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Die Wirren in London, 15. Juni. Vom kaiserlichen Hofe. Die cmnesische Zeitung„Hsi=Wen=Pao“ läßt sich aus der jetzigen Residenzstadt des Kaisers von China Folgendes berichten: „Die Kaiserin=Regentin hat seit ihrem Eintreffen in Singansu ein Magenleiden, da ihr das Klima nicht zusagt. Sie kann des Nachts nicht schlafen und läßt sich von Ennchen den Rücken klopfen. Der Kaiser ist kräftiger un. gesünder, alszer in Peking war. Er spielt öfter mit den Cunuchen###acht wie sonst, doch tommt es auch vor, bäß er sehr verstimmt ist und dann seine üble Laune an den Cunuchen ausläßt. Die Kosten der kaiserlichen Tosel sind vom Gonverneur Tsin auf etwa 200 Taels festgesetzt. In Peting pflegten die Ennuchen täglich ein Menu von 100 Gängen vorzulegen. In Singausu gab es in der ersten Zeit nur Hühner, Fische und Enten; nach Eintressen der Sentungen aus den Provinzen kamen denn ouch wieder Schwalbennester, Haifischflossen und andere Delikatessen auf die kaiserliche Tafel. Der Kaiser ißt besonders gern Schautung=Kohl und wenig Fleisch. Die Kaiserin=Regentin liebt namentlich Mehlspeisen. Es kommen nur etwa 10 Gerichte auf den Tisch, von denen der Kaiser nur etwa ein oder zwei ißt. Im vergangenen Winter tranken Kaiser und Kaiserin=Regentin Milch(nur die Mandschuren trinten Milch, nicht die Chinesen) und hielten sich dafür sechs Kühe. Jetzt sind die Thiere dem Präfekten von Singanfu zum Ueberwintern übergeben, was bei dem Mangel an Futter in Folge der Dürre monatlich über 200 Taels lostet. Bei der plötzlichen Flucht aus Peking konnten Kaiser und Kaiserin=Regentin an Kleidungsstücken nichts weiter mitnehmen, als was sie grade trugen. Später ließen sie sich aber ihre Garderobe allmählich nachkommen, sodaß sie sich jetzt wieder wie früher kleiden können. Auf der Fahrt nach Singaufu konnten auf dem Lande die Bauern das Herrscherpaar ungestraft ansehen und brauchten sich nicht zu verbergen, wie es sonst die Sitte erfordert. Der Kaiserin fiel das jämmerliche Aussehen der Landbevölkerung auf; sie gab ihrer Verwunderung darüber dem Großsekretär Wang=Wen=shao gegenüber Ausdruck. Nach ihrer Ankunft in Singanfu befahl sie sofort dem Gouverneur, für die Unterstützung der Nothleidenden zu sorgen und zu diesem Zwecke Reisküchen einzurichten. Von Zeit zu Zeit läßt sie sich darüber Bericht erstatten. Auf den Kaiser machte der Anblick einen großen Eindruck, denn er hatte solche Menschen noch nie in seinem Leben gesehen. Die Kaiserin wünscht angeblich nichts sehnlicher als nach Peking zurückzukehren(?), aber es treten immer wieder neue Umstände ein, die sie davon abschrecken. Am 29. März d. J. sollte die Rückkehr angeordnet werden; da kam der russische Vertrag störend dazwischen. Jetzt werden im Palast und außerhalb desselben Mattendächer angebracht, so daß es den Anschein hat, als ob die kaiserlichen Herrschaften auch den Sommer in Singaufu verbringen wollen. Die Friedenskommissare in Peling sind jetzt des Hofes einzige Hoffnung, ihre Telegramme sein Trost. Die Kaiserin=Regentin hat geäußert, daß sie nicht wüßte, was sie anfangen sollte, wenn sie einmal einen Tag kein Telegramm aus Peking erhalten hätte. Im Gegensap gu obiger Auslassung schreibt der„Ostasiatische Lloyd“ unter dem 10. Mai: „Aus Peking kommen fortgesetzt Meldungen, nach denen man dort in den Kreisen der Verbündeten mit einer Rückkehr des kaiserlichen Hofes in absehbarer Zeit rechnet. Die Friedenskommissare sind, wie wir den chinesischen Zeitungen entnehmen, darauf aufmerksam gemacht, daß ein bestimmter kaiserlicher Palast in Zukunft für die Audienzen der fremden Gesandten reservirt bleiben muß: die Gesandten richten sich in ihrem Stadtviertel bereits wieder ein. Auch sind(wie schon telegraphisch gemeldet), die Bauten von Kasernen für die zukünftigen Gesandt schaftswachen bereits in Angriff genommen und Exerzierplätze für diese hergerichtet worden. Wir können uns des Jefühls nicht erwehren, daß in diesem Falle doch die Rechnung vielleicht ohne den Wirth gemacht worden ist. Wir halten es für völlig ausgeschlossen, daß der Hof nach Peking zurücksehrt, selbst wenn die Stadt von den Verbündeten geräumt wird. Wozu aber sollen in dem Falle die kostspieligen Gebäude der Gesandtschaften u. s. w. dienen? Wird es nicht nöthig werden, die Gesandtschaften dorthin zu verlegen, wo der Hof und die Regierung dauernd ihren Aufenthalt nehmen werden? Es mag ja sein, daß unsere Befürchtungen ungerechtfertigt sind; es dürste kaum einen Menschen im ganzen chinesischen Reich geben, der mit Bestimmtheit voraussagen kann, was in der Zeiten Hintergrunde schlummert. Aber wenn wir uns auf die Ansichten von Männern verlassen können, die ihr Land, seine Gebräuche und Ansichten kennen müssen, so hat der Hof den Gedanken an eine Rückkehr nach Peking endgültig aufgegeben. Wenn er noch immer in Singaufu weilt, so geschieht das weniger deswegen, weil er auf die Zeit wartet, wann er nach Peting zurückkehren kann, aks vielmehr deshalb, weil die Vorbereitungen für die Wahl einer neuen Hauptstadt noch nicht abgeschlossen sind.“ London, 18. Juni. Eine Pelinger Depesche des „Daily Mail“ meldet, der englische Vorschlag, die chinesische Entschädigung mittelst Obligationen zu zahlen, sei nunmehr von allen Mächten, mit Ausnahme Japans, angenommen worden; dessen schließlicher Beitritt werde indeß unter gewissen Bedingungen erwartet. Die Tilgungsrate soll 1% betragen und nach drei Jahren in Kraft treten: vielleicht wird sie später etwas erhöht werden. Politische Aebersicht. Deutsches Reich. Detmold, 19. Juni. — Auf Befehl des Kaisers wird das unter dem Kommando des Prinzen Heinrich stehende Geschwader der aus China heimkehrenden Panzerdirision bis Kadix entgegenfahren. — Ueber den Kaiserbesuch im Kloster Maria Laach bringt das Juniheft der„St. Benediktus= stimme“, des Organs der deutschen Benediktiner, einen Bericht, der neue Einzelheiten über jenen Besuch enthält. So erwiderte der Kaiser, 8I8 Abt Benzel ihm versicherte, daß sich die Klostergemeinde an dem offenen Bekenntniß des christlichen Glaubens Sr. Majestät überaus erbaut habe, wörtlich:„Ja, das ihue ich, ich habe das schon gestern in Vonn auf dem Kommers der Sindenten gesagt und habe ihnen die christlichen Grundsätze einzuschärfen gesucht. Ich halte es für nöthig, daß ihnen dies von oben gesadt wird.“ Als er die auf der Kapilelwand verzeichneten„Stufen der Demuth“ las, machte er bei der vierten „in duris et asperis pationtiam amplecti“(„in schwierigen Verhältnissen sich der Geduld befleißigen") die Bemerkung:„Das ist auch etwas für mich." Bei dem Rundgang äußerte der Kaiser, daß er dem Abte von Monte Cassino kürzlich eine ganze Biblicthek- deutscher Geschichtslitteratur geschenkt habe. Beim Anblick der kräftigen, ernst gehaltenen Zeichnungen des Paters Andreas machte der Kaiser die Bemerkung:„Das ist recht, daß man wieder zurückgeht auf die alten Meister, so habe ich es gern, das ist viel schöner, als so manches moderne Zeug.“ — Prinz Adalbert von Preutzen, der dritlälteste Sohn des Kaiserpagres, welcher bekanntlich seit Mitte April d. J. an Bord des Kadettenschulschiffs „Charlotte" Dienste thut, leidet sei einigen Tagen an einem leichten Unwohlsein, das ihn zwingt, vorläufig vom Dienste sern zu bleiben. Der Prinz befindet sich gegenwärtig auf der„Charlotte" in solchen Räumen, welche wegen ihrer ruhigen Lage für eine möglichste Schonung des Patienten Gewähr leisten. Der Gonverneur Kapitäuleutnannt z. S. Ammon ist dauernd in unmittelbarer Nähe des leidenden Prinzen unterbracht. — Anläßlich der Geburt der Großfürstin „Auastasia“,(siehe Rußland.) setzten gestern die in Kiel anwesenden russischen Kriegsschiffe Flaggengala und gaben einen Salut von 21 Schüssen ab. — Die Rede des Reichskanzlers zur Enthüllungsseier des National=Bismarck=Denkmals findet in den Erörterungen der Presse weiterhin überall großen Beifall. Die„Freis. Ztg.“ des Abg. Richter schreibt: „Wir rechnen es dem Grasen Bülow als Verdienst an, daß er nicht in höflicher Weise sprach von dem„treuesten Diener",„dem Werkzeug“, wie Herr von Levetzow, sondern daß er in erster Linie dem Fürsten Bismarck das Verdienst zuerkannse, die Siegesallee bis zum deutschen Kaiser geführt zu haben, und daß er an dem Einheitswerk den Fürsten Bismarck nicht als Handlanger hinstellte, sondern als den eigentlichen Werkmeister. Die„Nat.=lib. Korrespondenz“ bemerkt: Graf Bülow setzte dem Fürsten Bismarck vielleicht ein noch dauerhafteres Denkmal, als der Künstler Reinhold v. Begas, der das eherne Standbild des großen Mannes zur jetzigen und künftigen Generation des deutschen Volkes sprechen läßt. Rudolf von Bennigsen fand im Kreise seiner Parteigenossen ein treffendes, prägnantes Urtheil, als er bei Würdigung an dieser Rede die Unbefangenheit rühmte, mit der Graf Bülow, unbeirt durch alle an die Person Bismarcks sich knüpfenden Kämpfe der Leidenschaften in Liebe oder Haß, in Ueberschwänglichkeit oder neidischer Verkleinerungssucht, dem Namen Bismarck den Platz in der Geschichte des deutschen Volkes anwies als einer Feuersäule, die vor letzterem herziehen soll in guten und in schweren Tagen. So tief der unmittelbare Eindruck der Worte des Reichskanzlers war, so nachhaltig wird er sich in seiner weiteren Wirkung gestalten und der Griffel der Geschichte wird sie dereinst als eine der ehrenvollsten Thaten des Grafen Bülow in ihr Buch eintragen. Die genannte„Korrespondenz“ sagt dann tadelnd: Von. all' den ehemaligen Ministern, die zur Enthüllungsfeier sich eingefunden halten, fehlte nur ein Einziger— Herr v. Miquel. Selbst Fürst von Hohenlohe=Schillings= fürst und Delbrück hatten es sich trotz ihres hohen Alters nicht nehmen lassen, zu erscheinen. — Keine Orden bei der Bismarckfeier: Weder der Schöpfer des Bismarckdenkmals, so schreibt das„B. T.“, noch einer seiner zahlreichen Mitarbeiter am Kanzlermonument haben bei dessen Enthüllung eine Auszeichnung erhalten. Angesichts dieser auffälligen Thatsache gewinnt eine Meldung an Wahrscheinlichkeit, daß für die Mitarbeiter des Künstlers gewisse Dekorationen beantragt waren, daß aber diese Anträge von höchster Stelle abgelehnt worden seien. — Die„Kreuzztg.“ erinnert an die vom Fürsten Bismarck selbst gewählte Inschrift für seinen Grabstein„Ein treuer Diener Kaiser Wilhelms I.“ und meint, daß die Worte auf dem Kranze des Kaisers„Des großen Kaisers großem Diener“ an jene Inschrift anschließen.