Druck u. Verlag: Koetbers& Rottsches, Herne, Bebelstr. 8, neben der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis wöchentlich 60 Psa. frei ins Haus gebracht.7 Postscheckkonto: Dortmund 1907 Verantwortlich für den redaktionellen Tell: Dr. Leo Reiners. für den Anzeigen- und Reklameteil: Carl Bartele, beibe in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger 7 Gerther Anzeiger Amtlich beglaubigte Abonnentenz ahl Jeder Abonnent ist gemäß den Bedingungen mit Mark 250.— versichert. wenn durch einen Anfall der Tob oder Ganzinvalldität einteltt. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe lokal 7 Pfg., auswärts 8 Pfg., Arbeitsund Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöbe, im Reklameteil 30 Pfa. Der auf die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage binfällig. Jernsprech=Anschluß: Sammel=Nummer 52501 Telegramm=Adresse: Anzeiger Herne Nr. 213(Erstes Blatt) Mittwoch, den 8. August 1928 24. Jahrgang. Keineneue englisch=franzssische Entente Baldige Veröffentlichung des Flotten=Abkommens. □ Paris, 7. Aug.(Telegr.) Die Agentur Havas teilt mit: Der Text des französtschebritischen Flottenabkommens wird damnächst und zwar wayrscheinlich greichzeitia in Frankreich und in England veröffentlicht werden. Anscheinend erwartet man in Paris von der Veröffentlichung einen Umschwung der ungünstigen Stimmung in Aamerika. * lichts Nachteiliges für andere Mächte? ? London, 7. Aug.(Telegr.)„Daily News and Westminster Gazette“ fordern, daß die britische Regierung sobald wie möglich den Wortlaut des mit Frankreich erzielten Marinekompromisses bekanntgeben solle, um den Gerüchten von einer geheimen englisch=französischen Allianz ein Ende zu machen. Der außenpolitische Korrespondent des Blattes schreibt: Die aus Amerika mitgeteilten Kommentare zu der Vereinbarung erregen in London Erstaunen. Die Kommentare lausen geradezu darauf hinaus, daß ein Vertrag geschlossen worden sei, der im Grunde nichts anderes sei als ein Bündnis, von dem die übrige Welt ausgeschlossen sei. Nichts derartiges ist jemals erwogen worden und in den maßgebenden Kreisen wird eine solche Annahme als ganz lächerlich bezeichnet. Das Gerede in Paris und anderswo von einer Wiederbelebung der Entente cordiale und von einer Vereinheitlichung des Oberbefehls bei der Flotte schießt über das Ziel hinaus. Es wird versichert, daß beiden Regierungen nichts ferner liegt. Es war in Amerika bekannt, daß zwischen Frankreich und England in der Frage der Seeabrüstung Schwierigkeiten bestanden und daß Verhandlungen darüber geführt wurden. Wenn unter diesen Umständen die Sache so dargestellt wird, als enthalte das Abkommen irgend etwas Nachteiliges für die Vereinigten Staaten oder eine andere Macht, dann wird, wie erklärt wird, nicht nur die Bedeutung des Abkommens entstellt, sondern dann geschieht dies sogar, trotzdem der wahre Sachverhalt wohl bekannt ist. Chamberlain kommt nicht nach Genf. 6 London. 7. Aug.(Telegr.) Chamberlain ist infolge seiner kürzlichen Erkrankung gezwungen, sich erst vollkommen zu erholen. Lord Cushendun ist zum stellvertretenden Staatssekretär des Aeußern ernannt worden und wird Chamberlain auch auf den bevorstehenden Tagungen des Völkerbundsrates und der Völkerbundsversammlung vertreten. Um den spanischen Antrag Deutschlands, Englands und Frankreichs. □ Genf. 7. Aug.(Telegr.) Nach einer Mitteilung des Generalsekretariats des Völkerbundes haben die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Englands zur Erleichterung der Rückkehr Spaniens in den Völkerbund beim Generalsekretär telegraphisch einen(bereits gestern von uns gemeldeten) einleitenden Schritt zum Zwecke der ausnahmsweisen sofortigen Wiederwählbarkeitserklärung Spaniens unternommen, das. wie mit Bestimmtheit angenommen werden darf, nach Wiederaufnahme seiner Mitarbeit im Völkerbund von der nächsten Bundesversammlung als nichtständiges Mitglied zunächst für 3 Jahre, in den Völkerbundsrat gewählt werden wird. Nach der Zurückziehung der spanischen Austrittserklärung erscheint es den drei Regierungen ein Gebot der Gerechtigkeit, daß Spanien nachträglich in den Genuß der gleichen Vergünstigung gesetzt werden kann wie sie s. Zt. Polen zuteil geworden ist. * Für die Rheinlandräumung. A. Brüssel, 7. Aug.(Telegr.) Die Arbeiterverbände Brüssels gaben heute den Teilnehmern des hier Sozialistenkongresses ein Baneit hielten de Brouckeretagenden Internationalen kett. Bei dieser Gelegenheit Belgien, Breitscheidt=Deutschland und Leon Blum=Frankreich Ansprachen, in denen sie für die Räumung des Rheinlandes als ein Mittel, das zur Festigung des Friedens beitrage, eintraten. Rußland und der Washington verhält sich ablehnend. Berlin, 7. August.(Eig. Drahtb.) Von unserer Berliner Vertretung. Die Bemühungen Tschitscherins um Zulassung Rußlands zur Unterzeichnung des Kelloggpaktes haben ein ganz verschiedenes Echo geweckt. Vielfach ist die Feststellung zu machen, daß die Meinung der Presse sich völlig von den Absichten der leitenden Staatsmänner unterscheidet. So ist z. B. bekannt, daß die englische Regierung keinen besonderen Wert darauf legt, daß Rußland in Paris an der Unterzeichnung des Kelloggvaktes Ende August teilnehmen soll. Die englische Presse jedoch nimmt zum Teil einen ganz anderen Standpunkt ein. So ist der„Manchester Guardian“ der Ansicht, die Sowietregierung müsse aufgefordert werden, den Pakt zu unterzeichnen, selbst auf die Gefahr hin, daß sie ablehne. Falls die Sowjetregierung sich aber für die Unterzeichnung entscheide, werde es ihr in Zukunft nicht mehr möglich sein, die Behauptung von der imperialistischen Offensive gegen Sowjetrußland aufrechtzuerhalten. Der„Daily Herald“ vertritt die gleiche Auffassung. Das Blatt meint, die anderen Mächte müßten nun deutlich erklären, ob es ihre Absicht sei, Rußland Gelegenheit zur Unterzeichnung des Paktes zu geben. Diejenigen, die für eine Zurückweisung Rußlands verantwortlich waren, würden unter dem Vorwand, für den Frieden einzutreten, die Gefahr eines Krieges herbeiführen, den sie angeblich verbindern wollten. Während die amerikanische Presse das neu aufgetauchte Problem noch nicht kommentiert hat, besagen Meldungen aus Washington, daß es dem amerikanischen Staatsdevartement durchaus nicht vasse, Rußland an der Unterzeichnungszeremonie in Paris teilnehmen zu lassen. Verschiedene Andeutungen weisen darauf hin, daß man versuchen wird, die heikle Frage mit einer vrinziviellen Kundgebung zu umgehen. Den deutschen Standpunkt haben wir bereits gestern dargelegt. Das offizielle Deutschland, wie die deutsche öffentliche Meinung haben keine Einwendungen gegen eine Zulassung Rußlands zur Unterzeichnung des Kelloggpaktes zu machen. Nur dürfte es mit unlösbaren Schwierigkeiten verbunden sein, daß ein Vertreter Moskaus schon an dem Unterzeichnungsakt in Paris teilnimmt. Sofern jedoch Rußland tatsächlich, wie es Tschitscherin hinzustellen beliebt. ein solch starkes Interesse daran hat. Mitkontrahent des Kelloggpaktes zu sein, genügt auch ein svaterer Beikitt, dem sicherlich nichts im Wege stehen wird. * die Ansicht in Washington. ∆ Neunork, 7. Aug.(Telegr.)„Associated Pretz“ meldet aus Washington, die aus Moskau kommenden Erklärungen von Beamten der Sowjetregierung, die andeuteten, daß die russischen Behörden bezüglich des Kelloggvaktes eine ablebnende Haltung einehmen sollen, haben durchaus nicht das Interesse des Staatsdevartements zu erwecken vermocht. Nach der Unterzeichnung des Vertrages in Paris durch die 15 ursprünglichen Signatarmächte wir dder Vertrag kraft seiner eigenen ausdrücklichen Bestimmungen zum allgemeinen Beitritt freigegeben. Falls die Moskauer Regierung nach diesem Zeitpunkt wünscht, die Doktein der Verzichtleistung auf den Krieg als ein Instrument der nationalen Politik zu unterschreiben, so wird diesem Wunsch seitens der Washinatoner Regierung keine Schwierigkeit entgegengestellt werden. Obwohl der Entwurf des Paktes die Hin:erlegungsstelle der Natifizierungsurkunden nicht ausdrücklich bezeichnet, so wird angenommen, daß Frankreich diese Rolle übernehmen wird, da ja der Vertrag in Frankreich unterzeichnet wird. Aus diesem Grunde kann die Washingtoner Regierung auch nicht in die Notwendigkeit versetzt werden, in irgendwelche offizielle Verbindung mit Noskau zu treten Macdonald für Wiederherstellung Sowjetrußland der Beziehungen zu 2 Montreal, 7. Aug.(Telegr.) Ramsay Mac Donald. der hier auf einer Ferienreise weilt, sagte in einem Presseinterview, wenn die Arbeiterpartei in Großbritannien wieder an die Macht käme, würde ihre Politik die sofortige Wiederherstellung der Beziehungen zu Sowjetrußland sein, denn die Weigerung des jetzigen Kabinetts, mit Rußland Handel zu treiben, verursache Arbeitslosigkeit und große Verluste. Der Bruch mit Rußland sei ein schwerer Fehler gewesen und sollte im Interesse des europäischen Friedens wieder gutgemacht werden. Wiederaufleben der Unruhen in Die Spaltung in der Ruomintang. ch Berlin, 7. Aug.(Eig. Drahtb.) Wie ein Pekinger Korrespondent meldet, haben der Finanzminister Sung und der General Densishang, der Chef des politischen Buxxaus in Peking. abgedankt. Die Spaltung der Kuomintang ist auf die gegenseitige Eifersucht der Militärmachthaber zurückzuführen und auf die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung in Nordchina. Die Lage ist gespannt und die Stimmung sehr vessimistisch. Ein baldiger Wiederausbruch der inneren Unruhen ist sehr wahrscheinlich. Die Position des Generals Feng ist augenblicklich sehr stark. Einem Telegramm aus Schanghai zufolge ist das Zustandekommen der 5. Tagung des Zentralvollzugsausschusses der Kuomintang=Partei gefahrdet, damit aber auch die Autorität der gegenwärtigen Nanking= Regierung. Die Krise ist hervorgerufen worden durch die Weigerung des linken Flügels der Partei, an der Tagung teilzunehmen. Das bisher regierende Zentrum repräsentiert die bürgerlich=gemäßigte Richtung und versucht den Aufbau unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Notwendigkeiten und der tatsächlichen Machtverteilung. Die Linke wird beberrscht von dem Gedanken, daß die Massenbewegung das Fundament der Kuomintang=Partei sei, sowie die einzige Waffe gegen den Imperialismus„von außen und den Neumilitarismus von innen. Die Linke wirft dem Zentrum vor, daß es die Fühlung mit den Massen verloren habe und ein Spielball zwischen dem Kavitalismus, dem Militär und den Fremden geworden sei. Tschangkaischek, der nach links immer noch Verbindungen hat, versucht in Schanghai, einen Teil der Mitglieder der Linken zum Uebertritt nach Nanking zu bewegen, wie verlautet, mit Erfolg. Feng kritisiert ebenfalls die Mißstände innerhalb der Partei. Mussolinis Rampf gegen die Auswanderung. ch Rom, 7. Aug.(Eig. Drahtb.) Mit außerordentlich scharsen Bestimmungen deabsichtigt Mussolini jetzt, die italienische Auswanderung zu drosseln. Die jüngsten Bestimmungen setzen für die Arbeitnehmer einen Vertrag voraus, der die Dauer von drei Jahren nicht übersteigen dars. Da diese zeitweiligen Auswanderer keine Familienangehörigen mitnehmen dürfen und, falls sie nicht zurückkehren, nach Ablauf der Frist auch keine Familienangehörige nachkommen lassen dürfen, ist die Ueberschreitung des Gesetzes kaum zu befürchten. Bereits im Auslande ansässige Italiener dürfen nach dem neuesten Gesetz direkte Angehörige zu sich berufen, wie Mann, Ehefrau, Eltern, Unmündige, unverheiratete Kinder, Brüder, unverheiratete und unbemittelte Schwestern, wenn keine anderen Angehörigen im Inlande für diese sorgen können. Im Auslande lebende Frauen dürfen nur, wenn sie verwitwet sind, ihre minderjährigen Kinder nachkommen lassen. Mehr Sicherheit auf der Reichsbahn. Die neue Bau= und Betriebsordnung. Berlin, 7. August(Eig. Drahtb.) Von unserer Berliner Vertretung. Die vom Reichoverkehrsminister von Guerard erlassene und von uns bereits angekündigte Verordnung über die Einführung einer neuen Eisenbahn=Bau= und Betriebsordnung tritt am 1. Oktober in Kraft. Sie enthält Bestimmungen über die Bahnanlagen, die Fahrzeuge, den Bahnbetrieb, die Bahnpolizei und schließlich Bestimmungen für das Publikum. Die Betriebsordnung gilt für alle dem allgemeinen Verkehr dienenden Eisenbahnen Deutschlands. Unter den Vorschriften befinden sich wichtige Bestimmungen zur Sicherheit der Reisenden. So wird u. a. verordnet, daß die Bahn o unterhalten werden muß, daß jede Strecke ohne Gefahr mit der größten für sie zugelassenen Geschwindigkeit befahren werden kann. Die Bahn muß auf den Hauptbahnen jeden Tag auf den Nebenbahnen jeden zweiten Tag auf ihren ordnungsmäßigen Zustand untersucht werden. Zur Untersuchung der Bahn dürfen Frauen nicht verwandt werden. Gefahrdrohende Stellen sind während der Dauer des Betriebes zu beaussichtigen. Bahnstrecken, auf denen die für möglich zugelassene Geschwindigkeit ermähigt werden muß, sind durch Signale kenntlich zu machen. Weichen, die mit den für die Fahrt gültigen Signalen nicht in Abhängigkeit stehen oder deren Abhängigkeit vorübergehend ausgehoben ist, müssen, wenn ein Zug gegen ihre Spitze fahrt, durch Verschluß oder Bewachung gegen fremde Eingrifse gesichert werden. In den Zügen sind u. a. mit zuführen: die bei Unfällen zunächst erforderlichen Werkzeuge sowie die Mittel zur ersten Hilleleistung bei Verletzungen. Luftmanöver über London. * London, 7. Aug.(Telegr.) Gestern abend begannen die Londoner Luftmanöver, die bis zum 19. August fortgesetzt werden sollen. Eine Anzahl Bombenflugzeuge unternahm einen Angriff auf London. Sie zeigten statt der üblichen silbernen Färbung der britischen Heeresflugzeuge ein grünliches Braun, was den beinahe 100 an der Uebung beteiligten starken Scheinwerfern erschwerte, diese Flugzeuge an dem Nachthimmel aufzufinden. * 10000 britische Erntearbeiter für Kanada. ∆ London, 7. Aug.(Telear.) Gestern haben sich etwa 9000 Arbeiter auf den Arbeitsbörsen für Erntearbeiten in Kanada eintragen lassen. Die Eintragung steht in Verbindung mit dem Regierungsplan, 10000 Arbeiter mit Unterstützung des Staates nach Kanada zu senden, damit sie bei der außergewöhnlich reichen Ernte helfen. Den Arbeitern wird freigestellt, im Winter nach Großbritannien zurückzukehren, doch man erwartet, daß sich die Mehrheit in Kanada ansiedeln werde. Das Problem der deutschen Ostgrenzen. Eine französische und eine deutsche Stimme. ch Danzig. 7. Aug.(Telegr.) Das Problem der deutschen Ostgrenze beginnt in der Welt immer mehr Aufmerksamkeit zu finden, je mehr sich die Verhältnisse im Westen gefestigt haben. In der französischen Zeitung„Deveche de Toulouse", die in einer längeren Artikelserie eine Untersuchung über „Deutschland, wie es ist“ anstellt, berichtet der Vertreter des Blattes, Pierre Valmigere, über eine Reise im polnischen Korridor, wobei er zu dem Schlusse kommt, daß die Stimmung dort noch aufgereizter ist, als in der Gegend von Kattowitz. Er schreibt dann:„Ich bin an dieser seltsamen Grenze entlang gewandert, die von Menschen in einem bißhaft seindlichen Geiste gezogen zu sein scheint, um unfehlbar zu neuen Reibungen Veranlassung zu geben. Die Polen selbst sind sich darüber klar, daß diese Grenze nicht so bleiben kann, wie sie heute besteht. Es ist zu hofsen, daß sie früher oder später an einem Konserenztisch berichtigt werden wird. Polen erscheint in der freudigen Erregung über die wiedererlangte Unabhängigkeit unversöhnlich und ehrgeizig. Es glaubt, daß die Zeit für Polen am Werke ist, daß ihm die Zukunft gehört, und daß diese Zukunft um so glanzender werden wird, als die Vergangenheit stets trübe war. Sein übertriebener Patriotismus hat nur in Italien seinesgleichen. Wie in Italien unterhält und nährt die Diktatur den nationalistischen Fanatismus. Ein alter Pole mit langem weißem Haar und weißem Bart sagte zu mir:„Ich verstehe, daß dieser Korridor die Deutschen stört, aber gutwillig geben wir ihn nicht an sie zurück, und wenn sie ihn mit Gewalt nehmen wollen, dann wird ganz Polen aufstehen, um die Deutschen zu schlagen, wie sie 1920 die Russen geschlagen haben. Ich bin alt, sehr alt, aber ich werde mit unsagbarer Freude in den Krieg ziehen. Polen ist wiedererstanden; es kann nicht mehr untergehen!" Ich habe augenblicklich nicht die Aufgabe, diese Gefühle zu untersuchen. Ich stelle sie fest, indem ich wünsche, daß die Klugheit der Menschen ihre Gefahren abwenden möchte.“ Soweit der französische Berichterstatter.— In der Schweizer Zeitung„Journal de Geneve“ beschäftigt sich auch der bekannte deutsche Politiker Baron von Rheinbaben mit dem Problem der deutschen Ostgrenze und besonders mit den Wünschen eines Teiles der polnischen Politiker, die ein„Ost=Locarno“ auf der Grundlage der Anerkennung der jetzigen deutschen Ostgrenzen oder wenigstens des Verzichts auf eine Erörterung dieser Frage wünschen. Baron von Rbeinbaben schreibt: „Es wäre ein gefährlicher Irrtum, wollte man in Polen oder anderswo annehmen, daß hier eine politische und wirtschaftliche Entwickelung eintreten kann, die die Frage der Grenzen zwischen Deutschland und Polen an die zweite Stelle oder noch weiter zurückschiebt. Noch einmal sei es gesagt: Es handelt sich bei der Regelung der deutsch=polnischen Grenze nicht um eine alleinstehende Frage und auch nicht um ein Gebiet, das durch den Friedensvertrag an die Sieger abgetreten worden ist, eine Tatsache, die im Laufe der Zeit annehmbar wird, oder über die man zu einer gegenseitigen Verständigung gelangt. Die Politik Deutschlands ist dem volnischen Staate gegenüber bezavend eingestellt. Deutschland muß und will gute Beziehungen mit seinen Nachbarn unterhalten. Es buldigt nicht dem Grundsatz, daß es niemals und unter keiner Bedingung im Laufe der Zeit je in Aussicht nehmen will, die Ostgrenzen durch feierliche und neue Verträge anzuerkennen und sich zu verbürgen, aber diese Grenzen müssen andere sein, als sie es heute sind. Die Umwälzungen des Weltkrieges haben auch in Osteuropa eine neue Sachlage geschaffen. Das bisher Gewesene wird niemals wiederkehren. Aber der Danziger Korridor und die Grenze in Oberschlesien können nicht bestehen bleiben. Deutschland hat alle Gründe Polens zur Rechtfertigung seiner westlichen Grenzen vom historischen, geographischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte aus widerlegt. Es dürfte gewiß hinreichende und gesicherte Möglichkeiten geben, um Polen wie anderen Staaten ohne Küste den Zugang zum Meere zu ermöglichen, ohne deshalb Deutschland deutsches Gebiet fortzunehmen und ohne eine vollständige deutsche Provinz von dem Mutterlande abzuschneiden. Ebenso dürfte es im Wirtschaftsgebiet Oberschlesien im Sinne der bereits angesangenen internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit genug Möglichkeiten geben, um Polen die Einfuhr von Rohstoffen und Erzeugnissen des Industriegegebietes von Oberschlesien zu gewährleisten und zu verbürgen, ohne deshalb ein einheitliches Gebiet zu zerstückeln. Niemand in Deutschland glaubt, daß diese Fragen von heute zu morgen gelöst werden können. Wir schließen uns daher der Auffassung des polnischen Schriftstellers an, der sagt: „daß Gott und die Geschichte entscheiden werden“. Aber da wir loyal sind, warnen wir, namens der Kräfte, die die deutsche Zukunft gestalten, diesen Fragen weniger Bedeutung beizumessen, als sie tatsächlich haben.“ Die Gegenüberstellung dieser beiden aus ganz verschiedenen Lagern kommenden Stimmen dürfte von ganz besonderem Interesse sein, da die zweite Aeußerung saft wie ein Kommentar zur ersten wirkt. Rettung des italienischen U=Bootes. Noch nicht geborgen. □ Rom, 7. Aug.(Telear.) Die Lage des Unterseebootes F. 14 ist genau sestgestellt worden. Trotz des ungünstigen Wetters wurde es während der Nacht möglich, mittels einer Nohre die Luftzusuhr ins Innere des Bootes zu sichern und ein Drabtseil an dem Schissokorver zu befestigen. Das Unterseeboot wurde am Heck beschädigt. Die Verbindung mit der Mannschaft besteht weiter. Rom. 7. Aug.(Telear.) Die Bemühungen, das Unterseeboot F. 14 zu heben, nehmen einen regelmäßigen Fortgang. Um 6 Uhr abends war das U=Boot bis zu einer Höhe von 12 Meter unter der Meeresoberfläche gehoben, indessen hat die Verständigung mit der Besatzung seit mehreren Stunden aufgehört. Das Wetter hat sich gebessert. Die gesamte Besatzung des U-Bootes besteht aus 2 Offizieren und 29 Mannschaften und Unteroffizieren. Brand auf einem Segelschiff. 2 Afuncion(Paraguay), 7. Aug.(Telear.) Siebzehn Personen, davon fünfzehn Frauen, wurden nach einem Brande ver mißt, der auf einem Segelschiffe ausgebrochen war Das Schibf hatte 75 Passagiere an Bord, von denen die meisten durch Rettungsboote ir Sicherheit gebracht wurden. * Tokomotive und Dackwagen umgestürzt. Kassel, 7. Aug.(Telegr.) Heute morgen gegen 3 Uhr 10 entgleiste der Güterzug 8318 NordstemmenGottingen aus dem Bahnhof Alseld an der Leine an der Einfahrtsweiche mit der Lokomotive und den nachfolgenden vier Wagen. Die Lokomotive und der Packwagen sprangen aus bieher noch unaufgeklärter Ursache aus dem Gleis und stürzten um, wodurch drei weitere leere Güterwagen ineinander geschoben wurden. Der übrige Zugteil ist unbeschädigt geblieben. Die beiden Hauptgleise der Richtung Kreien= sen=Elze und Elze=Kreiensen wurden gesperrt und der Zugverkehr durch Umsteigen aufrecht erhalten. Bei dem Unsall wurden die auf den Bremsen fahrenden Oberschaffner Heinrich Schutte aus Northeim smwer und der Schaffner Fritz Herbst aus Northeim leicht verlegt: beide sind sofort in die Gottinger Klinik übergeführt worden. Die Aufräumungsarbeiten waren heute morgen gegen 7 Uhr soneit fortgeschritten, daß ein Gleis der Richtung Elze=Kreiensen um 7 Uhr freigegeben werden konnte. Die sofort eingeleitete Untersuchung hat bie jetzt noch keinen Anhaltspunkt öber die Ursache der Entaleisung ergeben. Handoranakenunfall bei der Reschswehr. u äe. nauer Exerzierplatz hat sich, wie die„Vossische Zeilung" meldet, beim Wersen mit scharfen Handaranaten durch den unglücklichen Wurf eines Soldaten ein Unglücksfall zugetragen. Vier Angehörige der 3. Kompagnie des Reichswehr=Infanterieregiments Nr. 12 wurden unerheblich verletzt. Der Unfall entstand dadurch, daß ein Soldat die Handaranate versehentlich fallen ließ, so daß sie im Schützengraben explodierte. Wie durch ein Wunder wurden die vier Soldaten nur leicht verletzt. * Hilfeleistung des Kreuzers„Berlin“ für ein hollündisches Sischerboot. X Berlin, 7. Aug.(Telear.) Kreuzer„Berlin“ meldet, daß er am 3. August bei der Insel Manock ein niederländisches Fischerboot„Juviter“ mit 23 Personen, darunter Frauen und Kinder. verirrt und ohne Proviant antraf und ihm dadurch Hilfe leistete, daß er es mit Wasser und Proviant ausrüstete. * Wassereinbruch im Kohlenbergwerk. & Lüttich, 7. Aug.(Telegr.) Im Kohlenbergwerk von Villers=le=Bouillot fand auf der 140=Meter=Sohle ein Wassereinbruch statt. 5 Arbeiter werden vermißt. Die Rettungsarbeiten sind im Gange. * Flugzeugabsturz. ∆ Pario, 7. Aug.(Telegr.) Wie„Temps“ aus Nevers meldet, ist bei einem Nachtflug ein Bombenflugzeug des 22. Fliegerbataillons in der Nähe von Neveis abgestürzt. Die 4 Insassen sind ums Leben gekommen. * Bulkanausbruch im malanischen Archipel. G. Batavin, 7. Aug.(Telegr.) Infolge eines Bulkanausbruch.s aus der Insel Flores, der von einem Seebeben begleitet war, sind etwa 20 mit Eingeborenen besetzte Boote gesunken. Zahlreiche Eingeborene sind ertrunken, viele trugen Verletzungen davon. * Explosion eines Pulverschiffes. # Tacoma(Washington), 7. Aug.(Telegr.) Durch de Explosion einer Ladung von 12 Tonnen Pulver duf dem Dampfer„La Blanca“ wurde in der Stadt betrachtlicher Schaden angerichtet. Die Mannschaft des in Brand geratenen Schisses war nach einigen vergeblichen Löschversuchen ins Wasser gesorungen, um schwimmend die Küste zu erreichen. Gleichzeitig wurde durch eine gewaltige Explosion an Bord des Schiffes der Kaiütenaufbau der„La Blanca“ auf den###rand geschleudert. Ein Prozeß zum Verfassungstag. Berlin, 7. Aug.(Eig. Drahtb.) Der höchste evangelische Geistliche Berlins, der Provst Dr. Händler, ist in einen Prozeß beim Kammergericht verwickelt, der ein merkwürdiges Vorsviel zum bevorstehenden Verfassungsfeiertage darstellt. Der Prozeß wird am 8. August beginnen, aber sicherlich nicht so bald zu Ende geführt werden. Es handelt sich einmal wieder um die verfassungsmäßige Reichsfahne, die der Herr Generalsuverintendent auf dem Gebäude der Propstei unter keinen Umstanden hissen will. In der Bibel heißt es zwar, seid untertan der Obrigkeit, welche Gewalt über euch hat. Als man Christus den Zinsgroschen zeigte, gab er die berühmte Antwort: Gebi dem Kaiser, was des Kaisers ist. Für den gewöhnlichen Laienverstand scheint der Sinn solcher Bibelworte unschwer zu verstehen. Der Bürger soll den gesetzlichen Bestimmungen entsorechend seine Pflichten erfüllen. Das hat mit der Religion nichts zu tun. Die schwarz=rot=goldene Fahne ist nach dem Chaos der Revolution durch Mehrbeitsbeschluß der korrekt gewählten Volksvertretung zur Reichsfahne erklärt worden. Wer sich diesem Beschluß fügt, begeht unter keinen Umständen ein Unrecht. Selbst wenn der Propst von Berlin aus seiner varteipolitischen Einstellung heraus den Beschluß der Weimarer Nationalversammlung auf das Tiefste bedauert, und selbst wenn er innerlich auf den Tag hoffte, wo einmal die schwarz=weiß=rote Fahne der Monarchie wieder aufgezogen würde; einen Vorwurf könnte ihm weder sein Gewissen noch irgend eine andere Instanz machen, wenn er einstweilen die schwarz=rot=goldene Fahne bißte. Er könnte sich dann immer mit Fug und Recht auf die bestehenden Gesetze und auf die stärkere Gewalt des Staates der Gegenwart berufen. Es würde ihm auch niemand das Recht verwehren, sich laut oder leise darüber zu beklagen, daß er unter dem Zwange einer solchen ihm unerwünschten Gesetzgebung die ihm unsympathische Fahne herausstecken müßte. Man könnke schließlich auch barüber strelten, oo überhaupk das Herausstecken dieser Bahne an dem einen oder anderen Tage im Jahr eine so gewaltige Bedeutung habe, daß deshalb ein kostenreicher Prozeß geführt werden müßte. Auf alle Fälle aber belädt sich der Provst von Berlin dadurch, daß er jetzt diesen Prozeß führt, mit einer schweren Verantwortung, die er sich hätte svaren können. Denn seine Weigerung, die verfassungemäßige Fahne zu hissen, ist natürlich ein Akt, für den ihm niemand die Verantwortung abnimmt. Zu dieser Weigerung kann ihm niemand Auftrag und Vollmacht geben. Er handelt hier bewußt aus eigenem Willen heraus gegen bestehende Gesetze und gegen die ihm wohlbekannten Absichten der Staatsregierung. Und seine Verantwortung ist natürlich um so größer, als er durch seine persönliche Haltung in diesem Jalle zugleich die ganze Kirche, die er vertritt, mindestens in den Verdacht bringt. als ob auch sie, sei es einmütig oder doch zum größten Teile, diese parteipolitische Haltung gegen den Staat einnehme oder doch mindestens erträglich finde. Sicherlich wird das nicht den Anschauungen vieler Angehörigen der evangelischen Kirche Berlins entsprechen. So wird der Propst durch sein Verhalten zualeich den Streitapfel in seine eigene Gemeinde hineinwerfen. Es wäre wohl auch vom Standpunkte a Essen, 7. Aug. Der„Eiserne Justav“ wurde nach seiner Ankunft in Essen von den Fuhrberren wieder empfangen und bei einem geselligen Beisammensein am Abend bot sich Gelegenheit, mit ihm über die Vorwurfe, die einige Zeitungen gegen ihn gerichtet haben, sich zu unterhalten. Der olle biedere Berliner Kutscher war über die Angriffe stark empört und er legte Wert darauf, im einzelnen dazu Stellung zu nehmen. Die Fuhrberren, die bei seinem ersten Aufenthalt in Essen mit ihm zusammen waren und sein Gespann besichtigt hatten, bestätigten ihm ohne weiteres, daß sein Pferd Grasmus derselbe Gaul sei, mit dem er auf der Hinfahrt durch Essen gekommen war. Sie ermächtigten den anwesenden Vertretern der Presse, dies in der Oeffentlichkeit festzustellen. Auch der Stallmeister der Firma van Euven, wo das Pferd während des ersten Aufenthaltes untergestellt war. erklärte, es könne über die Identität des Tieres gar kein Zweisel bestehen. Grasmus ist allerdings etwas fett und behäbig geworden. Das kommt aber daher, wie der„Eiserne Justav“ erklärte, daß er täglich nur etwa 15 Kilometer zurücklegt. So ist wohl das Gerücht entstanden, daß Gustav sich ein anderes Roß beigelegt hätte. Es ist nicht ersichtlich, warum Grasmus unter solch günstigen Arbeitsverhältnissen hätte schlapp machen sollen. Gustav erklärte: „Grasmus und ich gehören zusammen. Wir brauchen kein Auto.“ Die Legende von dem Auto ist dadurch entstanden, daß ihm ein Opelwagen geschenkt wurde. Der Wagen steht aber noch nicht zu seiner Verfügung. In Saarbrücken war der„Eiserne Justav“ länger festgehalten worden, als in seinem Reiseprogramm vereinbart war. Er schickte deshalb Grasmus und die Droschke voraus und seine Saarbrücker Freunde brachten ihn später mit dem Auto fort, bis er Grasmus Hagen. 