeise stinkt wieder ganz entsetzlich...!!“ will, der nimmt sie; wer sie nicht haben will, der läßt es bleiben. Das ist gerade so wie beim Heiraten.“ Damit öffnete er eine Zeitung.„Sehen Sie mal"— er wies auf den Koof—„Gegrürdet 1768. Also 160. Jahrgang!“. Er lachte los.„Hahaba! Ich Anekdoten von Jourualisten. habe erst meine 62 auf dem Bucke!!„Habaha! Ich Gesammelt von Franz Wilhelm. bin'n Jüngling gegen meine Olle, was?“ Lachend ging er davon. Er hatte vergessen, mir eine Zeitung zu verkaufen. Ich stand und sab ihm nach. Und mir wurde klar. daß man eine Zeitung auch von einem ganz anderen Standpunkt betrachten kann als dem der leidigen Politik. Der Journalist Borne. Der kaum zwanzigjährige Börne befand sich in einem Kreis disputierender Herren und wurde wider Willen ins Gespräch gezogen. Ein schonältlicher Herr, der seine ungereimte Meinung mit großer Hitze verteidigte, fuhr den jungen Börne, der ihm zu widersprechen gewagt hatte, mit den Worten an:„Sie junger Mann, Sie wagen es, mir zu widersprechen? In Ihren Jahren war ich noch ein Esel.—„Da haben Sie sich aber gut konserviert“, sagte Börne rasch und schlagfertig. * Krititer und Dichter Unversöhnlichere Feinde als den Dichter K. und den Kritiker 3. dat es wohl niemals gegeben.— 3. starb eines plötzlichen Todes und nicht allzu lange danach begann K. zu kränkeln und sein nahes Ende zu fühlen. Zum großen Erstaunen Lseiner Freunde äußerte Der Totgeglaubte. Von J. P. Balie. Eursetzt blickte ich auf die Anzeige. Wie durch einen Schleier las ich nochmals:„Heute starb plötzlich.... Jan Hendriks... im Alter von dreißig Jahren...!" Minutenlang starrte ich gedanke##los auf den Be richt, dessen schwarze Buchstaden wie kleine Teufel vor meinen Augen tanzten. Langsam wurde es mir klar, daß ich ihn nie mehr wiederseben wurde, diesen rüstigen, kräftigen Menschen, die Fröhlichkeit in Person; eine der Raturc, die durch ihren Leichtsinn und ihreser den Wunsch, man möchte inn neven 3. begrabeg. Unbekümmertbeit oft in unnötige Schwierigkeiten geraten, aber zum Schluß immer mit einem blauen Auge davonkommen. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als Befragt nach der Ursache dieses Gefühlswechsels gegen den verstorbenen 3.. richtete sich der Sterbende kerzengerade auf und rief mit letzteo Kraftanstrengung: „Warum?. Damit ich dem Kerl gleich bei der Aufich die Zeitung fortschob. Hestig traf mich das Tragische erstehung noch eine runterbauen kann von Jan Hendriks Tod. sein plötzlicher Tod, wie es in der Anzeige bieß. Gestern noch hatte ich einen Brief voli ihm bekommen, in dem er mir mitteilte, daß er mich heute abend aussuchen wollte, um die Ver Kollegen in Amerika. Mark Twain, der große Humorist, erzählt folgende stimmung, die vor kurzem zwischen uns entstanden war, Anekdote, die— Gott sei Dank— nur für ameritanische aus der Welt zu schaffen. Jan muntc also plötzlich Verhältnisse zutrifft. Als ich in Rebraska noch Sekrekrank geworden oder verunglückt sein. Ich machte mir tär des Gouverneurs war, hatte ich viele politische Vorwürfe, daß ich so schnell gereizt gewesen war und Feinde. Diese gewissenlosen Kerle ließen eines Tages, daß ich seine Unzulänglichkeiten, seine Eigee#schaften um meinen Ruf zu schädigen, eine Rotiz in die Zeiso wenig berücksichtigt hatte. Im gebeimen mußte ich tung, genannt„Der gellende Kampfruf des Westens". setzen, daß ich in schwerer Trunkendeit in den Fluß gefallen und ersofien sei. Wütend begab ich mich zum Redakteur des„Gellenden Kampfrufs", stellte mich als bekennen, daß auch ich elwas Schuld an dem Zwist hatte, daß ich eine nachgiebigere Haltung hätte ein nedmen können. Aun war der arme Kerl 1ot. und es tat mir weh, lebendig vor und ihn zur Rede. Dieser Zeitungsmann dan ich ihm nicht noch einmal die Hand drücken, ihm aber sagte:„Was gedruckt ist, ist gedruckt. Wir nehmen in die immer fröblich lachenden Augen hatte blicken aie etwas zurück. Diese Blöße geben wir uns nicht. Alles, was wir tun können, eine neue Geburtsanzeige von Ihnen einzuseven. Preis einen Dollar.“ können. Denn trotz aller seiner kleinen und großen Fehler war Jan ein lieber Kerl gewesen. aufrichtig, gemütlich. immer bereit, zu delsen, wo er nur konnte. In Gedanken sad ich wieder sein lustiges Gesicht vor mir. mit der nicht wegzndenkenden Pseise im Munde. Und ich sebe ihn wieder mit seiner bekannten Lässigkeit, die Jeurualistische Terminolon#e. Ein Redakteur bekommt beim Abendessen Pieise gegen eines der Tischdeine auszuklopfen, eine Prieschen überreicht von zweien seiner Kollegen unterGewod beit, die er nicht ablegen konnte. Ich dätte, schrieben:„Bitte, komm rasch ins Braustüdl zum Skat! wer weiß was darum gegeben, wenn ich das nochees sehlt der dritte Mann.“—„Liebe Milly,“ sagte einmal dei ihm hätte sehen dürfen!—.. da zu seiner Frau,„ich muß schleunigst weg, ei Auch an viele andere seiner Gewodubeiten mus sensationeller Fall, zwei Redakteure ich denken: An seine Unrube, zum Beispiel, die idn schon dori! keine fünf Minuten an entem Studl sitzen ließ. so daß er im Zimmer andauernd din und der schlenderte. meisiens pseisend... Und meistens dieselde Melodie ein poouläres Lied, den„Schlager“ der Saison. Leise er 1 sind Er hat Zeit. Einer von denen, die weniger schlagiertig waren, pfiff ich die ernen Töne, dorte dann aber schnell au, der brave V., schrieb einmal. als in der Konkurreuzbresse ein aggressider Artikel gestanden hatte:„Auf diesen unverschämten Artikel können wir erst morgen Ich komite mir nicht helfen, aber meine Augen wurden feucht, und es kam mir ein merkwürdiges. unangenehmes Gefüdl in die Rehle. Die Augen brannten mir im Kopf, als ich darüber zu pdilosopdieren begann, wie schnell es doch mit einem Mensch zu Ende sein kann. Niemals wird Jan wieder seine Pfeise rauchen, niemals wird er wieder durch diese Jimmer schlendern. niemals werden sich seine Aopen wieder zum Pfeisen soitzen.... Ich site wie betaud: da und böre nicht die Schritte an der Treppe. Erst als die Tür aufgerissen wird. blick ich auf... und mit einem Ruck schiede ich meinen Stubl zurück. Vor mir stebt Jan Hendriks! Heiter lächelnd wie immer! „Jan.“ stammle ich.„du lebst? Was... bedeutet denn das?“ E wirft einen flüchtigen Blick am die Anzeige. antworten, da unser verantwortlicher Redakteur heute verreist ist.“ * vorsicht! Erde! Ein Franzose hat eine für Flieger wichtige Erfindung gemacht. Eine empfindliche Vorrichtung verstärkt die von der Erde als Echo wiedergegebenen Motorgeräusche mit solcher Genauigkeit, daß daraus ohne weiteres die Entfernung vom Erdboden abgelesen werden kann, selbst bei ganz geringen Höben bis etwa zu einem halben Reter über der Erde soll der elektrische Avparat sicher arbeiten. Wenn sich die Vorzuge der Erfindung bewahrheiten, werden Landungsunglücke wegen unsichtigen Wetters wobl zu den Seltenbeiten geböre 1 Am Herdseuer# Nr. 2• AInTrrpallungsbellage zum Weener Anzeiger“. Peter Vischer der Aeltere Zu seinem 400. Todestag von Dr. W. Oeser. Es ist schon so: ein Blick auf die Kunst unserer deutschen Vergangenheit im Mittelalter, insofern er sich über das Maß nüchterner Kritik und historischer Be urteilung zu einer herzlichen Anteilnahme, zu inniserer Aufgeschlossenheit erbeben will, gilt heute in vielen Kreisen einer— trotz ihrer aktivistisch— modernen Gebärde doktrinären Kunstbetrachtung als Arcaismus oder Romantik. Diese Anschauung wälzt sich von Zeit zu Zeit immer wieder durch kunstwissenschaftliche Elaborale auch solche, die nicht gerade ob ihrer Schnoddrigkeit oder Engstirnigkeit könnten soglesch als wesenlos bezeichnet werden. Warum dies auch heute noch—? so könnten sich eigentlich auch die Götter fragen, zumal man jede Imitation irgend eines Riggergötzen, jener wahrhaftig archaischen Angelegenheiten, ohne weiteres, als das Non=vlus=ultra der Moderne beiubelt sehen kann. Es geht doch wirklich nach all den großen Offenbarungen. die uns ein neues Verständnis des Mittelalters gegeben hat. nicht mehr an, jene alle Ausicht. vom „sinsteren“, Mittelalter— wenigstens in ernsthaften Kreisen— weiter zu konservieren Warum also immer noch jene stetig wiederkehrenden verneuten, teils boshafteu, hämischen und dummen Witrleien über die Kunst des Mittelalters, über den feierlich=großartigen Stil dieser Werke? Warum— wenn man jeden Kunstscherz unseres franzosischen Nachbars mit manch mal geradezu ekelbafter Beweihräucherung umbüllt. diese Herabsetzung der künstlerischen Vergangenheit des deutschen Volkes? Diese Fragen sind heuer wieder an dem Gedenktag am Platze, der einem großen Künstler deutscher Vergangenheit. Meister Peter Vischer, dem Aelteren, gewidmet ist. Der Erzbildner aus Nürnberg— zweifel los ein ungewöhnliches