— Das Bismarckdenkmal wurde im Laufe des Sonntags trotz des ungünstigen Wetters von weit mehr als 20 000 Personen besucht. — Das neue Bismarck=Denkmal in Berlin ist, wenn man von den Massenstandbildern der Siegesallee absieht, das 72. öffentliche Denkmal der Reichshauptstadt und das dritte Monument eines Staatsmannes in Berlin. — Französische Phantasien über Kaiser Wilhelm. Der Frankfurter Zeitung schreibt man aus Paris, 12. Juni: Vielen Franzosen gilt es wie ein Dogma, daß des deutschen Kaisers einzige Sehnsucht Paris ist. Für den Parisien de Paris, dem die Sonne am Boulevard Montmartre aufgeht und an der Madeleine untergeht, ist das sogar selbstverständlich. Wie wäre es überhaupt möglich, sich nicht nach der„Welthauptstadt“ zu sehnen? Und gar ein Deutscher Kaiser, für den die Reise nach Parit den höchsten politischen Triumph bedeutete— über so un bedingt selbstverständliche Dinge verliert man kein Wort. Es hat sich auch schon eine wahre Legende über das Thema gebildet. Daß Wilhelm II. bei den Zarenfesten und während der Weltausstellung heimlich gekommen war, wird man manchem Lokalpatrioten niemals ausreden. Im vorigen Jahre namentlich schossen die legendären kaiserlichen Besuche wie Unkraut empor. Und nicht nur Zeitungen, die selbst in Paris kein Mensch ernst nimmt, sprachen davon, nein, eines schönen Tages brachte auch das Blatt, das seines nimmer durch einen Scherz erhellten würdigen Tont wegen von den Witzblättern als Symbol der Langweiligkeit zitirt wird, einen langen Artikel:„Lui.“ An einem frühen Junimorgen hatte der Artikelschreiber in der Nationenstraße einen einsamen Spaziergänger gesehen, der nur „Lui“ sein konnte. In Deutschland hielt man diese optischen Täuschungen für Wirkungen eines allzu heftigen Wunsches. Seit gestern Abend steht es bei mir indessen fest, daß diese optischen Täuschungen doch nicht nothwendig Halluzinationen waren: Wilhelm II. hat hier gänger. Wer den Deutschen Kaiser nur aus Abbildungen kennt, mag wirklich getäuscht werden, und wer ihn öfters in Person gesehen hat, darf einen Augenblick zweiseln. Steckte der Doppelgänger gar in einer Uniform, dann könnte er für das bekannte Konersche Portrait gesessen haben. Wer der betreffende Herr ist, weiß ich nicht. Ich sah ihn gestern Abend in einem Theater, mit einer Dame im ersten Range einer Loge sitzend. Augen, Nase und Stirn sind täuschend. Auch die Frisur der Haare ist ähnlich, doch loser und weniger glatt, der Schnurrbart nicht ganz à la Guillaume II. aufgezwirbelt. Im Ganzen erscheint das Gesicht auch schmaler und der Körper etwas schmächtiger. Dafür sind aber die Haltung und der Blick, wohl nicht ohne Absicht, absolut jene des Originals. Der Herr Doppelgänger, der sich seiner Kaiserähnlichkeit sicherlich bewußt war, durfte mit seinem Erfolge zufrieden sein. Er erregte im ganzen Parkett Aufmerksamkeit, und meine Sitznachbarn unterhielten sich in allen Zwischenakten ausschließlich von der frappanten Aehnlichkeit. — Ueber das Befinden des Abgeordneten Rickert gehen dem„B. B.=C.“ von einer dem Parlamentarier nahestehenden Seite leider ungünstige Nachrichten zu. Rickert hat am Sonntag früh einen erneuten Schlaganfall erlitten, so daß sein Zustand nicht unbedenklich ist. Oesterreich=Ungarn. Prag, 18. Juni. Ein kaiserliches Handschreiben an den Statthalter Coudenhove drückt den besonderen Dank des Monarchen über die ihm von beiden Völkern Böhmens in so schöner und einträchtiger Weise dargebrachten herzlichen, innigen Kundgebungen treuer Anhänglichkeit für den Kaiser und das Kaiserhaus aus und fährt fort:„Der überall sichtbare Fortschritt, den Ich auf allen Gebieten des geistigen und wirthschaftlichen Lebens wahrzunehmen Gelegenheit hatte, und die überraschende Entwicklung, die Meine königliche Hauptstadt Prag ebense wie andere von mir besuchte Städte aufweisen, erfreuten Mich hoch und bekräftigen aufs Neue Meine Hoffnungen, daß auch das sichere Unterpfand der dauernden Blüthe des Landes, der so heiß ersehnte Nationalfriede, der durch die erfolgreiche Annäherung beider Nationen auf wirthschaftlichem Gebiete angebahnt wurde, Meinem geliebten Königreich bald beschieden sein wird. Das walte Gott!" Das Handschreiben schließt mit der Anweisung, diese Gefühle Albumblätter. Weib, willst Du fesseln Deinen Mann, Mit zwei Dingen ist's gethan: Bereit' ihm ein schmackhaft Gericht Und zeig ihm ein freundlich Gesicht. Mißtrauen. Roman von H. Waldemar. ————„„ (Nachdruck verboten.) 36. Fortsetzung.) Wohl glaubte Frau Berns oft, den Schlüssel zu dem Heheimniß zu besitzen; aber niemals entschlüpfte ihr eine Liesbezügliche, neugierige Frage, niemals ließ sie ahnen, daiß sie über die seltsame Angelegenheit schon viel nach gedacht. Sie liebte Valentine fast ebenso sehr, wie ihr munteres Töchterchen und bangte vor dem Tage, da sie ihr Haus verlassen würde, denn nicht nur war sie eine Ge fährtin Hedwigs, sondern ihr Einfluß war auf das leichtlebige Mädchen ein nicht zu unterschätzender; Valentinens Ruhe und Besonnenheit, ihr taktvolles Auftreten wirkten nachhaltig auf Hedwig und schon sah Frau Berns, oftmals mit stillem Lächeln, wie die schwarzlockige Hedwig es der Freundin gleichthun wollte, und sie freute sich darüber, obwohl Hedwigs zierliche bewegliche Gestalt, ihre sprühenden, lebendigen Augen, sich mit der plastischen Ruhe Valentinens schlecht vereinigen ließen. Die Mädchen waren so verschieden von einander, trotzdem aber jedes für sich so ent zückend, daß der Versuch, das Eine oder das Andere umzu modeln, unfehlbar mißlingen mußte. Glücklicher Weise hielt Hedwigs Eiser, der Freundin gleich zu werden, nicht lange Stand, sie ermüdete bald in den Versuchen, ebenso ge setzt, so ernst und zurückhaltend zu s. in und verfiel zu ihrem Glück wieder in ihr lieblich neckisches Wesen, welches viel besser zu dem tecken Stumpfnäschen und den schwarzen Augen paßte e So war denn auch Hedwig am Abend, tros aller mütterlichen Ermahnungen, im besten Zug; aus dem Kreis, der sich um sie gebildet, tönte Lachen und Scherz, seih'sn Worte flogen herüber und hinüber. Diesmal besand sich Raimund an Hedwigs Seite. War es, daß ein unbestimmtes Gefühl ihm sagte, sich als mit ihr eins zu zeigen, oder war es der Liebreiz, welcher von dem Mädchen ausstrahlte, der ihn nicht von ihrer Seite weichen ließ. Das Glück stieg ihm förmlich zu Kopfe, wie ein Berauschter hörte er nur wie aus weiter Ferne die verschiedenen Stimmen reten, aus welchen sich klar und deutlich, wie ein helles Glöckchen die Silberstimme Hedwigs über die anderen erhob und sein Herz wilder schlagen ließ. „Haben Sie keinen Augenblick für mich allein, Hedwig?" flüsterte er ihr zu, als sie sich, auf Wunsch ihrer Mutter, erhob, um Erfrischungen zu bestellen. „Mommen Sie nach, aber unauffällig“, rannte sie zurück. Wer war glücklicher al: Raimund? Lag in den wenigen Worten nicht das ganze Geständniß, das er so gerne entgegennehmen würde un. doch, nicht annehmen durfte? Wie Hedwig gesagt hatte, so that Raimund. Als intimer Freund des Hauses durfte er es schon wagen, sich in die inneren Angelegenheiten zu mischen, zumal er wußte, daß er dem Prosessor einen Gefallen erwies, wenn er sich etwas um die Lohndiener kümmerte. Man wußte dies in der Gesellschaft, welche fast nur aus guten Bekannten und oft geladenen Gästen bestand. In dem Empfangszimmer ihres Vaters, welches heute mit benützt wurde, traf er das junge Mädchen seiner wartend. Er eilte euf sie zu, erfaßte ihre Hände und blickte, während er diese an seine Lippen zog, tief in ihre, etwas verwirrten Angen. „Theuere, liebe Hedwig, heute sind Sie wieder für Alle da, und der Einzelne muß nach einem gütigen Wort schmachten.“ „Wollten Sie mir etwas Besonderes sagen, Herr Ferrer?“ fragte sie, unter Neckerei ihre Verlegenheit verbergend. „Ich möchte schon, Hedwig, täglich drängt es mich sehr dazu, und doch— so lange ich diesen Rock trage, wage ich es nicht.“ „Mun rast! Hören Sie, das ist Mama! Bitte, lassen . min gehen, Sie halten„ Ihren Willen!“ rief Hedwig, voller Angst,„man möchte Sie suchen und in solcher Situation finden.“ Sie sah dadurch so unbeschreiblich reizend aus, das dunkle Köpfchen mit dem Rosenkränzchen in den Locken neigte sich so nahe zu ihm, daß er den Duft ihres Haares einsog und die rothen Lippen gar verführerisch blickten. Seiner selbst kaum mächtig, schlang er rasch seine Arme um ihre erbebende Gestalt und drückte heiße verzehrende Küsse auf ihren nicht widerstrebenden Mund. Nun richtete sich Hedwig auf und machte sich aus seinen Armen los, wobei sie erglühend die Augen niederschlug und stammelte:„Was haben Sie gethan?“ „Dir durch meine Küsse gesagt, denn Worte sind zu kalt und nüchtern hierzu, wie heiß und innig ich Dich liebe, meine Hedwig,“ flüsterte er leidenschaftlich. Hedwig schlug die Hände in einander und klagte:„Du hast mir aber auch die Ruhe genommen, wie soll ich jetzt drinnen gleichgiltig erscheinen?“ „Es wird Dir gelingen, Geliebte, wenn Du bedenkst, welch' süßes Geheimniß wir gemeinsam bewahren. Sage mir, ehe Du gehst, ob auch Du mich liebst?“ „Hätte ich sonst mich küssen lassen?“ fragte sie wieder schelmisch, um mit aufflammendem Blick hinzuzusetzen: „Du verdienst die Liebe gar nicht, die in meinem Herzen für Dich empor geblüht.“ Sie reichte ihm noch einmal die Hand, doch Raimund sicher, daß jetzt Niemand in dieses entlegene Zimmer kommen werde, schloß sie fest in seine Arme und drückte Kuß auf Kuß auf ihre schwellenden Lippen, was sie widerstandslos geschehen ließ, dann riß sie sich los und enteilte wie ein flüchtiges Reh, während Raimund erst später und zwar in Begleitung eines Lohndieners folgte, der ein Tablett mit Erfrischungen hereintrug. Beide Glückliche erreichten unbeachtet die Gesellschaft, und wenn auch Beiden wohl anzusehen war und ihre Blicke verriethen, daß sie besonders angeregt erschienen, so erkannten wohl die Wenigsten, daß Hedwigs übersprudelnde Laune, das stille, selige Lächeln Raimunds, wenn er sich unbeachtet glaubte, demselben glücklichen Ereigniß entsprangen. Während Beide sich bemühten, die vorige Unbefangenheit wieder zu erlangen, trat Professor Berns mit einer jungen Dame in tiefer Trauerkleidung auf Valentine zu, die sich für Augenblicke hinter einen Tisch mit Prachtwerken zurückgezogen hatte. „Valentine, ich bringe Ihnen hier Komtesse Irma von Oelsner, welche ihre Bekanntschaft zu machen und Ihnen eine Bitte vorzutragen wünscht“, sagte den alte Herr und ließ die Mädchen allein. Valentine hatte sich erhoben und der Komtesse die Hand gereicht, zugleich lud sie dieselbe ein, neben ihr Platz zu nehmen. „Ich bin eigentlich nur Ihretwegen heute Abend gekommen“, begann Irma,„denn noch besuche ich keine Gesellschaft, wenn auch mein armer Bruder schon über ein halbes Jahr todt ist; aber ich mußte Sie von Angesicht kennen lernen, Fräulein von Steinhausen, mußte Ihnen selbst sagen, wie mächtig ergriffen ich war von ihrem Gemälde, wie ich mich kaum dort habe losreißen können. Sie sind eine große Künstlerin, und fast wage ich es nicht, Ihnen meine Bitte vorzutragen, die Ihnen möglicherweise anmaßend erscheint, doch glauben Sie mir, es ist keine Schmeichelei, wenn ich Ihnen gestehe, daß ich zu keinem unserer Künstler so viel Vertrauen fassen kann, als ich es für Sie empfinde. Darf ich reden?