KX.N. Amtliches Publikations=Organ für den Stadttreis Herne Rotationsdruck und Verlag: Ingmanns& Koethers, Herne, Bahnhofstr. 71 Erscheint läglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugsgreis wöchentlich 50 Pfa. frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Dortmund 1907 Zugleich Anzeiger für das Amt Sodingen(Amtsblatt) u. Gerther Anzeiger Geschäftsleitung und für den Anzeigen- und Reklameteil verantwortlich: Zos. Röttsches, für den redaktionellen Teil verantwortlich: Heinr. Ingmanns, beide in Herne. Der auf die Inserate eingeräumte Nachlaß wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinsällig. Nr. 308(Erstes Blatt) den 7. November 1925 Der Reichsparteitag des Zentrums. Der 4. Reichsparteitag der Deutschen Zentrumspartei wiid, wie bereits mehrfach gemeldet, an den Tagen vom 15· und 17. November 1925 in der Stadthalle zu Kassel abgehalten. Am Sonntag. den 15. Novbr., wird der Reichsvartei=Ausschuß ebenfalls in der Kasseler Stadthalle zusammentreten, der sich mit der Vo besprechung der Tagesordnung des Reichspvarteitages, mit der Vorbereitung der Kommissionen für die Bearb itung besonderer Aufgaben für den Reichsvarteitag, mi: der Finanzlage der Partei in Verbindung mit der Orcanisation der Partei, mit der Aufklärungsarbeit und and ren wichtigen Fragen befassen wird. Die Tagesordnung für den Reichsparteitag lautet folgendermaßen: 1. Das Wesen und die Aufgaben der Deutschen Zentrumspartei in der deutschen Politik. Referent: Reichskanzler a. D. Dr. Marx. k. Bericht der Reichstagsfraktion. Reserent: Reichskanzler a. D. Fehrenbach s. Neuwahl des Reichsvarteivorstandes. 4. Anträge. 5. Verschiedenes. Die Vollversammlungen finden statt in der Zeit von Lorgens 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr. Mittags von 12 bis 1,30 Uhr und nachmittags von 6 dis 7 Uhr sind Kommissionssitzungen festgesetzt. An Nebenveranstaltungen sind folgende vorgrseden Am 14. November, abends 8 Uhr, treten der Vorstand und die Vorsitzenden der Landesund Provinzialverbände der Deutschen Windthorstbunde zusammen. Am 15. November tagen der ReichsfrauenGeirat und die Vertreter der Diasvora. Am 16. November, abends 8 Uhr, findet eine Eisentliche Versammlung in der Stadtballe seitens der Kasseler Zentrumspartei statt. Bentrumsfraktion und Fall Wirth. Man schreibt uns aus dem Reichstag: „Die Reichstagsfraktion des Zentrums hat sich im Anschluß an die Besprechung über die außenvolitischen Pragen auch mit den innerpolitischen Angelegenheiten, darunter auch mit der durch den Fall Wirth geschaffenen Lage beschäftigt. Ueber den Verlauf dieser Besprechung dringt das„Verliner Tageblatt“ einen Bericht, der u. a. ausführt, daß an der Haltung des Fraktionsvorsitzenden Fehrenbach beim Austritt Wirtbs aus der Fraktion zum Teil„scharfe Kritik“ geäbt worden ware. Man sucht den Anschein zu erwecken. als hätten sich überhaupt über diese Angelegenbeit unangenehme Auseinandersetzungen in der Reichstagssraktion vollzogen. Das„Berliner Tageblatt“ spricht auch in diesem Zusammenhang von einem alsbaldigen Wechsel in der Leitung der Zentrumsfraktion. Von authentischer Seite wird uns dazu mitgeteilt, daß diese Darstellunz über den Verlauf der Sitzung der Zentrumsfraktion in keiner Weise den Tatsachen entspricht, sondern daß das Gegenbeil zutrifft. Die Verbandlungen über den sogenannten Fall Wirth haben sich in der Fraktion in völliger Rube und Sachlichkeit und ohne irgendwelche erregung abgespielt. Selbstverständlich hat eine ausgiebige Aussprache stattgefunden, die sich auf den Gesamtkreis der mit em Fall Wirth ausgeworfenen innen= und parteipolitischen, namentlich auch Aufklärungsund Organisationsfragen der Partei beschäftigte, die aber zu einer vollen sachlichen Uebereinstimmung über die weitere Behandlung dieser Angelegenheit, insbesondere auch gegenüber dem Reichsparteitag geführt hat. Von einem Tadel gegenüber Fehrenbach, oder gar von der Entziehung des Vertrauens der ReichstagsPraktion gegenüber dem Fraktionsvorsitzenden Fehrenbach ist auch nicht mit einem Worte die Rede gewesen. Auch in dieser Spezialirage ist das Gegenkeil richtig. Die Darstellung des„Berliner Tageblatts“ mun als eine tendenziöse Stimmungsmache zurückgewiesen werden. * Die Reichstagsfraktion hat selbstverständlich in der Angelegenheit Wirt eine endaültige Entscheidung nicht tresfen können und wollen. Diese muß dem Reichsvart##11## vorbehalten Bleiden. Es ist ein Ausschus gebildet worven, der nach der Rückkehr Wirths aus Amerika, die für die nächsten Tage erwartet wird, sich mit ihm ins Benehmen betzen soll, um den ganzen Fragenkomvler, der mit Zeinem Schritt aufgeworsen wurde, zu erörtern. Parlamentarisches. Aus dem Rechtsausschuß des Reichstags. Beil u. 6. Nov.(Telear.) Im Rechtsausschuß des Reichstag wurde ein Antrag des Abg. Schulte(3tr.) angenommen dem§ 3 der Rechtsanwaltsordnung vom 1. Juli 1878 folgende Fassung zu geben:„Der bei den Amtsgerichten zugelassene Rechtsanwalt est auf seinen Antrag zugleich bei dem Landgericht. in dessen Bezirk das Amtsgericht seinen Sitz bat. sowie bei den im Bezirk des Landgerichts befind lichen Kammern für Handelssachen zuzulassen. Die Zulassung unterbleibt, wenn sie nach dem übereinstimmenden Gutachten des Oberlandesgerichtes und des VorRandes der Anwaltkammer nicht im Interesse der Rechts#flege liegt. Hierzu wurde ein Zusatzantrag angenommen, der bestimmt, daß das Gesetz am 1. Januar 1926 in Kraft tritt und daß die Landesjustizverwaltungen ermächtigt werden. Vorschristen zu erlassen, nach denen bis zum 31. Dezember 1930 die Geitung des§ 9 der Rechtsanwaltsordnung in seiner neuen Fassung auf einey Teil der bei den Amtsgerichten zugelassenen Rechtsanwaite beschräntt wird. 94— 4 Es folgte die Beratung des Gesetzentwurfs über die Gebühr der Zeugen und Sachverständigen. Die Reichsregierung schlägt vor. zu den Entschädigungssätzen des Gesetzes vom 10. Juli 1914 zurückzukehren und ebenso das Kilometergeld zu erhöhen. Der Ausschuß nahm die Regierungsvorlage ohne Aenderung ar Die Botschafterkonferenz zur Entwaffnungsfrage. Der Bericht Fochs. X Paris, 6. November 1925.(Teleer.) Die Botschafterkonferenz beschäftigte sich heute mit der Entwaffnungsfrage.— Nach einer der Agentur Havas aus London zugegangenen Meldung über den Bericht des Komitees Foch soll die Lage etwa folgende sein: Zwischen den Alliierten und Deutschland gibt es hinsichtlich der materiellen Ansicht über die Entwaifnung keine ernsten Konflikte, sondern nur Schwierigkeiten von ziemlich geringer Bedeutung, die wahrscheinlich bis Ende November geregelt sein werden. Man hat Vertrauen zu den Absichten, die die Reichsregierung in ihrer Mitteilung vom 24. Oktober angekündigt hat und zu den Erklärungen der deutschen Delegierten in Locarno.— Tatsächlich stellt sich die Lage folgendermaßen dar: 1. In der Frage des„Generalstabes“ und des „Generalstabsche!a“ wird sich das Komitee Foch mit der Vorlegung deutscher Abänderungsvorschläge einverstanden erklären, die, wie man hofft, den Erwartungen der Alliierten entsprechen. Die Befugnisse des Generals von Seeckt werden durch ein Dekret abgeändert werden. 2. Die Existenz der Sportverbände ebemaliger Offiziere(Stahlhelm und andere) wird das Komitee gestatten, einer militärischen Ausbildung jedoch widersprechen. 3. Das Komitee bleibt auf dem Standpunkt, daß sich das deutsche Heer der verbotenen Wassen nicht bedienen darf. 4. Das Komitee ist der Ansicht, daß man von Deutschland Aufklärung darüber erhalten müsse, aus welchen Gründen Königsberg nicht die 22 Geschütze entbehren kann. 5. In der Frage der Schutzvollzei ist die Angelegenheit der Organisation der Cadres ernster, als die der Kasernierung. Der Effektivbestand, der durch das Abkommen von Spa festgelegt ist, darf 150000 Mann nicht überschreiten. Die deutsche Polizei muß ähnlich organisiert werden, wie die der anderen Länder. Parallel mit diesem Bericht wird die Botschafterkonferenz die politische Seite der Entwaffnung zu prüfen haben. Nachdem den Alliierten über alle Punkte Bericht erstattet worden ist, wird die Botschafterkonserenz aus die beutsche Note antworten. Die Kontrollkommission wird vermutlich den alliierten Re gierungen zum 30. November einen Bericht erstatten, ob die Entwaffnung auf gutem Wege ist. Es wird dann ein Beschluß darüber gefaßt werden, ob die deutsche Regierung Genugtuung gegeben hat. In diesem Falle wird die Räumung Kölne grundsätzlich am 1. Dezember beginnen. Der Abtrans vort der englischen Truppen kann aber nicht vor Mitte oder Ende Februar beendet sein. Zur Beurteilung. ch Berlin, 6. Nov.(Telegr.) Der von Havas verbreitete angebliche Bericht des Marschall Foch, den dieser der Botschafterkonserenz auf die letzte deutsche Entwaffnungsnote unterbreitet hat, ist nach Ansicht hiesiger gut unterrichteter politischer Kreise keinesfalls voll inhaltlich als authentisch zu bezeichnen. Teile der von Havas gemachten Angaben dürften absolut falsch sein, andere sind entstellt, während gewisse Teile offenbar als richtig anzusprechen sind. Es erscheint aus diesem Grunde nicht angezeigt, aus der Meldung der Havasagentur voreilige Schlüsse zu ziehen, da es sich bei dem Bericht Fochs offenbar um die Aeußerung einer Militärinstanz handelt. Nach Ansicht maßgebender deutscher Kreise wird alles davon abhängen, wie die Botschafterkonferenz den Bericht volitisch auswertet. Jedenfalls habe sich seit Locarno auf allen Seiten das Bestreben geltend gemacht, die Militärkontrollfrage sobald wie möglich zu einem befriedigenden Ende zu führen. Es wird daber angenommen, daß die maßgedenden Instanzen der Alliierten sich mehr vom politischen als militärischen Standpunkt leiten lassen werden, wenn sie auf Grund des Berichtes des Marschalls Foch ihre Entscheidung zu treffen haben. * Bericht der Botschafterkonferenz. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöhe lokal 7 Pfg., auswaris 10 Pfg., Arbeitsund Wohnungsmarkt 5 Pfa. 1 mm Raumhobe, im Reklameteil 40 Pfa. Fernsprecher Nr. 961 und 982; Telegramm=Adresse: Anzeiger Herne., beigetragen. Wenn alle Unterzeichner den Vertrag von Locarno nicht in nationalem Geiste, sondern als Europäer und Weltbürger eingingen, würde der Frieden in Westeuropa gesichert sein. * Entschließung der sozialistischen Arbeiterinternationale. X London. 6. Nov.(Telegr.) Der Vollzugsausschut der sozialistischen Arbeiterinternationale hat eine Entschließung angenommen, in der er wiederum die Ansicht ausspricht, daß die Sicherheit des europäishen Friedens am wirksamsten durch das Genfer Protekoll erzielt werden könne. In den Verträgen von Locarno sei kein Ersatz für das umfassende und wirksame System des Genfer Protokolls zu erblicken. Nichtsdestoweniger betrachtet die Internationale die Verträge von Locarno als einen ersten Schritt zur Befriedung Europas und ein Eingeständnis, daß die Methoden der Regelung der Beziebungen zwischen den Nationen durch Gewalt sich als ein Fehlschlag erwiesen habe. Der Vollzugsausschuß fordert ferner dringend eine sofortige Aenderung des Charakters der Rheinlandbesetzung und vollständige Räumung zum frühestmöglichsten Zeitpunkt und gleichzeitig eine entsprechende rechtliche und tatsächliche Abänderung des Saarregimes. Die Entschließung fordert endlich, daß der Natifikation des Paktes unmittelbar eine allgemeine Abrüstungskonferen: folge 6 Paris. 6. Nov.(Telegr.) Havas berichtet: Die Botschafterkonferenz bat heute vormittag den Bericht zur Kenntnis genommen, den sie von dem inter alliierten Militärkomitee in Versailles eingefordert hatte. Nach Kenntnisnahme dieses Berichts hat die Botschafterkonserenz den Wortlaut einer Mitteilung festgesetzt, die beute der deutschen Botschaft in Paris überreicht werden wird, um von der Reichsregierung gewisse Aufklärungen zu verlangen, in der Hoffnung, daß die Antwort, die den Regierungen hierauf übermittelt werden wird, es diesen erlauben wird, einen Zeitpunkt für den Beginn der Räumung der Kölner Zone ins Auge zu fassen. * Völkerbund und Entwaffnung. :. Paris, 6. Nov.(Telegr.) Das„Oeuvre“ weist darauf hin, daß für den 3. Dezember nach Genf eine Versammlung des vom Völkerbund eingesetzten Ausschusses einberufen worden sei, um die Herabsetzung der Bewaffnung zu beraten. Hieran anknüpfend wird mitgeteilt, daß der Studienausschuß des Obersten Rates für die nationale Verteidigung angesichts dieser Verhandlungen bereits die Instruktionen für die französischen Delegierten ausgearbeitet hat. Entwirrungsversuche in Berlin. Fühlungnahme mit der Sozialdemokratie. 2. Berlin, 6. November.(Telear.) Eine unverbindliche Fühlungnahme zwischen Dr. Stresemann als Vorsitzender der Deutschen Volkspartei und Vertretern der Sozialdemokratie hat im Laufe des Freitags stattgefunden. Von der Sozialdemokratie waren bei der Besprechung anwesend der Fraktionsvorsitzende Müller und die Abgg. Wels und Dr. Hilferding. Von der Deutschen Volksvartei nahmen an der Besprechung die Abgeordneten Dr. Curtius und Kemokes teil. Es ist notwendig zu betonen. daß diese vorläufige Fühlungnahme zunächst nur einen rein informatorischen Chrarakter trug, und daß keineswegs Verhandlungen in vositiver Form über die Umbildung der Reichsregierung stattgefunden haben. Diese Verhandlungen, die auf Veranlassung des Zentrums in Gang gebracht sind, haben zunächst das Ziel, die Sozialdemokraten davon zu überzeugen, daß auch ohne vorherige Umbildung der Reichsregierung die Annahme des Vertrages von Locarno im Reichstag gesichert werden müsse, und daß eine vorzeitige Einberusung des Reichstager vermieden werde. Darüber hinaus aber hat die Fühlungnahme das Ziel, die Voraussetzung zu schaffen für die Umbildung der Reichoregierung und zwar auf Grundlage der großen Koalition. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist am Freitag nachmittag zu einer Sitzung zusammengetreten, nach dem vorher bereits der Fraktionsvorstand sich mit der politischen Lage beschäftigt hatte. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion kam in ihrer Sitzung, nachdem sie den Bericht des Vorstandes über die politische Lage entgegengenommen hatte, zu dem Beschluß. daß sie die Haltung des Fraktionsvorstandes billigt. In bezug auf die Einberufeung des Reichstages will sich die Fraktion mit dem Reichtstaasvräsidenten Loebe in Verbindung setzen. Man erwartet, daß dieser morgen, Samstag, nach Berlin zurückkehren wird. Der Beschluß des Fraktionsvorstandes vom 28. Oktober ging bekanntlich dahin, daß sich durch den Austritt der deutschnationalen Minister aus dem Kabinett an der scharfen Oppositionsstellung der Sozialdemokraten gegen die Regierung Luther nichts geändert hat. Die Sozialdemokratie, so hieß es weiter, kann nicht daran denken, die Deutschnationalen aus der Verantwortung zu entlassen und in diesem Reichstag den Vertrag von Locarno. indem ste den großen Erfolg ihrer eigenen außenpolitischen Richtlinien erblickt, gegen die Stimmen der Deutsch nationalen zu ratifizieren. Sie steht den geeigneten Weg zur Lösung der Krise in der Befragung des Volkeo mittels der Auflösung des Reichstages. Durch den Beschluß der sozialdemokratischen Reichs tagsfraktion sind die großter Echoierigkeiten für den Augenblick aus dem Wege geschafft, sodaß der Reichs kanzler Dr. Luther seine bisherige Taktik fortsetzen kann. Entgegenkommen nach links? ch Berlin, 6. Nov.(Telegr.) Wie der„Reichsdienst der Deutschen Presse aus den der Regierung nabestehenden parlamentarischen Kreisen erfahren haben will, sei im Verlaufe der letzten Besprechungen eine Reihe von Maß nahmen erörtert worden, die den Forderungen der Linksparteien entgegen zu kommen bestimmt wären. So sei vor allem eine Resorm der Beamtenbesoldung. eine baldige Natifizierung des Washingtoner Abkommens über die Arbeitszeit sowie Steuererleichterungen bei kleineren Einkommen in Aussicht genommen. Ferner soll die gesamte Handelspolitik künftig fortgeführt werden auf der Basis einer zielbewußten Exportförderung. Um die Tocarnos. Verhandlungen mit der landkommission. ch Berlin, 6. Nov.(Telegr.) Der Reichsbienst der deutschen Presse erfährt aus gutunterrichteter divlomatischer Quelle, daß die Verhandlungen des Ministeriums für die besetzten Gebiete mit der Rbeinlandkommission in Koblenz in vollem Gange sind. Es handelt sich um die Aufbebung von Ordonnanzen, die sich auf folgende Materien beziehen: 1. Versammlungsrecht, 2. Pressefreiheit, 3. Steuerhobeit. 4. Wirtschaftsgebiet und 5. Wiederberstellung der staatlichen Souveränität, Auch der vorhandene Rest von Ordonnanzen aus der Micumzeit soll endlich beseitigt werden. Der Reichskommissar bewilligt. ch Berlin, 6. Nov.(Telear.) Wir wir aus gut un terrichteter Quelle erfahren, ist auch von französischer Seite die Zustimmung für die Ernennung des Rheinlandkemmissars eingetroffen. Breiberr Langwertb von Simmern wird, nachdem er mit dem deutschen Botschafter in Paris verhandelt hat, eine Inspektionsreise durch das besetzte Gebiet antreten. Baldwin über Locarno. ch London, 6. Nov.