Symbol der deutschen Gotik in einem, was die Plastik anlangt. letzten großartigen Ausschwung. Statt aller Diskussionen über jene oben erörterten Fragen, vergegenwärtige man sich einmal diese Kunstwerke, wie sie in den beglaubigten und wichtigsten Werken Peter Vischers erhalten sind. Die An! wort wird sich von selbst ergeben und dahin weisen. wo viele Fragen enden, die uns schwer bedrücken: auf den Glauben und die Religion. Die Glaubenstiefe Peter Vischers, seine ursorüngliche Kraft, sein ausg.prägter Stil und Formwille passen wahrhaftig nicht zur deladenten Süßlichkeit und varfümierten Koke. terie, wie ne in der Kunst bereits man manchen ihr dienenden Literaten Besitz ergriffen hat. Was an Peter Vischer bis heute unsterblich geblieben ist, wird auch trotz allem Wandel der Zeit dauerhaft bleiben, weil es Allgemeingut der Kunst ist, wird unserem Volke nabe sein, weil es aus den besten Wurzeln seiner Kraft entsprossen ist. Nicht alles. was man gemeinbin als Werk Peter Vischers bezeichnet hat, entstammt seiner Hand, wenn man diese als ausführende eines eigenen genialen Shövserwillens ansehen möchte. Peter Vischer unterhielt eine Werkstatt, die er von seinem Vater Hermann übernommen hatte, dem ebenfalls bochbegabten Künstler, der das Taufbecken in der Stadtkirche zu Mittenberg geschaffen hat, und in dieser Werkstatt baben auch die Söhne Peter Vischers mitgearbeitet Wir können einen Blick hineinwerfen in diese rkstatt, können uns da Meister Peter wundersam deutlich bei dieser Arbeit vorstellen. Hat er uns doch ienes prachtvolle Selbstbildnis überliefert, wie es am Sebaldusgrab dasteht: der Meister schwingt, das Schurzfell umgebunden, den Hammer wie zur Arbeit. Die Bewegung allein schon dieser State zeigt uns einen Künstler von ganz ungewöhnlicher Selbstücherheit, aber auch Selbstbehertschung eines zweisellos heinabe zum Cholerischen geneigten Temperaments. Der Koof des Meisters, umrahmt von einem wuchtigen Bart, ist mit der Blickrichtung nach oben gewendel: sein Ziel geht nach Höberem. beraus aus der rein handwerklichen Enge der Werkstatt zu künstlerischer Höchstleistung; so fest auch der Stand dieses Menschen auf der Erde erscheint, richtet sich dennoch der Blick nach oben, zum Uebersinnlichen. Göttlichen. So hat sich Peter Vischer selbst dargestellt und so können wir ihn auch aus seinen Werken erkennen. Ansonstens müssen wir uns in dieier Werkstatt des Meisters in Nürnberg, da der Metallauß vornehmlich gepflegt und sorgsam gehegt wurde, seine Söhne schon vom frühen Knabenalter an tätig vorstellen, und wir können erneut ermessen, warum sehr oft recht große Künstler jener Zeiten vielleicht etwas weniger lesen: und schreiben konnten, in ihrem Handwerk aber Könner waren wie wir sie heute bestaunen, weil sie überhaupt nicht mehr zu finden sind. Die Erfahrung förderte diese aus den alten Werkstätten bervorgebenden Künstler in ungewöhnlichem Maße in ihrem ebrlichen Wachstum. Vischers berühmtestes Werk ist wohl das Sebaldusgrab in Nürnberg geworden. Wohl mit Recht, weil. in ihm des Reisters böchste Sehnsucht, ein großes, heiliges Werk zu schaffen, erfüllt worden ist. So stark wohl ist diese Sehnsucht gewesen, daß des Künstlers Wille zur Monumentalität die engbegrenzten Formen zu sprengen scheint. Auf Abbildungen erscheinen die Apostel des Sebaldusgrabes wie überiebensgroße Monumentalfiguren, gewaltig gesehen une verkorvert. Der Besucher dieses Grabes steht oft nach dem großen, Eindruck, den er aus Revroduktionen von dem Werk erhalten hat, etwas konsterniert im Augenblick, weil sich die Vorstellung der Größe und Gewolt doch nicht ganz erfüllen will. Hier kann man sich nicht mit der heute beliebten Pbrase darüber hinwegtzelfen, daß man sich zu wahrer Kunst auf das„Kleine" beschranken müsse und daß sich darin erst der Reister zeine. Ein Werk, das in seiner geistigen Haltung so stark ius Große zielt, tiefe reiigiöse Gesinnung zu letztem Ausdruck bringen möchte, bedari der großen Sprache, muß ins Uebermächtige hinausdrangen. So können wir von Peter Vischer viellei#h#t sagen, dau sich— denken wir dabei auch an seine beiden Ritter: Actur und Theoderich— seine höchste Begabung, nie ganz entfalten konnte. Dies nicht zuletz: viellescht aus mancherlei Unverstand seinem Willen gegenüber und auch durch die Aenderungen der Kunstauffassung, wie sie die Söhne dann in Avollos. Rereiden Heratliden. Euridiken umgesetzt haben. Meister Vischers Wille ist zweisellos ein rein gotischer gewesen; in ihm voll##### sich gewissermaßen sogar eine Erneuerung und Vertiejung, was wir schon glauben können. wenn wir hören, welche Liebe Peter Vischer der Aeltere für die Kunst der Frühgolik in seiner eigenen stattlichen Sammlung dieser Kunst begie. Neben vielen Sarlopbagen, Gradvlatten und ahnlichen Werken, die die Originalität des Künstlers noch ohne weiteres schöpferisch walten lassen, kennen wir von Peter Vischer zwei prachtvolle Stoluetten: den Aubrecher und den beiligen Christophorus. Hier lommt die ganze Kunst des Reisters zu überwäitigendem Ausdruck. Die Kuhnheit der Bewegung, die jede Falte erfüllt, die sich selbst, dem Holzitück des Asbrechers mitteilt, ist ein ebenso gewagtes wie gekonnter Kunstwerk. Bei dem beiligen Christovborus ist die Gewandung in ihrer eigenkünstierischen Gestaltung lebendiger und in einem höheren Sinne wahrhaftiger geworden. als man dies mit einem rein körverhaften Naturalismus jemals erreichen konnte Peter Vischer, geboren um 1100. starb am 7. Januar 1529, nachdem ihm bereits zwei seiner begabten Söhne im Tode voraufgegangen waren. Die Verlobung Meine Mutter kam niemals zum Bahnhof; wenn ich sie desuchte. Sie batte stets anderes zu tun: sie traf „Anstaiten“ zu meinem Empfang. So hatte ich den Weg zwischen den vertrauten hoben Schornsteinen der Tonwarenfabriken und dem Rauch und dem lehmigen Schmutz und den Fußballplakaten ganz zür mich selbst Und so hatte ich Muße, aufs neue zu überlegen, wie ich meiner Rutter die ungeheure Nachricht beibringen könnte, die ich für sie hatte. Ich hatte mir diese Frage unaufbörlich vorgelegt, seit ich iu der Hauptstadt in den Zug gestiegen war und Agnes Lebewohl gesagl hatte; aber in der Atmosphäre dieser kleinen Stadt erschien sie mir noch um einiges schwieriger Ich schrieb meiner Rutter regelmäßig jede Wodh und berichtete ihr das meiste, was ich tat Sie tannte alle meine Freunde mit Namen. Ich möchte sogar be haupten, sie bildete sich im Geiste eine Vornellung welcher Ar! Leute sie waren. So hatte ich aus, san in meinen Briesen Agnes und ihre F###ilie erwannt. Aber man kann sich nicht bimese und#ter kalten Blutes schreiben:„Ich glaude, io fange an, mich in Agnes zu verlieben.“„Ich glaube. Agnes liebt mich.“„Ich füdle jetzt bestimmt, sie lieb: mim"„Ichwerde demnächst um sie anhalten“. Das kann man nicht. Ich wenigitens konnte es nicht. So war es dazu geVon Arnold Bennelt. kommen, daß ich um Agnes auhielt und ihr Jawort erhielt, ohne daß meine Mutter von meinem Glück eine Ahnung hatte. Und auf Grund einer früberen und unabänderlichen Uebereinkunft kam ich nun, um mi: meiner Mutter ihren Geburtstag zu verleben. Ich war der einzige Sohn einer Witwe; ich war meiner Mutter alles. Und nun hatte ich mich mit einem Mädchen verlobt, das meine Mutter niemals gesehen hatte, und ich hatte sie im Dunkeln gclassen! Sie würde sicher außern überrascht, vielleicht auch verletzt sein. Jedenfalls war die Situation alles andere als angenehm. Ich stieg die geweißten Steinstufen zum Eingang des kleinen Hauses hinaus, aber bevor ich noch meine Hand an der Glecke hatte, öffnete mir meine kleine gute Mutter in ihrem schwarzseidenen Kleide und ihrer goldenen Brosche und ihrem kastanienbraunen Haar die Tür. Jwciiellos hatte sie acht gegeben und mich vom Erker den Wes entlangkommen seben wie gewöhnlich; und wir gewöhnlich sagte ne, indem sie mich küßte: „Run. Philipo! Wie gehr es dir?" Und ich sagie: „Oh. mir gebt es gut, Mutter. Und dir! Ich merkte gleich, das ne erregter war, uls meine Ankunft sie sonn machte. Sie halte Träuen in ihre: lachenden Augen und sie war nervos wie ein jungeMädcen. Sie sah bemerkenswert jung aus für eine Frau von#ünfundvierzig Jahren. Plotlich kam mir der Gebaule:„Aui die eine oder die andere Art muß sie meine Verlohung erfabre: haben. Aber wie?" Doch ich hielt es für besser, nichts zu sagen. Auchich war natürlich recht nervös. Rütter sind mitunter schwer zu behandeln. „Ich werde es ihr beim Abendbrot sagen.