Dit„Aippliche Landes- Beiluna“ mit den unentgeltlichen Beilagen„### Brand“,„Der Laubwirth“, Die„Tipplse: Oertenlaube“ und„OLAtte9 vürlipplicht beimalblunde, erscheinl mit Ausnahme der Sonn= und Festtage Leitung und Geschaftestelle: Detmold, Leopoldstraße 12.— Fernsprecher Nr. 22.„ Abonnementspreife: bei der Geschäftestelle und unseren Vertretungen: für ½ Jahr M. 2.— für 8 Monate M. 1.85, für 1 Monat M. 0.701 See#..%"„ 1.90„„„ 1.90„1„„ 0.60 Postbestellgeld:„%„„ 0.42,„„„„ 0.20,„ 1„„ 0.14, Petit0.42, 0.28, Anzeigen werden für Lippe mit 15 Pf., für Auswärts mit 20 Pf. die kleinspaltige gelle oder deren Raum berechnet. Reklamezelle 50 Pf. Kompllzirter Satz 50% Aufschlag. Vertretungen in: Ahmsen, Almena, Alverdissen, Asemissen, Asendorf, Adm ssen, Auguste ders. Barntrup, Bavenhausen, Bega, Belle, Bentorf, Bentrup, Berlebeck, Berten, Villerdeck, Billinghausen, Blomber#. Besinaleld. Brafs Drafelfiek. Breitenbeiht. Brotbanien. Brünkras Lippische Cc. dern, Spork, holz. Wellentrut Stopelage, Licmmer, Gnd helte, Tpldeg, Te1; Kevenheuler Aigrr. Sah gergz; , Wadden saufen, Währentrup, Wahmbeckerbeite, Wehren, Wellentrup fl. O. 1 d. B Werl, Willbers„Wissentrup, Wödbel Wörkerseld„O.=Wüsten U. Wisten. andes Altestes und verbreitetstes Blatt des Fürsteuthums und der augrenzenden Bezirke. Ne 134. Detmold, Dienstag, 11. Juni 1901. 134. Jahrgang. Der Krieg in Süd=Afrika. Die Meldung eines Berliner Blattes, daß mehrere Mächte, darunter in erster Linie Deutschland, im Einverständniß mit dem König von England die Friedensvermittelung im Burenkriege übernommen hätten, ist einfach ersunden. Auch die anderswo aufgetauchte Behauptung, daß König Eduard in einem Briese an Kaiser Wilhelm angedeutet habe, daß ihm eine solche Vermittelung genehm sein würde, ist unwahr. An unterrichteten Stellen hält man vielmehr daran fest, daß König Eduard, was die Beurtheilung der südafrikanischen Frage betrifft, dem extremen Chamberlain näher steht, als dem gemäßigten Salisbury. Deshalb ist nach wie vor anzunehmen,d aß der König von England gar nicht daran denkt, irgend eine Vermittelung anzurufen. Deutschland aber würde nur dann sich zur Uebernahme des Amtes eines Vermittlers bereit finden lassen, wenn die beiden Kriegführenden darum ansuchten. Im Uebrigen scheint sich die Nachricht zu bestätigen, daß von Seiten der Buren dem ständigen Schiedsgerichtshose im Haag ein formeller Antrag auf Schlichtung des Streites mit England unterbreitet worden ist. England und Transvaal. Die„Kreuzztg.“ veröffentlicht von befreundeter Seite folgende interessante Nachricht:„Durch einen vor 6 Wochen von Johannesburg abgereisten Herrn erfahre ich autheutisch, daß die Buren beinahe täglich Johannesburg Besuche abstatten und dort ihre Proklamationen anschlagen. Wunderbar aber ist es, daß in unmittelbarer Nähe von Johannesburg fast täglich Reibereien zwischen englischen Regulären und kolonialen-Truppen stattfinden. So hat vor etwa sechs Wochen sogar ein Bataillon englischer Truppen im Felde gestanden und kamen bei dem schließlich scharfen Schießen der Streitenden sogar Geschütze zur Anwendung. Die Reibereien waren dadurch entstanden, daß die Offiziere der englischen regulären Armee die zum Theil selbstgewählten Offiz iere der kolonialen Truppen nicht für voll ansehen und dementsprechend behandeln, wie dieses von Seiten der Kolonien schon früher bemerkt und sehr übel vermerkt worden ist.“ 10. Juni. Der Korrespondent der„Times“ in Middelburg ueldet: Mehrere hervorragende Holländer stimmten darin überein, daß das einzige Mittel, den Krieg zu einem schleunigen Ende zu bringen, der Erlaß einer Proklamation sei, daß nach einer gewissen Frist die Farmen der noch im Felde befindlichen Männer konfiszirt werden. Dies würde die Uebergabe einer großen von Kämpfern herbeiführen, aber nicht die Ausländer oder solche Bürenführer, die kein Landeigenthum haben, berühren. Delarey würde, wie sie glauben, bis zum Ende kämpfen. Die„Times“ glaubt, daß der Zeitpunkt für die Anwendung einer solchen drastischen Maßregel noch nicht gekommen sei; früher oder später werde man aber doch gezwungen sein, sie anzuwenden. So lange aber die Buren noch über solche Streitkräfte verfügen, wie die seien, welche jüngst Delarcy befehligte, könnte ihnenn die Rechte der Kriegführen din nicht entzogen werden. Politische Aebersicht. Detmold, 11. Juni. — Der Kaiser wird den Taufakt des Panzerkreuzers„B“ am 22. Juni auf der Kieler Werst selbst vollziehen. — Königin Wilhelmina und Prinz Heinrich der Niederlande haben gestern Mittaa 12 Uhr 45 Minuten nach herzlicher Verabschiedung von der Großherzogin Marie und dem Großherzog die Reise von Schwerin nach Oldenburg angetreten. Eine zahlreiche Menschenmenge brachte ihnen am Bahnhofe sehr lebhafte Ovationen dar. — Frau Baronin v. Ketteler, die Wittwe des ermordeten deutschen Gesandten in Peking, hat gestern Mittag Berlin verlassen und sich zur Kräftigung ihrer Gesundheit nach dem Schwarzwald begeben. In Potsdam empfing sie zahlreiche Besuche aus den Kreisen der Diplomatie und der Hofgesellschaft, vor allem auch den Besuch des Reichskanzlers Grafen Bülow. Am Sonnabend weilte sie mit ihrer Schwiegermutter und ihrer Schwägerin, Frl. v. Ketteler, in Berlin und nahm das Atelier des Bildhauers Hermann Hidding in Augenschein. Es handelt sich um einen künstlerischen Plan, durch den das Andenken ihres Gemahls geehrt werden soll. — Die Handelsgärtner verlangen einen Schutz ihrer Arbeit dadurch, daß die Einsuhr von Blumen und Pflanzen durch hohe Zollsätze erschwert werde. Aus Köln wird gemeldet: Gestern hat der hier tagende Verband der Handelsgärtner die Absendung einer Resolution an den ueuen Landwirthschaftsminister beschlossen, worin dieser ersucht wird, beim Abschluß der Handelsverträge die Interessen der Gärtner wahren und einen allgemeinen Schutz gegen die freie Einfuhr von Blumen, Pflanzen und Gemüse herbeiführen zu wollen. Kammerherr Frhr. v. Solemacher=Antweiler versicherte, er sei befreundet mit Herrn v. Podbielski und wisse, daß dieser als Besitzer großer Baumschulen häusig Sympathien für den Gärtuerstand bekundet habe, der, wie mehrfach hervorgehoben wurde, einen größeren Anspruch auf Schutz habe als die Landwirthschaft. — Verlegerkongreß in Leipzig. Am Vorabend der Eröffnung des vierten internationalen Verlegerkongresses fand Sonntag in der Villa des Präsidenten Albert Brockhaus eine zwanglose Vereinigung der bisher eingetroffenen deutschen und ausländischen Verleger statt. Oesterreich=Ungarn. Prag, 8. Juni. Da die deutschen Landesausschüsse und die Vertreter der deutschen Korporation zur Einweihung der Moldaubrücke bei Gelegenheit der Anwesenheit des Kaisers tschechische Einladungen erhalten haben, werden dieselben der Brückeneinweihung fernbleiben. 10. Juni. Es verlautet, die italienischen Arbeiter hätten den Befehl erhalten, sich während des Aufenthalts des Kaisers Franz Josef von Prag fernzuhalten. Das Gerücht von der Verhaftung zweier verdächtigen Franzosen ist unrichtig. Pest, 8. Juni. Die Buren in Pest. Eitel Jubel und Begeisterung herrscht jetzt in Ungarns Hauptstadt. Viele Häuser tragen Fahnenschmuck in den Farben rothweiß=blau und gelb und gelb=weiß Transvaal und Oranjefreistaat. Die ungarische Jugend und die Arbeiterbevölkerung tragen Bändchen im Knopfloch von denselben Farben. Auf den Straßen verkaufen die Händler Unmassen von Dewet=Ansichtkarten, das Stück zu 1 Kreuzer, und machen gute Geschäfte. Man spricht überall nur noch von den Buren. Aber gestern Abend sind sie angekommen, namlich Johan Dewet, der Führer der Deputation, dann Kapitän Vallentin und Sekretär Showalter. Die Ankunft der Burengäste gestaltete sich zu einer riesigen Enttäuschung für die mindestens 30000 Menschen, die sich zur feierlichen Begrüßung im Zentralbahnhof und auf dem großen Platz vor demselben versammelt hatten. Von dieser ganzen Menschenmasse bekam nämlich Niemand den interessanten Neffen Christian Dewets und seine Begleiter zu sehen! Mit dem Wiener Schnellzug sollten die Herren um 7 Uhr 15 Min. Abends am Zentralbahnhof ankommen. Der Schnellzug kam pünktlich an, aber— keine Buren! Die Herren vom Empfangskomitee waren ganz konsternirt, die Volksmenge, die hier schon Stunden lang ausgeharrt hatte, war enttäuscht und begann laut zu murren und die Buren zu verwünschen. Man wartete noch 2 Stunden lang bis zum nächsten Zug aus Wien— wieder keine Buren! Endlich kam die Meldung an das Empfangslomitee, daß Dewet= und seine Begleiter schon seit 71° Uhr hier in ihrem Hotel seien! Dieselben hatten nämlich von Wien„auf höheren Wunsch“ die auf der linken Seite der Donau über Preßburg hierher führende Eisenbahnroute benutzt und waren hier auf dem Westbahnhof ganz unbemerkt um 7 Uhr angekommen. Die Regierung wollte jedwede politische Demonstration auf dem Zentralbahnhof hintanhalten, daher die Weisung von oben, bezüglich der anderen Bahnroute und— die bitterböse Enttäuschung der so freudig erregten Volksmenge Noch am späten Abend fuhren dann die zum„feierlichen Empfang“ delegirten Herren mit ihren endlich gefundenen Burengäste durch fast alle Hauptstraßen der Stadt, um dem durch das vergebliche Warten gekränkten Volke wenigstens jetzt die interessanten Herren aus Südafrika zu zeigen Der Hauptzweck, welchen Dewet mit seinem hiesigen Besuch verbindet, nämlich den Buren neue Freunde zu gewinnen, dürfte hier gewiß voll erreicht werden. Aber mehr, d. h. in politischer Beziehung etwas zu erreichen, das ist hier ebenso aussichtslos, wie dies in Oesterreich der Fall gewesen ist. Sowohl die dortige, wie die hiesige Regie rung verhalten sich Dewet und seinen Bestrebungen gegen über vollkommen passiv. Holland. 