(Telegr.) Baldwin hielt genern vor etwa 5000 Zubörern in Aberdeen eine Rede. Zunächst erklärte er, daß Locarno den Höberunkt der englischen Friedenopolitik seit dem Kriege darstelle. Der Pakt von Locarno werde Westeurova den Frieden geben und den übrigen Ländern den Weg zeigen, wie der Frieden erreicht werden könne. Wenn der griechisch-bulgarische Konflikt so rasch datte beigelegt werden können, so habe dazu der Epein von Locurno zum grotten Teil Abschluß der zweiten Lesung des Kultusetats im Tandtag. 94. Sitzung. ::. Berlin, 6. November 1925.(Telegr.) Das Haus nimmt zunächst die Abstimmungen vor zu dem Ausführungsgesetz des Finanzausgleichsgesetzes. Der Antrag der Deutschen Volkspartei, daß das Gesetz bis zum 1. 4. 1926 Geltung haben soll, wird gegen die Rechtsvarteien abgelehnt. Die Vorlage wird in zweiter Lesung nach den Ausschußbeschlüssen angenommen. Die dritte Beratung soll am Mittwoch. den 11. November, stattfinden. Hierauf wird die zweite Beratung des Kultushaushalts fortgesetzt beim Abschnitt Universitäten, technische Hochschulen usw Aba. Kilian(Komm.) bekämpft den reaktionären Geist auf den Universitäten und Hochschulen. Die Gebühren und Kolleggelder müssen nach dem Einkommen gestaffelt werden. Auch der Marxismus müsse auf den Universitäten gelehrt werden. Aba. Hoff(Dem.) bemängelt, daß die staatlichen Einrichtungen auf dem Gebiete der Medizin nicht ausreichend seien. Auch der Pädagogik müsse die Stellung zugewiesen werden, die sie als Wissenschaft habe. Zu begrüßen sei der Ausbau der Wirtschaftsbeibilfe für die Studenten. Redner bringt eine Reihe von Wünschen der Universität Kiel vor. Der Geist auf den Universitäten lasse viel zu wünschen übrig. Wer nicht rechts gerichtet sei, werde bovkottiert. Abg. Dr. Klamt(Wirtsch Vag.) wendet sich dagegen. daß man aus den Akademien volitische Institute mache. Die Professoren sollten sich nicht politisch, sondern willenschaftlich betätigen. Redner fordert, daß der Not der Privatdozenten abgeholfen werde und warnt vor Ueberschätzung eines rein iuristischen Wissens für den Verwaltungsbeamten. Zum Schluß empfiehlt der Redner einen Antrag, dem Nordischen Institut bei der Universttät Greifswald eine einmalige Zuwendung von 900 RM. zu machen. Aba. Dr. Brehmer(Deutschvölk.): Im Finenzministerium soll ein prinzivieller Widerstand gegen die Errichtung planmäßiger Extraordinariate bestehen. Wir haben demgegenüber beantragt, daß der Landtag die Pharmaplanmäniges Extraordinariati liner philosophischen Fakultät anerkennen moge Pedner macht weitere Resormnorschläge. Ein Vertreter des Ministeriums betont, das Nordische Institut sei Gegenstand erneuter Aufmerkskamkeit Abg. Dr. Semmler(D. N.) begrüßt die heute erledigte Ausgestaltung der Breslauer tec####en Hochschule zu einem Vollinstitut. Die Deutschnationalen wehrten sich dagegen, daß Wissenschaftler wegen ihrer Parteistellung benachteiligt werden. Solle Preuten vorwärts kommen, so müsse es seine technischen Hochschulen ausbauen. Volkswirtschaft müsse auf ihnen gelehrt werden. Zur allgemeinen Aussprache über das Kavitel „Kunst" begründet Aba. Frau Oesterreicher(Soz.) Anträge ihrer Fraktion, die den notleidenden Künstlern zugute kommen sollen. Aba. Dr. Schwerina(Ztr.) wendet sich dagegen, daß für eine altattische Statue 1 Million ausgegeben sei. 100 Künstler hätten jahrelang mit diesem Betrage unterstützt werden können. Der Redner verweist auf die hervorragenden Leistungen der beiden Organisationen (die Volksbühne und die Landesbühne). die bereits durch ihre Mitarbeit eine Reibe städtischer Theaterunternehmungen vor dem Untergang gerettet haben. Es würde gut sein, daß der Staat sich etwas mehr mit der Denkmalspflege beschäftigt. Abg. Frau Dr. Klausner(Dem.) hofft, daß sich staatlicherseits eine dauernde Hilfe für die Künstler ermöglichen lasse, ebenso wie Kredite für Handwerk und Landwirtschaft gewährt worden sind. Aba. Könia Swinemünde(Soz.) bedauert, daß das Finanzministerium gegenüber der Bedeutung der Volksbübnenorganisation so engberzig sei. Von den 800 000 Mark, die die Sozialdemokraten für den Landesbühnenverband angefordert haben. wolle er nur 100000 Mark zugestehen. Im nächsten Jahre müßten diese Mittel ganz bedeutend erhöht werden Kultnominister Dr. Bester teilt mit, daß ein Kunstausschutz gebildet sei, der auch für die Bühnenerganisation zuständig ist. Nach Vorbringung einer Reibe Einzelwünsche ist die 2. Beratung des Haushalts für Wissenschaft. Kunst und und Volksbildung erledigt. Gegen 9 Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch 12 Uhr. 3. Lesung der Novelie zum Finanzausgleich. Haushalt der preußischen Staatsbank in Verbindung mit dem Bericht des Barmatausschusses. Statt besonderer Anzeige. rgen 9½ Uhr verschied nach läingerem Folgen eines Schlaganfälles mein unverin, unser lieber, treusorgender Vater, wiegervater und Großvater Fabrikant Im 79. bebensjahre. In tiefer Trauer: Maria Gesemann, geb. Eoke. Maria Cohauss, geb. Gessthann, Heizrich Eduard Gessmann Therese Korte, geb. Gessmanh, Sofie Schwerter, geb. Gessmann, Wilhelmine Hönig, geb. Gessmann, Luise Schulte-Hiltrop, geb. Gessmann, Aenne Limper, geb. Gessmann, Margarete Vornbäumen, geb. Gessmann Sanitätsrat Dr. med. Otto Cohausz, Marianne Gessmann, geb. Schwaiger, Gustav Korte, Kaufmann, Dr. med. Ferdinand Schwerter, Bergrat Otto Hönig, Hermann Schulte-Hiltron. Gutsbesltzer Franz Limper, Fabrikant. August Vornbäumen, Fabrikant, und 22 Enkelkinder. Herne, Katernberg. Letmathe, Hörter. Haspe, Recklinghausen und lburg, den 7. November 1925. Die Beisetzung erfolgt am Dienstag, den 10. November, nachmittags 3½ Uhr, vom Hause Schaeferstr. 8 eus. Das felerliche Seelenamt ist Dienstag morgen um 8 Uhr in der St. Bonifatluskirche. 2831b Man bittet von Beileidsbesuchen abzusehen. Am heutigen Tege verschied nach mehrwöchigem schweren Leiden an den Folgen eines Schlagantalles der Senlorchet unserer Gesellschaft Herr Fabrikant Eduard Gessmann Im 79. Lebensjahre. Dem Entschlafenen, der unser Werk in rastloser, über 55-jähnger Tätigkeit zu der heutigen Höhe emporführte, und der uns stets ein leuchtendes Vorbild gewesen ist, werden wir auch über das Grab hinaus ein ehrendes Gedenken bewahren. lerne, den 7. November 1925. E. Gessmann& Co., K.-G., Drahtseilfabrik. Die Beisetzung erlolgt am Dienstag, den 10. November, nachmittags 3½ Uhr, vom Sterbehause, Schaferstrasse 8, aus. 28325 Nachruf! Heute morgen 9½ Uhr verschied infolge eines Schlaganfalles unser Seniorchef Herr Fabrikant Eduard Gessmann im 79. Lebensjahre. Wir verlieren in dem Entschlafenen einen strengen, aber gerechten Vorgesetzten, der stets ein warmes Herz für seine Arbeiter und Angestellten hatte. Seine vorbildliche Fürsorge sichert ihm bei uns ein dauerndes ehrendes Gedenken. Herne, den 7. November 1925. 28335 Die Asgestelilten und Arbeiter der Firma Brahtseiliabrik E. Gessmann& Co. K.-6. sowie alle anderen Verlagswerke liefert zu Original=Preisen Sodingen, Mont=Cenisstraße 11. Teleson 278 Herne. Nachruf. Nach schwerem Leiden verschied am 7. ds. Mits. Herr Fabrikbesitzer Eduard Gessmann sen. Der Entschlafene war langjähriges Aufsichtsratsmitglied und Hauptaktionär unserer Gesellschaft. Mit Rat und Tat hat er stets unser Unternehmen gefördert und sich mit regem Interesse der Entwickelung unseres Werkes gewidmet. Wir empfinden den entstandenen Verlust schmerzlich und werden dem Entschlafenen ein treues Andenken bewahren. 28400 Herne, den 9. November 1925. Der Aufsichtsrat und der Vorstand der Herdfabrik und Eisengießerei Aktiengesellschaft, Herne i. W. Nachruf. Am Samstag, den 7. Oktober verschied nach schwerem Leiden der Mitbegründer unserer Firma, Herr Pabrikbesitzer Eduard Gessmann Der Entschlafene war uns stets ein leuchtendes Vorbild treuer Pflichterfüllung und hat sich um das Gedeihen des Werkes in hohem Maße verdient gemacht. Wir werden ihm stets ein ehrenvolles Gedenken bewahren. 2839b Herne i. W., den 9. November 1925. Die Prokuristen und Angestellten der Herdfabrik und Eisengießerei Aktiengesellschaft, Herne i. W. hüte werden schnell, billig und modern umgearbeitet von 1.50- T ub Mark. Behrensstrasse 1. 3. Etage. 13300 Schlaidecten Sich. 2.10 Strichvelle 199 dr. 91 Pl. Schuhriewen 190 Paar 1.33 Sternzwirn 199 St. 1.52 Teilette-Seite 12 St. 99 Pl. usw. Preisliste frei: K. Großmann. Müschen Nr. 34 Banderstraße 1. 28105 eder.- und la. Qual.: prima Verarbeitung, verkauft billigst Kobelhaus Hirschen Herne, Behrensstr. 1. 27565) Hohlsaum, Plissee, Stofftnöpfe, Wascheanfertigung nach Maß. E. Wittig, Herne, Schulstr. 40, Neumarkt. Tel. 648. Stäctischer Musiheirektor Willy Rehrmasa u. Fres Gertrud geb. Rochol zeigen die glückliche Geburt eines Mädchens hochertreut an. 28185 Herne, den 6. November 1925. Vivat! Vlvat! Theodor! Unserm lieben Dirigenten, Herrn Theodor Wiese sowie allen Theodoren des Vereins die berzlichsten Glückwönsche zum Hameastage! Pfarr-Cäcllienchor Börnig-Sodingen. 28375 Vivat! Vlvat! Theodor! Unserm lieben Vereinswirt, Herrn Theodor Nöthe und allen anderen Theodoren des Vereins einen berzlichen Glückwunsch zum Rameastage! Katbotischer Mösner-Gesang-Verein„Germaais“, Börsig-Jediegen 28175 HerrenDamen= und Kinderschuhe kauft man gut und billig im Schuhhaus Buschmann Herne, Schaeferstraße 28. Kein Laden. Kein Schaufenst; daher billigste Preise. Dem Kameraden und Vereinswirt Herrn Theodor Nöthe zu seinem Namenstage ein kräftiges „Frei Heil“! Reichsbanner Schwarz-rot-gold Ortsgruppe Sodingen. Unserm allverehrten Vereinswirt Herrn Theodor Höthe zu seinem heutigen Namenstage die herzl. Glückwönsche. Nandelinenklab„Alpeurose“ Jodingen VIvail VIvall Theodor! 50133 Unsern lieben Vereinswirt Herrn Theoder Nölhe zu seinem heutigen Namenstage die berrlichsten Glöckwünsche. Verein der Eichslelder, Sodingen. Ausschneiden! Anmeldungen: Steinweg 2. III. Eig. Jed. Dienstag u. Freitag, abends. v. 8—9 Uhr Ladschriftstunden Honorar pro Stunde 0.50 Mk. S Reklameschilder u. Plakale für die Weihnachtsdekoration billigst. Gebr. Struck prämiierte Schaufensterdekorateure zufbewahren! 13290 werden so preisw sachgemäß, u. schnell bei Schiu Preisabbau! Unsere Preise sind: 50053 1 Pid. Graubroi..... 15 Pig. 6„„ 90„ 5„ C a s s l e r 8 0„ 3„„ 50„ Gäcker-Zwangs-Janung, herne. Operciien-Theater Direktion: Haus Schneider Steffens Saalbau, Herne, Bahnhofstraße 153 Der deutsche Rundfunk 0.50 Die Funkstunde 0.10 — Dortmunder 0.20 Montag Volksvorstellung Der letzte Walzer Gastsviel Wild Norris Bochum. Dienstag letzte Aufführung! Alt Heidelberg Rittwoch: Geschlossen. 28200 Herne repariert. Tel. 1028 ##- krätte+wird in 2 Tagen oh. Berufsstörung u. Garant. geheilt. Flechte, Geschwüre, offene Füße, Drüsen, Skrofulose u. Tuverkulose nach 11jähriger praktischer Erfahrung. Heilinstitut Frau Eichendorf, Herne, Gabelsbergerstraße 2. Ecke Mont=Cenisstr. Sprechst. v. 10—12 und 2½—5 Uhr. Telefon 1441. 2905 Hausfabrikation richten wir ein Dauernde u. sicheen Existenz od. Nebenverdienst. Besond. Räume nicht notig. Auskunft kostenlos. Chemische Fabrik Anlsdorf. Inh. R. und M Münkner, Zeitz=Anlsdorf. (4986a) Lichtspiele Heute ein ganz großartiger Spielplan! Bitte überzeugen Sie sich, kommen Sie mit allergrössten Erwartungen! Der köstliche Mililär-Großtilm: Husarenficber olieln Roblen u. Rohls Krankheitshalber schweres Sieben heitere Kapltel von Kasernenluft und Garnisonstadtieben, aus vergangenen Tagen. Ueber alle deutschen Bühnen ist der erfolgreiche gleichnamige Schwank von Madelberg und Skowronnek gegangen, aus ihm entsland auch unser heutiger Fülm, der Fülm der Krefelder Tanzhusaren der einstigen Bewohner der Düsseldorfer Kaserne, bis sie im April 1906 durch S. M. persönlich in die ihnen zugewiesene neue Garnison Krefeld eingeführt wuurden. e Ausserden mmarter ai Sn Ein Pilm aus dem die Farben des fernen Ostens leuchten: Ueber alles das vaterland Die Schlachtbilder sind unübertroffen, eindrucksvoll und lassen alle anderen Vorbilder weit hinter sich, ganz wie zwei Schauspieler alles um sich vergessen machen, ohne dass sie Ihre Darsteller nach alter Starmanier an die Wand spielen. Es sind dies: Sessue Hayakawa und Tsure Aeikl. Abonniert den Anzeiger!! Industrie, Odenwälder biaue Op to date, sowie Fatterkartotteln in nur bester 26795 liefert Qualität, lielert jedes Quantum zentner= und fuhrenfrei Haus 493741 weise zu Fr. Salm, Herne““ tri Sou: heinr. Clases Feiner: Trianon-Auslands-Woche bringt was in der Welt passiert und was Sie sonst noch amüslert. Schaeferstr. 73. Telefen 468. Boimarckstraße 71 in seste Arbeit billig zu verkausen. Kilian, Kronprinzenstr. 32 (1310*) Beginn der Auffuhrungen für Husarenlieber: Nachmittags 4 Uhr, 6,80 Uhr und abends 9.10 Uhr. 28415 — * G e v e l s b e r g. 8. N o v. E i n e s c h l i c h t e, a b e r w ü r d i g e Gedächtnisfeier zur Erinnerung an die 700jährige Wiederkehr des Todestages Engelbert des Beiligen. Grafen von Berg und Erzdischos von Köln. sand vier statt. Die Stadt vrangte in Flaggenschmuck. Im Mittelpunkt der Feier stand die Entbullung eines Denkmales. Bürgermeister Müller übernahm das Denkmal in die Obhut der Stodt. Prosessor Kümmel aus Barmen überbrachte die Wünsche des Bergischen Geschichtsvereins. Das Denkmal in Höbe von fünf Meter zeigt auf zwei gegenüberliegenden Seiten ein zubendes Schwert. auf den beiden anderen Seiten ein Kreuz. als Symbol der weltlichen und kirchlichen Macht. In der Nachversammlung überreichte Lehrer Schmidt einen für ein Heimatmuseum der Stadt von Herzog Engelbert Maria v. Arenberg. einem Nachkemmen der Familie des Heiligen Engelbert, übermittelten Engelhertpokal. ein sehr wertvolles, silbervergoldetes Stück in fünf alte Engelbertmünzen eingelassen. * Osterfeld. 8. Nov. Beim Spielen mit Streichbölzern erlitt ein 4jähriges Kind durch Verbiennen der Kleider so schwere Wunden, daß es verstarb. ch Düffeldors. 7. Nov. Gestern abend nach 7 Uhr. erschienen in dem Geschaft des Allgemeinen Konsumvereins in Unterrath drei mit schwarzen Masken versehene Personen die unter Vorbaltung von Revolvern das eingenommene Geld verlangten. Der Geschäftsährer kam mit den Tätern ins Handgemenge und wurde dabei zu Boden geschlagen. während eine Verkäuferin ebenfalls mit dem Revolver bedrobt und von einem Täter gewürgt wurde, um von ihr die Herausgabe des Geldes zu erzwingen. Zwei Verkäuferinnen war es ge lungen. aus dem Geschäft zu entweihen. Während die eine der Verkäufe innen Hilfe herbeirief. holte die andere den Hund des Filialleiters aus dem Hofe. bei dessen Erscheinen zwei der Räuber sofort die Flucht ###eriffen. Da der dritte Angreiser sich von dem mit ihm ringenden Filialleiter nicht sofort freimachen konnte. verzögerte sich dessen Flucht und als ihm das Entweichen auf die Straße gelang, wurde dort seine Verfolgung sofort ausgenommen. Die beiden andern Täter sind uneriannt entkommen. * Lintfort(Kreis Mörs), 8. Nov. Für die Zeche Friedrich Heinrich“ sind in der nächsten Zeit umfangreiche Kolonieneubauten vorgesehen. Der Aussichtsrat d. Zeche hat für diese Bauten 2 Millionen Mark bewlligt. außerdem für Wohlfahrtszwecke 100 000 Mark. die den Angestellten und Arbeitern zugute kommen sollen. * Leverkusen, 8. Nov. Die Farbenfabrik vorm Friedr Paper& Co. hat numehr das neue. inmitten des Werkes Leverkusen gelegene Elektrizitätswerk in Betrieb genommen. Die Dampfturbinen haben eine Leistung bis 35,000 Volt. Für die Gesellschaft ist die Anlage. ein Werk Geheimrat Duisbergs. deshalb so vorteilhaft, weil der für die Elektrizitätsberstellung nicht verwendete Dampf von dieser Zentrale um das ganze Werk geseitet und dier an den verschiedensten Stellen ausgenutzt wird. Es dürfte suh durch die Neuanlage eine Ersoarnis an Brennstoffen non über 50 Prozent ergeben. Trier. 8. Nov. In Anwesenheit von Vertretern des Oberpräsidiums der Rheinvrovinz. der Regierungen en Trier und Koblenz und anderer Behörden. wurde gestern vormittag in Treis die neue Moselbrücke. we he Treis und Carden verbindet, dem öffentlichen Vriehr übergeben. Die neue Brucke weist drei Stromonnungen von 50, 58.8 und 50 Meter lichter Spannweite und zwei Vorlandöffnungen von 12.5 und 15 Meier auf. Die Gesamtkosten des Bauwerks. das sich als eine Betonbogenbrücke darstellt, betragen etwa 1 Millionen Mark. die aus dem Ertrag des Brückengeldes verzinst und getilgt werden. * Aachen. 