“ entschier ich bei mir seldst Im selben Augenblick tlingelte es an der Tür. Se eilte hinaus, anstatt das Rädchen gehen zu lassen. Ewar ein Träger mit meinem Geväck. Danach verschwand meine Rutter in der Küche Und ich zog umber, fühlte mich glücklich erregt, dura suchte das Wohnzimmer. in dem sich nichts verander halte mit Ausnahme der Ansichtskarten auf den Kamusims. Dann wanderte ich nach dem Enzzimmer hinüber, einem kleinen Zimmer an der Rückseite deHauses, und hier erwartete mich eine ungebeure Ueber raschung. Der Tisch war für drei gedeck:! „Nun“, überlegte ich.„hier scheint za was Rette S5Un.—— •LUUTTETT er er SteS ap.SSS EgggOlenso, GShSSS EHRE SEHOSHHOSESSSSHESER * vorzugeden! Adenddrot zu dreien, und sie hat nicht ein Wörtchen verlauten lassen!“ Meine Mutter war so geschickt in gesellschaftlichen O##gen und besonders im Ausfindigmachen von reizenden Ueberraschungen, daß ich ihr selbst Wunder zutraute. Auf die oder jene Art muß ne die Beschaffenheit meiner Gefühle Agues gegenüber herausbekommen haben. Vielleicht hatte sie an Agnes oder Agnes an sie geschrieden. Vielleicht datten beide sich brieflich (oder telegrapdisch) verständigt, mich zu überraschen. Agnes hatte gestunkert, als sie mir sagte, sie könnte unmöglich mit mir kommen; sie hatte glanzend geflunkert. Und meine Mutter hielt sie irgendwo im Hause versteckt oder erwartete sie jeden Augenblick. Das erklarte die Tränen, die Nervosität, das Hasten nach der Tür schlich hinaus aus dem Eßzimmer, entschlossen, meine Rutter nicht merken zu lassen, daß ich heimlich den Abendbrottisch besichtigt datte. Und als ich gerade durch den Vorraum nach dem Wohnzimmer ging. lauteie es zum zweiten Male, und zum zweilenmal lam meine Mutter aus der Küche gestürzt. „Herrie!" dachte ich.„Wenn das Agnes ist! Was zur ein Schaufpie!!“ Und zitternd vor Erwartung öffnete ich. Es war Herr Niron. Run, Herr Niron war ein alter Freund der Familie, ein Mann von neunundvierzig oder fünfzig Jahren. der im Ruse dervorragender Tüchtigkeit und wachsender Wohihadenheit stand. Obgleich er nicht redselig war. so war er doch gewöhnlich genügend in Stimmung. um mit der oder jener guten Geschichte aus dem Schatz seiner Erinnerungen auszuwarten. Er war der Berater meiner Rutter, und in den aufreibenden Zeiten vor dem frühen Tode meines Vaters hatte er sie seelisch aufgerichtet. „Na. junger Mann.“ rief er,„wieder dabeim?" Und er brachte seine starke, mächtige Gestalt in den Vorraum Ich begrüßte ihn so herzlich ich konnte, und dann schuttelte er meiner Mutter die Hand, ohne daß einer von ihnen sprach. „Herr Riron dleibt zum Abenddrot. Philipp.“ sagte meine Mutter. Ich konnte Herrn Riron gut leiden, aber über diese Mitteilung war ich nicht sehr entzückt, denn irh wünschte mit meiner Mutter unter vier Augen zu sprechen. Es war eine heikle Aussprache, die mir bevorstand, und da kommt dieser Herr Niron zum Abendbrot reingeschneit! Wie sollte ich meiner Mutter beibringen, daß ich mich mit einer iremden jungen Dame verlobt hatte, wenn Herr Niron zugegen war? Herr Nixon war während meiner früheren Besuche öfter zum Abendbrot gekommen, aber niemals am ersten Abend Es blieb mir indes nichts übrig, als mich ins Unvermeidliche zu fügen. Und wir setzten uns an den Tisch zu dem Schinken. den Würstchen, den Eiern, den Fleischposteten, den Mürbekuchen, dem Käse. Aber keiner von uns aß sehr viel, trotz der eifrigen Proteste meiner kleinen guten Mutter. Der Verdacht tauchte in mir auf, daß in den geschäftlichen Angelegenheiten meiner Mutter etwas sehl gegangen wäre, und daß Herr Niron die erste Gelegenheit ergreisen sollte, mir Mitteilung davon zu machen Aber eine derartige Möglichkeit schreckte mich nicht, denn ich konnte es mir leisten, für meine Mutter und auch eine Frau zu sorgen Wle wir den Käse erreicht hatten, deutete ich an, daß ich zum Postamt müßte, da ich einen Brief zu be fördern bätte. „Ginge es nicht morgen, mein Junge?" fragte meine Mutter. „Es gebt nicht,“ sagte ich. Stellen Sie sich vor. Agnes zwei Tage ohne Nachricht von meiner glücklichen Ankunft und ohne Versicherungen meiner Liede zu lassen! Ich hatte den Brief im Zuge begonnen und im Wohnzimmer schrieb ich ihn jetzt zu Ende „Eine Frau im Spiel?“ rief mir Herr Niron vergnugt zu, als ich foriging „Ja,“ erwiderte ich entschlossen. Ich beeilte mich nicht sonderlich auf dem Rückweg, in der Hoffnung. Herr Niron würde sich inzwischen verabsch ieden; er hatte während des Abendbrotes keinerlei Andeutungen in bezug auf die Angelegenheiten meiner Mutter gemacht. Aber als ich nach Hause kam, war er noch de. Ich kand ihn allein im Wohnzimmer beim Genuß einer sehr seinen Zigarte. „Wo ist die Mutter?“ fragte ich.. „Sie ist eben hinausgegangen,“ sagte er.„Komm und setz' dich. Hier, rauch' einen Tobak. Ich möcht mich ein bißchen mit dir unterdalten, Philipp.“ Ich gehorchte und nahm eine von den sehr seinen Zigarten. „Schießen Sie los. Onkel Niron.“ trieb ich ihn an, im Wunsche, die Unterhaltung schnell zu deenden. Ich nannte ihn manchmal aus Scherz Onkel. „Nun, mein Junge," begann er.„Bei mir brauchst du nicht lange auf den Busch klopsen.— Was hältst du von mir als Stiefvater?" Ich mar wie vom Donner gerührt. „las?“ stammelte ich.„Sie wollen doch nicht sagen, daß Sie und Mutter—“ Er nickte „Doch. Junge, das will ich. Gestern sagte sie zu, meine Wenigkeit zu beiraten. Es bat sich seit langem vorbereitet. Aber ich glaube kaum, daß sie dir irgendwelche Andeutung in ihren Briesen gemacht hat. Das heißt— ich weiß, sie bat keine gemacht. Es ware ihr auch ziemlich schwer gesallen, nicht wahr? Sie konnte nicht gut schreiben:„Mein lieber Philivo, unser alter Freund Niron dat sich in mich verliebt, und ich glaube, ich hab' mich in ihn verliebt. Demnächst wird er um mich anhalten.“ Sie hätte doch so nicht schreiben können, nicht wahr?" Ich lachte. Ich konnte nicht widerstehen. „Gratuliere,“ sagte ich und schüttelte ihm herzlich die Hand. Und gleich darauf schlüpfte meine Mutter ins Zimmer— schüchtern und verlegen. „Der Junge gratuliert, Klara,“ sagte Herr Niron. An diesem Abend sagte ich nichts von meiner eigenen Verlobung. Ich datte niemals daran gedacht, daß für meine Mutter das einsame Dasein in diesem Hause nicht alles wäre, was sie vom Leben zu verlangen ein Recht hätte. Und ich schämte mich meiner charakteristischen kindlichen Gedankenlosigkeit. So beschloß ich, ihr Glück nicht zu stören und mein eigenes zurückzustellen dis zum nächsten Morgen. Wir leben und lernen. (Berechtigte Uebersetzung von Bruno Glaser.) Die billige Woche Iumt un suniete vinn. Lisette, die Hausbesorgerin des Herrn Struwe datte ins Krankenhaus geben müssen. Und Herr Struwe vries bei dieser Gelegenbeit zum erstenmal bei sich selber die Vorteile der Versicherung, die er wahrend einer 12jährigen Dienstzcit keiner Getreuen allmonatlich am Zahltage vorzuwersen pflegte. Wobe: diese evenso sicher und seelenrudig zu sagen pflegte: ### habe das Dings nicht ersunden" Zu allererst kam er sich in der geraumigen, aber durch eine Unmenge zusammengeerbter Model eingeschrankten Wohnung wie ein Seldübeherrscher vor Denn die Lisette wußtc ohne klassische Bildung, daß das Weib durch Dienen zum Herrschen gelangen kann. Dann aber legte sich recht schnell der Eiser. mir dem er neden seinem Beruf auch noch den häuslichen Pflichten obzuliegen trachtete, indem er mit einem gloßen Flederwisch sehr hastig und schlangenartig owischen der Einrichtung herumtanzte. Er sente eine Anzeige in die Zeitung und hatte dann tagelang die Empfangsseietlichkeiten und Absertigungen von fünf undvierzia weiblichen Wesen jedes Alters und Aussebens zu erledigen. Und nachdem er infolgedessen nur mehr von Zeugnisbergen, Lichtbildern und sogar Heiratsabsichten träumte, war er in seinen Nerven derunter, daß er nun die Nächste nahm, um danLinterher einzuseben, daß es nicht gerade die Beste on sein schien. Kathchen, beiße ich. ja. Kathchen Pappeler. Nicht Babbeler, der Herr scherzen wohl gerne ein dißchen. Denn ich habbele nicht, das brauch: keiner von mir zu denken! Wain man auch zwar seine Zunge nicht da tür hat daß man darauf beißt, um kein Wort zu verschenken, aber...“ „Schon gut, Fräulein Kärdchen. Es soll mir lieb # sein! aber jetzt werde ich Sie in mein Hauswesen einfuhren. Ich bin kein Topfgucker und auch nicht geizig. Aber...“ „Nein, nein.“ unterbrach Käthchen nun ihrerseits eine Gedankenreihe.„Der Herr Struwel hat ja ein Ruto. der kann es machen, das weiß man." „Nach meinem Auto braucht mich niemand zu sarieren, das ist. nun, sozusagen Berufssache. Geiz ist es also nicht, wenn ich ein sinnloses Vergeuden und Vertun in meinem Haushalt nicht leiden mag. An geschulte Könse sehen das leider nicht ein. Ich möchte m gleich in seinen Anfängen abtun, à B.: dier im Hause ist Gas und elektrisches Licht, da erüdrigen sich die Streichhölzer. Dieses kleine Instrument als Gasanzünder werden Sie wohl kennen. Wenn Sie sonst einmal Feuer bedürfen, so besorgen Sie sich es vom Gas aus, mit diesen Fididussen.