Herner Anzeiger . Amtliches Publikations=Organ für den Stadtkreis Herne. Amtlich beglaubigte Abonnentenzahl. Druck u Verlag: Ingmanns& Koelders. Herna. Bedelstr. 8. u. ö. Postam: Jugleich Anzeiger für das Amt Sodingen(Amtsblatt) u. Gertber Anzeiger Tmsiammmmtse: 1 mm R., döbe-s-1—. Erscheim täglich mit Ausnahme der Sonn= und Veiertags., Bezugsprig Wrsoctsleitung und für den Nuzeigon und Reklametill osrantwortlich: Hof. Röttsches, Vr und Wodnunggmarkt 5 Pla. 1 mm Raumböde. im Reklameteil 40 Pig wöchentlich 55 Dsg, frei ins Haus gebracht. Posischeckonto: Dortmund soor den gbgktonellen Ceil verantwortich: Holuz. Jugmanns. heiße in Deri. Reonsorache: Nr. 12. 12. 14/ Celogramm=Adresse: Anzeiger Herne Der am bte Inserate eingeräumte Nachlaß wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage binfällig Jeber Abonnent ist gemäß den Bedingungen mit Mark 250.—, bei der Rürnberger Ledensversicherungs=Bank in Nürnderg versichert, wenn durch einen Unsall der Tod oder Danzinvaltbität einteitt. Nr. 9(Erstes Blatt) Montag, den 10. Januar 1927 Der bevorstehende Auftrag an Curtius Er will eine Mehrheit von Deutschnationalen suchen. Keine Aussicht auf Erfolg. Berlin, 9. Januar 1927.(Eig. Drahtber.) Die Frage der Regierungsbildung während der letzten bis Demokraten verTage ist ein getreues Spiegelbild der überaus schwierigen volitischen Lage im Reiche und in der Presse, je nach den Parteistandpunkten verschieden. Die zur Lösung gemachten Vorschläge haben einen wirklich brauchbaren Weg zu einer festen Mehrheit nicht gezeigt. Dagegen haben sich zweierlei Resultate nach der negativen Seite ergeben. Sowohl die große Koalition als auch die Mehrheitsrechtsregierung sind zur Zeit unmöglich. Wen aber auch der Reichs präsident in den nächsten Tagen mit dem Kanzleramt betrauen mag, keiner wird eine Mehrheitsregierung auf der einen oder anderen Grundlage zustande bringen. Daß im letzten Augenblick ein völliger Umschwung in der bisherigen Haltung der beteiligten Parteien eintritt, dafür besteht zur Zeit nicht die geringste Aussicht. Es wird jetzt in parlamentarischen Kreisen für so gut wie sicher angesehen, daß der Reichspräsident den Minister Dr. Curtius als Ersten mit der Regierungsbildung beauftragen wird. Ueber die Absichten Dr. Curtius, die bisher nicht völlig geklärt waren, ist jetzt durch eine Mitteilung der„Tägl. Rundschau“ einige Klarheit geschaffen. Danach wird Dr. Curtius die Bildung einer Mehrheitsregierung mit festen Bindungen von Deutschnationalen. Deutscher Volkspartei, Zentrum, Bayerischer Volksvartei und Demokraten versuchen. Die Voraussetzungen für ein Gelingen dieses Versuches sind aver nicht gegeben. Denn abgesehen davon, daß, wie wir wiederholt ausgeführt haben, für das Zentrum eine Mitwirkung auf dieser Grundlage nicht möglich ist, haben die Demokraten von vornherein eine Beteiligung an einer solchen Regierung entschieden abgelehnt. Wenn übrigens die„Tägl. Rundschau" selbst als eine wesentliche Voraussetzung ein genügendes Entgegenkommen der Deutsch nationalen gegenüber der Politik der bisherigen Regierungsparteien, insbesondere in ihrer Außenpolitik, sowic deren Erhaltung und Fortführung in der bisherigen Weise bezeichnet, so kann es nach den letzten unzweideutigen Erklärungen deutschnationaler Organe nicht zum mindesten mehr zweiselhaft sein, daß auch diese Vorausletzungen nicht gegeben sind. Sonach wird der Versuch zu einer Bildung einer Rechtsregierung von vornherein scheitern. Es bleibt also noch die große Koalition. Auch sie ist zur Zeit noch nicht erreichbar, ohne Rücksicht darauf, ob die Sozialdemokraten gegebenenfalls zur Mitwirkung bereit sind. Den Ausschlag gib: die Deutsche Volks pariet. Heute aber ist sie trotz aller„arundsatzlichen“ Zustimmung nicht gewillt, die große Koalition mit zumachen. Etwa in dieser Richtung noch bestehenden Zweiseln begegnet eine Erklärung des Abgeordneten von Rheinbaben, die besagt, daß die Deutsche Volksvartei sich nicht zur großen Koalition weder als aktiver noch als stiller Teilhaber bereitfinden wird. Die„Tägl. Rund schau“ bemerkt dazu, daß diese Auffassung von der Reich: tagsiraktion der deutschen Volksvartei ziemlich unm gebilligt werden dürfte.“ Also auch mit der großen Koalition ist es vorläufig nichts Als einziger Ausweg bleibt die Regierung der Mitte, sei es in der jetzigen oder in einer veränderten Zusammensetzung. Auch das ist aus die Dauer nur möglich, wenn sie in Anlebnung nach rechts oder links in der Lage ist, eine feste, dauernde Mehrheit im Reichstag zu finden. Daß die Anlehnung nach rechts nicht möglich ist, ergidi sich aus der Sachlage ohne weiteres von selbst. Ob eine Unterstützung der Sozialdemokraten möglich ist, hängt in der Haustsache ab von dem Maße des Entgegenkommens und der volitischen Einsicht dieser Partei. In dieser Beziehung wird die Frage einer Reform der eimameyr von ausschlaggebender Bedeutung und vielleicht der einzige Punkt der kommenden Verhandlungen überhaupt sein. In dieser Beziehung Deutiche Volksvartei schon jetzt sich aller Reform der Reichswehr, deren Notwendigkeit in gewissem Grade auch oom Zentrum anerkannt wird, zu widersetzen gewillt ist. Dieser Haltung der Deutschen Volksvartei gegenüber stehen die weitgehenden Forderungen der Sozialdemokraten. Ob eine Ueberbrückung der Gegensätze möglich ist, müssen die nächsten Tage zeigen. Bebarren die Sozialdemokraten bei ihren Forderungen, so ist eine Verständigung ausgeschlossen. Ueber ihre Haltung gegenüber einer Regierung der Mitte liegt eine bezeichnende Aeußerung des sozialdemokratischen Pressedienstes vor, die besagt:„Die Sozialdemokratie ist unter Umständen bereit, z. B. eine Regierung Marx zu unterstützen. Sie geht aber hierbei von einer ganzen Reihe Gesichtspunkten aus: eine Regierung, die fest auf dem Boden der republikanischen Verfassung steht, Fortführung der Verständigungspolitik, Durchführung der Reichswehrreform, Lösung der Arbeitszeitfrage schon jetzt rm Sinne gesetzlicher Regelung des Achtstundentages, sowie der Sozialvolitik. Aus dem Gesagten ergibt sich, daß auch eine Regierung der Mitte mit Unterstützung der Sozialdemokratie nicht ohne weiteres durchzuführen ist. Trotzdem muß versucht werden, die Schwierigkeiten zu überwinden und eine dauernde Lösung zu erreichen. Eine Regierung der Mitte ohne Aussicht auf dauernde Mehrbei, im Reichstag ist zwecklos. Es ist auch unerträglich, die innere Politik mit wechselnder Mehrheit zu machen, ohn: für die Außenpolitik die Autorität einer gesicheten Mehrheit zu besitzen. Gelingt auch diese Lösung nicht, so bleibt nichts anderes übrig als die Auflösung des Reichstages. Als uns diese Worte zu Gesicht kamen, machten wir sofort die stärksten Bedenken geltend und schrieben, der Verfasser dieser neuartigen Entwicklungsgeschichte müsse in der letzten Zeit eine Binde vor den Augen gehabt haben. Wie sehr wir mit unserer Meinung recht hatten, geht aus einer Meldung hervor, welche die deutschnationale Parteileitung verbreiten läßt. In der deutschnationalen oriiziösen Auslassung heißt es: „Diese Erklärung des Mannes, der bei der Wahl des Reichspräsidenten von Hindenburg eine hervorragende Rolle spielte, ist in der Presse vielfach als eine Kundgebung der Deutschnationalen Volksvartei aufgesaßt worden. Demgegenüber wird von der Deutschnationalen Parteileitung betont, daß sie keine Veranlassung habe, zu dem Artikel des Herrn von Loebell Stellung zu nehmen. Herr von Loebell sei zwar Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei; er habe aber seine Artikel zur Regierungskrise lediglich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des übervarteilichen Reichsbürgerrats und ohne jede vorherige Fihlungnahme mit der deutschnationalen Parteileitung geschrieben.“ Und das ist wenigstens eine offene Sprache. Die Deutschnationalen gestehen ein, daß sie nach wie vor die Gültigkeit des Locarno=Vertrages ablehnen, und daß von ihnen auch die Weimarer Verfassung als Staatsgrundgeletz nicht anerkannt wird. Bei den jetzt beginnenden Verhandlungen über die Bildung einer neuen Reichsregierung wird diese Feststellung ohne Zweifel die größte Beachtung finden müssen. Denn, man kann doch wohl nicht annehmen, daß eine Partei mit einer derartigen Haltung ernsthaft für die Teilnahme an der Führung der Reichsgeschäfte in Betracht gezogen wird. perrn von Loebell aber muß man dankbar dafür sein, daß er diese Klarheit geschaffen hat. sage darauf berusen, daß Professor Otte(Wien) die Beschuldigungen im Gebäude des preußischen Landtags wiederholt habe, und Gieseler hat stolz dem Gericht eine eidesstattliche Versicherung dieses Professors Otte über reicht. Was sagt Professor Otte dazu? Die„Germania“ veröffentlicht folgende Erklärungen Ottes: 1. 29. Oktober 1926:... Als ich im Oktober 1925 in Berlin war. wurde ich in den Couloirs des Landtags von dem Abgeordneten Gieseler stürmisch um eine eidesstattliche Versicherung begehrt... Als ich mich angesichts des fortgesetzten Drängens in einer Zwangslage be willigte ich unter diesem vsychologisch plausiblen Millerand fällt bei den Senatswahlen durch. Der Ruck nach links. des 71 fand zu Paris. 9. Jan.(Telegr.) Von den 197 heate wählenden Senatoren sind im 1. und 2. Wahlgang 92 endgültig bestimmt worden. Diese 92 Senatoren verteilen dor einer IIeherrumnelung glaschsam in z: sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: Aeußerste Fraue, der einer Arberrumpelung gleichkam, in die##„. n Gechtarenuhlifaner eidesstattliche Erklärung ein, deren Inhalt in ein paar Rechte 2(gew. 1, verl. 6). Rechtsren,g„### Blitzsekunden, ohne daß ich mir eine Abschrift nehmen 17(3 verl.), Linksrepublikaner 16(3 verl.), konnte, von uns redigiert wurde... Ich habe geglaubt, Rechtsradikale 7(1 verl.), Nadikale 38(4 gew., 2 verl.), daß diese Exklärung nur rein interne Zwecke ver- Sozialistische Republikaner 2(1 gew., verl. 0), Soziafolge... In der nach der erfolgten eidesstattlichen Er listen 9(6 gew., 0 verl.), Sozialistische Kommunisten 1 stattgefundenen Fraktionssitzung, zu der ich als(1 grw., 9 Es sind somit im dritten Wahlgang noch 15 Interessante Dokumente. Der Kampf Minister Hirtsiefers gegen völkische Verleumder. * Der Beleidigungsvrozeß, den der preußische Wohljahrtsminister Hirtliefer gegen den Chefredakteur des„Deutschen Tageblatts". Dr. Livvert, angestrengt hat. und der breits mehrmals vertagt wurde, kommt demnächst wieder zur Verhandlung. Lipvert hat„als journalistischer Schildknavve des von ihm hochgeschänten Schriftstellers Gieseler“ eine von diesem(dem völkischen Landtagsabgeordneten Forstmeister Gieseler) gemachte schmutzige Verleumdung über eine Wiener Reise des Ministers in dem völkischen Organ wiedergegeben. Gieseler hat sich in seiner eidlichen Ausklärung stattgefundenen Fraktionssitzung, zu der Gast zugezogen war. kam allgemein die Meinung zum Ausdruck, daß mit dieser Erklärung nichts anzufangen sei. und daß es seitens Gieselers das beste sei die Sache raschestens zu liquioiler..... Der Sache Livvert stehe ich vollkommen ferne; sie ist nur dadurch aufs Tapet gekommen, daß Gieseler in meine eidesstattliche Erklarung ganz unbegründete Deutungen hineinkommen ließ resp. Livvert durch unrichtige Insormationen zu dem Angriff verleitete, den ich nach jeder Richtung hin mißbillige.“ 2. 1. November 1926:.... Im Oktober 1925 läßt sich Gieseler hinreißen. Hirtsiefer im Landtage anzugreifen Inmitten eines Gesprächs mit Major v. Krogh und Wulle in völlig anderer Angelegenheit werde ich von Gieseler zunächst im allgemeinen um eine schriftliche Bestätigung der früher am Biertisch gemachten Aeußerung flehentlich bestürmt.. Gieseler wurde nämlich im Landtag nach Beweisen gedrängt. und er hatte keinerlei Material.... Ich habe aus Gutmütigkeit. Gutgläubigkeit und Vertrauen Gieseler in seiner Lage. in der er durch seinen voreiligen Temveraments ausbruch im Landtage gelangt war. helfen wollen. Darum stellte ich ihm eine eidesstattliche Erklärung gewisser maßen als moralischen bedingten Gefälligkeitswechsel aus Gieseler oktrovierte mir gewisse Stellen auf Erst bei meinem Verhör am 29. Oktober 1926 wurde mir klar. wie ich von Gieseler am 22. Oktober 1925 moralisch verge waltigt worden bin.... Es war eine bewußte Täuschung, der sich Gieseler schuldig machte, eine Vergewaltigung und Erpressung gegen mich.... Ich finde keine Worte, meine Empörung darüber(Daß Gieseler den Professor Otte des Umfalls zeiht. Die„Red.) auszudrücken. Mir ist in meinem Leben ein Akt solcher moralischer Nötigung und effektiver Vergewaltigung noch niemals vor gekommen. Herr Gieseler hat nicht das Recht. sich auf einen guten Glauben in dieser Sache zu berufen. Er hat im Bewußtsein, daß er noch kein Material hatte und entgegen den gestellten Bedingungen und offenbar total irteführend für Dr. Lippert diesen zu einem abermaligen Angriff verleitet.... Auch Dr. Livvert dürfte sich nicht auf guten Glauben berufen.“ Man wird gut tun. bei künftiger Würdigung des völkischen Treibens an diese nicht sehr höfliche, aber sehr treffende Charakteristik zu denken, die den Völkischen hier einer der ihren ins Stammbuch schreibt. Senatoren umnritten. Unter Zugrundelegung der Ergebnisse des ersten und zweiten Wahlganges sind als gewaylt zu erwähnen: Justin, Godart. Steeg, in der Stichwahl stehen Millerand, Dausset, Straß und Dariac. Senatspräsident de Sevel wurde durch den radikalen Abg. Delthil geschlagen. Millerand wird seinen Sitz in Paris noch im 3. Wahlgang zu verteidigen haben. Millerand durchgefallen. · Paris. 9. Jan.(Telegr.) In den SenatorenErgänzungswahlen im Seine=Departement wurden im 3. Wahlgang zwei Rechtsradikale und ein sozialistischer Kommunist gewahlt. Millerand ist somit durchgefallen. Der Nicaragua=Fall im Weißen Hause Demokratische Angriffe gegen kechnen Mann verfügen, können. die auf Artillerieunterstützung die Regierung. Man will keinen Krieg. 9 Washington. 9. Jan.(Telegr.) Im Senat grissen gestern die Demokraten die Politik der Regierung in Mexito und Nicaragua an. Die Debatte wurde mit einer Rede des Senators Reed eröffnet, der die gestrigen Berichte über Erklärungen eines Vertreters des Weißen nrrrr Hauses als Mystifikationen bezeichnete. Der Demokrat anläßlich Heflin richtete an den Präsidenten die Warnung, die Regierung möge nicht das amerikanische Volk im InHerr von Toebell wird abgeschüttelt. teresse der Oelbarone in einen Krieg gleiten lassen. Der Demokrat Wheeler erklärte, die Vereinigten Staaten unterdrückten Nicaragua. Das Mit glied der Farmer= und Arbeiterrartei Shiystead erklärte, wenn das Land in einen Kricg solle, so müsse der Kongreß wissen, aus welchem Grunde. Hierauf ergriffen zwei der Regierungsvartei angehörige Senatoren das Wort: sie verteidigten die Politik des Präsidenten Coolidge. Der Führer der Republikaner Curtis bat die Senatoren, zunächst mit ihrer Meinung zurückzuhalten. bis Staatssekretär Kellogg in der nächsten Woche im Auswärtigen Ausschuß über die Angelegenheit berichtet habe. Der Revublikaner Edige fragte, ob die Kritiker nicht daran glaubten, daß es sich um den Schutz des Lebens und Eigentums amerikanischer Staatsangehöriger handele. Der Demokrat Huddleston führte aus: Es gibt Interessenten in den Vereinigten Staaten, die seit Jahren versuchen, sich in den Besitz der Oel= und Bergwerksschätze Merikos zu setzen. Diese Leute beobachten in keiner Weise die Pflichten diesem Lande gegenüber, das eine jüngere Schwesternation ist. Es ist falsch und böswillig, wenn das Staatsdevartement den Versuch macht, den Eindruck zu erwecken. als ob Mexiko den Polschewismus nach Nicaragua verpflanzen wolle. Diaz. der konservative Führer in Nicaragua ist ein Werkzeug der Neuyorker Bankiers. Man muß befürchten, daß die amerikanichen Streitkräfte in den Gewässern von Nicaragua schließlich eine Situation herbeiführen werden, die den Krieg mit Meriko zur Folge hat und außerdem den latein=amerikanischen Ländern eine Stimmung gegen die Vereinigten Staaten schafft. Wenn wir den Krieg bekommen sollten. so werde ich vorschlagen. Coolidge und Kellogg an die Front zu schicken. Auch Harst, MeLeans und die Oelbarone werde ich zu dem Dienst in der Front vorschlagen. Als Huddleston erklärte, die amerikanische Politik in Nicaragua sei von Selbstsucht geleitet, fragte der Demokrat Moore: Ist die Politik der Vereinigten Staaten nicht ebenso auch anderen Staaten gegenüber durch derartige Motive bestimmt? Calles will sich dem haager Gericht unterwerfen. Neuyork, 9. Jan.(Telegr.) Wie aus Mexiko ge meldet wird, hat Präsident Calles einer Gruppe amerikanischer Schriftsteller, Geistlicher und Kaufleuten eine Unterredung gewährt, in der er erklärte. er sei bereit, die der neuen Petroleumgesetze Merikos mit der Wasbingtoner Regierung entstandenen Schwierigkeiten dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. hinein= wenn dies der einzige Weg sei, eine größere Drohung für Mexiko zu vermeiden. Der Präsident gab der Meinung Ausdruck, daß die Zurückziehung der Anerkennung seiner Regierung durch die Vereinigten Staaten den unmitzel baren Ausbruch der Revolution in Mexiko zur Folge habe und von seinen Feinden als Ermutigung hierzu angesehen werden würde. Er hob hervor, daß die Ueberweisung der Angelegenheit an das vaager Gericht ohnehin eine Gefährdung der Souveränität Mexikos bedeute. Erschießung Aufständischer in Meriko. Reuter aus 9 London, 9. Jan.