8. Nov. In der Stadtverordnetenversamm lung kam es zu erregten Szenen zwischen den Kommuni u. dem Oberbürgermeister und den übrigen Stadt#rordneten. Nachdem eine Entschließung augenommen worden war. welche sich zugunsten des Baues einer asserstraße Aachen=Rbein aussprach, verlangte ein Kommunist wädrend der Abstimmung die Verleiung einer Erklärung zu diesem Proiekt. was der OberbürgerSeister ablehnte. Erst im späteren Verlauf der Sitzung m es zu einem wüsten Tumult. Die Kommunisten Frau Braun und Stadtv. Begasse erhielten. als ne das nicht verlesene Schreiben zur Kenntnis der Versammlung bringen wollten und der Oberbürgermeister idnen das Wort entzog. je drei Ordnungsrufe. Als sie der auffordernna zum Verlassen des Saales nicht folaten. rief der Oberbürgermeister die Polizei herbei. Die beiden Kommunisten suchten sich binter dem Verwattungstisch zu versitecken. In einem erregten vanogemenge chlug der männliche Kommunist mit Stühlen auf die Lolizeibeamten ein, während dann umgekehrt die Polizeibeamten die Stühle gleichsalls als Wafsen benutzten Stadtverordneter Begasse wurde von zwei Polizeibeamten schließlich abgeführt. Die Sitzung wurde unterbrochen. In den Wandelgängen wurden der Oberbürger= meister und der Stadtverordnete Erich Lingens. der Vorsitzende der Aachener Zentrumspartei. von den Kommunisten bedroht und beschimpft. In der anschließenden Gedeimsitzung hat die Versammlung das Verdalten des Oderbürgermeisters gebilligt. — leider— unsere ersten Fragen!„Expresstonksmus? Naturalismus? Klassizismus? Beei lußt von...? oder von...?“ Diese manchmal beinabe lächerlich wirkende dauische Eigentümlichkeit spielt eine nicht geringe Rolle bei der Würdigung des deutschen Liedes, besonders des deutsthen Volksliedes. Nachdem dieses seit dem 18. Jahrbundert mehrmals nacheinander entdeckt oder wieder entdeckt, dazwischen von andern Strömungen vorübergehend zurückgedrängt worden war, steben wir heute im Sängerleben unzweiselhaft im Zeichen des deutschen Volksliedes. Aber da zeigt sich eben wieder unsere bedauerliche Eigentümlich keit. Und zwar nach verschiedenen Richtungen. Einmal quälen wir uns ab. auf theoretischem Wege den Unterschied zwischen„Kunstlied" und„Volkslied“, endgültig festzulegen, statt frisch und froh wie der Vogel in den Zweigen zu singen, was dem Fühlen unserer Zeit und unseres Herzens entquillt. Und dann glauben wir vielfach, beeinflußt von der Volksliedsorschung, daß eigentlich nur die alten, etwa die spätmittelalterlichen Lieder oder die Lieder der Landsknechtszeit, echte Volkslieder seien— wie wenn die Gabe, volkstümlich zu singen. der Gegenwart gänzlich abhanden gekommen wäre. Ein schier verhängnisvoller Irrtum! Zwar sind Landsknechtslieder in nicht geringer Zahl beute in den Büchern der wandernden Jugeno zu finden; einige werden sich auch halten: aber im ganzen ist doch zu betonen, daß außerordentlich viele jener älteren Volkslieder nicht mehr dem Fühlen und dem Geist unserer Zeit entsorechen und infolgedessen auch nicht medr zu einem Scheinleben erweckt werden sollten. Einige wenige freilich werden wohl Ewigkeitswert behaupten. Wenn wir also heute nach dem deutschen Lied, nach dem deutschen Volkslied uns umsehen, so wollen wir nicht bloß in die weit zurückliegenden Jahrhunderte schauen, sondern auch die ganze Neuzeit und selbst die jüngste Vergangenbeit und die Gegenwart als den Brunnen betrachten, aus dem wir schonsen konnen. Und auch von der Anschauung müssen wir uns frei machen, daß ein„Volkslied“ unter allen Umständen eine recht lange Lebensoauer oder gar Ewigkeitswert haben müsse, wenn es würdig sein solle, von uns gesungen zu werden. Diese Aengstlichkeit hemmt nur den unbekümmerten Ausdruck des Seelenlebens einer Zeit. Wenn sich der Geschmack in dreißig oder fünfzig Jahren ändert — in Gottes Namen! Ein Lied, das so lange gesungen worden ist, kann sich getrost von andern ablösen lassen. Es hat seinen Zweck erfüllt, es hat die Stimmungen einer Zeit zum Ausdruck gebracht, es ist auf diese Weise geschichtlich geworden. Wie ein Blatt kann es vom Baume fallen, um neuen Knospen Platz zu machen. Freilich, es gibt unter dem, was gesungen wird, auch Eintagsfliegen von ganz besonderer Art. Ich meine die sogenannten Gassenbauer. Gehören auch diese zum deutschen Volkslied? Ja, wenn sie Erzeugnisse des deutschen Volkes wären, könnte man sie dazu rechnen. Aber von ihnen gilt, was Friedrich Rückert in einem andern Zusammendang einmal sagt: „Ich dreb' an allerlei Rädchen. Ich spinn' an allerlei Fädchen, Doch Deutsches ist nichts darin.“ Es ist nichts Deutsches darin, weil sie erwachsen aus dem Boden der internationalen Großstädte— und weil ihr Inhalt nur dem Füdlen eines an Zahl beschränkten Volksteils entsoricht. Aber sie können trotz idrer Ein tagsfliegennatur doch verhängnisvoll wirken. Da ist irgendwo ein Gartenbeet, auf dem edle Blumen wachsen. Der Wind webt eines Tages eine Samenwolke von Unkraut auf das Beet. Dieser Same keimt, und frech wuchernd schieß das Unkraut emvor, raubt den edlen Blumen Erde, Luft und Licht. Im Herbst ist es zwar mit des einjährigen Unkrauts Herrlichkeit vorbei, aber— es hat Schaden gestiftet, es hat des Gartenbeets Schönheit beeinträchtigt, es hat die Freude getrübt oder zerstört. So wirkt der moderne Gassenhauer. Diesem Auswuchs des deutschen Liedes müßte der Krieg erklärt werden. Wir müßten den Mut haben, von Fall zu Fall auszurusen: Nun ein Ende mit„Punochen, du bist mein Augenstern“! Oder: Weg mit dem neuesten überseeischen Schlager, dem blöden„Ausgerechnet Bananen“! Aber— und damit komme ich auf einen schon vorgebrachten Gedanken zurück— diesen Auswüchsen kann nicht erfolgreich entgegengewirkt werden. wenn wir uns im Singen auf das„bistorische" Volkslied beschränken. Seine vielleicht oft etwas bölzerne, etwas zu altväterliche Biederkeit wird der frechen Unbekümmertheit des Gassenhauers unterliegen. Erfolg wird in diesem Wettkamof in der Regel nur das zeitgenössische Lied haben, das erwachsen ist aus dem Fühlen der Gegenwart, ersonnen von einem klaren Kopf, erfühlt von einem deutschen Herzen. in Töne gesetzt von einem in des Lebens Lust und Leid erprobten Gemüt. Peter Schneider. Das zeitgenössische Volkslied. Die Perlenfischer von Bachrein . Wir Deutsche neigen bekanntlich zum„Abstrahieren", auch zum Abstrahieren von der lebendigen Gegenwart. in der wir uns bewegen und sind. Dazu kommt noch die Neigung zum„Katalogisieren“, zum Einreiben aller Erscheinungen des Lebens in wissenschaftlich einwandfreie Verzeichnisse. Kaum tritt uns etwas als neu und bedeutsam entgegen, so„reihen wir es ein“, sei es in ein schon vorhandenes w ssenschaftliches Sostem, sei es in eine von uns schon erkonnte geschichtliche Entwicklungsreibe. Und schallt uns irgendwo ein neues Lied entgegen, so lauten 2. Der volitische Umsturz in Persien hat wieder einmal das Interesse der Welt auf jenes Reich gelenkt, das in letzterer Zeit verbältnismäßig wenig von sich voren ließ. Und doch ist dieser Amsturz eine für versische Verhaltnisse ziemlich belanglose Sache gewesen. die den Bewohner des Landes selbst weniger berührt hat. Um so furchtbarer war aber der Eindruck, den die Elementarkatastroobe im Persischen Golf im Lande selbst hinterlassen hat, eines zyklonartigen Sturmes. der die gesamte Flotte der Perlenfischer vernichtet hat. Die Gegenden am Persischen Golf sind dünn besiedelt und nabesu die gesamte Bevölkerung nährt sich von der Verlemischerei. Das Sultanat Bachrein. dem diese Gebiete angehören. üblt im ganzen nur 100 000 Einwohner. Und dabei sind bei der Kata.troohe über 100°) umgekommen, also ein Prozent des ganzen Volkes und vielleicht jeder zwanzigste arbeitssäbige Mann. Die Bewobner Bachreins selbst. die Araber, stellen für die Perlenfischerei, nur die Schifte und die Bemannung. Für das Tauchen selbst sind sie sich„zu aut“. Dafür werden aus Afrika Nezer herübergeholt, die dieses Geschäft mit besonderer Geschicklichkeit betreiben. Das Geschäft nährt die Küstenbewohner schlecht und recht. denn, wenn die Perlen. die sie den Muschelschalen am Grunde des Meeres entnehmen, auch für euroväische Verbältnisse von hohem Wert sind. so gehen sie doch bevor sie zu uns kommen, durch so viele Hände, daß der Preis, den die Fischer für ihre Ware erhalten. recht gering ist. Bachrein ist von den englischen Machthabern in Indien schon nicht mehr allzu weit entfernt und da ist es kein Wunder, daß die Briten es verstanden haben, die Hand auf das Sultanat zu legen, um sich den Zwischenbandel mit Perlen zu sichern. Mitte des vergangenen Jahrhunderts„erlösten“, die Engländer das Sultanat aus der Gewalt eines Wahabitenfürsten und übernahmen— zum Schutz natürlich— das Protekorat über das Land. Der damalige Sultan Issa regierte etwa 50 Jahre lang sein Perlenfischerreich von Englands Gnaden und lebt auch heute noch. Allerdings im Exil; denn als vor einiger Zeit die vanarabische Bewegung einsetzte, wurde auch Issa aufsässig gegenüber seinem Protektor. bekam deshalb von Lundon seinen„blauen Brief“. und mußte den Thron, auf dem er länger als ein halbes Jahrbundert bindurch dank dem englischen Gold ein schwelgerisches Leben geführt hatte, einem anderen Mitglied des Hauses übergeben. Dieser Prinz, namens Hamd, wurde von England zum König der Perlenfischer gemacht, und der brave Junge, gewitzigt durch das Ende der Herrlichkeit seines Vorgängers, zeigt nicht die geringste Lust zu politischem Ehrgeiz, hält fest an seiner englischen Rente und lebt, wie alle seine Untertanen, nur dem Glück des Fischens, das er, natürlich nicht wie die simolen Sterblichen als Geschäft, sondern als höchsten Sport betreibt. Die Katastrovbe, die sich gleich zu Beginn seines Sultanats ereignet hat, wird nun allerdings einen Schatten auf seine Sorglosigkeit werfen. Vermischtes. ch Gießzen. 8. Nov. Eine Hügelgraberstadt wurde bei Niedermockstadt bei Nidda aufgefunden. Auf einem Waldgelände. das jetzt Ackerland werden soll. wurden im ganzen 23 Grabhügel geöffnet. Neben einigen nicht bestimmbaren Stücken wurden geborgen; fünf Armringe. drei Beile, zwei Armbänder, zwei Scheiben. zwei Gewandnadeln, eine Fibula und ein Halsring. Sämtliche Gegenstände sind aus Bronze. Fast alle sind gut erhalten. Der Halsring besonders ist ein wunderbarer Frauenschmuck, wie man bisher in Hessen noch keinen gefunden hat. Die ausgegrabenen Funde werden sorgsam geordnet und im Oberbessischen Museum zu Gießen ausgestellt werden. * 26 000 Mark unterschlagen. 3 Breslau, 8. Nov.(Telegr.) Die„Breslauer Zei tung“ meldet aus Oppeln: Der bei der Stationskasse des Hauptbahnhofs in Oppeln beschäftigte Eisenbadnsekretär Modilowski ist verhaftet worden. Er hat anscheinend unter Beihilfe eines Betriebsassistenten, der gleichfalls verhaftet wurde, aus der Stationskasse nach und nach 26000 Mark unterschlagen. Der Bubikovs in der Vogelwelt. 2 Der Londoner Zoologische Garten bemuht sich zur Zeit. wenn auch vergeblich, ein Exemolar des außerordentlich seltenen Notmot=Vogels zu erlangen, der in Urwäldern des Magdalenenstroms(Südamerika) heimisch ist. Der Motmot wird von dem enalischen Zoologischen Saltwood als das einzige Tier beschrieben, das zu seiner eigenen Verschönerung durch Eingrisse beiträgt. Der Vogel besitzt eine ungeheuer lange Schwanzfeder. von der er einen Teil kahl runft, da ihm diese Veränderung einen guten Eindruck zu machen scheint. Nach Aussagen des genannten englischen Zoologen macht das letzte Ende des so gestutzten Schwanzes den Eindruck eines Frauenkovses. dem man die Haare kur: geschnitten hat. * Trägt jeder den„Stemvel der Versönlichkeit"? A Eine soeben erschienene Veröffentlichung der antbrovologischen Abteilung des Smitdsonian Instituts in Wasbington beschäftigte sich in beinerkenswerter Weise mit dem oft behaupteten Zusammenhang zwischen Physiognomie und Charakter. Die Tendenz der Veröffentlichung ging dahin, daß ein solcher Zusammenhang überhaupt noch nicht besteht. Soweil es mitunter den Anschein hat. dandelt es sich nur um rein zufällige Uebereinstimmungen, denen keine Bedeutung beizumessen ist Auf keinen Fall könne jedoch, so lautet die abschließende Feststellung, auf einer lo schwankenden Grundlage ein wisienschaftledes System errichtet werden, wie es die Anhänger der praktischen Physiognomik tun. die vorgeben in der Lage zu sein. aus den Gesichtszügen eines Menschen in erakter Weise seinen Charakter zu erschließen. Im einzelnen wird gesagt, daß es beisvielsweise nicht weniger dumme Leute mit hoben Stirnen gibt. als kluge mit niedriger Stirn. Desgleichen hätte eine zu diesem Zweck unternommene Statistik ergeben, daß stark akzentuierte Nasen ebenso oft als Zeichen großer Energie wie Schwache gedeutet werden können, da 50 Prozent der darauf untersuchten Perionen ausgesprochene Schwächlinge waren. Hinsichttich der Mund= und Kienbildung ergaben sich ähnliche Verhältnisse. Noch nicht einwal die Hätfte der Personen, die ein sogenanntes drutales Kinn besagen, zeigte eine entsnrechonde Charakterveranlagung. Die sinnliche Reizbarkeit der Leute mit breiten Livven erwies sich im Durchschnitt der Fälle weder als größer noch als kleiner gegenüber jenen mit dünnen Lipven. Physiognomische Charakterdeutungen sind daher nur als unterhaltender Sport zu bewerten. können aber nicht als wissenschaftlich beweiskräftig angesehen werden. * Wallfischjagd für Füchse. In Seward in Alaska ist der berühmte Kavilan Louis Lane mit 40 erlegten Walfischen angekommen. Er bereitet schon wieder einen neuen Jagdzug in die nördlichen Gewässer vor. Dort gibt er ungesähr 200 Inseln mit Fuchssarmen, und das größte Problem der Eigentümer ist die tägliche Frage wo sie für ihre Tiere frisches Fleisch hernehmen sollen. Kavitän Lane hofft, durch erfolgreiche Jagdzüge auf Wale und Seebunde den Fuchsfarmen und damit der Pelzversorgung der ganzen Welt einen groten Dienst erweisen zu können. * Worte Worte Es muß Leute in England geben, die viel Zeit und wenig Sorgen haben. Da bat es jemand unternommen, die Worte zu zählen, die im vergangenen Halbjahr im Oberhaus gesprochen worden sind. An erster Stelle steht Churchill. denn seine Reden enthalten im amtlichen Protokoll nicht weniger als 145 000 Worte und füllen 309 Spalten. Dann kommt Ramley Mac Donald mit 231 und Llond George mit 210 Spalten. Der Premierminister Baldwin hat nur 82 Spalten gefüllt. Zeitungswissenschaft an der Berliner Univerntät. 1 Das Deutsche Institut für Zeitungskunde wiid mit dem kommenden Wintersemester seine Arbeit in bedeutend erweitertem Umfange aufnehmen. Im Rahmen des Lehrauftrages für Geschichte und Systematik des Zeitungswesens liest Dr. Martin Mohr an der Universität Berlin über: Das Nachrichtenwesen im 19. Jahrhundert und in der Gegenwart, und über die Anfänge des Zeitungswesens in ihren Beziebungen zur Struktur der Zeitung der Gegenwart.. Zur Vertiefung dieser Vorlesungen dient das Deutsche Institut für Zeitungskunde als akademisches Seminar. Die dort durch Dr. Mohr und Dr. Emil Dovisat veranstalteten zeitungsgeschichtlichen und publizistischen Uebungen werden im kommenden Wintersemester durch Vortrage führender Persönlichkeiten aus allen Teilen und Arbeitsgebieten der Berliner Presse eine wertvolle Ergänzung erfahren. Die Lehrmittel des Instituts sind durch den Aufkauf wertvoller Zeitungssammlungen und durch große Zeitungen und Firmen des graphischen Gewerbes in umfangreicher Weise bereichert worden. Das Institut wurde im vergangenen Sommerjemester von über 50 Studierenden besucht, die den Aufgaben und Arbeilsmethoden des Instituts entsprechen meist den höheren Semestern angenorten. Gesalschte Schmetterlinge. 2 In Amerika berrscht unter den Schmetterlingssammlern gewaltige Aufregung. Man hat dort eine Fabrik entdeckt, die Schmetterlinge fälschte und damit ein einträgliches Geschäft machte. Die Flügel eines gewöhnlichen Schmetterlings wurden mit einer dunnen Schicht Klebstoff bespritzt, worauf man mittels seinen Pulvers die gewünschten Farben anbrachte. Vor allem wurde an seltenen Exemplaren viel verdient: und man schuf auch die nötigen Spielarten. von denen Mutter Natur keine Ahnung hatte. Verbandelt wurden sie vor allem direkt an Liebhaber. Einer von diesen.— Käufer eines Exemplars mit schwarzen Flügeln. über deren Mitte ein roter Streifen mit prächtigen blauen Flenen lief.— faßte zuletzt Mißtrauen in diese überwältigende Schonheit. Er bolte die Luve und besah sich die Seche unter dem Vergrößerungsglas. Die Folge war, daß heute die amerikanische Polizei diesen Fall. und die Sammler ihre Schmetterlinge jed. angelegentlich untersuchen. * „Der deutsche Michel". ) Es ist nicht leicht zu sagen, woher dieser Spitz name für die Deutschen kommt. Einige wollen ihn von dem Erzengel Michuel herleiten, der zufolge seines Kampfes gegen Luziser von den Deutschen gern zum Schutzvatron in Kampf und Streit gewäblt wurde.