Nur Druck u. Verlag: Koetbers& Röttsches. Herne. Bedelstr. s. neben der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis wöchentlich 60 Pfg. frei ins Haus gebracht.7 Posischeckkonto: Dortmund 1907 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- und Reklameteil: Carl Bartels, beide in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Gerther Anzeiger Amtlich beglaubigte Abonnentenz ahl Jeder Abonnent ist gemäß den Bedingungen mit Mark 250.— versichert. wenn durch einen Unfall der Jod ober Ganzinvallbität eintritt. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe lokal 7 Pfg., auswärts 8 Pfg., Arbeitsund Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöhe, im Reklameteil 30 Pfa. Der aus die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinsällig. Jernsprech=Anschluß: Sammel=Nummer 52501# Telegramm-Adresse: Anzeiger Herne. Nr. 281(Erstes Blatt) Freitag, den 26. Oktober 1928 24. Jahrgang. Johann Deidger hat den Kampf bis zum äusserlten gewollt. Neue Belagerung, neue Schießerei, neues Blutvergießen.— Heidger hat mit dem Tode gesühnt. Bombardement mit Handgranaten. Heidger schwerverletzt festgenommen. Die Verletzungen Heidgers. Zwei Schüsse in Brust und Magen. Koln, 25. Okt.(Telegr.) Man sand zwei Vistolen bei Heidger, die des actoteten Vollmer und eine Mauservistole 7,65, wie sie auch sein Bruder gehabt hatte. und etwa 40 Patronen dreifach verschiedenen Kalibers. Heidger liegt im Vinzenzhospital. Er hat in der linken Brustseite einen Schuß mit Ausschuß; die Wunde ist nicht gefährlich. Er hat einen zweiten Schuß in der Magengegend, die Kugel ist noch nicht gefunden, auch diese Wunde ist nicht unbedingt tödlich. Er hat ferner eine Menge kleiner Handaranatenverletzungen. Er ist völlig bei Besinnung, zwei Kriminalbeamte sind dauernd bei ihm. Die Overation wird erwogen. Sobald der Arzt es erlaubt, wird er nach dem Gesängnis übergeführt. Soviel bis jetzt seststeht, ist man im Binzenzkrankenhaus der Meinung, daß Hans Heidger am Leben erhalten bleibt. weil seine Verwundungen nicht unbedingt tödlicher Natur sind. Dadurch ergibt sich eine neue wichtige Aufgabe für die Kriminalpolizei, nämlich dafür zu sorgen, daß dieser Raubmörder nicht wieder entkommt. Wir weisen ausdrücklich darauf bin, daß die Möglichkeit solchen Entweichens besteht, weil es bei der Kolner Kriminalvolizei, nicht durch ihre Schuld, keinen icheren Verwahr für erkrankte und schwerverwundete Verbrecher gibt. Das Vinzenzkrankenhaus lehnt es wie alle übrigen Krankenhäuser der Stadt Köln, einschließlich der Lindenburg, grundsätzlich ab, die bei ihnen eingelieferten Polizeigesangenen als lolche anzusehen. Seinen Verletzungen erlegen. + Köln, 25. Okt. Der Raubmörder Johann beidger ist heute avend 19,50 Uhr an Herzschwache gestorben. Tebensgefahr für Mapboom. Der Oberwachtmeister Masboom liegt im Marienhospital. Die Kugel des Stirnschusses ist entsernt, es besteht schwere Lebensgefahr, doch ist die Hoffnung, ihn zu erhalten, noch nicht aufgegeben. Das vierte Todesopfer. = Koln, 25. Okt.(Telear.) Der bei der Belagerung des Raubmörders Heidger heute vormittag schwer verletzte Oberwachtmeister Mandoom ist heute abend gegen 10 Uhr einen Verletzungen erlegen. Das Schuldkonto der Gebrüder Heidaer hat sich damit auf vier Todesopfer erhöht, ein Kassenbote und drei Polizeibeamte wurden von ihnen erschossen. Ein Stadtviertel in KriegsZustand. * Köln. 25. Okt.(Telegr.) Die Behauptung der Kölner PoA Koln, 25. Okt.(Telegr.) Die Straßenbahn am Rhein entlang hält auf der Strecke. Menschen drängen sich. Wer deukt an Heidaer? Er ist ja längst über alle lizei, daß der Raubmörder Johann Heidger aus dem umzingelten Berge. Polizei, Mannschaftswagen, Feuerwehrwagen, die Häuserdreicck Riehlerstraße—Gppenheimstraße— Kaiser=Friedrich= in Reibe vor dem Backsteinbäuschen am Rheinuser seben, Ufer nicht habe entweichen können, hat sich bestätigt. Der Mörder wurde heute morgen gegen 7 Uhr 15 Minuten in der Villa RaiserFriedrich=Ufer 10., dem Hause des Generaldirektors Gertel, entdeckt und nach einem längeren lebhaften Feuergefecht, wobei als letztes Hilfsmittel Handgranaten benutzt werden mußten, schwerverletzt und festgenommen. Bei dem Rampf mit dem Verbrecher wurde ein Oberwachtmeister durch einen Ropfschuß ebenfalls schwer verletzt. schoß Heidger zum zweiten Male und traf den Beamten in die Stirn über dem rechten Auge. Vom Gange her forderten die Beamten Heidger nochmals auf, sich zu ergeben und drohten mit Handaranaten. Aber Heidaer feuerte Schuß auf Schuß durch die Tür auf die Beamten. Jetzt wurden Handaranaten geworsen. Die erste sprengte seine Tür, die Wenn Dir nichts gelegen Du hast mich Mädel kennen Dich alleine. Liebe Maria! auch vielleicht an meinem letzten Gruß ist. aber nein. Du zürnst mir nicht. denn geliebt wie ich Dich. Ich habe viele gelernt. doch geliebt habe ich Dich. nur Lie Liebe Maria. wenn Du meine Gedichte haben willst, so bitte den Herrn Staatsanwalt er möchte ie Dir aushändigen und ich glaube. er wird es evil. zweite wurde in die rechte Zimmerhälfte, die dritte in tun. denn damit können sie doch nichts anjangen. Wenn die linke geworfen. Nach der dritten Handaranate rief Heidger, der im dichten Qualm nicht zu sehen war, er wolle sich ergeben. Die Beamten riefen ihm zu:„Hände hochstrecken, sonst kommt die vierte Handgranate!“ Heidaer streckte die linke Hand an der Tür heraus. Die Beamten riefen:„Auch die rechte!" Dies tat er nicht. Darauf sorang ein Beamter der Schutzvolizei vom Gang in die Tür und schoß seine Pistole mehrmals auf ihn ab. Heidger brach zusammen, die Pistole in der rechten Hand. Er wurde auf eine Bahre gelegt und nach dem VinzenzHospital gebracht. ne auch nicht schön sind. so schrieb ich ne zu Dir. Ich küsse Dich schnell noch einmal. sind schon zwei Türen nebenan. Leb wohl! In Liebe doch in LiebSie kommen. Das Feuergefecht. Die Belagerung dauerte über Stunden. * Köln, 25. Okt.(Telegr.) Ueber die Einzelheiten des Feuergefechts mit dem Raubmörder Heidger erfahren wir, daß heute vormittag der Hausmeister der Colonia= Versicherung. Paul Schulz, als er gegen 7,20 Uhr durch die Oppenheimstraße zum Kaiser=Friedrich=Ufer hinunterging, das Stubenmädchen des GeneraldirektorDr. Oertel, der die Villa Kaiser=Friedrich=Ufer 105 bewohnt und die mit dem Colonia=Gebäude in einem Block verbunden ist, um Hilfe schreiend angetrossen hat. Das Mädchen lief durch den Garten auf die Straße und schrie. Sie berichtete dem Hausmeister, daß ein Kerl in der Villa, der einen karierten Anzug anhabe und sehr wahrscheinlich der gesuchte peidger sei, das Dienstmädchen mit dem Revolver bedroht habe, falls ne um Hilfe schreien würde. Das Mädchen wollte das einige Zeit nicht mehr benutzte Fremdenzimmer aufräumen und stand plötzlich dem Verbrecher gegenüber. Das übrige Personal bemerkte den Vorfall, und Heidger gab sofort einige Schusse ab. Der Hausmeister alarmierte bierauf durch Radfahrer die Polizei. Drei Beamte waren sofort zur Stelle. Bald darauf traf auch ein Uebersallkommando ein. Das Haus wurde umstellt. Generaldirektor Dr. Oertel rief aus dem Fenster, daß der Verbrecher sich im Frübstückszimmer aufhalte. Als die Polizei anrückte, gab der Verbrecher es handelte sich tatsächlich um den gesuchten Raubmörder Heidger— aus dem Fenster etwa fünf Schüsse ab. Etwa 80 bis 100 Beamte sverrten das Grusdstück ab. Ein Kommando drang ins Haus ein, das vom Keller bis zum Dach untersucht wurde. Jedes einzelne Zimmer wurde genau nach dem Verbrecher abgesucht. Auf dem zweiten Stock fand man drei verschlossene Zimmer. An zwei Zimmern waren von innen die Schlüssellöcher mit Pavier zugestooft. Das eine dieser Zimmer öffnete man gewaltsam, indem man die Tür aus den Angeln bob. Das andere Zimmer wurde aufgebrochen. Die Tür ging aber nur eine Hand breit auf. Sie war von innen durch Möbel zugestellt Ein Beamter der Schutzvolizei stand am Scharnier, ein Beamter der Kriminalvolizei an der Oeffnung, die andrn Beamten um sie herum. Durch die Oeffnung sah man in einen Wandspiegel; hierin erblickte man ein Bett und hinter dem Bett beidger, der dort kniete und eine Pistole auf den Bettrand aufgelegt hatte. Wahrend die Beamten versuchten, die Tür weiter zu sprengen, sah man durch den Spiegel, daß Heidger sich unterr das Bett legte. Die Beamten riefen ihm zu:„Sie sind im Spiegel zu sehen. Kommen Sie heraus. Hande hoch! Eo wird nicht geschossen!" Darauf eschoß Heidger den ersten Sm ne- durch Fie Türonn in die Wand ging. nun schossen die Beamten durch die Türöffnung nach Heidger. Der Oberwachtmeister Man boom hatte sich in den Gang gelegt. varallel zur Wand und zur Tür. und schob sich nach der Türöffnung hin. In der Linken hielt er einen Kugelvanzer vor den Kopf. Als er an dem Kugelvanzer redes vorbei sah. Chauffeur Rümkens, der Privatchauffeur des General= direktors Dr. Oertel von der Colonia=Versicherungsgesellschaft, hörte nach der„K. 3.“ heute morgen gegen 7,10 Uhr in seiner Küche Hilferufe von der Villa Oertel her. Mit einer Pistole lief er an die Ausfahrt KaiserFriedrich=Ufer, wo er mit dem Hausmeister Schulz zusammentraf. Er gab drei Alarmschüsse ab, worauf einige Polizeibeamte sofort zur Stelle waren. Innerhalb fünf Minuten rückte auch bereits ein größeres Ueberfallkommando an. Die Kinder des Generaldirektors sowie das Personal wurden aus dem ersten Stock der Villa durch eine zusammengebundene Leiter in Sicherheit gebracht, weil man annahm, daß der Verbrecher im Trevvenhaus sei. Generaldirektor Oertel und sein Personal sind von Heidger auf der Diele mit dem Revolver bedroht worden. Inzwischen rückte die weitere Verstärkung an, und das Feuergefecht dauerte bis 9,30 Uhr. Um diese Zeit erhielt Heidger die schweren Wunden. Bis zuletzt, trotz schwerster Verletzungen, blieb Heidger in hockender Stellung mit dem Revolver schußbereit in der vand. Dein Hans. An die Staatsanwaltschaft! Ich möchte Sie bitten. beim Karl Lindemann bei der Verurteilung zu berücksichtigen, daß Karl Lindemann wohl jurchtbar leichtsinnig ist. aber allein nicht solch einer Tat wwie ein Ueberfall fähig ist. Er stand vollnan### unter meinem Einiluß. Er wollte eben ein Leben führen, obne viel zu arbeiten und er kam in meinen Bann und damit ins Verderben. Wollte er nicht mit machen. so mußte er sich trennen und arbeiten und das mochte er auch nicht gerne Ich höre gerade... wenn ch Munition.. hätte ich geschossen. Daneben das 3... Kampfesmut... wie lange wird es noch dauern... Bald werde ich am letzten sein. bestätigen zuerst das Ueberraschende. Das Publikum muß unterhalb der großen Kaimaeuer in Deckung gehen. Es wird geschossen. So viele braune Baumstämme sich die Straße vor dem Haus des Generaldirektors Oertel hinaufziehen, so viele blaue Uniformen, so viele Gewehre im Anschlag. Auf dem roten Backsteinhäuschen, wie auf einem Fort, steht ein Blauer mit dem Karabiner und schießt. Der Generalstab der Belagerer steht in Deckung hinter einer Litfaßsäule, so oft die Salven wieder beginnen. Erstaunlich, wie viele Menschen hinter einer dicken Litsaßzsäule Platz haben. Das Oertelsche Haus zeigt gegen den Rhein eine Mansardenreihe. In einigen Fenstern sieht man gleichfalls blaue Uniformen. Im äußersten Fenster an der Ecke, Richtung rheinaufwärts, soll er sitzen. Die Mannschaften sagen, er zeige sich von Zeit zu Zeit am Fenster. Aufforderung Deckung zu nehmen. Schließlich wird sogar der Weg unterhalb der Kaimauer verboten. Er schießt aus der Mansarde. Man wird sich nicht mehr allzuviel Mühe machen. Man kann unmöglich weitere Menschenleben gefährden. Angriffspläne. Die Feuerwehr soll eine Leiter bringen. Man wird aus dem Innern des Hauses den Raubmörder an der Tür beschäftigen, eine Handaranate wird von der Leiter kommen und diesem Leben, über dem ein Fluch liegt, ein Ende machen. Notwehr der Polizei. Auf einzelnen Gesichtern ist wilde Erbitterung. Ein böses Wort fährt einem durch die Zähne:„Soll der Hund noch mehr Menschenleben kosten?" Dann ist es gekommen, wie es kommen mußte. Der Morder ergab sich nicht bis zum letzten. Blutend aus zahlreichen Wunden wurde er aus seinem Versteck herausgeschleift. Eine Stadt und ein Land ist befreit von einem Raubmörder, dessen Kaltblütigkeit und Rücksichtslosigkeit ohnegleichen war. Parker Gilberts Besprechungen in Berlin. ch Berlin, 25. Okt.(Telegr.) Revarationsagent Parker Gilbert ist nunDas Zimmer, in dem der Verbrecher gehaust hat, sieht wüst aus. Die Tür ist vollkommen zersolittert. Die Dede und die Wände zeigen zahlreiche Kugelsouren. Besonders die Fensterscheiben haben bei dem Kugelwechsel mit den Polizeibeamten von der Straße der schwere Einschläge erhalten. Es ist ein richtiges Kriegsbild. Die Fensterscheiben sind zersolittert, der Kleiderschrankspiegel ist zertrümmert. Der Boden hat durch den Einschlag der Handaranaten schweren Schaden erlitten. Kalt und Glassolitter bedecken vollkommen den Fußboden. Auch das Bett ist völlig durcheinandergeworfen und weist Kugelspuren auf. Nach dem Einwurf der ersten Handaranate hat Heidger, da sich im Zimmer ein starker Qualm entwickelte, ein Fenster geofiner, um Luft zu bekommen, wobei er sofort von der Polizei, die mit Karabinern von der Straße aus die Zimmerfenster beobachtete, beschossen wurde. Die schweren Verletzungen erhielt der Verbrecher bei dem Gefecht mit dem eingedrungenen Kommando, an der Tür des Zimmers aus dem Boden kauernd. Das Zimmer war unbewohnt. Es ist ein Fremdenschlafzimmer. Das spricht dafür, daß der Verbrecher dort mehrere Tage gewohnt hat, zumal da er bei dem Gefecht Pantoffel trug. Auch auf der Diele vor diesem Zimmer sieht es toll aus. Ueberall bemerkt man Kugeleinschläge in der Decke. die zum Teil vollkommen demoliert ist. Der Läufer zeigt viele Blutsvuren und ist über und über mit Kalk bedeckt. Das Vermächtnis des Mörders. Die letzte Herzensregung. * Köln. 25. Okt.(Telear.) Beim Durchsuchen des Zimmers. in dem sich Heidaer verbarrikadiert hatte. fand man den Deckel einer Zigarettenschachtel, auf dem die Worte standen:„Ich bin ein Mörder. Gruß an merne Kätbe.“ Dann folgten einige unleserliche Worte. Lieber Vater! Die Zeit eilt sie kommen schon. Ich will Dir noch schnell danken für alles Gute. das Du mir getan. Du warst so gut wie ein Vater mir sein kann. Sei der Mutter niemals böse und delfe sie durch Güte diesen Schicksalsschlag zu ertragen. Lebe wobl Papa! Dein Sohn Hans. Liebe Geschwister! Wenn Ihr mir verzeihen könnt. so verzeiht mir. Ich habe viel an Euch gesündigt. aber sch. strauchelte von einer Grube in die andere, immer, immer tiefer. Daß mal zum Mörder würde hätte ich nie geglaubt mehr nach Berlin zurückgekehrt und hat bereits heute eine mehrstündige Besorechung mit Reichsfinanzminister Dr. Hilferding gehabt. Diese Aussprache hat selbstverständlich zunächst dem Zweck gedient, den Reichsfinanzminister über das Ergebnis der Verhandlungen des Revarations= agenten in London, Paris und Brüssel zu unterrichten. Die Konferenzen. die weiterhin der Revarationsagent mit den zuständigen Berliner Stellen abhalten wird, werden dann weiter Gelegenheit geben, diesem die Auffassung der Reichsregierung klarzulegen und ihm die Wünsche Berlins über die technische Vorbereitungg der Sachverständigenarbeit und ihren Aufgabenkreis zu unterbreiten. Ernsthafte Entschließungen deutscherseits sind natürlich erst möglich. nachdem das Reichskabinett über alle diese Fragen entschieden hat. Es ist also durchaus abwegig, wenn in einzelnen Berliner Blättern bereits davon gesprochen wird, daß entscheidende Schritte in den nächsten Tagen zur Bildung der Sachverständigenkommission zu erwarten wären. Ueberhaupt ist ja auch bereits von uns betont worden, daß deutscherseits die ganze Angelegenheit mit der äußersten Vorsicht und Zurückhaltung beurteilt und behandelt werden muß. Das ist um so notwendiger. als die Tatsache nicht von der Hand zu weisen ist, daß zwischen Paris und London bereits weitgebende Uebereinstimmung über die Haltung der beiden alliierten Mächte auf der geplanten Revisionskonferenz erzielt worden ist. Die Taktik dieser Einkreisungsdivlomatie ist uns in ihren gefährlichen Auswirkungen ja seit Jahren zur Genüge bekannt. Dazu kommt, daß auch Belgien plötzlich wieder in sehr betonter Weise an der durch das Dawesautachten überholten Forderung nlösung der von der deutschen Besatzung in Belgegebenen Marknoten festhält. Am gefährlichsten ist aber, daß aus allen vorliegenden Meldungen sich einwandfrei ergeven muß, daß sich London und Paris dabin verständigt haben, der Verquickung von Kriegsschulden und Revarationen festzuhalten. Wo Jedenfalls nicht i gehen uns alle die im mindestenc aber steht das geschrieben? Versailler Vertrag. Vertragsmäßig se Kriegsschulden der Entente nicht denn der Versailler Vertrag legt iur die rechtliche Begründung rungen und den materiellen Umfang der deutschen Kriegsentschädigung fest. Ebensowenig hat Deutschland keinerleimrung auf sich genommen, seinerseits die Verpflichtungen der Dawesaläubiger an Amerika als irgendwelche Unterlage für seine eigenen Verpflichtungen anzuerkennen. Wenn also eich neuerding= wieder London und Paris für die beabsinnigte Sachverständigenkonferenz bezüglich iem entgegengesenten Sinne einigten, so ist damit längst noch nicht für Deutschland irgendein Grund vorbanden, sich seinerseits auf diesen Abweg locken zu lassen. Ebenso undiskutierbar in selbstverständlich die jetzt wiederkehrende Aufwertungsforderung der Belgier für die bei Kriegsende in Belgien verbliebenen deutschen Noten. Fest steht, daß sich Deutschland unter keinen Umständen zu irgendwelchen zusätzlichen Leistungen verstehen kann, wie es im übrigen die Verteilung der endaültig festgelegten Revarationssumme, die seiner wirklichen Zahlungsfähigkeit entsprechen muß, nicht seinen Glaubigern überlassen darf. an Auflegung einer deutschen Unleibe? Neunork, 25. Okt.(Telear.)„Times“ meldet aus Paris, zu den An#####en der Sachverständigenkommission zur Losung der Revarationsfrage gehöre auch die Prüfung der Frage der Auflegung einer deutschen Anleide von einer Milliarde Dollar, die eine Beschränkung der deutschen Jahreszahlungen auf 37 Jahre ermöglichen wurde, mit entsprechender Verkürzung der alliierten Zeblungen an die Vereinigten Staaten. Voraussetzung sei hierbei, daß die Hälfte dieser deutschen Anleihe in den Vereinigten Staaten untergebracht werde. Der frühere Plan einer Vier=Milliarden=Anleibe sei fallen gelassen worden, da der Anleihebetrag als zu groß und eine fünfprozentige Verzinsung als zu niedrig angesehen werde Die neue deutschnationale Aera. „Letztes Ziel das Kaisertum“. och Euer Bruder Han Lebt wohl! Ich bin Lebt alle wohl! Ledewohl Heinz! Dich schadete ich vie meisten. Aber auch Du wirst dem Toten wohl was Du dem Lebenden nicht kannst leicht am verzeihen * Wir daben hier schon vor einigen Tagen, unmittelbar nach dem Abschluß des deutschnationalen Vertretertages, der Gewißheit Ausdruck gegeben, daß Hugenderg nach seiner Wahl der intransingente Rechtsradikale bleiben wurde, der er immer gewesen ist und daß seinem Bekenntnis zu Größe, Kraft und Einig keit der Partei eine sehr sudiektive Auffassung dieser Begriffe zu Grunde läge. Unsere Prognose stützt sich auf die sorgfältig redigierten Wiedergaben der Hugenberaschen Antrittsrede und auf die allgemeinKenntnis seines politischen Charakters. Sie fand eine neue Bestätigung in der Tatsache, daß derselbe Hugenberg. der sich für die Größe und Einigkeit der Deutschnationalen Volksvartei einzusetzen versorach, in derselben Sinung, in der er dieses Versorechen abgab, einige sehr interessante Schriftstücke * iretertag gerichteten Brief vom 18. Oktober 1928, um ein schriftliches„aktionsprogramm“, um die Abschrift eines Schreibers an den Grafen Westaro vom 17. Seotember 1927 und schließlich um elnen Abdruck seines bekannten Zeitungsartikels„Block oder Brei“. Diese literarischen Erzeugnisse armen alle den Geist des alten starrkönfigen Hugenberg. Die Tatsache. daß nie, die neuen und auch die alten, den Parteivertretern, denen eine Diskussion über die Sonntagsrede des neuen Parteichefs nicht gestattet war, zu fleißigem Studium ausgehandigt wurden ist ein ausgezeichneter Beweis dafür, das der„jetzige“ Hugenberg absolut gewillt ist, in den Fustapfen des„bisherigen“ weiter zu wandeln. Namentlich das„Aktionsrrogramm“ und das Schreiben an Westarp sind in dieser Hinsicht so lehrreich, daß wir uns nicht versagen können. den Inhalt des Schreibens und die bezeichnendsten Punkie des Aktionsprogramms bier wiederzugeben. Nach dem„Jungdeutschen", der über deutschnationale Angelegenheiten schon immer gut unterrichtet war, und der auch jetzt die Intimitäten der Hugenbergwahl fortwährend ans Licht zieht, wendet sich der Brief an Westarp vor allem gegen diejenigen Deutschnationalen, „die dazu neigen, sich mit dem varlamentarischen Synem abzusinden, obwohl die Partei doch grundsatzlich autiparlamentarisch sei“. Diesem Uebelstand könne nur durch Schaffung einer starken Führung abgeholfen werden. Er meint— und weiß nicht, wie er damit sich selber verwottet:„Wenn wir das aber nicht tun und die dazu erforderliche Tatkraft, Intelligenz und Einigkeit nicht aufbringen, so werden wir unsere geschichtliche Aufgade ebensowenig nach dem Kriege. wie vor dem Kriege und wahrend des Krieges erfüllen und müssen als Angehorige einer Generation von Herbstzeitlosen und ohne Hoffnung ins Grab steigen". Wir sind Herrn Hugenberg dankbar für das Eingestandnis, daß die im alten deutschen Reiche führende und ausschlaggebende Generation. der er selber angehört, im Kriege und auch vorder versagt hat. Aber wir finden es doch einigermaßen amüsant, daß er trotzdem diese Generation uno damit vor allen Dingen sich selber, wieder auf den kurn. lischen Sessel hinaufheben will. Was nun das „Aktionsprogramm“ angebt, so steht an der Spitze das interessante Bekenntnis, daß das Ziel der Opvosition die Uebernahme der Macht sei, daß man aber in die Regierung erst eintreten dürse,„wenn sachlich und perionell die Gewähr des Durchsetzens gegeven in". Dann folgen einige Säve über die Notvendigkeit, die Opvontion sachlich zu führen,— die sich die Deutschnationalen für die Zukunft hoffentlich merken— und schließlich ins einzelne gebende Angaben über aktuelle Probleme und Forderungen Da finden sich, außer den üblichen Zielletzungen der einzig „wahrhaft nationalen“ Außenvolitik, alle die„Leitsave" wieder, die aus der Agitation des Stahldelms bekannt sind: „Kampf gegen das parlamentarisch=demokratische Syuem Stärkung der Macht des Reichspräsidenten, Aufrechterhaltung des Listenwahlsostems: Kampf um die Freilassung der nationalen Opfer(Fememörder etc.); Kampf für Schwarz=Weiß=Rot; Berucksichtigung der Notlage und der Produktionsmöglichkeit der Wirtschaft bei allen Wirtschafts= und Sozialgesetzen, insbesondere bei der Arbeitslosenversicherung; und als letztes Ziel„#ie Wiederherstellung des Kaisertums“. Die Auswahl zeigt, wie gesagt, daß Hugenberg sich selbst treu geblieben ist, ne zeigt weiter, wie eng Hugenbera mit dem Stahlhelm verbunden Ist. oder richtiger, wie vollständig die Leitung des Stahlhelms auf Hugenbergs politisches Wallen eingeschworen ist und sie zeigt endlich, wie recht unser Parteiführer Marx hatte, als er die Wahl dieses mit rechtstadikalen Aktininen so eng verbundenen Mannes eine Bedrohung des inneren Friedens genannt hat. Wie Ma n 1 dse Deutsche Zeitung" bekannk a###ic eben#aste Kirche befassen wird den Konkordatsverbandlungen befassen i dari wohl der Heifnung Ausdruck geben, daß im heiten sich ezum = z u m E v a n g e l i s c h e n B u n d d i e s e s G r e m i u m s i c h k a t b o l i s c h e n K mit den Angelegenbeiten der evangelischen wie auch die maßgebenden kathosicht in fremde Angelegen hen. sondern sich stets auf das der rche zusiehende Gebeei beschranken ! er *= man durs einen Akda, **.—„„„„ — Auf falschem Wege. Von unserer Berliner Vertretung. 2 Berlin, 25. Okt.(Eig. Drahtber.) Die eventuelle Errichtung eines katholischen Sistums in Berlin scheint gewissen protestantischen Kreisen. bevor noch die Frage akut ist. start auf die Nerven zu gehen. Besonders der Evangelische Bund läßt es sich angelegen sein, gezen das Konkordat im allgemeinen, gegen die damit verbundene Errichtung eines Bistums Berlin im besonderen Stimmung z machen. Der Evangelische Bund weist in einer Resolution darauf hin, das die Mark Brandenburg. Berlin eingclrlonen nicht mehr al mohner zähle, und daß deswegen die Einrichtung eines Bistums schwer als Notwendigkeit erachtet werden könne Bei dieser unliebsamen Kritik übersiebt der Bund. daß es sich in der Mark Braudenburg, einschließlich Berlin, um mehr als eine halbe Million Katholiken bandelt. Außerdem scheint es dem Evangelischen Bund en:gangen zu s= daß auch für die Katholiken die Bestimmung der Reicheverjassung gilt, daß jede Religionegemeinschaft ibre eigenen Angelegenheiten selbstandig und unabhängig regeln darf. Nunmehr soll am nächsten Montag der Kirchensenat der evangelischen#####che der altvreußischen Union. Die Bewährungsfrist im neuen Strafrecht. 2 Berlin. 25 Okt.(Telcer.) Der Reichstagsausschuß für die Strafrechtsresorm setzte heute seine Beratungen über die Voraussetzungen des bedingten Straferlasses iort. Nach§ 41 des Entwurfs wird der bedingte Strafer laß nur bewillegt, wenn die Persönlichkeit des Verurteilten sein Vorleben und sein Verhalten nach der Lat die Erwartung degründen, daß er künft:g ein gesenmäßiges und a-ordnetes Leben führen werre 8#gier Straierlas soll nicht bewilligt werden, wenn das oiientliche Intcresse oder die Rücksicht auf den Ver letzten die alsbaldige Vollstreckung der Strafe erfordert Nach langerer Aussproche blieb es bei der Fassung der Vorlage K 42 des Entwuris bemißt bei Gewährung des bedingten Straferlasses die Probezeit auf ein bio fünf Jahre. Ein Vertreter des Ministeriums war einver: steaden mt der von den Sozialdemokraten beantragten Cinfügung. daß bei der Bemessung der Probezeit insbesondere Art und Maß der verwirkten Strafe zu berücksichtigen sein sollen. Mit dieser Aenderung wurde§ 12 angenommen. Nach§ 49 des Entwurfes kann bei Zuchthaussrafen an; zwei bis zunsfahrigen Verlust des Wah! und Stimmrechts erkannt werden, bei Todesstrafe oder lebenslänglichem Zuchthaus wird das Wahl= und Stimmricht vollnandia aberkannt Die Kommunisten wollten mit Rücksicht auf we wegen voliticher Vergeden Verurtcilten diesen s streichen. Sie wurden von den Sozialdemokraterunterstunt. wahrend der Zenirumsvertreter in dem Streichungsantrag eine Entwertung des Wahlrechts erblickte, ras gerade im demokranichen Staat das böchste Ehren Schließlich wurden dee Antrade mit Stimmenzleich heit abgelcyn:. es blieb vorläufia bei der Fallung der Vorlage Freitag Weiterberatung. Das Studienrats= Diensteinkommensgesetz. Preußens Staatsrat lehnt ab. Eine erregte Sitzung. Berlin, 25. Okt.(Telesr.) Der preußische Staatsrat beschäftigte sich heute mit der Vorlage über das Diensteinkommen der Leiter und Lebrer an den nichtstaatlichen öffentlichen hoheren Schulen. Durch das Gesetz sollen insbesondere die Bezüge zur die Leiter und Lehrer an kommunalen öffentlichen höberen Schulen den staatlichen gleichgestellt werden. Nach einer eingehenden Aussprache, die teilweise erregte Formen annahm, lehnte die Mehrbeit des Staatsrats das Gesetz ab Der Vertreter des Auliusministeriums, Ministerial= direktor Lande, empfahl die Annahme des Entwurses. Seine Ablehnung wurde hinsichtlich der Rechtsarundlage e Vern itrngsreormrreschen 19 , einer Ber fachung und Verbilligung der Verwaltung Erfreulickern### hatten sich auch die füddeutschen Staaten bereit geze###t da an mitzuarheiten“ Der Minister dankte dafür, daß der Beamtenbund sich fest mit der Republik verbunden fühl- Peider ergebe sich aber manchmal, daß nicht alle Berufsbermten an Die em Standpunkt steben. Ic treic nets für eine Besserung der sozialen Stellung und für dae Recht der freien Meinungsäußerung ein. Wenn ich ader Organisatioen im Deutichen Reiche austun, die den wan gegen die Republik auf ihre„Fahne a n i h r e A b t i a- v e r k u n d e n d a s d e u t i c h S t a a l s meien uverrennen zu wollen, so haben die neranwortlichen Stellen der Republit die Verpflichtung. die Reihen dieser Liganilationen daraushin zu prusen. oo nich: auch Berufsbeamte ganer und."(Lebhafte Zustimmung.) Dar- nerk. der Minmner sich daran zu erinnern haben, dag es nicht nur Beamten rechte aibt. sondern Bestimmungen, die diese Rechte bearenzen. Mit der nochmaligen Versicherung alles in seiner Kraft Stehende zur as Wohl des deutschen Berufsbeamtentums zu tun echlen der Mininter seine mit langanhaltendem Beisell auigenommenen. Ausführungen Prasident Flügel dankte Minister Severing. Er erklarte zum Sctn auch der Deutsche Beamtenkund ist der Ansicht das es unmaglich ist, daß ein Beamter in einem Staat und fur einen Staat Dienst tul, der dieen Staat verreini orer ehm feindlich gegenurersteht.(Lebhafter Beifall.) Hierauf begrußte Dr. Höpker=Aschoff Dr. Kaiser(Zir erklärte: Dr. Steiniger scheinean Versammlung namens der preuischen Staatsregie„„ K F11 Sreifen 114 ein Vacuum schaffen. Der Staat könne seine Lehter nicht zurucksenen lassen. Die Regierung betrachte die Dinge mit kuhlem Verstande und nicht mit dem Gefuhl der Grostädte.(Erregte Zurufe: Unerhört!) Die Bearenzung der Gehälter gesetzlich zu normieren, sei eine Notwendigkeit, besonders auch im kulturellen Interesse. Dr. Steiniger(Arbeitsgemeinschaft) empjahl die Annahme des Entwurses. In lebenswichtigen Fragen müsse des Interesse des Staates vorangeben. Die wirtschaftlichen Kräfte des Landes seien gegenüder den wirtschaftlichen Kräften der Grobstädte nicht gleich zu bewerten Dr. Nive(A G.) erklarte. die Stadte können es nicht zulassen, das ihre Gemeindebeamten verschieden besoldet werden. Die Besetzung der städtischen Stellen sei nicht so leicht, wie es von mancher Sette dargestellt werde. Durch bessere finanzielle Aussichten mussen diese Stellen begehrenswert gemacht werden. die Großstädte mit der Berliner Brille anzusehen. Trittel(Dem.) sah das Gesetz als einen Fortschritt an. Daß dieses Gesenz die Großstädte in der Entwidlung ihres Schulwesens irgendwie beeinträchtigen würde, konnc er nicht anerkennen. Präsident Dr. Adenauer teilte mit, daß Ministe= rialdirektor Lande bei ihm gegen einen Zuruf Dr. Kaisers Verwahrung eingelegt habe, der dahin gegangen sei, die Negierung werde hossentlich das nächste Ma einen anderen Vertreter entsenden. Der Präsident erklärte, in einer scharfen Kritik liege nicht ein Verstoß gegen die Ordnung. Er habe im übrigen den Eindruck, daß die Ausfuhrungen des Regierungsvertre= iers derartig gewesen seien, wie er sie seit Bestehen des Staatsrats noch von keinem anderen Regierungsvertreter gebort habe In der Abstimmung wurde schließlich das Geser abgelehnt Nachite Sitzung am 22. November. Stresemanns — Berlin, 29. Okt.(Telear.) Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat als Vorüvender der Deutschen Volksvartei den Parteivorstand auf den 2. November Amtsgeschäfte voraussichtlich am 5. November wieder übernehmen. * Thälmann=Direktorium. 1 Berlin, 25. Okt. Dem linkskommunistischen„Volkswillen" zufolge, wird die K. P. D. sei: dem 19. Oktober von einem dreiköpfigen Direktorium geleitet, das aus Thälmann, Remmele und Heinz Neumann besteht. Nach außen werde diese Körverschaft als„Pol.=Sekretariat“ bezeichnet. in Wirklichkeit bedeute aber ihre Bildung eine Ausschaltung des gesamten Zentralkomitees. Nach derselben Quelle und zahlreiche Mitglieder des Zentralkomitees nach Moskau zittert worden. Reichsinnenminister Severing über Beamtenfragen. Die Tagung des Deutschen Beamtenbundes. Berlin. 25. Olt.(Telegr.) Der Deutche Beamtenbund setzte heute mit einer öffentlichen Kundgebung seinen diesjährigen Bundestag fort. Ter Bundesvarsitzende Flugel führte in seiner Begrüßungsansprache u. a. aus: daß die neuetliche Vereinvarung des Deun#n Beamtenbundes mit dem Gewertschaftsring einen Fortschritt auf dem Wege zur organisotorischen Gesamtzusammenfassung des Deutschen Beamtenburdes bilde. Bei#### ers vertlsch begrüßtg er die Vertreter des Beamtenbundes der Freien Stadt Danzia des Soar=Zcamtenbundes und die 2 zierten aus dem beienzten Gebiet, Tron Locarno und Völkerbund so erklarte der Redner, sind noch immer erhedliche Teile deutichen Landes beient. Wir wünschen. man michte im Verkehr der Staaten nicht immer nur von dieser Atmosphäre des Vertrauens svrechen, sondern endlich einen offenkundigen Beweis dieeses Vertrauens liefern und die immer noch besetzten deutschen Gebiete und daz Saorland freigeben.