“ „Gewiß, Herr Struwel,“ sagte Kätdchen steundlich. „Ganz wie Sie wollen.“ Und nahm sich beimlich vor den Rauchtisch nach Zündbölzern nachsuseben „Die Heizung wird nicht vor dem fünfzehnten Oktober in Betrieb gesetzt. Grundsätzlich. Ich besorge sie selber, dann bedarf ich keiner Gynnastik und keines Müllerns. Aufwaschen und Scheuern läßt sich sehr mit Zeitungspavier vereinfachen. Dann braucht man viel weniger Tücher. Ich habe das dieser Tage in meiner Zeitung gelesen und es leuchtet mir ein Sie können natürlich kochen?" „Dus will ich meinen, Herr Struwel.“ „Struwe, bitte.“ „Ich bin doch in lauter guten Häusern gewesen. Als Stütze, Herr Struwe!! Haustochter nennt man es jetzt wohl. Da habe ich was gelernt. ja! In dem einen sein hausen, in dem andern sparsam hausen. Wie Sie es nun halten wollen, mache ich es Ihnen. Sie können sich darauf verlassen, Herr Struwe!“. „Ich lege keinen besonderen Wert auf üpviges Essen. Fräulein Käthchen. Mein Auto kostet mich eine Stange Geld, da muß ich sonst auf Sparsamkeit sehen. Man kann auch auf einfache Art gut kochen. sollte ich denken. „Ja, ja, aus Mehl und Wasser die seinsten Saucen! So heißt es. Also machen wir einmal die billige Woche, Herr Struwel.“ Bei Struwes stieg der warsame Haushalt. Mit Fidibussen. Zeitungen und vereinsachter Küche. Es war dabei freilich nicht vorgeseben, daß Käthchen Pappeler das Wasser über dem Gas zu Klumpen kochen ließ, nur um in noch unbestimmten Fällen Gelegenheit zum Anzünden von Fidibussen zu finden Auch die Teller hatten jetzt oft etwas Raubes und Düsteres an sich, was Herr Struwe niemals zu Lisettens Zeiten zu bemerken brauchte. Denn Käthchen hatte auch diese mit Papier abgewischt. Und Drucker schwürze färbt ab... „Ja. Herr Struwe. das kommt von den paviernen Küchentüchern. Die geben Röllchen ab, auch auf dem V Fußboden. And da hat man nachber eine gange Menge Arbeit.“ so habe ich es za auch nicht gemeint. Käthchen. Nur gelegentlich, gelegentlich benutzen!“ Kätdchen zuckte die Achseln.„So'n Mißverständnis! Das kommt eben davon, wenn man seine Meinung nicht ordentlich austauschen kann, da Sie mich dann immer Fräulein Babbeler nennen. Und das, ja, Herr Struwel, das geht über meinen Ehrenmoder!" „Wa—9—es?“ „Unsereiner darf doch auch seinen Ehrenmoder haben. Mein Herr Justizrat, wo ich meine dritte oder vierte Stelle datte, sprach immer davon.“ „Koder. Fräulein Babbel...“ „Na, ja ich kann die Wörter nicht alle behalten. Unsereins hat ja nicht studiert, weder auf den, noch auf einen anderen Der.“ Rein, Kärdchen datte nicht auf das Höbere studiert. Das zeigte sich immer deutlicher. Aber, obgleich sie einen vorbildlich einfachen Küchenzettel berunterkochte, ging sie an wie ein Licht, während Herr Struwe sichtbarlich schrumpfte. Und die nächste Gasrechnung war so boch, daß Herr Struwe noch böber ging „Das kommt von den Fidibussen, Herr Struwel. Ich habe mir so etwas gleich vermutet. Wenn das in den Zeitungen steht, dann gebt es ins Geld. Na, es ist ein zeitlicher Schaden, pflegte mein Herr Direktor von meiner vorletzten Stelle zu sagen. Zumal, wenn mal etwas kaput ging.“ „Ich bin nun kein Herr Direktor,“ meinte Herr Struwe nervös. Es kam ihm vor, als wenn Käthchen schon wieder rechts und links nach einem Wertstück schiele, das man mit der eisernen Hand nach dem immer mehr anwachsenden Scherbenberg befördern könne. Ja, die billige Woche! „So, so. der Herr Direktor liebte das?“ „Der Herr Direktor war ein sehr gelassener Mann“, sagte Kätbchen spitzig.„Und wer mit dem Geschirr umgebt, zerbricht davon. Das ist nun mal nicht anders auf der Welt.“ Die zuvorkommende Freundlichkeit der ersten Tage war bei Käthchen Pappeler im Weichen. Sie schien sich sicher aus ihrem Posten zu fühlen. Und Herr Struwe, der es sich bereits überlegt hatte, od er sie nicht auch nach der Genesung der Lisette wegen ihtes Eingebens auf seine Sparvläne behalten sollte, eing nun beimlich nach dem Krankenhause, um sich nach dem Befinden seiner Vorigen zu erkundigen. Dort erfuhr er leider, daß er noch etwas Geduld haben müsse, ebe die Genesende wieder ganz auf ihrem Posten sein könne. Da beschloß er denn, in Erinnerung an die schrecklichen Tage mit den fünfundvierzig zeugnisbewaffnete Anwärterinnen, Fräulein Käthchen noch einige Zeit als ein notwendiges Uebel zu ertragen. Auch ein gelassener Mann zu sein oder wenigstens zu scheinen und Gottes Wasser über Gottes Land lausen zu lassen. Was aber auch leichter gesagt, als getan war. Denn nun häuften sich die Küchenzettel, auf denen nur Gehackkes unter verschiedenen schönen Decknamen zu finden waren. Dem armen Herrn Struwe ging dabei der Humor so vollständig aus, daß er sich nicht einmal darüber freuen konnte. zu welchen Wortgebilden sich diese Brisoletten und Frikandellen auswuchten. Sie konnten Fräulein Kardcens Edrenmoder jedenfalls vollständig zur Seite stehen. Eines Tages aber kam er zu einem kleinen Küchenbrande nach Hause. Kath den aber stand seelenruhig am Wasserkruhn und mochte sich mit sehr kleinen Gejäßen ans Löschen. „Man sollte vielleicht nach dem Feuermelder geben. Herr Struwel. man weiß nie, was daraus noch werden kann. Na, Sie sind ja wohl gut versichert. Ich sage es ja immer, diese Fidibusse!“ Der Brand wurde beguckt und geloscht. Die Besich tigung auf Brandschaden kam und Kaidchen proode zeite fröhlich eine neue Kücheneinrichtung mit Butett. Herr Struwe aber schlief keine Nacht mehr und träumte einmal von Zuchthaus wegen Brandstiftung, dann, er sei eine indische Witwe und musse Kathcen, die ein Nabob war, aus den Scheiterhausen folgen. Da, als er beinahe an der Schwelle des Irrenhauses stand, kam eines schönen Tages Lisette wieder. Vierzehn Tage lang haute sie zu tun dis sie den ganzen Ehrenmoder herausgeiegt hatte Immer wieder schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen. Dafür hatte sie aber von nun an auch den besten Hausderrn, der von billigen Wochen gänzlich kuriert erschien. Don kleinen Teuten Aus dem Leben nacherzählt von Joseoh Hachmann. Christenlehre. Vorn stehen die Kinder, dinten die Erwachsenen. Der Herr Kaplan ist sehr ärgerlich. denn heute scheint es ihm besonders schwer, den großen und kleinen Dorfbewohnern die Heilswahrheiten näher zu bringen. Eben ist er beim dritten Gebot und versucht, den guten Leuten klar zu machen, in welchen Ausnahmefällen man auch des Sonntags knechtliche Arbeiten verrichten dürfe. Lang und breit hat er das Tbema behandelt. „Habt ihr alles verstanden?“ Allgemeines Koofnicken. „Ein Beispiel.— Draußen hat euer Vater Heu liegen; versteht ihr?“ Wiederum allgemeines Kopfnichen. Nur der kleine Franz hebi den Finger. „Franz?“ „Wir haben unser Heu schon längst eingefahren, Herr Kaplan!“ „Gut, gut— aber nehmen wir einmal an, euere Väter hätten das Heu noch nicht eingefahren...“ Wiederum bebt sich ein Finger:„Mein Vater hat gar kein Heu, Herr Kaplan; er ist Schuster.“ „Gut, gut—“, macht der Kaplan,„aber nehmen wir einmal an, euere Väter hätten Heu und hätten es noch nicht eingefahren..“ Wiederum hebt sich ein Finger. Der Herr Kaplan winkt nervös ab:„Ihr dürft mich nicht immer unterbrechen“, sagt er im ärgerlichen Ton. Der Finger verschwinde: „.... und hätten das Heu noch nicht einge fahren, sondern noch draußen liegen. Und nun hat es die Woche geregnet, ohne Unterlaß die ganze Woche. und am Sonntag ist plötzlich das herrlichste Wetter. Darf man nun das Heu einfahren oder nicht?“ Kein Finger bebt sich. Man schaut sich an und kichert. Die Kinder laut, die Erwachsenen leiser. Der Herr Kavlan sängt an, seine Rube zu ver lieren:„Habt ihr mich denn nicht verstanden?" Starkes allgemeines Koofnicken „Nun, wer kann mir denn meine Frage deant worten?— Dari man dann das Heu einfahren oder nicht?“ Kein Finger hedt sich— doch, dort hinten der kleine Hans. Er ist zwar nicht der gescheiteste— denkt unser Kaplan— aber vielleicht ist er die Er lösung aus dieser veinlichen Lage „Nun. Hans?“ „Nein!“ schnitt die Antwort kräftig in die allgemeine Spannung. Der Herr Kavlan war start. Waren denn seine heutigen mühevollen Auseinanderlegungen wieder vergebens gewesen? „Ader warum denn nicht, Hans?“ „Das Heu ist dann noch zu naß!“ gibt Hänschen prompt seine Antwort. Die ganze Dorsgemeinde drummelt Beisall. Der Herr Kavlan aber stellt ganz still sein Denken um Wieder mal war seine hobe Theologie mit der Landwirtschaft in Konilikt geraten, aber diesmal mußte sich die Tbeologie beugen „Ja— da bast du recht. Hans“, gibt der Herr Kaplan zu—„aber jetzt wollen wir für heute schließen.