10. Juni. Präsident Kruger ist in Begleitung des Dr. Leyds aus Hilversum hier eingetroffen und hat sich in geschlossenem Wagen nach der Wohnung des Burendelegirten Wolmarans begeben. Krüger beabsichtigt, einige Tage in Scheveningen zu bleiben. Britisches Reich. London, 8. Juni. Frau Botha ist heute glücklich in London angekommen. Obschon sich ein ganzes Heer von Wißbegierigen zu ihrem Empfange auf dem WoterlooBahnhof zuammengefunden hatt e. gelang es der geschickren Vorsorge zweier Freunde der Dame, sie und ihren kleinen Sohn schnell und sicher in einer Droschke nach dem Hotel Grand Zentral zu befördern. Frau Botha eine saubere, vielleicht sogar elegante Erscheinung, in ihrem Tailor=made=Kleide mit dem Matrosenhut sah sie munter und freundlich darein und auch der kleine Junge, den sie als einziges von den fünf Kindern nach England gebracht hat, schien sich bald an die neue Umg ibung zu gewöhnen. Der 10jährige Sohn ist jetzt im Feldlager bei seinem Vater, die drei Töchter in Natal in einem Pensionat. Frau Botha wird nur einige Tage in London bleiben und dann nach Brüssel gehen. Ob sie den Präsidenten Krüger überhaupt aufsuchen wird, ist noch sehr ungewiß, jedenfalls kann aus bester Quelle bestätigt werden, daß von einer politischen Mission der Dame keine Rede sein kann. Ueber die Begegnung der Frau Botha mit ihrem Gatten denke ich Ihnen in den nächsten Tagen einiges Nähere erzählen zu können. Soviel kann ich schon heute melden, daß, als die Gatten im April dieses Jahres sich zuletzt sahen, der Zustand der Truppen Louis Botha, was Kleidung und Verpflegung sowie körperliches Wohlbefinden anlangte, durchaus befriedigend war. Auch das ist immerhin eine interessante Korrektur der Mittheilungen, die aus jener Zeit nach Europa gelangten a gele #ie Wirren in China. Washington, 8. Juni. Der amerikanische Vertreter Rockhill bat gestern in einem Telegramm aus Peking den Staatssekretär Hay um die Ermächtigung, in der Gesandtenkonferenz vorzuschlagen, daß die Streitfrage bezüglich der von China zu zahlenden Entschädigung dem Haager Schiedsgerichtbof unterbreitet werde. Hay ertheilte heute auf telegraphischem Wege diese Ermächtigung. Albumblätter. Ja, der Freiheit eine Gasse! Rufst Du aus leim Glase Bier. Lieber Held, nur sorg' dasür, Daß man nicht beim Wort Dich fasse. Mißtrauen. Roman von H. Waldemar. (Nachdruck verboten.) (29. Fortsetzung.) „Sentimentale Schwärmereien, würde die Tante sagen,“ flüsterte Valentine, ihrer selbst kaum bewußt, wäh rend ihr Auge sehnsüchtig an dem jetzt so düsteren Antlitz des jungen Offiziers hing. „Ja, so ist die Tante Angelica, ich weiß es. Woher sollte sie auch verstehen, was mich bewegt? Sie ist energisch, ist praktisch durch und durch, läßt sich von keiner weichen Regung beherrschen und ist stets Herrin der Situ ation; Entscheidungen wie diese, hier, sind nie an sie herangekommen. Sie hat hohe Begriffe von Ehre, sobald denselben sowie dem alten Stamm Genüge geschehen, ist eine Sache für sie erledigt. Das Herz spielt bei ihr gar keine Rolle, wohl aber der Verstand, denn sonst hätte sie das einzige Kind ihrer Schwester nicht hinausjagen dürfen und den Gefahren der Welt preisgeben.“ Valentine erbleichte.„Was wissen Sie davon, wer weihte Sie in meine Angelegenheiten ein?“ fragte sie heftig. „Ich begegnete meinem lieben, alten Fveund, der Prosessor Berns auf der Straße, er theilte mir in aller Kürze mit, was Sie hierher geführt. War er indiskret, was ich doch bezweiseln möchte, so zürnen Sie wenigstens nicht mir, der ich unschuldig bin. Ich weiß also nichte weiter, als was Sie selbst Ihrem Beschützer mittheitten.“ Eberhards Worte, und namentlich die leicht bemer! bare Beinunn am chlusse, besänftialen das tunge Mäd chen, welches sich nun im Stillen Vorwürfe machte und der Undankbarkeit zieh „Sie sind der Taute Liebling, Herr Baron,“ sagte Valentine nach einer kurzen Pause,„es wird sie tief betrüben, daß sie vergeblich auf Ihre Ankunft warten muß.“ Eberhard lachte.„Mag sein, gnädiges Fräulein! Doch offen gestanden, gelüstete es mich gar nicht, nach dem Beisammensein auf Hornberg; solche Besuche, die oftmals mit den Haaren herbeigezogen, verlaufen gewöhnlich recht öde, und Sie werden mir zugeben, daß der Aufenthalt dort für einen Mann wenig Verlockendes hat, zudem wenn man ziemlich sicher weiß, daß dort Heirathspläne geschmiedet werden, ohne daß die in Frage kommenden Betheiligten nur eine Ahnung haben, auf wen die Wahl der sorgenden Persönlichkeiten gefallen ist,“ antwortete der junge Offizier auf Valentinens Aeußerung. „Das ist das Vorrecht alter Damen, namentlich der Mütter einziger Söhne,“ bemerkte sie, sich zu einem Lächeln zwingend, welches das scharfe Auge Eberhards jedoch nicht zu täuschen vermochte. Auch ohne, daß sie ihm genau gesagt, was sie von Hornberg fortgetrieben, wußte er jetzt, daß man sie hatte zu einer Verbindung zwingen wollen und zwar zu einer Verbindung mit ihm. Der Abend im Hotel, vor seiner Abreise nach Berlin, stand deutlich vor seinem geistigen Ange, er sah noch einmal, wie seine Mutter und ihre Freundin sich durch einen Blick verständigten, als er so jest seine Ansichten in Betreff einer Heirath kundgethan. Damals schon hatten sie den Plan gemacht, damals schon ihm Valentine bestimmt, und jetzt sollte die unvermittelte Einladung nach Hornberg als Mittel zum Zweck dienen. Sie rechneten auf Valentinens Liebreiz, der selbst auf ihn seine Wirkung nicht verfehlen würde, und auf die Willfähigkeit des Mädchens, welches, allein in der Welt, arm und schutzlos, mit Freuden sich bereit finden würde, den Plan zu verwirklichen. Daß Valentine gegangen war, ehe er hatte eintreffen können, daß sie dadurch bewies, wie auch sie seinen eigenen Grundsätzen huldigte, erfüllte ihn mit namenlosem Entzücken, und er gestand sich ein, daß er nun jubelnd sie an sein Herz Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. 11. Juni. Detmold. — Se. Erlaucht der Regent hat den Oberförster Rötteken=Heidenthal und Oberförster Frevert=Schlangen den Titel„Forstmeister" verliehen. — Se. Erlaucht der Grafregent hat dem Administrator der Sommerfrische Johannaberg Carl Ritzsche den Titel„Hoftraiteur“ und der Frau Pauliue Mandiek den Titel einer„Hoflieferantin" verliehen. — Dankschreiben. Auf die von den Festgästen im Arminiushotel an Se. Erlaucht den Grafregenten und nehmen würde, weil er sie liebte von dem Augenblick, da er ihr am Bach in die räthselhaften, dunkel schimmernden Augen geblickt.„Ja, er liebte sie! Zum ersten Mal empfand er dies wonnige Gefühl, welches sein Herz rascher schlagen, seine Pulse beschleuniger klopfen ließ. Er liebte dies Mädchen, an dem Alles reine, beseligende Harmonie war, und glaubte, auch ihr nicht gleichgiltig zu sein. „Wie Ihr komisch seid,“ rief Hedwig lachend,„als ob nicht auch junge Leute Heirathspläne machen dürften!“ „Gewiß, das dürfen sie, es steht ja Jedem frei. Nur werden die jungen Leute erst an sich selbst denken, während die Alten Ehen stiften wollen, es lieben, sagen zu können: Ich habe diese Partie zu Stande gebracht,“ erwiderte Eberhard heiter, während er zugleich überlegte, ob er nicht besser sich verabschiedete. Freilich gab ihm die Freundschaft das Recht, lange zu verweilen, dann empfand er es auch so süß, dem schönen Mädchen gegenüber zu sitzen und ihr in das vom vollen Tageslicht beleuchtete Antlitz zu blicken, sich zu berauschen an den edlen Linien dieses Gesichts, an dem innigen, treuen Blick der blauen Augen, die oftmals so dunkel schimmerten. „Es giebt auch noch eine Kategorie, die gerne Heirathspläne macht, Fräulein Hedwig,“ sagte Eberhard wieder, sich mit besonderem Lächeln an das junge Mädchen wendend. „Und die wäre?“ „Die jungen Mädchen, wenn sie unter sich sind. So weiß ich z. B. ganz genau, wer dem jungen Ingenieur und augenblicklichen Einjährigen in meiner Schwadron, Raimund Ferrer, zugedacht ist.“ Das dunkle Gesichtchen Hedwig's erglühte bis unter die schwarzen, sorgfältig gekrausten Stirnlöckchen; trotzdem fand sie ihre Fassung so rasch wieder, daß sie triumphirend sagen konnte:„Ich auch, Herr Baron!“ Glücklicher Weise hatte Keines von Beiden aus Valentine geachtet, die bei Nennung des Namens heftig zusammengezuckt war.„So ist Raimund unter Ihrem Kom mando?“ rief sie sichtlich erfreut, ohne zu bedenken, wie sehr ihr Benehmen auffallen mußte. Se. Erlaucht den Grafen Leopold gerichteten Begrüßungstelegramme sind die folgenden Antworten eingegangen: Den zur Feier des Geburtstages Sr. Erlaucht im Arminiushotel versammelten Festgenossen habe ich im höchsten Auftrage herzlichsten Dank für freundliche Wünsche zu übermitteln. Ordonnanzoffizier von Wasielewsky. Ihnen und allen Festtheilnehmern wärmsten Dank für freundliche Grüße. Leopold. — Dem Gesang=Verein„Arion“ ging auf das anläßlich der Feier seines 25jährigen Besteheps und der Feier des Geburtstages Seiner Erlaucht des GrasRegenten diesem am Sonntag Abend vom Neuen Kruge aus zugesandte Telegramm folgende Antwort zu: „Seine Erlaucht der Regent beauftragt mich, den Gesang=Vereine„Arion“ für die freundlichen Glüch wünsche höchstseinen Dank auszusprechen und dem eine zugleich zur Feier des 25jährigen Bestehens die besten Wünsche zu übermitetln. v. Wasielewski. — Berichtigung. Das silderne Berdienstkre### wurde nicht Hunstbrink, sondern dem Amissekretar Horstbeink=Detmold verliehen. — Ein Festessen zur Feier des Geburtstages Sr. des Grafregenten fand am Sonnabend, den 9. d. M. in lich geschmückten Saale des„Preußischen (H. Sauer) statt, an dem etwa 30—35 Herren theilnahmen. Die Festrede hielt Herr Lehrer Kampfranz, der in begeisterten Worten die Verdienste unseres geliebten Regenten um unser engeres Vaterland feierte und zu steter Treue ge unserem angestammten Herrscherhause aufforderte. Die Rede schloß mit einem Hoch auf Se. Erlaucht, in welches die Versammlung begeistert einstimmte. Herr Steuereinnenmer Bruns brachte ein Hoch auf Se. Majestät den deutschen Kaiser aus, welches ebenfalls begeistert aufgenommen wurde. Während der Tafek wurde an Se. Erlaucht folgendes Telegramm abgesandt:„Die Stammgesellschaft vom „Runden Tisch“ im„Preu, ßischen Hofe“ und andere patriotisch gesinnte Männer, versammelt beim Feftmahle zur Geburtstagsfeier ihres hochverehrten Regenten senden Ew. Erlaucht unterthänigste Glückwünsche. Im Auftrage: Fr. Sielemann.“ Küche und Keller des Herrn Sauer leisteten Vorzügliches, wie allseitig anerkannt wurde. Auch hatte der Wirth es sich nicht nehmen lassen, geschmackvoll hergestellte Tischkarten mit dem Bildniß Sr. Erlaucht anertigen zu lassen. Im Lause des Sonntags traf bei Herrn Sielemann folgendes Antworttelegramm ein:„Der Stammgesellschaft vom„Runden Tisch“ im„Preußischen Hof“ und den anderen beim Festmahl vereinigten Herren sabe ich im höchsten Auftrage Sr. Erlauch: herzlichen Dank für die freundlichen Glückwünsche auszusprechen. von Wasilewsky, Oberleutnant. — Freie Stellen für Militäranwärter im Bereiche des siebenten Armeekorps. Magistrat Bochum: Schutzmänner, Gehalt 1230 bis 1830 Mark, die Ssel n sind pensionsberechtigt, die Hälfte der Umzugsko; wird bei Anstellung ersetzt.— Oberbürgermeisteramt Du sburg: Wohnungs=Aufsichtsbeamter, Bewerber muß technisch vorgebildet sein, Gehalt 1800 Mark, kann erhöht werden; die Stelle ist pensionsberechtigt; die Militärdienstzeit wird angerechnet.— Polizeigerwaltung Düsseldorf: Polizeisergeanten, Gehalt 1300 bis 2000 Mark, Dienstkleidung und Ausrüstung wird geliefert; die Stellen sind pensionsberechtigt, die Militärdienstzeit wird angerechnet.— Bürgermeisteramt Gelsenkirchen, Polizeisergeanten, Gehalt 1200 bis 1300 Mark, Wohnungsgeld 200 Mark, Kleidergeld 75 Mk., die Stellen sind pensionsberechtigt, die Militärdienstzeit wird angerechnet. — Detmolder Arbeiterheim. Morgen Nachmittag Uhr findet laut Inserat in heutiger Nummer eine öffentliche Versammlung im Evangelischen Vereinshause zwecks Berathung der Statuten und Zeichnung von Aktien statt. Eberhard und Hedwig sahen denn auch überrascht zu ihr hinüber, und Letztere konnte sich nicht enthalten, zu sagen:„Raimund?“ Valentine wurde sich durch diese Früge aus der Freupdin Mund sofort bewußt, daß sie vorsichtiger sein müsse, wenn sie das Geheimniß nicht preisgeben wollte, und erwiderte deshalb mit erzwungen ruhigem Ton:„Nun, warum nicht Raimund, Doktor Ferrer und sein Sohn verkehren viel im Hause der Tante, ich hörte ihn stets so rufen und that es selbst nicht anders.“ Hedwig gab sich zufrieden, obwohl sie es nicht war, denn sie sowohl wie Eberhard hatten bemerkt, wie Valentine in momentaner Verlegenheit die Farbe gewechselt und erst nach kurzem Ueberlegen eine Antwort gefunden hatte. „Also Raimund Ferrer ist Ihrer Schwadron zugetheilt, Herr Baron,“ fuhr Valentine fort.