(Leb. hafter Beifall). Für die Reichsregierung erkiarte Reichsinnenminister Severing: „Die Reichsregierung und ich wissen sia verbunden mit einem freudigen, staatsbei#nenden Berufsbeamtentum. Neben der Ovserwilligkeit und Verantweitlichkeit der deutschen Arbeiterschaft war es das Bervfsbeamtentum, das im Jahre 1918 Voll und Land vor dem Schlimmsten bewahrte. und als 1 Jahre sräter Frevler am deutschen Volksium peruchten, das Voll in geue Wirren zu stürzen, war es neben der Arbenen##aft wieder das Berufsbeamien tum, das in über. großer Mehrheit sest zu Land und Volk und zur reoublikagischen Versassung stand. Das Reich weiß diese Dienste zu scharen und denkt nict daran, das Berufsbeamtentum abzuschaffen oder zu mindern"(Lebhafter Beijall.) Der Minister lagte dann zu. kaß alle Scomtengeietze noch in dieier Gesetzcebungsreriol: verabschiedet werden annn.. Beamte ist besonders dizu berufen, mitzumeoen am Webstuhl des Staates. Daraus ergidt sich für ihn ader auch die Verpflichtung. überall und umer kur die Wurde des Staates einzutreter. Wenn der Staat lo von den Beamten eine besondere Hingabe per unnt, nat er auch die Verpflichtung, den Beamten eine sichere. wurdige und rechtlich gescunte Vosition zu geben. Der Berliner Vertreter des Internationalen, Arbeitsames Oberregierungsrat Donau. dankte dem Deutschen Bcamtendund für seine wertvolle Mutarben an der Erjassung der sozialen und rechtlichen Lage der Beamten auf der ganzen Welt Winere Begrüßungsausprachen hielten noch Reichstags beeordneter Toraler für die kommunintische ferner Reid##gsabacordneter Lude(Wirtkattspartei) fur die übrigen Reichstagsiraktionen und Landtzg#abacordueeer Mener=Herford(D. Bot.) fur die Fraktionen des preußrchen Landiages. Sie traten semtlich fur die Erhaliung und Stärkung des Beruisbeamientums und für eine Zulammenarbeit mit den Vernetungen der Beamten ein. Nachdem noch Vertreter aus Danzia und von der Saar genrochen batten nahm der erste Reierent des Tages. be##taminister D. Dr. David das Wort zum Thema: „Staat und Beamter“. Dr. David zun ans: Die Schwierigkeiten fener Nehrbeitsregierungen seien nicht Nachteile des nchen Syitems ondern nu Felgen ungenugender politischer Reise, die der Obriaken##staat gebemmt habe, un der relitischen Erziebung des Volkes bade ver allem auch die Beamtenschaft mitzuwirken. Der Redner schridente dann den Wert der Demokratie. die das Zusammengenorigkeitsgejubl entwickele revolunncufe Jomarratie lei aber die Charatierbildung des Staatsbürgers. Dann crörtert: Dr. David die neuen verfassungrechtlichen Freiheiten des Beamten. die es alleremee##e chrenze gebe. weil kem Beamten auch außerd###tlich das Ansehen der autoritativen Perionlichken anraste. Deshalb durfte er nach dem(besen uder die Pflichten des Beamten nicht gebaing oder au reizend für Wiederberstellung der Monarch### ade: gegen den Bestand der Republik wirken. Jum Schlus beionte er die Notwendigleit, den Volk#staar zum Die. Vitorbet sittliche Weihe. Geheimrei von Dultzig haue sich das Thema gestellt: Probleme der Verwaltungsreform, insbesondere Reform des Beamtenrechts. er erinnerte zunachn an den bekannten Vers: Der tut seine Pilich; von 10 bis 4. mehr jur er richter diegen Beemten niemals gefunden. Im Anege. mahrend des Umsturzes, in de: Inslation und Deilzton id die Beamtenschatt unter Entbehrungen mehr als ibre ###id: acra: Die hode Beaulerahl führte der Redner darauf zurück das tron der Warnungen der Ber amtenorganiationen immer neue Aufgader in e oifen:— geleai wurden. Dam treie die Bcamtenschait lebhaft für Reicheresorm und Verwaltungereform * Peamtenabbaus. Rotwendia sei Bebordenabbau. — UH•7 die Rücksich: au das Gemeinwohl. Das## ja auch die einzige Rechisertigung für die Uebernahme von wirte * 1 „ ku- nie Reichereform, wene; er eine Herschlagung Preusens oblehnte und Um Soa WDildes Erbe Romau von Wolfgang Marken. Urheberrechtsschutz durch Verlag Oskar Meister(24 Werdau Sa. Carringtons Leute begannen dicht an der Grenze in Mexiko ihre Sucharbeit. Tüchtige Kerls hatte sich Carrington herausgesucht Pat Sonnsen hatte sich nach der Farm begeben und wurde von den beiden Söhnen des Farmers Seidelmann herzlich ausgenommen. horten interessant seinen Bericht an und zeigten m dann die Farm, deren Betrieb wieder im Gange war: denn sie hatten neue weiße und schwarze Arbeitskrafte engagiert. Pat Sonnsen fragte, ob sich denn von den früheren Schwarzen keiner zurückgefunden habe, von den Schwarzen, die damals von der Farm vertrieben worden waren. Seine Frage wurde verneint. Pat Sonnsen war ein wenig betroffen. Er kam fast zu der Ansicht, daß die Schwarzen beseitigt worden waren. * Der Fran we dem Carrington auf den Fersen war. hieß oder nannie sich Perand. Trotz aller Mühe, die sich Carrington und seine Gehilfen gaben, war ihm nicht beizukommen. Er lebte gut und teuer, gab viel Geld aus, ohne zu verschwenden, spielte, schien aber im übrigen ein vorsichtiger Herr zu sein Einem Gebilfen Carringtons gelang es, seine Koffer und seinen Schreibtisch zu durchsuchen, ohne auch nur das geringste Belastende zu finden. Es war Herr Guillaume Perand aus Paris, undescholten, Geschafteinhaber in der Rue Solitude. Als Branche stand im Paß: Uhren und Bitouterten. Alles war in Ordnung. Aber Carrinaton glaubte nicht mehr daran. Er telearaphierte an eine befreundete Pariier Detektei und bat um Auskunft üder Guillaume Peraud Die telegraphische Auskunft war zwei Tage später in Sir lautete:„Guillaume Perand. vierzig Jahre alt, arborener Pariser, genoß als Mensch und Geschäftsmann den desten Auf. Betrieb in Aue Solitude ein gutgedendes Uhrengeschäft und wurde jetzt verdaftet als echtelfelicher und sieh: seiner Verurteisung entgegen. Werden nahere Angaben telegraphisch gewünscht? Brief ist unterwegs. Salomon Sternaux.“ Carrington schlug sich auf die Schenkel und la###e ingrimmig „Hol mich dieser und jener! Es wird! Es wird! Jent werde ich den Burschen bald fassen. Alfonso!" Sein Gehilie, ein junger, wie ein Dandy angezogener Mann trat rasch ins Zimmer. „Lesen Sie!" Alionso nahm das Telegramm und buchstabierte es. Gunstiger kann doch die Antwort für uns nicht sein „Kann sie auch nicht. Ich din heilfroh, daß wir endlich ein Stuck vorwärtskommen. Also der Monsieur Peraud in San Franzisko ist nicht Perand, sondern ein anderer. Den richtigen Peraud, der ein unbescholtener Mann war, hat man Wechselfalschung halber festgesert Meine These ging immer dahin, daß der Peraud in Frisko der Fälscher ist, ohne daß ich Anhaltspunkte hatte Der falsche Pcraud hat den Pas des richtigen Perand, angenommen, daß meine Theorie stimmt, dann kann der Testamentsfälscher auch vorder in Paris Wechsel gesalscht haben, und damit einen ehrlichen Mann belasten.“ „Zweifellos. Mr. Carrington.“ „Dann wollen wir uns telegrapbisch mit der PolizeiDirektion Paris in Verbindung jenen. Setzen Sie sich. Alfonso. Ich will Ihnen etwas diktieren" Der Gehilfe nahm Tinte und Feder und setzte sich Carrington diktierte. „Polizei=Direktion Paris. Der wegen Wechselfalschungen verhaftete Kaufmann Guillaume Peraud scheint das Opfer eines Falschers geworden zu sein, denn hier in San Franzisko wohnt ein Franzose, der sich Guillaume Peraud nennt und einen zweifellos echten Paß des ersten Perand besitzt. In ihm wird ein internationaler Handschriftenfälscher vermutet. Drabtet. ob in Paris seit längerer Zeit eine solche Persönlichkeit abgängig ist. Drabtet besondere Kennzeichen.“ Carrington nahm den Text. las ihn noch einmal durch, änderte und verbesserte ihn. Dann wurde er in die internationale Gemeinschaft üibersetzt Nach einigen Stunden war das Telegramm bereits beim Polizeipräsidium Paris und erregte riesenhaftes Aufsehen Der Polizeiprafekt ließ den Direktor der Polizei und den ersten Staatsanwalt zu sich bitten und legte ihnen das Telegramm vor Beide waren aufs hochste überrascht Monsieur Bertholet, der erste Staatsanwalt atmere direkt auf und nickte für sich hin. „Das Telegramm macht mir Freude, Herr Prasekt is gibt einen Lichiona. Den Kauimana Peraud konnte nan schw.#fur schuldig halten. Ich hoffe, dan wir ihn nun bald in Freihett setzen konnen. Peraud int sein Leben lang ein autsienierter und ehrenhatter Mann gewesen, daß alles für ihn spricht. Ich habe damals sehr bedauert, das ich die Anklage erheben mußte Der Prasekt nickte.„Ich gesiehe. Ronfieur Bertholet. ich bin gleichfalls befriedigt und hoifnungsvoll: Bitte, sprechen Sie mit Peraud. der ganz gebrochen sein soll. Und Sie, Herr Polizcidirektor letzen sich, bitte, sofort mit der Fälscherabteilung in Verbindung. Ich möchte heute noch über alles unterrichtet sein und das Telegramm des Herr Carrington beantworten.“ Eine leichte Verbeugung und beide Herren waren entlassen * Der Direktor dat den Ressortchef der Falscherabteilung. den Oberkommissar Quirin zu sch Quirin hatte sofort das Gefühl, dan etwas Besonderes in der Luft lag, strich seinen rabenschwarzen, militärischen Spitzbart und kam, nachdem er noch ein paar Vorte mit seinem Kollegen getauscht hatte, der Aufforderung nach Der Direktor empfing ihn sehr ernst und bat ihn. Plaz zu nehmen. „Mein lieber Quirin—“ er liebte diese Art der Anreden— begann er wichtig.„Der Fall Perand scheint sich aufzuklaren. Wir haben soeben aus San Franzisko eine wichtige Nachricht erhalten. Dort hält sich ein Dorvelgänger des Peraud auf. in dem ein Detektiv einen Pariser Falicher von internationalem Ruf vermutet. Sie lennen doch unsere bedeutenden Fälscher alle „Jo, Herr Direktor.“ „Nun sagen Sie, ist unter ihnen einer zetzt oder seit längerer Zeit abgängia?“ „Mehrere. Herr Direktor!“ „Zählen Sie einmal auf.“ „Darf ich mir erlauben, mein Photograpbie=Album zu holen, Herr Direktor?“ „Bitte, bitte!“ Nach wenigen Minuten erschien er wieder mit einem iemlich umsangreichen Album Gemeinsam gingen sie Bild für Bild durch Der Oberkommissar gab seine eingebenden Erlauterungen Jezt kommen wir zum Clou des Ganzen. Herr Direktor. es ise der internationale, aber bieber wenig ergreifbare Falscher„Johann von Paris“. Er hat sich auch noch eine ganze Reide andere Namen beigelegt.“ Interessiert betrachtete der Direktor das interessante Bild des Fölschers. Plötlich stieß er einen leisen Schrei aus, daß Quirin sich erschrocker erhob Juirin, lieber Querin! Ich glaube, ich dabe die Losung“, sagte der Direktor ganz aufgeregt.„Einen Augenblick, lieder Freund!" Er klingelte Litte!" rief er dem eintretenden Beamten lebdatt 3u. Lanen Sie un vor Kommenar Morgan das Beld des verbatteten Peraud geben.“ Nach zwei Minuten war das Bild zur Stelle Der Direktor hielt es neben das Bild des Falschers. Nun betrachten Sie einmal beide Bilder!" Der Oberkommissar tat es und war verblufft „Nun, mein lieber Quirin?" Eine starke Aehnlichkeit ist vorhanden. Herr Direktor“, gestand der Vorsteher der Falscherabteilung „Nticht wahr:" triumobierte der Direktor,„nicht wahr". Ja! Eine verteufelte Aehnlichkeit in vorhanden. Naderes uder Geburt und richtigen Namen des Falschers „Johann von Paris“ haben Sie nicht?“ Rein. Herr Direktor. Ueber seinem wirklichen Namen ist man im Dunkeln.“ „Das Dunkel werden wir jetzt lüften. Sie begleiten n Erden Staatsanwalt, lieber Quirin. Nehmen Sie das Blatt mit der Photographie Jobanns mit"— Der erite Staatsanwalt Monsieur Bertholet, war gerade im Begrifse, zum Gefangnis zu fahren, als ihm die beiden Herren gemeldet wurden. Aufs außerste überrascht borte er den Bericht der beiden an. Schüttelte den Koof. „Um Himmelswillen, wenn ich bedenke, daß Peraud in vierzehn Tagen unbedingt verurteilt worden wäre!" Er nahm im Wagen des###ektor= mit Platz, und alle drei fuhren nach dem Gefängnis. Guillaume Peraud, ebedem ein Mann von seinem distinguierten Aussehen, ein Mann der gesund und wohlhabend war und ein glänzendes Bamilienleben führte. war scelisch vollig niedergebrochen Als die drei Beamten bei ihm eintraten, bot er ihnen ein beklagenswertes Bild Wie hat der Mann gelttten!" dachten die drei und der Erste Staatsanwalt bemuhte sich. seiner Stimme einen warmen Ton zu geben Monsteur Perand, wir ko men nicht in dem Bestreden, Ihnen zu schaden, es ist vielmehr unsere hochtte #ngen zu deiienAngelegenbeit * lich, daß ich Ihnen heute die Freiheit zurückgeben kann. Jedenfalls seien Sie guten Mutes" Perand wollte seinen Ohren nicht trauen. (Jortietzung folgt.) * *** Nummer 281 7 Zweites Blatt Herner Anzeiger Freitag, den 26 Oktober 1928 Lebhafte Fortsetzung der Bautätigkeit in Herne. Wie Sodingen, Horsthausen und Freigebiete entwickelt werden II. darin. Mit dem Garten hinter der gittergezierten VorIm Stadtteil Bornig. gartenmauer läßt das Haus seinen geistreichen ErGprihos Cinzt...[5a1er erkennen Gerther Straße 46.] In I auunnernehner Wih. Ungewitter am Giesenberger Allee Reschane begonmen. Der Vau domm in de. Lücke perd.“, Naus Nr. 34 in kurzer Zei Dr. Pausehen. De= Rüne da Umgendter sechzst aus. sesgeren Plänen zür sch sebaut. Er har imn Der Bauderr st Seiger Aagust Rlath in. Jode Poh.=sechend zerche. Iu den heden Obergerchosen ind Beobkeoum, Spreiesenter zisheren Vior, Veigishe ken. Pecteunesiune, 1nd Joch, ipgrechgen. De Vanhausneubau in der Ausführung, der mit drei Vollgeschossen in der Straßenflucht erscheinen wird. Eine Einfahrt führt in den Werkshof. Und neben dem Hauseingang sind zwei Läden angelegt. Eisenbeionstutzen sollen die Vorderfront tragen. Die hinter den Läden vorgesehenen Büroräume sind untermauert In den beiden Obergeschossen ergeben sich erwa vier Wohnungen zu je drei Räumen, dazu alles an gut bemessenem und gut gruppiertem Nebenraum. Für die Front ist forbiger Edelputz und bearbeiteter Vorsatzbeton vorgesehen. Die Arbeiten führt die Baufirma Pletzmann u. Schrader aus nach den Entwürfen des Architekten Albert Fimpler. Die Häuser der Ketteler-Siedlung, nach Plänen von Architekt F. J. Kraus gebaut, gehen schnell der bezugsfertigen Herstellung entgegen. Am ersten Baublock ist bereits das Baugerüst verschwunden. Stolz und kraftvoll stehen die Neubauten im entusw., und in dem steil abgewalmten Dach mehrere Dachstuben. Die Front soll farbig verpußt werden, gleich dem Hause Nr. 48. Dieses auch von Ungewitter gebaute Haus ist im Juli erst bezogen worden. Der Bauyerr ist Steiger Fritz Heidemeier. Es it die gleiche gefällige Bauweise, von allen Seiten freistehend, wie sie für den Neubau Nr. 46 gedacht ist. Die Wohnloge mit Aussicht auf den Sodinger Volkspark ist beneidenswert schön An der Bromberger Straße, etwas unterhalb der geplanten Gärten für das neue Evangelische Vereinshaus, wird ein Neubau für Frau Schuth am dem Grundstück 6 bis 8 ausgeführt Mit den inneren Verputzarbeiten ist begonnen. Das dem Vereinshaus zugekehrte Haus wird ein Einfamilienhaus für den Sparkassenrendanten Schuth. In jedem Geschoß ergeben sich um eine Diele mit Treppe gruppiert drei größere Wohnräume und die zu einem Einfamilienhaus gehörenden Nebenräume. Dieses Haus wird mit Zentralheizung ausgestattet. Das Haus rechts davon wird ein Wohnhaus mit zwei abgeschlossenen Etagenwohnungen von vier großen Räumen. Jede Wohnung erhält außer den Nebenräumen auch einen Balkon, der Erdgeschoßbalkon mit Ausgang zum Garten. Das Haus erhält einen breiten Vorgarten und ist von allen Seiten frei hingestellt. Die Fronten sind durch Erkervorbauten lebhaft grupviert. Sockel und einige Architekturglieder haben Rohar big Hauptausfuhrung der Bauarbeiten liegt bei der Bau7 In der Gemarkung Horsthausen sind in der uben liegen im Kellergeschoß. Außer dem Neubau ist!. Koonstraße ein neuer Baulagerschuppen auf dem hinteren Teile auf den Grundstücken 6, 8, 10 und 12 vier Neubauten des Grundstücks errichtet. Das Haus daneben in weiter vorgeschrittenen Bauteilen entwickelt. Der Nr. 34, gleichfalls von Schaper gebaut, ist bereits Bauherr ist Bäckermeister Conrad Nolde. Die Ausseit Mai bezogen. Dieses Haus ist vier Stockwerke hoch führung erfolgt durch Baugeschäft Kortebusch u und enthält sieben Wohnungen zu je drei Räumen.s-itterswurden nach deren eigenen Plänen. Alle Wohnungen mit entsprechendem Zubehör. Die Haus Nr. 12 ni bereits gerichtet. Haus Nr. 10, 8 und 6 Außengestalt auch dieses Hauses erweckt einen heiteren werden in kurzen Abständen erfolgen. Im Hause Eindruck. In die Nachbarschaft des neuen Versorgungshauses, auf das übernächste Grundstück Wischerstraße 49, ist für Schreinermeister Otto Schierbaum im vorrgen Jahre ein neues Werkstättengebäude mit Holzlager errichtet. Jetzt ist ein Geschäfts= und WohnNr. 12 wird ein kleiner, im Hause Nr. 8 ein größerer Laden eingerichtet. Ferner wird in Horsthausen auf dem Grundstück Ludwigstraße 54 ein Wohn= und Geschäftshaus für Schneidermeister Albert Fabri ausgeführt. Der Neubau hat 15 Meter Frontlänge, ist dreistöckig hoch geführt und bereits im Rohbau fertig. Im Erdgeschoß sind zwei Läden, eine vierräumige Wohnung mit Bad, kleiner Kammer, Speisekammer urw. und ein großer Werkstattanbau vorgesehen. In den beiden Obergeschossen und m Dachgeschoß sind je zwei= und dreiräumige Wohnungen für fünf bis sechs Familien vorgesehen. Die Ausführung erfolgt durch Bauunternehmer Scha per. Den Entwurf hat ein Verwandter des Bau herrn, ein Düsseldorfer Architekt, ansgestellt Einige Neubauvorhaben, die noch nicht in der Ausführung sind, sind bereits von der Baupol zei genehmigt. Diese betreffen je ein Einsamitienhaus für den Bürovorsteher Hermann Machlitt und den Steuerinspektor Fritz Osten, die beide in der Adalbertstraße errichtet werden sollen. Außerdem ist zur Maschinensteiger Erwe ein Neubau von 18.05 Meter Front in eine Baulücke der Friedrichstraße zwischen zwei vorhandenen Häusern gepiani, die gleichfalls Erwe zu eigen sind. Die Baupolizeiliche Genehmigung in nachgesucht. Der Neubau ist dreistöckig zu errichten geplant und soll sechs Wohnungen zu drei und tier Räumen nebst dem wünschenswerten Nevenraum erhalten. So betätigt sich in diesem Jahre die freie Bauwirtschaft erfolgreich, dem Mangel an Wohnungen zu begegnen. Im vorigen Jahre hatte bekanntlich die Stadtverwaltung einen Hauptanteil daran. Das Stadtbild gewinnt dadurch gewiß nicht zu seinem Nachteile. Denn der Gedanken Fülle, die hervortritt, ist reicher und freier entwickett. Das städtische Bauamt aber leistet für die stadteigenen Bauten Gutes. Der November kommt Ein sonderbarer Widerspruch in der Beschaffung von Arbeitskräften. Die Paderborner Zauernschaft ruft nach ausländischen Arbeitern. Bei der Erwerbslosigke sie in den Industrie= meinen Ist es uns nicht, als hörten wir ihn mit dumpfen grabnistag am 11. November wurde zum allgem Schritten näher kommen und mit schweren Schlägen Feiertag erhoben und Martinstag genannt; doch veran unsere Tür pochen? November! Ein dunkles Wort mischten sich die Feiern ihm zu Ehren untrennbar mit von einem wuchtigen Rhythmus. Die alten Deutschen den aligermanischen Herbstbräuchen, die mit dem Wonannten ihn Windmonat oder Nebelung, während er tan zu Ehren gefeierten Herbstfest zusammenhingen. bei den Römern seinen Namen davon hatte, daß er der Wenn wir also Martinsfeuer und Martinsmünnchen neunte Monat des römischen Jahres war; diese Be= haben, so sind sie Erinnerungen an Wotan; auch Marnennung hat sich im Kalender behauptet. Er bringt tinsgans und Martinstrunk, bei dem der neue Wein probiert wird, sind aus diesen Zusammenhängen zu #####erklären. Tage der Aller=] Auch der Tag der Heiligen Katharina socie reas gehen nicht nabemerkt zelperbiendung Die übrigen Frauten manhen tar- nennung hat sich im Kalender behauptet. Er bringt 5 7 4Fe dei, Eehebo= Kart, alertel Pl. aleriel Lesenderer Valtsaderslaube kuigt., Einge, #sleitet wird der November von dem Tage der Allergesellschaft Huls G m. b. H. Die Frontsäng, des beiligen, den die katholische Kirche zum Gedächtnis der des Heiligen And ernie Tog, Ernnerungslag Allersellge Peurde vorbei. Verstorbenen, der leidenden Kirche, gilt. Nicht zu vergessen ist auch der Hubertustag am 3. November, der große Tag der Jäger, der zur Erinnerung an HuMont=Cenis=Straße 253, war durch Bergschaden stark bertus, den mugenommen und mußte renoviert werden. Aus die wird. Von sem Anlaß ut das Haus nicht unwesentlich erweitert großer Liebhaber des edlen Weidwerks war und auch Man bezeichnet diese Novemberschwärme Eine eigenartige Erscheinung pflegt im November aufzutreten, nämlich die Sternschnuppenschwärme, die meist um den 10. bis 15. November sichtbar werden. So hat man einmal, im Jahre 1833, is. den heiligen Bischof von Lüttich, begangen an einem Ort in der Nacht vom 12. auf den 13. NoVon ihm wird die Legende erzählt, daß er ein vember mindestens 240000 Sternschnuppen gesehen worden nach dem Es wird zur Zeit ein neues und größeres an Feiertagen dieser Leidenschaft oblag. Als er wieder Sternbild, aus dem sie zu kommen scheinen, nämlich 4—„ H PUnmal FEri— en etwa zwei Wochen wieder eröffnen zu können. Das Sünde und zur Buße geführt. Hubertus galt von je zeigen pflegt und Bieliden genannt wird; man nimmt Haus, vorher unansehnlich, macht jetzt einem gut ge- als Schußpatron der Jäger, auch haben die großen an, daß er aus dem Sternbild der Andromeda kommt. ratenen Neubau alle Ehre. Es sieht frisch und schön Jagden nach ihm den Namen Hubertusjagden. In Von den Leoniden ist zu sagen, daß sie früher alle aus und hat neuzeitlichen Wohnhauscharakter erhalten. Entwurf und Ausführung liegen in Händen der Baugesellschaft Hüls. En sehr beachtenswerter Wohnhousneubau ist für den Arzt Dr. Reckendorf, Giesenbergstraße 17, nach Entwurfen der Architekten Pfeifer und Großmann, Mülheim, durch Baugesellschaft Hüls ausgeführt worden. Das Haus ist bereits bald nach Ostern fertig geworden und bezogen. Außer den notwendigen Räumen für die Ausübung der ärztlichen Praxis hat der Arzt seine Wohnung in diesem Hause. Das elegant gruppierte Häuschen m mit kleinformatigem Klinker gebaut worden. Sinnreiches Ornament ziert die Front üiber dem Eingangsportal zu den Patientenräumen. Dieses Portal steht als einziger Schmuck an der Hauptfront. Sonst ist außer dem Ornament darüber die Front völlig geschlossen. ohne jede weitere Oeffnung Belaien und am Niederrhein gilt der heilige Hubertus 33 Jahre in ungeheurer Heftigkeit aufzutreten pfleg zudem als Schutzpatron gegen die Tollwut, und esten,— man hatte sie danach 1899 wieder erwartet, besteht der allgemeine Glaube, daß das Brennen mit doch wurden sie damals durch die Planeten Saturn einem geweihten Schlüssel, dem sogenannten Huber= und Jupiter so stark aus ihrer Bahn gelenkt, daß sie tusschlüssel, die Hunde von der Tollwut befreien soll seitdem nicht mehr in Erdnähe erschienen sind. Den Martinstaa am 11. November werden sich] In der Natur nimmt das große Sterben die wenigsten entgehen lassen, zumal er in diesem seinen Fortgang. Die ersten Frostnächte haben Jahre ja auf einen Sonntag fällt; da wird die obligate erbarmungslos das Laub von den Bäumen gerissen Martinsgans auf den Tischen derer, die es sich leisten und es zu einem schleimigen Brei auf der Erde zukönnen, nicht fehlen. Hier ist ein drolliger Irrtum zu sammengeballt. Jetzt ist alle Herrlichkeit entschwunden. berichtigen, denn vielfach ist bei uns der Glaube ver= Dafür beginnen sich die Feste zu melden. Schon konibreitet, man verspeise diese Gans aus irgendeinem men die ersten Einladungen. Grunde zu Ehren Martin Luthers, dessen Geburtstag] Und so werden wir uns alle durch den November ja auf den 10. November fällt. Dem ist aber nicht so, hindurchwinden, recht und schlecht, und sehen in der sondern das Bratopfer gilt dem alden Heiligen Martin Ferne hinter all dem Novemberdunkel vor uns divon Tours, der im vierten Jahrhundert lebte und als lichtstrahlende Pforte, die uns dem Dezember en. Muster aller Tugenden galt. Als Bischof von Tours gegenführt, dem Monat des Lichts, der Liebe und der hauste er in einsamer Zelle auf steilem Felsen, wo mit Weihnacht. der Zeit das Kloster Marmoutiers entstand Sein Be= gegenden seit Jahren herrscht, ist es das besondere Bestreben der Arbeitsämter. Arbeitskräfte in der Landwirtschaft unterzubringen. Sie stoßen hierbe aber auf starke Opposition in Erwerbslosenkreisen, entweder weigert man sich, überhaupt eine Stelle in der Landwirtschaft anzutreten(nicht nur verheiratete, sondern auch junge, ledige Leute) oder ist oft nach einigen Tagen wieder da, weil die Unterbringungsund Lohnverhältnisse zu schlecht seien. Dies mag nicht selten zutreffen und müßte von Staatswegen besonders und baldigst geregelt werden, ein Unding aber st es, wenn die Landwirtschaft aus Mangel an Arbeitskräften sich zur Verpachtung in Kleinparzellen und zum Ruf nach auslandischen Arbeitern gezwungen sieht. Typisch dafür ist eine Entschließung, die am 16. Oktober der Paderborner Hauptverein zur Förderung der Landwirtschaft gefaßt hat. Se lautet: Die Landwirte im Bezirke des Paderborner Hauptvereins sehen mit schwerer Sorge der Bewältigung der Arbeiten des Wirtschaftsjahres 1920 entgegen. Für Haus= und Wirtschaftsarbeiten sind einheimische weibliche Arbeitskräfte kaum noch zu beschaffen; desgleichen fehlen die männlichen Kräfte für die Gespanne usw. Die Schwierigkeit und das Risiko, weibliches Personal überhaupt zu bekommen, schon eine größere Zahl von kleineren und mittleren Besitzern gezwungen, ihr Land in Kleinparzellen zu verpachten. Die Zahl dieser, die Wirtschaft aufgebenden Besitzer ist im ständigen Wachsen. Was der Uebergang von geschlossenen bäuerlichen Wirtschaften in Kleinparzellierung für schwerwiegende Folgen für die Volksernährung haben wird, muß den einsichtsvollen Beobachter mit Sorge erfüllen. Soll diesen Uebel= und Mißständen nur in etwa begegnet werden, so hat die Regierung die Pflicht. das Kontingent der ausländischen Arbeiter gegenüber dem Vorjahre ganz erheblich zu erhöhen, zumal auch die bäuerlichen Betriebe bei der Zuweisung dieser Arbeitskräfte berücksichtigt werden mise ten. Um einen sicheren Betriebsplan für 1929 rechte zeitig aufstellen zu können, müßte die ZulassungsShlorodont die Tochter des Zigeuners Original=Dorfroman von Gg. Werner. 5. Fortsetzung. Fritz Kastner strich mit der vollen Faust durch den Schnurrbart und schüttelte lächelnd den Kopf. „Die verdammte schwarze Katze hat doch aufgepaßt. jetzt ist der Zwölfender zum Teusel“, murmelte er halblaut. Emil und sein Freund Gustav hatten sich etwas anseits gesetzt und sprachen über vergangene Zeiten. Bald darauf ging die Tür wieder auf und Philomene trat, mit einer Schnapsflasche in der Hand, über die Schwelle. Fritz Kastner sah sich um und erblickte sie Feiert ihr Begräbnis“?“ fragte er mit verbissenem Aerger. *) Die Jager pflegen nach einem jeden erlegten größeren Schraps zu trinken; sie nennen das„Begräbnisfeiern“. „Der Vater ist frisch und gesund“, antwortete das Madchen lachend und zeigte ihre weißen Zähne. „Das glaub' ich, meinte der Förster,„ober der Hirich nicht!" Das Mädchen sah ihn mit einem Blick an, als wollte sie sagen:„Für wie dumm hältst du mich wohl?“ sprach aber kein Wort, sondern ließ sich den Schnaps einschenken und verschwand mit einem Blick auf Emil.„ Gustav, der den Blick aufgefangen hatte, sagte ernst: „Den Anfang hast du gemacht— aber, bedenke das Ende. Emil.“„ Das werde ich tun, mein Junge, erwiderte cieser lachend und stand an“;„weisen Sie mir mein Zim. ier an, Herr Wirt, ich bin müde— auf Wiedersehen morgen vormittag“, wandte er sich an Gustav und schuttelte diesem mit einem herzlichen„gute Nacht" die Hard. Der alte Hubert konnte nicht einschlafen, er hatte den gelienden Pfitt ebenfolls gehört und wußte edento gut seine Bedeutung, als von wem er ausging. Vor seiner Seele zogen Bilder vorbei aus frühe ren Tagen und stöhnend wälzte er sich auf seinem Lo ger. ! Wilhelm Hubert war nicht immer so still und für sich allein gewesen wie jetzt; es gab eine Zeit, in der er ebenso wie die anderen Bauern in der Schänke hinter einem Glase saß und Karten spielte und den Teufel danach fragte, ob Haus und Hof dabei auf dem Spiel stand, denn hoch und leidenschaftlich wird in all so abgelegenen Orten gespielt, das ist eine bekannte Tatsache. So saßen sie auch in einer Nacht und zechten und pielten und während Schmied Hubert die harten Taler handevoll einstrich, verlor der Müller Hanold den letzten Groschen— eber aufhören wollte er trotzdem nicht. Hubert verstand seine Glücksstunde wahrzunehmen und was ihm so lange nicht durch Ueberredung und für gut Geld geglückt war, sollten ihm jetzt die Karten bringen.— Sein Acker reichte gerade heran bis an des Müllers Eigentum, aber ein schmales Dreieck, das dem Müller gehörte, und das tief in sein Land hineinschnitt, hatte ihn längst geärgert. Anstatt daß der Müller die Spitze, die ihm keinen großen Ertrag brachte, für das hohe Angebot Huberts losschlug, beharrte er mit der diesem Menschenschlag eigenen Halsstarrigkeit auf seinem Recht und schuf sich und seinem Nachbar döse Toge. Für Hubert schien jetzt die Erlösung von dem Aerger zu kommen. Als er des Mullers letzten Taler in die Tasche gesteck: hatte, mischte er die Karten ruhig von neuem und legte sie dem Müller zum Abheben vor. „Um die Parzelle oben am Teich“, sagte er gleichmutig und stieß den Tabak in dem Ulmer Maserkopf fester. Hanold spitzte die Ohren und ließ die schon erhobene Hand wieder sinken „Wenn du nicht magst, ist mir's auch recht", lachte Hubert selbstbewußt,„wirst die Hand voll Erde wohl notwendiger brauchen". Dem Müller stieg das Blut zu Kopi, er war minde. stens ebenso reich als der Schmied. „Was hältst du dagegen?“ fragte er herausfordernd „Hurdert Taler“, prahlte Hubert und holte einige Hande voll lose aus der Hosentasche Hanold hob jetzt mit bebender Hand ab „Es glt“, sagte er heiser und die anderen Bauern zogen mechanisch iwe Einsätze zurück Hubert legte bedächtig die drei verhängnisvollen Karten verdeckt vor den Müller, seine, die vierte, vor sich hin. „Gewonnen! schrie Hanold und wandte die Karten. nachdem er verstohlen einen Blick darunter geian, auf dem Tisch um:„Drei Aß!“ „Noch nicht", erwiderte Hubert bedächtig und wandte sein Blatt ebenfalls um:„Hier ist das vierte Aß!“ „Du hast betrogen!“ brüllte der Muller kreidebleich vor Schreck und Wut. Im nächsten Augenblick fühlte er des Schmiedes eiserne Fäuste an seiner Kehle und wer weiß, wie es schon damals geendet, wenn die übrigen Bauern nicht die beiden auseinandergebracht und anscheinend Frieden gestiftet hätten. Hubert hatte regelrecht gewonnen und der Müller verloren, so entschieden alle Beteileaten und damit war die Sache abgeran. Statt aver nun den Landstrich abzutreten, brachte Hanold am anderen Tage wohlgezählt hundert Toler und legte sie dem Schmied auf den Tisch. „Auch nicht für fünfhundert", erklärte Hubert fest. „ich hab das Land gewonnen und es ist mein". „Hüte dich, einen Fuß auf meinen Grund und Boden zu setzen", drohte Hanold,„hier hast du dein ge wonnenes Geld und nun sind wir quitt“, damit schritt er zur Tür hinaus. Klingend flog der Beutel hinter ihm drein „Wie es ausgemacht war, so bleibt es!“ schrie ihm Hubert noch nach, aber Hanold hörte nicht mehr nach ihm und ging seiner Wege. Wenn sich die Bauern zanken, kommen die Advokaten zu Geld, laat ein Sprichwort und es muß wohl wahr sein, denn Hubert und Hanold strengten beide zugleich einen Prozeß an. Nachdem der hunderfache Wert des Objektes ver prozessiert war, entschied das Gericht zu Gunsten des Müllers, da der Einsatz nicht der gleiche gewesen und Spielschulden überhaupt nicht eingeklagt werden könn sen— Für Hubert war das ein harter Schlag, seiner ufsassung nach war er in unbestreitbarem Recht. die Meinung samdicher anderen Bauern war auf seiner Seite und nun entschied das Kammergericht gegen ihn Zu alledem fing ihn nun noch Hanold an zu schikanieren und seinen Ackerstreifen mit allerlei Unkraut! zu bestellen, lo daß Hubert schon gar keine Freude mehr an seiner Ackerwirtschaft hatte. Von der Zeit an ging der Schmied nicht mehr in den Krug, was am Ende kein Unglück war, wenn er dadurch nur nicht auf böse Gedanken gekommen wäre. Eines Abends spät strich Hubert noch im Walde umher und ging noch nach seinem Acker am Teich. Der Mond stand hell und klar am Himmel und keine Seele außer ihm war zu sehen, oder zu hören. Auf den schweren Eichenstock gestützt, an dem er sich unten einen kleinen eisernen Spaten befestigt hatte, um Kleinigkeiten abzustechen, oder auszuheben, stand er sinnend hinter seinem prächtig dastehenden Roggen, und blickte würend nach dem Einschnitt, auf dem Hederich und Disteln wucherten. Während er so dastand, die brennende Pfeise im Mund, hörte er plößzlich Schritte von oben her, gerade auf sich zu. Er wollte sich geräuschlos entfernen, aber in dem Augenblick erkannte er in dem Kommenden den Müller der etwas angetrunken aus der Schänke kam. daß ich mich vor ihm nun erst recht hervor, „Der Lump soll nicht denker verstecke“, murmelte er und ir hart an den Weg. Der Müller torkelte ein wenig und so kam es, daß er dem Schmied beinahe auf den Leib rannte. Einen Augenblick stutzte er, als er Hubert erkannte. dann wandte er sich mit verächtlichem Gesicht ab und spuckte aus „Falschspieler“, lallte er mit schwerer Zunge und machte eine bezeichnende Bewegung mit der Hand Hubert wurde kreidebleich im Gesicht, seine Augen traten aus den Höhlen, sein Mund verzerrte sich und im nächsten Moment lag der Müller der Lange nach laut= und regungslos am Boden: Er hatte inn mit dem schweren, eisenbeschlagenen Stock niedergeschia gen. Starr vor Schreck stand Huber angerichtet. Kalter Schweiß trat eine Knie schlotterten und der star Espenlaud. Er bückte sich nieder und rüttelte und schüttelte den Müller— vergeblich. „Hanold!“ rief er ihm ins Ohr,„Hanold, so rühre dich doch, es war ja nichtt so gemeint—“. Das wird wohl ganz gleich sein, wie es gemeint war— tot ist tot“, sagte eine Stimme plotzlich hinter ihm und eine Hand legte sich seicht auf seine Acief (Fortsetzung folgt.) und sah, was er auf seine Stirn, : M a n n b e b t e w i e * genehmigung der Saisonarbeiter früher als bisher Wenn tatsächlich das Bedürfnis des Landes an Arerfolgen, auch im Interene der Beruhigung der beitskräften so groß und die Erwerbslosigkeit in den ländlichen Arbeitgeber. Industriestädten so dauerhaft ist, wird man baldigst Diese Entschließung zeigt, daß man sich der Wege finden müssen, diesen horrenden Widerspruch Frage des Rückflusses von der Stadt auf das Land aus dem Gebiete der Arbeitsvermittlung zu lösen. " mit ganz besonderer Energie wird annehmen müssen.]