“ * Die Kinder sollen zum ersten Mal zur Beichte und erhalten Beichtunterricht. Der erfahrene Pfarter gibt sich die größte Müde, den Kindern beizubringen, daß sie nur das zu bekennen brauchen, was sie wirklich getan haben. Der Pfarter wußte, was er tat. Denn als er im letzten Jahr die Kinder zur Beichte führte. hatte er so allerhand zu hören bekommen. Ein kleiner pausbackiger Bengel datte steit und sest behauptet, er hatte geehedrecht. trotzdem ihm das seln Beichtvater nicht recht giauben wollte „Also Kinder, morgen nachmittag um 134 Udr komme ich in die Kirche. Ersorscht heute noch einmal gründlich euer Gewissen, aber— wir gesagt— nur das beichten, was man wirklich geton dat, verstanden?“ Sie datten verstanden, aber sie waren alle in großer Sorge. Besonders wußte Frivchen wirklich nicht, was er anfangen sollte. Er wollte es so rect! gut machen und den Beichtspiegel im Katechismus auswendig lernen, dann wußte er wenegitens sicher, daß nichts vergessen war. und nun sollte man nut das beichten, was man wirklich getan datte? Frivchen wußte keinen Ausweg, er konnte sich wirklich nicht entsinnen. Freilich— er hatte mal seiner großen Schwester den Kamm versteckt, datte auch mal Zucker aus der Dose gestohlen, allenfalls noch den Karo verhauen, aber das war auch wirklich alles, und das war doll kein richtiges Sündenregister Und wie Fritzchen ging es noch manchem anderen, die sich aber weniger Sorge mochten, sondern die Sache mehr an sich heran kommen lieben Als am andern Tage der Pfarter gegen###4 Udr mit feierlichem Ernst zur Kirche schreitet, siebt er zu seinem größten Erstaunen seine Beichtkinder vor der Kirchentür in fürchterlicher Keilerei. Entsetzt sorinat der dazwischen:„Aber Kinder, was macht ihr denn?" fragt er erregt Klein=Fritzchen defreit mit einiger Mübe seinen Krauskopf aus den Händen seiner Kampfgesährten. Noch ganz außer Atem schaut er den Pfarrer treuberzie an:„Wir machen Sünden, Herr Pfarter!" Der Pfarrer war zwar recht ärgerlich, aber Fritchen und noch einige andete waren ihre großen Sorgen los. Kleine Geschichten Winteridyll im Engadin. Von Hans Gäfgen. Wer von St. Moritz aus die Fabrstraße an den Kulm-Hotels vorüberwandert durch den meterboch verschneiten Winterwald, dem öffnet sich zur Linken plötzlich der Ausblick in ein breites, von boben Gioseln mütterlich umbegtes Tal, in dem die Häuser einer Ortschaft sich lustig um eine Kirche tummeln. Dies ist Celerina, ein Idoll im Engadin. Stille herrscht hier, durchläutet von den Glocken der Schlitten, die aus dem Wege zwischen St. Moritz und Samaden vorüberfahren, wohl auch am Nachmittag Gäste bringen zur„Patisserie Frizzoni“, einer im ganzen Engadin und weit darüber hinaus be rühmten Konditorei. wo man zwischen herrlichen Sommlungen aus alter Zeit, aus Biedermeierstüdlen sivzend, treffliches Gebäck zu trefflicher Schokolade erdält Und wenige Schritte von dieser Stätte geruhsamer Einkehr liegt Cresta=Kulm, das ich mir zur Winterfrische erkoren, weil es eine sonnendurchflutete, mit einem einzigartigen Ausblick auf das Gebirge gesegnete Halle hat und nicht den unversönlichen Massen betrieb der St. Moritzer Hotelvaläste kennt. Celerina ist gewissermaßen der stille Vorort von St. Moritz, das man in einer Viertelstunde bequem erreichen kann. Wenn ich an meinem Fenster stebe oder in der gnadenvollen Mittagssonne liege, habe ich den Blick auf die Bobbahn und die Cresta=Schlittenbabn. die beide hier enden. Bequemer kann man sortliche Spitzenleistungen kaum irgendwo genießen, als hier. Und wie herrlich dieses Erdenfleckchen eingebettet ist zwischen den sanf geduckelten Höden! Man könnte beinahe meinen. Celerina sei in einer besonders gnädigen Stunde vom Schöpfer mit liebevoller Hand in die Landschaft gestellt worden Auf geebneten, durch immer neue Ausblicke ver schönten Wegen gelangt man rasch und mühclos nach Samaden, dem reizvollen Hauptort der Gegend, oder nach Pontresina, der bekannten Winter= und Sommerfrische des Engodins. Durch die Innschlucht erericht man unter Umgebung des geräuschvollen St.=Morn=Dorses das stille im Winter nur wenig besuchte St.=Moritz=Bad. Der Weg ist für den, der die Schönheiten eines mit Kälte und Schneelasten unablässig kämpfenden Gebirasflusses zu schätzen weiß von ganz unbeschreiblichem Reiz. Die Felsblöcke im Strombet: tragen hobe weiße Kappen, von denen silberne Eiszapsen, sich zuweilen zu bläulich schimmernden Schleiern verdichtend, niederhängen Unablässig schäumt und draust der Inn und sendet weihen Gischt zu den Zirbelkiefern auf, die in schwarzlichem Grün, wie dunkle Höllenslammen, in das Himmelsblau ragen. Rein Mensch weit und breit, nur der Fluß, der sein Kampflied froh und nie ermüdet in den Tag singt, und dann und wann ein Sonnen blick, der wie ein silberner Vogel über den Wassern schwedi. Es ist Samstag, am Nachmittag. Ich gebe die Straße, die nach Pontresina führt. Zur Linken liegt San Gian, eine zerfallende, uralte Kirche. Ich schreite die Treppe dinauf, die zum Friedhof geleitet, der seine Hügel, wie ein kleines, dewelltes Meer um das Golteshaus legt. Tief sinke ich ein im lange nicht detretenen Schuce und lese die Namen derer, die dier schlafen. Es flud südliche rätoromanische Namen meist Im Tale schreitet Dämmerung und lösch: mi: sanster Hand den leuchtenden Wintertag. Die Berge glüben in Purvur und Gold. Und das Wogen der Abendalocken, die den Sonntag einlauten, in wie eine Weise, die eine ewiee Hand aufklingen läßt aus Givseln, Tälern und Abendschweigen. * Dom Berliner Pflaster. Von Hermann Dieck. Bismark. Es war eine belebte Straßenkreuzung. In der Mitte stand ein Schutzmann und leitete den Verkedr, — jetzt von Süd nach Nord, dann von Weit nach Ost. Wic Barrikaden standen dann die Fayrzeuge neden der jeweiligen Fahrrinne ausgereiht und warteten darauf, in ihrer Richtung losgelassen zu werden. Was aber war das? Mit einem Male radelte in die NordSüd=Richtung, die gerade im Fahren begriffen wor. ein Mannlein aus der Ost=West=Richrung hinein. Unscheinbar, ängstlich irrte es in dem Chaos umder wie eine Maus, die zwischen lauter Katzen geraten ist. Und das Ende war, daß die ganze Fahrt ins Stocken kom. Ein wüstes Geschrei erscholl, Fäufte erboben sich, einige Chauffeure stiegen aus und rissen den Mann vom Rad, und der Schutzmann kam wutend mit dem Notiebuch herangelaufen. „Wer sind Sie?“ schrie er wütend.„Was###! Ihnen ein?“ Das Männlein schlotterte in den Handen dei K 32 X S 8 85 * 7 9 S. *—* 5 * 1 15 95 —** S 2 5 5 * 9 — S 8 *s 2 2 2 * s *** 9 2 □ == 25 ** ** 5 S SSSE 825 R 9 S Stn2g S e. à 5S +•7• S..#S9 —*— * S EgE S 9 7 22 S. S SS. — 2 *** S— 5 S• 193 S 2 2. 10 S 28 S.2— .* 3*" 1.5727. 955 — + v." 2— *(0 23—* * S 0— .= se * S. 7 S• 93 2 5- 8 3 S 2* **— 19 2— *— *."—— .. 2. e *—— —= 5 2 2— * 2* 8 3"— Xs 2 * * * S S9 9* 5 P 9s 8# 9 5 3 S 53 5—8 " E S## 30 2 5 8 5 ** **—*— ** 8 5 S 2 • 2 K 2 S 3 2 5s 2 = 5 9 x 2. 8 5 S 5 T: 83 E** — S 9• "—— S 5 55 *** 2. #T9.- k 2 2 3. * 7 2 1 * Aus Westfalen und Rheinland. Millionenschmuggel mit Rauschgiften an der polnischen Grenze. h Dortmund. 4. Jan. Vor längerem hatte die St#dt Dortmund das Hotel Middendorf. an der Westseite der 1. Kampstraße abbrechen zu lassen. Da nur ein Teil dieses Geländes zur Erbreiterung der Kampstraße benötigt wird, soll jetzt aut dem restlichen Teil ein neues Geschafts= und Bureaubaus erstehen. Die Arbeiten sind bereits soweit gediehen, daß schon in diesem Monat mit der Inangriffnahme der Bauarbeiten beaonnen wird. Die Stadt hat nun das grone Doppelgebäude Brück straße 12=11 für ungefähr 1 Mill. Mark in ihren Besitz gebracht. Dieses Doppelgebäude soll mit dem erwähnten Neubau später verbunden werden, so daß aus diesen drei Häusern, ein einziges riesiges Bureau= und Geschäftshaus erstehen wird. Dieser Großbau wird von zwei Straßenzügen umsäumt sein. nämlich von der 1. Kamp= und Brückstraße. Man hofft, die drei Gebäude dee am Jahre 1930 zu einem einheitlichen umfangreichen Bauwerk zusammenschmelzen zu können. Bis dahin ist auch den verschiedenen Ladeninhabern Gelegenbeit und Zeit gegeben, sich nach anderen Geschäftsräumen umzulehen. Gegen den Baum. * Dortmund. 4. Jan. In der Nähe von Dortmund fuhr ein mit 5 Personen besetztes Auto in einer Kurne gegen einen Baum. Durch den Anprall flog der Wagen in den Graben. Zwei der Insassen erlitten schwere Schädelorssche, zwei andere leichtere Ver aucht. In der Nacht zum Freitag wurde die Feuerwehr su einem neuen Brand alarmiert, der in der Severinstraße auf dem Gelände der ebemalisen Gernisonbäckerei ausgebrochen war. Sie sand das ganze Gebäude in Flammen. Die fünf Wehren mußten sich zunächst lediglich darauf beschränken, die nastoßenden Gebäude zu schützen. Ein starker Wind erhöhte wesentlich die Gefahr des Ueberspringens durch Fnnkenslug. Nach 1½stündiger angestrengter Arbeit mit 14 Schlauch ch Polnische Beamte und Staatsangestellte beschuldigt. Warschau, 1. Jan.