(Telegr.) Wie Mexiko meldet, haben die Truppen in den vergangenen Tagen in den verschiedenen Gegenden des Landes 85 Banditen oder Aufständische getötet, da das Kriegs devartement die Befehlshaber angewiesen hat, alle Per sonen, die sich mit der Waffe gegen die Regierung erheben, standrichtlich zu erschießen. von Loebell hat Staatsminister a. „Deutschenspiegel“ den Versuch gemacht, die zustellen, als ob die Deutschnationalen die Locarno=Paktes anerkennten und auf Weimarer Verfassung stünden. schreibt nämlich Herr von Lo sch denkt mehr utoßen. W heute sät In „Kein Locarno treise, so weniger frei Verfassung.“ Mer lten s## ndigen dem beil: #un. d " die inner liche Parteie den Boden im Dinge so binGültigkeit des sem Boden der nannten Organ Amerika für Huerta erträge Politik mehr von beWasbington, 9. Jan. Meldungen bat dort die M Präsiden Oellelet Insolger Calles die Oelgesetze gegen itzer durchführen will, groß. ssen scheint sich die amerikan u haben, den früheren merikar isten Gegner Calles, den Gen (Telear.) Nach den letzten eilung, daß der merikanische Die Unruben in Nicaragua. Entscheidender Sieg Sacasas? Managua, 9. Jan.(Telegr.)(Reuter.) Etwa 1000 Mann der Liberalen mußten sich von Randayue zurückzieben, da die Truppen der Konservativen drohten, den Ort zu beschießen. Präsident Diaz hat erin neut seine Bereitwilligkeit erklärt, daß er die Liberalen an der Regierung teilnehmen lassen werde. eh Berlin, 9. Jan.(Telear.) Die über die Lage in Nicaragua zuletzt eingelaufene Meldungen widersprechen sich. Während ein Kabeltelegramm der„Vossischen Zeitung" berichtet, daß Sacasa den Kampf mit Diaz aufgeben wolle und den amerikanischen Admiral Latimer um Vermittlung gebeten habe, melden die Neuvorker Korrespondenten anderer Berliner Blätter, daß die Truvven Sacasas einen entscheidenden Sieg davongetragen hätten. Sie sollen große Waffenbestände erbeutet haben. Admiral Latimer habe det halb angeordnet, die siegreichen Truppen Sacasas zu entwasinen. Die Blockade der nicaraguanischen Ostküste durch die amerikanischen Flottenstreitkräfte soll durchgeführt werden. vertreter des Generals Fengouhsiang, sich Marschall Tschangtsolin zur Verfügung gestellt und General Fengnuhsiangs und General Tschang Kai Scheks Pläne und beider Vereinbarungen mit Maskau verraten. Neue Ausschreitungen. ∆ Shanghai, 9. Jan.(Telegr.)(Reuter.) Japanischen Meldungen aus Kiutiang zufolge, die gestern hier eintrafen, wurden die Gebäude britischer Handelshäuser sowie die Wohnhäuser britischer Staatsangehöriger von einer Volksmenge besetzt. In der Meldung heißt es weiter, daß die Mitglieder der javanischen Kolonie zwar zur Zeit sich noch in Sicherheit befänden, daß man aber Befürchtungen für die weitere Entwicklung der Lage habe. Die Zollbeamten hätten sich auf ein amerikanisches Kriegsschiff geflüchtet. Rückzug der chinesischen Truppen aus dem britischen Konzessionsgebiet. London, 9. Jan.(Telegr.) Reuter erfährt, daß den letzten aus Hankau eingegangenen amtlichen Meldungen zufolge sich die chinesischen Behörden damit einverstanden erklärt haben, alle chinesischen Truppen aus dem Gebiet der britischen Konzessionen zurückzuziehen. Das britische Konzessionsgebiet werde dann untKontrolle der britischen Polizei und der Polizei der ehemaligen russischen und deutschen Konzessionsgebiete stehen, die von einem sowohl aus Chinesen wie aus Ausiden gemischten Ausschuß verwaltet werden. Es ist vereinbart worden. keine Belästigung britischer Staatsangehöriger in Zukunft mehr zu dulden. Unter dieser Voraussetzung rechnet man damit, daß heute die britischen Staatsangehörigen ihrGeschäfte wieder aufnehmen werden. Indien gegen Englands Chinapolitik. Bombay, 9. Jan.(Telegr.)(Reuter.) Die Aufe fassung der indischen nationalistischen Presse über die Ereignisse in China kommt in dem„Bombay Chronicle" zum Ausdruck, der die gegenwärtige Lage auf„die rücksichtslose Unterdrückungs= und Ausbeutungspolitik gegenüber China“ zurückgeführt. Das Blatt wirft den britischen Politikern vor, sie hätten den Ernst der chinesischen Lage nicht begriffen, als bereits die ganze Welt darüber sprach, und äußert Zustimmung zu dem China=Manifest der britischen Arbeitervartei, das u. a. die Zurückziehung der Kriegsschiffe verlangt.„Indian Daily Mail“ rät zu einer Politik der Versöhnung und Geduld und drückt die Ansicht aus, daß Großbritannien, wenn es sich zu einer Politik des Zwanges entschließen sollte, alsbald isoliert dastehen würde. * Die Flucht aus Bankau. .] Paris. 9. Jan.(Telear.) Wie der„Chicago Tri bune“ aus Shanghai gemeldet wird, sind 5 amerikanische Zerstörer in Hankau angekommen. Außerdem wird berichtet, daß der erste Transvort Flüchtlinge aus Hankau und den anderen am Jangtsee liegenden Häfen wohlbehalten in Shanghai eingetroffen sei. Angesichts der Unmöglichkeit, die 40000 Personen umfassende ausländische Kolonie von Shanghai abzutransvortieren, sollen die ausländischen Konsulate vorgestern bei ihren Regierungen dringend um militärischen Schutz nachgesucht haben. Weiter wird berichtet, daß in Shanghai eingetroffene Beamte der englischen Polizei von Hankau auf der Schwarzen Liste derjenigen stehen, die bei erster Gelegenheit getotet werden sollen. Flottendemonstration der euroväischen Mächte? ch Berlin, 9. Jan.(Telegr.) Nach einer noch unber stätigten Nachricht ist eine gemeinsame Flottendemostration sämtlicher euroväischen Seemächte in Ostasien geplant. Franzosisches Kriegsschiff für Hankau. Paris, 9. Jan.(Telear.) Wie die Agentur Indo Pacifique aus Shangbai meldet, ist der franzonische Anio „Da Marne“ gestern um Mitternacht mit der Bestimmung nach Hankau ausgelaufen. ie amerikanischen Ausseben erregt Regierung entichen Präsidenten ral ouerta, zu nerikanischem GeDie Anarchie in China. Lond Peling: C #ia ioli ei. General Tschana Verrat an Feugaubsiang. on. 9. Jan.(Telear.) Reuter meldet Nach hier umlausenden Gerüch en hat Tschih Timiang. der Stell: Vor den Verhandlungen um die Restpunkte. „ Franzosische Sabotageversuche. .1 Paris, 9. Jan.(Telear.)„Matin".„Echo de Paris“ und im verringerten Umjange auch„Petit Journal“, veroffentlichen heute vormittag angesichts der in den nächsten Tagen beginnenden Verhandlungen des Generals von Pawels mit den militärischen Sachverständigen der Botschafterkonferenz über die Frage der ostlichen deutschen Jestungen und der Begriffsbestimmung u PPPSTT. Damen-Mäntel kaufen Sie jetzt zu nie wiederkehrender Preisen! Sie finden eine große Auswahl in allen Größen. 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Weitere Ermittelungen in der Unterschlagungssache des Postsekretars Höhne haben ergeben, daß seine Angaben. er sei bei der Tat beirunken gewesen. nicht stimmen. Höhne ist an dem Sonntag nachmittag von verschiedenen Kollegen in der Stadt und aus dem Westsalendamm getroffen und geznrochen worden. Keiner von ihnen hat auch nur das geringste bemerkt, daß H. angetrunken gewesen ist. Dasselbe sagen die Beamten aus. die am Sonntag abend unmittelbar vor Begehung der Tat im Dienstzimmer mit ihm zusammen gewesen sind. Es int auch kaum nach Lage der Sache anzunehmen, daß Höhne die Tat in betrunkenem Zustande begangen hat. Hiergegen spricht beisvielsweise sein Verhalten unmittelbar nach Begehung der Unterschlagung. Die Tatsache, daß er sofort nach verne zu seinem Schwiegersohn gefahren ist und diesem 10000 Mark für seine eigene Frau gad. läßt darauf schließen, daß er bei vollem Bewußtsein seine Maßnahmen getrotten hat. Anders dagegen ist es mit der Vermutung. daß Höhne die Tat im Zustande einer vorüberzenenden Geistesstörung begangen hat. Ob diese Annahme zutrifft. kann noch nicht entschieden werden. Hagen. 10. Jan. Wir berichteten von einem Mordperiuch, den ein 15jähriger Lehrling an einem iebenjährigen Knaben verübt hatte. Der Unbold ist inzwischen dem Amtsgericht Hasve zugrführt und eingehend vernommen worden. Er gihi offen zu. die Abicht gehabt zu haben, den Jungen zu ermerde- und nur durch das Dazwischenkommen des Mädchens daran gehindert worden zu sein. Inbegreiflichermene ur der Junge nach seiner Vernehmung wieder an freien Fuß gesetzt worden. Selbst wenn man dir Jugend des Täters in Betracht zieht, so mutet diese Entscheidung bei der Schwere der Tat dow sehr eigena:g an. Essen, 10. Jan. Wie verlautet, hat Berarat Dr. Winkhaus. der Generalditektor von„Köln Neuessen". nunmehr endgültig erklärt, daß er den Vorsin im Bergbauverein. dem alten Berufsverband des Rührberanaues. niederlegen wolle. Der Rücktritt erfolgt wegen zcschäftlicher Ueberlastung des jetzt 61 Jahre alten Herrn. Langenberg. 10. Jan. Wie verlautet, findet die fcierliche Eröffnung des Aheinlandsenders am kommenden Samstag. abends. in Köln statt. frrachen werden halten Staatssekretär Dr. Bredow und Oberbürgermeister Dr. Adenauer. Nachfragen bei der vorgesetzten Dienitstelle des Rheinlandsenders. der Postdirektion Elberfeld. ergaben, daß hier offiziell von der Einweihungsfeierlichkeit nichts bekannt geworden Ist. Eine Jeier am Rheinla#####ender in Lange##e selbst'scheint nicht deabsichtigt zu sein. as wird auf die Vermutung laut, daß bis 15. Jannat, dem oinziellen Eröffnungstermin, die Störungen, die sich visher nos immer gezeigt haben, nicht behoben sein werden, sondern auch weiterhin mit unliebsamen Unterdre chungen zu rechnen sein wird. * D u i s b u r g. 1 0. J a n. I n d e r N ä h e d e s B u l v e r w e g s in Duisburg wurde an einer Stelle. wo längnt schen eine fränkische Siedlung vermutet wurde ein große: Hausen von Scherben aufgedeckt und durch den Duisburger Altertumsforscher Dr. Wildschren geborgen. Der Hausen erwies sich bei näberer Untersuchung als der Inhalt der Abfallgrube einer Töpferei aus pätfränkischer oder frühkarolingischer geit. Durch diesen Fund ist auf ein bisher dunkles Kapitel der Duisburger Frühgeschichte belles Licht ge worfen. Suslirchen. 19. Jan. Ein frecher Raub wurde im Pfarrhause Rövenich ausgeführt. Während der Piarter in der Kirche die Messe jas, drang ein Mann in das Pfarrbaus ein und zwang die Schwester des Geistlichen mit vorgebaltenem Revolver. ihm das im Hause befindliche Geld berauszugeben. Dem Kerl sielen so etwa 500 Mark in die Hände. Er entkam unerkannt. Goch. 10. Jan. Auf der Feld= und Brückenstraße war eine junge Kub wild geworden. Nach einem Angriff auf einen Friseurladen richtete sich die Wut des Tieres gegen eine dier haltende Milchfuhre. Mit gesenkten Hörnern stürmte die Ruh auf das Pferd zu und brachte dem wehrlosen Tier schwere Munden bei. In diesem Augenblick kam ein Auto vorbeigefahren, gegen das die Kuh blindlings anrannte. Trotzblieb sie unverletzt. Mit vielen Mannern und großer Mühe gelang es endlich, das wütende Tier zu bändigen und zum Schlachthof zu bringen. * Köln. 19. Jan. Der Oroinarius für neuere deutsche Literaturgeschichte an der Kölner Universität. Professor Dr. Ernst Vertram bat vom Bayerischen Staats ministerium für Unterzicht und Kultus einen Ruf an die Universität München als Nachfolger Franz Munckers erhalten. Bertram wird dem Rufe wahrscheinlich Folge leisten. Ernst Bertram gehört dem Kreis um Stephan George an. Sein Scheiden aus Köln wird nicht nur bei seinen Schülern. sondern auch in weiten Kreisen der Stadt tief bedauert. ch Köln. 10. Jan. Gegenüber den in letzter Zeit auftretenden Gerüchten, wonach die Reichspostverwaltung beabsichtige, den rheinischen Zwischensender in der Eisel aufzustellen, erfahren wir von zuständiger Seite. daß es sich bei diesen und ähnlichen Meldungen lediglich um Ver mutungen handele. Diese#rage könne zur Zeit noch nicht in den Bereich der Besprechungen gestellt werden. vielmehr werden die seit einiger Zeit angestellten Lautstärkemessungen des Langenberger Senders zur Zeit toch fortgesetzt und über die Versuche, regelmäßige Be richte an das Reichspostministerium gesandt. Erst wenn das Ergebnis dieser Lautstarkemessungen abgeschlossen vorliegt. lassen sich Richtlinien aufstellen, die für die Beurteilung der Frage des evtl. Siandortes eines Kölner Zwischensenders maßgebend lein können. Ob überhaupt ein Gemeinschaftssender, der nach den internationalen Be stimmungen mit nur 0.5 KW. Antennenleistung ausgestattet werden darf und infolgedessen mit einer Reichweite von nur fünf Kilometer arbeitet, fur das Kölner Gebiet in Grage kommen kann. ist zweifelhatt. Jedenfalls ist es müßig. jetzt schon die Frage eines cotl. Zwischensenders für Köln anzuschneiden, da sich hierüber erst ein Bild machen läßt, wenn der Rheinlandsender mit seiner ganzen technischen Apparatur in Betrieb gekommen ist. * Eupen. 10. Jan. Die„Euvener Zeitung" besteht am 12. Januar 100 Jahre. Aus diesem Anlaß pat der###?e leger dem Verlegen herflich gehaltene„Eupener Zeitung“ schen Ver altn des Vereins der Zeitung Gluckaunsa hat auch nach im Eupener Verdältnisse deutsche Gesinnung denen Stwierigkeiten steis Deutscher ZeitungsverTiIgenkamp. ein reinen übersandt. Die Aenderung der volitiLand ibre treu zu der ihr dadurch enman sen bekundet. Vermischtes. 76 Cote infolge einer Panik. * Montreal, 10. Jan.(Telegr.) Bei der Katastrophe in dem biesigen Lichtsvieltheater, von der wir gesern berichteten, wurde, als der Feueralarm ertönte, das Parterre in Ruhe geräumt, dagegen begann unter den Kindern, die sich auf der Galerie befanden, eine furchtbare Panik. Sie versuchten unter lautem Schreien ins Freie zu gelangen und stauten sich am Ausgang. Die meisten Oofer fanden in dem Gedränge auf einer nach der Straße führenden Wendeltrevpe den Tod. Die Zahl der Verletzten betragt etwa 30. * Montreal, 10. Jan.(Telegr.) Die Gesamtzahl der bei dem Theaterbrand Getoteten wurde um 6 Uhr abends auf ungefähr 60 geschätzt. Beim Ausbruch des Feuers befanden sich in dem Hause ungefähr 127) Zuschauer. Als der Ruf eine Panik. Die meisten Verlune sind auf das wilde Andrängen nach den Ausgängen zurückzuführen. Die Toten sich größtenteils französische und kangdische Knaben und Mädchen. Das Feuer wurde bald gelöscht. Amtlich 76 Tote. J. Montreal, 10. Jan.(Telegr.) Die Zahl der bei der Katastropbe ums Leben gekommenen Personen wird heute amtlich auf 76 angegeben. 30 verletzte Kinder befinden sich in den Krankenhäusern. Sie sind außer Lebenogesahr. Die Ueberlebenden geben ergreisende Schilderungen von den Vorgängen bei der Katastrophe und den Kampf der Zuschauer um den Weg ins Freie. * Montreal, 10. Jan.(Telegr.) Von den 76 bei der Katastrophe im Laurier Lichtsvieltheater ums Leden gekommenen Kinder sind einer amtlichen Mitteilung zufolge 60 erstickt. Elf erlagen Verletzungen verschiedener Art und starben durch Brandwunden und Ersticken. 25 andere Kinder sind verletzt. Die Ovfer waren zwischen 5 und 17 Jahren alt. In Berlin— 5 Todesfälle. Berlin, 19. Jan.(Telegr.) Das„Berliner Tageblatt“ erfahrt, in den letzten Tagen hat die Grippe auch in Berlin gronere Ausdehnung angenommen Ueber 600 Personen haben in den städtischen Krankenhäusern Aufnahme gefunden, von denen heute 5 gestorden sind. Aus Rache Feuer gelegt. Ruhleben, 10. Jan.(Telegr.) Auf der Trahrennbahn Ruhleben brach gestern abend in einem Stallgebäude, in dem sich 18 Pferde besanden, ein Brand aus, der erst nach einstündiger Tätigkeit von der Feuerwehr gelöscht werden konnte. Obwohl es ge lang, die in dem Stall befindlichen Pferde in Sicherheit zu bringen, ist doch der angerichtete Schaden sehr beträchtlich. Zu dem Stallbrand berichtet die„B. 3.“: Der Brand ist aller Wahrscheinlichkeit nach von dem früheren Stall mann Rothmever angelegt worden. Man nimmt an daß er die Tat in einem Anfalle von Geistesstörung begangen hat. Nothmeyer konnte bisher nich festgenommen werden. Wahrscheinlich hat er Selbstmord begangen. * Berlin, 10. Jan.(Telegr.) Wie eine hiesig Korrespondenz erfährt, ist der Stallmann Johann Rothmever durch die Spandauer Kriminalvolizei heut mittag verhaftet worden. Er gibt zu, die Tat auRache begangen zu haben. Ungetreue Beamte. Nach 5 Jahren verhaftet. Rom, 10. Jan.(Telegr.) In Mailand wurb gestern der seit 5 Jahren gesuchte ebemalige Inspekton für den Wiederaufbau der neuen Gebiete, Moro, ver haftet, welcher 1921 als Magazinverwalter übe: 1 Million Staatsgelder unterschlagen hat Die Grippe. In Baden. # Karlsruhe, 13. Jas.(Telegr.) Die Grippecvidemie, die in den großen Städten Badens immer mehr um sich greist, macht sich besonders im Geschäftsleben sehr unangenehm bemerkbar. In einigen Betrieben fehlt mehr als ein Drittel der Arbeiter und Angestellten. In Kehl ist das Krankenhaus mit Grivpekranken völlig belegt, so daß weitere Aufnahmen abgelehnt werden mußten. Auch in Straßburg hat die Grippe bereits zahlreiche Tovesopfer gesordert. Die Affäre Kunert. % Berlin, 10. Jan.(Telegr.) Mit Zustimmung d Staatsanwaltschaft hat Rechtsanwalt Dr. Bock den weger Aktenschiebungen verfolgten Bankdirektor Kunert in der Schweiz aufgesucht. Wie die„B. 3.