7. Aug. Als beim Vogelschießen des sigen Schützenvereins Hagen=Webringhausen die Dunkelheit hereinbrach und der Vogel immer noch nicht von der Stange herunterwollte. geriet man in große Verlegenheit wegen der Beleuchtung. Endlich fand man einen Ausweg. Vermittels eines Autoscheinwerfers wurde der Vogel von unten her bestrahlt und der Gewehrlauf wurde bei jedem Schuß mit einer Kerze beleuchtet. Die Ausdauer wurde belohnt. So viel Findigkeit konnte der Vogel nicht widerstehen und noch am„selben Abend" ereilte ihn das Schicksal. * T a n t e n. 7. A u g. B e i d e r S i e b e n j a h r h u n d e r t f e i e r d e r Stadt Tanten veranstaltete die Grupve Niederrhein des Augustinusvereing zur Pflege der katbolischen Presse in Xanten ihre Sommertagung. Der Vorsitzende der Gruppe. Verleger Gesthuysen. begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und wies dann auf die Gegenwartsund Zukunftsaufgaben der katholischen Presse hin. Generalsekretär Weber(Düsseldorf) überbrachte die Grüße des Vorsitzenden des Augustinusvereins. des Reichsrats Dr. Lensing, und Rektor Quinders begrüßte die Versammlung im Namen der Stadt Xanten. Studienrat Dr. Holland hielt dann einen Vortrag über die Geschichte der Stadt Tanten und ihren herrlichen Dom. Unter Führung des Studienrats Dr. Holland besichtigten die Teilnehmer den Dom und seine reichen Kunstschätze und die Ausstellung. die der Dombauverein im Kreuzgang veranstaltet hat. Die in der Michaelskapelle ausder Archlichen Inkeressen aus klüger gewesen, eine verartig prononzierte volktische Stellung nicht einzunehmen. Die Stadt Berlin hat bei allen letzten Wahlen eine unzweiseldast republikanische Mehrbeit ergeben. Wie will sich die evangelische Kirche, die doch eine Volkskirche sein sollte, mit republikseindlichen Tendenzen auf die Dauer unter einer solchen republikanischen Mehrheit halten? Die Situation, die der bohe evangelische Geistliche geschaffen hat. ist eine absonderliche. Gerade jetzt, wo der Verfassungstag mit seinen ohne Zweifel mächtigen Kundgebungen in Berlin vor der Türe steht, wird der Kammergerichtsprozeß die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und dazu kommt nur noch, daß für die Auffassung des Propstes Urkunden und Dokumente aus dem Stadtarchiv hervorgezogen werden müssen, die bis auf das 15. Jahrbundert zurückreichen! Welch fataler Eindruck der Rechthaberei und der Verstaubtheit dieser ganzen Rechtsauffassung! Und gewiß ist auch das keine Verbesserung der Pcsition des Prorstes, wenn als Verteidiger ausgerechnet derienige Rechtsbeistand ausgewählt wurde. der in den Prozessen der Fememörder als deren Verteidiger einen Namen bekam. In republikanischen Kreisen hat dieser Name begreiflicherweise nicht gerade einen guten Klang. wieder erreichte. Jedenfalls ist er gewillt, den Weg mit der Droschke bis Berlin zurückzulegen. Was das angebliche Zahlen seiner Schulden anlangt, so liegt der Fall folgendermaßen: Da sein Vorrat an Ansichtskarten ausgegangen war, ließ er sich in einer deutschen Grenzstadt neue Karten anfertigen. Er vereinbarte mit dem Drucker, ihm die Karten zu einem bestimmten Ort zu liefern. Sogleich bei Lieferung der Karten sollte der Drucker sein Geld erhalten. Der Drucker traf aber nicht rechtzeitig ein und mußte, da Gustav bereits weitergefahren war, mit der Eisenbahn ihm nachreisen. Gustan hat alsdann die Rechnung beglichen, es aber abgelehnt, dem Drucker die Reisekosten, die infolge seiner Unpünktlichkeit entstanden waren, zu vergüten. Bezüglich des Vorwurss, daß der„Eiserne Justav“ in Frankreich die deutschen Flaggen eingezogen habe, stellte er fest, daß er auf seiner ganzen Reise, auch in Erankreich, neben der Berliner Fahne die schwarz=rotgoldene Fahne an der Svitze seines Gespanns geführt habe und die schwarz=weiß=rote am hinteren Teil des Wagens. Uebrigens ist sein ganzer Wagen mit zahlreichen Fahnen besteckt, die ihm von den Städten gewidmet wurden, die er auf seiner Reise berührte. Es besteht immerhin die Möglichkeit, daß die deutschen Reichsfarben infolge des Windes oder überhaupt der Bewegung nicht immer deutlich unter den übrigen Fahnen hervortraten. Uebrigens ist dem„Eisernen Justan“ nahegelegt worden, von Dortmund aus im Rundfunk die gegen ihn gerichteten Angriffe zu widerlegen. Es ist also nicht ausgeschlossen, daß Gustav in den nächsten Tagen sich „an Alle“ wendet. Anfang September hofft er, wieder in Berlin zu sein, das sich heute schon zu seinem Empfange rüstet. gestellte Sammlung moderner religiöser Kunst zeigte eine wirkungsvolle Gegenüberstellung der neuen und alten Kunstrichtung. h Kaiserswerth. 7. Aug. In der Nähe von Lank ertrank vor etwa drei Wochen ein junger Mann. Es gelang zunächst nicht seine Leiche zu bergen. Nach mehrmaligen ergebniskosen Tauchversuchen konnte der 19jähriae Eduard Kleckers die Leiche aus dem Wasser holen. Kleckers mußte hierbei ungefähr 4 Meter tief bis in den Schlamm tauchen. Er bbeantragte bei der Polizei die ihm auf Grund des Ministerialerlasses vom 4. 3. 1927 betr. die Bergung von Wasserleichen zustehende Gebühr. Er sah sich jedoch in seiner Erwartung enttäuscht, da dio Polizeiverwaltung Lank bezüglich der Auslegung des Ministerialerlasses eine merkwürdige Auffassung vertrat. Man hatte beim Studieren des Erlasses herausgefunden, daß die Gebühr nur dann zu zahlen sei. wenn es sich um eine im Wasser treibende reiche handele die ohne jegliche Mühe geborgen werden könne. Wenn aber wiederholtes Tauchen in kaltem Wasser und stinkendem Schlamm bis ungefähr 4 Meter Tiefe erforderlich sei, dann sei die Bergungsgebühr nicht„verdient“ worden. ch Köln. 7. Aug. Annähernd drei Millionen Besucher kann die Ausstellung seit der Eröffnung verzeichnen, das sind durchschnittlich 40000 Besucher täglich. Der großen internationalen Beteiligung von 43 Auslandsstaaten an der Pressa entspricht der Besuch aus dem Auslande. Der Zustrom aus allen Staaten ist außerDer„Eiserne Justav“ uns sein „Grasmus“. Sie gehören zusammen.— Grasmus ist wirklich Grasmus.— Der „Eiserne Justav“ ist allen Verpflichtungen nachgekommen.— Die deutschen Farben hat er auch durch Frankreich geführt. Aus Westfalen und Rheinland. ###*. Die wweite Hälfte der Ausstellungszeit wird sich dborg laneneo; Perlaul. der, ersten, würdig anschlieben. Den bedeutsamen Auftalt der Verinstaltungen gi# vom 8. bis 10 August ein internat#gnaler seitungswillenschaftliche: Se###lfhinser. olgen, um nur einige zu nenngg.„Die Welttonserennationale Pressetagung der Stockholmer Weltkonserenz. der Buchdruckertag usw. lischen Besatzungsongedorigen aus dem Heerszezen. der größte Teil dieser deutschen Frauen mit nach England übergesiedelt. Schicksalsschläge. Schwer heimgesucht. * Osterfeld. 7. Aug. Von einem seltsamen Schicksal wurden die sämtlichen 6 Familienmitglieder einer die in der Nähe wohnenden Beramannsfamilie deherrscht Die Umstande die dazu führten daß die Famili innerhalb von 3 Jahren vollig, ausstarb sind recht mostischer Natur. Wenngleich die Behörden durch die Unerhörtheit der Erscheinung schließlich an das Zusammentreisen von kriminellen mit natürlichen Ursachen glaubte. so hat sich doch inzwischen durch die volizeilichen Nachforschungen ergeben, daß hier ine erhörte Verkeitung von tragischen Umständen sich abgevielt hat, der die ganze Familie zum Opfer fiel. Vor drei Jahren ging auf einer Zeche bei Oberhausen eine Strecke zu Bruch. Fünf Bergleute wurden unter den Erdmassen verschüttet, darunter Vater und Sohn Schirock. Nach Beendigung der Aufräumungsarbeiten stellte„sich der Tod der beiden letzteren heraus. während die andern Verschuttete mit erheblichen Verletzungen davonkamen. Die Bevolkerung brachte der hartgeprüften Frau die denkbar großte Teilnahme entgegen. Vor zwei Jahren nun erlitt der zweite. achtzehnjährige Sohn der BergMannsfamilie Schirock einen tragischen Tod. Bei der Einfahrt in die Grube riß das Seil. Der Förderkorb sauste in die Tiefe und in den Schlamm der Zeche, wo Schirock ir. tot geborgen wurde. In nicht geringe Bestürzung versetzt wurde die Bevölkerung der Zechenkolonie, in der die Familie wohnte. als vor kurzem der jüngste Sohn der Familie svurlos verschwand. und erst nach Wochen als Leiche aus der Ruhr gczogen werden konnte. Der arztliche Befund stellte keinerlei Verletzungen fest. Ein Verbrechen, das man zuerst annahm, und an das auc die Polizei zuerst glaubte. lag jedoch nicht vor. Schirock cheint in der Dunkelheit beim Verlassen der Zeche in die Kuhr geraten zu sein. Von der Familie waren nur och Mutter und Tochter übriggeblieben. Diese onnten sich jedoch nicht entschließen, nach Breslau. wo sie Familie herstammte, zurückzukehren, wie sehr die Anerwandten auch darum baten. Die Tochter und einzigste Stütze der alten Frau stand vor der Verlobung nit einem mittleren Zechenbeamten. Nach lblauf des Trauerjahres sollte die Hochzeit stattinden und die Mutter wollte alsdann zu den Kinsern ziehen. Frau Schirock und ihre Tochter waren in en letzten Tagen nicht meyr gesehen worden. die Nachbarn dachten daran daß Mutter und Tochter u den künftigen Schwiegereltern der Tochter gefahren eien. Das war aber nicht der Fall. Die seelischen Erchütterungen durch das schreckliche Erleben der letzten Jahre scheinen Mutter und Tochter so mitgenommen zu saben, daß beide den Mut für die Zukunft verloren. Die sartgevrüften Frauen suchten und fanden en Tod in den Fluten des Rbein=Hernekanals. aus dessen dunklen Gewässern man dieser lage die Leichen, eng umschlungen, herausfischte, Irendwelche Aufzeichnungen hatten die beiden nicht hinterassen. * G r o n a u, 7. A u g. A u f d e r E n s c h e d e r s t r a ß e f a n d e i n Bahnarbeiter kurz nach 4 Uhr ein vollständig zertrümmertes Auto. seltsamerweise ohne Besitzer. Da durch starke Blutspuren die Vermutung eines Unglücks berechtigt schien, benachrichtigte der Bahnarbeiter sofort die Polizei. Diese stellte fest, daß es sich um die Kaufleute St. und 3. aus Düsseldorf handelte. Nach deren Angaben ist ein Hinterreifen des Wagens geplatzt, das Auto dann gegen einen Baum und sie aus dem Auto geschleudert worden. Die beiden Verunglückten wurden in das hiesige Krankenhaus gebracht. * Lingen. 7. Aug. Das 1½jährige Kind des Bahnwarters K. war aus dem umfriedigten Garten auf den Bahnkörver gelaufen. In diesem Augenblick brauste ein Eilzug heran. Der Lokomotivführer, der das gefährdete ind bemerkt hatte. konnte den Zug nicht mehr zum Stehen bringen, so daß das Unglück unvermeidlich war. Das Kind war auf der Stelle tot. * Minden, 7. Aug. Die Ehefrau des Arbeiters Daht in dem benachbarten Bölhorst hatte ihr 1½ Jahre altes Kindchen zum Svielen auf den Hof geschickt. Als die Mutter nach einiger Zeit Umschau nach dem Kind hielt. fand sie es nach längerem Suchen tot in der Regentonne. Das Kind war beim Spielen mit dem Wasser in die Tonne gefallen und hatte sich nicht retten können. h Oberhausen. 7. Aug. Der Postbeamte Friedrich Dümvtermann. der auf seinem Fahrrade saß und Briefkästen entleert hatte. wurde gestern gegen 19 Uhr an der Eisenbahnunterführung von einem Last= kraftwagen erfaßt und überfahren. In schwerverletztem Zustande schaffte man Dümptermann ins Krankenhaus, wo er bald darauf starb. Die Schuls frage an dem Unglück ist noch nicht geklärt. * Mülheim. 7. Aug. Auf der Poststraße in Mülheim Styrum stieß am Sonntagnachmittag ein Personen: kraftwagen aus Oberhausen mit einem Straßen bahnwagen zusammen. Drei Insassen des Krafte wagens erlitten schwere Beinbrüche und innere Verletzungen. Sie wurden dem Vinzenzkrankenhause in Oberhausen zugeführt. Gan Focke der Millionär Roman von Edmund Sabott.(24 (Nachdruck verboten). Rudyard blieb zurück, und um seinen Mund zuckte ein Lächeln, das Jan nicht zu deuten vermochte. Es war sehr vielsagend, geheimnisvoll und vielleicht sogar listig. Jan blickte den Obersten fragend an. Der nickte ihm aufmunternd zu und schritt neben ihm ins Haus. Sie gingen durch die langgestreckte Halle, deren Decke von weißen Säulen getragen wurde. Ein Springbrunnen ließ seine seinzerstäubten Strahlen in ein breites weizes Becken rieseln. Jacquinto, der dunkle Diener, tauchte in einer seitlich gelegenen Tür auf. „Bringen Sie uns Orangenwasser!“ rief der Oberst, der die gesetzmäßige Alkoholenthaltsamkeit seines Landes auch in der Fremde durchführte.„Aber kalt! Sehr kalt!“ Während sie die breite Treope hinaufstiegen in das Halbgeschoß, sagte Holligan zu Jan:„Ich habe Wichtiges mit Ihnen zu besprechen. Jan Fock.— Sie brauchen mich nicht so entgeistert anzusehen. In fünf Minuten haben Sie alles erfahren.“ Entgeistert sah Jan kaum aus, sondern höchstens ein wenig argwöhnisch. Wahrscheinlich handelte es sich bei der Besprechung um die 25.000 Dollar. Holligau war bei dem Notar Argentuelas gewesen und hatte sich dort vermutlich sagen lassen müssen, daß er kein Recht besaß, einen solchen Riesenbetrag aus dem Vermögen des Verstorbenen einfach zu verschenken. Jan machte sich auf alles gesaßt, und als sie das Arbeitszimmer Argentuelas betraten, hatte er sich innerlich schon damit abgefunden, daß die 25000 Dollar in Richts versunken waren. Der große viereckige Raum war fast dunkel; denn die Fensterläden waren dicht verschlossen und ließen nur dünne Strahlen des goldig schimmernden Tageslichtes eindringen. Holligan blieb vor Jan stehen und sagte lächelnd: „Nun setzen Sie sich. Jan Fock! Machen Sie's sich so bequem wie möglich und nehmen Sie eine Zigarette! So!— Sie sollten diese schweren Brahils nicht rauchen. Das Zeug bekommt einem nicht, und man ist immer ein wenig betrunken, wenn man etliche tagsüber verraucht hat.“ Er ließ das Feuerzeug aufflammen, bediente und Jan tat einen tiesen Zug.„Das ist unschädlich wie Wasserdampf, nicht wahr?" Der Eintritt des Dieners unterbrach ihn. Ein kleines Tischchen wurde zu dem Stuhl gerollt. in dem sich Jan Fock ausgestreckt hatte, und während des kurzen Schweigens bedachte Jan, daß in so liebenswürdigem Ton nur eine unangenehme Unterhaltung eingeleitet zu werden pflegte. Der Oberst tat ihm leid, als der Diener wieder gegangen war, sagte er ruhig:„Sie brauchen mit der Wahrheit nicht so lange hinter dem Berge zu halten, Oberst Holligan! Sie wollen mir mitteilen, daß es mit den 25.000 Dollar nicht ganz seine Richtigkeit hat, nicht wahr?“ „Sie haben sehr gut geraten. Jan Fock.“ „Na also! Ich habs mir gedacht.“ Er lachte leise auf. „Ich will mich nicht aufspielen. Oberst Holligan; ein bißchen enttäuscht bin ich; denn für einen armen Schlucker sind so viele tausend Dollar ein märchenhaftes Vermögen. So recht geglaubt hab' ich an die Geschichte niemals. Sie war eben zu märchenhaft. Unsereiner gewinnt das große Los nicht; nur die, die's nicht nötig haben, kriegen es immer wieder. Vermutlich wissen sie Gescheiteres damit anzufangen als wir.— Also, es ist nichts mit den fünfundzwanzigtausend?“ „Doch!“ „Nun verstehe ich Sie aber nicht“, sagte Jan stockend, und seine Stimme zitterte.„Eben sagten Sie noch...“ „Ich sagte, daß es mit den fünfundzwanzigtausend nicht seine Richtigkeit habe— und das stimmt.— Hören Sie mir zu, Jan Fock: Senjor Argentuela, dessen Bild Sie da drüben hängen sehen, falls sich Ihre Augen schon an diese ägyptische Finsternis gewöhnt haben,— Senior Argentuela hat mir einen andern Auftrag an Sie hinterlassen. Damals in Genua habe ich Ihnen nicht die ganze Wahrheit gesagt. Nicht um die Dollar handelt es sich, sondern „Sondern?“ fragte Jan und umspannte mit beiden Händen die Lehne des Nohrsessels so fest, daß das Rohr knisterte. „Sie müssen ruhiger sein. Jan Fock, sonst kann ich Ihnen die Mitteilung nicht machen.“ „Ich bin vollkommen ruhig. Oberst Holligan.“ Der Oberst stand drei Schritte von Jan entfernt vor dem Schreibtisch und hatte die Füße übereinander gekreuzt. Er trank einen kleinen Schluck von dem eisgekühlen Orangenwasser und stellte das Glas hinter sich auf den Tisch. Von Zeit zu Zeit flammte seine Zigarette auf wie ein winziges rötliches Auge „Es handelt sich um mehr. Jan Fock: es handelt sich um das gesamte Erbe Argentuclas.“ Jan machte eine Handbewegung, die besagen sollte, daß er nicht begriffe. Er legte die Zigarette weg. „Sie wissen, daß mir Argentuela wenige Stunden vor seinem Tode mit aller Dringlichkeit eingeschärft hat. Sie zu suchen. Ich habe Ihnen auch gesagt, daß er mit seinen letzten Gedanken bei Ihnen war. obwohl er nicht wukte. was und wer Sie sind. Dies festzustellen, überließ er mir. Ich sollte Sie kennen lernen und darüber entscheiden — so lautet der Wortlaut des Testaments— ob Sie würdig seien, sein Erbe zu sein. Während der Ueberfahrt sind wir gute Freunde geworden, Jan Fock, nicht wahr? Wir haben uns kennen gelernt, und ich weiß nun, wer Sie sind, und was Sie sind, und ich habe meine Entscheidung getroffen, wie es Argentuelas Wille war. Sie werden sich mit meinem Sohn in das Erbe des Verstorbenen teilen.“ Jan lag wie ein Toter in seinem Sessel. Man hörte kaum sein Atmen. Seine Augen alitzerten. „Sie haben mich gut verstanden, Jan Fock.“ Es kam keine Antwort. Der Oberst ging zu ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Als Testamentsvollstrecker habe ich heute bei dem Notar Argentuelas, dem Senior Requena, Einblick erhalten in die Vermögensverhältnisse des Verstorbenen.“ Er dämpfte seine Stimme ein wenig.„Das flüssige Vermögen beläuft sich auf rund— hören Sie zu, Jan Fock! — auf rund vierunddreißig Millionen Dollar. Dazu kommen die großen Besitzungen in Amazonas und.. * Der Oberst konnte nicht weiter sprechen. Jan Fock sprang auf. Er stieß einen kurzen heisern Schrei aus, der nach Entsetzen und Angst klang. Er umpackte Holligans Schultern, rüttelte ihn und schüttelte ihn. Dann atmete er laut auf, lockerte seinen Griff, und seine Arme sanken berab. Von seinen Lipven kam ein leises klägliches Lallen. Er blieb steif und aufgereckt stehen. Holligan wollte fortfahren. aber Jan Fock begann mit einer veränderten, soröde und brüchig klingenden Stimme:„Ich habe Sie belogen, Oberst Holligan. Ich bin nicht der, für den ich mich ausgegeben habe. Ich din...“ Er hielt inne. weil der Hals ihm trocken war. „Nun?“, fragte Holligan.„Wer sind Sie?“ Jan Fock antwortete heiser flüsternd:„Ich din ein Dieb. Oberst Holligan „Ich verstehe Sie nicht.“ „Ich bin ein Dieb!“ wiederholte Jack raunend. „Hören Sie? Ich habe gestohlen!" „Ich verstehe Sie noch immer nicht!“ Jan Fock ließ sich langsam in den Sessel fallen. aber auch im Sitzen behielt er seine aufgereckte steife Haltung. „Weder Sie, Oberst Holligan, noch der tote Senior Argentuela sollen von mir betrogen werden. Sie werden mir das Erbe nicht zusorechen köngen, weil ich nicht würdig in.“ Er wiederholte zum dritten Male sehr leise:„Denn ich din ein Tieh Der Oberst ging zu seinem Platz am Schreibtisch zurück. „Erzählen Sie!“ Jan Fock, der Dieb, erzählte. Er berichtete von seinem ersten Diebstahl in Miami und verschwieg nichts. Er hatte keinen Cent in der Tasche gehabt, und der Boden von Florida war ihm heiß geworden, nachdem er verhaftet worden war. Da habe er gestohlen und sich gewundert, wie leicht das sei. Er habe ein zweites Mal in San Remo gestohlen und seinen Raub nur deshalb nicht zu Geld gemacht, weil die Frau, in deren Zimmeer eingedrungen sei, Scham und Mitleid in ihm geweckt habe. Er werde ihr den Schmuck zurückbringen, er liege wohlverwahrt in einem Tresor der Banca d'Italia zu Genua. Der Oberst erfuhr auch, was Jan im HermesHaus zu tun gehabt hatte. gehalten. Nun schlug er sie wieder auf. Der Oberst schwieg lange und wartete, ob Jan noch etwas hinzusetzen werde, und als kein Wort der Entschuldigung, der Erklärung oder reuiger Selbstanklage kam, ging er zu dem Schweigenden hinüber und strecktihm beide Hände hin. „Ich danke Ihnen sehr, Jan Fock! Sie haben das Gegenteil von dem erreicht, was Sie zu erreichen fürch. teten: Jetzt lege ich erst recht Argentuelas Erbe mit gutem Gewissen in Ihre Hände, denn ich weiß, Juan hätte nicht anders entschieden als ich.— Sie werden nachk Ihren Begriffen unermeßlich reich sein. Und wenn ich bisher noch Furch. um Sie hatte und meinte. Sie könn en sich vielleicht diesem Reichtum nicht gewachsen zeiger ue Geaeiese, jest bin ich überzeugt, daß Ste lle Verlockungen ebenso überwinden werden, wie Sie sich in dieser Stunde selber überwunden haben. Geber Sie mir Ihre Hände, Jan Fock!“ Jan wollte aufstehen. aber ihm fehlte alle Kraft woer“ wag Ziesar inene dörte nich Schmicc hot a.... Und als Holligan endlich „##emuns:„Würden Sie mir wohl eim Bitte erfüllen, Oberst Holligan?“ „Welche?“ S., herseihen Sie: sa wäre Idnen sehr dankbar, wen: Sie die große Güte häten, mich jetzt allein zu lassen.“ Zonen viate Sue ale. Jan von, denn ich habt Ihnen nichts mehr mitzuteilen.— Wenn Ihnen wieder per Sinn ,danach stebt, eine menschliche Stimme zu # tommen„ie hinunter. Sie finden Rudvart und mich auf der Terrasse. Wir erwarten Sie." paden Sie vielen Dank. Oberst Holligan!“ „Sie haben nichts zu danken!" (Fortsetzung folgt.) Nummer 213 7 Zweites Blatt Herner Anzeiger Mittwoch, den 8. August 1928 Hilfe! Bochum wird größenwahnsinnig. Es rechnet mit 2 Millionen Einwohnern.— Das neue Rathaus ist für 1000 Jahre gebaut.— Ein Stadtverordnetensaal für 300„Abgeordnete".— Eine Schlachthofstadt.— 40 Millionen Mark stehen bereit. Eingemeindungsvorarbeit. Von Bochum kommt erstaunliche Kunde. Wenn man sich das alles anyort, was da über den geplanten Ausbau des Stadtgebietes aufgetischt wird, greift man sich an den Kopf. Man ruft unwillkürlich nach der kalten Dusche, denn so etwas an Größenwahn hätte man Bochum doch nicht zugetraut, wenn man ihm auch viel, sehr viel zutraute. Aber hören wir erst, was geschehen ist. Dieser Tage hat unter der Leitung von Stadtbaurat Diesenbach eine Besichtigungsfahrt der Bochumer Presse stattgefunden, die zu den im Bau befindlichen größeren städtischen Bauten führte. Wir haben den Bericht der Westfälischen Volkszeitung vor uns liegen, aus dem wir unsern Lesern folgende Kostprobe geben wollen. Es heißt gleich zu Anfang: Bringen wir die Bauolitik unseres Bauamtes auf den kürzesten Nenner, müssen wir sagen, daß sie auf die Scheibentheorie des Ruhrsiedlungsverbandes eingestellt ist. Sie trägt der zukünftigen Entwick lung unserer Stadt weitestgehend Rechnung und hat die Größenverhältnisse auf eine Einwohner zahl bis zu zwei Millionen gespannt. Darin liegt natürlich auch schon die Lösung der Eingemeindungsfrage, die, wenn nicht in den nächsten Jahren, so doch bestimmt in zehn oder zwanzig Jahren im Sinne des Ruhrsiedlungsverbandes zugunsten des Interessengebietes Bochum entschieden werden wird. Jetzt weiß man also, unter welchem Gesichtspunkt in Bochum Kommunalpolitik getrieben wird. Er heißt: Interessen scheibe Bochum, 2 Millionen Einwohner, in 10 bis 20 Jahren wird alles in die Tasche gesteckt sein! Glaubt Herr Ruer, daß das alles so einfach mit einem Federstrich geht und daß man sich das sang= und klanglos gefallen läßt? Oder... sollte er bewußt Katastrophen= politik treiben, damit er später finanzstarke Städte und Gemeinden eingemeinden muß, um vor dem Bankrott gerettet zu werden? Man kennt das ja bereits! Aber hören wir, was er seinen Bochumern und den„geliebten" bald„eingemeindungsreifen", Nachbarn bereitet. Da ist zunächst das neue Rathaus. Darüber berichtet die„W. V.“: Trotzdem der Rohbau dieses Repräsentationsgebäudes schon steht, werden die Innenarbeiten noch 1½ Jayre in Anspruch nehmen, so daß das Rathaus erst im Oktober 1930 bezogen werden kann.(Dann ist vielleicht das in Vorbereitung befindliche Umgemeindungsgesetz gerade verabschiedet und zwar— ohne den Riesenappetit Bochums gestillt zu haben! D. Red. d. H. A.) Gewiß soll dieser Bau nicht für die Ewigkeit gemacht sein, man hat ihm aber immerhin eine Festigkeit für 500 bis 1000 Jahre gegeben.(Wir nähern uns wohl wieder dem bürgerlichen Wohlstand des Mittelalters, der auch solche dauerhaften Rathäuser schuf? D. Red. d. H. A.) 1400 Fenster zählt der Bau. Es gibt keinen modernen Großbau, der so viel Fensterfläche aufweist wie das Bochumer Rathaus. Der Stadtverordnetensitzungssaal sieht für 300 Stadtväter Raum und Platz vor.“ Da haben wir's! 300 Stadtväter! Das ist wirklich kein Stadtparlament mehr, sondern der Landtag des Großherzogtums Ruer. Nun dürfte es doch wohl klar werden, daß mit der„Interessenscheibe“ nur ein Staat im Staate gemeint ist. Oder denkt man daran, ein Stadtparlament von diesem Umfange zu schaffen, um jeder Gemeinde und jeder Stadt, die in das neue Stadtstaatengebilde aufgehen soll, reichliche Vertretung zu geben. Das gäbe ja einen Verwaltungsapparat von gigantischen Dimensionen, den zu handhaben einfach ein Unding wäre. Doch hören wir weiter. Man baut in Bochum auch eine Schlachthofstadt. 40 Morgen groß ist das Gelände dafür zwischen Dorstener Straße und Riemker Bahn. Die Gesamtkosten betragen 5—6 Millionen Mark. Die Anlage ist auf 2 Millionen Esser zugeschnitten.„Man sagt nicht zuviel,“ meint die„W. V.“,„wenn man von einer Stadt im Kleinen spricht." In Riemke ist eine Volksschule im Bau, die 520000 M. kosten soll. An der Königsallee, mitten im Hochwald, wird ein Lyzeum errichtet, das 1240000 M. kosten wird. Daneben sind noch eine Reihe anderer Projekte im Stadium der Verwirklichung. Insgesamt soll der geplante Ausbau des Stadtgebietes 40 Millionen M. verschlingen. Was soll man dazu sagen? Ist Bochum wirklich größenwahnsinnig geworden? Glaubt Herr Ruer wirklich, daß die Interessenscheibe Bochum bereit## vollendete Tatsache ist oder auf ihre Verwirklichung zu rechnen ist. Was gibt ihm dazu Veranlassung? Hal er so sichere Zusagen des Verbandsdirektors, daß man schreiben kann, daß, wenn nicht in den nächsten Jahren, so doch bestimmt in 10—20 Jahren die Eingemeindungsfrage im Sinne des Ruhrsiedlungsverbandes zugunsten des Interessengebietes Bochum entschieden werden wird." Oder ist es richtig, daß all diese Riesen=ufwendungen von 40 Millionen der bewußten Katastrophenpolitik dienen, um so Eingemeindungen zur Sanierung zu erzwingen? Man gebe sich in Bochum keinen Illusionen hin, sie könnten recht gefährlich und verderblich werden. Die Abwehrfront gegen diese Art der Großstadtbildung wächst zusehends. Wie eine Lawine schwillt sie an. Die Zentrumspartei, die sozialdemokratische u. die deutschnationale Partei sind grundsätzlich oder im Interesse der Mittelstädte ganz entschieden gegen diese Großgebilde. Alle 3 Parteien haben schon gewichtige Abwehrfronten gebildet. Und aus allen kommunalen Lagern, selbst aus Gelsenkirchen-Buer, kommen Stürme der Entrüstung. Wie es dem Siedlungsdirektor zumute ist, gehi aus einer Zuschrift aus Essen hervor, die durch die Presse gehl, und die besagt, daß der Sturm, der bereits gegen das Gutachten des Verbandsdirektors losgebrochen ist, am Burgplatz in Essen stark beunruhigt hat. Die Jolge war die bekannte Mahnung, zuerst die Veröffentlichung des Gutachtens abzuwarten, bevor man zu ihm Stellung nehme. Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die Entrüstungsproteste, die bereits vor der Veröffentlichung auf Grund der Erklärung Dr. Schmidts im Verbandsausschuß ertönten, recht heilsam waren. Die Zuschrift ist derselben Meinung. Sie schließt:„Dem Siedlungsverband ist es nun nicht unbekannt, wie gewisse Vorschläge von den beteiligten Städten ausgenommen werden, und er kann sich danach einrichten. Andernfalls wird aus dem Sturm möglicherweise ein Orkan, dessen Wirkungen unberechenbar sind.“ Das sollte auch Herr Ruer bedenken, wenn er schon so kühn auf die Interessenscheibe rechnet und auf eine 2-MillionenStadt. Mag er sich sein 1000jähriges Reich ruhig in den schönsten Farben ausmalen und in Machtgefühlen schweigen, darauf aber eine solche Kommunalpolitik aufbauen, heißt die Großzügigkeit in Größenwahnsinn verkehren. Wenn das so weitergeht mit den Riesenstadtprojekten im Ruhrgebiet, dann wird es Zeit, daß ein Machtwort gesprochen wird. Denn so mit sich spielen, läßt das Ruhrvolk nun doch nicht. Herner Marktverkehr. Die wachsende Bedeutung des Herner Großmarktes.— Auch der Wochenmarkt wird größer.— Völlige Neuordnung.— Durch strenge Kontrolle befriedigende Verhältnisse. Es ist ein recht buntes und lebhaftes Treiben, das sich Dienstags und Freitags vor dem Rathause entwickelt. Man muß dieses vielfarbige Bild mit den langen Standreihen und der dicht flutenden Käufermenge beobachtet haben, etwa von der Rathausterrasse aus, um den gewaltigen Umfang dieses Wochenmarktbetriebes richtig bewerten zu können. Bevor aber der Wochenmarkt sich entfaltet, herrscht in den Großmarkthallen ein Handelsverkehr, wie man ihn sich nicht hat träumen lassen. Vor dem Kriege besaß Herne auf dem Neumarkt unter freiem Himmel einen Großmarktverkehr. der unter den Städten des Ruhrgebietes mit an erster Stelle stand. Der Krieg machte ihn zunichte. Als dann später in den Großstädten die Großmarkthallen entstanden, wanderten die Gemüse= und Obstgroßhändler, die vorher den Herner Markt beliefert hatten, nach Essen und Dortmund ab. Erst in diesem Jahre ist auch in Herne eine Großmarkthalle entstanden, die seit Februar im Betrieb ist. Wie groß das Bedürfnis dafür war, zeigte sich schon während des Baues, da vor der Fertigstellung des einen Gebäudes schon ein zweites Parallelgebäude in Angriff genommen werden mußte. In der letzten Stadtverordnetensitzung ist bekanntlich beschlossen worden, auch diesen Bau durch 2 Boxen zu erweitern. Die Ausführung ist jedoch zurückgestellt worden. Die holländische Großfirma Gebr. van Wylick, die diesen Erweiterungsbau mit 14000 M. finanzieren wollte, hat mitgeteilt, daß ihr im Augenblick das Verkaufspersonal fehle und daß sie deshalb von ihrem Angebot zurücktrete, später— wahrscheinlich zum Frühjahr— werde sie darauf zurückkommen. Jetzt sind in den geräumigen je 50—100 Quadratmeter großen 14 Boxen folgende Firmen untergebracht: Boracks aus Herne, Klein aus Düsseldorf, Lupp aus Herne, Kirch aus Herne, Trömpert aus Herne, Sonnet aus Wanne=Eickel, Peter van Wylick aus Venlo(Holland), die Gemüse= und Absatzgenossenschaft, genannt Oga, die nur heimische Produkte unserer Landwirtschaft ohne Vermittlung von Händlern auf den Markt bringt, Sitz in Dortmund; Kapplinghaus aus Dortmund, Wegmann aus Horneburg, Thomas aus Essen und Engelbertz aus Düsseldorf. Die Großhändler zahlen an Pacht pro Quadvatmeter Standfläche 10 Pf. pro Tag und pro Quadratmeter Kellerfläche 5 Pf. pro Tag. Es ist dies das niedrigste Standgeld der Großmarkthallen in dem ganzen rheinisch=westfälischen Industriegebiet. In den Großmarkthallen anderer Städte werden pro Quadratmeter und Tag bezahlt: in Dortmund 15 Pf., in Essen 20 Pf., in Duisburg 20 Pf., in Bonn 20 Pf., in Köln 18—20 Pf. und in Krefeld 30 Pf. Die Herner Großmarkthalle ist täglich geöffnet. Der Hauptverkehr spielt sich in den frühen Morgenstunden, hauptsächlich in der Zeit von 6—8 Uhr, ab. Nicht nur die Boxen, die in ihrer Sauberkeit und massiven Beschaffenheit, besonders durch den steinernen Boden, gute Aufbewahrungsstätten für Gemüse und Früchte abgeben, werden vom Großmarktverkehr in Anspruch genommen, sondern auch der davor befindliche aschenbedeckte Platz. Der Herner Großmarkt ist im Begriff. sich wieder mit an die erste Stelle der Ruhrgebietsmärkte zu rücken. Wie früher die Großhändler von Herne an der Börse in Amsterdam bekannte Persönlichkeiten waren, so nimmt auch jetzt der Herner Gemüse= und Fruchtgroßhandel immer mehr an Bedeutung zu, so daß der Bau der Großmarkthallen, der auch finanziell durch die Art der Verwaltung eine 10%ige Verzinsung und Amortisation abwirft, sich recht segensreich für Herne auswirkt. Auch über den Wochenmarkt ist recht Bemerkenswertes zu berichten. Er litt lange Zeit daran, daß es der kommunalen Polizei an dem nötigen Personal fehlte, um dauernde Kontrollen durchzuführen. Das ist durch die Uebernahme der Sodinger Polizeibeamten anders geworden. Und so hat denn die städtische Polizei, die unter dem Dezernat des Magistratsrats Dr. Cludius steht, sich gerade des Marktverkehrs recht lebhaft angenommen. Ihre Richtlinien hat sie durch die Marktpolizeiverordnung. An Hand dieser Verordnung wird die Ordnung auf dem Wochenmarkt straff durchgeführt. Bereits in den frühesten Morgenstunden macht sich ein lebhafter Verkehr, der vor allem in dem Anfahren der Waren besteht, bemerkbar. Da in den Sommermonaten der Wochenmarkt bereits um 7½ Uhr beginnt, muß bis zu diesem Zeitpunkt der Wochenmarkt durch die Händler beschickt sein. Wegen des starken Marktbesuches wird eine spätere Anfuhr aus verkehrstechnischen Gründen nicht mehr gestattet. Die leeren Fuhrwerke werden in den nichtbelebten Straßen während des Verkaufs auf dem Wochenmarkt aufgestellt und überwacht Eine rührige Tätigkeit entsaltet vor allen Dingen die Gesundheitspolizei. Immer wieder ist die Beobachtung gemacht worden, daß das Indunriegebiet, ein Absatzgebiet minderwertiger Nahrungs= und Genußzmitte! darstellt. Um dem Publikum eine einwandfreie Ware zu sichern, nimmt außer den Polizeibeamten unser Stadttierarzt eine eingehende Kontrolle, die sich vorwiegend auf das Gebiet der Fleischwaren bezieht, vor. Ferner werden hinzugezogen der Kreis=Veterinärrat und vor allen Dingen auch das Chemische Nahrungsmittel=Untersuchungsamt in Bochum. Von dem Leiter des Untersuchungsamtes wurden in dem letzten Vierteljahr hier auf dem Wochenmarkt 57 Proben entnommen. Hiervon mußten 5 Butterproben beanstandet werden. 