„Das freut mich sehr, weil wir Gelegenheit haben, ihn öfter zu sehen. Er ist doch ein Stück aus der Heimath und wird manches berichten können.“ „Herr Ferrer pflegte wohl auch früher zu kommen, wenn seine Studien ihm freie Zeit ließen, Valentine.“ „Ich weiß es, Hedwig,“ versetzte die Angeredete mit einem lächelnden, verständnißvollen Blick auf Eberhard. „Raimund hat mir selbst davon gesprochen und viel, sehr viel davon erzählt.“ Valentine betonte mit Absicht die beiden Worte, aber sie erreichte nicht den erhofften Zweck, Hedwig zu besänf tigen, sondern das junge Mädchen biß sich auf die Lippund wendete sich ziemlich unvermittelt von der Freundin ab und dem Fenster zu, während Letztere ihre Augen fragend auf den Offizier richtete. Eberhard zuckte die Achseln und legte, nür ihr be merkbar, den Finger auf den Mund, dann erhob er sich und sagte:„Ich befürchte wirklich, den Damen lästig ge fallen zu sein durch mein langes Verweilen und bitte iir dies zu verzeihen in Anbetracht, daß ich mich undern. von Ihrer liebenswürdigen Gesellschaft trenne.“ (Fortsetzung folgt.) * 5 - Die Barnsschlacht. Das in Nr. 128 unserer dürften dieselben bis zum nächsten Wochenmarkte schon veZeitung erwähnte Werk: Delbrück, Geschichte der. Kriegs= deutend im Preise fallen. kunst ist im Verloge von Georg Stilke in Berlin er= Lemao schienen. — Der Postwagen, der sonst von Detmold nach Heiligenkirchen und Berlebeck die Postsachen besorgte, wird vom 1. Juli nicht mehr fahren Postsachen werden jetzt von der elektrischen Bahn besörder: — Herr Heury Samson und Frl. Autonie Gates werden am Mittwoch und Donnerstag im Theatersaale des Neuen Kruges Soiréen veranstalten, welche nach den Ankündigungen der Leistungen und den über Letztere vorliegenden Urtheilen der Presse sehr interessante und heitere Unterhaltung versprechen. Herr Samson ist ein Meister im Stegreifdichten und verfügt über einen großen Schatz von Humor und schauspielerischem Talent, welcher ihn zu reichhaltigem und prächtigen Vorführen befähigt. Wir lesen über sein Auftreten zu Köln im Scalatheater in der„Köln. Ztg. „Nun betritt Herr Henry Samson die Bühne. Er läßt sich vom Publikum drei oder vier Schlagwörter zurufen, giebt dem Kapellmeister fast unmittelbar darauf das Zeichen zum Beginn eines sehr kurzen Vorspiels zu einer bestimmten Begleitmelodie und bringt sodann die Schlag wörter in derselben Reihenfolge, in der sie ihm zugerufen wurden, in zumeist einwandfreien, witzigen Versen„ver dichtet“ wieder, die niemals einer guten Pointe entbehren, was das anerkennenswertheste ist bei der unglaublichen, fast möchte man sagen unsinnigen Zusammenstellung von Schlagwörtern, die das Publikum, dem freie Wahl gegeben ist, natürlich absichtlich so trifft. Aber Henry Sam son geht noch weiter. Er sammelt etwa dreißig Schlag wörter, mehrere Titel u. A. und führt, mit dem Blatt Papier in der Hand, worauf er die vom Publikum getroffe nen Angaben notirt hat, aus dem Stegreif und ohne „Kunstpausen“, ein mobernes psychologisches Drama i1 Versen auf, sich genau an die Reihenfolge der Wörter hal tend. Wir haben natürlich nicht das Werk eines gottbe gnadeten Dichters vor uns, dessen Auge in holdem Wahnsinn rollt, während er unsterbliche Gesänge schafft, wir sehen aber einen ungemein schlagfertigen, routinirten, geistreichen Causeur, der das Auditorium in liebenswürdiger Art zu unterhalten und zu fesseln versteht und der nie in Verlegenheit zu bringen ist. Wie mancher Dichterling mag ihn glühend beneiden, den Mann, dem nie der Stoff und— nie der Geist ausgeht!“ Der„Bremer Courier“, schreibt gelegentlich des Gastspiels Antonie Gates:„Die Besucher des Tivoli sind gestern auf eine angenehme Weise überrascht worden, indem ihnen in Fräulein Antonie Gates eine Sängerin sich vorstellte, deren Stimme einer jeden größeren Bühne zur Zierde gereichen würde. Die Dame, die nur Kinder der eigenen Muse, Kompositionen und Texte eigener Schöpfung bietet, verfügt nicht allein über einen weichen und dabei überaus kräftigen, in allen Registern ausgeglichenen hohen dramatischen Sopran, sie ist auch eine Meisterin in der Vortragskunst. Jedes Wort ist seelisch belebt, jeder Ton kommt aus dem Herzen, jede Nuance wird in decenter Weise gehoben. Die Komposition der Vorträge selbst spricht sowohl textlich wie musikalisch für eine hohe Begabung und einen guten künstlerischen Geschmack.“ — Zigenner=Konzert. Am nächsten Donnerstag findet im„Odeon“ hier ein großes Zigeuner=Konzert des und Herren=Orchesters igen statt und zwar nur darbietungen dieses Ensembles in einem auswärtigen Blatte u. A. Folgendes:„Die Kapelle, aus Herren und Damen bestehend, in der ungarischen phantastischen Nationaltracht, handhabten ihre Instrumente geschickt und wußten denselben die einschmeichelndsten Melodien zu entlocken. Zu einigen Stücken wurde ungarisch und italienisch gesungen, was sehr originell klang. Das größte Interesse erweckte Mlie. Bierout, sie verstand es vortrefflich Feuersäulen, Windsbraut, Ballkönigin, Schlangen und Schmetterlinge hervorzuzaubern, welche ihrerseits wieder durch magische Beleuchtung von Scheinwerfern in den mannigfaltigsten Lichteffekten gleichzeitig schillerten und in dem dunkel gehaltenen Saale von überraschender Wirkung waren. Die Vorführungen wurden mit Beifall belohnt. Eugenie Sadoni erntete für phänomenale gesangliche Darbietungen geradezu stürmischen Applaus. Ganz neu und höchst überraschend war Haneses Austr., Besang, welcher mit Recht Amerikas Neuestes genannt werden darf. Auch das Tänzerpaar erregte große Bewunderung für seine Leistungen.“ Gestarkte Wäsche ist für den Sommer wenig zu empfehlen. Von mehreren Gelehrten, Professoren und Lehc. Hygille ist festgestellt worden, daß die Stärke ein starkes Hinderniß für die Wärmeabgabe bildet, und zwar merkwürdiger Weise ein um so stärkeres und mehr ins Gevicht fallendes, je höher die Außentemperatur ist. Hiemnach st also Stärken der Leibwäsche eigentlich eine recht unpraktische Einrichtung. Denn im Winter, wo wir uns alle Mühe geben, die Wärme festzuhalten, ist wegen der niedrigen Außentemperatur der Wärmeschutz der Stärke nur sehr gering, im Sommer dagegen, wenn wir uns bemühen, uns jach Möglichkeit abzukühlen, hält die gestärkte Wäsche die Wärme im Körper zurück. Nun ist es ja richtig, daß bei steigender Temperatur der Schweiß die Stärke auflöst! aber auch noch im aufgelösten Zustande macht sich die Stärke in der Wäsche unangenehm bemerklich. Denn auch in diesem Zustande verklebt sie die Poren der Leinewand und erschwert auf diese Weise die Zufuhr trockener Luft zu unserer Haut, und gerade diese Zufuhr wirkt ja bekanntlich so erfrischend. Also aus alle Fälle erscheint das Stärken der Leibwäsche venig hygienisch. — Die Blumen zum Blumenstrauß werden um besten in der Morgenfrische geschnitten. Eine zu dieser Zeit geschnittene Blume hält noch einmal so lange aus, als eine später geschnittene, die schon von der Sonne beschienen war. Das Abschneiden der Blumen, namentlich der Rosen, soll nicht erst dann geschehen, wenn sie verblüht sind, sondern während des schönstens Blühens. Der Rosenstock wird dadurch gekräftigt und zur Bildung neuer Knospen angeregt. In der Zeit des Abblühens aber en.zieht die Rose dem Stocke die meiste Nahrung und schwächt ihn. Im Rosenschnitt beruht also das Geheimniß des langandauernden Rosenflores! — Kornblumen. Die Zeit ist gekommen, wo die Kornblume blüht. Sie wird von den Kindern mit Freuden segrüßt und mit besonderer Vorliebe gesucht und geflückt. Leider geschieht es nur zu oft, daß Kinder, um der Blumen habhaft zu werden, in die Kornfelder eindringen und dabei achtlos Kornhalme knicken und zertreten. Es ist jetzt an der Zeit, daß Eliern den Kindern Weisung ertheilen, beim Kornblumenpflücken sehr vorsichtig zu verfahren und das Korn zu schonen. — Aufschrift und Marke nicht vergessen— diesen kategorischen Imperativ findet man jetzt in Badeorten, an Bahnhöfen, Aussichtspunkten vielfach auf einem Emailleschilde an den Brieskasten angebracht; die Postverwaltung sucht also nach Möglichkeit dem schwachen Gedächtnisse der Absender abzuhelfen. Daß dies nothwendig ist, zeigt die ung.aublich hohe Zahl von unbestellbaren Post sendungen, die alljährlich ihren Zweck verfehlen, zum großen Theil durch das Fehlen der Aufschrift. — Wetter=Aussichten. 13. Juni: Meist sonnig bei Wolkenzug, warm, Morgens kühl. 14. Juni: Vor viegend heiter, wärmer. 15. Juni: Erst sonnig, schwülwarm, später vielfach Gewitterregen und Abkühlung. — Marktbericht: Junge Erbsen stellten sich heute auf 30 Pfg, das Psd., Kirschen 35 Pfg., Spargel 60 bis 35 Pse: beste Sorte, Eier 45—50 Pfg., Butter 90 bis 95 Pfg., spanische Erdbeeren das Psd. 80 Pfg., doch Sen0 — Rektor. Von den 15 Bewerbern um die hiesige Rektorstelle wurden von der Kommission 4 auf engere Wah gestellt, von denen jedoch zwei ihre Bewerbung zurück nahmen. Gestern hielt Herr Rektor Dr. Koopmann aus Treuenbrizen auf der Rektorklasse der hies. Bürgerschule im Beisein des Schulvorstandes seine Probelektion. - Rezitation. Gestern war in den Klassen der Bürgerschule der Rezitator Pape=Steinberg, der die Schüler durch Deklamation einzelner herrlicher Gedichte erfreute. Sage. — Vom Zuckermarkt. Die Anzeichen, die sich schon Ende voriger Woche dahin bemerkbar machten, daß der Markt eine rückläufige Bewegung einschlagen würde, sind während der letzten Berichtsperiode in Erfüllung gegangen. Die Gründe für diese Erscheinung sind verschiedener Art. Zunächst kommen in Betracht die aus allen Gebietstheilen einlaufenden, zum Theil glänzenden Berichte über den Stand der jungen Rübenpflänzchen. Für die Rückbewe gung des Marktes sprach auch noch das Zurückziehen des Privatkapitals von den Transaktionen des Zuckermarktes seit der Einführung des neuen Börsengesetzes. Ebenso haben sich Amerika und Japan aus dem Markte gezogen. Die drängenden Realisationsangebote trugen gleichfalls zu dem Herabsinken der Preise bei, desgleichen die plötzlich auftauchenden Angebote Englands und die bedeutende Zunahme des Hamburger Lagerbestandes. Dahingegen haben, hervorgerufen durch das Kaufen der finerien und die Zurückhaltung der Rohzuckerbesitzer, die Preise am Kornzuckermarkte sich erhöht.— Am Terminmarkte erlitten die Sommertermine eine Einbuste von um Die Witterung war auch in dieser Woche wiederum für die Rübenpflänzchen sehr günstig, obwohl in manchen Gegenden Regen gewünscht wird.1 Salzussen. = Conntagsschul=Konferenz: Am Mittwoch, den 5. d. Mts., fand hier die übliche Jahreskönferenz der Leiter, Helferinnen und Helfer der Sonntagsschulen im Fürsten thum Lippe statt. Es waren vertreten die Sonntagsschulen der reformirten Gemeinde Salzuflen, der reformir. ten und lutherischen Gemeinde in Detmold, der Gemeinden von St. Johann, St. Nikolai und St. Marien von Lemgo, der reformirten Gemeinden in Lage, Schötmar und Hiddesen. Eröffnet wurde die Konferenz durch eine Katechese in der ref. Kirche, die Herr Pastor Hobbing im Anschluß an das Evangelium vom reichen Manne und armen Lazarus mit den kleinen noch nicht schulpflichtigen Kindern hielt. Hierauf vereinigten sich die Theilnehmer u der eigentlichen Konferenz im Gemeindehause. Nach einem Chorgesang seitens einiger Helferinnen von Salzflen leitete Herr Pastor Hobbing dieselbe durch Gebet und sprache ein. Nun wurden von den Vorstandsdamen die ahresberichte erstattet, aus denen hervorging, daß der egen des Herrn auf der Sonntagsschulsache ruht. Die der Kinder, die in der Sonntagsschule im Worte Gottes unterwiesen werden, ist in erfreulicher Weise ge wachsen. Im ganzen besuchen 3170 Kinder die Sonntagsschule. Die Zahl der Helferinnen und Helfer beträgt etwa 150.