(Tclegr.) Einem a leitungen gelang es schließlich, den Brand auf seinen Herd zu beschränken, so daß der größte Teil der letzungen. Die Verletzten wurden in das Lünener Krankenhaus eingeliefert. abschürfungen. Der Führer erlitt nur HautEverswinkel. 1. Jan. Dem ministerischen Bekenner= Bernhard hischof aus der Kulturkampfzeit Dr. Jobann Brinknann ist auf dem Kirchplatze seines Geburtsortes Everswinkel ei Denkmal errichtet, und Everswinkel ist stolz darauf. die Heimat dieses mutigen Mannes zu sein. im so größer war die Entrüstung. als man am Sonnlagmorgen soh, daß in der Nacht Burschen das Denkmal bemiegen und der Bischofsfigur die Nase abgeschlagen haben. Es scheint sich um die gleichen Flegel zu handeln, die vor einigen Tagen auf dem Friedhafe das Denkmal einer Familienaruft umgeworfen und beschädigt haben. Wehren nieder abrücken konnte, während zwei das Aböschen und die Aufräumunssarbeiten besorgten. Die Entstehungsvrsache ist noch nicht geklärt.— Während Brandes entstand auch in einem Hause an der Weihbüttengasse Jeuer, das aber schnell gelöscht werden konnte. Schwerer Betriebsunfall. ## Wiesdorf. 4. Jan. Als im Betriebe der I. G. Farbenindustrie. Werk Leverkusen. zwei Arbeiter Sauerstofflaschen abluden explodierte plötzlich eine der Flaschen. Ein Arbeiter aus Köln=Mülheim wurde tödlich verletzt, zwei weitere wurden verletzt h Niederlahnstein, 4. Jan. Bei einer Besprechung brachte Justizrat Dr. Dahlem zum Ausdruck, daß mit einer Vereinigung der Städte Oberlahnstein und Niederlahnstein zu rechnen die wahrscheinlich schon im Jahre 1930 stattgedehuten Rauschaift= und Arzneimittelschmuggel sind die polnischen Behörden an der oftoberschlesischen Grenze auf die Spur gekommen. Eine große Anzahl volnischer Handler ist verhaftet worden. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, daß der Schmuagel seit medr als 2 Jahren betrieben wird und der volnische Staat mehr als 11 Millionen Mark an Zöllen verloren hat. Polnische Beamte und Staatsangestellte sollen gleichfalls in die Affäre verwickelt sein. obwohl er bereits 100 000 Schilling von der katholischen Filmstelle erhalten hatte, über deren Verwendung er kaum zur Halfte Rechnung legen konnte. Die geschädigten Verliner Regisseure haben darauf ihre Ansprüche geltend gemacht und 20000 Schilling. die Zuchs bei einer Wienes Bank devoniert batte, mit Beschlag belegen lassen. 14 Cote in Lüttich. Lüttich. 4. Jan.(Telegr.) Noch den letzten Meldungen über den Unfall auf der Straße von Comblain betränt die Zahl der ertrunkenen Arbeiter vierzehn. Bie ietzt wurden drei Leichen gevorgen. Die Suche nach den Verunglückten dauerte die ganze Nacht an. c1 finden werde. kreise im besetzten Die Gebiet der 1932 Landvor Umorupvierung treise im besetzten wrviel sei für gesehen jedoch erst nach Räumung Der erste und wichtigste Gesichtspunkt für ie Neupildung der Kreise ist die wirtschaftliche Notwendigkeit, die auf Altenhundem. 4. Jan. In dem hiesigen EisenbahnAusbesserungswerk wurde der Arbeiter Weber aus Bilstein tat aufgefunden. Die Leiche wies am Kopf Brandwungen auf. die von einer Stichflamme herzurühren Bisher steht noch nicht fest. auf welche Weise scheii Weber zu Tode gekommen ist. Aus diesem Grunde wurde die Leiche nom Amtsgericht Kirchbundem beschlagnahmt. k Obetbundem, 4. Jan. Der zweijährige Sohn eines Gutsbesitzers in Schwartmecke fiel in dem Augenblick in die mit kochendem Wasser gefüllte, Badewanne, als kaltes Wasser geholt wurde. Das Kind erlag bald darauf den schweren Brandwunden. Waldheide. 4. Jan. Nach dem Besuch einer Fest lichkeit wollten drei junge Leute nach Hause fahren. und luden ein 20jähriges Mädchen aus dem benachbarten seidenoldendorf zur Mitfahrt ein. Nach emigem Sträuben, willigte das Mädchen schließlich ein. Auf einer einsamen Straße stiegen schließlich alle vier aus. Als das uneo davongefahren war, stürzten sich die drei Burschen auf das Mädchen. warfen es in den Straßengraben und ließen sich zu Bedrohungen Als das Mädchen um Hilfe n1ud In on hinreißen. Als das Mädchen um pr schrie, steckte man ihm Schnee und ein Tuch in den Mund. Während zwei der Burschen bald darauf von dem Ovser ablieren und flüchteten, beging der dritte an dem Mädchen ein Verbrechen und ließ das Mädchen in der kalten Nacht am Wegrand liegen. Einige. Stunden später wurde die Ueberfallene von einem vorbeifahrenden Fahrzeug mitgenommen und nach Hause gebracht. Die sofort ausgenemmenen Ermittelungen der Polizei nach de Tätern führten bereits zur Verhaftung de Unholde h Essen 4. Jan. An der Ecke Oberdorf= und Helm holtzstraße stieß gestern gegen 18 Uhr ein Lastkraftwage mit Anhänger mit einem Straßenbahnzug der Linie zusammen. Dem Motorwagen des Straßenbahnzug wurde der Vorderverron vollkommen eingedrückt, währer das Auto nur leicht beschädigt wurde. Der Straßenbah wagen mußte ahgeschleppt werden; der Lastkraftwag konnte seine Fahrt fortsetzen. Bei dem Zusammenste der in seinen Folgen bei dichter Besetzung des Perro katastrophal gewesen wore, zaa sich ein vierjährig Mädchen eine Furqueischung zu und mußte d Krankenhaus zugeführt werden. Außerdem wurden n einige Personen leichter verletzt. Wer die Schuld and Unglück tragt, steht noch nicht: Vereinsachung und Ersoarnisse bindrängt. “ R h e i n b a c h. 4. J a n. D i e S t a d t M ü n s t e r e i f e l hat noch keine Notgeldscheine des Kreises zurückgezahlt. die Landbürgermeisterei hat sie überhaupt noch nicht anerkannt. Der Kreistag hat nunmehr beschlossen, in den beiden Bezirken keine Wegebauten ausführen zu lassen, wenn sie ihren Verpflichtungen, nicht nachkämen. Außerdem erklärte der Landrat, der Stadt= und Landkreis Münstereifel werde auch für sonstige Zuwendungen gelperrt werden. h Benrath. 4. Jan. In der Düsseldorferstraße in Holthausen stieß ein Lastkraftwagen mit einer Straßenbahn dadurch zusammen, daß der Chauffeur durch einen ihm entgegenkommenden Krastwagen stark geblendet wurde. Der Führerstand der Straßenbahn wurd: neustandig ineinandergedrückt. Der Straßenbahnführer trug schwere Verletzungen davon. und mußle sojort dem Krankenhaus zugeführt werden. Der„Last kraftwagen wurde leichter beschädigt und der leicht verletzt. Durch das Anglück trat eine erbeb Unterbrechung im Straßenbahnbetrieb ein Der gerissene Sektreisende. ### Berlin. 4. Jan.(Telegr.) Bei mehreren bantlungen ste tender und Vertreter erster französicher Edamoggerschhrlten. das ganze deutsche##ebiet aus. Lvoner Cyphusopfer. 2# Paris, 4. Jan.(Telear.) Der Toobusevidemie von 1 bebliche Drei Kinder ertrunken. Wehrden, drei Schulknaben, im 2 Völklingen. 4. Jgg.,, Heute nachmittag ertranken beim Betreten eineo Weihers. in der Nühe von Schulknaben. im Alter von 8. 19 und 11 Jahren. Eine Rettung war nicht möglich, da die Einbruchsstelle mitten im Weiber liegt dus Eis nicht genügend tragfähig war. und Benzinexplosion. 4 Saatbrücken, 4. Jan.(Telegr.) Die„Saarbrücker Zeitung“ meldet aus Hüttigweiler: Im Hause der Witwe Woll entzündeten sich beim Amfüllen von Benzin die sich entmickelnden Dämme an der Gaslampe —„* „ Flg.(Telent.), Her menleren Verliner Weingroßbandlungen stellte sich vor kurtem ein sehr eleganter, sicher aufiretender Herr vor. nannie sich Ren Tournere aus Paris und gab sich als Sektgroßhändler * C L o m a a a n e r f a h r t# e n f ü r aug, winine Weingroßhandlungen schlossen größere Vertrage ab. und da Tourner: gerade Geld benotigie, so leisteten sie die gewünschte Anzahlung. Es waren stige mohrere hundert Mar', Tournère ließ sich dann nie mehr blicken. Auch das franzö#i#ce Generalkonsulat in Berlin mußte an die betrügerif Gewandtheit des eleganten Franzosen glauben. Tournere erhielt vom Sekretarigt des Generalkonsuls ein hübsches Sümmchen„geliehen. Berlin ist nicht die einzige Stadt. die der falsche Chrmvagnerreisende heimsuchte. vam burger. Kölner. Düsseldorfer. Mainzer und Hannoversche Wein= und Sektfirmen fielen auf die Betrügereien Tourneres herein. Nach monatelangen Nachforichungen gelang es heute früh, den Betrüger auf frischer Tat zu jassen. * Mit 20 000 Mark geflüchtet. Berlin. 4. Jon.(Telear.) Der 54jährige Kaufnann August Brecht. der in der Neuen Friedrichsttaße in Geschäft zur Vermittlung von Gutskäufen betrieb, hat inem Gutsbesitzer aus Greiz. der sich in der Mark oder —. an. 20 000 an.(Telrar.) Der Topou. Loon, die nun erloschen ist, sind nach einer Meldung des„Petit Parisien" im ganzen 110 Personen zum e# Opfer gefallen. 27 Sceleute ertrunken. ch Paris. 4. Jan.