„Hie Schwert des Herrn und Sankt Michael, so hieß zum Beisviel nach der Ueberlieferung das Feldgeschrei en der Hunnenschlacht, die Scheffel in seinem„Ekkehard" schildert. Dementsorechend wird dann der Spitzname für Frankreich„Marianne", von der Jungfrau Maria abgeleitet, deren Bild oft auf dem französischen Heerbanner stand. Eine andere Erklarung hält den Spitznamen„Deutscher Michel“ für jüngeren Ursorungs. Danach soll er auf einen Feldhauotmann, vans Michel von Obentraut, zurückzuführen sein, der im Dreißigjährigen Krieg von sich reden machte. Er stand auf der Seite der Gegner des deutschen Kaisers und socht im Dienst der protestantischen Union und unter Mansfeld und wurde schließlich von dem Herzog Johann Ernst von Sachsen=Weimar zum Reiterobersten ernannt. Als solcher kämpfe er gegen Tillv. Als Tillo die Stadt Riendurg an der Weser belagerte, zwang er ihn durch einen kühnen Reiterangriff. die Belagerung aufzugeben. Kurz daraf aber wurde er in einem Gesecht gegen Tillus Hauptmacht durch einen Brustschuß getötet.„Das sind die Rosen, die auf Schlachtieldern wachsen.“ soll er auf seine Wunde deutend vor seinem Tode gesagt haben. Sein Tod ereignete sich am 25. Oktober 1625. sodaß der „Deutsche Michel", wenn diese Erklärung richtig ist, nunmehr auf ein 300jähriges Bestehen zurückblicken könnte. Es ist aber natürlich sehr schwer, für diese Herkunft des Spinznamens Beweise zu erbringen Nun traf sie die Inhaber. Sie hatte Gelegenbeit, noch mündlich ihr Beileid für den kürzlichen Todesfall in jener Familie auszusprechen. Ein Wort gav das andere, sie erhielt eine Schilderung von Krankheit und Sterdeall und hätte es als unschicklich empfunden, sich sofort dier wieder eilig von den Bekannten zu verabschieden. So setzten Ulrike und Dr. Loves langsam ihren Weg fort. Ihm war dieser Zufall nur lied.— Der Weg führte langsam um eine neue Biegung und damit etwas hober. An der Wegbiegung erbob sich eine wundervoll gewachsene Zyoresse. Die Sonne sank. Der blaue Himmel des Tages alitt langsam in das zarte Vergißmeinnichtblau der Dämmerung über. Wundervoll ernst hob sich das tiefdunkle Grün der Zyoresse vom lichtblauen Hintergrund. Rings wuchernder Efeu über alten marmornen Grabplatten. Kletterndes und dichtes Gerank an den knorrigen Stämmen der Dattelvalmen. Ab und zu in den Ecken, auf Beeten, am Rande von Gebüschen die dicken, fleischigen Blatter der verschiedenen Kakteen in ihren bizarren Formen. Sachte verblaßte auch die zierliche rosa Blütenpracht eines Piefferbäumchens zoischen Zypressen, Koniseren, Pinien, Alden und Eukalyrten. Ulrike hemmte unwillkürlich von Schritt und blickte sich um.„Fast möchte ich sagen, daß wir dier wohl am chönsten Puinkt des Friedboses stehen. Stimmt es, Doktor Lovn?“ Er lächelte still. „Sie huben recht. Weniostens ist auch mir diese Stelle die liebste. Nicht nur, weil sie am rubigsten und feierlichsten liegt, sondern auch, weil sie mich die am meisten malerische zu sein dünkt. Seben Sie, von dier haben Sie wieder den Blick aufs Meer dinaus Im nächsten Moment bereute er, ihre Aufmerksamkeit wieder auf das deutsche Schiff gelenkt zu haben, das nun dem Hafen von Barcelona immer näbersteuerte. Deswegen ging er jetzt einige Schritte weiter. „Und hier ist das Erbbegräbnis meiner Familie. Fast vermochte dieses einzig schöne Grabmal die ersten Eindrücke von Ulrike zu versöhnen! Ein schwarzer Marmorsarkophag erhob sich mit wuchtiger Majestät von einem Boskett von Zyoressen ab. Eine Frauengestalt aus köstlichem weißen karrarischen Marmor saß auf einer Ecke des Sarlopbages im Gebet, in Sinnen peksunken. In edlen Linien fiel der Trauerschleier über die Gestalt bis über die Füße hinab. Es war eine wundervolle Sympbonie von sattestem dunklen Grün der Natur, dem schwarzen stumofen Glanz des Marmors und der weißen Frauengestalt Ein großer Künstler hatte das alles entworfen und ausgeführt. Nicht einer der Architekten der andern Gräber, die sich bemübten, in einer moglichst prunkvollen Grabstätte den Reichtum der Familie zu betonen und bervortreten zu lassen. Die Frauengestalt in ihrem schlichten, betenden Schmerz war so edel, so ergreisend in idrer stummen, erbadenen Fassung, daß diese Stätte wahrdaft zum gebeiligten Orte der Trauer wurde. „Hier rubte meine Grotzmutter und eine vorbergehende Elterngeneration, die sehr alt geworden ist. Mein Großvater hat sein Grab in der Katbedrale finden können. Die Gestalt soll meiner Großmutter ähneln. Sie hat einen Sohn im blübenden Alter verloren. Damals in den Kämpfen bei Kuba fiel er als junger Offizer, als uns diese beuchlerischen Vereinigten Staaten von Amerika unsere eineigen Kolonien mitten im tiefsten Frieden entrissen! Man hat den Leichnam später dierher gebracht und beigesetzt!" Nach einer Weile gingen sie weiter. Noch immer klang aus der Entsernung, jetzt etwas tiefer unter idnen, die Unterhaltung zwischen Fräulein Agathe mit ihren Bekannten „Der Schlag hat meine Großmutter gebeugt. Abe: mein Großvater stützte sie in gemeinsamem Schmerz. Doch als mein Großvater starb, hat sie ihn nur einige Monate überlebt. Da fehlte ihr die lebenslange Stütze.“ Und nach einigem Schweigen setzte er hinzu:„Ich war damals ja noch nicht völlig erwachsen. Aber doch dabe ich seitber nie wieder erlebt, daß ein Ehevaar so restlos glücklich ineinander ausging. Niemals wieder habe ich eine derartige seotische Harmonie zwischen Gatten und Frau gesehen, wie hier— „Ja, weil die Liebe gegenseitig war!“ dachte Ulrike. aber sie wagte nicht, es zu äußern,—„weil diese Ede wahrscheinlich unter völliger gegenseitiger Liede geschlossen wurde.“ Sie sann, was sie ihm dierauf erwidern könne, als er stehen blieb und ihr klar ins Gesicht sab:„Donna Ulrike, der Zufall vergönnt mir jetzt einige Momente unter vier Augen mit Ihnen! Gerade bier, an den Stätten, an denen wir unsere Lieben zur Rube betten, ist es mir wieder klar und deutlich zum Bewußtsein gekommen, wie jedes Leben so schal ist ohne Liebe! Ich habe meine Eltern,— gewiß! Aber auch sie werden mich eines Tages verlassen müssen. Ich habe meinen Beruf, den ich sehr liebe. Aber er ist so ernst, so verantwortungsvoll,— daß ich mich nach innerer Befreiung und Erfreuung und Ablenkung sehne. Nicht Ablenkung in den gesellschaftlichen Dingen. Aber— in einer glücklichen Ede!“ Er hielt inne, um nach neuen Worten zu suchen. Und er dankte es ihr, weil sie ihn nicht unterbrach Sie sennen mich ja nur verhältnismätzig kurze Zeit, Vielleicht aber genügt sie Ihnen dennoch, um Ihnen ein Urteil über mich zu geden: über meinen Charakter und mein Wesen. Ich weitz, daß Ihre Art viel schwerer in Entschlüssen ist, sich langsam zu etwas hindurchringt. Aber dann ist sie fest und tief. Nicht drängen möchte ich Sie, Donna Ulrike! Aber was ich Ihnen neulich andeutete, als wir bei Siberas die kurzen Augenblicke allein waren,— das mochte ich heute wiederbolen——“ Wieder machte er eine Pause. aber nicht, um Worte zu suchen, sondern um nach einem befreienden Aufatmen fortzufahren:„Ich kann Ihnen von mir nur sagen, daß Ihnen meine Liebe auf den ersten Blick galt! Damals, als Sie gerade bei dem Marchese angekommen waren und ich Ihnen begegnete, ist mir der Wunsch schon lebendis geworden. Sie näher kennen zu lernen. Sie öfters sehen zu können, um vielleicht— Ihre Hand erobern zu dürsen!— Ich kann nicht hoffen, daß auch bei Ihnen das gleiche geschad. Sie haben sich hier in vollkommen fremde Verhältnisse einzugewöhnen, die spantsche Art ist Ihnen fremd und neuartig, während mir die deutsche Art durch meine Studientahre in Deutschland schon lange vertraut und lieb und wert ist. — Ich kann Ihnen mit gutem Gewissen sagen, daß keine der spanischen Damen hier solchen Eindruck auf mich machte. Vielleicht, weil ich durch die deutschen Verhältnisse gelernt habe, seelisch— intellektuell mehr von einer Frau zu verlangen, als es dier landläusie geschiebt!“ Keines seiner Worte zing ihr verloren. Mit stärtster seelischer Spannung lauschte sie ihm. Eines wurde ihr unter seinen Ausführungen klar: Eine Ablebnung würde ihn aufs tiefste treffen! Es lag eine so unendliche Wärme in seinem Tone, es lag ein so taktvolles, dezentes Werben in seiner Art, daß sie von dem Empfinden erfüllt war, nie durch eine Taktlosigkeit, eine Unzartheit von seiner Seite im Leben verletzt zu werden. Mußte es nicht doch etwas Köstliches sein, sich so in eine starke, uneigennützige Männerliebe einbetten zu dürsen? Würde nicht vielleicht in ihr dann mit der Zeit eine Liebe zu ihm aufwachsen können. um sich ihm seelisch völlig entgegenzuneigen? Durfte sie ihm beute sagen, daß sie innerlich noch nicht völlig rei war, weil die Bitterkeit eines Erlebnisses sie noch überschattete? Als ob er auch dieses Mal ihre Gedanken erraten, schritt er in der Erklärung jetzt auf das zu. was sie eben innerlich erwogen batte:„Ich will nicht immer von mie sprechen. Donna Ulrike! Das wäre ein seelenloser Egolsmus. Aber lassen Sie mich hoffen, daß es mein größter Wunsch ist, auch Sie glücklich machen zu können. Nicht nur, das ich durch Sie glücklich werden möchte Und, wenn Sie sich jetzt selbst prüfen,— werden Sie das Empfinden haben, daß ich Ihnen nicht mebr fremd bin? Datz Ste Zutrauen zu mir haben?“ Er blieb stehen und sah zu ihr berab.„Ja!“ sagte sie freudig und ohne Zögern, denn es quoll ihr aus dem Herzen, wie sie seinen Blick sad. Da ergriff er ihre Hand:„Das ist mir das Köstlichste. Zutrauen ist die Basis der Liebe! Zutrauen und— Achtung! Wenn Sie mir beides zu schenken vermoge, Donna Ulrike.— dann darf ich hoffen, daß Sie mir auch Ihre volle Liebe zuwenden werden! Ich werde sie mir zu erringen suchen.— Und wenn ich Sie öfters von jetzt in meinem Elternhause sehen dürfte, damit wir uns ungezwungener seben,— und Sie sich in unsere ganze Art einzuleben vermögen—? Jeden Wunsch müssen Sie mir äußern, daß ich Ihnen—“ Sie sah ihm immer noch klar in die Augen:„Idre Güte ist unermeßlich,“ sagte sie dann leise und voller Wärme. Ihre Gedanken streiften Werner, und isre Bitterkeit, als er seinen Weg von dem ihren trennte. Eine heißblütige Empfindung trieb sie jetzt, diesem Manne zu danken und sein Leven durchleuchten zu wollen. Gerade als Entgelt für ihre erledte Entfänschung! So legte sie die zweite Hand auf die seinige, die noch immer ihre Rechte hielt. Es lan ein unauesprechliches Vertronen in ihrer Bewegung. „Sie dürfen nicht allein immer davon sorechen, daß Sie sich meine Zuneigung erringen wollen. Don Lovez! Nein, es soll auch mir ein Anliegen werden, mich in ##. einzuleben, mich Idrer Liede würdig zu zeigen, Imse alles abzulauschen,— um Sie— glücklich zu madse— Wenn sie je noch im tiefsten Herzensgrund ein inneres Weh empfunden und zurückgehalten hatte, so daß sie überwinden mußte, so war es jetzt überwunden, als sie in seine Augen sad. Was alles stand in ihrem Leuch ten! Glück. Sonne, Zukunftshoffnungen, Dankbarkeit. eine strablende Liede und Fürsorge—! Er hielt ihre Hand noch in der seinen und wandte dann den Kovf zur Seite. In die Ferne ging sein Blick.— als suche er seelische Weiten,— unermeßliche Wetten, in denen er in Gedanken sein kommendes Glück ausbreiten konnte! Dieses Glück war allen beschwerenden Empfindungen des Erdenlebens entrückt. Es war raumlos. Es war überwältigend und groß.— gleich dem goldig=roten Strahlen der untergebenden Sonne, die noch einmal die Welt rings zu umspannen schienen,— und auf der Erde, auf den blitzenden Flachen des unendlichen Meeres, in den unendlichen Höhen der Wolken und des Hirmamentes sich ihre Widerstrahlung schufen— (Fortsetzung folgt.) Die Meisterschaftsspiele im Ruhrbezirt. Die Meinerschaftsspiele an dierm Sonntag litten unter der Ungunn der Witterung. ne demmten die Leistungen der Mannschaften, die sich mit den Schwierigkeiten des Bodens nicht abfinden konnten. Der Terminkalender stellte folgende Mannschaftspaare gegenüber: die sich trennten: V. s. B. Dortmund— Dortmund 08 2: 2. B. V. Altenessen— Schwarz=Weiß Essen 2:2. Union Gelsentirchen— Arminia Marten 4:0. Bochum 48— Preuten Essen 2: 1. Erle 08— Buer 07 3:1. Die Tabelle hat folgendes Aussehen: wußten auch den Angriff besser zu führen. Das Resultat ist für Altenessen sehr schmeichelhaft. Erle setzte seine Erfolgserie weiter fort und schlugen die Buerleute verdient aus dem Felde. Ein harter Kampf spielte sich auf dem Unionvlatz ab. Ueberraschend kommt die Nieverlage der Preuben in Bochum. Fußball im Reiche. Westdeutschland. 1 4 6:0. 3. Nahr=Bezir!: Meisterschaftsspiele. Essen 2:2. Beeg.=Märk. Bezirk: Meisterschaftssviele. Turn Düsseldorf—. V. s. B. Remscheid 1: 0. Schwarz=Weiß Barmen— Solingen 35(Ges.=Sp.) 0: 3. S. C. Kronenberg— Düsseldorfer S. C. 99 0:7. abgebrochen. Niederrhein=Bezirk: Meisterschaftsspiele. Preußen Krefeld— Duisburger Sv. V. 4:4 B. V. Beeck—'F. V. Duisburg 08 1:3 obgebr Meidericher So. B.— Union Krefeld 3:2. Preußen Duisburg— V. f. L. Krefeld 7: 0. Duisburg 99— Rasensport Mülheim 2: 2. Ahein=Bezirk: Meisterschaftsspiele. Gruppe Süd. Kölner B. C.— Rbenania Köln 1.2. Mulheimer So. V.— Viktoria Köln 2:2. #v. Va. Köln=Sülz— Koblenz 1900 10: 2. Bonner F. V.— Tura Bonn 1:0. C. f. R. Köln— V. f. R. Köln 2: 2. Gruppe West. V. s. B. Aachen— Sv. V. Düren 3:1. S. V. Gladbach=Lürxiv—. Alemannia Aachen 3:0. Jugend Düren— Rbeydter Sv. V. 1:2. Gestsalen=Bezirk: Meisterschaltsspiele. Greven 09— Union Recklingbausen 1:0 Union Herford— V. s. L. Osnabrück 1:4. Arminia Bielefeld— F. V. 06 Osnabrück 2:1 abgebr. Jestsalia Scherlebeck— Viktoria Recklinghausen 2:2 Endwettsalen=Bezirk: Gesellschaftslpiele. Evortfreunde Siegen— Siegen=Hammer Sv. Vo. 2:4. Dagen 1905— Alemannia Dortmund 3:1. Gessen=Hannover: Meisterschaftslviele. Sport Kassel— Heesen 09 Kassel 4:1. So. V. Kassel— V. s. B. Marburg 1:3. Germania Osterode— Kurbessen Kassel 0.“ Main Bezirk: Meisterschaftsspiel Helvetia Frankfurt— F. S. V. Frankfuck 0: nion Niederrad— Offenbacher Kickers 2: 6. Eintracht Frankfurt— Germania Frankfurt 0 Vittoria Aschaffenburg— Hanau 93 3:5. Bezirk Rheinbeisen=Saar: Pegxee- Reitat rmatia Worms— F. V. Saarbrücken S. V. Mainz 05— S. V. Wiesbaden S. Gmde. Höchst— Sv. Va. Griesheim Borussia Neunkirchen— F. C. Idar 2:2. Norddeutschland. Bezirk Greß=Hamburg: Meisterschaftsspiele. Viktoria Hamburg— Concordia Wandsbeck 3: 3. Weit=Bezirk: Meisterschaftsspiele.„ Union Bremen— St. Pauli Sport Hamburg(Gesellschaftsspiel) 2: 6.„„ Frisia Wilhelmsbaven— Bremer S. V.(Meisterschaftswiel) 2: 4. Eud=Bezirk: Meisterschaftsspiele. Leu Braunschweig— Sport Rot=Weiß Hannover 2:6. Arminia Hannover— Eintracht Braunschweig(Gesellschaftsspiel) 0: 5. V. s. B. Peine— Hannover 96(Gesellschaftssp.) 4: 3. Bezirk Schleswig=Holstein: Meisterschaftslviese. Hobenzollern=Hertba Kiel— Holstein Kiel 2:14. Borussia Gaardeb— Kilia Kiel 1:4. Union=Teutonia Kiel— Eintracht Kiel 9:2. Bezirk Nordwestsachsen: Meisterschaftsspiele, Olompia=Germania Leipzig— T. u. B. Leinzig Wacker Leipzig— V. f. B. Leipzig 3:5. Fortuna Leipzig— Eintracht Leipzig 2:2. Sportfreunde Leipzig— Viktoria Leipzig 6:3. Beziek Ostsachsen: Meisterschaftsspiele. Guts=Muts Dresden— S. Ges. 93 Dresden 3: Brandenburg Dresden— Fußballring Dresden Sv. Vg. Dresden— S C. Dresden 4: 3. Bezirk Mittelsachsen: Meister Sturm Chemnitz—. Chemnitzer B. C.— Bezirk Mittelelbe: Magdeburg=Ost—. Magdeburg=West Saalt=Bezirk: Meisterschaftsspiele. S. V. Halle 98— Wacker Halle 0:1. V. f. L. Halle 96— Borussia Halle 2:1. V. f. L. Merseburg— Sportfreunde Halle 2 Beziek Thüringen: Meisterschaftsspiele. Wacker Gera— V. f. B. Pößneck 7: 0. S. C. Avolda— V. f. B. Rudolstadt 4: V. f. L. 06 Saalfeld— V. f. B. Avolda Sportring Erfurt— S. V. 05 Erfurt 5: Germania Ilmenau— S. C. Erfurt 1: So. Va. Erfuri— 1. S. B. Jena(2 S. C. Weimar— Sv. Vg. 04 Gera(Ge). S. V. Kabla— T. u. B. Werdau(Gel. Vorussia 05 2: 2. 2. 4:1. chaftsspiele. olizei S. V. Cbemnitz 7 v. Vg. Leipzig(Ges.=Spiel) 2. 4: 3 3:2. 8. 3. 1. 3 4. Sviel) 3:2. 1 1. (Gel.= 2. (Gel.= hieben 1900— Sp. V. Göttingen 5. C. Wenlar— Sv. Va. Münden 1: 8. 1 0. Süddeutschland. Bezirk Bavern: Meisterschaftsspiele. „ Munchen 1860— A. S. V. Nürnberg 0 * E. f. R. Fürtb— 1. F. C. Nürnbera( Schwaben Augsburg— Bayern München 4 Bezirk Württemberg=Baden: Meisterschaftsspiele. Stuttgarter Kickers— i. F. C. Pforzbeim 1. 0. 6: 1. Freidurger F. C.— F. C. Birkenseld 9: 1. Karlsruber F. V.— V. f. R. Heilbronn 2 Bihein=Beziek: Meisterschaftsspiele. V. f. R. Mannbeim— T. S. V. Manndeim=WaldV. f. L. Reckarau— S. V. Darmstadt 96 S: 1... Mannheim=Lindenhof 08— S. C. Stuttgart(Ges.= Spiel) 7:2. Erfurt— Gotba 01(Ges.=Spiel) 1 Brandenburg. Abteilung A: Meisterschaftssviele. Hertha Berliner B. C.— Vorwärts Berlin Sviel) 2:3.— 1. F. C. Neukölln—. Alemannia Haselhorst 1: Abteilung B: Meisterschaftsloiele. Spandauer S. C.— Union Oberschöneweide 0 Tennis=Borussia Berlin— Sv. Va. Fürth Spiel) 1:2. Tänderspiele Oesterreich. * Bern. 8. Nov.