— Nach einer sehr anregenden Besprechung der in der Kirche gehörten Katechese, zu der die Ausführungen des errn Pastor Hobbing den Anlaß boten, trat eine kurze hause ein, während welcher die Theilnehmer wieder durch einen Chorgesang erfreut wurden. Es folgte ein Resserat Herrn Hülfspredigers Lade=Salzuflen über die Vorbereitung zum Kindergottesdienst, woran sich ebenfalls eine Debatte schloß, die aber wegen der vorgerückten Stunde abgebrochen werden mußte. Für das nächste Jahr wurde auf Antrag des Herrn Pastors Sartorius als Ort der Zusammenkunft Schötmar gewählt. Mit Gebet und Gesang schloß die Konferenz, die gewiß dazu beigetragen hat, daß auch ferner mit Freude u. Ernst an der Fortentwickelung der Sonntagsschulsache gearbeitet wird. Gott, der Herr, aber möge dies schöne Werk weiter segnen. — Der städtische Steuerzettel für das laufende Steuer= oder Rechnungsjahr wird jetzt zugestellt. Steuern zahlen ist im allgemeinen eine zwar nothwendige Sache, aber schlechthin wenig gern ausgeübte staatsbürgerliche Tugend. Wenn nun insbesondere die Schulsteuer, die früher von Jedermann hier getragen wurde, jetzt aber von der Bahn und der Stärkefabrik bezahlt wird, aus diesem letzteren Grunde das Doppelte beträgt, so kann man sich die Gefühle der Steuerzahler vorstellen. Die genannte Aktiengesellschaft hatte sogar etwa 14000 M. Schulsteuern im Wege der Klage zurückverlangt, jedoch kein Glück damit damit gehabt. Im westfälischen Industriegebiete hat man dagegen von verschiedenen Gemeindeverwaltungen eine Art Kopfsteuer eingeführt, damit die kommunalen Lasten getragen werden können.x Ob das bei uns auch eingeführt wird, oder werden kann, wer vermag das zu wissen?— — Der Kameradschaftliche Verein machte am SonnNachmittag einen Ausflug na chdem schönen Thale tag zwischen Vieren= und Asenberg, wo man beim Bier des Geburtstages des Grafregenten gedachte. Gesangverein Harmonie. Zirka 40 Mitglieder des Gesangvereins Harmonie machten unter Führung ihres Dirigenten gestern einen Ausflug nach dem schönen Weserebirge. Mit dem 6 Uhr=Zuge gings per Dampfroß nach Rinteln, worauf nach einer kleinen Erfrischung die Luhdener Klippen bestiegen wurden, von wo man vom Aussichtsthurme die landschaftliche Schönheit des Weserthales bewundern konnte. Die Arensburg, welche auch besucht wurde, erregte das größte Interesse durch ihren schönen gepflegten Park, ihren schönen Gemälden und Stickereien und der zirka 500 Jahre alten Möbel. Nach einer kleinen Pause hieß es, weiter nach den durch seine Schönheit bekannten Bad Eilsen und von da nach den 128 Stufen hohen Edethurm in Bückeburg, von wo die Rückreise angetreten wurde. Gegen 7 Uhr Abends langte man in bester Stimmung wieder an. Wir hoffen, daß der Verein jedes Jahr eine so anregende Tour unternehmen wird, denn solche Touren sind geeignet, Geist und Gemüth anzuregen, und die Liebe zur Schönheit unseres Waldes zu vermehren. Sealfhals Gei gutem Wetter beabsichtiat die Realschule. Bei gutem Wetter beabsichtig Realschule mit sämmtlichen Schülern am Donnerstag einen Ausflug nach dem Teutoburger Walde zu machen. Das Anfangsziel soll Leopoldsthal und das Endziel Detmold sein. Mlomberg. — Von den lippischen Posannenchören war beabsichtigt, Sr. Erlaucht anläßlich seines Geburtstages eine Hul digung darzubringen. Da aber Se. Erlaucht jetzt in Oberkassel weilt, und erst am 12. Juni wieder in Detmold eintrifft, wurde den Leitern des Unternehmens vom Hofmarschallamt anheimgegeben, diese Huldigung 8 Tage, also bis zum 16. Juni zu verschieben. Horn. — Arbeits=Verdingung. Die Arbeiten für die neuzuerbauende Stadtförsterwohnung sollen in einzelnen Loosen vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind auf dem Rathhaus einzusehen, Angebotsformulare ebenfalls dort gegen Erstattung der Selbstkosten zu haben. Die Angebolc sind bis 18. Juni, Vormittags 11 Uhr beim Bürgermeister cegehen. Ebenso sollen auch die Arbeiten zum Neuban ches auf dem Kantorhause vergeben werden. Die Angebote sind bis 1. Juli Vormittags abzugeben. Imt Detmold. Spork=Eichholz, 10. Juni. Eine Wagenpartie machten gestern die Mitglieder des hiesigen Männergesangvereins mit ihren Damen. Morgens 7 Uhr wurde vom Dreierkruge abgefahren über Detmold, Lage, Helpup nach Oerlinghausen, wo man nach mehrmaliger Unterbrechung gegen Mittag eintraf. Nachdem man sich durch Speis und Trank gestärkt hatte, wurden Streistouren in die herrliche Umgegend von Oerlinghausen unternommen, wobe manches Lied unter hohen Baumkronen verklang. Um 6½ Uhr wurde sodann die Heimreise angetreten. Ueber Pivitsheide, Heidenoldendorf, Detmold gelangte man side und munter im Heimathsorte an. Erst spät trennten sich die Theilnehmer mit dem Bewußtsein einen schönen Tag verlebt zu haben.— An dem demnächst in Blomberg statt findenden Bundesfest wird sich auch unser Kriegerverein mit mehreren Wagen betheiligen. Amt Horn. Meinberg, 9. Jun. Offi zielle Feier des Geburtstages Sr. Erlaucht des Grafregenten. Wie in den vergangenen Jahren fand im hiesigen festlich geschmücktem Kursaale bei einer Betheiligung von über 70 Gästen auch in diesem Jahre das Festdiner statt. Nach dem ersten Gange erhob sich der Fürstliche Badearzt Herr Dr. von Hoffmann und feierte in begeisterter, patriotischer Rede die hohe Bedeu tung des Tages. In warmen Dankesworten gedachte er der landesväterlichen Fürsorge Sr. Erlaucht für das Ge deihen des Bades, welchen der bedeutende Aufschwung, dessen sich das Bad seit den letzten Jahren erfreut, zu danken sei. Die Rede klang aus in ein dreimaliges Hoch auf den hohen Gefeierten. Währsend der Festtafel kon zertirte, unter Leitung des Herrn Kapellmeister Salo mon,d ie Kurkapelle, in deren geschmackvoll zusammenge stelltem Programm der von dem verstorbenen früheren Kapellmeister Schmidt komponirte Marsch„Gelb=roth“ die erste Stelle einnahm. Auf ein an Se. Erlaucht abgesandtes Huldigungstelegramm traf baldigst folgende Antwort ein: „Den versammelten Kurgästen entbiete ich herzlichen Dan für alle Glückwünsche. Ernst.“ Nicht zum Mindesten wurde die frohe Stimmung gehoben durch die vortrefflichen Leistungen von Küche und Keller des bewährten Kursaalpächters Herrn Poppen. In der Feststimmung wurde auch der Armen es Ortdes nicht vergessen, welche durch eine Sammlung ein namhafter Betrag gespendet wurde. Den Schluß des Tages bildete eine Illumination des ganzen Parkes, verbunden mit„Brillantfeuerwerk, Konzert und Reunion im Kursaale. Amt Sternberg-Barntrup. Alverdissen, 10. Juni. Am heutigen Vieh markte waren angetrieben an Schweinen(Ferkel) 400 Stück, 160 Stück Stangen. Ferkel kosteten 15—20 Mk., Stangen 30—35 Mk. Rindvieh waren 25—30 Stück angetrieben, es wurden hohe Preise erzielt. Der Handel ging flott. Amt Barenhokz. — Adreßbuch für das Fürstenthum Lippe. öffentliche Auslegung der Hausverzeichni wird morgen in den Bauerschaften Langenholzhausen und Stemmen beginnen. Wir bitten, die Verzeichnisse genau auf ihre Richtigkeit zu prüfen und etwaige Fehler am Rande zu bemerken. Bestellungen auf Anno cen, Extrazeilen und Vorherbestellungen auf Adreßbsicher können noch jeder Zeit gemacht werden. den Nachbargebieten. Paderborn, 9. Juni. Generalleutnant Bissing, der kommandirende General des VII. Armeekorps, ist heute hier eingetroffen und hat im Hotel Löffelmann Absteigequartier genommen. Er wird bis Donnerstag hier verweilen, um den Uebungen der in der Seune liegenden Truppen(der Infanterie=Regimenter Nr. 13 und 56 und der Artillerie=Regimenter Nr. 7 und 43), sowie des hiesigen Infanterie=Regiments Nr. 158 beiwohnen. Vermischte Tagesneuigkeiten. Begnadigung. Der Kaiser hat den Schuhmacher Karl Rusch, früher in Thorn, und den Mühlenbesitzer Christian Goerke aus Piewitz, Kreis Briesen, welche in den Jahren 1870 und 1875 vom Thorner Schwurerichte wegen Mordes und Anstiftung zum Morde zum Lode verurtheilt und dann zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden waren, jetzt wegen guter Führung vollständig begnadigt, so daß sie nach dreißig und fünfundwanzigjähriger Zuchthausstrafe aus der Strafanstalt entassen werden. Die Berliner und ihre Deukmäler. Ein Mitarbeiter der„Breslauer Zeitung“, der sich jüngst in Berlin aufhielt, schreibt: Früher wußte jeder„grüne Junge“ in Berlin genauesten Bescheid über die Dentmäler der Stadt. Der Fremde bekam auf seine Frage die prompte Antwort: „Det is der olle Fritze" oder„det es der Jroße KKurfürst“. Heute ist das anders geworden. Der Denkmäler sind so viele neu erstanden, daß sich selbst der intelligentere Mann aus dem Volke nicht mehr auskennt. Mein Weg führte mich in die Nähe des Charlottenburger Schlosses. Dort ist eine prachtvolle Marmorbüste zur Aufstellung gelangt; ein junges Weib, das mit allen Zeichen des Entsetzens in die Höhe fährt. Vor der Büste standen einige junge Leute aus dem Arbeiterstande, die das neue Werk betrachteten. Was stellt denn das vor?“ fragte ich und erhielt die Auskunft:„Det is ja die Leonore!“ Sollte es Bürgers Leonore sein, die ums Morgenroth empor aus schweren Träumen fährt?„Was ist denn das für eine Leonore?“ ragte ich weiter. Der junge Berliner ist bekanntlich niemals verlegen um eine Auskunft.„Det war cene verrickte Schauspielerin vom Gendarmenmarkt!" erklärte einer. Ich unterdrückte mit Mühe das Lachen.„Aber, meine Herren,“ fragte ich sodann,„warum hat man denn einer verrückten Schauspielerin ein so schönes Denkmal gesetzt?“ Nun entstand thatsächlich eine kurze Verlegenheitspause. Aber einer ließ sich auch durch diese Frage nicht verblüfsen. und indem er mit seinem Daumen über seine Schultern hinweg nach dem Charlottenburger Schloß zeigte, erklärte er:„Die hat Beziehungen jehabt zu Eenem vons Schloß!“ — Sehr amüsirt habe ich mich auch auf dem Andreasplätz. Dort ist eine gewaltige Marmorbank zur Aufstellung gelangt, die an ihren beiden Enden„Arbeit“ und„Familien= glück“ versinnbildlicht. Rechts steht ein junger Familienvater, der sein Söhnchen im Handwerk unterweist, links itzt die Mutter mit dem Kinde auf dem Schoß. Eine Unmenge Menschen tummelte sich bei dem schönen Wetter auf dem Platze. Verführt durch meine Erfahrungen beim Charlottenburger Schloß, fragte ich eine Gruppe von Ar beitern, was die beiden Marmorbilder wohl vorstellen Ohne sich einen Augenblick zu besinnen, antwortete mir einer:„Det is der Andreas Hofer und seine Frau, wolauch der Platz danach heeßt!“— Als ich gegen Abend die Siegesallee durchwanderte, machte ich zum dritten Male meinen Versuch. Diesmal hatte ich mir einen halbwüchsigen Jun gen ausgewählt.