— Aus und für Herne Die kommunale Reorganisation im Industriegebiet. Verzögerung der Zustellung des Probegesetzentwurss. Wie wir erfahren, durfte der Probeentwur für das Umgemeindungsgesetz in diesem Monai nicht mehr den Kommunalbehörden im Amgemeindungsgebiet zur Meinungsäußerung vorgelegt werden. Der Minister des Innern, Grzesinski, trifft erst am 29. Oktober von seiner Amerikareise wider ein Soweit wir informiert sind, wird der Probegesetzentwurf vor seiner Zustellung an die Kommunalbehörde im Umgemeindungsgebiet erst dem Innenmiaister vorgelegt werden. Dies dürfte kaum vor Anfang November geschehen. Der Innenminister hat wissen lassen, das, er nach dem Eingang der Meinungsaußerung der Kommunal verbände und vor Einbringung des neuen Gesetzentwurfs an den Landtag eine Informatious. reise im rheinisch=westfälischen Umgemeindungsgebiet unternehmen wird. Wie wir von wohlinformierten Berliner Stellen hören, lehnt sich die in dem Probegesetzentwurf vorgesehene Lösung der kommunalen Reorganisationsfrage im westfälischen Industriegebiet an die in dem Gutachten des Regierungspräsidenten in Arnsberg vorgeschlagenen Regelungen an. Leider sei in dem ungeheuren Wirtschaftskampf, den das Ruhrgebiet augenblicklich zu bestehen habe, weder von Preußen noch vom Reich die Unterstützung zu erwarten, die das Ruhrgebiet verdiene; heute sei es doch so, daß über 50 Prozent des Ertrages des Ruhrgebietes anderswo verbraucht werde. Zur Saarkundgebung am kommenden Samstag. Uns wird geschrieben: Unsere vertriebene Märtyrer wurden zum Stoßtrupp, zu Rufern im Streit um Befreiung von fremdem Joch, um Aufklärung und Sicherung uneres Rechtes. Sie gugen hinaus, schuldlos verbonnt; doch ungebeugt trieb sie das glühende Herz zur Tat. In schwerster Zeit wurde der Bund der Saarvereine ins Leben gerufen, um den Bedrängten und Ausgewiesenen zur Seite zu stehen und die Brüder und Schwestern an der Saar in ihrem schweren Abwehrkampf zu stärken. Begeisterung für ein ideales Ziel schuf das schöne Werk. Viele Tausende in mehr als 100 Ortsgruppen vom Norden bis zum Süden des deutschen Reiches sind ihm zugetan, werden um Anteilnohme und propagieren den Gedanken unserer baldigen Befreiung. Der Kampf ist noch nicht zu Ende, trotzdem das Maß voll kst. Die heutige Parole heißt: Zurück zum Reich! In Anbetracht der großen Aufgaben ist es Pflicht des nichtbesetzten Deutschlands, in die Bresche zu springen und der Kampffront an der Saar die alte Schlagkraft zu sichern. Der Ruf„Hände weg vom Saargebiel“ muß immer wieder durch alle deutschen Gauen und auch durch das Ausland gehen. Unser wird der Sieg. Ein Volk, ein Wille, ein Vaterland. Deutsch die Saar. immerdar! Was jeder Deutsche vom Saargebiet wissen muß, erfährt er deshalb in der großen Saarkundgebung am Samstag. dem 27. Oklober, abends 8 Uhr, im Franziskaner. Der Saarverein Herne erwartet wohlwollende Unterstützung aus allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung. Der eigentlichen Kundgebung geht eine Vertreiterversammlung des Rheinisch-Westfälischen Industriegebietes sämtlicher Saarvereine vorauf. Sie beginnt um 5 Uhr an den obenerwähnten Räumen. „ Das Kölner Hänneschen=Theater in Herne. Nun ist Dr. Nießen vom Theaterwissenschaftlichen Institut Köln mut seinem Kölner Hänneschen=Theater auch in Herne eingekehrt. Das Jahrmarktshänneschen als theatersaalfähig vorzustellen, ist ihm zum großen Teil gelungen. Spielerschwerend wirkte für die kleinen Puppen der für diesen Zweck rielleicht zu große Saal des Gesellenhauses, das aber durch die Bühnenbeleuchtung in etwa wieder wettgemacht wurde. Ferner bewahrte die zum Mitspiel aufgeforderte vielhundertköpfige Schar der Kinder, ungewohnt der neuen Eroberung, die sie gemacht hatte, nicht immer die Ruhe, während den Spielern, die im Tage mehrere Vorstellungen geben müssen, nicht zugemutet werden kann, daß sie noch lauter sprechen sollen. Die gesamte halbe Höhe der Buhne sahen wir eine dunkelrote Leinwand verdecken. Vom oberen Teile zeigten die Seitendrittel Kolner Bürgerhäuser, und das mittlere Drittel stellte die Bühne. Die Miniaturkulissen bildeten einen farbenfrohen, märchenhaften Hintergrund. Die Deutsche Volkspartei der Mittelstädte zu den Eingemeindungsfragen. Einigkeit macht stark. Wie die Zentrums=, die sozialdemokratische und die demokratische Partei bereits viel früher getan haben, so veranstaltete am Dienstagabend auch die D.V.P. der Mittelstädte in Wanne=Eickel eine Versammlung, die zu den Eingemeindungsfragen Stellung nahm. Es waren Vertreter aus Herne, Witten. Langendreer, Wattenscheld und Wanne=Eickel erschienen. Baurat Lehnemann hielt ein ausführliches Referat, in dem er die in den letzten Monaten schon oft vorgebrachten Erwägungen für die Erhaltung der Mittelstädte und gegen die Bildung von Riesenstädten darlegte. In der Aussprache verlangte (nach der W.=E. Ztg.) Dr. Franz=Langendreer engen Zusammenschluß der lebensfähigen Mittelstädte, regelmäßige Zusammenkünfte u. gemeinsame Schritte. Auch müsse man auf dem Posten sein, sonst werde man schließlich vor vollendete Tatsachen gestellt. Vor allem gelte es, mit den Abgeordneten des Landtages und Staatsrates Fühlung zu nehmen. Bemerken waren einige Ausführungen des Reichstagsabgeordneten Winnefeld, der gesetzgeberisch nichts mit der Umgemeindung zu tun hat und demgemäß nur als Wattenscheider Bürger sprach. Zunächst hob er hervor, daß wegen der verschiedenen Belastung der industriellen Werke im Ruhrgebiete das Streben nach einheitlichen Steuern verständlich sei. Nachrichten über den Stand der Eingemeindungsfrage könne man vom Ministerium nicht erhalten. In weitesten Kreisen von Landtag und Regierung werde die Meinung vertreten, daß die Schaffung von Mittelstädten ein Fehler gewesen sei; doch werde man die Mittelstädte nicht umnoßen; weniger werde man wohl an die Schaffung neuer Mittelstädte denken; das schließe allerdings nicht aus, das die Städte, die Mittelstädte werden wollen, mit aller Kraft danach streben. Selbstverständliche Voraussetzung für die Erhaltung einer Mittelstadt sei ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit; es sei daher sparsamstes Wirtschaften den Mittelstädten zu empfehlen. Destische Kleinbahnen und Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen verbünden sich gegen die Stadt Herne Zweimal haben wir schon im„Herner Anzeiger“ auf die Benachteiligung der Stadt Herne nbetreff der Straßenbahn Herne=Recklinghausen hingewiesen, insbesondere, daß in Herne die Bahn an der Vinckestraße, also dem„Anfange“ der Stadt, endigt und ein Hinausfahren über diesen Punkt mit besonders hohen Kosten verbunden ist, so mn Nr. 231 des „Herner Anzeigers“, dann noch in Nr. 246. wobei wir der Vermutung Ausdruck gaben, es wäre nicht Alleinschuld der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen, sondern vielmehr die Direktion der Straßenbahn Herne=Recklinghausen selbst, d. h. die Vestichen Kleinbahnen in Herten, die Kraft eines Vertrages die Bahn seit einigen Jahren mitverwalten. Die Direktion der Vestischen Bahnen hat begreiflicherweise es nicht gewagt, diese Vermutung zu entkräftigen, sodaß wir sie nunmehr als Tatsache hinstellen können. Was Herne übrigens von dieser Verwaltung hat, braucht nicht weiter erwähnt zu werden, da jedermann in Herne hierüber zur Genüge„Bescheid weiß". Es soll nur darauf hingewiesen, werden, welch zweideutige Rolle diese Direktion hinsichtlich des Durch gangsbetriedes Recklinghausen=Herne=Bochum gespielt hat, bis sich endlich der Verwaltungsausschuß näher mit dem Plane befassen mußte. In Nr. 246 wurde auch betont, daß beispielsweise in Wanne=Eickel infolge des Uebergangtarifes von allen Linien eine„neutrale Zone" besteht, die stets 1 Teilstrecke auf der Nachbarbahn umfaßt, auch trifft das gleiche für Herne bei sämtlichen Bahnen zu, auch für den Uebergang der Bochum=Gelsenkirchener zur Herne=Recklinghäuser Bahn, nur einzig und allein nicht umgekehrt. Inzwischen hat nun der Verwaltungsausschuß der Herne=Recklinghäuser Bahn unsere Anregungen verwirklicht und die Anzahl der Teilstrecken vermindert, wodurch der große Preisunterschied wenigstens etwas gemindert ist, er betragt„nur noch 0.50 M. Auch hier gilt wieder die Einschränkung, daß diese Verbilligung nur für den gewöhnlichen Uebergangsverkehr gin, nicht betraffen werden naturlich Fahrscheinhefte, Monatsund sonstige Ermäßigungskarten. Für diese ist immer noch bei einem Weiterfahren der hohe Anfangspreis von 20 Pfg. zu entrichten. In dieser Beziehung ist alle Preisverbilligung der Herne=Recklinghäuser Bahn nußlos. Wir ersuchen daher den Verwaltungsausschuß, selbst mit folgendem Vorschlag bei der Direk tion der Bochum=Gelsenkirchener Bahnen vorstellig zu werden: Die Teilstrecke Strünkede— Binckestraße der Herne=Recklinghäuser Bahn wird bis zur Kurfürstenstraße ausgedehnt. Damit nun die Bochumer Bahnen keinen Schaden erleiden, erklärt sich der Verwaltungsausschuß mit einer Verlängerung der Teilstrecke Kurfürstenstraße— Herne Bahnhof bis zum Schloß Strünkede einverstanden. Schwierigkeiten könnten sich nur ergeben, welcher Bahn die Einnahmen auf diesem Abschnitt bei Jahrten innerhalb der genannten Zone Kurfürstenstraße— Strünkede zufließen sollen. Die hierfür gegebene Lösung ist, daß beide am Gemeinschaftsverkehr beteiligten Bahnen in ihrem Wagen den eignen Tarif anwenden. Verharrt jedoch die Bochum-Gelsenkirchener Bahn weiter auf ihrem ablehnenden Standpunkt, so muß die Herne=Recklinghäuser Bahn sich selbst helfen und bei Jahrten Recklinghausen— Herne Kurfürstenstraße stets eine Teilstrecke weniger berechnen. J. B. Recklinghausen Hbf.— Herne Behrensstraße sind sieben Teilstrecken, es werden jedoch nur sechs berechnet, was dem Preise bis zur Binckestraße gleichkommt, umgekehrt wird beim Uebergang von der Bochum-Gelsenkirchener Bahn auch auf Recklinghäuser Gebiet ein Teilstrecke weniger berechne! Unser Wetterbericht. Das Tiefdruckgebiet über Großbritannien besteht fort, hat aber an Tiefe abgenommen, während sich das Hochdruckgebiet über Südosteuropa verstärkt. In Deutschland war es gestern früh meist wolkig, aber nur vereinzelt regnerisch. Die gestrigen Morgentemperaturen lagen im allgemeinen zwischen 7 bis 13 Gr., nur in Bayern niedriger. Wetteraussichten bis Samstag: Wechselnde Bewölkung ohne erhebliche Regenfälle und ziemlich mild. Das Spiel. Die Komik der Puppen bannt auch die Erwachsenen. Die Flintheit der Bewegung wurde von den Spielern mit verblüssender Sicherheit demonstriert. Manche Szenen waren von geschmackvoller Gruppenstellung. Der Tanz der Puppen erinnerte an lebendige Shimmyhopser. Die Faxen und Rüpelszenen sind Höhepunkte der Urwüchsigkeit, die von einem Lachorkan der Zuschauer begleitet werden. Die Spieler verhalsen stimmlich im Kölner Dialekt der kom schen Situation zum Erfolg. Die Handlung ließ alle altbekannten Personen, wie die Marienzellbell, den Schääl, den Mählwurmspitter und den prachtvollen Tünnes um das gemütliche Hänneschen aufmarschieren, deren Kostüme nicht minder putzig waren. Das Spiel stand auf einem hohen Volksnweau und ließ die Anwesenden die Zeit der Not vergessen. Man wurde an die eigene Jugendzeit erinnert. Den Erwachsenen wird diese Kölner Hänneschen=Bühne ebensoviel sagen, wie den Kindern. Heute finden Vorstellungen im Stadtteil Sooingen im Lokale Borgmann statt, und zwar um 11. 3 und 5 Uhr für Kinder und abends 8 Uhr für Erwachsene. Möge der Besuch recht zahlreich sein, man wird seine helle Freude haben. „„„* * Die neuen Straßenreinigungsgebühren werden heute vom Magistrat in einer Bekannimachung veröffentlicht. Die Unterlagen liegen in der Zeit vom 26. 10. bis einschl. 23. 11. im Rathaus. Zimmer 79, auf * K i r c h e n c h o r S t. B o n i s a t i u s H e r n e. Am nächsten Sonntag, dem 28. Oktober, halt der Kirchenchor on St. Bonifatius im kleinen Soale des Gesellenhauses seine diesjährige Familienfeier av. Mit Rücksicht auf das reichhaltige Programm ist der Anfang auf 7 Uhr abends festgesetzt. Zu dieser Jeier werden die Ehrenmitglieder des Vereins mit ihren Familienangehörigen ganz besonders eingeladen. Da: Programm für den Abend ist so reichhaltig, daß jeder bestimmt auf seine Kosten kommt. * Das städtische Konzert am Mittwoch. das erste Vormietekonzert, eröffnete mit einer sehr glücklichen Vorbedeutung die Winterzeit. Der Saal war gegen alle Erwartung sehr gut besetzt. Die Darbietungen, besonders des Streichquartetts. wurden mit großem Beifall ausgenommen. Den ausführlichen Bericht bringen wir morgen. * Kindertransport. Die seit dem 17. September im stadt. Erholungsheim Hullern befindlichen Kinder haben die Kur am Freitag, dem 26. Oktober, beendet und treffen um 13 Uhr auf dem hiesigen Bahnhof ein * Zur Anzeige kam gestern abend ein Fuhrmann, der die Bahnhofstraße ohne Licht mit seinem Wagen befuhr St.-Josephs-Arbeiterverein St. Bonisatius. Sonntag früh gem. hl. Kommunion. Nachmittags, beginnend 5 Uhr, Feier des 35jährigen Stiftungsfestes im großen Saale des Kath. Gesellenhauses.(Näheres siehe heutige Anzeige.) #ei duten. Relerkeit., Katarch Politische Freiheit in der Herner Vergangenheit. Recht interessante Einzelheiten weiß Fritz Hölkeskamp in der„#erner Volkszeitung“ über die Zeiten zu berichten, wo der Sozialdemokrat noch als Staatsverbrecher galt. Anlaß zu diesem geschichtlichen Rückbick bot die 50jährige Wiederkehr des Verkündigungstages des Sozialistengesetzes, des„weietzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie". Wir entnehmen dem Artikel einige allgemein=politisch, historisch und örtlich interesiante Stellen. Einer der tatkräftigsten und eifrigsten Verfechter der sozialdemokratischen Idee war in dem damals erst aus dem Ackerdorf herauswachsenden Herne der Bergmann Theo Menke, der heute noch als Parteiveteran sich großen Ansehens erfreut. 1889 war der erste große Bergarbeiterstreik. Damals ereignete sich folgende für die frühere Säbelpolizei charakteristische Begebenheit: Die streikenden Bergarbeiter machten einen Ausflug nach dem Grullbad in RecklinghausenSüd. Kaum hatten sie sich im Grünen gelagert, da erschien der Polizeikommissar Brockmeyer, das Oberhaupt der Herner Polizei zu jener Zeit, hoch zu Roß mit einer Schar von Polizeibeamten. Sie stürzten mit gezogenem Säbel in die Masse der sich friedlich lagernden Arbeiter und trieben sie auseinander. Ein besonderes Vergnügen fand Brockmeyer Larin, die flüchtenden Arbeiter in die Emscher hineinzujagen. Diese polizeilichen Drangsalierungen und Schikanen sind in der Folgezeit noch oft vorgekommen. Im Jahre 1890 fiel das Sozialistengesetz. Damit begann auch die Agitation und das parteiliche Leben in der Sozialdemokratie stärker zu werden. So fand im Jahre 1890 bei der damaligen Reichstagswahl auch in Herne in der Lobeckschen Wirtschaft zum ersten Male eine sozialdemokratische Wahlversammlung statt. Dort sollte der damalige Kandidat Redakteur Lehmann sprechen. Bei dieser Reichstagswahl hatte die Sozialdemokratie im hiesigen Wahlkreis einen gewaltigen Stimmenzuwachs zu verzeichnen. Während bei der Reichstagswahl im Jahre 1887 im Wahlkreis Bochum=Herne für die Sozialdemokratie nur 1160 abgegeben wurden. stimmten bei der Reichstagswahl im Jahre 1890 8388 Wahler für diese Partei. Diese enorme Stimmenzunahme hatte zur Folge, das eine ganze Anzahl von Bergarbeitern, die führende Mitglieder im„Alten Verbande“ der Bergarbeiter waren und in dem Verdacht standen. Sozialdemokrat zu sein, au den Zechen gemaßregelt wurden und nirgends Arbeit be kamen. Dieses Los traf auch Theo Menke, dem am 1 Mai 1891 auf Zeche Julia gekündigt wurde. Er vlieb aber weiter der Parteiarbeit treu. Ein Jahr lang eilte er täglich von Haus zu Haus und brachte in die Wohnungen der Arbeiter die damals in Gelsenkirchen erscheinende sozialdemokratische Zeitung„Die Volksstimme“. Aber das kärgliche Einkommen zwang ihn schließlich, den Herner Staub von seinen Schuhen zu schütteln und sein Heil, wie so viele andere Leidensgenossen, im Auslande zu suchen. Er ging nach Schottkand, wo er mit August Siegel zusammen arbeitete, einem der letzten noch lebenden Alten, die die ganzen Verfolgungen der Sturm= und Drangzeit der deutschen Arbeiterbewegung muitgemacht haben Auch der damalige Wirt Adam Bomm war fortwährend den polizeilichen Verfolgungen und Schikanen des Polizeikommissars Brockmeyer ausgesetzt weil er diese„gemeingefährlichen Leute“, in seinen Räumen tagen ließ. Kaum hatten sich die Arbeiter zu einer Versammlung oder Feier in seinen Räumen niedergelassen, da erschien Brockmeyer mit einem Polizeibeamten und verhängte über die Wirtschaft die Schanksperre. Adam Bomm ließ sich jedoch nicht einschüchtern und stellte den Vereinen und Verbänden seine Räume weiter zur Verfügung. Ueber das Vorgehen des Polizcikommissars Brockmeyer schreibt der Arbeiter=Gesangverein in seiner Festschrift zur Feier des 30jährigen Bestehens:„Im Jahre 1894 fand sich eine Anzahl freier Gewerkschaftler zur Gründung eines Arbeiter=Gesangvereins zusammen. Diese ging denn auch ohne Hindernisse vonstatten. Im Herbst des Jahres 1894 feierte der Verein sein Grundungsfest. Aber jetzt kam die Sache anders. Ein Arbeiter=Gesangverein in Herne, welcher sich das freie Lied zu eigen machte, war doch zu schrecklich, deshalb versuchte man, den Verein unschädlich zu machen und seine ersten Lebenskeime zu ersticken. Am Abend des Festtages erschienen Polizeibeamte und Gendarmen unter Führung des Polizeikommissars Brockmeyer, welcher als erster das Brunsche(jetzt Dieße) Lokal betrat, wo der Verein seine Feste feierte, und Feierabend bot. Die Anwesenden machten sich bereit, den Saal zu verlassen, da ertonte schon wieder die Stimme des Kommissars: „Feierabend zum ersten, zweiten und dritten Male!“ Jetzt begann die Attacke; wie auf ein Kommando hatten alle Gendarmen und Polizisten ihre Säbel gezogen auf Männer und Frauen. Ein jeder rettete sich, so gut es ging: man sah Frauen, die durchs Fenster sprangen. Draußen wurde die Attacke fortgesetzt. Revolverschüsse durchhallten die Nacht. Ein Festteilnehmer, namens Pahler, erhielt einen Schuß ins Bein und mußte sich ins Krankenhaus begeben. Nach der Heilung wurde er noch mit 9 Monaten Gefängnis bestraft. Der Inralide Stein bekam 6 Monate, Schneidergeselle Kranich 3 Monate. Besonders hervorzuheben sind die Polizeibeamten Brockmeyer, Münter, Buschel und Viet, welche sich an jenem Abend hervorgetan haben Diese brutale Gewaltanwendung des damaligen Herner Polizeikommissars gegen die Anhänger der Sozialdemokratie ho; dann im nächsten Jahre zu einem fürchterlichen Drama geführt, dem„Essener Meineids= Prozeß gegen Schröder und Genossen". Der Verlau war nach den Ausführungen Fritz Hölkeskamps in der H. Volksztg. folgerder: Am 2. Febr. fand im Saale des Wirts Sichtermann in Baukau eine von dem Führer des„Christlichen Gewerkvereins der Bergarbeiter", August Brust, einberufene Bergarbeiterversammlung statt. Da die Christen freie Diskussion zugesichert hatten, ging der damalige Führer des„Alten Verbandes“, der Bergarbeiter Schröder, mit einigen seiner Bekannten in die Versammlung. Auffallend war das große Polizeiaufgebot vor dem Versammlungslokal. Als Schröder das Wort zur Geschäftsordnung verlangte, wurde er von Brust aus dem Saal gewiesen und der Gendarm Munter von diesem mit der Aueführung seiner Anordnung beauftragt. Schröder ging hinaus, wurde aber an der Saaltür von Minter mehrmals zu Boden gestoßen. Dieses Gebaren des Gendarmen Münter wurde in dem Organ des Bergarbeiter=Verbandes gebührend kritisiert. Der veraniwortliche Redakteur Margrai wurde darauf verklagt. In diesem Prozeß. der vor der Essener Strafkammer sich abspielte, beschworen Schröder, Meyer, Graff. Wilking, Becmann, Imberg und Thiel, daß Munter den Schröder zu Boden gestoßen habe. Doch der gegenteilige Ed des Gendarmen Münter wurde vom Gericht anerkannt. Der Redakteur wurde bestraft und die anderen wegen Meineids verhaftet und verurteilt. Schröder erhielt 2 Jahre und die anderen sogar über 3 Jahre Zuchthaus. Als im Jahre 1911 das Wiederaufnahmeverfahren erfolgte, da wurden die so schwer Bestraften von dem Meineid freigesprochen Die Sozialdemokraten schlossen sich damals in Herne zu einer losen Parteiorganisation zusammen, denn das damalige Vereinsgesetz verbot jede politische Vereinsbildung. Erst, als im Jahre 1898 dieser§ 8 des Vereinsgesetzes fiel, da schrit man zu der Gründung des „Sozialdemokratischen Vereins von Herne und Umgegend“. Diese Gründung erfolgte im Mai des Jahres 1898. 18 Mitglieder traten dem neugegründeten Verein bei. Erner der Unerschrockenen, der damals diesen ersten Verein gründen half, war der jetzige unbesoldete Beigeordnete Julius Benz. Ihm war als Schriftführer des neugegründeten Vereine die Aufgabe zutell geworden, den Verein bei der zuständeigen Polizei anzumelden. Das damalige Vereinsgesetz schrieb nun vor, daß bei der Anmeldung auch die Mitgliederliste einzureichen sei. Das war nicht geschehen, man hatte nur die Namen des Vorstandes übermittelt. Benz und die beiden übrigen Vorstandsmitglieder erhielten von dem Polizeikommissar Brock meyer, der damals auch der Amtsanwalt von Herne war. eine Geldstrafe von 15 Mark, die sie dann bei Wasser und Brot en den dunstigen Gesängnismauern absitzen mußten. Die Polizei hatte nun nichts eiligeres zu tun, als der Zechenverwaltung Konstantin, wo Benz arbeitete, Mitteilung von diesem„gemeingejährlichen Sozialdemokraten“ zu machen. Das führte kurz nach seiner Haftentlassung zur Maßregelung Seitdem wurde ihm auf einer Zeche nach der anderen gekünsdigt, so daß er aus weit mehr als 30 Arbeitsstellen tätig gewesen ist. Die vielen Maßregelungen und polizeilichen Drangsalierungen eines Kommissars Brockmeyer ließ dieses zarte Vereinspflänzchen nich: recht zur Entwicklung kommen. Der„Sozialdemokratische Verein“ schlief wieder ein, bis man dann im Juni 1904 wieder zur Neugründung schritt. Ein wichtiges Ereignis in dieser Zwischenzeit soll nicht unerwähnt bleiven, wenn wir auch dem Verjasser Fritz Hölkeskamp die Verantwortung für die Richtigkeit der Darstellung überlassen müssen. Im Jahre 1899 war u##gen der gewaltigen Erhöhung der Knappschaftsbeiträge für die Schlepper aus den hiesigen Zechen ein sogenannter„Schlepperstreik“ ausgebrochen. Viele Bergleute hatten sich eines Nachmittags auf der Bahnhofstraße angesammelt, um demonstrativ ihren Unwillen darüber kundzutun. Brockmeyer hatte alle seine Polizeibeamten auf die Beine gebracht und zur Verstärkung Polizei und Gendarmerie aus dem Landkreise Dortmund und Bochum herangezogen. Die Polizei, aus dem Steinweg und der Marienstraße kommend, trieb die streikerden Arbeiter. aus diesem kurzen Stück der Bahnhofstraße so in die Euge, daß Mann an Mann stand und keiner sich 34 rühren in der Lage war. Die Menge wurde nun von der Polizei aufgefordert, auseinanderzugehen, was natürlich vollständig unmöglich war Darauf erteilte Polizeikommissar Brockmeyer der Schutzmannschoft den Befehl, zu schießen. 8 Tote gav es nd 22 Verletzte. Die Herner Stadtbehörde, an der Spitze der frühere Oberbürgermeister Schaefe:. zollte dem tatkräftigen Vorgehen des Polizeikommisars Brockmeyer und seiner Schutzmannschaft be###nderen Dank. Zur Belohnung dafur wurde Oberbürgermeinter Schaefer, dem damals die Polizeigewalt von Herne oblag, von der Regierung mut dem Roten Adlerorden 3. Klasse, und Polizeikommissar Brockmeyer mit dem Roten Adlerorden 1. Klasse ausgezeichnet. Außerdem bekam Brockmeyer noch für sein Totschießen 100 Mark und jeder beteiligte Polizeibeamte 75 Mark als Belohnung ausgehändigt. Man sieht hieraus, wie ganz anders die staatliche, behördliche und gesellschaftliche Denkart gegenüber der Sozialdemokratie war, als heute Dieses vereinte Vorgehen von Behörde und Polizei brachte die Arbeiterschaft erst recht auf. Die Sozialdemokratische Partei nahm darum in den nächsten Jahren einen gewaltigen Aufschwung, so daß bei der Reichstagswahl im Juni 1903 der damalige Reichstagskand'dat Otto Hue hier in Herne 2756 Stimmen' erhielt, wayrend der nationalliberale Kandldat nur 2156 Stimmen bekam. Das war ein gewaltiger Erfolg für die Sozialdemokratische Partei in Herne, wenn man bedenkt, daß damals Herne unge ahr 8459 Bergbaubeschäftigte und 800 Fobrikarbeiter hatte. ** Nummer 281, Drittes Blatt ver B re. Herner Anzeiger Freitag, den 20. Oktober 1928 Der Sport am Schreibtisch. Wie siehl's mit der Reisterschaft in den einzelnen D.J.B.=Verbänden aus? Wie heißen die Anwärter? Punktespiele in den einzelnen Verbänden sind — mit Ausnahme des„meisterschaftslosen“ Norddeutschland— schon recht weit gefördert. Verschiedentsich wurden bereits die zweiten Serien in Angriff genommen. Aus der großen Zahl der um die Verbandsmeisterschaften spielenden Vereine haben sich jetzt die Meisteranwärter herausgeschält und diese sollen in den nachfolgenden Ausführungen aufgezählt werden. Wie schon betont, schaltet Norddeutschland zur Zeit aus. Aber die Norddeutschen wollen ja am I. Januar mit den Meisterschaftskämpfen beginnen nigsten Tore geschossen hat ufw., usw. und auf jeden Fall zwei Vertreter für die Deutschland Noch ohne jeden Punktverlust sind meisterschaft ernennen. Ziemlich geklärt ist bereits die Lage in Süddeutschland Iranz Diener ist gar nicht bescheiden. Für den Kampf gegen den Engländer Gipsy Da niels verlangt er„nur“ 18000 Mark. Kleinigkeit, wenn man Exmeister ist und schon mal in Amerika war! Man will doch schließlich auch leben. Die Veranstalter argern sich natürlich. Die paar Pfennige! noch BfB. Königsberg und Spielv. Memel in Frage Unter 44 erstklassigen Baltenvereinen stecken also nur Nachklänge zu den Spielen des SC. Germanla. noch: Meisteranwärter.] Wir kommen mit folgenden Zeilen dem Wunsche „(mündlich und schriftlich) vieler Leser des„Sport am Schreibtisch" nach. Nach dem Spiel am vergangenen Zahlen aus Westdeutschland. Sonntag gegen Altenessen hörte man überall die Zwar stehen wir in Westdeutschland noch ganz am gleiche Ansicht:„Endlich mal in Herne eine MannAnfang der Meisterschäftskämpfe, doch dürfte auch jetzt schaft, die wirklich Fußball spielen kann. Schade, daß schon— nach einigen Sonntagen— von Interesse sein, wir keinen Gegner haben, der sie zwingt, alles zu welche Vereine bisher am besten abgeschnitten haben zeigen!“ Germanias Aufstieg wurde von allen wahwelche am schlechtesten, wer die meisten, wer die we ren Fußballfreunden herzlichst begrüßt, weil man gute Leistungen ersehnte. Zu einem voll befriedigenden e jeden Punr#oe... ind von Spiel gehören aber zwei Mannschaften, möglichst den rund 120 Bezirksligavereine nur noch 14, und gleichwertige. Germania ist(wenigstens heute noch zwar Düsseldorfer SC. 99, Köln=Sülz 07, Dürener nicht!) kein vollwertiger Gegner für die Spitzenvereine SC. 03, SC. Borussia M.=Gladbach, FV. Engers, Sp. des Ruhrbezirks. Wie können wir in Herne einen solVg. Andernach, Duisburg 99, MBB. Linden, Schalke chen Vertreter schaffen? Nach Ansicht der Fußballzeworden. Dort sind acht Gruppenmeister und wei= 04, Hüsten 09, SC. 03 Kassel und Sp. V. Kassel sowie anhänger, deren Wortführer wir hier machen, und tere acht Tabellenzweite zu ermitteln, insgesamt also Kurhessen Kassel, das noch gar nicht in die Meister= der wir uns restlos anschließen strotzdem wir besummt In Nordhanern kammen nur nach d= schaftsspiele eingegriffen hat.— skraftig„anecken“ werden) 4— mitt. Ungeschlagen, aber nicht ohne Punktverluste, sind noch 25 Mannschaften, und zwar außer den obenDeutsche Sportbehörde entsendet in den Herren Studienrat Münnich und Meier ihre Vertreter. Besonders erwähnt sei, daß der Veranstalter jetzt schon mit zwei führenden Leichtathletikvereinen Westdeutschlands in Verhandlung steht betreifs einer Verpflichtung des Läufer=Phanomen Nurmi nach Herne.(Langsamk D. Red.) Ab heute sind die Preise im Schaufenster des Herrn Protektor Kaufmann Schütte in Sodingen ausgestellt. 16 Vereine. In Nordbayern kommen nur noch der 1. FC. Nürnbera und die Spielv. Fürth für die ersten Plätze in Betracht. Wer von beiden Erster und Zweiter wird, wird vielfach vom Glück bahängen. In Südbayern bilden auch nur noch drei Vereine die Kopfgruppe, die Münchener Bayern und Wacker und der Außenseiter Schwaben Augsburg. Die Münchener, und von diesen hauptsächlich Bayern, sollten in Front enden. In Württemberg liegen die Stuttgarter Kickers und der Neuling Brötzingen nach Verlustpunkten auf gleicher Höhe klar in Front. Allerdings hat Brötzingen zuletzt bedenklich nachgelassen und läuft Gefahr, von einem der nächsten Vereine noch eingeholt zu werden. Böckingen hat dazu gute Aussichten. Drei Meisteranwärter weist Baden auf, die beiden Karlsruher Phönix und KFV. und der FC. Freivurg. Phönix steht zurzeit am besten. Am Rhein hat VjL. Neckarau durch die plößzliche Niederlage am letzten Sonntag den Vorsprung fast eingebüßt. Waldhof folgt dichtauf. Auch Sandhofen und Phönix Ludwigshafen liegen noch gut im Rennen. Schließlich liegt BfR. Mannheim keineswegs aussichtslos. Das Rennen verspricht hier besonders interessant zu werden. Das kräftig„anecken" werden), nur durch ein Mittel: Vereinigung von Germania und Westsalia. Welche Führer in beiden Vereinen haben den Mut, dieser Stadt Wanne=Eickel. Zur Stillegung von„Unser Fritz“. Der Handelsausschuß des Preußischen Landtages beschäftigte sich am Mittwoch mit der Frage der Stilllegung der Zeche„Unser Fritz“ in Wanne=Eickel. Zu Beginn der Sitzung teilte Staatssekretär Dr. von Seefeld mit, daß mit dem Mannesmann-Konzern neue Verhandlungen schwebten und daß bis zum 1. Dezember die Stillegungsfrage in der Schwebe bleiben solle. Der Ausschuß beschloß, das Ergebnis dieser Verhandlungen abzuwarten und im November eine neue Sitzung abzuhalten. * Wer kann Auskunft geben? Am 29. 9 1928 wurde auf der Herner Straße in Wanne=Eickel, in der Nähe des Wasserturmes, eine Radfahrerin von einem in genannten 14 noch Ratingen 04, BfR. Köln, Mül= Frage sachlich, mit gutem Willen näher zu treten? Richtung Bahnhof Wanne=Eickel fahrenden Auto anheimer SV., SC. Neuwied, Sp. Vg. Oberhausen Wer von ihnen hat Idealismus genug, ein oder zwei gefahren und am Bein verletzt. Es handelt sich um Preußen Krefeld, Homberger Sp. V. Erle 08, Castrop Jahre der ewigen Kompromisse, des Beschwichtigens einen viersitzigen, blaulackierten Wagen. Personen, die 02 Horst=Emscher und Borussig Fulda und Ausgleichens in Kauf zu nehmen— zum Wohle hierzu nähere Angaben machen konnen, werden gedes Herner Fußballsports? 02. Horst=Emscher und Borussia Fulda Nur einen Punktverlust haben Ratingen 04, BfR. Köln, SC. Neuwied, Sp. Vg. Oberhausen, Preußen Krefeld, Homberger Sp. V., Erle 08 und HorstEmscher. Die meisten Plustore weisen Sp. Vg. Herten (27), VfL. Osnabrück(26) und Hüsten 09(24) auf. Die meisten Minustore mußten Münster 08 (19), SV. Osnabrück(18), Westfalia Scherlebeck(18) M. B. 25=Klm.=Laufen und=Gehen„Quer durch Herne—Sodingen—Herne“. Der Meldeschluß für obige Veranstaltung ist vorbeten, dieses der Kriminalpolizei, Gelsenkirchener Straße 17, mitzuteilen. Katholische Werkjugend Röhlinghausen. Donnerstagabend 7,30 Uhr, Versammlung bei Denis. Hierzu sind alle Werkjugendmitglieder, wie Fremde und Gönner eingeladen. Zentraljugendleiter Göbel=M.=Gladüber und doch laufen noch taglich Anfragen aus allen dach wiro einen Vortrag halten über„Industrie und sos hergaich Au nehnen. de Bese Vereine auich schon delepte große Steldchein der Leue der langen Sirece!„Der Goldsch von Köngsse:. Am Somtag inneisten Spiele gelietert doßen— in der scheidenden Athleriksaison 1928, erfreut sich des det im Böhmschen. Saalbau die Aufführung der Opesahlenmjäßig beste Torverhältnis hat Hüsten so größten Interesses der Wesideutschen Sportgemeinde. rette„Der Goldfisch vom Königssee“ statt. Der altStilz or mit Der ap2. 2.,59dingeg, ruck oamit in die erste Reihe beliehte Dil.=Verein„Gemütlichtent unter der Regie Ueberhaupt noch keine Minustore haben Horst, Lets“g=phggsg Städten Westdeutschlands haben gemelEmscher(9.0), Düsseldorf 99(5.0), Schalte 04(6:0) g## Vertvolle Ehrenpreise und eine Plakerte der Stadt Saargebiet sieht zwei Saarbrücker Vereine klar in und Duisburg 99(2:0) zu verzeichnen. H.: 7, we, gn, ofg gue, Kochen. Front, den FV. und Saar 05 Daran dürfte sich auch] Ohne jegliche Plustore steht nur noch Hermannia##zsoutg.#.#### zize kaum etwas ändern. Den Mainbezirk beherrscht Ein= Kassel da, von Kurhessen Kassel natürlich abgesehen,#### umt. mpfi. Db. per Polizist Gerull, der Deutsche tracht Frankfurt souverän. Rot=Weiß Frankfurt sst in das noch kein Spiel absolviert hat. Berg.=Gladbach(Oltzetmeister 1. Sieger von„herne—RecklinghauGefahr, den zweiten Platz an Kickers Offenbach, Bie= und Rheinland Mayen konnten erst je ein Tor erzielen. I 9#— 5t muß ber oder Hanau 93 zu verlieren. In Hessen schließlich„Alle Spiele bisher verloren haben Sgem. Langer"„sient uund 2.1. u—,(Krafse 1 und 2 sitzt der einzige füddeutsche Bezirksligaverein, der bis: feld, Berg. Gladbach, BfB. 08 Aachen, SV. Dohr, Sc. 983.=Veraßstalters Mannschaft mit Grasse 1 und 2, lang ohne Verluste durch die Saison gekommen ist. Elz, Rheinland Mayen, Union Hamborn, BV. 09 Verka und Senn dürfte schwerlich ein Kraut gewachten Mayen, Union Hamborn, Wormatia Worms heißt dieser Verein, der so gut in Hamm, Hagen 1911 und Hermannia Kassel. Fahrt ist, daß ihm schon heute der Meistertitel sicher! Erst einen Punkt erzielt haben: Fortun sein. Fortuna Düsselerscheint. Um den zweiten Platz sind Neu=Isenburg, dorf, ViB. Lützel, ViB. Speldorf, Alemannia Dort Mainz(15 und Alemannia Worms Anwärter. Süd= mund, Germania Herne und Hagen 1905. Mainz 05 und Alemannia Worms Anwärter. Süddeutschland muß für die Endspiele 16 Vereine ermitleln, die die drei Deutschlandmeisterschafts=Teilnehmer ausspielen werden. Aus 69 Bezirksligavereinen stehen also nur noch 26 Vereine als aussichtsreiche Bewerder um einen Platz in den Endspielen fest. Die Spceu sondert sich vom Weizen... Ganz einfach ist nun die Lage in Berlin. Dort gibt es zwei Oberligaabteilungen zu je 10 Vereinen und die beiden Abteilungsmeister kommen in die deutsche Meisterschaft. In Gruppe A ist der Titelverteidiger Hertha=BSC. eine Klasse für sich und um die Meisterschaft nie gefährdet. Offener gestaltet sich das Rennen der B=Gruppe, da Tennis=Borussia im Spandauer SB. und BSV. 92 recht ernste Widersacher von E. Koch verspricht hiermit einen äußerst genußreichen Abend. Kinderrückkehr. Die vom städt. Jugendamt WanneEickel am 17. September 1928 für eine 6wöchige Kur in das Städte=Kindererholungsheim auf Norderney entsandten Kinder kehren am Montag, dem 29. Oktober, zurück. Sie treffen am genannten Tage 17,56 Uhr auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein. Biehmarkt. Am Dienstag, dem 30. Oktober, findet im Stadtteil Wanne ein Viehmarkt(vorwiegend Schweinemarkt) statt. Unfall beim Fußballspiel. Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich heute nachmittag beim Fußball mehrerer Kinder auf dem Sportplatz an der Berthastraße In der Handelszeitung des„Berliner Tageblattes“ erschien am Tage vor Beginn der Schlichterverhandlungen in der Nordwest=Gruppe ein beachtenswerter zefunden hat. Aber von den 20 Oberligavereinen kom= Artikel, in dem von Hans Meyer zur Preisfrage * Stellung genommen und es als auffällig bezeichnet Anfragen mit dem Vermerk: Wir kommen sofort, wenn Fahrt und Unterkunft garantiert wird, laufen täglich ein. Eine Forderung, die nicht im geringsten).##t am unbillig ist. Der Veranstalter muß leider, da er schon in hordel. Mehrere noch schulpflichtige Knaben waren ungeheure Ausgaben hat, den Leuten abschreiben. Die s#itin m„Haßbau eentat, als einer der Spiedennes audguutn guneen genten geichteiden:###e lenden plötzlich herzzerreißend schreiend stürzte u. verletzt liegen blieb. Der Knabe war mit einem anderen Spieler zusammengeprallt und zog sich durch den schweren Anprall einen Armbruch und eine Schulterverenkung zu. Vorübergehende nahmen sich des Knaben an. Ermittelter Fahrraddieb. Am Dienstag gegen 16.45 Uhr wurde einem Schüler ein Fahrrad Marke Bolbros Nr. 62 203, welches er für kurze Zeit vor dem Geschäft Ehape abgestellt hatte, gestohlen. Die Täter sind nachträglich ermittelt; das Rad wurde dem Geschädigten wieder ausgehändigt. An Fundsachen wurden abgegeben: 1 Rucksack mit Beweismaterial der Bezirksleitung des Christlichen a#kalt 1 Herrenmantel,? Fahrräder Hunde, davon 1 Schäferhund.