“ erfährt, hat Dr. Bock nach zweitägigen Unterredungen umfangreiches Entlastungsmaterial für Kunert nach Berlin gebracht und heute der Staatsanwaltschaft unterbreitet. Das Blatt erwartet auf Grund dieser Aussage eine überraschende Wendung in der ganzen Angelegenheit. Flug vom Albertsee zum Victoriasee. 9 Berlin, 10. Jan.(Telegr.) Der Schweizer Afrikae flieger Mittelholzer hat an die„B. 3.“ ein Telegramm gerichtet, in dem er Einzelheiten von seinem Fluge über Afrika berichtet. Er teilt mit, daß er am 8. Januar, morgens 9,30 Uhr, vom Albertsee weggeflogen und um 12,15 Uhr auf dem Victoriasee g landet sei. Tragödie in Karlsborst. 4 Berlin, 10. Jan.(Telegr.) Ein Schlosser in Karls horst erscoß ein Mädchen, weil es sich weigerte, die Beziehungen zu ihm wieder aufzunehmen, und tötete dann sich selbst durch einen Schuß in den Kopf. 8 Ruhrkoble und Kallindustrie. — Essen. 10. Jan. Wie die„Deutsche Bergwerks. Zeitung" berichtet, haben gestern in Essen zwischen dem Klockner=Konzern und der Wintershall=Gruvve weitere Besprechungen über die Frage der Verwertung von Koksofergasen fur die Ammoniak syntdese bezw. weiteren Verwertung des Ammoniak in Verbindung mit Kalisalzen stattgefunden. Zu den Besorechungen seien auch eine Anzahl Zechenvertreter, die der Frage ein besonderes Interesse entgegenbringen, hinzugezogen worden. Die ganze Angelegenheit sei in gutem Fluß. E.n Vertrag zwischen dem Klöcknerkonzern und dem Wintersballkonzern befinde sich in Vorbereitung. Es sei beabichtigt, mit dem Bau der erforderlichen Anlagen auf der Zeche Viktor“ möglichst sofort zu beginnen. Aus der Anwesenheit verschiedener Zechenvertreter bei den Beratungen dürfe geschlossen werden. daß neben den Klöcknerzechen noch weitere Bergwerksunternehmungen sich über kurz oder lang an dem Projekt beteiligen werden. sodaß eine ausreichende Gasgrundlage gesichert erscheint. Der Wintershallkonzern beabsichtigt im übrigen nicht, aus diesem Gehiete einseitig vorzugeben. vielmehr solle dem Kalisondikat angeboten werden sich entsprechend zu beteiligen. * von der Scehandlung. Aenderung der Bedingungen für den Geldverkehr. = Berlin. 10. Jan,(Telegr.) Die preußische Staatsnank(Seehandlung), gibt folgende Aenderung der Bedingungen für den Geldverkehr an: res werden unverzinsliche preußische Reichsmarkschatzanweisungen mit Lauszeiten zwischen 1 und 3 Monaten und Fälligkeiten jeweils am 5. bezw. 20. ds. Mts. abgegeben. und zwar bis zu 2 Monaten zu 4° Prozent. mit längeren Lauszeiten zu 5 Prozent. mit de: Maßgabe. des beim Verkauf an Private der Satz jür die kürzeren Lieferzeiten nicht mehr als 4.5 Prozent. kur die längeren nicht mehr als 4¾ Prozent betragen darf. * Börsenberichte. Berliner Börsenbericht. ∆ Berlin, 10. Jan.(Telegr.) Nach den in der Vorwoche überwiegenden Kurssteigerungen machte sich heute mangels weiterer Anzegung und auch im Hinblick auf die inpervolitische Lage Realisationsneigung bemerkbar und gleichzeitg hielten sich die Umsätze in recht engen Grenzen. Auf den bevorzugten Märkten traten Kursabschläge von durchschnittlich 1—2 Prozent und vereinzelt auch 3 Prozent ein.— Auch Schiffahrtsaktien stellten sih durchweg etwas niedriger.— Für einzelne Spezialpaviere. und zwar namentlich Maschinen= und Metallwerte, erhielt sich aber die Kauflust bei Kursbesserungen von 2—8 Prozent.— Die Kurse unterlagen dann im Verlaufe versch edentlich Schwantungen. doch setzte sich schließlich auf die Erwartung einer baldigen Diskontermäßigung der Reichsbank wieder eine Befestigung durch. die aber nur einzelnen Spezialvavieren bei Kurssteigerungen von 2—9 Prozent zugute kamen. Ueberhaupt zeigte sich etwas gesteigerte Xauflust für Papiere mit Anlagecharakter.— Aus dem gleichen Grunde waren am Rentenmarkte Vortrregs. und wertbeständige Anleiben bei anziebenden Kursen stärker gesucht. Auslandsrenten waren nicht ganz einheitlich. Türken zumeist etwas schwächer. die anderen aber gut behauptet.— Am Geldmarkte machte die Erleichterung Fortschritte, so daß die Satze von 4—6 Prozent für Tagesgeld. von 6—7 Prozent für Monatsgeld, vereinzelt auch etwas niedriger lauten. Essener Börse. recht fest. Kohlenwerte An Kaliwerte h Essen. 10. ruhigr verkehrten Essen, 10. Jan. An der Kurenbörse Kaliwerte in recht fester Haltung. während in Koblenwerten das Geschäft ruhig verlief und es nur in einzelnen Werten zu lebhaften Umsätzen kam. Von Kohlenturen sind besonders„Graf Schwerin" vervorzuheben, die weitere 200 RM. gewannen. Kohlenaktien waren im allgemeinen im Kurse etwas schwächer. Braunkohlenwerte blieben geschäftslos, jedoch im Kurse gut behauptet.— Am Kalimarkt zeigte sich lebhafteres Geschäft: bevorzugt waren Burbach= und Gumpelwerte, Kaliaktien konnten durchweg ihre Kurse verbessern teils sogar nicht unerheblich,— Industrie. artien waren vereinzelt beleht. besonders Uerdinger Waggon. Kabel Rhendt. Rh. Linoleum, g##ragt waren Balcke Maschinen. Dortmunder Vulkan. Enders Metall und Gebr. Schöndorj. Auch die heute zum ersten Male in den Verkehr gelangten Malmedn=Aktien begegneten guter Nachfrage. Allgemeine Nachrichten. h Hausa=Brauerei A.=G., Dortmund. In der H.=V wurde die Dividende auf 12 Prozent festgesetzt Aus Anlaß des 25jäbrigen Bestebeng der Gesellschaft kommt eine weitere Sonderausschüttung von 3 Prozent zur Verteilung. h Preisberabietzung für Dachvappen. Mit Wirkung ab 7. Januar hat die Dachvapvenverkaufsgesellschaft in Düsseldorf die Preise für Dachvaoven im Durchschnitt um 10 Prozent derabgesetzt. Die neuen Verbraucherpreise stellen sich demnach wie folgt: 80er Dachvavpe 69. 100er 60. 150er 41 200er 36 Pfg. für 100 Kilo frei Ver brauchsstelle. Gleichzeitig wurden die Preise für Teerprodukte herabgesetzt und zwar für Dachteer um 2 RM. auf 20.90 RM., für Dachlack um 2.10 auf 22 und für Holzzement um 2.10 auf 22.60 RM. für die 100 Kilo frei Verbrauchsstelle. Austritt der Rombacher Hüttenwerke aus dem Stahlwerkverbend. ch Berlin, 10. Jan.(Telegr.) Wie der„Berl. Lok Anz.“ aus Dortmund meldet, sind die Rombacher Hütten. werke aus dem Stahlwerkverband ausgeschieden und haben dabei ihren Aktienanteil auf die Vereinigten Stahlwerke A.=G. übertragen. * Warenmärkte. Berliner Vroduktenmarkt. 2 Berlin, 10. Jan.(Telegr.) Das Brotgetreideange bot vom Inlande ist auch in der neuen Woche keineswegs reichlicher geworden. Weizen vermochte seinen Preisstand gut zu behaupten. Die Cifforderungen lauteten von Nordamerika fester. während die Offerten für Plataweizen etwas entgegenkommender waren.— Roggen ist vom Inlande gut gefragt und für vordere Ware konn ten eine Mark höhere Preise erzielt werden.— Für Weizenmehl. besonders für die gerngeren Qualitaten. machte sich bei den geunkenen Preisen eiwas bessere Nachfrage geltend. Roggenmehl ist weiter begehrt und teilweise waren um ¼ Mark höhere Forderungen durchzusetzen.— Hafer und Gerste sind in den mittleren und abfallenden Qualitäten wiederum reichlich und teilweise dringend offeriert. während für gute Sichten nach wie vor Nachfrage bekundet wird Hamburger Warenbörse. h Hamburg. 10. Jan.(Telegr.) Auf dem Kaffeemarkt lagen Brasilofferten im allgemeinen, unver ändert. nur Santoskaffee war teilweise bis um sechs Pence niedriger. Die Tendenz blieb hier ruhig bei geringem Geschäft. Im Konsumverkehr kamen kleinere Umsätze zustande. Die Preise konnten sich hier gut behaupten.— Auf dem Reismarkt blieb das Geschäft ruhig bei ziemlich gehaltenen Preisen. Es wurden notiert: Burmab Reis 2 loko 14/7½. per Febr. 14/9. Ware neuer Ernte per März April 14/3. per April Mai 14/3. Burmah=Bruchreis A 1 loko 14/6. Ware neuer Ernte per März April 13. per April Mai 13. Burmah=Bruchreis A 2 ldko 14. Ware neuer Ernte per März Avril 12/6. Moulmain loko 19/6. per Febr. 19/7½. Ware neuer Ernte per März April 19 per Avril Maj 19. Siamreis Spezial loko 19. Suverior Siamreis glasiert 20. Ware neuer Ernte per Jan. 19. Valenciareis. Ware neuer Ernte loko 20/3 Schilling.— Auf dem Hülsenfruchtmarkt blieben die Umsätze gering. Die Preise waren uneinheitlich. Die Tendenz was stetig. Kaufinteresse zeigte sich für Bohnen. Erbsen und Linsen.— Auf dem Gewürzmarkt entwickelte sich zu ungefähr letzten Preisen ruhiges Geschäft. Die Tendenz war im allgemeinen fest. Es notierten: Schwatzer Lamvongpfeffer 109. weißer Montolpfeffer 183. Piment 75. Sansibar=Nelken 91. Macißnüsse 175. javanischer Ingwer 57. Kaneel 225—335 Schilling. Kümmel 25 Gulden für die 100 Pid. loko traunto.— Auf dem Getreidemarkt konnten sich die Preise zu Wochenanfang gut behaupten. Das Geschäft war jedoch ruhig bei stetiger Tendenz. Es wurden notiert: Weizen 27—27.40. Roggen 23—23.50. Hafer 18—18.50. inl. Wintergerste 19.50—20. inl. Sommergerste 20—24. ausl. Gerste 17.50—18. Mor13.80—14.20, RM., La=Plata=Leinsaat 17.75—18.25 Gulden für die 100 Kilo.— Auf dem Schmalzmarkt blieben die Preise auf letzter Basis. Die Tendenz war stetig. Es wurden notier:: Amerikanisches Steam Lard 312. raffiniertes Schmalz. verschiedener Marken in Tierces, 32¼—32½ Dollar(in Firkins zu 50 Klgr. 1 Dollar. in Eimern zu je 1234 Klar. 1½ Dollar teurer als in Tierces), Hamburger Schmalz in Tritteltonnen (Marke Kreuz) 371 zollt. Dollar für die 100 Kilo netto Diehmärkte. Essener Schlachtviehmarkt. Essen. 10. Jan. Zum Viebmartt waren aufgetrieben a) am Markttage: 298 Stück Großvieh. darunter 27 Ochsen. 81 Bullen. 152 Kübe. 14 Färsen. 24. Fresser. 622 Kälber. 39 Schafe und 3398 Schweine; b) seit dem letzten Markt dem Schlachthofe direkt zugeführt: 25 Stück Großvieb, darunter 9 Bullen und 16 Kühe; 38 Kälber. 2 Schafe und 174 Schweine. Das Geschäft verlies in Großvieb ziemlich lebhaft, sonst mittelmäßig. Es kosteten im Großhandel 100 Pfund Lebendgewicht für Ochsen: a1) 60—63. b1) 54—57: Bullen: a) 58 bis 62. b) 54—57. c) 48—53: Kühe: a) 58—61. b) 50 bis 55. c) 42—47. d) 30—36: Färsen: a) 58—60. b) 53 bis 56. c) 48—52: Freiler nicht notiert: Kälber: a) 95—120: b) 80—90. c) 65—75. d) 45—60: Schafe: a1) 50—52. b) 40—48: Schweine: a) 73—75. b) 71 bis 72 c) 70—71. d) 68—69. e) 65—67, g), 62—68 RM. Es wurden verkauft an Schweinen 1 Stück zu 50 Kilogramm zu 55. 1 zu 56. 11 zu 60. 7 zu 61. 11 zu 62. 20 zu 63. 21 zu 64. 37 zu 65. 42 zu 66. 48 zu 67. 193 zu 68. 169 zu 69. 69 zu 76 26 zu 77. 3 zu 81 RM. zusammen 2950 Schweine. Die Preise sind Marktvreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht. Markt= und Verkaufskosten. Umatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallvreise erheben. Amtliche Berliner Devisen-Kurse 10 Januar 1927 Für drahtlose Auszahlung England A- kn"*** 1o and Beln „*** Noru-gen** Frankreich Schweiz 1 Pid St. 1 Dollar 100 Uulden 100 Frank 100 Ue 100 Kronen 100 Frank 100 Frank 100 Schilling Geld 20. 3 4.40 ∆ 8 3 ∆ 5 16.66 91.19 59.26 72 18.33 107.51 16.40 35 Zuteilung 100 100 150 105• 100 100“ 100• 100 Berliner Börse Mitgetellt von der Darmstädter und Nationalbank Deutsche Reichsanleihe 10. f. 1 7 f. V. D.Reichsanleihe 915 88 Schiffahrtsaktien Haoan 172.9 173.36 anse Dampter99.5 Norddeutech. Lloyd 158 Bankaktien 204 105.5 Industrieaktien 10. 1. Kkumaist-abrik. 160 eierwerke 1½ 40 I Verkchrw. 100 1 enander wern.„ 4#lg. Elektr.-Oes. 165.5 Angle Quane" 129 Aoncon Ged...8 Dormunder Dortmunder Union Qluckauf Gelsenk A ser Langendreer ###terbrauerei 186 228 766 191 183 22•3 209 19 ücte 182.75/189 184 1182. 170 175 Brauerelaktien K.9# Cen Dar Dest 01 Dre 9128 248 264 132 123 74. 264 — Augsb.-Nümna A 140 beiche Maschinen.— Baroser Wurw.„ 139 Bemberg 1. P. Bergmann Betl Farls Ber. Masch in 1 163 . 1 1 3 bau 127.76 178 113 118.7 85 179 180 1175 7. 1. 161.6 167.5 112.5 29.84 144 62 3 161.— 109. 124. 179 17 Deutsch Schach Deutsche Wolle Durkoppwerte Dynamit Nobel Eleku. Licht-Craft #schweiter Berzu stener Steinkonl. Faben-Industrie Priedrichshall Kan Pett ap; Qutlicsums Oelsenk. Berg wern Oelsenk Oußstah Oermania Cenent Oes l.eleistr Ontera. Gleckenstahl Godschmiet K Gorttzer Waggen Ootheee Wagge. Nackethal Oraht Hammersen P. H. ann. Maschinen lann Waggen Hanse Loyd Marburg Wien Harpener Bergbau artmenn Masck. lechemann Hleid& Franke l#rech Kupfer lösch Eie a. 1onenlohe Hotelbetrieh Jomboldt Maschun. utschenreuther De Gergbau Kall Asc ersieben Karstadt Rudon Kittowitte Berg Klöckner- Werke Loln-Neuessen oia. Gas u. Neku. Mörting Oedt. Ponones Metanl I omever shatte„ 7 LI P0se 16 " Stah Hotmann Lovens S thrnre 3-# 10. 1. 59 79 157.75 170 178 188 319 8. 35 198 136 90 148 20.50 21.75 111.6 126 3* 76.75 96.5 187.75 113.75 174 132 33•12 154,12 109.84 13 185 91.50 130 — 7 1. 132 58.5 157 161.5 190.5 319.6 132 :60 179.8 15 193 189.7: 58 145 22 10 12 124 132 77.71 93.5 191.5 90 26 3 63.7: 262 159 176.5 156.71 183 119.21 121.7. 15 148.20 81 180 88 146 Lödenscheid Metar Lnther O. MaschMannesm Röhren Masch- u. Krandan M####ch.-Pabt Baur Miz& Oenest Malh. Bergweikver Nat. Automobile Oberschles. Bed Oberschl. industrie Oberschies Konw., Oecking Stahl Orenstein Pnonin Pöre ttermann Reisholr Papter Thein Brautohle ##nem Metall Vers. Khein Nassan (hein. Stam„ Freydt Lesur. ##beck Mo tnn Koddergrube Rombacher latte Kutgers werke„ Sachsenwerne„ Sarott Schles Berz Schloffabr Schulte Schneider Hage Schött Hermana Schuckert& Co. Ste nene à Taiche Staßfurt Chem 7. 1 208.76 209 46 1 46 110 112 143.75 132 160 150 114 114.5 124,84 124 146 59 137 133 120 336 148 146 60 138.17 130.1 117.30 325 250.72 193.60 199 181.21 550 950 13.60 14 139.50 140 123.84122.21 153 1161.6 139 1141 97.25 90 83 Stol Kammgarn Stöwer Nahmasch Telephon Berhner Thorls Oer Ver. Tuch Aachen Ver. Otsen N eher Ver. Glanzst Elbert Ver. Stahlwerke Ver. Zypen Wissen Wandeser- Weike Westerexein Alkalt Westl. E. Langend: Westt. Kupfer Wicking Zement Wittene: Qut deilsteft Wald###l 96.11 78.5 202 76 1 77.6 190 1150.7 99.78 98.7 100 1 96 117 116 171.25 901 380 149.44/191 260 1139.5 419 1214.5 176 1160 75.50 68.5 9 93. 163 149 63 62 249.5 219.7 Essener Börse Essen, den 10. Januar 1927. Kohlen-Kuxe ARe Hasse areeine delHoltw Carolus Magnus Lorstantin d. Cr. Otergardt aie*** Nückanfeegen lottessegen„ Orat Biemarck Oral Schwerin einrich Hermann 1. 2. J lohann Deimeleb König Ludwig angenbrahm **** Schür. a Oerl. Trappe Westialen Wilh Mevissen Kohlen-Akt. dler-Bergbau ankenburg Can Friedrch Dahlbusch Lothtingen vederrhein. Berz o Montania Pr ändent kuhrkohle Testt Berrben BraunkohlenKuxe Sellerhamner Bruck dort-Nied. Ammerode Jut Holtn Rodb. Leonhardt Neum Lucherberg Wienei ber Merseh ORkursegen Providentis Aktien esfn* Zusonk Akten Veu-Sollserd Veusta Sfurt Oberhof Kansbach (astenberg keichskrone Reichsland keinhards Zichard Cothenfelde #schsen- Weit Dalzmund: Schwartburg Hlegtried 1 #egtried Oler Thürngen Volkenroda Walbeck Walter W#lbeimash a!!"„ Vilhelmah-Oeten. Vintershall Vintzigerode Kall-Aktien dier Kallwerke„ Jankt Land wirtsch. riedrichshall 1all Kalwek: ann Kallw. St. leidburg Vers an Industre Crügershall„ Niedersacheen Connenberg„ Salzdetturth bigmundshal! Amekia: Aktien Aschener Thermal Oebr. Abraham A Alberdian Allg.##echban Alsberg OebAusasse Leutsene Las#auf2 Eiseng Th. 0 #Lnng. Heerdt chmidt chiezel Bochun .— it. 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Der sich bildende Zustand erforderte sogar das Einschreiten des Großen Kurfürsten, der dann auch am 30. November den Städten die Zusammenkünfte untersagte. Die einer Kopfsteuer verwandte Kaminsteuer fand tron der vielen Widersprüche und ihrer allgemeinen Unbeliebtheit im Jahre 1664 Eingang. Weil alle Gebäude und fast alle Einwohner namentlich eingetragen und nach der sozialen Stellung und dem rechtlichen Besitzstand in dem Feuerstättenbuche verzeichnet stehen, so ist es ein überaus wichtiges Werk für unsere Heimat= und Familienforschung. Einem glücklichen Zufall verdanken wir, daß uns ein solches Feuerstättenbuch, bis jetzt als einziges bekannt, im Wanner Archiv (Adelsarchiv des Hauses Dahlhausen, Hordel) erhalten ist. Zum dritten Male werden wir hier bekannt mit dem Namen Alt=Herner Eingesessener, und zwar mit allen. Leider ist es nicht möglich, die Seelenzahl auch nur annähernd zu ergründen, weil die Familienköpfe nicht angegeben sind. Ebenso bedauerlich ist für ins Herner, daß wir keine Angaben über den Stadteil Horsthausen finden. Horsthausen gehörte früher sum Gericht Castrop und war somit nicht dem Amte Bochum einverleibt. Das Feuerstättenbuch zeigt uns auch recht deutlich die im allgemeinen herrschende Armut, besonders in den Bauerschaften und Dörfern des Emscherbruches Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges machten sich noch fühlbar. Der wohlhabendste Ort im Amte Bochum scheint Gerthe gewesen zu sein, während Langendreer mit seinen 101 Zensiten am schlechtesten gestellt war. Herne hatte 14 ganze Höfe, 5 halbe Höfe und 44 Kötter, mit zusammen 89 Feuerstätten, dazu kamen 5 Braukessel, 2 Maltzschen und 1 Wacholderweinkessel. Von den 89 Feuerstätten blieben 45 ohne Veranlagung zur Steuer, 22 mußten bis zu 1, 5 bis zu 2, 8 bis zu 3. 