3 Händler wurden auf Grund der Untersuchungsergebnisse gerichtlich bestraft und 2 verwarnt. Im vorigen Herbst glückte es, einen Wurstwarenhändler zu überführen, der Plockwurst verkaufte, die mit Pferdefleisch durchsetzt war. Diese Plockwurst war in Holstein fabriziert und durch einen Berliner Großhändler hier auf den Wochenmarkt geworfen. Der Berliner Großhändler, namens Knoll, wurde gerichtlich bestraft. Die Bedeutung des Herner Wochenmarktes ist nicht zu unterschätzen. Herne hat den besten Wochenmarktverkehr in der Umgebung. Nicht allein die Bewohner der Stadt Herne, sondern auch die Bewohner aus dem benachbarten Gerthe, Bergen, Riemke, Holsterhausen und RecklinghausenSüd gehören zu unseren Wochenmarktbesuchern. Der Andrang ist mitunter so stark, daß sich die Gänge zwischen den einzelnen Marktständen als zu schmal erwiesen haben. Infolgedessen sah sich die Stadtverwaltung gezwungen, weitere Marktstände auf dem zweiten Marktplatz, zwischen der Freiligrath= und Kronprinzenstraße, aufbauen zu lassen. Der rege Besuch ist vor allen Dingen auf die neue übersichtliche und straffe Organisation in der Aufstellung der Marktstände zu suchen. So sind z. B. die Metzger und die Räucherwarenhändler in einer Reihe aufgestellt. Ferner die Butterwarenhändler, die Käsehändler und die Obst= und Gemüsehändler. Die Händler stehen hier nicht durcheinander, wie man das vielfach auf den anderen Wochenmärkten vorfindet. Die Fischwarenhändler sind abseits auf dem Bürgersteig gegenüber dem alten Bergelmann'schen Hause aufgestellt, und zwar deshalb, weil der Bürgersteig gepflastert ist und somit eine bessere Abspülung nach Beendigung des Wochenmarktes gewährleistet ist. Eine jüngst vorgenommene Zählung der Stände ergab folgende interessante Aufsteilung: Es waren vorhanden: an Metzgern 32, an Räucherwarenhändlern 15, an Butterhändlern 15, an Eierhändlern 30, an Käsehändlern 10, an Fischhändlern 10, an Obst= und Gemüsehändlern 75, an Bäckern 8, an Kurzwarenhänlern 10, an Blumenhändlern 11, an Ständen mit Hülsenfrüchten und Futtermitteln 2, an Samenhändlern 2, an Gewürzhändlern 2, an Händlern mit Schnürriemen 4, an Geflügelhändlern 7, an Selbsterzeugern 48. Die Selbsterzeuger sind eine interessante Erscheinung. Es sind Personen aus Herne und Umgegend, die einen kleinen Garten besitzen und die Erzeugnisse selbst hier feilbieten. An Standgeld bezahlen die Händler, die Fleisch, Wild, Geflügel, Fische, Butter und Käse zum Verkauf ausstellen, pro am 20 Pf., die Händler mit den übrigen Waren pro qm 15 Pf. Nach dem regen Verkehr und nach den Marktständen der einzelnen Händler zu urteilen, hat sich unser Wochenmarkt in dem letzten 1½ Jahr um 40 Prozent vergrößert. Das ist eine recht bemerkenswerte Zunahme. Daß die gesamte Nachbarschaft: Bergen, Riemke, Gerthe, Holsterhausen und Recklinghausen=Süd, trotzdem sie z. T. eigenen Markt haben, doch nach Herne zum Markt kommt, ist recht bedeutsam und wirft ein Licht auf die wirtschaftlichen Beziehungen Hernes zu den genannten Gemeinden. Ja, man kann, so lächerlich es klingt, vom Herner Wochenmarkt sogar in Eingemeindungsbetrachtungen hineinsteigen. Kriminalroman von Hanns Zomack. Copyrioht by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale). Rotgolden schien die Nachmittagssonne über der Riesenstadt Paris. Auf den Boulevards hatte der Verkehr seinen Höhepunkt erreicht. Hunderte von Autos, Omnibussen und Kraftfahrzeugen fuhren dicht hintereinander die langen Straßenzüge entlang, stauten sich an jeder Straßenkreuzung, fuhren dann, wenn der Polizist das Freizeichen gab, wie toll darauf los, um im nächsten Augnblick wieder ebenso plötzlich anzuhalten, wobei die einzelnen Fahrzeuge einander meist in recht bedrohliche Nähe rückten. Die Pariser Autochauffeure dürfen sich jedoch zu den besten der ganzen Welt rechnen; sie sind verblüffend geschickt im Abschätzen von Entfernungen, verstehen derart gut kleine Kurven zu nehmen, und besitzen schließlich eine so bewundernswerte Geistesgegenwart, daß sich in dieser prozentual mit Automobilen am reichsten gesegneten Stadt tatsächlich die wenigsten Unglücksfälle ereignen. Der Pariser geht darum mit einer selbstverständlichen Ruhe über die breiten Straßen der riesigen Plätze seiner Heimatstadt, um die ihn mancher Berliner, Londoner oder Neuyorker beneiden dürfte. Es war Mai. Das frische Grün der Bäume inmitten der langen Straßenzüge bildete einen merkwürdigen Kontrast zu dem pulsierenden Leben und Treiben ringsumher, und verbreitete einen Hauch von Poesie über das Weltstadtgetriebe; jenen Hauch von Poesie, der Paris seine Einzigartigkeit in der Welt sichert, und den ein Maler wie Claude Monet so meisterhaft auf der Leinwand festzuhalten verstand. „Paris hat heute wieder einmal seinen guten Tag“, sagte Professor Claviaux zu seinem Freunde, dem Baron Francois d'Olivier, als sie im Auto den Boulevard d'hausmann kreuzten.„Grace Woermann konnte sich in der Tat keinen schöneren Hochzeitstag wünschen.“ „Allerdings, sie kann zufrieden sein“, versetzte der andere, ich wünsche ihr von Herzen, daß ihr ganzes Leben wie dieser herrliche Maitag sein möge.“ „Ich schließe mich Ihren Glückwünschen ebenfalls ron Herzen an, denn diese junge Engländerin gefällt mir, offengestanden, tausendmal besser als alle jungen Damen unserer hiesigen Gesellschaft. Aber was ich schon vorhin fragen wollte, Herr Baron, wissen Sie vielleicht etwas Näheres über den glücklichen Bräutigam? Hans von Droykemen heißt er doch, nicht wahr? Kann mich nicht entsinnen, den Namen schon einmal gehört zu haben.“ „Ich wußte bis vor wenigen Tagen selbst nichts Näheres über diesen Herrn, bis mir vorgestern der Marquis de Vries eine ziemlich phantastische Geschichte über den Schwiegersohn des reichen Woermann erzählte.“ „Die müssen Sie mir unbedingt auch erzählen, lieber Baron.“ „Gern, wenn es Sie interessiert. Der Marquis sagte mir, der alte Woermann habe von Droykemen in den Spielsälen von Monte Carlo kennnengelernt, wo dieser ungeheuer hoch spielte, und allgemein als reicher Mann verschrien war. Woermann ließ sich mit ihm in ein Spiel ein, im Verlauf dessen er dem jungen Droykemen ein hübsches Sümmchen abgewann, so daß dieser schließlich einen Ehrenschuldschein, fällig bis zum nächsten Mittag, ausschreiben mußte. Er erhob sich dararuf, und verließ mit einigermaßen verstörtem Gesicht die Spielsäle. Woermann ahnte, daß hier etwas nicht in Ordnung sein könnte, und— na, Sie kennen ja das weiche Herz des gutmütigen Engländers— er ging ihm vorsichtig nach. Zur rechten Zeit endeckte er ihn gerade noch in dem Moment auf einer Bank in den Anlagen, als er den Revolver an die Schläfe setzen wollte. Mit einem wohlgezielten Hieb schlug er ihm die Mordwaffe aus der Hand, setzte sich neben ihn, und sagte in seiner bekannten, überlegenen Art, Droykemen solle doch die Kindereien lassen. Wenn er schon kein Geld zur Bezahlung seiner Ehrenschuld habe, so werde er eben den Wisch zerreißen. Und im gleichen Augenblick zog er den Schein aus der Tasche, und zerriß ihn, ohne ein weiteres Wort dabei zu verlieren, in kleine Stücke. Dem jungen Droykemen traten die Tränen in die Augen; er wußte vor Rührung nicht, wie er danken sollte, und beichtete schließlich seinem Wohltäter, daß er überhaupt kein Vermögen mehr besitze, sondern als Glücksritter von Spielsaal zu Spielsaal durch die Welt ziehe. Er habe dieses entsetzliche Leben gründlich satt, aber es bliebe ihm nichts anderes übrig, da er sein Erbteil nun einmal leichtsinnig verschwendet habe, keine Eltern und Verwandten mehr besitze, und sein Studium nicht habe vollenden können. Woermann merkte als Menschenkenner sofort, daß der junge Mann wirklich ehrlich zerknirscht war, und er hatte auch das instinktive Gefühl, daß in ihm ein guter Kern stecke, der leider durch schlechte Eindrücke von außen sich nicht genügend hatte entfalten können. So beschloß er denn kurzerhand, wie es seine Art ist, dem jungen Menschen wieder den rechten Pfad zu weisen, und bot ihm an, er solle mit ihm nach Paris kommen, wo er es in seinem großen Geschäft zu etwas bringen könne, wenn er nur den ehrlichen Willen zu ernster Arbeit besitze. Droykemen schlug begeistert in die dargebotene Rechte Woermanns ein, und schon zwei Tage später fuhren sie zusammen nach Paris. In den großen Eisenwerken Woermanns begann nun Hans von Droykemen als einfacher Bureauangestellter seine Laufbahn. Er arbeitete mit seltener Energie, und eroberte sich bald das Vertrauen seiner Vorgesetzten; durch die äußerst gewandte Beherrschung der deutschen, englischen und italienischen Sprache vergrößerte er noch sein Ansehen, und schließlich rückte er in die Stellung eines Auslandkorrespondenten auf. Aber auch dieses Amt bekleidete er nur kurze Zeit; seine bewundernswerte Tüchtigkeit imponierte den alten Woermann derart, daß er ihn zum Privatsekretär und intimsten Vertrauten seiner geschäftlichen Pläne und Ziele machte. Von nun an verkehrte Hans von Droykemen täglich in dem Hause des Eisenkönigs; er nahm meist mit an den Mahlzeiten teil, fehlte bei keiner Gesellschaft, und wurde dem alten Woermann von Tag zu Tag unentbehrlicher. So mag es denn gekommen sein, daß Grace Gefallen an dem jungen Mann fand, des öfteren mit ihm Tennis spielte, abends musizierte, und mit ihm ausging Eines Tages traten sie schließlich vor den Vater hin, und baten um seinen Segen. Der alte Woermann soll erst nicht besonders erbaut gewesen sein, denn wenn er auch den jungen Droykemen als Geschäftsmann sehr schätzte, so hatte er doch eigentlich andere Pläne mit seiner Tochter gehabt. Außerdem fürchtete er auch, der jungen Mann könne eines Tages doch wieder in sein altes Milieu geraten. Da er es aber nun einmal nicht fertig bringt, seiner über alles geliebten Tochter einen Wunsch abzuschlagen, willigte er schließlich ein; allerdings nicht, ohne den jungen Mann nochmals scharf ins Gebet genommen zu haben. Heute ist nun die Hochzeit; gebe Gott, daß der gutmütige Alte keine Enttäuschung an seinem Schwiegersohn erlebe.“ „In der Tat, eine merkwürdige Geschichte“, meinte der andere nach einer Weile beiderseitigen Schweigens,„Woermann ist doch der großzügigste Gentleman aller englischen Millionäre, die mir bekannt sind.“ „Ja, ja“, nickte d'Olivier leichthin. Das Auto hatte inzwischen den Platz vor der Großen Oper erreicht, und bog nun links in die Rue Auber ein Wenige Minuten später hielt es vor dem Portal eines riesigen, palastartigen Gebäudes. Mehrere Diener sprangen sofort herbei, öffneten den Wagenschlag, und geleiteten die Herren ins Haus. „Kommen wir noch zur Zeit?“ fragte Professor Claviaux einen der Lakaien. „Jawohl; die Herrschaften sind erst vor wenigen Minuten aus der Kirche gekommen, und haben sich noch nicht zur Tafel begeben.“ Gleich darauf eilte ihnen im Bestibül der alte Woermann entgegen, und hieß sie herzlich willkommen. Es wäre schon alles bereit, sagte er, sie sollten nur einstweilen eintreten, die Suppe würde bereits aufgetragen.—— Nach etwa zehn Minuten wurden die großen Schiebetüren zu dem riesigen Speisesaal geöffnet, und die Hochzeitsgäste schritten zur Tafel. Man hörte selbst in dieser durchaus illustren Gesellschaft manchen Ausruf des Erstaunens, denn der große Raum bot heute tatsächlich einen derart feierlichen Anblick, daß er sogar für die verwöhnten Augen der oberen Zehntausend von Paris eine Ueberraschung bedeuten mußte. Der Saal machte den Eindruck eines riesengroßen Blumengartens, nur die kostbarsten und seltensten Pflanzen waren zur Dekoration der Tafel verwendet worden. Dazwischen blitzte das Silber, und blidete mit den Brillanten der geladenen Damenwelt eine wunderbare Harmonie. Fortsetzung folgt. * Was die Preisvildung anbetrifft, so sollen, wie bei einer gestern stattgefundenen Pressebesichtigung des Marktverkehrs versprochen wurde, nunmehr fortlausend die Marktpreise veröffentlicht werden. Es steht nämlich fest, daß die Preisbildung stark von der Kaufkraft der Masse beeinflußt wird. An Lohntagen sind nämlich die Preise — teresse der arbeitenden Bevölkerung tief zu bedauern ist. Auf eins dürften unsere Hausfrauen indes auch mehr achten: auf ihre Geldbörse. Dauernd kommen Diebstähle vor, weil die Hausfrauen ihre Börse entweder oben auf den Einkaufskorb legen oder in die offenstehende Manteltasche stecken oder auf ähnliche Weise zum Wegnehmen des Geldes geradezu an freuen. Wie die Michkontrolle dazu geführt hat, daß aus den betrüblichen Milchverhältnissen in Herne so befriedigende geworden sind, daß Beanstandungen in diesem Jahre überhaupt nicht mehr vorkamen und der Fettgehalt der Milch sich von 2,6 auf 3,3 Prozent steigerte, so ist auch durch die durchgreifende Marktorganisation und Kontrolle ein recht erfreulicher, sauberer und guter Zustand herbeigeführt worden. Wenn unsere Bevölkerung nun selbst noch dazu kommt, daß sie ein Urteil für die größere oder geringere Qualität der Waren gewinnt, es soll daran noch sehr mangeln, so wird unserer Herner Einwohnerschaft mit dem Marktverkehr in vorbildlicher Weise gedient sein. Was zum Schluß die Platzfrage betrifft, so steht fest, daß der Platz vor dem Rathaus auf die Dauer nicht für den Wochenmarkt benutzbar bleiben locken. Hier wäre also etwas weniger Leichtfertigkeit wird. Vielmehr wird man ihn auf den jetzigen am Platze. So können wir uns in Herne eines recht lebendigen, beachtenswerten und geordneten Marktverkehrs Rummelplatz an der Kirchhofstraße verlegen, sobald dort die Aufschließung und Platzgestaltung erfolgt ist. Aus und für Herne 8. 9. 10. 10 Gebote für Fußgänger. Der Jahrdamm gehört dem Jahrverkehr! Verlaß niemals unnötig den Bürgersteig! Geh' rechts, überhole links! Geh' nicht in Reihen nebeneinander! Ueberschreite den Jahrdamm steis rechtwinklig, erst Augen links, dann Augen rechts! Warte ab, bis die Fahrzeuge vorüber sind! Geh' ruhig über den Jahrdamm, bleibe bei Gefahr lieber stehen und sieh' den Jahrzeuglenker an, anstatt hin und her zu springen! Erwarte die Straßenbahn auf dem Bürgersteig! Nicht vorzeitig auf- oder abspringen! Nach dem Aussteigen gehe rechtwinklig auf den rechten Bürgersteig! laßten Wettkämpfe müssen mit möglichster Beschleunigung gestellt werden. Neben dem Deutschen Reichsausschuß kommen für Anträge auf Verleihung der Plakette die Zentralkommission für Arbeitersport= und Körperpflege, sowie andere Stellen(Landespolizei, Reichswasserschutz) in Frage. Anträge sind beschleunigt beim Stadtausschuß für Jugendpflege, Im Schlagenkamp, Zimmer 22, zu stellen. *„* Wirtschaftliches Sparen. Im öffentlichen Haushalt und in der Wohlfahrtspflege. Die Notwendigkeit zu sparen, wird für den Haushalt der öffentlichen Körperschaften wie für den Haushalt vieler Einzelpersonen immer dringender. Je zwingender aber diese Notwendigkeit gegeben ist, um nahme von Westdeutschland, weiter belebt. so mehr gilt es, auf wirtschaftliches Sparen der Stellensuchenden ist allerdings nichte Mahlzeit!“ bedacht zu sein. Mahlzen! Jedermann weiß, wie unverständlich es sein würde, Man kennt Zeitgenossen, die nur eine einzige Gruß= das zur gesundheitsmäßigen Ernährung Notwendige formel auf Lager haben. Ob man ihnen in aller zu beschränken, dafür aber minder notwendige AusHerrgottsfrühe vor dem ersten Frühstück in die Quere gaben unangetastet zu lassen. Viel zu wenig wird läuft oder nachmittags, wenn sie ihr Mittagessen längst aber bedacht, daß dies entsprechend auch für den verdaut haben, ob man ihnen im Theater begeanetlöffentlichen Haushalt, gilt. Auch für die oder bei einem Begräbnis: immer ist ihr erstes Wort öffentlichen Körperschaften ist Inhalt und Ziel ihrer „Mahlzeit!“. Als ob sie zwischen Morgen und Mitter= Arbeit der Mensch, die Erhaltung und Entfaltung nacht an nichts anderes dächten als an die Füllung der äußeren und inneren Menschenkräfte. Wirtschaftihres Magens.: liches Sparen erfordert für die öffentliche Verwaltung Zweifellos gibt es Menschen, die in der Tat kein rechtzeitige und planmäßige Pflege besonders der anderes Problem kennen. Ihnen, die eine Magen erweiterung oder sonst ein Leiden durchs Leben schleppen, sei ihr chronischer Heißhunger in Gnaden verziehen. Wie könnten sie anders! Wovon der Magen leer ist, davon läuft der Mund eben über. Aber es gibt auch andere, die sich nicht mit krankhaften Veränderungen ihrer inneren Organe entschuldigen können, wenn sie permanent das Wort „Mahlzeit" herunterplappern. Diesen Gesunden soll man keine übertriebene Nachsicht angedeihen lassen, vielmehr mit goldener Rücksichtslosigkeit die überflüssigen„Mahlzeiten" abgewöhnen. Was zuviel ist, ist eben zuviel. Uebrigens wird ein Besserungsversuch in den meisten Fällen gar keine Anstrengung kosten. Haben wir es nämlich mit einem normalen Durchschnittsmenschen zu tun, so dürfte es, wenn er uns mit„Mahlzeit" grüßt, meist genügen, ihm leidlich anzüglich einen „guten Appetit“ zurückzuwünschen. Nur ein Dutzendmal, dann ist ihm bestimmt ein Licht aufgegangen, und er gönnt uns nächstens einen„guten Toe“. In schwierigeren Fällen, in denen dieses harmlose homöopatische Medikament nicht wirkt, wird man gut tun, ein stärkeres Mittel anzuwenden und auf„Mahlzeit“ mit einem gut einstudierten geräuschvollen Aufstoßen zu reagieren, um darzutun, daß man's satt hat. Selten wird dieser Behandlungsweise auf die Dauer der Erfolg versagt bleiben. Aber wie schon betont: man habe zunächst stets Gebuld und bedenke, daß man als Kind sich auch nicht von heute auf morgen des Schnullers entwöhnen ließ. Es gibt eben liebgewordene Gewohnheiten, die sich nur langsam ausrotten lassen. Immer aber vermeide man es, das sinnige„Mahlzeit“ da, wo es mit allen Listen nicht auszurotten ist, aber einem täglich hundertmal auf die Nerven fällt, mit Gewalt ausmerzen zu wollen. Mehr oder minder sanfte Watschen wirken zwar oft Wunder und sind an sich durchaus geeignet, Bekehrungen herbeizuführen. Aber die spontan gespendete Lektion könnte dem Empfänger leicht ein Grund sein, zum Kadi zu lausen und uns zu denunzieren. Was aber dann? Möglicherweise wird uns unser Anwalt, wenn er was„los“ hat, vor Gericht durch den Nachweis herausreißen, daß das ewige„Mahlzeit“ einem empfindsamen Menschen ebenso auf die Nerven fallen kann wie die mit Recht so berüchtigte Einladung Götzens. Vielleicht diktiert man uns auch nur einen Tag Haft und gibt uns in Anbetracht unserer bisherigen Unbescholtenheit drei Jahre Zeit, um uns zu„bewähren". Immerhin gibts Scherereien genug, und man sollte es vorziehen, unschöne Sitten ohne Handgreiflichkeiten zu veredeln. In diesem Sinne:„Guten Morgen!" Oder:„Gruß Bott!" „ Verwaltungs= und Regierungsstellen statt der für die Aufgaben der öffentlichen Venwaltung ausreichenden einfachen und straffen Regelung ist unwirtschaftlich und unsparsam. Eine Wohlfahrtspflege, die, selbstverständlich auch unter Vermeidung alles nur irgend entbehrlichen Aufwandes, einer gesunden Entwicklung der Jugend die Wege zu ebnen sucht, die den Gefahren der Arbentslosigkeit durch planmäßige Arbeitsfürsorge begegnet, die der Erholungsfürsorge für Mütter kinderreicher Familien ihr besonderes Augenmerk zuwendet— um nur einige wenige Aufgaben herauszugreisen— handelt wirtschaftlich und sparsam und ist jedenfalls auf die Dauer billiger als die Vermeidung derartig produktiver Aufwendungen. Je größer der Zwang zur Einschränkung der Ausgaben, desto wichtiger ist es, wirtschaftlich zu sparen, und zu diesem Zwecke auch Aufwendungen nicht zu scheuen, die erst im Laufe der Zeit ihre Früchte tragen. „ Das Geld wird wieder knapp. Die Direktion der Landesbank in Münster i. W schreibt uns: Während im ersten Halbjahr Geld reichlich vorhanden war, so daß allen Anforderungen an Kommunalkredit noch in sehr hohen Beträgen entsprochen werden konnte, muß man für den Rest des Jahres mit einer Knappheit rechnen. Es scheint nicht, als ob noch im laufenden Jahre eine Besserung zu erwarten wäre. Es sollte deshalb streng darauf gehalten werden, daß keine Bauvorhaben und sonstigen Pläne in Angriff genommen werden, bevor die Iinanzierung sichergestellt ist. „„* Lebhafte Bewegung auf dem kaufmännischen Stellenmarkt. Sommerliche Geschäftsstille und Konjunkturumschwung traten im Juli in verschiedenen Industrieund Handelszweigen stärker in Erscheinung. Trotzdem blieb nach den Beobachtungen der Kaufmännischen Stellenvermittlung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes das Angebot offener Stellen auf dem kaufmännischen Arbeitsmarkt, mit AusDie Zahl geringer geworden. Für ältere Angestellte hat sich die Lage sogar durch stärkeren Neuzugang an Stellensuchenden bei sehr geringer Nachfrage noch verschlechtert. Die lebhafte Vermittlungstätigkeit ist zum Teil auf den immer umfangreicher werdenden Stellenwechsel ungekündigter Bewerber, die sich in ihrer Ausbildung vervollkommnen und in ihrem Einkommen verbessern wollen, zurückzuführen. Die auf diese Weise freiwerdenden Stellen bedeuten zwar neue, aber keine zusätzlichen Unterbringungsmöglichkeiten für Stellensuchende Die Gestaltung der Wirtschaftslage, neuerliche Betriebszusammenlegungen und Betriebsumstellungen, brachten in verschiedenen Wirtschaftszweigen größere Unser neuer Roman. Seit langem wieder einmal bieten wir unsern Lesern in unserm neuen Roman eine reine Kriminalgeschichte. Kriminalgeschichten haben steis ihren besonderen Reiz. So ist auch der jetzge Roman von einem außerordentlichen Spannungsreichtum. Er trägt den Titel: Schlaswagen Nr. 4 und hat den Schriftsteller Hanns Zomag zum Verfasser. Wir sind überzeugt, daß unsere Leser mit sieberhafter Spannung jede Fortsetzung erwarten werden, um zu sehen, wie die geheimnisvolle Tat im Schlafwagenabteil Nr. 4 aufgeklärt wird. Wir wollen heute nichts von dem Inhalt verraten, um nichts von der Spannung, die über der Ungewißheit des Ausganges und der Aufklärung liegt, vorwegzunehmen. Wir glauben aber, versichern zu können, daß der Roman von der ersten bis zur letzten Zeile jeden Leser ungemein fesseln wird. jungen Menschenkräfte, damit sie, herangereift, vollwertige schaffensfrohe Glieder der Gemeinschaft wer= brachten in beischevenen Wunmetsomt v. v. den und zu deren Fortentwicklung beitragen. Was Kündigungen und Entlassungen. In Westdeutschland diesem Ziele dient, ist wirtschaftlich; Aufwen= sind es besonders Bergbau=, Eisen=, Stahl= und Madungen, die auf diesen Zweck abgestellt sind, sind wirt= schinenindustrie. In Erfurt, Pirmasens und Ebingen schaftlich und sparsam. Je weniger die Aufwendungen des öffentlichen Haushalts unmittelbar oder mittelbar diesem Zwecke zugute kommen, um so weniger sind sie als wirtschaft= reichen württembergischen Betrieben, kurzgearbeitet. lich und sparsam zu erachten. Die Uebersetzung vieler Eine bedeutende Holzhandlung in Freiburg i. Br. Schuhindustrie und in Kassel, Mannheim und Kaisers lautern Metallindustrie. In der Textilindustrie wird in Elberfeld=Barmen, München=Gladbach und in zahl Abänderungswünsche zum Arbeitsschutzgesetz. Stellungnahme der Arbeitnehmergruppe in der Arbeitskammer für den Ruhrbergbau. Bereits im Jahre 1927 hat die Arbeitnehmergruppe der Arbeitskammer für den Ruhrkohlenberg= bau zu einem Entwurfe des Arbeitsschutzgesetzes Stellung genommen. Die Petition der Arbeitskammer gelangte aber infolge der Auflösung des Reichstages nicht mehr zur Behandlung. Inzwischen hat der frühere Gesetzentwurf eine Umgestaltung erfahren. Die Arbeitnehmergruppe hat diesen neuen Entwurf gleichfalls einer eingehenden Durchberatung unterzogen und kommt nach reiflicher Prüfung zu dem Ergebnis, daß der vorliegende Entwurf noch schwerwiegende Mängel und Lücken aufweist und in der jetzigen Fassung ebenfalls nicht geeignet ist, den in Arbeitnehmerkreisen von dem Arbeitsschutzgesetz gehegten Erwartungen zu entsprechen. Die Arbeitnehmergruppe stellt mit Bedauern fest, daß der jetzige Entwurf gegenüber dem damaligen sogar noch Verschlechterungen enthält und den berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer auf sozialpolitischem Gebiet in keiner Weise Rechnung trägt. Die Arbeitnehmergruppe der Arbeitskammer steht auf dem Standpunkt, daß der Entwurf einer weitgehenden Umgestaltung bedarf. Sie nahm daher zu den Hauptpunkten des Gesetzentwurfes grundsätzliche Stellung und schlägt folgende Aenderungen vor: Die Regelung der Arbeitszeit, wie sie der Entwurf vorsieht, bedeutet praktisch die Aufhebung des Achtstundentages. Die jetzige unzulängliche Regelung wird noch verschlechtert und die tägliche Arbeitszeit bis zu 12 Stunden und mehr realisiert. Die Wochenarbeitszeit erfährt nach dem Gesetzentwurf eine unübersehbare Ausdehnung. Die vielen vorgesehenen Abweichungen vom Achtstundentag machen es der Aufsichtsbehörde unmöglich, die DurchTurnerische und sportliche Wettkämpfe am führung des Gesetzes zu überwachen. In der Frage Verfassungstage 1928. vchmerz ae Arbeit. Das Preußische Stoatsministerium hat, wie wir wöchentliche Höchstarbeitszeit auf 48 Stunden bereits berichteten, in seinem Beschluß vom 26. Juni 1928(vgl. Preuß. Besoldungsblatt Seite 234) über begrenzt werden. die Verfassungsseier am 11. August 1928 empfohlen, außerhalb der amtlichen Verfassungsfeier durch An Der Begriff„Mehrarbeit“ ist irreführend, und muß durch das Wort„Ueberarbeit“ ersetzt werden. Etwa notwendig werdene Ueberarbeit regung von sportlichen und anderen Veranstaltungen darf nur für wirklich dringende Fälle, die zwischen den in der Bevölkerung für eine möglichst volkstümliche Tarifkontrahenten zu vereinbaren sind, zugelassen werFeier des Verfassungstages Sorge zu tragen. Die den. Für diese Ueberarbeit muß allen Arbeitnehmern Stadtverwaltungen werden ersucht, die betreffenden in erster Linie der auf die Arbeitsstunde entfallende Vereine zur Abhaltung von Wettkämpfen an diesem Lohn und daneben ein Zuschlag von mindestens 25 Tage zu veranlassen und auch bei den übrigen Jugend- Prozent gezahlt werden. Eine Verlängerung der pflegevereinen geeignete Zusammenkünfte oder Feiern anzuregen. Für bedeutendere sportliche und turnerische Veranstaltungen, deren besondere Beziehung zum Verfassungstage außer Zweifel steht, hat der Herr Reichspräsident wiederum die Ausprägung einer auf die Veranstaltung des Tages hinweisenden Plakette genehmigt. Abweichend von der Uebung der Vorahre sind für die einzelnen Wettkämpfe Mindest= leistungen festgesetzt, die erreicht werden müssen, um bei der Verleihung der Plakette berücksichtigt zu werden. Anträge auf Verleihung der Plakette des Herrn Arbeitszeit durch Schiedsspruch darf nicht erfolgen. Die Arbeitnehmergruppe bedauert ferner, daß die Forderungen der unterirdisch beschäftigten Bergarbeiter in diesem Entwurf keine Berücksichtigung Arbeitszeit kürzer zu bemessen. Bei nassen Arbeiten über und unter Tage ist ferner Schutzkleidung vorzuschreiben. Diese Schutzkleidung ist vom Arbeitgeber unentgeltlich zu liefern. Für Personen, die in Betriebspunkten mit starker Staubbildung, insbesondere Gesteinsstaubbildung und die mit Gesteinsstaubstreuen beschäftigt sind, müssen besondere Schutzbestimmungen erlassen werden. Die Bestimmungen über den Schutz der weiblichen und jugendlichen Arbeitnehmer, über Nachtarbeit und Ruhezeiten, Mutter= und Kinder=Schutz sind unzulänglich. Zum Teil bleiben sie weit hinter den elementarsten Notwendigkeiten zurück. Der Schutz für Jugendliche muß ohne Einschränkung bis zum 18. Lebensjahr ausgedehnt und durch Gewährung von Urlaub ausgebaut werden. Die Sonntagsarbeit muß viel weitgehender, als der Entwurf vorsieht, außer auf die Verkehrsbetriebe und die der Unterhaltung und Verpflegung dienenden Gewerbe, auf die wirklich ihrer Art nach unaufschiebbare Arbeit beschränkt werden. Arbeitnehmern, die durch die Art ihrer Arbeit Sonntags beschäftigt werden müssen, ist dafür mindestens eine 36stündige ununterbrochene Ruhepause in der Woche zu gewähren. Der Sinn des Wortes „Arbeitsbereitschaft" ist genau festzulegen. Als Arbeitsbereitschaft darf nur die Zeit gelten, in der der Arbeitnehmer soweit von dem Betriebe gelöst ist, als er über seine Zeit selbständig verfügen kann. Ferner muß im Gesetz genau festgelegt sein, was unter„durchgehende Betrieve; zu verstehen ist. Die Arbeitnehmer der Arbeitskammer stehen auf dem Standpunkt, daß als „durchgehende Betriebe“, nur die Betriebe zu gelten haben, in denen eine Unterbrechung des Betriebsvorganges auch an Sonntagen nicht in Frage kommt. Auf die in den§§ 45 und 46 vorgesehene Errichtung und Besetzung der Arbeitsaufsichtsämter ist den Gewerkschaften ein bestimmender Einfluß einzuräumen. Die Durchführung der Arbeitsaufsicht muß einheitlich dem Reiche übertragen werden. Die Strafvorschriften in den§§ 26, 38, 44 und 53 genügen nicht. Es muß zumindest gefordert werden, daß in diesen§s das Wort„vorsätzlich“ gestrichen wird. Sofern es nicht möglich ist, auch die Bergarbeiter gesunden haben. Für den Bergbau ist sowohl die unter Tage in diesem Gesetz zu erfassen und für diese Arbeitszeit über wie unter Tage als auch der sonstige ein besonderes Vergarbeiterschutzgesetz geschaffen werArbeitsschutz in dem Gesetze einheitlich mitzuregeln, den soll, wird gebeten, in dem BergarbeiterschutzgeFür die unter Tage beschäftigten Arbeitnehmer darf setz die Belange der gesamten Bergarbeiter sowohl die Schichtzeit einschließlich Ein= und Ausfahrt 7 Stun= über, als auch unter Tage einheitlich zu regeln, da es den nicht überschreiten. In Betrieben unter Tage, nicht angeht, den Arbeiterschutz für den Bergbau in in denen eine Temperatur von 23 Grad Celsius und zwei Gesetzen zu bestimmen. Reichspräsidenten für die von der Stadt aus veran mehr vorhanden ist, sowie in nassen Betrieben, ist die