(Telegr.) Bei Port Mahon 9. den Valcaren ist der französische Dampfer„Malakoff" im Sturm gescheitert. Von der Besatzung konnten bisher une seche Personen gerettet werden Die Zahl der Todesopfer wärd mit 27 angegeben. * Französischer Dampfer vermißt. 2#e Paris. 4. Jan.(Telegr.) Im Hasen von Tecamp wird seit einer Woche ein Hochseefischdampfer vermißt, der 42 Mann Besatzung an Bord hatte. Man glaubt, daß der Dampfer beim letzten Sturm im Atlontischen Ozcan untergegangen ist. mann C in Pommern ankausen wollte. einen Betrag von Mark herausgelockt, den er angeblich als Anzahlung zur Erwerbung eines beiond## billigen Gutes brauchte. und ist dann aus seiner Wohnung verschmunden. hertrümmertes Flugzeug ohne Insassen. ##r Paris, 1. Jan.(Telegr.) Nach einer Meldung algerischen Trümdes„Journal" aus Oran wurden 4 Kilometer mestlim nen G an der in Fioala ereignete an Eine wählerische Sel Breslau, 4. Jan.(Telewurde in seiner Wohnung. im Gru straße 2. der im Alter von 69 graphenassistent Thamm sowie? tot aufgefunden. Bei beiden ist Todesursache. Die Pohnung wa wies am Handgelenk noch Schn von einem Rasiermesser her von ihr selbst verbunden wonde sich vorläufig den Fell so. daß di Gas umbrachte und dann Selb##t# der Pulsadern zu verüben versu lich, als ihr das zusschmerzhe veraiftete. Ea wird jedenfalls haber M im kleihe. gr.) Der Waldenburger iesener hat im Somveration unter Mitwirahke durchgeführt, ohne seinem Vorhaben zu bei um einer Leistung von#1 Stunden und Vorfahre aufgestellen Weltrekord Militärflieger Croon und Groenen, mit aufnahme im Fluge, der 60 Stunden 5 Sekunden betrug überboten. ###er Weltrekord obne Letriebestotfaufnahne wird von den deutschen Junkereniloten Ristics und Zimmermann met 65 Stunden. 25 Minuten, 14 Sekunden gehalten " Menrnten den der belgischen Betriebsstoffe 7 Minuten. fest. Die Gpfer von Keiseren Keltäset Fr Aerine; u.eestuneh erkel Frau wieder eingeliefert worden ist.6 wiel Die Bluttat in Elberfeld. .* Eherfeld, 4. Jaa. Wenigstens nach ihren äußer. und unmittelbaren Anlässen hat die Bluttat des Elberfelder Polizeiwachtmeisters Ohlsberger eine Aufklärung durch die Darstellung der einzigen bei der Tat anwesenden Zeugin gefunden. Wie die Kriminaldirektion mitteilt. haben die Vernehmungen der Mordkommissiog bestätigt, daß der junge schwer verletzte Kraftwagenführer Hoitz von dem Schupobeamten etwa 500 bis 600 Mark geltehen hatte. um damit auf eigene Rechnung Lieferungen durch Kraftwagen für Elberfelder Firmen ausauführen. Die Absicht seines Freundes. dieses Geschäft qufzugeben und Elberfeld zu verlassen, bat den Schuvobeamten dazu getrieben. Hoitz aufzusuchen, wobei er ihn nach einem Wortwechsel niederschoß. Millionen Mark. von Hälfte als Barerlös #n hat. 50 Prozent als ver#rger Stadtverordnetenungsausschuß eingesetzt, den Berliner Bankier datsanwaltschaft zu ersidium in Breslau die ens gegen den Oberrober Nachlässigkeit geSie wollen„Graf Zeppelin" überbieten. (u. s Insassen des noch immer auf seinem Rekordbefindlichen Eindeckers„Question Mark“ hoffen. die vo1 Frischschzögser, vo, Lalsebast 11, Stundende Plk. in der Lust blieb von der„Luestign Mark“ benötigten Brennstoffes s bisher glatt vonstatten gegangen. Eine Füllung wird jeweilig in 110 Minuten bewerkstelligt. Auch in dieser zi das Flugzeug, seine Fahrt mit der unnermeter in der Stunde ssgit von durasamitluich 110 Kilominderten Ein neues Großfeuer in Köln. * Köln. 4. Jan. Gestern erst wurde der KaiserWilhelm: Ring von einem Großfeuer heim19 den 1. einem An Höhe von 1. ch ∆ Husum, dem hiesigen— Landwirte, darunter zw. Pfandbruchs und Steuerver. hatten. wobei es vor d. Demonstrationen kam. endete mit Gemeindevorstcher; wegen Pfar Geldstrafe. Acht Angeklagte wur strafe verurteilt. ein Angeklagter an Beweisen freigesprochen. ilmunternehmens. en einer außergewöhnder 21jährige angebs verhaftet worden. n eines DominikanerDominikanerordens ische Filmstelle te ein Provamat", gedrebt eute engagiert #e sich beraus Film vorlag ung verfügte Epidemie in Coledo. . Paris, 4. Jan.(Telear.) Havas berichte: aus Toledo, daß dort eine Evidemie ausgebrochen sei, deren Charakter noch nicht festzustellen war. Es bandelt sich um Erscheinungen, die auf Grippe oder Tophus ließen lassen. Bioher sind bereits 18 Todesopfen zu verzeichnen. * 20 000 Likörstuben in Neupork. Neunork. 4. Jan.(Telegr.) Nau#— Angiven bestehen in Neuyork gegenwärtig nicht weniger is 20000 Likorstuben. Von 500 Alkoholpro analosierte, enthielten in Neuhort gegenwartig nicht Von 500 Flleholgrobzi, die mar waten. vollkom““ Unen128#“#. Paren sammengesteist uunz der ungefäbrlichen Ellodallorz= ammengestellt und nur 17 waren irklich intde# BAHDEIF a dustrie * Eine preußische Unleihe. Von unserer Berliner Vertretung. # Berlin, 4. Januar.(Eig. Drahtber.) Die Anleihepläne der preußischen Staatsregieeung bestätigen sich. Es soll ein Betrag von 100 Millionen Mark auf dem Wege der Innenauleibe beschafft werden, und zwar hauptsächlich zur Durchführung von Meliorationen, Siedlungen und anderen Anlagen. Allerdings steht die erforderliche Zustimmung des Reichsbantoräsidenten vorläufig noch aus. Die Tatsache, daß man sich in Preußen mit dem Gedanken einer großen Inlandsanleihe trägt, läßt darauf schließen, daß man die Lage des deutschen Kapitalmarktes, zur Zeit wenigstens, günstig beurteilt. Es mug allerdings vor einem zu großen Optimismus gewarnt werden; denn die Erjahrungen bei der Auflegung der letzten Reichsanleihe geben die Lehre, daß eine übereilte Inanspruchnahme des inländischen Kapitalmarktes nicht unbedenklich ist. Die augenblickliche Lage des deutschen Kapitalmarktes hat mit der damaligen eine gewisse Aehnlichkeit. Hinzu sommt, daß auch die Reichsbahnverwaltung und die Reichopostverwaltung sich mit Anleiherlanen tragen. Ein solches Wettrennen der bebördlichen Stellen vermag der deutsche Anleihemarkt zur Zeit sicherlich nicht zu ertragen. Die Reichsbank, die ein entscheidendes Wort mitzusprechen hat, steht vor der schwierigen Aufgabe, den richtigen Weg zwischen dem notwendigen Kapital auf der einen und der vorhandenen Schwöche des deutschen und darunter. für Monatsgeld 7½ kont für Warenwechsel stellte sich Privatdiskont bleibt unverändert Sichten. Fuchen 19.90 bis nivel 13.20 hie oden 18.50 bis Vhl= und FntterDüsseldorfer B Düsseldorf, 4. Jan.(Telear sich heute für Kohlenwerte sich allerdings weniger in KurUmsätzen bemerkbar machte wurden Lothringen aus dem busch und Niederrheinische b Braunkohlen werten etwar abgeschwächten Kurser übrigen Werte unverändert kam in Kalikuren zuf 5553, Pe elhssgegees Vertriehsiosen, B1 stehun von 5233 steuer usm.. 21o 1 2l. und 015 207. Higt# ein Reingewinn von 2792 927 Mark. FSur: Es wird deantragt, daraus 15 Prozent Flelsznde für die Stamm= und 8 Prozent Dinidend= in: die Vorzugsaktien ausammutt n, Tipidende für ut die Stamm= und 8 Prozent Dividende zur Vorzugsaktien auszuschutten. Im Vorstandobericht e: heißt es: Das abgelausene weschäftsjahr brachte uns, ge*“ fördert durch den guten Sommer einen F— Adler 1. Prozent an. Industrievapieren 3 Prozent. desgleichen p# Elsa Zement vlus 3 Prounverändert. Im Terminban? schäf: 1n * 3 iger rocnt ebenso aggon blieben Preise auf letz Gesch in Kall Tendenz neigte zur wesentliche Aenderung Kassakurse stellten sic 1421 6 Steinkohlen Goldschmidt 95 G. 9 Hoesch—. Kali=J 103•, G. 1021 6 Mannesmann 260 B. Rheinstah werke 92¼ G. 9. es nur zu einigem und R. W. E. Die In Verlauf trat eine Die Ansangs= dezw. : Barmer Bank 143 G. Koers 123 G. 122½ B. pener 1355„G, 13 418 G. ¾X. 237. Klocknerwerke (enessen 122 B. 121(5 77½ B. R. W. E. 262½ B 137¼ truchtmarkt# Die Tendenz füt rend Erdsen vernachlässigt werden heute unveränkert.— Auf dem v..### das Geschäft Abig. Wesentliche Preisänderunge den nicht heie##t. Die feste Tendenz für Pfeisr und Piment hält a— Auf dem=chmalzmarkt zar die Tendenz jest. Fs wurden notiert: Amerikanischr= Steam Lard 29.50 Dhlar. Raffiniertes Schmalt versaedener Marken in Tiees 31—32 Dollar(in Firkins zu Kilo dem Kalte. Dus abgelaufene Geschaftoinn.ue Enr. ndert“#“ fördert durch den guten Sommer. einen ansehnlichen Terminmal““, P## Mehrausstoß unseres in immer weitere Kreise einabgeschmtct., Die dringenden und überall bekannten DAB=Bieres. Hand #t erhielt.sch, da“ in Hand mit dem Mehrabsatz ging der wettere Ausbau Vonreise sind: San; der Biquerei. Hauptversammlung am 29. Januar. 5. Prime 196 112. zentrakamerikanische Reichsbankausweis. uf der el*“] Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Dezember eswert verandert. Das 1928 hat die„gesamte Kavitalanlage— Nach dem ausweis der Re f die 1928 hat die gelamte## e werter in engen Grenzen, wobei sit die Megseln und Schecks. Lomb tel Basis halten.