4 bis zu 4, 3 bis zu 5, 2 bis zu 6 Reichstaler an Steuern aufbringen. An erster Stelle in Herne prangt als Erbgut, das von keinem Adeligen und geistlichen Stifte abhängig ist, der Hof Sehrbroch(Sehrbruch, Wischerstraße), hat an dem rechten Wohnhause zwei Feuerstätten, wie auch ein Leibzüchterhaus, in welchem der Sohn seine Wohnung hat. Dann folgen die einzelnen Höfe und Kotten, die verschiedenen Grundherren angehören. A. Grundherr: der Strünkeder. I. Pächter Henrich Overkamp(jetzt Pfarrhaus an der Huestraße), ein Eigenpächteer, ein Hof, eine Feuerstatte. Der Hof mußte an Matricul, d. h. an Beiträgen, welche jeder deutsche Bundesstaat im Verhältnis seiner Bevölkerungszahl zu den Bedürfnissen des Reiches zu leisten hatte, 4 Reichsthaler, 49 Stüber und 6 Pfennig aufbringen. 2. Pächter Düngelmann(Städtischer Fuhrpark, Düngelstr.), ein Hol, eine Feuerstätte. 3 R., 48 St. 3. Pächter Bergelmann(am Rathausplatz), ein Hof, zwei Feuerstätten, deren eine der Vorgesessene, der Alte, bewohnt. 3 R., 5 St. 4. Pächter Schlenkhoff(Marien= und LönsstraßenEcke), ein Hof, hat nur eine Feuerstätte. 5 R., 16 St. 5. Pächter Rensinghoff(hinter dem Rathause, an der Behrensstr.), ein Hof, eine Feuerstätte. 3 R., 26 St. 6. Pächter Schmiedt zu Sodingen(Schmidt=Sodin= gen, Ziegelei), ein Hof, hat eine Feuerstätte. 4 R., 21 St. 7. Pächter Johann Wyßmann(Wiesmann, Wischerstraße). ein Hof, hat eine Feuerstätte. 3 R., 26 St. 8. Pächter Stynewinkel(Asbeck, Grenzweg), ein Kötter, daselbst eine Feuerstätte. 28 St. 9. Pächter Vortman(zwischen Goethestraße, Lönsund Marienstraße), ein halber Hof, hat eine Feuerstätte. 2 R., 16 St. 10. Pächter Spithaut zu Sodingen(Kötterkolonie am Sodingerweg), ein Kötter, eine Feuerstätte. 12 St. 11. Pächter Büecker zu Sodingen(Böker am Sodingerweg), ein Kötter, zwei Feuerstätten, deren eine eine alte Witwe bewohnt, ist Erbe. 21 St. 12. Pächter Breelman(Breilmann, Wischerstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. 1 R., 20 St. 13. Pächter Viehoff(Wirtschaft Ruhe), ein Kötter, eine Feuerstätte. 24 St. 14. Pächter Rohane(Hahnen, jetzt Trösken, Rosenstr.), ein Kötter, hat zwei Feuerstätten, wie auch eine Malßesche. 25 St. 15. Pächter Markmann(Altenhöfenerstr Das Haus ist 1923 abgebrochen, stand neben Rings), ein Kötter, hat gleichfalls zwei Feuerstätten. 21 St., 9 Pfg. 16. Pächter Heinrich Mumme(jetzt Fingerhut, Rosenstraße), ein Kötter, hat nur eine Feuerstätte. 1 R., 6 St., 6 Pf. 17. Pächter Jörgen Claeß(Claas, Bahnhofstr.), ein Kötter, hat zwei Feuerstätten, deren eine seine Schwester bewohnt. 18. Pächter Buxel(Wirtschaft Knapp), ein Kötter, eine Feuerstätte. 12 St. 19. Pächter Hendrich Koster(Köster, Anstreicher= meister, hinter dem Volkshause), ein Kötter, eine Feuerstätte. 22 St. 20. Goerdt Viehoff(Veuhoff, Ecke Rosen= und Gartenstr.), Heurer, zwei Feuerstätten, deren eine zwei alte, unvermögende Leute bewohnen. 21. Dierich Aldhoff, ein Kötter, eine Feuerstätte 22. Pächter Jorgen Engbert(Grünhof, Kötterkolonie am Sodingerweg), Kötter, auch eine Feuerstätte. 23. Pächter Henrich Balthasar, ein Kötter, zwei Feuerstätten, deren eine eine arme Frau bewohnt, 30 St. 24. Pächter Jorgen Koster(Köster, Rosenstraße), ein Kötter, eine Feuerstätte. An verschiedenen Höfen und Kotten waren die Strünkeder mit noch anderen Rittersitzen zusammen beteiligt. B. Strünkede und Gysenberg: 25. Pächtiger der Jäger(Altenhöfenerstraße), ein Kötter, hat eine Feuerstätte, 41 St. C. Strünkede und Haus Grimberg, Wanne: 26. Pächterin Witwe Fleigen=Schmiedt(Wirtschaft Stork am Steinweg), ein Kötter, zwei Feuerstätten, deren eine der Schweene bewohnt, 12 St. 27. Pächter Jörgen Koch, ein Kötter, eine Feuerstätte. 28. Pächter Johan Veltman(Feldmann am Steinweg), ein Kötter, eine Feuerstätte. 12 St. 29. Pächter Johan Dux(links des Steinwegs und der Lönsstraße), ein Kötter, hat zwei Feuerstätten, so seine Mutter bewohnt, gering von Mitteln. 12 St. 30. Pächter Heinrich Jaspers(Cremers, Bahnhofstr.), ein Kötter, hat zwei Feuerstätten, deren eine ein Einwohner bewohnt. 12 St. 31. Röttger Krämer(neben der Wirtschaft Nordmann am Steinweg), Stifts Erbe, ein halber Hof, hat eine Feuerstätte. 2 R., 13 Pfg. War dem Schulten zum Hofe einen Maidienst schuldig.(Ueckendorf.) Hierauf folgen diejenigen, welche wegen der Kontribution durch den Herrn von Strünkede bisher sind befreit worden: 32. Schulte zu Sodingen(am Sodingerweg), ein Hof, hat eine Feuerstätte. 38. Johan uff der Becke(Kötterkolonie am Sodinger weg), em Kötter, eine Feuerstätte. 34. Flasche(Adolphen, Rosenstraße), zwei Feuerstät ten, deren eine eine Braustätte, ist von dem Inwohner von dem von Strünkede belegt. 35. Schneider Rötger, ein Kötter, eine Feuerstätte. 36. Der Organist im rechten Wohnhaus, eine Feuerstätte, wie auch eine im Brauhaus und Maltzesche. 37. Ecker(am Altmarkt, Döhmanns Haus mit Tunnel), eine Feuerstätte 38. Die Witwe Rötgersches usm Kirchhove, eine Feuerstätte. 39. Jorgen Viehoff ufm Kirchhove, ein Kötter, eine Feuerstelle. 40. Jorgen Schuster, ein Kötter, eine Feuerstätte. 41. Jost von Kerpen, ein Kötter, eine Feuerstelle in der Küche, wie auch eine, wobei Wachholderwein gebrannt wird. 42. Leenert Roehaue, ein Kötter, eine Feuerstätte. 43. Heinrich Rembertz(jetzt Wirtschaft Mumme oder Lanfermann), Küster zu Herne, ein Kötter, eine Feuerstätte. ieges Küster, ein Kötter, eine Feuerstätte, wie auch im gleichen(Hause) ein Brauhaus und Kessel. 45. Das Wiedemhaus(Pfarrhaus), so der Pastor bewohnt, eine Feuerstätte. 46. Das Vicarienhaus ist bausällig, unbewohnt und baufällig. 47. Item(desgleichen) hat Heinrich Suhler ein neues Haus vor seinem Haus erbaut, ist aber noch nicht fertig. 48. Wischer Moller in der Mühlen hat eine Feuerstätte, gehört dem Herrn von Strünkede. D. Grundherr: Seiner Churfürstliche Durchlaucht zu Brandenburg. 49. Jörgen zu Overkamp(Kronprinzenstraße), ein Erbhof, ein Hof, derselbe hat zwei Feuerstätten, eine wird nicht gebraucht. 4 R., 40 St. 50. Erben Koppenberg(Wischerstr.), ein Hof, auch eine Feuerstätte. 2 R., 27 St. 51. Erbe Klüsener in der alten Hoven(jetzt Masthof, Bergstr.), ein Hof, eine Feuerstätte. 2 R., 41 St. E. Grundherr: Der Gysenberger. 52. Pächter Sengenhof(Shamrockstr.), ein Hof, hat eine Feuerstätte. 2 R., 15 St. 53. Pächter Coerdt uf dem Regenkamp(Funke, Rottbruchstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. J. Grundherr: Haus Grimberg. 54. Pächter Fleige(Masthof=Fleigen, Grenzweg), ein halber Hof, hat eine Feuerstätte. 2 R.. 6 St. G. Grundherr: Herr von Ossenbruch(Haus Rechen, Bochum). 55. Pachter Woisthoff(Weusthof, Wischerstr.), ein Hof, zwei Feuerstätten, deren eine seine Schwester, eine gebrechliche Person, bewohnt. 5 R., 39 St. h. Grundherr: Freitag zu Schorlingen. 56. Pächter Schlingerman zu Herne(Gartenstr.), ein Kötter, hat zwei Feuerstätten, der eine der Leibzüchter bewohnt. 1 R. 19 St J. Grundherr: Ablei Essen. 57. Pächter Masthoff(Altenhöfenerstr., Haus ist abgebrochen), ein Kötter, eine Feuerstätte. 1 R., 9 St.(Er mußte einen Maidienst dem Schulte zu Hofe, gleichfalls dem Drosten leisten(Ueckendorf), oder dafür a Blamüser(Blaumüser, Silbermunze, klevisch 3 Groschen) zahlen. k. Grundherr: Stifl Stoppenberg. Das Stift Stoppenberg war selbständig. Nur anfangs stand es in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zu Essen, weil die Gründerin Swanahild, eine Essener Aebtissin war. Die Essener suchten mit allen Mitteln ihre Ansprüche aufrechtzuerhalten. Die Stoppenberger wehrten sich. Es kam bei dieser Gelegenheit zu einem heftigen Auftritt in der Stoppenberger Kirche.(Stoppenberger Schleierstreit.) 58. Pächter Hesse(städtischer Milchviehhof), ein halber Hof, hat zwei Feuerstätten, deren eine eine arme Frau bewohnt. 2 R., 7 St., 6 Pf. 59. Pächter Jorgen Aldthoff(Altenhöfenerstr., Beamtenhäuser), ein halber Hof, hat eine Feuerstätte. 1 R., 13 St. C. Grundherr: Die Kirche zu Röllinghausen(Essen) 60. Pächter Jost Grüter(wo jetzt Nordmanns Wirt schaft steht, Steinweg), ein Kötter, hat zwei Feuer stätten, deren eine eine Witwe oder Leibzüchterin bewohnt. 46 St. 61. Pächter Herentrey(Lechtape, am Altmarkt), Kötter, eine Feuerstätte, im Backhaus eine arme Frau. 47 St. 6 Pf. 62. Pächter Heinrich Schulte, ein Kötter, eine Feuerstätte im Haus, wie auch ein Brauhaus und Kessel. 63. Pächter Henrich Sandtfort(Sandtfort. Holsterhausen, an der Rottbruchstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte im rechten Hause, wie auch im Brauhause. M. Grundherr: Die Kirche in Herne. 64. Pächter Bonekamp(Bonekamp, la Rochestr., gehörten immer nach Herne), ein Kötter, zwei Feuerstätten. 13 St. 65. Pächter Kortenacke(Schulte=Kortnack, Altmarkt), ein Kötter, eine Feuerstätte. 19 St., 6 Pf. Auch einige Bauern und Kommunen(Baukau) nannten sich Grundherrn. Diese Bezeichnung hat aber nichts mit der adeligen Grundherrschaft gemein. Die Bauern hatten meistens kleine Neusiedlungen auf Absplissen oder Streubesitz errichtet, die dann mit Landarbeitern besetzt wurden. N. Bäuerlicher Grundherr: Jorgen to Overkamp. 66. Pächter Kuttenkamp(Masthoff, bei der Fabrik Flottmann), ein Kötter, hat zwei Feuerstätten, deren eine Henrich von Nevel bewohnt. 30 St. 67. Pächter Jorgen Wytelman(Kötterhaus in der Vöde), ein Kötter, zwei Feuerstellen, deren eine seine Tochter bewohnt. 68. Pächter Trösken(Backerei Köster, Bahnhofstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. 17 St., 6 Pf. 69. Pächter Köhlhoff(Altenhöfen), Kötter, zwei Feuerstätten, deren eine der Leibzüchter bewohnt. 28 St. O. Grundherr: Klüsener. 70. Pächter Berkhoff(Altenhöfen), ein Kötter, hat nur eine Feuerstelle. 12 St. Bauerschaft Bockau(Baukau). A. Grundherr: Seiner Churfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg: 1. Kulkman, Pächter,(auf dem Platz der Zeche Julia), ein halber Hof, eine Feuerstätte. 2 R., 12 St., 6 Pf. B. Grundherr: Herr von Strünkede. 2. Hülsman(Schmauk, an der Rottstr.), ein halber Hof, eine Feuerstätte. 2 R., 12 St., 6 Pf. 3. Westerworth(Zechenplatz von der Heydt), ein halber Hof, eine Feuerstätte. 2 R., 12 St., 6 Pf. 4. Grüter(Grüter in den Höfen, Baukauerstraße), ein halber Hof, eine Feuerstätte, hat seine Stiefmutter im Backhaus liegen, die aber mehrenteils bei seinem Feuer ist. 2 R., 6 St., 6 Pf. 5. Henrich Arndts(Arndt in den Höfen, Baukauerstraße), ein halber Hof, eine Feuerstätte. 2 R., 6 St., 6 Pf. 6. Trösken(Trösken in den Höfen, Baukauerstr.), ein halber Hof, eine Feuerstätte. 1 R., 44 St. 7. Lackman(Lackmann in den Höfen), ein halber Hof, eine Feuerstätte. 1 R., 44 St. 8. Henrich Peters(Petermann, Koppenberg in den Höfen), ein halber Hof, eine Feuerstätte. 1 R., 42 St. 9. Lechtappe(Baumeister Hoose, Forellstraße), ein Kötter, derselbe hat einen auf seinem Hofe liegen, der im Backhaus wohnt und Jorgen genannt wird, er ist ein Tagelöhner und hat eine Feuerstelle. 1 R., 32 St., 6 Pf. 10. Hangohr(das Kötterhaus, das zwischen den Bahndämmen an dem Gruters Teiche versteckt liegt), ein Kötter, eine Feuerstätte. 16 St., 6 Pf. 11. Kempmann(Heiermann, an der Rottbruchstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. 28 St., 6 Pf. 12 Hülshoff(Hülshoff an der Rottstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. 39 St. 13. Tüselman(Vitting, an der Forellstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. 39 St. 14. Schumacher(Schumacher in den Höfen), ein Körter, eine Feuerstätte. 17 St. 15. Leimbrink(Sengenhof, la Rochestr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. In Leimbrinks Backhaus wohnt eine arme Frau, sie hat nichts, als was sie mit Spinnen verdient. 16. Haverkamp(Haverkamp, Forellstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. 35 St. 17. Kortebusch(Kortebusch, Crangerstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. 36 St., 6 Pf. 18. Löchthove(Lochthose, an der la Rochestraße), ein Kötter, eine Feuerstätte. 34 St. 19. Baukau(jetzt Koop an der Schnittstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. 28 St. 20. Henrich im Duppen(Wirtschaft Düppe), ist ein Tagelöhner, eine Feuerstätte 21. Koen(Koov. Weber am Kanal), ein Kötter, eine Feuerstätte. 39 St., 6 Pf. C. Grundheer: Strünkede und Grimberg. 22. Knoep(Knop an der Schnittstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. 27 St. 23. Knapp(Knapp, Forellstr., Kanalverwaltung) ein Kötter, eine Feuerstätte. 17 St. 24. Spieckerman(Liesebach, Stadt Herne), ein Kötter eine Feuerstätte. 17 St. D. Grundherr: Leo zu Dorneburg(Eickel). 25. Papelmann(Haus abgebrochen, Köln=Mindener Bahn), ein Kötter, eine Feuerstätte. 1 R., 15 St. E. Grundherr: Rumpf zu Crange. 26. Drogkamp(Drögenkamp, Kanalverwaltung), eiKötter, eine Feuerstätte, 30 St., 6 Pf. 27. Hasselmann, ein Kötter, eine Feuerstätte. 11 Se. 6 Pf. J. Grundherr: Kirche zu Herne. 28. Der Scheffers Kotten(Trösken=Beisemann, Zeche Julia) ist ein Kirchenkotten mit einer Feuerstätte. 29. Serris(Schmidt=Steinhoff, Schnittstr.), ein Kötter(Kirchenkotten), eine Feuerstätte. 29 St., 6 Pf. G. Grundherr: Gemeinde Baukau. 30. Scheper im Hassel(Biesewinkel, Hertenerstr.), ein Kötter, eine Feuerstätte. 12 St. Baukau hatte keinen ganzen Hof, dagegen 8 halbe Höfe und 22 Kötter und Tagelöhner. An Feuerstätten waren 33 vorhanden. Von den Feuerstätten waren 6 ohne Anschlag, 17 wurden bis zu 1, 5 bis zu 2 und 5 bis zu 3 Reichstaler veranlagt. Die Strünkeder waren nicht nur in Herne und Baukau Grundberechtigte, sondern auch in Hiltrop, Gerthe, Laer und Langendreer. Bauerschaft Hiltropff(Hiltrop). 1. Pächter Kaldewey, ein halber Hof, eine Feuerstätte. 1 R., 26 St. 2. Pächter Trösken, ein Hof, eine Feuerstätte und einen Einwohner dabei. 5 R., 14 St., 6 Pf. 3. Pächter Sypman, ein Hof, eine Feuerstätte. 3 R, 39 St., 6 Pf. 4. Pächter Tenthoff, ein Kotten, eine Feuerstätte. 10 St. Bauerschaft Gerthen(Gerthe). 5. Schuffut, ein Hof, eine Feuerstätte. 4 R., 39 St., 3 Pf. 6. Dieckmann, ein Hof, eine Feuerstätte. 4 R., 10 St., 4½ Pf. 7. Diedrich zu Coppen Castropf, ein halber Hof. eine Feuerstätte. 3 R., 37 St., 6 Pf. 8. Heidberg, ein Kötter, eine Feuerstätte. 11 St., 3 Pf. 9. Fydt aufm Berge lebt der Almosen. 4 St., 6 Pf. Bauerschaft Laer. 10. Danckbahr, Pächter, ein Hof, eine Feuerstätte. 3 R., 3 St., 3 Pf. Bauerschaft Langendreyer(Langendreer). 11. Schulte zu Ummink, ein Hof, eine Feuerstätte. Der Adel war im Amte Bochum besonders reich begütert. Von den 1000 Gütern besaß er nicht weniger als 576 Höfe und Kotten. An der Spitze stand der Strünkeder mit 56 4°2 Höfen und Kotten. Diese verteilen sich auf Herne: 26 ½, Baukau: 20 3/2, Gerthe 4. Hiltrop 4, Laer 1, Langendreer 1= 56 4•2 Stück. Dazu kommen noch die Höfe und Kotten, an denen er mit andere zusammen beteiligt war: in Herne 7, in Baukau 3. Im Laufe der Zeit hatten sich in Herne 17 Besitzer von Strünkede freigemacht. Rechnet man für das Haus Strünkede hinzu die Höfe und Kotten in Horsthausen, Bladenhorst, Pöppinghausen, das Haus Loe in Marl, die großen Höfe Hovestadt und Brunkhof bei Datteln, dann kann man sich den plötzlichen und furchtbaren Zerfall des Hauses Strünkede kaum erklären. Die Herner Kirche besaß außer ihren 2 Kotten in Herne und 2 in Baukau noch einen halben Hof in Hiltrop(Gartmann) und 1 Kotten in Holsterhausen mit zwei Feuerstätten(Knap, Hernerstr.). Der Große Kurfürst als Landesherr hatte in Herne 3 Höfe, die Erbgüter waren, in Baukau ½ Hof(Pächter). Ein Lehrerhaus hat hier noch nicht gestanden. D. Eine kunstvolle Weberin. Von Dr. L. Franck=Braunschweig. Sie hat wirklich eine beneidenswerte Beschäftigung Weden und Soinnen kostet am wenigsten Nervenverbrauch von allen ersonnenen Arbeiten. Sehr begreiflich, daß in unseren Tagen diese Arbeit ausgestorben ist, sehr degreiflich, daß jetzi alle Menschen nervös sind. Wie gerauschlos=weise sie heute das begonnene Retz weitersoann! Die Sicherheit von Millionen Erdjahren spricht aus dieser Arbeit. Heute früb hatte sie bereits den„Einschlag“ zu Ende geführt. Vom Mittelpunkt aus war sie fadenziebend durch alle Strablen der Kette bindurchgegangen, so daß lauter Vierecke entstanden, die an Länge immer zunahmen, je weiter sie sich vom Ausgangspunkte entfernte. Jetzt saß sie, durch den Sienalsaden mit dem Ganzen verbunden, ausruhend an der Stelle des Netzes, die von einem Weidenzweig beschattet wurde. Schut vor Regen, Schirm vor allzuviel Sonne. Fürwahr, dein prächtiges Radnetz bewundern wir immer, müssen wir bewundern, obwohl wir dich selbst so bäßlich finden, ta gefährlich, selbst unglückverheißend. „Hu, eine Kreuzspinne“, schrie das Dienstmädchen vor so und so viel Jahren an der alten Steinmauer unseres Grasgartens und ritz meinen Bruder und mich mit beiden Armen zur Seite, als wir dir zum ersten Male in unserm Leben begegneten.