— Eigentung. Zum Kampf in der rhein.=westfäl. Großeisenindustrie. Der Kernpunkt des Streiks: Erlöspreise und Selbstkostenpreise. Beweisführende Lohnzahlen. iner Meisterschaft in Betracht. In Mitteldeutschland st die Lage weit übersichtlicher. Dort gibt es ja nur 27 wurde, daß sich nur die eisenschaffende Industrie gegen die Lohnerhöhung wende, während es in der verarbeiten den Industrie verhältnismäßig ruhig sei. Es sei vielleicht nicht sehr zweckmäßig auf ArbeitGaue mit insgesamt 256 erstklassigen Vereinen. geberseite verfahren worden, als man die Führung in haben sogar eine doppelte der Auseinandersetzung wiederum den schwerinduUnd diese 256 Vereine Thance den so weit zweite Hauptrunde in Frage kommen. Recht rückstän=, auf eine besondere sozialpolitische Berufung Anspruch dig dagegen ist der Meisterschaftswettbewerb und die erheben könnten ance, einmal durch die Meisterschaft, einmal durch striellen Kreisen überließ, die zwar kapitalmäßig und Pokalwettbewerb. Nun ist ja der Pokalwettbewerb sorganisatorisch die stärkeren, aber gerade in Arbeiterweit gediehen, daß nur noch 30 Vereine für die) fragen nicht die Hauptbeteiligten seien, und auch nicht Zahl der Meisteranwärter noch recht groß. Alle in Frage kommenden Vereine aufzuzählen, würde zu weit führen und es seien daher nur die Hauptbezirke genannt. In Leipzig steht Fortuna an der Spitze. Sportfreunde, Wacker und der unverwüstliche ViB. sind aber noch immer zu einer Ueberraschung fähig. Dagegen beherrscht Dresden der DSC. mit großer Ueberlegenheit. Auch in Chemnitz sitzt ein überragender Verein, der CBC. In Plauen führt der Sp. u. B. C., Westsachsen führt auch ohne R. Hofmann Meerane 07 an. In Ostthüringen scheint schon der SC. Apolda als Reister festzustehen, in Erfurt führt der PfB. Magdeburg hat Kricket=Viktoria zwar als Spitzenreiter, doch liegen auch Staßfurt 09, Preußen und Fortuna gut im Rennen. Schließlich mag noch Halle genannt werden. Hier führt gegenwärtig Wacker. Von den oben genannten 256 erstklassigen Vereinen haben noch rund 100 Aussichten für die Endspiele, 30 durch die Pokal=, 70 durch die Meisterschaftsspiele In den nächsten Wochen muß also noch gründlich gesiebt werden. Südostdeutschland Und dann hieß es: „Wenn man schon geglaubt hat, in den Mittelpunkt der Auseinanderietzung die Auswirkung einer eventuellen Lohnerhöhung auf die Eisenpreise stellen zu sollen, wenn man offenbar der Ansicht war und ist, daß die These von der Untragbarkeit jeder Lohnerhöhung bei den gegenwärtigen Eisenpreisen für die Schwerindustrie besonders wirksam und vielleicht auch schwer angreifbar sei, so hätte man sie wenigstens mit wirklich vollständigem und unantastbarem Material unterbauen müssen. Das ist aber leider unterblieben. Wenn auch die Entwicklung des bekannten Selbstkostenund Erlösverfahrens in der Eisenindustrie es mehr als wahrscheinlich machen, daß eine Lohnerhöhung in dem von den Gewerkschaften geforderten Ausmaße über das tragbare Maß erheblich hinausgeht, so ist doch ein ausreichend klares Bild über die wirklichen Verhältnisse, die wirklich tragbare Grundlage für die Arbeit des Schlichters und ihre Beurleilung nicht vorhanden.“ Den Kernpunkt wir auf die nachfolgenden Zahlen von der August Thyssen=Hütte, die das größte und modernste Hüttenwerk des Industriegebietes ist: Im Hochofenbetrieb erhalten pro Stunde in achtstündiger Schicht: Sept. 1928 Sept. 1927 des Streites über die wirtschaftliche verfügt über sechs Bezirke. Das Hauptinteresse be=#ragbarkeit der Lohnforderungen liegt also aus dem ansprucht natürlich Breslau. Hier sind die Spiele erst Lebigte der Erlospreise und Selbstkosten wenig gefördert, doch haben sich die alten Kanonen bereits wieder durchgesetzt. SC 08 wird sich die Meisterschaft der A=Gruppe ebensoweng nehmen lassen, wie die Sportfreunde den Meistertitel der B=Gruppe Allerdings ist den Sportfreunden in Schlesien Rapio ein ernster Widersacher entstanden. Die übrigen Kreise in Mittelschlesien haben selbstverständlich nichts gegen Breslau zu bestellen.— Recht wechselvoll haben sich die Kämpfe der Niederlausitz gestaltet, wo fast jeder neue Spieltag einen anderen Spitzenreiter hervorbringt. Cottbus 98. Askania Forst und Brandenburg Forst scheinen jetzt aber am ehesten fur den Meistectitel in Frage zu kommen. In Oberschlesien sind Ben then 09 und Preußen Zaborze klare Anwärter für die E, spiele.— Die übrigen Beeirke haben nur untergeordnete Bedeutung. VfB. Liegnitz in Niederschlesien und STC. Görlitz in der Oberlausitz sind noch die bekanntesten Vereine. Unter 71 erstklassigen Vereinen stecken insgesamt noch 18 Meisteranwärter Nicht viele Worte sind über den Baltenverband notwendig. In Pommern dom niert naturlich die Stettiner Klasse. Die überlegene Führung inne haben die Stettiner Vereine Bis Junia und Preußen. In Danzig ist die Lage noch etwas ungeklärt, dagegen kommen aus Ostpreußen für die Baltenendspiele nur preise. Hier hätten die Unternehmervertreter von! der Nordwest=Gruppe Farbe bekennen sollen. Das taten sie aber nicht, soweit wir unterrichtet sind. Es ist deshalb schon ein putziges Stück, wenn die„Deutsche Bergwerkszeitung“ in ihrem ersten Kommentar zum Düsseldorfer Montags-Verhandlungsergebnis sagt, der ganze Verlauf der bisherigen Verhandlungen zeige deutlich die schwache Stellung der Gewerkschaften. die sich ihrer Sache nicht mehr sicher fühlten, und daß die##. Oeffentlichkeit ihrer Haltung immer weniger Verständ- wirkungslos blieb. Die nis entgegenbringe. Umgekehrt stimmts, wenn auch ftur die ersten Leute kle ansprüche können bei der Stadt=Polizei=Verwaltung in der Verwaltungsnebenstelle 1, Rich.=Wagner=Str. 7, Zimmer Nr. 9, während der Dienststunden geltend gemacht werden. Aus Castrop=Rauxel. Eine Kette von Ursachen. Festgenommen wurden die Arbeiter Friedrich H. und W., beide aus Castrop= Rauxel, weil sie in der Nacht zum 20. 10. versuchten, urwarengeschäfts Boramann die ausgestellten Gegenstände zu stehlen. Die Schaufensterscheibe war einige Stunden vorher von einem Laternenanzünder mit einem Stock beschädigt worden, als er einen Hund, der ihn anfiel. abwehrte Ladendiebinnen. Am 23. 10. wurden im Kaufhaus Gebr. Kaufmann beim Ausverkauf von Waren, die durch Brand und Wasser gelitten hatten, vier weibliche Personen beim Ladendiebstahl errappt und zur Anzeige gebracht. Bühdensart von den„hohen Löhnen“. Diese Löhne zeigen ganz offensichtlich, daß der Schiedsspruch vom Dezember 1927 für die Arbeiter in den Produktionsbetrieben hlen zeigen aber auch, daß besserungen nachweisen — leider!— zugegeben werden muß, daß es nur könner. Die Oefsentlichkeit möge selbst urteilen, ob wenige führende Blätter sind, die dem Nordwest= mit den von uns angeführten Löhnen eine Familie Gruppe=Unternehmertum ins Gewissen reden. Tai= auch nur halbwegs anständig leben kann. Vielleich iche ist es, daß die Verhandlungen im Dusseldorfer befaßt sich die„Deutche Bergwerkszeitung“ konkret kathaus für die Unternehmer eine ganze Reihe schwa- einmal mit dieser Frage, statt sich nach wie vor in cher Bunkie aufwiesen: Sie lehnten, wie schon ange Scharfmacherei auszutoben. Wenn übrigens die olle deutet, es ab. die Erlöspreise und Selbstkostenpreise ehrliche Tante meint, die Begründungen der Gewerkanzugeben! Diese beiden Faktoren bedeuten aber die schaiten seien sehr schwach, so können wir versichern, Grundlage der Rentabilitätsberechnung. Solange daß die Verhandlungen ja noch nicht abgeschlossen sind. Jedenfalls werden die Unternehmer=Wortführer noch ein blaues Wunder erleben! Das disher bei den Verhandlungen, namentlich vom Christlichen Metallarbeiterverband, vor getragene Material war auf alle Fälle recht beachtlich, worüber beim Schlichter kaum eine andere Meinung bestanden haben dürfte! Fodrecke Stadttheater Bochum. Samstag, 27. Oktober, 20 bis gegen 23 Uhr. nenvolksbund Serie B:„Leinen aus Irland“. Sonntag, 28. Oktober, 18—21,45 Uhr. Grüner Ring 1:„Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der ersernen Hand“(Urgötz). Montag, 29 Oktober, 20 bis gegn 23 Uhr. Volksbühne Serie 1:„Macht der Finsternis". Dienstag, 30. Oktober, 19,30—22,15 Uhr. Roter * zuge von P. Mascagni. Hierauf:„Der Bajazzo“, Oper in 2 Akten und einem Prolog von Leoncavallo. Mittwoch, 31. Oktober, 19,30—22,30 Uhr. Zum ersten Male! D. 5.„Das Glöckchen des Eremiten“. Komische Oper in 3 Akten von A. Maillart. Wiederholung der Gocthe-Woche im Ruhrgebiet. Donnerstag, 1. Novemver, 19,30 bis gegen 23.15 Uhr. E 5.„Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand“(Urgötz). Freitag, 2. November, 19,30 bis gegen 23 Uhr, B. 5.„Egmont“. er Ring 2:„Torquato Tasso". Sonntag, 4. November, 17 bis gegen 23 Uhr. A. 4.„Faust". Der Tragödie erster Teil. Montag. 5. November, 17 bis gegen 23 Uhr A. 5.„Faust". Der Tragödie zweiter Teil. 27195 GEGEN SPRODE HAUT dies: Zahlen der Oeffentlichkeit nicht unterbreitet und auch nicht bei den Verhandlungen nachgewiesen werden, ist die übrige Beweisführung gegenstandslos. Das möge sich gefälligst auch die„Deutsche Berawerks zeitung“ merken. Es wird nach wie vor mit den„hohen Löhnen“ gegen die gewerkschaftlichen Forssrungen gefuhrwerkt. SCANER Kur Unterhaltung Beilage zum Heener Anzeiger cie Mode des Cätowierens. Von N. Galkin. „Leda und der Schwan“ auf dem Rucken.— Der tätowierte Lenin.— Wie Vernadotte drinnen und draußen aussah.— Jack Gavett, der Tatowier=Experte.— Hoffnungslose Fälle.— Kostspielige Operationen. Es gab eine Zeit, in der Tälowierung in weitesten Kreisen, und nicht nur in Verbrecherkreisen, wie es heut noch der Fall ist, wein verbreitet war. Man weiß, das viele Verbrecher sich Spruche und Bilder in die Haut einschneiden lassen. Bilder wie z. B. ein Armband, ein von Schwertern durchbohrtes Herz, Blumensträuße und Anker. Tauben und Schlangen sind bekannte Symdole, die man auf der Haut vieler Seeleute bewundern kann. Sogar bekannte Kunstwerke wurden in die Haut einge ritzt. Ein Verbrecher trug auf seinem Rücken eine glausend ausgeführte Reproduktion eines Bildes Leonardo da Vincis, Leda und der Schwan. Auch Abbildungen berühmter Verbrechen, haup.sächlich volitischer Verbrechen, wie z. B. die Ermordung der Kaiserin Elisabeth, die Er mordung des ialienischen Konigs Umberto, fand man bäufig auf dem Rücken italienischer Anarchisten. Manchmal ließen sich Verbrecher Hinrichtungsszenen in die Haut schneiden. Bei einem russischen Terrorinen sand man eine naturgetreue Abbildung des Bombenattentats, dem Zar Alexander II. zum Opfer gefallen ist, auf der Brust. In geheimen russischen voliischen Kreisen waren zur Zeit der ersten Revolution vom Jahre 1905 tätowielte Abbildungen sehr verbreitet. Der hingerichtete Mörder des Ministers Sivijagin, Balmascheff, hatte auf seinem Rücken laut einem im Gesangnis ausgenommenen Prolo koll, die Abbildung des berühmten„schwarzen Sonntag.“ — der Erschießung wehrloser Arbeiter. Die heutigen Bolschewisten nannten sich damals Sozialdemokarten und waren größtenteils Mitglieder geheimer Organisationen unter Studenten und Arbeitern. In den Annalen der zaristischen Geheimpolizei findet man Aufzeichnungen über die der Polizei selisam erschienene Tatsache, daß viele Sozialdemokraten slammende Aufschriften wie„Es lebe die Internationale!" und„Tod der russischen Autokratie!“ auf den Schultern eingerint hatten. Eingeweihte wollen wissen, daß sogar Lenin eine tatowierte Stelle auf seiner Haut hatte, was er übrigens eifrig verheimlichte Daß Revolutionäre sich mit Vorliebe tätowieren lassen. ist eine ziemlich bekannte Tatsache. Noch zu Zeiten der französischen Revolution ließen sich fanarische Jakobiner flammende Aufruse in die Haut schneiden, zumal fransesische Matrosen, die in den neuen überseeischen Kolonien gewesen waren, diese Mode nach ihrer Heimat mirgebracht hatten. Der navoleonische Marschall Bernadotte ließ sich gleichfalls eine revolutionäre Inschrift „Tod allen Torannen!“ in die Brust ätzen. Allerdings war er damals noch junger Leutnant der italienischen Armec. des zukünftigen Kaisers. Run wollte es des Schicksal, daß der sanatische Bekampfer der Torannen svater selbst als König Karl Johann den verwaisten Thron des Königreichs Schweden besteigen sollte. Wie die Legende behauptet, wollte König Karl Johann sich niemals vor einem Arz enthüllen, auch wenn er noch so ernst krank war. Erst nach seinem Tode entdeckte man die Inschrift auf seiner Haut, die aus seinen jungen Tagen stammte und in krassem Widerspruch zu seiner späteren Lauibahn stand. In unseren Tagen verschwindet aber die Tätowierung immer mehr. Allerdings haben die Tätowierungskünstler gerade heute sehr viel zu tun. Sie üben ihre Geschicklichkeit in der entgegengesetzten Richtung aus— sie en: fernen die Dekorationen, die seiner Zeit in die menschliche paut eingeschnitten wurden. Dieser Beruf ist heute sogar sehr einträglich. In Amerika war noch vor kurzem Tätowierung große Mode. Deute lautet die Parole, alle Ausschmückungen der Haut zu entfernen, denn es gilt nicht mehr als sein. als Mensch einem Bilderbuch zu gleichen. Berühmt ist der amerikanische Tätowierungs Experte Jaa Gavett, an den sich bekannte Filmschau# vielerinnen und Milliardärstöchter wenden, um sich ihrer Tätowierungen zu entledigen. Jack Gavett verdient sehr viel Geld, zumal die Entfernung von Inschriften und Bildern durchaus keine einfache Sache in. Es dauert drei Monate, um eine kleinere Abbildung zu entfernen. Bandelt es sich um ein kompliziertes Bild, so kann die En:kernungsprozedur sich auf ein Jahr erstrecken, bis sämiliche Zeichen der Tatowierungen verschwunden sind. Troz der geschicktesten Behandlung geschieht es manchmal, daß auf der Haut Spuren, die an Brandwunden erinnern, bleiben. Deshalb werden Fachleute, die es verstehen. eine Tätowierung so zu entfernen, daß auf der Haut nicht die geringste Spur zurückbleibt, sehr hoch bezahlt. Die norate Gavetts betragen manchmal 5= bis 10 000 Dollar für eine Kur. Es gibt aber„hoffnungslose Fälle", bei denen sogar die Kunst des geschicktesten Tätowierungs Entserners versagt Bilder und Inschriften, die durch eine bei den Maori auf Neuseeland verbreitete Art mit sogenannter indischer Tinte beigebracht sind, sind nicht zu entfernen, da die Farbe bis in die Knochen geht. In diesem Falle müßte die ganze Haut abgeschnitten und durch neue von einem anderen Menschen genommene Haut ersetzt werden — eine äußerst komolizierte und auch kostspielige Overation. Der Entfernungsvrozeß besteht in einem Einschnitt unter die tätowierte Haut und wird genau mi: denselben Instrumenten ausgeführt wie die Täiowierungsoveration selbst. Die aufgeschnittene Haut wird von der Farbe gereinigt und ausführlich desinfiziert. Bei jeder Behandlung kann nur ein ganz kleines Stück Hau: auf diese Art bearbeitet werden. weshalb bei grogen Abbildungen die Behandlung soviel Zeit in Anspruch nimmt. Das aufgeschnittene Hautstück wird mit einem antiseotischen Geit eingerieben, der Patient muß dann warten, bis die Wunde sich von selbst schließt. So wird die Prozedur allmählich weitergeführt, bis die ganze Haut von der Tätowierung befreit wird. Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, daß beinahe jede tätowierte Person sich ihrer Hautausschmückungen schamt und zu großen Geldoviern bereit ist, um die Tätowierung zu entfernen. Auch in Deutschland, besonders in Berlen, haben Fachleute, die sich mit der Entiernung von Täto wierungen beschäftigen, viel Arbeit und ganz ause Ein nahmen, obwohl man sie natürlich mit den Einnahmen lolcher Künstler wie Jack Gavett und anderer Fachleute n den Vereinigten Staaten nicht vergleichen kann. Ein weiblicher Marco Polo. Erlebnisse einer Globetrotterin. Von Otto Lichthardt. Es lockte mich sehr. einmal einen der modeinen weiblichen Marco Polo kennen zu lernen, die seit einigen Jahren die Welt durchstreifen Bei Haunah Asch. der Verfasserin des Buches „Fräulein Weltenbummler“, die, wie ich wußte, soeben von einer neuen langen Reise zurückgekehrt war. kam ich an die richtige Stelle. Die Schriitstellerin war in ihre Arbeit vertieft, vergraben zwischen Manustrivten und unzöhligen Photos. Ueberall lagen Photos in Vom Sehen Sie,“ sagte ne.„das ist d#e Welt. in der man sich nicht langweilt. Rein. über Langeweile kann man sich bei einem Weltenbummel nicht beklagen. Was Sie hier sehen, sind tausende von Aufnahmen aus Indien, Himalava. von Birma. von einsamen Inseln im Indischen Ozean. von Madageskat, von vortugiesischen, von fran zöstschen und englischen Kolonien und von Kolonien. einstmals deutsch waren und es hoffentlich auch wieder werden. Viele davon zeigen ganz Neues und Ortaii „ 14 07"„*„„* Die Verbrecher und der Nachttresor. Die„rettende Idee" für eine große Industrie.— Der Nachttresor in 69 Stadten Deutschlands auf dem Marsch.— Die Mitarbeit der Verbrecher an der Vervollkemmnung des Nachttresors.— Interessante Proden außergewöhnlicher Findigkeit. Es int ein tragikomisches Geschick gewisser Industrie= weige, daß sie sich selbst ausschalten, wenn sie mit der von ihnen erwarteten Gewissenhaftigkeit ihre Pflicht der Höchstleistung erfullen. So stillte seit einiger Zeit die deutsche Geldschrankindustrie durch die überlegene, jedem noch so umjassenden verbrecherischen Angriff gewachsene Unangreifbarkeit ihrer Tresore den deutschen Markt, lämpfte unter großten Schwierigkeiten um den Weltmarkt, errang auf ihm schöne Erfolge, sah aber doch den Tag eines unwiderstehlichen Abilauens der Auftragsbestände näherkommen, weil die Geldschränke ja nun einmal nicht zu den leicht verderblichen Gegenständen gehören.„So etwas bereitet schlaflose Nächte“— erklärte dem Verfasser einer der größten deutschen Fabrikanten —„wenn man sich tagtaglich dringlicher fragen muß: wie beschaftige ich meine 600 Arbeiter! Da aber kam die rettende Idec der Nachttresor!" Das it die inzwischen auch in Deutschland eingefuhrte Neueinrichtung, die es den Geschäftsleuten aller Arten ermöglicht. ihre Kasse, insbesondete die bioher so stark gefahrdeten Nachmittags., Abend= und Nachtkassen, zu jeder Tages= und den unmöglichsten Nachtstunden in dem sicheren Safe ihrer Bank unterzubringen. In Teutschland ging ein unternehmungslustiger Kölner Bankdirektor mit der Einführung des Nachttresors voran und erklärte schon nach kurzer Zeit, daß er sich damit vollkommen verrechnet habe: aber nicht in dem Sinne, daß die Neuerung nicht einschlage, sondern in dem einer so starken Benutzung und Nachfrage, daß er schon nach wenigen Mochen mit einem Erweiterungsauftrage hervortreten müsse. Die gleiche Erfahrung wurde von einer Berliner Großbankfiliale gemacht und nach knapo einem Halbjahr der Aufnahme dieses neuen Betriebszweiges verhandelt die Geldschrankindustrie schon in über 60 deutschen Städten über die Einrichtung von Nachttresoren, da Banken. Polizei und Publikum entschieden für die Sache eintreten: die Banken erreichen dadurch für die Geldannahme einen billigen Vierundwanzigstunden betrie v. und die Polizei und die Geschäftsleute sind sich darüber einig, daß mit dem Nachttresor die Verbrechensgejahr berabgemindert wird: denn die Verbrecher sind pfirfig genug. die Teilnehmer der Nachttresore in der Geschäftswelt mit Ueberfällen und Raudmorden nicht mehr zu belästigen Dafür haben sie ihre ganse, in Einzelfällen recht erhebliche Intelligenz dem Angriff auf den Nachttresor selbst zugewandt und damit die stärksten Antriebe zu einer Entwicklung dieser Schutzvorrichtung bis zur völligen Unantastbarkeit gegeben. Die deutsche Industrie konnte sich in diesem Falle die Einfälle amerikanischer Verbrecher zunutze machen und stellt einen Nachttresor ber. der den amerikanischen Zeitvorsprung auf diesem Gediete durch technische Neuheiten bei weitem wettmacht und vor allem die Fehler der entsorechenden amerikanischen Industrie vermeidet Die ersten Nachttresore, die in Deutschland schon gar nicht mehr zur praktischen Anwendung gekommen sind, nurten lediglich das Fallgewicht der Kassetten aus Holz oder Stahl aus. Sie wurden durch einen Schlitz wie am Brieikasten auf eine nach unten geneigte Bahn geworfen und rutschten dann in den eigentlichen Tresor hinab. Wohl kam es bald zum Verschluß des Einwurfschlitzes durch Panzertüren mit Sicherheitsschloß. Allein die Verbrecher mengten sich einfach unter die Kundschaft der Banken, erhielten die richtigen Schlussel und manipulierten dann mit besonderem Erfolg die inhaltreichen Kassetten ans Tageslicht. Sie benutzten zunächst eine ganz einjache Greifervorrichtung, die man umso ungestörter anwenden konnte. als sich die amerikanische Polizei ja immer wieder im döchsten Grade bestechlich erweist und im entscheidenden Augenblick das Auge des Gesetzes sehr oft einzuschlasen pflegt. Gegen das einfache Greifverfahren mit Zangen und ahnlichen Vorrichtungen wurden dann in den Tresor Falltüren eingebaut. Sie schlossen sich über der bereingeworfenen Kassette durch Federdruck zusammen. Außerdem wurde ein Gestänge ganz ähnlich den dünnen Drahrfingern unter den Einwurssöffnungen der Briefkasten über der Falltür angebracht. Aber jetzt ließen die Verbrecher Gummiarabicum und andere Klebestoffe durch die Einwurftür auf die schrage Bahn lausen. Dann klebte natürlich die nächste hineingeworfene Kassette fest und wirkte als Mauer gegen die nächsten Kassetten. Die türmten sich vor dem Hindernis auf und konnten dann von dem Verdrecher bequen karausgenommen werden Selbst die Hebelwirkung der Falltür nutte man sehr findig durch Einschütten wezifisch schwerer Flüssigkeiten wie Petroleum und Leichtöle aus. In ihnen schwammen die Kassetten und wurden schließlich infolge der starken Federung durch die Falltür gepackt und den Beehre dern schlechtbin zugeworsen oder die Falltür wurde durch das Gewicht der Flüssigkeit und der auf ihr schwimmerden Kassetten am Zufallen gehindert, so daß die Verdreder ihre Beute wieder mit Greifern erreichen konnten. Der hochentwickelle deutsche Nachttresor verzichtet deshalb völlig auf das Eigengewicht der Kassette. Der nutzer des Nachttresors stellt seinen Schatz heute in eine Transvortvorrichtung, die in jeder Richtung, auch steil nach oben. betanigt werden kann. Sie wird durch den richtigen Wiederverschluß der Tür in Gang gebracht befördert die Kassette unangreifbar in den Tresor und wirft nach außen eine Quittung mit genauer Zeitangabe dem Bankkunden oder seinem Beauftragten zu. Dadurch werden auch Beirugsversuche durch ungetreue Angestellte unmöglich. Sie müssen ja die Quittung vorweisen können. Für die richtige Feitnellung des Inhalts der Kassette gegenüber dem Kunden und der Bank sind die Vorschriften im Wertbriefverkehr ausreichend. Das heißt also, daß die Entnahme der Kassette aus dem Tresor und ihre Oeifnung nebst Nachzahlung des Inhalts durch zwSeamte mit Prokura erfolgt, deren Zählung maßgebend ist. Die Verwendungsfähigkeit des Nachttresors steht außer Fiege; er wird von der gesamten Geschäftswelt als vermehrte Sicherheit für Hab und Gut empfunden und bringt lediglich für die Polizei die neuartige Aufgabe des Schutzes der Tresorbenutzer gegen vorberigen räuberischen Ueberfoll.—hff. imenses Wissen und ein noch größeres Gedachinie verfügen müssen, wissen ebenso gut, daß man einen„Hat mit Einrichtung zum Beseitigen von Lampen und So###geln“, einen Schuh mit„Spiritusheizung“ als auch einen „Hosenanzieher“ bereits erfunden hat. Da brauchen sie sich keine Mühe mehr zu geben. Alle Dinge, auf die Paiente erteilt werden, müssen zwei Monate lang in der Ausstellungshalle des Hauses der Hoffnungen dem Publikum zugänglch sein. Wird dann kein Einspruch mehr erhoden, ist das Patent gültig Es werden wenig Patente für nichtig erklärt, das deutsche paus der Hoffnungen erfreut sich, besonders durch eine Sorgfalt, eines glänzenden Rufes. auch im Ausland In Amerika gibt es Unternehmer, die das deutsche Patent als letzte Instanz betrachten. Kommt ein Erfinder zu ihnen und bietet ihnen die Ausnutzung eines amerikanischen Patentes an. sagt man viellach:„Melden Sie Ihr Patent erst einmal in Deutschland an... wenn die Deutschen es vatentieren, können wir wieder darüber reden.“ In der Schweis bai man noch mehr Vertrauen zum deutschen Patentamt. Ein Erfinder, der dereits das deutsche Patent hat, bat gar keine Schwierigkeiten mehr beim Erteilen des Schweizer Patentes Seitdem Edison und Ford durch ibre Erfindungen Millionäre geworden sind, gleicht das weiße Haus der Hoffnungen in der Gitschiner Straße einem Tanbenschlag. — Sie glauben gar nicht, was alles erfunden wird. Und alle Erfinder halten sich allein für Kanonen, und ibre Erfindung ist die einzig selig machende. Ob es nun das „welterschütternde Insektenpulver“ oder eine„Vorrichtung zum Tragen von Donamit in der Westentasche“ ist. spielt keine Rolle. Sie sind überzeugt davon, daß die Weit darauf gewartet bat. Im Haus der Hoffnungen werden viele Ideen 32 Grabe getragen... mehr noch. als vatentiert werder. Es ist ein undankbarer Beruf, Erfinder zu sein! wesen, nachdem Sie schon Ihre Erlebnisse in Afrika und Asien geschildert haben?" So. als wurden wir erzählen, daß wir von Berlin nach Dobrilugk gefahren seien, zählte sie auf.“„Erst war ich in Afrika in Gold= und Diamantenminen, in Wüsten und Oasen. Dann ging ich nach Indien. Diesmal bin ich eingedrungen in das für mich früher einmal verschlossene Paradies und habe es gründlich durchstobert. Von Afams Bridge bis zum Himalaya habe ich mir Indien angeseber und nach Osten und Westen Seitensprünge gemacht, überall dorthin, wo es etwas Besonderes zu sehen gad. Es war manchmal nicht leicht und manchmal auch nicht einma schön. besonders in Sudindien, wo es weder Hotels noch Gaststätten gibt. Da bin ich in den Döriern und heiligen Tempelplätzen von morgens bis abends herumgelaufen mit einem Bündel Bananen in meiner Ledertasche, und wenn mich der Hunger plagte, habe ich einige Bananen verzehrt. irgendwo auf einer Tempelschwelle. Manchmal war ich von unzähligen Hindus umlagert, die alle meine Handlun gen mit lächelndem Staunen verfolgtei. Oft satz ich dann abends auf einer einsamen düsteren kleinen Bahnstation allein. müde und zerschlagen, auf den Zug wartend. der gegen Mitternacht kam, um wenigstens in der Nacht en Dach über dem Kopse zu haben. Rund um mich lagen wie die Leichen nach einem Unglück hunderte von Indern, in weiße Tücher gewickelt, aus dem barten Steinboden und schliefen. Oir mußte ich über alle diese Manner hinwegkletten. Aber gerade in den kleinen südindischen Dörfern, die abseits von der großen Heerstraße liegen, gibt es viel mehr zu sehen, da sind die herrlichen uralten Tempel und die fanatischen Pilger. Ja, auch vielen bedeutenden. besonderen Menschen bin ich begegnet: Gelehrten und Heiligen. Maharadschas und Beitlern, mit Mahaima Ghandi habe ich mich laige unterhalten und auch mit Frau Sarosini Naidn, der Führerin der altindischen Bewegung Auf und ab ging's in all den Ländern, von blöder Hitze in Kalkutta in die Schneeregionen des Himalana, ein ewiges Fallen von einem Extrem ins andere. Zu Pierde. zu Elefanten, im Auto und in der Eisenbahn, in den von Ochsen gezogenen Jutkas. in Tonyas, mit Ricksdas, über staubige Landstraßen und durch brausende Millionenstädte. dann wieder über Meere. Flußlaufe hinauf und über Seen und Sümpfe in Dampfern. Motor= und Ruderbooten, ja, in Unterbirma sogar bei einem Volksstamm, der die Bootc mit den Beinen rudert, anstatt mit den Händen. Doch, auch so etwas gibt's: acht Tage habe ich auf einem solchen Boot gehaust, wie in einer Hundehütte. Wer zählt die Völker, neini die Namen! Da iraf ich Frauen, die sich künstlich die Hälie streckten, und solche, die sich mächtige Knäuel um die Beine wickelten, um schon zu sein und einen Mann zu betören und zu angeln. Dann ging ich zu den Todafrauen, die in Polnandrie leben und die uns europaischen Frauen weit überlegen sind. denn ohne seidene Strumpfe und ohne Bubikopf oder sonstige Modetorheit angeln sie sich mit Leichtigkeit 3, 4. 6. 8 Männer und leben in glücklichster Ebe mit idnen allen. Und weiter ging's unaufhaltsam auf die glücklichen Jeiseln im Indischen Ozean: die Seochellen. Komoren, Madagaskar. Abd el Krim habe ich auf Reunion ausgestödert, und dem Kaiser Bun Lam von Annam, der dort im Exil lebt, weil er in seiner Heimat 40 Frauen ermordet hat, habe ich die Hand geschüttelt Glübende stille Tage babe ich erlebt und furchtbare Zyklone, und in einigen Sternennächten din ich durch die schlasenden Berge des Himalava geritten, um den Mount Everest bei Sonnenaufgang zu sehen Wollen Sie noch mehr hören?" fragte sie.„Ich wa: js noch in vielen Landern und Stadten.“ Still hatte ich zugehört und nur gedacht, wieviele tausonde von Meilen wohl zwischen all den aufgezählten Namen liegen.„Ihre Reise war wohl sehr anstrengend?" fragte ich.„Anstrengend! O doch. anstrengend ist eine lolche Reile und aft entbehrungsreich, sehr schwer und naturlich nicht ungefährlich. Die Hauptsache ist. man darf nicht krank werden und man darf sich nicht furchten, dann gehts schon" So einfach sorach die Frau von ihren Reisen, die sie stets allein machte, nicht ausgesandt von großen Zeitungs914• Anlesssenttef mit Autes umd grohen nicht wehKavitalien, von dem Wunsche getrieben, den Mütmenschen davon zu erzählen, sie teilnehmen zu lassen an all dem Wunderbaren, das es da draußen gibt in der Welt. Sie erzählt davon, wie wir mit der Hand über die Landkarte streichen, als gäbe es kein Fieber und keine Schlangen. keine Wegelagerer und keine Gefahren. keine glübende Trovensonne. keine stürmischen Meere! Und still trat ich meine oft ermüdende„Reise"" von Berlin nach Wilmersdorf an. Das Haus der Hoffnungen. Unbegrenzte Unmöglichkeiten. Von Achim Stein Das ist ein großer grauweißer Kasten in der Gitschiner Straße, in dem Idcen numeriert und verbucht werden. wo man keinen Soleen kennt, und wo auch die kuriosenten Dinge ernsthaft gevrüft werden. Sie glauben gar nicht, auf was die Leute alles Hoffnungen setzen. Nicht nur. daß sie sich im Haus der Hoff nungen einen singenden Hut oder eine sprechende Lampe patentieren lassen wollen, sondern wieviel Leute sich einzig und allein an dem Pervetuum mobile den Kovf zer drechen. Da ist einmal im Jahre 1878 ein Pervetuum mobile als Magnet=Motor vatentiert worden, um die gleiche Zei: wurden ähnliche Patente in Frankreich und Enaland erteilt. und seitdem reicht durchschnittlich jeden Monat ein Erfinder eine Anmeldung auf das Pervetnum mobile dem deutschen Patenamt ein. Das Pervetuum mobile, die ewig währende Maschine aus eigener Kraft. ist aber odysisch unmöglich. Das Patentamt. das mehr zu:un hat. als alle unmöglichen Dinge zu prüfen, schickt dann dem hoffnungsfroben Erfinder postwendend einen Brief, dessen stereatvver Inhalt lautet: „.. ein Patent auf das Pervetuum mobile können wir nicht erteilen, weil es den Naturgesetzen widerspricht" Selbstverständlich sind die Erfinder dann wutentbrannt über den Unverstand der Behörden und antworten: .. dann versteden Sie nichts von den Naturgesetzen!“ oder ... dann sind die Naturgesetze eben falsch und müssen umgeändet wrerden!