“ Valentine blickte gerührt in das eifrige Gesichtchen Irmas, welches nicht verheimlichen konnte, wie sehr sie auch von der Künstlerin äußerer Schönheit betroffen war. „Ohne Scheu, Komtesse“, entgegnete sie freundlich.„Wenn es in meiner Macht liegt, werde ich Ihren Wunsch gern erfüllen.“ „O, es liegt in Ihrer Macht, es hängt nur von Ihrem guten Willen ab, Fräulein von Steinhausen“, rief Irma eifrig.„Mein Bräutigam— Sie wissen sicher durch Eberhard, daß ich verlobt bin?— wünscht so sehr, daß ich das bischen Maltalent, welches ich besitze, weiter ausbilden soll, so lange ich noch zu Haus bin, wollen Sie mir dabei behülflich sein? Würden Sie Lust haben, mich zu unterrichten?“ „Ich weiß doch nicht, Komtesse, ob ich das wagen darf“, sprach Valentine zögernd.„Ich habe noch nic unterrichtet und habe in letzter Zeit den Gedanken daran aufgegeben!“ (Fortsetzung folgt.) des Monarchen sowie seinen Dank und Auerkennung für einen Thronfolger ist also wieder nicht in Erfüllung gedie musterhafte Haltung der Bevölkerung zur Kenntniß zu gangen. dringen.I Petersburg, 18. Juni. Die heute früh geborene 18. Juni. Der Hoftasel an Bord der Großfürstin erhielt den Ramen Anastasie. „Habsburg" wohnten Ministerpräsident v. Körber, sowie die Minister v. Hartel und Rezek und viele Honoratioren von Rußig und Umgegend bei. Während der Fahrt au der Eibe drachten Rußiger Gesangvereine, die sich auf einem anderen Dampfer besanden, dem Kaiser eine Serenade. Bei Einbruch der Dunkekheit wurden die Flußufer, die umliegenden Höhen, sowie die Straßen und Häuser der Stadt gianzend illuminirt. Kurz nach 9 Uhr legte das Schiff an der hiesigen Landungsstelle an. Der Kaiser fuhr langsam zum Bahnhof. Die in den Straßen angesammelte Menschenmenge bereitete dem Kaiser sehr lebhafte Huldigungen. Die Fahrt vom Landungsplatze zum Bahnhof glich einem Triumphzuge. Auf dem Bahnhofe sprach der Kaiser dem Bürgermeister und dem Statthalter seine vollste Befriedigung über die patriotischen Rundgebungen und seinen Dank für me ihm in Böhmen bereiteten schönen Tage aus. Unter unaufhörlichen Hochrufen der Menscheumenge reiste der Koiser nach Verabschiedung von den Ministern v. Hartel und Rezk in Begleitung des Ministerpräsidenten v. Körber gegen 10 Uhr nach Wien ab. Wien, 18. Juni. Der Kaiser Frauz Josef ist eause beüth, beoseiat vum Wiusterprishener u. Pordhr, eingetroffen und, von der Meuge lebhaft begrüßt, nach önbrunn gefahren. Prag, 18. Juni. Der döhmische Landtag wurde heute mit einer Aufprache des Oberstlandmarschalls Prinz Lobkowiz eröffnet, in welcher er zierst in tschechischer Sprache des Eindrucks der letzten Tage gedachte sowie der vor der Reise des Kaisers erfolgten Kaiserspende für eine nationale Gallerie.(Lebhafter Beisall.) Hierauf fuhr der Oberstlandmarschall in deutscher Sprache sort und wies darauf hin, daß der Kaiser seinen Besuch auch über Prag hinaus ausgedehnt habe, damit jeder Schein vermieden werde, als ob der Kaiser eines seiner Völker bevorzuge und das andere hintansetze.(Bravo!) Tschechisch fortfahrend, sagte er alsdann, bei dem Besuche des Kaisers habe sich gezeigt, daß die gesammte Bevölkerung des Königreiches ohne Unterschied der Nationalität dem Kaiser gleich ergeben sei. Ja, es habe sogar den Auschein gehabt, all ob Zwistigkeiten zwischen den beiden Nationalitäten au keine andere Art zum Ausdruck gekommen seien, als dadurch, daß jede Partei beweisen wollte, daß sie sich von der anderen an Liebe und Anhänglichkeit nicht übertreffen lasse. So lange diese Gesühle in den Herzen der gesammten Bevölkerung andauern, könne an der Lage nich verzweifelt und die Hoffnung auf eine bessere Zukun Böhmens nicht aufgegeben werden.(Beifall.) Redner schkoß mit dem Wunsche, Gott möge den Monarchen nock lange in dieser Frische erhalten.(Lebhafter Beisall.) Nach Erledigung der Tagesordnung wird die Sitzung auf Donnerstag vertagt. Frankreich. 17. Juni. Dem„Temps“ zufolge ergab die am 24. Mai d. I. stattgehabte Volkszählung, daß die Bevölkerung Frankreichs ungefähr sich auf 38600000 Seelen stellt. Die Einwohnerzahl nahm in allen Departements ab, in welchen sich keine großen Städte befinden. Die Zunahme der Bevölkerung seit 1896 beträgt nur ungefähr 330000 Seelen.(!) Dieser Zuwachs ist sehr wahrscheinlich der Fremdeneinwanderung zu verdanken. Paris, 18. Juni. Aus guter Quelle verlautet, daß die marokkanische Gesandtschaft emen HandelsBoitithnn#.L. K Leudon, 18. Juni. Ein Cherbeurger Korrespondent des Blattes„Daily Expreß“ erführt, der deutsche Kaiser werde mit einem Geschwader von Kriegsschiffen den aus China zurücklehrenden deutschen Truppen entgegenfahren und sich an deren Spitze setzen. Das Geschwader Cherbourg anlegen, wo sich ihm das französische Nordgesawaver anschließen werde. Loubet werde nach Cherbourg kommen und mit dem Koiser auf der Rhede eine Bezegnung und Zusammenkunft haber; diese werde etwa Ende August stattfinden.(Diese schöne Harz, vi besch Heruntugschasan wenden Bergl. die betr. Serbien Belgrad, 19. Juni. In Novibazar ist die Ruhe wieder hergestellt. Der Bevölkerung wurde die Ernennung eines neuen Kaimakams zugesagt. Die Türken und Albanesen haben das serbische Dorf Verzenitschew zerstört und die Einwohner vertrieben, well sie einen Serben der Ermordung des augesehenen Türken Aga Tolic für schuldig hielten. Nachträglich stellte sich heraus, daß der Mörder ein Türke war. Türkei. Konstantinopel, 18. Juni. Die russische Botschaft verweigerte die Annahme von 162000 Pfund auf die Kriegsentchädigungs=Rate vom 14. Januar. Sie verlangt den ganzen Rückstand dieser Rate in Höhe von 192 000 Pfund. zahlen; Mitglieder, welche an dem Ausfluge theilnehmen, ohne einen Wagen zu benutzen(Radfahrer), zahlen 50 Psg . 18. Jui. Die Keiserin ist hente von einen Prinzessin entbunden eden. Dem Zarenpaar ist mit dieser jüngsten Großfürstin die vierre Tochter geboren. Die Hoffnung auf Der Krieg in Süd- Afrika. Kapstadt, 17. Juni. Es scheint, als ob Dewet erst in letzter Zeit die Buren dazu bewogen habe, unter seiner Führerschaft sich neu zu konzentriren. Aber nachdem das ern vor wenigen Tagen geschehen war, griffen ihn die Engländer an und zersprengten seine Truppen.(??) Brüssel, 16. Juni. Die Beschuldigung des englischen Blaubuches. Dr. Leyds und andere Führer feien von der Dynamit=Gesellschaft in Transvaal bestochen, wird auf der hiesigen Gesandtschaft energisch zurückgewiesen. Dr. Leyds hat die erste Konzession umgeworfen, die zweite hat seinen Beifall auch nicht. Aktien wurden ihm allerdings angeboten, er hat sie aber abgeschlagen. Ueber anderweitige Bestechungen wein er nichts, weil er dama's schon fort von Transvaal war. Die Meldung der Patrie, daß die Buren nur noch Sicherung ihrer persönlichen Freiheil verlangten, nicht die Freiheit ihrer Staaten, ist Erfindung. Frau Boihn ist nur herrüber gekommen, weil sie in Afrika mittellos dasteht. Die militärische Lage ist gut. Aus dem Fürsteuthum Lippe und Umgegend. 19. Juni Detmold. — Ernennung. Seine Erlaucht der Graf=Regent hat den Forstreferendar Karl Riekebof aus Lemgo zum Forstasfessor ernannt. — Vom Hofe. Ihre Erlaucht die Gräfin Karoline nebst Graf Leopold und den Gräfinnen Carola und Ma thilde begaben sich gestern Mittag zum Gegenbesuch nach Schloß Rotenburg. Ihre Erlaucht kehrt Donnerstag nach hier zurück. — Katholische Kirchen=Konserenz. Montag Abend 6 Uhr fand im Hotel„Hreußischer Hos“.(Sauer die Wahl von fünf Repräsentanten und drei Stellvertretern auf 6 Jahre statt. Die Sitzung wurde vom Dechauten der hiesigen katholischen Gemeinde, Herrn Honcamp welcher den Vorsitz hatte, eröffnet und von diesem der Versammlung mitgetheilt, daß die zu wählenden Herren gemeinschaftlich mit dem Kirchenvorstande über die Verwendung der neueingeführten Kirchensteuer sowohl, als auch über die Verwaltung des übrigen Kirchenvermögens (An= und Verkäufe 2c.) zu berathen und mu bestimmen hätten.— Hierauf wurde zur Zettelwahl geschritten. Es waren im Ganzen 38 wahlderechtigte Personen auwesend und von diesen wurden durch Stimmenmehrheit nach stehende 5 Herren als Repräsentanten gewählt: Major a. D. Ohlendorf, Brauereibesitzen Dütemeier, Schneidermeister Sievering, Ruchitekt Liedler, Reutner Bock. Als deren Stellvertreter gingen beim zweiten Wahlgange die Herren: Schuhmachermeister Fr. Schätzlein, Rentuer Rosen stein und Schlossermeister Glunz aus der Wahl hervor.— Hiermit war die Tagesordnung erledigt and es wurde die Sitzung vom Vorsitzenden geschlossen. = Wehe, wenn sie losgelassen! Der Arbeiter S. er sucht uns, auf Grund des Paragraph 11 des Preßgesetzes in Bezug auf die gestrige Notiz unter vorstehender Spitzmarke zu erklären, daß seine Frau mit ihrer Schwägerin nicht in Streit gerathen ist, sondern daß die Letztere ohne jede Veranlassung auf die Erstere mit dem Messer losgegangen ist und ihr verschiedene tiefe Schnittwunden am Kopf beigebracht hat. — Für die durch Hagelschlag Geschädigten in Wörderfeld gingen serner bei uns ein: St. 2 Mk, E. H. in Wierborn 2 Mk. Dazu die bisher gesammelten 1„Mk. sind zusammen 25 Mark. Allen Gebern herzlichen Dank. Wir bitten um weitere Gaben. — Die Reichsbaus ermäßigte den Diskont von auf 8½ Prozent und den Lombardsatz von 5 auf 4½ Prozent. — Bildungs=Verein. Wir wollen nicht unterassen, nochmals auf den am 30. Juni stattfindenden Wagen=Ausflug hinzuweisen und eine Betheiligung daran dringend zu empfehlen, führt doch der Weg über eine der schövsten Strecken des Teutoburger Waldes, nämich über Lopshorn und dann am Sennerand entlang nach Kohlstädt, wo Ueberraschungen aller Art den Theilnehmern sevorstehen. Die Rückfahrt erfolgt über Externstein und Horn. Um die nöthige Zahl von Wagen beschaffen zu Bunen, ist es nothwendig, daß sich die Theilnehmer bis zum 24. d. M. in die in den Buchhandlungen von Hinrichs und Ihle, im Odeon und in der Geschüstsstelle der Landeszeitung aufliegenden Listen eintragen, umsomehr, da spätere Aumelnicht mehr berücksichtigt werden können. Für Wagen, Musik u. s. w. sind pro Person 1,50 Mark zu Autauterer Wettbewerd im Zeitungswesen. Eille Entscheidung des Kammergerichts Berlin, daß Nachdruck von Inseraten als unlauterer Wettbewerb anzusehen, hat kürzlich das Reichsgericht bestätigt. Der Sachverhalt ist kurz folgender: In Y. erscheinen zwei Zei tungen, von denen die eine, das X.