— Und diese erste Vorstellung, die wir dier von dir bekamen, ist die Vorstellung, die das Volk von der Kreuzspinne siberhaupt hat und auch immer haben wird. Mag alles andere an dir noch hingeben. dieses Kreuz auf deinem Rücken ist durch nichts zu versöhnen. Wie sinnvoll ist das griechische Märchen von„Arachne“, iener schönen Tochter eines Purvurfärbers aus Kolophon, die von Pallas Athene in eine Spinne verwandelt wurde, weil sie die Göttin in der Kunst des Webens übertraf. Die Webekunst hatte sie ihr gelassen, aber die körperliche Schonhelt geraubt. Athene wußte, was sie damit tat. So kann man es wohl verstehen, daß Arachne alles Weibliche ihres Charakters drangegeben, daß sie trotz ibrer Kunst zu einer kühlen Realpdilosophin geworden ist. Noch war ich mit solchen Gedanken beschäftigt, da gab es einen mächtigen Ruck am Netz, und es sirrte, furrte und jammerte darin. Ein dicker Brummer war dagegen geflogen, hatte sich in den Maschen verfangen. Der Signalsaden aber hatte Arachne augenblicks davon unterrichtet, und wie ein Raubtier unter dem Weidenzweig bervorschießend, eilte sie auf die Beute zu, umschnürte sie mit ihren Wickelsäden und brachte ihr mit dem giftigen Klauenfühler sogleich die Todeswunde bei. Dann machte sie sich daran, den so mübelos erlegten Happen zu verzehren Wie klug, daß Arachne ihr Gewebe ausgerechnet hier angebracht hatte, wo der Teichgraben tagtäglich zarte Libellen, Fliegen und Mücken aller Art ausbrütete, von denen sich immer die eine oder die andere in das Neu verirrte! Sie konnte unter ihren Mahlzeiten sogar nach Be lieben auswählen. Die nächsten Tage waren regnerisch, und erst nach einer Woche kam ich wieder an den Graben. wo Frachne ihr Netz gespannt datte. Und das war der Werbetag für sie. ihr Hochzeitstag. Drei im Vergleich zu ihr wenig ansehnliche Spinnen saßen unten am Fuß der Netzes in ziemlich verschüchterter Haltung, während„sie" stolz und breit mit belleuchtendem Kreuz genau die Mitte des Rades innehatte. Einer nach dem anderen dieser wer benden Spinneriche machte den leidigen Versuch, nach der Mitte des Netzes binauf zu kriechen, um seinen Antrag vorzubringen: wußten sie doch alle, daß dort eine Brunbilde saß, mit der nicht zu spaßen war. Aber die Liebe ließ sie nicht zur Ruhe kommen. Endlich, nach langem Hin und Her ging der zweite geradewegs zur Mitte vor. als er auch schon von Arachne genackt wurde und nach kurzem Kampfe tot auf der Walstatt liegen blieb. Die anderen nahmen Reitaus, flüchteten unten den Schatten des Weidenzweiges. Erst nach einer halben Stunde wagten sie sich wieder in das äußerte Viereck des Neues. Wie es den beiden letzten ergangen, habe ich nicht mit eigenen Augen geseben. Einen von ihnen wird sie 1a sicher erhört haben, aber der ist auch ebenso sicher nach den sützen Flitterstunden von ihr— aus Liebe— gefressen worden. Wie sie das Minneleben kurz und ohne Romantik abtut, so kennt sie auch sonst kein Familienleben. Alles wie aus Erbitterung um das, was sie einstmals besessen hat, das kostbarste, weibliche Gut, die Schönheit. Ihre Eier, so an dreihundert, legt sie zwar in ein seines, seiden umsoonnenes Säckchen und hängt dies an einen geschützten Ort. Aber um die Kinder krümmt sie keinen Finger, sie müssen in dem Wiegengespinnst von selbst zu Spinnen werden. Im Spatsommer sand ich das. Säckchen unter einem Blatt des Weidenzweiges befestigt, und als ich es öffnete, waren die winzigen Spinnenkinder darin schon erkenntlich und beweglich. Wenn dann ihre Zeit gekommen ist, steigen sie von selbst aus der Seide und beginnen, wie die Mutter, mit vererbten Charaktereigenschaften real, kühl und hart ein eigenes Soinnenleben. Aber auch die Wedekunst haben sie mitgeerbt, und wie sie die nicht zu erlernen brauchen, haben sie auch nichts weiter binzuzulernen, da ihr Gewebe ein solch vollkommen=feines Kunstwerk ist, daß wir Menschen noch viel hinzulernen müßten. um es in der Webekunst so weit wie Arachnes Kinder zu bringen, und außerdem genügt es vollkommen für ihre Lebenezwecke. Daß die Kreuzspinne unter den 500 deutschen Spinnenarten die größte Künstlerin ist, wollen wir ihr immer zugute halten, wenn wir ihre Lebensphilosophie beanstanden. Sind wir nicht selbst oft und sind wir nicht gerade Künstler in ihrem Sinne ebensolche Realphilosopben? Flüssiges Licht als Heilmethode. Professor Lazarus. Berlin dat eine neue Meino#entdeckt. Krebskrankbeiten zu bebandeln. welche geeignet m. der bisherigen Natiobehandlunn den Rang streitig zu machen. Lazarus berichtete darüber in einem Vortrag der Berliner Medizinischen Gesellschaft. Seine Untersuchungen bestanden darin, daß er die radioaktiven Lö. ungen(Radio=Gas). in konzentrierter Form und in verschiedenen Verabreichungen krebsartigen Geschwülsten zuführte und diese dadurch innerhalb kurzer Frist zum Verschwinden brachte. Dieses Verfahren war eriolgreicher als die gewödnliche 1 Strablenbebandlun „ — * Aus Schwermut erschossen Gestern morgen verübte der Polizei=Wachtmeister Verhard Müller von der hiesigen Bereitschaft Selbstmord durch Erschießen. Irgendwelche Ursachen sienstlicher Art lagen dem traurigen Vorfall nicht zu brunde. Hierzu wird uns noch berichtet: Gerhard Müller tammte aus einer angesehenen Familie von ausvarts und wollte sich aus die Offizierskarriere vorvereiten. Im Dienst war er stets zuverlässig und korrekt. Anscheinend hat er die traurige Tat in einem lößlichen Schwermutsanfall begangen. Er war erst 27 Jahre alt. * E i g e n t ü m e r g e s u c h t Von der Kriminalpolizei wurden folgende Sachen #eschlagnahmt, die zweifellos aus Diebstählen herrühren: 1 Damenmantel mit braun=weißem Pelzbesatz der Mantel war ursprünglich rot und ist jetzt dunkel gefärbt), 1 wenig getragener Marengo=Herren=Ueberzieher mit Samtkragen, Bettwäsche, eine Untertaille, 1½ m weißes Hemdentug. Die fraglichen Diebstähle liegen anscheinend schon langere Zeit zurück. Geschadigte Personen wollen sich bei der hiesigen Kriminalpolizei, Mont=Cenisstraße 10, Zimmer 17. melden, woselbst auch die Sachen besichtigt werden können. * Ben hur kommt nach Herne. Wie uns die Direktion der Schauburg mitteilt, ist für eine der nächsten Wochen die Aufführung des vorträgt. Als Lektor der Vortragskunst an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin steht er zu Deutschlande größten Schauspielerpersonlichkeiten in engsten Beziehungen und treffend in Ton, Geste und Gesichtsausdruck vermag er die Porträts der Bassermann, Wegener, Pallenberg, Moissi zu zeichnen. Das für den hiesigen Abend ausgewählte heitere Programm enthält Märchen, Idyllen und Schwänke von Goethe, Fontane, Hamsun, Daudet, Storm, Kröger, Gottfried Keller, Groth und Grimm, die in dem vom Vortragenden im Verlag Gebrüder Enoch, Hamburg, herausgegebenen Vortragsbuch enthalten sind, das jedem, dem es um eine gute Auswahl aus dem Schaßz der deutschen Dichtung zu tun ist, empfohlen werden kann. Der Vortragsabend findet am Mittwoch, den 12. Januar, im Kurhaus statt. Beginn 8 Uhr. Eintrittspreise: Nichtmitglieder 1.50 M., Mitglieder 1 M., Gewerkschaftler und Schüler 0,75 M., Erwerbslose 0.30 M. Die Inhaber von Vormietekarten, die die zweite Rate noch nicht bezahlt haben, werden gebeten, dies an der Abendkasse zu tun. Gesucht werden 12 Mädchen für landwirtschaftliche Haushaltungen nach Detmold. Antritt sofort. Meldung auf Zimmer 9 des städtischen Arbeitsamtes, Langekampstraße 19. Provinzielles. Essen, 8. Januar. Die durch die Tagespresse des lächsten 2. Essen, 8. größten Filmes:„Ben Hur“, nach dem gleichnamigen Bezirks gelaufene Notiz„Raubüberfall auf eine Roman von Wallace, in Aussicht genommen. Die Bahnhofskasse" ist unzutreffend. Ein Raubüberfall Herner Kinofreunde werden biese Nachricht sicherlich hat nicht stattgefunden. Es handelt sich lediglich um mit großer Freude begrüßen. leine Schlägerei, welche am ersten Weihnachtstage, nachmittags gegen 3 Uhr, auf dem Bahnhof Karnap Aus dem Amte Sodingen. siansang der Zachnhostein wor, e, Kausiasigen Börnig-Sodingen.(Kirchenchor.) Alljährlich aus den# dalt der Kirchenchor seine Generalversammlung am aus dem A urtesagt enfern. Feste hl. Dreikönige ab, so auch in diesem Jahre. Ge= G6 gen 5 Uhr nachmittags hatten sich die Chorknaben wie! Prieflasten. auch die erwachsenen Mitglieder im Vereinszimmer Exwerbslosenfrage. Sie müssen sich für die Kribei Herrn Lülf eingefunden, um zunächst eine kleine senfürsorge anmelden. Arbeitslosenunterstützung könWeihnachtsfeier zu begehen. Dort stand ein hübsch nen Sie erst nach 4 Wochen beziehen. Es scheint aber geschmücktes Weihnachtsbäumchen. Stille Nacht, heitige Nachtl, mit diesem schönen Liedchen wurde die Feier eingeleitet. Lange schon hatten sich die Cherknaben auf diesen Tag gefreut. Sie waren daher vollzählig erschienen. Der Leiter des Chores, Herr Wiese, ermahnte die Jungens, eifrig weiter zu wirken. Die Bescherung am heutigen Abend sei nur eine kleine Anerkennung, der eigentliche Lohn für die schöne und fraglich, ob die Bedürftigkeit anerkannt wird. Solange die jetzige Arbeitslosenfürsorge geltend ist, muß Bedürftigkeit vorhanden sein. Dieser Zustand wird erst geändert, wenn das Erwerbslosenversicherungsgesetz verabschiedet ist, wo jeder, der ohne Schuld arbeitslos wird, auch Arbeitslosenunterstützung beziehen kann. Nr. 160. Der ortsübliche Lohn beträgt 12—15 Mk. heilige Sache liegt in Gottes Hand. Was es heißt, monatlich. Chorsänger sein und die Aufgaben, welcher derselbe! w. L. Iu 1. Körperliche und geistige Eignung, zat, darüber sprach dann Herr Pfarrer Reker. Das mindestens 19 Jahre alt, nicht vorbestraft. Zu 2. GeBetragen eines Chorknaben müsse nach jeder Richtung burts=, Tauf=, Impfschein und Zeugnisse; pol. Fühhin korrekt sein. Andächtig beim Gesang, andächtig rungszeugnis, bei Minderjährigen Einwilligungsund fromm in der Kirche überhaupt, freundlich aus erklärung des Vaters oder ges. Vormundes, ärztliches der Straße und niemals ausgelassen. Hier wurden Attest. seitens des Herrn Pfarrers einige gute Beispiele an geführt, die ihre Wirkung gewiß nicht versehlt haben dürften. Hierauf folgte die Bescherung der Chorkna —— Freudestret“ Zur Bitaminfrage. ben wie auch der Meßdiener. Freudestrahlend nahm! In letzter Zeit wird vielfach von einer kleineren jeder seine gefüllte Tüte und begab sich nach Hause. Margarinefabrik Reklame gemacht für ihre vitaminWir schritten dann zur eigentlichen Generalversamm- haltige Margarine, wobei der Eindruck erweckt wird, lung, welche vom Vorsitzenden, Herr Pfarrer Reker, als ob es sich um eine ganz neue Erfindung handle. eröffnet wurde. Die Tagesordnung wies 8 Punkte Abgesehen davon, daß die Vitaminfrage selbst sich auf. Als erster wurde das Protokoll der letzten Ge= wissenschaftlich noch in einem Entwicklungsstadium beneralversammlung verlesen. Dasselbe wurde ohne findet, ist der Zusatz von Vitaminen zu MargarinEinwand gutgeheißen. Unter Punkt 2 wurden die practisch schon längst in den verschiedensten Ländern rückständigen Beiträge einkassiert. Punkt 3 brachte erfolgt und zwar in Deutschland zuerst durch die be Geschäfts= und Kassenbericht des verflossenen Jahres. Die Herren Widna und Ganteför nahmen daraufhin Prüfung der Kasse vor. Nachdem alles in geordneter Weise vorgefunden war, wurde dem Kassierer Entlastung erteilt. Der Vorsitzende stattete demselben seinen besonderen Dank ab. Bei Punkt 4 wurde ein Mitglied neu ausgenommen. Man schritt nu durch geheime Abstimmung zur Vorstandswahl. Fast einstimmig wurde der alte Vorstand wiedergewählt, wobei für den ausscheidenden 1. Bücherwart A. Balke, welcher freiwillig zurücktrat, Herr Compernaß sen. gewählt wurde. Das Amt bei der Fahne wurde von den Herren Deuhaus, Hoppe und Hülsebusch freiwillig übernommen. Punkt 6, Lokalwahl, ergab mit großer Majorität die Wiederwahl des alten, beim Wirt Th. kannten van den Bergh's Marg. Werke, die ihre diesbezüglichen Verfahren bereits Anfang 1921 zum Patent angemeldet haben. Vereinskalender. Jung K. K. V. Am Mittwoch, den 12. Januar, abends 8 Uhr Besichtigung der Renanlagen des Herner Anzeigers. ahlr. u. pünktl. Erschein erwartet Der Vorstand Blau=Weiß Herne 03K. Am Mittwoch abend 8 Uhr außerordentliche SpieLülf in Börnig. Die Erhöhung der Beiträge wurde lersitzung im Vereinslokale A. Back, Bismarckstraße. unter Punkt 7 lebhaft besprochen. Beschlossen wurde. Es werden alle Mitglieder dringend gebeten, zu erden Jahresbeitrag bei aktiven wie auch bei passiven Mitgliedern auf 4.— Mk. festzusetzen. Unter Verschiedenes wurde dann ein Konzert besprochen, welches der Chor im Laufe des Jahres zu geben gedenkt zum Bau einer neuen Orgel. Herr Pfarrer Reker dankte hierauf alle Mitglieder für die geleistete Arbeit im verflossenen Jahre. Der Verein könne mit Stolz auf einen guten Erfolg zurückschauen. Arbeiten sie weiter so fort, getreu, Hand in Hand mit ihrem Dirigenten, dann wird der Chor im neuen Jahre seinen Anfordescheinen, da sehr wichtige Punkte zu verhandeln sind. E In unser Handelsregister ist folgendes eingetragen worden: Abteilung B. a) Am 4. Januar 1927 bei der unter Nr. 5 des rungen sicher gerecht werden. Hierauf ergriff das##### eingetragenen Firma Bergwerksgesellschaft Die Prokura des Direktors Richard Selbach zu Eickel ist erloschen. Dem Bergwerksdirektor Dr. AlGute, welches er dem Chore hat zuteil werden lassen. Für die treue Mitarbeit im Chore dankte Herr Wiese gleichfalls alle Sänger. Ehrende Pflicht eines jeden lei es, eifrig die Proven zu besuchen, denn nur hiervon allein hingen alle Leistungen ab. Die Mitglieder zeigten volles Verständnis hierfür und dankten gleichzeitig ihrem Dirigenten, welcher sich um den Chor verdient gemacht hat. Hiernach wurde die Versammlung geschlossen. Die Mitglieder mit ihren Damen bieben noch einige Stunden vergnügt beisammen. Dortmunder Schlachtviehmarkt. Dem gestrigen Schlachtviehmarkte waren zugeführt 552 Stück Großvieh. 456 Kalber, 32 Schafe, 3132 Schweine. Der Marktverlauf war bei Großvieh in besseren Tieren gut, sonst mittel, bei Klbern mittel, bei Schweinen schlecht. Es wurden gezahlt für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a) 1. 31—63, 2. 59—60, b) 1. 57—58, 2. 55—56, c) 52—54, d) 44—51; Bullen: b) 58—59, c) 53—57, d) 30—45; Kühe a) 58—61. b) 54—57, c) 46—53, d) 30—45; Färsen(Kalbinnen): a) 61—63, b) 58—60, c) 50—57; Kälber: b) 94—98, c) 80—93, d) 50—79; Schafe: b) 46—48, c) 40—45, d) 36—39; Schweine: a) 68—70, b) 68—70,1 6 um W. Reriner. 1822 2u2 M—. c) 68—70, d) 66—67, e) 65—66, f) 64—65.— In den des Registers eingetragenen Firma Friedr. Schönde Nraisen sind onthalten die Unkasten an Fracht, Vieh= ling& Co. G. m. b. H., Herne fred Luther zu Wanne=Eickel ist Gesamtprokura erteilt derart, daß er in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen der Gesellschaft die Gesellschoft rechtsverbindlich vertreten kann. b) Am 3. Januar 1927 bei der unter Nr. 49 des Registers eingetragenen Firma Maschinenbau=Aktien= gesellschaft h. Jlottmann& Comp., Herne: Die Firma ist geändert und lautet fortan:„Flottmann Aktiengesellschaft“ in Herne. Die Direktoren Fritz Rüdorff und Direktor Andreas Medick sind aus dem Vorstande ausgeschieden und an deren Stelle Herr Dr. fur. Hermann Müller in Herne neu zum Vorstandsmitgliede bestellt worden. Ferner ist am 4. Januar 1927 daselbst eingetragen worden: Den Herren Kaufmann Andreas Medick in Herne, Kaufmann Anton Obermaier in Bochum, Ingenieur Robert Schulte in Gelsenkirchen, Architekt Otto Menninger in Bochum, Dipl. Ing. Julius Günzburger in Bochum, Ingenieur Ludwig Dürr in Herne, Kaufmann Theodor Kegler in Bochum ist Gesamtprokura gemäß§ 6 des Statuts erteilt. c) Am 29. November 1926 bei der unter Nr. 128 Preisen sind enthalten die Unkosten an Fracht, Vieh hofgebühren, Umsatzsteuer, Händlergewinn. Stadt Wanne=Eickel. Ludwig Hardt, der große Vortragskünftler, in der Literarischen Gesellschaft. Der rheinische Dichter Her bert Eulenberg faßte einem im März 1922 geschriedenen Artikel seinen Eindruck von Ludwig Hardt zusammen in dem Urteil:„Die Krone der Vortragskunst in Deutschland gehört diesem Ludwig Hardt.“ Und Detlev von Liliencron war vom Vortrag eines seiner Gedichte so ergriffen, daß er sagte:„Ich spreche mit Freuden aus, daß ich keinen Rezitator hörte, der so tief in die Seele des Gedichtes gedrungen ist, wie Kaufmann Heinrich Schöndeling ist als Geschäfts führer ausgeschieden. 1140—1170 Herne, den 7. Januar 1927. Das Amtsgericht. Bekanntmachung betrefsend Erhebung der Grundvermögens- und Hauszinssteuer. Es wird darauf hingewiesen, daß die Grundvermogens= und Hauszinssteuer bis zum 15. eines jeden Monats zu entrichten ist. Ab 1. 12. 1926 ist die SchonBei verspäteter Zahlung werden frist fortgefallen. Ger Verungen die gesetzlichen Verzugszinsen— für die Zeit vor dem Ludwig Hardt.“ Für einen Schauspieler einen Kopf l. 12. 1926 die gesetzlichen Verzugszuschläge— er u klein, versah ihn die Natur als Entgelt mit allem hoben; im Falle der Mahnung und Zwangsvoll Rüstzeug, das zum Vortragen erforderlich ist. Wenn er spricht, glaubt man auch äußerlich im Gesicht eine Angleichung an den wahrzunehmen, dessen Werk er sind mit bestem Fleischextrakt und feinen Gemüseauszügen auf das sorgfältigste hergestellt.- Man achte beim Einkauf auf den Namen MAGGl und die gelb-rote Packung. Kleinverkauf von Kohlen, Kols Briketts täglich von vorm. 8 Uhr bis abends 7 Uhr ab Lager Fabrikstraße 13 am Bahnhof. Kohlenkontor Westsalia, Otto Ellerkamp Anruf 865. Die Volksmassen müssen danach greifen! zu solch niedrigen Preisen ist eine Seltenheit. 