kündigte allen Angestellten; in der Nährmittelindustrie erfolgten Kündigungen in Heilbronn. Den Konzernierungsbestrebungen im Waggonbau soll auch die gut beschäftigte Zwickauer Fahrzeugfabrik anheimfallen. Durch ihre Stillegung würde eine größere Anzahl, hauptsächlich älterer Angestellter und Arbeiter, erwerbslos werden. Mangel an tüchtigen jungen Kräften besteht nach wie vor vielerorts. Besonders flotte Stenotypisten sind gesucht in Hannover, Dresden, Frankfurt a. M. und Stuttgart. In Berlin fehlten Verkäufer für Textilwaren, Teppiche und Autozubehörteile usw. Auch junge Buchhaltungskräfte für moderne Buchhaltungssysteme waren verschiedentlich sehr knapp. Dresden konnten Posten für jüngere Angestellte infolge der gestellten hohen Anforderungen nicht besetzt werden. Der in diesem Jahre stark gestiegene Fremdenverkehr im Rheinland brachte Handel und Fremdenindustrie eine erfreuliche Belebung. Auch in Kiel besserten sich die Beschäftigungsverhältnisse, so daß das Stellenangebot im Juli den Neuzugang an Stellensuchenden überstieg. *** Neue Vorschriften für Briefumschläge. Die Deutsche Reichspost macht erneut darauf aufmerksam, daß nach den Bestimmungen der Postordnung die Absenderangaben sowie die Reklamen des Absenders nur auf der Rückseite und dem linken Drittel der Vorderseite der Briefumschläge angebracht sein dürfen. Ferner müssen Umschläge, deren Rückseite zu Aufdrucken benußt wird, am oberen Rande der Rückseite einen mindestens 2½ cm breiten freien Raum haben, der zur Niederschrift postdienstlicher Vermerke benötigt wird. Für den Aufbrauch von Umschlägen, die über das zulässige Maß mit Aufdrucken auf der Vorder= oder der Rückseite versehen sind, ist eine Frist von 2½ Jahren gewährt worden. Diese Frist läuft am 30. September 1928 ab. Mit einer Verlängerung der Aufbrauchfrist über diesen Zeitpunkt hinaus ist nicht zu rechnen. Die Versender werden daher gut tun, sich nur auf den Aufbrauch vorhandener Bestände an unzulässigen Umschlägen zu beschränken und nicht— wie von den Postanstalten vielfach wahrgenommen ist— Neudrucke herstellen zu lassen, die bis zum 30. September 1928 nicht aufgebraucht werden können. Nach diesem Zeitpunkt müssen Briefumschläge, die den Postordnungsbestimmungen nicht genügen, von der Postbeförderung ausgeschlossen werden. „* Wer zahlt die Heilbehandlung Kriegsbeschädigter? Es kommt immer wieder vor, daß Kriegsbeschädigte, deren Leiden als Folgen von Dienstbeschädigung rechtskräftig anerkannt sind und die damit Anspruch auf Heilbehandlung haben, sich entgegen den Vorschriften über die Gewährung einer Heilbehandlung durch die Krankenkassen nicht an diese wenden, sondern sich privatärztlich behandeln lassen und dann die Kosten dafür dem Versorgungsamt in Rechnung stellen. Davor kann nicht genug gewarnt werden. Nach § 8 Abs. 3 des Reichsversorgungsgesetzes wird die Heilbehandlung einschl. Heilanstaltspflege und der Hauspflege allein durch die Krankenkassen gewährt. Nur in besonderen Fällen kann an Stelle der Krankenkassen das Reich die Heilbehandlung selbst übernehmen. Alle Anträge, die also auf Rückerstattung von Kosten privatärztlicher Behandlung bei den Versorgungsämtern gestellt werden, sind zwealos. Ebenso zwecklos sind natürlich gegen solche ablehnende Bescheide die Rechtsmittel der Berufung und des Rekurses vor den Versorgungsgerichten. Nur wenn zugleich die Dienstbeschädigungsfrage noch nicht genügend geklärt ist, bleibt der Rechtszug der Reichsversorgung offen. Ein solcher. Fall ist z. B. dann gegeben, wenn ein Beschädigter in Unkenntnis des ihm zustehenden Anspruchs sich privatärztlich behandeln läßt und erst später Antrag auf Versorgung und Heilbehandlung bzw. Ersatz seiner bisher schon entstandenen Auslagen steltz. „* * Der Weltspartag 1928. Der Weltspartag ist in diesem Jahre auf Dienstag, den 30. Oktober, festgesetzt worden. Es ist diesmal nicht wie in den Vorjahren der 31. Oktober gewählt worden aus Rücksicht auf die von Religionsgemeinschaften geäußerten Wünsche. * Die Auszahlung der Unterstützung für die allgemeine Fürsorge und die Sozial= und Kleinrentner findet wegen des Verfassungstages bereits am Freitag, dem 10. d. M., statt. Die Knappschaftsrasse, Zweigstelle Friedrichstraße, ist am Samstag, dem 11. August, wegen der Verfassungsfeier geschlossen. * Autozusammenstoß. Gestern nachmittag gegen ½5 Uhr versuchte ein kleines Personenauto, einen Lastwagen, der von der Bochumer Straße in die Hiberniastraße einbiegen wollte, zu überholen. Es kam zu einem leichten Zusammenstoß, wobei dem Personenwagen beide Rader platzten. Das Lastauto kam mit Schrammen davon. * Diedesgut. Beschlagnahmt wurden 51 Kesselroststäbe, etwo 62 cm lang, die wahrscheinlich aus Diebstählen herrühren. Etwaige Eigentümer wollen sich bei der Kriminalpolizei Herne, Mont=Cenis=Straße 10, Zimmer 8, melden. * Ein wilder Autofahrer raste gestern nachmittag die Moltkestraße entlang der Bismarckstraße zu. Um Haaresbreite hatte das Auto Nummer 213 7 Drittes Blatt Herner Anzeiger Mittwoch, den 8. August 1928 Olumpia-Nachgedanken. M. Bromen. Die Tage der olympischen Leichtathletikwettbewerbe sind vorbei, und aus der Unmenge großer Erlebnisse formt sich für den Besucher ein Gesamtbild, ein Endeindruck. Wie's war in Amsterdam? Für den sachlich prüsenden Sportler: Fabelhaft. Für den Deutschen? Erhebend, reich an packenden Erlebnissen, die man nie vergißt! Für den Holland-Besucher? Mäßig und reich an unangenehmen Erscheinungen! von diesen Krause. Bochers Stärke ist der Endspurt, Wichmann hat keinen Spurt, kann aber Tempo lausen. Das Feld zählt 12 Läufer. Also Krause muß sich für Wichmann und Böcher opfern. Er hat es glänzend getan. Wichmann geht sofort nach vorne an die 2. Stelle, verteidigt diese gegen alle Angriffe. Krause liegt neben ihm auf der Außenseite. Unbedingt richtig, jeder Gegner muß um ihn herum und dadurch einige Meter mehr laufen. Bei 800 Meter: Wichmann und Krause sehen sich nach Böcher um. Jetzt hätte dieSportlich ist die 9. Olympiade kaum zu überbieten. ler kommen müssen. 1000 m: Böcher kommt nicht. So viele und so gute Leichtathleten werden so schnell Nervosität vorne. 1200 m: Wo bleibt Böcher? Wichnicht wieder zusammenkommen. Nicht nur die erziel= mann muß mit den anderen losgehen. ten Leistungen, viel mehr noch die Begleitumstände schone Taktik hat versagt! Weshalb? Bei 200 Metern machen Amsterdam für jeden unvergeßlich. Was ist hat Böcher mit dem Nagelschuh eines Gegners einen Pavierform? Nichts, gar nichts! In Amiter= Tritt in die Kniekehle erhalten und läuft nur noch als dam galt mehr denn je das Wort: Hier ist Rhodus, Statist. Wichmann und Krause müssen vergeblich Nicht die körperliche Ueberlegenheit, die warten hier springe! technische Ausgeseiltheit siegte— sondern die stärk sten Nerven! Einige Beispiele: Weightmann=Smith, der ausgezeichnete südafrikanische Hürdenläufer. Im Vorlauf über 110 m=Hürden lief er unangefochten 14,8 Sek., also Weltrekord. Im Zwischenlauf hatte er bei 60 Metern schon gewonnen, unterbot aber, ohne je bedrängt zu werden, den Weitrekord. Er lief 14,6 Sek. Vierundzwanzig Stunden später war er im Endlauf: Fünfter! Er, an dessen Sieg niemand mehr gezweifelt hatte, endete total abgeschlagen auf dem vorletzten Platze. Der Sieger Atkinson lief 14.8; Nerven! Ein Tag Favoritenstellung genügte, und Weightmann war außer Form! 800 m=Lauf. Die Sensation von Amsterdam! Man bedenke: L. Hahn, Martin, Edwards im Endlauf! Dazu Byhlen, der Schwede, der in den Vorläufen gewaltig imponierte. Als einzigster Deutscher: unser Engelhard! Unbeachtet von allen Nichtengländern: Lowe. Hahn und Martin vermutete man als Sieger. Und wie kam es? Beide spielten nie eine Rolle. 400 Meter lang versuchten sie, an die Spitze zu kommen. Es gelang einfach nicht. In der Zielgeraden konnten beide nicht einen Zentimeter schneller werden. Lowe ließ seine Gegner 150 Meter vor dem Ziel einfach stehen! Byhlen und Engelhard gingen mit ihm und belegten die folgenden Plätze. Die anwesenden Deutschen hatten Engelhard höchstens als 5. oder 5. erwartet. Er hat sich selbst übertroffen und eine gewaltige Leistung vollbracht. Es wareiner der schonsten Augenblicke. Wo war Osborn im Hochsprung? Nirgends! Wo war im Speerwerfen der 70=Meter=Mann Penthila? Sechster hinter unserm Schlokat, der uns eine freudige Ueberraschung bereitete. Wo war über 100 Meter der amerikanische Stern Wykoff? Nur Vierter, und zwar hinter Lammers! Auch seine Nerven versagten, denn er ist ein großer Könner! Aber mit 18 Jahren ist es schwer, gegen die Weltelite anzukämpfen. So könnte man in jedem Wettbewerb Versager anführen und wieder andere Teilnehmer, die sich selbst übertrafen. Für den Deutschen war es erhebend schön! Es ist schwer, der Stimmung Ausdruck zu geben, die einen n Amsterdam packte, wenn man in einer deutschen Zeitung las:„nur“ Dritter! Dieses ver.... nur! Jeder Platz in Amsterdam ist eine Großtat! Wer in die Entscheidung kam, hat einen wertvollen Erfolg errungen. Und die Deutschen kamen fast immner in die Entscheidung. Das Ausland schätzt unsere Erfolge gerechter. Englische Zeitungen sind des deutchen Lobes voll! Der durchaus deutschfeindliche„Telegraaf“, Hollands größte Zeitung, sprach erst sehr zurückhaltend, später aber voll Hochachtung vom Können der Deutschen, und auch mit etwas Neid. Die deutschen Teilnehmer haben die Erwartungen der deutschen Olympiazuschauer in fast allen Fällen sehr übertroffen. Eine Ausnahme bilden die Diskuswerfer. Hier gibts keine Entschuldigung. Alle 3: Hähnchen, Hoffmeister und Paulus, taten die beiden ersten Würfe in ihren langen Trainingshosen. 3 Würfe hatten sie, um sich für die Eutscheidung zu qualisizieren. Wir haben laut genug gerufen: Hose aus! Beim 3. Wurf geschah es, und da war es zu spät. Das lange Warten hat sicher alle drei beeinflußt, aber entschuldigen tut es nicht. Wo war der Führer, der ihnen befohlen hätte, sich in dicke Decken zu hüllen und um nichts zu kümmern, bis sie an der Reihe waren? Nervös trabten sie umher, machten Versuche und kämpften sich vor dem Kampf mude. Das war die einzige Entläuschung für die Deurschen. Die Führer!? Wir sahen Waitzer mehrfach. Er kam uns sehr nervös vor. Ehrenvoll war es, daß man Ritter v. Halt in die Oberleitung berief, als die Holländer nicht fertig werden konnten. Er war nachher erfolgreich und unermüdlich tätig. Den deutschen Teilnehmern aber hat er gefehlt. Miller hat als Staxter kolossal Eindruck gemacht. Seine Ruhe und Uebersicht war fabelhaft. Diesen ruhigen Ratgeber mit seiner beruhigenden Art hätten die Teilnehmer nötig gehabt. Ehrenvolle Auszeichnungen sind nicht immer von Vorteil. Allerdings war Millers deutsches Startkommando gut für uns! Deutsches Pech! Fortsetzung folgt. Deutschland 1932 in Los Angeles. Der Präsident des DRA, Exzellenz Lewald, gab am Samstagabend ein Essen, an dem unter anderem Prir., Heinrich der Niederlande, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Graf Baillet=Latour, Baron Schimmelpennink und Mr. Garland, der amerikanische Kommissar für die Olympischen Spiele 1932 in Los Angeles teilnahmen. In seiner Begrüßungsrede erklärte Exzellenz Lewald u. a. das Deutschland alles aufbieten würde, um bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles seiner Bedeutung entsprechend vertreten zu sein. * Das Gesamtklassement im griechisch=römischen Ringen. 1. Deutschland 8 Pkt., 2. Finnland 7 Pkt., 3. Schweden 5 Pkt., 4. Ungarn 5 Pkt., 5. Estland 4 Pkt., 6. Aegypten 3 Pkt., 7. Italien 2 Pkt., 8. Tschechoslowakei 2 Pkt. * Jollen-Klasse Gesamtwertung. 1. Beyn=Deutschland 9 Pkt., 2. Norwegen 10 Pkt., 3. Schweden 10 Pkt., 4. Finnland 14 Pkt., 3. USA 14 Pkt., 6. Dänemark 16 Pkt., 7. Italien 20 Pkt. Radsport. Möller fiegt in Erfurt. Bei den Erfurter Dauerrennen konnte der Hannoveraner Möller seine Qualifikation als Deutscher Stehermeister wiederum gut unter Beweis stellen. In einem Dauerrennen über 20, 25 und 250 Kilometer siegte Möller sicher vor Lewanow, Sawall und Christmann.— Gesamtergebnis: 1. Möller, 2. Lewanow, 3. Saldow, 4. Christmann. * Dederichs Zweiter in Paris. Der Kölner Dauerfahrer Dederichs schnitt bei den Rennen auf der Pariser Buffa recht gut ab. Im 1=Stundenrennen belegte der Kölner den dritten Platz hinter dem Franzosen Bionit und dem Australier Oppermann. Das 10=km=Rennen gewann ganz überraschend der junge Franzose Manera vor Dederichs, Binoit wurde Dritter. Im Gesamtergebnis belegte Dederichs den zweiten Platz hinter Binoit und vor Oppermann. Sport=Neuigkeiten. Leichtathletik. Ein Entscheidungslauf Körnig-Scholz?? Das N. O. C. hat die Absicht zwischen dem Deutschen Körnig und Scholz=Amerika einen besonderen Entscheidungslauf austragen zu lassen, da die beiden Sprinter bekanntlich im 200-Meter=Entscheidungslauf in totem Rennen den 3. Platz belegten. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß man Körnig den 3. Platz zu Kraftsport. Kampmann Vizepräsident der Schwerathleten. Beim Internationalen Kongreß der Schwerathleten, der in Amsterdam tagte, wurde der Vorsitzende des DASV 91, Kampmann=Kassel, zum Vizepräsidenten des Internationalen Verbandes gewählt Boxsport. Müllers Herausforderung an Max Schmeling zum Titelkampf um die Halbschwergewichtsmeisterschaft von Deutschland wurde von der Box=Sportbehörde nach New York weitergeleitet. Schmeling muß bis zum 26. August erklären, ob er zum Titelkampf antreten wird. * Schmelings Handverletzung ließ auch in den letzten Wochen ein ernstes Training des deutschen Meisters nicht zu. Daraufhin hat sich Schmeling von einem namhaften amerikanischen Chirurgen gründlich untersuchen lassen, der eine Operation anordnete, der sich Schmeling unterzog. Er hofft, daß die Ausheilung der Handverletzung nun gute Fortschritte machen wird und daß er bald mit einem ernsten Training beginnen kann. Deutscher Boxersieg in London. Der Krefelder Mittelgewichtsboxer Krüppel kämpfte in London gegen den Engländer Billy Walker und schlug ihn nach 10 Runden glatt nach Punkten Czirson—Rayo am 12. August. Nach den neuesten Meldungen soll der Kampf um die Leichtgewichtsmeisterschaft von Europa zwischen hat es den Anschein, als ob die Städte hier den Rchikonzernwerken den Anschluß an die Leitungen der Ruhrgas=A.=G. nicht, und zwar auch dann nicht ge statten wollen, wenn ein solcher Anschluß wirtschaftlich unbedingt geboten wäre; andererseits aber zeigen die gleichen Städte bei den Preisen für das ihren eigenen Gaswerken entnommene Industriegas wenig oder gar kein Entgegenkommen. Hier würden sich dann geradezu groteske Zustände ergeben. Eine Großstadt des engeren Industriebezirks hat einigen Werken der weiterverarbeitenden Industrie den Anschluß an die im Bau begriffene, unmittelbar an diesen Werken vorbeiführende Hauptleitung der Ruhrgas=A.=G. verweiweigert. Die Werke blieben also, wenn sie sich auf Gasfeuerung umstellen wollen, auf das Leitungsnetz der städtischen Gaswerke angewiesen. Dieses Leitungsnetz ist jedoch für den erheblichen Bedarf der Werke viel zu schwach; es müßte also mit Kosten umgebaut werden, die die Kosten eines unmittelbaren Anschlusses an die nahe Leitung der Ruhrgas=A.=G um ein Mehrfaches überschreiten und die ganz oder zum Teil den Werken selbst zur Last fallen würden Die Preisfrage. Bei Vorhandensein sparsamer, allen technischer Anforderungen genugender Gasöfen ist die Umstellung auf Gasfeuerung moglich, wenn der Preis nicht über die Spanne von 2 bis 3 Pfennig pro Kubikmeter hinausgeht. Wenn demgegenüber von den Gaslieferern in Verhandlungen über die Abgabe billigen Industriegases für Versuchszwecke Preise von 5 Pf pro Kubikmeter schon als äußerstes Entgegenkommen bezeichnet wurden, so wird damit der Uebergang der Gasfeuerung jedenfalls nicht erleichtert. Derartige Preise liegen übrigens weit über denen, die in letzter Zeit über einige Abschlüsse der Ruhrgas=A.=G. bekannt geworden sind und die sich um etwa 3 Pfennig bewegen. Die von den Kammern und Verbänden eingesetzte Technische Kommission hat über die Frage, bei welchen Preisen die Ersetzung der jetzigen Brenn stoffe durch Gas möglich ist, eingehende Untersuchungen angestellt. Diese Untersuchungen bestätigen ebenalls, daß man sich auf Seiten der Gaslieferanten über die Höhe des Industriegases vielfach noch sehr falsche Vorstellungen macht. Landesheimatspiele der Provinz Westfalen in Witten. Die Siegfriedaufführungen— Hebbel, Nibelungen I und II—, die seit dem 16. 6. d. J. auf der Freilichtbühne im Stadtwald Hohenstein regelmäßig Mittwochs und Sonntags jeder Woche unter der künstierischen Leitung von Dr. K. M. Krug stattfinden, haben einen ganz ungewöhnlichen Erfolg. Die Tribüne, die 6000 Zuschauer faßt, war während der letzten Vorstellungen stets bis auf den letzten Platz gefüllt. Es dem Spanier Rayo und dem deutschen Boxer Czirson haben daher schon Sondervorführungen eingelegt weram 12. August in Barzelona ausgetragen werden. Czirson befindet sich schon seit Wochen in einem eifrigen Training. Tunney wird Banklehrling. Der Weltmeister im Schwergewicht, Gene Tunney, erklärte am Dienstag, daß er sich von dem Beruf, dem er seine Millionen verdanke, zurückziehe und im Bankfach von vorn anfangen werde. Mangel an Zufriedenheit haben ihn die Entscheidung leichter ge spricht, da die Zielrichter hier nicht ganz aufgepaßt macht, sich von dem Beruf abzuwenden, dem er zehn haben sollen. Jahre lang angehört habe. den müssen. Nahezu 65000 Zuschauer haben seit Juni d. J. die Spiele besucht. Weit über die Grenzen unserer westfälischen Heimatprovinz hinaus haben die Spiele große Aufmerksamkeit und besonders das lebhafteste Interesse der Kreise wachgerufen, die das Volksspiel wieder zu einem wesentlichen Faktor unseres Kulturlebens machen wollen. Aus allen Teilen Deutschlands, auch aus dem Auslande kommen häufig Besucher. Die Aufführungen während der Schulferien können besonders Vereinen und größeren Gesellschaften empfohlen werden. Auskunft erteilt das Städt. Verkehrsamt, Witten, Fernruf 3941. Die Ferngasversorgung und gewerbliche Verbraucher. Arbeitsgemeinschaft.— Ihre Rechtsfragen und technischen Ergebnisse.— Industriegas und Hausbelieferung.— Besondere Oefen.— Billiges Gas. Die unter Führung der Industrie= und Handelskammer Dortmund in Fragen der Gasfernversorgung von den Handels= und Handwerkskammern der Provinz Westfalen und dem„Verband von Fabrikanten=Vereinen im Regierungsbezirk Arnsberg und in benachbarten Bezirken(e. V.)“ schon vor etwa Jahresfrist gegründete Arbeitsgemeinschaft hielt in Dortmund unter Vorsitz des Präsidenten der Industrieund Handelskammer Dortmund, Dr. Jucho, eine Sitzung ab, in der die Gasfernversorgung eingehend erörtert wurde. Es liegt auf der Hand, daß bei den Verhandlungen, die zwischen den Gaserzeugern(Ruhrgas=A.=G.) einerseits und den Gasverteilern, besonders den Städten und der in Gründung begriffenen Westfälischen Ferngas=A.=G. andererseits über die Abgrenzung der Interessengebiete, Lieferungsbedingungen, Bevorzugung von Konzernfirmen, Wegebenutzungsrecht und andere zwischen den Gruppen strittige Fragen statt finden, die Interessen der Endverbraucher aller Art leicht zu kurz kommen können. Um die Interessen dieser großen Gruppe wirksam wayrzunehmen, hat die Arbeitsgemeinschaft eine Rechts=Kommission und eine Technische Kommission gegründet. In der Aussprache kam zunächst die außerordentliche volkswirtschaftliche Bedeutung der Durchführung der Pläne der Ruhrgas=A.=G. zum Ausdruck. Sie bietet für den BergG. Masf glatt 18 Ser fü- nig 400 mbau die Aussicht, wieder zu einer wenn auch noch 9lig air Btot,#sägnge so bescheidenen Rentabilität zu kommen; den gewerb N.—. 40. kun wam erwag ganz Seltenes lichen Betrieben von der weiterverarbeitenden InduUnd doch war gerade sein Lauf etwas ganz Seltenes. ams gin 1m In den Vorläufen imponierte er durch seine kolossale Anfangsgeschwindigkeit. Bei 200 Metern hatte er arten auf Gasfenerung zin“ oautipigen Geuerung seine Rennen schon gewonnen, konnte 100 m bummeln#n auf Gasfeuerung ein technischer Fortschritt. und im Endspurt überlegen abtraben. Im Endlauf! Bei der Vielheit der Gasverteiler geht es nicht an, lief er ganz anders. 150 m auf Warten! Dadurch daß die Möglichkeit einer einheitlichen allgemeinen machte er gegen Barbutti nichts gut uno mußte im Umstellung auf Gasfeuerung von einzelnen KommuEndkampf den Kurzeren ziehen. Wo war hier der nen durch die Art der Tarifgestaltung, durch FinanzFührer, der Büchner den Rat gegeben hätte, seine An-( zuschläge, künftig für einen Teil der gewerblichen Ver fangsgeschwindigkeit restlos auszunutzen und dadurch vielleicht(!) einem zermurbenden Endkampf auszuweichen? Aber trotz allem: Büchner war groß in Amsterdam, ganz groß! Die 1500 m waren ein ganz schweres Rennen! 3 Deutsche im Endlauf! Sie liefen taktisch hervorragend. Deutschland gegen die anderen! Und weshalb nur ein 4. Plan=, Beschreiben läßt sich dieser grandiose Kampf überhaupt nicht selnden Bilder sind von einem einzelnen nicht zu erfassen und nicht wiederzugeben. Ich sah die Deutschen und die Hauptgegner. Deshalb hier nur, was ich gesehen habe! Die Favoriten waren: Martin. Purje (früher Borg), Ellis und Conger(!). Die Deutschen Jochen Büchner! Lebens! Barbutti ist ihm Er lief die Rennen seines körperlich weit überlegen. baldige Umstellung von Industrie und Gewerbe auf Gasfeuerung möglich gemacht wird. Die fehlenden Spezialösen. Nach der Aussprache über die Gestaltung der Gasverteilung wurde die Ofenfrage erortert, die die von der Arbeitsgemeinschaft eingesetzte Technische Kommission bereits eingehend behandelt hat. Das Gas als hochwertiger Brennstoff erfordert im Gegensatz zu den bisherigen Feuerungsmethoden für=jeden Spezialzweck besonders konstruierte Spezialösen, an denen es aber bei den Gewerbezweigen, die erst jetzt die Gasseuerung einführen wollen, fehlt. Die Notwendigkeit der Einführung von Spezialöfen für die verschiedensten Spezialzwecke, die bei den bisherigen weniger subtilen Feuerungsarten meist mit einer einzigen Ofenart erreicht werden können, erhöht außerordentlich die Anlagekosten einer Gasfeuerungsanlage gegenüber den Kosten für die bisher verwendeten Oefen. Für die Frage, welchen Preis die gewerblichen Verbraucher für Ferngas zahlen können, spielt daher diese Erhöhung der Kapitalkosten eine erhebliche Rolle. Auf Seiten der Kommunen scheint man zu befürchten, daß das Verlangen der Industrie nach Ver billigung gewerblichen Gases nur durch einen Teuerungsaufschlag auf Haushaltungsgas befriedigt werden kann. Für die Provinz Westfalen jedenfalls sind einigte etwa derartige Bedenken nicht berechtigt. Hier wird der Gruppen des Verbrauch von Haushaltgas gegenüber dem voraussichtlichen Verbrauch an Industriegas nur eine ganz untergeordnete Rolle spielen. Es wird niemals möglich, die Abgabe von gewerblichem Gas als Verlust geschäft zu betreiben, da die Verluste dann so groß sein müßten, daß sie durch Zuschläge auf das Haushaltgas garnicht eingebracht werden könnten. Eine allgemeine Umstellung der gewerblichen Ver= Dr. O. Müller braucher auf Ferngas und damit eine Ferngasver- beiden Kursen Führerkurse der katholischen Werkjugend! Alle Erfahrungen in der praktischen Jugendarbeit beklagen den Mangel geeigneter und befähigter Jungführer. Deshalb bemüht sich die katholische Werkjugend schon seit Jahren in regelmäßig wiederkehrenden Kursen, einen Stamm von Jungführern heranzubilden, die befähigt sind, aus Führerverantwortung im Industrievolk tätig zu sein, um die Industriejugend zur aktiven Betätigung innerhalb der katholischen Standesbewegung heranzuziehen. Vom 15. bis 29. Juli fanden im Kettelerheim zu Munster wieder zwei Kurse für Werkjugendführer statt. Die erste Woche war für Anfänger, die zweite für Fortgeschrittene. An dem Anfängerkursus nahmen etwa 60 Jungführer der im Laufe des Jahres neuerstandenen Gruppen aus ganz Westdeutschland teil. Diozesanpräses Dr. Konermann, Münster, eröffnete den Kursus mit einer Aussprache über den katholischen Arbeiterjungen in Familie, Stand, Fabrik und Werk. Am nächsten Tage sprach Diözesanpräses Marx, Paderborn, über das Werden des Industrievolkes, über die Geschichte der Arbeiterbewegung, insbesondere über Ziele und Aufgaben der katholischen Arbeiterbewegung. Der katholische Arbeiter im deutschen Volksstaat und die Hauptaufgaben der Arbeiterbewegung in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur behandelte Verbandssekretär Letterhaus, M.=Gladbach. Der Bildungsmeister der christlichen Arbeiterbewegung, Dr. Röhr, Berlin, gab eine Einführung in das Gebiet der Wirtschaft. Er behandelte die Grundbegriffe der Wirtschaft, die Grundfragen des heutigen Kapitalismus und Sozialismus und zeigte die Ziele der christlichen Wirtschaftsauffassung und die Wege der Arbeiterschaft zu Mitbesitz. Wirtschaftsdemokratie und Verbrauchsethik. Verbandspräses D. O. Müller. M.= Gladbach, sprach über das Programm der katholischen Arbeiterbewegung. Der Kursus der Fortgeschrittenen ver50 Gruppenführer der verschiedensten westdeutschen Gebietes. An mehreren Tagen behandelte hier Dr. Röhr das gegenwärtige Wirtschaftssystem und das Wesen des Kapitalismus. Ueber die Größenordnungen in Volk und Wirtschaft und die soziale Gliederung im deutschen Volk sprach Verbandssekretär Letterhaus, ebenfalls über das Thema zu Mitbesitz und Mitbeteiligung in der Wirtschaft. Am letzten Tage behandelte Verbandspröses die Frage Jugend und Kultur. In gab Verbandssekretär Göbel prakbraucher ausgeschlossen wird. Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft wird es sein, die Interessen der Verbrausorgung, die diesen Namen verdient, ist andererseits tische Anweisungen für die Werbe= und Gruppenarbeit ausgeschlossen, wenn sich nicht die Gaslieferanten den des kommenden Winters Grundsatz vom größten Umsatz und kleinsten Nutzen]- Die Kursisten sanden zu eigen machen. Man hat vielfach den Eindruck, daß meinsamen Gotte####ienst einzelne Gemeinden vor einer Senkung ihres Gas mes zusammen. Eine 9 cher weitgehendst zu wahren. Aus den Kreisen der südostwestfälischen Wirtschaft wurde besonders zum Ausdruck gebracht, daß in der neu zu gründenden*: Westfälischen Ferngas=A.