„Können Sie mir sagen, was die lange keihe weißer Gestalten bedeutet?“ fragte ich.„Der sind dem Kaiser seine vielen Ahnungen!“ erwiderte schlagfertig der In der Nähe des Altreichskanzlers Fürsten Bismarck zu sterben, war der sehnlisiche Wunsch des erst fünfundzwanzig Jahre alten Kanzlei=Aspiranten Cail v. Kosik aus Wien, der seit einem Jahre bei dem österreichischen Generalkonsulat in Hamburg beschästigt war. Diese Absicht hat der von Schwermuth befallene junge Mann wahr gemacht, indem er sich in einem Gehölz bei Friedrichsruh, unweit von dem Bismarck=Mausoleum, erschoß, Mordversuch. In der Nacht vom Montag auf Dienstag hat der 27 Jahre alte Sattler Josef Weyrauch Auna Zerniche, die Tochier des Hausverwalters Zerniche, in der Reichenbergerstraße 52 zu Berlin durch Messerst#e d in den Hals, in die Brust und in die Arme schwer verwundet. Verschmähte Liebe ist das Motiv der That. W. lernte vor längerer Zeit Anna Z. kennen, und bald sollte Hochzeit gemacht werden. Gestern machten beide einen Ausflug, von dem sie Abends heimkehrten. Unterwegs machte W. den Vater der Z. schlecht, worauf diese beim Abschiednehmen ihm erklärte, wenn er die Aeußerungen über ihren Vater nicht zurücknehme, würde sie ihn nicht heirathen. Diese nicht zurückgenommene Drohung veranlaßte W. zur That. Eine sprachliche Musterleistung von Amtsdeutsch greift die„Zeitschr. des deutschen Sprachvereins“ aus einer brazer Zeitung auf, um sie gebührend niedriger zu hängen. Die Bekanntmachung lautet:„Die mit den in letzter Zeit rücksichtlich der Aushebung der Briefkasten in Pomörium von Graz durchgeführten Verbesserungen im Zusammenhange stehende Erneuerung der Orientirungstafeln und Kontrolmarken ist nunmehr bezüglich sämmtlicher Briefkasten durchgeführt und wird vom 25. d. angefangen nebst einer besseren Eintheilung der Sammelfahrtrayons auch die beschleunigte Entleerung einer Anzahl von Briefkasten der inneren Stadt mittelst Dreirades platzgreifen.“ Das Opfer einer Theorie. Aus New=York wird uns berichtet: Auf merkwürdige Art ist der Schriftstellep und Lektor Richard Bidwell ums Leben gekommen. Er selbst setzte seinem Leben dadurch ein Ziel, daß er von er Brooklynbrücke herabsprang. Bidwell hat vor Kurzem ein Buch mit dem Titel„Die Herrschaft des Geistes“ geschrie=) ben. Er glaubte fest, daß der Geist der Materie überlogen sei, und daß ein Mensch jede That vollenden könne, wenn er nur genug Selbstvertrauen habe. Um seine Theorie zu beweisen, sprang er von der Brücke. Vorher hatte er sich in Handtücher und alte Zeitungen gehüllt und einen Rettungsgürtel umgelegt; dazu hielt er in jeder Hano eine amerikanische Fahne. Nur wenige Leute sahen seinen Sprung von der Brücke mit an. Er traf 135 Fuß darunter mit furchtbarer Gewalt auf das Wasser und verschwand. Die Leiche wurde eine Stunde später aufgefischt. Entdeckter Mörder. In der Neujahrsnacht wurde in Querfurt der Gendarm Vogel ermordet, ohne daß man bisher den Mörder auffinden konnte. Jetzt endlich ist es gelungen, des Thäters in der Pecson des Fleischers Franz Papst aus Dederstadt habhaft zu werden. Derselbe wurde am Freitag in dem benachbarten Bleicherode verhaftet. Auf dem Massengrabe der Opfer des bokener Dockbrandes, auf dem Flower Hill=Friedhose in North Bergen, N. I., hat der Norddeutsche Lloyd ein Denkmal, bestehend aus einem riesigen Grauitblock, errichtet: Der ungefähr 100 Fuß lange und 18 Fuß breite Begräbnißplatz ist mit einem eisernen Zaun umgeben, und in der Mitte liegt der Granitblock mit einer bronzenen Tafel, welche die Inschrift trägt:„Zum Andenken an seine bei der Brandkatastrophe in Hoboken am 30. Juni 1900 in treuer Pflichterfüllung gebliebenen Angestellten. Der Norde deutsche Lloyd.“ Es folgen dann die Namen der 169 Todten. Am Ende des Massengrabes steht noch ein besonderes Denkmal, ein schwarzer Stein mit der Inschrift: „Alsred Baron, 3. Offizier der Saale. Er war getreu bis in den Tod.“ Der Fürst von Moutenegro, der sich durch sein Drama„Die Kaiserin des Balkaus“ in die Litteratur eingeführt hat, arbeitet gegenwärtig an einem großen historischen Roman aus der Epoche des Herzogs Stefan, des Gebieters der Herzegowina. Der Roman giebt die Geschichte dieses Herzogs zugleich mit der Geschichte der Tschernojewitsch, der Schöpfer Montenegros. Selbstmord. Einiges Aufsehen, besonders in alademischen Kreisen, erregen in Straßburg i. E. die nachträglich bekannt werdenden Einzelheiten des Selbstmordes des Assistenten am anatomischen Institut der Universität Dr. Willgeroth. Willgeroth war der Sohn eines höheren reichsländischen Beamten und hatte bei Beginn seiner Carrière durch glänzende Begabung frappirt, sich bedauerlicher Weise aber durch Ausschweifungen zu Grunde gerichlet. Er theilte darum seinen Freunden den Entschluß zu sterben mit und lud sie zum„Todtenschmaus“ ins„Krokodil,“ seine Stammkneipe. Als alles in gehobener Stimmung war, verbreitete sich Willgeroth über seine Wünsche bezüglich seines für den allernächsten Tag angesetzten Leichenbegängnisses. In vorzüglicher Laune über den „guten Witz“ trennte man sich. Am folgenden Tage versandte Willgeroth eigenhändig die Einladungen zu seinem Leichenbegängniß und schloß sich dann in das Assistentenzimmer des Instituts ein, wo er den Selbstmord mit unheimlichem Cynismus und mit der Geschicklichkeit eines erfahrenen Anatomen ausführte. Für die Aufwartefrau des Instituts hatte Willgeroth vorher die bei Operationen üblichen Gebühren und ein Trinkgeld zurechtgelegt. Der verhäugnißvolle Liebestrank. Ein Student der Pharmacentik, der gleichzeitig in einer Pariser Apotheke Gehilfendienste that, nahm, wie es unter den Pariser öhnen nun einmal Sitte ist, vor einiger Zeit eine kokette Blondine, die auf den Namen Marie hört, zur Geliebten. Das junge Pärchen hatte aber bald die Skala der Liebesfreuden bis zum Punkte der Sättigung durchlausen. Vor mehreren Tagen gestand der ziemlich vermögende zukünftige Apothekenbesitzer seiner Geliebten, daß ihm die 15jährige Helene, eine stumpfnasige Brünette, die mit ihr im selben Geschäft arbeitet, eigentlich lieber sei. Die schöne Marie erklärte sich sofort damit einverstanden, der kleinen Helene das Feld zu überlassen. Ja, sie erbot sich sogar— das entsagungsvolle Geschöpf!— dem Studeuten die neue Flamme selber zuzuführen und gab ihm den Rath, für das Souper, zu dem sie mit der„frommen“. Helene erscheinen würde, das nöthige Opium zu besorgen, damit er den Widerstand der Kleinen schneller überwände; von dem Schlafmittel sollte er einfach das genügende Quantum in Helenes Wein thun. Der Plan kam zur Ausführung. Doch erlaubte sich die rassinirte Ex=Geliebte eine kleine Variante: sie schob dem mit heißen Blicken den Augen der Züchtigen hangenden Pharmazenten ust das Glas zu, das für die junge Unschuld bestimmt war. Der Erfolg trat bald ein: der verliebte Jüngling entchlummerte. Als er aus schwerem Schlaf erwachte, waren aber Blondhaar und Brünette verschwunden und— 2000 Franken aus seiner Geldtasche nebst verschiedenen Schmuckgegenständen auch. Und die Moral dieser unmoralischen Geschichte? Wer andern eine Grube gräbt...... Postraub. Ausgeraubt wurde in der Nähe von Karansebes(Ungarn) die Karriolpost. Der Kutscher wurde gebunden und gekuebelt aufgefunden. Es fehlten Packele mit dem Inhalte von 140000 Kronen. Bei der Untersuchung gestand der in die Enge getriebene Kutscher, er habe mit zwei Gehilfen selbst den Ueberfall in Szene gesetzt, doch weiß er angeblich nicht, wo seine Helsersheller die Werthsachen versteckten. Der Wiegenkrieg zwischen Rom und Cettinje. Prinzessin Jolanda, der jüngste Sproß des italienischen Königshauses, ist erst wenige Tage alt; aber schon ist um ihretwillen ein Krieg entbrannt, und zwar zwischen der italienischen und der montenegrinischen Hauptstadt. Bekanntlich hat die Stadt Rom eine prächtige, äußerst kunstvoll gearbeitete Wiege für das zukünftige Königskind herstellen lassen, die mit Dank vom König Viktor Emanuel als Geschenk entgegengenommen wurde. Denselben Gedanken hatten aber auch die Einwohner von Cektinje, auch ie ließen eine Wiege ansertigen. Denn Könain Helena, die in Cettinje geboren ist und bis zu ihrer Vermählung gewohnt hat, genießt dort große Popularität. Als nun die Fürstin Milena letzthin zu ihrer Tochter reifte, wurde sie gebeten, dem jungen italienischen Königspaar das prachtvolle Geschenk der Montenegriner mitzubringen. Die junge Prinzessin kam zur Welt und wurde in die Wiege von Cettinje gelegt zum großen Mißvergnügen de römischen Einwohnerschaft, deren Eigenliebe dadurch erheblich verletzt wurd aber auf Revanche, n Kleine Nachr in Kropp. den Gr reichen gemeinnützige Zwangsverwaltung Konsistorium das worden.— Der Kon Saalseld a. S.,# „Maxhütte", ist un kriegsgericht in Kas Artillerie=Bizewachtm handlung in 103 F gegen wurde auf die — Dr. Höres, D wurde nach Hanno Provinzial=Schulkolle lagsbuchhändler Wo furt a. M., Besitzer Buch= und Landkarten gestorben.— I ein Denkmal für hüllt.— Ein rad mingen überfuhr die am Genickbru Rußland hat dem# Hamburg=Amerika=Li dritter Klasse verlie russischen Regierung von Ostasien nach Ol amerikanische Konsul den öffentlichen Anla — Die„Pfälz. P Auf einem Jagdaus Sonnabend Nachmitt franken nach heftigen Scherner aus Dalsh stellle sich hier selbst tischen Verbindunger Bismarck=Komme genehmigt worden, vorliege.— Nach de der Konservater de früher Ostpreußens A erschossen. Sei London,*) 9. schäftigt sich augenb öffentlicher Arbeiten Landwirthschaft. Anglückssa Berlin,*) 9.J in letzter Nacht wi Straße 4 Personen u Bäckergeselle wurde besorgnißerregend; a Das Feuer wurde ge Die Budapest, 11. in der Angelegenheit die ungarische Regier um einen interne lassen. Die Bure Zirkus Gegenstand b wurde bejubelt un Die Buren reisten A Rei Bochum, 11. in Mülheim a. d. Ri ein Deutschnationaler, mann, ein sozialdeme christlich=sozialer Kand sipd 654 Personen e Ei Shanghai, 10 ein Terrain gekauft, u Mann unterbringen z Bataillon, die Engläu Shanghai, 11 niß über die kaiser Tagen an die Oeffent Rückkehr des Hofes 1 daß dies nur eine sQuellerer Räumung Mäckle. Peking, 11. Ju sollen eine Instruktion von Forts in den Leg sowie die starke Uet Truppen hinzuwirken. sichtigte Arrangement Stadt protestiren. Dorsnama, 11 eingetroffen und wird werden. Monar Rom, 11. J. widersprochen, die be dem deutschen Kaiser Bern, 11. Jun Freitag die 50jährige gange ab. Sie wurd wand aufgefunden. Königin Oldenburg, Prinz Heinrich der## Uhr zum zweitägigen wurden am Bahnhof En London, 11. J gegen 109 Stimmen an, welches bestimmt, halten ist, beim Tod zulegen. Anglückssall Bozen, 11. Ju Ausflug nach der Ro wirden vermißt. Bi Rucksäcke ausgefunden. glückten abgestürzt o# Retiungsversuche wer! Bur Madrid, 11. Ju lnna eine Rede, in we das Budget im Gleich biger zufrieden stelle spricht die Hoffnung *) Gestern zurückge Messerst## schwer verder That.) und bald chten beide u. Unterbrauf diese eußerungen ihn nicht ung verauntsdeutsch aus einer zu hängen. etzter Zeit Pomörium usammenafeln und her Briefngen nebst hons auch Briefkasten fen.