-Blatt, vom Publitum zum Inseriren mehr benutzt wird. Die andere Zeitung, die X.=Zeitung, hat nun eine große Anzahl von Wohnungs= und Arbeits=Inseraten des X.-Blattes auf genommen, ohne von den Inserenten dazu beauftragt zu sein. Der Verleger des K.-Blattes forderte im Juli 1899 den Herausgeber der X.=Zeitung auf, diesen Nachdruck zu unterlassen und als die X.=Zeitung ihr Verfahren fortsetzte, erhob das X.-Blatt Klage gegen die X.=Zeitung in dem Sinne, dieselbe unter Strasandrohung zu verurtheilen sei, jeden Nachdruck von Inseraten zu unterlassen. Der beklagte Verleger machte geltend, daß sein Redatteur ohne sein Wissen die betreffenden Inserate abgedruckt habe und daß jene Inserate auch dadurch besonders kenntlich gemacht seien, daß dieselben hinter die bestellten Inserate gesetzt, keine Bestellnummern erhalten und beide Arten von Anzeigen durch Linien getrennt gewesen seien. Das Landgericht wies die Klage auch ab; doch auf die beim Kammergericht eingelegte Berufung hat dieses das angefochtene Urtheil aufgehoben und dem Klageanspruch gemäß erkannt unter Andeotzung einer hohen Geldstrafe. Die Gründe des Urtheils stützen sich darauf: Das Publikum nimmt an, daß eine mit Annoncen vollgefüllte Zeitung ein weites Verbreitungsgebiet und einen großen Leserkreis hat, und deshalb für die Aufnahme von Annoncen besonders geeignet ist. Es war der Anschein erweckt, daß alle Inserate in Auftrag gegeben, welches nach der Meinung t#s Publikums gegen Bezahlung geschieht, die von dem Bellagten erwähnten Unterscheidungen sind dem Leser Publikum unbekannt. In dem Abdruck jener Inserate ist lein strafbarer Nachdruck zu finden, wohl aber eine Veranlassung im Sinne des Gesetzes über den unlauteren Weltbewerb(§ 1, Absatz 4). Der Unterlassungsanspruch des Klägers ist begründet. Es genügt nicht, daß der Beklagte geltend macht, er habe angeordnet, daß der Abdruck solcher Inserate unterbleibe, er habe auch die Befolgung seiner Anordnung durch die nöthige Kontrolle erzwingen mussen. Gegen dieses Urtheil hatte der Beklagte kevision beim Reichsgericht eingelegt. Der zweite Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes hat aber die Revision für unbegründet angesehen und das Urtheil desKammergerichts bestätigt. Aus den Gründen ist noch zu erwähnen: daß in dem angefochtenen Urtheile in ausreichender Weise festgestellt ist, daß der Abdruck jener Inserate mit Wissen und Willen des Beklagten geschah. Der Thatbestand des§ 1 des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb ist ohne Rechtsirrthum als vorhanden angesehen. Die Aufnahme von jenen Inseraten ist als eine Veranstaltung im Sinne Absatz 4 des§ 1 jenes Gesetzes aufzufassen. Die Zeitung des Beklagten, welche nur einen kleinen Theil von in Auftrag gegebenen Inseraten gehabt hat, gab sich durch den Abdruck einer Anzahl von Inseraten aus der Zeitung des Klägers den Anschein eines für solche Annoncen gesuchten Publikationsorgaus, wodurch das Publikum veranlaßt werden konnte, die Zeitung des Veklagten als Insertionsorgan zu wählen, weil es annehmen konnte, daß dieselbe einen großen Leserkreis habe. Mit Recht hat also das Berufungsgericht gefunden, daß der Beklagte durch den Abdruck jener Inserate den Anschein eines besonders günstigen Angebots hervorgerufen hat. Die Revision wurde deshalb kostenpflichtig zurückgewiesen, und damit ist das Urtheil des Kammergerichts rechtskräftig geworden. — Konzert auf der Grotenburg. uns dem reichhaltigen Programm, welches Herr Musikdirektor Hubert für das Konzert zu heute Nachmittag auf der Grotenburg aufgestellt hat, seien folgende Stücke erwähnt: Ouvertüre 1„Egmont“ von Berthoven, Fantasie aus der Opee„Der hajezzo,“ Ouvertüre zur Oper„Tell.“„An der Weser,“ Lied von Pressel 2c. Hoffentlich wird die herrliche Witlerung, welche das heutige Konzert begünstigt, ein recht zahlreiches Publikum auf der Grotenburg versammeln. — Ruhestörender Lärm.“ Heute Morgen gegen 4 Uhr wurden die Anwohner der Hornschenstraße durch wüsten Lärm aus dem Schlafe geweckt, auf der Straß rausten sich drei italienische Arbeiter mit einem hiesigen Bewohner. Alle vier schienen noch am den Nachwirkungen einer durchzechten Racht zu leiden. Die Italiener hatten nun die löbliche Absicht, den Detmolder in den Kanal zu wersen, womit dieser aber nicht einverstanden war und einem Italiener einen Messerstich in den Arm versetzte. Der Schutzmann Strop, welcher dazwischen kam, brachte den Verletzten zu Dr. Stemann, der einen Verband anlegte. — Der Verein der Lipper in Hannover seierte am Sonntag, den 16. Juni, den Geburtstag Sr. Erlaucht des Grafregenten. Viele Mitglieder werden wohl am Sonntag, den 9. Juni, sowohl geschäftlich als auch dienstlich verhindert gewesen sein, an der Feier theilzunehmen, und es war deshalb der feierliche Akt auf vorigen Sonntag verschoben. Drei hübsch geschmückte Kremser brachten 56 Personen nach dem Bettenser Garten, wo zunächst der Kassee an gemeinsamer Tafel eingenommen wurde. Der Vorsitzende, Herr Richter, brachte in beredten Worten den Zweck der Feier zum Ausdruck und endete mit einem begeistert ausgenommenen Hoch auf Se. Erlauch den Grafregenten. Es wurde sodann eine photographische Aufnahme sämmtlicher Betheiligten vorgenommen. Ein gemülhlicher Tanz hielt dieselben in vergnügter Stimmung beisammen. Um 11½ Uhr waren alle Theilnehmer wieder glücklich in Hannover, und mit einem kräftigen Hoch auf das lieve Lipperland trennte sich die Gesellschaft mit dem Bewußtsein, ein schönes und erhebendes Fest erlebt zu haben. — Zur Juvaliditäts- und Altersversicherung weiblicher Personen. In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß weibliche Personen nach ihrer Verheirathung auf Erstattung der Hälfte der für sie geleisteten Beiträge zur Iuvaliditäts= und Allersversicherung antragen. Sie erhalten dann zwar eine Summe von 20 bis 30 Mk. ausbezahlt, verleren aber damit alle weiteren Ansprüche an die Versicherungsanstalt auf Invaliden= oder Alteisrenten, die sie sich durch freiwillige Fortsetzung des Versicherungs=Verhältnisses durch jährlich nur 10 Marken zu 14 Pfennigen erhalten können. Durch die Auswendung von nicht einmal einem halben Pfeunig pro könnten sich die weiblichen Personen den Anspruch auf Alters= und Invalidenrente sichern, die jährlich über 115 M. und nach Umständen mehrere 100 M. betragen kann. Es ist daher allen weiblichen versicherten Personen, welche nicht durch ihre Verheirathung in völlig gesicherte Verhältnisse kommen, dringend anzurathen, daß sie nicht die Erstattung der für sie verwendeten Marken verlangen, ondern daß sie das Versicherungs=Verhältniß durch freiwillige Fortversicherung aufrecht erhalten. Tritt dann die Invalidität ein, so sind sie wenigstens vor äußerster Noth geschützt und brauchen nicht der Armenpflege der Gemeinden anheimzufallen. — Der gestrige Viehmarkt war mit 10 Stück Rindvieh und 734 Schweinen betrieben. Der Handel unter dem Rindvieh sowie unter den Schweinen ging sehr lott: es waren viele Händler am Platze. Bezahbt wurden ür 6—8 Wochen alle Ferkel 18—21 Mk., für ¼ jährige Schweine 30—36 Mk. und für ½jährige Schweine 40—48 Mi. — Wetter=Aussichten. 20. Juni: Halb heiter, schwül, warm, lebhafte Winde, vielsach Gewitterregen. 21. Juni: Veränderlich, wolkig mit Sonnenschein, kühler, Regenschauer und Gewitter. 22. Juni: Heiter bei Wolkenzug, strichweise Regen mit Gewittern, normale Temperatur. . Eine gemeinschaftliche Sitzung findet am Donnerstag, den 20. d. M. Abends 8 Uhr vom Magistrat und Stadtverordneten statt. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Wahl von Feuerherren. 2. Wahl der Vertrauensmänner zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen. 3. Neuwahl der Quartirungs=Kommission. 4. Wahl eines Feldgeschworenen.— Daran anschließend findet eine Stadtverordneten=Sitzung statt mit folgender Tagesordnung: 1. Steinbrüche beir. 2. Anzahl der Mitglieder der Voreinschätzungs=Kommission. 3. Verpachtung der Graswege. gemerbe=Agsffellung. 17. Juni. en, fällt uns Barntrup, 1 Bevor wir den Ausstellungsplatz betreten, fallr und ein gefällig aussehender Ehrenbogen, mit der Inschrift „Gewerbe=Ausstellung“, auf; dem Erbauer desselben, Herrn Tischlermeister Bunte hierselbst, macht der Bogen alle Ehre. Der hübsche Platz, welchen wir jetzt vor uns liegen sehen, ist durch Herrn Leopold Werkmeister=Detmold. in einen Thiergarten verwandelt, in dem recht schöne Gruppen von Rehwild, einem Wolf, daneben Rothkäppchen und Zwerge, inmitten schöner Palmen und wohlgelungener Blumenbeete aufgestellt sind. Wenn unser Auge weiter nach der Halle schweift, sehen wir eine herrliche Fontäne. Hier gebührt der Stadtvertretung Barntrups für die kostenlose des Wassers aus der städtischen Leitung wärmster Dank. Rechts neben der Halle hat die Firma Siekmann & Co. und von Rheden& Co., Dörentrup, Steine in verschiedenen Formen und Farben ausgestellt, ebenso Schnittger=Bega Zementplatten, und eine Almenger Firma einen Grabstein von Terazzo. Ehe wir die Halle betreten, bietet uns Herr KunzeBarntrup sehr hübsch gelungene Ansichtskarten von der Ausstellung, und Gärtner Hilker=Barntrup Kirschen, Erdbeeren uc. an, wir wünschen beiden gute Geschäfte. Der erste Aussteller in der Hakle ist Herr Töpfermstr. HeldtkeDetmold mit Porzelkan=Oefen. Haben wir schon in einer früheren Nummer dieser Zeitung gesagt, die Oesen würden eine Zugkraft der Ausstellung sein, so können wir dieses nur aufrecht erhalten. Recht geschmackvoll und sauber sind alle Sachen aufgestellt, und die Oefen machen Herrn Töpfer Heldtke sowie der Fabrik, von welcher dieselben bezogen sind(Cölln=Meißner=Ofen=Fabrik„Saxonia") alle Ehre. Nachdem