=G. auch die gewerblichen Gasverbraucher Berücksichtigung finden müssen enttarifs deshalb zurückscheuen, weil sie daraus Ausfalle in den Beiträgen ihrer städtischen Werke an den allgemeinen Etat und damit eine Erschütterung ihrer Finanzlage befürchten. Hierbei wird jedoch übersehen, daß eine Tarifgestaltung, die der Industrie die Umum sum vie### sprechend einer Zusage, die d Diese stetig wech= schon vor längerer Zeit gegeben hat. Die Gemeinden, die auch in Zukunft durch eigene Gaswerke die Gasverteilung selbst in die Hand be halten, also die Großstädte im engeren Industriebezirk, werden dem Absatz gewerdlichen Gases ein ößeres Interesse widmen müssen als bisher, damit Provinzialverwaltung stellung auf Gasfeuerng möglich macht, zu einer Steigerung des Umsatzes führen wird, die die bewaren: Böcher, Wichmann und Krause Der schwachste wie in anderen Teilen der Provinz auch hier die alsfürchteten, in einer Uebergangszeit vielleicht auch vorhandenen Ausfälle mehr als ausgleichen wird. Mangelndes kommunales Entgegenkommen. In denjenigen Teilen des engeren Industriebezirks, in denen auch in Zukunft die Gemeinden unmittelbar, die Gaslieferung in der Hand behalten werden, telte ihnen sehr gute En Kulturleben des Münste Reichslehrstätte der Deutschen Ju schließendem Vortrag machte sie m der Deutschen Jugendkraft beka Abende gaben ihnen praktische Ani Feste seiert und wie man die Gruf dieser Seite ausgestalten kann. z. 1 liederabend, ein Arbeitendichterab## terabend. ein lustieer Arbeiterab fassungsseier veranstaltet. Nach Dankfeier trennten sich die Kursist ren in ihre Heimat, an die Stätte ter für die katholische Standesbe sich jeden Morgen zum gen d e r K a p e l l e d e s K u r s u s h e i eihe Besichtigungen vermitzlicke in das Wirtschafts= und landes. Die Besichtigung der schen Jugendkraft mit anden Bestrebungen t. Gemeinsame isungen, wie man narbeit auch nach wurde ein wegung SoltsBergarbeieine Vererhebenden zurück zukeheit, um weizu wirken. Beilage zum Heener Anzeiger Das Kaufen mit den Augen. □ Es ist eine auffällige Erscheinung der Nachkriegsjahre, besonders der Zeit nach der Stabilisierung unserer Währung, daß ein großer Teil aller Schichten unseres Volkes sich beim Einkauf seiner Waren durch das äußere Gesicht der begehrten Artikel beeinflussen läßt. Diese merkwürdige Tatsache erklärt sich zum großen Teile dar aus, daß wir der uns in den knappen Kriegsjahren aufgenötigten Uniformierung und Vereinfachung aller le bensnotwendigen Dinge überflüssig wurden, und nun die Gegenwirkung darauf, die Sucht nach Abwechslung und Aeußerlichkeit einsetzte. Man kann feststellen, daß heute viele Einkäufe erst infolge der eleganten Ver packung und des in die Augen stechenden guten Aussehens der Waren getätigt werden, so daß man mit Recht von einem Kaufen mit den Augen reden kann. Stehen die äußeren Merkmale der eingekauften Waren mit ihrem wirklichen Wert im Einklang, so erwächst dem Käufer kein Schaden. Vielfach aber stellen sich die Umhüllungen teurer, als der Inhalt, den sie bergen: oder, was weit nachteiliger ist, wichtige Lebensmittel werden in ihrem Ausseben manchmal so frisiert, daß ihr Nahrwert dadurch beeinträchtigt wird(übermäßig ausgemahlenes Weizenauszugsmebl, geschliffene Graupen, polierter Reis, geschwefelte ausländische Früchte usw.). Diese Artikel werden vielfach eher gekauft als die weniger gut aussehenden, nicht so bearbeiteten, dafür aber wesentlich nahrhafteren Waren, die zudem für die Hälfte oder ein Drittel des Preises der erstern käuflich sind. Hinzu kommt, daß ein gewissenloser Handel auf diesen Zug der Zeit, dem besonders die Frauen leicht unterliegen, spekuliert und versucht, minderwärtige Waren in anreizender Verpackung auf den Markt zu bringen. Man könnte sagen, es geschieht jedem recht, daß er Schaden leidet, wenn er sich durch äußere Dinge blenden laßt und ohne sorgfältige Prüfung seine Einkäufe be sorgt. Der Handel hat den Nutzen davon. Der gewissenhafte Einzelbändler aber weiß, daß er die Schwächen und die Unkenntnis seiner Kundschaft nicht zu ihrem Schaden und seinem Vorteil ausnutzen darf. Denn er faßt seine kaufmännische Tätigkeit als Dienst am Kunden auf, das heißt, er weiß, daß er seine volkswirtschaftliche Existenzberechtigung nur dadurch nachweisen lann, daß er seinen Kunden beim Einkauf mit erprobten Ratschlägen an die Hand gehen und sie vor Nachteilen schützen muß. Soll er denn auf ein gutes, die Aufmerksamkeit er regendes Aussehen seiner Waren keinen Wert legen? Soll er die nun einmal bestehende Tatsache, daß die Augen beim Einkauf eine große Rolle spielen, unbeachtet lassen? Selbstverständlich nicht, dann wäre er kein tüchtiger Kaufmann. Als solcher muß er darauf bedacht sein, das Interesse des Käufers an seiner Ware durch Darlegung ihrer Eigenschaften in Wort und Bild zu wecken, die Einstellung der deutschen Verbraucher zu studieren und sich ihr einzupassen suchen. Das ist um so notwendiger, als der Einzelbandel an einer starken Uebersetzung leidet— die gewerbliche Betriebszählung vom 16. Juni 1925 ergab eine Zunahme der Handelsbetriebe seit 1907 um 61,9 Prozent— und auf die Dauer nur der über dem Durchschnitt stebende, gewandte Einzelhändler sich wird halten können. Gerade in der geschickten Anpreisung der Waren müssen unsere Kaufleute vom Ausland lernen; doch nicht nur unsere Händler, sondern vor allem auch unsere Obst= und Gemülezüchter haben alle Veranlassung, die Geschäftspraxis ihrer ausländischen Kollegen eingebend kennenzulernen. Warum werden bei uns ausländisches Obst und andere Produkte der Landwirtschaft bevorzug!? Hauptsächlich deshalb. weil die ausländischen Exporteure es verstehen, ihrer Ware ein gutes Aussehen zu geben und sie in ansprechender Verpackung, in sauberen Säcken und Kisten jeder Größe anzubieten. Das Auge erfreut sich an solchen Dingen, und dieser Genuß veranlaßt in vielen Fällen den Einkauf, besonders dann, wenn die Lebensmittel mit besonderer Sorgfalt nicht nur ausgestellt, sondern auch ausgewählt sind, also in jeder Beziehung die Bezeichnung Qualitätsware verdienen. Es ist erfreulich, daß, wie die letzte große landwirtschaftliche Ausstellung in Dortmund; bewies, bereits ein erheblicher Teil unserer Obst= und Gemüsezüchter ihre Produktion auf die Erzielung bester Qualität einstellen und ihre Erzeugnisse zum Leil sogar in behorslich geschatztet Der naung dul Gr. kauf bringen. Der Absatz dieser bochwertigen Erzeugnisse könnte bestimmt gesteigert werden, wenn sich das gerade in Deutschland blühende Genossenschaftswesen mehr als bisber in den Dienst der Förderung des inländischen Lebensmittelmarktes stellte: einmal dadurch, daß unsere landwirtschaftlichen Svezialberufe Genossenschaften bilden oder bereits bestehende so ausbauen, daß durch Erziehung und Unterstützung der Mitglieder die auch für die Lebensmittelerzeugung so notwendige Typisierung und Normierung mit Erfolg durchgeführt werden kann. Zum zweiten wäre es notwendig, daß. um einen sichern Absatz zu erzielen und dadurch das Risiko der Erzeugung auf ein Minimum herabzusetzen. Erzeuger und Händlergenossenschaften Hand in Hand arbeiten. Der Erfolg einer solchen Zusammenarbeit läge in volkswirtschaftlicher Beziehung darin, daß unter Ausschaltung eines bloß auf Gewinn spekulierenden Handels den Verbrauchern einwandfreie und wohlseile Nahrungsmittel zugeführt werden können. So aufgefaßt, würde die Gewohnheit, mit den Augen zu kaufen, nichts Schädliches und Verschwenderisches an ich tragen, sondern auf Erzeuger und Verkäufer den Anreiz ausüben. Höchstleistungen zu erzielen, und damit die Anfuhr ausländischer Erzeugnisse auf den Inlandsmarkt auf ein vernünftiges Maß beschränken. Ein glaubensstarkes Bekenntnis deutscher Der DWAauf seinem 4. Reichsjugenötag. Scharen von etwa 1500 jungen Madchen aus allen Teilen des Reiches, aus Danzig und von der Saar, durchzogen in diesen Tagen mit ihren blau=weißen VAkAWimveln lachend und singend die Straßen der alten Stadt Nüürnberg, in deren Mauern sie sich zum 4. Reichsjugendtag des Verbandes der weiblichen Handels= und Bureanangestellten eingefunden hatten. Neue Kraft zu schöpfen für die Beru'sarbeit, neuen Lebensmut aus innerem Erleben sich zu holen, war der tiefere Sinn der gkänzend verlaufenen Lagung. Sinngebend leitete eine Festvorstellung aus dem 3. Akt der„Meistersinger" am Samstag(14. Juli) die Tagung ein. Ein prächtiges Bild hoffnungsgläubiger deutscher Jugend bot das große Stadttheater, eine glänzende Aufführung boten Nürnbergs beste Darstellerkräfte ihren andächtig lauschenden jungen Zuhörerinnen. Der Sonntagmorgen wurde feierlich durch Gottesdienste in den alten gotischen Kirchen eröffnet. Unter Teilnahme zahlreicher Ehrengäste fand sodann in der künstlerisch aufgebauten, mit Fahnen und Wapven und Wimveln geschmückten Festhalle am Luitvoldhain under Leitung von Else Resting die Arbeitstagung tatt. Als Brucke zwischen heutiger und zukünftiger Getaltung der Organisationsarbeit bezeichnete sie in ihrer Begrüßungsansprache die Jugend des Verbandes. Die Spannung zwüchen Beruf und Leben ist eine der stärksten Spannungen für den jungen Menichen. Das Erbe der Vergangenheit zu erkennen, den Willen zum Berufsbewußtsein zu stärken, ist die sittliche Aufgabe der BAAJügend. Musikalische Darbietungen umrahmten den Vortrag der Reichsjugendführerin Anna Schulze, Berlin, über „Erbe und Vervflichtung der VWAJugen.d.“ Richt nur die äußeren, materiellen Güter des Lebens, sondern die inneren sittlichen Werte des Volkes sind das der Jugend anvertraute, sie vervflichtende Erbe. Nehen dem Erbe des Volkes steht für die Jugend des VWA das reiche Erbe der Vorkämpfer und Führerinnen des Verbandes. So groß die sich immer mehr türmenden Schwierigkeiten im Beruf sind, die Jugend des Verbandes ist voller Glauben und voller Hoffnung. und sie soll es sein. Denn Jugend ohne Hoffnung kann es nicht geben! An Hand der Geschichte des Verbandes zeigte die Reserentin, wie groß der in nahezu 40 Jahren erstrittene Besitz dank des Opsermutes der Führer gewor den ist. Eine gute fachliche Ausbildung, sozialer Schutz (Krankenversicherung. 7=Uhr=Landenschluß. Sonntagsrube, Erholungsurlaub, Altersversicherung, Rechtsschutz. Stellenlosenunterstützung, Kündigungsfrist, Arbeitslosenversicherungsgesetz) und soziale Gleichstellung der Frau, so bei den Arbeitsgerichten und den Versicherungsträgern sind Erfolge der Berufsorganisation. Jugend. Nur wenn die Jugend sich der schweren Kämpfe auf dem Wege bis hierber bewußt ist, wird sie im Stande sein, das ihr anvertraute Erbe zu wahren und fortzuführen. Ein Arbeitsschutzgesetz, ein Berufsausbildungsgesetz, eine gesetzliche Regelung ausreichender Urlaubszeit, vor allem aber die Gleichwertung der Frauenarbeit durch gleiche Entlohnung sind die nächsten Kampfziele. Nie jedoch hat der VWA sein Aufgabengebiet auf die wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder eingeengt. Die ihm anvertraute Jugend zu berufstüchtigen, berufsfreudigen, sittliche gefestigten Persönlichkeiten zu erziehen, siebt er als seine vornehmste Aufgabe an Der begeisterte und dankbare Beifall der Jugend sagte ihrer Führerin, daß ihre Worte in den jungen Herzen aufgegangen sind. Eine offene Singstunde. Volkstänze, ausgeführt von den Jungmädels, und ein Legendenspiel, das die Spielschar des Bayrischen Volksbildungsverbandes mit großem Können zur Aufführung brachte, bildeten den festlichen Inhalt des Nachmittags. Und beim weihevollen Scheine der Abendfackeln, die sich leuchtend in dem dunklen Wasser des Dutzendteiches spiegelten, wurde der von allen Teilnehmerinnen begeistert verlebte Tag beschlossen. Auf der alten Burg von Nürnberg. von der einst das reisige Geschlecht der Hohenzollern seinen Weg in die deutsche Geschichte angetreten hat, versammelten sich am Montag zu früher Morgenstunde die Scharen der Jungmädchen zu einer Morgenfeier. Aus gläubigen Seelen stieg das Dankgebet zum Himmel emvor: Lobet den Herrn Im Turnier beruflicher Wettbewerbe maßen dann die einzelnen Gaue ihr Können in Stenographie. Aufsatz, Buchführung, fremden Sprachen, kaufmännischem Rechnen, Warenkunde. Die Leistungen zeigten durchweg ein außerordentliches hohes Können Die Aussprache des Nachmittags bewegte sich um berufliche Fragen und um das Thema„Jugend und Familie“, über das Sophie Vogel=Stuttgart in tiefangelegter und überzeugender Weise sprach. Sie beleuchtete die Problematik im gegenseitigen Verhältnis der beiden Generationen und forderte eine Sontbese zwischen den berechtigten Forderungen beider Teile. Die Dovvelarbeit in Haus und Beruf belastet die Gesundheit der weiblichen Jugend. Eine neue Gestaltung des Familienlebens, das Verstehen und Geltenlassen muß die Lösung dieses wichtigsten aller Probleme bringen. Katharina Muller=Berlin, die Vorsitzende der RWA, faßte die Gesamteindrücke der Nürnberger Tagung zusammen, die ein voller Akkord im Leben aller Teilnehmerinnen gewesen ist. Und wie Hans Sachs in den „Meistersingern“, die Mahnung ertönen läßt„Verachtet mir die Meister nicht“, so geht auch der Ruf von Nürnberg ins Volk: Verachtet auch den Lehrling und den Gehilfen nicht, der zur Meisterschaft emvorstrebt! Eine Huldigung an dem Albrecht=Dürer=Denkmal, im Scheinwerferlicht der Burg von Nürnberg, gab den weihevollen Ausklang der allen Teilnehmerinnen zum unver geßlichen Erlebnis gewordenen Nürnberger Tagung. Ferien der Hausfrau. Von Elisabeth Huber. einen völligen Umsturz ihres täglichen Arbeitsprogrammes, sondern vor allem auch eine beträchtliche Arbeitsvermehrung. Nur ein verhältnismähig kleiner Teil der werktätigen Bevolkerung kann es sich heute noch leisten, alljährlich eine Erbolungsreise zu unternehmen. Indessen ist gerade heute mehr denn je dafür Sorge getragen, daß jeder einzelne in den verschiedenen Berufen alljährlich seinen Erholungsurlaub erhält. Und reichen die verfugbaren Zinanzen zu einer Ferienreise nicht aus, so freut sich doch jeder in der Familie auf den alljahrlichen Erbolungsur laud, wie die Kinder auf die Schulferien, mit Ausnahme — der Hausfrau! Und mit Recht. Die Hausfrau siebt den kommenden Genüssen mit gemischten Gefühlen ent oegen. Ferien der Femilie bedeuten für sie nicht nur Der Urlauber will zunächst selbstverständlich erst einmal gründlich ausschlasen, ebe er sich morgens zum Früh stück einfindet. Diese Gründlichkeit raubt aber erfahrungsgemäß der Hausfrau allein schon sehr viel Zeit. Denn gerade die Unmenge von Arbeit, die der Vormittag mit sich bringt, erfordert eine promote Abwicklung nach der Uhr. wenn alles seine ordnungsmäßige Erledigung sin den soll. Nur in den seltensten Fällen läßt es sich so ein richten, daß sämtliche Glieder der Familie zur selben Zeit in den Genuß der Ferien treten. in welchem Falle allgemein eine spätere Frühstücksstunde angesetzt werden könnte, und so zeigt sich schon hier für die an und für sich geplagte Hausfrau ein unerwünschtes Mehr an Arbeit in Form eines zweimal aufzutragenden Frühstücks. Bekanntlich trägt so ziemlich jeder Mensch das Verlangen in sich, etwas zu„treiben“, so auch der Ferienkandidat. Ergo— morgen früh um vier gebt es in die Berge! Wer schlepot Proviant derbei und füllt den Rucksack? Wie man nur fragen kann, das ist doch ganz selbstverständlich Sache der Hausfrau! Und auf die Weck uhr ist auch kein Verlaß. Nach gemachten Erfahrungen sunktioniert sie entweder überhaupt nicht, oder man war wieder selig eingeschlafen, als der letzte Refrain:„Nerrrr“ verklungen war. Jedenfalls ist es zuverlässiger, man läßt sich um drei Uhr heraustrommeln— von der Hausfrau! Und so geht es fort und fort das ganze Jahr hindurch. Hunderte und Tausende solcher„Kleinigkeiten“. die man der Hausfrau das Jahr bindurch so„nebenbei“ noch zu ihrer täglichen Arbeit aufbürdet, reiben sich zu einem endlosen Ganzen. Und diese Hausfrau sollte kein Anrecht auf Ferien haben? Doch, aber es läßt sich nicht einrichten. Wo ein ehrlicher, guter Wille ist, wird sich gewiß auch ein Weg finden. Gewiß wird es nicht immer leicht sein. die Frage der Ferien für die Hausfrau zu lösen. Vor allen Dingen dürfte es kein einheitliches Rezept geben, wonach man in dieser Hinsicht verfahren könnte. Es ist dies vielmehr eine Angelegenheit, die einer absolut individuellen Regelung bedarf, da so ziemlich jede Hausfrau eine Maschinerie — gewöhnlich Haushalt genannt— bedient, die von den übrigen in den verschiedensten Punkten abweicht. Trotz dem gibt es aber auch in punkto Ferien der Hausfrau Fingerzeige, die beachtenswert sind. Die Hausfrau, deren Arbeit jahraus jahrein von ihren Angehörigen dankbar geschätzt und anerkannt wird, dürfte es am leichtesten haben, Verständnis dafür zu finden, daß auch sie einmal der Erholung bedarf. Kann man sich keine Erholungsreise erlauben, so werden sich etwa vorhandene größere Töchter sicher eine Freude daraus machen. die Mutter einmal für kurze Zeit zu vertreten. Will es mit der Kochkunst der Vertreterin noch nicht so recht klappen. so läßt es sich sicherlich einrichten, daß während der Ferien der Hausfrau die Hauptmablzeiten außer dem Hause eingenommen werden. Kleine Gerichte. kalte Platten, Salate usw., können indessen größere Mädchen — wenn nötig nach der Mutter Diktat— bestimmt herstellen; und sie werden stolz darauf sein. Hausmütterchen spielen und ihre Kunst zeigen zu dürfen. Das Lob der Angehörigen wird sie immer mehr und mehr ansvornen. Jeder, der dazu gezwungen ist, das ganze Jahr hindurch stundenlang vor jeder Madlzeit die verschiedenen Küchendämpfe einzuatmen, ganz abgesehen von den unzähligen Wanderungen kreuz und quer durch die Küche, wird es am besten selbst ermessen können, welch, große Erleichterung und Befreiung es für die Hausfrau schon bedeutet, wenn sie einmal für Tage wenigstens obne vorheriges Zusammenstellen von Speisezetteln. Hasten und Jagen sich an den gedeckten Tisch setzen darf und von lieber Hand bedient wird. Wo aber die Hausfrau womöglich unter den Nörgeleien ihrer Angehörigen zu leiden bat. ihre Arbeit stets kritisiert und bemängelt wird. die Mablzeiten angeblich immer die unmöglichsten Fehler aufweisen, da kann man der Hauskrau nur den einen dringenden Rat geben: sich unbedingt für eine gewisse Zeit vom Haushalt ganzlich loszulösen und wäre es nur zu einem Aufentbalt bei Verwandten. O. wie schmecken Mutters Pfannkuchen wieder so gut, und nur sie allein kann den Salat richtig anmachen, wenn sie von ihrem Ferienaufenthalt wieder zurückkommt. Die abgetrennten Knövfe werden auch wieder angenäht und in den Betten liegt es sich wiede: viel besser, seit Mutter sie gründlich geschüttelt und gerüttelt hat. Alles Dinge, die man vorher gar nicht meb: beachtete, die man für selbstverständlich nahm. Die Ferien haben hier der Hausfrau also nicht nur Erholung gebracht sondern ihr zugleich auch zur Wertschätzung ihrer Arb: verholfen, was oft sehr dringend nottut. Alles in allem sollte es sich jeder der Familienangehörigen zur moralischen Pflicht machen, seinen Teil dazu beizutragen, um es zu ermöglichen, der Hausfrau wenigstens alljährlich einige Tage der Erholung und Entspannung zu sichern. Die Hausfrau bedarf unbeding: alljährlich wenigstens einige Tage der Ruhe, um sich ihre Gesundheit zu erhalten und dies wiederum zum Besten der Familie. Kath. Mütter=Erholungsheim zu Maldliesborn. Vor einiger Zeit wurde zu Bad Waldliesborn in der Nähe von Livostadt das St.=Anna=Mütterheim eingeweiht. Das Beispiel des Verbandes der katholischen Müttervereine des Erzbistums Köln mit dem Mütterheim zu Rhöndorf am Rhein hatte den entsprechenden Verbänden der Bistümer Münster und Paderborn schon seit längerer Zeit den Gedanken nahe gelegt. ein ähnliches Unternehmen ins Leben zu rufen. Seit Jahreswende nahmen die Gedanken die festere Form von Planen an: das Suchen nach einem geeigneten Platz und einem geeigneten Hause führte zusammen einmal mit dem Eigentümer eines neu erbauten Kurhauses in Waldliesborn. sodann mit der Verwaltung des westfälischen Landesfürsorgeverbandes. Der erstere suchte einen Käufer oder einen Pächter für sein Haus, der letztere suchte durch eine systematische Erholungsfürsorge für nichtversicherte linderreiche Mütter der wirtschaftlichen, gesundheitlichen und erzieberischen Verwahrlosung von Familien und Kindern vorzubeugen. Die Müttervereins=Diözesannerbände von Münster und Paderborn, gemeinsam mit den beiden Diözesan Karitasverbänden und dem Verein„Künderbilse". der vor etwa 10 Jahren zu Waldliesborn eines der ersten Kindererbolungsheime einrichtete. bildeten eine eneue Organisation. den Verein„Mütterbilfe“. der als Rechtsträger das neue Kurhaus vachtete und die Ausstattung vollendete: der Landesfürsorgeverband gab an alle Bezirksfürsorgeverbände, der Provinz die Anregung. sich der erholungsbedürftigen kinderreichen nichtversicherten Mütter anzunehmen, indem er bei je vierwöchigen Kuren für sich einen Tageszuschuß von 1.50 RM. gewährleistete, wenn der zuständige Bezirksfürsorgeverband einen Zuschuß von je 1.— RM. leistete und die freie Liebestätigkeit oder die Familie selbst den Rest ausbrächte. Die Landesversicherungsanstalt hatte schon früher ein ähnliches Anerbieten gemacht bezügl. der kinderreichen erholungsbedürftigen Ehefrauen von Versicherten So konnte man daran gehen Schwestern für das Haus zu gewinnen: dankenswerter Weise haben die Franziskanerinnen von Olve. die in Waldliesborn schon zwei Kindererholungsheime versorgen, tron des Schwesternmangels drei Schwestern für das neue Unternehmen zur Verfügung gestellt. Zu Anfang Juni konnten sie Einzug halten. während noch Maurer. Schreiner und Anstreicher im Hause tätig waren. Die Anregung des Landesfürsorge verbandes hatte soviel Anklang gefunden, daß schon bald auch die ersten Frauen als Gäste des Hauses kamen: etwa von Mitte Juni an waren schon alle 30 Plätze besetzt. Die Einweibung des Hauses wurde für den? Juli festge setzt. Nachmittags nach 3 Uhr kamen die Vertreter der oben genannten Organisationen, mit ihnen der Hausarzt aus Livpstadt. in das festlich geschmückte Haus empfangen von den C westem. die sich für diesen Tag Hilfe gebolt batten bei ihren Mitschwestern in den beiden Kinderheimen. und den freudig gestimmten 30 Müttern. Domkapitular Surmann, der Diözesan=Mütter=Präses von Münster hielt eine kleine Ansprache. in der er vom kirch lichen Fesicharakter des Tages ausgebend die Bedeutung der Mutter und der Sorge für ihre Gesundheit hervorhob, allen dankte, die zum Entstehen dieses neuen schönen Karitaswerkes beigetragen hatten, und Gottes Segen herabrief. Wahrend er dann weihend durch die Räume des Hauses schritt. beteten die Insassen und Gäste des Hauses die Muttergotteslitanei. Nach dieser schlichten kirchlichen Feier vereinte, ein festlicher Kaffee die An wesenden: Gedichte und Lieder wiederholten und unterstrichen nochmals die Gedanken der religioten Feier Währenddessen konnten wir die einzelnen Räume des Hauses kurz in Augenschein gehmen: das Bureauzimmer der Schwester Oberin gleich neben dem Eingange.## Besuchszimmer gegenüber, die geraumige Küche mit Vorratsräumen im Untergeschoß, einen großen Tagesraum im ersten Obergeschoß, darüber eine Veranda die noch mit Liegestühlen ausgestattet werden wird. und dann die bübschen, frischen Zimmer der Erholungsgäste es stehen solche mit 1. solche mit 2 und wenige mit 3 Betten zur Verfügung: in allen Zimmern ist fließendes Wasser; die Ausstattung ist einfach. aber solide und gut ausreichend. Die Zimmer werden verteilt nach Anweisung des Arztes. Unterschiede im Preise werden nicht gemacht. Den Speisesagl, batten wir schon„gesehen; in ihm stehen nicht lange Tische, sondern der größte Tisch ist bestimmt für 6 Frauen. die übrigen verteilen sich zu je 4 auf kleine Tische. Dann gingen wir noch. die Umgeb##rg des Hauses zu besichtigen: es liegt an einem Seitenwege etwa 100 Meter entfernt von der großen Provinzialstraße Livpstadt=Wiedenbrück, wenige Minuten entfernt von dem Badehause und der Eisenbahnhaltestelle, ist umgeben von einem Garten. der sicherlich bald ein anderes, Aus. sehen haben wird. nachdem die Schwestern erst einmal das Haus ganz in Ordnung haben. Unmittelbar an den Garten schließt sich ein kleiner Wald, der den Insassen des Mütterheims zu Svaziergängen freigegeben ist Waldliesborn ist noch nicht lange bekannt: erst kurz vor dem Kriege wurde dort eine starke Solquelle erdohrt, die sich als beilkräftig erwies für mancherlei Leiden: der anfängliche Plan. eine Art Luxusbad daraus zu machen. scheiterte: nur noch„Ruinen“ des begonnenen großen Kurbauses zeugen von diesem Plane. So sird es durchweg stille, ruhige Menschen, die in„Waldliesborn Heilung und Erboluna suchen: die Landschaft ist eben und stellt an die Kräfte der Spaziergänger keine großzen Anforderungen: andererseits bietet sie mit Aeckern. Weiden. Wäldern angenehme Abwechslung. und in der blauen Ferne grüßen Haarstrang und Teutoburger Wald. Da liegt das Erholungsheim für die erholungsbedürftigen schlichten Frauen am richtigen Platz. Die ausgekäumte fröhliche Stimmung aller am Einweihungstage war sicherlich nicht allein dem festlichen Charakter dieses Tages zu danken, sie zeugte auch davon, daß die Mütter die schon 14 Tage bis 3 Wochen dort waren. sich wohl fühlten und sich gut erholten im schönen St.=AnnaMütterbeim zu Waldliesborn. Möge viel Segen ausgehen von diesem neuen Werke katdolischer Liebestätigkeit und sozialer Fürsorge! „Mürbegebäck“. Von Hertha Ludwig. Tortelettes. Was braucht man? ¼ Pfund Butter, ¼ Pfund Zucker, ½ Pfund Mehl, 2 Eidotter, einige Scheiben Angnas. Wie macht man es? Butter, Zucker und Mehl werden zu einem ziemlich festen Teig verarbeitet, ausgerollt, und mit einem Weinglas Plätzchen ausgestochen. Von dem Rest des Teiges walkt man runde schmale Ränder, setzt diese auf die Plätzchen und gibt das Gebäck in den mittelbeißen Gasosen. Man füllt die Tortelettes mit Angaasscheiben, welche so groß sind, daß sie den Hohlraum zwischen den Rändern des Gebäcks ausfüllen und verziert die Kuchen mit Schlagsahne. Erdbeercharlotte von Mürbeteig. Was braucht man? ½ Pfund Mehl, ¼ Pfund Butter, Zucker, 2 Gelbeier, 1½ Pfund gutgezuckerte Erdbeeren, 1 Pfund Biskuit, 2 Glas süßen Wein. Wie macht man es? Mehl, Butter, Zucker, Gelbeier werden zu einem Teig verarbeitet, der Boden einer Dunstform und auch die Seitenwände gitterartig mit Teigstreisen ausgelegt; eine Schicht in Wein gelegte Siskuit werden obenauf gegeben und abwechselnd mit Erdbeeren wird die Form in dieser Reihenfolge gefüllt. An Stelle der letzen Schicht Biskuit gibt man einen Deckel von Mürbeteig auf die Charlotte und bäckt sie in maßig gebeiztem Gasofen langsam gar. Die österreichischen Gourmets auf dem Aussterbeetat. Die guten Qualitäten der Wiener Küche sind ebenso sprichwörtlich wie die Pariser Gaststätten. Der Unterschied der beiden Küchen besteht nur darin, daß die Pariser ein schmackhaftes und besonderes Essen als Selbstverständlichkeit nehmen, während der Oesterreicher sich seine Kochkunst als einer Ueberlegenheit in fast unangenehmer Weise rühmt, wo er auch im Ausland weilen mag. Um so mehr gibt die Tatsache zu lebhaftem Erstaunen Anlaß, daß die Köche Osterreichs ein Preisausschreiben zur Neubelebung der gastronomischen Kunst veranstaltet haben. Das Thema des interessanten Wettbewerbes lautet„Kochkunst in Oesterreich“, und die Beteiligung an dieser Ideenfrage war sehr lebhaft. Vor einigen Tagen erfolgte die Prämiierung der drei besten Arbeiten, deren jede auf originelle Manier wertvolle Aufschlüsse über den Stand der heutigen österreichischen Küche geben. Die Verfasser der preisgekrönten Aufsätze beschäftigen sich mit allen aktuellen kulinarischen Tagesproblemen und kommen übereinstimmend zu dem Resultat, daß die Kochkunst vergangener Zeiten auf einem höheren Niveau stand als in der Gegenwart. Diese bedauerliche Tatsache hat ihren Ursprung jedoch nicht in einem Verschulden der Köche, sondern an dem mangelnden Interesse der Konsumenten. Er scheint, als sei die Generation der Gourmets im Aussterben, weil in unserm Jahrhundert das Essen eine untergeordnete Rolle svielt. Der heutige Mensch konzentriert seine Anteilnahme auf die politischen oder literarischen, sportlichen oder tänzerischen Ereignisse des Tages so sehr, daß ihm die Stillung seines primitiven Hungergefühls nur eine unumgänglich notwendige Funktion bedeutet. Er stellt geringe Anforderungen an geschmackliche oder ernährungstechnische Voraussetzungen, wenn ihn nicht seine Gesundheit zu einer besonderen Diät veranlaßt. Besonders geistige Menschen empfinden oft das Essen als lästige Unterbrechung ihrer Gedankenarbeit, dem sie sich am liebsten durch ein intensiveres Rauchen entziehen. Der Anspruch der großen Mathematikerin Sonja Kowalewski, die sich statt der Mahlzeiten die Erfindung einer sättigenden Pille wünschte, zeigt am treffendsten die grenzenlose Gleichgültigkeit vieler Geisteskavazitäten gegen die Gastronomie. Natürlich sind die Gourmands noch immer vorhanden. aber die Gourmets scheinen auf dem Aussterbeetat zu stehen. Verständlich, weil zu der Kultiviertheit eines seinschmeckerischen Essens große Geldmittel gehören. Und dieweil Oesterreichs Finanzen zeitig außerordentlich schlecht stehen, bört auch der Luxus einer Gourmandise allmählich auf. Der Koch muß sich also auf moderne Gastronomie umstellen und vermeiden, wie es früher als Besonderheit galt, dem Gast rätselhafte Gericht vorzusetzen. Auch in der Kochkunst sollen die neuzeitlichen Errungenschaften der„neuen Sachlichkeit“ angewandt werden und die Speisen können ohne endlosen Zierat, überflüssige Beigaben und nicht eßbare Dekorationsbehelfe serviert werden. Auch ein Abbau des Speisekartenumfanges wäre wünschenswert, um dem Gast die Wahl zu erleichtern, und die Wild=, Fisch= und Geflügelgerichte, die man in den letzten Jahren um der Nationalspezialitäten: Eierspeisen. willen. ein wenig vernachlässigte, sollen fortan mit erneuter Aufmerksamkeit in das Speiseprogramm aufgenommen werden. Die Vorschläge der Preisträger werden nun in die Lat umgesetzt und vielleicht bewirkt diese Reform eine Verseinerung des österreichischen Gaumens und ein Entstehen neuer Gourmets Scherz- und Rätsel-Elte. atg m Auf Reisen. Muller und Meier kommen im Wartesaal des Bahnhofes Friedrichstraße miteinander ins Gespräch. „Herrlich, das Reisen,“ sagt Müller.„Erst wenn man derauskommt, merkt man, wie schön die Welt ist. Anderswo ist der Himmel klarer, die Luft reiner, die Menschen sind besser und freundlicher, kein Klatsch und kein Tratsch stört einen. Welcher Unterschied!..“ „Sie haben recht. Auch das Bier ist besser... und überhaupt...“ meint Meier tiessinnig.„Wobin reisen Sie denn?" „Von Königsberg nach Köln. Und Sie?“ „Von Köln nach Königsberg“ * Aus der Schule. „Na, na— Franz Krüger, hast du deinen Geschichtsaussatz wirklich auch ganz allein gemacht?“ „Ganz gewiß, Herr Ledrer,— bloß bei der Ermordung Cäsars bat mir mein Bruder gedolfen.“ * Beuder Straubinger. „Ader lieder Mann, warum betteln Sie? Im gächsten Ort werden noch Ardeiter für den Dammbau gebraucht!" „Besten Dank für den onnweis, Herr. Ich werde ven Umweg machen!“ Das ist die Frage. „Den alten Herrn, den Sie an der Bahn abbolen allen, werden Sie an seinem schwankenden Gang erkennen!" „Wenn er nun aber gerade nüchtern ist, gnädige Frau“ * Annäderung. Wie hast du denn deinen Bräutigam kennen geern?“ „Ach! Es war dimmlisch! Ich trat ihm im Ge cange auf die Füße, und da sagte er„Lauseiunge" u nit.“ * Verierbild Schippen aus, so gewinnt Mittelhand Kreuz=Wende mit Schwarz; spielt aber Vorderhand Herz aus, so gewinnen die Gegner mit 82 Augen. Wie sind die Karten verteilt und wie wird gespielt? * Drollige Wirkung. # * PüTR Statausgade. Der Soieler in Mitteldand erhalt folgende Karten: ·###T Die Buchstaben sind so zu ordnen, daß die wage rechten Reiden ergeben: 1. Frodsina, 2. Entwertungszeichen. 3. Familienname einer unglücklichen Liebe Goetdes, 4. männlicher Vorname, 5. Gliederreißen. 6 Gottseidank, 7. weiblicher griechischer Vorname, 8. Pelzwerk. Wenn man von der Soitze der Fiour hinunter und dann die gekennzeichnete Reide schräg nuch unta: links gebt und dann wieder von der Spitze binunter und dann die Reide schräg nach unten rechts benunter gebt, erhält man etwas, dessen Wirkung durch die Zeichnung angedeutet wird. Kreuzworträtsel. Aagerecht: 2. Augendeckel, 5. Kampfplatz in Frankreich im Beltkriege.§. Stadt in Palestina, 9. weidlicher Vorname in Koseform, 10. Muttertier. Senkrecht: 1. landwirtschaftliche Ausstellung, 3. nordfriesische Insel, 4. Maltazucker, 6. Zu Ende. 7. Richt weit. *—— Quadratratsel mit Mitteldragonaten Er reizt auf Wendespiel(Tournee). Vorderband und Hinterband vassen. Mittelband wendet Kreuz Konig und findet noch Kreuz=Bube, sie drückt Schioven Zedn und Herz Acht. Vorderband bat zwei Trumpse und in Schiopen und perz die gleichen Karten. insgesomt. 27 Augen in ibren Karten. Spielt Vorderband Gleichungsrätsel. Baumwollengewebe— unterirdischer Weg- englischer Seeheld— Haustier+ Baum am Libanon— Himmelskörper+ trübes Wetter— Blutbahn+ indische Münze — Stelle am Leib= 0. Bei richtiger Lösung heben sich die einzelnen Silben der mit+ bezeichneten Wörter und der mit— bezeichneten Wörter gegenseitig auf. * Auflösung der Rätsel in der nächsten Sonntagsnummer. * Auflösung der Rätsel aus Nummer 85. Auflösung der Schachaufgabe. 1. Dc3— b2 1. L b5 n. c 4 2. O b2— bs 2. Kc5n. d 4, Lc4— b 5 3. D b8—e 5,— a 7,— b 4 Matt. oder anders. * Auflösung des Kreuzworträtsels. * 2 3 4 Die Buchstaben sind so zu ordnen, daß man wagerecht Worter von folgender Bedeutung erhalt: 1. französische Insel, 2. ebrende Worte für einen Toten, 3. Käsesorte. I. Teil eines Nutzgartenbetriebes, 5. Teil einer Nähmaschine, 6. eine Missetat wiedervergelten, 7. Teil der Pilanze. Die Diagonalen, welche die Mitten der Außenseiten miteinander verbinden, ergeben, nach links mam gelesen den Namen eines Philosonben Auflösung des Stern=Silbenrätsels. Auflösung des magischen Leisteurätsels. Auflösung des Rosselsorung. Wer wandern will. Der schweig sein still, Geb' steten Schritt Nehm' nicht viel mit. Steh auf am frühen Morgen Und lasse beim die Soraen SPORT-HANSI Ein Tennis=Roman von Clara Schelper (Nachdruck verboten.) „Oh— ich bin jetzt beim Hobeln! Es ist herrlich! Nur— die Hände, weißt Du, die leiden ein wenig. Ich war so stolz auf meine schönen weißen Hände“ Alle Mädels betrachteten daraufhin Brigittes zarte Fingersoitzlein, die wirklich unter den drei arbeitsreichen Lehrlingstagen schon ein wenig gelitten hatten und Risse, Schrammen und Blasen zeigten. „Ach, mein Armes!“ lachte Liane.„Komm mal her! ich will pusten und heile heile machen.“ Doch Brigitte nahm mit einem leichten Lächeln die Hand zurück. „Laß nur, Ihr Sportmädels lacht darüber, Ihr tragt schon lange die Ehrenmale eines festen Willens — ich fange jetzt erst an. Ich will jetzt erst Arbeit!“ „Wenn Du nur durchhältst, Prinzessin Brix!