“ Aber nicht nur im„Pervetuum mobile“ ist Hausse im Haus der Hofinungen. Augenblicklich ist die drabtlose Telephonie und Telegraphie en vogue. Es gibt überhaupt Zeiten, wo Erfindungen auf irgend einem Gebiete in der Luft liegen. Als Radio bei uns bekannt wurde. bekam das Patentamt täglich hunderte von Anmeldungen auf Neuerungen und Erfindungen von Radioavparaten. Es war ein regelrechter Radio=Erfindungsfimmel in Deutschland, jeder Bastler, der sich selbst ein Modell zusammengesetzt hatte. wollte nun das Patent darauf haben. Das Patentamt verlor keineswegs den Kopf. prüfte gewissenhaft, und lehnte ab. was unbrauchbar und nicht neu war. Und das waren die meisten. Es ist gar keine so kostsoielige Angelegenheit, dem Haus der Hoffnungen seine Erfindung zu übergeden. Nur das Durchhalten ist teuer! Der Schun eines Putentes kostet 30 Mark im Jahr, steigend bis zu 1200. nach 13 Jahren. So lange wird ein Patent geschützt. Aber die meisten Paiente überleben die 18 Jahre nicht. Sie sterben, entweder weil der Erfinder keinen Geldmann### ihrer Ausnützung gefunden hat, oder aber und das ist wohl meistens der Grund: sie werden durch Neuerungen überholt. Bis jetzt bai das Haus der Hoffnungen 450000 Patente erteilt, ganz zu schweigen von den bunderttausenden von Warenzeichen und Gebrauchsmustern. Rein Schlagwort... kein Patenthosenknopf, keine Seise und kein Büstenhalter, der nicht gesetzlich geschützt ware Alles wird sorgfältig georüst, denn was in den letzten hundert Jadren schon einmal erfunden worden ist dar Ein guter alter Mann ist tot. Erzählung von Jürgen Ubde. In einer kleinen Zeitung, die allerdings den Vorzu## hat, mich täglich noch reger an meine alte Heimat zu schließen, da ich es gelesen: Christian Heinrich Schuldt sei tot. Ein Wunder ist es nicht. Krischau, daß Du jetzt tei bist, denn schon als Kind schien es mir unwahrscheinlich. daß man so lange leben konnte, wie damals Du. Wollte jemand von Deinem Leben, guter alter Mann. erzahlen, er kame in Verlegenbeit, Deinen Geburtstag. so war es doch, hast Du wohl nie gewußt. Oder warum sonst gabst Du auf die Fragen nach Deinem Alter. und ob Du nun stebzig, achtzig oder älter wärest. nur imme: dieselbe abweisende Antwort:„Kann mäglich sin?" Ich weiß es also nicht genau, was für Erinnerungen. ob vierundsechziger oder achtundvierziger, sie jetzt mit Dir zu Grabe tragen, jede##falls ist es ein Stück SchleswigHolstein und kein zu knappes Daß Du nichts Heldenhaftes in Deinem Leden gcion dast, mas Dich für diese exaltierte Zeit(ach, glücklicher Krischan. Du weißt ja nicht, was das ist), als gleichfltige Leiche erscheinen lassen. Ich aber weiß, daß Du lange vor Großvater schon unserm Hause gedient hast, daß Die dann unter ihm mehr als ein Menschenalter und eft in bitterkalten Winternächten, und oft lange vor Tag und oft in Glut und Staub auf dem etwas altertümlichen und derhöhten Bock unserer Halbchaise saßest. Und das wein ich auch. Arischan, daß. wenn ihr noch so spät nach Hause kamt. Du morgens doch der erste an der Arbeit warst. Ob das Geschlecht der Olympigsieger, Ozeanflieger und Raketenfahrer heute in seiner Mitte noch Menschen zeugt. die so an sechzig, siebzig Jahre lang ununterbrochen und niemals auffassig die Gesamtbeit Deiner Arbeit im Stall. aus dem Bock. auf dem Acker und endlich im Garten leisten würden, das freilich steht wohl noch dahin. Irre ich nicht, so haben schon die„modernen" Besigzer des Hofes Dir Deine Arbeiten schlecht gelohnt oder sie kaum recht erkannt Ja. Arischan Schuldt. wo Großvater nicht mehr lebt, und nun auch seine Frau. nicht odne Dich in ihren letzten Wochen noch besucht zu haben, nicht mehr ist, und wo eschlecht der Weißbärtigen mit dem ausrasierten Kinn sich rings im Land zum Sterben rüste:. was wolltest Du oa eigentlich noch? Etwas langsam acoangen bist Du ja immer, logar als Dein Haus al brannte. gingst Du im ebenen Schritt vom Hof. und ich bin gewiß: wenn sie auf dem Wege zum Himmel Dich nun morgen oder so aufmuntern, schneller zu geben, dann aibst Du zum tausendsten Male zur Antwort:„Hett allens sin Tied“. Was sind da übrigens noch fur kostliche Geschichten von Dir! Wo gibt es heute noch einen Autscher, der. wenn ihm in einer meterhoben Schneeschanze drei Damen rücklings aus dem Schlitten fallen, erst seine Pfeise ausklovit und dann sagt, und zwa: langsam. die Worte zwischen den Livven zerquetschend:„Od. Herr. wo kind uns Frunslüd bläwer?" Und wo gibt es heute noch einen Zutscher, der seinen Herrn zur Wahl fährt, und ihn fragt:„Wen wählt der Herr? Den wähl ick ol“. Und wo gidt es noch solche Originale auf dem Bock. die allen Bitten ihrer Gaste. nun schneller. langsamer, oder auch besser zu fahren (schön fuhrst Du nämlich nicht und Achenbach wäre entsetzt gewesen). nur eine Antwort entgegensente:„Dor bett de Herr mi nicks von segg:“ Und dann gibt es doch noch die icdone Geschichte, wo Du in den bösen siebziger Jahren Deinen Herrn zu seinem Schwiegeroater fuhrst, der sich damals in ebensolchem Mißverhältnis zwischen den Ratten und Ratzen seines Hoses besand, wie es bei euch in der ersten und schlimmen Zeit zwischen Ausgaben und Einnahmen war, und ihm zwei schöne schwarze Katzen brachtest mit der Bemerkung:„Dor mot de ole Herr uns awer een Poor Peer för weddergawen“. Und also fuhrt Ihr mit besseren Pferden nach Hause Und endlich fällt mir der Augenblick ein, wo Du Deiner eben verbeirateten Herrin— die war damals, vor zweiundsechzig Jahren, noch schlank und frisch und hübs und der Charme ihrer Greisinnentert wird über ihrer Tugend gewiß etwar Allerliebstes gewesen sein— eines Sonntagsmorgen „Oh Krischan,“ sagte 9 der Herr awer nich“ det,„wenn heit dat e dat ganz gewiß" Ich sehe Dich heut immer so. in Schlesw Dein Leid klagtest über die je junge Frau tröstlich:„Det Ob. junge Fru####rostetest Du wie! nic seggen deit, denken deit bei seag llig klar. Vielleicht ist das * novet, daß, wenn einer von den alten Weißbärtigen und und einer mit dem ausrasierten Kinn, daß dann auch ein Kranz von Anekdoten und Humor sich unsichtbar um seinen schlichten Holzjarg flicht. Ein jeder aber sieht bei uns zu Lande mit seinen Augen und von seinem Standpunkt aus. Vielleicht deshalb ist es mir so. als fiele nun, fern und volternd und unwiderruflich, die Tür über das Grab der alten Zeit, die ich so schrecklich gerne habe Heute ist also Deine Beerdigung. Und ich bin nicht einmal da. Rimm es mir nicht übel, guter alter Mann, aber es ist heute binter Hunden die erste Jagd. Und Du warst es doch auch, der mich. und wie lange ist das nun schon her, zum ersten Mal auf einen Pferderücken hob, - meine gute Mutter erzahlt. Du hättest das mit der Bemerkung begleitet:„Doar bliew uu sitten“— und das, guter alter Mann, das danke ich Dir heute über Dein schlichtes kleines Altenkremper Grab hinaus und sodter einmal.— ich verspreche es Dir— auch uder mein Seite 352 Kirchlicher Anzeiger Nr. 44 Haus Razareth, Wanne=Eickel. St. Franziskus, Wanne=Eicke! Souulen, D. Ottober.— Christ Kongeseßt (cottesdiennoronune 7 Udr Fruhmesse inet Predigt und nem chaftl. 0 Kommunion des Müttervereins und der oderen Nadcenkusen der Overder##schule; 9 Uhr polnsche Sinameste mit Predigt, 10.00 Uhr Hochomt mit Ausjedung des Alle heil#tten und Weide ans bist Der; Jesu: 4 Uhr Taufgelegenbeit; 5 Uhr RosenkrunzanNcht und Vortrag für die Rutter Donnersing, den 1. Novemver. Fest Allerbeiligen . 0 0 U h r F r u h m e s s e m i t P r e d e g t u n d z e m e i n s c h a f t! 61. Kommunion des St. Josephsmännervereins und der unteren Knadenklassen der Overbergschule, 9 Uhr I4 Resse mis Predagt; 10.00 Uhr Hochamt mit Prediat und Aussetzung des Allerbeiligsten; 5 Uhr Rotenkrangandacht; anschließend Armenseelenpredin und kurze Ard#icht fur die Aimen Seelen Freitag, den 2. November. Allerseclen. Hi Messen um 6 Uhr, 7 Udr. 8 Uhr feierliches Amt für alle Verstordenen unserer Gemeinde Avends 6.30 Uhr ist Nreuzwegandacht fur die Verstordenen Pfarramtliche Mitteilungen. Von 12 Uhr mittags des Allerbeiligenfestes das zum Adens des Allerseelentages konnen alle derzenigen, weiche am Allerbeili##en= oder am Allerseelentag würdig die hl. Kommunion empfangen jedesmal, wenn ###e die Kirche besuchen und 6 Vaterunser oder ein entsprechendes anderes Gedet nach der Meinung des Hl. Vaters verrichten, einen vollkommenen Ablaß für die Verstorbenen geivinnen Möchten doch alle Pfarrangemn auf diese Weise ihren lieden verstordenen Angehorigen zu Hüse kommen. Selig die Barmyerzigen, denn sie werden Barmberzigkeit erlangen Leinische Beichtgelegendeit von Sumstag 4 Uhr: desgtechen am Sonntag dis 9 Uhr Gei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecdt. Marie von Edner=Eschenduch Gettesoien#orduung 7 Uhr erste b1 Messe, gemeinschaftliche hl. Kommunion der Frauen und Rutter: 9 Uhr Hochamt mit Posdigt; 10.00 Uhr metie bi Nesse imt Predigt; 2.30 Uhr Rosenkrangandacht; 3 Uhr Taufgelegenheit 4 Uhr Andachn für die Frauen und Mutter fest Allerheitigen 7 Uhr erste hl. Resse mit Auzteilung der bl. Kommunion; 9 Uhr Hochamt mn Aussetzung und Segen; 10.0 Uhr letzte bl. Messe mit Predigt; 5 Uhr Armenseelenandacht mit Predigt Armenserten 8 Uhr Requrem für alle Verstordenen unserer Gemeinde. 18 Uhr(6 Uhr abends) Armenseelenandacht Pfarramtliche Mitteilungen. Psarramtliche Mittctlungen. Munvoch(Begn vor Allerheiligen) ist Fasttag, von 3 Uhr ab ist Gelegenbeit zur bl. Beichte. Donnerstag u kirchlich gebotener Fe##m(Allerheiligen). Von Rittag dieses Tages des zum Abend des Armenseelenlage: kann der große Annenseelenablaß gewonnen werden nach Art des Portunkula-Ablasses. Am Fest Allerheiligen ist edenfalls von 3 Uhr ab Beichtgelegenheit. Es wird ein freinder Pater anwesend sein. Binzenzkonferenz: Dien stag 8 Uhr bei Lansung Mütterverein. Dieses Mai wird doch wohl keine Frau der gememnschaftl. bl. Kommunion sern bleiden Die Liede zu den Armen Seelen wird jedes fühlende Herz dazu drängen Pfarrei Riemke. Gettesdiensterduung Sonntaa: 6.15 Udr hl Messe, gemeinschaftliche bl. Kommunion des Mutiervereins; 7.15 Uhr h. Resse mit Predigt, gemeinschaftliche bl. Kommunion der Provitzer Schule; 8.30 Uhr dl. Messe mit ur schutiche Blalt pet#### St# shin Er demichfirrt: (her bus iud verehung dariun der batt). Schlce uggrahen Predigt: 9.90 Uhr Hochamt mmt Predigt; 11 Uhr bl. Resse mit Predigt; 2.0 Uhr Rosenkranzandacht; 3 Uhr Tausen; 4 Uhr Versammlung und Andacht des Rüttervereine Allerheiligen. Gottesdienst ist wie an Sonntagen; nachm. 2.30 Uhr Schluß der Rosenkranzandacht mit Te Deum.— Von 5—6 Uhr ist Gelegenbeu zur l. Beichte. 6 Uhr Armenscelenandacht imt Predigt. Von Allerheiligen mittag bis Allerseelen abend ist in unserer Kirche unler den bekannten Bedingungen der Totes= QuotiesAblaß. In der Allerseelenoktav ii goends um 5.30 Uhr Armenseelenandacht Allerheiigen, nachmittags 4 Uhr. Gedachinisfeier auf dem Friedhof für die gesatlenen Rrieger. Vereinsnachrichten. Mutterverein: An die hl. Monatskommunion und die Versammlung am Nachmittag wird erinnert und verzlich gazu eingeladen Jünglingssodalität: Montag liter Abend, Mittwoch Turnen der D. J. K., Freitag Leseabend Jungfrauen Kongregatton: Dienstag ist Gesangabend Binzenzverein: St. Huberruskonferenz von Riemke am Dienstag abend um 8 Uhr bei Dorlochter Riemke Elisadethverein: St Elisadethkonserenz von Riemle am Dienstag nachm um 4.300 Uhr im Vereinszimmer Dein Grabstein. Von P. H. Fromm, Bingen. Auf dem Friedhofe eines der angesehensten Badeorte Deutschlands steht ein Grabstein, dessen Inschrift der Tote unter dem Steine sich zu Lebzeiten selber versaßt hat. Die Inschrift lautet: „Wenn ihr mich— möglichst spat— begrabt, Laßt dies aus meinem Grabstein lesen: Er hat im Leben Glück gehabt, Doch glücklich ist er nie gewesen!" Welche Ironie! Welch beißender Spott auf die Glücksgüter und Glücksritter dieses Lebens, nicht wahr? Sie haben ihr ewiges Vorbild in Judas Iskariot.„Was gebt ihr mir und ich gebe euch meinen Heiland, meinen Gott „Dreißig Süberlinge!“—„va habt ihr ihn!" — Ha, wie sie im Säckel klirren! Judas! Fein! Ein sein Geschäft!"—„Gluck!“—„Nein ihr Pharisäer, nein, neinl Silberlinge! Sie erdrücken, erwurgen mir die Seele! Ich habe unschuldig Blut verraten! Gevi mir meinen Heiland, mein Glück wieder.“—„Was geht das uns an!" UInd Judas erhangt sich miit einem Stricke Gott verioren, Seele venoren. Leben verloren, Glückseligkeit vertoren! Um ein Staubchen Erdenglück.— Was wiro einmal auf deinem Grabstein, auf deinem Grabkreuze stehen? Wird überhaupt ein Kreuz auf deinem Grabe stehen? Wird darauf zu lesen sein:„Hier ruht in Gott?“ Und wenn's darauf zu lesen ist und du doch nicht in Gott ruhst? Was dann? Höre die Mahnung des alten sterbenden Landmannes an seinen Sohn: „Drum übe Treu und Redüichkeit Bis an dein kühles Grab! Und weiche keinen Fingerbreit Von Gottes Wegen ab Dann segnen Enkel dein Gruft Und weinen Tränen Drauf. Und Sommerblumen, voll von D Blüh'n aus den Tränen auf.“ T#r d. F#-o Fa:s: Kirchlicher Anzeiger für die katholischen Pfarreien in Herne, Wanne=Eickel und Riemke Herausgegeben von der Pfarrgeistlichkeit 7 Verantwortlicher Schriftleiter: Vikar Lotz, Herne, Marienstraße: Fernsprecher 51784 6. Jabra. Der Kirchliche Anzeiger erscheint jeden Freitag. Schluß der Redaktion: Dienstag 12 Adr mittags Sonntag. 28. Okt. 1928 Nachdruck der Original=Artikel ist nicht gestattet. Druck: Koethers& Röttsches. Herne. Bebelstr. 8 Nr. 44 Christus, dem Könige. Von P. J. Drinck, Saarbrücken. veil König hör' die Jubelklänge. Die glaubig dir die Welt heut singt: Sie“, in des Tages Festgepränge Dein Volk dir keine Huld'gung bring 9 König ew'ger Herrlichkeit Dich lobt und preist die Christenheit. Vom Bater aus bist du gezeuget, Bist gleicher Gott am gleichem Thro Die Erd', der Himmel sich dir beuge O gottlich großer Königssohn. 0 König, Gott von Ewigkeit. Dich belet an die Christenheit Vom Himmel kamn;— selbst uns dienen Hal deine Königsliebe gewollt Und deines Königsblut Rubinen Erkaufen uns vom Sundensold. Erlöserkönig dir entbeut Vieltausend Dank die Christenben Heil unserm König, dem zu Fußer Der Vater alle Feinde legt! Es muß dich alles ehren, grüßen Von Liebe oder Furcht bewegt. Dir Siegenkönig ewig weiht Frohlockend sich die Christenheit. Einst wirst auf Himmelshöhn du komme Zum Weltenend und Richterspruch. Dann jubeln zu dir alle Frommen Verdammt der Böse sich im Fluch: Und jauchzend ruft die Christenheit Christ König Heil in Ewigkeit!!! Zum Feste Allerheiligen. dienst. Und nachdem sie hier schon die Welt mit allen ihren Enttäuschungen und Bitterkeiten hat kennen lernen müssen, sieht sie sich dort oben vor einer noch schrecklicheren Wirklichkeit. Die Kirche feiert jedes Jahr das Fest Allerheiligen. An diesem Tage sollst Du Dich füglich freuen mit den Gliedern der triumphierenden Kirche im Himmel. Du sollst sie beglückwünschen zu ihrem siegreich überstandenen Kampfe auf Er den gegen die Welt und ihre eitle Freude. Aber die Kirche hat bei allem, was sie zut und verord. net, den Nutzen ihrer Kinder im Auge. Und so mahnt sie Dich heute bei Betrachtung der Freude nd Glorie der Heiligen vor allem zu deren Nachahmung. Sie will Dir ins Gedächtnis ru fen, daß Dein wahres Ziel, Dein letztes Ziel und Ende nicht auf Erden, sondern im Himmel ist. zrur den Himmel bist Du geschaffen. Das Himnelreich aber leidet Gewalt, wirst Du es an Dich reißen. Und deshalb will die Kirche Dich heute daran erinnern, daß Du im Kampfe ums Leben nicht das allein Notwendige vergessen darfst, die Re: tung Deiner Seele für den Himmel. Ermuntern we! Dich auch die Kirche, indem sie Dir die triumphierende Kirche in ihrer Glorte Es gibi zwei Leben sagt der hl. Augustinus, eines besteht im Glauben, das andere im Schauen; das eine heißt Pilgerreise in der Zeit, das andere bedeutet Stillstand in alle Ewigkeit. Jenes bringt Arbeit, dieses Ruhe. Das eine geht mülsam seinen Weg. das andere hat das Ziel, die ewige Heimat erreicht. Das eine müht sich ist Dein und unser Los. Wir verdanken es ab im Schaffen und Ringen, das andere erfreut sern Stammeltern. Und kämpfen und sich der Anschauung Gottes als Belohnung für mußt Du nicht allein um Das tägliche Brot, nicht sentgegen:„Die Leiden dieser Zeit sind nicht die Mühe hienieden. In den einen heißt es, das allein um eine gesicherte Lebensstellung für Dich vergleichen mit der künftigen Herrlichkeit, die an Böse meiden und Gutes tun. In dem anderen und die Deinen, nicht allein um irdisches Glück. euch offenbar wird. Die Gerechten werden ewig gibt es nichts Böses mehr. Es freut sich ewig im Das alles hat nur eine Geltung für diese Welt. leben. Nur wer ausharrt, wird gekrönt. Ich Besitz des höchsten Gutes. Das eine Leben for= Es befriedigt im Menschen den Leib, die Sinne, werde Dein Sohn sein" dert Kampf gegen den Erbseind, Mut im Un- aber nicht die Seele; denn vergiß nicht, Du hast!. So kämpfe denn den guten Kampf und harre glück, Energie in der Niederwerfung der bösen auch eine Seele, eine unsterdliche Seele. Der aus! Führe Dein Levensschifflein glückich an den Neigungen. Das andere kennt den Kampf nicht Leib zerfällt, vermodert, und mit ihm schwindet gefährlichen Klippen vorüber dem heimatlichen tenden Kirche auf Erden und von dem Leben der triumphierenden Kirche, der Heiligen im vorführt. O. nicht wahr, diese ewige Freude. Himmel. Zu streitenden Kirche gehörst auch Du, diese Glückseligkeit, Die kein Ende mehr nimmt, solange Du nach Gottes Ratschluß hier auf Erden verdient es wohl, daß Du hier auf Erden im weilest. Streit aber ist Kampf, und deshalb Kampfe standhaft ausharrest bis zum letzten mußt Du kämpfen und ringen hier unten. Das Atemzuge. Hart und bitter wird dieser Kampf un gar manches Mat werden. Aber habe Vertrauen! und ringen Aus dem geöffneten Himmel tönt es Dir heute Unglück. Die Begehrlichkeit und alles, was Du hier unten an irdischen Gütern Gestade ist überwunden. Es herrscht und zusammengerafft und zusammengespart hast. Die Seele aber bleibt für die Ewigkeit. Wehe Dir. wenn Dein Streben auf Erden nur auf Dinge gerichtet war, die den Leib und die Sinne befrie digen! Dann kommt Deine Seele leer an vor mehr und das Leidenschaft schwelgt in süßer Wonne, im Bewußtsein seines Sieges. Das eine bedarf des himmlischen Schutzes zur Zeit der Versuchung, das andere schaut seinen Beschützer und ist frei von jeder Verzu chung. Jenes lindert die Not der Armen; es per zelht anderen ihre Fehler, damit auch ihm Verseinung gewährt werde. Dieses ist frei von jeder Not. Armut kann es nicht erreichen. Verziehen ist ihm alles und verziehen hat es alles. Jenes ist heimgesucht von allerlei Leid, um den Stolz und die Selbstüberhedung von ihm abzuwenden; dieses ist ein Leben der Gnade, das kein Leid mehr kennt, und der Genuß des höchsten Gutes verscheucht von ihm auch den Schatten der hoffart. Das eine muß stetig unterscheiden von hut und böse, das andere kennt nur das Gute. Das eine ist gut, aber voll von Unglück, das an dere ist unendlich besser und ewig glücklich Du hast gewiß selbst herausgefunden, daß der h. Augustinus spricht von dem Leben der streiGottes Richterstuhle, entblößt von jedem Verentgegen, denn im Himmel ist Deine Heimat, im Himmel ist Deine Seele zu Hause. Die Welt ist deine See. Das Schiff dein Leib, Der Schiffmann Gottes Gei Die Seei' Ist's die nach Hause reist Allerseelen. „Mitder Jesu, Herrscher Du, gib ihnen die ewige Ruh! „Die armen Seeien“— Unsere Leser kennen alle diese Wortbildung. Freilich gibt es unter den Millionen der mit uns in dieses Tränental verbannten Kinder Evas gar viele arme, in jeder Hinsicht arme Seelen; doch sind mit obigen Worten die Leidenden ime Fegfeuer gemeint. An diese armen Seelen sollen wir nun recht liebevoll denken und zwar nicht nur am Allerhei ligenabend und am Allerseelentagt, sondern auch im ganzen Monat November, ja alle Tage unseres Lebens. Ich möchte hier einige Gründe angeben, warum wir dieses tun sollen. Täglich betet der Priester in der hl. Messe nach der Wandlung:„Gedenke o Herr. deiner Diener und Dienerinnen, die uns mit dem Zeichen des Glaubens vorausgegangen sind und schlafen We Wepiam icn## E" 1r M M ob 3147 Seite 396 Kirchlicher Anzeiger Nr. 44 Hilf alto denn du bannst heifen, und du weißt wie. Die göttliche Barmherzigkeit redet sogar durch das die armen Seelen so unsäglich peinigende Feuer des Reinigungsortes und spricht: Stelle dir vor die Qualen aller Märty rer, die Leiden aller Kranken, aller Berunglück ten und aller Sterbenden auf Erden. Das ist gewiß entsetzlich. Vergleiche aber damit die einen im Schlummer des Friedens.“ Damit empfeh len wir alle unsere lieben Verstorbenen der hulevollen Barmherzigkeit Gottes. Mir aber scheint, daß Gott manchmal Ursache hätte, uns entgegen zu rusen:„Gedenket ihrer doch zuerst ihr selbst!" Schon im 4. und 5. Jahrhundert predigte der heilige Kirchenlehrer Augustinus darüber und rief seinen Zuhörern die Mahnung zu: Mementote festinate pro defunctis exorare," denkei da= der armen Secken, und du wirst verstehen, was ran und beeilet euch, für die Verstorbenen zu manche Kirchenväter lehren, daß letztere von beten. lallen Leiden die schrecklichsten sind. O, darum Wir wellen es tun. Darum gehen unsere höre au; die Sprache des Feuers und erbarme Gedanken nun wie von selbst zum Orte, wo die dich! armen Seelen leiden. Wir folgen unserem Glau=j Selbst hinter allen Wohltaten, die dir in der ben, der uns sagt: es gibt ein Fegjeuer und es Vergangenheit von diesen so furchtbar Leidenden muß eins geben. Gottes Gerechtigkeit forderte hier auf Erden erwiesen wurde, stellt sich die es und seine unerTliche Heiligkeit unterstützte diese ewige, nie genug zu preisende Barmherzigkeit Forderung. Als die armen Seelen noch mit Gottes auf, um dich etwa so anzureden: Weißt ihrem Leibe vereinigt waren, da haben sie oft du noch, was jene armen Seelen einst für dich getan, für dich und vielleicht von dir gelitten haben? Weißt du noch, wie einzig sie dich ge liebt, gehegt und geschutzt haben? Weißt du es noch?— Ja, ich weiß es,— Run gut, dann mußt du wissen, was du jetzt zu tun hast. Bete also für die armen Seelen! Beie für sie! Daß andere mit dir für sie beten! Gib Almosen für Notleidende oder auch für die Missionen in dieser Meinung! Laß die heilige Messe lesen, — auch gregorianische, wenn du kannst— und zwar möglichst bald nach dem Tode deiner Angehörigen. Merke dir auch noch das von Papst Pius X. mit einem Ablaß von 300 Tagen versehene Stoßgebetlein für die armen Seelen: „Müder Jesu, Herrscher Du, gib ihnen die ewige Ruh!" P. L. Grosse. Zur Verehrung der Heiligen. und viel, allzuviel und vielleicht auch schwer gesehlt. Sie haben es dann bereut und durch Buße zu fühnen gesucht. Aber dadurch wurde leider gar oft noch lange nicht jede Spur und Makel der Sünde verwischt. Deshalb erwartet sie dort! Von P. W. Schardt.(Fortsetzung) ein gar schmerzliches Sühnewerk, die Züchtigung] Manchmal wird den Gläubigen der Vor=ichen den Liebenden zu bewirken. Wer also „wie durch Feuer." So hat Gottes Gerechtigkeit wurf gemacht, daß sie die Verehrung der Heili= einen Heiligen siebt, wunscht ihm ähnlich zu diesen jenseitigen Buß= und Läuterungsort ins gen zu einseitig betreiben: man rufe die Heili=swerden; er könnte sonst dessen Liede verscherzen. Dasein gerufen, und einen„Kerker“ geschorfen,gen eifrig um ihre Fürbitte an, kümmere sich Wenn wir einem Heiligen an seinem Feste eine aus dem du nicht eher herauskommst, als bis du aber zu wenig um ihr Tugendbeispiel, dessen den„letzten Heller bezahlt hast.“ Aber auch die Barmherzigkeit Gottes hat daran gebaut und ge große Freude bereiten wollen, brauchen wir ihm nur zu sagen: Heiliger N., siehe zu deiner Ehre habe ich mich beflissen, diesen... Fehler abNachahmung ja viele gerade für unmöglich halten. Der gelehrte und fromme P. A. H. Weiß arbeitet; und es ist klar, daß sie auch jetzt immer schreibt in seiner Apologie(5, 771—73): Es ist zulegen oder diese... Tugend zu üben.— noch daran arbeitet. Sie hat gewiß von Anfang nicht genug zu bedauern, daß wir uns so leicht Wer also eine drei= oder neuntägige Andacht zu an überall im Fegseuer die süße und absolut von der Nachahmung lossprechen. indem wir Der lieben Mutter Gottes oder zu einem der lichere Hoffnung auf Erlösung und Befreiung uns auf den viel mißbrauchten Satz stützen, in Heiligen verrichtet, der begnüge sich nicht damit, aufgestellt. Doch beim Beginn des Monats No=deren Leben sei vieles nur zu bewundern, nicht ihr Bild zu schmücken oder ein Kerzlein davor anzuzünden, auch nicht oamit, ein Gebet zu ihrer Ehre zu sprechen, sondern frage sich: Durch welche Tugendübung könnte ich der allerseligoember, des Allerseelenmonats, da kommt es mir nachzuahmen.— Nein, wir können nicht nach vor, als ob gerade diese göttliche Barmherzigkeit drücklich genug beteuern, daß wir gar wohl imin ihrer ruhrendsten Innigkeit sich an uns hart= stande, ja verpflichtet wären, uns so manche Tat herzige, vergeßliche Menschen wendet, um uns Der Heiligen anzueignen, vor der wir erschrok sten Jungfrau oder dem Heiligen Freude ma zur Be#reiung der armen Seelen aufzufordern, ken zurücktreten mit dem Seufzer: Das ist zuschen? Und die Uebung dieser Tugend nehme er Seht, sie kommt im Namen, Gottes des Vaters hoch, das ist zu schwer!— Das hindert uns aber sich ganz besonders vor! Am Schlusse Der Anund fleht: Habet doch Mitleid mit meinen lieben, nicht zu sagen, daß alles, was wahrhaft den Na- dachi trete er dann vor ihr Bild und spreche: men von außerordentlichen Dingen verdient,„Siehe, heilige Jungfrau,(heiliger N.), soviel nicht eigentlich die Heiligen gemacht hat.— Die Siege habe ich über mich ersochten! Soviel gute Wahrheit ist, daß wir sie gerade in den Dingen, Werke dir zuliebe getan! Nun zeige auch du dich durch die sie heilig gewolden sind, nachahmen gnädig gegen mich!"— Wenn auch die Nachmüssen, wenn wir überhaupt das Ziel unserer ahmung der Heiligen die beste Art ihrer Vereher Vervollkommnung erreichen wollen.“— Aufrung ist, so ist und bleid: doch ihre Anrusung was es bei der Nachfolge der Heiligen besonders auch eine wahre Verehrung, die das Konzil von leidenden Kindern. Tut doch wieder etwas für sie. Betend urd opfernd könnt ihr leicht die ewige Gerechtigkeit, deren Arm auf ihnen tastet, besänftigen. Seid barmherzig wie ich euer Vater. Sie kommt im Namen Jesu und bittet: werdet auch ihr Erlöser an diesen Aermsten der Armen, die ich so sehr geliebt habe und noch un aussprechlich liede. Helfet mir, befreiet sie aus ankommt, sagt der allzu früh verstorbene Moral= Trient als gut und nützlich bezeichnet. Wer sich hrem Lüstern Gefängnis und bringet sie zu mir theologe Linsermann in folgenden Zeilen:„Für 3. B. in einer Krankheit an einen Heiligen wenin mein seliges Reich. Sie kommt im Namen die Katholiken bedeuten Maria und die Heili= det, Lamit er ihm— falls es Gott gefalle— die des heiligen Geistes und seufzt: Wirket mit mir ligen die Vorbilder für jedes edle Tun, jede sitt= Gesundheit vermittle, handelt gut und kann desan der Läuterung dieser mir geweihten und für liche Anstrengung, namentlich aber für jene Tu= halb nicht als egeistisch oder weichlich g.brandmich bestimmten Seelen. Helfet mir! Ich will genden, in welchen sich das christliche Leben der markt werden. Der Bittsteller soll sich aber nicht ihre Heiligung vollerden; durch eure Gebete und Opser werde ich sie vollonds reinigen und von aller Pein befreien. Ja, sie kommt, die im Himmel Kirche von den Moralsystemen der Weltweisheit nur in Gottes heiligen Willen ergeben, er soll am meisten unterscheidet, Demut, Gehorsam, Ab- auch die geeigneten natürlichen Mittel anwen tötung, Herzensreinheit und rückhaltlose Hingabe den, um die Krankheit zu vertreiben. und au Eiden und unter der Erde noch anbe= an die großen Aufgaben des Reiches Gottes au. Seitdem der altkatholische Bonner Professor ungswurdigste Barmherzigkeit und hört noch Erden, endlich Gebei und beschauliches Sichver= Reusch(gest. 1900) die giftige Broschüre herausnicht auf, uns zu drängen zum Troste der armen senken in Gott, Opfer und Bekenntnistreue bie gegeben:„Die Bischöfe und der Aberglaube," S#elen. Sie redet gleichsam mit allen Stimmen in den Tod.“— Die Heiligen wünschen sehnlichst, der Heiligen, die schon Gottes Angesicht beseligt, daß wir Christus nachfolgen, wie sie ihm nachgechauen Gürfen. Da heißt es tausendfältig: Wir warten am sie, wir sehnen uns nach ihnen. O. folgt sind. Durch die Nachahmung ihres Tugendbeispiels können wir uns am besten ihre versuchet doch alles was ihr könnt, damit unsere Fürsprache bei Gott sichern. In seinem Werke: Brüder und Schwestern baldigst aus ihren ent=„Die Nachahmung der Heiligen"(II, 385—87) setzlichen Leiden befreit werden. Sie wendet sich unterbreitet P. Mar Huder folgende Gedanken: auch Lirert an das mitkeidige Herz eines jeden„Wer die Heiligen nur ehrt, weil sie mächtige von uns und ruft uns zu: Weißt du, was Seelen=]Fürbitter bei Gott sind, ist eine niedrige Bettleiden sind? Kennst du qualend Sehnsucht? Im terseele, kein wahrer, echter Verehrer. Ehrfurcht Fegejeuer ist allergrößtes Leid, ist das schmerz= vor den Heiligen und Liebe zu ihnen bringen sichste Heimweh nach dem besten aller Väter in aber die Nachahmung mit sich; denn es ist, wie eer#emigen Heime bekannt, der Liebe eigen, Verähnlichung zwi wird die Volksfrömmigkeit immer wieder angegriffen. Erst vor kurzem hat man mit ausdrucklichem Hinweis auf diese trübe Quelle die Veröffentlichung von sogenannten Gebetserhörungen bekämpft, und zwar in wenig sachlicher Weise. Hatte der Verfasser einen Unterschied zwischen wahren Wundern und einfachen übernatürlichen Gebetserhörungen gemacht, dann wäre sein Urteil weniger scharf ausgefallen. Niemals wird der Beweis glücken, daß die Verbreitung von übernatürlichen Gebetserhörungen unvernünftig, unkirchlich und dem Glaubensleben schädlich sei, da das Gegenteil der Fall ist. Ohne ung aun W W M auc M Piesu MMg bb 118 M O#t Nr. 44 Kicchlichet Anzeiger greisen und sie gute Lehren mit nach Hause nehmen lussen. Die ganze Feier wird umtahmt von gusgewahlten Darbietungen unserer tuchtigen Musikkapelle Rogen darum alle Ehrenmitglieder. Eltern der Sodalen, Freunde und Gönner des Vereins mit ihren erwachsenen Angehörigen durch ihr Erscheinen die Sodalität ehren. Der Eintrittepteis beträgt im Vorverkani•9 Pia an der Kal#e 70 Pf An alle Sodalen eigeht die beiniche Bitte, sich gut zu denehmen, nur die Se#ten= oder unnteren Platze zu belegen, den Gästen in jeder Weise dehilflich zu sein, damit das Ansehen der Sodalität erhalten bleibt und viele Förderer gelvonnen werden können. Josephs-Pfarrei. Gottesdiennordnung Sonntag. 6.45 Uhr erste dl. Messe; 8 Uhr dl. Wesse mit Predigt: 9.15 Uhr bl. Messe mit polnischer Predigt; 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt; um 2.00 Uhr i Rosenkranzandacht Gemeinsame hl. Kommunion. Am nachten Sonn. tag ist gemeinsame dl. Kommunion für den Frauenund Mutterverein, sowie für die Madchen der Schule 10. Frauen und Mutter! Wir feiern Sonntag das Konigsfest Chrin, darum kommt alle zum Tisch de Herrn, um dem himmlischen König ener Herz zu werhen. Seid Euch auch Euter hl. Gewissenopflicht bewußt, Euren Männern und Kindern durch ein religiöses Leben vorbildlich zu sein. Jeste der kommenden Woche Am nächsten Donnerstag wird das liedliche Allerheiligenfest geseiert, Freitag ist Allerscelentag. Mögen es für alle Pfarrkinder Tage stillen Besinnens und eiftigen Betens sein. Kommt fleißig an den beiden Gedenklagen zum Tisch des Herin und opfert die bl. Kom. numton für eure lieden Toten auf, die auf den Allerseelentage das ganze Jahr sich freuen. den Vereinen. St. Antonine Arbeiterverein. Sonntag feiert der St=Antonius=Arbeiterverein einen Jamilienabend, zu welchem alle Gemeindeangehörgen herzlich eingeladen sind. Die Feier beginnt um 5,30 Uhr und dauert die zum Eintritt der Polizeistunde. Die Mitglieder des Vereins spielen das schöne Voskestück„Am Brunnen vor dem Tore“, ein seines, Bitte, doch regelmäßig zur Gesangstunde zu konnnen, nm dann kann der Kirchenchor etwas leitten und zur Verschönerung unserer Feste beitragen Für die Frauen, Mütter und Jungfrauen. Am 1. November beginnt unsere Handarbeitsausstellung, deshalb müssen die angesertigten Arbeiten bie spatestens Dienstag im Pfarrhause abgeliesert werden Ersteuticherweise haben viele fleißige Hände für die Ausstellung gearbeitet, mogen jene Familien, die nichts sctan haben, um so eifriger deim Ankauf der Lose sein, um auf diese Weise wenigstens unsere gute Sache zu unterstützen. Diejenigen Frauen und Jungfrauen, welche während der Auestellungstage heisen wollen, mögen Sonntaa nachmittag um 4 Uhr bei Krawinkel sich einfinden. Der Eintrittspreis für den Besuch der Ausstellung betragt für Erwachlene 20 Psg und für Schulkinder 10 Psg. Die Ausstellung ist am Allerheiligenseste von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends geöffnet. Räl#eres über die Ausstellung wird die nächste Nummer des Anzeigers bringen. Spiel, von der Liede zur Heimat durchweht und mit viel Humor gewürzt, es wird allen Teilnehmern gefallen. Sonntag nach dem Hochamte ist Versammlun, der Vorstandsmitglieder und Vertrauensleute bei Korte zwecke Abrechnung und Rückgabe der nicht verkauften Eintrittskarten. Um 10,30 Uhr ist Generalprobe für das Theaterstück„Am Brunnen vor dem Tore“. Die Schulkinder dürsen gegen ein Eintrittsgeld von 10 Pf.., daran teilnehmen, aber nur solche, welche bereits zur MI Resse gegangen sind. Abende nach Beendigung des Theaterstückes in Tanzgelegenheit. Der Arbeitewerein hat keine Ruhe und Kosten gescheut, hoffentlich werden darum auch recht viele Gemeindemitglieder an seiner Feier teilnehmen. Frauen und Mutterverein. Sonntag, nachmittag 3,15 Uhr ist Andacht mit Standespredigt; wir haben über 400 Mitglieder, hofsentlich werden auch mal jene Frauen und Mütter kom men, die bisver noch in keiner Versammlung gewesen sind Kirchenchor. Es wird lebhafte Klage geführt über den schlechten Besuch der Uebungestunden, besonders seitens der Jungfrauen. An alle Mitglieder ergeht die herzliche Pfarrei Börnig=Sodingen Gottesdienstordnung 6.15 Uhr bl. Messe mit Predigt; 7.30 Uhr hl. Messe mit Predigt: 8.30 Uhr hl. Messe mit Predigt; 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt; 11 Uhr bl. Messe mit Predigt; 2.30 Uhr Rosenkranzandacht; 6 Uhr Adendandacht, nach derselben Predigt für den Frauenverein. Donnerstag ist das Fest Allerheiligen. Nachmittags 4 Uhr ist Predigt und Prozession zum Friedhof. Am Allerseelentage sind hl. Messen: 6, 6.30, 7, 7.30, 8 und 8.30 Uhr. Die hl. Kommunion wird in allen hl. Wessen ausgeteilt. In der Allerseelenoktav ist abends 5.30 Uhr Andacht. Aus den Vereinen. Frauenverein. Allerseelen ist da! Wo ist eine katholische Frau, die da nicht der verstordenen Eitern, Kinder und aller Ver wandten in christlicher Weise gedenkt. so findet euch alle bei der gemeinschaftlichen dl. Kommunion am Sonntag ein, und gehr wiederum am Allerseelentage, der zugleich der eiste Freitag im Monat ist, zur hl. Kommunion. Nach der Adendandacht ist für den Frauenverein Predsat. Der Präses erwartet, daß Mitglieder desser zur Andacht kommen Johanneeverein. 4 Uhr ist Versammlung bei Herrn Luf. Der Vorstand bittet die Ritglieder, zur Versammlung zu kommen. Kuappen und Arbeiterverein. In der letzten Versammlung wurde beschlossen, die Weibnachtsbescherung Neujahr zu veranstalten. Am 8. Februar ist das Wintersest. Auf ihm wird das Theaterstück: Das Kreuz im Walde, versaßt von Heirn Wilhelm Hoffmann in Börnig, aufgeführt. Zur Versammlung am 11. November, abende 6.30 Uhr, sind auch die Frauen eingeladen. Am Buß= und Bettage wird eine Hausagitation für den Verein veranstaltet werden. Es gilt den Mitgliederverlust wieder herauszuholen. 9 neue Mitglieder sind bereits angemeldet In der Versammlung wurde einmütig eine Umwandlung des Vereins in einen reinen Knappenverein abgdlehnt. Der Vorein bleibt was und wie er war Jungfrauenkongregation Unsere Monatsversammlung, die am vergangenen Sonntage ausfallen mußte, findet am kommenden Sonntage nach der Abendandacht im Jugendheim statt Sie soll eine schlichte Feier zum Juoilaum unserer Seite 351 Präfektin Frl. Lehrerin notz, sein. Auch gilt es, wschliche Vereinsangelegenheiten zu besprechen. Alle Miitalieder werden zur Feier freundlichst eingeloden. Pfarrei Holthausen Gottesdienstorduung 7 Uhr hl. Resse mit Predigt; 8.00 Uhr n. Mee mit Prediat: 10.30 Uhr Hochamt mit Prediar: 2.30 Uhr Rosenkranzandacht. Reliaiose Boche Vom 28. Okt dis 4. Nov haben wir unsere religiöse Woche, die am Sonntag beginnt. Sonntag nachmittag 3 Uhr ist die erste Predigt für die Rinder, 6 Uhr für die Erwachsenen. An den Wochentagen ist morgens die Predigt um 8 Uhr, abende um 7 Uhr. Aus den Vereinen. Jünglingssodalität. Für alle Mitglieder ist es Pflicht, an den Predie ten, die anlaßlich der teiigiösen Woche gehalten werden, teilzunehmen. Aus diesem Grunde sallen im Lanje dieser Woche sämtliche Versammlungen und Zusammenkünfte aus. (esellenverein. Dienstag, den 30 Ottober, fällt die Versammlung aus. Gesellen nehmt restlos an den Vortränen teil, die morgens und adends in der Kirche gehalten werden Es darf keiner zurückdleiden! D. J. K.