“ hork wird briftstellep imen. Er er von er kurzem ein geschrie=) überichen nue, wenn Theorie zu itte er sich einen RetHand eine hen seinen z d a r u n t e r erschwand. acht wurde daß man lich ist ers Franz Ülbe wurde haftet. des Ho, Friedhose Lloyd ein errichtet: breite Ben, und in ien Tafel, seine bei 1900 i Der Norde der 169 ein beInschrift: getreu bis urch sein eatur einßen histoefan, des die Gesichte der in akadie nachbstmordes niversität höheren n seiner bedauerde gerichschluß zu „Krotoer StimWünsche ngesetzten ber den lage verzu seinem sistentenmit uneit eines partefrau rationen ident der Apotheke Pariser Zeit eine ört, zur ie Stala g durchlich versten, daß iette, die eber sei. rstanden, sie erbot ein Stugab ihm ommen“ besorgen, rwände; nügende am zur Geliebte Blicken nazenten imt war. ng ente, waren — 2000 Schmuckralischen **** ühe von r wurde Packele r Untercher, er zene geeisheler ettinje. lenischen ist um chen der idt. Best kunstind herEmannel ben Geije, auch Helena, nählung lIs nun wurde ar das bringen. In die lgen der In erheblich verletzt wurde. Rom ist diesmäl Unkerlesen, hofft aber auf Revanche, weinn ein Prinz geboren wird. Kleine Nachrichten. Gegen den Pastor Paulse in Kropv, den Gründer und Leiter der dortigen zah reichen gemeinnützigen Anstalten, ist, nachdem über ihn Zwangsverwaltung verfügt worden ist, vom Königlichen Konsistorium das Disziplinarverfahren eröffnet worden.— Der Kommerzienrath Ferdinand Chelius in Saalselv a. S., Begründer und Leiter des Eisenwerks „Maxhütte", ist unerwartet gestorven.— Das Oberkriegsgericht in Kassel erhöhte die Strafe gegen den Artillerie=Bizewachtmeister Vollmar wegen Rekrutenmißhandlung in 103 Fällen auf 7 Monate Gesäugniß. Dagegen wurde auf die beantragte Degradation nicht erkannt. — Dr. Höres, Direktor der Oberrealschule in Jülich, wurde nach Hannover berufen, wo er nebenamtlich im Provinzial=Schulkollegium thätig sein wird.— Der Verlagsbuchhändler Wolfgang Karl Koenitzer in Frankfurt a. M., Besitzer der altbekannten Jaegerschen VerlagsBuch= und Landkartenhandlung, ist im Alter von 41 Jahren gestorben.— In Zwickau wurde am 8. Juni ein Denkmal für Robert Schumann feierlich enthüllt.— Ein radelnder Wiesenbauschüler in Schlemingen überfuhr die Frau Oberstleutnant Morgenroth die am Genickbruch sofort staro.— Der Kaiser von Rußland hat dem Kapitän des Dampfers„Batavia“ der Hamburg=Amerika=Linie, Magin, den Stanislausorden dritter Klo“ russischen klasse verliehen. Die„Batavin" war von der Regierung für den Transport von 2500 Soldaten von Ostasien nach Odessa gechartert.— Der zurückgetreteue amerikanische Konsul Stern in Bamberg hat sich in den öffentlichen Anlagen in der Nähe der Stadt erschossen. — Die„Pfälz. Presse“ in Kaiserslautern meldet Auf einem Jagdausfluge nach Hohenecken erschoß am Sonnabend Nachmittag der Kaufmann Leiningen aus Unterfranken nach heftigem Wortwechsel den Weinhändler Augu Scherner aus Dalsheim mit dem Jagdgewehr; Leuninge stellte sich hier selbst dem Gericht.— Ein von den studentischen Verbindungen in Breslau Ende Juni geplauter Bismarck=Kommers ist vom Rektor und Senat nicht genehmigt worden, weil eine festliche Veranlassung nicht vorliege.— Nach der„Allgem. Zig.“ hat sich am 9. Juni der Konservater der Baudenkmäler Westpreußens und früher Ostpreußens Adolf Boetticher im Seebad Warnicken erschossen. Letzte Nachrichten. Burenkrieg." London.*) 9. Juni. Das Kabinct in Kapstadt be schästigt sich augenblicklich mit Studien über eine Anzahl offentlicher Arbeiten zur Hebung des Handels und der Landwirthschaft. Anglückssall durch Mehlstauberplosion. Berlin,*) 9. Juni. Durch eine Mehlstaubexplosion in letzter Nacht wurden in einer Bäckerei der Stendaler Straße 4 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Ein Bäckergeselle wurde schwer verbrannt. Sein Zustand ist besorgnißerregend; auch der Meister wurde leicht verletzt Das Feuer wurde gelöscht. Die Buren in Angarn. Budavest, 11. Juni. Die von dem Volksmeeting in der Angelegenheit der Buren gefaßte Resolution fordert die ungarische Regierung auf. die Initiative zu ergreisen, um einen internationalen Schiedsspruch zu veran lassen. Die Burendeputation war Abends im Zirkus Gegenstand begeisterter Ovationen. Dewei wurde bejubelt und mit Blumen überschültet. Die Buren reisten Nachmitlags nach Berlin ab. Reichstags-Ersahzwatl. Bochum, 11. Juni. Für die Reichslags=Ersatzwahl in Mülheim a. d. Ruhr sind sechs Kandidaten aufgestellt, ein Deutschnationaler, ein Nationalliberaler, ein Zentrumsmann, ein sozialdemokratischer, ein antisemitischer und ein christlich=sozialer Kandidat. Von der Pest. Kapstadt, 10. Juni. Seit dem Ausbruch der Pest sipd 654 Personen erkrankt, 318 Personen gestorben. Chinesische Wirren. Shanghai, 10. Juni. Die Deutschen haben hier ein Terrain gekauft, um darauf Baracken zu bauen und 800 Mann unterbringen zu können. Die Franzosen lassen ein Bataillon, die Engländer zwei Bataillone zurück. Shanghai, 11. Juni. Hier herrscht große Besorgnitz über die kaiserlichen Dekrete, welche in den letzten Tagen an die Oeffentlichkeit gelangt sind, speziell was die Rückkehr des Hofes nach Peling betrifft, und man glaubt, daß dies nur eine Kriegslist des Hofes bedeutet zwecks shuellerer Räumung Chinas seitens der verbündeten Mächkle. Peking, 11. Juni. Die chinesischen Bevollmächtigten sollen eine Instruktion erhalten haben gegen die Errichtung von Forts in den Legationen und im kaiserlichen Palaste, sowie die starke Ueberwachung der Eisenbahnlinie durch Truppen hinzuwirken. Besonders sollen sie gegen das beabsichtigte Arrangement über das Einlausen der Züge in die Stadt protestiren. Yokohama, 11. Juni. Graf Waldersee ist in Tokio eingetroffen und wird heute von dem Kaiser empfangen werden. Monarchen-Zusammenstunst? Rom. 11. Juni. Offiziell wird einer Meldung widersprochen, die besagt, daß König Victor Emannel mit dem deutschen Kaiser und dem Zaren zusammentreffen wird. Abgeslürzt. Bern, 11. Juni. Im Waadiländer Jura stürzte am Freitag die 50jährige Schweizei in Lenoir auf einem Spaziergange ab. Sie wurde heute todt am Fuße einer Berg= wand aufgefunden. Königin Wilh= lmina in O.denburg. Oldenburg, 11. Juni. Königin Withelmina und Prinz Heinrich der Niederlande sind gestern Abend 6½ Uhr zum zweitägigen Besuch in Oldenburg eingetroffen und wurden am Bahnhof vom Großherzog empfangen. Englisches Anterhaus. London, 11. Juni. Das Unterhaus nahm mit 199 gegen 109 Stimmen in dritter Lesung gestern ein Gesetz an, welches bestimmt, daß kein Inhaber eines Amtes gehalten ist, beim Tode des Landesherin dasselbe niederzulegen. Anglückssalk in der Rosengartengruppe. Bozen, 11. Juni. Zwei junge Touristen, die einen Ausflug nach der Rosengartengruppe unternommen hatten, wirden vermißt. Bei der Graßloithauhütte wurden ihre Rucksäcke aufgefunden. Man befürchtet, daß die Verunglückten abgestürzt oder von einer Lawine begraben sind. Retiungsversuche werden sortgesetzt. Zur Lage in Spauien. Madrid, 11. Juni. Sagasta hielt in einer Versammlung eine Rede, in welcher er erklärte, die Regierung werde das Budget in Gleichgewicht bringen und werde alle Gläubiger zufrieden stellen. Er lündigt eine Anleihe an. Er spricht die Hoffnung aus, da ßder Vatikan keine Schwierig*) Gestern zurückgestellt. ges landes widersetzen. Südafrikanischer Krieg. Kapstadt, 11. Juni. Die Kommandos Devet und Bothas haben in den letzten Tagen die Offensive ergriffen und bedrohen die Eisenbahnlinien der verschiedenen Distrikte, die sie durchziehen. Brüssel, 11. Juni. Frau Botha wird am Mittwoch auf der Durchreise nach dem Haag hier erwartet. Kapstadt, 11. Juni. Der Gouverneur ist von seiner Reise in die Provinzen zurückgekehrt. Brüssel, 11. Juni. In dem letzten Kriegsrath der Buren der bei Pietersdrift im Norden Transvaals unter Schalk Burger abgehalten wurde, wurde beschlossen, die Feindseligkeiten auf das energischste fortzusetzen bis von den Engländern die Unabhängigkeit der beiden Burenstaaten anerkannt werden würde. Brüssel, 11. Juni. Präsident Krüger hatte mehrere Unterredungen mit Dr. Leyds und den Buren=Delegirten Fischer, Wessel und Volmerand, die streng geheim gehalten wurden. Fest steht, daß Frau Botha im Auftrage ihres Mannes gewisse Friedensvorschläge dem Präsidenten zu unterbreiten habe und seinen Rath einholen soll. Marktberichte. Getreide und Futtermittel. Berlin, 10. Juni. Von Oesterreich=Ungarn lagen am heutigen Gelreidemarkt Berichte vor, die sich recht schlecht über die dortigen Ernteaussichten in Folge der Dürre aussprachen. Von Rußland is der für Ende Mai geltende amtliche Saatenstandsbericht, mit Ausnahme der Weichselgebiete und einiger östlicher und nordwestlicher Distrikte, befriedigend, dagegen wiederholen sich die ueuerdings schon mehrfach hier gemeldeten Kla en über die große Trockenheit in den verschiedensten Distrikten des russischen Reiches. Von Amerika wird güustiges Wetter in den Weizengebieten gekabelt, und darauf eröffueten auch die vorgestrigen amerikanischen Märkte matt; da man aber für mergen einen ungünstigen Regierungsbericht erwartet, so befestigten sich dort im Verlaufe die Getreidebörsen. Hier war Weizen auch Vormittags gut behauptet, schwächte aber Mittags unter dem Einfluß von Roggen ab, zumal Wien Regen und darauf schwache Kurse depeschirte. Roggen verflaute im Laufe des heutigen Marktes erheblich, da in Hamburg eingetrossene Waare, für die in Folge der hohen Frachten und des wenig befriedigenden Metzlgeschäfts Käufer sich schwierig zeigten, recht billig verkauft wurde und auch Nordrußland nachgiebiger war. Lieferung war überwiegend angeboten und ließ ca. 1½ Mk. nach, um sich später zu befestigen. Hafer blieb schwach, in loko aber in besserem Umsatz. Mais wenig verändert. Mehl matt. Central=Notirungsstelled. Preutz. Landwirthschaftskammern. Chefredakteur: Dr. Adolf Neumann=Hofer. Verantwortl. Redakteur: Emil Neumann. Für den Reklame= u. Anzeigentheil verantwortlich: Louis Heisterhagen, alle drei in Detmold. Druck u. Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei, Detmold. Alle Zusendungen sind an die Leitung oder die Geschäftsstelle, nicht persönlich zu adressiren. fünf für Klinkerfabrikation und sünf für Thongrube(Sommer- und Winterbetrieb) stellt sofort ein Adolf Berning, 6957 Bielesel d. M 6890 Programm zur Ein zuverlässiger erster Breuner, sucht per sofort oder in 14 Tagen Umstände halber anderweitig Stellung als Brenner. Gute Zeugnisse stehen zu Diensten. Auskunft ertheilt 6958 Wilh. Brauning, Ziegelei Maiweg in Dortmund, Ringstr. 133. Wegen Vergrößerung des Betriebes suche auf sofort noch 2 Streicher für einen Tisch d Tausend 1 40 Pf., sowie 6 2 Mann zum Verladen in Wagen à 24 1 pro Woche. F. Schauf Ziegelmeister in Kriftel, Höchsta Ich suche sofort 6969 2 Former und 1 Lehmfahrer. Die Former pro Tausend 1,50 Ml. und der Lehmfahrer zu 60 9 % werden jede Woche ausbezahlt, ½ bleibt stehen bis zum Herdst. Meldungen sind zu richten an Nr. Verkmeister Ziegelei Böhles a. d. Waldstraße v. Wiesbaden. Abzuholen Lageschestr. 