“ meinte Suse und betrachtete die schlanke Erscheinung der Freundin ein wenig sorgenvoll,„Dir wird die Sache über werden!" Doch da schüttelte Brigitte Dürrstein die rotblonden Locken mit einem sieghaften Lachen. „Rein, Kinder, da kennt Ihr mich nicht. Ich bin nun Tischlerlebrling und hab mich meinem Handwerk mit Haut und Haar verschrieben. Und dabei bleibt es. Was man anfängt, soll man durchführen! Ueber meinem Schreibtisch hängt ein Spruch von Cäsar Flaischlen— das ist mein Wahlsoruch——“ „Hab Sonne im Herzen— ob's stürmt oder schneit!“ schrie Suse, aber Brigitte schüttelt lächelnd den Kopf: „Was du nicht willens durchzuführen, Das fang nicht an! Doch fängst du's an, Dann steh deinen Mann, Und halt's und zwing's, Nach rechts und linin Und trag es dur 1. bis es in irgend Einer Form dir für dein Ganzes Zweck geworden und Gewinn.... — Dann hatte es Sinn!“ Brigitte hatte das Sprüchlein mit ihrer herben klaren Stimme vorgetragen und Lehnbard hatte es von Anfang bis zu Ende mitangehört, da er soeben auch aus der Karüte heraufgekleitert war. „Sehr schön, Fräulein Brigitte!“ sagte er, in den Kreis der jungen Mädchen tretend.„Ich finde es hervorragend, daß unsere jungen Mädchen heute Lieblingsdichter mit solchen Grundsätzen haben. Aber ich sollte den jungen Damen von Herrn Dürrstein ausrichten, daß er gern eine junge Dame unten als Hilfe haben möchte——“ Er konnte nicht aussorechen. All die jungen Fräuleins rannten ihm davon und wollten unten helfen, —— nur Hansi blieb oben. Sie sah den davonstürzenden Freundinnen nach, schüttelte den Koof und lachte und setzte sich dann auf eine Bank. * Direktor Lehnbard nahm neben ihr Platz und sah ihr ins Gesicht. „Sie seben ein wenig ermüdet aus, Fräulein Hansi, hat Sie der kleine Fehlschlag in Berlin angegriffen?" Hansi war dunkel errötet. Ihre blauen Augen irrten von ihm ab und blickten ernst und versonnen in die Fluten des lichtübergossenen Stromes. „Ich hab es noch niemand gesagt, Herr Lehnbard — aber Ihnen will ich's gesteben: Ja— der Mißerfolg hat mich so bitter enttäuscht, daß ich den Sport als Lebensziel aufgebe. Ich will mir einen anderen Beruf suchen!" „Warum?“ fragte er erstaunt. „Weil ich so bitter enttäuscht bin.“ „Glauben Sie, daß es irgend einen Beruf gibt, der uns nicht enttäuscht, Fräulein Hansi?“, fragte er lächelnd. Sie sab wieder nachdenklich ins Wasser. Enttäuscht wurden sie vielleicht auch— aber nicht Tel.—— „Doch. So wie Sie, werden wir alle enttäuscht. So wie Sie. wollen wir alle im Sturm das Glück erringen, so wie Sie, werden wir alle immer wieder abschlagen!“ „Sie auc?“ fragte Hansi leise, er nickte. „Wir alle.“ „Sie Aermster!“ Er lächelte sie freundlich an für diesen mitleidigen Ausruf. „Fräulein Brigittes Lieblingsspruch dürfte auch auf unsere liebe kleine Sportbansi, Anwendung finden: Was du nicht willens durchzuführen, das fang' nicht an! Doch fängst du's an, dann steh' deinen Mann!“ „Sie sind wie Liane!“ sagte Hansi,„die bat es Verrat an meiner innersten Ueberzeugung genannt, wenn ich meinen Sport aufgebe!“ „Fräulein Liane bat sehr recht.“ „Aber auf der Reise hierher habe ich es mir fest vorgenommen, meine Pläne, Beruisspielerin zu werden, nicht auszuführen, sondern mich irgendwie anders zu betätigen"“ „Doch fängst du's an, dann steh' deinen Mann." zitierte er wieder mit fester Stimme und seine freundlichen dunklen Augen suchten ihren Blick „Halten— halten Sie es für gut?" fragte sie mit einem leisen Beden in der Stimme. „Für notwendig! Sie haben bewiesen, was Sie können, Sie, der Stolz von unserem Gelb=Weiß=Klub!“ „Ich war es. Jetzt hat Gelb=Weiß keinen Grund mehr, auf mich stolz zu sein.“ „Dieser kleine Anfall in Berlin sollte uns daran hindern?" „Diese Schande, diese Schmach in Berlin,— ja Herr Lehnbard.“ „Ja, Sie waren ein wenig ungezogen,“ sagte er ernst.„Sie hätten durchhalten müssen.“ „Ich war krank, Herr Lehnbard,“ sagte sie entrüstet „Man hat nicht krank zu werden während des Turniers.“ Hansi dachte an die Amerikanerin Florence Millsbet, die dasselbe gesagt hatte, aber von ihm— von Detlei Lehnhard hätte sie das nicht erwartet. Sie sah ihn mit ihren blauen Augen groß und strafend an. „Ich hätte nie gedacht, daß Sie so abscheulich zu einer Dame sein könnten,“ sagte sie vorwurfsvoll. „Aber liebe kleine Sporthansi, ich will Sie ja nur auf den einzig richtigen Weg zurückbringen!" lachte er. „Ich habe mir einmal in den Konf gesetzt, aus unserer Hansi Hardenberg soll eine ganz große Tennisspielerin werden. Sie dürfen mich nun nicht enttäuschen. Sie mussen zahe bleiben. Unerschütterlich. Und nicht den einen Tag durch Ihre Ausdauer und Voren Wagemut überraschen und verblüssen und am nächsten Tag lau nisch und unlustig sein.“ „Ich war krank,“ beharrte sie. Da lachte er. „Wir wollen nicht wieder von vorn anfangen! Da unten scheinen sie enolich den Motor auch an menschliche Einsicht zu gewöhnen, sie scheinen ihm soeben ein gleichmäßiges Tempo beizubringen.“ „Wir fahren schon!" triumphierte Hansi. „Na, es wurde auch Zeit!“ spottete er. Da stürmte die Mädchenschar wieder zurück und überflutete das Deck mit Lachen und Mädchenfröhlichkeit. „Var habt Euch schön von der Arbeit zu drücken verstanden!“ schrie Suse und schlug Hansi derb auf die Schulter.„Es ist eine Affenschande! Indes wir da unten schmachten und schmoren, laßt Ihr Euch hier die Nachmittagssonne in den Hals scheinen!“ Die Freundinnen setzten sich alle zwanglos nieder und freuten sich, daß das Motorboot wieder guter Laune war und in flotter Fahrt die Fluten des Rheines teilte. Die jungen Mädchen begannen zu singen und ihre frischen jungen Stimmen klangen über den Strom und fanden von allen vorüberfahrenden Dampfern und Booten ein Echo. Fröhlich winkte man ihnen zu. Es war eine wundervolle Fahrt. Der helle Sommerabend lag wie ein Märchentraum friedlicher Schönheit über der Welt. Die Silbouetten der bunten lachenden Städte und Dörfer grüßten mit Zinnen und Türmen zu den fingenden Mädchen berüber und als man in der„Krone“ in Aßmannsbausen ankam, waren schon alle in so munterer Stimmung, daß es keines Weines mehr bedurfte. Man aß dort auf der bebaglichen Veranda Abendbrot und saß noch ein Halbstündchen, dann mußte die vergnügte junge Gesellschaft schon wieder beimjahren. denn Herr Dürrstein wollte um nenn Uhr zu einer geschäftlichen Besprechung zurück sein. Und diese Heimfahrt war dann wie ein Traum so schön. Wie ein Traum von Abendsonne und Jugendglück und Heimat und Mädchenlachen. Die Lieder waren verstummt. Auch die Vöglein schweigen des Abends. Aber die Mädchen saben beiter und froh beieinander und tranken die Märchensüße des Augustabends und die Märchensüße idrer Jugend Es ist so wundervoll, jung zu sein und Freunde zu haben und auf den großen Tag und das große Leden zu warten, die die kinderseligen Wonnen der Hoffnung in Arbeit und Tat umsetzen werden.—— * Hansi Hardenberg warf ihren Plan nicht über Bord. Detlef Lehnbard und Liane Herk hielten sie, als sie plötzlich abschwenken und Chemie studieren wollte. Die Familie war noch immer emport über die Behandlung,„die das Kind in Berlin" erduldet hatte, und der stolze Bürgermeister Hardenberg wollte seinTochter nie wieder den Wechselfällen eines Turnieraussetzen Hansi sollte nur noch sich und dem Vater und Gelb. Weiß zur Freude den Schläger zur Hand nehmen und den ungewissen Schicksalen eines Wettkampfes wei aus dem Wege geben. Doch Liane und Detlef Lehnbard lieten nicht nach sie glaubten unerschütterlich an die Berufung Hansis. Und endlich hatten sie das junge Midchen wieder dort, wo sie es haben wollten. Sie fand sich selbst wieder und wurde Herr über ihre Verbitterung und ihren Trotz. Sie arbeitete wieder. Eine barte scharfe Arbeit begann. Ein grammes Trainina, das ihrer Veranlagung Jugel anlegte und ihren Körver und ihre Fäbigkeiten in streuge Zutt nahm. Und als der Winter berannahte und das Tennisspiel auf den Plätzen so langsam ausborte, stand Hanst eines Abends mit auf dem Rücken verschrankten Hau den vor ihrem Vater in seinem Arbeitszimmer. „Ehrwürdiger alter Herr, möchtest Du mir wobi ein vaar Minuten Gehör schenken"“ fragte sie iun a.1 zärtlichem Lächeln. Er nickte. Wann hätte Herr Bürgermeister Hardenberg wohl mal nicht Zeit gehabt für seine Einzigste“ „Gern, mein Kind, setz Dich!“ Und nun setzte sie sich auf seine Knie und schlanz die Arme um seinen Hals. „Greislein, liebes, Väterchen, bestes, Du mußt mit einen Gefallen tun!" Er strich ihr liebevoll über das blonde Haar und lachte „Was wünschest Du Dir denn heute? Einen Dackel! Oder eine Angorakatze?“ Hansi stunte einen Augenblick „Au Vati— das wäre ja allerdings auch was!“ sagte sie mit leuchtenden Augen.„Dackel sind nett und ich werde mir vielleicht einen zu Weihnachten wünsches — aber heute handelt es sich um etwas anderes.— Ich möchte nach Berlin.“ „Nach Berlin?!" fragte er erstaunt. „Ja, nach Berlin, Vati. Ich mochte dort auch in Winter Tennis spielen, um nicht alles zu verlernen Dort sind die großen Hallensportplätze und man arbeile täglich. Das fehlt mir hier. Ich muß hin. Ich kanhier nicht den Winter verkümmern.“ „Aber Berlin— gerade in Berlin. wo Du so weniz Glück hattest—.“ Lu, gerade nach#erlin, Vati. Es hilft nichts. Ilorence Millfbet ist auch dort. Sie schreibt, der un entwegte Arbeitseiser der Berliner wäre ansteckend.“ „Also— liebes Herz, dann fahre!“ sagte der Bürgermeister jeuizend.„Du bist unsere Einzige und Du weißt, daß unser Haus sonnenleer sein wird ohne Dich——“ „Vati. Du bist der reine Kassandrus," lachte sie. „Aus mir muß etwas werden, das weißt Du, ob sonnenleer oder nicht.“ * And nun saß Hansi Hardenberg in Berlin und arbeitete mit Feuereiser an ihrer Vollendung zur Tennismeisterin. Sie wohnte mit Florence Millsbet in einer Pension in der Kleiststraße und wanderte täglich zu der großen herrlichen Tennishalle, um dort zu üben. Um halb sieben Uhr standen die Mädchen auf. Dann kam das Bad, darauf eine Viertelstunde Gomnastik und dann eine halbe Stunde Früdstück. Das bestand aus Tec oder Schokolade, geröstetem Brot mit Honig und Butter und mindestens vier Aepfeln und Birnen. Um acht Uhr schlenderten sie dann beide frobgemut los zur Arbeit, und dieser morgendliche Gang inmitten all der tausend Menschen, die gleich ihnen zur Arbeitsstelle strebten, war den beiden stets von neuem ein Genus und eine Vertiefung ihrer Lebensfreude. Sie fühlten sich den arbeitsamen Menschen per wandt und verbrüdert, wenn auch ihre Arbeit anderer Art war. Hausi machte ungebeure Fortschritte. Wenn sie mit Florence ihren Uebungsgang begann, sammelten sich täglich mehr Zuschauer und man beobachtete das Spiel der beiden jungen Mädchen mit Eiser und Aufmerksamkeit. Soorthansi— der Name hatte sie auch nach Berlin verfolgt, und ihm Ehre zu machen, war ihr so nachgerade Ehrensache geworden. * In Gernheim waren die Freundinnen in ihren neu erwahlten Berusen tatig. Brigitte Durrstein arbeitete mit großem Pflicht eiser jetzt schon in der Drechslerwerkstatt der Fabrik und stand mit ernstem, aufmerksamem Gesicht an der Dredbank. Der gute Vater Dürrstein gab jetzt auch kein Pardon mehr. Wer A sagt, muß auch Bsagen, war seine Meinung, und so hatte der jüngste Lehrbub der großen Mobelfobrik genau so wenig Freistunden wie die anderen, wenn er auch Mädchenkleider trug und Brigitte Durrstein dieß Frau Dürrstein war außer sich daruber, daß ibre Tochter sich so unsaglich prosaisch beschaftigte, doch Vater und Tochter lachten sie aus, wenn sie verschmutzt und ermudet aus ihren Fabrikräumen beraustamen. In ihren Freistunden zeichnete Brigitte. Und ihre ganz neuartigen Ideen und Entwürje notigten Herrn Durrstein oft Anerkennung ab. Brigitte sollte nach Beendigung ihrer Lehrzeit noch eine Fachschule besuchen und auf diese Zeit freute sie sich jetzt schon wie ein Kind. „Ader Du sollst beiraten!“ sagte Frau Dürrstein dann ganz unglucklich. „Mutichen— das hat noch Zeit,“ antwortete ihre Tochter ihr lachend.„Ich will za nur mal das erste Madchen in Deutschland sein, das sich selbst seine AusNteuer zusammenzimmert, entwirft und ausführt! Denk mal, wie wunderbudsch das sein wird, wenn ich dann mit„idm“ in dem selbst gemöbelten Zimmer sitze und noch mit„ihm“ photographiert in die illustrierten Blatter komme!“ Lote Rees aber ging täglich zu Katbarina Schrumpseisen und erwarb sich bei der sonderdaren Schriftstellerin viel Symphatien, weil sie auf alle Schrullen einging. Manchmal seuizte Lore ein bißchen. Aber das hörte niemand. Das war immer so um den Monatsleuten rum. Wenn bei dem armen Mütterlein schon wieder besonders karge Tage waren und Katharina Schrumpseisen mal besonders unausstehlich wa! Doch am Ersten, wenn die Schriftstellerin Lore mit vielen Ermahnungen für einen ihr wohlgefälligen Bedenswandel die hundert Mark aushändigte, dann sanzte das Herz von Lore Mees vor Freude „Es ist so gut zu gebrauchen, das alte, scheußliche Geld!“ jagte Lore auch heute, als sie ihr Honorar einpeckte.„Ich liebe es darum!“ Fräulein Katharina Schrumpfeisen sah die jange Lore ob dieses Aussoruches ganz entsetzt an. „Sie lieben das Geld? Aber Eleonore!“ sagte sie nit viel Betonung.„Man braucht das Geld, aber wie ann man es lieden!“ „Od— es ist. weil man davon leben mug. Und weil meine Mutter nun weniger Sorgen hat. Und weil wir immer fünszig Mark zurücklegen konnen für das Studium meines Bruders.“ „Man soll nicht für Brüder sparen, ich liebe die Männer nicht.“ „Ach, unser Hans Jochen ist noch lange kein Mann. Er ist ein lieber, guter Junge, aber ich glaube, er wird später mal ein zuverlässiger, pflichttreuer Mensch——“ „Das ist alles Täuschung.“ Ich habe ihn rauchen sehen!“ Fräulein Schrumpfeisen hatse soviel Abscheu in der Stimme, das Lore lachen mußte. „Er erlaubt sich zuweilen eine kleine Zigarette," gab Lore zu,„aber das ist doch nicht so schlimm!“ Das hätte sie nicht sagen sollen, denn die Schrift stellerin zeterte nun los:„Nicht schlimm? Wie? Was döre ich? Nicht schlimm??? Massenmörder sind die bösen Raucher! Denn sie vergiften nicht nur ihre eigenen Lungen, sondern auch noch die ihrer Umgebung! Die ihrer Frauen! ihrer Töchter! ihrer Schwestern!" „Ich fühle mich noch ganz wohl, Fräulein Schrumpseisen.“ „So? Nun das freut mich ja für Sie, doch es beweist mir nur, wie entartet ihre Lungen schon sind! Ich würde ersticken!“ sagte Fräulein Schrumpfeisen und wedelte sich mit einem derben weißen Taschentuch um den Kopf, als sei sie schon von übelriechenden Wolken umgeben. „Das sind so kleine Voreingenommenheiten,“ lächelte Lore sanft und freundlich.„Dies kleine, moderne Laster des Rauchens müssen wir ja leider ertragen. Unsere neuc Zeit——“ „Neue Zeit! Neue Zeit!“ ächzte Fräulein Schrumpfeisen,„wenn ich das Wort schon höre! Ver flacht und verschlechtert hat sie die Menschheit! Ihre neue Zeit! Wer hört heut noch gute Theaterstücke? — Ins Kino rennt diese Rotte und sieht sich alberne, zavvelnde Bilder an! Liest sie noch gute Bücher? Nein!!! Nie!!! Wer liest meine Bücher??? Nehmen die Zeitungen noch meine Artikel, meine reizenden kleinen Seelenschilderungen?— Sie wissen am besten, wieviel Arbeiten ich zurück bekomme——“ „Fräulein Schrumpseisen— seien Sie bitte nicht bos, wenn auch ich einmal meine Meinung auszu sprechen wage— aber ich finde, es liegt an den bandschriftlichen Manuskripten—“ „Manustripte sind immer handschriftlich— das Wort kommt von manu scribere, mit der Hand schreiden,“ unterbrach das graubaarige Fräulein Lore streng. „Ich weiß, danke. Doch Fräulein Schrumpseisen, Sie sollten es wirklich nur einmal versuchen. Arbeiten zu verschicken, die mit der Maschine geschrieben sind Die Redakteure lesen diese Einsendungen lieder.“ „Ich arbeite nicht für die Bequemlichkeit der Redakteute—“ „Aber doch schließlich, um gedruckt zu werden, und was die Herren nicht lesen, kann dann auch nicht angenommen werden. „Sie haben eine sehr schöne Schrift, und ich bin froh, daß ich Sic habe, mein Kind. Sie haden ein gutes Deutsch und denken beim Abschreiben.— Sie verbessern sogar vernünftig, wenn ich mich mal versehen habe, anstatt blödsinnige Fedler hineinzupraktizieren." Lore bekam heiße, rote Backchen bei diesem Lob und sah das kleine, magere Fräulein dankdar an, doch ein ganz klein wenig Schelmerei lag in ihrem Blick. „Ich habe heimlich Maschine schreiben und stenographieren gelernt, weil ich mir gedacht hade, Fräulein Schrumpfeisen wird auch noch mal modern und überwindet ihre Vorurteile,“ sagte sie und sah ihre Brot gederin freundlich an. „Sie haben Maschine— und Stenosrophie—“ stotterte die Schriftstellerin. „Ja“, sagte Lore ein wenig ängstlich, weil ihre Herrin so eigenartig war. „Was soll das heißen!!!“ Große Güte, sie wird mich doch wohl nicht entlasse:! dachte Lore entsetzt. Sie warf flehende Blicke auf die erregte Dame und sagte leise:„Seien Sie doch bitte richt bösc— aver ich habe heimlich diese letzten drei Gedichte: Allerseelen— die mir sehr gut gesielen— abgeschrieben und wollte sie Ihnen einmal zeigen.“ Sie drebte sich nach ihrer Aktentasche berum und zog drei sauber beschriebene und sorgfältig eingewickelte Bogen heraus und überreichte sie Fräulein Schrampf= eisen. Die Schriftstellerin nahm sie ihr ab, ohne ein Wort zu sprechen, und ging langsam, ohne Lorc noch eines Blickes zu würdigen, ins Nebenzimmer. Lores Herz schlug in dumpfer Angst. Sie würde entlassen werden! Was mußte sie auch von der Schreibmaschinenschreiberei sorechen, da sic doch Fräulein Schrumpfeisens Eigenheiten kannte! Sie sah sich traurig in dem hellen, gemütlichen Zimmerchen mit den trauten, alten Möbeln um und blickte seuszend auf die lachenden bunten Blumen am Fenster neben dem Schreibtisch, an dem sie arbeitete. Wie ein eigenes Heim war ihr dies Stübchen stets vorgekommen, es hauste sich so gut hier—— Und Fräulein Schrumpseisen war eine so freundliche Herrin trotz ihrer Eigenheiten—.— und Muttchen würde so traurig sein, wenn die hundert Mark wieder fehlen würden. Sie waren alle drei so glucklich über diese sichere Einnahme gewesen Sie seufzte kummervoll——. Doch da kam Fräulein Schrumpfeisen zurück— Lore wagte nicht aufzusehen—— Aber die leise Stimme des alten Fräuleins klang gar nicht böse, als sie sie jetzt anrief, und zaghaft hob Lore den Blick. Fräulein Schrumpseisen hielt die Papiere in der Hand und lächelte. „Fräulein Mees, ich habe die Arbeiten geprüft und— Sie haben wirklich recht— die Sachen wirken ganz anders mit der Maschine geschrieben. Es sieht fast aus wie gedruckt—— ich glaube, wir werden uns auch eine Maschine anschaffen müssen. Sie haben recht — es wird das Beste sein.“ „Ob,“ stieß Lore da befreit hervor,„das ist ja herrlich. Fräulein Schrumpseisen. Ich kann es noch gar nicht glauben— aber ich bin überzeugt, wir werden nochmal soviel Manuskripte absetzen!“ „Hoffen wir!“ meinte die Schriftstellerin ein wenig zweifelnd. „Und wenn wir nun noch elektrisches Licht hatten—“ warf Lorc jetzt mutig ein—„so——“ Doch in einem solchen Eilzugstempo fuhr Fräulein Schrumpfeisen nicht in das Land der Moderne, sie hob abwehrend ihr mageres Händchen und sagte abkehnend:„Aber ich bitte Sie, Fräulein Lore! Ich bleide dem Petroleum treu.“ Seufzend ergab sich die junge Sekretärin also in das unvermeidliche Petroleum. Es war ihr eine Qual, stundenlang neben diesen bitzenden Lampen, die oft einen so wenig guten Atem ausströmten, im Winter zu arbeiten, aber das wollte sie alles mit Freuden tragen, nun sie bleiben konnte und sogar eine Schreibmaschine bekam! Am nächsten Morgen, gleich in der Frühe, ging die Schriftstellerin mit ihrer Sekretärin auf die Suche, um so ein modernes Möbel zu erstehen, und es war allerhiebst, Fräulein Schrumpseisen anzusehen, als man ihr die technischen Geheimnisse einer solchen Maschine klarzumachen versuchte. Sie hielt Lore glattweg für eine Künstlerin, die so sicher darauf Bescheid wußte, und der junge Verkäufer stand wieder fassungslos, daß es Menschen gab, die noch nicht mit seinen Schreibmaschinen Bescheid wußten. Sie erstanden dann beide ein ganz modernes System und zogen nun glücklich wie die Kinder wieder nach Hause, begleitet von einem kleinen Jungen, der sorgfältig und wichtig den neuen Schatz vor sich hertrug. Papier und Koblepapier und Durchschlagpapier und Farbbänder, alles war ebenfalls in Lores Aktenmappe verstaut, ein Gartentischchen wurde dazu ausersehen, die herrliche neue Errungenschaft zu tragen, und so stand nun nichts im Wege, Katharina Schrumpfeisens Mannskripte auf moderne Art den Redaktionen und der teilnehmenden Mitwelt zu übermitteln. Kindhaft selig bestaunten nun das junge und das alte Madchen die herrliche Schrift— Fräulein Katharina nannte es Druck— der Maschine. Und die Verfasserin mußte zugeben, daß ihre Geisteskinder in dem neuen Kleid auch auf sie moderner wirkten. Sie kam sih vor, als stäude sie plötzlich mitten in der Neuzeit, und sie begann daraufhin neuere und eigenartigere Worte zu suchen, sie sing an, die Sätze anders zu stellen— sie erfand andere Ueberschriften. — Sie konnte auch an den Durchschlägen leichter Verbesserungen andringen, denn sie hatte eine ganz andere Uebersicht über ihr Werk durch die klare Schrift der Maschine. Und sie hatte jetzt in so unendlich viel kürzerer Zeit vier oder sechs Exemplare ihrer Arbeiten in der Hand statt sonst einem. Die beiden Damen in der Dichterwerkstatt waren begeistert, und in einer Aufregung, wie sie bei Kindern in den letzten Tagen vor Weihnachten wahrzunehmen ist, verschickten sie die ersten mit der neuen Maschine abgeschriebenen Arbeiten. Fiederhaft wartete Fräulein Schrumpfeisen nun auf die Nachricht der Redaktionen. Der Briefträger war wie ein Schicksalsbote— man schaute aus dem Fenster nach ihm aus, man stand hinter dem Guckloch in der Kortidortür und wartete, ob er Halt mache— doch acht Tage lang ging der Herzlose ungerührt vorbei. Endlich—— am neunten Tage——— Katharina und Lore hatten wieder trotz der kalten Dezemberluft im offenen Fenster gelegen und wieder mal nachgesehen, ob er noch nicht komme— da erschien er. Der uniformierte Schicksalsbote mit seiner dicken, strammgefüllten Brieftasche!(Fortsetzung folgt). Für das junge Volk Der dressierte „Jeusel Eine wahre Begebenheit. Schon seit vielen Jahren wohnten die beiden Fa milien Bergmann und Müller zusammen in einer Wohnung. Aber nicht nur die Väter und Mütter ver trugen sich ausgezeichnet, sondern auch die Kinder. Bergmanns hatten nämlich drei Kinder: die dreizehn jährige Frieda nebst den dreijährigen Zwillingen Inge und Herbert. und Müllers besaßen zwei Kinder: den vierzehnjährigen Hermann und die zwölfjährige Alice. Friedlich spielten die fünf Kinder zusammen, und nie war es in all den Jahren vorgekommen, daß sie sich aczankt hatten. Bis dann eines Tages eine ganz tolle Geschichte passierte. Und das kam so. Herr und Frau Bergmann und Herr und Frau Müller waren, die Kinder allein zu Hause lassend, fortgegangen. Gerade, als Bergmanns fleißige Frieda bügelnd am Plättbrett stand, kam ein in der Nachbar schaft wohnender Junge. namens Max Stelzer. durch die unverschlossene Korridortür in die Küche, aber nicht allein. sondern mit einer fremden Bulldogge, die er an einem Bietdsaden führte.„Was bringst du da für ein greuliches Vieh?“ rief Frieda entsetzt, denn der Hund sab sehr böse aus. Aber Max lachte nur.„Brauchst keine Angst zu haben.“ sagte er,„der beißt nicht!“ Und dann erzählte er hastig, was es mit dem Hund für eine Bewandtnis hatte: herrenlos war er auf der Straße herumgelausen. Max fing ihn ein.„Und was meinst du wohl,“ schloß er,„wie ich eben dem Briefträger be gegne, da sagt er. das wärc bestimmt Krügers Hund aus der Ritterstraße 112. Die hätten schon bundert Mark Belohnung für denjenigen ausgesetzt, der ihnen den entlaufenen Hund wiederbrächte. Fein, was? Das Geld will ich mir natürlich verdienen! Du bekommst 10 Mark ab, wenn du den Hund für eine halbe Stunde hier behälst, Frieda. Ich will nur rasch hinlausen und komme ganz rasch zurua, wenn die Adresse stimmt.“— Frieda zauderte. Ob das Tier wirklich nicht bissig war?. Am liebsten hätte sie den Jungen samt den Hund sortgeschickt, aber dann dachte sie wieder an die zehn Mark die sie abbekommen sollte. Seit langem wünschte sie sich schon einen neuen Badeanzug, eine neue Badekappe und einen großen Gummiball, den man beim Baden mit ins Wasser nehmen konnte. Das alles konnte sie sich kaufen, ohne daß sie die Eltern erst um Geld bitten brauchte. Und schneller konnte man doch eigentlich 10 Mark nicht verdienen!„Wie heißt er denn?" fragte sie und maß den krausnäsigen Hund mit einem scheuen Blick.—„Wie er heißt?" lachte Max.„Teufel“ heißt er; auf dem Halsband steht es!" —„Huh!“ machte Frieda.„Was für ein schrecklicher Rame: sperr ihn nur selbst ins Zimmer nebenan.“ Das tat Max denn auch. Dann lief er eilig zur Ritterstraße. Kaum aber war er fort, als von nebenan ein Schreckensgeheul in die Küche herüberdrang. Schreckensdleich stürzte Frieda vom Bügelbrett sort ins Nebenzimmer. Der Herzschlag stockte ihr fast, als sie das Furchtbare gewahrte: da hockten Inge und Herbert. die Zwillinge im äußersten Winkel auf dem Fußboden — und vor ihnen stand mit runden Augen und ge sträubtem Fell der—„Teufel“! Um alles in der Welt, wenn der Hund jetzt zubiß?! Aber„Teufel“ war friedlich: er drehte leicht den dicken Kopf. als Frieda hereinstürzte und die Zwillinge an sich riß. Sonst verhielt er sich ganz ruhig. Nur als die drei aus dem Zimmer gehen wollten, fletschte er die Zähne und knurrte Frieda wußte in ihrer Angst nicht weiter zu tun als um Hilfe zu rusen. Auf ihr Geschrei, das noch durch das Heulen der Zwillinge verstärkt wurde, stürzte Alice Müller, die Zwöljjährige herbei. Auch sie ließ„Teusel“ herein, aber nicht wieder hinaus.—„Hermann! Her mann!“ schrie Alice ängstlich— und wirklich erschien ihr Bruder gleich auf der Türschwelle.„Schaff bloß den Hund aus der Wodnung!“ jammerten die beiden Madchen. Hermann warf sich mutig in die Brust „Daß werden wir gleich haben!“ meinte er.„Kenne das: der Hund ist darauf dressiert, jeden ins Zimmer, aber keinen wieder hinaus zu lassen!“ Mutig und mit wuchtigen Schritten ging er auf den Hund zu, ergriff ihn am Halsband und wollte ihn hinauszerren. Aber das Vierbein wollte nicht und schnappte par zu, als ihm das Gezerre zuviel wurde.„Mach doch draußen die Korridortür auf.“ rief Frieda,„vielleicht läuft er dann allein fort!" Der Gedanke war nicht übel. Herman ließ von dem dressierten„Teufel" ad. Aber er kam nicht weit— da hatte ihn der Hund schon beim Wickel! Ein Aufschrei aus fünf Kehlen— und schon war es geschehen.„Teusel" hatte ihm ein großes Stück Stoff aus der Hose gerissen. Fast gleichzeitig drangen schreckliche, brandige Düfte zur Tür herein.„Um Him melswillen!“ schrie Frieda auf, der jetzt erst einfiel, daß sie das Bügcleisen auf dem Plattbrett hatte steben kassen. Da ließ aber Müllers Alice, die vorhin vom Küchenberd herbeigeeilt war, ebenfalls einen entsetz ten Ausruf hören.„Die Gans!“ jammerte sie„Die schöne Gans! Ich sollte sie immer begießen und nun —.—“ Ein Tränenstrom entrann ihren Augen.— In diesem Augenblick kehrte Max, der Fänger des„Teufels", zuruck. Der Hund aber datte scheinbar von dem Geschrei genug, denn er setzte hinaus, lief Max zwi schen den Beinen hindurch, sprang die Treppe hinunter und— verschwand auf Rimmerwiedersehen!„Meine hundert Mark Belohnung!" stöhnte Max.—„Meine gute Hose!" brüllte Hermann.—„Mutters schöne Wasche!" schrie Frieda.—„Unsere seine Gans!“ schluchzte Alice.— So endete die Geschichte von dem dressierten„Teusel", durch den Frieda zu einem Bade anzug, einer Bodekappe und einem Gummidall zu kommen gchofft hatte! Familie Tangbein Wohl um keinen Vogel werden so viel bunte Ge schichten gewoben wic um deStorch, den ein jeder kennt und der längst wie ein Wahrzeichen zur Gutsscheune oder zum Bauernhaus gehört. Aber er verdient es auch, daß man sich ein wenig mit ihm beschäftigt und ihn lieb hat, ist er doch ein gar putzioer, drolliger Geselle! Kehrt er im März aus Afrika zurück. findet er mit verblüfsender Sicherheit sein Heimatdorf und das ihm gehörende Rest wieder— und wehr dem srechen Artgenossen. der es sich etwa einfallen ließ. selbst Besitz von dem Nest zu ergreisen! Mit wütendem Geklapper stürzt sich der Hausherr auf den ungebetenen Gast und bearbeitet ihn so lange mit Schnabelbieben, dis der Fremdling weicht und arg zerzaust woanders sein Gluck versucht. Für Herrn und Frau Storch fängt jetzt die Arben an. Vor allen Dingen muß das Rest ausgebessert werden. Und dann muß man doch auch einmal wieder auf den Wiesen und am naden Sumpf nach den Rechten seben! Beginnt danni das Brutgeschäft, verlaßt Frau Storchin kaum noch den Horst, aber das ist auch gar nicht noli#. denn Herr Storch ist ein gar fürsorglicher Gatte. Unermüdlich fliegt er zwischen seinem Jagdgebiet und dem Rest hin und her und bringt seiner Frau jedesmal die allerschönsten Storchleckerbissen mit: einmal einen setten Frosch, ein andermal eine ganze Mäusefamilie. Aber auch Eidechsen, nackte Schnecken, Schlangen schleppt er herbei— und manchmal sogar einen Jungbasen oder einen Maulwurf. So sorgt er stets für Abwechtelung. Hat aber Frau Störchin während der Brutzeit doch einmal Lust. einen kleinen Spazierflug zu machen, so setzt sich Herr Storch bereitwillig ins Rest, um das Brutgeschäft in der Zwischenzeit zu versehen. Nach etwa einem Monat schlüpsen die jungen Störche aus. Meistens sind es drei bis vier Schreihalse, die bald eina### schier unstillbaren Hunger zeigen. Da haben beide Eltern vollauf zu tun, die dungrigen Mäuler zu stopfen! Aber schon nach zwei Wochen tritt an die Jungstörche der Ernst des Lebens heran: die Kinderzeit ist vorbei, und das Lernen fängt an! Vater Storch gebt deim Unterricht sehr energisch, aber auch sehr methodisch vor: wer fliegen will. mag zuvor lehen und wissen, daß er zwei Flügel hat! Also zuerst Steh=, dann Steia dann Schwing= und schließlich Schwungubungen, dis nach langem Exerzieren die Geschichte glucklich in Schwung gebracht und die Familic Landbein vom Heist gestrichen ist. Nun heißt es, das Nest richtig„anzuflieden“. Auch dieses Kunststück wird eifrie geprodt, dis es endlich klappt. Kommt der August beran, bereitet sich die Familie Lanabein allmahlich auf die Abreise vor. Wie genau der Storchkalender mit dem der Menschen übereinstimmt, kann man daran erkennen, daß die Storche jedesmal am 27. August abzureisen pflegen. Aber drei Tage fruher. am 24. August gebt c bereits zum allgemeinen Sammelplatz, wo sich die Storchsamilien der ganzen Gegend treffen. Von dier aus„starte!" dic ganze Gesellschaft zu der langen Reise, der sie üder Tausende von Kilometern hinweg, in die sonnigen Gefilde des Südens führt. Aber mit dem Marz stellen sich auch die Storche wieder ein:„Klavvet. klapper, klapp!“ klinat's dann wiedet lustig vom beden Horst. und jeder, der die Storchsprache nur ctwor verstcht, weih. daß das heißen soll:„Grüß Gott allerseits! Do sind wir wirder——!