„Germania“. Die Ruglieder wollen sich als echte Jugendkramer zeigen dadurch, daß sie im Lauje dieser Woche auch auf das Heil ihrer Seele bedacht sind. Alic ohne Ausnahmen müssen den Predigten beiwohnen Jungfrauenkongregation. Eine stattliche Zahl Mitglieder haben sich om letzten Vereinssonntage an der Generalkommunion deteiligt Tadurch haden sie als Marienkinder der Gotteomutter, iner Paronin und Beschützerin, ioren Tribut dar bracht. Die große Teilnahme und die Ordnung an der Kommunionbank haben auf die übrigen Ge meindemitglieder einen erdauenden Einfluß ausgeutt Könnte es nicht immer so sein! Wo sind die noch sehlenden? In diesen Tagen ist ihnen Gelegenheu gegeben, das Versäumte nachzuholen. Keine Jungfrau darf sich von der Teilnahme an die teligiese Woche ausschließen. Borromäusverein. Die Bücherausgabe im Vinzenzhause findet regelmäßig Sonntags, nach dem Hochamte statt; sollte sich die Benutzung der Bibliothek bedeutend heben— was wohl zu erwarten ist—, dann kann evenruell eine zweite Ausleihe an einem Werktagabend angesetzt werden. Rochmals ergeht an alle Pfarrangehörigen die Bitte, das gute Buch eifrig zu unterstutzen, dadurch, dan sie Mitglieder des Vorromäusvereins werden. Aumel dungen werden in den Ausleihestunden und deim Vilor entgegengenommen— im Lause dieser Woche wird hinten in unserer Rirche em Ligaschrank mit verschiedenen Zeitschriften ausgestellt, die jeder gegen gernges Entgelt kausen kann. Der Verkaufspreis ist jeder Zeitschrift aufgedruckt; dieses Geld möge man in die Kasse des Schrankes wersen. Möge man eifrig diese Gelegenheit benutzen, sich auf so leichte Weise in den Besitz zeitgemäßer Zeitschriften zu setzen Der kann sich manchen Wunsch gewähren Der kalt sich selbst und seinem Willen let: Allein wer andre wohl zu leiten strebt, Muß fähig sein, viel zu entbehren. Oeibe Seite 350 Kiechlicher Anzelger Nr. 44 Im Konstantinstift: Am Sonntag 7.45 Uhr hl Reise mit Predigt; Dienstag 7.15 Uhr bl. Messe Samstag 7.15 Uhr hl. Resse (Gemeinschaftliche hl. Kommunion in der Fruhmesse für den Mutterverein, in der Schlmesse fur die Kinder der Schule Graffstlaße Am Runoch abend ist von 4 Uhr an Gelegenheit zu. bl. Beichte. Am Rutwoch ist Vigilfasttag Am Tonnerstag wird das Feit Allerbeiligen gefeiert Gettesdienstorduung. Um 6.30 Uhr M. Messe: 8 Uhr Fruhmesse mit Predigt. 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt, 10.15 Uhr Levitenamt mit Predigt und Segen; 2.30 Uhr Rosenkranz=Andacht, 6 Uhr Predigt und Andcht für die armen Seelen Von 5 Uhr an ist Gelegenheit zur I. Beichte Freitag, am Allerseelentag, sind von 6 Uhr an halbstundlich heilige Meisen für die Abgestordenen. Um 9 Uhr feierliches Levitenrequiem. An den Werktagen der Allerseelenoktov ist abends um 6 Uhr Andacht für die Verstordenen. Vom Donnerstag mittag dis Freitag abend kann der sogenannte Totico guoties Ablaß für die Verstordenen gewonnen werden, ein vollkommener Ablaß, den nian mehrmals und zwar so oft gewinnen kann, als man nach reuemutigem Empfang der bl. Sakramente der Buße und des Altares die Kirche besucht um in der Meinung des hl. Vaters eine Zeitlang zu beten Der Ablaß kann auch in der Kapelle des Waisenbauses und des Konstantinstiftes gewonnen werden Aus den Vereinen. Mütterverein. Am Sonntag ist gemeinschaftliche hl. Kommunion. Er werden alle Ritglieder gebeten, an derselben teilzunehmen. Das Christkönigsfest am Sonntag, die Tage Allerheiligen und Allerseelen sind so recht dazu angetan, vor Christus, unserm Könige und Heilande zu erscheinen, ihm mit aller Heiligen des Himmels unere Liebe und Huldigung darzubringen, und jur unsere lieden Verstorbenen die hl. Kommunion aufzuopsern. Kommet darum alle! Am Sonntag wird die Monateandacht mit der Abendandacht um 8 Uhr verbunden. Wir singen da das Christ-Königslied: 1. O du mein Heiland, hoch und ner, dem sich der minel beuget, von dessen Liede, dessen Macht die ganz Schöpfung zeuget: Christus, mein König, dir allein schwör ich die Liebe lilienrein, bis in den Tod die Treue! 2 Rutt alle Welt und ihre Pracht, Engel und Menschen nimmer, o Herr, mich scheidet nichts von dir, dein ecchen bieiv ich immer: Chrisuus, mern Konig, usw 3. Du nur allein lebst nun in mir, dreumst mir in Herz und Händen: laß mich entslammen alle Welt, mit deinen Feuerdränden Christus, mein König, usw Vinzenzlonrenz Herz Jeiu Sonntag, den 28 Oktober veranstaltet die Konserenz ein Wohltätigkeit spreislegeln auf der Kegelbahn des Vereinshauses. Werwvolle Damen. und Herrenpreise sind in großer Anzahl vorhanden. Deei Wurf in die Neune kosten 20 Pf. Zur Teilnahme wird hiermit freundlichst eingeladen. Beginn nach dem Hochamt (11.30 Uhr) Meldeschluß 22.30 i0 Junglingssodalität und Jungmannerdund Der Tag der Auffuhrung des Legendenspiels Chrisophorus rückt beran. Unsere Spielerschar unter Leitung des Herrn Lehrer Sellung arbeitet mit Hochdruck, um das Stück gut wiederzugeben. Keine Muhe und keine Kosten werden gescheut, daß die Aufführung des Christophorus den früheren großen Aufführungen wür. dia zur Seite gestellt werden kann. b Sonntag kommen nun die Eintrittskarten in Vertried. Der Eintrittspreis beträgt 80 Pf. Da der Reiegewinn für 316 armen Ba#senkinder besummt ist, wird sicher jede katt Familie dieses kleine Scherflein gern opfern. Karten sind zu baden bei den Vorstandsmitgliedern des Vereins, im Herner Anzeiger, im Waisenhaus, in der Buchhandlung Lonneman und bei Vikar Wiegardt Dienstag um 8 Uhr ist Kegeln der Jungmanne.. Arbeiterverein St. Sonntag um 5 Uhr ist im Gesellschaftezimmer Monateversammlung mit Vortrag, geschaftlichem und gemutlichem Teil. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten S1. Anna Konferenz(Konstantin). Zwar sind dank des Fleißes des Vorstandes und der Beförderinnen die Vorbereitungen für unser Kafseetrinken am 8. Nov. im Konstantinstift fast zu Ende gebracht und der Nachmittag verspricht den Teilnehmerinnen viel Freude und Ueberraschung. Aber eine Sitzung muß noch gehalten werden und zwar wegen des Feiertags schon am Dienstag, dem 31. Okt., nachmittags 3.30 Uhr im Stift. Alle müssen erscheinen. Eintrittskarten sind bereits in Umlauf und zum Preise von 1.— Mk bei den Beförderinnen zu haben Arbeiterverein St. Franziolus(Konstantin). Nachsten Sonntag 4 Uhr in Sitzung des Vorstandes und der Vertrauensmänner. Um 4.30 Uhr ist Monateversamlung, zu der auch die Frauen herzlich eingeladen find. Mi dieser Versammlung ist eine Franziskusfeter verbunden. Die Vorbereitung dazu in nahezu beendet und besteht in Vorträgen, Gedichten, Liedern und Festrede. Wer also nächsten Sonntag einige erhebende und schöne Stunden erleben will, der komme zu uns nach Krehmer um 4.300 Uhr. Wir rechnen auf ein voll besetztes Haus. Kirchenbauverein Konstantin). zur heute(Freitag) abend werden die bestellten Sammler und Sammlerinnen sowie der Vorstand zu einer wichtigen Sitzung um 7 Uhr nach Tünnessen eingeladen Jungfrauenkongregation. Unterrichtskursus: Donnerstag abend 7.00 Uhr Gesangabteilung: Freitag abend um 8 Uhr Bügelkursus: Nächste Woche soll der Bugelkursus beginnen. Alle, die sich schon gemeldet haben, und die, die sich noch daran beteiligen wollen, werden gebeten, Sonntag nach der 1. Andacht sich im oberen I. Vereinszimmer zu einer kl. Besprechung einfinden zu wollen. St. Marien=Pfarrei. Gottesdienstordnung. Sonntag. Fest des Königtums Jesu Christi Um 6.30 Uhr hl. Messe mit Volksgesang und ge meinschaftlicher bl. Kommunion der Mutglieder des Mutter= und Elisabethvereins: 8 Uhr hl. Messe mit Predigt und gemeinschaftlicher hl. Kommunion der Knaben der Forellstraßen=Schule; 9 Uhr hl. Messe mit Predigt und gemeinschaftlicher hl. Kommunion der polnischen Rosenkranzbruderschaft; 10 Uhr feierliches Hochamt mit Aussetzung und Weihe an das hist. Herz Jesu aus Anlaß des Christ-Königsjestes Die Kinder der Foreltstraßen=Schule besuchen die hl. Resse um 8 Uhr, die Kinder der BismarckstraßenSchule das Hochamt Um 2.30 Uhr ist Rosenkranzandacht für die Kinder; um 5.30 Uhr ist Standespredigt für die Mitglieder des Müttervereins in der Kirche: um 6 Uhr Rosenkranzandacht für die Erwachsenen Aus der Gemeinde. Mütter= und Gisabethverein Die Riiglieder werden zur zahlreichen Beteinigung an der gemeinschaftlichen hl. Kommunion eingeladen, um so mehr, als das Fest Allerbeiligen und Allerseelen bevorsteht. Die Beichte am vorvergebenden Samstag bezw. Sonntag ist auch für die Gewinnung des Toties-quoties-Ablasses am Allerseelentage güttig Fest Allerheiligen und Allerscelen Am Allerheiligenfeste, 1. November, sind die### Ressen wie gewöhnlich. Um 10 Uhr ist feierliches Hochamt mit Aussetzung.— Am Nachmiittag ist wegen des Vorabends von Allerseelen um 2.30 Uhr Armenseelenandacht für die Kinder. Um 3.30 Uhr ist Armenseelendacht für die Polen, um 5 Uhr Armenseelenandacht und bei gutem Wetter anschließend an die Andacht Prozession zum Friedhof, wo dann auch die Predigt ehalten wird. Die Ordnung der Prozession ist solende: Jungfrauen, Rutter, Junglinge und Männer. Die Musikkapelle, der Kirchenchor, die Geistlichen und die Schwestern sind in der Mitte der Prozession. Die Kinder nehmen an der Prozession nicht teil. Während der Prozession spielt die Busikkapelle oder singt der Kirchenchor das„Miserere“, und die Teilnahmer beten still den Rosenkranz. Nach Ankunft aus dem Frieohose an den Seiten des Begrädnisplatzes für die Priester, Anfstelluung. Der Begräbnisplatz selbst darf nicht betreten werden. Der Kirchenchor steht an der Nordsene deeselben. Nachdem der Chor ein Lied gesungen hat eindet die Predigt statt. Nach der Prediat singt das Volk unter Begleitung der Musikkapelle das Lied:„O Vater der Barmberzigkeit.“ Wahrend dessen werden die Graber eingesegnet. Um fromme Beter nicht zu stören, wolle man still und ohne Lärm den Friedhof verlassen.— Toties quoties Ablaß. Aus Anlaß von Allerseelen können alle Christgläubigen öfter einen vollkommenen Ablaß für die armen Seelen gewinnen und zwai von Allerheiligen mittag an bis Allerseelenabend. Bedingung ist Empsang der hl. Sakramente. Man kann diesen Ablaß so oft gewinnen, als man die Kirche besucht und in der Reinung des hl. Vaters 5„Vater unser" und 5„Gegrüßet seist du Maria betet.— Möge man von diesem Gnadenerweis der Kirche zum Troste der Verschiedenen recht fleißig Gebrauch machen und auch im Allerscelenmonat durch eifrigen Besuch der hl. Messe an den Werktagen wrer gedenken! Aus den Vereinen. Mar. Jünglingssodalität. Da wir Sonntag unser Stiftungsfest haben, werden alle Sodalen, besonders solche, die in diesem Monat noch nicht kommuniziert haben, zur hl. Kommunion eingeladen. Für einen echten Sodalen ist die hl. Kommunion am Stiftungsfeste etwas Selbswerständliches. Nach dem Hochamte müssen die Gelder für die Vorverkaufskarten beim Präses abgeliefert werden. Die Eintrittskarten kosten für die Sodalen 30 Pf. und konnen nach dem Hochamte beim Präses oder an der Kasse in Empfang genommen werden 26. Stiftungefest Sonntag nachmitlag 5 Uhr seiert die Sodalität im Back'schen Saale ihr 26. Stiftungsfest. Die Vorbereitungen dazu sind sowen gediehen, daß das Fest sich wurdig an die früheren anre hen kann. Es werden auch die Jubilare geehrt, die seit ihrer Schulentlassung 25 Jahre lang treu der Sodalität zur Seite gestanden haben; es sind dies: Herr Lehrer Konsek, Heir Krawinkel. Hasenstraße, und Herr Michalsti. Forellstraße. Falls sonst noch jemand dazu genoren sollle, so möge man es baldmöglichst dem Präses melden Zur Aufführung gelangt ein taktiges Drama aus dem Beramannsleben. Szenen aus des Bergmanns Hamilien= und Gruteneven werden alle Besucher erbb 31 Mue Mcee 9180 Nr. 44 Kiechlicher Anzeiger Seite 347 hat die Veröffentlichung von Gebets= turlichen gesteckt, aber sie haben sich weniger geerhörungen das Vertrauen auf die Fürbitte der gen den Glauben und den gesunden Menschen Heiligen vielfach geweckt und den Gebetsgeist verstand versundigt als viele moderne Kritiker, gesördert. Daß Andersglaubige daran Anstoß die alles Uebernatürliche leugnen. Und ausgenehmen können, soll nicht bezweiselt werden schlossen in nicht. Daß der liebe Gott den lebenWollten wir alles meiden, was andere verhöh nen, dann müßten wir die äußerliche Veren= Vorfahren manchmal auch in uns kleinlich errung der Heiligen ganz aufgeben, ja jede wahr=scheinenden Angelegenheiten aufsällig belohnt nehmbare Glaubensbetätigung unterlassen. hat. Man mag von den alten Wunderberichten Schon der Umstand, Daß die kathotische Kirche die und Legenden denken was man will, niemand Veröffentlichung gestattet, solange die Berichte wird ihre Lichtseiten, ihren Nutzen wegstreiten nichts gegen den Glauben und die gute Sitte können. Die Berehrung der Heiligen, die Verenthalten, sollte die Eiserer beruhigen. Von der ehrung Gottes wurde durch sie nicht wenig gekirchlichen Zensurbehorde zu verlangen, die zu fördert. Der berühmte Konvertit Fr. v. Kurter veröffentlichenden Gebetserhörungen auf ihren(gest. 1865) äußerte sich schon vor seiner Rück Tatbestand zu untersuchen, ist schon deshalb eine kehr zur Kirche in seinem Werke Innozenz III unbillige Forderung, weil sie nicht von Rom ge[(IV. 537) in Bezug auf die Wunderberichte im stellt wird. Solange die Kirche über natürliche eiften und zwölften Jahrhundert wie folgt:„Fast Vorgänge ihr Urteil nicht abgegeben hat, steht alle Schriftsteller dieses Zeitalters berühren deres jedem frei, sie zu glauben oder nicht. Nicht gleichen außerordentliche Ereignisse, einige haben als eine menschliche Glaubwürdigkeit verlan= sogar Sammlungen derselben angelegt; insge gen die Berichterstatter übernatürlicher Gebets= samt Beweise, wie allerverbreitet, wie in das Le erhörung ja nicht. Gewiß in der Beurteitung ben eingegangen, der Glaube an Wunder ge solcher von der Kirche nicht geprüften überna= wesen seye. Manchen derselben sieht man wohl bürlichen Vorgänge durchaus nicht leichtgläubig Die Gründung des Verbandes der kath Frauen= und Müttervereine Deutschlands ist für Das katholische Deutschland ein Ereignis von solcher Bedeutung, daß es angebracht erscheint. für weitere Kreise etwas über die Notwendigdigen Glauben, das kindliche Vertrauen unserer keit und die Aufgaben des Verbandes zu sagen. Es ist eine einzig dastehende Taijsache in der Kulturgeschichte der Menschheit, daß— die Frauenwelt in so kurzer Zeit in ganz neue Lebensverhältnisse hineingestellt worden int. Das gilt nicht nur für die mehr als 11 Millionen erwerbstätigen Frauen und Madchen in Deutschland, sonern auch für die Frauen und Mutter, deren Ledenskreis zunächst die gamilie ist. Denn einerseits schlagen die Wellen des Geschehens im öffentlichen Leben immer stärker in das Famitienleben hinein— andererseits wird die Frau durch die Umgestaltung der sozi#len Verhältnisse und durch ihre politischen Rechte und Pflichten mehr und mehr aus der Familie ins öffentliche Leben hineingezogen. Man mag das bedauern, aber man muß mit dieser Tatsache rechnen. Akane hr. Apä-dambafu.n Dadurch ist die Aufgabe der Frau im heutisollen wir sehr vorsichtig, das Märchenhafte an; andere dürften durch den gen Volksieben im steigerden Maße wichtiger jläubig sein, aber wir müs= Schmuck, womit Tatsachen allmählich umgeben aber auch schwieriger geworden dami aber sen uns auch vor einer übermäßigen Zweifelsucht hüten. Da sie leicht dem Unglauben Tür und Tor öffnet.— Heilige Gelehrte aller Zeiten hielten es nicht unter ihrer Würde, wunderbare wurden, diese Gestalt gewonnen haben; bey einzelnen möchte die Kritik, insofern sie mit bloßem Verneinen sich nicht gleichstellen will, am sichersten ihre Unzulänglichkeit erklären. Wofür man Begebenheiten, übernatürliche Gebetserhörungen sich auch entscheiden möge, eine Wahrheit liegt aufzuzeichnen und der Nuchwelt zu überliefern, unverkennbar in dieser Wunderhülle, daß dieso der heilige Hyronimus, der heilige Augusti nus, der heilige Gregor von Tours, der heilige Alphonsus. Mögen sie nicht so kritisch vorgegangen sein wie unsere heutigen Gelehrten und jene Schriftsteller, die als solche gelten wollen, nie mand aber wird den Heiligen kirchlichen Sinn, setbe auf den Wandel von Tausenden und Tau senden ohne Einfluß nicht bleiden konnte. Es muß doch dadurch manches Christenherz geweckt, es muß doch dadurch mancher Christenwille gelenkt, es muß doch dadurch manches Christenleben bewahrt worden seyn. Man mag unde auch schwieriger geworden, damit aber auch die Frage der Frauenseelsorge Mit einer größeren äußeren Selbständigkeit im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Frau ist eine innere Unselbständigkeit, Halt= und Hilflosigkeit gegenüber diesen neuen Lebensverhättnissen verbunden. Dazu kommt die fortschreitende Zersetzung des Familienlebens, die umerem Volke zum Untergange zu werden droht. Aber auch Die Kindererziet ung verlangt in der heutigen Zeit ein außeror dentliches Maß vom Verstehen für die Ingend und die Verhältnisse, in denen sie lebt Wohl leistet Die kath. Frauenbewegung auf allen diesen Gebieten wertvolle Arbeit. Ader seines Verständnis für das Uebernatürliche und denklich viele Dieser Wunder kindisch, ungereimt für die Bedürfnisse des frommen Volkes ab nennen, dennoch blickt durch diese Schlacke das sprechen.— Man wirft besonders dem Mittel= Gold der Anerkennung einer alles erfüllenden, hier handelt es sich nicht nur um Fragen der alter vor, kritiklos alle möglichen Begebenhei= in allen waltenden, allenthalben gegenwärtigen. Frauenbeweg:= g. sondern in erster Linie ten als Wunder angestaunt und aufgezeichnet die frommen väterlich boschirmenden, die Wanzu haben. Nun##. die alten Berichterstatter, kenden erschütternd mahnenden, die Frevler oft waren manchmal ziemlich leichtgläubig, auch furchtbar zermalmenden höhern Macht.“ haben sie aft die Grenzpfähle des Uebernatür lichen etwas gar zu weit in das Gebiet des Na Fortsetzung folgt Gedanken zur Gründung des Verbandes der kath. Frauen= und Müttervereine Deutschlands. Von H. Klens, Generalpräses, Düsseldorf Durch die diesjährige Bischofskonferenz in tärs Schaefer erfolgt. Diese Verbindung ist aber nicht nur eine äußere, sondern ergibt sich auch aus der engen Verwandtschaft der beiderseitigen Aufgabengebiete. Somit ist die Geschäftsstelle in Düsseldorf der organisatorische Mittelpunkt von 1,6 Millionen Fulda hat der Beschluß der bereits bestehenden Diözesanverbände der kath. Frauen= und Müttervereine, einen Gesamtverband zu gründen, seine Bestätigung gesunden. Dadurch sind die Diözesanverbände Hildesheim, Köln, Limburg, Münster, Osnabrück, Padervorn und Trier mit kath. Frauen und Jungfrauen in Deutschland insgesamt 850000 Mitgliedern in einem Ver=] Als erster Diözesanverband der kath. Frauen bande zusammengeschlossen. Der Anschluß de= und Müttervereine wurde im Jahre 1915 der Diözesanverbardes Freibura i. Br. steht bevor. Diözesanverband Paderborn gegründet. Man Um für die vielfach geforderte Vereinfachung ging damals von dem Gedanken aus, daß die im Organisationswesen der deutschen Katholiken einmal ein Beispiel zu geben, ist die Geschäfs steile des neuen Verbandes mit der Geschäfts stelle des Zentralverbandes der kath. Jung frauenvereinigungen Deutschlands in Düssel drof, Prinz Georgstraße 44, verbunden worden. Desgleichen ist eine Vereinigung der Leitung beider Verbände in der Person, des Generalpräses Klens und des Generaijekre= Müttervereine nicht einer so straffen Organisa tion bedürften wie die für andere Stände bestehenden Vereine. Dieser Gedanke hat sicher auch jetzt noch seine Berechtigung. Wenn es trotzdem nun zu einer Gesamtorganisation der kath. Frauen= und Müttervereine gekommen ist, so darf man annehmen, daß dieser organisa torische Ausbau einer inneren Notwendigkeit und einer organischen Entwicklung entspricht. Aufgaben der Frauen seeltorge. Die Rot der Zeit fordert, daß in der Frauenseele die 4 sten und wertvollsten Kräfte geweckt werden, um der Neugestaltung der Lebensverhälnisse unseres Volkes auf allen Gebieten zu dienen uiS de wirksam zu beeinflussen. Dazu bedars es aber vor allem der Auswertung der religiösen B dungsmittel, der über#afürlichen Levensquellen des Glaubens und der Gnade. Es ist klar, daß der einzelne Seelforger bei der Ueberfülle von Aufgaben, die in un erer Zeit an ihn herantreten, sich nicht diesen Fragen mit der erforderlichen Rube und Konzentraon widmen kann. Da will der neue Verband zum hehend zur Seite treten und ihm Führer kein in den schwierigen gragen der Frauensee###ge. der Erneuerung des Famitienlebens und der Jugenderziehung. Die Gründung des Verbandes in aber auc eine Tat im Sinne der kath. Aktion. Wenn diese die kath. Laienwelt aufrufen winl zur Mitarbeit im Reiche Gottes, zur Durchdringung aller Gebiete des menschlichen Lebens mu katholischen Grundsätzen und katholischem Geiste, dann müssen auch die vielen reichen Kräfte, die noch in den Herzen der katholischen Frauen und Mütter schlummern, geweckt weiden. Selbstverständlich ist die erste Aufgabe, das Familienleben wieder durch und durch christlich zu machen. Und was darin durch echte Mütter lebendig geworden ist, wird von selbst hinauswachsen ins Volksleben. Aber unsere Frauen und Mutter müssen sich auch ihrer Verantwortung bewußt ** Seite 308 zeirchlicher Anzeiger Nr. 44 werden, über ihre Familien hinaus durch Wort und Leden für das Königtum Christi zu werden Der Verband wird es deshalb als eine seiner Hauptaufgaben betrachten, solche apostolischen Seelen herenzudilden. Daß dieses gelingen wird, ist nicht zu bezweifeln. Schon das Bewußtsein, mit so vielen Hunderttausend anderer Frauen und Mütter in dem gleichen Geiste, in dem gleichen Streben und in den gleichen Zielen vereinigt zu sein, wird in ihnen ein Bewußtsein sieghafter Kraft wecken gegenüber den im öffentlichen Leben sich breitmachenden unchristlichen und zersetzenden Kräften, wird in ihnen wecken das Bewußtsein der Verautwortung für Kirche und Bolk Daß diese großen Aufgaben nur gelöst werden können durch einen entsprechenden Ausbau des Zeitschriftenwesens, tiegt auf der Hand. In der Zeitschrift„Frauenart und Frauenieden“, die bereits jetzt für die führenden Pensönlichkeiten sowohl der Jungfrauenvereine als auch der Frauen= und Muttervereine herausgegeben wurde, ist bereits ein Organ vorhanden, in dem die Fragen der Frauenseelsorge, der Mutterbildung, der Jugenderziehung, der Erneuerung des Familienlebens und der Mitarbeit der Frauenwelt im Berufs= und öffentlichen Leven tiefgehende Bearbeitung finden und das mit einer Auflage von 5500 Exemplaren schon weite Kreise deeinflußt. Der Heranbudung von apostolischen Mitarbeiterinnen in den Frauen= und Müttervereinen und darüber hinaus dienen die„Vorstandsblälter für kath. Frauenund Müttervereine“ mit einer Auflage von 7000 Exemplaren. Die Frage der Schaffung einer Zeitschrift für die Mitglieder selbst ist in großzügiger Weise gelöst worden, so daß alsbald auf eine Bezieherzahl von 400 bis 500000 gerechnet werden kann. Neben diesen großen Aufgaben und Zielen sollen aber auch die kleinen nicht vergessen werden. Der Verband wird es sich angelegen sein lassen, die Fumilenhilfe und Vereinskaritas, soweit sie in den Rahmen des Vereinslebens hineingehört, eifrigst zu pflegen. Denn der Geist, der Liede muß doch bei jedem Verband das lebendige Band sein. So dürfen wir hofsen, daß aus der Gründung dieses neuen Verbandes viel Segen für Familie und Botk erwächst. Ganze Menschen. 1 In I. waren Jünglingsexerzitien angesagt. Morgens und obends sollten die Mitgrieder des Junglingsvereins eine Woche lang zu den Vortragen kommen. Das ist nicht leicht für junge Menschen, die mitten im Strudel und Rauch des Industrielebens stehen. Selbsterständlich songen zu allem Ueberfluß die Hetzereien der andersgesinnten Kameraden on. Sie verstummen das ganze Jahr nicht, aber jetzt schien Satan selbst aus der Unterwett heraufgestiegen zu lein. So scharf und abgesprochen war das Spiel, daß die einen ansingen, wenn die andern schwie gen. Jugend erträgt es ungemein schwer, der Lächerlichken preisgegeben zu sein. Aber die wahrhaft Guten jürchten es nicht, sie stehen dann eng geschlossen zur Verteidigung auf. Die Hei zer hatten es bald verstanden, daß nichts zu ver dienen ware. Da raumten sie das Feld. Am Abend aber war das Kapetichen zu klein, um die Schar der Aufrechten zu sassen. So saßen lie denn in den Gängen vor dem Rirchlein, still und ondächtig, 275 an der Zahl. Man mußte seine Freude daran haben, wie sie die heiligen Wahrheiten mit durstiger Seeie tranken, weil ie kein Wort verlieren wollten. Am Schlußtage war Generakkommunion in der geraumigen Pfarnkirche. In tieser Samm ung knieten die Meßzdiener am Altar. Junge Burschen von 16—18 Jahren taten heute den hl. Dienst in der schmucken Pagenuniform, wic wohl St Alonsius einst sie getragen hat. Im Schiff der großen Kirche standen in gleicher Ausrüstung drei der stämmigsten mit der Vereinsfohne. In den Bänken knieten die übrigen. Jetzt lautete das Glöcklein, und sie schritten zum Tische des Herrn. Es darf keiner sehlen, so war die Lotung. Der Fahnenträger mußte zahlen. Ja, sie waren alle da, aber sie waren nicht alle ge worden. Wie die jungen Menzchen in stil der Andacht doherkamen und tapfer nebeneinan der knieten, wie es schon zweihundert und mehr waren, da ist dem Fahnenträger die Freude aus der Seele in die Augen gesprungen, er konnte nicht zu Ende zahlen. Aver die Eltern und die ganze Gemeinde hatten mtgezählt und keinen übergangen. Nach der Feier war im Vereinshause ein gemutliches Frühstück, das gute Menschen umsonst bereit gesteltt hatten. War das alles? Nein, das Erstaunlichere kommi noch. Selbstverständlich beteitigten sich weitaus die meisten getreu an der Monatskommunion im Jünglingsverein. Bierzig aus der Schar aber hatten sich vor Jahresfrist verpflichtet, alle acht Tage beim Heiland sich einzufinden und jeden Freitag nach Arbeitsschluß der Predigt beizuwohnen, die ihnen der Präses in der Abendstunde im Kapellchen hielt. Das erste Jahr war dahin, sie hatten treulich Wort gehalten, viele kamen täglich an die Kommunionbank. Weitt du, was das bedeukei für einen jungen Mann von 16 22 Jahren im Trubel der Industrie? Ungezählt viele Opfer, aber noch viel mehr Gtuck und Gnade. Als wir den Saal verließen war ihre Zahl gewachsen. Fünfzig hatten ihr Wort gegeben. Es war ihnen überlegt, sonst hätten im Begeisterungesturm alle es versprochen. Möge die Zukunft es erfüllen. Beib mir gegrußt, wackere Schar! Bleibt ganze Menschen, so wie ihr es in den Togen Oer hl. Exerzitien gewesen seid!— Warum ich das hier niederschreide? Weil in unserer Zeit so viel auf der Jugend herum gehammert wird. Man soll auch nicht vergessen, was inmitten der Moderluft einer verkommenen Wett an Edlem und Schönem wächst. Heute muß es umso höher gewertet werden. Von ganzen Menschen soll ich erzählen. Da gehören aber nicht alle jene her, die mit ihrem Acußeren die Augen auf sich ziehen, die nichts eingebüßt haben im furchtbar langen Krieg, die jetzt durch die Straßen schlendern, als wären sie vor fünf Minuten aus der Auslage eines Fensters herausgeholt worden: Was bin ich und was kann ich noch werden! Das ist Halbwelt mit zierlichem Schritt und lusternem Blick, aber ohne Seele. Ganze Menschen sind ganz anders. De nen ist die Seeie das Erste.— Da war ein junges Mädchen in seinen schönsten Jahren von tückischer Krantheu erjaßt. Es war nicht reich, und das Leiden hatte ihm von dem Wenigen noch viel genommen. Mithsam hinkend schleppte es sich fort. Was hai dem das Leden noch zu bieten, frogten die Voruvergehenden ganz still, daß niemand es hören möchte. Aber die Kranke las es aus dem Blick, und ihr Auge fragte, war spricht euer Herz. Wie zur Entschuldigung redeten dann die Ueberraschten von Hoffnung und Wiedergenesung.— Fast jedesmal, wenn man zu Schwerkranken von diesen Dingen spricht, dann füllt etwas wie Wehmut den Blick und ganz zaghaft mischt sich ein Schimmer von Zuversicht dazwischen. Hier war es anders.— Da leuchtete das Gesicht und dann sprach die Seele: „Ich will gar nicht gesund werden, wenn ich dann nicht brav bleiben wurde.“ Vom Leid zersetzte Menschen, die sich die Seeie stark und gerade bewahrt haben, das sind ganze Menschen. Ganze Menschen sind aus demselden Stoff wie andere, nur haben sie die Herrschaft über den Stoff an sich gerissen. Derhalb liegt etwas abgeklärtes und Fertiges in ihren Zügen, ein Widerschein des inneren Sieges und Friedens. Im Hause des reichen Fobrikherrn war der Tod eingekehrt und hatte den Liedting des Hauses im btühenden Alter von 9 Jahren gemordet. Wenige Tage zuvor noch hatte das Kind im schattigen Garten gespielt und wußte nichts von Kranksein und Schmerz Der Vater stand dabei in seliger Zufriedenheit. Sein ganzes Herz hing an dem Jungen. Ein Mönch aus dem nahen Kloster war eben zu Besuch dagewelen. Der Knade hatte ihm deim Abschied artig die Hand gereicht und war Cann wieder fortgesprungen, weil der Vater noch ein stilles Wort mit dem Kuttenträger zu reden hatte.„Beten Sie doch in ihrem Kloster“, sagte der Weltmann,„für mein liedes Kind, daß der Himmel es stets so brav erhalte". Dann legte er ein Stück Geldes in die rauhe Mönchehand:„Tuen Sie damit Gutes in ihrem armen Klosterlein, daß Gott das Gebet umso eher erhöre...“ Auf dem Heimweg sann der Priester nach:„... daß der Himmel es stets so brav erhalte...“ Dann raschelten Die Rosenkranzperlen unter der Kutte. Acht Tage später lag eine kieine Leiche auf der Bahre. Es hatte einem die Seete zerschneiden mögen, wenn man den im Leden hart gewordenen Fabrikherrn bei seinem toten Liedling weinen und beten und die Hände ringen oh. Als müßte er sein ganzes Herz und damit sein maßloses Leid herausweinen. In später Nacht hat man den müden Mann aus dem Sterbezimmer fortführen können. Nein in der Auffassung hatte er doch sein Wort damals nicht gesprochen:„daß der Himmei es stets so drav bewahre..“ Wie in seligem Schlaf tag des Kind da, und dem Vater wollte es nicht in den Sinn, daß es tot sein könnte, ihm war es, eis müßte jeden Augenblick sein Herzglück aufwachen. und ihn trösten Langsam, langsam kam in die durchwühlte Seele etwas Ruhe, und die Erschöpfung brachte den Schlaf. War's Traum, war's Winklichkeit? Süberglanz durchflutete das Zimmer, und Engelein schwebten herein, ungezählt viele und freuten sich und reichten sich die Hände und spielten voll heiliger Lust. Und eines trat ganz nahe zum Vater, wie segnend hielt es seine Hand emvor und beugte sich nieder und sprach:„Ich blebe immer, ja immer so brau wie ich war“ Ein selig Lächeln huschte iwer die Züge des Schlo senden er wollte nach der kleinen Hand greisen, da faßte er ins Leere, im Zimmer wor es dunkel.— Nr. 44 Rirchlicher Anzelaer Seite 340 Still, in sich gekehrt schritt der Vater bei der Beerdigung hinter der Leiche zum Friedhof. In Gedanken war er bei seinem Liedling, bei den Engeln. Täglich ist er später hinausgepilgert, ganz otlein, hat Biumen zu dem kleinen Leichen hügel gebracht und Zmiesprache gehalten mit seinem Kinde. Man mußte Ehrfurcht haden vor so wel Schmerz. Aber der glaubensstarke Mann hatte mit zum Himmel erhobener Seele den Sieg davon getragen. Jedes mal wenn er vom Grabe heimkehrte, schien er gottergebener, gehörte er weniger der Erde an. Das ganze Erbteil des Dahingeschiedenen schenkte er den Armen. den Kranken und der Kirche. Die See#ie war Siegerin geblieden; der Leid drach im surchtbaren Kampfe zusammen. Wenige Wochen später bettete man den Vater neden den Sohn Wie ha: die Gattin geschluchzt, daß ihr dar Herz last brechen wottte vom Lerd. weil sie nun allein stand im schweren Leben. Wie hatte sie gefletht wie beten und opfern lassen, daß der Herr diesen Kelch von ihr nehme. Aber der Himmel hielr sie für stark genug. das Kreuz zu tragen. Und so schlang sie denn, wie zum Gebei gesattet, die Hände darum und deugte ihre Schulter darunter Ihr Leden ist Kreuztragen und Wohltun. Der Himmel wird einstens richten mussen, was großer war ihr Heidenmut ader die NachstenliedGanze Menichen klammern sich im mutend. sten Schmerz nur um so inniger an Gatt und reißen sich mehr und mehr los von der Erde— halde Menschen fluchen dem Himmel, wenn er ihnen etwas ninunt, und unstratten unt lerdenschaftlicher Gier, was er ihnen gelassen ha:— „Was nützt es dem Menichen, wenn er die ganze Welt gewinnt, wenn er aber Schaden seibet en seiner Seeie!" Kirchliche Nachrichten. Schotts Kalender. So. den 28 Okt.: Christus=Konigesest(Neues Formulat). 2. Gedet: 22. Sonntag nach Pfinasten 551 Cr. 11. Eigene Prasation Letzter Evangelium vom Sonntag. 552 Mo den 2. Okt.: Hl. Simon und Judas 813. Cr 11 Prasation von den Aposteln 46 Di den 30 Okt: Vom Wochentag 551 2. Gebei: Beschupe(96), 3. Gebei: beliedig Mi. den 31. Okt: Viail von Allerheiligen 816. 2 Gebet: O Gott, der Du die Herzen(68). 3. Gedei Fur Kirche oder Papst(68) Do, den 1. Nov: Allerheitigen 817. Cr. 11. Gowöhnliche Prasation 4 Fr., den 2. Nov.: Allerseelen 112 fl Sa., den 3 Nov.: Oktav von Allerheiligen 817 2. u Gebet wie am 31. 10 Cr. 11 St. Bonisatius=Pfarrei. Gettesdienstordnung. Sonntag. den 28 Oktoder. Chrißt Königsseß. 6 Uhr hl. Messe; 6.30 Uhr A. Resse mit polnischem Gesang; 7.30 Uhr Frühmesse mit Pradigt; 8.30 Uhr hl. Messe für die höheren Lehranstalten mit Predigt; 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt; 10.15 Uhr Levitenhochamt mit Auesetzung und Segen, 11.30 Uhr letzte hl. Reise mit Predigt; 2.30 Uhr Christenlehre; 6 Uhr Rosenkranzandacht; 3.30 Uhr Andacht für die Jungfrauenkongregation mit Predigt Gemeinschaftliche hl. Kommunion der Knaden der Schule Neustraße, des Mutter= und Elisadethvereine Die Krankenwoche hat Pfarrer WusekMittwoc am Vigitage von Allerheibigen, ist Fast= und Abstinenztag, an dem der zweimange Genußz von Flaschepeisen gestattet ist. Donnerstag, 1. November, Fest Ablerheiligen. Die Gottesdenstordnung am Morgen ist wie am vordergehenden Sonntag; nachmittogs 290 Uhr Schluß der Oktober=Rosenkranzandacht. 