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Bahnhotstrasse 61 Operetten=Theater, Herne Bahnhofstraße 15a. Telefon 1104 Heute, Dienstag,. den 11 Januar 1927 abends 8 Uhr 1208 Fräulein Luchk Operette in 3 Akten von Walter Kollo ASie C , Tnoch immer? Klein Vster, 78 Jahre alt. Iitt een Monaten an hettigem Husten u. starker Verschleimung: durch Husta-Glycin u. Hustobons war in wenigen Iagen vor seinem Leiden befret.— Hiolen Sie sofort eine Pl. Husta-Glyem oder eine Dose Hustobona. Sie werden von der prompt. Wirtung überrascht sein.— spricht K. König, Bermen. Hatzfelderstraße. Herst.: I. Paul Hoyer. Barmen. Erhältlich in Apotheken u. Drogenen bestmint: 50Oros. Holthaus, Drog. W. Jansen, Orogerie Kottaleper Pl 90. ½ Fl. 1.60. Dose- 90 streckung entstehen weitere Kosten. Sodingen, den 10. Januar 1927. 1130 Der Amtmann: Wiethoff. Die beste Süßrahmbutter kaufen Sie in der Molkerei Heinr. Fuchs, Herne Mühlenstraße 9 Ferner 1 eigen. Betrieb hergestellt: Sahne u. 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Jeder Zentrumswähler, besonders die Parteifreunde aus dem Mittelstande, aus Handel und Gewerbe, werden gewiß ein großes Interesse daran haben, einmal aus dem Munde eines anerkannten Mittelstandsführers dieses Thema behandelt zu sehen. Ii zweiten Teil des Abends werden kommunalpolitische Fragen erörtert, insbesondere wird besprochen die Mitwirkung der Herner Zentrumsfraktion bei der Frage der Steuerfestsetzungen, bei der Behebung der Wohnungsnot usw. Vor allem wird auch Gelegenheit gegeben sein zu einer regen und gründlichen Aussprache. Mögen daher die Parteifreunde, Damen und Herren, recht zahlreich erscheinen, damit der Zweck der Veranstaltung: Wahrheit und Klarheit über die Haltung der Zentrumspartei zum Mittelstand, voll und ganz erreicht wird. Die Veranstaltung findet heute abend 8 Uhr im oberen Gesellenhaussaale statt. „„* Außerordentliche General=Versammlung der freiw. Feuerwehr Herne. Donnerstag der vergangenen Woche fand im Lo kale Hirdes, Ostentor, eine außerordentliche Generalversammlung der freiw. Feuerwehr statt. Eine Stunde vor der Versammlung tagte der Vorstand. Branddirektor Hoppe eröffnete die Versammlung und stellte den äußerst guten Besuch fest. Er gedachte einleitend des verstorbenen Kameraden Heimbürger, der lange Zeit Mitglied der Wehr gewesen ist. Die Versammelten erhoben sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Plätzen. Für die treue Pflichterfüllung im vergangenen Jahre dankte der Branddirektor sodann und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich kameradschaftlicher Geist und Pflichttreue auch im neuen Jahre zum Segen der Allgemeinheit auf das Beste erproben möchten. Schriftführer Köhler verlas das Protokoll der Jahres=Generalversammlung vom 12. April emanmsgnran 1926, das gutgeheißen wurde. Die städt. Körperschaf= steht. Sehr viel Arbeit ist bis dahin zu leisten. Die auf die wiederholte. itrage der Wehr die zur Vorbereitung dieser Tagung erforderlichen Aus9#iner autol„bilen Magirusleiter mit au- schüsse sollen vom Vorstande gewählt werden. Der tomatischer Terrainregulierung und Kippsicherung, i. und 2. Schriftführer sind bereits mit den Arbeiten Interessenausgleich Ruhrbergbau— I. G. Farbenindustrie. Gemeinsame Verwertung wissenschaftlicher und technischer Erfahrungen.— Aufteilung der Produktionszweige auf kohlenchemischem Gebiet.— Abschluß von Interessengemeinschaften. Wie unser Korresvondent von informierter Seite erfährt, bestehen in Kreisen des Ruhrbergbaus starke Strömungen, die dabin zielen, angesichts der immer mächtiger werdenden Konkurrenz=Bestrebungen der J. G. Farbenindustrie auf dem Gebiete der Nebenvroduktengewinnung und des durch die Durchführung des Nationalisierungsprozesses gebotenen neuen Aufgabenbereichs des Ruhrbergbaus hinsichtlich der Anwendung neuer chemischer Verfahren für nie Erzeugung von Ammoniak und sontbetischen Betriebsstoffen zu einer Verständigung mit der I. G. Farbenindustrie zu gelangen. Zwischen bekannten Persönlichkeiten des Ruhrbergbaus und der I. G. sei bereits Fühlung zu einem Gedankenaustausch genommen worden, und es sei zu erwarten, daß die Besprechungen schon in absehbarer Zeit auf breiterer Basis fortgesetzt werden. Die Hauptpunkte des Verständigungsvrogramms sind: 1. Gemeinsame Verwertung der auf beiden Seiten gewonnenen wissenschaftlichen und technischen Erfahrungen, 2. Aufteilung der Produktionszweige auf koblenchemischem Gebiet und 3. Abschluß gewisser Intcressengemeinschaften. Die technischen und organisatorischen Vorbereitungen der J. G. Farbenindustrie, im nächsten Jahre, in dem eine Reihe der wichtigsten Stickstoffvatente abläuft, ihre Produktion künstlicher Stickstoffe erheblich zu steigern, sowie auch der Umstand, daß mit Erledigung dieser Patente andere Länder Möglichkeiten haben, eigene StickstoffIndustrien aufzuzieben, läßt einzelnen weitausschauenden Bergbauindustriellen die Anbahnung eines Interessen ausgleichs mit der I. G. Farbenindustrie als ovvortun erscheinen. Auch hinsichtlich der Ferncasversorgungspläne der Kohlenverwertungs=A.=G. besteht die Gefahr einer Rivalität der I. G. Farbenindustrie, solange noch die Möglichkeit eines Wettbewerbs zwischen Braunkohlengas und Steinkohlengas vorhanden ist. Die I. G. Farbenindustrie besitzt bereits ein Verfahren, um Wassergas aus Braunkohle herzustellen und dieses Wassergas derart anzureichern, daß es auch für die Gasfernversorgung erfolgreich zu verwenden ist. Hierbei sollen sich der I. G. Farbenindustrie außerordentlich günstige Möglichkeiten für die bei der großtechnischen Durchführung des Kohlenverflüssigungsvrozesses freiwerdenden Gase bieten. Die bisher noch nicht erfolgte Bereinigung dieser Konkurrenzfragen bilde ein starkes Hindernis für die Durchführung der Ferngasverlorgungspläne der Kohlenverwertungs=A.=G. Der Wettbewerb in Stickstoff=Düngemitteln, der von Jahr zu Jahr stärker in Erscheinung tritt, muß sich schon in den allernächsten Jahren in geradezu verheerender Weise auf den Ruhrbergbau auswirken, da mit einer Preisderoute auf dem Stickstoffmarkt zu rechnen ist, wenn im Jahre 1930 der Farbentrust dinsichtlich der Ammoniakvreise gegenüber dem Bergbau volle Handlungsfreibeit erhält. Von besonderer Wichtigkeit erscheinen in diesem Zusammenhang Ausführungen in dem offiziellen Organ der Ruhrhandelskammern, den„Wirtschaftlichen Nachrichten", die das Problem eines Interessenausgleichs zwischen Ruhrbergbau und I. G. Farbenindustrie streisen und die eine Zusammenarbeit des Farbenkonzerns mit dem Steinko####enbergbau im Interesse einer weitsichtigen Wirttspolitik als wünschenswert und sogar notwendig empfehlen. Es wird hier mitgeteilt, daß an einem wichtigen Knotenpunkte die I. G. Farbentruste den. Ruhrbergbau bereits zu einer Zusammenarbeit genötigt habe. Es handelt sich um die bekannte Transaktion bei der Gesellschaft für Teerverwertung, die noch vor einem Jahre alleinige Inhaberin der Lizenzen der BergiusPatente war, soweit sie sich auf die Steinkohlenverflüssigung beziehen. Zugleich besaß die Gesellschaft für Teerverwertung die Aktienmehrheit der deutschen SteinkoblenBergin=A.=G.(Kobergin). Inzwischen hat der Farbenkonzern schrittweise die Mehrbeit der Erdöl= und Koblenverwertungs=A.=G.(Erag) erworber. die Inhaberin der Bergin=Patente ist. Vor kurzem wurde nun der Gesellchaft für Teerverwertung vorgeschlagen, mit der Erag bezw. der dahinterstehenden I. G. eine Vereinbarung zu treffen über die Abgabe der Aktienmehrheit der Steinkohlen=Bergin=A.=G. Als Gegenleistung sollen der Gesellschaft für Teerverwertung Sondervorteile eingeräumt werden für die Errichtung der von ihr geolanten BerginAnlage. Offenbar handle es sich dabei um Ueberlassung der Verbesserungen des Kohleverflüssigungsverfahrens, über das in der letzten Aufsichtsratssitzung der I. G. berichtet wurde. Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, daß sich die Zusammenarbeit zwischen Bergbau und chemischer Industrie weiter auswirkt. Denn die Ausgangsmaterialien sind immer die gleichen: Für die Hydrierung der Kohle nach Bergius bezw. der J. G. braucht man Wasserstoff, letzten Endes also wieder Wassergas. Es liegt daber nahe, auch die Erfahrungen und Verfahren über Wassergas, Wasserstoff usw. auszutauschen. Durch die Beteiligung an der Rheinstablgrunve ist die J. G. auch in anderer Beziehung am Ruhrbergbau interessiert. Es bleibt abzuwarten, welcher Erfolg den sich anbahnenden Besprechungen zwischen Ruhrbergbau und I. G. Farbeninduskrie beschieden wird. Von volkswirtchaftlichen Gesichtspunkten aus ware ein baldmöglicher Interessenzusammenschluß der beiden mächtigen Industriegruppen durchaus zu begrüßen. Unser Wetterbericht. Da sich der südwestliche Hochdruck noch bedeutend verstärkt und seine Lage im Südwesten Europas beibehalten hat, während über Nordeuropa fortgesetzt Tiefdruckgebiete hinwegziehen, so hält in ganz Mittel europa die trübe, vielfach regnerische und für die Jahreszeit milde Witterung an. Die Temperaturen liegen in Deutschland heute morgen zumeist zwischen 3 und 9 Grad. Nur in Ostpreußen herrscht noch ganz leichter Frost. Eine wesentliche Witterungsänderung ist noch nicht wahrscheinlich. Vorhersage bis Mittwoch: Meist trübe, zeitweise Regen, ziemlich mild, aber auffrischende westliche Winde. März eintrifft. Um alle Geräte vorschriftsmäßig be setzen zu können, sowie zur Gewährleistung einer guten Ausbildung eines jeden Feuerwehr=Kameraden hat der Vorstand beschlossen, aus dem 1. und 2. Lösch zug einen 4. Löschzug zu bilden. Die Versammlung stimmte diesem Vorschlage einstimmig zu. Durch Los * Juue verteilt. Diese Neueinteilung maches 2u. Wari Psychische Geschlechtsunterschiede und das Bildungsproblem. tung für die Feuerwehrmannschaften abgeschlossenen Kollektiv=Unfallversicherung. Mit einem dreimaligen „Frisch auf“ schloß die angeregt verlaufene Versammlung. 3 Zuge verteilt. Diese Neueinteilung machte die Vor nahme von Ersatzwahlen erforderlich, die folgendes Ergebnis hatten: 2. Löschzug: Kamerad Jöllenbeck Brandmeister, Kamerad Wewers Steigerführer, Kamerad G. Hirdes Spritzenführer: 2. Löschzug: Kamerad Lindner Brandmeister. Kamerad Karl Köhlhoff Steigerführer, Kamerad Finkemeyer Spritzenführer, Ka merad von Rüden Ordnungsführer. Der Brandmeister Ueber dieses Thema spricht am Mittwoch, den 12. Januar d. J., abends 8 Uhr, in der Aula der Oberrealschule Universitätsprofessor Dr. med. er phil. Erich Stern=Gießen. Die moderne Frauenbewegung ist in gewissem Sinne zum Abschluß gekommen. Gemäß der Reichsverfassung ist die Frau völlig gleichberech Hülsmann ist infolge Krankheit noch für längere Zeit tigt mit dem Manne. Der Frau stehen von Staats an der Dienstleistung verhindert. Da sich die Arbeiten wegen dieselben Bildungsmöglichkeiten offen wie dem der Geschäftsführung in den letzten Jahren gewaltig Manne. Ja sogar Bildungsgang und ildungsziel vermehrten, wählte die Versammlung den Kameraden der staatlichen Unterrichtsanstalten für das weibliche Itjeshorst zum 2. Schriftführer. In diesem Jahre Geschlecht ist dem der Unterrichtsanstalten für das begeht die Wehr das Jubiläum ihres 50jährigen Bestehens. Bei diese Gelegenheit findet auch die Tagung des Ausschusses, der Kreisbrandmeister und der Delegierten des Westfäl. Feuerwehrverbandes in Herne statt. Es ist mit der Anwesenheit von mehreren Tausend Feuerwehrleuten zu rechnen. Die Wehr selbst hat eine großangelegte Uebung vorzuführen, die der Kritik des Ausschusses des Feuerwehrverbandes untermännliche Geschlecht fast gänzlich angeglichen. Aber gleichberechtigt ist nicht gleich in jeder Beziehung, und gleichwertig ist nicht gleichartig. Es gibi Geschlechts unterschiede, und diese Geschlechtsunterschiede sind nicht nur schlechthin physischer Natur, sondern sie sind auch, was mindestens ebenso wichtig ist, psychischer Natur. Deshalb erhebt sich die ernste Frage, eb wir, sowohl vom Standpunkt der Allgemeinheit, wie auch im be* F r i s t v e r l ä n g e r u n g z u r A b g a b e d e r E i n k o m m e n=, Körperschafts- und Umsatzsteuererklärungen. Wie vom Reichsfinanzministerium mitgeteilt wird, wird der Reichsfinanzminister die Präsidenten der Landesfinanzämter ermächtigen, die Frist für die Einreichung der Einkommen=, Körperschafts= und Umsatzsteuererklärungen über den 31. Januar 1927 hinaus zu verschieben, sodaß damit zu rechnen sein dürfte, daß in städtischen Bezirken für die Abgabe der Steuererklärungen der 15. bis 18. Februar 1927 und für ländliche Bezirke der 1. bis 15. März 1927 in Betracht kommt. * Verhandlugen zwischen Ruhrwirtschaft und Gemeinden über Steuerfragen. Wie wir erfahren, fand in Essen eine wichtige Verhandlung zwischen den Vertretern der Ruhrwirtschaft und der Gemeinden statt. Der Präsident des deutschen Städtetages, Dr. Mulert, entwickelte den Standpunkt der Kommunen zu verschiedenen Fragen, wie der Hauszinssteuer, der Gewerbesteuer und des Finanzausgleichs. Nach der prinzipiellen Aussprache sollen die Verhandlungen in kleinerem Rahmen weitergeführt werden und dürften für das engere Zusammenarbeiten von Wirtschaft und Gemeinden in den genannten Fragen von wesentlicher Bedeutung sein. * A u s d e m M u s i k l e b e n. Auf der Chormeistertagung in Cassel am 7. d. M. sprach neben Professor Buck=Tübingen und Staatskapellmeister Laugs=Cassel auch Musikdirektor Prümer=Herne über„Die Bedeutung des Chorgesanges für das Volkstum". Der einstündige Vortrag, der den vollen Beifall der 120 Zuhörer fand, wird in den nächsten Nummern des„cvorleiters“ zum Abdruck gelangen. Jung- K. K. V. Herne. Es sei nochmals an dieser Stelle auf die Besichtigung des kaufm. wie techn. Betriebes des Herner Anzeigers hingewiesen.(S. Vereinskalender.) * St. Josephs-Arbeiterverein Baukau. e it. Srracse S Am Sonntag feierte im vollbesetzten Saale der Wrtes J. Neweling, Bismarckstraße, der St. Josephssonderen von dem der Frau aus betrachtet, auf dem Arbeiterverein der St. Marienpfarre seine Weihrichtigen Wege sind, wenn die Frauen im weiren nachtsfeier mit Kinderbescherung. Die Mitglieder Maße in den männlichen Berufen Eingang finden und deren Familien hatten sich recht zahlreich eingeund wenn sie denselben Bildungsweg gehen, wie die funden, um einige frohe, weihnachtiche Stunden zu Männer. Gibt es nicht vielmehr Berufe, zu denen verleben. Nach Aufführung von einigen Reigen und sich in erster Linie die Männer eignen, und umgekehrt Vortrag einiger Deklamationen durch Kinder ergriff auch Berufe, zu denen sich in erster Linie die Frauen dei Präses, Vikar Kersting, das Wort zu seiner eignen? Und muß nicht auch die weibliche Jugend Begüßungsansprache. Seine markanten Worte galten trotz aller nicht zu bestreitenden Gleichberechtigung insbesondere den lieben Josephsbrüdern und stemmten und Gleichwertigkeit einen anderen Bildungsweg sich gegen den immer mehr aufsteigenden Mammonisgehen und ein anderes Bildungsziel haben, als die imus. Starker Beifall lohnte den vekannten Redner männliche? Diese Fragen sind ein fur unsere Zeit Die Jünglingssodalität der Pfarrei hatte es sich nicht wichtiges Problem. Es dürfte sich daher für alle, die nehmen lassen, durch ihre vorzügliche Hausmusik und irgendwie mit Erziehung zu tun haben, also für Fhogterebtailung mit ann 9.-11.2.—..„— Lehrer und Eltern, lohnen, die Stellungnahme Theaterabteilung mit zur Verschönerung des Festes MA beizutragen. Die Theaterabteilung führte das Weiheines modernen Psychologen wie Erich Stern durch nachtsstück„Der Väter Erben Meisterstück“ mit viel einen Vortrag kennen zu lernen. „„* * V o l k s h o c h s c h u l e. Herne gehört zu den wenigen Städten, in denen sich die Volkshochschule trotz aller Schwierigkeiten erhalten hat. Sie bemüht sich auch weiterhin, dem vorhandenen Bildungsbedürfnis entgegenzukommen. Deshalb beansprucht sie für die Vermittlung der Kenntnisse ein sehr geringes Entgelt. Ein einsacher Kurius, der 9 Wochen mit je 1¼ Stunden umfaßt, kostet nur 3.— Mark. Das ergibt für eine Unterrichtsstunde den sicherlich niedrigen Preis von 0,27 M. Außerdem sind mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage Teilzahlungen gestattet. Auf den ausgehängten Stundenplänen kann jeder das für ihn in Frage kommende Gebiet auswählen. Auch wird im Rathaus, Zimmer Nr. 49, bereitwilligst jede Auskunft erteilt Dort können auch täglich Anmeldungen erfolgen. Geschick auf. Das Hauptaugenmerk der Kinder richtete sich selbstverständlich auf die Bescherung. Sehr reich bedacht wurden sie, denn der Verein hatte auch in dieser Hinsicht Vorsorge getroffen. Den Abschluß der fröhlich verlaufenen Feier bildete eine Verlosung. welche die glücklichen Gewinner mit schönen, nützlichen Sachen erfreute. * Verkehrsunfall. Am 9. Januar, gegen 4,15 Uhr nachm., stieß auf der Schulstraße, Ecke Wilhelmstraße, ein Motorradfahrer mit einem Wagen der Straßenbahn Linie C. zusammen. Sachschaden ist nicht entstanden. Personen sind nicht verletzt. * Im Operettentheater Herne läuft allabendlich die erfolgreiche Operette„Fräulein Puck".