“ eine Frau, die mit dem Kinderwagen, an der Hand]“ Pfarrei St. Josef. noch ein Bübchen, daherkam, überfahren. Laut aufschreiend schob die Frau den Kinderwagen mit dem Säugling zur Seite, so daß er schwankte und umzustürzen drohte. Die Frau selbst fiel ohnmächtig zusammen. Das Bübchen lief laut schreiend bald zur Mutter, bald zu dem Wagen. Einige Schüler nahmen mit##m Rade die Verfolgung auf. Hoffentlich geling. 6, den unvorsichtigen Autofahrer zu ermitteln. * Zusammenstoß. Am Montag stießen auf der Straßenkreuzung Strünkeder Straße— Forelkstraße ein Motorradfahrer und ein Radfahrer zusammen. Der Radfahrer erlitt leichte Hautabschürfungen; sein Fahrrad wurde stark beschädigt. Die Untersuchung ist eingeleitet. * Die Straße ist kein Spielplatz! Man kann die Kinder nicht genug davor warnen, ihr Spiel auf den Fahrdamm zu verlegen. Gestern vormittag wäre wieder beinahe ein größeres Unglück auf der Behrensstraße, am Eingang des Friedhofs, geschehen, das dank der Besonenheit eines Mannes von dem nahen Neubau verhindert wurde. Eine Schar Ferienkinder spielte Ballfangen, dabei geriet der Ball auf das Pflaster. Ein Personenauto kreuzte sich in diesem Augenblick mit einem Bäckerwagen. Ein Mädchen lief im Eifer des Spieles gegen den Wagen, die Räder streiften es bereits und es wäre unter sie geraten, wenn nicht der Mann sie zur Seite gerissen hätte. Der Vorfall versetzte natürlich die vorübergehenden Marktbesucher in nicht geringe Aufregung. * Von der Straßenbahn gestreift wurde am gestrigen Abend ein Personenkraftwagen. Die Insassen gerieten in helle Aengste und schrien kaut auf, jedoch bremsten Straßenbahn= und Autoahrer besonnen und schnell, so daß größeres Unheil vermieden wurde. Das Auto wurde beschädigt. * Ein Jusammenstoß ereignete sich am Montag abend gegen 11 Uhr auf der Neustraße. Ein Motorrad mit Beiwagen kam in lebhaftem Tempo aus der Bahnhofstraße in die Neustraße gefahren und bemerkte an der dunklen Stelle eine Handkarre der Post nicht, die zum Bahnhof fahren wollte. Das Motorrad prallte gegen die Handkarre, die mit lautem Krach umstürzte. Doch hatte der Unfall glücklicherweise keine ernsten Folgen. Verletzt wurde niemand. Auch die Fahrzeuge wurden nur geringfügig beschädigt. * Nach Marktschluß wurde eine Händlerin von einigen Kindern, die in blindem Eifer Marktreste sammelten, angelaufen. Sie ließ einen Teil ihrer Waren fallen, u. a. flogen mehgere Eier aus dem Korb zur Erde und zerbrachen. Im Nu sammelten sich viele Neugierige an; doch wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu orgen. * A u s d e m O b e r b e r g a m t s b e z i r k D o r t m u n d. Beurlaubt worden sind Bergassessor Erlinghausen vom 1. Juli auf ein weiteres Jahr zur Fortsetzung seiner Tätigkeit bei der Ver. StahlwerkeA.=G. in Düsseldorf, Bergbaugruppe Hamborn, ferner Bergassessor Dr. Werner Hoffmann vom 12. April ab auf ein Jahr zur Uebernahme einer Stellung bei der Harpener Bergbau=A.=G. in Dortmund.— Dem Generaldirektor der Ruhrknappschaft, Dr. jur Meynen in Bochum, ist von der Universität Münster die Würde eines Dr. med. h. c. verliehen worden. *= Ferienausflug für die Kinder der Bonifatiuspfarrei. Donnerstag, den 9. August, ist Fußwanderung nach Stuckenbusch. Sammelplatz am Jugendsaal morgens 9½ Uhr, Abmarsch 10 Uhr. Mittagessen, Kakao und Brödchen werden geliefert. Tasse und Teller mitbringen. * Es wird auch an dieser Stelle noch einmal auf den heute beim Gastwirt Krawinkel von 9—12 Uhr und 3—5 Uhr stattfindenden Hebetermin für die Kirchensteuer aufmerksam gemacht. Die Pfarrangehörigen werden herzlich um rechtzeitige Entrichtung der Steuern gebeten. * Die Versassungsseiern in den Berufsschulen.— Gegen kommunistische Störenfriede. Dem Vernehmen nach ist beabsichtigt, die am 11 d. M. stattfindenden Verfassungsfeiern in den Berufsschulen durch kommunistische Jugendliche zu stören oder gar zu sprengen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst dazu mitteilt, hat der Preußische Minister für Handel und Gewerbe die zuständigen Stellen angewiesen, gegen derartige Störenfriede mit aller Strenge vorzugehen. * Neue Antragsvordrucke für Jahrpreisermäßigungen auf der Reichsbahn. Ab 1. 10. 28 werden sämtliche Antragsvordrucke zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung für milde und öffentliche Zwecke, darunter auch für Schulfahrten, Jugendpflege, öffentliche Krankenpflege und Fürsorge, für mittellose Kranke, Blinde, Taubstumme, für Kriegsbeschädigte usw. neu herausgegeben. Die für alle diese Zwecke bisher benutzten Vordrucke können noch bis zum 31. Dezember d. J. weiter verwendet werden. * Der Bezirksverband Rhein.=Westf. Industriebezirk (R. W. J.) im Deutschen Werkmeister-Bund hält seinen 7. ordentlichen Vertretertag. verbunden mit einer öffentl. Kundgebung, vom 1. bis 3. Sept. in Bochum ab. Das Referat für die Kundgebung „Berufspolitik— Sozialpolitik— Wirtschaftspolitik in ihren Einflüssen auf die deutschen Arbeitnehmer“ hat übernommen: Hauptgeschäftsführer EffelsbergEssen. Die Arbeitstagung wird sich mit wichtigen sozialpolitischen und gewerkschaftlichen Fragen zu befassen haben. * Keine Anerkennung als Spitzenverband. Der Reichsarbeitsminister und der Reichsminister des Innern haben, wie die Wohlfahrts=Korrespondenz erfährt, in einem Schreiben zum Ausdruck gebracht, daß sie„nach eingehender Prüfung der Sachlage nicht in der Lage sind, dem Antrage des Reichsverbandes der dissidentischen Fürsorge auf“ Anerkennung als Reichsspitzenverband der freien Wohlfahrtspflege zu entprechen".. * Erweiterte Fürsorge für die älteren Angestellten. Der Reichsarbeitsminister hat seine Zustimmung dazu gegeben, daß zunächst für die Zeit bis zum 31. Dezember 1928 die vom Verwaltungsrat der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung zugelassenen Maßnahmen zur Behebung der Notlage unter den älteren Angestellten auch für Empfänger von Krisenunterstützung durchgeführt werden Solchen älteren Angestellten können daher vom Vorsitzenden des Arbeitsamtes Fahrkosten zur Vorstellung bei dem Arbeitgeber gewährt werden. In den Fällen, in denen die Arbeitsaufnahme von einer Kautionsleistung abhängig gemacht wird, kann der Vorsitzende des Arbeitsamts zum Abschluß einer Kautionsversicherung dem Arbeitsuchenden ein zinsloses, in Raten zu tilgendes Darlehen bis zur Höhe einer Jahresprämie gewähren. Wenn die Arbeitsaufnahme daran zu scheitern droht, daß dem Arbeitsuchenden die Bestreitung des Lebensunterhalts bis zur ersten Gehaltszahlung unmöglich ist, kann der Vorsitzende des Arbeitsamts ihm ebenfalls ein zinsloses, in Raten rückzahlbares Darlehen gewähren. Der Vorsitzende des Arbeitsamts kann diese Leistungen demselben Arbeitslosen wiederholt zubilligen. * Theaterabteilung des Kath. Gesellenvereins Herne Die Mitglieder der Theaterabteilung des Kathol. Gesellenvereins Herne werden auch an dieser Stelle auf die heute abend 8½ Uhr im Gesellenhause stattfindende Eroffnungsprobe hingewiesen.(Siehe Vereinskalender.) * S t a d t g a r t e n- R e s t a u r a n t H e r n e. Auf das heute nachmittag ab 3 Uhr und abends stattfindende Gartenkonzert wird auch an dieser Stelle aufmerksam gemacht. Stadt Wanne=Eickel. Im Jieberwahn sprang der Hermann T. aus einem Fenster des 3. Stockwerks des St. AnnaHospitals und starb an den Folgen der erkittenen Verletzungen, T. befand sich dort infolge einer Lungenentzündung in Behandlung. P. 86. Bekanntmachung. Die Auszahlung der Unterstützung für die Allgemeine Fürsorge und Sozial= und Kleinrentner findet wegen des Verfassungstages schon am Freitag, dem 10. d. M., statt. Städtisches Wohlfahrtsami, Abteilung Fürsorgeamt. Verdingung. Die Erd=, Maurer= und Eisenbetonarbeiten zum Neubaublock an der Goebenstraße 6, 4 und 2 und Steinmetzstraße 10 sollen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen können ab Mittwoch, den 8. August 1928 während der Bürostunden von 9—12 Uhr und von 3—7 Uhr gegen Erstattung der Schreibgebühren im Geschäftszimmer des Wohnungsvereins Herne, e. G. m. b. H., Bochumer Straße 72, in Empfang genommen werden. Die ausgefüllten Angebote sind im verschlossenen Umschlag mit entsprechenden Aufschriften bis zum Unser Wetterbericht. Das gestrige Hochdruckgebiet über Frankreich hat sich ostwärts über Deutschland ausgebreitet und liegt heute mit seinem Kern über Südwestdeutschland, während das neue Tiefdruckgebiet über Großbritannien vorgedrungen ist. Gestern war es in Deutschland im Sitden vielfach heiter, sonst meist bewölkt, aber trocken. Die Morgentemperaturen lagen zwischen 10 bis 16 Grad Wetteraussichten bis Donnerstag: Zunehmende Trübung, später zeitweise Regen, mäßig warm. 25. August 1928 dem Geschäftszimmer des Wohnungs vereins Herne, Bochumer Straße 72, einzureichen. Die Zeichnungen können im vorgenannten Ge schäftszimmer eingesehen werden. 19975 Herne, den 8. August 1928. Wohnungsverein Herne, e. G. m. b. H. Der Vorstand: Kleine, Thiem. Die Bauleitung: Drolshagen, Architekt B.D.A. Vereinskalender. Theaterabteilung des Kath. Gesellenvereins Herne. Heute abend 8.30 Uhr Eröffnungsprobe im Gesellenhause. Pünktliches Erscheinen aller Mitglieder ist dringend erforderlich.(20035 Die Spielleitung. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsleilnehmer und Kriegerhinterbliebenen, Ortsgruppe Herne. Die monatliche Mitgliederversammlung findet am 9. August, abends 7 Uhr, im Lokal n. Köhlhoff, Wilhelmstraße, statt. Da der Bericht vom Gautag in Iserlohn gegeben wird, ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder erforderlich.(20025 Der Vorstand Maschinen unter Tage. Bisherige Entwicklung und Zukunft der maschinen mäßigen Kohlengewinnung. Füll In der 30. Sitzung des seit zwei Jahren beim Bergbauverein bestehenden Ausschusses für Betriebswirtschaft sprach der technische Dezernent des Bergbauvereins, Bergassessor F. W. Wedding=Essen über „Entwicklung. Umfang und Kosten der maschinenmäßigen Kohlengewinnung im Ruhrbergbau Aus dem Vortrage, der in gedrängter Form eine lle interessanter Zahlen an Hand ausgezeichneter Lichtbilder brachte, sei zunächst hervorgehoben, daß die mit Maschinen gewonnenen Kohlenmengen, die sich 1913 und in den ersten Nachkriegsjahren auf nur 2 Prozent der Gesamtförderung des Ruhrbezirks beliefen, 1924 bereits auf 48, im folgenden Jahre auf 67 und 1927 sogar auf 83 Prozent gestiegen waren. Den Hauptanteil daran hatten die Abbauhämmer, mit denen z. B. im Jahre 1927 rund 75 Prozent der Förderung hereingewonnen wurden, während nur 8 Prozent auf die Schrämmaschinen und der Rest von 13 Prozent auf die Hand= und Schießarbeit entfiel. Die Gründe für die außerordentliche Verbreitung der Abbauhämmer liegen nach den Ausführungen des Redners in der geradezu einzigartigen Anpassungsfähigkeit des handlichen Werkzeugs an die im Ruhrbergbau bekanntlich schon innerhalb jeder einzelnen Schachtanlage und vielmehr noch von Zeche zu Zeche überaus verschiedenartigen, von der Natur gegebenen Verhältnisse. Nachdem der Vortragende weiterhin auf den Anteil der einzelnen Maschinengattungen an der Gewinnung aus den verschiedenen Flözgruppen sowie aus flacher, mittlerer und steiler Lagerung hingewiesen hatte, ging er auf die arbeitstäglichen Leistungen ein, die sich z. B. beim Abbauhammer im Bezirksdurchschnitt auf 5 To. Kohle, bei der Großschrämmaschine auf 60 Tonnen belausen, und kam sodann auf die bisher wichtigste Antriebsenergie der Untertagemaschinen, die Niederdruckluft, zu sprechen, von der jährlich über 20 Milliarden Kubikmeter für rd. 37 Millionen Mark gebraucht werden, davon 41 Prozent für die Gewinnungsmaschinen. Im zweiten Teil seines Vortrages behandelte der Redner eingehend die Betriebskosten der Gewinnungsmaschinen einschließlich Tilgung und Verzinsung, und legte an anschaulichen Kurven dar, daß sie sich infolge besserer Maschinenüberwachung im ganzen, auf die Maschinen bezogen, vermindert hätten. Den dritten Teil seiner Ausführungen widmete der Redner den Entwicklungsmöglichkeiten der maschinenmäßigen Kohlengewinnung, wobei er betonte, daß der Abbauhammer streng genommen, wenn man seine Leistungsfähigkeit im Verhältnis zum menschlichen Arbeitsaufwand betrachte, gar keine Maschine sei, sandern nur ein mechanisiertes Handwerkszeug. Man müsse nunmehr von diesem menschenbedienten mechanisi erten Handwerkszeug zur wirklichen menschengeleiteten Gewinnungsmaschine mit hohem Ausnutzungsgrad übergehen. Sei dieser Schritt getan, so werde auch die Elektrizität in weitaus größerem Umsange zu ihrem Recht im Untertagebetrieb kommen als bisher. Voraussetzung dafür sei aber einmal eine viel meitgehendere Konzentration der Betriebspunkte. Diese wieder ließe sich nur durchführen, wenn die Frage des schnellen Einbringens des Bergeversatzes gelöst sei, die immer noch den sog. engsten Querschnitt im Grubenbetriebe bilde, und wenn weiterhin dem Ruhrbergbau die erforderliche Zeit und die dafür nötigen erheblichen Geldmittel belassen würden, die aus eigenen Erträgnissen erübrigt werden müssen. 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Kanonikus Dr. Lenne: Das Pflegekind und die Kleinkinderanstalten. 18: Zoologischer Garten Elderseld: Konzert der Vereinigten Stadt. Orch. Leitung: Kavellm. Gemünd. c 19.15: Sonderbericht uder die olympischen Sviele.# 19.20: W. Gramm: Jur Psychologie des Industrieangestellten à 19.45: G. Hölscher: Streifzüge mo rheinische Land: Das Ahrtal. o 20: Plakate. Horszenarium von Mar Sphüla. 8 Anidl. Muhungeu 9 Anlchl.: Kaualle Cl. Spindler. Heener Anzeiger Impiche rg Ruderer und Schwimmer in der Entscheidung. Die Damen, Plumanns, Riebschläger, Mund, Rademacher, Sietas und Heinrich bleiben im Rennen.— Nur noch Doppel= und Riemenzweier. Plumanns, Riebschläger und Mund qualifizieren sich. In den Vorkämpfen zum Herren=Kunstspringen, an denen auch Plumanns. Riebschläger und Mund sich be teiligten, konnten sich diese Deutschen für die weiteren Entscheidungen qualifizieren. Die Deutschen waren über die drei gebildeten Serien verteilt. Plumanns hatte in eister Linie den Amerikaner Desjardin zum Gegner, der in den Vorkämpfen bisher die höchste Punktzahl erreichen konnte und mit seinen vielen Variationen, die er seinen Kürsprüngen zukommen ließ, gilt dieser Springer bis zum Augenblick als Olympia=Favorit. Ueberhaupt waren die Amerikaner am erfolgreichsten. In allen drei Serien stellten sie die Sieger. In der zweiten Gruppe war die Konkurrenz am schärfsten. Hier startete Riebschläger gegen Galitzen und den Aegypter Simaika. Wenn Riebschläger hier auch nur den dritten Platz belegte, so holte er von den Deutschen doch die Höchstpunktzahl heraus. Mund hatte in der dritten Serie den Hauptgegner in Smith. der sich den Abteilungssieg nicht nehmen ließ. Die Ergebnisse. 1. Serie: 1. Desjardin= USA. 182.10 Punkte. 2. Plunanne=Deutschland 148 P. 3. Philips=Kanada 134.10 P. 2. Serie: 1. Galitzen=USA. 178.94 P. 2. SimaikaAegypten 164.96 P. 3. Riebschläger=Deutschland 151.20 P. 3. Serie: 1. Smith=USA. 169.70 P. 2. MundDeutschland 148.48 P. 3. Takashina=Javan 139.82 P. Polizeilentnant Kabl(Deutschland) bat im Amsterdamer Fünfkampf(Schießen, Fechten, Reiten. Schwimmen, Laufen) den dritten Platz besetzt und die bronzene Medaille gewonnen. Deutschlands Degenfechter scheiden aus. Daß Deutschlands Degenfechter nicht so gut abschneiden würden wie die Florettfechter, war vorauszusehen. In der Vorrunde konnten sich die Deutschen Jack. Schafer und Halberstadt noch qualifizieren. Im 1. Vormal fielen dann Jack und Schäfer aus. Halberstadt öberstand als einziger Deutscher diese Runde, schied aber im 2. Vorfinal durch dauernde schwere Niederlagen aus. Rüppers besteht den Vorkampf über 100 Meter Rücken. Kajac=USA. stellt mit 1:09.2 Minuten einen neuen Weltrekord auf. Gleich der erste Vorlauf über 100 Meter Rücken marte dem bisherigen Weltrekord den Garaus. Der Amerikaner Kajac übernahm in diesem Rennen sofort die Eritze und sawamm seinen Gruppensieg ungefährdet nach Hause. Ohne bedrängt zu werden, stellte er mit 1:09.2 Kinuten einen neuen Weltrekord auf. Deutscherseits war Schumburg an diesem Lauf beteiligt. Zunächst kam es zu harten Kämpfen zwischen ihm und dem Japaner Irye. der aber im Endspurt den Deutschen sicher schlagen konnte. Da Schumburg nicht die beste Zeit der Dritten schmamm, kommt er für die weiteren Entscheidungen nicht mehr in Frage. Im zweiten Lauf. der den Amerikaner Laufer als Favoriten sah startete der Deutsche Schulz. Dieser hielt sich ganz ausgezeichnet, schlug er doch nur wenige Augen blicke hinter dem Dritten. Blitzkev=Ungarn, an. Laufer hatte den Sieg selbstverständlich jederzeit sicher. Der Engländer Bessord mußte sich aber gewaltig strecken, um den Ungarn auf den dritten Platz zurückzudrücken. Im dritten Vorlauf narteten Blitz. Moorhouse und Boats. Hier spielten Boats und Blitz die ersten Rollen. Der Neuseeländer Moorhouse gefährdete Sieg und Platz dieser beiden nie. Der vierte Lauf war eine sichere Sache für den Deutschen Küpvers. Wenn der Sieg auch nicht ganz so überzeugend war, wie man das wohl erwartet hatte. so lag das vielleicht daran, daß der Deutsche sich nach der Wendung Schonung auferlegte. Er fiel zurück, stellte aber im Endspurt den Sieg sicher. Als Vierter kam der Luxem burger Kuhborn ein. Das interessanteste Rennen war der Kampf zwischen Wyatt. Lundal und Bourne. Alle gingen dichtauf über die Bahnen. Wyatt führte zunächst ganz knapp. mußte die Führung dann aber eine Zeitlang an den Schweden Lundal abgeben. Im Endspurt verwies dann Woatt den Schweden auf den zweiten Platz. Bourne unternahm im letzten„Augenblick noch einen Angriff auf die Position Lundals. konnte diesen aber nicht mehr erreichen. Immerhin aber schwamm er die beste Zeit der Dritten. so daß er für die Entscheidung weiterbin noch in Frage kommt. Deutschland spielt in der Wasserball=Entscheidung! Deutschland— England 8:5(5:1). Deutschland und England waren die Gegner des ersten„Wasserhall=Vorschlußrundenspiels. Deutschland stellte sich zu diesem Spiel in der gleichen Aufstellung wie zum Spiel gegen Belgien, nur betreute Ete Rademacher nicht das Netz. An seiner Stelle spielte der Nürnberger Blank. der Rademacher sehr gut ersetzte. Zunächst gab es für die Deutschen eine nicht gerade erfreuliche Ueberraschung, als sich der Belgier Blitz als Schiedsrichter vorstellte. Aber es soll von vornherein festgestellt werden, daß der Belgier ganz ausgezeichnet leitete. eine imponierende Sicherheit an den Tag legte und jedes Vorurteil als unberechtigt und ungerecht erledigte. Beide Mannschaften wurden im Spiel von den sich unter den Zuschauern bildenden Parteien lebhaft angefeuert, aber das Spiel überschritt wohl niemals die Grenzen des Erlaubten. Die deutsche Mannschaft sand sich überraschend schnell und ehe sich die Engländer versahen verwandelte J. Rademacher eine genaue Vorlage Bähres zum ersten Treffer. Unmittelbar darauf war Amann erfolgreich und Rademacher konnte wenige Augenblicke später den Kampf schon auf 3:0 stellen. Die Engländer, die bisher die deutsche Abwehr nicht überwinden konnten, versuchen es nun mit einigen Weitwürfen. die aber der Aufmerksamkeit Blanks nicht entgehen. Ganz überraschend kommen aber die Söhne Albions endlich zum ersten Tor. dem aber Benecke noch vor dem Seitenwechsel den 4. und 5. Treffer entgegensetzen kann. So gehts zum Wechsel. Das Spiel schien schon in der ersten Halbzeit entschieden zu sein. Bähre bucht auch noch das sechste Tor. Jetzt kommts blitzschnell zu einer Wendung. Entweder hatten die Deutschen den Sieg schon allzusehr in der Hand. oder sie waren dem eigenen Temvo der ersten Halbzeit zum Opfer gefallen. Sie sielen stark ab und überließen den Gegnern die Initiative. Der Englander Budd holte in dieser kritischen Zeit zwei Tore auf. Fehler der deutschen Verteidigung vermitteln den Engländern zwei weitere Treffer, so daß der Kampf jetzt 6:5 steht. Jetzt gehen aber die Deutschen, die sich erholt haben, zum Endspurt über: Rademacher und Gunst bringen je einen Erfolg zwischen die Pfosten und sichern so den Sieg der Deutschen. der diesen die Qualisikation zum Endsviel vermittelt. Gymnastische Vorführungen im Amsterdamer Stadion. Königin Wilhelmina bei den Uebungen zugegen. Hallte das weite Rund des olymvischen Stadions von den Kampfrufen der Leichtathleten und Radfahrer wider. so war es heute Zeuge wundervoller Vorfübrungen. die von Holländern. Ungarn und Deutschen geboten wurden. Sie alle wollten zeigen, wie sie in ihren Ländern die Frauen und Männer in den Leibesühungen schulen und durchbilden. Ein interessantes außerordentlich abwechslungsreiches Bild entrollte sich vor leider nur 6000 Zuschauern. Der Wichtigkeit und Schönheit der zu erwartenden Veranstaltungen entsprechend hatte sich auch die Königin Wilhelmina von Holland und ihre Tochter, gefolgt von großem Hofstaat. eingefunden. Unter den hervorragenden Persönlichkeiten bemerkte man auch den deutschen Gesandten in Holland. Graf von Zech. Der Himmel machte ein freundliches Gesicht. Pünktlich um drei Uhr marschierten unter den Klängen der Musik. lebhaft begrüßt, 150000 holländische Turner und Turnerinnen in die Kampfbahn und nach reigenmäßigem Aufmarsch führten sie gymnastische Uebungen vor, die deutlich den Einschlag Nils Bukhs verrieten. Schließlich kamen auch noch Uebungen zur Vorführung, die wiederum dem Einflusse Loges. der zweimal seine hannoversche Musterturnschule in Holland vorführte. unterlagen. Es folgten dann rhythmische Tänze. die nicht allen Kritiken des Sachverständigen standhalten konnten. Immerhin war der Beifall. den die holländischen Turner und Turnerinnen ernteten, redlich verdient. Dann marschierten die Ungarn in die Bahn. Zweimal sechs Paare gaben hier Vorführungen zum Besten. Ungarn entsandte hierzu nur Frauen. deren Nationalkostüme schon Interesse erweckten. Unter Leitung ihres Lehrers. Kmetyko=Budapest. führten sie einfache Nationaltänze vor. die von Beifall überschüttet wurden. Deutschland war vertreten durch die Hochschule für Leibesübungen. Schon der Einmarsch dieser ausgesucht prächtigen Gestalten erntete Beifall. der sich verstärkte, als die Vorführungen mit szenischen Tänzen ihren Abschluß fanden. Die Hochschule für Leibesübungen überDübbers schlägt Lind=Norwegen. Walter verliert gegen Hall=Rodesien. Heute kamen im Laufe des Vormittags auch die Boxer zum ersten Male zu Worte. Es wurden die Vorkämpfe im Leicht= und Mittelgewicht zur Durchführung gebracht. traf sich bei diesen Vorführungen selbst und rauschender Beifall quittierte dankbar das Gebotene. Jedenfalls haben die Hochschüler Deutschland mit diesen Porführungen vor internationalem Publikum einen Dienst erwiesen, der nicht abzuschätzen ist. Alfred Hensel, der Direktor des Nürnberger Stadtgartens hat für den meisterhaften Entwurf des neuen Nürnberger Sportstadions die goldene olymvische Medaille für Baukunst auf dem Gebiete des Sports erhalten. Deutscherseits interessierte man sich am stärksten für die Begegnung zwischen Dübbers und dem Norweger Lind. Lind legie gleich in der ersten Runde ein scharfes Tempo vor. dem Dübbers aber folgen konnte. Schon nach der ersten Mi verstärkte Dübbers das Tempo sogar. Nach zwei Minuten bluteten beide Kämpfer aus der Nase. Mit heftigem Schlagma##sel schloß die 11. Runde. die ausgeglichen verlief. In der 2. Runde griff der Deutsche an und drückte Lind an die Seile. Der Deutsche legte erheblichen Wert auf Stil und Prazision und wurde hierdurch zum Zogerer. Das nutzte Lind hin und wieder aus. kam aber gegen die Technit Dübbers nicht auf. Die Runde stand leicht im Zeichen des Deutschen. In der 3. Runde landete Dübbers einen Tiefschlag. Es kommt zum Nahkampf. den Lind immer wieder sucht. Zeitweilig klebt Lind im wahrsten Sinne des Wortes am Mann. um den Schlägen aus der Distanz zu entgehen. Dübbers landete einen klaren. wenn auch nur knappen Punktsieg. Im Mittelgewicht traf Walter=Deutschland auf Hall Rodesien. In der 1. Runde griff der Rodesier sofort an. aber Walter weiß sich der Angriffe zunächst zu entziehen. Es kommt im weiteren Verlauf immer wieder zum Nahkampf. die 1. Runde ist ein einziger Climsh. Die Runde ist ausgeglichen. In der 2. Runde kommt es ebenfalls immer wieder zum Climsb. immer wieder ertönt das „Brechen". Kaum dringt einmal ein Schwinger oder Stovver durch die kurzen Deckungen. Hierbei sammelt Hall Punkte. Die 3. Runde bringt zunächst Wechselschlag aus der Distanz. dann aber wieder das langweilige Bild ewigen Haltens. Walter scheint leicht geschwächt, holt zum Schluß aber noch auf. ohne genügend Punkte sammeln zu können. Alle deutschen Damen bleiben über 200 Meter Brust im Rennen. Die Damen lieferten sich die Vorkämpfe über 200 Meter Brust. Es sei vorweg gesagt, daß sich die deutschen Teilnehmerinnen sämtlich für die weiteren Entscheidungen qualifizierten. Im 1. Lauf startete Frl. Schrader und sicherte sich hier einen glatten Sieg. Ebenso sicher beendete Frl. Mühe ihren 2. Lauf. Lediglich Frl. Zimmermann mußte sich in den Vorläufen mit einem 2. Platz zufrieden geben. Frl. Schrader hatte im 1. Lauf einen Doppelerfolg zu verzeichnen: neben dem Sieg. den sie errang. konnte sie ihre Landsleute mit einer neuen Weltbestleistung erfreuen. 1. Lauf: 1. Frl., Zimmermann=Deutschland 3:11.6 (neue Weltbestleistung). 2. Frl. Goraghev=USA. 3118.8. 3. Frl. Harzelius=Schweden 3:20.6. 2. Lauf: 1. Frl. Mühe=Deutschland 3:14.2. 2. Frl. Baron=Holland 3.:20. 3. Frl. Hoffmann=USA. 3:21.6. 3. Lauf: 1. Frl. Jacobßen=Dänemark 3:17.6, 2. Frl. Zimmermann=Deutschland 3:18.4, 3. Frl. Gustafßon=Schweden 3:27. 4. Lauf: 1. Frl. van Norden=Holland 3:27.2. 2. Frl. Sauntz=USA. 3:29. 3. Frl. Thompson=Australien 3:33.6. Ueber 200 Meter Brust— Rademacher und Sietas in der Entscheidung. Im 200=Meter=Brustschwimmen für Herern wurde in zwei Läufen die Vorschlußentscheidung zur Durchführung gebracht.— Im ersten Lauf kam es zu einem Duell zwischen Tsuruta und dem Kanadier Spence. aber schon bald mußte sich Spence des Philivvinen Oloefonso kräftig erwehren, der sich stark für den zweiten Platz interessierte. Ganz knapo entschied schließlich Spence diesen Kampf um den zweiten Platz zu seinen Gunsten. Der Japaner Tsuruta erreichte die 100 Meter in 1:17 Min. und stellte über die Strecke mit 2:49.2 Min einen neuen Olympiarekord auf. Im zweiten Lauf machte Rademacher das Rennen fast für sich allein. Er war es. der zunächst ein ruhiges Tempo engab und von vornherein durch seine Taktik betonte. daß er Kraft seiner Ueberlegenheit nicht auf Zeit schwimmen würde. Das Feld war lange Zeit auf gleicher Höhe. beim Wechsel lag Rademacher sogar etwas hinten. jedenfalls um Sietas mit in die Entscheidung hereinzubringen. 20 Meter vor dem Ziel ging Rademacher zum Endspurt über und sicherte sich einen sicheren Sieg. 1. Lauf: 1. Turata(Javan) 2•49,2(neuer Olympiarekord). 2. Spence(Kanada) 2:53, 3. Oloefonso (Philippinen) 2:53.2. 2. Lauf: 1. E. Rademacher(Deutschland) 2:56.6. 2. Harling(Schweden) 2:57.4. 3. Sietas(Deutschland) 2:57.8. Die Vorläufe im Freistilschwimmen über 400 Meter. Heinrich qualifiziert sich. Berges und Handschumacher scheiden aus. Die Vorläufe im Schwimmen über 400 Meter brachten den Deutschen nur einen bedingten Erfolg. Nur 1— Glympische Meister. 1. El Quasi(Frankreich) wurde Sieger im Marathon= Catberwood(Kanada) hat die olymvische Frauenmeister= Meter=Hindernislauf vor Nurmi und Ritola gewinnen.— lauf. Er hat die 42,195 Meter lange Strecke in 2 Stun=]schaft mit einem Weltrekord=Hochsorung von 1,59 Meter 4. Thofeld(Schweden) ist im Fünfkampf(Schießen, Fechden 32 Minuten 57 Sekunden bewältigt.— 2. Miß gewonnen.— 3. Luokola(Finnland) konnte den 3000=ten. Reiten. Laufen. Schwimmen) erster geworden. * Heinrich konnte in seinem Vorlauf einen zweiten Platz belegen und sich hierdurch für die nächstfolgenden Vorentscheidungen qualifizieren. Berges und Handschumacher lieferten ein gutes Rennen. kamen aber gegen die Elite nicht auf und mußten sich mit dritten Plätzen begnügen. Da sie zudem nicht die beste Zeit der Dritten schwammen. scheiden sie aus. Im ersten Lauf lag der Deutsche Berges längere Zeit an der zweiten Stelle. wa: aber dem Endsvurt des Amerikaners Clapp und des Aray nicht gewachsen und landete mit 5 Meter Abstand vom zweiten auf dem dritten Platz.— Im zweiten Lauf gab es zwischen Crabbe und dem Japaner Voneyma einen harten Kampf, den aver der Amerikaner schon auf den ersten 100 Metern zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Nun nahm der Franzose Vandenvlanque den Kampf um die zweite Stelle auf und griff den in guter Position liegenden Javaner scharf an. Dieses Rennen um den zweiten Platz brachte dem Franzosen zwar keinen unmittelbaren Ersola, aber er schwamm hierdurch die beste Zeit der Oritten heraus und sicherte sich hierdurch die Teilnahwe an den weiteren Wettbewerben. Im dritten Lauf führte Heinrich, der sich aber dem Endspurt Aulst nicht gewachsen zeigte und mit 1 Mtr. Abstand hinter dem Sieger einkam. Heinrichs 2. Platz wurde durch den Dritten. dem Tschechen Antos nie gejährdet. Dann kam es zu einem Duell zwischen Arne Borg und dem Amerikaner Raymond Ruddv. Arne Borg übernahm sofort die Spitze, ließ zeitweilig, den Amerikaner etwas aufkommen. brachte sich spielend wieder in Front und schwamm zum guten Schluß einen klaren Sieg mit 20 Meter Abstand heraus. Handschumacher landete hinter Ruddy mit 5 Meter Abstand auf den dritten Platz. Eine Sensation war die Niederlage. die der Australier Charlson durch den Javaner Takaysbi erlitt. Das Rennen war ein recht scharfes. brachte einen knappen aber immerhin noch sicheren Sieg des Javaners. Im letzten Lauf kam zum ersten Mal der Engländer Hatfield. der 1912 in Stockholm eine überragende Rolle vielte. zu Wort. Gegen die Schwimmkunst eines Zorilla kam er aber nicht auf. konnte aber gegen Lindsav=Neuseeland den zweiten Platz behaupten. Ungarn schlägt Frankreich 5:3(1:1) Deutschlands Gegner für das Endspiel heißt also Ungarn. Das Vorschlußrundensviel im Wasserball zwischen Frankreich und Ungarn brachte einen hartnäckigen Kampf. der für die Ungarn recht glücklich verlief. Die Franzosen lagen zeitweilig stark im Angriff. batten aber aus besten Pcsitionen heraus Pech mit ihren Torwürfen, die gegen den Hüter oder die Latte prallten. Wenn auch die Ungarn recht oft vom Unglück verfolgt waren, so hatte man doch das Gefühl. als wenn die Franzosen zumindest in taktischer Hinsicht überlegen waren. Die annähernde Gleichwertigkeit der Gegner brachte es mit sich, daß der Kampf hin und wieder auszuarten drohte. Der Schiedsrichter griff aber immer rechtzeitig ein und konnte so aufkommende Unsportlichkeiten im Keime ersticken. Bis zum Seitenwechsel war beide Mannschaften einmal erfolgreich, ohne jedoch re# los überzeugen zu können. Nach diesem zweiten Vorschlußrundenspiel ist auch der Gegner Deutschlands für das Endsviel um den ersten Platz bekannt: Ungarn Gaudin=Frankreich siegt im Degenfechten! Für die Entscheidung hatten sich insgesamt zen Degenfechter qualifiziert, aus denen sich die Franzosen Gaudin und Buchard. der Amerikaner Calnan und der Belgier Tom herauskristallisierten. Am Nachmittag kamen die Entscheidungen um Sieg und Plätze zur Durchführung. Zunächst traf der Franzose Buchard auf den Amerikaner Calnan. Hier siegte der Franzose mit 11 gegen 13 erhaltene Treffer. Gaudin schlug den Belgier Tom mit 6 gegen 10 erhaltenen. Treisern. Zum Kampf um den Olymvischen Sieg und den zweiten Platz trafen sich dann die beiden Franzosen Gaudin und Buchard. Gaudin konnte seinen Landsmann 6:10 erledigen und brachte, wie im Florett. so auch im Degen den Olymvischen Sieg an sich. Calnan und Tom lieferten sich den Gang um den 3. und 4. Platz. Hier blieb der Amerikaner mit 6:10 erhaltenen Treffern siegreich. Deutschland nur noch im Doppelund Niemen=Zweier beteiligt.