wir an den Oefen vorbeigeschritten sind, kann auch das Ohr nach Einwurf eines 10 Pfennigstückes in einem großen Musik=Automat, geliefert von Rheinsberg, Paderborn, befriedigt werden, worauf wir dann wieder einem Detmolder Aussteller, Sattlermeister Bruns, begegnen, welcher Bandagen aller Art ausgestellt hat. Herr Bruns ist ja als Bandagist weit über die Grenzen unseres Lipperlandes bekannt und berühmt, so daß wir uns ein näheres Eingehen auf die ausgestellten Gegenstände ersparen Winen. Wie wir von Herrn Hosphotograph Raspe=Detmold gewohnt sind, nur gute und vorzügliche Leistungen zu sehen, ist es, ohne Worte des Lobes zu verlieren, selbstredend, daß auch die ausgestellten Bilder unseres Erlauchten Regentenpaares, des Erbgrafen Leopold mit hoher Braut tadellos sind. Die Tischlerarbeiten, deren eine große Menge ausgestellt sind, fangen mit denen des Tischlermeisters Loke=Blomberg an, 2 Bettstellen, 2 Tische und eine Un:a,! Stühle, alles Arbeiten, welche dem Meister nur Ehre machen können. Hieran schließt sich ein Schreibtisch, 6 Stühle, 1 Sessel und 1 Tisch von Tischlermeister König hierselbst. Die Sachen, alles Eichen, in alldeutschem Stile, zeugen von großer Kunstfertigkeit. Jeht fällt uns eine hübsche Aufstellung von Tapezierarbeiten es Herrn Sattlers und Tapezierers Aug. Fischer hierselbst auf, eine im neuesten Stile gehaltene Kissen= und Walzengarnitur mit sehr hübschem Plüschbezug; ferner daneben zwei Matratzen von demselben Meister. Diese Matratzen, welche mit Metall-Gurten und Drahtschnürung versehen sind, können, wie andere mit Bindfaden geschnürte Matratzen nie durchrosten, was jedenfalls nicht zu unterschätzen ist. Eine moderne Schlafstuben=Einrichtung, ausgestellt von Tischlermeister Fr. Besling hierselbst, bildet den Schluß in dem vorderen Raume der Halle. In dem Hauptraume der letzteren hat als erster rechts Herr Tischlermeister Hilker=Detmold ebensalls eine SchlafstubenEinrichtung ausgestellt. Diese Sachen zeugen von ganz besonderer Kunstfertigkeit des Ausstellers, man kann demselben zu dieser Arbeit nur gratulieren. In demselben Raume hat auch Herr Schneidermeister Möller=Detmold einige sehr hübsch gearbeitete Bekleidungsstücke für Herren ausgestellt, so daß auch in dieser Branche dem Auge etwas schönes geboten wird. Wiederum eine Schlafstube hat Herr C. Sönksen, L. Reinekings Nachfolger, Detmold, ausgestellt. Wie sich Herr Reineking schon durch seine gediegene und neue Stilart einen Ruf erworben hat, scheint sich diese Eigenschaft auch der Nachfolger zu eigen gemacht zu haben, da diese Schlafstube wie auch das daranschließende hochmoderne Damenzimmer als Musterarbeit bezeichnet werden können. Die nächsten Aussteller, Tischlermstr. Wöhrmann und Sattlermeister H. Hartmann beide hierselbst, führen uns eine Stuben=Einrichtung vor Augen. Die PlüschGarnitur, als auch die Möbeln(Nußbaumholz mit Mahagoni=Füllungen ausgelegt) zeugen von sehr viel Fachkenntniß. Herr Wöhrmann, welcher vor etwa 19 Jahren sein Geschäft unter ganz bescheidenen Verhältnissen begann, hat heute eine den neuesten Anforderungen entsprechende mechanische Tischlerei, was wohl der beste Beweis für seine Leistungsfähigkeit ist. Ein prachtvolles Bild, welches auch am Freitag bei der Eröffnung der Ausstellung die Bewunderung der Erlauchten Herrschaften fand, hat Herr Dekorationsmaler Willer=Bega ausgehängt. Es ist zu bedauern, daß ein Maler, welcher solche Arbeit— wie die ausgestellte— bietet, in dem verborgenen Bega sitzt, wo er seine angeborenen Talente nicht besser verwerthen kann. Ein weiteres Schlafzimmer, ausgestellt von Gebr. Schlingmann=Lemgo, ist recht gediegen gearbeitet, sodaß diese Möbeln mit den schon erwähnten im gleichen Range stehen. 2 Bettstellen mit sogenannten Verita=Matratzen, Deutsches Reichs=Gesetz=Muster, hat Tappe=Blomberg ausgestellt. Die Vorzüge dieser Matratzen gegen die gewöhnlichen sollen ganz bedeutend sein und es ist deshalb eine Besichtigung dieser Arbeiten nur zu empfehlen. Ein Plüschsopha, eine Matratze, ein Sopha und zwei Sessel mit Seidenbezug, sehr geschmackvoll gearbeitet, führt uns Herr Wilhelm Kuhlmann vor Augen. Korbmacher NiehausLemgo und Perl=Lage haben beide sehr schöne Sessel und Blumenständer, sowie einige Reisekörbe, Drechsler Alb. Müller=Lage sehr schöne Sachen ausgestellt, welche auch ihren Zweck nicht versehlen werden. Es folgt nun eine Zimmer=Einrichtung von den Tischlermeistern K. Hilker und H. Bunte, beide aus Barntrup. Die Sachen sind ohne Uebertreibung tadellos; dasselbe läßt sich von den Polsterarbeiten, welche von Müller hiers. und Ang. Hilker in Cappel geliefert sind, sagen. Zwei hübsche Wandschränkchen mit voller Verzierung sowie ein sauber gearbeiteter Sophatisch sind von Lindemeier=Lemgo und eine Anzahl Bürstenwaaren von Wiegrebe=Lemgo ausgestellt. Hieran schließt sich eine wohlgelungene Arbeit des Schieferdeckers Schmied=Detmold sowie sehr hübsche Bilder des Kunsthändlers Noltsch=Detmold. Nun folgen die Sachen des Tischlermeisters Fr. Wehrmann=Wierborn. Die Erlauchten Herrschaften sowie viele Kunstkenner haben bei der Besichtigung nur Worte des Lobes über die Sachen des Meisters gehabt. Es ist darum auch hier wieder zu bedauern, daß ein angeborenes Talent nicht noch mehr zur Entfaltung kommt. Zu einer Truhe und einem Wandschränkchen hat Frl. Anna Steneberg, Tochter des Fabrikanten Aug. Chr. Steneberg, die Schnitzarbeiten gemacht. Man sieht an dieser geschmackvollen, sauberen Arbeit, daß auch zarte Damenhand etwas zu leisten vermag. In einem abgekleideten Raume sind ca. 300 Zeichnungen der Tischler fachschule des Herrn Reineking=Detmold angehängt. Von Kennern wurde uns mitgetheilt, daß auch diese Sachen wirklichen Kunstwerth hätten, sodaß Herr Reineking stolz auf solche Arbeit seiner Schüler sein könnte. 2 Regulateure und eine Standuhr, zu welch letzterer Wehrmann Wierborn das Gehäuse sehr geschmackvoll gemacht hat, führt uns Uhrmacher G. A. Schäfer hiers. vor. Auch diese Sachen sind recht anerkennenswerth. Es folgen nun eine Reihe Wagen; der erste eine Halbchaise von Joh. Beigel. Daß in Lemgo gerade in der Wagenbranche Großes geleistet wird, ist allgemein bekannt, daß aber auch in Barntrup ein hübscher Wagen zu bekommen ist, davon könnten wir uns überzeugen, wenn wir das Phacton ansehen. Während die Holzarbeit von Stellmachermeister H. Schäfer, wel cher auch der Aussteller ist, gemacht wurde, lieferte Herr Schmiedemeister Lüdeking die Schmiedearbeit. Auch hier sagte uns ein Fachmann, daß beides ohne jeden Tadel sel. Aber auch die Lackierarbeit ist in Barntrup von Wagenlackierer Karl Willies gemacht. Interessenten und Wagenbesitzer werden jedenfalls bei genauer Besichtigung dieser Arbeit zu dem Schlusse kommen, daß man Herrn Willies wohl einen Wagen zum Lackieren anvertrauen kann.— Ferner sind noch sehr hübsche Wagen von GobrechtDetmold, Louis Scheidt=Lemgo und Heinr. Pohl=Lemngo zu sehen. Auch diese Sachen sind prachtvoll in Ausstatlung und Arbeit. Die Pferdegeschirre, deren es auch eine Menge in der Ausstellung giebt, beginnen mit denen der Gebr. Koch=Lemgo. Daß Letzterer wirkliche Meister ihres Faches sind, ist auch zur Genüge bekannt, weshalb wir uns weiteres Schreiben darüber ersparen können. Dann fol gen die Geschirre von Menze=Detmold, D. Köhne=Lemngo, Tappe Blomberg, Müller=Barntrup und Bruns=Detmold. Alle die Geschirre sind in sehr schöner Ausführung ausgestellt und gearbeitet, sodaß die Preisrichter in nächster Zeit sein beneidenswerthes Amt haben.— Kürschner Chr. Blankenburg=Lemngo hat eine hübsche Ausstellung in Hüten, Mützen, ausgestopften Thieren und Bellvorlagen, gemacht, welche sich neben den Sachen von Herrn VialonDetmold sehr schön ausnehmen. Es folgt nun ein Schrank mit verschiedenen Sorten Pseisen von Ruth=Blomberg. sowie eine Terasse von allerlet Liqueuren von Fasse=Blom berg. Von der Güte der letzteren konnten wir uns leider noch nicht überzeugen; hoffentlich wird uns die Prämiirungs=Kommission, wenn sie die edlen Tropfen in ausgiebigster Weise geprobt hat, ihr Urtheil mittheilen. Gebr. Maranca=Lemgo haben hübsche Silbersachen und Paul Kubinsky=Lage sehr sauber und hübsch gearbeitete Steinmetzarbeiten ausgestellt. Eine Anzahl Schechmacherar= beiten, ausgestellt von Nolte=Barntrup, Keufmann=Barn trup, W. Sauerländer=Lemgo, Kuhlmann=Gelbeck, Kuhlmann=Bega, K. H. W. Sauerländer=Leinge bewelsen, daß es auch in unserm Lipperlande Schuhmachermeister giebt, welche recht geschmackvolle, schön geformte Arbeiten liefern und auch selbst arbeiten können. Buchbinder Srust Sasse Lemgo hat sehr hübsche Einbände, Franke=Blomberg eine Auswahl selbstgewebter Cheviot= und Flane##sachen aus gestellt, ebenso Drellsachen von Weber Fr. Ornns=Horn. sold= und Silberarbeiter Bröckes=Lemgo fühes dem Publikum sehr hübsche Gold= und Silberwaaren vor. Ebenso wie die Wagenfabrikation ist auch die der Ubeerschaum branche weit über die Grenzen Deutschlands bekannt, weshalb auch die meisten Besucher der Aussteklung die ausge stellten Meerschaum=Pfeisen=Spitzen von Büe=Lemgo mit sehr viel Interesse in Augenschein nehmen. Friseur Sander=Lage hat sehr sein und sauber gearbeitete Haaram meisten bewundert arbeiten, von denen die Haargemälde wurden, ausgestellt. Eine recht nette Aussteklung von 4. Fluchtlinte bei der Sparkasse. 6. 7. Abgaben von L Walle. 9. Biehwär verein. 11. Mank und Sparkasse. — Die Na das Festmahl geleg des Hotel Theopol im Garten des He — Der Abend stattgehabte Koopmann in Tre schule. Herr Dr. Oldenburg und Hoffentlich gereicht — Der Tu bei Herrn Fritz B. — In der am Sonntag Aben Kränzchen. Die 9 meister Krüger. 