(Telegr.) Die Ländersviele, die die Schweiz heute gegen Oesterreich in Bern bzw. Zürich austrug. brachten ihr einen vollen Erfolg. Der Hocken=Länderkampf Schweiz— Oesterreich, 1:2. ging zwar knapp verloren, denn die Oesterreicher zeigten doch die bessere Spielkultur und vermochten die schweizerische Abwehr in jeder Halbzeit einmal zu schlagen. während die Schweizer nur bei einem Durchbruch in der zweiten Halbzeit zu einem Erfolge kamen, dafür brachte der Fußball=Länverkaum Schweiz— Oesterreich, 2: 0. einen beachtlichen Sieg. der umso höher zu veranschlagen ist, weil die Schweizer statt Pache, dessen FührerQualitäten auf dem Mittelläuserposten von großem Vorteil gewesen wären. Matzinger=Chaux=de=Fonds wvielen lassen mußten und außerdem einen weiteren Ersatzmann in ihren Reihen hatten. Das Sviel wurde von den Eidgenossen mit großem Eifer ausgenommen, ohne daß die Mannschaft die bei derartigen groben Kämpfen übliche Nervosität gezeigt hätte. Die Oesterreicher bewiesen zwar von vorneherein ihre besseren Fähigkeiten in technischerdinsicht, doch waren die Schweizer im Sturm bedeutenddurchschlagskräftiger. sodaß man schon nach den Leistungen der ersten Halbzeit auf ihren Sieg rechnen konnte. Nach Ablauf der ersten Hälfte, die noch ziemlich ausgeglichen war. stellten sich dann in der zweiten Halbzeit auch die Erfolge ein. Der schweizerische Sturm lief zur Höchstform au und wurde von der Lauferreihe immer wieder nann vorn geworsen. und endlich sielen auch durch Abeaglen und Pasello wwei Tere. die die Oesterreicher nicht mehr aufbolen konnten. Durch diesen Sieg in einem Soiele, das trot mäßigen Bodenbeschaffenheit von beiden Seiten sehr gute Leistungen brachte, rehabilitierte sich die Schweiz für die beiden eklatanten Niederlagen, die sie von unseren Hockenund Fußball=Mannschaften mit 4:1 und 4:0 vor kurzenerlitt. Handball. Westfalia 1— Arminia Marken 1 3:1. Nach der hohen Niederlage gegen die Schupo am vergangenen Sonntag holten die Westfalen gestern nach überlegenem Spiel eine beachtenswertes 3:1= Resultat heraus. Tv. Herne=Böde— Turnvereinigung 1873 7:0. Die junge Mannschaft der Turnvereinigung mußte bei schlechtem Platz und noch schlechteren Witterungsverhältnissen eine 7:0-Niederlage hinnehmen. Tv. 1863 Recklinghausen— T, C. Herne ausges. Internationale Schachwettkämpfe in Moskau. Zu den am 10. November beginnenden internationalen Wettkämpfen sind bereits in Moskau eingetroffen: Emanuel Lasker, Josee Capablanca, Frank, Marshal, Rubinstein, Tartakower, Reti Spielmann, Grünfeld, der Mexikaner Torre und der russische Meister Bogoljudoff. Der deutsche Meister Sämisch und der Engländer VDates werden in den nächsten Tagen erwartet. Im ganzen werden elf Ausländer und elf Russen um die Preise, für die 3500 Dollar angesetzt sind, spielen. Leichtathletik. Houben startet in Amerika. Wie wir von Houven erfahren, leistet er einer Einladung der amerikanischen Sportbehörde in aller Kürze Folge und fährt nach Amerika. Die Abreise des deutschen Sprinters erfolgt in den ersten Januartagen von Hamburg aus mit dem Dampfer„Deutschland“. Houbens erster Start wird bereits am 4. Februar in Neuyork erfolgen. Jenseits des großen Teiches wird Houben bei einer ganzen Anzahl großer sportlicher Veranstaltungen am Start erscheinen. Die besten Sprinker der neuen Welt werden hierbei mit Houben zusammentreffen. Zu Houdens Mitbewerbern gehören selbstverständlich auch die in Deutschland im letzten Jahre von dem Krefelder mehrfach bezwungenen Kurzstreckenmeister Paddock und Murchison. Auf das Abschneiden unseres deutschen Kurzstreckenmeisters wird man allseitig gespannt sein dürfen. Da die Ankunft Houdens in Amerika einige Zeit vor seinem ersten Start in Neuyork erfolgen wird, so wird dieser noch eine gewisse Zeit zur Verfügung haben, um sich durch ein planmäßiges Training auf die sportlichen Veranstaltungen vorbereiten zu können, was zweifellos notwendig sein wird, da Houbens große Gegner in Amerika auf Revanche drennen. Houbens augenblickliche Form ist ausgezeichnet, da er eifrig dem Training obliegt. Es ist daher zu hoffen, daß der Meister die deutschen Farben bei seinen Starks in Amerika würdig vertreten wird. Michstört nicht der lästige Husten! Ich habe EUTOLBONBONS Preis nur 60 Pfg. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 2 Abs. 26 der W.O. für die Provinziallandtagswahl habe ich folgende Wahlderechtigke der Provinz als Mitglieder des gemäß§ 7 Jiff.= W. O. zu bildenden Wahlausschusses berufen und zwar als Beisitzer: Herrn Brandmeister Heinrich Beckmann, Dortmund, Bochumerstraße 33, Herrn Mat.-Verwalter Friedrich Stock, Dortmund, Dorstselderhellweg 135, Herrn Kreisschulrat Ludwig Osthushenrich, Dortmund, Ardeystraße 23, Herrn Atquisiteur Paul Bodbert, Dortmund, Bleichmärschstraße 13; als Stellvertreter: Herrn Geschäftsführer Robert Umbreit, Dortmund, Kielstraße 5, Herrn Rektor Bücker, Dortmund, Schwarzebrüderstraße 23. 4 Herrn Geschäftsführer Otto Plöger, Dortmund, Hohestraße 321, Herrn Maurer Paul Reimer, Dortmund, Herderstr. 20. Dortmund, den 30. Oktober 1925. Der Provinzialwahlleiter: Eichhoff Konkursverfahren. Ueber das Vermögen des Schreinermeisters Wilhelm Lichtenberg in Herne, Bochumerstraße 79, ist am 4. November 1925, nachmittags 6 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Verwalter: Rechtsanwalt Schultz in Herne. Anmeldefrist der Konkursforderungen bis zum 27. November 1925. Erste Gläudigerversammlung und Allgemeiner fungstermin am 3. Dezember 1925, vormittags 10 Uhr. Offener Arrest mit Anzeigepflicht: Bis zum 27. November 1925. Die Termine werden abgehalten auf Zimmer Herne, den 4. November 1925. 28205 Das Amtsgericht. Boxen. Goddard— Scott verschoben. Am 16. November sollte in London das Treffen um die englische Schwergewichtsmeisterschaft im Boxen zwischen Frank Goddard und Phil Scokt vor sich geben. Da sich die Parteien aber über die finanziellen Bedingungen nicht einigen konnten, wurde der Kampf vorläufig abgesagt. Rund um den Sport. In Cleveland(Amerita) stellte d. Deutschamerikaner Krüger im 200-Meter-Rückenschwimmen mit 2,43 Minuten einen neuen Weltrekord auf. Den alten Rekord hält der Ungar Bitzkey mit 2,48 Minuten. Das in Krakau stattgefundene Länder=Fußballtrefsen Polen gegen Schweden gewannen die Schweden verdient mit 6:2. Briefkasten. Schreibfehler: Sie haben recht, es muß selbstverständlich heißen: Es wird gebeten, sich bei dienstlichen Gesprächen kurz zu fassen. S Unsere heutige Auflage enthält eine Beilage der Firma Heinrich Heiland, Herne, Bahnhofstraße 3a, worauf wir unsere verehrl. Leser aufmerksam machen. In unser Handetsregister ist folgendes eingetragen worden: 28215—28250 I. Abteilung A. a) Am 31. Oktober 1925 bei der unter Nr. 313 des Registers eingetragenen Firma Alfred Dader, Kommanditgesellschaft in Herne: Die Firma lautet setzt:„Alfred Daber“, Inh.: Ehefrau Edmund Schmitz, Elli geb. Zimmermann In Herne. Dem bisherigen Gesellschafter Edmund Schmitz ist Prokura erkeilt. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Der Uebergang der in dem Betriebe des Geschäfts begründeten Aktiven und Dasstven ist bei dem Erwerbe des Geschäfts durch die Ehefrau Schmitz ausgeschlossen. b) Am 28. Oktober 1925 bei der unter Nr. 513 de Registers eingetragenen Firma Kartoffel- und Landesprodukten- Großhandlung Hermann Feld mann In Herne: Die Firma ist erloschen. c) Am 30. Oktober 1925 bei der unter Nr. 553 des Registers eingetragenen Firma Borostedt& Päsler. Bergwerks- und Hüttenartikel. Adbruchunternehmung, Kommanditgeseltschaft Herne: Die Firma ist erloschen. II. Abteilung a) Am 31. Oktober 1925 bei der unter Nr. 79 des Registers eingetragenen Firma Schiffahrts- und Handelsgesellschaft Emil Siegmund, Herne: Die Vertretungsbefugnis des Liquidators ist beendet, die Firma ist erloschen. 6) Am 31. Oktober 1925 bei der unter Nr. 81 des Registers eingetragenen Firma Siegmund& Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Herne: Die Vertretungsbefugnis des Liquidators ist de endet, die Firma ist erloschen. Herne, den 31. Oktober 1925. Das Amtsgericht. Brauner Ring. Zweite Vormietevorstellung. Montag, den 16. November 8—10 Uhr Grillparser: 28275 Traum ein Leben Achtung! 28285 Peter Müller, Marienstr. 11 liefert Sohlen und Absätze in jeder Qualität, Machart, Verarbettung und Preislage genau so gut und billig wie jedes andere Unternehmen, unter Verwendung von nur bestem Material. Fachgemäße Handarbeit. Fussbekleidungswerkstatt Peter Müller. erne, Marienstrasse 11. Nichtig für Wiederverkäuter Sie vergrößern Ihren Umsatz ganz bedeutend. Mit geringen Beträgen können Sie sich aus meinem Engros-Lager, da ich jedes Quantum abgebe. Ihr Lager sortieren. Doorgang Herne. Bahnhofstrasse Kurz-, Weiß-, Woll-, Baumwollwaren-Großhandlung. Priseur-Artikel 26600 Grosse separate Verkaufsräume Grüßtes Lagros-beschätt der Jns egend westfäl. Kraftfahrzeug-Industrie herne I. Wess. G. m. b. H. Steinmetzsr. 1. Fernruf 1105. Bereifungen aller Art. Tankstelle Gellager. Anfertigung von Ersatzteilen. Erstklassiger Reparaturbetrieb für Kraftiobrzeuge oller Sulleme. zieber und ein Herreupaletot (wenig getragen) billig zu verk. Zu erfragen i. Herner Anzeiger. 5007a Wenig gebrauchter, ind guterhaltener preistr. abzugeb. Herne Heinrichstr. 10, II. Suche Stelle als Reizevertreter b. einer eingeführten Firma. Offert. unt. K. N. 553 an den Herner Anzeiger Junge Hühner, beste Legerasse und alles zur Geflügelhaltung Rötige lief Geflügelhof in Mer gentheim K 17. Katalog frei Anfertigung seiner 38870 Herren-Garderobe nach Mab Ferdinand Wegat, Perne, Mont=Cenisstraße 22. Tüchtige Technikum Lemgo Höhere techn. Lehranstalt(Lippe) Ingenieure, Technik er, Werkmstr. Staatskommissar. Programm frei Für meine Gudfrucht=Großhandlung suche ich fleißige rührige Vertreter die in Südfrucht= und Feinkostgeschäften nachweislich gut eingeführt sind, gegen hohe Provision. Zuschriften mit Angabe hiesiger Referenzen an 4985a Max W. C. Becker Südfruchtgroßhandlung Hamburg 8. Hüxter 15 Wir suchen für unsere Abteilung Hnaben-Konicktion eine füchiige Verkäuferin (Chr.) Erforderlich sind: Gründliche Fachkenntnisse, Fleiss und freundliches Wesen. Eintritt nach Uebereinkunft.— Ausfuhrliche Bewerbungen erbeten unt. J. M. 532 an den Herner Anzeiger. Verkäuferinnen aus der Kolonial= und Delikateßbranche mit nur besten Zeugnissen gesucht. Desgleichen einige Lehrmädchen aus gutem Hanse. Romann, Bahnhofstr. 8a. 2838 2000 Mark Belohnung! Wertvoller Brillantring verloren! Obige Belohnung zahlt der Unterzeichnete dem Wiederbringer seines Brillantringes, der am 31. Oktober in der Kukirol=Fabrik verloren wurde. Der Brillantring muß bei Entnahme einer Probe Kukirol= Fußbad in eine Abfüllmaschine geraten sein. Der Verlust wurde erst demerkt, nachdem die betreffende Partie bereits den Gang in die Expedition angetreten datte und hier in sogenannte Kurpackungen (siehe unten) gepackt worden war. Es wäre aussichtslos gewesen, das Verluststück aus einer der vielen tausend Kurpackungen, von denen bei dem regen Betriebe sogar ein Teil schon die Fabrik verlassen hatte, wieder herauszufinden. Ich verlasse mich deshalb auf die Ehrlichkeit des Finders und die Tatsache, daß der Wert des Ringes geringer ist als die ausgesegzte Belohnung von 2000 Mark. Für mich aber hat der Ring einen hohen Andenken=Wert. Der ehrliche Finder wird freundlichst gebeten, mir sofort in einem als„Privat“ bezeichneten Brief Nachricht zu geben. Es wird dann ein Bevollmächtigter von mir erscheinen, die 2000 Mark überbringen und den Ring in Empfang nehmen Eine Kukirol=Kurpackung enthält: Packung Kukirol=Hüdnergugen=Pflaster, 1 Packung Kukirol=Fußbad und 1 Blechstreudose Kukirol=Streupuder, kostet 2 Mark und ist in allen Apotheken und Fachdrogerien erhältlich.— Der Brillantring befindet sich, wie schon oben erwähnt, in einer Kukirol=Kurpackung, und ich bitte, nachdem das Kukirol=Fußbad in Wasser aufgelöst wurde, gut aufzupassen damit der Ring nicht beschädigt wird. Kurt Krisp, Indaber der Rukirol=Fabrik, Gr.=Salze bei Magdeburg. Metallbetten Stahimatratzen, Hinderbetten gunstig an Private. Katalog 1288 frei. Hsenmöbellabrik Sahl(Thür.). Ein in Hausarbeiten erfahrenes Mädchen für vormittags gesucht. Vorzustellen zwisch. 12—3 Uhr. Frau Bergassesser Bertram, Haus Strünkede, zegenüber Schloß Strunkede. 4991a VIVV Einfach., sauberes möbl. Zimmer mit 2 Betten an 2 solide junge Leute sofort zu vermiet., Nähe Baums Fabrik. Zu erfr. im Herner Anzeiger. (1323c) Einsach möbliertes Zimmer a. Schlafft., m. od. v. Kost, an 1—2 Herren od. Damen zu verm. 13240 Rottbruchstraße 53, 1. Stage, linke. Pferdestall mit 2 Pferden und Wagen zu verk Grenzweg 37. (13216) Guat moblierte# Zimmer an anständ. Herrn oder Dame für sofort oder später zu vermieten Strünkederstr. 8. ladenlokol mit Zimmer sofort zu vermieten. Zu erfragen im Herner Anzeiger. 13286 bat möbl. Wobs. und Schlatzimmer sofort oder später zu vermiet, evtl. an 2 Herren od. Damen. Zu erfr. I. Herner Anteiser. 13188 Aus dem Stadtkreise Herne, Herne, den 9. November 1925. Ein beachtenswerter Erlaß des Polizeipräsidenten. der Polizetpräsident schrelbt uns: le ungemein beklagenswerten, fast täglichen Zusammenstöße zwischen Angehörigen der Rechts- und Kinks-Organisationen erfordern im Interesse der Aufkechterhaltung der Ruhe, Sicherheit und Ordnung eine entschiedene Bekämpfung. Ich bin entschlossen, alle KRaßnahmen anzuwenden, um diesem Zustande ein Ende zu machen. Ich habe infolgedessen die mir unterstellten PolizelOrgane erneut angewiesen, bei politischen Zusammenstößen rücksichtslos einzuschreiten und die Täter ins Polizeigewahrsam einzuliefern. Die mir zustehenden Strafdefugnisse werde ich bis zur Höchstgrenze ausnutzen. Das sogenannte„Stockverbot“ wird sofort durchgeführt. Ich weise noch besonders darauf hin, daß durch die Oberprästdialverordnung vom 8. Juni 1901 das Tragen von Gummiknüppeln und anderer gefährlicher Werkzeuge unter Androhung von Strafen verboten ist. Auch diese Verordnung wird energisch durchgeführt werden. Aus verkehrspollzeilichen Gründen wird künftig eine Reibe von Hauptverkehrsstraßen für Umzüge gesperrt werden müssen. Eine Verfügung, welche Umzüge nach Einkehr der Dunkelheit verbietet, wird in den nächsten Tagen ergehen. Es wird meine Sorge sein, daß das Einschreiten der Polizeiorganc völlig unparteiisch erfolgt. Ich richte an alle Organisationen, Parteien, Eltern und Erzieher die dringende Bitte und ernste Mahnung, ihrerseits mitzuhelfen, daß besonders unsere Jugend nicht dem politischen Raufboldentum verfältt. In der Republik soll jeder Volksgenosse, ohne Unterschied seiner politischen und weltanschaulichen Auffassung, sich frei und unbehindert bewegen können, sofern er Rechk und Gesetz achtet. „* Neues Schnellbahnprojekt Dortmund=Köln? In der leßzten Zeit sind die Meinungen in dem Streit über die Schnellbahnfrage des öfteren heftig auseinander geplatzt, und von allen Seiten sind die Für und Wider eingehend in der Presse besprochen worden. Die Regierungsstellen hatten bisher eine gewisse Reserve beobachtet, die nun durch eine inoffizielle Aeußerung eines Regierungsverkrekers in etwa durchbrochen zu sein scheint. Danach soll die Regierung erwogen haben, den maßgebenden Kreisen die Anregung zu geben, der Reichseisenbahn die Ausführung des Planes zu übertragen. Die Regierung und die Wirtschaftspolitiker des Ruhrgebiets stehen auf dem Standpunkt, daß gerade das Ruhrgeblet vor seiner größten Umwälzung steht. Die Stillegung der Randzechen im Süden und das Vordringen der Industrie im Norden des Ruhrgediets hat schon jetzt sich sehr deutlich gezeigt, es ist nach allem anzunehmen, daß in den nächsten Jahrzehnten eine starke Verschiebung der Bevölkerung nach Norden stattfinden wird, sodaß der Frage eines geregelten Nord-Südverkehrs das größle ugenmerk zuzuwenden wäre. Die Regierung ist nach dem Duisd. Gen.