„ Auf der Regattastrecke am Slotenkanal hatten sich zu 2 den Ruderwettbewerben etwa 6000 Zuschauer eingefunden. die spannenden Sport zu sehen bekamen. Es herrschte leichter seitlicher Gegenwind. die die Leistungen nur gering beeinflußte. Der Himmel war bedeckt. Aber hiermit fanden sich die Wettkämpfer und Zuschauer gern ab. lediglich die Schwüle hätte man gern vermißt. Nach den voraufgegangenen Vorrennen, bei denen die Unterlegenen in den Hoffnungsläufen immer noch Chancen hatten, kamen zum ersten Male die Rennen zur Durchführung. bei denen die Unterlegenen ausscheiden. Deutschland traf dieses Los im Achter und Vierer m. St., so daß es nur noch im Doppel= und Riemenzweier mit von der Partie ist. Internationales leichtathletisches Meeting in Köln Das internationale leichtathletische Meeting in Köln. das so groß angekündigt worden war. hielt sein Versprechen. Man yatte gegen die amerikanische, schwedische und ungarische Elite. die sich in den Amsterdamer, Kämpfen zum Teil ausgezeichnet hatte, nur allererste deutsche Klasse gestellt. Durchweg kann man mit den Ergebnissen zufrieden sein.„Besondere„Anerkennung verdienen die deutschen Teilnehmer, die in einigen Konkurrenzen gut abschnitten. Das ist wohl in erster Linie der Fall im Kugelstoßen. in dem Hirschfeld den Sieg vor dem Amerikaner Cook an sich brachte. Ein erfreuliches Rennen lief Dr. Peltzer in der 400=Meter=Hürdenstrecke. Böcher zwang Hahn. alles aus sich heraus zu geben. und einen Doppeltriumph feierte der junge Dortmunder Jonath sowohl über 100 als auch über 200 Meter. wenn er sich hier auch mit dem zweiten Platz begnügen mußte. Jedenfalls aber schlug er über 100 Meter Russell und über 200 Meter den Berliner Körnig. Besonderer, Erwähnung bedarf noch der Weitsprung über 7.33.5 Meter. mit dem Meier den zweiten Platz hinter dem Amerikaner Ham. aber vor dem Kölner Dobermann belegte. Hochsprung war selbstverständlich eine nordamerikanische Angelegenheit, aus der King siegreich hervorging. Im Stabhochsorung erreichte der Schwede Lindblatt mit 3.98 Meter den zweiten Platz und überließ mit dieser achtbaren Leistung dennoch den ersten Platz dem Amerikaner Mac Gimmie# der 4.08 Meter übersprang. Die Ergebnisse: 100=Meter=Lauf: 1. Borah USA, 10.7 Sek.; 2, Jonath Dortmund. 10.8 Sek.: 3. Russell USA., 10.8 Sek 200=Meter=Lauf: 1. Russell USA., 21.6 Sek.: 2. Jo21.8 Sek.: 3. Körnig Berlin. 400=Meter=Lauf: 1. Barsi Ungarn 48.6 Sek.: 2. Naumann. Br.=Breite; 3. Snider USA., 49.2 Sek 800=Meter=Lauf: 1. Hahn USA., 1:52.4 Min.: 2. Böcher 1:52.8 Min.: 3. Wollmer. 1:55.4 Min 1500=Meter=Lauf: 1. Ladoumegue Frankreich 3:52.8 Min.: 2. Krause. 3:56.4 Min.: 3. Robinson USA 3:57.2 Minuten. 110=Meter=Hürdenlauf: 1. Dye USA., 15.2 Sek; 2 Darter USA., 15.6 Sek.: 3. Wenström Schweden. 15.3 Sek. 400=Meter=Hürdenlaus: 1. Peterson Schweden 52.4 Sek.: 2. Adelheim Frankreich. 53,2 Sek.: 3. Peltzer. 55 Sek Amal=100=Meter=Staffel: 1. USA., 41.2 Sek.: 2. Ungarn. 1/.Ssk.: 3. S.C. Charlottenburg Br.=Breite. in 3 Söner##..: 1. Ungarn. 2. Teutonia Ver„Weitsprung: 1. vam USA. 7.51„Meter: 2. Meier, 7.33.5 Meter: 3. Dobermann. 7.24.5 Meter Kina USA, 1.96 Meter: 2. Mac Gimnins USA., 1.93 Meter: 3. Steward USA., 1.85 Meter. Stabhoch: 1. Mac Gimmins USA.. 4.08 Meter: 2. Lindblatt Schweden. 3.98 Meter: 3. Berlinger Usa 3.63 Meter: 4. Baltes. 363 Meter. d0n. srup: 1, Dirschfeld. 15.64 Meter: 2. Cook USA o.14, Meter: 3. Baranv Ungarn. 14.70 Meter wersen: 1. Houler USA. 46.39 Meter: 2. Kreue .59 Meter: 3 Nocl Frankreich. 14 19 Meter. * Dinolaken. Aus. In dem Wodnhaus des Fabzikaxbetters Wildelm Beckmann in der Ortschaft Orl im Kreise Dinslasen entstand Feuer, das sich mit großer „I„„„„„uns Jowenl dar Wohnhaus Stallung völlis einascherte. Das gesamte Mobiliar. darunter die A2 steuer einer Tochter des Besitzers wurde ein Raub der Flammen. Das Vied besand sich während des Brandas außerhalb der Stallungen. Die Feuerwehr konnie nicht mehr viel ausrichten. Die Entstehungsunache des Brandes ist noch nicht geklärt. Der Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein. Fr 7 Am. Ale eine mit Fahrgästen besetzte S 11 419cLe von agln kommend in Kalt durch die Peter=Stüdlen=Straße ffür, wurde sie von einem aaorirzug, der die Straße kreuzte, erfaßt und Wand gedrückt. Das Auto wurde vollständig zertrümmert. Der Fahrer und die Fahrgäste wurden schwer verletzt. * Aus der Verbrecherzunft. 500 Mark Belobnung. h Düsseldorf, 7. Aug. In Höseler Wald wurde, wie sie Loiche chon berichtet, gestern der seit langem vermitzten Kontoristin Moria Lappe aus Hösel augefunden Die Obduktion der Leiche wird noch Näheres ergeben. Der Regierungepräsident von Düsseldorf hat auf die Ergreifung oder Ermittelung des oder der Täter eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. h Dortmund. 7. Aug. Der 28jährige Schlosser Paul Rautert war mit einer Krankenschwester in ein Liebesveryaltnig eingegangen, das bereits vor mehreren Jahren bestanden hatte. aber wieder auseinandergegangen war. Rautert, der wegen seiner Liebenswürdigkeit und seines tadellosen Benehmens überall beliebt war. wurde in der letzten Zeit schwermütig. Der Liebeskummer hatte ihn so gepackt, daß er sich schließlich vor einen fahrenden Zug warf. Er war sokort tot. Die Leiche war gräßlich zugerichtet. Stukenbrock, 7. Aug. Auf der Chaussee nach Stukenbrock sah sich ein Chaufseur zum Halten leines Autos gezwungen, da mehrere Fußgänger. die vor dem Auto bergingen, tron wiederholter Hupensignale nicht auswichen. Kaum hatte das Auto gehalten, als die Fremden auf den Chauffeur eindrangen. ihn ohne jeden ersichtlichen Grund hlutig schlugen und ihn schwer verletzten.„Wahrend sich einige der Burschen mit dem Chauffeur beschäftigten, schlugen andere die Scheiben des Autos ein. Nach dieser Heldentat suchten die Rowdys das Weite. Segelflugweltrekord an der Röhn. 540 Meter Höhe. 9 Julda, 7. Aug.(Telegr.) Die Segelflieger, die gegenwärtig auf der Wasserkuppe an der Rhön ihren Wettbewerb veranstalten, haben gestern neue bedeutende Erfolge erzielen können. Vor allem zeichnete sich der Oesterreicher Kronseld aus, der auf seinem Hochdecker „Rhongeist“ den bisberigen Höhenweltrekord im Segelflugzeug von 420 Meter auf 540 Meter verbesserte. Kronfeld blieb bei diesem Rekordflug über drei Stunden in der Luft. Die Windströmungen waren bai seinem Fluge. der in der Gegend zw ahen Himmeldantberg. Pierkopf und dem Vorgelände erfolgte, außerordentlich günstig. Es gelang ihm auch. ohne Hobenverlust zu seiner Startstelle zurückkehren. Die Leistungen der Flieger Regel. Schleicher und Nehring waren ebenfalls hexvorragend und übertrafen die bisherigen. Der Flieger Nehring legte auf seinem Gleitfli bleitflieger„Darmstadt“ in etwa einer Stunde eine strecke von ungefähr 27 Kilometer zurück. Probeflug des Riesenflugbootes „Romar“. A Travemünde, 7. Aug.(Telegr.) Heute früh, kurz nach 6 Uhr, erfolgte der erste Aufstieg des deutschen Riesenflugbootes mur unter Führung des Rohrbach=Piloten Steindorf und des früheren türkischen Hauptmannes Ssaum i. Die Maschine, die etwa 15 Sekunden brauchte, um sich vom Wasser in die Luft rheben zu erh umkreiste mehrere Male den in die L# Flughafen. erheben. mehrere Male#### W—m. machte einen kurzen Abstecher über die Ostsee und landete glatt und sicher nach etwa einstündigem Fluge. Ueber das Ergebnis des ersten Probefluges äußert man sich in Fachkreisen sehr befriedigt. Es findet heute noch ein weiterer Probeflug statt. Travemünde, 7. Aug(Telegr.) Das neue Rohrbachl u g z e u g„ R o m a r“, i s t h e u t e n a c h m i t t a g w i e d e r u n t e r Führung des Chespiloten Steindorf zu einem Flug aufgestiegen. an dem Dr. Ing. A. Rohrbach mit dem Stabe seiner Mitarbeiter, sowie Direktor Merkel von der Deutschen Lufthansa teilnahmen. Der zweite Aufstieg erfolgte mi teinem Fluggewicht von etwa 14 500 Klg. und einer Startzeit von zur 30 Sekunden. Der Flug führte über die Lübecker Bucht und endete nach einstündiger Dauer wieder auf dem Pöthnitzer Wiek. Infolge der guten Ergebnisse. der ersten Flüge. wird bereits morgen mit der Vervollständigung der Ausrüstung begonnen. Nach endgültiger Ausrüstung der Maschine werden in etwa 14 Tagen die Leistungs= und Abnahmeflüge durchgeführt. * Courtnev in Amerika. Ex Neuyork, 7. Aug.(Telegr.) Der englische Flieger Courtney und seine Gefährten wurden bei der ununst in Minnewaska an der Quarantänestation vom städtischen Empfangsboot abgeholt und nach dem Rathaus gebracht, wo sie vom Bürgermeister Walker begrüßt wurden. * Der 100 000=Mark=Preis für den Ozeanflug verfallen. Berlin, 7. Aug.(Telegr.) Im vergangenen Jahre hatte der Aeroklub von Deutschland zusammen mit dem deutschen Luitfahrverband einen Preis von 100 000 Mark ausgeschrieben für das deutsche See= oder mehrmotorige Landflugzeug für deutsche Flieger, die in einer Gesamtreisedauer von 84 Stunden von einem deutschen Flugplatz nach Neuyork fliegen. Der Preis lief am 1. August 1928 ab. Bis dahin hat kein deutsches Flugzeug diese Bedingungen erfüllt. Der Aeroklub hat die Preisausschreibung nicht verlängert, sondern wird sich erst in der nächsten Zeit darüber schlüssig werden, ob ein neuer Preis unter neuen Bedingungen ausgeschrieben werden soll. Am 4. August ist gleichzeitig ein von einer amerikanischen Zeitung ausgesetzter Preis für einen Flug Deutschland— Philadelphia abgelaufen. Auch der Termin für diesen Preis ist bis jetzt noch nicht verlängert worden. Abkommandierung der Polenflieger nach Paris. rr Paris, 7. Aug.(Telegr.) Ein französischer Militärflieger, der mit seinem Apparat gestern in Madrid eingetroffen ist, hat Befehl erhalten, sich nach Lissabon zu begeben, und an Bord seines Flugzeuges die beiden volnischen Flieger nach Paris zu fühen. * Jeppelins Konkurrent. ch London, 7. Aug.(Telegr.) Das neue englische Luftschiff„R. 100“, das in Howden im Bau ist, wird im nächsten Monat mit seinen Probeflügen beginnen. Das Luftschiff kann 150 bis 160 Passagiere befördern und wird zu Atlantikflügen und Flügen nach Indien verwendet werden. Der wissenschaftliche Erfolg der Polfahrt. Wichtige meteorologische Entdeckungen. Rom, 7. Aug(Telegr.)„Povolo di Roma“ ver####licht ein Interview des Generals Robile, aus hervorgeht, daß trotz der Mißgeschicke fast alle wissenschaftlichen Ziele der Expedition erreicht wurden. Der General erklärte, daß das Heft, in dem Professor Malmgreen alle meteorologischen Beobachtungen genau aufgezeichnet hatte. einige Tage nach der Abfahrt der Mariano=Gruppe unter dem Eise aufgefunden wurde. Dieses Heft bietet eine wertvolle Fülle wissenschaftlicher Forschungen. Der General erinnert auch daran, daß er die Maße des horizontalen Bestandteiles des magnetischen Gebietes gefunden habe. Diesen Ziffern legt der General große Bedeutung bei. * Die„Krassin“ in Tromsö. ### Tromsö, 7. Aug.(Telegr.) Der Eisbrecher„Krassin“. traf heute nachmittag hier ein und wurde von der Besatzung der Schiffe im Hafen mit Hurrarufen begrüßt. Der norwegische Wissenschaftler Dozent Hoel, der sich während der ganzen Rettungsaktion an Bord der„Krassin“ befunden hat. lobte die Russen sehr. Auf die Frage, ob er sich über die viel erwahnte Evisode äußern wolle, als der Flieger Tschuchnowski Mariano und Zapvi auf dem Eise entdeckte, antwortete Hoel, er sei ganz sicher, daß es sich bei der vermeintlichen dritten Person um ein Paar Beinkleider gehandelt habe, die auf dem Eise lagen. Es habe doch auch ein Paar Hosen auf der Scholle gelegen, als die beiden Männer an Bord genommen wurden. Das Wetter sei sehr unsichtig gewesen und konnte Anlaß zu verschiedenen Mißverständnissen geben. Der Film, den Tschuchnowski ausgenommen habe. werde die Angelegenheit endgültig entscheiden. Der Film befinde sich noch an Bord det„Krassin". Der Dozent erklärte weiter, daß Zavvi bei der Rettung noch ziemlich bei Kräften war, während der Arzt an Bord der„Krassin“. erklarte, Mariano hätte kaum noch 12 Stunden leben können Rückkehr des italienischen Flugzeuges„Marina“. X Oolo, 7. Aug.(Telegr.) Das italienische Flugzeug „Marina“, das sich einige Zeit an der Suche nach Amundsen beteiligt hatte, traf heute früh von Tromsö kommend in Bergen ein und trat mittags den Rückflug nach Italien an. Unterwegs wird es eine Zwischenlandung vornehmen. Meldungen von überall. Die Brandevidemie in NordostEuropa. ch Warschau, 7. Aug.(Telear.) Die furchtbaren Brandtatestrophen in Nordosteurova nehmen in diesem Jahr kein Ende. In der volnischen Wojewodschaft Tarmovol brach am 2. des Monats an vier verschiedenen Stellen Feuer aus, dem zehn Gebäude mit allem Inven ar sum Opfer sielen.— An der volnisch=russischen Grenze stehen seit gestern über 45 Hektar Wald in Flammen Bieher ist es noch nicht gelungen, des Feuero Herr zu werden.— In dem litauischen Städichen Butrimomis hat ein Brand am 2. Juli 27 Wohnhauser, die jüdische Sonagoge und eine große Anzahl Wirtschaftsgebäude völlig eingegschert. Bei dem herrschenden Sturme waren die Feuerwehren nabezu machtloo. Dao Feuer wütete 15 Stunden. Der Schaden beträgt nach den vorläusigen Schatzungen über eine Million Lit. 100 Familien sind ovvachlos. Von den Betrossenen ist niemand versichert. Der Brand von Spezia. Die Explosion war gleich einer Erderschütterung. en Paris, 7. Aug.(Telegr.) Die Exvlosion von Spezia soll nach den Insormationen des sozialistischen „Populair“ von weit größerer Wirkung gewesen sein, als dies der italienische Bericht infolge der Zensur zugibt. Infolge der Explosion und des heftigen Windes habe sich das Feuer ravide ausgebreitet. Ganze Hauserreihen standen in Flammen. Da die Petroleumreser voire ebenfalls vom Feuer ergrissen wurden, dehnte sich dieses noch auf mehrere Schiffe aus. Die Explosion soll so heftig gewesen sein, daß sie den Eindruck einer Erderschütterung erweckte. Die Pulverfabrik selbst sei buchstäblich in die Lust geflogen. Die Zahl der Toten sei noch nicht zu übersehen. Sämtliche Telephonverbindungen mit Spezia seien gestört. * Ein ganzes Dorf verbrannt. ch Wien, 7. Aug.(Telegr.) Nach Meldungen aus Laibach brach gestern in einer Ortchaft am Zirknitzersee ein Feuer aus, das außerordentlich rasch um sich grift und binnen wenigen Stunden das ganze Dorf einascherte. Nicht weniger als 84 Wohnungen wurden mit allen Wirtschaftsgebäuden ein Raub der Flammen. Auch das Vieh verbrannte. Außerdem ollen Menschenleben zu beklagen sein. * 106 Gebäude und Läden zerstört. ∆ Angora, 7. Aug.(Telegr.) In Brussa brach heute früh in einem Hotel in der Neuen Straße ein Brand aus, der sich nach vier Seiten ausdehnte. Wie verlautet, wurden 60 Gebäude und Läden zerstört. Ein zweiter Brand brach in den frühen Morgenstunden in Kutahia aus, der sich nach drei Richtungen hin ausbreitete. Nach fünf Stunden wurde der Brand durch die Feuerwehr gelöscht. Der Schaden ist sehr beträchtlich, da etwa 100 Gebäude und Läden zerstört wurden. * Hunderttausende Dollar Schaden. ∆ Singavore, 7. Aug.(Telegr.) Ein großes Geschäft, das sich mit der Verpackung und dem Vertrieb von Schuhwerk. Gummierzeugnissen und anderen Waren befaßte, und dem chinesischen Millionär Tankahkee gehörte, ist durch Feuersbrunst vollkommen zerstört worden. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Sachschaden beläuft sich auf Hunderttausende von Dollar. * Ueberfall. 80 Automobile, eine Stadt und ein Zug geplündert. Neunork, 7. Aug.(Telegr.) Nach einer Meldung der„Associated Preß“ aus Cuernavaca in Mexiko übersiel eine größere Anzahl von Banditen auf der Landstraße in der Nähe von Puete de Lutia etwa 80 Automobilisten, meist Mexikaner und Spanier, raubte sie aus und nahm ihnen die Automobile weg. Hierauf übersielen die Banditen die Stadt Puete de Lutia, plünderten das dortige Warenhaus und die Bahnstation sowie einen eben einfahrenden Zug aus, dessen Lokomotive sie loskoppelten und unbemannt weiterfahren ließen. in der Absicht, einen anderen fälligen Zug zur Entgleisung zu bringen und auszuplündern. Die Lokomotive entgleiste jedoch bald, ohne Schaden anzurichten. Der in Puete stationierten Bundesgarnison gelang es nach zweistündigem Kampf, die Banditen zu vertreiben und einen Teil der Automodile wiederzubekommen. Die Touristen wurden unverletzt auf der Landstraße ausgesunden. Bei dem Kampf wurden mehrere Banditen getötet und einige Bundessoldaten verletzt. * Riesengeheimbrennerei ausgehoben. Berlin 7. Aug.(Telear.) In einer ebemaligen Schweinemästerei in Berlin=Lichtenberg wurde von Beamten der Zollfahndungsstelle Berlin=Brandenburg eine der größten Geheimbrennereien ausgehoben, mit denen die Zollfahndungsstelle je zu tun gehabt hat. Drei der Beteiligten namens Holzapfel. Rosinneck und Strutz, und der Geldgeber Zuckermann wurden verhaftet. Ein vierter. namens Klapp. wird noch gesucht. * Diebstahl im Amtsgericht Wedding. Berlin. 7. Aug.(Telear.) In der AbrechnungsAndna„„ h mit 20 200 Mark Inhalt, die der diensthabende Beamte auf sein Pult gelegt hatte, von einem noch unbekannten Diede entwendet. Ein 15jähriger Brandstister. r Paris. 7. Aug.(Telegr.) In Cannes wurde als Urheber einer Reibe aufeinanderfolgender Brände. die die Bevölkerung in Schrecken versetzt hatten, ein fünfzehnjähriger Knabe festgenommen, der erklärte, aus reinem Vergnügen gehandelt zu haben. * Hauptmann Nachtwächter. rr Pario. 7. Aug.(Telegr.) Ein Nachtwächter namens Roger Ravin stahl in einem Hotel Juwelen und Pelze im Werte von 100000 Franken und verschwand. In einem vornehmen Kolonialhauptmann, der seines Zeichens auch Ebrenlegionar war. sand die Polizei am Sonntaa den Gesuchten wieder. Sie verhaftete den Herrn Hauptmann auf der Terrasse eines Kaffees. Der hohe Herr sträubte sich, brachte sogar die Stimmung der Menge aus seine Seite, wurde aber schließlich zum Polizeirevier befördert, wo er zugab, daß er Ravin sei und die Uniform gestohlen habe. Er hat als Hauptmann einen Obersten in Straßburg genasführt und die Freundlichkeit eines Gendarmeriemajors zu gewinnen vermocht. Daran. daß der Offizier in der Uniform eines„Kolonialhauptmanns den Feldzug in Marokko mitgemacht habe, hatte keiner seiner Umgebung zu zweifeln gewagt. Kirchliche Nachrichten. Deutsche Bischofskonferenz in Julda. Julda, 7. Aug.(Telegr.) Hier sind gestern die deutschen Bischöfe angekommen zur Teilnahme an der deutschen Bischofskonferenz, die mehrere Tage andauern und sich mit wichtigen kirchlichen Fragen beschäftigen wird. Ausverkauf Oberschlesiens. Harriman erwirbt die Bismarckhütte. — #1 William Averill Harriman. Die amerikanische Finanzgruppe Harriman hat die in Polnisch=Oberschlesien liegenden Werke„Bismarckhütte“ gekauft. Es heißt, daß Harriman sich in Warschau verpflichten mußte, nur polnische oder amerikanische Staaisbürger zu beschäftigen. Die deutschen Direktoren, Ingenieute und Techniker, die zum machtvollen Ausbau der Hütten beigetragen haben, sollen entlassen werden. Unser Bild zeigt den jungen Harriman, den Sohn des amerikanischen„Eisenbahnkönigs“ und Milliardärs, der an den Verhandlungen mit Polen großen Anteil nahm. * Handel Gewerdr d Industrie u. Fettgroßhandlung A.=G. Gelsenkirchen. h Das abgelaufene Geschäftsjahr 1927 erbrachte nach Abschreibungen von 5896 Mk. einen Gewinn von 15 582 Mt. Hieraus werden 8 Prozent Dividende gezahlt und 6582 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen Börsenberichte. Berliner Börsenbericht. Freundlich. später schwächer. C5 Berlin. 7. Aug.(Telegr.) Die feste Haltung der Auslandsbörsen, besonders der gestrigen Neuyorker Börse. rief im Vormittagsverkehr eine durchaus freundliche Stimmung hervor. Die Umsätze waren vor allem in Farben= und Elektrowerten ziemlich lebhaft. Man wollte wieder, abgesehen von einzelnen Kundenorders bei den Großbanken, auch Interesse des Auslandes beobachten. An der Vorbörse waren in einigen Werten recht erhebliche Kurssteigerungen zu. verseichnen. Jedoch schritt die Spekulation auf der erhöhten Kuxsbasis und in Anbetracht des herannabenden Medios Realtsationen, die vereinzelte Kursrückgänge zur folge hatten. Angeblich sollte auch die Schweis eine chwächere Tendenz heute haben, was sich besonders in en Werten. die dort auch gebandelt werden, bemerkbar machte. So verloren z. B. Deutsche Linoleum 7¾ Prozent. Im allgemeinen waren gegen gestern die Kurse gut behauptet. Montanwerte trotz günstiger Eisenberichte vernachlässigt und meist etwas niedriger. Nur Laurahütte konnten um zirka 3 Prozent anziehen. Autoaktien waren aus den bekannten Gründen lebhafter gefragt und zogen um zirka 2 Prozent an. Bei Elektro werten blieb die Nachricht, daß die Schuckertwerke aus Frankreich gron-Aufträge zur Elektrifizierung der fran zösischen Bahnen erhalten, ohne größeren Einfluß. Von sonstigen Werten waren Glanzstoff mit einem Verlust von 4 Prozent zu erwähnen, dagegen fiel die Steigerung der Deutschen Ton= und Steinzeug auf. die bei kleiner Nachfrage 4½ Prozent gewinnen konnten. Im Verlaufe schrit; die Spekulation auf fast allen Märkten zu weiteren Realisationen, wodurch sich neue Aurszuckzange erzaben. Stemens bützten gegen Anfang # ein. Bemberg und Glanzstoff je 5 Prozent. Deutsche Anleiben etwas freundlicher. Ausländer sehr still. Merikaner fester, dagegen Türken und Anatolier nachgebend. Geld war unverändert. Tagesgeld bei 5—7 Prozent ziemlich leicht. Monatsgeld 8—9 Prozent. Warenwechsel zirka 6¾ Prozent. Devisen waren eher angeboten. Madrid lag auf die Stabilisierungsanleihe hin sehr fest. auch Pfunde waren etwas gebessert. Am Pfandbriefmarkt waren Roggenwerte wieder angeboten und bis zu 20 Pfa, schwächer. Liquidationspfandbriefe und Anteile uneinheitlich aber freundlich Vorkriegskommunalobligationen überwiegend fest. Obligationen meist etwas höher. Der Kassamarkt lag bei etwas vergrößertem Publikumsinteresse. aber verhältnismäßig immer noch kleinem Geschäft, meist 1—3 Prozent fester. Bis zum Schluß hielt die Abgabeneigung der Börse an. Es wurden auch einige Großbanken als Verkäufer beobachtet. — Interventionsware zu höheren Kur „ Pri die anscheinend wieder abstießen. Befürchtungen, daß der Privatdiskont eine Erhöhung erfahren könnte, haben sich nicht bestätigt. Trotzdem blieb die Stimmung schwächer. Die Rückgänge betrugen bei den schweren Werten bis zu 6 Prozent. Bemberg—7. Ilse—7¼ Prozent Dusseldorfer Kurenbörse. h Düsseldorf. 7. August.(Telear.) Die Börse zeigte im Gegensatz zu Berlin eine aut bebauptete Haltung. Eine Ausnahme machten lediglich Kohlenwerte: die durchweg billiger angeboten wurden. Braunkohlenwerte blieben dis auf Glimmerode. die in einigen Stücken umgingen, kaum beachtet. Im Gegensatz hierzu war die Stimmung am Kalimarkt als recht gut behauptet anzusehen, wobei es zu recht bedeutenden Umsätzen kam. Rege im Handel lagen vor allem Beienrode vlus 30. Burbach olus 100. Braunschweig Lüneburg vlus 200. Einigkeit plus 100. Erichsegen vlus 200. Habighorst vlus 50. Heimboldshausen olus 30. Hindenburg=Königshall olve 300. Hugo olus 400 Mark. Auch am Aktienmarkt kam es zu lebhaftem Verkehr. vor allem in Adler. Hannoveriche und Niedersachsen die die zu 3 v. H. anzieben konnten. Am Industrieaktien= markt kam es zu einigem Verkehr in Uerdinger Waggon. Kabel Rhendt und Eisen Heerdt. wobei letztere um 2.5 v. H. gesteigert waren. Düsseldorfer Börse. Düsseldorf. 7. Aug.(Telegr.) Der Terminhandel an der Düsseldorfer Börse eröffnete in behaupteter Haltung. Im Verlauf war die Tendenz nicht einheitlich doch überwiegend zur Schwäche neigend. In kleinen Beträgen wurden Kali=Industrie. Köln=Neuessen und Rheinstahl gebandelt. Die Anfangs= bezw. Schlußkurse stellten sich wie folgt: Barmer Bankverein 144½6 1454B3 Gelsenkirchener 1286 1281 B. Goldschmidt—— Harvener 152½ B 152B. Kali=Industrie 241 240½. KölnNeuessen 132¾ 131B. Mannesmann 139:B 137¾6. Rheinstahl— 146B. Ver. Stahlwerke 98 56 98/ B. * Warenmärkte. Berliner Produktenbericht. # Berlin. 7. Aug.(Telegr.) Die Meldungen von Uebersee lauteten erneut schwächer. und daraufhin ver kehrte die heutige Produktenbörse in ruhiger Haltung. Am Weizenlieferungsmarkt lagen die vor deren Sichten eine Mark niedriger. Roggen gab sogar bis 1½ Mark im Preise nach. Geschäft in Auslandsgetreide kam nur für Mais in größerem Ausmaße zustande, die wenig veränderten Preise für Weizen fanden kaum Beachtung. Vom Inlande lauteten die Forderungen für Neugetreide gleichfalls nur wenig niedriger. das Angebot von Roggen neuer Ernte ist angesichts des reanerischen Wetters weiter klein. Weizen= und Roggenmehl liegen ziemlich unverändert. Das Geschäft in Haser und Gerste hat sich noch nicht belebt. Die. Muster von Neuhafer, die bieher gezeigt wurden, weisen keine besonders schöne Qualität auf. so daß sich die Käufer zu Anschaffungen vorläusig noch nicht entschließen können. Sommergerste wird in den Preisen von den Käufern als zu boch erachtet und nur vereinzelt umgesetzt Hamburger Warenmärkte. h Hamburg. 7. Aug(Telear.) Auf dem Kaffeemarkt lagen Brasilosferten im Preise um 6 d bis# sh niedriger. Am hiesigen Markt war das Geschäft sehr rudia. Die Terminoreise gaden leicht nach— Auf dem Reismarkt war die Tendenz abwartend das Geschaft ruhia. Wesentliche Preisänderungen wurden kaum festgestellt.— Auf dem Hülsenfruchtmarkt war die Lage wenig verändert. Es entwickelte sich kleines Ge schäft zu gestrigen Preisen.— Auf dem Gewursmark! war die Tendenz behauptet. Es wurde nur der notwendieste Bedarf gedech. Pfeffer war teilweise etwas lliger.— Auf dem Schmalsmarkt war die Tenden; fest. Es wurden notiert: Amerikanisches Steam Lard 31.00 Dollar. Raffiniertes Schmalz verschiedener Marken in Tierces 32.00—32.50 Dollar(in Firktns zu 50 Kilo 0.5 Dollar. in Eimern zu je 12.5 Rilo 1.5 Dollar teuter als in Tierces). Hamburger Schmalz in Dritteltonnen Marke Kreuz 37.25 Dollar die 100 Kilo netto verzollt.— Auf dem Getreidemarkt war das Geschäft nur gering Man hörte durchweg unveränderte Preise. Leinsaat notierte: 18.40—18.50 Gulden.— Im Terminhandek notierten: Weizen per Dezember 198.00 Mk. Tendenz: ruhiger. Roggen per Oktober—. der Dezember 192.25 RM. Tendenz: ruhiger. Gerste per Dez. 175.50 RM, Tendenz: ruhiger. Mais per Oktober 174.00. Dezembe173.50 RM. Tendens: ruhiger. * Allgemeine Nachrichten. Amtliche Großhandelsinder#iffer. 2 Berlin 7. Aug.(Telear.) Die für den Monatsdurchschnitt Juli berechnete Großhandelsinderzisser des Statistischen Reichsamtes hat mit 141.6 gegenüber dem Vormonat(141.3) um 0.2 v. v. angezogen. Von den Hauptgruppen ist die Inderziffer für Agrarstoffe um 0.1 v. H. aus 136.6(136 0) gestiegen. Die Inderziffer für Kolonialwaren ist um 1.7 v. H. auf 1377(138.7) zurückgegangen. Die Inderzi##er für industrielle Robstoffe und Halbwaren waren mit 135.1(135.0) gegenüber dem Pormonat nabezu unverändert während die Inderzisser für industrielle Fertigwaren um 0.3 v. H. auf 159.6(159.1) angesogen hat. * Diehmärkte. Altenessener Schweinemarkt. Altenessen. 7. Aug. Zum„Schoeinemarkt waren ausgetrieben 1182 Ferkel und Läufer. Es kosteten im Großhandel Ferkel von 6—8 Wochen 10—16. von 8 bis 12 Wochen 16—26. Läufer von 3—4 Monaten 26 bis 36. von 4—6 Monaten 36—65 RM. Tendenz: lang= sam— Die Preise zogen an.„Ferkel von 6—8 Wochen dlieben unverandert. von 8—12 Wochen im Höchstpreis um 2 Mt anziehend. Läufer von 3—4 Monaten erhöhten sich um 2 dezw. 1 Mk. Läufer von 4—6 Monaten waren im Anfangsbreis um 1 Mk. teurer im Höchstpreis unverander“ * Heute nachmittag 6 Uhr entschlief nach kurzer Krankheit unser innigstgeliebter Bruder, Schwager und Onkel, der wohlachtbare Herr Wilhelm Vedder Im Alter von 49 Jahren, nach einem echt christlichen Lebenswandel, gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sterbesakramente. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Angehörigen. Herne, Sundern, Allendorf, den 6. Aug. 1928. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 9. ds. Mis., nachmittags 3.15 Uhr, vom Trauerhause, Wilhelmstraße 42, aus statt. Dasfeierliche Seelenamt ist Freitag morgen 8 Uhr in der St. Bonifatius-Kirche. 1070c Ratholischer Gesellen-Verein Herne. des inaktiven Mitgliedes Hern Augu 15 U hr zahlreichen Der Vorstand. St. JosephrArheiter-Verein Bopitatius-Pfarrei. unseres verstorbenen Mitgliedes In. versammeln die Miitgliede Donnerstag nachm. 3 Uhr, im Gesellenhaus. Beteiligun Ehrenssche. Der Vorstand. C Bin zur Ortskrankenkasse zugelassen. Dr. med. Dickhoff Crèpe-Nlarocain K'Seide bedruckt, ca. 100 cm breit... Taffot YGIIEL farbig und schwarz darunter reinseidene Haitienne, ca. 85 cm bi Japon-Kleiderseide reine Seide, ca. 85 cm brei. Crepe de Chine bedruckt, reine Seide, ca. 100 cm breit.. Waschseide bedruckt Kleiderstoffe ca. 70 cm breit, in schönen Dessins Strickkleider, Pullover, ärmellose Westen und Stoffe zur Selbstantertigung, in großer Auswahl 20055 prakt. Arzt Herne, Neustraße 25(Rathausapotheke) 20045) sadium: Radiumhaltige. starkste kehlensaure Sole Deutschlands Vorzügl. Heilertolge bei: Hersleiden, Haut- und Frauenkrankheiten. Rheuma, Gicht, lechles, Skrotalese. Rachtti: Großrügige Neubenten und Perkanlagen. Mas verlange Badeschrift und Wohnungsanzeiger trei von der Badeverwaltung Ab. J. 9. 6ann Sielefeld-Oenabrder Sommer- und Winterkurort. Elektr. Staubsauger von 75.— bis 10..— M. Bel Ratenzahlungen geringer Aufschlag. 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Bestellungen bitten wir mündlich in unserer Geschäftsstelle oder schriftlich zu ertellen. Telephonische Bestellungen wolle man wegen der Gejahr von Uebermitilungstehlern möglichst vermelden Geschäftsstelle des Herne, neben dem Postamt.