15. Die zur Neueindeckung des Kantorhausdaches erforderlichen Lieferungen und Arbeiten sollen an den Mindestfordernden unter den auf dem hies. Rathhause ausliegenden Bedingungen vergeben werden. Augebote sind verschlossen mit der Aufschrift:„Augebor für Eindeckung des Kantorhauses= bis spätestens zum 1. Juli d. Is., Vormittags 10 Uhr, zu welcher Zeit in Gegenwart elwa erschienener Unternehmer die Angebote geöffnet werden, bei uns einzureichen. Horn, 10. Juni 1901. 6965 Der Magistrat. Speige. Eröffnung der Lippischen Gewerbe=Ausstellung in Barntru am 14. Juni 1901. 1) Erössnung der Ausstellung 12 Uhr Mittags auf dem Ausstellungsplatze. 2) Ansprache des Bundesvorsitzenden. 3) Eröffnungsrede. 4) Besichtigung der Ausstellung. 5) 6) Konzert. 606 Das Haupt-Comité. Suche auf sofort 6962 Ziegelmeister, 1 Brenner u. 15 Mann Verdingung. Die Arbeiten und Lieferungen zum Neubau eines Etablissemente für den hiesigen Stadtförster sollen in einzelnen Loosen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf dem hiesigen Rathhause aus. Angebeisformulere können gegen Erstattung der Selbstkosten bezegen werden. Angebete sind bis zum 18. Juni d. Js., Vormittags 11 Uhr, dem Unterzeichneten einzureichen. 6966 Horn, 10. Juni 1901. Der Magistrat. Setse 6971 Feinste Matjes-Heringe neue Kartofteln E. Steller Hoflieferant. Große Ersparniß im Hanshalt mit Ae Cöthener Geld=Loose Hamburg 174 144—— Zucker. Magdeburg, 10. Juni. Kornzucker 1. Produkt 88“, ohne Sack 10,55—10 80 Dk. Nachprodnkt 75% von: Sack 7,50— 8,05 Ml. — Ruhig. Krystallzucker I. mit Sack 28,95 M. Bredeaffinade I. ohne Faß 29.20 M. Gem. Reffinade mit Sack 28,95 M. Gein Mel s mit Sack 28.45 M. Rohzucker I. Prod. transito frei an Bord Hamburg Juni 9,37⅛. Juli 9,42 /8. August 9.50, September 9,40 Oktober=Tezember 8.80, Jan.-Mär; 8.80. Tndenz: Schnächer. Oele und Fettwaaren. Köln, 10. Juni. Rüböl loco 61,00, Okt. 55,50. wumpura, 10. Inni. Rülöl ruhig, leko 58.00. Hamburg, 10. Juni. Petreleum matter. Standard while loco 6.50 Br. Ziegler=Angelegenheiten. Zieglergottesdienst:. Am Sonntag, 16. Juni, werden im Bezirk der Unterelbe folgende Gottesdienste ab, ehalten werden: Morgens 9 Uhr in der Kirche zu Estebrügge, Mittags ½2 Uhr in der Kosmä=Kirche zu Stade und Abends 6 Uhr in der Kirche zu Oberndorf. Hierzu ladet alle Ziegler, Lipper und Nichtlipper, ein Pastor Tölle aus Leopoldshöhe(Lippe). Oeffentlicher Sprechsaal. Diese Rubrik stellen wir unseren Lesern zur Eröcterung allgemein interessirender Fragen zur Verfügung und werden uns freuen, wenn dieselben recht bäufig beuutzt wird. Für diese Einsendungen übernehmen wir uatürlich lediglich die preßgesetzliche Verantwortung. Detmold, 9. Juni. Den paar Gartenkonzertbesuchern, die Herrn Musik= direktor Hubert in Nr. 132 der Landeszeitung gebeten haben, nicht immer Meister Wagner als Hauptpunkt des Programmes hervortreten zu lassen, well die Nerren der Zuhörer das nicht aushalten lönnten, möchten wir„dringend“ empsihlen, solchen Konzerten, wie sie uns Herr Musikdirektor Hubert bieiet, doch lieber fern zu bleiben, da sie unter anderen ja die übrigen„begeisterten“ Zuhörer durch ihr lautes Sprechen und Lachen stören. Letzteres ollten auch manche andere Konzert=Besucher sich zu Herzen nehmen. Die oben erwähnten Gartenkonzertbesucher solllen Herrn Hubert, bezw. der Kapelle für die schönen Konzerte sehr dankbar sein, und statt sich, wie geschehen, unmunitalisch zu äußern,(es giebt sehr viele Musitfreunde, die sich wenig für Operetten= und Possen=Musik begeistern) lieber, wenn sie im Konzert mal anwesend sind, den einzelnen Theilen recht aufmerksam zuhören, damit sie den in vielen Fällen hohen musikalischen Werth der unter andern gerade bei Wagner sehr oft zu bemerken ist, anzuerkennen vermögen. Uebrigens möchten wir bemerken, daß in Sinoniekonzerten jelten von Wagner etwas gespielt wird und wenn im Hoftheater zwei Wagner=Opern im Winter zur Aufführung kommen, so ist das doch wirtlich sehr wenig. Hoffentlich tragen diese Zeilen auch dazu bei, daß Herr Musildirektor Hubert uns auch sernerhin von dem großen Meister Richard recht ort in Konzerten etwas bietet. C. „ Meinberg, den 10. Juni. In den Kreisen de: Kurgäste sowohl, wie der von allen Seiten zur Feier des hohen Geburtstages geeilten Landbewohner fiel es allgemein auf, daß gestern Nachmittag das Kurkonzert ausfiel. Al. Grund wurde angegeben, daß die Kapelle bei dem Festessen im Stern gespielt habe Wenn es nun auch den 40—50 Theilnehmern an demselben sehr angenehm gewe#en sein mag, Tafelmusik zu haben, 1o schien es doch der großen Mehrzahl der übrigen Kurgäste wie dem zahlreichen Sonntagspublikum schier unverständlich, daß an einem solchen Landesfesttage der Kurpark von Meinberg nicht von Musik widerhallte. Noch mehr aber wuchs das Erstaunen, als auch am Abend bei der Illumination, als viele Hunderte den Park anfüllten, die Musik sich nur in einzelnen abgerissenen Tönen aus dem abseits gelegenen Kursaale bemerkbar machte. Unserer Ansicht nach wäre es sowohl am Nachmittag wie am Abend unbedingt erforderlich gewesen, daß die Musik inmitten des Publikums im Parke gespielt hätte. II. Serie Baare Geldgewinne: als 5 Hansttreffer je 10.000 Mark 5 Gewinue je 1000 Mark 6 Gewinne se 500 Mark 2c. 2c. insgesammt aber 10,876 Geldgewinne, welche in zwei Ziehungen zur Entscheidung gelangen. Erste Ziehung vom 29. Juni bis 1. Juli Loose, für beide Ziedungen gültig, à Mk. 3,30(inkl. Porto und Liste) versendet die Ver kaltung d. Cöthener Kirchbau-Geld-Lotterie zu Cöthen f. A. Loose sind in allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen zu haben. 6955 125,000 Mark 50,000 Mark 5.000 Mark 3.000 Mark Adreßbuch für das Fürstenthum Lippe. Die öffentliche Juslegung der Hausverzeichnisse beginnt morgen in den Bauerschaften Langenholzhausen, Stemmen. Ferner liegen die Verzeichnisse noch aus in folgenden Gemeinden: Stadt Horn; Stadt Lage; Bauerschaften Brokhausen, Fromhausen, Hafedahl, Hiddesen, Hornoldendorf, Leistrup=Meiersfeld, Mosebeck, Bahlhausen, Rittergut Herberhausen, Schloßbezirk Lopshorn(Amt Detmold); Bauerschaft Meinberg, Rittergut Küterbrok(Amt Horn); Bauerschaften Billinghausen, Dehlentrup, Hagen, Har dissen, Heiden, Heßloh, Hörstmar, Jerxen=Orbke, Müssen, Oettern=Bremke, Ohrsen, Pivitsheide, V. H. und Pivitsheide V. L., Pottenhausen, Trophagen, Waddenhausen, Wissentrup, Rittergut Schackenburg(Amt Lage); Bauerschaften Bechterdissen, Mackenbruch, Oerlinghausen, Wellentrup, Währentrup(Amt Oerlinghausen); Flecken Alverdissen, Bauerschaften Bega, Laßzbruch (Amt Sternberg= Barntrup); Bauerschaft Wellentrupz (Amt Schieder); Bauerschaften Bavenhausen, Brosen(Ami Hohenhausen): Bauerschaften Bexterhagen, Bexten, Wülfer, Bauerschaften Ober=Wisten, Unter=Wüsten, Bauerschaften Aspe, Ehrsen Breden, Lockhausen, Nienhagen, Uebbentrup, Vinnen, Werl, Domäne Uebbentrup(Amt Schötmar); Bauerschaften Brake, Loßbruch, Lüerdissen, Sommersell, Wiembeck, Domäne Brake(Amt Brake). Wir bitten Jedermann, die Verzeichnisse auf ihre Richtigkeit und Vollständigkeit hin zu prüfen und am Rande eiwaige Fehler zu berichtigen und etwaige Auslassungen nachzutragen. Ramentlich bitten wir, auf die richtige Schreibweise der Namen zu achten, da sonst das alphabetische Verzeichniß nicht fehlerfrei hergestellt werden kann. Auf den zur Auslegung gelangenden Listen können auch noch Inserate für 20, bezw. 12, bezw. 7.50 Mk. für 1. ½. ½ Seite(doppelter Hinweis in den Ramensverzeich nissen gratis) und Extrazeilen(à 1 Mk. für beide Verzeichnisse zusammen) sowie Exemplarc des Adreßbuches zum Vorzugspreise von 2.75 Mk. bestellt werden. für den Betrieb meiner Dampfziegelei. Tägliche Arbeitsleistung E. Romber Salate u. s.w., ebenso MogoP's Bad Oeynhausen, Westfalen. Gesucht. Zum 1. Juli und 1. Oktober 1. suche ich für Gutsbesitzer einige Knechte. Kahle Geschäftsst. der Lipp. Landes=Zig. Blomberg k. L. 6950 Eine gute Vertretung können Herren, welche Wirthe besuchen, bekommen durch den Absatz uns. allerbesten BierpressionsReinigungsmittele,„Lamerint“ Groß. Consum, hoher Verdieust. Bei der warmen Witterung be ond. gut einzuführen, da Reinig, auf kaltem Wege geschieht. Bei größ. eig. Bezügen geben auch Alleinverkauf. Eberenz& Moller, Fraakfurst a. M. 6954 Reise-Iuspeeter 8 für südd. Lebens= u. Kinder=AusNeuer=Versicherung gesucht. Auch Richtsachleute werden berücksichtigt. Off. end Nr. 1758 an Haasenstein u. Vogler A. G. Ein tüchtiges Zimmermädchen auf sofort verlangt. 6961 Gasthof Rothes Bad Meinberg. Bouillon=Kapseln. 6953 Soeden wieder eingetroffen bei: Louis Niewald, Oerlinghausen. Damenfahrrad (Dürkopp), fast neu, billig zu verkaufen Pruchstr. 37. I. 6763 20,000 rothe Betten wurden vers., ein Beweis wie beliebt m. Betten sind. Ober=, Unterbett u. Kissen 12 ½. Prachtvolle Dotelbetten reiour. A. Kirschberg. Leipzig 36. 5442 In einem Badeorte in Lippe soll ein seit ca. 40 Jahren beehendes, flott gehendes Kolonial= u. Materialwaarengeschäft, verbunden mit Konzession zum Branntweinhandel, unter günstigen Bedingungen verkauft werden. Näheres durch die Geschäftsstelle d. Zeitung unter Nr. 6956. Auf 1. Juli oder später ein unges Mädchen rHaushall und Laden(Condilorei). Schriftl. Aug. unter Nr. 6968 an die Geschäftest. d. Bl. Zum 1. Juli 6964 Gesucht ein tüchtiges Mädchen , 1. J u l i n a c h B e r l i n, w e l c h e s zur kochen kann und Hausarbeit bernimmt, von einer einz. Daine Gute Zeugnisse Bediugung. Meldung Hotel Stern, 6960 Meinberg. 1Dienstmädchen gegen hohen Lohn gesucht. Frau Marie Brinkmann Bielefeld, Bictoriastr. 43. esucht für die Buchbiuderei von Detmold. 6972 Detmolder Arbeiterheim. Am Mittwoch, den 12. Juni, Nachmittags 1 Uhr, findet im Evangelischen Vereinshause eine öffentliche Versammlung für Berathung der Statuten und Zeichnung von 6949 tien statt, zu welcher hiermit eingeladen wird. Heute Morgen 5 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger= und Grotzmutter Christine Buschmeier gev. Schäfersmeier im Alter von 51 Jahren. 6963 Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Sibbentrup bei Bega, 10. Juni 1901. Die Beerdigung findet statt am Donnerktag, den 13. Juni, Nachmittags 3 Uhr. Gebrüd Naufmang Niedernstrasse 34. Bielefeld Telegr.-Adr.: Modekaufmann. kommen zum Verkauf: Kleider- u. Blousen-Seide darunter ca. 1000 Meter Foulards 85 Pfg. ca. 800 Meter Blousenstreifen 145 Pfg. ca. 1200 Meter Libertis und Taffetes 195 Pfg. ca. 3500 Meter Damassés 250 Pfg. Trotz der enorm billigen Preise bei diesem Posten übernehmen wir volle Garantie für gutes Tragen der Stoffe. Schloßhotel. Garten am Burggraben. Garten am Wurggraben. Falkenkrüger, echt Pilsener und Münchener FranziskanerBier vom Faß. Gute Weine. Reichhaltige Speisekarte. Eugen Möldera. Auszuleihen nachzuweisen sind Kapi resp. nachzuweisen sind Kapitalien verzeit zu zeitgemäßem Zinsfuß in jeder Höhe auf Schuldschein, Wechsel und Hypothek gegen Sicherheit. Aufragen mit Rückporto Bruno Köhler, Hohndorf bei Elsterberg, Vogtland. 6816 Beabsichtige, den Hof Meierherm Nr. 1 in Entrup auf 12 Jahre zu verpachten. Zur Verpachtung kommen 306 Scheffelsaat mit 2134 Mk. Reinertrag, darunter circa 21 Scheffelsaat Wiesen und 23 Scheffelsaat Weiden. Der Antritt der Pacht kann nach Vereinbarung erfolgen. Bewerber wollen ihre Angebote bis spätestens zum 1. Juli an Gutsbesitzer Riedermeier in Brüntrup einschicken, auch ist derselbe zu näherer Auskunft bereit. 