6 Uhr Allerseelenandacht mit Allerseelenpredigt. Nachmittags von 4 Uhr av und nach der Allerseelenandacht ist Gelegenheit zur Beichte. Freitag, 2. November, Fest Ablerseclen Von 5 Uhr ab ist jede halbe Stunde eine hl. Messe, um 9 Uhr Levitenscelenamt für die verstordenen Mitglieder der Gemeinde Montag, Dienstag und Mitnoch ist abends 6 Uhr Rosenkranzandacht, Donnerstag, Freitag und Samstag ebende 6 Uhr Allerserlenandach Aus der Gemeinde. Zum Totics quoties Ablaß an Allerheiligen Allerseclen. Vom Allerheiligentage mittags dis zur Mutternacht nach dem Allerseelentage kann ein sogenannter Totiesquotice-Ablaß gewonnen werden. Dieser Ablaß ist nur den armen Seelen im Fegfeuer zuenddar. Bedingungen für die Geminnung des Ablasses sind gultige Beichte, wurdige Kommunion und dei jedem Kirchenbesuch Gedet nach der Meinung des Hl. Vaters. Es genugt, wenn die Beichte in den letzten acht Tagen abgelegt ist. Für die Mitglieder des Muttervereine 1 B. würde die Beichte vor der gemeinschaftlichen Kommunion am Sonntag genugen Allerserlen und Kriegerehrenmal. Bei der Allerseelenandacht am Allerheiligentage abende 6 Uhr wird eine Kollekte für unsere Rriegergedächtniekapelle gedalten, die diermit wärmstens empsohlen wird. Wenn auch die Kapelle äußerlich seitig gestellt ist, so kann doch noch mancher zu ehrem inneren Schmucke getan weiden. Aus den Vereinen Mütterverein Am Sonntag ist gemeinschaftliche Kommunion des Vereins, zu der alle Vereismitglieder freundlichst eingeladen werden. Einersene dedeutet dir Kommunion einen wurdigen Abschluß der Rosenkranzandacht im Oktover, an der sich ja so on Rutter vorbildlech detenigt haden und zu der sie so sleißig ihre Kinder geschickt haden: andererseite kann eine Rutter das Christ-Könegstest an dem die katdoische Kiche Chresius als den Konig der ganzen We': und insdesondere, als den Konig der Urzekte diese Renschenwelt, der Famite, bekennt nicht desser feic als wenn sie an Morgen den Christ=Konia in ihr Heraufsummt und ihn in ihre Fomilie hineinträgt.— Die Nachmittagsenbecht fällt aus, mit Rücksicht darorns, daß die Geschafte geöffnet sind. Die Rutte werden aber gebeten, dafür um so zahlreichet sich zur Rosenkranzandacht einzufinden— Diejenigen Mutter, die die gemeinschaftlache# Kommunion am Sonntag mitmachen, brauchen zur Gewinnung des Totues=quotice Ablasses am Allerseclentage nicht noch einmal zur Beichte zu gehen.— Am 17. Novemder findet im Jugendsaale eine Gencralersammtung statt, aus die schon jetzt hingewiesen sei.— Uebtigens sei den Muttern der Artikel dee heutigen Kirchtichen Anzeigers empfotzien der die Ueberschritt tragt: Gedanken zur Gundung eines Verdander der Müttervereine für ganz Deutschland Rirchencher Sonntag abend, beginnend um 7 Uhr, degehr wuser K###chesschol um Famslzenschr im kheinen Soan Ar Gesellenhaffe Die Feier wird sich im gewohnten Rahmen deeuegen und die Mitglieder und Freunde des Chors werden ein paar sein gemutliche Stunden v leben Wer wollte den Wienedern des Chore, die das ganze Jahr hindurch so manche Stunde zu ernstseetigem Schafsen opfern, eo benirgen, wenn ne auch mal zu stöhlichem Tun sich zusammenfinden. Der Sorden die#den doch noch genug. Die prößte Sorge für den Chor ist angendlicklich die Frage des Nachwuchset: namentlich für die Tendre deo Mäneichors wäre er sehr erwünscht, wenn noch einige fandestuchtige Hernen sich meldeten Biesleickt trägt auch das Fest dazu be daß noch neue Aitglieder sich melden. Jungfrauenkongregetion Am vergangenen Sonntage konnte wegen der Bezirkstagung in Bauta: undere Monaleondacht und lein; sie ist aus den nächsten Sonntag verschoden We auch an diesem Sonntage die Geschäfte geoffnet iin? so hofft doch der Präsee eine genugende Anzahl Kongreganistinnen in der Andacht zu sinden.— Am Alle: serlentage ist abende 8 Uhr in der Kapelle des Riankenhauses Vortrag für die Enachristische Abteilung unn soktamentaler Andacht Si Jolephe Arbeiterverein Conntag seiern wir unser Stuftungsfest Doium Sonntag morgen gemeinschaftliche dl Kommun on an der sich die Ritglieder zadlreich betesligen wollSonntag nachm 5 Uhr beginnt die Frur m aroden Saal des Gesellenhauses Nach Ebrnna me###erer verdienter Jubilare werden uns die Kinder mit verschiedenen hudschen Reigen erfreuen. Die gutgeschelte Theateradteilung der Jünglingssodalität wielt ein nackendes Stuck:„Blut und Kreuz“. Am Schlun des Itunde wird euch der Jugend Geiegenheit oeboten zu einem frödlichen Tanzchen Zu diesem schöne: Fest werden die Mitglieder des Vereins mit toren Angebörigen berzlichst eingeladen Emntrittopn# 60 Pig chiesischer St. Johonmrs Verein Sonntag, den 28. Ou 4.30 Uhr. beamnt unscre Monatsversammlung im Gesellenhause. Mit dieser Versammlung sangen wir unsere Wintetorbei an Eist deehalb dringend zu wunschen, daß recht viele Mitglieder erscheinen. Herz=Jesu-Pfarrei. Tonnidg. den 28. Oktoder.— Chriß Konigset. Sten 6.30 Uhr hl. Messe; 8 Uhr Frühmesse und Predegt; 9.15 Uhr Schulmesse und Predigt, 10.15 Uhr Hochamt und Predigt und Weihe an das dl. Ders Jesu, 2.30 Uhr Andacht mii Sopen Technische Rundschau zum Heener Anzeiger Fort mit Rauch und Ruß Die Fortscheitte der elektrischen Gasreinigung. ber#cung der Adgase der meisten Industrien von gelle aus doatenschen. tandteiken R seist wunsd ie Johen,— michanischen, Neriscamn guzt leeistegr aice ubrn, Pyr Tie, herne bene von der Lurgi=Avparatebau# Teutalano, ertichtet. Kurz nach dem Krigge, onb.e de. uns vielleicht 2 derartige Anlagen, Seuis u#e podl schon wert über 1500 Anlagen, die S ei edeuten Indutriezweigen der Welt Staub=, Flüssigkeitsteilchen auf elektrischem Wege niederschlagen. Im Prinziv bestebt eine solche Kammer erwa aus einem mäßigen Kanal von 30 Zentimeter Puurchmesser und 3 Mtr. Länge, in dessen Achse ein dunner oliert ausgespannter glatter Drabt mit dem negativen Sal. einer Schlpannuns von 30 000 Volt verbunden ist Dann bildet sich am Draht die„Korona"entladung, d. b. es entsteben an ihm 100—200 Glimmpunkte, und von fließt ein schwacher elektvischer Strom in Gestalt negari geladener Luftmoleküle, der„Jönen“, zu der mit der Erde verbundenen Wand des Kanals. Bisher sah man die wesentliche Ursache der Wittsamkeit des be###i##inen Avparates in der negatwven Aufladung der Staubteilchen durch die Luftionen und in der elektrischen Lraft des Feldes, das sie vom Draht abstößt und zur Pand treibt. Aber die so erzielten Geschwindigkeiten reichen bei seinerem Staub nicht, die durch den Kanal tromenden stoudbeladenen Gase in der kurzen zur Verugung stebenden Zeit zu reinigen. Nach neueren Unternchungen des Kaiser=Wilhelm=Instituts für phosikalische kommt als ein weiteres wichtiges Treibmitte! der„elektrische Wind“ hinzu, der von jedem Glimmpunkt wie von einer Spive ausgeht und in dem Mitreißen der imgebenden Luft durch die mit 40—50 Meier Geschwindigkeit vro Sekunde sortgetriebenen Jonen bestedt Mit der Luft wird jeglicher Staub mitgerissen, auch die seineren Staubteilchen, die auf andere Weise überhaupt nict zu fangen sind, und die geladenen Teile bleiben mlietzlich an der Wand hängen. Eine neue wissenschaftliche Erkenninis pflegt über kurz oder lang auch technische Erfolge nach sich zu zieden. Viel ist auf dem Gediete der elektrischen Gasreinigung chon geleistet, viel bleidt noch zu verdessern. Ebenso wie bei der Schwefelsäure= und Zementin dustrie, bei Metallhutten, Müdlen= und Soinnereientaubungen, verwendet man das elektrische Niederschlagsverfahren in den letzten Jadren in steigendem Maße in den Braunkohlendrikettfabriken und bei Enttcerungsanlagen: die Generatorgas= und Hochosengasteinigung sind neue Gebiete, die sich die elektrische Gastein gung erobert dat. Ueberall, wo kostbarer Staub zuruche=wonnen wird oder wo die gereinigten Gase technische Verwertung finden, ist der Siegeslauf dieses Verfahrens, auch Elektio##i#ter genanni, keine Frage. hier fallen die erdeblichen Anschaffungskosten der Anlagen nicht ins Gewicht, die an sich niedrigen Betriebskosten der elektrischen Reinigung svielen hier gar keine Rolle. Aber wo es sich„nur um hogienische Zwecke handel:, wo nur jäitiger Staub niedergeschlagen wird, der weiter leine Verwendung findet, sind die Anlagen meistens und in auch der Betrieb vielfach noch zu teuer. Hier liegt das Zukunftsreld der Elektrokilter: die Entfernung der für niele Krankbeiten verantwartlichen Keime der Luft, die Bescitigung des Lokomordrauchs und die Luftreinigung großer Industriezentren sind zukunftsreiche Aufgaben, und man darf hoffen, doß die rasch anwachsende Beliebtheit und die weiteren Verbesserungen der elektrischen Gasreinigung dabin fuhren werden, daß es in absebbarer Zeit leine rauchenden Schornsteine und keine rußbeladene Großstadtluft mehr gidi. Grammophon uno Rundfunk. Eine Zeitlang in den Anjangen der Funkindustrie, kannte es scheinen, als ob zwischen der Funk= und Sprechapparat=Industrie eine gewisse Feindschaft bestunde. Das st aber durch aus nicht der Fall. Der Sprechapparat besint seinen Wert dartn, daß er die Sprache der Menschen und rhren Gesang verewigen kann, daß man, ganz wie man es gerade wünscht. Kunstschöofungen aus vergangener Zeit oder aus der Gegenwart immer wieder genießen kann. Der kulturelle und wirtschaftliche Wert des Rundsunks dazegen besteht vor allem darin, daß Unterhaltung und Zerstreuung. Berichte über Aktuelles uw. nach einem bestimmten Programm der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden können Sdon aus prinziviellen Gründen ist es unrichtig. von einer Feindschaft zwischen Schallvlatte und Funkapparat zu sprechen. Es gibt hier kein entweder— oder, es heißt nicht: entweder Radio oder Sprechapparat, sondern die moderne Technik dat eine überrohende Kombinations möglichkeit der beiden Erfindungen bereits durchgeführt Und dadurch beide verbessert: das Grammophon in der Wiedergabe, Güte und Lautstärke, das Rundfunkgerät in der Verwendungsmöglichte Dos Loewe: Radio Srammo###n, it eine geniale Erfindung. Wer im Benn eines Radioto##arates — es handelt sich selbstverständlich um Röhrenapparate — und eines Lautsprechers ist, braucht in Zukunft keinen Sprechapocktat menr zu kaufen. Es genügt, die von Loewe konstruierte lautlose Spieldose auf die rotierende Platte aufzusetzen. Die Schwingung der Schalldose, die, wie ge sagt. selbst stumm ist, wird auf die Nadioröhre und durch sie auf den Lautsorecher übertragen. Man ist somit in die Lage versetzt, nach Belieben entweder die Schallplatte oder die Antenne an seinen Radsoapparai anzuschließen, und kann auf diese Weise das dargebotene Rundfunkorogramm vartieren und ausgestalten, wenn man es nicht vorziedt, nur Schallphatten zu lauschen. Die Wi dergabe ist ausgezeichnet und übertrift an Vollkommenheit und Lautstarke jeden Sprechapparat. Ein weiterer Vorzug dieser sensationellen Erfindung besteht dorin, daß die Anschaffungskosten der Spieldose sehr niedrig sind und nur einen Bruchteil des Preises eines gufen Sprechaoparates darstellen. Der Namo des Konstrukteuts burgt für die technische Vollkommenheit der neuen Erfindung. Ist doch die Loewe=Mehrfachrohre, die edenfalls diesem deutschen Erfinder zu verdanken ist, in der ganzen Welt rühmlichst bekannt. Nicht umsonst hat der geniale amerrkanische Radiovionier Lee de Forest, sich die neue Erfindung vorführen lassen, um sich selbst von ihrer Bedeutung zu überteugen mute und Straßenbeanspruchung. Beobachtet mon ein Fahrzeug in der Fahrtrichtung, sa wird man schon bei geringen Unedenheiten der Fadrhahn ein Hammern der Räder und Achsen, der sog. ungejederten Massen, auf der Fahrbahn deutlich wahrnedmen können. Edenso wie das Schmiedistück auf dem Amboß, sowie der Amdos selbst. nicht nur das Gewicht der Hammers(„statische Kraft“). sondern auch die zu Jpüren bekommt, so den Rundfunr=Bastler. Netzanode für den Vom Detektor zum Nöhrenempfänger, das war der erste Schritt der Vorwärtsbewegung der Rundfunkempfangstechnik bei den Hörern in Deutschland, die Be freiung von den lästigen Sammlerstromauellen ist der zweite Schritt, bei dem wir uns gerade befinden. Zwar hat es natürlich auch schon vor Jahren Bastler gegeben. die den Strom, den sie für ihre Empfangsanlage benötigten, direkt aus dem Netz über Siebketten, Transformatoren und erforderlichenfalls Gleichrichtern bezogen hahen, aber sie waren zu zählen; erst in der letzten Zeit wird die Bewegung.„los von der Sammlerbatterie“ stärker bemerkbar, unterstützt durch einige Fabrikate, die jetzt auf den Markt gebracht werden und für billiges Geld zu haben sind. Sie gestatten die Entnahme des Anodenstromes aus dem Gleichstromnetz Wir bringen heute eine Bauanweisung für eine Netzanode für Gleichstrom. Um den Bau nicht unnötigerweise zu erschweren und weil der viel empfindlichere Heizstrom nur sehr schwer in einer zufriedenstellenden Rein heit aus dem Neu zu entnehmen ist, haben wir unser Netzanschlußgerät nur für die Entnahme des Anodenund des Gitterstromes vorgesehen. Im übrigen ist der Gewinn, der durch Hinzufügung einer Entnahmestelle fur Heisstrom entstehen würde, wirtschaftlich nur sehr gering. da ja der Heizakkumulator sowieso eine ziemlich große Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur Anodenbauerie aufweist Ehe wir uns mit dem Aufbau des Gerates näher beschaftigen, möchten wir noch betonen, daß es sich bei unserem Gerät um einen Starkstromavparat handelt, also unbedingt die Bestimmungen zu beachten sind, die für derlei Geräte vorgesehen sind. Das paupigewicht dabei ist auf eine gute Isolation der spannungsführenden Teile und eine auf die Feuerfestigkeit des Monragematcrials zu legen. Ferner ist es schon im eigenen Interesse selbstverständlich, daß alle stromführenden Teile so angebracht werden, daß eine gewollte oder ungewollte Berührung zur Unmöglichkeit wird. Will man in das Innere des Gerates gelangen, so soll das nur durch eine Verletzung von Sechorheitsvlomben möglich sein Die Stromentnahme vom Netz erfolgt durch eine Kabelleitung, die bei— und— nach vorbergehender Feststellung der Polarität angeschlossen wird. Um den Strom zu reinigen, wird es dann durch zwei Drosselspulen d 1 und d 2 von etwa dreißig Henrn geleitet. c 1 stellt einen Festkondensator von erwa 4 M F dar. L ist eine Sicherheitslampe von 4 Volt. 1 ist ein Silitwiderstand von 15000 bis 20 000 Ohm. Dieser Silitwiderstand ist mit 5 Abzapfungen versehen, die zu den einzelnen Buchsen führen, von denen dann der entsprechende Strom entnommen wird. Werden 4 Anoden spannungen, wie sie unsere Schaltung zeigt, nicht benötigt, so kann man natürlich eine oder mehrere Abzapfungen fortlassen. Wert ist jedoch im Interesse einer reinen Stromzuführung zu legen, daß diese weggelassene Abzapfung nicht A 2 ist. Erforderlichenfalls wird A 2 mit dem Ende des Silitstahles verbunden. r 2 ist ein Potentiometer von 1000 Ohm. Es dient der Entnahme des Gitterstromes.— A bezeichnet sinngemäß die MinusAnoden=Spannungsbuchse. Die beiden Drosselsvulen sind mit einem geschlossenen Eisenkern zu wählen. Bei allen Einzelteilen ist Wert auf gute Ausführung zu legen, will man nicht Mißerfolge haben. Es ist selbstverständlich daß alle Kondensatoren durchschlagsicher sein müssen. Die dopvelte Netzspannung ist das Wenigste, was sie aushalten können müssen. Beim Zusammenbau des Gerates achte man darauf. daß Kurzschluß innerhalb des Gerötes auf jeden Fall vermieden wird. Trotzdem versteht es sich von selbst, daß, um alle Eventualitäten vorzubeugen, Sondersicherungen zwischen Netzanode und Stromnetz eingebaut sein müssen Haben wir das Gerät entsorechend unserer Schaltung zusammengebaut, so müssen wir es mit einer Schutzhaube versehen, die, wie wir schon oben betonten, jegliche Berührung von stromführenden Teilen verhindert. Vor Inbetriebnahme des Gerätes stellen wir die Povularität des Netstromes fest, indem wir entweder Volreagenzpapier verwenden, oder eine Prüfung durch Wasservrobe vornehmen. Bei dem Polreagenzparier bringen wir zwei aus der Steckdose kemmenden Drähte so auf dem angefeuchteten Papier an, daß der Abstand zwischen den beiden Drahtenden etwa? Zentimeter betragen. Bei dem angefeuchteten Neagenzvavier färbt sich der an dem negativen Pol liegende Teil dunkel. Bei der Wasserprobe führt man die beiden Drähte in ein Gefäß mit Wasser; der negative Pol kennzeichnet sich dann durch kleine aufsteigende Bläschen. Es ist ratsam, diese Polproben häufig zu wiederbolen, da die Werke oftmals den Anschluß umpolen. Man bemerkt dieses Umvolen schon an dem plötzlichen Schwächerwerden des Empfanges. Ist die Ursache des Schwächerwerdens nicht in dem Akkumulator zu finden, so prüse man die Polarität des Netzarschlusses und man wird meist feststellen, daß sich die Pole verwechselt haben Ueber die Wirtschaftlichkeit der Netzanode braucht nicht viel geagt zu werden. Wenn man von den Anschaffungskesten absieht, so ist der Betriebsverbrauch 10mal billiger als bei einer Trockenanodenbatterie. Außerdem bat man aber auch den großen Vorteil, nicht gerade dann von einer leeren Anodenbatterie überrascht zu werden, wenn man irgendeine Darbietung gern hören möchte skraft(donamuche Nraf) auch die Straßendecke nicht nur abreube; sondern auch durch: mt ich das Gewicht Schlaaktafte der Achs- und Radmassen zusätzlich beansorucht. Diese Schlagkrafte sind meistens ein Vielfaches des Gewichtes. Nicht die durch die Wagensedern verhältnismäßig weich gejederte Rutzlast, sondern die durch die Elastizität der Bereifung gesederte Rad= und Achsmasse m der hauptsächliche Straßenzerstörer. Es ist Sache der kraftjahrtechnischen und straßenbautechnischen Forschung, die Einflußsaktoren dieser Schlagkräfte. Elastizität der Bereisung. Gewichte. Fahrgeschwindigkeit, Zustand der Fahrbahn usw. nach Große und Art zu werten, und so Erkenntnisse zu schaffen, auf Grund deren das Minimum der Straßenzerstörung bei einem Maximum der Verkehrsleistung gesichert wird. Für die Messung dieser Schlagkrafte wahrend der Fahrt mußten besondere Meßgeräte(Beschleunigungs messer) entwickelt werden. In Deutschland sind von Prof Langer und seinem Mitarbeiter Dr.=Ing. Thome. im Laboratorium für Kraftfadrwesen in Nachen, Metzeinrich tungen gebaut worden. Diese bestehen darin, daß die auf einer Fahrtstrecke von bestimmter Lange auftretenden Stöße gemessen und gezahlt werden. Die Zahl der Stöße und deren Stärke gibt ein Bild über die Stpaßenzustünde der zu vergleichenden Straßenstrecken, wenn diese mit ein und demselben Fahrzeug befahren werden. Anderer seits gewinnt man aus der Zahl und der Stärke der Stöße ein Bild über die straßenzerstörende Wirkung der zu vergleichenden Fahrzeuge, wenn mit diesen ein und dieselbe Straßenstrecke, auch wieder bei gleichzeitiger Registrierung der Stöße, befahren wird Mit Unterstützung des Reichsverkehrsministeriums sind auf der Versuchsstraße des Deutschen Straßenbauverbandes in Braunschweig Versuchsreihen durchgeführt worden, um die Zustände der einzelnen Straßendecken in bestimmten Zeitabständen mit den Meßeinrichtungen und dem Meßverfahren nach Langer=Thome festzustellen Von Belang sind serner die durch den Kraftfahrzeug verkehr verurachten Bodenerschütterungen. Die an der Technischen Hochschule in Auchen durchgoführten Versuche seigen, daß die gefederte Nutzlast bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 20 Kilometer in der Stunde ohne Einfluß auf die Bodenerschütterungen ist, daß dagegen die„ungefederten“. Massen, insbesondere bei schlechtem Straßenzustand, die Bodenerschütterungen bei Fahrgeichnindigkeiten von über 30 Kilometer=Stunden kaum zu. Bis zu dieser Geschwindigkeitsarenze betragen sie eiwi ein Viertel der Bodenerschütterungen bei vollcummibereiften Fahrarugen. Ein neuartiges Schiffsgerät. Auf amerikanischen Schisen— insbesondere Fähr dampfern usw.— kommt neuerdings vielfach ein Gerät in Anwendung, das man treffend als Schallkompaß bezeichnet. Dieses Instrument reagiert, wie schon sein Name sagt, auf Schallwellen und gibt sowohl die Richtung wie die Entsernung einer Schallwelle an, was für den Dampfer nicht nur bei Dunkelheit, sondern vor allem auch bei Nedel, dem größten Feind der Schiffahrt, von Wichtigkeit ist Der Schallkompaß bestebt im wesentlichen aus einem Empfanger, einer hohlen Halbkugel, die auf einer sich drehenden vertikalen Achse defestigt ist. Von dieser Achse wird entweder direkt oder durch ein Gestänge, oder mittels elektrischer Fernwirtung ein Anzeigeavparat betätigt. Dieser bewegt sich mit der gleichen Winkelgeschwindigkeit wie der Schallempsanget. Der Anzeiger ist eine Neonlampe, welche aufleuchtet, wenn sie durch einen elektrischen Sirom erregt wird. Der Schall empfanger fermt die akustischen Schwingungen In elettrische Wellen um, weiche zwecks größerer Empfindlich keit werstärkt werden können, und leitet sie zu dem Anleigeapparat weiter, wo sie die Lampe zum Aufleuchten bringen. Rehmen wir an, daß eine Sirene in einer bestimmten Entfernung vom Schiffe dauernd pfeift. Bei seiner Dreh den egung kommt der Emrjanger in eine Lage. in der er den Schall am stärksten wahrnimmt. In diesem Momen: flammt die sich bewegende Lamve in dem Zeigerapparat auf. und da sie sich in dem gleichen Winkel einstellt wie der Empfänger. so kann der Beobachter nach der Lage des Lichtes die Richtung. aus welcher der Laut kommt. bestimmen. Der Schallkompaßz ist also ein Peilinstrument. Bei den Versuchen mit dem Schallkompaß wurde festge stellt, daß dieses Peilinstrument, abgesehen von der Be stimmung der Lage vorbeifahrender Schiffe, eine vorzügliche Handhabe bietet für die Kursbestimmung beim Einbringen von Schiffen in schwierige Häfen, in der Nach: und im Nebel. Signaltürme mit Nebelhörnern verschiedener Tonhöhe wurden an den Anlegestellen der Fährboote. auf Klivven. Landspitzen usw. aufgestellt. Die Schallempfänger auf den Versuchsfährbooten wurden be sonders empfänglich für bestimmte Tonhöhen gemacht ohne aber ihre Empfänglichkeit für den Ton der Schiffs lirenen einzubüßen. Es wurde festgestellt, daß die Kavitane der Fährboote die Entfernung ihres Bootes binsicht lich der gegenüberliegenden Anlegestelle jederzeit bestimmen konnten, obwohl die Entfernung bis zu vier Meisen betrug, Warnungssignale wurden ihnen ebenfalls gegeben von einer Insel, die bei Ueberquerung des Hafens in ihrer Kursrichtung lag, und wo einer der Signaltürme aufgestellt war Es ist bemerkenswert, daß Laute. die wegen ihrer Höhe von dem menschlichen Ohr nicht mehr wahrgenom men werden können, von dem Empfänger sehr gut auf gefangen und nach der Kommantobrücke übermittel: werden, wo ne die Reonlampe hell aufleuchten lassen Dadurch wird es ermöglicht, dauernd akustische Signale von einer Tonhöhe mit über 15000 Schwingungen in der Sekunde zu geben, onne daß andere hörbare Signale dadurch gehort werden. Dieses besonderer Bedeutung. Der Schallkompaß gibt außer die Entsernung, aus welcher der für ist es erforderlich, daß zw.: Enden der Kommandobrücke an zeiger nebeneinander montiert uc Angaben der Fernzeiger können Bestimmung der Entfernung ausg Wahrend Dämpfung des Lau# Echo im allgemeinen stark# kompaß unter diesen Bedingungen und dann ein schwächeres. Diese die Richtungsbestimmung Landen an solchen Orten, die star gesucht und deshalb von Flugzen fältig gemieden werden, ermöglich Technik und Techniker. Aus den Kreisen des Verbandes Deuticher Techniker (Sin Essen) erhalten wir folgende beachtenswerten Aus führungen: Die Technik ist es. die der heutigen Wirtschaft Eigenart und Gepräge gtoi. Die Presse berichtet Tag für Tag über den technischen Fortschritt. Umsomehr ist es verwunderlich, daß die Nichttechniker, die Laien. die breite Oetfentlichkeit zur Technik kein inneres Ver haltns finden konnen. Die Beurteilung technisch dastet immer an Aeuger##ckeiten. Immer von steuem ist man überraftt, wenn selbn Menschen mit guter All gemeinbildung beispielsweise über die Straßenha#r die sie täglich benunen, technisch fost gar nichts aussogen können. Bestensfalls ernaut man eine ganz allgemein g. baltene naturwissenschaftlich=physikalische Erläuterung Um ein anderes Beispiel zu nehmen, wer ist zu der Lage, uver die für eine Großstadt io wicht Technik der Wasserversorgung eine auch nur einigermaßen zu ammen hängende technische(technisch wissenschaftliche) Daritellung zu geben? Oder wohl gar uder die Technik der Wasse: beseitigung(Kläranlagen ulw.)? Von der Technik des Großkraftwerks, des Bergbaues, des Dieselmotors usw. gar nicht zu reden. Wenn man sich diese Tatsache recht vor Augen führt, ist man nicht erstaunt, daß auch für das berufliche Schaffen des Technikers nur wenig Verständnis zu finden ist. Das Wie dieses Schaffens geschieht, so möchte man sagen, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Wie der Kaufmann, der Leyrer. der Richter, der Handwerker schaffen, weiß ein jeder. Ueber die Tätigkeit des Technikers, des Ingenieurs hört man ganz verschwommene Anschauungen. Die Frage ist berechtigt, woran liegt es. daß Technik und Techniker in ihrer Wesens= bezw. Schaffensart so wenig bekannt sind? Um die Technik in ihrer Wesensart kennen zu lernen, bedarf es des„technischen Denkens“. Eine andere Denk weise ist notwendig, um technischen Dingen Verständnis entgegenbringen zu können. Was heute vorherrschend ist. kann man als„begriffliches Denken" bezeichnen. Ein Denken, das von Begriffen wohl auch von Worten ausgeht. Das technische Denken dagegen könnte man als „anschauliches" oder als„räumliches“. Denken bezeichnen. Diese Denkweise also beherrscht den Techniker, ist der breiten Oeffentlichkeit wenig geläufig und kann nur, neben einer gewissen Veranlagung. durch längere bestimmte Schulung sich entwickeln. Gegenüber der begrifflichen Denkweise hat sie den Vorzug; außerordentlich wirklichkeitsnah zu sein. Sie ist zwar nüchtern, aber dem Wesen der Technik gemäß unbestechlich, wahrhaftig und gewissenhaft in ihrer Auswirkung. In dem Maße als es gelingt, der Allgemeinheit dies technische Denken zu vermitteln, wird auch ein besseres Verständnis für Technik und für den Techniker entstehen. Durch diese dem Techniker eigentümliche Denkweise wird auch erklärbar, daß dieser so wenig Neigung besitzt, sich der Oeffentlichkeit in seinem beruflichen Schaffen bekannt zu machen. Gerade das aber müßte sein und ist außerordentlich wichtig und notwendig. Das deutsche Volk und seine Wirtschaft bedürfen heute technischer Führung in stärkstem Maße. Wirtschaft und Handel sind durch die neuen Wirtschaftsformen stark unfrei geworden. Viel fach hat eine Denkweise Platz gegriffen die erneuert werden muß durch die gewissenhafte und verantwortungs frohe„technische Denkweise“. Hier gibt es für den Techniker und Technikerstand noch hohe Aufgaben zu erfüllen. Heute mehr wie je wird es heißen müssen:„Deutsche Techniker an die Front“! H. Petersen. Praktischer Ratgeber. Um Stoffe wasserdicht zu machen, kann man entweder käufliche Praparate verwenden, wie Parraffinhydrosol, Antivluvius, Equitat u. a. Man kann sich jedoch auch eine Imprägnierlösung selbst herstellen. In 700 Kubikzentimeter Wasser werden 150 Gramm Gelatine im Wasserbade heiß gelöst. Nach vollständiger Lösung setzt man 15 Gramm seingepulvertes Kaliumbichromat zu, und nach deren Lösung 150 Gramm Glyzerin. Diese Masse wird dann auf den zu imprägnierenden Stoff, der straff gesoannt wird, mit einem Pinsel ausgetragen. Dann zum Trocknen dem Sonnenlicht ausgesetzt. Dura die Einwirkung des Sonnenlichtes wird die Gelatine gegerbt. Der Dicke des Stoffes entsprechend, muß auch der Anstrich mehrmals erfolgen, um eine völlige Wasserundurchlässigkeit zu erzielen. Bei den werteren Anstrichen ist darauf zu achten, daß der vorhergehende Anstrich auch vollkommen eingetrocknet ist. Schiefhängende Bilder kann man leicht dadurch zum Geradehängen bringen, daß man die Oesen, die meist nicht genau in der Mitte des Rahmens angebracht sind oder der einseitigen Belastung nicht gewachsen sind, mit Aschten Einschnitten mittels einiger Dreikantfeilenstriche versieht. Diese Einschnitte werden so weit nach rechts oder links verschoben, des das Bild gerade hängt Eis wird gespart, indem man das Eis im Kühlschrank oben an den beiden Seiten mit einm Stück Flanell bedeckt. Hoffentlich wird der Sommer noch so, daß man zu dieser Sparmethode greifen muß, um nicht zu viel Eis im Kühlschrank zu verbrauchen. Pergamentvapier kann man sich selbst herstellen. Zu diesem Zwecke legt man festes Papter in Schwefe 2 trocknet es. Will man dieses Pergamentpavier kleben. so ist es ratsam, die Klebestelle mit Spiritus zu befeuchten. Um gesundheitlichen Störungen vorzubeugen, t dieses selbstgewonnene Pergamentvapier nicht zum Einwickeln von Nahrungsmitteln zu verwenden. Tron des Auswaschens können Schwefelsäurereste zurückgeblieben sein. Reinigen von Aluminiumgeräten. Eines der besten Reinigungsmittel für Aluminiumgeschirr und=gerät aller Art ist gewöhnlicher Essig. Einige Tropfen genügen in der Regel, die man in das betreffende Geschirr eingießt, das dazu erwarm: und ausgescheuert wird. Auf diese Weise wird dem Aluminium auch ein schöner Glanz verlieben. Das Färben von Fenstern. Der Anstrich von Glassenstern für private oder andere Zwecke kann schnell und billig zu Hause, ohne einen Fachmann zu rufen, ausgeführt werden. Die einzig erforderlichen Materialien sind n Lösung von weißem Schellack an. Nach bt man, wenn nötig, noch einen zweiten nach abermaligem Trocknen, bestreicht isserfreiem Firnis. Ein solches Fenster ter werden durch die Mischung gewöhnie sie zum Stoffärben verwendet werden, gestellt. Die gewünschte Schattierung erisinrote Farben mit Schellack, bis die genug in. Wenn die Farbe trocken ist, den Anstrich mit Firnis wie bei weitem Icher Anstrich erfüll: seinen Zweck ebenges Glas und kann ebenfalls beliebig Die Herstellng von Gewindebohrern. In der Industr## wielt der Gewindebohrer heute eine betrachtliche Rolle Be: der Anfertigung von Spezial=Gewindebohrern ist es vorteilhaft, wenn man die Gänge zur Mitte geneig macht. und zwar etwa„ Jis 10 Grad. Auf diese Weise Aibunt man nämlich beim Gewindeschneiden einen keilArk ganz erheblich er Alabastertiguren. Alabasterschalen hartet man durch streichen der Gegenstände mit einer 5pto##entiger Die Feuchtigkeit der Zimmerluft festzustellen. Die Erjahrung hat gesehrt, daß feuchte Wohnungen chad Um fallige Pertrockenen Raumen #en stellt man in Renge von frisch War#n— tununterziehen nach und stellt den Unterschier Gewichtszunahme mehr als Raumener Austrocknung zn * * Statt besonderer Anzeige. Gestern mittag 1 Uhr starb nach langem, schwerem Leiden, Otters versehen mit den hl. Sakramenten, nach einem echt christlichen Lebenswandel, sanlt und gottergeben, meine innigstgeliebte rrau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schun gerin und Tante, die Ehefrau Maria Schöler geb. Berendes im Alter von 63½ Jahren. In tielem Schmerz: Heinr. Schöler Anna Stratmann geb Schöler Maria Schöler Karl Stratmann und Anverwandte. Herne, Essen und Scheriede, den 25. Oktober 1928. Die Beeidigung findet am Samstag nachmittag 3 Uhr vom Tiauerhause, v. d. Heydtstr. 28. aus statt.— Das Seelenamt ist am Montag, dem 29. ds Mis., vormittags 8 Uhr. in der St. Boniatiuskuche. 27345 Einladung. Die Mitglieder der Frei wllgen Jeuerwehren in Stadttreis perne werden hier durch zu einer die am Montag. dem 29 Ottober 9s. Irs., um 20 Uhr, in der Wirtchaft Hirdes, Herne. Wischerstraße 2 stattfindet, ergevenst eingeladen Anzug: Zivil. 27376 Tagesordnung: 1. Genehmigung der Statuten. 2. Wahl de: Vorstandes 3. Mitteilungen 4. Verschiedenes Herne, den 25 Oktober 1928 Frisch Auf! Der Kreisbrandmeister: Hoppe Achlung! „D. K. V.-Fahrer sind für Sonntag, dem 28 ds. Mie im Restaurant Möller. v. d. Hendt straße, morgens 11 Uhr, herzlichst eingeladen. Der Einberufer. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teil nahme und die reichen Kranzspenden beim tinscheiden meines innigstgeliebten Gaiten und unseres guten Vaters sprechen wir allen, besonders der lieben Nachbarschaft, dem Eichslelder-Verein Herne und Sodingen, dem Gesellenverein Herne, der Firme Fr. Kraus, so wie deren Angestellten und Arbeitern unsern tiefgefühlten Dank aus. 27170 Frau W'w. Adolf Fiedler und Kinder. SI. Josefs-Arbeiler-Verein : S1. Bonifallus, Herne: Am Sonntag, dem 28. Oktober 1928 „ findet im großen Saale des katholischen * G e s e l l e n h a u s e s u n s e r 2 7 4 0 0 35 jähr. Stiltungsiest „ statt, bestehend in Ehrung der Jubilare, „ Konzert, Theater und Tanz. Anlang 5 Uhr. Eintrittspreis 60 Plennis. S P. 131. Durch Beschluß der Stadtverordnetenver sammlung vom 15. Oktober 1928 und des Magistrats vom 21. September 1928 sind die Beiträge zu den Kosten der Straßenreinigung für das Rechnungsjahr 1928 wie folat erhöht worden: für Straßen unter 12 Meter Breite von 0,50 M. auf 0.55 M., für Straßen über 12 Meter Breite von 0,59 M auf 0,65 M., für die Bahnhofstraße von 1,65 M auf 1,83 M e lidm. Front. 27275 Die Unterlagen liegen in der Zeit vom 26. Oktober bis einschl. 23. November 1928 im Rathaus, Zimmer Nr. 79, zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit beim Magistrat angebracht werden. Herne, den 24. Oktober 1928. Der Magistrat. SAARVEREIN HERNE. Protektor und Ehienvorstzender Hei Gen.-Dh. Bergassessor Klein. Samstag. den 27 Okt 1928, abends 8 Uhr im Fianziskaner Große Saar-Kundgebung Mitwukende Die Werkskapelle Friedticn d Großeu die orsthauser Sängervereinigung. Die Festtedena ien Kratz. Vors. des Technischen Verbandes Saarbrücken Außerdem sprechen tiert Verwatungsdliektor Vogel, Berlin u. Herr Studienrat Oebusmann, Essen. Konzert und Tanz Kassenöffnung 7 Um: Eintelttspreis 50 Pig. 2721b Es ladet freundlichst ein Der Vorstand. Mütter=Verein St. Bonisatius Zur Beerdigung der verst Ehefrau am Samstag, nachm. 3 Uhr, von der Kirche aus, werden die Mitglieder zur zahlreich. Beteiligung eingelad. Der Vorstand. Dieselbe war Mitglied der Sterbekasse Der englisch gemusterte Stoll beherrscht deMode. Mehr wie 600 Damen-Mäntel zu tabelhaft billigen Preisen bringen wir Ihnen. engl. Art. mit und ohne Pelz, Imttiert engl. Art. mit und ohne Pelzkragen engl. Art. mit großem Bubikragen 2690 1973 1690 4900 3goe 2075 8500 6000 5009 Modell-Mäut“ gen ian geinster Aut. 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In unter Handelsregister, Abteilung B. ist heute unter Nr. 146 des Registers neu eingetragen worden die Firma: „Wißmann, Gesellschaft mit beschrankter Haftung in Herne". Gegenstand des Unternehmens in der Handel mit Konfektion und Textilwaren aller Art. Das Stammkapitol beträgt 20000 RM. Geschäftsführer sind: 1. Kaufmann Berthold Wollstein in Herne, 2. Kaufmann Curt Löwenthal in Herne.— Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag m am 12. September 1928 abgeschlossen. Kaufmann Wellstein kann die Gesellschaft allein vertreten, Kaufmann Löwenthal dagegen nur gemeinschaftlich mit Wollstein. Herne, den 20. Oktober 1928 Das Amtsgericht. Bekanntmachung In unser VAndeisregister, Abteilung A, ist heute bei der unter Nr. 496 des Peaisters eingetragenen Jirma Herner Fahrzeugwerke Stahlhacke u. Trenczek in Herne folgendes eingetragen: Der Firmenzusatz„Derner Fahrzeugwerke" sällt fort. Die Firma lautet fortan nur„Stahlhacke u Trenczek". Herne, den 23 Oktober 1928 Das Amtsgericht. 