2 verspricht einen am festes, das bekannt gehalten wird, rück desselben gewählte thun, um allen# viel wie bis jetzt b: werden und wird! Städten gegenüber theil alles aufgebo genehme Stunden wiederum von der stellt und zur Ausse darf Tannen herg der Arbeit je 3 Ri selben bemüht sein 1700 Festtheilnehm aber noch 16 Verei lippischen Vereine heim, Hagen usw., Es werden somit theilnehmen, wovon — Noch können w daß vom Hofmarst daß Se. Erlaucht auf dem Fest ersche lich 12¾ Uhr auf! stattfindet. Nachde Herrschaften vorbe nach dem Marktp Schmückung der Abfahrt, während festessen theilnehm Hiddesen, 1 Lolons Pott Nr. Seuche ausgebrock Bahlhausen bestande des Landt# meisters Topp hie Klauenseuche ist — Adreßbn Die öffentlich wird morgen in Domäue Dahlh. zeichnisse genau auf Fehler am Rande# Extrazeilen und Vor noch jeder Zeit gem Kachtenhauf den Berbindu Billinghauserk 25 Jahren die Häl Gemeinde Wellentr scheiterte der Weite spieligen, aber durch die Gemeinde Billi markung fallende, er sowie auch den auf Brückenbaues zu tra sich die beiden Gem Wegestrecke und übe gemeinschaftlich. M 3 bis 4 Jahren beg Bauverwaltung gelur alte Sprüchwort:„ wird sich auch hier prangt freilich an Schild mit der Auf noch der Schonung weiß man nicht. I natzt werden, befon hausen=Kohlenbruch Varenholz,1 RevisionderS schaften sowie Brandmeister statt. des Brandmeisters a geräthschaften zu 5 Spritzenhaus selbst l Gold= und Silbersachen hat auch Herr Walter=Zemgo ge macht. Eine große Zahl Nähmaschinen und Fahrräder hat Waldeier=Lemgo ausgestellt. Eine der ersteren wird mit Akkumulatoren getrieben, sodaß ein Drehen oder Treten der Maschinen nicht mehr nöthig ist. (Fortsetzung folgt.) Vern Der Kron man folgende helm beabsichti Studiengenosser nach der Ruinkonnte jedoch b gieren keinen P# Kurz entschlosse den Worten:„7 Packwagen!“ I der Packmeister steiche in den P# —„Na, lassen prinz,„wir fal Augenblicke setz ##d die fünf „So,“ meinte d mit," dem Pac aber sagte, das „Dann rauchen Antwort.„Kai beim Einsteiche und so war es a von dem Beamt prinz unter De dei Packmeister Hinzufügen:„E der Hitze ein pac Aus dem rektor Hubert * Grotenburg : Ouvertüre Oper„Der der Weser," herrliche Witzt. ein recht ammeln. Korgen gegen nstraße durch f d e r S t r a ß inem hiesigen achwirkungen liener hatten den Kanal zu ar und einen rsetzte. Der brachte den sand anlegte. over seierte Sr. Erlaucht am Sonntag, dienstlich versmen, und es Sonntag verzten 56 Perst der Kassee " Der VorWorten den iit einem beh den Grafche Aufnahme gemülhlicher beisammen. r glücklich in auf das liebe em Bewußthaben. ersicherung hreu sich die erheirathung ten Beilräge ragen. 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Wahl eines Kurators der Sparkasse. 6. Zuschuß für die freiw. Feuerwehr. 7. Abgaben von Lustbarkeiten. 8. Einfriedigung am hohen Walle. 9. Biehwärkte. 10. Kosten für den Verschönerungsverein. 11. Mankogelder für die Rendanten der Stadtund Sparkasse. — Die Nachfeier des Missionsfestes, sowie das Festmahl gelegentlich desselben findet nicht im Garten des Hotel Theopold, wie wir gestern berichteten, sondern im Garten des Hotel Wülker statt. — Der Schulvorstand wählte in einer gestern Abend stattgehabten Sitzung einstimmig Herrn Rektor De Koopmann m Treuenbritzen zum Rektor unserer Bürgerschule. Herr Dr. Koopmann hat zuerst das Seminar in Oldenburg und später die Universität Jena besucht Hoffentlich gereicht seine Wahl unserer Schule zum Segen — Der Turn=Verein hält am Donnerstag Abend bei Herrn Fritz Brastustek seine Haupt=Versammlung eb. — In der„Nachtigal'“ feiert der Gefellen=Verein am Sonntag Abend ein gemüthlich=humoristisches AbendKränzchen. Die Musik wird ausgeführt von Herrn Kapellmeister Krüger. Das Programm ist recht reichhastig und verspricht einen amüsanten Abend. Blomberg = Kriegerdundesfest. Der Tag des Krießerbundesfestes, das bekanntlich am 23. d. Mts. in unserer Stadt abgehalten wird, rückt immer näher und die zum Arrangement desselben gewählten Komité's haben alle Hände voll zu thun, um allen Anforderungen gerecht zu werden. So viel wie bis jetzt bekannt, verspricht das Fest großartig zu werden und wird Blomberg auch an diesem Feste andern Städten gegenüber nicht zurückstehen, es wird im Gegentheil alles aufgeboten, daß die Besucher bei uns recht angenehme Stunden verleben werden. Das Festzelt ist auch wiederum von der Stadt unentgeltlich zur Verfügung gestellt und zur Ausschmückung der Straßen werden nach Bedarf Tannen hergegeben. Die Wirthe sind fleißig bei der Arbeit je 3 Riesenzelte zu errichten und werden dieselben bemüht sein, ihre Gäste aufs Beste zu bewirthen. 1700 Festtheilnehmer sind bereits angemeldet, es fehlen aber noch 16 Vereine und dazu kommen noch die nicht lippischen Vereine aus den Nachbarorten Pyrmont, Stein heim, Hagen usw., sowie die hiesigen beiden Kriegervereine. Es werden somit weit über 2000 Krieger an dem Feste theilnehmen, wovon sich gegen 800 am Festessen betheiligen. Noch können wir die erfreuliche Mittheilung machen, daß vom Hofmarschallamt die Nachricht eingetroffen ist, daß Se. Erlaucht der Graf=Regent nebst hoher Familie auf dem Fest erscheinen wird. Die Ankunft erfolgt pünktich.12¾ Uhr auf dem Pideritplatz, woselbst der Empfang stattfindet. Nachdem der Parademarsch, an den hohen Herrschaften vorbei, stattgefunden, begeben sich dieselben nach dem Marktplatze, woselbst sie der Festrede und Schmückung der Fahnen beiwohnen. Hierauf erfolgt die Abfahrt, während Se. Erlaucht Graf Leovold an dem festessen theilnehmen wird. Detmold. Hiddesen, 18. Juni. Unter den Schweinen des Lolons Pott Nr. 117 hierselbst ist die RothlaufSeuche ausgebrochen. Bahlhausen, 18. Juni. Die unter dem Rindvieh. bestande des Landwirths Beige Nr. 8 und des Zimmer meisters Topp hierselbst ausgebrochene Maul= und Klauenseuche ist erloschen. Amt Herkinghausen. ..— Adreßbuch für das Fürstenthun Lippe. Die öffentliche Auslegung der Hausverzeichnisse wird morgen in der Bauerschaft Asemissen und der Domäne Dahlhausen beginnen. Wir bitten, die Verzeichnisse genau auf ihre Richtigkeit zu prüsen und etwaige Fehler am Rande zu bemerken. Bestellungen auf Annoneen, Extrazeilen und Vorherbestellungen auf Adreßbücher können noch jeder Zeit gemacht werden. Kachtenhausen, 17. Juni. Endlich ist es gelungen, pen„Verbindungsweg. Kachtenhauserheide. Billinghauserheide fertig zu stellen. Als vor etwa 25 Jahren die Hälfte des Weges der ausschließlich in der Bemeinde Wellentrup belegenen Strecke gebaut wurde, cheiterte der Weiterbau namentlich an dem etwas kostpieligen, aber durchaus nothwendigen Brückenbau, da sich die Gemeinde Billinghausen weigerte, die auf ihre Gemarkung fallende, ca. 100 Meter lange Strecke auszubauen, sowie auch den auf sie entfallenden Theik der Kosten des Brückenbaues zu tragen. Vor etwa 4 Jahren nun einigten sich die beiden Gemeinden bezüglich der Fertigstellung der Wegestrecke und übernahmen die Kosten des Brückenbaues gemeinschaftlich. Mit dem Bau wurde dann vor etwa 3 bis 4 Jahren begonnen, und es ist nunmehr endlich der Bauverwaltung gelungen, den Wegfahrbarfertigzustellen. Das alte Sprüchwort:„Was lange währt, wird endlich gut,“ wird sich auch hier bewähren. Auf der Kachtenhauserheide prangt freilich an einem Pfahl noch immer ein großes Schild mit der Aufschrift:„Gesperrt.“ Ob der neue Weg noch der Schonung bedarf. oder was noch weiter vorliegt, weiß man nicht. Jedenfalls wird der Weg sehr stark benatzt werden, besonders wenn erst der Bahnhof Kachtenhausen=Kohlenbruch fertig gestellt ist. Amt Parenholz. 18. Juni. Heute Vormittag fand die Revisionder Spritzen und Spritzengeräthschaften sowie eine Spritzenprobe durch den Herrn Brandmeister statt. Die Proben fielen zur Zufriedenheit des Brandmeisters aus, und gab der Zustand der Spritzengeräthschaften zu keinen Monitum Veranlassung. Das Spritzenhaus selbst läßt zwar manchens zu wünschen übrig. forderung kamen die Beamten nach Rückkunft des Zuges in Frankfurt a. M. auch pflichtschuldigst nach. Von einem Säbelduell mit ernstem Ausgange wird dem„B. T.“ berichtet. Das Duell soll Montag Nachmittag in den Vereinsräumen einer hiesigen Burschenschaft ausgefochten worden sein. Der eine der Paukanten, ein durch die Esser= und Liebert=Affäre bekannt gewordener Redakteur(also Dr. Hans Wagner. D. Red.) erhielt nach dreißig Minuten einen so gefährlichen Kopfhieb, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird, während der andere Paukant, der Hauptredakteur eines hiesigen Antisemitenblattes, dessen Name schon früher bei einem Pistolenduelle eine ernste Rolle spielte, unberührt blieb. Der Säbelschlägerei sollen übrigens, wenn der Paukant wieder aufkommt, noch mindestens füuf weitere Säbel= und Pistolenduelle zwischen Burschenschaftern und alldeutschen Redakteuren und Politikern folgen, die alle ihre Entstehung der Lieber=Affäre verdanken. Professor Hasse allerdings hat abgelehnt, mit Hinweis auf sein Alter und seine parlamentarische Immunität, weswegen er in Burschenschaftsverruf erklärt sein soll, aber ein ihm sehr nahe stehender Redakteur würde demnächst zweimal antreten müssen.— Wir überlassen dem„B. T.“ die Verantwortung für diese Mittheilungen Jurchtbare Mißhandlung eines Dienstmädchens Aus Leipzig, 16. Juni, wird mitgetheilt: Das Landgericht verurtheilte die Privatlehrersehefrau Carola Wille aus Wien wegen fortgesetzter, das Leben gefährdender Mißhandlung ihres 15jährigen Dienstmädchens Frieda Vogel zu 8 Monaten Gesängniß. Die Strafe wurde auf mehrere Jahre Gefängniß gelautet haben, wenn nicht in Rücksicht gezogen worden wäre, daß die Angeklagte an Hysterie, nervöser krankhafter Zornmüthigkeit und an Kleptomanie leidet, wegen deren sie bereits 3 Jahr in der Dalldorfer Irrenanstalt untergebracht gewesen ist. In unzurechnungsfähigem Zustande sie sich aber bei Begehung der inkriminirten Handlungen nicht befunden und diese waren haarsträubender Art. Sie züchtigte das Mädchen täglich durch Ohrfeigen und durch Anwendung eines Rohrstockes. Als dieser nach 6wöchigem Gebrauche entzwei ging, benutzte sie den Spazierstock und die Reitpeitsche ihres Mannes. Sie schlug überall hin, auch auf den Kopf, den sie außerdem noch dadurch blutig verletzte, daß sie ihn mit einem noch heißen emaillirten Kochtopf bearbeitete. Wieder holt packte sie das Mädchen an den Haaren und stieß es mit dem Kopfe an die Wand. Mehrfach wurde ihm die Kost entzogen und einmal hat es drei Tage hintereinander hungern müssen(!!). Im November zwang die Peinigerin ihr gänzlich verschüchtertes Opfer, zueimal die Nacht außerhalb des Bettes auf einem Stuhl zu verbringen. An ihre Mutter durfte die Vogel nur schreiben, was ihre Herrin ihr vordiktirte. Die Briefe lauteten stets auf allerbeste Behandlung! Entdeckt wurde das entsetzliche Treiben schließlich dadurch, daß das Mädchen wegen total erfrorenen Füßen ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Hier zeigte es sich nicht nur, daß die Unglückliche am ganzen Körper, am Kopf, im Gesicht, an Armen, Rücken, Gesäß und Schenkeln mit blutunterlaufenen Stellen bedeckt war, sondern sich auch in Folge mangelhafter Ernährung und ununterbrochener Aufregung in einem Zustande befand, der das Schlimmste befürchten ließ. Hätten die Mißhandlungen länger angedauert, so konnte jeden Augenblick ein ervenchock und damit Stillstand des Herzens eintreten, oder Irrsinn ausbrechen. In der Klinik hatte die Kranke, die von ihrem Lehrer als durchaus braves, tüchtiges Mäd chen geschildert wird, mehrfach Ohnmachtsanfälle und auch nach ihrer Entlassung schrie sie noch im Schlafe auf, weil die Gestalt ihrer Herrin ihr überallhin folgte. Vor Antritt ihres Dienstes war die Vogel gesund und kräftig. Bei der Aufnahme ins Krankenhaus aber derart abgezehrt, daß ihre eigene Mutter sie nicht erkannte. Welche Gesinnung die Wille beherrscht, zeigt folgende Aeußerung zu der Vogel: „Da friß, Du reudiger Hund, Du bist ja doch nur einVieh!