6893 Lückhausen, 6. Juni 1991. Frau L. Niedermeier. Einzeln. Dame sucht z. 1. Okt in ruh. herrschaftl. Hause von 3 Zimmern, Küche u. Zubeh. Schriftl. Ang. mit Preis unter E. 6857 an die Geschäftsst. d. Bl. Eingeführte Feuer=Versicherungs Gesellschaft sucht im 6873 Amt Oerlinghausen ien thätigen Agenten Schriftl. Angeb. unt. Nr. 6875 in die Geschäftsst. d. Bl. erb. Herren und Damen, owie Reisende, welche in besseren kreisen verkehren, bietet sich großer Nedenverdienst durch Verkauf eines leganten Haushaltungsartikele. Chemische Industrie A. G. St Nargrethen(Cin. St. Gallen, Schweiz). 6927 Schloßhotel. Barten am Wurggraben Garten am Wurggraben. Falkenkrüger, echt Pilsener und Münchener Franziskaner Wier vom Faß. Gute Weine Reichhaltige Sygsane Eugen lerg Wiederholt weisen wir auf die bekannte Thatsache hin, dass uns Acussere einer Cigarre auf die Qualität keinen Einfluss hat, und dass man deshalb auch Immer mehr dahin kommt, guten Ausschuss-Cigarren(Fehlfarben) vor reinsortirten Farben den Vorzug zu geben, und dass diese Vortheile hier in Bremen von vielen Rauchern schon seit langen Jahren ausgenutzt werden. Dieses hat uns auch veranlasst, unser in ganz Deutschland mit grossem Beifall aufgenommenes Sortiment I Bremer Ausschuss-Cigarren (Fehlfarben) In den IIandel zu bringen, in welchem wir die Fehlfarben 10 hochseiner Bremer Marken, Je 33 bis 34 Stück, in der Preislage von 75. 80, 86, 86, 92, 100, 108, 115, 115 und 120 M. per Mille zu einer Kiste von 334 Stück(½ Mille) vereinigt haben, welche wir nach wie vor für den sehr billigen Preis von 1. 20 franco liefern. Der Preis-Unterschied zwischen sortirten und Fehlfarben ist also ein ganz bedeutender. Alle Sorten sind leichte bis mittelkräftige milde Bremer Qualitäten, von hochseinem Geschmack und Aroma, sowie sicherem vorzüglichen Brand. Wir sind fest überzeugt, dass jeder Probeversuch zu Nachbestellungen führt. Nichtconventrendes wird auch nach Entnahme von 10 Gratisproben auf unsere Kosten zurückgenommen, daher ist jedes Risiko ausgeschlossen. 6952 Joh. Eggers& Co., Hemelingen b. Bremen. Detmold. Theatersaal„zum Neuen Krug.“ Nur 2 Abende! Mittwoch, den 12. und Donnerstag, 13. d. M. Große humoristisch= musikalische, deklamatorisch=theatralische Soirse à la Ueberbrett' Ernteknechte beschafft 6648 C. A. Herdejost. Erster Knecht Warum rögern Sie noch?: Pabesg. 2% in Paris 1900 der Gedenen Medallle urd Ehrendiplom zum 1. Oktober d. Is., verheirathet oder unverheirathet, wird gesucht. 6872 C. Windmeier, Orbke. Dieses ist doch der beste Beweis für die Güte und Wirksamkeit mneines Nammelin“ veltberühmten Bartwuchsmittel„„RUmmeln“ Der Erfolg garantirt in einigen Wochen. Preis pr. Dose Stärke I. 2 Mk., Stärke II. 8 Mk., in ungünetigsten Fällen nehme man tärke III. zu 5 Mark. Kein Schwindel, wie folgende Anerkennung beweist. Herr R. Grüschel in Reielenberg schrciht am 26. Aug. 1100:„Bin in der angesehmen Lage, Ihnen mittheilen zu kinnen, dass Uhr„Kommtlin“ bei mir den besten Erfolg gehabt hat, sage Ihnen dafür meinen besten Dank[Mein Friseur 1•1 anz verblügt über die Wirkung Ihres Erzeugnisses und bittet um Zusendung einer Do: Stärke III.“ u. s.w. Versand pr. NachnsLine. Porto 40 d Nur a'lein echt zu bezi h# en Robert Nueberg, Neuenrade Be. 1..—, Westf. Bei Nichterfolg Betrag zurü. 5 1521 Suche Krankheit halber für sofort einen tüchtigen. 6913 Aufkarrer (per Mille 70 Pfg.). Aug. Hinder Ziegelmeister Ziegelei Niehaus in Niederbauer b. Soest. Ziegeleiarbeiter sind täglich kostenfr. zu haben nur im Arbeitsmarkt„Stormarnia“ in Hamburg, Niedernstr. 112. 6791 8 — nur in s. tag“. kosteufr. z. hab. Ziegler=Agentur„Herold Hamburg, Kattrepenl 16. Konkurs Gesine Cremer, Detmold. Für die zu erfolgende Schlußvertheilung sind Mark 842,84 verfügbar. Zu berücksichtigen sind Forderungen zum Betrage von M. 24881 51, worunter keine bevorrechtigten. 6559 Das Schlußverzeichniß liegt auf der Gerichtsschreiberei des Fürstlichen Amtsgerichts II hiers. zur Einsicht aus. Detmold, 7. Juni 1901. Brockmann, Konkursverwalter. Für einen kleinen Haushalt in Hörter wird zum 1. Oktober ein ordentliches, fleißiges Mädchen gesucht, welches kochen kann und Hausarbeit versteht. Gute Zeug nisse ersorderlich. Meldungen bei Frau Staatsminister Gerekot 6898 Detmold. Für das Frauenheim des Landkrankenhauses gingen ein: F. R. 50 M., ein Lipper=Bielefeld 5 M., Fr. H. 5 M., N. N. 80 M., N. N. 0,25 M., N. N. 1,50 M., N. N. 4 M., Frl. Elise Kestner 40 M., Br. 5 M., Gl. 2.60 M., Zuingmann 8 M., Fr. S. 5 M., N. N. 5 M., Fr. B. 3,25 M. Für obige Gaben sage ich meinen verbindlichsten Dank und hoffe, daß ich durch die Hülfe der lippischen Frauen in den Stand gesetzt werde, das Frauenheim, das den Frauen des Lipperlandes zum Segen gereichen wird, erbauen zu können. Jedes Scherflein ist mir willkommen, denn aus dem Kleinen baut sich das Große auf. Eine jede Frau, eine jede Mutter des Lipperlandes wird demnächst stolz sein, beigetragen zu haben zu einem Heim, das den Frauen und Müttern Hülfe bringen wird. Ein Aus= und Aubau an das Landkrankenhaus muß gemacht werden, darum veran mit Gott! Detmold. 9. Juni 1901. Dr. Petri. Eine ältere Mutter mit Sohn sucht ein älteres, arbeitsames Mädchen, unter Familienauschluß, welches auch Landwirthschaft versteht. Off. a. d Exp. d Zig. u. Nr. 6777. 8 Liaurv, sehr gut erhalten, billig zu per kaufen. 6904 Domschänke, Minden i. W arrangirt von Henny Samson, dem einzig dastehenden unerreichten Stegreif=Dichter, und Frl. Antonie Gates, Deutschlands bester humoristischer Vortragskünstlerin mit nur selbstverfaßten und selbstkomponirten Originalvorträgen. # 2 Die sensationelle 2 22 •** Bukunfts- Komödie. 5# 8 Alles Nähere besagen Plakate und Afsichen. Aufang 8½ Uhr. Kassenöffnung 7½ Uhr. Preise der Plätze: Nummerirter Sperrsitz Mk. 1.50, 1. Platz Mk. 1,00, 2. Platz 50 Pfg., 3. Platz 30 Pfg. 6931 Continental PNEUMATIC Man spart Aerger und Verdruß, wenn man diese Bereisung wählt. Pferdemusterung. Neueren Bestimmungen zufolge findet im September die Pferdemusterung nicht statt. 6909 Detmold, 5. Juni 1901. Der Magistrat. Petri. I □0 S-e F. Brüggemann Nachsl. Lemgo eigo 4049 empfehlen billigst Kochmaschinen, Sparherde, Oefen, Kesselrümpfe, Kochgeschirre etc. Verlangen Sie gratis u. franke meinen illustr. Hauptkatal. über Fahrräder u. Fahrradartikel u. Ste werd. sich überzeug., dass ich b. bester Qualltät, unt jähr. Garanf, am billigst. bin.— Wiederverk. ges. Deutsche Fahrrad-Industrie, Richard Driessen. Hannover, Brüderstr. 4. Für unsere Lieblinge ist die beste Kinderseife, die äußerst mild und wohlthuend für jede empfindliche Haut: 3832 Bergmanns Buttermilch=Seife v. Wergmann& Co., Rade beul=Dresden. d St. 30 Pf. bei: Heinr. Hoever. Continental Caoutchoue& Gultapercha Comp., HANNOVER. in großer Aus— wahl und allen NOdndn Preislagen emHanIn ETIIHIE mitentsprechendem Fiattlkkos kun Zahlungsbedingungen unter umfassendster Garantie. 3633 Th. Mann& Co. Pianosabrik, Bielefeld. Filiale: Detmold, Schülerstraße 7. Einen Müllergesellen gesucht. Gustav Hilker Berlebeck. 6906] Bureau für Stellenvermittelung FrauL Lütge Detmold, Schüler st. 27 sucht j. Mädchen z. Erl. des Haushalts, Stützen, Köchinnen, Haus= u. Kindermadchen, Kellner u. Hausdiener gegen hohen Lohn für hier und auswärts. 5268 Mehrere gebrauchte schränko, 1= u. 2thürig, fast neu, gebe billigst ab. 6390 Adolf Heine Bieleseld, Ritterstraße 57 Darlehen von 100 Mark auswärts zu coulanten Bedingungen, sowie # in jeder Höhe. Hypothekengelder in jeder Aufragen mit adressittem u. frankirtem Convert zur Rückantwort an H. Bittner& Co., Hannover, Heilierstr. 99 5362 Schloßhotel. Nur 1 Tag! 1901 Tournée 1901. Odeon Saal oder Garten, Donnerstag, den 18. Juni, Abends 8 Uhr, einziges, großes Garten am Wurggrabei am Kaiser Wilhelm=Playz. 6771 Möderne In Wolle. Halbwolle älesislens scle A. W. Brüggemann, Schötmar. Buckskin und Paletotstoffe, Knaben-Anzüge, Flauell-Unterzeug Garten am Burggraben. Falkenkrüger, echt Pilsener und Münchener FranziskanerWier vom Faß. Gute Weine. Reichhaltige Speisekarte. Eugen Möldere Zigeuner-Konzert mit Solo= und Chorgesängen, gegeben vom Oesterr.= Ungar. Damen= und Herrenorchester Rakoczi in verschiedenen Landestrachten. Großartige Geigen= und Cimbalvirtuosen. Zigennertanz! getanzt vom Ceardastänzerpaar Marinko und Fereniz. Einmalige Aufführung des an Licht und Farbenpracht einzig dastehenden Feuer= und Flammentanzes ein Traum von Licht und Schönheit mit wundervollen Lichteffekten u. Verwandlungen à la Loi Fuuer. U. a.: Fantasie und Serpentine ia reine du bal. Windebraut, Meeressturm, Feuersäule, Deutschlands Helden, dargestellt ven MAkko. Wiernt. Debut der 15jähr. Konzertsängerin Gugenie Hadoni. Amerikas neuester Lubius Illustrierter Gesang! Entreée: 60 Pfg. Vorverkauf in d. Hinrichs'schen Hofbuchhdlg. 50 Pfg. Wenn das Konzert im Saal stattfindet, so ist an der Abendkasse ein reservirter Platz à 1 Mk. zu haben. 6921 Garten am Wurggraben. Falkenfrüger, echt Pilsener und Münchener Franziskaner Wier vom Faß. Gute Weine. Reichhaltige Speisekarte. Eugen Mölders. Schattiger Restaurationsgarten mit Gasbokonchlung. „Hotel zum Hermann“ FI. bölse Treitung und Sei der Bos estellge Bestbestellgeld gelle oder deren Sort. Berstus Ns 135 Hierzn:1 8 Nachdem der fühlen sich au Trefflichkeit der Frankreich durch der„Figaro“ her vertreter von Köl Paris seine Aufwe keit empfangen w den Präsidenten Herrn Guesnet, zi sandt, und dieser auf den deutschen bracht. Diesen dieses Monats na aus Frankreich fo bilisten, die sich in lin ein Stelldiche wird sich Baden erfreuen haber Stammbaum jede ches französischen Doch Scherz so mannigfachen lichen Nachbar in hinnimmt, so muß geht vielleicht in politischen Absicht an der Seine ger auf gulem Fuße Frankreich ossensi afritanischen KolZwecke bemüht zu machen, und### mehr die Gelege Unglücklicherweise haft, den franzö so entsiel der Vor rolko vorzugehen. und da die franzi daß sie für den Fe lischer Seite erhel so möchten sie sich lität Deutschland kommt eine auße an die Höse von Die Gesandtschaft Aufträge. Viellei möglich, daß die C wird, wie sich D zwischen Frankrei nalürlich muß mi Antwort der deut nung jeder Inter Ganz abgesel haft seit einer 9 Thätigkeit Frankr darum muß den Deutschlands höcl Frankreich eine land bemerlbar n keineswegs darin, schwächung erfahr land auch in übe Macht entwickelt für jede andere M sehr wünschenswer wohl sagen; daß Flotte und di Am glücklichst er hofft und sich besitzt. Ron * Valentine sül welcher aus Hedir loses Erbarmen# die sie der Freund um Hedwigs Schu „Wie magst T nöthigen Schmerz Freund, den ich v Freund, verstehe auch nicht zur Ver seinen Worten der fragle ihn dirctto Muß ich Dir noch „Ich glaube“ mich zu täuschen,1 zu ersparen. Ich so aber giebst Du nicht sagen, Valen mußle, als Du test, dieses Recht Braut—“ „Und die Fre gesprochen?“ „Nein, nein, und ich glaube, Muth,“ meinte? Lachen. „Raimund so Dein Ernst nicht So lange er nicht nicht binden, über Achtest Duihn da Hedwigs An hür erschien Pre