3 teilig mu Keil „Be K0“ Eigene Antertigung D.R.P. 455268 Hlleinberstellungsrocht fur Herne u cul Umgegend 29.50 U. K.- 91. Elastika-Natratten m. Federneinlage ebentalls eigene Antertigung. Umarbeiten vi Roßhaar-Natratreo 1n Elastika-Natratten Beflenbaut Köster Nerne. Steinweg 9n in minzelscen Arc Teleion 50787 Einkellerungs. Kartofteln gesunde, gutkochende westpreußische Industrie Speise'artoffeln liefert von Mark. 3.20 an Fernruf Max Fürst Horsthauser Str. 15, im Restaurant „Zur Kanone“. für Betten, Solas usu Dreil. Inleft, Plüsch, Ledertuch Hapok, Roßhaar. Werg. Seegras, Soringiedern. Gurte. Schnüraden, Sola- u. ChaiselonqueGestelle, Strohsöcke, Schonerdecken. Schlaldecken, hernge Matratzen, Solas. Chalselong. oneriert konkutienslos billig Lieferung durch eigene Autos Herner Täckehau: Fr. Spies Abteilung Polstermaterial, Herne. Gartenstrasse 24 Nähe Altmarkt), der weiteste Weg lohnt sich nach hier b Rundsunk=Programm aus den Tenderäumen Nöln. Züsseldorf. Münster. Dortmund und Elberseld. Sender: Langenberg 468.8: Munster 250; Aacen 400: Köln 283. Freitag. 25. Ott. 11.35: Fran#ösische Unterhaltung * Zaunkönig.— Yylophonsoli.— A. Brehm: Am heiligen Nil • 17.4 Ebermayer: Arzt und Patient in der Rechtvrechung 19.15: arbeit unter Lebensgefahr o 20: Abendmusik des lie Lorting:„Fest=Ouvertöre.— Strauß: Donamiden, Walzer.— Mozark: Melodien aus der Oper„Don Juan“.— Liszt: Ungar Rhapodie.— Macbeth: Veraußmeinnicht.— Mills: Prärie=Lilie. o 21: Armut Trauerspiel in zum uurzugen von A. Wildgans. vers.: Josef Spuller, ein kleiner Postbeamter: Mathilde. seine Frau: Gottfried, Oktavaner. sein Sohn: Marie. Kontoristin, seine Tochter: stud. med. Boni'az Strank. der Zimmerherr: Stanck. dessen Kollege: Dr. Radinovich, Militärarzt i. P.: der Amtsvorstand Bediensteter einer Bestattungsunternehmung: Nuchem Zwischen dem ersten und zweiten Aufzuge liegen mehrere Wochen zwischen dem zweiten und dritten einige Tage; zwischen dem dritten und vierten ungefähr zwei Wochen. Der funfte Aufzug spielt einen Kavelle Stachopial. Neue Planos gute Fabrikste 950.— Gebrsuchte Pianos von 300.- Nn. Gerantie, Lablungerleichterung Alesenlage: RATING Gelsenkirchen * Unsere SpielwarenAusstellung ist eröffnei! TDir kdenalle Siteen mit ihren Kleinen zur zwang losen Besichtigungdie See rehens werten AusJtellung im IStock ein Kinderhaben Kur in Begleitung ochgnec Zukeitt! gung 7 * *** Unser Erfrischungsraum bringt für die Kleinen 35. Tasse Schoholede gr. Berliner Bellen oder 1 Cremeschaitich 1 Tasse Kallee „.) Pir. 1 Lleiner Rondonbuchen Das größte u. modernste Warenhaus im rheinisch-wesifälischen Industriegeblet mit 28000 □ mir. Nutzfläche SLUIE * Das letzte Hindernis ist gefallen Nachdem die verkehrshemmende Cremersche Mauer auf der Bahnhofstraße schon vor längerer Zeit gefallen ist, ist am Mittwoch auch die letzte, den Bürgersteig einengende Mauer vor dem alten Amtsgericht umgestürzt worden. Man freut sich der dadurch entstandenen Weite, zumal d.e Mauer der Bedürfnisanstalt ja auch zugunsten einer„Unterirdischen“ weichen wird. Wir halten es aber für verfehlt, wenn man noch Ladenbauten vor das dadurch völlig verschwindende Amtsgericht setzen will, statt das bißchen Grün dort zu lassen. * Gestohlen wurde von einem Lieferauto ein Korb mit Lebensmitteln, die angeblich vom Wagenführer und seinem Begleiter ersetzt werden müssen. * Aus Arbeitslosigkeit in den Tod. Gestern gegen 8 Uhr wurde aus dem DortmundEms=Kanal die Leiche des Schlossers Josef L. gelaudet. Es liegt Selbstmord infolge Arbeitslosigkeit und Schwermut vor. * L a d e n d i e b i n n e n a n d e r A r b e i t. Zwei Frauenspersonen im Alter von 28 bis 30 Jahren sprachen in Herner Geschäften vor und ließen sich Pullover zum Zwecke des Kaufs vorlegen, suchten einen davon aus und zahlten einen kleinen Betrag an. ließen den gekauften Pullover aber im Geschäft zurück mit dem Bemerken, ihn später abzuholen. Nachdem die beiden Frauen sich entfernt hatten, stellten die Geschäftsleute fest, daß mehrere Pullover fehlten, die die beiden Frauen entwendet hatten. Beschreibung dei 1. Person: nennt sich Hellwig, 28—30 Jahre alt, 1,70 Meter groß, mittelblond, Bubikopf, tragt rosenholzfarbenen Mantel, beigen Hut, hellgrünes Kleid, beige Schuhe, hellbeigen Seidenschal, grauen Topfhut mit breitem Vorderrand und hellbeige Strümpfe. Beschreibung der 2. Person: 28—30 Jahre alt, 1,65 Meter groß, hellbeiger Mantel, beiger Hut, hellgrünes Kleid, beige Schuhe und Strümpfe und beiger Schal.— Vor den Diebinnen wird hiermit gewarnt und gebeten, im Betretungsfalle ihre Festnahme durch den nächsten Polizeibeamten veranlassen und der Kriminaldirektion in Bochum, Hattinger Straße 59=61. Zimmer 42, oder den örtlichen Kriminalwachen Kenntnis geben zu wollen. * Von einem Lastauto angefahren wurde gestern vormittag auf der Strünkeder Straße ein älterer Mann mit einer Handkarre, die mit Kartoffeln beladen war; diese zerstreuten sich über das Pflaster. Als der schuldige Kraftwagenführer jedoch den angerichteten Schaden merkte, brachte er des armen Mannes Last nach Hause. * Ein schwerer Streit mit blutigem Ausgang spielte sich gestern morgen am Kanalhafen ab. Einige dort mit Kartoffeln handelnde Schiffer wurden nach einem Wortwechsel wegen schadhafter Kartoffeln angegriffen. Auch ein hiesiger Klein händler wurde mit einem Eisen am Kopfe erhevlich verletzt * I u S t r e i t i g k e i t e n kam es Mittwoch abend auf der Mont=Cenis=Straße zwischen einigen betrunkenen Männern, wodurch ein ziemlicher Menschenauflauf entstand. Ein Polizeibeamter brachte die Streitenden, von denen einer nicht unerhevlich verletzt worden sein soll, schließlich zur Ruhe. Palasttheater Das Palast=Theater zeigt in diesen 4 Tagen„Zirkus Pat und Patachon“, mit den beiden dänischen Lustspielkanonen Pat und Patachon in der Hauptrolle. Die beiden Unzertrenntlichen produzieren sich diesmal als Todesakrobaten, Kunstschützen und Meisterjongleure. 2.„Die Indianerschlacht von Santa Fe“, ein Wild=West Drama in 6 Akten, mit Harry Carey, Amerikas genialstem Wild=Westreiter. 3. Ein neues Lustspiel. Capitol. Die Direktion schreibt: Der neue Spielplan wird von einem Filmwerk beherrscht das aus seinen Berliner Premieren einen sehr guten Ruf mitbringt.„Die letzte Galavorstellung des Zirkus Wolfson", ein Film aus dem onerschöpflichen Born der Zirkuswelt. Der Regisseur Domenico Gambino hat aus dem ausgezeichneten Manuskript eine Handlung geschaffen, die vom üblichen Weg abweicht, eine Handlung, die vom ersten bis zum letzten Moment in Bann hält. Neben einer Schar prominenter Filmkünstler zeigt dieser Film die Glanznummern bester Artisten im Original. Der Film zeigt z. B. folgende Sensationen: Die große Pantomime, der Brand im Riesenzirkus, die Entfüd rung eines Kindes durch einen Affen, die murige Tat einer verzweifelten Mutter, die dasselbe von der Spitze eines 48 Meter hohen Schornsteines herunterholt. Im Anschluß an die Berliner Uraufführung zeigen wir im zweiten Teil unseres Programms „Adam und Eva“(Das alte Lied) mit Reinhold Schünzel dem Berliner Typen=Darsteller. Eine Groteske und die neue Opel=Wochenschau. Vereinskalender. Krieger= und Landwehrverein Baukau. Am Sonntag, den 28. d. M., nachm. 5 Uhr, im Vereinsheim Trösken, Monatsversammlung. Vorstandssitzung 1 Stunde früher. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand Turnerbund Herne v. 1888 e. B. Samstag, den 27 Oktober, abends 7½ Uhr, Werbefest im Saalbau Strickmann. Antreten sämtlicher Mitglieder im Vereinslokal Niggenhüser„um gemeinschaftlichen Abmarsch zum Festlokal Strickmann. Vereinsmütze, dunkler Anzug. weinar inder. Pünktliches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand Dilettanten-Club„Germania“, Herne-Horsthausen. paci Vagabundus“ in 5 Akten 27245 Nir it Storm Kursbuch rausgefallen!! # Storm ist eben auf Reisen unentbehrlich! Die Winterausgaben — gültig von Oktober bis Mai— sind überall erhältlich. 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Sie gehen im gronen und ganzen dabin. die verantwortliche-tellung des Bundesvorsitzenden zu stärken, daß weiter der Bundesaufbau klarer gestaltet und daß schließlich eine verantwortlichere und verbendlichere Mitarbeit der Träger des Bundes gewährleistet werden solle. Dann werden die weiteren Vlenarberatungen auf Freitag vertagt. um den Ausschussen Gelegenheit zur vor bereitenden Arbeit zu geben. Hutzmanns Führungszeugnis wirs schwer belastet. Aber Entscheidendes bringt auch der neunte Prozeßztag stehen Zusammenhänge zum Selbstmord des Ostendorf? die nicht aufrechterhalten werden. Unbrauchbares Prozeßmaterial. 2 nicht.— Be— Aussagen, Im übrigen bekundet sie, daß in der Mordnacht ihr Sohn nach 7 Uhr abends nicht mehr das Haus verlassen habe. Das wisse sie ganz genau. Ihr Sohn sei um 8 Uhr mit den Kindern zu Bett gegangen. Das Schlafzimmer des Sohnes befand sich oben. wvegen 10 Uhr ist er noch einmal aufgestanden. als ein anderer Junge von einer Versammlung kam Die Zeugin hat kurz gehört, wie im Schlaszimmer gesorochen wurde und noch gerufen, man solle ruhig lein. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob „„“sie gehört habe, daß er nachher weggegangen oder später ingeteilten Beifall, aber—.—. Er wird nature wiedergekommen sei, antwortet die Zeuain verneilich nicht verwirklicht werden, denn die meisten Presse=inend. Sie habe sehr wenig geschlafen und hätte es vertreter, die in dem Prozeß anweseno sind, handeln in hören müssen. Das Daium der Nacht wisse sie sehr genau. einem bestimmten Auftrag, den sie ausführen müssen, so weil am andern Morgen jemand zu ihr gekommen sei. Essen, 25. Oktober 1928. Schreiber dieser Zeilen machte im Kreise mehrerer Prozeßberichterstatter den Vorschlag, jetzt die Koffer zu packen. Der Vorschlag sand nabezu blelben and ans deshalb vor Hutmann verdaretkadieren. Dann hätten sich die zwei mit Tischen und Stühlen von den übrigen abgeschlossen. Der Zeuge schlief bald. nachdem er sich niedergelegt hatte, ein. wu# de aber päter durch den Radau. den Hutmann angeblich gemacht haben soll. wieder mach. Ein weiterer Vorfall. der sich in der Wirtschaft Spieckenbaum in Bottrop abspielte, unn zwar im Abort. wird heute von den Zeugen auch viel harmloser geschildert, als bei den polizeilichen Vernehmungen. Belastendes kann Hutmann nicht nachgewielen werden. Ein früherer Mitschuler halt die Darstellung aufrecht, daß gelegentlich eines Tanzes in dieser Wirtschaft der Angeklagte ihm selbst zu nahe getreien sei. Die Feststellung, daß der Zeuge eines der für die Jugend jedenfalls ganz und gar ungeeigneten Bücher von Magnus Hirschfeld gelesen habe. veranlaßt die medizinischen Sachverständigen zu„einigen lebhaften Gragen, auf die von dem Zeugen Wesentliches nicht geantwortet wird. Auf die Frage an einen Zeugen ob er gesagt habe: Es gibt keine so verkommene Klasse wie die unfrige antwortet dieser früherer Mitschüler des Hußmann:„Es ist möglich". Die Aeußerung des Zeugen war aber noch viel drastischer und ging erheblich weiter. Ein Zeuge teflt auf Betragen mit daß am Mad: chen=Lyzeum Hutzmann als„Weiberseind betrachtet worden sei. und daß Daube ihm einmal gesagt habe:„Hutmann ist ein fietzer Kerl. wenn ich bloß den mal los ware. Eine sehr mysteriöse Geschichte hat sich am 11. Marz dieses Jahres im Café Dahmen in Gladbeck abgespielt— oder vielleicht nicht abgespielt. Daub hat darüber einem seiner Freunde erzählt, daß lia inm zu später Stunde ein fremder älterer Mann unsittlich genähert habe. Dauve mate hinzu. er könne aber nicht sagen, ob das wirklich geschehen oder ob er es nur getraumt habe. Den Zeugenaussagen ist zu entnehmen, dag eine groge Anzahl der Abiturienten damals vergnugt beim Bier zusammen gesessen und ziemlich viel getrunken hat. Es war am Tage nach der mündlichen einziger der anwesenden Mitschüler vermag aber die Angabe Daubes über den tremden Mann zu bestätigen Eine ähnliche Geschichte mit unsauberem Hintergrund, bei der es sich vor allem um eine obszöne Unterhaltung zwischen Daube und einem angeblichen Siudenten aus Recklinghausen handelte, entpuppte sich als ein offenbarer Tratsch. für den kein Mensch einzustehen bereit ist Nun wurde die Verhandlung auf Freitetagt. ver Unpolitische Tageschronik. sei bereit. zu geben. wenig es ihnen versönlich nach dem jetzigen Leerlauf des Prozeßarparates bebagen mag. Denn dieser Prozeß ist längst eine langweilige Sache geworden, bei dem es keine Aufregung mehr gibt. Was an tatsächlichen Belastungsmomenten vorgebracht werden kann, ist alles bis ins kleinste behandelt. Was zur osychologischen Wertung des Anacklagten jetzt noch vorgebracht wird, belastet zweifellos sein Führungszeugnis aufs schwerste, aber es erbringt nur ganz wenig, das für die Beweisführung der Anklage auf Mord grozere Bedeutung hat. Die heutigen Darstellungen der Zeugen unterscheiden sich oft wesentlich von jenen, die sie damals unter dem unmittelbaren Eindruck der Mordrat zu Protokoll gaben, und die Aussagen des einen Zeu=#3#. gen schwachen die Aussagen des anderen wesentlich ab. 290;“ Eine Reihe von Spezialfällen, die im Laufe des heueigen neunten Verhandlungstages eingehend besprochen wurden, schrumpften in ein Richts zusammen. Gymnasiasten= und Jungmädelgeschichten, mit denen man nichts Rechtes anzufangen weiß, die zwar als ein bedenkliches Zeichen der Zeit erscheinen, die aber zur Verwertung in diesem Mordprozeß sich nicht eignen! Man hört förmlich ein unsauberes Bächlein von Klatsch und Tratsch durch den Gerichtssaal platschern. Ist es da wirklich nötig, daß 30 Pressevertreter sich im Schweiße ihres Angesichtes abmühen, der Welt weiter die Enthüllungen einer krankbaften Sturm= und Drangzeit aus kleinstädtischen Verhaltnissen zu künden? es ferner wirklich nötig, daß Gericht, Staatsanwalt##t und Verteidigung, nicht zu vergessen die fünf Sacheständigen, darunter Kavazitäten ihres Faches, noch tagelang ihre Zeit und Aufmerksamkeit diesen Dingen widmen müssen? Man kann dem Gericht keinen Vorwurf daraus machen, daß ihm die Kriminalvolizei aus dem Umwege uber die Staatsanwaltschaft ein Material vorgelegt hat, das sich immer weniger als stichhaltig erweist. Die Strafprozeßordnung zwingt dazu, daß dieses Material aufgearbeitet wird. Diejenigen, die es eingesamwelt, gesichtet und aufgeschichtet haben, scheinen spurlos von der Bildfläche verschwunden zu sein. Sie horen nicht mehr, wie nahezu ern Zeuge nach dem anderen erklärt, die kriminalvolizeilichen Niederschriften bestreiten sowie Ausdrücke und Schilderungen zurückmeisen zu müssen, die ihnen dieser oder jener Kriminalbeamter in den Mund gelegt habe und die sie unter dem Einfluß einer gewissen Suggestion und geradezu einer Psochose gebraucht hätten. Es wird behauptet, daß die Verteidigung bereits eine Beschwerde an das Innenministerium oder an das Instizministerium über das Vorgehen der Kriminalvolizei gerichtet habe und das gegen den am meisten vervortlichen Beamten der Gladbecker Kriminal= zei, die dem Polizeipräsidium Recklinghausen untersteht. ein Dilziolinarverfabren eingeleitet worden sei. Es mag sein, daß es sich um ein den Tatsachen norauseilendes Gerucht handelt, aber diese Dinge werden zweifellos die verantwonlichen Stellen der Rechtsrflege und bossentlich nicht minder die des Polizeiwesens veranlassen, das volizeiliche Ermittelungsverfahren einer gründlichen Revision zu unterzieben. Es heißt. dem Ansehen der Staatsanwaltschaft und schließlich auch dem Ansehen unserer Gerichte den allerschlechtesten Dienst erweisen, wenn eine Anklage und Gerichtsverhandlung auf Material aufgebaut wird, das, wie es sich am neunten Verhandlungstage wieder gezeigt hat, unter den Zeugenaussagen vielfach sch milzt wie Schnee an der Sonne. Die ungeheure Menge von leerem Strob. die in diesem Prozeß gedroschen werden mußte, zeigt die gewaltigen Mängel des polizeilichen Ermittelungsverfahrens. Die nächste Lehre, die aus diesem Teil des Hutmann=Prozesses gezogen werden mus, ist die, daß für das Ruhrgevict mit seinen vier Millionen Menschen ein eigenes zentrales Mordkommissariat unumgänglich notwendig ist, das uver gründlich geschulte Beamte verfügt und für das auch die erforderlichen materiellen Hilfsmittel unbedingt zur Verfugung gestellt werden müssen. Von den außerordentlich hoben Kosten, die dieser Prozeß verursacht, weil das Ermittelungsverfahren völlig unzureichend gearbeitet hat, könnte ein zentrales, nach neuzeitlichen Grundsaten arbeitendes Mordkommissariat für ein ganges Jahr seine Existenz bestreiten Die ernsthafte Prozeßberichterstattung wird zweisellos in den nächsten Tagen die Berichte stark einschränken können. Blätter freilich Standvunkt steben, daß sie ihren Lesern um jeden Preis die ungesunden und unwahrhaftigen Senlationen dieses Proresses. die schon bald keine Senlationen mehr sind, in seitenlangen Berichten anbieten mußten, werden in der bisherigen Weise fortfahren. mogen auch die Verfasser dieser Berichte im Gerichtssaal selbst unter dem Eindruck nehen, daß sie idre Pflicht gegenüber der Oefsentlichkeit mit taglich einigen wenigen Zeilen ertullen könnten Verlauf der Der Selbstmord des Metzgergesellen mit dem sie üver den in der Nacht vassierten Mord ge sprochen hätte Die Entfernung von Groß=Reken, wo Ostendorf wohnte. bis Gladbeck betragt 27—28 Kilometer. R.=A. Ruschen: Zennen Sie einen Metger Muskella?(Die Zeugin verneint.) Dieser Muskella hat nämlich Ihren Sohn für die fragliche Nacht zum Wurstmachen bestellt. Ihr Sohn ist aber ausgeblieben. Der Verteidiger beantragt die Ladung des Anstreichers Everling. des Metzgers Muskella und einer Frau Haube, die die Aeußerung wegen des Wurstmachens geran hat. Das Gericht beschließt die Ladung dieser Zeugen für übermorgen 9 Uhr. 1. Staatsanwalt Schneider: Ich bitte die bereits vernommenen Zeugen Neubert und Matthes noch einmal zu vernehmen. Ich habe Gründe zu der Annahme, daß sie mit der Aussage zuruck gebalten haben. Ich die Anregung geben, daß bei Vernehmung von Schülern der Gladbecker Anstalt die Lehrer dieser Schüler den Saal verlassen, da sich die Zeugen möglicherweise durch die Anwesenheit der Lehrer beengt fühlen. Der Sachverständige Professor Müller=Heg möchte diese Anregung auch auf die ehemaligen Schuler ergänzt sehen. Das Gericht beschließt entsvrechend. obwoal Obersudiendirektor Bause betont, daß gerade dieser Teil der Verhandlung für die Lehrer aus beruflichen Gründen eb: aufschlußreich sei. Müller=Heß entgegnet darauf, daß in erster Linie der Fall zu klären sei. Man den Lehrern später weitgehende Aufschlüsse Die Wagenfahrt in der Eifel. Der Studen: K. wird über die Vorgänge bei der Wagenjahrt am Laacher=See vernommen. Die Fahr: vielte sich am Tage nach dem bereits geschilderten Vor Zu Beginn der heutigen Verhandlung gelangte der Selbstmord des Metzgergesellen Ostendor: ans Groß=Reken zur Besprechung, den die Staatsanwaltschaft in eine gewisse Verbindung mit dem Proseß Hußmann bringt. Der Onker des„.#on Tougz. der Schmiedemezster Aodus aus.W u M den Grund des Selbstmordes nicht. ist aber der Ansicht. Nesse etwas auf dem Gewissen hatte. Nesse erzahlt, daß er Daube da nmal senn hab 15 und Hutzma Mordnacht um sein gan Uhr fall in der Schülerberberge zu Andernach ab. Es ist auffallend. daß tron des erwähnten Vorfalles Hutmann und Daube bei der Wagenfahrt wieder nebeneinander saßen und daß ihr Verhältnis wieder war wie immer. In dem Wagen befanden sich sechs Personen. Wie der Zeuge schildert, entstand eine Neckerei zwischen Hußmann und Daube. Hutmann zog dann den Daube in seinen Schof und„qualte“ ihn. riß ihn an den Haaren. bog ihm die Finger gewaltsam um, so daß der Daumen blutete usw. Der Zeuge sagt. ich wollte Daube helfen, da er so weinte. Daraufhin ging Hutzmann auf mich los. und ich bekam Angst vor Hußmann und sprang aus dem Wagen. Ich dackte, er ware wahnfinnig geworden: besonders seine Augen machten einen Eindruck, wie die eines Irren. Hußmann hatte Daube an der Gurgel gefaßt und gesagt. am liebsten möchte ich dir die Gurgel abauetschen. " Der Angeklagte sagt, daß es sich um eine harm lose Balgerei gehandelt oave, bei der er wohl eiwas rob vorgegangen sei. Eltern und Bruder des Zeugen bestätigen. daß er sofort nach der Rückkehr aus der Eisel diesen Vorfall so erzählt habe. Bildhauer K., der Bruder des Zeugen K. bestatigt das Gespräch zwischen seinem Bruder. seiner Mutter und ihm Vors.: Sie haben sväter im Schlafzimmer noch mit Ihrem Bruder über den Fall gesprochen. Im Protokoll steht: Ihr Bruder sagte. es sei etwas passiert. und dann kommt ein Ausdruck. der aus eine gewisse Veranlagung Hußmanns schließen läßt Zeuge: Ja. es ist darüber gesprochen worden. Der Zeuge bestätigt, daß er gesagt bat. wenn Hutmann dabei war. kann ich kaum noch daran zweifeln, daß er es getan dat. Der Obervrimaner M hat nicht gesehen, daß Daube an der Gurgel gedrückt wurde und die erwähn Aeußerung nicht gehört. Er hat die Sache als Balgerei aufgejaßt. Auch mehrere, andere frühere Mitschüler äußern sie ahnlich abgeschwacht. Sie bestätigen, daß sie nicht den Eindruck hatten, als ob sich das Verhaltnis zwischen Huß mann und Daube gegen den Vortag verändert habe Ein weiterer früherer Mitschüler antwortet auf Be fragen, daß er dem Daude nicht zur Hilfe gekommen sei. weil er Angst vor Hußmann gehabt habe. Der nächste Zeuge sagt, daß unter den Mitschülern überbaupt Angst vor Hutzmann bestanden habe Zeuge Deese ir. erzahlt, daß andere Mitschuler vor allem Ervenbeck. ihm von dem Vorsall auf der Eifelfahrt erzähl: hätten, und zwar gleich einige Tage nach der Fahr: Aus der Darstellung Erpenbecks habe er entnommen, daß Ervendeck Angst vor Huhmann hatte. Auch der Ausdruck „der Hutzmann hat sie nicht alle auf dem Christbaum“ sei gefallen Nun kommt der Vorfall auf der zur Sprache anlagung de diesem Falle negatin Ueber die Nacht in der Jugendherberge nach der Wagenfahrt sagt der erste Zeuge aus. Hußmann habe am Abend im Schlailokal derart getobt unda: weriert, daß die anderen nicht zum Schlafen ge seien. Auf die Frage des Vorsitzenden. ob es sich üblichen Jugendhalgereien getandelt habe. mei Zeuge, dafür sei das was Hutmann aufgestell #etwas zu stark gewesen. Die Geschichte dauerte zu denn wir waren alle sehr müde Vors.: Ist es richtig, daß Sie gesagt habe er zu mir kommt. sage ich ihm das Messer in die Rivven? Zeuge: Ja. denn ich hatte Angst vor Hunmann. Was er im einzelnen angestellt hat kann ich nicht sagen. denn es war dunkel. Jedenfalls benahm sich Hutzmann lo daß man annehmen konnte. er habe einen Anfall betommen. Vors.: Angetlagter. äußern Si# Angeklagter: In dem arone übernachteten, waren Tische aufer swischen den einselnen Tischen ware die einzelnen Mitschüler ihre Lager der davon gesprochen wurde. Daube Zweiten verbarrikadiert, so möchte. von gar keine Rede sein kan die Tische kriecht. Ich gebe zu, daß kann auch sein. einige Fähnchen habe. 7 andere 11 Riesenzollschwindel in Belgien 27 Firmen belastet. Paris, 25. Okt.(Telegr.) Wie dem„Matin“ aus Maubeuge berichtet wird, sind dort auf eine Anzeige eines auf dem Grenzbahnhof von Jeumont beschäftigten Zollbeamten hin Zollhinterziehungen in Höhe von insgesamt 16 Millionen Fanken aufgedeckt worden. In die Angelegenheit sollen 27 Firmen verwickelt sein, die im Einverständnis mit einem Zollbeamten nur jeweils ein Drittel des Gewichts ihrer Sendungen angaben. Der Zollbeamte wurde verhaftet. Die Zollbehörden haben die Bankkonten der 27 verdäch tigen Firmen sperren lassen. Die Unterschleifen geben bis auf den Oktober 1925 zurück. * Spionage durch Reichswehrsoldaten. Berlin, 25. Okt.(Telegr.) Die„Voss. Zeit.“ melder aus Breslau: Zwei Oberschützen des in Breslau stationierten Insanterieregiments 7 entfernten sich vor einigen Tagen von ihrem Truppenteil. Da der Verdacht auftauchte, daß sie Spionage zugunsten Polens getrieben hatten, wurde der Grenzbezirk scharf bewacht. Nach vier Tagen stießen zwei Beamte der Grenzvolizei auf die beiden flüchtigen Reichswehrsoldaten und versuchten, sie festzunehmen. Als die Soldaten saben, daß ihnen kein Ausweg mehr blieb, erschossen sie sich. Vor ihrer Flucht hatten sie noch einen großeren Diebstahl an ihrem Kompagnieführer begangen. Die Polizei hat den dringenden Verdacht, daß es sich hier um eine große Spionageaffäre handele. * Die Spritschieber Weber wieder verhaftet. Berlin, 25. Okt.(Telear.) Hermann und Heinrich Weber, bekannt durch ihre Riesenspritschiebungen, wurden heute mittag auf Anordnung der dritten Strafkammer des Landgerichts 3 in Untersuchungshaft genommen. Die Verhaftung erfolgte wegen Fiuchtverdachts, da die beiden Brüder sich schon Auslandsvässe besorgt hatten und auch Kapitalien bei Seite gebracht haben sollen, ferner mit Rücksicht auf die zu erwartende hode Strafe. Die Untersuchungshaft soll aufgehoben wer den, wenn Hermann Weber 300 000 Mk., und sein Bruder 50000 Mk. Kaution stellen. kam dadurch ans Tageslicht, daß die Ehefrau des einen Täters, nachdem sie sich mit ihrem Mann überworfen hatte, diesen und dessen Mittäter anzeigte. Kinderlähmung in Berlin. Cotschlag nach 11 Jahren aufgeklärt. Berlin, 25. Okt.(Telegr.) Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ist vom Schwurgericht gegen zwei Berliner Arbeiter ein Verfahren wegen Totschlags eingeleitet worden. Den Beschuldigten wird ein Verbrechen zur Last gelegt, das elf Jahre zurückliegt. Beide hatten am 11. November 1917 einen auf Urlaub befindlichen Soldaten, der sie beim Gansestehlen in dem Potsdamer Geschäft seiner Mutter ertappie, erschofsen. Die To: Berlin. 25. Okt.(Telegr.) In einer Klasse der Fichte=Gymnasiums in Wilmersdorf ist ein Fall von inenaler Kinderlähmung ausgetreten. Ein Unterprimaner ist von dieser Krankheit befallen worden Die Schlietung der Klasse ist durch die Gesundheitsbehörde veranlaßt worden. * 7 Jentner schwerer Kassenschrank gestohlen. ∆ Roigheim. 25. Okt.(Telegr.) Heute nacht wurde aus der Kasse des hiesigen Bahnhofs der 7 Zentner schwere Kassenschrank mit 1100 Mark Inhalt samt dem Beronklon. auf dem er festgemacht war, durch Einbruch# gestohlen. * Wieder ein Zwischenfall in Landau. ch Landau, 25. Okt.(Telear.) Gestern abend begegneten in den Anlagen einer jungen kaufmanni gestellten und einem jungen Mann„ französischeafrikanische Soldaten. von denen einer einen Prügel trug. Die Farbigen grissen die Deutschen an, die zu entflieben suchten. Während es dem 18jährigen jungen Mann gelang, die belebte Straße zu erreichen, wurde das Mädchen von einem der Soldaten eingeholt. Es entspann sich ein Kampf, bei dem es schließlich dem Mäochen unter Aufbietung aller Kräfte möglig war, sich loszureißen. Es erreichte die Straße, wo es nach lauten Hilierufen schließlich von deutschen Zivilversonen in Schun genommen wurde. * Amunösen=Gedächtnisfeier in Gelo X Oslo. 25. Okt.(Telear.) Die Norwegische Geograpbische Gesellschaft hielt gestern abend in der bis zum letzten Plan gefüllten Aula der„Universität, eine dem Gedächtnis Amundiens gewidmete Sitzung ab. Unter gierung, ferner Miß Bond. die Flieger Rivser=Larsen. Lützow=Holm. Lambrechtten. Otto Sverdrun. die Verwandten Amundsens un viele andere bervorragende Persönlichkeiten. Der Präsident der Geograpbischen Gesellschaft. Dr. Skattum, hielt einen Vortrag über die vielen Entdeckungsreisen Roald Amundsens. angejangen von der Fahrt des„Gioa“ bis zur Fahrt mit dem Lurischiff„Norge" über den Pol. Nach dem Vor#rag wurden lder mit Roald Amundsens Porträt gezeigt, wobei sich die Versammelten vor den Sinen ernoben und eine Minute schweigend verharrten. Darauf bestieg Proi. Nansen die Rednertribüne und führte u. a. aus: Zu alle= Zeit Bird Roald Amundsen als besonderer Typus in der Geschichte der Forschung bestehen. als Toous geradeswegs aus dem Herzen des norwegischen Volkes entdrungen, Hoch Name aber wird dort leuchten. lich bewegt. und die Rede. die Eindruck machte, erntete lang aub Schluß wurde das letzte Bild gez. aufgenommen worden ist und das bar vor dem Start in Tromsoe au darstellt. m Norden fand er sein Grab. Sein srof. Nansen war sichtaußerordentlich starken iltenden Beifall. Zum gi das von Amundien den Forscher. unmittelder„Latham“ stehend. Handel, Gewerbe, Industrie. Börsenberichte. hatten Berliner Börse. Beginn freundlich. Schluß schwach. Berlin. 25. Okt.(Telegr.) Die Borse eronete in abwartender Haltung. Spezialwerte sowie Kuns seidenaktien konnten sich bis um 9 Prezent er höhen. Im weiteren Verlauf der Börse waren Schil fahrtswerte sowie Reechsbankan=eile lebhaft m Handel und#est. Dee ubregen We ##was ab. Die Grundstimmung war Schluß der Börse überwiegend freundlich. Die Nach börse verkehrte in sehr schwacher Haltung. Kaliwerte. J. G. Farben usw. bußten starker ein. Ma gestaltu tilles Gest wurden notiert mark., 200—2 märk.. 2 6.25—29 1c 1..00 0n der als Beweis fur die unnatürliche Ver Hutmann berangesogen wird. Auch in verlauft die Vernehmung der Zeugen sprach von 3 Zahlungsschwieriale verstimmte die Kapitalerhöbung verlautet, daß die neuen Aktien nischen Kreisen übernommen lagen abgeschwächt. Bosnier bi Devisen lagen fnanp Monatsgeld blieb unverän Revortgeld wurde um ¼. Pr tragt nunmehr 87—8. Prosent. land hat den Distont unverändert Essener Kurenbörse. der Börse lagen n Berlin. Ferner Nordd. Linod. Es lich aus amerikawerden. Anleihen unten 2„Prozent ein auvtet. Tägl. und noert. Der Ean für nt ermäßigt und beDie Bank von Enggelassen. Bei stetiger Tendenz wa ändert. Hafer und Ger## veränderten Preisen. Es mark,, 210—213. Rogge gerste 202—212. Hafer bis 220. Weizenmehl 26.15—29.15. Weizenkl kleie 15.25—15.50. Viktorige kuchen 19.80—20.00. Lein Trockenschnitzel 14.20—14.60 bis 22.40. Kartoffelflocken treide 1000 Kilogramm. MehlKilogramm. Hamburger Warenmärkte. h Hambura. 25. Okt.(Telear.) Auf dem markt lagen Brasilofferten im Preise unveränder weise bis um 1 kh höher Preise leicht nach. Das Auf dem Rei doch bleibt die ich gegen die wenig verbei kanm Weizen. 203—206. Futtel: 1—21 Mais 218 75. Roggenmehl 00—15.25. Roggenbien 51—55 Nap== kuchen 24.50—24.80. Sovaschrot 21.80 19.10—19.60 Mk. Ged Futtermittel 1000 Kaffec= Am hiesigen Markt gaben ch. Das Lokogeschäft war recht klein smarkt war das Geschäft recht ru Grundstimmung fest. Die Pre Notiz nicht veränder: se haberr Auf denr Hülsentructmarkt ist eine wesentliche Verände aut igen er behauptet anfangs gut Kohlen= t im HanVon Kohlen= behauptet, später unveranderten Kalimark 1 81 mIt sammen geschl. bestat osse 1 „Ich Gladb bedeuten Frau vermute! die Verhalt MITIS ur9 die Straße beraufg ken lich ne. Er sei in und Hutzmann Ob er sich ihnen mitgeteilt. e des Selbstmor den Zeuge die M r den Familie die Ae der u anner r9: dammie zerung zu tte bstmord Onkels der Rei erstordenen. es Sohnes eines Gastlat wa sich hierzu. u Saal. in dem wir tander gestellt. und Nischen. in welchen hatten. Wenn vorhabe sich mit einem ich betonen, daß daWenn temand hinter so ist das doch kein Verbarrikadieren wir uns herumgebalat haben und es daß ich, wie mir vorgcworfen wird. von der Saaldekoration beruntergerissen e Balgereien aber waren so harmlos, wie jede unserer Klasse harmlos war Nicht ich allein habe mit anderen berumgebalat, sondern etwa S bis 10 Mitschuler beteiligten sich. Schließlich waren wir mude und legten uns zur Ruhe. Vors.: Sind Sie nicht an Daubes angegangen?„„„4 Angeklaater: Jedenfalls nicht mit irdgendeiner Absicht. Ich weiß heute nicht und wußte es auch da mals nicht. wo Daube lag Es folgt die Vernehmung eines ehemaligen Mitschülers des Angeklagten und des Daube. der mit dem letzteren in der fraglichen Nacht zusammenlag Daube dabe zu dem Zeugen geiagt mir wollen allem Sehi 10 h5 1en Kur war lebhaft wa Von Ka Auch He öher. In waren —7 Pro werte! einigen Be wesentlich n nur Volken aktien lagen burg. Adler u ustrieweri ragt und in höher im dattei nur als 11 Ige Verkehr. besta zu Gescho;; am m Vortage. Mark anProzent notterenamt. rung auch heute underandert.— Tenden; etwas sch etwas nachgebend lagen die Preise andert.— Auf? tund fest. E mu Lard 30.00 Dollar Marken in Tierces 50 Kilogramm 1.5 aramm 1.5 Dollar Schmalz in Dritte die 100 Kilogramn treid Verlauf konnten Umsärze en Kal:= ann. Die lot: Schlafstelle herTerminhandel an der Essener Vorse. Essen. 25. Okt. Der Terminbandel in Enen in etwas freundlicher Hal: konnten sich die Kurse weiter leicht befestigen, dod sich dieselben zum Schluß nicht ganz halten. Di waren auch heute nur mäßig. Gehandelt wurk Industrie. Gellenkirchener und Mannesman Anfangs= bezw. Schlußkurse stellten sich wie Barmer Bankverein 140 G:40°. G. Gelsenkirche ner 122 G 122·. Steinkohlen 120 G—. Goldschmid 98¼ 6— Harvener 125): G 137 B. Hoelch—— Kali=Industrie 210°4 210 bz. G. Klocknerwerke— 100 G. Köln=Neuessen, 1232 G 124 B. Mannesmann 123“ G 123¼ G. Rheinstahl 134 4 K 13112 G. Ver. Stablwerk 93°. B 93(5 Warenmärkte. Berliner Produktenbörse. Okt.(Telear.) Die kaum verändert. Die Am Pre 29 en Dollar teurer tonnen — markt verlief da se erfuhren keine 1 3 der Dezember 1 Mai 190.50 bz oi eingetreten. Die Preise blieben Auf dem Gewürzmarkt war die wächer. Pfeffer auf Abladung wor 67 2 reantarem Bedarfsgeschäft unver“ Schmalzmarkt war die Halirden notiert: Amerikanischee Steam Rafiiniertes Schmalz verschiedener 50—.32.00 Dollar(in Firking zu in Eimern zu je 12.5 Kiloals in Tierces). Hamburger Marke Kreuz 36.50 Dollar versollt.— Auf dem Geis Geschäft in ruhigen Bahnen. — Veränderung. Leinsaat notierte Terminhandel wurden notiert: Me per## ruhig. Okto F: 16 ar 7.00 Verk., per per Mai 181.00 r 177.00 Vork., 0 bs. per Maj Oktober 177.00 171.50 bs. per 76.50 Käufer. per März 184 endens: ruhig— Roggen ner Oczember 171 be. Tenden:: ruhig per Dezember 167.! 171.50 bi Tendenz: bs. per Dezember Moi 175.00 Verk.. pei März — Gerste 10 bs. per fester.— 177.50 bz. Tenden:: Allgemeine Nachrichten. Preiserhohung beim 2 Berlin. Okt 0 Au Berlin. beutiger Börte war kaum waren nicht sehr bedeuten war Weizen um etwa—1 konnte sich behaurten. Das D Me F 11 imung an jsrüchgänge zsmarkt Roggen schaft war cht Niederschlesischen Steinkohlensondikat. (Telegr.) In der heutigen geReichskohlenverbandes und des Reichskohlenrates wurde über rschlesischen Steenkohlenswidikates ivreise um durchschnittlich eine elt. Der Antrag wurde von den Kohlenwirtschaft einstimmig den anwesenden Bevollmächtigten sters wurde in Anerkennung der ndikat vorgebrachten Grunde eine elprochen ** * 9109 Viele es 9 6% besuchten eUSegesege 0 e gose eighset undere(eiswuraighe Un0 Gelsenkirchen cbe Sie und.