=Anz. der Meinung, daß diese Frage, die Regelung des Verkehrs zwischen den einzelnen Städten, die Ausgabe der einzelnen Körperschaften bezw. der Stödte sel. Die Reichsbahn aber habe nur für die großen Jubringerlinien von Westen nach Osten zu sorgen. Die Regierung sei ferner der Ansicht, daß eine baldige Inangriffnahme des Planes nicht mehr zu empfehlen sei, da die Hauptverkehrsstraße im Nuhrgebiek dis jetzt noch nicht einwandfrei festzustellen sei und man schließlich später genötigt wäre, Umänderungen vorzunehmen. Das erste Ersordernis ader für die Durchführung des großen Prosektes müsse die enge Zusammenarbelt zwischen dem Ruhrsiedtungsverband, der Studlengesellschaft für die Schnellbahn und der Industrie bleiden. Anzustreben sei die Konzessionsverlängerung, damit der Weg nicht gesperrt werde. Es ist nicht zu leugnen, daß wir einer großen Umstellung in der Bevölkerungsdichte entgegengehen, da vor allem die arbeitende Masse dem Vordringen des Kohlenbergbaues nach Norden folgt. Jedoch wird die Zurückstellung des Planes, wenn eine solche tatsächlich geplant sein sollte, allenthalben lebaft bedauert werden. das Stück in Nebengestalten aufweist, war durchweg so gleichwerkig ausgespielt, daß man sich scheut, Einzelne herauszugreifen. Auch die Bühnen- und Kostümgestaltung von Walter Th. Moeller konnte bei den vorhandenen Mitteln vollauf befriedigen, ohne durch Aufdringlichkeit der Tönung die kraumhafte Unwirklichkeit vergessen zu machen. Seldst die begleitende und einführende Musik von Marschall, sonst leicht eine Achillesverse, fügte sich gerade durch die starke Zurückhaltung feinfühlig ein. Höchst beachtenswert war auch die Beleuchtung, die ihre Mittel in vornehmer Unterstreichung künstlerisch beherrschte. So konnte man den seltenen Genuß einer fast schlackenlosen Darstellung auch einmal in Herne haben. Wenn man doch noch etwas tadeln soll, so bekrifft es das Publikum, erstens die, welche ausgeblieden waren und sich selbst geschädigt haben, dann auch die Erschienenen, die noch lernen müssen, daß bei solcher Kunst und solchem Stück Lautlosigkeit der schönste und liefste Beifall ist. * Goldene Hochzeit. Die Eheleute Karl Hugendiek und Frau Luise, geb. Bömmer, Josefinenstraße 12, feiern heute das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Das 3 Fest ihrer goldenen Hochzeit. sich in weitesten Kreisen der größten Beliebtheit. Wir wünschen dem glücklichen Paare, das seit langen Jahren kreua Städtische Theatergastspiele. Stadttheater Recklinghausen: Hanneles Himmelfahrk. Die Theoretiker und Problematiker haben sich des Stücks lange bemächtigt. Man prüste es streng, ob es mit dem Dogma des dramatischen Naturalismus noch in Einklang zu bringen sei. Dem Stück hat zum Glück nicht geschadet: ob folgerichtig im Sinne eeiner Theorie oder nicht, es bleibt einer der ergreisendsten Bühnendichtungen Hauptmanns. Was kümmert den Unbefangenen alle Theorie? Hier spürt er dichterische Elgenkraft, die den Stoff nimmt, wie er ist, und Ihn gestaltet nach seinen Gesetzen. Mag meinetwegen der Dichter dieses Ideal vom Gesetze des naturalistischen Drama abgefallen sein oder nur zur Gewinnung einer verseinerten, seelischen Handlungsebene die roben Naturalismen in die Traumwelt verflüchtet und dadurch gemildert haben, ohne es eigentlich zu wollen, was liegt daran, wenn ich auf das allein Entscheldende, auf die dramatische Wirkung sehe? Und die steckt darln, wie in wenigen. Dies künstlerisch geformte Menschenschicksal schlägt mit elementarer Wucht nieder, reißt wieder empor und läßt bei aller Erschütterung dem Suchen nach Versöhnung und Beruhigung eine Eingangspforte: zerschmetternd und erhebend, ohne zu vernichten. So bietet dies Stück ein wirksam dramatisch Instrument dem, der es zu meistern versteht. Und Hut #— die Rechlingbäuser versteben etwas. Diese Auführung gehört mit zu dem Besten, ist vielleicht das lEnstlerischste, was man bislang auf der Bühne in Berne sehen konnte. Die Regie von Okto Lußz hatte die plastischen Möglichkelten der Dichtung, man kann fast sagen restlos herausgesormt. Was da noch an tdealer Einheit fehlte, llegt an dem Stück selbst, das mit der Verschmelzung von konkreiem Geschehen mit caum= und dinglosem Traum eigentlich Unn4verlangk. Und die perade lese Nicht äinder dn Goionung err gesamten Ro Von den Darstellern kann man elgentlich nur insge samt das Beste sagen. Es gab höchstens Rüancen. Maja Punessen in der Titelrolle gestaltete das pbostsche und seelische Erlednts zu hinreißender Wirklichteit, sie konnte das erreichen, was dem Dichter als deelles Bild seiner Hannele vorgeschwebt hat. Was Anmögliches und on Ausnutzung der Büdnenmittel war e in den schwierigsten Traumgestaltungen für Bühne schlechthin musterhaft und meisterhaft. minder die Abtönung des gesamten Rollenspiels. * Die Besichtigungsreise des preuß. Staatsrats ist am Samstag vormittag mit der Bereisung des Destes Recklinghausen beendet worden. Die Mitglieder des Staatsrats fuhren in den Mittagsstunden nach Bochum zurück und von da aus noch am gleichen Nachmittag nach Berlin, wo im Laufe des heutigen Tages das Gulachten zusammengesteltt werden soll. Die Oberbürgermeister der an den Eingemeindungen interessierten Städte sind in ihrer Mehrheit ebenfalls nach Be#lin gereist, um dort bei den im Laufe der Verhandlungen sich etwa ergebenden Rückfragen zur Stelle zu sein. Als Vertreter der Stadt Herne wellt Bürgermeister Dr. Sudkamp seit gestern in Berlin. * Fabrikank Eduard Geßmann f. Wieder hat der Tod eine empfindliche Lücke gerissen. Eduard Geßmann, der Gründer der weit über die Grenzen von Herne und des Industriebezirkes hinaus bekannken Drahtseilfabrik gleichen Namens, hal seine Augen zum letzten Schlummer geschlossen. Vor mehr als 50 Jahren hak er in dem damals kleinen Herner Dorse Anker geworfen und sein Unternehmen durch Wagemut und eisernen Fleiß, gepaart mit kaufmännischem Weitblick, zu einem der bedeutendsten seiner Branche gestaltet. Alltäglich sah man den alten Herrn, ob Winter oder Sommer, unentwegt mit der Regelmäßigkeit einer Uhr seiner Tätigkeit nachgehen. Er kannte nur eins, die Arbeit, die sein liebster und steter Begleiter war. Längst hatte er die 700 überschritten, als er die Leitung seines Unternehmens in die Hände seines Sohnes legte. Aber auch dann noch dlieb er der Alte, und solange es seine allmählich abnehmenden Kräfte gestatteten, sah man ihn immer seinen gewohnken Gang zu seiner Fabrik gehen, bis endlich ein Schlaganfall den rastlos Tätigen vor etwa ! W o c h e n a u f s K r a n k e n l a g e r w a r f, v o n d e m e r s i c h nicht mehr erheben sollte. Jetzt hat der Tod seinem arbeitsreichen Leben ein Ziel gesetzt. Eduard Geßman ist nicht mehr, sein Werk ober wird fortleben und weiterwachsen, er selbst späteren Geschlechtern ein leuchtendes Vorbild sein für treue Pflichterfüllung und rastloses Schaffen zum Wohle des Ganzen. R. i. P. * Requiem von Verdi. Am kommenden Freitag wird der städt. Chor mit ersten Solisten Verdi's Requiem zur Aufführung bringen. Die Eintrittspreise sind trotz der hohen Unkosten, die bei diesem Konzert entstehen, auf 3, 2, 1, 0.50 und 0,.25 M. festgesetzt. Karten sind ab Mittwoch in den Vorverkaufsstellen: Buchhandlungen Schulte-Kortnack, Volkszeitung, Sander, Bahnhofstraße, und im Zigarrenhaus A. Köhler, Schaeferstraße, zu haben. * Verdingung. Bei der Veröffentlichung des Ergebnisses der Sudmission der Installationsarbeiten für den Erweiterungsbau des Lyzeums wird uns von der Fa. Huhn hierseldst mitgeleilt, daß ihr Angedot nicht auf 9492,87 Mk. gelautet habe, sondern auf 8492,87 Mk. Bei dieser Gelegenheit sei auch das Ergebnis der Submission der Klempnerarbeiten für denselben Bau mitgekeilt. Es haben geforderl: Henrichs 3264,17 Mk., Huhn 3570,25, Potthast 3850.30, Köhlhoff 3660,22, Kümpel 3701,44, Etlichsen 3702.13, Bürgerl. Baudütte 3794,88, Schewe 4133.11, Niermann 4210,52 Mark. Den Zuschlag erhielt die Fa. Huhn. * S t a d t t h e a k e r B o c h u m. Die Vorstellung für den weißen Ring, Beethovens „Fidelio“ bleibt, wie der neue Wochenspielplan des Stadttheakers Bochum zeigt, Mittwoch, den 11. Otloder bestehen, dagegen ist die Vorstellung des braunen Ringes, Grillparzers„Traum ein Leben“, auf verschiedene dringende Wünsche hin auf Montag, den 16. November verlegt worden. Die Theaterleitung bemüht sich, die kulturellen Veranstaltungen in den einzeinen Orten möglichst zu berücksichtigen, kann selbstverständlich nicht immer allen Wünschen nachkommen, da zuviel verschiedenster Fragen bei der Festsetzung des Spielplanes beachtet sein wollen. Die Vorstellung für den gelben Ring folgt Donnerstag, den 19. Gegeben wird George Bizeks Oper„Carmen“. * Landw. Hopotheken der Rentenbank-Kreditanstalt. Die Direktion der Landesbank teilt uns mit: Aus der ersten Auslandsanleihe der Renkenbank-Kreditanstalt ist der Landesbank und den Sparkassen eine erste Rate zur Verfügung gestellk. Ankräge auf Bewilligung solcher Hypotheken sind an die nächste Sparkasse zu richten. Es dandelt sich nur um Hypothehen für die Land wirkschaft. Anträge an die Spartasse der Stadt Herne sind dader zwecklos, da Herne bei der Zuteilung mit Rucksicht darauf, daß hier keine nennenswerken landwirtschaftlichen Betriebe sind, ausgeschaltet wurde. Das Jubelpaar erfreut Herner Bürgerschaft der zünschen dem glücklichen Daare, das seit langen Jahren treuer Bezieher des Herner Anzeigers ist, noch einen langen, friedlichen Lebensabend in voller geistiger und körperlicher Frische. * Stenographenverein„Gabelsberger“(1894) Herne. Obiger Verein veranstaltete am Donnerstag, den 29. Oktober, sein erstes diesjähriges Vereinswettschreiben. Die Leitung übernahm der Unterrichtsleiter, Herr Lehrer Peters. Folgende Damen und Herren konnten mit einem Preise gekrönt werden: in 60 Silden: Frl. Cugier, Herr W. Haferkamp; In 80 Silben: Frl. L. Bunke, H. Paulsberger, G. Smolker, L. Frank; Herr A. Desker, O. Cremer, H. Fugmann, F. Born, O. Mehrlein; in 100 Silben: Frl. A. Schweden, K. Kaschewitz; in 140 Silben: Frl. Ch. Strieberg, A. Zukoster, Herr H. Born, F. Becker; in 180 Silden: Frl. M. Bleckmann, M. Cugier, F. Dalkner. Allen Preisträgerinnen und Preiskrägern herzl. Glückwunsch und ein kräftiges„Schrift Heil“! * Operektenthealer Dir. Hans Schneider. Auf die heute stattfindende letzte Wiederholung der schönen Operekte„Der letzte Walzer" als Volksvorstellung mit den Einheitspreisen von 0,50 und 1,00 M. und dem bekannten Bochumer Tenor Wild Norris als Gast sei auch an dieser Stelle nochmals besonders hingewiesen. Morgen, Dienslag, geht ebenfalls zum letzten Male das schöne Meyer-Förstersche Schauspiel „Alt-Heldeiderg“ in Szene. Mittwoch bleibt das Theater geschlossen. Aus der Umgegend. Wanne, 6. Nov.(Massenkündigung.) Auf der Zeche„Unser Fritz“ werden zum 1. Dezember rund 1000 Bergarbeiter entlassen. Auch die Entlassung von Beamten und Angestellten wird sich nicht vermeiden lassen. Die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse scheinen die Verwaltung zu diesem Schrikte veranlaßt zu haben. Ob es der Verwaltung gelingen wird, die enklassenen Bergleute in anderen Bekrieben unterzubringen, scheint jedoch sehr fraglch. 1. Städtisches Musitfest in Recklinghausen. Die Stadt Recklinghausen veranstaltet in der Zeit vom 21. bis 30. November aus Anlaß der Einweihung des neuen, größten Ansprüchen an Fassungsvermögen und Ausstattung genügenden, städtischen Saalbaues und des fünfzigjährigen Jubelfestes ihres größten und besten Männergesangvereins„Eintracht“ ein viertägiges Musikfest großen Stiles. Die musikalische Leitung at der städtische Musikdirektor Franz Plantenberg. Nach einem am 21. November voraufgehenden geschlossenen Festakt der städtischen Körperschaften findet am 23. November das erste Festkonzert statt, das ausgefüllt ist mit Werken von Bach, Brahms und Reger. Am 24. November folgt das eigentliche Judelkonzerk der Eintracht, das Werke von Cornelius, Hiller und Bruckner dringt. Der dritte und vierte Tag bilden den Höhepunkt der Veranstaltung und sind ganz dem Geiste Beetvovens geweiht. Jur Aufführung gelangt die Neunte Sinsonie am 25. November als Volkskonzert zu verbilligten Eintrittspreisen und am 30. Novemder als Haupt- und Schlußkonzert. Zu allen Konzerken sind die städtischen Orchester der Nachbarstädte Bochum und Essen sowie eine Anzahl hervorragender Solisten verpflichtet. Der Chor umfaßt 500 Sänger. Eine besondere Note erhält die Veranstaltung durch die Wiedergabe der im Programm enthaltenen Orgelwerke von Bach, Brahms und Reger auf der neuen, 71 Register umfassenden Orgel im Saalbau, die von der Firma Walker, Ludwigsburg gebauk wurde. Auskunfk und Karken durch das städt. Verbehrsamt. Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Hamm. Af— Anmeldefrist. Wi— Wahltermin; Prit— Prüsungstermin; OffA— Offener Arrest mit Anmeldefrist; GIV= Gläubigerversammlung; Valz= Vergleichdtermin. Recklinghausen: Müller Anton Schülken, Oberwiese, OffA u. Af 19. 11., Prft 25. 11. Rechlinghausen: Fanny Friedmann, in Fa. M. Friedmann. OffA u. Af 19. 11., Prst 25. 11. Bochum: Schreibwarengroßhandlung Heinrich Varenhorst. Af u. Ofs21 12. 12., Prft 20. 11. Buer: Kfm. Johann Hildebrandt, GlB 14. 11., Prft 28. 11 Castrop: Uhrmacher Hugo Israel, Af 6. 11., G1V und Prst 17. 11. Essen: Kfm. Gustav Rieck, Af 26. 11., G/V 20. 11., Prft 4. 12. Hagen: Fabrikanl Robers Barenberg, Af 26. 11., Prft 17. 12. Gülersloh: Holter Eisenhütte Dr. Harald Tenge, Schloß Holte, und Gesellschafter: A. E. Grotzkopf u. Kfm. Harald Tenge, Af 17. 12., Peft desgl. Herne: Bäcker= und Konditor-Eink.=Gen. für Herne, Af 13. 11., Wi u. Prft 20. 11. Padervorn: Westf. Kredit= und Versandhaus, Inh Markin Bär. Af 1. 12., Prft 18. 12 Unna: Specht& Schumacher, Af 10. 12., G1B 21. 12., Prst 17. 12. Briton: Göpsert u. Co., G/B 17. 11. Gladbeck: Gedr. S. u. M. Hermann, KVers. aufgeh. Buer: Kfm. Karl Ziegenlaub, GAuff. angeordnet Hörde: Brögger& Günther, Eilengroßhandig., GAufs. angeordnet Meinerzhagen: Gedr. Botwinkel, Vollme, GAufs. angeordnet. Lippstadt: Lippstädter Pinsel- u. Bürstensabrik Gmbß. Af 15. 11., Prst 26. 11. Lippstadt: Lauschk& Markgräfe, desgl. Ludenscheid: Kfm. Adolf zur Nieden, Af 20. 11., G1V 23. 11., Prst 14. 12. Lüdenscheid: Otto Holihaus& Co., As 20. 11., G19 23. 11., Prst 14. 12. Münster: Kfm. Albert Fischer. Af 30. 11., GlB 24, 11., Prft 12. 12. Gelsenkirchen: Kfm. Hermann Süßkind, G/B 12. 11. Gelsenkirchen: Kfm. Vinzenz Thiel, GAufs. angeordnek Hörde: Geschw. Kehrs, GAufs. angeordnet. Plettenberg: Schröder& Tweer, desgl. Recklinghausen: Belten u. Rölle, GAufs. aufgehoben. Buer: Schuhwarenhandl. Julius Cohen, Af 16. 11., G!B 20. 11., Prft 3. 12. Haspe: Püster& Geldmacher GmdH., Börde, Off21 und Af 14. 11., 61B u. Prft 23. 11. Plettenberg: Cordes& Co., Af 5, 12., G19 26. 11., Prst 18. 12. Herne: Kim. August Frömming, KVerf mangels Masse eingestellt. Herne: W. u. H. Klein, desgl. Lüdenscheid: C. Berg& Co., KVerf aufgehoben Wetter: Schreinermeister A. Grosch, Prft 20. 11 Bokkrop: Kfm. Markus Dortork, Oslerseld, GAuf angeordnet. Lüdenscheid: Blidi GmbH., GAufs. angeordnet. Menden: Sägewerk Joseph Schulte, desgl. Arnsberg: Moritz Rosenthal, OffA u. Af 19. 11., GlB 25. 11., Prft 23. 12. Bielefeld: Ksm. Hermann Munck, Af 16. 12., G/B 25. 11., Prft 23. 12. Dortmund: Lend& Co., Af 1. 12., GlB 25. 11., Prft 16. 12. Dortmund: Wessel& Blume, Af 25. 11., G1B 19. 11., Prft 11. 12. Dortmund: Siedlungsgenossenschaft„Einigkeit". Af 25. 11., G1B 19. 11., Prft 10. 12. Dortmund: Kfm. Ernst Hewelche, Af 21. 11., G/B 26. 11., Prft 16. 12. Hamm: Kfm. Josef Flaskamp, Bönen, Af 2. 12., G1 B 26. 11., Prft 17. 12. Lüdenscheid: Adolf zur Nieden& Co., Af 25. 11., G. 23. 11., Prft 14. 12. Meinerzhagen: Kfm. Bernhard Schmitz. OffAl 14. 11., GlB und Prft 21. 11. Dorkmund: Eisenhandel Schulte& Co., GAufs. ang. Herford: Kfm. Wilh. Holthöfer, Af 31 12. Prst 14. 1. Herne: Breslermann& Co., Af 20. 11., Prft 26. 11. Meschede: Wennemer Konsumverein für die vornische Gemeinde Kalle. Af 18. 11., G1B u. Prfk 23. 11. Minden: Pfm. Moritz Schwarz, OffA u. Af 5, 12., GlV 26. 11., Prft 31. 12. Minden: Kfm. Richard Etsholz, Hausberg=, Af 5. 12., GlB 26. 11., Prft 31. 12. Münster: Dörries& Witte, OffA u. Af 20. 11., E!B 24. 11., Prft 4. 12. Gütersloh: Ferd. Bernberöter. GAufs. aufgehoben Hamm: Werk für Eisenbearbeitung, desgl. Lüdenscheid: Anna verw. Lumberg geb Voß, gesgl. Wardurg: S. May, GAufs. angeordnek. Bielefeld: Kfm. W. Barkels, Schlußtermin 25. 11 Kamen: Kfm. Arthur Masek, Berkamen, VolT 24. 11. Bielefeld: Fa. Moritz Weinberg u. Alfred Cohn, Kfm. Moritz Weinberg, Kim. Siegmund Moritz, GAufs. angeordnet. Altena: Eick& Werthmann, Kfm. Ernst Eick, Off21 und Af 20. 11., G1V 25. 11., Prft 9. 12. Turnen— Spiel— Sport. Vorbei der letzte Sonnenschein des Herbstes: Regen und nichts als Negen vereliben dem November den düsteren Anstrich des scheidenden Herbstes, zum allgemeinen Leidweisen der Herren Vereinskassierer, die mit Unruhe das Dbetkonto des Vereins mii konstanter Regelmäßigkeit anwachsen fehen. Trotz der herzlich schlechten Witterung eine Anzahl Unentwegter auf den Plätzen, die den Heimweg tokal durchnäßt antreten. Eine Anzahl der angesetzten Spiele fiel naturgemäß den Unbilden des Witters zum Opfer, da es oft als ein Unding erschien, auf gänzlich überschwemmten Fußballfeldern den angesetzten Kampf zu absolvieren. In der Markhreisliga einigken sich auf einen späteren Termin: Eickel und Borussia, Preußen und Lütgendortmund, Spertfreunde und Rauxel. Auf eigenem Platz empfingen die Westfalen die Merkurianer und schickten sie mit einer 8-1-Packung nach Harse.(Bericht s. weiter unten). Die Germanen enttäuschten nach dem schönen Spiel des Vorsonntags ihre Anhänger nach der unangenehmen Seite. Bei reichlichem Pech verloren sie gegen die Biktorianer durch Strafstoß, der dem Torwart aus den Händen litt, knapp 1:0.(Trotz mehrmaligen Anrufs war ein ericht über das Spiel nicht zu erlangen.) Der Hörder S. C. fertigte die Vereinigten aus Wanne reichlich hoch mit 4:1 ab und behauptet sich dadurch weiter in der Spitzengruppe. Im Herner Bezirk feierten die Stämmschen die Revanche über den S. V. 16. 