„Fräulein Puck“ ist eine der besten Operetten von Walter Kollo. Einen Besuch können wir nur empfehlen. Die Reman von Fritz Gantzer. (Nachdruck verboten.) (39. Fortsetzung.) Heimliche Wellen des Ergriffenseins liesen über die Seelen der Zuhörer und spiegelten sich in ihrer Wirkung auf bewegten Gesichtern. Dr. Luttmann preßte Hein stumm die Hand. Antje Tönningsen sandte ihrem Sohne einen Blick des Einverständnisses u. freudigen Stolzes zu. Die Bauern stießen sich mit den Ellenbogen an und murmelten Unverständliches. Die Gefuhle der Siedler entsprachen einem Gemisch von verhaltener Beklommenheit und grüner Hoffnungsstärke Und dazu das gewisse Empfinden: Dem Manne, der da eben sprach, dürfen wir rückhaltlos vertrauen. Er wird mit uns durch dick und dünn gehen. Wir haben unter seiner Führung keinen Grund, von der neuen Heimat Schlechtes zu erwarten. Sie wird uns eine Mutter sein, die ihre Kinder an ihr Herz nimmt.— Als Hein vor einem Rundgang durch die Neubauten dem Landrat Stephan Pilamski als seinen tüchtigsten Pionier vorstellen wollte, sah er vergeblich nach Luft stechende Kirchturm grüßte über die Häuser her, die im Baumarün versteckt lagen wie Kinder in ihrer Wiege. Glockenschlag zitterte durch die Luft. Irgendwo krähten sich zwei Hähne an. Es duftete nach neujungem Grase und blühendem Thymian. Eine erche stieg... drüben klapperte die Mähmaschine des Nachbars über die Dolftwiese. Herrgott! Pilawski griff sich an die Stirn. Wie in einem Erwachen. Blickte um sich wie ein Irrer Wo waren Stanetzkow samt Hof, Garten, Weizenschlag und Dolftwiese? Wo, wo?.. Ring=um noch beide... immer wieder Heide, blühend in Ueberfülle, in Unermeßlichkeit... Ach so, ja.... Ein Zittern kam den Mann an: er war ja nicht in Stanetzkow.. Hinter ihm der Sielenkoog, die Siedlung, die Feststunde Hinter ihm die neue Heimat. Und des Alte dahin. Verloren Die Sehnsucht packte ihn mit noch stärkerer Wucht Sie war wie eine Krankheit, die die Seele töten will, so gewalttätig, so wie ein Schwert, das das Herz durchstößt Seine Augen umflorten sich, die Füße trugen ihn nicht mehr. Er wankte vom Wege seitab. aina Anhang in den Sielenkoog geführt hatte, in entgegen= stolpernd durch das blühende Kraut, das ihm bis über Nein, es blieb, wie es gewesen. Wirklich Dorothea gesetzter Richtung. Schon ein ganzes Stück hinter ihm das Knie reichte, kam noch ein kleines Stück voran und Asmuß. lag die Siedlung.. warf sich dann plötzlich zu Boden. Krallte seine Fin=] Voller Unklarheiten, was er tun müsse, wie er sich Stanetzkow! Das Wort kam immerfort wieder wie ger in das Kraut, stieß einen wehen Laut aus. Und zu verhalten habe, erhob er sich und näherte sich der ein Kehrreim, wirbelte wie ein Feuerbrand durch sei= dann ein Achselschluchzen, das aus innersten Quellen Starrenden. Sie vernahm den ein Rauschen im Kraut erzeugenden Schritt, fuhr mit einer entsetzten Gebärde, die Eine Weile lag er wo. Dann fand er sich zurück. Hände jäh erhebend und gegen die Brust pressend, Die Spannung löste sich. Er tastete über seine Stirn. herum und schrie leise auf. Aschfahl war ihr Gesicht.. Wie war das alles möglich gewesen! Wie hatte er.1 Mitaue: St#lane nähnn E. hatte Fedaie von br schibseranten lasen tomen lnd nlch und sich enschldgel ul wmisen. M9. dazu heute an diesem Festtage, wo er hätte froh undugen de. gcne. dankbar sein müssen, daß die neue Heimat nun schon...## Frau Asmuß!“ sagte er dann nur wie in mit einem so freundlichen Gesicht lächelte und auch ein einer grenzenlosen Hilflosigkeit und sah Dorothea an. volles Lachen gewährleistete. Was mußte Herr Tön=] Er suchte nach Gründen, die dieses von ihm nie ninasen von ihm denken, wenn er ihn vermissen und und nimmer erwartete Zusammentreffen erklären nach ihm fragen, was sollte er ihm sagen, wenn er möchten und hatte plötzlich das Erinnern an den Abnach dem Grunde für sein Verschwinden forschen schiedsgruß in Kreideschrift auf der Tischvlatte in der würde? Etwa die Wahrheit: ich hatte Sehnsucht nach Baracke. Ein Verstehen dämmerte in ihm auf.:„SehnStanetzkow und habe im Heidekraut gelegen und ge- sucht!“ dachte er.„Auch Sehnsucht!.... Es muß doch weint? Sehnsucht!— Es wollte noch einmal hinzu, das nen Sinn und riß eine glühende Sehnsucht in ihm hervorbrach: Stephan Pilawski weinte vor Sehnsucht wach. Eine glühende Sehnsucht nach der alten Heimat, nach dem Verlorenen.... nach der alten Heimat.... nach seinem Stanetzkow. Es stieg mit all seinen vertrauten Bildern vor ihm auf wie eine im Meere versunkene Stadt, die der Seefahrer bei klarem, windstillen Wetter auf dem Grunde erblickt. Stephan Pilawski war jetzt nicht auf der Heide. Er war daheim. Er schritt über seinen Hof auf dem die Pflüge in der Sonne blitzten, das Hühnervolk sein Wesen trieb und die Täuber gurrend über das Pflaster, trippelten. Ging dann durch den Grasgarten, wo die Frühäpfel mit ihren roten Backen prahlten und die Birnen der Reise entgegenwarteten. Und dann den schmalen Rain, der mit Skabiosen und Pechnelken geschmückt war, zwischen den Ackerbreiten hinab. Die Weizenschläge lachten, und die Rogaenfelder waren wie ein wogendes Meer. Der schlanke, spitz in die ihm aus. Selbst Frau Antonie, die noch mit dem Taschentuche nach letzten Tränenspuren im Gesicht fahndete, vermochte keine Auskunft zu geben.— — Stephan Pilawski war auf und davon, in die Heide hinein. Ein Wort hatte ihn sich hinweastehlen lassen und auf den Weg getrieben, saß ihm nun im Nacken und duckte seinen Kopf.—„Alte Heimat“ hieß 65— Schlaglichtartig war es in dem Augenblick, ais Hein der Siedlung den Namen„Neue Heimat“ gegeben hatte, in ihm wachgerissen worden. Wie ein Tau= nur Heide, mel war es über ihn gekommen. Gleichsam in Urplötzlichkeit aus dem Boden wachsend, war Stanetzkow vor ihm ausgetaucht. Eine Weile noch hatte er in einer Art Benommenheit auf seinem Platze gestanden. Dann war er schwerfällig zurückgetreten und hatte sich unbemerkt davon gemacht. Mit gesenktem Kopf, der blühenden Heide weitum wunderliche Gefühl So zäh war es.... Was war das überhaupt, diese Sehnsucht? Gav sie Gott oder der Teufel? War sie nicht wie ein Vampir, der das Blut aussaugt, das Leben zum Verrinnen bringt?... Oder war sie etwas Grundasttiges, Engelgleiches, etmas. das vom Himmel ist? Etwas, das man haben muß, wenn man durch die Welt will, ohne das man arm und erbärmlich ist?.... Wunderlicher Fragen Menge war es, die durch ging Pilawski, daß si Stephan Pilawskis noch wunde Scele flutete und auf gewinnen, ein ungehen die er keine einzige Antwort fand. Er ließ von allem ab. Er mußte zurück. Ueber eine Stunde war er schon fort. Langsam richtete er sich in die Höhe und sah, fünf Reise zu Verwandten, hatte in Schritte von sich entternt, mitten auf dem Heidewege, stündigen Aufenthalt und wollte ucht vom Teufel sein, dieses Wahnsinnige, einem Gift gleicheum.... Da hat sie es vor Sehnsucht nach Herrn Tönningsen in der Ferne nicht ausgehalten, ist ihrem Manne davongelaufen und....“ Dorotheas Stimme unterbrach die krausen Gedankengänge Pilawskis. Er war der Bestürzten während der langen Zeit des Schweigens zwischen ihnen möglich gewesen, sich zu fassen, um nun sprechen zu könmen. Die von zitternder Erregung gesagten ersten Worte machten bald ruhiger getönten Platz. Es entum die Gewalt über sich zu s Maß von Kraft aufwenden mußte. Es ist wirklich merkwurdig, daß wir uns hier besagte sie.„Ich bin auf der z einen mehrm Sielenkoog gegnen, Herr Pilawski“, sagte im Lande nich keinen Blick sch mals im Spätt achtend, ihrem namenlosen Wunder folgte er de nn Wege, der ihn und dem übri 0 sah dort.. ja. was denn? Aeffte ihn neuer Spuk? hinüber, um zu sehen, wie weit es mit der Siedlun War das wirklich, was er sah? War diese regungs; sei. Aber ich hatte die Weite des Weges doch unte: lose in der Richtung auf den elenkooa starrende Ge= schätzt. Ich war hier stehen geblieben, um etwa di stalt wirklich. die Frau des Eljässers, wirklich.. Do= Siedlung aus der Ferne zu sehen. Denn hinüber kan rothea Asmuß? sich nicht mehr. Ich muß nun sofort zurück, sonst ve äume ich meinen Zua.“ Er strich sich über die Augen, als müsse er etwas inwegbringen, was ihm den klaren Blick trübte.... (Fortsetzung folgt. 1— Spom enhurue V 1. nokbsreite. Es werbe ein gelstlger Aufs#ce oper er werde nicht sein. Er. Dr. Stresemann####r durdie Wirtschaf: gegangen, durch den Industriestagt Samn und habe erkannt, daß die Wirtschaft nur Mitte! zum Zweck sei, nie Selbstzweck. Das habe er nie vergeisen, und das solle man nie vergessen. Alle diese Iinge berührten ihn so sehr. weil er eine Jugend kommen die manches als Firlesanz ansehe, was den Aeltern Wilig war. Er verstehe die Bemühungen, den Körper zu städlen, aber man solle dabei den Geist nicht vernachläigen. Die Jugend, die da glaube, fertig zu sein, wenn n sie die ersten Phrasen von andern aufgeschnappt habe, abe, Zeitwerde nie führend sein. Nur wenn unser Volk im der Ma###ten und Mintonennadte feinerele icht verliere, wenn wir unser Gemüt bedielten, dann würden wir einen Wie dcraufstieg erleben. Dann würden sich auch immer Männer finden, die selbst in dunkeln Zeiten das Steuer durch all den Sturm, der sie umbrause, führen. Dann würden auch die Menschen, die am Ufer stehen, ruhig bleiben können, auch wenn das Schiff nich: gleich den Kurs einschlage, den sie sich mathe matisch zurechtgelegt hätten. Keine Kräfteverschiebung in Frankreich. Ergebnis der Senatswahlen. 9 Paris, 10. Jan.(Telegr.) Die vollständigen Er gebnisse der heutigen Senatsersatzwahlen, die über ihe Verteilung von 108 Mandaten zu entscheiden hatten, lsogen nunmehr vor. Die 108 gewählten Senatoren ver#len sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: k Sitze Gewinn Verlust Aeußere Rechte 3 1 0 Rechtsrepublikaner 19 6 4 Linksrepublikaner 19 0 8 Rechtsradikale 9 3 4 adrkale 44 6 12 Sozialistische Revublikaner 2 2 0 Sozialisten 10 6 0 Sozialistische Kommunisten 2 2 0 „Das Ergebnie der Senatswablen hat eisiernadßig keine Verschiebung zwischen Links abd Rechts gebracht. Ein wesentliches Ergebnis der Senatswahlen ist, daß die Sozialisten in Gemeinschaft mit In sozialistischen Kommunisten zum ersten Male im franFischen Senat eine eigene Fraktion von 14 Mitgliedern ##den werden. Unterlegen sind von bekannten Politikern neben Willerand der Senatsvrandent de Selves, General Taufflieb. serner Senator Billiet und der sozialinische Abgeordnete und Bürgermeister von Straßburg, Peirotes. Van bekannten Politikern treten in den Senat ein: Kammerpräsident Raoul Peret, der ebemalige Minister Vierre Laval. der frühere Unterrichtsminister Leon Berard, der ebemalige Pensionsminister Jourdain, der Abseordnete Abbe Mueller, der ehemalige Minister Victor Voret, der bekannte Großindustrielle Guy de Wendel. Im ganzen sind 67 Senaworen wiedergewählt worden, wahrend 41 Senatoren neu in den Senat eintreten. Die Presse stellt einmütig fest, daß nach dem Ergebnis der gestrigen Senatswahlen die Mehrheitsver h’altnisse im Senat sich kaum verschieben. Die rechtsstehenden Blätter müssen jedoch zugeben, daß sich im sweiten Wahlgang die Kartellvarteien wieder zu gemeinsamem Handeln zusammengefunden haben. ** Angesichts der innerpolitischen Krise in Frankreich and insbesondere angesichts der Tatsache, daß die AußenHölitik Briands gerade jetzt ihre schwerste Belastungsplobe auszuhalten hat, hat man auch in deutschen voli tischen Kreisen dem Ausgang der am Sonntag stattgesun denen Senatswahlen mit größtem Interesse entgegenge sehen. Es hat eine Zeitlang so geschienen, als ob diese Wadlen einen entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung der innervolitischen Verhaltnisse in Frankreich bringen würden. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten über das Ergebnis der Wahlen wird man sich aber davor büten mussen, allzu weitgehende Schlußfolgerungen zu zieden. Zweisellos haben sich die Hoffnungen, die die Kreise um Poincare über diese Wahlen begten, nicht errullt. Die Rechte hat den Verlust von acht Mandaten zu beklagen, und wenn ihre Niederlage nicht noch größer geworden is, so lediglich deshalb, weil die Rechte, gewitzigt durch die Erfahrungen der Vergangenheit, den Wahlkampf diesmal in geschlossener Eindeitsfront geführt hat. Immerhin bat sie es nicht verhindern können, daß das politische Schwergewicht des Senats, obwohl der Linken bisher nur ein halbes Dutzend Stimmen zur absoluten Mehrheit gesehlt haben, zu ihren Ungunsten verschoben worden ist. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, daß unter den Persönlichkeiten, die bei dieser Wahlschlacht zur Strecke gebracht worden sind, prominenteste Führer und Vorkämpfer der Rechten sind; an erster Stelle der ehemalige Präsident der Republik. Millerand, der, wenn er sein vor den Wahlen feierlich abgegebenes Versprechen halten wollte jetzt endgültig aus dem politischen Leben Frankreichs aus. scheiden müßte. Auch Herr de Selves. der bisherige Präsident des Senats, ist in seinem Mahlkreis der Linken unterlegen. Aber auch die Linke hat keinen Anlaß zu Freuden= und Triumphgesängen. Die Soz alisten haben zwar zehn neue Sitze errungen, sodaß sie jetzt zum ersten Male in der Lage sind, im Senat eine eigene Fraktion zu grunden; aber dieser Stimmenzuwachs wird insofern varalisiert, als er auf Kosten der demokratischen Mitte erreicht wurde, die ihrerseits Mandate verloren hat. Welche Folgerungen sich aus diesem Wahlergebnis ergeben werden, mun abgewartet werdem Vorläufig eint es nicht, daß dieses Ergebnis an der gesamten innervolitischen Konstellation in Frankreich irgend etwas Wesentliches ändern wird. Das Kräfteverhältnis hat sich im allgemeinen nicht verschoben, so daß Briand auch nach dieser Wahl für seine Außenvolitik sich den selben Schwierigkeiten gegenübersohen wird. ch Paris, 10. Jan.(Telegr.) Der Vollzugsausschuß der radikalen Partei erklärt in einer Mitteilung an die Presse die Meldung vom Verlust mehrerer Senatssitze für unzutreifend. Aus den vorliegenden Nachrichten gehe hervor, daß von den Randidaten der radikalen Liste sieben nicht wiedergewählt worden seien, dagegen seien 11 neue Sitze errungen worden, so daß sich ein Gewinn von 4 Sitzen für die radikale Partei ergebe. lande Konsul kundtgie an, das seine Retzserung Vertärtung schicke Eingreifen Amerikas. * Walhington, 10. Jan.(Telear.) Wie verlautet, erklärte Coolidge in der letzten Kabinettssitzung, daß ein Einereisen der Vereinaten Staaten in China notwendig ei für den Fall, daß amerikanische Interessen gefährdet würden.— Wie„Neuvork Herald“ aus Wa bington berichtet, wurde vom amerikanischen Staatsdevartemen! bekannt gegeben, daß die Vereinigten Staaten berei: seien. Land= und Seestreitkräfte in China zu landen, um die amerikanischen Bürger zu schützen. Vormarsch gegen die Kantontruppen. Die Nationalisten übernehmen die englische Konzession. Hankan, 19. Jan.(Telear.) Außenminister Chen, der Verkehrsminister und Finanzminister haben die Verchältung der britischen Konzessionem übernommen und fölgende Proklamation erlassen: „Auf Befehl der Zentralexekutive der Knomintschang und des Komitces der nationalisrischen Regierung haben wir am 7. Januar bereits die Verwaltung der britischen Konzessionen übemnommen. Wir übernehmen die Verantwortung für die öffentliche Sicherheit und alle Munizivalangelegenheiten im Hankaudistrikt. Die nationalistische Regierung hat eine Bekanntmachung erlassen, in der sie den bei der Munizivalität beschäftigten Indern ihren Schutz zusagt.“ Erfolge Wupeifus? London, 10. Jan.(Telegr.)„Dailo Mail“ meldet. daß Marschall Tschangtsolin den allgemeinen Feldzug gegen die Kantonregierung begonnen habe. Die Streitkräfte Wupeifus hätten bei Honan zwei entscheidende Siege errungen. Zwei in Malta liegende englische Kanonenboote, die früher zur englischen Donauslottille gehörten, hätten Befehl erhalten, sich nach China zu begeben. Wie Reuter aus Peking meldet, verschlimmert sich die Lage im Innern stufenweise. Fremdenfeindliche Unruben brachen in Tschungking aus, wo die Menge den Friedhof der Ausländer schändete. Der Vormarsch der mandschurischen Truppen in nordwestlicher Richtung gegen die Nationalisten des Nordens, der darauf abzielt, die Verproviantierung Feng Duhsiangs von ußland her zu verhindern. geht weiter. Die Lage in Shanghai. cl. Paris, 10. Jan.(Telegr.) Der„Matin“ meldet aus Shanghai: In Hankau ist für den Augenblick Ruhe ingetreten. Das englische Auswärtige Amt scheint aber die Nachgiebigkeit des britischen Konsuls in Hankau zu misoilligen: dieser habe sich in Hankau überrumpeln lassen. Zwei Vertreter der englischen Gesandtschaft seien jetzt nach Hankau geschickt, um die neue Lage zu untersuchen. Der englische Botschafter in Peking, so meldet Havas, habe seiner Regierung den Rat gegeben, von jetzt an eine energische Haltung einzunehmen und den Widerstand neu zu organisieren. Wie der„Chicago Tribune“ aus Shanghai gemeldet rd, und fünf amerikanische Zerstörer in Hantau angekommen. Die chinesische Polizei in der britischen Konzession tragt Wassen, während die britische Polizei unbewaffnet ist. Der Chinesenrat für die Verwaltung der britischen Konzession besteht aus den drei nationalistischen Ministern für Aeußeres, für Verkehr und für Finanzen. Man erwartet, daß der britische Geschäftsträger Omalley am heutigen Montag in Hankau eintrifft und daß alle Banken und Geschäftsfirmen das Ergebnis seiner Besprechungen abwarten, ebe sie ihre Geschäfte wieder eroifnen. Nach Meldungen aus Sbanghai erwartet man dor: den baldigen Ausbruch des Bürgerkrieges. Schutzmaßnahmen zum Emofang der Kantonesen sind getroffen. Die Konsule aller Nationen hielten in Shanghai eine Konserenz ab. Es wurde beschlossen, die Regierungen zu bitten, alle zur Verfügung stehenden Schiffe nach Shanghai zu entsenden. Die Javaner mobilisieren in Südjavan ein Expeditionkoros. EngDie Kämpfe in Nicaragua. ch London, 10. Jan.