“, mit welchen Worten sie ihr einen Teller Suppe in ihrer Kammer auf= die Diele setzte. Kleine Nachrichten. Die Straßenbahngesellschaft in San Ehristovao(Brasilien) hatte die Fahrpreise erhöht; die hierüber erbitterte Bevölkerung steckte fechs Wagen in Brand.— Ein für russische Rechuung per frachtetes Schiff, beladen mit 4000 Zentnern Jute, steht f der Oder bei Maltsch in Brand. Die Ladung därste verloren sein. Wahrscheinlich liegt Selbstentzündung vor. — In den Allgäner Bergen ist am Montag Schneefall eingetreten. Die Gebirgsbäche bringen Hochwasser. Tagesnenigkeiten. Der Kronprinz im Packwagen. Aus Bonn theilt man folgende ergötzliche Geschichte mit: Kxonprinz Wilhelm beabsichtigte dieser Tage in Begleitung von vier Studiengenossen vom Korps„Borussia“ einen Ausflug nach der Ruine Godesberg am Rhein zu unternehmen, konnte jedoch bei dem herrschenden Andrange von Passegieren keinen Platz in den Personenwagen mehr erhalten. Kurz entschlossen, wandte er sich an seine Begleiter mit den Worten:„Das schadet nicht, da gehen wir eben in den Packwagen!“ Im Begriff, denselben zu besteigen, rief ihnen der Packmeister zu:„Halt emol, des giebl's net! Das Einsteiche in den Packwagen muß erst der Zugführer erlaawe!“ —„Na, lassen Sie uns nur herein,“ erwiderte der Kronprinz,„wir fahren nur bis Godesberg!“ In demselben Augenblicke setzte sich auch schon der Zug in Bewegung, u#d die fünf Musensöhne standen lachend im Packwagen. „So,“ meinte der Kronprinz,„nun rauchen Sie auch eine mit,“ dem Packmeister eine Zigarre überreichend; dieser aber sagte, daß im Dienst nicht geraucht werden dürfe. „Dann rauchen Sie sie später!“ gab der Kronprinz zur Antwort.„Kaiserliche Hoheit hawwe sich auch das Bändche beim Einsteiche abgerisse!“ sagte hierauf der Packmeister, und so war es auch. Das abgerissene Vorussenband wurde on dem Beamten sofort wieder angesteckt, worauf der Kronprinz unter Dankesworten zum Portemonnaie griff und dein Packmeister ein größeres Geldstück überreichte mit dem Hinzufügen:„So nun trinken Sie und der Zugführer bei dr Hitze ein paar Glas Tier auf mein Wohl!“. Dieser AufBuntes Allerlei. Warum der Hummer theurer geworden ist. Das geschätzteste aller Krebsthiere, der Hummer, wird immer eltener und theurer, und alle Anstrengungen, die zu seiner ünstlichen Vermehrung gemacht sind, haben bisher wenig gefruchtet. Das Auffallendste an dieser Thatsache ist, daß man sich bisher gar keine Rechenschaft davon geben konnte, wodurch diese reißende Abnahme des werthvollen Krustenthieres begründet sein möchte. Erst jetzt scheint man dahinter gekommen zu sein, und zwar auf einem merkwürdigen und fast zufälligen Wege. Ein Mitglied der Naturwissenschaftlichen Akademie in Philadelphia, Dr Sharp, war auf den Gedanken gekommen, den Mageninhalt des gewöhnlichen Dorschs, des häufigsten Fisches der nordatlantischen Küsten, zu untersuchen. Er öffnete mehrere hundert Fischmägen in der Erwartung, Schalen von Schnecken und Muscheln darin zu finden, denn nach den früheren Angaben sollte dieser Fisch sich hauptsächlich von diesen Weichthieren nähren. Dr Sharp fand aber zu seiner Ueberraschung, daß die Fischmägen fast ausschließlich mit Resten von Krebsthieren gefüllt waren, einestheils von Krabben, anderntheils auch von jungen Hummern, die zuweilen sogar paarweise in einem einzigen Magen enthalten waren. Dr. Sharp hält es danach für zweiseilos, daß die erhebliche Abnahme des Hummers an den amerika nischen Küsten wenigstens zum Theil auf die gleichzeitig eingetretene Vermehrung des Dorschs und dessen Gefräßigkeit zu schieben sei. Ein wilder Verschwender. Oberst Baron, früher einer der bekanntesten Offiziere der konföderirten Armee der Vereinigten Staaten, liegt im Sterben. Der Oberst war vor einer Reihe von Jahren als einer der wildesten Spekulanten in den Vereinigten Staaten bekannt. Er ging auf die wildesten und wagehalsigsten Pläne und ndungen ein, und woselbst„smarteste“ Geschäftsleute sich weigerten, einen Penny zu riskiren, setzte er wiederholt sein Ganzes auf eine Karte— und gewann. Das Glück blieb ihm auch bei den tollsten Spekulationen treu, und er erntete enormen Gewinn. Aber vor einem Jahre traf ihn der grausame Schlag, daß sein einziger Sohn von einem Zuge überfahren und äuf der Stelle getödtet wurde. Von Stunde an wurde der Oberst ein anderer Mann. Er kannte hinfort kein anderes Begehren, als seine Schätze in derselben wilden Weise zu verschleudern, wie er sie gewonnen. Er war ein starker Raucher. Wenn er eine Zigarre brauchte, er kaufte stets nur eine— bevrat er einen Laden und verlangte das Beste, was auf Lager war. Er bezahlte mi: einer Note von 1 bis 20 Doll. und nahm nie gewechseltes Geld zurück. Dann beschnitt er die Zigarre, trat an den Anzünder und rollte eine andere werthvolle Note zum Fidibus zusammen. Nach dem Anzünden stieß er den Ueberrest der Note auf den Tisch. So rasuchte er 15 bis 2 0Zigarren am Tage. Seine Freunda versuchten alles Mögliche, seinem Thun entgegenzuarbeiten. Sie versuchten es sogar verschiedentlich, ihn für unzurechnungsfähig erklären zu lassen, um ihn zu entmündigen. Aber leider war es ihm ein Leichtes, jedem Gerichtshof überzeugende Proben seines großen Scharfsinnes zu geben. Seine Manie bestand nur darin, sein Vermögen zum Fenster hinauszuwerfen. Er soll seinen Zweck nahezu erreicht haben. Neuerscheinungen auf dem Büchermarkte. „Was werde ich“ oder„Der Weg zu den Berufen". Nach amtlichen Quellen zusammengestellt von J. H. Wedemeyer. Franz Borgmeyers Verlag in Hildesheim.—„Der Türmer". Monatsschrift für Gemüth und Geist. Herausgeber I. E. Freiherr von Grotthuß. Vierteljährlich(3 Hefte) 4 Mk., einzelne Hefte 1,50 Mark, Greiner& Pfeiffer in Stuttgart.—„Schutz den Vögelu". Theil I: Kleine Ermahnung zum Schutz nützlicher Thiere. 14. Auflage, neubearb. von Br. Dürigen. Mit 66 Abbildungen. Verlag von Hugo Voigt, Leipzig, Preis 80 Pfg.— Im Verlage von Fr. Lehmann's Buchhandlung, Zweibrücken(Pfalz), erschien„Die deutsche Flotte“, ihre Entwickelung und Organisation, von Gra Reventlow, Kapitänleutnant a. D. Oktav=Format in seinstem, flexibeln Glanzleinenband mit künstlerischem, far. digem Deckeubild. 19 Bogen Text mit 142 Text=Illustrationen, welche hervorragende Persönlichkeiten, geschichtliche Momente und Szeuen aus dem Marineleben der Offiziere und Mannschaften an Bord und Land darstellen. 2 prachtvolle Lichtdrucke, ferner 51 seinkolorirte Taseln mit 290 Figuren.—„Das Recht der Laien gegenüber den Aerzten“, von Magnus Schwantje. Groß=Oktav. Preis 60 Pfg., Berlin SW. 61, Hugo Bermühler's Verlag. — Im Verlag von Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig erschien soeben:„Aus Gründen und Abgründen“, Skizzen aus dem Alltag und von Drüben. Von Karl Hans Strobl. Preis brosch. M. 3.—.— Im Verlag von Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig erschien soeben:„Der Romau von Tristan und Isolde“, von Joseph Bédier. Mit Geleitwort von Gaston Paris. Autorisirte Uebersetzung aus dem Franz von Julius Zeitler. Preis brosch. M. 4.=, eleg. geb. M. 5,—. Marktberichte. Getreide und Futtermittel. Berlin. 18. Juni. Vergleicht man die heute gemeldeten Notirungen des Newyorker Getreidemarktes mit den vorhergegangenen offiziellen Schlußpreisen, so findet sich eine kleine Besserung, während sie gegenüber den vorherigen nachbörslichen Preisen einen leichten Rückgang ausweisen. Der gestrige Beginn war zwar ziemlich fest gewesen, aber die andauernd guten Gruteberichte aus dem Innern der Vereinigten Staaten wie schwache Ausfuhrfrage drückten später auf die Haltung, zumal die amtlich kontrollirten Bestände ganz unerwartet wenig abgenommen haben. Auch Oesterreich=Ungarn sandte wieder schwache Berichte. Trotzdem war hier die Haltung fest, wenn auch in Weizen recht still. Bei großer Vorsicht der Käufer und beeinflußt durch die Besserung des Roggens stellten sich Weizenpreise hier ¾ über gestrigen Schluß. Für Roggen zeigte sich etwas mehr Deckungs. frage für Juli, gleichzeitig war besonders Oktober begehrt, so daß Verkäufer ½8 bis 3. M. mehr durchsetzen konnten. Die erneuten Klagen von Asow über Dürre, auch vereinzelte Klagen über Insekten in Süd rußzland sowohl als in unseren Provinzen befestigten dier mit die Haltung. Gestern Nachmittag wurden noch größere Posten DonauBeßarabien=Roggen gehandelt. Hafer und Mais kaum verändert. Mehl blieb still. Rüböl geschäftslos. Spiritus wenig gefragt und 20 Pfg. billiger. Werlins Getreide= und Mehlzufuhren beirugen zu Wasser vom 17. Juni Mittags bis 18. Juni Mittags 946 To. Roggen, 273 To. Haser, 600 Doppeletr. Weizenmehl, 1050 Toppelctr. Roggenmebl. Central=Notirungsstelled. Preutz. Landwirthschaftskammern. Für iuläudisches Getreide ist in Mark per Tenne gezahlt worde Weizen. Roggen. Gerste. Haser. lckermark 161—173 136—140 182—153 148—158 Magdeburg Altmark Stettin Danzig. 1 Königsberg in Pr. Breslau 1 Posen 1 Kiel 1 Hannover Süd Münsterland Weif Ind.=Bezirk 1 Paderkornerland— Peivat=Ermittelung Verlin Stettin Königsberg i. Pr. Breslau Posen Haunover Neuß Mannheim Hamburz Oele und Fettwaaren. Hamburg, 18. Juni. Rüböl ruhig, leko 58.00. Hamburg, 18. Juni. Petroleum mateer. Standard while loco 6.30 Br. Zucker. Magdeburg, 18. Juni. Kornzucker 1. Produkt 88% ohne Sack 00,00 Mk. Nachprodnkt 75% ohne Sack 00.00— 00,00 Mk. — Matt ohne Geschäft. Brodrassinade I. 29,20 M., Brodraffinade 11 00,00 Mk., Würfelzucker N. 30.35 Mk., Krystallzucker I. 28,95 Mt Br.=Ztr., G m. Rassinade 28,95 Mt. Br.=Ztr., Eemahlene Melis 1. 28,45 Mk. B..=Zir. Bei Abnahme bis zu 100 Zentnern. BörsenTeiminvreise abzüglich Senervergmung. A. Robzucker. 