3•0 lautele das Ergebnis nach verteiltem Spiel.— Das angesetzte Gesellschaftsspiel S. V. Sodignen gegen S. V. Herne=Süd fiel gleichfalts aus. Ebenso sämtliche Jugendspiele der Ligavereine. Weftfalia— Merkur 8: 1(5: 0). Trotz des hundsmiserablen Wetters wohnte eine ansehnliche Zuschauermenge dem gestrigen Meisterschaftsspiel bet: kein Wunder, hatte doch das vorsonnlägliche Resultat des Gastes gegen die Lütgendortmunder(2:1) die Spannung auf das Höchstmaß gesteigerk. Die Erwartungen, die man an den Kampf gestellt hatte, wurden nach der angenehmen Seite enttäuscht und ließen die Hoffnung auf das Ziel um ein Gewaltiges wachsen. Die Westfalen in völlig veränderker Mannschaftsaufstellung lieferten ein Spiel, wie man es von einem Spitzenführer auch nichk anders erwartet. Einen der Eif herausgreifen, dieße das Gesamkbild der Leistung zerstören. Das Ergebnis spricht Bände, drückt aber das Stärkeverhällnis nicht genau aus. Die Hucharder waren in den neunzig Minuten um keine sieben Tore schlechter, wenn auch der Sieg der Herner während des ganzen Spiels kaum außer Frage stand. Im Gegenteil: nach der Pause übernimmt der Gast zeitweitig ganz energisch das Kommando, doch ist die Stotztraft des Sturmes, der durch eine schwach und planlos arbeitende Läuferreihe unterstützt wird, bei der Westfalen-Verkeidigung erlahmt, wo drei Kanonen den Mann standen. Eine ganz unklare Entscheidung des Unparteiischen verschafft den Merkurianern einen Elfmeler, der Kremer infolge der Glätte des Balles durch die Hände rutscht. Nette Kampfhilder wickelten sich im schönsten Schlammbad vor dem Dortmunder Tor ab: weitere drei Tore stellen gli B nunmehr den 0 estfaten sest und tieren endlich die Ueberlegenheit. Der kam mit beiden Mannsachften aut zure Im allgemeinen einwandfrei nenchter itete porte und auch reinen Pfennig medr zu bezadlen brauchte. Das Ministerium moge dem Beispiel Würtgembergs folgen, das nur Bekanntgabe der Grenz#####schiebung an die Oberämter verlangt. In einem ReDie Umgemeindungen im Industriegebiet. keiten gemacht beim Erwerb von Grundstücken. Ich bitte se I bilie, dem Regierungspräsidenten bekannt zu geben, dan er Einzelfalle gründlich dinen Ministerialerlaß in einem mißverstanden hat. Ein Redner der Sozialdemokrate u#nd der Volkspartei haben bei der Beratung des Gedes über die Pfarrerbesoldung auch die Säkularisation als Grund für die Verpflichtung des Staates gegenüber der Kirche bingewiesen. Dieser Grund gilt noch mebr für die Anträge, die wir für die kirchlichen Vermögensverwaltungen gestellt haben. Bei der Sakularuation wurdhe kirchliches Privatvermögen, das von Domlaviteln. Stislen und Klonern gedorte, im Werte von eine Milliarde entzogen. Durch diese Vermösensmasse sind sämtliche Staatsbürger in ihren Leistungen gegenüber dem Staate entlastet worden. Deswegen verlangen wir, da es sich außerdem noch um wohlverburgte Rechte handelt, bei unseren Antragen nicht Berücksichtigung aus Barmberzigkeit, sondern aus Gerechtigreit. Der Herr Minister bat im Hauptausschuß die Anträge sämtlich vom Tisch gestrichen und die Parleien haben ihnen noch einen Fustritt versetzt. Sie würden es nicht getan haben, wenn sie die Rechtslage genau gekannt hätten. Die Regierung sagt zwar 1.: ie Friedensbeträge sind wiederbergestellt. 2. die Dokation ist abgeschlossen und 3. und überhaupt: ich zahle nicht mehr. Der letzte Grund ist jedenfalls der einfachste. Nirgendwo ist mit den Friedensbeträge heute auszukommen, auch die katbolische Kirche kanne nicht. Den Begriff der abgeschlossenen Dotation ha die Kirche niemals anerkannt. Ihr ist ausdrücklich verbürgt, daß die Leistungen an sie nicht i Geld bezablt werden sollten. 1833 mußte der Kirch soviel Grundbesitz zu Eigentum übergeben werden. als ihre Dotation erforderte. Das ist in seierlichste: Weise versprochen. Die Kirche wutzte wohl, wes halb sie dies forderte sie wollte nicht der Entwertung des Geldes unterworten sein und insbesondere nicht abhängig bleiben von dem Staate. Es ist gewiß jetzt der Kirche ehr bitter, Jahr für Jahr beim Staate um die Zuschüsse anhalten zu müssen. Das wäre unnötig, wenn der Staat beinen vertragsmäßzigen Vervflichtungen nachgekommen ware. Ich darf noch an ein Zweites erinnern: Vor einem Jahr hat der Herr Kultusminister Dr. Boelin hier bei der Beratung des Gesetzes über die Besoldung evangelischen Behörden erklärt, daß diese Regelung überaus hochherzig vorgenommen sei. Das Zentrun hat dem Gesetz zugestimmt. aber die Erwartung aus. gesprochen, daß auch der katholischen Kirchgegenuber gleich bochberzig verfahren werde. Der entsprechende Antrag ist vom Hause angenominen, trotzdem hat man unsere Anträge, die genau dem Wortlaut des Gesetzes für die evangelische Rirche entsorechen, abgelebnt. Die Rechte handelt also nicht ie vorurteilsfrei und gerecht gegenüder der katholischen Kirche wie das Gentrum gegenüber der evangelischen. Der Katholiken= ausschuß der Deutschnationalen Partei hat also hier bei den Varteifreunden in keiner Weise aufklärend gewirk! Wir wünschen zunächst, daß den Domkaviteln die Anerkennung zuteil wird, die sie nach ihrer Stellung in der Geschichte und Verfassung der katholischen Kirche ver vienen, indem die Domberren angemessen besoldet nerden. Es handelt sich um 16 Dignatäre, 73 DomHerren und 55 Vikare. Besonders unbillig ist die Besoldung der Domvikare. Der Herr Minister hat über unsere Dome selbst gesagt, daß sie dervorragende Baudenkmäler darstellten. Tausende werden in munseren Domen erfüllt von Achtung vor der Schaffenskraft ver gangener Zeiten. Tausende erbeben sich hier zu den höchsten und beiligsten Gefüdlen. Das ist das beste, was unserem Volke gescheben kann und es sind nicht die Schlechtesten unseres Volkes, die dort ihre Erbauung suchen. Ich bitte, daß für diese Kultusausgaben auch entsorechende Mittel gegeben werden.“ Rechtsfolgen der Grenzänderungen.— was Auseinandersetzungsverfahren. Ueber die Rechtsfolgen der Grenzanderungen burch die in Aussicht genommenen Eingemeindungen im rbeinisch weitfalischen Ind striegebiet ist in der Gesetzesvorlage in der preußischen Staatsreuierung folgendes voreeseben: Rechtsnachfolge: des aufgelösten Landkreise ist die Stadtgemeinde # er ausgelösten Aemter sind: der Eickel: die Stadtgemeinde Wanne Wattenscheid: die Stadtgemeinde Rechtsnach Gelsenkir Eicel. Rechtsnachfolger Aemter Wanne und Eickel: des Amte Waitenscheld. Rechtsnachfolge# der ausgelosten Gemeinden sind die Gemeinden, mit denen sie vereinigt werden, oder die neu gebildeten Gemeinden, zu denen sie zusammen mit andern Gemeinden vereinigt werden. gur die Gemeinden. deren Teile.— abgesehen von bloßer Grenzberichtigungen— mit verschiedenen Gemeinden vereinigt werden. gilt folgendes: Es ist Rechtsnachfolger: der Landgemeinden Mostfälisch=Leithe. Günnigteld. Westenfeld. Höntroo und Eppendorf: die Stadtgemeinde Waitenscheid. Rückwirkung der Grenzanderungen auf andere ale kommunule Srenzen: Die infolge dieses Geietzes eintretende Aenderung von Gemeindegrenzen. die zugleich Grenzen von Wadlkreisen (Wahlkreisverbänden) im Sinne des Reichs= und Landeswahlgesetzes oder von Wahlvezirken im Sinne des Wahlgesetzes für die Provinziallandtage und Kreistage vom 7. Oktober 1925 sind. ziebt zugleich die Veränderung dieser Grenzen nach sich. Die Amtsgerichte Bochum. Buer. Castrov. Dorsten. Gelsenkirchen. Herne. Recklinghausen und Wuttenscheid behalten ihre Bezirke bis auf weiteres bei. Das Staatsministerium wird ermächtigt. die Grenzen der im Absatz 1 bezeichneten Amtsgerichtsbezirtg in Anlehnung an die durch dieses Gesetz festgesetzten neuen Gemeindegrenzen durch Verordnung abzuändern. Ueber die infolge der Grenzanderungen notwendig werdende Aenderung oder Auflösung der bestebenden Gesamtschulverbaube oder Bildung neuer Gesamtschulverbände beschließt die Schulaussichtsbebörde gemäß§ 3 des Volksschulunterhaltungsgesetzes vom 28. Juli 1906. Bei Widersoruch von Beteiligten findet die Vorschrift S 3 Abs. 1 Satz 2 a. a. O. auch im Falle des a. a. O. Anwendung. Die kirchlichen Verhältnisse durch dieses Gesetz nicht berübrt. regelt, daß an die Stelle der sonstigen Auseinanderetzungsbevorden ein besonderes Schiedsgerricht tritt. ahnlich wie dies auch in dem Falle der Stadt Berlin gescheben int. Es erscheint unmöglich, die Auseinandersetzung in diesem Falle getrennt nach den einzelnen Bezirken durch die einzelnen Bezirksausschüsse vorzunehmen; Die Auseinandersetzung kann vielmehr nur ernheitung Ot Wannes 118. für das.#nug nur räumliche Gelt gediet des Gesetzes stattfinden. Danach ist der Oberorasident die Stelle. um die sich das Schiedsgericht zu aruppieren hat. Bei seiner Zusammensetzung ist sowohl die Mitwirkung der zuständigen Behörden durch die Mitgliedschaft der Verwaltungsgerichtsdirektoren oder ibrer Stellvertreter wie die Eigenschaft des Gerichts als. Schiedsgericht dadurch berücksichtigt, daß die übrigen Mitglieder vom Provinzialausshus gewählt werden. Bei der Wahl wird der Provinziglausschun haben, daß es sich um eine Vertretung verschiedenen Beteiligten in dem Schi und daß es darauf ankommt, in das Personen zu entsenden, die. wie z. B. meister der beteiligten Städte und die teiligten Kreise. über die Verbältnisse tung der einzeinen Gebiete besonders Auf seine eigenen Mitglieder ist der bei der Wahl nicht beschränkt. Für die Auseinandersetzung werden im Gesetz einige rGundsätze aufgestellt, während alle übrigen Eillselbeiten dem Schiedsgericht überlassen werden. § 61 regelt die Rechtswirkungen der Feststellungen des Schiedsgerichts und stellt insbesondere klar, das diese Feststellungen den beteiligten Gemeinden und Gemeinde=, verbänden gegenüber von der Aussichtsbehörde nötigenfalls mit ven gesetzlichen Zwangsmitteln burchzusetzen sind. ohne daß es einer neuen Feitstellung bedarf. Das Gesetz soll geridh die Oberbürger= Landräte der beund die Nerme“ unterrichtet und. Personalausschuß weren wünschte man leschaft für die groneren Ssadte die Ecrschtung einer Bibliotbei groner issen. schaftlicher Werke, um dadurch die Qualitätsarbeit am katholischem Gebiete zu defruchten. Der Afrag auf Schaffung der erwähnten hauptamtli#hen Diozesansekretärstelle wurde angenommen und die entsorechenden Mittel durch Erhebung eine Bettraues von 5 Pfa. vro Mitglied berei#gestellt. Die Auswadl des Ortes der nächsten Generalversammlunh wurde dem Vorstande überlassen. Genannt wurden Gersenkirchen. Dortmund. Bielefeld und Hamm. In der am Nachmittaa stattgefundenen ofsentlichen Versammlung. die einen starken Besuch aufzuweisen hatte. spro Direktor Braun=Bonn über die drängenden Ausgaven der katbolischen Bibligtbeksbeweann nach innen und außen. P. Cornelius Schröder O. F R. Paderborn über die ausbauenden Werte der katbolischen Lorik im ollgemeinen und der Dichtungen Chrisovd Flaskamps im besonderen. Der Tagung schloß sich am Abend im großen Saale des Gesellenbauses ein inbaltsreicher Bolksbildungsabend des Bezirksverbandes Bochum an. der als Unterlage deMotto hatte:„Wie singt und sagt das deutsche Volk Not und Tod“. Einzelbilder, Rezitationen. Tporlict, d## reichhaltige BücherMusterienspiel:„Gevatter Tod“, wurden dem vollkommen gerecht. Mit der Tagung war eine Mit der Tagung war eine reichhaltige Bücher= und Bilderausstellung der katholischen Buchbändler der Stau B.ckum verbunden. Dienstjubiläum des Amtmanns Weiberg. 7. Nov. 1925. mit dem 1. Jannar 1328 in Kraft troten: die Vorschriften über die Auseinandersetzung jedoch schon noiort mit der Verkündung des Gesetzes, damit das Schiedsgericht alsbald gebildet werden und seine Arbaufnehmen kann. ist des Satz 2 werden Neuwahlen der Vertretungskörverschaften. Binnen drei Monaten nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes sind neu zu wählen: 1. Die Kreistage der Landkreise Bochum und Recklingbausen. 2. die Stadtverordnetenpersammlungen der Stadtgemeinden Steele=Königssteele, WanneEickel. Mattenscheid. Bochum. Castrov und Recklingbausen. 3. die Gemeindevertretungen, der Landgemeinden Gerthe. Rauxel. Herten, Marl und Oer=Erkenschwick. 4. die Amtsversammlungen der Aemter Bochum 2 (Süd). Rengede. Marl und Datteln. Auseinandersetzung. Der Kreis derjenigen Gemeinden und Gemeindeverbande. die in das Auseinanderzetzungsverfahren einbezogen werden, ist besonders umschrieben. Hierbei sind nur diejenigen unberücksichtigt geblieben, die einen so unbedeutenden Zuwachs erhalten haben, daß mit iom ihre Einbeziebung in das Verfahren nicht begründet werden kann. 8 52 des Entwurfs enthält eine Regelung hinsichtlich des Ueberganges der in dem Gebiet der bisberigen Gemeinde Konigssteele belegenen Provinzialstraßen uus dem Eigentum und der Unterhaltung der Provinz Westfalen in das Eigentum und die Unterhaltung der Rbeinvrovinz entiorechend dem Vorschlage des Provinzialausschusse; der Provinz Westfalen. Das Be teiligungsverhältnis der beiden Provinzen an den Dotationen und den Ueberweisungen an der Kraftfadr zeugsteuer ändert sich entsvrechend. Beamte. Eine der schwierigsten Fragen der Auseinandersetzung wird die sein. was mit den infolge der Gedietsänderungen entbehrlich werdenden Beamten zu gescheden bat. Auf, der einen Seite wird das herech Interesse der Beamten gewabrt werden müssen, auf der andern Seite wird man im Interesse aller beteiligten. Gemeinden anstreben müssen, daß die finanzielle Belastung durch nicht nreven mussen, daß die finanzielle Belastung durch nicht mehr verwenddare Beamte möglichst gering bleibt. Das Verhältnis der einzelnen Gemeinden und Gemeindeverbände zueinander hinsichtlich der Uebernahme entbehrlicher Beamten ist durch besondere Bestimmungen geregelt " W ä h r e n d d i e O r a a n i s a t i o n s ä n d e r u n a b e i d e n Ehrenbeamten die Beendigung der Amtszeit mit dem Inleustiteren des Gesetzes zur Folge hat, soll für die besoldeten Beamten die Organisationsandedie besoldeten Beamten die Organisationsanderung auf die Amtszeit an und für sich ohne Einfluß sein. weil den Beamten in der heutigen Zeit eine Verkürzung ee idrer Bezüge nicht zugemutet werden soll. Sie blei daber grundsätzlich im Anstellungsverhältnis idrer bi herigen Anstellungsgemeinde(Verbander) oder treten. falls die Gemeinde oder der Verband aufgelöst wird. in den Dienst des Rechtsnachfolgers über. Das Interesse der Allgemeinheit verlangt aber, daß Beamte, die infolge Umch on auderer Stell. igsteuer andert sich entlprecend. Im übrigen erscheint eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Provinzen nicht erforderlich. erganisation an einer Stelle entbehrlich, an anderer Stelle benötigt werden. in den Dienst einer anderen Gemeinde oder eines anderen Verbandes überzutreten haben, dies aber nur dann. wenn die diestlichen Aufgaben, das Dieniteinkommen und die Versorgung der neuen Stelle denen der alten gleichwertig sind. Das Verfabren, bei dem im Streitfalle unbeschadet des ordentlichen Rechtsweges der Oberpröhdent endgültig entscheidet, ist den entsorechenden Vorschriften des Gesetzes über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin vom 27. Avril 1920 nachgebildet. Auch hier empfiedlt es sich, die Entscheidung in die Hand des Obervräsidenten zu legen, der allein in der Lage ist. die Verschiebungen im ganzen Bezirke zu verfolgen. § 50 enthält eine dem§ 7 der Personalabbauverordnung nachgebildete Vorschrift. nach der Beamte, die das 58. Lebensjahr vollendet und eine zehnjährige vensionsabige Dienstzeit hinter sich haben. auf ihren Antrag in den Rubestand versetzt werden können. ** Wanne, Nov. 192 Am nächsten Dienstag kann Amtmann Weiber auf eine fünfundzwanzinjabrige ununterbrochene Tätig keit in der Verwaltung des Amtes Wanne zurückblicken. Er trat am 10. November 1900 in deren Dienst ein, wurde nach zehnjähriger Wirkzamleit zum besoldeten Beigeordneten gewäblt und 1913 als Nachsolger des Amtmanns Winter zum Amimann ernannt. Heute kann er auf ein Bierteljahrhundert gewissenhafter und nie rastender Tätigkeit in frobgemutem und förderndem Schaffen jur die wirtschaftlich, volitisch und kulturell bedeutsame Gemeinde Wanne zurückblicken. Und wenn heute die Gemeinde eine solch vervorragende Rolle im Industriegebiet innehat, wenn sie in den letzten fünf Lustren auf allen Gebieten einen so erfreulichen und gedeidlichen Aufschwung erlebt hat, wenn sie jetzt vor der Vereinigung mit Eicken zu einer Mittelstadt stedt, dann ist das nicht zuletzt dem rastlosen, zielbewußten und großzügigen Wirken des Amtmanns Weiberg zu danken, dessen ganzes Sinnen und Trachten, Denken und Sorgen der bedeihlichen Entwickelung des ihm anvertrauten Amtes gebört. Ein tüchtiger und weitsichtiger Verwaltungsbeamter. ein inktiativreicher Gemeindeletter. ein fleißiger Arbeiter im Dienete der Allgemeinheit. ein Muster der Pflichtertüllung für seine Mitarbeiten... so steht Amtmann Weiberg nor uns. und seine Leutseligleit als Wensch. sein konziliantes Wesen haben ihm die Sympathien der Gemeinde erworben und ihm Achtung und Vertrauen über ihre Grenzen hinaus gesschert Die Gemeinde Wanne in ihrer Gesamtheit wird am Dienstag mit freudigem Danke ihres Amtmannz gedenken, der seinen Jubeltag in stiller Zurückgezogenheit in Bad Liedenstein in Thüringen(Hotel Herzogin Charlotte) verlebt. Die Gemeinde bringt ihm zu keinen Ehrentag die aufrichtigsten Glückwünsche für ihn und sein weiteres Wirken entgegen. Wir schließen und diesen Wünschen an. Aus viele Jahre, Glückaus! Handel und Gewerbe. Das Auseinandersetzungsverfahren ist in der Weise Generalversammlung des Diozesanverbandes Paderborn der Borromäus=Vereine. 