(Telegr.) In Nicaragua haben die liberalen Truppen die Konservativen gezwungen, sich nach Granada, am See Ricaragua, 20 Meilen östlich von Managua, der Hauptstadt des Landes, zurückzu zieden. Die Liberalen treifen Vorbereitungen, in die Stadt Rawa einzuziehen. Die amerikanische Admiralität hat der atlantischen Flotte Besehl gegeben, sich in die Gewässer von Kuba zu begeden, wo sie bis zum 1. Mai verbleiben soll. * Managna, 10. Jan.(Telegr.) Las Perlas, der Schauplav der jüngsten Kämpfe, wurde als neutrales Gebiet erklärt. Amerikanische Seeleute landeten gestern dort, ohne daß es zu einem Zwischenfall kam. Botschaft Coolidges über die Nicaragua=Politik. X Wasbington, 10. Jan.(Telegr.) Die Politik der amerikanischen Regserung gegenüber Nicaragua wurde vom Präsidenten Coolidge heute in einer Sonderbotschaft an den Kongreß dargelegt. Der amerikanisch=merikanische Konflikt. Washington, 10. Jan.(Telear.) Die Aeußerung des Präsidenten Calles, daß der Konflikt wegen der mexikanischen Erdölgesetzgebung dem Haager Schiedsgerichts hof unterbreitet werden könnte, wird in hiesigen Regierungskreisen als ein Fühler angesehen. Senator Borah und der demokratische Senator Swanson betrachten die Oelstreitfrage als geeignet, für eine schiedsgerichtliche Erledigung. Zaleski über das Seutsch=polnische Verhältnis. Er äußert„Friedlichkeit" in kriegerischer Form. Warschau, 10. Jan.(Telegr.) Bei einem Bankett anläßlich der Grundung der Gesellschaft zur Untersuchung internationaler Fragen hielt Außenminister Zaleski gestern eine gros: Rede, in der er sich besonders über das deutsch=polnische Verhältnis aussprach. Zaleski betonte zuerst die unbedingte Friedlichkeit der volnischen Außenpolitik und erklärte weiter: Obgleich Deutschland Mitglied des Völkerbundes ist, entsaltet es gegen unsere Westgrenzen eine unerhört starke Provagandaoffenstve(2), die nicht nur nicht mit dem Artikel 10 der Völkerbundssatzung in Einklang zu bringen. sondern die auch für den Frieden Polens, ja sogar für den allgemeinen Frieden höchstgefährlich ist. Ich glaube, die Meinung des gesamten volnischen Volkes auszudrücken, wenn ich erkläte, daß wir eine Nevision unserer Westgrenzen nicht zulassen werden. Um keinen Preis werden wir auch nur ein Fußbreit vommerellischen oder oberschlesischen Boden abtreten, jene seit Jahrbunderten volnischen Länder, die uns der Sieg des Rechts und der Gerechtigkeit(?) wieder zurückgegeben hat. Jeder weiß, daß Polen ohne sie nicht leben kann. Jeder Pole würde auch nicht einen Augenblick überlegen, die höchtten Opser an Gut und Blut zu bringen, um diese Gebiete gegen alle Gelüste zu schützen, von welcher Seite sie auch kommen mögen. Ich habe die Hoffnung, daß die Einmütigkeit in den Aufsassungen des volnischen Volkes das Aufkommen sinnloser Pläne, wie z. B. Austausch des Korridors gegen Litauen und Memel, unmöglich machen werde. Der Minister unterstrich dann das Bestreben Polens, zu einem gutnachbarlichen Verhältnis zu Rußland zu gelangen, und schloß seine Rede, indem er der Hofinung auf eine günstige wirtschaftliche Aera Ausdruck gab, die eintreten werde, wenn überall erwiesen sei, daß ein Krieg seifteFnKN Fe wur abrerommen. es**eg noch immer e#n####ttel aller Todesfälle auf die ninger im 1. Leber####aure. Zu beklagen sei auch ein allgemeiner Geburtenruggang Abg. Dr. Gasbender(Zentr.) erprierte die Bedeutung der Ernährungsforschung und forderte größere Mittel zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit Abg. Dr. Bohm(D. V.) bemängelt, daß nur 0.3 Prozent des Gesamthaushaltes für die Volkswohlfahrt abfalle. Der Redner fordert ferner die Erhöbung, der Mittel zur Bekämpfung der Tuberkulg#e und der Kindersterblichkeit. sowie für die bogienische Volksbelehrung. Abs. Qugest=Faslem(Dutl.) betont seine Partei nehme ihren früheren Antrag auf Bildung Ausschusses für Leibesübungen wieder auf. Mehr Mittel seien erforderlich zur Unterbringung gefährdeter Kinder auf dem Lande. Zu empfehlen sei ein Schutzgesetz gegen die Auswüchte der Kurpfuscherei., Abg. Frau Dr Klautner(Dem.) fordert insbesondere eine starke Milchkontrolle. Für die Schaffung der erforderliche Wasseranlagen müsse der Staat sorgen wenn Gemeinden —. aelle(Wirtsch.Vag.) „ genauere Mitungen der, In rnenertre gegeben würden. — Dienstag Fortsetzung. * Etatsmittel für Reichswohnungen und Eisenbahnbauten. " B e r l i n, 1 0. J a n.( T e l e a r.) D e r R e i c h s h a u s d a l: ausschuß des Reichstages bewilligte im Rahmen der Etatsberatung u. a. auf dem Gebiete der Finanzverwaltung 10 Millionen RM. zur von reichseigenen Wohnungen für Beamte des Reiches und 30 Millionen für Darlehen, zur Fortführung begonnener neuer bahnen. Im Rahmen des Haushalts für die Kriegslasten wurden 21 Millionen RM. für Bauten einschließlich Grunderwerb und zur Gewährung uBaudarleben genehmigt. Wasseranlagen müsse der Staat sorgen wenr zu leistungsschwach seten. Abg. Prelle(1 wünscht, daß für die Oeffentlichkeit noch### teilungen über den Gesundheitszustand gege Ausland. Tagungsverbot für den memelländischen Landtag. # Memel, 10. Jan.(Telegr.) Die für Sonntag abend einberufene erste Sitzung des memelländischen Landtages, die erste nach dem Umsturz in Litauen, ist durch den Kriegskommandanten von Memel verboten worken. In einem Schreiben an das Prasidium hat der Gouverneur dieses Verbot des Kriegskommandanten bestätigt. Wenn der Landtag trotzdem tagen sollte, müsse er alle Folgen tragen. Aus Kreisen des Landtages wird noch bemerkt, daß der memelländische Lan##tag sich noch in der ordentlichen Tagung seiner Legislaturveriode befindet und diese Tagung bisher noch nicht geschlossen ist. Protest des Landtage. Memel, 10. Jan.(Telear.) Wegen des Verboter# der Sitzung des Memelländischen Landtages, in der dem dem Landtag ausgezwungenen Direktorium Schwellnus das Mißtrauen ausgesprochen und ein Protest gegen die widerrechtliche Behandlung des Landes durch die Militärdiktatur erhoben werden sollte, hat der Landtag an den Gouverneur des Memelgebietes einen Protest gerichtet, der von allen anwesenden Abgeordneten der Einheitsfront(Volksvartei, Landwirtschaftsvartei und sozialdemokratische Partei) unterschrieben worden ist. Neuregelung der amerikanischen Einwanderungsquete. Neuregelung der amerikanischen Einwanderungsquote. Für Deutschland beträchtliche Verminderung. ch London, 10. Jan.(Telegr.) Wie bereits gemeldet. sicht der Bericht der amerikamschen Sachverständigen, in dem eine Abanderung der Grundlagen der„National Quote“ für Einwanderer vorgeschlagen wird, für England eine Zunahme seiner Quote von 43000 auf 73.000 und für Deutschland eine Verminderung von 51 000 auf 23000 vor. Der divlomatische Mitarbeiter des„Daily Telegraph“ bringt den Plan in Zusammenbang mit dem Vorschlage bearts zur Bildung einer Liga der englisch sprechenden Nationen. Es sei die Wasbingtoner Absicht, das Ueberwiegen der englisch sprechenden Elemente in den Vereinigten Staaten aufrecht zu erhalten. PAANSrBurfg. (Telegr.) Der Haustausschuß des begann die Vorberatung des Parlamentarisches. Maßnahmen zur Volksgesundung. Der allgemeine Gesundheitszustand immer noch sehr besserungsbedüritig. 0 Berlin, 10. Jan. preußichen Landtages——.———.—. Staatshausbaltsolanes für 1927 beim Hausbalt des Ministeriums für Volkswohljahrt. Zunächst wurde beraten über den Abschnitt Volkoge undbeit. über den Abg. Dr. Stemmler(Ztr.) berichtete. Ministerialdirektor Dr.Krohne legte in längeren Ausführungen dar. daß. trotdem eine Besserung zu verzeichnen sei. der allgemeine Gesundheitszustand noch immer sehr zu wünschen übrig lasse. Er wies dabei besonders auf die Wohnungsnot bin. auf die ungenügende Ernährung und Kleidung der KinAngestelltenfragen. Gescheiterte Tarifverhandlungen für die Bergbauangestellten. . c Bochum. 10. Jan. Die am Montag in Essen beim Zechenverband stattgefundenen Tariiverbandlungen für die technischen und kaufmännischen Berabauangestellten Roman von Karl=Heinz Voigt.(45 Urheber=Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. (Nachdruck verboten) Die„Amsterdam“ mußte in Melbourne vor Anker geben. Von hier stach der Wörmann=Damofer„Matbilde" in See, um von einer längeren Reise nach den Südseehäsen nach Bremerhaven zurückzukehren.— Ernst Hagen und Dr. Stadler hatten so Gelegenheit, auf kürzestem Wege nach der Heimar zu gelangen... In Genua angekommen, machte Hagen sogleich Besuch beim deutschen Konsul. Hagen und Stadler wurden wie die Könige empfangen. Hagen bat um Geheimhaltung. Seine größte Sorge galt den im Bohrwurm zurückgelassenen Schätzen an Edelmetallen Der deutsche Konsul in Genua deveschierte umgehend an das Ministerium des Aeußeren in Berlin. Er bat um einen Kreuzer, der die Bewachung des Bohrwurmes ubernehmen konnte. Acht Tage soäter bekam der auf der Fahrt nach Samoa befindliche Kreuzer„Berlin" Order. Er brach seine Route ab, um den Kurs nach der vulkanischen Insel im Stillen Ozean zu nehmen und dort eine Bewachungsmannschaft auszusetzen.— Die von, Bord der„Amsterdam“ übernommenen zweiunddreitig Kisten mit Edelmetallen, deren jede einzelne ein Gewicht von zirka zwölf bis fünfzehn Tonnen hatte, wurden auf der„Matbilde“ in besonders gesicherten Lageraumen untergebracht. * Da stand sie nun Ernst gegenüber.— Ein tiefer Blick. Ein Händedruck, der mehr sagte, als alle ausgesprochenen Worte. „Ist das Ernst?“ dachte sie im ersten Augenblick.— Dieser bagere Mann. in etwas gebückter Haliung mit dem graumelierten Bart und den nicht mehr so kühn blickenden Augen? Das Auto, das sie vom Landungssteg nach dem Hotel brachte, war voll von Blumen— rote Rosen— Hagen hatte sie für Irmgard besorgt. Irmgard saß still an ihn gelehnt in dem geschlassenen Gefahrt. Eine leise Beklommenheit hing tror der Wiedersehensfreude in der Luft. Irmgard tat sich Gewalt an. Wozu diesen müden Mann da neben ihr noch mehr erregen? Als sie sich in dem Hotelzimmer lange tief in die Augen geblickt, Ernst manches erzählt und Ullrichs Tod geschildert hatte, da brach in Irmgard das lange Zurückgedrangte durch. Schmerz und Freude, Wehmut und Glück kämpften in ihr. Auch er war am Ende seiner Kraft. Da vermischten sich ihre Tränen mit den seinen.... „Ich wußte,“ sagte sie nach einiger Zeit,„daß ich Dich wiedersehen würde... Wo, das ahnte ich freilich nicht... Ob hier oder dort. Aber es war ein Friede in mir und ein Abglanz ewiger Liede.“ Sie sah ihm ruhig in die Augen, wie ein Mersch, auf dessen Gewissen keine Unwahrheit lastet, als sie sagte: „.. Deshalb blieb ich Dir treu.“ Da zog er sie zu sich heran. Sie schloß die Augen. Sie erschauerte. Das war das Glück.——— Als Irmgard, Hagen und Dr. Stadler das Flugzeug in Genua bestiegen, rieselten unaufhörliche Regenschnüre vom Himmel herab.— Der Pilot in seiner Lederkleidung machte ein mißmutiges Gesicht. „Wir müssen morgen in Bremerhaven sein!" schrie ihm Hagen ins Ohr.— Der Pilot nickte. Der Riesenvogel hob seine Schwingen.——— Ja, nun war es also offenbar geworden, daß die Ueberlebenden der Bohrwurmervedition auf dem Wege nach Hamburg seien.— Die Zeitungen wollten sogar schon von den enormen Schätzen wissen, die man mitbrachte.— Es waren Vermutungen, Vermutungen, nichts als Vermutungen.— Nun erschienen wieder die alten Photographien, die man noch von früher her kannie Ganz Eurovas, ja der ganzen Welt batte sich eine siebernde Nervosität bemächtigt. Hambure winmeste von Fremden. Auf den Zeitungsredaktionen und Telegraphen= bureaus läuteten unablässig die Fernsprecha#### ne Wann treifen die Expeditionsmitglieder in Hamburg ein?— Was weiß man Näheren?— Wo ist der Bohr rurm zu tage getreten? Welche Schätze bringt mon mit?— Kein Rensch wunie erwae Genaues.— Es wurden urtra blätter auegegeben. Sie alle brachten mear oder weni ger frifiert nur das, was schon bekannt war. Die Soon nung wuchs immer mehr.— Vilgs andere teat in den Hintergrund. In den Geschaftst##ern und Butcaus wurde nicht mehr so intensio gearbeitet. Drehten die Cheis die Rücken, wurde die Arbeit niedergelegt, die Angestellten tauschten ihre Meinungen aus. Der Bohrwurm beherrschte die Masse.— Es war gerade Karnevalszeit. Alle Lokalitäten waren überfüllt. Das Ballgespräch bildete der Bohrwurm. Der Hamburger Senat hatte Kenntnis erhalten, daß Hagen und die anderen(man hatte ja keine Ahnung, wer überhaupt wiederkehrte) bis Bremerhaven mit dem Flugzeug fahren würden. In Bremen sollten sie von der Bürgerschaft empfangen werden. Dann wollte man sie zu Schiff nach Hamburg geleiten. Man erwartete das Flugzeug am 16. März in Bremerwven. Der Senat bereitete mit größtem Pomp alles für die Empfangsfeierlichkeiten vor. Am 14. März bereits war kein Fensterplatz in den Häusern der Bremer Straßen unweit des Hasens mehr zu haben. Man bezahlte unerhörte Preise für solch einen Platz. Die Bremer Bürger verdienten gut mit diesen Fensterplätzen. Für den Abend des 16. März war eine große Illumination vorgeseben. Jeder setzte seinen ganzen Stolz darein, seine Fenster so schön wie nur irgend möglich zu erleuchten. In den ärmsten Stadtvierteln sab man schon am Tage vorher die weißen Kerzen an den Fenster Der ärmste Trovi gab sein. Letz tes her, um für einen würdigen Empfang Hagens, dieses Beglückers Deutschlands, sein möglichstes beizutragen Der 16. März war da. Blumengeschmückte Kandelaber mit Fackeln standen auf den Straßen. Grüne Ehrenpforlen, durch die man Ernst Hagen fahren wollte. Blumenzirlanden rankten sich von Haus zu Haus. Die Menschen standen Svalier, wie eine undurchdringliche Mauer. Rilometerlang, unaufhörlich. Flaggen, Wimvel und Fahnen wehten. Automobil staute sich an Automobil. Salutschüsse ertonten. Konsul Graf Ludwig von Matzthum und Bögendorff hatte für die Fahrt von Bremerhaven nach Bremen seine Luxusjacht zur Verfügung gestellt.— Die Gesichter.— Die sandten des Senenge wurde ungeduldig. Die Abgetrafen vor Verlegenheit von einem andere: Nichts!— Man fragte beim Rapiine=Oberingenieur Ernst Hagen war zwar en, war aber in Genua an Land gegangen. hung.— Bose Gesichter.— Fatales Achseln lachte verlegen.— Ein Versehen, siebst le man 10 Homburg Kirchliche Nachrichten. verhaftung mexikanischer Bischöfe# 29 Neunork, 19. Jan.(Telegr.) Nach einer Meldung der„Associated Preß“ aus Mexiko ist über Pascual Diaz, Bischof von Tabasro und Sekretar des merikanischen katbolischen Eviskovats und über 5 andere Bischöse die Haft verhangt worden. auf den Empfang vorbereitet. Noch großzügiger, noch vompöser. Auch hier Enttäuschung. Währenddessen war das Flugzeug mit Ernst Hagen, Irmgard und Dr. Stadler, schon längst in Hamburg gelandet Elinor Stadler war in einer wahnsinnigen Unruhe. Sie zeigte sich in der Ottenser Villa überhaupt nicht“ mehr. Die Architekten waren in größter Verlegenheit. Sie wollten wissen, wie Elinor dieses und jenes wünschte. Umsonst, sie kam nicht. Man telephonierte nach Hamburg.—„Die gnädige Frau ist nicht zu sprechen“, sagte die Stimme eines Dieners stercotyp in den Avparat. Friedrich Rose, ein energischer Innenarchitekt, aber ließ sich nicht abspeisen. Er verlangte unter allen Umständen die gnädige Frau selbst zu sorechen. Elinor schlich schließlich fröstelnd an den Avparat. Friedrich kose hat um ihren Besuch. Elinor erklärte, es täte ihr leid, sie sei krank. Elinor hatte für nichts Interesse. Sie fühlte sich elend und wie zerschlagen. Ein förmliches Fieber hatte Besitz von ihr ergriffen.— Viktor lebte?— Viktor lebte? — Unsinn war ja das!— Am meisten ängstigten sie die Vorbereitungen zum Empfang. Solange die Zeitungen nur mit diesen Gedanken gespielt, hatte sie der ganzen Begebenheit keine große Bedeutung zugemessen. Aber nun nahm sich auch der Staat, die Regierung und der Senat der Angelegenheit an. Da hatte die Sache schon ein anderes Gesicht.— Es wäre ihr ein Leichtes gewesen, einsach zu Irmgard Knorr zu geben, ne um Aufklärung zu bitten, aber eine Scheu hielt sie davon zurück.— Ihr Vater war den ganzen Tag über nicht zu Hause. Wenn sie ihn abends sorechen wollte, war er gereizt und nervos. Sie fragte ihn ein paarmal;„Papa, was soll ich tun, wenn es wirklich Wahrheit in...?" Der Kommerzienrat knurrte etwas Unverständliches und vandte sich seiner Arbeit zu, die er sich aus dem Burcau mit nach Hause genommen hatte Frank ließ sich überhaupt nicht sehen. Sie hatte diese Woche mehrmals versucht, ihn telephonisch zu erreichen, allein er war angeblich gerade immer nicht anwesend,— oder ließ er sich verleugnen? Elinor ließ die Fahrkarte für das Flugzeug nach Nizza verfallen. Sie schrieb an ihre Mutter einen zehn und beim besten Willen jetzt nicht in der Lage sei, nach Nizza zu kommen. Sie mußte abwarten, wie sich alles regein würde(Fortsetzung lolg!)