1. Prod Basis 88 9/8. a. Frei auf Speicher Magdeburg. Notizlos. d Frei an Vord Hamburg, Juni 00,00 bz, 9,27½ B., 9.: 2½ G., Juli 00,00 bz., 9,27½ B., 9,22½ G., August 9,30 bz, 9.32½ B., „30 G., Septhr. 00,/0 bz., 9,30 F, 9,2) G., Oklbr.=Dezbr. 00,00 bz, 8,90 B. 8,82½ G., Jan.=März C0 10 bz., 9,00 B., 8.95 G Tendenz: Rubig. Beerchung. 19. Somnt. Das Besoden den Zein wie ihrer Tochter ist gut. Petersburg hatte geflaggt Abends sand, Eumnr zwportgö eont. u. Paris, 19. Junl. In der Kammer wurden. Die 12 ersten Artikel des Vereinsgesetzes angenommen. Marriere wendet sich gegen Artikel 13, welcher von den handelt. Sich gegen die Kongregationen wenden, heiße der Katholizismus bekämpfen, Frankreich habe aber 38 Millione Katholiken unter seiner Bevölkerung. Buren-Kundgebung in Loudon, 19. Juni. Morgen finden in Kingshole ein großes burenfreundliches Meeting statt. Eseikanderbudes und Abgeordncte Lrgelgr, Perze schattirungen werden zugegen sein. Man befürchter auf de Straße tumultubse Anstritte. Englische Zivikliste. London, 19. Juni. Das Unterhaus nahm in dritter Lesung die Vorlage betreffend die Zivilliste des Königs mit 371 gegen 630 Stimmen an. Erkrankung Richert unbegründet. Berlin, 19.Juni. Wie der„Lokalanzeiger“ meidet, ist das Gerücht über eine schwere Erkrankung des Aba Rickert unbegründet. Die Kieler Woche. Kurhaven, 18. Juni. An dem heutigen Weit segeln waren 22 Dachten betheiligt. In der ersten Klaste der Kreuzer=Pachten wurde„Susamne“ erste, des Laisat Komet" zweite. In der zweiten Klasse der Reihen Yachten siegte die Dacht„Marolga“ und gewann Kaisers Ehrenpreis. des Ziegler=Gottesdienste. Pastor Lamberg wird am nächsten Se utag, den 23 M., in Hagen und in Wattenscheid für die Lipper einen Gottesdienst mit anschließender Nachversammlung abhalten, und zwar in Hagen im Evangekischen Vereinshaus daselbst um 9 Uhr Vormittags und in Waltenscheid in der Evangelischen Kirche um 4 Uhr Nachwütags Briefkasten. Anfragen ohne Unterschrift werden nicht be antwortet. Wetterkarte der Lipp. Landes-Zeitung. TPreter R Barometer Monat Mai. Stadt Lage. Geburten: dem Ziegler Friedrich Kemper, dem Tischler= meister Friedrich Bollhöfer, dem Drechsler Heinrich Koch, dem Kaufmann Arnold Pilgrim, dem Bahnhofsarbeiter August Plaß Eine Tochter: dem Kaufmann Oskar Koch. dem Küfermeister Fritz Schneider, dem Arbeiter Ernst Korf, dem Fuhrmann Heinrich Klocke, dem Dachdecker Jacob Bechtel. Eheschließungen: Bückergeselle Friedrich Reuter in Lemgo und Wittwe Bertha Koch, geb. Meierernst, hiers. Bäckergeselle Louis Althof in Lage und Pauline Blattgerste in Hardissen. Sterbefälle: Ziegler Friedrich Diekmann, 69 Jahre alt; Tochter dem Kaufmann Oskar Koch, 3 Tage alt: Ehefrau Marie Kronshage, 32 Jahre alt; Karl Diekhof, 1 Monat alt. Letzte Nachrichten. Prien Böstet Kiel, 19. Juni. Die Unpäßlichkeit des Prinzen Adalbert ist so geringfügiger Ratur, daß der Prinz bisher an der Ausübung seines Dienstes nicht behindert wurde. Marolkanische Gesandtschift. Paris, 19. Juni. Die maroktanische Gesandtschaft t g e s t e r n h i e r e i n g e t r o f f e n u n d w i r d h e u t e M i t t a g 2 U h r von dem Minister des Auswärtigen, Delcaffé, enngen werden. Kaiserliche Deputation nach Peteroburg. Petersburg, 19. Juni. Ende Juni wird hier der zeneral der Insauterie Freiherr v. Moltke mit einer deputation des Kaiser Alexander Garde=Grenadier= Regiments, bestehend aus einem Hauptmann, einem Leutnant und einem Unteraffizier, hier eintreffen, um dem Kaiser Nikolaus die Uniform der deutschen Kolonialtruppen vorzuzeigen, die von dem Leutnant und dem Unteroffizier etragen werden wird. Verurtheilung eines Raubmörders. Hildesheim, 19. Juni. Der Arbeiter Kosebeck aus horfigwerk bei Beuthen in Oberschl. wurde gestern wegen Raubes zu 12 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehiverlust und 4 Wochen Haft verurtheilt. Derselbe hat im Januar den Arbeiter Pieper in der Feldmark von Sarstedt be raubt und durch Messerstiche deratt verletzt, daß derselbe blutüberströmt todt aufgefunden wurde. Gestr. CHeuüg. Stand Stand Sland vom 19. Juni 10 Uhr vorm. Gestriger Stand 754 mm. Wasserwärme 16° C. Niedrigster Thermometerstand in vorigerNacht: 5 Grad R. Höchst. gestr. Stand: 130 Rl. Allgemeine Wetterlage: wolkig, heiter. Landon: Schön E: Chefredakteur: Dr. Adolf Neumann=Hofer. Verantwortl. Redakteur: Emil Neumann. Für den Reklame= u. Anzeigentheil verantwortlich: Leuis Heisterhagen, alle drei in mold. Druck u. Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei, Detmold. Alle Zusendungen sind an die Leitung oder die Geschäftsstelle, nicht persönlich zu adressiren. Adreßbuch für das Fürstenthum Die öffentliche Auslegung der Hausverz ichnisse beginnt morgen in der Bauerschaft Afewissen und der Domäne Dahlhausen. Ferner liegen die Verzeichnisse noch aus in folgenden Gemeinden: Städte Barntrup, Horn Lage und Lemgo; Bauerschaften Barkhausen, Berlebeck, Brokhausen, Fromhausen, Hakedahl, Hiedesen, Leistrup=Meiersfeld, Mosebeck, Vahlhausen, Rittergut Herberhansen, Schloßbezirk Lopshorn(Amt Detmold); Bauerschaft Meinberg, Rittergut Küterbrok(Amt Horn); Bauerschaften Dehlentrup, Hagen, Hardissen, Heiden, Heßloh, Hürstmar, Jerxen=Orbke, Müssen, OetternBremke, Ohrsen, Pivitsheide V. H. und Pivitsheide V. L., Trophagen, Waddeuhausen, Wissentrup, Rittergut Schackendurg(Amt Lage); Bauerchaften Bechterdissen, Mackenbruch, Oerlinghausen, Wellentrup, Währentrup(Amt Gerlinghausen); Ficcren Alverdissen, Bösingfeld, Bouerschafter Bega, Laßbruch, Rittergnt Mönchshof (Amt Sternberg=Barntrup); Bauerschaft Wellentrup Amt Schieder); Bauerschaften Bavenhausen, Brosen, Heustorf, Domäne Breda(Amt Hohenhausen); Bauerschaften Bexterhagen, Ehrsen Breden, Holzhausen, Lockhansen=Viunen=Uebbeutrnp, Nienhagen, Ober=Wüsten, Werl=Aspe, WülferBexten, Domäne Heerse, Uedbentrup(Amt Schötmar); Bauerschoiften Brake, Hillentrup, Loßbruch, Lüerdissen, Lütte, Wiemdeck, Domäne Brake(Amt Brake); Bauerschaften Kalldorf, Langenholzhausen, Stemmen, Domäne Hellinghausen(Amt Varenholz). Wir bitten Jedermann, die Verzeichnisse auf ihre Richtigkeit und Vollstäudigkeit hin zu prüsen und am Rande etwaige Fehler zu berichtigen und etwaige Auslassungen nachzutragen. Namentlich bitten wir, auf die richtige Schreibweise der Namen zu achten, da sonst das alphabetische Verzeichniß nicht sehlerfrei hergesteilt werden kann. Auf den zur Auslegung gelangenden Listen können auch noch Inserate für 20, bezw. 12, bezw. 7.50 Mk. für 1 ½ ½ Seite(doppelter Hinweis in den Ramensverzeichnissen gratis) und Extrazeilen(à 1 Mk. für beide Verzeichnisse zusammen) sowie Exemplare des Adreßbuches zum Vorzugspreise von 2,75 Mk. bestellt werden. Capes, Umhänge, Jaguettes A. Pv. Berusgemsamn zu Gardinen, Tischzeuge, Weisswaaren. Aktien=BierbrauereiFalkenkrug. diesjährige unserer Ge Bei der am 14. Juni vorgenommenen Ausloosung von 14000 Mark Anleihescheine unserer Ge.... sind folgende Nummern gezogen: 14. 17. 35 68. 169. 187. 229. 302. 324. 330. 416. 504. 565. 600. welche hiermit zur Rückzahlung zum 1. Oktober d. I kündigt werden. die Einlösung erfolgt gegen Rückgabe der Anl eine an unserer Kasse hierselbst und bei dem Bankh Spiegelberg in Hannover. Falkenkrug bei Detmold, 17. Juni 1901. 7 Der Aussichtsrath Hermann Spiegelberg, Vorsitz „ Albert Lortzing-Feier: Bad Pyrmont. Am 29. und 30. Juni 1901: (Unter dem hohen Protektorate Ihrer Durchl. der Fürstin Bathildis zu Waldeck=Pyrmout.) Festvorstellung— Festconcert Denkmal-Enthüllung — Garten-Fest— Fest Ball.— Gesammt=Billet 10 Mr., gültig E Fest=Concert(1. Platz, Deulmal=Enthüllung, Gartense Einzel=Billets: Fesivorstellung 8, 7, 6, 5, 2.50 und Pel=Conearr 4 Mi und 3 ball artenfest Mark 1 50. Der Ertrag des destes ist für das Lortzing=Deukmal bestimmt. Alle das Fest betressende Aufragen sind an den Fürstl. Kapellmeister F. Meister zu richten. Krieger=Bundesfest in Blomberg. Diejenigen Kameraden, welche nicht am Festesse theilnehmen, können in meinem Nebenzelte au.—„ platze für 1 Mk. ohne Weinzwang Mittag essen. Vorherige Anmeldung erwünscht. 7 Fritz Frenger, Steinbahnarbeiten, als Pslasleren, Hteino schlagen und sotzon übernimmt. Gefl. Offerten mit Preis u. 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Juni, Nachmittags 2 Uhr. 7180 Eigonnen Mundstück Herkules Dh-Patent Eisernes.„„ll: Schlammsammler No. 118677 bestthätige Spülung, daher kein Verstopfen. unbegrenzte Haltbarkeit. Prospect zu Diensten. Bekanntmachung, rie Detmold für 1901. Die Aushebung der Militär Heirath. t: 7155 A. in Detmold im Hotel Odeon. am Freitag, den 28. Juni, Morgens 943 Uhr am Montag, den 1. Juli, Morgens 943 Uhr am Dienstag, den 2. Juli, Morg us 8 Uhr Mittwech, den 3. Juli, Morgens 8 Uhr. Die Militärpflichtigen haben sich bei Vermeidung der gesetzlichen Nachtheile und Strafen zu der: bezeichneten Terminen, und zwar die Polizeibehörde muß, sofern der Die Eltern eines Reklamirten Sind außer dem Schötmar, 20. Mai 1901. Ersatzkommission des Aushebungsbezirkes Detmold. (gez.) Heldman). Vorstehendes wird hiermit zur Detmold, den 15. Juni 1901. Der Magistrat. Petri. und Arbeiter stigung. 7170 Ban Ecke Woldemar= und Neue Leopoldstraße. 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Dabei 1 kenntniß außere daß Deutschland Thanghai und Interessen hat, fahrt auf dem lische Flagge do Anzapfungen in Salisbury in schweigsam verh Deutschland hal Truppen zu stat die deutsche Re ist— nicht nur anderen Worten Unkenntniß ist1 sichtlich der St gen, dann bleib die Annahme 1 Mächten Deutse sind und voni des englischen C bewährten ostaft in der That mit diese auf Grut und nicht nur ei geschlossene Alli gend erwiesen u Es ist von! worden: Was h einem chinesische oniren, deren 1 Geld kostet? T verhägnißzmäßig gilt der Grundse thatsächliche An als ganze Zent Werth im Quod Makulaturpreise als einen schwerreich seine Okki Wäre das nicht keine englische interessen halter Gleichgewicht. aller Lamentatil Man sollte der Verstand winicht nur scharf, allzuviele Schle schwächer macht. Re „O, weisen( Blick,„ich will und folgsame S mir vorhin, es h das Uebrige ver und kommen S# hinaus nach Oeldeuplan überlege gelegt, ich hoffte, Wochen bei uns ausdrücklich durc Liebhaberei zu n zu können. Uns Steinhausen, un die Zeit gewiß nicht, daß Ihner sehen so bleich, s. holung nöthig schicken, um Sie lassen?“ Valentine 1 trotzdem empfank und gestand sich Wer weiß, ob ei günstig einwirke lang, sondern v# rüber das Mäd lentinens Hand Nachdem sie gelegt hatten, st