7. Nov. Im Saale des katbolischen GeMittwoch sutes sund am Mittwoch die Generalversammlung 2s Otötesanverbandes der Vorromäus=Vereine der liözese Paderborn statt. Die Tagung war aus allen heilen der Diosese. sélbst aus entlegenen Teilen des auerlandes recht rege besucht. Als Vertretung der konner Zentrale nahm an den Verhandlungen Direktor raun teil. Unter den Gästen bemerkten wir Ehren omperrn Propst Dr. Fröhling=Bochum und den Leiter der Domoikar Legge=Paderborn. Die Tagung wurde eingeleitet mit der beratenden Bersammlung der Bezirkspräsides. In derselben wurde Bericht über den Stand des Vereine in der Didiese geneben, der eine erfreuliche Forteytwick lung des Vereins feststellen kannte. Nach der Zeit der Inflation, die auch die hochrubewertende Bewegung der Vorromäusvereine erheblich geschädigt bat. setzt in den einzelnen Bezirksverbänden eine durchgreifende Wiederaufbauarbeit ein, die von der Bonner Zentrale wertvoll befruchtet wird. Aus den Verhandlungen kann dervorboden werden. das deadsichtigt wird, für die inrichtung einer Buchberatungs= und Buchbeschaffungsstelle eine haupiamtliche Kraft für die gesamte Diozese derborn in absehbarer Zeit anzustellen. Die finanziellen Mittel fur diese Stelle sind gesichert. Es erfolgte dann eine Aussprache über die Stellung des Vereins zu den staatlichen Beratungsstellen. über die Buchgemeinde des Borromäusvereins und über seine Abwebrarbei gegenüber gegnerischen Bestrebungen. Die gutarbeitende Buchgemeinde kann einen beachtenswerten Erfola duchen ihre Mitgliederzahl ist auf 20 000 angewachsen. Zwe Bucher sind bisher erschienen, im nachsten Jahre wit in vornehmer Ausstattung ein Werk über Italien berausgegeben werden. Die Tagung sprach sich für die Abhaltung von Bezirkskonferenzen innerbalb der ganzen Diozese aus. so werden solche demnachst stattfinden in Gelsenkirchen. Soest. Finnentrov und Altenbeken. Man war überzeugt, daß. um die Ziele des Borromäusvereins zu verwirklichen, eine innige Zusummenarbeit mit den ubrigen katholischen Standesvereinen und Standesverbanden erforderlich sei. Die letzthin in Paderbörn stattgefundene Dechanten=Konferene hat be##lossen. an die katholischen Standesvereine beranzu auf reten, damit diese auf die Einrichtung eigener Büche reten, verzichten und somit eine Zentralisierung für das zesamte katholische Leben der Diözese Paderborn auf literarischem Gebiete im Borromäusverein stattfinder. Das mach geboden tattfindet. Das macht zur Vorbedingung die Unterstützung der Standesvereine für den Borromäusverein, einmal durch die vergabe von finanziellen Mitteln. weiter durch die Warbung und Weckung des Interesses für die großen Kut ufgaben des Vereins. der Arbeiten des Vereins binaus. die literarische Ar im Verein erstarken zu lassen. so Eine tege Anleihultung entlbann ni üder den Ausau der Bezirksverbäude und über die Aufzaben der Bezirkspräsides. Die aus ihr entwachsenen Entschlusse. die besonders die praktische Arbeit ges Peseins hervorheben, werden bei ihrer sostematischen Durchführung sicher erfreuliche Resultate für die verbreitung und Vertiejung der Arbeiten des erzielen. Sie lausen darau beit, das geistige Leden wurde di Einrichtung eines Litererischen Ausschusses befürwortet, witer die Gemeinde der kat###lischen demiker fur den Vorromausverein. die Bildung von Be zirksvorständen unter Einbeziehung der praktisch mitarbeitenden Perionen in den Orts= und Bezirksstellen Boxromäusvexeins, die Sammlungen literarischer Zeitschriften und Rezeusionen und die größere Beachzung der Qualitätsarbeit im Vorromäusverein. An die Diözesanverwaltung soll die Anregung weiter gegeben werden. für die Theologen eine umfassendere literarische Bildung durch Kurse oder ständige Referate im Paderdorner Konvikte herbeizuführen. Auch wurde gewünscht, daß dieses Ziel von den Religionslehrern an den Gamna###n in den Gemeinschaftszirteln mit den katbolischen Schülern verwirklicht wird. um so eine stärkere literarische Betätigung der gebildeten Katholiken in allen Standen vorzubereiten. Die Notwendigkeit der Schaffung einer hauptamtlichen Diözesansekretärstelle kür die Wrmir#t: mung der weiteren Aufgaden des Borromäusvereins in der Diozese Paderborn wurde allgemein anerkannt. die in der Bibliotbekarschule der Bonner Vereinssentrale ausgebildet ist. Neben der Errichtung der PfarrbibkioZur Aufwertung der Vorkriegspfandbriefe. = Berlin, 7. Nov. Zu den Mitteilungen über di# in der Ausarbeitung degriffenen Durchführungsbestimmungen betrefsend die Aufwertung der von den Hovothekenbanken ausgegebenen Vorkriegsvsandbriefe hören wir, daß der unter dem Vorsiv des Prasidenten a. D. Delbrück stehende Schutzverband der Vortriegspfandbriefinhaber zu dem Entwurf bereits Stellung genommen dat. Der Schutzverband beantragt insbesondere. daß entgegen den Vorschlägen des Reicheinstizministeriums, wonach lediglich solche Hyvotbekenschuldner, die in dem Darlehnsvertrag sich dieses Recht ausbedungen batten. ibre Verbindlichkeit durch Heraabe von Piendbriefen abzulbten berechtigt sein sollen, überhaupt den Horotdekenschuldnern der Grundkreditanstalten sreigesellt werden soll. im Verhältnis des Pfandbriefumlaufs der Hypotbetenbank zu der baldmoglichst feitzustellenden Tilgungsmasse die Hovotbekenschulden durch Einlieferuns von Pfandbriefen zu tilgen. Der Porteil dieses Versadrens liegt noch Auffassung des Schundarin, daß zahlreiche Hypothekenschuldner der verbandes darin, daß zahlreiche Hypothekenschuldner der Grundkreditanstalten im Bestreben, ihr Grundbuchblatt zu bereinigen, und um die Aufnahme neuen Kapitals zu erleichtern. von der günnigen Gelegenheit der Tileungsmöglichkeit durch Pfandbriefe Gebrauch machen und diese letzteren dadurch Börsenkurie erreichen würden, die ihrem tatsächlichen inneren Werte unter Berückuchtigunalle Momente des Aufwertungsgesetzer, entsorechen, war zur Zeit unbestreitbar nicht der Fallist Fern im Süd' das schöne Spanien. 125 Roman von Erica Gruve=Lörcher. (Nachdruck verbeten). Deswegen entschloß er sich, am Aschermittwoch abermills die Wohnung von Fräulein Agathe Dengler aufzusuchen und diese in aller Form um das Zustandekommen einer baldigen Aussorache mit Alrike zu ersuchen. Es war heute ohnehin nur ein halb zu bewertender Arbeitstag. Vom frühen Morgen an strömten die Massen zu den zahlreichen Kirchen, um sich vom Priester das Kreuz aus Asche auf die Stirn drücken zu lassen. „Mansch, aus Staub bist du geboren und Staub wirst du wieder werden! Memento mori!"— all die zerlichen Frauen und Damen waren an ihm vorbeigetrivvelt, ohne vut, den schwarzen, langen, duftigen, mehr oder weniger kostbaren Schleier üder Haupt und Schultern geworfen. Mit dem Schlage der Mittagszeit schlossen alle Läden. Alles strömte nach Hause zur Mablzeit, und ließ sich gleich durch eine der Elektrischen oder Autobusse oder Mietautos aus der Stadt binaus in die bübschon Gebirgstäler entführen, die heute wieder ohne Schnee, der draune Lehmboden vielleicht noch von einer leichten, feuchten Schicht überzogen, dalagen Durch au die fröblich hinausvilgernden Volksmassen bewegte sich ein ernster Zug. Viele, die ihn nicht kannten, blieben überrascht und neugierig steben. Die andern aber entblößzten das Haupt, als die fromme Vereinigung des„bueno morte“ vorbeizog. Auch Werner überkreuzten sie den Weg, als er unmittelbar das Haus von Fräulein Agathe Dengler erreicht hatte. Die Passanten drückten sich zusammen, um den Fahrwea der Schar der schwart vermummten Manner frei zu geben, die ein großes liegendes Kruzifix vorbeitrugen.— Auch die Autos lenkten an den Gebweg deran. Werner bemerkte, ebe die Gruove völlig verangekommen war, wie auch ein vor Fraulein Denglers Haus wartendes Auto genötigt war, zu warten, trovdemn soeben schon die Tür binter den einsteigenden Insassen zugeschlagen war Zufällis warf er einen Blick durch die Scheiben ins Innere des Wagens. Ein einziger Blick genugte, um Ulrike zu erkennen. Neben ihr eine ättere Dame, deren Züge er durch einen Gesichtsschleier nicht genau zu erkennen vermochte. Ihnen gegenüber auf dem Rücksitz, geden der zierlichen schlanken, silbernen Relchvase mit herrlichen rosa Nelken, hatte Dr. Lovez Platz genommen. Nur zu genau erkannte Werner ihn von den Begegnungen im Theater und dem Hausball von Salameras wieder. Die Beimrzung schlug wie ein schwerer Druck auf ibn. Sofort reimte er sich den Zusammenbang aneinander. Lovez holte die Damen in seinem Auto ab und unternahm irgend eine Spazierfahrt mit ihnen. Da wurde es ihm klar, daß Ulrike keine Gelegenheit zu einer Besprechung zu ihm fand! Wenn er nun wirklich zu spät kam, um seine Absichten auszuführen? Heute blieb ihm keine Möglichkeit, sich ihr zu näbern. Und wenn er sie dann wiedersab, war sie vielleicht gebunden! Auch Alrike hatte Werner bei einer Koofwendung bemerkt. Er stand unmittelbar am Fahrdamm, zwischen die Menschenmenge an dieser Straßenkreusung eingekeilt. Vielleicht hatte ihn der Zufall dieses Weges geführt. Wadrscheinlicher aber beabsichtigte er, Agatde Dengler in ihrer Wodnung aufzusuchen, da er sich dier ja gerade vor ihrem Hause besand. Sie vermochte es nicht über sich zu bringen, Werner zu grüßen! Teils war es Schmerz, teils war es noch die alte Emvörung, teils war es etwas wie Beschamung, weil sie ihm ihr Versorechen noch nicht gehalten, ihn zu einer Besorechtung zu benachrichtigen. Angelegentlich starrte auch sie jetzt auf das Straßenbild hinaus. Sie begann wieder aufmerksamer auf die Erklärung von Diego Lovez zu borchen, der ihr den sonderbaren Vorbeizug erläuterte. Die Vereinigung des„buene morte" waren nicht Mönche, sondern unter diesen Kutten seckten frommgesinnte Männer aus demn Bürgerstande, welche den Ernst des Todes dem Volke klarstellen wollten. Es war eine seit Jahrbunderten gepflogene und in die Familiengenerationen übernommene Tradition, am Aschermittwoch das Krwifir von einer bestimmten Rirche durch die Stadt zur anderen Kirche zu tragen. Voran ging ein Mann, der in der Hand ein großes, mit Asche gesulltes Bechen trug. Sein Zeigetinger deutete stumm und unverruckt beim Geben auf das Aschendecken, als Symbol:„Bedenke, dat du Staub bilt und wieder zu Staud werden wir:!". Und hinter som schritt ein Zug von Mannergestallen, aus deren schwarzen Kovitapnzen einzig die Augen dunkel, fost unheimlich hervorblitzten. Ulrike leb##te sich in die Politer des Wagens zurück und schloß für Momente die Augen. Wie der leibhaftige, vermummte Tod war es ihr eben über den Weg gekommen. Ueber ihre Freude, eine kostliche Ausfahrt zu machen, legte es sich wie ein Reif. Tod und Lebensfreude eng nebeneinander. Auch die unvermutete Begegnung mit Werner traf sie tief. Nach dem kurzen Zusammensein mit Dr. Lovez auf der Terrasse des Landhauses datte sie sich zu dem Gefüdl hindurchgerungen, der Angelegenheit jeut ihren Weg zu lassen. Vielleicht führte ihr das Schichal mit Absicht diesen vortrefflichen Mann zu, um ibr eine Genugtuung nach der Trennung von Werner zu geben Vielleicht war sein uneigennutziges, sein tatzvolles Werben um sie ein Fingerzeig des Schichsals, Werner zu vergessen und sich nun vollkommen Loves zuzuwenden? Unter diesen Entschlüssen hatte sie beute diese Ausfahrt mit Lovez angetreten. Nun schritt ihr Werner abermals über den Weg! Sichtlich hatte er abermals den Versuch gemacht, sie durch Agatbe Dengler bald sprechen zu können. Wenn ihm nun wirklich an ihr lag? Wenn er, gerade durch die Trennung und dann das unvermutete Wiedersehen empfunden, daß auch bei ihm die Liebe noch nicht zur Rube gegangen war? Endlich, endlich setzte sich der Wagen wieder in Bewegung. Die Menschenmenge verteilte sich schnell; der angestaute Wagenkorso hatte die Fahrstrabe an der viersachen Strabenkreusung wieder frei. Der ernste Zug des Todes entschwand langsam in der Ferne. Viel Gutes und viel Werke barmherziger Liebe an Verlorenen, an Versemten taten diese Mitglieder in der Vereinigung des„Guten Todes". Sie begruben Selbstmörder, die von anderen verfemt waren. Sie erwiesen auch bei Hinrichtungen den Delinquenten die allerletzten Dienste und begruben sie. Aber mit einem Blick in die plötzlich starten von Ulrike beschloß Lovez jetzt schnell seine Erklärungen des sonderbaren Schauspiels. „Seben Sie das Leben, meine Damen, diese fröbliche, diese naive Lebensfreude!" Er deutete auf die Straße hinaus. Man war im Begriff, das Zentrum zu durchqueren. An jeder Straßenecke ein Drängen und Bemühen, die ins Freie führenden Strabenbadnen noch besteigen zu können. Die schwerfälligeren Autobusse waren überfällt, und all die Spanierinnen türonten droben auf den offenen Sitzreiben der Wagenplattformen und lieben sich ihr schwarzes Haargewuschel zurch den Zuawind beim Fahren zerzausen. Samtliche Laden waren geschlossen. Immer stiller wurde es in den# deänastigend lebhaften Straßen ie mehr sich die Ta###nde ins Freie ergossen. Wer nicht gerade in die ganz entfernten entzückenden Vororte in den Gebirgstälern oder hinaus an den Strand des Mittelmeeres weit fort strebte, ging zu Jut. Immer wieder übesholte der Wagen größere und kleinere Gruppen, Familten oder ganze Verwandtenkreise, Nr. mit reichlichem Proviant in den Handkorden, mit der eigenartigen und charakteristischen Weindehältern, dadinzogen. Voran der Vater der Hamilie, ein Fabitt= arbeiter, ein kleiner Bauei oder ein Handwerker, und am Stocke, den er über die Schulter gelegt, baumelte und schaukelte eine möglich grobe Sardine, die ihren blanken, verlmuttergleichen schlanken Leib in der Sönne bliven ließ. „Ja, heute lachte man noch einmal der Sardi## Heute am Vorabend der Fastenzeit,„begrub“ man se, um sich an Eletsch satt zu essen! Denn dann mußte man sich in der nun beginnenden sechswöchigen Fastenzeit noch genug mit Fisch sattessen. Agathe Dengler erzählte von ihrer Bedienung. Auch ihr Dienstmädchen war heute von ihrer Mutter freigeheten worden. Scon seit dem früden Morgen, seit man aus der Frühmesse gekommen war, hatte die Mutter des Mädchens gestanden und gebraten und gebrodel!! Einer der draven, vünktlichen katalanischen Habne hatte ein Leben lassen müssen, um nun geschmoxt zu werden. Zwei der weißen Zaninchen waren geschlachtet. Und aus dem Taubenschlag, der wie auf so unsabligen anderen spanischen Häusern, sich aus dem platzten Dache die Hauses befand, hatte der Vater auch zwei Insassen dinterdältig dervorgedolt, um auch sie zu dem deabsichtigten Picknick im Freien zu braten Man naderte sich dem Haien. Maiesicktisch erhob sich die schlanke Säule mit dem Standbild des küdnen Seefahrers Columbus, der mit gebieterischer Bewegung Rechte binaus über das weite Mittelländische Meer reckte. Daß man ihm bier ein so überragendes Denkmal gesetzt—, war es vielleicht ein Gefühl der beschamten Dankesschuld, weil einst die spanischen Vorfahren den kühnen Entdecker zum Lodn für seine enochemachenden Entdeckungen nach seiner Rückkehr in Fesseln gelegt? Das Meer blitzte auf. Im Hasen reibten sich Schiffe aus allen Ländern, um Waren zu bringen, um Früchte und Wein einzuladen. Ein spanisches Kriegoschiff lag Mole. Immer weiter schweifte der unendliche Meeresfläche, se mehr das Die Höbe oeo Montjuich reckt“ Blick über die unen Auto auswärtsklomm auro aufwartsklomm. Die Höbe des Montjuich reckte. sich= nach dem Meere ziemlich steil abfallend, matestatisch üder die Stadt. Droben die Erfrischungsstätten alle gedrängt voll Menschen! Man sana. man war frob, man tanzte in der graziösen, leichtbeschwingten Art. voll natürlichem Empfinden für Rhytbmik und (Fortsetzung folgt.) ) r 7 Au G an rechte entsch Maß Ende 3 Orge stößer Poliz Straf nußer durch durch das 2 licher boten gefüh wird Umzü welch wird Sorg völlig J und 4 ihrers nicht Repu seiner rei 1 und Neu In Strei aufeil Für word Aeuf broch erwo regun des Wirt Stan größ zecher im 2 dentli den n Der Graos Auge nach Frog zelne schaft habe nach Ansio nicht straße festzu wäre sorder sektes Ruhr Schne gespe große gegen Vord Jedock solche haft Stadt 0 Stück es I nioch zum eeiner sten den A tische Ihn weger Tan winnt die re und woller scheld die s# formt Wuch Erscht ruhigt beben Se strumährn Rünft Herne batte kann an ide mit de caumverlan herade Ncht Von amt Mai phost ischkei deelle