— Auf dem bülen: Ultsmowoche um 883.4 Millic h###lten sich die Umsätze in ruhigen Bassten. zugenommen. Die Zunahmee üt Linsen und Bodnen ist weiter fest, wah Lak 2ug menguge an Matgrnachlässigt werden. Die ntuntage der Bank in mmparos und Effekten in der Kistionen auf 2946.8 Mill entfällt mit 695,8 Mill. R9 B. Ver. Stadl h Berlin. heute namen lich frark ein „##märkte. Broduktenbörse. vohnen ist weiter fest wäh= zugenommen. Die Zunahme entfällt mit sau## min## erden. Die Preise beben auf die Bestände an Wechseln und em Gewürzmark blieb 2insonen„Nm, angewachlen sind. Außerdem 1.2“ sIHD. WNEI WI.E m u n n e s c h s s c h a t z w e c h s e l n a n g e k a u f t w o r d e n Die Lombardbestände haben sich um 138.5 Millionen auf 176.1 Millionen RM. erhöht; die Anlage in Ersekten ist illionen RM. annabernd mit 92. geblieden An Reichsbanknoten Unverandert und I.#4„ r. in n zu ie 12.0 Kigramm sammen sind 4610 Minlionen R9 1.5 Dollar teie; als in Tierces), Hamburger Schmalz flossen im gn#nen 72 in Drittellon##. m.. Can or an n 8e. elegr.) An der Börse mußten . nie für Brotgetrei de zem:# zen laa um 2—3 Mark billiger n der Rückgang auf virka 1.50 datte mur roch: märges Geschaft igen Preisen. Hafer lag stetig. as Geschäft war fur alle Artikel urden notiert: Weizen, märk. 20 rk. 192—201, Futtergerste 192 200 Mais 224—225. Weizenmehl mohl 25.40—28.00. Weizenkleic 14 50 Viktoriaerisen 42—50. kleine Erbien Kilogrammu markt war d gegen die letzt 22.30—220 ausländ. Ger La Plata=Lein handel wurder Mai 180.00 L matt. Rognen ner Juli 18 Marz 173.00— Tendenz: feste Mai per Gari H. Wiun sotiert: Wleizen per März 17° bs. per nier, per Juli 186.50 Verk Tendenz #er März 172.25 bs. per M. 181.30 bz. Käufer Tendenz; man berste per per Mai 173.50 bs. per J 173.50 hz — Mais per März 177.50 äufer. pr. # 10•0 Cauter. Tendentester mu 16.00—15.50. gelbe Luvinen 17.90 aus Bier s ab Rentenbankscheinen zunmmen uno unzn minionen AM. in den Verkehr abgeflossen: im einzelnen erhohte sich der Umlauf an Reiche„ Wpetten)„P“ 810 Fronninoten um„iin Mininen und umm. Min. M., derMarke Kreuz, 35.00—zenige an Rentendankscheinen um 15.5 Millionen auf verzollt.„Auf dem. Geis.!2“ 18#g Millionen RM. Dementsorecheno sind die Bestande Stimmungruhig. Die Prei E##n der Reichsbank an Rentenbautscheinen am 7.4 Millionen Motiz unneranner: Es notiert,###RM. zurückgegangen. Der gesamte Zahlungomittel— ga Sate:#umlauf stellte sich unter Einbeziehung von etwe 965.0 Millionen RM. Scheidemunzen und etwa 1000 Millionen RM Privatdanknoten auf rund 9615.0 M7 gegen rund 6300 Millionen AM Ei.=„ den Gelder zeigen mit 816.1, Millionen RM. einen Zuwachs um 319.6 Millionen m0 mnnar 22.10—22.30. Haser 200.—22.00. 16.70—0,90.Maie 18.50—.0 RM. 18.10 18.15 Gulden. I.. Termin3. 5: imn einstelgen und nit 1.53 Riclionen Pehsne: an degunggadlge: Levisen Cold, allein betrug 35 1 Praue. aauu e Vorwoche und 315.6 Millionen RM. estände an Gold Millionen 1927. Die fremAllgmeine Nachrichn Prtmunder Aktienbrauerei ne Geschaftsjahr kten eberorodut erbra Einnah nach Jug der mit Gedie durch Gold 94 gegen 6#. Ende 19 und 4 Prozem 10.9 Prozent E deckungslähige Devtsen 52.5 1 in der Vorwoche und 47.0 gen 80. de 192: cht rotut ** C Unser Umbau-Ausverkauf ist ein Ereignis. Um vollständig räumen zu können, verkauten wir das gesamte Werenlager, bestehend aus nur modernen Hüten zu tebelhaft billigen Preisen. Nur noch einige Tage. Modehaus Joseph, Herne Bahnhofstraße 14. Im Saalbau Anlauf. Herne, von der Heydtstr. 47, finden Samstag ab 7 Uhr und Sonntag ab 4 Uhr große Kostümfeste! statt.# Vollständig neue Saaldekoration. „ E r s t k l a s s i g e J a z z- M u s i k. Einirittspreis pro Person 50 Pfennia Sicht danon Nehmen auch Sie diese Gelegenheit wahr! Unsere **** S#sss * 9. aa TS1:: „ a5g gsn. S Damen-Häntel u. Kleider sind im Preise bedeutend herabgeselzi. Jedes Teil ein Gelegenheitskauf! & C0. Mssngonunggnngung Ho Erstes Spezialhaus Herne für Damen-Konfektion Monuanzug g ungenugzgggng An Ksme Rr *** . TE 8555 KK 1 —.• 9• X** ramm 3 C. 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Durch Verfügung des Herrn Regierungs2####cbräsidenten in Arnsberg ist der Stadtoberinspektor S E S 25 =SSi 5 ## S###s- Les- S. 2—21 . S 3—. 9FX 15 Literarische Natgeber 25. Jubiläums=Jast Deutschland: Herausgegeben von Dr: 928—1129 Verlag:„ Im Spael“Josef Kösel& Friedrich Pustet. Es ist das 25. Mal, daß der Litera: erscheint, seit mehreren Jahren herausgegeben vor Dr.— helm Spael, der sich auch um den Jubssaum mit Fleiß und Umsicht bemüht hat. Der Ratge aus zwei Abteilungen; die erste umfaßt alle Sp## zur schönen Literatur, zur Kunst und Rusik gehönn. zweite, etwas umfangreiche, ist den wissenschaftlichen Hah#ngewidmet. Beide Abteilungen haben sich ale Haustiel die literarische Kritik gesetzt, um durch sie eine möglichtzlässige Buchberatung ausüben zu können. Der##### s n Bucherschau, die nur auf ein= Ucbersicht enn werter Bucher und Schriften abzielt, er will vielnich Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt von prinzGesichtspunkten aus beurteilen, will sie in Ii##rartsche kultureller Hinsicht kritisch werten und L#durch amm. zur kritischen Betrachtungsweise erziehen. Jedem Rez Ueberblick über ven gegenwär Stand der Produktion in dem einzelnen Fache vora# ct, so daß sic das Bedeutungr.. im Bereiche des Neuen von selbst abbevt. Die Kritiken einzelnen Bücher sind möglichst knapp gehalten, bieten# illes Wesentliche, vas zur Unterrichtung dedient. Vorrätig bei: Koethers& Röttsches, Her neben 9 TSRTRESR „#T-ksgSgi T gSSSTT . 2.a Saen. ne 2"— * T.„Leße-er. 5558R 55 — . SS9-Tn S#ost. E #n * 4 z 5 5 Sasa e S Sn * 7•—• "** S P13T9 S S. 8 2 K 5 8* * 2 —*I E•-— 9.*—.— *— = 2.—„—1. S SJ. * KS S 5. XGES- karl Klein widerruflich zum I. Stellvertreter des —SSSDE Standesbeamten für die Standesamtsbezirke Herne! 9**.#* ind II bestellt. Der Stadtkassenobersekretär Theodo: Zalland ist von seinen standesamtlichen Obliegenheiten ntbunden. 674 Herne, den 4. Januar 1929. 1 Der Magistrat. Schlegel-Scharpenseel-Brauerei A.-G. Faseserdnung ###gS# am 21. Januar 1929. vormillags 11 Uhr. Im Parkhause zu Bochum statilindenden 9 S— — .* n„ 2.— 2. S—* Haupf-Versammlung. =—— * Iwwäscherei und s uplätterei„Reform“. E. Wittig chulstr. 40/42 Herne Telefon 51678 pezialität: Stärtewäsche, Bett=, Leibhd Tischwäsche nach Gewicht u. schrank#tig. Gardinenspannerei. 15895 Filiale: Bochumer Straße 39a ein Postamt * 9 82—— . F* *• 9 S 2.— *" 752 SSSa SWTTU •S S 2— * 9•= 5 n# Thi* * T• 5 #geks Ollbbi piö 5— 2 • — —** * —* S 3— 2„ 2 2.22 S8E 1. Bandagen, Gummiwaren Eigene Verkstätten in Jause. Gerren- und Damenbellenung Neuer Autoruf ETgS2. P 82——• 95535 5 *: S#rr. Leo Kowalski 50000 I. Vorlage des Geschältsberichtes und des Jahressbschlusses, Beschlußlassung über Genchmigung des Jahrcsabschlusses und Erteilung der Entlastung an Vorstand und Aufsichtsrat. Beschlußlassung über die Verwendung des Reingewinnes. 2. Aenderung der Satzung in§ 23 Absatz 2(Herabsetzung des Stimmrechtes der Vorzugsaktien). Neben dem Beschlus der Generalversammlung gesonderte Abstimiung der Vorzugs- und Stammaktionare. 3. Wahlen für zwei satzungsgemäß ausscheidende Aufsichtstatsmitglieder. Berechtigt zur Teilnahme sind nur unsere Gesellschafter, sotern sie ihre Aktien spatestens bis zum 15. Januar 1929 vor Schluß der Geschaltszeit bei unserer Kasse, der Essener Credit-Anstalt, Filiale der Deutschen Bank in Essen, der Deutschen Bank in Berlin, deren Zweiggeschäften in Bochum, Bonn, Bremen, Dusseldort, Dortmund, Gelsenkirchen, Heine, Köln, Recklinghausen, Witten, bei einer deutschen EflektenGiro-Bank oder einem deutschen Notar hinterlegt oder die anderweitige rechtzeitige Hinterlegung in einer dem Aufsichtstate genügenden Weise dargetan haben. In den beiden letzten Fällen ist der Hinterlegungsschein einen Tag nach Ablaut der obigen Prist einzureichen. 64a Bochum, den 28. Dezember 1928. Schicgel-Scharpenscel-Braucrei Aktien-Gesellschalt Harrer Tanz Unterricht Im Hotel Sdnkhofl. Berne, Bahnhofstraße Der neue Kuns beginnt Dienstag, den 8. Januar, 8 Uhr abends Liste zur Einsichtnahme der Bedingungen und un Unterzeichmen liegt im Hotel auf. Gesellschelszlikel— Einzelunterricht. W. Suanke, Bodium „ Bahnhofsraße 2— Telefon 1310S Wer niot inseriert, gerät in Bergessenheit! I Geschäfts-Verlegung! Meiner geehrten Kundschaft zur gell. Kenntms, daß ich meinen Fristersalon von Roonstrasse Nr. 16 nach Roonstresse Nr. 8 Neubau) verlegt habe. Neueröffnung heute, den 4. Januar. Wie bekannt, reelle und gute Bedienung, ich bitte weiterhin um geneigten Zuspruch FrauElse Liedtke, Frisiersalon jetzt Roonstr. 8 Herne jetzt Roonstr. 8 Kou Weis SSn V?